5rettag,22.März 1929 179. Jahrgang Nr. 69 Erster Blatt Annahme von Anzeigen für die lagcenummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Rc- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. tz.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den 2n- zeigenteU Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Felertags. Beilagen Die Illustrierte Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für2wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Lietzen. Postscheckkonto: granffurt am Main 11686. Siebener geiget General-Anzeiger für Oberhessen VnlS und Verlag: vrühl'sche Unlverfitätr-Vuch- und ZlemdruSerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulfttahe 7. um bei rs-Neu- unseres lleistun* günstige sorgen mg der Maehl ion. Es M be* [sreidien ? Oster* in. man 1929, egen Keine deutschen Vetteidiger vor französischenSesahungsgerichten Landau. 21. März. (priö.-Iel.) 3n der heutt- gen Sitzung des fronzöfifchen Militärgerichts Landau, in der gegen den kraft- n>aqenführer Stein aus Germersheim wegen oorfählicher Körperverletzung, begangen an einem französischen Oberfeldwebel, verhandelt wurde, teilte der Offizialverteidiger, ein fränkischer Offizier, den Antrag, das Gericht möge be- ichliehen, das der von dem Angeklagten gewühlte deutsche Verteidiger, Senatspräsident Dr. $ ü 6 r, als Verteidiger zugelassen werde. Der Präsident des Gerichtshofes erklärte, er habe ft r i k 1 c Weisung vom Kommandierenden General, keine deutschenverteidigcr mehr zu zu lassen. Der Mililarslaatsanwalt stellte den Gegenantrag, und das Gericht lehnte die Zulassung Dr' Führs als Verteidiger vor dem Militärgericht des französischen 32. Armeekorps in Landau mit dcr Bcgrünbung ab, das neue sranzösifche Militär- ftrafgesch vom 1. Januar 1929 gestatte nicht mehr, einen ausländischen Rechtsanwalt zuzulassen. Der Angeklagte erklärte, er werde zum Zeichen des Protestes gegen diese Maßnahme kein Wort zu seiner Verteidigung sagen und keine Frage des vorsil^nden beantworten. Das Gericht verurteilte Stein wegen fahrlässiger Körperverletzung, über den Antrag des Staatsanwalts hinausgehend, zu einem Monat Gefängnis und wegen „Flucht" zu «vetteren 45 lagen Gefängnis und 200 Francs Geldstrafe. Der Angeklagte hat sofort Revision beim Kassationsgericht in Main; eingelegt. Oie Umstellung der Landwirtschaft im hohen Vogelsberg. Ter Finanzausschuß verschiebt die Beschlußfassung. Darmstadt. 21. Marz. Der Finanz au«- schuh des Hessischen Landtages beriet zunächst Die Regierungsvorlage über die Um- Stellung der Landwirtschaft im hohen Vogelsberg. In dem umfangreichen Gesetzentwurf werden zunächst zur Anlage von Dauerwerden im oberen Vogelsberg sowie für Wiesen- ! Meliorationen, welche in Verbindung mit den Feldbereinigungen zunächst in 44 Gemeinden durchgeführt werden sollen, eine nicht -rückzahlbare Beihilfe von 100 000 Mark ange- : fordert, sowie für die Errichtung von Musterwirtschaften ein Kredit von 50 000 i Mark der durch Gewährung von unverzinslichen Darlehen an die Inhaber der Musterwirtschaften : Verwendung finden soll. Die Darlehen sollen in 15 Jahren zurückgezahlt werden, und spätestens im 5. Jahre nach der Hingabe soll mit der Tilgung begonnen werden. In der sehr ausführlichen Debatte wurde vom Bauernbund beantragt: „Der Staat übernimmt die Kosten für die Feldbereinigung lämtlicher Gemeinden, die bei der älmstellung der Landwirtschaft im Vogelsberg in Frage kommen, lotoie die Gesamtkosten zur Errichtung der Vieh- weiden in den einzelnen Gemeinden und die Kosten zur Verbesserung sämtlicher Wiesen in den fraglichen G.meinden." QI5g. Glaser (BböI beantragt, die gleichen Hilfsmahnahmen auch sür denOdenwald durchzuführen. Der Ausschuß beschloß, bei der Fülle der angeschnittenen Fragen die Vorlage bis nach O st e r n zurückzustellen, wo er sofort in die Wetter- beratung eintreten wird. Der Ausschuß genehmigte 400 000 Mark für Arbeitgeberdarlehen zur Errichtung von Beamtenmietwohnungen. Bei der beantragten Aende- rung des Finanzausgleichgesetzes Zwischen dem Staate und den Gemeinden wurde eine mehr redak- iionelle Aenderung des ersten Artikels vorgenommen. Im übrigen wurde die Vorlage plenarreif gemacht. Die Regierungsvorlage über das Gemeinde- u m I a g"e g e f e h wurde fertig beraten, nachdem Die Regierung bezüglich Der Filialsteuer einen neuen Vorschlag eingebracht hatte, und zwar wurde der Steuersatz wie folgt geregelt: „Die Steuer darf, gleichviel in welcher Höhe sie erhoben wird den Betrag von 100 v.H. der Gewerbesteuer nicht überschreiten." Oer Hessische Landtag stimmt dem Etat zu. Beratung des Gemcindcbeamtcngesctzes. Darmstadt, 21. März. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10.30 Uhr. Die Regierungsvorlage über die Errichtung eines L a n d e s kri - minalpolizeiamtes, wofür ein Mehr von 9380 Mark im Etat angefordert wird, wird gegen Bauernbund, Kommunisten und zwei Stimmen der Demokraten und der Deutschen Dolkspartei angenommen. — Die Vorlage über die Bekämpfung des Zigeunerunwesens wird gegen die Kommunisten in beiden Lesungen angenommen. Der Regierungsvorlage über die neue Haushaltsordnung wird in beiden Lesungen zu- gestimmt. — Das Jagd Paßgesetz wird ohne Debatte verabschiedet. — Der 2Ienberung des Gericht s k o st e n ge se tz e s dahin, daß Gerichts- kosten in Zukunft auch m Hessen durch Kosten- marken entrichtet werden können, wird zugcstimmt. — Die Abstimmungen über die gestern beratenen jktatskapitel werden nachgeholt. BRIICH essei andptä , TiSSO^ ■ * p!s,N «W ob U W- . £ Kt {*** M en . ■ % Ser Kampf um die Mssionsgeseffchasteu in Frankreich und feint Freunde würden nicht »ulassen, datz die Verfassung der Republik in Frage gesteUt werde. Minister deS Aeußeren. Briand, erNärte, er übernehme die Verantwortung für die Einbringung der Gesetzesbestimmungen, die schon in dem Finanzgesetz von 192S, also als Herriot noch als Llnterrrchtsminister dem Kabinett Poincars an- geHörte. entschieden gewesen seien. Dabei tam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Herriot und Vriand. als letzterer betonte. Herriot habe damals als Minister, wenn auch nicht ausdrücklich, diesem Statut zugestimmt, so daß er einem Communiquä für die Press«. daS im Ministerrat einstimmig angenommen worden sei und daS auf eine Lösung hinwies, seine Vewil- ligung nicht DorentI)alten habe. Vriand erflärtc. er sei durch Franzosen im Ausland« aus die Rützlichkeit der Tätigkeit der französischen Missionare aufmerksam gemacht worden, und die Verteidigung deS vorliegenden Gesetzentwurfes beeinträchtige seine laizistische Ueberzeugung in keiner Weise, zumal der Gesetzentwurf die Laien- grundsätze gar nicht anfasse. Dr. Schacht lommt erneut nach Vertin Rücksprache über die Höchstsumme. scheu übrig lasse. SS komme nicht nur darcmf an, aufnahmewillige, sondern auch aufnahmefähige Massen zu schaffen. Die breiten Kreise müßten dem guten Vuch nähergebracht werden. Die Freizügigkeit des Geistes dürfe indes nicht beschränkt werden, sonst würde nicht nur der Kultur, sondern auch dem Leser ein schlechter Dienst erwiesen werden. Dr Leo Weismantel, der über das Thema „Vuch und Volk" sprach, verwies darauf, daß es hier um das geistige Schicksal des deutschen Volkes gehe. Dr. h.c. Eugen Diebe- richs, der „Die KrisiS deS deutschen Büches" behandelte, bezeichnete u. a. die Bildung einer neuen geistigen Schicht als erforderlich. die alle Gruppen und Stände zu einem Willen ergreift und diesen Willen zur Oemein- samkeit ausbildet. — Walter v. Wolo, der über den „Weg de« Schriftstellers in unserer Beit“ sprach, beklagte u. a., daß daS deutsche Publikum, daS aus richttgem Erkennen heraus Dienst für die Zeit vom Schriftsteller verlange, leider das Aktuelle an einem Werk höher schätze als das Dichterische. Es sei nicht jeder Schriftsteller, der der Zeit diene, wertvoll. — Al- letzte Referentin behandelte Frau Professor Anna Siemsen. M. b.R., die Veziehungen de« Leser« -um Vuch. Abg. Dr. Vest (Volksrechtp.) schlleht sich dieser Ablehnung an. Abg. Schreiber (Sem.) tritt für den Entwurf ein, da er die Rechte der ^Beamten und der Gemeinden gerecht ausgleiche. Er ist erfreut über die Gleichstellung der männlichen und weiblichen Beamten. Abg. Ritzel (Soz.) erllärt, daß die hessischen Sozialdemokraten bereits 1920 eine Trennung der Reuregelung des Gemeindebeamtenrechtes von der allgemeinen Derwaltungsreform gefordert hätten. Er ist gegen Ortssatzungen, weil dadurch der Innenminister in die DesoldungLregelung ein* greifen könne. Die Gemeinden müßten auf tariflicher Grundlage nach der Staatsbesoldungsvrd- nung mit ihren Beamten einig werden. Die von der Deutschen Dolkspartei abgelehnten Schiedsgerichte würden von den Veamten selbst gefordert. Das Gesetz sei ein Verdienst der Regierung. Abg. Dr. Müller (Bauernbund) erblickt in dem Gesetz eine Einschränkung des letzten ©ejbft* verwaltungsrechtes der Gemeinden. Dir Befürchtungen über die Epruchpraxis der Schiedsgerichte würden durch die Stellungnahme des Hessischen Landgemeindetages und die schlimmen, Erfahrungen in Baden vollkommen gerechtfertigt. Wenn man den Staatsbeamten das gleiche Schiedsge» richtsverfahren ßubillige, werde da« Recht bei Berlin. 21. März. (WTD.) Am Vorabend des vom Reichsverband des Deutschen Schnft- tums und vom Börsenverein der Deutschen Buchhändler in Vorschlag gebrachten und vom Reichs- Minister des Innern genehmigten und unterstützten „Tages des Buches", der der Forderung des guten Buche« al« Kulturgut dienen soll, fand im Plenarsaal des Reichstage« unter dem Vorsitz de« Reichsministers de« Innern Severing eine vom Arbeitsausschuß veranstaltete Kundgebung statt, an der neben dem Reichskanzler, dem Reichsminister des Innern und dem ReichstagSvräsidenten zahlreiche Kunst- und Literaturfreunde teilnah- men. Vom Reichspräsidenten v. Hindenburg war ein Schreiben mit dem Wunsche zum Erfolg der Veranstaltung eingelaufen. Reichsminister Severing erklärte, daß die ersten Rufe nach dem guten Buch im Januar dieses Jahres ein freudiges und williges Echo im Reichsministerium gefunden hatten. Es wäre auf dem Gebiete der Dolkser- ziehung noch viel zu tun. Der Minister wandte sich im Verlauf feiner Ansprache gegen die Hebertreibung im Sport und die Verflachung in der Literatur und betonte, daß die Teilnahme der breiten Volksmassen an den Errungenschaften der Kultur noch zu wun- Der haushalt 1929 wird bann als Ganzes gegen Bauernbund, Deutschnationale, Volk-' rechtpartei, Deutsche Volkspartei und kommu- nisten in beiden Lesungen angenommen, ebenso das Finanzgesetz. Es folgt die erste Lesung des Gemeinde- bearntengesehes. t Abg. Dr. Riepoth (Dt.Vp.) halt die Beratung des vorliegenden Entwurfes zusammen mit der über die Verwaltungsreform für sachlich notwendig. Don den drei Hauptforderungen der Volkspartei in der Ausschußberatung, Schuh des Berufsbeamtentums. Schutz vor unberechtigter Entlassung und angemessene Besoldung, seien die ersten beiden erfüllt worden. Um eine den dienstlichen Anforderungen entsprechende und vor Mißbräuchen gesicherte Besoldungsregelung zu treffen, verlangt er den Erlaß einer Orts- sahung. Er sei grundsätzlich gegen die ein- gesührten Schiedsgerichte, denn sie widersprächen dem Gedanken des Berufsbeamtentums und könnten leicht zu einem Sperrgesetz werden. Der Innenminister habe bei der vorgesehenen Zusammensetzung der Schiedsgerichte die Möglichkeit. hinter den Kulissen auf die Ortssahungen und die Besoldungsverhältnisse in den einzelnen Gemeinden einzuwirken. Der Redner lehnt die Vorlage au« diesem Grunde ab. Landtage« auf DesoldungSfestsetzung abgeschnitten. Er lehnt die Vorlage ab. Abg. Schül (Zentr.) meint, der Instanzenzug zum Schiedsgerichtsverfahren lasse Befürchtungen nicht aufkommen. Ein genauer definierter Begriff .Beamter" sei wünschenswert. Innenminister Leuschner weist die Behauptungen des Abg. Dr. Riepoth zurück, daß der Entwurf auf Wahlversprechungen zurückgehe. Die Angriffe von der Rechten bewiesen, daß das Gesetz wahrscheinlich gut sei. Er bestreitet, daß das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden dadurch beschnitten werde. Baden habe nach anfänglichen Mißgriffen mit den Schiedsgerichten durchaus gute Erfahrungen gemacht. Bei den von den Oppositionsparteien geforderten Ortssahungen habe er als Innenminister ebenfalls das letzte Wort. , Abg. Dr. Riepoth (D.Dp.) stellt nachdrücklich fest, daß die Ablehnung seiner Fraktion nur auf der Richtannahme ihres grundsätzlichen Antrages auf Einführung von Ortssatzungen beruhe. Das Gesetz wird mit einigen Aenderungen gegenüber der Ausschuhsassung in erster Lesung gegen Bauernbund, Deutsche Dollspartei, Dolls- rechtpartei und Kommunisten angenommen. Die Regierung erhebt gegen die zweite Lesung Einspruch, die morgen erfolgen soll. Vriand für die Förderung der Auslandsmissionen. Widerstand der Radikalen in der Kammer. Pari«, 21. März. (WTD.) Die Kammer hat heute nachmittag die Beratung deS Gesetzentwurfes über die Zulassung von neun religio- sen Ordensgesellschaften fortgesetzt. Die Radikale Kammerfraktion hat beschlossen, ihre Zustimmung zu diesem Gesetzentwurf davon abhängig zu machen, daß die Regierung die Erklärung abgibt, daß das Mindestalter für den Eintritt in da« Roviziat auf später als das 16. Lebensjahr festgesetzt wird und daß die Laiengesetze von 1901 und 1904 für die im Ge- sehentwurf nicht genannten Ordensgesellschaften uneingeschränkt aufrecht erhalten bleiben. Sollte die Regierung diese Erklärung nicht abgeben, so werde die Partei geschlossen gegen den Entwurf stimmen. Herriot. der sich ausführlich mit der Geschichte der Missionstätigkeit in den einzelnen Ländern beschäftigte, betonte, daß er die Tätigkeit der Laienmissionen vorziehe. Er Oer „Tag des Buches". Eine Kundgebung in der Reichshauptstadt. - Reichminister Severing spricht über die Mission des Buches. Berlin, 21.März. (Priv.-Tel.) Reichsbankprasi- deut Dr. Schacht, der deutsche Hauptvertreter im Pariser Sachverständigenausschuß hat heute abend seine drocttQ Berliner Seife angetreten. In Poris rechnet man damit, daß Schacht bei seinem Berliner Aufenthalt in erster Linie sich mit der Regierung über die Höhe des deutschen An Gebots unterhalten wird. Wenn der Reichsbankprasi- dent dann wieder nach Paris zurückkehrt, durften die Derbandlungen in ihr entscheidendes Stadium treten. In den Abschiedsworten, mit denen die Pariser Presse Dr. Schacht begleitet, kommen erneut d>e Forderungen der Alliierten in einer Staffelung von 1,9 bis 2,7 Milliarden Mark zum Austrag. Es wird damit ein letzter Versuch gemacht, die französischen bzw. alliierten Höchstforderungen aufzustellen, ohne daß man sich ernstlich der Hoffnung hingibt, sie als eine brauchbare Grundlage für die Verhandlungen der nächsten Tage anzusehen. Wem mit derartigen Zahlenvorspiegelungen genutzl fein soll, ist allerdings nicht ersichtlich. Wenn Die französischen Forderungen mit den obengenannten Ziffern übereinstimmen würden, hätte c» gar keinen Zweck, daß Dr. Schacht über sie in Berlin berichtet. Das weiß man auch in Paris sehr gut Man weiß aber auch andererseits, daß die Franzosen ebenso wie die übrigen Alliierten in dem inoffiziellen Besprechungen bereits em ganz erheb liehe« Teil von ihren Maximalforderungen ab ge rückt sind. Die genauen Ziffern sind zur Stunde noch nicht bekannt, doch dürsten sie wesentlich n i e d r i g e r als die französische Preße angibt, sein. Frankreich und die Kirche. Die französische Kammer befaßt sich im Zusammen- Hang mit den viel umstrittenen Paragraphen 720 und 721 des Finanzgesetzes, die den religiösen Kongregationen wohltätigen Charakters die Rückgabe ihres Besitzes bringen sollen, seit einiger Zeit mit dem Problem der Stellung vom Staat zur Kirche. Diese Auseinandersetzungen sind auch für das Ausland von Interesse, einmal, weil sich darin weltpolitische Zusammenhänge spiegeln, die sicy aus dem Ausgleich zwischen Quirinal und Vatikan ergeben, und zweitens, weil sie stark in die elsässische Frage hinüberspielen. In die elsässische Frage deshalb, weil die Radikalsonalisten seit ihrem jüngsten Straßburger Parteitag energisch auf die Einführung der Laiengesetzgebung in Elsaß-Lothringen drücken und dabei auf den öffentlichen Widerspruch des Straßburger Bischofs Ruch und seine Unterstützung durch den Papst ge- stoßen sind, weil außerdem gerade diese Frage im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht, die unter der Oberfläche zwischen der französischen Regierung und dem Vatikan im Gange ist, um den politischen Nachteilen zu entgehen, die sich für die französische Regierung aus ihrer Isolierung gegenüber dem Heiligen Stuhl nach Abschluß des Verständigungspaktes und des Konkordats mit Italien ergeben könnten. Denn eine Wandlung der französischen Einstellung gegenüber der Kirche ist nicht erst in jüngster Zeit im Werden. Ein Vierteljahrhundert ist seit den Tren- nungsgesetzen Waldeck-Rousseaus und Combes' vergangen. In dieser langen Zeit und infolge der zwi- chenlicgenden historischen Ereignisse hat das Problem an Aktualität und Schärfe beträchtlich em- gebüßt. Es hat fick ein m o d u s v i v e n d i herausgebildet, der der Kirche in Frankreich ihre Wirksamkeit auch unter der Laiengesetzgebung gestattet, und es sind zahlreiche Bestrebungen aufgetaucht, um auf neuen Wegen und mit neuen Mitteln dem Katholizismus im Gebiet der „ältesten Tochter der Kirche" neue G e 11 u n g zu verschossen. Neokatholizismus, Gallikanismus, Neuthomismus und andere Bewegungen, di" den Charakter einer konfessionellen Erneuerung tragen, haben in Literatur, Kunst und öffentlichem Leben eine Rolle zu spielen begonnen. Sie werden nicht alle vom Vatikan gebilligt, so insbesondere nicht der kämpferische Gallikanismus, der sich um die Action Frangaise, um die Namen von Charles M a u r r a s und L6on Daudet gruppiert, eine Art eigener Landeskirche erstrebt und vom Heiligen Stuhl verurteilt worden ist. Aber eine Reaktion auf den übertriebenen Drang zur völligen Ausschaltung der religiösen Kräfte aus dem öffentlichen Leben ist deutlich spürbar, und der letztjährigc Wahlerfvlg der Christlichen Demokraten, einer Partei, die man am ersten mit unserem Zen- trum vergleichen könnte, bekundet das Uebergreifen dieser Bestrebungen auch aus das politische Gebiet. Diese Gruppe hat 25 Mandate gegen 14 im Jahre 1924 erreicht und sich mehr nach links orientiert, so auch ihrerseits betonend, daß die klassische französische Formel „Monarchie gleich Christentum" für die Erneuerungsoersuche des französischen Katholizismus ke i n e Geltung mehr besitzt. Don diesen geistigen und seelischen Strömungen bis zu politischen Konzessionen an einen gemäßigten und nationalen Klerikalismus war nur ein Schritt; er empfahl sich auch angesichts der großen Kultur- aufgaben, für die d i e f r a n z ö s i f ch e n M. sf i a ° n e n in der Levante und im f e r n e n D ft e n die wichtigsten Vorkämpfer sind. Der Ausgleich zwi- schen Papst und Mussolini, der diese Vorherrschaft der französischen Kultur zu gefährden droht und den Vatikan moralisch und politisch stärkt, war nur der letzte 21 n ft o 6 auf einer Entwicklungslinie, die schon vorher vorgezeichnet schien. Die Wiederzulas- (unq der Missionskongrcgationcn und die Berücksichtigung der elsässischen Wünsche auf Aufrechterhal- tung des Schul- und Kirchenwesens, als Gegen- (eiftung der Kirche dafür einAbrückenvonden Autonomisten dürften die Grundlagen sein, auf denen sich nach 25jährigem Kriegszustand ein A u s - gleich zwischen Staat und Kirche in Frankreich an- zubahnen scheint. ZumTove des Marschalls Fach Ehreugrab im Tom der Invaliden. Parts. 21. März. (WB.) Die sterbliche Hülle deS Marschalls Fach wird nach einem Beschluß de- Aabinettsrats, dem General Weygand beiwohnte. am Sonntag und in der Dacht auf Montag unter dem Triumphbogen neben dem Grabe deS unbekannten Soldaten aufgebahrt werden. Am Montag wird fie in die Gruft der Dotre-Dame- Kirche übergeführt. Die Dationaltrauerfeier findet Dienstagvormittag statt. Bei der Feier wird als einziger Ministerpräsident Poincar6 eine Rede halten. Anschließend daran werden die ster'..ichen Aeste des Marschalls im 3n» validen-Dom beigeseht wcr.en. Ministerpräsident Poincare wird, wie Havas meldet, heut« einen (Brief an Clemenceau richten, in dem dieser aufgefordert wird, den Deisehungs- feierlichkeiten beizuwohnen. Der Senat hat einen 300 000-Franks-Kredit für die Beisetzung bewilligt. Bei der französischen Regierung find im Laufe des heutigen Tages Beileidstelegramme eingegangen von König Georg von England, von dem König von Spanien, dem P r i n c e o f Wales, der englischen Regierung, der belgischen Regierung und vom belgischen Ministerpräsidenten Iaspar. König Albert von Belgien ist heute nachmittag in Paris eingetrvsfen. Er hat der Witwe des Marschalls Foch einen Kondolenzbesuch obgestattet und ist dann von dem Präsidenten vcr Republik empfangen worden. Er hat abends die Rückreise nach Brüssel angetreten. Der König von England wird zich bei den Bei- setzungsseierlichleitrn drrrch den Prinzen Georg vertreten lassen. — Die Morgenpresse widmet Marschall Foch seitenlange Dachruse. Kriegsminister P a i n l e v 6 huldigt in einem Armee- erlah den Taten des Verstorbenen. Sofort nach dem Dekanntwerüen des Todes begaben sich Poin- carS und Painlevs in die Wohnung des Marschalls, um den Angehörigen ihr Beileid auszudrücken. Der Verstorbene liegt in großer Uniform mit allen Ehrenzeichen geschmückt auf dem Totenbett. An dem Kopfende ist eine Fahne in den Farben aller alliierter Länder ausgespannt. In den Dochrufen der Zeitungen wird besonders die große Bescheidenbeit des Marschalls hervorge- yoben. Deutschland gegenüber habe er auch in der Nachkriegszeit seine unvcrsöhn jche Haltung beibehalten. In der Frage des linken Rheinufers habe er an der These festgehalten, daß die französische Sicherheit nur gewährleistet sei, wenn Frankreich die Rheinufer in Besitz hätte. Er sei nicht verstanden worden, fügt die französische nationalistische Presse hinzu. Der Berliner Berichterstatter des „Journal" teilt den französischen Lesern mit, daß die deutsche Presse dem Verstorbenen lange Kommentare widme. Hindenburg, Ludendorsf, Kluck und auch der ehemalige Kronprinz, an die er sich wegen einer kurzen Erklärung über Foch gewandt habe, hätten jede Aeußerung abgelehnt. Oie Hochzeitsfeier in Oslo. DieTraming des norwegischen Kronprinzen. Oslo, 21. Mörz. (WTB.) In der heutigen Mittagsstunde fand in der 1697 erbauten historischen Erlöserkirche zu Oslo die Traung des norwegischen Kronprinzen Olof mit der schwedischen Prinzessin Martha in Anwesenheit des norwegischen Königs und des schweoi,cyen Kronprinzenpaares statt. Der Zug des Brautpaares durch die Straßen der Stadt zur Kirche unter regster Beteiligung der ganzen Bevölkerung gab ein überaus festliches Bild. 3n der zum Schloß führenden Karl-Iohann-Stratze stand die schaulustige Bevölkerung Kopf an Kopf. Fenster, Dächer, Bäume und Laternenpfähle waren besetzt. 3m Hintergrund befindliche Personen suchten auf 'Bänken, Treppen und Automobilen einen Platz zu bekommen. Als Kronprinz Olaf zur Kirche fuhr, schwoll die Begeisterung zum Jubel an und steigerte sich noch, als die Braut vorüberfuhr. Die Zuschauer riesen Hurra und schwenkten die Taschentücher. Die Feier in der Kirche wurde durch den Radiosender verbreitet, im Freien aufgestellte Lautsprecher sorgten dafür, daß das Publikum der feierlichen Handlung folgen konnte. Das Ja des Kronprinzen und der Prinzessin Martha war klar und deutlich zu vernehmen. Unmittelbar darauf brachen die Massen in ein begeistertes Hurra aus. — Als die Hoch- zeitSfeierlichkeit vorbei war, ertönte von der Festung Akersbus doppelter Königssalut, zweimal 21 Schutz, und die Schiffe im Hafen ließen die Sirenen ertönen. Während der Fahrt des Brautpaares zum Schloß brach die Menge erneut in unbeschreiblichen Jubel aus. Deutscher Reichstag. Der Gaskrieg. — Beamtcnfragcn. Berlin. 21. März. Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des Genfer Protokolls wegen Verbotes des Gaskrieges. Als Berichterstatter des Auswärtigen Ausschusses empfiehlt Abg. Dr. Haas (D.) die vorbehaltlose Ratifizierung des Protokolls, damit auch Deutschland zeige, daß es den unmenschlichen Hiftgaskrieg verurteilt. In der Aussprache wendet sich Abg. E r i s p i e n (S.) gegen einen von den Rationalsoziaiisten eingebrach^en Antrag, für Einrichtung eines umfassenden G a S« und Luftschutzes einen ersten Teilbetrag von ?0 Millionen auszuwersen. Ein wirksamer Gas- und Luftschutz lasse sich für die Großstädte gar nicht durch führen. Er würde allein für Berlin einen Aufwand von 54 Milliarden er- ordern. Bei der heutigen Entwicklung der DaS- echnik sei es nicht einmal möglich, die Soldaten m Felde durch Masken gegen alle Gasarten zu "chützen. Rotwendig wäre eine ständige i n - .emotionale Kontrolle derjenigen 3 n - d u st r i e n , die für die Erzeugung von Giftgasen in Frage kontwen. Abg. Stoecker (K.) nennt daS Genfer Protokoll ein ganz wertloses Dokument, miv bestimmt zur Täuschung der Werktätigen Massen. Der Redner zeigt einen ihm heute aus Amerika zu- gegangenen Brief, der den o f f i z i e l l e n P o st - tcmpel träg.: „Amerikanische Burger vesucht die amerikanischen Hebungi» ager!" Das sei bezeichnend in der Heimat Kellogg« nach Unterzeichnung des Kellogg- Paktes. Die Kommunisten würden nur deswegen nicht dagegen stimmen, well sie sich nicht demagogischen Verdächtigungen au sehen wollten. Abg. Dr. Frick sNS.) bespricht den Antrag sei- ncr Freunde auf Gas- und Luftschutz. Der beste Schutz wäre freilich eine starke Luftflotte. Em parlamentarischer Abend beim Staatspräsidenten. Professor Petersen über die Erschließung neuer Wafferlraffquellen. WEN. D a r m st a d t, 21. März. Noch Abschluß der Etotsberatung im Hessischen Landtag hatte Staatspräsident Dr. Adelung führende Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Presse zu einem parlamentarischen Abend in die Räume des Staatsministeriums eingeladen. Im Mittelpunkt stand ein Vortrog von Professor Dr.-Ing. W. Petersen von der Technischen Hochschule in Darmstadt, einem Manne von Wellruf sowohl als Wissenschaftler wie als Wirtschaftler, über die letzten Erfolge der deutschen Elektrizitätswirtschaft. Er ging aus von der Gefahr einer Erschöpfung der deutschen Braun- kohlenlager — Braunkohle ist ein wertvoller Rohstoff der chemischen Industrie für die Denzingewin- nung — und verlangte die Erschließung neuer Wasserkraftquellen. Aus diesem Grunde wende auch die deutsche Elektrizitätswirtschaft in zunehmendem Maße ihr Interesse den Alpen-Wasserkräften zu. Rach dem neuen Grundgedanken der Ausnutzung von Wasserkräften, der namentlich bei dem Tauernprojekt in klarster Form ausgearbeitet worden ist, wird ein Flußsystem und ein Gebirgssystem als einheitliches Energie- Wirtschaftsgebiet durchgearbeitet. Vorhandene Wasserkräfte im alten Sinne, die man als Zufallsergebnisse bezeichnen könne, würden kaum beachtet. Die Wasiersumme und die Wasserführung würden so ausgeblldet, daß das Höch ft maß an Leistung hcrousgewirtschaftet werden könne. Der Redner gab dann einen Einblick in das außerordentlich inter- essante Tauernprojekt, bei dem die gesamten Wasser des Tauerngebietes im Hangkonal, der bis zur Höhe von 2300 Meter reiche, gesammelt und dem Zubringerkanal zugcführt werden, der sie den großen Sperren des Mooser- und Tauernmoosbodens, die untereinander durch Stollen verbunden sind, zuführt. Ihre Meereshöhe ist 2060 Meter. Die Gesamtleistung wird in drei Kraftwerken erzeugt. In den drei Werken mit einer Gesamlleistung von 1,5 Millionen Kilowattstunden wird eine Jahresleistung von 6,6 Milliarden Kilowattstunden erzeugt. Um diese Leistung in einem modernen Dampfkraftwerk zu vollbringen, wären 4 Millionen Tonnen bester Steinkohle nötig. Diese gigantischen Ausmaße ließen erhoffen, daß die Erzeugungskosten je Kilowattstunde weit unterhalb der von Dampfkraftwerken liegen. Die Möglichkeit, derartig große Werke hin- zuftellen, ist erst seit kurzer Zeit gegeben, denn nur mit Spannungen von 220000 bis 300 000 Volt lassen sich Leistungen der genannten Höhe wirt- schafllich nach ganz Deutschland befördern. Eine Verkuppelung mit bestehenden Dampfkraftwerken läßt sich auch nur bei derartig hohen Spannungen durchführen. 300 amerikanische Bergenie bei einer Gmbenexp'.osion verschüttet. Parnass us (Pennsylvania), 21.Mörz. (IDB.) Durch eine Explosion in Valleycamp im Bergwerk der dortigen kohlenkompagnie wurden dreihundert Verglente verschüttet. Die Explosion erfolgte, kurz nachdem die Tagecschicht ein- gefahren war. Aus den benachbarten Städten wurden Rettungsmannschaften herbeigerufen. Die Explosion wurde um 7.45 Uhr früh wahrgenommen. Gewaltige Flammen schlugen aus dem Bergwerks- schachl heraus, und die ihnen folgenden Rauchwolken hüllten die ganze Umgebung ein. Die Ret- (ungsarbeifen wurden sofort in Angriff genommen. Rach einer bisher noch unbestätigten Meldung wurden eineinhalb Stunden nach der Explosion fünf Leichen geborgen. von den Bergleuten, die sich zur Zeit der Explosion in der Kinloch-Grube der Valleycamp-Kohlen- gesellschaft unter läge befanden, waren bis ein Uhr nachmittags 170 Grubenarbeiter gruppenweise unter Benutzung eines Rotouegangs, der acht Kilometer von dem haupleingang entfernt liegt, herausgekommen. Die Explosion erfolgte mit ungeheurer Gewalt, zertrümmerte das Fördergestell des Schachtes und sämtliche Fensterscheiben In weitem Umkreise. Rach der Exolosion schossen aus dem Hauptschacht hundert Meter hohe Flammen empor. Die Bergwerksgesellschaft ist nicht in der Lage, die genaue Zahl der eingefahrenen Arbeiter anzugeben. Gewöhnlich werden auf der Grube 392 Mann beschäftigt: man nimmt jedoch an, daß heute nur 275 bis 300 Arbeiter eingefahren waren. Vie Explosion ist, wie festgestellt wurde, bei der Explosion von Gasen durch Sprühfunken entstanden, die dadurch erzeugt wurden, daß ein wagen einen steilen Abhang hinunlerstürzte. Viele der Geretteten leiden an schwerer Gasvergiftung. Das Rettungswerk am Haupteingang erweist sich als außerordenl- lich schwierig, da, wie die Rellungsarbeiler berichten, die JIammen noch immer am Grubenelngang wüten und die Grube von giftigen Gafen erfüllt ist. 3n der Rahe des hanpleingangs wurden von den Rettungsmannschaften zwei Leichen gesehen, es erwies sich jedoch als unmöglich, fle zu bergen. Einer der geretteten Arbeiter erklärte, daß die Explosion unter den eingefahrenen Bergleuten eine Panik heroorrief und sich viele der Arbeiter nach dem Innern der Grube zu retten versuchten, während er selbst umherirrte, sand er die Leiche eines Areundes, sah jedoch keine welkeren Leichen. Als er den Ausgang erreichte, strömte eiskaltes Wasser durch die Grube, das ihm fastbisznm K i n n reichte. Der haupteingaug der Grube wird von .Trauen und Kindern umlagert, es spielen sich ergreifende Szenen ab. Mit dem pazifistischen Dusel des Abg. Crispicn sei nichts gegen feindliche Ueberfälle zu machen. Abg. Dr. Bredt (Wp.l weist darauf hin, daß schon vor dem Kriege die Anwendung von Giftgas völkerrechtlich verurteilt wurde, und daß nach dem Versailler Vertrag die Herstellung von Giftgas in Deutschland schon verboten sei. 5jas jetzt erstrebte internationale Verbot des Giftgaskrieges müsse eigenartig anmuten, nachdem durch den Kellogg- pakt der Krieg überhaupt schon verboten fei. Als 1925 der deutsche Delegierte Graf Bernstorfs in der Abruftungskommission ein Verbot des Giftgaskrieges anregte, habe Lord Cecil mit einem gewissen Recht erwidert, wenn überhaupt ein neuer Krieg nicht zu verhindern sei, dann werde sich auch die Anwendung chemischer Kriegsmittel nicht verhindern lassen. Abg. Dr. K ü l z (Dem.) bezeichnet gleichfalls einen wirklichen Gasschutz als unmöglich. Um so not- wendiger sei eine internationale Aechtung der unmenschlichen Giftgaskampfmethode. Der Redner be- tont, daß Sowjetrußland in Samara Giftgas- fabrifen habe. Die Vorlage wird hierauf gegen die Deutschnationalen, die Nationalsozialisten und Christtich-Natio- nalen in dritter Beratung angenommen. Der gestern von den Kommunisten eingebrachte Mißtrauensantrag gegen den Reichsfinanzmini st er wird ab gelehnt. Dafür stimmten neben den Antragstellern auch die Deutfchnationalen und Rationalsozialisten. Die Wirtschaftspartei enthielt sich der Abstimmung. Bei der Beratung über die Haushaltsrechnung 1927 beantragt Abg. Frick (Rat.-Soz.), die Etatsüberschreitungen bei der Ausstattung von Ministerwohnungen nicht zu genehmigen. Der frühere Reichsfinanzminister Dr. Köhler habe sich bei der Ausstattung seiner Dienstwohnung nicht mit den etatmäßigen 50 000 Wk. begnügt, sondern noch darüber hinaus 45 000 Wk. verbraucht. Köhler bewohne nach tote vor feine Dienstwohnung, obwohl er jetzt nicht mehr Minister, sondern Privatmann sei. Solche Mißbräuche habe auch der ZentrumsaLgeordnete Dr. Wirth in seiner Zeitschrift „Deutsche Republik" verurteilt. — Der nationalsozialistische Antrag wird gegen die Antragsteller und die Kommunisten abgelehnt, die Haushaltsrechnung genehmigt. Es folgte die zweite Beratung der vom Zentrum bei der Beratung des Rachtragsetats eingebrachten Vorlage über die Kündigungsmöglichkeit bei weiblichen Beamten. Der Haushaltsausschuß beantragt, an Stelle des ZentrumsentwurfS gu beschließen, daß denjenigen Reichsbeamtinnen, die wegen Verheiratung aus dem Reichsdienst freiwillig ausscheiden, für den Verzicht auf verdiente Pen- sionSansprüche im Verwaltungswege eine Abfindungssumme in demselben 'Ausmaß zu- gcbilligt wird, wie sie bisher auf Grund Der Personalabäauverordnang gewährt Worten ist. Dazu empfiehlt der Ausschuß eine Entschließung, m der die Regierung ersucht wird, die Dienst- unb. Rechtsverhältnisse für die verheiratete De- amtia möglichst bald durch eine reichsgesetzliche Regelung zu ordnen. Ein vom Zentrum, der Bayerischen Volkspartei, der Deutschen Volks- Partei, der Wirtschaftspartei und den Deutsch- nationalen eingebrachter AenderungSantrag will die Bestimmung der Personalabbauverordnung, die sonst am 31. März d. 3. ablaufen würde, noch bis zum 31. März 1930 in Geltung lassen. Dieser Antrag wird in namentlicher Abstimmung mit 196 gegen 189 Stimmen angenom me n. Präsident Lobe stellt fest, daß die Zweidrittelmehrheit für diesen Antrag, der eine Verfassungsänderung bedeuten würde, nicht erreicht, der Antrag also abgelehnt sei. Abg. Frau Weber (Zentr.) erklärt, die Parteien, die in der vorhergehenden Abstimmung mit ja gestimmt haben, würden nunmehr gegen den Antrag des Ausschusses stimmen, weil er den (Beamtinnen keine Rechtssicherung bringe. Die einfache Abstimmung über den Aus- schußantrag bleibt zunächst zweifelhaft, da auch auf der rechten Seite verschiedene Abgeordnete, vor allem Frauen, für den Ausschußantrag stimmen. Der Hammelsprung ergibt die Ablehnung des AusfchußantrageS mit 182 gegen 177 Stimmen. Präsident Lobe schließt die Sitzung mit Öfter- glückwünschen für die Abgeordneten. Aus aller Welt. Bruno Waller bleibt Die neu eingeleiteten Verhandlungen zwischen Generalmusikdirektor Bruno Walter und der Generalintendantur der Berliner Opern, haben so ausgezeichnete Fortschritte gemacht, daß noch vor Ende dieser Woche mit dem Abschluß eines neuen Vertrages zu rechnen ist, der Bruno Walter auf mehrere Jahre an die Berliner Opernhäuser binden wird. lieber 100 Todesopfer bei einem Kinobrand in Rußland. In dem Dorfe Igolkino im Gouvernement Wladimir brach in dem Raume eines Holzgebäudes, in dem eine Kinoaufführung stattfand, infolge Entzündung eines FUmstreifens ein Brand aus, der das ganze Gebäude erfaßte. 114 Personen kamen bei der Katastrophe ums Leben, während 17 Personen mit Brandwunden davon kamen. Das Holzgebäude hatte nur einen Ausgang. 2H1t gemahlenem Glas vergiftet. Am 23. Februar erkrankten der Sekundärarzt des Kuttenberger Krankenhauses (Böhmen) Dr. Konstantin Aianasowttsch Chymbalow und der zweite Assistenzarzt Dr. Johann Kral unter ge- heunnisvollen Umstanden. Der Erstgenannte starb nach zweitägiger Krankheit, der -weite wurde nach längerem Krankenlager wieder her» gestellt. Rach dem Tode Dr. ChtzmbalowS tauchten Gerüchte auf, daß hier Mord und Mordversuch vorlägen. Die gerichtliche Untersuchung ergab jedoch kein positivrs Resultat. Die ursprüngliche Diagnose, die als Todesursache bei Dr. Chymbalow Fleischvergiftung feststellte, wurde mm durch die mikroskopische Llntersuchung OvonteniGs o netter. 3 narb oedetit. a woftip. e oedecii eReotU) Schnee ^Oraupün »Hebel KOt wit'.tr,(g) windstifte.«O- massiger sodsuoweu ih MOrmotiie» ■ *OTdWe5* t>le neue fliegen mn dem winde. Die dooct stationee stehenden Ze»- len geben die Temperatui an. Die Urnen verbinden Orte ett dteKbeax Ouf meercstweau orooerechnete» Luftdruck Wettervoraussage. Die Luftdruckverteilung hat sich seit gestern lainn geändert. Das atlantische Tief ist stationär geblieben. Die noch gestern abend in fast ganz England reichlich auftretenden Niederschläge haben heute morgen zum Teil wieder nachgelassen. Zn unserem Gebiet wird das Tief zunächst nur Bewölkung und Ncbelbildung verursachen. Niederschläge werden vorläufig kaum, höchstens in ganz geringem Maße, auftreten. Da durch die Wolkendecke tagsüber die Sonneneinstrahlung nicht mehr so zur Geltung kommt und auch die nächtliche Ausstrahlung unterbunden wird, so werden sich die Temperaturen zwischen Tag und Nacht noch mehr ausglcichen. Wettervoraussage für Samstag. Rebliges, wolkiges Wetter, Temperaturen zwischen Tag und Rächt sich noch mehr ausgleichend, meist trocken. Wettervoraussage für Sonntag. Keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 21. März: mittags 14,9 Grad Celsius, abends 5,6 Grad Celsius; am 22. März: morgens 3,6 Grad Celsius. Maximum 15 Grad Cel- ius. Minimum 1,7 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Marz: abends 6,1 Grad Celsius; am 22. März: morgens 0,8 Grad Celsius» —5 Sonnenscheindauer 5% Stimden. 1 der Eingeweide des Verstorbenen widerlegt. Sie förderte den in der Kriminalgeschichte wohl einzig dastehenden Fall zutage, daß in die Speisen des Arz'es feingemahlenes Glas gemengt worden war. Heute wurden In Kuttenberg nach langem Verhör zweiKrankenhausdiener verhaftet, auf deren Arbeitsmänteln Glas- splitter vorgefunden worden waren. Lin beschlagnahmtes Saisermanufkript freigegeben. Dor hitAcm war bei einem Berliner Kunst- und Auktwnshaus daS Originalmanuskript eines Entwurfes des ehemaligen Kaisers „Aufruf an mein Volk" aus dem Jahre 1917, der aber später nicht veröffentlicht worben war, sowie ein Originalbrief des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg beschlagnahmt worden. Die Originalhandschriften waren der Kunsthandlung von einem Privatmann zur Versteigerung übergeben worden. Die Slaatsanwaltsc^rft hatte ein Ermittlungsverfahren darüber eingelettet, ob diese Handschriften durch Diebstahl oder auf andere unredliche Weise in Privat» besitz gelangt seien. Das Verfahren ist nunmehr zur Einstellung gebracht worden, da strafbare Handlungen nicht festgestellt werden konnten. Die Dokumente wurden freigegeben. lieber hundert Schreibmaschinen verschwunden Bei der Remington-Schreibmaschinen-G. m. b. H. in der Berliner Friedrich-Straße entdeckte man jetzt Veruntreuungen, die sich über anderthalb Jahre hinziehen. Cs wurden Maschinen in Reparatur gegeben, deren früherer Verkauf in den Büchern nicht verzeichnet war. Das gab Veranlassung zu einer Generalrevision, und dabei kam ans Licht, daß wett über hundert Maschinen daS Lager verlassen hatten, ohne daß ihr Verkauf verzeichnet worden ist. Der Täter muß Helfershelfer gehabt haben, denn die Maschinen sind nach dem ErgebmS der bisherigen Ermittlungen über das ganze Reich verkauft worden. Ein mexikanischer Rebellen- führer standrechtlich erschaffen. Der Kampf geht Weiler. Mexiko, 21. März. (WB.) Der Rebellen- führer General Jesus A g u i r r e ist heute in La Magras im Staate Vera Cruz standrechtlich erschossen worden. Aguirre war gestern mit seinen Begleitern nach einem Gefecht, bei dem zwei Offiziere der Rebellen den Tod fanden, gefangengenommen worden. Dundesflieger berichten, daß die Aufständischen unter dem General Escobar. die Torreon und Escalvn räumten, anscheinend ihren Rückzug in Richtung auf die Stadt Chihuahua fvrtfetzen. General Escobar soll den Plan haben, die Armee Calles weiter nordwärts in das Aufstandsgebiet zu locken, um dann eine Gegenoffensive zu unternehmen. Offiziere der Aufständischen deuteten an, Cscobars Rückzug stelle einen Teil deS Planes dar, die 'DundeSarmee in eine Falle zu loden. Die Dundestruppen würden im Rücken durch aufständische Truppen auS den Staaten Dayartt, Guanajuato, Michoacan, Zacatecas und IaliSco bedroht. Die Armee Calles sei durch die Kriegs- list der Aufständischen isoliert. General Escobar meldete, feine Streitkräfte hätten die Eisenbahn besetzt und die Telegraphenlinlen durchschnitten, wodurch die Verbindung der Bundestruppen mit ihrer Operationsbasis zerstört sei. Die Wetterlage. ■Mit GL 17 Ponnerstag, d.21./Wz 1929.7* abds. 11 Lün, nuie Y 9 wrt rcnigtf 2 pulten. ■*& >aben.vel ür die D teil von 0 werten '4 ,U.rW,! «halfen- i er E "ad M «gleitet do .« gl-i»-" -al M. ’ .Miselhosi iidW -je Anteil' «Seihen la Rflung, st hid seins Diele 61 :nd die D MgSschicht M tragen, eil« der Kundgebur raren üb! Demi feier vir alle vochen, an rüttelt Mc cndernsalls Notständen rnd die ösf In dieser dr Delenr entfaltet V hiltuxboliti' tonten Hm Länder« u; öändc. Set (imnütta al liefet Lol Universität ietflen, wen und zu sch Sine D üefefaal i durch Obe öffnet toe hohe Kult scheu 2ucf In den an unsere *168 F sii firn a f zu einet Adar La, erläge. Unsere ohrtc SCHUHHAUS‘ W2268 Jedes Kind erhält einen Luftballon! Verkauf in 2 Stock werken 28I5A Eiseabalin-Fahrliarten 2623V 2firQA Versäumen Sie nicht unsere 8 Schaaf enste- zu sehen Krankenhaus Krebses und Krebskranken s Ser» Das Haus tn# der groben Auswahl und den günstigen Preisen kam ans i«r Mellen- licherschchn. ht Weiter. D2.) Der Rebellen, guirre ist beute in Eruz standrecht. . Aguirre war gestern ch einem Gefecht, bei »eilen den Tod fanden, worden. )ah die Aufständischen ' a r, die Torreon und rnd chren Rückzug in chuahua fortsetzen. Ge. Ion haben, die Arme n daS Aufstandsgebiet egenosiensive zu unter, lufständifchen deuteten • einen Teil des Planes eine Falle zu loden. n im Rücken durch auf- den Elasten Aatzarü, ZacatecaS und Ialiscv s sei durch die JW' •fiert General Escobor jöttai die Gisenbahn nlinkn durWnÜ/m, i Dundestruhyen wt mit besonderem Dachvruck an viesenigen gerietet werden, die in diesen Tagen die Schule verlassen. Am SamStag findet in der Neuen Aula der Universität eine Fe st Veranstaltung statt. Vertreter der Behörden werden Begrüßungs- ansprachen halten. Oberspielleiter T a n n e r t vom Stadttheater wird einen von Alfred Dock verfaßten Prolog sprechen. Mitglieder deS Musik- korps unseres Reichswehrbataillons werden durch Musikvorträgc die Feier umrahmen. Borries von Münchhausen, der deutsche Lyriker und Balladendichter, spricht über den Tag deS Buches und liest aus seinen Liedern und Balladen. Münchhausen, der ein unermüdlicher Dorkämpser für die Pflege und Förderung deutschen Kulturgutes genannt werden kann und der unter den deutschen Lyrikern der Gegenwart eine besondere Stellung einnimmt, ist somit, wie nur wenige, berufen, als Vertreter unseres zeitgenössischen Schrifttums am Tage des Buches zu sprechen. So kann und wird auch unserer Bürgerschaft der Tag deS Buches ein Tag der Selbstbesinnung und der Mahnung sein, damit nach den geistigen und materiellen Umwälzungen der Nachkriegszeit das Buch als Kulturvermittler nicht vergessen wird. Zentrale für Krebsforschung in Gießen. wie wir erfahren, wird in den nächsten Tagen in Gießen in Angliederung an die Canbeeuni- oersitäl eine Zentrale für Krebsforschung errichtet werden. Es ist vorgesehen, ein nubet 6a8 aanzr Vertreter nut etngeführl, für Welloavve v. Well' vavvkarionö van leistimgSM. ftabttf gesucht. Anfleb. erb. u. K. D. 6918 an Rudolf 9)1 offc, Köln a. Rb. 2633V Zohannis- beerwein eingetroffen. 250D aufsllhrung von Mitgliedern der Wiesbadener Oper vorgesehen. Fragmente aus Richard Wagners Weihefestspiel »Parsisak" werden zu Gehör gebracht. Meile im neuen MM! Nur eigenhändiger und vollständiger Eintrag in die Haus- und Firmenlisten schützt vor den peinlichen Nachteilen mangelhafter Aufnahme in dem wichtigen Nachschlage, werk ober vor gänzlicher Ausschaltung. Die Sicherheit richtiger Einträge in die Liften kann von den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern wesentlich gefördert werden durch die Überwachung ordnungrmähigen Umlaufs der Listen, Überprüfung der Ein, träge, sowie rechtzeitige Bereitstellung zur Abholung durch die Polizeibeamten. Wem die H iusliste nicht vorgelegt wurde, oder wer die Firmenliste nicht erhalten hat, wolle seine Rechte wahren durch Meldung beim Adretzbuchverlag, Schulstratze Nr. 7, oder durch Anruf mit Fernsprecher Nr. 51, der Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen und des Bühnenvereins für Anfänger im Bühncnberuf macht darauf aufmerksam, daß die Prüfungen zur Erlangung eines Befähigungsnachweises für_ Anfänger im Schauspiel am 14. April und für Anfänger der Oper und Operette am 21. April am Schauspiel' Haus Franksurt a. M. stattfinden. *• Städtische Brennholzversteig«- rung. Bei der gestrigen Brennholzvcrstcigeruug aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bez. deS Försters Geisel, wurden bei großer Nachfrage gute Preise erzielt Hainbuchenscheiter 17 Mk., Eichenscheiter 13,00, Kiefernscheiter 15,60, Hainbuchenknüppel 14,00, Eichenknüppel 9,53. Kiefern- knüppel 14,00, Erlenknüppel 8,50, Eichenstöcke 6,50, Kiesernstöcke 9,00 Mk. per Raummeter; Buchenreisig 30,00, Eichenreisig 17,00, Fichten- reisig 12,00 Mk. je 100 Wellen. Hat jemand Rheuma ®Wjt ISchia». eiiebemt6en fceittridraft, Nerven- ober LrkülwnEmerreu. «rem- o. GeitenfttmctKX dann nur Elektricum die schnell schmerrbetretenbe Stnretbans von triftig dvrchareifeaber Wirkung, die schon vielen Ville brachte. Seit 36 Jahren bewährt. Flasche Ml 1.25, L- unb 15a tu Svotbeken nah Droaerien erüLMich. Bestimmt au haben uet Otto Wiuterdoff. Drogerte. 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Aus dem Stadttheaterbureou wird und geschrieben: Die heutige Vorstellung „Der Mustergatte" beginnt um 20 Uhr. — Am Palmsonntag wird Tolstois „Unb das Licht scheinet in der Finsternis" einmalig wiederholt. Die Intendanz hat diese ernste Dichtung als besonders geeignet für den Sonntag vor Ostern festgelegt. Regie: Oberspielleiter Hans T a n n e r t. Die Vorstellung geht zu ermäßigten Preisen um 18.30 Uhr in Szene (Fremdenvorstellung). Die Besetzung ist die gleiche, wie bei der Erstaufführung: Awan:w'tsch: Ebcrt-^rassow, Iwanowna: Fuhrmann, Doris: Arzdorf. — Dienstag, den 26. Marz, wird Bernard Shaws „Cäsar und Cleopatra" das drittemal wiederholt. — Gründonnerstag wird das Drama „Hoffnung auf Segen" von Heyermans (Gastspiel Auguste Prasch-Grevenberg) das letztemal gegeben. Für Karfreitig ist eine geistliche Musik- ** Die zehn ersten Gewinne der Gießener Pferdemarkt-Lotterie fielen der Reihe nach aus folgende Nummern: 7444, 44, 14 999, 1942, 3547, 8400, 2385, 8521, 10 643, la Epeise- karioffeln bandverlelen.in nur bester Qualität, empfiehlt 2094 D Hch. Drechsler -teinltrahe 73 Telephon 1581 Bestellungen für Saatkartoffeln tn den beliebtesten ertragreichsten Sor en werden entgegen- genommen. 1„ 2. und 3. Klasse. Fahrscheinhefte, Schlafwagen- und Platzkarten, Sonntagskarten. Alles zu Origlnal-Bahnpreisen. Hamburg Amerika Linie (Heben Reisebüro Loeb, Selteriwei 93 (RrrbiüstiienhTelepM 197 Aus der Provinzialhauptstakst. Gießen, den 22. März 1929. Zum ^Tag des Buches^. Don Or. Otto Henning. Dienst am Buche ist Dienst am Volle. Treffend und eindringlich sagen uns diese wenigen Worte, um was es geht, wenn wir heute, am Todestage Goethes, zum ersten Male in Deutschland den „Tag des D u ch e S" verunstalten: Dienst an unserem Volke, an seiner Seele und an seinem Geiste, Dckenntttis zu einem her wichtigsten Lebens- und Kultursaktoren eines Bottes. Wir Deutsche sind nicht die ersten, die erkannt haben, welche Fülle des Segens für den einzelnen, ür die Volksgemeinschaft und für die Menschheit von dem 'Buche ausgeht. Solche „Buchtage" ixrden schon seit langem in Spanien — am Geburtstage Cervantes — und auch in Italien ab- ^ehcrlten. Aber das deutsche Doll hat als Voll |)er Dichter und Dritter eine besondere Pflicht, einem kostbaren Buch- und Kulturschatz einen Tag des Bekenntnisses zu widmen. Wohl nichts >2gleitet das menschliche Leben so und übt darauf *)it gleichen tiefgehenden Wirkungen aus, wie jad Buch. Die ganze Kulturentwicllung ist un» -weifelhast mit ihm verbunden. Das Buch ist Md sichtbare Zeichen der Kultur eines Volkes. Die Anteilnahme, die ein Voll seinem Buch an- . gedeihen läßt, ist nicht nur eine beliebige Lebens- regung, sondern der deutlich erkennbare Aus- drutt seines Kulturwillens! (Diese Erkenntnis gibt uns die Veranlassung und die Notwendigkeit, in die weitesten Bevölke- mngsschichten das Bekenntnis zum Buche jii tragen. Darum ist auch der „Tag des Buches" aus der Reihe aller anderen Ereignisse und Kundgebungen herauszuheben und nicht mit anderen üblichen Veranlassungen zu vergleichen. Denn seien wir offen genug, einzugestehen, daß Itoir alle Jahre an Gedenktagen und Werbe- vvchen, an Aufrufen und Sammlungen ein gerüttelt Maß haben. Was könnte uns also andernsalls berechtigen, unter den allgemeinen Notständen einen noch besonders zu benennen und die öffentliche Anteilnahme zu beanspruchen? 3n diesem Sinne aber ist der Tag des Buches alle Bekenntnistag notwendig, und seine Veranstalter haben ihn darauf einzurichten, daß die kulturpolitische Bedeutung des Buches in ihrem ganzen Umfange vor aller Augen tritt. Reichs-, Länder- und Gemeindebehörden, Stände, Ver- । bände, Gesellschaften und Institute haben sich einmütig aid Träger und Förderer in den Dienst । dieser Volkskundgebung gestellt. Auch unsere ' Universitätsstadt Giehen darf und wird nicht । khlen, wenn es gilt, d eutsches Kulturgut zu ehren 1 und zu schützen. Eilte Buchattsst ellung wird im groben Lesesaal der Universitätsbibliothek heute früh 1 durch Oberbibliothekar Prof. Dr. Fritzsche er- i öffnet werden und im reichen Ausmaße die l hohe Kultur und Leistungsfähigkeit unseres deut- schen Buchwesens bekunden. 3n den Schulen wird der Mahnruf zum Bud) an unsere Schuljugend ergehen, und vor allem ** Wieder ein D e r k e h r s u n f a l l in der Südonlage. Ein Zusammenstoß zwischen einem Kroftradlcr und einem Auto und im Anschluß daran eine Karambolage zweier Autos ereignete sich gestern nachmittag gegen >54 Uhr an der Straßenkreuzung Südanlage-Goethestraße-Iohannesstraße. Dort kam ein Gießener Auto von der oberen Goethestraße her in der Richtung nach dem Sellersweg gefahren, während der Motorradler von der alten Bürgermeisterei her die Südanlage entlang fuhr. An der obengenannten Straßenkreuzung rannte der Motorradler gegen das rechte Hinterrad des Gießener Kraftwagens, dessen Lenker dadurch anscheinend die Gewalt über das Gefährt verlor und nun seinerseits einen in der Iohannesstrahe auf der rechten Straßenseite stehenden Kraftwagen anfuhr. Durch diesen Zusammenprall wurden beide Autos erheblich beschädtgt, das Gießener so stark, daß es abgeschleppt werden mußte. Der Motorradler fiel bei dem Anfahren des Gießener Kraftwagens über sein Motorrad hinweg ^und schlug so stark auf die Straße auf, daß er kurze Zeit bewußtlos liegen blieb. Nach der Chirurgischen Klinik verbracht, konnte dort erfreulicherweise festgestellt werden, daß die Verletzungen des Verunglückten zum Glück nur leichter Art sind. Das Motorrad wurde stark beschädigt. Heber die Schuldfrage ist gegenwärtig die behördliche Untersuchung noch im Gange. •* Feuer in der Werkstätte desTier- s e u ch e n i n st i t u t s. Am Mit wcch?.b:nd, kurz vor 6 Uhr, wurde die Feuerwache nach dem Tierseucheninstitut in der Frankfurter Straße gerufen, wo in der mechanischen Werkstätte im Erdgeschoß des Hauses ein Brand ausgebrochen war. Die Feuerwehr bekämpfte die Flammen aus zwei Schlauchleitungen mit dem Erfolge, dah gegen 7 Uhr alle Gefahr beseitigt war. Sn der Werkstatt ist durch den Brand einiges Gerät beschädigt worden, jedoch ist der Umfang des Schadens nicht allzugroh. Der Keller des Gebäudes war in starker Weise verqualmt. Ueber die Entstehungsursache des Brandes ist bis jetzt noch nichts genaues bekannt. "DonderWohnungsbautütigkeitin Gießen. Die Arbeiten an dem großen „Hegemag"« Bauvorhaben (Hessische gemeinnützige Aktiengesellschaft für kleine Wohnungen) in Gießen auf dem Gelände zwischen der Licher und Friedensstraße und Am Kugelberg sind mit dem Eintreten des Früh- lingswctters wieder ausgenommen. Es handelt sich bekanntlich um den Dau eines Wohnblocks, welcher insgesamt 45 Dreizimmerwohnungen umfaßt. Bezugsfertig werden die mit allem neuzeitlichen Zubehör ausgestatteten Wohnungen im Spätsommer dieses Jahres. *e Befähigungsnachweis für den Bühnenberuf. Dom Ortsverband Gießen (Stadttheater) der Genossenschaft deutscher Bül;nen- angehörigen wird uns mitgeteilt: Die Prüfungsstelle Erforschung des Behandlung von S-ssSR WWWss 'bequ®01®10 Ob hohe^iutigen v:qrtreten-ufl° re ^yet^ te der Xdbede^no^i"d dabe. I Ei=Kanl nreisW^lL- \ überaus^—--- i\ "Lr, sie gerne Echtfarbige Schülermützen InfarfiflilBin VflSl fiflrriinpn StSSS! Aussteuerhaus Salomon HIIIÜI IhmUIllg w ÜBl yUI UIIIÜII im eigenen Atelier! Seltersweg81 GIESSEN Seltersweg81 m beeter Verarbeitung e eigene Heretellung Richter MarktstraDe 24, Neuen Bäue 3 Berliner Börse. Berlin, 23. März. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr liegt vorläufig noch sehr still und abwartend. Nennenswerte Momente sind kaum vorhanden, und die Meinung über die Weiterent Wicklung der Tendenz ist hei den Banken sehr vei schieden. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisen, markt nennt man: London gegen Paris 124,29, Lon» don gegen Mailand 92,70, London gegen Spanien 32,00, London gegen Kabel 4,8538, Kabel gegen Berlin 4,2150, _______________________________ Haler uns gelugt, fprafl öer GeWsls- fflh-or man weiß aüflcmcln, daß Naumann Lic jUIJ tl, bciie Kernsetse macht. Wtr sühnen btONxrc Sorten nur für solche, die lediglich den aufletMttf- Uchen Borietl sehen und iväter durch vorzetitflen Wascheverschletß schwer aefebäbiflt werden. Nau mann's weiße fiernfcüe „(irtr-ifcine Onaliiät" wird immer mehr verlanat. D" i)U amerikanisch, oder Louis XV.- B /, Absatz..................... Pastell und Beige 3 Spangenschuhe mit aparter A ft Cß Blattverzierung. In hochele- I gant er Form................ !■ Topas 4 die neue Frthjahrafarbe. tu A Afa rassiger, neuer Form, aparter I «äQU dunkler Paspel, eleg. Trotteur- ■ /, schuh...................... 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In 3m Stur len man »rthälln'u Die un tracht be 1900 3. 1900 2.; Aa spielseri 6:2-£ie und dar hat sie1 sellschas. bellenzü von Hej Offenen ®egnei ' nut mit Sübgrut hat Jul bekannte benaget stärkster s-D.-tzls ren 6ta Können nissia" c Keinesto ein sehr i» beßer wer als seshannt tdeiten ersten K 2er di ynnl bie gleich Aeitag, 22 März 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ztr. 69 Zweiter Blatt Turnen, Sport und Spiel »IM eingetretenen Verminderun nd iitiL tragen vor- e-t-lkraßet 8Ä ZIGARETTE OHNE MUNDSTÜCK 7, 45D seither jeg* Blauweitzen und hoffen ■dbaw»Twii itimittlikM» Zilllcb kwilrt. Mi tt *lop 1. Ml Treffen ist nicht vorauszusagen, da sicher Kräftevergleich fehlte. Die schicken ihre stärksten Vertretungen auf Sieg. 1900's zweite und dritte Seniorelf :en iait । Entchen 1.35a J.25, 1.17, .50. 45. kraft muh, wie an geführt wurde, unterschieden werden zwischen der durch den starken Frost bedingten Veeinträchti- gung und der durch konjunkturelle Einflüsse her' vorgerufenen Verminderung des Wasseneinkom- mens. Da alle Anzeichen dafür sprechen, daß 3m Vorspiel konnte V. f. V. gegen die in ihrem Gau führenden Gäste trotz schwacher Aufstellung knapp gewinnen. Trotz der langen Winterpause sollte sie in der Lage sein, Alsfeld klar zu schlagen. Aach dem Ligaspiel stehen sich die Dritte und die E r st e Steinbergs gegenüber. Die D. f. D.-Cls, deren 8: O-Sicg über Steinbachs Elf vom Vorsonntag noch nAchzumelden ist, sollte auch gegen Steinberg, wenn auch nicht ganz so hoch, gewinnen können. Die zweite Jugend verlor am vergangenen Sonntag, infolge zu späten Spielabschlusses, der durch die erst am Samstag erfolgte Absage Heuchelheims bedingt war, nur mit acht Mann spielend gegen die erste des Turnvereins Lollar mit 1:3. Schon am kommenden Sonntag hat sie im Rückspiel Gelegenheit, die Aieder- lage wieder wettzumachen, wozu sie auch bei kompletter Mannschaft in der Lage ist. Die dritte Jugendmannschast erwartet die erste Jugend Aßlars zu einem Gesellschaftsspiel. Spielvereinigung 1900 Gießen. o. Das letzte auswärtige Meisterschaftsspiel dieser Saison bestellet die Ligaelf der Spiel- vereinigung 1900-Gießen am kommenden Sonntag in Dillenburg. Die Mannschaft steht, mit einer Ausnahme, in derselben Aufstellung wie im Spiel gegen V.f.D. Gießen am vorigen Sonntag. Wan könnte den Gießenern bei dieser Begegnung ohne weiteres die größeren Siegeschancen zusprechen, wenn die Stürmerreihe vor dem gegnerischen Tor energischer und schußkräftiger wäre. Erfahrungsgemäß braucht die Elf in Dillenburg längere Zeit, bis sie sich mit den kleinen Platzverhält- nissen genügend vertraut gemacht hat. In dieser Zeit ist es Aufgabe der Hintermannschaft, durch taktisch richtiges Sdiel Erfolge des Platzvereins, die im Bereiche der Mög.ichkeit liegen, unter allen Umstünden zu verhindern. Wenn auch 1960s Position als gesichert gelten kann, so sollte die Elf alles daransetzten, die beiden letzten Ver- bandsspiele siegreich zu beenden, denn noch winkt der zweite Tabellenplatz. Dlllenburg stellt eine flinke, kampfkräftige Elf, die sich zu Hause nur sehr selten schlagen ließ, äleberragend spielen Torwart und Verteidigung, das Bollwerk in der Mannschaft,' sowie der schnelle Linksaußen. Bei den Gießenern dürfte der Linksaußen ziemlich gleichwertig erseht sein. Ob auch sonst in der Mannschaft Spieler die Plätze wechseln (Rechtsaußen mit rech.em Verteidiger), seht noch nicht fest. Gleichfalls in Dillenburg spielen die erste und zweite I u g e n d e l f der Spielvereinigung' 1900 gegen die gleichen zur Zeit sehr spielstarken Jugendmannschaften der dortigen Sportvereinigung 1911 in Freundschaftsspielen. Der Ausgang dieser Bei der Arbeitslosigkeit und der durch sie nderung der Kauf- dieser Stelle bereits aus- >0 ^frühfoji. Wtion !n herzllG. DiN un&Jrou Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im Februar. Im reinen Warenverkehr beträgt im Fe- bruar die Einfuhr 1017 Millionen 211t.. die Ausfuhr einschließlich Reparationssachlieferungen 973 Millionen Mk. Die Einfuhr übersteigt somit die Ausfuhr um 44 Millionen Ml. Auf Reparationssachlieferungen entfallen 52.3 Millionen Ml. Gegenüber Ja/.uar sind sowohl die Einfuhr wie die Ausfuhr beträchtlich zurückgegangen. Der Rückgang bei der Einfuhr um mehr als 300 Millionen entfällt mit 142.1 Millionen Mk. auf Rohstoffe, mit 124,7 Millionen Mark auf Lebensmittel, die Einfuhr von Fertigwaren hat sich nur unerheblich verändert. Don dem Ausfuhrrückgang von 131.4 Mill. Mk. gegenüber Januar entfallen 77.9 Mill. Mk. auf Fertigwaren und 36,5 Millionen Mk. auf Rohstoffe. Der Rückgang verteill sich bei der Ausfuhr in noch stärkerem Maße als bei der Einfuhr auf sehr zahlreiche Warengruppen, ohne daß einzelne davon besonders hervortreten. Geringe Zunahme zeigt lediglich die Ausfuhr von Maschinen, Pelzen und Pelzwaren, sowie von Kleidung und Wäsche. Arbeitslosigkeit und Kaufkrastverminderung. i lut i,n-Oünsberg-Gau. Aächsten Sonntag tritt in Wieseck die Platzmannschaft auf die 1. Kinzenbachs. Da Kinzenbach in letzter Zeit noch kein Soiel absolviert hat, ist der Ausgang als durchaus offen zu betrachten. Fechten im Turngau Hessen D. T. = Angeregt durch den schönen Erfolg, den die Bestmannschaft des Gaues Hessen am Sonntag im Kampf mit dem Gau Frankfurt im Florett errungen hat, haben die Führer des Turnerfechtens im Gau Hessen beschlossen, schon in allernächster Zeit mit anderen benachbarten Gauen ähnliche Mannschaftskämpfe unter den gleichen Bedingungen zu vereinbaren. Diese Veranstaltungen dürften die beste Vorbereitung für den im Herbst stattfindenden Rück kampf mit Frankfurt sein. Dem Beispiele anderer Gaue folgend, hat man auch im Gau Hessen mit der Einführung des Frauenfechtens begonnen. In den Turnvereinen zu Gießen, Marburg, Wetzlar, Bad-Nauheim und Butzbach bestehen bereits Fechterinnen- Abteilungen. Im Herbst findet in Butzbach die erste Anfängerprüfung für Turnerfechterinnen statt. Zu berichten ist noch kurz über das Ausscheidungsfechten für Jungmannen, das der Gau in Wetzlar unter Leitung des seitherigen Gau- fechtwarts G r o o s CDlarburg) austrug. Im Florett traten 13, im Säbel 7 Fechter zum Wettkampf an, der befriedigende Leistungen zeigte. Im Florett kamen 6, im Säbel 4 Jungmannen in die Endrunde. Im Florett wurde folgende Rangfolge festgcstellt: 1. Kilian, T. u. Spv. Marburg: 2. V a u- b e (, Tv. 1846 Gießen: 3. Weeg, To. 1846 Gießen; 4. Hövels. Tv. Wetzlar; 5. Bürk, Mtv. Gießen, 6. Ludwig, Tv. 1860 Bad-Nauheim. Die vier erstgenannten Sieger werden zur A k t - mannenklasse überschrieben. Im Säbel treten in die Klasse der Altmannen über: 1. Gerhardt, Tv. 1846 Gießen; 2. Plaak, T. u. Spv. Marburg; 3. Ludwig, To. 1860 Bad- Nauheim; 4. Schemel, Tv. 1846 Gießen. der Konjunkturrückgang in unvermindertem Tempo anhält, so wird man, was die konjunkturelle Arbeitslosigkeit anbelangt, mit nachhaltigeren Verminderungen der Kaufkraft zu rechnen haben. Interessant ist nun eine Unter» suchung des Instituts für Konjunkturforschung über den Grad der Arbeitslosigkeit in den einzelnen Landesteilen und den dadurch eingetretenen Kaufkraftausfall. In den einzelnen Teilen des Reiches hat sich der Kauf- kraftaussall in diesem Winter außerordentlich verschieden gestaltet. 2m Januar dieses Jahres war die Arbeitslosigkeit im Vergleich mit der Wohnbevölkerung in den Bezirken Brandenburg, Sachsen und Schlesien am höchsten (über 40 v. T ), in Südwestdeutschland am geringsten (bis 30 v. T.). Dabei wirkten Konjunktur und Kälte zusammen, d. h., für den Arbeitsmarkt belastend. Wenn man sich ein Bild von der Verteilung der konjunkturellen Arbeitslosigkeit machen will, muß man auf einen Zeitpunkt zurückgreisen, in dem die Arbeitslosigkeit saisonmähig am geringsten war (Mitte Oktober 1928). Damals herrschte im Rheinland und in der Aordmark die höchste Arbeitslosigkeit (über 15 v. T.), während sich im Januar die Arbeitslosigkeit in diesen Gebieten verhältnismäßig niedrig stellte. Dagegen sind Sachsen und Brandenburg in beiden Zeitpunkten verhAtnismäßig stark betroffen. Die hohe winterliche Arbeitsldfigkeit in Mitteldeutschland und Schlesien scheint mehr eine Folge der Kälte zu sein. Infolgedessen ist damit zu rechnen, daß namentlich in Schlesien und Mitteldeutschland die Kaufkraft sich stärker erholen dürfte als in anderen Gebieten, da jetzt die Kälte und damit der Kälteeinfluh auf den Arbeitsmarkt vorüber ist. Interessant ist auch die Spanne zwischen niedrigster und höchster Arbeitslosigkeit Mitte Oktober 1928 und Milte Januar 1929. Je Tausend der Wohnbevölkerung stellte sich diese Spanne im Oktober auf 5 v. T. bis über 15 v. T., dagegen im Januar dieses Jahres auf 30 v. T. bis über 40 v. T. In den Gebieten, in denen die Arbeitslosigkeit im Winter am höchsten war. also Brandenburg, Sachsen und Schlesien, dürfte der Einzelhandel in den letzten Monaten verhältnismäßig am ungünstigsten abgeschnitten ha- W(| unbjröu Mj 1929 ............ 01337 MlltW ßW WB gtSS •SÄ Ulin UM IM In allen Preist- UU NeherewegM' Zußball-Lokallreffen in Gießen. ö. Das Spiel, das in der ersten Hälfte recht spannend und schön war, wurde nach der Pause ehr unersreulich und endete in einem körper- ichen, unfairen Kampfe, der sogar einen Platzverweis zur Folge hatte. Dor dem Wechsel dominierte 1900: der schuh- inö körperlichschwache Sturm konnte aber gegen iie reichlich harte Hintermannschaft der Bewe- lungsspiele nicht zum Erfolg kommen. Schnelle Lurchbrüche an der zu weit aufgerückten und reiften» auch falsch stehenden blauweißen Vereidigung vorbei ergaben für den V. f. D. durch iberraschende Schüsse drei Tore, zwei davon aus lachschüssen, da 1900's Abwehr tatenlos mit zu- oh. Kurz vor dem Seitenwechsel gelang 1900 ein Segentor, nachdem vorher vier zum Tell recht chön getretene Eckbälle, sowie auch ein Strafstoß ms 16 Meter nicht zum Erfolge führten. Aach ier Pause machte der Plahverein, der bei seinem überlegenen Spiel vor dem Seitenwechsel sich anscheinend nutzlos verausgabt hatte, eine Schwächeperiode durch. Der Gegner kam dadurch und insbesondere durch große Schnitzer der Verteidiger, zu drei weiteren Toren. Die V. f. B.- Lls setzte ihre große Körperkraft oft wenig erfreu* ich ein und ließ dadurch 1900 nicht aufkommen. Dadurch entstanden Mißhelligleiten, bis der Schiedsrichter ein weiteres Vergehen des linken D. f. B.-Verteidigers mit Plai'v'rweis bestrafte. Als 1900'6 Halblinker im gegnerischen Straf- raum beim, Torschuß regelwidrig gelegt wurde, entschied der Schiedsrichter Freistoß im Straf* ■ aum für 1900. Den Unwillen der V. f. B.-An* 1 bänger zog sich der Spielleiter besonders zu, als er nach einer Fehlentscheidung das Spiel durch einen Schiedsricht:rball sortsehte und 1200 diesen zu einem zweiten Tor verwandelte. Der Rest des Treffens verlief durch Verschulden von V. f. D.* Mitgliedern in so üblen Formen, daß man dar* über, um die Fuhballsache nicht zu schädigen, in der Oesfentlichkeit besser schweigt. V. f. B. gewann das Spiel durch die Schußkraft feiner Stürmer und die harte Abwehr der Verteidiger. In der Läuferreihe war 1900 besser besetzt. Im Sturm versagte gerade der rechte Flügel, auf den man die beste Hoffnung gesetzt hatte. Das Ecken- verhällnis war 5:1 für 1900. Die unteren Mannschaften 1900s waren in Anbetracht des Ligaspiels spielfrei. Vormittags spielten 1900 3. Jugend gegen Garbenteich 1. Jugend 2:2, 1900 2. Schüler gegen Garbenteich 1. Schüler 1:3. Y. t B. Aachdem die D. s. D. * L i g a die Verbands* spielserie am vergangenen Sonntag mit ihrem 6: 2*Sieg über die Spielvereinigung 1900 beendet und damit s ich den Meistertitel offiziell erworben, Hot sie sich für kommenden Sonntag zu einem Ge* fellschaftsspiel „Borussia" Fulda, der Tabellenzweite (1. Dezirksligaklaße) der Südgruppe von Hessen-Hannover, eingeladen. In der verflossenen Saison waren die Q3oruL‘en die stärksten Gegner des Altmeisters „Kurhessen" Kasel, der nur mit einem Punkt Vorsprung Führer der Südgruppe wurde. Auch in Gesellschaftsspielen hat Fulda in der letzten Zeit, zum Tell gegen bekannte süddeutsche Bezirksligamannschastrn, hervorragende Resultate erzielt. Borussia hat den V. f. D. wissen lassen, daß die Mannschaft in stärkster Besetzung kommen wird. Daß die D. f. D.-Elf unter diesen Umständen einen sehr schweren Stand haben wird, ist klar. Ihr anerkanntes Können wird jedoch kaum hinreichen, gegen „Do- ruffia“ auch nur ein Unentschieden herauszuholen. Keineswegs sollte aber auch der Sieg der Gäste ein sehr hoher werden, zumal D. f. B. ebenfalls in bester Ausstellung, die dem Vorsonntag gegenüber als verstärkt gelten kann, antritt. Man darf gespannt sein, wie sich der neue Meister der zweiten Klasse gegen den zweiten Meister der ersten Klasse halten wird. Vor dem Ligatressen tritt die ersteJugend- mannschast zu einem Gesellschaftsspiel gegen die gleiche des Sportvereins Alsfeld an. Vereine Een. Die Lager sind dort am wenigsten vermindert worden, so dah für Großhandel und Industrie aus diesen Gebieten in den nächsten Monaten nur mit geringeren Aufträgen, als aus den anderen Gebieten gerechnet werden kann. Der Einzelhandel wird also in den am stärksten betroffenen Gebieten für seine laufenden Dispositionen in erheblichem Mähe auf Kredit angewiesen sein. e Preußische Hhpotheken-Aktien- bank, Berlin. Das Institut schlägt eine erhöhte Dividende von 10 (L V. 9) Prozent auf dos gesamte Aktienkapital von 12 Mill. Mk. vor. Es ist der Bank in den letzten Tagen gelungen, durch ihre ausländischen Beziehungen einen geschlossenen Posten von 12 Millionen Mk. Lprozentigen Goldhypothekenpfandbriefen zu vorteilhaften Bedingungen abzusetzen. • Continental Caoutchouc und Guttapercha Co. .Hannover. Die Gesellschaft erzielte 1928 einen Gewinn von 7,39 (L B. 4,96) Mill. Mk. Der Aufsichtsrat beschloß, das Dis- ogiokonto ganz zu tilgen und 1,68 (0,56) Mill. Mark hierfür zu verwenden, auf Gebäude, Maschinen usw. 2,63 (1,75) Mill. Mk. abzuschreiben, den Reserven 0,23 (0,22) Mill. Mk. zu überweisen und eine Dividende von 7 (6) Prozent vorzuschlagen. 0,46 Mill. Mk. werden vorgetragen. Die Berhandlungen wegen Bereinigung mit anderen Gesellschaften der Gummiindustrie dürften in Kürze einen gewissen Abschluß erfahren. - Dolorit-Basalt QI.-®. Die infolge des langen Frostwetters stillgelegten Werke der Dolorit-Basalt QI.-®, sind sämtlich wieder in Betrieb gesetzt worden, mit Ausnahme eines Werkes, bei dem der Umbau des Anschlußgleises erforderlich geworden ist. Der derzeitige Auftragsbestand für das nächste Bierteliahr, besonders in Schotter und Splitt, ist gut. während die Großverbraucher in Pflastersteinen mit den Oluf- trägen noch zurückhalten. Eine Dividende für 1928 kommt nicht zur Verteilung. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. März. Tendenz: fest. — Olachdem noch im Vormittagsverkehr die Stimmung lustlos und die Spekulation infolge der schwächeren gestrigen Auslandbörsen und des bevorstehenden Liquidationstages sehr zurückhaltend war, machte sich zu Beginn des offiziellen Marktes eine allgemeine Belebung bemerkbar. Olusschlaggebend war hierfür wieder die starke Beteiligung des Auslandes am Börsengeschäft. Obwohl die Re- varationsverhandlungen einen langsamen Fortgang nehmen, war die Meinung im Auslande vorherrschend, daß mit einem günstigen Endresultat für Deutschland gerechnet werden kann, und aus diesem Grunde schritten in der Hauptsache die bestinformierten Kreise des Auslandes zu größeren Interessenkäufen. Auch die Spekulation nahm, angeregt hiervon, in größerem Umfange Deckungen vor, zumal sie auch noch verschiedentlich Limite für Publikumsrechnung laufen hatte, die aber doch gering waren. Das Geschäft war in Spezialwerten wieder sehr lebhaft. Elektroaktien standen im Vordergründe und waren haussierend. Am lebhaftesten waren Siemens mit plus 8 Prozent gefragt. Auch Schuckert gewannen 6,5 Prozent. Bei lebhafteren Umsätzen erzielten Bergmann einen Gewinn von 4 Prozent, QL®.®, von 3 Prozent, Licht & Kraft von 3,25 Prozent. Chadc-Altien lagen dagegen weiter vernachlässigt und wieder 3,50 Mk., nachdem hier gestern abend eine kräftige Erholung zu verzeichnen war, schwächer. An den übrigen Märkten war das Geschäft nicht ganz so lebhafL Von Chemiewerten eröffneten Farben 2,25 Prozent und Scheideanstalt 1 Prozent höher. Montanwerte konnten sich der allgemeinen Aufwärtsbewegung nicht anschliehen. Kupferwerte trotz der weiteren Preissteigerung, und auch Kohlenwerte waren .wenig beachtet und die Besserungen gingen selten bis 1 Prozent. Rur für Kaliaktien bestand noch lebhafteres Interesse. Aschersleben gewannen 2,5 Prozent, Westeregeln 3 Prozent. Am Bankenmarkt war das Geschäft in Reichsbankanteilen weiter sehr lebhaft mit einer Besserung von vier Prozent. Auch die übrigen Papiere dieses Marktes waren bis 2,5 Prozent fester. Commerz- Bank trotz des günstigen Abschlusses eher etwas vernachlässigt. Weiter angeboten und erneut 4 QNk. schwächer eröffneten aus dem schon bekannten Grunde Svenska. Renten still, jedoch etwas freundlicher. Rach den ersten Kursen setzte sich die Aufwärtsbewegung fort, doch traten bald, da Orders nur noch in geringem Umfange eintrafen, verschiedentlich, auch in erster Linie aus Gewinnmitnahmen, Schwankungen ein, so doh kleinere AlsHläge e ntr t:n, koch blielen £/: .Vamburg-Amerika Paket . . . £ Hamb.-Südam. Dampfsch. . . 8 Hansa Dampfschiff - - 10 Norddeutscher Llotib .... 8 .'Illg. Deutsche Crcditanst. . . io Barmer Bankverein ... 1" Berliner Hanveltgescllsch. . > - Commerz- und Privat-Bank 11 Taimsl. u. Nationalbank 12 Dculjchc Bank - - - 10 Skonto-Gesellschaft Nut.. . 10 ZreiDnei Bonk • • 10 Nitteldcursche Eredilbank , . . 9 Netallbank.......8 2iekb3banl ...... I* ^ranlfun a. M. Berlin Echluh. l'Ubr Schluß- Anfang- fiuro flure Kurs Kurs 21-3. 22-3. 21-3. 22 3. 87,3 , — 87,5 — 53,95 — 54 54 12,4 — 12,4 12,5 90 — - — 81,05 — — — 89 — — — 97,75 — — — 31 — 31 —— 2,9 — — — — —— — — 24,9 — 24,8 24,8 21.45 — 21.4 — — 22,5 — 2.05 — 2,05 — 11.4 — 11,5 — — _ 10,8 — 11,13 11,15 11,25 — 8,95 — — 19,4 19,1 —» _ — 129,5 130,25 128,75 130 — — 192,5 193 — - 169 170,25 126 120,25 126 119,25 141 — 141.5 141.5 142 — 142.5 144 228,25 229 229,25 229,5 198.75 198,5 198 198,5 281.5 284 281 282,5 175,75 — 175,25 175.4 !66,25 166.13 166 166.25 170,5 171,5 170,5 171,75 — —> 184 136,25 136.5 136 — 319 323 319 323,5 führten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuh 7,5 Prozent. Datum üi.E.Ä.. .......» Bergmann . . ...... 9 Elektr. Lieferungen .... ln Licht und Krast......10 gelten & Guilleaume. .... 6 Ges. f. Elektr. Untern 10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr.........« Schics. Elektr io Schuckert .......... 8 Siemens & Halile . • • « • 12 Trantradio . ..••••». 8 Lahmeyer 6 (£o.. . • . • • 10 Buderu; . . ...... 5 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle......f Gelsenkirchener ... f. % 3 4 Harpener ......... 6 Hoesch Eisen. ........ 8 Ilse Bergbau ........ 8 KUlckncrwerke .«••••••' Nöln-Neuessen. ....... P Mannesman» ...... 8 Monts..............' Obcrschles. Eisenb. Bedarf. . . 5 Obcrschles. KoUwerke 6 Phönix Bergbau......6’/x Rheinische Braunkohlen... 10 Rhcinslohl . f. »/. Jahr 0,499 0,501 0,4985 0,5005 £eft. abgesl 59,19 59,31 59,165 59.285 Prag - . - 12,475 12,495 12,48 12.50 6eljrab . • 7,393 7,407 7,395 7,409 Budapest. • 73,37 73,51 73.37 73.51 vul arten 3,041 3,047 3,041 3.047 Lissabon 18,83 18,87 18,84 18,88 ®anva • • • Konlt ntin. 81,71 81,87 81.72 81,88 2.065 2,069 2,063 2,067 Athen. . . 5.44 5,45 5,44 5,45 Lanada 4,188 4,196 4,190 4.198 Urn uaQ - . 4,266 4.274 4,276 4.284 Loiro . . . 20,96 21,00 20,96 21,00 3 Der gleicht. Men und fr Prozei jeder/ Urteil werdel Staats des H Iollc- oflle; flflt schreibt aussen ob Seu: blik st'. A eich' betreffe Las S< Urteile Drcufr1 „5m 1 bei, ab lanöcs! zeitig fachen Dis im Ac Preuße , 3m G Wie Aamei Breme öer F> Boni C Iraftfre Iahre deutsch: theorel gcsproo hieh ei Bol! geht vc Lroh über 0' wäre 1 Forum Dvrte beiden noch : denn i ein C keinen gründ übrig« Urteil steht. Ionien Kais noch i ■Urteilt fomm Brichs; ‘Hamer Qßon ( und 5 renö i Monw Sranfi die S namlii gegen falsche in En, Koni betrüg, deutsch einzige schreib, -Und t _ Es i Nsar er je Tiind, das, , vorzus teine den $ maniki toöt, i ^ulla Glaubt auf dc ihr r Aus heute ^hein sutzllng duiens, dez Kl ^.b)i hchen der $ eine d^rnde ec Ac Keifc schon bohrte der 5 ltorbel bereif L und Sm trübte ‘«1.801 *1 •Heft Ä Ueta( % sEL S$» g? Ti* S? Morden seil? 8.M» lamtli^c ®egm ’?MWie Älfl gegen zivöls »kappe. » DrdÄtiovttisch. N dem Kurfürsten. lich zu sein. en’« nicht," schaut tt I eifrig, „wat soll ti , Sie haben'» nichts Porwagen?" cht," wiebechvtt bei bestiomten Wagens och nicht!" in allen Preislagen e einen Ford, einen llercedes, einen Fiat, igentlich nicht |o an. eben's nicht." nnnte Farbe haben? ,n oder rot oder gelb :gentlich auch nicht so .e haben'» nicht." agen haben?" >cr das ganze Srficht, 3.A.2. e sich dir Ltraitarnmtt . dew yolL Lr wurde le mit seinem- Atäo m inbrechender Dunlche» dabei den unbe euW WSL« sqsj ASSSö Schuld on dem Zusm n Urteils ein. M . das Beruiungsgen^ >na La der »ngetlagl- ^Vorsicht habe walte» ^Anstellung weite«1 frM*1 ,, eu u *•5a” * S-ld y.lRto -u7n> °S 1 f5 I 1 i s 5 3 6 12 l> 58,85 112,29 112.20 1,2," 0.532 22.0 20 ,48 •iS 80-3$ 63.“’ b8?0 0,8885 59.'$ 12,4» 73,3j 3,0 & !8 <> SS 20,95 31 35 0? 51 47 fl 11 s I96 s . 188.8 22,8 112.J3 59, 2,48 112.2» 80,98 64,7 12,88 73,8 73-20 -n ,Ü: 112'5 112,65 10,612 22.09 20,48 4,2'90 '6'5 81.'5 64J '■5 0,5005 59,26’ 1 ,50 7> 7-L 3,017 Ä 21.0" "M 168-97 22,3* 112-57 « t 13.50 Zreitag, 22. März 1929 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 69 Dritter Blatt In etwa zwei Jahren soll Ne Farm vollbesetzt sein und jährlich wenigstens neunzig junge Löwen liefern! Wenn man erwägt, baß ein junger Löwe von sechs bis acht wLonaten durchschnittlich fünfhundert Dollar einbringt, und ein voll ausgewachsener zwölf, bis fünfzehnhundert, so ist leicht zu erkennen. ein wie gewinnbringendes Unternehmen Lm Namen des Volkes. Was über und unter den Urteilen steht. Wer einen Prozeß führt, und sich nicht vergleicht, wird verurteilt oder gewinnt. Sn beiden 'Fällen erhält er das Urteil abschriftlich zugestellt, und da in Deutschland jährlich viele Millionen Prozesse „lausen", kann cs kaum ausbleiben, daß jeder Staatsbürger einmal im Leben ein solches älrteil zu sehen bekommt. Alle Urteile der Welt werden gefällt im Ramen dessen, von dem die Staatsgewalt auLgcht: in Monarchien im Ramen des Herrschers, in Republiken im Ramen des Volkes. _ . . Allerdings gibt es Ausnahmen und Aenderun- gcn. Das Reichsgerich t zum Beispiel schreibt seit seiner Gründung im Jahre 1879 bis auf den heutigen Tag ohne Rücksichtnahme darauf, ob Deutschland eine Monarchie oder eine Republik sei. über alle Urteile: „3 m Romen des Reichs" und darunter „Von Rechts wegen", wahrend unter allen anderen Urteilen nur die Unterschriften sämtlicher Richter des betresfenden Senats oder der Kammer stehen. Das Kammcrgericht in Berlin verkündete seine Urteile schon unter Friedrich dem Großen als preußisches Obertribunal und Appellationsgericht „3m Ramen des Königs" und behielt diese Rorm bei. als es 1871 den anderen preußischen Oberlandesgerichten gleichgestellt wurde und gleichzeitig höchste 3nstanz für gewisse Landesstrafsachen in Preußen blieb. Dis 1918 schrieben die deutschen Gerichte stets im Ramen des betreffenden Landesherrn. 3n Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg hieß es „3m Ramen des Königs", in Baben. Oldenburg, Mecklenburg, Hessen und Sachsen-Weimar „3m Ramen des Großherzogs" usw. bis zu Hamburg, Bremen und Lübeck, wo die Urteile „3m Ramen der Freien und Hansestadt" verkündet wurden. Vom Ausbruch der Revolution ab bis zum 3n- frafttreten der neuen deutschen Verfassung im 3ahre 1920 fielen die Uebcrschriften bei allen deutschen Gerichten fort, das Recht wurde alfo theoretisch im Ramen niemandes verkündet und gesprochen. Sobald die Verfassung in Kraft trat, hieß es in allen Urteilen: „3 m Ramen des Volkes" gemäß Artikel 1: „Die Staatsgewalt geht vom Volke aus“. Trotzdem kann es oortommen, daß dieser Satz über einem Urteil fehlt, vergessen wird. jo. es wäre denkbar, daß heute noch irgendein altes Formular benutzt wird, welches am Kopf die Worte trägt „3m Ramen des Königs". 3n beiden Fällen ist weder das Urteil ungültig, noch ist dadurch ein Revisionsgrund gegeben, Denn die Worte am Kopf eines Urteils sind nur ein Schmuck, eine reine Formsache, sie haben keinen Einfluß auf das Urteil oder dessen Begründung. Als einziges deutsches Land macht übrigens Bayern eine Ausnahme, über dessen Urteilen heute überhaupt nichts mehr steht. 3n den Reichsländern sowie in den Kolonien wurde das Recht .,3 m Ramen des Kaiser s" verbündet. Ausnahmen machen heute noch das Saargebiet, wo die Richter über ihre Urteile .,3 m Namen der Regierungs- toin Mission" schreiben müssen, sowie das Reichspatentamt, das seine Urteile im eigenen Ramen, also „3m tarnen des R. P. A.“ fällt. Von ausländischen Staaten schreiben Schweden und Finnland gar nichts über ihre Urteile, während in England. 3talien, Spanien und anderen Monarchien „3 m Ramen des König s". in Frankreicn „3m Ramen der Republik' die Sprüche verkündet werden. England macht nur eine Ausnahme in Strafsachen. Während es nämlich sonst überall heißt: „3n der Strafsache gegen den Kaufmann Müller wegen Urkundenfälschung" usw., beginnen die Akten und Urteile in England mit der Klausel: „3n Sachen des Königs gegen den Kaufmann Smith wegen betrügerischen Bankerotts". Mit Ausnahme des deutschen Reichsgerichts sind die Türken die einzigen, die noch etwas unter ihre Urteile schreiben, nämlich: „Allah weiß es besser Und wahrscheinlich haben sie nicht so Unrecht. 7?ur noch ein Meier Wasser über Caligula! Tßoti Gustav W. Gberleiu, Jto-m. Es ist also ausgemacht: an Ostern taucht Gaftis Eäsar Ealigula aus der Versenkung auf, in der er 1900 3ahre lang Zeit hatte, über seine Sünden nachzudenken. Ein schrecklicher Mensch das, man wagt ihn einer höheren Tochter kaum vorzustellen. Uebrigens lag das in der Familie. Seine Mutter starb auf einer Verbannungsinsel den Hungertod, well sie, die Witwe des ©er- manikus. bei der Polizei nicht gut ungeschrieben war und seine Schwester, die in Köln geborene 3ulia Agrippina, gab ihrem Mann, dem Kaller Claudius, Gift, damit ihr Sohn aus erster Ehe auf den Thron tarne. Er hieß Rero und zahlte cs ihr bekanntlich auf ähnliche Weise beim. Aus dem Strafregister des Gaius kann uns heute interessieren, daß er gleichfalls am schonen Rhein seine Kindheit verlebte, unter den Be- sahungstruppen, die den Spihnam^ Soldatenstiefelchen" gaben, eoen Caligula S>er Tod des Tiberius brachte chm die S«rfd)aft über Rom ein wv er ein mondänes Leben führte. Es wirb ihm nun vorgeworfen, den Helligen Hain der Diana, den Nemus Dianae. SU unsittlichen Zwecken mißbraucht, ia, auf Dem „Spiegel der Diana", dem spiegelglatten Kratersee dort eine Prachtgaleere, ein Prunkschiff, einen schlämmenden Orgienpalast unterhalten zu haben, dieses corpus delicti kommt nun alfo in Renn zum Vorschein. Auf Befehl des Casars Mussolini. Blättert man in den Akten, so erscheint es zweifelhaft, ob die wütende Diana das Schiff schon zu Lebzeiten Caligulas in den Grund bohrte, oder vorsichtigerweise erst dann, als der Tyrann den vorbildlichen Tod Cäsars gestorben war. Wir wissen nur, das kann man bereits sehen, daß die verdächtige Behausung mit dem Heck voran in den Hafen geschleppt und birz davor von den sonst so sanften Fluten Der* schlungen worden war. Die Taucher haben die Lage des Wracks einwandfrei festgestellt, dre Geometer eine Länge von 61 Meter abgesteckt und heute traf mein tiefgehender Ruder,chlag etwas Hartes, worauf sich das Wasser mulmig trübte. 3m Löwenpark in Kalifornien. Wohl jeder Besucher eines Lichtspielhauses sieht hin und wieder das Bild eines riesigen Löwen. Eine mächtige Mähne umwallt den König der Wüste, und wie zum vernichtenden Angriff öffnet er den Rachen. Plötzlich aber vertauscht er seine grimmige Miene sozusagen mit einem harmlosen Lächeln, kloppt den Rachen zu und trollt sich davon. Woher stammen diese wie ein Hund gezähmten Bestien? 9n der Nähe von El Monte, einem Städtchen fünfzehn Meilen östlich von Los Angeles, kaufte vor drei Jahren ein gewisser Charles Gay drei Acker Land und richtete mit einigen jungen Tieren als erster eine Löwenfarm ein. Heute bezieht er daraus ein Lahreseinkommen von über hundert- tausend Dollar und erfreut sich der besten Zukunftsaussichten. Als die Filminduftrie begann, wilde Tiere in ihren Darstellungen zu benutzen, war Gay der erste, der erkannte, daß etwas mehr nötig wäre, als nur ein gewöhnlicher Akt mit abgerichteten Tieren, und er beschloß, Löwen für den Film „auszubilden". Mit drei erwachsenen Tieren begann er seine Hochschule. Nach vier Jahren hatte sich die Löwenfamilie so vermehrt, daß er sich nach einem größeren Heim umsehen mußte, und so kaufte er das Grundstück bei El Monte. Heute besitzt Gay eine Herde von 92 Prachtexemplaren des „Königs der Tiere". Sie stehen im Alter von sechs Wochen bis fünfzehn Jahren. Die meisten sind jedoch unter drei Jahren und wurden auf der Farm geboren. Die Löwenfarm könnte richtiger ein Löwenpark genannt werden, denn tropische und halbtropische Pflanzen verdecken fast die Häuser und freien Plätze, Tiere, die widerspenstig sind oder bald Junge werfen oder solche haben, werden in den Gebäuden gehalten, während alle anderen auf dem weiten, eingczäunten Gelände frei umherstreifen, spielen und schlafen und träumen., Löwen sind trage Geschöpfe und bringen einen großen Teil ihrer Zeit schlafend zu, außer, wenn ihr Bändiger in die Arena tritt und sie seinen Besuchern vorfuhrt. Freundlichkeit und Geduld sind notwendig, um tue Freundschaft der Löwen zu gewinnen. Zuweilen zeigen einige von ihnen bei den Hebungen die Zähne und lassen ein Knurren Horen, doch wagen sie höchst selten eine feindliche Bewegung. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, Mitte März 1929. Es scheint nunmehr festzustehen, daß die Wahlen endgültig im M a i stattfinden werden. Das Unter-- haus wird am 28. März in die Osterferien gehen, und am 10. Mai findet die Auflösung des Parlamentes stall, so daß die Neuwahlen am 20. Mai ftattfinben können. Die drei großen Parteien befinden sich augenblicklich in fdjärfftem Wahlkampf. Wetten werden abgeschlossen zugunsten der einen oder der anderen Partei, aber noch kann niemand voraussagen, wem das Glück hold sein wird. Die Konservativen unter Baldwin haben einen großen Fonds für den Kampf zur Verfügung, während die Arbeiterpartei mit Mnetz o n a l d an der Spitze keine Gelegenheit Vorbeigehen läßt, neue Propagandapläne aufzustellen. Nur die Liberalen verlassen sich bisher ganz auf bie Initiative ihres greifen Führers Lloyd George, sie wissen, daß sie das Zünglein an der Waage fein werden und haben daher keine Eile. So groß auch die augenblickliche Mehrheit der Konservativen sein mag, es steht zweifellos fest, daß ein fünfjähriges Regieren abnützl. I e d e Regierung begeht Irrtümer und macht Fehler, für die die Opposition auf dem Sprung steht, um sie zu ihrem Nutzen auszuwerten, davon aber bis zum völligen Zusammenbruch der jetzigen Regierungspartei, der allein eine Aenderung der Politik herbeiführen konnte, ist es noa') sehr weit entfernt. Es hat vielmehr den Anschein, als ob auch diesmal wieder eine mehr oder weniger große Mehrheit der Konservativ e n in das neue Parlament einziehen wird, denn um in England eine Partei so entscheidend zu schlagen, daß an ihre Rcgierungsfähigkeit nicht mehr zu denken ist, dazu bedarf es schwerwiegender Ereignisse, die ein ganzes Volk gegen die Politik einer Regierung aufiehnen. Das ist aber in London nicht der /taU, im Gegenteil, die Regierung Baldwin hat sehr viel Vorsicht gezeigt, sowohl in der Innen- wie auch in der Außenpolitik. Was ihr die Opposition vorwirft, ist in der Innenpolitik der Mangel an Initiative zur praktischen Lösung der A r b e i t s l o f c n. f r a g c und a's jüngstes Ereignis, das damit indirekt im Zusammenhang steht, der Versuch, das Wofhingtoner Arbeitszeitabkommen einer Revision zu unterziehen, um es dehnbarer zu gestalten. Allerdings war der Zeitpunkt für die Diskussion dieser Frage eußerft ungünstig gewählt, und die Regierung Halle vielleicht besser getan, bis nach dem Ausgang der Wahlen zu märten; auf der anderen Seite aber haben seinerzeit auch die Arbeiterparteiler ihr Versprechen, dieses Abkommen zu ratifizieren, nicht gehalten. Die Arbeifslosenfrage besteht schon seit Beendigung des Krieges, und auch die Arbeiterpartei, die bis 1924 am öiuder war und sich auf die Mitarbeit der Liberalen stützen konnte, hat es nicht fertig gebracht, dieses Problem zu losen. Ja noch mehr, sie hat nicht einmal einen ernstlichen Versuch dazu gemacht, während man der jetzigen Regierung demgegenüber zugute halten muß, daß sie durch die Verschickung von Landarbeitern nach Kanada und die bei der australischen Regierung unternommenen Schrille zur Unterbringung von Arbeitslosen wenigstens den guten Willen gezeigt hat, der dringendsten Not abzuhelfen. In der Außenpolitik tadelt man vor allem das Verhalten der Regierung n der Abrüstungsfrage und die immer noch be tehendc Spannung zwischen Washington und London über d,e Bedingungen einer allgemeinen Begrenzung der See- rüftungen. Aussöhnung mit Amerika und Rußland sind daher auch die neuesten Devisen der Konservativen. Aus alle Fälle werden die Konservativen sich energisch rühren müssen, um eine arbeitsfähige Mehrheit ins Unterhaus zu bringen. Die Möglichkeit dafür ist gegeben und wird um so größer fein, als es Baldwin gelingt, die beiden großen Freunde Lloyd Georges, nämlich die Presselords Rotherme r e und 'B e a v e r b r o o k an der Unterstützung der Liberalen zu hindern. Die Aussichten für die Labonr Party sind eigentlich gar nicht so rosig, wie dies zum Teil m die sie nicht bekämpfen, sondern gegen Labour unterstützen. Mit der anderen Hälfte hat es genau dieselbe Bewandtnis, nur mit dem Unterschied, daß hier die Unterstützung auf feiten der Labour Party lag. Nun heißt es aber, gegen beide Seiten kämpsen, und mancher wird in diesem Kampf zerguetsckst wer den Es kommt allerdings hinzu, daß Lloyd George in- Lord Beaverbrook und Rothermere im konservativen Lager zwei große Freunde besitzt, die ihm unter Umständen sehr viel nützen können. Wohlunterrichtet über das Gewicht der Arbeitslosen in der Wahlbalance hat er einen Plan aufgestellt, der allerdings bei näherer Betrachtung nur dazu geeignet sein kann, der großen Masse zu imponieren. Er will während zweier Jahre 750 OOO Arbeitslose — von 1 400 000 die es in England gibt — an großen öffentlichen Arbeiten beschäftigen, für die ein Kredit von etwa 160 Millionen Pfund bereitgestellt werden soll. Wenn nun dieser Kredit aufgebraucht fein wird, wird dann die Arbeitslosenfrage in England geregelt sein? Kommt Zeit, kommt Rat, aber für derartige Augen blicksersolge dürften wohl die wenigsten zu haben sein. Gesetzt der Fall, daß es ihm nicht gelingt, die nötige Stimmenzahl aufzubrinaen, um die Balance im kommenden Unterhaus zu hallen, er aber durch feine Opposition den Konservativen eine Million Stimmen abjagen kann, dann ist die konservative Stimmenzahl schon gefährlich an die Labourgrenze herangekommen und seine Lage wesentlich verbessert. Lloyd George besitzt unbedingt die Energie und die persönliche Selbständigkeit gegenüber seinen^Frak tionsgenossen, um sie restlos zur gegebenen Stunde für das Schlagwort einzusetzen. Wie aber auch die Wahl ausgehen mag, soviel steht heute schon fest, eine Mehrheitsregierung wie die augenblickliche wird es in England nach den Wahlen nicht geben, ein knappes Resultat zugunsten der einen oder anderen Partei wird zustande kommen, wobei es diesmal weniger auf die Partei Propaganda als auf die zur Zeit der Wahlen im Lande herrschende Stimmung ankommen wird. Fort schritt und Aufbau versprechen alle drei Parteien. Eine englische Wahl ist aber nun einmal Glückssache, wobei sich mit Wahlarithmetik leider nicht viel anfangen läßt. Kirche und Schule. Dekanatstag des Dekanats Gießen. 2lm Mittwoch trat im 3ohannessaal der Dekanatstag des Dekanats Giehen zusammen. Er wurde mit Lied und einer erbaulichen Ansprache über Phil. 2, 1—11, gehalten von Pfarrer Andres (Aliendorf a. d. Lda.), eröffnet. Erschienen waren 54 Abgeordnete (von 59). Dekan Gußmann (Krrchberg) begrüßte mit einem Blick auf den Ernst der gegenwärtigen Lage der Landeskirche und in der Hoffnung, daß die schwebenden Verhandlungen Über die Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche bald zu eiyem erfreulichen Ergebnis führen, die Tagung. Der verstorbenen Abgeordneten 3.Gerst a r d t V. (Steinbach), Mitglied des Dekanatsausschusses, und Lehrer Weisel (Garbenteich) wurde in ehrender Weise gedacht. Der im Druck vorliegende Jahresbericht über öaS 3ahr 1927/28 wurde besprochen: ebenso die Berichte über Aeutzere und Innere Mission. Guftav-Adols-Verein, Evangelischen Bund imb Dekanatskirchengesangvereine. Pfarrer S tau - b a ch, der Vertrauensmann d6r letzteren, lud dabei zu dem großen Kirchengesangvereinsfest in Gießen am 12. Mai ein. Für die Wahl der vier weltlichen Mitglieder des Dekanatsausschusses und deren SteUvertreter war nur ein Wahlvorschlnp eingegangen. Es erübrigte sich die Wahl und gelten als gewählt: Landgerichtspräsident Aeuenhagen (Gießen), Professor Dr. Weimar (Gießen), Altbürgermeister Leun (Dro- ßen-Linden), Bürgermeister Schmidt (Collar). Die ersten drei gehörten schon dem seitherigen Dekanatsausfchuh, der letztere als Stellvertreter ihm an. Stellvertreter wurden: Kaufmann Horst (Gießen), Reallehrer Haber (Gießen), Bürgermeister Horn (Annerod), Lehrer Walter (Treis a. d. Lda.). Zum Dekan wurde Dekan Guß mann (Kirchberg) einstimmig wiederge- ben an der Londoner Börse abgeschlossenen Wetten zum Ausdruck kommt. Der Stand dieser Wetten stellte sich am vergangenen Freitag auf 275 bis 279 Konservative, 258 bis 262 Arbeiterparteiler und 76 bis 80 Liberale, also für die Ladours einGewinn von 1 0 0 S i tz e n. Ob die Arbeiterpartei eine derartige Mehrheit aufzubringen in der Lage ist, kann bezweifelt werden, denn obwohl sie es verstanden hat, die Bergarbeiternot in den Vordergrund des Interesses zu schieben, hat sie sich sehr viel Sympathien dadurch verscherzt, daß sie die uneigennützige Aktion des Prinzen von Wales an ihren Karren spannen wollte. Sollte aber die Prognose wirklich stimmen, so wäre eine solche Situation parlamentarisch nur hallbar, wenn das Zünglein, die Liberalen, die Arbeiterpartei bei den Abstimmungen im Unterhaus fortlaufend unterstützen würden. Eme Annahme, die aber höchst unwahrscheinlich ist. In den Reihen der Arbeiterpartei selbst scheint auch seit einiger Zeit nicht mehr die gewohnte Einigkeit zu herrschen. Wenn auch noch nicht feststeht, ob die Kriegserklärung Maxtons an Macdonald zur Absplitterung eines sinken Flügels führen roirb,, so geben diese Meinungsverschiedenheiten nach außen hin doch den Anstrich von etwas Halbfertigem und werden viele Wankelmütige davon abhotten, ihre Stimme für sie in die Urne zu werfen. Chancen hat die Arbeiterpartei zweifellos in der Spekulation auf die zunehmende Arbeitslosigkeit und die rückständige Wohlfahrtspolitik der gegenwärtigen Regierung. Die Unnachgiebigkeit der offiziellen und inoffiziellen Bettelei für die notleidenden Bergarbeiter geht der Bevölkerung naturgemäß mit der Zeit auf bie Nerven, aber die vom Unterhaus bewilligte Summe von 12 Millionen Mark für den Hilfsfonds für die Bergarbeiter wird, wenn auch etwas spät, viele wie- der aussohnen. Es soll dabei nicht verkannt werden, daß die Zustände in einzelnen Bezirken wirklich jeder Beschreibung spotten. Wenn selbst konservatme Zeitschriften Zt'.geben, daß die Ansführungsbestlm- mungen zu den Versicherunasgesetzen und der Ar- beitslosenbeihilfe so geschickt formuliert sind, daß die erwachsenen männlichen Bergarbeiter überhaupt keinen Anspruch auf Unterstützung haben, sondern nur auf die Armenunterstützung angewiesen sind, so muß doch ein Kern Wahrheit daran sein. Als weiteres Plus haben die Labours den Streit um das Washingtoner Slrbeitsgeitab- kommen für sich zu buchen, dessen Ratifizierung denn auch als erstes auf der Tagesordnung ihres Regierungsprogramms steht, mit dem sie jetzt eifrig hausieren gehen. Sie wird am kommenden Donnerstag wiederum die Stellungnahme des Ar- beitsminifters Steel Maitland zur Washingtoner Konvention zum Anlaß eines Vorstoßes im Unterhaus benutzen und hat als Redner den ehemaligen Arbeitsminister im Kabinett Macdonald, Tom Shaw, damit beauftragt, die Regie- rung zu interpellieren. Daß die Labour Party bei den bevorstehenden Wahlen einen bedeutenden Stimmenzuwachs erhalten wird, daran zweifelt ja auch nicht der optimistischste Konservative, Zahlen aber, wie sie die Arbeiterzeitschrift „New Leader" nennt, nämlich 314 Arbeiterparteiler und 253 Konservative, dürften doch wohl etwas übertrieben sein. Das Wirtschastsprogramm der Partei ist auch bereits zu lange vor den Wahlen bekannt geworden. Die Opposition hat reichlich Geleaenheit gehabt, es in aller Ruhe zu zerpflücken und ihm die aktuelle Neuheit zu nehmen, die es zu einem Schlagwort macht, von dem sich die Massen hinreißen lassen. Bleiben die Liberalen, Lloyd George wettet 2:1, daß weder eine Mehrheit Baldwins, noch eine solche Macdonalds zustande kommt, und Baldwin elbft gab noch kürzlich seiner Meinung dahingehend Ausdruck, daß wohl die Liberalen zwischen beiden Parteien den Ausschlag geben werden. Sie werden das Zünglein on der Waage fein, darauf schwört Lloyd George. Er hofft, die Sitze seiner Partei von 40 auf 70 vermehren zu können, nebenbei ein äußerst gewagtes Experiment, denn von den 40 gewählten Liberalen verdankt die Hälfte ihren Sieg einem Wahlabkommen mit den Konservativ-.'*., jene Löwen wirkten in der Szene mit, als plötzlich und ohne Warnung einer von ihnen es sich einfallen ließ, seine wettere THtmirtung zu versagen — mit wütendem Gebrüll stürzte er auf vier Zulu - Häuptlinge am andern Ende der Arena zu. Trotzdem sie barfuß waren, gaben sie einen schonen Beweis affenartiger Geschwindigkeit im Klettern — im Handumdrehen saßen sie zur größten Enttäu schung des Löwen oben auf dem zwanzia Fuß hohen Drahtzaun. Für diesen Tag war allen die Lust zu weiteren Aufnahmen vergangen. — Der einzige Löwe, der nicht mehr mitzumachen braucht, ist der in den Ruhestand versetzte „Zvklon", der über ein besonderes Gehege für sich verfügt. Er ist fünfzehn Jahre all und der Batet der ©rupwr, benu er ist einer der drei Löwen, mit denen ine Züchterei begann. Dreiundsiebzig der jetzigen Farm infaffen sind feine Sprößlinge. Auch die Löwin „Roste" 6at sich als gute Famllienmutter erwiesen, denn in den sieben Jahren ihres Wirkens auf der Farm brachte sie 46 Junge zur Welt. Der berühmtere der ganzen Herde ist „Numa", ein prachtvoller, sechs Jahre alter Lowc. Jeder Filmsiebhaber in Amerika hat ihn gesehen, wie er irgendeinen berühmten tzilmkvmiker über leere Baustellen, in Keller und Häuser und über Dächer verfolgt. Er scheint genau zu wissen, was von ihm verlangt wird, und hat in seiner ganzen Laufbahn auch nicht einmal nur den Versuch gemacht, den Mitwirkenden ein Leid anzutun. Er bringt feinem Herrn etwa zehntausend Dollar jährsich ein, und sein Wert wird auf über hunderttausend Dollar geschätzt. Numas Rivale ist fein Käfiggenosse „Skats", der als der schönste in Gefangenschaft lebende Löwe gllt. Sein von einer gewaltigen Mähne umwalltes Haupt ist die Schutzmarke einer großen Filmgesellschaft. Sein Fach sind die Rollen von Bösewichtern, und, obwohl es auf den Bildern den Anschein hat, als wolle er sich jeden Augenblick auf seine Opfer stürzen, so ist das Arbeiten mit ihm in Wirklichkeit doch ebenso sicher wie mit „Numa". Kürzlich sollte auf der Farm ein Film aufgenom- , men werden, in dem eine Gruppe Neger eingebo- diese Lowensarm darstellt. rene Afrikaner darstellen sollte. Sieben ausgewach- I England vor den Neuwahlen Von unserem -^.-Berichterstatter. Da hilft kein Leugnen mehr, die Skeptiker sind I geschlagen: nur noch ein Meter 'Wasser über | dem pompösen Sarg! Bleiben wir ganz nüchtern, rechnen wir ohne Furcht vor den giftigen Fliegen TutanchamonS: die Pumpen saugen täglich 5 Zentimeter Wasserhöhe ab, macht in 14 Tagen 70 Zentimeter. Da aber der Abgang durch Regenfälle wieder aus» geglichen wird, andererseits jetzt neue Pumpen, tieferliegende., in Betrieb gesetzt wurden, die Tag und Rächt saugen, saugen, saugen — so muh am 25. März der (Spiegel der Diana von der Reeling durchstoßen werden. Dann wird inan fieberhaft scheuern und putzen, denn das Schiss liegt nicht etwa glasklar vor den märchenhungrigen Rügen wie die Schätze Vlnetas, Ion- Dem ist von dem Schutt und Geröll, das so viele 3ahre von den Kraterwänden abbröckelte, und in den Seetrichter stürzte, eingemummt, dann wird der Duce kommen, der den kühnen Aderlaß vornahm, und dann, wenn die Osterglocken läuten, wenn sie die Ruferstehung des Herrn feiern, dann — nun, es ist ja nicht nötig, denen den Mund wässerig zu machen, die nicht dabei sein können. Die Archäologen schlafen schon nicht mehr. 3n einer endlosen Rutokette, die den Tiber mit dem Kratersee verbindet, strömt das Publikum bereits jetzt an den Sonntagen zu dem Sensationsprozeh. Die meisten Reugierigen bleiben freilich am Topsrand kleben, denn der Abstieg ist deshalb nicht sehr angenehm, weil man auch wieder hinauf muh, aber Scharen von Arbeitern arbeiten bei Sonne und Fackeln, um die fahrbare Straße, die bis zu den Schiffen führen wird, rechtzeittg zur Hochsaison fertig zu bringen. Dabei fördern sie Haufen von antikem Gerümpel zutage, irdene Krüge, gewöhnliche Wasserkrüge und solche mit wundervollen Ziselierungen, jetzt ein Medusenhaupt, jetzt einen bronzenen Rageh dort sogar einen eisernen, Eichenrippen. Marmor... Man wird den ganzen Seegrund durchsieben. Das eine Schiff liegt mit dem Heck nur 5 Meter tief, mit der Spitze 12. dos andere, größere. 71 Meter lang, jedoch 15 und 20 Meter, so daß der Sommer vergehen wird, bis die ganze Herrlichkeit trocken liegt und eine wundersame | Legende sich in ein — Museum verwandelt. wählt; zum Dekanstellvertreter mit überwiegender Mehrheit ebenso Pfarrer Sattler (Wieseck): ebenso zum Stellvertreter beider Im Dekanats- ausschuh Pfarrer Hartmann (Asien-Buseck). Der Voranschlag der Dekanatskasse für 1929/30 wurde genehmigt. Der Dekan verlas dann einen Schriftenwechsel zwischen dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft und dem Landeskirchenamt betr. Schuh )es höchsten evangelischen Feiertages, des Karfreitags. Eine dahingehende Entschließung wurde einstimmig angenommen. Gin Vortrag des Vertrauensmannes des Evang.l schen Dantes, Pfarrer V ö ch n e r (Treis a. d.Lda.), behandelte „Die Wichtigkeit der Mischehenfrage". Die Ehe müsse eine geistige Einheit sein, andernfalls werde sie zur Qual, auch im Blick auf die Kindererziehung. Seit dem Vatikanum sei die Spannung zwischen evangelisch und katholisch starker geworden. 3n Deutschland gebe cs eine Ril on e angel sch-k l)o° lische Mischehen: so sei die Mischehennot schon eine Volksnot geworden. Die Mischehe mache auch den konfessionellen Frieden unmöglich, darum sei vor ihr zu warnen. Drauungs- und Taus- ausfälle gingen zum großen Teil auf das Konto der Mischehen, ebenso Abmeldungen aus dem Religionsunterricht und Kirchenaustritte. Sehr stark fei auch die Beteiligung der Mischehen beim Geburtenausfall und bei Ehescheidungen. Mit dem Sakramentscharakter wurde die Che seit dem Tridentinum eine rein kirchliche Angelegenheit und unlösbar, die katholisch-kirchliche Form mache das Cherecht zu einem Teil des Kirchenrechts. Die evangelische Kirche sehe die Ursache als eine Rot ihrer evangelischen Glieder an. der es gelte durch Aufklärung zu begegnen. Eine rege Aussprache schloß sich an die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungei' an. Pfarrer Wahl (Lang-Göns) bat um Zuweisung einer Sonntagssammlung aus dem Dekanat. Inspektor A e h n e l t brachte folgende Entschließung ein, die angenommen wurde: „Der am 20. d. M. versammelte Deianatötag erblickt in der Wahl nach Gruppen keine Förderung des kirchlichen Lebens. Er bittet deshalb, alle lebendigen Kräfte ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit für die großen und ernsten Aufgaben der Kirche nicht zu zersplittern. sondern zu sammeln." Mit einem Schlußgesang schloß der Dekanats- tag. _______________ Oberheffen. Landkreis Gießen. : Reiskirchen, 21. März. Am Dorfausgong nach Gießen zu ereignete fick gestern abend durch einen Kraftfahre r ein Unfall. Ein Motorradfahrer aus G. fuhr in scharfem Tempo um die Straßenbiegung in eine Schar spielender Kinder hinein, ohne rechtzeitig Signal gegeben zu haben. Ein dreijähriges Mädchen kam zu Fall und wurde am Fuße überfahren. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte starke Verletzungen am Fuße fest. Der Motorradfahrer wollte unerkannt weilerfahren, konnte ober noch int letzten Augenblick durch einen daherkommenden Ortseinwohner gestellt und zur Angabe seines Namens gezwungen werden. Erst dann begab er sich zu den Eltern des verunglückten Kindes und entschuldigte sich. Die Angelegenheit dürfte für ihn noch ein Nachspiel haben. + Grünberg, 21. März. Heute fand hier der erste Schweinemarkt in diesem Jahre statt. Er zeigte ein ganz anderes Bild als in sonstigen Jahren: vor allem fiel der sehr niedrige Auftrieb an Ferkeln auf, während andrerseits eine große Zahl Kaufliebhaber vorhanden waren. Die älrsache dieser Erscheinung mag in dem ungewöhnlich strengen Winter zu suchen sein, welcher der Aufzucht der Ferkel schädlich war. Der Auftrieb betrug 137 Ferkel und 5 Läufer. Aach kurzer Zeit war der Markt geräumt, und Die Liebe derBrigiita Hollermann Vornan von Elisabeth Ney. Copyright by Marlin Feuchtwanger, Halle (Saale). 13 Fortsetzung Nachdruck verboten. Kurzum, tq> wurde vorgestern abend noch her- auügfcitüigcIL Drei Straßen von meinem Hause, in einer elenden Kellerwohnung, lag ein alter Mann im Sterben. Er hatte eine Lungenent- zünoung, uno man holle micy erst in letzter Mi- nu.e. ‘.nun, ich tonnte auch nichts mehr tun. und wollte schon wwoer gehen, als der Alte mit ungeahnter Kraft meine Hand festhielt uno fleheni.ua) bat, seine Reichte anzuhoren, da er nun und nimmer ruhig steroen könne. setzte mich aiio st in zu ihm. Es dauerte lange, epe er nur unter höchster Anstrengung alles gestand, was ihn beoruate. Bei den letzten Worten starb er dann. Der Mann hieß Paul Aa.felt. Er hatte fünfmal im uxiängnid uno zweimal im Zuchthaus geiejen, wegen schwerer Einoruchsteeostahce. Hinter einen seiner Einocüche fei oie Pouzei icood) nicht gekommen, beichtete er. Es hanoeue ich um den ins Laboratorium des Herrn Geheimrats s)ollermann. Sein Freuno. oer sVpwarze Sepp, wie er in der Derorech^rwelt genannt tooroen sei, Hut le die Sacye auügchmunyafut. Eines Tageu lj-.be die,er ihm seinen Pian anoectraut. Er ging oafjin, im Laoorator.um ^e^-cimrat Holler.iianns w.rtvOlle Gijte unc vielleicht sogar Radium zu stellen. Der schwarze Sepp war orientiert, dag an jenem Abend bei Ihren Ellern Gesellicha,t war, und hielt deshalb die Zeit für den Einbruch am günstigsten. Kurz vor elf Uhr an jenem Tage lagen sie im Part, hart am Eingang zum Laboratorium, dann wirtlich auch auf Der Lauer. Aasfelt erzählte, daß da plötzlich von der Dllla her ein Herr ziemlich hastig angelausen getommen und im Laboratorium versa)wundcn sei. Der schwarze Sepp habe ihm nachgewollt, aber er have ihn jurücf gehalten; und es hätte auch nicht lange gedauert, keine fünf Minuten, da sei der Herr wieder zurückgelommen, und durch den Park, ohne die Billa wieder zu betreten, nach der Straße gegangen. Gleich danach sind die beiden dann einge- brochen. Ter schwarze Sepp haoe oben im Laoo- ratoriumsziu.mer ein ta^er.o es Iauett an sich genommen und gleich a. gezogen; dabei habe er lachend aus diesem Kadett eine lose Zigarette hervorgeholt und gesagt, daß diese üjm sehr zupaß käme, da er gerade großen Appetit habe. mancher Kaufliebhaber mußte feer ctuSgehen. Die Preise waren hoch, in einzelnen Fällen wurden die Durchschnittspreise noch überstiegen. Es kosteten 6 Wochen alte Ferkel 40 bis 45 Mk.. 6 bis 8 Wochen alte 45 bis 50 Mk.. 8 bis 13 Wochen alle 50 bis 55 Mk. und Läufer 60 bis 70 Mk. # Langd, 19. März. Am SamStag wurde hier unter Beteiligung fast der ganzen Gemeinde der Altveteran Iohannes Heckmann zu Grabe getragen. Der Verstorbene hatte die Kriege 1866 und 1870/71 aktiv mitgemacht. Die Gemeinde hat ihm auf dem Ehrenfriedhof an der Seite seines Bruders Konrad Heckmann, der auch Altkriegsteilnehmer war, einen Ehrenplatz als letzte Ruhestätte zugewiesen. — Am Samstag fand im hiesigen Gemeindewald eine Rutzholz- versteigerung statt, zu der sich viele Geschäftsleute aus der Umgebung, vor allem Wagner und Schreiner, eingefunden hatten. Die Preise können als normal bezeichnet werden, lagen jedoch unter denen des Vorjahres. Cichenstammholz 1. Klasse kam auf 15 Mk.. solches 2. Klasse auf 26 bis 28 Mk.. 3. Klasse 38 bis 40 Mk., 4. Klasse 42 Mk. Eine Feldeiche von 1,87 Festmeter erreichte nur einen Preis von 15 Mk. Wenig Rachfrage herrschte nach Obstbaumstämmen: Kirschbaumstamm 3. Klasse kam .nur auf 12 Mk. je Festmeter, 4. Klasse und 6. Klasse auf 15 bis 16 Mark. Ein Birnbaum von 1 Festmeter kam gar nur auf 6 Mk.. Für Lindenstammholz 3. Klasse wurden bezahlt 15 bis 16 Mk.. 5. Klasse nur 8 Mk. und 6. Klasse 10 Mk. Fichtenderbstangen 1. Klasse kostete das Stuck 1 bis 2 Mk.. solche 2. Klasse 3 bis 6 Mk. je nach Stärke und Güte. Einen hohen Preis erzielten Ruhreisig (Fichte) in Schichthaufen (10 Meter lang) 72 bis 76 Mk. Hainbuche-Rutzscheit (Rundholz) kosteten 3 Raummeter durchschnittlich 32,50 bis 42 Mk. T Steinheim. 20. März. Dieser Tage wurde hier ein Obst - und Gartenbauverein gegründet, dem sofort 36 Mitglieder beitraten. Der neue Verein beabsichtigt, im kommenden Jahre ein planmäßiges älmpfropsen in die Wege zu leiten und die allgemeine Schädlingsbekämpfung durchzu'ühren. Zur Anei'erring der Mitglieder und zur Festigung des Vereins soll bei einigermaßen Ausfall der diesjährigen Obsternte eine örtliche Obstausstellung unter Zulassung benachbarter Züchter veranstaltet werden. U Rodheim a. d. Horloff, 21. März. 3m vollbesetzten Saale von Reichhardt wurde der Film „Glaube und Heimat" vorgeführt. In der einleitenden Ansprache zeichnete unser Ortsgeistliche. Pfarrer Kornmann, auf dessen Veranlassung die Vorführung stattfand, den geschichtlichen Hintergrund des fünfaktigen Dramas. Der Vorführung war ein voller Erfolg be- schieden. Zur Llnterstühung der in den österreichischen Alpenländern in der Zerstreuung wohnenden evangelischen Glaubensbrüder wurden in den Pausen Schriften verkauft, und am Schlüsse eine Kollekte erhoben. — Anfangs dieser Woche fanden im hiesigen Gemeindewald die Holz- ver ft eigerungen stall. Am Montag Halle sich bei der D r e n n h o l z v e r st e i g e r u n g eine große Zahl von Käufern eingefunden, deren Ansprüche nicht alle befriedigt werden konnten. Die Preise waren außerordentlich hoch und sind wohl bisher kaum bei einer anderen Holzder» fteigerung Überboten worden. Es kostete je Raummeter: Duchenscheit 18 bis 20 Mk., Kiefernscheit 11 bis 13 Ml.. Eichenscheit 8 bis 17 Mark: Buchenknüppel 11 bis 13 Mk.. Kiefern- knüppel 11 bis 13 Mk., Eichenknüppel 7 bis 9 Mk., Lärchenknüppel 10 bis 14 Mk.: Buchenstöcke 10 bis 13 Mk.. Eichenstöcke 8 bis 9 Mk.; Duchenreisig 2,50 bis 8 Mk. (8 Mk. 1 Rm.!), Eichenreisig 1 bis 3,25 Mk.. Kiefernreisig 0,50 bis 2,50 Mk., Dirkenreisig 1 bis 3,50 Mk.. Fichtenreisig 0,10 bis 0,60 Mk.. Lärchenreisig 0,10 bis 0,30 Wk. Die Versteigerung wurde von dem Gemeinderat sofort genehmigt. Die am Dienstag folgende Ruhholzversteigerung war von Er hatte sie augenblicklich angezündet, und sich dann darangemacht, die Flaschen und Schranke zu untersuchen. .Geh' von dem GlaSballon weg", habe Raffelt plötzlich ausgerufen, „eS ist BenzinI" „Unsinn", hätte der schwarze Sepp geantwortet und die Warnung nicht befolgt. Raffelt war jedoch schlauer: er war. die Gefahr erkennend, eilig geflüchtet, und kaum hatte er den Park betreten, so sei auch schon alles in die Luft geflogen. Der Tore war also der schwarze Sepp, der das Jackett Doktor Eggenbrechts angezogen hatte. Derjenige aber, der die beiden beinah bei ihrem Einbruch gestört hatte, nämlich Doktor Eggen- brecht, befand sich bei der Explosion schon längst nicht mehr im Laboratorium. Der Fetzen Stoff mit dem Knopfe hatte also nur irregeführt, und wir können hoffen, daß Doktor Eggenbrecht lebt Raffelt machte damals keine Angaben, da er damit den Einbruch hätte eingestehen müssen. Somit quälten Sie sich die ganze Zeit umsonst, und weinten wohl heiyilich an des schwarzen Sepps Grab. Run, vielleicht taten dem alten Gauner Ihre Tränen wohl. Scheinbar ist Eggen- brecht in seiner Verzweiflung noch in jener Rächt spurlos aus Hamburg abgedampft, und hat somit keine Ahnung, was sich zugetragen hat. Ich werde eifrig nach chm forschen, um ihm tüchtig den Brausekopf zu waschen, daß er unsere kleine Gitta nicht besser gekannt hat und nicht gleich merkte, daß eine Intrige im Spiel war. Dies, liebe Brigitta, als kleine WeihnachtS- freute von dem alten Onkel Sanitätsrat. Hoffentlich tut die Rachricht Ihrem Herzen recht wohl, und Gott helfe, daß ich den Ausreißer bald erwische. Grüßen Sie mir meine alte Christiane, die des Lobes voll von Ihnen ist. Gott besohlen. Onkel Lührmann." In Brigittas Gesicht wechselten beim Lesen Röte und Blässe. Sie bebte am ganzen Körper, und vermochte nur mit Mühe einen Au, schrei zu unterdrücken. Dann sprang sie plötzlich auf und stürzte, eine Entschuldigung murmelnd, aus dem Zimmer. „WaS hat Schwester GittaI" riefen der Pastor und der alte Doktor wie aus einem Munde. „Cs ist nichts als eine freudige Rachricht," entgegnete Schwester Christiane: „lassen wir sie für Den Abend allein. Auch Freude kann oft krank machen." Ihre Augen aber blickten traurig-sinnend zu dem jungen Geistlichen hin. Denn sie ahnte, daß in diesem Mannesherzen eine stille Liebe für die blonde Schwester Gitta zu keimen begann. Aus einem Briefe, ter auch für sie von ihrem Bruder eingetroffen war, wußte sie ja, daß Brigitta Hollermann niemals Frau Pastor Wen- brachte. (Fortsetzung folgt.) telin werden konnte, da sie das Bild eines anderen im Herzen trug. etwa 60 Leuten besucht. SS tarnen zum Verkauf und wurden bezahlt je Festmeter: 8 Eichenstämme 2. Klasse 38 bis 40 Mk., 29 Eichenstämme 3. Klasse 32 bis 38 Mk., 7 Stämme 4. Klasse 30 bis 32 Mk.: 10 Buchenstämme 3. Klasse 33 bis 35 Mk.. 8 Buchenstämme 4. Klasse 26 bis 33 Mk., 1 S.amrn 5. Klasse 26 Mk.: 5 Fichtenstämme Klasse 1b und 4 Stämme Klasse la 30 bis 36 Mk., 4 Fichtenst^mme Klasse 2a und 2 Stämme 2b 26 bis 30 Mk., 5 Fichtenstämme Klasse 3a 25 bis 26 Mk.: 9 Kiefernstämme Klasse 2b 38 bis 40 Mk., 8 Kiefernstämme Klasse 3a 35 bis 38 Mk.. 5 Stämme Klasse 3b 32 bis 35 Mk., 2 Stämme Klasse 4a 25 bis 32 Mk., 3 Kiefernstämme Klasse 2a 38 bis 40 Mk. Außerdem wurden verkauft: 37 Derbstangen 1. Klasse. 87 Derbstangen 2. Klasse und 869 3. Klasse, ferner 1800 Reisstangen, die alle zu annehmbaren Preisen zu haben waren. s. Aus Dem Horlofftal. 18. März. Allgemein können unsere Landwirte die Feststellung machen, daß die Wintersaat und Die Kleebestände Den strengen Frost besser überdauert haben, als anzunehmen war. Auch Die Gartenbesitzer, die große Bedenken hegten und deshalb nach Der Schneeschmelze 'sofort Die Beete untersuchten. finden den Spinat und andere Winte r g e m ü s e leidlich überwintert vor, allerdings muß es durch Abdecken gegen grelle Sonne und Rachtfröste geschützt werten. Viele Leute haben sogar im Freien Krautköpfe und Rosenkohl, die mit Stroh zugeteckt waren, gut überwintert. Die Ob st bäume an Den Provinz- straßen. Die zur Zeit durch Abkratzen gereinigt werten, weisen fast keine Frostrisse auf, wenn sich diese nicht noch beim Steigen des Saftes zeigen. Dagegen findet man bei Außbäumen häufiger solche, die durch Den Frost geborsten sind. Während D i ck w u r z in Feldmieten nur wenig gelitten haben, sind die Kartoffelvorräte so stark vom Frost mitgenommen Worten, daß manche Landwirte kaum noch ihren eigenen Bedarf an Eßkartoffeln haben. Die erfrorenen Kartoffeln werten von der Brennerei des Hofgutes lltphe angekauft, der Zentner (je nach Stärkegehalt) bis 2 Mk. In der Vogelwelt scheinen stark die Eulen gelitten zu haben, die vorzugsweise auf Mäuse angewiesen sind. Dem Schreiber dieser Zeilen wurden häufige Funde von toten Steinkäuzen und Schleiereulen zur Kenntnis gebracht. In einer Reihe von Gemeinden wurden, einer Anregung des Tierschutzvereins folgend, Ristkästen besonders für Meisen angebracht, Die von ter Holzschneiderei Schmidt (Laubacher Wald) als Sammelauftrag hergestellt wurden. • Ober-Hörgern, 20.März. Die Ober- Hörgener Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt ihre diesjährige Gene- ralversammlung ab. Der Geschäftsbericht und Iahresabschluß zeigten wiederum ein erfreuliches Bild gedeihlicher Weiterentwicklung. Im Anschluß an die Versammlung fand eine schlichte, aber um so eindrucksvollere Feier des 2 5 j ä h r i - genBe stehens derGenossenschafc statt, verbunden mit Der Ehrung eines Der Gründer, des Landlagsabgeordneten Fenchel. 3m Auftrage des Verbandes der Hessischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften überreichte Oberrevisor Eid mann dem Abgeordneten Fenchel eine geschmackvoll ausgestallete Ehrenurkunde. Abgeordneter Fenchel, Der langjährige Vorsitzende des Aufsichtsrats, dankte mit bewegten Worten für die Ehrung, wie auch für die Glückwünsche, Die namens Der Vereinsbank Butzbach und Deren erschienenen VorstandsmitglieDer Direktor Steinhäuser — zugleich auch im Auftrag des VerbandspräsiDenten, Direktors Bill, Osthcim, —, für Die Zentralgenossenschaft Darmstadt (Herr Bocher. Hungen) und für Die Bezugs- und Absatzgenossenschaft Gambach lHerr Düringer) überbrachten. Besonderes Interesse erweckten Die launigen Ausführungen des ebenfalls als Gratulant erschienenen Altbürgermeisters Eifer von Muschenheim, eines seit er Ende August auf vierzehn Tage nach Sylt käme. Es war, als wenn dieser Brief alle Schmerzen in Brigittas Innern aufs neue aufgewühlt habe. Wo war Hans-Iörg Eggenbrecht? Dieser Gedanke quälte sie plötzlich Tag und Rächt. Ihr so rosiges, frisches Gesicht büßte tägllch an Farbe ein. Sie wurde blasser und blasser, bis schließllch Schwester Christiane aufmerffam wurde und Den alten Ortsarzt zu Rate zog. . »Ein wenig Bleichsucht." konstatierte dieser. Aber Schwester Christianes Augen sahen schärfer. Sie wußte, daß das Hebel tiefer saß, und konnte sich doch dies alles nicht zusammenreimen. Ende August erschien auch wirllich. Wie versprochen, Sanitätsrat Lührmann. Schwester Christiane und Brigitta erwarteten ihn am Landungssteg. Hinter ihnen stand der alte Andresen, um daS Gepäck in Empfang zu nehmen. Lind endlich entdeckten beide zu gleicher Zeit das alte, gütige Gesicht unter den auSsteigenden Reisenden. Schwester Christiane vergaß alle Würde, und flog dem über alles geliebten Bruder wortlos um den Hals. .Ra, na, alte Seern, laß man gut sein, brummte dieser gerührt. „Siehst gut au«, Christiane, hast dich nicht ein bißchen verändert." .Bis auf Die weißen Haare," sagte sie lächelnd. .Dis auf Die Weißen Haare." entgegnete er ernst nickend. »Was tut es aber, siebe Christiane, wenn sich nur das Herz jung hält, und das ist wohl bei uns beiden ter Fall. Aber da ist ja auch noch mein liebes Wahlnichtchen," wandte er sich jetzt rasch an Brigitta, Die bescheiden zurück- getreten war. Er schob leicht seine Hand unter ihr Kinn, und sah sie einen Moment prüfend an. .Roch immer recht blaß, liebes Kind, das will mir gar nicht recht gefallen," sagte er dabei kopfschüttelnd. .Sollte daran immer noch ein gewisser Iemand schuld sein? Möchte nur wissen, wo sich der Satanskerl herumtreibt: er muß doch einfach auf einen anderen Planeten ausgewandert sein, sonst hätte ich ihn sicherlich entdeckt. So ein Kerl, drückt sich als beleidigter Maikäser in der Welt, Gott weih wo, herum, und währenddessen welkt die schönste aller Mädchenblumen für ihn dahin." Brigitta wandte sich rasch ab, um die auf» steigenden Tränen zu verbergen. .Kommt, ihr beiden lieben Menschen, ich verspüre einen Mordshunger" lenkte DanitätLral Lührmann rasch vom Gespräch ab. Zu Dritt schritten sie zu dem wartenden Wagen. Andresen sah bereits auf Dem Kutfcheroock, und knallte lustig mit ter Peitsche, In Anbetracht ter guten Zigarren, Die ihm Der Sanitätsrat mit» »Hans-Iörg, Hans-Iörg, ist es möglich, er lebt! Aufschluchzenb warf sich Dr'gitta, auf ihrem Zimmer angekommen, auf ihr Bett. Sie vermochte diese nie erhoffte, überwältigende Rachricht nicht zu fassen: es war vorläufig noch zuviel des Glückes. Der Liebste war nicht tot; er lebte, er lebte! Wo er sich im Augenblick befand, danach fragte sie in ihrem Glück noch nicht: für sie war es schon höchste Seligkeit, daß er in jener Rächt nicht um ihretwillen blindlings in den Tod gegangen war. — In dieser Rächt schlief Brigitta erst beim Morgengrauen ein, und am Morgen hatte sie es gründlich verschlafen. Schwester Christiane schalt sie nicht, sie wußte ja, daß es ein Schlaf der Genesung nach langer Krankheit gewesen war. Beschwingt ging Brigitta Hollermann jetzt durch Die Säle Der Kleinen. unD wo man lautes, herzliches Lachen hörte, war sicher Schwester Gitta, dabei. Ihr Gesicht rundete sich allmählich, und sie erblühte zu immer größerer Schönheit. Die Schuld war von ihr genommen. Eggenbrecht lebte! Irgendwo! Sie wußte es nicht. Aber sie fragte vorerst nicht danach. Er lebte, das genügte ihr. Ihr Herz war ganz still, und doch sagte es ihr beglückt mit jedem neuen Schlage: .Einmal wirst Du ihn Wiedersehen!" Die Zeit verging, die ersten Frühlingsstürme nabten, und da Die Krankheiten Der Kleinen nachgelassen hatten, so hatte Drigttta auch mehr freie Zeit. In Der Mittagsstunde, Die ausschließlich ihr gehörte, wanderte sie oft große Strecken an der Küste entlang. Dann regte sich Wohl auch in ihr das bange Sehnen nach ih n. Dem über cllles geliebten Mann. Sehnsüchtig lag sie ost am Strande unD sah gedankenverloren dem Fluge der Möven nach. Brigitta Hollermann war glücklich mit ihrem jetziges Leben: es fehlte ihr an nichts, und doch kamen Stunden, in Denen es sie hinauszog in die große, elegante Welt, der sie freiwillig für Immer entsagt hatte. Anfang August flatterte von Dem alten Sani- tälßrat Lührmann ein Brief ins Haus. Er schrieb ihr, daß seine Bemühungen, Eggen» brecht aufzustöbern, bisher vergebens gewesen wären aber er würde ihn schon noch erwischen. Im übrigen habe er erfahren, daß ihre Schwester Isa als Gesellschafterin Frau Ri von Salbens nach Iapan oder China — genau wisse er es nicht — gefahren sei, und zum Schluß ließ er seiner alten Schwester Christiane mitteilen, daß früher Iugend in der genossenschaftlichen Bewegung stehenden Mannes. Herr 3 ä g e r. der Direktor Der Bezugs- und Absatzgenossenschaft, brachte noch einen geschichtlichen ileberblid über die Genossenschaft feit der Zeit ihres Bestehens. Die Ausführungen der Redner, besonders des Abgeordneten Fenchel und des Direktors Säger, zeigten ein hervorragendes Verständnis für genossenschaftliche Dinge. Man kann der Genossenschaft zu ihren bewährten Führern nur gratulieren. Die Versammlung und die geladenen Gäste verlebten nach Erledigung des offiziellen Teiles noch einige gemütliche Stunden miteinander, wobei auch Der Humor zu feinem Rechte kam. Kreis Friedberg. 2$. Dad-Rauheim, 18. März. Die hiesige Volks bank, E. G. m. b. H-, hielt a m Samstagabend unter Leitung von Rechtsanwalt und Rotar Stahl, des Vorsitzenden des Aufsichtß- rats, ihre 9 6. ordentliche Generalversammlung ob, der als Vertreter ter Stadt Bürgermeister Dr. Ahl beiwohnte. Mit Sach ke'nntnis verbreitete sich ter Vorsitzende über bi derzeitige Wirtschaftslage, die beeinflußt wird von der starken Geldknappheit, die Mitte 1927 einfetzte und sich auch 1928, wenigstens soweit das Realkreditgcschäft in Frage kommt, nicht nennenswert bessern konnte. Ein Rückgang in Industrie und Handel sei unverkennbar: die ver» öffentsichten Wi.tschastsberichte und Die stark gesteigerten Arbeitslosenziffern seien Die sicheren Beweise hierfür. Die heimische W'rtschaft habe ebenfalls unter ter ungünstigen Konjunktur zu leiden gehabt, wenn auch die hiesige Date- industrie zahlenmäßig im abgelaufenen Iahre einen weiteren Anstieg verzeichnen konnte. Ent- fcheidend für Bad-Rauheirn fei noch immer, daß bei den gesteigerten Steuern und Lasten Die Verdienstspanne in der Hotesindustrie zu gering sei. Doch ist mit Dem weiteren Aufstieg ter Kur» sremdenzisfern eine baldige Wendung zum Befsern zu erwarten. Gedacht wurde auch Der krisenhaften Lage der teutfdjen Landwirtschaft, Die dazu zwinge, geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Katastrophe in diesem wichtigen Wirtschats- zweige zu verhindern. Hier würden dem Genossenschaftswesen noch bedeutende Aufgaben bevorstehen. Trotz ter wenig erfreulichen All- gemcinlage kann Die Volksbank eine befrie- Digente Weiterentwicklung im abgelaufenen Jahre verzeichnen. DaS ging deutlich aus dem vom Vorstandsmitglied Habermehl erstatteten Geschäftsbericht hervor, dem bas Folgende entnommen sei: Der Gesarntu m s a h in 1928, Der sich gegen das Vorjahr um rund 33V2 Will. Mark erhöhte, betrug 123 492 350 Mk. Die Bilanzsumme stellt sich in Aktiva und Passiva auf 4 023 748 Mk. und ist Damit um rund 650000 Mark über Die Bilanzsummen von 1927 ange- wachfen. Entsprechend dem gesteigerten Geschäftsverkehr hat sich auch das G e w inner g e b n i s erhöht und ist mit 62 549 Mk. ausgewiesen. Die Bilanz, sowie die Gewinn» und Verlustrechnung wurden einstimmig genehmigt. Aus tem Reingewinn werten, wie in den Vorjahren, wieder 10 Proz. Dividende verteilt, Die Den Betrag von 29 794 Mk. ergeben. Den Reserven werben 28 000 Mk. zugeschrieben und 3860 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bestand ter Mitglieder hat sich auf 830 erhöht. Endgültig durchgeführt wurde im ab* gelaufenen Geschäftsjahre Die Aufwertung ter alten Spareinlagen und Geschäftsguthaben. Es kamen zweimal 5 Proz., zusammen 10 Proz., zur sofortigen Auszahlung. Insgesamt tourten rund 180 000 Mk. an Auftoertungsgeltern aus- geschüttet. Die jetzigen Geschäftsräume ter Volksbank erweisen sich als zu Hein. ES tourte daher die Errichtung eines Erweiterungsbaues gutgeheißen, für Den die Versammlung einstimmig Den Betrag von 50000 Mk. bewilligte. 3B7SA Mark Netiitadt 1 GIESSEN Fernruf 260 Neu eröffnet! Neu eröffnet! Der s Kredit an alle neue von Mk. Mahagoni imit. Bafcafi Siedlungs-Möbel nach May, Schuster. Kramer usw. Beim Einkauf bitte Ausweis mitbringen 01554 1 Pfd. von BiosratRfiieOenUffllenplatil Ludwig Straße 4 2368U OSTERN 2700. 10000. auf und gewähren jetzt Rabatt Auch Knaben-Anzüge in großer Auswahl v. M.5 3500. 220). 9000. 1000. 1500. Wohnzimmer, Speisezimmer, Herr.« Zimmer, Köchen usw„ Einzel-, Klein- u.Polstermöbel währ. d.Sonderverkaufs Gießen Selters» weg Um meine werte Kundschaft u. Nichtkundschaft vonderQun-v lität meiner KAFFEES ü herze u een, ich bei Einkauf, Schlafzimmer Nußbaum, Birke, Kirschbaum, »/» Pfd. der gleich. Sort.«ra Meine Kaffees Gießen Selters» 2./J6A S christliche Aniragen unter 25390 an den Gtenencr Angelder erbeten.________ 10/50 P. S. 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Der Verlauf des Abends war, abgesehen von einer Dissonanz während der Aussprache, harmonisch und für den Iungdeut» schen Orden zweifellos ein starker Erfolg. Der Großmeister der Bruderschaft Gießen, Studienrat Dr. Gebhardt, eröffnete die Versammlung mit einem Hinweis auf die jetzt zehnjährige Wirksamkeit des Iungdeutschen Ordens, der sich nicht nach rechts oder nach links schlage, sondern am weitesten vorne stehen wolle auf dem Wege zum wahren Dolksstaat aller Deutschen. Der Iungdeutsche Orden sei keiner Partei oder Interessengruppe dienstbar, sondern er gehe seinen eigenen, geraden Weg. Reichspreffewart August Abel betonte am Anfang seines etwa Inständigen fesselnden Vortrages, daß dos, was er sage, kein Evangelium Jet, sondern die jungdeutsche Ansicht darstelle, M der jeder seine eigene Stellung wählen könne. Der Redner beschäftigte sich zunächst eingehend mit der Darlegung der Gründe, die den Iungdeutschen Orden zu seiner West Politik, der sog. Franzosenpoli-- tik, geführt hoben. Er erinnere dabei an die Vorgänge vor 10 Jahren in Versailles, bei denen er als deutscher Pressevertreter den tragischen Kampf der deutschen Friedensdelegation gegen den Vernichtungswillen des Feindbundes in allen Teilen miterlebt hat. Weiter besprach er den französischen Einbruch in das Ruhrgebiet, der in Wirklichkeit der Versuch der französischen Schwerindustrie zur Annektion des Ruhrgebietes gewesen sei. Unter den damaligen Umständen sei natürlich eine Politik der Verständigung mit Frankreich ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Am 6. April 1925 habe aber der Generaldirektor Dr. Brons von den Kruppwerken in einer Pariser Zeitung einen Artikel veröffentlicht, in dem gesagt wurde, die Industrie hüben und drüben habe vor allem das Interesse, Geschäfte zu machen. Diese Kundgebung des an hervorragender Stelle stehenden Industrieführers sei die Geburtsstunde der aktiven jungdeutschen Außenpoli- t i k gewesen. Der Orden habe den Standpunkt eingenommen, daß das Geschäftemachen nicht alles sei, sondern auch Rücksicht genommen werden müsse auf die nationalen Belange, sowie die Wiedererringung der deutschen Freiheit angestrebt werden müsse. Von hier ausgehend, habe sich dann die jungdeutsche Westpolitik entwickelt. Der Redner machte dann auf die Pakte der deutschen Großindustrie mit der französischen Großindustrie aufmerk am, wodurch die wirtschaftlich verbündete deutsch-französische Schwerindustrie zum beherrschenden Faktor in Europa geworden sei. Er erinnerte an die politischen Auswirkungen dieser Industrieverständigung: die Dawesgesetze, die Anerkennung von Locarno und die Zustimmung zum Kelloggpakt. Das deutsch-französische Industriebündnis habe die seinerzeit drohende, gewaltige Arbeitslosigkeit in Deutschland vorübergehend verhütet und den nahenden Bolschewismus zurückgedrängt, auf der anderen Seite ober seien die wirtschaftlichen Folgen für die deutsche Industrie sehr schwer. Beweis dafür sei der deutsch-französisch » belgische Stahltrust, durch den die hochentwickelte deutsche Stahlindustrie verpflichtet sei, bei Ueber» schreiking ihres Produktionskontingents hohe Strafgelder an die französischen und belgischen Vertragspartner zu zahlen und damit deren Industrie zu stützen, was schon mehrfach der Fall gewesen sei. Bei den früheren Wirtschaftsverhand- lungen zwischen der deutschen und der französischen Industrie sei von deutscher Seite aus versäumt worden, gleichzeitig auch nationale Belange durchzusetzen. Der Eisentrust mit Frankreich solle jetzt, zum 1.Oktober, wieder erneuert, werden. Der Iungdeutsche Orden werde mit aller Macht auf die deutsche Schwerindustrie dahin einwirken, daß sie bei den kommenden Verhandlungen mit den Franzosen nationale Forderungen unseres Volkes durchsetze. Wenn man in Paris Wert lege aus die IDirf- fchastsverständigung mit der deutschen Industrie, dann mühten auch die französischen Kriegsgerichte von deutschem Boden verschwinden und das besetzte Gebiet frei werden. Die deutsche Wirtschaft müsse den Franzosen deutlich erklären, daß sie mit ihrem Imperialismus gegen Deutschland Schluß machen müßten. Wenn die Franzosen erkennen ließen, daß in dieser Hinsicht nichts von ihnen zu erwarten sei, dann müsse die deutsche Industrie, die auch von anderen Staaten umworben werde, sich nach anderen wirtschaftlichen Möglichkeiten in der Welt umsehen, denn so allein wie vor Jahren stehe die deutsche Industrie heute nicht mehr in der Welt. Der Sinn der jungdeutschen Aranzosenpolltik sei also: eine ehrliche Verständigung mit den einsichtigen und vcrständigungsbereiten französischen Kreisen, aber nur unter voller Wahrung der nationalen Belange unsere» Volkes. Diese jungdcutsche Franzosenpolitik fei übrigens nicht vom Iungdeutschen Orden ausgegangen, sondern Franzosen seien erst mehrmals zum Iungdeutschen Orden nach Berlin gekommen, der sich dann bereit erklärt habe, die Verbindung mit den Kreisen in Frankreich und England aufzunehmen, die ebenso wie die Iungdeutschen gegen die Gefahr der finanziellen Versklavung Europas ankämpfen. Der Redner kam dann auf den Internationalen F ron t käm p f e r-K on gre ß in Luxemburg zu sprechen, bei dem unter maßgeblichem Einfluß des Iungdeutschen Ordens von den Kongreßteilnehmern, ehemaligen Frontsoldaten aus allen am Kriege beteiligten Ländern, einstimmig der Veschluh gefaßt wurde: „Die Freiheit steht höher als der Fried e". Dieser Kongreß habe bereits moralische Erfolge gezeitigt; u. a. sei das Schimpfwort „Boches" seit Oktober vorigen Jahres aus den Front- kämpferzeitungcn der anderen Länder verschwunden, Aufklärung über den gewaltigen Unsinn des Weichselkorridors, des Freistaates Danzig und über die Vergewaltigung Ostpreußens sei durch den Orden in der Welt verbreitet worden, die Kriegsschuldlüge, die Kolonialschuldlüge, die Rheinlandfrage usw. habe der Iungdeutsche Orden in Paris und in London in öffentlichen Versammlungen angeschnitten; sicherlich alles Ergebnisse der jungdeutschen Westpolitik, die sich schon sehen lassen könnten und die eine Rechtfertigung dieser Politik seien. hinsichtlich der Ostpolitik stehe der Iungdeutsche Orden keineswegs als grundsätzlicher Gegner einer Verständigung da. vorausgesetzt natürlich, dah uns mit einer solchen Verständigungspolitik die Gefahr des Bolschewismus, die heute noch immer bestehe, nicht eingeimpft werde. Der Redner gab der Ansicht Ausdruck, daß eine neue probolschewistische Welle komme, zumal neuerdings die Rationalsozialisten sich stark nach Rußland hin orientierten. Diese Dinge werde man mit großer Aufmerksamkeit verfolgen müssen. Weiter forderte der Vortragende entschiedenste Abwehr des selb st aufgeberischen deutschen Pazifismus, der in seiner Auswirkung nur ein Anreiz für gewisse Kreise anderer Völker sei, ihren Kriegsgelüsten gegen Deutschland weiterhin freien Lauf zu lassen. Die Verständigungsmöglichkeiten mit Frankreich würden im selben Maße wachsen, wie der Wille zur Freiheit im deutschen Volke stärker werde, und im gleichen Maße abnehmen, wie die'er Pazifismus bei uns zunehme. Für $inen solchen Pazifismus hätten die Franzosen nicht das geringste Verständnis. Der Redner verlangte ferner st r a f f st e Disziplin aller Deutschen gegenüber dem Außenminister, der die deul- schen Interessen gegenüber unseren Widersachern vertreten solle. Diese straffe Disziplin und nationale Geschlossenheit müsse auch gegenüber dem jetzigen Außenminister Stresemann Platz greifen, selbst wenn die Person des Ministers manchen Kreisen nicht genehm sei. Er sei aber der Außenminister des Deutschen Reiches, und als solcher müsse er von allen Volksgenossen gestützt werden. Der Vortragende beschäftigte sich dann mit Polen und den gegenwärtig im Gange befindlichen Verhandlungen toegen der Aufnahme der polnischen Eisenindustrie in den deutsch-französisch-belgi- schen Cisentrust, wobei die deutsche Schwerindustrie eine sehr maßgebliche Rolle spiele. Er forderte von der deutschen Schwerindustrie, daß sie sich einer Stützung der polnischen Industrie, die durch die Ausnahme in den Eisen- lrust einträte, mit Entschiedenheit widersetze, solange polen hinsichtlich des Weichselkorridors nicht die selbstverständliche Gegenleistung in der Rückgabe des Korridorgebietes an das Deutsche Reich gemacht habe. Das heutige Korridorgebiet sei deutsch und müsse wieder deutsch werden. Diese Forderung durchzudrücken, habe jetzt die deutsche Schwerindustrie die Möglichkeit. Wenn sie dieser Aufgabe nicht entspreche, dann lade sie eine schwere Verantwortung auf sich. Zum Schlüsse seines Vortrages gab der Redner der Hoffnung Ausdruck, dah sich mit dem Iungdeutschen Orden alle anderen Bünde und nationalen Volksgenossen zusammenfänden in dem hingebungsvollen Bemühen, das Diktat von Versailles zu revidieren und dabei den berechtigten deutschen Interessen Geltung zu verschaffen. (Langanhaltender starker Beifall.) Die Aussprache. In der anschließenden Aussprache nahmen vier Redner das Wort, und zwar von den Deutsch- nationalen Studienrat Kauer, Wetzlar, Studienrat Dr. Lenz, Gießen, und Landesgeschäftsführer Dr. Brehm, von den Rationalsoziali- ft en Herr Heißer von hier. Die Redner stimmten in mancherlei Hinsicht mit dem Vortragenden überein, machten aber anderseits erhebliche Einwände gegen den jungdeutschen Standpunkt geltend. Im Verlaufe der Debatte kam es wiederholt zu lebhaften Kundgebungen; ein besonderer Mihklang ereignete sich während der Rede Dr. Brehms, der trotz wiederholter Aufforderungen des Versammlungsleiters nicht zu dem Vortragsthema sprach und schließlich nach scharfen Auseinandersetzungen mit dem Vorsitzenden vor Ablauf seiner Redezeit unter Protest die Bühne verließ. Von deutschnationaler und nationalsozialistischer Seite wurden in der Diskussion u. a. auch Vorwürfe gegen Stresemanns Politik erhoben, im übrigen nach Maßgabe der Redezeit deutschnationale bzw. nationalsozialistische Gesichtspunkte vertreten. Zu Beginn seines Schlußwortes fragte Reichs- pressewart Abel zunächst öffentlich, ob denn kein Deutsch-Volksparteiler in der Versammlung anwesend sei, der den Außenminister und Volks- parteivorsihenden Strefemann gegen die in der Diskussion erhobenen Vorwürfe verteidigen wolle. Da auf diese Frage keine Antwort erfolgte, setzte sich der Referent dann mit den Argumenten seiner politischen Gegner eingehend auseinander. Geschichten ans aller Welt. Nachdruck, and) mit Quellenangabe, verboten. Es brennt bei der Feuerwehr! (r) Amsterdam. Die Feuerwehr von Gouda — den Ramen muh man sich eigentlich ebenso merken, wie man sich den des Hauptmanns von Köpenick gemerkt hat. Denn mit ihm wird für immer die Erinnerung an eine tragikomische Harlekinade verknüpft sein, wie sie die allzu ernsthaft veranlagte Vorsehung leider nur sehr selten zu bescheren Pflegt. Die Feuerwehr von Gouda also, dem holländischen Kleinstädtchen, das eine besondere Art in den Riederlanden sehr beliebter Tonpfeifen fabriziert, nahm in diesem wie auch in allen boraufgegangenen Jahren den Fasching wahr und veranstaltete für ihre Mitglieder, jedoch lange nach dem kalendarischen Abschluß der Karnevalszeit, einen zünftigen Maskenball. Da sah man die braven und würdigen Vertreter der Drandwehr, vom Direktor herab bis zum Wehr- mann, in den phantastischsten und lustigsten Verkleidungen erscheinen, mit fuchsroten Perücken, falschen Rasen, in türkischer und Cdelpagen- Tracht, und in heiterster Stimmung, die noch dadurch erhöht wurde, dah die wackeren Feuerwehrmänner mit gewohnter Hingabe den eigenen Vrand an den reichlich zur Verfügung stehenden Spirituosen löschten. Um Mitternacht, als der „Betrieb" auf der Höhe war und Branddirektor und Polizeikommissar von Gouda am Wirtschaftsbüfett gerade Brüderschaft getrunken und sich ewige Freundschaft geschworen hatten, versuchte ein Zivilist, ein Goudaer Bürger, der unmaskiert und mit allen Anzeichen der Erregung in den Festsaal gestürmt kam, eine gehässige Störung des Festes. Er stürzte nämlich auf den Branddirektor zu, den er trotz seiner ungeheuren Wachsnase erkannte, und stieß die Alarmmeldung hervor: „Mijnheer, die Feuerw^hrkaserne brennt!" Ein ungeheures Gelächter antwortete ihm. Denn es war doch klar, nicht wahr, daß dies nichts anderes sein konnte als ein köstlicher und durchaus dem Milieu angepahter Faschingsscherz! Die Beteuerungen des Bürgers gingen im Gelächter der Umstehenden und den Klängen des Tanzorchesters unter, und die brave Feuerwehr amüsierte sich weiter-- Bis plötzlich in die nächste Musikpause deutlich und klar von draußen die Feuerglocken beider Goudaer Kirchen hineinklangen. Alles war sofort ernüchtert, am schnellsten der Herr Branddirektor, und nun konnte man das seltsame Schauspiel erleben, wie die Feuerwehr in ihren bunten und grotesken Kostümen im Sturmschritt durch die Straßen eilte, die taghell von dem Brande erleuchtet waren. Sie kam zu spät. Die Drandwehrkaserne war bis auf die Umfassungsmauern völlig abgebrannt. Die armen Rarren in ihren Karnevalskostümen waren plötzlich obdachlos geworden. Und ganz Holland lacht heute über die wackere Feuerwehr von Gouda. Drei Faß Genever. (r) Brüssel. Die Bewohner der belgisch-luxemburgischen Grenze erinnern sich heute immer noch gern der lustigen Geschichte, die einem belgischen Zoll- \PRE!SE RM. 0,20-1,20 SCHMERZLOSES RASIEREN DURCH VORHERIGES EINREIBEN MIT TRUES Stimmung erweckend Stimmung erhaltend STAU Fl A 5^ Die neue Waldorf-Astoria-Zigarette 88888888888888888» Homöopathie Madaus ff Wv Msapa» r Rechnungsjahr 1929 liegt vom 23. bis! . .2? „ Olf 1 Mf "zilli aschl. 30. d. 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Nähere Auskunft durch Herrn Förster Kniß, Bernsseld, sowie die unterzeichnete Stelle. Grünberg, den 21. März 1929. Hess. Forstamt Nieder-Lhmen. NnAAliMW "SE AusNolki'llg filireln u.orelsweci Ole BrühiW Llilo.'vruaerkl. n. Lange, siegen. Slyuiltt.7. 420 .Mk.T Gemeinschaftlicher Nutzholz-Verkauf. der Gemeinden EberSgönü, Niederkleen und LberUeen. Am Freitag, dem 5. April 1929, von vormittags 10 llhr ab, kommt in dem Rathause zu Oberkleen aus den Gemeindewaldungen Ebersgöns, Niederkleen und Oberkleen folgendes Nutzholz öffenllich meistbietend zum Verkauf: 1. Gemeindcwald Ebersgöns. (Auskunft Förster Grasse, Oberkleen.) 20 Eichenstämme Kl. 1 — 2,46 fm, 41 Eichenstämme Kl. 2 — 11,99 fm, 21 Eichenstämme Kl. 3 — 11,56 fm, 27 Eichenstämme Kl. 4 — 20,84 fm, 7 Eichenstämme ftL 5 — 8,80 fm. 2 Eichen- stämrne ÄL 6 = 2,00 fm, 4 Eichenstangen I. Kl., 4 fm EichennutzscheithoU I. Kl. (Küferholz), 2,5 rm Eichennutzsckeitholz II. Kl. 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Die Untersuchung durch den Kreisoeterinärrat hat ergeben, daß Verdacht der Schweinepe st besteht. O Wißmar, 21. März. Als Nachfolger für den kürzlich verstorbenen Gemeindevorsteher Stroh wählte die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung mit elf Stimmen bei einer Stimm- enthallung den Landwirt und Ortsgerichtsoorsteher Heinrich Schwalm, Haus Nr. 16. Für das von Schwalm bisher bekleidete Amt des stellvertretenden Gemeindevorstehers wurde Ludwig B i t t e n d o r f, Hüttenarbeiter, gewählt. “JnpTl MMut sind durch eigenen Versuch zu Hagfreunden geworden, denn sie haben sich davon überzeugt, daß der coffeinfreie Kaffee Hag nicht nur unschädlich ist, sondern auch den gleich guten Geschmack hat wie anderer Bohnenkaffee bester Qualität. Wer ihn einmal probierte, wird ihn immer trinken. Das große Paket kostet RM 1.90, das kleine 95 Pfg. Ihr Kaufmann führt ihn. Oberhessen. Kreis Schotten. lH L a u b a ch, 21. März. Ein frecher Einbruch in den Güterschuppen des hiesigen Bahnhofs wurde in vergangener Aacht aus- geführt. Den Einbrechern. jedenfalls erfahrenen „Fachleuten", gelang durch eine Bohrung neben dem Schlosse die Oeffnung des Tores. Sie entwendeten einen S ch l i e ß k o r b mit Damen- Kleidungsstücken und Wäsche, sowie eine Kiste mit Fleischwaren und sonstigen Ehwaren. Der geöffnete und geleerte Schließkorb wurde am „Hällenberg", am Ausgang der Hungener Straße, gefunden. Der Einbruch wurde nachts zwischen 12 bis 4 Uhr ausgeführt. Die Einbrecher, wohl Auswärtige, scheinen sich eines Autos bedient zu haben. Bon den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Dies ist seit langen 3ahren der erste Einbruch in unserem Städtchen. * Lardenbach-Klein-Cichen, 19. März. Unsere 2. Schulklasse, unter Leitung des Lehrers Sommer, hatte die beiden Gemeinden auf gestern zu einem Elternabend einge- laden, der überaus stark besucht war. Der erste Teil der Veranstaltung stand unter dem Motto „Heimat, wie bist du schön!" 3n fein vorgetragenen Liedern und Gedichten des 3. und 4. Schuljahres kam der Heimatgedanke vortrefflich zum Ausdruck. Ein hübsch gespieltes Theaterstück, sowie zwei Lieder des in uneigennütziger Weise mitwirkenden Gesangvereins füllten diesen Teil der Vortragsfolge in schönster Weise aus. 3m zweiten Teile des Abends boten das 1. und 2. Schuljahr Dort.äge von Liedern und Gedichten, ebenso wurde noch ein reizendes Theaterstückchen gezeigt. Der Gesangverein trug dann noch einige Chore in wirkungsvoller Weise vor. Beamten vor Jähren mit einem sogenannten Alkoholschmuggler passierte. Äura vor der Zoll- station angehalten, weigerte sich der Alkohol- schmuggler. daS Faß Genever selbst bis zum Zvllhäuschen zu tragen, so daß sich der Beamte gezwungen sah, dies selbst zu tun. Erst an der Zollstation holte der listige „Schmuggler" seine erledigte Zollbescheinigung hervor, dankte dem Beamten für die freundliche Mühe, lud sein Fäßchen auf den Rücken und trabte gemächlich Wetter. Einem anderen belgischen Zollbeamten erging es aber vor einigen Tagen noch viel schlimmer. Ein Auto kam die Chaussee heruntergerast, und der 3nstintt sagte dem Beamten, daß es sich nur um Schmuggler handeln könne. Er stellte sich also mitten auf den Weg und gab Zeichen zu halten. Seinem Wunsche wurde entsprochen, man teilte ihm auch berettwilligst mit, daß sich drei Fässer unverzollten Genevers im Auto befänden. die man gerne an der Grenze verzollen wolle. Es herrschte grimmige Kälte, und der Zollbeamte war froh, diesmal den Weg bis zum Zollhäuschen nicht zu Fuß zurücklegen zu müssen. Er stieg also ein, hüllte sich bis über die Ohren in seinen Mantel und freute sich, wieder einmal dem S aat zu einigen Franken ver- holfen zu haben. Run lag aber das Zollhäuschen nahe an der Grenze und das Gesicht des Beamten wurde immer länger, als er merkte, daß die Geschwindigkeit des Autos immer mehr zu- nahm. je mehr sie sich der Zollstation näherten. 3n fliegender Fahrt raste der Wagen an dem Gebäude vorüber und hielt einige Kilometer weiter auf luxemburgischem Boden. Die Herren Schmuggler drückten noch ihr Bedauern aus, ihm zwecks Aufmunterung seiner Lebensgeister kein Glas aus den Fässern anbieten zu können, denn es fei bestellte Ware. Sie forderten ihn höflichst auf, doch die paar Kilometer zu Fuß wieder zu- rückzulegen und mit einem herzlichen Händedruck verabschiedeten sie sich von dem pflichttreuen Beamten. Es kommt nur auf die Form an! — Paris. 3n einer Pariser Gemeindeschule tollten die 3ungen während der großen Frühstücks muse so ausgelassen herum, daß ein neunjähriger Bengel zum Entsetzen seiner Kameraden in die breite und tiefe Wasserleitungsanlage fiel. Der sofort herbeigeholte Direktor erkannte die Unmöglichkeit einer Rettung ohne Facharbeiter. Er ließ also zwei solche kommen, die dann den verunglückten Schuljungen nach zweistündiger Arbeit glücklich an die Oberfläche beförderten. Selbstverständlich mußten die beiden Arbeiter entlohnt werden. Dec Schuldirektor schickte die Leute mit folgendem Zettel zu dem zuständigen Herrn des Magistrats: ^Diesen Männern sind zwölf Franken Sämtliche Darbietungen bereiteten dem zahlreichen Publittun recht genußreiche Stunden und fanden infolgedessen wohlverdienten, lebhaften Beifall. Wtt dem Ertrag einer kleinen Verlosung wird die Schule demnächst einen Ausflug der Kinder befreiten. Kreis Alsfeld. M Alsf eld. 21. März. Am aeftrigen Mittwoch tagte im ,Deutschen Hause der erweiterte Ma rktaus schuß für die Ausgestaltung des diesjährigen Prämienmarktes, der am 7. und 8. 3uli stattfindet. Entsprechend den bei der letzten Veranstaltung gemachten Erfahrungen wurde beschlossen, auch in diesem 3ahre ine sportliche Veranstaltung, d. h. das Reit- und Fahrtumier unter der Leitung des Grafen von Bredow (Altenburg) am Sonntag abzuhalten und am Montag den Prämienmarkt. mit dem zugleich wieder eine Bullenauktion des Landwirtschastskammerausschusses für die Provinz Oberhessen verbunden wird. Ferner soll auf Anregung der Pferdezüchtervereinigung des Kreises Alsseld auch in diesem 3ahre versuchsweise wieder eine Fohlenauktion abgehalten werden. Bei der von dem erweiterten Marktausschuh vorgenommenen Wahl der Prämiierungskommissionen und des Ehren- ausschusses wurden im wesentlichen die früheren bewährten Preisrichter, abgesehen von einigen kleineren Aenderungen, wieder gewählt. Die Entscheidung über einen von der Züchtervereinigung für schwarzbuntes Riederungsvieh gestellten Antrag auf Zulassung dieser Tiergattung zum Prä- mienmarft wurde nach längerer Verhandlung vertagt, da mehrere von den Antragstellern und ein Vertreter des Landwirtschastskammeraus- schufses nicht anwesend waren. Bezüglich der mit dem Markte verbundenen Verlosung teilte der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g, mit. daß diese, auf Grund der in den letzten 3ahren mit der Ausgabe von Sachgewinnen gemachten Erfahrung eine Umstellung erfahren habe, und zwar derart, daß, abgesehen von den großen ersten Gewinnen, die aus lebenden Gewinnen und Sachgewinnen weiter bestehen bleiben, die übrigen Gewinne ausschließlich Geldgewinne fein werden. Das Ministerium hat hierzu bereits feine Genehmigung erteilt. Mit den Vorbereitungen für den Markt wird alsbald begonnen. Kreis Lauterbach. & Lauterbach. 21.März. Bei dem heute hier abgehaltenen V i e h m a r k t waren 66 Ferkel und 15 Läufer aufgetrieben. Rindvieh war nicht zum Verkauf gestellt. Von den Ferkeln wurden 40 abgesetzt. während Läufer überhaupt nicht verkauft wurden. Der Verkaufspreis für Ferkel bewegte sich pro Stück zwischen 40 und 50 Mark. auLzuzählen. da sie einen Schüler auL der Wasserlettungsanlage g:r;ttet fjaben.“ Zwei Tage später — der Direktor hatte den kleinen Unfall längst vergessen — meldeten sich die Retter abermals und erzählten dem verdutzten Schulleiter. daß man im Stadthaus die Anzahlung des lächerlichen Betrages verweigerte. Mit der geradezu klassischen Begründung, daß „für die Rettung von Verunglückten im Etat fein SouS vorgesehen ist!" - Dem Direktor ging ein Licht auf, und ohne mit der Wimper zu zucken, stellte er einen zweiten Zettel folgenden Wortlauts aus. »Diesen Männern sind vierundzwanzig Franken für die Säuberung unserer verstopften Wasserleitungsanlage auszuzahlen.- Da für diese Zwecke im 3ahresetat der Gemeindeschule eine bestimmte Summe vorgesehen war, wurde der Betrag denn auch anstandslos ausgehändigt.