Nr. 117 Erstes Blaff 179. Jahrgang Mittwoch, 22. Mak 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unio^rfitStr-vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schnlstratze 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Amerika fordert die Ratifizierung des Gchuldenabkommens mit Frankreich. London, 22. Mai. (WTB. Funkspruch.) Wie der Washingtoner Korrespondent der Times von inahgcbcnder Seite ersöhrt, hat SchahsekretärMel- lon gestern den französischen Botschafter Claudel ersucht, mitzuteilen, daß die amerikanische Regierung so schnell wie möglich über die 'Aussichten der Ratifizierung der französischen Schuldensundierungs- vercinbarung verständigt zu werden wünscht. Rach einer Meldung des Washingtoner Korrespondenten der Agentur havas wird als Grund für das Ersuchen der amerikanischen Regierung angegeben, daß die Erledigung des neuen Zolltarifs und der Wirtschastshilfe die Sonderkommissionen des amerikanischen Senats und des Repräsentantenhauses sehr lange beschästigen, und es deshalb immer wahrscheinlicher werde, daß das amerikanische Parlament sich während der Arbeiten dieser Kommissionen vertagen werde. Amerikas Zugeständnis. Bedenken im Senat. Paris, 22. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der „Chikago Tribüne" wird gemeldet, daß der Beschluß Hoovers, die amerikanischen Schuldenforderungen herabzusehen, zwar ziemlich allgemein gebilligt werde, daß aber doch einige Kreise, darunter vor allem die Senatoren S m o o t und Borah, das Vorgehen des Präsidenten nicht zu unterstützen schienen. Während Smoot als Vorsitzender des Finanzausschusses die Ansicht vertrete, daß die Ratifizierung des französisch-amerikanischen Schuldenabkommens als Vorbedingung für die Herabsetzung der amerikanischen Ansprüche ausgestellt werden müsse, sei Senator Dorah der Meinung, daß die Regelung, die in Paris vorbereitet werde, f ü r Deutschland unbillig sei. Wenn, so habe Senator Vorah erklärt, eine Regelung der Schulden- und Reparationsproblemc erreicht werden könne, die eine endgültige Verständigung darstelle und ein Gefühl der Genugtuung bei allen beteiligten Parteien auslöse, dann wäre es die Pflicht und Schuldigkeit der Vereinigten Staaten, eine vernünftige Konzession zu machen, aber die Zugeständnisse der Alliierten schienen den Zeitungsberichten zufolge nicht weitgehend genug zu sein. Er glaube daher nicht, daß sie eine endgültige oder zufriedenstellende Regelung ergeben. Einigung der Gläubiger auf Kosten Deutschlands? Wenn man den Berichten aus Paris glauben darf, dann ist durch den Teilverzicht Amerikas auf seine Forderungen für die Be- sahungskosten am Rhein eine wesentliche Erleichterung der Lage eingetreten. Präsident Hoover hat bekanntlich die Bereitwilligkeit der Vereinigten Staaten erklärt, auf 10 Prozent der Besahungskosten, insgesamt auf 4 bis 5 Millionen Goldmark, zu verzichten. Selbstverständlich handelt es sich hierbei lediglich um eine amerikanische Geste, deren praktische Bedeutung sehr fragwürdig ist. Immerhin haben sich darauf am Pfingstsonntag die Delegierten der Gläubigerstaaten in Paris an die Arbeit gemacht und ihre Einwände gegenüber den deutschen Vorbehalten formuliert. Aus der französischen Presse geht hervor, daß die alliierten Staaten zwei deutsch e Forderungen als unannehmbar bezeichnen, nämlich erstens die Heranziehung der österreichischen Rachfolgestaaten zu den Reparationsleistungen und zweitens die Frage eines zweijährigen Moratoriums. Dagegen sollen die alliierten Staaten eine Reihe von Forderungen ausgestellt haben, die ihrerseits nach der Meinung Berliner politischer Kreise wiederum geeignet sind, neue Schwierigkeiten in die Verhandlung zu bringen. Die Alliierten wollen nach französischen Pressemeldungen einmal, daß die Kommerzialisierung der deutschen Reparation s schuld insgesamt 50 Milliarden ergebe, zweitens, daß die berüchtigte b e l g i s ch e M a r k s o r d e r u ng geregelt werde, und ferner, daß der engl i s ch e und italienische Anteil in v o 11c r Höhe wieder hergestellt werde. Die ‘Ber- Handlungen der alliierten Gläubigerstaaten sind fortgesetzt worden, und man rechnete in Paris mit einem neuen Zusammentreffen mit Dr. Schacht. Nachdrücklich muh vor dem Optimismus gewisser Kreise gewarnt werden, dieschonjeht von einer vollzogenen Einigung in Paris sprechen wollen, es sei denn eine Einigung auf Deutschlands Kosten. Neue Schwierigkeiten. Sturmlauf gegen die deutschen Vorbehalte. Paris, 21.Mai. (WTB.) Die Agentur havas berichtet über die heule vormittag gepflogenen Beratungen der Sachverständigen der Gläubigermächle, daß diese die letzte Fassung des Textes geprüft haben, den sie als neue Formel für d i e deutschen Vorbehalte Dr. Schachts vorschlagen werden. Die Gläubigerdelegationen sind zu einer grundsätzlichen Einigung über die Frage der v e r t e i 1 u n g gelangt. Der Text wird ebenso wie die früheren Mitteilungen die Form eines von den Sachverständigen der Hauptgläubigermächte unterzeichneten Begleitschreibens an den Vorsitzenden des Ausschusses, Owen Poung, annehmen. In diesem Begleitschreiben werden die B e d i n g u n- g e n angegeben, unter denen die Gläubigermächte geneigt sind, die von Dr. Schacht bereits angenommenen Ziffern auf der Grundlage des von Sic Josiah Stomp verfaßten allgemeinen Berichtes ihrerseits anzunehmen. Sobald die Antwort der Gläubigermächte Dr. Schacht zur Kenntnis gebracht worden ist, wird der Meinungsaustausch zwischen den deutschen Delegierten und den Vertretern der Gtäu- bigermächte beginnen. Wie der Korrespondent der Londoner „Times" meldet, wird die Aufnahme des Berichts durch Dr. Schacht von den Gläubigergruppen mit großer Sorge betrachtet; es bestehen sichtliche Anzeichen dafür, daß die Abänderungen eine Annahme durch die Deutschen schwie- r i g machen werden. Die Ablehnung zweier deutscher Vorbehalte wegen der Zahlungen der Rachfolge st aalen und wegen des Moratoriums allein könnten genügen, um eine ablehnende Antwort herbeizuführen. Wenn außerdem, wie anzunehmen ist, Dr. Schacht ersucht werden sollte, eine besondere Bezahlung an Belgien über die vorgesehene Annuität hinaus zu leisten, dann ist man deutscherseits entschieden gegen die Annahme. Man hört von zuverlässiger Seile, daß die Deutschen unter diesen Umständen den Bericht a b l e h n e n würden. Der Korrespondent führt dann aus, daß die britischen Delegierten sich nicht zur Unterstützung des belgischen Anspruchs verpstichtet glauben, doch glaube man, die Franzosen hätten, wenn nicht auf der Konferenz, dann schon vorher eine derartige Zusage gegeben. Wahrscheinlich werde Poung in diesem Fall zu vermitteln haben. Zum Schluß meint der Korrespondent, es sei nahezu undenkbar, daß die Verhandlungen nach dreimonatiger Arbeit wegen einer Frage, die tatsächlich außerhalb ihrer Aufgabe liegt, zusammenbrechen sollten. Großdeutsche Pfingsten. Oie 48. Hauptversammlung des Vereins für das Deutschtum im Ausland in Kiel. Kiel, 21. Mai. (Priv.^Lel.) Kiel steht im Zeichen des D. D. A. Die Straßen sind belebt von den Scharen der V. D. A.-Iugend, die von allen Seiten des deutschen Sprachgebietes zur gewohnten Pfingsttagung herangeeilt sind. Tleberall grüßen Fahnen und Flaggen, und die Farben des V. D. A. schmücken Schaufenster und Läden. Die Zahl der Besucher dürfte mindestens 13 000 betragen. — Die breiteste deutsche Oeffentlichkeit zeige an der Kieler Tagung stärkstes Interesse. Dos beweist die große Anzahl hervorragender Persönlichkeiten und angesehener Körperschaften, die vertraten find. Die bedeutendsten Vertreter des Auslanddeutschtums und die Führer der Schuhorbeit sowie zahlreicher befreundeter Verbände sind in Kiel eingetroffen. Das Hessen- 1 a n d kann im Verhältnis zu seiner Gröhe und Devölkerungszahl zu den Landesverbänden gezählt werden, die die meisten Besucher zur Pfingsttagung stellen. 820 Jugendliche mit 70 Führern zogen in diesem Jahre aus. Daß sich außerdem noch 110 Erwachsene anschlossen, ist auch erfreulich. Beweis dafür, daß auch den Mitgliederkreisen der Ortsgruppen das Interesse an den Pfingsttagungen in ständiger Zunahme begriffen ist. Die Tatsache, daß auch Dolksschulgruppen teilnehmen, zeigt, daß die Gedanken der Dolkstums- arbeit im Begriffe sind, weiteste Kreise unseres ganzen Volkes zu erfassen. Oie Zrauentagung des Freitag bildete, wie alljährlich, den Auftakt. Aus der Erwägung heraus, daß alle Kultur- und Jugendpflege durch die wirtschaftliche Lage bedingt ist, stand im Mittelpunkt der Erörterungen die Frage, wie weit die erwerbstätige Frau im Grenz- und Ausland Stütze des Volkstums ist. Fünf fesselnde Berichte von Damen aus Polen, Lettland, Estland, Siebenbürgen und Oesterreich zeigten, wie Frauenkraft und Frauenwille in fünf verschiedenen Gebieten deutschen Volkstums Frauen und Mädchen zu selbständigem Erwerb führt, um aus größerer wirtschaftlicher Sicherheit die Kraft zu völkischer Selbstbehauptung zu gewinnen. — Der Hauptvorstand beriet am Freitagabend die Tagesordnung der Hauptversammlung, während den zahlreichen Gästen ein Orgelkonzert in der Rikolaikirche einen Abend der Sammlung und Erbauung vermittelte. — Zahlreiche Besucher fanden auch die beiden Ausstellungen „Frauendienst am Auslanddeutschtum" und die Rordschleswig- ausstellung im Kaisersaal des Schlosses. — Beide waren äußerst lehrreich. Der Samstag stand im Zeichen mehrerer großer Veranstaltungen, die den Grundproblemen des V.D.A. galten und den nachhaltigsten Eindruck hinterliehen. Die Fülle der aufschlußreichen Vorträge, der anregenden Aussprachen macht es schwer, auch nur das markanteste hervorzuheben. Die Hauptausschuhsihung begann nach Degrü- hungsworten des Vorsitzenden, Freiherrn v. d. Bus sch e. mit einem Vortrag von Rektor Koopmann - Tingleff über die „Kulturarbeit in Rordschleswig", in dem er ein interessantes Bild des Sprachen- und Rationalitätenkampfes in der Vorkriegszeit und die Gestaltung der Verhältnisse in der Rachkriegszeit entwarf. Der Redner beschäftigte sich eingehend mit den Wesen der dänischen Schulgesehgebung, die darauf abzielt, auch aus der deutschen Schule ein Mittel zur Eingliederung deutscher Kinder in dänische Kultur zu machen, wenn auch die ungehinderte Ent- wicklungsmöglichkeit des Privatschulwesens ein Vorzug der dänischen Kulturpolitik ist. Am Nachmittag trat die 48. Hauptversammlung im Kolosseum zusammen. Nach freundlichen De- grühungsworten des 1. Vorsitzenden folgten die Aussprachen der behördlichen und Körperschaftsvertreter, deren Zahl man erfreulicherweise stark gekürzt hatte. Ministerialrat Siet)je, Berlin, überbrachte die Wünsche und Grühe der Reichsund preuhischen Staatsregierung. Er besprach dabei die Arbeit des VDA., der alle Volksklassen umfassen und Inland- und Auslanddeutschtum verbinden solle. Bischof Mordhorst, Kiel, überbrachte die Grühe des deutsch-evangelischen Kirchenbundes, und Domherr Huber, Oeden- burg, der altbewährte Vorkämpfer des Deutschtums in Ungarn, fand begeisterte Worte aus der Tiefe feines deutschen Herzens. Der Ehrenvorsitzende des L.-V. Schleswig-Holstein. Admiral Recke, hob die Tätigkeit des Landesverbandes hervor, der durch seine Iugendspende in den breiten Volksmassen Wurzel gefaßt und durch Sammlung von Geldmitteln zur Errichtung von Schulen und der Erhaltung von deutscher Sprache und Art beigetragen habe. Eine Reihe von telegraphischen und brieflichen Glückwünschen, deren Zahl die Bedeutung des VDA. erneut erhärtete, an der Spitze solche von dem Reichspräsidenten und Reichskanzler, wurden verlesen. Admiral S e e b o h m erstattete sodann den Jahresbericht. Aus den umfangreichen Ausführungen seien hier folgende Punkte hervorgehoben: Die Zahl der Ortsgruppen ist von 2489 aus 2714 gestiegen, die der Schulgruppen von 4078 auf 4654. Die Pflichtbeiträge haben mit 489 684 Mark den Voranschlag um 22 Proz. überschritten. Auch im besetzten und Saarggbiet hat der Ausbau der Organisation begonnen, die Gewinnung der Volksschulen hat erfreuliche Fortschritte gemacht. Der Gesamthaushalt überschritt mit 2 444 294 Mk. den von 1927 um nahezu 230000 Mk. Die Unterstützung der Betreuungsgebiete, die zum großen Teile durch die Landesverbände geschieht, ist nicht nur rein finanzieller Natur; sie führt auch den Schulen zum Beispiel Lehrmittel zu, bemüht sich überhaupt, die Verbindung mit der Heimat auf allen Kulturgebieten zu erhalten, bzw. wieder anzuknüpfen. Sehr erfolgreich ist der Verein in Verbindung mit den zuständigen Stellen für die Besserstellung der auslanddeutschen Lehrer eingetreten. Für Studienbeihilfen an auslanddeutsche Studierende wurden 220 000 Mark ausgegeben, das Büchereiwesen wurde systematisch völlig neu aufgebaut, das ausland- deutsche Turn- und Sportwesen wurde gepflegt, Auswandererberatung, Schülerbriefwechsel zwischen In- und Ausland bildeten weitere wichtige Arbeitsgebiete des Vereins. In Nordamerika haben der in Hessen wohlbekannte Direktor T r e u t, Neuhork, in Südamerika Probst Hübbe äußerst erfolgreich an der Sammlung des dortigen Deutschtums gearbeitet. Wichtige Mittel zum Ausbau der Organisation waren die Werbewochen, die allein in Bayern und Brandenburg je 125 000 Mark Reingewinn erbrachten. In den Vereinszeitschriften und der Tagespresse wurde die Lage des Auslanddeutschtums und die Schuharbeit dargestellt, zahlreiche Dolksschulgruppen wurden neu gegründet. H e s s e n - D a t?w\ st a d t wurde hierin als vorbildlich bezeichnet. Eine lebhafte* Aussprache schloß sich an die Erstattung des Jahresberichtes. Die 49. Hauptversammlung wird als 50jährige Jubelfeier in Salzburg stattfinden, von wo herzliche Einladungen vorliegen. Der Schleswig-Holstein-Abend in der Aula der llnioerfität gestaltete sich zu einer erhebenden Kundgebung. Pastor D. Schmidt- Wodder hielt einen aufschlußreichen Vortrag über Selbstbehauptung und Kulturaustausch, die vornehmsten Aufgaben des deutschen Volkes, in ihrem Zusammenspiel an Deutschlands Nordgrenze. Turn« und Sportkämpfe beschäftigten tagsüber die D. D. A. • Jugend, für den Abend aber waren jeweils mehrere Gruppen von Landesver^ bänden zu Begrüßungsabenden zufainmengefaßt. Die hessische Jugend feierte jU' sainmen mit den Landesverbänden Mittelrhein, Niederrhein-Berg-Ruhr, Baden, Bayern, Oesterreich in der gewaltigen Nordostseehalle. Tausende von Jugendlichen erfüllten den weiten Raum, die schneidigen Weisen der ältesten V. D. '21. - Schülerkapelle, der von Hann.-Münden, die am Nachmittag in einem Sonderkonzert sich den Beifall der Hörer und 700 Mark verdient hatte, umrahmten die zwanglosen Darbietungen. Den Ausbau der Feier und die Qeftaltuna des Programms hatte die lands- mannschaftliche Bereinigung Rhenania übernommen. Ein buntbewegtes Programm zog an unserm Auge und Ohr vorüber: Die Gruppe Bergisch- Land fang Heimatlieder, ebenso die Gruppe Unter- bannen, die Kölner Stadtsoldaten in ihren roten Röcken und beweglichen Rückenfortsätzen zeigten ein luftige Exerzieren aus der Zopfzeit, rheinische Mädels und Jungen tanzten einen Reigen und „Köllsche Kräszcher" riefen schallendes Gelächter hervor. Dazwischen ernste Ansprachen des Leiters der Veranstaltung, ferner des Abgeordneten K a l l i n a vom Sudetendeutschland und von Chefredakteur Dr. H öb e r (Köln), der die Schönheiten des deutschen Rheins pries, die Nöte des besetzten Gebietes her- vorhob und ausführlich über die deutsche Muttersprache als Sinnbild der deutschen Einigkeit fprarfj. Befremdend wirkte für die Hessen bei den Ausführungen des Redners das Fehlen jeden Hinweises auf die Besatzungsnot unseres Landes. Alle Darbietungen wurden durch Lautsprecher den Riesen- mengen der Anwesenden übermittelt. Zu bedauern ist, daß aus den Reihen der tausend '2lnwesenden des Landesverbandes Hessen niemand etwas zur Ausgestaltung des Abends beitragen konnte. Mit diesen Begrüßungsabenden der Landesverbände, denen sich ein solcher der Studenten zur Seite stellte, fanden die Veranstaltungen des Samstags ihren eindrucksvollen Abschluß. poincares neue Fanfare. So sehr sich manche Kreise in Deutschland heute auch bemühen, anläßlich der glücklichen Landung des „Graf Zeppelin" in Toulon und der damit verbundenen Begleiterscheinungen den Eindruck zu erwecken, als ob die Verständigung und das innige Zusammenarbeiten zwischen Deutschland und Frankreich sich durch nichts mehr aufhalten lasse, so sehr bemüht sich Poincare auf der anderen Seite, nicht den Eindruck auffommen zu lassen, als ob das amtliche Frankreich sich auch nur im geringsten gewandelt habe. Er sprach in Douaumont von dem Verbrechen, das die ehemaligen Kriegsgegner Frankreichs begangen hätten und ging dann auf die Verletzung der belgischen Neutralität ein, die allein schon Frankreich und Belgien einen Rechts- an sp ruch für alle Schäden gebe. Frankreich habe im Hinblick auf die Reparationsregelung immer wieder Zugeständnisse gemacht, um eine allgemeine Versöhnung zu ermöglichen. Auch die Zustimmung zu dieser Sachverständigenkonferenz sei ein Entgegenkommen gewesen, denn der Dawesplan genüge Frankreich vollkommen. Dies ist also die Mentalität, mit der das amtliche Frankreich von heute die Reparations- frage beurteilt, wobei Poincare es nicht unterlassen hat zu betonen, daß er sich das Ergebnis der Sachverständigenkonferenz nachher noch sehr genau ansehen werde, ehe er es dem Parlament zur Annahme empfiehlt. Jedenfalls wolle Frankreich nicht die Kosten der Einigung tragen. Russische Außenpolitik. Eröffnung des Rätekongresses der Sowjetunion. Moskau, 21. Mai. (WB.) Nach zweijährig« Pause wurde gestern der 5. Rätekongreß der Sowjetunion eröffnet. Das Diplomatische Korps sowie die ausländische und inländische Presse waren vollzählig erschienen. Kalinin, der den Kongreß eröffnete, wurde lebhaft begrüßt. Die Wahl des Präsidiums geschah durch Akklamation, wodurch deutlich erkennbar wurde, welche Mitglieder sich der Popularität erfreuten und welche wegen ilnftimnvgfeiten zwischen dem Parteizentrum und der Rechtsopposition ihre Beliebtheit bei den .Kongreßmitgliedern verloren haben. Ins Präsidium wurden u. a. gewählt Bucharin, der ohne Applaus, und Tomski, der mit schüchternem Willkommen begrüßt wurde. Beide waren nicht erschienen; auch nicht Woroschilow. dessen Rede gelegentlich der Maifeier bekanntlich deutscherseits beanstandet worden war. Als Stalins Name bei der Wahl zum Präsidium genannt wurde, folgte minutenlanger Beifall. Stalin zeigte sich seiner Gewohnheit entsprechend, auch gestern nicht. Auffallend freundlich ‘touröe Petrowski, der Vorsitzende des ukrainischen Vollzugsausschusses und Mitglied des Vollzugsausschusses der Sowjetunion empfangen. Man hatte diesmal auf die Ausschmückung der vom Präsidium besetzten Bühne verzichtet. Als einziger Regieaufwand kann die Besetzung der Proszcniumslvge mit turkmenischen Delegierten in ihren malerischen Gewändern bezeichnet werden. Als erster Redner nahm, von starkem Beifall begrüßt, Rhkow das Wort, der in diesen. Tagen den Vorsitz des Rates der Volkstons miffare Grohruhlands niedergelegt hat. Rykotv erklärte: Die Sowjetregierung betreibt untoanbeU bar Friedenspolitik und war stets bestrebt, bfc Wirtschaftsbeziehungen zu anderen Staaten aus- zubauen. Don den einzelnen Ländern hat Deutschland am ehesten die Notwendigkeit des Ausbaues der Wirtschaftsbeziehungen mit der Sowjetunion erkannt. Durch Gewährung eines Kredites an die Sowjetunion haben die deutsche Negierung und deutsche Wirtschaftskreise es verstanden, das Problem der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Sowjetunion und Deutschland für eine gewisse Zeitspanne zu lösen. Das vor kurzem unterzeichnete Wirtschaftsprotokoll und die Konvention über das Schlichtungsverfahren beweisen, daß die Beziehungen zu Deutschland auf der Grundlage der gegenseitigen Vorteile aufgebaut sind und sich unzweifelhaft auch in der Zukunft ersprießlich entwickeln werden. In einzelnen Fällen vorgekommene Mißverständnisse wurden unglücklich beigelegt. 3rt den letzten zwei Jahren sind die Wirtschaftsbeziehungen der Sowjetunion zu den Vereinigten Staate n in systematischer Entwicklung begriffen. Eine beständigere und großzügigere Entfaltung dieser Beziehungen stößt auf das Fehlen normaler Beziehungen. Die Beziehungen zu Frankreich sind nicht vom Fleck gekommen, auf dem sie im Augenblick der Abreise Rakowskis stehen geblieben waren. Lieber die Beziehungen der Sowjetunion zu Polen erklärte Rykow: Das Vorgehen polnischer Führer, die Antisowjet-Kampagne der polnischen Presse und andere Tatsachen beweisen, daß die polnische Regierung das Moskauer Protokoll nicht etwa als Grundlage der Festigung und Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zur Sowjetunion betrachtet. Das Preußenkonkordat. Wird Kultusminister Dr. Becker durch einen Sozialdemokraten ersetzt? Berlin, 22. Mai. (Telun.) Bei einem Abschluß der Konkordatsverhandlungen zwischen Preußen und der Kurie ist, wie der Demokratische Zeitungsdienst berichtet, damit zu rechnen, daß auch die finanzielle Auseinandersetzung zwischen dem preußischen Staat und der katholifchen Kirche eine Neuregelung erfährt. Insgesamt betrugen die Leistungen des preußischen Staates rund 1,4 Millionen Mark. Nach den bisherigen Verhandlungen könne angenommen werden, daß sich die finanziellen Aufwendungen Preußens schon in Zukunft durch die Neuschaffung von Bistümern st e i g e r n würden, und zwar sei in Zukunft ein Betrag von insgesamt 2,8 Mill. Mark in Aussicht genommen. Unabhängig von den Konkordatsbestimmungen seien die Zuschüsse, die der preußische Staat an die katholischen Geistlichen und Kirchen leiste. Sie betrügen für das laufende Rechnungsjahr rund 21,4 Millionen Mark. Innerhalb der preußischen Staatsregierung sei man durchaus bereit, entsprechende finanzielle Verhandlungen auch mit den Vertretern der evangelischen Kirche zu führen. Zu dem schon früher aufgetauchten Gerücht, der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, D r. Becker, wolle zurücktreten, weiß neuerdings das Zentrumsblatt „Märkische Volksstimme" zu melden, der Vorstand der Zentrumspartei des Landtags habe sich bereits einstimmig damit einverstanden erklärt, daß Dr. Decker durch den sozialdemokratischen Oberregierungsrat König ersetzt werde, nachdem nun das Konkordat mit der Kurie so gut wie abgeschlossen sei. Der „Berliner Lotalanzeiger" greift diese Meldung auf und schreibt dazu: „Das preußische Kultusministerium würde danach, wenn dem Zentrumsblatt zutreffend berichtet ist, von dem Dolksparteiler Dr. B ö l i tz über den Demokraten Becker glücklich in den Besitz der Sozialdemokratie gelangen, die ja ihren Anspruch auf Erhöhung der Zahl ihrer Genossen im Preußenkabinett von dem Augenblick an geltend machte, da die Deutsche Volkspartei ifjren Wiedereintritt in die Preußenregierung auf die Tagesordnung setzte. Der Volkspartei schwebte dabei sicherlich auch die Wiederbetrauung von Dr. Bölih mit dem Kultusministerium vor. Wenn stattdessen jetzt ein Sozialdemokrat als Nachfolger Dr. Beckers berufen würde, so müßte dieser ganz unmißverständliche Wink mit dem Zaunpfahl den Dolksparteilern die £u't zur Teilnahme an den Regierungsfreuden in Preußen gewiß nahezu vollständig verderben. In dem Kampf um die große Koalition in Preußen hat sich der Ministerpräsident Braun unzweifelhaft als der ungleich geschicktere Taktiker gegenüber der Dolkspartei erwiesen." Aus aller Welt. Jahresversammlung des Deutschen Lehrerbereins. Die diesjährige Iahresversammlung des Deutschen Lehrervereins wurde in Dresden mit einer Vertreterversammlung, an der über 500 Vertreter teilnahmen, eröffnet. Oberlehrer Barth, Leipzig, hielt einen Vortrag über „Die Beziehungen zwischen Kirche und Schule". Zu den schulpolitischen Fragen wurden Entschließungen angenommen, in deren erster der Deutsche Lehrerverein an die Länderregierungen die dringende Bitte richtet, sich mit der Reichsregierung möglichst schnell über das seit einem halben Iahre im Reichsrat unerledigt gebliebene E n t s ch ä d i - gungsoeseh betreffend Privatschulen zu einigen, damit das bereits vor neun Iahren erlassene Grundschulgesetz restlos in Kraft treten kann. In der zweiten Entschließung bekennt sich der Deutsche Lehrerverein erneut zu der Auffassung, daß nur der Staat Träger der Schulhoheit sein darf: daher lehnt er Konkordate oder Kirchenverträge, in denen staatliche Bindungen bezüglich der Schule enthalten sind oder auch nur angedeutet werden, auf das entschiedenste ob. In der dritten Entschließung bringt der Deutsche Lehrerverein zum Ausdruck, daß er in tatkräftiger finanzieller Hilfe f ü r die endliche Lösung der Iunglehrer- frage nach wie vor eine dringende bisher aber vernachlässigte Pflicht des Reiches sieht. Als erster Vorsitzender wurde Schulrat Wolf, Berlin, wiedergewählt. Als Ort der Vertreterversammlung für 1930 wurde Kassel gewählt. Als Tagungsort der Allgemeinen Deutschen Lehrerversammlung 1930 wurde Frankfurt a. M. bestimmt. Tagung der auslanddeutfchen Studierenden. Die für mehrere Tage berechnete zehnte Der- tretertagung des Zentralverbandes auslanddeutscher Studierender hat in Lübeck begonnen. Der Vorsitzende Lucke begrüßte die Vertreter der «einzelnen Vereinigungen, besonders die Abgeordneten Graebe (Bromberg), Rudolf Branösch (Hermannstadt, Siebenbürgen), Schmidt (Wodder) und Reimesch vom Deutschen Auslandinstitut in Stuttgart. An den Reichspräsidenten wurde ein Huldigungs- und Begrüßungstele- gramm gesandt. Ferner wurden Degrüßungstele- grammc an den österreichischen Dundespräsiden- ten Wiklas und den Senatspräsidenten Sa hm (Danzig) gerichtet. Hierauf hielt der deutsche Abgeordnete im polnischen Sejm Graebe (Drom- berg) das erste Referat über die Lage des Deutschtums in Polen. Uebergabe der „Bremen" an die Stadl Neuyork. Die Einholung und feierliche Enthüllung des Transozeanflugzeuges „Bremen", das seit seiner Ankunft in Amerika im Museum of Peaeeful Arts ausgestellt war, erfolgte in Gegenwart einer riesigen Menschenmenge. Ansprachen hielten bei dieser Gelegenheit der Vizepräsident der Neuyork Central Eisenbahn I n g a l l s und der Präsident des Museum of Peaceful Arts P r a t t, die die Wichtigkeit des Fluges der „Bremen" und die Bedeutung der Schenkung von Hünefelds betonten, ferner Fihmaurice, der die Abwesenheit seiner Kameraden Köhl und von Hünefeld bedauerte, und der deutsche Konsul Heuser. Bürgermeister Walker bezeichnete den heutigen Tag als einen bedeutsamen in der Geschichte der Stadt Neuyork. DuS Flugzeug „Bremen" wird für die nächsten sechs Monate in der Grand Central Station einen Ehrenplatz finden, und zwar wird es unter der als Himmel ausgemalten Decke der Galerie über dem dort aufgestellten erstenZugder Neuyork Central Eisenbahn schwebend aufgehängt werden. Nach Vollendung des neuen Museumsbaues wird es dorthin übergeführt werden. Drei Kinder erstickt. In Wallwitz bei Freystadt (Schlesien) erstickten drei Kinder des Obermelkers' Wolf im Alter von zwei bis sechs Jahren, während sie in der Küche schliefen, an Kohlengasen. Als die Kinder am Morgen gefunden wurden, waren sie bereits tot. Der Vater schlief mit drei anderen Kindern im Neben- zimmer, ohne etwas zu merken. Der Mlorendesekt am „Graf Zeppelin". Vermutungen eines Fachmannes. — Ermüdungserscheinungen im Material? Oie kritische Drehzahl erreicht? Berlin, 21. Mai. (Prio.-Tel.) Im „B. T." veröffentlicht Prof. Dr.-Ing. ehrenhalber O. Krell (Berlin) Betrachtungen über die auch durch die ersten Besprechungen in Friedrichshafen noch nicht geklärte Frage, warum vierMotore des Luftschiffes in so überraschender Weise kurz hintereinander den Dienst versagten. Professor Krell hält das Auftreten von Ermüdungserscheinungen im Material für durchaus nicht ausgeschlossen und weist u. a. auf die Tatsache hin, daß man im Kriege einen Flugzeugmotor verwandt hat, nämlich den Gnome-Motor, bei dem man sich von vornherein damit abfinden mußte, daß seine Lebensdauer nur sechzigBetriebs- stunden beträgt. Wenn man die Lebensdauer der Zeppelin-Motore mit 2000 Betriebsstunden angebe, so sei es doch gar nicht ausgeschlossen, daß die bis an die äußerst zulässige Grenze beanspruchten Maybach-Motoren schon bei 600 Betriebsstunden A l - terserscheinungen zu zeigen begannen. Weiterhin gibt Professor Krell der Vermutung Ausdruck, daß vor der Wiener Fahrt die Dreh- zahl der Motoren bedeutend heraufgesetzt worden und dadurch der für die Lebensdauer des Materials gefährlichen kritischen Drehzahl bedenklich nahegekommen sei. Vermeiden könne der Konstrukteur diese kritische Drehzahl nicht. Er müsse nur die Betriebsdrehzahl so legen, daß sie unter der kritischen Drehzahl bleibt. Vor allem aber müsse er den Luftschiffkommandanten darüber instruieren, welchen Gefahren er sich aussetzt, wenn er mit seinen Motoren auf die kritische Drehzahl geht. Diese Instruktion scheine beim „Graf Zeppe- lin" entweder versäumt oder nicht beachtet worden zu sein, sonst hätte nach dem Ausfall des ersten Motors nicht der Befehl erteilt werden können, die Drehzahl der übrigen Motoren zu erhöhen. Zum Schluß übt Professor Krell noch Krittk an der Tatsache, daß anscheinend die Schiffsleitung eine Landung auch an einer Stelle geplant habe, wo mit ausreichender Hilfe bei der Landung nicht habe g er e chn e t werden können. Er erklärt, daß es sich nicht gänzlich um einen durch die äußerste Bedrängnis diktierten Entschluß habe handeln können, wenn man geplant habe, ein über hundert Topnen schweres Luftschiff ohne auf« fangende Hilfe auf festen Boden setzen zu wollen. Denn Dr. Eckener habe auch dem Präsidenten der Aero-Arktik, Professor Frithjof Nansen, bei den Verhandlungen im Reichsverkehrsministerium die Zusage gemacht, auf festem Eise bei einem W i nd bis z u sechs Meter pro Sekunde landen zu wollen. Professor Krell erklärt, daß er seinerseits an die Möglichkeit einer solchen Landung ohne Gefährdung des Schiffes nicht glaube. Die Reparaturardeiien in Luers. Ingenieur Dvorak leitet die Auswechselung der Motoren. Toulon, 21.Mai. (TU.) Ingenieur Dvorak von den Zeppelinwerken ist auf dem Flughafen von Euers eingetroffen und hat Pressevertretern gegenüber sein Erstaunen über die Motorschäden des „Graf Zeppelin" ausgedrückt. Die Motoren seien dieselben, mit denen das Luftschiff seine Fahrt über dem Mittelmeer und seine Amerikafahrt zurückgelegt haben. Bei diesen Gelegenheiten hätten sie gut gearbeitet und Dr. Eckener völlig befriedigt. Vor dem Antritt der zweiten Ozeanreise seien sie einer genauen Prüfung unterzogen worden und mit Verbesserungen versehen worden, die ihre Leistungsfähigkeit steigern und außerdem Ersparnisse ermöglichen sollten. Ob diese Verbesserungen ausgerechnet den Bruch der Kurbelwellen zur Folge gehabt hätten, könne er nicht beurteilen, bevor er die nötigen Untersuchungen vorgenommen habe. Bezüglich des Startes erklärte Dvorak, man müsse erst sehen, ob die beiden anderen beschädigten Motoren an Ort und Stelle repariert werden könnten. Der Einbau der Motoren werde sich sehr schnell vornehmen lassen. Wenn alles gut ginge, würde „Graf Zeppelin" in der Mitte der Woche startbereit sein. Dvorak begab sich in Begleitung des französischen Leutnants Le Roux zur Flugzeughalle, in der der Zeppelin untergebracht ist. Unter seiner Anleitung begann die deutsche Bediennungsmannschaft die Auswechselung der Motoren und die notwendigen Reparaturen. Französische Spezialisten, die auf Anforderung Dvoraks zur Verfügung gestellt wurden, sind bisher noch nicht benötigt worden. Der französische Luftfahrtminister Laurent-Eynac hat, nachdem ihm die offizielle Einladung Dr. Eckeners zur Teilnahme von franzö- sischenOffizieren an derHeimreise des Zeppelins zugegangen war, vier Offizieren der französischen Luftstreitkräste ermächtigt, die Einladung Dr. Eckeners a n z u n e h m e n , mit der dieser seine Dankbarkeit für die tatkräftige Unterstützung des französischen Militärs zum Ausdruck bringen wollte. Unter den Teilnehmern befindet sich auch der Korvettenkapitän H a m o n , der die Landung des Zeppelins so tatkräftig ermöglicht hat. Die Rückfahrt ist für Donnerstag in Aussicht genommen. 4üy-Zchrseier der proteßation in Speyer. WSN. Speyer. 20. Mai. Aus Anlaß der 400jährigen Wiederkehr der Protestation zu Speyer 15 29 finden hier augenblicklich große Feierlichkeiten statt, die von den evangelischen Kreisen des In- und Auslandes außerordentlich stark besucht sind. Als Vertreter der Reichsregiefcung ist Staatssekretär Schmid erschienen. Der Präsident des Deutschen evangelischen Kirchenausschusses, Dr. K a p l e r (Berlin) nimmt ebenfalls an dem Feste teil. Den Auftakt zum Fest bildete der erste Pfingst- feiertag, der bei allerdings regnerischem Wetter viele Tausende auswärtiger Gäste in die girlandengeschmückte, altehrwürdige Kaiserstadt brachte, die einem Fahnenmeer glich. Früh 6 Uhr kündeten die Glocken der Gedächtniskirche, in der vormittags Bischof D. Dr. Baltazar von Debreczin (Ungarn) predigte, den Beginn des festes an. In dem ebenfalls überfüllten Kindergottesdienst sprach Oberkirchenrat Zentgraf (Mainz). Gin von Oberkirchenrat D. Munzinger (Landau) verfaßtes Fe st spiel „Um Glauben und Gewissen", das den Glaubenskampf auf dem Reichstag schildert und mit dem Sieg des protestantischen Bekenntnisses endet, wurde am Abend mit großem Beifall aufgeführt. Mit der bengalischen Beleuchtung der Gedächtniskirche in später Abendstunde endete der Festvortrag. — Am Pfingstmontag, dem ersten Festtag, trafen bei herrlichstem Wetter in einer großen Zahl überfüllter Sonderzüge über 100 000 Menschen ein. Die in drei Kirchen angesetzten sechs Gottesdienste, in denen GHeimer Kirchenrat, Univers^tätsprofessor D. Dr Rendt orss (Leipzig), Senior D- Stokl (Wien), Kirchenrat C a n tz l e r (Speyer), Oberkonsistorialrat, Dom- Prediger D. Richter (Berlin), Stadtpfarrer D. Hesselbacher (Baden-Baden) und Kirchenrat K l e i n m a n n (Ludwigshafen) predigten, waren derart überfüllt, daß auf den Plätzen vor den Kirchen Parallelgottesdienste abgehalten werden mußten. Nachmittags 2 Uhr bewegte sich der aus mehr als 500 Reitern bestehende Festzug „Die Väter der Protestation erscheinen &Fest" durch die Straßen der Stadt. Alle er, Dürgersterge, Laternen. Mauern usw. waren von Menschenmassen besetzt. Es war ein unvergeßliches Bild, als die fünf protestierenden .Fürsten mit Gefolge und die 14 protestierenden Städte mit ihren 18 Abgeordneten in historischer Tracht vorüberritten. Hinter dem Festzug her schoben sich die 100 000 Menschen, um am Massenfestakt auf dem städtischen Feslplah am Rhein, dicht beim Dom, teilzunehmen. Plötzlich ertönte vor Beginn der Darbietungen eine Stimme durchs Megaphon und verkündete den Inhalt des untenstehenden Degrühungstelegramms, das der Reichspräsident von Hindenburg gesandt hatte, und das mit donnerndem Hurra und anschließendem Deutschlandlied aufgenommen wurde. Der Massenfestakt, der von eindrucksvollen Posaunenchören und gemeinsamen Gesängen umrahmt war, brachte drei lebende Bilder: „Luthers Thesenanschlag", „Luther in Worms" und „Die Protestation", zu denen Direktor Fahrenhorst (Berlin), Generalsekretär Dr. Geißler (Leipzig) und Pfarrer Lind (Speyer) das Wort ergriffen. Mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Eine feste Burg ist unser Gott" schloß die erhebende Feier. Bei einem von 500 geladenen Ehrengästen besuchten Gesellschaftsabend am Pfingstmontag, zu dem auch der Vertreter der Reichsregierung erschienen war, begrüßte Kirchenrat Tillmann (Speyer) die Gäste, worauf Geheimrat Dr. v. Schubert (Heidelberg) die jüngste Forschung über den Speyerer Reichstag 1529 beleuchtete und Universitätsprofessor Dr. A l t h a u s (Erlangen) über „Evangelisch und Protestantisch" sprach. Hindenburgs Begrüßungtelegramm: „Zur 400-Iahrfeier der Protestation gegen den Reichsabschied von Speyer sende ich, im Gedenken an das für die deutsche evangelische Kirche so bedeutsame Ereignis von 1529 mit Ihnen vereint, allen Festteilnehmern meine herzlichsten Grüße. Möge die heutige Versammlung so vieler evangelischer Vertreter aus Deutschland und seinen Nachbarstaaten zur Erhaltung und Festigung des evangelischen Geistes und der inneren Verbundenheit aller, die der evangelischen Kirche angehören, beitragen. v. Hindenburg, Reichspräsident." Kirchenpräsident Fleischmann an den Reichspräsidenten: „Tausende evangelischer Christen des deutschen Westens geloben, heute vereint mit den leitenden Männern des gesamten deutschen Protestantismus, dem großen Führer in des Vater- lanbeS Not i« tiefster Dankbarkeit für seine« herrlichen Festgruh und im Bewußtsein innerste« Verbundenheit unentwegte Gefolgschaft, und treueste Pflichterfüllung in der Kraft evangelischen Glaubens und der Zucht protestantischen Gewissens. I. A.: Fleischmann. Kirchenpräsident." Oer zweite Tag der Protestationsfeier begann mit einem sehr stark besuchten F e st a k t in der Gedächtniskirche. Universitäts- Professor D. Zscharnack, Königsberg, sprach über das Thema: „Die Protestation von Speyer in ihrer geschichtlichen Bedeutung". In der Aussprache ergriffen u. a. Staatssekretär Schmid, Berlin, für die Reichsregierung, Staatsrat Dr. Korn, München, für die bayerische Staatsregierung und Dr. K a p l e r, Berlin, für den Evangelischen Kirchenausschuß und den Deutschen Evangelischen Kirchenbund das Wort. -Der Dekan der theologischen Fakultät der Universität Heidelberg, D. Beer, sprach die Glück- und Segenswünsche der deutschen theologischen Fakultäten aus. Dankbar gedenke man heute, was Speyer für die theologischen Fakultäten der Universitäten bedeute. Die theologische Fakultät der Universität Heidelberg habe deshalb beschlossen, mit dem Ehrendoktortitel auszuzeichnen: Pfarrer Dr. Luther, Charlottenburg: Kirchenrat Dekan Cantzler, Speyer: Kirchenrat Kleinmann, Ludwigshafen: Dekan Reichert, Kronstadt. Im Namen der theologischen Fakultät der Universität Erlangen ernannte D. Elert zu Ehrendoktoren Oberkirchenrat Io- hannes St ich t e r, Speyer, und Wilhelm Buhmann, Stuttgart. Namens der theologischen Fakultät der Universität Göttingen ernannte Dekan D. Stange den ordentlichen Professor der Theologie an der Universität Kopenhagen, Eduard Geismar, zum theologischen Ehrendoktor. Der Dekan der theologischen Fakultät der Universität Gießen, D. Dornkamm, erklärte, da Gießen in dem Lande liege, das 1529 den kühnsten und weitestschauenden .Fürsten nach Speyer geschickt habe, wolle man es sich nicht nehmen lassen, heute der bedrängten pfälzischen Landeskirche ein Zeichen der Verbundenheit zu schicken. Im Namen seiner Fakultät ernenne er daher zu Ehrendoktoren den Direktor des Predigerseminars in Landau in der Pfalz, Hans Stempel, und Professor Dr. Paul I o a ch i m s e n, München. Oie Wetterlage. •Jan Mayen- 3 6ydüt ■doyam :kfr ■den ss La Coruna 20 9. ’-fte -BirerHfts. 5= Dienstag d.21.flai 1929.7" abds. Qwolkenlos O neuer. onaiD bedeckt.» wolkig ® Gedeckt elteg?t ¥ Schnee o graupeln, e Mebel K Gewitter.® Windstille. *O-< sehr eienter Ost massiger Südsüdwest. (S stürmischer Mordwes> oie Pfeile fliegen mit dem Winde. Die oeiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen} auf neeresniveau umgerethnelen Luftdruck Wettervoraussage. Der hohe Luftdruck macht immer noch seinen Einfluß geltend, so daß das heitere Wetter mit weiterer Erwärmung sich über fast ganz Deutschland erstreckt. Im Nordwesten breitet sich eine Störung allmählich weiter nach dem Kontinent aus. Ihre Südseite bringt unter Warmluftzufuhr weitere Erwärmung, wobei mit dem Auftreten von späteren Gewitterstörungen zu rechnen ist. Wettervoraussage für Donnerstag: Zunächst noch meist heiter, später wolkig, Gewitterneigung, weiterer Temperaturanstieg. Wettervoraussage für Freit a g k Fortdauer der Gewitterneigung mit strichweisen Niederschlägen. Lufttemperaturen am 21. Mai: mittags 20,8 Grad Celsius, abends 15,3 Grad; am 22. Mai: morgens 11,5 Grad. — Maximum 21 Grad, Minimum 5,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Mai: abends 22,4 Grad am 22. Mai: morgens 14 Grad. — Sonnenscheindauer 14/4 Stunden. Amtlicher Reisewetterdienst der öffentlichen Wetterdienststelle Gießen. Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern kühle Nacht, meist heiter, heute Windstille, 10 Grad Celsius, heiter. (Berchtesgaden): Gestern kühle Nacht, regnerisch, heute Windstille. 11 Grad, regnerisches Wetter. Baden (Baden-Baden): Gestern milde Nacht, heute Südostwind, 13 Grad, heiteres Wetter. (Freiburg): Gestern heiter, milde Nacht, heute 13 Grad, Nordwestwind, heiteres Wetter. Rheingebiet (Köln): Gestern meist heiter, warmer Tag, heute Südwind, 15 Grad, heiteres Wetter. (Bad Nauheim): Gestern heiter, heute Windstille, 15 Grad, heiteres Wetter. Küste (Westerland a. Sylt): Gestern meist heiter, milde Nacht, heute Südostwind, 15 Grad, heiteres Wetter. (Swinemünde): Gestern warmer Tag, heute Nordwestwind, 12 Grad, heiteres Wetter. n i mm Seltne Jahren unübertroffen geg. alle Verdauungsstörungen, Magenbesdtwerden, Sodbrennen etc. 250 g 0.60, Tabletten CL25 ulA .Nw editm-d. Bilde des Erfinders, Berlin W O. X/ordaueaut. Ü^Bullrich -Salz «foflWn 1 ernannte mt 2v. -lmDuh. alogischen n ernannte [ Professor openhagen, en Ehren« l Fakultät rnkamm, Hege, ba8 n Fürsten n es sich Jten psäl« verbunden« itultät et« n Direktor der Pfalz, Dr. Paul Men der 'Fakultät lhalb be« uzeichnen.- Kirchen« ^rchenrat Iti kident." nsfeier Seftafj sprach '^Hetzer ,^rnid, 'lsrat c Staats -für den Deutschen •5>ct De« "e <3lu(f. gttxi wsiwc-O' **• wntt Mord»<5> n jittitn«11 M toll iKlcKl Ö A/S. S/i M • noch le'"«» , Wetter nut aanz Deutsch- Lts'ch^e'ne •m Kont'n nt sarmlustzuM Auftreten von »8-* Freitags it strichlveife" W'- "v 5 A m Il(fe n6 J: morgens Stunden.'> Liehen- , mild- , Jacht, v1 i ^Kelter, n m< ^eitcrc5 Srad'/hcute , heiter, v etter- mCift unj Da ^lche da aWitäe »für !Ä Sink — _ 4543A Modehaus Badetrikots Badeanzüge Bademäntel Badetücher Badehosen Bademützen Badehelme Badeschuhe Die Badezeit beginnt £££££££ bei uns finden Sie eine überragende Auswahl in ÄÄÄSÄ sämtlichen Bade*Artikeln zu sehr günstigen Preisen Salomon Schulstrafee 4 Zwiegespräch Seltersweg 46 2290V Sie: *ch werde Dir eine andere Rechnung auf- — stellen. Deine beiden besseren Anzüge sind noch sehr gut im Stoff und nicht verschossen. Diese lassen wir chemisch reinigen, sie werden dir zwei neue Anzüge vollständig ersetzen. Zwei meiner Kleider müssen ebenfalls gereinigt werden. Ein Kleid lasse ich verändern. Zertrennt habe ich es schon. Die Seide lasse ich umfärben und wieder plissieren. Damit ist auch meine Garderobe wieder tadellos instand. Die Firma Braubach & Fischer führt diese Arbeiten in höchster Vollendung aus. Die Kosten werden ca. 40-45 M. betragen. Die Schneiderin bekommt 25 M., bleiben also mindestens 530 M. für die Sommerreise übrig. Liebe Frau, ich fürchte, —2 daß wir dieses Jahr unsere Sommerreise erheblich abkürzen oder ganz unterlassen müssen. Ich benötige unbedingt einen neuen Anzug, eigentlich zwei Anzüge, und du mußt dir doch immerhin drei neue Kleider anfertigen lassen; macht zusammen ca. 600 M. Wo soll da dasGeld für die Reise herkommen? Färberei Braubach & Fischer Chem. Reinigung, Lederfärberei, Plissieranstalt Für die vielen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung danken wir herzlichst Christel Westbrok Hans Steinfuri nebst Eltern Gießen, Pfingsten 1929 03201 ■pfl jl gehen Sie immer, wenn Sie Ihre Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark Xi" nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Exprefe-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.; E. Kömpel, Schneider,Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig. Arbeiten werden schnell und billig ausgeführt ___________________________________________________________ 454IA Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Mna Holln'cher Wilhelm ©immer Krofdorfer Str. 39 Gießen Glaubrechtstr.-10 im Mai 1929 ........ 03209 [Verschiedenes Teppiche liefert ohne 2ln« Zahlung ailsm.Spe- »lalbauS, zahlbar in 12 Monatsraten. (Srbhten Sie un> verbind!. Vertreter- besuch unter 4528V an den Gteß.Anz. 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Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Januar 1929 begonnen. Die dem Wilhelm Kröck in Gießen erteilte Prokura ist erloschen. Der Karl Krug Ehefrau, Else geborene Kröck, in Gießen ist Prokura erteilt, b) Bei der Firma Ringofenziegelei Karl Freitag in Watzenborn-Steinberg: Die Firma ist er» loschen. Gießen, den 17. Mai 1929. Hessische» Amtsgericht. Gtrasvevfteßgevung der Stadt Gießen. Die Stadt Gießen läßt Montag, den 27., Dienstag, den 28., und Mittwoch, den 29. Mai 1929, folgende Grasnutzungen für das ganze Jahr öffentlich meistbietend Brite Belchikarx- sehrlttgeselliebatt ,,Babelsberger” u. Damenabtellang e. V. Bloßen Samstan, den 26. fflal, abds.ßübr,Stiftung!« "eitkommeri mit Damen im Vereins« lokal „Zur Stadt Lich." Der Voritand. Stadttheater Donnerstag, 23. Mai, 31.mittiD0(fi-W-Btfr. von 20 bis 22 Uhr: Zum ersten Male: Am leetlfffl Lustspiel in 3 Akten von Karl Sloboda. tück am Hardtberg sowie die städti- chen Feldwege und Gröben usw. im tteustädter Feld. 2. Dienstag, den 28. Mai 1929, vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft in der Hammstraße an der Wieseckbrücke), die Grasnutzung von den Wieseck- böschungen, von der Hammstraße bis zur Lahn, die Böschungen an den Kläranlagen, verschiedene Klee- und Grasstücke am Leihgesterner-, Aul-, Erdkauter-, Schiffenberger- und Heeg- strauchsweg sowie sämtliche Feldwege und Gräben zwischen Lahn und Licher Straße. 3. Mittwoch, den 29. Mai 1929, vormittags 3% Uhr (Zusammenkunft in der Licher Straße bei der Wirtschaft „Zur Stadt Lich") die Grasnutzung von den Schneisen und Mähplatten der städtischen Waldungen, ferner zwei Kleestücke in der Licher Straße, vier, an der Sandgrube bei der Lie- bigshöhe und eins an der alten Marburger Straße, weiterhin sämtliche Feldwege zwischen Licher Straße und Lahn. — vormittags 12 Uhr (Zu- Monlag, den 27. Mai 1929, vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft an der Rodheimer Straße, beim Städtischen Schlachthof), die frühere Ockelsche Wiese an der Rodheimer Straße in einer Abteilung, anschließend die frühere Hospitalwiese auf der Hohl- eich in 10 Abteilungen, ein Ewigklee- Prima sriichc SkkW in strammer Eis- vark. eingetroffen. k.M|W WoWWeSS leleplfon 68. 3 Monate altes Kind mögt, bet fatbol. gut. Leuten in Pflege zu geben. Schrifil. Ang. unter 03221 an den Gieneuer Anzeiger, ^anavi etngelber,eingttiner eniflogen Wiederbr. Belohng. 0^1. («octbettr. 42 ßold.Damen-AnnbMdahr auf dem Wege Weu- larer Weg — Franks. Str.—Seltersweg— Dammstrane verlöret Der ehrliche Finder erhält gute Belohng. Abzug. a.d.Fttndbüro desPoltzeiamtS. | Vereine | Mongolische Fisanen-Brateier gibt täglich frisch, p. Stück 1.50 Mk, unter Nachnahme ab. Bestellungen unt 45330 an den Gieß. Anzeiger. Beschluß. Das Konkursverfahren über das Vermögen der „Hansa", chem.-metallurg. Gesellschaft m. b. h. in Gießen wird eingestellt, da eine den Kosten des Verfahrens entsprechende Konkursmasse nicht vorhanden ist. 4532D Gießen, den 16. Mai 1929. Hessisches Amtsgericht. Drucksachen allerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und ureiswert die Brüh Piche Univ.-Drucke reL C. laMtoiittne gut geformt und gebrannt, gibt billig ab LRübsamen, Fernsprecher 1659 IsHMMM in größter Auswahl. la Fluhfische; 03203 Kochte, groß, mittel, klein. Malfische, Brassen Fisch-Spezialhaus ,, Cuxhaven“ Marktstraße 14 Gießen Telephon 2417 Heute morgen verschied nach schweren Leiden meine liebe Frau, die treusorgende Mutter ihres einzigen Kindes 03224 Fran Maria Schneider geb. Drauzburg im Alter von 44 Jahren. In tiefer Trauer: August Schneider und Kind. Gießen, den 22. Mai 1929. Die Beerdigung findet am Samstag, 25. Mai, vorm. 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in aller Stille statt. 45461 Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nachmittag 2l/9 Uhr meinen lieben Mann, unseren treuen Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager, Onkel und Neffen, den Bergverwalter a. D. Karl SchlaudraU nach langem Leiden im Alter von 51 Jahren in die Ewigkeit zu rufen. Im Namen der-trauernden Hinterbliebenen: Frau Luise Schlaudraff geb. Caspari Luise Schlaudraff Karl Schlaudraff Erich Schlaudraff Karl Schlaudraff, Schwiegersohn. Gießen, Leun, Hadersleben, Brambauer, Baesweiler, 21. Mai 1929. Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. d.M., nachmittags 3 Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Kinderwagen- STEPPDECKEN in allen modernen Farben und in verschiedenen Preislagen wieder eingetroffen G/ES *x führerscheinfrei Vbl*kauf durch: Friedrich Linker&Sohn Gießen, Ludwlgstraße 16 n ii hn 2316 itMMMl H- "* B 1 tl H- itait2.il £M, M.I im« itiidjc e rammer EiS' eingetronen. adttheater a rtftai66' «201es Säuglings, so muß man konstatieren, daß iie in sehr wesentlichen Punkten sich wiederum ^rändert haben. . Die Veränderung beginnt bereits bei der Klei- Jung. War man gottlob ja schon seit Sahrzehnten ibgefommen von den sogenannten Wickelbändern, reiche das kleine Wesen einschnürten gleich den igoptischen Mumientrachten, so hatte man doch icd) für das erste Vierteljahr das sogenannte Wickeltuch, welches, unter den Armen beginnend, faS Kind ziemlich fest bis über die Füßchen ein- jüllte. Wohl hatten die Beinchen eine kleine 8ie in tr uacht tor i.Törberur schule, 0 1lsahrtsaussch-ee riesmarlen soll dadurch einen ar Ausgabe ge- m: eine f., Derkausspreir :nc S-Ps-Warle. 'auDreis 12 Pi. .Mack. W ipreü 20 .-Marte, W' tzyreis 35 P!- iih-, eine 50-P!^ । Ps„ Qkrfouii' chauinburg-LiVle Ausgabe 'oller >nd Verwende crer SeMichb- t die noch nichl . Mütter, sowie belgänge, sührt seit L-i-d * 2 ereignete Hderer Auto- letzter Kraft- lrde. passiert« ! m Mittel, omotibe ersaht Wurden ge. Mr auch 2 en und ttM M 80 000 X ud Oberlandes, ^entsprechend Scheidung von r>n wurde vvm orsen (VIII. z. bestrast S" S'ellver. °'°ri>ger Dir. — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Die lustigen Vagabunden" und »Herzblut einer Mutter". — Moria-Lichtspiele: „Geheime Macht" und .Prompte Bedienung". — Stadttheater Gießen. Aus demStadt - thcaterbureau wird uns geschrieben: Der im Alter eon 52 Jahren verstorbene Karl S l o b o d a wird am Donnerstag, 23. Mai, hier mit seinem Lustspiel ,Q[m Teetisch" erstausgeführt. Die Vollen sind srlgendermahen verteilt: Lea (Maria Koch), $lwl (HanS Lannert), Hugo (Cbert-Grassow), Mädchen (Ilse Jahn), Diener (Ludwig Link- mann). Die Vorstellung beginnt um 20 Ufjr. Dir Spielleitung hat Oberspielleiter Hans lavnert. not in ihr An- 4 rosa Lragvwo :m Spiegel. i n icht zu * die schtoiengm ich niemals cM- lenüber ganz W* ber nit einem W ar mit xbcitel- den «Ä •r «Ü*«“ Mdig- glei-h^.. „ sl- * sM " tie * -- halte. jJV je die schulentlassenen Jugendlichen. Die Posta» iche Gültigkeit der Marken zum Freimachen von /ostsendungen erlischt am 30. April 1930. Eine adere Mitarbeit der Organisationen der freien Dohlfahrtspflege ist vorgesehen. Daten für Mittwoch, 22. Mai. Sonnenaufgang 4 Uhr, Sonnenuntergang 19.54 ihr. — Mondaufgang 19.09 Uhr, Monduntergang 130 Uhr. 1813: Richard Wagner in Leipzig geboren (geworben 1883) — 1859: der schottische Schriftsteller €ir Conan Doyle in Edinburg geboren; — 1885: ber Dichter Victor Hugo in Paris gestorben (geboren 1802). Taten für Donnerstag, 23. Mai. Sonnenaufgang 3.59 Uhr, Sonnenuntergang 19.55 ihr. — Mondaufgang 20.12 Uhr, Monduntergang 348 Uhr (Vollmond). 1498: der Reformator Girolamo Savonarola in Florenz verbrannt (geboren 1452); — 1618: Beim v des Dreißigjährigen Krieges; 1707: der Naturforscher Karl von Linus zu Rashult in Schweden geboren (gestorben 1778); — 1838: der Geograph Zlfreb Kirchhoff in Erfurt geboren (gestorben 1907); 1843: der Ingenieur Lilienthal, Erbauer des ersten Slsitflugzeugs, in Anklam geboren (gestorben 1896); 1886: der Geschichtsschreiber Leopold von Ranke in Berlin gestorben (geboren 1795); — 1906: der Dich- Itr Henrik Ibsen in Christiania gestorben (geboren ** Das Maienblasen am heutigen Mittwoch um 19 Uhr, vorn Turme der Iohanneskirche aus, wird folgende Darbietungen bringen: 1. Ach bleib* mit deiner Gnade (Christus der ist mein Leben), M. Dulpius 1560; 2. Hymne an die Nacht, I »an Beethoven; 3. D Täler weit, o Höhen, Nendelssohn-Bartholdv. " Das Lichtbild- und Filmwesen in der Schule. Der hessische Minister für Kultus und Dildunaswesen veröffentlicht einen tzrlaß an die Schulleitung über das Lichtbildmd Filmwesen in der Schule, in dem u. a. gesagt wird: „Lichtbild- und Filmwesen haben |'.d> in den letzten Jahren unter den Lehrmitteln besonders entwickelt. Die guten Erfahrungen, Ke in dieser Sache im Kreise Lauterbach ge- nacht wurden, haben mich Häher veranlaßt, zur schrderung des Lichtbild- und Filmwesens in kchule, Jugendpflege und Volksbildung im Volks- facte Hessen den Kreisschulrat Lorentz in Lauterbach zum Fachberater auf diesem Gebiete zu bestellen. Er übernimmt zugleich neben» cmtlich die Leitung und in Gemeinschaft mit dem Pädagogischen Institut Darmstadt bei der Tech- rischen Hochschule in Darmstadt den weiteren Ausbau der Hessischen Bildstelle. Sie wollen sch daher in allen Fragen pädagogischer, techni- sher, organisatorischer und wirtschaftlicher Art, He das Gebiet betreffen und in denen Sie bc- taben fein wollen, mit Kreisschulrat Lorentz un- vitielbar in Verbindung setzen. Er wird dem» rächst wegen der auch für Hessen rwtwendigen Organisation innerhalb der einzelnen Kreise mit ten Kreisschul- und Kreisämtern in Verbindung beten und geeignete Vorschläge machen. 3m rnpsehle Ihnen nach Möglichkeit weitestgehende Unterstützung bei dem Ausbau unseres hessischen Lichtbild- und Filmwesens in Schule, Jugendpflege und Volksbildung." " Ein überaus reicher Blutens lor betet sich zur Zeit den Blicken der Spaziergänger In den Obstgärten von Gießen und den Straßen lauer näheren und weiteren Umgebung dar. Auch de Beerensträucher haben in diesem Frühjahr be- [fniers reichlich geblüht und weisen einen guten Fruchtansatz auf, so daß die Aussichten auf eine lache Obsternte trotz des außergewöhnlich kalten Bieters gegenwärtig sehr gute sind. ' Vor größerem Schaden bewahrt bi?b der in einem Nachbarort von Gießen woh- liiixbe Besitzer einer Schafherde in der Nacht vom Eaenstag auf Pfingstsonntag. Die etwa 180 Stück .zchlende Hammelherde war für die Nacht auf einem :irit Maschendraht umgebenen Grundstück im sog. „,111 len Feld" untergebracht worden. Der den ganzen log und besonders am Nachmittag und abends ncd-rgehende starke Regen hatte wohl das Miß- •fdlen der Schafe erregt und in ihnen den (9c- Qkiifen nach einem geschützteren Lager wachgerufen. «Em Tier hatte einen Ausweg aus dem provifo- ifrfjen Pferch entdeckt und den Weg ins Freie ge- |unÖen, der nun von der ganzen Herde beschritten iiiirbe und u. a. auch über den Bahnkörper der Lrecke Gießen—Fulda führte, auf der um diese 3-it noch einige Züge verkehren. Gegen halb zehn lUhr bemerkten Passanten in der oberen Licher Lraße, auf dem sog. „Lutherberg", ungewohntes, mcchlliches Leben, das sich bei näherer Betrachtung ob eine herrenlose Hammelherde herausstellte. Sem noch mehrere Personen sich hilfsbereit zur gung gestellt hatten, wurden die Tiere in der llheil durch die Licher Straße, Moltkestraße, Lüilkenbergstraße nach der Universitäts-Reitbahn Idrieben. Auf dem Wege dorthin gerieten mehrere ANZEIGEN für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahmefällen nicht gewährleistet werden I /ERLAG DES GIESSENER ANZEIGERS Tiere unter ein die Moltkestraße passierendes Auto, ohne zum Glück ernsteren Schaden zu nehmen. Da der Autoverkehr in der Licher Straße besonders groß ist, so sind durch das tatkräftige Eingreifen der Straßenpassanten sowohl der Besitzer der Herde als auch die Anlagen in der Licher Straße vor größerem Schaden bewahrt worden. Anderen Tags konnte der Schäfer die Tiere in der Reitbahn wieder in Empfang nehmen. * Auf dem Wege zur Arbeitsstelle verunglückt ist heute morgen gegen 7 Ahr auf einem Wege hinter der Heil- und Pflegeanstalt der Arbeiter Philipp Schwalb von Albach, der in dem Gailschen Tonwerk beschäftigt ist. Der bedauernswerte Mann kam mit seinem Fahrrad infolge Gabelbruchs zu Fall und blieb mit einer Gehirnerschütterung an der Anfallstelle liegen. Die zur Hilfe herbeigerufene Sanitätsmannschast der Feuerwache verbrachte den Verunglückten mit dem Sanitätsauto zur Chirurgischen Klinik. ** Eine G rasversteigerung der Stadt Gießen findet am Montag, Dienstag und Mittwoch nächster Woche statt. Interessenten mögen die Bekanntmachung im heutigen Anze g:n- teil beachten. Oberhessen. Landkreis Gießen. :-:Aus dem Dusecker Tal, 21.Mai. Das trockene Wetter der letzten Zeit hat die Arbeiten in der Landwirtschaft außerordentlich gefördert, so daß unsere Landleute mit den Bestellungsarbeiten sehr schnell fertig geworden sind. Die Wintersaaten zeigen einen erfreulichen Stand. Die Sommersaat ist noch in der Entwicklung. ließet die Kleefelder kann man sagen, daß man überhaupt keinen schlechten Kleeacker sieht. —r. Lang-Gons, 21. Mol. Das G e - meindehaus ber evangelischen (Bern ein bc ist nun fertiggestellt unb soll am 2. Juni im Beisein von hohen kirchlichen Würdenträgern festlich eingeweiht werben. Es enthält einen größeren Gemeindesaal für kirchliche Veranstaltungen, bie Kinberschule unb zwei -Lchwesternwohnungen. — Die B a u tä t i g k e i t hat im' Gegensatz zu Nach- bargemeinben in unserem Dorfe stark nachgelassen. Zum ersten Male seit Kriegsenbe ist kein Neubau in Angriff genommen worben. Eine eigentliche Wohnungsnot ist ja auch kaum vorhanben. Dagegen sieht man überall, wie die in ben letzten Jahren erbauten Häuser verputzt werben, bank ber Maßnahme bes Staates, ber einen Teil bes Baubarlehens zurückhält, bis bas Haus einen Verputz hat. H Lich, 21. Mai. Auf dem heutigen P fing st- markt standen 341 Ferkel zum Verkauf. Der Andrang an Käufern war außerordentlich stark, so daß der gesamte Auftrieb schon in etwa einer Stunde Absatz gefunden hatte. Es kosteten 5 bis 7 Wochen alte Ferkel 42 bis 48 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 50 bis 60 Mark, über 10 Wochen alte bis zu 70 Mark pro Stück. Gleichzeitig fand eine Ziegenschau mit Prämiierung, veranstaltet vom Kreisziegenzuchtverein Gießen, statt; hier waren etwa 120 Ziegen auf- getrieben, unter denen man sehr schönes Material bemerkte. Die gesamte Marktveranstaltung brachte sehr viele Besucher nach unserer Stadt, denen die Feuerwehrkapelle am Vachmittag mit einem flotten Platzkonzert eine besondere Freude bereitete. )) Lich, 21. Mai. Aus dem Gemeinderat: 3n der gewerblichen Fortbildungsschule fehlt ein geeigneter Anterstellraum für 25 bis 30 Fahrräder der Schüler. Die Schulleitung hat darum nachgesucht, im Hofe der Schule eine Fahrradhalle zu errichten. Der Bürgermeister teilte hierzu mit, daß sich die städtische Baukommission mit der Angelegenheit befaßt habe und den Antrag der Schulleitung unterstütze. Er legte eine Reihe Angebote auswärtiger Firmen für Zinkhallen und ein Angebot einer hiesigen Firma für eine Holzhalle vor. Er teilte weiter mit, daß in letzter Stunde ein hiesiger Geschäftsmann ihm ein Angebot für eine Zinkhalle unterbreitet habe, das jedoch noch der Ergänzung bedürfe. Der Gemeinderat beschloß Zurückstellung der Vorlage und beauftragte den Vorsitzenden, die hiesigen Handwerker zur Abgabe eines Angebots auf Lieferung einer Zinkhalle unter Vorlage von entsprechenden Zeichnungen aufzufordern. Alsdann soll in einer demnächstigen Sitzung erneut zu der Angelegenheit Stellung genommen werden. — Auf Antrag beschloß der Gemeinderat, eine feldpolizeiliche Anordnung über die nächtliche Sperrung der Feldgemarkung während der Sommermonate in der Weise zu erlassen, daß sämtliche bepflanzten Grundstücke vom 1. Juni bis l.Rovem» 6er d. 3. während der Vachtzeit geschlossen sind und deren Betreten allen Personen, auch den Eigentümern, verboten ist. Die Sperrzeit wurde für die Monate Juni, Juli und August auf die Zeit von 9 Ahr abends bis 5 Ahr morgens und für die Monate September und Oktober von 8 Ahr abends bis 6 Ahr morgens festgesetzt. — Für die angeregte Veranstaltung einer Markt- lotterte fand sich keine Mehrheit. — Die Dau- kommission hat eine Besichtigung der Friedhofskapelle vorgenommen und dabei fest- gestellt, daß der Außenputz sich von den Wandflächen losgelöst hat und herabzufallen droht. Das durchweg rauhe Mauerwerk der Kapelle ist mit Lehmspeis gemauert, an dem ein neuer Verputz nur schlecht Halt finden wird. Die Bau» kommission macht daher den Vorschlag, den gesamten Verputz entfernen zu lassen, das Mauerwerk abzuwaschen und es Dann außen steinsichtig zu bestechen. Außerdem wird vorgeschlagen, ein Podium in der Friedhofskapelle mit einer kanzel- ähnlichen niederen Brüstung versehen zu lassen und ferner in einem Hintergebäude auf dem Friedhof eine Toilette einzurichten. Für die Ausführung dieser Arbeiten wird nach dem Voranschlag der städtischen Bauleitung ein Kostenaufwand von insgesamt 930 Mark erforderlich werden. Ein entsprechender Kredit steht im Voranschlag des Rj. 1928 Hur Verfügung. Der Gemeinderat beschloß, die in Vorschlag gebrachten Arbeiten zur Ausführung bringen zu lassen. — In der Butzbacher Straße muß ein Stück Rinnenpflaster, das schadhaft geworden ist, erneuert werden. Es wurde beschlossen, wegen der besseren Haltbarkeit auf dem lettigen Untergrund eine Betonschicht darunter verlegen zu lassen. Die hierdurch entstehenden Mehrkosten belaufen sich auf 115 Mark. — Unter Punkt „Mitteilungen" gab der Bürgermeister bekannt, daß infolge Brandstiftung ein Sch ad en » feuerim städtischen Krankenhaus am 17. April entstanden und daß 6er hierdurch verursachte Gebäude- und Mobiliarschaden größtenteils durch die Versicherungen reguliert sei. Bei Zahlungen vor dem 30. Juni. mit 40% in der Zeit bis zum 8. Ium 1929, Verzeichnis der Annahmestellen 4517V mit weiteren 30% in der Zeit bis zum 6. Juli 1929, mit restlichen 30% in der Zeit bis zum ö. August 1929 getragen werden. Anmeldungen auf Schuldbucheintragungen sowie auf Stücke mit Sperr» Verpflichtung bis zum 2.Januar 1930 werden bei der Zuteilung vorzugsweise berücksichtigt werden. — Die Bezahlung der zugeteilten Beträge hat Berlin:ReichSbank(Zeichnungs-Abteiluna, Breite Str. 8/9). — Preußische Staatsbank (Seehandlung). — Berliner Handels-Gesellschaft. — S. Bleichröder. — Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft. — Darmstädter unb Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. — Delbrück Schickler & Co. — Deutsche Bank. — Deutsche Girozentrale — Deutsche Kommunalbank. — Deutsche Landesbankenzentrale A.G. — Direction der Disconto-Gesellschast. — Dresdner Bank. — I. Dreyfus & Co. — Hardy & Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. — F. W. Krause & Co. Bankgeschäft Kommanditgesellschaft auf Aktien. — Mendelssohn & Co. — Preußische Zentralgenosjen- schastskasse. — Reichs-Kredit-Gesellschast Aktiengesellschaft. — Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.G. — Augsburg: Friedr. Schmid & Co. — Bamberg: A. E. Wafsermann. — Braunschweig: Braunschweigische Staatsbank (Leihhausanstalt). — Bremen: I. F. Schroder Bank Kommanditgesellschaft auf Aktien. — Breslau: Eichborn & Co. — E. Heimann. — Chemnitz: Bayer & Heinze. — Dessau: Anhalt-Dessauische Landesbank in Dessau. — Dresden: Gebr. Arnhold. — Sächsische Staatsbank. — Bondi & Maron. — Philipp Elimeyer. — S. Wattersdorfs. — Düsseldorf: Barmer Bank-Verein Hinsbcrs, Fischer & Comp. Kommanditgesellschaft auf Aktien. — B. Simons & Co. — Essen: Simon Hirsch- land. — Frankfurt a. M.: Gebr. Beth- mann. — Deutsche Effecten- und Wechsel- Bank. — Lincoln Menny Oppenheimer. — Lazard Speyer-Ellissen Kommanditgesellschaft auf Aktien. — Jacob S. H. sind 7% Stückzinsen vom Tage der Ein- zahlung bis zum 30. Juni d. I. abzuziehen. Bei Zahlungen nach dem 30. Juni d. I. sind 7% Stückzinsen vom 30. Juni d. I. bis zum»Tage der Einzahlung hinzu- zurechnen. bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnung entgegengenommen hat, zu erfolgen. Teilzahlungen vor diesen Terminen und jederzeitige Vollzahlung sind zulässig. Bei allen Teilzahlungen werden nur durch 100 teilbare Nennbeträge abgerechnet. Tie Zeichner erhalten zunächst Kassenguittungen, gegen deren Rückgabe später die Ausgabe der Stücke durch die Stellen, welche die Zeichnungen entgegengenommen haben, erfolgt. Anmeldungen auf best-mmte Abschn'tte können nur insoweit berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der anderen Zeichner verträglich erscheint. Mit Lieferung ber Stücke wirb voraussichtlich in ber zweiten Hälfte des Monats Juli 1929 begonnen werben. Die 7% Reichsanleihe 1929 wird alsbald nach ihrem Erscheinen an den deutschen Börsen eingeführt werden. Die Schuldverschreibungen sind als verbriefte Schuldverschreibungen des Reichs gemäß § 1807 BGB. mündelsicher. Die Zulassung ber 7% Reichsanleihe 1929 im Lombarbverkehr ber Reichsbank gemäß § 21 Ziffer 3, Absatz 2, bes Bankgesetzes vom 30. August 1924 wird beantragt werden. Berlin, den 17. Mai 1929. Der ReichSministcr der Finanzen, vr. Hilserding. Stern. — Baß & Herz. — Frankfurter Bank. — Georg Hauck & Sohn. — E. Ladenburg. — Ernst Wertheimber & Co. — Halle a. d. S.: Hallescher Bankverein von Kulisch, Kaemps & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien. — H. F. Lehmann. — Reinhold Stedner. — Hamburg: L. Behrens & Söhne. — Norddeutsche Bank in Hamburg. — Vereinsbank in Hamburg. — M. M. Warburg & Co. — Joh. Berenberg Goßler & Co. — Conrad Hinrich Donner. — Münchmeyer & Co. — Schroder Gebrüder & Co. — Hannover: Ephraim Meycr & Sohn. — Heilbronn: Handels- und Gewerbebank Heilbronn A.G. — Karlsruhe: Veit L. Lomburger. — Straus & Co. — Badische Bank. — Kassel: L. Pfeiffer. — Köln: A. Levy. — Sal. Oppenheim jr. & Cie. — A. Schaafs- hausen'scher Bankverein A.-G. — I. H. Stein. — Deichmann & Go. — Königsberg i. Pr.: Ostbank für Handel unb Gewerbe. — Leipzig: Allgemeine Deutsche Crebit-Anstalt. — Hammer & Schmibt. — Lübeck: Commerz-Bank in Lübeck. — Magdeburg: F. A. Neubauer. — Zuck- schwerbt & Beuche!. — Mannheim: Rheinische Crebitbank. — Sübbeutsche Tis- conto-Gesellschaft A.-G. — München: H. Aufhäuser. — Bayerische Hypotheken- unb Wechsel-Bank. — Bayerische Staatsbank. — Bayerische Vereinsbank. — Merck, Finck & Co. — Nürnberg: Anton Kohn. — Offenbach a. M.: S. Merzbach. — Oldenburg: Olbenburgische Lanbesbank. — Schwerin: Mecklenburgische Bank. — Mecklenburgische Depositen- und Wechselbank. — Stuttgart: Württembergische Notenbank.— Weimar: Thüring. Staatsbank DaS Reich begibt eine 7 % Anleihe bis zum Betrage von XJt 300000000 auf Grund der Kreditermächtigung des Gesetzes über die Feststellung deS ReichShauShaltSplanS für daS Rech- nungsjahr 1929 unb, bis zu dessen Inkrafttreten, deS Gesetzes über die vorläufige Regelung deS ReichshauShaltS für das Rechnungsiahr 1929. Die Anleihe ist eingeteilt in Abschnitte zu JIJC 100, 500, 1000, 5000, 10000 und 20000 mit Zinsscheinen, zahlbar am 2. Januar unb 1. Juli jebeS Jahres. Der ZinSlauf beginnt am 1. Juli 1929; ber erste Zinsfchein wirb am 2. Januar 1930 fällig. Wenn die Anleihe nicht am 1. Januar 1934 zum 1. Juli 1934 gekündigt wird, so wird sie vom I. Juli 1935 an jährlich in Höhe von 10 vom Hundert des ursprünglichen Nennbetrages durch Auslosung getilgt. Die Auslosungen werden im Januar jedes Jahres vorgenommen, erstmalig im Januar 1935. Tie ausgelosten Schuldverschreibungen werden von dem auf die Auslosung folgenden 1. Juli an zum Nennwert eingelöst. Die erste Einlösung der ausgelosten Stücke findet demgemäß zum 1. Juli 1935, die letzte zum 1. Juli 1944 statt; in diesem Zeitraum ist eine verstärkte Tilgung oder eine Gesamtkündigung der Anleihe ausgeschlossen. Die Auslosungen werden in ber Weise bewirkt, baß jährlich eine ber Ziffern 0—9 gezogen wirb; als ausgelost gelten auS jebem Wertabschnitt alle Schulbverschreibungen, beren Nummern in bcr Einerstelle bie gezogene Ziffer haben. Der Besitzer von 10 Stücken besselben Wertabschnitts mit 10 verschobenen End« ziffern hat hiernach bie Gewähr einer gleichmäßigen Auslosung in ben 10 Tilgungsjahren. Schulb- bucheintragungen nehmen an ber Auslosung in der gleichen Weise wie die Stücke ber Anleihe teil. Tie Anleihe ist befreit von 1. der Vermögenssteuer, 2. der Erbschaftssteuer, soweit eS sich um vom Erblasser selbstgezeichuete Anleihen handelt, 3. der Einkommensteuer bezüglich der Zinsen und sonstigen Erträgnisse. 4. Ein Steuerabzug vom Kapitalertrag findet nicht statt (Verordnung deS Reichs« rninifterS der Finanzen vom 17. Mai 1929 — S 1911 — 651 —). Die Anleihe wird bis zum Gesamtbettage von JO 300000000 unter den nachfolgenden Bedingungen zur Zeichnung aufgelegt. Bedingungen: Der Zeichnungspreis beträgt unter Verrechnung von Stückzinsen. 0 Die Börsenurnsatzfteuer wird weder für die Zeichnungen bei der Rcichsbank ober den Annahmestellen noch für bie Zeichnungen bei ben übrigen Banken, Bankiers, Sparkassen unb Krebitgenossenschaften erhoben (Verfügung des Reichsministers bcr Finanzen vom 17. Mai 1929 — S 5140 — 687 —). Zeichnungen werben in der Zeit bom 24 W| 31 Mai 1929 bei der Zeichnungs-Abteilung der Reichsbank, Berlin, Breite Str. 8,9 (Postanschrift: Berlin SW 111), bei allen Reichsbankanstalten mit Kasfeneinrichtung und bei sämtlichen nachfolgend verzeichneten Annahmestellen unb beren deutschen Zweigniederlassungen während der üblichen Gefchäftsstunden entgegengenommen. Auch können Zeichnungen bei allen übrigen Banken, Bankiers, Sparkassen und Kreditgenossenschaften angebracht werden. Hinsichllich ber Lieferung ber Stücke unb ber Zahlung bes Zeichnungspreises entstehen Rechtsbeziehungen nur zwischen bem Zeichner unb ber Stelle, welcher er seine Zeichnung unmittelbar übergeben hat. Vorzeitiger Schluß ber Zeichnung bleibt Vorbehalten. Die Zuteilung ber Stücke auf Grunb ber Zeichnung erfolgt balbmöglichst nach Ablauf der Zeichnungsfrist unb bleibt bem Ermessen bet Stellen überlassen, welche bie Zeichnungen entgegengenommen haben. Gezeichnete Beträge gelten in dem Umfang als zugeteilt, als sie vor Zeichnungsschluß bezahlt worden sind. • Auf Antrag kann die gezeichnete Anleihe auch in das Reichsschuldbuch etn- sowie alle deutschen Zweigaustalte« obiger Firmen und die der Deutschen Giwzeutrale — Deutschen Kommanalvank — und der Deutschen LaudcSbavkeuzcntrale A.G. angeschlosscne» Girozentralen und Landesbanken. Kuiiotöemng jut Wimg auf n AW Des MWH Wes 001 1929. fir.fij Hause des Telephon 778 / Neu emgeridiiet: Kalt-Wasser!eitungsdu$mife in der'Nahe von Gießen läng sein zwecks weiterer Ausbildung. Faiuilienanichi erw. Schr. Angeb. u. 03213 an d. Gieß. Anz. erb. äleilCarteDlaiilie und Wartennm- zäunung zu verk. Candaasse 18. m unserem Kurorte einen erfreulichen Aufstieg und berechtigt zu den besten Hoffnungen für die Zukunft. Hrcis Schotten. Alfa, 21. Mai. Sein SOjähriges 3 u - biläum beging am zweiten Pfingsttag der hiesige Männergesanaverein „Germo» n i a". Angesichts der zahlreichen festlichen Veranstaltungen in der näheren Umgebung beschrär k c man sich auf eine schlichte Feier in lokalem Rahmen. Vach einem Umzug durch die Orteftraben, an dem sich sämtliche einheimische Vereine beteiligten, fand man sich im Döllschen Saale aufammeu, wo Bürgermeister Hofmann, Pfarrer Crull und Lehrer Schönheit in Ansprachen der Bedeutung des Tages gedachten. Umrahmt wurde die Feier durch ansprechende Gesangsvorträge des Qubelvereins und musikalische Darbietungen des Musikvereins. Kreis Alsfeld. •» Nieder-Dfleiden, 21. Mai. Am 30. Juli veranstaltet der hiesige Gesangverein ein großes Sängerfest. Nach den bis jetzt eingegangenen Meldungen dürften wohl einige hundert Sänger sich hier treffen, um das Fest der hiesigen Sangesfreunde mitzufeiern. Kreis Lauterbach. S Frischboru, 21. Mai. Unsere Gemeinde hat ihren im Weltkriege gefallenen Söhnen ein Denkmal errichtet, das nach den Plänen des Regicrungs-Baurats Pfeiffer in Lauterbach ausgeführt wurde und auf dem Erweiterungsgelände des Friedhofs Aufstellung gefunden hat. Am ersten Psingstfeiertag sand die feierliche Einweihung des Ehrenmals statt. Der Ortsgeistliche hielt eine ergreifende Rede und vollzog den Weiheakt. Musik- und Liederoorträge der Schulkinder und des Gesangvereins umrahmten die erhebende Feier. Zum Schlüsse erfolgten die üblidjen Kranz- niederlegungen. Das Denkmal ist auf dem höchsten WSV. Alzey, 21. Mai. Der Zollfahndungsstellc ist es gelungen, nachbarten Dorfe Weinheim im __ Landwirts Daniel Fries eine Schwarzbrennerei aufzudecken. Auster Fries wurde noch ein gewisser Martin Koch aus Alzey f e st - genommen, der der Hauptbeteiligte bei dem ganzen Unternehmen gewesen sein soll. Seit wann die Geheimbrennerei betrieben und in welchem Umfange Sprit hergestellt wurde, ist augenblick- lich Gegenstand der Untersuchung der Zollbehörde Ebenso steht noch nicht fest, wie hoch sich der Schaden der Steuerbehörde beläuft. für sofort gesucht. Schrillt. 2(nnebotc mit ZeugntSabschr. unter 4539D au den Giest. An», erbeten. für Registratur und leichte Bureauar- betten für folort gesucht. Schrill!. An- geböte unter 4539J) niitnebmcn bitten zu unter Donnerstag, d. 23. Mai 1929, nachmittags 2 Ahr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Klavier, zwei Büfetts, 1 Kredenz, eine Schreibmaschinen Kaffenschrank, 1 Schreib- tisch, 1 Grammophon, 1 Schreibtisch, drei Ladenregale, vier Ladenthcken, 6 Waren- schränke,l Ladeneinrichtung,21 Waschleinen, 40 Velour-Matten, 300 Scheuertücher, 180 Schwämme, 36 Mtr. Anzugstoffe, 119 Mtr. Futterstoffe, 22 Meter Mantelstoff. Bestimmt an Ort und Stelle: 1 fast neue, vollständige Ladeneinrichtung. Ort wird im Löwen bekanntgegeben. 4543D Äern,Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 Fernruf 4101. Für uniere Polsterer- Werkställe tüchtiger Meister Geräumiger Wen in guter Geschäftslage lSelteröweg bevorzugt! für gewerbl. Unternehmen alsbald zu mieten gesucht. Schriftliche Angeb. unter 4547D an den Gieß. Anz. Kreis Büdingen. ad. 9? i b ba, 21. Mai. Der vor 39 Jahren angelegte st abtische Friedhof am Kiffelberg ist fast völlig belegt. Er wird gegenwärtig erweitert, was ohne Schwierigkeiten möglich ist, da bie Stabt- verwaltung in verstänbnisvollem Weitblick vor zehn Jahren anfchlietzenbes Gelänbe von größerer Ausdehnung erworben hat. Von diesem wirb jetzt ein Raum für etwa 400 Gräber teraffenförniig angelegt. Die Pläne zu biesen Neuanlagen hat ber Rektor ber hiesigen Gewerbeschule S). Bitt entworfen unb auch währenb des letzten Wintersemesters von einigen Gewerbeschülern Entwürfe zu einer Friebhosskapelle anfertigen lassen, bie beim Schluß bes Semesters in ber Gewerbeschule ausgestellt waren unb von Sachverftänbigen recht günstig beurteilt würben. y. B a b Salzhausen, 21. Mai. Das herrlick-e Psingstwetter brachte unserem Babeort einen ganz außerordentlich ftnrfen Fremde noer- kehr, der am zweiten Feiertage nachmittags seinen Höhepunkt erreichte unb viele Hunberte von Gästen nicht nur aus den umliegenden Orten, sondern auch aus der weiteren Umgebung von Büdingen, Gießen, Friedberg, Frankfurt usw. hierher führte. Der im prächtigen Frühjahrsflor prangende Kurpark mit seinen mehr als 360 Arten von Zierbäumen unb Sträuchern wimmelte von fröhlichen Menschen. Die wohlgepflegten Anlagen erfreuten trotz bcs schlimmen Winters Herz und Auge mit rounberbarem Blumenflor. Die Gasthöfe hatten olle bis lief in bie Nacht hinein vollen Betrieb, unb ihre Besitzer können mit bem Pfingstgeschäft zufrieden fein. Der Babebetrieb ist schon recht rege. Seit vierzehn Tagen sind im Kurhaus unb in den übrigen Pensionen schon zahlreiche Kurgäste eingetroffen, bas Kaufmanns-Erholungsheim ist von siebzig Gästen bewohnt, bereu Zahl aber halb auf 120 steigen wirb. Das Heim für bie Kriegsblinben unb bas Kinbcrheim haben ebenfalls roieber ben Betrieb aufgenommen unb bereits guten Besuch. So zeigt ber Anfang der diesjährigen Badesaison Drucksachen allerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und rweiswert die Brübl'cche Univ.-Druckerei. R. Lange- Aetteres Handelsgeschäft sucht zur Verstärkung seiner Äe- triebsmittel zirka loooo to 12000 M. bei sofortiger Zinszahlung und Rückzahlung in 18 Monaten. Nur Selbstgeber kommen in Äetracht. Schriftliche Angebote unt. 03205 an den Gießener Anzeig, erbeten. Linie 25 nach Bad Homburg und zurück mn crflcq Feiertag 8000, am zweiten 14000 Personen, auf ihrer Linie 24 nach Hohemark am ersten Feiertag 7000, am zweiten 14000 Personen, auf der Saalburgbahn am ersten Feiertag 4000, am zweiten 7000 Personen. Die Kraftomnibus, linien Hornburg — Königstein und Homburg-, Hohemark hatten am ersten Feiertag je etwa 500 bis 600, am zweiten etwa 1000 Passagiere. Gegenüber dem Vorjahr sind die Zahlen de« ersten Feiertags zurückgeblieben, die des zweiten übertreffen die vorjährige um ein geringes. — Heute nacht gegen 12 Ahr stürzte sich ein 41« jähriger Heilgehilfe aus Warschau aus dem zweiten Stock eines Hauses der Zeißel- strahe. Er erlitt einen Schädelbruch und wurde in bewußtlosem Zustand in das Heiliggeist. Hospital verbracht, wo er kurz nach seiner Einlieferung starb. Vergleich. Zwischen dem Monteur Hermann koch, Gießen, Friedensstraße 8, Prioatkläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Leopold Katzen Gießen, Bahnhofstraße 48/50, und ber Frau Emmi Seibel, Ehefrau des Heinrich Seibel in Gießen, Friedensstraße 8, Angeschulbigte, wurde folgender Vergleich geschlossen: 4540D Die Angeschuldigte nimmt die in bezug auf den Privatkläger ausgesprochene Beleidigung als unwahr mit bem Ausdruck des Bedauerns zurück. Sie verpflichtet sich, alle entstandenen .Kosten zu tragen. gez.: Unterschriften. Vorstehenden Vergleich bringe ich namens des Privatklägers auf Kosten der Angeschulbigten hiermit zur öffentlichen Kenntnis. gez.: Dr. Leopold kah, Rechtsanwalt. uns. Werkmeisters suchen wir sofort, voraussichtlich auf die Dauer von zirka zwei Mvnaien. stich- lioeiu erfahrenen Wirr WKMSN Gie Ohren 23ct»crbungen auf Anzeigen ohne Dramen Zeugnisse, Urkunden od. sonst wichtige Papiere beizusügen; Abschriften genügen zur Einleitung v. Anstcilungeiverhand- unqen. Ost ist und der Auftraggeber unbekannt und in oiesenirckiicn tön» neu wir nichts tun für d. Wiedererlangung der Bewerbungsunterlagen Cttetzetree Anzeiger Stellenangebote) OkKhk öktitkllsk Erkrankung mösiiditeit AI. WM Vorn Laude f. tagsüber sofort gesucht. Zu erfragen in ber Geschäftsstelle des Gies;. Linz. 03207 zur Aushilfe. 4W9D Gebrüder Pietz, Zigarrensabrik. Heute letzter Tag: Der Rächer seiner Mutter Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Geheime Macht Gewaltiger Spionagefilm in acht spannenden Akten, in den Hauptrollen: Suzy Vernon, Michael Höhnen, Henry Stnart. 1 einer: Prompte Bedienung, Lustspiel in 2 Akten. Sowie: Ein stolzer Hahn ist auch dabei! 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Genossenschaften. Rach dem vorliegenden Jahresbericht des Verbandsdirektors für 1928 hat sich die Gesamtzahl der diesem Revisionsverband angeschlossenen ländlichen Genossenschaften von 1006 auf 1045 erhöht. Der Zuwachs ist im wesentlichen auf die Reuaründung vonSpezial- absahgenossenschaften zurückzuführen, von denen die Milchabsahgenossenschaften einen Bestand von 43, die Obst- und Gemüseverwertungsgenossenschaften den von 33 erreicht haben. In den übrigen Gruppen, insbesondere bei den Kreditgenossenschaften (Spar- und Darlehnskassen, Volksbanken, Dorschuhvereine usw.) hat sich ein starker Ausbau nach innen vollzogen. Die dem Verband angeschlossenen 450 genossenschaftlichen Dorfbanken verfügen mit einem Einlagekapital von insgesamt 64 Millionen bereits über 58 Prozent des Vorkriegsstandes. Dabei ist zu berücksichtigen, daß in diesen Geldinstituten mehr oder weniger alle ländlichen Berufsstände organisiert sind. Die Bezugs- und Absatzgenossenschaften als zweitstärkste Gruppe mit einem Bestand von 311 haben eben* falls eine weitere Erhöhung ihrer LImsähe in den wichtigsten landwirtschaftlichen Dedarfsstoffen zu verzeichnen. Besondere Bedeutung verdient die Entwicklung der Molkereien, die in Verbindung mit den Milchabsatzgenossenschaften versuchen, die Versorgung der Städte mit einwandfreier Qualitätsmilch und Markenbutter in geordnete Dahnen zu bringen. • Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft e. G. m. b. H. Darmstadt. Der Geschäftsbericht dieser Genossenschaft, der als Zentralwarenanstalt der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaftsorganisation insgesamt 566 Genossenschaften angehören, liegt für das Jahr 1928 vor. Der Gesamtumsatz beziffert sich auf 20,7 Millionen Mk., gegen das Vorjahr eine Llmsatzsteigerung dem Werte nach von 17 Prozent. Namentlich der Düngerbezug hat eine starke Zunahme erfahren. Der Futtermittelabsah hat sich um 20 Prozent gesteigert. Der Bezug von Kraftfuttermischungen findet stärkere Beachtung. Der Kohlenbezug hat weiter an Umfang starkzugenommen trotz der Schwierigkeiten, die bei den Syndikaten zu überwinden sind. Im Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse wurde das Getreidegeschäft besonders gepflegt. In Obst war eine Fehlernte zu verzeichnen; Maßnahmen zur Erfassung von Wirtschafts- und Tafelobst im laufenden Jahr sind in Vorbereitung. Gurken wurden erstmals genossenschaftlich erfaßt. Die Bilanz weist einen Reingewinn von 399 364 Mk. bei vorsichtigster Bewertung der Einzelposten aus. Rach Verteilung des Reingewinns beziffern sich die offenen Reserven auf 1,5 Millionen Mark. Der Aufsichtsrat schlägt die Verteilung einer Dividende von 12 Prozent auf die Geschäftsguthaben vor. *Hessen-NassauischeGa s-A.-G., Frank- f u r t a. M. - ch ö ch st. Die Gesellschaft verkaufte im Geschäftsjahr 1928 9,52 Millionen Kubikmeter Gas, 14 203 Tonnen Koks und 875 Tonnen Teer. Das Rohrnetz erreicht eine Gesamtlänge von 340,6 Kilometer, nachdem 32,6 Kilometer neu hinzugekommen sind. 37 Städte und Gemeinden wurden mit Gas beliefert. Der Rohgewinn beträgt einschließlich 0,01 (0,017) Vortrag 2,41 (2,09) Millionen Mark. Betriebsausgaben erforderten 0,93 (0,77), Derwal- tungskoften 0,39 (0,35), Abgaben und Steuern 0,44 (0,33), soziale Lasten 0,07 (0,05) und Abschreibungen 0,20 (0,19), so daß ein Reingewinn von 379 326 (401 264) Mark verbleibt, woraus wieder 7 d. $). Dividende auf 5,12 Millionen Mark Aktien- Kapital verteilt werden sollen. 30 000 (32 000) Mk. werden der Reserve überwiesen, die dadurch auf 100 000 Mark steigt. Das neue Jahr habe weniger günstig begonnen, auch habe der Frost namhaften Schaden in den Werken und an den Rohrnetzen gebracht. *Emag, Elektrizitäts-A.-G., Frankfurt a. M. Rach dem Bericht verlief das Geschäftsjahr bei gleichbleibender Beschäftigung zufriedenstellend. Rach Abzug von 1,62 (1,20) Unkosten, 0,79 (0,63) Löhnen und 0,11 (0,11, außerdem 0,13 auf Immobilien) Millionen Mark Abschreibungen, verbleibt ein Reingewinn von 97 239 (80 129) Mk., woraus 8 (7) v. $). Dividende vorgeschlagen werden. Im neuen Geschäftsjahr sei der Auftragseingang größer als in der Dergleichszeit des Vorjahres, die Aussichten seien günstig. (Generalversammlung 29. Mai.) Gaargas und Hekoga. WER. Darmstadt, 21. Mai. Die Ferngasgesellschaft Saar in. b. H. iibergibt der Presse eine längere Denkschrift zu dem Bericht des Vorstandes der H e k o g a , welcher die Grundlage für den bekannten Beschluß des Auf- sichtsrates der Hekoga auf Empfehlung des Ruhrangebots bildet. Von der Saargas wird u. a. gesagt, daß darin hinsichtlich des Angebotes der Saar in wichtigen Punkten Unrichtigkeiten und Fehlschlüsse von solcher Tragweite enthalten seien, daß nur bedauert werden könne, daß dieses Material die Unterlage für eine so wichtige Entscheidung gebildet habe. Während die Denkschrift des Vorstandes betone, daß mit den Gaslieferanten eingehende Verhandlungen geführt Uoorden seien, „um alle Möglichkeiten der Gasversorgung gewissenhaft zu studieren und die Körperschaften der Hekoga in die Lage zu versetzen, den nach ihrem Ermessen zu beschreitenden Weg auf Grund absolut einwandfreien Materials treffen zu können", müsse, soweit das Angebot der Saar in Frage komme, festgestellt werden, daß diese weder zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert, noch nach Abgabe des Angebots im Monat August 1928, das freier Initiative entsprang, um irgendwelche Auskunft angegangen, erst recht nicht zu mündlichen oder schriftlichen Verhandlungen über das abgegebene Angebot eingeladen' worden ist. In Erkenntnis der aus dieser Behandlungsweise dem Saarangebot drohenden Rachteile habe der Oberbü^ermeister der Stadt Saarbrücken noch Anfang März 1929 die hauptbeteiligten kommunalen Faktoren, die Städte Mainz und Darmstadt, gebeten, dafür zu sorgen, daß das Angebot der Saar zum Gegenstand mündlicher Verhandlungen gemacht werden möge. Auch dieser Appell sei leider ungehört verhallt. Den anderen Lieferungsinteressenten sei wiederholt Gelegenheit gegeben worden, ihr ursprüngliches Angebot nach Rücksprache mit den Mitgliedern des Vorstandes der Hekoga zu verbessern und zu vertiefen. Es fehle daher die Berechtigung, das Saarangebot in eine Reihe mit den anderen Angeboten zu stellen, die das Ergebnis zahlreicher Verhandlungen seien. Die in der Denkschrift angewandte Errechnungs- weife des von der Saar frei Worms angebotenen Gasprelfev fei in vollem Umfang unrichtig. Der von der Saar für diese Lieferung bei einer Menge von 80 Millionen Kubikmeter angebotene Preis betrage vier Pfennig pro Kubikmeter. Diesem Preis lägen die heute von den Hüttenwerken als Gaserzeuger gezahlten Kohlenpreise für Rohgrieß zugrunde. Die Betrachtungen der Denkschrift über die zukünftige Entwicklung der Saarkohlenpreise, insbesondere nach Wiedereingliederung des Saargebietes in das Deutsche Reich, gingen absolut fehl. Während die heutigen Kohlenpreise der Saar weit über denen des Ruhrgebietes lägen, sei mit Sicherheit zu folgern, daß nach Rückgliederung die Saarkohlenpreise mindestens an die Ruhrkohlenpreise angeglichen würden, wenn nicht eine weitere Preisverringerung, namentlich hinsichtlich des Kohlengrieß in Rechnung zu stellen sei, da an der Saar für diese Kohlensorten kaum andere Verwendungsmöglichkeiten gegeben seien. Es sei eine Selbstverständlichkeit, daß die Saar bereit gewesen wäre, Garantien nach dieser Richtung hin zu geben, d. h. auch auf der Basis der Ruhrkohlenpreise anzubieten. Die Denkschrift habe wegen einer später zu erwartenden Preissteigerung den an- gebotenen Preis der Saar von 4 auf 5,05 Pf. erhöht, das Saarangebot also mit 1.05 Pfennig zu hoch eingesetzt. Es wird dann darauf hingewiesen, daß die Saar im Rov. v. I. der Südwestdeutschen Gas-A.-G. in Frankfurt am Main ein Angebot auf Gaslieferung gemacht habe, in dem sie auf Grund von Zugeständnissen der Hüttenwerke den Preis einer Lieferung von 80 Mill. Kubikmeter frei Worms bereits auf 3,8 Pfennig senken konnte. Dieser Preis hätte auch für die Hekoga Anwendung finden können. Mit den von der hekoga errechneten Transportkosten und Verlust von insgesamt 1,304 Pfennig ergebe sich, vorausgesetzt, daß diese Gastransportkosten und Verluste zutreffend seien, ein Angebotspreis der Saar von 5,104 Pfennig pro Kubikmeter gegenüber 6,354 Pf. nach der Denkschrift des hekogaoorftandes. Die Saar fei außerdem bereit, die Lieferung in der gleichen Weife zu garantieren, wie dies von irgendeinem anderen Ferngaslieferanten oder von einer lokalen Erzeugungsstätte geschehen könne. Auch in der Frage des Heizwertes sei die Sacrr bereit gewesen, einen Heizwert von 4500 Wärmeeinheiten wie die Ruhr, oder sogar beim gleichen Preise 4800 Wärmeeinheiten zu liefern. 'DyckerhoffLWidmann 21.-®., Wiesbaden. Die Gesellschaft erzielte 1928 einen De- triebsgewinn von 1,93 (1,74) Mill. Mark. Rach 1,14 (1,13) Mill. Mark Abschreibungen ergibt sich ein Reingewinn von 902 216 (609 245) Mark, woraus bekanntlich eine erhöhte Dividende von 8 (6) Proz. auf 8 Mill. Mark Aktien vorgeschla- gen wird. Rach dem Bericht konnte der Umsatz trotz ungünstiger Einflüsse auf dem Baumarkte weiter gesteigert werden; auch die Auslandbetriebe waren ausreichend beschäftigt. Die Dau- gesellschaft Lenz hat sich im Zusammenhang mit der Beteiligung der A.-G. für Verkehrswesen an der Gesellschaft mit 25 Proz. an den beiden holländischen Tochtergesellschaften beteiligt. Die Tochtergesellschaft in Danzig ist durch Fusionierung aufgelöst worden. Im neuen Jahre sei der vorliegende Auftragsbestand infolge langfristiger Auslanbaufträge höher als zur gleichen Zeit des Vorjahres; es wird wieder ein befriedigendes Ergebnis erwartet. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. Mai. Tendenz: schwächer. Rach dem vorbörslichen Verkehr machte sich ein allgemeiner Rückschlag bemerkbar. Zu Beginn des offiziellen Marktes nahmen die Abstreichungen teilweise ein größeres Ausmaß an. Die Spekulation war zurückhaltend und schritt in Reaktion der gestrigen festen Börse zu Gewinnmitnahmen. 2I6er vor allen Dingen spielten die schwierigen Geldmarktverhältnisse eine erhebliche Rolle und verstimmten stark. Die heute nicht mehr so optimistisch lautenden Pariser Meldungen blieben selbstverständlich nicht ohne Einfluß. Das Geschäft bewegte sich daher in sehr engen Grenzen, doch waren bei der wieder ungünstigen Börsenlage Abschläge bis zu 4,5 Prozent gegenüber der gestrigen 2lbend- börse nicht zu vermeiden. Die weitere Befestigung der Mark konnte dagegen auf der anderen Seite heute keinen Eindruck machen. Man war und blieb schwach gestimmt. Etwas stärker angeboten waren am Elektromarkt Chade mit minus 5 Mark, Licht & Kraft mit minus 1,5 Prozent, Siemens mit minus 6.5 Prozent, AEG. mit minus 3,75 Prozent und Schuckert mit minus 3,25 Prozent. J.-G.- Farben eröffneten 3,75 Proz. niedriger. Starke Kurseinbrüche waren noch am Kalimarkt feftzustellen, Salzdetfurth verloren 7,5 Prozent, Westeregeln 5 Prozent, Aschersleben 4 Prozent. Glanzstoff büßten 8 Prozent ein. Sonst waren nennenswerte Umsätze nicht zu verzeichnen. Rur Reichsbank lagen noch im Angebot und gaben etwa 5 Prozent nach. Renten still. Deutsche Anleihen zeitweise etwas schwächer. Don Ausländern waren Anatolier weiter etwas gefragt und leicht gebessert. Rach den ersten Kursen schritt die Kulisse zu weiteren Glattstellungen, doch machte sich im Verlaufe eine kleine Erholung bemerkbar. Die Stimmung war zuversichtlicher, es befriedigte, daß heute die befürchteten Geldmarkt- schwicrigkeiten kein größeres Ausmaß annahmen. Die Spekulation nahm Rückdeckungen vor, und das Kursniveau konnte sich zeitweise bis zu 1 Prozent über Anfang heben. 2lm Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt war die Mark weiter f e st. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1978, gegen Pfund 20,369, London-Kabel 4,85, Paris 124,1250, Mailand 92,76, Madrid 34,10, Hol» land 12,06. Berliner Börse. Berlin, 22. Mai. Rach der gestrigen festen Stimmung schlug heute vormittag die Stimmung etwas um. Die Börse eröffnete in schwacher und unsicherer Haltung. Die Pariser Rachrichten waren nicht ganz so optimistisch gehalten, wie gestern. Die Ansichten waren geteilt, und man wartet mit Spannung auf die Erklärungen der deutschen Delegation. Heber die amerikanische Diskontpolitik lagen Rachrichten vor, die zwar voneinander etwas abweichen, immerhin besteht aber die Möglichkeit, daß die Bun- desreservebanken, falls die Spekulationskredite nichl eingeschränkt werden, ihren Diskontsatz auf die Höhe des Reuyorler Diskantes drängen werden. Die Lage des hiesigen Geldmarktes ist immer noch u n s i ch e r. Eine Entspannung ist kaum zu bemerken. Tagesgeld stellt sich auf 83/i bis 11 Proz., Monatsgeld auf 9V2 bis 10V, Proz. Der Reportsah, 5er am 25. festgesetzt werden soll, wird wahrscheinlich eine Erhöhung um 1 bis IV, auf 91/» bzw. 10 Prvz. erfahre^ Die Spekulation, die gestern an vielen Märkten Deckungen und auch Käufe dorgenornrnen hatte, schritt heute zu Positionslösungen, die bei bet herrschenden Aufnahmeunlust Kursverluste von 2 bis 3 Proz., vereinzelt bis 5 uni 7 Proz. zur Folge hatten. Montanwerke waren angeboten und durchweg schwächer. Eleltrowert, verloren zeitweise 31/z Proz., Rordwolle, Stöhr, Ostwerke, Tietz, Berger, Ilse Bergbau, Reichs, bank. Polyphon. Salzdetfurth, Demberg uni Glanzstoff 4 bis 71 '2 Proz. Motoren Deutz waren 11 Proz. schwächer. Schlesische Bergwerk tont, den heute erkl. Dividende notiert. Deutsche An. leihen waren gefragt, Ausländer uneinheitlich und überwiegend schwächer. Goldpfandbriefe bl«, ben im Angebot. Rach den ersten Kursen schrill die Spekulation weiter zu Glattstellungen, un? bei kleinem Geschäft brodelten die Kurse erneu; um V, bis 1 Proz. ab. Polyphon 3 Prvz niedriger. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 22. Mai. Jrn Zusammen. Hang mit den schwachen Auslandnotierungen toat die Haltung am heutigen Hauptmarkt allgemein schwach. Bei lustloser und zurückhaltender Slim mung bewegten sich die Llrnsätze in engsten Grenzen. Schwach blieben vor allem Weizen unS Sommergerste. Außerdem gab Mais 50 Pf. nach. Es wurden notiert: Weizen 24; Roggen 22,75; Sommergerste für Drauzwecke 23,50 bis 23,25; in!. Hafer 23 bis 23,25; Mais (gelb) 21; Weizen- mehl, süddeutsches Spezial 0, 32 bis 32,25; Rvg- genmehl 28,75 bis 29,75; Weizenkleie 12 bis 12,15, Roggenkleie 12,75 Mk. Tendenz: schwach. Berliner Produktenbörse. Berlin, 21. Mai. Rach der mehrtägigen Verkehrsunterbrechung durch die Feiertage kam bai Geschäft heute nur schleppend in Gang. Das inländische Angebot von Waggonmaterial ist nichl reichlicher geworden als vor dem Fest. Das vorhandene Material wird von kleinen Mühlen zu Futterzwecken zu Freitagpreisen ausgenommen. Kahnweizen ist aus Mitteldeutschland angeboten, begegnet aber nur geringem Kaufinteresse, ba sich die Grohmühlen mit Plataweizen versorgen. Von Ueberfee tagen am Samstag wesentlich ermäßigte Offerten vor. Heute sind die Preise in Anschluß an die festere Haltung der amerikanischen Terminmärkte wieder erhöht, liegen aber immer noch niedriger als am Freitag. Beachtlich ist, daß der kanadische Farmerpool neuerdings wieder als Verkäufer im Markte ist. Roggen zur Dahnverladung ist auch nur knapp angeboten. Kahnware aus zweiter Hand von hiesigem Laaer und auf Abladung ausreichend offeriert. Die Rachfrage ist reger, es sind jedoch nur um etwa 1 Mark niedrigere Preise durchzrcholen. Der ßic- ferungsrnarkt tendierte bei geringen Lim sähen schwächer. Das Mehlgeschäft ist noch fast unentwickelt. Forderungen lauten unverändert. Hafer und Gerste still. ®8 notierten für je 1000 kg: Weizen, märt, 219 bis 220, Mai 230, Juli 234,50, Sept. 239,50 (schwächer); Roggen, märt, 194 bis 199, Juli 211,50 (matter), Sept. 215,50; Braugerste 218 bis 230; Futtergerste 187 bis 196 (ruhig); Hafer, märt, 193 bis 199, Juli 202. Sept. 205 (matter); für je 100 kg: Weizenmehl 24,25 bis 28,50 (ruhig); Roggenmehl 26 bis 27,75 (matt); Weizcnlleie 13 bis 13,25 (still); Roggenkleie 13,50 (still); Viktoriaerbsen 43 bis 50; Heine Erbsen 28 bis 34; <5ruttererbten 21 bis 23, Pc« luschken 25 bis 26,50; Ackerbohnen 22 bis 24 Wicken 28 bis 30: Lupinen, blau, 17 bis 18: Lupinen, gelb, 22 bis 24; Serradelle 56 bis 62, Rapskuch-cn 19 bis 19,20; Leinkuchen 21,80 bis 22; Trockenschnitzel 12,40 bis 13; für je 50 kg: Kartoffelflocken 16,20 bis 17,30; Weizenstrvh, drahtgeb. 1,30 bis 1,60, Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Sanislo, nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte M a n u s k r i p I l ohne bcigesügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an dir Geschäfts st ekle zu richten. Geschäftliches. Eine prächtige W a p p e n b i l d s a mm- l u n g ist im Mehrfarben-, Gold- und Silberdruck von der Cigarettensabrik Garbath herausgebracht worden. Es handelt sich um eine rei(fr haltige Zusammenstellung europäischer und überseeischer Länder- und Städtewappen, deren tünfi- lerische Durcharbeitung allen Kreisen und Altersklassen Vergnügen und Belehrung bieten wird. Die Wappenbilder werden sämtlichen Zigarettenpackungen der Firma Garbath beigelegt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluß- flut» 1-Ubr- Kure Schluß- Kure Anfang Kure Schluß- Kure 1 Uhr- Ku re Schlutz. Kure Anfang- Kure Datum 21.5. 22-5. 21.5. 22 5- Datum 2L5. 22-5. 21.5- 22-5. 6% Dt. Reichranleihe v. 192? . . Dt. Anl.-Wlös.-Schuld mil Aus lo|.-£Red)ten......... $e