Nr. 197 Erstes Blatt 179. Jahrgang Freitag, 25. August 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Vczugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zcrnsprechanschlüsfe unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Brühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Giehen. Zchriftleltung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Deutschland soll die Kosten tragen. Oie deutsche Delegation in den Quotenstreit hineingezogen. — Reue finanzielle Zumutungen über den ^oung-plan hinaus zum Ausgleich der englischen Forderungen. — Am Gamstag Schluß der Haager Konferenz. Haag, 22. Aug. (DB.) 3n Verfolg des heule gefaßten Beschlusses, die Verständigung durch Einzelbesprechungen vorzubereiten, fand heute nachmittag eine Besprechung der vier Gläubiger in ächte mit Ausnahme Englands zum erstenmal unter Hinzuziehung deutscher Delegierter statt. Dabei waren die Reichsminister Dr. Lurtius und Dr. hilser- di n g zugegen. Rach einer Meldung des Reuterbureaus soll Frankreich dabei vorgeschlagen haben, Deutschland zu den Opfern heranzuziehen, die nötig seien, um Englands Forderungen zu befriedigen. Deutschland solle aus seine Ansprüche aus einen Teil der 5 0 0 2H M- lionenGoldmark verzichten, die sich als Ueberschuß während der fünf Monate bis zum 1. September d. 3. ergeben. Dr. hilferdin, soll diesen Vorschlag ab gelehnt haben, doch werden die Erörterungen heute vormittag fortgesetzt. Heber die von Frankreich gestellte Zumutung berichten die Blätter verschiedene Versionen aus dem Haag. Der Mehrzahl der Berichte zufolge soll der ungeschützte Teil der deutschen Annuitäten in folgender Form erhöht werden. 3n dem ungeschützten Teil in höhe von 660 der aufzunehmen und sie ohne Unterbrechung mit der festen Absicht nachdrücklich f o r t- zusühren, zu Schlußfolgerungen zu gelangen, die in einer neuen Zusammenkunft dieser Delegierten morgen nachmit- t a g vorgelegl werden sollen." An der Aussprache nahmen teil: Briand, Snowden, Henderson, Mosconi und Adatschi, von deutscher Seite mehrfach Reichsminister Dr. Stresemann. Wie man erfährt, faßte der Vorsitzende 3 a s p a r die Diskussion dahin zusammen, daß der deutsche Antrag allen Beteiligten die Notwendigkeit vor Augen geführt habe, so lange zusammenzubleiben, bis eine glückliche Lösung gefunden worden sei. Samstag fallt die Entscheidung. Briand und die Briten zur Abreise entschlösse«. Paris, 22. Aug. (WB.) Der Haager Korrespondent der Agentur Havas berichtet: Das Hauptergebnis, das sich aus den Vorgängen des heutigen Tages ergibt, ist die Tatsache, daß d i e Entscheidung unwiderruflich am Samstag fallen wird. Die Führer der Delegationen der einladenden Mächte haben sich heute darüber geeinigt, daß sie i h r e n A u f e n t° halt im Haag nicht über diesen Zeitpunkt hinaus ausdehnen wollen. Sie faßten die beiden einzigen Eventualitäten ins Auge, denen sie jetzt noch gegenübertreten wollen und von denen übrigens die eine ebenso wahrscheinlich ist wie die andere: entweder lehnt Snowden die letzten Vorschläge seiner Kollegen ab — in diesem Falle hätte die Konferenz nur noch einen Mißerfolg ihrer Arbeiten in der letzten öffentlichen Sitzung festzustellen —, oder der Voungplan wird schließlich vom englischen Schahkanzler angenomme n. Dann wären nur noch auf Grund des Planes die Komitees zur Regelung seiner Anwendungsmodalitäten, denen es überlassen wäre, die Stadt, in der sie arbeiten wollen, selbst zu bestimmen. Snowden und Henderson haben bereits offiziell bekanntgegeben, daß sie den Haag am nach st en Sonntag verlassen werden, um sich nach London zurückzubegeben. D r i a n d beabsichtigt gleichfalls, an diesem Tage nach Paris abzureisen, wo am Montag ein Ministcrrat stattfinden wird, in dem er der Regierung über die Haager Verhandlungen Bericht erstatten wird. der ungeschützten Annuitäten überläßt, über die zugunsten trer kleinen Slmiten verfügt-^rden^foktte:' : Empörung ausgelöst. Es wird an die deutsche Millionen Mark befinden sich auch die 88 Millionen für den Zins- und Tilgungsdienst der Dawesanleihe. Run soll diese Summe, von 88 Millionen herausgenommen werden und z u d em g e- schützten Teil zugeschlagen werden, ohne daß sich dadurch die gesamten 3ahresleistungen Deutschlands erhöhen. 88 Millionen ist gerade die Summe, die zur Befriedigung der englischen Ansprüche noch fehlt, wenn man England 32 Millionen Diese Kombination soll jedoch, wie der „Vorwärts" meldet, infolge des Widerstandes von Lurtius und t/.'ferding spät abends wieder fallen gelas- s c n worden sein, und es soll eine neue Möglichkeit erörtert worden sein, die in folgender Neuerung bestehen würde: Während nach dem Zoung- plan die ungeschützten Zahlungen mit 37 3ahren aufhören, und in den letzten 21 3ahren nur noch geschützte Reparationen zu zahlen wären, will man eineArt ungeschühtenTeil inhöhevon 5 6 Millionen Ma rk bis zum3ahre 1988 neu schassen. Line dritte Version findet sich in der „Voss. Ztg.", die folgendermaßen lautet: Die deutsche ungeschützte Annuität soll im Durchschnitt von 660 Millionen Mark jährlich nicht verändert werden, dagegen soll eine gewisse Staffelung einkrelen, und zwar derart, daß man die Annuitäten in den ersten 3ahren, während der Dienst der Dawesanleihe noch läuft, etwas erhöht, ihn dafür aber nach Ablauf der zwanzig 3ahre der Dawesanleihe entsprechend herabsinken läßt, so daß ein Durchschnitt von 660 Millionen herauskomml. Bei der Erhöhung für die nächsten 3ahre soll es sich um eine Summe von etwa 20 Millionen handeln. Berlin, 23. Aug. (LU. Funkspruch.) Die Forderung Frankreichs, daß Deutschland die finanzielle Befriedigung der englischen Wünsche übernehmen soll, Delegation die Forderung gestellt, gegenüber diesem neuen Erpressungsversuch fest zu bleiben. Die »Germania" erklärt: „Deutschland darf keine Vermittlungsopser über den Voungplan hinaus bringen" und schreibt weiter, „man müsse sich in der Tat wundern, daß man auf der Gegenseite, wo man um wenige Millionen seit Tagen feilscht, ein finanzpolitisch so unverantwortliches Entgegenkommen erwarten könne, nur damit Frankreich und Italien ihre eigene Quote nicht zu verringern brauchten." — Die „D A Z." schreibt: Die allgemeine Rervosität ist auf das höchste gestiegen. Die Schlafwagen sind schon bestellt. Shylock drängt mit der Uhr in der Hand. Hier ist nichts zu beschönigen und zu verschleiern. Die Tatsachen sprechen für sich. Die deutsche Reichsregierung muß die ihr gestellten Zumutungen ablehnen, zurückweisen, nicht einmal ernsthaft in Erwägung ziehen. Tut sie das nicht, so hat sie mit Herrn Briands liebenswürdiger Anterstühung sich politisch selbst vernichtet. Wir appellieren an die politische Vernunft der Männer, die verantwortlich zu handeln haben. Ls steht, mögen sie sich nicht darüber täuschen, für sie politisch und persönlich Entscheidendes auf dem Spiel." Die „D e u t s ch e T a g e s z e i t u n g" sagt: „Man will uns unter den vollen Druck unserer eigenen Finanz schwierigkeiten setzen, um den Voungplan durchzudrücken, wie man einst die Hungerblockade aufrechterhielt, um uns Versailles aufzuzwingen. Nur sind wir diesmal selbst daran schuld, daß wir so wenig Widerstandskraft besitzen. — Der „Lo kalanzeiger" weist darauf hin, daß sich die deutsche Delegation darüber klar sein müsse, wenn sie einen Schritt in der Richtung der französischen Forderung täte, daß selbst in diesem Reichstag, selbst bei diesem geduldigsten aller Völker ein solcher Sturm losbrechen würde, daß er die Delegation und den Voungplan hinweg- fegte. — Das „Berliner Tageblatt" schreibt: „In der Gefahrenzone, in die die ohne jede Moratoriumsmöglichkeit zu zahlende Summe von 660 Millionen Mark pro Jahr hineinreiche, sei jede weitere Million ein Risiko, das kein verantwortlicher deutscher Minister auf die deutsche Wirtschaft laden könne. Ls müsse bei diesen Ziffern, die letzten Endes im Reiche der Hypothese liegen, auch einmal eine Grenze geben, die mit prinzipientreuer Hartnäckigkeit verteidigt werde. Solche Hartnäckigkeit sei gerade jetzt angebracht, da sich die Uneinigkeit im interalliierten Lager wieder einmal in einem Druck auf Deutschland auszuwirken scheine. Die Tatsache, daß Briand dis heute kein Räumungsdatum genannt hat, dürfe an diesen Erwägungen nichts ändern. Niemand, der die Lage der deutschen Wirtschaft und der deutschen Finanzen auch nur mit einigem Sachverständnis beurteilen könne, würde dafür eintreten können, ein früheres Räumungsdatum mit einer Erhöhung der deutschen Verpflichtungen zu erkaufen. Das Blatt hofft, daß die deutsche Delegation im Haag sich des Ernstes unserer wirtschaftlichen Lage voll bewußt ist. Rach älledem scheint also von den alliierten Mächten die übliche Taktik eingeschlagen worden zu sein, kurz vor dem Schluß der Konferenz einen Druck auf Deutschland auszuüben, um grundlegende finanzielle Zugeständnisse im Ausbau des Voungplanes zu erreichen, mit der für eine derartige Taktik üblichen Begründung, Deutschland müsse im Interesse der Einigkeit und Solidarität zur Rettung der Konferenz sich zu einem Entgegenkommen bereiterklären. Die Heranziehung des deutschen Wirtschaftsund Finanzminifters zu den finanziellen Verhandlungen der vier Gläubiger-Mächte ist jedenfalls ein deutlicher Beweis, daß gegenwärtig Bemühungen im Gange sind, in den finanziellen Fragen Deutschlands Zustimmung zu diesen ncrc i finanziellen Lasten zu erreichen. Praktisch will man auf diese Weise die Klärung der politischen Fragen, vor allem die Räumung des Rheinlandes, somit durch neue finanzielle Opfer Deutschlands erkaufen. Cs muh auf das entschiedenste erwartet werden, daß in den gesamten finanziellen Fragen die deutsche Regierung an ihrem bisherigen Standpunkt festhält und nicht nur die obenerwähnten politischen Forderungen aufrechterhält, sondern auch jede Art neuer finanzieller La st en auf das entschiedenste ablehnt. Die Sechs-MM-Besprechung geht weiter. Haag, 22. Aug. (WB.) Das amtliche Kommunique über die heutige Vorrnittagssihung lautet: „Die Delegierten der sechs einladenden Mächte sind heute vormittag 10.30 Uhr zusammengetreten, um die Prüfung der konferenz- arbeiten fortzusehen, und haben einstimmig beschlossen, die privaten Unterhaltungen sofort wieDie Berliner presse fordert zu entschiedenem Widerstand auf Der „T a g“ spricht von einer unverschämten Zumutung, die einen Angriff auf die deutsche Währung bedeute. Das Blatt spricht die Befürchtung aus, daß die deutsche Dele° r 4fGtir»n—ihrer Sucht, Frankreich - ^nigegenzu- kommen, sich zu irgendwelchen Zugeständnissen bereiterkläre. Die Befürchtungen scheinen nicht ganz unbegründet zu sein, denn der Berichterstatter des „Vorwärts" im Haag dementiert zwar das Gerücht, daß Hilferding den Gläubigern eine Erhöhung der ungeschützten deutschen Zahlung um 100 Millionen Mark angeboten habe, fährt aber fort: „Dabei weih jeder, dah alle deutschen Minister sich gegen neue Zugeständnisse mit der denkbar größten Entschiedenheit gewehrt haben und dah sie jetzt, wenn sie durch die Gegenseite auf diesen Weg gedrängt werden, es sich für sie nur darum handeln kann, in überaus heiklen, verantwortungsvollen und zähen Verhandlungen das meiste für Deutschland herauszuholen und noch Schlimmeres für Deutschland zu verhüten." Rervosität in Berlin. Kriscnstimiuung in der Wilhelmslratze. Berlin, 22. Aug. (TA.) lieber die Stimmung in Berliner politischen Kreisen schreibt die „DAZ" unter der Aeberschrift „Rervosität in Berlin": Die ungünstigen Rachrichten aus dem Haag haben auch in Berliner politischen Kreisen alarmierend und stark beunruhigend gewirkt. Donnerstagmittag kursierten Gerüchte über Rücktrittsabsichten des Reichsfinanzmini st ers Hilferding, dessen Verantwortlichkeit an der katastrophalen Zuspitzung der finanziellen Schwierigkeiten heute so wenig bestritten werden kann wie je. Wie man hört, hat Hilferding seine Stimme gegen den Wissellschen Entwurf zur Reform der Arbeitslosenversicherung abgegeben. Das ist anscheinend der Versuch, sich noch einen möglich st guten Abgang zu sichern. Wie weit bei einem Fehlschlag der Haager Konferenz sofortige innerpolitische Weiterungen erwachsen, hängt namentlich vom Zentrum ab, das vorläufig eine sehr undurchsichtige Haltung einnimmt. 3n unterrichteten Kreisen rechnet man durchaus mit einer K a b i n e 11 s kr i s e für die nächste Zeit. Die Sozialdemokratie, um ihre bisherigen Mißerfolge zu vertuschen, sucht bereits Stimmung für die Weimarer Koalition zu machen. Der Zusammentritt des Reichstages, mit dem bei normalem Verlauf der Haager Verhandlungen erst für Ende September gerechnet wurde, ist bei einem Abbruch der Haager Konferenz schon für anfangs oder Mitte September zu erwarten. Die Sozialdemokratie wird freilich alles daransetzen, um den Zusammentritt des Parlaments möglichst weit hinauszuschieben. Das beweist auch der schleppende Gang der Beratungen über die Arbeitslosenversicherung. Zwischen zwei Mühlsteinen. Leipzig, 23. Aug. (T.-A.) Die nationalliberalen „Leipziger Reuesten Rachrich- t e n“ schreiben in ihrer Freitagsausgabe über die Konferenz im Haag u. a.: „Noch nie ist Deutschland Gegenstand der Politik der anderen gewesen, wie auf dieser Konferenz im Haag, die unsere Regierung so sehnlich herbeigewünscht hatte. Was in Locarno begann, ist im Begriff, zwischen zwei Mühlsteine zu geraten, zwischen das weltwirtschaftliche Interesse Englands und das weltkapitalistische Interesse Franko r e i ch s. Ob es vor dem Schicksal des Jer- mahlenwerdens bewahrt bleibt, dazu können die deutschen Vertreter der Locarnopolitik kaum noch etwas tun. Die Schlacht im Haag ist von der deutschen Politik bereits in Paris verloren worden. Die Frage ist jetzt nur noch, ob ein l eidlich geordneter Rückzug möglich, oder ob es auch dazu nicht schon zu spät ist. Ein Stresemann-Fnterview. Deutschland muß Klarheit verlangen. London, 22. Aug. (Tel.-An.) Der „Manchester Guardian" veröffentlicht ein Interview seines Haager Sonderberichterstatters mit Dr. Stresemann. Von Dr. Stresemann wurde die Lage vom deutschen Gesichtspunkt aus wie folgt dargestellt: „Ich habe niemals eine solche Konfusion auf einer Konferenz gesehen. Es hat offensichtlich an einer ausreichenden Vorbereitung gefehlt, die deutsche Abordnung war 14 Tage lang still, aber sie konnte wirklich nicht länger warten und war gezwungen, auf irgendeine Entscheidung zu drängen. Sie lehnt eine Vertagung der Konferenz entschieden ab. Deutschland kann nicht fürWöchen oder Monate völlig im Anklaren gelassen werden." Auf die Frage, ob die politischen Folgen eines Fehlschlages für Deutschland ernst wären, antwortete Dr. Stresemann, daß man auch in den anderen Ländern verstehen müsse, daß es um weit mehr gehe, als um eine verhältnismäßig kleine Summe Geldes. Da soviel von Opfern der Gläubigermächte gesprochen werde, halte Dr. Stresemann sich für berechtigt, daran zu erinnern, welch große Opfer von Deutschland gebracht würden, das alles zu bezahlen. — In einem kurzen Leitartikel antwortet der „Manchester Guardian", daß Snowden im Haag weit mehr als eine Geldforderung, nämlich einen neuen Kurs der britischen Außenpolitik verträte. Im übrigen stimmt das Blatt Stresemann durchaus zu, daß hinsichtlich der Verpflichtungen Deutschlands Klarheit geschaffen werden sollte und Forderungen über die Bestimmungen des Voungplanes hinaus nicht erhoben werden dürften. Hugenberg an Stresemann. Tas Volksbegehren gegen den Noung-Plan. Berlin, 22. Aug. (TA.) Der Reichs ausschuß für das deutsche Volksbegehren, hinter dem die Deutschnationale Volkspartei und der Stahlhelm steht, hat an Dr. Stresemann folgendes Telegramm gesandt: „Der Verlauf der Haager Verhandlungen zeigt, daß Methoden und Taitik der deutschen Außenpolitik trotz aller Warnungen der nationalen Opposition und aller bisherigen Mißerfolge unverändert blieben. Ein Volk, dessen Diplomatie die einfachen und klaren Linien der eigenen Interessen nicht erkennt und vertritt, wird niemals Freunde haben: denn niemand hat zu seinem Handeln Vertrauen. Die dortigen Erfahrungen haben bewiesen, dah die Stellungnahme der deutschen Regierung zum Pariser Tributplan nicht nur cor Kind und Kindeskindern unverantwortlich, sondern auch taktisch falsch waren. Der Voungplan ist ein Anglück sowohl für Deutschland wie für die Ruhe, Wirtschaft und Entwicklung der andern Völker. Er bringt die „Liquidierung" des Krieges nicht. Daß der deutsche Außenminister sich bemüht, ihn zu retten, muß unserem Volke den Hohn der ganzen Welt eintragen. Diese diplomatische Methode führt Deutschland in eine unmögliche Lage. Rach den ursprünglichen amtlichen Ankündigungen sollten wir für den unerträglichen Voungplan wenigstens die Räumung von Rhein und Saar bcdingungs- und entschädigungslos eintauschen. Die Gefahr, auch sie noch erlaufen zu müssen, w-ri) um so brennender, wenn wir, die Opfer des Planes, als seine Verteidiger auf treten. Dieser Vorgang bedeutet die geschichtliche Verurteilung eines Systems, bei dem Jahre hindurch die Außenpolitik nicht auf Leistungen, sondern auf nackten Mehrheitsverhältnissen beruht. Deutschland kann für die Zukunft durch die Ergebnisse einer solchen Politik nicht gebunden werden, zumal die Welt weiß, daß das wirkliche und gesunde deutsche Volk nicht hinter ihr steht. Dies k.'arzustellen, sowie zu verhindern, daß der Voungplan in Deutschland eine Mehrheit findet, werden wir keine Anstrengung scheuen. Ramens des Reichsausschusses für das deutsche Volksbegehren. Gez. Hugenberg, Seldte. Höhere Schulen und Verfaffungstag in Preußen. Berlin, 23. Aug. (Priv.-Tel.) Nach den diesjährigen Berfassungsfeiern der Schulen sahen sich zahlreiche Rektoren der höheren Schulen veranlaßt, dem Provinzialschulkollegium zu berichten, daß Schüler und Schülerinnen von ihren Eltern offenbar aus politischen Gründen von den offi- Zielten Feiern ferngehalten worden seien. Zu diesen Berichten nimmt jetzt das Pro- Der Kampf um die Reform der Arbeitslosenversicherung. Oie Saisonarbeiter. - Oie Ersahkaffen. Berlin. 22. Aug. (DDZ.) Der Sozialpoli- tische Ausschuß des Reichstages setzte dre allgemeine Aussprache über die „Deform der Arbeitslosenversicherung" fort. Abg. Sch n e r d e r- Berlin (Dem.) erkennt an, daß die Regierungsvorlage einige Verbesserungen bringe. ^Inbesrie- digend sei sie indes, weil sie die Sanierung der Reichsanstalt nicht bringe. Für einen Ab- bau der Versicherung seien seine freunde nicht zu haben, weil dieser gerade die lange Jahre versicherten älteren Arbeiter und Angestellten um die Früchte ihrer Beiträge bringen werde. Die Sanierung sei auch mit den vorgeschlagenrnr Verminderungen der Leistungen nicht möglich, es sei denn, daß man die Erhöhung der Bei- träge auf 3,5 Prozent dauernd beibehalten werde. Dagegen beständen aber große Bedenken. Die Saisonarbeiter seien es doch, die die Arbeitslosen stark, nämlich doppelt so stark aV8 die übrigen Arbeiter, belasteten, sowohl nach der Dauer der Llnterstühung, als auch nach ihrer Höhe im Verhältnis zur Arbeitszeit. So^al- politisch sei die bevorzugte Behandlung der Saisonarbeiter nicht zu verantworten. Bauarbeiter, Angestellte und Landwirtschaft müsse man zunächst einmal herausheben und in besonderen Abteilungen zusammenfassen. . Abg. Riesener (Ztr.) erklärt: Die Frage der Saisonarbeiter könne im Augenblick beiseite bleiben, wenn man die Vorschläge seiner Partei befolge. Für die Sonderbehandlung einzelner Sondergruppen von Arbeitslosen bestehe in seiner Partei nicht die geringste Sympathie. Abg. Frei del (Wirtsch. Partei) bedauert, daß diese Vorlage keine vollständige Vorlage sei, weil sie keine vollständige Sanierung der Reichsanstalt bringe. Die Saisonarbeiterfrage könne nicht aus dem Gesetz heraus- genommen werden, schon weil das Baugewerbe noch stark unter der Zwangswirtschaft leide. Allerdings müsse die Saisonarbeiterunterstutzang geändert werden. Beiträge und Leistungen müßten miteinander in Einklang gebracht werden. Abg. Agena (Dnbl.) ist der Meinung, daß manche Bestimmungen der Regierungsvorlage die Kreise der Kleinbauern und der Kleingewerbetreibenden in der Landwirtschaft stark belasten. Man solle sich überlegen, ob man Diese Kreise, die eigentlich gar nicht in den Rahmen der Versicherung hineinpassen, nicht besser ganz aus der Versicherung herausnehme. Runmehr wurde die allgemeine Aussprache geschlossen und die Einzelberatung begann. Abg. Lambach (Dntl.) begründete die deutschnationalen AnträgL auf Zulassung von Ersah- k ass en. Danach sollen auf Antrag einer wirtschaftlichen Vereinigung von Angestellten Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit als Ersatzkassen für die arbeitslosenversicherungspflichtigen Mitglieder der wirtschaftlichen Vereinigung zugelassen werden, die erstens über einen Bestand von mindestens 50 000 Versicherten verfügen, zweitens in Verbindung mit einem nichtgewerbs- mäßigen Arbeitsnachweis für den Kreis der Versicherten stehen, drittens ihren Mitgliederkreis über das gesamte Reichsgebiet und über eine' für den Risikoausgleich hinreichend große Zahl von Geschäftszweigen erstrecken. Abgeordneter Esser (Ztr.) erklärte, daß das Zentrum seinerzeit einer Entschließung zugestimmt habe, wonach die Frage der Schaffung von Ersatzkassen zu prüfen sei. Das Zentrum sei aber der Ansicht, daß die Erfahrungen in der Arbeitslosenversicherung noch nicht genügend seien, um diese Frage als prüsungsreif zu erklären. Aus diesem Grunde werde das Zentrum jetzt gegen die deutschnationalen Anträge stimmen. — In ähnlichem Sinne äußert sich der Abg. Schneider (Dem.). Abg. Pfeffer (DV.) erklärte, daß ?r persönlich dem Anträge auf Schaffung von Ersatzkassen sympathisch gegenübtzrstände, daß er aber im Augenblick des Sanierungsversuches der Reichsanstalt es doch nicht für ratsam halte, jetzt neue große Manipulationen organisatorischer Art vorzunehmen. Deshalb werde sich seine Fraktion bei der Abstimmung über diesen Antrag der Stimme enthalten. In der Abstimmung wurden die deutschnationalen Anträge auf Schaffung von Ersatzkassen gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Weiterberatung Freitag. Die Stellung des Handwerks. Berlin, 22. Aug. (TU.) Der Reichsverband des deutschen Handwerks nahm Veranlassung, dem Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages die Auffassung des Handwerks zur Reform der Arbeitslosenversicherung zu unterbreiten. In diesen Darlegungen wird ausgeführt, daß die Reform die Reichsanstalt in die Lage setzen müsse, mit ihren eigenen durch Beiträge erhobenen Mitteln in Zukunft auszukommen. Gegen die vorgeschlagene Erhöhung um i v.H. wird aus grundsätzlichen Bedenken heraus Einspruch erhoben, da durch diese Erhöhung der Wirtschaft ein erheblicher Kapitalbetrag entzogen werde und die Annahme einer Beitragserhöhung im Augenblick nur erreiche, daß man sich um die Notwendigkeit einer eingehenden Reform herumhelfe. Auch der vorgesehene Ueberbrückungskredit werde die Wirtschaft belasten und ihr notwendige Betriebsmittel entziehen. Grundsätzlich wird verlangt, daß die versicherungstechnischen Bestimmungen für die Arbeitslosenversicherung so gestaltet würden, daß sich Einnahmen und Ausgaben das Gleichgewicht hielten. Ebenso müsse die Saisonarbeiterfrage eine befriedigende Lösung erfahren. Für den Fall, daß eine Herausnahme der Saisonarbeiter aus der Versicherung für die wiederkehrende berufsübliche Arbeitslosigkeit nicht durchgcführt werden könne, müßten die Bedingungen für die Inanspruchnahme der Versicherung durch die Saisonarbeiter erheblich verschärft werden. Die Eingabe tritt weiter für Die Einführung Der Bedürftigkeitsprüfung ein, ferner für Anpassung der Leistungen an die Höhe der Beiträge und an die Dauer der Beitragszahlung sowie schließlich für Einschränkung der Gründe, die zur Ablehnung einer Arbeit berechtigen. Die unberechtigte Ablehnung angebotener Arbeit soll Tokio, 23. Aug. (MTB. Funkspruch.) „Graf Zeppelin" ist am Freilag um 15.20 Uhr Tokioer Zeil (7.20 Uhr MEZ.) zum Pazifikflug nach Los Angeles gestarlel. — Roch um 13 Uhr hielt man es für unmöglich, daß „Graf Zeppelin" vor morgen feinen Weiterflug anlrelen könnte. Auf Grund der Meldungen des Wetlerbureaus nahm man an, daß die Abfahrt auf mindestens 24 Stunden verschoben werden mühte, da die st arten Nordwinde unvermindert anhiellen. Als die zahlreiche Menschenmenge, die sich auch heute wieder auf dem Flugfelde von fiafumigaura eingefunden hatte, von der Slartverschiebung hörte, zerstreute sie sich. Aber eine Stunde später bereits traten plötzlich Aenderungen der Wet- Wien, 22. Aug. (WB.) Auf der Tauernbahn flieh heule mittag um 11.30 Uhr der Schnellzug D 115 (Prag—Triest) mit dem Perfonenzug 761 (Villach—Salzburg) auf freier Strecke zwischen den Bahnhöfen Schwarzach — St. Veit und Loifarn zusammen. Bei dem Unfall sind 4 Personen getötet und 20 verletzt worden, darunter mehrere schwer. Ls wurden getötet: der Rechtsanwalt Wolf aus Charloltenburg, G. R. Raabe aus Aue im Erzgebirge, Ida Wagner aus Aussig a. d. Elbe und Janka Bienen- feld aus Wien. Unter den Schwerverletzten befinden sich keine Reisenden aus Deutschland. 3m Spital Schwar;ach-St. Veit befinden sich in De- handlung folgende Leichtverletzte: Karl Kanne- g i e h e r, Kaufmann aus Dresden (Quetschungen), Karl Wagner, Kaufmann, Wohnort unbekannt (Ritzwunden und Quetschungen). Das Eisenbahnunglück ereignete sich kur; nachdem der Schnellzug Prag—Triest die Station Schwarzach-St. Veit, die zwischen St. Johann im Porgau und Bad Gastein liegt, verlassen halte, ungefähr 50 Meter vor dem ersten Tunnel der Tauern-Bahn. Die Passagiere, die gelötet oder verwundet wurden, befanden sich in diesem Schnellzug. Der Zusammenstotz war sehr heftig, obwohl die Lokomotive bergauf fuhr. Der Zug wurde von den Verlust Der Unterstützung bis zum erneuten Ausscheiden aus einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsrerhältnis nach sich ziehen. Sozialdemokratische Kompromißvorschläge. Wissens Gegner im Reichskabinctt. Berlin, 23. Aug. (Priv.-Tel.) Nach dem „B. T." sollen sich innerhalb der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion und der Leitung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Bestrebungen geltend machen, die auf eine Verständigung in der Frage der Arbeitslosenversicherung abzielen, aber die geforderte umfassende Reform auf das nächste Jahr vertagen wollen. Man will diese vorläufige Lösung auf der Basis erreichen, daß sich die Sozialdemokratie mit einer Beitragserhöhung um ein halb Prozent und Begrenzung auf sechs Monate abfindet, gleichzeitig jedoch alle weiteren Aenderungen der bestehenden Vorschriften auf Beseitigung der Mißbräuche beschränkt wissen will, während das geltende Gesetz im übrigen unverändert bleibt. Der Wissellsche Gesetzentwurf ist übrigens vom Kabinett mit 7 gegen 4 Stimmen angenommen worden. Gegen die Vorlage haben, wie der Demokratische Zeitungsdienst berichtet, außer den beiden volksparteilichen Ministern der Reichsernährungsminister Dietrich (Dem.) und der Reichsfinanzminister H i l f e r d i n g (Soz.) gestimmt. ferläge auf und kur; nach ;wei Ahr wurde auf Grund der neuen Wetterlage der Start des Luftschiffes auf 3 Uhr nachmittags festgesetzt. Wenige Minuten später erfolgte die Alarmierung der wacht- und Haltmannschaften. Die Passagiere des „Graf Zeppelin" waren am vormittag nicht nach Tokio ;u- rückgekehrt. Sie wollten auch für den Fall, dah der Start auf morgen hätte verschoben werden müssen, in ihren Kabinen im Luftschiff übernachten. Um 15.13 Uhr erfolgte dann unter den begeisterten Zu- rufen der Menge der Abflug, der sich ohne Schwierigkeiten voll;og. Das Luftschiff entfernte sich in schneller Fahrt in nordö st kicher Richtung. Bereits um 15.20 Uhr war es schon den Blicken entschwunden. einer Lokomotive ge;ogen und von einer ;roeiten rückwärts geschoben; er war sehr lang, und so konnte der Führer der rückwärtigen Lokomotive den vorderen Teil des Zuges nicht sehen, weil sich an der Stelle eine Biegung befindet. Die Lokomotiven beider Züge fuhren ineinander. Der Packwagen des Schnell;uges wurde ;erfrümmerf; die beiden anschließenden Waggons ;roeiter und dritter Klasse bohrten sich ineinander. Die Passagiere dieser beiden Waggons, die nach einem adriatischen Seebad bestimmt waren, wurden das Opfer der Katastrophe. Vom Personen;ug Villach—Sal;burg wurden die ersten drei Waggons, nämlich der Postwagen, der Dienstwagen und ein Personenwagen förmlich ineinander geschoben. Der Tender der Lokomotive kam auf den Postwagen ;u liegen. Die vier Postbeamten, die sich im Postwagen befanden, wurden unter den Tender geschleudert und leicht verletzt. Der Post- wagen selbst wurde vollständig ; er t r ü m- wert. Aus Schwar;ach-St. Veit und anderen Stationen waren hilfs;üge sehr rasch ;ur Stelle. Die verwundeten konnten in tur;er Zeit verbunden werden. Die Schwerverletzten wurden ins Spital nach Schwar;ach-St. Veit gebracht. Heber die Schuld frage konnte bisher nichts f est gefiel 11 werden. „Gras Zeppelin" zum pazWng gestartet. Llngünstige Windverhältnisse verschoben den Abflug nach Los Angeles. Schwaes EisenbahmmM aus der Tauembahn. Zusammenstoß des Adriaschnellzugs mit einem Personenzuge Salzburg - Villach nördlich von Bad Gastein. — Bier Todesopfer und zwanzig Berlehte. vinzialschulkollegiurn Berlin in einer Rundoerfügung Stellung, in der gesagt wird: Unsere Schulen erziehen Schüler und Schülerinnen zu Bürgern der Republik. Wenn Eltern ihre Kinder zur Feier des Verfassungstages, „unseres einzigen offiziellen vaterländischen Feiertages", aus politischen Gründen zurückhalten, so würden sie damit die nationale Erziehungsarbeit der Lehrerschaft durchkreuzen. Die Verfügung ordnet an, daß in Zukunft in solchen Fällen die Kinder auf dem Verwaltungswege aus der betreffenden höheren Schule entlassen werden. Vom Kieler Reichsstädtetag. Kiel, 22. Aug. lWB.) Die Mitgliederversammlung des Reichsstädtebundes wurde mit einer Begrüßungsansprache des Bundespräsidenten, Oberbürgermeister Dr. Belian (Eilenburg) eröffnet. Das erste Referat über „Die s o* zialen Aufgaben der Gemeinden" h-ielt Bürgermeister Stoll (Fürstenwalde). Er erklärte u. a„ die deutschen Mittel- und Kleinstädte mit ihrem betonten kommunalen Eigenleben müßten erwarten, daß die Gesetzgebung in Reich und Staat ihre soziale Funktion anerkennt und Sorge trägt, daß sie nicht unter den Wirkungen eines auf die Dauer untragbaren Z wa n g s ° Verknappungssystems verschwindet, das ihnen die Aur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendigen Mittel vorenthält. Kleber „Die kulturellen Aufgaben der Gemeinden" sprach dann Landtagsabgeordneter Dr. Steffens: Bei aller Anerkennung des Aufsichtsrechts des Staates und der Rotwendigkeit der einheitlichen Gestaltung des Schulwesens und anderer Bestimmungen darf doch die selbstverwaltende Tätigkeit der Städte nicht so beschränkt werden, daß ihnen die Freude an ihrem Schulwesen und damit die produktive Initiative verlorengeht. Der Feststellung der Kompetenzen von Staat und Städten im Schulwesen muh neu, und zwar in gegenseitigem Vertrauen, erfolgen. Die Selbstverwaltung rst gerade für kulturelle Betätigung nötig. Vizepräsident Dr. Voigt ging auf die bevölkerungspolitische Bedeutung der Klein- und Mittelstädte ein, die neben dem flachen Lande die großen Zubringer und Erhalter der Großstädte seien. Der Redner gab der Erwartung Ausdruck, daß bei der endgültigen Gestaltung der kommenden Verfassungsgesetze das Anrecht an den Klein« und Mittelstädten wieder gut gemacht werde. Oie deutschen Minister im Prager Kabinett. Die geheimen Militärkonvenlionen der Kleinen Entente. Prag, 21. Aug. (TU.) An dem tschechischen Ministerrat, in welchem die Ratifizierung der geheimen Militärkonventionen der drei kleinen Cntentestaaten stattfand, sollen auch nach dem „Ceske Slovo", dem Blatt des Außenministers Dr. Denesch. die beiden deutschen Minister in der tschechischen Regierung teilgenommen haben. Das Blatt schreibt, dies fei der erste Fall, daß die deutschen Minister zu einer so außerordentlich wichtigen Handlung, wie es die Ratifizierung der geheimen Militärverträge ist, hinzugezogen wurden. Die Voraussetzung dieser Anteilnahme deutscher Minister an dieser Ratifizierung sei aber das Bekenntnis der vorbehaltlosen unveränderlichen Treue der deutschen Minister zum tschechischen Staate gewesen. Die sudetendeutsche „Tageszeitung" greift deshalb die beiden deutschen Minister scharf an. Das Blatt fragt schließlich, wie sich die beiden deutschen Minister Dr. Spina und Dr. Mayr- Harting für ihre Zustimmung zu diesen Militärverträgen, die doch nur im Sinne der französischen Militärhegemonie zustande- gekommen wären, den Sudetendeutschen und dem Deutschen Reiche gegenüber rechtfertigen würden. Die russisch-chinesische Spannung Erregung in Moskau. Moskau, 22. Aug. (Funkspruch der arnllichen Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Die Meldungen über andauernde Einfälle von chinesischer Seite im Sowjetgebiet und über zunehmende Repressalien gegen Sowjetbürger in der Mandschurei rissen einen erneuten Entrüstungssturm unter den Werktätigen der Sowjetunion hervor. Zahlreiche Arbeiterversammlungen billigen restlos die jüngste Regierungserklärung und verlangen, daß vor entschiedeneren Maßnahmen zur Zügelung der Kriegsprovokateure nicht haltgemacht werde. In zahlreichen Betrieben beschlossen die Arbeiter, s i ch als mobilisiert z u betrachten und auf die erste Aufforderung hin in die Rote Armee einzutreten. Zum Wehrfonds werden Beiträge abgeführt, und die Proklamierung des 2 5. August zum Tag der Landesverteidigung wird beantragt. In den Dörfern faßten die Bauern den Beschluß, die Getreideüber- schüsse dem Staate zu verkaufen. Die Bauernjugend meldet sich massenweise zum Freiwilligendienst in der Roten Armee an. Reichsbahn und ^oungplan. EinGesetzentwursderEisenbahnerverbände Berlin, 22. Aug. (Priv.-Tel.) Bekanntlich soll durch den Bvung-Plan auch die Stellung der Reichsbahn für die Dauer des Planes festgelegt werden. Die dem Deutschen Deamtenbund angehörenden Eisenbahnerverbände und der Allgemeine Eisenbahnerverband (Gewerkschaftsring), die in einer Arbeitsgemeinschaft in dieser Frage zusammenarbeiten, haben nach eingehenden Beratungen einem vom Zentralgewerkschaftsbund Deutscher Reichsbahnbeamten ausgearbeiteten Entwurf eines Gesetzes über die Tlmstellung der Reichsbahn zugestimmt. Der Entwurf ist der Reichsregierung, dem Reichstag und dem Reichsrat vorgelegt worden. Die in dem Gesetzentwurf nieder gelegten Forderungen der genannten Organisationen sind in der Hauptsache folgende: entgegen den Bestimmungen des Boung-Planes, der die Reichsbahn mit 600 Mill. Mark jährlicher Zahlungen belasten will, soll der Reparationsanteil der Reichsbahn zu einer innerdeutschen Angelegenheit werden. Es wird daher vorgeschlagen, diese Summe in Form einer Verkehrs st euer zu erheben, die jährlich in einem festen Betrag an die Reichskasse abzuführen ist und deren Höhe durch ein besonderes Reichsgesetz festgelegt werden soll. Im übrigen soll die Reichsbahn nach wie vor von weiteren neuen direkten Steuern befrei t sein. Die Verwaltung der Deutschen Reichsbahn soll dabei unabhängig von der sonstigen Reichsverwaltung unter Wahrung der Interessen der deutschen Volkswirtschaft nach kaufmännischen Grundsätzen geführt werden. Der Verwaltungsrat, der ja nach dem Voung-Plan von den ausländischen Vertretern gereinigt wird, soll aus 24 Mitgliedern bestehen, von denen mindestens 25 Prozent Vertreter des Eisenbahnpersonals sind, eine Regelung, die ihr Vorbild im Verwaltungs- rat der Reichspost findet. Hm den Einfluß des Reiches zu stärken, soll der Präsident des Der- waltungsrates vom Reichspräsidenten ernannt werden, und zwar auf Vorschlag des Reichsverkehrsministers. Auch soll die Bestellung mit Zustimmung dieses Ministers jederzeit widerrufbar sein. Einer aus min- destens einem Drittel der Verwaltungsratsmitglieder bestehenden Minderheit soll ein Einspruchsrecht mit aufschiebender Wirkung der Mehrheitsbeschlüsse gegeben werden. Entgegen dem heutigen Zustand wird gefordert, daß die Gesetze des Deutschen Reiches wieder für die Deutsche Reichsbahn gelten sollen. Das Kontrollrecht des Reiches wird insofern anerkannt, als Reichsrat und Reichstag alljährlich ein Geschäftsbericht mit Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung vorzulegen ist, wobei bei der Beratung dieses Berichts eine Auskunftspflicht durch Kommissare der Reichsbahn vorgesehen ist. Ebenso wird auch die Rach- prüsung durch den Rechnungshof des Deutschen Reiches gefordert. Die Regierung soll ein unbeschränktes Auskunfts - und Besichtigungsrecht erhalten. Die heutigen Reichsbahnbeamten sollen ebenfalls wieder dem allgemeinen deutschen Beamtenrecht unterstellt werden, namentlich soll der § 24 des heutigen Reichsbahngesetzes fallen, der der Verwaltung das Recht gibt, Reichsbahnbeamte beliebig auf Wartegeld oder auf Dienstposten von geringerer Bewertung zu sehen. Die bisherige Zahl der leitenden Beamten soll erheblich eingeschränkt werden, und ihre Dienstbezüge sollen vom Der- waltungsrat selbständig festgestellt werden. Schließlich wird auch die Wiederherstellung des zur Zeit inhibierten Petitionsrechts gefordert. Die Weiterlage. !/3 VS. I Ponnerstaa, b^Rijdust. 1929,7' iberdeenV^- i*-^£5seydi$r \ \ \ RQyt O wolkenlos. O neuer, c» naib bedeckL ® wolkig. • oedeckt e Reflex * Schnee a Graupeln. 5 Nebel K 0rwiuer.(§)Windstille.«O^ seh# «unter Ost mässiger Südsoowesi Q stürmischer nordwesl Oie Pfeile fliegen mit dem winde. Die beiden Stationen stehenden Zah» ien geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen^ euf Meeresniveau umoerechneleo Luftdruck Wettervoraussage. Der Einfluß der Jslandstörung tritt bereits stärker in Erscheinung. Schon in den gestrigen Nachmittagsstunden führte eine Warmluftstaffel in unterem Bezirk zu verbreiteten Niederschlägen, die durch ihr gleichmäßiges, anhaltendes Niedergehen einen typischen Aufgleitregen darstellten. Weitere Warmluft bringt zunächst noch nach Mitteleuropa vor, so daß in ihrem Gefolge weiterhin wolkiges Wetter herrscht und zeitweise Niederschläge auftreten. Eine alsbaldige Besserung der Wetterlage dürste nicht zu erwarten sein, denn die aus dem Norden abwärts fliehenden polaren Luftmassen werden im Laufe des Sonntags neben Abkühlung noch unbeständiges Wetter bringen und Anlaß zu Gewitterstörungen geben. Wettervoraussage für Samstag: Wechselnde Bewölkung, zeitweise Niederschläge, nach anfänglichem Temperaturanstieg später wieder kühler. südwestliche bis westliche Winde. Preise. Kreis Friedberg. grüi späten Abendstunden beisammen. 0 Büdingen, 22. Aug. Dieser Tage fanden hier die Reichsjugendwettkämpfe statt. Unser Wolfgang-Srnst-Ghmnasium beteiligte sich zum dritten Male. Auch das diesjährige Ergebnis ist befriedigend. Die Beteiligung war nicht so stark wie im Vorjahre, dafür konnten fast alle Kämpfer als Sieger hervorgehen. Die Einzel- Höchstleistungen waren beträchtlicher als im Vorjahre. Die Ergebnisse lauten: Schüler. Oberstufe. (Jahrgänge 1911/12): L H. Hemming II Büdingen, 22. Aug. Dieser Tage fand im Fürstenhof ein sehr gut besuchter D.D. A. - Abend statt. Eine größere Anzahl junger Wienerinnen und Wiener hatten auf ihrer Reise durch Süddeutschland unsere Stadt besucht und einen Spielabend veranstaltet. Aeben einer Anzahl ausgezeichnet vorgetragener Musikstücke fanden die hübschen alten Spiele und Volkstänze bei den zahlreichen Besuchern des Abends ungeteilte und wohlverdiente Anerkennung. Der Vorsitzende des D. D. A. in Büdingen, Reg.-Rat Dr. Loh, sprach einleitend herzliche Begrü« ßungsworte und ermahnte zur Einigkeit und Mitarbeit in dem Gedanken „Verein für das Deutschtum im Auslande". Der Führer der Wiener Schar dankte mit schlichten Worten für die freundliche Aufnahme in Büdrngen und betonte daß seine Schar bei der längeren Reise durch Deutschland von dem Gedanken geleitet wurde, den in den Sprachgrenzen Oesterreichs bedrängten deutschen Schwestern und Bnidern durch Beschaffung von Geldmitteln zu helfen. Ein ausgezeichnet durchgcführtes Spielprogramm hielt die zahlreiche Versammlung bis in die pb. Butzbach. 22. August. Der heutige Schweinemarkt war mit 387 Ferkeln befahren. Es wurden gezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen 37 bis 42 Mark, von sechs bis acht Wochen 42 bis 45 Mark, von acht bis zehn Wochen 45 bis 50 Mark. Der Handel war lebhaft und der Markt zum Schluß geräumt. Kreis Büdingen. . in den Stand, sich mit einiger Sicherheit darüber zu informieren, ob die Milch getauft ist. Man nimmt einen Tropfen Milch auf den Fingernagel. Vollmilch bildet dann stets ein rundes Kügelchen. Magermilch und gewässerte Milch zerfließen. Auch eine Stählstricknadel leistet gute Dienste. Bleibt an ihr die Milch auch nur in geringen Quantitäten hängen, so ist es Vollmilch. Sm anderen Fall kann man vermuten, daß es sich um Magermilch oder gewässerte Milch handelt. Ein absolut sicherer Beweis kann aber natürlich nur durch eine genaue chemische Analyse erbracht werden. •* Was ist das Wichtigste am Motorrad? Bei einer Prüfung von Motorradfahrern durch die kreisamtlichen Behörden in Darmstadt fiel auch die Frage: „Was ist das Wichtigste am Hinterrad?" Prompt erwiderte der Prüfling: „Das ist der Soziussitz!" — Wichtiger scheint ihm wohl noch zu sein, wer darauf sitzt. ** Krähen vor 8 11 f) r mo rgens verboten! Eine originelle, aber wahre Begebenheit ereignete sich in einer Gemeinde des Unter» westerwaldkreises. Kam da am vergangenen Montag eine im Ort wohnende Witwe zum Bürgermeister und machte Anzeige, daß sie durch das zu frühe Krähen des Hahnes ihrer Rachbarin gestört würde. Pflichtschuldig wurde der Dorfpolizist in Bewegung gesetzt, der, innerlich lachend, mit ernster Mine zu dem fraglichen Hause ging, um den Ruhestörer in Augenschein zu nehmen. Dieser hatte es jedoch vorgezogen, der „hohen Obrigkeit" aus dem Wege zu gehen und in die Felder zu laufen. Da die Klägerin auf Abschaffung dieses Uebelstandes dringt, verspricht diese Geschichte noch interessant zu werden. Ein witziger Einwohner hängte vorläufig an seinen Hühnerstall eine Bekanntmachung, in der er seinem Hahn das Krähen vor 8 Uhr morgens verbot. Ob die Hähne diese Bekanntmachung respektieren, dürfte zu bezweifeln sein. Aus Oer Provinzialhauptstadt. Gießen, den 23. August 1929. Das Schicksal her Hütekinder. Die Hessische Amtliche Pressestelle. Darmstadt, teilt mit: < _. ,, . , Die Anforderungen, die das Viehhut en an Kinder jeden Alters stellt, werden vielfach unterschätzt. Wer für diese Beschäftigung körperlich nicht geeignet ist, kann dauernd Schädigungen an feiner Gesundheit erleiden und wird außerdem die Erwartungen der Pflegeeltern nicht erfüllen können. Die bisherigen Verhältnisse bedurften dringend der Reuregelung. Sn Heber« einstimmung mit dem Vorgehen anderer Lander hat deshalb der Minister des Innern Richtlinien erlassen, worin die gesundheitlichen Voraussetzungen und die erziehungsfürsorge- rischen Bedingungen für die Auswahl und das Halten von Hütekindern festgelegt sind. Die Erteilung der Erlaubnis und die Aufsicht über die Hütekinder steht grundsätzlich dem jeweiligen KreiSjugendamt zu. Die Bevölkerung muß sich deshalb mit der Bitte um Zuweisung von Hütekindern stets an das zuständige Kreisjugendamt wenden. Die private Vermittlung von Hütekindern ist verboten und wird strafrechtlich verfolgt, wenn die betreffende Stelle nicht vorher durch ein Jugendamt als geeignet anerkannt und die Halteerlaubnis nicht ausdrücklich für das in Frage kommende Kind erteilt worden ist. Künftighin müssen alle Hütekinder vor Antritt ihrer Stelle ärztlich untersucht werden. Erholungsbedürftige Kinder sind als Hütekinder keinesfalls geeignet. Eine ärztliche Untersuchung von Hütekindern in Baden hat bei etwa 1/1 der Fälle eine Uebererregbarfeit des Rervensystems. bei etwa 20 Prozent der Kinder nicht normalen Herzbefund und bei zahlreichen Kindern nachteilige Veränderungen des Knochensystems ergeben, die zum Teil auf die Haltung des Körpers bei schnellem Bergauf- und Dergabwärtsspringen zurückgeführt werden. Als Zeichen der häufigen Fuhverletzungen bei dem Darfußlaufen hatten fast die Hälfte der Kinder Drüsenschwellungen in der Leistengegend. Endlich wurde in zahlreichen Fällen aus dem Lungenbefund sowie aus den geschwollenen Halsdrüsen und den entsprechend vergrößerten Mandeln auf sehr häufige Erkältungskrankheiten geschlossen. Sm Krankheitsfall haben die Pflegeeltern für Pflege, Behandlung und ärztliche Hilfe zu sorgen und das Hütekind bei der zuständigen Krankenkasse zu versichern. Sn ernstlichen Fällen müssen die Eltern des Kindes und das Sugenbamt benachrichtigt werden. Weiterhin ist in den Bestimmungen über die gesundheitlichen Voraussetzungen u. a. gesagt, daß das Hütekind ein eigenes Bett in einem gesunden und trockenen Schlafraum mit genügend Luft und Licht haben muß. Auch muh die Schlafstelle jede sittliche Gefährdung des Kindes aus- schliehen. , Die Pflegeeltern sind für reinliche, den Witterungsverhältnissen angepahte Kleidung verantwortlich. Sie haben für ausreichende Beköstigung zu sorgen, insbesondere dafür, daß die erforderliche Zeit zum Essen und vor dem Schulunterricht eine warme Kost zur Verfügung steht. Außer der notwendigen Erholungszeit am Tage muß dem Hütekind je nach seinem Lebensalter eine mindestens achtstündige Rächt tu h e eingeräumt werden, sofern der Arzt nicht längeren Schlaf für erforderlich hält. Schließlich sind die Pflegeeltem dafür verantwortlich, daß das Hütekind nur zu solchen Arbeiten verwandt wird, die seinem Alter und Geschlecht und feiner körperlichen Verfassung entsprechen. Erziehungsfürsorgerisch ist der regelmäßige Schulbesuch zur Bedingung gemacht Für Sie Anfertigung der Schulaufgaben muß das Hütekind ausreichend Zeit bekommen. Bei der Unterbringung soll möglichst auf die Ucbereinftimmung der Dekenntnisgemeinschaft zwischen Pflegeeltern und Hütekindern geachtet werden. Auch haben die Pflegeeltern das Hute- kind in dem üblichen Rahmen zum Besuche des Gottesdienstes und zur Erfüllung der sonstigen religiösen Verpflichtungen anzuhalten, und es ist ausdrücklich noch einmal angeordnet, daß dem Hütekind die entsprechende Sonntagsruhe gewährt werden muß. . Die Aufsicht über die Hütekinder wird in der Regel von dem örtlichen Sugendamt geführt, das die Durchführung einem freiwilligen Helfer oder einer Vereinigung der freien Wohlfahrtspflege, deren Bekenntnis das Kind angehört, übertragen kann. Es wäre in höchstem Maße wünschenswert, wenn die Lehrerschaft bei der Ueberwachung der Hütekinder mitwirkt. Daten für Samstag. 24. August. Sonnenaufgang 4.59 Uhr, Sonnenuntergang 19.50 Uhr. — Mondaufgang 20.42 Uhr, Monduntergang 9.20 Uhr. 79 n. Ehr.: Ausbruch des Vesuvs: Herkulanum, Pompeji und Stabiä verschüttet; — 1572: Bartholomäusnacht (Pariser Bluthochzeit), Niedermetze- lung zahlreicher Hugenotten; — 1759: der Dichter Christian Ewald v. Kleist in Frankfurt a. d. O. gestorben; — 1919: der Politiker Friedrich Naumann in Travemünde gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Seeschlachten von Coronel und den Falklandsinseln"; auf der Bühne Fanny Aßmann. * ** Die Zugvögel brechen auf. Obwohl mir noch Sommer haben, beginnt bereits der Vogelzug. Schon in den ersten Äugusttagen haben uns die Turmschwalben, die „Segler" verlassen. In den Storchlagern sind die Aufbruchsvorbereitungen in vollem Gange, wenn nicht schon beendet; die jungen Störche haben ihre Ausbildung vollendet, und spätestens Ende August wird die Ueberseereise angetreten. Gleichfalls noch in diesem Monat verläßt uns der Kuckuck, die Grasmücke, die Mauerschwalbe und die Wachtel. Die übrigen Vögel ziehen erst im September ober gar im Oktober. ** Deutsches Turn- und Sportabzeichen. Am kommenden Sonntag, 25. d. M., findet die Prüfung in Gruppe 5, Radfahrer für das deutsche Turn- und Sportabzeichen statt. (Vgl. die heutige Anzeige.) . r „ ** Gewerbeverein Gießen. Man schreibt uns: Sn der Hauptversammlung am 20. August wurde Schreinermeister Georg H a u b a ch zum 1. Vorsitzenden gewählt. An seine Stelle rückte Bäckermeister Wilhelm L ö b e r durch die Wahl in den Vorstand. ** Milchprüfungsmethoden. Folgende, sehr einfache Prüfungsmethoden setzen den Laien Oberheffen. Landkreis Gießen. + Grünberg, 22. Aug. Um dringende Angelegenheiten zu erledigen, hatte Beigeordneter Keller eine zweite Sitzung des Gemeinderates in dieser Woche anberaumt, zu der acht Gemeinderäte erschienen waren. Zur Verhandlung stand zunächst der Wirtschaftsplan des Stadtwaldes für das Wirtschaftsjahr 1930. Da der Grünberger Stadtwald zum Dienstbezirk des Forstamtes Rieder- Ohmen zählt, dessen Amtssitz sich hier befindet, war der Leiter dieses Amtes, Forstmeister Sußner, in der Sitzung anwesend und erläuterte den Plan, der in der vorgetragenen Form gut- geheißen wurde. Der Beschluß vom 12. d. M. wird in der Weise abgeändert, daß statt 12 000 nur 8000 Mart auf Anleihe genommen werden, da die in der ersteren Summe enthaltenen Kosten der Wasserversorgung der Färbgrabengasse dem Erneuerungsfonds des Wasserwerkes entnommen werden sollen. Die Summe von 8000 Mark ist für die Bahnhofstraße bestimmt, deren Oberflächenbau sich in einem dermaßen schlechten Zustande befindet, daß deren Snstand- setzung nicht mehr länger hinausgeschoben werden kann. Cs wird beschlossen, mit den Arbeiten alsbald zu beginnen. Zur Tilgung und Verzinsung des aufgenommenen Anlehens soll ein jährlicher Betrag von 1000 Mark vorgesehen werden. — Der Gemeinderat stimmt der Abschaffung von zwei Simmentaler Dullen zu, die zum öffentlichen Verkauf ausgeschrieben werden sollen. + Grünberg, 22. August. Der heutige Schweinemarkt zeigte einen starken Auftrieb, es standen 480 Ferkel und 26 Läufer zum Verkauf. Folgende Preise wurden errett: Sechs Wochen alte Ferkel 30 bis 36 Mark, sechs bis acht Wochen alte 36 bis 46 Mark, acht- bis dreizehnwöchige 46 bis 52 Mk., Läufer 52 bis 60 Mark. Der Handel war sehr gut; der Markt wurde geräumt. l_s Aus dem Horloff tal, 22. Aug. Allenthalben kann man beobachten, daß die Landwirte neuerdings der Hühnerzucht mehr Sntereffe zuwenden. Reben Anlage von mehreren größeren Geflügelfarmen, die meistenteils „Weiße amerikanische Leghorn" enthalten, werden auch auf den Bauernhöfen bedeutend mehr Hennen, z. T. sogar Rassetiere, gehalten. Der Eierabsatz ist in vielen Orten genossenschaftlich organisiert, was eine gute Bezahlung der Eier zur Folge hat. Bei weiterem Ausbau dieser Organisation (nach Erwerb des deutschen Frischei-Stempels) haben unsere Landwirte Aussicht auf noch bessere Eier- Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen. Oer Abschnitt III mit den Einträgen der Buchstaben M bis 2R in das alphabetische Einwohner« und Jinnenverzeich- nis der Stadt Gießen liegt 3 Tage, vom Montag, dem 26. bis einschließlich Mittwoch, dem 28. August zu jedermanns Einsichtnahme In unserer Geschästsstelle offen. Oie zuständige Einwohnerschaft Gießens sowohl als die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge aus Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und ün» rlchtigkeiten kann feine Haftung übernommen werden. Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen Schulstraße 7 Eingang von der Kaplaneigaffe aus. 3m „Deutschen Haus" hielt dieser Tage Direktor Runge vom Graphologischen Snftitut und Präsident der internationalen Studiengesellschaft für wissenschaftliche Graphologie einen Vortrag über „Charakter und Handschrift". Der Vortragende zeigte aus der Geschichte der Graphologie, daß die Handschriftendeutung, die Fähigkeit, den Charakter eines Menschen aus den Zügen seiner Handschrift zu erkennen, nicht eine neue Kunst sei, sondern schon im Mittelalter und im Altertum betrieben wurde. Es handelt sich dabei um systematisch geordnete Deurteilungs- arundsätze für die Handschrift, die wissenschaftlich begründet seien. Die Handschriften einzelner Völker und verschiedener Berufsstände wurden beurteilt, auch die Schriften von Verbrechern, Kranken und Schülern noch besonders betrachtet. Am Schlüsse wurde die Bedeutung der Gerichtsgraphologie. der Handschriftenvergleichung, gezeigt. — Die Stadt erhielt am Mittwoch Einquartierung durch das 5. Artillerie-Regiment in Fulda anläßlich einer Geländeübung in der hiesigen Gemarkung. Die Einquartierung besteht aus 12 Offizieren, 3 Unteroffizieren, 16 Mann und 27 Pferden. (118), 2. W. Schäfer (108), 3. A. Kranz (97), 4. F. Methfessel (91), 5. CH. Wolf (86). Mittelstufe (Sahrgänge 1913/14): 1. W. Beier (142), 2. H. Breidenbach (136), 3. W. Proll (122), 4. O. Rullmann (114), 5. F. Bechtler, W. Knickei (108), 6. O. Dönges (106), 7. P. Wegener (96), 8. O. Berg (92). Unterstufe (Sahrgänge 1915/16): 1. W. Krenh (97), 2. A. Prager (95), 3. L. Amend (94), 4. A. Waltz (93), 5. E. Eschenfelder (92), 6. A. Schudt (89), 7. H. Büttner (82), 8. K. Betz (81). 9. F. Großmann (80). 10. A. Lein und H. Uhl (78). Vorstufe (Sahrgänge 1917/18): 1. K. Raab (61), 2. W. Geyer (58). 3. W. Schramm, W. Guiard (57), 4. K. Gutmann (56), 5. W. Köhler (53), 6. H. Gerfin, H. Pfeiffer, H. Zöller (52), 7. W. Wagner (49), 8. QL Andrae, W. Methfessel (48), 9. H. Diehl (47), 10. R. Eichenauer (46). — Mädchen. Mittelstufe (Sahrgänge 1913 und 14): 1. H. Höfler und M. Keller (90), 2. H. Maue (81). Unterstufe (Sahrgänge 1915/16): 1. M. Schmidtmann (60), 2. E. Heck(53), 3. R. Köttner (52), 4. 3. Kraft (48), 5. 3. Oppenheimer (44), 6. Chr. Schröder und 3. Strohe (41). Vorstufe (Sahrgänge 1917/18): 1. E. Fink (52), 2. E. Rott (47), 3. M. Mandler (44-, 4. L. Ditschler (41), 5. E. Kraft (40). A Büdingen, 21. Aug. Sn dem benachbarten Vonhausen wurde unter außerordentlich starker Beteiligung der 18 Sahre alte Sohn des Maurermeisters Peter Ragel, der Unterprimaner Ottomar Ragel, zu Grabe getragen. Der Verstorbene besuchte in Frankenberg die Aufbauschule und berechtigte zu den schönsten Hoffnungen. Er war beim Baden in der Eder von einem Herzschlag betroffen worden. Der Direktor der Schule widmete dem tüchtigen Schüler einen ehrenvollen Rachruf. Die Teilnahme in der Gemeinde ist allgemein. A Bingenheim, 22. Aug. Auf den um ben „Markwald" herumliegenden Kartoffeläckern der Gemarkungen Blofeld und Dauernheim machen sich schon einige Wochen Wild- schw eine unliebsam bemerkbar. Abends wurden von Sägern einzelne Tiere und ein Mutter- schwein mit. Sungen auf Kartoffel- und Fruchtäckern gesehen. U Merkensritz, 22. Aug. 3n unserem Dors, das seither noch als einziges in der UmgegeNd ohne Wasserleitung war, wird jetzt eine solche gebaut. Die Arbeiten, die im Frühjahr einfeSten, gehen ihrem Ende zu. Die Orts- leitung ist bereits fertiggeftellL Sn etwa sechs bis acht Wochen kann die Anlage in Betrieb genommen werden. QUit der Ausführung der Arbeiten war der Bauunternehmer Kaiser von hier beauftragt U Aus dem südlichen Vogelsberg, 22. Aug. Die Fruchternt e geht auch bei uns, die wir in sonstigen Satyr en mit diesen Arbeiten etwas später sind, dank der günstigen Witterung, ihrem Ende entgegen. Fast sämtliches Getreide, bis auf den Hafer, ist eingebracht. Das Ernteergebnis ist im allgemeinen recht zufrieden- stettend. Besonders der Hafer, der in unserer» Gegend in den meisten 3ahren nur geringe Erträge gibt, war hervorragend. Auch der Weizen war in Qualität sehr gut, in Quantität gut. Rur der Roggen erbrachte eine knappe Mittelernte. Die Obstausichten sind ebenfalls nicht schlecht. Mit dem G r u m m e t m a ch e n ist be- reichts hier und da begonnen worden. Der frühzeitige Beginn dieser Arbeit erklärt sich daraus, daß bei den sogenannten Wässerwiesen nach der so schlechten Heuernte noch ein dritter Grasschnitt vorgesehen ist. Kartoffeln und Dickwurz versprechen gleichfalls ein gutes Ernteergebnis, wenn die gegenwärtige Trockenheit nicht allzu lange mehr anhält. Kreis Schotten. ß a u b a rfj, 22. Aug. Das frühere sog. Fürstenzimmer an der Ostwand des Bahnhofsgebäudes war 1919 als Geschäftszimm er der Bahnmeisterei eingerichtet worden. Da sich mit der Zeit dieser Raum als zu klein erwies, wurde er abgerissen. Ein neues Bureau für die Bahnmeisterei von 9 Meter Länge und 6 Meter Breite wird zur Zeit an dieser Stelle gebaut. — Wie wir berichteten, wurden beim Auto- unf all am 28. Suli bei Gonterskirchen dreizehn Personen aus Laubach verletzt; von ihnen ist inzwischen Weißbindermeister Friedrich Spuck verstorben. Die übrigen Verletzten sind nunmehr außer Gefahr. — Den Bemühungen des Schutzmanns Sch ard t ist es gelungen, zwei Obstdiebe, halbwüchsige Burschen, festzuslel- len. 3m eingefriedigten ©arten eines Beamten hatten sie Pfirsiche gestohlen. — Bei der am letzten Sonntag vom hiesigen Auto- und Motorrad-Klub veranstalteten „Sternfahrt" wurden teilweise beachtenswerte Leistungen erzielt. Sn vier Klassen starteten 17 Fahrer. Die Fahrzeit betrug 3’/2 Stunden. Die „Goldene Plakette" errang in Klasse A Herr von Fürsten- be rg (Motorsportklub Grünberg) mit 160,7 km, die „Silberne Plakette" Herr Lorenz (Lich) mit 119,7 km. Kreis Alsfeld. IH Alsfeld, 22. Aug. Der Reit- und Fahrverein des Kreises Alsfeld, der unter der Leitung des Grafen von Bredow- Qlltenburg sieht, erzielte auf dem am vergangenen Sonntag in Fulda abgehaltenen Reit- und Fahrturnier recht schöne Erfolge. 8 Steiler holten sich nicht weniger als 12 Preise, und zwar in der Vielseitigkeitsprüfung, in der Reiterprüfung für Vorgeschrittene und für Anfänger, sowie im Sagdspringen. Hauptsächlich war es die Ab- teihmg- Düßfeld. welche sich die Preise holte. — Berliner Börse. Berlin, 23. Aug. (WTB. Funkspruch.) Im heu. tigen Frühverkehr herrschte wieder völlige Ge» schöstslosigkeit. Die Unsicherheit hinsichtlich der Haager Konferenz drückte auf die Stimmung. Auch der Wochenschluß trug zur Zurückhaltung der Spekulation bei. Kurse wurden aber bisher noch nicht genannt. Am Devisenmarkt hört man: London gegen Paris 123.87, London gegen Mailand 92.67, London gegen Spanien 32.94, London gegen Kabel 4.8476, London gegen Berlin 20.3575, Kabel gegen Berlin 4.1990. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 24. August. Vor« abend 7 Uhr; morgens 8.30; abends 7.35 und 8.15. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeicr den 24. August 1929. Freitag .abend 7 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.15.-* Wochengottesdienst morgens 6.15; abends 7 Uhr. Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. Thyriot. Gewinnauszug Nachdruck verboten Ohne Gewähr 22. August 1929 13. Ziehungstag 169201 150227 147666 138893 393393 143204 146067 146223 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je >0OOO. 2 Gewinne au se 600000, 2 zu je 200000, 122172 169379 206031 258083 309170 24690 31943 48784 66489 174837 192964 230851 260182 275848 301294 337426 371806 24576 31530 46642 64078 82899 94135 1 123068 171599 186168 200286 212714 229046 246796 296496 309519 335015 366656 124348 159934 181366 205721 245310 274864 290461 320728 358920 385223 164121 183182 210592 257812 275313 297242 322588 367634 395783 165484 191357 224758 260020 275443 299539 334896 370083 183130 195727 205507 224165 245056 279314 303700 325367 353359 390862 178834 195465 231679 261313 276716 311140 346358 383103 12784 31242 41013 61116 76215 93082 192935 251925 306300 375201 13236 31306 45665 64028 79058 93531 120397 157916 186116 199282 210779 228248 245350 280669 304398 330583 363596 391163 178864 202451 233343 262983 280792 311971 352793 385111 182701 195054 204455 221337 238616 278670 301992 319717 352300 374427 399587 124799 168173 224006 262822 310202 396788 129529 176661 190035 200712 219330 229742 262064 297751 311926 347857 372544 394280 176004 246939 269401 339692 190711 247295 284833 339778 25341 33266 49898 69033 86899 131257 171537 233379 268860 331667 397339 134182 180320 194032 203879 220392 231461 272835 300903 318693 349796 374075 395627 27378 38747 56161 73070 90905 11434 28082 38946 59866 73823 92474 86000 _____ _____ _____ _____ 94778 99739 108649 109182 119087 ■----- "" • «»»«»»»» 144486 5. Klaffe 33. Preußisch-Süddeutsche (259. Preuß.) Klaffen-Lotterie Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 3n der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 Gewinn« JU 10000 M. 67162 147017 239852 2 Gewinn« ju 5000 M. 222028 ...... 10 Gewinn« nu 3000 M. 176084 182849 210005 500000, 2 Gewinne zu je 600000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 4 zu je 76000, 4 zu je 50000, 4 zu le 25000, 62 zu je 10000, 82 zu je 5000, 230 zu je 8000, 438 zu je 2000, 1096 zu je 1000. 2722 zu je 500, 6366 zu je 300 M. 393994 ____ 232 Gewinne zu 300 Ölt 8860 976356 12 Gewinne zu 2000 M. 113364 273864 286549 31 469^US!«21000 W.1 2394 8247 11325 84969 ?Ä67?&rai31353 Ä3 Ä 805774 319581 322233 338799 349975 367077 379811 58 Gewinne zu 500 W 24144 34935 42325 64933 69614 71458 74132 78941 88915 118488 120175 131397 137935 150225 159349 174843 192664 204979 209637 216643 230517 266602 309383 315846 340030 348706 357611 364121 393538 162 Gew.nne,u 300 M. 2562 17957 18033 25911 32669 35883 38764 41545 54037 59862 63538 71902 76195 77901 90816 91711 91985 96212 97020 98025 102011 103021 110247 112488 118383 ------ 133307 138463 1ACnc’’ 1-1ßooa 914544 378387 26 Gewinn, zu 2000 M. 57412 69213 85343 103136 130683 204213 247513 249809 281290 294401 3434,2’kBS.8?u6103060'S324422 34819 67428 88587 Ä 1221494 ’°S Ä S S 308051 320371 330525 371807 381609 102 Gewinne ju 500 W. 2399 9823 11977 12983 16388 28634 31831 38035 45674 49844 60021 55305 65083 74269 74410 96862 102527 120101 8n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 285899 2 Gewinn« zu 5000 W. 266579 8 Gewinne zu 3000 M. 187279 194723 834738 Jean Weisel, Gießen, Sonnenstraße 6, Telephon Nr. 88 Das Mnerateasse Natürliches Gefundbeitswaite; fiuegur pW’4** nimm B ullrich ■‘Salz Self 100 Jahren unübertroffen geg. alle Verdauungsstörungen, Magen beseh werden, Sodbrennen etc. 250 g 0.60, Tabletten 025 a.150. 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Ausgaben insgesamt . . Mithin: Mehrausgabe . . bezw. Mehreinnahme . . Abschluß. Aus dem Vorjahr . Mehreinnahme (+) Mehrausgabe (—) Einnahmen: 1. Steuern................ 2. Von den Unternehmungen und Betrieben und der Vermögensverwaltung abgelieferte Ueberschüsse.............. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Seid. Sorgfältig zusammengest. Weinkarte Preiswerte Einzel-Platten Gepflegte Biere Ergibt Bestand am Schlüsse des Berichtsvierteljahres B. Außerordentlicher Haushalt. Einnahmen: 1. Schuldenaufnahme 2. Fondsentnahme 3. Sonstige Einnahmen Einnahmen insgesamt . . Schulwesen: a) Volksschulen b) Sonstige Schulen Tiefbauwesen (Wege-, Straßen-, Brückenbau und -Unterhaltung)........... Wohlfahrtspflege u. Gesundheitswesen (aus- schließlich Arbeitslosensürsorge und Woh- nungswesen).............. Arbeitslosenfürsorge (Krisenfürsorge) . . . Wohnungswesen........... Besondere gemeinnützige Anstalten u. Einrichtungen ............... Uebrige Kämmereiverwaltungen (soweit nicht unter 1—7 aufgeführt)......... Umlagen an den übergeordneten Gemeindeberband ................ Davon ab: An Unternehmungen und Betriebe und die Vermögensverwaltung geleistete Zuschüsse Verbleiben . . 3. Sonstige Einnahmen: Allgemeine Verwaltung Schulwesen.............. Tiefbauwesen Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen (ausschl. Arbeitslosenfürsorge und Wohnungswesen) ..........>. . - Arbeitslosenfürsorge (Krisenfürsorge) . . . Wohnungswesen........... Besondere gemeinnützige Anstalten u. Einrichtungen .............. Uebnge Kämmereiverwaltungen..... Einnahmen insgesamt . . (abzüglich der Zuschüsse an Unternehmungen, Betriebe und Vermögensverwaltung) Das Endergebnis des Rechnungsjahres 1928 kann noch nicht angegeben werden, da noch das Ergebnis beeinflussende Verrechnungen vorzunehmen sind. Gießen, den 20. August 1929. anschließ. einSchlaf- zimmer mit zwei Betten, zu verm. 0M41 CnölDlflftr. 42 D. mit 2 Belten an zwei solide Herren z. vermieten m.Pens. 06M1 Walltorstr. 27. 1. 2. Wohnung in schöner Lage, 3 Minuten vom Äahnhof, mit 3 Zimmer, Küche, Äadezlmmer, Auto- Garage sofort zu vermieten. Auskunft durch 6979D Bürgermeisteramt Sinn. Tiefbauwesen (Wege-, Straßen-, Brückenbau und -Unterhaltung)........... Erwerbslosenfürsorge Wohnungswesen............ Sonstige Aufgaben der Kämmereiverwaltungen ................ Außergewöhnliche Zuschüsse und Neuinvestierungen für Unternehmungen und Betriebe uirb Bermögsnsverwaltung....... Ausgaben insgesamt . . Mithin: Mehrausgabe . . bzw. Mrhreinnahme . . Aus dem Vorjahr ÄiSÄlp °us d-n Monaten IV-VI. 29................ Ergibt Bestand am Schlüsse des Berichtsvierteljahres Erläuterungen: Die in Klammern beigefügten Zahlen stellen Ergebnisse des Rechnungsjahres 1928 dar. Ausgaben: Allgemeine Verwaltung Zerrissene ©(rümpfe in allen Stärken, in Dolle, Seide, Mako u. bgl. tptrben fast wie neu wieder angefirickt. 3n Halbschuhen zu tragen. Füße nicht abschneiden. VeS Mech. Strickerei, Wollwaren, Handarbeiten Vierteljahrs-Ausweis über Die Einnahmen u. Ausgaben der Gemeinde Gießen, I. Viertelj. April—Juni 1929 des Rechnungsjahres 1929. (Beträge in tausend Reichsmark.) Au- dem Voriahr, und zwar: A' a) Bestand zur Deckung restlicher Verpflichtungen — b) Ueberschuß ( + ), Fehlbetrag (—) des Vorjahres — LanierbachGessen) Hotel Schür, Telcvbon Nr. 19 Herrlich gelegenes Schwimmbad. Wochenende 9.— Reichsmark. 61,2 D 265 2331 20 (149) 84 (246) 20(149) 84 (246) 195(543) — 111 195 (543) — 111 6 Garagen und eine Motorrad-Garage zufamm. od. einzeln zu vermieten 69411) Bleichste. 16 I. | Mietgesuche | Junges Ehepaar sucht Wohnung geg. Hausarbeit bei ällereinEhevaar od. alleinsfeh. Dame od. Herrn. Schriftliche Angeb. unter 05347 an d. Gieß. Anz. erb. 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An» bent Vorjahr, unb Mar: ° A-b-r°rd°nt,ich-r Haushalt. a) Bestand zur Deckung restlicher Verpflichtungen . . . b) Ueberschuß (-j-), Fehlbetrag (—) des Vorjahres . . . | Vermietungen | !WLm SiS Jahressoll (Haushalt- jo!l-i-Rech- nungssoll der Vor- jahrsreste) Ist-Einnahme oder Ist-Ausgabe seit Beginn des Rj. bis einschl. des Vorvierteljahres Im Berichtsvierteljahr Zusammen 1 2 3 4 2237 — 141(249) 141(249) 723 — —(279) —(279) 2960 — 141 (528) 141(528) 324 — 5 (12) 5 (12) 2636 — 136 (516) 136 (516) 87 1 (41) 1 (41) 11 — 2 (33) 2 (33) 45 - (5) - (6) 1 — — — — — —— — 5 —— — — 956 —— 110(136) 110(136) 671 — 80 (56) 80 (56) 4412 — 329(787) 329(787) 914 36 189 (68) 225 (68) 131 1 11 (30) 12 (30) 380 17 92 (30) 109 (30) 252 1 29 (22) 30 (22) 899 23 171 194 10 — 1 (1) 1 (1) 13 — 3 (2) 3 (2) 1223 10 193 (314) 203(314) 590 16 31 (301) 47(301) — — — — 4412 104 720 (768) 824(768) — — 104 — — 495 — — — 391 — Verloren i Lacktasche mit Inhalt Vudwigstrafic 27 I. MW. Wer erteilt einem Schüler der unteren Klassen gründliche Nachbilsei.Latcin? Schrift!. Angeb. mit Breis u. 6977D n. d. Gieß. Anz. erbeten. MbanL Samstag, d. 24. Auautt, von 8 Uhr ab 6978D NE.v.erM- Vereine | MkllM Sonntag, ö. 25 Aug. von nachmittags 4 Hbr nb [^r.D Schühenhauü. i 4.: i Rr. |97 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Freitag, 23. August (929 Hintergründe desmandschunschenkonflikts Ostsibirien im Kampf der Mächte. - Das erstarkte Nationalbewußtsein in China. Japans Angst vor dem Bolschewismus. - Beginnende Emanzipation der Sibirier. Von Axel Schmidt. Bei oberflächlicher Betrachtung scheint es sich bei dem Streit um die Ostchinefische Dahn um einen Konflikt zwifchen Sowjetruftland und China zu handeln. Schaut man näher hm, fo sieht man deutlich, sich den Schatten Japans darüber ausbreiten. Solange China schwach war, schob sich im vorigen Jahrhundert Rußland langsam dem offenen Meere zu. 1850 hatte Rußland den Stillen Ozean im Borden bei Bikolajewst erreicht. Richt riel später wurde das Küstengebiet beseht und Wladiwostok gegründet, Unb am Ende des Jahrhunderts war Rußland in Asien auf der Höhe seiner Macht angelangt. Es baute die Sibirische Bahn, die 1500 Kilometer durch mandschurisches Gebiet (zu China gehörig) lief, pachtete von China die Häfen Port Arthur .und 5)a Int) und zwang China, ihm den Dan einer Bahn zu diesen beiden Häfen mitten durch die Südmandschurei zu gestatten. Bald darauf begann der Umschwung. Aber nicht China setzte zum Gegenstoft an, sondern Japan. Aach der russischen Aiederlage 1905 behielt es nicht nur die Halbinsel Liautang mit Port Arthur und Dalny, sondern auch Korea und übernahm zudem noch die Südmandschurische Bahn. Aur die nordmandschurische Linie bis Wladiwostok blieb in russischem Besitz. Als die bolschewistische Revolution ausbrach, schien Japan am Ziel seiner Wünsche angelangt. Cs besetzte nicht nur Wladiwostok und das Küstengebiet, sondern stieft auch bis zum Baikalsee vor. Mit dem Erstarken der Sowjetrepublik zog sich Japan langsam aus diesen Gebieten zurück. 1920 gab es das Transbaikal- und 1921 das Küstengebiet auf. Zu diesem Rückzug trug nicht wenig die Tatsache bei, daft dem Japaner die Lebensverhältnisse in der Rord- mandschurei, von Sibirien gar nicht zu reden, nicht zusagen. Aach wenigen Jahren des Aufenthalts in Sibirien, aber auch in der Aordman- dfckurei, kehren die Japaner meistenteils mit der Anlage zur Schwindsucht in die Heimat zurück. Dazu kommt, daft der japanische Bauer nicht dorthin auswandern will. Er ist zu sehr an den Reisanbau gewöhnt. Davon ist in diesen nördlichen Gebieten nicht die Rede. Diese wirtschaftlichen Erwägungen trugen den Sieg über die Annektionslust der nationalen Stürmer in Japan davon, die Sibirien bis zum Baikal, auch auf die Gefahr eines Krieges mit Sowjetruftland, behalten wollten. Roch ein weiterer Grund ver- anlahte die japanischen Staatsmänner, die Truppen aus Sibirien zurückzuziehrn. Eine Erschlie- ftiing dieses Gebietes aus seine Aaturschähe hin, ist nur mit groften Kapitalien möglich. Weder Amerika noch England waren bereit, Japan die Mittel zu einer solchen wirtschaftlichen Expansion zu bieten. Beide hatten kein Interesse daran, Japans Bormachtstcllung in Ostafien noch weiter zu verstärken. Anstelle der Japaner schieben sich jetzt Jahr für Jahr die Chinesen in die Mandschurei und in das Küstengebiet vor. In wenigen Jahrzehnten wird nicht nur die ganze Mandschurei, sondern auch das sibirische Küstengebiet mit Chi- nesen besiedelt fein. Bei einer solchen Konstellation mußte der Tag kommen, an dem ein national erstarites China den Versuch unternehmen würde, sich wieder in den Besitz seiner ihm entrissenen Territorien zu sehen. Chinas Gegenstoft richtete sich auf seinen schwächsten Gegner: Sowjet- ruft land, indem es Moskau aus der gemeinsamen Verwaltung der Ostchinesischen Bahn hin- ausdrängte. Dieses Erstarken Chinas in der Aordmandschurei ist weder Sowjetruftland noch Japan angenehm. Trotzdem ist es nicht wahrscheinlich. daft sich zwischen den beiden Staaten eine Verständigung gegen China anspinnen wird. Dazu befürchtet die japanische Regierung zu sehr eine Beeinflussung seines Proletariats durch kommunistische Agitation. Japan glaubt augenscheinlich noch auf längere Zeit hinaus, es machtpolitisch allein mit China aufnehmen zu können. 51m so mehr ist daher Japan daran interessiert, daft Rußland nicht wieder in Sibirien erstarke. Aus diesem Grunde unterstützt Japan die Selbständigkeitsbestrebungen in Sibirien. In Europa hörte man bisher wenig von dieser Bewegung. Es läßt sich jedoch nicht leugnen, daft eine solche schon in den letzten Jahrzehnten des Zarismus bestand. Zwar stammen die Bewohner Sibiriens — die eingeborenen Völkerschaften stehen auf dem Aussterbeetat — von rufsischen Einwanderern ab. Die Entwicklung aber unter den anders gearteten Verhält- niffen Sibiriens, wo es vor allem keinen Groh- grundbefih und keine Leibeigenschaft gegeben hat, lieft einen kräftigeren, felbstbewuhteren Men- schenthpus entstehen. Schon vor dem Kriege nann- Mit dem Ehrenbrief der Deutschen Sportbehörde für Athletik wurden ausgezeichnet: für langjährige Vereinsarbeit der Abteilungsleiter der Gieftener Spielvereinigung von 1900, Oberkasseninspektor Karl Müller, Gieften, für erfolgreiche Verbandsarbeit der Bankbeamte Alois Hofmann vom VfB. Gieften und Kaufmann Willy Schmidt von der Spielvereinigung 1900. Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900. ö. Der nächste Sonntag bringt die erste und einzige amtliche Iugendveranstaltung des Jahres, nämlich die Gaujugendwettkämpfe. Sie finden in Weilburg statt und wird aller Voraussicht nach eine sehr gute Beschickung seitens aller leichtathletiktreibenden Gauvereine erfahren. Die Spieloereingung 1900, die mit etwa dreißig Leuten die Wettkämpfe zu bestreiten beabsichtigt, wird daher in allen vier Altersklassen auf starke Konkurrenz, insbesondere aus den Vereinen V.f.L. Wetzlar, Weilburger Fußballverein und V.f.B Gießen, stoßen. Von den Aktiven wird sich Sonntag wahrscheinlich nur Hopfenmüller wettkämpferisch betätigen. Er startet bei den vom Kasseler Rasensportverband erst vor kurzem angesetzten bezirksoffenen Wettkämpfen. Da der 1900er zuletzt gute Trainings- und Wettkampfleistungen gezeigt hat, darf man annehmen, daß er sich in den ihm belegten Lauf-, Sprung- und Wurskonkurrenzen der Klassen zwei und drei durchsetzt. V.f.B. Leichtathletik. Die Leichtathletikabteilung des V. f. B. entsendet zu den am nächsten Sonntag in Weilburg stattfindenden Gaujugendwettkämpfen fünfundzwanzig Jugendliche und Schüler. In der /.-Klasse haben R o t h e r m e l im Kugelstoßen, Gruber im Speerwerfen, Geller und von R o t e n h a n im Hochsprung einige Chancen. In der 6-Klasse sind es Kirchheimer, Steuerwald, Stroh, Hellmeyer und L u h , die sich Hoffnung aus einen Sieg oder wenigstens auf einen Platz machen können. Mattern, Hopp, Simon, Harbauer und E r h a r d t vertreten den V.f.B. in der O-Klasse. Die besten Aussichten haben die Kleinsten (W e y l, '.Küpper, Steuerwald II., Heinz Fischer und Härder). Faustballspiele desT. D. v.l 846 Gießen Zum 6. Male führt die Spielabteilung des Tv. 1 8 4 6 die früher Pokalspiele genannten F a u st - ten sich die Bewohner Sibiriens nicht Russen, sondern Sibirier. Es hat dort eine ähnliche Entwicklung begonnen, wie sie in Amerika abgeschlossen vorliegt. Auch dort hat sich auf kolonialem Boden der Engländer zum Amerikaner gewandelt, bis er sich die Freiheit von seinem Stammlande eroberte. Roch ist es in Sibirien lange nicht s o weit. Aber die Entwicklung tendiert ohne Zweifel dahin. Japan sieht diese Entwicklung nicht ungern und ist bereit, diese Bewegung nach Möglichkeit zu unterstützen. Was die Außenpolitik kostet. Eine bemerkenswerte Aufstellung über die Kosten der Auswärtigen Aemter und deren Organisation hat soeben die amerikanische Akademie für Politik und Sozialwifsenschaft herausgegeben. Dieses Institut kommt zu dem bemerkenswerten Schluß, daft Deutschland die größten Aufwendungen für sein Auswärtiges Amt zu machen hat und dabei die geringsten Gebühren bezieht, während Amerika beinahe die gesamten Auslagen für fein Staatsdepartement aus den eingehenden Gebühren unterhalten kann. Im einzelnen beträgt die Gesamtsumme des auswärtigen Etats in Deutschland 16 126975. Die Gebührenanfälle Tv. 1846 Gieften bestritten. Leider ist der ehemalige deutsche Meister Lichtluftbad-Frankfurt zur Zeit durch die Berbandspiele in Anspruch genommen. Dagegen nimmt seine Turnerinnen- Mannschaft teil, die mit den Turnerinnen des Mtv. Gießen und von 1860 Frankfurt um den ersten Platz spielen wird. Die Turner-/.-Klasse weist auch fünf Bewerber um die ausgeschriebene Radierung auf. Griesheim-Elektron, 1860 Marburg, Lützellinden, Oberndorf und 1846 Gießen sind alle ziemlich gleichstarke Kämpen, die sich gegenseitig den Sieg nicht leicht machen werden. Spärlich ist dagegen die Beteiligung der Jugend, da nur Mtv. Gieften und Tv. 1846 gemeldet haben. Es ist Wohl anzunehmen, daft die Frankfurter Vereine, die ständig an dem deutschen Meister ihre Spielstärte erproben, in erster Linie für den Sieger in Betracht kommen. Aber auch die Mannschaften des Gaues Hessen stehen heute auf einer beachtlichen spielerischen Höhe, und es ist nicht aussichtslos, daß eine von ihnen Sieger wird. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Nach längerer Pause beginnt die 1. Mannschaft wieder ihre'Spieltätigkeit. Zum Gegner ist die als sehr spielstark bekannte Elf des Tv. Wetzlar verpflichtet worden. Das Spiel ist gewissermaßen der Auftakt für die am 8. September beginnende Verbandsrunde. Man wird also am Sonntag schon gewisse Voraussagen über die Aussichten der beiden Mannschaften in den Punktspielen machen können. Handball Tv. 1899 Großen-Buseck. Zum ersten Male seit Mitte Mai treten die aktiven Handballer wieder in Aktion. Die Mannschaft der 1. Kompagnie Inf.-Reg. 15 Gießen fährt zum Freundschaftsspiele nach Gr.-Buseck. Die Reichswehrmannschaft ist bekannt durch ihren schnellen und vor allem fairen Handball. Erst letzten Sonntag konnte sie durch ihren Sieg über bie der Mainliga der Sportler angehörigen Tutzbacher Polizisten ihre Stärke beweisen. Ob es bei dem Turnermeister nach der langen Pause gleich klappen wird, ist fraglich, zumal einige Spieler ersetzt werden müssen. Eine Riederlage gegen die zu den sührenden Mannschaften unserer Gegend zählenden Gäste ist also unter diesen Umständen wahrscheinlich. sind mit f 5 225 angeseht. so daß sich die reinen Kosten aus 15 190 050 stellen. An zweiter Stelle steht England mit einer Gesamtsumme von 10 607 730, wovon 3 536070 auf Gebühren entfallen, so daß die reinen Kosten 7 071 660 betragen. Für Frank rei ch ist die Gesamtsumme mit 9 335190, die Gebührcnansälle mit 5 576 196 und die reinen Kosten mit 3 578 995 angegeben, während Italien die Gesamtsumme von ^879 605 aufweist und die Gebühren 3 200 000 ausmachen, so daß sich die reinen Kosten aus 3 679 605 stellen. Die Kosten des amerikanischen Staatsdepartements sind im Vergleich zu den angeführten Staaten am geringsten. Sie betragen nur 2 243 565, während die Gesamtsumme 11 002 048 beträgt, woraus hervorgeht, daß an Gebühren • nicht weniger als 8 758 483 eingenommen werden. In Amerika geben diese Zahlen Anlaß zu einer scharfen Kritik der Gehaltspolitik, da man aus ihnen zu erkennen glaubt, daß durch die Gehaltspolitik der auswärtige Dienst und vor allem die diplomatische Vertretung im Ausland lediglich den Söhnen reicher Väter Vorbehalten bleiben muß, während es der unverhältnismäßig höhere Aufwand Deutschlands auch den Unbemittelten möglich macht, sich seinem Land im diplomatischen Dienst zu widmen. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Liga und Ligareserve sind am kommenden Sonntag spielfrei. Die 3. Mannschaft hat die gleiche Elf vom 23. f. B. Kurhessen Marburg verpflichtet. Die Bc- aegnung dürfte recht spannend werden, da beide Mannschaften aus jungen Spielern bestehend, über recht gutes Können verfügen. Der Ausgang ist vollkommen offen. 1900s 4. Elf wird ihr erstes Spiel absolvieren. Sie hat sich aber sicher etwas zuviel gugemutet, wenn sie sich die 1. Mannschaft vom Sportverein Steinbach nach hier verpflichtete. Die Blauweißen werden wohl um eine Niederlage nicht herumkorn- men, wenn sie auch technisch gar nicht allzu viel unterlegen sein sollten. Die i. Jugend empfängt die 1. Jugend Gladenbachs im Ruckspiel und dürfte, zumal auf eigenem Platz spielend, sicherer Sieger werden. Schon im Vorspiel in Gladenbach, beim dortigen 15. Stiftungsfest, siegten die 1900er nach schönem Spiel 4:1; seitdem dürfte sich die Spielstärke der Gießenev. eher noch gehoben haben. Die 1. Schülerelf wird ihr erstes diesjähriges Gesellschaftsspiel wahrscheinlich gegen die Schüler des Wetzlarer Sportvereins in Gießen absolvieren. Die Aussichten sind hierbei im voraus nicht abzu- roägen, da die Mannschaften, nach dem Ausscheiden des älteren Jahrganges, noch nicht tätig waren. V. f. B. Am kommenden Sonntag findet auf dem Wald- fportplatz das Rückspiel der Ligamannschaft gegen die Liga der Vereinigten 23. f. B. Kurhessen Marburg statt. Das am vergangenen Sonntag in Marburg ausgetragene Vorspiel endete, wie noch bekannt, mit einer knappen 2:3-Niederlage Gießens. Die geringe Tordifferenz dieses Treffens und dec Umstand, daß V.f.B. stark ersatzgeschwächt war, lassen die Annahme eines besseren 'Abschneidens berechtigt erscheinen, um so mehr, als 23. s. B. diesmal auch noch den Vorteil des eigenen Platzes hat. In welcher Aufstellung die Mannschaft antreten wird, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls werden die am letzten Sonntag Verhinderten wieder mit von der Partie fein. Die V. f. B.-Elf wird alles daransetzen, um durch einen Sieg die Niederlage wieder wettzumachen. Die zur Bezirksliga (Oberliga) gehörenden 23. f. 23. Kurhessen werden naturgemäß ebenfalls stark bemüht sein, den Vorsprung über den zweitklassigen Gegner zu wiederholen. 'Man darf auf den Verlauf und den Ausgang dieses Treffens, die bis zu einem gewissen Grade eine Voraussage für das Abschneiden der Platzmannschaft in den Punktkämpfen zulassen, gespannt sein. Turnen, Sport und Spiel. Shrenbnese der Deutschen Sportbehörde für Athletik. ballspicle durch. Das gute Meldeergebnis — insgesamt 15 Mannschaften — zeigt, daß sich die Spiele heute über die Grenzen des Hessengaues hinaus großer Beliebtheit erfreuen. Die Meisterklasse wird von den Mannschaften der Faustballabteilung Griesheim-Elektron, Tv. 1860 Frankfurt, Tv. 1846 Herborn, Tv. Reukirchen und Komödie um einen alten Hut. Äon Walther Nisten. Die Sache begann sehr harmlos, wie so viele Sachen, die später zu den wildesten Konsequenzen führen. Herr und Frau Bankier Greiff schritten nämlich den Kurfürstendamm herunter, als Frau Lily Plötzlich stehenblieb und sagte: „■Sein Hut ist ein Scheidungsgrund, Fritz!" Betroffen nahm Fritz die Kopfbedeckung ab. Ein grünliches, verschossenes, formloses Ding. Ohne'sich das Geringste dabei zu denken, sagte er: „Schäbig ist er wohl, aber ein alter Freund von mir ist er auch. Findest du es eigentlich nett, alte Freunde auszurangieren. wenn sie anfangen, schäbig auszuschen? Ich weift nicht.. .“ Frau Lily fragte ihn, ob er möglicherweise nicht ganz richtig im Kopfe sei. Damit war das Schicksal des Hutes besiegelt. Am nächsten Tage kaufte sich der Bankier einen neuen. Die Verkäuferin faftte den alten mit zwei Fingern, ließ ihn in eine Papiertüte fallen und sagte: „So — nun sehen Sie doch aus wie ein Mensch!" Der Bankier zuckte die Achseln. Dann aber, als er wieder in seinem Auto saß, schien es ihm, als habe das junge Mädchen ganz recht. Es war ja eigentlich kaum sehr anständig, wenn ein Gesicht oder ein Hut Erlebnis-Runen zur Schau trug. Leben war ja wohl doch die Fähigkeit, zu erneuern und zu ersehen, ohne die Spuren aller 51ntocttcr der Vergangenheit herumzuschleppen. Ein plötzlicher Zorn gegen den alten Filz ergriff ihn, und da das Auto gerade jenseits der Halenseer Brücke durch die stilleren Grune- wald-Alleen fuhr, so warf er die Tüte mit dem lästig gewordenen Filz zum offenen Fenster hinaus. Erledigt. Als aber der Wagen hielt, sprang em kleiner Junge mit dem Paket, das er aufgehoben hatte, hinten ab und übergab es freudestrahlend ... Der Bankier fühlte, wie der Haß gegen den Hut in ihm hochstieg. Ein Haft, wie wir ihn auch gegen Menschen fühlen, denen gegenüber wir ein schlechtes Gewissen haben. Verstand denn dieser aufdringliche Hut nicht, daß man ihn los fein wollte?! Wie unsympathisch, sich wieder an den alten Kleiderhaken zurückzu- i schleichen und auf die Herzmuskeln zu wirken! Aber keine Sentimentalitäten! Alter Freund oder nicht — lästig ist lästig! Richt nachlassen. Brücke über den Landwehrkanal, stiller Rach- mittag und unbewachter Augenblick — und alles ist zu Ende! Roch am gleichen Rachmittag geschah die Tat. Der alte Freund schwamm aus dem Wasser, sog sich voll, schien mit den Wellen zu kämpfen. Der Bankier wandte sich schnell ab und stürzte in seinen Klub, wo er mehr trank und länger spielte als sonst. Inzwischen war der Hut jedoch nicht untergegangen, sondern an der nächsten Brücke von Passanten gesichtet und unter großem Andrang aufgefischt worden. Selbstmord? Verbrechen? Die Polizei ging zielbewuftt vor, wandte sich an die Hutmacherfirma. und im Ru war. mit Hilfe der angebrachten Initialen, der Besitzer festgestellt. Roch am späten Abend wurde die Witwe ver-- ständigt. die sich sowieso schon über das ungewöhnlich lange Ausbleiben ihres Mannes geängstigt hatte. Mitten in der entsetzlichsten Aufregung erschien gegen Mitternacht Greiff, vergnügt und leicht angeduselt. Die leidenschaftlichen Gefuhlsaus- brüche seiner Familie ernüchterten ihn blitzschnell. Als anständiger Mensch machte er die Polizei sofort telephonisch daraus aufmerksam, daß man nicht länger mehr nach feiner Leiche zu suchen brauche. . Am nächsten Morgen, kurz bevor er in sein Bureau ging, brachte ein Beamter den alten Hut zurück. Der Filz blickte ihn wortlos und mit jenem leisen Vorwurf an, den man in den Augen von Menschen lesen kann, an denen man einmal einen Mordversuch gemacht hat. Run konnte nur noch raffinierteste List helfen. Den Filz unterm Arm. stieg der Bankier in eine beliebige Elektrische und fuhr so lange, bis er in eine ihm völlig unbclanntc Gegend des Berliner Rordens kam. Dort betrat er irgendein beliebiges Miethaus, erstieg sämtliche Treppen und war> den Hut zum obersten Flur- fenstcr in den Hof hinaus. Er sah noch, wie der lebhafte Wind ihn erfaßte und nach dem Reben- | grundstück trug. Befriedigt verließ er das Haus, begab sich in sein Bureau und hielt die Sache nun endlich für abgeschlossen. Das zitternde Hausmädchen weckte ihn aus dem Rachmittagsschlaf. Ein Mann sei da, der sich nicht abweisen lasse. Er heiße Hornemann. Hornemann machte keinen sehr beruhigenden Eindruck. Ein starker, totenblasser Mensch in schwarzem Bratenrock und offenbar in höchster Erregung. Er riß den unseligen Hut aus dem Zeitungspapier und fragte den Bankier, ob er das Ding als fein Eigentum anerkenne. Um gleich anzudeuten, daft diese Frage nur eine Formsache sei, zog er unter dem Schutzleder der Innenseite einen von der Polizei gestempelten Zettel hervor, auf dem Rame und Adresse des Besitzers, jedenfalls in der vorigen Rächt, amtlich festge- stellt waren. Es erwies sich, daft Hornemann. als er mittags nach Hause kam, den Hut im Wohnzimmer, nahe am Fenster, auf dem Fußboden entdeckt hatte. Seine Frau leugne noch und behaupte albernerweise. er müsse zum Fenster hereingeflogen sein. Obwohl dies ja nun durchsichtiger Unsinn wäre, so verbiete ihm, Hornemann. doch seine Gewis- senhaftigkeit als Beamter, sich zu einer leidenschaftlichen Tat hinreihen zu lassen, bevor der Sachverhalt nicht klipp und klar erwiesen sei. All dies trug Hornemann mit derartig erhobener Stimme vor. daß Frau Lily sich veranlaßt sah, das Zimmer zu betreten. Da sie ihren Mann vollkommen vernichtet in seinem Klubsessel hängend fand, schien ihr seine Eheirrung so wenig zweifelhaft, daß sie einen Weinkrampf bekam. Rur sehr langsam und mit großer Mühe konnte die Wahrheit durchdringen. „Siehst du," sagte der Bankier nachher zu seiner Frau, ..was ich immer behaupte, untere alten Sachen sind keine „Sachen" mehr, sind Lebewesen, wenn auch bloß solche von unseren eigenen Gnaden, und man kann sich nicht wundern, daft sie Unfug anrichten, wenn man sich plötzlich von ihnen zurückzieht. Ratürlich kann man Menschen und Dinge nicht mehr so recht leiden, die, durch den ewigen Verkehr mit uns. uns allzu ähnlich geworden sind. Aber Verbrechen bleibt Verbrechen, und Lebendiges läftt sich eben ein für allemal nicht töten... Von morgen ab trage ich wieder den alten Hut. Der neue kommt mir sowieso wis eine Maske vor. die den Leuten eine Unberühmtheit vortäuschen soll, die ich nicht mehr besitze. Du schüttelst den Kopf ... ja. Frauen haben für so etwas weniger Verständnis. Wir Männer sind eben einfach tiefere Menschen." Oie einfachste Mechode. Ein amerikanischer Matrose, der in Cherbourg an Land ging, erinnerte sich daran, daß einer seiner früheren Kameraden in einem dortigen Krankenhaus liege, und beschloß, ihn aufzusuchen. Er fand auch das Haus, doch dort fiel ihm ein, daft ihm nichts einfiele, er sprach nämlich kein Wort Französisch. Leider verstand dort niemand amerikanisch, das vom englischen, besonders wenn es ein Matrose durch den Priem spricht, recht verschieden ist. Doch der Mat war nicht dumm und bediente sich der Zeichensprache. Er versuchte dem Oberarzt klarzumachen, daft drinnen einer feiner Freunde liege, der irgendwo im Bauch operiert worden sei. „Ist gemacht," sagte der Oberarzt auf Französisch und nahm den Mann mit in den Operationssaal. Dort legte man ihn auf einen Tisch, und ehe er sich's versah, wachte er aus der Rarkose auf und war um einen Blinddarm ärmer. Wie man sieht, ist die Zeichensprache nicht immer das Richtige. Hochschulnachrichten. Der nichtbeamtete außerordentliche Pros. Dr. jur. Hans Gerber in Marburg hat einen Rus als ordentlicher Professor für öffentliches Rechi an die Universität R o st o ck erhalten. Gebürtig aus Altenburg. S.-A.. absolvierte Gerber seine juristischen Studien in Heidelberg. München, Berlin und Jena, erwarb in Jena den Doktorgrad. 1923 wurde Dr. Gerber mit der ®e» schästsleitung des Universitäts-Institutes für öffentliches und Arbeitsrecht in Marburg beauftragt und habilitierte sich in der dortigen Rechts- und Staatswifsenschaftlichen Fakultät für Staatsund Verwaltungsrecht. Rechtsphilosophie und Arbeitsrecht. Im Sommer 1927 erfolgte feine Ernennung zum nichtbeamteten a. o. Professor. Gerbers Sondergebiet ist Systematik des Rechts, । besonders des öffentlichen Rechts, ferner Min- | derheitenrecht. !n l und spielerfahrene sicheren Sieg für treffen in Gruppe Heuchelheim. In diesem Spiel chelheimcr die technisch bessere Mannschaft stellen und einen Oberheffen. Kreis Büdingen. A B i b b a, 22. Aug. Bei ber Verpachtung von 53 Vormalmorgen städtischer Grund- stücke, Aecker und Wiesen, auf 6 Sahre wurden 2200 Mark Pachterlös jährlich erzielt. Seither war das Ergebnis jährlich fast um ein Drittel höher, weil besonders günstig gelegene Aecker bis zu 100 Mark der Morgen ergaben. Auch bei der Verpachtung der Pfarrgrundstucke wurde etwas weniger gegen seither an Pacht gelöst. In manchen Gemeinden der Umgegend sind dagegen die Pachtpreise für Grundstücke fast doppelt so hoch als hier. Sn Wallernhausen, Ober- und Rieder-Mockstadt beträgt beispielsweise der Pacht- Preis für einen Morgen durchschnittlich 80 Mk. und noch mehr. sich buchen. In der zweiten Bezirksklasse Ost Hachborn 1. gegen Oden Haus en I. in Hachborn zusammen. Hier werden die Einheimi- runde der diesjährigen Serie. In der ersten Bezirksklasse treffen sich nur Heuchelheim 1. und Grohcn-Linden I. in werden die Heusprüche Dritter, die infolge Fortsetzung der Strai ßenpflastcrung in Krofdorf wegen Aende- rung der Höhenlage der Fahrbahn und der Entwässerungsverhältnisse etwa gestellt werden, zu vertreten. — Für die von der Gemeinde beschafften 2 5. 'W a s s e r m e s s e r wurden die Haushaltungen bestimmt, bei denen der Einbau der Wassermesser erfolgen soll. Es sind durchweg Gewerbetreibend« mit starkem Wasserverbrauch. — Die Preußischen Kraftwerke Oberweser beabsichtigen, von dem zwischen Gießen und Krofdorf gelegenen Umspannwerk aus nach Buderus (Wetzlar) eine S t a r k ft r o m - leitung unterirdisch zu verlegen und hierbei in der hiesigen Gemarkung verschiedene Feldwege zu benutzen. Die Gemeindevertretung genehmigt dies gegen Zahlung einer einmaligen Gebühr, Wiederinstandsetzung Der Wege einschließlich etwaiger durch Erdsenkungen usw. erforderlichen Nacharbeiten und unter der weiteren Bedingung, daß bei evtl. Verlegung der Wege auch das Kabel anders gelegt werden muß. — Verschiedene Arbeiten (Weißbinderarbeiten im Pfarrhaus und Pflasterarbeitcn in Gleiberg) wurden auf Grund der eingStzangeneu Angebote den Wenigstnehmenden vergeben. 0 Hochelheim, 22. Aug. Die Verbindungsstraße von hier nach Klein-Rechtenbach, der sog. „M vorweg", erhält zur Zeit auf der restlichen Teilstrecke eine Oberflächenteerung. Die Arbeit wird durch den Bauunternehmer Schäfer zu Dornholzhausen ausgeführt. — Die im vorigen Jahre neu hergestellte Decke auf der Verbindungsstraße von hier nach Dornholzhausen wird in diesem Jahre ebenfalls geteert werden. 5 N i e d e r k l e e n, 22. Aug. Die P r o v i n z i a l - straße Wetzlar — Butzbach wird zur Zeit von der preußisch-hessischen Landesgrenze zwischen hier und Pohlgöns bis nach Wetzlar auf verschiedenen größeren Teilstrecken geteert. Die Oberflächenteerung soll der Straßeninstandsetzung dienen und eine Verhinderung der Staubentwicklung bezwecken; sie wird daher von den Einwohnern sehr begrüßt. Die Arbeiten werden durch Bauunternehmer Schäfer zu Dornholzhausen ausgeführt. Wirtschaft. Oie Lösung des Sronffurfer Dersicherungskrachs. Das Vätsel, wie der zweitgrößte deutsche Versicherungskonzern zusammenbrechen konnte, ist inzwischen weitgehend geklärt. Sn der Tat ist das Versicherungsgeschäft als solches bei dem in Zahlungsschwierigkeiten! geratenen Frankfurter Konzern restlos in Orb* nung. Man hat nicht den geringsten Anlaß, bedenkliche Rückschlüsse aus den gegenwärtigen Vorgängen in Frankfurt nun etwa auf die allgemeine Lage der deutschen Privatversicherung zu ziehen. Es stellt sich vielmehr heraus, daß die deutsche Versicherung sich in einer völlig gesunden Situation befindet, und nur die zweifelhaften Finanzgeschäfte der Direktoren der Frankfurter Allgemeinen Versicherung zum Zusammenbruch dieser Gesellschaft führten. Die leitenden Persönlichkeiten dieses Unternehmens waren nicht in der Lage, die ihnen aus der Versicherung zufliehenden großen Summen entsprechend dem Charakter der Versicherung auch anzulegen. Offenbar hat es daneben an dem nötigen Verantwortungsbewußtsein gefehlt. Die Vorgänge in Frankfurt zeigen jetzt wieder einmal, daß die Versicherungen eine große Aufgabe im Interesse der gesamten Volkswirtschaft zu erfüllen haben und hierauf auch ihre Anlagepolitik einstellen müssen. Sn Erkenntnis des ungeheuren Schadens, der unserer Volkswirtschaft im Falle der Vichterfüllung der reinen Dersicherungsverpflich- tungen des Frankfurter Konzerns entstanden wäre, hat sich denn auch der Allianz- Konzern trotz des darin liegenden großen Risikos bereit erklärt, den gesamten Versiche- genütier.1 Eine Voraussage ist ungewiß, da die Spielstärke der Gegner noch unbekannt ist. Zn der Jugendklasse treffen sich Heuchelheim Jgd. gegen G r o ß e n - L i n d e n Jgd.; Gießen Jgd. gegen Wieseck I. Jgd.; Naunheim Jgd. gegen Wieseck II. Jgd.; W a tz e n- born Jgd. gegen Trais Jgd.; Wißmar Jgd. gegen Rodheim Jgd., jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins. Die erste Mannschaft Naunheims und Wiesecks fahren zu einem Werbespiel nach Marienberg im Westerwald, wo ebenfalls auch die Bezirksriege der Gräteturner ein Werbeturnen für ihre Sparte veranstaltet. Gießener Schwimmverein. Der G.S.V. wartet zum Abschluß der Sommersaison am kommenden Sonntag in der Müller- schen Badeanstalt mit einer Veranstaltung auf, die in erster Linie der männlichen und weiblichen Jugend Gelegenheit zur sportlichen Betätigung geben soll. Der wichtigste Wettkampf ist das Sugendwasserballspiel um die ©au- Meisterschaft gegen Rot-Weiß Darmstadt; das Vorspiel konnten die Darmstädter in diesem Sommer im Frankfurter Stadion mit 5:2 gewinnen. Inzwischen aber haben die Gießener weitere Fortschritte gemacht, und es ist deshalb zu hoffen, daß sie diesmal im heimischen Wasser ein günstigeres Ergebnis erzielen werden. Sn einem weiteren Wasserballspiel wird eineHerren- mannschast des G. S. V. ihre Ueberlegenheit gegenüber dem Wetzlarer S. C. erneut unter Beweis stellen können. Eine Reihe von Staffeln und Einzelwettkämpfen für die männliche und weibliche Sugend sollten schöne Kämpfe zwischen den Teilnehmern aus Darmstadt, Marburg, Wetzlar und Gießen bringen. Die Gießener Damen werden im Figurenlegen durch neu einstudierte Figuren sicherlich die vollste Sympathie des Publikums gewinnen. Der Olympiateilnehmer und vorjährige süddeutsche Meister Rehborn vom G.S.V. hat Gelegenheit, sein Können im Kunst- und Turmspringen zu entfalten und zum ersten Male in diesem Sabre den Gießenern bei einer öffentlichen Veranstaltung seine vollendete Kunst zu zeigen. Durch Einlegung einiger Wasserscherze, sowie durch praktische Lebensrettungsvorführungen sucht der G. S. D. wie immer, dem Publikum ein möglichst abwechslungsreiches Programm zu bieten, das die Vielfältigkeit des Schwimmsportes recht erkennen läßt. (Man beachte die morgige Anzeige.) Turngau Lahn-Oünsberg. Der Mtv. Daubringen, der dem Lahn-Düns- berg-Gau angehört, beteiligte sich am vergangenen Sonntag am Dergturnsest in Hausen; folgende Turner erhielten Preise: Aktive Turner: den 10. Preis Ludwig Walther und Karl Erb. Sugend, Oberstufe: den 18. Preis Heinrich Zecher. Sugend, Unterstufe: den 1. Preis Wilhelm Braun, den 27. Preis Wilhelm Schwalb, den 30. Preis Heinrich Weimer, den 35. Preis Ludwig Hofmann. schen wohl Sieger bleiben. Treis I. gegen Grünberg I. werden sich in Treis ein ausgeglichenes Spiel liefern, dessen Ausgang offen ist. H u n a e n I. gegen Daubringen I. werden sich in Hungen ein scharfes Spiel liefern, indem der Glücklichere Sieger bleiben wird. Staufenberg I. geht nach Oppenrod und wird im Spiel gegen die dortige 1. Mannschaft »ine Niederlage hinnehmen müssen. Auch Burkhardsfelden I. wird seinen Gegner, die erste Mannschaft Beuern, mit einer Niederlage abfertigen. In der Gruppe West findet nur ein Spiel statt. Die beiden Neulinge des Bezirkes Rödgen I. und Waldgirmes I. stehen sich in Rödgen ge- Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 22. Aug. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Bürgermeister Walz davon Kenntnis, daß der Stabt. Friedhofsaufseher Fr. Döring II. am 19. d. M. einem Schlaganfall erlegen ist. Der Vorsitzende widmet dem Verstorbenen einen ehrenden Äach- rut — Die Abrechnung des Prämienmarktes 1 929 wird von Stadtobersekretär Dönsel vorgetragen. Vach seinen Ausführungen beträgt der Ueberschuß des Marktes 504,97 Mark. Er ift zu den üblichen Bedingungen hei der Bezirkssparkasse Lauterbach zinstragend angelegt, so daß das gesamte Vermögen des Prämien- und Verlosungsmarktes jetzt 3658,35 Mk. beträgt. Die Rechnung wird genehmigt. — Der Bürgermeister trägt dann den Wirtschasts- plan des Waldes für 1930 vor. Hiernach sind zur Fällung insgesamt 674 Festmeter Holz vorgesehen. Vach Durchberatung wird der Plan genehmigt. — Der Sugendherbergsverband beabsichtigt noch in diefem Sahre eine S u - gendherberge hier zu errichten, oder wenigstens im Rohbau sertigzustellen. Als geeigneten Bauplatz schlägt die Finanz- und Baukommission den unteren Teil des Seebrückengartens vor. Der Gemeinderat ift damit einverstanden und beschließt, diesen Platz dem Sugendherbergsver- band kostenlos zur Verfügung zu stellen. — Bei dem nächsten Punkt der Tagesordnung betr. Versicherungs- und Beitragspflicht der Gemeindebeamten zur Arbeitslosenversicherung gibt der Bürgermeister davon Kenntnis, daß die Stadt Lauterbach wie auch eine große Anzahl anderer hesSifchrr Gemeinden vom Landesarbeitsamt Hessen auf Zahlung der Beiträge zur Erwerbslosenfürsorge, jetzt Arbeitslosenversicherung, verklagt wurde. Das Landesarbeitsamt fordert die Bezahlung dieser Beiträge rückwirkend vom Sahre 1926. Vach den Ausführungen des Bürgermeisters wird die Klage, gegen die von der Stadtverwaltung Einspruch eingelegt wurde, demnächst im fjiefigen Kreisamtsgebäude zur Verhandlung kommen. — Bei Beratung der Bauplatzfrage für den geplanten Po st Neubau entfpinnt sich eine rege Ausfprache. Der Bürgermeister gibt von den mit der Oberpostdirektion Darmstadt geführten Verhandlungen Kenntnis, wonach die Bauplatzfrage in aller Kürze geregelt werden müsse, da die Oberpoftdirektion auf baldige Erledigung dränge, um der Reichspostverwaltung Berlin die Unterlagen zum Postneubau vorlegen zu können. Bürgermeister Walz empfiehlt sodann als geeigneten Platz für den Poftneubau das dem Freiherrn Riedefel gehörige Gelände in der Dahnhofftraße unmittelbar an ba8 Mandtfche Grundstück angrenzend. Sodann referiert der Dorfitzende über die in der Bürgerschaft gemachten anderen Vorschläge für die Errichtung eines Postneubaues. An der sich anschließenden Ausfprache beteiligen sich faft sämtliche Mitglieder des Gemeinderats, die sich zum Teil für den Platz in der Bahnhofstraße, zum Teil für den in der Lindenstraße aussprechen. Gemeinderat Metzger tritt besonders für das Riedeselfche Grundstück ein, da ein Veuhau auf diesem Platz zweifellos zur Verschönerung des Städtebildes beitragen würde. Bei der Abstimmung wurden zehn Stimmen für den Platz in der Bahnhofstraße und Sechs Stimmen für den Platz in der Lindenstraße abgegeben. preutzen. Kreis Wetzlar. cf Krofdorf, 22. Aug. Die Gemeindevertretung von Krofdorf-Gleiberg hat in ihrer jüngsten Sitzung folgendes beschlossen: Die Waldwirtschaftspläne für das neue Betriebsjahr werden in der Erwartung, daß die zu schlagende Holzmenge dem neuen Betriebswerk entsprechend erhöht wird. — Die Gemeinde verpflichtet sich, den Kreiskommunalverband Wetzlar gegen alle An- Die Ligareferve empfängt schon Sonntag vormittag die 1. Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim zu einem Gesellschaftsspiel und wird sich sehr strecken müssen, wenn sie gegen die spielstarken Gäste nicht verlieren will. Ebenfalls auf eigenem Platz hat die 3. Mannschaft die Zweite von Niedergirmes 3um Gegner. Nach den letzten Resultaten der zur Zeit in guter Form befindlichen V. f. B.-Elf darf man ihr einen klaren Sieg Voraussagen. Auch die Alte-Herren- Mannschaft will nach einem Ruhesonntag wieder auf den Plan treten. Sie wird aller Wahrscheinlich- feit nach die Alten-Herren von V. f. B. Kurhessen Marburg zu Gast haben und muß gegen diese schon in bester Besetzung antreten, wenn sie gewinnen will. Eine sehr schöne Reise wird die 2. Jugendmannschaft unternehmen. Sie fährt nach Düsseldorf, um der gleichen des dortigen Ballspiel-Vereins 04 ein Rückspiel zu liefern. Das am 2. Psingstfeiertag hier ausgetragene Vorspiel endete mit dem für Gießen schmeichelhaften Resultat von 1:1. Die V. f. B.-Elf wird diesmal um eine Niederlage kaum herumkommen, da die Düsseldorfer ihr technisch weit überlegen sind. $. G. Teutonia Steinberg. Am kommenden Sonntag ist die 1. Jugend vom V. f. R. Lich nach Steinberg zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet worden. Da die einheimische Mann- schäft, wegen Mangels an Jugendlichen, mit Schülern spielen muß, ist wohl kaum mit einem knappen Sieg zu rechnen, denn wie allgemein bekannt, ist Lichs 1. Jugend nicht zu unterschätzen. Deshalb muß sich die junge Mannschaft sehr anstrengen, um ehrenvoll abzuschneiden. Sportverein 1928 Garbenteich. Für kommenden Sonntag hat der Spielausfchutz des Sportvereins 1928 Garbenteich die erste und zweite Mannschaft des Sportklubs 1921 Daubringen zu dem schon lange fälligen Gefell- schaftsrückspiel nach hier verpflichtet. Die Gäste, welche Sich Schon zu einer ä-Klassenmannschaft emporgearbeitet haben, konnten die Hiefigen im Vorspiel auf dortigem Platz mit 4:2 Toren schlagen. Garbenteich hat aber in diefer Zeit zwei feiner besten Leute verloren, was ihr wenig Aussichten auf Sieg hinterläßt. Den Ausgang des Spiels der zweiten Mannschaften beider Vereine muß man offenlaffen, ba Garbenteich in Daubringen eine knappe 2:1- Vieberlage einstecken mußte unb im Vergleich zu der damaligen Zeit eine große Formverbesse- rung aufweist. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Am kommenden Sonntag beginnt die Herbst- Dämonen der Zeit. Vornan von Arthur Brausewetter. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Viemals, bas ist ja gerabe bas Unheimliche. Vicht nur mein Bräutigam, ber gelegentlich des Besuches fremder Makler einmal die Vacht mit ihm zusammen war, auch andere von unseren Freunden haben es ber Mutter erzählt: Er trinkt eine Flasche schweren Weines nach der anderen. Zuerst belebt sie ihn, wirkt wie Opium auf ihn, das ihn berauscht und glücklich macht, dann ift er wieder der Oberst wie in früheren Zeiten, erzählt vom Regiment und vom Kriege, spricht mit den Anwesenden wie mit Kameraden und Untergebenen. Zuletzt wird er still, sagt kein Wort mehr, sitzt stumm und starr da, blickt mit weitgeösfneten, traurigen Augen vor sich oder in die Leere. Aber niemals verliert er die Herrschaft über fich selber, niemals sagt er oder tut er etwas, was er nicht im nüchternen Zustand genau so sagen oder tun würde —“ Draußen ging die Schelle der Haustüre. Frau Reichenbach kehrte von ihrem Unterhaltungsabend zurück. So Schnell war ihnen bei ihrem ernsten Gespräch die Zeit vergangen, baf) Sie ganz erstaunt waren, bah es schon fo spät geworden war. „Eins nur noch," Sagte er Schnell, „bevor wir heute auseinandergehen. Sie meinten vorhin, daß Sie die Schuld an dem unerfreulichen Verhältnis zwifchen Shrem Herrn Bräutigam und Shrem Vater diesem zuschieben müßten, das war das Urteil Shres Kopfes unb vielleicht Shres Gerechtigkeitsgefühls. Aber Shr Herz zieht Sie zum Vater." „Woher wiSSen Sie das?" „Mein Gefühl Sagt es mir. Sie haben Sfjren Vater von jeher verehrt. Sie haben es mir Selber einmal bekannt. Cs war hier ... ich glaube fast an derselben Stelle, auf dem ersten Dalle, den Eie im Elternhause mitmachten. Sie waren vom Tanze ermüdet, wir zogen uns in dies kleine Zimmer zurück und sprachen von Shrem Vater . . . Wissen Sie noch?" „Ob ich es weiß!" „Und sehen Sie, Fräulein Edith ... So etwas läßt fich eines Tages nicht einfach abstreisen oder fortwischen. Das fitzt zu tief und fest." „Sie haben recht," erwiderte sie wiederum leise unb langsam, „... zu tief und zu fest." „Unb da wir nun beide in dieser Empfindung eins sind, so lassen Sie uns eine Art Bundes- genossenschast schließen . . . zum Wohle und zur Rettung Ihres Vaters." „Sch fürchte . . . dazu ist es zu spät." „Das darf die Tochter eines Soldaten niemals sagen. Für uns gibt es kein „Zu spät". „An mir, das kann ich Shnen versprechen, soll es nicht fehlen." Sie reichte ihm die Hand. Die Schleier waren von ihren Augen gefallen, ein Helles, warmes Leuchten grüßte zu ihm hinüber. Da trat Frau Reichenbach in das Zimmer. * Vach langem Suchen hatte Klaus Körber ei,n eigenes Zimmer, unweit des Geschäfte, in dem oberen Teil ber Sopengasse bei einer alten Ka- pitänswitwe gefunden. Es war nur klein unb seinen Verhältnissen angemessen. Er legte seine vornehmen Gewohnheiten ab, ah in einer bescheidenen Garküche mit anderen Angestellten zusammen und hatte soviel zu tun, daß die Welt mit allen Freuden, die sie ihm einmal geboten, kaum noch einen Zugang zu ihm sand. Tag für Tag faß er auf seinem Sesfel in der Exportabteilung der Firma Reichenbach & Co., Schrieb englische 'Briefe, telephonierte mit dem Makler, übergab dem Lehrling Defrachtungs» tabeflen und Konnossemente, sofern er sie nicht selbst ausfüllte, verhandelte mit den Versicherungsgesellschaften, besorgte das Sntaffo durch Vermittlung mit den Danken und arbeitete, wie er in der ganzen Zeit als Snhaber des väterlichen Geschäftes niemals gearbeitet hatte. Und doch gab es Stunden, wo fein Dlut rebellisch wurde unb er fühlte, bah er nicht in den ihm Eigenen war. Schon als Offizier hatte es nichts Schöneres gegeben, als quf dahingaloppierendem Pferde durch das Gelände zu streifen und sich eins zu fühlen mit Gottes unergründlich Schöner Schöpfung. Deshalb war ihm auch der Krieg, trotz all feiner Schwere und Strapazen, ja, trotz aller Leiden und Enttäuschung, die er ihm brachte, nie etwas Unangenehmes getoefen. Herr Vimmersatt, der immer mehr in dem neu angcftellten „jungen Mann" den Anwärter auf Seinen Posten fah und durch deffen vornehm zurückhaltende Art in feinem Vorgefehtenstolz gekränkt war. Suchte ihm feine Arbeit durch Kleinlichkeit und Ouängeleien zu verleiden, Und Herr Faßbender zeigte ihm gegenüber dieselbe Kühle und Unnahbarkeit wie hem jüngsten Lehrling seines Geschäftes. Und doch war es nicht nur Pflichtgefühl, das ihn hier sesthielt. Sondern etwas anderes, das Stärker war. als alle immer wieder auftaudjenben Versuchungen „Heute abend Spielen fie in den 11. T. zwei ganz neue Sachen mit der Pola Vegri unb der Erika Glaßner." beugte Sich an einem warmen Suni- vormittag die kleine Fink zu feinem Pult hinüber, als Herr Vimmerfatt zu einer Defprechung in die Hänge-Etage befohlen war. ».Gräfin Königsmark und ihre galanten Abenteuer«, heißt das erste. Und nachher: ,Der Liebe Pilgerfahrt« mit der Glähner. Sch wollte bei dem Schönen Wetter nach Zoppot ins Doppelkonzert. Run will ich aber doch lieber in die U. T. Machen Eie nicht einmal mit, Herr Körber?" Sie hatte ihn öfter zu ihren kleinen Vergnügungen aufgeforbert. Er hatte unter irgenb- einem Vorwand abgelehnt. Aber die unermüdliche Art, mit der sie sich seiner immer wieder anzunehmen suchte, gleich als fühlte sie seine Einsamkeit und Abgeschlossenheit, die rüfjrcnbe Gutmütigkeit, mit der sie ihm in zarter Weise fast täglich von ihren Leckereien anbot, die sie in reicher Zahl in ihrem Pulte aufbewahrte, ihm oft genug auch mitten in der eifrigen Arbeit ein Stück Schokolade auf feine Papiere unb "Brief- schäften legte, das alles hatte er mit großer Dankbarkeit empfunden. So wollte er sie diesmal mit einer Qlbfage nicht kränken unb sagte zu. Unb an dem Aufleuchten ihrer lustigen Augen merkte er, welche Freude er ihr damit bereitete. Sie war das echte Kind der Welt, von keines Gedankens Dlässe und keiner Sorge ber Zeit gedrückt, und da fie niemandem Rechenschaft zu geben hatte, von freier LebensanSchauung. „Und vorher, nicht wahr, ba trinken Sie bei mir eine Tasse Tee? Heute ist Samstag. Da schließen wir ja schon um Fünf."-- Ein mit blendend weißem Linnen unb einer Anzahl verschiedenartiger Tafsen gedeckter See» tisch empfing Klaus, als er nach Geschäftsschluß in das helle, freundliche Zimmer trat, das die kleine Fink in einer der unteren Querstraßen der Brauengaffe bewohnte. Rote, gelbe und blaue Feldblumen waren in ungezwungen bunter Anordnung über die Tafel gestreut. Sn ihrer Mitte aber standen einladend zwei Altmeihener Kuchenteller mit leckerem Gebäck. Wie das Mädchen das alles nur in der kurzen Zeit, die ihm nach Gefchäftsschlutz geblieben, so schnell und hübsch gemacht hatte! Wie hervorgezaubert sah es aus. Mit leuchtenden Augen empfing sie ihn. Shr hübsches Gesicht erschien von der Hitze und Anstrengung des Tages noch ein ganz Teil rosiger als sonst. Und das leichte weiße, mit einigen roten "Bändern gezierte Kleid, das den Hals unb die unteren Arme freilich, zeigte den schmiegsamen Körper in seiner frischen, gefunden Blüte. „Gerade hatte ich die letzte Mohnblume auf den Tisch gestreut — ba kamen Sie. Wenn Sie wüßten, welche Freude es für mich bedeutet, Sie einmal in meinem kleinen Zimmer bewirten zu dürfen." .Die Freude, Fräulein Fink, akzeptiere ich gern, um mit Herrn Vimmerfatt zu reden, aber fie ist auf meiner Seite wohl noch größer. Doch ich sehe, daß ich nicht Shr einziger Gast bin." „Vur noch zwei gute Bekannte werden Sie treffen. — Aber Sie machen mit einemmal ein ganz böses Gesicht —" „Ein böfes Gesicht? Das dichten Sie mir wohl an. Freilich, wenn ich offen sein soll, so hatte ich mich darauf gefreut, einmal mit Shnen allein, fern von englischer und polnischer Korrespondenz, in aller Behaglichkeit plaudern zu können." „Wirklich? das hätten Sie gerne getan?“ „Sa... Und ich glaube, die Zeit wäre uns nicht lang geworden. Wir hätten uns mancherlei zu erzählen gehabt." „Und Sie hätten mir auch von sich und Shrem früheren Leben unb auch von Shrem großen väterlichen Geschäft baheim erzählt?" „Warum nicht? wenn Eie mich hübsch gebeten hätten. Es wäre ganz von selbst gekommen." „Oh, wie schön wäre bas gewesen! Und ich dachte gerade, es wäre Shnen lieber, wenn ich noch jemand anderes dazu bäte.“ „Weshalb sollte cs mir lieber sein?" Ein schelmischer Blick blinzelte zu ihm hinüber. „Sa... das kann ich Shnen wirklich nicht sagen. Sch hatte nur das Gefühl... aber ba sinb dis anderen ja schon." Fräulein Heimsten unb Herr Pintfcher traten in das Zimmer. Eie in einem kupferbraunen: Batiftfleiöe, gegen das sich das wellige, sorgfgm frisierte Echwarzweiß ihrer dichten Haare wirksam abhob, er in einem flottgefchnittenen Cut, mit einer bunteiroten Belte im Knopfloch, heller ©ommertoefte unb scharf markierter Bügelfalte in dem ein wenig auffallend gestreiften Beinkleid. Die unerwartete Anwesenheit. des neuen Kollegen, mit dem sie noch wenig Fühlung genommen, machte sie beide im ersten Augenblick ein wenig befangen unb zurückhaltenb. Vachbem man sich aber an den Teetisch gesetzt, an dem bie kleine Fink mit Anmut unb Luftigkeit die Wirtin machte, legten sie halb ihre abtoartenbe Haltung ab und gaben sich frei und ungezwungen. Und als Körber gar eine an ber Wand hängende Gitarre nahm und mit seiner schönen Bariton* Stimme bald ein ernstes, bald ein Schelmisches Lied fang und fie mit jedem Vortrag mehr die Größe seiner musikalischen Begabung erkannten und stolz waren, daß er fie ihnen fo freigiebig spendete, da war alles Fremde und Trennende geschwunden, und ausgelassene Freude erfüllte den kleinen Kreis. Vur wenn die hübsche Wirtin den neuen Gast! einmal mehr auszeichnete als bie alten Freunbe ober ihm aus den munteren Augen einen gar zu freundlichen Blick zuwarf, ging ein leiser Schatten über Herrn PintscherS knabenhaftes Gesicht. (Fortsetzung folgt) 'S, 3tan bigetöet Versiche bttimon rungs sind die Dr.Kirs ' D gerne die @t nen ' Schm gen: : bekenn ift, toa neuen ( das ge gewisse, sicherun kann. Q Schaft a stehe ab demnach hohl tot Geschäft bes Ges botetfl Trankst oder 5 Schmit, Sä Ä ’Vw Jlnbbtt Ä kuchahl Ä'L runfl^ iS w. inä<9‘ SeuM viele ü Märst' ragen- aegrtlsi verhiin sicheru; uberne einer Sie der gcgeA Kankst «gelt deutsche haben, wenig lofig ginnt alle 2n in &ut man na wieder» als» w haben. Oiefüi 3m 3' versorgu hessische' btn ge1 Dorsitz gen zu Easlics runa st Verhan gas-A.-l lind, ei sorgung werden schastlici gen, ix wirtscho der die Länder Nachden Ruhrga- schäft Kronen 59f03 59,27 Rumänische Noten...... 2,47 2,49 i^rhtnebifd)? Noten ...... 112 10 Schweizer Noten....... 80,62 80,94 Knnnikche 'Noten ....... 61 43 Tschechoslowakische Noten . . 12J7 12',43 Ungarische Noten...... 73,02 73,32 Frankfurt a M. Berlin <-(1)1116-1 Kurs 1 Kurs SöjlUB-l Kurs | Anfang- Kurs Datum 22.8. 23.8. 22-8. 23.8. >21 ........... 8 193,25 193 193,5 192,75 Bergmann..... Glelit. Lieferungen. . - • • 9 10 — — 224,4 165 223,5 165 Licht und Kraft . . . 10 205,25 204,5 205 204,5 Felten & Guilleaume. 140 — 140,65 139 Ges. f. Elektr. Untern.. • e • 10 208,5 208,25 209 209 Hamb. Eleltr. Werke . • e • 10 — — 140,75 140,5 Rhein. Elektr..... • • • . 9 —— 149,75 150,75 150,5 Schles. Elekir. - • • • • e 10 — —— 175,75 — — 221,5 223,5 221 Siemens & Halske . • • • • 12 373,5 372 373,5 373 Transradio . . . . • • e • — — — — Lahmeyer L Eo.. . • • • • 10 171 — 171 170 Frankfurt a M. Berlin Schlub-l Kurs I l-Uhr Kurs Schlutz-l Kurs I Ansang. Kurs Dalum 22.8. 23-8. 22- 8. 23.8. 5% Dl. Reichsanleihe o. 192 i . . Dt. AnI..AblöI^Schuld mit Aus- 87,3 52,5 10,8 — 87,5 52,4 £52,75 — Tesgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 7% Franks. Hhp.-Bl. Goldps. un- 10,6 10,7 10,7 kündbar bis 1932....... 85,5 77,5 - ■ 4y,% Rheinische Hyp.-Bank Liqu.- Goldpf............ _ A.E.G.abg. Borkriegs-Obligation., rüffinhlhar 1932 ....... 87,5 _ •*— 4% Schweiz. Bundesb.-Anl.. . . 98,75 — — — 4% Oesterreichische Goldrte.. . . 28,75 — 28,75 — 4.20% Oesterr. Silberrte..... 2,4 — 2,5 — 4% Oesterreich, einheitl. fite. . . 1,7 — — — 4% Ungarische Goldrte.. ... - 4% Ungarische Staatsr. v. 1910 . 22,3 20 — 22,5 22,6 4/i°/o uon 1913..... 22,13 —— 22,25 — 4% Ungarische Kronenrte.. . - • 1,75 — 1,8 — 4% Türk. Zollanlcihe ».1911. . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., 7,2 7,2 7,15 7,35 7,4 Serie ............ — — 4% dergl. Serie 11. - - • • • • 7,2 — — 7,4 4% Rumänen convert. Mc. . - • 8 4/i% Rumänen Goldanl. von i»is — Allg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 8 119,5 118,25 119 134,5 157,75 — Hamb.-Südam. Dampflch. • • 8 — — 15L5 Norddeutscher Lloyd.....8 Allg. Deutsche Crebitanst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 111,25 125,75 127 110,25 111 126,25 127,13 110,13 126,25 127,13 Berliner HandelSgesellsch. . . 12 — 200 201,5 201,13 178,75 Commerz- und Privot-Bank . 11 179 178,75 179 Darmst. u. Nationalbank . . 12 273,5 270,25 273,5 272 Deutsche Bank......10 165 — 165,5 164,5 DiSkonto-Gesellschasi Ant.. . 10 151 — 150,65 150,6 Dresdner Bank ...... 10 157 156 157 156 Metallbau I ......... 8 — —— Reichsbank ........ 12 297 — 298 297 . 1 104 — 104 105,75 . 10 — 130 — —- . . 8 185 — — — . 10 100,5 100 100 — . 15 — — 292,25 291 . 12 — — 229,5 228 . 18 393 391 393 393 . 14 — — 309 309 . 12 — 233 234 — . 12 153 — 152 — . . 7 — —— 106,75 106,75 . . 8 — — 191 189,13 . . 0 51 50,5 51,9 50,75 . . 0 — — 54,75 54,75 . . 5 46,5 46,5 47,5 — . 10 — — 196,5 — . . 0 — — 26,5 26,6 . . 5 —— — 87 86,5 . . 6 — — 205 204 . . 0 — - —— — — . . 6 55,5 — 55,5 — . 11 — — 58 — . . 0 9,25 — — . . 4 62,25 — 62 — . . 8 106 — — . . 8 106,25 — — — . 10 — — 123,5 124,5 — - —— . . 8 121,5 — 121,75 — . 10 111,5 — — — . . 8 222 — 222 — . . 8 154,75 154,25 154,75 — 22- August 23- August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 1 Briet Geld Brief Amft--Rott- 163,05 168,39 168.06 168,40 Buen-Aires 1,759 1,763 1.758 1,762 Brss.-Üiutw- 58,32 58,44 58,315 58,435 Christiania - 111,76 111,98 111,68 111,90 Kopenhagen 111,67 111,89 111,66 111,88 Stockholm - 112,34 112,56 112,36 112,58 Helssngfors. 10,541 10.561 10,54 10,56 Italien. . - London. . . 21,93 21.97 21.94 21,98 20,338 20,378 20,336 20,376 Neupork . . 4,195 4,203 4,195 4,203 Paris.... 16.415 16,455 16,42 16,46 Schwei; .. 80,73 80,89 80,74 80,90 Spanien. . 61,66 61,78 61,70 61,82 Japan - . - 1,960 1,964 1,958 1,962 Wo de Jan. Men in D-- 0,497 0,499 0,4975 0,4995 Oest- abgest. 59,075 59,195 59,07 59,19 Prag - . - - 12,416 12,436 12,414 12,434 Belgrad . . 7.368 7,382 7,370 7,384 Budapest. . 73,18 73,32 73,17 73,31 Bulgarien. 2,032 3,058 3,032 3.038 Lissabon . . 18,78 18,82 18,74 18,78 Danzig. . . 81.29 81,48 81,31 81,47 Konstantin- 1,998 2,002 1,999 2,003 Athen. . 5,43 5,45 5,43 5.44 Canada . 4,171 4,179 4,166 4.174 Uruguay. 4,116 4,124 4,106 4,114 Cairo . . 20,85 20,89 20,855 20,895 Berlin, 22. August Geld Brief Amerikanische Noten..... 4,176 4,196 58,18 111,40 58,42 Dänische Noten 111,84 Englische Noten.»»»»»» 20,299 20,379 zahl'" Streit der K um gc der Yi Lchicksl Abhän bic^s tla'rieu fteidja1 firije Echot teiluti ausbe es nr und dem Wir den ( fabim Fahrr Meer militari mutz, i la'm^ch« zößsch« uns b erste plaher weiter len n beuter eignis worb zwink Zwist für l bereit Honen zupaut Vier km Kl Quoten andere! Besprel trollfta 'n dem len I- groben über t alles i Toun; wurde verstä der n lich könne, von nun e über i Dorou- Ockljcl Üative Bald Staats' s-denZ tion i M, bet El des £ den lk zu b. öbiur ungli krieg! neral noch Berhi im .8 sein matie Niger Anseh der n Gesät 6968D Statt Karten! Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Oberamtsnchter Paul Scnba und Frau 3lfe geb. Ifteh %Un9C” den 21. August 1929. Darmstadt Sonntag und Montag im Freien statt! Wo gehen wir am Sonntag, dem 25. August 1929, hin? - Nach Hörnsheim zur Kirmes! Es laden ergebens! ein: 15332 DerGastwirt DieBurschenschaft Ein günstiger Gelegenheitskauf Krawatten zum Aussuchen moderne Dessins bis zu 50% Rabatt! Tischdecken (Indanthren) alle Farben, 110/150 cm, Stück Mk. 1.50 M.6.6rode,Frankf.Str.19 6975A Alle Schweine, solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOLiS mengen. 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