Nr. 93 Erster Blatt IT 9. Jahrgang Montag, 22. April 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Dnid und Verlag: vrühl'sche Universitüls-Vuch- und Steindruckerei R. Lanze in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Lnzetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzoorfchrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Die deutschen Sachverständigen berichten in Berlin. putzig Blut! Von unserer Berliner Redaktion. Das erstemal seit dem verlorenen Kriege hat das deutsche Volk, hat auch die deutsche Presse währetid schicksalsschwerer Verhandlungen eine geschlossene Haltung gezeigt. Die Einhei ts front gegenüber dem 2luslande war für deutsche Verhältnisse selten stark. ist es klar, daß es sich bei den Pariser Verhandlungen um das Wohl und Wehe jedes einzelnen und darüber hinaus um das Schicksal von Kindern und Enkeln drehte. Es handelte sich darum, ob die gegenwärtige Generation ein zwar schweres aber doch einigermaßen menschenwürdiges Dasein führen soll, und ob die Kinder wieder ein freies Deutschland erleben werden. Es handelte sich um das Ersticken im Sumpfe einer langen Sklaverei, oder ob man sich entschließen wolle, diesen Dersklavungsversuchen den entschiedenen Freiheits- und Daseinswillen der deutschen Ration entgegenzusehen. Es ist ein schwerer, wahrscheinlich auch ein sehr langer, aber g a n z gewiß ein aussichtsreicher Kampf. Deutschland hat nun einmal durch eine Kette nicht mehr gutzumachender Fehler zwar nicht die moralische Pflicht, aber den aus der feindlichen Heber- macht sich ergebenden Zwang der Zahlung von 'Tributen als Folge des verlorenen Krieges an- erkannt. Es hat aber nie und nirgends einge- willigt, daß die Tribute so bemessen werden sollen, daß über der Tributpflicht das Volk zugrunde geht. Die Tributpflicht endigt an der Grenze des für die deutsche Zukunft Erträglichen. Diese Tributpflicht wird nicht bestimmt durch die Wahlperiode einer Regierung und ihrer Budgetschwierigkeiten. Ein Moratorium für eine Regierung ist nicht identisch mit dem Schicksal des deutschen Volkes. In Paris kämpften Männer mit zäher Energie für die deutsche Sache. Sie haben ihre Linie gehalten. Sie haben keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie nur auf das Mögliche eingehen und das Llnmögliche ablehnen werden. Der beste Beweis dafür, daß sie richtig gehandelt Haden, ist der, daß die französische Presse gegenüber den einfachen und jedem verständlichen Richtlinien nichts anders aufzubringen weiß als den jetzt bald durch ein Jahrzehnt erprobten Bluffversuch, mit dem es bisher noch jedesmal geglückt ist. die öffentliche Meinung Deutschlands zu spalte» und der jeweiligen Regierung das nötige Kniezittern beizubringen. Aus einem Artikel Breitscheids im „Vorwärts spricht bereits eine recht bedenkliche Stimmung. Man kann da recht deutlich zwischen den Zeilen lesen, daß bereits diejenigen Gemüter unter uns, die Frieden um jeden Preis wünschen, durch das feste Auftreten der deutschen Delegierten in Paris in gelinde Unruhe verseht worden Man hat immer wieder betonen hören, daß die öffentliche Meinung und die Presse Deutschlands, von ganz unverantwortlichen Grüppchen ganz rechts und ganz links abgesehen, geschlossen hinter der deutschen Delegation gestanden hat. Eine Lockerung dieser Geschlossenheit wäre sehr zu bedauern. Und es wäre wünschenswert, daß die kurze Anwesenheit Schachts und Vöglers in Berlin dazu gedient hat, alle Beunruhigungen und Besorgnisse dieser Art zu zerstreuen. Ob man mit jedem einzelnen Punkt in der Denkschrift oder mit jedem einzelnen Sah. den Schacht oder Bögler oder ein anderer Sachverständiger in Paris gesprochen hat oder gesprochen haben soll, einverstanden ist, spielt keine Rolle, sondern ist völlig nebensächlich. Die Hauptsache ist, daß die deutschen Delegierten sich kräftig und nachdrücklich für das Interesse Deutschlands eingesetzt haben, und daß die Regierung wie das deutsche Volk ebenso fest und tatkräftig hinter ihnen stehen. Ein Schwanken und Wanken könne» wir in einer solchen Lage, wie der jetzigen, nicht brauchen. Wenn irgend etwas nicht am Platze ist. dann ist es Rervosität und schwächliche Angst vor etwaigen Folgen. Die Konferenz und die Haltung unserer Delegation ist bei uns so sorgfältig und so vollständig vorbereitet worden, daß man sich weder durch Zwischenfälle noch auch durch einen Abbruch, falls dieser unvermeidlich fein sollte, irremachen lasten darf. Jetzt besonders heißt es, kaltes Blut und Ruhe bewahren! Dr. Schacht vor dem Reichskabinett. Berlin, 21. April. (IDB.) Die beiden Sachverständigen ReichsbankpräfidentDr. Schacht und Dr. Bögler weilten am Sonntag in Berlin und haben die Mitglieder des Reichs- kabinells über den Stand der Expertenberatungen in Paris informiert. Sie berichteten insbesondere über die Bedeutung und die Behandlung des deutschen Memorandums. Die Sachverständigen stellten dabei fest, daß keinerlei politische, sondern nur wirtschaftliche Anregungen in dem Memorandum enthalten seien, ferner, daß derjenige Teil des Memorandums, dem von anderer Seite politischer Charakter beigemessen worden ist, weder im Unlerausschuh, noch im Plenum erörtert wurde, sowie daß das Memorandum genauso wie die übrigen Memoranden als Diskussionsgrundlage dienen sollte. Die Minister nahmen den Bericht entgegen und erklärten, daß sie auch fernerhin den Sachverständigen ihre unveränderte Berhandlungsfreiheit zu belassen wünschten. Die Sachverständigen haben sich heute abend nach Paris zurückbegeben, um morgen nachmittag an der BoUsihung der Konferenz wieder teilzunehmen. 3n Berliner politischen Krisen stellt man sich die nächste Sitzung der pariser Konferenz so vor, daß lunädjft über die B er Handlungen im Revel st oke-Ausschuß berichtet wird, und daß sich daran eine Diskussion anschlieht. 3n dem Kommunique über die heutige Kabinettssihung wird ausdrücklich betont, daß 'auch das deutsche Memorandum nur als eine Diskussionsgrundlage zu betrachten ist, und in diesem Sinne hat ja auch Dr. Schacht sich einem französischen 3ouma- listen gegenüber geäußert. Außerdem ist unterstrichen worden, daß mit dem Hinweis auf die Boraussehungen der deutschen Leistungsfähigkeit keine politischen Forderungen gestellt worden sind. Wenn die deutschen Sachverständigen die Frage einer Erweiterung unserer Rohstoffbasis vorgebracht haben, so sollte das nicht heißen, daß damit die Forderung auf Rückgabe der Kolonien oder des Korridors gestellt würde. Die Boraussehungen der deutschen Leistungsfähigkeit umfassen vielmehr noch eine ganze Reihe anderer Fragen; so ist es doch, um nur ein Beispiel zu nennen, nur eine selbstverständliche Feststellung, daß die Leistungsfähigkeit sich heben würde, wenn sich Wege für eine Besserung der Lage unserer Landwirtschast finden lassen. Es ist wohl anzunehmen, daß die deutschen Sachverständigen in der nächsten Sitzung ihre Auffassung in diesem Sinne darlegen werden, und man neigt in Berlin zu der Ansicht, daß damit London, 22. April. (2BXB. Funkspruch.) Der pariser Korrespondent der „Financial Times" gibt eine Erklärung des zweiten deutschen Delegierten, Geheimrat Ludwig ft a ft l wieder. Darin heißt es u. a., es fei den Deutschen von Anfang an klar gewesen, daß die Delegierten der Gläubigernationen zu der ftonferenj kamen, ohne eine klare Borstellung zu haben, was sie schuldeten, oder welchen Betrag die Gesamtheit ihrer Forderungen ergeben würde. Die deutsche Delegation habe dagegen auf Grund sorgfältig vorbereiteter Dokumente schon eine Darstellung davon gehabt, daß die gesamten Forderungen weit über d i e Dawes;ahlungen hinausgehen würden. Bei Bekanntgabe der einzelnen Forderungen habe sich eine so hohe Gesamtsumme ergeben, daß die Delegierten, die die einzelnen Forderungen vorbrachlen, selbst überrascht gewesen seien. Geheimrat ft a ft l fuhr fort: Es wurde ein Unterausschuß eingesetzt, um die einzelnen Forderungen herabzusehen, wir haben guten Grund zu glauben, daß sich dabei große Schwierigkeiten zwischen den verschiedenen Gläubigerdelegierten ergaben. Schließlich standen wir einer Gesamtsorderung von 2 900 Millionen Mark jährlich gegenüber, wir sind aber zur Konferenz als nüchterne und unabhängige Geschäftsleute gekommen und sind nicht berit, gewissermaßen einen Scheck zu unterschreiben, den wir bei der Borlegung nicht auszahlen könnten. wir können unsere Zahlungsfähigkeit nicht durch Ausfuhr steigern infolge der hohen Zollschranken, die alle Rationen seit dem Kriege gegen die Einfuhr deutscher waren errichtet haben. Nachdem wir auf die verschiedenen Minuspositionen hingewiesen hatten, ersuchten wir die Gläubigerdelegierten, uns zu zeigen, wie wir unsere Zahlungsfähigkeit steigern konnten. Geheimrat Ka ft l erwähnte dann die in dem deutschen Memorandum enthaltenen beiden Pläne und ihre Boraussehungen und schloß: wir sind bereit und wünschen, die Dinge mit unseren sachverständigen Kollegen weiter zu erörtern; wir wünschen nicht, daß die konseren; abgebrochen ober auf unbestimmte Zeit vertagt wird. Aber als unabhängige, sachkundige Geschäftsleute, die frei von der Kontrolle der deutschen Regierung sind, haben wir die Ueberzeugung, daß es die deutsche Leistungsfähigkeit zu sehr belasten würde, über die Annuität von 1650 Mill. Mk. hinauszugehen, außer, wenn die Bertreter der Gläubigernationen uns einen an- deren Ausweg zeigen, was sie b i s h e r nicht getan haben. Die Aachsvlge Lord Revelstokes. Paris, 20. April. (WTD.) Die Leiche Lord Revelstokes ist heute nachmittag zum Bahnhof übergeführt worden und abends nach Le Havre ein abruptes Ende der Behandlungen In diesem Stadium vermieden und die Konferenz zunächst sachlich weiter beraten wird. Allerdings hat man bei der Beurteilung der Lage auch vermerken müssen, daß den deutschen Sachverständigen in der heutigen Kabinettssihung ihre Unabhängigkeit ausdrücklich erneut garantiert worden ist. Das ist von Bedeutung gegenüber französischen presse- slimmen, die die Lage so darstellen, als wenn da« Reichskabinett unseren Sachverständigen Weisungen erteilen würde und sie deshalb aus dem Berliner Aufenthalt der Herren Schacht und Bögler eine ganz neue Grundlage erwarten. (Ein solches (Eingreifen der Reichsregierung liegt aber nicht vor, sondern die deutschen Sachverständigen werden auch in der nächsten Sitzung nach ihrem Er messen handeln. 0er Reichsbankpräsident hofft auf Einsicht in Paris. Ein Interview mit Dr. Schacht. Pari«, 22. April. (WTB. Funkspruch.) Kurz vor seiner Abreise nach Paris gewährte Reichsbankpräsident Dr. Schacht einem Vertreter des „Montag" eine Llnterredung, in der Dr. Schacht u. a. ausführte, daß er mit der gleichen Ruhe, mit der er nach Berlin gekommen sei, auch wieder nach Paris zurückkehre. Er werde dort die Verhandlungen wieder aufnehmen und abwarten, wie die Vertreter der übrigen Staaten in der Vollkonferenz zu den Vorgängen im Llnterausschnh sich einstellen würden. Wörtlich sagte Dr. Schacht am Schluß seiner Ausführungen: „Ich fahre mit dem Gedanken, bah ich in Paris selbst die ungläubigsten Thomasse noch davon überzeugen werde, daß wir nicht mehr lei st en können und daß man Deutschlands Leistungsfähigkeit nur steigern kann, wenn man seine Produktionsfähigkeil fördert." gebracht worden, um von dort mit dem Dampfer nach England befördert zu werden. Sonntag vormittag wird in Paris ein Trauergottes- d i e n st abgehalten werden. Der deutsche Botschafter in London hat im Auftrag der Reichsregierung und des Reichsaußenministers auf dem Foreign Office das Beileid der deutschen Regierung zum Tode Lord Revelstokes ausgesprochen. Wie der diplomatische Korrespondent der „Morning Post" zu wissen glaubt, wird voraussichtlich das Mitglied des Direktoriums der Dank von England, Sir Basil Dlackett, beauftragt werden, die durch den Tod Lord Revelstokes entstandene Lücke im Sachverständigenausschuß auszufüllen. Rach dem „Daily Telegraph" kommt auch Sir Charles Addis in Betracht. Annehmbare Vorschläge. Senator Vorab über Schachts Angebot. Paris, 22. April. (WTB. Funkspruch.) „Lhi- fago Tribüne" meldet aus Washington, Senator Borat) habe gestern noch einmal erklärt, daß er die Borschläge Dr. Schachts auf der Reparationskonferenz als annehmbar für Frankreich anfehe. Bei dem Abschluß des Mellon-Berenguer- Abkommens hätten die französischen Delegierten sich darauf berufen, daß Frankreich nicht in der Lage fei, die Gesamtheit der den Bereinigten Staaten zukom- menben Summen zu zahlen. Die gleiche These könne aus Dutschland angewandt werden, wenn Frankreich also ble von Deutschland gemachten Angebote a b l e h n e n sollte, würden die Bereinigten Staaten wahrscheinlich gezwungen sein, von Frankreich die re st lose Bezahlung aller von ihm eingegangenen Schulden zu fordern. Englische Erwartungen. Londoner Pressestimmen zur Konferenz London, 21. April. (TU.) Die Sonntagsblätter widmen den größten Teil ihres Raumes den Pariser Besprechungen und dem Schuldenvorstoß Snowdens. Der „O b s e r v e r" sagt, Großbritannien sei außerstande, weitere Opfer zu bringen. Das englische Schuldenabkommen, ein Ergebnis englischen Stolzes, sei Der f r ü h t gewesen. Die Rachteile einer Politik, die die Schuldenfrage mit den deutschen Zahlungen verknüpfe, seien nicht von der Hand zu weisen, aber gerade diese Erkenntnis müsse dazu führen, nun unbedingt an den Grundsätzen der Balfour-Rote fe st zuhalten. Deutschland müsse man wünsche», daß es von allen „überstürzten und kurzsichtigen Handlungen, schnellen Entscheidungen und nicht wieder gutzumachenden Taten bewahrt bleibe", die in einer tragischen Woche im Jahre 1914 die Welt in ein Chaos verwandelt haben. — Die „S u n d a h Times" kommt auf die Behauptungen zurück, daß man auf deutscher Seite eine Vertagung der Pariser Verhandlungen bis nach den englischen Wahlen, in der Hoffnung auf eine arbeiterparteiliche Regierung anstrebc. Da« Blatt sagt dann weiter, daß die Aussichten für die Fortführung der Verhandlungen in den letzten 36 Stunde» wieder günstiger geworden seien. Es stützt diese Ansicht auf die Verhandlungsbereitschaft Schachts und die Mitteilungen, daß von deutscher Seite politische Forderungen nicht gestellt würden. Hieran, so meint das Blatt, wären die Besprechungen zweifellos gescheitert. Die Lage sei nicht hoffnungslos und es ei durchaus möglich, daß erst noch einige weitere Jahre Erfahrungen mit dem Dawes-Plan gc» ammelt werden müßten, bevor die ganze Reparationsfrage im richtigen Lichte erscheine. England und die Schuldenfrage. Das Duell Snowden-Churchill wird fortgesetzt London, 21. April. (TU.) Auf den Borstoß S n o w d c n ö in der Schuldenfrage hat jetzt Churchill in der „Sunday Times" eine Artwort erteilt. Er stellt in dem Blatt fest, daß sich Snowden bei seinem Vorstoß vom Haß gegen Frankreich habe leiten lassen. Churchill hält auf der einen Seite zwar an der Balfournote fest, lehnt aber den Grundsatz der allgemeinen Schuldenstreichung ab. Nach Churchills Rechnung würde eine solche Schuldenstreichung dem Erlaß von 900 Millionen Pfund durch die Vereinigten Staaten, ein solcher von zwei Milliarden gegenüberstehen, was demnach für England einen 93 e r l u ft von rund 1 Milliarde bedeuten würde. In einem Leitartikel in der „Sunday Expreß" sagt Snowden, daß sich seine Beanstandungen auf die Einseitigkeit der britischen Opfer bezogen haben. Er beruft sich dabei auf die von tön- feroatiüer Seite dauernd übersehene Tatsache, daß Frankreich sein Schuldenabkommen mit England noch nicht ratifiziert habe, ihm gegenüber also die Grundsätze der Balfournote nicht bindend sein könnten. Demgegenüber bliebe das italienisch-englische Schuldenabkommen in Kraft, auch wenn sich eine Gelegenheit zur Abänderung des interalliierten Schuldenausgleichs böte. Das Abkommen zwischen England und Amerika lege England Verpflichtungen auf, die auf eine Verdreifachung der ursprünglichen Schuld hinausliefe», während Frankreich und Italien zusammen weniger als den ursprünglichen Betrag ihrer Schuld an England zu zahlen hätten. Snowden beruft sich im übrigen darauf, daß England seine Schuld an Amerika nicht für sich ausgenommen, sondern sie an seine Kriegsverbündeten weitergegeben habe. Räumung und Reparationen. Tas Saargebiet lehnt erhöhte Lasten für eine vorzeitige Befreiung ab. Saarbrücken, 22. April. (TLl.) Angesichts der Krise der Pariser Reparationsverhandlungen schreibt die „Saarburger Zeitung", das Hauptorgan der saarländischen Zentrumspartei, u. a.: Lins Deutsche im besetzten Gebiet und an der Saar trifft ein Scheitern der Verhandlungen am unmittelbarsten und am schwersten. Wir haben die berechtigte Hoffnung, bei einem guten Abschluß in Paris die vorzeitige Räumung der noch besetzten Gebiete und eine alsbaldige Rückkehr der Saar zu Deutschland erwarten zu dürfen. Die neue Enttäuschung, so bitter wir sie auch empfinden, kann uns heute nicht aus d e m Gleichgewicht bringen. Was wir fast zehn Jahre geduldig getragen haben, müssen wir eben, wenn in Paris keine Vereinbarung zustande kommt, i n Fassung noch weitere fünf Jahre auf uns nehmen. Einmal schlägt uns allen doch die Stunde der Freiheit. Dies durch Klagen oder durch einen Druck auf die Aeichsregierung zu beschleunigen, lehnen die Rhein- und Saarländer einmütig ab. Ohne eine Ausnahme stehen sie vielmehr auf dem Standpunkt des Führers der Zentrumspartei, des Prälaten Kaas: Lieber ein ehrliches Rein, als ein unehrliches Ja. Auch die Drohungen nationalistischer französischer Blätter, die Besetzung fortdauern zu lassen, bis Deutschland zur Annahme der Forderungen bereit fei, vermögen uns in dieser Anschauung nicht zu erschüttern. Im Gegenteil, keiner von uns will, daß Deutschland um die Befreiung der besetzten Gebiete und der Saar neue erhöhte Lasten auf sich nehmen soll." Englische Politiker an der westpreußischen Grenze. Marienburg (Westpreußen), 20. April. (WTB.) Eine Abordnung englischer konservativer Politiker, darunter ein Mitglied des Oberhauses und ein Mitglied des Llnterhauses, besuchte dieser Tage den Regierungsbezirk W e st p r e u ß e n. Rach Besichtigung des Schlosses in Marienburg unterrichteten sich die Herren auf einer Fahrt über Stuhm - Weißenberg an denfünfWeichseldör- f cm entlang bis Kurzebrack über die Grenzverhältnisse bei Kurzebrack und an der im Abbruch befindlichen MünsterwalderWeich- s e I b r ü e, von der zurzeit nur noch drei mittlere Bogen über dem Flußlauf stehen, während die Anschluhstücke rechts und links bereits beseitigt find. - -♦ •’*' *• i Geheimrat fiafll über den Verlaus der Konferenz. Prinz Heinrich von Preußen f. fiitl, 20. April. (2BB.) Prinz Heinrich von Preußen ist heule nachmittag gegen 2 Uhr auf Schloß hemmelmark bei Eckernförde g e sl o r - ben. Der Prinz litt schon seit längerer Zeit an einer Bronchitis, zu der vorgestern Lungenentzündung getreten war. Der Prinz verschied heute nachmittag 130 Uhr ohne jeden Todeskampf. Am Sterbelager weilte die Londgräsin von Hessen. Die Beerdigung erfolgt im Erbbegräbnis auf Schloß hemmelmark. Vie Nachricht von dem plötzlichen Ableben des Prinzen hat in ollen Kreisen der Provinz Schleswig-Holstein und besonders in den Kieler INarine- kreisen tiefe Anteilnahme erweckt. Bei dem Hof- marschallamt des prinzlichen Gutes hemmelmark sind zahlreiche Beileidstelegramme eingegangen, darunter auch eins vom König vou England. Der Reichspräsident Hot der Prinzessin Heinrich in einem persönlichen Telegramm sein Beileid ausgesprochen. Eingetroffen sind bis jetzt auf hemmelmark der ehemalige Grohherzog und die Großherzogin von Hessen, die Kronprinzessin von Schweden und der Prinz Lippe. Der ehemalige deutsche Kronprinz und die Prinzen des preußischen Hauses werden in diesen Tagen erwartet. Am Montag findet im engsten Kreise eine Abendmahlfeier statt. Die Kronprinzessin Cäcilie wird nach der Beisetzung nach hemmelmark kommen, um hier einige Zeit bei der Gattin des Prinzen Heinrich zu verweilen. Die Totenwache bei dem verstorbenen Prinzen haben ehemalige Offiziere übernommen, die dem prinz- lichen Hause besonders nahestanden. • Der Tod des Prinzen Heinrich, des Bruders des ehemaligen deutschen Kaisers, ist insofern überraschend gekommen, als man in der Oeffent« lichkeit nichts von seiner Erkrankung erfahren hatte. Prinz Heinrich, am 14. August 1862 als Sohn Kaiser Friedrichs III. und der Prinzessin Viktoria von England geboren, hatte sich von früher Tugend an dem deutschen Seedienst gewidmet. Rachdem er die verschiedenen Grade der Seeoffizierlaufbahn durchlaufen hatte, wurde er 1906 Chef der aktiven Schlachtflotte, trat jedoch am 4. September 1909 vom Kommando der Hochseeflotte zurück, woraufhin er unter gleichzeitiger Beförderung zum Großadmiral zum Generalinspekteur der Mari ne ernannt wurde. Mit besonderem Interesse hatte sich Prinz Heinrich zeitlebens den verschiedenen Zweigen des Sportes zugewandt. Als leidenschaftlicher Automobilfahrer beteiligte er sich an vielen internationalen Rennen, veranlaßte auch die Einführung des Automobilwesens in die Heeresverwaltung .und stellte sich an die Spitze des deutschen freiwilligen Automobilkorps. Reben dem Autosport war es aber auch das Flugwesen, dem er sein ganzes Interesse widmete, und an dem er auch aktiv teilnahm, nachdem er in den Euler- Werken bei Frankfurt a. M. sein Pilotenzeugnis erworben hatte. Rach dem Kriege zog er sich auf sein Gut Hemmelmark bei Kiel zurück, wo er jetzt verstorben ist. Prinz Heinrich war mit der Prinzessin Irene von Hessen verheiratet, einer Schwester des ehemaligen Grohherzogs Ernst Ludwig. Oer Bankkredit des Reichs. Die schwierige Aasseulage. Berlin. 21. April. (Priv.-Tel.) Die seit einigen Togen wieder aufgenommenen Verhandlungen zwischen dem Reichsfinanzministerium und den Banken über die Aufnahme neuer Ultimokredite werden, wie wir erfahren, fortgesetzt. In Anbetracht der Tatsache, daß es bis jetzt noch nicht möglich gewesen ist, eine Verkleinerung des Kasse ndesizits des Reiches, das sich auf 1,25. Milliarden beläuft, zu erzielen, soll der diesmalige Kredit möglichst langfristig sein, damit der Reichssinanzminister in der Zwischenzeit in die Lage kommt, eine Verminderung des Defizits herbeizuführen. Die Banken find naturgemäß schon aus Gründen der Liquidität gezwungen, einen solchen Kredit nach einem bestimmten Rückzahl u ng s p l a n zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich diesmal um einen Betrag, der höher als 150 Millionen ist, der aber, wie wir aus dem Reichsfinanzminifterium erfahren, 200 Millionen noch nicht erreicht. In diesem Zusammenhänge muß darauf hinge- wiesen werden, daß im Gegensatz zu gewissen Meldungen nicht von einer Ablehnung eines Kredits an das Reichs seitens der Banken gesprochen werden kann. Die Banken selbst sind diesmal nicht nur durch die l)-Banken vertreten, der Kreis ist vielmehr etwas erweitert worden. Auf beiden Seiten legt man den größten Wert darauf, möglichst eine prinzipielle Lösung zu erzielen, damit spätere Rochverhandlungen ausgeschlossen bleiben. Es ist anzunehmen, daß die Verhandlungen noch einige Tage dauern werden, zumal das Reich dem Wunsche der Banken auf Beibringung ausreichen- d e r U n t e r l a g e n für die Beurteilung der Kassengebarung des Reichs entspr.chen will. Im einzelnen lallen auch im Gegensatz zu dem letzten, am 16. er. termingerecht zurückgezahlte,t Kontokorrentkredit die Konditionen eine gewiss. Abänderung erfahren, es lind jedoch darüber noch unserer Information noch keine bestimmten Beschlüsse gefaßt worden. Das Schicksal der Gewerbesteuer in Preußen. Berlin, 21. April. (Priv.-Tel.) Die gestrigen Landtagsberctungen über die Gewerbesteuer ha.en gezeigt, daß die Anhänger der Einbeziehung der freien Berufe ihre Absicht noch immer nicht ausgegeben haben. In der Aussprache haben sich die Parteien ihre wirklichen und vermeintlichen gegenseitigen Sünden vorgeworfen, ohne daß die Oeffcntlichkeit sich dafür besonders zu interessieren brauchte. Dann verschwand die Vor- lage im S t e u e r a u s s ch u h, um daraus wahrscheinlich >n der nächsten Woche wiederzukehren. Die verfassungsrechtliche Frage aber ist noch keineswegs geklärt, denn die Opposition Hot die ernste Absicht, einen etwaigen neuen Beschluß über die Gewerbesteuer vor dem Staats- gerrchtshof anzufechten. Und zwar mit der Begründung, daß es nach der preußischen Der- assung unzulasstg sei. eine einmal abge- lehnte Vorlage - - B ben Session zur Weiterhin sind für di Abänderungsan träge nocymals rn derlei- Deratung zu stellen. : Ausschußberatung «mehrere gestellt, so will man u. a. Hundert Jahre Archäologisches Institut des Deutschen Reiches. Eine Zestfihung in Berlin. — Oie Internationale der Wissenschaften. Berlin, 21. April. (WB.) Vor 100 Jahren, am 21. April, wurde das Archäologische Institut des Deutschen Reiches im Palazzo Caffarelli in Rom gegründet. Die Hundertjahrfeier des Institutes, des älteste seiner Art, wurde mit einer Festsitzung im Plenarsaal des Reichstages Sonntagabend würdig eingeleitet. Die Vertreter der Reichs- und Staotsregierung, die offiziellen Vertreter aus aller Herren Länder, die Diplomaten, die Rektoren der Hochschulen füllten Saal und Logen bis auf den letzten Platz. Unter den Feft- gästen sah man auch den Prinzen Ferdinand von Savoyen und den ungarischen Kultusminister Grafen Klebelsberg. Reichspräsident von Hindenburg, der der Feier persönlich beizuwohnen gedachte, mußte leider aus gesundheitlichen Rücksichten absagen. Er hat aber an das Archäologische Institut ein Schreiben gerichtet, in dem er ihm seine herzlichen und aufrichtigen Glückwünsche ausspricht und dem aufrichtigen Wunsche Ausdruck gibt, daß das Institut auch künftig die Kenntnis der Antike erweitern und die Verbindung zwischen den Kennern auf dem Gebiete der Altertumsforschung erfolgreich pflegen möge. Die Festrede hielt der Präsident des Archäologischen Institutes des Deutschen Reiches Prof. Or. Gerhart Rodenwaldt: Das Lebenswerk Winckelmanns bildete die Voraussetzung des Instituts: Goethe und Wilhelm von Humboldt haben mit förderndem Interesse bei der Gründung Pate ge- öunzpiayuZ 23Q aahvb aiq qun usquost begleitet. Entsprechend dem internationalen Charakter der klassizistischen Epoche wurde das Institut in Rom als internationale Organisation gegründet. Die Künstler des Klassizismus, an der Spitze Thorwaldsen, Schinkel und Rauch, standen zu der Gründung in naher Beziehung. Karl Josias von Bunsen, der als Rachfolger Riebuhrs die Tradition Wilhelm von Humboldts in Rom fortsetzte, war der erste Leiter. Die eigentliche Initiative, die zur Gründung führte, und der zähe Wille, der das Institut auch in schweren Zeiten aufrecht erhielt, gehörte einem Fachgelehrten, Eduard Gerhard. In einer glänzenden Darlegung führte Präsident Rodenwaldt dann die Festversammlung durch die 100 Jahre vergangener wissenschaftlicher Arbeit. Aus dem Institut der Anfänge, dem „Institut für archäologische Korrespondenz", einer privaten Vereinigung von Gelehrten und Altertumsfreunden, an der sich auch der damals tonangebende Adel aller Rationen, an seiner Spitze der spätere König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, betet igte, ist in hundertjähriger Entwicklung über das preußische Institut das Reichsinstitut geworden. Reichsminister des Auswärtigen Dr. Strefemann sprach im Ramen der Reichsregierung dem Archäologischen Institut herz'iche Glückwünsche aus. Wer unsere Äultur verstehen und ganz sein eigen nennen will, der muh auch die Wurzeln kennen, aus denen sie erwachsen ist. Diese Wurzeln aufzuzeigen, ist die hohe Aufgabe der archäologischen Wissenschaft. Sie ist ja nicht ein Wühlen in toten Dingen, sie läßt vielmehr den Geist lebendig werden, der hinter diesen Dingen steht, und lehrt uns die seelischen und geistigen Strafte verstehen, die, mag auch die Form ihrer Aeuhe- rung sich oft gewandelt haben, über die unendliche Kette der Geschlechter hinweg auch in uns nachwirken. So pflegt sie ein großes Erbe, von dem alle Völker zehren. Darum haben sich in ihr auch immer olle Rationen im gegenseitigen Verstehen auf dem Wege zum gleichen Ziel zusammengefunden. 3ebe gemeinsame Arbeit im Dienste der Wissenschaft ober ist Arbeit am Frieden. Es war ein Beweis tiefen Verständnisses für den völkerverbindenden Charakter des Institutes, als Preußen und später unter Bismarck das Deutsche Reich das Institut in seine Obhut nahm. Das Archäologische Institut hält heute Rückschau auf die Arbeit eines Jahrhunderts, stolz auf seine Erfolge und beseelt von dem Willen, seine große Tradition würdig sortzuführen. Auch das Auswärtige Amt ist sich bewußt, daß es nur einer ehrenvollen Llebcrlieserung folgt, wenn es auch in Zukunft dem Institut seinen Schuh und seine Hilfe ongedeihen läßt. Wir nehmen teil an der Jubelfeier in aufrichtiger Bewunderung für die wertvollen Leistungen des vergangenen Jahrhunderts, in dankbarer Anerkennung der fruchtbringenden Arbeit in der Gegenwart und in freudigem Vertrauen auf die Blüte des Institutes in den kommenden Zeiten. Weitere Gratulanten. Noch einer weiteren Ansprache des preußischen Kultusministers Dr. Becker überbrachte Oberbürgermeister Böß namens der Reichshauptstadt Berlin und des Deutschen Städtetages die herzlichsten Grüße und Glückwünsche. Die Grüße und Glückwünsche des K ö n i g s v o n I t a l i e n, der italienischen Regierung und des Archäologischen Instituts in Rom überbrachte Prinz Ferdinand von Savoyen, Fürst von Udine. Für Frankreich sprach dessen Berliner Botschaften de Margeri e. Der Vertreter Englands, Sir Maurice de Bunsen, gab seiner Freude Ausdruck, daß er als Enkel einer der Mitbegründer die Wünsche der englischen Regierung überbringen dürfe. Als Bevollmächtigter des P a p st e s P i u s XI. sprach Generaldirektor Nogara (Rom), Prof. Konstantin Ku- r u n i o t i s beglückwünschte das deutsche Institut im Namen der griechischen Regierung und teilte mit, daß seine Regierung beschlossen habe, dem Institut ein größeres Grund st ück zum Bau des neuen Jnstituthauses zu schenken. Den Dank aller auswärtigen Delegierten sprach sodann Professor Christian Blinckenberg (Kopenhagen) aus. Von besonders lebhaftem Beifall begrüßt betrat darauf Wirkl. Geh. Rot Prof. Dr. v. Wilomowitz- M ö l l e n d o r f die Rednertribüne, um für die gesamte Wissenschaft und für die Gesamtheit ihrer Vertreter den Dank an das Institut auszusprechen. Sodann verkündete Präsident Rodenwaldt eine Reihe von Ehrungen durch das Institut aus Anlaß seines Jubiläums, u. a. die Verleihung der Wink- kelmann-Medaille an den Kronprinzen Gustaf von Schweden und an die Stadt Ro m. Weiter teilte Präsident Rodenwaldt mit, daß sich aus Anlaß der Hunderjahrfeier des Archäologischen Instituts unter dem Ehrenvorsitz des Reichs- m.nisters des Auswärtigen Dr. Stresemann und des Staatsministers Prof. Dr. Becker eine G e - fellschaft der Freunde dieses Institutes gebildet habe, in welcher Persönlichkeiten der Finanz und der Industrie sich zur besonderen Förderung der Aufgaben der auf eine bedeutende Geschichte zurückblickeirden, in das internationale Kulturleben eingegliederten Einrichtung zusammengefunden haben. Zum Schluß konnte Präsident Rodenwaldt eine Anzahl von Stiftungen bekanntgeben. die Gewerbesteuer der unteren Stufen in ihren Lasten erleichtern, ein deutschnationaler Antrag will die öffentlichen Betriebe zu den Gemeindelaften heranziehen und die steuerliche Bevorzugung einzelner Betriebsarten, z. D. der Konsumvereine, beseitigen. Die Deutsche Dolkspartei bringt gleichfalls eine Reihe von Abänderungsanträgen vor, die sich in ähnlicher Richtung bewegen, und ohne deren Berücksichtigung sie dem Gewerbefteuergeseh nicht zustimmen wolle. Bergarbeiter als Gemüsezüchter. Ein neuer Erwerbszweig der Industriearbeiter. — Die Erfolge im Ruhrgebiet. Berlin, 21. April. (Priv.-Tel.) Das preuß. Wohlsahrtsministerium hat vor einiger Zeit, um den zahlreichen erwerbslosen Bergarbeitern eine neue Existenzmöglichkeit zu schaffen. Mittel zur Verfügung gestellt, durch die es den Arbeitslosen möglich gemacht worden ist, durch Beschäftigung in der F r ü h g e m ü s e z u ch t neue Erwerbsmöglichkeiten zu finden. Die zur Verfügung gestellten älnterstützun. en auch seitens der Industrie sind zur Ausbildung von Berufsgärtnern und zur Anlegung von Treibhäusern, in denen Frühgemüse gezüchtet wird, verwendet worden. Die bisher vorliegenden Ergebnisse sind nicht nur wirtschaftlich. sondern auch sozialpolitisch gesehen, außerordentlich erfreulich. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die gerade jetzt vorliegenden Ernteergebnisse der neuen Frühgemüsezucht im Ruhrgebiet ein beträchtlicher Ansporn für eine Weiterentwicklung dieses neuen Erwerbszweiges im Industriegebiet geworden sind. Die Erfolge sind zurückzuführen auf die Richtlinien der preußischen Regierung vom Jahre 1928, in denen die Einschränkung getroffen ist, für die Gewährung von Stwatskredi- ten an Klein- und Gemüsezüchter nur ar» bertslose Bergarbeiter heranzuziehen. ein weiteres Aufblühen der Gemüsezucht nn Ruhrbergbau zu beschleunigen, hat, wie wir Horen, jetzt der Derbandspräsident des Ruhrsiedlungsverbandes der Staatsregierung den Antrag vorgelegt, auch anderen aus dem Erwerbs- Prozeß ausgesch'.edenen Industriearbeitern die Vorteile der Gewährung von Staatskrediten zu- kommen zu lassen Die Erfolge, die bishergemacht Horden sind, haben, wie wir hören, sogar in Industrie zu den Erwägungen geführt, ob mH lir !n Iunc9en Erwerbszweig nicht großzügig £roXr Snöuftnefreöite ausbauen = 8 -ba£,ei an die Anlegung von Aie - ffi1n^tB^aUcfern gedacht, ferner an die toa« 9r°^r Sernheizanlagen und dur möuftriemafiigcn Gemüsezucht gehört. Diesem Gedanken steht zedoch die Regierung nicht alr8u freundlich gegenüber, da sie ihre Unterstützung bis jetzt davon abhängig gemacht hat, daß eben gerade der Kleinsiedler den Ruhen hat. Das Zentrum für Wahlrechtsreform. Essen, 21. April. (WTD.) Der Reichsparteivorstand der deutschen Zentrumspartei befaßte sich besonders mit der Wahlrechtsreform. Hierzu wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Soweit die Mißstände auf das heutige Wahlsystem zurückzuführen sind, ist die Herstellung einer engeren persönlichen Verbindung zwischen Wählern und Gewählten vordringliche Angabe, insbesondere auq) bei Aufstellung der Kandidaten. Das in der letzten Zeit lebhaft erörterte System der sogenannten freien Listen kann trotz mancherlei Vorteile feine brauchbare Lösung bieten. Als geeigneter Weg zur Verbesserung des bestehenden Wahlrechts erscheint dagegen die Verkleinerung der Wahlkreise mit einer festen Begrenzung der Kandidatenziffer für die einzelnen Parlamente. Eröffnung des italienischen Parlaments. Rom, 20. April. (WTD.) Heute erfolgte unter dem üblichen Zeremoniell die feierliche Eröffnung der Kammertagung. Der König, die Königin, die königlichen Prinzen und Prinzessinnen fuhren im feierlichen Zuge vom Quirinal zur Kammer auf den Monte Cittorio. Längs des Weges bildeten Truppen Spalier. Die Glocken läuteten. Die Geschütze auf dem Monte Mario gaben Salven ab. Das Publikum bereitete dem königlichen Paar stürmische Ovationen. Inzwischen hatten sich in der Kammer die Senatoren, die Abgeordneten sowie die Mitglieder der Regierung versammelt. Rach 10 Uhr stimmten die Abgeordneten die Giovinezza (die faszistische Hymne) an, die das Haus stehend anhörte. Rach dem Erscheinen der Königin und des Königs fand die neue Vereidigung der Abgeordneten statt. Darauf verlas der König die Thronrede. Besonderen Beifall sanden die Stellen, die die Verdienste des faszistischen Systems, die Rüstungen und die soziale Frage betrafen. Als zu Beginn der Thronrede die Aus - söhnung mit dem Vatikan erwähnt wurde, brach das Haus in lebhaften Beifall aus. Der Feier in der Kammer wohnte auch das diplomatische Korps bei. Rach der Thronrede fuhren der König und die Königin sowie der ganze Hofstaat wieder zum Quirincck zurück. Rach Auflösung des Truppenkordons stürmte die Menge zum königlichen Palast, um dem König, ber auf dem Balkon erschien, eine Huldigung darzubringen. Aus aller Wett. Zwei Faltboolfahrer ertrunken. Bei Berlin kenterte im Stößenfee infolge des starken Windes ein Faltboot, das mit zwei jungen Leuten besetzt mar. Beide Insassen fielen ins Wasser. Während es dem einen gelang, sich an dem Faltboot festzuklammern, ging der andere sofort unter. Der Besitzer eines Motorbootes steuerte auf die Hilferufe des sich an das Faltbot klammernden jungen Mannes sofort auf die Unfallstelle zu, doch wurde er infolge einer plötzlichen Motorstörung und durch den starken Wellengang abgetrieben, so daß auch der zweite junge Mann infolge Erschöpfung in den Wellen versank. Die Wasierpolizei konnte nur das Faltbot bergen, während von den Leichen noch keine Spur zu finden war. vergiftet. In Leipzig fielen dem zweijährigen Rudi Wese mehrere Chinintabletten,, die seiner Mutter vom Arzt verschrieben worden waren, in die Hände. Das Kind aß fünf bis acht Stück und starb, noch ehe es ins Krankenhaus eingeliefert werden konnte. Familientrogödie. Als der Invalide Schmidt in Delitzsch abends in angetrunkenem Zustande nach Hause kam, mißhandelte er seine Angehörigen. Der 19jährige Sohn setzte sich zur Wehr und schlug mit einem Krückstock auf den Vater solange ein, bis dieser schwer verletzt zusammenbrach. Im Krankenhaus ist Schmidt seinen Verletzungen erlegen. Der Sohn wurde in Haft genommen. Schweres Vauunglück in Reuyork. Während der Arbeiten auf dem 24stöckigen Neubau des Gebäudes der Western Union im Süd- westen Neuyorks brach der Ausleger eines Krans beim Hochziehen mehrerer Stahlträger in der Höhe des 11. Stockwerks. Die Stahlträger krachten durch das Stahlfachwerk und das Mauerwerk und zertrümmerten die Fassaden der aüf der anderen Seite der Straße gelegenen Häuser. Vier Arbeiter, die sich auf dem Gerüst am 11. Stockwerk befanden, wurden getötet: fünf weitere wurden von den Trümmern begraben und konnten noch nicht befreit werden. Mehrere Personen wurden verletzt Der Neubau liegt in dem Viertel der Produktengeschäfte, in dessen engen Straßen ein starker Wagenverkehr herrscht. Der Unfall rief in der ganzen Gegend eine Panik hervor. Bundesversammlung des Deutschen Rentnerbundes. Auf der Bundesversammlung des Deutschen Rentnerbundes in (Stuttgart wurde nach einem Vortrag des Dundesvorsitzenden über „Der Deutsche Rentnerbund in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" der bisherigen Geschäfts- und Kassenführung einstimmig Entlastung erteilt. Der alte Vorstand mit feinem langjährigen Vorsitzenden. General Vogel, an der Spitze, wurde ebenfalls einstimmig wiedergewählt und durch Zuwahl eines süddeutschen Vertreters ergänzt. x Berliner Börse. CB e r I in, 22. A ril. (WTD. Funlspruch) Zum Wochenbeginn wurden im heutigen Frühverkehr die Aussichten für Paris nach den Zeitungsnachrichten etwas optimistischer beurteilt, so daß man für heute mit gebesserten Kursen zu rechnen können glaubt. Vorläufig ist aber noch nichts zu hören und das Geschäft bleibt minimal. Am Devisenmarkt nannte man: London gegen Paris 124.25, London gegen Mailand 92.67, London gegen Spanien 33.01 zu 33.05, London gegen Kabel 4.8525, London gegen Derlin 20.47, Kabel gegen Derlin 4.2180. Die Wetterlage. 5 Sonntaa, d.21. fipriM929,8f,mgs. -s 0» M i o £ •V 6U- x Wrx < o Je o wolkenlos, o neuer, a Haiti bedecKt. ® woixig. G oedecüt eftegea * Schnee a Graupeln. = Nebel K Gewitier.(g)windstiJie.O-. sehr •eienter Ost -russiger Südsüdwest stürmischer tqrdwesl Oie »feile Riegen mit dem winde. Die oeiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichem, auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die gestern nördlich von Island gelegene Störung hat sich weiter vertieft und noch Skandinavien hin verlagert. An ihrer Rückseite kommt es in Verbindung mit der Vorderseite des nordwestlichen Hochdruckgebietes weiter zum Zustrom kalter Luftmassen nach dem Kontinent. Das Wetter bleibt infolgedessen immer noch kühl, und nachts treten leichte Fröste auf. Wettervoraussage für Dienstag: Teils heiteres, teils wolk.ges Wetter, noch kühl, leichter Nachtfrost, trocken. Wettervoraussage für Mittwoch: Immer noch kühles, zeitweise bewölktes Wetter. Lufttemperaturen am 21. April: mittags 8,8 Grad ^^^^.obends 1 Grad; am 22. April: morgens 1,1 Grad. Maximum 9 Grad, Minimum —3,1 Grad. — Sonnenscheindauer 9% Stunden. — Erdtemvera» turen in 10 cm Tiefe am 21. April: abends 8.1 Grad; am 22. April: morgens 2,9 Grad Celsius. Ernannt dort seit eine der vom hiesigen Verkehrs- und Verschönerungsver- cin erworben. Ein von der Firma 3oh. Helbig (Alsfeld) während des Feuerwerks aus 6cm Marktplatz aufgestellter Großlautsprecher gab dem interessanten Bild ein modernes Gepräge. 45 Wohnungen, ebenfalls von der Gemeinnützigen Wohnungssürsorge-Gesellschaft Hessen an der Friedensstraßc. Licher Straße und Am Kugelberg errichtet, haben in den wenigen Wochen des neuen Baujahres große Fortschritte gemacht. Ein Häuserblock ist bereits unter Dach, während an den anderen die Zimmerer mit der Fertigstellung des Dachstuhls beschäftigt sind. 3n zwei Häusern sind geräumige Läden vorgese^n, um den Bewohnern des neuen Stadtteils die Sin- kaussmöglichkeit zu erleichtern. Die Wohnungen werden voraussichtlich im Spätsommer bezogen. ** Elternabend der Kaufmannsjugend im D.H.D. Der Bund der Kauf- Kunst und Wissenschaft. starlellsihung der deutschen Akademien. Mitte April fand in Heidelberg als derzeitigem Borort die diesjährige Kartell- sihung der deutschen Akademien statt. Die offiziellen Vertreter aus Berlin. Göttingen, München. Wien. Leipzig und Heidelberg waren vollzählig erschienen. Zum erstenmal seit längerer Zeit konnten wieder die Besprechungen fast ausschließlich den großen Unternehmungen gewidmet werden, die von allen oder mehreren Akademien gemeinsam in die Hand genommen sind. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Urkundensammlungen und Sammelforschungen, bibliographischen und biographischen, encyklopädischen und lexikographischen Cha-- rakters, über deren gegenwärtigen, mehr oder weniger fortgeschrittenen Stand berichtet wurde. Als Beispiele seien genannt: Das Biographische Jahrbuch, die etruskischen und kleinasiatischen Inschriften, die byzantinischen Kaiserurkunden, der Thesaurus linguac latinae, Poggendorffs biographisches Handwörterbuch der exakten Aatur- wissenschaften, die mathematische Encyklopädis (nahezu vollendet), die Vorbereitung der Herausgabe der Werke Keplers. Dabei wurde die unentbehrliche Hilfe und verständnisvolle Förderung, die von feiten der amtlichen Stellen und der Rot- gemeinschast der Deutschen Wissenschaft geleistcl: werden, mit wärmstem Dank anerkannt. In einer erweiterten Sitzung trug Ernst Hoffmann, Heidelberg, über Aicolaus von Eues vor. dessen Werke herauszugeben eine spezielle Unternehmung der Heidelberger Akademie ist. Gestern mittag gegen 12 Uhr entstand, wie in letzter Zeit schon öfter, in der Nähe der Schießstände an der Eisenbahnböschung der Strecke Gießen—Fulda durch Funkenflug aus dem Schornstein der Lokomotive eines Eisenbahnzuges ein Brand. Bei dem herrschenden starken Wind breitete sich das Feuer, das in dem vorhandenen dürren Gras und Laub reichlich Nahrung fand, schnell in der Richtung nach dem Universitäts-Sportplatz zu aus. Durch die starke Rauchentwicklung aufmerksam gemacht, eilten mehrere erwachsene Personen zur Brandstelle, um ein Uebergreifen des Feuers auf den städtischen Waldbestand durch Löschen der Flammen zu verhindern. Schaden ist nicht entstanden. ' E i n übler Streich wurde in der letzten Aacht auf der Landstraße zwischen Gießen und dem Schiffenberg verübt. Dort Halen grobe Unfugstifter eine ganze Anzahl Rundholzstämme aus dem Walde herausgeholt und auf die Lano- straße gelegt. Als dann ein Autobus aus Wieseck. der die Mitglieder eines Gesangvereins von dem Besuche bei einem befreundeten Verein in Hausen heimbeförderte, die fragliche Stelle der Landstraße erreichte, gelang es dem Chauffeur gerade noch im letzten Augenblick, den mit über 70 Personen besetzten Wagen zum Halten zu I bringen und dadurch ein schweres Unglück zu l verhüten. Hoffentlich gelingt es. die nächtlichen Preußen. Kreis Wetzlar. * Dutenhofen, 22. April. Gestern nachmittag wurde in unserer Gemarkung unterhalb der Steinernen Brücke eine männliche Leiche aus der Lahn gelänget, bei der man keinerlei Personalausweispapiere vorsinden konnte. An Hand eines ärztlichen Rezeptes gelang es aber den sofortigen umfassenden Rachforschungen der zuständigen Landjägerei Wetzlar, durch Rückfrage bei dem Arzt die Persönlichkeit des Toten einwandfrei festzustellen. Es handelt sich um einen 47 Jahre alten, verheirateten Fabrikanten aus Lorsbach im Taunus, der bei Bekannten in Rodheim a. d. Bieber zu Besuch weilte, sich dort, angeblich zu einem Spaziergange, am Samstag- nachmittag entfernte und seitdem nicht zurückge- kehrt ist. Die Identität der Leiche mit den Ermittlungen der Landjägerei wurde durch die Rod- Heimer Gastgeber des Verewigten anerkannt. Da der bedauernswerte Mann gemütskrank war. kommt bei seinem Ableben Selbsttötung in Betracht. Ein Verbrechen ist jedenfalls ausgeschlossen. Die Leiche wird heute freigegeben und nach dem Wohnort des Verstorbenen überführt werden. Kampf mit einem Mansardeneinbrecher WSR. Frankfurt a. M.. 20. April. Heute abend wurde in dem Hause Eiserne Hand 5 der Einbrecher Karl Weber, wohnhaft Main - straße 14, bei einem Einbruch in eine Mansarde überrascht. Der Einbrecher, der sich in einer Mansarde verbarrikadiert hatte, wurde von dem Ueberfallkommando nach Aufbrechen der Mansardentür gestellt. Weber gab auf die Polizeibeamten einen Schuß ab, der zum Glück fehlging. Die Beamten e r - widerten das Feuer und verletzten den Verbrecher am Bein. Dieser brachte sich dann selbst einen Schuß in d i e Schläfe bei. Schwerverletzt wurde er in das Heiliggeist-Hosvi- tat eingeliefert. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Aus der prvvinzialhauptstadt. ! Gießen, den 22. April 1929. Rudolf Gott. 4Ojäf)rige0 Bühnenjubiläum und 24 Iahre Gießener Stadttheater. Don Dramaturg Karl Ritter. Es wäre arrogant, wenn ich hier nicht eingestehen würde, daß es mich sehr ehrt, über Rudolf Goll schreiben zu dürfen. Selten habe ich zu einem Künstler und Menschen sofort solch unmittelbaren Kontakt gehabt, wie gerade zu ihm. Es mag sein, daß die süddeutsche, landsrnännlsche Verbundenheit ein Teil dazu beigetragen, in der Hauptsache ist es aber sicher öic Witterung für den echten Künstlermenschen. Ich gratuliere nicht nur dem Jubilar, der uns leider nach seiner 24jährigen Tätigkeit am hiesigen Stadttheater am 29. April verläßt, fon- öern ich gratuliere auch der Stadt Gießen, die es verstanden hat, eine solche Kraft 24 Jahre zu halten. Das Bedeutende an G o l l war die ausgereifte, große komödiantische Einstellung... der Mensch und der Schauspieler waren in eine künstlerische Persönlichkeit zusammengewachsen. Diese gestaltete die Rollen. Die könnerische Sicherheit des Schauspielers kam nicht von ungefähr. Bevor er ins Komikerfach überging, war Goll Liebhaber, Held. Bonvivant. Väterdarsteller usw. Parallel geht die menschliche Entwicklung. Petersburg, Moskau. Kiew, Odessa, Stockholm. Kopenhagen, Wien, Budapest, Graz usw. (Goll war ^Meininger"!) hat er gesehen. Die Vielfältigkeit seines Lebens hielt starke Kultur so zusammen, daß es zum Erleben wurde. Sein Talent bekam Tiefe und Weite. , ,, Cs soll nicht, wie es bei Jubiläen gemacht zu werden pflegt, eine Rollenliste aufgesührt werden, Golls Bohemeblut hat ihn ja vom Schauspiel auch zeitweise zur Operette getrieben („Wie einst im Mai", „®er fidele Bauer", „Schwarzwaldmädel" ... stopp ... stopp ...), sondern ich will nur seststellen, daß er einer von wirklich großem Format ist. Er machte alles mit, um zum Schluß äu wissen, auf was es ihm eigentlich auf der Bühne ankommt. „Ich bin,“ schreibt er mir, „über 5000 Wal aufgetreten, habe Hunderte von Ehen geschloffen, unzählige Tode erlitten, viele Frauen geküßt, in den Stücken, erst feurig, später väterlich, Un- menge Töchter verheiratet. Geld fpielte keine Rolle, verfügte von 8—10 Uhr abends über echte Millionen, daß es nur so eine Freude mar...“ Rückblick eines, der wirklich für das lande. “ Zusammenschluß der hessischen hauptamtlichen Berussschul- und Gewerbelehrer. In Darmstadt fand außerordentliche Vertreter-Versammlung hauptamtlichen Lehrkräfte des Dolksstaclles Hessen an Berufs- und Fachschulen statt. Die s"“4 tätigen Berufs- und Gewerbelehrer waren her in zwei Verbänden organisiert. Ihr Bestreben ging nun dahin, einen gemeinsamen Verband zu schaffen. Rach langen Verhandlungen ist dieser zustande gekommen und führt die Bezcick)- nung: „Reichsverein der hauptamtlichen Lehrerschaft deutscher Berufsschulen, Landesverein Hessen". Zu Führern wurden Gewerbeoberlehrer Gleber, Offenbach a. M., der seitherige Vorsitzende der Gewerbeschulmänner, und Berufsschullehrer Ziegler, Darmstadt, seitheriger Vorsitzender des hessischen Berufsschulvereins, gc- die wundervolle goldklare Haarwaschseife für jedes Haar, auch als Shampoon S^entvi/g- mannsjugend im Deutschnationalen Handlungs- gehilfen-Verband hatte die Kaufmannslehrlinge und ihre Eltern am Donnerstag in das Heim des Verbandes, Bahnhofstraße 71, zu einem Eltern- und Freundesabend eingeladen. Zu den zahlreich Erschienenen sprach Gaujugendführer Ku - banke (Frankfurt a. M.) über: „Die Ostlandfahrt der deutschen Kaufmannsjugend". Er schilderte die erlebnisreichen Fahrten der Vorjahre, die zu großen Reichsjugendtagen nach Leipzig, Heidelberg und Hamburg führten. In den Tagen vom 6. bis 8. Juli d. I. hält nun der Bund seine vierte große Reichsjugendtagung in Danzig ab. 3m volksdeutschen Grenzland sammelt sich die Kaufmannsjugend, um ein Bekenntnis zum Deutschtum und zu den Zielen des Bundes abzulegen. Der Tagung schließen sich Lehr- und Wanderfahrten von zwei bis zehn Tagen an, die zur Weicyselmündung. der Kurischen Rehrung, dem Frischen Hass, Rositten, Tannenberg und an die Masurischen Seen führen. Don diesen Stätten und den Schönheiten Danzigs wurden im zweiten Teile des Abends Lichtbilder gezeigt, die Eindrücke von den schönsten Gebieten des deutschen Ordenslandes vermittelten. Gedichtvorträge und musikalische Darbietungen gaben dem Abend einen guten Rahmen. 3m Schlußwort wurden Öie3ung- mannen vorn Kreisgeschäsisführer Drzezinski zur Teilnahme an der Ostlandfahrt aufgefordert. Die zahlreichen Meldungen zeugten von dem 3nteresse und der Freude der 3ugend an Be- russsragen und Wanderungen im deutschen Vater- wählt. ** Eine Abfallholzversteigerung laßt die Stadtverwaltung am kommenden Mittwochnachmittag in der Westanlage und am Oswaldsgarten vornehmen. Man beachte die heutige Bekanntmachung. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 67 Bullen, 327 Ochsen, 635 Kühe, 391 Färsen, 561 Kälber, 64 Schafe, 4903 Schweine. Auszeichnung eines Buchdrucker- Veteranen durch den Reichspräsidenten. Dem Buchdrucker Otto Ettel in Gießen, der als Maschinensetzer in der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, Verlag des Gießener Anzeigers, beschäftigt ist, sprach anläßlich der Vollendung seiner 51jährigen Dienftze der Herr Reichspräsident von Hindenburg in einem Glückwunschschreiben seine herzlichsten Glückwünsche und seine besondere Anerkennung für die treuen Dienste aus, die der Buchdrucker-Veteran in ununterbrochener hingebender Arbeit geleistet hat. ** Handelsri cy ter in Gießen. Ernannt wurden der Bankdirektor Ludwig G r i e ß b a u c r in Gießen zum Handelsrichter, der Fabrikant Georg Schuchard in Gießen zum Ergänzungsrichter bei der Kammer für Handelssachen des Landgerichts der Provinz Oberhessen in Gießen für die Zeit bis zum 31. Dezember 1930. EinBrandimGießenerStadtwald. Flugtag in Alsfeld. »-»> A l s f e l d, 22. April. Gestern fand, vom Wetter begünstigt, der vom 7. auf den 21. April verlegte Flugtag statt. Er wurde von den Raab- Katz en st ein-Werken in Kassel unter Leitung des bekannten Fliegers Katzen st e i n durch geführt und unterschied sich von den früheren ähnlichen Veranstaltungen in Alsfeld sehr vorteilhaft durch die exakte und prompte Abwicklung des Pro gramms. Die Organisation und Vorbereitung der Veranstaltung hatte der hiesige Verkehrs - und Verschön erunosoerein übernommen. Die Veranstaltung fand auf den sog Gauchswiesen, ein sehr günstiges Fluggelände, in nächster Nähe der Stadt statt. Bereits um die Mittagsstunden belebte sich die Stadt mit einer großen Zuschauermenge. Auf dem Fluggelände waren über 5000 Zuschauer erschienen. Die sportlichen Leistungen der Raab- Katzenstein-Flieger, die mit vier Sportslugzeugen und einem motorlosen Anhängerstugzeug vertreten waren, waren durchweg recht gut und verdienen volle Anerkennung: insbesondere die Kunstflüge des Herrn K a tz e n st e i n , der die verwegensten Loopings, Rollings und Steilsturzflüge mit einer bewundernswerten Beherrschung der Maschine ausführte, erregten allgemeine Bewunderung und Begeisterung. Auch basj)argebotene ßuftturnicr, Bal- lonrammen und ein Stafettenrennen zwischen Flugzeug, Motorradfahrer und Reitern erregte besonderes Interesse. Gut gelang auch der ctart eines Luftschleppzeuges mit motorlosem Segelflugzeug. Glatt und sicher erfolgte dessen Landung. Einige aufregende Sekunden bot der Fallschirmabsprung, der aus etwa 400 Meter Höhe erfolgte. Aus irgendeinem nicht festgestellten Grunde öffnete sich der Fallschirm nicht richtig und der Flieger stürzte die ersten 200 Meter ab, bis der Fallschirm erst aufging. Die Landung erfolgte, nachdem sich der Fallschirm kaum 150 Meter über der Erde voll entfaltet hatte, etwas plötzlich und ging ohne Unfall ab. Abends sand cm großes Brillantfeuer ° werk auf dem Marktplatz statt. Es war die erste Veranstaltung dieser Art, die auf dem Marktplatz stattfand. Das glänzende Feuerwerk, und die sich anschließende große bengalische Beleuchtung des Rathauses, des Weinhauses, vom Turm und Walpurgiskirche bot ein wundervolles, märchenhaftes Bild, in welchem die Schönheit des Alsfelder Marktplatzes in einem nie gesehenen Farbenspiel zum Ausdruck kam. Das interessante Schauspiel hatte eine riesige Menschenmenge auf den Marktplatz und die angrenzenden Straßen gelockt. Allgemein kam die Ansicht zum Ausdruck, daß diese Warktplatzbeleuchtung als eine ständige Einrichtung beibehalten werden folL Mit dem Verlauf der ganzen Veranstaltung am gestrigen Sonntag dürfen alle Beteiligten, die auf ihre Kosten kamen, durchaus zufrieden sein. Besondere Verdienste um die Durchführung der Veranstaltung hat sich Herr Kaufmann Otto Ludwig schwerde statt und stellte fest, daß der Beschwerde- führer Heinrich Volk der Schneiderzwangsinnung für den Kreis Alsfeld nicht angehört. Taten für Dienstag, 23. April. Sonnenaufgang 4.49 Uhr, Sonnenuntergang 19.08 Uhr. — Mondaufgang 18.46 Uhr, Monduntergang 4.53 Uhr (Vollmond). 990: Ekkehart, Mönch von St. Gallen, gestorben-, — 1616: William Shakespeare in totratforb on Avon gestorben (geboren 1564); — 1616: der D.chter Miguel de Cervantes Saavedra in Madrid gestorben (geboren 1547); — 1775: der englische Maler William Turner in London geboren (gestorben 1851) — 1855: der Schriftsteller Ernst Freiherr von Wolzogen in Breslau geboren. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, 'Bahnhofstraße: „Fräulein Elfe". — Afto- ria-Lichtfpiele: „Hilfe! Polizei!". - Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die morgige erste Wiederholung von Hanns Johfts „Thomas Paine" beginnt um 20 Uhr. — Am Mittwoch findet die Erstausführung von Carl Zuckmayers „Katharina Knie" statt. Das Stück hat den Berliner Erfolgsrekord durch eine große Serienaufführungszi fer erlangt. Spielleitung hat Oberspielleiter Hans Tanner t. - Freitag, 26. April, wird zum letztenmal „Thomas Paine" gegeben. - Am Montag, 29. April, findet die 3ubiläums- und Abschiedsvorstellung von Rudolf Goll statt. NieAufgaben derDarmstädier Etadiverwaliung. WSN. Darmstadt, 20. April. Oberbürgermeister Müller hatte gestern die Vertreter der Presse zu einer Aussprache über allgemein interessierende Dinge der Verwaltung eingeladen. Er gab in einem längeren Referat Einblick in die Arbeiten und Aufgaben, die seiner im neuen Amt harren. Im Vordergrund ständen die finanziellen Der h ä 11 n i s s e. Er werde alle Energie dazu verwen den, durchgreifende Sparmaßnahmen zu ergreifen und die Finanzen der Stadt in Ordnung zu halten. Beim Budget, das er von feinem Vorgänger über nommen habe, müßten noch allerlei A b st r i ch e gemacht werden. Als eine seiner wichtigsten Aus gaben bezeichnete Oberbürgermeister Müller es, zu dem alten Finanzgrundsatz zurückzukommen: Keine Ausgaben ohne Deckung. Es müsse ernsthaft geprüft werden, ob nicht die eigene Finanz wirtschaft der städtischen Betriebe aufgehoben und mit der Stadtkasse zusammengelegt werden könne. Was den neuen Voranschlag betreffe, so sei der ursprüngliche Fehlbetrag von 3 Millionen Mart bereits durch seinen Vorgänger um die Hälfte redu giert worden. 1,5 Millionen bleiben noch auszugleichen. In den letzten Jahren sei der Ausgleich durch Zurückgreifen auf das Vermögen der Stadt erfolgt. Dadurch habe sich das Vermögen der Stadt Darmstadt in den letzten vier Jahren um 3 165 000 Mark vermindert. Damit müsse Schluß gemacht werden. Auf keinen Fall würden Steuer erhöhungen über das Maß hinausgehen, das in Mainz und Offenbach besteht; im Gegenteil, Dann ftabt solle hinter der Steuerhöhe dieser beiden Städte Zurückbleiben. Weiter verbreitete sich Oberbürger meister M ü II e r über das Wohnungsbau Programm, sowie über den Luftverkehr. Hier solle versucht werden, den Flugplatz Darmstadt unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. ANZEIGEN für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahme- fällen nicht gewährleistet werden! VERLAG DES GIESSENER ANZEIGERS Theater gelebt hat. Goll ist ein Enkel des bekannten badischen Ministerpräsidenten Eichrodt. Die Eichrodts waren eine der angesehensten badischen Familiew an der Wende des 19. 20. 3ahr- hunderts. Sein Vater war der bekannte Hofschauspieler Richard Eichrodt, sein Onkel der Dichter Ludwig Eichrodt. Ludwig Eichrodt gehörte um die 90er 3ahre zu den anerkanntesten Dichterpersönllchkei.en Süddeutschlands. Die ersten poetischen Versuche machte dieser damals unter dem Pseudonym „Goll". Der Resse hat diesen Ramen als Bühnenschild übernommen. 3m 3ahre 1870 ist Rudolf Goll in Mannherm geboren, 1888 ging er schon zum Theater, nachdem er sich vorher etwas als Bankangestellter versucht hatte. Aber wie kann ein Schauspielerkind, das zudem im Monat Mai geboren ist, Bankier werden! Golls Lebensweg in trocken biographischer Form mag ich nicht auf zeigen und da, wo er interessant wird, verrät sich der JubUar nicht. 3ch glaube aber, daß ihm der Wonnemonat Mai beim schöneren Geschlecht zu- v o.....o. —. - , gute gekommen ist. Resultat: Goll war Mitglied Holzträger, die durch ihr übles Tun eine große erster Bühnen: Straßburg, Stuttgart. Mann- für den Verkehr heraufbeschwört haben, heim. Bremen, Luzern usw. Man müßte tn der gu ermitteln und der verdienten Bestrafung zu- ganzen Geographie Herumtasten und seine En- zuführen. c „ gagementd durch Stecknadeln mit farbigen Kop- -> ^Dn der Frankfurter Straße. Em fen. oder mit Kartenfähnchen abstecken. Auch „Stein des Anstoßes" ist der nach 3nstandsctzung manche Enttäuschung wäre dabei, aber das erst x^s neuen Bürgersteiges auf der westlichen Seite bringt den Künstler vorwärts. for Frankfurter Straße (gegenüber der Schrei- Don Tausenden, die er zum Lachen gebracht ncrc, Ll9ung. ben bie Auffüllungsarbeiten, die im Winter em- Der Provinzialausschuß der Provinz gestellt waren, fortgesetzt. Der Reubau der Was- Cb e r h e f f c n beschäftigte sich in seiner Sitzung fenmeisterei, zur Reuen Kaserne gehörig und nut am Samstaq mit dem Gesuch des Heinrich Bau- der Front nach der obenerwähnten neuen Straße mann zu Gießen um Erteilung eines Wanderge- zu gelegen, ist bis zur Balkenlage im ersten werbescheins. Der Gesuchstelle. (Wäger) selbst war Stockwerk gediehem Die beiden Reubauten der zu dem Termin nicht erschienen. Auf Grund des Gemeinnützigen Wohnungsfursorae - Gesellschaft 8 57 Ziffer 3 der Gewerbeordnung erkannte der Hessen. G. m. b. H.. Darmstadt (je zwölf Drei- Provinzialausschuß zu Recht, die Klage als unbe- zimmerwohnungen), in der Mitte der Friedens- gründet zurückzuweisen und den nachgejuchten Wan- straße. sind vor der ftrengen Kalte "i vorigen 'dergewerbeschein zu versagen. Die Kosten des Ver- Winker noch unter Dach gekommen 1Hdu fahrens wurden dem Kläger zur Last gelegt am Innenausbau gearbeitet Als weiterer Punkt der Tagesordnung wurde be- der 3nftatlation6arbeiten für elektrisches Licht, »anieu ber änkäg äreisamts Al-f-ld Gas unb W-M°r ist b<° F-,-b«ns, -atz- an M-H- auf Entziehung des Führerscheins des Arthur reren Stellen auf gebrochen; auch find die Hotz- Schmid t von Altenburg. Trotz ordnungsmäßiger masten für die Straßenbeleuchtung^ soweit mog- Ladung war Schmidt zu dem Termin nicht er- lich, entfernt worden Die im Spätherbst v. 3. schienen. Der Tatbestand ließ erkennen, daß Schmidt angefangenen vier Häuserblocks »nt zusammen wiederholt wegen Vergehens gegen die Bestimmun- 1 '= ß^nwtnnütuaen gen des Krastfahrzeuggesetzes verstoßen hatte und daher in vielen Fällen durch das Amtsgericht Alsfeld zu Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt worden ist. Der Prooinzialausscyuß gab dem Antrag des Kreisamtes Alsfeld statt und entzog den von diesem ausgestellten Führerschein. Schmidt wurde mit den Kosten des Verfahrens belastet. Ferner befaßte sich der Provinzialausschuß mit der Beschwerde des Heinrich Volk in Weber* Ohmen wegen Heranziehung zu den Beitragen der Schneiderzwangsinnung des Kreises Alsfeld. Der Beschwerdeführer selbst war im Termin nicht erschienen. Dec Provinzialausschuß gab der De- bitte die neuen Citroen-Modelle. Verabreden Si besichtigt CITROEN Vorbildliche Bremseinrichtung, niedrige Schwergewichtslage, hohe Widerstandsfähigkeit und geringe Betriebskosten kennzeichnen den Citroen-Wagen als ein Auto, das die Ansprüche verwöhnter Fahrer kennt und erfüll!. Wenn Sie an den Kauf eines Wagens denken, so Diese Anerkennung hören Sie allerorten, wo Sie mit Ihrem Citroen vorbeikommen oder wo Sie ihn parken. Dabei kauffenSie-derCifroen-Preisistdenkbar gering bemessen - Ihren Wagen doch so vorteilhaft! Außerordentlich preiswert sogar - denn gleich hervorragend wie seine Schönheit ist die Kraft, die im Citroen lebt. Mühelos beherrschen Sie diese gewaltige Energie. Sie klettern spielend, in wenigen Sekunden, vom Schritt-Maß auf D-Zug-Geschwindigkeif und darüber, ohne zu schalten. mH dem Händler eine Probefahrt. 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Reflektanten belieben ihre DieSbeaüflltdjen Annebote bis 1. Mat an den 1. Borfitzenden des Kriegervereins au richten. Der Vorstand. Nieder-Obmen, 18. Avril 192!). 3630D 1 Äüsett (eiche), 1 Standuhr, 1 Sck- schrank, 1 Ausziehtisch, i Kleider- schrank, 1 Küchenschrank, Zimmertische, 2 Hocker, 1 sechseckigen Tisch, 2 Kinderbetten, 1 Sofa, 1 großen Sessel, 1 Chaiselongue, Metallbetten (neu), mehrere Betten mit Federzeug, 4 Ausstellkästen, 2 Nähmaschinen, 1 Zimmerspiegel, 1 Schreibmaschine, 1 Siöschrank, 1 Weinschrank, 1 Küchenherd, 2 Ladentheken, 2 große Regale, 1 Sinspänner- Kastenwagen, 1 Grammophon, 1 Küchenwaage, 10 Damenräder, sHerrenräder,iRegulator,Oamen- handtaschen, Rennschuhe, Kindersättel, Fahrradtaschen, Oel u.n. v. a. Versteigerung bestimmt Ludwig Harimeh 1B9D Auktionator und Taxator Neuenweg rs Telephon 1414 Dienstag, den 23. April 1929 nachmittags 2 Llhr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: fünf Nähmaschinen, drei Diwans, 2 Waschtische, vier Büfetts, zwei Klaviere, 1 Vertiko, drei Schreibmaschinen, eine Ladentheke, drei Kassenschränke, eine Registrierkasse^ Sofas, einen Schrank, eine Schreibladenkasse, einen >1. A. Lieferwagen, zwei Schreibtische, drei Chaiselongues, eine Lederwalze, zwei Fahrräder, eine Kredenz, einen Ledersessel, einen Bücherschrank, eine Standuhr, zwei Ausziehtische, 6 Stühle, 2 Kleiderschränke, eine Wäschekommode, vier Dutzend Kinder- strümpfe, eine Bohrmaschine, eine Flurgarderobe, 30 Kisten Melin, einen Personenwagen, 2l/, Meter Lllsterstoff, acht Meter Mantelfutter, ein Pferd. 3636D Hebbel, Gerichtsvollzieher Oammstraße 24 L Telephon 239. Zett 269 iA >, Stedicldraht, Binde and alle Hiltsmlttel i Stall halt das Geflügel zusatr halt Schädlinge von Pflanzen Helvetia Marmeladen Erdbeer-Frühstücks-Marm. 1-Pfd.-Eimer nur 0.76 Zwetschen-Apfel-Marmel. 2- „ „ „ 1.10 Helvetia-Konfitüren in 1-Pfund-Gläsern, 2- und 5-Pfund-Eimern, wie: Erdbeer - Aprikosen - Mirabellen - Hagebutten Weichselkirsch - Johannisb.o.Kern - Johannis- beer mit Himbeer - Himbeer - Zwetschen - Stachelbeer - Orangen. Aeußerste Preise, mit 4% Rabatt in „Edeka“-Sparmarken! Adolf Plack,NeuenBäueH 3628D HAMBURG-AMERIKA LINIE «wbsAOIMA DA Nächste Passagierabfahrt: D. Jeliance“ 30. April AUSWANDERER I belieben sich wegen aller /^Einzelheiten zu wenden an: HAMBURG- [^■BNaMERIKA LINIE Hamburg 1, Alsterdamm 25 oder die Vertretung in: Gießen |HDfi Reisebüro Loeb 1^1 Seltersweg 93 Ecke Südanlage | .. £ $ ii- Abfallholzverfleigerung. Mittwoch, den 24. April 1929, 15 Uhr beginnend, läßt die Stadt Gießen in der Westanlage und am Oswaldsgarten etwa 69 Stämme, 20 Haufen Knüppel und 12 Haufen Reisig (das Reisig eignet sich zu Erbfenreifcrn) öffentlich meistbietend versteigern. 3626C Die Zusammenkunft findet um 15 Uhr an der Ecke Neustadt-Westanlage statt. Gießen, den 18. April 1929. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Ortsansässige Personen, die in Bad-Nau- Heim die Kurmittel gebrauchen wollen, ohne dort Wohnung zu nehmen, erhalten nur dann Bäder verabfolgt, wenn sie eine von hier ausgestellte Ausweiskarte im Badehausc vorzeigen können. Die Ausstellung von Ausweiskarten erfolgt im Stadthaus, Bergstraße Nr. 20, Zimmer Nr. 29. 3626C Die Nuhholzversleigerung vom 10. d. M. ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei den zuständigen Kassen- stellen am 29. d. M. Ueberweisung und erster Abfuhrtag am 30. d. M., vormittags 8 Uhr. Zusammenkunft: Forsthaus Baumgarten. Ablauf der Zahlungsfrist für unverbürgte Holzgeldschuld am 13. Mai l. I. Gießen, den 20. April 1929. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. 3662D | Vereine | spieloekklnlgW 1S00 e. B. AuBe.ordcnlliche Generalversammlung Donnerstag, den 25. Avril, abends 9 Ubr.pünktlich, bei Boller. Balmbofslr. Taaesordnung: Bericht der Ausschüsse. 3627D Satzunasändernna. Ter Borstand. Mittwoch, 24. April, ti Uhr: Dämmer- fchovven. Andres. Ul Hießen. 3638D Stadttheater Dienstag 2.3.April 29.Diensl0gAd.VM. von 20 blü 22*/4 Uhr löomas Bolae Schauspiel in 8 Sil# bertnMtmmti^WL Nr. 93 Zweites Blatt________________Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 22. April 1929 Neue Elfaßpoliiik. Von unserem Dü-Korrcspondcnten. Straßburg, April 1929. Die autonomistische Hydra, von der die elsahische Chauvinistcnprcsse manchmal mit allen Reichen des Abscheus spricht, scheint wirklich ein fürchterliches Tier zu sein. Run hat sie sogar ein leibhaftiges Mitglied des Kabinetts Poin- cai6, den Unterstaatssekretär Francois Poncet, außerdem einen französischen Politiker vom Range des früheren Führers der französischen Dölker- bundsdelegotion. Henri de Jouvenel, und schließlich sogar einen wahrhaftigen Marschall von Frankreich dazu verführt, Gedanken zu entwickeln, die mit denen der Autonomisten des Elsaß weitgehend ü b e r e i n st i m m e n und von denen Poincaräs sich desto weiter entfernen. Und im Anschluß daran ist die grundsätzliche Autonomiedebatte just in dem Augenblick, wo wegen der allgemeinen Erneuerungswahlen für die Gemeinderäte am 5. Mai die Regierung darauf am allerwenigsten gefaßt war, in alter Frische wieder aufgelebt. Francois Poncet hat die Regierung dieser Tage vertreten bei der Weihe des Denkmals des großen südsranzösischcn Dichters Mistral, und natürlich nicht umhin gekonnt, auch des Sprachschöpfers Mistral zu gedenken, der die vom Rord- französischen verdrängte Langue d'Oc, die Eigen- spräche des Südens, wieder zur Literatursprache erhob, indem er sie zum köstlichen Gefäß seiner Dichtung machte. Er muhte auch des politischen Erneuerers Mistral gedenken, der durch Betonung des Heimatlichen der Volkstumskräste und Ueberlieferungen weit in die Politik hinein wirkte. Aber der Minister des Kabinetts Poin- cartz hat das in so entschieden regio- nalistischen Gedankengängen getan, daß der große „Temps" gar nicht wagte, seinen Lesern in aller Welt diese für ein Mitglied des Kabinetts Poincare doppelt schweren Ketzereien der Rachwelt zu unterbreiten. Man hatte sich vom Staunen hierüber noch nicht recht erholt, da kam schon eine andere Stimme, Henri de Jouvenek in der von ihm herausgegebenen „Revue des Bivants". Diese groß angelegte Zeitschrift hat im vorigen Herbst eine Untersuchung der elsaß-lothringischen Frage begonnen und seither in einer großen Zahl von Aufsätzen durchgcführt. Run schreibt Jouvenel das Schlußwort und in dem Schlußwort das Programm einer neuen Clsaßpolitik zum Ersah der Diktaturpolitik, mit der Poincarß Schiffbruch erlitten hat. Amnestie für die Verurteilten von Colmar. Preisgabe des Gesetzentwurfs gegen die autonomistifchen Umtriebe, Bekämpfung des Autonomismus „durch Propaganda des gesunden Menschenverstandes und des französischen Edelmuts", gerechte Verwaltung in der Sprache, die das Volk versteht, Staatsreform aus der Grundlage des wirtfchaftlichen Regionalismus: Das sind für Jouvenel Forderungen, die noch der Verwirklichung harren, und die er verwirklichen möchte. Gleichzeitig druckt er eine Rede ab, die Mar- fchall Lyauteh, der Organisator des französischen Marokko einmal über die elsässische Frage gehalten Hot. Dieser erprobte Verwalter freut sich geradezu, daß Elsah-Lothringen an seinen regionalen und korporativen Einrichtungen f e st - hält, und sieht in Elsah-Lothringen solide Stützpunkte dafür, dah aus dem Frankreich von heute ein Frankreich werde, das sich freier, leichter und unabhängiger entwickelt und sich immer mehr vom Formalismus und der Obstruktion der Verwaltung freimacht. Das klingt nun allerdings ggnz, ganz anders als Poincares lange Anklagerede in bet großen Kammerdebatte über das Elsaß. Auf die grohen Unterschiede zwischen den verschiedenen Auffassungen, die der Zufall zusammengetragen hat, kommt es dabei weniger an als auf den Gegen- s a h, in dem sie alle übereinftimmen, den Gegenden gefunden Menschenverstand, sondern auf die die Kniee zwingen kann, ist feit einem Zähre Spiheleien der Polizei stützt. Dieser Gegensatz ist schon klar. Diese neuen Stimmen zeigen, daß neben ihm besseres Verständnis der Lage aufkeimt. natürlich von Es lebt sich übrigens sehr Turnen, Sport und Spiel. behaglich mit höfliches Bolk den und sah zur senilen, unfruchtbaren Diktaturpolitik Poincar6s, die sich nicht wie Jouvenel auf der Bühne Bestimmte. Daß er die elsässische Heimatbewegung mit seinen Methoden nicht auf Warschau ist man sich längst große Dinge Opfer heischen Anderen. vollständig und nicht zu überbrücken. And Poin» care ist der ältere, der zuerst zum Abgang von Waldlaufmeisierschast der deutschen Turner. Am gestrigen Sonntag brachte die Deutsche Turnerschaft ihre diesjährigen Waldlaufmeisterschaften in Wittenberg zum Austrag. Das schlechte Wetter hatte nur 2000 Zuschauer an- gelockt, denen aber interessanter Sport geboten wurde. Die Meisterschaft der Einzelläufer endete mit einer gewaltigen Ucbcrrafcßung. Syring (Wittenberg) setzte sich sofort nach dem Startschuß an die Spitze und hatte beim zweiten Kilometer einen Vorsprung von etwa 60 Metern vor dem übrigen Felde. Hinter ihm lagen Krake (Apolda), Wichmann und Winkler (Karls- Horst). Syring kam zugute, baß er das Gelände genau kannte und sich so sein Rennen einteilen konnte. Er vergrößerte seinen Vorsprung allmählich auf 120 Meter und betrat lebhaft bejubelt als erster den Platz, um nach einem fabelhaften Endspurt als neuer Meister das Zielband zu zerreißen. Den Mannschaftslauf gewann die Turn- gemeinde Wittenberg vor dem Turn- und Sportverein Friesen-Berlin. Die Ergebnisse: Waldlaufmeisterschaft der Deutschen Turnerschaft 7,5 km: 1. Syring liegen — dann ist auch die Verständigung nicht mehr fern. Cs geht um Großes, es geht um die „Stabilisierung des Friedens im Osten". In ...... darüber klar, baß Polen. Sie sind ein überaus , , , wenn man — auf Grund eines leidigen Mißverständnisses — an Leib und Leben geschädigt wird, so geschieht das unter Beobachtung gefälligster Formen. „Ich bitte den Herrn", sagte der Pole, „der Herr ist ein gemeiner Hund". Sogar wenn er dich totschlägt (manchmal kann er das nicht vermeiden). (Wittenberg) 24:59,4; 2. Krake (Apolda) 25:15; 3. Wichmann (Karlshorster Tv.) 25:29; 4. Pro- vatke (Frankfurt) 25:33,6. Mannschaftslauf: 1. Turngemeinbe Wittenberg 20 Punkte; 2. Tum- unb Sportverein Friesen-Berlin 22 P.; 3. Karlshorster Turnverein 22 P.; 4. Turn- und Sportverein 1860 Frankfurt a. M. 27 P.; 5. Turnverein 1817 Mainz. Kreis mann- schaftslaufen: 1. Kreis Brandenburg 13 Punkte; 2. Kreis Rheinland 22 P.; 3. Kreis Thüringen 33 P.; 4. Kreis Sachsen und Anhalt 34 P.; 5. Freistaat Sachsen 37 Punkte. Handball der Turner. Endspiel um die Kreis Meisterschaft der Damen: Tv. Mainz — T. u. F. El. Frankfurt 31. Aufstiegsspiele zur Kreissonderklasse: Tv. Riederrad - Tv. Hüttengesäß 12:1; Tv. Großen-Buseck Tg. Offenbach-Bürgel 3:1. Aufstiegsspiele der /X- Klasse: Po- lizei-Spv. Frankfurt II — Tv. Vorwärts II 8:3. Iug end Meisterschaftsspiel: Tv. Sachsenhausen — Tg. Sachsenhausen 2:5. Sportfreunde Siegen westdeutscher Handbattmeister. In Hagen wurde am Sonntag das Endspiel um die westdeutsche Handballmeisterschaft zwischen Sport' freunde Siegen und Iura Barmen ausgetragen. Sportfreunde Siegen sicherten sich den verdienten Kleine polnische Volkskunde. Von Wanzen, Stempelmarken und anderen Charakteristika Bon unserem s.-Becichterstatter. bisher verwehrt hat, der Segnungen polnischer Herrschaft teilhaftig zu werden. Unter diesen Umständen ist es ein kleiner Trost, daß man hier ein mitleidiges Auge auf Ostpreußen, Litauen, die Ukraine und andere hilfsbedürftige „Ruhgebiete" geworfen hat. Die Kongressowka reizt wirklich zur Auswanderung und man soll dem Uebel nicht widerstehen. Widerstand ist oft in peinlicher Weise mit Mühe verknüpft und man hat von Oberfchlefien her die Erfahrung, daß fremde Arbeit nicht schändet. Wenn der eigensinnige Deutsche erst begreifen lernt, baß Vaterlandsliebe und Dolksgesühl Ci- f;enschaftcn find, die der Herrgott für die ritter- ichen Polen reserviert hat und wenn er schließlich noch einsieht, daß die Rechte immer auf Polin- scher und die Pflichten immer auf seiner Seite heißt es noch: „Prosze pana ..." Ist das nicht herzgewinnend? Natürlich mußt du mit ihm polnisch reden — sonst stehe ich für nichts ein. Sehr angenehm ist schließlich der Gedanke, daß man sich stets unter Obhut einer väterlichen Obrigkeit befindet. Sie leitet und lenkt dich auf Schritt und Tritt-und hört sogar nicht selten zu, wenn du telephonierst. Mehr noch: sie beschlagnahmt dich bei den leisesten Anzeichen einer ungehörigen Gesinnung. Bor allem aber liebt sie das „Papier" und die „Stempelmarke". Ohne Stempelmarken und viele beschriebene Bogen bist du erledigt, nackt, un- wert zu atmen. Beschoss' sie dir — und wenn es Wochen dauert — und wenn du drei Paar Stiesel ruinierst. Der Beamte hat es nicht eilig, denn e r ist der ruhende Pol und du den Erscheinungen Flucht. Wenn eine polizeiliche Genehmigung, ein stempel oder eine Unterschrift nötig ist: wappne dich mit slawischer Geduld, denn der Beamte „erledigt" dich nicht, wann du willst, sondern wann e r will. Ich wollte einmal die Fernsprechleitung nach Berlin benutzen; der Hauswirt, dem bas Telephon gehörte, war jedoch kürzlich gestorben unb hatte es llnbegreiflichcrwcise verabsäumt, ben Anschluß testamentarisch auf seine Erben zu übertragen. Der Apparat war ba, bic Rechnung war bezahlt, aber der Eigentümer fehlte, um mir bas gebührenpflichtige Ferngespräch zu gestatten. Da bin ich denn mehrere Tage lang mit ben Hinterbliebenen (unb einem Posten Stempelmarken) aufs Amt gegangen. Söhne unb Töchter halfen nichts - es mußte die Witwe persönlich sein unb bann zeigte es sich, baß ihr Paß abgelaufen war. Kurzum, ich hätte in ber Zeit zu Fuß nach Berlin unb zurückwandem können... Warum die Polen uns Deutsche nicht lieben? Run, erstens natürlich, weil wir noch immer ba sinb (unglaublich taktlosl) unb zweitens, weil wir immer so täppisch die Wahrheit sprechen, nicht intrigieren, nicht konspirieren unb überhaupt gar kein richtiges Geheimnis aus uns machen. Das ist doch persibe, ba steckt doch etwas ganz abgefeimt Tückisches bahinter, bas glaubt doch fein vernünftiger Pole! Die Polen suchen bei uns bas, was sie selber an unserer Stelle tun würben. Unb können es nicht finden... Das vergeben sie uns nie! (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Warschau, April 1929. Es gibt vielerlei natürliche Grenzen auf dieser Welt: geographische, ethnographische, strategische usw. — von den ausgesprochen „unnatürlichen", nachversaillischen ganz zu schweigen. Die allerunzweifelhaft-natürlichste Scheide zwischen West unb Ost, die unbestreitbare, gottgewollte Grenzmarke aber ist b i e Wanze. Wo die Wanze zum Haustier, zur conditio sine qua non wird — ba beginnt Eurasien, da ist (in unserem Falle) Polen. Alle anderen Grenzen bleiben Zeitwerk, veränderlich, anfechtbar, nur die Wanze hat Ewigkeitswert, ist sozusagen dokumentär. Das große Wappentier des slawischen Ostens, mit der Umschrift: „Du sollst dem Uebel nicht widerstehen!" Wo ihre Herrschaft beginnt, da bricht sich die Woge bet mitteleuropäischen Kultur. Erklügelte Theorie? Rein — kribbelnbes, prickelndes Leben! Man braucht nicht mehr als eine Rächt in Warschau zuzubringen unb hat die ergiebigste Probe aufs Exempel: erst riecht es nur (von vergangenen Schlachten zeugend) nach Petroleum. Der unerfahrene, unter der Glühbirne geborene Mensch wundert sich ... doch hätte er den Instinkt des reißende Tiere witternden Pferdes, er würde mit bebenden Flanken entweichen. So gegen Mitternacht beginnt die Vorpostenfühlung, um zwei Uhr die offene Bataille. Die Wanze greift, ihrer erdrückenden Uebermacht gewiß, gemächlich an — nach dem Dampfwalzenprinzip, ohne jede Ueber- eilung. In geschlossenen Reihen unb mit vorbildlich funktionierendem Rachschub. Der aktive Militarismus liegt hier bekanntlich in der Luft und ich möchte sogar behaupten, daß die polnischen Wanzen ausgesprochene „Deutschenfresser" sind. Ohne jeden Verständigungswillen — doch das liegt abermals in der Luft. Spätestens um vier Uhr hüllt man sich in die weiße Fahne seines Bettuches, stellt alle Gegenwehr ein und ist pflaumenreif zur Erfüllungspolitik. Doch um mich nicht ber Uebertreibung schuldig zu machen: es gibt in Warschau zwei Hotels, wo angeblich keine Wanzen sein sollen. (Ob sie sich zum Pazifismus bekehrt haben ober ausgewandert sind, konnte ich nicht feststellen.) Es ist hier viel von Minderheiten die Rede. Mit Recht, denn die wahre erdrückende Mehrheit besitzen nur die Ureinwohner Kongreßpolens — die Wcurzcn. Apropos Kongreßpolen, kurzweg „Kon- gressowka" genannt: ein ödes, trauriges, mageres Land! Eine flache Weite, die einen auf den ersten Blick zur beschleunigten Aus- unb Abwanderung reizt. Welcher Reizung Die Polen denn auch, von altersher unb bis in bie neueste Zeit, nach allen Richtungen hin gefolgt sind. Rach Galizien unb Oberschlesien, nach Posen unb Pommerellen, nach Wilna und Danzig. Wenn größere landschaftliche Schönheit noch dazu mit reicher Fruchtbarkeit. Kohle, Petroleum, Eisenhütten unb Schisfahrt solibe unterbaut ist, bann nimmt man gewiß gern dreiunbvierzig Prozent völkischer Minderheiten mit in ben Kauf — und polemisiert sie im Schweiße seines Angesichtes. Es gibt ja immer noch so viele Gegenden in West, Rord unb Ost, benen ein trauriges Schicksal es Gießener Stadttheater. Mirnennachtspuk: „Hallo Theater!" Der Zweck war gut, bie Vorbereitung war gut, das Programm war gut. Das einzige, was man an biesem Wohltätigkeitsfest auszusehen hatte, war ber ungenügende Besuch. Wenn bei der Veranstaltung jemand versagt hat, so war es ein Teil des Gießener Publikums^ man hätte doch gerade au einem solchen Tage ober in einer solchen Rächt ein ausverkauftes Haus erwarten Dürfen als ein sichtbares unb greifbares Zeichen ber Dankbarkeit unb der Anerkennung für bie harte, hingebungsvolle unb künstlerisch wertvolle Arbeit, bie unser Theater unter neuer Führung im letzten Spieljahr geleistet hat. Unb wenn der materielle Erfolg ber Veranstaltung. was man wohl heute noch nicht übersehen kann, ausblerben oder ein billig zu erwartendes Maß, wie in früheren Jahren, nicht erreichen sollte, bann ist die Teilnahmlosigkeit eines großen Teils ber Besucherschaft baran schuld, welche bie wahrhaftig seltene Gelegenheit verpaßte, seinen Dank für die theatralische Leistung des ganzen Jahres einmal nicht nur durch Händeklatschen unb Blumensträuße abzustatten. Die Theaterleitung unb bas Ensemble hatten jedenfalls getan, was sie konnten. Cs war für Stimmung im Hause gesorgt, es wurde was geboten, es war ein sehr hübsches, vielseitiges unb abwechslungsreiches Programm mit Lust unb Liebe, mit Witz und Laune aufgezogen worben. Im Mittelpunkt ber Wohltätigkeitsveranstaltung stand die Aufführung von vier kleinen heiteren Einaktern, worunter wiederum ber Sketsch „Bobby", amerikanischer Rhythmus von Dr. Karl Ritter, dem Dramaturgen des Hauses, mit Musik von Ludwig Dreysus, der hier seine Uraufführung erlebte, an erster Stelle genannt werden muß. Der Autor, mit Reminiszenzen aus dem „Prozeß Mary Dugan bewaffnet und mit einem leibhaftigen Affen am Halsler- band, hatte fein Stück mit Schmiß und groteskem Tempo inszeniert, die musikalische Leitung hatte taktsicher der Komponist. Der parodistifch-wltzige Sketsch, von scharfen Jazzrhythmen skandiert, mit moderner afroamerikanischer Lyrik als ernsthafter Stimmungsmalerei in wirkungsvollem Gegensatz gemischt, rollte schlagkräftig ab und erzielte einen lauten Erfolg. Unter den Mitwirkenden zeichneten sich Jahn. Wesencr, de Castro, Arzdorf und Fuhrmann besonders aus. Die lustigen Tanzeinlagen wurden von D ä u 1 k e und Partnerin brillant herausgebracht. (Die meisten merkten erst hinterher, daß ber Text oft reichlich afrikanisch klang unb stellenweise nur als starker Tabak zu bezeichnen war.) Vorher gab es Curt Goetzens lächerliche Rachtbeleuchtung. eine theatralische Spätabend- unterhaltung mit Geistererscheinung im Treppenflur, woran sich unter Dolcks Regie Tanne r t. Volck. Gareis, Linkmann unb V r a ck zum „Ergoehen" aller Leute beteiligten. Rach der Pause lagen Maria Koch und E b e r t - G r a s s o w auf ber Bühne - in ihren Betten, um Presbers drolligen Chedialog „Die Mücke" mit allerlei heiteren Pointen dem animierten Parkett zu verzapfen. Regie: Baste; Beifall: Windstärke neun. Zuletzt: „Ein trautes Heim". Burleske von C o u r t e l i n e , ein Chaplin-Ulk von grotesker Ausgelassenheit und handgreiflicher Dra- stik. Baste. Knur. Fuhrmann, Scherer attackierten unter Tannerts Kommando bie unterschiedlichen Zwerchfelle. Dies waren gewissermaßen die dramatischen Strebepfeiler in ber vielfach geglichenen Fassade des Riesenweltstadtprogramms. Die übrigen Hummern rankten sich anmutig in buntem Wechselspiel drumherum. Arzdorf, erster Stehgeiger unb Dirigent der Hauskapelle, musizierte virtuos unb mit verblüffender Vielseitigkeit. „Kalis von Bagdad", „Wolgalieb", „Michigansee", Kindermelodien, Jazzrhythmen. Begleitung. Unterhaltung unb zwi- schendurch Tanzmusik im Foyer: eine tüchtige Leistung, bie verbienten Beifall fanb. Auch Baste war äußerst umsichtig tätig; nicht nur baß er mitspielte unb Regie führte unb bienfteifrig am Sektausschank stanb: er war ber Ansager, ber bas Programm eröffnete unb mit allerlei muntern Reben begleitete. Es würbe getanzt; Jngeborg Scherer allein: Polonaiie von Chopin; am Flügel: Elfriede Fischer. Scherer unb Linkmann zu zweit, blau unb gelb tariert: Huppelpuppel von Hindemith; am Flügel: Elfriede Fischer. Link- mann allein: russischer Tanz; Balalaika: Verem Reapolita. _ . Es wurde gelungen: die Arie aus „oamjon unb Dalila", mit guter stimme und sympathischem Ausdruck, von Gretel Woelke. Es wurde gesungen und getanzt: em Schtuh- couplet im Revuestil, frei nach „Chcirleys Tante . Cs wurde geklatscht: nicht bloß vom Publikum, sondern auch sogar auf offener Bühne über allerlei Stabttheater-Jntimitäten in trauter Zwiesprache zwischen Trude Heß und Alix Kräh- m e r. Inmitten des Programms: große Gefellschafts- paufe im Foyer. Tanzkapelle Arzd o r f. Afrikanische Cautenlicbcr, von Ilse Jahn gefangen. Tombola. Sekt. Butterbrot. Mordsbetrieb, der sich nach Schluß des Programms und Räumung ber Tombola wegen ber Polizeistunde bald verkrümelte. Für bie künstlerische Oberleitung zeichnete T a n- nert verantwortlich; ihm hat man die sorgfältige Vorbereitung unb ben stimmungsvollen Ablauf Des Mimennachtspuks zu verbanken. Bühnenbilder: Löffler; Rachtbeleuchtung: Keim; Inspektion: de Castro; im Souffleurkasten: Paula, stets bewährt unb selten gewürdigt. Es klappte alles, und es stand jeder nach besten Kräften an seinem Platz. Wir hoffen sehr, in dieser Besprechung niemanden vergessen zu haben und bitten um Entschuldigung, wenn es aus Versehen doch geschehen fein sollte. So war der Mimennachtspuk, bunter Festabend zugunsten der Wohlfahrtskasse der Mitglieder des Stadttheaters. Wir wünschen von Herzen, daß bie Veranstalter auf ihre Kosten gekommen sind, unb baß sich bas Gießener Publikum im nächsten Jahre ein wenig mehr auf seine moralischen Pflichten gegen unser Theater besinnen werde. Dr. Th. Was die Einstellung vermag. Daß bic „liebe Einbildung" uns so mancherlei Dinge vorgaukelt, bic in Wirklichkeit nicht vorhanden sind, ist eine alte Tatsache. Aber wieweit eine bestimmte „seelische Einstellung" unsere Sinneswahmehmungen beeinflussen kann, bas hat erst bie moderne Psychologie durch genaue Untersuchungen gezeigt. Dr. Walter E h r e n st e i n , ber in ber Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" dieses Problem behandelt, führt dafür erstaunliche Beispiele an. So hat ber Würzburger Psychologe Prof. Marbe als Gerichtssachverständiger folgenden Fall zu beurteilen gehabt: „Ein Jäger war beauftragt worden, abends an einem Acker auf Wildschweine zu warten, bie aus einem benachbarten Wald auftreten würben. Bald hörte er Geräusche wie von laufendem Schwarzwild und erkannte an der Stelle, die ihm vorher besonders bezeichnet worden war, die erwarteten Wildschweine. Als diese nicht näher kamen, schoß er auf sie, unb es stellte sich heraus, baß bie vermeintlichen Wildschweine ährenlesende Mädchen waren, von denen er eins erschoß unb das andere verletzte. Diese Sinnestäuschung war nur durch die besondere Einstellung hervorgerufen. ... Der große Psychologe Mach berichtet in seiner „Analyse ber Empfindungen" das folgende Erlebnis: „Einen Wasserstrahl, dessen Hervortreten aus einem Kautschukschlauch ich erwartete, glaubte ich im halbdunklen Raum wiederholt deutlich zu sehen unb erkannte ben Irrtum erst burch Tasten mit dem Finger. Das Tollste auf bem Gebiet solcher Täuschungen dürste bie „Entdeckung" sein, bie ber französische Physiker CBlonblot 1903 macht«. Unter bem Cinbruck der Entbeckung ber Röntgenstrahlen glaubte er eine ähnliche Art von Strahlen gefunben zu haben, bic dadurch sichtbar gemacht wurden, baß man geringe Mengen Schwefelkalzinm auf einen Schirm auftrug. Er erhielt für biefe Entdeckung, die verschiedene andere Physiker bestätigten, einen Preis von 50 000 Frank. Charpentier stellte sogar fest, baß bic neuen Strahlen auch als Emanation bes Gehirns auftreten. Aber spätere Rachvrüfungen ergaben eintoanbfrei, baß biete Strahlen überhaupt nicht vorhanden waren. Den klassischen Versuch für biefe Wirkung ber Einstellung haben bie Psychologen Müller unb Schumann geliefert; sie ließen mit bem rechten Arm ein Gewicht von 3000 Gramm 50mal heben unb bann nach einiger Zeit ein anberes Gewicht, von bem bic Versuchspersonen wußten, baß es nur fünfzig Gramm wog. Obwohl also bic größere Leichtigkeit bes zweiten Gewichtes genau bekannt war, flog bas Gewicht beim Heben mit ber Hanb jählings in bic Höhe, denn gewisse bei bem Heben beteiligte motorische Rerven hatten burch bic vorausgegangenen 50 Hebungen eines schwereren Gewichtes bie Einstellung erhalten, auf alle sie treffenben Impulse mit Anwendung einer größeren Kraft zu reagieren. Diese Macht der Einstellung hak einen ungeheuren Einfluß auf alle Fragen des Geschmacks, ja selbst auf bic religiösen Vorstellungen. Daher kommt es, baß bas eine Volk das über alles lÄibt, was das andere verabscheut. „Von Wasser unb Milch angefangen." schreibt Darüber Pros. Henning, „bis zum Wein unb vom Brot bis zu ben Fäkalien gibt es keinen als Getränk, Speise,.Schönheitsmittel oder Gebrauchsgegenstand dienenden Stoff. Der dem einen Volk nicht ebenso ekelhaft ist. wie er vom andern geschäht wirb. Cs gibt schlechterdings nichts auf dieser Erde, was ein Volk nicht ebenso verabscheut, wie ein anderes liebt." Sp V. Wies- Arheilgen 04 alle Oberheffen. La: reis C cfocn und an- 9 Fortsetzung Nachdruck verboten ging er die Treppe auf den Drücker. der tiefem Dunkel. Wit eine sein Frankfurt a M Polizei Worms die 5:1 der sburg 1 860 Klopfen. Er legte die Hand nachgab Er trat ein. Geben war zu sehen, langsam hinauf. Auf dem Korridor der ihn, eine Bedienstete - 6 I nete (i amUs um 0 die 3 128,3 nialmc fliegen fialbtot gelang waren der ihn: deut bishe beulst Sicnf indust 'hr g, lischen behaut enisprc * U deich üon V schlecht )ahre ionent Man I kreisen laufen durch leilfab die Zi im all ‘ 0 a ten ' Aeu Stell Sreis-Pokalspiel. - Eintracht Frankfurt 4.6. abermals ging die Tür auf: die beiden Herren von vorhin traten ein. Er schritt auf den Seitenausgang zu. der zu einer Treppe führte, während er sich umwandte, sah er die beiden Herren, die ihm schweigend nachblickten, einer von ihnen machte eine Bewegung nun wurde auch Marcelle Krentz auf-- merksam. Er lieh die Tür hinter sich Zufällen. Die Treppe, eine Seitentreppe, mit eurem dünnen Läufer belegt, führte zu den oberen Räumen. Er sah sich um Riemand folgte ihm, niemand ersten Etage begegnete vielleicht die Zofe der erkennenswert gegen Schwaben Aug Phönix Karlsruhe und Sp. V München trennten sich 2:2 unentschieden Die beiten infolge der langanhaltenden Kälte erst sehr verspätet in Angriff genommen werden konnten, so hofft man üocy, jtc Einweihung zu Pfingsten vollziehen zu können. -» Hattenrod, 20. April. Gestern nachmlttag entstand in der Nähe unseres Dorfes, als Kultur- arbeiterinnen der Forstverwaltung mit dem Kochen ihres Kaffees beschäftigt waren, infolge einer plötzlich in das dürre Gras züngelnden Stichflamme ein Waldbrand, dessen Ausdehnung durch den starken Wind begünstigt wurde Den Flammen fiel eine Fichte Ichonung in Umfange von f o ft zwei Morgen zum Opfer In der Nähe arbeitenden Landwirten gela:g es, nach zweistündiger Arbeit des Brandes Herr zu werden Für die Gemeinde, in deren Eigentum der Wald sich befindet, dürste der Schaden recht ansehnlich sein i. L i ch 21. April. Der Vorstand des Turnvereins hielt dieser Tage wieder eine Sitzung ab um sich mit den Vorbereitungen zum hiesigen Gausrauenwetturn'n $u beschäftigen Auf der Tagesordnung stand die Bildung der einzelnen Ausschüsse. Nach längeren Verhandlungen wurden die einzelnen Ausschußmitglieder ihren Ausschüssen zugewiesen. Um deren endgültiges Tätigkeitsfeld zu bestimmen, soll in den nächsten Tagen eine öffentliche Versammlung nicht nur der Der- F. Sp. B. baden 5:3. 10:1. Ss war das Boudoir einer Dame Vermutlich das Zimmer der Herrin des Hauses. Er warf einen Blick in die Runde. Zierliche Stühle standen um einen geschweiften Tisch mit gebogenen Beinen. Drüben, fast die Längswand einnehmend, ein großer Diwan, alles in Lichtblau Der kleine Schreibtisch an der Stirnwand war bedeckt mit zierlichen Briefkarten, in einem silbernen Becherchen stand ein offener Füllfederhalter Plötzlich ging die Tür auf, auf der Schwelle stand eine junge Dame. Sie sah ihm forschend ins Gesicht und zog die Tür hinter sich zu. „Guten Abend!" sagte er mit einer Verbeugung Die Tome, die in Trauer war. antwortete nicht Sie blieb an der Tür stehen, den Kops geneigt, als ob sie lausche. Dabei betrachtete sie unausgesetzt ihr Gegenüber, so. als ob sie von ihm eine Erklärung erwarte, zum mindesten die öroffnung des Gesprächs. et keine Miene machte, zu reden, tagte sie. sich herwendend „ES wird Zeit!" Er trat einen Schritt auf sie zu und zuckte die Achseln. »Ich weih natürlich, wer Sie sind", fuhr fie fort, immer mit einer tonlosen, flüsternden technischen Vorbereitungen erledigen. Kreis -riedberg. 00 Nieder-Florstadt, 20. April. Die meinde beabsichtigt, die A u t o h a l l e an Tabelle erleidet auf den Mittelplätzen wesentliche Verschiebungen S.D 1860 München ist im Begriff, seinen nunmehr errungenen dritten Platz zu sichern, während A. S. Nürnberg auf den sechsten Platz zurückfiel Zwischen diese beiden haben sich Kickers Stuttgart und Phönix Karlsruhe placiert. Die deutsche Fußballmannschaft qegen Italien Der erweiterte Vorstand des Deutschen Fußball- bundes hielt am Samstag in Berlin eine Sitzung ab, in deren Mittelpunkt die Aufstellung der deutschen Nationalmannschaft zu dem am kommenden Sonntag in Turin stattfindenden Länderkampf gegen Italien stand Um das Anseben des deutschen Fußballsportes im Auslande nicht zu schädigen. antwortete auf Das Zimmer lag in ____ ________ Linken tastete er nach dem Schalter, drehte das Licht flammte auf. Fechien. Degen-Ulannfdjaftsrampf Rllttelrhein — Rheinland. Die D.g.iimannschaften der Kreise Mttelrhein und Rhe.niand der Deutschen Turnerschaft trafen «ich am gestrigen Sonntag in Koblenz zum Dorkampf im Degenfechten im Rahmen der dies- lährigen Mannschaftskämpfe der D. T. Rach spannenden, zum Teil technisch außerordentlich hochstehenden Gefechten konnte die Mannschaft des Mittelrheins mit 9:7 Siegen den Kampf für lht.en Kreis entscheiden und damit die Berechtigung zur Teilnahme an den in Magdeburg am 26 Mai stattfindenden Endkämpfen erwerben. — Der beste Mann der Mittelrhein-Mannschaft war Heim. Offenbach, der drei Siege ohne Verlust- punkte für sich buchen konnte und nur von Leverkus. Barmen, eine Riederlage hmnehmen mußte In der rheinischen Mannschaft war Hirt. Köln, mit gleichfalls drei Siegen der Erfolgreichste. - Ergebnisse 1 Mannschaft Mittelrhein (Heim, Tv Offenbach Dr Schöndube. Tv. Eintracht Frankfurt a. M. August Schievelhut, Tv. Mainz- Bretzenheim, I Thomson. L.V Offenbach) 9 Siege 18 erh. Treffer. 2 . Mannschaft Rheinland (Hirt, Fct. Köln. Krämer, Fcl. Düsseldorf: Kronberger, Fv. Barmen: Leverkus. Fv Barmen) 7 Stege 21 erh. Treffer. Die Volks genbe forber 16346 würbe flu So ketts.: einsoorsitzenden sondern aller Vereinsmitglieder stattfinden. In dieser Versammlung will man Vornan einer Nacht Lon Paul Nosenhayn Höchst 01 r Mit diesem Siege ist Eintracht Frankfurt jetzt Kreispokalmeister geworden. front des Hauses liegen mußte, leuchtete Glühlampe. Riemand gewann Union-Niederrad gegen Saar 05 Saarbrücken mit 6:5 Toren bei guten Rundfunkprogramm M Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-ttmschau*'.) Montag. 22. April. 6.30 Llhr: Morgengymnastik. — 12.30: Schallplattenkonzert: Aus alten Operetten. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus Sport unb Spiel, Dorgetragen von Rektor Schiller: „Tempo, Tempo, Endspurt!" Rekordfimmel (für Kinder vom 10. Jahre ab). — 15.55 bis 16.05: HcmS- frauendienst. — 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanz- schlager. - 18.10 bis 18.30: Lesestunde. - 18.55 bis 19.10: Viertelstunde der Deutschen Reichspost: „Aus dem Frankfurter Fernsprechbetrieb". Vortrag von Telegraphenmspettor Reuer. — 19.10 bis 19.30: „Ottilie W. Roederstein". Vortrag zum 70. Geburtstag der Künstlerin von- Dr. Carl Gebhardt. — 19.30 bis 19.40: Englische Literatur- proben. — 19.40 bis 20: Englischer Sprachunterricht. — 20 bis 21.15: Von Stuttgart: Blasmusik. — 21.15: Rach Stuttgart: Kammermusik. Dienstag. 23. April. 6.30 tthr: Morgengymnastik — 13.30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. — 15,05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Die schöne Umgebung von Frankfurt a. M bzw. Kassel. — 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. - 18.30 bis 18.50: „Reuzeitliche Technik". Dortrag von Dipl.-Ing. Erich Laßwitz. — 18.50 bis 19.10: Don Kass«: „Reuzeitliche Geflügelzucht" (Fortsetzung), Vortrag von Direktor Ernst Herberg. — 19.10 bis 19.30: Funkhochschule: „Klima, Wetter und Ge- sundhett", Dorttag von Stadtmedizinalrat Dr. Fischer-Defoy. — 19.30: Dom Frankfurter Opernhaus: „Der Wildschütz" oder „Die Stimme dec Ratur", komische Oper in drei Auszügen von G. A. Lortzing. sä § cs* Westdeutsche Außballmeisterschast In Den Äu.Hpiui um vU . an^s.ueHterfcyasl absolvierte die Runde der Ersten gestern drei ziemlich torreiche Spiele. Der S C. a3 Kasfe! hatte auf dem Kurhesfenplatz In Kassel gegen Fortuna Düfteldorf erwartungsgemäß gar nichts zu bestellen und verlor mit 0:4 Toren Sehr hartnäckig webrte sich der S. D. Herten gegen den F C. 04 Schalke, der schließlich auf eigenem Platze nur 5.4 gewinnen konnte. Dagegen fertigte der S. D Weiderich S u S. 09 Hüsten mit 2 0 ziemlich glatt ab Süddeutsche Fu ballmeisterschast Runde der Meister. Hier begegneten sich gestern der D s. L Neckarau und der 1. F. C Nürnberg Der Klub war seinem Gegner technisch weit überlegen konnte aber trotzdem nur ein knappes 1:0 erzielen Wormatia Worms und K F V Karlsruhe lieferten sich ein sehr hartes Spiel das 2:2 endete Es wiederholte sich also die Gleichheit der Spielstärke, die bei der ersten Begegnung dieser beiden Mannschaften mit 11 zum Ausdruck gekommen war Bayern - München gegen Borussia- Neunkirchen endete ebenfalls ähnlich wie das Vorspiel, das von den Bayern 6:2 gewonnen worden war Diesmal siegten sie ebenso sicher mit 6:3 Toren. Runde der Zweiten und Dritten. In der Gruppe Nord verschenkte der F. Spo. Frankfurt in einem überlegen durchgeführten, aber nur mit 3:3 Toren beendeten Kampfe einen wichtigen Punkt an den V. f R Mannheim der ihm nur in der ersten Halbzeit gewachsen war Sehr knappen Ausgang nahm auch die Begegnung des 1 F C Idar mit dem VfL Neu- Isenburg die von Idar 10 gewonnen wurde Das Vorspiel hatte den V. s. L Neu-Isenburg mit 2:6 Toren siegreich gesehen In einem spannenden und sehr torreichen Kampfe wurde beschlosien, von der geplanten Aufhebung der Suspension bet Spieler Kalb, Hagen und Hofmann Abstand zu nehmen Nach dem Vorschlag des Spiel- ausschusses wurde dann die deutsche Mannschaft wie folgt aufgestellt Tor Stuhlfauth (Nürnberg), Der- teidige, Beier (Hamburg), Weber (Kastel) Läufer: Geigei (Nürnberg) Leinberger (Fürth), Knöpfle (Frankfurt). Sturm Reinmann (Nürnberg) Horn- auei (Nürnberg) Pöttinger (München), Frank (Nürnberg), Hoffmann (München) Als Ersatzspieler werden Kreß Armbruster (Frankfurt), Heidkamp (München) und Schmitt (Nürnberg) die Mannschaft begleiten Wirtschaft. Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar. Der gesamte llmsay des Unternehmens mit fremden Abnehmern stieg im Jahre 1928 auf 45.16 (im Dorjahre 41,62) Millionen Mark die Lieferungen zwischen den Werken erhöhten sich daneben auf 32,50 (30,47) Millionen Mark. Es wurde ein erhöhter Betriebsüberschuß von (in Millionen Mark) 4,64 (4,01) erzielt. Andererseits stiegen ilnloftcn auf 2,17 (1,67) in der Hauptsache infolge der Mehrausgabe an Steuern, Abgaben und Zinsen. Abschreibungen erforderten 1,41 (1,32). Es verbleibt einschließlich 1,03 (0,95) Dortrag ein Reingewinn von 2,09 (1,97), woraus bekanntlich wieder 5 Proz. Dividende auf 26 Millionen Stammaktien und 0,30 Mlllionen Vorzugsaktien vorgeschlagen werden Der Reserve werden 0,25 Millionen zugewiesen und die restlichen 0,92 Millionen vorgetragen. Die Bilanz zeigt keine großen Veränderungen. Anlagen sind mit 13,55 (12,68) bewertet: die Zugänge betragen 2,38 (1,51). Beteiligungen erscheinen mit unverändert 2,26, Wertpapwiere mit 2,31 (2,30), Rohstoffe und Waren mit 3,77 (3,69), Kasse und Wechsel mit 1,53 (1.40), Außenstände ermäßigten sich auf 19,39 (20,81). Andererseits gingen Schulden geringfügig auf 10,23 (10.77) zurück. Hypotheken und Restkaufgelder erhöhten sich infolge der erwähnten Zugänge auf 0,47 (0,37). Rach dem Bericht habe die Ausgabe großer Summen feit der Stabilisierung der W^rung zur Rationalisierung der Bettiebe zwar eine Senkung der Unkosten herbeigeführt, doch sei oiese ausgeglichen worden durch die Steigerung von Steuern und Abgaben, sowie durch Lohn- und Gehaltserhöhungen. Trotz der unverkennbar JfÄ Ur 3 No SyNt ku tz gnädigen Frau. Sie sah ihn erstaunt an, blieb stehen, stellte eine Frage. Er gab eine kurze und scharfe Antwort, sie ging eilends die Treppe hinunter. Er sah ihr nach; sie trat in den Wintergarten, offenbar, um ihre Herrin zu unterrichten. Dort, über dem Zimmer, das an der Rück- Zweckverband Wetterau zu verkaufen. In feiner letzten Sitzung beauftragte der Gemeinderat den Bürgermeister, den Verkauf abzuschließen. Die Gemeinde fordert 18—22 000 Mark. Beim Zweck- verband Wetterau ist in Aussicht genommen, die Stadt Bad-Nauheim als Mitglied aufzunehmen Das Betriebskapital soll auf 72 000 Mark erhöht werden. Nach den neuen Satzungen des Verbandsausfchuste^ sollen Friedberg, Nieder-Florstadt und Bad-Nauheim je zwei Stimmen, Ober-Florstadt und Ossenheim je eine Stimme in diesem Ausschuß erhalten. Der Gemeinderat in Nieder-Florstadt hat den vorgesehenen Aenderungen zu- gestimmt. ausgeglichenen Leistungen. In der Gruppe Süd behaupleteie sich S p i e l - D g. Fürth mit einem überlegenen gegen den A S Nürnberg an der Spitze Tabelle D. f. B Stuttgart hielt sich mit 0:1 lehr Er führte sie an den Tisch zurück. Merkwürdig, er sprach kein Wort, keine Ballsaalbanalität, die den Zauber zerrissen hätte: fast war es, als ob er sich ihrer Gefühle bewußt war Vielleicht: sie teilte . . Der scharfe Takt eines Onesteps klang auf: die zweite Kapelle spielte den neuesten Schlager: „Lockende Lichter im Tivoli . ." Der Herr des Hauses erschien: er verbeugte sich vor Linda, mit einem fragenden Blick aus ihren Begleiter: die beiden verschwanden im Gewühl des Tanzes. Linda blickte zurück, ihn mit den Augen su- chend. Er erhob sich, deutlich sah sie sein lächelndes Gesicht. Dann verschwand er aus ihrer Blickrichtung, tanzende Paare schoben sich dazwischen, einen Augenblick tauchte er wieder auf; sie sah. toie er schlendernd die Runde machte — dann hatte sie ihn aus den Augen verloren. (Sr ging, die Hände lässig in die Taschen versenkt, an zwei Herren vorüber, die ihm aus den Augenwinkeln entgegenblickten Einen Moment lang vielleicht um dem Gewühl zu entgehen, vielleicht aus Zufall, schien er stehenzub^iben. Emer der beiden Männer sagte etwas, er öffnete den Mund zu einer kurzen Entgegnung die vielleicht eine Entschuldigung war. vielleicht eine höfliche Phrase Der Zweite deutete mit den Qlugcn nach drüben, die drei sahen flüchtig, mit gleichgültiger Miene, zum Saaleingang h nüber Dort drüben stand Marcelle Krenh. die Augen auf den Fremden gerichtet. Einer der beiden Männer sagte ,3m ersten Stock!" Schlendernd ging er weiter. Dort war der Wintergarten er öffnete die Glastür, schloß sie wieder hinter sich und betrachtete mit gelassener Reugier die Blumen. Seltene Orchideen prangten an der Südseite Plötzlich flutete eine Musikwelle herein er toaftbte langsam den Kops. Durch die Pendeltür trat Marcelle Krentz ein. öie Ichloh die Glastür hinter sich wieder wurde es still im Raum. Sie wandte sich zurück, et gtng an ihr vor- über Sie sah ihm lächelnd ins Gesicht, er sagte em paar höfliche Worte über die Kostbarkeit der exotischen Blumen Sie schien stehen bleiben zu wollen, so. als beabsichtige sie die Unterhaltung fortzusehen. Gr deutete mit einer kurzen Handbewcgung nach links hinüber, eben ging an der Glastür ein Herr vorbei der aufmerksam hereinsah Don neuem wandte er sich um, wieder ging er an ihr vorüber, flüsterte ein paar Worte, die sie vielleicht ht»rftnn?> niAf verstand: Stimme. .Der Wagen wartet. Haben Sie dafür gesorgt, daß wir nachher keinen Aufenthalt haben?" Er betrachtete sie schweigend; endlich erwiderte er: • „Ich bin der Meinung, daß das Unternehmen zu gefährlich ist." Sie schüttelte den Kops. „Wenn von Gefahr die Rede fein kann, so ist sie einzig auf meiner Seite. Ich denke, Sie können zufrieden fein, daß wir alles in die Hand genommen haben." „Rein", antwortete er und schüttelte den Kops. 3ndem sie auf ihn zutrat, sagte sie, lauter werdend: „Warum sind Sie eigenllich hier?" Er hob den Finger, als ob er sie warnen wolle. Lauschend wandte sie sich herum. Schrttte kamen über den Korridor. Die Tür ging auf. Herein trat Marcelle Krentz, gefolgt von den beiden Herren. Er ging auf sie zu; vielleicht wollte er sein Hiersein erklären, vielleicht eine Entschuldigung aussprechen. Aber fie sagte: »In fünf Minuten müßt ihr fahren." Während sie seinen fragenden Blick auffing, ging sie auf ihn zu, ein Lächeln stieg in ihrem Gesicht auf, fie reichte ihm die Hand. „Dies ist das einzige Haus in Kopenhagen, in dem man in dieser Rächt Fedor Sokoloff nicht sucht." „Ja", sagte er. „Darum bin ich hier." „Wißt ihr, mit wem er gekommen ist?" wandte sich Marcelle Krentz zu ihren Begleitern. „Mit der Frau des Polizeipräsekten." Die beiden drehten sich erstaunt herum, die junge Dame musterte ihn mit einem betroffenen Blick. »Du weißt doch, wer das ist, Fedor?" „Ich glaube", sagte er gelassen. »Es ist Dera Ermoliefs - Marfas Schwester." »Wie denkt eigentlich dein Mann über mich? Er sah mich sehr mißtrauisch an." Marcelle nickte „Er war voll Argwohn gegen dich. Hätte ich nicht beständig gegen dich gesprochen .. „Du ..? Gegen mich...?" „Du scheinst ihn nicht zu kennen. Wenn ich Schwarz läge, antwortet er. Weiß. Wenn ich Schön sage, erwiderte er. Häßlich. Da ich geäußert habe, ich fände dich im höchsten Grade verdächtig, entschloß er sich augenblicklich zu der ileberjeugung. du wärest der harmloseste Mensch unter der Sonne." „Wo ist er jetzt?" „Er macht deiner Dame den Hof." „Der Teufel sott ihn holen!" Marcelle trat auf Fedor Sokoloff zu, ein hartes Lächeln in den Augen. .Liebst du sie etwa?" £ Wiefeck, 22 April Ein Zusammenstoß zwischen zwei Radfahrern und einem Motor- radier ereignete sch am Samstagnachmittag auf der Landstraße zwischen Gießen und Wiefeck Die beiden Radler wurden dort von einem Auwbus überholt, der eine gewaltige Staubwolke hinter sich ließ. Um aus dieser rasch herauszukommen, fuhren die Radler vorschriftswidrig auf die linke Seite der Fahrbahn, wo .hnen beim Auftauchen aus der Staubwolke unmittelbar ein Motorradler entgegen- kam Bei dem Zusammenprall wurde das Fahrrad de-, einen Radlers oollständigzertrümmert und der Mann iclbft licht verletzt während der andere Radler mit dem Schrecken daoonfam, und der Motorradfahrer leichte Beschädigungen an feiner Maschine erhielt. Der Vorfall sollte eine erneute Mahnung fein, stets die richtige Selle der Fahrbahn einzuhallen. s. Beuern, 21. April. Zur Zeit werden die bildhauerischen Arbeiten an dem Ehrenmal für unsere Gefallenen durch den Kunst- bildhauer Arnold (Allendors a. d. Lda.) auS- geführt. Da eS sich um vier überlebensgroße Figuren handelt, dienen als Material ausgesucht große und gute Blöcke aus den Dasattlava-' brüchen der hiesigen Steinbruchbesiher Damm und Fuhr. In diesen beiden Bettieben werden auch die Einzelgedenlsteine für den Ehrenfriedhof ausgcsührt Da als solcher der freie Platz neben der Kirche, der in älteren Zeiten auch schon als Friedhof diente, benutzt werden soll, wird zur Zeit das Mauerwerk der Kirche ausgeputzt, sowie das Dachgesims mit Oelsarbe gestrichen Die der Denkmalsanlage zugewandte Seite des Kirchendaches wurde durch einen auswärtigen Klempner mit einer Kandel verschon Wenn auch die Ar- sn E tÄ (Ulf Dram S-slav 3m ves 8 nmfl svrd s im 2 nimmt neu!,1 Infolk int -r stehen insges orgs Ire!: tolffe< neu ] Io öaf ui pei Schleu! ffluff IW Mai den d eifern lsti-m eta' erwei Eis' Herst len . im 2 men um e 1927 der § 630 (i beiter, auf 6i neben Kvnj> (3014 Liebesintrigen. „lind wenn ich sagen würde: Vielleicht." Sie wies auf das Telephon auf dem kleinen Schreibtisch. „Was glaubst du, wie mir der Her« Polizeipräfekt dankbar sein würde, wenn ich ihn jetzt anriefe und ihm sagte: Rehmen Sie ein Auto, kommen Sie her — ich hatte Fedor Sokoloff in meinem Boudoir eingeschlossen?" Sis ging auf die Tür zu und streckte die Hand nach dem Schlüssel aus, als wolle fie die Drohung in die Tat umsehen. Er sah ihr erheitert zu. „Bitte," sagte er, „in der Zwischeirzeit würde ich deinem Herrn Gemahl ein bißchen aus dem Vorleben seiner Fran erzählen. Bon ihren Sympathien für die Unternehmungen des Zaristischen Klubs — und von ihren zärtlichen Beziehungen zu einem gewissen Fedor Sokoloff." „... die du ihm zuvor beweisen müßtest, mein Lieber." Er lachte auf. „Hast du die wundervollen Aufnahmen vergessen, die ich von dir am Strande von Deauville..." „Habt ihr wttkllch in diesem Augenblick nichts anderes zu tun“, unterbrach der eine der beiden Männer an der Tür den Sttett. „Seht ihr ins Gesicht, der Vera, sie weih sich vor Angst um ihre Schwester nicht auf den Füßen zu hatten — und ihr verbringt die kostbare Zeit, indem ihr euch gegenseitig eure Liebesgeschichten vvr- werft." „Er hat recht", sagte der Zweite. „Wenn Fedor mit der Frau Präfekt hierhergekommen ist, so weih er schon, warum." „Ich finde," sagte der andere, „das war das Klügste, was er tun konnte. Anstatt das anzuerkennen, siehst du, echt weiblich, nur die Reben- buhlerin Ich finde es einfach genial: der Präfekt sucht ihn in der ganzen Stadt wie eine Stecknadel - und er geht mit der Frau Präfekt mittlerweile auf den Ball. Hast du für den Humor dieser Situation kein Verständnis? Dann bist du durch ein Versehen in unsere Kreise gekommen." „Weih Gott, ich habe Verständnis dafür", sagte Marcelle. „Aber ich kenne diesen Filou. Er pflegt das Angenehme mit dem Rühllc^n zu verbinden." Don unten kam ein Hupensignal. Dera Ermoliesf erhob sich. Die beiden Herren gingen zur Tür. „Gibt eo hier keinen zweiten Ausgang?" „Zur Linken", sagte Frau Marcelle. AlleTüreu sind unverschlossen. „Hat sie die Sprecherlaubnis?" „Hier ist sie", sagte einer ber Männer. „Vom Vorsitzenden persim'ich unterzeichnet." (Fortsetzung folgt.) Kreis Alsfeld. WSR. Alsfeld, 21. April. Oberst udiendirektor Graeber, der kürzlich von der Alsfelder Oberrealschule als Direktor an die Oberrealschule Grünberg versetzt wurde, wird sett Freitag nachmittag von feiner Familie vermißt. Graeber, dessen Familie noch in Alsfeld wohnt, war am Rachmittag nach Erledigung des Unterrichts in Grünberg heimgekommen und ist dann zu einem Spaziergang weggegangen. Don diesem Spaziergang ist er nicht zurückgekehrt. Er wurde zuletzt auf dem Wege Herzberg Lingelbach—Alsfeld gesehen. Alle Rachforschungen nach dem Der- vleib des Direktors sind bis jetzt erfolglos geblieben. Kreis Lauterbach. WSR. Schlitz, 21. April. Der Gemeinde- r a t genehmigte in seiner jüngsten Sitzung den Voranschlag der Stadt für 1 929. der in der Betriebsrechnung in Einnahme und Ausgabe 164 473 Mk., in der Dermögensrechnung 34 000 Mk. vorsieht Ferner wurde der Voranschlag des Elektrizitätswerkes genehmigt, bei dem die Betriebsrechnung mit 83 000 Mark, die Dermögensrechnung mit 3000 Mark schließt. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 20. April. Auf der Straße Seeheim—Jugenheim kam gestern nachmittag der 19jährige Monteur Wilhelm Gaul mit seinem Motorrad beim Lieberholen eines Fuhrwerkes ins Schleudern und zu Fall. Sein Soziusfahrer kam mit geringen Verletzungen davon, während Gaul so schwer verunglückte, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Endsieg mit 7:3 (3:1) und errangen damit den Meistertitel. Handball. ßotalf le Bezirk Main-h^ssen. schwächeren Lage des Baumarktes konnte der Umsatz. tote bereits angeführt, um etwa 8 P rozen t gefteigert werden. Der verhältnismäßig früh einsetzende Winter brachte gegen das Iah res ende eine Abschwächung der Abrufe. Die Verwaltung rechnet damit, daß sich zum mindesten der Wohnungsbau im Iahre 1929 auf Vorjahrshöhe halten wird. Eine weitere Voraussage über die geschäftliche Entwicklung des laufenden Jahres sei aber zur Zeit unmöglich. Im einzelnen wird u. a. berichtet, daß infolge Des Fortfalls der Staatshilfe und der ©teige, rung der Lasten die gesamte Eisenstein- förderung an Lahn. Dill und in Oberhessen gegen das Vorjahr um 5,62 Prozent sank. Die Gisensteinförbecung der eigenen Gruben betrug im Berichtsjahre 129161 Tonnen. Es schcmc- nunmehr festzustehen. daß ab 1. April 1929 erneut eine Staatshilfe gewährt werden soll. — Infolge zellweilig verrtngerter Rachfrage wurde im -wetten Halbjahr von dret unter Feuer stehenden Hochöfen der S o p h i e n Ij ü 11 e einer insgesamt 10 Wochen lang gedämpft. Die Georg s h ü 11 e lag still. — Die Abgabe von Drehstrom an Fremde erfuhr noch eine gewisse Steigerung, während die Abnahme der eigenen Werle etwas unter der vorjährigen lag, so daß im ganzen eine geringe Abschwächung zu verzeichnen tft. — Die nach dem neuen Schleuderverfahren hergestellten gußeisernen Wuffen-Druckrohre für Gas- und Wasserleitungen führten sich weiter ein. Auf der Main-Weser-Hütte in Lollar wurden die Anlagen für die Erzeugung von gußeisernen Radiatoren und Kesseln für Zentralheizungen, und auf der Gar Id hütte in Staffel für Abflußrohre und Kanalartckel erweitert. Auf der Qlbteihuig W e st deutsches Eisenwerk in Kray ist eine Fabrik für bte Herstellung von gußeisernen porzellanemaillier- ten Badewannen und sonstigen Sanitätswaren im Dau, die im Frühjahr 1929 in Betrieb kommen wird. — Der Zementversand blieb um ein durchschnittliches Iahreszwölftel hinter 1927 zurück. — Die Gesamtbelegschaft der Stammwerke betrug im Jahresdurchschnitt 630 (L V. 567) Angestellte und 5806 (5193) Arbeiter. Am Iahresschluh stellte sich die Zahl auf 6571 (6389) Angestellte und Arbeiter. Daneben beschäftigten die Tochtergesellschaften und Konzemwerke am Iahresschluh zusammen 2766 (3014) Angestellte und Arbeiter. Oie Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Bolksstaats Hessen weist für den Monat März fof- genbe Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden ge. fordert 38 071 Tonnen; davon wurden verkauft 16 346 Tonnen; der größte Teil der Rohkohlen wurde weiter verarbeitet, und zwar 16 949 Tonnen zu Schwelereiprodukten und 400 Tonnen zu Briketts. Die Brikettserzeugung betrug 98 Tonnen. * Die amtliche Großhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 17.April berechnete Großhandellindexziffer des Statistischen Reichs- amtes ist mit 136,9 gegenüber der Vorwoche (137,4) um 0.4 v. H. gesunken. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,2 v. H. auf 128,3 (12$,6) nachgegeben. Die Indexziffer für Kolonialwaren ist um 0,6 v. H. auf 126,4 (125,7) gestiegen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0 8 v. H. auf 132,6 (133,7) zurückgegangen, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 157,8 (157,7) nahezu unverändert ist. _ * Polnisc.) es Ein, ahrverdot für deutsche Motorräder aufgehoben. Das bisher in Polen bestehende ©infuyröcroot für deutsche Motorräder ist, nach dem Auto-Presse- Dienst, aufgehoben und der deutschen Kraftradindustrie ein Kontingent eingeräumt worden, das ihr gestattet, ihre Stellung gegenüber der englischen Konkurrenz auf dem polnischen Markt zu behaupten. Das Kontingent für Kraftwagen touroe entsprechend herabgesetzt. * Unveränderte Lage der Waggon- beschlagindustrie. Die Lage in der Fabrikation für Waggonbeschlüge ist nach wie vor fehr schlecht. Das Reichsbahn-Zentralarnt hat seit einem Jahre keine Güterwagen in Auftrag gegeben. Personenwagen wurden nur in geringer Anzahl bestellt. Man hofft in den in Bet.acht kommenden Industrie- kreisen, daß die Reichsbahn in nächster Zeit einige tausend Personenwagei in Auftrag geben wird, wodurch sich die Beschäftigung in den Waggonbcschlag- teilfabrifen beleben r ürde. In Oberbaumaterial sind die Zuweisungen ebenfalls sehr gering. Die Lage ist im allgemeinen unbefriedigend. * Mainkraf twerke QL-®., Frankfurt a. M.-H ö ch st. Die G.-V. genehmigte den bekannten Qlbschluß mit wieder 8 Prozent Dividende. Heu in den Aufsichtsrot gewählt wurden an Stelle des ausgeschiedenen Landrats Karl eifere Verflechtung der chemischen Industrie. Z.-G.-Zarben-Giandard Oil. Eine Reihe von Vorstandsmitgliedern ber I. - G. - F a r b e n i n d u st r i e - A. - G., die einige Wochen in den Vereinigten Staaten geweilt hat, reiste am Samstag von Reuyork mit dem Dampfer „Reu- york" nach Deutfchland zurück. Während ihres Auf- entballs in Amerika hotten die Herren umfangreiche Besprechungen mit den leitenden Direktoren der Standard Oil Co. of Reujersey. Dabei wurde ein Zusammenarbeiten der beiden Gesellschaften auf breiterer Basis als bisher angce trebt. Bereits vor zwei Jahren kam es bekanntlich zu einer Verständigung zwilchen I.-G.-Farben und der Standard Oil of Reujerser), derzufolge beide Ge- ellschaften auf dem Gebiete der Hydrierung zwecks Herstellung von sog. synthetischen Benzin gemeinsam Versuche durchführen. Als Ergebnis dic- er Arbeiten war es in neuerlichen Verhandlungen möglich, wesentlich meiterzukommen und ein vollständiges Arbeitsprogramm aus. , uarbeiten, auf Grund dessen die neuen Ver- fahren allgemein e i n ge f ü h r t werden können. Um den enbgüültigen Abschluß des Ver- träges herbeizuführen, sind noch einige rechtliche und sonstige Fragen zu prüfen, die nur in Deutschland geklärt werden können. Don der I.-G.-Farben- inbuftrie haben an den Verhandlungen teilgenommen : der Vorsitzende des Vorstandes. Geheimrat Prof. Dr. Bosch, Geheimrat Dr. Schmitz, der Leiter der Finanzabteilung der I.-G., Direktor Dr. Wil- Helm Gaus von der Technischen Abteilung und Dr. August v. Knieriem von der Rechtsobteilung. Europäische Chemie Verständigung. Laut „Voss. Zig." hoben die seit geraumer Zeit geführten Verhandlungen zwischen der I. - G. - F o r b e n i n d u st r i e ° A. - G., den französischen und schweizerischen maßgebenden Chemiegesellschaften in diesen Togen zu einem p o - sitiven Ergebnis geführt. Mille der Woche wird die Oeffentlichkeit durch ein offizielles Kommunique über diese Transaktion unterrichtet werd- den. Es sind recht weitgehende Festle- gungen in der Aufteilung und Regelung der Produktion und des Absatzes, sowie vor ollem umfassende Preisbildungen getroffen worden. Erfaßt werden von der Absatzeinteilung alle europäischen Staaten^ dagegen sollen, wie wir hören, die Bereinigten Staaten aus der Aufteilung herausgelafsen worden sein. Schlitt Landrat Dr. Iulius M ü l h e n s (Rü- desheirn), für den verstorbenen Herrn Heinrich Hopf Stadtrat Bruno A s ch (Frankfurt o. M.), ferner Direktor Alfred Thiel (Essen) und Derg- ossesfor a. D. Kalt ho ff (Aachen). Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. QlpriL Tendenz: abwartend. — Die Hoffnung auf eine Weiter- führung der Pariser Vorhand ungen verstärkt sich L-mier mehr, uru) man war zu Beginn der neuen Woche toieöefc zuversichtlicher gestimmt. Dos Geschäft nahm jedoch keinen größeren Umfang an, da die Spekulation äußerst reserviert und abwartend war. Das Augenmerk wurde vollkommen auf die auf morgen vertagte Vollsitzung gelenkt. Auslandorkers wa:en bei der immer noch ungeklärten Lage ebenfalls kaum vorhanden, doch machte sich eine Besserung hinsichtlich der optimistischen Beurteilung des Kursniveaus bemerkbar. Gegenüber den Sams- tagschlußkursen traten Aendcrungen bis zu 3 Prozent ein. Etwas mehr Interesse bestand am Elektromarkt für Schuckert plus 4 Prozent und für Siemens plus 3,5 Prozent. Die übrigen Werte dieses Marktes lagen bis 1,5 Prozent gebessert. Qlur Chadeaktien waren leicht gedrückt. Etwas gefragter waren noch am Kali- markt Westeregeln plus 3 Prozent und von internationalen Papieren Svenska mit plus 4 Proz. Am Chemiemarkt konnten I.-G.-Forben zur ersten Rotiz 2 Proz. gewinnen, Deutsche Erdöl plus 1,5 Proz. Montanwerte ohne besonderes Geschäft. Für Rheinische Braunkohlen machte sich mit plus 5,5 Proz. etwas stärkere Rachfrage auf die gesteigerte Kohlenförderung und das wieder völlige Ausfallen jeglicher Feierschichten bemerkbar. BauunternchmunAen etwas lebhafter und bis 2 Proz. fester. _ Schifsahrts- oktien uneinheitlich. Hapag vernachlässigt, Rord- deutscher Lloyd 1 Proz. anziehend. Danken fast ohne Geschäft, zumeist bis 1,5 Prvz. gebessert, nur Barmer Bank 1,5 Proz. schwächer. Karstadt plus 3 Proz., Renten stlll und wenig verändert. Im Verlause kamen LImfätze kaum noch zustande, Abgaben drückten auf das Kursniveau und es traten Rückgänge ein, die aber kaum I Proz. überschritten. Rur Siemens verloren 3 Proz. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 Proz. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2175, gegen Pfuird 20,473. London gegen Kabel 4,8523, gegen Paris 124,22, gegen Mailand 92,67. gegen Madrid 33,15, schwach, gegen Holland 12,0850. Frankfurter Getrci-cbörfe. Frankfurt a. M. 22. April. Der Produk- tenmarkt verkehrte zum Wochenbeginn, da Anregungen nicht Vorlagen, in lustloser Haltung. Die Umsätze waren sehr bescheiden, ^obwohl die Provinz mit entgegenkommenden Forderungen an den Markt kam. Preisveränderungen traten im allgemeinen nicht ein, nur am Futermittel- marft waren Weizen- und Roggenkleie in stärkerem Maße angeboten. Es traten demzufolge Rückgänge bis zu 0,25 Mi. ein. Cs wurden notiert: Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 23,75. Roggen 22.75, Sommergerste für Brauzwecke 24, Hafer, inländischer, 24—24.25. Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50 bis 22,75; Weizenmehl, süddeutsches Svezial 0, 33—33,25. Roggenmehl 30,50—31.25. Deizenklew 13,40. Roggenkleie 14,25. Erbsen, je nach Qualllät für Speisezwecke 33—50. Linsen, je nach Qualität für Sveisezwecke 50—110, Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 13,50—14.00, Weizen- und Roggen st roh, drahtgevreßk 5,25—5,50, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 5,00, Treber, getrocknet 20,75. Tendenz: lustlos. Berliner Börse. Berlin, 22. April. Rach den Rückschlägen und Schwankungen der letzten Tage war es nicht verwunderlich, daß die Spekulation sich im heutigen Frühverkehr abwartend verhielt, zumwl- Anregungen nicht Vorlagen. Die iln* sicherheit, ob zu den ersten Kursen, wie cm Samstag. Abgaben der Provinz einsehen könnten, ließ auch vorbörslich kein Geschäft aufkommen, und man war bei den Banken recht geteilter Ansicht über die Wellerentwicklung der Tendenz. Die Situation in Paris fand eine etwas optimistischere Beurteilung, da durch die Erklärung der deutschen Regierung eine Basis zu neuen Verhandlungen geschaffen fei und man zum mindesten mit einem Provisorium zu rechnen dürfen glaubte. Andererseits hemmten aber die bevorstehenden Diskonterhöhungen und die Tatsache, daß übermorgen erster Schiebungstag ist, die Llnternehmungslust. Zu den ersten Kursen war keine Einheitlichkeit der Entwicklung fest- zustellen. Die Abweichungen gingen im allgemeinen bis zu 2 Prozent nach beiden Seiten. Darüber hinaus waren Kaliwerte auf gute Absatzfchätzungen für den Monat April bis 2.5 Prozent gebessert. Schuckert konnten um 3,40 Prozent und Siemens um 4,25 Prozent anziehen, auch Konti Kautschuk plus 2.5 Prozent, Svenska plus 5 Mk. und Polyphon plus 8 Prozent fanden stärkere Beachtung. In I.-G.-Farben mit plus 2 Prozent war das Geschäft verhältnismäßig lebhaft, wobei die neuen Mitteilungen über die gemeinschaftliche Arbeit der I.-G.-Farben und Standard Oil und das Ergebnis der amerikanischen Verhandlungen hierüber anregten. Die Ziffern der heute veröffentlichten Außenhandelsbilanz, die mit 38 Millionen Passivität gegen 44 Millionen Reichsmark im Vormonat nur wenig Veränderung aufweifen, hatten ebenfalls keinen stärkeren Einfluß auf die Tendenz. Abgesehen von wenigen kleinen Kauforders des Auslandes war die Spekulation auf sich angewiesen, und dies war der Hauptgrund, warum auch im Verlaufe das Geschäft sehr ruhig blieb. Deutsche Anleihen eher abbröckelnd. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefmarkt noch unentwickelt. Der Geldmarkt war weiter leicht. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 Prozent, die übrigen Sähe waren unverändert. Im Verlaufe zunächst meistens etwas fester. Schiffahrtsaktien, Polyphon, Kunstseidenwerte, Bayerische Wotoren- Werke und Kaliwerte lebhafter. Später, vom Elektromarkt ausgehend, an dem man eine Großbank als Verkäufer beobachten wollte, allgemein aber wieder schwächer. Frankfurter Lchlachtvichmartt. Frankfurt a. HL. 22. April. Auftrieb: 1420 Rinder (darunter 327 Ochsen, 67 Bullen. 635 Kühe, 391 Färsen), 561 Kälber, 64 Schafe, 4903 Schweine. Es wurden notiert: Rinde r (Oc'^m): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schuichtwerts (jüngere) 58 bis 61 Mk. (ältere) 53 bis' 57; sonstige vollfleischige (jüngere) 46 bis 52; (Bullen): jüngere, vollfleischige. höchsten Schlachtwerts 53 bis 55; sonstige vollfleischige oder ausgemästeic 48 bis 52; (Kühe): lungere, vollfleischige. höchsten SchlachtwertS 44 bis 48; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 43; fleischige 35 biS 39: gering genährte 30 bis 34; (Färsen — Kalbinnen. Iungrinder —): voll- fleischige, ausgemästete, höchsten SchlachtwertS 56 bis 61; vollfleischige 53 bis 57; fleischige 48 bis 52. — Kälber, beste Mast- und Saugkälber 72 bis 76; mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 71; geringe Kälber 58 bis 67. — Schweine: Zett- fchweine über 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 75; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 73 bis 76; von etwa 200 bis 240 Pfund 74 bis 77; von etwa 160 bis 200 Pfund 74 bis 76: fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 70 bis 74 Mk. - Marktverkauf: Rinder ruhig, Lieberstand. Schweine schleppend, geringer Lieberstand. Kälber und Schafe ruhig, auSver- lauft. - Der auf den Himmelfahrttag, 9. Wai, fallende Markt wird auf Mittwoch, 8. Mai, und der auf Pfingstmontag, 20. Mai, fallende Markt auf Dienstag, 21. Mai. verlegt._________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 llhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Gewlimauszug 1. Klasse 33. Preußisch-SLbbevtsch« (259. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verbvttv Aus febe gezogene Kummer sind zwei gleich | bi'bc Gewinne gefallen, und zwar je einer I ar.j die Lose gleicher Rümmer tu bet beiden I Abteilungen I trab II | 2. Jiehungstag 20« ^Pn"^ In der Vormittaasziehung wurden Gewinne über 60 M. gezogen 2 ®etrimte |u 80000 M. 391123 4 Odotwne m 3000 M. 105131 269920 6 »ctoitme jn 2000 M. 123662 140834 356187 2 ®ctoinee 1000 M. 193486 4 Scannte xn 800 SOL 115180 354470 24 Stivinne xu 600 M. 22303 26576 51861 S1201 143295 148418 184401 217724 233568 237421 204673 377476 393664 394140 190822 282008 339466 121876 184342 265612 320343 361482 17014 87113 161068 203521 287198 351648 111314 167479 239381 287521 353527 189686 271846 335866 282284 350957 285869 376786 84 iSctmnue »u 200 M. ____ 1100 4701 7161 16578 39845 61331 69146 71744 79074 . 79528 ----- ------ 132717 157462 160940 126269 124290 135291 143283 165906 196091 227463 248351 270839 279438 302762 315948 333699 340943 353667 371077 389080 135589 143489 167997 204088 233259 249903 271385 283298 307781 324051 334344 341226 358577 375868 391219 101092 134094 138186 146712 177581 219982 239627 253968 275470 294569 311194 324376 337203 346381 364055 379967 394390 110380 134777 138309 149684 178417 221914 241683 253860 275808 294860 311987 326182 3 37287 347067 364413 380834 399879 120647 134924 138521 160305 179477 222427 248386 262299 278674 296943 314623 329355 339640 $ 18965 367639 381151 3928502®ttei™.e »n 120 M. 3570 5275 7370 9061 12814 16206 20445 24601 25518 29112 33428 34216 37926 43917 48610 53744 72510 72684 73537 75896 80603 82678 84248 94566 95171 98884 99632 129459 135900 146467 176533 217286 23’858 251975 272188 291317 310913 324192 334926 342670 362191 377986 191440 3n bet Nachmittagsziedung winden Gewinne über 60 M. gezogen 182232 173108 174461 52410 52514 in Abteilung B nach Hannover. 164957 212926 282120 310201 360572 161600 201718 28073I 300'403 347299 127175 138185 158504 167573 186913 198223 213931 226308 237862 253654 269110 282321 303702 321387 350526 366071 389701 225688 299934 311244 362058 62422 92080 62882 92132 121902 132097 148392 163749 173694 193294 202346 2I7465 230991 249878 262459 277021 297844 30709» 336814 357081 381507 398130 152511 188492 263626 308875 338181 37259 54931 72161 94200 259367 307173 326289 368206 128102 136265 169698 169146 192674 201674 215246 226489 239647 255784 270347 283279 304326 323319 351996 375313 392130 128652 147978 162425 169454 192869 202049 215506 230608 243709 255821 275950 284395 305724 329056 353270 376245 394103 234302 301803 312302 368920 126278 135221 154362 165883 179145 197110 210491 223411 231795 255181 267929 280484 302695 317155 349247 359319 387122 in ber 38532 39301 40818 42874 65969 57875 60175 61462 72558 76060 78233 84949 _____ 96163 112529 117114 119935 121041 2 •etoinne gu 100000 Dl. 69483 2 w 5000 M. 334416 ______ n 10 »etotnne xu 1000
57,5 161 7,2 . € 8 sh lf 10 1d 12 . 6 . n . & , . 6 11 Lüg. Stund'! (Ulenbolm Hamburg-Amerika Tafel Hamb.-Tüdam. Dampsfth. Hansa DamvilchUi - . ÄDrbbeutfdiet Lloyd . . Wg. Deutsche CrebUenft Barmer Bankverein Berliner Handelsgeieltzch. Tommerz- ttn£> Privor-Brack Darm», u. Rationalbank Deutiche Bank Dt-konio-<^eleIlickaii 2UU.. Dresdner Bank Miiteldenljche Lredirdaul . . Metallbank...... • ReübSbank........ Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 6,d Prozent. Lombarbztnssüh Prvzc:!. ^rnlijöüicve '.Roten ..... Hollöndtsch? Noten...... italienische Noten...... Norweqischc 'Jloteit...... Deuksch.cefter-r.zwoLrouen Rumänische Noten...... Lchwediiche Noten...... Zchweiter Noten . ...... Spanische Noten....... Tlchechc'slow.ikische Noten . . Ungarische Noten....... Riebeck Montan . . . Seretinate TEw. - Olavi Minen . • kkall Mcherriebeii . . «alt öettetcatiit . . . Kaliwerk eoUbetfurib t®. garden-Invnstrio tjnnmü Nobel - - . Scketdeansiall . . . Goldschmidt . # • Rülgerswerle • • • Tteiallgelelllchakt. • • l^cid 16,455 169,04 22,11 112.15 59.05 2.505 112,38 81.14 62.21 12,443 73.27 Brief 16.515 169.72 22.19 112.59 59.29 2.525 112.82 81.46 62.49 12.503 73.57 Sl-E-S. .......f Beramaim ......... Elektr. Lieferungen. .... Licht und Kraft ..... 10 Kelten & Guilleaume..... 6 Gel. f. Eiektr. Untern.. ... 10 Hamb. Dektr. Werke .... 1° Rhein. Slektr. ......9 Schief, eiektr. ......10 Schurken...... . • . . 8 Sternen! 4 HalLle . • • • • 1? Tranrradio ....... 8 Labmeyer Ä Go.. . • • • • 1° Buderus ....... ö Deutfche ErvA.......6 Offener Lleinko^o......S Geiienkirchenci ... f. y3 3- 4 Harpen er . ....... - 6 vvkfchSifen......... Ilse Bergbau........ 8 ftlödnenofrfe ....... ftdln.91euciiett. ....... 9 Mannermanu . ....... S Manifelder.........7 Oberfcklef. Eilenb. Bedarf... 5 Oberfchlsl. KokSweUe . . . 6 X5 Scheinsiobi f. % Damm 3% Dt. Reichsanleihe 1W? . Di. Ani..Mio1--Schuir md 8U-- lol.-Rechien DeSgi. ohne Auelvl.-Nechl? 7% Srankj. Hyp.-Bk. Soldpf. un. kündbar (te 1932 *y,% Rheinilche Hyp.-Banl Liou Soldps. u OLG.®, aba. BorkriegS-Obligation. rückzahlbar 1932 4% Schweiz. BuitdeÄi.-Anl. 4% CcfterrcldiUdif Soldrie. 4.20% Ceftctr. Silberne. 4% Oclierreich. einheill. Nie 4% Unparildw Gowrte. 4% ILnganfdi? telaatir. v. 1910 *u% beSal. von 1913 4% Unganidje Rionenite.. 4% Türt. Hollanleibe v. 1911 4% Türüiche Bagdadbahn-Anl. Serie > 4% 6e«ßL Serie 11 4% Rumänen epiwert. Rle. 4V,% Rumänen (MoIbanL von 1913 Frankfurt a M. Berltu Lchluß- fture 1 Mr- Kurs Schluh-! fiULt | flnlang Tatmn 20.4- 22-4. 204. 22 4. Phiirpo Ho^mamt......< Heidelberger SemetU.... 1" Cemeni ftazlftabt ...... S Wabtz 4 Freitag......1° Schullhett Parenhofer . . . iä Cftroette.........1- Ber. Glanzüoff......18 Gemberg.........14 Zellllofs LLaldhoi.....12 Zellsioff AlchafsenLurn ... 12 Charlottenburger Safier ... 7 Dejsauer Gai........8 12F 147 129 443 262 1k2.5 58 50,5 57.75 85,23 69 115 128 116 •213 132 120. S 440 260,5 184 58 — 113 i 151,75 120.5 | 128,25 295.5 241 445 316 260,5 182 114 207 53,5 53 51.75 206,5 31,5 92.5 232 61J 85 67,75 126,3 18,5 118,5 213 153.25 TÜT 256,25 241 437 346 258,5 114 203 58|6 52 207,3 92.5 284 — — 127,5 1 - 1 - 1 ~ Teullche Maschinen-Fabrik . . o Adlerwerke Stiener......5 Ludtv. ............10 Nat. Äluwmobil ....... 0 Crenftein & Stoppel ..... 5 Leonhard Tietz ....... 6 Bamag-Mcauitt ...... 0 Tranks. Maschinen ...... v Grihner . . ...... 11 Iunghawi. ....... 4 Lechwerke. ......... 8 iOttag. . . ........w Dcigi» Haessner......v Südo. Zucker........8 sd.luB- 1-Ubr Kurs «tute Schluß- 8 ute Änfong Äur5_ Dotmn 20-4. 22.4. 20.4. 22.4. ----7F7T Schluß- Kurs bUlJt. Kur- Schiutz. Rui? Siniano flute 20.4. 22 4. 20 4. 22 ». 87,4 — 87.5 — 53,7 33,5 53.4 11,5 — 11,5 11.4 89 — - - 80 - — 87,75 — - — 101 —— — — 31,13 —- n3l 2,75 —•* 2,9 —— 2,15 — 24.5 24.59 24,5 — — 21,2 ■ _ — 22.13 —— 2 — 2,05 2,1 9,6 *— 10 —' _ .9 9,13 9,8 — 10 — —— — — 18,1 17,9 16Ü, 169,75 169 220,5 —- 220,25 164,5 165 211.5 211,5 211.4 138 137 5 138 129,5 • « > 222.75 —- 144.4 161.5 — 163 — 20175 234.5 238.25 235 377 330.5 376,75 148.5 166 — 166 75,75 — 76.13 119 120.5 119,25 118.5 129.5 129.75 136,25 135,75 — — 120,5 210 211 >02.5 - 102,25 — —- 119 115 115,5 115.5 130 >30,65 87 — 85 — 104 92.75 93 93,25 277 282.5 280 >16.5 119 118.5 —- 141,5 91,25 91,5 66,5 734,5 —— 233,75 237 240 237.5 365 — 366 242 1 244 242 — — —- 165 i 165,5 — 88 , - 88,5 89,25 89.5 89,75 131 I 132 132,25 20. April 22- April Amtliche Noticrvna Amtliche Notieruria «Held Brie! rteib «in . Mnut -- 'Hott. 169.2b 169,60 169,22 169,56 Buen.-Ätre« 1.772 ■ 1.776 1,771 1.775 Brst.-Autw. (Sbrtfüauia. 58,50 58,62 58.51 58,63 112,34 112.36 112.36 112.58 Koyrnbagen 112.31 112.53 112.34 112,36 Stotfholm . 112,55 112,77 112.57 112,79 HelünaforS- 10.59 10.61 10.594 10.614 Italien. . . 22,07 22,11 22,03 22.12 Loudon. . . 20.452 20,492 20,449 20,489 üleunort . . 4 2135 4,2215 4,2135 4,2215 Tart*.... 16.465 16,505 16.46 16.50 Lchweß . - 81.135 81,285 81.105 81.265 Spanien . 61.82 61.94 61.66 61.78 Java» - .- »iio de 1.877 1.381 1.886 1.890 0,5003 0.5025 0.3005 0,9025 Wien in Ceft- abgest Nräd ' 59,175 59.275 39,17 59.29 12,477 7,41 12.497 12.47 12.49 7.42 7.408 73,39 7,422 Budapest - . 73,41 73,55 3,053 73.53 Bnloarieu 3.047 3,047 3.053 Lissabon 18,85 18,89 18.87 18,91 Dan^a - . flonfLntat. 81,73 2,075 81.89 2,079 81.73 2,071 81.89 2.075 2ichen. . 5-465 3,475 5,465 5.475 Lauada 4,180 4.188 4,181 4,189 Uru not) i 136 ! 4144 4,156 4,164 Cairo . * 20,93 i 21,02 20,97 21,01 244 115 Berlin, 20. Avril Geld Bckei 4,225 1,2'45' 88,5 Belgiiche Noten ....... 58,40 58,64 89-75 Dänrlche Noten..... . « 112,13 112.62 20,455 20,525 FARBE RE 5 BEDEUTENDSTE CHEM.REINIGUNGSWERKE IN SUDDEUTSCHLAND HENZE wegen vollständiger Geschäftsaufgabe Bedeutend herabgesetzte L ÄLTER A.6 Preise! 1601 ü ie trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, Alten-Buscck, Watzenborn, Schönstadt, den 22. April 1929. 345 id Sinniere c hÜMVUiMS werd, tachgemäb u. preiswert gestimmt 11. revar- OöeriÄ Gieben.MoMTi Televbou 2403. Verkauf v. neuen 11. gebe. Klao. Am 16. d. M. ist in Schömberg im Schwarzwald meine liebe Frau Gertrud Thaer geb. Pasch nach einer Lungenoperation gestorben. Prof. Dr. Clemens Thaer. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Hinscheiden unseres Heben Entschlafenen Gemeindereshneri.ß.Geor^tein für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Kalb- henn, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Beuern, Wetzlar. Gernsheim a. Rh., 21. April 1929. 3574D MM versekt in Buchführung, aewissenbast und zuverlässig, iur hiesiges Bureau acs. Schr. Angebote um. 02458 a. d.Gteh.Anz. Wegen Aufgabe tu. 3-uhrwerke tutU ich 3 schwere Arbeitspferde verkaufen (3509D 1 7iäbr. Wallach, 1 Ojäbr. Wallach, 1 12jäbr. Stute, alle drei braun. Zu ersr. in der Ge- schailsst. des G. Anz. Eis- Schiffchen Tüten 237D Muscheln Böden 11 sw liefert preiswert Ernst Muth Gießen Ludwlgstraße 42 Fernruf 721. DARMSTADT Elisabethenstraße 34, Kirchenallee 88 TOTAL AUSVERKAUF Greifswald, April 1929. Die Beerdigung hat am 19. April in Schömberg stattgefunden 3M 2D Die Beerdigung des Hunt MM We« findet morgen Dienstag, nachmittags um 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Motorrad fiihrerscheinsrei Volkes Stimme ist entscheidend. 80000 haben DKW200ccm gekauft und freuen sich ihrer Wahl. 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Aut diesem Wege sprechen wir all denen, die uns beim Heimgang unseres lieben Entschlatenen in so reichem Mabe aufrichtige Teilnahme bewiesen haben, unseren herzlichsten Dank aus Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Hofmann geb. Kehler. uleßen (Bruchstr. 22), den 19. April 1929.