Nr. 19 Erstes Blatt Mittwoch, 28. Januar 1929 179. Jahrgang [errett Sei- tei zu schreiben, die sich den berechtigten ). Mßgerber che tn. *> Erscheint täglich,auher Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanf chlüfse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach« Das Endurteil im Arbeitskonflikt Nordwefl. Das Veichsarbeitsgericht erklärt als letzte Instanz den Schiedsspruch für die Eisen- und Stahlindustrie Nordwest für nichtig. teilung der Direktionsbezirke bei Verringerung ihrer Zahl durchführen ließe. Oer Versorgungsetat. Die Renten der Kriegsbefchädigterr und Hinterbliebenen. Berlin, 23. Jan. (Privat-Tel.) Im Reichshaushalt nimmt, wenn man die Steuer- übercoeisungen an die Länder und die Repara- tionslasten abzieht, den größten Posten der Haushalt für Bersorgungs- und Ruhegehälter ein. Für 1928 belief sich dieser Anteil auf 42 Prozent der eigentlichen Aeichsausgaben. Für 1929 erfordert er 1,75 Milliarden. Auf die Pensionen und Ruhegehälter für Reichsbeamte ufto. entfallen davon nur 105 Millionen, 1,35 Milliarden dagegen auf die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. Dazu kommen noch weitere 210 Millionen für die ehemaligen Offiziere unb Beamten der alten Wehrmacht und ihre Hinterbliebenen und 15 Millionen für die Veteranen aus dem Krieg 1870/71 und früheren Kriegen. Die Ausgaben des Haushatts für V e r s o r - gungs-undRuhegehälter sind im Jahve 1929 um rund 35 Millionen geringer als im Vorjahre. In der Hauptsache beruht diese Minderausgabe, wie uns von sachverständiger Seite aus- geführt wird, auf dem Abgang der Offiziere und Beamten der alten Wehrmacht durch Tod. Die Ausgaben für die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen bleiben dagegen um rund 10 Mill, gegenüber dem Vorjahr zurück, ©ntgegen einer weitverbreiteten Ansicht nimmt die Zahl der Kriegsbeschädigten noch immer nicht unbeträchtlich zu. 3m Jahre 1924 belief sie sich auf rund 720000. im Jahve 1928 dagegen schon auf 761000. Dabei ist zu berücfr sichtigen, daß an die Stelle der durch Tod abgegangenen Kriegsbeschädigten die Witwen oder Ettern treten, die nach dem Gesetz Arrspr»ch Oie Rhemlandbesatzung als „Förderer" von Verkehr und Wirtschaft. Sonderbares propagandamaterial der pariser presse. — Wie man Zahlen auswerten kann. von diesem Gesichtspunkte aus läßt sich eine Tellung der gültigen und ungültigen Bestimmungen im vorliegenden Falle nach Ansicht des Reichsarbeitsgcrichtes nicht rechtfertigen. — Die Bestimmungen, die hier ein Eingreifen in den Rahmentarifvertrag bedeuten, sind im Grunde Bestimmungen des Schiedsspruches und stehen mit der ganzen Schiedsregelung in derartig engem Zusammenhänge, daß eine Trennung gar nicht möglich ist. Die Folge ist, daß der Schiedsspruch im ganzen a ls nichtig a n z u s e h e n ist. Daran kann auch die Der- bindlichkeitt-erklärung des Reichsarbeitsministers nichts ändern. zusammengezogen worden. Man glaubt, daß Aman Ullah sich an d i e Spitze der Truppen stellen wird. In Kabul macht sich Mangel an Lebensmitteln bemerkbar. Die Preise sind start gestiegen. An den Häfen sind Plün» berungen vorgekommen. So wurde das Eigentum einer aufgelösten französischen Schule geraubt. Das gleiche Schicksal droht der deu t- schen Schule. Durch die völlige Isolierung Kabuls stockt der Handel, was eine große Unzu- fricöenfjcit in der Kaufmannschaft erregt. Unter der niedergedrückten Bevölkerung machen sich Sympathien für Aman Ullah bemerkbar. England als Mandatar im Lrak. London, 22. 3an. (TU.) Der neuen Krise im Jrakgebiet wird in englischen politischen Kreisen eine große Bedeutung beigemessen, da England unannehmbare Forderungen der vollständigen Unabhängigkeit des 3rak- gebietes nach innen und außen gestellt werden und somit die Reubildung eines Kabinetts außerordentlich erschwert wird. Die Gesandtschaft des Irak in London ist inzwischen amtlich davon unterrichtet worden, daß die Verhandlungen zwischen Großbritannien und dem 3rak- gebiet abgebrochen worden sind und das Jrakkabinett zurückgetreten ist. Seit dem Besuche König Feisals in London vor P/4 Jahren ist in den Beziehungen eher eine Verschlechterung eingetreten, da sich die damals auf feiten des Jrakgebietes gehegten Hoffnungen, <3nglanb werde einen Antrag des Jrakgebietes auf Zulassung in den Völkerbund unterstützen, nicht erfüllte. Die Forderung der vollständigen Unabhängigkeit und die Ablehnung jeder Kontrolle durch England, das das Jrakgebiet nur als Bölkerbundsmandat verwaltet, praktisch aber eine viel weitergehende Kontrolle ausübt, wird daher nicht nur von nationalistischen, sondern auch von anderen Kreisen des Irak vertreten. Eupen-Malmedy. BelgifcherMinisterbcfuch.—Soziale Notlage Eupen, 22. Jan. (WTD.) Der belgische Arbeitsminister Heyman besuchte in der vorigen Woche das Gebiet von Eupen-Malmedy. Der besondere Zweck der Reise war die R e u o r d - nung der sozialen Versicherung im allgemeinen und die Regelung der Frage der Altpensionäre im besonderen. Don allen Seiten, auch von den Arbeitgebern, wurde der Minister darauf aufmerksam gemacht, daß dieRot - läge der Altinvaltden und Rentenempfänger nicht mehr zu überbieten sei. Die bisher bewilligten Renten ständen in keinem Verhältnis zur Geldentwertung und zu den geleisteten Detträgen. Heyman sagte die Erfüllung der geäußerten Wünsche zu. Er besichtigte dte hier aus deutscher Zeit noch bestehenden sozialen Einrichtungen und er erklärte beim Abschied, von ihnen einen sehr feiten W,tn* m 2anx57n Da. Vj?1 fcte* »et batte nur mb?lcnt- tnU. 'Q;.n$r für ? |,c das *• ■hSS $ot öffnete. 8 ,°us Augen Metern. Mil mein guter und Augen Mw. Ml? ~ ~ A beim olflt.) matintereffen versage. Oie Flamenstage. Kurswechsel in Brüssel. Berlin, 23. Jan. (Priv.-Tel.) 3n Brüssel scheint man nun doch zu der Erkenntnis gekommen zu lein, daß es besser ist, den Flamen einige Zugeständnisse zu machen und sich damit deren Freundschaft zu gewinnen, als es bei dem alten Zustand zu belassen, der die belgische Ration scharf in ein wallonisches und flämisches Lager getrennt hat. Rach Gerüchten, die allerdings noch unbestätigt sind, ist beabsichtigt, mit einer Derwaltungstrennung a u s dem Gebiete des Schulwesens den Anfang zu machen, d. h., die Flamen sollen voraussichtlich eigene Schulen erhalten, die keinerlei wallonischem Einfluß unterliegen. Eine derartige 03er- waltungstrennung ist wahrend des Krieges durch die deutsche Okkupationsbehörde vor genommen worden. Sie war aber nicht _ von Bestand, weil die herrschenden Wallonen fürchteten. eine derartige Trennung würde das Ende Belgiens vorbereiten. Sie hatten infolgedessen nach der Beendigung deS Krieges nichts eiligeres zu tun, als den alten Zustand wieder her- zustellen und die Führer der Flamen vielfach auf Lebenszeit in Sen Kerker zu werfen. Damit erreichten sie nur eine Verschärfung der Gegensätze, die nach außen hin zwar nicht allzusehr in die Erscheinung getreten sind, die aber in der innerbelgischen Politik doch täglich zu spüren waren. Die verurteilten Flamenführer sind jetzt begnadigt worden, so daß also eine Möglichkeit gegeben ist, die Flamen wieder zu versöhnen und einige ihrer Forderungen, die zumeist auf kulturellem Gebiet liegen, zu erfüllen. Ob man allerdings in Brüssel den Mut aufbringen wird, den Flamen die Hand hinzuhalten, muh ab- getoartet werden. guten Eindruck gewonnen zu haben. Gelegenllich seiner Dienstreise sprach der Minister in Malmedy in einer Wählerversammlung der christlich-demokratischen Partei, dec der Minister angehört. Die Versammlung war von nur knapp 100 Zuhörern besucht. Der Minister erwähnte zu Beginn seiner Rede, daß er als Flame für die Lage des Eupen-Malmedyer Boltes volles Derständ- n i s habe, daß er aber keine Versprechungen geben könne. Der „Landbote" in Malmedy weist anläßlich dieser Ausführungen darauf hin, daß die Walmedyer, wie der schwache Besuch der Versammlung beweise, kein Vertrauen mehr zur katholischen Partei Belgiens hätten; auch nicht zu ihrem linken christlich-demokratischen Flügel. Das Anwachsen des Sozialismus in Malmedy, dem nicht bloß gut katholische Arbeiter, sondern auch tausende Mittelständler und Bauern ihre Stimme gegeben hätten, sei auf das Schuldkonto dieser Par- isunA MetzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen rid)ten: Anzeiger Siebe». V ' granifuri ammainues«. vnrck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vllch- und Steinöruderet R. Lanze in Gletzen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Schulstraste 7. Leipzig, 22.Jan. (WB.) Das Reichsarbeits- geeicht unter dem Dorfitz des Sencttspräfidenten Oegg trat heute zur Verhandlung über den Antrag des Arbeitgeberverbandes Nordroeft auf Nichtig- keitserklärungdes von der Schlichterkammer gefällten und vom Reichsarbeitsminifter Wiffell für verbindlich erklärten Schiedsspruches zusammen. Bekanntlich hatte das Arbeitsgericht Duisbura als erste Instanz den Schiedsspruch im Sinne der Arbeitgeber für nichtig erklärt, während das Landesarbeitsgericht Duisburg als Berufungsinstanz im Sinne der Gewerkschaften entschieden hatte, worauf vom Arbeitgeberverband Nord- west die Anrufung des Reichsarbeitsgerichts als letzte Instanz erfolgt war. Nach viereinhalbstündiger Beratung verkündete Senatspräsident Oegg vom Reichsarbeitsgericht folgendes Urteil: Vas Urteil des Landesarbeitsgerichles in Duisburg vom 24. November 1928 wird aufgehoben. Die Berufung der Beklagten gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Duisburg vom 12. November 1928 wird mit der Maßgabe zurückge- wiesen, daß die Entscheidung folgenden Wortlaut hat: „Der in der Streitsache der Parteien ergangene und für verbindlich erklärte Schiedsspruch ist n i ch t i g.“ Die kosten des Rechtsstreites werden den Beklagten aaferlegL In der Begründung der Entscheidung führte der Vorsitzende u. a. auS, die Klagepartei leite die Richtigkeit des Schiedsspruchs aus zwei Gründen ab. Der erste Grund geht dahin, daß der Schiedsspruch allein auf 61 e Stimme des Schlichters hin erlassen worden fei. Rach den Feststellungen deS Berufungsgerichtes sei der Spruch in vorschriftsmäßiger Weis e ergangen. Damit stelle sich i er Spruch als ges etzlich zu - standegekommen dar. Es fei also im vorliegenden Falle nachzuprüfen, ob ein Verstoß in der Form stattgefunden hat. Der zweite Grund für die beantragte Richtigkeitserklärung geht dahin, daß der Schiedsspruch in den geltenden Rahmentarif vom 16. Mai 1927 e i n gegriffen habe. Das Reichsarbeitsgericht ist dem Berufungsgericht in einigen Punkten darin gefolgt, daß tatsächlich ein Einbruch in den Tarifvertrag stattge unden habe. Das Reichsarbeitsgericht mißbilligt die Auffassung des Berufungsgerichtes, daß die Schlichtungsbehörden befugt feien, in bestehende Tari, Verträge einzugreifen, sofern dies im höheren Staats- interefie zur Herbeiführung des Arbeitsfriedens geboten erscheint, und erachtet als schlichtungs- fähige Sache nur e.nen ©efamtintereffen- streit über Gegenstände, die nicht bereits durch vertragsrechtliche Bindung geregelt sind. Ein Schlichtungsverfahren farm also nicht zu dem Zwecke eingeleitet werden, um einen bestehenden Tarifvertrag abzuändern. Was das Berufungsgericht zur Stützung seiner Ansicht anführt, kann nicht als durchschlagend angesehen werden. Es ist im vorliegenden Falle vom Berufungsgericht Nicht beachtet worden, daß es sich um tarifwidrige Wirtschafts- tämpfe handelt. Die Ansicht des Berufungsgerichtes würde zu einer Begünstigung solcher tai ifwidrigen Wirtschastskämpfe und zu einer Unterhöhlung der Vertrauenstreue führen. Ergibt sich danach, daß der Schlichtungsausschuß in den bezeichneten Punkten über seine Zuständigkeit hinausgegangen ist, dann folgt daraus zunächst nur die Richtigkeit und Ungültigkeit der Bestimmungen, mit denen die Schlichtungsbehörde ihre Zuständigkeit überschritten hat. Es kommt dabei aber immer auf den Zusammenhang und auf die Bedeutung der Bestimmungen im ganzen an, und bl» N, * Oie Wirtschaftslage der Reichsbahn. Keine Befriedigung des Kapitalbedarfs. Die Tariferhöhungen Berlin, 22. 3an. (WTD.) 3m Derwal- tungsrat der Deutschen Reichsbahngefellschaft stand im Vordergrund der Beratungen wieder die finanzielle Lage der Reichsbahn. Die Jahresabschluharbeiten für 1928 lassen schon jetzt erkennen, daß die Betriebseinnahmen nur die Betriebsausgaben, die festen Lasten und _ die Zinsen der Vorzugsaktien decken. Die Pläne der Reichsbahn zur Anpassung der Reichsbahnanlagen an die sich stets steigernde Anforderungen des Verkehrs und der Wirtschaft sind nur bei Aufnahme von neuem Kapital durchführbar. Bei der zur Zeit immer noch ungünstigen Lage des Geldmarktes für langfristige Kapitalaufnahmen müssen sie trotz der dagegen sprechenden ernsten Bedenken vorläufig zurückgestellt werden. Ueber die finanzielle Auswirkung der im Oktober 1928 eingesührten Tariferhöhung auf den Güterverkehr läßt sich auch heute noch kein klares Bild gewinnen, da die Arbeitsbeschränkung im Ruhrgebiet den Verlauf des Güterverkehrs anormal beeinflußt hat. Die erwartete Vermehrung der Einnahmen aus dem Personenverkehr ist eingetroffen. Die Auf- wanderung von der Holzklasse in die Polsterklasse hat sich weiter fortgesetzt. Der Derwaltungsrat beauftragte den Generaldirektor, auf allen Gebieten der Verwaltung die Möglichkeiten toeüerer Rationalisierung erneut durchzuprüfeu 3m besonderen soll, zumal da auch Reich und Länder an eine grundlegende Verwaltungsreform her angegangen^ sind, auf dem Gebiete der Organisation erörtert werden, in welcher Weise sich eine günstigere Gin- Amanullahs neue Pläne. Unftchcre Lage in Kabul. London, 22. Jan. (WTD.) In einem Bericht des Sonderberichterstatters des „Daily Tele- grash" aus Peschawar heißt es, in Kabul be» ft ehe augenblicklich wenig Unruhe. Die (Streit- krafte der Aufständischen feien den Fremden gegenüber freundschaftlich gesinnt und hätten vorgestern den Flugplatz bewacht, während britikhe Flugzeuge dort landeten. Die Lage sei jeovch keineswegs sicher. Der britische Gesandte habe beschlossen, daß, was auch immer geschehe, die britische Gesandtschaft bis zum bitteren Ende in Kabul bleiben werde. 3n dieser Woche würden überraschende Entwicklungen und der Beginn der Auflösung der aufständischen Truppen erwartet. Bacha-i-Sakao besitze nicht das volle "Bert rauen seiner Anhänger. Eine spätere Meldung des Sonderberichterstatters des „Saili) Telegraph" aus Peschawar sagt, die Bewegung des Königs Aman U 11 a h sei in Geheimnis gehüllt. Rach Mitteilungen von maßgebender Seite habe er einen Vertrauten nach Indien entsandt, um Motorfahrzeuge anzukaufen, und er werde energisch von den Kandaharis in seinem Plan, den Königsthron wieder zu erringen unterstützt. Rach einer andern Meldung soll Aman Ullah versucht haben, nach Herat abzufahren. Er sei jedoch von den Du- ranis aufgehalten worden, die kein Vertrauen zu ihm hätten und ihn unter Aussicht behalten wollten. Eine beträchtliche Anzahl Militär ist aus Kandahar und dem Gebiet von Gazni Berlin, 23. Jan. (Priv.-Tel.) Die angesehene französische Monatsschrift »Revue des Den? Mondes" hat in ihrer letzten Rümmer aus der Feder eines anonymen Verfassers einen Aussatz über »Frankreich am Rhein" gebracht. dessen Inhalt durch eine Reihe von zahlenmäßigen Angaben wertvoll ist. Aber dieser Artikel dient in feiner ganzen Tendenz dem Zwecke, der rheinischen Devöllerung vor Augen jiu führen, welche beträchtlichen »Vorteile" ihnen die französische Besatzung bringe. Und diesen Zweck yat der Aufsatz in einer Beziehung erreicht: er wird nämlich von chauvinistischen französischen Blättern Im Auszug unter der Ueberschrift wiedergegeben: »Die Vorteile der Rheinlandbesehung." Für Deutsche wird diese Propaganda wenig ausrichten. Aber als Beweis dafür, wie weit man die Unverfrorenheit treiben kann, und auch wegen seiner zahlenmäßigen Angaben sei hier einiges daraus zitiert. Zunächst wird behauptet, die Zahl der Touri st en und Bade g ä st e in den rheinischen Badeorten sei viel größer geworden als diejenige von 1913. Ob sich der Verfasser wirklich einbildet, daß es die Attraktion der französischen De- sahungssoldaten sei, die diese Vermehrung hervorgerufen hat, bleibe dahingestellt. Uns scheint eine Vermehrung der Frequenz rheinischer Kurorte, die übrigens erst in den allerletzten Jahren eingetreten ist, hauptsächlich ein Beweis für den allgemein geschwächten Gesundheitszustand einer Genera Non der deutschen Bevölkerung zu sein, die die Entbehrungen und Röte des Krieges durchmachen muhte. Aehnlich rabulistisch verfährt der französische Verfasser mit einer andern Zahlenangabe: das Beweismaterial, das von der Deutschen Reichsbahn für die Rotwendigkeit gewisser Ausbau - und Erweiterungsanlagen beigebracht worden ist, die die französische Militärverwaltung als »strategisch gefähr- 0121 auf Qtenft haben. Auch weiteren tutrO Wohl noch mit einem Ansteigen der Zähl der Kriegsbeschädigten, der Witwen und der ventenberech-trgten Ellern zu rechnen sein, während die Zahl der zu versorgenden Waisen naturgemäß abnimmt. Aach einer im Mai 1928 vom Reichsarbeitsministerium veranstalteten Zahlung waren versorgungsberechtigt: 761 294 Beschädigte, 28 917 Kapitulanten, 359 560 Witwen, annähernd 800 000 Waisen und über 222 000 Eltern und Clternteile. Die Zahl der von 1870/71 und früheren Krie- gen noch Deteranenbeihilfe beziehenden Ernp- fänger belauft sich gegenwärtig immerhin noch auf rund 60 000. Allerdings werden für die "Renten dieser Veteranen im Etat nur 15 Millionen ausgegeben. Das Arbeiisschutzgesetz. Weitere Verschiebung bis zum Sommer. Berlin, 23. Jan. (Priv.-Tel.) Das Arbeits- ichukgesetz, das die Reichsregierung schon seit einer Reihe von Jahren beschäftigt, scheint eine Fülle von Zchwirrixkeeten mit sich zu bringen. In der gestri- aen Kabinettssitzung spielte das Gesetz, wie wir hören, wiederum eine große Rolle, da der Reick)s- arbeitsminister, nachdem der Reichsrat einige 23er« änderungen oorgenommen hatte, im Reichstag das Gesetz in Form einer D o p p e l v o r l a g e einbringen wollte. Die sozialdemokratischen Minister wurden aber überstimmt, da auch das Zentrum seine Bedenken hatte. Das Gesetz geht nunmehr in der veränderten Fassung des Reichsrates, der auf Wunsch Württembergs für d i e kleineren Betriebe unter fünf Arbeiter, bei denen die Be« stimmungen über die Arbeitszeit nicht gelten sollen, eine Art Ausnahme st ellung aeschassen hat, dem Reichstag zu. Aber niemand sieht den Verhandlungen im Reichstag mit besonderem Optimismus entgegen und vor allem das Zentrum nicht, das auf der einen Seite Mittelstandsinter- essen vertreten muß und gleichzeitig auf seine Ar« beiterwähker Rücksicht zu nehmen hat. Daher macht sich die Tendenz geltend, angesichts der anderen vordringlichen Arbeiten die Beratungen des Arbeitsschutzgesetzes weiterhin zu verschieben, so daß frühestens im Sommer, wahrscheinlich aber erst im Herbst, das Plenum sich mit Dem Arbeitsschutz- gesetz befassen wird. Wartegeldempfänger. Versetzung in den endgültigen Ruhestand. Berlin, 23. Ian. (DDZ.) Der Reichs- finanzminister legt dem Reichstag den erbetenen Gesetzentwurf über die Wartegeldempfänger vor. Der Reichs rat hat diesem Entwurf, der oerfassungsändernd ist, mit der vorgeschrie« denen Stimmenzahl z u g e st i m m t. In der Begründung wird u.a. Darauf hingewiesen, es erscheine unerträglich, unbeschaftigtenWarte« geldempfängern verhältnismäßig h o h e B e ° Züge zu gewähren und daneben voll zu bezahlende Kräfte in den Reichsdienst neu einzustellen. Durch Gewähruna von Vergünstigung sollen diejenigen, die nicht mehr voll dienstfähig sind oder eine Wiederverwendung nicht mehr erftreoen, veranlaßt werden, sich freiwillig in den endgültigen Ruhestand versetzen zu lassen. Für Wartegeldemvfänger, die wegen ihres Alters kaum noch verwendet werden können, ist der Uebertritt in den endgültigen Ruhestand vorgesehen, wenn sie von der Bergünstigung des freiwilligen Uebertritt« keinen Gebrauch gemacht haben. Das hessische Gemeindebeamtengesetz. Di« Gewerkschaft hessischer Gemetndebsamten hat, wie man uns mitteilt, bereits im Zähre 1927 der Öffentlichkeit den Entwurf eines hessischen Gemeindebeamtengesehes vorgelegt. Der von dem Minister deS Innern dem Hessischen Landtag zur Beratung zugestellte Entwurf eines hessischen Gemeindebeamtengesetzes verwirklicht in seinem Ausbau und in einigen grundsätzlichen Fragen die von der Gewerkschast hessischer Gemeiirdebeamtrn ausgestellten Forderungen. Zu den einzelnen Artikeln des RegierungsentwurseS hat die Gewerkschaft Gegenvorschläge ausgearbeitet, denen wir insbesondre den Antrag entnehmen, die Bestimmung, wonach in Gemeinden unter 2000 Einwohnern zur Errichtung von Deamtenstellen die Genehmigung der Aufsichtsbehörde erforderlich sein soll, zu streichen Der Kündigungsschutz soll in sinngemäßer Angleichung an die für in« kündbaren Reichsbeamten geltenden Vorschriften verbessert werden und eine Bestimmung Aufnahme finden, wonach den Gemeindebeamten gegen ihre Entlassung das Recht der Klaneerhrbung zusteht. Schließlich wird noch die Loslosung des Dienststrafrechts von der Derwaltungsgerichtsbarkeit und die Schaffung von besonderen Dienststrafgerichten gefordert. Das Hauptverfahren gegen den Farmer Langkop eröffnet. Berlin, 22. Ian. (WTB.) Die Strafkammer deS Landgerichts II unter Dorsitz von Land- aerichtsdirektor Hartmann hat das Hauptver- fahren in dem Strafprozeß gegen den Farmer Heinrich Langkop und den Kaufmann Fritz Loofs eröffnet. Rach diesem Beschluß wird Langkop unter Anklage gestellt wegen räuberischer Erpressung. Vergehens gegen das Spreng- ftoffgesetz, unbefugten Waffenbes itzes und in zwei Fällen wegen Rötigung mit Totschlagsbedrohung gegenüber dem Präsidenten Karpinski vom Reichsentschädigungsamt und dem stellvertretenden Präsidenten, Ge- peimrat Vach, denen er mit Erschießen gedroht hatte. C gen Loofs ist das Verfahren eröffnet worden wegen Beihilfe zur räuberischen Erpressung und zum Sprengstofsvergehen. Die Porträts der Präsidenten des Reichstags. Berlin, 22. 3an. (XU.) Die Porträts der Präsidenten des Reichstags, die in den Foyers der Reichsregierung und des Präsidiums angebracht find und die Geschichte des Reichstags bis zu den Anfängen zurück in die Erinnerung rufen, sind nunmehr durch die Bilder der Präsidenten Dr. David und Wallraf bis auf den jetzigen Präsidenten vervollständigt worden. Dos Bild deS Präsidenten Fehrenbach, der zwischen der Amtszeit von Dr. David und Wallraf amtierte, ist schon seit einigen Jahren aufgehängt worden. Dr. David war der erste Präsident der R o t i on a lversa mm- l u n g in Weimar, wurde am 7. Februar 1919 Preußen und die Große Koalition. Oer ewige Kreislauf. Von unserer Berliner Redaktion. Berlin, 23. Ian. 3n den nächsten Tagen will nun der Reichskanzler die Verhandlungen über die Bildung der Großen Koalition durch Besvrechungen mit den Partei- führern offiziell eröffnen. Ob er sich großen Erfolg von feinen Bemühungen selbst verspricht? Wir glauben es nicht. Er kennt die Hemmungen, die auf feinem Wege liegen, mehr als genug, er kennt besonders die Schwierigkeiten, die ihm von seinem Parteifreund Braun in Preußen gemacht werden. Herr Braun soll neuerdings im intimeren Kreise wieder einmal abgewinkt und erllärt haben, er denke garnicht daran, über eine Erweiterung seiner Regierung von sich aus zu verhandeln. Das wird vermutlich abgestritten werden, dürfte aber ebenso wahrscheinlich trotzdem richtig sein. Herr Braun sitzt nun einmal auf einem sehr hohen Pferd. Er ist stolz, daß die Wahlen ihm in Preußen eine Zufallsmehrheit von wenigen Stimmen in den Schoß geworfen haben und glaubt, daß er es nicht nötig hat, sich durch Hinzunahme der Volkspartei irgendwelche Unbequemlichkeiten zu bereiten. Er übersieht dabei nur, daß die Mehrheit, die er hat, viel zu schwach ist, um damit irgendetwas anfangen zu können. Tatsächlich stockt in Preußen die ganze Reaie- rungsmaschine feit Jahren schon vollständig. Man arbeitet auf, soweit man kann, aber grundsätzlich etwas Neues zu schaffen, wagt man nicht, weil eben die Mehrheit nicht zu bekommen ist. Und das wird auch nicht anders werden, solange Herr Braun sich nicht dazu entschließt, in den sauren Apfel zu beißen und auf die Gefahr hin, dem Zentrum wehe zu tun, einige Ministersessel Der Volkspartei frei- macht. Er weiß, daß im Reich an irgendwelche Fortschritte nicht zu denken ist, solange er in P r e u° ß e n nicht Ordnung geschaffen hat. Halbe Zusagen hat er mehr als einmal gegeben, aber immer nur, um hinten herum sofort wieder das Gegenteil zu tun. Das ist auf die Dauer ein unwürdiges Spiel, wodurch die Politik Hermann Müllers im Reich, die ja ohnehin nicht auf Rosen gebettet ist, nur unnütz erschwert wird. Denn auch im Reich bewegen sich die Dinge i m Kreise, der gute Wille zur Koalition ist vorhanden, zumal das Zentrum drängt, jetzt, well es ganz gern feine Beteiligung an der Regierung zahlenmäßig verstärken möchte, aber die Sozial- öemofraten verspüren keine große Neigung. Sie fühlen sich bei dem augenblicklichen Interimistikum ganz wohl, das ihnen die Vorteile der Regie- ! rung in den Schoß wirst, aber Die Verantwortung nur zur Hälfte'aufdrängt und möchten deshalb gern ■ diesen Zustand fortsetzen, wenigstens so« ; fange, bis die Steuern angenommen sind, große Neigung zu ernsthafter Bindung ist auch im Reich bei den Sozialdemokraten nicht vorhanden, und scr ergibt sich das etwas merkwürdige Schauspiel, daß gerade diejenigen Parteien, die auf ihrem Parteiprogramm Förderung und Stärkung des Parlamen- { tarismus stehen haben, durch ihre Taktik am mci» ! sten dazu beitragen, den Parlamentarismus zu schädigen und ihn in Der Folge lächerlich zu machen. Georg« als Führer der Oppositionsparteien, bei der kommenden Untersuchung mit der Regierung zusammenzuarbeiten. Aus aller Wett. Das Zuchthaus Sonnenburg. In Dem großen Prozeß gegen 24 Beamte der Strafanstalt Sonnenburg, die des Diebstahls, der Hehlerei, Unterschlagung und Derle tung zum Meineide beschuldigt werden, bestritt Ob:rwacht- meister Koppen, sich unrechtmäßig bereichert zu haben. Welchen Umfang die Durchstechereien mit Lebens- und Genußmitteln im Zuchthaus Sonnenburg angenommen hatten, geht daraus hervor, daß bei einem einzigen Gefangenen einmal 17 Pakete Tabak beschlagnahmt wurden, bei einem anderen ganze Pakete Schmalz. Butter und Speck. Der Staatsanwalt betonte hierzu, daß nach Bekundungen von Sträflingen diese Durchstechereien von Beamten selbst verübt worden seien, und zwar in der Hauptsache für die in der Schneiderstube tätigen Gefangenen. Aussehen erregte die Mitteilung, daß dem Strafgefangenen Paasch, einem Mörder, bei Einleitung der Untersuchung wegen der Unterschlagungen nicht weniger als 12 Schlüssel zu allen möglichen Türen und Portalen abgenommen wurden, die er von dem Werkmeister Graf von der Firma Schwarzschild erhalten habe. Zur S. rache kam ferner, daß sich unter dem der Firma Schwarzschild zur Altverwertung" übergebenen Heere gut zum Teil nagelneue Drillichjacken befanden, die noch mit dem Fabrikation etikett versehen und noch nicht getragen waren. An die Beamten des Zuchthauses wurden Drillichhosen für eine Mark, Drillichjacken für 1,25 Mk. abgegeben, zu entsprechend niedrigen Preisen auch sonstige KleidungsWie polens MindecheiLenpoü'iik in Wahrheit anssiehi. Eine Antwort an den Außenminister Zaleski. Warschau, 22. Jan. (WTB.) Heute mittag begann im Auswärtigen Ausschuß des Polni- chen Landtages die Aussprache über das EffposK des Ministers des Auswärtigen Zaleski. Der Sprecher der radikalen Bauernpartei, G r a - linski, wünschte vorn Minister eine genaue Erklärung über den Stand der Rheinlandräumungsverhandlungen zu erhalten^ insbesondere, ob hierbei die 3nteressen Polens genügend gewahrt seien, da, wie er erklärte, in der Reichsregierung auch General Groener sitze, dessen Denkschrift das polnische Vertrauen in die Aufrichtigkeit der Absichten dieser Regierung untergraben müsse. Der Führer der Deutschen In Polen, Abgeordneter Baumann, wendet sich dann gegen daS unlängst einer amerikanischen Presseagentur gegebene Interview des Außenministers Z a- leski, worin dieser der deutschen Minderheit staatsfeindliche Gesinnung vorwarf und die Haltung der deutschen Minderheit in Gegensatz zu der der anderen Minderheiten Polens stellte. Abgeordneter Raumann bezeichnete es als falsch, wenn behauptet werde, daß die deutsche Minderheit in Dolen besondere Privilegien besitze; im Gegenteil beweise die Tatsache, daß ein Mann wie der ostoberschlesische Woiwode Grozinski als Vertrauensmann der Aufständischen seine deutschfeindliche Politik fortsetze, daß noch immer die vom ehemaligen Ministerpräsidenten Si'orski gepflegte Parole: .Sntdeutschung des Landes" in Geltung sei. Auch in dem Intervcew des Außenministers Zaleski klinge Der Gedanke des polnischen Rationalstaates durch, wenn es dort heißt, .daß Der Korridor in ethnogra- phischer Hinsicht rein polnisch wäre". Es sei schwierig, von Der Deutschen Minderheit freudige staatsbürgerliche Pflichterfüllung zu erwarten, wenn man nach wie vor deutsche Schulen schließe, wenn man die deutschen Kinder zwinge, polnische Schulen zu besuchen, wenn man Deutschen gegenüber, die ein Anwesen erwerben, das Vorkaufsrecht geltend mache, wenn man deutschen Gewerbetreibenden durch Konzessionsentziehung die Existenz- möglichkeit nehme, wenn man endlich in Oberschlesien unter Anwendung von Druckmitteln und unter Mißbrauch Der Amtsgewalt Die Deutschen Direktoren unD Angestellten und Arbeiter durch Polen ersetze. Deutsche Gchulleiier vom Amte suspendiert. K a t t o w i h, 22. 3a n. (Täl.) Nachdem erst vor einigen Tagen der Rektor dec Minderheiten- Knaben-Mittelschule. Urbane!, der Vorsitzende des Verbandes deutscher Lehrer in Polen, ohne Angabe von Gründen vom Amte suspendiert worden ist, sind jetzt auch die beiden Rektoren an Der MinderheUen-Dolks- schule in K a t t o w i tz von der Knaben- und MäDchen-Mittelschule plötzlich mit sofortiger Wirkung ohne Angabe von Gründen ihres Amtes enthoben worden. Es sind dies Die beiden sich zur deutschen Minderheit belennenden Sief- toren Soika und B o n i a. Für den einen ist bereits ein polnischer Lehrer als Vertreter verpflichtet worden, obwohl nach Dem sonst üblichen Verfahren der dien st älteste Lehrer, Der aber Der deutschen Minderheit angehört, mit der Vertretung hätte betraut werden müssen. Oer polnische Handelsvertrag. Polens Zollvorschläge immer noch ungenügend. Berlin, 23.3an. (Priv.-Tel.) Obwohl sich Die nunmehr endlich Deutschland überreichten polnischen Zollvorschläg« noch nicht im einzelnen überblicken lassen und die pleberprü- fungen im Auswärtigen Amt noch nicht abgeschlossen sind, glauben wir doch auf Grund von Warschauer Informationen entgegen anderen Meldungen fest stellen zu können, daß auch diese neuerlichen Zollvorschläge den in der seinerzeitigen deutschen Rot« aufgestellten Forderungen Deutschlands nach keiner Richtung hin vollauf genügen können. Gewiß hat Die polnische Regierung diesmal ihre Vorschläge entsprechend den deutschen Wünschen präzisiert und in manchen Punkten «in gewisses Entgegenkommen gezeigt. Es wird aber voraussichtlich noch mancher Beratungen bedürfen, ehe eine Verständigung erzielt werden kann. Ob und wann der deutsche Delegationssührer Dr. Hermes sich wieder nach Warschau begeben wird, hängt noch davon ab, zu welcher Stellungnahme Die Deichsreg'.erung bei der pleberprüfung der polnischen Vorschläge gelangt. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden aber weiter« Besprechungen bald erfolgen, ohne daß man dabei aber schon heute sagen kann, warm es endlich einmal möglich fein wird, den Handelsvertrag mit Polen abzuschließen. in der zweiten Sitzung der Rationalversammlung gewählt, trat aber nach wenigen Tagen wieder ab, als er nach der Wahl von Friedrich Ebert zum Reichspräsidenten in das Ministerium eintrat. An seiner Stelle wurde Fehrenbach in der 7. Sitzung am 14. Februar gewählt. Der bis zum Jahre 1920 das Präsidium führte. Darauf folgte Präsident L ö b e. der in Der zweiten Wahlperiode des Reichstags 1924 von Wallraf aogelöft wurde. Der am 28. Mai 1924 zum Präsidenten gewählt wurde und fein Amt bis zum 20. Oktober, D. h. bis zur Auflösung des Reichstags, führte. 3n Der Dritten Wahlperiode folgte Dann wieder bis heute Präsident ß 5 be. Das Porträt von Dr. David ist von Eugen Spito gemalt, dasjenige von Wallraf durch Professor Hugo Vogel. Letzterer war bei der Aufhängung Der Bilder zugegen. Zur Ausführung eines Bildes des Präsidenten Löb« ist Professor Leo Samberger in München in Aussicht genommen. Der Kanaltunnel. London, 22. Ian. (WB.) 3m Unterhaus sagte in Beantwortung einer Anfrage Premierminister Baldwin: Angesichts des weitgehenden öffentlichen 3nteresses an Dem Plan eines Tunnels unter Dem Aermelkana l ist die Regierung zu der liebe r^eugung gelangt, daß sie bereit ist, die Frage einer erneuten gründlichen Prüfung zu unterziehen. Baldwin erflärte, daß Die wirtschaftliche Seite der Frag« gemeinsam mit Der Frage derR e i ch s- Verteidigung untersucht werden müsse und daß es notwendig sei. eine Überparteiliche Untersuchung zu veranstalten. Damit die schließlich« CntscAidunH einer Reg erung nicht durch eine späte« Regierung uingestoßen werd«. Er ersucht« deshalb Macdonald und Lloyd stücke. Sehr anschaullch schilderte der Oberwachk- meifter Dargel, der 36 Dienstjahre hinter sich hat, die Damaligen Zustände in Sonnenburg. Wenn Die Beamten in di« Arbeitssäle tarnen, wurden sie mit »Rotfron t"- und „Heil Moskau'-Rufen begrüßt. Der Beauftragte des StrafvollzugsamteZ Staats rnwaltschastsrat Knobloch, als Sachverständiger, äußerte sich zunächst allgemein über Die Einrichtung des Alt- vcrwertungsbetriebos in wonnenburg. Schon bald fiel es auf, wie groß Die Zahl Der Zivilbevölkerung in Sonnenburg war. Die Militär- Leiber und --stiefel trug. Was Die Disziplin in der Strafanstalt betrifft, so lagen die Verhältnisse hier im argen, weil sehr viel schwierige Gefangene untergebracht waren, die dem Direktor mit Wünschen und Beschwerden zusetztcn. Es seien Disziplinlosigkeiten e’.ngeireten, wie sie hier von den Beamten richtig geschildert worden seien. 20 tote bei einem Zusammenstoß zwischen Autobus und Straßenbahn^ Mährend eines Schneesturms fuhr ein elektrischer Straßenbahnwagen der Lake-Shore-Vor- orkbahn an einer Straßenkreuzung 4 n einen Passagierautobus, der sich auf der Fahri von Pittsburg nach Chikago befand. Rach den bisher vorliegenden Berichten find dabei zwanzig Passagiere des Omnibusses getötet rooTbcn. Der Zusammenstoß erfolgte mit solcher Ducht, daß der Autobus in einen Graben geschleudert und völlig zertrümmert wurde, wahrend der Straßenbahnwagen entgleiste und auf den Autobus stürzte. Die Trümmer des Autobusses hatten sich derart in die Vorderachse des Straßenbahnwagens eingekeilt, daß es zwei Stunden dauerte, ehe die Rettungsarbeiten soweit vorgeschritten waren, daß die ersten Leichen geborgen werden konnten. Von den Passagieren des Straßenbahnwagens wurde, soweit bekannt, niemand ernstlich verletzt, doch befürchtet man, daß sich noch weitere Leichen unter den Trümmern des Autobusses befinden. Der Führer des Artvomnibuffes blieb unverletzt und erkla.cke, er sei durch den Schnee geblendet worden und habe den herannahenden Straßenbahnwagen nicht gesehen. Schweres Crplosionsunglück. In Meggen (Sauerland) explodierte auf dem Blechwalzwerk Chriftinenhütte eine Sauerstofflasche. Außer mehreren Leichtverwundeten wurden zwei Arbeiter schwer, ein Arbeiter tödlich verletzt. Er hinterläßt eine Frau und mehrere unmündige Kinder. Durch die Gewalt der Explosion wurden in der Abteilung des Walzwerks samt« liche Fensterscheiben zertrümmert. Die Tragödie eines Staatenlosen. Der Arbeiter Johann Szatan in Mährisch-Weiß erschoß in einem Hotel seine Frau, sein achtjähriges Töchterchen und sich selbst. In einem hinterlassenen Briefe gibt er an, daß ihm weder Polen noch die Tschechoslowakei die Staatsbürgerschaft geben wollten. Da er keinen Paß erhielt, konnte er auswärts keine Arbeit finden und deshalb erschoß er sich und seine Familie. Man fand bei ihm noch fünfzig Heller (sechs Pfennig). 3m 104. Lebensjahr gestorben. Bei Wangs im Kanton ©t. © allen ist int 104. Lebenswahr nach kurzer Krankheit Der älteste Bürger des Kantons St. Gallen, der ehemalige Landwirt Rikolaus Rohmer, gestorben. Die Wetterlage. 2 Inc .Hordoyan. =2 Dienstaa, d.22.Jan.192S, 7haDds ° o . o ©woi«ni»OMitn (> nai» oe«<«t » »ui*ig. e ord<<«i * Schnee a »reuoem • nebei K Grw.ttrr(§)windsiiiie.«O «tente» 0$i n»s$rQc« sudtoeveii c) stennotna tordwest on »leix Niesen mit atm wmoe Die ooaen Stationen stenenotn Ze» ien „eren die Temperatur an Oie Urnen verpmden Orte out rteieoet» ei» n-errioiveau umaerrmn-tee luiidmce Wettervoraussage. (fflte flache Tiefdruckrinne erstreckt sich.von Frank« reich bis nach Südskandinavien, in_ der ein Kern über Der Nordsee und ein anderer über Frankreich liegt. Deutschland hat infolgedessen durch die weitere Zufuhr ozeanischer Luftmassen wolkiges Wetter mit vereinzelten Regen- und Schneefällen erhalten. Die Temperaturen haben dabei eine weitere gringe Zunahme erfahren. Durch das Vordringen wieder kalter Luftmassen, verbunden mit erneutem Boro« meteranftieg, dürfte allmählich wieder ein Sinken der Temperaturen einsetzen. Wettervorhersage für Donnerstag: Nebelig-wolkiges Wetter, Temperaturen schwankend, jedoch später wieder etwas tälter, zunächst noch vereinzelt« Niederschläge. W i t t e r u n g s a u s s i ch t e n für Freitag: Meist trocken und Frostwetter wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 22. Januar: mittags +1 Grad Celsius, abends + 0,3 Grad Celsius; am 23. Januar: morgens + 0,6 Grad Celsius, Maximum 4-1,2 Grad Celsius, Minimum —0,1 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter liefe am 22. Januar: abends — 0,9 Grad Celsius; am 23. Januar: morgen» —0,9 Grad Celsiu». rechnen. postautofahrien »ge. 1924 begann In der Ziga retten-Industrie der Wettlauf um die Qualität. Seit £024 behauptet GREILI1VG unter r, den wenigen Standardsorten des deutschen Marktes den ersten Platz. In der Qualität führend ist nach wie vor die 0 0 10 HO ttnlolm in Mhristz-Mih ,, hin achWnges nem ^ntalafltnen >er Polen noch 6toot=bürger|d)aft en Pah erhielt, rbeit finden und ine Familie. Man (sechs Pfennig). geftorkn. @ allen ift int irkheit der älteste v drr HemoLv lotbtn. Aus der provinzialbaupistadt Drehen, den 23. Januar 1929. Oie ireichsunfallwoche in Gießen. beliebte 5 Pfg.■ Eigarettei Wen» 3Ijre Tmvfcüiungsanzeige in derSamstagsnummer desGießenerAnzeigers durch sorgfältige und wirksame Satzausstattung wLLöen dann geben Sie ste bitte spätestens im Laufe des Donnerstag in der Geschäftsstelle auf! ysS .’äjÄI Sy?« 4 ^Dn bald ** d« Sisj SSf** : N den bis. ;]°h| rooTbcn. Dich, bat ■n geschlev. de, während der aul den Lola, "lobosse, ha,,m :9 btrahenbohn- ’tanbw dauerte, «^echllln •?n Stbotqta ‘9iertn de; Sho- Wannl, niemand ian, doh sich noch mern de; flute« 5 Auteoinnilmfie» fei durch den nb habe den her« >icht gesehen. »glück. odierte aus dem ! Sauerstosslasche, n wurden zwei 'eiter tödlich rau und mehrere email her ilfpfo- Walzwerks samt- b ruar bis 3. März hielt gestern mittag unter d«m Vorsitz von Bürgermeister Dr. S e i b im Stadt- haus, Betgstrahe, lerne erste Sitzung ab. Bürgermeister Dr. Seid entwickelte das von chm nusgearbeitete Programm für die Durchführung b.eser Aufllärungswoche, das in allen Tellen die Zustimmung der Versammelten fand. Danach sollen für die breite Oeffentlichkeit drei Vorträge stattfmden, die sich mit der Verhütung non Unglücksfällen allgemeinerer Art beschäftigen werden. Polizeihauptmann H e y n e, der Leiter des Außendienstes unserer Polizei, w.rd über „D i e Verkehrsregelung und Verhütung von Verkehr sunsäUen" sprechen-, dieser Vortrag icU im Lichtspielhaus auch vor den Obcrklassen der schulen gehalten werden, damit die Schüler auf die- fern Gebiete die erforderliche Belehrung finden. Der Leiter unseres Gas- und Wasserwerkes, Direktor i Ste ding, wird einen Vortrag über „die Unfallverhütung beim Gebrauche des Gases" halten, ferner wird Dipl.-Ing. Kunhe- müllcr vom Stadt.schcn Elektrizitätswerk über „die Unfallverhütung beim Gebrauche teer Elektrizität" sprechen. Alle drei Vorträge lullen möglichst mit L.chtblldern ausgestattet werden. 21(9 wesentliche Aufgabe w rd auch die Unfalloer- Gütung vom medizinischen Standpunkt aus und die eiste chilfele.stung bei Unfällen bis zum Gintreffen tecs Arztes Berücksichtigung finden. Neben diesen »ffenH chen Vorträgen sollen in den größeren B c t r i e b e n unserer Stadt vor den Belegschaften Aufklärungsvorträge über die Unfallverhütung stattfinden, die naturgemäß eine speziellere Gestaltung je nach der Art des Betriebes erfahren. Weiter ist ins Auge gefaßt, kleine Aufklärungsschriften über die Unfallverhütung m den Betrieben zu verteilen. Ferner soll in den Kollegs der Universität und in den Schu« (en eine rege Aufklärungsarbeit einsetzen-, u. a. ist geplant, vor den Schülern ebenfalls kürzere Dor- rrägc zu halten und kleine Aufklärungsschriften zu »erteilen. Als weiteres Mittel zur Dolksbelehrung sollen im Lichtspielhaus Filme vorgeführt werden, die Mithilfe der Presse einsetzen und ich'ießl ch Plakate zum Aushang kommen Die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sowie der Universität und der Schulen, brachten ihre Bereitwilligkeit zur eifrigen Mitwirkung bei dieser Aufklärungswoche zunr Ausdruck, ebenso stehen alle übrigen zur Mitarbeit berufenen Herren voll und ganz zur Verfügung. Die Durchführung der Arbeit im einzelnen wurde mehreren Unteraus- schlissen übertragen, deren Zusammensetzung auf die pezielle Eigenart der verschiedensten Arbeitsgebiete -ingerichtet'ist. Nach dem Ergebnis der gestrigen EiQung.:arbeit zu urteilen, darf man mit einem guten Erfolg dieser Aufklärungsarbeit in Gießen bei genügender Beteiligung antreten. Die Rückfahrt erfolgt am Sonntagnochmittag von Breungeshain aus. Der Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt beträgt 5 Mark. Weitere Angaben sind in der Anzeige zu ersehen. 25 Zahn Vorsitzender einer Zmlervereinr. Ein seltenes Jubiläum' beging am Sonntag der Dienenzüchterverein Gießen und Umgebung anläßlich seiner diesjährigen Hauptversammlung im „Hotel Hindenburg . Es galt, den verdienstvollen erstell Vorsitzenden, Lehrer Buß (L e i h g e st e r n), für die 25jährige treue Führerschaft als erster Vorsitzender des Vereins zu ehren und ihm den Dank der Vereinsmitglieder und der Abordnungen anderer Jmkervereine darzubringen. Im dichtgefüllten Saale hatten sich die Mitglieder des Vereins und Freunie des Jubilars nachmittags eingefunden. Imker aus dem hohn Vogelsberg und der Wette-rau waren unerwartet cingetroflen, um an dieser Stunde teilzunehmen, denn das Wirken dieses Vereinsvors atzenden geht weit über die Grenzen unseres Hessenlandrs hinaus. Ist er doch nun auch schon seit 20 Jahren l. Vorsitzender des Hauptvereins für ganz Oberhessen und schon einige Jahre (.Vorsitzender des 'Verbandes Hessischer Bienenzüch er, dem neben den Imkern ganz Hessens der Mittel deu * s cheBi e ° nenzüchterverein mit Sih in Frankfurt (Mam) und der Bienenzüchterverein für Kurhessen (Hes- sen-Kassel) mit Waldeck angeschlossen sind. Weiter ist Herr Buh Mitglied des Vorstandes des Deutschen Jmkerbundes, so daß die gesamte deutsche Jmkerschaft den Ruhen und d e Früchte seiner genialen Führerschaft genießen darf. Der Vienenzüchtervcrein E ießen und Umgebung hatte dem Juoilar eine Freude gemacht durch die Ueberreichung eines Geschenkes mit einer Widmung des Ve.e ns. Lehrer Hensel (Hi.zTnhain), der gleichzeitii Äedak eur des Vec .insorgans „Die Biene" und Jugendfreund des Herrn Buß ist gab einen kurzen Aeberblick über das schon seit 53 Jahren bestehende Zusammenarbeiten beider Herren hinsichtlich der Förderung der Bienenzucht. Gleichzeitig überbrachte Herr Hensel die Glückwünsche des Verbandes. Lehrer Runk (Okarben), 2. Vorsitzender des Hauptvereins, übermittelte dessen Glück- und Segenswünsche. Lehrer Braun (Holchausen v. d. H.) sprach dre Glück- und Segenswünsche dar Dienenzüchterver- eine Friedberg und Dad-Homburg aus. HerrD i r- la m (Äiedereschbach) überbrachte die Glückwünsche des Bezirkst« neinS Vil.el. Telegramme und Glückwunschschreiben waren eingegangen von den Die- nenzüchtervereinen Wetzlar und Büdingen. Duch- druckereibesitzer Dich. Lange, Inhaber der Drühlschen Aniversitäts-Buch- und Steindruckerei, in der die Zeitschrift des Vereins hergestellt wird, erfreute den Jubilar durch die llebersendung eines Glücktvunschschreibens und einer Blumen- spende. Außerdem wurden dem verehrten Führer von jedem Anwesenden die herzlichsten Glückwünsche und Dankesworte ausgesprochen. Herr Buh. der bei der gleichzeitig stattge- habten Reuwahl des Gesamtvorstandes von der Versammlung einstimmig wieder zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde und für den diese würdige Feier unerwartet stattfand, dankte allen Beteiligten herzlich und gelobte, auch weiterhin die Geschicke des Vereins nach besten Kräften zu leiten. Die Dereinsmitglieder hoffen und wünschen, daß der Jubilar noch tuele Der Gießener Ortsausschuß für die Durchführung der N e > ch s u n f a l l w o ch e vom 2 4. Fe - z hielt gestern mittag unter rmeister Dr. Seid im Stadt- Jahre seiner Famllir, dem Verein und d- schein Bienenzucht in Gesundheit erhalten bleibt. Der feierüdjen Ehrung des vorbildlichen Führers schloß sich ein kurzes gemütliches Beisammensein an. Bornotizen. — TageskalenderfürMittwoch. Stadt- theater: „Flachsmann als Erzieher", 20 bis 22.15 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Holle der Heimatlosen". — Astoria-Lichtspiele: „Der Unüberwindliche". — Stadttheater Dießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend findet die erste Wiederholung von Otto Ernsts „Flachsmann als Erzieher" statt. Beginn 20 Uhr. — Am Freitag, 25. Januar, geht als 17. Vorstellung im Freitags-Abonnement eme Wiederholung dec Grdenkseier zu Lessings 200. Geburtstag, fein dramatisches Gedicht „Rcthan der Wei,e" in Szene. Die Titelrolle sprelt Cdrl- bert G a r e i s. Die übrige Besetzung ist die der Erjiausführung. — Am ‘ Sonntag, 27. Januar, wird a.s Fremdenvorstellung bei ermäßigten Preisen der beliebte und erfolgreiche Schwank „Ehar.ehs Tante" zur Aufführung gelangen. Musik von Hugo Hirsch, ausgesührrt unter Le> tung von Kapellmeister Franz Bauer jun. — „Das Dorf Sanct Just en", ein Schauspiel aus den De.gen von Werner Johannes Guggenheim, wurde von der Intendanz zur alleinigen Uraufführung ertootven; unter der Spielleitung von Oberspielleiter Hans Tannert wird diese Uraufführung am Dienstag, 29. Januar, in Szene gehen. e ** Das Kirchengesangverein sfest i n Gießen. Am Montagnachmittag trat die Kommis- fion für das am 12. Mai in Gießen stattfindende Jahresfest des Evangelischen Kirchengesangvereins für Hessen mit dem Vorsitzenden des Gefamtoereins! Pfarrer Marx (Darmstadt), züsammen, um die weiteren Vorarbeiten zu besprechen Es haben sich eine große Anzahl Vereine aus der Provinz zur Teilnahme angemeldet, so daß in der Volkshalle ein Massenchor von rund 800 Sängern auftreten wird. Außer den schon gebildeten vier Hauptgruppen, die bei der Versammlung Mitwirken werden, bildet das Dekanat Alsfeld mit rund 180 Sängern eine fünfte Gruppe für sich, während die übrigen Vereine aus der Provinz zu einer der vier anderen zugeteilt werden. Während die Hauptprobe für die Chöre der Dekanatsvereine im Gottesdienst am Festtage selbst um 12.30 Uhr in der Stadtkirche stattsindet, sollen die vier Gruppenchöre sich an Orten in der Nähe Gießens, z.B. Gleiberg, Sch ffenberg, Großen-Lin- den und Großen-Buseck nach Ostern zu einer Haupt- probe vereinigen. Vielen wird es auch eine Freude fein zu hören, daß in dem Festgottesdienst das beliebte Kalbhennlche Herrenquartett seine Mitwirkung zugesagt hat. Man rechnet mit einer großen Beteiligung an dem Feste, das zu einer starken evangelischen Kundgebung gestaltet werden soll. ♦* Stadttheaterabonnement. Die Einlösung des 5. Abschnittes hat von morgen ab an der Theaterkasse zu erfolgen. (Näheres in der heutigen n© e Brennholzversteige- rung. Bet der gestrigen Brennholzversteige- rung der Stadt Gießen Im Hangel- stein (Bezirk des Försters Loh) wurden im Durchschnitt folgend« Preise erzielt: Buchenschei- ter 17.50, Eichenscheiter 13.00, Buchenknüppel 1400 Eichenknüppel 8.00, Duchenstöcke 9.50, Eichenstöcke 6.60 je Raummeter; Duchenreisig 27.00, Eichenreisig 20.00 je 100 Wellen.__________ Gießen — Hoherodslopfgebiet. Wie das Postamt Gießen im heutigen Anzeigenteil befanntgibt, werden am kommen- den Sonntagmorgen zwei ostkraftomnibusse von Ti e ß e n über Lich, ßauba Schotten nach Breungeshain zum Wintersport ins Hoherodskopfgebiet gefahren. Die Omnibusse werden die Fahrt aber nur Der Landesverband Hessen des Volksbundes Deutsche Kriegsräber- f ü r ( o r g c hält am Samstag, 26. Januar, in der Aula der Höheren Landesbauschule in Darmstadt ein' Landesversammlung ab. Dabei spricht Major o. D. Deiß (Darmstadt) über „Ruhestätten der Gefallenen der hessischen Regimenter bei den Stellungen und Kamvsplätzen im Weltkriege". Ferner ist eine Ausstellung aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens des Landesverbandes über die Arbeit des Volksbundes (Auslandfriedhöfe in Bild und Modell) in der Kunstballe am Rheintor hergerichtet. ** Wohlfahrts-Wertlotterie. Im geft. rigen Anzeigenteil wird die Wohlfahrtslotterie des Katholischen Frauenbundes in Hessen erneut angekündigt. Der erste Hauptgewinn besteht aus einem Haus im Werte von 25 000 Mark. Das Los kostet eine Mark. Weiteres ist aus der Anzeige ersichtlich. IDeilen? Lokaluachrichlen im zweiten Blatt. Strafkammer Gießen. • Gießen, 22. Jan. 3m April 1928 war es in einem in der Aähe gelegenen Gasthaus zwischen Burschen aus Münster und Maibach zu Streitigkeiten gekommen, in deren Verlauf di« letzteren die ersteren mittels Sillscheiten schwer verletztem. Das Amtsgericht Butzbach hatte den einen Angeklagten zu sechs Wochen Ge- f ä n g n i s verurteilt und das Jugendgericht daselbst den anderen sreigesprochen. Die Strafkammer sprach beide frei; sie hielt für erwiesen, daß sie in Aotwehr gebandelt hatten. Das Amtsgericht Herbstein hatte einen Jäger zu 50 Mark und Einziehung des Gewehrs verurteilt, weil er unberechtigt die Jagd ausgeübt habe. Heute wurde festgestellt, daß er zwar von fremdem Jagdgebiet aus geschossen hatte, daß der Bock aber auf seinem Gebiet stand und verendete. Das Urteil wurde auf gehoben und der Angeklagte wegen Uebertretung des § 368 Z. 10 StGB, zu 10 Mark Geldstrafe verurteilt. Das hiesige Schöffengericht hatte einen Kaufmann von Ober-Schmitten wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte war nachts mit seinem Motorrad, in dessen Beiwagen ein Freund sah, durch Raiiv rod gefahren. Er kam vom Weg ab uiti) stieß wider ein Hoftor, wobei sein Freund durch den Anprall getötet wurde. Gebremst hatte er erst viel zu spät. Mit Rücksicht auf verschieden« Straf- Milderungsgründe ermäßigte das Bemlfungsge- richt die Strafe auf einen Monat Gefängnis, umgewandell in600MarkGeldstrafe, Aus dem Amisverkündigungsblatt. • DaS AmtsverkündiaungSblatt 07 r. 5 vom 22. Januar enthält: Tne Behandlung der Zugtiere im Winter. — Der Geschäftsgang beim Kreisamt Gießen. — Die Führung der Sprungregister. — Steuerkarte für 1929. 5o cog?.- -füge- arOnf« r'*< * in, i" ‘ gnnt"1* »ir« *' L miil« jWl>nn«‘* ialo- h a>>eder üt 0 4 Ti $1 © Aellere und jüngere Mädchen sowie 668D Tagesmädchcn suchen Stellung. Gewerbsmänige S ellenrernitillung Soplne TUlfer, WeuitnbtöO. Tel.llR Verkäufe | Kleines Gut 16Mora..Land. neues Haus. m. Scheune u. Siallg. für 170J0.X au öcrf. 9!äh. C1U .1. Baer. Oi'tanl. 2.'». Tel. 871. 5- und (i-Simmet* Etagenhäuser mit beziehbar. 2. ob* nunaen, fom. be ed* bare Einfamilicu* bdufer u. L'anbbrin- ier. vretsweit unter günstigen Beb.ng. tu verkauf, durch oie G. Ka z Vubtviflittn&c 45. 4/16 9ü:I 4sitzer, offen, 8 Mo* naie gef., versteuert biS Mm 29, menen 9lnsch. ein. flr. Wag. billig aii verkau'en. Schr. Angebote unr. 0141 an den G. 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Str. 7: Hauptversammlg. Taa.-Ordn.lt. Karte. Allseitiges Erschein, dringend erwünscht. «“D Der Voretand. Statt jeder besonderen Anzeige. Mein geliebter Gatte, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Großen Buseck, den 22. Januar 1929 67UD| Lieh, den 22 Januar 1929. Die Beerdigung findet Freitag, 25. Januar 1929, nachm. 3 Uhr statt. 0140 des Ober-Besslngen. den 23. Januar 1929. Ebsdorf, Jülich, den 22. Januar 1929. öbSD 0<4- 0132 um b74D 326D Lehrling iclifflißdelßhri^ Gießen, Alsfeld, Neuyork, Darmstadt, den 23. Januar 1929. (VcbrmäbdicK)Aum M gesucht 0154 in die Vebre gesucht | 2luguft Bocher, I Schrcinermeister, 1 Sonnenstr. 5. [07 Mülser. 664D * Sonnenstr. 5. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 24. Januar, nachm. 4 Uhr. vom Sterbe hause Nr. 122 ans statt. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 24. Januar, um 2 Uhr nachmittags vom Sterbehaus aus statt Uhr beginnend, aus Abt. 96 und 97 Stadtwaldes, Försterei hochwart: 145,7 mi Buchenscheiter 18,7 rm Eichenscheiter 1,4 rm Hainbuchenrundscheiter 49,4 rm Buchenknüppel Heute morgen 3 Uhr entschlief sanft nach langem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser treuer Vater, Schwiegervater und Großvater Die Beerdigung findet Freitag, den 25. Januar 1929, nachmittags 2". Uhr statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jacob Müller VI. Dr. K. Uhrig Frau Rechnungsrat Lenz Wwe, und Frau. Lagdverpachiung. Die Jagd der Gemeinde villingen, Kreis Gießen, bestehend in 600 Hektar Feld und 300 Hektar Wald (gute Rehjagd, Hirsche als Wechselwild) soll am Donnerstag, dem 7. Februar 1929, vormittags 10^ Uhr, auf hiesigem Rathaus öffentlich auf sechs Jahre verpachtet werden. 666D .ute Jagd kommt in zwei Jagdbezirken unv auf Wunsch nochmals im ganzen zum Ausgebot. Billingen ist Station der Bahn Friedberg—Hungen—Mücke. Billingen, den 20. Januar 1929. hessische Bürgermeisterei Billingen. Pauli. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Minna Zloßer geb. Hammel Lehrer Krapp und Frau geb. Zinker Lehrer Lautenschläger und Frau geb. Zinker Wilhelm Lotz und Frau geb. Zinker Aliendorf a. d. Lumda. Reinheim und Kleestadt im Odenwald, Bad-Homburg, den 22. Januar 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, 24. Jan., nachm. 27, Uhr statt. Lagdverpachiung. Montag, den U.Jebruar 1929, nachmittags 2 Uhr, soll auf dem Rathaus, dahier, die hiesige Gemeindejagd auf neun Jahre verpachtet werden. 646D Das Jagdgebiet umfaßt 335 Hektar Feld und 85 Hektar Wald. B^rsteigerungsbedingungen können auf der Bürgermeisterei eingefehen werden. Ober Bessingen, den 21. Januar 1929. Hessische Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Keil. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank Frau Helene Volz Wwe. und Angehörige. Lieh, im Januar 1929 Suche für meine beiden Töchter, die 16 und 17 Jahre alt sind und die höhere Schule besucht naben, in bell Häusern Liellnng am liebft. wo kleine Kinder sind und wo sie bei Schul- und Hausarbeiten mit- helfen können. Wenn Gienen in Fraae kommt, können beide jeden Taa bemv fahren. Schriftliche Angebote unter 0143 an d. Giesi. AnA. erb. In tiefer Trauer: Frau Auguste Dörmer geb, Habermann Junges, ganz besonders beg.ibteö, von der Schule empfobl. iNUdchen im 16. Lebensjahre, sucht au Ostern An- rangSttclluna aus einem kiusntäun. Bureauod.Meine i sonst. Geschäusbetr. Suchende stenogr. bereits 100(Silben u. k. verfekt Maschinenschreiben. Erw. wäre eine Position, d. nud) au sonst, kaufm. Ausbildung Gelegenheit bicet. Schr. Ang. u. 672D a. d. Giesi. Anz. Danksagung. bür die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem We^e herzlichen Dank. Juiiyer Kaulmann in ungekündigier Stellung, floiter Stenograph u. Maschinenschreiber, mit Buchführung vertr., sleisiig u. Auuerläff., sucht aut Weiter- l'ildung geeigneten Poften bei bescheid. Ansprüchen f. sofort oder fväter. Beste Zeugnisie und Res. Schr. Angeb. u. 0144 an d. Giesi.Anz. erb. Gesucht für 1. Febr. Stellung als Verkäufer und Lagerist für Kolonialwaren. Glaö-, Vorzelian- u. Eifenw. la Zeugnisse u. Referenzen stehen A»r Berfügung. Schr.Angeb. u. 0132 an d. Giesi. Anz. erb. Herr Anton Helmer Zugführer a. D. im 67. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Fran Magdalena Helmer geb. Bennewitz Valentin GrQo und Frau Leb. Helmer Wilhelm Helmer und Frau geb. Schulte Zagdverpachiung. Mittwoch, den 6. Februar 1929, nachmit- tags 2% Uhr, findet auf dem Rathaus zu Ober-hörgern die Neuverpachtung der Feldjagd der Gemarkung Ober-hörgern auf weitere sechs Jahre statt. Die Jagd umfaßt 1300 Morgen Feld und hat einen erst- klassigen Wildbestand in Hasen, Hühnern und Wildenten. Ober-Hörgern ist Bahnstation der Butzbach-Licher-Eisenbahn. Ober-Hörgern, den 19. Januar 1929. hessische Bürgermeisterei Ludwig Dörmer Al tb ürgerm eister wurde heute von seinem schweren, mit großer Ergebung getragenem Leiden erlöst. Todes'Anzeige. Dienstag morgen entschlief nach langem schweren Leiden unser lieber Sohn, Bruder, Schwager u. Onkel Wilhelm Stein im blühenden Alter von 25 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Stein II. nebst Angehörigen. Todes-Anzeige. Heute vormittag 9 Uhr ist mein lieber Mann, unser gute* Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onke1 Herr find ZafaNetorieetef nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, sanft heimgegangen. Vrennholzversteigerungen Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: 677C A.Jreitag, den 25. Januar 1929, 9% Uhr vormittags beginnend, aus Abt. 90 und 95 des Stadtwaldes, Försterei hochwart: 105,4 rm Buchenscheiter 23,5 rm Eichenslyeiter bl,8 rm Buchenknüppel 19,0 rm Eichenknüppel 1490 Wellen Buchenreisig 620 Wellen Eichenreisig 67,5 rm Buchenstöcke 18,4 rm Eichenstöcke. B. Dienstag, den 29. Januar 1929, 9% SSMSMSSMSSSSSSSSSV Dame nut guter Handschrift nicht Heimarbeit. Perfekt in Stenogravbie, Buchhaltung, Maichincuschrciden. Eigene Maschine vorhanden. Schrtflliche Angebote unter 6791> an den Gießener AvAeiger erbeten. Unsere liebe, herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter km Marie toiü geb. Berges Lehrerswitwe wurde heute abend um 7 Uhr im 92. Lebensjahr durch einen sanften Tod von uns abgerufen. Für die trauernden Hinterbliebenen; Emma Zöller geb. Kling Otto Kling. Hausen, Berlin, den 22. Januar 1929. Die Beerdigung findet Freitag, den 25. Januar, nachm. 2’/4 Uhr. in Watzenborn - Steinberg von der Leichenhalle des dortigen Friedhofes aus statt. zu Ostern gesucht. H. Becher, Schmiedemetster, Walltorstr. 53. ««97 Suche eine nicht au junge Kindergärtnerin 2. Kl. für Awei Kinder für tagsüber. Schriitl. An geb. unter 0136 an den Giesi. Anz. Aelferes. perfektes Mädchen und sauberes Kindermädchen zum 1. März gesucht oui Roonftr. s I. Dienstag abend 10 Uhr verschied nach schwerem Leiden mein lieber Gatte, unser Vater, Sohn, Bruder und Schwager, der Mwirl Hem» Seipp Im Alter von 44 Jahren. Frau Katharina Seipp geb. Hehler und Kinder Johann Georg Seipp, Vater Familie Heinrich Seipp, Lauter Emma Schiel Witwe, Langsdorf Familie Otto Seipp, Darmstadt Familie Wilhelm Heßler, Lumda Familie Heinrich Heßler, Atzenhain Familie Karl Henkel, Odenhausen. CclterSwcg 23. Braver Junge Tüchtiges Mädchen m. guten Zeugnissen zum 1. ftebr. aef.rtit. Fron Pfarrer HW Nirchstrane 1. [0150 |Stellenqesuche| Freie. Saniltokoiontie vom Polen Kreuz Gleiten Unseren Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser lieber Kamerad Wilhelm Stein verstorben ist. — Antreten zur Beerdigung in Großen-Buseck Donnerstag, den 24. Januar 1929 11.30 Uhr im Depot. Die Führerschaft ____ 686 D Per sofort oder 1. April perfekte Stenotypistin von grober Fabrik gesucht. Anfängerinnen ausgeschlossen. Bewerbungsschreiben nut ZeugniSobfchrifien. GehaltS.infprüchen u. Angabe des Werdegangs unter 678D an den Giesiener AnAeiger erbeten. Tüchtige, branchekundige Verkäuferin für die Abteilung Baumwoll waren und Kleiderstoffe per 1. Februar od. 1. März gcs. Offerten mit Bild, Zeugnisabschriften und Gehaltsanspriichen au Hanfbau* 683D Walter Salomon, Weilburg. 4,7 rm Hainbuchen- und Eichenknüppel 1825 Wellen Buchen- und Hainbuchen- reisia 140 Wellen Eichenreisig 73,7 rm Buchen- und Hainbuchenstöcke 17,0 rm Eichenstöcke. Zufammenlunfi für beide Versteigerungen am Aorsthaus hochwart, Sicher Straße. Gießen, den 22. Januar 1929. Der Oberbürgermeister. ______I. B.: L‘r. Rosenberg.______ Donnerstag, den 24. Januar 1929, nach- mittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 681D a) drei Büfetts, einen Sprechapparat, zwei Diwans, eine Nähmaschine, einen Spiegel, einen Teppich, einen Wäscheschrank, eine Friseurtoilette, zwei Warenschränke, ein Sofa, eine Wanduhr, einen Kassenschrank, einen Schreibtisch, eine Ladeneinrichtung, einen Tisch mit vier Stühlen, zwanzig Meter Seidenfutter, achtzig Meter Kleiderstoffe, sechs Paar Stiefel. b) Bestimmt, eine Schlafzimmereinrichtung (zwei Betten mit Matratzen, ein Waschtisch mit Spiegel, zwei Nachtschränke, ein dreiteiliger Kleiderschrank mit Spiegel), ei" Vertiko, eine Flurgarderobe, einen Ausziehtisch, acht Stühle. Die Sachen sind fast neu, Ort wird im Dersteigerungslokal bekanntgegeben. Dern Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstr. 13. GdI möbl. Zimmer z. 1. II. a. vrm. 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V Mi f. ffiLMi ^k'xZ' wn X SMäfL&^iUeC ^LZr 4^°vl>>r N! un, Att* ■ van;, nit*« °erk. jjqVV« 11,11 bCMthlnr ' »K '"•«rniro'Ä fl;n»,nen8ebmo« verkam. üxrch °" -^!lMfliira6eJ5. Met, ofitn,« No, 1,(116 «et Detittutn W«ai Ä inentt Uk rm. flt.Soi Djllifl jji verkau-eL ejt. Angeboie uni 0"I an benOni 2 Speifejimmtt in beüeter AuSiA 2 Sd)lat,im « in Eiche und Jonm l^attnjimnt« mdlüW alleSkomvlei,.vieii- wen abangeben. ZMLUiwb.unl, Ol.ii n. h Olren. E/iu Eine ennlnche Mangel loiuie m bitte Oeien billig in Dfiloul. ■ Hotel Victore Geige Oboe Verschiedene? >g in in m 3. )• iS n ) ZazMIasB billig in uett. • Helffand Sabnboiiirn'ie 521. l iu veilamen. ' Marttltr. 21111. I Wut eibal euer ■II Slheüfiitz 0. S. W.« Kabeljau i Sedans o. K- w 35 KM Psd. 45 is ib he m uf re D in m p ItiilW WB IM- cc n* m l. li - t. it. IT- U. er.* »e ucb US' jeit , ii. ni- 2 B ine Die fllt ere ew m • OlU con Mi WM W°MS< Beso’b’^iü'J WllenW.^ hpfceiti(bi D1* Sf'^-.überw^ r»VLs wKjiä MWj iunoer JJ^etiJ -ZL ine >vo und iiio enn fl-ie live '101' id)< 1113 erd' s Nr. 19 Steifes Blatt Mittwoch, 25. Januar 1929 Eietzener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberheffen) Zum Zusammeniriit des Reichstages. Don D. Dr. Dr. Zoh. Bredt, o. ö. Professor der Rechte an der Universität Marburg, M. d. X Noch selten ist der Reichstag unter so schwierigen Umständen zusammengetreten wie dieses Mal. Die Weihnachtsferien haben lange gedauert, in erster Linie deswegen, weil wenig Deratungsstofs vorhanden war. Unterdessen haben sich eine Menge von kleinen Vorlagen ange- sammeit, die jetzt die ersten Sitzungen füllen werden. Dann kommen die großen Sachen an die Reihe, die jetzt im Mittelpunkt des Interesses stehen. Der Reparationsagent Parker Gilbert hat durch seinen letzten Bericht unsere Lage gegenüber den Gläudigerstaaten außerordentlich verschlechtert. Seine Folgerung, daß Deutschland in der Lage sei, die gewaltigen Daweslasten zu tragen, bereitet unserer Außenpolitik die größten Schwierig.« .ten und unsere deutschen Devollmäch- tiglen werden große Mühe haben, diese Stellen des Berichts zu widerlegen. Auch der weitere Gedanke einer sogenannten Kommerzialisierung dec Reparationsschu^d führt zu den größten Bedenken. Wird die bisherige politische, nur von Staat zu Staat beruhende Schuld gewissermaßen börsenfähig gemacht, dann ist sie unabänderlich. Wir müssen daher mit der allergrößten Borjicht an solche Pläne Herangehen. Wenn vollends eine Aufhebung des Transferschuhes ernstlich erwogen werden sollte, dann können wir diesem Plane nur ein entschiedenes Rein entgrgrnste.l-en. Gerade darum ist auch der Gedanker der Kommerzialisierung so gefährlich, weil er die Aufhebung des Transferschutzes aus rein finanztechnischen Erwägungen heraus nahelegt. Ob der Reichstag schon bald in die Lage kommen wird, sich m.t diesen Problemen im Plenum zu besagen, steht noch dahin. Sicherlich muß der Auswärtige Ausschuß bald zu- sammentrelen und ebenso der kleine ReparationS- ausschuß, der aus mehreren Ministern und einigen Abgeordneten besteht. Für das Plenum ist aber wohl eine Interpellation zu erwarten, die Gelegenheit zu einer größeren Aussprache gibt. Bei allen diesen Fragen wird sich eine außenpolitische Einheitsfront Herausstellen, wie sie wohl noch selten bestanden hat. In allen Kreisen und Parteien ist man sich einig darüber, daß jetzt in der Frage der Revision des Dawesplanes ein ganz entschiedener Standpunkt eingenommen werden muß, und daß nicht weiter nachgegeben werden darf, als sich für alle Zeiten ernstlich verantworten läßt. Reben dieser Frage gibt eS aber noch eine andere, die zu weitgehenden Meinungsverschiedenheiten führen wird: die Balancierung des Etatsfür 192 9. Im Hausha.tsausschuß wird schon seit einiger Zeit der Rachtragsetat für 1928 beraten, der einige unliebsame ülebercaschun- gen gebracht hat. Der Etat für 1929 ist noch nicht ganz fertiggestellt, wird aber wohl dem Reichstage bald nach seinem Zusammentritt zugehen. Dann werden sich Fragen ergeben, bet denen die Ansichten sehr weit auSeinandergehen. Unser Reichsetat zeigt eine immer steigende Tendenz. Zeigte der erste Etat unter der Rentenmark 1924 in Einnahme und Ausgabe eine Summe von je rund sechs Milliarden, so sind wir heute nicht mehr weit entfernt von einer Verdoppelung dieser Summen. Die Steuer- l a st c n haben eine kaum noch tragbare Höhe erreicht und immer lauter werden die Stimmen, die unbedingt eine Herabsetzung der Lasten verlangen. Run bringt der neue Etat wiederum erheblich steigende Lasten und ein bisher ungedecktes Defizit von 603 Millionen Mark. Es wird nun die große Frage austauchen, wieweit man den Massenkonsum belasten und wieweit man den Besitz wiederum heranziehen will. Hier werden große Kämpfe entbrennen, weil hier die Interessengegensätze sich in voller Schärfe geltend machen. Die Frage hat aber nicht nur für die unmittelbar Betroffenen, sondern auch für die gesamte Wirtschaft ein großes Gong. Don Peter Klamm. i. Detth hat Geburtstag. Drei Räume ihrer Wohnung stehn voll Menschen. Boll Kuchen, Tee und Brötchen. Schauspieler, Schauspielerinnen, Dramaturgen, Dichter, Kritiker, Verleger. Da haben sie Blumen in Händen (Feuerlilien und Rosen) und Wünsche im Herzen (wir wollen öfter hier eingeladen sein, der Kuchen ist gut, die Frau noch besser, der Boden für Anknüpfung, Abknüpfung, Fortkommen, Rah kommen am besten). Wahrhaftig, diese Betty, moderne Rome, knüpft und wirrt lachrnd, gut und kräftig die Fäden durcheinander: es ist gut. daß sie geboren ist, gut, daß sie lebt, damit auch andere leben. II. Ramen, Ramen, alles Ramcn. Auch ein Admiral ist dabei: es soll der Dichter mit den Exzellenzen geh'n. Blumen, Blumen, alles Blumen. Da ftdj’n sie in Töpfen, in Wannen, Gläsern und Schalen. Da ist nun ein betörender Duft von Pflanzengrün, Dlütenrot zwischen braunem Kaffee, Kuchen, Parfüm, Zigaretten, Zigarren. Wenn sie weggegangen, die Menschen, wird Betty allein zwischen allen Blumen steh'n und allen leeren Schüsseln. Und nichts mehr wissen. Die Schalen leer, ihr Hirn leer, alles, lind nur schlafen, well man müde ist und am liebsten, weinen möchte, müde aller Blumen, aller Gespräche, aller Liebe, aller Intrigue. Müde, müde, müde. IV. Zwei Tage sind vergangen, Betty sitzt mit einem Redakteur und seiner sechzehnjährigen Tochter beim Tee. Walter ist klug, hat gute braune forschende Augen, Rase in einer Linie zur Stirn: ein Freund, gut. Auch der Admiral: denn ja, nun klingelt es, und herein kommt er, lächelnd, voll Üleberraschung, ein ungeheures Paket auf den Armen. Blumen? Wan vergißt, welche von wem. Aber dies? Ülnvergehbar. Was denn? Ein Gong? 2a, ein Gong. Ein kleiner Tischgong? Rein, ein ganz großer, einer für Riesen, wenn sie sich die Rase schnauben, und niemand soll es hören. Interesse. Es kommt für uns heute hauptsächlich darauf an, daß wir in Deutschland wieder kapitalkräftig werden. Der Aufbau unserer Wirtschaft nach dem Kriege ist in erster Linie mit auswärtigem Kapital bewerkstelligt worden. Wollen wir aber das eigene Kapital wieder stärken und verwendbar machen, bann darf unter keinen ilmftänben die Bildung von Kapital durch übermäßige Steuern abgedrosselt werden. Kapital wird erspart und der Sparsinn hat im deutschen Volke einen starken Stoß erlitten durch die Inflation. Wird nun jetzt durch neue übermäßige Steuern das wenige ersparte Kapital wiederum in seinem Ertrage durch Steuern zum Teil konfisziert, dann besteht ine große Gefahr, daß wir niemals auf genügendes inländisches Kapital werden zurückgreifen können. Diese Frage wird vermutlich die Parteien in erheblichem Maße beschäftigen. Reben dieser Frage der Deckung des Defizits steht die weitere Frage der fogcnannten Steuervereinheitlichung. Die Grundsteuer und die Gewerbesteuer sollen in neue Gesetzesbestimmungen gefaßt und damit vereinfacht werden. Auch ba5 wird nicht ohne große Kämpfe abgehen, denn hinter der Vereinheitlichung wird sich der Gedanke der Erhöhung selbstverständlich in irgendeiner Weise verbergen. Vermutlich werden diese Gesetzentwürse das Plenum bald beschäftigen, damit fie dem Ausschuß überwiesen werden können. Run kommt bei alledem hinzu, daß wir noch gar keine feste Regierung haben. Die heute in der Regierung befindlichen Parteien bezeichnen sich als Regierungsgemeinschaft, aber nicht als Koalition. Diese soll erst in der kommenden Session geschaffen werden. Selbstverständlich wird sich das nicht durchführen lassen, ohne eine gewisse Verteilung der Ministerposten und auch das wieder wird vermutlich Schwierigkeiten bereiten. Es kann hier nicht die Aufgabe fein, das Für und Wider solcher Koalitionsverhandlungen zu erörtern. Es kann hier nur dem Bedauern Ausdruck gegeben werden, daß gerade in dieser so schweren Zeit der Reichstag in seinen Arbeiten gehemmt wird durch das Fehlen einer festen Regierung. Die Koalitionsverhandlungen werden selbstverständlich ein glattes Arbeiten verzögern, weil erst die nötigen Unterlagen geschaffen werden müssen, ehe in die sachlichen Verhandlungen eingetreten werden kann. Es ist also im ganzen kein erfreuliches Bild, das wir sehen, und wir haben alle Ursache. mit Sorgen in die kommenden Zeiten zu sehen. Es ist hoch bedauerlich, daß es überhaupt zu solcher Zuspitzung der Lage kommen mutzte, denn im Grunde konnte man das alles kommen sehen, was uns jetzt Sorge macht. Unsere Fi- nanzwirlschast im Innern ist zweifellos überspannt worden, und wir haben heute unter einem zu großen Optimismus zu leiden. Wir selbst haben uns in immer größere Ausgaben hineingesteigert, ohne an die Frage der endlichen Deckung zu denken. Unsere Gegner aber haben wiederum daraus die Folgerung einer Zahlungsfähigkeit Deutschlands gezogen. So stehen wir heute vor Problemen der äußeren und der inneren Politik, die beide gleich schwer sind. Es ist daher keine leichte Bürde, die der Reichstag jetzt zu tragen hat. Oie Krisis der Heilsarmee. William Booth und sein Werk - Ein verbureaukraiisieries Geschästsuniemehmen. Los von England. — Die Emanzipation der Amerikaner. Der „Köln. Zeitung" wird aus London berichtet: Die Heilsarmee ist ein angelsächsisches Erzeugnis. Ohne Kenntnis der angelsächsischen Denkweise und Weltanschauung wird man ihr Wesen schwer verstehen. Die Heilsarmee wird in den englisch sprechenden Ländern als eine feststehende Ein- richtung angesehen, die ebenso da ist wie der Trafalgar Square oder die Fisih Avenue. Dor fast einem Dierteljahrhundert hat sich Shaw mit ihr in seinem Drama „Majorin Barbara" beschäftigt, und wenn man vor allem das umfangreiche Vorwort Shaws nachliest, kann man feftstellen, daß er, der sich sonst so leicht keine Gelegenheit zum Spott entgehen läßt, seine Kritik durchaus ernst hält. Die Wurzeln der Heilsarmee liegen in dem stark ausgeprägten Sinn der Engländer für Wohltätig- feit, der ursprünglich auf der den Puritanern heiligen neuteftamentlichen Lehre der Nächstenliebe beruht und der durch das Fehlen einer den wirklichen Dedürsnissen entsprechenden staatlichen Armenpflege bis heute erhalten blieb. Die englischen Hospitäler werden z. B. noch heute fast aus- schließlich von privaten Unterstützungen erhalten. Zum andern verdankt die Heilsarmee ihren Erfolg einer militärischen Organisation mit entsprechender Rangstufung, zu der sich eine geschickte Ge- chäftsführung gesellt. In England und be- onders in Amerika, wo das Sektenwesen tets in Blüte stand, war man schnell bereit, die Heilsarmee ä la suite der bestehenden Religionsgesellschaften zu setzen. Das ganze Drum und Dran ging natürlich vielen gegen den Strich, aber man nahm es in Kauf, wie man in diesen Ländern jede Art Reklame für gut hält, die zum Erfolg führt und nicht gegen das Strafgesetz verstößt. Shaw sagte damals der Heilsarmee ihr Schicksal voraus. Sie baue, schrieb er, einen Geschäftsbetrieb auf, der dahin führen müsse, daß die enthusiastischen Kommandeure von einer Bureaukratie von Geschäftsleuten abgelöft würden, die nicht besser sein würden als die Bischöfe der Kirche von England und noch ein gutes Teil weniger skrupellos. Die Heilsarmee sei noch mehr als die englische Kirche von reichen Leuten abhängig, und diese wür- den ihr sofort die Gelder sperren, wenn sie etwa einen Aufstand gegen die Reichen predigen wollte. Shaw hat Damit das angedeutet, was der Heilsarmee tatsächlich erhebliche Gelder einbrachte und noch einbringt. Aus dem Gefühl heraus, daß ihre Mitglieder, um es einmal drastisch auszudrücken, in die Armut geradezu verliebt seien, befürchten Geldgeber wie Rockefeller, der noch gestern der Heilsarmee eine Stiftung von einer Million Dollar machte, von dieser Organisation keine Aufreizung zu sozialen Kämpfen. Am 10. April werden es hundert Jahre her fein, feit William Sooft), der Gründer der Heilsarmee, geboren wurde. Sie war ganz sein Werk. Weil er ein Autokrat war und dem feinen Erfolg verdankte, glaubte er die Einrichtung der Einzel- führerschaft auch für die Zukunft beibehalten zu sollen. Er legte sie deshalb satzungsmäßig fest. Die Macht des Generals ist ganz außerordentlich. Sein stärkstes Machtmittel ist das alleinige Der- fügungsrecht über das riesige Derrn ö g e n der Heilsarmee. Er ist der eigentliche Herr der vielen Heime, Schulen, Krankenhäuser, Fabriken, Banken, Dersicherungsgesellschaf» ten, Farmen usw., die im Laufe der Jahre aus die- ser merkwürdigen Einrichtung entstanden sind und insgesamt ein Vermögen von etwa 400 Millionen Mark darstellen sollen. Wie Shaw es richtig vor- ausaesagt hat, ist die Heilsarmee infolge aller dieser Unternehmungen heute völlig oerbureau- frati fiert. Don dem Schwung, der trotz allem in dem 1890 geführten großen Werbcfeldzug des alten Booth durch England lag, nachdem er das Land durch sein nach Stanleys Werk ,Im dunkelsten Afrika" benanntes Buch „Im dunkelsten England und der Ausweg" aufgerüttelt hatte, ist heute nur noch wenig zu spüren. Mit den riesigen Geldsummen, die ihm damals zuflossen, konnte William Booth sein Werk im größten Maßstab ausbauen. Die Heilsarmee ist heute im Grunde nur noch ein Unternehmen. Daß es gedeiht, liegt vor allem an der guten Organisation und einer geschickten Verwaltung. Die Zahl der sogenannten Offiziere und der Angestellten beträgt über 135 000. Gegenüber Auslassungen in der Presse über hohe G e - Betty macht ein Gesicht wie ein verwundetes Reh. „Sie müssen dagegen schlagen." sagt der Ad- miral: „So!" „Um Gottes willen." erschrickt Betty, aber schon ist das Mädchen da und Bettys Mann — aber es ist nichts, sie können alle wieder ruhig an ihre Arbeit geh'n, es ist ein wunderschönes Geschenk, vielen Dank. V. „Er hat wohl an sein Kriegsschiff gedacht." sagt Walter endlich weinerlich nach einer Pause der Erstarrung, lange nachdem jener sich wieder verabschiedet. Und nun sitzen drei Menschen schweigend und beklommen, ab und zu nur klirren gläsern die Löffel durch die beengende Stille. VI. „Ich habe einen Einfall," sagt endlich Walter, auf feiner schrägen Stirn zeichnet sich rittlings eine große blaue Ader. „Hoffentlich keinen ähnlichen wie die Exzellenz," fürchtet Detth, aber Walter, ohne sich irren zu lassen, sagt angestrengt: „Wir müssen herausbekommen, wo er es gekauft hat, man könnte es dann vielleicht Umtauschen. Sie rufen Exzellenz an, sagen, meine Tochter sei so begeistert von dem aparten Klang, daß Sie ihr gern auch so ein Angebinde schenken möchten. Wo man es kaufen kann?" „Hurrah!" VII. Detth hängt jubelnd schon am Telephon. „Die Susi? Mag so ein Ding? Er wird schon machen." Wie? Abgehängt. VIII. Wie Walter nach Hause kommt, beklommen und — aber Susi hat schon fieberhaft die Strippen gelöst und paukt und hämmert — hier UeberfaH! IX. Seitdem ist Feindschaft. Zwischen Walter und Detth. Aber Exzellenz strahlt. X. Wie leicht es doch ist, Freude zu schaffens Vom Algol. Don Professor Dr. Küstermann. Nachdruck verboten. Dem flüchtigen Dlick erscheint — abgesehen von Helligkeitsunterschieden — ein Stern wie der andere. Aber schon ein klein wenig Beobachtung zeigt, daß die Sterne in Wirklichkeit gar verschieden aussehen. Richt nur ändert sich ihr Anblick mit dem Wetter, und nicht nur erscheinen alle Sterne, die in der Rähe des Horizontes stehen, in mehr oder weniger rötlichem Licht, wie dies ja von der Sonne allgemein bekannt ist, sondern die Sterne -eigen auch untereinander Unterschiede, beispielsweise in ihrer Farbe und auch darin, daß manche von ihnen veränderlich sind. Einer der allermerkwürdigsten Gesellen ist der Stern, von dem wir hier sprechen wollen, nämlich der Algol, zu Deutsch „Tcufelsstern", im Sternbild des Perseus. Man findet ihn leicht auf folgende Weise: Man denke sich die fünf Hauptsteme der Kassiopeia zu einem W verbunden und lege durch den 5., 3. und 2. Stern deS W einen Bogen. Verlängert man diesen, so kommt man über den Bogen des Perseus, der etwa doppelt so groß ist wie das Sternbild der Kassiopeia, zu den leicht erkennbaren Sternhaufen der Plejaden. Etwas rechts von der Mitte des Perseusbogens stehen nun einige Sterne, deren hellster eben der Algol ist. Für gewöhnlich ist dieser Algol ungefähr so hell wie die hellsten Sterne des Perseus, mitunter aber erreicht sein Glanz nur den der schwächeren Sterne dieses Sternbildes. Beobachtet man diesen Helligkeitswechsel genauer, so kann man feftftelfen, dah der Rückgang alle 68’/* Stunden eintritt. In einem Monat können durchschnittlich etwa 3 dieser Vorgänge am Abend wahrgenommen werden, so beispielsweise im Januar dieses Jahres am 18. vor Mitternacht, am 21. um 20’/*, am 24. um 17Vs älhr und im Februar am 10. um 22Ve Uhr und am 13. um 19V* Uhr. Das Rachlassen der Helligkeit ist vollkommen gleichmäßig-, etwa 3>/r Stunden lang wird das Licht des Sterne- schwächer und schwächer, und genau ebensolange dauert die Aufhellung. h ä 11 e r bei den Offizieren der Heilsarmee wird mitgeteilt, daß in England ein Comissioner zwischen 140 und 160 Mark die Woche verdient und, wie auch jeder andere Offizier der Heilsarmee, eine freie Wohnung hat. Ein Oberst bekommt 80 Mark in der Woche und eine ,Lriegszulage" von nicht aanz 20 Mark. Ein Feldleutnant, Der den untersten Offiziersrang bekleidet, erhält 31,50 Mark in der Woche. In anderen Ländern sollen die Gehälter ziemlich ähnlich fein. Die Heilsarmee, die im vorigen August 50 Jahre bestand, ist ein Erzeugnis ihrer Zeit. Heute, wo in fast allen Ländern außer Amerika eine mehr oder weniger ausgebaute Sozialversicherung besteht, wo die Hilfe für diejenige Armut, die die Heilsarmee erfaßt, meist in den Verwaltungsbereich des Staates fällt, kann diese Einrichtung naturgemäß nicht mehr die Rolle spielen, die sie unzweifelhaft noch vor 25 Jahren gespielt hat. Auch in England hat sich die Heilsarmee überlebt. Die Zahlen in den Bilanzen, die von Jahr zu Jahr größer werden, können darüber nicht hinwegtäufchen. Das Schwergewicht der Heilsarmee liegt zurzeit in Amerika. Ihr amerikanischer Zweig ist bei weitem der reichste. Sie hat dort seit dem Krieg fast dreißig Millionen Mark für wohltätige Zwecke ausgegeben. Jeder Staat in den Vereinigten Staaten besitzt eine eigene Organisation der Heilsarmee in Form einer Aktiengesellschaft, deren Vorsitzender der Kommandeur des amerikanischen Gesamtzweigs, und deren gesetzlich vorgeschriebener Sekretär der Staatsorganisation der Armee ist. Diese Sekretäre sind nur Inhaber Der für ihren Posten vorgefchrie- benen Zahl von Aktien. Alle andern Aktien find in Neuyork eingeschrieben auf den Namen des internationalen Hauptes Der Armee, des Generals ® r a m mell Booth. Die Gefamtverwaltung Des Vermögens liegt in ßonDon, von wo aus jeDes unD alles, was in Der Heilsarmee getan werden soll, bestimmt wird. Dieses System mußte auf die Dauer bei Den Amerikanern eine gewisse Un- zufrieDenheit Hervorrufen. Die KommanDeurin in Amerika, Eoangeline Booth, eine Tochter Des GrünDers der Armee, besitzt Die amerikanische Staatsangehörigkeit, was ihrem BruDer und seiner Gruppe in ßonDon mißfiel, und ist eine volkstümliche Erscheinung in Amerika. Da sie mit ihrem Bruder, dem General der Heilsarmee, und mit dessen Frau auf gespanntem Fuß lebt, stellte sie sich an Die Spitze Der Bewegung, Die eine demokratische Verfassung Der Armee verlangt und Damit dem amerikanischen Zweig eine größere Selbständigkeit erringen will. Die Zeit Drängte, weil Der 72jährige General sehr krank ist unD Die Wahrscheinlichkeit oorliegt, daß er feine Frau testamentarisch zu feinem Nachfolger als General Der Heilsarmee bestimmt hat. Der Hol-e Rat der Armee, der in Sunbury an Der Themse tagte, hat sich auf Die Seite Der Amerikaner gestellt, unD in einer Entschließung Dem General nafjegelegt, von seinem Poften zurückzutreten. Nachdem sich Der General gemeigtert hat, dieser Aufforderung zu folgen, ist eine Spaltung innerhalb der Armee sehr wahrscheinlich, da die Amerikaner fest entschlossen sind, ihre Unabhängigkeit zu erwirken. Aus der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 23. Januar 1929. Daten für Donnerstag. 24. Januar. 41 n. Ehr.: Caligula, römischer Kaiser, in Rom gestorben; — 76 n. Ehr.: Hadrianu» Publius Melius, römischer Kaiser, in Rom geboren; — 1712: Friedrich der Große in Berlin geboren; — 1776: der Dichter E. Th. A. Hoffmann in Königsberg geboren; — 1798: Der Dichter Karl von Holtet in Breslau geboren. - „HubertuS". Verein weidgerechter Jäger. Sih Gießen. Am Sonntag hielt der Verein unter Leitung des 2. Vorsitzenden. Dr. v. Bentheim, feine Iahreshaupt- versammlung ab. Bei Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende der verstorbenen Mitglieder, Bauunternehmer Deibel, Aniv.- Forstgartenverwalter Dörmer und Forstrat Mettenheimer und erstattete alsdann den von dem erkrankten 1. Vorsitzenden verfaßten Schon lange vermutete man, daß der Grund der Vorübergang eines dunklen Begleiters sei, also ein ähnlicher Vorgang wie eine Sonnenfinsternis. Kein anderer Vorgang weift nämlich eine solche Regelmäßigkeit auf wie die Bewegungsvorgänge. Allerdings erschien es ausfallend, daß ein so gewaltiger Himmelskörper, wie es dieser Begleitstern ganz unbedingt sein muhte, einen so schnellen Umlauf ausführen sollte, denn der schnellste Begleiter der Sonne, der Merkur, braucht zu seinem Umlauf 88 Tage, und selbst ein so winziges Himmelskörperchen wie unser Erdmond benötigt dazu immerhin 27i/s Tag. Tatsächlich wissen wir aber nun mit unbedingter Sicherheit, daß die Vermutung richtig war; der Beweis ist dadurch erbracht, dah im Lichte des Algol gewisse regelmäßige Veränderungen vor sich gehen, die dem Höher- und Tieferwerden des Tones bei Annäherung oder Entfernung einer Tonquelle entsprechen. Der Algol nähert sich uns und entfernt sich von uns regelmäßig alle 68’'* St"nden. und dies ist nach unseren physikalischen Gr ndsatzen ganz unmöglich, wenn eben nicht nocy ein zweiter Stern Da ist. um den der Algol kreist wie dieser um ihn. Selbstverständlich ist diese Erscheinung auch auf das genaueste durchgerechnet, und wenn auch verschiedene Rechnungen nicht ganz genau über- einftimmen, so ist doch ziemlich sicher, dah beide Sterne ungefähr gleich groh sind und höchstens um vier ihrer Durchmesser voneinander entfernt sind, während der Abstand der Sonne von der Erde mehr als 100 ihrer Durchmesser beträgt Von einem der beiden Sterne aus betrachtet erscheint der Durchmesser des anderen mehr als 25 mal so groh wie uns der Sonnendurchmesser, und seine Scheibe größer als uns 600 Sonnen- scheiben. Solche Sterne bilden durchaus keine Ausnahme. Der Algol ist vielmehr ein Vertreter einer großen nach ihm benannten Gruppe veränderlicher Sterne, die alle dieselben oder ähnliche Eigentümlichkeiten zeigen. Hochschulnachrichien. Der Geheime Konsistorialrat Profi D. Wilhelm Qütgcrt In Halle hat Den Ruf auf den Lehrstuhl der systematischen Theologie an der Universität Berlin als Rachfolger von Geheimrat Reinhold Seeberg angenommen. Geschäftsbericht. Danach beträgt di? Mitglieder- zahl zur Seit 144. Der Verein suchte seinen Aufgaben gerecht zu werden, indem er zusammen mit bem Gau Hessen des Vereins Deutsch Drahthaar eine Derbandsjugendprufung und cineVer- bandSgebrauchSprüsung veranstaltete, ausgehend von der ^leberzeugung, daß zu dem tmn- lich weidgerechten Säger der deutsche Gcorauchd- Hund gehört. Das Schiehwesen konnte infolge des Umbaues der Schießstände des Schützenvcr- ci.-.s leider nicht so gepflegt werden, wie es der Vorstand für wünschenswert erachtete. Eine ganz besondere Bedeutung gewann in diesem >oahr die Hubertusfeier, die mit einer Geweihaus- stcllung verbunden war. Sm Anschluß an diese beschickte der Verein die Sagdausstellung 1929 in Derlin, dir in dieser Woche eröffnet w'.rd, mit einer Sammlung Rehkronen. Wie in den Dor'ahreii, wurden auch in diesem Sahr Vorträge der verschiedensten Art in den Mitgliederve, sammlungen gehalten, die sich durchweg eines guten Besuches erfreuten. Es sprachen: Geh. Rat Prof. Dr. Olt über „Die verbreitetsten Wildseuchen und ihre Bekämpfung" und über „Altersbestimmung beim Rehwild". Aug. Pascoe über „Erfahrungen mit dem jagdlichen Kugelschietzen" und „Die Wasserjagd unter besonderer Berücksichtigung der Entenjagd", Rechtsanwalt Albrecht über „Das Wichtigste für den Säger aus deni am 1. Oktober in Kraft tretenden Rcichswaffengeseh", Studienrat Holzel über „Einiges aus der Biologie der Waldschnepfe", „GcschlechtSbestimmung beim Rebhuhn" und „Die wirtschaftliche Bedeutung des Halen und die Methoden seiner Sagd". Die im vergangenen Sahre beschlossene Eintragung des Vereins wird nunmehr nach erfolgter Vorstandswahl beantragt werden. Don den Vorteilen einer Kollektivhaftpflichtversicherung machten zahlreiche Mitglieder Gebrauch. Einige Schadenfälle wurden zur Zufriedenheit geregelt. Der Verein ist im Berichtsjahr in zahlreichen Revieren gegen die immer mehr überhandnehmende Krähenplage vorgegangen. Als sehr wichtig für den Meinungsaustausch und das Sichkennenler- nen der Mitglieder haben sich die Mittwoch- Abende im „Hessischen Hof" erwiesen. Die Hauptversammlung selbst stand im Zeichen großer Einhelligkeit. Die Neuwahl des Vorstandes ergab Wiederwahl des seitherigen, dessen Aemter wie folgt verteilt sind: Sng. Aug. Pascoe- Dutenhofen, I. Dors., Dr. v. Bentheim, Gietzen, 2. Vors., Studienrat Holzel, 1. Schriftf., Kaufmann Fritz S u n g , 2. Schriftf., Obertelegraphensekretär Hotz. Schatzmeister, sowie als Beisitzer Oekonomierat Hoffmann, Hof Güll, Rentner August K i l b i n g e r, Gietzen, Ober- sorstmeifter Dr. Schüz und Kaufmann Louis Benne r. Das bewährte Sahresprogramm, dos durch Vorträge, Schietzen und Hundeprüfungen alle wesentlichen Zweige der Sagb zu fördern sucht, wurde auch für 1929 genehmigt. Der 3ah- resbcilrag wurde aus 10 Mk.. wie seither, belassen. Berussjäger zahlen die Hälfte. Der Vorstand wurde beauftragt, in der Schießstands- frage umgehend eine Klärung herbeizuführen. Rach Besprechung einzelner Anfragen, die sich auf Sagdverpachtungen, Krähenbekämpfung u. ä. bezogen, schloß sich an den geschäftlichen Teil ein Vortrag von Dr. v. Bentheim an, der die „Geschlechtsbestimmung beim Hasen" zum Gegenstand hatte und durch Präparate und Demonstrationen an Hasen und Kaninchen unterstützt wurde. '** Gleibergverein. Dos diesjährige Winterfest des „Geselligkeitsvereins Gleiberg" am Samstagabend im Cafe Leib stand unter einem guten Zeichen: das Programm war hervorragend und der Besuch über alles Erwarten stark, so daß der Festsaal gut besetzt war. 2tn Stelle des verhinderten 1. Vorsitzenden, Provinzialdirektors Graef, hielt Geh. Hofrat Professor Dr. König die Begrüßungsansprache. Er betonte, daß das Jahr 1929 für den Gleibergverein sehr bedeutungsvoll sei: vor 50 Jahren habe der Verein die Burg Gleiberg in Besitz genommen. Aus diesem Anlaß solle eine besondere Feier abgehalten werden, der Dergnügungs- ausschuß sei bereits stark am Werk. Das Jubelfest solle am 29. und 30. Juni auf der Burg festlich begangen werden. Die Aufführung eines Fest- fplcls sei beschlossen. Redner forderte zur Werbung unter der Bürgerschaft Gießens und der Um- gegend auf, da die Feier viel Geld koste. Zum Schluffe hieß der Redner die mitwirkenden Künstler herzlich willkommen. Da Studienassessor Diehl verhindert war, trat in dankenswerter Weise Fr. Arzdorf vom Stadttheater Gießen ein. Die Leitung des Vergnügungsteils übernahm cand. med. Nieren, der sich seiner Aufgabe mit größtem Ge- schick und mit Humor entledigte, so daß schnell eine Mt Naiarrot I^man von 3- Schneider-Foerfi!. Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 52. Fortsetzung Nachdruck verboten. „Aber solch komische Frage, Leopold! Wie sollte Maria bei mir sein? Hat sie denn gesagt, daß sie zu mir fährt?" Er nickte. „Wie s' vor drei Wochn von z' HauS fort iS, hat s' mir angebn, sie möcht für einige Zelt zu dir, wann's mir recht ist. WaS hätt ich dageaen habn solln?--und jetzt hat's mich anglogn!“ -Es wird ihr wohl nichts zugestohen sein?" erregte sich die alte Dame. „Woher denn! Sch hab zwei Karten von ihr kriegt, aber auf den Stempel hab ich gar nicht gschaut, bloß verärgert bin ich gwesn, daß s' nur ihrn Namen hinkritzelt hat. An alles hält ich denkt, aber an das nicht, daß s' net bei dir ist. Kann ich ein Telegramm aufgebn, wo In der Nähe?" »Gleich unten an der Kreuzung ist das Postamt." „Sch lauf noch nunter. Sorg dich nicht, Tante. Mit dem nächsten Schnellzug fahr ich wieder zurück. Zwei Stunden können wir noch zusammen sein." Kopfschüttelnd sah ihm die alte Dame nach, wie er eilig die Straße entlangschritt. Nachts — wenige Minuten vor zwölf — lief bei Sänke- ein Expreßtelegramm folgenden Sn- haltS ein: „Dr. Feßmann, z. Z. Bellinzona-Haus Jankes. Frage Soachim — ob Maria bei ihm gewesen ist. Richthofen. Ckpreßrückantwort bezahlt." Diebow brachte es Feßmann ans Bett, da er sich infolge der letzten schlaflosen Nacht bereits zurückgezogen hatte. Sn den Ellenbogen auf- gestützt, las der Doktor die Depesche. „Wenn ich das wüßte, verehrter Herr Diebow. Sch habe heitere Stimmung Platz griff. Frl. Klara Rols- hausen (Krofdorf) erntete mit ihren Liedern ftür- mischen Beifall, das gleiche kann von Frl. Wohlfarth (Gießen) gesagt werden. Der Walzertanz — ein Straußscher Walzer natürlich — den Frl. Ha mm er schlag (Gießen) zum besten gab, riß das Publikum derart hin, daß er nach stärkstem Beifall wiederholt werden mußte. Auch der Gießener Heimatdichter L. Frech wurde gefeiert durch gemeinsamen Gesang seiner schönen Lieder: „Burg Gleiberg" und „Burgzaubcr". Die Militärhurnoreske „Die letzten zwei Taler" wurde von den Krofdorfer Herren Pfaff und Schieferstein gut gespielt und erregte wahre Lachsalven. Den Höhepunkt des Abends bildete das Dialektstück In oberhessischer Mundart von Peter Fuchs „In der Spinnstub'". Die Mitglieder des Zweigoereins Gießen vom Vogelsberger Höhenklub leisteten darin vorzügliches: ihr natürliches Spiel, die Volkstänze und Volkslie- der, die sie boten, gingen über das hinaus, was man gewöhnlich von Dilettanten erwartet. Der Beifall war denn auch außerordentlich stark. Die Musikstücke der Kapelle Weller trugen nicht wenig zum guten Gelingen des Abends bei. Valentin Frey sprach allen Mitwirkenden herzlichen Dank aus und betonte, daß es Pflicht der Gießener Bürger sei, Mitglied des Vereins zu werden, denn ohne die herrliche Burg Gleiberg sei Gießen gar nicht zu den- ken. Außerdem könne jeder Gießener durch seinen Beitritt Mitbesitzer einer Ritterburg werden. Wie tatkräftig der Gleibergverein an der Erhaltung und Verbesserung der Burg arbeite, gehe daraus hervor, daß im abgelaufenen Jahre wieder 6000 Mark verausgabt wurden: vor allem wurde eine zeitgemäße Toiletteeinrichtung im Aldertusbau geschaffen. Die Mitgliederzahl des Vereins sei dank der Rührigkeit des Vorstandes auf 650 angewachsen. Den Abschluß des Winterfestes bildete Tanz, der die Mitglieder und Gäste noch mehrere Stunden beisammenhielt. " Bezirts-Lehrervereln Gießen- Land. Die Mitglieder des Lehrervereins Gie- ßen-Land hatten sich am Samstag im Hotel Kobel versammelt. Der Vorsitzende begrüßte die zahlreich Erschienenen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das neue Sahr für den Verein, für Schule und Lehrerschaft ein gutes fein möge. Der Sahresbericht von 1928, den er sodann verlas, legt Zeugnis davon ab, daß in dem Lehrerverein Gießen-Land lebhaft mitgear- beitet wurde, besonders an Fragen, die die Schularbeit betreffen. Neben geschäftlichen Derichbrn wurden stets Vorträge über pädagogische Themata gehalten. Der Vorsitzende erinnerte daran, daß am 22. Sanuar der 200. Geburtstag eines der größten Deutschen ist. Sn den Oberklassen uüd in der Fortbildungsschule sollte Gotthold Ephraim Lessing nicht vergessen werden. — Nach einigen Mitteilungen ergriff Lehrer Hofmann, Lang-Göns, das Wort zu seinem Vortrag „Haftpflicht und Lehrer". Davon ausgehend, daß der Lehrer in seinem Berus in ständiger Gefahr.schwebt, gab der Vortragende zunächst die wichtigsten hierher gehörenden Paragraphen aus dem DGB. bekannt. Während der Pause, bei Schulausflügen (besonders in der Eisenbahn!), Sugendfesten. Sugendwettkämpfen (siehe Montag-Nummer des „Gieß. Anz"), Elternabenden ufw. können immer — trotz der besten Aufsicht — Unfälle vorkommen. Auch an den Turn- und Chemieunterricht wurde erinnert. Schon manchem Lehrer wurden durch eingetretene Unglückssälle schwere Stunden bereitet. Der Deutsche Lehrerverein ist sich Wohl bewußt, in welche Gefahr feine Mitglieder gelegentlich kommen können: er hat deshalb einen besonderen Rechtsschutz eingerichtet, durch den seine Mitglieder beraten und unterstützt werden. 3m zweiten Teil des Vortrages wurden zahlreiche Fälle verlesen, die von den Anwesenden mit großem Snteresse und großer Spannung angehört wurden. Cs wurde allgemein gewünscht, daß man jedes Sahr einen ähnlichen Stoff behandeln sollte, besonders im Hinblick auf die neu eintretenden jüngeren Lehrer. Das wurde vom Vorsitzenden zugesagt. Eine kurze Aussprache schloß sich an. ** Schubert-Abend Im GDA. Man berichtet uns: Die Ortsgruppe Gießen des Ge-- werkschastsbundes der Angestellten (GDA.) hielt am Samstag im Hotel Hopfeld eine Schube r tfe i e r ab, die vollen Anklang fand. Der Ortsgruppenvorsihende. Zecher, begrüßte die Erschienenen und besonders einige Gäste des Abends, wie auch die stark vertretene Sugenb. Dann folgte ein Dortrag des Bezirks geschästS- führers Mack (Gießen) über: „Schubert und sein Wirken". Anschließend folgte eine Reihe auserwähller Musikstücke und Lieder Schubertscher Kompositionen. Den Elektrola-Apparat zur Vornatürlich keine Ahnung! Am Nachmittag habe I ich bei meinem Freunde mehr den Arzt als sonst etwas gespielt, so schlecht war er beisammen. Ein | Fragen schien mir unter diesen Umständen gar nicht ratsam." „Darf ich fragen, wer diese Maria ist?" forschte Diebow. „Natürlich dürfen Sie! Die Dame, um die es sich hier handelt, war seine frühere Draut!" „Dann kann ich ja Auskunft geben, Herr Doktor! Eine entzückende Dlondine, groß, schlank, mit einem rührend kinderreinen Augenpaar." „Stimmt!" sagte Feßmann sarkastisch. „Also die Dame war einige Wochen Biet und hat im Bellevue gewohnt. An jenem llnglücks- abend habe ich Joachim gefragt, warum er immer so tief den Hut vor ihr ziehe, da hat er mir elngeftanöen, daß er mit ihr verlobt war, das Ganze aber auf ihren eigenen Wunsch zurück- gegangen ist." Feßmann nickte. „Wann die Dame weggefahren ist, wissen Sie nicht zu sagen, Herr Diebow?" „Nein! Vielleicht kann man es in Bellevue erfahren. Soll ich hintelephonieren? Der Nachtportier kann sicher Auskunft geben." „Wenn Sie so gut sein wollten!" Während Diebow an den Apparat lief, der in seinem Zimmer stand, hatte Feßmann sich wieder völlig angekleidct. Er knöpfte eben noch seinen welchen Kragen fest, als Kurt wieder eintrat. „Fräulein Richthofen ist seit drei Tagen weg. Shre Koffer stehen noch im Hotel. Sie hat Bescheid gegeben, sie ihr nach Wien nachzusenden, komischerweise aber vergessen, ihre nähere Adresse anzugeben." Der Doktor war kaum mehr fähig, seine Nerven im Zaum zu halten. Ein Angstgefühl ohnegleichen schnürte ihm die Kehle zusammen. „Sch «ehe zu allererst ans Telegraphenamt. um Richt- Hofen zu verständigen, daß feine Schwester hier war. Alles andere müssen wir abwarten bis morgen früh." Cs wurde eine entsetzlich lange Nacht, bis sich das Morgenrot über die Höhen hob und unten auf den Straßen erwachendes Leben kund tat führung her Musikvlatten hatte die Firma Ka- minfa zur Verfügung gestellt. Oberhessen. Landkreis Gietzen. • Heuchelheim. 21. San. Der Gesangverein „Liederkranz" hielt am Samstagabend in der Turnhalle sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Die schön zusammengestellte Vortragsfolge wickelte sich schnell und reibungslos ab. Der Verein brachte unter der hervorragenden Leitung seines Dirigenten Gorlach - Gießen einige Chöre sehr gut zu Gehör. Zwei flott gespielte Einakter. einige sehr gut gesungene Terzette, sowie ein von jungen Damen des Vereins vorgeführ.er Winzerreigen ernteten reichen Beifall. Die Kapelle Weller spielte anschließend zum Tanz auf. Demertt sei besonders. daß einige von der Kapelle gespielte alte Volkstänze von der älteren Generation mit reichern Bellall ausgenommen wurden. <5 Allendorf a. d. Lda., 22. Jan. Am Samstag vollendete der älteste Einwohner unserer Stadt, der Schneidermeister Philipp Krieger, in seltener geistiger und körperlicher Frisck)e sein 9 0. Lebensjahr. Nachdem ihn schon am Vormittag die erste Schulklasse unter Leitung des Lehrers Strack durch den Vortrag dreier Lieder ge- ehrt hatte, brachte ihm am Abend der Männer- gefangnerem, dessen Mitglied der Jubilar bereits feit Bestehen des Vereins ist, feine Glückwünsche mii einem Ständchen dar. Nach einer kurzen Ansprache überreichte der 1. Vorsitzende des Vereins, D ö l l, dem Jubilar eine kunstvolle Urkunde, nach welcher er zum Ehrenmitglied des Männergefang- oereins ernannt worden ist. Tiefbewegt dankte der Geehrte und gelobte dem Verein Treue bis zum Grabe. — Das diesjährige Winterkonzert des hiesigen Männergesangoereins — unter der bewährten Leitung des Lehrers S ch m i b t (Kesselbach) stehend — findet am nächsten Samstag- abend im Salbau Ranft statt. — Arn Sonntagabend hielt Pfarrer Waldeck vorn D.akonisfenhaus Elifabethenstift Darmstadt in der hiesigen Kirche einen Lichtbildervortrag. An Hand der Lichtbilder führte der Vortragende die Zuhörer durch die Räume der Anstalt und machte sie mit dem segensreichen Wirken der Schwestern und des Anstaltspersonals bekannt. Der Besuch des Vortrages war zufriedenstellend. Die Tellersammlung war für das Elifabethenstift bestimmt. • Londorf, 21. San. Am Sonntag hielt der hiesige Turnverein unter zahlreicher (Beteiligung ferner Mitglieder feine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Aus dem von dem ersten Borsitzenden H. Pfeiff erstatteten Sahresbericht war zu entnehmen, daß der Turnbetrieb, trotz des Turnfaalverlustes, recht r ge und erfolgreich war. Die Rechnungsablage des Rechners G. Berlin ergab folgendes BW: Ginnahmen 536,50 Ml., Ausgaben 483,03 Mk., somit verbleibt ein pleberschuh von 53,47 Mk. lieber die Tätigkeit der Handbatlabteilung wurde berichtet, daß innerhalb des Sahres insgesamt 22 Spiele, darunter sechs Sugendspiele, ausgetragen wurden und die erste Mannschaft bei den jetzigen Verbands spie len im Lahn-Dünsberg-Gau den zweiten Tabellenplatz innehat. Der Vorstand wurde, außer dem Schriftführer, einstimmig wiedergewählt und setzt sich nun wie folgt zusammen: 1.Vorsitzender Heinrich Pfeiff, 2.Vorsitzender Friedrich W i ß n e r, Rechner Georg Berlin, 1. Schriftführer Erwin Brack, 2. Schriftführer Robert Kreiling. Zeugwart Heinrich Schä- f e r, l.Turnwart Ludwig Olemotz, 2. Turnwart Wilhelm öd) ne der, Spielleiter Georg Höchst. Nachdem H. Schäfer dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß der schon länger geplante Bau. einerTurnhalle bald in Angriif genommen werden möge, schloß der erste Vorsitzende die Versammlung. Man ging dann zum gemütlichen Teil über. * Großen-Buseck, 22.Jan. Der Schneidermeister Ehr. S t e p ha n von hier konnte am Samstag seinen 8 5. Geburtstag begehen. Dem alten Herrn, der trotz keines hohen Alters heute noch seinen Beruf ausüot, bereiteten feine Kinder, Enkelkinder und sonstigen Verwandten, sowie einige Altersgenossen eine schöne, in allen Teilen würdig verlaufene Geburtstagsfeier im Saale des Gastwirts Wagner. Ein Streichquartett mit Klavierbegleitung sorgte für den musikalischen Teil des Abends, während der Gesangverein „Ge r m a n i a“ dem Geburtstagskinde als dem einzigen noch lebenden Gründer des Vereins ein Ständchen darbrachte und der erste Vorsitzende des Vereins, B o n a • rius, ihm mit einer Ansprache ein Geschenk überreichte. Mit herzlichen Worten dankte der alle Herr für die vielfachen Ehrungen. Staatsanwalt Brand stand in feinem Arbeitszimmer und öffnete eben eine Hülle aus dunkel- farbenem Bütten. Die Adresse trug Hettingens Namen, aber der Anwalt hatte auf der Post den Antrag gestellt, alle Korrespondenz, die für den Baron einlief, zuerst in seine Hände gelangen zu lassen. Möglicherweise, daß sich hier ein wichtiger Anknüpfungspunkt finden lieft. Verärgert ließ er den gefransten Dogen mit den steilen, schnörkellosen Buchstaben sinken. Wieder nichts! Was diese Sfabetla Seska schrieb, war für das Gericht von völliger Delanglosigkeit. Merkwürdig, wie viele Menschen es noch gab. die an die äln schuld Hettingens glaubten, sogar die Arbeiter draußen nn Stollenbau hielten ihn nicht für den Täter und stellten auf eigene Faust Nachforschungen an. Aber er: Nein! Für ihn war der Daron der Mörder! Er und sonst keiner! Feßmann hatte die Erlaubnis erhalten, bereits um sieben älftr bei Soachim vorsprechen zu dürfen. Mit tiefliegenden Augen, die schlaflos verbrachte Stunden widerspiegelten, sah Hettingen ihm entgegen. „Fährst du schon wieder, Hans?" Feßmann Hörle die Angst in den Worten mitschwingen und fühlte ein grenzenloses Erbarmen in sich aufsteigen. -Hast du noch irgendwelche Wünsche, die du mir anvertrauen möchtest?" ®in hastiges „Sa. Kannst du mir Opium verschaffen, Hans?' „Opium!" Der Doktor maß ihn mit einem ruhigen Dl ick. »Fühlst du irgendwie Schmerzen im Leibe? Sch werde Nachsehen!" „Laß! Hettingen schob seine Hand erregt von sich- »Das weißt du doch ganz gut, wozu ich's brauche." „Sa! — Aber eben deshalb kann ich dir keines bringen. Nur die normale Dosis." „Damit ist mir nicht gedient." »Dann müssen witt's eben fein lassen, mein Lieber. - Aber jetzt noch eine Frage, wann ist denn Maria Richthosen, als sie damals bei dir war, von dir weggegangen?" Dg. Großen-Duseck. 22. Sanuar. Det Sportplatz der ftieiigen Gemeinde befand sich bei Regenwctter. da der aus Lehm bestehende Hintergrund das Wasser nicht durchlieft, oft in schlechtem Zustande. Aus Antrag des Turnvereins „Gut Heil" hat nun der Gemeinderat in entgegenkommender Weife beschlossen, den Platz zu cnttoäifern und mit Kohlenschlacke befahren zu lassen. Das notwendige Material wird von der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt, während die Arbeiten von den beiden Sportvereinen unter sachkundiger Leitung cu g fährt w.rden sollen. Twrch die erfolgreichen Spiele der Handbal.mannschaft des hiesigen Turnvereins ist der Sinn für Sport in unserer Gemeinde außerordentlich gehoben worden. Der Turnverein hat. angesicht der zahlreichen Winterfestl.chleit.n. von einer derartigen Veranstaltung seiner eit; für diesen Winter abgesehen. Cs wird auf Vorstandsbeschluft lediglich im Frühjahr ein Anturnen stattfinden. • Hattenrod. 22. San. Untere Gemeinde verkaufte dieser Tage ihren Vogelsberger Dullen, der ein Gewicht von 19 Zentnern hatte, zum Preise von 51 Pf. je Pfund Lebendgewicht an den Viehhändler Ssaack Rosenberg in Großen-Duseck. Das Tier befand sich über drei Sahre bei dem Dullenh alter Heinrich Rau IV. in Pflege und wurde auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Darmstadt, der 34. Wanderausstellung der D. L. G. in Leipzig und auf anderen Prämiierungen ausgestellt. wobei dem Dullenhalter für seine hervorragende Tierpflege beste Preise zuerkannt wurden. Als Ersatz für das abgehende Tier erwarb die Gemeinde einen Sungbullen von dem Züchter Heinrich Münster. Der Züchter Karl Rock verkaufte einen Sungbullen an die Gemeinde Reiskirchen. is Steinbach, 22. San. 3n gemeinschaftlicher Sitzung des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeindevertretung von Steinbach und Albach touroe an Stelle des im vorigen Sahre verstorbenen Sakob Gerhard V. von hier Bürgermeister Krämer als Vertreter in den Dekanat Ztag gewählt. Stellvertreter blieb wieder Ludwig Balser VI. von Albach. Anschließend wurde der von Pfarrer Krämer aufgestellte Voranschlag 1929 für Steinbach von der hiesigen Vertretung beraten und nach kurzer Aussprache ohne Aende- rung angenommen. Aus der kirchlichen Statistik für 1927 wurde u. a. folgender Bericht erstattet: Gemeindemitgliederzahl 1116, davon Erwachsene 849, schulpflichtige Kinder 134, nicht- schulpslicht'.ge 133; Trauungen 18, Taufen 16, konfirmiert wurden 28, Beerdigungen fanden 9 statt. Die Summe aller eingegangmen Kollekten betrug 975 Mark. An kirchlichen Vereinen bestehen der Gustav-Adolf-Verein. Aeußere Mission und ein Frauenverein. # Garbenteich, 22. San. Der hiesige G e • sangverein „Viktoria" feiert am 16.Sunt fein 5 0. Su&iläum und hat dazu einen nationalen Gefangswettstreit ausgeschrieben. Arn Sonntag sand im Saale zum „Grünen Baurn" die Vertreterversammlung der Wettstreitenden Vereine statt. Cs hatten sich im ganzen nur 7 Vereine angemeldet, mehrere vertretene Gesangvereine zogen ihre Meldung zurück, bzw. leisteten Verzicht wegen schweren Wettbewerbs innerhalb der betreffenden Klasse, so daß in der zweiten Stadtklasse die Vereine „Sängerlust" Mayen bei Koblenz, „Eintracht" Neu-Dsenburg, „Harmonie" Corbach und „Liedertafel Altena in Westfalen verblieben, während in der ersten Stadlklasse nur der Männergesangverein „ Frohsinn" Frankfurt a. M.-Sindlingen vorhanden war. Die zweite Landklasse war nur mit „Eintracht" Klein-Linden beschickt, während sich in der Abteilung der nichtpreisgekrönten Vereine nur der Männergesangverein „Sängerlust" Rodhcim a. d. Horloff befand. Eine rege Aussprache der Vertreter und der Vereinsleitung des festgebenden Vereins unter Vorsitz von Paul Happel führte zu dem einmütigen Beschluß, von der Abhaltung des Wettstreits abzusehen und nur die goldene Subeifeler in größerem Ausmaß festlich zu begehen. Die Verhandlungen wurden umrahmt von mehreren Choren unter Leitung des Dirigenten Ph. Groß von Wieseck, die Sängern und Dirigent alle Ehre machten. > Holzheim, 22. San. Der Gesangverein „Harmonie" feierte am Samstagabend im Saale von Gastwirt Sarnes seinen diesjährigen Familienabend. Zur Einleitung spie.te die Kapelle Sarnes ein flottes Konzertstück. Nach einem Degrüßungschor durch den Gesangverein unter der langjährigen, bewährten Leitung seines Dirigenten Eames hielt der Ver- Hettingens Gesicht tauchte erst in glutfaroene Rote, um bis zur Mauerweiße abzublas en. „Woher hast du Kenntnis, daß fie bei mir war?" „Das ist Nebensache!" „Hans!" Hettingen packte ihn vorne an den Enden seines Rockes, daft die Knöpfe davon ab- sprangen. „Hans! Es geht um mein Leben — und — um ihre Ehre! — Du — wirst schweigen!" „Nein, mein Lieber! Sch werde nicht schweigen! Verlaß dich drauf, daß ich reden toerje.“ Er hielt Soachim mit aller Kraft an den Schultern zurück und drückte ihn. ohne irgendwelchen Widerstand zu dulden, auf das schmale Esienvett. „Kennst du das?" Er hielt ihm ein kleines, vergoldetes Medaillon entgegen, an dem die Oese abgerissen war. Mit einem Druck seines Zeigefingers ließ er es aufspringen Sn matter Farventonung. auf hauchdünnes Email gemalt, zeigte es Soachims Bild. Als Hetttngen danach greifen wollte, zog er eö eilig zurück und steckte es wieder in die Westentasche. „Wo hast du es gefunden?" preßte der Baron hervor. „Sn der Davacke!" Zwei starr geweitete Augen hingen- an dem Arzte. „Hans, du hast---" „Sa. mein Lieber — — ich habe mir selbst geholfen, well aus dir doch ewig nichts herauszukriegen gewesen wäre. Di.e' ow und ich sind sind feit zwei Uhr nachts auf den Knien herumgerutscht. ob nicht irgend etwas zu finden ist, das uns auf die Spur hilft — na — und da habe ich eben dies hier entdeckt!" — „Wo?---" „Wo. mochtest du toiffen? Am Boden, über dem das Strohöett steht. Also muft sie doch bei dir gewesen fein!“ „Das Medaillon beweist noch nichts!" fuhr Hettingen auf. „Soo? Das beweist noch nichts? Das wird dir dann der Staatsanwalt schon sagen." „Du hast ihm bereits Mitteilung gemacht?" „Aber selbstverständlich!" (Fortsetzung folgt) * . Der hiesige Dr- seiert am 16. Ium at dazu einen na- reit ausgeschrie- iaaie zum ,@rimm mnlung der toetl« hatten sich Im gan« , mehrere vertretene eldung zurück, bzw. 'eren Aettbeverb! iffe, Io M in der eine .eängeriuft“ f aicu-OJImbutg, crtasel Wena in \b in der ersten -sangvenin.Frvh« gen vorhanden tvar. tut mit .Eintracht" nb sch in der Ab« :n Terrine nur der lüft" Äodhcim a. d, lussprache der Der- ng des fe^gWn ml Happel Me von der Abhaltung ehen und nur die em Ausmaß fesmch ngen wurden uin- unter Leitung des von Dieseck, die Ehre machten Zer Gesang' inte am Sainstaz- S 6«me!Ä ■. _ x am ßmlcv !es ein Mrs Kon, MgSchor durch d^ Khs? Ä .'M*! •5iÄ Endige q$Iqsle »Ä n«n uni"6? SÄfr- A r 6&nn>H 'ieien Ätll9en ä s;: h" antafaiSg « unb tDurbt aus *9 in Darm. n9 der D.L.D in "üerungm auige. lewe hervor- ^^annt tour- Tier erwarb ö°n dem Züchter Karl Aock 11 dre Gemeinde \ SMrinschch, ^iandrtz und ertretung von an Stelle del im Mob Gerhard V amci als Okt- gewählt. Stelldcr« Walser VI. von der von Pfarrer Uschlag 1929 ■n Vertretung be- :ache ohne Aendc- rchlichenSta- svlgender Bericht Ä1116, davon Er- Kinder 134, nicht- 18, Taufen 16, lo-« igen fanden S statt, en Kollekten betrug reinen bestehen der ! Mion und ein ff« bei nur WM ! ihN VVM ieKMA,- SSL zeigte es -eisen v°^ ^die "" * 'ch ev'Z < Ä «?*£»•*< uf den 7lfinöen W e;n>a3 iu 2 uni 60 , , „ na U1“" . _ Ml S»"4 . ^1" * xlA sjs-’. edrSvorsitzende W Klee eine Degrüßungsan- spräche, in der er u. a. zu weiterer tatkräftiger Mitarbeit an der schönen Sangessache auffor- bette. 3n bunter Abwechslung folgten dann Konzertstücke der Kapelle, ge angliche Darbietungen des Vereins und humoristische Vorträge von Herrn Geißler, Großen-Linden. Wie alljährlich, fehlte auch diesmal das gemeinsame Kaffeetrinken nicht. — Der hiesige Kriegerverein lVors. W. Laux) beabsichtigt, in nächster Zeit eine Reihe schöner Filme aus Deutschlands geschichtlicher Vergangenheit vorführen zu lassen. Zu diesem Zweck hat man Herrn Hisgen, Lich. gewonnen, der demnächst den Weitkriegsilm vorführen will. ! Hungen, 22. Ian. Die am Sonntag unter dem Vorsitz von G- Kohlheyer im „Solmser Hof" tagende Versammlung des Geflügelzuchtvereins Hungen und Umgegend beschäftigte sich m.t den letzten Vorbereitungen für die am nächsten Sonntag in der Turnhalle dahier stattsindende Geflügelschau des CBe- zirleS Schotten-Laubach-Hungen. Bürgermeister 3 e n i> t wird das Protektorat über die Veranstaltung übernehmen. Als Ausstellungsleiter wurde G. Hehler bestimmt. Die Prämiierung der ausgestellten Tiere findet durch die Preisrichter Ph. O st h e i m, Echzell, und K. R ü h - 'amen, Giehen, die Eröffnung der Ausstellung um Sonntagvormittag statt. Eine staatliche Anzahl wertvoller Ehrenpreise, darunter auch solche von der Landwirtschastslammer, stehen zur Verfügung. Um den Interessenten in der Umgebung die Zureise zu erleichtern, soll der Autobus des ZweckverbandeS Schotten-Hungen an diesem Tag zwischen hier und den Äachbarorten verkehren. Am Montag ist die Schau für Schulen geöffnet. • Rodheim a.d. Horloff, 22. Ian. Dieser Tage hie.t der hiesige Schühenverein seine Generalversammlung ab. Wie aus dem Iahresbericht hervorgeht, ist die Mitgliederzahl in ständigem Steigen begriffen, fast sämtliche Jugendliche des Ortes gehören dem Verein an. Auf mehreren Wettbewerben konnten sehr gute Erfolge erzielt werden. Die vom Rechner er» hütete Iahresrechnung wurde genehmigt und dem Vorstand und Rechner Entlastung erteilt Die durch den Dau einer Schützenhalle dem Verein erwachsene Schuldenlast konnte zum größten Teile abgetragen werden: die Gemeindevertretung stellte als Zuschuß einen namhaften Betrag in Aussicht. Bei der Vorstandswahl wurden als Beisitzer Adolf Schäfer und Erich Hofmann neugewählt, im übrigen wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder durch Wiederwahl in ihren Qlemtern bestätigt. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil des Abends fand ein gemütliches Beisammensein statt Kreis Friedberg. WSR. B a d - R a u h e i m, 22. Ian. Wie die .Dad-Aauheimer Zeitung" zuverlässig erfährt, soll sich der Reichssparkommrssar in seiner bis heute noch nicht veröffentlichten Denkschrift bei dem Kapitel „Aufhebung bzw. Zusammenlegung von Amtsgerichten" für eine Aufhebung des Amtsgerichts Dad-Rauheim ab 1. {Januar 1930 ausgesprochen haben. Lediglich eine Geschäftsstelle soll hier verbleiben. J Steinfurth, 22. Jan. Bürgermeister Falk, der 25 Jahre das Bürgermeisteramt geführt hat, ist nun, 73jährig, in den Ruhestand getreten. Er wird die Geschäftsführung noch bis jur Wahl und Bestätigung des neuen Bürgermeisters behalten. Die Neuwahl ist auf Sonntag, 17. Februar, festgesetzt worden. Als Bewerber werden genannt: Gemeinderechncr Schwegler, Beigeordneter Philippi und Gemeinderatsmitglied Ludwig Huber. Kreis Büdingen. y. Bad Salzhausen, 22. Ian. Gestern wurde hier das bei der Felöbereinigung gebildete Alafsegelände öffentlich versteigert. Es wurden 25 761 Quadratmeter Acker- und Wiesenlund ausgeboten und dafür 13 260 Mark erlöst. Fast alle neuen Besitzer sind in Geiß-Ridda woh. h ft. Don gutem Ackerland ka n der Quadrai- ine.ec durchschnittlich auf 55 Pf. Die Käufer Haren den Kaufpreis in sechs Zielen zu zahlen und zu dem jeweiligen Dankzinsfuß zu verzinsen. Größere Zuschnitte £at auch der Staat erhllten. die zu dem Durchschnittserlös bei der heuttgen Versteigerung M vergüten sind. ]:[ Gelnhaar, 22. Ian. Dieser Tage hielt 8er hiesige Gemischte Chor seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der Rechner erstattete den Kassenbericht: es ergab sich ein reiner Lieberschub von 105 Mark. 5>et alte Borstand wurde auf drei Iahre wiedergewählt. Bon einem Familienabend oder sonstiger Unter» Altung wurde infolge der eben herrschenden Ar- beitslosigkcit abgesehen. Rachdem die TageSord- Buntg erledigt war, wurde dem Dirigenten, Lehrer Aünergarth. ein schönes Dild (Zillertal von lauf etwas leistet, den Langlauf und Schanzen ein, dann folge bevor. springt er sich auf großen stehen ihm sicherlich noch Tratte Dlütenträume reiften, so Gauerländer Ski-Rennen Wenn auch nicht kann doch der Ski-Klub Gießen mit seinen diesjährigen vier Sauerländer Preisen zufrieden sein, zumal er sich auf dem ©ebiet des Springens bis in die ersten Reihen vorgeschoben hat. Die Im Sprunglauf erhielt tt.©rolman den 3.Preis, im zusammengesetzten blieb er 2. Sieger. Jedenfalls ist für die kommenden Iahre v. Grolman einer der aussichtsreichsten Läufer Gießens, da er sowohl im Lang- als im Sprung- Trainiert er rechtzeitig für Willbach) überreicht. Rach kurzen Worten des Dirigenten, in denen er dem Verein für das Geschenk dankte, gini es zum gemütlichen Teil über. Die Feierabendstunde beschloß die Generalversammlung. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 21. Ian. Am Samstagabend hielt der hiesige Veteranen- und Krie- Hauptkonkurrenz bilden stets die Mannschaften aus den Ski-Vereinen der ortsansässigen Derg- bewohner, insbesondere der von Willingen und Winterberg, die das Gelände kennen und denen die großen Schanzen auch zum Heben zur Verfügung stehen. Zum Schluß noch ein Wort zum Wachsen der Ski: Hierzu müssen beim M-Klub Giehen noch Erfahrungen gesammelt werden. Der Laie hat keine Vorstellung, wie ost beim Ski-Lauf der Erfolg davon abhängt, daß man gerade das Wachs auf den Ski hat, das für die besondere Schneeart Paßt. Unter Umständen ist sogar bei einem längeren Langlauf ein Ausschnallen und Umwachsen geboten. Der Zeitverlust holt sich spielend wieder ein, sofern man nur auf die richtige Wachsart getippt hat. Von den Ergebnissen des Rennens seien folgende angeführt, die insbesondere für Gießen interessieren: Langlauf (15 Kilometer) Herreicklasse fl: 1. Sieger: Brinkmann, Winterberg, 1 Stunde 31 Min. (beste gelaufene Zeit). Die vier übrigen Preise fielen nach Berleburg, Winterberg, Düsseldorf und Willingen. Es kamen, ohne Preise ;u erhalten, an: an 6. Stelle: v. Grolman (Gießen) mit 1 6t 38 Min. und an 8. Stelle Dr. Dv- browolny mit 1 St. 42 Min. II. Altersklasse (40 bis 50 Iahre): 1. Seidler (Düsseldorf), 2. Hofmann (Düsseldorf). Ohne Preis an 4. Stelle: Mangold (Gießen) mit 2 St. 6 Min. Damenlauf (3 Kilometer) 1. Klasse: Mar- grit Iaeger (Gießen) 12.17 Min. 1. Siegerin. 2. Klasse: 1. Thea Wahle (Winterberg) 11.49 Min.: 2. Lotte Drill (Gießen) 13,17 Min. (In der Montagsausgabe war Frl. Drill irrtümlich als 3. Siegerin angegeben.) Sprunglauf (je zwei gewertete Sprünge-: Klasse 1: 1. Wahle (Winterberg) 23 Meter (gestanden) und 21,5 Meter (gestürzt). 2. Genuit (Winterberg) 18 Meter und 18 Meter (beide gestanden. 2. Klasse: Wittenborn (Därmen) 21 Meter und 23,5 Meter (beide gestanden): 2. Fischer (Mcinerzhagen) 19 und 19 Meter (beide gestanden): 3. v. Grolman (Gießen) 22 Meter (gestanden) und 20,5 Meter (gestürzt). Zusammengesetzter Lauf (Gesamtwertung von Gang- und Sprunglauf): 1. Genuit (Willingen) Rote 14,959 ; 2. v. Grolman (Gießen) Rote: 14,093 ; 3. Fischer (MeinerzHagen) Rote: 14,091. gerüerein im »Deutschen Hause" sein diesjähriges Winterfest ab, das aus allen Kreisen der Bevöllerung sehr gut besucht war. Rach einer Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden, Lehrer Hartmann, in welcher dieser auf die Aufgaben der Kriegervereine näher einging und mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland und seinen Reichspräsidenten schloß, wickelte sich Ablaufs und dem Ende des Auslaufs (nach dem Sprung) entspricht etwa der zwischen Hoherods- köpf und Breungeshain. Der Winkel des Aufsprungs beträgt auf einer Strecke von 110 Meter 36 Grad (Hoyerodskopfschanze 30 Grad). Sein erster Sprung — es war überhaupt sein allererster auf einer derartigen Schanze — gelang v. Grolman (Gießen) glänzend. Mit 22 Meter kam er, was die Weite betrifft, an die Grenze des an diesem Tag Möglichen Die beiden Haltungsnoten für diesen gestandenen Sprung waren 20 und 19. (Bestmögliche Rote: 20.) Leider stürzte v. Grolman beim zweiten gewerteten Sprung Sonst wäre er Meister vorn Sauerland geworden, und zwar durch die Gesamtleistung von Lang- und Sprunglauf. Trotz des Sturzes beim zweiten Sprung fehlte 'ihm zur Meisterschaft nur der Bruchteil eines Punktes. Dies ist um so bedauerlicher, als in diesem Iahr das Land Tirol für jeden Ski »Meister eines Landesverbandes einen Ehrenpreis ausgesetzt hat, bestehend in einem zehntägigen freien Aufenthalt an beliebigen Plätzen Tirols und freier Bahnfahrt 2. Klasse. Da keiner der Läufer die zur Meisterschaft notwendigen 15 Wertungspunkte erreichte, gab es auch in diesem Iahr keinen Ski-Rkeister vom Sauerland. Der Landesverband Skiklub Sauerland, dem der Skiklub Gießen als Ortsgruppe angehört, hielt am letzten Samstag und Sonntag in Willingen (Waldeck) seinen Verbandswettlauf ab, bei Dem die Sauerlandmeisterschaft Aum Austrag kommen sollte. Willingen (580 Meter), an der Bahnstrecke Corbach—Brilon— Wald gelegen, mitten in Der „Waldeckschen Schweiz" - steile Höhenzüge steigen bis über 800 Meter an — ist wie selten ein Ort des nördlichen Westdeutschlands zu einem Derartigen Unternehmen geeignet. Kein Fremdling ist dort der Skiläufer, sondern Sportkamerad unter der skilaufenden Bevölkerung. Schon die Dorfkinder meistern Die Bretter. Der 6 kiklub Gießen startete mit insgesamt 7 Läufern bei Langläufen Der Herrenklasse unD Altersklasse II, beim Damenlauf unD Sprunglauf. Der Geländelauf mußte aussallen. Mit Dem ersten Renntag setzte Tauwetter ein, Rebel, Schnee, zum Teil auch Regen. Die Schneemassen im Gelände reichten sreüich noch längst aus. Aber im nassen Firnschnee stand Läufern und Läuferinnen eine äußerst anstrengende Sportarbeit bevor. Damen- und Sungmannenläufe wurden programmäßig dur^geführt. Im Samenlauf der 1. Klasse war Frl. Iaeger vom Skiklub Gießen wieder 1. Siegerin In der 2. Damen- klasse erhielt Frl. Lotte Drill, gleichfalls Ski- klub Gießen, den 2. Preis. Deide liefen eine gute Zeit, trotzdem sie anscheinend nicht das für Den betreffenDen Schnee geeignete Wachs auf den Drettern hatten. Der Herrenlanglauf am Samstagvormittag, Der als Rundlauf im Gebiet des Ettel- berges (833 Meter) gedacht war, nahm ein unerwartetes Ende. Die Willinger Mannschaft, die am Morgen vor dem Rennen Die 18 Kilometer lange Strecke abstecken sollte, verlief sich im dichten Rebel in Den Dergen. Rach 12 Kilometer anstrengendster Fahrt stießen die Langläufer auf unmarkierte Wege. Ein Teil von ihnen kam in steiler Abfahrt in den Dörfern des Rachhartals an. Andere trafen auf Die umher- irrenDe Willinger Absteckmannschaft und kehrten um. Kurzum, das Rennen stieß ins Leere. Eine Bewertung war sekbstverständlich ausgeschlossen. Sportarbeit schwerster Art war umsonst vertan. Erst nach Stunden waren alle Läufer wieder nach Willingen zurückgekehrt. Hm so mehr sprach es für Den Sportgeist Der Läufer, daß Die weitaus meisten sich bereit erklärten, am Sonntagvormittag Den Langlauf zu wieDerbolen. Diesmal wurde eine Strecke von 7,5 Kilometer zum Hin- und Rücklauf abgesteckt. Auch sie führte wieder ins Gttelberg-Massiv. Bei diesem 15-Kilometer-Lauf war eine Gesamtsteigung von zirka 300 Meter zu überwinden. Frost herrschte. Sie Fahrt ging auf Harsch, der sich in den höheren Regionen als Bruchharsch entpuppte. Am Schluß hatte man eS wieder mit nassem Firn zu tun Sie Gießener Läuser der Altersklasse eroberten feinen Preis.. Immerhin hielt sich Baurat Mangold an vierter Stelle, mit einer Zeit von 2 Stunden 6 Minuten Auch in der Herrenklasse entfiel keiner der fünf Preise auf einen Gießener. Iedoch ging von Grolman (Gießen) mit einer guten Zeit von 1 Stunde 33 Minuten als sechster durchs Ziel und Dr. Dobrowolny (Gießen) mit 1 Stunde 42 Minuten als achter. Die beste Zeit des Siegers (Berleburg) betrug 1 Stunde 31 Minuten. Gießen hat sich somit gut gehalten Die Leistungen von Grolmans kamen ihm spater bei der Wertung des zusammengesetzten Laufs (gemeinsame Wertung von Lang- und Sprunglauf) zugute. Der Abfahrtslauf, zu dem gleichfalls Gießener Läufer starten wollten, mußte wegen Verlegung des Langlaufs aussallen. Am Sonntagnachmittag lief man dieSprung- konkurrenz wieder auf weichem Firnschnee, Der die Weite Der Sprünge sehr ungünstig beeinflußte. Die Willinger Schanze ist gebaut für Sprünge bis 50 Meter. Am Sonntag aber kam der weiteste Sprung des Tages, Den Bartel (Ski-Klub Gießen) sprang, nur auf 24 Meter. Leiber waren beide Sprünge Bartels gestürzt. Sie Willinger Mühlenko?fschanze, auf Der gesprungen wurde, ist die beste des Sauerlandes. Die Höhendifferenz zwischen Dem Beginn des das abwechslungSvoN und fesselnd zusammen- gestetlte Programm flott ab, wobei insbesondere Die Theaterstücke unD ein von Der hiesigen Kindergärtnerin, Frl. Seifer t, einftuDierter Kinderreigen besonders lebhaften Beifall fanden Verschiedene Mitglieder des Vereins wurden für 25jährige Mitgliedschaft durch Verleihung von Ehrenurkunden ausgezeichnet. Ein Ball beschloß die wohlgelungene Veranstaltung. (-) Groß-Felda. 22. Ian. Der hiesige Sportverein 1 9 2 5 veranstaltete in des Gastwirtschaft „3ur Traube" sein diesjährige» Wintervergnügen, das sich eines sehr guten Besuchs erfreute. Im Anschluß an einen Prolog, Den eine junge Dame vortrug, sprach Molkereioberinspektor August Marke! über Die Bedeu- tung Des Sportes für unsere Iugend. Anschließend wurden zwei Theaterstücke aufgeführt, denen eine Verlosung folgte. Sie Kapelle .Frankonia" von hier sorgte in trefflicher Weise für Den musikalischen Teil Des AbenDS, der mit Tanz seinen Abschluß fand. Preußen. Kreis Wetzlar. * Lützellinden, 21. 3an. Der hiesig« Männer-Gesangverein, Mitglied deS Solmser Sängerbundes, veranstaltet am kommenden Samstag und Sonntag fein diesjährige- Wintervergnügen, bei Dem ein gutes Theaterfttick zur Ausführung kommen soll. Der Beidin steht unter der künstlerischen Leitung des Chormeisters Leib (Gießen). Dillkreis. WSR. Sillen bürg, 22. Ian. Das neue Fernsprech-Selbstanschluhamt wird vorausficht.ich am 3. oder 4. Februar in Betrieb genommen werden. U Eisemroth, 22. Ian. Hier fand jetzt Die erste Diesjährige Holzversteigerung statt. Die Preise schwankten für Buchenscheithols zwischen 40 und 50 Ml. für je 4 Raummeter. Knüppel wurden mit 25 bis 30 Mk. je 4 Raummeter bezahlt. Der: Reiserknüppelpreis betrug 10—12 Mk. je 4 Raummeter. Kunst und Wissenschaft. Der Jerusalemer ZHumienfunb wird dementiert. London. 23. Ian. (W.T.B.-Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet aus Ierusalem, daß die Meldung über die Entdeckung der Grabstätte der ägyptischen Frau des Königs Salomo vollkommen aus der Luft gegriffen sei. Buntes Allerlei. Bdttedarif. Die türkische Polizei hat strenge Vorschriften erhalten, jede Person, die arbeitslos auf den Hauptstraßen angetroffen wird, festzunehmen und durch den Stadtarzt untersuchen zu lassen, ob sie geeignet ist, Arbeit zu leisten. Die Kranken und Arbeitsunfähigen werden den Verwandten übergeben, von Denen sie versorgt werden müssen. Die Bettler müssen öffentliche Arbeiten leisten und werden von den Gemeinden ernährt. Die Maßnahmen sind auf die außerordentliche Zunahme des Bettlerunwesens in der Türkei zurückzuführen. Die Bettlergilde hatte sich sogar einen Tarif gegeben und als geringstes annehmbares 2llmofen den Betrag von 2,5 Piaster festgesetzt. Die mißglückte Schweine-G.mch^. Großes Gelächter herrschte kürzlich bei der Verhandlung eines Prozesses vor einem Pariser Gerichtshof, bei Dem ein Mann namens Gustave Itasse Des Betruges angeklagt war. Er mar Der DegrünDer eines Unternehmens, daS sich stofz „Französische Schweine-G.m.b.H." nannte. Die Gesellschafter mußten nach Den Angaben deS Prospektes Das nötige GelD einlegen, um ein Schweinchen zu kaufen, Das Dann von Der Gesellschaft aufgezogen unD als Mastschwein verkauft werben sollte. Von Dem stattlichen Gewinn, den man Dabei zu erzielen hoffte, sollte Der Besitzer Des Anteils 50 Prozent und 50 Prozent Die Gesellschaft erhalten. Es hatten sich für Dieses Geschäft so viel Franzosen gefunden, daß Die Einlagen Die Summe von l1/* Mill. Mk. überschritten, aber Die glücklichen Miteigentümer der Schweinchen, Deren Groß- und Fettwerden sie sich in ihren rosigen Träumen vorstellten, erhielten keinen Pfennig. Wenn sie sich dann nach Dem Ergehen ihres Schweines erkundigten, er* hiellen sie stets dieselbe Antwort: daß es leider gestorben sei. „Ich hatte halt so großes Pech," erklärte Itasse kläglich vor Gericht. „Alle Schweine sind mit immer zu früh gestorben." Das Gericht erkannte diese Entschuldigung nicht an, sondern verurteilte Den GrünDer Der ScAoeine- G.mch.H. zu einer empsindlichen Strafe. 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Januar 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Hr. 19 Drittes Blatt Aus der Wett des Films darf er seinen Film enden, der ein eigenartiges. bonzen, an welche dieses naive Volk in ehrsürch- darf er seinen Film enden, der ein eigenartige tiger und belustigter Stimmung wirklich glaubt, höchst fesselndes und, wie gesagt, sehr männlich« UnD da er mit diesem gaukelnden, schaukelnden Werk ist. «es Unmöglich, alle Dummheiten auszuzählen, dis Tag : Carl I hübsch bequem am Milta lichen, fich ausschlafenden spricht.) er Xachf. nesplaizu Neustadt küuAüUm Afldot Sdi dtudulDtü tu 'Düa*i,.; i and itBtb utilü der Klosterstadt, er drang mit dem Kurbel-- kästen in den innersten Hof, er belauschte die heiligen Tänze der grotesk-schauderhaft n Masken, der tanzenden Dämonen, scheußlicher Abbilder der vielarmigen und ver.chlungenen Götter- Fiuns, den er aus der festen Position in den Herzen seiner Liebhaber herausreihen werde. Richts ist phantastischer und irriger als diese übereilt zustande gekommene Meinung. Die Volks- tümlichkeit des bisherigen stummen Filmes bericht auf den dvanlatischen Vikdvorgängen. Das Schweigen der weihen Leinwand hat, so behaupte ich, mehr goldenen Lohn eingebracht als das gesprochene Wort. Gerade in seiner Beschränkung liegt die Stärke des Filmspiels, das ohne Hufe von Worten in der ßage ist, jedermann, welche Sprache er auch sprechen mag, eine dramatische DegebenHeit zu erzählen. Man füge das gesprochene Wort hinzu und man würde einen Schlag gegen die Wurzel aller Filmkunst führen, die in der Hauptsache nichts mehr oder weniger als die feine Kunst der Pantomime darstellt. Eine Wiener Burgfchauspielerin ist nicht gewohnt, früh am Morgen aufzustehen. (Denn Wiener Burgschauspieler haben meist keine Pro- ben — und wenn sie welche haben, dann erst Mittag, wie es dem gemüt- ' t allen Wienertum ent- Briefe, die nichts erreichten Jährlich 30000 Bewerbungen bei einer Filmgesellschaft Äon Richard Aieburg. >r Abend nes Redner» Lanz der Masten und mit der Verbrennung der heiligen Symbole — Feuer ist auch in Tibet Sinnbild der Läuterung und Reinigung — das Höchste gezeigt hat, nämlich das Volk in den Augenblicken der höchsten erschütternden Ekstase, 3nt Hinblick auf die Kontreverse, die augenblicklich über diese Frage geführt wird, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, daß das Bild und die dramatische Dilderfolge noch immer die Grundlage einer jeden Filmkunst sind. Der Ton der Begleitmusik und die hin und wieder gebrauchten illustrierenden Geräusche bilden nur Beiwerk und Ausschmückung. Jeder Filmkenner wird mir zugeben müssen, dah es viele Situationen dramatischen Charakters gibt, die bildmähig äußerst eindrucksvoll find, in denen jedoch das gesprochene Wort überflüssig, wenn nicht gar banal wirten würde. Genau wie die Musik ist der Film zudem international in seiner Wirkung auf das Gemüt, und zwar ganz einfach aus dem Grunde, weil er international im Ausdruck ist. Die heutige Filmkunst lehnt keineswegs die Musik oder die Geräuscheffekte (siehe den Film „Wings“) als verstärkende Hilfsmittel ab, weil ja der Zuschauer nicht nur Augen zum Sehen, sondern auch Ohren zum Hören hat. Durch die Begleitmusik und die illustrierenden Rebengeräusche wird jedenfalls der Eindruck, den das Bild auf den Zuschauer auSüöt. nur verstärkt. In dieser Hinsicht bestehen heute kaum nennenswerte Unterschiede im Geschmack der Völker. Sobald aber die Personen des Filmspiels zu sprechen beginnen. verengert sich der Wirkungskreis des Films auf den Teil der Zuschauer, welc^ dce im Film angewandte Sprache verstehen. Diestt Kreis ist im Verhältnis zu dem Eindrucksbereich des stummen Filmes außerordentlich begrenzt, denn wir haben unglücklicherweise noch feine internationale Sprache Das ist auch der Grund. weshalb maßgebende Filmproduzenten. Hollywoods. beispielsweise Douglas Fairbanks. es abgelehnt haben, sich mit dem sprechenden Film zu befassen. Während bisher das Absatzgebiet für ihre Filme die ganze Welt war. würde ein von ihnen inszenierter ,englischsprechender Film' eben auch auf die englischsprechenden Länder beschränkt bleiben. Aus allen diesen Gründen glaube ich nicht, dah der sprechende Film je den stummen Film gänzlich ersetzen wird. Meiner Meinung nach wird es stets stumme Filme und solche mit Laut- effetten gehen, während die Anzahl der Fllme mit gesprochenem Wort beschränkt fein muß; dies auch schon aus dem Grunde, well es nicht genug Filmbühnen gibt, die über die notwendige äußerst komplizierte 2lpparatur für die Wiedergabe der Sprache verfügen. 3n Amerika ist der Film sicherlich sehr hoch entwickelt, ein Blick in die Theaterstatiftll zeigt indessen, daß von den 20 000 Theatern der Union noch nicht einmal 500 die technische Möglichkeit haben, sprechende Filme vorzuführen. Da von den 23 000 Filmtheatern in der Union mindestens 16 000 immerhin ansehnliche, zum Teil sogar recht bedeutende Unternehmungen sind, so stellt die erwähnte Zahl von 500 einen wirklich nicht sehr ins Gewicht fallenden Bruchteil der Gesamtheit der Theater dar. Wünscht also das Publikum einen sprechenden Film zu sehen — oder soll man sagen zu hören? — so kann es ja in die Theater gehen, die Über eine entsprechende Apparatur verfügen. Reben der sensationellen Entwcckelung des sprechenden Films gehen die Er peri mente in der Farbenphotographie einher. Es ist nicht ausgeschlossen. daß beide Erfindungen, wenn sie genügend ausgebaut sind, zusammen das erreichen, was der sprechende Film allein nicht erreichen konnte. Oper und Operette Knuten dann mit erstaunlicher Wiickung aufgeführt werden. Morgenstrmde einer angehenden Filmstars Von Hanni Hoch. Der sprechende Film und die Zukunst des Kinos. Von Joseph M. Schenck, Präsidenten der United Artists Corporation, Hollywood. Wird der sprechende Film das Kino „ revolutionieren? Wird er der Sprechbühne gefährlich werden? Wird er einst das Radio, wie wir es heute kennen, verdrängen? Das sind einige der bangen Fragen, die sich Bühnenleiter. Kino- besitzer. Radiofachleute und das große Publikum im Hinblick auf die neueste Erfindung, den sprechenden Film, vorlegen. Der Sprechfilm, so erzähll man uns. wird in der Welt des Vergnügens und der Uwerhaltung alles von Grund auf verändern. Zum erstenmal in seiner Geschichte hat das stumme Bild, unter welcher B^eichnung der alte Film bekannt ist. einen gefährlichen Konkurrenten erhalten. Obwohl auf Grund von Aussagen erster Filmkenner genug Raum für beide Filmarten vorhanden ist, läßt es sich doch keineswegs leugnen, daß der sprechende Film die Sensation der Stunde ist Er hat überall, wo er aufgeführt wurde, größtes Aufsehen erregt und hat sich die amerikanischen Großstädte, vor allen Dingen Reu York, im Sturm erobert. Schon heute machen sich die Folgen der neuen Erfindung in der internationalen Filmproduktion bemerkbar. Sie treten begreiflicherweise besonders In dem Zentrum der internationalen Fllm- 'nduslrie, Hollywood, sehr stark hervor. Beinahe jedes Ausnahmeatelier an der Küste des Stillen Ozeans ist heute damll beschäftigt, schallsichere Gebäude zu errichten, die für die Aufnahme sprechender Filme dienen sollen, jeder mehr oder weniger berühmte Filmstar läßt Filmaufnahmen tetner Stimme nehmen. Sprechschulen und solche zur Verbesserung und Korrektur der Stimme schießen wie Pilze übet Rächt aus der Erde hervor. Hollywood, aus der Welle des Filmglückes erwachsen, ist tost davon überzeugt, eine neue Goldmine entdeckt zu ?n. Berauscht von dem Erfolg verschiedener spreche.^er Filme, haben einige besonders optimistische Fllu.Produzenten bereits allen Sinn für die Wirtlichle.t um) alle Perspektive verloren. Voreilig behaupten sie. der sprechende Film bedeute das Ende des stummen M n'iieldcuMA^ MS- . Acs, „Om mani padme hum “ Uraufführung deS Filchner»FilmH. Berlin, Mllte Januar. 3n einem Berliner Kino steht Dr. Wilhelm Filchner. der schon einmal Totgejagte. ganz matt beleuchtet von einer Heinen Lampe, an einem Pult und erklärt seinen Film. Man kann nichts von ihm sehen, höchstens die vagen Um- rtffe eines braunroten Gesichts mit blondem Haar, denn scharf weht der Wind über Tibets Hochebenen, man hört nur die Stimme, die ganz trocken, ohne schriststellcr.schen Ueberschwang von diesem Film erzählt, der eigentlich schon durch die Art, tote et entstand, durch die Leistung der Tibctwanderung an sich eine ganz fabelhafte männliche Leistung datstellt. Diese ztoanzigtausend Filmmeter, von denen in diesem Film nur gegen tausend gesammelt wurden, bedeuteten für Den Reisenden größte Gefahr, außerdem wurden sie nur als Zeitvertreib, als Rebrnbeschaftigung ge- i dreht, denn Fllckners Ausgabe war die wissen- t schastliche Erkundung des Erdmagnetismus, die tagsüber genaueste Präzisionsarbeit verlangt, während die Straßen durch dieses öde Hochland kaum sichtbar und die Bedrohungen von allen Seiten groß sind. Indessen, meint er, fei ihm und den beiden Karren, die er durch Die Wüsten Tibets lenkte, oder Der Vakkarawane. Die er später hatte, immer ein gutes Gerücht vor ausgelaufen, was in Tibet so ziemlich das Wich- । tigfte sei: .ein Witz, der sehr gesalzen sein darf, und der Tibeter freute sich tote ein Kind, man muß ihn nut zu nehmen wissen, Darin liegt das ganze Rätsel". Filchner hat chn also — von den Änbilden seiner Reise redet er überhaupt nicht — genommen; aber trotzdem nicht gewagt, seine Aufnahmen, besonders an den heiligen Stätten, olfen zu kurbeln, der Apparat, den er immer selbst schleppen mutzte, stand unter Tüchern oder war in e inet landesüblichen Gebetmühle versteckt. Trotzdem ist Filchner mit einer bewunderungswürdigen Ruhe — Die man manchem berufs- mätzigen Operateur wünschte — an seine Objekte hetangea rügen und hat nun diesen Film heravs- gebracht^ Der dann in Abschnitten von je hundert Metern durch Die aufständischen Chinesen nach Tient'in durchgeschmuggelt wurde, dank der Liebenswürdigkeit des Marschalls Feng. Und nur von diesem Film spricht Filchner. niemals von sich,' höchstens, datz er einmal von einem klugen Chinesen. Der sich eben die Schutzbrille aufseht, sagt: .Lü, mein kleiner Freund, er hat mich gerettet, als ich mutterseelenallein und krank war." Der Film aber heißt „Om mani padme hum“, o du heiliges Kleinod im Lotos, Amen. GS ist die kurze, von Menschen gesprochene, von Gebetsmühlen gedrehte, von Schnarren geknarrte Gebetsformel Der Malaisten. Menschen zeigt der Film, ungestellte, ungeschminkte, die nicht ahnten, datz sie dem Objektiv standen: verrunzelte Greisengesichter, früh läßt der Wind und Die herbe Kälte die Züge altern, sonnengebrannte mit Schlitzaugen und Den ausgebuchte ten Backenknochen, Chinesen, Tibetaner, Mohammedaner. Er zeigt Die eigenartigen Architekturen und die endlosen Oeden der Landschaft. Wenn die Kamera einmal Die schneebedeckten Gipfel Der Hochkämme entlangfährt, ahnt man die Endlosigkeit dieses in sich beruhenden Volkes, und man hat in diesem einen Bild das Bild. Aus zahllosen Köpfen formt sich der Eindruck ihrer Stämme, aus Heinen Eindrücken ihr rauhes, schmutziges, armseliges Leben. Aber man kann schon bcotetfen, daß es locken muh, die uner- schütterliche Herbheit dieses Tibet zu erschüttern und seine Geheimnisse zu lösen. Von diesen großen Geheimnissen auch erzählt der Film und gipselt in Der langen epischen Beschreibung des großen Festes im Kloster Kumbum. Denn Filchner filmte nicht nur Die endlosen Architekturen Ni '.Artikel Filmabenleuer im dunklen Erbteil Dem Kameramann bietet Afrika so aufregende, ja noch spannendere Abenteuer als Dem Grotz- wildjäger. Es beDarf der größten Geistesgegenwart. um beim Ansprung eines Löwen oder beim Daherstürmen einer Elefantenherde ruhig weiter- zukurbeln. Dem bekannten Forschungsreisenden Colin Rotz ist es gelungen, einige solcher erstaunlichen Aufnahmen zu machen, und er erzählt von dieser spannenden „Jagd mit Dem Kurbeltasten" in seinem neuen bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienenen Buch „M i t K a - mera, Kino und Kegel durch Afrika“, dtoar gelang eS ihm nicht, den Löwen im Ansprung zu erhaschen, aber mit seinen Elefantenaufnahmen war er glücklicher. Rach langem Marsch waren sie den riesigen Dickhäutern plötzlich nahe: „Run gab es keine Verzögerung mehr. Mein Apparat surrte, und gleichzeitig kracht» die schwere Büchse des Elefantentöters, einmal, zweimal. Durch das Surren meiner Kamera waren die Elefanten unruhig geworden. Zwei, drei begannen zu flüchten. Wie die Büchse krachte, kam Leben in die ganze Herde. Vor uns, um uns brach eS In Den Büschen. Das Gras rauschte. Es war ein gewaltiger Anblick, wie Die ganze Herde an uns vorbeiflüchtete. Als Der Lärm sich gelegt hatte, hörte man nur noch ein schweres Stöhnen. Vorsichtig gingen wir Dem Ton nach. Da wälzte sich in einer Lache hellen, roten Blutes im letzten Todeskampf der getroffene Bulle." Ein andermal mutzten sie nach Dem Krieg wollten sie heiraten. Aber es tarn alles anders. Mllers Mutter brachte gemeine Lügen gegen meine Mutter auf. Schreinen Sie mir bald, zetttören Sie nicht meine letzte Lebenshoffnung!" Die Frauen find im allgemeinen zurückhaltender mit ihren Erzählungen, aber auch primitiver. „Ich wollte höflichst anfragen, ob ich im Film mit untergebracht werden kann. Da ich momentan ohne Arbeit bin. Hatte immer schon großes Interesse Dafür. Meine letzte Beschäftigung war Servierfräulein in Bad Kosen. Mein Aller ist 18 Jahre. Hoffentlich habe ich keinen Fehltritt getan und wäre Ihnen dafür sehr dankbar, Hochachtungsvoll Hilde X." — Mancher Brief muß ewig unoerständlich bleiben, ftr z. D-: „Werte Filmgesellschaft! Da ich aus der ©ommerreife zurück bin, mochte ich jetzt mal für Ihre Gesellschaft arbeiten." Ein ganz besonderes Kuriosum, begleitet von einer fast unheimlichen Photographie, ist der folgende Bries: „Sehr geehrter Herr Direktor! Ich empfehle mich der Filmgesellschaft zu Berlin. Bin bestbekannt in St. Wende! und im ganzen Saargebiet. Din somit auch ein luftiger Bruder. Besonders beliebt bei jungen Damen. 22 Jahre, elternlos, unschuldig geschieden wie ein Krokodil. Geneigt, mit allen Akten vorzugehen, habe ich einen Gang an mir wie sonst irgendein Trampeltier. Talentvoll wie ein Känguruh. Kräfte besitze ich wie ein Eisbär." ür Tag Im Engagementsbureau einer großen Ge- ellschaft in den Bewerbungsschreiben einlaufen. E§ inb unerfahrene Menschen, meist sehr jungen Alters — aber auch bejahrte Männer und Frauen, die mehr Erfahrung haben sollten — die glauben, jum Filmschauspieler gehöre nichts als der Mut, sich in den Aufnahmeraum zu begeben und von Den Jupiterlampen bestrahlen zu lassen. Die falschen Angaben über die hohen (Sagen und die allzu seltenen Mitteilungen über das tatsächlich herrschende Elend bei Den kleinen Filmschauspielern, unter denen sich manche Begabung findet, steuern bcuu bet, Lustschlösser in kritiklosen Gehirnen entstehen zu lassen. Die Flut der Briefe, die kaum gelesen, und im besten Falle archiviert wird, zeugt nur von der Abenteurerlust armer Menschen, die nicht wessen, wie sie sich aus der Enge ihrer Verhältnisse befreien können, und die bann auf ben üblichen Ausweg verfallen: der Film muß helfen. Ich bin Schauspielerin am Burgthealer. UnD werde eines schönen Tages nach Berlin engax giert, um in dem Defu-Film „Alpentragödte" unter Der Regie Robert Lands — auch eines Wieners — das Bergmädchen Maria zu spielen, Lieber Den Gegensatz Berlin—Wien schimpfen wir Wiener ja gern. Lind schließlich ist Früh- ausstehen keine speziell Berliner Eigentümlichkeit. Und trot)Dem werde ich das Gefühl nicht los. Daß meine Heinen, merkwürdigen und unbequemen Abenteuer frühmorgens an Den ersten drei Berliner Tagen ein bißchen typisch für diese Stadt sind. Erster Morgen: Zch werde von meiner Wirtin, trotz dringender Bitte am Abend vorher, nicht geweckt. Bis der gewaltige Hllfsregisseur, Dem das Warten unten im Auto schon zu Dumm geworden ist, alles mit großem Krach alarmiert Zweiter Morgen: Ich habe etwas gelernt und lasse mich telephonisch wecken. „2 Zimmer mit. Telephon" habe ich gemietet — nur steht es int Rebenzimmer. Die ganze brave Wirtsfamilte wacht also früh um sechs iUjr auf, der erstaunte Vater vernimmt am Telephon Die Stimme des heute, als Entschädigung für gestern besonders liebevollen Hilfsregisseurs: „Hoeßlein, geliebtes'. Ausstehen!" Von Da ab ist mein moralisches Renomms futsch. Dritter Morgen: Hm es wieder zu reparieren, verzichte ich auf telephonisches Wecken, habe mir einen dicken, großen Wecker auf einem halben Dutzend Tellerchen schön neben Dem Bett montiert. Er rumort auch pünktlich und aus^ giebig. Aber an diesem Morgen bleibt Die erboste Familie mit Taubheit aesckstagen, niem an?» rührt sich, ich traue mich nicht, mich zu melden. Hnd mutz so ohne Frühstück das Haus verlassen. Drautzen gießt es. Hierzulande sagt man: Es regnet Strippen. Trostlos Der Hilfsregisseur, ist lieb und nett. Mein unglücklicher Magen knurrt. Endlich riskiere ich ein Geständnis meines schrecklichen Hungers. Wir halten an einer Bäckerei, Die eben geöffnet wird. Dann an einem Milchgeschäft. Eine .Schrippe" und ein Glas Milch bilden das Frühstück des hoffnungsvollen Filmstars. Sie sorgen hier sehr zuverlässig für die schlan» Linie, das muh man ihnen lassen. voeben ist in Berlin die erste Film- b ö r f e Der Reichsanstall für Arbeitslosenversicherung gegründet worden, um stellungslosen Schauspielern Beschäftigung zu verschaffen. Unser Mitarbeiter schildert auf Grund eingehender Untersuchungen bet_ den deutschen Filmgesellschaften die meist lachen lichen Bemühungen von Außenseitern, in kurzer Zeit als Filmstars Reichtümer zu erwerben. Der Film findet die geeigneten Darsteller am allerbesten unter den berufsmaßigsn Schauspielern; sie wissen, worauf es ankommt, haben die Romantik schon abgestreift, die ausschlaggebende Bedeutung des Technischen und „Handwerksmäßigen" in der Kunst der Darstellung erfaßt und besitzen einen Gradmesser ihres Könnens. Sie wißen meist auch, welche Wege bei dem Andrang zum Film am sichersten zu Dem begehrten Ziel führen, das meist in einer kleinen Rolle besteht. Aber es gibt auch die kleine ungarische Schauspielerin von einem unbekannten Budapester Theater, die sich nach Berlin ausgemacht hat und nun im Zustand filmischer Ungeduld bei der Produktionsabteilung einer großen Gesellschaft vorspricht. Heimlich wandelt sie gewiß auf den Spuren Dilma Bankys, denkt an Hollywood und ist bloß zu sehr Schauspielerin, um das merken zu lassen. Sie läßt sich vertrösten wie die anderen: im Augenblick wird nichts gedreht, oder die Rollen sind schon besetzt. Eine Ueoerschwemmung mit Angeboten kommt jedoch aus der Masse der Richtschauspieler, der „Filmfreunde" und „Kino-Besucher", wie sie sich nennen. Freilich nur eine Ueberschwemmung der Aktenschrönke: selten ist ein Briefschreiber entschlossen genug, den Sprung nach Berlin zu wagen, wie jene Elli L., die auf dem Briefpapier eines Bonner Hotels mit stürmischer Handschrift lediglich schreibt: „Fahre heute nacht nach Berlin und werde mich Ihnen morgen vorstellen. Elli I." Die Akten enthalten weiter nichts über sie, und es bleibt zweifelhaft, ob Elli L. überhaupt nach Berlin gelangt ist, oder ob man sie vorher aus dem Hotel zurückgeholt hat, wohin sie nach dem Skandal zu Hause geflohen war, den man, ohne Raphael Schermann zu sein, aus ihren Schriftzügen erkennt. Die anderen alle sind trotz „hochentwickeltem Selbstgefühl" zage Naturen, die die Wirkung ihres Briefes abwarten und hoffen, daß ihnen die Gesellschaft Reisegeld schickt, da sie alle andeuten oder offen aussprechen, daß sie nicht in der Lage sind, nach Berlin zu fahren und sich einer Prüfung zu unterwerfen. Hunderte solcher Briese gehen jeden Tag allein bei der „Ufa" ein — Briefe in unbeholfener, meist liederlicher Handschrift, auf rosa, lila, blauem, goldgerändertem, stets schlechtem Briefpapier; den meisten Anfragen sind primitive Paß- oder Amateurphotos beigesügt, ober der Schreiber stellt in Aussicht, daß er sich ein Bild machen lasten werde, wenn man es wünsche, „denn jetzt habe ich nur eins, wo ich sechs Jahre alt war'. Mehr als 30 000 Menschen, die meisten im Alter von 17 bis 25 Jahren, schreiben jährlich allein an Die Ufa, und in diesem Heer sind alle Berufe und Schichten vertreten, vom Lausburschen bis zum Sohn eines Diplomaten, der durch fein gutes Aus- ,nteAu»*«hlin or!0lnel1 805 ter cker sehen bei Liebhaberaufführungen in den aristokratischen Kreisen in Paris und London Erfolg gehabt ■ hat, sich nun in Hollywoöd oder in Berlin für den ' Fllm ausbilden lasten, zum Entgelt vorläufig Bureauarbeiten verrichten und alle Kosten erstatten will, wenn er fein Erbteil von einer halben Million erhalten hat. Dieses ganze Heer steht aber fast durchweg in einem feindlichen Verhältnis zur Orthographie und Grammatik Der deutschen Sprache, und es ist gewiß kein Zufall, daß Leute, die sich in fürchterlichen Satzkonstruktionen verhaspeln und über die einfachsten Regeln stolpern, um so sehnsüchtiger nach der stummen AusdrucksmögliHkeit des Films verlangen, die ihnen ganz ohne Tucken zu fein scheint. Stets wird auf die frühzeitig innere Berufung zum Film hingewiesen, und die Leute zeigen sich ihrer Sache sehr sicher. „Mein Lieblingsfeld ist das Drama unb kann darin Großes leisten. Ich hoffe, daß Sie im Interesse des Films und des Nachwuchses mir meine Bitte gewähren werden und diese Zeilen als das Produkt einer fixen Idee ansehen. Der Zwanzigjährige, der seiner besonderen dramatischen Begabung so sicher ist, ist ein von Melancholie umwitterter Derkäufer und tut sich etwas Darauf zugute, „mit allen Umgangs- und Gesellschaftsformen vertraut" zu fein. Meist ist das Selbstgefühl der angehenden Stars, bie~ allerdings — Orthographie Der Fremdwörter ist Glückssache — mit Vorliebe „Stahrs" ober „Starr" schreiben, noa) ganz erheblich unsympathischer. Aus Rostock schreibt jemanb: „Unterzeichneter hat große Lust zum Film. Ich stehe im achtzehnten Lebensjal)re, sehr intelligent unb talentvoll. Wenn ich mir einen Film ansehe, so ruhe ich nicht eher, bis ich ben Gesichtsaus- bruef des Künstlers im Spiegel nachgemacht habe, was mir auch gelingt. Nun möchte ich Sie bitten, und mir mitteilen, oo ich aus dem Bilde das richtige Filmgesicht habe." (Photographie: Stupsnase, abstehende Ohren, spärliche blonde Härchen.) Ein Bursche aus einem Hotel in der Schweiz schreibt: „Die Leute sagen, ich habe eine rassige Mur, und Der Regisseur vom Stadttheater gab mir den Rat, ich solle nach Berlin als Kellner gehen, um dort entdeckt zu werden. Nun beuge ich vor und pro- bier's mal so, wenn's nicht gelingt, ist nichts verloren: indessen grüßt Sie mit einer vorzüglichen $ocba$fung N.N., Officebursche." Die meisten schildern genau ihr Leben, zählen alle ihre Fähigkeiten auf. Die mit dem Fllm gar nichts zu tun haben: ein Hausdiener beschreibt getreulich alle Fahrten, die er als „Chefgehilfe," der Internationalen Schlafwagengesellschaft gemacht hat, bis er diesen Posten „betreffend Augenleiden" aufgeben mußte. Sie glauben, daß ihre Erlebnisse und ihr Schicksal sie zum Film führen. Das Köstlichste ist in dieser Beziehung der Brief eines Bäckerlehrlings aus Oberschlesien: „Wenn ich so zu Leuten hinkomme (in meinem Beruf ist das nichts besonderes), da sagen sie mir, bas ich das ganze Getue eines Schauspielers habe. Ich habe nur noch ein bis zwei Monate zu lernen und dann bin ich frei. Frei für ben Film!!! Meine Mutter ist aus armem Stanbe. Noch mit jungen Jahren kam sie bis nach Berlin. Dort lernte sie einen Herrn kennen, dessen Name ich verschweigen will. Sie liebten sich, und direkt hinter Den Elefanten her rennen: »Mir zitierten oie Hände, als ich das Stativ auseinander- zerrte. Herr Gott, wenn nur jetzt alles in Orb- nuna war. Die Elefanten waren schon unruhig. Ihre Rüssel fuhren Witterung nehmend in bie Luft Wie seltsame Schlangen standen sie hoch aufgerichtet, gleich Wesen von eigenem Leben. Was war mit dem Apparat? Die Hohenkurbel lieh sich nicht drehen. Bei dem raschen Lauf durch den Busch muhte etwas verbogen sein. 3d) stellte, beinahe weinend vor Wut und Aufregung, das vordere Stativbein tiefer, bis ich Die Elefanten ins Bild bekam. Endlich konnte ich kurbeln. Es war herrlich. Die Herde kam auf uns zu . 3ch kurbelte immer weiter. Die Elefanten stutzten. Einen Moment standen sie tote eine Mauer. Dann ging ein plötzliches Zittern durch die Reihe. Sie mochten kehrt. Ich kurbelte ihre Flucht. Dann sank ich neben dem Apparat zu Boden..." Bei den Kavirondos, unter denen Roh sich einige Zeit aufhielt, reizten ihn zunächst die Ohrpflöcke zur Filmaufnahme. Die Reger hatten nämlich ihre Ohrläppchen durchlöchert und manche trugen dicke Pflöcke In den Ohren, unter dem Äacken von einem Ohrloch in das andere geschoben, ober der Balken lag unter bem Kinn ober auf der Stirn. Aber bei der Großaufnahme fehlt, als er einen Augenblick fortgegangen ist, Plötzlich bie Kurbel. Die Refervekurbel war gebrochen: die Aufnähme stand auf dem Spiel. „Es ist fast hoffnungslos, die Kurbel wiederzubekommen, aber ich muh und muß sie haben. Am Ende des Dammes zögere ich. Dann laufe ich instinktiv nach rechts ins Schilfdickicht und weih Gott, ba hockt einer und probiert, wie sich die Kurbel als Ohrschmuck macht." Später kurbelte Roh die Länge der Kavirondo-Weiber und vor allem den großen Stiertanz, zu dem die Kavirondos auf ihren Reitochsen angeritten kommen und wobei sie ihren fabelhaften Strauhenfederfchmuck anlegen. Der Tanz der Frauen war ziemlich primitiv: „Unter Händeklatschen und Singen kamen sie in einer Art Foxtrott auf mich zu, aber wenn sie bann kehrt machten und ich all bie auf- und abwippenden Schwänzchen vor mir hatte, kostete es Muhe, Ernst zu bleiben." Das ganze Bild aber dieses Tanzfestes machte einen gewaltigen, geradezu märchenhaften Eindruck, der im Film festgehalten werden konnte. fb. Wirtschafte Zur Lage der Kunstseidenindustrie. Es ist in letzter Zeit kein Tag vergangen, an dem nicht neue Rachrichten aus der internationalen Kunstseideindustrie an die Oessentlichkeit gelangt sind. Die Bewegung der Kunstseideaktien an den Börsen, auch an den deutschen, zeigt, daß auch die Spekulations- freife, für die die Kunstseibeaktion stets ein sehr beliebtes Spekulationspapier abgegeben haben, sehr nervös geworden sind. Es dreht sich, wenn man diese Alarmnachrichten auf einen Generalnenner bringt, um bie grundlegende Frage, ob der Aufstieg der Kunstseidenindustrie, der In den letzten Jahren in allen Ländern mit Kunstseide- Produktion ein in seiner Art einzig dastehendes Ausmaß erfahren hat, auch weiterhin anhalten wird, wenn auch in beschränktem Umfange, ober aber ob bereits jetzt die ersten Anzeichen eines beginnenden Abstiegs der Kunstseidekonjunktur sich bemerkbar machen. Die Weltproduktion von Kunstseide, die im Jahre 1913 sich auf nur 11 000 Tonnen stellte, stieg bis zum Jahre 1923 auf 47 000 Tonnen, bis 1927 auf 120 020 Tonnen, die Schätzung für 1928 lautet auf etwa 150 000 To. An dieser starken Steigerung find alle Eunftfeibe» produzierenden Länder beteiligt, an der Spitze bie Bereinigten Staaten von Amerika, die ihre Prodicktion von 17 000 Tonnen im Jahre 1924 auf rund 40 000 in 1928 steigern konnten. Deutschland erhöhte seine Produktion von 1924 bis 1928 von rund 11000 Tonnen auf etwa 25 000. Eine der kommenden Kunstseideinduftrien, die den Weltmarkt weitgehend beeinflussen wird, ist die italienische, deren Produktion sich für 1928 bereits auf etwa 30 000 Tonnen stellte. Augenblicklich liegen die Verhältnisse am internationalen Kunstseidemarkt so, baß zwei Unternehmungen, nämlich die englische Celanese Co. und die italienische Solle Chatillon, einen bestimmenden Einfluß haben. Besonders die englische Gesellschaft betreibt, man kann wohl sagen seit ihrer Gründung, eine ausgesprochene Dumpingpolitil am Weltkunstseidemarkt, bie bereits zur Folge gehabt hat, daß der Preis für Acetatseide, Die qualitativ und daher im Preise bisher über der b l'igeren Viscosefei.de gelegen hat, heute fast dem Preise für Viscoseseide gleichkommt. Wenn nun in jüngster Zeit die deutsche Vi?cose-Konven- tion, in der alle deutschen Discofefeideerzeuger zusammengeschkosfen find. zu dem Entschluß gekommen ist, den besteh:nbe.i Preiszwang für ihre Mitglieder aufzuheben, so liegt der Grund einzig und allein darin, aus der Abwehrstellung der deutschen Kunstseideindustrie heraus den Kampf mit den Außenseitern, insbesondere der italienischen Soite-Chatillon auf dem deutschen Kunstseidemarkt, bann aber auch auf bem Weltmarkt erfolgreich aufnehmen zu können. Es ist selbstverständlich, baß ein solcher Kampf nur einen Sinn hat, wenn er gleichmäßig und gleichzeitig von allen Mitgliedern der deutschen Kunstseide- Konvention betrieben wird. Die Preisbindung der deutschen Kunstseidefabrllen auf Grund der bestehenden Konvention war natürlich für bie ausländische Konkurrenz ein gegebenes Mittel, um mit Erfolg auf den Jnlandmarkt einzudringen. Die Soite-Chatillon hat bisher durch ihre starken Preisherabsetzungen große Absahersolge auch in Deutschland erzielt, ob diese anhalten, muß angesichts der Freiheit in der Preisgestaltung für die Mitglieder der deutschen Kunstseidekonvention bezweifelt werden. Anderseits muß man sich jedoch darüber klar fein, daß ein Anhalten der bisher rapide gestiegenen Pro- duktionszisfem der Kunstseideindustrie auch bei gesteigerten Derwendungsmög'ichkrllrn deswegen nicht mehr möglich ist, well die Zahl der Kunstseide herstellenden Unternehmen in der ganzen Welt sich erhöht hat und weil die großen Kunstfeidekonzeme selbst eine Expansionspolitik getrieben haben, die doch wohl nicht mit der Entwicklung des Bedarfs in Einklang zu bringen ist. Es ist auch fraglich, ob bet den Gestehungskosten durch umwälzende Fortschritte in der Technik der Herstellung eine erhebliche Ermäßigung erzielt werden kann. Unter diesen Umständen kann man die Aussichten nur sehr vorsichtig beurteilen, ein gesunder Optimismus hinsichtlich der Entwicklung durste jedoch nach wie vor berechtigt sein. • Kein Uebergang der Aktienmajorität von Opel an General Motors. Wie Geheimrat von Opel auf Anfrage des W.T.B.-Handelsdienst erklärt, find die Rachrichten, wonach 51 Prozent des Aktienkapitals der Adam Opel A.-G. an General Motors übergehen sollen oder bereits übergegangen seien, vollkommen aus der Luft gegriffen. • Adlerwerke vorm. Heinr. Kleher A. - G., Frankfurt a.M. In Frankfurt wird ein Zusammenschluß der Aktionäre der Adlerwerke erstrebt, die die etwaige Zusammenlegung des Aktienkapitals der Adlerwerke ablehnen. * Reue achtprozentige Anleihe der Stadt Kassel. Wie die Preußische Staatsbank (Sechandlung) durch den Amtlichen Preußischen Pressedienst mitteili, wird die neue acht- prozentige Anleihe der Stadt Kassel von 6 003 000 Mark durch ein unter ihrer Führung stehendes Bankenkonsortium in der Zell vom 24. bis 31. Januar zum Kurse von 93 Prozent zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt werden. Die Anleihe lautet auf Feingolbbasis. ist reichsmündelsicher und wird spätestens bis zum Jahre 1950 in jährlichen Raten zuzüglich der ersparten Zinsen getilgt. Die Stadt Kassel ist berechtigt, vom Jahre 1934 ab eine Verstärkung der Tilgung oder eine Gesamtkündigung der Anleihe vorzunehmen. “ Zahlungsschwierigkeiten der Baldur Pianoforte-Fabrik A.-G. Die Baldur Pianoforte-Fabrik A.-G., Frankfurt a. M.,hat bekanntlich in der Generalversammlung vom 27. Juni 1928 die Herabsetzung des Aktienkapitals von 505 000 Mark auf 105 000 Mark beschlossen. Diese Sanierung sollte bis zum 30. April d. I. durchgeführt werden. Runmehr ist die Gesellschaft in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Einer auf heute einberufenen Gläubiger- Versammlung werden verschiedene Vorschläge unterbreitet werden. Die Bilanz per 31. Dezember 1928 weist einen Verlust von 91 000 Mk. auf. e Freigabegelder für den Horb’ deutschen Lloyd. Wie W.T. D.-Handels- dienst hört, ist beim Norddeutschen Lloyd als erste Zahlung aus der amerikanischen Freigabe ein Betrag von etwas über 2 Mill. Dollar eingegangen, der im wesentlichen den Gegenwert der von der amerikanischen Regierung beschlagnahmten Hoboken-Piers nach Abzug der Hypothek und der nach gesetzlicher Vorschrift vorläufig einzubehaltenden 20 Prozent darstellt. In der Summe sind für Zinsen rund 500 000 Dollar enthalten. Das Verfahren wegen Entschädigung der beschlagnahmten Schiffe nimmt seinen Fortgang. Frankfurter Börse. F r a n k s u r t a. M.. 23. Jan. Tendenz- weiter erhall. — Zu Beginn der heutigen Börse konnte die sich schon an der gestrigen Abendbörse bemerkbar machende Erholung weiter fortsetzen. Ungünstige Momente lagen nicht vor, so daß die erneute Hausse an der gestrigen Neuyorker Börse, die weitere E r = Mäßigung des Berliner Privatdiskontsatzes sowie das Eintreffen einiger Orders vom Auslande eine Beruhigung und Befriedigung auslöste. Das Geschäft war jedoch nicht umfangreich und beschränkte sich zumeist nur auf Spezial- werte. Orders von Publikumsseite fehllen fast noch vollkommen, und bei der Spekulation war daher eine gewisse Zurückhaltung nicht zu verkennen. Abgaben von außenstehenden Kreisen lagen kaum vor, und das an den Markt kommende Material fand ohne Schwierigkeiten Unterkunft. Gegenüber der gestrigen Abendbörse gingen die Gewinne zirka bis zu 2,25 n. H. Im Vordergründe des Interesses standen vor allem Elektrowerte. Hier nahm verschiedentlich die Schweiz Material aus dem Markt. Auch Chade- a ttlen büßten 1,50 Mark ein. Am Chemiemarkt hatten I.. G.- F a r b e n kleines Geschäft, doch waren diese 1,5 v. H. gebessert. Holzverkohlung behauptet. Nach dem starken Kurseinbruch der letzten Tage bestand auch für Deutsche Linoleum eher Interesse mit plus 4 v. H. Am Montanmarkt traten H a r p c n e r mit plus 3,25 v. H. stärker hervor. Hier scheint immer noch die gesteigerte Kohlenförderung nachzuwirken, denn ein anderer Grund zur Bevorzugung dieses Papiers war nicht zu erkennen. Die übrigen Werte dieses Marktes waren vereinzell bis 1,5 v. H. fester, teil- weife sogar nur behauptet. Am Automarkt wurden in Da i m 1 e r Jnteressenkäufe bei einer Steigerung von 2,4 v. H. vorgenommen. Einige Nachfrage bestand in Nachwirkung der ersten eingegangenen Freigabegelder bei Norddeutscher Lloyd. Weiter für Schiffahrtswerte bei einer Besserung bis zirka 1 v. H. Bon B a n k w e r t e n waren nur Reichsbank mit plus 2,5 v.H. bevorzugt. Renten still. Nach den ersten Kursen wurden ver- chiedenttich Realisationen, aber auch weiter kleinere Deckungen der Spekulation vorgenommen, und es traten Schwankungen, die sich in kleinstem Rahmen hielten, ein. Das Geschäft war ziemlich klein, die Kurse blieben gegen den Anfang gut behauptet. Am Geldmarkt mar Tagesgeld zu 4,5 v. H. unver- ändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2076, gegen Pfund 20 405, London gegen Kabel 4,8498, gegen Paris 124,08, gegen Madrid 29,69, gegen Mailand 92,70, gegen Holland 12,0990. BerUuer Börse. Berlin, 23. Jan. Schon im gestrigen Abendverkehr waren Kursbesserungen die Regel. Nachdem Einzelheiten über die Insolvenz der Berliner Bankfirma G. Löwenberg & Co. bekannt geworden waren, betrachtete man die Lage für die Börse etwas ruhiger und schritt zu Deckungen und Rückläufen. Trotzdem war die Nervosität der Börse auch heule noch nicht von der Börse genommen, obwohl die Kurserholungen im heutigen Vormittags- verkehr weitere Fortschritte machten. Günstig aufgenommen wurde der Beschluß des Verwallungsrats der Deutschen Reichsbahn G. m. b. H., vorläufig keine neue Anleihe aufzulegen, auch der feste Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse regte an. Die Spekulation blieb aber vorläufig noch recht zurück- hallend, und erst als am Markt das vorliegende Material ziemlich glatt Aufnahme fand, schritt sie auch verschiedenllich zu Deckungen. Die ersten Kurse brachten im Durchschnitt Abweichungen von 1 bis 3 o. H., wobei die Gewinne überwogen. Für den Schiffahrtsmarkt regte die Freigabezahlung an den Norddeutschen Lloyd etwas am Elektrowerte konnten sich bis zu 5 v.H. bessern, wobei Schweizer Käufe angeblich eine Rolle spielten. Die Führung hatten hier Bergmann, RWE. und S ch u tf e r t. Sonst waren noch Kunstseiden- a k t i e n 5 resp. 7 o. H. höher, und von Nebenwerten Daimler, Stöhr, Deutsche Atlanten stärker gesteigert. Durch schwache Haltung fielen Maxirnilianshütte mit minus 3 v. H. und Berger mit minus 5 v. H. auf. Deutsche A n - leihen ruhig. Ausländer uneinhelllich. Bos- nier, Anatolier und Mexikaner aber schwächer. In diesem Zusammehang ist auf eine starke, angeblich englische Nachfrage für Diamond Sher (23 bis 24) hinzuweisen, wobei man von einer Fusion mit einem Unternehmen einer verwandten Branche sprach. Pfandbriefmarkt ruhig, ßi- quidationspfandbriefe und Anteile eher schwächer. Der Geldmarkt lag bei unveränderten Sätzen weiter leicht. Tagesgeld 3,5 dis 6 v. H., Monatsgeld 7 bis 8 o. H., Warenwechsel etwa 6,25 v. H. Im Verlaufe kam die Nachwirkung der schwachen letzten Tage mehr zum Ausdruck. Die Umsätze ließen erheblich nach, das Geschäft beschränkte sich nur auf berufsmäßige Spekulation. Ablösungsschuld für Neubesitz wurden im Verlaufe bei steigenden Kursen lebhafter gehandelt. Auch sonst konnte man erneute Kursgewinne bis zu 3 v. H. feftfteüen. Svenska plus 3 Mk. Franksurtor üfctrcit^tsönc. Frankfurt a.M. 23. Jan. Am Produkten, markt war zum heutigen Hauptmark die Tendenz weiter feft Das Geschäft blieb jedoch ziemlich fleht Die höheren Auslandnotierungen boten jedoch eine Anregung, so daß die Händler in einzelnen Ge- treidearten zu größeren Deckungen schritten. Vermehrtes Interesse bestand für Weizen, sowie Weizenmehl. Auch Roggenmehl war im Einklang hiermit etwas gefragt, während Roggen selbst eher vernachlässigt blieb. Am Futtermittelmarkt war noch Interesse für Roggenkleie und für Mais für Futterzwecke vorhanden. Es wurden notiert: Weizen 24. Roggen 23,50; Sommergerste für Brauzwecke 24,50 bis 24,75; Hafer, inländischer, 23,50 bis 23,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 23,50 bis 24; Weizen mehl, suddeutsches, Spezial 0, 33,50 bis 34; Rogaen mehl 30,50 bis 31,25; Weizenkleie 14; Roggenkleie 14,75 bis 15 Mark. Tendenz: fest. Bücheriisch. — Gotthold Ephrairn Lessi n g. „Den!- inäler der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung". 63 Seiten 8°. Kartoniert 0,60 Mark, Ganzleinen 1,50 Marl — H. älnikvwer: Der Rhythmus im deutschen Wort. Eine naturgemäße Begründung oer deutschen Rechtschreibung. 34 Sellen 8°. Verlag von Adolf Bvnz & Comp., Stuttgart 1929. Preis 80 Pf. (13) Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Vera:llwortung.) Zur Umlegung der Müllabfuhr, und Sttaßevreinlguvgsgebühre». Angeregt durch die von juristischer Seite in Nr. 13 des „Gießener Anzeigers" vom 16. Januar gemachten Ausführungen fei mir als alteingesessenem (Bie- ßener gestattet, kurz einiges über die geschichtliche Entwickelung der Müllabfuhr und Straßenreiniguna auszuführen. Aellere Gießener dürften sich wohl noch entsinnen, daß frittier auf jedem Grundstück eine Müll grübe ober eine sonstige Vorrichtung vorhanden war, in die der in den Haushaltungen aufkommende Müll entleert wurde. Von Zeit zu Zeit ließ der Hauseigentümer den angesammelten Müll auf eigene Rechnung entleeren. Später übernahm dann die Stadt die Abfuhr des Mülls in eigene Regie. Daß von feiten der Stadt die Arbeit ohne ©egenteiftung übernommen wurde, ist wohl nicht anzunehmen, jedenfalls wurden die entstandenen Unkosten in bie allgemeinen Abgaben einkalkuliert. Der Hauseigentümer wiederum hielt sich dadurch schadlos, daß er die Mieten entsprechend höher festsetzte. Aehnlich ist die Sachlage bei der Straßenreinigung. Auch hier dürften sich die älteren Gießener erinnern, daß früher die Reinigung der zum Anwesen gehörenden Straßenanteile durch den Hauseigentümer erfolgte, bis dann die Stadt diesem bie Arbeit abnahm. Die Kosten hierfür sind wiederum in die allgemeinen Abgaben einkalkuliert worben, während der Hauseigentümer sich durch Höherfest- setzung der Mieten entschädigte. Jedenfalls wurde beiden Punkten bei der Festsetzung der Mieten vor dem 1. Juli 1914 hinreichend Rechnung getragen. Da sich nun die heutigen Mietpreise auf bie am 1.3uli 1914 gültigen Friedensmieten aufbauen, trägt also meiner Auffassung nach der Mieter bereits die Kosten der Müllabfuhr und Straßenreinigung. Ich weiß nicht, ob die Stadtväter, die io zum großen Teile feine alteingesessenen Gießener sind, diesen Umständen bei bem bekannten Stadtverordnetenbeschluß Rechnung getragen haben. Jedenfalls erscheint es grotesk, wenn nun auf einmal eine Ortssatzung beschlossen wird, wonach neben der 120prozentigen Friedensmiete die Umlegung der genannten Gebühren, die nun aus den allgemeinen Abgaben herausgenommen und als besondere Gebühren erhoben werden, erfolgt. Mit dem gleichen Recht könnte dann auch ein Beschluß herbeigefuhri werden, daß die Kanalreinigungsgebuhr ebenfalls umgelegt wird, denn hier liegt der Sachverhalt ebenso wie bei der Müllabfuhr und Straßenretm- gung. Ich erinnere nur die alten Gießener an die „berühmten Tonnen", die früher die Winkel zwi- schen den Häusern schmückten. Diese mußten die Hauseigentümer durch einen Oekonomen abfahren und entleeren lassen. Ich hätte eigentlich von unseren Stadtvatern erwartet, daß sie das ohnehin bestehende gespannte Verhältnis zwischen Hausbesitzer und Mieter nicht noch durch die Umlegung von Steuern und @e> bühren unerträglicher gestalten, um so mehr, als sich sicher ein Weg gefunden hätte, die erhöhten Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühren in die all- gemeinen Abgaben einzubeziehen. Ein alteingesessene rGießene rMiet er, dessen Großvater und Urgroßvater selbst Hauseigentümer waren. Berlin Frankfurt a. M öchlutz-s fiurs | Kur, 22. I j 23 1. | 22. I 129 129,& 131 Devisenmarkt Be-Un—Frank' rl a. HL Telegraphische Auszahlung. 52.25 54.6 56,5 79,9 144 3 Banknoten. Die hinter den 8 3 10 3 -2 JO 212.5 14?,5 65 110 10 15 12 IS 14 II IS . 1 . 0 . s 10 . 0 , 3 . « ° 0 . 6 U • 0 80 I 217.75 I 118 273.25 195,5 129 295 245 474 427 271 193 128 113,13 51.23 45 75 55,5 220 41 93 280 130 | 134.75 | 178 145 25 102. j 24,5 102,6 125 213| 146,75 | Phlluw i'oymaun . Heidelberger CemnN . . iernent Äadftabt . . . ffiaUfe ft Freitag .... SckultdeiS $a6enMH . Cftoerte . . , . Ser. Glanjftoy . • Bemberg SH Daldbül - . . H AlckaticnbMS - ttenbutfler SBaifee 295 ■246 477 434 273 193,5 128.5 214,5 54 46.25 55,5 221,5 4t 94 282 65 109 । :7 t. 25 194.5 Dessauer Gas Daimler Motores Demag - - Sbterwerle fttenee . Ludw. Loewe - . . Rat. Automobil . . Orertftein ft RoDÖd Leonbard Tietz Bamag-Meauiv . • ,^«mks. Maickma» . Sritzner - • Hevtigenttaebl • « Iungvans - • « fiedi inerte - ° » •SRarattahroed» . « Miag » • « 97etaNulm« . . , 'Beteti IXntos . . < Hebr. Roeder . . , Sotflt 4 txrefh« . Stob- Luck« - - Schlich-! 1-Uhr- Sch.tch i An,ang Kurs | Kui» Sur» j finra | 23. 1. Datum: "T io Kurszettel der Berliner und Franksurter Börse. ifübtten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — ReichSbankdiSkont 6,5 Prozent, Lombardzmsfuß 7,5 Prozent.. Hronzviische uoien..... Holländische Noten . » , . • Italienische Noten .♦..»• Norwegische Noten - _ - - - Demsch-Oesterr, 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten - • Ungarische Noten 8 iti,42 .8,70 12,44 12,50 73.12 . 73,42 rnnikhin c. M | Berlin JranMurt a. M Berlin Schluh-i flute ; -Uhr- Kur, Schub-! ft’ir» | Uniang flur* Schluh. 9 irr •> .Uhr- Aurs Schujj^ A»r» | Ansang Kur« Datum 22 1. | 23. 1. 22. t. 23. t. Damm: | 22. 1. 23. 1. 22. 1. 23. t. Di »elch«anleihe o 1627 Di. anl.-Äbldl.-StiulB mü «Mi- los.-Rechlen Desgl ohne Suslo>.-Rechle . . ?% Franks Vnv -Bk Soldvi. to- kLnbbcn bis 1932 4H% «betnische Hvv^Bant Si- Avlbvs- V.E.S aba 8otfnegN€68aattDn. rüÄahlbcn 1932 6% Schwerz Äuadtib.-Soi.. 4% Cefterreldiiidie Oolbrte.. . 4^0% Deüen Silberne. . . 4% Cetterretd) ein beit! Äte. . 4% ünganlche (Solbrte. 4% Ungarische Staattr. b. 1910 VA% oe»gl von 1913 Ungarische LronenNe.. 4% Eürl. goUanleibe o. 1911 . 4% Türtische Bagdadbadu-Dil.. Serie 1 4% besgl Serie II ... 4% tRumänen conveN . . • Rumäne» (Bolbanl ernt 1913 QDg Deutsche Eiiea'xcha . Lamdurg-Ämerito Safet ... 8 Hamb -SObam Damvssch. • • 8 Hansa Damvischiss . . . IC Norddeutscher Llovd - - 8 Allg Deutsche Lredila-V. . • 10 8 arm et Bonfverein • 1( Berlinei t>aneel«fleieffidu U Sommers- und Privat-Lau! U Darrnli u Nationalbau! V Deutsche Ban! ■ - 1£ Ditkonro-iKeseMchalt tot. ■ U> Dresdner <8an! . . 1' vttneldeutsche 6zebt»axl . . • üteinlltanf . Oj&bSten! . . 11 87.35 | 53.65 14,75 90 81,4 33.25 3 2 26,_6 - 1,95 12 12 9,25 20,2 128 125 139.25 '94 -77 169 164 169 135.5 o04.5 »iL.if l ui. i^i111111 । ‘ 1 »-■ 1 87.5 53,75 14,1. 33,4 3,3 46,5 25,9 2 12,1 12 12,1 20 126.25 174 163.75 143.5 139.65 144,9 «8.75 lu4 476.5 .69 164 169 M.» 131 ■-09. i, 53,75 14 2,05 137.6 164 123,4 139.5 1 14d 228.5 194.5 477 69.2a 1 4.25 I69.7o 205.5 130.5 1306.75 6LIS.1». 6 Bergmann....... . 9 (Helft. Lies erring«.....10 Licht unb Iftasl ...... 10 Selten 4 Guilleaume.....6 Ges. f. (Helft. Unlenu. ... 10 Hamb, eicht. Gerts . . • . 10 «Hein. ©ettt. . ......9 Echtes. Etekft. ...... 10 Schuckert . ..••••- 8 Siemens ft Haltts • • • • • 12 Dransradto ....... 8 öabmeoet ft Ä». >.•••• 10 Buderus ....... ö Deutsche Srdöt ....... 6 Essener ©teinloW -••••■ 8 tg elfenttrdiener ... t Ji3-< haroener ....... 6 hoesch Ellen. ....... 8 3He Bergbas........® Slöcknenverte ..••••••« Söln-Reuessen. ...... 9 Mannesmarm . ....... 8 Mansselder Oderschtes Eisevb. ved«4 . . . S Lberschtes. Sviswerte . . . S Phötiir Bergbau ■ 6% Rheinische ©tanntoW« . . . 10 •ftbetatoW t. % 3* VA «iebeck Montan ... »eremigte StaLUo. 6 OtaviMinen . . , . . tih »all SicherÄedeu.....U> SaN Westeregeln .... 10 «altoerf 6aUBrrtet» - - • 1Ä • ftorben.JcDetm ... Ü Donamit Nobel 8 LcheideanOaU .»•••■ 1 Goldschmidt ....... 1 Mütgetiwerte - .••••••< ®»e’anaete£Ittaft. » . ö 173 । 213 | 212.25 ! 141,5 224 388 171 123 132,5 405,5 103 124,75 110 93 274 130 96.75 68.75 278 •282,5 508 453,5 180 91,5 99.5 188.76 174,5 215.5 214.5 243, r 226.5 o9l 169.. 83.L 149,75 123.5 iu5,75 104,25 125.5 HO -3 275,5 Ul.5 »7.25 -79 ji i ! 255 •V 180 171.20 । 410.75 165 211.5 141,5 | 239.., i ,45 164 212 221 386.5 153 171.0 83.5 130 123 134.5 118,75 405.25 104 120 123.25 110 10. 107 03 274 130 v7 68.25 475.0 481,5 ö05,o 254,25 .19 90.5 99 174,0 2'4 164.25 413.75 140.7a 242 146 165.6 404 426 .89.25 151.tu 169,75 84,5 130 123.5 U >,75 U8.75 208.25 104 118.6 t.4.75 i09 7o 107.5 108 94.5 275,5 130.25 >>7 68,75 <76,5 <84.5 >06.5 1 -»0.25 | 99,25 22. Januar 23. Januar Lnriliche ’Jloti tuna Amtliche Geld tonerung Brie' 169,80 1,774 69.495 Geld Briet ihnfL-SRoU- Uuen^LtreS Brff^Aotw. ChrManta Sooenbaatn etodbolm feetfinoTorS- 168.53 । 1,772 >8.385 ! 168,87 1,776 58.505 168,46 1.770 58.375 112.04 112.14 113.33 112.26 112,36 112.5u 112,01 114,10 114.34 112.23 112,32 112.56 10,572 41.91 10,592 42.03 10,574 cl,b9 10,392 12,03 20.„86 20,426 40.„78 40,418 N eiw ott . • 1,2045 4,3145 1.20J0 4.2110 Paris.... 16.43 I6.4o 16.420 16.405 80,840 0,985 80,82 80,98 68,77 Svanteo - o8,63 »8,77 .8,63 <>nncm . . . '.913 1.917 1.913 1.916 Nio de gwr. 0.501 0.503 0.1015 0,50öS Sten tn D- Ctft- aboeft 09,055 59,175 53,045 59,165 '2,439 12,459 12,434 12,454 Belgrad • • 7,375 7.389 7,380 7,394 Sntajxft • <3,23 73,43 73,27 73.41 Bul arten .042 18,33 <,048 ,034 u,o40 Lissabon 18,37 18.43 18.47 Daniig . Pnnftautia. 51,46 2,045 81,62 4,049 81,45 2.055 81.61 2.059 SUben 5,435 5.445 j.44 3.45 6annbe 1.193 4.201 4.192 4.200 Uni MS . 1 4.29b 4,304 4.29o 4,304 e*» 20.907 20.947 20.903 -0.94S Berlin. 22. Januar '»eU> Br«' Sruerilatttiche No«» ..... 0X5 Belgische Nmen ....... J8.23 58,47 Dänische Note« ....... 111.88 112.32 Englische ....... 20.366 0.446 Äni9t!i1 k-S- -U- --'""WO., •2SSS& nfl BÜl Don unser« Berlin. 24.3 Die OeslenMlett und Menge Au wirtschast aus Mnn auch ovl bayerischen 2aue lind, eine gewiss der Hot der Det< nötige Mrhandn bei der Landwir nickt um ein b um eine nahmen zugunste des andern Ae Auswirkung schastlichen u handelt, unter öei doch die Klagen tigt. Die Verhältnis! sich die Landwii allen anderen bei Periode und noch hat es lmsängiil sachlich Unterricht nid für die spes legenden Derussst wände insbesonde Leite säst niemc widerlegt werde die Entschuli des ges amte Inflation,; bei pflegender i : Reihe von Jahr feil hätten schaf wand, der besc und großen lar hoben wird - billiger QIntyrud allein von a DoMgsausmaß i .Rentner, Hausbi ben 80 bis durch Inflation,1 tungsgeseh usw. leit als Kriegskc wie kann der hm sein Perm und Boden in Umsange erhalt rechtzeitig einen Uhes verkau ans dem Ausla, ;nwckgeströmten und Lauernstelle genug in der H iungsschulöen aw uurchzuführcu uni Ä -«r Einwand wäi u-chtdieKap hÄ ?"°°ndu ik'egsbesihes in tzals. also etw Me. wenn die Mo mit der § »Wü* wenn die d r .6o- wie die 1 eine toirfiij ^bige 6Qn suchen überL Sri« schwer a, SS »W Ml 8 Scfist Atzt, jo'tjS n SSSfc LQbrifQfp ‘ ’n iS 1926**6’ Bas- Unb der N 1927 h°°n etr NjU. , ej. Xn,,QnbiDirti, f'tt ^^stellt MiJinge Sd^er,1 I- a b i । t bjp g