« ' 5ti , ami'’S ■’ ii dir fiurU 1 Eie 12 bis 12. 'idebörse. *Mt tilg™ *w"8s L°ZL?° WÄ' kÄ-L tenbürsc. in ©ang. Das • Material ist ni em Fest. Dar d- fieinen MW, tyn autgenoait ‘iatocijen versorz nstag wesentlich, sind die Preise irltc ist. Roggen \ r knapp angeh?: von hiesigem hend offeriert ! icdoch nur um e :chzuhvlen. Der 8 geringen Umfffi ist noch fast: i unverändert. H? en für je 1000 i Hai 230, Juli 23t ggen. märt, 191: Sept. 215,50; & ttraMle 56 bie! Leinkuchen 21.80 * I3: 30 ‘ 17,30; Deizenfm 1,25 M), L.W 'n 43 biä 50; ff« m 21 M Srbaftioti. , 17 Uhr. 5«wft le Manvskris wird keine ind lediglich an n._____ ches. pp-nbildsa° Sold- und M Tii Sarbath b-^. lt sich um eme « SL'Ä (ehrung b'e*en_E ith bergelegt- Srit* S,°o 111-58 58,85 2,50 112,06 ir,j $ !ö 21 2M i,rtz itl & III 112,» ’Sl .!!Z 16.^ Z 51-911 Ä 'i,Z i 22,« 112.K , 58,9 I 12,9 73,5 59,38 S, Ä m. 118 Erster Blatt 179. Jahrgang Donnerstag, 25. Mal 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Hie Scholle Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrantfurtam Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'sche Unlverfitäts-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriflleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzetgea für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20",, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen Der neue Zahlungsplan der Gläubiger. Verfälschung der ftoung-Vorschlage.-Verschleierte Erhöhung der deutschen Zahlungen.-Die wichtigsten deutschen Vorbehalte bleiben unberücksichtigt. — Dr. Schacht hat wieder freie Hand. Eine ernste Situation. Die alliierten Sachverständigen haben dem Führer unserer Delegation, Dr. Schacht, ihre Vorschläge zur Lösung des Reparationsproblems überreicht. Schon eine flüchtige Durchsicht ihres Zahlungsplanes bestätigt die Befürchtungen der letzten achtundvierzig Stunden, daß es uns nicht möglich sein wird, uns der von ihnen ins Äuge gefaßten Methode anzupassen. Sie haben es tatsächlich fertig gebracht, den Voung- Plan umzubauen, wenn auch nach außen hin der Anschein hervorgerufen wird, als hätten sich die Annuitäten nicht verändert. Aber darüber hinaus lehnen sie auch noch wichtige Vorbehalte Dr. Schachts ab, so daß als Gesamtergebnis der letzten dreiwöchigen Beratungen nur die Tatsache bleibt, daß sich die Gegenseite auf einen völlig ne ue^Zahlungsplan geeinigt und damit eine vollkommen andere Situation geschaffen hat. Dr. Schacht hatte seinerzeit der amerikanischen Zahlentabclle nur unter ganz bestimm- ten Voraussetzungen zugestimmt, diese Voraussetzungen existieren nicht mehr, er hat also wieder freie Hand. Was nun werden soll, weiß noch kein Mensch. Die Amerikaner wollen abreisen, wir aber können uns unter keinen Tim ständen diesem Diktat fügen, weil weder unsere Leistungsfähigkeit ge- büHrend berücksichtigt worden ist, noch dieser Vorschlag als eine endgültige Lösung angesehen werden kann. Die Lage ist überaus ernst, auf der Gegenseite fürchtet man auch den offenen Ausbruch der Krise und damit ein Auffliegen der Konferenz.- Daß sich die Reichsregierung durchaus über die Schwere der gegenwärtigen Lage im klaren ist, geht aus einem Vortrag des Reichs- außenministers Dr. Stresemann beim Reichspräsidenten hervor, der sich um die Pariser Verhandlungen drehte und an dem auch der Reichskanzler Hermann Müller teilgenommen hat. Weiter liegen Gerüchte vor, die in bestimmter Form von einem AusscheidenDr. Vögle rs aus der Delegation sprechen, weil er die Verantwortung für unsere Zustimmung zum Voung-Plan nicht glaubt übernehmen zu können. DasMmorandum derGlciubiger P a r i s, 22. Mai. (TDD.) Wie die Agentur havas mitteilt, sind ter von Sir Josuah Sfamp auegear- beitele, für die Regierungen bestimmte Bericht und das Memorandum der Gläubiger- delegalionen heule mittag Reichsbankpräsident Dr. Schacht übergeben worden. Auf der Grundlage dieses Memorandums, das sowohl die alliierten Vorbehalte enthält, wie auch die Formeln, die diese Dr. Schacht zwecks Abfassung seiner Reserven vorschlagen, so heißt es in der Havas-Aus- lassung weiter, erklären sich die Gläubigermächte bereit, anzunehmen: 1. die Durchschnittsan n u i t ä t von 2050 Millionen Mark, wie sie Zoung für die Reparationen und für die Schulden während der 37 ersten Jahre vorgeschlagen habe, 2. die Bezahlung der Kriegsschulden während der letzten 22 Jahre; 3. außerdem würde den Belgiern hinsichtlich der während der deutschen Besetzung ausgegebenen Markbank- noten Genugtuung gewährt werden; 4. schließlich würden unabhängig von der Kapitalbeschaffung zur Errichtung der Bank für internationale Zahlungen diejenigen Staaten, denen dieses Institut Dienste leisten soll, namentlich Deutschland, Einzahlungen machen, und zwar als Beitrag für deren Funktionieren. Die Gesamtheit der von Deutschland unter Zugrundelegung einer alliierter- selts geforderten Zahlungsperiode von 59 Jahren geforderten Annuitäten beläuft sich bei einem Zinssatz von 5,5 v. £). auf rund 37 Milliarden Mark. Diese Summe zerfällt in zwei Teile: 1. Die Forderung während der er st en 37 Jahre beläuft sich auf 32 900 Millionen Mark, die Durchschnitlsannuität beträgt 1 9 8 8 M i l - Honen. Die in diesem Abschnitt genannte Ge- jrnmtsumnie von 32 900 Millionen zerfällt in zwei Teile, nämlich 20 600 Millionen für diekriegs- schulden der Alliierten und 12 300 Millionen für die Reparationen im eigentlichen Sinne. Der mobilisierbare Teil fall, in Kapitalswert ausgedrückt, elf Milliarden Mark betragen, während er im Memorandum Owen Zoungs mit fünfzehn Milliarden Mark eingesetzt war. 2. Für die Periode der letzten 22 Jahre soll die deutsche Schuld auf 2900 Millionen Mark Gegen- warlswert seslgesehk werden, zuzüglich 1100 Millionen Mark für den Zinsendienst des Dawes-Planes. Die Annuität dieses Teiles (die Periode der letzten 22 Jahre) soll mit 1550 Millionen Mark einsehen, auf 1700 Millionen Mark steigen und in den letzten drei Jahren auf 900 Millionen Mark zurückgehen. Außerdem weiß havas zu berichten, daß in dem Alliierlen-Memorandum der Zeitpunkt des A u ß e r - krafttrekens des Dawesplanes und die Aufhebung der K o n t r o l l m a ß n a h m e n Vorbehalten bleiben. Die Beurteilung der Revifions- klaufel soll der Bank für Internationale Zahlungen anheimgeslellt werden. Die Garantie der Jnduftrie- obligationen foll aufgehoben, die der Eisenbahn aufrechterhalten werden, jedoch so, daß die Eisenbahn eigene Anleihen zur Förderung ihres Betriebes ausnehmen kann. Die Frage der Heranziehung der Nachfolgestaaten zur Ausbringung der von den Gläubigern geforderten Beträge soll wegen ihres politischen Charakters an die Regierungen verwiesen werden. Für die nächsten Diskussionen soll die Frage Vorbehalten werden, inwieweit Deutschland eine eventuelle Abänderung der internationalen Schulden zugukekommen würde. Die Agentur havas schließt diese ergänzende Inhaltsübersicht mit der Bemerkung, daß die in dem Memorandum enthaltenen alliierten Forderungen, abgesehen von Einzelabänderungen, anscheinend die Grenzeder Iu- ( geslandnisse darstellen sollen. Gibt Sr. Bögler seinen Auftrag zurück? Berlin, 22. Mai. wie die Telegraphen-Union erfährt, wird Dr. Bögler für morgen früh in Berlin erwartet. In politischen Kreisen rechnet man damit, daß Dr. Bögler sofort Gelegenheit nehmen wird, die Frage seines Ausscheidens aus der Sachverständigendele- gation mit den in Betracht kommenden Stellen der Reichsregierung zu klären. Durch die Nachrichten aus Paris, wonach die Gläubiger auf die Zahlung der diesjährigen Jahresrate bestehen, und somit Deutschland nicht zu der erwarteten augenblicklichen Entlastung seiner Reichsfinanzen kommen würde, ist auch für Berlin eine veränderte Sachlage eingelreten, die den Gedanken, die Pariser Verhandlungen bis zum Herbst zu u n - terbrechen, wieder in den Vordergrund treten läßt. Man scheint in Regierungskreisen damit zu rechnen, daß Dr. vögler unter diesen Umständen bereit sein wird, von seinem Rücktritt A b st a n d zu nehmen, um sich einem entsprechenden Schritt der deutschen Rumpsdelegalion in Paris noch anzuschlie- hen. Die Dr. vögler nahestehende „Rheinisch-Westfälische Zeitung" erfährt ergänzend: Zweifellos hat Dr. Vögler sich in den letzten Tagen sehr ernsthaft mit dem Gedanken getragen, den von der Relchs- regierung erhaltenen Auftrag zur Teilnahme an der Diskriminierungen deutscher Firmen auf politischem, wirtschaftlichem, persönlichem und auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes fortfallen. Der ungeschützteTeil, der nach dem Plane Voungs mit 750 Millionen Mark jährlich begann und im Laufe von 13 Jahren auf eine Milliarde ansteigen sollte und die von der deutschen Delegation auf eine feste Jahreszahlung von rund 660 Millionen festgelegt worden war, ist in der heute erteilten Antwort der Gläubigerdelegationen folgendermaßen skizziert: Es sollen gezahlt werden 660 Millionen lährlich während fünf Jahren, -Von da ab soll jedes zweite Jahr dieser Betrag um 25 Millionen erhöht perden bis zum Hochstbetrag von 960 Millionen, die im 29. Jahre erreicht werden würden. Die weiteren der Diskussion außerdem noch unterliegenden Punkte sind: die Frage der Gewinne der internationalen Bank, die Frage der Heranziehung der Rachfolgestaaten zur Aufbringung der von den Gläubigern geforderten letzten 21 Annuitäten, die Frage der Zusahleistungen für die internationale Dank, ileber das von den deutschen Sachverständigen geforderte Moratorium der zweiten Aufbringung verlautet in der Antwort nichts, so daß daraus auf eine Ablehnung geschlossen werden muh. Weiterhin wird ausdrücklich abgelehnt die deutsche Forderung auf völlige Freigabe der Eisenbahnen. Es werden im Gegenteil die Eisenbahnobligationen beibehalten, wenn sie auch auf die zweite Stelle gerückt werden. Polen und Deutschland. Zalcsti über die nationalen (Gegensätze. Budapest, 22. Mai. (WTB.) Der polnische Minister des Aeuheren, Z a l e s k i, der zum Besuch der ungarischen Regierung in Budapest weilt, empfing die ungarische und ausländische, Presse und äußerte sich über die aktuellen Fragen der Außenpolitik. Die Ausgestaltung der Beziehungen zwischen Polen und Deutschland, so erklärte der Minister, wird durch die zwischen den beiden Rationen bestehenden ziemlich großen Gegensätze erschwert. Die größte Schwierigkeit wird dadurch hervorgerufen, daß beide Rationen Bürger haben, die unter die Herrschaft der anderen Ration gelangt sind. Außerdem sind auch die persönlichen Eigentümlichkeiten der beiden Rationen sehr verschieden. Zwei Staaten, von denen der eine industriellen, der andere aber agrarischen Charakter hak, ergänzen sich sehr leicht. Sind aber beide Länder industrielle und Agrar st aaten zugleich, wie es bei Polen und Deutschland der Fall ist, dann ist es sehr schwer, den Weg der Zusammenarbeit zu finden. Was die polnische Ausfuhr nach Deutschland betrifft, so ist Polen bestrebt, in erster Reihe für seine Schweine- und Kohlenausfuhr einen Markt zu schassen, während die Jndustrieerzeug- nisse Deutschlands in Polen einen guten Markt finden. Andererseits weist aber auch die Industrie Polens eine sehr hohe Entwicklung auf, wie dies der jüngste Erfolg der Posener Ausstellung zeigt. Heber den Standpunkt Polens in der M i n d e r - heitenfrage befragt, erklärte Zaleski: Polen will keineswegs seine Minderheiten entnationali- sieren. Im Gegenteil seht es alles daran, daß die Rationalitäten ihre sprachliche und allgemein- geistige Kultur bewahren, und verlangt von ihnen nur eins: Loyalität dem Staate gegenüber. Sachversiändigenkonferenz wieder zurückzugeben. Die Erwägungen Dr. vöglers haben in der allerletzten Zeit eine so positive Richtung eingeschlagen, daß er bis heute entschlossen gewesen sei, seinen Rücktritt zu vollziehen. Man mußte für den heutigen Tag mit der amtlichen Bekannt- Die Pfingsttagung -es V. D. A. Oie Kieler Hauptversammlung des Vereins für das Deutschtum im Ausland. m a chu n g dieses Rücktritts rechnen. Wenn dieser nun doch im letzten Augenblick nicht erfolgt sein sollte, so wäre ein solcher Entschluß Dr. vöglers zweifellos nur auf ganz besonders dringliche Einwirkung der Berliner Regierung zurückzuführen. Die „Germania" schreibt: Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren konnten, weilt Dr. vögler seit gestern abend zwecks Besprechungen mit Mitgliedern der Regierung in Berlin, hier soll die Frage seines Ausscheidens aus der Delegation geklärt werden. Nach unseren Informationen ist jedoch anzunehmen, daß Dr. vögler auf seinem Rücktritt b e - st e h e n wird. In diesem Falle würde dann das bisherige stellvertretende Mitglied der deutschen Delegation Geheimrat kaskl seine Stelle einnehmen, da bei dem jetzigen vorgerückten Stadium der Verhandlungen die Heranziehung eines Außenseiters nicht angebracht erschiene. Dieses Ereignis ist als ein e r n ft e s S y m p t o m für die Entwicklung der Reparationsverhandlungen zu werten und insbesondere für den Stand, den sie jetzt erreicht haben. Alle Stellen in Deutschland, amtliche wie nichtamtliche, verfolgen die Pariser Vorgänge mit immer wachsen de r Besorgnis, die durch den Inhalt des Gläubigermemorandums weiter erheblich gesteigert wird. Das letzte Wort ist zwar noch nicht gesprochen; in ihrer jetzigen Form aber kann die deutsche Delegation die Vorschläge der Gläubiger schwerlich an nehmen. Die deutschen Vorbehalte. Paris, 22. Mai. (Wolfs.) Heber den Stand der Frage der deutschen Vorbehalte läßt sich folgendes sagen: Rach der Antwort der Gläubigerdelegationen dürften als angenommen gelten: Die Sicherheitsklausel mit einer leichten redaktionellen Aenderung, die sogenannte politische Klausel, die besagt, daß die in Aussicht genommene Regelung der Reparationsfrage nicht nur nach rein wirtschaftlichen, sondern auch nach politischen Gesichtspunkten erfolgt, die sogenannte Klausel der gesellschaftlichen Verantwortung, die festlegt, daß zur Durchführung des neuen Reparationsplanes das Zusammenwirken sämtlicher beteiligter Länder erforderlich ist, eine Bestimmung, daß durch den neuen Plan alle bisher getroffenen Abkommen über deutsche Zahlungsverpflichtungen a b g e l ö st werden, worunter nach deutscher Ansicht auch die belgische Forderung auf Rückerstattung der ausgegebenen Markbankrwten einbegriffen ist, die Bestimmung, daß sämtliche Kiel, 22. Mai. (Priv.-Tel.) Die beidenPfingst- feiertage brachten bei strahlendem Wetter die Höhepunkte der D. D. A.-Tagung. Die Sonnta'gs- veranstaltungen wurden durch eine weihevolle Morgenfeier auf dem Marinesportplatz „ Flandern" an der Wiker Ducht eingeleitet. Leuchtende Pfingstsonne schien auf die blitzende Kieler Ducht und das gewaltige, wimpelüberwehte Lenzfeld der deutschen Jugend aus allen Teilen des Reiches und aus den Äußengebieten unseres Volles. Aus 20 000 Kehlen stieg das Lied „Großer Gott, wir loben dich" gen Himmel. Stadtpfarrer Müller aus Hermannstadt in Siebenbürgen sprach packende Worte. Pater Sonntag aus Augusten- dorf in der Bukowina würdigte das geschichtliche Sonderschicksal des deutschen Volkes, das wunderbare Jneinanderklingen germanischer und christlicher Weltanschauung und den Leidensweg deutscher Volksgenossen in fremdem Lande, der nach göttlicher Bestimmung ein Weg der Auferstehung sein und zum Siege der deutschen Weltmission führen werde. Am Rachmittag besichtigte der größte Teil der hessischen Jugend das Linienschiff „Hessen", das draußen in der Wiker Bucht zusammen mit dem Schwesterschiff „Elsaß" lag. Das in peinlichster Sauberkeit glänzende Schiff mit seinen wundervollen Einrichtungen und den freundlichen Blaujacken erregte natürlich das weitgehendste Interesse unserer Jugend. Gleichzeitig fand in der Rordostseehalle die Festtagung der Schulgruppen statt', zu der sich etwa 3000 Vertreter der in- und auslanddeutschen Jugend einfanden. Rach Degrüßungsworten des Leiters der V. D. A.-Jugendarbeit, Studienrats Rumpf (Berlin) sprachen in bunter Reihe die jugendlichen Vertreter des Deutschtums aus Rordschleswig, Danzig, Estland, Lettland, dem Memelgebiet, Großlitauen, Sudetenland, Eupen- Malmedy usw. Die Stunde schloß mit dem Gelöbnis, auch weiterhin die Ärbeit des D. D. A. mit allen Kräften fortzusehen. In der Aula der Universität sand zur gleichen Zeit unter Leitung von Prof. S k a l w e i t, Kiel, die Gtudenieniagung statt. Prof. Dr. Hartung, Berlin, behandelte die historische Entwicklung des deutschen Volkes seit dem Mittelalter und die Gegensätze zwischen Volk und Staat. Rach ihm wies Walter von Molo (Akademie der Künste, Sektion für Dichtkunst) auf die große Bedeutung der deutschen Sprache als der einzigen Erhalterin unseres Volkstums hin. Wichtige Anregungen brachte auch die Besprechung über die planmäßige Bücherbetreuung der Auslanddeutschen unter Leitung von Minister Dr. B o e l i tz. Am Abend fanden eine Begrüßungsfeier der auslanddeutschen Jungbauern und die Abendfeiern der Landesverbände statt. Die Hessen feierten zusammen mit den Landesverbänden Hamburg, Lübeck und Weser-Ems. Frau Huiber aus Radkersburg in der Südmark betonte ihren Glauben an die deutsche Jugend und ihr Vertrauen auf ihre Kraft und Einigkeit, während Pater Sonntag aus der Bukowina die Röte und Schwierigkeiten der Deutschen in feiner Heimat schilderte und von den großen Opfern erzählte, die deutsche Eltern dort zu bringen bereit sind, um ihre Kinder dem Deutschtum zu erhalten. Ein Redner aus Baltenland sprach ergreifend vom Schicksal seiner Landsleute und lud zum Besuch seiner schönen Heimat durch Schülergruppen ein. Am Pfingstmontag tagten die Vertreter der Iu- gendgruppen und der akademischen Ortsgruppen. Daran schlossen sich die berufsständischen Versammlungen Aus der Bauerntagung sprach u. a. S. Brödrich über „Das deutsche Bauerntum im Osten", Direktor Halenta (Klaaenfurt) über „Deutsches Bauerntum in Oesterreich' und ein anderer Redner über „Das deutsche Bauerntum in Südosteuropa". DieHand - werkertagung umfaßte ein Referat des Landtagsabgeordneten Kohrt, das den Wert eines Hand- Mrkeraustausches hervorhob; Schlossermeister Rochier (Sondersburg) schilderte die Handwerksverhältnisse in Nordschleswig, und der Uhrmacher Ieschke aus Radkersburg in der Südmark sprach begeistert über den deutschen Handwerker und sein Volk. — Auf der kaufmännischen Tagung sprach G. Kastenbein über den „Deutschen Kaufmann im Auslande", geißelte in dankenswerter Weise einige ' schlechte Eigenschaften der Reichsdeutschen, die ins Ausland gehen und besprach die wirtschaftlichen Verhältnisse, die deutsche Kaufleute in Ueberfee erwarten. Propst Hübbe behandelte das „Deutschtum in Südamerika" und die Bedeutung des dortigen zäh an seinem Deutschtum festhaltenden Bauerntums für die Schaffung neuer Absatzgebiete. Der deutsche Kaufmann Bauer aus Bahia rief den jungen Kaufleuten mahnend zu: „Habt mehr Stolz und weniger Hochmut". — Die Arbeitertagung füllte den großen Saal des Gewerkschaftshauses ganz. Sekretär Furtwängler (Berlin) zeigte, welche Bedeutung die Frage des Auslanddeutschtums auch gerade für die Arbeiter hat. Neben dem Kampf der Arbeitersckaft für ihre soziale und wirtschaftliche Geltung bestehe als gemeinsames Ziel die Volksverbundenheit mit ihren irattischen Forderungen. — Der späte Vormittag -rächte dann die Stunde der Volksgemein- d)a ft in der riesigen Rordostseehalle, in deren Mittelpunkt eine packende Rede des in Hessen wohl- bekannten Direktors Treut aus Reuyork stand. der begeistert von seiner erfolgreichen Arbeit zur Wiedererweckung deutschen Volksbewußtseins in den U. S. A. sprach. Nach dem Vortrag zweier Heimatlieder von Claus Groth durch einen Kinderchor gab Dr. Keller (Kiel) der Hoffnung Ausdruck, daß eine solche feierliche Stunde der Volksgemeinschaft, in der alles Trennende ausgeschlossen sei, alljährlich wiederkehren möge. Der Nachmittag brachte dann die gewaltige Kundgebung des Zestzuges der 20000. Lieber 2 Stunden lang marschierten sie vorbei, umbraust von Subei der Kieler Bevölkerung, die in dichten Reihen die Straßen säumte. Bauern, Fischer, Schiffer und Handwerker Schleswig-Holsteins zeigten die Berufszweige des Landes und seine schönen Trachten. Sänger. Turner, Sportler aller Art, Schützen zogen in strammen Reihen vorüber, die Studentenschaft und viele andere Vereine, darunter solche der Marine, folgten. Viele Festwagen belebten das Bild, rauschende Musik erklang allerorten, und dann kam in schier endlosem Zuge die V.D.A.-Jugend mit ihren vielen Schülerkapellen. 14 000 Jugendliche ohne die vielen Kieler Buben und Mädels, die den Abschluß bildeten. Lleberall wehte der blaue Wimpel, und zahlreich waren die Symbole heimischen Gewerbes und Handwerks, die mitgeführt wurden. Tiroler, Oesterreicher, Kärntner, Steirer, Sudetendeutsche, Siebenbürger, Schwaben, Elsaß-Lothringer, Danziger, Rordschleswi- ger, Balten, Memelländer, alle waren sie da. Rheinländer, Saarländer, Pfälzer folgten; dann kam der Osten: Ost- und Westpreußen. Schlesier, Schleswig-Holsteiner, dann Bayern, Badener, Württemberger, unsere 1000 Hessen, die Hanseaten, Brandenburger, Westfalen, Hannoveraner, Sachsen, Thüringer. Braunschweiger. Oldenburger, Mecklenburger, Pommern, Hessen-Rassauer, und zuletzt die vielen, vielen Kieler. Eine mächtige Kundgebung deutscher. Einigkeit, ein flammendes Symbol der deutschen Volksgemeinschaft, ein Erlebnis von größtem Ausmaß. Ergreifend war es, .als Bomben die Gefallenenehrung an- kündigten und in der weiten Runde das Lied vom guten Kameraden erklang. — Auf dem riesigen Festplah herrschte frohes Treiben. Bei Einbruch der Dunkelheit zog man, teilweise mit Fackeln, zurück zur Stadt, in die Quartiere, in denen kurze Schlußfeiern das Pfingsterlebnis zum Ausklingen brachten. Der Rest der Pfingstwoche ist. wie alljährlich, frohen Wanderfahrten gewidmet: Die Holsteiner Schweiz mit ihren Seen, Lübeck und andere schöne Orte bilden zunächst das Ziel der hessischen Gruppen. Am Donnerstag vereinigen sich dann die Hessen zu gemeinsamer Fahrt nach Westerland auf Sylt. Von da bringt sie ein Dampfer über Helgoland nach Hamburg. Ein eintägiger Aufenthalt in Deutschlands größtem Seehafen wird vielen neue Belehrung und neue Eindrücke vermitteln. Am Samstag wird dann der Sonderzug die Hessen in die Heimat zurückftihren. Sie werden heimkehren mit übervollem Herzen, erfüllt von unauslöschlichen Eindrücken und vom Erleben der Schicksalsgemeinschaft deutschen Volkstums auf der ganzen Welt. Moskau geißelt die Genfer Abrüsiungskomödie. Der Rätekongrctz fordert Wchrhaftmachüng Rußlands. Moskau, 22. Mai. (W.T.B.-Funkspruch.) Der Rätekongreß der Sowjetunion hat eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Der Rätekongreß billigt ohne Einschränkung die Politik der Regierung und ihren scharfen Kampf um den Frieden, der eine unmittelbare Kriegsgefahr einigermaßen in die Ferne gerückt und dank dem Abschluß einer Reihe neuer internationaler Verträge die friedliche Stellung der Sowjetunion befestigt hat. Der Kongreß stellt fest: Die Ablehnung des Abrüstungsvorschlages der Sowjetunion durch die vorbereitende Abrüstungskommission und die Weigerung der-in der Kommission vertretenen Staaten, auch nur den kleinsten Schritt in Richtung auf eine Herabsetzung der Rüstungen zu unternehmen, betätigen wieder einmal, daß diese Staaten ungeachtet der auf Grund des Kellogg- paltes übernommenen Verpflichtungen zum Qkr» zieht auf Krieg in Wirklichkeit ihre gesamte Politik auf die Vorbereitung eines neuen Weltkrieges aufbauen. Der Kongreß fordert die Regierung auf, neben unermüdlicher Arbeit zur Wahrung friedlicher Beziehungen mit sämtlichen Staaten auch Maßnahmen zur Festigung der Wehrhaftigkeit des Landes zu treffen. Ein kommunistischer Viirgermeister von Straßburg. Tcr-lutonomistenführer Dr.Roos verzichtet Straßburg, 22.Mai. (WB.) Der neue Munizipalrat hat heute die Bürgermeisterwahl vorge- nommen. Dr. Roos, der von den Autonomisten und Kommunisten für diesen Posten in Vorschlag gebracht war, hatte durch einen aus dem Gefängnis in Besan^on gerichteten Brief vom 20. Mai darauf verzichtet. Daraufhin wurde der frühere kommunistische Abgeordnete Hubert mit 18 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Sieben Stimmen entfielen auf den der Gruppe Marin angehörenden Generalsekretär der Handelskammer, Haug, vier auf den früheren Bürgermeister, den sozialistischen Abgeordneten P e i r o t e s ; unbeschrieben waren drei Stimmzettel. Zu stellvertretenden Bürgermeistern wurden gewählt der Abgeordnete Michel Walther, der Autonomist Heil, von der Katholischen Volkspartei Kocßler, der autonomisti- sche Rechtsanwalt Klein sowie zwei Kommunisten. Die sozialistischen Stadtratsmitglieder und die Mitglieder der Gruppe Marin gaben dabei unbeschriebene Stimmzettel ab. Die Reform der Arbeitslosenversicherung. Das Problem der Saisonarbeiter. Berlin, 23. Mai. Der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung imd Arbeitslosenversicherung hat sich am Mittwoch erneut mit der Frage der Arbeitslosenoersicherungsreform befaßt. Bei den Beratungen spielte insbesondere die Saison- arb eit erfrage eine Rolle. Von verschiedenen Seiten wurde bei den Beratungen darauf hingewiesen, daß die Vorschläge, die Saisonarbeiter ganz aus „Graf Zeppelin" wieder startbereit. Or. Eckener aus -er ZReife nach Toulon. — Rückflug vermutlich am Freitag. Friedrichshafen, 22. Mai. (MTB.) Dr. Eckener teilte heute abend mit, daß er sich auf ein Telegramm aus Evers von Kapitän Lehmann hin entschlossen habe, nach Luers zu reifen. Dr. Eckener wird sich unverzüglich in Begleitung von Graf Soden von Friedrichshafen im Kraftwagen nach Zürich begeben und von dort aus den Jladjf- schnellzug nach Toulon benutzen. Dr. Eckener wird also den „Graf Zeppelin" s e l b st nach Friedrichshafen zurückführen. Die Abfahrt des Zeppelin-Luftschiffes wird frühestens am Freitagvormit- f a g erfolgen. Die französische Marine hat für das Luftschiff „Graf Zeppelin" die notwendige Menge TBafferftoffgas zur Verfügung gestellt, heute sind 500 Mann Truppen aus Toulon und h y ö r e s sowie Marineinfanterie nach dem Flughafen Luers abgesandt worden, um beim Start des Luftschiffes zu helfen. Gendarmerie zu Fuß und zu Pferde versieht einen strengen Absperrung s d l e n ft um den Flughafen. Das Probeläufen der beiden neuen Zeppelinmotoren ist befriedigend ausgefallen. Der dritte neue Motor wurde im Laufe des vormittags durchgeprüft. Das Luftschiff wird mit drei neuen und zwei alten Motoren den Rückflug nach Friedrichshafen antreten. Oer Motorendefett des „Graf Zeppelin". Dr. Eckener antwortet seinen Kritikern. Friedrichshafen, 22. Mai. (TU.) Zu den im „Berliner Tageblatt" erschienenen Ausfüh- rungen des Prof. Dr.-Jng. h. c. Otto Krell (Berlin) über die Motorendefekte des „Graf Zeppelin" äußerte sich Dr. Eckener gegenüber dem Friedrichshafener Sonderberichterstatter der TU. etwa folgendermaßen: „Es ist völlig irrig, daß wir nach Ausfall des ersten Motors die Drehzahl erhöht haben. Die Drehzahl der Motoren geht in diesem Fall von selbst herunter, wie es auch geschehen ist. Wenn Prof. Krell davon spricht, daß wir vom Motorenbau Maybach keine genügenden Informationen mitbekommen haben, so kann ich nur erklären, daß wir ganz genau über die Dauerleistung der Motoren, die 1400 bis 1420 Umdrehungen beträgt, unterrichtet waren. Diese Leistung ist nie überschritten worden, mit Ausnahme ganz vereinzelter Fälle. Hier handelte es sich nur um wenige Stunden, wo wir mit äußerster Kraft fuhren und die Tourenzahl auf etwa 1500 erhöhten." OerKampf derMarschälle in China. Die Einigkeit in China hat nicht allzu lange vorgehalten. Die Ranking-Regierung ist nur vorübergehend wieder wirklich Herr des einheitlichen Reiches gewesen. Kaum war mit dem Frühling die technische Voraussetzung für die Kriegsführung gegeben, da regte sich die Kriegslast der Marschälle von neuem, und der Bürgerkrieg fing wieder von vorne an. Das war zu erwarten. China hatte sich ja in den letzten Jahren mehr und mehr in eine Reihe von selb st an bi gen Provinzen — ober mehr von Machtbereichen selbständiger Marschälle — aufgelöst, bie sich als kleine Könige fühlten unb keine Reigung verspürten, ihre Unabhängigkeit wieber aufzugeben. Sie haben sich nur murrend der Herrschaft der Kuomintang unterworfen, alle sicher mit dem stillschweigenden Vorbehalt, bei der ersten besten Gelegenheit wieder abzuspringen; wobei um der Gerechtigkeit willen hinzugefügt werden muh, daß selbstverständlich auch die Ranking-Regierung die Absicht hatte, diese unbequemen Untergebenen kaltzustellen, sobald sie sich stark genug fühlte. Die Liquidation des Bürgerkrieges mußte also noch einmal von vorn beginnen. Bisher aber hat sich Tschiangkaischek, der zweifellos das stärkste militärische und organisatorische Talent unter den chinesischen Heerführern ist, seiner Aufgabe gewachsen gezeigt. Es ist ihm gelungen, eine Ringbilbung gegen bie Ranking-Regierung zu verhindern unb einen Teil der unbotmäßigen Marschälle zu unterwerfen, ehe die letzte Entscheidung erzwungen werben /;'e, So hat er den Rücken frei bekommen uiiu kann jetzt ben Waffengang gegen feinen gefährlichsten Gegner, den vielgewandten „christlichen" General Feng antreten. Auch Feng hatte sich vorübergehend in die Einheitsfront eingegliedert, er war sogar Kriegs mini st er der Ranking-Regierung; aber nur in partibus infidelium; bas heißt, er traute sich nicht, seinen Sitz im Kabinett einzunehmen, weil er befürchtete, baß er nicht lebenb wieder nach Hause käme. Er hat sich also dem Befehl der Regierung, aus seinem Hauptquartier in Honan nach Ranking zu kommen, nicht gefügt, sondern mit ein er verkappten Kriegserklärung geantwortet, indem er Brücken unb Bahnen sprengen ließ, um seinen Aufmarsch zu sichern. Allzu günstig sinb seine Aussichten freilich nicht, zahlenmäßig ist fein Heer- unterlegen, dafür freilich gut diszipliniert. Und wenn es ihm gelingt, sich Rückendeckung auch in der Waffenlieferung bei Rußland zu schaffen, bann kann er minbestens der Ranking-Regierung noch sehr unbequem werden. Oie Aussichten der Parteien. Schanghai, 22. Mai. (WTB.) Der Nankingregierung nahestehende Kreise melden einen entscheidenden Sieg der Regierungstruppen. Durch diesen Sieg soll Kanton endgültig gegen die Eroberung durch die Kwangsi- truppen gesichert sein. Diese Truppen fluten, so sagt man, überall zurück unter Aufgabe der wichtigen Stützpunkte Swatau und Kueilin. Die nahe bevorstehende Ankunft zweier weiterer Nanking- divisionen von Schanghai sichere die baldige endgültige Erledigung der Kwangsirevo- lution. Nanking erwarte davon eine entscheidende Rückwirkung auf die militärische und politische Entwicklung in Nordchina, da die Erfolgsaussich- ten Fengjuhsiangs gegen das geeinigte Zentral- und Südchina gering seien. Demgegenüber verlautet aus anderen Quellen, daß die Lage Kantons durchaus unentschieden sei, da die Kwangsitruppen nur wegen Munitionsmangels zeitweise zurückgewichen seien und innerhalb weniger Tage sicher in dem Besitz Kantons sein würden. — Jedenfalls find die Aussichten einer anderen als militärischen Erledigung der Streitigkeiten zwischen Fengjuhsiang und Tschiangkaischeck endgültig geschwunden. Fengjuh- fiang hat in einem Rundtelegramm an die Pekinger Gesandtschaften und an die Schanghaier Konsulate erklärt, die jetzige Nankingregierung sei illegal seitdem Tschiangkaischeck die Opposition von dem großen März-Parteikongreß ausgeschlossen habe. Demgemäß warne die neue revolutionäre Regierung die fremden Mächte und Staatsangehörigen vor Anleihen, Waffenlieferungen und sonstiger Unterstützungen Nankings, die als feindliche 2( 11 e gegenüber der neuen Regierung und als diese nicht verpflichtend angesehen würden. Andererseits verspreche die revolutionäre Regierung den Fremden voll st en Schutz. Der Beginn des Kampfes zwischen Fengjuhsiang und Tschiangkaischeck wird unmittelbar nach Sunjatsens Beisetzung erwartet, die ungestört bleiben dürfte. Man nimmt an, daß der erste Vorstoß Fengjuhsiangs gegen fjanfau gehen wird und daß vielleicht gleichzeitig ein Vorstoß in der Richtung Tientsin gegen die Puckau-Eisenbahn erfolgt. ber Arbeitslosenversicherung herauszunehmen, abgelehnt werden müßten, da sonst die Saisonarbeiter zu einem sehr großen Teil der Wohlfahrtspflege anheimfielen. Es wurde weiter darauf aufmerksam gemacht, daß eine ungünstige Behandlung der Saisonarbeiter eine Flucht aus diesen Berufen zur Folge haben würde. Es sei aber insbesondere für die Landwirtschaft, bie schon ohnehin mit Arbeiterschwierigkeiten zu kämpfen habe, eine weitere Verringerung «der At- beitsträfte nicht tragbar. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg empfing den Reichskanzler Müller und ben Reichsminister bes Auswärtigen Dr. Stress- mann zu einer gemeinsamen Besprechung ber außenpolitischen Lage. Der Reichspräsibent hat bem amerikanischen Botschafter Shurman zu dessen 75. Geburtstag seine Glückwünsche aussprechen lassen unb ihm sein Dilb mit Unterschrift im Rahmen übersandt. Der Reichsaußenminister richtete an den Botschafter ein Handschreiben unb ließ ein Blumenarrangement überreichen. Der Reichskanzler sandte telegraphisch seine Glückwünsche. Der Präsident des HesfischenLondtages teilte den Mitgliedern des Landtages mit, baß er auf Wunsch verschiedener Fraktionen ben Landtag nicht auf ben 5. Juni, fonbem erst auf Dienstag, ben 11. Juni, einberufen werbe. Hie Besichtigungsreise nach Rheinhessen (Worms, Oppenheim) ist für Freitag, den 14. 3uni, vorgesehen. Die Tagesordnung der Landtagssihung liegt endgültig noch nicht vor. * Der Ausschuß des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften betraute den bisherigen Generalsekretär des Verbandes Otte mit bem Vorsitz im Gesamtverband ber Christlichen Gewerkschaften a l s Rachfolger Steger- w a l b s , der 28 Jahre lang an der Spitze ber christlichen Gewerkschaften gestanden hat. Die Reuregelung der Führung im Deutschen Gewerk- schaftsbund wird erst später erfolgen. Präsident der 12. Internationalen A r- beitskonferenz, deren Beratungen am 30. Mai in Genf beginnen, wirb ber frühere langjährige Reichsarbeitsminister Dr. Brauns werben. Damit wirb zum ersten Male seit Bestehen biefer Einrichtung des Völkerbundes ein Vertreter Deutschlands diese internationale Tagung leiten. Der Bürgermeister ber Stabt Mailand, Marchese d'Arzago, Senator des Königreichs Italien, hat dem Berliner Oberbürgermeister einen Besuch im Rathaus abgestattet. Hierbei überreichte der Mailänder Bürgermeister a l s Geschenk der Stadt Mailand an die Stadt Berlin eine kunstvolle silberne Schale. Eine Widmung in dieser Schale weist auf die Beziehungen der beiden Städte Mailand und Berlin auf dem Gebiete ber Musik hin. Im Ramen der Stadt Berlin übergab Oberbürgermeister Böß dem Podesta ein Werk des Berliner Malers Ernst Reuschul „An ber Staatsoper Unter ben Linben". In Reuen bürg (Schweiz) starb im Alter von 72 Jahren Scan be C u rch, früherer Finanzdirektor der Stadt Reuenburg/Jean de Curh war 1916 von Bundesrat Hoffmann ersucht worden, während des Krieges die Interessen der Deutschen in Paris zu vertreten. Dieses Amt übte er bis zum Waffenstillstand aus. * Mittwochfrüh fand in Belgrad die letzte Sitzung der Konferenz der Außenminister ber Kleinen Entente statt. Die Verlängerung bes Dünbnisses zwischen Südslawien, Rumänien unb der Tschechoslowakei auf fünf Jahre mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr wurde auf der Sitzung beschlossen. Aus aller Welt. Die deutschen Lhemiker in Breslau. Die 42. Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker nahm in Breslau ihren Anfang. Rach einer Reihe von Besichtigungen Breslauer Jndustrieunternehmungen begannen die Fachgruppensitzungen. Prof. Dr. Ruff, Breslau, behandelte bie Hochtemperaturtechnik. Die neuen Arbeiten auf bem Gebiet der hochfeuerfesten Stoffe haben die Herstellung vv« Zirkon als Grundlage. Professor Ruff arbeitet in seinem Laboratorium mit Oefen, welche in das Temperaturgebiet bis 3000 Grad hinaufführen. Professor Dr. E. Ehrlich, Breslau, machte interessante Mitteilungen über Pektinstoffe. Diese spielen als wesentliche Bestandteile des Gerüstes der Pflanzen und vieler technischen Vorgänge eine wesentliche Rolle, z. B. in der Zuckerindustrie, bei der Flachsröste und bef der Tabaksgärung. Dr. A. Stettbacher, Schwanendingen bei Zürich, berichtete über neue Sprengstoffe. Es handelt sich dabei um Ritro- glyzerinsprengstoffe, die ben Ramen Penthrit und Penthrinit erhielten, die zu den allerstärk- sten Sprengmitteln der Gegenwart gehören. Sie dürften sich zunächst bei der Ftirgzeug- unb Tankabwehr auswirken. Dr. Griesbach- Wolfen behandelte bie Verteilung und ben Kreislauf des Jods in ihrer Bedeutung für den Ackerboden. Er zeigte, daß das Jod zu den verbreitetesten Elementen ber Erde zähle unb einem ständigen Kreislauf unterworfen sei. Da ber jährliche Entzug durch die Ernte im allgemeinen nicht mcljr als etwa ein Tausendstel ber im Boden vorhandenen Jodvorräte ausmache und der Pflanze aus Riederschlägen unb Luft erhebliche Jobmengen zur Verfügung stünden, sei die De- sürchtung, daß unseren landwirtschaftlichen Gewächsen nicht ausreichende Jobmengen aus natürlichen Quellen zur Verfügung stünden und daß sie infolgedessen jobärmer geworben seien als früher, unbegründet. — Am Abend gab die Stadt Breslau den Kongreßteilnehmern im Konzerthaus einen Cmpfangsabend. Deutscher Geographenlag. In Magdeburg wurde der 23. Deutsche Geo- graphentag von Geheimrat Meinardus (Gök» tingen) eröffnet. Professor Dr. T r i n k l e r (Berlin) berichtete über die geographischen Ergebnisse seiner Zentralasienexpedition 1927/28. Großes Interesse wurde dem Vortrag des Professors Dr. Wegener (Berlin) über „Die Pläne zur Erforschung der Arktis mit dem Luftschiff ;,(9raf Zeppelin" im Jahre 1930" entgegengebracht. Die Leitung der Expedition liegt in den Händen von Fridtjof Nansen;' geführt wird das Luftschiff von Dr. Eckener. Die Fahrt soll im April/Mai n.J. stattfinden. Die Tagung bes Deutschen Lehrervereins. Die Dresdner Tagung des Deutschen Lehrervereins im Zirkus Sarassani, an der etwa 8000 Lehrer teilnahmen, gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Unter ben Ehrengästen befanben sich Vertreter ber Reichs- unb ber sächsischen Staatsregierung, ber Regierungen von Preußen, Braunschweig, Thüringen unb Hamburg. bes Deutschen Städte- unb Lanbgemeinde- tages, zahlreicher in- unb auslänbischer Lehrervereinigungen. Der Vorsitzende des Deutschen Lehrervereins, Wolff, Berlin, sprach über Zweck und Ziele des Deutschen Lehrervereins. Oberlehrer Dr. Riese, Berlin, überbrachte der Versammlung im Ramen ber Reichsregierung, Volksbilbungsminister Dr. Dünger im Ramen ber sächsischen Staatsregierung Grüße und Wünsche. Rach einigen weiteren Begrüßungsansprachen wurde in die sachlichen Verhandlungen eingetreten. Mit dem Ruderboot von Havanna nach Reuyork. Der Deutsche Paul M ü 11 e r, ber, wie gemeldet, den Atlantischen Ozean in einem mit einem Hilfsscgel ausgestatjeten Ruderboot überquert hat, ist von Havanna nach Reuyork weitergesegelt. Die Dampfbarkasse des Kreuzers „Cuba" schleppte das Boot Müllers bis zum Hafenausgang. Vier Schiffsheizer bei einer Explosion getötet. Der holländische Dampfer „Barendrecht" gab durch Funkspruch bekannt, daß bei einer KesselexplosionvierHeizer ums Leben gekommen seien und einer verw "det worben sei. Oie Wetterlage. i Owoixenfos. o neuer. ®nafb bedeckt. ® woifug, • oedeext eHegtn, * Sehnet a Graupeln, e Nebel K Gewitter.^)wind$tiiieO^ sehr 'eichtet Osi massiger Südsüdwest. X stürmischer nordwesl oie Pfene wiegen mit dem wmde. Die beiden Stationen stenenden Zah;. ten geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen? «uf Meeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Der hohe Druck im Nordosten hat sich neuerdings wieder verstärkt und an Ausdehnung gewonnen. Sein Einfluß setzt dem westlichen Tief Widerstand entgegen, so daß zunächst die Wetterlage wenig Aen« derung erfährt. Auch die Störung über Frankreich dürfte keinen stärkeren Einfluß gewinnen, sondern nur zum Auftreten von Bewölkung führen. Wettervoraussage für Freitag: Teils heiter, teils wolkig, warm, trocken. Wettervoraussage für Samstag: Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 22. Mai: mittags 22,8 Grad Celsius, abends 17,3 Grad; am 23. Mai: morgens 15 Grad. Maximum 23 Grad, Minimum 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Mai: abends 23,8 Grad; am 23. Mai: morgens 15,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1354 Stunden. Mayen- Ä Hör! ■A6 3 46 20 _ 21 -*O" Paris 21 Miltv/och, tai 1929,7haDds. ft ÄS er te» D°d«L deinen 2! £ im Mn h und der ^.erhebliche • kl die jJ, wichen ®t, ■* aus natür, den und öafi Kleien 0fJ S°b die Stobt n MtttW '9- D-Me Teo, ordus (@5f, 'Uer (Berlin) rgebnisse feiner °Bes Interesse J Wegener Wfjung der ’lin* im Zähre )er Spedition *'> geführt Du W M er ^Schiva. tetöcteinK ltschen Lehrerder etwa 8000 zu einer einen Ehrengästen ich-- und der egicrungen von en und Ham- Landgmeinde- discher Lehrer« des Deutschen sprach über Lehrervereins, verbrachte der eichsregierung, er im Hamen Grühe und Degrühungs- n Lerhandlun- nach Jltugorl • der, wie getan in einem en Äuöerbooi nach Tieui)od des Kreuzers Ins bis M osion getötet. umbrecht" gab bei einer zer ums Leiner vertrödel W O «»uerbinfl5 Bf® Aos der Provinzialhauptstadi. Gießen, den 23. Mai 1929. Der Auftakt zum Cntomologen-Kongreß. Gestern abend fand im Hotel .Hindenburg" der der 3. Wanderversammlung deutscher Entomologen vorausgehende D e g r ü - hungsabend statt. Don den angemeldeten Teilnehmern war bereits eine beträchtliche Anzahl, etwa 125, erschienen, ein Beweis für die rege Teilnahme, welche der Versammlung entgegengebracht wird. Unter den zahlreich erschienenen Gießener Herren bemerkte man Se. Magni- fizenz den Rektor der Landesuniversität Prof. Dr. Herzog und eine größere Zahl Professoren der Universität. 3m Damen des Ständigen Arbeitsausschusses der Wanderversammlungen begrüßte Oberregierungsrat Dr. Schwarz stellvertretender Direktor der Biologischen Reichsanstalt Der- lin-Dahlem, die Anwesenden. Er betonte im Verlaufe seiner Rede besonders das auherordenlliche Anwachsen des Interesses für den Zusammenschluß der deutschen Entomologen, das sich darin ausdrücke, daß sich die Teilnehmerzahl gegenüber der letzten Versammlung mehr als verdoppelt habe. Der Abend nahm einen gemütlichen und anregenden Verlauf und wurde als schöner Auftakt für die Wanderversammlung empfunden. Sollen unsere Kinder Leibesübungen treiben? 3a, und zwar reichlich. Der moderne Betrieb im Sport kann zwar viele Eltern und Lehrer irre» machen, ob es gut ist, daß die Kinder Leibesübungen treiben. Man kann fürchten, daß die geistige und seelische Entwicklung der Kinder teibet, daß sich die Kinder in Sportsexen und Rekordtum verlieren. Dem läßt sich aber durch verständige Leitung und Erziehung entgegenarbeiten. Für ihre Entwicklung aber haben die Kinder die körperliche Hebung dringend nötig, und zwar vor allen Dingen auch für ihre geistige Entwicklung. Beim Spielen besonders wird nicht nur der Körper geübt, sondern zugleich auch das ganze Dervensystein und der Charakter der Kinder. Cs handelt sich außerdem bei den Leibesübungen gar nicht nur um die Muskelausbildu ng, sondern darum, daß die Kinder sich in frischer Luft, in Wind und Sonne tummeln, und das brauchen sie, wenn sie regelrecht wachsen sollen. Ihre inneren Organe, ihr Herz, ihre Lungen, die Ausdehnungsfähigkeit des Brustkorbes, alles das entwickelt sich nur, wenn dem Kinde Gelegenheit zur körperlichen Ausarbeitung geboten wird. Dabei ist es nötig, daß täglich solche Ausarbeitung möglich ist, vor allen Dingen bei allen Schulkindern, die ja jeden Tag mehrere Stunden zum Stillsihen in den Schulen gezwungen sind. Der Arzt kann von der Forderung der täglichen Tum- oder Spielstunde nicht abgehen und zwar gerade auch im Hinblick auf die geistige Entwicklung. Don allen Unterrichtenden muh dabei erwartet werden, daß sie jedes Athletentum, jeden Kult der Höchstleistung von den Jugendlichen fern» halten und überhaupt die Körpererziehungsarbeit so leiten, daß aus dem natürlichen Dewe- gungsdrang heraus, aus der Lust, sich zu tummeln, die Leibeserziehung erwächst und nicht aus Ehrgeiz oder Drill. Die hier dargelegten Gesichtspunkte sind auch maßgebend für die Darstellung der Pflege des Klein- und Schulkindes in der HhgieneauS- ft e 11 u n g , die vom 1. bis 16. Juni in Gi e - ß e n in der Volkshalle stattfindet. Es sind dort die Einflüsse der Leibesübungen auf den Körper in verschiedenen Tafeln gezeigt, und es find Bilder aus den Betrieben, besonders des Klein- kinderturnens gebracht, die zeigen sollen, wie ein frischer, fröhlicher Betrieb aussieht. Da die Besucher der Ausstellung vorher schon die Abteilung »Der Mensch" durchwandert haben und also eine gute Anschauung des normalen Geschehens im Körper mitbringen, so werden sie mit großem Gewinn die erwähnte Abteilung studieren. Professor Or. Krausmütter t- 3n der letzten Dacht gegen 1 Hhr verstarb infolge eines Herzschlages der Oberstudienrat Professor Dr. Krausmüller im 59. Lebensjahre. Der Verewigte, dessen plötzliches und allzu frühes Hinscheiden in weiten Kreisen unserer Bürgerschaft und darüber hinaus in der Provinz Oberhessen allgemein bedauert werden wird, war seit einiger Zeit leidend, jedoch hatte er sich in den letzten Tagen wieder in erfreulicher Weise erholt und noch gestern abend einen Spaziergang unternommen. Er war ein Sohn unserer Provinz, und zwar erblickte er in Zell (Kreis Alsfeld) das Licht der Welt. Seit 1. April 1905 wirkte er als Oberlehrer am Realgymnasium und an der Oberrealschule in Gießen, deren Konrektor er feit 1. August 1920 war. Als Vorsitzender der Deutschen Dolkspartei in Gießen und in den angrenzenden oberhessischen Bezirken als Stadtverordneter, Vorsitzender des Ortsgewerbevereins und weiterer Organisationen hat er sich hohe Verdienste um das Allgemeinwohl erworben. Eine nähere Würdigung des allgemein beliebten Mannes und seines vorbildlichen Wirkens werden wir morgen folgen lassen. Taten für Freitag, 24. Mai. Sonnenaufgang 3.57 Uhr, Sonnenuntergang 19.56 Uhr. — Mondaufgang 21.21 Uhr, Monduntergang 4.12 Uhr. 1543: der Astronom Nikolaus Kopernikus in Frauenburg gestorben (geboren 1473); — 1848: die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff auf Schloß Meersburg am Bodensee gestorben (geboren 1797); — 1872: der Geschichtsmaler Julius Ritter Schnorr von Carolsfeld in Dresden gestorben (geboren 1794). Vornolizen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: von 20 bis 22 Uhr, „Am Teetisch". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die luftigen Vagabunden" und „Herzblut einer Mutter". — Astoria- Lichtspiele: „Geheime Macht" und „Prompte Bedienung". Gießener WochenmarkLPreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 1.90 bis 2,00; Matte 30 bis 35; Wirsing 20 bis 30; Weißkraut 20 bis 30; Rotkraut 20 bis 30; gelbe Rüber (neue) Bund 30 bis 35; rote Rüben 20 bis 25; Spinat 25 bis 35; Spargel 50 bis 1,00; Erbsen (grüne) 50 bis 60; Tomaten 80 bis 1,20; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 50 bis 1,00; Schwarzwurzeln 40 bis 80; Rhabarber 20 bis 25; Kartoffeln alte 6, neue 30; ausl. Aepfel 40 bis 70; Aepfel 30 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Kirschen 70; Erdbeeren 2,00; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,20 bis 1.30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Düsse 70 bis 80; Tauben Stück 70 bis 90; Eier 12; Blumenkohl 70 bis 1,80; öalaf 20 bis 40; Salatgurken 70 bis 1,20; Ober-Kohlrabi 30 bis 40; Lauch 10 bis 20; Rettich 25 bis 30; Sellerie 20 bis 1,00; Radieschen Bund 20 bis 25; Kartoffeln Zentner 5,50. • ** Straßensperrungen. Wie der Ober- hessische Automobil-Club (A. v. D.) Gießen uns mitteilt, sind folgende Straßen gesperrt: km 9 bis Reiskirchen der Sttecke Gießen—Grünberg für alle Fahrzeuge vom 22. Mai bis auf weiteres, Umleitung über Lich—Grünberg; Ortsdurchfahrt Rödgen der Sttecke Gießen—Grünberg für alle Fahrzeuge vom 27. Mai bis auf weiteres, Umleitung über Wieseck— Alten-Buseck—Großen-Buseck; Ortsdurchfahrt Freienseen der Strecke Laubach—Freienseen für alle Fahrzeuge vom 27. Mai bis auf weiteres, Umleitung über Weickartshain—Grünberg. ** Aufgehobene Straßensperre. Die Sttaßensperre auf der Provinzialstraße-Orts- durchfahrt Annerod im Zuge der Straße Gießen—Annerod—Steinbach ist jetzt wieder aufgehoben worden. *• Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am nächsten Samstag, vormittags 8.45 Ahr beginnend, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen, Langras-Philipp- Plah 3. eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Wilhelm D e b h u t h in Gießen gegen die Stadt Gießen wegen Heranziehung zu den Strahenbaukosten der Straße „Hinter den Schießgärten"; 2. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes des Kreises Her s- f e l d gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Lauterbach wegen Erstattung von Fürsorgekosten für die Familie des Albert Fehling; 3. Gesuch des Peter Schmoll zu Wies- baden-Dierstadt um Erlaubnis zur Erbauung einer Kadaververwertungsanstalt in Hopfgarten, Kreis Alsfeld; 4. Klage des Wilhelm Rahn in Altenhain gegen den Polizeibefehl des Kreisamts Schotten vom 28. 3anuar 1929 wegen Fällung eines Dußbaumes. •• Ein Achtzigjähriger. Der Oberbahn- assistent i. R. Wilhelm Bourgeois, Moltke- strahe 28 wohnhaft, kann am morgigen Freitag in voller Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag begehen. Der alte Herr, ein geborener Gießener, hat den Feldzug 1870/71 mitgemacht und war später als Oberbahnassistent in Oberhausen (Rheinland) tätig. Seit 1911 wohnt er wieder in seiner Vaterstadt. " Motorradunfall. Gestern abend gegen 10 Uhr ereignete sich auf der Licher Straße im Stadtwald ein Motorradunfall, der leicht sehr schwere Folgen^ hätte haben können. Die Dox- abteilung des Männerturnvereins kehrte auf der genannten Straße von einem Waldlauf nach Hause zurück und ging dabei vorschriftsmäßig auf der rechten Seite. Ein von Steinbach her kommender Motorradfahrer fuhr so scharf an die Fußgänger heran, daß er einen begleitenden Radfahrer und einige junge Leute streifte und den Radler zum Sturz brachte. Dieser erlitt dabei einen Beinbruch, von den jungen Leuten trugen zwei leichte Knie- und Fußverletzungen davon. Der Motorradler erlitt ebenfalls kleinere Verletzungen, seine Begleiterin auf dem Soziussitz dagegen ziemlich schwere Verletzungen des linken Knies. Die Begleiterin des Motorradlers und der Radfahrer mußten von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach erster Hilfeleistung der Chirurgischen Klinik zugeführt werden, die übrigen Verletzten begaben sich selbst zur KNnkk, van wo sie nsch ärztlich« Hilfe M ihren Wohnungen zurückkehrten. ** Auftrieb zum heutigen yrankfur- ter Schlachtviehmarkt: 10 Kühe, 629 Kälber, 35 Schafe, 544 Schweine. Großfeuer in Mendorf a. d. Lumda. * Allendorf a. d. Lda., 22. Mai. Heute abend gegen 6 Uhr brach hier in dem Holzschuppen auf dem Anwesen des Landwirts Schaaf Feuer aus, das sich rasch auch auf daS Dachbargrundstück der Witwe Fischer und durch Funkenflug auf einige andere Grundstücke ausbreitete. Die Ortsfeuerwehr und die Feuerwehren aus mehreren Dachbarorten waren schnell zur Stelle, jedoch machte sich gegen 7 Uhr die Herbeirufung der Kreismotorsprihe von Gießen erforderlich, da an einigen dem Brandherd gegenüberliegenden Häusern infolge des Flugfeuers die Giebel anfingen zu brennen. Die Kreismotorspritze war nach 40 Minuten zur Stelle und konnte nach Auslegung von 200 Meter Schlauchleitung große Wassermengen au8 der Lumda auf die Flammen werfen. Den vereinten anstrengenden Bemühungen der Wehren und der Mannschaft der Kreismotor- sprihe gelang es dann, des Feuers Herr zu werden, so daß die Feuerwehren aus der Dachbarschaft gegen 9 Uhr, die Kreismotorsprihe gegen 10 Hhr abrücken konnten. Vollkommen niedergebrannt sind zwei Scheunen mit allen Vorräten, ferner die angrenzenden Stallungen, Brandschaden hoben die gegenüberliegenden Gebäude — drei Scheunen und ein Wohnhaus — durch das Flugfeuer an den Giebeln erlitten. Das Wohnhaus Schaafs wurde angebrannt, konnte jedoch durch eifriges Löschen vor der Vernichtung bewahrt werden; infolge der großen Wassermassen wurde es aber so stark durchweicht, daß es wohl kaum wieder beziehbar werden wird. Die niedergebrannten Scheunen und Stallungen gehörten Schaaf und der Witwe Fischer. Das Vieh konnte, bis auf das Geflügel, gerettet werden. Der Sachschaden Schaafs beziffert sich auf etwa 30 000 Mk., von dem nur etwa ein Drittel durch Versicherung gedeckt ist. Der Schaden der Frau Fischer ist zwar nicht so groß, aber für die Besitzerin immerhin noch sehr empfindlich. Heber die Entstehungsursache des verheerenden Brandes sind die behördlichen Ermittelungen noch im Gange. Aus dem Amlsverkündiguugsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Dr. 35 vom 21. Mai enthält: Straßensperren. — Feldbereinigung in Watzenborn-Steinberg und Treis a. d. Lda. — Allgemeiner hessischer Zugendfeiertag 1929. — Jahresberichte der Schulen. — Dienstnachrichten. Berliner Börse. Berlin, 23. Mai. (WTB. Funkspruch.) Dach der gestrigen Abschwächung, die sich im Laufe des Abends noch verstärkte, ist auch die Tendenz heute vormittag sehr unsicher und eher schwächer. Die Baisse an der gestrigen Deuyorker Börse in Verbindung mit der Diskontreduzierung und die ungeklärte Lage in Paris riefen eine starke Verstimmung hervor. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Berlin 20,3750; London gegen Kabel 4,8490 bi« 8,8495; London gegen Madrid 34,52, Kabel gegen Berlin 4,2020. TOH 1/*2 MILLIONEN MACK VE P KAUFSWERT ( •wZ > | & i II I § II H I I I I !n z ZHALBJAHD1927 Ky^MILLKDNENMADK VEßKAUFSWERT f HALBJAHR 192? ^MILLIONEN MACK vepkaufswedt 2.HALB3AHR1926 4f5MllU0NEN MARK VECKAUF5WECT DER l -■■ ■■-' QUALITÄT 2.HÄLBJAHR1928 «WMILLIONENMARK VERKAUFSWERT 1HALBJAHR1928 “WMILLICNENMARK VE:? KAUFSWERT IHALB3AHR1926 THJSCHto BULGARIA KRONE INNERHALB VON 2; JAHREN DREIZEHNFACNE PRODUKTION Statt besonderer Anzeige! Franz Holterhoff ist heute im Herrn entschlafen In tiefer Trauer 03225) Gießen, 22 Mai 1929 Kranzspenden abzusehen. 4570D 454 M 4569D men 4565D 4564D] 03240 4555« 45660 Albach, Harbach, Steinberg, den 22. Mai 1929. Die Beerdigung findet statt: Freitag, den 24. Mai, nachm. 3 Uhr. stellen sind. Gießen, den 16. Mai 1929. Die Beerdigung findet Samstag, den 25. Mai, vormittags 11V2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Seelenamt am Samstag 71/? Uhr vormittags. Es wird gebeten von Beileidsbesuchen und Neue \ / Kurse X f Beginnt. Juli 3 Vogtscne Handelsschulen Gießen Herborn .Verl.S.auaf.Druckachr. yv.d.Schulleit.,Gieß.^ XGoetheatr.32 S Mein lieber Mann, unser guter Schwager und Onkel Gießen (Südanlage 22), Düsseldorf, den 23. Mal 1929. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde hatten- rod für Nj. 1929 liegt vom 23. bis einschließlich 29. d. TU. auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und evtl. Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Hattenrod, den 21. Mai 1929. Hess. Bürgermeisterei Hattenrod: N e e b. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Mai, nachmittags 3.30 Uhr, aut dem Neuen Fr(edhot statt. /jmislolle X (Hygienische ÄrUkelX sämtliche Gummiwaren] l Drogerie Winterholl J \ Kreuzplatz 10 J Hygiene Amalie Holterhoff geb. Grunenberg KriegervereinMen Die Beerdigung unseres Ehrenmit- gliedes Georg Heinrich Gerbig Oberpostschaffner i. R. Veteran v. 1870/71, findet Freitag 37, Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Den Militär- u. Regiments vereinen mit d. Bitte um Teilnahme. Der Vorstand. SERIE 1: 1 Tafel Speise-Schokolade 1 Tafel Vollmilch-Schokol. nur 55 Pf. SERIE 2: '/, Pfund Hütchen-Pralinen 7, Pfund Pfefferminzbruch nur 70 Pf. SERIE 3: 7, Pfund Halbmond-Keks 7, Pfd. gebrannte Mandeln 1 Paket Kindertheater nur 95 Pf. SERIE 4: 7, Pfund Eisbonbons 7, Pfund Pralinen 1 Tafel Vollmilch (WO g) nur 95 Pf. SERIE 5: 7, Pfund Milch-Karamellen 7, Pfund Rumkugeln 1 Tafel Vollmilch-Nuß (100 g) nur 95 Pf. SERIE 6: 7, Pfund Kokosflocken 74 Pfund Likörbohnen 7, Pfd. Borken-Schokolade nur 95 Pf. SERIE 7: 7, Pfund Kaffee-Gebäck Versicherungsamt der Stadt Gießen. Dr. Seid. Kückenhirse Unioersaifutler, grob und sein. Euacu Scheel, Mäuöburg 17. Bekanntmachung. Ich mache darauf aufmerksam, daß yor der Neuherstelluna oder Veränderung von Grundstücksentwässerungen die baupolizeiliche Genehmigung hierzu einzuholen ist und daß Arbeiten an Entwässerungsanlagen nur durch Installateure oder Unternehmer ausgeführt werden dürfen, die den hierzu erforderlichen Zulassungsschein besitzen. 4556C Zuwiderhandlungen unterliegen den Rechtsfolgen des § 42 der Polizeioerordnung, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Stadt Gießen betr., vom 1. August 1904. Gießen, den 22. Mai 1929. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Dr. Hamm. 1 Tafel Vollm.-Schok. (100 g) nur 95 Pf. SERIE 8: 3 Tat. Schokolade ä 100 g sortiert Vollmilch und Vollmilch-Nuß nur 95 Pf. Bekanntmachung. Von Grundstücken, die an die Straßenkanäle angeschlossen sind, darf kein Niederschlagswasser über den Bürgersteig fließen, was besonders eintritt, wenn die Hof- oder Regenrohrsinkkasten nicht regelmäßig gereinigt werden. Die Unterlassung der Reinigung unterliegt den Rechtsfolgen des § 42 der Polizeioerordnung, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Stadt Gießen betr., vom 1. August 1904. (4556C Gießen, den 22. Mai 1929. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Dr. Hamm. Wir betrauern tief den Heimgang unseres Heben Chefs Herrn Franz Holterhoff Wir verlieren in ihm einen wohlwollenden und gerechten Chef von edelster Gesinnung. Mit seinen reichen Erfahrungen war er uns stets ein Vorbild. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Angestellten der Firma A. Holterhoff Söhne. Gießen, den 22. Mai 1929. Kraftverkehrsgesellschaft m.b.H. Hessen Indem wir die Betriebsübemahme der seither vom Gemeindeverband Wieseck-Alten-Buseck betriebenen Autolinie anzeigen, bitten wir die seitherigen Fahrgäste und das übrige verehrliche Publikum um ihre fernere Unterstützung und ihr Vertrauen. Jahrzehntelange Erfahrungen im Verkehrswesen geben uns das Recht zu der Versicherung, allen Wünschen unserer Fahrgäste Rechnung zu tragen und für die denkbar größte Betriebssicherheit besorg zu sein. Unsere Geschäftsräume befinden sich wie seither in Wieseck, Grabenstraße 8, daselbst bitten wir auch alle Wünsche und Beschwerden vorzubringen. Kraftverkehrsgesellschaft m. b. H. Hessen. Wieseck (Grabenstr. 8, Tel. 1748), den 21. Mai 1929. Für Ausflugs- und Gesellschaftsfahrten, besonders auch an Wochentagen, steht ein moderner Wagenpark zur Verfügung. Auskünfte werden in unserer Geschäftsstelle bereitwilligst erteilt. Gottes unerforschlichem Ratschluß hat es gefallen, unseren inniggeliebten Sohn, Bruder, Enkel und Neffen Hermann Jantzen Obertertianer des Realgymnasiums in Gießen während der Abwesenheit seiner Eltern in seinem fast vollendeten 14. Lebensjahr durch einen Unglücksfall in Eisenach aus seinem jungen Leben abzurufen. Für die trauernden Hinterbliebenen: Georg Jantzen. Lollar, Eisenach, den 19. Mai 1929. Heute nachmittag 4 Uhr entschlief nach schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwester Frau Lisette Müller geb. Södler Gemeindeverband Wieseck-Alten-Buseck Mit dem heutigen Tage ging der gesamte Betrieb der von uns seit mehreren Jahren betriebenen Autolinie in die Hände des neuen Besitzers, der Kraftverkehrsgesellschaft m. b. H. Hessen, über. Unter bedeutungsvollen Opfern der beiden Gemeinden wurde das Unternehmen gegründet, dank der verständnisvollen Unterstützung der Einwohnerschaft gelang es, das Unternehmen auf eine gute wirtschaftliche Basis zu stellen, nunmehr zwingen die besonderen verkehrspolitischen Verhältnisse zu einer veränderten Betriebsform. Allen denen, die am Auf- und Ausbau unseres so notwendigen Verkehrsmittels mithalfen, herzlichen Dank zu sagen, ist uns dringendes Bedürfnis. Zugleich bitten wir alle unsere seitherigen Fahrgäste, das bewiesene Vertrauen auch auf die neue Firma zu übertragen. Der Verbandsausschuß. Wieseck/Alten-Buseck, den 21. Mai 1929. T ödes-Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Sckäfer geb.Hirz heute mittag 1.30 Uhr im Alter von 66 Jahren nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden in ein besseres Jenseits abgerufen wurde. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schäfer VI. MäusburgS, Walltorstr. 12 4563A Statt besonderer Anzeige. Am 22. Mai schied nach kurzer Krankheit unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Emma Wallenfels geb. Huesmann aus diesem Leben. Chefarzt Dr. Paul Engelen und Frau Irma geb. Wallenfels nebst Kindern Geschwister Wanner Heute nacht entschlief sanft nach kurzem, schwerem Krankenlager unser lieberVater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Heinrich Sears SerW Oberpostschaffner L R. im vollendeten 86. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Johannes Gerbig Wilhelmine Eifländer geb. Gerbig Heinrich Gerbig, Oberpostsekretär Katharine Gerbig Witwe geb. Gundrum nebst allen Angehörigen. Gießen (Riegelpfad 46), Schwarz, den 22. Mai 1929. Kunstdünger stets auf Lager. An- Ueserung zur Verwendungsstelle. B. Trechsler Stein st raire 73 Tel. 1581 2094D Irische SttsW lebende Karpfen lebende Schleien Sink-Hechte Nbcinialm empfiehlt beute und morgen frisch ein« treffend 3940 D A. Koch Aachs. MäuSb. 15. Tel 1612. im 74. Lebenjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Marie Zimmer geb. Müller Ottilie Eiling geb. Müller Ferdinand Zimmer Otto Eiling Lieh, Alsfeld, den 21. Mai 1929. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Mai 1929, in Lieh, nachmittags 4 Uhr statt. Bekanntmachung. 3ch mache darauf aufmerksam, daß das Ausgießen oder Einleiten von Schmutzwasser in die Straßenrinnen verboten ist. Zuwiderhandlungen unterliegen den Rechtsfolgen des § 42 der Polizeiverordnung, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation betr., vom 1. August 1904. Gießen, den 22. Mai 1929. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Einlösung der Auslosungsrechte der Sparkassen. Träger der Reichsversicherung usw. Die Teilbeträge der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reichs nebst Auslosungsrechten, die u. a. die Träger der Reichsversicherung, die reichs- und landesrechtlich zugelassenen Ersatzkassen sowie die Pensions- und Unterstützungskassen von Berufsverbänden als Anleihealtbesitzer erlangt haben,, sind nach § 47 Abs. 4 Anleiheablösungsgesetz einzulösen. Die Einlösung erfolgt unter Beachtung der in der Bekanntmachung des Herrn Reichsministers der Finanzen vom 18. März 1929 enthaltenen Bedingungen und in dem dort angegebenen Umfange. Zur Vermeidung des Ausschlusses an der Teilnahme einer vorzeitigen Einlösung wird darauf hingewicsen, daß entsprechende Anträge auf vorgeschriebenem Formular, das bei den Versicherungsämtern erhältlich, bis 31. Mai 1929 zu in Gießen oder Umgegend mit ob. ohne Einrichtung u. Wohnung zu pachten gesucht. Schrift!. Angebote unt. 03236 nn d. Gieß. Anzeiger. Auto-Neeb Tel. 1790. W7D | Vereine Gesangverein Heilerkei Heute Donnerstag abend 8'/, Uhr Singstunde t.Kath.BercinshauS (Kleiner Saal) VoUzabl. Erscheinen dringend erbeten. 46^p per Vorstand, Bfluerföiei Ges.-vmlne.v. Auf die beute abend stanfindende W,D Gesangsprobe wird hingewiesen. Wegen wichtiger Besprechung vollzählig. Erichein.ersorderlich Bässe 20.30 Uhr Tenöre 21 Uhr H24. V. 7>/, Uhn B.-R. u.Arb.Q hr Berat. MT 9 Uhr Unterh.-AbentL •8 ■-f I A I W H •Jxt' - K Ä 7 • - . • • -___u____________________________________________ ■■T- Donnerstag, 25. Mai 1929 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien) Nr. U8 Zweites Blatt poincares „Kriedensrede" in Oouaumont. Von Or. Gustav CRoloff, o. ö. Professor der Geschichte an der Universität Gießen. Die drei Ententeminister, die in erster Linie für den Weltkrieg verantwortlich sind, Grey, Sasonoff und Poincar6, haben sämtlich zur Rechtfertigung ihrer Politik Denkwürdigkeiten verfaßt und dabei gegen die historische Wahrheit dieselbe brutale Rücksichts- losiakeit gezeigt, die sie im Juli 1914 in der Der- eitelung aller Fricdensversuche betätigt haben. In der zynischen Verdrehung der Tatsachen haben sie das Menschenmögliche geleistet, und obgleich die wissenschaftliche Kritik die Unwahrhaftigkeit ihrer Darstellung erkannte, haben sie sich dadurch nicht beirren lassen: Grey hat seine Anschauungen in einer neuen Auflage wiederholt, und Poincars benutzt seine amtliche Stellung, um die alten Verleumdungen gegen Deutschland zu wiederholen. Die Dienstag gemeldete Rede bei einer Denkmalsent- hüllung, die er seit Jahren mit Vorliebe zu Angriffen gegen Deutschland benutzt, ist derart, daß sie auch einen bessern Anspruch auf Aufrichtigkeit, als ihn Poincars geltend machen kann, völlig zugrunde richten mühte. Nach dem Wolfsschen Bericht hat er da gesagt: „Angenommen, daß entgegen dem Zeugnis der Tatsachen und Aktenstücke die mitteleuropäischen Regierungen nicht absichtlich die Initiative ßur Verantwortung für den Krieg übernommen hätten, so würden sie dennoch, da sie durch den gegen Belgien geführten Gewaltstreich diesem und Frankreich unermeßlichen Schaden zugefügt haben, uns beiden restlose Wiedergutmachung schulden." So viel Worte, so viel Unwahrheiten. Je tiefer die wissenschaftliche Untersuchung in die Kriegsursachen eingedrungen ist, oesto klarer ist aus den Tatsachen und Aktenstücken zutage gekommen, daß die Regie- rungen der Mittelmächte nicht dieJnitiative zum Kriege ergriffen, sondern in der Der- teidigung gehandelt haben, die Verantwortung für den Krieg ihnen daher nicht aufgebürdet werden kann. Poinoarö möge doch, um nur unparteiische Gelehrte zu nennen, die Arbeiten des Norwegers Aall und der Amerikaner Fay und Barnes lesen, und auch ohne solches Studium nmß er doch ganz genau wissen, daß er selbst die russische Regierung angetrieben hat, schroff gegen Oesterreich- Ungarn aufzutreten und es durch Rüstungen zu bedrohen, so daß eine Verständigung ungeheuer erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht werden mußte. Für welche Hinterwäldler muß Poincar6 seine Franzosen halten, wenn er es wagen kann, ihnen immer die alten Märchen wieder aufzutischen l Geradezu lächerlich ist der Satz über Belgien. Erstens trifft die moralische Verantwortung für den deutschen Einmarsch nicht die Mittelmächte, sondern die Entente, die durch ihren Ueberfall Deutschland zu dem verzweifelten Versuch, sich durch Besetzung Belgiens gegen die Uebermacht zu schützen, gezwungen hat, zweitens hat Deutschland sofort erklärt, allen Schaden, den es durch den Durchmarsch anrichte, wiedergutmachen zu wollen, und drittens hat der Schaden, den Belgien erlitten hat, nichts mit Frankreich zu tun. Wenn Frankreich Schaden genommen hat, so hat es ihn durch seine jahrzehntelange Revanchepolitik und durch die Unterstützung der russischen Angriffslust, ohne die der Krieg nicht ausgebrochen wäre, selbst hervorgerufen. Frankreich kann also an die belgische Frage keine Forderung der Wiedergutmachung knüpfen. Damit nicht genug: Poincarö fährt fort: „Diele Deutsche guten Glaubens — so verblendet sie auch durch eine parteiische und unvollständige Dokumentation sein mögen, nämlich durch das in Berlin nach dem Waffenstillstand veröffentlichte Material — geben zu, daß dieser Einfall in Belgien die fran- Der Spargelstreit. Von Mana Schnack. Der französische Gelehrte und Philosoph Fontenelle hatte einen Freund, den Abbe Dubos: auch dieser war Mitglied der Akademie und ein Gelehrter seiner Zeit: aber mehr als die Gelehrsamkeit galt dem Abbe der Genuß von Tasel- freuden, die die beiden Köpfe zusammengebracht hatten. Fontenelle und Dubos befanden sich oft nur im Einklang über philosophische Meinungen, weil sie gleichzeitig vor einer duftenden Platte „Crevettes ä la Montpessier“ sahen und sich durch ihre Meinungsverschiedenheiten nicht den Genuß am Essen stören wollten. Liebrigens konnte eine wahre und tiefe Freundschaft zwischen den beiden nicht bestehen, weil ja jedes Gefühl nur vom Magen eines Jeden beherrscht wurde, der jede andere Leidenschaft und Gefühlsäußerung, die gegen ihn war, ausschloh. Eines Tages bekam Fontenelle von einem Bewunderer oder einer Verehrerin — die Geschichte ist ungewiß in diesem Punkte — einen prächtigen Korb Spargel zugesandt. Es waren die ersten Spargel des Jahres: die Spargelzeit hatte noch nicht begonnen. Die Leckermäuler rissen sich noch mit wässerigem Munde um sie. Fontenelle sah mit gierigen Augen und genußsüchtig aufgeworfenen Lippen die herrlichen und zarten Spargel, deren Köpfe einen duftigen und kaum wahrnehmbaren blauen Schimmer trugen. Er überlegte, daß sie vielleicht noch ein wenig wässerig und frühreif sein könnten, aber sie hattmr, als er daran roch, schon jenes feine und schwelgerisch erdhafte Aroma, das die Wonne jedes Spargel- LZ) • • • Aber mitten aus seiner freudigen Betrachtung wurde er durch ein beigelegtes Billett gerissen, auf dem stand: „Für Monsieur de Fontenelle und Monsieur l'Abbe Dubos." Oh Schrecken: sie waren nicht alle für ihn allein! Gr muhte sie teilen! ... Aber da Fontenelle ein Mensch von unbestechlicher Ehrlichkeit war, begab er sich umgehend mit der guten Nachricht auf der Zunge und dem Korb unter dem Arm zu seinem Freunde. Dubos empfing Fontenelle mit großer Freude. „Ein Korb Spargel? Für uns? Ich verjünge mich ganz," sagte der Priester. „Läßt du sie „Ja! Aber auch ich bleibe hier mit ihnen/ erwidA!te Fontenelle. „Wir essen sie zusammen." Insgeheim aber hoffte Fontenelle von der dem Freunde zustehenden Hälfte bei der Teilung noch etwas gewinnen zu können: denn er hatte ein unermeßliches Vertrauen auf die Aufnahmefähigkeit seines Magens, der sicher über den seines Gegners triumphieren würde. ^ösischen Reparationsforderungen rechtfertige" usw. Auf die unlogische Verbindung der französischen Forderung mit der Besetzung Belgiens brauchen wir nicht mehr einzugehen. Aber prachtvoll ist die Behauptung über die ungenügende dokumentarische Grundlage für das Urteil der Deutschen über die Kriegsurlachen: als ob Poincars nicht ganz genau wüßte, daß seit fast einem Jahrzehnt das gesamte Material über den Kriegsursprung, das in den deutschen Archiven vorhanden ist, veröffentlicht worden ist, und daß, dem deutschen Beispiel folgend, auch die Wiener und Londoner Regierung ihre Akten herausgegeben haben, und daß, wenn die „Dokumentation" noch unoollftänbig ist, das in erster Linie die Schuld der französischen Regierung ist, die bisher nur ganz lückenhafte, durch zahlreiche Fälschungen entstellte Veröffentlichungen gestattet hat. Poincarö, der die Hauptverantwortung hierfür trägt, spottet seiner selbst und weiß ganz genau, wie. Wie schön ließ sich nach solchen Proben Poincarsscher Ehrlichkeit in der Fortsetzung der Rede über den Dawesplan der Satz, daß Frankreich in allen seinen Verhandlungen mit Deutschland stets „den Wunsch nach einer allgemeinen Versöhnung" und „eingewurzelte Friedensliebe" betätigt habe, und welches Vertrauen wird man hiernach auf feinen guten Willen für die Verständigung in den kommenden entscheidenden Tagen haben dürfen! Vor kurzem ist gegen Poincars von Hans Delbrück, einem der angesehensten und ältesten Historiker, nicht nur von Deutschland, sondern der ganzen Welt, in einem offenen Briefe der Vorwurf, Akten gefälscht zu haben, erhoben worden. Es ist ausgeschlossen, daß Poincar6 diese Beschuldigung nicht zur Kenntnis gekommen ist, aber er hat jede Aeußerung hierüber vermieden. Vielleicht soll die Rede in Souaumdnt eine Antwort hierauf sein. Poincar6 blieb sich damit nur konsequent: eine auf Unrecht und Lüge aufgebaute Politik läßt sich nur durch Steigerung des Unrechts und der Lüge verteidigen. Insekten und Insektenforscher. Von Or. Walther Aorn, Leiter des Deutschen Entomologischen Museums der Kaiser-WilhelM'Gesellschast in Äerlin-Oahlem. Sehr viele der Leser werden als Kinder Insekten gesammelt haben. Jeder weih, daß L i n n 6 fein säuberlich jedem Tiere einen Dor- und einen Familiennamen gegeben hat (Art- und Gattungsnamen), daß die Gattungen wiederum zu Familien, Ordnugen, Klassen usw. zusammen- gefaht und weiterhin Kataloge publiziert sind, in welchen in systematischer Reihenfolge alles fein säuberlich aufgezählt steht. Cs erstanden Zeitschriften, in denen neue Arten beschrieben wurden. Man revidierte von Zeit zu Zeit gruppenweise das Tierreich, und um die letzten Schwierigkeiten der „Verwaltungstechnik" zu lösen, schuf man Publikationen, welche alljährliche Heber* sichten über die Fortschritte gaben. Die Museen illustrierten das alles sozusagen durch ihre Sammlungen. Der Laie sollte also annehmen, die theoretische und museale Verwaltung des Jnsekten- reiches sei genau so fein säuberlich geordnet wie z. D. die Steuerliften im Deutschen Reiche. Leider ist dem nicht so, im Gegenteil! Wenn Linnö auferstehen würde, so würde er wahrscheinlich mit seinen Schülern eine gewaltige Abrechnung halten und höchstwahrscheinlich zu dem Hr- teil kommen, daß fein Lebenswerk gründlich verpfuscht worden sei. Wie ist das im Jnsektenreiche möglich gewesen? Run, sehr, einfach. Jeder Zweig einer Wissenschaft hat seine besonderen Schwierigkeiten. Infekten zu bearbeiten ist an und für sich nicht fchwieriger als irgend andere Tiere: ja, man wird sogar ohne weiteres zugeben müssen, es gibt Tiere, welche viel schwieriger zu bearbeiten sind. Aber in einem Punkt bietet keine andere Gruppe des Tierreiches, ja auch des Pflanzenreiches parallele Schwierigkeiten wie die Insekten, nämlich in der Quantität! Aus den etwa 4100 Linneschen Arten vom Jahre 1758 waren 1815 etwa 21 000 Arten, 1859 etwa 200 000 und 1898 etwa 410 000 geworden. Aber das ging noch alles, und kein Entomologe kam auf die Idee, daß die Quantität der Insekten in sich eine Gefahr darstellte, hatte man doch um die Jahrhundertwende schon Hunderte von wissenschaftlichen Gesellschaften und Zeitfchriften gegründet, welche u. a. Insekten, und Dutzende, welche allein Insekten vom systematischen Standpunkt aus studierten. Die Jahresberichte wiesen zwar fortschreitend immer größere Zahlen anderer Arten auf, aber auch die Zahl der systematischen Entomologen, d. h. derjenigen Wissenschaftler, welche sich mit der Beschreibung und Einteilung der Insekten befaßten, wuchs sehr erheblich. Dazu kam, daß sich die Museen gegen Ende des letzten Jahrhunderts gewaltig vergrößerten und ihre entomologischen Abteilungen ausbauten. Die Kataloge, in welchen man die Insekten registrierte, hielten zwar mit den Fortschritten der Wissenfchaft nicht ganz Schritt, aber auch sie wuchsen. r'rft im letzten Jahrzehnt dämmerte es einigen Entomologen, daß irgend etwas bei diesem ganzen betriebe nicht in Ordnung sein mühte. Neuere Katalogversuche wiesen gelegentlich Zahlen auf, welche beängstigend wurden. Man konstatierte 500 000 beschriebene Insekten* arten, während der ganze Rest der übrigen Tiere zusammen genommen diese Zahl bei weitem nicht erreichte. Jetzt kennt man etwa 750 000 beschriebene Jnsektenarten, was ungefähr soviel ist, wie die gesamten restlichen beschriebenen Tiere plus höhere Pflanzen zusammengenommen betragen: nur die Kryptogamen retten sozusagen die Ehre der Pflanzen, wobei allerdings zu beachten ist, daß bei den Kryptogamen die Begriffe Species und Art nicht ohne weiteres mit den Interpretationen der sonstigen Pflanzen und der Tiere gleichgeseht werden können. Seit einigen wenigen Jahren hat man nun in der Entomologie immer wieder versucht, sich ungefähr ein Bild zu machen, wieviel Jnsektenarten in der Natur insgesamt (inkl. der unbeschriebenen) wohl vorkommen möchten, indem man die wachsenden Zahlen der Arten in einzelnen Gruppen verglich oder festzustellen suchte, wieviel neue Arten durchschnittlich in eingehenden Sendungen aus bestimmten Ländern vorhanden seien. Die Zcchlen, zu welchen man auf diese Weise kam, fliegen sehr bald auf 2 bis 3 Millionen in der Natur existierender (zum großen Teil aber noch nicht beschriebener Arten! Mit dieser Erkenntnis sank fozusagen manchem systematischen Entomologen das Herz in den Hosenboden. Aus dem früheren Optimismus wurde ein glühender Pessimismus, so daß in getoaüigen Sprüngen die Taxen der in der Natur existierenden Jnsektenarten auf 5, 10, 25 und schließlich sogar auf 50 Millionen anstiegen. Die letzten Zcchlen sind natürlich rein phantastisch und entbehren jeder Begründung: aber die Zahlen von 3 bis 5 Millionen sind durchaus glaubwürdig. Wenn man sich umgekehrt nach entsprechenden Taxen für die Pflanzenwelt erkundigt, so hört „Ich ordne sofort an, daß die Spargel zubereitet werden," sagte Dubos. lind er rief dabei die Köchin. „Natürlich in Oel!" „Wie, in Oel?" entrüstete sich Fontenelle, verletzt in seinen heiligsten — und wie er glaubte besseren — Heberzeugungen. „In Butter. In einer bräunlichen Buttersauce. Die Spargel schreien nach Butter. Es muh eine erstklassige Tunke sein! Denn es sind Spargel von la Tour* nelle! Bezüglich dieser Sorte, mein teurer Freund, dürfen wir keine Aenderungen vornehmen." „Ich habe keine Lust, dir zu widersprechen," antwortete Dubos. „Aber du hast eine vollkommene Unkenntnis bezüglich der Spargel. Oh, dein Geschmack zeigt heute die traurigsten Verfalls- erfcheinungen. Denn diese erstklasfigen Spargel sind aus den Gärten von Charteauroux. Hnd warum willst du nicht einsehen, dah es Spargel von Charteauroux sind!" ... „Nein, ich sehe es nicht ein, mögen sie von Charteauroux sein, aber ..." „Die Spargeln von Charteauroux wollen Oel! Cs ist ein Gesetz, es ist eine uralte Hebcrlieferung! Hnb es ist außerdem eine Feinheit des Geschmackes!" „Mein teurer Abbe, deine Bildung hat Lücken, die mir Schaden Bringen. Ich versichere dich, dah ich niemals meine Einwilligung zu deiner Ernennung als ständiger Sekretär der Akademie gegeben hätte, wenn ich von deinen Mängeln gewußt hätte. Wahrhaftig, ich war voreingenommen. Hnd wie? Oel? Willst du mit dem ordinären Oel die köstliche Erlesenheit dieser Spargelerstlinge zerstören?" „Ah, ah," schrie Dubos auf, „das hätte ich von dir nicht erwartet! Ordinäres Oel! Dieses heilige Erzeugnis. Willst du vielleicht, daß ich einen Schritt vor deiner Butter zurückweiche, du Parvenü des Tisches, du Liebling der Frauen zweifelhafter Natur, Mensch mit einer befleckten Vergangenheit! Schon dein Blick genügt, die Schönheit dieser Spargel zu zerstören!... Nein, nein, halte ein, ich bitte dich, du würdest mich sonst beleidigen! — Vvonne, in Oel diese Spargeln!" „Dubos, du hast keinen Takt, du hast mir schon bewiesen, dah du keinen Geschmack besitzest, aber nun sehe ich, daß du auch keinen Takt hast. Hartnäckig bestehest du auf der Zubereitung in gewöhnlichem Oel, ohne die Tradition zu beachten, die du so erheblich verletzt. Es ist ja unnütz, sich mit dir darüber zu unterhalten. Ich bin immer dagegen gewesen, seine Zeft damit zu vergeuden, Irrende zu bekehren, die im Schlamm ihres trügerischen Nichtwissens untersinken. Wir teilen die Spargel! I ch bringe meinen Teil nach Hause!..." Aber Vvonne fand in ihrer einfachen Dienstbotenweisheit einen Ausweg, als sie sagte: „Man kann die Hälfte in Oel bereiten, die andere in Butter." Die beiden akademischen Streithähne änderten umgehend ihre Meinung und willigten ein, verwundert darüber, dah eine solche salomonische Lösung nicht ihnen selbst eingefallen war. Bvonne verschwand mit den Spargeln in der Küche, und die beiden Philosophen diskutierten weiter. Der Vergleich hatte zwar ihre naschhafte Lüsternheit zufriedengestellt, aber ihre geistige Erregung dauerte noch fort, weil jeder an seiner Heber* zeugung festhielt. „Du wirst mir gestatten, zunächst zwei Spargel in Butter zu prüfen," sagte der Abbe. „Und dann .. „Nicht aus Hartnäckigkeit, sondern aus prinzipieller Einstellung," erwiderte Fontenelle, „miß* fällt mir deine Frage: ich allerdings werde keine Prüfung vornehmen. Ich werde vielmehr die Unfehlbarkeit meines Geschmackes respektieren und meine Heberzeugungen. von denen du glaubst, daß sie nicht begründet sind, unangetastet lassen, da sie nicht auf vorübergehenden Schwächen, sondern auf hundertmal geprüften Erfahrungen basieren. Prüfen würde schon Zweifel sein, und ich kann nicht zweifeln!" „Wie du willst: aber ich werde jedenfalls deine Spargel in Butter versuchen." „Du wirst mir ein Vergnügen damit machen. Ich gebe gerne zwei für einen so unempfindlichen Gaumen wie der deine nun einmal ist, der weder zu unterscheiden noch zu schätzen weih. Hebrigens habe ich keine Lust, dich zu bekehren. Jetzt, da ich den Verfall deines Geschmackes feststellen konnte, bin ich sicher, daß du, solltest du bezüglich der Spargel bekehrt fein, in einen anderen Irrtum, vielleicht bezüglich von Artischocken, fallen wirst. Ich habe für dich jede Hoffnung verloren. Es ist traurig, aber es ist wahr." „Fontenelle," antwortete der Abbe, der anfing, sich über diesen Ton höhnischer Nachsicht aufzuregen, „ich wundere mich sehr über deine Redensarten und über die Masse unglaublicher Dinge, aber ich will dir sagen, daß ich nicht deine Blindheit bewundere, die dich glauben läßt, unfehlbarer Schiedsrichter in Geschmacksfragen zu sein, die sich doch von Gaumen zu Gaumen ändern." „Das ist Ketzerei, mein lieber Dubos, und wenn ich dich jetzt zum Bischof ernenne an Stelle von Deauvillers, so möchte ich sehen, ob du damit einverstanden wärest, wenn sich der Olaube von Gewissen zu Gewissen ändern würde. Es ist nötig, unbestechlich in Dingen von solcher Wichtigkeit zu sein und in der Gewißheit zu leben, den richtigen Weg zu gehen, während die anderen noch im Kreis ihrer Sinnlosigkeiten Herman, dah ungefähr 350 000 Phanerogamen beschrieben und noch 50 Prozent unbeschrieben sein mögen; für Cryptogamen werden trotz ihrer lln* Übersetzbarkeit und des vollkommen unflaren Spe- cies-Begriffes Zahlen bis zu einer Million als beschrieben und 50 Prozent unbeschrieben angegeben. Das gäbe für die Pflanzen etwa 2 025 000 in der Natur existierender Arten. — Somit können wir also heutzutage mit gutem Gewissen erklären, dah wir mit einer größeren Zahl von Jnsektenarten werden rechnen müssen als restliche Tiere plus Pflanzen zusammengenommen. Darin liegt die eigenartige Schwierigkeit für die Bearbeitung der Insekten! Ein paar Zahlen mögen sonst ncch die Situation Hären: die Zahl der Arbeiten, welche über Insekten veröffentlicht find, beläuft sich bis zum Jahre 1863 auf etwa 27 000; die Zahl der Arbeiten für die Periode von 1864 bis 1925 kann auf ungefähr 400 000 geschäht werden. Die Zahl der Zeitschriften, in welchen jährlich über Insekten publiziert wird, dürfte etwa 2500 betragen, verteilt auf etwa 50 Sprachen. Dem entgegengesetzt steht die geringe Zahl der wissenschaftlichen Arbeiter, welche in den einzelnen Ländern die Erforschung der systematischen Entomologie als Lebensberuf haben: für Deutschland nur etwa ein Dutzend, und selbst in den Vereinigten Staaten, wo die Entomologie wegen der anerkannten Bedeutung der angewandten Entomologie so riesig groß ist im Verhältnis zu Deutschland (die Zahl der beruflichen angewandten Entomologen in Deutschland ist sicher geringer als fünfzig, während sie für 11.6.01. sicherlich 2000 überschreitet), ist die Zahl der beruflichen systematischen Entomologen auch ungefähr nur fünfzehn. Allerdings muh hinzugefügt werden, dah die Verwaltungsstellen für angewandte Entomologie in den Vereinigten Staaten die Bedeutung der systematischen Entomologie gerade wegen ihrer Beziehung zur angewandten (die systematischen Forschungen sind einer der Grundpfeiler für die angewandte Entomologie) dadurch pflegen, dah sie ihrerseits stets eine größere Anzahl von Wissenschaftlern alljährlich zur Systematik sozusagen abkommandieren. Im laufenden Jahre haben sie z. B. drüben über eine halbe Million Mark für systematische Forschung zur Verfügung gestellt. Eine Eigenart der Systematik bestand von jeher darin, dah sich (z. B. im Gegensatz zur experimentellen Zoologie) eine große Zahl von sogenannten Liebhabern privatim mit ihr beschäftigte. Wenn viele von ihnen auch nicht die genügende wissenschaftliche Vorbildung hatten, so muß doch ohne weiteres anerkannt werden, daß viele Liebhaber in ihren Leistungen den Berufskollegen gleich waren. Allmählich wuchsen aber den Liebhabern die Insekten sozusagen über den Kopf. Längst ist es dahin gekommen, daß die jüngeren Liebhaber nur mehr oder weniger kleine Gruppen von Insekten übersehen können. Darin liegt die Gefahr der Isolierung. Dazu kommen die immer höheren Kosten für das Liebhaberstudium, die allgemeine Verschlechterung der sozialen Lage in neuerer Zeit und auch etwas die „Mode". All das hat eine rapide Abnahme der Liebhaber und eine Abnahme der Qualität ihrer Arbeit zur Folge, so daß man in den letzten Jahren bereits mehr als einmal zu hören bekommen hat, daß die Liebhaber allmählich an- gefangen haben, eine gewisse Gefahr für die Entomologie zu bilden. Mag die Behauptung auch etwas kraß sein, etwas ist sicher daran. Aus denselben Gründen kam es dahin, daß die meisten Berufs-Zoologen sich immer mehr von der unfruchtbaren systematischen Forschung fernhielten. Die sekundäre Folge war, daß die etatsmäßigen Stellen für »systematische Entomologie nicht entsprechend vermehrt wurden. Die Zahl der Jnsektenarten kreuzt sich also immer mehr um stolpern. So mußt du mir also erlauben, über deine Spargel in Oel zu lachen, während ich die meinigen in Butter esse." „Deine Ironie zeugt von keinem guten Benehmen." fistelte Dubos. „Willst du damit sagen, daß es eine Ironie in Oet ist?" erwiderte zynisch Fontenelle. Dubos, der dick war, einen kurzen Hals und eine üppig gerötete Gesichtsfarbe hatte, wurde violett. „Ich könnte dir beweisen, daß ich auf die Geistlosigkeiten deiner Sähe trefflich antworten konnte, denn alles an dir ist Hoffart, Fontenelle!" „Du hast keine Demut, Dubos, du bist bar jeder christlichen Güte, du hast weder Einsicht noch Ergebenheit. Die Natur hat dich wahrhaft übel bedacht. Cs ist wahr, dafür kannst du nichts, aber dein Geist hat keine Demut, die die Diener des Evangeliums haben müssen bei der Betrachtung ihrer Schwächen und Geringheit." Alle diese Worte sagte Fontenelle mit einem Ton so rußiger Giftigkeit, daß der Abbe sie nicht mehr ertragen konnte: er erhob sich von seinem Sih, um seine Antwort mit stärkerem Nachdruck zu füllen, aber wie von einem Schlag getroffen, verdrehte er die Augen, schloß wie betäubt den genußsüchtigen Mund und öffnete ihn, um stoßweise Atem zu schöpfen. Plötzlich fiel er stumm und lautlos zu Boden. Ein Schlaganfall hatte sein Herz zum Stocken gebracht. Die Diener kamen, hoben den Leblosen auf und trugen ihn in das nächste Schlafzimmer. Fontenelle aber schüttelte mitleidig den hageren Kopf, Bvonne kam durch die Türe, und da sie noch nicht von dem Vorfall unterrichtet war, fragte sie: „Was gibt es, Herr von Fontenelle?" „Alle Spargel in Butter, meine Teure, alle ohne Ausnahme," gab Fontenelle zur Antwort. Hochschulnachrichten. Amtlich wird die Ernennung des o. Professors Dr. theol. Franz Josef D ö l g e r von der Hni- versität Breslau zum ordentlichen Professor für Kirchengeschichte, allgemeine Religionsge- fchichte und vergleichende Religionswissenschaft fowie christliche Archäologie und Patrologie in der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn als Nachfolger des emerit. Geh. Regierungsrats Prof. A. Ehrhard bestätigt. Dr.-Jng. Hermann Josef Menges zu Duch- schlag (Hessen) ist als Privatdozent für Mechanik an der Technischen Hochschule in Darmstadt zugelassen worden. — Der ordentliche Professor der Kunstgeschichte an der Universität Berlin, Geh. Regierungsrat Dr. Adolf Goldschmidt ist auf seinen Antrag zum 1. Oktober 1929 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. mit derjenigen der Wissenschaftler, welche sie studieren. Die Schattenseiten dieser 'Rückständigkeit blieben lange verborgen, bis sie sich plötzlich zeigten, als auch bei uns die angewandte Entomologie zur Bekämpfung der Insekten sch äden wieder erwachte: sie fand ungenügende systematische Vorarbeiten vor. Seit Jahren sind nun Bestrebungen im Gange, welche versuchen, dem drohenden Unheil vorzubeugen; von all den Vorschlägen, welche gemacht worden sind, scheint aber nur ein einziger Aussicht auf Erfolg zu haben. Er besteht darin, daß man versucht, alle in den einzelnen Ländern der Welt arbeitenden systematischen Entomologen gewissermaßen zu einer geschlossenen Arbeitsgemeinschaft zu organisieren, genau nach dem Vorbilde der Standardisierung in der kaufmännischen Welt. Ein gewisses zentrales Dermittlungs- institut soll zu diesem Zwecke geschaffen werden. Wenn sich diese Ziele verwirklichen lassen, würde die Entomologie ein neues, sehr schönes Beispiel für internationale Zusammenarbeit der Völker abgeben. Evangelisch-Sozialer Kongreß. WER. Frankfurt a. M., 22. Mai. Die 36. Tagung des Evangelisch-Sozialen Kongresses in Frankfurt a. M. wurde gestern abend durchweinen Eröffnungs-Gottesdienst in der Matthäuskirche, bei dem Prälat D. Schöll, Stuttgart, die Predigt hielt, eingeleitet. Heute vormittag trat dann die Versammlung in ihr eigentliches Arbeitsgebiet, nachdem zuvor der Vorsitzende des Kongresses, Reichsgerichtspräsident a. D. D. Dr. Simon s, Berlin, in einer Eröffnungsrede die Anwesenden begrüßt und die Wahl des Arbeitsgebiets eingehend begründet hatte. Im Mittelpunkt der heutigen Sitzung standen zwei Vorträge über die „D e - rufsethik des Arbeitgebers", dönen morgen zwei andere über die „B e r u f s e t h i k des Arbeitnehmers" folgen werden. Zunächst sprach Fabrikbesitzer G. Müller, Oerling- hausen, über die Entwicklung des Verufsethos des Arbeitgebers. Er wies vor allem auf den Einfluß der lutherischen und calvinistischen Reformation hin und arbeitete die kennzeichnenden Grundzüge des neuen Arbeitsethos heraus. Den Unternehmer erfaßt nach ihm sein Werk als erfüllender Lebensinhalt, und so arbeiten sich in den großen industriellen Unternehmungen Persönlichkeiten mit ausgeprägter Führereigenschaft an die Spitze. Ihr Werkegoismus wird eingeschränkt durch das Verantwortungsgefühl gegenüber den Massen. Im einzelnen lassen sich verschiedene Typen des Unternehmers deutlich voneinander unterscheiden; so der im Betrieb wurzelnde gewerbliche Unternehmer, der von dem leidenschaftlichen Willen zu selbständigem Schaffen ergriffen ist, und der mehr spekulativ eingestellte Finanzorganisator, dem der Betrieb lediglich ein Mittel zur Mehrung seines geldlichen Besitzes ist. Als ein Mensch, der gewohnt ist, selbst Entscheidungen zu fällen, ist der Unternehmer ein natürlicher Feind aller kollektiven Gemeinschaften. Der Konzentration imb Rationalisierung der Betriebe, ebenso wie der Lieberstürzung der sozialen Gesetzgebung steht er daher mißtrauisch gegenüber. Die schaffenden Kräfte des deutschen Linternehmertums liegen auch heute immer noch bei mittleren und kleineren Unternehmern. Im ganzen sieht der Redner nur dann eine glückliche wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands voraus, wenn es gelingt, den Pe r - sönlichkeitsgedanken auch im Unter* nehmertum aufrechtzuerhalten, und wenn das große Ziel einer idealen Werkgemeinschaft dadurch erreicht wird, daß der Arbeitgeber durch die suggestive Kraft seiner Persönlichkeit die Massen zu großer Leistung mitreiht. Hatt>e Fabrikant Müller die Derufsethik des Arbeitgebers, vorwiegend in ihrer sozialen Bedingtheit gezeichnet, so betonte Geheimrat Professor D. T i t i u S (Berlin) demgegenüber vor allem die religiöse Grundlage dieser Verufselhik. Diese besteht, wie bei jedem Derufsethos, in der Verpflichtung des einzelnen vor Gott. In dieser Hinsicht stehen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf gleichem Boden. Seinen Gehorsam gegen Gottes Willen betätigt der Arbeitgeber, indem er die naturgesetzliche Gebundenheit des wirtschaftlichen Betriebes voll erfaßt und sein Werk nach ihr gestaltet. Da er zugleich Glied eines sozialen Ganzen ist, so muh seine ökonomische Einstellung notwendig ergänzt werden durch den Gedanken sozialer Gerechtigkeit. So läßt sich die polare Spannung zwischen dem Standpunkt des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers zwar nicht beheben, wohl aber muß eine solche Höhe sittlicher Verantwortlichkeit und Energie auf beiden Seiten gefunden werden, daß im zähen Verständigungs- Willen die Klassenkampfstimmung überbrückt wird durch den Willen zu gerechtem Ausgleich, zu gleichberechtigtem Willen gleich notwendiger Arbeitsgenossen. Die beiden Vorträge wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. An sie schloß sich eine rege Aussprache an, in der auch ein Vertreter der religiösen Sozialisten sprach. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 23. Mai. Frau Witwe K a - tharine Dolkmann, geb. Germer, Gießener Straße 22 wohnhaft, begeht morgen, am 24. Mai, in voller Rüstigkeit und geistiger Frische ihren 8 4. Geburtstag im Kreise von 31 Enkeln und 13 Urenkeln. h. Lang-Göns, 21. Mai. Bei der hiesigen Werbesammlung zugunsten des Vereins für das Deutschtum im Ausland wurde von den hiesigen Schulkindern die Summe von 90 Mark zusammengebracht. Unsere Gemeinde ist mit einem ansehnlichen Beitrag körperschaftliches Mitglied des V. D. A. T Lich, 21. Mai. Einer schon ein halbes Jahrhundert alten Sitte gemäß machte der Männer- g e s a n g v e r e i n „C ä c i I i a" in der frühen Morgenstunde des zweiten Pfingstfeiertages seinen alljährlichen Pfing st rundgang durch unsere Stadt. An öffentlichen Plätzen und vor den Häusern verdienter Männer und altehrwürdiger Mitglieder wurden Lieder vorgetragen. Die etwa zwanzig zu Gehör gebrachten Chöre fanden allseitige dankbare Aufnahme. T Kloster Arnsburg bei Lich, 22. Mai. Das Jahresfest des evangelischen Rettungshauses in Arnsburg, das am 3. Pfingst- feiertag gefeiert wurde, hatte diesmal einen so starken Besuch aufzuweisen, wie selten zuvor. Die Zahl der Besucher, meist Bewohner der umliegenden Orte der Wetterau, aber auch viele Iugendvereinler aus nah und fern, — bis von Arheilgen bei Darmstadt waren Jugendgruppen zum Fest erschienen —, ist mit 3000 sicherlich nicht zu hoch eingeschätzt. Den Gottesdienst in den Klostermauern bereicherten der Posaunenchor und der Evangelische Kirchengesangverein von Lang-Göns, beide unter Leitung von Weißbindermeister Boller (Lang-Göns). Pfarrer Kayser vom Diakonissenhaus Karlsruhe und Pfarrer Tiesmeyer zu Harsleben bei Hannover hielten zu Herzen gehende Ansprachen. Nach kurzer Kaffeepause, bei der viele Besucher die Gäste des Rettungshauses waren, fand vor der Klosterkapelle die ebenfalls überaus stark besuchte Nachoersammlung statt, bei der Pfarrer Lenz (Gießen), der langjährige Rechner der Anstalt und als ehemaliger Pfarrer von Lich auch Seelsorger der Anstalt, eine Ansprache hielt. 0 Hungen, 22. Mai. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" brachte dieser Tage seinem WeülausmEUiM. Vornan von Senta Neckel. Copyright bei ©reiner & Co., Berlin NW 6. 3 Fortsetzung • Nachdruck verboten. Wo war George? Sie hatte ihn von sich gestoßen, trotzdem sie gefühlt hatte, daß der Mann ihre große Liebe erwiderte, sie war von ihm gegangen und hatte noch nicht einmal ihren Namen genannt. Aber nun würde er ja wissen, wer sie wäre. George war hier irgendwo in dem großen Reuyork, er konnte ihr nicht helfen, aber sie hatte den festen Glauben, daß er einmal sie finden würde, denn sie liebte ihn mit einer heißen, verzehrenden Glut. Aber jetzt durfte sie nicht von der Zukunft träumen, jetzt erforderte die Gegenwart ein klares, waches Gehirn, um der Gefahr zu entgehen, die dort in dem Klubsessel lauerte. QKr. Mills, der bis dahin obstinat in die Luft gestarrt hatte, versenkte plötzlich den lauernden Blick in die Augen der Frau, die erwartungsvoll vor ihm sah, und sagte mit harter, trockener Stimme: „Wir wollen sehr vernünftig miteinander sprechen, Madame! Ich bin erst seit wenigen Tagen wieder hier in Reuyork, aber ich war die ganze letzte Zeit in Chikago!" Er hatte Chikago mit besonderer Betonung gesagt. Run steckte er mit einem widerlichen Lächeln eine Zigarette in Brand und wartete auf die Wirkung feiner Worte. Doch er schien nicht den gewünschten Eindruck gemacht zu haben. Ellinor überlegte krampfhaft. Was wollte er mit Chikago, warum betonte er das so eigentümlich? Er wollte sie irgendwie erschrecken, aber wieso? Sie zog die Augenbrauen fragend hoch und spitzte den Mund zu einem unhörbaren Fragezeichen. Der Fremde nickte und lächelte. „Sie spielen gut Komödie, Madame, wenn Sie das immer so gemacht hätten, stände es jetzt bedeutend besser um Sie. Sie wollen jedoch nicht auf meine Andeutungen eingehen, Sie wünschen Klarheit? Run gut: Sie haben momentan großes Interesse daran, Ihre wahre Persönlichkeit zu verbergen ..." Ellinor krampfte die Hände ineinander. Was wußte dieser Mann? Der Fremde hatte Gllinors Zusammenschrecken mit Genugtuung konstatiert. Er blies ein paar Rauchringe in die Luft und fuhr dann mit stark akzentuierender Stimme fort: „Die von Ihnen gemachten Angaben über Ihre Person stimmen absolut nicht mit der Wirklichkeit überein. Sie sehen, ich weih Bescheid!" Behaglich lehßte sich der Fremde in seinen Stuhl zurück und beobachtete die Wirkung seiner wohlgewählten Worte. Doch er erkannte schnell, daß er wohl noch nicht den richtigen Weg gefunden hatte, denn er hatte mit einem jähen Erschrecken oder Aufspringen der Frau gerechnet. Aber Ellinor hatte sich wieder in der Gewalt, sie verriet sich mit keinem Wimpernzucken. Sie war innerlich wütend, daß dieser widerliche Kerl chr Geheimnis lüften und die 100 000 Dollar einstreichen sollte. Oh, ihm gönnte sie sie keinesfalls, sie hatte sich die Aufklärung viel netter und romantischer gedacht. Sie wollte noch lange die Llnbekannte bleiben, die Iagd auf Ellinor hatte ihr so viel Freude gemacht, und nun kam dieser gräßliche Kerl und verdarb ihr den ganzen Spaß. Aber warum ging er wie die Katze um den heißen Brei? Warum sagte er nicht einfach: „Sie sind Ellinor Stanley, ich habe Sie entdeckt, leugnen Sie nicht länger, sondern lassen sie mir so schnell wie möglich meine Belohnung zukommen ..." Irgend etwas mußte hier nicht stimmen. Vorsicht Ellinor! Ellinor sog nachdenklich an ihrer Zigarette. Wie unabsichtlich ließ sie den Armreifen über das Handgelenk rutschen. Ihre Finger strichen liebkosend über die zarte rosa Seide ihres Gewandes. Plötzlich fragte sie ohne das geringste Zittern in der Stimme: „Sagen Sie mal, verehrter Herr ... Herr .. sie blickte verächtlich auf die Visitenkarte . . . „Mills, nicht war?" „Roger D. Mills, ganz recht", lächelte ihr Partner liebenswürdig. „3a, was ich sagen wollte, wo haben Sie eigentlich Ihre Legitimation? Wie kommen Sie eigentlich dazu, sich mit meiner Persönlichkeit zu beschäftigen T Ellinor war innerlich doch sehr nervös, aber sie nahm sich eisern zusammen, so leicht sollte dem Gegner der Sieg nicht werden. Die anscheinende Widerspenstigkeit der Frau machte Mills ärgerlich. Er trommelte mit den Fingern auf die Tischplatte: „Qnfo, wollen Sie oder wollen Sie nicht, Miß Mary Kington, soll ich die Chicagoer Alkohol* schweinerei bei maßgebender Stelle anzeigen, ober nicht? Ich erinnere sie nur an Bright — er hat mir alles von Ihnen verraten! Ich lasse Ihnen fünf Minuten Bedenkzeit! Entweder Sie bezahlen mir auf der Stelle 5000 Dollar und bekommen von mir einen falschen Paß, den Sie sehr notig brauchen — ober ich zeige Sie an und bann gibt es einen furchtbaren Skandal — wie furchtbar, das werden Sie sich selbst schon klargemacht haben. Bitte, entscheiden Sie sich . . Vorstandsmitglied Ludwig Schneider anläßlich dessen Silberhochzeitsfeier im Hinblick auf die 25jährige Zugehörigkeit zum Verein eine besondere Ehrung dar. Herr Schneider ist nicht nur seit 25 Jahren Mitglied, sondern auch schon viele Jahre erster Vorsitzender des Vereins. Nach dem Liede „Gott grüße dich" überbrachte der Sprecher des Vereins dessen Glückwünsche und zwei Sessel als Geschenk. Gleichzeitig wurde Schneider für seine 25jährige Mitgliedschaft eine Urkunde überreicht. Dieser dankte in einer längeren Rede für die Ehrung und versprach, auch fernerhin feine Kraft dem Vereine zu widmen. Mit vier weiteren schön vorgetragenen Liedern erfreute die „Eintracht" ihren Vorsitzenden und seine Gattin. — In dem kürzlichen Bericht über die Einweihung des Gefallenendenkmals wurde versehentlich die Mitwirkung de« „E i n t r a ch t" nicht ermähnt. Es sei deshalb nachträglich ergänzt, daß auch die „Eintracht" durch den Vortrag des Liedes „Soldatentod" wesentlich zur Ausgestaltung der erhebenden Feier beigetragen hat. Kreis Büdingen. li Büdingen, 22. Mai. Das Düdinger Pfing st schießen nahm einen schönen Verlauf. Eine große Zahl Schützen, darunter auch viele auswärtige, übten an beiden Tagen den Schießsport aus. Es errangen Preise: Auf der Bürgerscheibe^ 1. Preis und Ritter Wilh. Dotter (Büdingen), 2. Preis Ludw. Schön, 3. Georg Mannagoitera. 4. Se. Durchlaucht Prinz Dieter, 5. Fr. Glanz, 6. Förster Helfrich, 7. Ernst Bäppler, 8. Adolf Petri, 9. Wilh. Drehscn, 10. Hch. Schön, 11. Herrn. Glanz, 12. F. Göckel, 13. Aug. Waltz, 14. Wilh. Link, 15. Schützen- meister Kärcher, 16. Schlörb, 17. Otto Türk, 18. Ludw. Stürz, 19. Ludw. Faust, 20. Wilh. Rohrmann, 21. Herm. Hofmeister, 22. Iean Henzel, 23. Ludw. Hörhold, 24. Paul' Hofstetter, 25. Aug. Schmück, 26. Karl Schneider, 27. Se. Durchl. Fürst Cärl, 28. Karl Gaul, 29. Ludw. Scheid, 30. Chr. Glanz, 31. Wilh. Grün, 32. Schühenmeister Schneider, 33. Abr. Eulau, 34. Erich Hanner, 35. Adolf Link, 36. Friedr. Türk. 37. Forstrat Leo, 38. Ludwig Scheid, 39. Wilh. Appel, 40. Ludwig Göckel, 41. Herm. Pätzold, 42. Schühenmeister Schmitt (Ortenberg), 43. Peter Weihrauch, 44. Iean Knaf, 45. Max Salomon, 46. Heinrich Schwarz. Auf der Fe st scheibe: 1. Preis Schützenmeister Högh (Laubach), 2. Sauer (Gießen), 3. Hch. Appel (Gießen), 4. Schühenmeister A. Schmitt (Ortenberg), 5. Einführ (Wansleben), 6. Weckesser (Ortenberg), 7. Se. Durchl. Prinz zu Vfenburg-Wächtersbach, 8. Erich Hanner, 9. Schroth (Babenhausen), 10. Forstrat Knaf (Babenhausen), 11. Wilh. Drehsen, 12. Herm. Becker, 13, Gust. Frey (Gießen), 14. Förster Helfrich, 15. Frz. Göckel, 16. Forstrat Leo, 17. Krapp (Babenhausen), 18. Adolf Link, 19. Se. Durchl. Fürst Carl, 20. August Waltz, 21. Herrn. Hofmeister, 22. Se. Durchl. Prinz Dieter, 23. Carl (Ortenberg), 24. Rullmann (Gedern), 25. Max Salomon, 26. Ludw. Scheid, 27. Ludw. Hörhold, 28. Hch. Traumüller, 29. Ernst Bäppler, 30. Aug. Schmück, 31. Möhl (Gießen), 32. Ludw. Faust, 33. Mannagottera, 34. Koch (Gießen), 35. Peter Weihrauch, 36. Herm. Glanz. Trostpreise: Abr. Eulau, Otto Türk, Iean Henzel, Rohrmann, Diel (Gedern), Chr. Glanz, Georg Schlörb, Limpert (Gedern). Auf der Glückscheibe: 1. Preis Adolf Link, 2. W. Drehsen, 3. Karl Schneider, 4. Ludw. Scheid, 5. Karl Schneider, 6. Einfuhr (Wansleben), 7. Herm. Pätzold, 8. Ludw. Faust, 9. Max Salomon, 10. Ludw. Hörhold, 11. Schützenmstr. Kärcher, 12. Hch. Appel (Gießen), 13. Karl Pracht (Büdingen), 14. Herrn. Pätzold, 15. Iean Henzel, 16. Krapp (Babenhausen), 17. Manna* gottera, 18. Wilh. Gläser, 19. Mannagottera, 20. Hch. Traumüller, 21. Bauer (Gießen), 22. Schühenmeister Kärcher, 23. A. Schmitt (Ortenberg), 24. Carl (Ortenberg), 25. Weckesser (Ortenberg), 26. Abr. Eulau, 27. Ludw. Hörhold, 28. Ernst Bäppler, 29. Hch. Traumüller, 30. Erich r.Mnwam.'ii- a-.m jub± u'.miLaL-MmiBnTnn»n3anaBMt Ellinor klopfte das Herz bis zum Hals. Großer Gott, der Mann hielt sie für Mary Kington! Das war ja herrlich! Ein Siegesgefühl quoll in ihr hoch. Keiner erkannte sie. Sie hatte in den letzten Minuten va banque gespielt, nun war sie gerettet. Ein Glück, daß sie sich nicht verraten hatte, denn hätte der Kerl gemerkt, daß 100 000 Dollar greifbar nahe vor ihm sahen, dann hätte er sie bestimmt nicht aus den Klauen gelassen. Aber ein unverschämter Bursche war das. Arme Mary! Ellinor runzelte unwillig die Stirn: „Also eine regelrechte Erpressung!" Der Mann lachte ein widerliches, blechernes Lachen: „Natürlich! Iedes Geheimnis hat seinen Wtert, folglich ist es käuflich. Ich bin bereit Ihnen einen sehr großen Dienst zu erweisen, wer wundert sich darüber, daß es etwas kostet. Man kann mit allem handeln, warum nicht mit den Schwächen der Mitmenschen? Ich kenne Ihre Geheimnisse, Bright hat sie mir erzählt, im übrigen ist der kleine Bright bis über beide Ohren in Sie verliebt . . ." er feixte unverschämt, „ich muh gestehen, daß man ihm das nicht übel nehmen kann, aber kommen wir zur Sache. Wollen Sie, oder wollen Sie nicht? Sie wissen doch, dieses kleine Dokument ist unter Brüdern schon seine paar Tausend Dollar wert!" Er griff in die Brieftasche und fuchtelte mit einem Brief herum der Marys Llnterschrift trug. Die Aufregung in Ellinor legte sich. Für einen Betrag, der für sie eine Kleinigkeit war, konnte sie Mary von einem ekelhaften Erpresser freikaufen, außerdem würde sie einen falschen Paß bekommen, der für ihre Pläne von unschätzbarem Wert war. Wie leicht konnte man ihr einmal eine Legitimation abverlangen, dann würde ein falscher Paß von großem Nutzen sein. Da sie ihn ja nicht zu schlechten Zwecken benutzen wollte, so brauchte sie sich ja auch weiter keine Gedanken darüber zu machen. Eigentlich war der Kerl ein Stümper. Das belastende Dokument war sicher viel mehr wert. Nun auf jeden Fall konnte man noch ein bißchen herunterhandeln. „Sind Sie eigentlich mit den Chicagoer Mills verwandt?" Ein flüchtiges Rot überzog das Gesicht ihres Besuchers. Die Mills in Chicago gehörten zu den ersten Familien des Landes. „Wenn Sie meine Familie so gut kennen, dann wissen Sie ja auch, daß wir harte Köpfe haben und daß wir durchsetzen, was wir uns vorgenommen haben!" „Was sagt denn Ihre Familie zu Ihrem hübschen gesellschaftlichen Talent?" fragte Ellinor spöttisch. Hanner, 31. Franz Göckel, 32. Georg Schwrb, 33. Otto Wittekind, 34. Max Salomon, 35. Ludw. Göckel. • * Lihberg, 22. Mai. Die diesjährige Früh- jahrsbezirkstagung des Bezirks Ortenberg derKriegerkameradschaft ..Hassi a“ fand unter außerordentlich starker Beteiligung der angeschlossenen Vereine hier statt. Als Ehrengäste waren erschienen; Ehrenbezirksvorsteher Keller, Verbandsschiehleiter Major a. D. Pohl, Fürsorgeleiter Don Hard und Generalagent Scheid. Rach einem Musikstück des Musikvereins Hirzenhain und zwei Männer- chören des Gesangvereins Lißberg entbot der erste Vorsitzende des Kriegervereins Lißberg. Kam. Klip st ein, den Willkommengruß. Der erste Dezirksvorsteher, Kam. Stein, begrüßte dann namens des Bezirks und dankte dem Verein Lißberg für die schöne Vorbereitung. Rach altem Soldatenbrauch wurde zu Beginn der Beratungen der Toten und unseres Reichspräsidenten gedacht. Sämtliche Vereine waren vertreten. Nach dem Bericht des Dezirksvorstehers ist der Bezirk im vergangenen Iahre auf 17 Vereine mit 811 ordentlichen Mitgliedern angewachsen. Der bisherige Bezirksvorsteher K e l l e r trat nach schwerer Operation vom Amt zurück, der zweite Bezirksvorsteher, Kam. Stein, ttat für ihn ein. Kam. Keller wurde zum Ehrenbezirls- vorsteher ernannt. Die Wahl des zweiten Bezirksvorstehers fiel auf den Kam. Hrch. Streu- ber. Der Bezirksrechner sowohl als auch der Dezirksobmann der Kb. und Kh. schieden infolge Erkrankung und Arbeitsüberhäufung auf ihren Antrag aus. In dem Kampf gegen die Kriegsschuldlüge trat der Bezirk mit aller Energie ein und setzte eine Einzeichnungsliste in Umlauf. Als Vertreter für den Verbandstag in Worms wurde Kam. Stein und als Stellvertreter Kam. Streu- b c r bestimmt. Die Anträge des Präsidiums und der Bezirke wurden durchgesprochen und Stellung hierzu genommen, der Erhöhung des Verbandsbeitrages wurde einstimmig zugestimmt. Das Referat über das Kleinkaliberschießen und die Jugendpflege innerhalb der „Hassia" lag in den Händen des Kam. Major a. D. Pohl, der die Gründe darlegte, die die „Hassia" zur Llebernahme in eigene Vegie veranlaßt haben. Zur Bildung von Schieß- und Iugendabteilungen wurde Kain. Z u b r o d als Bezirksschießwart und Iugendführer gewählt. Lieber Fürsorge und Versorgung sprach in klaren Darlegungen der Fürsorgeleiter für Oberhessen, Kam. Bonhard. Das Amt des Bezirksobmanns der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen übernahm Kam. Otto H i l d. Als Ort für den Herbstbezirkstag wurde Merken- f r i h bestimmt. Das Amt des Bezirksrechners übernimmt Kam. I ö r d e n s. Eine Ehrenurkunde des Bezirks erhielt Kam. Keller, die Verbandsehrentafeln wurden den Kam. Streu- ber, Köhler, Hebbel und Meuer überreicht. Rach etwa vierstündigen Beratungen hielt der gemütliche Teil die Kameraden bei den Klängen der Musikkapelle ntyh längere Zeit beisammen. kn. Berstadt, 22. Mai. Vor etwa Jahresfrist hatte die mittlere der hiesigen br>i Kirchenglocken einen Sprung bekommen. In den letzten Tagen brachte man nun eine neueGlocke auf den Turm, die von der Firma Rinker in Sinn durch Um. gießen hergestellt wurde und in Ton und Form ein getreues Ebenbild ihrer gesprungenen Vorgängerin ist. Ihre Inschrift befpgt heute noch wie vor 200 Jahren, daß sie im Jahre 1719 „von Johann An- dreas Hensel in Gießen vor die Gemeine Berstadt" gegossen wurde. Kreis Schotten. x Schotten, 22. Mai. Der herrlichem Wetter wurde gestern der altbekannte Schottener Pfing st markt abgehalten. Die Besucherzahl von fern und nah war außerordentlich groß. Es war wohl der größte Pfingstmarkt, der je ab- „Das geht Sie nichts an!" knurrte der Mann brutal. „Also ja, oder nein!" „Lind wenn ich nein sage?" Der Mann erhob sich: „Dann gehe ich auf der Stelle zur Polizei." Ellinor lächelte. „Gut, 3000 ist mir die Sache wert, keinen Dollar mehr!" Der Mann kämpfte mit sich. 3000 oder nichts? Er entschied sich für das Geld. Das Wasser stand ihm momentan bis an die Gurgel. „Gut, geben Sie das Geld, dann bekommen Sie den Paß und diesen Brief." Ellinor antwortete nicht. Mit einer Bewegung, die den Mann förmlich hinauswischte, drückte sie auf die Klingel. Roger B. Mills war etwas bleich. Er ballte heimlich die Faust. Diese Frau war eine unerhörte Lady, trotz allem. Wenn er nicht gar so verstockt gewesen wäre, wäre es ihm zum Bewußtsein gekommen, daß er sich schämte — aber das war wohl kaum möglich! Chung Li erschien wie ein Schatten auf der Schwelle. „Zahlen Sie dem Herrn 3000 Dollar, nehmen Sie die Dokumente an sich und bringen Sie Herrn Mills bann unverzüglich zu einem Wagen, der Herr wünscht sofort zu fahren!" Ohne mit der Wimper zu zucken ging sie an Mills vorbei, der ihr unwillkürlich achtungsvoll Platz machte. In ihrem Schlafzimmer angekommen sank Ellinor mit einem Seufzer der Erleichterung in einen Sessel: „So, kleine Mary, dir habe ich einen großen Dienst erwiesen, aber noch so einen Kerl auf nüchternen Magen — und ich kriege einen Rer- venchock!" VI. Phil war ein Kammerdiener von Format. Er war verschwiegen und peinlichst diskret, wußte in allen Modedingen Bescheid und war selber immer wie aus dem Ei gepellt, konnte entzückende Soupers zu zweit vorbereiten und bis in die kleinsten Finessen entwerfen — kurz er war das Ideal eines Dieners für einen reichen Junggesellen. Daß es ihm manchmal einfiel, von den Zigaretten seines Herrn zu rauchen, oder ein seidenes Sporthemd, das noch tadellos war, für sich zu annektieren, mit dem Bemerken, daß der Herr das Hemd doch wohl nicht mehr tragen könne, daß ab und zu ein paar Schlipse verschwanden, natürlich immer die geschmackvollsten, nahm ihm sein Herr nicht weiter übel, denn was hätte er wohl ohne Phil angefangen? (Fortsetzung folgt) or9 6*»» ,n-35.e?b*: ^Srüh. Z8 statt, ö?- . r c Maior wlgÄ I entbot der W A «'S ’Ntaliben, L ^treten. *"• J bet Vereine ^gewachsen. "Kat nach A hit chn ^renb^iriz. Mitcn De, M- 6tteu. E auch der )uben infolge ig auf ihren 1 die Kriegs. -Energie ein Umlauf. Uz Darms wurde nm. Streu« Whuni unb achen unö Erhöhung st'mnug zw> baL Mn» 'ssege inner« >en des Kam. nde darlegte, ie in eigene ig von Schieß' m. Zubrod hier gewählt, rach in klaren t Oberwellen, des Bezirks« und Krieger« Schild. W e Merken« ezirksrechners Line Ehren« Keller, die am. Streu« teuer über« ratungen hielt den bei den jere Zeit bei« Da Jahresfrist Kirchenglocken letten Tagen ’Ufben Inrtn, i durch Um- nd ^orm t\xv MgaWtin wie vor 200 r Johann An» reine Berstadt' lichem Wetter Schottener Besucherzahl lich grob. Es tc der Wann gehe ich °"f rt, keinen Dol« 0 oder Mts? Das Waller frirgeL bekommen bie d'skreb (^r nt> ^,Ml>e mteeEdie »on $ i <^§err 1 ieTwgung. oischte, drückte A Er baltte tnar «J* er nck M es ich K" der )fiar. neMN bringens [ einem M hreni" ; S-°° 5** gehalten wurde. Eine sehr große Zahl von Rindvieh gelangte zur Prämiierung, besonders gefiel allgemein die einheimische Vogelsberger Rasse. Ein sehr großer Fortschritt ist in den letzten Jahren in dieser Zuchtrichtung zu bemerken. Der Rachbarort Rudingshain hat besonders schöne Exemplare aufzuweisen. Etwa 1500 Mark gelangten als Preise bei der Prämiierung zur Verteilung. Zum ersten Male war mit dem Markt auch eine Prämiierung von Pferden verbunden. Das schöne, stattliche Pferdematerial, das besonders aus TI l f a aus dem Markt vor- geführt und preisgekrönt wurde, erregte allgemein Bewunderung. Landstallmeister Hertel. Gutspächter Rausch und Rullmann bildeten das Preisgericht. Dor der Vorführung der prämiierten Tiere hielt Bürgermeister Mengel hie Begrüßungsansprache und dankte allen Stellen für die Unterstützung unserer Stadt bei dieser Veranstaltung. Oekonomierat Breidenbach, der Vorsitzende des Landwirtschaftskammerausschusses für die Provinz Oberhefsen, sprach kernige Worte auf Blühen und Gedeihen der einheimischen Landwirtschaft. Eine Verlosung war mit dem Markt verbunden. Der Schweine- markt war gut befahren, etwa 600 Schweine wurden flott abgeseht. Ein großes Volksfest schloß sich mittags an den Markt an. 1 Sellnrod, 22. Mai. Bei herrlichem Frühlingewetter feierte unsere Gemeinde am Pfingstmontag ein Volksmissionsfest, das aus der Gemeinde und den umliegenden Dörfern sehr gut besucht war. Rach Eröffnung durch den unser Kirchspiel zur Zeit verwaltenden Pfarrer Kö - n i g, Groß-Eichen, ergriff Missionar Walther auS Beuern das Wort. Er gab u. a. sehr interessante Berichte aus seiner früheren Tätigkeit als Missionar in Kamerun. Zum Schluß sprach noch Pfarrer König einiges über die Protestatio n )u Speyer, deren 400jähriges Jubiläum an den Pfingsttagen begangen wurde. Der Po- saunenchor der Gemeinschaft hatte in dankenswerter Weise die Begleitung der Gesänge übernommen. Kreis Alsfeld. —er. Homberg a. d. Ohm, 22. Mai. Die Hornberger Fünfundfünfziger, der Jahrgang, der vor 41 Jahren hier konfirmiert wurde, trafen sich hier während der Pfingstleiertage. Von nah und fern hatten sie sich dazu eingefunden. Die Begrüßungsfeier fand am ersten Feiertagabend im „Frankfurter Hof" statt. Ein gemeinsamer Kirchgang am zweiten Feiertagmorgen folgte. Der Geistliche nahm in seiner Predigt Bezug auf die Anwesenheit der Gäste und wünschte ihnen für ihr ferneres Leben Gottes reichsten Segen. Rach dem Besuch des Gottesdienstes nahm man einen Rundgang durch den Geburtsort vor und begab sich anschließend zum Mittagessen im .Frankfurter Hof" Der Rachmittag vereinigte die alten Kameraden zu einem Spaziergang in die Hardtschlucht, abends fand dann das letzte Beisammensein statt. — Gestern fand die 71. Generalversammlung der Spar- und Dar - lehnskasse G. m. b. H. unter großer Beteiligung statt. Der Reingewinn von über 1600 Mk. soll in der Weise Verwendung finden, daß 300 Mark zu Betriebsrücklagen verwandt, 50 Mk. der Höheren Bürgerschule überwiesen werden und der verbleibende Rest dem Reservefonds zufließt. Es wurden 3 Mk. Tagegelder und 9 Prozent vom Geschäftsanteil bar ausbezahlt. Kunst und Wissenschaft. 400-3afjr-5eier -er Königsberger Staats- und Universitätsbibliothek. Die Königsberger Staats- und Tlniversi- tätsbibliothek leitete am Mittwochvormittag die Feier ihres 400jährigen Bestehens mit einem akademischen Festakt in der neuen Aula der Albertus-Tlniversität ein, an dem der Lehrkörper der Tlniversität, zahlreiche Ehrengäste und Mitglieder des Vereins Deutscher Bibliothekare teil« nahmen. Der Rektor der Albertina, Professor Dr. Juncker, wies auf die engen Beziehungen zwischen der Staats- und Tlniversitätsbibliothek und der Universität und unterstrich die dauernde Zusammengehörigkeit beider Institute auch für alle Zukunft. Den Festvortrag hielt der Direktor der Staats- und Universitätsbibliothek Dr. D i e s ch. Universitätskurator Dr. Hoffmann überbrachte die Glückwünsche des preußischen Kultusministers Dr. Decker und machte die mit lebhaftem Beifall aufgenommene Mitteilung, daß der Minister der Staatsbibliothek anläßlich ihrer Jubelfeier einen besonderen einmaligen Zuschuß von 10 000 Mark überwiesen habe. Sodann überbrachte Oberbürgermeister Dr. Lohmeher (Königsberg, mit seinen Glückwünschen eine Spende von 15 000 Mark für die Handbibliothek der Universität sowie die Monumentalausgabe der Werke von Arno Holz für die Staatsbibliothek. Wirtschaft. Diskonterhöhung in Amerika? Rach einer Reuhorker Meldung hat die beratende Körperschaft des Federal Reserve Board beschlossen, diesem die Erhöhung des Diskontsatzes auf 6 Prozent zu emp- fehlen. Dieser Beschluß ist, obgleich der Ausschuß nur eine beratende Funktion hat, von weittragender Bedeutung. Der Ausschuß, der sich mit der Lage des amerikanischen Geld- und Kapitalmarktes beschäftigt hat, ist also zu der Ansicht gekommen, daß trotz der von dem Federal Reserve Board ergriffenen Maßnahmen gegen die Ueberspekulation an der Reuhorker Dorfe und auf Eindämmung der amerikanischen Börse n k r e d i t e die im Interesse der Wirtschaft und der allgemeinen Kreditverhältnisse notwendige Klärung des Geld- und Kapitalmarktes nicht cingctrcten ist. Der einzige Ausweg bleibt die Erhöhung der Diskontrate bzw. die B e r - tcuerung des Geldes. Auf ®'.noi?a, insbesondere auf die Lage der Dank von England und der Reichsbank, würde sich eine amerikanische Diskonterhöhung natürlich stark bemerkbar machen. Eine erneute Diskonterhöhung in Deutschland ist dann durchaus wahrscheinlich. * Reparationslieferungen de r Knorr A.-G. Die „3oumee Industrielle" > richtet aus Brüssel, daß die deutsche Firma Knorr auf Reparationskonto eine Bestellung in Hohe von 80 Millionen Franken zum Einbau von Westinghouse-Bremsen in Güterwagen erhalten habe. Eine Fabrik in Charleroi habe eine gleiche Bestellung in Höhe von 120 Millionen Franken erhalten. Es handelt sich um die Ausrüstung von 70 000 Güterwagen mit diesen Bremsen. Man nimmt an, daß die Arbeiten in fünf Jahren beendet sein werden. * Auftrag der niederländischen Eisenbahnen für hie deutsche Wag- gonindustrie. Wie WTB.-Handelsdienst aus Amsterdam berichtet wird, haben die Riederländischen Eisenbahnen kürzlich 2500 Güterwagen, die in der Hauptsache für Kohlentransporte bestimmt sind, neu in Auftrag gegeben. Hiervon wurden 1100 Wagen bei van der Zypen in Köln, 600 Wagen bei der Hannoverschen Waggonfabrik und 800 Wag n bei der Amsterdamer §a r k Werk- spo'r bestellt. Weiterhin wurden in den lch.enTagen noch 100 Güterwagen, die für Gemüsetransporte Verwendung sinken sollen, ebenfalls bei der Hannoverschen Waggonfabrik in Auftrag gegeben. * Maschinenfabrik Hartmann A.-G., Offenbach a. M. Die Gesellschaft berichtet über volle Beschäftigung im Geschäftsjahre 1928. Der Gesamtumsatz sei weiter gestiegen. Die Rachfrage nach pneumatischen Förderanlagen war im In- und Ausland groß. Wesentlich erhöht wurde der Umsatz in der Abteilung Entstaubungsanlagen. Es wurde einschließl. 26 054 (28124) Mk. Vortrag ein Bruttoüberschuh von 660 295 (524 375) Mk. erzielt. Rach Abzug der Abschreibungen von 68 179 (37 639) Mk. und Unkosten von 518 613 (406 441) Mk. verbleibt ein Reingewinn von 83 502 (80 294) Mk., woraus 6 (5) Prozent Dividende auf 1 Mill. Mk. A.-K. vorgeschlagen werden. 3000 Mk. sollen der Reserve zugewiesen werden, die damit auf 33 000 Mk. steigt. Zum Vortrag verbleiben 19 057 Mark. Bei der derzeitigen Beschäftigung des Unternehmens wird toieber ein befriedigendes Ergebnis erwartet. (G.-V. 25. Mai.) • A. - G. für Zellstoff - und Papier- fabrifation, Aschaffenburg. Die Gesellschaft war im Jahre 1928 voll beschäftigt, aber durch weiter gesteigerte Lasten und Verteuerungen seien die durch die Rationalisierungsmaßnahmen der Vorjahre erzielten Vorteile ziemlich ausgeglichen worden. Außerdem mußte Vorsorge für den weiteren Ausbau und die technische Vervollkommnung der Anlagen getroffen werden. Um bei den großen nordischen Holzbezügen den Frachtenmarkt besser ausnützen zu können, wurde in Rotterdam eine Transportgesellschaft, die R. V. Transport - Maatschappij Aschaffenburg, gegründet. Die Inangriffnahme der Zusammenlegung der bisher getrennten Zell- stoffabriken in Aschaffenburg, der Ausbau der Sulphit-Spritfabrik in Walsum und andere Umbauten hätten erhebliche finanzielle Aufwendungen zur Folge gehabt. Detriebsgewinne und sonstige Einnahmen erbrachten einschl. 0,284 (0,255) Vortrag 7,760 (7,526) Millionen Mark. Andererseits erforderten Unkosten und Steuern 3,717 (3,802), Zinsen und Provisionen 1,049 (0,817) und Abschreibungen 1,250 (1,150) Millionen Mark. Aus dem verbleibenden Reingewinn von 2,028 (2.012) Millionen Mark werden bekanntlich wieder 12 Prozent Dividende auf 14,4 Millionen Mark Aktienkapital vorgeschlagen. 0,301 (0,284) Millionen Mark werden vorgetragen. Nähere Angaben über die geplante Kapitolerhöhung von 14,4 auf 23 Millionen Mark werden in dem Bericht nicht gemacht. * Ausdehnung des Leonh ar d°Tieh - Konzerns. Rachdem die Uebernahmeverhand- lungen zum Abschluß gekommen find, wird der Hebcrgang des Warenhauses I. Duklstein Rachf. A.-G., Offenbach a. M. an die Leonhard Tietz A.-G., Köln, am 1. Februar 1930 erfolgen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 23. Mai. Tendenz: unsicher, später erholt. Im Dormittagsverkehr war die Tendenz sehr unsicher und schwach. Die Doisse an der gestrigen Reuhorker Börse und vor allem die ungeklärte Lage in Paris, sowie Meldungen, wonach der deutsche Delegierte D r. Bögler R ü ck t r i 11 s a b s i ch t e n äußerte, verstimmte zwar, und es traten erhebliche Rückschläge ein. Ms die Bestätigung dieser Rach richt eintraf, schritt die Spekulation ebenfalls in starkem Maße z u Abgaben, und bei der bestehenden Aufnahmeunlust ergaben sich anfangs Rückgänge b i s z u 4 P r o- zent. Die Geldmarktverhältnisse waren unverändert schwach, doch wurden die unveränderten Diskontsätze des Auslandes mit Befriedigung ausgenommen, und es trat ein Tendenzumschwung ein. Die Kulisse schritt wieder in stärkerem Maße zu Rückkäufen, und die anfänglichen Verluste konnten gegenüber der gestrigen Abendbörse aufgeho11 und teilweise sogar bis zu 2 Prozent überschritten werden. Die Umsahtätigkeit blieb jedoch ziemlich eng begrenzt. Eine gewisse Zurückhaltung war unverkennbar. Rur in einzelnen Werten nahm die Umsahtätigkeit ein etwas größeres AuSmaß an, da hier verschiedene Auslandaufträge den Anreiz boten. Am Kalimarkt konnten Salzdetfurth 9 Prozent, Aschersleben 5,5 Prozent und Westeregeln 5 Prozent gewinnen. Don Elektrowerten zogen AEG. 2,5 Prozent, Siemens 1,5 Prozent und Schuckert 1 Prozent an. Am Farbenmarkt lagen 2.-G.-Far- ben weiter unter Druck und eröffneten 1 Prozent niedriger, Holzverkohlung 1 Prozent niedriger. Etwas gefragt waren noch am Montanmarkt Harpener mit plus 3,5 Prozent und Zellstoff- to e r t e Aschaffenburg mit plus 2 Prozent. Banken zeitweise bis 2,5 Prozent niedriger. Glanzstoff minus 2,5 Prozent. Im übrigen waren nennenswerte Umsätze nicht zu verzeichnen, und die Kursgestaltung war eher uneinheitlich. Schutzgebiete leicht erholt. Die übrigen Renten lagen still. 3m Verlaufe blieb man zuversichtlich und ziemlich freundlich. Das Geschäft schrumpfte aber wieder ein, doch konnten sich die Gewinne zeitweise erhalten. Für AEG. und Kaliwerke hielt sich das 3nteresse, da von feiten Amerikas und Frankreichs größere Posten aus den Märkten genommen wurden. Rur Siemens und Schuckert waren auf Realisationen leicht gedrückt. Anfangs regte der Geschäftsbericht des Farbenkon^erns etwas an, doch hielt die hiervon ausgehende günstige Wirkung nicht lange stand, und man hörte einen leicht nachgebenden Kurs gegen Anfang. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt war die Mart leicht abgeschwächt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2003; gegen Pfund 20,371; London gegen Kabel 4,8490, Paris 124,13, Mailand 92,65, Madrid 34,05 und Holland 12,0665. Berliner Börse. Berlin, 23. Mai. Der heutige Dormittagsverkehr war außerordentlich schwach: Die Spekulation schritt in den Hauptwerken zu großen Abgaben, so daß sich Verluste bis zu 7 Proz. gegen Mittagsschluß ergaben. Zu den ersten Kursen war aber die Tendenz nicht so schwach wie vormittags, da in Kaliwerten und 2t @ ®. Kaufordcrs Vorlagen, die auch die Spekulation an den anderen Märkten zu Deckungen bewogen. Günstige Rachrichten lagen heute aus Paris und Reuyork nicht vor. Die auf Diskontbefürchtungen flaue gestrige Reuhorker Börse verstimmte zwar, auch heute lagen Rachrichten vor, nach denen mit der Möglichkeit einer Diskonterhöhung zu rechnen ist. Rach der lieber« reichung des Glaubigermemorandums scheint die Situation in Paris nicht mehr so günstig zu sein. Der Rücktritt des deutschen Delegierten Dr. Bögler wurde mit großer Besorgnis aufgenommen. Man beruhigte sich jedoch, als.man hörte, daß Dr. Schacht mit Geheimrat K a st l weiter verhandeln wird. Heute vormittag lag die Mark international schwach, erholte sich aber zu Beginn der Börse wieder. Die Mitteilung, daß der Londoner Diskont unverändert belassen wurde, tief zu Beginn der Börse eine gewisse Beruhigung hervor. Die ersten Kurse waren mehrere Prozent gegen Vormittag gebessert, lagen aber überwiegend 1 bis 2 Proz., vereinzelt bis 4 Proz. unter gestern Schluß. Der Geschäftsbericht der 3.-G.-F arbenindustrie regte den Far- benmarkt etwas an, ohne den Kurs aber stützen zu können. Kaliwerte waren von guter Seite start gefragt. Salzdetfurth gewannen 6' 8 Prozent. Deutsche Anleihen waren etwas gedrückt. Ausländer uneinheitlich. Tagesgeld war etwas leichter, der Satz blieb aber unverändert. Monatsgeld 9'/2 bis 10'/8 Prozent. Rach den ersten Kursen wurde es von AEG. und Kaliwerten ausgehend allgemein lebhafter und 1 bis 2 Proz. fester. Später war es wieder uneinheitlich and zum Teil etwas schwächer. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 2 Mai. Auftrieb 10 Rinder, 629 Kälber, 35 Schafe, 544 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saug- kälber 83 bis 87 Mark; mittlere Mast- und Saugkälber 76 bis 82; geringe Kälber 70 bis 75. — Schweine: vollfleifchige Schweine van etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 70 bis 74; von etwa 200 bis 240 Pfund 70 bis 74; von etwa 160 bis 2Ö0 Pfund 72 bis 75; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 68 bis 72 Mark. Marktverlauf: Schweine ruhig, ausverkauft. Kälber lebhaft, geräumt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a>M., 23. Mai. Auch heute verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt in ruhiger Haltung. Die höheren Auslandnotierungen blieben ohne Eindruck, doch war die Grundstimmung etwas freundlicher. Eine regere Geschäftstätigkeit konnte sich aber nicht durchsetzen, da die Händler nach wie vor äußerst zurückhaltend blieben. Die Preise erfuhren gegenüber den gestrigen keine Veränderung. Es wurden notiert: Weizen 24 Mark; Roggen 22,75; Sommergerste für Brauzwecke 23,50 bis 23,25; Hafer, inländischer, 23 bis 23,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 21; Weizenmehl, süddeutsches (Spezial 0) 32 bis 32,25; Roggenmehl 28,75 bis 29,75; Weizenkleie 12 bis 12,15; Roggenkleie 12,75. Tendenz: ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 22. Mai. Die Erholung an den überseeischen Terminmärkten hat nicht lange angehalten, und da auch Liverpool auf die erneuten Preisrückgänge in Rord- und Südamerika scharf reagierte, war die Tendenz an der hiesigen Produktenbörse als recht schwach zu bezeichnen. Auf Basis der ziemlich beträchtlich ermäßigten Cifofferten für Auslandweizen kam es dann vereinzelt zu Abschlüssen. Dom 3nlande wird Weizen und Roggen speziell für Rechnung der zweiten Hand zur Kahnverladung stärker angeboten, während sich Waggonmaterial weiter ziemlich spärlich macht. Das Preisniveau erfuhr für beide Drotgetreidearten, ebenso wie am Liese- rungsmarkt, eine Senkung um bis zu 2 Mark. Abschlüsse kamen jedoch nur wenig zustande, da Forderungen und Gebote zumeist schwer in Tlebereinstimmung zu bringen sind. Mehl ist in den Mühlenofferten um etwa 25 Pfennig ermäßigt. Für Weizenmehl besteht auf dem niedrigeren Preisniveau etwas bessere Rachfrage zur prompten Lieferung. Roggenmehl liegt weiter still. Hafer wird weiter reichlich angeboten. Gebote sind schwer zu erhalten. Gerste sehr ruhig. Es wurden notiert (1000 Kilo): Weizen, märt., 217 bis 218, Mai 228 bis 227,75 Brief, Juli 232,25 bis 231,75 Brief, Sept. 237,75 bis 237,50 (matt); Roggen, märkischer, 193 bis 196, Mai 204 Brief, Juli 209,75 bis 209,50, Sept. 213,50 bis 213 (flau); Braugerste 215 bis 228; Futtergerste 185 bis 194 (flau); Hafer, märkischer, 190 bis 197, Juli 199,50 bis 198 (flau), Sept. 202,50 bis 201,50 Brief; (100 Kilo): Weizenmehl 24 bis 28,25 (matt); Roggenmehl 25,75 bis 27,50 (matt); Weizenkleie 13 bis 13,25 (ruhig). Letzte Nachrichten. Unterschlagung bei der Frankfurter Städtischen Sparkasse. Frankfurt tu 2H., 23. Mai. (MTV. Draht- bericht.) Bei einer Revision in der Frankfurter Städtischen Sparkasse ist festgestellt worden, daß der Stadtamlmann Klose einen Betrag von 30000 Marl unterschlagen hat, und zwar durch Urkundenfälschung und Ber- t rauensmißbrauch. Der Vorstand der Städt. Sparkasse hat beschlossen, die Verfolgung der Angelegenheit der Staatsanwaltschaft zu übergeben und den Verlust aus dem Reservefonds der Kasse zu decken. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbanldislont 7,5 Prozent, ,"iianf|uri a M. Beran Ftanksurl n. M Berlin • Ftanisurt o. M Berlin Schluß- «ur* 1 Uhr Kure Schiub- Ours Anlang Kurs Schluv- Knre 1 Ubr Rur* Schluß Rur? Ansang flure <=d)lu6-| Kur- | I-Unr- Kure Schluß- K»r- Anfang fture Damm 22.5. 23 5- 22. 5- 23 5. Datum 22-5. 23-5- 22.5. 23-5. Datum 22-5. | 23-5. 22-5- 23 5- 6% Dl. Retchranteihe o. 192", EL ’21nl.<'2lblöi.-6d)ul6 mit Aus 87.25 — 87 — A.G.G- .... r- Bergmann ...... V 181,75 184,25 104 210 182,5 209,25 4 YUtvv Viuimüitn......< Heidelberger Eement .... 10 112 135.5 135 11,5 111,5 ~ lo|.-9teditcn DeSgl. ohne tiuslo)..£Rcd)tf <% ßrantj. Hyp.-Bk Goldps. un 50,9 — 51,1 51 (Sieht. Lieserungen ..... l«1 156 156,5 156,5 157 Eement Karlstadt .....8 l/Z 9,9 — 9.9 9,9 Licht und Kraft .....10 '13,5 139 — 215.25 139 213 137,25 WaoK & Freitag .... 10 Eck>u!their Datzcnhoser ... 15 112 295,75 293,5 kündbar bis 1932 88 —- — - Ges. s. Sleltr. Untern..... 10 216 — 218 215,5 Ostwerke....... . 12 — — 236,75 — V/i% Rheinische Hhp.-Bank Stau. Hamb. (Jleltt. Werke .... 10 — — 139 137,75 vor. Glanz,'wss......18 417 414,5 418 414 Goldps. 76 - - — Rhein. (Lleltr. ...... 9 — 160,75 161,5 160 Bem berg.........14 — — 335 387 A.st.G. abg. Vorkrtegr-Obligatton. Schlei. Eleltr. ......10 — — 184,5 182 Zcilftosk Woldhos.....12 — 250 249 250,5 rückzahlbar 1932 87 — 92 — Schuckert ...... . 8 241 242 242,75 240 ZeNstoi's Aichassenburg ... 12 180 181,75 'S' 180 100,5 Siemens & Halske ..... 12 373,25 374,75 376.75 375,5 Cünrlottruburger Wasser ... 7 — —— 110.25 108.13 4% Schweiz. Bundcab.-Aut. Transradio . ....... 8 — — — Schauer Gar.......8 _ 205 203 4% Lesterreichische Goldrte. 28,75 — 29,25 Lahmeyer & Go..... . 10 165 — 164,75 — Daimler Moioren......O — — 53,5 4,20% Ccftcrr. SUberrte. . l% Lesterreich. einijeitL Rie 1% Ungarische Goldrte. 1,85 22,9 22,8 23 — Buderus ......6 Deutsche Srvül.......6 — — 71,75 112,75 71,5 111,5 Deutsche Maschinen-Fabrik . . O Adterwerle Ulever......5 44 — 50 45 50 45 1% Ungarische Staatsr. v. 1910 20,13 — Essener Steinkohle......k — — — 113,25 liuDin. Voeroc..... . 10 — i yy t j 28,25 197 besgl. von 1913 21 — 21,25 — Gelsenkirchener . . . |. I. -» 128 — 130,5 130 Nat. Automobil ....... O — 28 4% Ungarische fronende.. 1,75 — 1,85 1,85 Harpener ........6 130,5 134 132 133 Srenstein & Koppel ..... 5 — — y/,5 87,25 4% Türl. Zotianteihe v. 1911 . i% Türkische Bagdadbahn-Anl., — 9,2 9 Voesch Eisen.........8 Ilse Bergbau ........ 8 210 — 117,5 210 209,25 Leonhard Dien ....... 6 Bamag-Meguin ....... O — 287 283,5 Serie l _ — 8.7 — 99,5 — 99,65 98,5 Franks. Maschinen......6 51 50,25 50,5 — t% desgi. Serie 11...... — — 8,75 6,9 Köln-Neuessen. ....... 9 — — 115,75 114 Gritzner ...... . 11 80 — 79,9 — >% Rumänen converi. Rie. . . . 8 — — Mannesmann........8 115,5 115 116.25 114,65 Hcnligenstaedt ....... 0 — — — —• Rumänen OolbanL von 1913 16,65 _ 16,5 — Mansselder.........'• 123,5 — 123,5 121,5 IungiianS..... 4 Lechwcrke. . ...... .8 68 — 66,5 Lberjchlcl- Eisenb. Dedars . . . b — — 82,75 112,25 —— — —— Lberschles. Kokswerke ... 6 — — 105 103,75 Mainkrastwcrke ....... 8 — — — — ölig. Deutsche Eisenbahn . Hamburg-Amerika Palet ... 8 — — — Phonir Bergbau . . 6% 88 88,25 87,75 Mag........ 10 122 — 122 121 — 116,75 116 Rheinische Braunkohlen 1< 284 — 286,5 284 -Aekarsulmer ....... 8 — — —— — bamb.-Südam. Dampssch. . . 8 — — Rheinltah! s. '/. Jahr 4^ 113,5 114 114 114 Peter- Union ........ 8 — — 118,5 — Hansa Dampssch'ss . . . 10 — — 145,5 144,75 Riebeck Montan......7,2 — 142 — Gebe. Roeder ....... 1' Boigt 4 Haefsner......8 —— — — — Norddeutscher Lloyd . . . 8 109 — 109,5 109 Bereinigte Stahlv......G — 90,65 91,4 90,5 206 — 207 — Ml«. Deutsche CreditansL . . 10 123,5 — 123,65 122,25 Otavi Minen.......8 sh — —— 65 64,4 Südd. Zucker........8 147,5 — 148 — 8armer Bankverein - . - 1« — — 126 126 Kali Aschersleben.....1< 230 235,5 232,5 234 verliner Handelsgestllsch- . 12 — — 211,65 211 ft'afl Westeregeln......V Kaliwerk Salzdetfurth • • • U> 235 240 237,5 240 Lommerz- und Privat-Bon! . 11 Darm», u. Ratlonalban! . . 12 184 257 184,25 254,5 184,5 259,75 184,25 255 376 385 377,5 384 242 Banknoten Deutsche Bank ■ • • • rislonto-Nelestschas! Ant.. . 10 160.5 152 157,5 160 161 152,25 158 160 151 155,75 I. ®. Färben-Industrie ... 12 Dynamit Nobel ....... b Ccheideanstalt. ....... 9 243,5 242,65 244 Berlin, 22- Mai Geld Brief 156 — — — — Amerikanische Noten..... 4,182 4,202 vritteideutsche Crediidatü ... 9 KeichobaiU .<»••••• 12 _ — Goldschmidt . ....... 5 Rütger-merke . ....... 6 81 87 —— 80,75 87 81,5 86 Belgische Noten........ Dänische Noten........ 38,19 111,56 58,43 112,00 — — 303,25 303,75 Metallgesellschast. . . • • . 11 127 — 127,65 — Englische Noten ....... 20,34 20,42 Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a M. Telegraphische Auszahlung. Berlin 22- Mai Geld Brief Französische Noten.... 16.40 16,46 Holländische Noten...... 168,41 169,09 ittalienische 9iotcn...... 21,99 22,07 Norwegische Noten...... 111,53 111,97 Deutsch Oesterr,5100 Kronen 58.84 59.08 Rumänische Noten...... 2,545 2,565 Schwedische Noten...... 111,87 112,31 Schwerter Noten....... 80,82 81.14 Svantsche Noten....... 59.60 59,84 Tschechoslowakische Noten . . 12,45 12,51 Ungarische Noten 72,90 73.20 22- Mai 23. Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Vne> Geld Bries Ämtt.-Ron- 168,90 169.24 168,63 168,97 Bu.n-AircS 1,750 1,762 1,759 1,763 Brsi.-Ankw. 58,23 58.35 58,265 58,385 C Kristiania. 111,74 111,96 111,78 112,00 Äopenbagen 111,73 111,95 111,80 112,02 CtockKolm . 112,08 112,30 112,13 112,35 Helsingfors. 10,543 10,563 10,547 10,567 Italien. . . 21,95 21,99 21.96 22,00 London. . . 20,34 20,36 20,348 20,388 Neuvort . . 4,1945 4,2025 4,1970 4,2050 Paris.... 16,385 16,425 16,39 16,43 Schwei, . . 80,735 80,695 80,75 60,91 Spanien. 59,58 59,70 59,66 59,78 Japan . . . 1,873 0,497 1,877 1,868 1,872 Rio de Jan. Dien in D - 0,499 0,4985 0,5005 Ceft- abgest 58,915 59,035 58,95 59,07 Prag . . - - Bclirad . . 12,422 12,442 12,43 12,45 7,375 7,389 7,377 7,391 Budapest. . 73,19 73,43 73,11 73,25 Bulgarien. 3,032 3,038 3,027 3,033 Lissabon . . 18,78 18,82 18,77 18,81 Danzig. . . 81,30 81.46 61,31 81,47 Konstantin. 2,043 2,047 2,053 2,057 Athen. . 5,455 5,465 5,45 5.46 Canada . 4,171 4,179 4,170 4,178 Uru uay • 4,116 4.124 4,126 4.134 Cairo . . 20,87 20,91 20,875 20,915 Größte Auswahl G. Grode Frankfurter Straße 19 ________________________4548a in einfachster bis feinster Ausführung Teppiche, Dekorationen Bequeme iTeiljahlunaj I ^Möbelfabrik 3H.BRÜCK INH. TH. W£INERT §iessen, Brandplafy (ALTES SCHLOSS) * * < I im Auto nach Ni^ Autofahrt ist ihm worden. nun zum Verhängnis ge- 4 “SäSSS H Rudolf Rüdiger in01666,1 W ®’e^en, Walltorstraße 35 MgWkWN»lWz»I g. NnivM. 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Der Leiter des Flugplatzes, Major Auman n | unternahm selbst einige Schauflüge. Ob nun- mehr der Verkehr endgültig ausgenommen wer- | Zuständige Verwaltungsbehörde für die Erteilung der obenerwähnten Erlaubnis ist das Kreisamt, das den Wandergewerbeschein ausgestellt hat, im Falle des älebertritts aus dem Gebiet eines anderen Landes das für den Aufenthaltsort zuständige Kreisamt. Zigeuner und Landfahrer, die den Bestimmungen dieses Gesetzes zuwiderhandeln, werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, oder mit Haft bestraft. Bei Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des Artikels 2 können neben der Strafe die ohne Erlaubnis mitgeführten Tiere eingezogen werden. Die zur Durchführung des Gesetzes erforderlichen Ausführungsvorschriften werden von dem Minister des Inneren erlassen Das Gesetz tritt am 1. August 1929 in Kraft. HeffenunddieFrankfurterZigeunernöte WSR. D a r m st a d t, 22. Mai. Mit Interesse verfolgt man in Hessen die Frankfurter Z i g e u n e r n ö t e, die sich auch in Hessen bemerkbar machen. Es ist aber völlig irrig, wie kürzlich von Frankfurter Seite behauptet wurde, daß diese Zunahme der Landfahrerplage in Frankfurt auf das hessische Zigeunerge- s e tz zurückzuführen sei. Mit Sicherheit kann gesagt werden, daß solche Zusammenhänge nicht bestehen können, denn es sind, wie wir erfahren, hessischerseits zur Durchführung des Zigeuner- gesehes überhaupt noch gar keine Maßnahmen getroffen worden, da die Jahreszeit noch nicht weit genug vorgeschritten ist. Ich Kann wirklich oezeugen.aap -fp , tß 'C ich mit Obermeyers Medizinal • jßljCL Karl Klucker, Lehrer und Frau Anna geb. Kröll Vermählte Erstklassige Bedienung im Bubikopfschneidcn, Nachschneiden, la Ondulation, Kopfwäschen. 10 mal Ondulieren im Abonnement reau zu mieten ge- 032j-d sucht. Schrlstl. 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Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 4553D Rodheim, den 21. Mai 1929. Hessische Bürgermeisterei Rodheim. -Hofmann. WSA. Mainz, 22. Mai. Als gestern abend der 28 Jahre alte Viehhändler Max Gold- schmtdt aus Nierstein auf der Weisenauer Straße in der Nähe der Klosterkaserne die Straßenbahn überholen wollte, stieß er mit seinem QI u t o in voller Fahrt mit einem entgegenkommenden Straßenbahnwagen zusammen. Der im Auto sitzende 25 Jahre alte Bäcker Hans Strub aus Nierstein wurde aus dem Auto herausgeschleudert. Er erlitt einen schweren Schädelbruch und war sofort tot. Goldschmidt selbst trug eine schwere Gehirnerschütterung davon und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Straßenbahnwa- gen und Automobil wurden stark beschädigt. Der getötete Strub verunglückte bereits im vorigen Jahr mit seinem Motorrad und entging damals mit knapper Not dem Tode Auf Drängen des Vaters' wollte er jetzt das Motorrad verkaufen und fuhr nach Mainz, um es dort abzusetzen. In Mainz traf er den Viehhändler Goldschmidt, der ihn einlud, mit ihm fm Merstein zurückzufahren. Diese beseitigt habe Aach Herr Dr. med. S. In L. bat mit Obermeyer'e Medi- A zinal-Herba-Seife bei un- ßr reine® Teint und Sommer- bL I ,Pro,,en prächtige Erfolge V / - Erzielt. St. RM —.65. 30°/o 1 -''.1 vcratirkt.Prip.RM 1.—.Zur Nachbehandlung ist Herba-Creme besonders zu empfehlen. Zu haben in allen Apolh. Drog.und Pari. Hessische Maturlreunde-ff Achtung!! Allen Kunden der Firma Petersen «fc Johannsen, Wedel (Holst) danke ich herzlichst für das mir entgegengebrachte Vertrauen als Vertreter dieser Firma und hoffe, daß dieses Vertrauen auch auf meinen Nachfolger übertragen wird. — Gegen Kunden, die versuchten, meine Wirtschaftslage zu schädigen, werde ich nach wie vor gerichtlich vorgehen, ferner auch gegen alle, die versuchen, durch Verleumdung meinen Namen zu schädigen. Ein Wahnsinniger im Zuge. WSA. Butzbach, 22. Mai. In einem Qlbteil 3. Klasse des Mittagszuges Frank- f u r t a. M. Kassel spielten sich gestern aufregende Szenen ab. Ein in Cappel bei Marburg wohnender Schreiner, der sich mit Frau und Kind auf der Rückreise von Frankfurt befand, wurde vom Wahnsinn befallen. Nachdem er schon einige Zeit irre Reden und religiöse Vorträge gehalten hatte, zog er mit dem Ruf: „Gott hat mir die Macht gegeben, in fünf Minuten seid ihr alle Leichenl" die Aot- bremse. Er wurde beruhigt, zog aber bald zum zweiten Mal die Notbremse, so daß sich das Zugpersonal genötigt sah, den unbequemen Fahrgast tn Butzbach abzusetzen. Der Mann fügte sich sofort und verließ mit seinen Angehörigen den Zug. Durch ein herbeigerufenes Qluto wurde er ins Krankenhaus gebracht. den kann, sicht noch nicht fest. Auf jeden Fall liegt die grundsätzliche Genehmigung der Rheinlandkommission vor, auf Grund der überhaupt letzt zum erstenmal ein deutsches Flugzeug Mainz passieren durfte. 0 Oie gefährlichen Bahnübergänge. Abermals ein Auto vom Zuge überfahren. __ Der Besitzer des Autos getötet. WSN. Rüsselsheim, 22. Mai. Heute vormittag 9,44 älhr überfuhr der Schnellzug 137 an dem beschrankten Liebergang am Bauhof Rüsselsheim ein Personenauto. Der Besitzer Albert Hirsch aus Groß-Gerau wurde getötet, der Kraftwagenführer blieb unverletzt Der Unfall ist durch Nichtschliehen der Schranke entstanden. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet worden. Brennender Eisenbahnwagen in einem Zuge. WSN. D i e b u r g, 22. Mai. Qlls am Samstagnachmittag der 3-Uhr-Zug, von Frankfurt kommend, die Station Eppertshausen verlassen hatte, stand plötzlich ein Eisenbahncoupe in Hellen Flammen. Qllles eilte den Ausgängen zu. Unglücklicherweise war auch noch die eine Ausgangstür aus den Rollen und konnte nur halb geöffnet werden. Es entstand eine Panik. Manche nahmen ihren Ausgang durch die Fenster, doch entstand kein größeres Unglück Die Ursache war, daß ein Passagier Benzol in einem Rucksack mitführte. Es fing allmählich an zu tropfen und verbreitete sich über die Heizungsröhren. Ein anderer Passagier zündete sich eine Zigarre an und warf das b r e n - nende Streichholz weg. Im Nu stand das Coupe in Hellen Flammen. Der Eigentümer des Rucksackes konnte nicht ermittelt werden. Ein Glück war es, daß sich keine Frauen und Kinder in dem Qlbteil befanden. Schweres Autounglück in Mainz. Bekanntmachung. ...Der Voranschlag der Gemeinde Harbach ür ftj; 1929 liegt von Freitag, 24.2Nai 1929 eine Woche lang auf hiesigem Bürgermeistereibureau zu jedermanns Einsicht offen. 4571D Einwendungen dagegen können wäh- rend dieser Frist schriftlich oder mündlich bei hiesiger Bürgermeisterei vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, wozu auch die Ausmärker beizutragen haben. Harbach, den 22. Mai 1929. hessische Bürgermeisterei Harbach. Ecyomber. K ß /I Gewinne i. 30(50 Werte von 14700 Das neue hessische Zigeunergeseh Das im Regierungsblatt Ar. 9 vom 6. Mai erschienen« Gesetz zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens vom 3. April 1929, wie es amtlich benannt ist, bedeutet einen wesentlichen Fortschritt auf dem Gebiete der Bekämpfung des Zigeunerunwesens, insofern als jetzt einheitliche gesetzliche Handhaben gegeben sind, um den Landfahrern wirksam entgegenzutreten, ein Bedürfnis, das sich immer dringender herausstellte. Nach dem neuen Zigeunergeseh dürfen Zigeuner und die nach Ziaeunerart herumziehenden Personen — Landfahrer — im Gebiete des Volksstaats Hessen mit Wohnwagen und Wohnkarren nur umherziehen, wenn ihnen die schri,.üche Erlaubnis dazu von der zuständigen Verwaltungsbehörde erteilt ist. Die Erlaubnis kann in der Weise beschränkt werden, daß eine bestimmt bezeichnete Reiserichtung vorgeschrieben wird. Die Erlaubnis darf nur unter der Voraussetzung erteilt werden, daß der Nachsuchende die deutsche Reichsanaehörigkeit, einen zur Ausübung des Gewerbes im Dolksstaat Hessen berechtigenden Wandergewerbeschein, sowie eine amtliche Bescheinigung über seine erkennungsdienstliche Behandlung (Fingerabdrucknahme) besitzt. In besonderen Ausnahmefällen kann die Erlaubnis auch Staatenlosen erteilt werden. Pferde, Hunde und zu gewerblichen Zwecken dienende sonstige Tiere dürfen von Zigeunern und Landfahrern im Llmherziehen nur dann mitgeführt werden, wenn sie dazu die Erlaubnis der zuständigen Verwaltungsbehörde besitzen. Das Lagern im Freien und Aufstellen von Wohnwagen und Wohnkarren ist Zigeunern und Landfahrern nur mit Erlaubnis der Ortspolizei- behörde und nur an dem von dieser angewiesenen Platz und während der von ihr bestimmten Zeitdauer gestattet. An ihrem Hebernachtungsort haben sich Zigeuner und Landfahrer jeweils sofort nach ihrer Ankunft bei der Ortspolizeibehörde anzumelden und durch Vorlage des Erlaubnisscheines den Nachweis der chnen erteilten Erlaubnis zum Um* herziehen und Mitführen von Pferden, Hunden und sonstigen Tieren zu erbringen. Der Erlaubnisschein ist während der Dauer des Auf- enthalts von der Ortspolizeibehörde einzubehalten. Die Rückgabe kann so lange verweigert werden, bis etwaigen polizeilichen Anordnungen, die aus Anlaß der Aufenthaltsnahme getroffen werden, Folge geleistet ist. Das Reisen oder Rasten in Horden ist Zigeunern und Landfahrern verboten. Qlls Horde gilt die Vereinigung mehrerer Familien, oder mehrerer einzelstehender Personen, oder einer oder mehrerer einzelstehender Personen mit einer Familie, der sie nicht angehören. Die Erlaubnis zum Amherziehen und Mitführen von Pferden, Hunden und sonstigen Tieren ist jederzeit widerruflich. Sie erlischt, sofern sie nicht für eine kürzere Dauer erteilt ist, mit dem 1 Zeitpunkt, in welchem der Wandergewerbeschein ungültig wird. Der Erlaubnisschein ist stets mitzuführen und den zuständigen Beamten auf Ver- : langen vorzuzeigen. i M« fiinierwgeit weih lackiert, fast neu vretöw. z. verkaufen, «naufeben aroifdjen 12 und 2 Uhr bet Manuelle, Wilsopgtr. 9 p, Ircibont Freitag, den 24. 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Dauerwald gründete dte erste Groß-Gerauer Handkäsefabrik und machte sich als erster durch die Ausfuhr des Gerauer Käses nach vielen außerdeutschen Qänbern, insbesondere nach England und Rußland, einen Namen. Durch Krieg und Inflation wurde sein Geschäft zugrunde gerichtet, doch behielt er bis zu seinem Tode seinen guten und frohen Mut. Rheinhessen. WEN. Mainz, 22. Mai. Beim Spielen auf einem Floß am Reinufer in Kastel erhielt etn zehnjähriges Mädchen von einer Spielkameradin einen Stoß, daß es ins Wasser frei und ertrank, ehe Hilfe gebracht werden konnte. Die Leiche konnte noch nicht gelandet werden. Preußen. Kreis Wetzlar. ch Krofdorf, 22. Mai. Aus der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung von Krofdorf-Gleiberg ist folgendes zu berichten: Der Kreis plant die Wetterführung der P f l a st e - r u n g i nderHauptstrahein Krofdorf und hat sich wegen der Kosten für die Bürgersteiganlage an die Gemeinde gewandt. Die Vertretung beschloß, daß deshalb mit den Anliegern des betreffenden Straßenteils verhandelt werden soll. — Die Gemeinde will 2 5 Wasser- m e s s e r beschaffen und sie da einbauen, wo mit übermäßigem Wasserverbrauch zu rechnen ist. Dem vielfach vorkommenden stundenlangen Laufenlassen des Wassers in Backsteinbrennereien und Gärten soll durch scharfes Kontrollieren fettens der Gemeindeorgane und durch evtl. Entziehung der Wasserzuleitung entgegengetreten weröen. — Bei der demnächstigen Etatsberatung Vertretung über die in Anregung gebrachte Erhebung von Kanalgebühren und vonAnlieger-BeiträgenzuStraßen- b a u k o st e n beraten. — Einen von der Hauptstraße gegenüber der Qlpotheke nach der Schieferstrahe führenden Wassergraben wollen die An- lleger zu einen Kanal ausbauen. Die Gemeindevertretung stimmte dem unter Verwendung von Rohren mit ausreichender Weite und bei Durch- uvrung des Kanals bis zu dem Schacht bei der Autohalle zu und verpachtete das durch die Ver- ebnung der Fläche entstehende Gelände den Angebühr 9C9Cn wringe jährliche Anerkennungs- Maingau. WER. Frankfurt a. M., 22. Mai. Heute abend kurz vor 7 Uhr erfolgte im Hause Wen- delsweg 6 eine starke Explosion, die durch unberechtigte Lagerung von Benzin und Feuerwerkskörpern hervorgerufen wurde Das Haus wurde erheblich beschädigt Personen kamen nicht zu Schaden. Gin entstandener Brand wurde durch die Feuerwehr, die mit mehreren Löschzügen erschienen war, gelöscht. Noch einen Restposten Dahlien-Knollen und Gladiolen in den schönsten Sorten solange Vorrat reicht, billigst abzugeben Haus Heinrich Hd Babnbofstraße, Ecke Wolkengaffe Telephon 1403. 4554A Verschiedenes) Teppiche liefert ohne Anzahlung auSw.Spe« zialhaus. zahlbar in 12 Monatsraten. Erbitten Sie un» verbind!. 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