Samstag, 25. März 1929 179. Jahrgang Nr. 70 Erster Blatt e'Ä? Druä und Verlag: vrühl'sche Umverfilätr-Vuch. und SteindruSerei H. Lange in Sietzen. Schrlftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlftraße 7. dos al Dollar und der e n t en müssen. i • | werden sollen. 3n Persien hat sich die Mo- i» dernisierung in der Hauptsache auf die Reor- 0 - 5’5 s s o 5 3 ts" L 5 r e> ss 2 * 5 O einziger der im Weltkriege unterlegenen Staaten ihre politische Freiheit wiedergewonnen, während König Amanullah, der Herrscher Afghanistans die Anerkennung der ihm zunächst verweigerten staatlichen Selbständigkeit seines Landes durch England im Frieden vom Quoten erklären laut „Neuyork Tribüne-, sie würben die Aufhebung schärfsten- bekämpfen. Das für die Durchführung des die deutsche Einwanderung auf die Hälfte beschränkenden Gesetzes arbeitende Propagandakomitee ist mit bezahlten Inseraten, offenen Driesen und Pressenotizen eifrig an der Arbeit, den willen Hoovers zu durchkreuzen. L c A WaS dieses Verzichtenmüssen in politischer und wirtschaftlicher Beziehung bedeuten wird, geht aus den Anstrengungen der anderen Mächte einwandfrei hervor. Die deutsche Handelsluftfahrt, die leider im Augenblick finanzpolitisch unter einem falschen Gesichtspunkt betrachtet wird, darf daher trotz der wirtschaftlichen Rotlage, in der wir uns befinden, unter keinen älm- ständen vernachlässigt werden. Schon machen sich die umfangreichen Dparmahnahmen im deutschen Luftetat bei der Beteiligung der deutschen Luftfahrt am kontinentalen Flugverkehr bemerkbar. Die Gefahr der Einstellung wichtiger internationalerLinien. zumindest aber die Verdrängung der deutschen Wirtschaftsinteressen durch ausländische Luftfahrtgesellschasten schwebt schon jetzt gefährlich über der deutschen Handelsluftfahrt. Der wichtigste Punkt und geradezu eine Lebensfrage für die deutsche Luftfahrt ist jedoch der zukünftige Transozeanverkehr und der Verkehr nach dem Fernen Osten. Hier bieten sich im Augenblick noch Entwicklungsmöglichkeiten von kaum abzusehender wirtschaftlicher Tragweite im Interesse Deutschlands. Die Aktivität au diesen Gebieten wird jedoch voraussichtlich ganz eingestellt werden müssen, da die wesentlichste Voraussetzung hierfür, die schon gesichert erschien, durch Vichtaufnahme der Zins- und Amortisationsgarantie in den Rotetat in Frage gestellt ist. Gerade hier aber mühte die Aktivität, unterstützt von allen Verantwortlichen, mit allergrößter Energie weitergeführt werden. Die deutsche Luftfahrt befindet sich also tatsächlich in einer Krise, die, wenn sie nicht unverzüglich durch die Einsicht aller Verantwortlichen beseitigt wird, die fraglos gewaltigen Entwicklungs- Möglichkeiten der deutschen Luftfahrt, wenn nicht überhaupt, so auf Iahrzehnte hinaus illusorisch macht. O s - 6* °s -- > Oie neuen amerikanischen Cinwandemngsquoten proklamiert. Oie deutsche Einwanderung nach Ll.S.A. auf die Hülste beschränkt. Zur Ehescheidungsreform. Eine Eingabe der evangelischen Frauenverbände. Berlin. 22. März. ($.-U.) Die Vereinigung evang. Frauenverbände, der 18 Frauenorganisationen angehören, hat zur Reform des Chescheidungsrechts eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, worin sie die Bitte aus- fpricht, dah nicht nur einzelne Paragraphen des Ehescheidungsrechts geändert, sondern eine zeitgemäße Reform der Gesamtfragen (Bindungen der Ehe, eheliches Güterrecht. Ehescheidungsrecht, und elterliche Gewalt) her- beigesührt werden möge. Die Eingabe erkennt an, daß durch eine Gesetzesänderung der Tatsache Rechnung getragen werden muß, daß eine unheilbare Zerrüttung der Ehe auch durch andere Gründe, als die in Para- ?raph 1568 BGB. gegebenen, verschuldet sein ann. Sie wünscht aber, dah mit dieser notwendigen Erweiterung der Ehescheidungsgründe eine Erschwerung der Ehescheidung durch Verschärfung ihrer Folgen verbunden wird. Zu diesem Zweck soll Paragraph 1579 DGB. dahin abgeändert werden, dah die Lln- terhaltsverpflichtung gegenüber der geschiedenen Frau oder den Kindern aus einer geschiedenen Ehe nicht durch die Llnterhallsver- pflichtungen, die durch das Eingehen einer neuen Ehe entstehen, gemildert werden kann. Die evangelischen Frauenverbände treten jedoch im Interesse der Frau nachdrücklich dafür ein, dah die einseitige Klage wegen Zerrüttung ohne Schuldnachweis nicht in das EhescheidungS-- recht ausgenommen wird, ' • ?2fr 5 ,0 - fr 2. 2,frc -• fr r - - V — Gewöhnlich gehen alle Gesetze zunächst an Repräsentantenhaus, da sich aber die autzerordent- liche Session nur mit Farmerfragen und Tariffragen besaht und da zur Vermeidung einer un- programmähigen Ausdehnung der Beratungen die Bildung von Ausschüssen auher für die beiden erwähnten Punkte vermieden werden soll, wird das Gesetz, das die ArsprungsNaufel aufhebt, ausnahmsweise zuerst vom Senat beraten werden, worauf es dann ohne Ausschuhdebatte vom Plenum des Repräsentantenhauses angenommen werden könnte. — Die Anhänger der neuen i— 0.Z" 22.. es ? -s Krisis -er deutschen Luftfahrt Zn starkem Wettbewerb um die Welthandelslustfahrt. Oie finanzielle Hilfe des Reiches. c'3 taÄS > äzfro^t frSLS-" v»; 2 Erscheint täglich,auher Sonntags und Feiertag». Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Vezug5pretrsnr2wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprcchanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben, posischeälonto: $ron!futl am Main 11686. - 5 ft 5 -Z. • ?^3fr0 Sä-cfr3' L o y'S 5 frCH B 0 C » mit 325 Millionen Mark angesetzt. Die Grunde weswegen das Ausland gerade jetzt seine Luftfahrt- mittel so ungeheuer steigert, sind einleuchtend. In diesem und in den nächsten Jahren wird der Anteil eines jeden Boltes an der Welt- ha ndelsluftfahrt entschieden. Die internationale Luftfahrt ist im Begriff, die Pfeiler für die Luftbrücken zu bauen, die später über Kontinente und Ozeane führen werden. Wenn daher in den nächsten Jahren die deutschen finanziellen Anstrengungen für die Handelsluftfahrt nicht gesteigert werden, dann wird Deutschland für immer auf eine außereuropäische Luftbetätigung oerzich- Nachdent in den letzten Tagen im Reichstag über den diesjährigen Etat debattiert worden ist, wird ich der Haushallsausschuß demnächst mit den einzelnen Posten genau zu beschäftigen haben. Im Haushall des Reichsverkehrsministeriums sind für Luftfahrtzwecke 43566000 Mark laufende und 9 Millionen Mark einmalige Ausgaben vorge- ehen. Ursprünglich waren 68 Millionen Mark an- gesetzt worden, doch wurde dieser Betrag noch bevor der Etat vor den Reichstag kam, auf 52,4 Millionen Mark herabgesetzt. Bon allen Sachverständigen wurde schon im vergangenen Fahre eine Erhöhung des Luftfahrtetats von 50 auf 75 Millionen Mark für notwendig erachtet. Diesem Bor- schlag ist man jedoch nicht gefolgt, sondern hat den Etat gegenüber dem Dorjahre weiter herab- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- lilameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrift 20"/, mehr. Thefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für ‘Politik Dr. Fr. Wich, ßange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Asien in Bewegung. In ganz Asien, sowohl in den Ländern des Rahen Orients wie des Fernen Ostens, vollziehen sich feit zehn Iahren, in der Hauptsache bedingt durch den großen Krieg und seine Folgewirkungen Weitgreisende und bedeutungsvolle politische wie kulturelle Umwälzungen. Die Völker Asiens, ihrer eigenen Kraft bewußt geworden, emanzipieren sich: sie wollen nicht mehr wie früher Schachfiguren im Spiele der großen Mächte sein, vielmehr ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Zum Abschluß gekommen sind diese Entwicklungen noch nicht: alles befindet sich vielmehr im Fluß. Aber heute schon ist die Lage von Grund aus eine andere geworden. Bei den zum Teil in ihrer letzten Tragweite noch nicht zu übersehenden Ereignissen und ihrer möglichen Auswirkung in weltpolitischer Hinsicht erscheint ein Gesamtüberblick über diese Geschehnisse von allgemeinem Interesse, ein Lieberblick, der, ohne allzu sehr auf Einzelheiten einzugehen, die großen allgemeinen Linien der Entwicklung sest- hält und auszeigt. Von der zweifellos weittragendsten Bedeutung ist der Umschwung, der sich in China vollzogen hat und noch vollzieht. Der Bürgerkrieg und die Unruhen, die seit siebzehn Iahren, seit dem Sturze der letzten Kaiser-Dynastie, mit mehr oder minder großer Heftigkeit das Reich der Mitte durchtobten und erfchütterten, sind so gut wie erloschen. Seit dem Einzug der Südtruppen in Peking, im Frühsommer des Vorjahres, ist der Feldzug, den die Rationalregierung in Banking zur Einigung Chinas betrieb, zum Abschluß gekommen, zumal sich jetzt auch die mandschurischen Provinzen der Regierung in Ranllng unterordnen wollen. Heute gibt es in China nur noch eine Regierung, die Reichsregierung in Ranking, wenn ihre Desehlsgewalt sich schließlich auch nicht vergleichen läßt mit der unserer europäischen Regierungen, schon im Hinblick auf das gewaltige Reich, das nach seiner Ausdehnung und nach feiner Dolkskrast sich nichts mit einem der europäischen Staaten vergleichen läßt, fonbem höchstens mit der Gesamtheit unseres Kontinents. Seither ist die chinesische Regierung unter der tatkräftigen Leitung des neuen Reichspräsidenten Tschiang-Kai-Shek mit dem inneren Ausbau des Reiches beschäftigt: Reformen aller Art auf dem Gebiete der Verfassung und Verwaltung, des Steuer- und Finanzwesens, des Verkehrs und der Wirtschaft find im Gange, um zunächst daS eigene Haus in Ordnung zu bringen. „UnD gleichzeitig bereitet das neue China die Lösung der großen Probleme der auswärtigen Politik vor, die ihm aus der Vergangenheit erwachsen. In der Hauptsache handelt es sich um die Aufhebung derungleichen Verträge. Lind die Erfolge in dieser Hinsicht find bereits überraschend groß. Bald nach der Riederringung Der inneren Gegner kündigte der chinesische Außenminister Wang in einem Rundschreiben an die Mächte alle bereits abgelaufenen Verträge und stellte die Annullierung der noch laufenden in Aussicht, Schritte, die zu Konflikten mit einer Reihe von Mächten, so namentlich von Frankreich und Iapan, führten. Aber die Entwicklung war nicht auszuhalten. Roch zögerten die europäischen Mächte, den letzten Schritt zu tun, als die Vereinigten Staaten aus ihrer Reserve heraustraten und mit China den Vertrag vom 25. Iuli 1928 abschlossen, in dem sämtliche Zollverträge der beiden Mächte für ungültig erklärt, die Zollhoheit Chinas und der Grundsatz der Meistbegünstigung anerkannt wurde Deutschland, das fein Verhältnis zum neuen China als e r ft c Großmacht bereits im Iahre 1921 geregelt, auf das Recht der Exterritorialität verzichtet und die chinesische Zollhoheit anerkannt halte, folgte mit einem Zusatzvertrag, der ebenfalls die Meistbegünstigung bestimmte. Die so einmal geschlagene Bresche erweiterte sich schnell. Auch andere Staaten. Frankreich, Belgien, Schweden, Holland und Dänemark, einigten sich mit China, und schließlich erkannte am 19. Dezember vorigen Iahres auch England in seinem Vertrag mit der Ranking-Aegierung die chinesische Zollhoheit an. und der diplomatische Vertreter Englands. Sir MUes-Lampson überreichte der Ranking-Regierung fein Beglaubigungsschreiben. So ist heute die Rationalregierung in Ranking der anerkannte, gleichberechtigte Verhandlungspartner der europäischen Mächte geworden. Lediglich Iapan ist die einzige Großmacht, die ihr Verhältnis zu Ranking noch nicht geregelt hat. Bei Japan geht es um seine Interessen in der Mandschurei: aber eS mehren sich die Anzeichen, daß auch Iapan seine intransigente Politik gegenüber dem neuen China nicht ins ilferlofe fortsehen will. In der Erkennttns, dah die anderen Mächte ihm schließlich in China wirtschaftlich das Wasser abgraben wurden, wenn es nicht ebenfalls zu einer Einigung mit den neuen chinesischen Machthabern käme, wird auch Iapan den Verhandlungsweg beschreiten. Wenn auch noch manches zu tun übrig bleibt, und namentlich nach den letzten, schwer überprüfbaren Rachrichten aus China noch nicht zu übersehen ist. ob Tschiang-Kai-Shek und die Rankinger Zentralregierung sich gegen reformfeindliche ®e- nerale endgültig durchsetzen werden, so ist doch die Hauptbrefche geschlagen und als gleichberechtigter Staat steht ein unabhängiges China den anderen Mächten gegenüber. Der Prozeß der Emanzipation von der Bevormundung Der Großmächte, der jetzt in China eine entscheidende Wendung genommen hat, läßt sich in gleicher Weise im Rahen Osten, in Der Angora-Türkei, in Persien und in Afghanistan verfolgen. Durch den Frieden von Lausanne hat die Türkei Mustapha Kemal Pascha- al- Eine neue Aktion Amanullahs. Moskau arbeitet in Afghanistan. London, 23. März. (WTB. FunkspniH.) „Daily Telegraph" berichtet aus Peschawar: In Afghanistan haben neue Kämpfe begonnen. Amanullah hat zur Einleitung seines Feld' ; uges eine kleine Streitkraft mit Artillerie aus Kandahar nach Kelati-Gilzai entsandt. In der Nähe von Mokur kam es zu einem Zusammenstoß mit einem Stamm, Der unter Berufung auf seine Neutralität den Durchzug Der Truppen nicht gestatten wollte. Beide Seiten erlitten Verluste. Ein Kamps zwischen Gilzais, die Amanullah unterstützen, und Hazaras, Die Anhänger Bacha-i-Sakaos sind, war ür beide Parteien sehr verlustreich. Der Afridi- Stamm erließ ein Ultimatum, in Dem es heißt, nur ein Mann von königlichem Blut werde ihm als König annehmbar. fein. Nadir Khan, Amanullahs Gegner, der sich in Matun an der Ostgrenze Des Landes südöstlich von Kabul befindet, hofft Die Stämme zu sammeln und aus Gardez zu marschieren. Der Korrespondent ist Der Ansicht, daß Rußland einen wichtigen Einfluß auf Die Gestaltung des Schicksals Afghanistans ausübt. HeratundKan - dahar seien Die beiden Mittelpunkte, Denen sich Die Aufmerksamkeit der Sowjetregieruna zuwenDe. Ersteres sei teilweise^ Das zweite ganz für Aman- ullah. Die Dortigen Stämme seien jedoch nicht stark genug, um es Amanullah zu ermöglichen, auf Kabul zu marschieren, aber Der sehr wichtige Mohmand» stamm habe sich auch für Amanullah erklärt. Diese Unterstützung sei, wie behauptet werde, durchDer- tetlu ng großer Geldsummen und Der- sprechungen weiterer Zahlungen gesichert worden. Das Geld stamme nicht von Amanullah, der nicht über großen Reichtum verfüge, sondern aus einer auswärtigen Queue, nämlich Moskau. Oie Bevötterungskrise in Frankreich. Die Folgen der niedrigen Geburtenziffer. Fast drei Millionen Ausländer. Paris, 22. März. (WTB.) Der französische Senat hat Die Beratung der Interpellation des Senators Merlin über Die Maßnahmen zum Schutze Der Volksgesundheit und zur Be- kämpsung Der Bevölkerungskrise durch Annahme einer Tagesordnung beendet, in der unter Hinweis auf die schweren Folgen Der niedrigen Bevölke- rungs- und Geburtenziffer in Frankreich auf die wirtschaftliche, finanzielle und internationale (ung des Landes Der Regierung Das Vertrauen zum Ausdruck gebracht wird, Daß sie ein Programm zur Hebung der Volksgesundheit entsprechend den Drin- genDen BeDürsnissen Des LanDes einbringt. In Der Debatte machte Senator Merlin folgende statistische Angaben: Die Bevölkerung Frankreichs beläuft sick) nur auf 40000 000 Einwohner, wovon man noch 2 730 000 auf französischem BoDen lebenDe Ausländer ab zieh en müsse, während die Bevölkerung Deutschlands 63 000 000 Einwohner und die Italiens 42 000 000 "betrage. Die Geburtenziffer in Frankreich halte sich auf dem Durchschnitt von 18,1 v.H., in Deutschland auf 18,3 v.H. und in England auf 17 v.H. Man müsse aber bet Der französischen Durchschnittsziffer berücksichtigen, daß Die in Frankreich lebenden SluslanDcx, namentlich die Italiener und die Polen, dazu beitrügen, den Durchschnitt Der französischen Geburtenziffer zu erhöhen. Hinsichtlich der Totgeburten stehe Frankreich in Europa an erfter Stelle. Die Sterblichkeit betrage in Frankreich zwar nur 16 v. H., aber in Deutschland noch bedeutend weniger, nämlich lli v.H. und in Dänemark sogar nur 10 o. H. Wenn Frankreich sich in Der gleichen Lage befinDen würde, würde sich seine Bevölkerung nicht um 60 000, sondern um 200000 Menschen im Jahre vermehren. 5 5.^5 5 ■ gesetzt. Diese im Interesse der deutschen Luftfahrt außerordentlich bedauerliche Tatsache, Die zur Folge haben wird, Daß auch Die Deutschen ßänDer und Kommunen sich Dem Luftverkehr gegenüber reservierter als bisher verhalten werben, steht in krassem Gegensatz zu Dem AuswanD, Den alle anderen Länder für ihre Luftfahrt betreiben. So hat Frankreich z. B. 376 Millionen Mark in seinem Etat für Die Luftfahrt ausgeworfen, der amerikanische Luftfahrtetat beträgt 67,37 Millionen ~ ' * glische Luftsahrthaushalt ist Mark angesetzt. Die Gründe ganifation Der Armee und Der Verwaltung sowie auf Den Ausbau Der Verkehrswege beschränkt. Stärkere Zentralsierung Des Verwal- tungs-, Steuer» und Finanzwesens nach europäischem Muster, Schaffung eines zuverlässigen und Disziplinierten Heeres mit einer FrieDensstärke von 60 000 Mann, Bau Der großen trans- persischen Eisenbahn vom Kaspischen Meer Über Teheran nach Dem Persischen Golf sind hier Die markantesten Ereignisse. Am raschesten vollzog sich Die politische und kulturelle Umwandlung in Afghanistan. Unter Den auf seinen Auslandreisen gewonnenen Eindrücken wollte König Amanullah das Reformwerk in seinem Lande in noch schnellerem Tempo als bisher durchführen. Dabei ist er zum Teil zu drastischen Maßnahmen geschritten, wie die Verurteilung und Hinrichtung jener Persönlichkeiten, die sich feinen Reformbestrebungen widersetzten. Daß es bei diesen vielfach etwas überstürzten Reformbestrebungen nicht ohne Schwierigkeiten abgeht, daß starke Rückschläge nicht ausbleiben, ist ohne weiteres erklärlich. Die Träger der antirefor- merischen Gegenbewegung, die in Der Hauptsache aus religiösem und nationalem Eifer resultiert, sind jene Kreise, Die bisher in Den Ländern Den größten Einsluß gehabt haben. Zur Zeit ist Die resorrnfeindliche Bewegung am stärksten in Afghanistan: ob Der König schließlich doch Die Oberhand gewinnen und der Schwierigkeiten Herr werden wird, ebenso wie es Kemal Pascha und Riza Khan in der Türkei und in Persien gelungen war, die widerstrebenden Elemente zu bewältigen, erscheint angesichts Der letzten Phasen in Der Entwicklung Afghanistans immerhin zweifelhaft. 8. Dezember 1919 erzwang. Schließlich hat sich Persien unter Der Herrschaft Des vom gemeinen Soldaten zum Schah aufgeftiegenen Riza Khan sowohl vom russischen wie vom engllschen Einfluß frei gemacht. In allen Drei vorderasiatischen Staaten, in der Türkei, in Persien und in Afghanistan sind im letzten Iahrfünst Die Diktatoren Kemal Pascha, Riza Khan und Amanullah mit der gleichen Energie daran gegangen, ihre Länder von Grund auf aus zu reformieren. Und diese Reformtätigkeit läuft hinaus in erster Linie auf eine rasche Angleichung an Europa mit Dem Gedanken, der drohenden Herrschaft des Abendlandes durch Die Uebernahme dessen zu begegnen, in dem man mit Recht oder Unrecht Den eigentlichen Faktor seiner Macht vermutet. In der Türkei waren Die Einführung Der Lateinschrift an Stelle Des Arabischen unD Die Modernisierung des gesamten religiösen Lebens die bedeutungsvollsten Schritte der letzten Zeit auf Dem Wege zur Europäisierung, nachdem schon vorher das Khalifat abgeschafft. Die Trennung von Kirche und Staat Durchgeführt unD das Schweizer Privatrecht eingeführt worden war. Was insbesondere die Reform Des religiösen Lebens anbelangt, so sollen unter anderen nach Vorschlägen der theologischen Fakultät der Universität Konstantinopel Gesänge, Gebete und Predigten reformiert und dem praktischen Leben angepaht werden, wie auch Die Moscheen ähnlich wie Die christlichen Kirchen auSgeftattet »iL», v v fr 2,c M 5 „2.3 -»7^52- MW ? 2.- A e - * 2 fr ” Ossi ~ V* jMzhrts "fr 2- 5.3' -S 2 o 2-2 3 5 2. ’S"«: -9 3.$ fr '5 »s * m 2=gc ° n ’ J fr * A SZ-SS- L na, b — R Ö1 _ Washington, 22.Mär,. (WB.) Präsident 0 o o o c r proklamierte heute die neuen Einwan- derungsquoten. Er bemerkte dazu in einem Kommunique: Der Justizsekrelar hat erklärt, die Pro- klamalion sei durch das Gesetz zwingend vorgeschriebcn. Mir bleibt daher nichts anderes übrig, als getreu meiner Amtspflicht das Gesetz zur Ausführung zu bringen. Ich tue es ungern, muß aber als Präsident noch peinlicher als andere Die Gesetze achten. Die neuen Quoten werden am 1. Iuli in Kraft treten, falls der Kongreß nicht inzwischen anders beschließt. • wie in Senatskreisen verlautet, beabsichtigen d \ e republikanischen Frattionsvorsihen- den beider Häuser des Kongresses die Aufhebung der vom Präsidenten gegen feine innere Ueberjeugung pflichtgemäß proklamierten neuen Linwanderungsquotenregelung in der außerordentlichen Session durchzusehen. ,°21n3a.i inne®-« H13 3 a °«zzM? s Ä " 2 .E 3 2.^2. 0 Q = W 2 N 5 := ==o . S --.tzsZ - er 2-5SLg6> WH LZ ö g ? ^2 5.°, F 2 fdSrf" 2 ‘ ? fiü ft Sstygo5 Sw5» SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen fea £ = = 3* ** * 3 * * * * * * * fr* „5 2*11 Sr, fr- '2 2 rSo ES s i .33g axa2.e haahs ?S.o-3?ac3 2 5 19 ' 2?^frO= ° ~D S'Szn ye^fr? 18 C3 " 11 • n S Sachsen ohne Parlament. Der Staatsgerichtshof erklärt die LandtagSwahle« für ungültig. Leipzig. 22. März. (WD.) Der Staats- gerichtShof des Deutschen Reiches verhandelte heute unter dem Vorsitz deS ReichS- gerrchtspräsidenten Dr. SimonS die verfassungsrechtliche Streitsache der sozialdemokratischen Fraktion des Sächsischen Landtages und deS Landes Sachsen über die Gültigkeit der sächsischen Landtagswahlen am 31. Oktober 1926. Entsprechend dem Anträge der sozialdemokratischen Fraktion fällte der StaatsgerichtS- hof die Entscheidung: Die Wahlen vom 31. Oktober 1926 zum Sächsischen Landtage sind ungültig. Die Regierung des Freistaates Sachsen ist verpflichtet. Reuwahlen herbeizuführen. Die Reichsverfassung habe nur eine Bestimmung über das Landtagswahlverfahren, nämlich den Artikel 17. Wenn ein Landtagswahlgesetz diese Bestimmung verletze, so sei das auf Grund dieses Wahlverfahrens gewählte Parlament auf einer fehlerhaften Grundlage entstanden. Die sächsische Regierung wird sich, wie verlautet, in einer für morgen einberufenen Kobinettssitzung mit dem Urteil des Staatsgerichtshofes beschäftigen. Ebenso sollen die Schritte beraten werden, die sich als Folge dieses Urteilspruches für die sächsische Regierung nunmehr ergeben. Die Lage ist verfassungsrechtlich insofern besonders schwierig, als die Rs° gierung nach der sächsischen Verfassung den Landtag nicht auflösen kann, sondern dieser auf Grund des Urteilsspruches als überhaupt nicht existierend anzusehen ist. Die gesetzgeberischen Arbeiten sind damit bis auf weiteres vollkommen ins Stocken geraten. Es kann weder der Etat noch auch ein Notetat beraten und verabschiedet werden. Ein Sund „Volksnalionaler Industrielles. Berlin, 23. März. (Priv.-Tel.) Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, sind die schon vor längerer Zeit eingeleiteten Versuche des Iungdeutschen Ordens, auch in der Industrie Fuß zu fassen, soweit fortgeschritten, daß nach den b:sher'gen Dis-ositionen Mit e der kommenden Woche eine Vereinigung gegründet wird, die den Titel .Bund Dolksnativnaler Industrieller^ tragen soll. Ungefähr 200 Industrielle der Fertigwarenindustrie aus allen Teilen Deutschlands haben sich zusammengetan und wollen, wenn auch nicht in direkter Verbindung mit dem Iungdeutschen Orden und seiner voll-nationalen Aktion, so doch gleichsam eine Art wirtschaftspolitischer Parallel- vrganisation schassen. Die Gründung soll in Berlin stattfinden. Es scheint also dem Jung- deutschen Orden gelungen zu sein, parallel mit seiner volkZnationalen Organisation auch in der Industrie Anklang und Unterstützung zu finden. Gleichzeitig hat man aber auch versucht, mit gewissen Arbeitnehmerkreisen, wie ärn von Hülsen geleiteten christlich-sozialen Arbeiterschaft und dem Gewerk- sch.aftsring, der von dem Abgeordneten L e m m e r geführt, der Demokratischen Partei vahesteht, Fühlung zu nehmen. Gegen HilferdingS Steuerprogramm. EinePräsidialtaguug des ReichsverbaudeS der deutschen Industrie. Berlin. 22. Marz. (WB.) Bor dem Präsi- dium des Reichsverbandes der Deutschen Industrie sprach der Vorsitzende des Steuerausschusses des R.ichsverban'. es. Direktor Dr. Haust» m a n n. über den gegenwärtigen Stand und die Entwicklungslinien der industriellen Finanz- und Steuerpolitik. Sr legte im einzelnen die Rvtwendigkeit dar. daß die Industrie die Etats von Reich, Ländern und Gemeinden kritisch betrachten und nach großen GesichtspunktenA u s- gabensenkungen aufzeigen müsse, durch die für fühlbare Steuersenkungen insbesondere auf dem Gebiete der besonders drückenden direkten Steuern der Weg gewiesen wird. Daneben müsse alsbald die grundsätzliche Frage erörtert und Vorschläge gemacht werden, inwieweit das deutsche Haushaltsrecht grundlegend umzugestalten ist. Schließlich würdigte der Redner das Steuerprogramm der ReichSregie- rung kritisch und unterstrich nochmal- den Standpunkt der Wirtschaft, daß die vorgesehenen Steuererhöhungen grundsätzlich abzulehnen seien. Der Hessische Landtag geht in die Ferien. Eine Entschließung fordert Reichshilfe für das besetzte Gebiet. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10.30 älhr. Die Minister sind vollzählig erschienen. Die Bänke der Abgeordneten weisen dagegen erhebliche Lücken auf. Zu Beginn Oer Sitzung stimmte das Haus mit Ausnahme der Kommunisten einmütig folgender Entschließung über das besetzte hessische Gebiet zu: „Der Hessische Landtag verfolgt mit lebhaftestem Interesse die das besetzte Gebiet ber^rend« außenpolitische Entwicklung. In dem heißen Wunsche, daß die Räumung bald erreicht werden möge, ist sich das ganze Hessenland einig, das unter der Besetzung bekanntlich stärker leidet, als jedes andere deutsche Land. Fälle wie der des Technikers Hensel in Mainz, dessen eidliche Aussagen über schwere Mißhandlungen bei der Vernehmung durch Beamte der Sürätö auf Grund der Ermittlungen über den Hergang und die Person des Mißhandelten einen Zweifel an ihrer Richtigkeit nicht zulassen, beleuchten blitzartig den schweren Druck, unter dem die Devölkerung des besetzten Gebiete« noch immer steht. Der Hessische Landtag erwartet, daß von den amtlichen Stellen deS Reiche- und eds Landes alls, was möglich ist, g- schieht, um die Wiederholung derartiger Vorkommnisse zu verhindern. Der Hessische Landtag erwartet aber auch, daß in finanzieller Hinsicht gerade dem besetzten hessischen Gebiet vom Reich so weitgehend geholfen wird, als eS unter Berücksichtigung der finanziellen Schwierigkeiten irgend möglich ift Die Richtberücksicütigung Hessen- an den für die Grenzgebiete auSaeworfenen Aeichs- mittela muß angesichts der schweren Wirtschaft- Oie Einheitswerte in der Besteuerung der Landwirtschaft. Oer Reichsfinanzminister gegen die Anträge auf Senkung der Einheitswerte. Berlin, 22. März. (DDZ.) Der Steuerausschuß des Reichstags befaßte sich mit den Anträgen zur Aenderung der Einyeitswerte für die Landwirtschaft. Abg. langen (Dem.) be- gründete einen Antrag, landwirtschaftlichen Kulturboden zur Vermögenssteuer nu r m i t 5 0 v. H. des überprüften Einheitswertes anzurechnen und das Inventar der Pächter nur mit 10 statt 20 o. $>• Abg. Herold (Ztr.) beantragte eine Ueberprü- fung der Einheitsbewertung, eine Herabsetzung des Einheitswertmultiplikators auf 15, Herabsetzung der Pauschalsätze für nicht buchführende Landwirte und Maßnahmen zur Derbesierung der Feststellung der Einheitswerte. Abg. Dr. Fisher (Dem.) beantragte eine Anweisung an die Finanzämter, auf Antrag des Steuer» pflichtigen bei Festsetzung des Einheitswerles noch nachträglich den Ertrag des Grundstücks zu berücksichtigen, wenn der Antragsteller nachweift, daß die Nichtberücksichtigung zu einer besonderen Unbilligkeit geführt hat. Reichsfinanzminister Hilferding. führte u. a. au«, daß der von den Demokraten eingebracht Senkungscmtrag allein hinsichtlich der Landwirtschaft einen Vermögenssteuer- ausfall von etwa 40 bis 50 Millionen ergeben würde. Da« sei aber Int Hinblick auf die gegenwärtige Finanzlage des Reiches völlig untragbar. Daß bei der Bewertung in einzelnen Fällen gewisse Härten borge» kommen seien, wolle er nicht bestreiten. Eine Lleberprüfung der Einheitswerte für den gegenwärtigen Zeitraum komme selbstverständlich keineswegs in Betracht, da die stark beschäftigten Finanzämter dieser Aufgabe nicht gewachsen wären. Dagegen würde die Bewertung f ü r den nächsten Zeitraum überprüft werden. Bei der Landwirtschaft erfolge die Lleberprüsung zwangsläufig dadurch, daß der Dewertungsbeirat für jeden neuen Feststellungsraum die Vergleich s b e t r i e b e neu zu bewerten habe, wöbet er übrigen- andauernd bestrebt sei, die Zahl dieser für dte ganze Bewertung maßgeblichen Betriebe zu vermehren; bei bem städtischen G run dbesitz werde man für den nächsten Zeitraum ernstlich bemüht sein, von der Zugrundelegung de- Wechrbeitragswertes als Ausgangspunkt loszukommen. — Im übrigen sei es nicht so, wie behauptet werde, daß die Einheitswerte über die Reichsvermögenssteuer hinaus ein weitgehendes Anwendungsgebiet hätten. Insbesondere gelten sie nicht für die Rentenbankbelastungen und — abgesehen von Sachsen. Mecklenburg-Schwerin und Braunschweig — auch nicht für die Grundsteuer. In den Fällen, in denen die Einheitsbewertung 1928 für den Steuerpflichtigen eine unbillige Härte dqrstelle. werde durch entsprechenden DilligkeitLerlaß entgegengekommen werden. Ministerialdirektor Zarden. vom Rcichsfinanzministerium trat der Behauptung entgegen, daß bei den landwirtschaftlichen Grundstücken die Werte erheblich über den Ertrags- werten und den Kaufpreisen lägen. Bei den besten Böden sei eine Senkung, bei den mittleren ein Stehenbleiben und bei den schlechten Böden eine Erhöhung der Werte festzustellen. Der Regierungsvertreter wandte sich im übrigen dringend gegen den demokratischen Antrag, die landwirtschaftlichen Betriebe für die Vermögenssteuer mit dem halben Einheitswert anzusetzen, zumal von den übrigen Dermögensbesitzern entfpre« chende Forderungen gestellt werden würden. Das Ergebnis würde schließlich auf eine Halbierung der Vermögenssteuer hinauslaufen. Nach weiterer sehr ausgedehnter Debatte, an der sich die Vertreter aller Parteien beteiligten, wurden sämtliche Anträge bis noch Vorlegung der Denkschrift durch die Reichsregierung zurückgestellt. Mit den Stimmen der Sozialdemokraten, der Demokraten, des Zentrums, der Bayerischen Volkspartei und tyr Wirtschafts Partei wurde dann eine Entschließung angenommen, die sich für Herabsetzung der Einheitswerte ausspricht, aber nach den Erklärungen des Reichsfinanzministers die Reichsregierung nur ersucht, die erforderlichen Maßnahmen zum Ausgleich unbilliger HSr- ten mit tunlichster Beschleunigung zu treffen und darüber dem Steuerausschuß alsbald zu berichten. lichen Schäden, die die neue Reichsgrenze im Westen auch für daS besetzte hessische Gebiet mit sich gebracht hat (z. D. stärkste Absatzverluste in Elsah-Lothringen und im Saargebiet), als eine unbegreifliche Zurücksetzung des Landes angesehen werden, gegen die der Landtag mit Rachdruck Einspruch erheben muh. Dem besetzten Gebiet Hessens muß ein Ausgleich für diesen Fall werden durch stärkere Berücksichtigung bei der Verteilung sonstiger Fonds. Insbesondere fordert der Hessische Landtag, daß bei der bevorstehenden, vom Reichstag einaelriteten umfassenden Hilfsaktion das besetzte hessische Gebiet besonders bedacht wird." Alsdann begründete Abg. W e f p (Zentr.) einen Antrag auf Herabsetzung der Altersgrenze auf 60 Jahre und Erhöhung der Rente der Invalidenversicherung. Der Antrag wurde angenommen. Ein Bauernbundantrag, der die möglichste Ausschaltung des überflüsfigenZwischen- Handels bei staatlichen Lieferungen und die bevorzugt« Heranziehung der hessischen Wirtschaft bel Staatsausträgen verlangt, wird angenommen. Die Regierung wird ferner ersucht, sich bei der Reichsregierung für eine Zahlung der Waisenrente wieder bis zum 18. Lebensjahre ein- zusetzen. Für die Fortsetzung der Sicherungsarbriten am Darmstädter Schloß werden 160 000 Mk. bewilligt. Gegen die Stimmen der Rechten wird die Regierung ersucht, bei jeder Neuregekuna der Löhne der Forstorbeiter die Allgemeinoerbindlichkeit herbeizuführen. Abg. Houry (D. Vp.) beantragt, bei HolzverkSufen durch den Staat wie vor dem Kriege zinslose Stundung bis zum Ende des Rechnungs- jahres zu gewöhnen. Der Antrag wird abgelehnt. Ein abgemitberter Antrag wird der Regierung als Material überwiesen. Alsdann wird das Gemeindebeamten-' gefetz in zweiter Lefuna verabschiedet. Als Arbeitgeberdorlehen für Be* omtenwohnungen werden 400 000 Mk. bereitgestellt. Alsdann berät man eine Aenderung zum G c -- meindeumlagengesetz hinsichtlich der Filialsteuer. Abg. Dr. Niepoth (D.Dp.) gibt aus Gründen steuerlicher Gerechtigkeit die grundsätzliche Berechtigung einer Filialsteuer zu. Die Regierunas- Dortage, Die die Filialsteuer auf 100 v. H. der Gewerbesteuer begrenzt, findet einstimmige Annahme. Die Regierungsvorlage über vermehrten Schutz der Heilquellen zur Sicherung der Sprudel in Dad-Rauheim und der Entnahme von kohlensäurehaltigem Quellwosser für die öffentliche Hand wird debatteloS angenommen. Die Regierung erhält einstimmig die nachgesuchte Ermächtigung, die bereits früher bewilligten Mittel für Maßnahmen der werteschaffenden Er- werbslosenfürsorge im Restbeträge von 1 438 000 Mk. verwenden zu dürfen. Damit war die Tagesordnung erledigt. Präsident Delp teilte mit. daß die Ausschußarbeiten gleich nach den Osterfeiertagen beginnen werden. Da« Plenum werde aber wahrscheinlich erst nach Pfingsten zusammengerufen Werdern Mit den besten Osterwünschen für die Abgeordneten schließt er bann die Sitzung. Aus alter Welt. Der Mord auf Schloß Zannowitz. Die Untersuchung des Mordes auf Schloß Ianno» witz ist insofern in eine neue Phase eingetreten, als das 2anbe9frhninaIpoIUeiamt Berlin auf Ersuchen des Untersuchungsrichters beim Landgericht Hirschberg die Entsendung von Berliner Kriminalbeamten angeordnet bat Kriminalpolizeirat Hoops, Kriminalkommissar Günther Braschwitz und ein weiterer Beamter haben sich nach Hirschberg begeben. Noch dem visherigen Stand der Untersuchung erscheint es ausgeschlossen, daß in absehbarer Zeit eine Aufklärung der Iamio- witzer Vorgangs erfolgen Tann. Die Vernehmung des Grafen Christian Friedrich ist zu Ende geführt worden Wie es heißt, hat Graf Christian auch weiterhin daran festgehalten, daß er am Tode seines Vaters unschuldig sei. Authentische Mitteilungen über das Ergebnis der Vernehmung liegen allerdings nicht vor. Nachmittags wurden der jüngere Bruder des Ermordeten, Graf Karl zu Stolberg-Wernigerode, und die erwachsene Tochter, Gräfin Antonie durch den Untersuchungsrichter vernommen. In den Kreis der Ermittlungen in Iannowitz wird folgendes Vorkommnis gezogen: Es haben sich Zeugen gemeldet, die beobachtet haben wollen, wie ein Motorradfahrer etwa eine Halde Stunde vor der Tat ein Motorrad am Bahnhof Iannowitz In Verwahrung gab und nach dem Schloß zu ging. Kurz nach der Tat, als bereits Hilferufe aus dem Schlöße drangen, wollen dieselben Leute beobachtet haben, wie der Betreffende am Bahnhof wieder fein Motorrad bestieg und in Richtung Hirschbera davon fuhr Einige Zeugen wollen bekunden, daß sie den Betreffenden genau kennen und auch genau misten, daß er i m Schlosse ein- und ausging. Weiter wird berichtet, daß am Freitagnachmittag beim Untersuchungsrichter ein intimer Freund und Verwandter des verhafteten Grafen Christian, der Grundbesitzer Baron Karl von Haugwitz, erschienen fei unb eine Sprecherlaubnis mit dem Verhafteten verlangt habe, die er auch erhielt. Graf Christian habe aber erklärt, daß er ihn nicht sprechen wolle. Baron Haugwitz erklärte: ,Ich kenne den Grafen Christian gut und empfand es daher als eine Notwendigkeit, ihn zu sprechen. Eines Mordes halte ich ihn für nicht fähig. Ich glaube eher, daß er irgend eine dritte Person schützt. Ich kann mir auch denken, wer diese Person fein könnte." Einen Namen zu nennen, lehnte der Baron ob. Schwerer Tornado in den vereinigten Staaken. Gin schwerer Tornado hat Rord-Carvlina und die benachbarten Staaten heimgesucht und große Verheerungen auf einem 50 Kilometer langen und 400 Meter breiten Geländestreifen angerichtet, der zwischen Wilson und Stantvnsburg liegt. Aus dieser Strecke wurden viele Farmhäufer zerstört. $ie telephonischen und telegraphischen Verbindungen sind unterbrochen, und die AutoomnibuSlinien über Land wurden zum großen Teil lahmgelegt, doch kamen keine Menschen zu Schaden. In Calhoun im Staate Georgia wurde eine Schule während des Unterrichts abgedeckt und zerstört, die Schulkinder konnten jedoch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. In der Rahe von Gastonviüe wurden verschiedene Gebäude zerstört und fünf Personen verletzt. Die Orte Merillton und Maxwelltown in Alabama find verwüstet und in Merillton über 30 Gebäude zerstört worden. Dabei find zweiPersonen getötet und etwa 20 schwer verletzt worden. In Maxwelltown wurde die Kirche zerstört und ihre Trümmer zum Teil eine halbe Meile weit weggetragen. Vrobefahrl de» „Graf Zeppelin". Unter Führung von Kapitän Flemming ist das Luftschiff „©raf Zeppelin" Freitag gegen 14.30 Llhr nach einer längeren, durch die Generalüberholung des Schiffes bedingten Pause zu einer Probefahrt mit einigen Gasten an Bord «ufgefhegen. Während der Fahrt wurden die Orte um den Bodensee zwischen Konstanz und Lindau berührt. Um 6 Upt lag daS Schiff wieder in der Halle. Die neuen Einrichtungen, vor allem die neuen Flächenbespannungen am Leitwerk, haben sich gut bewährt. Die Liste der Teilnehmer an der Orientfahrt des »Graf Zeppelin" liegt nunmehr vor. Reben dem preußischen Ministerpräsidenten Braun unb dem Reichstagspräsidenten Löbe nehmen an der Fahrt teil: Ministerialrat Knipser, der württembergische Staatspräsident Bolz, Staatssekretär Dr. S a u 11 c r, Ministerialdirektor Dr. Staudinger, Minister a. D. Keil. Mini- nisterialrat Staiger vom württembergischen Wirtschaftsministerium, Ministerialrat Dr. Kuesgen. Gräfin Brandenstein-Zeppelin . Lady Drummond-Ha h, der tourt- jembergische Landtaaspräsident Pflüger, Korvettenkapitän Fricke, Kapitän z. See 2an«. Stau Stubtt unb Vertreter der Presse. Großfeuer auf einem fränkischen Dorf. 3n Pfeffershofen brach in einem Stadel Feuer aus, das sich mit unheimlicher Geschwindigkeit zu einem verheerenden Großfeuer aus- wuchS und an den Strohdächern reiche Rahrung fand. Insgesamt sind drei Wohnhäuser und vier Rebengebäude ein Raub der Flammen geworden. Sämtliches Mobiliar, Getreide, Futtervorräte und landwirtschaftliche Geräte usw. sind fast restlos mitverbrannt. Das Vieh konnte gerettet werden, nur einige- Kleinvieh ist in den Flammen umgekommen. Der Schaden ist sehr bedeutend. Man vermutet, daß das Feuer angelegt worden ist. Ueberfchwemmungen an der mittleren Donau. DaS Eistreiben auf der Donau oberhalb von Budapest hat fast gänzlich aufgehört. Bei Budapest ist die Donau fast vollständig eisfrei. Die Blätter bringen nähere Einzelheiten über bie äleberschwemmung beiRaghMaros. Danach ist dort die Donau mehr als 5 Meier über ihren normalen Wasserstand gestiegen. Am User stehende Gebäude, Kaimauern, Bäume und andere Objekte wurden von den Eisblöcken glatt wegrasiert. Mehr als hundert HLiser wurden überschwemmt. Der Üeberflutung ist auch ein Mann zum Opfer gefallen, der von den EiSmassen erdrückt wurde. vierzehn Bergleute verschüttet. Sine ungewöhnlich starke Srderschütte- runfl ist morgens gegen 5 älhr in der Stadt Beuchen durch das Zubruchgehen eine- StollenabschnitteS in den unter der Stadt sich hinziehenden Anlagen der Karsten-ZentrumS- Grube verursacht worden. An der Bruchstelle unter Tag wurden 14 Bergleute durch niedergehende GesteinSmassen von der Außenwelt abgeschnitten. Den sofort eingesetzten Rettungskolonnen gelang es, sämtliche 14 Bergleute, von denen zwei einen "Nervenschock erlitten haben, in Sicherheit zu bringen. Während der letzten drei Tage ist die Stadt schon zu wiederholten Malen von ähnlichen Grderschütterungen heimgesucht worden. Generalmusikdirektor Kleiber operiert Der Generalmusikdirektor der Berliner Staate* oper, Erich Kleiber, mußte wegen einer schweren Blinddarmentzündung schleunigst ove- riert werden. Die Operation ist gut verlaufen. Der Zustand des Patienten jedoch sehr ernst, da zu der Blinddarmentzündung eine Bauchfellentzündung hinzugetreten ist. Trotzdem hoffen die Aerzte, daß Kleiber die Krisis überstehen wird. Fünf Todesopfer bei einer Theatervorstellung Bei einer Vorstellung lebender Bilder in einem Vorstadttheater von Havanna fingen die Kostüme einer Anzahl junger Mädchen, die in dünne leichtbrennbare Stoffe gekleidet waren, plötzlich Feuer: 5 Mädchen verbrannten. Siebzig Millionen hören Rundfunk. Im Verkehrsausschuh des Völkerbünde- wurden mtereffante Zahlen über die Verbreitung deS Rundfunks bekanntgegeben. Danach wird die Zahl der Rundfunkhörer auf der ganzen Welt auf 70 Millionen geschätzt. In Frankreich, Belgien, Holland unb Spanien betrug die Zahl der zugelassenen Empfang sapparcte im Vorjahre über 7,1 Million, was einen Zuwachs von 1,4 Millionen gegenüber dem Jahre 1926 bedeutet. In Deutschland wurden zum 1. Januar d. I. 2 635 000 Personen gezählt, die radio- telephonische SmpfangSapparate besitzen. Oie Wetterlage. ISeyäsT ■ff x Freitag. 22. Marz 1929. T aMs. 7=Z GwofltCTioi S"euer, »nein Mdecm • wofw>» e vrckec«. • * Schnee ÄOraooem «Nebel X eewit'«^§)Windiliiic leime- Ost £ -Msjiocr SQdsudwen q storeoOei nordwesÄ 6lz Pfette fließen mrt dem winde. Pie ve> den 5!»krönen j-.ehenae« r»I>- ftn geotn die Temperatur an. Die uman fer»indeo Orte mH Qttichem, eu# neereytiteaw omoe/eeftneteo lufliroct Wettervoraussage Ausläufer des atlantischen Tiefs haben sich zu einer Depression ausgebildet, deren südliche Spitze heute morgen bis über unser Gebiet reicht. Daher ist es auch bei uns zum Auftreten leichter Niederschläge gekommen. Die Winde werden an ihrer Rückseite allmählich nach Nordwesten umdrehen, dabei gehen die Temperaturen etwas zurück. Im Westen ist das Azurenhoch bis nach dem Festlonde hin vorgeftoßen. Wir können daher wieder mit einer Besserung der Wetterlage rechnen. Die Wolkendecke wird bis morgen wieder allmählich durchbrochen, und die Niederschläge werden nachlasien. Wettervoraussage für S .-n. >tag: Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen etwas sinkend, höchstens noch vereinzelt leichte Regenschauer, westliche bis nordwestliche Winde. Wettervoraussage für .on^ tag: Teils wolkig, teils heiter, meist trocken. Lufttemperaturen am 22. März: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 7,9 Grad: am 23. März: morgens 6,7 Grad Celsius. Maximum 13,7 Grad Celsius, Minimum 3,7 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. März': abends -5,3 Grad Celsius; am 23. März: morgens 2,6 Grad Celsius. ~ Niederschlag 0,5 Millimeter. men. Dr. Neumann. Mtzholzversleigerung .38,93 22,98 100 1600 0,86 fm 2.53 „ 1,33 „ 5,17 „ 1,43 fm 1,98 „ Ml • 0,75 fm 20,75 „ 5,98 „ 1/56 „ Eickenreisig, Fichtenreifrg, l-lasse 2 „ 3 .. 4 312 680 4 28 „l Eichea-Abschnitte A. ........ 1 Stück -- ........ 17 „ -- ........ 4 n — ........ 1 „ = 267 ID 5,8 fm 3 „ 2,77 „ 14,61 „ 8,49 „ lf33 „ 17,5 „ 38,66 „ Klasse 3 „ 4 „ 5 » 6 «bschntttr N. .... 6 Stück mit 3,51 fm Saaftartotteln Holländische Erstlinge, Ebsdorfer Joli- perle, Böhms Odenwälder Blaue. Lembkes Industrie liefert als anerkannte 1. Absenten in hervorragend.Qualität Saatgutwirtschaft Otto Rinn, UW, Kr. Gieren 3.ÄL 20,40 „ Reisstangen 0,56 „ Donnerstag, den 28. März 1929, von voL mittag» 10 Uhr, werden aus dem G^ßen-Lindener Gemeindewald verstei- geri\ 2965 D 170 Lt. Fichtcm-Derbstangenl.Kl. 15,30 fm 2.Kl. 18,72 „ SvWsWEslzüeM der Gemeüt-e Oberkleen. Auf dem Wege c»es' schriftlichen Angcbo- te« soll aus dem GckHdindewald Oberkleen olgendes Nutzholz werden: Los 1: 49 BirkieMümme Kl. 1 = 6,00fm. Lo» 2: 30 Artcnslämme Kl. 1 ~ 3,42 fm. LoS 3: 3, ^irlcnstämme ftL 1 -- 4,04 fm. Los 4: 9 ^kcnstämme £L 2 = 2,39 fm. . . 2681D Dos Äusmaß und di^'sortierung entsprechen der neuen preußischen Holzmessungsanweisung. Die Lose werden je tukf) Gebot gesamt oder getrennt zugesHKgcn. Tie näheren Bedingungen, werden tn dem Termin bekanntgegebem Zahlungstermine: */4 bis Iv. 5., /.ms 1. 7.,blS 10. 1929 unb-*/4 bis 1. 1. 1930. Nähere AuSkimst erteilt ZörHkr Große, Oberkleen. Schriftliche, mit der Sluffchchft „Holz- verlaus" versehene Angebote «irnb bi§ Mittwoch, ben 3. AprU 1929, vWirmittags 10 Uhr, dem Bürgermeisteramt au Großrechtenbach einzureichen, wo alsAnn ihre Oefsnung erfolgt. , Großrechtenbach (Kreis Wetzlqj), den 21. März 1929. Der k. Bürgernreister. Ktefern-Abfchnitte. Klasse 2b........ 2 Stück mit 3a ,«».».» 2 n „ : 3b........ i Zusttt^merckunft vormittags 10 Uhr an der KreDstraße Gießen—Leihgestern (23in* kelschneiU). Große^n-Linden, den 22. März 1929. Äffische Bürgermeisterei. ‘ Lang» Sie husten nun schon Wochrn lang deshalb müssen Sie endlich etwas ordentliches btt» oeae» tun. Nehmen Die alle 3 bis 4 Stunden ’/»©(;* löffel voll tzaauvtn, da« Die mit genauer Be- schretbung tn Avoibeken croalten.____________'4™JV b.i Grippe, Influenza o. & «rköttun-rkraNchrlUN habe, sich Coflot-lo, bktten hervoeeogend bewahrt. 3m flnfengiiteblem genommenserschwtnden bi« Kron!l}eit»trM}tinungfii iofort Cent netorklUt Bf|tätlgnng sind innerhalb 6 monoten mehr eis Iwo Sulachtrn elkln aus A*jto tcrljcn tlngcgangtn, öarunt«t eon namhaftto Prof, a. aus ersten Kllsitte n. Krantenan|talttn. «der. rafchendc «rfolget Zragen Sie 3l)t«n flrjt! Cogal ift in alte, Apotheken erhältlich. Preis HL 1.40 X* 1W Llttu 0,46 Chf □ 1 n, 74J Add. oceUeL «d 100 atn/L SaWiHlons-BolroeiW. Aus hessischen Staats- und Gemeinde- Waldungen kommen zum Submissions- Ltammhol; (Langholz und Abschnitte): Eiche 2444 fm; Esche 83 fm; Hainbuche 66 fm; Ulme 70 fm; Erle 468 fm; Linde 50 fm. . Autzscheitl)0l;: Eiche 40 rm; Hainbuche 119 rm; Erle 209 rm. Tas Nähere geht aus dem Holzverzetch- nis hervor, das ebenso wie die Zahlung!- bedingungen und Angebotsvordrucke aus Anfordern kostenlos von unserem Sekretariat bezogen werden kann. Gebote und verschlossen mit der Aufschrift „LubmissionShotzvertanf aus Staats- enb Gemeindewald am 17. April 1829" bis spätestens Mittwoch, den 17. April b. 3d., vormitta-S 9V_> Uhr, bei unserem Sekretariat, Mathildenplatz 20, Zimmer 78b, einzureichen. Gebote, die nach diesem Termin entlaufen, werden nicht berücksichtigt. . Für jebeb Forstamt bzw. »edc Gemeinde, jede Holzart und jedes Los ist ei« besonderer «ngebotbvordruck zu benutzen. 2^7^*D Oefsnen und Sortieren der Gebote: Mittwoch, den 17. AprU d. Js., vormittags 10 Uhr, in Darmstadt, Grafenstraße 18 (Fürstensaal). Anschließend Verlesen der hauptsächlichsten Gebote. Darmstadt, den 20. März 1929. Hess. Ministerium der Finanzen Abteilung für Forst- und «ameralder- waltnug. Brennholzversteigerungen Ser Statt Sichen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: 2668 C A. Mittwoch, den 27. März 1929, 9V3 Uhr beginnend, aus den Abt. 3 a, 10 a, 23, 24, 33 b, 35, 36 a bhö 39 des StadtwaldcS, Försterei Rödgen, 71,2 rm Kiefernscheiter, 10,2 rm Fichtenfcheiter, 2,6 rm Eichenknüppel, 74,1 rm Kiefernknüppel, 1725 Wellen Buchen- und Kiefernreisig, 9 rm Kiefernstöcke. Zusammenkunft-. Grünberger Str.— 4. Schneise. (DaS Holz aus den Abt. 3 a und 33 b wird nicht vorgezeigt.) Z. Donnerstag, ben 28. März 1929, 9% Uhr beginnenb, aus den «bl. 11a onb b «sw. (Kerne- Wald), Försterei Hochwatt, 12,7 rm Buchen-, Eichen- und Kiesern- fcheiter, 16,9 rm Buchen-, Eichen- und Eschenknüppel, 27,1 nn KiesernUrüppel, 120 Wellen Buchenreisig, BAD OEYNHAUSEN c,E ß -z UGSSTATlO^BEDLlN-KOLH/OT^SwVAMSm^g^h^^ySWNFI^UDWDlE^BADEX^PYALTUNG^^ kommt tmb daß Sltoit bangen müssen. Venn lie solche Kinder haben, die unter anderen Umständen hinterher die schnell Fertigen und Frühreifen weit Überholen würden. Aus alle diese Bestrebungen geben die deutschen Familien die Antwort, indem sie immer mehr auf eint hohe Kinderzahl verzichten. Ein Volk kann nur gedeihen, wenn es dem Einzelnen seine persönliche Freiheit garantiert und sie nur da einengt, wo da- unbedingt erforderlich ist. Zum Gedeihen eines Volkslebens gehört auch, daß man die Schwachen schützt und schont. Das alles ist nur möglich, wenn da- Verständnis für daS Geistig-Sittliche, das in jedem Menschen lebt, wieder wach wird und wenn Liebe und Wohlwollen im öffentlichen Leben den Ton angeben. Wahre Liebe kann aber nur da sein, wo der Mensch mit den ewigen Mächten in Verbindung steht. Deshalb muh in einem Volksleben. das gesunden soll, alles geschehen, was die religiöse ©efinnung stärkt. H. B. Der »Tag deS DucheS- in Siehrn. Am gestrigen „Tag des Buches" im ganzen Beicht wurde auch in unserer Stadt dieser bedeutsamen kulturellen Kundgebung in gebührender und würdiger Weise gedacht. 3m Lesesaal der Universitätsbibliothek haben nämlich die hiesigen Buchhandlungen eine Bücherschau her- | gerichtet, die gestern in btt Mittagsstunde der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Eine recht zahlreiche Gemeinde von Buch freunden hatte sich zu der schlichten, aber bemerkenswerten Feierstunde des Geistes eingefunden. Der Univev- sitäts-Oberbiblkothekar Prof. Dr. Fritzsche hielt zur Eröffnung dieser BuchauSstellung eine feine, gedankentiefe Bede über die gewaltige Kulturmission des deutschen Schrifttums und deS guten Buches. Er bezeichnete dabei daS Buch als den stillen und treuen Freund des Menschen, der sich in seinen Feierstunden und fern von TageSlünn oder störenden Zeitgenoffen an dem Quell deS deutschen Geisteslebens erquicken möchte. DaS gute Buch habe jedem, für geistige Werte empfänglichen Menschen unendlich viel zu gehen unb darum sei es gerecht und würdig, daß wir diesen Tag des DucheS begehen und ihn olljährltch wiederholen wolle«. Die Buchausstellung macht in ihrer kla- ren und sorgsam durchdachten Gliederrng einen starken Eindruck. Seitlich der beiden Eingangstüren zu dem Lesesaale begegnet man sehr interessanten Drucken deS 15. und 16. Jahrhunderts die sich im Besitze der UniversitätS-Dibltothek befinden und für diese Schau in anerkennenswerter Weise zur Verfügung gestellt wurden. Weiter bemerkt man je auf besonderen Ttschcn hergerichtet Gruppen für das Schulbuch die Musik, bas kostbare Buch, das wohlfeile Buch, ZugeNbschristen und Kinderbücher, Sammlungen, daS christliche Buch, das moderne Buch und Wissenschaft und Antiquariat. Es ist bter eine sorgsame Auslese des Schrifttums und der deutschen Bücherproduktion der Deffentlichkett vor Augen geführt, die der vollen Beachtuna aller geistig interessierten Mitbürger wert ist. Etn Besuch dieser Ausstellung ist daher warm zu empfehlen. Am morgigen Sonntag wird dte Schau von 11 Uhr an (nicht, wie früher bekanntgeaeben, von 10 U$r an) geöffnet fein. Wer sich eine schone Sonntagsfreude on geistigem Gut bereiten will. Univerfit 5 ts - Perfonallen. Die Privatdozenten an der Lackdesunioersitat Dr. Lothar Hock Dr. Ernst Merker und Dr. Ernst Reu- ning wurden zu außerplanmäßigen außerordent- lichen Professoren ernannt. ** Schulpersonalien. Ernannt wurden der Schulamtsanwärter Jakob Heil aus Köln zum Lehrer an der Volksschule zu Mendorf a b. C., Kreis Gießen: der Schulamtsanwärter Heinrich Schaaf aus Büßfeld, Kreis Alsfeld, Sum Lehrer an der Volksschule zu Grüningen, Kreis Gießen; alle mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an. ** Personalien. Ernannt wurden: der Landmesser Heinrich W a g n e r aus Schotten zum Ober- landmesser, der Pfarrer Johannes Beyrt ch aus Münzenberg zum Studienrat an der Oberrealschule am Friedrichsplatz in Offenbach, beide mit Wirkung vom 1. April ab. - Sine Achtzigjährige. Am Montag, 25. März, begeht Frau Katharine Großer Wwe., geb. Weimer, Walltvrstr. 15 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. Bekannttnachnnp Die Maurerarbeiten zur Reubefestigung der Vagengajse und der Bahnhofstraße zwischen Kaplans' und Lvwengaffe, sowie des Bürgersteiges vor dem Finanzamtsneubau tn der Goethestraße sollen aus Grund der Reichsverdingungsordnung öf- ientlich vergeben werben. Angebote sind spätestens bis zum: Dientztag, bem 2. April, vor«. 10 Nhr, für Vagengaife und Bahnhofstraße, und Dienstag, dem 2. April, norm. 19' vhr ansangend, soll tm Gemeindewald Mainzlar nach Zusammenkunft am Waldeingang an der Kreisstratze d'tainzlar—TreiS a. d. Lumda nachstebend angesühtteS Holz zur Versteigerung.kom- Zu dem am 30. Zuni und 1. Juli 1929 statt- findenden Sängersest, wird die Vergebung des gesamten Zuxplatzes hiermit öffentstch ausgeschtteben. Scwerbet wollen sich bis spätestens 6. April L Zahres mit Angebote bei dem Vorstand des Gesangvereins Aieder-Ofleiden melden. 2704D 17,6 rm Kiefernstöcke. Zusammenkunft: im Fernewald, Kreuzung Hauptschneise — Oppenröder Weg (bet Abt. 11). Gießen, den 22. März 1929. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Rosenberg. Arbeitsvergebunq.^ Auf Grund der Reichsverdingungs^'d- nung werden die Verputz- und Anstreichö^r- arbetten für den Erweiterungsbau bfrd Pathologischen Institut- in Gießen t\t öffentlichem Wettbewerb ausgeschrieben. . Die Angebotsvordrucke werden auf unse^ rem Zweigbureau in der Hautklinik abgegeben, woselbst auch die Zeichnungen und Bedingungen zur Einsichtnahme offen- Aus der Provinzialhauptfiadt. Gießen, den 23. März 1929. Lanbesbuß' und Beiiag. Der Materialismus ist wiffenschaftlich überwunden, Aietzsche ist eine interessante Persönlichkeit aus der Deraangenheit, nicht mehr ein GegenwartSphilosopy. Aber, wie geistige Strömungen im Anfang immer nur bei einzelnen zu ftnben sind und dann die Volksmassen er» faffen, so sind heute die materialistische Weltanschauung und Nietzsches Wort von dem Aechte des Stärkeren in der Welt sehr rege. Unsere Zeit hat wenig Verständnis für den Wert der Persönlichkeit, sie schätzt geistiges Leben nur, wenn eS in bizarren Formen einhergeht, sie überschätzt das Materielle. Man erwartet alles Heil von der Macht, nicht von der Macht der Persönlichkeit, sondern von der auf Gesetze und Polizeiverordnungen gestützten Macht. Immer ruft man zur Entscheidung über wichtige Fragen -ic Masse auf und vergißt, dah die Masse seelen- c3 ist. AichtS kennzeichnet die heutige Lage besser, als die Ueberschätzung des SporteS. Die männliche Jugend bringt den Sonntag mit Fußball und Straßenrennen zu, sie entzieht sich der heilsamen Einwirkung deS Familienlebens, tommt nie in einen Gottesdienst und nimmt in einer Zeit, in der man den »Tag des DucheS" veranstaltet, nie ein Buch, das Geist und Gemüt bilden könnte, in die Hand. Man ist in der letzten Zett vorsichtig geworden und vermeidet es, von Menschen als von „Material" zu sprechen, in Wahrbeit laufen viele Bestrebungen der Jetztzeit darauf hinaus, .Menschenmateriak" für bestimmte Zwecke auszubrinaen. Die Erziehung der jungen Menschen zu geistig-sittlichen Persönlichkeiten steht nicht mehr im Vordergründe. . Vielleicht lernt man den Geist der Zett an einem besonderen Umstande kennen. Theologen, Mediziner und Politiker reden viel vom Geburtenrückgang, sie begnügen sich dabei, unser Volk heftig zu schelten, ihm Trägheit. Genußsucht, Bequemlichkeit vorzuwersen, aber sie schauen nicht in Die Tiefe. Die meisten dieser Ankläger kennen unser Volksleben nur aus VersammlungS- reSen, statistischen Erhebungen und bevölkerungspolitischen Abhandlungen. Wer die Lage der deutschen Familien seit Jahrzehnten beobachtet hat, urteilt anders. Er weiß, daß es heute den Eltern unendlich schwer gemacht wird, ihre Kinder heranzubilden und sie einem Berufe zuzuführen, der ihnen eine Ekistenzmöglichkeit gibt. Bei der Berufswahl schauen Vater und Mutter auf festverschlossene Tore. Hat der Lehrling aus- gclernt, so wird er oft sofort erwerbslos, Beamte haben wir in einer solchen Uebersülle. dah die Behörden und die Berufsorganisationen davor warnen, die Deamtenlaufbahn einzuschlagen. Dor denselben Schwierigkeiten steht der, der sich einen wissenschaftlichen Beruf wählen will. Vor schier unüberwindliche Hemmnisse sieht sich die Jugend gestellt. Sie muh Berechtigungsschetne in Wenge vorzeigen, soll zuerst durch sogenannte Qualitätsprüfungen hindurchgehen. 2km Scherze hat man gesagt, daß die eine Hälfte unserer Aation über die andere Hälfte Gutachten abgtbt. Bei der Auslese für die Berufe sollen nicht mehr die Eltern, sondern andere Menschen entscheiden. ■Sie große Gefahr dabei ist, daß der körperlich und geistig langsam Heranreifende zu Schaden * Die Museen sind Sonntag zwischen 11 und 1 Uhr geöffnet. — Deutsche Volk-Partei u. Iungdo- Vers ammluna. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen DolkSpartei teilt uns zu der Frage August Abels in der Iungdo- versammlung mit, daß die hiesige Parteileitung schon seit Jahr und Tag grundsätzlich keine politische Versammlung besucht, die von anderer Seite einberufen wird. Sie glaubt damit der friedlicheren Gestaltung der Parteikämpfe am meisten zu dienen. 3n diesem besonderen Fall, wo eS sich bei dem Zungdo um eine politisch durchaus neutrale Organisation handelt, mit deren Grundgedanken die hiesige Leitung der Deutschen Dolkspartei durchaus übereinstimmt, glaubte sie erst recht, von obigem Grundsatz nicht ab- gehen zu sollen, um sich nicht an einer Aussprache beteiligen zu müssen, in der u. a. durch Diskussionsredner der vorzügliche Eindruck der Veranstaltung heruntergedruckt worden wäre. •• DaS goldene O r d e n »j ub i l äu m kann am morgigen Sonntag, 24. b. M., Schwester P rojekt a vom Katholischen Schwesternhaus begehen. DaS seltene Fest ist der Abschluß einer aufopfernden, an Arbeit und Mühen reichen Tätigkeit im Dienste der leidenden Menschheit und in treuer Ergebenheit zum göttlichen Heiland, dem auch der Orden, dem Schwester Pro- ietta angehört, geweiht ist. Fast ein halbes Zahr- hundert hat die nun greife Schwester in der Stadt Gießen am Werk christlicher Nächstenliebe gearbeitet, und in dieser treuen Hingabe viele Wunden geheilt, manche Träne getrocknet, über manchen herben Schmerz hinweggetröstet und durch ein heiteres, stets frohes Wesen stille Hoffnung in bie vom Leid und von Krankheit betroffenen Familien getragen. 1884 war sie nach Gießen gekommen und hat bis etwa 1901, als die Schwestern von dem früheren Heim in dem Haus am Aiegelpfad 2 nach dem allen Dfarv- hauS in der Liebigstraße pogen, wo sie ein Krankenhaus errichteten, nur in der Sladtkranken- pslege gewirkt. Don dem Umzug ab war ihr Wirkung«?eld nur noch daS Krankenhau«. So manche Gießener Familie wird sich gern dieser ehrwürdigen Schwester, der einzigen noch leben- den von denen, die in den 80er Zähren nach Gießen kamen, erinnern, die nun, etwa 75 Lkahre alt, in das Mutterhaus de« Ordens nach Bühl in Baden zurückgekehrt ist, wo sie ihren Lebensabend beschließen wird. Nutzreifig Fichte 60 rm. Zusammenkunft vormittags 8 ttbr am Pflanzgatten. Das Schnittholz kommt vormittags zum Verkauf. Ettingshausen, den 23. Niärz 1929. Hess. Bürget wisterei. Ovper. . 3u dem am 13., 14. und 15. Juli stattfindenden (Lau-Radsabrersest vom R. B. O, sind noch Plätze für (01610 Schießbude u. Zuckerfiände zu vergeben. Schriftliche Angebote sind bis spätestens 30. Marz an den L Vorsitzenden emzu- retchen. ZuichtagSkrih am 5. Avril d. 9. Ballt stirer •Versio ..Vorwlrtt" Haiixlar. undAuhholzversleigenma. Am DieirStaa, dem 26. März 1929, kommt in den Waldungen der Gemeinde Ettingshausen folgendes Nutzholz zur Ve^ steigerung. Schnittholz Kiefern 3a*ftL 4 SL „ 3- £L 3 St. " 4a-ÄL 2 St. _ Fichten 3b-£L 8 St. „ „ 4a-£L 4 St. z n 4b'Kl. 1 St. Langholz Fichte la» bis 2d-Kl. Terbstcmgen Fichte 1. b S 3. Kl. liegen. Tic Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, Postfrei, bis zum Samstag, dem 30. März 1929, vormittags 11 Uhr, bei genanntem Zweig- burean einzureichen, wo sie tn Gegenwatt etwa er chienener Bewerber geöffnet werden. 2669D Zufchlagsfttst 1 Woche. Gießen, den 23. März 1929. Hessische» Hochbauamt Gießen. I. V.r Kuhlmann._______ MsMMM "gÄvWea findet tn dieser BuchauSstellung die geeignete Stätte. Bornotizen. — TageskalenderfürEamstag. Frei- willige Gailsche Feuerwehr: Ordentliche Hauptversammlung, 8.30 Ubr, Schipka«,ß. — „Tag de, Buches", 8 Uhr, in Der Neuen Aula der Universität Festveranstaltung. — Tageskalender für Sonntag. Stadt. Heater: „Und Pas Lich scheinet in der Finsternis", 18.30 bis 21.30 Uhr. — Stadttheater Gießen. AuS dem Stabttheaterbureau wird uns geschrieben Wor- gen wirb zum letztenmal Tolstois „Und da« Licht scheinet in der Finsternis" alS Fremden- Vorstellung gegeben. Die Inszenierung hat die gleiche Besetzung wie die Erstaufführung. (Regte: Oberspielletter Han« Sannett. Die Vorstellung beginnt um 18.30 iUjr. — Die Osterwoche wird am- ersten Feiertag mit CalderonS „Dame Kobold" beginnen. Dieser Erstaufführung folgt am zweiten Astertag ein Gastspiel de« Frankfurter Venen Operetten-The ater« mit der Operette .Friederike", Singspiel von Franz Lehär.— Die vorangehende Woche bringt eine brüte Ausführung von BernLcd Shaw« „Caesar und Cleopatra", am Dienstag, 26., und Mittwoch, 27. März, wird das Lustspiel „Der Mustergatte" von Avery Hopwood daS erstemal wiederholt. — Am Gründonnerstag soll zum letztenmal Hermann Heyer- man« S-estück „Hoffnung auf Segen" (Gastspiel Auguste Prasch-Gr evenberg) auf geführt werden. Zu einer Karfrettag-Ferer wurden Mitglieder der Wiesbadener Siaatsoper zu einer einmaligen geistlichen Musikaufführung verpflichtet. Fragmente au« Wagners „Parsifal" werden gesungen. — Tag deS Buche«. Man bittet unS, an dieser Stelle nochmal« auf den Dichter abend von Börries von Mümchchausen hinzu- weisen, der heute abend anläßlich der Festveranstaltung zum Tage deS Buche« au« seinen Balla- den und Liedern liest. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Paddler gilde Gießen veranstaltet am morgigen Sonntag nachmittag 2 Uhr ihr Anpaddeln. (Siehe gestrige Anzeige.) Buchen-Stümme 2 Stück mit 2,40 fm Fictzten-Derbstangen I. ÄL 20 Stück mit l^O fm. Fichten-Derbstangen U Kl. 8 Stück mit 0/49 fm. Mainzlar, den 23. Marz 1929. tz°Ni!ch- »ütgcmciflcrcL Bogel. 2688D Betr. Voranschlag der Gemeinde Lauter 1929. 2685 D Der Voranschlag der ©emeinbe Lauter für 1929 liegt vom 25. März ab eine Woche lang aus der Bürgermeisterei offen. Es ist. die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu bet auch die Ausmärker bei» zutragen haben. Lauter, ben 21. März 1929. Hess. Bürgermeisterei Lauter« Zn unser Handelsregister, Abteilung -X, wurde beute bei der Firma Ludwig Weber, Lich, etngetregen: Der Apotheker Han« Weber in Lich ist in da« Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die Gesellschaft hat am L Januar 1929 begonnen. 2667D Lich, den 20. März 19?9. Hessisches Amtsgericht, Abschnitte F. Klasse 4......... 1 Stück mit 1,02 fm fftmen-Nutzscheiler (Küferholz) 81/,. rm. Fichteu-Abschnitte N. Slap'e 3a ........ 1 Stück mit n 4L ........ 2 n » , 4b ........ 1 „ „ „ 6b........ 3 „ » ist. N i(n”"> Oonatu f 5 Ai An, ZMen 6iQtl wur- w -^erschLttr. i0A" bet Öt6en einte ""terberStadt 1”? Bruchstelle ” durch nitbti, der 2ußt,. thtgtiehün EcheskL rvrnschrnk etliitn nngen Dähmd 6tabt schon Kn Srderschütte. « optdttt Berlintr Gtmis- vegen einer sch«.- M schleunigst 0«- gui vnlausen. itr hr ernst dazu Lallchstlstnt- roftbem hossen die erstehen wird. aleworfitllmh r Mder Intinein ngtn dir ÄofKrmc die in bünne c geHeibtt chen verbrämten. Rmdsmk. SlterbunM tour« di« Derbreitung Danach wird die der MM Mit Frankreich, Sei' irug die Zahl der imIorjahreübrr oachs von 1,4 Jahre 1926 dc- rSen M L Ml, die tabit« : WW rfä-ss ,eB sich im Auk tion sei tritt dl Äpril und zv der v c miffi findet kampf, die D alte 2 Dechäl mit sei striellei in der entwicl Leweg dieser man ff baf) ff Haupt Lande können fische 0 ober r auf dl md \ Falle Schwi Stadt schäft auf 6 in fei heitss müsse ■ veran richte Mitt« Die geitän wegsül Herrn mittei und I Reck grvs em, falls gwn gegei batu liefe, wärt den sich < erheb dann Ding, Di von ( 01609 gesucht. Lehrling 01512 gesucht. Llllg. Deutscher GewerkschaftSbunb, 01617 gesucht. Stellenangebote! Der Gaucho 10 Akte 10 Akte fdmfügung tagsüber Hierzu das lustige Beiprogramm. Schrifil.Angebmeu. I —-----77—7—c.„„ --------~i Aelleres, tüchtig^ X___Aelleres, tüchtige- Mädchen MMpn perfekt in all. HauS- J|l|l|l|llLÄI arbeiten, das auch zu Brauhausstraße 64. 01623 gesucht. EteinstraAe 61 v. la Baugelände n u. 01621 a. d. 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Ä r zum 15.Avrtl.od.auch I Gießener Straße kreis?'Prima Zeug- Heute, LamStag, und morgen, Somttag, Rad-Club Germania Sonntag, 24.3. abdS. SlamiD'jsch bei Peter Gaub. «e* Ein alter German». Stadttheater Sonntaa,S4.MSr» Fremdenoorstellunä taußer Abonnement» von 18'/, b. 21'/, Uhr Einmalige Wiederholung Und das Liebt sclieinel Id der Finsternis Drama in 4 Akten von Leo VI. Tolstoi. DienSlag2«.Marz rs.VlellslllgAv.vrsl. von 19'', b. 22'/, Uhr GöfatonöGleovolra Historische Komödie von Bernard Shaw, deutsch v. Siegfried Trebitsch. Mittwock27.MSrz 25.mittlü0d)-HD.-Bffl. von 2<» bis 22 Uhr: der Wslkiglme Lustspiel in 3 Ausz. von Avery i?ovwood, füt d.dcutfcheBühne bearb. v. B. Pogion. DonuerStaa. de« 2*. Mar», 25.3rellog-«6n.-Brfr. von 19'/, bis 22 Uhr Znm letzten Male ßoffiicni aal Segen Ein Seestück in vier Auszügen von Herman HetjermanS. Freitag, 29. März, Karfreitag, EinmaligeSGastsviel lauster Abonnement) von 20 bis 22 Uhr Geistliche Musskaussübrung ßOlflfül Fragmente auS dem 2tzeihefestfpiel von R. Wagner. Sonntag,» I. Mär» ,L ÜiieifetcrtaB» Fremden Vorstellung «außer Abonnement) von 19 btS 21*'» Ubr Zum ersten Plate: Dame Mold Lustspiel in 3 Ausz. von Calderon. Montag, L Avril, (2. Dneifetettagt Geschlossene Borstellung «außer?lbonnementi von 15 btS 17*/, Uhr Zum ersten Wlale: Sileoerile Singfviel »n 3 Akten von llubtoifl Herzer und Fritz Löhner. Musik von Fr. vefoär Bon 18-/. b. 21'/, Uhr tvrembenooritcUune «außer Abonnement Zklederile Singspiel in 3 Akten von Ludwig Herzer und Frttz Kühner. Tluft von Fr.Lehär Dienstag, 2. Avril 26.DlessSlog-AV.VM Einmalige imD Aussührungl Zum ersten Male: von 18*/, b. 22'-', Uhr Die Boheme Over tn 4 Bilderr nach Henrn Murget von G. Gtacofa unk L. Jlltca. 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Haben wir denn ganz genau erkannt, welch äußerste Wichtigkeit l den Dawes-Plan W^Nich^ganz^f^e^w^N^a^ an» —e. ziehmann. P iuf. >L ab dbl. it- IfH tfr 4 >97 411. A er" ip f, -k. 29 !N Trama fa / con Uto Ä MW- Tirustas2LL!än Dinge sein Haupt. Wie findet sich nun Stalin, ein Georgier von Geburt, ein Mann von gewaltiger Willens» Es wäre kaum etwas dagegen zu sagen, wenn die Gesamtsumme der Reparationen schon feststünde. denn dann hieße jährlich mehr zahlen, die Schuld rascher abtragen. Damit kann man einverstanden sein, denn es erscheint nicht gerecht künftige Generationen mit den Reparationen für den seit zehn Jahren vergangenen Krieg mehr als irgend nötig zu belasten. Aber es war bisher nicht davon die Rede, den Wohlstands- Index aus diesem Grunde anzuwenden. Das war auch nicht möglich wegen der fehlenden Gesamtsumme der Verpflichtungen. Wir sollen also gegebenenfalls, d. h. wenn der Dawes-Index nach 1929 so anzeigt, noch mehr zahlen, weil es uns besser geht als 1924. Geht es uns wirklich gut? Ober etwa annähernd so gut wie den früheren europäischen Kriegsgegnern? — 3a, da müssen wir uns doch einige In Paris hat man sich also jüngst zusammengesetzt, teilweise auf Betreiben Parker Gilberts, um nun den Krieg womöglich gänzlich zu liquidieren. — Ober gibt es doch nur eine Teillösung? Cs scheint so. Es hat wenig Zweck, hier das zu wiederholen, was der Wißbegierige jeden Tag in den Zeitungen lesen kann. Wird wirklich eine Liquidation des Krieges angestrebt, so dürfte der Zeitpunkt der Beratungen verfrüht sein. Das Rormaljahr unter dem Dawes-Plan hat erst am 1. September 1928 begonnen. In einem Iahre von jetzt hätte man vielleicht eher gewußt, wie es wenigstens im ersten Rormaljahre um die „Transf erie- tun g“ der 2,5 Milliarden Mark bestellt ist. Oder gibt es gar keine Transfersrage, wie gewisse Bollswirtschaftler behaupten?! So z.B. Robert Crozier Gong in seinem im Frühjahr 1928 veröffentlichten Buche. — Der muh es ja wissen, da er auf die Kenntnisse so mancher als volkswirtschaftliche Großen bekannter Männer mit Spott herabsieht. Wahrscheinlich verstehe ich sein Buch nicht, denn mir scheint, daß es nach ihm auch keine Transferfrage geben würde, wenn der jährliche Transfer eines Mehrfachen von 2,5 Milliarden Mark verlangt worden wäre. Cs verlohnte sich nicht, auf die Ausführungen jenes Schriftstellers heute noch zurückzukommen, wenn es nicht möglich wäre, dah der Versuch gemacht würde, derartige Ideen allgemeiner zur mb 'S |fö öl' neS M Landstreicher. Don Eugen Klöpfer. Nachdruck verboten. Zeigt mir den Künstler, der nicht gerne reift und noch viel, viel lieber ungebunden dahin- walzt, einem unbestimmten Ziele, neuen Eindrücken entgegen! — Den gibt s nicht! — Reue Menschen, neue Gegenden, neue Gedanken? llnb ewig neue Reugierde! Meine erste größere Reise machte ich als Iunge von sieben Iahren mit einem Wanderzirkus — sie dauerte drei Tage. Große Eindrücke. Roch großer die Eindrücke, die ich bei meiner Heimkehr rückseitig entgegennahm! — Ieden Mimen zog es von jeher gewaltig hinaus in die freie Ferne, auch heute noch, wo es. wandernde Schmieren nicht mehr gibt, hat ein jeder „feine Sehnsucht". Meistens zieht diese Sehnsucht die Kollegen von heute dorthin, wo zufällig ein großer Bühnenleiter sich auszuruhen wünscht. So erzählte mir Max Reinhardt einmal, wie er ahnungslos und glücklich allein am Strande und im Sande sich behaglich ausstreckte, da tauchte der Komiker G. auf (es war nicht Gülstorff). Da hörte er ein Husten in seiner Rahe. Der der Transferschuh des Dawes-Plan^ für Deutschland hat und wie stark dieses Schild ist, mit dem sich Deutsch'.anb decken kann. Um dieses Schild entzwei zu schlagen, drohen sie mit her Waffe des Wohlstand - 2 n d e x des Dawes-Plans, vielleicht desjenigen Stricks dieses Plans das am rohesten zurechtgezimmert ist und darum in der Hand des Gegners eine grobe Waffe bildet, die böse Löcher schlagt. — Wer die deutschen Derhandler werden sich hossentlich nicht irre machen lassen, bas Schild ist gut und gemacht, uns zu schützen. — 3mmerbin, bie andere Seite kann mit dem Wohlstands-Index operieren. Was bedeutet das? Doch nur, daß wir unter Umftänben mehr als 2,5 Milliarden Mari zahlen sollen. Warum? Weil es uns angeblich viel besser geht. Der Verfasser ist der maßgebende Teilhaber der bekannten Bankhäuser Lazard Speyer Ellissen, Frantfurt/Berlin, und Speyer & Co., Reuyork. I. kommt man nicht hinaus. Es bedarf erst einer weiteren InstrultionSstunde, bis auch diese beiden Tugendbolde den richtigen Dreh finden. Das heitere, anspruchslose Stück war von Karl Volck mit viel Liebe und gutem Blick für die sich bietenden Möglichkeiten in Szene gesetzt. Iulius Baste stellte als trotteliger Mustergatte an die Lachmuskeln eines dankbaren Publikums die höchsten Anforderungen: sehr apart, sehr gut angezogen Trude Heß als munteres, unbefriedigtes Eheweiblein: sehr lustig auch Ingeborg Scherer als kleines Musterfrauchen, deren erste Bekanntschaft mit Coctails und Sekt verheerende Wirkungen zeitigt: Fraiiz Arzdorf als vierter im Bunde, der weise Ehemann, dem schließlich selbst noch genug Rätsel aufgegeben werden. Bleiben noch zu nennen Eduard Wesener, der Hausfreund, Ilse I a h n, das appetitliche und hilfsbereite Kammerkätzchen, und Ludwig Linkmann, ein stimmgewaltiger Um- Zwischen Trotzki und Stalin. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o.ö.prof. der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d.D. genommen? Gab e« 1924 einen anderen Ausweg, als ihn anzunehmen? Warum ist der Dawes-Plan entstanden? Doch infolge der Unmöglichkeit, die unsinnigen Forderungen der Gegner unter dem Friedensdiktat und unter dem 1921er Zahlungsplan zu erfüllen, sowie infolge der Besetzung des Ruhrgebiets. Die Leistungen des Dawes-KomiteeS waren glänzend. Das Komitee brachte die Reparations. frage ziemlich herunter Dom politischen Gebiet und führte sie auf daS wirtschaftliche. Die aufgeregte französische Politik fing an, sich beruhigen und einzusehen, dah es sinnlos toar. irgendwelche phantastischen Summen von Deutsch land zu fordern, die öfters von verantwortlicher oder unverantwortlicher Seite ihrem Volke genannt worden waren. Man stimmte in Frant reich dem Dawes-Plan zu. Aber e i nP f l aft e r chen hatte der kluge Dawes-Plan für alle bc der Bevölkerung der Alliierten mit den Zahlen Unzufriedenen. Dieses Pflästerchen — oder vielmehr ein recht dickes Pflaster — war der W o hl- st ands-2ndex, bet bei uns an manchen Stellen eben etwas unbeachtet geblieben ist. da er ja bis jetzt noch nicht zur Anwendung kommen konnte. (Von dem sog. kleinen Desserungs- schein ist hier nicht die Rede.) 1924 war dieses Pflaster politisch notwendig, eben weil man sich in törichten Zahlengroßen bewegt hatte. Heute foHtc man stch fragen, warum denn eigentlich dieser Wohlstands- index angewendet werden soll. Wie sieht es in Frankreich ans? ^naerwaöen Komiker stand da, begeistert auf den Meister blickend. Reinhardt wollte sich retten und sprang entschlossen in die Flut und schwannn davon! Juhu! Der Komiker ihm nach. Reinhardt von jeher ein guter Schwimmer, behielt die Vorhand, aber der Komiker, auch ein hartnäckiger Schwimmer, ihm immer hinter den Fußzehen, bis ihm der Atem ausging, und er anfing zu pusten und Wasser zu schlucken. Da wendete Reinhardt sich um, und der Komiker stöhnte: »Herr Professor — welcher Zufall! 3ft die Rolle des „Guck' in „Guck und Gau" schon beseht?" Dann sank er, und Reinhardt ruderte dem Land zu. Der Komiker, hartnäckig, tauchte wieder langsam auf und kam schachmatt ans Ufer. Die Rolle hat er aber trotzdem nicht bekommen. — Vor 3ahren bekam ich hohen Besuch in Gestalt meines Freundes Ferdinand Bonn, eines der letzten genialen Reisenden unserer Branche. Er kam damals direkt von Wien und brachte einen Wäschefack mit. Darin lag seine Geige. Und ist lag zu Bett, weil ich überarbeitet war und nur der Arzt strengste Ruhe verordnet hatte. Also holte Bonn seine Geige aus dem Sack und spielte mir eins auf und dann noch eins, und bann erklärte ich ihm: „Der Arzt hat mir strengste Ruhe verordnet!" — „Die Aerzte sind Rind- Viecher und der deine ist ein Ochse , sprach Ferdinand. „Ich werde dir mein neues Stück borkfen — steh' auf — oder bleib’ liegen — ist vielleicht besser!" — Und er begann. Rach dem ersten Akt weckte er mich auf und sprach: „Wenn du diese Rolle hinter dir hast, bist du ein gemachter Mann! Roch fünfzig Jahre nach meinem Tvde wirst du mit Stolz sagen: „Bonn hat nur diese Rolle an&ertraut! Was ist Shakespeare, was ist Hollaender gegen mich?" Und er las den zweiten Akt, und ich konnte nicht mehr em- schlafen. Als er aber mit dem dritten Akt beginnen wollte, sagte ist: „Einen Moment" und sprang munter aus dem Bett, ging zur Küche und sprach: .Anna! Herr Bomi bleibt hier — ich reife! Sorgen Sie für ihn!" — Bonn regierte in meinem Haufe und las der ausgezeichneten Köchin Anna den dritten Akt vor, und dann das ganze Stück von vorne — sie kann es heute auswendig und blieb bis zum heutigen Tage eine begeisterte Verehrerin des Dichters... In C., dem wundervollen elsässischen St pichen, war ich engagiert mit meinem Freuille Hellmuth, der aus München stammte und ein Hetdenvater Gießener Gtadttheater. Hopwood: „Ter Mustergatte." Auch das Theater trägt in löblicher Meise ber sich endlich nahenden wärmeren Jahreszeit Rechnung und bietet einem stimmungsfrohen Publikum die für den Frühling besonders bekömmliche leichte Kost. Hopwoods „Mustergatte verrät allen denen, die es noch nicht wissen sollten, das probate Rezept, eine Ehe Irisch und jung zu erhalten. Langeweile ist der Tod alles Sichverbundenfühlens. Also — tagt Hop" Wood, man erhalte sich seiner Frau mtcreffant, man gebe ihr Rätsel auf, man fae Mißtrauen und Eifersucht, man spiele gelegentlich den Herrn im Hause und die Frau wird zur liebevollen, innigbesorgten Gattin, die vor lauter Befcha- tigung mit dem eigenen Manne nicht Seit fm bet, fremden den Kops zu verdrehen. Richt gerade immer wird die so empflchlene Pferdekur die rechte fein, aber die Buhne rst gedul- dig, hier wenigstens gluckt sie. Bittie Dartlett ist so ein Mustergatte, der vom Morgen bis zum Abend feinen Bureauschemel druckt und nach des TageS Last und Müh nur no<ß den einzigen Ehrgeiz hat. nach einem Blick in dw Times möglichst umgehend im Bett ZU verschwinden, während die fesche, lebenslustige Frau Margaret, angeödet von so viel Bravheit ihres tugendhaften Ehemannes, mit einem der t>er- lockenden Situation durchaus gewachsenen Iu- gendsreunde ein kleines Techtelmechtel beginnt lieber ihnen, eine Treppe hoher ist es umgekehrt. Der flotte Herr Mheeler hat sich unter dem Deckmantel eines Klubabends plein pouvoir über den Hausschlüssel verschafft und die niedliche kleine Blanche träumt derweil daheim von dem interessanten Ehegatten, für den sie auch m spatester Rachtstunde noch ein liebes Willkomm bereit hält. Wheeler ist Menschenfreund, er gönnt auch seinem Bekannten Bartlett die Segnungen einer so vortrefflich eingerichteten Ehe, wie der eigenem Aber an der gänzlichen Talentlosigkeit des Mustergatten scheitert der erste Anlauß: der flotte Mann und die flotte Frau machen ihren ausgedehnten Abendbummel, die schmählich Zu- rückgelassenen, zur Unzeit aufgeklärt, beschließen zwar, währenddes gerne infam einen furchtbaren Skandal zu inszenieren, doch über einen tuch- kgen Schwips mit nachfolgendem Katzenjammer und sich satt ißt. Dann aber kann ein solcher Zustand ziemlich lange dauern, wie die Er- sahrung gelehrt hat. Denn diese Krise dauert ja nun schon eine ganze Reihe von haaren. Der Parteikampf in Rußland berührt Deut sch- land insosern, als Stalin seinen ihm geistig weit überlegenen Gegner T r o tz k i b e s L a n- des verwiesen und als dieser den Wunsch hat, seine gesundheitliche Wiederherstellung in Deutschland zu betreiben und in Deutschland Aufenthalt zu nehmen. Wir können uns nicht davon überzeugen lassen, dah eine Gene hm i - gung des Ei nr eis e gesuch e s tm deut chen Interesse und im Interesse der deutsch-russischen Beziehungen erwünscht lei. Dieser Standpunkt bedarf eigentlich keiner Begründung. Wir haben es nicht nötig, in den schwierigen Zeiten, in denen Deutschland augenblicklich ist, noch einen Mittelpunkt des Kommunismus ins Land zu lassen, der Trotzki unter allen Umständen ist, weil er geistig bedeutend und weil er energisch und willenskräftig ist. Die Entscheidung über diese ötage, die doch eine Einzelfrage ist, ist ungebührlich und unbegründet lange hingezögert worden. Dabei wird selbstverständlich eine solche Frage Gegenstand des inneren Streites und in ihrer Bedeutung übertrieben. Qlber wie will man kurzerhand außenpolitische Entscheidung fassen, wenn man eine dafür nötige stabile Regierung nicht hat? Damit sind wir bei dem heutigen tro - lofen Zustande der innenpolitischen Verhältnisse Deutschlands angelangt, der an sich in einen außenpolitischen Artikel nicht gehört. Aber es ist so geworden, daß er tatsächlich Außenpolitik, außenpolitisches Auftreten, außenpolitisches ®nt- schließen und Wollen unmöglich macht. Der Primat der Außenpolitik, das ist eine Lehre der wir immer anhängen. Aber andererseits kann man ohne eine emigermaßer stabile Re- flientng auch keine wirkliche Außenpolitik treiben, llnb in dieser Lage i st heute Deutschland! Im Anschluß an die Ratstagung hat in Genf noch der Iuristen-Ausschuß für die Revision desStatusdesInter Nation alenGe- richtshoses (im Haag) getagt. Von diesen Verhandlungen ist etwas sehr wichtig, nämlich die Erörterung mit dem amerikanischen Senator Elihu R o o t über den Beitritt Amerikas zu dem Weltgerichtshof. Die Einzelheiten mögen hier nicht interessieren und auch nicht die Ge- chichte dieser Frage. Allgemein wichtig ist ,edenfalls, daß Amerika dem Gerichtshof im Haag beitreten wird, und das ist die erste Auswirkung oder Fortwirkung des Kellogg-Paktes. Der Schritt ist gewiß nicht übermäßig groß und auch nicht übermäßig wichtig. Aber ohne Bedeutung ist er nicht und zu begrüßen, wie alles, was die Vereinigten Staaten näher an die Fragen und Konflikte Europas heranbringt. In diesem großen Zusammenhänge sind darum auch die sehr speziellen Iuristenverhandlungen über die Sache im Haag von Bedeutung. Rußland wieder, das soeben die Ratifikation seines ^stpaktes durch Polen und den Beitritt der Türkei zu ihm registriert, wird im April die Arbeit in Genf wieder aufnehmen, und zwar sehr energisch in der Teil«ahme an der vorbereitenden Abrüstungskom- Mission, die am 15. April beginnt. Cs befindet sich in einem sehr tiefgehenden Partei- kanipf, in dem sich die Wirtschaftsschwierigkeiten, die Wirtschaftskrise, spiegelt. Es ist immer das alte Bild, daß der Sozialismus der agrarischen Verhältnisse nicht Herr wird und andererseits mit seiner Organisation nicht einmal die industriellen Bedürfnisse des Landes zu befriedigen in der Lage ist. So ist von einer Wirtschafts- entwicklung, wenn man darunter eine Vorwärts- Bewegung versteht, gar keine Rede. Das Rad dieser Wirtschaft dreht sich so langsam, daß man manchmal meint, es müsse still stehen, ober baß man ein Tempo in ber Bewegung überhaupt nicht merkt. In feinem hochindustriellen Lande würde dergleichen längere Zeit andauern können. Aber man vergesse nicht, daß bas russische Volk zu 90 Prozent auf dem Lande wohnt, oder mit dem Lande eng verbunden ist! llnb auf dem Lande hat mau trotz einer mäßigen und selbst bei einer schlechten Ernte m jedem Falle genug zu essen. Die rein wirtschaftliche Schwierigkeit für bie Sowjetregierung ist, wie die Städte, die Armee und vor allem die Arbeiterschaft zu versorgen seien. Mit Zwang und Druck auf die Bauern ist es nicht gegangen. Man hat in letzter Zeit sogar die landwirtschaftliche Em- Heilssteuer für die Dauern günstiger gestalten müssen, um fie zur Lieferung an die Städte zu veranlassen. Gegen diese sogenannte Steuerpolitil richtet sich die Bewegung, die in Trotzki ihren Mittelpunkt findet ober gefunden hat. Dieser weist mit Recht darauf hin, daß Zugeständnisse an die Dauern vom Sozialismus wegführen, und wirst Stalin, dem eigenllichen Herrn in Rußland, vor. daß er eigentlich schon mitten in der Gegenrevolution sei, „bourgeoise' und kapitalistische Politik mache. Die sogenannte Rechtsopposition wieder verlangt noch größere Zugeständnisse an die Dauern, weist — von ihrem Standpunkt aus ebenfalls' mit Recht — darauf hin, baß ein noch so grundsahtreuer und reiner Sozialismus, der sich gegen die Dauern richte, keinen Sinn hat, toenn darüber bie Städte verhungern, die Dauern nichts liefern und die Industriepoliti? auch nicht vorwärts geht, weil es am nötigen Kapital und an den nötigen Ausfuhrartikeln fehlt. Wie man sich auch dreht in diesem Kreise: immer wieder erhebt das Gespenst des Kapitalismus und bannt bann einer Umwälzung ober Umgestaltung der kraft, der aber auch nichts von der Welt draußen kennt, durch dieses Hin und Her durch? Keiner kann genau lagen, was der „Stalin-Kurs" eigentlich will. Er entledigt sich seiner Gegner, hat im Dezember 1927 die Trotzki-Opposition niedergeschlagen und namentlich deren Führer aus Moskau verbannt, hat bann bie sogenannte Rechtsopposition gleichfalls niedergeschlagen und jetzt Trotzki des Landes verwiesen. Die Svwjet- regierung hat ja die Möglichkeit, ‘Bürger ihres eigenen Staates auszuweisen wie lästige Ausländer. Aber was Stalin selbst nun Plant, ob er nach rechts ober links gehen will, das weiß niemand. Iedenfalls haben die Maßnahmen der Sowjetregierung in den letzten Monaten irgendeine feste Linie nicht erkennen lassen. Man stelle sich die Sache so vor, daß Stalin an sich die Rotwendigkeit von Zugeständnissen an die Bauern und an das kapitalistische System für notwendig hält, aber zu diesem Zwecke das „Lenin-Gelichi", die reine Lehre, die Orthodoxie des Sozialismus wahren muß. In solcher Situation haben sich schon manche politische Führer verfangen, und die Gefahr ist bann immer, daß man mit den Kompromissen zwischen beiden Polen, mit der Fahrt zwilchen Scylla und Charybdis keine praktischen Ergebnisse erreicht. Die sind aber in ber heutigen Wirtschaftskrise für die Sowjetregierung absolut notwendig! Rach wie vor lehnen wir es ab, zu prophezeien, wann und wie dieses Regime zusammenbrechen oder zu Ende sein müsse. Aber es ist in einer schleichenden, schweren wirtschaftlichen Krisis, aus der es einen Ausweg bisher nicht gesunden hat. Und es fei wiederholt: wenn die Krise nicht schon längst zur Katastrophe geworden ist, so hat das seinen Grund in dem Charakter dieses Landes, der eben zu einem gewaltigen Teile noch die R a t u r a 1 w i r t s ch a f t ist. die Wirtschaft des Dauern, der schlecht und recht, mit mangelnden oder schlechten technischen Hilfsmitteln, höchst extensiv und auf niedriger Stufe ber landwirtschaftlichen Technik, eben doch lebt Wtz ’»W war, nebenbei der beste WeinVenner, den ich bi« dato — Earl Wallauer ausgenommen — tennengelemt hatte. Aber Hellmuth war auch ein besessener Wanderer. War die Probe zu Ende, dann hieß es: „Ieht wollen wir die Umgegend inspizieren, um die Eingeborenen in ihren Sitten und Gebräuchen kennen zu leyicn." Und wir zogen zum Dahnhof, traten an den Schalter und sagten: „Zwei Fahrkarten für eine Mark zwanzig!" — „Wohin?" sagte der Beamte. „Eine Mark und zwanzig weit — wohin ist wurscht!' sagte Hellmuth. Und so geschah's. Der nächstfällige Zug wurde benutzt, und los ging die Fahrt, bis die 1,20 Mari abgelaufen war. Und bann stiegen wir aus und schon war's Reue Gegend, neue Menschen, alles unbekannt. Und zogen eines Tages in eine Ortschaft ein und gingen ins nächste Wirtshaus. Cs war bisher ein stilles, nettes Dorf gewesen. An dem Tage aber entpuppte es sich. Denn in dem ersten Wirtshaus stand ein Grammovhonapparat, den ließen wir spielen. Cs war aber da auch noch ein elektrisches Klavier, und das ließen wir gegen Einwurf von 10 Pfennig auch spielen. Der Lärm war schon sehr hübsch, wurde aber mächtig übertroffen, als wir entdeckten, daß gegenüber noch ein Wirtshaus stand, das ein entzückendes Orcheftrion befaß. Einwurf 10 Pfennig. Dieses Orcheftrion bediente ich, während Hellmuth Grammophon und Klavier antreten ließ. Beiderseits bei geöffneten Fenstern. Ich siegte mit meinem Orcheftrion. Mittlerwelle hatte sich außen mancherlei an Bevölkerung angesammelt, und ein Iunge sagte: „3m Adler an der Ecke gibt's noch eines." — Richtig, im benachbarten Adler war noch ein Orcheftrion, nicht ganz so neu wie das erste, aber viel deutlicher. Ich hatte natürlich mächtig zu tun, um hin und her zu rennen und die beiden Instrumente mit Zehnpfennigstücken zu versorgen, aber es ging. Und doch wurde ich geschlagen von diesem Burschen Hellmuth, der ein altes Waldhorn in seinem Anwesen entdeckt hatte und nun zu Grammophon und elektrischem Klavier mächtig durchs Waldhorn blles. Und dann wurden wir verhaftet, und am Abend mußte in E. die Vorstellung ausfallen und wir waren entlassen — wurden aber (bic Berliner Direktoren mögen sich ein Beispiel daran I nehmen) nach vier Tagen wieder in Gnaden cu.- genmmnen» Reparationen und Liquidation desKrieges Von Kommerzienrat E. Beit von Speyer. Frankreich hat seit dem Waffenstillstand einen ungeheuren Aufstieg erlebt Richt nur die volle Wirtschaftskapazität ist wieder errmcht, sondern — wie ein Bericht der englischen Bot schäft in Paris, also einer gewiß tm Urteil unabhängigen Quelle, feststellt - die Kapazita gerade der zerstörten und wieder auf gebauten Gebiete ist darüber hinan, um 25 bis 40 Proz. gesteigert und im volle. Aufschwung. Frankreichs Ausfuhr weist 1927 den Iahre 1913 gegenüber eine Steigerung um 54 Proz., die Einfuhr eine um 30 Proz. an.. Diese Einfuhrsteigerung umfaßt aber nur Rohstoffe, die Fertigwareneinfuhr ist stark zurückgegangen. Sie beträgt z. D. dem Gewicht nach bei Textilien 25 Proz., bei chemiHen Produkten 30 Proz. der entsprechenden Vorinegs- zahlen. Die Ausfuhr von Fertigfabrikaten ist dem Gewichte nach etwa 2VrMal so groß wie vor dem Krieg. Aber auch die P r o d u k t i o n d e r lebenswichtigen Rohstoffe ist in Frankreich erheblich gesteigert. Die Kohlenförderung stieg um ein Sechstel, die Koksproduktion auf das Doppelte; die Stahlerzeugung ist heute größer als die englische, während sie vor dem Krieg nur ein Drittel davon toar; Die Maschinenauss uhp stieg von 313 000 Tonnen 1913 auf 1 469 000 Tonnen ISN, wahrend die Einfuhr auf die Hälfte fank, die Elek - trizitätserzeugung ist verdreifacht, kurz, Frankreichs Industrie hat einen ungeheuren Aufschwung genommen und befindet sich noch in vollem Aufstieg. Auch die Landwirtschaft hat sich ihre traditionelle Intensität und Qualität bewahrt und ist volllommen konkurrenzfähig. Dabei ist der französische Geldmarkt heute von einer sonst nirgends vorhandenen Leichtigkeit, die Dankrate mit 3V- Proz. liegt 2 Proz. unter der Londoner, IV. Proz. unter der Reu- yorker und ist nur unwesentlich hoher als die Vorkriegs,ätze. Die Banque de France ist heute die reichste Notenbank der Welt, ihr Goldbestand übertrifft mit 34 Milliarden Frank (6,5 Md. Goldfrank) weitaus alle anderen Rotenbanken: durch ihre riesigen Goldreserven in London ist sie ein nicht zu unterschätzender, wenn nicht der wichtigste Faktor auf dem Londoner Geldmarkt geworden, der manchmal mehr vom Verhalten der Banane de France als von dem der Bank of England bestimmt zu werden scheint. Frankreich war bisher — wohl infolge der un- stabilisierten Währung — nur im bescheidenen Maße Anleihegeber; das scheint sich aber jetzt zu ändern und als erste größere Anleihe wurde vor kurzem der Löwenanteil der rnmäni- [Verschiedenes] 18 bis 20 Mille m. bODoiWniltbe ettatbeit ö.eelbft- (über gesucht. Lür. Angeb. unter MI) Q. d. Gleh. Anzeiger. Rad-Club Germania Sonntag, A. 8. Mi. Hii bei Peter Gaub. m» Ein aller Germane. Stadttheater eolmtaa.2t.Mri ßremdenvoilielluny Mer Abonnement) v°nl8'/,b.M,Uhr Einmalige Wiederholung Illiffclris """rirbitlch. Mitttvoch27.Mätt Mltltoo«»» von 2U bis 2 Uhr. Lustspiel m 3 WJ Säg bearM.il** aÄffi 8Ä*.S •"SÄ GeGMk •x, » “Ä I sK-ndenAS t schen StaHilisierungSanleihe, und zwar 22 MM. Dollar (561 638 000 Frank, von 100000 000 Doll, in Frankreich begeben. Abgesehen von der inneren Staatsschuld ist der größte Teil des französischen flüssigen Kapitals kurzfristig angelegt u. a. in Maklerdarlehen an der Reuyorker Börse. Schätzungen beziffern den kurzfristig angelegten Betrag auf 100 Md. Frank (4 Md. Dollar). Dabei strömt Frankreich dauernd neues Geld durch die Reparationszahlungen zu. Seit dem Inkrafttreten des Dawes-Plans hat Frankreich rund 90 Md. Frank erhalten, der jetzige Monatsdurchschnitt beträgt 550 Millionen Frank. Stellt man dem selbst die von französischer amtlicher Seite angegebenen Ziffern von 180 Md. Frank als Kriegskosten und 80 Md. Frank als Wiederaufbaukosten gegenüber, so sieht man, welch ungeheurer Äeoerschuß aus den Reparationszahlungen bleiben muh. 3m ganzen zeigt Frankreich das Bild des prosperierendsten Staates Europas, sein Geld beherrscht den europäischen Geldmarkt, sein Ka- vital ist führend in den Industrien der Staaten der lleinen Entente und des Balkans, und ständig fließen ihm, wie gesagt, noch neue Summen zu. England. England konnte nach dem Krieg keinen solchen Aufschwung nehmen wie Frankreich. Zwar ist die Einfuhr erheblich gestiegen, doch gerade in den Waren, in denen England früher führend war, ist die Ausfuhr erheblich gesunken. Doch hat es England verstanden, durch den Aufbau neuer Industrien diesen Ausfall wettzumachen, denn die Auhenhandelszisfern zeigen gegenüber 1913 eine starke Erhöhung (Ausfuhr um 34 Proz., Einfuhr um 56 Proz.). Dadurch stehen England noch immer ungeheure Kapitalien zur Verfügung. Die gesamten Investitionen im Ausland und den Kolonien im Iahre 1928 werden auf 170 Millionen Pfd. St. gegen 153 Millionen Pfd. St. im Iahre 1927 und 197 Millionen Pfd. St. im Iahre 1913 geschäht, und dies bei einem Einfuhrüber- schuh von 360 Millionen Pfd. St. So ist England noch immer trotz seiner hohen Arbeitslosenzahl ein Kapitalexportland größten Maßes und die stark gestiegenen Cinfuhrziffern lassen die Vermutung aufkommen, daß das Lebenshaltungsniveau in England sich nicht unwesentlich gegenüber der Vorkriegszeit gehoben hat. Aus der provinzialhauptstadl. Gießen, den 23. März 1929. Oer Schritt ins Leben. In diesen Frühlingstagen, wenn die Knospen schwellen und überall neues Leben hervorquillt, verlassen Lausende von Kindern die Schule und bas Elternhaus, um zum erstenmal allein einen Schritt in das Leben zu tun. Sie haben sich alle auf diesen Tag gefreut, denn er öffnet ihnen ja das goldene Tor des Lebens. Ihre Träume und Wünsche sollen nun in Erfüllung gehen. Sie sind erwachsen. Beseelt von berauschendem Freiheitsgefühl treten sie die Wanderung in das Leben an, hoff- rrungsvoll, nur Sonne sehend, ihr Auge zukunftsfroh nach einem neuen Ziel gerichtet. Ein Rückwärtsblicken gibt es für sie nicht. Das ist natürlich. Sie schauen nur in die Zukunft, von der sie ja alles erwarten. Deshalb nehmen sie den Tag auch so leicht. Erst viel später kommt die Erinnerung, wenn sie Kameraden treffen, wenn ihnen in irgendeiner Lebenslage ein Wort ihres Lehrers einfällt. Ie älter die Menschen werden, desto schöner erscheint ihnen ihre Schulzeit. Sorgenlos verbrachten sie ihr Leben, unangenehme Geschehnisse verschwinden aus dem Gedächtnis, und nur die glücklichen Augenblicke treten wie glänzende Sterne hervor. Richt so leicht ist der Tag für die Eltern. Schweren Herzens schicken sie ihre Kinder hinaus ins Leben, in die Fabrik, in die Werkstatt, in den Laden, oder in ein Geschäft, und viele Wünsche und Hoffnungen umschweben die jungen Menschenkinder auf ihrem neuen Wege. Vater und Mutter fühlen, daß auch sie nun ein gut Teil älter geworden sind, ihre Blicke gehen rückwärts. Sie sehen ihre Kinder als hilflose, Heine Wesen im ersten Bettchen liegen, sehen, wie sie Dankbare Herzen. Don Alexander von Gleichen-Rußtvurm. Einer der häufigsten Vorwürfe, die wir der Mensch- heit im allgemeinen machen, und einzelnen Menschen im besonderen, ist der Vorwurf der Undank, barkeit. Mit glühenden Worten haben große Dichter geschildert, wie Undankbarkeit in das Herz des Menschenfreundes frißt und ihn zum Menschenfeind macht. Eine liebenswürdige Dichterin unserer Tage hat mit wehmütiger Ironie ein Märchen erzählt, in dem es sich begibt, daß die Tugenden ein großes Fest feiern und daß sich bei dieser Gelegenheit Wohltat und Dankbarkeit zum erstenmal in ihrem Leben begegnen. Staunend betrachten sich die einander vorgestellten Damen. Trotzdem möchte ich heute dankbar der menschlichen Dankbarkeit gedenken, der weit- und tief verbreiteten Fähigkeit, Dank zu empfinden und aus- zudrücken. Ich glaube, daß der Vorwurf der Undankbarkeit oft vorschnell erhoben wird. Wenn sich jeder von uns angewöhnte, gute Erfahrungen nach dieser Richtung in seinem Kontobuch für psychischen Fortschritt zu notieren, würden gute Erfahrungen die schlimmen aufheben, viellcicbt sogar überwiegen. Wer sich einmal klar wird, daß der Begriff der Dankbarkeit vielfach ganz falsch verstanden und angewendet ist, vergegenwärtigt sich leicht, daß überhaupt die besten Dinge nur symbolisch zu kaufen und zu lohnen sind und daß Erkenntlichkeit niemals durch Geld richtig ausgedrückt werden kann. Sehr oft empfangen wir selbst Wohltaten, indem wir meinen, Wohltäter zu sein, und nicht umsonst legt buddhistische Weisheit Wert darauf, daß der Almosenspcnder dem Empfänger zu danken habe. Auch die katholische Kirche gebietet mit tiefem Verständnis der menschlichen Seele, für die Gelegenheit zu danken, ein gutes Werk zu tun. Wenn nach unserer Meinung Liebenswürdigkeit, Güte oder Wohltat nicht genügend Anerkennung finden oder gar übel belohnt werden, soll man nicht allzu schnell erbittert sein, sondern untersuchen, in wieweit man sich wirklich um die Undankbaren verdient gemacht hat. Ein aufrichtiges Urteil ergibt in vielen Fällen, daß wir uns selbst um den Lohn brachten und mit Unrecht auf Dank pochen. Wie oft spielte eigne Selbstgefälligkeit mit Protzerei, Her- ablassung, Eilfertigkeit, Ungeduld, Rechthaberei! Auch die geringste Plumpheit oder Zudringlichkeit vprwirkt, was wir vielleicht mühsam wirken wollstrampeln und sich ihre- Dasein- freuen, hören, wie sie die ersten Laute stammeln, denken daran, tote sie versuchen, sich auf ihre eigenen Füßchen zu stellen ... der erste Schultag, von den Kindern mit Spannung erwartet, denn er sollte ja beweisen, daß sie nun „groß" sind, steht vor ihren Augen. ... Run sind die Iahre dahingegangen. AuS den Kindern wurden junge Mädchen und Burschen, die an der Schwelle stehen und sehnsüchtigen Auges in das neue Leben schauen. Sie wollen sich nun ihr eigenes Leben zimmern, wollen die ersten Grundsteine legen für eine glückliche Zukunft. Wohl ihnen, wenn sie auf den Rat ihrer Eltern hören, wenn sie nicht leichtfertig und leichtsinnig ihre eigenen Wege gehen und die „Alten" verachten. Ein gut Tell von „der Rot der Iugend", von der man so gerne spricht, könnte unS fremd sein, wenn unsere Heranwachsende Iugend ihren Eltern vertraute und bei wichtigen Entscheidungen ihren Rat einholte. Auch die Eltern müssen den Kindern vertrauen und nicht immer nörgeln und etwas aussetzen. Es ist heute manches anders als früher. Rur eins sollen sie immer wieder tun: Den jungen Menschen ein Ziel zeigen. Wenn sie müde werden, oder gar ihren erwählten Beruf wechseln wollen, dann sollen die Eltern helfen und stützen, neue Hoffnung geben, damit das junge Geschlecht zielbewuht seine Arbeit tut. Es wird bald erkennen, daß auf dem Lebensweg nicht immer die Sonne scheint, daß gar oft Wolken den Himmel verdecken und starke Stürme brausen. Da heißt es, aushalten! Seien es nun Arbeiter, Kaufleute, Landwirte, Angestellte oder Beamte. Eins müssen alle lernen: Arbeiten. Vergnügen und Feiertage sind erst dann für uns Menschen eine Erholung, wenn wir unsere Arbeit geleistet haben. Änd nirgends hat Goethe mehr recht als in jenem Vers des Schatzgräbers, wo es heißt: Tages Arbeit — abends Gäste, Saure Wochen — frohe Feste. Sei dein künftig Zauberwort! B. Daten für Sonntag, 24. März. Sonnenaufgang 5.55 Uhr, Sonnenuntergang 18.19 Uhr. — Mondaufgang 17.17 Uhr, Monduntergang 6.05 Uhr. 1830: der Dichter Robert Hamerling zu Kirchberg am Wald geboren (gestorben 1889); — 1844: der dänische Bildhauer Albert Thorwaldsen in Kopenhagen gestorben; — 1882: der amerikanische Dichter Henry Wadsworth in Longfellow in Cambridge geworben (aeboren 1807); —1905: der französische Schriftsteller Jules Berne in Amiens gestorben. Daten für Montag, 25. Marz. Sonnenaufgang 5.53 Uhr, Sonnenuntergang 18.21 Uhr. — Mondaufgang 18.33 Uhr, Monduntergang 6.18 Uhr. 1860: der Politiker F. Naumann in Störzthal geboren (gestorben 1919). Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 bis 190; Kochbutter von 140 an; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 40 bis 45; Weißkraut 30; Rotkraut 35 bis 40; gelbe Rüben 25 bis 30; rote Rüben 25 bis 30; Spinat 90; Unter-Kohlrabi 10 bis 15; Rosenkohl 80 bis 90; Feldsalat 250 bis 300; Endivien 150; Tomaten 80 bis 100; Zwiebeln 25 bis 30; Meerrettich 50 bis 150; Schwarzwurzeln 90; Kartoffeln 61/2; ausländische Aepsel 60 bis 90; inländische Aepsel 30 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110 Suppenhühner 100 bis 120; Tauben 80 bis 85; Rüsse 70 bis 80; das Stück: Eier 13 bis 15; Blumenkohl 80 bis 160; Salat 40 bis 45; Salatgurken 140 bis 150; Lauch 25 bis 50; Rettich 20 bis 30; Sellerie 20 bis 100; das Bund. Radieschen 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 6 Mark. "Die K'r aftomnibuslinie Gieße n— Flugplatz wird von morgen. Sonntag, ab von der Kraftverkehrsgesellschaft „Hessen" m. b. H. betrieben. •* D^r s Gewerbeaufsichtsamt Gießen befindet sich vom 1. April ab in dem. vor einiger Zeit vom Hessischen Staate für dieses Amt erworbenen Haufe Goethestrahe 63, Ecke Henselstrahe. ten. Verstehen wir nicht, unsere Schützlinge mit aus» I gesuchter Herzenshöflichkeit zu behandeln, so sind wir I in Gefahr, sie eher zu verletzen und zu beleidigen | als zu erfreuen. Statt Dankbarkeit zu empfinden, wird etwas wie Groll in ihnen auffteigen, ein Brennen darauf, den ungeschickten „Wohltäter" bei nächster Gelegenheit zu treffen. Eine der größten Gefahren gerade für warmherzige Menschen, die sich eifrig dem Wohl anderer widmen, ist noch nicht genügend ergründet. Sie nimmt ihren Ursprung in einer der erfreulichsten Eigenschaften, die darin besteht, solchen, denen wir Gutes erwiesen oder zu erweisen glaubten, eine fast zärtliche Anhänglichkeit zu bewahren. Je wärmer das Gemüt, desto fester wird diese Anhänglichkeit fein. Sie kann bei exaltierten Naturen zur Liebe werden und neigt wie diese zur Eifersucht. Eine kleine Untreue, Vergeßlichkeit oder Verständnislosigkeit macht dann leicht den Eindruck von Undank, kränkt und' verwundet. Es wäre gut, wenn sich edle Menschen dieser Herzensgefahr bewußt würden und anstatt selbstquälerisch darüber zu grübeln, ein herzliches Verzeihen wallen ließen. Eifersucht Schutzbefohlenen ober Armen gegenüber kann qualvoll werden wie jede andere Eifersucht, die so manches Dasein vergiftet. Liebe gibt kein unbedingtes Recht auf Gegenliebe in keinem Verhältnis des menschlichen Lebens, und das einzige, was wir tun können, um sie zu erringen, ist, unsere Liebe möglichst zartfühlend, un- ermüdlich und aufmerksam zu beweisen. Wie es schöne und häßliche Menschen gibt, schöne, deren Anblick gleichsam zu Dank auffordert, und häßliche, an die man sich nur mühsam gewöhnt, so gibt es Wesen, die so sympathisch sind, daß ihre geringste Freundlichkeit erfreut und zu Dank auffordert, indes andere, möglicherweise sehr tüchtige, trotz großer Opferfreudigkeit keine frohe Erkenntlichkeit Hervorrufen. Die Ursachen sind meist so tief verwurzelt, daß sich der Unsympathische schwerlich durchgreifend ändern kann. Er muß and) mit geringen Beweisen der Dankbarkeit vorliebnehmen unö feinen Lohn vor allem in der eigenen Brust suchen. Pflicht ist es, gerabe ben weniger sympathischen Menschen gegenüber nicht mit Anerkennung zu geizen, benn in der Sonne empfundenen Wohlwollens kann sich mancher Verkümmerte noch überraschend entwickeln. Kindlich ist es, wenn wir vom Unpersönlichen Dank erwarten ober Unbank verabscheuen, nämlich von verbänden, Vereinen, Behörden und anderen * Städtische Holzdersteigerung. Bet der gestrigen Drennholzverfteigerung auS den Waldungen der Stadt Gießen (Hangelstein). Bezirk des Försters Lotz, wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Duchenscheiter 18,60 Mö, Eichenscheiter 11 Wk., Duchenknüppel 14 Mk.. Eichenknüppel 10 OHL, Eichenknüppel 9 Mk.. Fichtenknüppel 9 Mk.. Duchenstöcke 11 Mk. je Raummeter; Duchenreisig 36 Mk. je 100 Wellen. •• D.H. E., Dreßen. Infolge eines Versehens sind nachstehende Herren bei der Erwähnung der Ausgezeichneten anläßlich des Stis- tungSfefteS in dem mitgeteilten Bericht nicht angeführt worden: mit der Radel 25 Hch. Metzer und W. Wadenpfuhl; mit der Radel 100 K. Währum. Französische Fliegerlandung in Oberheffen. WSN. Büdingen, 22.Mörz. Bei Nieder- Mockstadt beobachteten am Donnerstagnachmittag Bauern, die auf dem Felde arbeiteten, einen Doppeldecker, ber längere Zeit über der Gegend kreiste. Der Führer des Flugzeuges batte bei dem dunstigen und unsichtigen Wetter anscheinend die Orientierung verloren. Um 2.30 Uhr landete das Flugzeug auf freiem Felde. Es handelte sich um ein französisches M i - (i t ä r f l u g 3 e u g. Die Besatzung bestand aus einem französischen Sergeanten als Piloten und einem Soldaten als Beobachter. Der Sergeant begab sich sofort zum Bürgermeister von Nieder- Mockstadt und bat um Schutz für sich und sein Flugzeug. Der Bürgermeister traf die erforderlichen Maßnahmen. Er benachrichtigte die Kreisdirektion in Büdingen, das Polizeikommando in Butzbach, ebenso auf Bitte des Piloten die Polizeidirektion in Mainz, die die Flugkommandantur Wackernheim in Kenntnis fetzte. Die Hessische Regierung setzte sich sofort mit der französischen Besatzungsbehörde in Verbindung. Wie wir von unterrichtoter Seite noch hören, mußten die Flieger wegen Wassermangels notlanden. Sie flogen nach Erledigung aller Formalitäten in Gegenwart der zuständigen Behörden am Freitagnachmittag wieder ab nach Mainz. Schwere Erkrankung . -es Bischofs von Limburg. WSN. Limburg, 22. März. Der Bischof von Limburg, Dr. Augustinus Kilian, ist in der vorletzten Nacht an einem Herzleiden schwer erkrankt. Heute morgen stellte sich noch eine Lungenentzündung ein, so daß sein Zustand sehr ernst ist. Der Bischof steht im 71. Lebens- fahr und ist seit 15 Jahren Bischof der Diözese Limburg. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 24. März, 19.30 bis nach 22 Uhr: Intermezzo. Montag, 25. März, 19.30 bis gegen 22.30 AÜjr: Die verkaufte Braut. Dienstag, 26. März, 20 bis 21.30 Uhr: Elektra. Mittwoch, 27. März, 19.30 bis nach 22 30 Uhr: Pulcinella. Hierauf: Der Iahrmarkt von Sorotschintzi. Donnerstag, 28. März, 19.30 bis nach 22 Uhr: Der Freischütz. Freitag, 29. März, 17.30 bis gegen 22.30 Ahr: Parsifal. Samstag. 30. März, 19.30 bis 22.45 Uhr: Die Fledermaus. Sonntag, 31. März, 19.30 bis nach 22 Uhr: Aida. Montag, 1. Aprll, 17.30 bis gegen 22.30 Uhr: Parsifal. Schauspielhaus. Sonntag, 24. März, 15 bis 17.30 Ähr: All- Heidelberg. 20 bis gegen 22.15 Uhr: Katharina Knie. Montag, 25. März, 20 bis nach 22 Uhr: Stein unter Steinen. Dienstag, 26. März, 20 bis 22.30 Uhr: Paulus unter den Iuden. Mittwoch, 27. März, 20 bis gegen 22.15 Uhr: Katharina Knie. Donnerstag, 28. März, 20 bis nach 22 Uhr: Karl und Anna. Freitag, 29. März, 20 bis 22.30 Ähr: Paulus unter den Iuden. Samstag, 30. März, 20 bis 22.30 Ähr: Die schwarze Kugel. Sonntag, 31. März, 20 bis gegen 22.15 Ähr: Katharina Knie. Montag, 1. April, 15 bis 17.30 Ähr: Der brave Soldat Dchwejk. 20 bis gegen 22.30 Ähr: Die schwarze Kugel. „Stellen". Ein Unpersönliches ist leicht undankbar, weil die zarten Ansätze zur Erkenntlichkeit nur in wertvollen Menschen zur Reise gelangen. Masten- Vereinigungen können schwärmen, können Hosianna rufen und Palmen streuen. Streng genommen ist es aber nicht zu verwundern, wenn sie mit derselben Einmütigkeit bald darauf ,Kreuzige!" rufen. Nur einzelne bleiben einem Christus treu und beweisen unerschütterlich ihre Dankbarkeit. Wenn man die Massenpsychologie bedenkt, die Ansteckung der Furcht, so ist das schon viel, sehr viel zu nennen. Es scheint mir auch kindlich, obgleich tief im menschlichen Herzen begründet, daß der Drang unausrottbar ist, gerne Dank und Anerkennung hinzu- nehmen, ja Dank und Anerkennung sehnlich zu erwarten von solchen, die vielleicht ihrem Wesen nach gar nicht berechtigt sind zum Erteilen von Auszeich- nuna und Lob und, wenn sie es tun, dies nur gleichgültig, schematisch besorgen. Derartige Gepflogenheiten beweisen aber immerhin die Solidarität, den instinktiven Zusammenhang aller Menschen, und sind deshalb zu achten. Naive Freude an diesem äußerlichen Dank ist rührend und natürlich. Doch wenn er ausbleibt, sollte philosophische Betrachtungsweise leichter darüber hinweghelfen. Denn wirkliche Dankbarkell ist nur von Herz zu Herz lebendig, von Persönlichkeit zu Persönlichkeit. Ja, sie verlangt geradezu Persönlichkeit, setzt eine solche voraus und beweist, daß Persönlichkeit höchster Wert sei. Der Dank z. B., der einem Schaffenden gespendet wird, ehrt in gleicher Weife die Dankenden, und der Gefeierte darf nicht nur Genugtuung empfinden, sondern muß fein Herz an dem Bewußtsein erquicken, daß er echten Persönlichkellen begegnet sei, und sich in idealem Sinn unendlich bereichert fühlen, während ein Verkehr mit armseligen Halbmenschen leicht verarmen läßt und her- ab^ieht. Ein geläufiger Irrtum aber, den in bezug auf Dankbarkeit fast alle durchmachen, ist die Verwechslung von Güte und Schwäche. Durch eine Anekdote wurde mir dies deutlich, die von einer geistvollen Frau herrührt. Eines Tages erzählte sie, ihr Köchin habe sie in Hoffnung auf „Verbesserung" nach ihrer Meinung recht undankbar verlosten. Und als sie ihr darob Vorwürfe rttadjte mit der Bemerkung: „Sie sind undankbar. Ich war doch immer gut mit Ihnen", entfernte sich der dienstbare Geist mit dem verächtlichen Wort: „Gut? — schwach waren Siel" Rundfunkprogramm. Sonntag, 24. März. 8.30 bis 9.30 Ähr: Morgenfeier, veranstaltet von Prediger Wächter. — 11 bis 11.30: Stunde der 3ugcnbbetoegung: „Die sittliche Rot unserer Brüder", Vortrag von Wllli Wolfermann. — 11.30 bis 12: Elternstunde. — 12: Dortragsstunde Daisy TorrenS. — 13.10 bis 13.40: Vom Zoologischen Garten: Affen und Halbaffen. — 14.30 vis 15.30: Stunde der Iugend: Kindertheater „Die Spitzbubenkomödie", von Margarete Cordes. — 15.30 bis 17: Konzert des Rundfunkorchesters: Klassische Operetten. — 17 bis 18: Stunde des Landes. — 18 bis 18.45: Don Königswuster- hausen: Gedanken zur Zeit, Zwiegespräch zwischen H. Sollmann und Dr. Heuß über 2llkohol- mißbrauch. — 18.45 bis 19: Stunde pes Dhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Mö- tile**, Vortrag mit Vorlesung aus feinen Dichtungen von Alfred Auerbach. — 19 bis 19.30: Sportnachrichten. — 20.30: Orchesterkonzert. Montag, 25. März. 6.30 Ähr: Morgengymnastik. — 12.30: Schallplattenkonzert: Aus Opern. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Lügend. — 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Beethoven. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. — 18.30 bis 18.50: Dortrag: „Die Reichstagung für Arbeiterwohlfahrt". — 18.50 biS 19.10: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). — 19.10 bis 19.40: Kurt Tucholsskh, Vortrag aus eigenen Dichtungen. — 19.40 bis 1950: Englische Literaturproben. — 19.50 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. -r- 20.15: Von Stuttgart: „Das Mädchen von Davarra", lyrische Episode in zwei Akten von Iules Clare tie und Henri Catn, Deutsch von Max Kahlbeck, Musik von I. Masse- net — Anschließend: Rach Stuttgart: „Freies Amerika", drei Hörbilder aus der Geschichte der Losreißung Amerikas von England, Entstehung der amerikanischen und der Bundesverfassung, mit einer Einleitung und kurzen Erläuterung von Historicus. — Darauf: Schallplattenkonzert Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 24. März. Palmarum. Landes-Buß- und Bettag. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; 11: Kinder- kirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr; 6: Pfarrer Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- aemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 6: Pfarrer Aus- feld; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannes^meinde; 8: Bibelbefprecyung im Johan- nesfaal; Pfarrer Ausfeld. — Kapelle de. Alten Zriedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 10.45: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — Llifabeth-Kleinklnderlchule. 9.45: Pfarrer Becker. — Klein-Linden. 10: Hauptgottes- dienst; 11: Kindergottesdienst. — wieseck. 9.45; 11: Kinderkirche; Kollekte; 7.30: Lichtbilderandacht. -- Allen-Vuseck. 10; 6: Passionsgottesdienst. — Sirch- berg. 10: Kirchberg (Kollekte); 11: hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Lollar: 1.30: Kirchberg (Kollekte). — Haufen-Garbenleich. 10: Garbenteich; 1: Haufen. — Watzenborn-Steinberg. 10: Kinderkirche; 1: Hauptgottesdienst (Kollekte). — Lich. 9.30: Sttstsdechant Kahn; 12.45: Kindergottes, dienst; 8: Stiftspfarrer llic. Schorlemmer. Katholische Gemeinden. Samstag, den 23. März. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, den 24. März. Palmfonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- digt; 11: Messe mit Predigt; 5: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt und Palmweihe. — Llch. 7.30: Hochamt und Palmweihe. — Nidda. 8.30: Hochamt. — Echzell. 11: Hochamt. Dienstag, den 26. März. Gießen. Abends 8 Uhr: Fastenandacht. Loumtaasvientt o.'Heute u. Apotheken am24.3.29 Dr. S. Klein. Dr. Ploch. Htrfchavolhete Zabnarzt: Dr. Metz. ,eD Diese Ueberzeugung hegen gewiß sehr viele Untergebene, Familienmitglieder und andere Leute, mit denen wir im täglichen Leben zusammenhängen. Diese Meinung haben auch viele Kinder, die von ihren Eltern undankbar gescholten werden. Wahrscheinlich oft mit Recht. Schwäche in allen Schattierungen als Nachgiebigkeit, Rachlässigkeit, als ewiges Ungefähr, wird nie mit Dank hingenommen, sondern reizt zur Verachtung und Ausbeutung. Es ist ganz falsch, jemals Dank dafür ernten zu wollen. Wenn der Dank aber scheinbar kommt, dann ist er nicht echt und wirkt als gefährliche Schmeichelei. Findet im öffentlichen Leben ein charakterlos Ab- schwenkender auch anfangs Erfolg und Jubel, e» kommt unerbittlich der Tag, an Dem er die höhnische Antwort erfahrt: „Nicht gut — nur schwach!" Ernste Dankbarkeit wird viel eher, obgleich es zunächst anders scheint, gerechte Strenge finden, ein milder, aber heilsamer Verweis. Charakterlose Nach- giebigteü Kindern ober Untergebenen gegenüber sowie in jedem Zweig des öffentlichen Lebens erzeugt fast selbstverständlich Undankbarkell. Allerdings darf man ebensowenig wie die pedantisch Strengen von einst durch grundsätzliche Unduldsamkeit, durch beständiges Kritisieren und Nörgeln die Umgebung bedrücken und von dieser auch noch ein „Vergelts gott" erwarten. Kluge Tyrannen sind zwar immer beliebter als Schwachköpfe; doch diese Auslese der Besten, deren Dank wirklich erstrebenswert ist, widmet ihn am liebsten der selbstbeherrschten Persönlichkeit, die Anmut mit Würde zu verbinden weiß. Manche Men schen empfinden Dankbarkeit, aber eine gewiße Steifheit hindert sie daran, chre Gefühle richtig auszudrücken. Wie man die kleinen Kinder lehrt, freundlich „Danke" zu sagen, müßten sich die großen Kinder selbst dazu anhalten und nie außer Hebung kommen. Ist es nicht ohnedies möglich, jenen, die opfervoll unser Leben betreuen, entsprechend erkenntlich zu fein? Wie könnte je Geld ober Selbes- wert ben aufmerksamen Arzt wirklich belohnen, die Sorge ber nächsten Hausgenossen, ber hingehenden Dienerschaft, ber pflichttreuen Beamten voll vergüten? Wir bleiben immer Dank schuldig, doch müssen die, benen wir verpflichtet ftnb, wenigstens den guten Willen merken, nicht undankbar zu fein. Wie man in den Wald hinejnruft, so tont es heraus, und selbst ein böser Zauberwald muß die Der- wunschenheit schließlich verlieren und freunbüdjes Echo wiedergeben, wenn einer das rechte Dorf hin- •inruft zu erlösen. Sein Leben war Liebe. breit, 1.50,1.25, 0.95 Gießen, den 23. März 1929. 2210V G/E8SEN*M#UößURG ICT 2665* bewahren. Ludwig Georgi, Gießen, den 22. März 1929. 2675V 2516D 126V 2494D 2089D Hattenrod, den 23, März 1929. 01571 Oi« d 2489D Mbten -'o9lA Die trauernd Hinterbliebene Mariechen Hamel Wwe. Kesten, v Slanblücher and Poliertflcbßr Aulnehmer kräftige Ware-- Ahwasdifficher.............. ^lÄUfh .euh toi« Im Namen der Hinterbliebenen Sally Rosenbaum. z.Mrz- sknandacht-___ ,*"@**8 Mischer Fon. Lü°rtgeschriUe°e - 19.10 bis eigenen Für die liebevolle Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Mutter danken wir auf diesem Wege herzlichst ScbBibendardlaea.................. EtamlOe gestrelftu. kariert, 150 cm Die größte Auswahl In allen Modellen der bekanntesten Firmen hat Lollar, den 21. März 1929. Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. Marz, nach mittags 28/4 Uhr statt. In tiefer Trauer: Dorothea Deibel geb. Höll Frieda Gerhard geb. Deibel Wilhelm Gerhard, Marie Gerhard. Danksagung. Für die so überaus große und herzliche Anteilnahme und die zahlreichen Kranzspenden, sowie für die trostreichen und lieben Worte des Herrn Pfarrers Hartmann bei dem Heimgang unserer Heben Entschlafenen sagen wir aut diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Kahl und Kind Familie Heinrich Müller IL Alten-Buseck, den 23. März 1929. OardlneDEordel, Qardinenzfiädien Gardlneoringe and Quasten asw. la Grober Wahl Eta Dr ah traun nm den Sttil hilf das Getlügel ruaammen, ein Draht- raun um» Grundstflck Mit Schadll nge von Pflanxen u ßÄnmen fern. 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Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unsrer teuren Entschlafenen, für die vielen Kranzspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe sagen wir unsern innigsten Dank. Friedrich Hels und Kinder. Aliendorf a. d. Lahn, den 23. März 1929. tafteta iiir Wgragen und Kraittvaaen 2636 D non 9)1f.8.50 an. fleiorMapr SpCAialflcfctäft für Autobedarf. Haus Schwarz. Fernsprecher 4120. Danksagung. Für die überaus große und herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, für die zahlreichen Kranzspenden sowie, für die tro-treichen Wort-' des Herrn Pfarrers Dörr, der Freien Turnerschaft und seinen Mitschülern. Freunden und Freundinnen sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trau -rnden Hinterbliebenen: Familie W. Bruchmann. Heuchelheim, den 22. März 1929. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinsciieiden unserer lieben Entschlafenen, sowie für die tros reichen Worte des Herrn Pfarrers und die liebevolle Pflege der Krankenschwester s.-gen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johann Ott IV. Leihgestern, den 23. März 1929. X B. HAUSER, GIESSEN AM OS WAL DSGARTEM______ Es war Gottes Wille, am 2L März, morgens 7 Uhr, meine liebe, gute Mutter Frau MargareteHamel Wwe. Im 73. Lebensjahre von ihrem schweren Leiden Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir aut diesem Wege unseren herzlichsten Dank Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Heinrich Dörr. Alle Leute sagen, ich sehe jetzt so blühend aus Dies ist der Erfolg einer längeren Köstritzer Schwarzbierkur. Machen auch Sie einen Versuch und Sie werden das altbewährte Köstntzer Schwarzbier als Ihr tägliches Sausgetränk nicht mehr misten wollen. Wem zu herb, der setze anfangs Zucker nach Geschmack zu. - Vertretung: Emil Schwall n» a^err W «M* "goto, ,{ hintzenonM«, > ß Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. L d. N.: Emil Pfafl Wwe. Kinzenbach, den 23. März 1929. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem plötzlichen Hei" gang unserer lieben Entschlafenen sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Krämer und « ie vielen Kranzspenden sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Nicolaus IV. Steinbach, Großen-Buseck. den 22. März 1929. __2419b Für die benotft. Meins- feitliüjieiten emvfehle ich: Feitabzeichen Aäbnckeu E utrittskartcu sowie alle ander. BereiuSartikel. Niedrigste Preise (Sünsi.?sabl»nge- weise. Kem.Naü- nahm A. 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März, nachmittags 6 Uhr, im Krematorium Hamburg-Ohlsdorf statt 2707D Ein Dfafcfaaun Haut 0.30.0.25 0.80.0.65 Auch ftfiwer und Mm lernende Schüler ™— Innd Schülerinnen werden erfolgreich gefördert im WMipWWW, LiebiMe 46 Fernruf S7S 2412U Verlorene Zeit wird wiedergewonnen. Danksagung. Für die uns zu dem schweren Verluste unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen Frau Ida Diemer geb. Steuernagel erwiesene herzliche Anteilnahme sagen wir unseren tiefgefühlten, innigsten Dank. Chr. Diemer, Lehrer i. R. Studienrat A. Diemer u. Frau Paola geb. Schweitzer Studienrat Dr. W. Diemer u. Frau Elly geb. Schulze Lehrer Ph. Hofmann und Frau Pauline geb. Diemer. Lang-Göns, den 23. März 1929. Zum Hausputz empfehle Ich in größter Auswahl und guten Qualitäten: Brise BlSßS schöne Muster ..Paar 150,1.40.1.30, 0.95 StOrBS Etamlne m. Durchsatz u. Spitze, 4.50,3X0, 0.75 Wläller vorrima in d. Breite von 8 bis 40 mm. töten o. 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Ganzleinen 5.20 Mk. (116) — 2ede Frau, mag sie alleinstehend oder verheiratet sein, wird heute weit häufiger als früher vor die Aufgabe gestellt, selbständig Entscheidungen zu treffen, bei denen es sich unter Ll'nständen um nicht geringe Geldbeträge handelt. Das; sich aber die vielfachen Streitfälle des Lebens nicht einfach nach Gut, dünken und noch ganz persönlichem Aechtsempsin- den entscheiden lassen, ist ohne weiteres klart in mand en Fällen würde Geseheskenntnis aus einer Lage Helsen, die schon unrettbar verfahren erscheint. Natürlich kann man einer Frau nicht zumuten, die Gesetze selbst zu studieren. Auch ist ja die Auslegung der Paragraphen gar nicht so einfach. 3n dem vorliegenden Ruche liegt endlich ein Hausbuch des häuslichen Rechts vor, wie es besser kaum sein könnte. Hier werden alle wichtigen Fragen, in denen Frauen zu entscheiden oder ihr Recht zu suchen haben, an Beispielen erläutert und ihre Lösung in leicht verständlicher Weise dargestellt. Der Interessentenkreis für das Buch ist groß: neben der Hausfrau und der berufstätigen Frau werden vor allen Dingen Behörden, Mülterb^ratungs- und Fürsorgestellen und nicht zuletzt unsere Hausfrauen- vercine das praktische und preiswerte Werk nicht entbehren können. gestatteten Bändchen ein wahres Geschenk gemacht. Denn wie oft kommt es vor, daß so ein munterer Sänger plötzlich die Flügel hängen läht und trübselig und bekümmert dreinschaut, ohne daß sein Beschützer ihm zu helfen weih. An Hand dieses Buches wird es ihm ein Leichtes sein, die Ursache eines solchen Umschwunges zu erkennen und für Abhilfe zu sorgen. Darüber hinaus regt das Buch, das mit prächtigen Farbentafeln geschmückt ist, in feinsinniger Weise dazu an, mit warmem Herzen unsere gefiederten Freunde im Käfig und in der Bogelstube zu beobachten und das „Seelenleben" dieser kleinen Kameraden auf unserem Lebenswege zu ver- — Römische Charakterköpfe. Ein Weltbild in Biographien. Bon Geh. Reg.-Rat Professor Gr. Dirt. 8. verbesserte Auflage. Mit 24 Kupferdrucktafeln. In Le.nenband 8 QHT. Verlag von Quelle & Metzer in Leipzig (37). — Es ist nicht überraschend, dah Birts Römische Eha- rakterköpfe bereits eine Auflage von 29 000 Exern- plaren erreicht haben. Ist doch gerade dieser Teil der römischen Geschichte besonders fes.elnd. Die Scipionen und Gracchen, die Kämpfer um Roms Freiheit, Marius, Pompesus und Sulla, der Begründer des Imperiums Julius Caesar und die Reihe der Kaiser von Augustus bis Mark-Aurel bilden den Inhalt des Bandes. Sie leben in ihrer Umwelt und in ihnen spiegelt sich das Leben dieses einzigartigen Volkes. So kann dieses Weltbild in Biographien, das die römische Geschichte lebendig und plastisch anschaulich macht, empfohlen werden als wertvolles Geschenk für jeden, der Sinn hat für geschichtliches Werden und für die großen Führergestalten, die einst die Welt beherrschten. — Deutsche Verfassungsgeschichte vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Von Prof. Dr. F. Hartung. 3. bis zur Gegenwart fortgef. Aufl. Geb. 9 Mk. Verlag von D. G. Teubner in Leipzig. (66) — In geschickter, übersichtlicher, knapper und dabei alles Wesentliche scharf erfassender Darstellung bietet das Buch die wichtigsten, entscheidenden Tatsachen der deutschen Verfassungsgeschichte vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Es betrachtet die Entwicklung des alten Reiches bis zu seiner Auflösung, das im 19. Jahrhundert einsehende Streben nach Verfassungen in den Eti^el- staoten und nach entscheidender Lösung der Ein- heitsfrage. Don besoirderem Interesse ist die Schilderung der staatlichen Entwicklung seit 1919. die praktische Auswirkung der Weimarer Verfassung, vor allem im Verhältnis von Reich und Ländern. Ein letzter Abschnitt behandelt kurz die neuen Länderverfassungen. Zahlreiche Literatur- und Quellenangaben sowie ein Sachregister erhöhen noch die praktische Benutzbarkeit des Werkes. — Zwölf Jahre Ruhrbergbau, 1914 bis 1925. Don Dr. Hans Spethmann, Band II. Aufstand und Ausstand vor und nach dem Kapp- Picksch bis zur Ruhrbesetzung. Mit einer Karte, 11 Tafeln und 22 Textabbildungen. Verlag von Reimar Hobbing, Berlin SW 61. (10) Der uns vorliegende umfangreiche zweite Band dieses ausgezeichneten Quellenwerkes zur modernen deutschen Wirtschaftsgeschichte schildert die furchtbare Leidenszeit, die das Ruhrrevier, die Herzkammer der deutschen Industrie unter dem roten Terror des Kommuni- stenaufstands durchzumachen hatte. Bilder werden hier entrollt, so grausig, so unmenschlich, wie sie sich unsere blühendste Phantasie nicht vorstellen konnte. Es ist gut, daß hier einmal an Hand authentischer Dokumente vergeßlichen Zeitgenossen vor Augen geführt wird, welches Martyrium, welche Hölle stehen. — Anleitung zu zoologischen Beobachtungen. Von Professor Dr. Friedrich Dahl. 2. verbesserte Auflage (Sammlung Wissenschaft und Bildung Band 61). Gebunden 1,80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. (105) — Der Verfasser weih in geschickter Weise und gestützt auf langjährige praktische Unterweisung den Raturfreund dazu anzuleiten, alles was da kreucht und fleucht in seinen Eigenheiten aufzuspüren und zu erkennen. Roch einem einführenden Kapitel, das der Dionornie im allgemeinen ge- widmet ist, gibt er im zweiten Teil eine äußerst | beschrewung. instruktive Anleitung in die schwierige Kunst des richtigen zoologischen Beobachtens: der dritte Teil zeigt, was man beobachten soll und wie man die gewonnenen Einblicke unter allgemeine Gesichtspunkte bringen kann. „ _ — Die Landschaftsgürtel der Erde. RaturundKultur. Don Dr. Siegfried Passarge, o. Professor an der Hamburgischen Universität. Mit 1 Karte und 31 Bildern, 2., durch- gesehene und erweiterte Auflage. In Halbleinen gebunden 3,50 Mk. Verlag Ferd. Hirt in Breslau. (112) — Passarges Buch über die „Landschaftsgürtel der Erde" hat sich seit seinem Erscheinen unter Geographen und allen geographisch Interessierten ganz besonderer Beliebtheit erfreut. Es ist soeben in zweiter Auflage herausgekommen. Die beigegebene Karte über die Einteilung der Erde in Landschastsaürtel ist wesentlich verbessert worden, auch der Text hat Veränderungen erfahren. Das Buch faßt in außerordentlich klarer Gliederung die Eigenart der charakteristischen Landschaften in kurzen und doch inhaltreichen Schilderungen zusammen neben vortrefflich ausgewählten erläuternden Tabellenbildern erhalten I die Ausführungen durch die fesselnde Schreibweise des Verfassers das Spannende einer Reisebeschreibung. — Prof. D r. Leo Rosenberg, Lehrbuch des Deutschen Zivilprozeß- rechts, 2. neubearbeitete und erweiterte Oluf» läge. Berlin (Otto Liebmann) 1929, 748 Seiten, qe'b 3150 Mk., für Abonnenten der Deutschen Juristenzeitung 28,50 Mk. (102) — Rach kaum 13 Monaten war die erste Auflage des Rosen- bergschen Lehrbuches vergriffen. Dieser Erfolg ist doppelt erfreulich, wenn man bedenkt, wie selten er seinesgleichen findet. Es erklärt sich daraus, daß das Lehrbuch das gebracht hat, wonach ein langempfundenes Bedürfnis bestand: eine Darstellung des Zivilprozesses, die systematisch in lehrhafter Form das umfangreiche Material bis in seine Einzelheiten hinein unter Auseinandersetzung mit der Literatur und weitestgehender Berücksichtigung der Praxis übersichtlich verarbeitet. So hat das Werk in allen Juristenkreisen Aufnahme und Derbreitung gefunden: Der Student benützt es zur Aneignung des Stoffes und Bearbeitung der Uebungsfülle, der Praktiker sieht die Fragen, die an ihn herantreten, in herangezogenen Entscheidungen beantwortet und zugleich in den gehörigen Zusammenhang gestellt, dem Dozenten sind neue Gesichtspunkte gegeben und mancher, der Prozeß nur „nebenher" zu lesen hat, wird das System dankbar als Grundlage für seine Vorlesungen benutzen. Die zweite Auflage hat gegenüber der ersten einige Verbesserungen erfahren. Daher gehört namentlich auch die im Interesse der vielbesprochenen Rechtsangleichung geschehene Einarbeitung des österreichischen Prozeßrechts. Im übrigen ist das Buch hinsichtlich inzwischen erschienener Literatur Bücher zur- Kunst. — Musik des Orients. Don Dr. Robert Lachmann, Bibliothekar' an der Preußischen Staatsbibliothek, Musikab^eilung, Berlin. Mit 12 Bildern und 14 Rotenbckllpielen. In Halbleinen gebunden 3,50 Mk. De/lag Ferdinand Hirt in Breslau. (113) — Der /außereuropäische Einfluß, der sich in neuerer Zeit/im abendländischen Musikschaffen geltend macht, hat die Aufmerksamkeit in erhöhtem Maße -mf die exotische Musik gelenkt, nicht allein aujf gewisse Aeuherlichkeiten des Stils, sondern auch auf die Grundfragen ihrer Melodik und Rhy/hmik. Das vorliegende Buch geht auf alle diese »Fragen ein. Reben literarischen Zeugnissen neratlfeüet es vor allem die musikalischen Leistungen 'selbst, und zwar in ihrer wahren Gestalt, die u/-s erst durch den Phonographen greifbar gewordst» ist. Auf dieser Grundlage wird die Musik OfpkLtenS, Hinterindiens und Indonesiens, Jndi/ns und des arabisch-islamischen Kulturkreises sowohl auf ihre Sondermerkmale wie auch zu/n erstenmal vergleichend untersucht. — Deetlhoven. Von Professor Dr. Frhr. v. d. Pford^en. Im Sammlung Wissenschaft und Bildung. S. durchgesehene Auslage. Gebunden 1,80 Mk. QZerlag von Quelle & Meyer in Leipzig. (106) — Mas die vorliegende Schrift vor manchen anderen yeraushebt, ist die durchaus selbständige, unschema/ifche Art, mit der Pfordten es versteht, uns ein, Bild des Titanen zu zeichnen. Er will uns m^t sagen „so ist Beethoven", sondern Jo sehe ich ihn", der Verfasser will also niemanden! sagen, .'was er von Beethoven zu halten habe, sondern ihn nur zu eigenem Denken über die behandelten Fragen anregen. Dieser Gesichts- punk/. ist in dem ganzen Buch durchgeführt, überall -zeigt Verfasser nur die großen Linien auf, die. zum Verständnis 'Beethovens führen können, ohue sich in Einzelheiten zu verlieren. Reben einer vollendeten Charakteristik des Menschen Beethoven geht eine feinsinnige Würdigung der Sonaten und Kammermusik, der Oper Fidelio u. a. /inher. Besonders eingehend ist die eben wieder in Gießen aufgeführte missa solemnis besprochen, L gerade dieser Abschnitt ist ein Meisterstück fach- I kundiger Einführung in die Schönheit eine« Kunstwerkes. — Im Alrobi-Musikverlag in Berlin ist unter dem Titel „100 0 Takte Tanz" ein gut au8- gestattetes Sammelwerk erschienen, in dem 24 populäre neue Tanz- und Gesangsschlager enthalten sind: darunter befinden sich neben den jüngsten amerikanischen Produkten Kompositionen von Kollo. Gilbert und Relson. Der Preis beträgt fest kartoniert 4 Mk. Schriften zur Philosophie und Pädagogik. — K I. Grau, Grundriß der Logik, Aus Ratur und Geisteswelt, Rr. 1008, 3. Aufl-, 1929, 3 Mk. — Der vorliegende Grundriß leistet gerade das, was der Laie, für den er bestimmt ist, fordert: er orientiert. Er behandelt nicht die Probleme vom einseitigen Standpunkt auS, sondern zeigt, worin die Ausgabe der Logik besteht, welcher Art ihre Probleme sind, wie diese von verschiedenen Seiten angepackt werden und zu welchen Resultaten man im Verlauf der Geschichte gelangt ist. Er bietet eine treffliche Einführung. Ich möchte wünschen, daß sich jeder, der wissenschaftlich arbeitet, vor allem auch der Student, hier Belehrung holt. — Richard Wilhelm, Chinesische Philosophie, Jedermanns Bücherei, 128 S., 15 Abbildungen, Breslau (Ferdinand Hirt), 1929. 3.50 Mk. — Unser zur ßeit wohl am meisten bekannter und geschätzter Sinologe gibt hier eine auf Grund der Originalquellen gearbeitete Darstellung der chinesischen Philosophie, die um so mehr willkommen geheißen werden darf, als an gleichartigen Werken starker Mangel herrscht. Der weite Blick des Verfassers, die unbedingte Beherrschung des Stoffes, die elegante Schreibweise machen die Lektüre zu einem Genuß. Bei dem Interesse, das uns die geheimnisvolle chine- fische Seele und Kultur abnötigt, dürfen wir hoffen, daß das Büchlein viels Freunde findet. Verschiedenes. — Frauen von heute. Don Luise Scheffen- Döring. 265 Seiten. Geheftet 5,40 Mk. In Leinen» band 6,80 Ml. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig (110) Das übersteigerte Tempo unserer Tage läßt uns kaum zum Bewußtsein kommen. was alles dem Stürmen und Drängen dieser Zeit zum Opfer gefallen ist. Eins aber ist deutsch spürbar, daß mit so mancher überalterten Einrichtung auch die Schranken endgültig niedergelegt sind, die die Frauen seit Jahrhunderten einengten. Ihnen fiel eine Freiheit zu, wie sie das freiheitdurstende Revolutionsjahrhundert kaum zu ahnen wagte, und wie sie selbst unsere Eltern nicht für möglich gehalten hätten. Kein Wunder, daß viele diese plötzlich eroberte Freiheit zunächst nicht richtig auszuwerten wußten. Mit den alten Bindungen verloren sie den sittlichen Hall, und das Fehlen jedes wahren Sexualethos lieh uns Tragödien und Frauenschicksale erleben, die uns an einer Aufwärtsbewegung ernstlich zweifeln ließen. Es scheint, als ob sexuelle Un- gebundenheit das Ideal der Frau von heute bildet. Daß dies alles aber nur ilebergangs- erscheinungen sind, und dah die Frau von heute bereits gewillt und in der Lage ist, mit ihren neuen Rechten auch neue Pflichten in Kauf zu nehmen und diese mit dem nur ihr eigenen Verantwortungsbewußtsein zu tragen, das zeigt uns Frau Scheffen-Döring in diesem Buche, das als ein ehrliches Bekenntnis an das sittlich Gute in der Frau von heute begrüßt werden muß. Ein solches Werk war nach all den pessimistischen oder sogar niederschmetternden Urteilen über unsere heutigen Frauen notwendig. Dennoch ist es nicht als eine Entgegnung auf die vielfachen Angriffe zu werten, vielmehr verrät jeder Abschnitt, daß eine tief innerliche Ueberzeuaung und ein fest gegründeter Glaube an die Hohe Berufung der Frauen von heute der Verfasserin die Feder gc führt hat. So stellt sie denn auch nicht die Morel oder die geschlechtliche Sittlichkeit in den Mittel punkt ihres Werkes, sondern die Volksverant- wortung, das Derantwortungsbewuhrsein der Gemeinschaft. . ganz Deutschland erwartet hätte, wenn es damals nicht gelungen wäre, den Bolschewismus auf der Erde Rheinland-Westfalens in feinem Keim zu ersticken. — Maurice Pal 6 ologue: Vertrauliche Gespräche mit der Kaiserin Eu° gönie. Mit 15 Lichtdrucktafeln. Verlag Paul Aretz in Dresden. (760) Es gibt besonders nach dem großen historischen Ereignis des Weltkrieges viele Diplomaten, die Bücher schreiben, aber wenige, die über einen so brillanten, auch in der llebersetzung noch faszinierenden Stil schreiben, wie Palöologue, I der ehemalige französische Botschafter am Zarenhof, als Direktor am Quai d'Orsay einst vertrauter Mit- I arbeitet Delcassss. Durch die Prinzessin Mathilde Bonaparte wird er mit der damals um die Jahr- | Hundertwende schon an der Schwelle des Greisem alters stehenden Kaiserin Eugenie bekannt und iAt seitdem ständiger Gast der Kaiserin bei den häich-, gen aber immer nur kurzen Besuchen, die die Enh thronte von ihrem englischen Asyl aus ober gm» gentlich einer ihrer vielen Reisen dem ihr utyjmden Rotierungen: Weizen 24, Roggen 23.25 bis 23,50. Sommergerste 24, Hafer (inl.) 24,50, Mais für Futterzwecke 24, Weizenmehl 33,25 bis 34,25, Riederrh. 33 bis 33,50, Doggenmehl 30,75 bis 31.75. Weizenkleie 14,15, Roggenkleie 15,25 bis 15,50. * “ Vergleichsverfahren bei Holex. Obwohl ein Tell der Gläubiger der innerhalb Jahresfrist zum zweitenmal in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Hole? Schokoladenwerke A.-G., Bad Homburg, auf einen Konkurs hindrängte, wurde vom Gericht das Vergleichsverfahren zu- gelassen. Cs soll ein Liquidationsvergleich zu- standegebracht werden. Die Qlbfindung der Gläubiger wird sich nach dem Ertrag der Verwertung der Gebäude, die stark belastet sind, und der Werkeinrichtungen richten. Es schweben zur Zeit Verhandlungen mit maßgebenden Firmen der Branche zwecks Uebernahme des gesamten Betriebes. * Insolvenz der Lederwerke Martin Zimmer A.-G., Offenbach a.M. Laut „Frks. Ztg." sieht sich die Gesellschaft gezwungen, das gerichtliche Vergleichsverfahren zu beantragen. Der Versuch, ein Konsortium für 400 000 Mark neue Aktien unter Mitwirkung der mit der Offenbacher Firma in Geschäftsbeziehungen stehenden Alpina A.-G. Lederwerk in Sämlingen (Schweiz) zu bilden, sind gescheitert. Die Gesamtverpflichtungen belaufen sich auf etwa 2,30 Millionen Mark. Ein Status enthält andererseits 0,50 Grundstücke, 0,35 Maschinen, 1,50 Vorräte und 0,15 Millionen Mark Debitoren. • Conti Caoutchouc —Peters Union. Wie W. T. D.-Handelsdienst auf Anfrage bei zuständiger Stelle erfährt, stehen die Fusionsverhandlungen zwischen der Peters Union A.-G., Frankfurt a. M. und der Continental Caoutchouc und Guttapercha Co., Hannover, vor dem Abschluß. Seitens der Peters Union A.-G. wird der endgültige Beschluß in einer Aufsichtsrats- sihung in der nächsten Woche gefaßt werden. Wie sich aus den Kursen der beiden Papiere ergibt (Conti Caoutchouc 146,25 Prozent und Peters Union 107 Prozent), kann mit einem Umtausch von Peter- gegen Conti-Aktien im Verhältnis 3:4 gerechnet werden. * Leonhard Tietz A.-G., Köln. Wie WTB.-Handelsdienst von Derwaltungsseike erfährt. sind die Derhandlungen mit dem Karstadt- Konzern wegen des bekannten Interessenvertrages zwischen Tietz und Karstadt, nach welchem die Errichtung und der Betrieb von Kaufhäusern in dem Interessengebiet des anderen Dertragspart- ners untersagt ist. entgegen allen anderen Meldungen. noch nicht abgeschlossen. Die auf Grund der Uebernohme des Kaufhauses Lindemann & Co. in Frankfurt a. M. durch Karstadt eingeleiteten Verhandlungen, die eine Klärung über die im Interessenkreis der Tietz A.-G. liegenden Filialen der Lindemann & Co. A.-G. in Frankfurt a. M. und Wiesbaden bringen sollen, können zurzeit noch nicht abgeschlossen werden. Hiervon wird in erster Linie das Ende der Verhandlungen zwischen Tietz und Karstadt abhängig sein, wovon allerdings die Tatsache einer bereits eingeleiteten Verständigung nicht berührt wipd. Die Dilanz- sitzung der Gesellschaft, die sich mit dem Ergebnis des am 31. Januar abgelausenen Geschäftsjahres befassen wird, findet erst Anfang Mai statt, so daß zur Zeit über die Dividendenverteilung, von der man eine Steigerung von i. D. 10 Proz. auf 12 Proz. erwartet, noch kein abschließende- Urteil gegeben werden kann. Die Umsäche haben, wie schon früher berichtet, eine Steigerung erfahren. * Bergmann Elektrizitätswerk« A.-G., Berlin. Der Aufsichtsrat genehmigte den Abschluß für 1928. Einschließlich 516 518 Mark Vortrag aus dem Vorjahre beträgt der Bruttogewinn (in Millionen Mark) 12,22 (11,64). Nach Abzug der Steuern von 4,79 (4,65), sozialen Abgaben von 1,74 (1,52) und Abschreibungen von 1,21 (0,99) verbleibt ein Reingewinn von 4,48 (4,47), woraus wieder 9 o.H. Dividende verteilt werden sollen. Zum Vortrag auf neue Rechnung verbleiben 0,52. Der Umsatz betrug rund 115 (100) Millionen Mark. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 23. Mcirz. Tendenz: f e ft c r. Obwohl es zum Schluß der gestrigen Abendbörse auf Realisationen eher etwas leichter war, eröffnete öle heutige Wochenschlußbörse wieder in fester Haltung. Erneut eintreffende Auslandorders hatten eine all- gemeine Aufwärtsbewegung der Kurse zur Folge. Vor allem standen wieder Elektroaktien im Vordergründe und waren lebhafter gehandelt. Das Publikum hielt sich dem Markt immer noch fern. Aus- landorders trafen im Verlaufe in etwas größerem Umfange ein, da die optimistische Beurteilung der Reparationsoerhandlungen von dieser Seite anhält und zu diesem Schritte Veranlassung gab. Die Stirn- mung war zuversichtlich, da sich auch die Befürchtungen einer Diskonterhöhung in Amerika nicht bewahrheiteten. 3nfolpe des bevorstehenden Ultimos war eine gewisse Zurückhaltung mindestens der Spekulation nicht zu verkennen, so daß das Geschäft nicht den Umfang des gestrigen Tages erreichen konnte. Regeres Interesse bestand wieder am Elektro- markt, doch blieben die Besserungen heute im allgemeinen ziemlich bescheiden. So konnten Licht & Kraft 2 v. H., Schuckert 2,5 v. H. und Siemens 2,75 v. H. gewinnen. Recht lebhaft verlangt waren noch Dem- sche Linoleum plus 5 v. H., Svenska lagen mit minus 4 Mark weiter schwächer. Auch Kaliaktien wurden heute eher etwas niedriger gehandelt. Bank- werte zumeist bis 1 v. H. höher. Glanzstoft konnten 4 v. H. höher eröffnen. Montanwerte ohne nennenswerte Umsätze. Der Kupfermarkt hatte auf die weitere Erhöhung der Kupferpreise regeres Geschäft auf- zuweisen. Mansfelder lagen 1,5 v. H. und Otavi 0,50 Mark fester. Von Chemiewerten bestand für I.-G- Farben (plus 2 v. H.) einiges Interesie. Hier bot eine Meldung, wonach eine größere Tätigkeit in Amerika geplant ist, eine gewisse Anregung. Adlerwerke behauptet. Deutsche Anleihen still, nur Ablösungsschuld etwas gebessert. Im Verlaufe traten leidjte Abbröckelungen ein, da sich, nachdem kaum meyr Aufträge vorlagen, Realisationsneigung bemerkbar machte. Farben waren gut gehallen. Die Rückgänge gingen kaum über 0,5 v. H. hinaus. Siemens waren eine Kleinigkeit fester. Das Geschäft war wieder sehr sttll. — Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2147, gegen Pfund 20,460, London gegen Kabel 4,8540, gegen Paris 124,25, gegen Mailand 92,70, gegen Holland 12,12. Berliner Börse. Berlin, 23. März. Der Ordereingang zu Beginn der Börse war heute kleiner als an den Vor tagen. Trotzdem erhielt sich die gute Stimmung, die Kurse besonders der Spezialwerte erfuhren weitere Besserungen. Beachtung fand die erneute Erhöhung der Kupserpreifc. Reportgeld scheint reichlicher da zu fein, als erwartet worden ist. Im allgemeinen betrugen die Gewinne zu den ersten Kursen etwa 1 bis 2 v. H. Clektrowerte lagen bis 3 v. H. fester. Sie mens plus 4,5 v.H. Sonst sind noch Danatbanf, Rheinische Braunkohlen, J.-G.-Farden, Deutsche Linoleum, Schullheis und Hackethal, letztere auf die Dividendenerhöhung, als stärker gebessert zu erwähnen. Deutsche Anleihen freunblich. Ablösung-- schuld eher vernachlässigt. Ausländer geschäftslo». Pfandbriefe bei ruhigem Geschäft abbröckelnd. Der Geldmarkt war unverändert. Im Verlaufe überwogen leicht die Rückgänge, da Realisationsneigung zum Wochenschluß bestand, die Kurse gaben ziemlich gleichmäßig bis zu 1 v. H. nach bei den Haupt- spekulationswerten bis zu 2 o. H. Glanzstoff verloren 4 v. H. Verhältnismäßig widerstandsfähig lagen Konti Kautschuk und die Metallwerte unter Führung von Otaviminen. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. '*DasAmtsverkündigungsblattNr.l8 vom 22. März enthüll: Straßensperre. — Durchfüh rung der Nacheichung im Kreise Gießen im Jahre 1929. — Der Verkehr auf den Provinzialstraßen in Oberhessen. — Schafräude in Gießen. — Einführungskursus zur Förderung der Musik- und Sprecherziehung in den Schulen Heffens. — Beurlaubungen der Lehrer und Lehrerinnen an Volks, und Fortbildungsschulen. — Feldbereinigung Großen-Linden. — Dienstnachrichten. Berlin Ätanllun e M. Stettin 8773 90 447 451 81,25 188,5 55,5 66,5 63,5 53,5 24,8 224,5 289,5 72,25 115 144 130 23 Banknote» 136,5 12 2,05 11,25 53,9 12,65 66 88 B io , 8 264,9 189 88,75 288 11,15 9,05 19 72,25 114 119 143,5 23 143,5 23 105 213 146,75 67 89,25 293,5 243,5 452 388 265 189,25 122 221.9 57,25 52,5 'Jlenoort PoriS. . Schwei; Sva 'ten 120,25 141 143,5 229 00 ■85 176 167 172 1£ 12 16 14 12 12 . 7 . 8 , 0 , 0 . 6 10 . 0 . 5 , « , 0 . 6 11 » 0 Brrrn.-ÄtreS Brsi.-Arttw- Lhttftiania. Kopenhagen Stockholm . HellingforS. 89,13 98 31 2,9 291,25 242,75 447,5 388 263 189 121 220,5 56,25 52,5 54 224 Sxfjultijeil Vatzenhoser . Oftwerke....... Ber. @Laigftof1 . . • • Bemderg...... • ReUWf Waldhof . . . grilftolf Äfdiaffenture . Charlottenburger Waller Deslau« <8aS..... Daimler Motoren . . . Demag ...... Adlerwerke Stltott . . » Lud». Loewe . . . . « Nat. Automobil . . . « Ctenftetn 4 Äoppd . . Leonhard Tietz . . « Bam -Hlo de Fan Wien in D - Ceft. abgelt schine« Gntzner . . . Heyligenstaedt . Iunghan». . . . Lechwerke. . . • Mainkraitwerke • •LRtag. . • Relariulmer . . 'iSctws Union . • Gebr. Roeder . . Boigi fc Haeffner Südd. Äudcr . . Bel irad . - Vodap.st - - Bul arten Lissabon Danzig - - . .«tonst ntta. Atben. . . Canada Lira uat) . Latro ... *y3 8 . 8 10 8 10 10 12 11 12 10 10 10 . o Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführ. en Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent. Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. ailfl. leunche <4l|enbatrn Hambura-Amenla Pake« Hamb.-Südam. Dampslch. panfo Dampstchiff Korddeustcher Lloyd -Illg. Deustche gredil-nst. . Sarmer Bankverein äedfnet Hanvelsgeielllch. Lommer»- und Pttoai-BavI Larmsl. u. Äaktonalban! Deutsche Bank ^4!onto-®efeU|d>aft «nl.. Dresdner Bank Mttteldeurlche Sredstinml • Metallbank ..••••• ................* 8 107,25 io ■ 8 213 8 147 Datum 59^ DÜiletchtanIrlhe ,. uw? Dt. «nL-ÄblSI.-Schuld mit Lu» lof.«Sed)ten Desai, ohne Aulwi.-ReLtr 7% Franst. Hnv^Bl Goldps. tm kündbar btt 1932 4%% Rdeintiche Hyv^Sa-k Clou Goldps. V.S.«. abg. Borkrieg«. Obligation, rückzahlbar 1282 4% Schweiz. Bundesb^Lnl.. *% Ce(ttneld)i|che Soldrte. 4,20% Gelten. Silberne. <% Oesterreich, einheill. Rte 4% Ungarijche Boidrte. 4% Ungarische Staattr. v. 1910 4 y.% desgl. von 1918 4% Ungarstche flronentte.. 4% Türk. Zollanlechr v. 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. Serie I 4% öe4flL Serie II 4% Rumänen conveN. ffite. Rumänen lvoldani. von 1913 23. 4' 225,5 224,35 224,5 225 Weslereaelv . « • » stoliwerk Satzdetlirt» ... U -31.5 230 231 231,5 339 — 340 345 3. ®- Karden-Induftete ... Ü 251 253 251,75 254,5 Dynamit Nobel ....... —— w 171 171,5 91,5 Goldschmidt ....... b i 91 91,75 91,9 RütgerSwerke . ....... 6 94 93,75 94,75 — «ietallgeselllchaft........ 191 * — ll-Ubr- Schlus, Antang- I sture flut» stur« 23-3. 22.3. 23-3. — 87,5 — — 53,9 54 12,75 12,9 12,9 — — — — — — -- — — — — — 31 —— W d— — — -— 24,8 -— — 21,4 — —— 22,5 — —- 2,05 •*- — 11,3 10,8 — 11 —* — — — — — 19,1 —- — _ 130 129,75 130,5 — 191,25 —— — 170,5 —- 120,5 120.4 120,5 — 141.5 141,75 — 144 144 -29,5 229 200,5 200 211 64,25 226,5 176,75 176,25 177,25 167,75 166,75 166,75 172 172,4 172,25 — 184 — 137,25 137 137 — 822 823,5 168.54 168.93 168,63 168,97 1,769 1,771 1,770 1,774 58,45 58,52 58,455 58,575 112,29 112,53 112,28 112,50 112,20 112,47 112,25 112,47 112,43 112,65 112,46 112.68 10,592 10,612 10,589 10.609 22,05 22,09 22,055 22,095 20,44 20,48 20,437 20.477 4,2110 4,2190 4,2105 4,2185 16,44 16,48 16,445 16,485 30,995 81,155 81.005 81,165 63,98 64,10 63,69 63,81 1,870 1,874 1,871 1,875 0,4985 0,5005 0,499 0,501 59,165 59,285 59,195 59,315 12,48 12,50 12,478 12,498 7,395 7,409 7,397 7,411 73.37 73,51 73,37 73,51 3.041 3.047 3,041 3,047 18.84 18.88 18,83 18,87 81,72 81,88 81,71 81,87 2,063 2,067 2,065 2.069 5,44 5,45 3,455 5,465 4,190 4.198 4,183 4,191 4.276 4.284 4,268 4,274 20,96 21,00 20,965 21,005 Berlin. 22- Mär, Weib «rCf .iuuritaime Note» ..... 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Mär; (929 Das Gießener Wohnungsbauprogramm 1929 genehmigt. Lleber eine Million Mark bereitgestellt. - Vor allem Kleinwohnungen. - Die Stadt baut wieder selbst. ) • @ i c 6 e n, 22. März 1929. Das Stadtparlament hatte heute einen großen Tag. Der beherrschende Punkt der ganzen öffentlichen Sitzung war das Wohnungsbauprogramm für 1 9 29. Und das besondere Ereignis bildete die Tatsache, daß die Stadt in diesem Jahre wieder selb st den Kleinwoh- nungsbau übernimmt. Daß hierzu dringende Veranlassung gegeben ist, kann nicht bezweifelt werden. Von sämtlichen Fraktionen wurde die Notwendigkeit dieses städtischen Eingreifens in die Wohnung^produktion anerkannt, wenn man auch einigemal und mit Recht den grundsätzlichen Standpunkt betonte, daß der Wohnungsbau eigentlich keine Aufgabe der Stadtverwaltung ist. Dieser Meinung stimmen wir durchaus zu, aber auch wir sind brr Ansicht, daß unter den gegenwärtig obwaltenden Umständen von diesem Rcgelzustande abgewichen werden muß. In erfreulicher Einmütigkeit wurde die Vorlage der Stadtverwaltung verabschiedet, nach dem vorher einige sozialdemokratische Anträge, die über die Vorschläge der Verwaltung hinaus- ginaen, keine Annahme gefunden hatten. Dabei fand auch ein sozialdemokratischer Antrag auf Anforderung und Kontrolle von Mietverträgen über Wohnungen aus verbilligtem Baugeld ein Begräbnis erster Klasse, denn es ist wohl kaum anzunehmen, daß diese Anregung ohne die sozialdemokratische Fraktion wieder an ba4 Licht der Öffentlichkeit gelangt. Wir halten jedenfalls eine solche Maßnahme, die eine neue starke Zwangsjacke für den Hausbesitz und eine Beschränkung der Freiheit bedeuten wurde, für unannehmbar, und darüber hinaus wäre sie nach unserer Ansicht wirtschaftlich ein absolutes Minus. Sehr erfreulich ist dagegen, daß mit diesem Wohnungsbauprogramm endlich dem Rordo st viertel die schon längst fällige umfangreiche Berücksichtigung zuteil werden soll. Es ist in der Tat erforderlich, daß _ wie der volksparteiliche Fraktiosvorsitzende mit Recht betonte — der nordöstliche Stadtteil nicht mehr länger kommunalwirtschaftlich im Dunkeln steht. Wir begrüßen den einstimmigen Beschluß des Stadtparloments und hoffen, daß nun möglichst bald mit der Verwirklichung des Bauprogramms begonnen wird. Vor der Beratung dieser Vorlage erledigte man eine ziemlich ansehnliche Tagesordnung, wobei es mehrfach zu längeren Debatten kam. lieber diesen Teil der Verhandlungen werden wir noch berichten. Sitzungsbericht. Anwesend Oberbürgermeister Dr. Keller, die Beigeordneten Dr. Hamm, Justizrat Dr. Rosenberg, Kommerzienrat K l i n g s p o r und 35 Stadtverordnete. Der Zuhörerraum ist schwach besetzt. Das Wohnungsbauprogramm 1929 Die Stadtverwaltung legt folgenden Antrag zur Beschlußfassung vor: den für den Wohnungsbau im Jahre 1929 verfügbaren Mitteln in höhe von 1 022 951 Mark werden unter den in der Begründung näher aus- gkführten Bedingungen verwendet für: 1. Rund 60 Wohnungen L 2 bis 3 Zimmer der Stadt 2. Wohnungsbaugenossenschaft: a) händelstraße 3 Wohnungen ä drei Zimmer b) Brethovenstraße 12 Wohnungen a drei Zimmer 3. Lifenbahnerheimstältenver- ei n: 10 Wohnungen a 4 Zimmer 4.Siedlungsgesellfchaft für Verkehrsperfonal: 12 wohnun- gen i 3 Zimmer 5. Baugenoffenfchafl 1 894: 24 Wohnungen ä 3 Zimmer tz. für private: 12 Wohnungen zusammen 133 Wohnungen. Die Verteilung der Mittel für die privaten erfolgt nach Anhörung des Bauausfchusses durch den Finanzausschuß. , Gemäß Stadtverordneten-Beschluß vom 29. Juni 1928 muh die Erhöhung des vauprogramms der hegemag und der kriegersiedlung um 27 Wohnungen aus dem Bauprogramm 1929 bestritten werden. Ls handelt sich hierbei um 180 000 Mark, welche die Stadt nicht bar aufzubringen Hal, sondern die in der Form eines Zinszuschusses im Wohnungskonto unter Angabe B. Betriebskonto 6 enthalten ist. Oie Begründung. Beigeordneter Dr. Hamm qibt zu der Vorlage eine längere Begründung, aus der folgendes zu entnehmen ist: Die Dau - darlehen sollen, wie bisher, mit 3 Prozent verzinst und mit 1 Prozent getilgt werden. Vach einigen Jahren soll geprüft werden, ob Liese Sätze beibehalten werden können. Der Unterschied zwischen den Zinssätzen, die die Stadt zu zahlen hat, und der hier vorgeschlagenen Zinshöhe soll zu Lasten des Wohnungskontos gehen. DieBeleihungsgrenz e soll 75 Pro- zent der gesamten Baukosten, einschl. Grund» erwerbskosten, Straßenkostenbcitragen usw. betragen. Oluf besonderen Antrag von gemeinnützigen Baugenossenschaften. Kriegsbeschädigten usw. will die Stadtverwaltung beim Finanzausschuß die Ermächtigung einholen, für diese Bauinteressenten die Beleihungsgrenze auf 90 Prozent zu erweitern. Die Berechnungsform für Baudarlehen soll wie 1928 nach der Wohnfläche gestaffelt werden, und zwar für die ersten 50 Quadratmeter je 100 Mk., für die zweiten 50 Quadratmeter je 75 Mk., für die dritten 50 Quadratmeter je 40 Mk., insgesamt höchstens 150 Quadratmeter zu 10 750 Mk. Die Straßenkostenbeiträge sollen mit 1 Prozent über Reichsbankdiskont verzinst werden. 3m Gegensatz zu den letzten Jahren wolle, wie Beigeordneter Dr. Hamm weiter ausführt, die Stadt jetzt wieder selbst bauen, und zwar wolle sie in diesem Jahre, wie die Vorlage zeige. 60 Wohnungen schaffen. Diese 60 Wohnungen seien die erste Bäte von den neuerdings als notwendig ermittelten 240 Wohnungen, die für völlig baufällige oder dringend ersahbedürstige Wohnungen geschaffen werden müßten. Um diese dringende Notwendigkeit den Stadtverordneten vor Augen zu sühren, habe vor einigen Tagen eine Besichtigung der unhaltbaren Wohnungen durch Vertreter der Fraktionen stattgefunden: nur die Wirtschaftliche Vereinigung sei bei dieser Besichtigung nicht anwesend gewesen. Alle Herren seien dabei derart erschüttert worden, daß sie erklärten, sie seien zwar auf manches gefaßt gewesen, aber die jetzt gesehenen Tatsachen hätten ihre Befürchtungen übertroffen. In einer an die Besichtigung anschließenden Besprechung sei Einmütigkeit darüber erzielt worden, daß der Bau der erforderlichen 240 Wohnungen von der Stadtverwaltung zu unterstützen sei. Das Wohnungsbauprogramm habe den ausgesprochenen Zweck, das Wohnungselend zu beseitigen. Von allen Mitgliedern des Hauses werde dieses Wohnungselend_ als vorhanden angesehen. Für diese in baufälligen und scheußlichen Löchern gequälten Menschen müsse die Stadt einspringen. Er bitte daher namens der Stadtverwaltung, den Dau der hier vorgeschlagenen 60 Wohnungen durch die Stadt zu genehmigen. Mit Baudarlehen würden hauptsächlich die Baugenossenschaften für den Bau von kleinen Wohnungen bedacht werden. Die Daugenossenschaft 189 4 wolle in der Liebigstraße auf dem von der Firma Hey- ligenstaedt erworbenen Gelände bauen: sie sei bereit, im Jahre 1929 ihr gesarntesDauprogramm durchzuführen und dann im Jahre 1930 auf den Wohnungsbau zu verzichten, wenn ihr die vom vorigen Jahre noch verfügbaren städtischen Wohnungsbaumittel in Höhe von 60 000 Mk. neben den in der Vorlage enthaltenen 160 000 Mk. noch mit gewährt würden. Der Redner verliest zum Schluß seiner Begründung eine ganze Reihe von Anträgen der Deutschen Volkspartei, der Wirtschaftlichen Vereinigung und der Sozialdemokraten. Die Anträge liegen der Presse nicht vor, weshalb sie hier nicht mitgeteilt werden können. Oie Aussprache. Oberbürgermeister Dr. Keller empfiehlt die Annahme des Dauprogramms nach den Vorschlägen der Stadtverwaltung. darüber hinausgehende Anträge mit äußerster Vorsicht anzusehen und dabei auch an den kommenden Haushaltsvoranschlag zu denken, der ohnehin schon erhebliche Anstrengungen notwendig machen werde. Stadtv. Mann (Soz.) betont, in unserer Stadt seien 587 Familien ohne eigenen Haushalt in fremden Haushaltungen untergebracht. Er beanstandet, daß bisher auch wirtschaftlich bessergestellten Leuten verbilligte Baudarlehen gewährt worden seien und fordert, daß dies künftig nicht mehr geschehe. Sodann empfiehlt er, um noch mehr als die vorgeschlagenen 60 städtischen Klein-Wohnungen bauen zu können, neben den jetzt vorgesehenen 500 000 Mk. noch einen Realkredit von 200 000 Mk. aufzunehmen. Man könne dann noch 24 Wohnungen mehr bauen. Weiter ist er dafür, die vom vorigen Jahre noch verfügbaren 60 000 Mk. dec Baugenossenschaft 1894 mit zur Verfügung zu stellen, ebenso empfiehlt er, ans den für das Jahr 1930 zu erwartenden Wohnungsbaumitteln jetzt schon 60 000 Mk. mit in Betracht zu ziehen und eine dementsprechende Vorbelastung des Haushalts für 1930 vorzunehmen. Er erklärt weiter, aus den früher gewährten verbilligten Baudarlehen hätten manche Leute ein Geschäft gemacht dadurch, daß sie aus den mit diesen Darlehen geschaffenen Wohnungen einen übermäßigen Gewinn gezogen hätten. Das dürfe nicht zugelassen werden. Er beantragt daher, von allen mit verbilligtem Baudarlehen begünstigten Bauherren die Mietver- träge für die nach der Inflation erstellten Wohnungen anzufordern, diese Vertrage nachzuprüfen und in allen Fällen, in denen aus den verbilligten Wohnungen ein übermäßiger Gewinn gemacht worden fei, die ermäßigten Baudarlehen zum nächstmöglichen Termin zurückzufordern. Sladlo. Professor Dr. Krausmüller (D. vp.) bedauert zunächst, daß der Gesamtbetrag der Wohnungsbaumittel bei der Vielheit von Bau- genossenschasten in so viele Teile gehe. Es wäre besser, wenn wir nur eine oder zwei Baugenossenschaften hätten. Auf die einzelne Genossenschaft kommen zu wenig. Er beanstande, daß hier für Private so wenig zum Bauen gegeben werden solle, und er beantrage, die für die Sied- lungSgesellschaft für Verkehrsperfonal (wobei nur Postbeamte in Betracht kämen, da die Reichsbahnangestellten ihre Baugenossenschaft hätten) vorgesehenen 66 000 Mk. mit an Private zu geben. Er sei der Ansicht, daß man auch Private bauen lassen sollte, denn diese brächten aus eigenen Mitteln mehr Kapital zum Dau mit (bei der 75prozentigen Deleihungsgrenze für Private also 25 Prozent Cigenkapital, gegenüber der 90prozen- tigen Beleihungsgrenze bei Baugenossenschaften mit nur 10 Prozent Eigenkapital). Man solle die 66 000 Mark für die vorerwähnte Siedlungsgesellschaft wenigstens bis 1. Juni den Privaten mit Vorbehalten, werde bis dahin von privaten Bauherren kein Anspruch darauf erhoben, so könne diese Summe wieder der Siedlunasgesell- schaft zur Verfügung gestellt werden. 3m allgemeinen stehe er auf dem Standpunkt, daß die Stadt selbst nicht bauen solle, weil die Kosten zu hoch würden. Die Stadt solle es den Genossen- schäften überlassen, die bisher in anerkennenswerter Weise gebaut hätten. 3m jetzigen Falle müsse aber von diesem Standpunkt abgewichen werden, denn nach den Mitteilungen des Wohlfahrtsamtes seien diese Kleinwohnungen dringend notwendig. Für einen Antrag, der über die Vorschläge der Verwaltung hinausgehe und den noch nicht bekannten neuen Haushaltsvoranschlag auf der Belastungsseite weiter erschwere, könne seine 500 000 28 000 88 000 88 000 66 000 160 000 92 951 Fraktion nicht eintreten. Er möchte den Baugenossenschaften die Hauptaufgabe des Wohnungsbaues überlassen, denn die Genossenschaften arbeiteten gut. Man solle die Wohnungen an ausgebauten Straßen errichten und dabei besonders auch an bai Rordostviertel denken. Der nordöstliche Stadtteil beklage sich mit Recht darüber, daß dort bisher so wenig getan und nicht schon genügend Bauland aufgeschlossen sei. Das Rordostviertel müsse sehen, daß es nicht dauernd im Schatten stehe. Er empsehle die Anlegung einer Straße von der Marburger Straße nach dem Eisenbahnviadukt an der Ederstraße zu. Die Stadt solle auch nicht von sich aus bauen, wenn dadurch eine Vermehrung des Personals des Dauamtes eintrete: seine Fraktion sei entschieden gegen eine Vermehrung des Bauamtspersonals. Dem sog. Antrag auf Mietenkontrolle stimmt der Redner nicht zu. Stabto. B i c o I a u 5 (wirtsch. vg.) fordert, das Bauen nicht auf einen kurzen Abschnitt des Jahres zu beschränken, sondern die Bauarbeiten auf das ganze Jahr zu verteilen, damit ständig Beschäftigungsmöglichkeit vorhanden sei. Eine finanzielle Ausdehnung dieses Dau- Programms auf 1930 lehne feine Fraktion ab. Die in dem Verwaltungsantrag vorgesehenen Mittel für Private feien zu gering, er stimme dem Antrag der Volkspartei auf ^Übertragung der 66 000 Mark für die Siedlungsgefellschaft an Private zu. Der Wohnungsbau müsse allmählich wieder in Privathand kommen. Ebensowenig gefalle ihm das städtische Bauen. Wenn seine Fraktion trotzdem dem jetzigen Anträge der Verwaltung auf Errichtung von 60 Wohnungen durch die Stadt zustimme, so geschehe eS, weil die Rotwendigkeit anerkannt werde, daß für eine ganze Anzahl Mieter dringend eine Aenderung Der Wohnungsverhältnisse geschossen werden müsse. Die von der sozialdemokratischen Fraktion beantragte Anforderung und Kontrolle der Mietverträge lehne seine Partei ab, weil bei einem solchen Vorgehen eine so ungeheure Arbeitsfülle herauskomme, daß nur ein neues Amt sie bewältigen könne, im übrigen aber der Erfolg in keinem Verhältnis zu dem Arbeitsaufwand stehen werde: seine Partei lehne diesen Antrag aber auch ab, weil er nur eine neue Bevormundung bedeute, und man doch endlich einmal aus den Fesseln herauskommen wolle zur Freiheit. Er fordere weiter, daß bei der Herstellung von Bauten mit städtischen Mitteln die Arbeiten in erster Linie dem heimischen Handwerk übertragen und nicht immer und immer wieder nicht- ortsansässige Leute teilweise mit den (Bauarbeiten betraut würden. Die gleiche Forderung müsse auch geltend gemacht werden gegenüber den sog. Generalunternehmern, die die Fertigstellung eines ganzen Gebäudekomplexes übernehmen. Für die Zukunft müsse dafür gesorgt werden, daß das Dauprogramm spätestens schon im Januar vorgelegt und verabschiedet werde, damit die ‘Bau* Vorbereitung noch in die Winterwochen falle und bei Beginn des Frühjahrs sofort mit den Bauten begonnen werden könne. Stadtv. höhn (Dem.) stimmt im großen und ganzen den Ausführungen des Stadtv. Mann zu. Kegen die Beschaffung der 60 Wohnungen durch die Stadt sei nichts ein- zuwenden. Er sei für die im Verwattungsantrag unter Ziffer 1 bis 3 und 5 gemachten Vorschläge, hinsichtlich der Ziffer 4 und 6 schließe er sich dem Anträge der Volkspartei an. Der Errichtung der 60 Wohnungen nur in der Schwarzlach könne er nicht beipslichten, er schlage vor, zunächst die Ederstraße, die Steinstraße usw. auszubauen und die durch Erdanfuhren zum großen Teile bereits geschaffene Straße von der Marburger Straße nach der Ederstraße zu bebauen. Auf diese Weise vermeide man eine neue Belastung durch Straßenneubauten. Stadtv. Launspach (wirtsch. Dg.) polemisiert zunächst gegen eine Aeußerung, die der Stadtv. Mann in seiner Rede mit eindeutig persönlicher Färbung gegen ihn vorgebracht hat, und betont dann ratter, die von ihm in der jüngsten Hausbesitzer-Versammlung vorgetragene Statistik über die Gießener Wohnungsmarktlage habe sich als richtig erwiesen, denn die von ihm festgestellten Zahlen hätten in der Sitzung vom Montag nicht widerlegt werden können. Seine Fraktion stimme nur zu für Wohnungsbauten von zwei Zimmern und Wohnküche in einfacher Weise. Stabto. (Boer) (Jr. Vg.) erklärt, seine Fraktion stimme im allgemeinen der Vorlage zu. Er begrüßt es, daß die Stadt wieder Kleinwohnungen bauen wolle. Für die angeforöerten 500 000 Mk. werde seine Fraktion stimmen, dagegen werde sie die von der Sozialdemokratie beantragte Kapitalaufnahme von 200 000 Mk. ablehnen, weil sie vorerst eine weitere Belastung nicht gutheißen könne. Es sei auch gut- zuheißen, daß nun in der Schwarzlach gebaut werden solle und dadurch das jetzige unschöne Bild in dieser Gegend verschwinde. Zu wünschen wäre aber, daß dort ein größerer Kinderspielplatz für Spielnachmittage der benachbarten Schulen geschaffen werde, damit diese Kinder nicht immer den weiten Weg zum Trieb machen müßten. Seine Fraktion werde für den Antrag Krausmüller auf ilebertragung der Summe unter Ziffer 4 auf Ziffer 6 des Derwaltungs- antrages eintreten, denn bei der Siedlungsgesellschaft für Verkehrspersonal handle es sich um Wohnungen, die nur für Reichsbeamte vorhanden seien und die beim Freiwerden auch stets wieder für Reichsbeamte in Anspruch genommen würden. Mit der ilebertoeifung der vorjährigen restlichen 60 000 Mk. an die Baugenossenschaft 1894 fei er einverstanden. Auch feine Ansicht fei, daß bei den Bauten in erster Linie das einheimische Handwerk berücksichtigt werden müsse. Er bitte, das Bauprogramm möglichst rasch durchzuführen. Stabto. Kirchner (D. vp.) gibt der Ansicht Ausdruck, daß bei manchen Baugenossenschaften nicht immer der richtige Grad von Gemeinnützigkeit sestzustellen sei. Eine Anzahl Handwerker seien nur deshalb Mitglieder der Baugenossenschaften, weil von diesen die Mitgliedschaft zur Voraussetzung der Arbeitsausträge 1 gemacht werde. ES sei notwendig, darauf hinzuwirken, daß bei Vergebungen von Arbeiten durch die Baugenossenschaften freier Wettbewerb herrsche und dabei auch der Handwerker außerhalb der Baugenossenschaft Arbeit bekomme. Stabto. TB i n n (D. Up.) tritt dafür ein, den Bebauungsplan erst noch einmal im Bauausschuß durchzuberaten. Er empfiehlt, unter den. jetzigen Verhältnissen an ausgebauten Straßen zu bauen, damit neue Aufwendungen für Straßenherrichtungen vermieden werden. Weiter rät er, nicht nur in der Schwarzlach, sondern in verschiedenen Stadtteilen die neuen städtischen Wohnungen zu errichten. Stabto. Mann (So;.) empsiehlk, den Betrag für die Siedlungsgesell- schast für Verkehrsperfonal (Ziffer 4 des Der- waltungsantrags) bestehen zu lassen: weiter tritt er nochmals ein für die Aufnahme eines Kapitals von 200 000 Mk. als Zusatz zu den jetzt vorgesehenen 500 000 Mk., und schließlich wünscht er erneut eine Erhöhung der Zahl der zu bauenden Wohnungen. Stabto. Horn (D. vp.) spricht sich gegen die Ausnahme weiterer Anleihemittel aus und bezeichnet es als nicht angängig, die Zinsen für eine solche weitere Last auf einen späteren Voranschlag zu schreiben. Man bedauere in der volksparteilichen Fraktion auch, daß jetzt nicht mehr bewilligt werden könne. Bclgcorbneter Dr. Hamm erklärt, daß die Bebauung im Rordostviertel mit diesem Programm stärker in Gang kommen solle. Die Verwaltung sei bei ihren Vorschlägen von tragbaren Mieten ausgegangen. Aus finanziellen Gründen könne die Stadt es sich nicht mehr leisten, große Strahenzüge auszubauen, die bann bei den hohen Zinssätzen jahrelang ungenutzt liegen blieben. Eine Ausfüllung von Baulücken in verschiedenen Stadtteilen durch dieses Bau- Programm bedeute eine Mehrbelastung und Verzögerung, das Ziel werde dadurch nur später erreicht, und deshalb sei dieser Weg nicht empfehlenswert. Bei einer vorläufiacn Ilebertragung des Betrages von Ziffer 4 auf Ziffer 6 empfehle er, die Frist kürzer zu bestimmen, vielleicht bis 15. Mai. Die Frage der Anforderung und Kontrolle der früheren Mietverträge müsse doch erst einmal auch unter juristischen Gesichtspunkten geprüft werden, ehe man entscheiden könne. Das einheimische Handwerk sei bisher schon immer bei Arbeitsvergebungen in erster Linie berücksichtigt worden, man habe da schon ganz nach den heutigen Wünschen gehandelt. Er sei dafür, daß sofort mit dem Bauprogramm begonnen werde. Oie Abstimmung. Nach über zweistündiger Beratung der Vorlage kommt das Haus erst nach 8.30 Uhr abends zur A b st i m m u n g. Der sozialdemokratische Antrag, einen Kredit von 200 000 Mark für weitere Wohnungs bauten aufzunehmen, wird auf Vorschlag des Ober- bürgermeifters Dr. Keller dem Finanzausschuß überwiesen. Der sozialdemokratische Antrag auf Anforderung und Kontrolle der früheren Mietverträge wird, nachdem Oberbürgermeister Dr. Keller erklärt hat, daß die Verwaltung die Rechtslage prüfen werde, von den Antragstellern zurückgezogen. Der sozialdemokratische Antrag, unter Vorbelastung des Haushalts für 1930 noch weitere 6 0 000 Mark im Jahre 1929 für Wohnungs bauten verfügbar zu machen, wird dem Finanzausschuß zugeleitet. Der Antrag der Deutschen Volkspartei, die 66 000 Mark für bic Siedlungsges ell- schäft für Verkehrsperfonal vorläufig auf Private zu übertragen und diese bis zum 15. Mai bereitzuhalten, später aber bei Nichtinanspruchnahme dem jetzt vorgesehenen Zweck wieder zuzuleiten, wird mit 18 gegen 17 Stimmen abgelehnt und demzufolge die im Der raaltungsantrag vorgeschlagene Regelung gutgeheißen. Mit der Linken und einem Demokraten stimmen die Mitglieder der Stadtoerwal- tung gegen den volksparteilichen Antrag und damit für ihren eigenen Antrag. Im übrigen wird die Vorlage in allen Teilen c i n ft i m m i g angenommen. Die Vorlage bildet den letzten Punkt der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung: vorausgeht eine ganze Reihe weiterer Vorlagen, über deren Erledigung wir am Montag berichten werden. Um 8.45 Uhr wird die öffentliche Sitzung geschloffen. Es schließt sich noch eine nichtöffentliche Beratung an. 14 Wasen eines Giiierzvges entgleist. WSN. Kassel, 22. März, freute nachmittag gegen 2 Uhr entgleisten in dem non Bebra nach Göttingen fahrenden Güterzug 5860 kurz vor dem Bahnhof Eichenberg vierzchnWagen. Die mit Düngemitteln beladenen Wagen wurden von dem übrigen Zugteil bis zur Einfahrt- weiche des Bahnhofes mitgezogen und stürzten hier um. Der Materialschaden ist erheblich. Personen kamen nicht zu Schaden. Die beiden Hauptgleise der Strecke Bebra—Göttingen bleiben voraussichtlich vier Stunden gesperrt. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Die Ursache der Entgleisung konnte, noch nicht feftgefteUt werden. Sprechstunden der Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. die wundervolle goldklare Haarwaflchseife für jedes Haar, auch als Shampoon jßür- 3 C" Schlechtes, unreines Blut Nachahmungen bitte zurück Zeisen, nur die Marke Paketen Blureur 'tituugStee wie gehabt.Die Forunkel R die Ursache vieler Leiden. -. B. Geschwüren öantaitSfdjiänen, »ylediten, Gicht. Rheuma und 'iTterienüerfaltung. 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Hessische Bürgermeisterei. ___________S ch o m b e r.______________ Licher Osiermarkt. Schweine- und Srämermarkl Dienstag, den 2. AprU d. 3. Bei Beschickung des Viehmarktes sind die seuchenpolizeilichen Vorschriften zu beatmten. Ursprungszeugnisse für Züchter, Nachweis der Quarantäne für Händler. Es dürfen nur Tiere aus unoerseuchten Gemein- den der Kreise Gießen, Friedberg, Schotten und Büdingen aufgetrieben werden. Auftriebszeit vormittags von 9 bis 10 Uhr. 2644D Tombolaoerlosvng mit wertvollen Gewinnen. Nachmittags Volksbelustigung. Louzerl und Tanz. Lich, den 20. März 1929. Hessische Dü^ermeisterei Lich. Zweisitzer...... 2200. Viersitzer...... 2800.- | Kabriolet ...... 2680. I Limousine...... 3200.- g 8/40 PS DER Sechszylinder Viersitzer ...... 3980.-*-"1 Coach , , ...... 4300.- | Limousine, 4türig, 4800. I Luxus-Zweisitzer. 4750.- DER NEUESTE OPEL 8/40 ps Sechszylinder NIEDERFLUR in Luxusausführung 5400 Mk. 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