Nr. 95 Erster Blatt 179. Jahrgang Mittwoch, 24. April 1929 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblatier Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Eiehen, poftschemonto: Frankfurt am main 11686. GiehemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vni« UN» Verlag: »rShl'sche UniverfilSlr-vuch- und Slelndruckerei «. Lang- In Sl-b-n. Schristl-ttung UN» S-schästsftell-: Schnlftrah« r. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Die Krise der Tributkonferenz bis Mite Mai vertagt. Eine endgültige Lösung des Tributproblems ist von dem Morgan-Ausschuß nicht gefunden worden. Das ist das tatsächliche Ergebnis der Derhand- lungen, die auf den Tag zehn Wochen in Anspruch genommen haben, die gewiß mühsam und deshalb schleppend waren, die aber darüber hinaus die Lehre gebracht haben, daß die E n t v 0 l i t i s i e - rung des Tributproblems solange nicht möglich ist, als die Gläubiger in dem „Sieg" über die Mittelmächte noch immer den großen Beutezug mit wechselseitiger Rückendeckung sehen. Das deutsche Volk hat alle Ursache, der deutschen Vertretung für die sachkundige und tatkräftige Wahrnehmung der Lebensinteressen Deutschlands tief und aufrichtig zu danken. Daß ein paar Männer der Linkspresse aus der Reihe tanzten, den französischen Nationalisten beispran- aen, schadet der deutschen Vertretung und ihrer Leistung nicht. Der Ruf nach den „Politikern", die den von den Sachverständigen angeblich verfahrenen Karren wieder aufs richtige Gleis schieben sollen, hat nicht einmal bedingten Wert. Nicht darauf kommt es an, den Tribut in einer Höhe festzu- etzen, die die Sieger für angemessen halten, sondern inrauf, ob und wie lange die deutsche Wirt- ch a f t für diesen Zweck leistungsfähig ist und bleibt. Auch die Politiker verfügen nicht über den Zauberstab, der aus dürrem Boden neue Quellen hervorsprudeln läßt. Mit der Wünschelrute läßt sich das Tributproblem erst recht nicht lösen, mit dem unverhüllten Ehrgeiz erfolgshungriger Politiker auch nicht. Die freiwilligen Tributagenten sollten froh fein, daß nicht sie berufen wurden, um das Gelände für die Entpolitisierung des Tributpro- blems vorzubereiten. Ob die Sachverständigen diese Vorbereitung erreicht haben, läßt sich mit Sicherheit noch nicht sagen, zumal der wesentliche Teil der Verhandlungen in ihrem wirklichen Verlauf noch nicht bekannt ist. Darüber wird der Bericht Aufschluß geben, den die Sachverständigen gemeinsam für ihre Regierungen verfassen wollen. Eine Arbeit, die sich vermutlich noch auf Wochen hinziehen kann. Inzwischen wird das Tributproblem wieder auf den Dawesplan gestellt, was auch selbst dann hätte der Fall sein müssen, sofern die Sachverständigen sich auf eine bestimmte Höhe geeinigt hätten. Jedenfalls wird das erste Normaljahr des Dawesplanes so oder so zu Ende laufen, wird Herr Parker Gilbert monatlich mitteilen, daß die Zahlungen pünktlich eingegangen find. Eine andere Frage ist es, wie lange diese Mitteilungen künftig dadurch ersetzt werden können, daß der Generalagent diese und jene Unterverteilung des Tributs an die Gläubiger vorgenommen hat. Die Krise des Tributproblems wird kommen, nicht deshalb, weil Deutschland nicht zahlen will, sondern deshalb, weil die Ausplünderung Deutschlands durch das Versailler Diktat die Energiequellen Deutschlands zum größten Teile verschüttet. Trotzdem soll Deutschland die Zinsen für die Kriegsverschuldung der Sieger an die Union zahlen, es soll darüber hinaus auch noch die Kosten tragen, die durch irgendwelche Kriegsschäden entstanden sind. Englands Wirtschaft hat die unausschöpfbaren Märkte des britischen Kolonialreiches zur Verfügung, während Frankreich dabei ist, hohe Schutz- zollmauern um sich selbst und um seine Kolonialgebiete zu errichten. Deutschland bleibt in Mitteleuropa eingezwängt, auf die Einfuhr ausländischer Rohstoffe und Lebensrnittel angewiesen, was allein schon ausreicht, alle möglichen Ueberschüsse seiner Zahlungsbilanz aufzuzehren. Und diese Zahlungsbilanz ist heute noch nicht einmal aktiv, wird es nach menschlichem Ermessen in absehbarer Zeit auch nicht werden, so daß schon aus diesem Grunde der Transfer von Milliardensummen mehr als unwahrscheinlich ist. Der preußische Ministerpräsident Braun hat ganz Recht, wenn er die 1650 Millionen Mark als eine Summe bezeichnet, die die deutsche Leistungsfähigkeit weit übersteigt. Das hätte sich auch der „Vorwärts" merken sollen, als er durch feine wichtigtucnden Schreibereien der deutschen Vertretung in den Rucken fiel. Es ist aewiß kein Grund vorhanden, in der nun unvermeidlich gewordenen Aufrechterhaltung des 2) a = wesplanes so etwas wie einen Schutz und einen Schirm für die deutsche Wirtschaft und Wahrung zu sehen. Da ist nützlich, daran zu erinnern, daß wir nicht nur die Normalleistung erreicht haben, sondern auch erwarten müssen, daß am 1-^ptember 1929 die Zu,°tzz°hlungen aus Grund des W ° h l. standsindex beginnen. Ob es möglich ist, durch diplomatische Verhandlungen diese Zusatzzahlungen zunächst niederzuschlagen, muß sich bald zeigen. Der Wohlstandsindex wird durch ein sehr verwickeltes Verfahren berechnet, bei dem auch das Volkseinkommen eine wichtige Rolle spielt, also das Einkommen, in dem auch alle Löhne und Gehalter enthalten sind. Je höher dies Volkseinkommen bei fast unveränderter Produktion und unverändertem Absatz ist, desto höher werden auch die Zusatzzahlungen sein. Diese Zahlungen sind selbst dann zu leisten, wenn das Deutsche Reich gezwungen ist,.ausden T r a n s f e r s ch u tz des Dawesplanes zuruckzugrei- fen. Die Einschaltung dieses Schutzes bedeutet nicht etwa die Einstellung der Tributzahlungen, sondern nur ihre vorläufige Ansammlung bis zu einer ve- stimmten Summe im Jnlande. Wenn das deutsche Volk jemals schicksalsverbunden war, so »st es heule der Fall, wo nur gemeinsam geftaijlte Kraft, gemeinsames Denken, Empfinden und -)an- deln fähig sind, uns vor neuem Unheil zu bewahren. Die Tributkrise ist nur vertagt, n ‘-Sie der ^Ausgang der Verhandlungen Witte Mai schließlich sein wird, vermag man heute noch nicht zu sagen. Notwendig ist es aber, der deutschen Delegation auch weiterhin volles Vertrauen und rückhaltlose LIn - terstühung zu gewähren, denn dadurch wirken wir am besten den Zerstörungsplänen der Pariser Konferenzintriganten entgegen. Oer Anfang vom Ende? Wie mir in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe schon meldeten, hat die gestern vormittag ob- gehaltene Vollsitzung der Reparationskonferenz einstimmig einen U n te r a u s s ch u ß eingesetzt, der den Auftrag hat, die Hauptrichtlinien, die in einem Bericht ausgenommen werden sollen, festzulegen. Dieser Unterausschuß soll aus den ersten Delegierten jeder Gruppe gebildet werden. Paris, 23.April. (IBS.) Der heute vormittag eingesetzte Unterausschuß der Reparation»- Berlin, 23. April. (V.D.Z.) Der Reichstag überwies heute den Gesetzentwurf über die Regelung älterer staatlicher Ren- len, bei dem es sich in der Hauptsache um die Renten der ehemaligen Standesherren handelt, dem Rechtsausschuß. Es folgte die zweite Beratung des Etats für 1 929. zunächst des Haushalts des Reichspräsidenten, der gegen die Kommunisten bewilligt wurde. Der dann folgende Haushalt des Reichstags wurde ohne Aussprache in der Ausschußfassung angenommen. Es folgt der Haushalt des Reichsmini st e- riurns, des Reichskanzlers und der Reichskanzlei. Abg. Graf Westarp (Sn.) führt aus, nach elf Monaten schwerster Krisen sei endlich die Umwandlung der Regierung gelungen. Das Schweigen des Reichskanzlers beweise, wie unsicher man sich auf der neugeschaffenen Grundlage auch heute noch fühle. Die jetzt in Paris schweben- denTributverhandlungen seien auf der falschen Grundlage der Kriegsschuldlüge aufgebaut. Die Deutschnationalen müssen Verhandlungen auf solcher Grundlage ab I et) ne n. (Rufe links: Warum haben Sie das nicht getan, als Sie in der Regierung faßen?) Damals haben wir solche Verhandlungen nicht geführt. Wir haben uns von der Regierung getrennt, weil wir die L 0 c a r n 0 p 0 l i - t i k nicht mitmachen konnten. Der Redner gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die in dem deutschen Gutachten genannte Summe von 1 6 5 0 Millionen d i e deutsche Leistungsfähigkeit übersteige. Den diesbezüglichen Ausführungen des preußischen Ministerpräsidenten könne er zustimmen. Ablehnen müsse man den von der Linkspresse verkündeten Gedanken, daß nunmehr die Politiker an die Stelle der Sachverständigen treten sollen. Die Verhandlungen der Sachverständigen müssen unabhängig zu Ende geführt werden. Das gegenwärtige Kabinett, so fährt der Redner fort, halten wir weder für geeignet,J)er großen Aufgabe gerecht zu werden, die ihm bei Fortführung der Tri- bulverhandlungen obliegt, noch der Aufgabe, die Finanzen in Ordnung zu bringen. Aus dem Befchluß der sozialdemokratischen Fraktion zum Panzerkreuzer tritt klar und deutlich zutage, wie groß dort der Einfluß jenes Flügels ist, der keine Pflichten gegen das Vaterland kennt und den Landesverrat zum Prinzip erhebt. (Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Der Redner erklärt zum Schluß, daß seine Fraktion das Gehalt des Reichskanzlers nicht bewilligen werde, da er eine Regierung führe, der man weder Bestand noch Handlungsfähigkeit zu- geben könne und die feine Partei auch wegen ihrer politischen Richtlinien mit allen Mitteln bekämpfe. Reichskanzler Mütter erwidert auf die Ausführungen des Vorredners, Graf Westarp habe offenbar vergessen, daß auch die Luthersche Reichsregierung keine echte Koalitionsregierung gewesen sei. (Graf Westarp: Sie hat aber arbeiten könnenl) Sie erinnern besser nicht an die Arbeiten der Regierungen, an denen Sie beteiligt waren. Die letzte ist doch mit ihrer Arbeit zusammengebrochen, und der Reichstag muhte aufgelöst werden. Die jetzige Regierung beschäftigt sich mit einer großen Reihe der wichtigsten Vorlagen. Ich brauche nur an die Strafrechtsreform zu erinnern und dabei der hervorragenden Mitarbeit des früheren Reichsjustizministers Koch-Weser zu gedenken. Das Gerede über die Krise des Parlamentarismus ist müßig. Was wollen Sie (nach rechts) denn an die Stelle des parlamentarischen Systems sehen, das Wilhelm II. im Oktober 1918 an die Stelle des zusammengebrochenen alten Systems gesetzt hat? Verschiedene gesetzgeberische Arbeiten wollen wir noch in Angriff nehmen, wenn die Pariser Reparationsver- konferen; Hal bereits um zwölf Uhr mittags seine erste Sitzung abgehalten. Er seht sich wie folgt zusammen: für Deutschland Dr. Schacht, für Frankreich Moreau, für England Sir Josiah Stomp, für Amerika Owen D. p 0 u n g, für Italien p l - relli, für Belgien Franc! und für Japan M 0 ri. Der Unterausschuß hat beschlossen, die nächste Sitzung am Freitagnachmittag abzuhalten und inzwischen den Entwurf eines Exposes fertig zu stellen, der als Unterlage für die weitere Diskussion dienen soll. Die Abendblätter erklären, daß die Abfassung des Berichts jedenfalls zehn Tage in Anspruch nehmen werde und daß man die Entscheidung über das Schicksal der Konferenz zwischen dem 10. und dem 16.Mai erwarten könne. Handlungen beendet sind. Bei diesen Verhandlungen hat die Reichsregierung immer den Standpunkt eingenommen, daß unsere Sachverständigen vollkommen unabhän- g i g sein sollen. Die Kriegsschuldfrage hat bei diesen Verhandlungen gar keine Rolle gespielt. Die Derhandlungsgrundlage entspricht allerdings nicht der, die wir gewünscht hätten. (Rufe rechts: Das ist die Folge der Kriegsschuldlüge!) Rein, das ist einfach die Folge des verlorenen Krieges. Wir freuen uns, daß trotzdem der deutsche Reichsbankpräsident nicht die Brocken hinwirft, sondern die Verhandlungen bis zum Ende durchführen will. Ob diese Verhandlungen einen positiven Ausgang nehmen oder nicht, die Politiker werden unter allen Umständen noch zu- fammentommen müssen. Graf Westarp hat zwar kein Mißtrauensvotum eingebracht, aber genügend stark betont, daß er dieser Regierung kein Vertrauen schenke. Ich bin ihm dafür dankbar. (Beifall bei den Regierungsparteien.) Ohne weitere Debatte wird der Haushalt nach den Ausschuhvorschlägen bewilligt. Oie pensionsdebaite. Es folgt der Haushalt für Versorgung und Ruhegehälter. Der Ausschuß ersucht in einer Entschließung die Regierung, bis zur Beendigung der Ctatsberatung den Gesetzentwurf über die Ruhegehälter politischer Beamten vorzulegen. Abg. Roßmann (Soz.) betont, von den 1715 Mill, dieses Etats seien nur 105 Mill, für Zivilpensionen bestimmt. Der Rest sei für Kriegsopfer notwendig. Auf ein Sinken dieser Ausgaben sei in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Im Gegenteil könne die Versorgungsgesetzgebung zugunsten der Kriegsopfer noch nicht als abgeschlossen gelten. Abg. v. T r 0 i l 0 (Dn.) erklärt, den Opfern des Krieges müsse der Dank des Vaterlandes durch Taten bewiesen werden. Die bei diesem Etat von den Regierungsparteien beschlossenen Streichungen könnten die Deutschnationalen nicht mitmachen. Vor allem müsse besser für die Kriegerwitwen und -Waisen gesorgt werden. Abg. Drüninghaus (D. V.) erklärt, die Versorgung der Kriegsopfer fei in Deutschland nicht schlechter, als in den Siegerstaaten. Wenn wir ein Drittel der gesamten Reichseinnahmen dafür ausgeben, so ist das eine Summe, die sich immerhin sehen lassen kann. Die Zivilversorgung der ausscheidenden Angehörigen von Reichswehr und Polizei funktioniere leider noch recht schlecht. Vielleicht müsse man durch eine Zwangsvorschrift die Verwaltungen der Sozialversicherung zur Einstellung von Zivilversorgungsberechtigten zwingen. Mit den vielen Entschließungen sei bisher nichts erreicht worden. Die nötige Vorbildung für solche Stellungen könnte den Angehörigen von Armee und Marine schon verschafft werden. Abg. Lucke (WP.) bedauert die hohe Summe der äebergangspensionen für die Dersorgungs- berechtigten. Hier müsse sich durch eine Verbesserung der ^Unterbringung der Anwärter viel Geld ersparen lassen. Die Ausbildung in den militärischen Fachschulen sei so gut, daß die entlassenen Soldaten den Dienst in Gemeinden und öffentlichen Körperschaften vollkommen aussüllen könnten. Bei der gegenwärtigen Finanznot sei eine Kürzung von übermäßig hohen Pensionen eine durchaus berechtigte Forderung. Der Redner begründete eine Entschließung seiner Fraktion, in der die Regierung ersucht wird, bis zum 1. Oktober 1929 ein Pensionsgeseh vorzulegen, das die Pensionen der politischen Beamten, sowie der .Berufsbeamten den schwierigen Zeitverhältnissen und der allgemeinen Rotlage des Volkes entsprechend neu regelt. Insbesondere sind Bestimmungen über die Pensionsverhältnisse der Doppelverdiener zu erlassen. Um 18.45 Uhr wird die Weiterberatung auf Mittwoch 15 Uhr vertagt. Das Projekt der Internationalen Bank. Par!», 23.April. (WTB.) Der „Tenips" glaubt die Aufgaben des Anterausfchuffes wie folgt charakterisieren zu können: Ls handele sich zunächst um das Statut der Bonk für d i e Reparationszahlungen, die beauftragt fein wird, die deutschen Zahlungen auf Reparationskonto entgegenzunehmen, sic zu transferieren und unter die Gläubiger zu verteilen, des weiteren die kommerzialifierungs - Anleihe aufju- legen und ihren Zinsendienst stcherzustellen. Diese Bank wird außerdem den Ländern Kredite eröffnen, in sämtlichen Ländern einschließlich Deutschland Gelder anlegen, die Entwicklung des Handels, der Industrie und der Landwirtschaft ördern und infolgedessen die wirtschaftlichen Bedingungen verbessern. Es handele sich auch um die Unterteilung der deutschen Annuitäten in zwei Teile, von denen der eine ungeschützt kommerzialisiert werden könne, während der andere eine Transser- oder Moratoriumsklausel weiterhin genießen würde. Der Nachfolger Lord NevelstokeS. Paris, 23.April. (WB.) Die Reparationskom- Mission gibt offiziell bekannt, daß Sir Charles Addis von der englischen Regierung an Stelle des verstorbenen Lord Revel st oke zum Mitglied des Sachverständigenausschusses ernannt worden ist. Französische preffekommentare Paris, 24. April. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenblätter billigen mit wenigen Ausnahmen den gestrigen Beschluß der Reparationskonferenz, weil er die notwendige Zeit zu einem nochmaligen Versuch, eine Verständigung herbeizuführen, gewähre. Der „Matin" schreibt: Wenn Dr. Schacht auch, falls ihm an einem Erfolg liegt, sehr weitgehendes Entgegenkommen z i..en muh, so können die anderen ihm doch dabei helfen, und es wird immer wahrscheinlicher, daß sie das nur können, wenn sie die Mittel suchen, um die Hilfsquellen mit Hilfe der Tätigkeit der Internationalen Bant zu mehren, und wenn sie in zweiter Linie, wenn sie auch die Mobilisierung von 13 Milliarden Mark für die Reparationen fordern müssen, zu jeder Regelung des Annuitätenteiles, der für die Schulden in Frage kommt, bereit sein müssen, unter der einzigen Bedingung, daß die Gablungen an Amerika nicht ihr eigenes Budget belasten. „Oeuvre" erklärt: Die Konferenz wird also fortgesetzt, nicht ohne — eine allerdings schwache — Hoffnung auf eine Annäherung zwischen der deutschen These und der der Alliierten. Leon Blum schreibt im „Populairc": Selbst wenn in 14 Tagen keine Verständigung erzielt werden sollte, selbst wenn die Konferenz auseinandergeht, ohne ihre Aufgabe erfüllt zu haben, würde niemand das Recht haben, zu verzweifeln. Die Initiative würde alsdann von den Sachverständigen auf die Regierungen und besonders auf die amerikanische Regierung übergehen. Riemand, der unterrichtet ist und klar denkt, hat sich einbilden können, daß die Arbeiten der Konferenz ohne gleichzeitige Konzessionen der Deutschen, der Alliierten und der Vereinigten Staaten Erfolg haben würden. An dem Tage, an dem die direkte Verständigung zwischen Deutschland und den Alliierten sich als unmöglich erweist, muß man hoffen, daß die Vereinigten Staaten die Pflicht begreifen, die ihnen ihre wirtschaftliche Souveränität und die europäischen Rotwendigkeiten auferlegen. „Journal" schreibt: Bei Wiederaufnahme der Vorbereitung der Internationalen Bank werden die Sachverständigen feststellen, daß diese Bank auch mit deutschen Zahlen operieren soll. Wie kommt man heute dazu, die deutschen Zahlungen herabzusehen, den Ruhen der Bank aber erhöhen zu wollen? All das ist nicht ernsthaft. In Wahrheit besteht nur eine einzige Aussicht zu einem Abschluß zu gelangen, nämlich innerhalb von 10 Sagen den Deutschen die Rotwendigkeit begreiflich zu machen, daß sie die Grundlagen des Memorandums der Gläubiger annehmen müssen, so daß alsdann nur noch die Modalitäten der Ausführung zu prüfen wären. Das ist der feststehende Beschluß der Gläubigermächte und insbesondere Frankreichs und Belgiens. Es gibt keinen anderen Ausweg. Das „Echo de Paris" schreibt: Rormaler Weise hätte die Reparationskonferenz die Der- öffentl ichung der vorliegenden drei Memoranden beschließen und in einem Annex die Entscheidungen, die getroffen wurden, veröffentlichen müssen. Einige Tage würden genügt haben, um diese Aufgabe durchzuführen. Das war auch die Ansicht der vernünftigen Sachverständigen. Aber es hat fich eine Mehrheit für eine ganz andere Meinung gefunden, um eine Seifenblase mit der edlen Bezeichnung „Laterne" zu schmücken. Während man übrigens in den letzten Tagen wiedechvlt lesen konnte, daß nach der Bericht- Deuischnaü'onaler Vorstoß gegen das Reichskabinett Müller. Pensionsdebatte im Reichstag. 9er KoloMgedanke in Schachts Memorandum As do Graf Zeppelin" ans der West-Mtelmeersahrl // heilt i $tn|l »Gras Zeppelin" passierte um 13.50 Uhr fton- slanz in Richtung Basel, wo er um 14.55 Uhr erschien und prachtvoll sichtbar war. Um 16.50 Uhr überflog das Luftschiff die französische Stadt L h a - lons-sur-Saüne, von wo es wegen des immer noch unfreundlichen Wetters im Mittelmeer Kurs über Viscaya—Lissabon nehmen wollte. Um 21 Uhr war es über Bordeaux, von wo es westlich in Richtung auf Kap Finisterre flog. Das Wetter ist dort schön, Heller Mondschein lag aus der leicht bewegten See. Um 22.55 Uhr befand sich das Luftschif Seine sechs Maschinen entwickeln 90 000 Pferde- rräfte und verleihen ihm eine Geschwindigkeit von 33 Knoten. Seine Bestückung besteht aus acht Geschützen von 203 Millimeter, vier Dreh- türmen. 16 Luftangriff-Abwehrgeschützen, sechs Torpedolanzierrohren und zwei Flugzeugen, die mittels Katapults abgelassen werden. Die Besatzung wird bestehen aus 30 Offizieren und 575 Mann. I A°*eld Friedrichshafen, 23. April. (WTB. Drahtbericht.) Nachdem das unfreundliche und regnerische Weller im westlichen Mittelmeer sich zu bessern begonnen hat, hat der „Graf Zeppelin" heule mittag 12.32 Uhr unter Führung von Dr. Eckener seine Wesk-Mitkelmeerfahrt angetreten. Der Ausstieg erfolgte bei bedecktem Himmel und kühlem Wetter. Das Luftschiff erhob sich schnell und verlieh Friedrichshafen in west- lic^f Richtung. Heber die genaue Fahrtroute ist nichts bekannt. Die Schiffsleitung hat sich vorbehalten, ihre Entscheidungen erst unterwegs zu treffen. nördlich von Bilbao mit Kurs auf Kap O r l e g a l. Das Wetter ist weiterhin schön, die See leicht bewegt. Lieber La Coruna. An Bord des „GrafZeppeli n", 24. April. 3.45 Uhr früh. Funkspruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" überflog um 3 Uhr früh £a (£o- r u n a. Das Wetter ist nach einigen Regenschauern fehl wieder klar und ruhig. Nugzeugbegleiiung für den,(Straf Zeppelin" über Le Lreusoi. Paris, 23.April (WTB.) wie aus Lyon ge- meldet wird, wurde das Luftschiff „Graf Zeppelin" von L e L r e u s o k um 5.15 Uhr o o n d r e i F lu g- zeugen geleitet. Querab von Porto. S t u t l g a r t, 24. April. (9.20 Uhr vormittag«. DTB. Funkspruch.) Der Luftschiffbau Fried- richshafen hat von Bord des „Graf Zeppelinfolgendes Telegramm erhalten: „Querab von Porto. Wetter kla r." Aus aller Welt. Untergang eines japanischen Dampfers. 112 Passagiere ertrunken. Tokio, 23. April. (WTB.) 3n der vergangenen Rocht flieh der j a p a n i s ch e D a m p f e r „T o y o- k u n i M a r u" in der Nähe von Cap Crino (im Süden der Insel Hokkaido) im S ch n e e st u r m auf einen Felsen und sank bald darauf. Zwei in der Nähe befindliche Dampfer retteten 97 Passagiere, während die übrigen 112 wahrschein- li ch um gekommen sind. Die Nachforschungen, die durch Kriegsschiffe an der Unglücksslclle vorge- nummen werden, sind bisher ergebnislos gewesen. Die Passagiere waren zum gröhten Teil Fischer, die sich nach Kamtschatka begeben wollten. Ehrung des preuhischen Kultusministers. Drei ungarische Universitäten haben beschlossen, den preuhischen Kultusminister Dr Becker in Anerkennung seiner Verdienste um die sörderung und Vertiefung der deutsch-ungarischen kulturellen Beziehungen zum Ehren- d o k t o r zu ernennen. Die Szegediner Uni- versltat promoviert Dr Becker zum Ehrendoktor der politischen Wissenschaften, die Pest er llni- versltat zum Ehrendoktor der Philosophie und die Debrecziner Universität zum Ehrendoktor der reformierten Theologie. Der Reichsverweser hat auf Vorschlag des Kultusministers Grat Klebelsberg der Promotion zugestimmt. Eröffnung der Ausstellung „Gas und Wasser". Dor einem Parkett von mehr als 2000 Ghren- gü'ten gus arten Kreisen des öffentlichen Lebens e^olgte die Eröffnung der Deutschen Ausstellung Gas und Wasser" Berlin 1929 in den Ausstel- lungshallen am Kaiserdamm. Wagnerklänge leiteten die Feier der großen Schau ein. Als erster Aedner begrüßte namens der Stadt Berlin Ober- bürgermeister B ö ß die Vertreter von Deich, Gtaat und Stadt, insbesondere die Vertreter zahlreicher anderer deutscher Kommunen, der Stadt Wien, der Freien Stadt Danzig, die Ver- erstattung der deutschen Delegierten Dr. S cha ch t und Dr. Vogler an die Reichsregierung nur noch die Fiktion der Unabhängigkeit der Sachverständigen bestehe, glaubt nun die „Ere Novell e", heute der Reichsregierung Vorwürfe machen zu müssen, daß sie nicht in die Befugnisse der unabhängigen Sachverständigen eingegriffen hat. England und die interalliierten Gchulden. London, 23. April. (WB.) Im Unterhaus erklärte Churchill auf eine Anfrage, daß für die englischen Kriegsschulden bisher 246 Millionen Pfund Sterling an die Vereinigten Staaten gezahll wurden. Großbritannien habe bisher 33 Millionen von seinen alliierten Schuldnern erhalten. Essen beim Prinzen von Wales London, 24. April. (WTB. Funkspruch.) Der Prinz von Wales gab gestern abend im St. Iamespalast ein Essen, zu dem u. a. der deutsche Botschafter Dr. S t h a m e r und Gattin, der vormalige amerikanische Staatssekretär Kellogg und Gattin und Lord d'Abernon geladen waren. Die Abrüsiungskomödie in Genf. Genf, 23. April. (WTB.) Die Entscheidung in der Frage des Verbotes des chemischen und bakteriologischen Krieges ist im Vorbereitungsausschuh für die A b - rüstungskonferenz auch heute vormittag noch nicht gefallen. Der Standpunkt Deutschlands wurd? vom C ra en Bernstorfs wieder eingehend erläutert. 'Abermals betonte er die Bereitschaft der deutschen Reichsregierung, in der Frage des Verbotes chemischer und bakteriologischer Kampfmittel so weit zu gehen, wie nur irgend möglich, einschließlich des Verbotes der Vorbereitung solcher Kampfmittel. Es wäre, so führte er hierzu aus, unvereinbar mit Treu und Glauben, wenn ein Staat sich zwar verpflichte, im Kriege keine chemischen Kampfmittel anzuwenden, diese aber im Frieden vorbereite. Der Vorbereitungsausschuß für die Abrüstungskonferenz hat entgegen der bisherigen Tradition auch gestern nachmittag wieder unter Ausschluß der Dessen t l i ch k e i t getagt. Dieser Umstand veranlaßte den Verband der Völkerbundsjournal i ft e n , hiergegen beim Präsidenten Loudon schriftlich Einspruch zu erheben. Sn dem Einspruchsschreiben wird insbesondere auf die nachteiligen Wirkungen auf die öffentliche Meinung hingewiesen, wenn gerade die Beratung über das Verbot des chemischen und bakteriologischen Krieges, dessen mögliche Schrecken die Oeffentlichkeit ohnehin beunruhigten, auch weiterhin hinterverschlossenenTüren erfolge. Severins über den Einheitsstaat. Berlin, 23. April. (WTB.) Sm Plenarsaal des Reichswirtschaftsrats sprach heute nachmittag Reichsinnenminister Severing auf Einladung des Vereins Berliner Kaufleute und Sndustrieller über das Thema „Deutscher Einheitsstaat, feine .weltpolitische und weltwirtschaftliche Rotwendig- keit und die Wege zu seiner Verwirklichung. Der Minister warnte zunächst davor, Sparsam- keitsmaßnohmen zu ergreifen, die in Wirklichkeit keine sind. Die Verwirklichung des Einheitsstaates würde aber eine beträchtliche Verbilligung des verwal- tungsapparates bedeuten. Der deutsche Staatsbürger von 1929, der schwer an Reparationslasten zu tragen habe, dürfe unter den enormen Kosten eines Verwaltungsapparates, wie er noch heute in kleinen und kleinsten Ländchen des Deutschen Reiches besteht, nicht leiden. Sn der Hauptsache käme es darauf an, den Rorden und den Süden, Bayern, Württemberg, Baden und Preußen zusammenzu- bringen. Das sei außerordentlich schwer, zumal Bayern in erster Linie aus Gründen der Stammeseigenart dem Gedanken erheblichen Widerstand entgegensetze Das sei töricht, denn die Bayern hätten auch ihre Stammeseigenart noch immer und würden sie auch weiterhin bewahren. Der Minister schilderte dann die Schwierigkeiten der Verwirklichung des Gin- heitsgedankens. Von einer Länderkonferenz sei nicht allzuviel zu erhoffen. Ein Volksentscheid könnte nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn der Einheitsstaat so plastisch herausgestellt werden könnte, daß ihn auch der primitivste Wähler begriffe. Das Eigenleben der Länder lasse sich wegen der Reparationslasten durchaus nicht mehr aufrecht erhalten, auch wenn heute einzelne Länder Noch so verzweifelt um ihre Selbständigkeit kämpften, die sie in Wirklichkeit gar nicht mehr besitzen. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 24. April. Das Memorandum Dr. Schachts für die Pariser Reparationskonferenz, dessen Snhalt im ganzen und in einigen besonderen Teilen zunächst in Paris einen solchen Entrüstungssturm hervorgerufen hatte, liegt nun vor. Es wird auch von einem Teil der deutschen Linkspresse beanstandet, weil man in der Bezugnahme auf den Verlust der deutschen Kolonien in) die Abschnürung Ostpreußens durch oen Korridor politische Erwägungen erblickt, die an sich nicht zur Sachverständigenaufgabe gehört hätten. Das ist freilich eine Ansicht, die sich ohne genaue Kenntnis von dem Verlauf der fast dreimonatigen Verhandlungen und von dem Maß, in dem auch von den Sachverständigen der übrigen Mächte ersichtlich doch Politik getrieben worden ist, nicht rechtfertigen läßt; denn schließlich steht das ganze Reparationsproblem so stark unter dem Druck politischer Erwägungen und Interessen, daß es sophistisch wäre und ein Kleben am Buchstaben bedeutete, wenn man es gleichsam im luftleeren Raum und ohne Bezugnahme auf die politischen Grundbedingungen behandeln wollte. Dies vorausgeschickt, kann man aber auch den springenden Punkt bei den „politischen" Ausführungen des deutschen Memorandums nur dann richtig verstehen, wenn man die seit Sahr und Tag öfters auch in der Oeffentlichkeit vertretenen Ansichten des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht zur Kolonialfrage kennt. Denn dann ergibt sich ohne weiteres die eminent wirtschaftliche Bedeutung dieser Bezugnahme auf den einen Punkt der beiden Motivierungen für die Begrenztheit der deutschen Leistungsfähigkeit. Der zweite, das Problem Ostpreußen, ist uns als wirtschaftlich-finan- zielles wahrhaftig geläufig genug, um ohne weiteres aus dieser Diskussion ausscheiden zu können. Das Memorandum hat ausgeführt, daß die deutsche Wirtschaftskraft besonders geschwächt worden sei durch die Notwendigkeit, in weit höherem Grade als andere europäische Blätter Rohstoffe aus dem Ausland einzuführen. Es hat » vorüber, gelangt, c vom zu Jas er plan, Knospen. aber es l Phantasie und zu sp lachendes einher. $ ihre neue! Z-rauen t» penn nun Männer K lvordcncn überschlage Schneider im übrige nen zaghi viel Noti tem Dcc übergegai weil mar ginnt, di vielleicht vieles ne kaum niet die Srleb auffprießc scheinen, c über den sich im ® Eben dc grniehen und des nicht fern beachten wenn di Grün vo statt arm pich vor dessen, ir druck er! sicher, das sür uns i Das! AmerikanischeGranaten gegen ein Kohlenschiff. Neuhaven (Pennsylvania), 23. April. (WB.) Meuter. Nach einer Mitteilung des Kapitäns des Kohlendampfe rs „T a d S o n e s" gab das Kü st enwach schiff „Seneca", das den Dampfer für ein Alkoholschmuggelschiff hielt, als Tad Sones' am 20. April 50 Meilen von der Küste von Neuyerseh entfernt war, Sirenensignale und beschoß darauf das Vorderschiff des Kohlendampfers. Zwei Offiziere des Küstenwachschif- es stiegen bann an Bord des Dampfers und sollen dessen Deckoffiziere mehrfach beschimpft Habern Der Präsident der Dampfergesellschaft, der Tad ooned“ gehört, hat erklärt, er werde in Washington Protest einlegen. Der endgültige Neichswirtschastsrat. . De r! in, 24. April. (Priv.°Tel.) Gestern hat im Reichstag unter Vorsitz des Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius eine Besprechung mit den Fachreferenten der Regierungsfraktionen über die Gestaltung des Gesetzentwurfes über den endgültigen Reichswirtschaf tsrat stattgefunden. Die Besprechung hatte das Ziel, eine Verständigung der Regierungsparteien untereinander über die Art der Zusammensetzung des Reichswirtschaftsrats her- beizuführen, wobei auch die Tendenz bemerkbar war, den Vorschlägen des vorläufigen Reichs- Wirtschaftsrats selbst in weitem Umfang Rechnung zu tragen. Die Fraktionen werden sich am Donnerstag mit dem Gesetzentwurf und dem Ergebnis der gestrigen Beratungen beschäftigen. Bemerkenswert ist, daß auch andereParteien, außer den Regierungsparteien, dem Gesetzentwurf zustimmen müssen, das als verfas- sunasänderndes Gesetz eine Zweidrittelmehrheit zur Annahme verlangt. Stapellauf des Kreuzers „W- $ aJ 7 • 23. April. (WTB, Morgen wird in ? • ?aaaUI tarnen „Foch" getaufte neue 1 0 0 0 0 Ton ne n - Kreuzer der IF u 3 v f l s ch e n Kriegsmarine, der Sorte, vom Stapel laufen. Ermißt 185 Meter in der Lange. 19.20 Meter in der CÖrcite und hat einen Tiefgang von 6,30 Meter. darauf hingewiesen, daß eine Verbesserung der Handels- und Zahlungsbilanz, also der Voraussetzungen für die Reparationsleistung und das Funktionieren des Dawesplans zu erzielen wäre, wenn man Deutschland wieder in die Lage verseht, sich ohne Verschuldung im Ausland i n Heb erf ee eine eigene Rohstoff re- ser v e zu schaffen und sie mit Hilfe seiner besonderen Produktionsmittel, seiner eigenen Währung — hier hört man den Reichsbankpräsidenten sprechen! — und unter seiner eigenen Verantwortung zu entwickeln. Das ist sein alter Lieblings- geöanle; und er hat nicht das geringste mit einer Rückübertragung der ehemals deutschen Kolonien zu tun. Vielmehr handelt es sich dabei um den Gedanken, etwa nach Analogie der Chartere!) Companies, die England und Holland ihre Kolonialreiche vor 100 bis 200 Sahren aufgeschlos. sen haben, im Zusammenwirken und in finanzieller Gemeinschaft mit den großen Kolonialmächten ein oder mehrere ausreichend große und ertragfähige afrikanische Kolonialgebiete unbeschadet der fremden hoheitsrechte durch deutsche Arbeit zu entwickeln. Das ist so gedacht, daß eines der vielen rohstoffhaltigen, Kopra, Kautschuk, Sisal, Kaffee, Tabak usw. liefernden bisher vielfach unerschlossenen Kolonialgebiete einer finanziell international aufgezogenen, aber technisch möglichst vollkommen in deutschen Händen befindlichen Gesellschaft durch eine besondere Charter gewissermaßen in Erbpacht gegeben werden soll, und daß innerhalb dieses großen Gebiets mit deutscher oder besonderer, von Deutschland ausgegebener Währung und nach deutschen Snteressen gewirtschaftet werden soll. Das ist ein durchaus gesunder Gedanke, der mit Politik nur sehr entfernt zu tun hat und jedenfalls keine Vorwürfe rechtfertigt, wie sie aus diesem Anlaß erhoben wurden. Denn schließlich ist die Frage, wie man den deutschen G i n f u h r b e d a r s und damit die deutsche Devisenausfuhr beschränkt, eines der Kernprobleme der ganzen Erörterungen über die deutsche Zahlungsfähigkeit und die Möglichkeit zu dauernden Reparationsleistungen. ien geben die Temperatur an Pie Linien verbinden Orte mit gieicne» auf Meeresniveau umgereehneten LulldrucK Wettervoraussage. Da- Wetterkartenbild zeigt hinsichtlich der Luft- druckverteilung nur wenig Aenderung. Der hohe Luftdruck lagert weiter im Westen und Nordwesten und das Druckfallgebiet über Skandinavien. Die Störung flacht sich zwar langsam ab, läßt es aber immer noch zum Zusließen kühler Luftmassen kommen. Das Wetter bleibt infolgedessen immer noch kühl, und die Temperaturen gehen nachts vielfach bis unter Null Grad zurück.' Gelegentlich leichte Regen- oder Schneefchauer sind dabei nicht ausgeschlossen. Wettervoraussage für Donnerstag: Ammer noch kühles, wechselnd wolkiges Wetter mit Neigung zu vereinzelten Schauern, nachts Tempera- turen vielfach unter Null Grad. Wettervoraussage für Freitag: Teils molkig, teils aufheiternd, Temperaturen nachts weiterhin etwas unter Null Grad, tagsüber mild, meist trocken. ' Lufttemperaturen am 23. April: morgens 10 Grad Celsius, abends 5,4 Grad: am 24. April: morgens 3/3 ^rad Maximum 10,9 Grad, Minimum —1,8 ®ra„-• — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2^ April: abends 9,4 Grad: am 24. April: morgens 4,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5H stunden. rungen in Hessen zusammenzustellen und demnächst dem Ausschuß oder dem Plenum mit Begründung und dem jeweiligen Ergebnis der Verhandlungen mit der Reichsbahn vorzulegen. Ein sozialdemokratischer Antrag wegen der Verkehrsverhältnisse im Bahnhof Friedberg wurde durch die Annahme eines Antrages Reuter (Soz.) für erledigt erklärt, in dem die Regierung ersucht wird, in Anbetracht der dringenden Notwendigkeit einer zweiten Treppe bei der Unterführung auf dem Bahnhof Friedberg mit der Reichsbahndirektion Frank- furt a. M. sich in Verbindung zu setzen. petitionsausschuß des Hessischen Landtags. WHP. Darmstadt, 23. April. Der P e - Ausschuß des Hessischen Landtags erledigte in seiner heutigen Nachmittagssihung zunächst eine Reihe von Eingaben, die meist entsprechend der Antwort der Regierung für erledigt erklärt wurden. — Eine Eingabe der Brauerei Steinhäuser Windecken A.-G.. Friedberg, wegen Vergebung der Bierliefe- run^en für die Kantine der Bereitschaftspolizei in srieoberg wurde der Regierung zur nochmaligen Untersuchung zurückgegeben. Eine Eingabe des Hessischen Diplom- Handelslehrervereins, in der die Ver- leihung der Amtsbezeichnung Studienrat bzw. Handeisstudienrat an die Diplomhandelslehrer L-CJauf™nni^n Berufsschulen verlangt wird, wird mit 5 gegen 3 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. ©in kommunistischer Antrag wegen der rniß- 3 u g V e r b in b u n g e n auf der b«.r hnrr ® 5uI oa wurde auf Grund der vorliegenden Antwort der Reichsbahndirek- di^ R-A- Cr eö‘9t fcrJIatL. ~ Gleichzeitig wurde &nrU^.9- ^ucht. eine Aufstellung der in OTnuS*1 v>-ajlrcn^,n9crei^ten und behan- Dclten Anträge über D e r k e h r s v e r b e s s e- treter von Wissenschaft und Wirtschaft des und Wasserfaches, der Arbeitgeber- und Qlrbetfc nehmerorganisationen und der zahlreichen Mitarbeiter der großen Schau. Staatssekretär Dr. Trendelenburg eröffnete dann die Ausstellung im Namen der Reichsregierung. Dr. Trendelenburg erkannte an, daß unter sachverständiger Leitung die größte technische Gas- und Wasser- fachausstellung entstanden sei, die jemals abge- halten worden ist. Die Art der Durchführung des Zieles, das Wissen über ein höchst bedeutsames Gebiet der Wirtschaft zu erweitern, sei mustergültig. Die Ausstellung hebe das Ansehen der vaterländischen Sndustrie. Sie bedeute „einen Fortschritt für die Ausstellungspläne der "vtadt Berlin, die systematisch den Ausbau von Fachausstellungen im Gegensatz zu Ausstellungen allgemeinen Art" förbere. Aus der Notwendigkeit, neue Absatzauellen für die deutsche Wirtschaft zu suchen, sei das Wer^ entstanden, .Spchenleistungen zeige, wie sie bisher auf technischen Fachausstellungen noch niemals gezeigt worden sind. Ein Lastauto unter einem Eisenbahnzuge. Nach einer Mitteilung der Reichsbahndirektion Erfurt wurde gestern abend gegen 10 Uhr auf i!™ mit Schranken versehenen Bahnübergang ^^tejiborn und Osterhagen an der Nordhausen ein mit Papier- läden beladenes Lastauto eines Kaliwerkes von einem Guterzug erfaßt und zertrümmert. Der Kraftwagenführer Senft aus Seesen wurde ae- totet. She Ursache des Unfalls ist noch nicht aufgeklärt. Nach Berichten von anderer Seite soll der Schrankenwärter versäumt haben, die Schranken rechtzeitig zu schließen. Zwei neue englische Ozeanriesen in Vorbereitung. .Daily Telegraph" meldet, daß die Sngenteure der Eunard Line gegenwärtig damit beschäftigt seien, Pläne für zwei Ozeandampfer aufzustellen, die zum mindesten eine Verdrängung von 75 000 Tonnen haben sollen. Es werde erwartet, daß diese Schiffe allen anderen Ozeandampfern an - Schnelligkeit überlegen fein würden. Zwei Pockenfälle in Frankreich. Tie Pariser Akademie für Medizin wurde gestern durch einen Bericht der Pariser Polizeipräfektur davon in Kenntnis gesetzt, daß ein Pockenfall in Paris festgestellt worden fei. ES soll sich um eine aus Bombay kommende Reisende handeln. Sn Marseille sind bei einem Reisenden ebenfalls Pocken festgeftertt worden. Große Unterschlagungen bei einem französischen Flnanzinstitut. Der Direktor und zwei Angestellte einer Filiale der Soci6t6 generale du crSdit industriel et commetcial in Paris sind wegen Unterschlagung von 10 Millionen Franks Kundengelder, die sie zu eigenen Spekulationen an der Börse benutzten, verhaftet worden. Studentenschlacht in Lemberg. In einem Restaurant in Lemberg kam es gestern zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Mitgliedern zweier studentischer Verbin- d u n g e n , die mit Säbeln und Rapieren auf einander losgingen. 36 Studenten wurden verwundet, darunter 17 schwer. Eisenbahnunglück in Sibirien. Bei einem Eisenbahnunglück auf der Strecke Ir- kutsk —Tschita wurden sechs Personen getötet und neun schwer verletzt. Die Katastrophe war dadurch verursacht worden, daß Erdmassen infolge eines lokalen Erdbebens auf die Schienen gestürzt waren. Oie Wetterlage. I Sd> I Kurhai iS. Dr richt- 1 ein Urte durch tot toegen r. Sreifieiti Jahre Olm 11 A Unter; Mgsord Selon- ut vachdeckei umbau i «runöftüd Ergeben q Wnun Sjta« 8i ‘"i" "ffen. geböte fe int 33 .riV-sK" LOt 4Z iberded Mayej 5 Ha- lordoyan. Tankt O Kö5t-=- M. o 0 Vat A5jSx Dienstaa, d.23.flpril1929.7n flfrds. Owolkenlos. Qneuer, onaib bedeckt.» wolkig, o bedeck! «Regen, * Schnee aOraupein. e nebei X GcwiUec(g)Wind$tilie.O-. sehr leicnier Osi massiger Südsüdwest sturmiscner nordwesi Oie Pfeile fliegen mit dem Winde Pie beiden Stationen stenemien 7^n» Oertn 6 -*•: rftdr-^ und-ZK SjSfc StzS ^als N. bedeut. Ä'L^ « der D. f deutsch, mcmalg t6°6tyu6t Ar auf Übergang «n an bet ut Papier. Werkes von Wext. Der J toutbe lt. »tan Britt 1 Men, die orbttdhmg. e Ingenieur» ü beschästig! 1 von 75 000 wartet, bah Wern an ich- ' wurde ge» !er it duh ein ten W. S- tmenbe Lei- b bei einem Ht tvvrden. ranzöfischen einet Aliale mbuftriel d nterschlogung elber, bit fit rfe benutzten, 9- im es gittern tofj zwischen t Serbin« ieren auf ei» mürben Deren. ■ Strecke 3r- joncn getötet pbe mar ha- infolge eines Ach waren. 5^ 'S-«' we** , 5une»af l» Kl J»*g “fft «kr nid)« ».’S** Kitt r(|t;L ®tv re« 5 n'tiP iber rmu’- 10 Grad ü'f‘ JJP* 5 /. Jr-f* Ä 6 ■ 6$ J • B uH ImbehIeur-Schule \ Maschinenbau Elektra- \ tecnaikjlocb-iLTiefbae, । TOnlnODStrla. 6e!r *ae«i. Wertmiisler-Aauneeee«. Sta^K»tia».Lot>fpianefraL 5*große Erfolg^^^^H ^^^unseres Sonderverkaufs zeit i^WKn^| Schlafzimmer ^Wohnzimmer und Küchen^ hat uns gezeigt, daß wir die richtigen Modelle für ein behagliches Helm getroffen haben / Billigste Preise, beste Qualität bequemste Teilzahlung, auf Wunsch auch OHNE ANZAHLUNG! HAUSRAT O. m. b. H. Lindenplatz geboren. Bornotizen. Badet Euch Befund in BacFSelters (Oberheifen) Stück Fichten Kiefern Lärchen 2b« Abschnitte und Langholz J. B. Häuser, Gießen, Am Oswaidsgarten 17 127 73 46 104 21 5 2,39 fm 3,73 „ 12,35 „ 3,71 „ 2,98 „ 0,39 „ 0,55 „ 4,83 „ 2,98 „ Hunderte von Hausfrauen haben schon die besten Erfahrungen mit ihmgemacht, er wird auch Ihnen gefallen Ein Roeder ist universell, Sie können auf ihm backen, braten und kochen was Sie wollen, dabei ist er praktisch und einfach in seiner Einrichtung und außerordentlich billig la-ÄL 1b« „ 2a/ „ 2b- „ 3a- „ 3b- „ 4a« „ 4b- „ 1b- „ 2a- „ 2b- „ 3a- „ 3b- „ innerlich, zusammen mit einem Komplizen, der zu der gleichen Strafe verurteilt wurde, in Frankfurt a. M. in später Abendstunde den Führer eines Taxameters zu einer Nachtfahrt nach Dad- Nauheim gedungen. Unterwegs wurde _ der Chauffeur überwältigt, an Händen und Füßen gefesselt und unter fortgesetzter Bedrohung bei dem Orte Steinfurth in ein Wäldchen geschleppt. wo die Banditen ihm den Kopf mit Gips- und Mullbinden derart umwickelten, daß nur die Nasenlöcher frei blieben und der lieber- fallene sich nicht rühren konnte. Die Räuber hatten die Absicht, mit dem Auto nach Gießen zu fahren, wo sie eine „große Sache" vor hatten. Sie kamen aber mit dem Auto nicht weit von dem Dorfe Steinfurth fort, bastelten am Motor herum, so daß sie der überfallene Chauffeur, der glücklicherweise die Hände sreibckommen und mit seinem Taschenmesser seine Fesseln durchschnitten hatte, noch beobachten konnte. Er lief nach dem Dorfe Steinfurth, wo er die Polizei alarmierte. In Bad°Nauheim glückte es dann, die Verbrecher festzunehmen. Ein ganzes Arsenal von Pistolen und Revolvern, Schlägenx, Stricken, Binden und ein Gipsvorrat konnte ihnen abgenommen werden. (1 D 112'29. — Urt. d. Reichsgerichts v. 23. April 1929.) Talen für Donnerstag, 25. April. Sonnenaufgang 4.45 Uhr, Sonnenuntergang 19.12 Uhr. — Mondaufgang 21.13 Uhr, Monduntergang 5.24 Uhr. „ „ . 1595: der italienische Dichter Torquato Tasso m Rom gestorben: — 1599: der Staatsmann Oliver Cromwell in Huntington geboren; — 1874: der Physiker Guilelmo Marconi in Griffone bei Bologna Fichten 3a-Kl. „ 3b« „ „ 4a. „ „ 4b- „ „ 5. „ Kiefern 2a- „ „ 2b- „ „ 3a. „ „ 3b- „ Em „Reeder "Herd hat sich hewüh Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Climbach liegt von Donnerstag, den 25. April 1929, bis Mittwoch, den 1. Mai 1929, auf der Bürgermeisterei offen. 3687D Während dieser Zeit können Einwendungen vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Climbach, den 23. April 1929. Bürgermeisterei Climbach. W i ß n e r. Holzsubmission. Dienstag, den 30. April 1929, vormittags 10^ Uhr, werden aus den Waldungen der Stadt Allendorf a. d. £ba. nachstehende Holzsortimente aus Försterei II im Submissionswege vergeben. 3697D Langholz (Güteklasse N). ! - 3,04 fm - 40,18 „ - 44,62 „ - 44,37 „ = 146,10 „ - 42,15 „ - 13,92 „ - 4,15 „ - 8,82 „ - 63,82 „ = 70,94 „ - 6,25 „ - 1,15 „ - 1,19 „ (Güteklasse F)- Der vom Gemeinderat beratene und ge- nehmigte Voranschlag der Gemeinde Steinbad) liegt vom 25. d. M. ab acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei offen, und können Einwendungen während dieser Zeit dortselbst gellend aemacht werden. Es wird eine Umlage erhoben, wozu auch die Aus- märker beizutragen haben. Steinbach, am 23. April 1929. Hessische Bürgermeisterei. Krämer. — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fräulein Else". — 2lsto- ria-Lichtspiele: „Die Mitternachtstaxe". — vtadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die heutige Erstaufführung von „Katharina Knie" beginnt um 20 Uhr. — Am Freitag. 26. April, wird zum letztenmal „Thomas Paine" gegeben. (Spielleitung Intendant Dr. Prasch.) — Für Sonntag. 28. April, ist als Fremdenvorstellung „Katharina Knie" angesetzt. — Rudolf GoU. der sich nach 24iähriger Tätigkeit am Gießener Stadttheater und nach 40jähriger Bühnentätigkeit verabschiedet, hat als Jubiläums- und Abschiedsvorstellung „Großstadtluft" gewählt. Diese Abschieds-Fest-Vorstellung findet am Montag, 29. April, statt. Die Vorstellung geht außer Abonnement zu gewöhnlichen Preisen. Am 2. Mai ist der vierte Tag des Kammerspielzhklus (zusammen mit dem Goethebund). Anna Bahr- Mildenburg. Kammersängerin und Akademie- Professor, München, wird ihren Abend „Schauspiel in der Oper" geben. Am Dienstag. 30. April, zum letztenmal: „Dame Kobold". Mittwoch, 1. Mai. letztes Gastspiel des Neuen Ope- retten-Theaters Frankfurt „Die Herzogin von Chicago". ** Zum Schutze der Jagd macht das Kreis- amt Gießen im neuesten Amtsverkündigungsblatt wiederholt darauf aufmerksam, daß nach den Bestimmungen des hessischen Jagdstrafgesetzes der- jenige sich strafbar macht, der einen Hund im fremden Jagdgebiet bei sich hat und diesen außerhalb der erlaubten Verbindungswege über hundert Schritte 3 Stück = 4 „ = 10 „ = 3 „ = 1 •> - 1 „ = 1 „ - 6 „ - 3 „ - Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Oueck- born für Rj. 1929 liegt vom 24. April eine Woche auf der Bürgermeisterei offen. Ein- Wendungen dagegen können schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. 3699D Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Queckborn, den 22. April 1929. Hessische Bürgermeisterei. Albert. Arbeitsvergebung. Unter Zugrundelegung der Reichsverdin- aungsordnung sollen die Crd-, Maurer-, Beton- und Abbrucharbetten, Zimmer- und Vachdeckerarbeiten für Erweiterung und Umbau des Lagergebäudes auf dem Grundstück der Handels- und Gewerbebank G. m.b. H-, Gießen, Goethestrahe Nr. 7, vergeben werden. Zeichnungen und Bebmgungen he^n auf dem Bureau des unterzeichneten Archr- fetten offen. 3685D Angebote auf Vordruck sind bis zum Eröffnungstermin am 6. Mai, vormittags 10 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 24. April 1929. Ernst Schmidt, Architekt B. D. A. Gießen, Bismarckstraße 38. digt worden, zur Deckung und zum Ausgleich deS Haushaltsplanes Erhöhungen der Grund- und Gewerbesteuer vorzunehmen. Es wird nun beantragt. eine vorläufige Sondergebäudesteuer nach dem vorgesehenen Höchstsatz für Gemeinden und Gemeindeverbände vom staatlichenSondergebäude- fleuerfon, eine Grundsteuer, eine Gewerbesteuer und den Erlaß einer Ortssatzung über die Erhebung einer Filialsteuer zu beschließen. Sranffurf bewirbt sich um die Opel-Verwaltung. WSN. Frankfurt a. M.. 23. April. DaS „Mainzer Journal" läßt sich aus Rüsselsheim berichten: »Nach einem sensationellen, hier hartnäckig kursierenden Gerücht soll die Stadt Frankfurt a. M. durch ihren Oberbürgermeister gelegentlich des Besuchs bei dem längere Zeit in Wiesbaden weilenden, jetzt nach Amerika zurückgekehrten Präsidenten Sloan den Wunsch geäußert haben, die Generaldirektion der Opelwerke von Rüsselsheim nach Frankfurt zu verlegen. Eine offizielle Bestätigung dieses weit über Rüsselsheim hinaus Aufsehen erregenden Gerüchts konnten wir bisher noch nicht erlangen. Es bedars dringendst der Aufklärung in der Oeffentlichkeit, weil eine Verwirklichung des Wunsches die Abwanderung einer beachtlichen Steuerquelle von Hessen nach Preußen bedeuten würde." Wie verlautet, haben tatsächlich derartige Verhandlungen stattgefunden, zwar nicht seitens des Oberbürgermeisters Dr. Landmann. der zur Zeit von Frankfurt abwesend ist. aber zwischen dem Frankfurter Wirtschaf t s a m t und den O p e I to e r f e n. Ob diese Verhandlungen zu einem positiven Ergebnis geführt haben, konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Außerdem bewerben sich auch Mainz und Wiesbaden um den Sitz der Generaldirektion der Opelwerke. Gründung einer nassauischen Eierverwertungs-Genoffenschast. WÄR. Frankfurt a. M., 23. April. 3n einer Versammlung der interessierten Kreise fand hier die Gründung einer Zentralgenossenschaft für Ei e rver wer tun g in Nassau statt, die den Ausbau der bestehenden und die Gründung neuer Genossenschaften in die Hand nehmen soll. Die Genossenschaften sollen die Eier mit dem Stempel „Deutsches Frischei" versehen und wenigstens einmal wöchentlich die Eier nach Größe bzw. Gewicht sortiert und durchleuchtet an die Sammelstelle abliefern. In den Vorstand wurden gewählt Landwirt V e h e l l - Frankfurt a. M. als Vorsitzender, Generaft-kre- tär G r i s a r - Frankfurt als stellvertretender Vorsitzender, und Landwirt W e i s e - Dörscheid als Beisitzer. Berliner Lorie. B e r l i n. 24. April. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Frühverkehr sind die Ansichten über Paris wieder einmal sehr geteilt. Nachdem die gestrige Abendbörse auf Deckungen kräftig erholt war, blieb die Spekulation heute früh wieder sehr zurückhaltend. Man nannte kaum, veränderte Kurse 3.-G.-Farben 243, Siemens 376 zu 377. Am Devisenmarkt nennt man London — Paris 127,17. London — Mailand 92,68. London gegen Spanien 33,75 zu 33,77, London — Kabel 4,8535. Aus her provinzialhaupistadi. Gießen, den 24. April 1929. Immer noch Vorfrühling. Daß es nun an der Zeit wäre, wenn sich der Frühling endlich bequemen wollte, uns mit seinen Sonnenseiten zu beglücken, das merkt man erst so richtig, wenn man sich zu einem Spaziergang durch unsere Wiesen und Wälder aufrafft, m dem ja die freundlicheren Tage dieser Woche eher locken als die gräulidjen der vergangenen Zeit Man rechnet nach: Ostern ist schon langst vorüber, weit in den April find wir hinetn- gelangt, der Mai will sich bereits nähern, aber vom Frühling ist noch immer nicht sehr viel »u sehen. Das erste Grün zwar sprießt aus dem Wiesen- plan, zaghaft, schüchtern, unentschlossen. 3n den Knospen regt sich auch schon das erste Leben, aber es ist noch so weit zurück, dah man etwas Phantasie zu Hilfe nehmen mutz, um es zu sehen und zu spüren. Nur die Sonne ist da, die warme, lachende, die Kinderwagen ziehen in Karawanen einher. Die jungen Mädchen führen schäkernd ihre neuesten Mäntel und Hüte aus, und die Frauen wälzen die Frage: Wann bekomme ich denn nun endlich mein Frühjahrskostüm? Die Männer schauen ebensalls an ihrer schäbig gewordenen winterlichen Umhüllung herab und überschlagen, ob die Geldbörse einen Gang zum Schneider oder zum Konfektionär gestattet. Ünb im übrigen nimmt man vorn Frühling und feinen zaghaften Versuchen, sich zu behaupten, soviel Notiz, als nur möglich ist. Manches auf dem Wege, an dem man sonst unachtsam^ vorübergegangen wäre, wird einem merftoürMg, weil man es lange nicht gesehen hat. Man beginnt, die Natur neu zu erleben, tote man es vielleicht in 3ugenbtagen getan hat, wo auch so vieles neu und beachtsarn erschien, das heute kaum mehr zu uns spricht, weil die Gewohnheit die Erlebensmöglichkeit abgestumpft hat. Eine aufspriehende Knospe kann einem bedeutsam erscheinen, der blaue Schatten eines Baums, der über den Weg läuft, der Ruf eine« Finken, der sich im Gezweig versteckt. Eben darum sollte man diese Tage doppelt zu genießen trachten. Sie erlauben noch, vieles neu und des Erlebens wert zu finden, was man in nicht ferner Zeit als Alltäglichkeit gar nicht mehr ■beachten wird. Was kann uns eine Knospe sein, wenn die Natur in Fülle steht, wenn lichtes ®rün von den Zweigen der Dirke fällt, wenn statt ärmlicher grüner Hälmchen ein bunter Teppich vor uns auggebreitet ist? Von der Fülle dessen, was man schaut, wird der kleinere ®m- druck erdrückt. Und es ist durchaus nicht so sicher, dah der größere Eindruck der bedeutendere für uns zu fein braucht. S. Das Urteil gegen die Steinfurther Autoräuber bestätigt. js. Der 1. Strafsenat des Reichsgerichts hat jetzt durch Verwerfung der Revision ein Urteil des Landgerichts Gießen bestätigt, durch welches der Kaufmann Wilhelm E o n r a d wegen räuberischer Erpressung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung u. a. m. zu insgesamt acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Am 17. Juni 1928 hat der Angeklagte, wie ervon dem Dege entfernt frei berumlaufen läßt. Dte Gendarmerie und Die Ortspolizeibehörden sind angewiesen, Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift unnachsichtig zur Strafanzeige zu bringen. *’ Dom Gießener Verkehrsverein. Gestern abend fand im „Hessischen Hos" die erste Ausschuhsitzung des Gießener Verkehrsvcrcins nach der diesjährigen Generalversammlung statt. In dieser Sitzung wurde der geschäftsfuhrende Vorstand aus der Mille des Ausschusses tote folgt bestimmt: Stadtv. Schwieder erster Vorsitzender. Kaufmann Frensdorf zweiter Vorsitzender, Derwaltungssekretär Maus Schriftführer. Kaufmann Loeb Rechner: Beigeordneter Dr. H a m in. Redakteur Dlumfchein , Kaffee- Hausbesitzer Schwarz Beisitzer. ** Hagenbeck kommt erst am Samstag. Das angekündigte Gastspiel des Zirkus Willy Hagenbeck ist wegen des großen Erfolges in Wetzlar verschoben und beginnt erst am Samstag, 27. d. M., abends auf dem Oswaidsgarten. (Dgl. die heutige Anzeige.) •* Der Evang. Arbeiterverein veranstaltete am Sonntag im Vereinslokal zur Einführung des dem Verein angeschlossenen Dläser- chors einen Familienabend. Der Vorsitzende des Vereins. Stadtv. Kirchner, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß durch den Beitritt des Dläserchors dem Verein die Möglichkeit geboten fei, auch auf dem Gebiete der Kirchenmusik Wertvolles zu leisten. Namens des Dläserchors Der- sprach H. Bartholomäus tatkräftige Unterstützung der Bestrebungen des Vereins. 3m Verlaufe des Abends erfreute der Dläserchor durch eine Anzahl gut zum Vortrag gebrachter Darbietungen, auch die Gesangsabteilung des Vereins trug durch Liedervorträge wesentlich zur Verschönerung des Wends bei. ** Eheschließungen, Geburten und Sterbefälle im Jahre 1 9 27. Im Jahre 1927 wurden im Deutschen Reich (ohne Saargebiet) standesamtlich gemeldet: 538 463 Eheschließungen, 1161719 Lebendgeborene, 757 020 Sterbefälle (ohne Totgeborene). Bei einer mittleren Bevölkerung von 63 252 000 kamen auf 1000 Einwohner 8,5 Eheschließungen, 18,4 Lebendgeborene und 12,0 Sterbefälle. In Hessen-Nassau wurden gemeldet: Eheschließungen 20116, Lebendgeborene 41 543, Totgeborene 1348, unehelich Geborene 3443, Gestorbene ohne Totgeborene 27264. Mehr geboren als gestorben find: 14 279. Auf 1000 Einwohner kamen: Eheschließungen 8,3, Lebendgeborene 17,1, Gestorbene ohne Totgeborene 11,2, mehr Geborene als Gestorbene 5,9. Von 100 Geborenen waren Uneheliche 8,03. In Hessen wurden gemeldet: Eheschließungen 11753, Lebendgeborene 24 673, Tot- geborene 790, unehelich Geborene 2532, Gestorbene ohne Totgeborene 15 305. Mehr geboren als gestorben sind: 9368. Auf 1000 Einwohner kamen: Eheschließungen 8,6, Lebendgeborene 18,1, Gestorbene ohne Totgeborene 11,2, mehr Geborene als Gestorbene 6,9. Don 100 Geborenen waren Uneheliche 9,94. Vor neuen Steuern in Offenbach. I WSN. Offenbach, 22. April. Der Finanz- dezernent der Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Granzin, hat an den Finanzausschuß und die Frakttonsvorsitzenden deS Stadtrates ein längeres Expose über die Steuervorschläge für 1929 gerichtet. Es war bereits angekünAbschnitte (Güfeklafse A). Kiefern 3a-Kl. 1 Stück - 0,48 fm „ 3b- „ 15 „ - 10,95 „ Fichten 5. „ 1 „ = 1,76 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen und entrindet. Angebote sind nach Klassen und Sortiment getrennt, verschlossen, mit Aufschrift versehen, bis zu obigem Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Angebote mit zusammengezogenen Klassen oder Vorbehalten und Bemerkungen versehen, bleiben unberücksichtigt. Es wird empfohlen, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden; es wird auf Wunsch von Förster Förster, Allendorf a.d. Lda., vorgezeigt. Nähere Auskunft durch die unterzeichnete Stelle. Die Verkaufsbedingungen können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen werden und werden beim Termin nochmals bekanntgegeben. Allendorf a. d. Lda., den 23. April 1929. Hess Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. BAD-SELTERS (Oberhessen) heilt Leber- und Gallenleiden, Magen-, Darm- u. Frauenleiden sowie Rheumatismus, Gicht und Ischias Pauschalkuren im modern und mit allen Bequemlichkeiten ausgestatteten Kurhause mit Pension (einschließl. Nachmittagskaffee), Bädern.Trinkkur usw. 3 Wochen .... RM. 145.— 2 Wochen .... RM. 100.— 1 Woche.....RM. 55. - Die bereits zahlreich vorliegenden Bestellungen machen eine frühzeitige Anmeldung, selbst auch für den Spätsommer erforderlich. Prospekte durch den Pächter JOSEF REITH in Bad-Selters. 36W Fichten 3a-SL 4 Stück = 5,59 fm , 3b- „ 1 „ = 1,08 „ ', 4a. „ 1 „ = 2,39 „ Abschnitte (Güteklasse N). Ihre Verlobung geben bekannt Bettenhausen, den 23. April 1929. 3696L 02510 Ihre Verlobung geben bekannt Statt Karten. Danksagung. 23. April 1929 Großen-Linden, im April 1929. 02511 la™™ 3692D gesucht. 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Kurs Anfang Kurs 23.4. 24-4- 23-4. 24 4- 121 — 119,75 118,25 147 — — — 177 — — — — 128,25 128 — — — 294 5 290 — — 241,5 236 442 429 439 427 — — 343 335 260,25 255,5 258,5 255 185 — 181 — —— 112,75 112,25 — 206 201,75 58,5 —- 58 56,4 — — 53 _ 51,25 50,6 50,25 51 1- — 207 206 — — — 630,75 — — 93,5 91,12 — — 279,5 278 —V“ —— — 59 — 60,5 85,25 — 84,13 —— 12,5 — —— 64,75 — 65 — 112 112,5 — - 105 — — 125 — 126 125 17,8 — —— 120 — 117,5 — 114,5 — — 213 — 213 — 153.25 153,25 152 — Banknoten. Berlin, 23- April (Selb Brief Amerttaiit'che Noten..... Belgische Noten ...... Dänische Noten........ Englische Noten........ 4,219 58,41 112,10 20,459 4,239 58,65 112,54 20,539