Nr. 275 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 25. November 1929 Erscheint täglich, antzer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle Monat, vezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unterSammelnummer225l. 'Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. postfcheckfonta: fironffurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vvch' und Zteindruckerel 8. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen §ür die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für 'Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gieß-rn. Verlodernde Flammen. Von Dr. med. Alfred (Stetiger. Das Geheimnis des Todes ist metaphysischer Art. Es gibt eigentlich nur noch Eines von gleichem Stange: Zeugung oder Geburt. Wie die Zeugung so ist auch der allgewaltige Tod vom undurchsichtigen Schleier der Maja verhüllt, so daß der Sterbliche ihn nicht heben, kaum einen Zipfel dieses Schleiers lüften kann. Wenn die Philosophen von dem Tode oder dem Jenseits reden, so nennen sie alles das, was Gegenstand des Den* kenben. Tiefschürfenden, in die Ewigkeit Blickenden ist, „eschatologisch" oder auf Deutsch: „Das Letzte". Die Eschatologie umfaßt also jenes geheimnisvolle, dunkle Reich, zu dem der Tod den einzigen Zugang gewährt. Denn da der Tod das irdische Ende des Lebens ist. so ist er das eigentliche eschatologische Problem oder Phänomen; denn Phänomen yeißt Erscheinung — und mehr als die Erscheinung sehen — und das dahinter liegende oder vermutete Wesen, das ..Ding an sich", ahnen, können w'r. kaum! — Darum ist das Todesproblem ewig und stets zeitgemäß. wenngle:ch die Einladung zur Betrachtung dieses Problems den allermeisten Menschen außerordentlich „unzeitgemäß" erscheint. Ueberall ist dieses Problem naheliegend: in der Religion. Kunst und Philosovhie, sowie ihren Wissenschaften. Zunächst in der Religion; denn mit dem Tode hebt das Totengericht an. Im Augenblick seines Eintretens stellen die Totenrichter der Unterwelt: Minos, Aiakos und Rhadamantys die unerbittliche Waage der Gerechtigkeit auf und die Wege scheiden sich zum Elysium oder Tartaros, zu Walhall oder zur Hel, zum Himmel oder zur Hölle. Sodann in der Kunst! Calderon de la Barca stellte in seinem herrlichen, tiefsinnigen „Großen Welttheater" das Menschenleben als eine Bühne dar, deren Eintrittstür die Gestalt einer Wiege, deren Ausgangstür die Form des Grabes hat. Welch reiche Möglichkeiten. Hilfsmittel, Farben, Töne, Ziele. Lösungen gewährt diese Auffassung dem Künstler? Wer denkt hier z. B. nicht an Böcklins ergreifendes Bild, aus dem er sich selbst und hinter ihm den Tod darstellt, der ihm auf seiner Fiedel geheimnisvolle Klänge aus der Ewigkeit, aus dem Urgrund aller Rätsel vorspielt? Run gar in der Philosovhie! Wo wäre wohl ein ..Gastmahl" der Philosophen denkbar, an dem nicht der Tod tcilnimmt. die Szene beherrscht oder drohend hinter dem Borhang auf seine Beute lauert? Und betrachten wir das schier unübersehbare Reich der Wissenschaften, welche ihrer Stönigin, der Philosophie. Heeres- folge leisten müssen, so spielt der Tod überall eine gewaltige Rolle, wie die Zeugung, die ihm mctavhysisch entspricht, metaphysisch das Gegengewicht hält. Ethik, Moral, Rechtswissenschaft, besonders das Strafrecht, Geschichte, Heilkunde. Biologie, Tier- und Pflanzenkunde, ja selbst die scheinbar rein ..anorganische" Kristallkunde haben hier' ihre tiefsten Wurzeln, begründen hier ihre Satzungen und Forderungen. Man braucht hier nur an das Calderonis.che „Große Welttheater" zu denken und begreift sofort klar, warum die Menschen auf den Gedanken der Metempsychose oder Seelenwanderung kamen: Weil das metaphpsi'che Bedürfnis nach Gerechtigkeit in der L.hre von der Seelenwanderung die Möglichteit eines vollkommen gerechten Ausgleichs sah! Große Denker, die sonst nicht die geringste Steigung zur trivialen Statistik hatten, haben hier eine Ausnahme gemacht und in dem wundersamen Auf und 2lb von Geburt und Tod eine feinspielende Waage des allmächtigen, ewigen Schicksals gesehen, so Platon. Goethe. Schopenhauer. Rach diesen Deniern folgen Tod und Geburt einander wie die Hebungen und Senkungen der Wellenbewegung: Erlischt hier durch den Tod eine große Quantität oder Qualität, so entsteht durch Zeugung ein ewiger Ersah. So läßt Ludwig Uhland seinen Eberhard den Greiner, der soeben seinen Sohn in der Feldschlacht verloren Hai. bei der Kunde von der Geburt seines Enkels frohlocken: „Der Fink hat wieder Samen. Dem Herrn sei Dank unö Preis!" Die griechische Sage erzählt: Thetis, die silber- füßige Meeresgöttin, habe ihrem Sohne Achilleus verhießen, er könne wählen zwischen einem ruhmvollen aber kurzen Leben, oder einem langen aber rühmlosen Leben. Achilleus wählte bekanntlich das kurze aber ruhmvolle Leben. Es ward ihm in dem Trojanischen Kriege erfüllt und der große Homer sang ihm das unsterblche Heldenlied: Die Ilias oder der Zorn des Peliden. — Aus innersten, tiefsten Seelennolwendigkeiten konnte unserem Siegfried nur ein gleiches LoL beschieden fein, und so ging er im gewaltigen Ribelungenlied in die glanzerfüllte Ewigkeit. — Alexander der Große, Hermann der Skfreier. Rafael. Mozart, Byron, Hölderlin, Schiller, Slict)* sche und viele, viele andere Helden und Genien i*cr Sage und Geschichte sanken früh ins Grab, stiegen zeitig in die Glorie. Ihr Ende war sehr verschieden, aber sichtbar waltete ein metaphysisches, ehernes Gesetz über dem frühen Berglim- liten ihrer Geistesflamine, gleichviel ob diese in her männermordenden Feldschlacht durch das 3chwert, im Frieden durch Mörderhand, durch tückische Krankheit oder Umnachtung erlosch! — Emerson sagte einmal von Shakespeare: „Der Genius, von dessen Leben wir so wenig wissen, itieg auf zum Himmel und zog die Leiter mit sich hinauf, damit ihm kein Sleugicriger folgen könne." - Emerson will hier unverkennbar andeuten. Hugenbergs Sieg in Kassel. Der Kampf gegen den sjoungplan - Die Bündnisbereitfchaft der Deutschnationalen - Das Vertrauensvotum für den Parteiführer. Kassel, 22. Rov. iWB.l Heute nachmittag begann die erste Vollsitzung des 9. Deutsch- nationalen Parteitags im großen Saal der Kasseler Stadthalle. Dr. Hugenberg beschäftigte sich mit dem SZoung-Plan, dem jedes nur mögliche Hindernis in den Weg gllegt werden müsse. Ist es zu bestreiten, daß die bisherigen Fremdkontrollen «Beschränkungen unfe.ee Souveränität) nicht beseitigt, sondern lediglich in veränderter Form auf die Tributbant übertragen sind? Ist es zu bestreiten, daß die deutschen Grenzlande im Westen unter Fremdkontrolle verbleiben, und daß die Franzosen das vertragsmäßige Recht der Wie- derbesehung in Anspruch nehmen? Ist es zu bestreiten, daß der SZoungplan im Gegensatz zum Versailler Vertrag und zum Dawes-Plan keinerlei wirkliche Revisionsrnög- lichkeit enthält und demnach seine Richterfüllung ohne weiteres Vertragsbruch mit allen seinen Folgen fein wird? Ist es zu bestreiten, daß der bisher völkerrechtlich aufgerichtete Schutz der sogenannten Transferklausel des Dawes-Vertrages rechtlich und praktisch durch den Poung-Plan so gut wie vollständig beseitigt wird? Ist es zu begreifen, daß man trotz allem den Voung-Dertrag abschließen will, zu dessen Abschluß man nicht gezwungen werden kann? Der poung-plan. d. h. der gemäß den 3n(er- effen der Gläubiger veränderte Dawes-plan, kann als eine kunstvolle technische Maschinerie des Hochkapitalismus zur Unterjochung Deutschlands bezeichnet werden. Unter Mithilfe der deutschen Sozialdemokratie wird zu Lasten Deutschlands mit dem poung-plan international der versuch einer vollen Verwirklichung der kapltaiherrschaft gemacht. Slicht umsonst hat Helffcrich immer davon gesprochen. daß wir unf.cre Zukunft nur auf die eigene freie Kraft aufbauen können, Un|‘er Ab- weichen von diesem Wege gleich nach seinem Tode hat zunächst unsere Landwirtschaft ins Elend gestürzt. Wenn wir so fortsahren, folgt alles andere nach! Es ist eine Einbildung oder eine bewußte Ablenkung, wenn davon gesprochen wird, daß man durch organisatorische Ersparnisse in Staat und Wirtschaft der alternativen Zerstörung der Wirtschaft oder Verelendung des Volkes entgehen könne. Auch der Arbeitnehmer weiß nachgerade, was für ihn ein leistungsfähiger Unternehmer in Industrie und Landwirtschaft bedeutet. Aber auf der anderen Seite würde ein Programm der Verelendung der Massen gleichfalls die Slxt an die Wurzeln des Volksganzen legen. Frankreich und Polen, unsere unmittelbaren Slachbarn, haben mehr Interesse an unserem Verfall als an unseren Tributen. Dagegen ist die angelsächsische Welt in der Lage dessen, der weit vom Schuß sitzt, wie es auf die Dauer der Teil ist, der sich verrechnet. Eine Reichsregierung, die etwa nach der Annahme und zur Durchführung des Voung-Planes unter SNitwirkung der Sozialdemokratie gebildet würde, müsse zur beschleunigten Zersetzung unserer wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse führen. Eine Koalition im Sinne der von 1927 28, so erklärte Dr. Hugenberg weiter, wollten die Deutschnationalen überhaupt nicht wieder. Die antimarxistische Front ist für uns ganz selbstverständlich. Ls kommt nur darauf an, daß hinter dem Wort auch ein ernster Wille stehl, und daß die zwei Voraussetzungen erfüllt werden, nämlich, daß die antimarxistische Front nicht nur im Reich, sondern a u ch i n Preußen regiere, und daß sie einen Dauerzustand bedeute. Solange aber das notwendige Verständnis der anderen für eine solche Koalition fehlt, müssen wir den Kampf gegen dasZusammenregierenmikder Sozialdemokratie führen; denn in diesem Zusammenregieren liegt das große verbrechen, das am deutschen Volke begangen wurde. Richt wir haben mit dem Volksbegehren eine Klusl zwischen dem Bürgertum geschossen, sondern diese stellt längst das Zusammenregieren der anderen mit der Sozialdemokratie dar. Eine Schaukelpolitik mit wechselnden Mehrheiten können wir nicht mehr dulden, von dem Augenblick an, wo wir innenpolitisch wieder zur Offensive übergehen, müssen wir dem Zentrum und der volksparlei das Zusammenregieren mit der Sozialdemokratie so sehr verekeln, wie wir irgend dazu in der Lage sind. Wir erstreben eine andere innere Machtverteilung in Deutschland, und dieses Ziel ist so groß, daß zu seiner Erreichung auch auf kleine Augenblickserfolge verzichtet werden muß. Im Anschluß an verschiedene Referate wurde ein stimmig eine Entschließung angenommen, in der cs heißt: „In Politik und Wirtschaft hat der Marxismus unser Volk an den Rand des Abgrundes geführt. j)ier kann ein entscheidender Wechsel in der Regierung, durch den ein Herumwer- fen des Steuers möglich wird, Wandel schaffen. Weit gefährlicher noch sind die nach der Revolution ziel- bewußt wirkenden Kräfte, welche die Grundlagen unserer Siultur, Christentum und Deutschtum, an der Wurzel zu zerstören trachten. Ihnen ist durch die Verelendung der fultnrtragenben Mittelschicht in hohem Maße Vorschub geleistet worden. Wir bekennen uus zu dem Glauben an die unverrückbare Verbundenheit von Christentum und Deutschtum. Wir rufen alle deutschnationalen Man ncr und Frauen auf: Seid euch der Gefahr bewußt! Kämpft für unsere heiligsten Güter! Werbet Bundesgenossen weit über den Rahmen unserer Partei hinaus und richtet gegen alle kulturbolschewistischen Bestrebungen einen schützenden Damm auf!" Die internationalen Konferenzen. Die zweite Haager Konferenz. Ter vorbereitende Ausschuß für den 2. Dezember nach Brüssel einberufen. Brüssel. 22. Rov. (Belgische Telegraphenagen- lur.) Die von der Haager Konferenz ernannten und in dem Poungplan vorgesehenen Unteraus- s ch ü s s e werden nächstens ihre Arbeiten beendet haben. Die meisten Berichte sind bereits dem Vorsitzenden der Konseren; I a s p a r eingehändigt worden. Infolgedessen hat er den interessierten Mächten r.ütgeteill, daß er den mit der Zusammenfassung aller Berichte zur Vorbereitung des endgültigen Protokolls betrauten Jurist en ausschuß ; u m 2. Dezember in Brüssel einberufen habe. Jaspar wird auch das Datum der zweiten Haager Konferenz festzusehen haben. Dies wird er aber nur bann tun können, wenn der Stand der Arbeiten des Iuristenausschusfes ihm erlaubt, sich ein Urteil über den passenden Zeitpunkt für die Einberufung der Konferenz zu bilden. Wahrscheinlich wird dieser Zeitpunkt auf Anfang Januar f e st g e s e h t werden. Die Jlottenkonferenz. Bemühnngen um eine Einheitsfront der Mitteltneermächte. Paris, 22. Roo. (WB.) Das „Echo de Paris" beschäftigt sich mit dem Vorschlag des italienischen Botschafters in Paris, der die Anregung enthielt, französisch - italienische Verhandlungen als Vorbereitung für die Seeab - rüstungskonferenz in London einzuleiten, um die Auffassungen der beiden Länder miteinander in Einklang zu bringen. Briand habe drei Tage später dieser Aufforderung zu gestimmt, jedoch mitgeteilt, daß die französischen Sachverständigen ihre vorbereitenden Arbeiten noch nicht beendet hätten. Die angekündigte italienische Rote mit der offiziellen Einladung sei aber nie in Paris angenommen. Sie sollte, wie das Blatt erklärt, folgende 5 Punkte enthalten: 1. Die Abrüstung Hal sich nicht nur auf die Flotten, sondern auch aus die Heere und Luftstreitkräfte zu erstrecken; 2. keine Abrüstung der großen Staaten ohne A b - rüstung der kleinen Staaten; 3. die Abrüstung zur See soll mehr durch eine Begrenzung der Gesamtlonnage als durch eine Begrenzung der Schiffskategorien erreicht werden; 4. Frankreich und Italien mühen untereinander möglichst niedrige Tonnagen fcf(- sehen, die aber trotzdem höher liegen als die Tonnage der Fcstlandmacht, die die größte Stärke auf dem Gebiet der Flotte oufweisi; innerhalb dieser Grenzen sollen sich die französische und italienische Flotte gleichmäßig entwickeln; 5. der Bau von Panzerkreuzern soll bis 1936 ausgesetzt werden. „Echo de Paris" bespricht die Aussichten der Verwirklichung, die diese fünf Punkte gehabt haben würden, und schreibt: hinsichtlich der ersten drei Punkte stimmen die Ansichten Italiens und Frankreichs überein. Punkt 5 ist allerdings nicht recht annehmbar, außer in dem sehr unwahrscheinlichen Falle, daß Deutschland von der ihm im Ver sailler Vertrag gelassenen Möglichkeit, Panzerkreuzer zu bauen, keinen Gebrauch machen und seinen im Jahre 1928 . vom Stapel gelassenen Ersatz „Preuße n" zerstören wurde, der trotz seiner nur 10 000 Tonnen Raumverdrängung anscheinend in der Lage sei, sich mit den englischen und amerikanischen 35 000 Tonnen starken Kreuzern zu messen. Der in Punkt 4 enthaltene Grundsatz sei annehmbar, wenn das französische Flottenbauprogramm, das im Jahre 1943 durchgesührt sein soll, die von Italien gesor bette Grenze darstellen würde. Die Ratstagung. Italien wünscht Vorverlegung. Genf, 22. Rov. (WV.) Eine Vorverlegung der nächsten Ratstagung, die bekanntlich bereits vor Einberufung der Londoner Seeabrüstungskonferenz auf den 20. Januar festgesetzt worden ist, hak der italienische Außen- Minister G r a n d i in einem Telegramm an den Generalsekretär des Völkerbundes angeregt. Er begründet diese Anregung mit dem Hinweis, daß er bei der englischen Regierung bereits auf die Rachteile hingewiesen habe, die aus dem Z u f am m e n f a 11 e n der F l o t ten ko n s e- renz und der Ratstagung entstehen könnten. Da jedoch das Datum der Ereabrüstungs- konferenz nicht geändert werden könne und er bei der Ratstagung nicht fehlen möchte, bitte er um Prüfung der Möglichkeit einer Vorverlegung der Ratstagung um acht Tage Dieses Telegramm ist vom Generalsekretär an sämtliche Ratsmitglieder weitergeleitet worden. Die weitere Entwicklung dieser Frage hängt naturgemäß von den Antworten der Ratsmitglieder ab, unter denen sich nur einige wenige befinden, die an der Flottenkonferenz interessiert sind, während andere an der zweiten Haager Konferenz teilnehmen müssen, von der man heute noch nicht weiß, ob sie nicht mit einer früher gelegten Ratstagung zusammensallen würde. daß es Geheimnisse gibt, an denen am besten nicht gerührt oder gerüttelt wird. Es braucht sicherlich kein Philistergeist vermutet zu werden, wenn man fragt, ob dem so sein mußte, daß jene Helden und Genien so früh vollendeten? Denn viele Helden und Riesengeister von Ewigkeitsdrang schufen ein langes, reiches Leben hindurch: Denken wir an Homer Platon, Calderon, Michelangelo, Goethe, Friedrich den Großen, Moltke, Bismarck. Hindenburg, Hans Thoma. Sie alle schufen bis in ihr hohes Greisenalter unvergängliche SDerfc und Taten. Es erhebt sich nun die Frage, ob etwa Rafael, falls ihm ein ebenso langes Leben wie Michelangelo bestimmt gewesen wäre, auch so lange schasfenskrästig geblieben wäre. Man kann wohl selbstverständlich vom rein ärztlichen Standpunkte aus diese Frage mit „Ja' beantworten; denn Rafaels Genius war ja über jeden Zweifel erhaben; also warum hätte er nicht weiter Unvergängliches schaffen sollen? Die so antworten, können fortsahren und sagen: „Michelangelo, der ja bis ins höchste Greisenalter unvergängliche Werke schuf, hätte ja auch durch eine Krankheit, durch Mörderhand, durch Unfall, Geistesumnachtung — etwa im Alter Rafaels — dahingerafft und aus seinem ungeheuren Schaffen fortgerissen werden können. — Dies klingt so zwingend und selbstveri'tändlich bis zur Trivialität. Und doch will diese Antwort den Tieferblickenden nicht befriedigen; denn es schwebt das gleiche geheimnisvolle, eherne Gesetz über dein langen Leben des einen, wie über dem jähen Ende des anderen! Rapoleon sagte einmal in einer tobenden Schlacht zu den ihn Warnenden: „Freunde, die Kugel, die mich treffen soll, ist noch nicht gegossen." Ein andermal antwortete er bei einer ähnlichen Gelegenheit: „Solange mein Wert noch nicht vollbracht ist. kann mich keine Gewalt der Erde vernichten; ist es vollbracht, dann kann mich ein Strohhalm zerbrechen!" — Das Werk muhte „vollbracht" fein, ehe der Tod den Helden hinwegraffen konnte! Dies ist der metaphysische. geheimnisvolle, ewige Grund! Wer da noch zweifeln kann, der denke an das Wort dcS Erlösers am Kreuze: „Es ist vollbracht!" Erst dann sank sein göttliches Dulderhaupt und' er verschied und ging ein in die ewigen Reiche! Ein undurchbrechbares inneres Gesetz tut sich uns hier kund: Der Held kann vor der Vollendung seines Werkes vom Schicksal nicht hinw.ggcraffl werden! Auch wenn cs der „Welt" anders er* scheint. Die Menge, die um- das Kreuz Herumstand, glaubte vermutlich, der Gekreuzigte hätte sein Werk nicht „vollbracht": denn er starb ja in Ohnmacht. Schmach und Verlassenheit! Sic wußten ja nicht, daß gerade hierin der Sieg des Erlösers bestand! Die Ahnung, das sichere innere Schauen um das frühe oder späte Ende ist dem Genius, dem Helden eigen. Der eine „weiß", daß er frühe beim muß und schasst daher mit verzehrender Glut, in der er mit seinem Sterblichen verbrennt — aber sein Werk läutert und in ewige Form prägt. — Der andere „weiß", daß er „Zeit hat" Zu seinem Werk und trägt daher unermeßliche Grundsteine hinzu, um das Werk wahrhaft vollkommen zu gestalten, obwohl der Philister stau- nenb sich fragt, warum Wohl dieser seltsame Mensch sich so lange Zeit läßt, etwa wie Leonardo beim Malen der Mona Lisa oder des Abendmahls? Es ist vollkommen klar, daß selbst das unvergleichliche Genie Goethes den „Faust" nicht in einer so kurzen Lebjmszeit hätte schaffen können, wie sie einem Byron gegönnt war. Dom Himmel durch die Welt zur Holle wird Dr. Faust ein langes, langes Leben geführt, um zu begreifen, dah „öie Tat alles, nichts der Duhm ist"! Der Teufel muhte alle denkbaren Möglichkeiten erschöpfen, um Faust zu verführen und einzusehen. dah es doch noch eine höhere Macht gebe, als die des Teufels, nämlich die Macht Gottes! Die Rafael, Mozart, Byron, Hölderlin. Rietzsche, Schiller „wußten" metaphysisch um ihr nahes Ende und so drängten sie die ungeheure Fülle ihres Genius mit der Kraft des Titanen in den Brennpunkt ihres Schaffens, in dem das Eisen zum Stahl geschmiedet ward und aller Erdenrest sich verflüchtigte. Ihr Werk empfing den ewigen Farbenglanz, unerhörte Schönheit und Geistigkeit, glühendes Leben, stürmischen, brausenden Rhythmus. Wir Sterblichen können uns nur in Ehrfurcht neigen vor dem Schicksal dieser Titanen, vor der Herrlichkeit ihres ewigen Werkes! Man glaube auch nicht, das) das Schicksal hier ungerecht war in der Verteilung der Lebensfreuden an die Kurz- und Langlebigen! Am Ende seines langen, scheinbar so erfolgreichen und äußerlich glücklichen Lebens sagte Goethe, dah er in seinem langen Leben eigentlich in Summa nur wenige Tage vollkommen glücklich war. ünö Rietzsche, der so früh in fein geistiges Grab sank, sprach das h.'rr'iche Wort: „Welche Seligkeit, seine Hand auf Jahrtausende zu legen." Er, der in dem „Rachtgesang aus hohen Bergen" sehnsüchtige Ausschau nach Freunden hielt, sagte: „Dem Volke fremd und nützlich doch dem Volke, zieh ich des Weges, Sonne bald, bald Wolke, und immer über diesem Volke!"— Die ganze Persönlichkeit und das gesamte Leben der Gewaltigen ist eben aus einem einzigen, organischen Stück, untrennbar, unauflösbar.'ein göttliches Geheimnis, entzogen aller Seelenanalytik, aller „Psychoanalyse", die hier nur anmuten, wie ein Versuch mit untauglichen Mitteln am falschen Objekt. So sahen und sagten feinfühlig und sehr wissend die überaus klugen und welterfahrcnen, s:elenkun- digen Scholastiker und römischen Rechtsgelehrten. Der Genius, der Held, kann nur mit den Mähen seines eigenen Wesens gemessen werden, mit Mähen, die für den Dutzendmenschen „inkommensurabel" sind! Darum zerbrach ja das Sterbliche der Helden und Genien das Moh der stumpfen Masse, darum zerbricht sich diese seit Ewigkeiten den Kopf um das Schaffen und Wirken der Hohen, Llnnahbaren, Göttlichen! Die chemischen Elemente haben alle ihren eigenen Schmelzpunkt und Derdampfungsgrad. Die von uns hergestellten haben einen von unserem Zutun teilweise abhängigen Schmelzpunkt und Verdampfungsgrad. Die Elemente, die vom Herrgott oder der Ratur gezeugten, sind von uns unabhängig. Die Helden und Riesengeister gleichen in manchem den Meteoren, die auf ihrem „translatorischen" Wege durch den dunklen unermeßlichen Weltraum dunkel dahinziehen und nur aufleuchten und für uns Sterbliche sichtbar werden, wenn sie durch unseren irdischen Luftraum schieben. Vorher und nachher waren und werden sie dunkel — nur, wenn sie in unsere armselige Welt geraten, strahlen sie von überirdischem Feuer, Licht und Glanz. Sie folgen und unterliegen Gesetzen, die uns unbekannt sind. Ohre Bahnen sind uns nur verständlich, wenn sie kreisförmig oder elliptisch sind. Sind sie parabolisch oder gar hyperbolisch, dann kommen sie aus der Unendlichkeit und tauchen wieder in die älnendlichkeit. Aber wir Sterblichen können ihnen nicht folgen, sie nicht begreifen, wir können sie und ihre Gesetze nur ahnen, nur schweigend verehren. Diese Genien und Helden sind Flammen, die schneller und langsamer Verladern nach der ihnen eigenen, göttlichen Flammendynamik, und dahinschweben, „wie ein Komet entschwindend, unendlich Licht mit ihrem Licht verbindend"! Aber nun kein Mißverständnis: Auch diese Hohen sind uns Sterblichen verwandt! Sie sind, wenn nicht alles trügt, zu uns g:sandt, um Licht in unsere irdische Finsternis zu bringen, unsere Seele mit Klarheit und unsere Herzen mit Wärme zu erfüllen. Darum werden auch wir uns trösten dürfen mit der stillen, aber starken Zuversicht, dah auch wir unser Schicksal adlig und würdig gestalten können, wenn wir, wie der philosophische Maler Böcklin, in stiller Stunde lauschen auf die auch uns vernehmlichen Klänge aus einer besseren, höheren, göttlichen Welt. Wenn wir unsere Pflicht und Schuldigkeit jederzeit nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen, bis unsere Ahr abgelausen, unsere Flamme im Erlöschen ist. „Bereit sein ist alles! — Der Rest ist Schweigen!" Führertagung -es Reichslandbundes. Präsident Lchiclc über die staatspolitischen Aufgaben des deutschen Bauern. B c- r l i n , 22. Nov. (WB.) Eine Führertagung des Reichslandbundes eröffnete der Präsident des Reichslandbundes, Reichsminister a. 2). Dr b. c. Schiele mit einer Ansprache, in der er u. a. folgendes aus- ührte: Wir müssen uns fretmachen von der lieber- chätzung städtischer Lebens- und Denkweise und tädtischer Zivilisation. Die wichtigste Boraussetzung ür eine Heimstätten- und Siedlungspolitik besonders im Osten ist die Wiederherstellung der Rentabilitätvorallemunsererbäuer» lichen Betriebe, wobei es jedoch ein verhängnisvoller Irrtum wäre, wenn man sich agrarpolitisch so einseitig einstellen wollte, daß man glaubte, aus- schließlich unter Betriebsgesichtspunkten die großen Probleme zu lösen, vor denen unsere Staatspolitik hier steht.Die Wiederherstellung der Rentabilität ist aber auch im Hinblick auf die A r b e i t s l o s i g k e i t in Deutschland notwendig, die die deutsche Wirtschaft stärker belastet als die ausländischen Tributverpflichtungen. Eine Intensivierung vor allem unserer östlichen Landwirtschaft wäre geeignet, die Landflucht einzudämmen, indem s,e dem Be- völkcrungsüberschuß des Landes In der Heimat Ar- beits- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Jeder in der Landwirtschaft tätige Arbeiter setzt anderthalb Arbeitskräfte in der Industrie in Nahrung. Rechnet man vorsichtig mit einem allmählich herbeizuführenden Mehrbedarf an ländlichen Arbeitskräften oon 500 000 Menschen, so ergibt das neue Arbeitsmög- lichkeiten in der Industrie für drei- viertel Millionen Menschen. Die Befrei- ung non den Ketten von Versailles, Besinnung auf die wirklichen Grundlagen unserer eigenen Kraft, Sammlung des deutschen Volkstums im mitteleuropäischen Raum, das ist der Sinn unserer deutschen Geschichte geworden, darin liegt die Aufgabe, die uns unser Schicksal stellt. Wir wissen, daß wir vor der Geschichte nur bestehen werden, wenn wir aus einem Arbeitsvolk wieder ein Bodenvolk werden, wenn es uns gelingt, uns ein lebens st ar- tes deutsches Bauerntum zu erhalten und zu vergrößern. Das Volksbegehren verfaffungsändernd. Ein Beschluß des Rcichsknbinclts. Berlin, 22. Rov. (WTD.) Das Reichs- k a b i n e t t befaßte sich in seiner heutigen Sitzung unter dem Vorsitz des Reichskanzlers mit den infolge der Einbringung des Volksbegehrens aufgeworfenen Fragen. Insonderheit war das Reichskabinett der Ansicht, dah das Volksbegehren verfassungsändernd und daher zur Annahme des Gesetzes durch Volksentscheid nach Art. 76 Abs. 1 Sah 4 der Reichsverfassung die Zu st immungderMehrheitderStim rn- berechtigten erforderlich ist. Der Reichswahlausschuh wird, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, in den nächsten Tagen zusammentreten, um das endgültige Ergebnis des Volksbegehrens feftzustellen. Vorsitzender des Reichswahlausschusses ist der Reichswahlleiter Professor Dr. Wagemann, stellvettretender Vorsitzender Geheime Reg.-Rat M e i s i n g e r, Direktor im Statistischen Amt. Zu Mitgliedern sind berufen: der Deutschnationale Dr. Tänzler, der Volksparteiler Staatssekretär a. D. Dr. K e m p k e s, M. d. R., vom Zentrum Rögierungsdirektor Dr. K l ö ck e r, der Sozialdemokrat D i t t m a n n, der Demokrat Stephan und der Kommunist T o r g l e r. Aufklärung der Lüneburger Bombenatieniaie. Altona, 22. Nov. (WB.) Landgerichtsdirektor Masur (Berlin), der die Ermittlungen in der Bombenangelegenheit leitete, gab folgenden Bericht aus: Der verhaftete Landwirt Amandus Dick jun. aus Rönne gestand, an drei Lüneburger Attentaten beteiligt gewesen zu sein. Auch der verhaftete Landwirt L u h rn a n n aus Clues, Kreis Winsen, gab die Beteiligung an den ersten beiden Born- benattentaten in Lünburg zu. Alle drei Lüneburger Attentate sind somit aufgeklärt. Gestern wurden weiter zahlreiche Verhaftungen wegen Verdachts der Beteiligung an den Sprengstoffattentaten vorgenommen, und zwar in Lüneburg, in der Umgebung von Lüneburg, in Friedrichskoog, Leek, Flederwurth, Harblek und Lunden. Handwerk und Staat. Ter preußische Handelsminister über die Aufgaben des Handwerks. Berlin, 22. Rov. (WTB.- Auf der Obermeistertagung des Berliner und Märkischen Handwerks sprach Handelsminister Dr. Schreiber über politische und wirtschaftliche Rotwen- digkeiten. Änsere wirtschaftlichen Schwier'gkeiten sind zurückzuführen auf die Störungen, die der verlorene Krieg und seine Liquidierung hervor- gerusen haben. Die wichtigste Folge ist unser außerordentlicher Kapitalmangel. Dieser muh durch die Senkung der Lasten bekämpft werden, die bisher die Kapitalbildung gehemmt und behindert haben. Der Voungplan gibt uns die Möglichkeiten hierzu, wenn er auch nicht ausreicht, um gleichzeitig alle Reformen vorzunehmen, so besonders neben der Senkung der Einkommensteuer eine grundlegende Reform der Gewerbesteuer, deren Last sich gegenüber der Vorkriegszeit vervierfacht hat. Wir müssen suchen, durch Der- waltungsvereinfachung weitere Ersparnisse zu erzielen. Das Handwerk ist als Mittler des wirtschaftlichen und ku'turellen Aufstiegs für den Staat besonders wertvoll auch als Träger des Dewuhlseins der Rotwendigkeit der Qualitätsarbeit. Das Handwerk ist b o d e n st ä n d i g. Gs muh in fortschrittlichem Sinne teilnehmen an der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Cr.twick u-g. 3e mehr das Handwerk das erkennt und danach handelt, um so mehr wird seine Zukunft gesichert sein. Oie rheinischen Eisenbahnen. Eine amtliche Erklärung. Berlin, 22. Rov. (WTB. Amtlich.) In verschiedenen Presseäußerungen der letzten Tage ist die Besorgnis ausgesprochen worden, dah in den im Monat August abgeschlossenen Vereinbarungen über die rheinischen Eisenbahnen den in der Botschafterkonferenz vertretenen Regierungen ein dauerndes Heber« wachungsrecht eingeräumt worden sei, demzufolge künftig in der demilitarisierten Zone kein Bahngleis, keine Brücke, keine Laderampe gebaut werden könne, ohne dah zuvor die Bot- schafterkonferenz die Genehmigung erteilt hätte. Diese Besorgnis ist unbegründet. Bereits am 9. Rovember ist darauf hingewiesen worden, daß die Botschafterkonferenz weder rechtlich noch tatsächlich die Befugnis in Anspruch nimmt, Deutschlands Freiheit zur wirtschaftlichen Entwicklung des Eisenbahnsystems in der demili- tarifierten Zone zu beeinträchtigen. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 22. Rov. Im Finanzausschuh des Hessischen Landtages wurde die Regierungsvorlage über die Instandsetzung der Solquellen des Bades Salzhausen genehmigt. Mit neun gegen vier Stimmen angenommen wurde die Regierungsvorlage über die Errichtung eines Rebengebäudes mit Dienst- und Warteräumen sowie einem ilnterftellraum für Motorfahr euge bei der Gendarmeriesta ton in Beerfelden.Man will hier, was auch der Sparürmmissar anregt, den Ver uch machen, durch die Zusammenlegung mehrerer Gendarmerie st a- t i o n e n zu einer Gendarmerie-Grohstation Ersparnisse zu machen, ferner aber auch versuchen, durch die Anschaffung eines Kraftfahrzeuges den Dienst zu erleichtern und einen verstärkten Einsatz von Gendarmeriekräften bei notwendigen Anlässen möglich machen. Zu den Eingaben des Offenbacher Frauenver- eins, des Verbandes hessischer Frauenvereine und des Darmstädter Frauenvereins auf Anstellung von Polizeibeamtinnen erklärte die Regierung, dah sie sich ein abschließendes Urteil über die Anstellung von Beamtinnen im Poli^eidienst noch nicht gebildet habe, da auch die Ergebnisse in den anderen Ländern sehr verschieden seien. Die Kurkapelle von Bad-Nauheim hat wiederholt den Ausschuß beschäftigt. Es lag erneut eine Eingabe vor, auch die Regierung hatte eine Denkschrift unterbreitet. Nach längerer Aussprache lehnte der Ausschuß bei einer Stimmenthaltung die Forderung der Kurkapelle ab, das ganze Jahr über angestellt zu bleiben. Die Anstellung sei für Bad- Nauheim zu teuer. Stalins Kampf gegen die Opposition. Todesstrafe für Beamte, die die Rückkehr nach Moskau verweigern. K o w n o , 22. Rov. (TU.) Rach Meldungen aus Moskau hat das Kollegium der OPGU. den ehemaligen Botschaftsrat der Sowjet-Union in Paris, Bessedowski, zum Tode verurteilt. Das Eigentum Dessedowskis in der Sowjetunion wurde beschlagnahmt. Außerdem hat die OGPU. angeordnet, dah der Vorsitzende der russischen Staatsbank, Scheinmann, der sich in Berlin aufhält, sofort nach Moskau zurückkehren solle, um vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. Scheinmann hat es abgelehnt, nach Moskau zu kommen, weil er zur Rechtsopposition gehört und die Politik Stalins nicht mehr mitmachen will. Mehrere Beamte der russischen Handelsvertretungen in Konstantinopel und Athen sind wegen großer Unterschlagungen vom Obersten Gericht der Sowjetunion gleichfalls zum Tode verurteilt worden. Die Urteile konnten aber nicht vollstreckt werden, weil die Beamten es abgelehnt haben, die Reise nach Moskau anzutreten. Soeben wird ein Beschluß des Zentraler e k u t i v k o m i t e e s der U. d. S. S. R. veröffentlicht, wonach die Weigerung eines bei einer Sowjetinstitution im Ausland angeftellten Sowjetbürgers, in die Sowjetunion zu - rückzukehren, als Verrat bezeichnet wird. Solche Personen werden als außerhalb des Gesetzes stehend erklärt, was die Einziehung des gesamten Eigentums des Verurteilt ten und die Verurteilung zum Tode 2 4 S tunden nach Festellung seiner Personalien zur Folge hat. Alle derartigen Angelegenheiten gelangen vor den Obersten Gerichtshof. Dieses Gesetz hat rückwirkende Kraft. Das deutsche Eigentum in England. Die geschädigten England-Deutschen gegen Snowden. London, 22. Nov. (WB.) „Financial News" veröffentlichen eine Erklärung der Gesellschaft der in England enteigneten Deutschen zur den gestrigen Ausführungen Snowdens im Unterhaus. Darin heißt es: Snowdens Erklärung ist ebenso unbefriedigend wie die gesamte Haltung der bisherigen Regierungen zu dieser Frage. Snowden erklärte nicht, ob die Sachverständigen der Gläubigerländer im Poung-Ausschuß bei der Erörterung dessen, was Deutschland zahlen kann, auch die Entschädigungszahlungen berücksichtigt haben, die Deutschland auf Grund des Vertrages seinen eigenen Untertanen I c i ft e n müßte. Diese Zahlungen würden mehr als vier vollständigen Annuitäten unter dem Poungplan gleichgekommen fein. — In der Erklärung wird gefragt: Wenn die Vereinigten Staaten hundert Prozent freigeben können, Südafrika 95 und Japan 70 Prozent, soll Großbritannien dann aufseinezehnProzent stolz sein? Zum Schluß nimmt die Erklärung Bezug auf die von Snowden nicht berücksichtigte st ä n b i g e Serftimmung der deutschen öffentlichen Meinung und die Fortsetzung der Bitterkeit der Kriegs- und Waffenstillstandsperiode durch die britische Arbeiterregierung und stellt fest: Es ist nicht zu spät für die britische öffentliche Meinung, auf einer sympathischeren Haltung zu bestehen und die Herausgabe des Ueberschusses aus dem enteigneten deutschen Besitze herbeizuführen. Aus aller Welt. ClsmenceauS Befinden sehr ernst. Paris, 22. Nov. (WB.) Die Aerzte haben heute vormittag Clömenceau wieder untersucht und eine neue Kampfereinspritzung für notwendig erachtet, da die Magenbeschwerden des Patienten außerordentlich heftig uno schmerzhaft sind. Der Pessimismus der Aerzte wird in der Umgebung Clsmenceaus geteilt. Seit dem frühen Morgen erkundigen sich fortgesetzt politische Persönlichkeiten nach dem Zustand des Kranken. Der ehemalige Mitarbeiter Clsmenceaus Mandel erklärte den Journalisten der Zustand Clömenceaus sei schwer beunruhigend. Die Aerzte bezeichneten heute abend das Befinden Clsmenceaus als sehr ernst. Es zeigte sich eine Urämie; die Nieren arbeiteten schlecht. Wie in den späten Abendstunden bekannt wird, ist in dem Befinden CISmenceaus eine w e ° sentliche Wendung zum Schlimmen eingetreten, so daß das Ableben nur noch eine Frage von Stunden ist. Clämenceau ist bereits in Agonie und die Aerzte, die einen letzten operativen Eingriff versuchten (Clömenceau leidet bekanntlich an einer schweren Harnsäureoergistung), mußten von dem Vorhaben Abstand nehmen, da sie sich selbst von der Zwecklosigkeit überzeugt haben. Die Nachforschungen nach dem Düsseldorfer Mörder. Die Kriminalpolizei unternimmt seit einigen Tagen besondere Streifen, um den Massenmörder zu ermitteln. Es wurden zwar zahlreiche Personen fest genommen; aber ein Anhalt, daß sich unter ihnen der Mörder befindet, besteht nicht. Diese Streifen werden auch weiterhin beibehalten. Donnerstagabend wurde in Mettmann ein 29jähriger Erwerbsloser Waldemar Stelzer verhaftet, der verdächtigt worden ist. mit den Morden in Verbindung zu stehen. SS handelt sich vielleicht um den Radfahrer, der von der Polizei feit langem gesucht wird, der in Oberkassel und im Benrather Gebiet Frauen In unsittlicher Beziehung belästigt hat. Der vielfach genannte Knecht Restroy ist noch nicht ermittelt und wird weiter gesucht. Bei der Einsendung der Briefe, die alle als Mörderbriese bezeichnet werden, handelt es sich größtenteils um Mystifikationen. Ein Drittel der Briefe konnte bereits ausge- schaltet werden. Bei dem in Mettmann Verhafteten Stelzer handelt, es sich offenbar um einen anormalen Menschen. Er redete stets über große Probleme, schrieb Briefe an Hindenburg, den päpstlichen Runtius usw., die aber, da er sie stets unfrankiert absandte, zurückkamen. Religiöse Fragen behandelte er stets in Gedichtform und gab sie den Leuten zu lesen. Bei der Haussuchung fand man die verschiedenartigsten Sachen, die daraus hindeuten, daß Stelzer anormal veranlagt ist. In seinem Zimmer wurde außerdem ein blutbefleckter Rock gefunden. Man fand auch eine Reihe von Photographien, die Stelzer in den verschiedenartigsten Verkleidungen, darunter auch in Frauenkleidung, darstellen. Eines der Bilder, das seine „Draut^ dakstellt, ist mit verschiedenen Bemerkungen versehen. Dicht neben diesen Bemerkungen ist ausgezeichnet, wie der Braut der Kopf abgehauen wird. Bemerkenswert ist noch, daß im Jahre 1926, also zu einer Zeit, zu der E/elzer poch in Breslau weilte, zwei Kinder in Breslau ermordet wurden. Der Täter konnte bisher nicht gefaßt werden. Die Tele- graphen-Llnion gibt diese Meldung der „Mettmanner Zeitung" mit allem Vorbehalt wieder, da in der Pressebesprechung in der D. sjcl- dorfer Kriminalpolizei Einzelheiten über die Vernehmung des Stelzer nicht zu erhalten waren. Großfeuer in Aachen. In der Rheinischen Sperrhölzer- und Furnitu- ren-A-G. brach in der Rächt Feuer aus. Rach kurzer Zeit sandte der ausgedehnte Gebäudekomplex eine riesige Feuergarbe zum Himmel. Die Feuerwehr mußte sich damit begnügen, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Die Fabrik ist bis auf die Grundmauern Niedergebra n n t. In dem Gebäude wollte die Rheinische Tricotagen G. m. b. H. nächsten Monat ihren Betrieb eröffnen. Die Maschinen beider Fabriken sind in die Tiefen gestürzt und liegen unter dem Schutt begraben. Der Schaden wird auf annähernd eine halbe Million Mark geschäht. Straßenränder bei Eberswalde. In der Nähe von Eberswalde bei Berlin wurden auf offener Landstraße zwei dreiste Raubüberfälle verübt. In den Vormittagsstunden wurde bei dem Kleinbahnhof „Eisenspalterei" in einem Hohlweg ein Geldtransport der Eberswalder Fabrik Schering-Kahlbaum, der über 20 000 Mk. von einer Dank in Eberswalde zu der außerhalb der Stadt gelegenen Fabrik bringen sollte, von zwei bewaffneten Räubern überfallen und beschossen. Der Kutscher des angegriffenen Gefährts spornte die Pferde an und konnte flüchten. Die Polizei konnte die beiden Arbeiter Joseph Schmidt und Schäfer auf dem Stettiner Bahnhof in Berlin als die Täter verhaften. Gegen 520 Uhr wurde ebenfalls in unmittelbarer Nähe von Eberswalde auf der Chaussee Werneuchen—Eberswalde ein zweiter Ueberfall verübt. Ein Räuber sprang auf den Kutscherbock eines Wagens der Schultheiß-Patzenhofer-Brauerei, der sick) auf der Rückfahrt in die Stadt befand. Der Kutscher, der mehrere hundert Mark bei sich hatte, konnte einen bereitliegenden Hammer hervorholen, mit dem er dem Unbekannten aus den Kopf schlug. Der Räuber stürzte vom Wagen, während der Kutscher nach Eberswalde fuhr und die Polizei verständigte. Eine Streife nach dem Täter blieb ergebnislos. Die Wetterlage. Freitaa, 5 * Mal jtnf ©woiKtntos. o nmti. q naip Ptaecni. 9 *01*19 e oraecm entgeh »Schnee a (kaupeln. 3 MeDei K Gewitter.® Windstille.-Q* sehr «tente» Ost nassige» Sudsuowest q stürmischer «lordwtsl Oie »feile fliegen mit gern wmae. Pie oeicen Stationen stenenoen Zahlen gehen die Temperatur an Pie Limen veromdeo Orte mit gleiche^ rsaercsniveau umatrrchneten Lultdrucfc Wettervoraussage. Mit dem weiteren Vordringen der Warmluft an der Vorderseite des kräftigen britischen Tiefs hat auch bei uns bereits Erwärmung eingesetzt, so daß heute nacht die Temperaturen kaum noch unter Null lagen. Nur Süddeutschland meldete noch etwas Frost. Wenn auch die Störung mehr nordöstlichen Weg einzuschlagen scheint, so zieht sie doch nicht vorüber, ohne ihren Einfluß bis in unser Gebiet hin geltend zu machen. Bei südwestlichen Winden, die später mehr nach Westen umdrehen, wird unter dem Zustrom feucht-milder ozeanischer ßuftmaffen vielfach Bewölkung auftreten, wobei auch vereinzelt Regen- fälle niedergehen. Wettervoraussage für Sonntag: Meist wolkiges und mildes Wetter mit vereinzelten Niederschlägen. Südwestliche Winde. Witterungsaussichten für Montag: Unbeständiges, wechselnd wolkiges Wetter, allmählich wieder kühler, zeitweise Regenschauer. Lufttemperaturen am 22. Rovember: mittag- 1,9 Grad Celsius, abends 1,4 Grad; am 23. Rovember: morgens 1,5 Grad. Maximum 2,3 Grad, Minimum 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Rovember: abends 1,0 Grad; am 23. Rovember; morgens 1,2 Grad Celsius, zlv-ker ©em 5 ffiot eurem ?cr groben La e( MchDeu Die Wund- Auch 2' Aus ste'er Vit eMh ohl brn, Nf* M wart, d" Di» itinderia CrtM s'ch m NchW- Cie traten i Er stand zo Die teure r tu brechen Aus Frankr 3n Polen r Sn der Kai Wie Elfen Wenn von Und kündet Aus Litaue Wie strahlte Doch lasteter Und ahnend „Gleicht woh Wird Freud« Und wenn u Denn man I 2a gilt es, c Auf dah du Die Trauen Ton andrer MM a Fürs große Da hieb es Des teuren 3u beugen Mit Ltolz, Den Sinn t -o schwer'- Die Erdenw 3u blicken a Wir ehren 3br starbt j Ein Stein s Was ihr für ßo ihr als •Mummelt1 sein eure' 3n festen C Wir hüten Und unser l Nie soll eil An dich, du Die Heimat So oft sich Die still in Aon keiner Wo am D I Aosenstock ii r «Fnedhos, au toct Theolog künstlerischer J«n. auf jede Wellung ein mit der Na Deburt und rrcker seine be Out ihm Herr Von dem Cho Cbt'9tn Seite :pT! J- Dch der, W «in Fried Wgend liegt befindet,i und ifi Eyn imigi Archen, die Übertvu 1- Ne ■ fi?-0 hrimgei -?"ch vieler ^be, tz Mn Wäll SS in b 9 £e ei"! W«n,TJ?? auch i W^ngÄ" in 'Drau? d-rN'.^ner M bersch^' I. ch mit ausgezMn^^i?iben uenärbK ?ie ber .1926, 1**^ °rket wurden rfaftt toorhsn Äter $6| r* ^»LL Hnüadjen. unb Sutnifu. -nacht Feuer aus 2 rusgcdehute TebäuL tt?™ 5|nunc[- Die benlßtanb Ptanfen. Sie <~w ist mauern niederoe» K,Ee die Rheinische Men Monat ihren Be- ä? Und jede junge Seele streifte I Die Kmderschwächen ab im Nu, I Erzog sich mannhaft selbst und reifte Dem schlichten Heldentume zu. Sie traten in der Männer ^Reihen, i Es stand zusammen jung und alt, ! Die teure Heimat zu befreien. Zu brechen feindliche Gewalt. Auf Frankreichs blutgetränkten Feldern, 3n Polen wie am Donaustrand, In der Karpathen dllstern Wäldern Wie Eisen hielten alle Stand. Wenn von den Söhnen Briefe kamen Und kündeten von Sieg und Glück °Aus Litauen, vom Land der Dlamen, Wie strahlte da der Eltern Blick! 5 Doch lasteten die schweren Sorgen, ilnb ahnend frug das bange Herz: .Gleicht wohl dem Heute auch das Morgen? Wird Freude nicht verkehrt in Schmerz?" Ilnb wenn uns die Gedanken quälen, Wenn man sich abhärmt früh und spät, Da gilt es, alle Kraft zu stählen, Auf daß die Prüfung man besteht. Die Trauernachricht kommt vom Heere Don andrer, unbekannter Hand: „Gefallen auf dem Feld der Ehre yürs grotze, deutsche Vaterland." & Da hketz es dennoch: stille halten, 1 Des teuren Toten würdig sein, I Zu beugen sich des Schicksals Walten, Mit Stolz zu sagen: „Er war mein!" Den Sinn des Opfers zu begreifen — So fchwer's dem wunden Herzen fiel —, IDie Erdenwünsche abzustreifen. Zu blicken auf ein himmlisch Ziel. Wir hüten heiliges Vermächtnis, Unb unser Dank bleibt immerbar; • ■ 91ie soll erlöschen bas Gebächtnis 21 n bich, du tote Helbenschar. Die Heimat denkt der Wackren, Braven, So oft sich auch die Zeit erneut. Die still in fremden Gräbern schlafen, Von keiner lieben Hand betreut. Wir ehren euch, entseelle Helden. Ihr starbt ja nicht für Trug unb Wahn. Sin Stein soll fernsten Zeiten melben, Was ihr für unser Volk getan. !Wo ihr als lebensfrohe Knaben Getummelt euch in Ernst unb Scherz, Sei'n eure Namen eingegraben In festen Stein, in bauernb Erz! Wetterlage. ’M* " t senstock in die Höhe rankt, liegt ein kleiner ‘ Zr^edhof, auf dem Domkapitulare und Professoren kc Theologie bestattet sind. Grabdenkmäler von ^kümftlerischer Dollendung find dort nicht zu fin- kn, auf jedem Grabe findet sich in halb liegender Stellung ein Kreuz, daneben eine kleine Tafel nift der Damensangabe und den Daten über Seturt und Tod. Dennoch hat dieser Gottes- cder seine besondere Weihe durch die Ruhe, die cuff ihm herrscht. Oluf der einen Seite wird er ton dem Chor des Gotteshauses, auf den drei ibtigen Seiten von einem uralten zweigeschossi- kki» Kreuzgange umschlossen; er liegt mitten in der Stabt, aber die ihn umgebenden Bauwerke kämpfen jegliches Geräusch, so datz auch nicht ein JSom der geschäftigen, unruhigen Welt zu hören ‘ ;ü. Sehr verschieden von diesem Degräbnisplahe ft ein Friedhof, der in einer deutschen Gebirgs- legend liegt und Tausende seinesgleichen hat. er befindet sich auf einer vom Winde überwehten Jö und ist ohne jeden Schmuck. Die Hecke, e ihn umgibt, ist an mehreren Stellen durch- Ircchen, die Gräber sind ungepflegt und vom OttiS überwuchert. Die fleißigen Menschen, die Ih dem Dorfe wohnen, zu dem der Friedhof gefönt, haben kaum Zeit, sich um die Grüber der Oh iigen zu kümmern, wenn sie auch, müde vom ! Stilb heimgehend, nach den bescheidenen Grab- feunen schauen und in Treue der Toten gedenken. dieser Gottesacker hat seine Weihe durch iit Ruhe, die über ihn gebreitet ist. Ringsum legen Wälder, die im Herbste braungoldenen khnuck tragen, dehnen sich Recker und Wiesen aie, in der Ferne sieht man die scharfen 11m- tlft eines Gebirgszuges. Beide Friedhöfe er- hmtrh an das Gotteswort: „Es ist noch eine liclje vorhanden dem Bolke Gottes." Ist dieses Gotteswort nicht ein rechtes Trost- toit für den vom Geben hin und her gejagten Draschen? Rach dem Hinfcheiden Melanchihons |imb man auf seinem Schreibpulte ein Blatt, aisf dem der Reformator die Gründe nieber- pbdjrieben hatte, warum ihm das Slerben nHt schwer werde. Rls letzten Grund gab t in: „Ich werde frei werden von allen Müh- |ili.jfciten und von der Streitsucht der Theo- L'g cn." Diele, die alt geworden sind und im ItEen viel getragen haben, empfinden ähnlich, twn sie an ihr Sterben denken. Sie sagen sich: Sann ich tot bin, werden die Menschen mir keine tncifjigÄt -Sage mehr bri-gen; sie werden mir tinz Briefe mehr schreiben, die mir Herzklopfen knir fachen; ich brauche, wenn ich einen Tritt Lif der Straße höre, nicht mehr zu fürchten, datz tn Bote kommt, der mir Hnßeil meldet; ich di-iche nicht mehr unter schwerer Sorgenlast, drückt von der ungewissen Zudinft, in die * Dieses Gedicht von Oberstudienrat Prof. Dr. »tapp (Gießen) wurde den gefallenen Lehrern til» Schülern des Gietzener Realgnmna^ Iirms gewidmet und kürzlich bei der Jahresfeier ds Vereins ehern. Realgymnasiasten zum Vortrag kbracht. D. Re^ OerLlmbau im Gießener Bahnhof. Seit einigen Monaten sind im Gietzener Bahnhof ilmbauarbeiten im Gange, die den Zweck verfolgen, wenigstens den dringlichsten Forderungen des Publikums nach befici.cn Verteyrsverhalt- nissen in unserem Bahnhof gerecht zu werden. Mit dem Rbfchlutz der Bauarbeiten dürfte in etwa 2 Wochen zu rechnen sein. Tas Bahnhofsgebäude erfährt eine erhebliche Umgestaltung im Inneren. Durch die Bauarbeiten soll uie Bahn- hofsya11e wefen11ich erweitert wer- oen, um die Abänderung des Puvtttumsuer- teyrs flufjiger als bisher zu gestatten. Zur Erreichung vte,es Zieles wurden zunächst eine An- dai;l Berwaitungsvureaus aus dem Hauptgebäude in den daneben liegenden sog. Fürsten- Pavillon verlegt, in dem üie Dien St räume des Bahnhofsvorstanves, seines Stellvertreters um) der Mitarbeiter ein vorteilhaftes ilnterlommen gesunden haben. Die durch diese Derlegung fteigetoorbenen Räume wuroen unter Hinzunayme der früheren, vom Bahnhossplah aus zugänglichen Toilettenräume umgestaltet und für die Aufnahme der S t a t i o n s k a s s e hergerichtet. Die hieran unmittelbar angrenzenden. bisher zu Kassenzwecken benutzten Räumlichkeiten wuroen in einem durchgreifenden Umbau zu einer Halle von ansehnlichen Ausmatzen neugestaltet, in der die Gepäckabfertigung untergebracht werden soll. Dieser Teil des Limenumbaues ist gegenwärtig noch im Gange. Rach seiner Beendigung in etwa zwei Wochen wird die Gepäckabfertigung, die gegenwärtig etwa ein Viertel der großen Bahnhofshalle einnimmt, dorthin verlegt werden, wodurch dann die Bahnhofshalle vollständig für die Benutzung durch das Publikum frei werden wird. Der künftige Raum der Gepäckabfertigung wird sowohl von der Bahnhofshalle aus zugänglich sein, wie auch vom Bahnhofsplah her einen direkten Zugang haben. Die unmittelbare Derbindung von der Gepäckabfertigung zum Bahnhofsplah soll vor allem dazu Lienen, die Abbeförderung von größeren Gepäckstücken aus dem Gepäckraum nach der Straße unter Dermei- öung der Bahnhofshalle zu ermöglichen, wodurch sowohl den Wünschen der Reisenden, wie auch den Interessen der Gepäckverfrachter gedient sein wird. Während der westwärts gelegene, größere Teil der künftigen Gepäckabfertigung für Die Behandlung und vorübergehende Aufbewahrung größerer Gepäckstücke vorgesehen ist, wird auf der kleineren östlichen Seite die Aufbewahrungsstelle für Handgepäck eingerichtet. Diese Zusammenfassung des Gepäckdienstes in einem Abfertigungsraume kann wohl als eine glückliche Lösung angesvrochen werden, durch die es ermöglicht wird, datz zur Aufbewahrung ein- geliefertes Handgepäck, dessen Beförderung die Bahn übernehmen soll, ohne weitere Umstände von einem Tische nach dem anderen herübergeho- ben werden kann. Auf der östlichen Seite der Wartehalle des Bahnhofsgebäudes ist die frühere Aufbewahrungsstelle für Handgepäck unter Hinzunahme des bisherigen Ruskunftsbureaus und gleichzeitiger Errichtung eines lleinen Anbaues nach dem ober- hessischen Bahnsteige zu zur Schaffung neuer Toilettenräume benutzt worden, deren eine Hälfte für Männer, die andere Hälfte für Frauen bestimmt ist. In seiner äußeren Gestaltung ist dieser Anbau dem Charakter des Bahnhofsgebäudes angepatzt worden. Das Auskunftsbureau wurde neben den Fahrkartenschaltern, gleich rechts vom Eingang des Bahnhofsgebäudes, untergebracht. Die Bahnsteigsperre nach dem sogenannten oberhessischen Bahnsteig befindet sich schon seit mehreren Wochen am Ausgang der Wartehalle, wodurch der Zugang zum Wartejaal 3. Klasse vollständig freigeworden ist. Die gegenwärtig noch in der Mitte der Wartehalle befindliche Sperre nach den westlichen Bahnsteigen zu wird aufgehoben werden, sobald die Gepäckabfertigung nach ihrem neuen Platze verlegt ist. Don diesem Zeitpunkt ab wird dem Publikum auch der ungehinderte Zugang zum Wartejaal II. Klasse offen- stehen. Mit dieser Umgestaltung des Derkehrsmittel- punltes in unserem Bahnhofsgebäude wird die Reichsbahnverwaltung einem schon lange geäußerten dringenden Wunsche des Publikums nach Gage der heutigen Verhältnisse gerecht. Insbesondere ist zu begrüßen, daß nunmehr in Bälde die Wartehalle von allen Hindernissen einer einwandfreien Verkehrsabwickelung befreit wird, über die schon seit langer Zeit Klagen laut geworden sind. Im Gülcrbahnhof ist den allerdringlichsten Erfordernissen des ständig angewachsenen und immer mehr steigenden Güterverkehrs einstweilen dadurch Rechnung getragen, daß bei der Umladehalle an die bisherigen Verladerampen längere Anbauten geschaffen wurden, durch deren Benutzung ein rascheres Ein- und Ausladen der Güterwagen ermöglicht wird. Gleich- z:iü5 s n' hi r e i n e A n z a h l n e u e r G l e i s e verlegt worden, wodurch man allerdings jetzt an dieser Stelle wohl an der Grenze der Aus- nuhungsmöglichkeiten des vorhandenen Raumes angelangt ist. 3m äußeren Bezirk des Bahnhofsgeländes, in der Richtung nach Klein- GinL'en zu, wurde gleichfalls mit Erweiterungen der Gleisanlagen begonnen, um auch an dieser Stelle wenigstens den dringendsten Erfordernissen zu genügen. Cs handelt sich auch hier wieder nur um eine vorläufige Göfung der brennendsten Reugestaltungsaufga- ben, eine durchgreifende und auf weite Sicht hin geltende Umgestaltung kann natürlich nur durch einen Bahnhofsumbau von größtem Ausmaß erzielt werden. Dafür ist aber bei der gegenwärtigen Finanzlage der Reichsbahn und bei der Beschaffenheit des deutschen Kapitalmarktes für die nächsten Jahre Wohl keine Aussicht vorhanden. Immerhin darf mit Genugtuung begrüßt werden, datz jetzt wenigstens das geschehen ist, was im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten durchgeführt werden konnte. Jetzt kein Millioncnbau. In diesem Zusammenhang sei betont, datz eine kürzlich durch verschiedene kleinere Zeitungen der Provinz gegangene Rachricht über die Inangriffnahme eines großangelegten und in die Millionen gehenden Umbaues unseres Bahnhofs nicht den Tatsachen entspricht. In jener Meldung, auf deren Wiedergabe wir verzichtet haben, war ein Teil der fetzigen Umbauarbeiten ohne jede Begründung in Zusammenhang gebracht worden mit Plänen, die schon feit mehreren Jahren bestehen und die auch über den Kreis dec unmittelbar beteiligten Dienststellen hinaus bekannt sind, für deren Durchführung aber, wie gesagt, auf absehbare Zeit hinaus die Geldmittel nicht zur Verfügung stehen werden. Die Kosten der Umbauarbeiten in den letzten Monaten belaufen sich auf etwa 100 OOO Mk. dunkle Rächt hineinzufahren. Alle, die so emp- sinden, werden mit Sehnsucht der Ruhe entgegensehen, die dem Volke Gottes vorhanden ist. Doch wird dieser Gedanke allein in seltenen Fällen das Grauen überwinden, das der Mensch vor dem Sterben hat. Vielen wird es gehen, wie es Thomas Mann an einer seiner Figuren in feinem berühmten Romane „Buddenbrooks" barlegt: „Sobald er nämlich fein zeitliches Ende nicht mehr als eine ferne, theoretische und unbeträchtliche Rotwendigkeit, sondern als etwas ganz Rahes und Greifbares betrachtete, für das es unmittelbare Vorbereitungen zu treffen galt, begann er zu grübeln, in sich zu forschen, fein Verhältnis zum Tode und den unirdischen Fragen zu prüfen, und da bereits bei den ersten derartigen Versuchen ergab sich ihm als das Resultat eine heillose Unreife und Unbereitschaft seines Geistes, zu sterben." Dem, der im Krankenzimmer liegt und sich darüber klar ist, daß er nicht mehr lebend über die Schwelle hinauskommt, bricht alles zusammen, worauf er sich seither verließ: Reichtum, Familienstolz. Freude an der Welt, Erfolg in der Arbeit, Umgang mit Menschen. Daraus erwächst dem denkenden Menschen die Pflicht, sich auf den Tod innerlich zu bereiten. Metaphysische Vorstellungen, praktische Erwägungen, Bilder, voll von Phantasie und Farbe, helfen hier nicht, hier sind Klarheit und Gewißheit nötig. Klarheit und Gewißheit findet der Christ in feinem Glauben. Er glaubt an die Giebe Gottes, er glaubt daran, auch wenn die Wirllichkeit ihn scheinbar eines anderen belehrt. Aus dem protestantischen Friedhöfe zu Rom an der Pyramide des Cestius hat Goethes Sohn August nach einem verfehlten Geben feine Ruhe gefunden. Auf seinem Grabsteine steht die lateinische Inschrift: „Goethe filius patri antevertens obiit Annor. XL. MDCCCXXX“, das heißt auf Deutsch: „Goethes Sohn, starb, dem Vater vor- ausgehend, im Alter von 40 Jahren im Jahre 1830“. Eine Inschrift ohne Inhalt, ohne Tiefe, ohne Trost. Aber nicht weit davon liegt ein Grab, dessen Inschrift den Wortlaut hat: „Fr6- dörie Mollinger, 1864—1928. Und trotzdem .. Offenbar beziehen sich die beiden letzten Worte auf die Stelle im 73. Psalme, die Gutßer übersetzt: „Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an." Der Dichter dieses Gottesliedes hatte Jammer und Geib in einem Ausmaß erfahren, daß Zweifel an der Giebe Gottes in ißm aufstiegen, aber er rang diese Zweifel nieder und ließ nicht von Gott. So machen es viele Menschen, die durch den Verlust lieber Angehöriger ein Geib erfahren haben, das nie zur Ruhe tommt Sie bleiben trotzdem im Glauben an Öen Vater im Himmel, der die Seinen in Giebe und Treue leitet Sie sind in diesem Glauben durch Ielus fest geworden, der, unter unsagbaren Geiben ftcrbenb, sich dennoch mit Gott verbunden wußte und in dem Glauben, daß er auch ewig mit Gott verbunden sein werde, nicht erschüttert wurde. Jesus hat den Ewigkeitsglauben in mannigfachen Worten zum Ausdruck gebracht, schlichter und tiefet konnte das nicht geschehen als in dem Worte: „Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt, wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater." Jesu eigene Auferstehung ist das Siegel auf dieses Wort. An diese Tatsache, an dieses und ähnliche Worte hält sich der Trauernde, wenn er der Gieben gedenkt, die ihm im Tode vorausgegangen sind unb mit benen er nach einem Geben, in bem Glück unb Stieben fehlten, in einer besseren Welt bereinigt fein wirb. H.B. Taten für Sonntag. 24. November. 1632: ber Philosoph Baruch Spinoza in Amsterdam geboren; 1916: der Techniker Hiram Maxim, Erfinder des Maschinengewehrs, in London gestorben. Taten für Montag. 25. November. 1562: der spanische Dichter Felix Lope de Vega Carpio in Madrid geboren; — 1814: der Naturforscher Robert Mayer in Heilbronn geboren; — 1837: der amerikanische Großindustrielle Andrew Carnegie in Dunferline geboren; — 1850: der Germanist Wilhelm Sievers in Lippoldsberg geboren; — 1878: der Dramatiker Georg Kaiser in Grünheide (Mecklenburg) geboren. Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf bem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 50 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 83, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Kartoffeln 4% bis 5, Aepfel 10 bis 15, Dirnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 110 bis 130, Rüsse 40 bis 50 Pf. das Pfund; Tauben 70 bis 90 Pf. das Stück, Kisteneier 17, frische Gandeier 18 bis 19, Blumenkohl 30 bis 103, Endivien 10 bis 25, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Gauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück. Kartoffeln 3,50 bis 4 Mk., Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 10 bis 12, Aepfel 10 bis 12, Birnen 8 bis 10 Mk. der Zentner. Bornolizen. — Tageskalender für Samstag. Volkshochschule: Git Dolkskunstabend .Spiegel der Zeit", 20 Uhr, Reue Aula. — Missionsbund „Gicht im Osten": Dortrag über „Das Geisteswirken in der Heimat und auf den Missionsfeldern. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Frau im Mond". — Astoria-Lichtspiele: .Tempo — Tempo." — Tageskalende r für Sonntag. Etadttheater: „Der arme Heinrich“, 18 bis 21 Uhr. — Oeffentl. Dortrüge über Physiologie: 1. Dortrag: ,©ie Funktionen des Rer- vensystemS", 11.30 Uhr, Phys. Institut, Fried- richstr. 24. — Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, Ortsgruppe Gießen, und Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold: Kriegsgefallencn-Ehrung. 14.30 Uhr. auf dem Reuen Friel h:s. — Lieltspielhaus Dehnh:fstraße: „Die Frau im Monu". — Astoria-Gichtspiele: „Wege zu Kraft und Schönheit" und „Tiere der Rordsee". • • Handelskammerwahlen. Bei den Ersatz- und Rcuwahlen im Wah.bezirk Gießen- Stadt der Industrie- und Handelskammer Gießen wurden Kaufmann Wilhelm Horn sen. und Fabrikant Wilhelm Poppe gewählt. • • Don der Straßenbahn. Rachdem die Umänderung der Straßenbahnweiche auf dem Gudwigsplah beendet ist, wurde die Haltestelle an der Kaiserallee wieder nach dem Gudwigsplatz verlegt. • • D i e Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 1 Uhr geöffnet " Eine Gefallenenehrung veranstalten die Ortsgruppe Gießen des Neichsbundes der Kriegs- beschädigten und Kriegerhinterbliebenen und das Reichsbanner Schwarz-Not-Gold am morgigen Sonntagnachmittag auf dem Neuen Friedhof. Man beachte die heutige Anzeige. * * Oeffentliche Vortrage über Physiologie. Die von Professor Dr. B ü r k e r in früheren Jahren schon veranstalteten und stets mit starkem Interesse aufgenommenen öffentlichen Vorträge über Physiologie finden von morgen ab wieder statt. Es ist dankbar zu begrüßen, daß der Gelehrte mit der Wiederaufnahme dieser Vorträge unserer Bürgerschaft erneut Quellen schätzenswertester Belehrung erschließt. ** Ehrung eines verdienten Sängers. Auf dem Bundestag des Hess. Sängerbundes in Worms wurde der Ehrenvorsitzende des Gesangvereins „Concordia"-Gießen, Philipp Horn, für über 25jährige Tätigkeit (39 Jahre) im Dorstand dieses Vereins mit der Auszeichnung „Für Verdienst" geehrt. ** Zeppelin-Vortrag in Gießen. Der Verein für Guftfahrt und die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veranstalten am kommenden Dienstagabend in der Aula der Universität den kürzlich abgesagten Vortrag des Privatdozenten Dr. S e i i k o p s von der Deutschen Seewarte in Hamburg über die Weltfahrt des Guftschisfes „Gräf Zeppelin". Der Vortragende hat diesen weltgeschichtlichen Flug selbst mitgemacht, er kann also aus eigenem Erleben berichten. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen. **WerschenktBücherundillustrierte Zeitschriften? Die Direktion der Landes-, Heil- und Pflegeanstalt bittet uns um die Aufnahme folgender Zeilen: „Gute Bücher schätzt am meisten, wer durch Krankheit, schlechtes Wetter u. a. ans Zimmer oder gar ans Bett gefesselt ist. So sehnt sich auch die Mehrzahl der Patienten der He i l - und P f l e ge a n st a l t Gießen, Licher Straße 106, in beschäftigungslosen Stunden nach Lesestoff aller Art. Gute Lektüre erheitert die Niedergedrückten, beruhigt. Er regte, lenkt von unangenehmen Vorstellungen ab und hilft so manchem über trübe Stunden hinweg. Darum schenke, wer überflüssige Bücher, -Eilschriften, besonders illustrierte, ganze Jahrgänge, aber auch einzelne Hefte von solchen zu vergeben hat, diese der Anstalt. Er erwirbt sich damit den Dank der Kranken. Auf eine Postkarte mit genauer Adresse läßt die Direktion gern die Gaben abholen." ** Zusammenstoß zwischen Fuhrwerk undPersonenwagen. Gestern abend zwischen 6 und 7 Uhr kam der Fuhrwerksbesitzer Gustav Seibert aus Wieseck mit seinem Fuhrwerk von Gießen. In der Rähe der Sandgrube kam ihm ein Personenauto der Firma Schilling entgegen. Als der Autofahrer das Fuhrwerk, das eine hellbrennende Laterne bei sich führte, bemerkte, blendete er ab. Trotzdem fuhr er in das vorschriftsmäßig fahrende Fuhrwerk hinein. Beide Pferde wurden verletzt und mußten in die Veterinärklinik nach Gießen gebracht werden. • • Roch glimpflich abgelaufen ist ein Zusammenstoß, der gestern abend am Kreuz» platz, beim Eingang in den Seltersweg, zwischen einem Heinen Privatauto und der Straßenbahn erfolgte. Das Auto wurde mit dem rechten Vorderrad auf den Bürgersteig gedrückt, erlitt aber keinerlei Beschädigung. Dagegen schwebten bei dem lebhaften Straßenverkehr, der um diese Zeit im Seltersweg herrschte, die Passanten in recht beträchtlicher Gefahr. Erfreulicherweise wurde aber niemand verletzt. Dieser Vorfall gibt wieder Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß sowohl feilend der Straßenbahnfahrer, als auch der Führer von Kraftwagen bei den zum Teil recht unübersichtlichen Straßenkreuzungen mit Rücksicht auf die Fußgänger die allergrößte Vorsicht beobachtet werden muß. • • Eine Viehzählung findet am 2. Dezember statt. Räheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Stadtverwaltung zu ersehen. * • Genoss enschaftskursus an der Gandesuniver,ität Gießen Außir den regelmäßigen genos,enschastlichen Dor.esungen, die auch in diesem Wintersemester an der Universität Gießen abgehalten werden, findet in der Zeit vom 5. bis 7. Dezember wiederum ein Lehrgang für landwirtschaftliä'es Genossenschaft > Wesen statt, um auch den Praktikern Gelegenheit zu bieten, sich mit den aktuellen Fragen des ländlichen Genossenschaftswesens vertraut zu machen. Sowohl Professoren der Universität, wie namhafte Führer der Genossenschaftsoroani« fation werden Referate erstatten. An denRach- mittagen des 5. und 6. Dezember finden Besichtigungen der Einrichtungen der Universität, sowie insbesondere des Landwirtschaftlichen Instituts statt, ferner werden größeren genossenschaftlichen Unternehmen, Molkerei- und Lagerhausbetrieben, Besuche abgestattet werden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Satnslag nachmittag geschlossen. Hermann Groos Herr Louis Beil Schreinermeister Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 9'5'21) Oieszen (Kaiserallee 145/io). den 22. November 1929. Beileidsbesuche dankend verbeten. 07563 Geschwister Köchlin Gießen, den 22. November 1929. Unser geliebter, herzensguter Vater Hermann Lehnert, Oberlehrer i.R 07516 Danksagung, In tiefer Trauer Gießen, den 23. November 1929. sagen wir innigsten Dank. 1 Gcivan« Cibcn Die trauernden Hinterbliebenen burgcr 0754: Stuien Gießen, den 21. November 1929. 07536 Statt Karten I Danksagung, HerrnBenedikt Steinei im Alter von 65 Jahren in die ewige Heimat abzurufen. Frau Auguste Bühner geb. Becker In tiefem Schmerz Gießen, den 22 November 1929. 9590 D Großen-Linden, Lang-Göns, den 22. November 1929. Danksagung. Klara Weih geb. Stürmer 96371 Kleines Bans Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Otto Weife und Kinder. Heute mittag 4 Uhr wurde unsere einzige Tochter und Schwester Gießen, den 23. November 1929. Gretchen 965*10 Die trauernden Hinterbliebenen Ernst August Bepler Karl Otto Bep) Margarete Bepler geb. Rinn Hans August Bepler Ernst Albert Bepler nebst Angehörigen Heuchelheim, den 22 November 1929. Steinberg, 19. November 1929. 9572D Schreibmaschinen ff ratze 2. 7063V 0661V gesucht. Laden vom Vaitbe Gut erhaltener Verkäufe 3eigt ßJßnen die neuefteil wißend- u. (jefelljcßaftskleidev 7-u.11 jähr, susamm. ob. eins. au verkauf. Hoffmann. Hof- Güll bet Lick. ist heute nachmittag nach kurzer Krankheit im 83. Lebensjahr sanft entschlafen. auch für Bureau ge ctßnet,fof.A.um.77g7L BahniioiUr. 45. ist am Dienstagnachmittag nach kurzem Krankenlager im 89. Lebens fahre für immer von uns gegangen. Tüchtiges, ehrliches Mädchen •, nicht Jahren. Die Einäscherung hat in aller Stille stattgefunden. Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. November, nachmittags 2 Uhr. vom Trauerbause Bachstraße 4 aus statt. WgesWülkili für Slonbtiorei unb TagescafH gesucht. Plockftratze 9, 07562 im Laben. Kalla» - Vertretung Berkaus an Selbst» Verbraucher m. Ber- teilungslager [*,,¥ Groß-Röiteret JBebrens.Bembrg.36 Spezialfjaus für fe/dje 2)amen6efileidun< Allen, die uns in den schweren Tagen so liebreich zur Seite standen, unseren herzlichsten, tiefgefühlten Dank. MWsWe WselMM SlOlkMe i gebraucht u. gut er» halten, au verlausen, öeinritö Mos Lollar, Haupri». 60 im fast vollendeten 70. Lebensjahr. Gießen, Bad-Hombunr. Roderbeck i. Pom. Hamburg, den 22. fsovember 1929. Sommer, BiSmailksiratze 26. Dr. phil. Georg Lehnert Hedwig Lehnert geb. Rafemann bin 7 jähriges Vßevd einspännig gefahren, fehlerfrei, weg. Anschaffung ein. Autos au verkaufen. »»,v Hugo Heltzel. Bäckerei, Lang-Göns ‘igene ßhtaßanfertigung im SKauJe unter .. „„„ Auni 1. Januar 1930 gesucht. 0/529 im Zentr. der Stabt gelegen, 3x3 8tm.» Wohnung, elekirtsch. Licht, sofort billig au verkaufen. Eine 3-, beAw.4»Btm.'Wohng. kann freigemacht werben. Schriftliche Angebote mit. 07545 an d. Gietz.Ans. erb. im 15. Lebensjahre ganz unerwartet durch einen Hirnschlag von ihrem Leiden erlöst. MW erffklassigeöKabrikat mit Brätchen unb Wärmeschrank au verkaufen. 96631) Plockstraö» 161. In bester Geschäftslage Metzens grotzer KlMr Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. November, nachmittag: 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Wgenyüuler in beiten Lagen, mit sofort bestehbaren Wohnungen, sowie bestehbare Ginfomiiienöflufer sehr vreiöw. a. verk. durch <0. Rot?, Ltid- lchainatze 45. 07533 mit Kontor au vermieten. 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Äe den ist nicht sprach mit Ex Mitgliedes Sn lehnt jeyt ur deutsche Privc diert ift, Mi 1 droht, die ting< nehmen. Damit land ausüben, begriffenes W Desgleichen le spräche aus 2 schüsse ab. Di sehr bedauerli rade jetzt der Kommandant« dazu darf do materiellen Z stehen. And i Wichtig, sie ist uch und ben Sicherheit. D Inme 2 JEein Freund £L6er gleiche einen je M.,,dvr sei, % futterte ch, fr611 mi Sy»- Ni iSpÄ* Dutzend 3?c' ff4 Ä |s- $8"5$ genvf, le dieV^.Do bungerte ^ der detn '4 lich iu J^oanir Qung. h un!ttei L*par Q1 'eine tUrnhö kir.e et alle' h >n>- Nch. -chen 5 gen Ä dar ft: ^hjeft^.ebuß l. Reute flbctibS1,111: Btaerilwuaalu! 21 Stadttheater (lyciv- ■» 'S •HÜS® r °A«s IIU Uuiifpel i",gM den seli n l nt. He3*B ttoi}! ul. >D n ier bet richt, nach lieh. 1.7« er 65 10$ (g^öp u Sie mitt'- lier-L III 552 en >011 tert ott la- en ;at. übbnnbenfletommei ti'itbetbtinqet er- ball fluieBvlobnunft Hotel Prinz Carl. E.V. 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Wie schon angedcutet, sind es dann seit Holbein nicht mehr individuelle Tote, sondern es ist schon „der Tod", der sich seine Opfer holt. Als Vollzieher eines höheren, ihn beauftragenden Willens, der aber viel eigenes, hämisches Zutun nicht ausschließt. Daß sich der Tod beim Werben um die Lebenden raffinierter Täuschungsmasken und oft niederträcht'ger Schliche bedient, ist noch ein Anklang an die ersten Vorbilder. Die zugrunde liegende Tendenz ist sowieso überall dieselbe: wir alle sind nicht gefeit gegen das Sterben. Hns allen weih der Tod beklommen, mögen wir noch so gut oder schl'cht sein, noch so hochgestellt oder arm, noch so schlau oder mutig. Das aber ist es auch, was jeden Totentanz, trotz vieler Grausamkeiten im einz lnen, als Gesamtwerk eine tröstende und versöhnliche Wirkung ausüben läßt. Womit sie, alle, ihre tiefste und menschlichste Bestimmung erfüllen. Hass ferner alle I UJri L. V. Shtek gutfärjdnbteund gröbste vytBha Horloff tak, fetten ®än* sind den Fleisch- yi !„* 't । 4' gepflanzt, die doch erst Abwechslung In die Eintönigkeit bringen! Ganz von selbst kommt uns die Erinnerung an die weltvergessenen, stillen Friedhöfe dort auf dem Waldeshügel, wo uns das Rauschen der Bäume umfängt, und wir auf kurze Zeit die Welt ringsum vergessen, wo wir trauliche Zwiesprache halten können mit denen, die vor uns auf dieser 'Um putzt QiabMiffixattan 1 wunduwll mach! ei Ihne RAMESOh OEI Helm Eckel, Gustav Hofmann, Friedrich Pitz gewählt. P: 2lu s dem oberen 20.Rov. Der Handel mit hervortritt, die von den Klerikalen, Rationaldemo- Oberheim und Heinrich älhl, von der zweiten Liste Ludwig Hofmann II., Otto Kammer, Wil- Otto Lang und Erde pilgerten. Es ist deshalb gewiß keine kleine Aufgabe, die noch in manchen Gemeinden der Lösung harrt; die Friedhöfe so zu bepflanzen und so zu gliedern, daß sie uns einladen, hier im Schatten der Bäume zu rasten, in andächtiger und weihevoller Versunkenheit. VIM zerkratzt nichts beim Reinigen und Polieren! i Die w Mell derbes Lan Warum melk Pfarrer Heumann's Heilmittel bewährt bei zahlreichen Krankheiten. /180000 Dankschreiben. Das Pfarrer Henmann-Buch (272 5., 150 Abb.) erhält jeder, der sich auf di es es Inserat beruft, völlig umsonst u. portofrei durch Ludwig Heumann & Co., Nürnberg S 3. Die Pfarrer Hcumann-Heilmittel sind stet« frisch u. zu Originalpreisen erhältlich in der Niederlage: Hirsch-Apotheke Gießen Frankfurter StraBe 4. s e n hat eingesetzt. Die Preise . . . preisen entsprechend recht hoch. Für das Pfund Lebendgewicht wird von den Händlern 1,10 Mark bezahlt. Die Gänsezucht hat in den letzten Jahren hier dauernd zugenommen, weil so das billige Getreide verhältnismäßig gut verwendet werden kann. Auch ist dauernd Rachfrage nach Bettfedern vorhanden, für die 7 bis 8 Mark per Pfund bezahlt werden. — Die Fettschw einpreise halten sich schon wochenlang auf der Höhe von 85 bis 87 Pfennig pro Pfund Lebendgewicht. Die Rachfrage nach Ferkel besteht auch weiterhin, so daß trotz verstärkten Angebot- die Preise nicht merklich nachgegeben haben. 7 Wochen alte Jungtiere kosten 32 bis 36 Mark. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 22. Rov. Am Mittwochabend fand in der Aula der Stadtschule die Eröffnungsfeier der Volkshochschule statt. Herr H e g a r (Gießen) begrüßte die Erschienenen und gab zunächst die Art der Kurse, die im Winterhalbjahr gehalten werden sollen, bekannL Darauf erläuterte er an Hand einer Kurve die Motive zu der dramatischen Erzählung: .Der Verbrecher aus verlorener Ehre" von Schiller, die anschließend von ihm rezitiert wurde. Musikalische Darbietungen von Mozart und Beethoven, die von Frau Elfriede Fischer- Gießen (Flügel) und Herrn L. K n a u tz - Gießen (Violine) auS- geführt wurden, umrahmten die Feier. undankbare Aufgabe. Die aber nicht unmöglich zu lösen war, weil die deutschen Agrarier und C h r t st l i ch s o z i a l e n, die bisher schon der Regierung angehört hatten, grundsätzlich auch weiter bereit waren, mitzuarbetten. Der Ministerpräsident hat denn auch nach allen Setten seine Fühler ausgestreckt, hat mit den tschecht- schen wie mit den deutschen Sozialdemokraten verhandelt und schließlich alle überrascht, indem er jetzt mit einer neuen alltschechi- schen Koalition -----““ *** Agrariern über die ---------.... ...... . kraten und Rationalsozialisten bis zu den Sozialdemokraten reicht. Die Verhandlungen mit den Deutschen hat er ziemlich Plötzlich abgebrochen, die Deutschen sind also, wenn nicht im letzten Augenblick die Tschechen doch wieder unter sich uneins werden, ausgebootet worden und müssen nun eine ziemlich traurige Bilanz der vier Jahre ihrer Regierungstätigk.it z.ehen. Damals waren die Tschechen mit ihrem Latem am Ende. Eie muhten sich innerlich sagen, daß sie nicht imstande waren, ihren Staat aus eigener Kraft zu konsolidieren, und daß sie um em Zusammenarbeiten mit den übrigen Dölkeim, die innerhalb ihrer Grenzen wohnen, nicht herumkämen. Das machte sich auch nach außen hm sehr gut, weil dann gerade in Genf wirkungsvoll auf den Abbau der nationalen Gegensätze hingewiesen werden konnte. Ein Teil der deutschen Parteien Hot sich damals auch zur Mitarbeck bereit erklärt, mit dem Ergebnis, daß dadurch die Kluft unter den Deutschen nur noch tiefer wurde, der ohnehin scharf geführte parteipolitische Kampf im deutschen Lager nahm ge- hässlge Formen an. Die deutschen Regierungsparteien mußten sich .nach'agen lassen, das; ia auch sie die berühmte Erklärung von 1919 mit- unterzeichnet hatten, worin sie die Einverleibung der sudetendcutschen Gebiete in der Tschechoslowakei nicht als Rechtsgrundlage anerkannten, und jetzt saßen sie plötzlich in der Regierung. Ihre praktischen Erfolge sollten ihre Rechtfertigung sein. Sie sind im wesentlichen aus geblieb en. Das einzige, was sie für sich an- führen können, ist, daß sie bestimmt vielerlei verhindert haben. Jetzt aber ist es mit ihrer Hilfe gelungen, die aktuellen Gegensätze unter den tschechischen Parteien zu beseitigen. Sie wer- den nicht mehr gebraucht und können gehen. Ein demütigender Ausgang, der aber hoffentlich das eine Gute haben wird, daß damit die Gegensätze im deutschen Lager geringer werden und jetzt endlich die Möglichkeit sich ergibt, einen großen deutschen Block — wenigsten- mit Ausnahme der Sozialdemokraten — zu bilden, der an nationaler Stoßkraft zurückgewinnt, was Nilow dar Stc , 3m Nd)t tun9 materief] äur Srä|tigUn SÄ Nialjr ;Sun9 und ftnb'lfyn 50 !°dt wordr" 25. B» Sä ^'chen, enih drei 15«:*? 150 CrlMi*. ®a ^-hnach^ ’ --L Die Das Eisenbahnunglück bei Dutenhofen Verhandlungen vor dem Erweiterten Schöffengericht Wetzlar. S er einigte Mitiekstandspariet, 173 Stimmen und fünf Sitze. Fünf neue Mitglieder ziehen in den künftigen Gemeinderat ein. Die Wahlbeteiligung war sehr gering, von 645 Stimmberechtigten machten nur 312 von ihrem Wahlrecht Ge» brauch, also nicht 50 v. S). Es gelten als gewählt: Listei: Adolf Kleinkurt, Emil Bausch, Eduard Köhler und Emil Walther; Liste2: Otto Bausch, Adam Nies, Karl Rabenau, Hch. Wenzel I. und Heinrich Pauli L r Steinheim. 21. Rov. Der hiesige Gern e i n d e r a t hat eine geringe Verschiebung nach links erfahren. Während er sich seither au- 7 Vertretern des Landbundes und 2 sozialdemokratischen Arbeitern zusammenletzte, hat die-mal die Liste „Sozialdemokratische Partei" 3 Gemeinderatsmitglieder, und die Liste de- Hessischen Landbundes 6 Vertreter aufzuweisen. ES wurden von der ersten Liste Otto Streb, Adolf verlorcngegangen ist, und im übrigen darauf wartet, daß die tschechischen Agrarier und Sozialdemokraten sich über die Zollpolitik doch bald wieder in die Haare geraten. Llnsere Oorffriedhöse. Eine Betrachtung zum Totensonntag. Wer je einmal den Vogelsberg durchwandert hat, wird sicher nicht an dem sog. Toten- küppel, bei dem Dorse Meiches, vorbeigegangen sein. Es ist dies der Friedhof, nahezu eine halbe Stunde von dem Dorfe entfernt. Altes, zerfallenes Mauerwerk umgibt die Ruhestätte derer von Meiches, mächtige Bäume beschatten die Gräber. Eine ganz eigenartige Stimmung umfängt uns, wenn wir dieses Plätzchen betreten. Da drüben liegt das kleine Dorf, hierher trägt man seine Toten, um sie in Familiengräbern zu bestatten. Verwitterte Kreuze und Steine, verwischte Inschriften erzählen von der Vergangenheit. Dort in der Gemeinde gehen vielleicht manche entzweit und feindlich aneinander vorbei, hier aber, am letzten Ruheplatz, kommen alle wieder zusammen. Wenn man an einem Sommerabend, beim Scheiden der Sonne, dort oben gesessen hat, wird man diese Stunden nie vergessen, nicht nur, weil uns hier Gedanken der Vergänglichkeit beschleichen, die unwillkürlich zur Wehmut hinüberleiten, sondern weil dieser Friedhof geradezu mit Poesie übergossen ist. Wir haben auf Wanderungen durch unser deutsches Vaterland noch öfters Gelegenheit gehabt, solche idyllischen Friedhöfe zu sehen und dort einige Minuten in Andacht zu verharren. Teils liegen sie am Waldesrand, mitunter auch mitten im Wald, auf Dergeshöhe, an einem Abhang, oder ganz versteckt unter Bäumen. Wenn wir einen solchen Ort betreten, kommt ganz von selbst eine andächtige Stimmung über unS, wir treten unwillkürlich leiser auf, sprechen nur halblaut und schauen in Gedanken versunken nach den Blumen, die den Toten als letzte Grüße von ihren Angehörigen geschenkt werden. Wir oft konkmen wir aber auch auf Dorffried- höfe, die kahl und trostlos vor unserm Auge liegen. Da reiht sich, genau abgemessen, Grab an Grab, jedes mit einem kalten Zementmäuerchen umgeben, darauf Kreuz neben Kreuz, eins fast ?,enau so wie das andere. Das gilt besonders ür die Friedhöfe, die nach Feldbereinigungen neu angelegt wurden. Man wird beinahe an manche Friedhöfe von großen Städten in den südlichen Ländern erinnert, wo die Gräber in hohe Mauern eingebaut sind. Da wandelt man dann wie in der Straße einer Stadt. Jedes Grab hat eine Rümmer, hier und da ein verwelkter Blumenstrauß, sonst nichts. Solche Steinwüsten wirken in ihrer kahlen Einförmigkeit abstoßend auf den Besucher. Wohl geben sich die Landleute die größte Mühe, ihre Gräber mit den schönsten Blumen, die sie in besonderen Kästchen umständlich aufziehen — neben der Feldarbeit! —, zu schmücken, aber all' die Dlütenpracht wird erstickt durch die Gleichmäßigkeit der Steine. Rirgends sieht man einen Ruhepunkt für da- Auge, wie selten werden Bäume Der Zugzusammenstoß bei Dutenhofen am 9. Oktober 1928, bei dem bekanntlich erheblicher Sachschaden zu verzeichnen war, fand nunmehr sein gerichtliches Rachspiel. Unter der Anklage der Transportgefährdung, sowie der fahrlässigen Körperverletzung halten sich ein Lo- komotivführer aus Gießen, sowie ein Zugführer aus Watzenborn-Steinberg zu verantworten. In etwa vierstündiger Verhandlung, zu der eine ganze Anzahl Zeugen und zwei Sachverständige geladen waren, ergab sich etwa folgendes Bild: Don Gießen aus war an jenem Unglückstage vormittags ein Arbeitszug auf dem rechten Gleis mit Material zu einer vor Dutenhofen befind- Gleisumbaustelle abgelassen worden. Lokomotivführer und Zugführer dieses Zuges waren die Angeklagten. Infolge Verspätung eines um dieselbe Zeit von Gießen nach Wetzlar abgehenden Personenzugs verzögerte sich die Abfahrt des Arbeitszuges um etwa 40 Minuten. Die Aus- bzw. Einladung des Reu- und Altmaterials konnte in der durch diese Verspätung verkürzten Zugpause durch den Arbeitszug an der Baustelle nicht beendet werden. Der Arbeitszug war daher gezwungen, um dem kurz nach 8 Uhr von Gießen abgehenden Personenzug die Durchfahrt freizumachen, das Ueberholungsgleis hinter Du- tenhofen aufzusuchen. Von dort fuhr er dann auf vorschriftsmäßige Weisung des Fahrdienstleiters in Dutenhofen auf dem anderen Geleise zur Baustelle. Vom Fahrdienstleiter in Dutenhofen war daraufhin gleichzeitig mündlich darauf hingewiesen worden, daß etwa eine Stunde später das Geleise für den um 9.17 Uhr die Station Dutenhofen von Wetzlar passierenden Perfonenzug frei sein müsse. Etwa gegen 8.30 Uhr gab der Arbeits'ua von Posten 146 aus — dieser liegt außerhalb der Cinsahrts ignale zum Bahnhof Dutenhofen — telephonisch Rachricht an den Fahrdienstleiter in Dutenhofen über seinen Stand. Gegen 9 Uhr drückte dann der Arbeitszug wieder zurück, um in die Station Dutenhofen einzulaufen. Hierbei wurde das Einfahrtssignal übersahren. Unterwegs, kurz^ vor der Unfallstelle, will dann der Lokomotivführer an einer Telephonbude gehalten und einen Zugbegleiter beauftragt haben, bei dem Fahrdienst- leitet in Dutenhofen anzufragen, ob der Arbeitszug einfahren könne. Angeblich habe auf diese telephonische Anfrage hin der Fahrdienstleiter geantwortet, der Arbeitszug solle kommen. Daraufhin gab dann der Zugführer Anweisung an den Lokomotivführer zur Weiterfahrt des Arbeitszuge;, die dann auch in langsamem Tempo erfolgt sei. An der Abzweigung der Strecke Bergwald fuhr nun der Arbeitszug auf einen auf Dem gleichen G.'eis aus entgegengesetzter Richtung mit ziemlich hoher Geschwrndigfeit ankommenden Güterzug. Infolge herrschenden Rebels war die Sicht nur eine ganz geringe. Obwohl beide Lokomotivführer, wie sie bekunden, sofort versuchten, ihre Züge zum Halten zu bringen, war das Unglück unvermeidlich. Die 'Lokomotive des Güterzuges wurde aus dem Gleise gehoben, die ersten drei Wagen, darunter der Packwagen, wie Streichholzschachteln zusammengedrückt. Wie durch ein Wunder war der im Packwagen befindliche Zugführer noch verhältnismäßig glimpflich davongekommen, während der Lokomotivführer erhebliche und der Heizer weniger schwere Verletzungen davontrugen. Dom Arbeitszug, der in die Station hereingedrückt wurde und bei dem sich die Lokomotive also hinten befand, waren die vier letzten Wagen ineinandergeschoben worden. Die auf dem Packwagen befindlichen Leute konnten sich noch in letzter Minute durch Abspringen in Sicherheit bringen. Die Beweisaufnahme ergab kein klares Bild. Die Angeklagten bestritten eine Schuld ihrerseits und behaupteten, die bestehenden Fahrdienstvorschriften beachtet zu haben. Lediglich die infolge des Rebels herrschende Unsicherheit trage die Schuld. Ein Rangierer des Arbeitszuges bekundete eidlich, daß ihm der Fahrdienstleiter in Diltenhofen auf die telephonische Anfrage hin geantwortet habe, der Arbeitszug könne einfahren, dieser hingegen bestritt unter seinem Eid, ein derartiges Gespräch geführt zu haben. Auch nach dem Gutachten der Sachverständigen war den Angeklagten eine direkte Schuld nicht nachzuweisen. Entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft sprach das Gericht daher beide Ange - klagten kostenlos f rei. In der Begründung wurde ausgeführt, daß die Derhandlung keine völlige Klärung ergeben habe, da sich die Aussagen zweier Zeugen gegenüberstehen. Das Gericht nimmt daher an, daß ein Telephongespräch über die Einfahrt des Arbeitszuges vielleicht mit einer falschen Befehlsstelle stattgefunden habe, die wohl in der Eile die Anweisung zur Einfahrt gegeben habe. Oberheffen. Landkreis Gietzen. ch Garbenteich, 20.Noo. Zur Gemeinde- r a t s w a h l waren hier zwei Wahlvorschläge eingereicht worden. Dorschlag 1 mit dem Kennwort „Sozialdemokratische Partei" erhielt 7 Sitze, Dorschlag 2 mit der Bezeichnung „Bürgerliche Partei" 5. Die Gewählten von Liste 1 sind: Heinrich Mohr I., Dersichr- rungsinspektor;. Friedrich Briegel, Schlosser; Karl Hupfeld, Metalldreher; Ludwig Stumpf, Schrei- nermcifter; Heinrich Decker, Strahenwart; Jakob Stumps VI.. Weißbinder; Ludwig Stein, Buchbinder. Don Liste 2 sind gewählt: die Landwirte Johannes Hinterländer, Jakob Sommer, Jakob Wallbott, Heinrich Schmidt und der Maurerpolier Ludwig Keßlar. Die Wahlbeteiligung betrug nur 56 v. H. aL Allendorf (Lahn), 21. Rov. Bei der Gemeinderatswahl haben in unserer Gemeinde 376 Personen gewählt. Wahlberechtigt waren 540. Don den abgegebenen Stimmen waren 359 gütig und 17 ungiltig. Es entfielen auf den Wahlvorschlag „Sozialdemokratische Partei" 113, auf den Wahlvorschlag „Gifte Keiner" 80, auf den Wahlvorschlag „L l st e Karl Gärth" 126 und auf den Wahlvorschlag „Gifte Wilhelm Theiß" 40 Stimmen. Es sind gewählt: Wahlvorschlag 1 Gudwig Guh IX., Gudwig Wagner V. und Wilhelm Stengel. Dom Wahlvorschlag 2 Heinrich Keiner und Gudwig Wagner IV. Dom Wahlvorschlag 3 Karl Gärth, Gudwig Dolk XXI. und Philipp Steinmüller II. Dom Wahlvorschlag 4 Wilhelm Theiß. Reugewählt wurden Heinrich Keiner, Gudwig Wagner IV. und Wilhelm Theiß. Ausgeschieden sind Friedrich Heinrich, Johs. Volk II. und Philipp Heep HL • Oppenrod, 20. Rov. Bei der Gemeinderatswahl blieb den Wählern unseres Ortes ein Wahlkampf erspart, da nur eine gültige Gifte eingereicht war. Don den Gandwirten die im seitherigen Gemeinderat alle Sitze innehatten, wurde, da eine Einigung nicht erzielt werden konnte, für die diesjährige Gemeinderatswahl ein Wahlvorschlag nicht eingereicht, so daß die neue Gemeindevertretung nunmehr aus 5 Arbeitern und 2 Landwirten besteht. Da die seitherigen Gemeinderatsmitglieder vollständig ausscheioen, treten an ihre Stelle Joh. Hch. Hahn, Pflasterer; Hch. Kinzebach, Landwirt; Wilh. Balser VIII.. Weißbinder; Ludwig Rüster, Weißbinder; Wilh. Kinzebach, Landwirt; Ludwig Haas, Maurer; und Wilhelm Schmitt, Maurer. gck. Großen-Dufeck, 20. Rov. In einem Saale der neuen Schule fand der erste Dortrag der Volkshochschule Oberhessen in diesem Winter statt. Dr. M a l e ch sprach über neuzeitliche Ernährungskunde. In klarer, überzeugender Weise zeigte der Redner, wie eine einseitige Ernährung, auch wenn sie aus an und für sich „kräftiger" Kost besteht, den Körper in feiner Widerstandskraft schwächt und dadurch zu Erkrankungen führen kann, den sog. Mangelkrankheiten. Soll diesen vorgebeugt werden, müssen unsere Speisen, wie Erfahrungen und an Tieren vorgenommene Versuche nachweisen, gewisse Bestandteile, wenn auch nur in geringer Menge, enthalten. Der Mensch muß bei Der Zusammenstellung seiner Rabrung auf das Vorhandensein dieser Stoffen bedacht sein und Sorge tragen, daß sie bei der Zubereitung der Speisen nicht vernichtet werden. Durch Lichtbilder wurde der Vorgang der Verdauung und der Gehalt verschiedener Rahrungsmittel an jenen Stoffen erläutert. Die Besucher hatten zum erstenmal Gelegenheit, den neuen Lichtbildaxparat der Schule, der von Lehrer Jung bedient wird, in Tätigkeit zu sehen. Der Vortrag findet an zwei weiteren Dienstagen seine Fortsetzung. Auch von auswärts waren einige Zuhörer erschienen. Der Vortrag fand lebhaften Anklang. -n- Ober-Bessingen, 20. Rov. Bei der Gemeinderatswahl brachte das Resultat eine äleberraschung. Die Liste der Gewerbetreibenden bekam 5, die des Landbundes 2 Sitze. Da aber der erste Wahlvorschlag nur 4 Kandidaten aufwieS, so fiel der letzte Sitz iwch dem Landbund zu, so daß dieser zu 3 Mandaten kam. Bei etwaigen Rachwahlen kommen nur noch Kandidaten des letzten Wahlvorschlages als Ersah in Betracht. Gewählt sind von Gewerbetreibenden: Rudolf Dünding, Müller; Aug. Rinker, Zimmermeister; Johs. Rinker III., Pflastermeister, und Ernst Jox. Schreinermeister. Für den Landbund kommen in den Gemeinderat: Karl Seipp III.; Karl Walter und Ernst Kühn, sämtlich GanLtoirte. Außer Ernst Jox und Ernst Kühn gehörten die übrigen Gewählten dem alten Gemeinderat an. —n— Nieder-Bcssingen, 20. Noo. Bei der Gemeinderatswahl waren hier zwei Listen aufgestellt. Es wurden gewählt: Liste 1: Soz i al- demokratische Partei: Hermann Pein, Gg. Roth V., Karl Keblowsky; von Liste 2: H e s s i s ch e r Landbund: Wilhelm Lotz III., Heinrich Schroder V., Adam Roth, Joh. Schläßinger. Die Wahlbeteiligung betrug nahezu 65 v. H. df. Langsdorf, 20.Noo. Zur Gemeinde- r a t s w a h l waren hier zwei Listen eingereicht. Die Liste 1, Vereinigte B ü r g e r p a r t e i, erhielt 1.39 Stimmen und damit vier Setze, die Liste 2, Kreis Büdingen. rl. EckartSborn, 16. Rov. Heute fand hier dir Mvnatsverfammlung des BezirkSleh- rervereins Ortenberg statt. Rach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten sprach Lehrer Jakob y (LißHrrg) über ferne Eindrücke und Erlebnisse im Paris und Dersailles im Sommer 1929. Abends hatten wir hier eine Vorführung des Filmes „Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten"; sie war sehr gut besucht. ]:[ Usenborn, 18. Rov. Die Schürfungen nach der Quelle für die hiesige Wasserleitung sind von großem Erfolg gewesen. Es wurde von Bauunternehmer Leiner in Bir- ftein an Den ersten Häusern in der Rähe der Straße nach Gelnhaar eine Quelle angehauen. Die täglich ungefähr 140 cbm Wasser liefert preutzen. Kreis Biedenkopf. ~ Bieber, Kr. Biedenkopf. 18. Rov. Gestern veranstaltete Gastwirt Scherer in feinem neuen Saale ein sehr gut besuchtes Konzert, das von dem Musikkorps des 1. Bat 3nf.- Reg. 15 Gießen, unter persönlicher Leitung des "Obermusikmcisters Löb er ausgeführt wurde. Trotz des schlechten Wetters beteiligten sich viele Musikfreunde Der umliegenden Orte. Die Andacht, mit Der Die sehr guten Darbietungen ausgenommen wurden, bewiesen deutlich, daß auch auf Dem Lande ein starkes Bedürfnis für Derartig? Veranstaltungen besteht. Herrn Scherer gebührt Dank dafür, daß er mit vielen Kosten einen solchen Bau errichtet hat, der es ermöglicht, den Einwohnern unseres Ortes einen Derartigen Kunstgenuß bieten zu können. (Schluß de» daklionellen Teils.) Mangel an Bewegung ist die dauernde Klage der Vielbeschäftigten und Ueberlasteten. Wo die Muskeln nicht arbeiten, staut sich das Blut. Blutstauungen lassen vor allem Hämorrhoiden entstehen. Nachdem aber die Ursache der Hämorrhoidalcntzündungen mit ihren Schmerzen und Leiden erforscht ist, lasten sich diese Leiden leicht verhüten und beseitigen. Wer ein Interesse daran hat, von Hämorrhoiden jeder Art befreit zu werden, macht sich die neuesten Forschung»« ergebnisse zunutze und gebraucht Posterisan. Auf« klärende Broschüre über das Posterisan erhält man kostenlos in allen Apotheken. — Originalpackung Posterisan-Salbe RM. 1,75; — Posterisan-Zäpfchen RM. 2,65._________________________________8772v BM DM KZ w liÄ«* sM AS «8 nt «?°NdNtal. teoB f lehten Jahr«, das blU$ • bewendet werden HA? Wurt l,tc die Erschienenen wt fturje, die im dm sollen, besannt, iw einer Kurve die ft ErMung'. .Der Ehre" von Schiller, Mert wurde. M. rzart unLTeethvvm, er-Siehen lSlügel) eßen (Üiofmc) aui> die Feier. lgen. »v. Amte fand hier i Bezirk-leh« g statt. Aach Er« elegrnheiten sprach über seine Ein« , irii und Lersaille« 5 hatten Vir hier Mi .Amerika, Mi Miellen"; sie Var DD. Die Schürfungen SDasserlei' lg gewesen. Ei r Leiner in Ar« n in der Mhe der Quelle angchauen, i Wasser liefert. n« nlo-s. ops, 18. Dvv. Testern >rer in seinem neuen lles Konzert, das bei 1. 2at. 2ns' • prrsünlicher Leitung MrauSgeMMr.e s beteiligten sich v'ck Den Orte. Die Andacht, irbictungm *ow sich, dab ,iö für derart^.' Der 7 Scherer s*t vielen Kosten einen . Mr es ermöglicht, seinen derartrgen ■tiS* -i-Ss j iSUAbb' tberuf^ ^’TsCo-.N W 5«*** nttei ___7 i. hnutrnbe Klage der MobieWtln Wlut Blutstauungen ,»ate«iiü*£L ii> *¥Ä?uä WettfaUa Melkmaschine der beste Helfer in der Landwirtschaft Warum melken Sie noch mit der Hand? „WESTFALIA- wacht ei Ihnen leichter und bequemer! 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Es worden ausgegeben: 5», b-, 15-, 25- und 50-Pfennigmarken zum Äerkaufspreise von 7, 12, 20, 35 und 90 Pfennig, eine amtliche Bildpostkarte mit eingedruckter 8-Pfennigmarkc zum Der- eaufspreisc von 12 Pfennig und Marken- Heftchen, enthaltend sechs 5-, vier 8« und drei 15-Pfennigmarken zum Preise von 1,50 RM. 8828V Die Marken sind außer an den Postschaltern au^) beim Slädlijchen Wohl, ßchrlsamt, Garlenstratze 2, Zimmer Nr. S, erhättlich. Den Freimachungswert erhält die Deut« sche Reichspost und von dem Wohlfahrts- Aufschlag die Gießener winternolhilfe 80 v. h., aber nur dann, wenn die Marken üom Wohlfahrtsamt bezogen werden. verwende jeder, insbesondere für die ve.hnachls-, Neujahrs, und Oslerpost, mir die wohlsahrtsbriefmarken, und kaufe er sie beim Städtischen Wohlfahrtsamt, cSarlenstrahe 2, Zimmer Nr. 8. Gießen, den 21.Lttober 1929. Gießener winternolhilfe. Bekanntmachung. Letr.: Straßeichahnbetrieb Die Umänderung der Weichenanlage auf dem Ludwigsplcch ist erfolgt. Die zuletzt eingeführte Haltestelle an der Kaiserallee wird mit sofortiger Wirkung wieder in die Vusweiche auf dem Ludwigsplatz verlegt. Gießen, den 23. November 1929. Direktion der Städtischen Straßenbahn Gießen. Stolte. Totalausverkauf meines gesamten Teppichlagers nur noch so lange Vorrat Stoff-Abteilung Läuferstoffe, Felle und Chaiselonguedecken noch in großer Auswahl von Mk, Fabelhaft billige Preise Ottomane Mantelstoff, englischartig, .von Mk. Günstige Gelegenheit für Weihnachtsgeschenke Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Fernsprecher 3636, Plockstraße 14 9459A die die die Los Los 15 Los 10 muß Die Einlösung der Abonnements in gediegener Ausführung I075(*9 bar au verkaufen. bestens eingeführten 9653V Rudolf LlahutAL?' Descheiiitz 2T/1 ®SST IBS Rudolf Moste, Mannheim. 9654V Teppitlfe dielet in reicher fXu6x»aftt 8 6 5 Rauchtische Spieltische 7.80 4.50 4.50 1.70 2.80 3.80 5.95 9.50 an an an an an an an Beste deutsche Bezugsquelle. Wollflausch .... Popeline Wollgeorgette . 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November 1929. Industrie« und Handelskammer Gießen. Schirmer, Kommerzienrat. "EbsVvsvSauf. Die Gemeinde ReinbardSbain beab- sichttgi einen jungen, zur Zucht unbrauchbaren Eber am Mittwoch, dem 27. November 1929, nachmittags 2 Ubr, gegen Bullenverkauf. Die Gemeinde Bersrod beabsichtigt, Montag, den 25. November 1929, nachmittags 2 Uhr, einen abgängigen Dullen auf dem Submissionswege zu vergeben. Offerten pro Zentner Lebendgewicht sind bis zu vorgenanntem Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, woselbst an« schließend die Oeffnung der Offerten statt« findet. Nähere Bedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. 9650D Bersrod, den 21. November 1929. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. _____________Becker._____________ Bekanntmachung. Betr.: Viehzählung am 2. Dezember 1929. Am 2. Dezember 1929 findet, wie alljährlich, die Viehzählung in den Gemein- den Gießen und Schiffenberg statt. Die Aiehbesitzer haben den Zählern die notwendigen Anoaben bezüglich ihrer Viehbestände bereitwilligst zu erteilen. Auf die Bekanntmachung des Kreisomts Gießen, angeschlagen in den Aushängekasten der Stadt Gießen, wird besonders hingewiesen. Gießen, den 20. November 1929. Der Oberbürgermeister. (9643C I. D.: Dr. Rosenberg. von .von von von von von u. a. m. DeteklivAaskannei jetzt Kuritr. 17 p., Bad Naubeim erleblat Zhnen alle vertraulichen Ange- leaenvetlendtSkrelu. preiswert. Ermilte« lunaen, Beobachtungen. Gesuche. '45 e- weismitteli.Slras'u. Zivllvrozesseii, Kredit- u. HeiratSauSk. aittalleBlatzedWeli Achtung! Ccfcn, Heide Heizungen usw. reinigt ».repariert sachm. und billigst Abt.: Herd» u. Cfen« schlosseret 07555 Petri Wetzsteinttraste 42 Prima Kuhfleisch Pfund 75 Pf. Hackfleisch Pfund 1.- Mk. Jakob Keoenweg 10 Reine Naturweine eigen. Oberbarbier Gewächs, eniDTieblt reell und preiswert. <2. Gei&eet, Weingutöbcsitzer. Landau. Rtninvf. 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Gedenkrede: Herr Bezirksleiter Denner vom Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen. Die gesamte Bevölkerung von Gießen bitten wir, mit uns an die Gräber der Kriegsopfer zu treten. WWM öer SliWSesWlglen o. krlegkkWleMseveneli SllMWe (Biesen WWMkl SWalz-Mk-Solö, Lietzen Bei schlechter Witterung findet die Feier in der Friedhofskapelle statt. .963911 kann Ihnen nur einen Bruchteil meiner Erzeugnisse zeigen II Sie werden erstaunt sein, wenn Sie meinen ca. 1000 qm großen Ausstellungsräumen einen unverbindl. Besuch abstatten und eine sehr reiche Auswahl*vorfinden in: Dienstag, 26. Nov., abds. 8.15 Uhr, in der Aula der Universität Eindrücke u. meteorologische Erfahrungen auf der Weltfahrt des Graf Zeppelin Lichtbilder-Vortrag des Meteorologen bei der Weltfahrt Regierungsrat Priv.-Doz. Dr. Seilkopf, Deutsche Seewarte, Hamburg Eintrittskarten (numeriert) zu 2 Mk., Schüler und Militär zu 1 Mk. Im Vorverkauf bei Challier, Neuenweg 9. Studentenkarten beim Hausverwalter Ritter zu 1 Mk. 9 Die Mitglieder der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde erhalten gegen Verweis der Mitgliedskarte im Vorverkauf Eintrittskarten zu 1 Mk. (bis zu 4 Stück). An der Abendkasse nur Karten zu 2 Mk. O Die bereits gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit 2629U Sängerkranz Giefeen Donnerstag, den 28. November 1929, abends 8 Uhr, in der neuen Aula der Universität Die Jahreszeiten Oratorium für Solostimmen, Chor und Orchester von Joseph Haydn Solisten : Bettina Frank (Sopran) Nürnberg. August Richter (Tenor)Köln,KammersängerErnstEverts(Baß)Köln Orchester: Der Gießener Orchesterverein Am Flügel: Mimi Bock, Gießen Chor: Gemischter Chor des Sängerkranz Gießen Leitung: Chormeister Albert Kasten, Gießen Eintrittskarten: Mk. 4.-. Mk. 3 -, Mk. 2.-, in der Musikalienhandlung Ernst Challier und der Abendkasse. Studentenkarten Mk. 1.50 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. WOHNUNGSUCHENDE! HYPOTHEKENBELASTETE! KINDERREICHE! Sonntag, den 1. Dezember 1929, nachmittags 2 Uhr. wird im großen Saal des Cai6 Leib, Gießen, Walltorstraße, von dem Vorsteher unserer Genossenschaft Herrn Philipp ein Vortrag über Wohnungsbau mit zinsfreiem Kapital gehalten: Mit der Deutschen Bau- und Siedelungs- gemeinschaft zum Eigenheim Innerhalb 4 Jahre 1447 zinsfreie Darlehen im Betrage von über 20 Millionen Reichsmark ausgeschüttet. Deutsche Bau- u. Siedelungsgemeinschaft e. G. m. b. 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Vortrag: Gottes gegenwärtiges Wissen in den Landeskirchen von Pastor Birnbaum, Direktor der Wichernvereinigung Hamburg (Rauhes Haus) Nachmittags 3.30 Uhr, Neue Universitätsaula: 2. Vortrag mit Licht- und Laufbildern: Neueste Ergebnisse derlropenheilkunde und ihre Anwendung in der ärztlichen Mission von Universitätsprofessor Dr. med. Olpp, Tübingen® Wir machen die Herren des Aerztevereins, die Herren Assistenten, sowie die klinischen Semester der Medizin, Diakonissen und Krankenschwestern auf den Vortrag dieses anerkannten Forschers auf dem Gebiet der Tropepkrankheiten aulmerksam Abends 8 Uhr, Neue Universitätsaula: Vortrag: Der Sinn des Lebens von Professor Marcinkovskij 966 d MISSIONSBUND „LICHT IM OSTEN“ 1. Vortrag: Die Kunkiionen des Nervensystems am Sonntag, dem 24. November 1929, um liy2 Uhr pünftl. Im physiologischen Institut, Friedrichstraße 24 Professor Dr. Surfer. 95md Sbv Vorteil! - Werden Sie Mitglied deS seiner BerusSkrankenkafie und Lebensversicherung. — GefcbailssteUe Gießen, -^aus Lchw^rz, am Babnbof, Tct.4124 Es schmeckt besser wenn 6k Ihre Liköre und Branntweine selbst machen. Die Sache ist mit Reichel» Essenzen' so einfach und bringt hohe Er- svarnis. Erhältlich in Drogerien u. Apoth. Dr. Reichels Rezeptbüchlein daselbst umsonst ober durch Otto Reichel, Lerlia • Reukölln. handgebämmert, kupferne Wärmflaschen bandgehämmert, Kesseloicu uiw. billigst. Kupferschmiede — Verzinnerei Abteilung Herd- u. Ofenschlosseret Petri / Wetzsteinstr. 42. 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'chliMich > in Gestalt in einer vi Jahren in Eitle Siege li/chen Koü Fegers. 9b man hat, die e dec piin-ipi 5'dmet hi r ist m! divsem Ma Sand zu st dah man i Schausenstei eben nich von der 3 schritt der Die Aab T vors s lieber, je rr zu können: runa der m< atbiiebcn, i' Wmdung; M Decher weis), wir männlich { findet: in scher. 3n alte Verne in Hasenst ger in G — Neger waren . gtn k1 - dein jo » - geboren guten M Stfi” Sast'Londo immer H licfccn -esH CHom Türe. Verlag bFortiehun 6ie sich i M achtlo Land ' Aich nich netd, der dc temen well! .2hr auf (, bl N oben.“ Blh- y ',e ot L-rde, tu! V- :r."£ Nr. 275 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesfen) Samstag, 25. November (929 Angelsächsischer Rassenverfall. Don Or. Friedrich JW, Malleczewen. Schon vor einem und einem halben Jahrzehnt waren es amerikanische Aerzte, die sich bitterlich über die mittelbaren und unmittelbaren Fol- qcn der „körperlichen Ertüchtigung der Frau" beklagten. England selbst seht auf eigener Erde dem ja heute noch einen guten Teil seines angeborenen Konservativismus — will sagen, seines guten Instinktes — entgegen. Man sehe sich aber in den Kolonien — etwa in Durban, Cast-London, in den fashionablen Kurorten bei Kapstadt so ein Iungmädchenbad an: eine immer stärker werdende Verwischung der weiblichen sekundären Geschlechtscharaktere, ilnö damit als natürliche Folge: Schwinden der natürlichen erotischen Spannungen. Vicht nur aus der körperlichen Verkümmerung des spezisi ch weiblichen Elementes heraus, sondern aus sehr seelischen Gründen. Das Fortsallen der Geschlechterschranken beim Sport bedingt nämlich, wenigstens so lange auf beiden Seilen die erotischen Motore unversehrt sind, sehr natürliche Spannungen. Die ewig sich wiederholenden Spannungen aber — man denke auch an den modernen Tanz — bedingen auf die Dauer das Gegenteil: -Abspannung. Genau so wie das ewige Vertändeln starker Leidenschaften, der Flirt, schließlich jeden starken Gefühlssturm unmöglich macht. Man erspare mir das medizinische Wort. Man la se mich nur das Donmot eines britischen Marinearztes erwähnen, der mir neulich auf der Terrasse jenes gleichen Seebades in Durban erklärte, „die intimste Annäherung der beiden Geschlechter in England bestünde in der jungen Generation in einem gemeinsamen Verzehren einer Portion Eissoda. Man glaube ja nicht, das) ich Kleinigkeiten verhandele. Denn das eben ist das Schreckliche, daß als Erbe in der Erotik der weißen Rasse schließlich der Farbige erscheint. In Amerika in Gestalt jenes chinesischen WäscherZ, der einst in einer vielbesprochenen Mordassäre vor zwanzig Jahren in Chicago die Leiche jener unglückseligen Elise Siegel in den Koffer packte. In den englischen Kolonien aber, sinngemäß in Gestalt des Regers. 96 man in Amerika je die Broschüre gelesen hat, die ein sehr bekannter Wiener Publizist der prinzipiellen Bedeutung des Falles Siegel gewidmet hat, weis) ich nicht. Diel wahrscheinlicher ist mir, — da man drüben ja in grandiosem Maße gewillt ist, den Kopf in den Sand zu stecken — viel wahrscheinlicher ist mir, daß man den auslegenden Buchhändlern ihre Schaufenster cingeworfen hat. Man will eben nichts sehen, was den schönen Traum von der Intaktheit der Rasse und vom Fortschritt der weißen Menschlichkeit stören könnte. Die Ratur aber läßt sich nun einmal kein 3 vors H machen. Sie rächt sich um so unerbittlicher, je mehr man geglaubt hat, sie betrügen zu können: das Weib, inmitten dieser Verwässerung der männlichen Instinkte ein Stück Ratur geblieben, ist eines Tages der platonischen Anhimmelung amcrican style, ist schließlich der ganzen Weiberherrschaft satt, Hnd sucht sich — ich weiß, wie hart das klingt — den brutalen, männlich gebliebenen Führer dort, wo es ihn findet: in Amerika in diesem chinesischen Wäscher. 3n England, wie mir tränenden Auges alte vornehme britische Damen gestanden, selbst in Hafenstädten des Mutterlandes immer häufiger in Eheschließung und Techtelmechtel mit dem — Reger —. Was ich zu diesem traurigen Kapitel gesagt habe, ist keine Abschweifung vom großen Thema dieser Aussührungcn, ist lediglich eine Variierung des Grundmotives „Auflösung aller großen Leidenschaften in Sport, Spiel und Tändelei". Auf den großen britischen Automobilstrahen sieht man in gerne, senen Abständen weithin kenntlich an den Insignien der einzelnen Werke, Mechaniler der großen Automobilsabriken Wache halten. Die Leute sind mit Werkzeug, mit allen Ersatzteilen ausgerüstet, sie grüßen „chre" Marke, wenn sie passiert, sie haben telephonische Verbindung nach allen Rahbardörsern, und man braucht sie bei einem Defekt auf offener Strecke nur anzurufen, um einen Helfer in der Rot zu finden. Sehr schön, gewiß, wenn auch damit für einen selbständigen Mann der Reiz fortfällt, daß er in der Rot eben auf sich selbstgestellt ist. Ist aber dies eben nicht das Abbild für die Lebensauffassung eines ganz verwöhnten Volkes? Irgendwie ist ein öffentlicher Mechanismus, heiße er nun Autosabrik, Krankenkasse, Versicherung oder Staat dazu da. mir aus der Rot zu Helsen, mir meine Bequemlichkeit, meine ungetrübte Freude am heiteren Daseinsgenuh zu erhalten. Sehr schön und sehr angenehm, gewiß! Rur, daß dies eben dasjenige Prinzip ist, das Tro- glodytcn heranwachsen läßt statt der Männer. Hnd ich kann verraten, daß die Abneigung der alten englischen Gesellschaft gegen Bernhard Shaw (der wie gesagt „so" aber auch „so" kann, im Bedarfsfälle heroi ch und im Te- darsssa'le skep.isch-modernistisch) darin ihren Grund hat, daß sie eben in ihm den geistigen Protagonisten eben d'.eser Lebensauffassung wittert. Äs gibt nun einmal im Leben des einzelnen eine Aufgabe, die ihm keine Versicherungsgesellschaft, kein Staat und kein an der Straße stehender Automechaniker abnimmt. Das ist der Tod, der ja auch inmitten aller Manchestervorstellungen vom menschlichen Fortschritt eine menschliche Konstante geblieben ist. Im gleichen Ausmaß aber bleibt als Konstante im Leben der Völker bestehen der Einbruch männlich-kriegerischer Scharen in müde, verweichlichte Bezirke. Hnd hier ... reckt sich die furchtbarste Gefahr für das britische Imperium auf. Die Jugend, die den Krieg noch nicht gesehen hat, hat von der alten Generation wohl das sorglose, fröhliche „Wir werden es schon schaffen'^ 'geerbt — ohne den männlichen Ernst, die männliche Kraft und die stoische Erkenntnisfähigteit dieser alten Generation für die drohenden Gefahren zu besitzen. Die Jugend tanzt, sportet und flirtet, während es in Afrika glimmt und in Asien brennt. Sie vertanzt im hemmungslosen Glauben an die ewig gültige Dauer oes britischen Gentleman-Ideals ihre bescheidenen Kräfte, während — das ist eigentlich das Hauptproblem der gan'en britischen auswärtigen Politik — dieses Gentleman-Ideal und mit ihm die ganze britische Zivilisation in der Exotik nicht mehr anerkannt wird. Gewiß, noch regieren die Alten. Roch verfügt England über feine stolze politische Oligarchie. Roch ist jener stolze Ruf „Benehmt euch als Briten" ... dieser Ruf nicht verklungen, der einst von der Kommandobrücke der sinkenden „Titanic" aus die Panik der britischen Matrosen bannte und Zitternde zu Helden machte und ein Vorbild des Besten gab, was einem Manne und einem ganzen Volle werden kann: des heroi- Das Erbe -es Herrn von Anstetten. Vornan von I. Schneider-Foerstl. Hrheber-Rechtsfchuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie ließ in der geweihgeschmückten Halle den Schal achtlos zu Boden gleiten und hörte auf dem Rand der Marmorfliesen, wohin der große Teppich nicht mehr reichte, den Schrllt des Dieners, der das Tuch aufnahm und sich damit entfernen wollte. Ihr Blick hielt den Alten fest. „Ist der junge Herr auf seinem Zimmer?" „Ich werde nachsehen, Frau Baronin." „Rein, bleiben Sie, Karl, ich gehe ohnedies nach oben." Der Diener sah der graziösen Gestall nach, bis sie oben von den Blattpflanzen verdeckt wurde, welche die Säulen der Treppenabsätze schmückten. Er blieb noch eine Weile stehen, schüttelte den Kopf und verschwand in einer Türe. „Haben Sie Bernd gesehen?" Der junge Hauslehrer, welcher eben den Korridor überqueren wollte, verneinte. „Frau Baronin. wenn ich Sie für einen Augenblick sprechen könnte?" „Ich habe jetzt keine Zeit," unterbrach sie ihn Ach Gott, sie wußte ohnedies, was nun wieder kommen würde: Bernd, der früher so fleißige, pflichtgetreue, unheimlich strebsame Junge, war seit Wochen wie ausgewechselt, machte den Pro- fessoren Verdruß, brachte schlechte Zensuren nach Hause und wollte sich nicht unter das Regiment des jungen Instruktors ducken, den sie für ihn engagiert hatte. Es würde hoffentlich nur vorübergehend sein. Sie seufzte, öffnete die Tür zu seinem Zimmer und warf einen unzufriedenen Blick in dasselbe. Auf dem Tische tagen ein paar Zeichnungen, auf dem Divan, unordentlich hingeworfen, ein Stapel Bücher, von denen welche auf den Boden herabgelitten und nun zur Hälfte aufgeschlagen waren. „Bernd!" Richts regte sich. Vielleicht war er drüben im Westbau. Cs war voreilig von ihr gewesen, die Räume von Hans Peter instandsehen zu lassen. Aber wenn er auch nicht kam. die Auffrischung konnte nicht schaden. Mit raschen Schritten nahm sie eine Wendeltreppe und ging einen schmalen Korridor zurück. Es roch hier nach Tünche und frischen Farben, nach Lack und Kleister und Holö und Del. Rur wenn sie an einem Fenster vorüverkam, drang die harzige Luft der Tannen aus dem Park herüber. In Hans Peters Schlafzimmer mußte das Parkett ausgebessert und die Bespannung erneuert werden. Man hörte Klopfen und vernahm das Rascheln von Spähnen. „Bernd!" Sie steckte den Kopf durch die Türe, sah ihn nicht und ließ sie wieder einschnappen. Auch in den Räumen nebenan war nichts von ihm zu finden. „So ein dummer, überempfindlicher Junge!" Die Hand auf die Klinke zu Hans Peters Arbeitszimmer legend, stutzte sie. Diese gab nicht nach. Eine ungewisse Angst trat in ihre Stimme, als sie jetzt seinen Ramen rief. Irgend etwas fiel drinnen zu Boden — dann wieder Ruhe. • „Bernd!" Eine hämmernde Welle Blutes schnürte ihr die Kehle ab. Das rechte Knie gegen die Füllung, beide Fäuste gegen das Schloß drückend, suchte sie Einlaß zu bekommen. Ihre Kraft reichte nicht aus. Dann ein Erinnern! Sie lief nach dem Schlafzimmer und von dort nach dem Toilettenraum, von wo aus eine Türe nach dem Arbeitszimmer führte. „Bernie!" Mit zwei Sätzen stand sie vor chm und riß ihm das entsicherte Gewehr aus der Hand. „Junge!" — „Was ist. Mama?" Kalkweiß im Gesicht, aber sonst vollkommen gefaßt, blickte er sie an. „Ich wollte nur — Forstmeister Bogner hat mir's angeboten, mit ihm auf einen Sechzehnender zu pirschen — ich dachte, du würdest es erlauben.“ „Du lügst!" „Mama!" Eine bremienbe Röte stand plötzlich auf seinen Wangen . „Berndl Junge! Mein lieber, lieber dummer Junge!" Sie sank auf das Ruhebett, welches an die Wand geschoben war. und zog den Widerstandslosen zu sich nieder. „Sei jetzt ganz stille, mein Bub! — Ganz stille!" Sie bog seinen Kopf gegen die Brust und drückte das Gesicht in seinen Scheitel. „Mutter!" „Gan; still fein!“ Der Knabe fühlte, wie der schlanke Leib an seiner Seite bebte und die Frauenbünde ihn immer fester an sich preßten. Erst nach langem, wortlosen Schweigen gab sie ihn frei Erschrocken sah er ihr entfärbtes Antlitz: „Mutter, das konnte ich doch nicht wissen!" — „Was. Bernd?" Ihre Augen hefteten sich zwingend in die seinen. „Daß du — daß ich — dir mehr gelte als —" „Die ganze Wahrheit, Kind!" — „Als — Oertzen!" Sie sagte nichts, glättete nur seinen Scheitel. „Warum sollte es gerade hier sein, Bernd?" scheu Sterbens in Selbstverleugnung. Roch heute halte ich das Ofsizierkorps der Armee, die, wie jede Söldnerarmee, abseits von der allgemeinen Entwicklung steht, für intakt (die Mannschaft der RachkriegSzeit kenne ich nicht mehr). Roch heute existieren jene prachtvollen alten Kommandeure, die ritterliche Gegner waren (für die Gepslogenheiten ihrer Milizregimenter in der zweiten Kriegshällle konnten sie wahrhaftig nichts!) und gute Kameraden sein konnten. Qtbcr es ist. wie ich schon sagte, so. daß unter dem vollen weihen Haar 6L Wagners Opern und Musikdramen. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Welche Bücher wünsche ich mir zu Weihnachten?" 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: „Die Aufgaben des Dolmetschers während der Vollversammlung des Völkerbundes", Vortrag von Hans Jacob, Genf. 18.30: Esperanto- Unterricht. 19.30: Tylophon- und Tubaphon- konzcrt. ausgeführt von Erna Reuter, Frankfurt, am Main. 20: Von Stuttgart: Solisten-Konzert. 23: Von Stuttgart: Tanzmusik. Freitag, 29. November. 12.15 Uhr: Schallplattenkonzert: Alt-Oesterreich in Marsch und Walzer. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Berufslaufbahnen und Berufsaussichten im Baugewerbe", Vortrag von Dr. Rottenbacher, Berufsberater des Arbeitsamtes Gießen. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Konzert des RundSonnli.g, 24. November. 8.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Evang. Landeskirche Frankfurt a. M.: Musikalische Exe- quien (Deutsche Totenmcsie) für Soli, Thor und Orgel. 10.30: „Wclipfadfir.derturn und s.ine Aufgaben in der Gegenwart", Vortrag von Frank Iden, Köln-Deutz. 11: Eltcrnstunde: „Gehören Kinder auf Friedhöfe?", Vortrag von Oberingenieur Waldemar Scheyrer, Wiesbaden-Biebrich. 14.30: Stunde der Jugend: Aus 1001 Rächt: „Sindbad, der Seefahrer", vorgetragen von Hanna Lüngen (für Kender vom 4. Jahre ab). 12: Von Kassel: Konzert des Rundfunkorchester;. 13.20: Von Münster, Kreis Dieburg: Stunde des Chvr- gesangs. Arbeiter-Gesan^vercin „Freibe't", Münster bei Dieburg. 14.30: Aus dem Kloster Beuron: Eine Heimatstunde. 16.30: Klavier-Konzert Bruno Eisner. 17.10: Stunde des Landes: l.„Ein Besuch bei den friesischen Dauern an der holländischen Rordseeküste", Dortrag von Dr. Hugo Hornh, Wiesbaden. 2. „Ein Gang mit dem Mikrophon durch die Hühnerfarm von Herrn Hinkel in Oberstedten", Bericht von Landwirtschastsrat Dr. Röming, Usingen. 18.10: Stunde des Rhein- Mainischen Derbandes für Dolksbildung: „Die Zusammenarbeit von Deutschland und Oesterreich". Vortrag von Hofrat Leisching, Wien. 18.40: „Ein Gang durch die deutschen Krieger- friedhöse Frankreichs", Vortrag von Franz F. Geis. 19: „Theaterpolitik", Vortrag von Ministerialrat Dr. Ludwig Selig. 19.30: Sportnachrichten. 20: Don Pforzheim: Konzert. 21.30: Konzert. 23: „Gesprochene Denkmäler", Dortrag von Friedrich Kropp. Montag, 25. November. 12.15: Schallplattenkonzert: Waldteufeleien. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Don fremden Ländern und Dölkern, vorgetragen von Lehrer Fr. Doigt: „Ein Tiger im indischen Dorfe" (für Kinder vom 12. Jahre ab). 16: Haussrauen- Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein: „Reue Wege zur Bereitung von Torten und Sühspeifen". 16.50: Vortragszyklus des Frauenverbandes Hes'en-Rassau und Waldeck „Wie und was werde ich Weihnachten schenken?", Dortrag von Frau Else Alken, Stadtrat a. D. 17.20: Don Stuttgart. Konzert des Rundfunkorchesters. 18.20: Englische Literaturproben. 18.35: Englischer Sprachunterricht. 19: Gespräche über Iugendwandern zwischen Landesjugendrat Dr. Stöffler, Ernst Langendorf und Dr. Paul Laven. 19.30: Zitherkonzert Martin Höfler. 20 bis 20.50: Von der Deutschen Welle, Berlin: „Ueber die finanzielle und wirtschaftlich-pol t sche Seite des Voungplancs", Vortrag von Chifredakt.ur Prof. Georg Bernhard und Rcgierungsrat Dr. Quaatz. 20.30: Von Baden-Baden: Konzert unter Leitung von Musikdirektor Mehlich. 22: Von Kassel: Paul Zech lieft aus eigenen Dichtungen. funkorchesters. 18: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 18.20: Filmwochcn- schau. 18.30: Stenographischer Fortbildungs- kursus (Diktat von 60 Silben aufwärts). 18.45: Schachstunde. 19.05: „Heimat und Volkstum", Vortrag von Dr. v. Geramb. 19.25: „Der Gabentisch — Das Mikrophon in Warenhäusern und Läden". 20: Von Kassel: Konzert. 21: Heitere literarische Angelegenheit: Berliner ernste und heitere Erlebnisse! 21.45: Don Kassel: Unterhaltungsmusik. Samstag, 30. November. 11.15 bis 11.45: Schulfunk — Gegenwarts- stunde: „Die Kulturlichtchiele im Dezember", Vortrag von Rektor F. Härten. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Weaner Gemütlichkeit beim Heurigen. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranze. 16 bis 17.45: Von Homburg: Konzert des Kurorchesters Bad Homburg v. d. Höhe. 18: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Die Wohnstubenkraft in der Erziehung", Vortrag vom Direktor Dr. Majer-Leonhard. 18.30: Stunde des Arbeiters: „Arbeiter und Festkultur", Vortrag von Prof. Dr. Rölting. 19: Von Leipzig: „Disziplin und Strafe", Vortrag von Prof. Dr. Böhm. 19.30: Unterhaltungskonzert. 21: Weh dem, der dreht, eine Funkrevue von Hilarius. 23.30: Konzert. 24: Von Koblenz: Defreiungsfeier. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 24. Rov., 18 bis gegen 22.30 Uhr: Tristan und Iso de. Montag, 25., 20 bis 22.30: Fra Diavolo. Dienstag, 26., 19 bis nach 22.75: Der Rosenkavalier. Mittwoch, 27., 20 bis nach 22: Orpheus und Eurydike. Don- nersteg, 28.. 20 bis-2.30: Schw nl a, der Dudelsackpfeifer. Freitag, 29., 20 bis nach 22 30: Maschinist Hopkins. Samörag, 30. Rov., 20 bis gegen 23: Das Land des Lächelns. Sonntag, 1. Dez., 20 bis gegen 23: Das Land des Lächelns Schauspielhaus. Sonntag, 24. Rov., 11.15 bis gegen 13: Brülle China: 15.30 bis gegen 18.15: Die Krone Davids: 20 bis gegen 22.45: Die Krone Davids. Montag, 25.. 20 bis gegen 22.45: Der Schah. Dienstag, 26., 18.30 bis gegen 21: Chankali: 22 bis gegen 23.45: Der ewige Jude. Mittwoch, 27., 20 bis gegen 22.45: Die Krone Davids. Donnerstag, 28., 20 bis gegen 22.45: Dybuk. Freitag, 29., 18.30 bis gegen 21: Cyanlali: 22 bis gegen 24.45: Der Schah. Samstag, 30., 15.30 bis gegen 18.15: Dybuk: 20 bis gegen 22.45: Die Krone Davids. Sonntag, l.Dez., 10.30 bis gegen 12.45: Chankali: 15.30 bis gegen 17.30W: Hui, wir sausen um die Welt, Weihnachtsmärchen: 20 bis gegen 22: Brülle China. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 85 vom 22. Rovember enthält: Ausstellung von Wandergewerbescheinen. — Gewerbelegitimationskarten. — Die Verwendung von Hartgeld im Zahlungsverkehr. — Aufklärungsschrift „Deutsch die Saar immerdar". — Die Einrichtung von Feuerschuhnetzen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 24. November. 26. Sonntag nach Trinitatis. Totensonntag. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker: 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker: 5: Pfarrer Mahr. — Johanncskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld: zugleich Militärgottesdienst: 11: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde; Pfarrer Ausfcld: 5: Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pfarrer Lenz. — Kapelle des AUen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. — Elisabelh-Klcin- kinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas: 6: Pfarrer Lic. 2Baas. — UNefeck. 10 (Frauenchor): 5.30 und 7.30: Opfer für die deutsche Kriegsgräberfürsorge. — Allen-Buseck. 9.3r: Beichte; 10; 11: hl. Abendmahl; 1.30: Mitwirkung des Frauenchors. Katholische Gemeinden. Samstag, den 23. November. Giehen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 24. November. 27. und letzter Sonntag nc > Pfingsten. Giehen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Pre- digt; 11: Messe mit Predigt, 17 30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. - eoimtnidöienit). '.erNrn. llpotbeke » nm24 11.29 Dr. Wolk. Dr. Slelnretch. Htrsch'Avvlheke. Aabnarzt: Ur. Gonler. *D 1{fie ein Schulmädel... „...fozart und frifch ift ihre JfautlDas verdankt fle derforgfamen Pflege mit PFEILRING Lanolin CREME. Diefe feit vielen Jahren bewährte Jages und nacht-Creme macht jede JCaul pfirflohgart und fammetrveich. Sie gibt ihr einen rofigen. Schimmer und angenehmen DufL^. Auch Sie können einefofchonejugendfrifche duftende £ e-g breiter, Soalierlatten. Eichen- u Z--oZ Buchen-Schmiiwnren liefern In a b »a allen Starken i137D i: )'VTf'l verllr Banknoten. Lr. Landeevtandbrieianslall, Psandbrlele ÖL 17..... 8% Pr. Landreplondbrietansialt ftomm.-Cbl. 01. IO 7% Pr. VanDeopfanöbilefauftalt, Plaudbricle R. 10 . . . ’X- i>>. aufl. uonncot-C6llgat1on ftlrfiahibar IW? 4% crncrtrtrt)ti»e rvmvne. 4,20».. Cfflrrr Stlbfrr'- 4% Lcslerrelchiickr EinheiUtchi aienie.......... 4% Uiiflariidw cheldnc.... 4% UngarUchr Elaaisr. v. 1910 4V,% deeal. von 1918 .... 4% Unganldie fltunent-e.. . . 4% ran. ßollanleUje v. 1011 . 4% Tüttuch« Bagbadbahn.Lnl 6fde 1. . 4% hc4nl. ®'rlf II 6?'n M>im3nNch, oftflnb «Run# von 1008 . . . in '»ii,«ch, wrrlnb Ren« •oh 1018 ....... 4% tNumanttdx eeretob. Rente 87,3 99 60 8,5 89,5 47 46,65 96,5 85 80 98 95 89 24,5 3 21,4 ,65 8,4 8,4 8.4 9,1 14,7 7,25 i 1 i IX 1 1 1 1 J 1 1 1 1 । H Hl*l? H 1 11 87,5 99 0,1 9.8 89 46,5 98 95 88,5 24,25 2 21,4 19.3 21,2 1.46 8.65 8.45 14,65 7,35 -•» » aog II l H 181X^1 13 < 1 1 1 1 1 1 । 1 । 1 1 i Hamdurg.'llmenla ‘Balci Humd. Labam. Dampsich . »■ Hanla Damlsj M!!.....IC Vividdeuricher tiko).....t tilllfl. $eut|d)c(SrcoitartfL - 1' Banner iBanlDercm .... i' Berliner HanvelsgcleUIch. . . 1. Conimccz- und Pttvai-Bimk . • DarniN. u. Botionalbanl . . । Deuliche Ban!...... 1' Licconlo-Äelelllchasi.Ant. . 1< Dresdner Ban! ... 1' (Hfubebani 1 A.«.« . Berpoiann . . (iiettr. LielerunaSgelcUichaP 1 Uicht und Sroft V Reiten 6 «DulUeaumc . ... IV, Bei. f. öletu. Untern.. . . . U Hnmd. Oleftr »iJette .... 1 Mein, «tritt.........i Schlei, (tirft ......1' Cchuclen SGo. .....11 Eiemene 4 palsks ..... 1? Lransradio.........k Lahmener 4 Go...... • IC vuderue . . ......5 Teutichr Ittbdl ....... 6 Gilrner Strinkohl«......<• Selietilicchoner ....... 8 Cotpcnei° Hoeich (fllen........6H 3hr Bergbau...... . 10 Slodnenuedf ....... flOin-Meuellen . . . . * Maiinermm"- «Slvdreo .... 7 DlontklDci öernbau ...... Cbenrfi'n. ei.eii-ccxta .... Oderichlei. SToHroede.....1 Vbcuir Bergbau......ev» Wlje nlidie Braunrohleu. . . io Wbeinfubi.........6 Kiedcck Montan......7,1 103 100,25 116.5 118,5 181 154,25 236 150,5 150,5 148 248 160 168 117 164 182.75 288 .58 63 121,5 129,5 209 94 94,65 107 243.75 102 102 99,13 154 149,5 146 ._5 158 163 180,75 287 62,9 121 101 102.75 162,25 99,75 116.75 118 180 154.5 235.25 150.25 150,25 147,5 248.75 160,25 202.75 160 166 116 164 128.13 114 154,75 182,5 288 122 157 95.25 126 122 130 116 209.5 94 113,75 94.75 107 70 96,75 100.25 245.25 101.35 103,65 102 147 99,6 116.25 117,5 180 154 235 149,5 149,5 146.5 247 158,25 200.75 159.5 115.75 162,5 128 144 153 181 286 122,5 62,5 95 121,6 128 109 93,75 113,25 94,5 107 70,13 95.75 100 241.5 101,13 stierdniflte Slahln» Otaoi Minen . . 16'/, fial werke L'cherSleben ... i >ta. werke Ulellcregeln . . . lu OaJ iu. । v SoUDi-tiurtb 1-S I. G itarbcn.gnouftne ... 12 Dynamit Nobel.......6 Scheiden,illaU........» Goldlchmidl ........ b Rbigerrwetür........6 Weiallfli-ielUdjatt......8 PVMpp.foimann .... 7 lernen werk Heidelberg ... 10 liemenitoctl t< ■ «l u .......u l'uoid. Loew .....X Not. Automobil . ......f Ctenfleto L Roppd.....6 v-onbato Diey ...... 10 2ven»ka ...... ittqnll. Maichtnra......4 Ltttzner ...... 6 vryiiaeskoetu ....... u ^ungban«. 6 Vftbtpede. H MainkraiNvett.- HSchst a M 6 Webt. Stoedet...... i'Jctat 4 Cacifnc*..... 9 isbv». Bude« ....... 10 102 194.5 203 315 147,25 135,5 65 71.5 113 85,5 >22.5 164 80 32.5 200 190 38.5 40 243 322 45 46 4 49,5 103 105,5 121,75 104 222 158,75 TÖT 121,5 80 130,5 189 239 49^5 i 158,13 102 54,9 193.5 199.5 314,5 176,5 64,75 72 113 85,75 I 79 275.5 216 132.25 197,5 189.75 13° 93.25 160.25 40,5 242,5 45 162.5 19 72 55,5 321 45 45,5 51 120,5 222 158 101,7i 54.75 >92,9 198,5 312,13 176 64.25 71,13 84,25 275 214 230.25 199 189,6 92.13 159 40 234,5 45 161,25 19.4 71,75 155 319,5 — — 120 - Rtanfohld’r 9 Holländilche ItolienIIche R Rorwegilcl'e Dfutldi-Cefte Sumänifdie H Sdiroebtidie 9 Sdiroeitcr 91 o Ebcniirfie Ro T'checholiowa Ungattiche N Devi oten ....... toten....... oten........ toten....... rteldi, 4 1OO LchUling oten....... oten ....... ten ....... . en ...... oten ...... enmarkt Berlin 22. Siovembet Ämtlich-» Notierun Leid I Brie — ' A 1 6,415 68,06 21,81 111,56 58,50 2.47 11.93 80,89 57.83 12.33 72,85 irantfur 23. ümtlirt Seid 16,475 168 74 21,89 112,00 58,74 2,49 112.37 81,21 58,07 12,39 73.15 a. 211. Rooembci w Notierung Brie «mit.-iHott Butn.-Aires Brss.-Antw Cbdftlania Kopenbaa.'n etorfboim ■ HelnnasorS. Italien . . . London. . . Rcuvork . . Paris. . . Schwei; . . Svanirn. Japan . . . ■Hio de Jan Wien in D.' Ceft. abatft ‘Brcj . . . Bel irad ■ Budav.'kk. Bul arten l'iffabon Tanp.a. . .»onft ntin. 9ltben . Lauaoa Utn uav Cairo . . 168.47 1.722 58-40 111.86 111,90 112.21 10,496 81.865 20.366 4,177 16,40 81.02 58.08 2.047 9.4895 58.45 12.385 7.395 73.04 3,014 18.80 81.43 1.958 5.525 4.121 4,026 20,885 168.81 1.726 58.52 112,08 112.12 112.48 10,516 81.905 20,403 4.185 16,47 81.18 58.70 2.051 0.4915 58.87 >2,405 7,410 73.18 3.020 18,84 81.59 1.962 5.535 4,129 4,034 20,925 168.43 1.723 58,37 111,81 111,85 112,22 10.498 21.85 20.358 4,1750 16.43 01.005 57,72 2,043 0.490 58.69 12.38 7,392 73,04 3.019 18,80 81.42 1,960 5.425 4.124 4,010 20,88 168.77 1.727 58.49 112.03 112.07 112-44 10,513 21.89 20,398 4 1830 16,47 81.165 57.84 2.047 0.492 58.81 12.40 7.406 73,18 3.025 18.84 81.58 1.964 5.435 4,132 4,024 20,92 im* Ä 0 Die Siebener D Dfoflo* 2.20 Peichrp!' lohn, scheinen« W, Ztkiisl" M MM" $rant In der ihre Har samkeit oft Hlär.r Georg ber 1841 ment 2e schen M- Die von c überschatt einer mal henen Hat Schnauzba zcln bedeck dem io bis entschlüpfe' K derb, der Frankr geleitet ha schen seine, gezogen, 0 über klar btt beide den un lotsen sin aus den einem ftai bic Köms Willens < 5ob lvorc Politiker beide das Einsamkeit 3n jede zielles Lei stabt onsä bet bet man in b Glemencet Demerkun ceau halt gegeben, sehr schwc ßr flamm, fein Jäter cofjn fff, Nachdem e hatte, ging too et sich schlug, ich stand die im Paris ptaktis Berus eto lagen; ei Medizin I ausgesetzt, dah Eleni fein kann, Kunstoukti schnitte ur schöne alte Künstlern batten, die Mandat eii ster seines ßcorbne. ammlun Wmg des Truppe grob i lene Doiitj' ft 30 3af mit vladtro * Wemencec