5 tt 1 öS, GDI »2.^6?» Scy^BS-?'»2*' §" 5$ S $§*•>* ^»^2-vZ 2S3 *S®5-F*2£at<» W?M Z ■?ö!'o>'5 Äj a* = ^22. = ^® = = ?'» 8s?0 ^KZB-ZN-s :i;? E 2 'ica1*2 Q 's ^^=4 -■"< e z o 8? <■> 2 _,S &a? =:'t *5 ? 5 ,13=i^z==ia' 2.0-^ E = 2.^° =0 ■ 2 2.- « * 3 3 OD 3 ; 2.2:^ 3 2 ®e Vrovinzial-, Kommunal- i entiangloufen, werden dieses und im Frühjahr die betr. Bäume somit aphenleitunyen mit den Zäum«) sür den nächsten Heß. ’inben -es Kreises. unnbnadjung ortsüblid) »eß. Mei. [ ist zum Beigeordneten Mitglied des Wiesenvor- und verpflichte! worden, irde zum stellvertretenden . verpflichtet. Nr. 248 Erstes Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 22. Oktober 1929 Gr|d)e tm loglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im BUd Die Schalle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig sür Träger- lohn, auch bei Richter- scheinen einzclnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Vuch- und Zteindruckerei «.Lange in Sieben. Lchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrabe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- .':lameanzeigen van 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20"/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriat; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Radoslawow. Wenige Wochen vor der Vollendung seines 75. Lebensjahres ist nach sechsmonatiger schwerer Krankheit in der Berliner Charite der ehe- ntaltge bu g arische Ministeprä i ent Wassil Rado s l a w o w gestorben. Eine tiefe Tragik liegt über dem Abschluß seines Gebend, ja eigentlich über seiner ganzen Laufbahn. Er ist schon früh m die bulgarische Politik eingetreten, er war bereits Ministerpräsident, als Bulgarien nach Absetzung des Fürsten von Battenberg sich einen reuen Fürsten suchte. Mit Ferdinand von SC d b u r g hat er sich zunächst nicht gestanden, ist sogar ins Gefängnis gewandert, aber der spätere König mußte ihn nachher doch holen, weil er der einzige Bulgare war, der genug Vertrauen bei der Bevölkerung fand, um nach dem Abschluß des Balkankrieges und des folgenden serbisch-rumänischen Kampfes gegen Bulgarien den Rückzug und den Verzicht auf die groh- bulgarischen Träume zu vertreten. Er ebensowenig wie König Ferdinand hat auf die Rache verzichtet, es war deshalb nur verständlich, daß er von dem Beginn seiner Ministerpräsidentschaft an auf die deutsche Karte setzte — er hat nicht umsonst in Deutschland studiert — und von langer Hand den Anschluß Bulgariens an die Mittelmächte vorbereitet; gewiß nicht um unserer schönen Augen willen, er wollte Rache haben, und er sah an der Seite Deutschlands die einzige Möglichkeit, den Serben und Rumänien die Beute wieder abzujagen, um die sie Bulgarien betrogen hatten. Der Erfolg schien ihm zunächst recht zu geben. Hm die Mitte des Krieges war Radoslawow der mächtigste und angesehenste Mann seiner Heimat, aber er hat die Widerstandskräfte seines Volkes doch Wohl überschätzt. Schließlich standen die Bulgaren fast zehn Jahre hintereinander im Krieg, die Friedenssehnsucht war also groß, und die russenfreundlichen Strömungen waren von Radoslawow nur vorüber- gehend ausgeschaltet. Sie wagten sich in den Vordergrund, als England und Frankre.ch mit großen Versprechungen für den Fall eines Abfalls Bulgariens hervortraten, Radoslawow wurde gestürzt, der Widerstand an der Salonikifront brach zusammen, und Bulgarien ist fast schlechter noch als Deutschland von den Siegern wie von seinen Rachbarn behandelt worden. Dafür hat Radoslawow büßen müssen, er ging ebenso wie König Ferdinand außer Landes und lebte seit 1920 in freiwilliger Verbannung in Berlin. Ratürlich wurde er auch vor den Staatsgerichtshof gestellt. Ein Gewalturteil verdammte ihn zu lebenslänglicher Haft und zur Erstattung aller Kriegskosten. Erst vor einem Vierteljahr wurde er amnestiert und hatte die stille Hoffnung, die letzten Jahre seines Lebens in seiner geliebten Heimat verbringen \\i können. Der Tod hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er ist im Exil gestorben. Er hat aber daran festgehalten, daß die Politik, die er lobte, für Bulgarien die richtige war, und das auch in einem großen Werk begründet. Begreiflich genug, wenn Bulgarien heute noch nicht die nötige Distanz gewonnen hat, um ihm gerecht zu werden. Aber ebenso sicher ist, daß einmal die 3eit kommen wird, wo alle bulgarischen Parteien in ihm den großen Patrioten verehren, der auf dem rechten Wege war. Genaiswahlen im Elsaß. Kein Erfolg der Aulonomiften. In Frankreich haben am letzten Sonntag Nach- roah len zum Senat stattgefunden. Sie haben einen leichten Ruck nach links gebracht, sind aber im wesentlichen für Deutschland ohne Interesse. Anders dagegen die Wahlen im Elsaß, die auch diesmal wieder im Zeichen einer scharfen Auseinander- setzung zwischen Autonomisten und Antiautonomisten standen. Die Heimatbewegung hatte den Abbe Haegy oorgeschickt, der im ersten Wahlgang nicht weniger als 433 Stimmen erhielt, während auf seinen Gegner, den Kandidaten der Nationalkatholiken, Dr. Pfleger, nur 324 Stimmen entfielen. Erst im dritten Wahlgang vermochte Dr. Pfleger die absolute Me h r h e i t auf sich zu vereinigen Das gelang aber nur mit Hilfe der So z i a I i ft e n , die fast restlos ihre Stimmen dem Nationalkatholiken gegeben hallen. Dr. Haegy ist also unterlegen, immerhin wurde doch fast ine Halste aller Stimmen zu seinen Gunsten abgegeben, was an sich schon ein recht schöner Erfolg ist, wenn man bedenkt, daß die Autonomisten nach wie fd)arfen Verfolgungen airsgesetzt sind unb bei jeder Wahlhandlung alle Parteien einschließlich ter Sozialisten gegen s i ch sehen. Es wäre wahrscheinlich nicht zu 'der Niederlage Haegys gekommen, wenn nicht der Straßburger Bischof Ruch den tm Elsaß recht beliebten Dr. Pfleger als Gegenkandidaten aufgestellt, und wenn die Pariser Regierung darauf verzichtet hätte, zwischen den einzelnen Wahlgängen die Wahlmänner in der stärksten Weise in ihrem ein ne zu bearbeiten. So kam denn schließlich ein Wahlergebnis zustande, das zwar den Autonomisten den Einzug in den Senat unmöglich macht, aber doch gezeigt hat, wie stark die Heimatbewegung im letz- ten Jahr geworden ist. * Zur Wahl Dr. Pflegers im Departement Oberrhein schreibt der „M a t i n“: Abbö H ae g Y, der Großmeister des Autonomismus, war Kandidat. Er gelangte in den beiden ersten Wahlgangen an die Spitze; im dritten lag das Schicksal rn den .Händen der Sozialisten. Aber um den mit dem Kommunismus verbündeten Autonomismus zu Oer Anleihe- und Monopolvertrag mit Ivar Kreuzer. Abschluß des Vorvertrags mit dem schwedischen Zündholztrust: Ein Zündholzmonopol für 50 Lahre. — Gewährung einer Anleihe von 500 Millionen Mark zu sechs Prozent. Eine amtliche Mitteilung. Berlin, 21. Ott (IBB.) Amtlich. Zwischen dem Reich einerseits und Herrn Ivar Kreuger andererseits ist heute im Reichsfinanzministerium ein Vorvertrag über eine im Zusammenhang mit der Neuregelung der deutschen Zündholzwirtschast tehende Anleihe paraphiert worden. Hebet die Grundlagen eines endgültigen Bertragsab- chlusses besteht volles Einverständnis. Einige Einzelheiten sind noch Gegenstand von Verhandlungen. Der Abschluß des Vertrages selbst wird in einigen Tagen erfolgen. Die Oeffentlichkeit wird sodann über den Inhalt des Abkommens eingehend unterrichtet werden. 0er Inhalt des Vertrags. Einzelhandelspreis der Zündhölzer auf 3v Pfennig erhöht. Stockholm, 21.Ott. (WB.) Die amtliche Schwedische Nachrichtenagentur verbreitet folgendes Kommunique des Kreuger-Konzerns: Lin endgültiges Abtommen wurde heute zwischen der deutschen Regierung einerseits und der S v e n s t a Tand st i ck 21. B. und der JL B. Binancieele 2H i j fireuger L Toll andererseits unterzeichnet, wodurch das Alleinrecht des Verkaufs und der Lin- und Ausfuhr von Zündhölzern innerhai ' Deutschlands der Deutschen Zündholz Verkaufs -A.-G. übertragen wird, welche ihren Namen später ändern wird. Die Dauer des Monopolvertrages wurde auf mindestens 32 und auf höchstens 50 Jahre festgesetzt. Diese Zeitspanne ist von der Rückzahlung der dem Deutschen Reich gewährten Anleihe abhängig. Während des Bestehens des Monopolvertrages dürfen in Deutschland keine neuen Z ii n d h o l z f a b r i k e n errichtet werden. Die eine Hälfte der Aktien der Monopolgesellschaft wird im Besitz der Svenska Tändstick A. B. und der International Match Corporation, die andere Hälfte im Besitz der deutschen Fabriken und der Rcichskreditgesellschaft sein. Die Produktionsquote der Zündhotzfabriken wurde so festgesetzt, daß die dem schwedischen Trust gehörenden Fabriken wie bisher etwa 65 Prozent und die deutschen Fabriken wie bisher 35 Prozent produzieren. Der Preis der Zündhölzer wird im Einzelhandel von 25 auf 30 Pf. erhöht werden. Die Inhaber der Aktien der Monopolgesell- schäft erhalten eine taufende Dividende von acht Prozent. Das Reich erhält 13 Reichsmark für die Kiste von 10 000 Schachteln, der eventuelle Nettogewinn wird zwischen dem Reich und den schwedischen Interessenten zu gleichen Teilen verteilt. Die N. V. Kreuger L Toll gewährt dem Reich eine A n - leihe von 125 Millionen Dollar auf SOJahre mit sechsProzeni Verzinsung und mit konvertierungsrecht zu pari nach zehn Jahren (Lmissionskurs 93 Prozent). Die Anleihe wird in zwei Raten gezahlt: 50 Millionen Dollar sieben Monate nach Inkrafttreten des Abkommens, 75 Millionen nach weiteren neun Monaten. Erste preffestimmen. Ernsthafte Inangriffnahme der Finanzreform gefordert. Berlin, 22. Qkt. (TU.) Zu dem vorläufigen Abschluß des Zündholzvertrages zwischen der Reichsregierung und dem Schwedentrust schreibt die „D. A. Z." (volksparteil.), das Geschäft, so betrüblich es für das Prestige des Reiches sei, wäre hinzunehmen, wenn gleichzeitig eine grundlegende Reform der Ausgabenwirtschaft vorgelegt würde. Aber davon sei nichts zu merken. — Die „Germa - n i a“ (Zentr.) sagt, dem Zündholzanleiheplan könne man bei allen sonstigen Bedenken nur dann die Zustimmung gewähren, wenn er einen ersten und von ihm untrennbaren Schritt zu einer entschlossenen Reichsfinanz- re form bedeute. Es müsse streng darauf geachtet werden, daß die Erträgnisse der Anleihe zu nichts anderem als zu der notwendigen Beseitigung der nun einmal vorhanderen anormalen Kassen- und Finanzlage benutzt würden. — Die „B ö rs e n z ei tu n g" (natl) meint, es bestehe die Gefahr, daß bei der gegenwärtigen Finanzwirtschaft jede Erleichterung nur zur Verschleierung der tatsächlichen Lage beitrage und somit zur Fortführung der Mißwirtschaft geradezu verlocke. — Der „B ö r f c n - Cu r i e r" (dem.) sagt, diese Monopolanleihe sei ein Zeichen der düsteren finanziellen Lage Deutschlands, die nicht zuletzt die Folge der langen Passivität und der unzulänglichen Maßnahmen der Finanzverwaltung sei. — Der „T a g" (Hugenberg) sieht in dem Vertrag den Beginn des Ausverkaufs deutscher Monopole, dessen Bedeutung nicht zu unterschätzen sei. — Das „Berliner Tageblatt" (dem.) bezeichnet den Vertrag als einen wichtigen Schritt zur Konsolidierung der Reichsfinanzen. — Der „Vorwärts" (soz.) sagt, im Falle der Schwedenanleihe erfolge zwar keine neue Ueberfremdung. denn an den Herrschaftsverhältnissen des schwedischen Kapitals in Deutschland ändere sich im ganzen nichts. Cs könne aber — und darin liegt zweifellos eine schwere volkswirtschaftliche Gefahr — die Verknüpfung von Moiw- polbedingungen mit öffentlichen Anleihevermittlungen zum System werden, mit dem Ergebnis, daß ganze Wirtschaftszweige, und nicht zuletzt Teile der öffentlichen Wirtschaft, unter ausländische Kontrolle gebracht würden. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion werde vor eine ernste Verantwortung gestellt sein. Ein Avftns der hessischen StaMegiernng. Darmstadt, 21. OIL (Wolff) Die hessi- sche Staatsregierung hat heute folgenden Aufruf an die hessische Bevölkerung erlassen: „Mehr als zehn Jahre hat die Bevölkerung am Rhein, hat das hessische Volk in Ungewißheit auf die Stunde der Befreiung gewartet. Für den Zusammenhalt des Reiches hat es geduldet und im stillen und zähen Kamps gerungen. Dieser Kamps hielt sich fern von großen Worten. Gewalt verschmähend, vertraute er auf den Sieg des Rechts. Darum hat die hessische Bevölkerung auch treu zur Politik der Verständigung gehalten, die jetzt vom Volksbegehren angegriffen wird. Der Kampf der Anhänger dieses Volksbegehrens läßt jede Berücksichtigung der hessischen Verhältnisse vermissen. Für das Land Hessen und die hessische Bevölkerung besteht ein besonderes Interesse an der Aenderung des bisherigen Zustandes. Auch der Voungplan belastet Deutschland schwer, aber bei weitem nicht so wie das bis heute gültige Dawesabkommen, auf Grund dessen Deutschland allein in den nächsten zehn Jahren 6V2 Milliarden Mark mehr zahlen müßte. Diese zehn Jahre sind aber für Deutschland von entscheidender Bedeutung. Der jetzige Zustand hindert das Reich, Ländern und Gemeinden erhöhte Steueranteile zu überweisen. Die Senkung der Realsteuern wird ohne Senkung der Reparationslasten bestimmt undurchführbar bleiben. Damit muß namentlich die hessische Landwirts cha st unddas hessische Gewerbe rechnen. Rach der Absicht der Reichsregierung sollen ferner die auf Grund' des Dawesplanes alljährlich von der Landwirtschaft aufzubringenden Rentenbankzinsen künftig restlos sortsallen. Diese Erleichterung würde in Hessen in erster Linie den kleinen und mittleren Landwirten zugute k o m m e n. Härter als jedes deutsche Land -wurde Hessen auch durch die Besatzung getroffen. Aus seinen Schultern liegt heute die Hauptlast deck Besatzung. Run besteht die Möglichkeit des Abmarsches. In kürzester Frist, am 30. Juni 1930, soll kein fremder Soldat mehr auf deutschem Boden stehen. Rahezu fünf Jahre früher, als nach dem Versailler Vertrag, würde also auch für die rheinhesfische Heimat die Stunde der Befreiung schlagen. Dies alles soll nun verhindert werden? Wir wenden uns an die politische Einsicht und den gesunden Sinn der hessischen Bevölkerung: Kein Hesse, der seine Heimat wirklich liebt, kann solchem Unternehmen Beihllse leisten. Die hessische Bevölkerung hat in allen ihren Schichten ihre deutsche Gesinnung durch opferbereite Tat bewiesen. Sie wird sich dagegen zu wehren wissen, daß Politiker oXne Verantwortung die Arbeit für die Befriedung und Befreiung stören und unser Land wie beim Ruhrkrieg erneut in schwere Wirrenstürzen wollen. Die hessische Bevölkerung hat im Abwehrkampf zur Separatistenzeit über alle Partetgrenzen hinweg sich zusammengefunden. Sie muß es zurückweisen, daß in diesem Volksbegehren d i e persönliche und politische Ehrenhaftigkeit der deutschen Befreiungspolitiker verdächtigt wird. In der festen Ueberzeugung, damit dem Wohl des ganzen Hessenlandes zu dienen, fordern wir deshalb alle Hessen, Männer und Frauen, auf, mit uns gemeinsam dem Volksbegehren ihr ^Rein" entgegenzusetzen. Wer für das Volksbegehren eintritt und sich in die Listen einzeichnet, handelt gegen das ganze deutsche Volk und besonders! gegen Hessen und das Wohl seiner Bevölkerung. gez. Adelung. Kirnberger. Leuschner. Korell. Was koste! «ad wer bezahlt das Volksbegehren? Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 22, Oft. Im Zusammenhang mit den politischen und wirtschaftlichen Diskussionen über das Für und Wider des Bolksbegehrens erscheint es auch notwendig, einen Ueberblick über die Kosten dieses Bolksbegehrens zu gewinnen. Dem Staate selbst erwachsen nur dann Ausgaben, wenn es den Veranstaltern gelingt, das Volksbegehren durch- z ii b r i n g c n. Zunächst sind die Beran ft alter verpflichtet, einen bestimmten Betrag, der sich um 100 000 Mark herum bewegt, für die Durchführung des Volksbegehrens zu hinterlegen. Gelangt das Volksbegehren zur Annahme, so erhalten die Veranstalter den hinterlegten Betrag zurück. Auch bei diesem Volksbegehren ist beim Reichsministerium ein bestimmter Betrag hinterlegt worden. Die Verteilung der Kosten im Falle der 2lnnahme des Volksbegehrens erfolgt in der Weise, daß auf Grund der Bestimmungen des § 44 des Gesetzes über den Volksentscheid und des § 42 des Reichswahlgesetzes 4/s der Kosten z u Lasten des Reiches gehen, wärend 1/s der Kosten di e Gemeinden zu tragen haben. Zunächst haben die Gemeinden auf Vorschußkonto zur Durchführung des Eintragungsverfahrens die notwendigen Beträge auszuwerfen. Später erfolgt dann die Rückzahlung durch das Reich. Die Kosten für die Veranstalter selber lassen sich nur schwer schätzen, sie richten sich ganz nach dem Aufwand, der von ihnen getrieben wird. Als Maßstab mögen hier die Kosten des Volksbegehrens über die Fürstenenteignung für die Sozialdemokratische Pnrtei im Jahre 1926 dienen. Damals hat die So- zialdemvkratische Partei nach authentischen Angaben für Versammlungen, Flugblätter, Plakate und Hilfskräfte Ausgaben im Betrage von 512 000 Mark gehabt. Sie hat 12 846 Versammlungen abgehalten, 24 Millionen Flugblätter, 8 Millionen Handzettel und über 2 Millionen Broschüren zur Verteilung gebracht und 300 000 Einzeichnungslisten Herstellen lassen. Der Kostenaufwand wäre damals noch erheblich größer gewesen, wenn die Werbearbeit nicht zu 99 v. H. ehrenamtlich geleistet worden wäre. Es ist berechnet worden, daß die Kosten für den Volksentscheid etwa 1,5 Millionen Mark für die Partei betragen hätten, und die Kosten für Volksbegehren zusammen mit Volksentscheid 2 Millionen Mark. Dabei sind freilich noch nicht miteingerechnet die Kosten, die der Kommunistischen Partei durch ihre Aktion erwachsen sind. schlagen, haben die elsässischen Sozialisten, die stets bewiesen haben, daß sie der französischen Sache zugetan sind, nicht gezögert, für den national-katholischen Kandidaten Dr. Pfleger zu stimmen. Dieser wurde unter den Klängen der Marseillaise ge- wählt. In ihrem Aerger haben die Autonomisten die Waske fallen lassen und die Rationalhymne ausgepfiffen. Das ist eine magere Belohnung für einen bezeichnenden Mißerfolg." Die Haltung der Sozialisten, die die Wahl Dr. Pflegers allein besiegelte, wird auch von dem offiziellen Organ der Sozialistischen Partei „Le Popu- laire" gutgehelßen. Es schreibt: „Unsere Genossen haben recht getan, und die ganze Partei wird ihre Haltung billigen." Wechsel in der italienischen Botschaft in Berlin. Berlin, 22. Oft (Priv.-Tel.) Der italienische Botschafter GrasAldoorandi-Marescotti hat einen Urlaub angetreten und wird nicht mehr auf (einen Posten zurückkehren. Gleichzeitig mit dem Botschafter sind der bisherige Botschaftsrat Rocco und die drei Botschaftssekretäre von Berlin abge- rufen worden. Dieser Wechsel hat auf die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und Italien, die nach wie vor korrekt und freundschaftlich sind, keinerlei Auswirkungen. Es handelt sich vielmehr um eine Maßnahme, die auf Differenzen verwaltungstechnischer Natur zwischen der Botschaft und der römischen Zentralbehörde zurückzuführen sind. Unter den Kandidaten für die Nachfolgeschaft Graf Aldovrandis, der sein Land seit März 1926 in Berlin vertrat, wird der italienische Botschafter in Moskau, Dittorio Cerruti, genannt. Laut „Vorwärts" erfolgte die Abberufung des Botschafters, weil vor kurzer Zeit auf bisher ungeklärte Weise der geheime diplomatische Zifferschlüs- s e l der italienischen Botschaft entwendet wurde. Oie Eintragungen zum Volksbegehren. Berlin, 21. Oft. (WTB.) In Großberlin wurden am 19. und 20. Oktober zusammen 40111 Eintragungen zum Volksbegehren vorgenommen. Mit ben Eintragungen an den Vortagen haben sich in Großberlin insgesamt 93 829 Personen in die Listen eingezeichnet. In Köln haben stch bis einschließlich Sonntag 1787 Stimmberechtigte für das Volksbegehren eingetragen. Die Eintragungen betrugen bis Sonntag in Düsseldorf 2791, in Bonn 820, in Koblenz 332, in Essen runb 1000. Während in den Städten unb im Westen überhaupt die Eintragungen nur sehr schleppend vor sich gehen, meldet die deutschnationale Pressestelle stärkere Beteiligung auf dem Lande, namentlich in den Provinzen Ostpreußen, Pommern, Brandenburg, Riederschlesien und Hannover. OasVolksbegehreninBayem München, 21.Ott. (WB.) Ein den Befürwortern des Volksbegehrens nahestehendes Münchener Blatt hatte die Frage gestellt, wie sich die bayerische Regierung zu der in Preußen gehandhabten Disziplinierung von Staatsbeamten und Staatsange st e l l t e n, die das Volksbegehren Unterzeichner!, verhalten wird. Dazu äußert die ^Bayerische Staatszeitung": Die bayerische Staatsregierung hat nach Lage der Dinge noch gar keine Veranlassung gehabt, von sich aus zu der Frage Stellung zu nehmen, wie sie in der ganzen Angelegenheit als geschlossenes Ganzes überhaupt nicht hervorgetreten ist. Wir glauben auch nicht, daß in maßgebenden bayerischen Kreisen die Absicht besteht, in irgendeiner Form aus der bisher geübten Reserve hervorzutreten. Es darf in diesem -Zusammenhang noch bemerkt werden, daß die Entscheidungen des Reichsdisziplinarhofes für Bayern nicht maßgebend sind, da in disziplinären Angelegenheiten in Bayern der Bayerische Disziplinarh-of selbst entscheidet. Zungdo und Volksbegehr. Berlin, 21. Olt. (Priv.-Tel.) 3n einem Aufruf des Hochmeisters Mahraun zum Volksbegehren heißt es, das Volksbegehren Hugen- berg, Hitler, Seldte habe eine maßlose Demagogie entfesselt. Selbstverständlich richte sich diese Hetze auch wieder gegen die nationalen Dolks- kreise, die aus tiefem Verantwortungsbewuhtsein die Beteiligung am politischen Wahnsinn des Volksbegehrens ablehnen. Diese richte sich auch wieder gegen den Iungdeutschen Orden. Die Agitatoren verstiegen sich zu der Beschimpfung, daß jeder, der sich bei dem Volksbegehren nicht einträgt, ein Feigling und Landesverräter sei. Solche Methoden der Demagogie seien geeignet, die nationale Bewegung vollends zu zerstören. Unter diesen Umständen mache der Hochmeister allen jungdeutschen Meistern zur Pflicht, ihrrn jungdeutschen Einheiten möglichste Zurückhal- tung bis zur Beendigung des Volksbegehrens aufzuerlegen. Insbesondere dürften sich jungdeutsche Redner, die in der Verteidigung des Ordens auftreten, auf keine Debatten darüber, ob der Boung-Plan oder der Dawes-Plan besser sei, einlassen. Der Iungdeutsche Orden bekämpfe beide Tributdiktate. Das Volksbegehren lehne er ab, weil es ein untaugliches Kampfmittel gegen diese Tributdiktate sei. Der Iungdeutsche Orden stehe in Reserve. Er sei sich seiner Pflicht bewußt, am Tage der sicheren Riederlage des Volksentscheides zur Rettung der nationalen Bewegung aus seiner Reserve hervorzutreten. Heute Verhandlung vor dem Staatsgerichtshof. Leipzig, 21.Oft (WB.) In der verfassungsrechtlichen Streitsache der Fraktion der deutschnationalen Dolkspartei im preußischen Landtag gegen das Land Preußen wegen des Verbotes derTeil- nahme der Beamten am Volksbegehren hat der Vorsitzende des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich mündliche Verhandlung über den Antrag aufErlaheinereinstweili- gen Verfügung und eventuell zur Hauptsache, nämlich die Entscheidung über die dauernde Aufhebung des Verbotes selbst, auf Dienstag, den 22. Oktober, um 10i Uhr vormittags an- bcraumt. Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reick wird wie folgt besetzt sein: Vorsitzender: Reicysgerichtspräsident Dr. B u m k e , Beisitzer: Reichsgerichtsräte Triebel, Hagemann und Schmitz, >roethuysen, Luxem. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident hat auf Vorschlag des Reichswehrministers den wegen Mordes zum Tode verurteilten und später zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten Landwehrmann T r o ch e nach zwölfjähriger Strafverbüßung begnadigt. Troche hatte 1916 nach einer schweren Verwundung seinen Urlaub überschritten und war dann wochenlang umhergeirrt. Bei dem Versuch, sich durch Diebstahl'Nahrung za verschaffen, beging er einen Totschlag, den das Kriegsgericht 1917 mit Hi Jahren Zuchthaus ahndete. Das Oberkriegsgericht sah das Verbrechen als Mord an und verurteilte ihn in der Revisions- Verhandlung zum Tode. Der Deutsche Postverband (Mitgliedschaft des Bundes deutscher Zivilsupernumerare) hält vom 21. bis 24. Oktober in Berlin seinen 42. Der- bandstag ab. Der erste Derbandsvorsitzende, Oberpostinspektor Schneider, führte Klage über die Vernachlässigung der oberen Postbeamten, die trotz erhöhter Dienstanforderung sozial herabgedrückt worden seien. Das System der automatischen Ausrückung habe sich als nicht ausreichend erwiesen, da diese nur da eintrete, wo eine Rorm nicht erreicht sei. Eine Aenderung deS Besoldungsgesetzes wäre nach einer Erklärung deS Reichspostministers einstweilen nicht zu erwarten. Die Postbeamten konnten sich aber mit den verschiedenen Regelungen des neuen Besoldungsgesetzes nicht einverstanden crfiären. Die Frage der Oberprüfung sei noch immer nicht gelöst. * Der ehemalige Reichskanzler Fürst Bülow ist von einem leichten Schlaganfall betroffen worden, der besonders die linke Seite in Mitleiden- schäft gezogen hat. Die Rachricht von der Erkrankung ipar bisher auf feinen Wunsch geheimgehalten worden. Fürst Bülow hat den Anfall verhältnismäßig gut überstanden. Dem Kranken ist strenge Ruhe verschrieben. Der linke Arm ist völlig unbeweglich. Bei dem hohen Alter des achtzigjährigen Patienten schließt auch der bisher günstige Verlauf der Krankheit Lleberraschungen nicht auS. ♦ Pvincars hat sich der seit längerer Zeit angekündigten zweiten Operation unter- »vgen. Die Operation ist gut verlaufen. Der von Oberverwaltungsgerichtsrate burger und Dr. Otto. den Aerzken ausgegebene Krankheitsbericht bezeichnet den Zustand Poincarss als sehr zufriedenstellend, das Allgemeinbefinden des Kranken sei ausgezeichnet. Die staatliche politische Verwaltung hatte eine gegenrevolutionäre Organisation in der Heeresindustrie der Sowjetunion ausgedeckt, die eine Schwächung der Wehrfähigkeit zum Ziele hatte. Die Organisation setzte sich größtenteils aus ehemaligen hohen Offizieren der Zarenarmee zusammen. Die ehemaligen Generale Michailow, Wyssotschenski, Dymman, De- chanosf und Schulga wurden zum Tode verurteilt die übrigen Angeklagten mit Internie- k rung in Konzentrationslagern bestraft. Die Urteile sind bereits vollstreckt. Der achtundachtzigjährige ehemalige französische Ministerpräsident Clämenceau ist an einer Lungenreizung nicht unbedenklich erkrankt. Die Aerzte ordneten an, daß eine Krankenschwester die ganze Rächt über am Krankenbett Clß- menccaus wacht. Beim Verlassen der Wohnung bemerkte einer der Aerzte: „Zustand zufriedenstellend", der andere erklärte: „Wir woUen optimistisch sein, diese Rächt wird die Entscheidung bringen." Erste Erfolge der „Grünen Front". Erne Rede des Reichslandbundpräsidenien Schiele. Löwenberg, 21. Oft. (Tel.-lln.) In einer Landbundversammlung in Löwenberg (Schlesien) sprach Reichsminister a. D. Dr. h. c. Schiele über die Rot der Landwirtschaft und über das Volksbegehren. Durch Verschärfung des Ver- mahlungszwangsgesehes feit Anfang Oktober sei es endlich gelungen, der ungünstigen Preisentwicklung auf dem Weizenmarkt entgegenzuwirken. Das dürfe allerdings nicht darüber Hinwegtäuschen, daß hier weitere schleunige Mahnahmeln getroffen werden müßten, um die Zukunft des deutschen Weizenanbaues zu sichern. Ebenso sei durch die Erhöhung der vorgeschriebenen Zuckcrhöchstpreise und durch die Befreiung des Verfütterungszuckers von der Steuer einiges für den Zuckerrübenbau erzielt worden. Aber auch hier werde nicht geruht werden dürfen, um die Erhöhung des Zucker- Grundpreises auf mindestens 23 Reichsmark durchzusehen. Bei den Kartoffeln seien auf zollpolitischem Gebiet die vom Landbund gestellten Forderungen durchgesetzt worden. Wenn hier noch keine Wirkung der Maßnahmen zu spüren gewesen sei, so liege das daran, daß vom Reichsernährungsminister einige wichtige absahorganisatorische Maßnahmen bisher noch nicht in Angriff genommen worden seien. Auf dem Gebiete des Roggenbaues und der Entwicklung der deutschen Schweinemast müßten in der nächsten Zeit wichtige Entscheidungen herbeigesührt werden, um eine bessere Roggenpreisentwicklung zu sichern und gleichzeitig der Aufblähung der Schweinemast in den Roqgen- und Kartoffel-Ueberschuhgebieten des Ostens Einhalt zu gebieten und so eine Wiederholung der Schweinekrisis, wie in den Iahren 1927 und 1928 zu verhindern. In der Frage der Butter- und Rahmzölle sei in diesen Tagen den Forderungen der Landwirtschaft im wesentlichen entsprochen worden. Durch -öie Ausschuh- beschlüsse des Reichstages im Anfang dieses Monats sei auch für die Rinderwirtschaft die so notwendige Erhöhung des Zollschuhes erreicht worden. Die Kündigung des schwedischen Handelsvertrages gebe uns endlich die Hand frei, zur selbständigen Regelung unserer Agrar- zoll-Politik auf diesem und anderen Gebieten. Die e r st e Etappe des Kampfes der Landwirtschaft bedeute somit einen Erfolg. Andererseits habe bisher der einzelne Bauer nur außerordentlich wenig von den Maßnahmen bemerkt. Die Ursache dieser bedauerlichen Erscheinung liege zu einem großen Teil daran, daß der Ernährungsminister nicht mit dem erforderlichen Nachdruck und nicht mit der erforderlichen Beschleunigung die Durchführung der beschlossenen Maßnahmen und ihre Ergänzung auf absatzorganisatorischem Gebiete betrieben habe. Die vier Bauernführer hätten Minister Dietrich die Einigkeit des landwirtschaftlichen Beruf sstandes als Morgengabe für feine Amtstätigkeit entgegengebracht. Noch nie habe ein Ernährungsminister einen so starken Rückhalt und eine so günstige taktische Position gehabt, wie der Minister Dietrich. Leider habe aber der Minister die für ihn und seine landwirtschaftliche Erfolgpolitik günstige Lage nicht auszunützen verstan- den. Bei dem Volksbegehren handele es sich nicht lediglich um den Kampf gegen den Voung- plan, sondern daß man diesen Kampf als Anfangspunkt zu einer Reuorientierung der deutschen Außenhandelspolitik zu betrachten habe. In unserer gegenwärtigen außenpolitischen Lage und bei der völligen militärischen Machtlosigkeit Deutschlands lasse sich eine Politik der nationalen Selbstbesinnung und der Befreiung nur führen, wenn im Volke selbst eine stacke nationale Bewegung vorhanden sei. Darum fei der tiefere und letzte Sinn des Kampfes mit Hilfe des Volksbegehrens die Schaffung einer nationalen Front auf breite st erGrund- lage. Lieber die Enge der Parteischranken hinweg müßten die weitesten Kreise des deutschen Volkes für den Gedanken der Politik der nationalen Selbstbehauptung gewonnen werden. Lin Rekordsing des DoX über hem Zodensergebiel. Friedrichshafen, 21. Off. (WB.) Das Flug, fchiff „Do X“ ist heute vormittag bei herrlichem Wetter um 11.15 Uhr mit 150 paff agieren undlSMannVefahungzu einem dreiviertel- stündigen Flug über dem Bodenfeegebiet gestartet. 12.05 Uhr ist es glatt gelandet. Reben 30 p r e f f e- oer freier n und Filmleuten beteiligten sich 120AngehörigederDornierwerft, Alten- rhein, an dem Flug. Um 10.30 Uhr wurden die 150 Fluggäste zum Schiff gebracht, um in dem riesigen Rumpf platz zu nehmen. Als Besatzung befanden sich einschließlich des Jnformationsperfo- nals 19 Wann an Bord, so daß insgesamt 169 Personen in dem Flugfchiff Aufnahme gefunden hatten. Das Gewicht der Zuladung sowie das Abflugsgewicht sind zur Zeit noch nicht bekannt. Betriebsstoff wurde für etwa sechs Stunden an Bord genommen. Wenige Minuten nach 11 Uhr, nachdem der „Do X“ durch ein Motorboot in tieferes Wasser geschleppt worden war, wurden nacheinander die Maschinen in Gang gebracht. Innerhalb von drei Minuten liefen sämtliche zwölf Motoren. Darauf begannen die Rollmanöver, die etwa eine Viertelstunde dauerten. Um 11.25 Uhr ging das Fahrzeug in den Anlauf zum Start über. Schon nach 72 Sekunden löste sich das schwer belastete Flugboot normal vom Wasser und begann seinen Rekordflug, der etwa 40 Minuten dauerte und sich in zirka 350 m höhe über dem ganzen Oberste von Konstanz bis Bregen; erstreckte. Um 11.5/ Uhr traf „Do X“ wieder über Alfenrhein ein. Rach einer eleganten Schleife über der Dornierwerft wurde zur Landung geschritten. Um 12.04 Uhr setzte die Maschine nach ihrem so glänzend gelungenen Flug wieder auf dem Wasser auf. Mit Ueberbelaffung hafte eine Strecke von 1000 bis 1500 Kilometer zurückgelegt werden können. Ein erster Flugbericht. Friedrichshafen. 21. Oft. (TU.) Ein herrlicher Oltobermorgen bricht an. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir 8»/i Uhr mit dem Motorboot nach Altenrhein zum Start des „Do X“. Durch den herrschenden Ostwind ist die Oberfläche des Bodensees leicht gekräuselt. An dem klarblauen Himmel ziehen leichte weihe Wölkchen. Die schneebedeckten Gipfel des Säntis und des Altmann ragen aus den vorgelagerten Rebelwolken. Schon von ferne sehen wir den Riesenvogel „Do X“, der vor der Werst in der Sonne glitzert. Gegen 3/^10 älhr erreichen wir Altenrhein und werden von Direktor Berner begrüßt. Rach einem kleinen Imbiß werden die P a s s a - giere gewogen und um 1/t 11 Uhr beginnt die Lleberseyung mit zwei Motorbooten zum Ricsen- flugboot, das in seinen Massen einen überwältigenden Eindruck macht. 3/ji Ahr steigen wir vom Motorboot in das Unterdeck des Flugschiffes und gelangen durch das Zwischendeck jn den Passagierraum. Hier sitzen 150 Fluggäst e, darunter ein kleiner Iunge, wie im Kino und erwarten mit Spannung den Deainn der Vorstellung. Um 11 Uhr wird „DoX" vom Anker befreit und ein Motorboot bringt den (Riefen- Vogel in manoverierfähige Tiefe des Sees. 11.05 seht k^r erste Motor ein und dann folgt einer nach dem andern. Filmoperateure und Photographen begleiten uns, solange wir auf dem Wasser dahinrollen. Die zwölf Motoren mit ihren mehr als 6000 Pferdestärken erreichen immer größere Tourenzahlen und um 11.06 Uhr -beginnt der eigentliche Start. Schon nach 52 Sekunden schwebt „Do X“ m licht strahlender Höhe. Die Motoren brausen wie eine in vollen Akkorden tönende Orgel. Wir fliegen über Horn, Aroon, Romanshorn. Unter uns erscheinen Obstgärten und einzelne Häuser, dann wieder Boote, alles wie Kinderspielzeug. 11.38 Uhr finb wir schon über Kreuzlingen und Konstanz und fliegen über Staad nach Meersburg. Der Schatten unseres Flugbootes spiegelt sich im See und begleitet uns über herbstlich gefärbte Laubwälder, Wiesen und Weinberge. 11.42 Uhr fliegen wir über Mers- burg. Von Ferne grüßt der Gehrenberg und an seinem Fuße Markdorf. Inzwischen haben wir 17 0 Kilometer Geschwindigkeit erreicht und fliegen über Hagnau, Immenstaad, die Dornierwerke in Manzell und sind 11.48 Uhr wieder über Friedrichshafen. „Do X“ fliegt jetzt etwa 400 Meter hoch majestätisch dahin. Cs ist, als flöge man nur langsam durch den Luftraum und doch sind wir sehr rasch über Eriskirch, Langenargen, Wasserburg hinweg über der Insel Lindau. Wir fliegen jetzt am Pfänder vorbei, dessen Dergkamm schon mit Schnee bedeckt ist. Eine herrliche Aussicht in die österreichischen Alpen bietet sich hier, doch nur kurz, denn schon liegt die Rheinmündung unter uns und der alte Rhein mit seinen Sandbänken ist auch schon da. Um 12 Uhr sind _ wir über der Heimatwerft deS -Do X“ zurückgekehrt und es scheint, als komme der Spiegel des Sees näher. Iedoch unser Riesenvogel senkt sich langsam und um 12.07 Uhr sind wir wieder «auf dem Wasser. Größte Beachtung in England. Ein englisches Konkurrenzflugzeug in Auftrag gegeben. London, 21. Oft. (TU.) Der erfolgreiche Probeflug des „Do. X" mit 169 Personen an Bord findet in England die größte Beachtung. Die Abendblätter bringen in ihren Spätausgaben ausführliche Berichte an erster Stelle, in denen eine genaue Beschreibung des Verlaufs des Fluges gegeben wird. Die „E o e n i n g News" erinnert daran, daß in England die Höchstzahl der an Bord eines Flugzeuges mitgenommenen Personen 23 gewesen sei. Das Lustfahrtministerium habe aber nunmehr der Firma Short Brothers in Rochester den Auftrag für den Bau einer Maschine gegeben, die f a ft genau von den gleichenAusmaßen fein werde, wie der riesige „Do. X". Die Maschine werde für die Zivilluftfahrt erbaut. Die Erbauer hielten die Einzelheiten streng geheim. Das Flugzeug werde frühestens Ende nächsten Jahres für feine Probeflüge fertig fein. Die deutsche Konstruktion habe unzweifelhaft den Bau eines britischen Riesenflugzeuges beeinflußt, obwohl die englische Konstruktion verschiedene Sonderoorrichtungen aufweisen werde Das britische Flugzeug werde vielleicht ein Dreidecker anstatt eines Eindeckers werden und gleichfalls zwölf Mowren zwischen den unteren und mitt- Irren Tragdecken anstatt vorn und hinten an den oberen Tragdcckeu besitzen. Hiermit glaube man eine Erhöhung der Geschwindigkeit erreichen zu können. Ueber den Flug des „DoX“ sagt „Daily W a i l", es handele sich um den erstaunlichste« Flug, der bisher in der Geschichte der Eroberung der Lust zu verzeichnen sei. — „Daily Telegraph" sagt, wcnn Deutschland, wie es scheint,eine führende Stellung in der Flugzeugkonstruktion erreicht hat, so befriedigt andererseits die Tatsache, daß die zwölf Motoren des Flugbootes von einer englischen Firma entworfen worden sind. — „Daily Chro- nicle" meint, derartige Flugzeuge konnten sich als äußerst werwoll für Truppentransport e in Ländern wie Indien, Transjordanland und im Irak erweisen. — „Daily Rews" sagt: Wenn das Flugboot, wie geplant zu sein scheine, Flüge nach Rord- und Süd- ainerika vollbringe, dann würde das den Beweis liefern, daß die Zukunft für Fernflüge nicht bei den Luftschiffen, sondern bei Maschinen liege, die schwerer als die Luft sind. Aus alter Welt. Einigung der deutschen Pfadfinderbünde. 21m Sonntag haben sich alle großen deutschen Pfadfinderbünde zu dem Deutschön Pfadfinderverband zusammengeschlossen. Der neugegrünt ete Pfadfinderverband hat sich zum Ziel gesetzt, dem deutschen Pfadfindertum die ihm gebührende Geltung im In- und Auslande zu verschaffen. In diesem größten Verband der bündischen Äugend sind vereinigt: Deutscher Pfad- finderbund, Christliche Pfadfindecschaft, Deutsche Psadsinderschaft, Kommunalbund Deutscher Pfadfinder, Ringgemeinschaft Deutscher Pfadfinder, Bund Deutscher Kommunal-Pfadfinder, Bund der ReichSpfadfinder. Die Führung liegt im dem zusammengeschlossenen Kreis der Bundes- sührer. Gefährliche Begeisterung. Beim Empfang Henny Portens, die in den Kinotheatern des Kosmos-Konzerns in Breslau ein Gastspiel gibt, kam es auf dem Hauptbahnhof zu tumultarischen Szenen, die gefährlichen Charakter annahmen. Eine nach Tausenden zählende Menge erwartete die Künstlerin. Ein starkes Polizeiaufgebot mußte sie vor den anstürmenden Massen schützen. Schlägerei zweier Großmütter. In Friedland (Mecklenburg) traf sich am Wochenbett ihrer Schwiegertochter die Arbeiterwitwe Wilhelmine Wodrich mit der anderen Großmutter. Die beiden Großmütter erzürnten sich, weil die eine behauptete, das Kind ähnele dem Vater, während die andere der Meinung war, es gleiche der Mutter. Es entstand eine Schlägerei und die Polizei mußte her- beigerufen werden. Die Witwe Wodrich nahm sich den Auftritt dermaßen zu Herzen, daß sie sich gleich danach auf dem Hausboden erhängte. Starker Rückgang des Alkoholverbrauchs in England. Einer vom britischen Ministerium des Innern veröffentlichten Statistik für das Iahr 1928 zufolge, ist die Herstellung von Bier, verglichen mit dem Iahre 1913 auf 55 v. H. und die von Spirituosen auf 42 v.H. gesunken. Die Bestrafungen wegen Trunkenheit in England und Wales sind in der gleichen Zeit von 172 000 auf 55 000 zurückgegangen und die Todesfälle infolge von Alkoholmißbrauchs von 5800 auf 2400. Oie Wetterlage. Jan Haytn- R‘-t_ TZlhörsh. UM Mapvi -0 v-e*-v Montan 21.OktoD. 1929 7* at>ds.- 8 c ©womemos. onener. (jnaib Dedtcxt. 9 woixig. • oedtext • Regen * Sehnet a Graupeln, e Meoei K 0fWiiter,(g)WiM$tilie.-O' sehr eicnter Ost £> massige» Südsüdwest % siurmscner nordwesfc Oie pfeue fliegen mit dem wmde. Pie oeiden Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an. Pie Limen veromden Orte mit gleichen^ —>1 neeresmveau umoertcnneizo Lultdruefc Wettervoraussage. Das Gebiet hohen Drirckes, das sich über Süd- und Mitteldeutschland erstreckt, verursachte stärkere Bewölkungsabnahme, und wahrend der klaren Nacht erreichten durch Ausstrahlung in unserem Bezirk die Temperaturen vielfach Gefrierpunktnähe. In den Morgenstunden verursachte das herbstliche Hoch verbreitete Nebelbildung. Wenn auch im Bereich des höheren Druckes sich die Wetterlage zunächst wenig ändert so wird durch die Randstörungen das nördliche Fallgebiet doch Zufuhr milderer Luftmasfen bedingt, die sich im allgemeinen etwas auf die Temperaturen auswirken wird. Auch wird es zum Auftreten von Bewölkung kommen, jedoch sind Niederschläge bei uns zunächst kaum zu erwarten. Wettervoraussage für Mittwoch. Stellenweise Frühnebel, tagsüber meist wolkig, wieder etwas wärmer, jedoch nachts Temperaturen noch in Gefrierpunktnähe, meist trocken. Witterungsaussichten für Donners- t a g. Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend. Lufttemperaturen am 21. Oktober: mittags 10,7 Grad Celsius, abends 4,4 Grad: am 22. Oktober: morgens 1,7 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Oktober: abends 10,9 Grad; am 22. Oktober: morgens 7 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 2H Stunde^ W h^tufri>enuen li Die Polizei muhte her- ; Witwe Dvdrtch nahm' chen zu Herzen, dah sie dem Hausboden er« des Moholverbiauchr nglanb. QUinifterium des Innern it für daS Jahr 1928 zu« mg von Lier, verglichen auf 55 V.H. und dre von 12 V.H. gesunken. Die Dell LrunkenheitinSng' in der gleichen Zeit von jurüefgegangen uni) die von SWofwImißbrauiji -Mütze. Ä* •. L M’ , | \ n I SL--- u, Lfllidru«1 M SB WL etwas aus Ms te's^>o4'‘ 1§-L^ Aus der pwvinzialhaupistadi. Gießen, den 22. Oktober 1929. Oer Keuchhusten. Don Or. med. Moübacher, Berlin. Mit den ersten rauhen Lagen pflegen sich die Keuchhustenerkrankungen zu häufen; sie find charakteristische Epidemien in den kühlen Monaten. Aufmerksamkeit ist also erste Pflicht der Eltern. Der Keuchhusten gilt als eine Kinderkran k- heit. Aber schon so manche Mutter, so manche Großmama hat sich bei der Pflege des stick« hustenkrankcn Kindes angesteckt. Kein Alter bleibt verschont. Doch je jünger der Patient ist, desto folgenschwerer kann die Erkrankung sein. Fallen doch alljährlich 5000 bis 10 000 Säuglinge und Äleinkinoer dem Keuchhusten und seinen Folge- krankheiten zum Opfer. Sobald Fieber- erscheinungen während des Keuchhustens auftreten, muß an Komplikationen gedacht lverden. So kann sich im Verlauf eines Stickhustens eine fieberhafte schwere Dronchitis, oder aar eine Lungenentzündung einstellen. Oder aber der Keuchhusten ist der Wegbereiter für die Tuberkelbazillen; langsam, schleichend ent- ; wickelt sich aus dem anscheinend harmlosen Keuchhusten eine Lungentuberkulose. Dei nervösen Säuglingen, die an Krampfzustän- ■ den leiden, sind Stimmrihenkrämpfe zu befürch- j ten, die unter Umständen sogar zum plötzlichen Erstickungstod führen können. Je älter das Kind ist, desto unbedenklicher pflegt der Keuchhusten zu verlausen. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, ost durch Anhusten oder Anniesen; denn in den Ausscheidungen der oberen Luftwege finden sich die bisher noch unbekannten Erreger dieser Infektionskrankheit. Auch schon im ersten Stadium des Keuchhustens, das sich meist als ein uncharakteristischer Schnupfen mit Husten zeigt, ist der Auswurf, das Rasensekret, mit Keuchhustenkeimen geladen. Wenn also bei einem Kind, das mit Geschwistern zusammenlebt, Keuchhusten festgestellt wird, so sind auch die anderen Kinder ohne weiteres als infiziert anzu- sehen und daher zunächst vom Schulunterricht auszuschließen. Wenn allerdings nach 14 Tagen bei den bisher gesunden Geschwistern des keuch- hustenkrankcn Kindes keine typischen Anfälle auftreten, dann kann man wohl annehmen, daß feine Liebertragung stattgefunden hat, dah eine angeborene Unempfänglichkeit besteht. Die Krankheit dauert etwa 2 bis 3 Monate; allerdings kommt es bei nervösen Kindern nicht feiten vor, daß die bekannten Anfälle noch längere Feit über bestehen bleiben, nachdem der eigentliche Keuchhusten schon abgeklungen ist. Oft gelingt cs erst, durch einen Ortswechsel — Verbringen von der Stadt aufs Land und umgekehrt — die Anfälle zum Schwinden zu bringen. Aber auch bei nervlich sonst ganz normalen Kindern kann eine übertriebene Aengstlichkeit der Umgebung ein Fortbestehen der Anfälle über die eigentliche Krankheit hinaus bewirken. Deshalb sollte man die Kinder, statt sie zu bedauern und zu bemitleiden, lieber anhalten, gegen den Hu st en anzukämpfen; tatsächlich lernen die meisten keuchhustenkranken Kinder unter richtiger Anleitung recht bald, die Hustenstöße einzudämmen. Die Zahl der zur Behandlung empfohlenen Mittel ist außerordentlich hoch; zuverlässig ist keins. Am besten scheint immer noch möglichst ausgiebiger Aufenthalt in frischer Luft zu sein. Sobald Fiebererscheinungen aus treten, ober die Zahl der Anfälle sich unerträglich häuft, muß unbedingt der Arzt gerufen werden. Oeutschnationaler Wahlvorschlag für den Kreistag Gießen. 1. Dr. Otto Lenz. Studienrat, Gießen 2. Karl Huber, Landwirt, Großen-Buseck 3. Konrad Spies, Obertelegraphen-Jnspektor, Gießen 4. Johannes Ludwig Lotz, Rektor, Gießen 5. Äkter Neeb, Bürgermeister und Weißbindermeister, Hattenrod 6. Theodor Gernandt, Kaufmann, Heuchelheim 7. Frau Karoline Becker, geb. Müller, Ehesrau, Gießen 8. Carl Repp, Fabrikant, Grünberg 9. Otto Belten, Landwirt, Lang-Göns 10. Hugo Lucas, Postinspektor, Gießen LI. Philipp Keil IV., Schuhmacher, Ettingshausen 12. Karl Jockel VIII., Landwirt, (Brünberg LZ. Richard Jung, Bers.-Oberinspektor, Großen- Linden 14. Wilhelm Graulich, Gemeindeeinnehmer und Landwirt, Bersrod 15. Ludwig Hamel, Landwirt und Wagnermeister, Grüningen 16. Georg Becker, Bauunternehmer, Gießen. Demokratische Wahlvorsch'äge Zum Kreistag Gießen: 1. Dr. Leopold Katz, Rechtsanwalt, Gießen 2. Wilhelm Harbach, Maurermeister, Großen- Buseck 3. Karl Weith, Dermessungsoberinspektor, Gießen 4. Johannes Berlin III., Gemeinderechner, Londorf 5. Wilhelm Erle, Lokomotivführer, Klein-Linden 6. Georg Schädel, Lehrer, Treis a. d. Lda. Zum Provinzialtag Oberhessen: 1. Hermann Hammerschlag, Fabrikant, Gießen 2 Ernst Plaag, Steuerinspektor, Bad-Rauheim 3. Daniel Schanz, Fabrikdirektor, Ober-Schmitten 4. Dr. Alfred Andrae, Oberamtsrichter, Ortenberg 5. Heinrich Port, Sparkastenrechner, Alsfeld 6. Albert Schmidt, Lehrer. Lauterbach 7. Heinrich Jnderthal, Rekwr, Großen-Buseck 8. Joseph Ballmert, Oberpostschaffner, Dilbel 9. Hans Schmoll Kaufmann, Nidda 10. August Modrow, Architekt, Alsfeld 11. Sally Kleeberg, Kaufmann, Lauterbach 12. Heinrich Fischer I., Landwirt, Sichenhausen. Taten für Mittwoch 2.3. Oktober. Sonnenaufgang 6.37 Uhr, Sonnenuntergang 16.51 Uhr. Mondaufgang 19.53 Uhr, Monduntergang 12.58 Uhr. 1801; der Komponist Albert Lortzing in Berlin geboren (gestorben 1851); — 1805: Dichter Adalbert Stifter in Oberplan geb. (gestorben 1868); — 1844: der Maler Wilhelm Leibl in Köln geboren (gestorben 1900); — 1872: der französische Dichter Thcophile Gautier in Neuilly gestorben (geboren 1811). Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210—220, Matte 30—35, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10—12, Rotkraut 10—15, Gelbe Rüben 10—12, Rote Rüben 10—12, Spinat 25 bis 30, Römischkohl 10—12, Unter-Kohlrabi 8 bis Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben S-e sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf 10, Grünkohl 20—25, Rosenkohl 45—50, Feldsalat 100—120, Tomaten 20—25, Zwiebeln 10—15, Meerrettich 50—100, Schwarzwurzeln 50—60, Kürbis 5—8, Pilze 25—30, Kartoffeln 4,5—5, Aepfel 10-15, Dirnen 10—15, Dörrobst 30-35, Preiselbeeren 40—45, Pfirsiche 40—60, Zwischen 10—15, Honig 40—50, Junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100—120, Gänse 100 bis 120, Rüsse 50—60 Pf. das Pfund; Blumenkohl 30—80, Salat 15—20, Salatgurken 20—30, Endivien 10—15, Ober-Kohlrabi 10—15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10—20, Sellerie 10—30 Pf. das Stück; Käse 10 Stück 60—140 Pf., Eier 16—17,' Tauben 70—90 Pf. das Stück; Radieschen das Bund 10—15 Pf.; Kartoffeln 3,50—4,00, Wirsing 12—15, Weißkraut 6—8, Rotkraut 8—10, Aepfel 8—12, Dirnen 3—10 Mk. per Zentner. Bornotizen. — TageskalenderfürDienstag. Stadttheater: „Hellseherei", 20 bis 22 Uhr. — Lichtspiel- haus, Bahnhofstraße: „Die Verführerin" und Boxkampf Schmeling — Paolino; auf der Bühne Inge Rana. — Astoria-Lichtspiele: „Der Postillion von Mont Cenis" und „Buna, die Tochter des Korallenriffs". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: „Der arme Heinrich", das Drama aus der deutschen Sage von Gerhart Hauptmann, das morgen abend im Stadttheater seine Erstaufführung erlebt, wird in Szene gesetzt von OberspieUeit r Hans Tannert. Er selbst verkörpert auch die Hauptrolle des Ritters Heinrich von Aue, seine Gegenspielerin Ottegebe ist Jngeborg Scherer. Die weiteren Personen des Dramas werden dargestellt von Lieselotte Fuhrmann, Peter Fassott, Heinrich Hub, Karl B o l ck, Friedrich Zingel und den Herren Heitzig, Haeser, Linkmann, Wesener und Wolff. Inspektion Anton Wahlen. — „Hellseherei" beginnt heute um 20 Uhr. — Der erste musikalische Volkskunst abend der Dolkshochsch ule wird auf Dienstag, 29. Oktober, verlegt. Von Konzertmeister Lenzewski (Violine) und Prof. K. Schmidt (Klavier) Werken drei Mozartsonaten gespielt. Konzertmeister Lenzewski wird die Sonate kurz erläutern. Siehe heutige Anzeige. — Ein Hellfeher-Experimentat- vortrag findet am kommenden Freitagabend im Cafe Leib statt. Der Hellseher Erik Jan Hanussen wird dort seine Kunst zeigen. Wie uns aus zahlreichen Zeitungsberichten über Gastspiele Hanu.sens in anderen Städten belegt wird, hat er dort vor außerordentlich starker Dc- sucherschast stauncnerregende Erfolge erzielt. Man beachte die heutige Anzeige. *♦ Alfred-Dock-Feier. Der Goethe- Bund lädt im heutigen Anzeigenteil zu dem Festabend zu Ehren des 70. Geburtstages des Dichters Dr A l f r e d D o ck ein. Die Feier findet am Donnerstag, 24. Oktober, in der Reuen Aula der Universität statt. Unsere Mitbürger seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. ** Straßensverrung. Die Verbindung zwischen der Hammstraße und der Wcstanlage im Zuge der Rodheimer Straße und Neustadt wird von heute ab bis auf weiteres wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten gesperrt. „ r _ ** Der Zug derSchneeganse. Am Sonntag gegen 16,30 Uhr überflog ein Schwarm von etwa 60 bis 70 Schneegänsen in der bekannten Kcilform den Ostrand unserer Stadt. Die Vögel hatten die Richtung Süd-Südwest und flogen über Klein-Linden weiter. Montagvormittag zwischen 7 und 8 Uhr wurde ein weiterer Zug, ebenfalls in dieser Richtung fliegend, beobachtet.___________ ** Geschäfts st enographen-Prüfung. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, hält die Industrie- und Handelskammer Gießen am 8. Dezember die übliche Herbstprüfung für Geschäfts, stenographen ab Es wird nur in Einheitskurzfchrift in den Abteilungen 150, 180 Silben geprüft und, soweit das Bedürfnis vorhanden ist, in jeder anderen höheren Abteilung von 20 zu 20 Silben steigend. Gefordert wird die Aufnahme eines Diktats von zweimal 5 Minuten mit einer Zwischenpause von einer Minute. Da die Einheitskurzschrifl die unbestrittene Vorherrschaft im gesamten Reichsgebiet erlangt hat, kann jedem Stenographen nur empfohlen werden, sich der Handelskammerprüfung zu un- terziehen. Von zahlreichen Firmen wird bei Bewerbungen ein Zeugnis über die bestandene Han- delskammerprüfung verlangt, weil dieses eine sichere Gewähr dafür bieten dürfte, daß der Bewerber den an ihn gestellten Anforderungen auch entspricht. ** D i e Winterkurse der Volkshochschule. die vom 28. Oktober ab beginnen, werden in unserem heutigen Blatte ausführlich angezeigt. Vorgesehen ist gegenüber dem Vorjahr nahezu die doppelte Kurszahl, was sich aus der Hinzunahme neuer wesentlicher Gebiete ergab. Von den Reuerungen sind folgende besonders zu erwähnen: die von Fran,; Bauer jr. geleitete Musikgruppe zur Hebung im Zusammenspiel (kein Jnstrumentalunterricht!), Englisch und Französisch für Fortgeschrittene (Studienreferendar Kel- ler) und drei weitere Ghmnastikkurse (Bode, Laban, Loheland), Einführungen zu den Konzerten des Konzertvereins (Dr. Temesvarh). Dank dem Entgegenkommen des Konzertvereins genießen eingeschriebene Hörer sehr erhebliche Vergünstigungen beim Konzertbesuch. Näheres siehe Anzeige. ** Eine Wiedersehensfeier des R.- J.-R. 118 findet am 3. Rovember in Darmstadt statt. Die ehemaligen Angehörigen des Regiments mögen die heutige Anzeige beachten. Oer Llmbau des Bahnhofs Großen-Linden. xp Leihgestern, 21. Oktober. Seit etwa zwei Jahren ist der Umbau des Bahnhofs Großen-Linden ein viel umstrittenes Projekt, das die Gemüter der Leihgesterner und Großen-Lindener Einwohner teilweise in Erregung brachte und dadurch die Reichsbahngesell- schuft vor eine nicht allzu leichte Entscheidung stellte. Ein im Dezember 1927 an die Reichsbahn gestellter Antrag aus Leihgestern auf Verbesserung des Zugangs zum östlichen Bahnsteig, für die von hier kommenden Reisenden, wurde von der Reichsbahn dahin angenommen, dah mit dieser Aenderung das gefahrvolle Ueberschreiten des westlichen Dahn- gleises nach dem Verlassen der Sperren, kurz vor dem Herannahen des Zuges, vermieden würde. Dieser Entschluß der Reichsbahn führte zu einem Protest seitens Grotzen-Lindens, weil die von dort kommenden Reisenden nun erst den liebergang der Provinzialstraße Großen- Linden—Leihgestern passieren mühten, um auf die östliche Seite der Sperre zu gelangen. Die Reichsbahn verwarf diesen Einspruch nach mehrmaliger Prüfung der Sachlage und hielt im Interesse der Betriebssicherheit an ihrem Beschluß fest, weil durch die Aenderung ein Nachteil für die von Großen-Linden kommenden Reisenden nicht entstehe. Die Wegstrecke bleibe dieselbe, der nunmehrige Uebergang für diese Reisenden sei von einem Posten bewacht, der zur gegebenen Zeit die Schranken senke. Es scheint jedoch bei der Reichsbahn die Absicht vorzuliegen, bei einer spateren Erweiterung des Bahnhofs einen Mittelbahn steig zu errichten und den aus beiden Richtungen kommenden Reisenden den Zugang durch eine Unterführung mittels Treppenläufe zu ermöglichen. Diese endgültige Lösung jetzt schon herbeizuführen, wäre das zweckdienlichste gewesen, wurde aber von der Reichsbahn abgciehnt, weil ihr ein Umbau des Bahnhofs in solchem Ausmaß aus finanziellen Gründen heute nicht möglich sei. Somit kommt das Projekt wie folgt zur Ausführung: Bahnsteig II (östliche oder Leihgester- ntr Seite) wurde bereits verbreitert, indem die Böschung des angren-enb höhcrgeleaenen Geländes weggenommen und durch eine Stützmauer erseht wurde. Gegenüber dem jetzigen ©tationd- gebaute ist der Rohbau einer 15 Meter langen und 4 Meter drei 'en Wartehalle aus Delon und Mauerwerk bereits fertiggestellt. In diesem Warteraum, der außerhalb der Sperre liegt, wird eine Fahrkartenausgabe errichtet, wo alle Fahrkarten in der Richtung Gießen zu erhalten sind. Die Sperre zum Bahnsteig II lehnt sich unmittelbar an die Ausgangstüre des Warteraums und ist von allen Reifenden zu passieren, die mit den Zügen aus der Richtung Frankfurt kommen, oder in der Richtung Gießen fahren wollen. Bahnsteig I mit der seitherigen Sverre b'e.bt unverändert und dient den Reisenden, die aus' der Richtung Gießen kommen, oder in der Richtung Frankfurt fahren wollen. Alle Fahrkarten in der Richtung Frankfurt werden an der seitherigen Fahrkartenausgabe im alten <5tatit>nSgcbäu‘‘e ausgegeben. Mit dieser Lösung hat die Reichsbahn ihre Betriebssicherheit im Interesse der Reisenden wesentlich erhöht, hat aber auch gleichzeitig den berechtigten Ansprüchen der Gemeinde Leihgestern Rechnung getragen, in deren Gemarkung die jetzige ganz« Dahnanlage liegt und in deren Gemarkung auch jegliche Erweiterung der Gleisanlagen erfolgen muß, weil es die Lage dxs Geländes so gebietet. Die nun noch bestehende Unannehmlichkeit, bei geschlossener Schranke den Weg von oder nach dem Zuge, evtl, über den hohen Steg, zu nehmen, muh von den Reisenden in Kauf genommen werden, je aus welcher Richtung sie kommen oder fahren wollen. Ob die bereits von beiden Gemeinden gemeinsam ge- pslogenen Verhandlungen mit der Reichsbahn betr. Erbauung einer Personenunterführung, anstatt des bestehenden eisernen Uebcrgangs. zu einem günstigen Ergebnis führen, muß abgewartet werden. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 15. Oft. Die heutige Verhandlung brachte die Wiederausrollung einer größeren Strafsache, die bereits im August in erster Instanz das Erweiterte Bezirksfchöffcngericht beschäftigt hatte. Wir haben seinerzeit darüber berichtet. Auf dem P o st a m t eines kleinen oberhefsischen Städtchens hatten sich in den letzten Jahren Zustände herausgebildet, welche die Oberpoftdireftion in Darmstadt zu einer durchgreifenden Revision veranlaßten. Das Material wurde der Staatsanwaltschaft zugeleitet und diese erhob gegen drei Beamtinnen Anklage wegen Amtsunterschlagung in mehreren Fällen, verbunden mit Falschbuchungen zwecks Verschleierung dieser Straftaten. Als verletzt wurden die §§ 350, 351 StGB, bezeichnet. Außerdem wurde der Vorstand des Postamts unter Anklage gestellt wegen desselben Verdreckens im Amt in einem Falle; er sollte sich weiter im Sinne des § 357 StGB, schuldig gemacht haben, indem er die drei weiblichen Angeklagten, wie diese zu ihrer Ent- schuldigung behaupten» zu ihren 'Verbrechen verleitete, ober doch letztere wissentlich geschehen ließ. In erster Instanz halte der Staatsanwalt bezüglich des Postmeisters, da er den Schuldbeweis nicht für geführt erachtete, die Entscheidung ins Ermessen des Gerichts gestellt, dagegen Verurteilung der drei Beamtinnen zur Mindeststrafe von je 6 Monaten Gefängnis beantragt. Das Schöffengericht gab diesem Antrag nur bezüglich der zwei ersten weiblichen Angeklagten statt, während es die dritte mangels Beweises fveisprach. Hinsichtlich des angeklagten Postmeisters war das Gericht der Meinung, er habe allerdings die erste Beamtin in einem Falle zu ihrem Verbrechen verleitet und Dcrurteiüe ihn deshalb unter Freisprechung im übrigen zu einer Gefängnisstrafe von 10 Monaten. Gegen dieses Urteil hat sowohl der Postmeister, als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Letztere bezweckte eine Nachprüfung des erstinstanzlichen Urteils in vollem Umfange, so daß wiederum eine umfangreiche Beweisaufnahme ftattfin- den mußte. Den Angeklagten standen fünf Verteidiger zur Seite. Ein Postdirektor aus der Oberpost- birettion Darmstadt fungierte wiederum als Sachverständiger. Der ganze Vormittag wurde durch Vernehmung der vier Angeklagten und der Zeugen, sowie durch Vorlage der einschlägigen Postbücher in Anspruch genommen. Nach der Mittagspause erstattete der Sachverständige fein Schlußgutachten. Als- bann ergriff der Staatsanwalt das Wort zu längeren Ausführungen, in denen er insbesondere zu dem Urteil der ersten Instanz Stellung nahm und das Ergebnis der heutigen Beweisaufnahme würdigte. Zum Schluffe beantragte er Aufrechterhaltung der gegen die zwei ersten Beamtinnen ausgespro- chcnen Strafen von je 6 Monaten Gefängnis, außerdem Verurteilung der dritten freigesprochenen Beamtin zur gleichen Strafe. Hinsichtlich des am Schöffengericht zu 10 Monaten Gefänanis ver- urteilten Postmeisters könne er sich auch heute nicht von dessen Schuld überzeugen, weshalb er dessen Freisprechung beantrage. Heute sei nicht die Frage zu entscheiden, ob er sich etwa disziplinär strafbar gemacht; heute drehe es sich nur um die kriminelle Seite seiner Handlungen. Alsdann plädierten die Verteidiger für Freisprechung ihrer Klienten. Nach fast anderthalbstünbiner Beratung verkündete das Berufungsgericht Beschluß, wonach das Urteil in acht Tagen verkündet werde. * G i« ß e n, 22. Oktober 1929. Heute würbe in obiger Sach« das Urteil des Berufungsgerichts verkündet. Es schließt sich in fast allen Punkten den Ausführungen des Staatsanwalts an. Der in erster Instanz zu 10 Monaten Gefängnis verurteilteP ostmeister wurde freigesprochen. Die früher freihe- sprochene dritte Beamtin wurde wegen Beihilfe zum Amtsverbrechen unter Annahme mildernder Umstände zu 1 Monat 15 Tagey Gefängnis verurteilt. Dei der zweiten Beamtin wird die frühere Strafe von 6 Monaten Gefängnis aufrechterhalten. Dei der ersten Beamtin ging das Berufungsgericht noch über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und erkannte auf 6 Monate 2 Wochen Gefängnis, indem cs nicht eine fortgesetzte Handlung, sondern drei selbständige Verbrechen annahm und das Vorliegen von mildernden Umständen bejahte. Preußen. Kreis Marburg. [] Aiederwalgern. 21. Olt. Aus der hiesigen Dorfstraß« geriet gestern abend ein mit zwei Personen besetztes Motorradins R u t - schen und tarn dabei so nahe an eine vorüberfahrende Kutsche, daß ein Pferd ausschlug und das Motorrad samt Fahrern zur Seite schleuderte. Der Motorfahrer erlitt einen schweren Schädclbruch und wurde in die Marburger Klinik gebracht, während seine Begleiterin mit leichteren Verletzungen davonkam. Berliner Börse. Berlin, 22. Oft. (WTB. Funkspruch.) Rach- dem gestern abend infolge der internationalen Schwäche auch an den deutschen Effektenmärkten die Tendenz eher nachgebende Richtung zeigte, bleibt der heutige Frühverkehr geschäftslos und unsicher. Kurse sind noch nicht zu hören, Anregungen besonderer Art liegen nicht vor. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen MAGGI5 Würze hilft in ber Küche sparen. 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Gegenwärtig sind über 50 OOO Körperschaften. Gemeinden, Kreise, Städte, Provinzen und Länder für Wegebauten zuständig. Die Vielheit der Beteiligten bringt es naturgemäß mit sich, daß der Aufstellung eines großzügigen Finanzierungsprogramms erhebliche Schwierigkeiten im Wege stehen. Am diese Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, wird die Schaffung einer Plan - und Kontrollstelle gefordert, deren Aufgabe es sein soll, nach bestimmten finanziellen Gesichtspunkten Anleihen im In» und Ausland aufzunehmen, und über die Verwendung des Anleiheerlöses zu wachen. Solche Plan- und Kontrollstellen bestehen bereits in den Vereinigten Staaten und in England. Dort hat man mit ihnen außerordentlich gute Erfahrungen gemacht. Es wird dort nach ganz bestimmten verkehrspolitischen, verkehrstechnischen, geographischen und finanziellen Plänen für das ganze Staatsgebiet gearbeitet. Wie sich im einzelnen das Plan- und Kontrollgremium bei der Vielheit der jetzt bestehenden Körperschaften, die für Straßenbaufragen zuständig sind, zuiammensehen soll, wird noch Gegenstand eingehender Verhandlungen aller interessierten Stellen sein müssen. Die internationale Arbeiterwandrrung. Anter den Problemen, die auch in der Vorkriegszeit schon emittierten, die aber erst in den Jahren nach dem Kriege auch ein internationales Gesicht bekommen haben, spielt die Frage der Wanderarbeiter eine um so größere Rolle, je weniger man sich mit ihr befaßt. Sie ist in Deutschland sowenig wie in Frankreich gelöst und für Polen wie Italien unter einem andern Gesichtswinkel eine ebenso bedenkliche Frage. Vor dem Kriege hat man die Tatsache, daß für große landwirtschaftliche Gebiete in der Ernte- ze t, teilweise auch für die Aussaat usw. ausländische Arbeitskräfte herangczogen werden mußten, als eine Gegebenheit Eingenommen. man hat sie sogar politisch sehr wirksam benutzen können, um gegen die Geburteneinschränkung Propaganda zu machen,' das Argument „Der Steak braucht Soldaten!" durch ein anderes zu verstärken . und die Landwirtschaft Arbeitskräfte". Inzwischen hat man sich die Gemeingültig keit der von Staat und Kirche beg lnstigten Bevcl erung-vrrmehrung etwas e rgchcnder ü'erlegt Man hat herausgefunden, daß es auch hier ein ziffernmäßiges Optimum gibt, dessen Aeber- schreitung ebenso unerwünscht ist, wie das Zurückbleiben hinter der Jdealzahl. And man hat vor allen Dingen feststellen müssen, daß keine Bevölkerungsvermehrung, keine noch so eindrucksvolle Propaganda die Landflucht verhindern und den bäuerlichen Rachwuchs in der Landwirtschaft festhalten kann. Man hat deshalb, sehr widerwillig, auch in der Rachkriegszeit d i e Zulassung ausländischer Wanderarbeiter aussprechen müssen, und man empfindet ihre Folgen um so schmerzlicher, als die deutsche Handels- und Zahlungsbilanz zu stark passiv ist, um nicht auch die Summen unerwünscht erscheinen Oberhessischer Kunsiverein. Ausstellung Düsseldorfer Kunst Die winterliche Saison wurde vom 0 6er» hessischen Kun st verein nach längerer Ferienpause am Sonntag mit einer Ausstellung Düsseldorfer Kunst eröffnet. Es handelt sich um eine Kollektion von Werken einer Düsseldorfer Malergruppe, deren Mitglieder jedoch zeitweilig in Hessen ansässig und künstlerisch tätig sind. Den größten Teil der Ausstellung nehmen Oelgemälde von Professor I. Iunghan ns ein: es würde zu weit führen, sie Stück für Stück aufzuführen und zu besprechen. Aber alle oder fast alle seiner Arbeiten, die hier gezeigt werden, sind stofflich eng miteinander verwandt und zu- sammenzufasfen insofern, als sie überwiegend Tiermotive (auf landschaftlichem Hintergründe) darstellen. Auf allen diesen Bildern wird das lebendige Geschöpf, selbst da, wo es vielleicht nur als Staffage oder Genre-Motiv wirken sollte, in Komposition und Malweise dergestalt hervorgehoben, daß man merkt, wie das Hauptaugenmerk des Künstlers stets dem Tierkörper, seinen wechselnden Formen und seinem sich wandelnden Ausdruck zugewandt ist. So sind es immer wieder Rinder, Pferde, Ziegen und Hunde, die — einzeln oder in Gruppen, oft auch mit einem menschlichen Begleiter (als Proportionssigur) — zwar in eine Landschaft hineinkomponiert sind, doch ist der Landschaftsausschnitt meist so begrenzt, Amriß und Masse des Tierkörpers dagegen so betont, daß dieser notwendig das Bildzentrum bilden und den Blick auf sich versammeln muß. Sujets mit guter malerischer Wirkung sind so z. B. der „Fuchsschimmel" und vor allem das großformatige Stück „Kalb mit Hund", welches zusammen mit einigen anderen Arbeiten beste tiermalerische Tradition (von Zügel her) aufzunehmen und fortzuführen geeignet ist. Animalisch und malerifd) gleich ausdrucksvoll wirkt auch ein „Kuhkopf"; koloristisch besonders inter- essant der „gerupfte Truthahn" mit seinen schillernden. ins Blaue und Rote spielenden Fleischtönen. — Daneben sind, außerhalb des eben beschriebenen Motivkreises, einige Stilleben (mit Dosen: mit einem Eichelhäher) zu erwähnen. — Von V. Pucinski sieht man Aquarelle und Pastelle, Landschaftliches und Tierstücke. Anter zu lassen, die von einigen 100 000 Wanderarbeitern alljährlich ins Ausland geführt werden. Aber Frankreich befindet sich in keiner besseren Lage. Dort hat zunächst für die Wieder- ausbauarbeiten und im weiteren Verlauf auch für den landwirtschaftlichen Grohbesih der Mangel an jugendlichen Arbeitskräften zu einer großzügigen Zulassung ausländischer, vor allem polnischer und italienischer Arbeiter geführt. Sie sind allerdings nicht in gleichem Maße, wie die Wanderarbeiter in Deutschland, nur saisonbeschäftigt, sondern zu einem beträchtlichen Teil seßhaft geworden. And wenn auch in den letzten Iahren Hunderttausende mit Beendigung der französischen Inflation und dem dadurch bedingten zeitweiligen Beschäftigungsrückgang in zum Teil sehr rücksichtsloser Form wieder abtransportiert wurden, so sind doch einige 100 000 auch zur Zeit noch beschäftigt, neben verhältnismäßig wenigen Italienern in der Hauptsache Polen. Gerade jetzt beschäftigt sich die polnische Presse eingehend mit der Frage, ob man zulassen solle und könne, daß diese Hundert- den Aquarellen sind die „Ziegelei" und das aparte kleine Stadtbild „Hamm" mit klarer Raumaufteilung und geschickter Farbstellung her» vorzuheben. Hübsche Pastellstudien: die „Wildenten" und die „Papageien": auch die „Pfauen"- gruppen (Aquarell) seien der Beachtung empfohlen. — Von I. P i e t> e r vermag eine dünnfarbige und nicht sehr plastische Landschaft minder zu überzeugen als et ua ein farblich sehr feines Stilleben (mit Citrone) und vor allem — zu den besten Stücken der ganzen Ausstellung zu zählen — die figürlichen Kompositionen „Hesfenkin' er" und „Bauernjunge mit Blumen" (an die Modersohn erinnernd); beide Bilder — zumal das letztgenannte — beweisen das gleiche koloristische Feingefühl wie jenes Stilleben und lassen eine unmittelbare, starke Siimmung auf den Beschauer überströmen. — Auch auf die in einer Vitrine vereinigten Aquarell- und Kohle-Studien fei an dieser Stelle hingewiesen. — / Karl Lenz, Erdhausen, ist den Freunden des Kunstvereins und den Besuchern seiner früheren Ausstellungen wohl nicht mehr unbekannt. Von den hier gezeigten Arbeiten bringt die „Dorfstraße im Winters die malerische Ausdrucksform Lenzens shmva^Ach zur Geltung; „Erdhausen im Sommer'^".'ein toarmtoniger, sauber gemalter Lanig pintau6fd)nitt, während in der großen Kompo^eim Frühstück" ein gewisser, schon auf frunnen Bildern zu beobachtender Zug zur DEonui: ilmalerei sich durchAusehen beginnt; jedenMs soweit das rein Figürliche in Frage tom;Ul der landschaftliche Rahmen tritt dagegen vo. * noch ein wenig unausgearbeitet zurück. Au' )er gleichen Linie steht, derb kon- turiert und von gesunder Plastik, der „Alte Dauer" — eine zweite Fassung des Motivs findet man neben dem Eingang im Treppenhaus —, während die „Bauernfrau", ein gutes Bild, wie eine Vorstudie zum größeren „Frühstück" wirkt.— Die Gattin des Künstlers, Berta Lenz, ist mit zwei dekorativen Blumenstilieben vertreten, die, auch stofflich, die Gesamtkollertion vorteilhaft ergänzen. Die Ausstellung war am Eröffnungstage erfreulich lebhaft besucht. Der 1. Vorsitzende des Kunstvereins, Landgerichtsdirektor Bücking, hieß die Erschienenen willkommen und gab in tausende polnischer Landeskinder als „Arbeitssklaven" Frankreich ausgeliefert und ihrer Heimatrechte beraubt würden; und Korfanty wittert hinter den großzügigeren französischen Einbürgerungsplänen militaristische Absichten: das Bestreben, das mangelhafte französische Bevölkerungsreservoir für Rekrutierungs- und Mobili- sierungszwccke durch Polen aufzufüllen. Auch Italien hat ein solches Problem und feine Politik ist darauf gerichtet, durch Intensivierung der industriellen und landwirtschaftlichen Erzeugung, durch Erschließung und Ausdehnung des Kolonialbesitzes die Beschäftigung aller Landeskinder in den eigenen Grenzen sicherzustellen. In den neuen Staaten sind die politisch- wirtschaftlichen Fragen in effektiv geringerem, aber relativ bedeutendem Maße mit der gleichen Sorge belastet, und es scheint, als müsse bei einer Reuordnung Europas auch in dieser Frage eine gemeinsame Initiative Platz greifen, um zu einer grundsätzlich übereinstimmenden Lösung zu gelangen. einer kurzen Ansprache eine Einführung in das hier zusammengestellte Werk der Düsseldorfer Malergruppe. — Besuchszeiten sind Sonntags, Montags. Mittwochs, Freitags von 11 bis 13, Mittwochs auch von 15 bis 17 Ahr. hth. „Oie Lampe leuchtete aus." 50 Jahre elektrisches Licht. Von Or. K. Heide. Aus dem einfachen, von dem Physiker I o u I e gefundenen Tatbestand, daß im Innern eines vom Strom durchflossenen homogenen elektrischen Leiters Wärme erzeugt wird, beruht eine der bedeutendsten Leistungen unseres technischen Zeitalters, Edisons Erfindung der elektrischen Glühlampe, deren Geburt sich jetzt gerade zum 50. Male jährt. — Es mag nach unseren heutigen verwöhnten Begriffen von künstlicher Beleuchtung ein kümmerliches Lichtchen gewesen fein, welches der Artyp unserer vieltausend- kerzigen Lichtbögen geworden ist, und es hatte auch nur eine Lebensdauer von kaum zwei Tagen, aber es leuchtete. Wie viele Erfindungen, so hat auch diese eine lange Entwicklung durchgemacht, ja, die theoretischen Grundlagen waren schon über ein Iahr- hundert lang bekannt; man wußte, daß sich gewisse Leiter im elektrischen Strom erwärmen, aber es fehlte an einem Strom von genügender Stärke und an einem Leiter, der bei möglichst geringem Stromverbrauch sich möglichst intensiv erhitzte. Edison hatte lange nach einem solchen Stoff gesucht, bis er auf den Kohlenfaden verfiel. Er versuchte Baumwollfäden zu verkohlen und eines Tages war es ihm nach zweitägiger ununterbrochener Laboratoriumsarbeit schließlich gelungen, aus einer ganzen Garnrolle einen einzigen Kohlenfaden herzustellen, der dann in eine Lampe eingesetzt werden sollte. Aber der Faden zerbrach trotz größter Vorsicht auf dem Transport zum Glasbläser. Anverdrossen fing Edison mit seinem Assistenten wieder von vom an, aber cruch mit dem zweiten Faden hatte er Pech, der Schraubenzieher eines Arbeiters fiel darauf und ein dritter Versuch mußte gemacht werden. Edison schildert selbst, wie dieser Versuch schließlich zum Erfolg führte: „Allein, wir kehrten abermals Tumen, Sport und Spiel. Fußball-Lokaltreffen. ö. V. f. B. trat komplett an, also in stärkster Aufstellung. 1900 ging stark gehandicapt in das Spiel, da der am Vorsonntag verletzte Mittelläufer Langsdorf ersetzt werden mußte, wodurch die Angriffsreihe der Blauwcißen eine ganz bedeutende Schwächung erfuhr, da man den talentiertesten Stürmer Heilmann, der selbst noch unter einer Verletzung litt, auf den verwaisten Mittelläuferposten stellen mußte. Hierin kann man den Hauptgrund dafür sehen, daß die Spielvereinigung, trotz ihrer großen Feldüberlegenheit besonders vor dem Seitenwechsel, nicht zu mehr Erfolgen kam, da die bedingte Sturmumstellung diesem die Einheitlichkeit und die Durchschlagskraft nahm. Das Spiel wurde in scharfem Tempo durch- geführt und erlahm e erst etwas gegen Schluß, als 19C0 nur noch z?hn Spieler im Felde hatte. Die Leute vom Waldsportplatz mußten infolge ihres Spieles vom Platzverein Strafstoß auf Strafstoß hinnehmen; einen solchen konnte 1900's Mittelstürmer Adelberger, der seit einem Iahr erstmals wieder mitwirfie, ins V. f. B.-Tor sehen. Lebhaft angefeuert war dann 1930 überlegen, aber die Gästeabwehr stand wie eine Mauer und machte immer wieder die sichersten Torchancen zunichte. Hin und wieder hatte auch der Gast bei schnellen Durchbrüchen gute Torgelegenheiten, konnte aber keine verwerten, bis der Spielleiter — überraschend — den ersten Elfmeterball verhängte. Dessen Verwandlung machte die Gastgeber nervös und das Ende davon war, daß der angegangene 1930-Torhüter einen schön gehaltenen Flankenball fallen ließ, so daß er langsam ins Tor trudelte. Sacks Assistenten sahen zunächst verblüfft zu und griffen zu spät ein, fon t wäre die Sache sicher noch verhindert worden. Kurz darauf Pause. Das Spiel stand 2:1 für V. s. B. — Rach der Pause nahm der Kampf mit unverminderter Hartnäckigkeit seinen Fortgang. Anfangs legte der Gast stark los. dann dirigierte aber 1930 wieder die Spielhandlung. Zweimal tourt en sichere Er- folgsmcg ichlei cn der Vlautoeißen r.ii)t einwandfrei z michte gemacht. Der Spielleiter sah trotz Protest tatenlos z >. Das Spiel wurde endgültig entschieden, na:-Dem der Schiri überraschend einen z reiten El'me er gegen den Plahverein diktierte, der, obwohl schlecht placiert zm dritten Treffer führte. Damit flaute das Interesse an dem Spiel ab. und die restliche Viertelstunde verlief unter einem Pfeisenkorzert der Zuschauer. Zur Kritik der Mannschaft n sei gesagt, daß beiderseits die S!ü merreihen sehr schußschtoach waren. Beim Plaf l e e n war die Lä : e re he.bcim Gast die beiden Verteidiger der beste Mannschaftsteil. 1900s Reserven siegten vor dem Ligaspiel gegen Butzbachs 2. Elf 2:0. Der Gastgeber war ständig drückend überlegen. Der schußschwache Sturm brachte aber weiter keine Erfolge zu Wege. 1900s 1. Schüler fertigten die Schüler vom D. f. B. mit 2:0 Toren (1:0) ab. Aßlars 2. Iugend ließ 1900s 2. Iugend im Stich. Die Winterarbeit in der Spiel- und Sportabtei>ungdesT.V.1846Gießen Mit dem Einzug des Herbstes muß die gesamte Aebungsarbeit der Rasentumer umgestellt werden. Die Abende sind länger geworden, und der Berufstätige hat keine Gelegenheit mehr, außer den Sonntagen, am Tage seinen Körper in Licht und Sonne zu stählen. Die Volksturner üben dafür jetzt in der Halle und schaffen sich durch Körperschule, Hindernisturren und Hallenspiel reichlichen Ersatz. So bleibt der Körper auch über den Winter in der nötigen Spannkraft und ist mit Beginn des Frühjahrs sofort fähig, dem anstrengenderen Abend auf dem Rasen gerecht zu werden. Rur die Langstreckenläufer finden jetzt und auch im strengsten Win'er noch genug Gelegenheit zum Lauf, ja es ist sogar ihre eigentliche Aebungszeit, da die Geländeläufe im Herbst und Frühjahr stattfinden. Dem Handballspiel mußte mit Beginn der Derdandsrunde der Faustball weichen. Er ruht, bis in den ersten wärmeren Tagen feine Anhänger es nicht mehr a5toarfex können, im eifrigen Aebungsspiel sich auf die Wettspiele vorzubereiten. Aber auch die Handballer haben wenig Zeit zum üben. Die Sonntage stehen im Zeichen der Berbandsspiele, und die Samstagnachmittage stehen nicht ff'Ten Berufstätigen, vor allem den Kaufleuten nicht zur Verfügung. Auch sie nehmen an den obenerwähnten Aebungs» stunden teil. Rur für den Wintersport kommt jetzt erst die rechte < eit. Die Bretter werden nachgesehen und für die Winterarbeit vorbereitet. Die im vergangenen Winter gegründete Winterfport- riege hat guten Anklang ce'unien und nimmt in diesem Iah re ih e Arbeit in verstärktem Maße auf. Die Schnce'.äufer werden bald mit Trockenübungsstunden beginnen. Die geübten Läufer werden erstmalig an einem vier-ehntägigpn Lehrgang im bayrischen Kreisjuce r'heim teil- nehmen. Bei guten svortlichen Fortschritten ist auch Eintritt in den DS.V. vorgesehen, um in gemeinsamer Arbe't mit dem Gießener Sli-Klub für weitere Verbreitung dieses gesunden Svort- -weiges zu wirken. Auch de Eisläufer haben schon mit der Vorarbeit begonnen, da das neu- aufaenommene Eishockey-Spiel eine lan^e Hebung benötigt. Glücklich er Wei'e steht den Spielern in dem gänzlich fremden Aebungszweig in der Person eines er'aVe .en Eishockey-Spielers ein guter Lehrer zur Seite. Es ist somit reichlich Gelegenheit gegeben, in dem früher so verschreien Winter vielseitige Leibesübungen zu treiben. Der Winter ist nun einmal nicht mehr der Feind des Svortsmanncs, sondern der Wintersport hat auch ifjn zu seinem Freund werden lassen. V. f. B. Die erste Jugendmannschaft verlor ihr Pflichtspiel gegen die gleiche der Gießener Spielvereinigung mit 1:4. Während man bei B. f. B. zeitweise recht gute Einzetteistungen sah, vermißte man jedoch, wie am Freitag schon voraus» gesagt, fast jegliches System und die planvolle Zu» lammenarbeit zwischen den einzelnen Mannschafts- teilen. Gerade hierin war die Spielvereinigung der Platzmannschaft überlegen und konnte so den Sieg an sich reißen, wie sie überhaupt durch ihre bessere Gesamtleistung überraschte. Die Niederlage sollte für die V.f.B.-Els Veranlassung sein, sich in Zukunft mehr zusammenzune^men und vor allen Dingen bemüht zu sein, ihr opicl systemvoller zu gestalten; nur dann kann sie sich die früher Innegehabte Stellung wieder zurückerobern. Die zweite Jugend machte ihre Sache besser und gewann ihr Pslichtspiel gegen Grünbergs erftc mit 4:0. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß der Gegner nicht komplett war. Aber auch im anderen Falle wäre er wohl nicht in der Lage gewesen, den technisch besseren V.f.B.ern den Sieg streitig zu machen. Die dritte Jugend schlug sich sehr gut, indem sie der e r ft e n Jugend Garbenteichs ein 1:1 abrang. V.s.B. war seinem Gegner körperlich unterlegen, glich dies aber durch seinen Eifer und durch bessere Ballbehandlung wieder aus. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen I — Praunheim I 2:2. Auf dem Trieb standen sich am Sonntag diese Mannschaften gegenüber. Während Gießen komplett antrat, erschienen die Gäste nur mit neun Mann. Nach Anspiel entwickelte sich ein flottes Spiel, in dem nach kurzer Zeit Praunheim durch Strafstoß in Führung ging. Wohl drückte Gießen dann merklich, doch erst kurz vor Halbzeit konnte es den Ausgleich Herstellen. Nach Wechsel war Gießen weiter überlegen, doch konnte der Mittelläufer der Gäste durch schönen Durchbruch abermals seiner Mannschaft die Führung bringen. Dann währte es lange, bis Gießen den Ausgleich Herstellen konnte. Hierauf war Praunheim auf der Hut und konnte durch sichere Abwehr das Resultat bis Schluß halten. Raunheim 1 — Wieseck I 0:3. In Naunheim standen sich die Spitzenführer der ersten Bezirksklasse gegenüber. Daß Wieseck alles hergeben würde, um eine Niederlage zu verhindern, war vorauszusehen, doch niemand hätte das Resultat erwartet. Beide Mannschaften stellten sich in stärkster Aufstellung dem Unparteiischen. Nach Anstoß der Gäste entspann sich gleich ein flotter Kampf mit vielfach wechselnden Situationen, bis dann nach längerem Hin und Her der Rechtsaußen der Gäste den Ball unhaltbar einschoß. 1:0 für Wieseck. Naunheim wurde jetzt schärfer im Spiel, doch ließ die prachtvoll arbeitende Verteidigung der Gäste keine Erfolge zu. Nach dem Wechsel der Seiten war Na> n- heim etwas im Vorteil, doch konnte es außer einigen Ecken nichts erreichen. Allmählich kam Wicscck wieder in Schwung, gute Sturmarbeit brachte das Tor der Einheimischen in gefährliche Bedrängnis, doch landeten alle woh'gemeinten Schüsse knapp über oder neben dem Netz, oder wurden durch Abseits unterbunden. Wieseck kam dann noch mehr in Schwung und führte bald mit 2:0. Naunheim versuchte mit aller Körperkraft zu Erfolgen zu kommen, doch d'e glänzende Zerstörungsarbeit der Läuferrc he der Gaste im Verein mit der Verteidigung ließ Naunheim nicht mehr Auskommen. Trotzdem Wiescck nur noch mit 10 Mann spielte, war es weiter im Vorteil und konnte kurz vor Schluß das Resultat auf 3:0 erhöhen. Heuchelheim I — Gießen Ib 8:2. In Heuchelyeim oewies c.icie$ wieder, daß es ein nicht zu verachtender Gegner ist. Wohl versuchte Gießen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln eine Riederlage abzuwenden, doch der schußfreudige (Sturm der Einheimischen gab nach schönem Spiel dem Schlußmann der Gäste acht- ins Laboratorium xurüd und noch vor Anbruch der Rächt war wiederum ein neuer Faden fertig und in die Glasbirne eingesetzt. Die Glasbirne wurde ausgepumpt und zugeschmolzen, dann schalteten wir den Strom ein. Die Lampe leuchtete auf. In den ersten erwartungs- voUen Minuten maßen wir schnell den Widerstand und fanden alles so, wie wir es brauchten. Dann setzten wir uns nieder und betrachteten unsere Lampe, wir wollten sehen, wie lange sie Wohl brennen würde." Edison hat dann noch lange experimentiert, bis er den geeigneten Kohlenfaden in einer Dam- busfaser gefunden hatte. Aber die Kohlenfadenlampe hatte auch in ihrer vollkommensten Form noch viel Rachteile: der Kohlenfaden wird durch den Glühstrom zerstäubt und schließlich xerftört, außerdem vermindert der an den Wänden der Lampe sich absehcnde Kohlenstaub bald deren Lichtstärke. Ferner ist die Helligkeit der Kohlen- fadenlampe begrenzt, weil die Strombelastung wegen der Empfindlichkeit des Fadens über ein gewisses Maß nicht gesteigert werden darf. Die deutschen Forscher Auer von Welsbach und R e r n ft sind es dann gewesen, welche die ursprüngliche Form der Glühlampe verbesserten. Rernst konstruierte ein Licht, bei dem der Glühstift aus feuerbeständigen Metalloxyden bestand. Es Halle auch den Vorzug, daß es in freier Luft zum Glühen gebracht wurde, also keinen leergepumpten Glaskolben benötigte. Aber der Rachteil dieser Lampe war, daß durch eine besondere Einrichtung die Metallstifte erst vorgewärmt werden mußten, ehe sie dem Strom ausgesetzt werden konnten. Auer von Welsbach erfand dann vor nun fast 30 Iahren die Metallfadenlampe, die die heutige Form des elektrischen Lichtes darstellt. Ein Osmium- und später ein Wolframfaden ersetzte den Kohlenfaden Edisons, -ihn die Zerstörung des Fadens zu verhindern, wurde ein chemisch indifferentes Gas (Stickstoff oder Argon) in den Glaskolben geblasen, wodurch auch höhere Fadentemperaturen möglich wurden. Edisons älteste Lampen hatten eine Brenndauer von etwa 300 Stunden. Sie brauchten 5 Watt für jede Kerze und wurden in Stärken von 8, 16 und 32 Kerzen gebaut. — Ehrwürdige Lämpchen neben den Quecksilberlichtbögen, mit denen die Großstadt heute ihre Reklame weit durch die Rächt strahlt. mal Vas Nachsehen, während diese nur zweimal erfolgreich waren. Hachborn I — Treis I 1:0. In Hachborn gelang es Hachborr^ in der ersten Halbzeit in Führung zu gehen. Trotz technischer Überlegenheit der Gaste konnten diese zu keinem Erfolge kommen und mußten sich so mit dem knappen I: O-Resultat geschlagen be- kennen. Kinzenbach I — Rödgen I 7:0. 3n Kinzenbach lieferten sich Diese Mannschaften ein schönes, faires Spiel. Kinzenbach, das seinem Gegner technisch weit überlegen war, entschied das Spiel für sich. Klein-Linden I — Meseck II 5:6. Auf dem unzuläng.ichen Platze in Klein-Linden lieferten sich beide Mannschaften ein flottes Spiel, bei dem es reichlich Tore gab. Abwechselnd übernahmen die Gegner die Führung, bis Wieseck kurz vor Schluß das Resultat knapp für sich entscheiden konnte. Iugendspiele. Die Jugend Raunheims konnte auf eigenem Platze die Iugend Heuchelheims nach überlegenem Spiel mit 2: 0 Toren schlagen. Auch Wiesecks erste Jugend konnte ihren Gast, die Iugend Groß en-Lindens, mit einer 2:0-Riederlage nach Hause schicken. Vorher spielte Wiesecks zweite Iugend gegen Klein-Lindens Jugend. Rach schönem Spiel, in dem die Kleinen schöne Leistungen zeigten, trennten sich die Gegner mit dem unentschiedenen Ergebnis 1:1. Handball im Männeriurnverein (£).$). Tv Grohen-Duseck I — Mtv. Gießen I 1:3 (1:0). Am Sonntag kam auf dem Wtv.-Platze als letztes Spiel in der Dorrunde das Handball- Verbandsspiel zwischen den beiden Spitzenkandidaten in der Meisterklasse, I.Tv. Groheu-Duseck und 1. Mtv. Gießen zum Austrag. Während Gro- Hen-Duseck mit einem Ersatzmann antrat, mußte Mw. noch einmal ohne die bestbekannten Spieler D e ck e r und R o t h e r m e l das Spiel bestreiten. Dos Fehlen dieser beiden Stürmer machte sich besonders in der ersten Halbzeit stark bemerkbar, konnte sich doch der einheimische Sturm zu keiner einheitlichen Aktion zusammenfinden. Die Hintermannschaft dagegen hatte alle Hände voll zu tun. war jedoch dem gefährlichen Busecker Sturm jederzeit gewachsen. Besonders ragte bei der Gießener Mannschaft außer dein Torwart und den beiden Verteidigern der linke Läufer hervor: bei der Gästemannschaft waren die Stürmer und der Torwart die besten Mannfchaftsleile. Rach- dem die Dusecker Mannschaft in der ersten Halbzeit das Gießener Tor stark bedrängen konnte und mit 1:0 führte, stellten die Mtver in der zweiten Hal^eit um. Man erkannte den Mw.» ©turm im Vergleich zur ersten Halbzeit nicht wieder, die Spieler legten einen selten gezeigten Eifer an den Tag, der schließlich auch kurz hintereinander zu drei Erfolgen führte. Durch diesen Sieg hält der MW. Gießen auch weiterhin die Spitze der Tabelle in der Meisterklasse, die folgendes Aussehen hat: Verein Spiele gern. verl. unentsch. Pkte. Mtv. Gießen 5 Tv. Großen-Buseck 5 Tv. 1860 B.-Nauheim 5 T-o. 1846 Gießen 5 Tgd. Friedberg 5 Tv. Wetzlar 5 4 10 8 3 2 0 6 2 12 6 2 2 1 5 2 2 1 5 14 0 2 Sb. Wetzlar-Niedergirmes I — M V. Gießenil 3: 3 (0:3). Ebenfalls auf eigenem Platze trug die zweite Mannschaft des Mlv. das fällige Verbands- Rückspiel gegen die erste M'nnschaft des Tv. Niedergirmes aus. Da die Mw.-Mannschaft in kompletter Aufstellung antreten konnte, führte sie ein Spiel vor, wie sie es selten gezeigt hat. Die Einheimischen waren den größten Teil des Spieles stark überlegen und mußten sich nur durch zwei 13-Meter-Würfe den Ausgleich gefallen lassen. TV. Wehlar-Niedergirmes 1. Schüler — Mw. Gießen 1. Schüler 0: 5 (0:2). 3n dem Freundschafts-Rückspiel der beiden ersten Schüler-Mannschaften, das ebenfalls auf dem Mtv.-Plah zum Austrag kam. errangen die Gießener einen glatten 5:O°Sieg. Das Vorspiel in Niedergirmes verloren die Mw.er nur knapp mit 1:0. Handball im Turnverein 1846 (hießen. Tgd. Friedberg I — Tv. 1846 I 4:5 (1:2). Das Treffen am Sonntag war von Anfang bis zu Ende äußerst spannend und nahm unter der ausgezeichneten Leitung von Schauermann, T G Sachsenhausen, einen schönen Verlauf. Friedberg findet sich nach dem Angriff schneller zusammen. Der flinke Innensturm nutzt geschickt falsches Stellungsspiel der Gießener Hin- termannschaft aus, und der Mittelstürmer bringt durch wuchtigen Wurf seinen Verein in Führung. Die Schwächeperiode hat 1846 bald überwunden. und der Sturm drückt die Feldüberlegenheit in zwei schönen Toren aus. Halbzeit 2:1 für Gießen. Kurz nach der Pause erhöht 1846 seinen Vorsprung auf 3:1. Friedberg gibt sich nicht geschlagen. In kurzer Zeit zieht es durch zwei gut plazierte Strafwürfe gleich, und es gelingt ihm sogar, durch den Halblinken, der nicht gut genug bewacht war, mit 4:3 in Führung zu gehen. Gießen legt nun ein sehr scharfes Tempo vor Innerhalb 5 Minuten bucht der Sturm zwei Tore. Dann zeigt Balser seine Klasse. In prachwoller Manier, buof) blitzschnelles Hm- werfen. holt er einen gefährlichen Ball aus der äußersten Torecke. Der Sieg ist Gießen nicht mehr zu nehmen. Das 5:4 ist verdient. Ein besonderes Lob gebührt dem 6türm, der in der zweiten Halbzeit zu großer Form auflief. B. f. B.-Handbatt. D. f.D. verlor sein Gesellschaftsspiel gegen die zweite Mannschaft der 2. Kompagnie nach flottem, interessantem und fairem Spiel mit 2:5. Das Resultat kann In Anbetracht der Spielstärke der Soldaten und der geringen Spielerfahrung der Platzelf als recht gut bezeichnet werden, zumal V. f. B. es durch seinen Eifer fertigbrachte, das Spiel stets offenzuhalten. Wirtschaft. Oie Großbankenfusion. In dem Monatsbericht der Direktion der Dis- conto-Gesellschaft behandelt der übliche Artikel zur Wirtschaftslage dieses Mal die Fusion des Instituts mit der Deutschen Bank. Da diese Ausführungen von der Der» toaltung selber stammen, so kommt ihnen angesichts der bevorstehenden Generalversammlungen. in denen den Aktionären beider Institute Erklärungen über Grund und Zweck der Fusion gegeben werden müssen, eine besondere Bedeutung zu: denn man kann in diesen Ausführungen bereits einen Auftakt zu den Generalversammlungen sehem Festgestelll wird vor allem, daß die jetzige Zusammenschluhbewegung im Gegensatz zur Vorkriegszeit nicht als Zeichen der Fülle und des Reichtums, sondern als Zeichen der Rot. ein Kampf um die Erhaltung der vorhandenen Grundlage anzusehen ist. Die Gründe, die seinerzeit bei der Bekanntgabe des Fusionskommuniques bereits genannt worden sind, werden dann noch eingehender wiedergegeben, und zum Schluß wird auf die schwierigen Aufgaben für die Dankleitungen selbst, die sich notwendig aus der Fusion zweier so riesiger Institute mit ihren weitgehenden Interessen und Verbindungen, sowie ihren weitmaschigen Filialnetzen ergeben, hingewiesen. Dabei wird nicht verkannt, daß Gefahren einer gewissen Bureaukratisierung, auf die bereits in der öffentlichen Kritik hingewiesen worden ist, vorhanden sind, und darum vermieden werden müssen, wenn die große Rationalisierungsaufgabe les deutschen Bankwesens (der erste große Schritt ist eben die Fusion der beiden Großinstitute) mit Erfolg gelöst werden soll. Denn sicherlich ist die Vergrößerung des Betriebes — und das gilt für Dankbetriebe ebenso wie für industrielle — nicht schlechthin rationell, sondern nur bis zu dem Punkt, wo sie das Optimum erreicht. Dec Schritt zur Fusion beweist, daß die Großbanken, die ihn tun, überzeugt sind, sich damit diesem Punkt zu nähern, nicht aber über ihn hinausz ischreiten. Die Dankleitung der Diseonio ist sich darüber klar, daß es notwendig sein wird, die Prinzipien der Zentralisierung und der Dezentralisierung nebeneinander zur Geltung zu bringen. Das Streben geht dahin, die in richtigen Grenzen dezentralisierten Organisallons armen zu schaffen und mit ihnen die für beide Teile vorteilhaften Beziehungen zwischen Tank und Kundschaft Hertz lstellen. Man kann nur hoffen, daß sich die Bankleitung des neuen vereinigten Instituts auch der Pflichten voll bewußt ist, die ihr bezüglich der Pflege des kleinen Kreditgeschäfts auferlegt sind. * * Fusion Gesfürel-Loewe. Die Aufsichtsräte der Gesellschaft für elektrische Unternehmungen und der Ludwig Loewe A.-G. haben beschlossen, den auf den 14. bzw. 13. November einzuberufenden Generalversammlungen die Fusion beider Gesellschaften miteinander und mit der A.-G. für Gas-, Wasser- und Elektrizitäts- Anlagen, deren Aktien sich bis auf einen kleinen Betrag im Besitz der Gesfürel befinden, unter Aenderung des Namens in „Gesellschaft für elektrische Unternehmungen Ludwig. Loewe A.-G." unter folgenden Bedingungen vorzuschlagen: Die Gesfürel übernimmt das gesamte Vermögen der Loewe A.-G. unter Ausschluß der Liquidation gegen Gewährung von Aktien im Verhältnis 1:1. Sie übernimmt ferner das gesamte Vermögen der Qlgtoea unter Ausschluß der Liquidation gegen Gewährung von Aktien im Verhältnis von einer Gesfürelaktie gegen 2 Agewa-Aktien. Das Aktienkapital der Gesfürel, die obigen Namen annimmt, wird um 25 Mill. Mk. erhöht, wovon 20 Mill. Mark zu Fusionszwecken verwendet und 5 Mill. Mark unter Hinzunahme weiterer von der Gesellschaft zur Verfügung zu stellender Aktien den alten Aktionären von Gesfürel und Loewe im Verhältnis 10:1 angeboten werden sollen. Zweck der Zusammenfassung ist die Vereinfachung des Gesamtbetriebes der drei Gesellschaften, die bisher schon ständig zusammengearbeitet und gemeinschaftlich größere Geschäfte durchgeführt haben. Sie bedeutet aber durch die Summierung der großen inneren Reserven eine erhebliche Stärkung der geschäftlichen Stoßkraft der drei Unterneymungen, die ein wichtiger Faktor für die Teilnahme an den für die Allgemeinwirt- schaft no.trendigen Ra ional.fterungen sowohl auf dem Gebiete der Elektrizitätswirtschaft, als auch für den Maschinenbau und insbesondere den Werkzeugmaschinenbau werden wird. Ein Personalabbau ist nicht beabsichtigt. * Von der Frankfurter Börse. Nunmehr teilt auch der Frankfurter Börscnvorftand mit, daß die Notiz für die Aktien der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer A.-G. mit Wirkung vom 22. Oktober ab eingestellt wird. * Zur Lage der Fahrradindustrie. Nach dem Bericht des Vereins Deutscher Fahrradindustrieller über die Lage im Monat September haben sich in der deutschen Fahrradindustrie keine wesentlichen Aenderungen des bisherigen Zustandes ergeben. Nach wie vor ist bei den meisten Firmen die Beschäftigung gering, und die Zahl der Beschäftigten müßte in einzelnen Fällen weiter abgebaut werden. Eine Reihe von Firmen läßt in einzelnen Werkstätten eingeschränkt arbeiten, was angesichts der sehr ruhigen Geschäftslage nicht verwunderlich ist. ^Rinüermarff in Gießen. Zum heutigen Rindermarkt in Gießen waren 1161 Stück Großvieh und 229 Kälber aufgetrieben. Der Handel war ziemlich lebhaft, so daß kein Ueberstand verblieb, und der Markt zeitig geräumt war. Es wurden bezahlt für Kühe 1. Qualität 600 bis 700 Mark, 2. Qualität 400 bis 500, 3. Qualität 200 bis 300; Rinder, ein- bis zweijährig 100 bis 300; Schlachtkühe 150 bis 350 Mark; Kälber, je Pfund Lebendgewicht 60 bis 65 Pf. Bessere Tiere erbrachten Preise über Notiz. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. Okt. Tendenz: schwacher. Die heutige Börse zeichnete sich wieder durch stärkere L u ft l o \ i g f e i t aus. Als besonders verstimmendes Moment find die gestrigen sehr schwachen Auslandbörsen zu verzeichnen. Aber auch der Austritt des langjährigen Leiters der Enka, Dr. Har- t o g aus dem Vorstand wurde ungünstig aufgenommen. Dies wirkte üch In erster Linie in Glanzstoffaktien aus, von denen Glanz ft offaktien bei größere Angebot einen Vertu st von 13,5 v. H. aufzuweisen hatten. Sonst war im allgemeinen das Angebot auf den übrigen Märkten nicht groß, doch ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse, bei der sich stärker fühlbar machenden Aufnahmeunlust Kursrückgänge bis 2,5 v. H. Nachfrage bestand von selten der Spekulation kaum, da von einer Jnterventionstätigkeit der Banken bis jetzt nichts zu bemerken war. Auch Orders sollen kaum eingetroffen sein, so daß sich das Geschäftinden denkbarengstenGrenzen bewegte. Stärker gedrückt eröffneten noch Deutsche Linoleum mit minus 4 v. H. und am Elektromarkt Siemens mit minus 5 v. H., Chadeaktien mit minus 5 Mark. Salzdetfurth verloren 5 v. H. An den übrigen Marktgebieten blieben die Rückgänge gering. Etwas Interesse bestand auf der anderen Seite für Phönix mit plus 0,5 v. H. und Scheideanstalt mit ebenfalls plus 0,5 v. H. Am Bankenmarkt lagen Deutsche Bank gut gehalten, Commerz- und Danatbank je 1,5 v. H. niedriger. Renten still. Im Verlause wurde die Tendenz weiter schwächer. Siemens waren angeboten und gaben erneut 5 v. H. nach. Sonst ergaben sich Rückgänge bis zu 2 v. H. Nur für Stahlverein bestand einiges Interesse, bei relativ gut gehaltenem Kurse. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 v. H. weiter etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1825, gegen Pfund 20,398, London gegen Kabel 4 8775, gegen Paris 123,88, gegen Mailand 93,15, gegen Madrid 33,90, gegen Holland 12,1040. Berliner Börse. Berlin, 22. f 2t. Nachdem schon die schwache Veranlagung des Sunftfeiöenmarttes gestern ausfallend war und auch an der Frankfurter Abendbörse der Allgemeintendenz ihren Stempel aufgedrückt hatte, wurde in den heutigen Vormittagsstunden das Ausscheiden Dr. Hartogs, des langjährigen Lei- ters der holländischen Enka, aus dem Vorstand bekannt. Daraufhin lagen Kunstseidenwerte erneut schwach und gingen schon vorbörslich auf 206 v. H. zurück. Hinzu kamen die flauen internationalen Effektenmärkte und der herannahende Ultimo, der anscheinend auch heute Publikum und Spekulation zu weiteren Abgaben Veranlassung gegeben hat. Die Banken des Stützungskonsor- tiums intervenieren weiter und konnten dadurch im allgemeinen auch stärkere Kursrückgänge vermeiden. Trotzdem verloren einige Spezialwerte wie Hansa, Schultheis, die führenden Elektrowerte und die Kaliaktien bis zu 5 v. H., Bemberg, Siemens, Deutsche Linoleum 6 bis 7,5 o. H., Berger 11 v. H., Glanzstoff 12,5 o. H. und Polyphon sogar 14 o. H. Deutsche Anleihen nach unverändertem Beginn etwas anziehend. Auch Ausländer zum Teil befestigt. Pfandbriefe blieben angeboten. Der Geldmarkt zeigte eine weitere Erleichterung. Tagesgeld 6,75 bis 8,75 v H., Monatsgeld 9 bis 10,5 v. H., Warenwechsel etwa 7,75 v. H. Der Verlauf hatte auffallend geringe Umsatztätigkeit. Das Kursnioeau lag bei anhaltender Znteroentionstätigkeit der Ban- ken relativ gut gehalten. Nur bei einzelnen Papieren bröckelten die Kurse weiter ab. Wohl im Zusammenhang mit ungünstigen Londoner Meldungen lagen Polyphon weiter ausgesprochen schwach und bis 7 v. H. niedriger. Svenska verloren 2 Mark, Chadeaktien 4 Mark. Auch Berger, Bemberg und Siemens gingen je 2 v. H. niedriger um. Momente günstiger ölrt scheinen im Augenblick auf die Börsentendenz überhaupt keinen Einfluß zu haben, denn der Abschluß der Anleihe der Stadt Hannover und das Zustandekommen der Kreuger-Anleihe und schon auftauchende Hoffnungen auf eine Diskontsenkung in London und Neuyork wurden überhaupt nicht erwähnt. In diesem Zusammenhänge muß auch einmal auf die unerwartet schnell eingetretene Pfundbefesti- gunq und auf die internationale Schwäche des Dollars hingewiefen werden. Zeitschriften. — In der Novembrrausga e von .,W e st e r - mann« Monatsheften" überrascht e oft* preußische Macr-Dichter Robert Budzinski durch eine köstliche Se'bstdurstellung und verstreut ? wischen Aeußerungen seines Lebe rech t-Hüchnch-en- Humors wertvolle Erkenntnis''e eines Künstlers, der feine Sache lachend ernst nimmt. Eine Reihe von Arbeiten Dudzinskis. teils farbig reirodu- ziert, runden das Bild die'er liebenswerien Persönlichkeit ab. Prachtvolle farbige Photographien von Arbeiten des Garien-Architekten Friedrich Gildemeister werden von feinen Betrachtungen des Dichters Manfred Hausmann übe: „Garten und Architektur" begileiiei. Aus dem Geb'e e der Architektur stammt der Beitrag, „Löwer am Rüstringer Rathaus", der mit dem jüngsen Werk Fritz Högers, des entschiedensten Bahnbrechers neuer Baukunst, bekannt macht. — Annemarie Kruse von Iakimow hatten mitten im Weltkrieg drei friedliche Iah.e auf einem Gut im Herzen Rußlands verbracht. Sie erzählt davon reljr anschaulich in ihren Erinnerungen „Zwischen zwei Stürmen"; dem Bericht find eigene Bilder der Mulerin beigegeben. Kurszettel der Berliner und Frankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. tranlfurt a " Berit- .-dlitB-l «nie 1 Ui Nur rdihiü 1 21ujartfl. wm Kur Datum 21 t 22. ... 2i IC. 22. 1c 6 eu Idte on ........ 87,25 — 87,5 — 7% Deutsche Reichranleihe von 1929 ......... Di. An . erdlös -Schuld mit Ou. 99 - 99 — lol -Rechten . . . 50 50 50,1 50,1 f' "' rhn * SDctfiti" 8% Hess. BoMstaai von 1929 9,1 9,05 9 9 (tudjoblb. 102%) .... Cberbclfen Provinz - Anleihe mit 90 — 90 — Auolos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. 46,5 — — — Anleihe Serie 1....... 8% Frank«. Hnp.-Bank Oolbpfc. — — — — XIII unkündbar bis 1931 . 7% Frank!- Hnp -Bank Goldpse 94,75 — — — unkündbar bis 1932 ..... 4U% fllhebtt|die Htzp.-Bank itqu. ©olbptc....... 85,5 — - — 76 _ — 8% Pr. LandeöpsandbriesanstaU Psanbbriese R. 17..... 8% Pr. LandeopIandbrielanNalt 98 — 98 — Komm.-Lbl. R. 16..... 7% Pr. Landeepsandbrielanllalt 95 — 95 — Psandbriese R. 10 A.t» u). aou .ouuaei) »-Obligation rückzahlbar 1989 ... 89 89 — — — — 4% Otflcrteldjllcbe Soldrte. 4,?O% Cefterr Silben-- 4% Oc|lencld)ildie Einheitliche Diente.......... 4% Ungarliche Voldne . . 4% Ungarildie StaolSr. o. 1910 4Yt% dergl. von 1913 .... 4% üngariW flronenrte.. . . 4% lürt. Zollanleihe v. 1911 . 4% rartssche Vagdadbahn-Anl Serie I. 4% be«fll. Serke II 6% mumflnlltbe vereint,. Rente von 1903 ' . . . . 4K% w (P.wfldje veretnh. Rente von 1913 ....... 4% Rumänische veretnh. Rente . 26,75 — — — 3 — — — — — _ _ :i,8 — 21,9 — — — 19,5 — — — 21,4 — 1,85 —- 1,9 1,95 -,5 — 7,5 7,4 7,5 — _ 7,5 7,5 7,4 ,5 7,45 — — 8,6 — 14 — 14,1 _ 7,13 — 7,1 — 'ran hurt a M SBedlr •r 0)1118*1 ffure 1 Ul' Ihn Schlu« 1 ftur« | Unianfl- ffnr Datum 21. IU. 22 10. 21 11. 22 10. Hamburg-Amerika 'Calci 110,4 109 111,25 110,25 Hamb Südam. Dampsich. — — 167 165,25 Hansa Danns! iiijs .... 11 — — 153 149,5 Norddeutscher Lloyd . . . . t- 105,5 104,5 115,65 105 VUlfl Deutiche Creditanst. . u 19,5 119,5 119,75 119,5 Barmer Bankverein . . V —— 120,5 121,25 120,5 Berliner Handelsgciellsch. . 11 — — 183,5 181 (Somtnerv und Privat-Bank 11 169,25 168 169,75 — Lärmst, u. Nationalbanl . 1. 252,5 251 253 251,25 Seitliche Bank ..... 11 160 160 160 160 Tircento-ÄeteUschajl, Anl. 1( .60 160 160 160 Dresdner Bank..... 11 150 150 150,25 150 Reichsbant ..... 1 277 274 277,75 273,5 A.E.G........ 171,25 168,75 172 168 yerpmann . . — — 193 189 Gicht. LielcrungSgelelllchaft 1 -- 158 157 Licht und Straft 1 162,75 —— 164.25 162,6 Felten & tiuüleaume . . - 7 V, 118,5 — 118,5 116 (Bei. 1 Sieht. Untern.. . . 1Ö 165 163,5 165,ü 164 Hamb. (Slettr .Werke . . . 1 — — 126,5 Rhein iriektt ..... 139,5 — 14C 139 Schlei Cie’’ ..... . in — — 156 154 Schurken 6 Co..... . 11 179,75 177,5 180,25 177 Siemens & panle .... . 18 310 305 312,5 305 Ttanvtadio ....... . . 8 — — 126,5 124 Lahmeyet 4 Co.. .... . 10 — 161 164,75 163,5 Buderus...... . . . 6 — 63 63,5 60,25 Deutsche Erdöl ..... • . 6 — —— 100,75 100 diener Steinkohle .... — — 128,5 — «elienklrchener..... . . t 130 128,25 129,13 128,5 fiatpcnet........ . . C 134 — 135 134,25 Hoejch Eiien. ...... . 6V, — — 113 112,25 Fiie Bergbau...... . Kl 209 208 210 210 klürknerwerks ..... e 1.3,5 97 103 95,25 Röin-9lciieifen . . . . —- HO 110 -Mannesman -Röhren . . . . 9,75 97,75 99,13 98 illanelclDci Bergbau . . . — — 112,5 112 CbcndVei litten eoatl . . ■ —• — 70 68 Obcndilei SloUroede. . . . — 33,4 92,25 Phönix Bergbau..... . 6K 4 104,13 03,9 104 «he nitche Braunkohlen. . . 1< 50 248,5 252 250 Rbemltah, ... . . . 101,5 100,75 101,5 100,5 Kiebed Montan..... . v,: 106 103,25 .trafilhirt a M Berkir •tdruB- Ritre Ui Rur Schlu» Rin ’änianfl- Kur Datum 21 10. 22. 10. 21. 1 - 22- 10. Bereinigte Stapln» 108,75 —- 101,u 108,25 Otam Minen 16’/, —— —- 62,25 61,5 Rai werke Aschertleben 1 206 203,5 206 203 Jia werke Ulelteregeln . 10 213 211 215 212 Rahmet e Saiz den utth . 16 325 320 326 321 F. ® Farven-Industrt» . 12 181 179 181,25] 179,5 Dynamit 97obei . . . . . 6 — — 85 —- Echeideanslait.... • . u 137 137,5 — — Goldschmidt .... . . b 62,5 — 63 — OiatQetflroerfe .... Metallgeiellichast • . Philipp Oonmann Leme» werk Heidelberg Ee ment werk RarlftaDt ißaoB <8 -v Q ag e • . - 6 71,25 — 72 70,25 • • - . 8 . . 7 . 10 . 10 . . 8 116 87 121,5 173 85 7 i - ■.liOWlF' 117,75 86,75 86,75 85 Schuithei« Payenl^s« Oftroerfe...... Bet. fflianjftoH . . - Bemberg...... HelKtoli Waldhos . . • • . 15 . 12 . 18 14 13 y* 217,5 185 204,5 131,5 274 211 218 185 205,25 135,5 271 209,5 205,5 178 202 Helllloii «idiaii.'nbutfl 133,75 32,5 Charlottenburger Wailer . . . 8 — — 90,13 91 genauer Ga» . . v —■ — 168 166,5 Daimler -Motoren 33,5 — 34,4 33,75 Deullche Linoleum . 245 241 247 240,25 Maschinenbau A.-11 1) i ■ ■ • . 0 37 —— 37 36,5 162,6 vuoid Loew . 10 — — 165 Wat. Automobi, . . . . . O — — 17,75 70,5 Ctendem 4 Soppd . . . 6 — — /2,25 — i'-onbard Dietz - - . 10 — 167 165 58 — 358 357 Franks. Malchlnen . . . . 4 42,5 41 42 —- ®n^ner - . . > ' . . 6 46 — 45,5 — Heyliaensiaedt . . . Funghana. . . 6,1 — — — . . 6 43,65 — 42 — Lechwerke. 8 — — — iÄalnttattweri. Höchst a. M. 8 108 — — — Öltan. 10 — 121 120 ®ebt. Roeder . . . e . 10 106 _ tBolflt 4 Haessns . . • • . . 222 — 222 — Süvo Bude* . . e . • • . IC 145,5 145 145,5 — Banknoten. Berlin, 21- Oktober Geld Bries Amerikanische Noten 4,165 4,185 Belgische Noten .... 58,27 58,51 Dänische Noten ....... 111,68 112,12 Englische Noten........ 20,335 20,415 Französische Noten....... 16,43 16,49 Holländische Noten....... 168,06 168,74 Italienische Noten........ 21,89 21,97 Norwegische Noten....... 111,63 112,07 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 58,60 58,84 Rumänische Noten....... 2,465 2,485 Schwedische Noten....... 111,98 112,42 Schweizer Noten........ 80,80 81,12 Spanische Noten........ 59,2^ 59,47 Tschechoslowakische Noten..... 12,335 12,395 Ungarische Noten........ 72,85 73,15 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 21. Oktober 22. Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung G.'ld Bries Geld Briei timit.-iHott 168,40 168,74 168,46 168,8u Buen.'Airer 1,750 1,754 1,740 1.744 Brss- Antw 58,42 58,54 58,425 58,545 Ghriftlania 111,89 112,11 111,91 112,13 .ikov.'nhagen 111,94 112,16 111,94 112,16 Stocklsolm 112,29 112,49 112,25 112,47 Hclnngfors 10,499 10,519 10,498 10,518 Italien. . 21,875 21,915 21,875 21,915 London. . . 0,376 20,416 20,382 20,422 Neuyork . . 4,1795 4,1875 4,1790 4,1870 Paris. . . 16,45 16,49 16,45 16,49 Schwei» . . 80,92 81,08 80,935 81,095 Sva um . 59,94 60,06 59,84 60,96 Japan . . . 1,998 2,002 2,000 2,004 -»io de Jan ,497 0,499 0,4975 0,4995 Wien in D - Ctft. abgest 58,79 58,91 58,70 58,82 Prag - - - - 12,378 12,398 12,375 12,395 Bel irad - 7,387 7,401 7,391 7,405 vudav:» . . 73,04 73,1t 73,03 73,17 Bul arten 3,017 3,023 3,027 3,033 Viffabon 18,76 18,8 18,80 18,84 Dantig. . 1,4. 81,59 81,44 81,60 Konst ntin. 1,978 1,982 1,968 1,972 9ltlxtt. . ,435 ,445 5,435 5.445 Eanada . 4,136 4,144 4,144 4,152 llru uay 4,086 4,054 4,056 4,064 Cairo . - 20,895 20,935 20,905 20,945 ' Börse. iS *?S**£S sich \ ^gesgeid miffienem ^Diknmartt! ® ”■ i 5, qenen n» ?n,e man 75, gS" lun>> 20,398, len L V Tagesgeld 6,75 ^" 8J5 10,5 v. j)., Warenwechsel lauf hatte auffallend i 9 f e i t Das Kursniveau oentionstätigkeit der Ban. !ur bei einzelnen Papieren ' ab. Wohl im Zujammen- mdoner Meldungen lagen prochen schwach und bis verloren 2 Mark, Chade. er, Bemberg und Siemens x um. Momente günstiger iid auf die Börfentenkenz ; zu haben, denn der Ab- adt Hannover und das Zu- zcr-Anleihe und schon auf« us eine Diskontsenkung in wurden überhaupt nicht er- menhange muß auch einmal 1 eingetretene Pfundbescsti. itionale Schwäche des Sol« " '«eidenwerteer- Pn ? »üorborslid) auf n öie flauen interna,io! Ü» Ultimo, । m Um unb Spekula. l^tanla|lunfl «tutzungökonsvr. 0 weiter unMonnten “) Äuxsrüdgänae mVT Spezialwene « führenden Elektrowerte Remberg, Siemens, ° Berger 11 v.h., B?'l)phon sogar 14 v.H verändertem Beginn etwas wer zum Teil befestigt. ,oten. Der Geldmarkt »int. Men. N'Mi'e von .Wester« f teil“ überrascht 'r ost« t- Robert Dudzin.fki durch Wellung und verstreut kvn« eines Leberecht-.chühnchen« keMtnis'e ein^ Künstlers, d ernst n:mmt. Eine Deiye slis. teils farbig r«5to> > die'er liebensto:r.en v-x vlle farbige PhstMaAen N7 en'Architekten Mdrich , chausmann uf«- ife>. Aus dem ®eb:e e der d-r mit dem H qr-rS ijent. lülinfl 2i£iw*t I68.46 1,744 1,740 j.siS ßelb_ Tw 58,27 in.« 20,3 16,43 168,06 2bg 111-89 58,6 2,465 11L98 80,80 59-2» 12,335 72,85 53,82 7,405 3,17 ,033 'M 58,51 112.1 28,415 16,49 168, 21.97 112,07 58,84 2,485 112-42 BL' 59,47 12,395 73,15 58', 425 111.9 111-94 112,25 10.49b L'Z >1’11 59-84 2,000 0,4975 58^545 112.13 Il;lr 10.51- 21,9'5 20,422 4,1870 16,49 8',095 60-98 2,004 0,4995 58,70 1# 73,03 etlinjX ir-btl ‘•"S. M 58,54 Il2-'l Hl,'6 112, 10.5'8 Ä Ä LZ 0,499 58,91 1^39° *40' Oberhessen. Verunreinigung der Nidda und deren Zuflüsse. WEN. Friedberg, 21. Ott. In den letzten Iah. ren wurden die Klagen über die Verunreinigung der Nidda und deren Nebenflüsse durch Abwässer usw. immer stärker. Das große Fischsterben in den oberbessischen Gewässern war gleichfalls oft der Anlaß zu Beschwerden. Das Kreisamt Friedberg hat in diesen Tagen eine Besprechung mit allen an diesen Fragen interessierten Dienststellen gepflogen. Es wurde beschlos. scn, einem ständigen Ausschuß die Unter- suchung de r Abwässer und die Ueberwachung der Betriebe, Kläranlagen usw. für die Kreise Friedberg, Gießen, Schotten und Büdingen zu übertragen. Dieser Ausschuß wird sein besonderes Augenmerk auf die Ufa, Wetter, Horloff, Nidda, den Erlenbach und die Eschbach richten und diese laufend überwachen. Die Geschäftsführung des Ausschusses obliegt dem Kreisamt Friedberg. Die Bevölkerung wird gebeten, besondere Wahrnehmun. gen an dem Zustand der Bäche umgehend dem Kreisamt Friedberg mitzuteilen. Landkreis Gies;en. n. Staufenberg, 21. Ott. Vorgestern feierten Heinrich Zecher V. und seine Ehefrau Katharine, geb. Rohrbach, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreuen, das Fest der goldenen Hochzeit in» mitten ihrer Familie. i. Hattenrod, 22. Ott. Morgen, Mittwoch, tritt der älteste Einwohner unseres Dorfes, Adolf Fritz, in sein neunzigstes Lebensjahr. Er ist am 23. Oktober 1840 geboren und hat stets in unserer Gemeinde gelebt. Von Beruf ist er Hvlzdreher, und er hat in seinem Geschäft noch bis in die letzten Jahre hinein gearbeitet. Auch heute erfreut er sich noch einer geradezu staunenswerten Rüstigkeit, die ihn noch allerlei in Haus und Garten arbeiten läßt. Adolf Fritz, der in der Familie seiner Tochter lebt, ist seit über 24 Jahren Witwer. Seinen Geburtstag wird er mit den besten Wünschen aller QIi tbürger feiern, bei denen er wegen seines freundlichen und humorvollen Wesens sehr beliebt ist. Im Alter folgt diesem Dorfsenior die Witwe des Konrad Frey, Marie Katharine geb. Albach, die am 25. August 1841 geboren ist und die, wie Adolf Fritz, auch noch sehr rüstig ist. + Grünberg, 21. OH. Hier sind zur Gern e i n d e r a t s w a h l fünf Wahlvorschläge eingereicht worden. Wahlvorschlag 1 trägt das Kennwort „Unparteiisch und Fortschritt" und hat folgende Hamen: 1. Carl Repp, Fabrikant und Landwirt: 2. Emil Lein, Schreinermeister: 3. Heinrich Amend, Schlossermeister: 4. Otto Pfeffer, Installateur- und Spenglermeister: 5. August Schlosser, Kaufmann und Landwirt: 6. Karl Fuldat, Bäckermeister. Wahlvorschlag 2 mit dem Kennwort „M i 11 e l- standsvereinigung" hat folgende Hamen: 1. Heinrich Schmidt ll., Schlossermeister: 2. August Sehbold, Studienrat: 3. Ludwig Zinher, Wagner- meister: 4. Julius Bon-Eiff, Spenglermeister und Installateuer: 5. Karl Wenzel, Lehrer: 6. Karl Hermann Pfeffer, Uhrmacher: 7. Otto Heußinger, Jorstamtsoberassistent: 8. Hans König, Iustiz- obersekretär: 9. Ludwig Frank 11., Schmiede- meister. Wahlvorschlag 3 mit dem Kennwort „Volks liste" hat folgende Hamen: 1. Wilhelm Schmidt, Angestellter: 2. Heinrich Schmidt IV., Steinhauer: 3. Heinrich Stock. Weber: 4. Philipp Schomber, Eisenbahn-Dorarbeiter a. D.: 5. Georg Kloß, Weißbinder: 6. Wilhelm Degen, Arbeiter: 7. Otto Dörr. Packer: 8. Hermann Gehringer, Heizer. Wahlvorschlag 4 hat das Kennwort „Landbund" und trägt folgende Hamen: 1. Karl Böß, Gastwirt. Mehgermeister und Landwirt: 2. Christian Bück, Landwirt: 3. Leonhard Grobhaus, Landwirt und Kaufmann: 4. Karl Werner, Landwirt: 5. Ludwig Bausch, Landwirt und Metzger: 6. August Frank, Landwirt. Wahlvorschlag 5 hat das Kennwort „Einheitsliste" und enthält folgende Hamen: 1. Nikolaus Kröhle, Gewerbelehrer: 2. Ernst Schellhaas, Reichsbahnassistent: 3. Heinrich Lang, Steuersekretär: 4. Heinrich Sprankel, Steuerassistent: 5. Karl Wiegand, Steuer-Betriebsassistent: 6. Karl Appel, technischer Obersekretär. —o— Ober-Dessingen, 21. Oft. Für die Gemeinderatswahlen sind hier zwei Listen ausgestellt worden. Die Liste der Gewerbetreibenden umfaßt die Hamen: Rudolf Bünding. Müller: August Rinker, Zimmermann: Iohannes Rinker III., Pflaster- meister und Ernst 2 o x, Schreinermeister. Die Liste der Landwirte zählt auf: Karl Seipp HL, Karl Walter, Ernst Kühn, Karl Samer, Georg Schief erstein, Gustav Koch. Der seitherige Vertreter der Arbe t.r war für eine Wiederwahl zurückgetreten, ha te davon aber die Arbeiterschaft nicht bcnachricht.gt, so daß diese nun völlig auSgeschaltet ist, was im Inter- esse der Volksgemeinschaft bedauerlich erscheint. Kreis Büdingen. nd. H i d d a, 20. OH. Heute wurde hier in der evangelischen Kirche das Erntedankfest in erhebender Weise gefeiert. Dazu hatten sich die Gemeindeglieder aus dem ganzen Kirchspiel so zahlreich eingefunden, 'daß das Gotteshaus bis auf den letzten Platz beseht war. Der Altar war mit auserlesenen Feldfrüchten, schönem Obst und einem prächtigen Erntekranz geschmückt. Bei dem Altardienst und am Schlüsse des Gottesdienstes trugen hiesige Schulkinder mehrere passende Dantgedichte für den reichen Erntesegen vor. und der evangelische Kirchenchor unter Leitung von Musiklehrer Ackermann von hier verschönte die Feier durch ein weihevoll vorgetragenes Erntedanklied. Unter Zugrundelegung von Psalm 107, 31 predigte Pfarrer Laut über den rechten Dank am Erntedankfest. Beim Ausgang aus dem Gotteshause wurde eine Kollekte für die Dekanatskrankenpflege und für die evangelischen Gemeinden in Oesterreich erhoben. !l Düd ingen, 21. Oft. Der heutige Marktmontag war am Vormittag nur schwach belebt, dagegen war am nachmittag ein angemessener Besuch zu verzeichnen. Ebenso war es mit dem Pferdegeschäft. Cs waren auf getrieben: 50 Pferde und Schlachtpserde. Der Handel am Vormittag muh als ruhig bezeichnet werden. Schlachtpferde gingen gut ab, dagegen waren Arbeitspferde wenig gefragt. Am Nachmittag waren keine Pferde auf getrieben. ow. Unter-Widdersheim, 21. Oktober. Dieser Tage wurde dahier der letzte Veteran aus dem Krieg 1 870/71 z u Grabe gebracht: Ludwig Michel, der ein Alter von 82 Iahren erreichte, hatte in seinem 24. Lebensjahre an dem siegreichen Krieg teUgenommcn; in der Schlacht bei Gravelotte war er verwundct worden. Bis in sein hohes Alter blieb er von echter Vaterlandsliebe erfüllt. Hm die Gründung von Kriegervereinen in unserer Gegend hat er sich große Verdienste erworben: auch der Krieger-- verein Hntcr-Widdersheim, dessen erster Präsident und hernach langjähriger Ehrenpräsident er war, verdankt ihm seine Gründung. Leider war der Hochbetagte in den beiden letzten Iahren seines Lebens schwer leidend, so daß der Tod ihm eine Erlösung war. Hach der Rede des Orts- geistlichen würdigte der gegenwärtige Präsident des Kriegervercins Hnter-Widdersheim, Herr Albrecht Schneider, in warmcmpfundencn Worten die Verdienste des Heimgegangenen und legte einen Kranz als Zeichen ehrenden Gedenkens am Grabe nieder. & Hirzenhain, 21. Oft. Ein schönes Zeichen der Einigkeit in unserer parteipolitisch zerrisse- nen Zeit bietet unser Hirzenhain. Es war der Wunsch allgemein, daß für die Gemeinderats- wählen eine Einheitsliste zustande käme. Kaufmann Stein lud deshalb alle Wähler und Wählerinnen zu einer gemeinsamen Besprechung ein. Nach kurzer, sachlicher Aussprache kam die Ein- heitsliste ohne Widerspruch zustande. Ein erhebendes Beispiel und ein gutes Zeichen für die Gemeinde selbst, in der doch auch alle Stände vertreten sind. Auch der anwesende Bürgermeister H e n s e l gab in kurzer Rede seiner Freude darüber Ausdruck und betonte, daß er in den Jahren seiner Amtstätigkeit stets mit dem Gemeinderat alle Vorlagen ohne jede erregten Auseinandersetzungen erledigt habe. Wenn auch einmal Meinungsverschiedenheiten geherrscht, so seien sie doch immer sachlich vorgebracht worden, und er habe dies auch immer bei Versammlungen mit Kollegen mit Stolz betont. Krcis Schotten. □ Laubach, 21. Oft. Hier wurden für die Gemeinderatswahl sieben Wahlvor- s ch l ä g e eingereicht: 1. Liste für Handel und Gewerbe (Spitzenkandidat Kaufmann August Emmelius): 2. Liste „Einigkeit macht st a r k", gemischte Liste (Spitzenkandidat Landwirt und Mehgermeister Reibt): 3. Liste „Arbeite mit Fleiß", gemischte Liste (Spitzenkandidat Landwirt Frank): 4. Liste, für Beamten und 21 n g c ft eilte (Spitzenkandidat Oberreal» lehrer Gerhard): 5. Liste „Arbeit, Recht und Sparsamkeit", Liste für Beamte und Angestellte, Liste des Ortskartells Laubach des Deutschen Beamtenbundes (Spitzenkand. Iustizsekr. B e ck e r): 6. M i 11 e l st a n d s l i st e. für Handel u. Gewerbe (Spitzenkand. Kaufmann Kreicker): 7. Liste des Bauernbundes (Spitzenkandidat Landwirt Friedrich Wilhelm Wagner. Kreis Alsfeld. w Alsfeld, 21.Oft. Für die Gemeinde- ratswahlen liegen 4Wahlvorschläge vor: Sozialdemokratische Partei, Demokratische Partei, Nationale Bürgerliste, enthaltend Deutschnationale Volkspartei, Deutsche Volkspartei und Landbund: ferner ein Wahlvorschlag der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 21. Oft. Am Sonntagabend gegen 11.15 Uhr ereignete sich auf der Straße Blitzenrod—Lauterbach, in unmittelbarer Nähe des Kriegerdenkmals Blitzenrod, ein Motorrad- Unfall, bei dem der Führer des Fahrzeugs, der Bäckerlehrling Richard Müller sowie dessen Beifahrer Bäcker und Landwirt Fr. Hartmann HL, beide wohnhaft dahier, schwer verunglückten. Hartmann ist inzwischen seinen Verlegungen erlegen. Er stand im 39. Lebensjahr und hinterläßt Frau und zwei kleine Kinder. Die Verletzungen des 18jährigen Müller sind weniger ernster Natur. Beide kamen von der Kirchweih in Frischborn. Ä»ttshoM««8e Übersicht über tue Kurse des Winterhalbjahrs Alles Nähere (Lehrer, Stundenza' l, Räume, Gebühren) ist aus dem bei Keiß' er (Schulstraße) und auf der Geschäftsstelle (Wolfstraße 10p, Ecke Kaiserallee) für 20 pf. erhälllichen Verzeichnis zu ersehen. Daselbst auch Vorverkauf von Karten für Sprach- und Gymnastikkurse zu ermäßigtem preis. Montags, 20 Uhr: 1. Was sagt die Wissenschaft zu den der- breltetsten Meinungen über das Weltgebäude? 2. Musikhören. 3. Englisch für Vorgeschrittene. 4. Photographie. 5. Loheland- Gymnastik. Dienstags, 20 Uhr: 6. Eharakterkunde. 7. Gestalter des deutschen Schicksals. 8. Goethes Metamorphose der Pflanzen. 9. Oie Dererbunasreaeln. 10. Höchstleistung. 11. Rhythmische Körperschulung. 12. Musikgruppe zur Übung im Zusammenspiel. Mittwochs, 20 Uhr: 13. Oie geistigeEntwicklung desMenschen. 14. Das Wesen der Elektrizität. 15. Goethe. 16. Frauenchor. 17. Zeichnen für Anfänger. 18. Französisch für Vorgeschrittene. 19. Laban-Kurs. Freitags, 20 Uhr: 20. Geistige Schulung. 21. Wesen, Ursache und Verhütung der Schwmdsucht, der Arterienverkalkung und des Krebses. 22. Oer Weltkrieg in der Literatur. 23. Mozan. 24. Zeichnen für Vorgeschrittene. 25. Bode-Gymnastik. Donnerstags oder Samstags, 20 Uhr: 26. Einsührungs- vorträge zum Schauspielplan des Stadttheaters. Sonntags, 11 Uhr: 27. Einführungen zum Programm des Konzertoereins. An noch zu bestimmendem Tag: 28. Die Arbeit in der Kunst. Oie Eintrittskarte zur Eröffnungsfeier (50 Pf.), am Samstag, 26. Oktober, 20 Uhr, Neue Aula, berechtigt den Teilnehmer zügle ch in der folgenden Woche zum Probebesuch derjenigen Kurse, unter denen er feine Auswahl zu treffen gedenkt. Goethebund Giefeen Festabend zu Ehren des 70. Geburtstags des Dichters ALFRED BOCK Donnerstag, den 24. Oktober, abends 8 Uhr, In der Neuen Aula der Universität Begrüßung Festvortrag: Schriftsteller Fritz DROOP, Mannheim, Ehrenmitglied der Gesellschaft für deutsches Schrifttum Vorlesung aus Alfred Bocks Werken durch den Dichter Anton BETZNER. Eintritt: Für Mitglieder frei — Umtausch des Kontrollabschnittes 3 b. Challier. Für Nicht-Mitglieder 0.50 RM. bei Challier u. a. d. Abendkasse. 8711b DRUCKSACHEN ALLER ART liefert in jeder Ausstattung stilrein und preiswert Brühl’sahe Universität»- Druckerei R. Lange, Gießen Herzlichsten Dank allen, die meiner anläßlich des 83. Geburtstages gedacht haben Konrad Heppner Gießen, den 22. Oktober 1929 06777 Sarßoren leimt die Aufmerksamkeit auf sich J, J, Darboven, Hamburg 15 8702V V?. Cafe Amend mit seiner Künstlerkapelle 87210 Es ist nicht bekannt geworden, daß Kinder oder Erwachsene nach dem Genuß einer 100-Gramm- Tafel Schokolade, die mehr Coffein resp. gleichwirkendes Theobromin enthält als 4 Tassen Kaffee, Beschwerden verspürten. Daraus ist zu schließen, daß das Coffein und Theobromin in Schokolade und Kakao nicht schädlich wirken können. Der veredelte und leicht bekömmliche Idee-Kaffee ist ähnlich dem Kakao nach einem besond. Verfahren ohne Chemikalien u. and. Hilfsmittel hergestellt, er kann daher wie Kakao und Schokolade für sich in Anspruch nehmen, daß er ebenso bekömmlich ist wie diese. Hiervon kann sich der Arzt und Verbraucher durch den Versuch leicht selbst überzeugen., Ueberall käuflich, das große Paket von 200 g kostet RM. 1.50. Vertreter: Ludw. Petri, Gießen, Crednerstraße 36, Telephon 1313. Mittwoch, 23. Oktober abends: I. großes Sonderkonzert mit verstärkter Hauskapelle — Auserwähltes Programm I Mit großem Erfolg spielt täglich der Violinvirtuose Knud Dalgaard Cafe Leib Freitag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr Experimental-Vortrag des Hellsehers Ü6703 Erik Jan Hanussen Telepathie - Graphologie — Hellsehen Hanussen ist das Tagesgespräch in allen Städten, ein unheimliches Rätsel Für den Vertrieb uniereo Dovvelzua- rcalers Schmidt Äeoiolo D.B. P.Mr.470423 suchen wir lüchlige 8719V VerüreSes — möglichst technisch gebildet — genen oute Bezahlung. Meldunaen an unsere <«c- ncral-Bcrtretunn Frankfurt a. Main, Guykowftrahe 40, erbeten. Schmidt Acoiolo G. m. b. H., Staffel- Wilbclmsböbc. ZW!!!!!!!SMWWWWW» Volkshochschule Dienstag, 29. Okt., 20 Uhr, Neue Aula Erster musikalischer Volkskunstabend Drei Mozart-Sonaten für Violine und Klavier. Ausführende: Konzertmeister Lenzewski (Violine) Prof. K. Schmidt (Klavier) Der Bechstein Konzertflügel wurde vom Pianomagaziu B. Schönen, Seitenweg91, freundlichst zur Verfügung gestellt. Eintritt im Vorverkauf bei Challier: Res. Platz 80 Pf., offener Platz 60 Pf.: an der Abendkasse: Res. Platz 1 Mk„ offener Platz 70 Pf. 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Ihre furchtbare Erregung machte sich in einem Strom von Tränen Luft. Sie preßte das Gesicht an Lie Schultern Bertys. und diese fragte nicht weiter, sondern ließ sie weinen. Sie wußte, wie wohltätig manchmal Tränen wirkten. Endlich verstummte das Schluchzen Käthes, und jetzt sagte Berty, indem sie dieser über das herrliche Blondhaar strich: „Nun schließe mir dein Herzchen auf, Kleine! Sprich! Verschaffe dir Erleichterung! Ich sehe doch, daß dich etwas druckt, fast erdrückt — ein Geheimnis. Kannst du es mir nicht anvertrauen, Käthe? Zweifelst du wirklich noch, daß es bei mir in sicherster Obhut sein wird?" „Ich kann nicht!" stöhnte Käthe. „Es ist so schrecklich, so entsetzlich, daß es all mein Gluck noch zerstören wird!" „Das wollen wir mal erst darauf ankommen lassen!" erwiderte Derty kampflustig. „Ich helfe dir, und es müßte sonderbar zugehen, wenn wir beide nicht Siegerinnen blieben. Aber erst mußt du mir alles sagen, Käthe! Rede doch! Scheue dich nicht!" Käthe jedoch schüttelte verzweifelt den Kopf. Sie wußte, sie würde Derty alles sagen können: «ber sie wußte auch, daß weder diese noch sonst jemand ihr würde helfen können. Mit zwei Männern verheiratet! „Ich kann nicht!" stöhnte sie verzweifelt auf. „Wenigstens jetzt noch nicht, Derty! Frage mich nicht! Ich beschwöre dich! Eines Tages wirst du alles erfahren, erfahren müssen. Rur nicht jetzt!" . . „Auch nicht, über was du so erschrocken bist?" Käthe schüttelte wieder den Kopf: doch Derty ließ sich nicht beirren. „Du bist vorhin erschrocken, als dein Mann aus dem Wagen stieg. Riemand war da zu sehen als er, der Graf und der Ingenieur, und da du weder vor deinem Felix noch vor meinem Dodo erschrocken sein kannst, so kann es sich nur um den Ingenieur handeln. Stimmt es?" Da nickte Käthe nun doch. „Und warum fürchtest du dich vor ihm?" „3a, ich fürchte mich vor ihm!" stieß Käthe nunmehr hervor. „Ach, Derty, wenn du es vermagst, dann berede deinen Mann, daß er diesen Menschen fortschickt I" „Du, das würde einen harten Kampf geben!" erwiderte Derty. „Du solltest nur gesehen haben, wie erfreut er über die Ankunft dieses Mannes war, von dem er schon lange geschwärmt hat. Ich wüßte nicht, wie ich ihn hinausbringen sollte. Du kennst ihn also? Don früher?" Wieder nickte Käthe hoffnungslos: denn sie sah all ihr Glück in Scherben brechen. Tonlos fragte sie: „Und dieser — dieser Mann soll auch zu meiner.! Manne kommen?" „Das haben die beiden wenigstens schon besprochen: es wird sich schwer ändern lassen." .Dann muh ich fort. Derty, sogleich! Ich kann, ich darf ihm nicht begegnen. Rate mir doch! Hilf mir! Ach, Derty, ich bin ja so unglücklich!" Abermals begann sie zu weinen, und wieder ließ Derty sie gewähren. Sie war erfahren genug, um etwas von der Wahrheit zu ahnen, aber auch, um nicht weiter in Käthe zu dringen. Hin und her überlegte sie, was sie tun könnte, um die Freundin zu beruhigen, und endlich kam ihr ein Gedanke. „Run höre mal zu. Käthemädel!" sagte sie in ihrer burschikosen Art. „Dielleicht geht die Sache so zu deichseln: du nimmst dich hübsch zusammen, daß dein Mann über dein Aussehen nicht stutzig wird, und dann bittest du ihn recht schön, daß er mit dir weiterfährt, irgendwohin. Vielleicht kann er eine Iacht mieten und mit dir eine Weltreise antreten. Jedenfalls mußt du ihn dazu bringen, daß er nicht nach Turnau geht, solange dieser Mensch in der Rähe ist, und wenn dein Mann ihm doch schon Aufträge gegeben hat, so mag er sie während eurer Abwesenheit erledigen. Wenn ihr zurücllommt, muß er wieder weg sein und darf natürlich niemals wiederkommen. Denkst du, daß es so gehen wird?" Käthe hatte schweigend zugehört. aber je weiter Derty sprach, desto mehr hellte sich das Gesicht der Verzweifelten auf, und schon leuchtete aus ihren blauen Augen, in denen noch die Hellen Tränen standen, wieder die Hoffnung. „Ja, Derty, ja, so will ich es machen! Du bist so gut und so klug! Wie soll ich dir nur danken?" „Das fehlte noch, Kleine! Lins beide hat der Zufall nicht ohne Grund zusammengeführt: davon bin ich überzeugt. Mein Verdienst ist es keines- salls: aber weil wir uns nun einmal gefunden haben und Freundinnen geworden sind, wollen wir auch treu zueinander halten. Dist du überzeugt, Käthe, daß ich dir helfen will, was auch kommen mag?" „Ja, Derty, ja!" „Dann ist alles in Ordnung, Kind! Lind nun, Kopf hoch! Es wäre doch noch schöner, wenn du dich vor diesem Manne fürchten und um seinetwegen unglücklich werden wolltest! Was du mit ihm vorgehabt hast, das kümmert mich jetzt nicht. Vielleicht erzählst du es mir später noch, und wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Vorläufig aber will ich dir sagen: ich weiß, daß du nicht fähig bist, etwas zu hin, dessen du dich schämen müßtest, und wenn du Llngluck gehabt hast, dann ist es sicher nicht deine Schuld gewesen." Da erfaßte Käthe beide Hände der Freundin. Sie atmete wieder auf, und da sie in Cannes so vieles Schöne sahen, so wurden beide allmählich wieder heiter. Im Innern Käthes freilich hockte noch die Furcht: aber sie hoffte doch, daß Felix ihr ohne weiteres die Ditte gewähren würde, die sie ihm vorbringen wollte. Wenn sie ein Jahr auf Reisen waren, dann war alle Gefahr vorbei, dann fürchtete sie Derndt Klausen nicht mehr, dann war sie noch durch ein anderes Dand als nur durch die Liebe an Felix gefesselt, ein Dand, das nicht mehr zerrissen werden konnte. Trotz ihrer Sorgen lächelte sie selig, und als sie heimkam und an die Brust ihres Gatten flog, als et sie zärtlich küßte und sie fragte, wie es ihr gefallen habe, da rief sie: „Ach, Felix, die Welt ist ja viel herrlicher, als ich je geahnt habe. Ich möchte noch viel mehr von ihr sehen — alles! An deiner Seite möchte ich rund um die Erde ziehen: ich möchte die Pyramiden sehen, die Tempel Indiens, die Wunder Asiens! Felix, können wir nicht miteinander das alles genießen? In einer Jacht — nicht auf einem Dampfer — ganz allein wollen wir sein, wir zwei — allein mit unserem Glück! Lind wo es uns gefällt, da bleiben wir, bis es uns weiterlockt. Felix, sag' ja! Du glaubst nicht, wie ich mich sehne, mit dir zusammen die weite Welt kennenzulernen!" Verwundert schaute er auf sie. Er hatte diesen Wunsch nicht von ihr zu hören erwartet. Aber aus jedem ihrer Worts hörte er doch auch ihre Liebe zu ihm, und es schmeichelte ihn, daß sie mit ihm allein sein wollte. Er druckte sie innig an sich und erwiderte: „Ja, Käthe, das wollen wir. Ich will mit dir reisen und dir die schöne Welt zeigen ..." „Felix!" jauchzte sie auf, von aller heimlichen Qual erlöst. Da aber strich er ihr leise über das Haar. „Rur ein wenig Geduld muht du haben, Liebste! Ich muh erst manches Geschäftliche^ erledigen, ehe ich so lange abwesend sein kann." „Muß das sein?" fragte sie bekümmert. „Denk' doch, daß jetzt die schönste Zeit zum Reisen ist. Vielleicht kommt sonst der Herbst heran..." „Lind doch können wir immer den Frühling um uns haben, Liebste! Wir wollen ihn suchen, auch wenn es bei uns Herbst ist, und wir werden ihn finden und ihn begleiten. Frühling soll um dich sein, Käthe, das verspreche ich dir!" Da senkte sie ergeben das Haupt. Er sah ihre Trauer, lächelte und sagte: „Liebste, soll ich dir sogen, daß das Höchst» im Leben des Mannes die treue Pflichterfüllung ist?" Da nickte sie und erwiderte nichts mehr. Lang« Zeit standen sie in schweigender Umarmung, bi« Käthe daran dachte, daß doch er hier war, daß sie fort muhte. Deshalb fließ sie hervor „Aber nach Hause kannst du muß fuhren. Felix? Ich sehne mich, die Tante zu begrüßen.. „Auf einmal. Kätherle?" Da schaute sie ihn an, und aus ihren Blicken las er das selige Geheimnis, das sie noch bot ihm hatte bewahren wollen. „Käthe!" stieß er hervor. „Ist es wahr? Oh. du! Wie glücklich machst du mich! Lind morgen, morgen bringe ich dich heim." Er preßte sie stürmisch und doch vorsichtig an sich und kühle sie. Lind Käthe war sellg. Fort! Run durfte sie doch noch fort! Sie schlief ruhig in dieser Rächt. Am nächsten Morgen fand sie schon alle Koffer gepackt. Das Auto stand bereit, sie fuhren zum Bahnhof und bestiegen den Zug. Käthe tat einen tiefen Atemzug. ' Run war sie aus der Rähe dieses furchtbaren Mannes. Run würde sie alles aufbieten müssen, ihm nie wieder zu begegnen. Aber wie sollte sie das anfangen? Würde Felix nicht darauf bestehen, nach Tumau zu gehen, wo Berndt Klausen irgendeine Arbeit für ihn ausführen sollte? Sie mußte ihn bereden, in Berlin zu bleiben. Oder wenn er das nicht wollte, dann mußte et ihr erlauben, bei Tante Adelheid zu wohnen. Sie wollte vorgeben, daß sie jetzt keine fremden Menschen um sich sehen möge. „Woran denkst du, Schah?" fragte da Felix, der sie schon eine Zeitlang schweigend beobachtet und wohl gemerkt hatte, daß sie sich um irgend etwas sorgte. Käthe schrak zusammen, hatte sich aber sofort wieder in der Gewalt. Lächelnd erwiderte sie: „Ich überlegte mir, ob ich dir etwas beichten sollte, Liebster. Ich habe ein Geheimnis vor dir gehabt.. „Du? Dann wird es etwas ganz Schreckliches sein!" erwiderte er lachend. „ Fürchtest du denn nicht, daß ich dir nie vergeben könnte?" Sie schmiegte sich an ihn und schaute zu ihm auf. „Ich werde mich nie vor dir fürchten, Felix", sagte sie ernst. „Ich bin fest überzeugt, daß du mir immer und alles vergeben würdest, was es auch sei!" (Fortsetzung folgt.) Bollen Sie m-,m- M mtan? ein Wobn- ober Geschäftshaus kaufen? oder eine hochverzinsliche Hyvochek durch eine billige avlöien. oder haben Sie 1932 eine AuiwertungShnvoihek auszuzahlen, dann wenden Sie sich menen Fmanzieruna dieser Angelegenheit an 06793 Karl Seibert, Giefrcn, Stepbanstr.i7ll. Bestimmt zu treffen Mittwoche von vor- uiiliags 8 bis abends 7 Uhr. Vergebung von Sauarbeiten. Auf Grund der Reichsverdingungsord- nung sollen die Lieferung, der Anschluß und die Befestigung der Becken usw. für die Be- und Entwässerungsanlage für den Reubau des zweiten Jfolierhauses der Medizinischen Klinik in Gießen vorbehaltlich ministerieller Genehmigung im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen, sowie Bedingungen liegen auf unserem Zweigbureau in der Hautklinik, Sockelgeschoß, Zimmer 36, in der Zeit von 4 bis 6 Uhr nachmittags, zur Einsicht offen. Angebotsvordrucke werden, solange der Vorrat reicht, dort abgegeben. 8712V Angebote find verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei, bis zum Eröffnungstermin, Mittwoch, dem 6. November 1929, vormittags 11 Uhr, bei vorbeschriebener Zweigstelle einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 21. Oktober 1929. Hess. Hochbauamt Gießen. I. V.: Kuhlmann. Der Plan über die Herstellung einer unterirdischen Telegraphenlinie in der Rodheimer Straße, und zwar von K. V. an der Westseite der Bahnunterführung bis zur Abzweigung der Straße nach Heuchelheim (Kr Gießen) liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen von heute ab 4 Wochen aus. 8716V Gießen, den 22. Oktober 1929. Telegraphenbauamt. Bekanntmachung. Betr.: Prüfung der Geschäftsstenographen. Am Sonntag, dem 8. Dezember d. 3., morgens 9 Uhr, findet im Sitzungssaal der Industrie- und Handelskammer Gießen, Lonystraße 7, eine Prüfung für Geschäftsstenographen statt. Geschrieben wird nur nach der Einheitskurzschrist, und zwar in den Abteilungen 150, 180, 200, 220 und 240 Silben. Anmeldungen mit Angabe der Silbenzahl und unter Beifügung von zwei Reichsmark Prüfungsgebühr sind bis spä- testens 30. November 1929 beim Sekretariat einzureichen. 8707V Gießen, 21. Oktober 1929. Industrie- und Handelskammer Gießen, gez. Schirmer, Kommerzienrat. Mittwoch, den 23. Oktober 1929, nachmittags 2 Uhr. versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (im „Löwen"), zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 2 Schrunkgramrnophone, 7 Nähmaschinen, 1 asmäher, 1 Projektionsapparat mit Linse, 1 Ziege, 3 Ladentheken, 3 Ladenregale, 20 Flaschen Sekt, 1 Garderobeständer, 1 Registrierschrank, 1 Personenkraftwagen („Dürkopp" Nr. 5285 12/28 PS), 1 Halbverdeck für Doppelspiinner, 15 Bozener Mäntel, 6 Bücherschränke, 1 Ballen trockene Kranzdärme, 1 Videowaage (10 kg), 10 Tennisschläger, 65 Tennisbälle, 20 Paar Tennisschuhe, 24 Paar Turnschuhe, 1 Photoapparat, 1 Pianino, 2 Schreibmaschinen Schreibtische, Sofas, Chaiselongues, Zimmerteppiche, mehrere Oefen und Herde, Gasherde, 1 Lederwalze, 24 Paar Gamaschen, 20 Paar Herrenleisten, 25 Dtzd. Gummiabsätze, 30 Schuhbürsten, 10 Schaffelle, 2 Aktentaschen, 2 Koffer, 10 Fensterleder u. v. a. 8714D 2. An Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) 12 Dutzend Alpakaniesser, -Gabeln und -Löffel, 1 Kaffeemaschine, 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 6 Lederstühle, 1 Chaiselongue, 1 Regulator, 1 Zimmerteppich, 1 Pianino, 1 Waschkommode, Wäschemangel. 3. Bestimmt: 1 Koffergrammophon mit 5 Platten, 9 Grammophonplatten, 1 Schrankgrammophon mit 41 Platten. Ferner voraussi ^tlich bestimmt: 1 Ra- dioapparat mit Lautsprecher (Dürer), i 3unfer, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383. Pfund 70 im Ausschnitt Va. bliitenbeller Cablian Pfund 75 9> tm Ausschnitt Pfund Goldbarsch Pfund 50 9> iWorbfee) 65 9> 50 ei Grüne Heringe... Pfund 30 9> Portions Schellfische Seelachs vrimi Nordseeware, Pfund Fischfilets, frische Fiickkoteletts ^ettbiicklinge, morn, etntreffenb, bas Pfunb 48 A ble Kiste 2.10 Nollmovs, Bismarckherinae, Heringe in Gelee, Bratheringe, Bratrollmovs, Senfhertnge, Sar- binen ln 4, 2 unb 1 Ltter-Dofen geringe mb Me ort. holl, oiireMilcher, 10 Stck. 85 9, femst.gr.suver.Holliinbcr 3Sr.50^ feinste engl. MatjeS, 3 Stck. 70 UMSMMK Babnbosstr. 27, Fcrnspr. 3631 bJ9iA Frische Fische Mittwoch früh 9 Uhr eintresfenb: Reinste arokre Schellfische Rama im Blau band Bi njinifuwii r. t Wä terSS MMS MM MM Uff . ■//// HMM.U si MI « MLiLUMM MARGARIN doppelt so gut Rama im Blauband bietet Ihnen die Gewähr für frische Qualität durch das Datum- zeichen auf der Packung. frische Milch-frisches Fleischfrische Eier - aber auch frische Margarine. Mit Recht. uen wünschen Denn FRISCHE bedeutet hier alles. 1 PW 50 Pfg mit Garantie-Zeichen für frische Qualität Handschuhe.