:hulze 95WA lut oder 3.15, oder arm 2-60. bett «ütg 70 hier laldsgarte" 9iJO Gaf'5“ KA -aEkiir->"^g i Repafaturcn TOD W«W s^Z IW« ), T«lePKk^tÄtte AM?» iS** S.1^91” w£ss"* Nr. 275 Erster Blatt 179. Jahrgang Vonnerrtag, 2|. November 1929 Ericheinl täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monatsBeiugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschluffe unterSammeInummer225L Anschrift für Drahtnach« richten: Mnjelger Stehen, poftscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche UniuersitStr.vuch. und Stetnöraderei B. lange in «letzen. Schristleitnng und Selchästrftelle: Schullttatz« 7. Annahme v»n Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für bett Anzeigenteil Ma; Filter, sämtlich in Gießen. Um die Freiheit der Saar. Zum heutigen Beginn der Saarverhandlungen in Paris. Bon der Dölllinger Hütte, den Röchlingschen |i .Visen- und Stahlwerken, bis nach Saarbrücken, wo die katholische Kirche St. Michael von reinster I deutscher Kultur zu sprechen weist, von Mettlach , bis Merzig, wo überall reinstes Deutschtum vorhanden ist, lebt jetzt eine Hoffnung, die darauf gerichtet ist, endlich die Stunde der Freiheit zu erleben, wenn die nunmehr in Paris beginnenden Saarverhandlungen zum Abschluß kommen würden. Hier an der Saar sind Frankreichs Derwelschcsierungspläne gescheitert. Die Franzosen haben an der Saar für ihre Kultur und Zivilisation keinerlei Eroberungen machen können, obwohl sie sich in ihren terroristischen Maßnahmen soweit verstiegen, daß sich Englands Minister Asquith am 11. Mai 1923 gezwungen sah, im englischen Unterhaus zu erklären, man möge die geschichtlichen Berichte über Rußlands Vorgehen in der polnischen Frage durchblättern, und man würde kein ärgeres Beispiel despotischer Gesetzgebung, keine schlimmere Unterdrückung der Grundrechte freier Staatsbürger entdecken, als sie an der Saar zu finden fei. Das Deutschtum ist erhalten geblieben, die Franzosen haben ihr Saarspicl verloren, und wenn sie wirklich wagen wollten, die int Versailler Friedensvertroge vorgesehene Abstimmung vor- zunehmen. so würden sie die jämmerlichste Blamage erleben, die die französische Politik jemals davontragen mußte. Obwohl Clbmenccau in Versailles die Lüge wagte, daß im Saargebiet 150 000 Saarfranzosen wohnen würden, so lehrt doch die objektive Statistik, daß von den 750 000 Eaareinwohnern kaum mehr als 300 die französische Sprache sprechen. Aus diesem Grunde hat ja auch Frankreich in der jüngsten Zeit, nachdem es sein kulturelles Spiel verloren sah, die Wirtschaftspläne in den Vordergrund gestellt. Gedanken wie die Errichtung eines eigenen Staates oder die Beibehaltung deS jetzt für das Saargebiet geltenden französischen Zollsystems oder gar die Abtrennung gewisser kohlenrcichcr Teile dieses Landes, tauchten aus. Doch die Saarbevölkerung hat schon jetzt deutlich zu erkennen gegeben, daß sie nur die Lösung annehmen will, die die restlose Rückgliederung an Deutschland mit sich bringt. Sn Kreisen der Gewerkschaften wird offen crllärt, daß man auch einen weiter fort- bestehenden französischen Wirtschaftseinflust ablehnt. Uni) nun versucht Frankreich, das mit dem Saarinterim ein recht gutes Geschäft gemacht hat, wenigstens in letzter Minute noch einen Gewinn einzuheimsen, und soweit bekannt geworden ist, sind die Direktiven für die französische Saar- Negation auch wenig erfolgversprechend aus- aestattet worden. Doch Frankreich sollte daran denken, daß gegenwärtig vielleicht noch das beste Geschäft mit einem befriedigenden Ausgleich gemacht werden kann, da sonst die Bevölkerung in der Abstimmung eine Antwort erteilen dürste, die dem französischen Prestige nicht besonders eindringlich sein wird. Die Gründe, die der Der- sailier Vertrag für das Saar-Experiment vorsah. nämlich die Abtretung der Saargru 6 en als Ersatz für die Zerstörung der nordfranzösischen Kohlengruben, sind erledigt. Aordfrankreich ist wieder aufgebaut und seine Gruben haben bereits den Vorkriegsstand überflügelt. Die deutsche Delegation, die zwar von dem festen Willen beseelt ist, der Saarbevölkerung die Freiheit zu bringen, hat aus diesem Grunde alles Recht, den französischen Forderungen mit schärfster Kritik gegenüberzustehen. Es liegt an Briand, wenn er als Bringer des Friedens wenigstens, obwohl es eigentlich kaum verständlich erscheint, versucht, ein befriedigendes Ergebnis für seine Ration einzuheimsen. Verpaßt er die Gelegenheit, dann wird die Zeit als bester Kumpan wohl nur der Stellung Deutschlands nützlich sein. Oie Saarfrage ist überreif. LiuBortragdcSLaarindustriellcnRöchling. Frankfurt a. M. 20. Ron. (WTD.) 3n der Gesellschaft für Handel, Industrie ttnö Wissenschaft hielt der bekannte Saarindustrielle Kommerzienrat Dr. Hermann Röchling (DölNin- gen) einen Vortrag über „Die politische und wirtschaftliche Rückgliederung des Saargebtets? Der Stent, unter dem die in dieser Woche in Paris beginnenden Saar Verhandlungen stehen, wird von allen Beteiligten als nicht sehr ' . günstig angesehen, da das jetzige französtsche Kabinett viel stärker nach der natlonalsozral,- l frischen Seite hin verlagert ist, als es das vor- . herige Kabinett war. Infolgedessen ist die Gefahr der Dorschiebung von angeblichen Sorgen wegen der Landesverteidigung — ein Gesichtspunkt, der in Frankreich immer nod) hervorgeholt wird, um die Liquidation des Krieges aufzuschieben — sehr groß. Darüber hinaus ist es die große Frage, ob von der französischen Regierung ernsthaft die Forderung nach Internationalisierung des Eaarkohlenbergbaues erhoben werden wird. Ich möchte dies nicht glauben, da für die Befriedigung der französischen Kohlenbedürf- insse diese Internationalisierung a b s o l u t n i ch t erforderlich und sie guch im Vertrag von Versailles in keiner Weise vorgesehen ist. Die Interessen der frartzösischen Verbraucher können durch langfristige Verträge gesichert werden. Auch hinsichtlich des Absatzes elsaß-lothringischer Erzeugnisse, der für die französische Regierung, zumal ihr drei elsaß-lothringische Slaatsfelretäre angehören, angesichts des elsaß-lothringischen malaise begreiflicherweise eine große Rolle spielt, gibt es durchaus Möglichkeiten, sich bis 1935 mit Deutschland zu verständigen. Das Frankreich keine polttischen Aspirationen im Saargebiet hat, erscheint mir sicher; denn hätte es solche, so wäre jeder Versuch einer Verständigung von vornherein aussichtslos. Die Saarfrage ist überreif. Läßt man sie weiter in der Schwebe, so könnte sie die politische Atmosphäre der nächsten Iahre in bedrohlicher Weise vergiften. Oie Pariser presse zu den Saarverhandlungen. Paris, 21.Rov. (WTB. Funkspruch.) Die heute vormittag beginnenden deutsch-französischen Verhandlungen über das Saarproblem nehmen bereits seit Monaten die Aufmerksamkeit der französischen Presse in Anspruch. Es hat eine lebhafte Agitation zugunsten der Auf- re ch t e r h a l t u n g des Status quo b i s 1 9 35 eingesetzt, und zwar fast ausschließlich in der Presse der extremen Rechten, während die übrige Presse, namentlich nach den Erklärungen Briands in der Kammer, sich auf den Boden Paris, 19. Roo. (DTR.) Botschafter o. h o e s ch halte heute nachmittag Unterredungen mit Außen- Minister Briand und mit dem Generalsekretär im Außenministerium Philippe B e r t h e l o t. Es bestätigt sich, daß der Wunsch der französischen Regierung nach Verschiebung des Schlußteiles der Haager Konferenz auf Anfang Januar sich lediglich darauf gründet, daß einmal der französische Finanzminister Eheron während der im Dezember zu, Ende zu führenden parlamentarischen Erörterungen des französischen Staatshaushaltes ni ch t abkömmlich ist, zum anderen die Kommissionsarbeiten bezüglich der Frage der sogenannten D st - Reparationen ein nach französischer Auffassung bisher ungenügendes Ergebnis geliefert haben. Die Tatsache, daß im Dezember in Deutschland der Bolkventscheid statlsinden wird, hat, da es sich dabei um eine rein innerdeutsche Angelegenheit handelt, bei der Stellungnahme der französischen Regierung keine Rolle gespielt. Den völlig irreführenden französischen Meldungen, die bereits von einer Festlegung der Haager Konferenz auf Anfang Januar und von einer Z u - ff i m m u n g der deutschen Regierung zu diesem Zeitpunkt berichten, müssen die tatsächlichen Vorgänge der letzten Tage gegenübergehallen werden, die sich in keiner weise mii der französischen Darstellung decken. Die Einberufung der Konferenz erfolgt durch den belgischen Mini st e r - Präsidenten 3 a f p a r , dessen Aufgabe es ist, bei den sechs Hauptmächten — Deutschland, England, Frankreich, Italien, Japan und seiner eigenen Berlin, 19. Rov. (WB.) Amtlich. Die Unterausschüsse des Verfassungsausschusses der Länderkonserenz haben am 18. und 19. November unter dem Vorsitz des Reichsminisler des 3nnern, Severing, getagt und.über das Referat „Organisation der Länder und der Einfluß der Länder auf das Reich" beraten. Das Referat war durch die vom Ausschuß beauftragten Berichterstatter Ministerialdirektor Dr. Brecht (Preußen), Ministerialdirektor Dr. Pöhsch-heffter (Sachsen), Staatspräsident Dr. Bolz (Württemberg), Präsident des Senates Dr. Petersen (Hamburg) gemeinsam vorgelegt worden. 3n der allgemeinen Aussprache überwog die Ausfassung, an der dem Referat zugrunde liegenden „differenzierendenGesamtlösung" festzuhalten, durch die bei einheitlicher Regelung in grundsätzlichen Fragen doch geschichtlich gewordenen Zusammenhängen Rechnung getragen wird. 3n der Linzeiberatung wurden die Abschnitte über die Organisation der Länder und der zentralen Regierung und Gesetzgebung mit geringen Aenderun- gen gegenüber den Vorschlägen angenommen. Ein vom bayerischen Ministerpräsidenten gestellter Antrag, die differenzierende Gesamtlösung als staatsrechtlich weder notwendig noch zweckmäßig und als politisch gefährlich fallen zu lassen, wurde mit großer Mehrheit abgetehnt. der im Haag zwischen dem verstorbenen Reichs- auhenmintster Dr. Stresemann und Briand festgelegten Tatsachen stellt. Das „3 o u r n a l" schreibt, die Debatte müsse einen strengvertraulichen Charakter tragen. Cs könne für den Augenblick nicht die Rede davon fein, die politische Seite der Frage anzuschneiden. In dieser Hinsicht sei die Lage klar festgelegt, aber schon die Tatsache der Einleitung einer Diskussion lasse die Vermutung zu, daß man französischerseits grundsätzlich die Eventualität einer Rückkehr des Saargebietes an Deutschland zulasse. — Das „Ech o de Paris" schreibt, wenn eine gerechte Verständigung nicht möglich wäre, dann wäre es zweifelsohne besser, nach fünf Jahren das auszunuhen, was der Vertrag Frankreich gegeben habe, nämlich die Chance der Volksabstimmung. — Der „Quotidien" das Organ des Landwirtschaftsministers Henneß, schreibt: Alle ernsten Enqueten, besonders die der Liga für Menschenrechte, sind im Saargebiet zu dem gleichen Ergebnis gekommen: Rämlich die Saarländer werden im Jahre 1935 wie auch jetzt den Wunsch haben. Deutsche zu bleiben. Es handele sich also für Frankreich nur darmn, aus der Gegenwart Ruhen zu ziehen, indem man auf ein Plebiszit verzichte, bei dem sich der Mißerfolg einer vergeblichen Bemühung der Französisierung nur bestätigen würde. Regierung — anzufragen, welcher Zeitpunkt ihnen recht ist. wenn eine Uebereinffimmung zwischen den sechs hauptbeteiligten erzielt ist, werden die Einladungen von Ministerpräsident 3afpar an sie und an die kleineren Mächte ergehen. Zur Zeit ist man noch nicht soweit. Bisher hat Frankreich sich inoffiziell an die deutsche Regierung gewandt und mitgeteilt, daß es beabsichtige, beim Ministerpräsidenten Jaspar Anfang Januar als Zeitpunkt für die Konferenz anzuregen. 3n mehrfachen Besprechungen mit der französischen Regierung ist es der Reichsregierung nicht gelungen, den Standpunkt Frankreichs, der sich bekanntlich auf dringende Haushaltsberatungen und die Sdjroierig- keii des Ausschusses für die Ostreparationen stützt, mit Erfolg zu bekämpfen. Die Reichsregierung Hal der französischen Regierung wissen lassen, daß ihrer Auffassung nach der Zeitpunkt Anfang Januar für Deutschland sehr ungünstig sei, und daß sie ihrerseits keinerlei Verantwortung für die Hinausschiebung der Haager Konferenz tragen wolle. Jedenfalls hat die Reichsregierung im Gegensatz zu den Behauptungen der Pariser Presse dem Zeitpunkt von Anfang Januar bisher nicht zugestimmt. Ls ist nun anzunehmen, daß die französische Regierung sich trotzdem an den Ministerpräsidenten Jaspar mit der Anregung wenden wird, die Konferenz für Anfang Januar einzuberufen. Ob Ministerpräsident Jaspar dieser Anregung folgen wird, und ob die anderen Mächte ihrerseits zustimmen, läßt sich schwer voraussagen. Man darf annehmen, daß zumindest England Schwierigkeiten machen dürfte. Rach den Beschlüssen werden preußische Regierung und R e i chs r e g i e r u n g vereinigt. wie die vier Länder aller (Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden), so unterstehen die preußischen Provinzen unmittelbar der Reichsgewall; ihre Verfassungen werden den preußischen Provinzialversassungen nachgebildet. Auch für die übrigen Länder soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Landesregierungen a u f bestimmte Zeit — etwa vier Jahre — zu wählen. Reichstag und Landtag sollen verschmolzen werden; dabei ist zu erwägen, ob an Stelle sämtlicher Mitglieder des Reichsrates und des Reichstages die von den beteiligten Ländern entsandten Mitglieder des Reichstags und des Landtages treten sollen. Für eine Uebergangszeit ist die Möglichkeit eines gemeinschaftlichen Landtages für die Länder neuer Art vorgesehen. Der R e i st s r a t bleibt in der Form bestehen, daß feine Zusammensetzung sich nach der Einwohnerzahl der vertretenen Länder bestimmt. Die Beschlüsse wurden, nachdem Zweifelssragen geklärt und einige Aenderungen oorgenommen waren, zumeist mit a ch k gegen drei Stimmen gefaßt. Die Beratungen sollen bereits am 7. Dezember fortgesetzt werden. Der Ausschuß wird damit zur Behandlung der Organisation Die Verschiebung der Haager Konferenz. Botschafter von Hoesch erneut bei Minister Briand. — Bisher keine Zustimmung Deutschlands zum Zanuartermin. Oie Neuorganisation der Länder. Aus den Unterausschüssen der Länderkonferenz für die Reichöreform. der unmittelbaren Reichsoerwaltung in den Ländern, der Austragsverwallung zwischen Reich und Landern und der Ausgestaltung der Reichsmittelinftan; übergehen. Bayerns Opposition. Tie Beschlüsse des Nnterausschusscs lediglich gutachtliche Bedeutung. München, 20. Rov. (TU.) Zu den Beschlüssen der Länderkonserenz schreibt die „Bayerische Staatszeitung", der amtliche Bericht in seiner vorliegenden Form sei geeignet, in der Öffentlichkeit Verwirrung anzurichlen. Dor allen Dingen müsse darauf hingewiesen werden, daß bindende oder auf eine Bindung hinaus- laufende Beschlüsse in dem Unterausschuß des Dersassungsausschusses nicht gefaßt worden seien. Das Ergebnis der zweitägigen Arbeiten seien lediglich gutachtliche Aeu- ßerungen eines willkürlich zusammengesuch- ten Unterausschusses, eines Organs, dem selbst keine weitere Tätigkeit zukoinme. als Gutachten abzufassen und sie zur Beschlußfassung an die zuständigen Faktoren weiterzuleiten. Dem amtlichen Bericht wird Einseitigkeit vorae- worfen und als -Urteil über das Ergebnis der neuerlichen Konferenzarbeiten gesagt, daß auf jeden Fall eine einmütige innerlich und äußerlich beschlossene Mehrheit für die Begutachtung einer bestimmten Lösung nicht gefunden worden sei. Die Bayerische Volkspartei - Korrespondenz schreibt, es sei ein vollkommener Irrtum. wenn die Beschlüsse der Länderkonferenz so gedeutet würden, als ob etwas tatsächlich z. B. über das zukünftige Verhältnis Preußens zum Reich und über die Rechte der alten und neuen Länder entschieden wäre. Es sei noch gar nicht entschieden, weil keine Instanz der Länderkonferenz überhaupt etwas entscheiden könne. Auch der Reichsinnenminister befinde sich im Irrtum, wenn er mit der Uhr in der Hand die Länderlonferenz zu einem ihm genehmen Ergebnis drängen wolle und, falls sie zu langsam arbeite, damit drohe, daß e r die Sache in die Hand nehmen werde, und mit entsprechenden Vorlagen an den Reichstag heran treten wolle. Das praktische Ergebnis der bisherigen Arbeiten der Länderkonferenz sei doch das, daß weder die Vorschläge des sogenannten Zuständigkeitsreserates noch die Vorschläge des Gemeinschaftsreferates praktisch zu verwirklichen seien. Aus jeden Fall könne man Bayern weder schrecken, noch klein machen. Denn es gebe eine (Sren.^e, wo Bayern nicht mehr mitmachen könne. Der Termin des Volksentscheids. Der Reichsminister des Innern an die Landesregierungen. Berlin, 19. Rov. (WB.) Der Reichsminister des Innern hat an die Landesregierungen folgendes Rundschreiben gerichtet: „Verschiedene gewerkschaftliche Angestelltenverbände, wie der Gewerkschaftsbund der Angestellten, der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband, der Zentralverband der Angestellten, haben sich an mich gewandt und sich dahin ausgesprochen, daß keine Ausdehnung der bisher üblichen Sonntagsarbeit vor Weihnachten aus Anlaß des für den 22. Dezember in Aussicht genommenen Volksentscheids zugelassen wird. Hiervon beehre ich mich ebenfalls Mitteilung zu machen und gebe anheim, den Wunsch bei Ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. gez. Severin g.“ Das endgültige Ergebnis des Volksbegehrens in Hessen. Darmstadt. 20. Rov. (WTB.) Unter dem Vorsitz von Ministerialrat Vornemann war der Abstimmungsausschuß des 33. Stimmkreises (Hessen-Darmstadt) zusammengetreten, um das endgültige amtliche Ergebnis des Volksbegehrens ..Freiheitsgeseh festzustellen. Für das Volksbegehren waren 28 072 Eintragungen erfolgt, von denen 3 6 7 für ungültig erklärt werden mußten, so daß noch 27 705 gültige Eintragungen verbleiben. Vor Eintritt in die Verhandlung gab der Vorsitzende eine scharfe Erklärung gegen einen Zeitungsartikel des Reichstagsabgeordneten Hugenberg ab. der davon sprach, daß an dem Ergebnis durch die Behörden hoffentlich nicht allzuviel rctou- chiert würde. Der Abstimmungsleiter und die Ausschußmilgiieder, mit Ausnahme des deutsch- nationalen Vertreters, sehen darin eine Beleidigung ihrer amtlichen Tätigkeit, die ohne Rücksicht auf politische Erwägungen allein nach dem Gesetze erfolge. Es ist bemerkenswert. daß sich in Rh ein Hessen keine A n st ä n d e bei den Eintragungen ergeben haben. Am zahlreichsten sind die unzulässigen Eintragungen in den Kreisen Lauterbach (131), Schotten (138) und Alsfeld (63) erfolgt. Cs handelt sich zum größten Teil um Eintragungen, die durch das ungesetzliche Umhertragen der Listen gesammelt wurden. In manchen Orten teilten sich der Bürgermeister und der P o l i z e i ö i e n e r in das Umhertragen der Listen. Von verschiedenen Bürgermeistern wurde diese falsche Handhabung bedauert mit dem Hinzufügen, sie seien durch die Vertrauensleute des Volksbegehrens falsch unterwiesen worden. Eine Zurücknahme v88 Unterschriften, die .in .mehreren M- len gewünscht wurde, wurde vom Ausschuß für unmöglich erklärt. 3n der Nachprüfung war der Ausschuß sehr weitherzig und erkannte auch unvollkommene Unterschriften an, wenn die Bürgermeistereien die Bescheinigung dec persönlichen Eintragungen aussprachen. Aus dem Gesetzgebungsausschuß des Hessischen Landtags. D a r m st a d t, 19. Nov. (Wolff.) 3m Gesetzgebungsausschuh des Hessischen Landtags entspinnt sich eine eingehende Aussprache über den Antrag Haury, die Regierung möge baldigst in Hessen die Mietberechtigungskarten einführen. Abg. Haury erklärt u. a., das bisherige Wohnungszuweisungsverfahren habe sich als durchaus unzweckmäßig und unwirtschaftlich erwiesen und sei kaum in der Lage gewesen, den Wohnungsuchenden zu helfen. Eine Reihe von Großstädten habe daher die sogenannten Mietberechtigungskarten eingeführt und es den Wohnungsuchenden überlassen, ihren Bedarf selbst zu decken. Dadurch sei nicht nur eine beträchtliche finanzielle Entlastung der Kommunen eingetreten, sondern auch alle Verärgerung der Wohnungsuchenden und der Vermietenden habe aufgehört. — Die Regierung erklärte, daß sie bereit sei, den einzelnen Gemeinden und Städten, die einen Antrag auf Einführung der Mietkarten stellen würden, diese Genehmigung zu erteilen. Für die generelle Anordnung der Einführung der Karten in Hessen liege kein Anlaß vor. — 3m Ausschuß sind die Ansichten, ob die Einführung der Mietkarten praktisch und nutzbar sei, geteilt. Don der Linken wird insbesondere der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß Familien mit zahlreichen Kindern benachteiligt würden. — Der Ausschuß erklärte schließlich gegen vier Stimmen der Rechten den Antrag Haury als durch die Regierungsantwort erledigt. Eine längere Aussprache ergab auch der demokratische Antrag, die Zulassung.der Amtsgerichtsanwälte zu den übergeordneten Landgerichten spätestens fünf 3ahre nach erfolgter Niederlassung zu erteilen. Die Regierung wandte sich gegen den Antrag und wollte einen anderen Zulassungsmodus in Anwendung gebracht wissen. — Der Ausschuß nahm jedoch den demokratischen Antrag gegen eine Stimme an. Der Ausschuh nahm einstimmig einen Antrag der Rechten an, in dem verlangt wird, daß Assessoren und jüngere Richter als Hilfsrichter bei den Landgerichten zugezogen werden können. — Eine Aen- derung des Kirchen st euergesehes wurde einstimmig genehmigt. Nach ihr sollen die für das 3ahr 1929 gewählten Steuervertretungen auf Wunsch auch für das 3ahr 1930 im Amte bleiben. — Eine Regierungsvorlage, die die Amtszeit aller unbesoldeten Beigeordneten in den Städten, die im 3ahre 1925 wiedergewählt worden sind, auf neun 3ahre erstrecken will, wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Das neue badische Kabinett. Negierunqskoalition Zentrum—Sozialdemokratie. Karlsruhe, 19. Rcv. (WTD.) Nachdem die Demokraten und die Deutsche Volks- Partei die Llcbernahme des 3ustizmin'.steriums erneut ab gelehnt haben, werden Zentrum und Sozialdemokraten die Regie u.'.g allein bilden. Das Zentrum erhält.zunächst den Staatspräsidenten und üb r.nrnmt das Ministerium des 3nnern sowie das der Finanzen. Die Sozialdemokratie ihrerseits beseht in Personalunion durch den bisherigen 3nnenminister Dr. R e m m e l e das M n ster'u.n für Kultus und äln ter richt sowie das 3ustizministerium. Daneben erhält die Sv- zialdemolralie noch einen Staatsrat. 3n einer Mitteilung des Zentrums wird g Jagt, dah die beiden liberalen Parteien die Verantwortung für das Scheitern der Großen Koalition zu tragen hätten, weil sie von ihrem Anspruch auf das Unterrichtsministerium nicht abgegangen siien. Durch die älcbernahme des Innenministeriums habe das Zentrum die Erfüllung seiner Fordcrung gefunden, welche es bei Beginn der Koalitionsvrrhandlungen gcst'llt habe, nämlich einen dem Wahlergebnis entsprechenden Einfluß in der Regierung zu b kommen. Das Finanzministerium wrrd wieder der bisherige 3nhaber Dr. Schmitt vom Zentrum übernehmen. Als Kandidaten für den Posten des Innenministers wird das Zentrum den Präsidenten des Rechnungshofes 3vsef Witte- mann Vorschlägen. Ein neuer Zeuge im Soll Lanipel. Berlin, 21. Rov. (WTD.) Dem Untersuchungsrichter beim Landgericht Reihe ist von dem Derteidiger des in Untersuchungshaft befindlichen Schriftstellers Lampe! ein neuer Zeuge benannt worden, der wichtige Bekundungen, insbesondere über die Person des erschossenen Fritz Köhler, machen könne. Rach den Behauptungen des neuen Zeugen, eines gewissen Kandt, soll Köhler seine Leute gegen die Stammkompagnie aufgewiegelt und sich ständig rebellisch benommen haben. So soll er mit seinen Leuten einen Ueberfall auf die Stammkompagnic geplant und sich zu diesem Zweck Waffen beschafft haben. Plötzlich fei er in der Nähe des Waffenverstecks, bei der Scheune von Wackenau, aufgetaucht, wo chn von Beulwitz überraschte. Der Zeuge Kandt wird umgehend vom Untersuchungsrichter geladen. Lockerung des Eprachen- verbots in Südtirol. Deutsch auf Speisekarte und Gasthaus, gcschirr. Bozen, 19.Nov. (WB.) Die „Alpenzeitung" veröffentlicht heute folgende Rundschreiben d e r P r ä f e k t u r an die Amtsbürgecmeister der Gemeinden der Provinz Bozen: 3n Abweichung von dem Dekret über den Gebrauch der italienischen Sprache auf Ankündigungen und Mitteilungen im allgemeinen, die an die Oeffentlichkeit gerichtet sind, wird bis auf weiteres gestattet: 1. in den öffentlichen Lokalen die Ausfüllung der Speifenkarte in mehreren Sprachen, auch in der deutschen. Oie Bestrafung des Ehebruchs. Ablehnung des $ 312 im Rechtsausschuß. Berlin, 19. Rov. Heute beschäftigte sich der Strafrechtsausschuh mit § 312, der den Ehebruch auf Antrag mit Gefängnis bis zu einem 3ahr bestrafen will. ' Abg. Ehlermann (Dem.) sprach gegen die Erweiterung des Racheaktes der St.a a 'zeige gegen früher, denn früher habe der Antrag gegen den Eindringling in die Ehe gemein- sam von den Ehegatten gestellt werden müssen, jetzt genüge der eine Gatte. Tatsächlich seien es immer Menschen von niedriger Gesinnung, die solche Anträge stellten. Abg. Dr. Hanemann (Dnt.) beantragte, die Strafverfolgung dann zuzulasfen, wenn die Ehe wegen dies s Ehebruches rechtskräftig geschieden ist, und sie nicht vor einem Antrag abhängig zu machen. Reichsjustizminister von Gusrard: Ich möchte keine Zweifel darüber lassen, daß ich eine Streichung dieser Strafvorschrift nicht für erträglich halte. Ein Blick auf das Recht des Auslandes zeigt, daß bis heute fast alle Kulturstaaten an der Strafbarkeit des Ehebruchs feftge- halten haben. Es ist davon auszugehen, daß die monogame Ehe eine der wichtigen Grundlagen des Staates überhaupt ist. Auf jhr baut sich die Familie als die Kernzelle des staatlichen Lebens auf. Dieser Bedeutung der Ehe hat die Verfassung dadurch Rechnung getragen, daß sie die Ehe im Artikel 119 unter den besonderen Schutz der Verfassung und des Staates gestellt hat. Zur Ausführung der verfassungsmäßigen Aufgaben des Staates für die Reinerhaltung der Familie zu sorgen, erscheint es mir Pflicht des Gesetzgebers, alle verfüabaren Mittel zur Erfüllung dieser Aufgabe einzusetzen. Hierzu gehört u. a. der Schutz der Ehe durch das Strafrecht. Ernste Beachtung verdient der Einwand, daß der Strafantrag häufig nur gestellt werde, um ein R a ch e b e d ü r f n i s zu b'.friedigen, oder daß mit der Drohung, Strafantrag zu stellen, günstigere Scheidungsbedingungen erpreßt werden. Indesten kann man Bedenken gleicher Art gegen eine große Zahl von Strafbestimmungen erheben, auf die doch nach allgemeinem Urteil nicht verzichtet werden kann. Weiteste Kreise unseres Volkes würden einen Verzicht auf den straf- rechtlichen Schutz der Ehe einfach nicht verstehen und sicher dahin auslegen, daß der Gesetzgeber heute den Ehebruch nicht mehr wie bisher sittlich mißbillige. Die Beibehaltung einer Straf- Vorschrift gegen Ehebruch erscheint mir geboten, um dem Standpunkt der weiten Kreise des deutschen Volkes gerecht zu werden, die in einer Verletzung der ehelichen Treuepflicht einen sittlichen Verstoß schwerster Art und in der Strafdrohung des Staates eine Billigung dieser ihrer sittlichen Auf- fassung mit Recht erblicken. Abg. Landsberg (Soz.) widersprach der Auffassung des 3ustizministers, als ob die Streichung des Paragraphen 312 im Dolke als Billigung des Ehebruches oder Minderung der Würdi der Che aufgefaßt werden könne. Er glaube nicht, daß die 3ünger 3esu z. D. diese Auffassung gehabt hätten, als Christus der Ehebrecherin verziehen habe. Er empfahl Streichung des Paragraphen. Abg. Dr. Wunderlich (D. D.) berichtete, volkspshchologisch würde eine Streichung des Paragraphen 312 weitreichende heruntersetze.rde Wirkung auf die Anschauung von der ehelichen Treue haben. Dem wolle er cntgcgentrcten. Vorsitzender D. Dr. Kahl (D. D.) teilte mit, dah für ihn eine ganze Reihe von Punkten noch nicht abftimmungsreif sei. Er werde jetzt bei der ersten Lesung für die Auf rechterhal- tung der Vorschrift stimmen. 3n der Abstimmung wird mit 14 Stimmen der Demokraten, Sozialdemokraten und der Kommunisten gegen 14 Stimmen der übrigen Parteien, also mit Stimmengleichheit, der Paragraph 312 abge- lehnt. unter der Bedingung, daß der italienische Text an erster Stelle steht: 2. in den Gasthäusern der Gebrauch von S e r v i c e g e g e n st ä n d e n, wie Bestecke, Geschirr und Wäschestücke, die i n d e u t- scher Sprache markiert sind, bis diese Gegenstände außer Gebrauch gesetzt werden müssen; 3. in kaufmännischen Briefen und Rundschreiben nach dem italienischen Text die deutsche älebersehung. Aus aller Wett. Keine Klärung in Düsseldorf. Düsseldorf, 19.31od. (TU.) In einer Presse- besprechung bei der Düsseldorfer Kriminaldirektion kamen vor allen Dingen die sich widersprechenden Meldungen über denFundeinesHalstuches das Blutflecken aufweisen sollte, und über einen in einer Laube in der Nähe der Fundstelle der Leiche der ermordeten Gertrud Albermann gefundenen T o t s ch l a g e r zur Erörterung. Es handelt sich zu- nächst um einen Tuchfetzen von roter Farbe, auf dem s'ch drei angebliche Blutflecken befinden. Nach dem Urteil mehrerer Sachverständiger handelt es sich aber nicht umBlut, sondern um F a r b f l e ck e n. Die noch oorzunehmende Untersuchung wird hierüber erst end- güUige Klärung bringen. Bei der angeblichen MordHilfesür -iedeutschenAuswanderer EmAufrufdesReichspsäsidenten.-WissetthatkeineMttelfürAnsie-lungimOsten Berlin, 19. Rov. (DIB.) Zur Linderung der Rot der bei Moskau versammelten deutschen Kolonisten hat der Reichspräsident aus seinem Dispositionsfonds einen Betrag von 200 000 Mark Zur Verfügung gestellt. Der Reichspräsident richtet analle Deutschen im 3n-undAuslaude die Bitte, daß jeder nach seinen Kräften dazu beitragen möge, den deutschen Stam- mesgenossen zu helfen. Der Reichspräsidenl hält es für eine Ehrenpflicht aller amtlichen deutschen Stellen sowie aller öffentlichen und privaten Organisationen, dieses Hilfswerk zu unter- stlihen. Die Reichsregierung wird ihrerseits dec Hilfsaktion jede nur mögliche Förderung ange- deihen lassen. Auch die der Reichsregierung nahestehenden Parteien, sowie die D c u t s ch n a t i o- nale Volkspartei und die W i r t s ch a s t s - Partei haben sich bereit erklärt, das Hilfswerk in jeder weise zu unter st ätzen. * Wie mir erfahren, ist bereits gestern unmittelbar nach der Kabinettsfitzung, in der die Mittel zum vorübergehenden Aufenthalt der deutschen Rußland- bauern bewilligt wurden, das erste Kontingent dieser Sauern durch den Reichskommissar Siücklen telegraphisch angefordert roor» den. Diese Trupps werden in den Sammellagern Hamm er st ein und Schneide- mühl untergebracht und, soweit ihr Wei- tertransport nach Brasilien bereits fest- steht, sofort nach den Auswandererhäfen üb er geführt. Sobald auch für die weiteren Dauern in Süd- und Nordamerika Einreisebewilligungen vorliegen, werden Schub für Schub weitere Kontingente in Deutschland aufgenoin- men, und man hofft, so schnell wie nur irgend möglich alle Rußlandbauern, -die sich vor Moskau angesammelt haben, in die deutschen Uebergangslager übergeführt zu haben. Allerdings hat die Sowjet- rcgierung unter Hinansetzung aller Menschenrechte bereits einen Teil dieser unglücklichen Menschen wieder nach Sibirien zurücktranspor- tiert, wo sie dem Hunger und der Kälte preis- gegeben sind. Aus diesem Grunde sind seitens des deutschen Botschafters in Moskau sofort bei der russischen Regierung energische Schritte unternommen worden, in denen eine sofortige Unterlassung dieser unglaublichen Maßnahmen, die jeglichen Humanitätsgefühls spotten, gefordert wurde. In unterrichteten Berliner Kreisen erwartet man, daß es nunmehr möglich sein wird, diese Rußlandbauern zu retten. Was die Frage der Ansiedlung dieser Bauern betrifft, so hat sich Reichsarbeitsminister W i s s e l l in der letzten Kabinettssitzung mit aller Entschiedenheit dagegen ausgesprochen, da h i e r- sür keine Mittel vorhanden seien, und die bereitstehenden Mittel nicht einmal ausreichen, um die deutschen Siedler anzusiedeln. Es könnten aller- höchstens einige hundert Bauern dafür in Frage kommen, die für eine solche Ansiedlung in Ostpreußen besonders qualifiziert sind. Die Finanzierung der Aufnahme der Rußlandbauern, die das Kabinett beschlossen hat, und hie sich auf sechs Millionen beläuft, soll in diesen Tagen von dem Haushaltsaus- schuß des Reichstages erörtert werden, der die Summe im Etat anfordern wird. Wachsende Not vor Moskau. Die Sowjetbehörden verweigern die Ausreisegenehmigung. K o w n o, 20. Nov. (SU.) Nach einer Meldung aus Moskau hat der deutsche Botschaftsrat von Twardowski mit führenden Persönlichkeiten des russischen Außenkommissariats erneut eine längere Unterredung über die Auswanderung der deutschen Kolonisten aus der Sowjetunion gehabt. Lieber das Ergebnis dieser Unterredung ist noch nichts bekannt geworden. Die Sowjetregierung hat trotz der Erteilung der Einreiseerlaubnis für 1000 Kolonisten durch die deutschen Behörden d i e Pässe noch nicht ausgestellt. Die deutschen Kolonisten befinden sich in einer furchtbaren Lage, da inzwischen ihre Geld- mittel zu Ende gehen. 3nfolge des Brotkartenzwanges in Moskau haben sie auch nicht die Möglichkeit, sich auf normalem Wege Lebensrnittel zu ^beschaffen. Der Auswandererstrom hält trotz der Zwangsmaßnahmen der Sowjetregierung an. Die deutschen Kolonisten, die mit der Eisenbahn aus verschiedenen Richtungen kommen, verlassen 50—60 km vor Mo.kau die Züge und versuchen zu Fuß oder zu Pferde in die Stadt zu kommen, um so der Stadtkontrolle zu entgehen. Wie der Vertreter des WTB. erfährt, verweigern die Verwaltungsbehörden die Ausreisegenehmigung für die deutschstämmigen Kolonisten und überlassen die Entscheidung der Frage dem Rate der Volkskommissare. Welche Gründe für diese Entschließung, die vollständig unerwartet kommt, vorliegen, ist nicht bekannt. Deutsche Geistliche in der Sowjet- ukra ne verhaftet. Berlin, 20. Nov. (TU.) Die »D. A. Z." berichtet aus Charkow, daß in den letzten Tagen in der Sowjetukraine eine Reihe deutscher Geistlicher verhaftet worden ist. Sie werden beschuldigt, das »Auswanderungsfieber" der deutschen Dauern erzeugt und geschürt zu haben. Unter den Verhafteten befindet sich der Qleltcfte der Mennoniten-Sekte, Cdiger, und der Leiter der evangrlisch-luthe- rischen Kirche der Nordukraine Birth. Durch diese Maßnahmen der G. P. U. wird indessen das erwünschte Ziel keineswegs erreicht, da gerade die Pastoren die Dauern zu besonnenem Abwarten angehalten und vor einer nichtorganisierten und überstürztrn Auswanderung gewarnt haben. waffe handelt es sich um ein Stück Gummischlauch, das, als es aufaefunden wurde, mit Sand gefüllt gewesen sein soll. Als Mordwaffe für die Gertrud Albermann und die Maria Hahn kommt dieser Gummischlauch schon aus dem Grunde nicht in Frage, weil beide durch Messer oder Dolch, st i ch e getötet wurden. Ganz unzutreffend sind die Meldungen, daß die Düsseldorfer Polizei nach einem jungen Menschen fahndet, der angeblich fürdie Polizeibeschäftigt gewesen sei. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf hingewiesen, daß die Meldungen auswärtiger Blätter, daß es sich bei den Düsseldorfer Verbrechen um 19 Morde handelt, vollkommen u n z u t r e f - send seien. In Düsseldorf sind seit Februar neun Mordfälle zu verzeichnen, von denen einige nach Lage der Dinge von den Kindermorden und UeberfaUen auf Frauen geschieden werden müssen. Die Gesamtzahl der Morde, Ueberfäüe und angeblichen Ueberfäüe in dem genannten Zeitraum belaufen sich allerdings auf 19. Man war sich darüber klar, daß es keineswegs zur Aufklärung der scheußlichen Verbrechen beitragt, wenn immer wieder neue unbegründete Gerüchte über mögliche neue Mordtaten in die Well hinausgehen. In Düs- leldors selbst ist glücklicherweise einige Beruhigung eingetreten, ° Huldigungsfeier für den neuen Bischof von Bettln. Die Katholische Aktion von Berlin veranstaltete im Sportpalast eine große Kundgebung, bei der der neue Bischof von Berlin und der Mark Brandenburg, Dr. Schreiber, zum ersten Male sich öffentlich zeigte. Der bis auf den letzten Platz gefüllte Sportpalast war unter Leitung des Reichskunstwartes Dr. Redslob mit den Fahnen des Reiches, Preußens, der Stadt Berlin und der weiß-goldenen Kirchenfahne geschmückt. Reben vielen geistlichen Würdenträgern waren die Minister v. Guörard, Stegerwald, Wirth, Dr. Schätzt, Steiger, Schmidt, Reichskanzler a. D. Dr. Marx, der badische und der hessische Gesandte und andere staatliche Würdenträger erschienen. Ministerialdirektor Dr. K 1 a u s e n e r gab von einem Telegramm an den Heiligen Vater Kenntnis. Die Katholiken wollten als weltnahe Menschen mitarbeiten im öffentlichen Leben in heißer Liebe zu Volk und Vaterland. Sie seien Vergangenheit und Zukunft und wertvollste Gegenwart für die Weltgeltung deutscher Kultur. Daher richteten sich ihre Blicke in dieser Stunde auf den Reichspräsidenten v. Hindenburg, dieses erhabene Beispiel von Verantwortungsgefühl, Pflichttreue und gläubigen Christentum. 3n einem Telegramm an den Reichspräsi^ öenten sei zum Ausdruck gebracht, daß die Katholiken ihre staatsbürgerlichen Pflichten aus ihrem Glauben heraus erfüllen wollen. Der neue Bischof Dr. Sch reißet erklärte dann, er sehe sich die Linderung der Wohnungsnot und die Hebung der Arbeitslosigkeit zum Ziel. Er tret" ein für gerechte Entlohnung. • und fsir ein E-istenzminimum, das dem Stande entspreche.. Auf der anderen Seite müsse aber darauf geachtet werden. daß der Betrieb deS Arbeitgebers Wirtschaft ich bl ibe und ein Ansporn vorhanden sei, die Betriebe w?iterzuf ähren. Der Bischof betonte sodann fein Eintreten für den Ausgleich der Konfessionen. Nach und nach müsse man zu einer wirklichen und lebendigen Volksgemeinschaft kommen. Automatische Steuerung für Flugzeuge. Techniker der britischen Luftstreitkräfte haben nach longtoicrjccn Versuchen ein Hilfsmittel für Flugzeuge konstruiert, dem große Bedeutung beigemessen wird. Es handelt sich um einen Mechanismus, der unabhängig vom Piloten das Flugzeug verm'.t.els eines Gyroskops nicht nur in der Gleichgewichtslage, sondern auch auf dem Kur- hält. Der Apparat, der etwa 100 Pfund wiegt, kontrolliert durch Ventile die Seiten» und Querst euer. Er muß natürlich von dem Flugzeugführer bedient werden, kann jedoch, wenn dieser anderweitig von Reparaturen oder dgl. in Anspruch genommen wird, das Flugzeug auch bei ungünstigem Wetter auf längere Strecken selbsttätig steuern. Ter Mechanismus hat sich bei Versuchslügen glän-jenb bewährt. Der Diebstahl in der französischen Botschaft. 3n dem Diebstahlsprozeß gegen den Portier der französischen Botschaft, den ehemaligen russischen Oberst Michailow, Farn das Gericht nach mehr als anderthalbstündiger Beratung zu einer Freisprechung des Angeklagten, Da es die rechtswidrige Aneignung verneinte. Rach Ansicht des Gerichtes hat der Angeklagte den Vorsatz gehabt, den Schmuck fortzunehmen, um dem Chauffeur, einem ehemaligen russischen Rittmeister, eins auszuwischen und den Schmuck nachher dem Botschafter wieder zurückzustel- I e n. Der Haftbefehl wurde aufgehoben und der Angeklagte sofort aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen Die Wetterlage. 5 W- 1H. Vai^i 555= lern o Mittwoch. H 2O.NoVemt>. 1929, 8" mqsj 7SV ......' ~~~~ \__2^»44nMaytn-------- z 7(® PflfiiZ TI La (ofuna c ? -41 -45 © < ■5 \-5 Oslo V uer <5l n°st X xm? ©woihenios. onrnei. oedeext. 9 woimg. o oedecm «Regelt * Schnee g Oramia s Hebei K Qewittrr.^windsiilie.-o^ sehr das beste Morgen-und AbendgetranJs Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Irsing 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mi.), Weißkraut 10 bis 15 (pro Zentner 5 bis 6 Mk.). Rotkraut 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mt.), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Llnterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 50 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Kartoffeln 4,5 bis 5 (pro Zentner 3,50 bis 4 Mk.), Acpfel 10 bis 15 (Pro Zentner 8 bis 12 Mk.), Dirnen 10 bis 15 (pro Zentner 8 bis 10 Mk.). Dörrobst 30 bis 35, Büsse 40 bis 50, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 110 bis 130 pro Pfund; Tauben 70 bis 90, Dlumenkohl 30 bis 100, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pfennig pro Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Volkshochschule: Vortrag von Curt Varges über das Thema „Publizistik und Theater", 20 Uhr. — Oberhessischer Geschichtsverein: Generalversammlung und Vortrag, 20,15 llfjr, im Hotel Schütz. — Kaufmännischer Verein und OrtSge- werbeverein: 2. Vortrag mit Lichtbildern, 20 Uhr, in der älniversitätsaula. — Damen-Dereinigung 1877—1878: Versammlung, 20 Llhr, Liebigsyöhe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Frau im Mond". — Astoria-Lichtspiele: „Tempo-Tempo". — Aus dem S tad t the aterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, findet die erste Wiederholung der beiden dramatischen Fragmente „Guiskard'^ und „Demetrius" statt, die in der Inszenierung von Intendant Dr. Rolf P rasch das erstemal in Gießen zusammen gegeben werden. — Volkshochschule, heute 20 ilpr: Vortrag: „Publizistik und Theater", Redner Kurt Varges. — Sonntag, 24. Bovember, wird als Fremdenvorstellung zum letztenmal „Der arme Heinrich" von Gerhart Hauptmann gegeben. — In Vorbereitung sind „Die Troerinnen", Bachdichtung von Werfel, nach Euripides, Spielleitung Intendant Dr. Prasch. Die Premiere findet Dienstag, 26. Bovember, statt. Es werden das erstenmal in Gießen innerhalb einer Theaterinszenierung Sprechchöre gezeigt. Die Regie versucht in der Art der griecyischen Tragödie besonders die chorische Wirkung neben den Solisten zur Geltung kommen zu lassen. — „Zeppelin"-Dortrag im Stadttheater. Der Frankfurter Publizist Max Geisenheyner kommt auf seiner Dortraasreis« nach Gießen. Er wird am 1. Dezember nachmittags 3.30 Llhr im Stadttheater einen Lichtbildrrvortrag I)allen über das Thema „Mit .Graf Zeppelin' um die Welt". Geisenhehner hat die Weltfahrt mit dem „Zeppelin" mitgemacht. — „Vom kommenden Christentum. Der zweite Vortrag der angekündigten öffentlichen Vortragsreihe wird, wie man. uns schreibt, von Dr. Johannes Hemleben (Kassel), der früher als Naturwissenschaftler tätig war, gehalten werden. Er behandelt das Thema: „Naturerkenntnis und kommendes Christentum" (ExperijrfcsS ausW1 "&&«-«,rl* llig: 61=8«-$ . sm * ’ÄJ >4 0raD',u4@r(Mi.ft ment und Sakrament) und wird damlt die Ausführungen des ersten Vortragsabends ergänzen. Der Vortrag findet am morgigen Freitag im Univerfi- tätsgebäude, Hörsaal 41, statt. (Siehe Anzeigenteil.) — Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums. Man schreibt uns: Montag, 25. November, 20.15 Uhr, hält Prof Dr. Iacobsthal aus Marburg im Hörsaal des Physikalischen Instituts zu Gießen aus Ersuchen des Vereins der Freunde des humanistischen Gymnasiums einen Vortrag über „Funds griechisch-italischer Kunst in Germanien und Gallien". Ist der Gegenstand an sich schon für jeden das Altertum und seine Kunst Liebenden ein anziehender, so lohnt sich ein Besuch um so mehr, weil Lichtbilder den Vortrag unter- stützen und das Gesagte veranschaulichen werden. (Siehe heutige Anzeige.) — Sängerkranz Gießen. Am kommenden Donnerstag Konzert in der Neuen Aula. Zur Aus- führung kommt das Oratorium von Haydn „Die Jahreszeiten". (Siehe heutige Anzeige.) •• Der neue Befehlshaber Gruppenkommandos II. Zum Bachfolger des Generals Kreß von Krcsscnstein al; Obrrbcfrhlshaber des Gruppenkommandos II (Kastel) ist Generalleutnant Hugo von Kayser ernannt worden. Generalleutnant von Kayser war vorhrr Inspekteur der Kavallerie und wurde am 1. Februar 1927 zum Generalleutnant befördert. Er wurde am 3. September 1918 an der Westfront verwundet. •• Ernennungen lmhess. Innenminister i u rn. Ernannt wurde der Vortragende Rat Oberveterinärrat Dr. Albert G a d o w zum vortra- genden Rat mit der Amtsbezeichnung „Ministerialrat" bei dem Ministerium des Innern, mit Wirkung vorn 1. Dezember 1929; der Ministerialrat Ludwig Schwamb in Darmstadt zum Staatsrat bei dem Ministerium des Innern, mit Wirkung vom 1. De- zember 1929. *♦ F o rst p e r s o na l ie n. Der Amtsvorstand des Forstamts Laubach, Forstmeister Adolf Ernst Müller zu Laubach, wurde vom 1. Dezember 1929 an in gleicher Diensteigenschaft in das Forstamt Du- dcnhofen versetzt. Weiter wurde der Förster Wilhelm B e ch t o l d zu Forsthaus Kiliansherberge in gleicher Diensteigenschaft in die Försterei Hochwart des Forstamts Gießen versetzt. Der Förster WÜhelm Christ zu Homberg a. d. Ohm tritt am 1. Dezember auf Grund des Altersgrenzgesetzes in den Ruhe- stand. •• 40 Jahre Im Derwaltungsrat bzw. Aufsichtsrat der Bezirkssparkasse Gießen. Auf ein seltenes Iubiläum konnte in diesem Monat Bürgermeister i. B. Leun In Großen-Linden zurückblicken. Cs waren in diesen Tagen 40 Jahre seit seinem Eintritt in den früheren Derwaltungsrat, jetzt Aufsichtsrat, der Dezirkssparkasse Gießen verflossen. Aus diesem Anlaß wurde seitens des Dorstandes und Aufsichtsrates der Dezirkssparkasse Gießen der verdienstvollen Tätigkeit des Jubilars ehrend gedacht. In der letzten Aufsichtsratssihung wurde ihm durch den Dorsihenden des Aufsichtsrates, Bürgermeister Dr. Seid, eine Ehrengabe in Gestalt eines Bildes überreicht. ** Die Gültigkeitsdauer der Wohlfahrtsbriefmarken. Nach einem Erlaß des Reichspostministers haben die zur Ausgabe gelangenden Wohlfahrtsbriefmarken zur Frankierung aller Postsendungen bis zum 3 0. Juni 1930, Bus der Provinzialbaupistadt Dießen, den 21. Bovember 1929. I Geheimrat Prof. Or. Kon g 70 3a re alt Geheimrat Professor Dr. Walter König vollendete am 20. Bovember fein 70. Lebensiahr. /Saft ein Dierteljahrhundert fernes arbeit reichen Lebens hat er als gefeierter Universitätslehrer mb angesehener Bürger in Gießen verbracht. D.n Schüler Helmhvltzs, der von Derlrn zum Altmeister der deutschen Experimentalphysik nach Heidelberg ging, sich in Leipzig habilitierte, dann a-Is Dozent de > Physikalischen Vereins in Frank- fmrt a s Ordinarius ii Greifswald wir te, wurde ei 1905 als Nachfolger Paul Drudes Leiter des physikalischen Institutes unserer Lande'univer- suät, die ihn für daS Jahr 1911/1912 zu ihrem Rektor wählte. Die meisten seiner zahlreichen wissenschaftlichen ^Intersuchungen behandeln Probleme der Hydro- drnamik und der Optik, hier vornehmlich Fra- fit quJJ Nnei 9en 1 als Wk,.t Sennb s:S enten h ÄWZ. sff ■«rociblo1igfeit X to? fern Staube 1 Me aber ?.ber Betrieb fa un) ein . hm Eintreten für Zessionen. Aach wirklichen M ■ lammen. I für Jlugjeuge. ^flstreitkrüste Hai 1 e n Assmittel fü * Tebeutung mt sich um erneu Hngig vom Pj. EtÄl ehtc3 Eyw- ’ Dleichgetoichtz. aus dem Kurl wa 103 P'unö tm'egt, e le Seifen« und von dem Ziug« kam jedoch, tnenn iraturen oder dgl. in ‘ das Flugzeug auch uf längere Strecken r Mechanismus hat M bewährt. zösischen Botschaft. D gegen den Portier den ehemaligen m||i« to, kam das Gericht tintiger Beratung au des QIngeflagten, da inung Gemeinte. Aach der Angeklagte den id fortguneljmen, um ehemaligen russischen en und den Schmuck :der zurückzufteb : aufgehoben und der Ünterfuchungsgefänz- rktäfig Miffen im brausendentärm meiner Maschine spure ich den Hunger nach meiner geliebfen Qgarette. Ihr gilt mein erster Griff in der Pause, dann ein paar Züge und ich fange von neuem frisch und guier Dinge wieder meine Arbeii an der nßuuerv fspocfye! ^\UuiUlUUUtUUMhUU(luUlU{UHin4 a. d. (S'est. Anz. Gebrauchte Ladeneinriehtung nur gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schr. Angebote unt. 07470 an den Gieh. Anz. OPEL FÜHRT ZUM ERFOLG! Platz-Vertreter gegen hohe Brovifion gesucht von sehr leiitungSfähiger Grostbandlung in De- korationö- n. Möbelstoffen, Drellen usw. Offert, unt. P. 2184 an Alrr Haafeu- ttcin & Bögler, Mannberm. 9WaV mHWWIlWIHHÜHflW 2uche für mein Bureau zum alsbaldigen Eintritt eine 9573D Vureauleiterin Dame mit einigen Borkenntnissen, die verfett tn Stenographie und Schreib- mafchme, bevorzugt. Versönl. 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Eintritt 30 Bf. , Dauerkarte f. samtl. Bortrage RM. L—- Stadttheater Freitag. 22. Nov.. 8.3reilaö-tioiL-Born. von Ä bis 22'/« Uhr Hoben (Baisloib Dramatisches Arag' ment von Heinrich v. Kleist. — Hierauf: Dklnclrtlls Dramatisches Krag' ment in 2Teilen von örtedr. 0. SchtüeL Teut.cher sm«m auf einige Stunden für tagsüber geflickt. Schr. Ana. unt. 07469 an den Ätest. Anz. Klavierspieler empfiehlt sich. OT<»Ä 2öbcrS Hof 7 II. Suche tüchtige BaflsschneideriD für Damenkletder u. Aenderunnen. Schr. Angebote unt. 7485 D an den Gtest. Anz. Die Beerdigung unseres Heben Kameraden Alben Miirger findet freitagnachmittag 2 Uhr statt Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 9592D Sfc 3N W ua - n( - Nr. 273 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 2L November 1929 M.2100. an. r ffitüdj.bleibüolw JllflC, durchdringen. Die Höhenstrahlen stammen den Liesen des Weltraums, wahrscheinlich rot leuchtenden Sonnen der Milchstraße. Leiter der Pariser Sternwarte sprach von Möglichkeit, daß diese harten Strahlen zu aus von Der der den raße 52/56 7 und 3013 jebr- •ttw lten wird Sie ren nächsten “ft über die ngen. 'eiaeler Straße 146 Eine stockamcrikanische Angelegenheit. Pendelt hin und her auf der anscheinend äußerst schmalen Grenze zwischen Schwank und nat onalökonorni- schem Donbonkolleg. Im ersten Akt kriegt man noch Beklemmungen, es.könnte was „dahinter" sein. Aber das legt sich im Laufe des Abends. Man gibt sich argloser Heiterkeit hin und läßt sich ein modernes Märchen aus dem ebenso rauhen wie goldenen Westen erzählen. Scribbh ana son machen in Suppenwürfeln. Geosfrey Ginster (ohne seine Tochter) macht in Suppenkugeln. Diese „rollen um den Erdball", jene „zähmen wilde Wölfe". Die Organisation klappt, die Propaganda überschlägt sich, die Konkurrenz wird zur Existenzfrage. drohen. Werkspionage sozusagen. Als Gemüse- putzcrin. In Abteilung neun. Die Fettaugen schwimmen oben. Sn jeder Beziehung. Wer unter die Oberfläche schürft, sprach der weise Oscar Wilde, tut es auf eigene Gefahr. Aber es wird alles sehr appetitlich zubereitet und gefällig serviert. Es fallen eine ganze Menge hübscher Bemerkungen, cs gibt harmlosdrollige Situationen in jedem Akt, und man hat, ohne Zwang, etwas zu lachen. Das Schmuckstück der Partitur, „Gern hab' ich die Frauen geküßt", Paganinis berühmtes Triumphlied im zweiten Akt, ist in der Tat und mit Recht zu einem der populärsten Schlager unserer Zeit geworden. schen und textlichen Zusammenhalt vermissen, und auch musikalisch, zumal in den Solopartien, erheblich zu wünschen übrig. Welch edler HerroderUaw würde em. ann. kirnen Manne 3lM flfflen raienro. dahliMiuurAnlt: futw einer Sink maschine leihen. £ Dieser Tage wurde in Berlin das neue große Univcrsitätsinstitut für Strahlungsforschung eingcweiht. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein — er braucht, um nur einige der lebensnotwendigen Strahlen zu nennen, Licht und Wärme, die ihm in einer ganz bestimmten Form zugeführt werden müssen, um ihm nicht zu schaden, sondern ihm zu nützen. Aun ist die ganze Welt erfüllt von einem Strahlenmeer, von Wellen aller Art, die nicht nur die irdische Atmosphäre durchdringen, sondern zum Teil auch die feste Materie durchschlagen. Die Forschungen der letzten Jahrzehnte haben bewiesen, daß diese teils von unseren Sinnen überhaupt nicht wahrzunehmende Strahlenflut den menschlichen Körper außerordentlich stark beeinflußt: aber die Wissenschaft steht auf diesem Gebiet noch im Anfangsstadium ihrer Erkenntnisse, und es hat sich als notwendig herausgestellt, die vielen zersplitterten Arbeiten der Strahlenforschung endlich zusammenzufassen, um der Statur möglichst viel von einem ihrer lebenswichtigen Geheimnisse zu entreißen. Deshalb wurde jetzt in Berlin ein Snstitut für Strahlenforschung eingerichtet, das zur medizinischen Fakultät der Universität gehört und den Zweck verfolgt, die medizinischen, biologischen und physikalischen Eigenschaften von Strahlen aller Wellenlängen zu studieren. Das Institut mußte, um seinem Zweck zu genügen, selbstverständlich mit den modernsten Einrichtungen versehen werden. Sm Keller befinden sich Maschinenanlagen, mit deren Hilfe die verschiedensten elektrischen Ströme erzeugt werden können' in den Korridoren aller Stockwerke sieht man an der Wand eigenartige Bretter mit vielen Löchern und Stöpseln, die die zahlreichen elektrischen Anschlüsse vermitteln. Reben den Hörsälen, den Mechanikerwcrkstätten, den chemischen und den biologischen Laboratorien befinden sich große Räume, in denen wissenschaftliche Sammlungen untergebracht sind, und sogar Tierställe, die zur Aufbewahrung der Versuchstiere dienen. Alm die Intensität und die Zusammensetzung des Sonnenlichtes zu erforschen, wurde auf dem Dach eine meteorologische Station eingerichtet. Sn der meteorologischen Abteilung kann man mit Apparaten, deren Ramen genügt, dem Laien einen Schrecken einzujagen, mit Aktinometern, Photometern und Pyrheliometern, mit Kaliumzellen und Cadmiumzellen genau feststellen, welchen therapeutischen Wert das Sonnenlicht mitten in Berlin hat. Zu den Aufgaben des Snstitutes gehört es auch, den Radiumvorrat der Charite zu behüten und zu prüfen, wie wirksam die im Handel befindlichen radioaktiven Heilpräparate sind. Die Forschungsanstalt kann diesen vielen Zwar hebt sich das Libretto in keinem Sah über das seit Sahrzehnten gewohnte Riveau, aber cs ist mit einer großzügigen, einfallsreichen und zur Volkstümlichkeit geschaffenen Musikalität instrumentiert. stupf;“ geil'®; ■Lew® Herrn Ginster feine hat bei alledem immerhin einen Einfall, der sich hören läßt. Sie benutzt ihren Salonkommunismus als kokette Maske und macht sich an die Konkurrenz ran, deren Re- llameverse das väterliche Haus zu erschüttern Zuerst das Lustspiel von Sulius Der st I. Der Titel ist um mindestens drei Worte zu lang, aber die drei Akte mit Vorschlag sind gerade richtig geraten. Sie füllen den Abend wie Scrib- bys Suppen den Magen, — und beide sind hervorragend leicht verdaulich. (Der Gehalt machts.) Sa, und was Derstl noch sagen wollte: so arme einzige Millionörstöchter (Ginster seine zum Beispiel) — habens furchtbar schwer. Sie sind bedauernswerte Geschöpfe. Vor lauter väterlichem Reichtum kommen sic auf dumme Gedanken. Mit eigener Arbeit und Geldverdienen und Existenz- gründen und Kommunismus und so. Millionärstöchter — wenn man dieses Stück gesehen hat — können einem leid tun. Arme Hascherln sind das, weinen möchte man. Hans Schneider als Paganini war seiner Aufgabe, mit deren Behandlung die Operette steht und fällt, organisch — vor allem in der hohen Lage — nicht gewachsen. Die beste, den schwachen Durchschnitt der übrigen Besetzung weit überragende Leistung bot Meta Liebermann als Fürstin von Lucca, die, gesanglich und darstellerisch zuverlässig und überzeugend, den gepflegten Stil früherer Aufführungen bewahrte. Vom Ensemble: Karl Heinz Klüfer, Franz Men ar, Willi Hartmann. — Das sehr zahlreiche Auditorium erzwang mehrere Wiederholungen. Dr. Th. w it und djtildi- en off ’b. m" 07166 Scribbys merken es nicht. Aber Bubbles merkt es. Auch ein Anfänger. Sedoch mit Grips. Sour- nalist mit Witterung und Ellenbogcntalent. Er schwingt sich zum Propagandachef auf; mit einer dem goldenen Westen angcpaßtcn und auf Suppenwürfel sachlich bezogenen Gebrauchslyrik aus dem Handgelenk, sofort greifbar. Außerdem hat er Gelegenheit, Scribby Vater und Seribby Sohn in verfänglichen Situationen mit der inzwischen zur zwiefachen Privatsekretärin avancierten kommunistischen Gemüseputzerin aus Abteilung neun und von der lieben Konkurrenz zu photographieren. (Man kann gar nicht genug von den amerikanischen Kollegen lernen.) Die Aufführung — Snszenierung: Direktor Hans Baars: musikalische Leitung: Karl Klier: Tänze: Trudl Strauß — stach wenig vorteilhaft von dem ab, was das Frankfurter Ensemble bei seinen bisherigen Gastspielen hier gezeigt hat; sie wirkte in großen Teilen sehr nüchtern und schwunglos, ließ häufig den szeni« Sm übrigen: Löfflers hübsche Dekoration; von den Chargen: Linkmann, Fassott, Jüngling. — Das Publikum ging angeregt nach Hause. — Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 19. Roo. Ein ehemaliger Rechtskonsulent war von dem h'.cs.gcn Schöffengericht wegen versuchter Erpres nng in drei Fällen zu insgesamt zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Hiergegen verfolgten er und die Staatsanwaltschaft Berufung. Die heutige Teweisaufnahme ergab so'gendes: Der Angeklagte war im Jahre 1923 flüchtig gegangen, nachdem er wegen Untreue und Unterschlagung mit neun Monaten Gefängnis bestraft worden war, und hielt sich in Asck ä senburg und Umgegend auf. Don dort aus schrieb er an einen Arzt und an den Vater eines anderen Arztes Briefe und verlangte in diesen in unzweideutiger Weise Geld mit dcr Drohung, sonst zeigte er die Aerzte wegen Abtreibung an. Sn Straße 69 >06 95BA Deutschlands neuestes Forschungsinstitut Don Or. Siegfried Kurih. n. Lehars „Paganini", in drei Akten, Text von K n e p l e r und Senbach , war neben der geliebten „Friederike" der einzige durch- schlagende Operettenerfolg, den wir in letzter Zeit zu verzeichnen hatten. Wie das ausgeht? Können Sie sich Loch Lenken: der alte Ginster kommt dahinter (mit Bubbles' Hilfe) und kommt dazu. Und es gibt eine allgemeine Verbrüderung in der Suppenkonfektion. Ein gesunder Trust, eine eiserne Fusion, das einzig Wahre, die Dividende steigt, und die Fettaugen schwimmen oben. Die Spionin schlägt zwar die Anträge beider Scribbys aus, aber die Verlobung mit Bubbles steht in so greifbarer Rähe, wie man es für ein happy end verlangen kann. Gießener Stadttheater. „Leribbys Luppen sind die besten! „Paganini". fanatischem Eifer besorgt hat, bestätigt immer wieder, daß der Eintritt Englands in den Krieg der Vernichtung des Deutschen Wettbewerbs galt. England hat beiläufig in den zehn Jahren deutsches Eigentum im Wert von 1,6 Mi 1- l i a r d e n beschlagnahmt und eingezogen. Deutschland hat umgekehrt britisches Eigentum nicht beschlagnahmen und verteilen können, obwohl allein diese Veraltung den Engländern Liefen abscheulichen Rückfall in dle Barbarei eindringlich klargemacht Hütte. Laß cs eine abscheuliche Barbarei ist, das hat kein Geringerer als Philipp Snowden zuce landen, als er 1926 in einem Brief an eine Hamburger Firma die Beschlagnahmungen als eine skandalöse Verletzung allen Völkerrechts bezeichnete. Herr Philipp Snowden ist heute nicht mehr Labourmann, der bereitwillig nach allen Seiten menschlichen Empfindungen Ausdruck gibt. Er ist vielmehr Schatzkanzler seiner britischen Majestät, der für Alt-England zufammcnrasst, wo es was zu raffen gibt. Die englischen ßabourleute sind gerade so gut englische Smperialisten wie die Diehards. Oer andere Snowden. Herr Philipp Snowden, der Schatzkanzler der Labour-Regierung, gilt als Sozialist reimten Wassers. Allein der englische Sozialismus ist doch von anderer Prägung als der mitteleuropäische Sozialismus mit marnilif^eni Einschlag. Der Wegbereiter der Labour-Party war nicht Karl Marr, sondern die Gesellschaft dec Fabier, eine Gruppe von Sozialphiiosophen, denen das menschliche Empfinden wichtiger war als die Eroberung der politischen Macht. Ter Aufstieg der Labourpartei ist auch nicht auf die Kraft des revolutionären Empfindens sowie der marxistischen Schulung der Arbeiterbevölkerung zurückzuführen, sondern allein darauf, daß das überlieferte Zweiparteiensystem sich verbraucht hatte. Labourparty heißt wörtlich nicht Arbeiterpartei, sondern Arbeitspartei, was zum Ausdruck bringen soll, daß alle geistig und körperlich schassenden Menschen im Sinne einer höheren poiiti chen Einheit zusammengefaßt werden sollen. Der Labourmann ist, wenn er politisch denkt und handelt, zunächst nur Engländer, der die Snternationafitot nur soweit gelten läßt, als es sich mit britischen Sntcreffcn verträgt. Dem widerspricht nicht, daß die La- bourleute der zweiten Internationale angehören in der sehr reatpolitischen Erwägung, daß diese Internationale sich sehr wohl, wenn es sein muß, durchaus im englischen Interesse einspannen läßt. So ist s im Kriege gewesen, so war es erst recht nach dem Kriege, wobei nur daran zu erinnern werden braucht, daß der englische ‘/Bergarbeiter- verband im Frühjahr 1924 gegen die Räumung des Ruhrgebiets Einspruch erhob, weil diese Räumung die gewaltig gestiegene britische Kohlenausfuhr wieder abdrosseln sollte. Die englischen Bergarbeiter bezogen damals so hohe Löhne, daß sie bereitwillig auf die internationale sozialistische Gemeinbürgschaft pfiffen, ohne Rücksicht darauf, daß hunderttausende deutsche Bergarbeiter im besetzten Ruhrgebiet vielfach Hunger litten. Wie meisterhaft die Labourleute es verstehen, mit der Internationale Geschäfte zu machen, dafür ist gerade Philipp Snowden ein Musterbeispiel. Im Haag trat er in einer Weise als Vertreter der Interessen seiner britifchen Majestät auf, daß es Winston Churchill auch nicht hätte besser machen können. Don keinerlei sozialistischem Empfinden beschwert, forderte Snowden einen Teil der deutschen Zwangstohlenlieferungen für England, und zwar gerade den Teil, der am besten bezahlt wird. Wenn es sich auch nur um eine Million Tonnen handelt, so ist bei der Stärke der britischen Ellenbogen doch mit zu rechnen, daß England nach und nach den größten Teil des Kohlenbedarfs Italiens an sich zieht, was ja schon in verhältnismäßig naher Frist möglich ist, insofern die Sachlieserungen auf Grund dcs Voung-Plans in wenigen Jahren abgebaut werden sollen. Daß Snowden als Labourmann mit diesem ausgeprägt britischen Imperialismus nicht allein steht, hat vor wenigen Tagen auch Arthur Henderson bestätigt. Der ist ebenfalls Labourmann, hat sogar als solcher einige Zeit der zweiten Internationale präsidiert, um heute als Außenminister dafür zu sorgen, daß Alt-Englands Interessen nicht im Strudel von Redensarten zu kurz toinmen. Er hat den Deutschen empf ob: en. den kleinen Handelsvertrag m i t P o l e n abzuschließen, wobei unter allen ■Umständen Polen das verlangte Kohlenkontingent zugestanden werden müsse. Henderson hat dafür eine einfache Begründung gebraucht: Wenn die Poten die überflüssigen Kohlen nach Deutschland werfen, so wird der skandinavische Markt entlastet, auf dem die Engländer den polnischen Kohlenwettbewerb äußerst nachteilig empfinden. Es ist deshalb auch eine durchaus folgerichtige Haltung, wenn der Labourmann Snowden als britischer Schahkanzler sich für die Barbarei des Raubes an fremdem Privat-Cigentum zugunsten Englands ausspricht. Auch der Versailler Vertrag hat den Völkerrechtsbruch nicht in Recht umwandeln können, als er die rücksichtslose Beschlagnahme pr:va en Eigentums zum Grundsatz erhob. Daß England diese Beschlagnahme mit ft Zeit, Ner. 'len Freuden JflSÜ31" » ÄS-! -A Ursachen der Krebskrankheit gehören könnten, und daß ohne die schützende Lufthülle, die ihre Wirkung abschwächt, ein Leben auf der Erde unmöglich wäre. Auch dies zu untersuchen, wäre ein dankbares Thema für das neue Institut, das sich ferner mit der seltsamen Entdeckung deS russischen Gelehrten G u r w i t s ch abzugebcn hat, der der Ansicht ist, daß die (ölar i e.r Geschwülste ebenfalls Strahlen aussenden. Andere Forscher haben diese Untersuchungen aufgenommen, weiter verfolgt und gefunden, daß eine Reihe weiterer biologischer Wirkungen vorliege, die hoffentlich medizinisch nutzbar gemacht werden könne. Behandelt man doch schon heute bösartige Geschwülste durch Einspritzung von radioaktiven Lösungen, mit denen das Geschwür gespickt wird. Das neue Forschungsinstitut hat also eine Fülle von Aufgaben zu bewältigen, und man kann damit rechnen, daß das Gebiet der Strahlcn- forschung der Menschhseit in den nächsten Jahren noch manche Ueberraschung bescheren wird. rfrtil u; flefuW1 Qw; J70““ itu/ (Illi- % ZK Zwecken nur dienen, wenn sie im engen Gedankenaustausch mit den Fachgelehrten ihres Gebietes im Inland und im Ausland bleibt; auch die deutsche Röntgengesellschaft und die Gesellschaft für Lichtforschung arbeiten mit dem neuen Institut zusammen. Sm Treppenhaus des Forfchungsgebäudes sieht man die Düste von Röntgen, dessen Entdeckung im Jahre 1895 die moderne Strahlenforschung eigentlich erst einleitete, und der bahnbrechend für die Anwendung von Strahlen in der Medizin gewirkt hat. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, wie groß die Aufregung in der wissenschaftlichen Welt und auch bei den Laien war, als Strahlen entdeckt wurden, die durch den menschlichen Körper hindurchgingen und ihn ge- wisfermahen durchsichtig machten. Freilich erkannte man nicht sofort die gefährlichen Wirkungen dieser Strahlen, und mancher Gelehrte, der sich ihnen schutzlos aussehte, mußte seinen Forscherciser mit der Gesundheit oder gar mit dem Leben' bezahlen. Die Röntgenstrahlen, die mit den Gammastrahlen des Radiums identisch sind, haben die kürzeste Wellenlänge; diese Strahlenart hat Wellen von 20 bis zu einem Hundert- stelMillionstcl mm Länge, während die ul raviolet- ten Strahlen Längen bis zu 390, die sichtbaren Lichtstrahlen bis zu 720 Millionstel Millimeter, die ultraroten und die Wärmestrahlen bis ein Millimeter und endlich die Wellen der Radiotechnik bis zu mehreren Kilometern haben. Cr- staunlicherweise wurden in letzter Zeit auch bei den größeren Wellen eigenartige physiologische Wirkungen fcstgestcllt; Menschen, die sich in der Rähe von Kurzwellensendern befanden, zeigten nach einer gcwis en Zeit starke Ermüdungserscheinungen, und es gelang sogar, kleine Tiere auf diese Art zu töten. Daß Wärme den Körper beeinflußt, ist eine Binsenwahrheit. Aber man hat jetzt besondere Vorrichtungen ersonnen, um dem Körper Wärmestrahlen zuzuführen und ihn dadurch zu heilen. Durch hochgespannte elektrische Strome mit einer Schwingungszahl von zwei bis drei Millionen in der Sekunde läßt man im Körper des Patienten eine starke Widerstandswärme entstehen, und es ist auf diese Weise möglich, ganz bestimmte, eng umschriebene Körperteile zu erwärmen, ohne den ganzen Organismus in Mitleidenschaft zu ziehen. Ein französischer Forscher stellt seine Patienten in das Snnere von Drahtgewinden, deren elektrische Fernwirkung den Körper erwärmt. Seltsam ist cs auch, daß bestimmte Lichtstrahlen bei Erkältungen heilsam wirken; Dlaulicht wird z. D. zur Heilung des Schnupfens verwendet. Am meisten beschäftigt sich die Wissenschaft zur Zeit mit den u 11 r a t> i oletten Strahlen, Aeichsgemeinschast junger Dollsparteller. Man schreibt uns: Sm Mai d. 3. hatten sich in Weimar einige hundert junge auf liberalem und nationalem Boden stehende Menschen zu- sammenge/unden, um sich darüber auszusprechen, wie cs möglich wäre, die jüngere Generation der Kriegs- und Rachkriegszeit zur stärkeren Geltung in der politischen Praxis zu bringen. Cs wurde eine Reichsgemeinschast junger Dolks- partciler gegründet, die ihre Aufgabe darin sicht, die jüngere Generation zu politischer Mitarbeit im Sinne der bürgerlichen Mitte zu erziehen und durch politische Arbeit sich Einfluß auf die politische Führung au sichern. Man war einmütig der Auffassung, daß es zur Durchsetzung dieser Ziele keiner neuen Partei bedürfe, Mittlerweile sind in ganz Deutschland starke und aktive Gruppen dieser Reichsgemeinschaft junger Volksparteiler entstanden, so auch in Darmstadt. Die Gruppe wird demnächst sich als Landesgruppe Hessen über ganz Hessen erstrecken un sich mit ihrem Wollen eine größere Oefsentlichkeit wenden. puppe« werd. Aum blßijto Preise repariertr/ etcinitmc 7»>! Arzdorf war in großer Form. Er machte den Bubbles und er machte ihn mit Charme und natürlichem Humor; sehr sympathisch; man glaubt es ihm. Auch Hub und Hais, die Scribbys, waren vortrefflich in Fahrt, nur stellenweise ein wenig zu laut. (Fassotts Regie ist da wohl gegen Ende hin etwas au sehr ins Zeug gegangen; man darf Tempo, hier an sich zu begrüßen, nicht mit Lautstärke verwechseln.) Anions schöne Königin. Der Besitzer einer kleinen Kneipe in einem Pariser Vorort hat in diesen Wochen eine recht seltsame Geschichte erlebt. Er wollte sich nämlich verheiraten und annoncierte nach einer besseren Hälfte mit etwas Betriebskapital, ilnter vielen anderen meldete sich eine, die jeden Rekord schlug. Sie war nicht nur wohlhabend und nur 36 Sahre alt, sondern auch wunderschön, so schön, daß Anton sich die Augen zuhalten mußte, sonst wäre er geblendet worden. Das heißt auf dem Bild war sie schön, doch als sie ankam, war sie dick, häßlich, über vierzig und trug einen Kneifer. Anton streckte entsetzt die Hände aus, war sich aber gleich darüber im Klaren, daß sich eine cjrau niemals derart verändern könne, wie seine „Braut". Er schlug mächtigen Krach, und nun jjeflanb sie ihm unter Tränen, daß sie ihrem Briefe die Photographie der ehemaligen Königin Maria von Rumänien beigelegt habe, die sie in einem Papiergeschäft erstanden hatte. Ein anderer hätte über diese Anmaßung vielleicht gelacht, hoch Anton, der den übrigen Bewerberinnen bereits in hochtrabenden Worten abgeschrieben hatte, verklagte die „Braut" auf Zahlung der Spesen und hat vor wenigen Tagen seinen Prozeß auch gewonnen. eig :.w .Die dürftige und anspruchslose Handlung gruppiert sich um die episodenhafte Begegnung des großen Geigenvirtuosen und Frauenlieblings Ri- colo Paganini mit der Schwester Rapolcons, Fürstin von Lucca und Piombini. Marianne Mewes s hielt die Mary Drown (in Anführungszeichen), und es ist das Deste, was sie bisher hier gezeigt hat; munter, gescheit, schlagfertig: man sollte sie fernerhin auf dieser Linie beschäftigen. die namentlich in der klaren Höhenluft der Schweiz untersucht werden konnten. Seit den bahnbrechenden Forschungen von D o r n o mißt man in der ganzen Welt diesen merkwürdigen Strahlen ganz besondere Kräfte bei. Man prüft, yb Staub oder Feuchtigkeit der Luft das lebenswichtige -Ultraviolett daran hindern, die Erde zu erreichen, und man konnte in allerletzter Zeit die beruhigende Feststellung machen, daß auch die schlechtere Lust der Großstadt dieser Strahlenart den Zutritt nicht übermäßig erschwert; in Potsdam wurden z. D. nur unwesentlich größere Mengen ultravioletter Strahlen gemessen als in Bcr- lin. Die ultravioletten Strahlen regen den Stoffwechsel an und fördern auch die Bildung von Vitaminen. Rachitis ist eine Kinderkrankheit, die auf das Fehlen des Vitamins D zurückzuführen ist; aber diesem Mangel kann man abhelfen, wenn der kindliche Körper durch künstliche Hohensonne bestrahlt wird. Der mit dem Robelpreis ausgezeichnete Forscher Windaus konnte zeigen, daß die längst bekannten Heilmittel gegen Rachitis, wie z. B. Lebertran oder Eier, reich an einer Substanz find, die nach ultravioletter Strahlung das Vitamin D erzeugt. Während die Großstadtluft das wichtige Ultraviolett nicht allzusehr absperrt, werden diese Strahlen von dem gewöhnlichen Fensterglas verschluckt. und man hat deshalb jetzt besondere Glassorten für Krankenhäuser und Schulen her- gestellt, die für Ultraviplctt durchlässig find. Es gehört zu den Ausgaben des Snstituts für Strahlungsforschung, Glas auf seine Durchlässigkeit zu prüfen; dabei hat man die unangenehme Erfahrung gemacht, daß sich die gute Eigenschaft der neuen Glassorten allmählich wieder verliert. Durch den Mangel an ultravioletten Strahlen, der in der kalten Jahreszeit großer ist als im Sommer, wird der Winter zu einer besonders kritischen Zeit für alle Kranken. 3e nach der Wellenlänge unterscheidet man sog. weiche und harte Strahlen. Zu den härtesten gehört nun eine besondere Art der Röntgenstrahlen, die erst vor kurzem entdeckte Hohen- st r a h l u n g, die sich dadurch auszeichnet, daß sie Dleiplatten von fast zwei Meter Stärke durchschlägt, während man bisher nur Strahlen kannte, die Blei von etwa 30 Zentimeter Dicke 6551) \. erb. M | «mA befielt \w lüfltj____ Wj er teimtb. AeinsU b. Ben. vollst M. 6ejablttit.3d)L3-. u, 9593D a. b- ® • i Fraoen-Äbtlg. tttuö diele Wo* Sen textg« Der Halle W * Toienciebenl'A le tsn-i» Das aemcfl'K tubc Gilt« l» istbr. Wie benimmtJ; " SatliSMd-U Etiler finit I866® S DttLsrstao! M einem weiteren Fall drohte et einem Handwerker in Frankfurt a. M., er mache ihn und seine (Braut im Stammlokal und bei den Haus- leuten schlecht, wenn er von ihm kern Geld bekomme. Der Angeklagte pa^ stoar zu, die (Brie e geschieben zu haben; es habe ihm aber fern gelegen, die Leute erprc.sen zu wollen; sie sollten nur gewarnt werden. 2luch die Stralkammer hielt den Angeklagten einwandfrei der versuchten Erpressung in den drei Fällen für überführt und die erkannte Stra,e für angemessen. Seine Berufung wurde verworfen. Dagegen wurde auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hin auf dreijährigen Ehrverlust erkannt. Aus dieser und der früheren G rafe wurde schließlich eine Gesamtstrafe von einem Jahr vierMo- naten Gefängnis gebildet. Obstausstellung in Wieseck. Don den sieben Obstausstellungen, die im Laufe des Herbstes im Kreise Gießen stattgefunden haben, ist die von Wieseck am vorigen Sonntag im Saale der Gastwirtschaft Dorfeld die letzte. Gleichzeitig auch die erste in diesem an Einwohnerzahl bedeutendsten Landorte Hessens. Sn Bezug auf (Reuanpslanzungen von Obstbäumen dürfte Wieseck, trotz der teilweise recht ungünstigen Bodenverhältnisse, im ganzen Lande mit an allererster Stelle stehen. Diese erfreuliche Entwicklung, die bei der unmittelbaren Aähe der Stadt fast selbstverständlich erscheinen muh, ist, wie der Borfitzende des Wiesecker Obst- und Gartenbauvereins, Rektor Petry in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung betonte, durch einmütige Zusammenarbeit von Verein, Gemeindevorstand und Bevölkerung erreicht toorcen und die, wie Bürgermeister S ch o m - berin der Erwiderungsrede ausdrücklich betonte, auch in Zukunft tatkräftig gefördert werden soll. Regierungsrat Wolf, als Vorsitzender des Kreis - Obst- und Gartenbauvereins, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er auf das angenehmste überrascht sei durch die G.te und Menge des prachtvollen Obstes, sowie die glückliche Anordnung und Raumausnützung bei dieser Ausstellung, die ein einheitliches und übersichtliches Bild über die beachtenswerten Leistungen auf allen Gebieten des Wiesecker Obstbaues böten. Er wünschte dem Verein und der Gemeinde Gli ck und gab der Hoffnung Ausdruck, daß wir durch weiteren Fleiß in der beschrittenen (Richtung bald dahingelangen möchten, daß die. Güte des erzeugten Obstes sich den Markt erobern und soviel schönes Obst erzeugt werde, daß das Wort „reell" allgemein zur Sclostverständlichkeit werde, gegenüber dem Käufer, weil dessen Llebervorteilung sich dann nicht mehr lohne. Dann werde der Auf: „Eßt deutsches Obst!" erfüllt sein. Obstbauinspektor C n ck l e r, in dessen Händen die Leitung der Ausstellung lag, brachte als Vertreter der Landwirtschaftekammcr, für die Landtagsabgeordneter Fenchel, Ober-Hörgern außerdem noch erschienen war, der aber erst später eintraf, dem Verein die besten Wünsche zum vollen Erfolg der Veranstaltung dar. Man sei zunächst sehr zaghaft, dann aber um so energischer an die Aufgabe herangetreten. Er dankte allen, die mit viel Fleiß die Sache unterstützt haben. Bei dem an die Eröffnung sich anschließenden Bund gang erläuterte Herr (Sudler die Einteilung in Gruppen, von denen die erste den Wettbewerb um die beste Leistung in drei Sorten Tafeläpfeln umfaßte. Hm die von der Landwirtschaftskammcr anerkannten Sorten, Doskoop, Blenheim und Gelber Edelapsel herauszuheben, mußten diese mit einigen Punkten höher bewertet werden als die Aebensorten ©olDparmäne, Harberts und Holländer (Renette. Sn der Abteilung Wirtschaftsobst, wo als Hauptsorten Sakob Lebel, (Rheinischer Bohnapfel und Geflammter Kardinal zu gelten hatten, ist ebenso verfahren worden. So hofft man mit der Zeit die angestrebte Vereinheitlichung immer mehr in alle Devölkerungsschichten zu tragen, um in Verbindung mit der Hmpfropfungs-Hn- ternehmung das Auslandobst nach und nach zu verdrängen. Birnen waren schwach vertreten. Die Gruppe „Sortierung" zeigte guten Willen, die Liebhaberabteilung jene früher allgemein beliebte Buntheit größerer Obstsorti- mente, darunter aber auch sehr schöne und prächtig entwickelte Früchte. Daß auch die Ob st Verwertung im ländlichen Haushalt erfreuliche Fortschritte auf- weisen konnte, bewiesen eine große Anzahl reichhaltiger Einsendungen einwandfreier Konserven. Man sollte in Zukunft aber zum Verschluß der Gläser kein Zeitungspapier mehr verwenden, weil dies das ungeeignetste Material ist; ein Wunsch, der auch in der Preisbewertung zum Ausdruck gebracht werden mußte. (Richt auf der Höhe steht noch die Herstellung von Haustrunk aus (Beeren- früchten, ein Umstand, der die Forderung der Süßmostbereitung im Haushalt dringend nahelegt. Möchte der Verein in dieser Hinsicht fein möglichstes tun, nicht allein um das viele minderwertige und Fallobst der Ernährung zuzuführen, sondern auch im Sntereffe der Heranwachsenden Sugenö. (Richt unerwähnt darf eine Sondetausstellung der Baumwärter bleiben, die alle Pflanzenkrankheiten umfaßte, wie sie sich zur Zeit an den Gemarkungsbäumen dem aufmerksamen Beschauer zeigen. Sie gehörte, wie (Regierungsrat Wolf in der Eröffnungsrede hervorhob, zu den besten Leistungen, da sie, mit Lust und Liebe in Verbindung mit Sachlenut.is zusammengetragen, so vollständig noch auf keiner Ausstellung zur Schau gestellt worden ist. Hier konnte man die Zerstörungen durch Baumpilze, wie auch diese selbst, die verderbliche Tätigkeit der Splint- und Borkenkäfer, den Frostnachtschmetterling in beiderlei Geschlecht, Daumweißling-, (Ringelfpinnerund Schwammspinnernester, Blutlaus, Schildläuse, Krebs, Gitterrost und vieles andere nebst den üblichen Bekämpfungsmitteln bequem studieren. Die zahlreichen, zur Verteilung gelangten Preise waren durchweg redlich verdient. Das Prämüerungs-Ergebnks: Gruppe Sortierung: 3. Preise: Karl Schneider, Otto Deibel, Wilh. Doll, Ludw. Daupert, Gust. Weller HI. Gruppe Dk:n: 1. Preise: Aug. Seibert. Ernst Seibert; 2. Preise: Aug Seibert, Gustav Weller IN., Ludwig Benner, Ernst (Bierau. Wilhelm Dierau. Gruppe Schädlingsbekämpfung: Ehrenpreis: Ludwig Haas und Wilhelm Laudon: Gruppe Obstoerwertung: Ehrenpreis: August Lotz; 1. Preise: Karl Balser, Wilh. Vorfeld. Karl Scheerer, Karl Schäfer XII; 2. Preise: Wilh Voll, Ludwig Weller I., Frau Gustav Weller; 3. P r e i s e : Ernst Seibert, Karl Post, Sakob Bernhardt, Lina Dierau, Heinrich Denner. Gruppe Sortierung: 1. Preise: Aug. Lotz, K. Sung; 2. Preise : Wilhelm D-orfeld; 3. Preise: Karl Dellof, Karl Haas, Ludwig Emil Haas. Gruppe I. Ehrenpreis. Karl (Balfcr; 1. Preise: Wilhelm Dorfeld, Ludwig Weller. Metzger, Wilhelm Dierau; 2. Preise: Wilhelm Eckhardt, Karl Schreiner, Ludw. Volzel, Karl Haas, Sakob (Bernhardt, Gustav Weller; 3. Preise: Heinrich (Benner, Ludwig Haas, Karl Weller, Lina Kümmel Wtw., Fr. Wirbelauer, Ludwig Weller, Ludwig Daupert, Daniel Otzwald. Gruppe ’a. Ehrenpre is: Karl Dalser; 1. Preise: Wilhelm Dcrfeld, Heinrich Denner, Karl Haas, Karl Weller Vi., Daniel Oßwald; 2. Preise: Ludwig Weller, Metzger, Heinrich Eckhardt, Ludwig Weller; 3. Preise: Friedrich Lotz, Karl Schreiner. Gruppe verschiedenes Obst: 1. Preise: Karl Lang, Ludwig Emil Haas, Ludwig Haas; 2. Preise: Karl Balser III., Ludwig (Benner, Karl Schr.iner, Friedrich Becker, Karl Dalser III. Dberbeffen. Landkreis Greszen. h Annerod, 19.Nov. Unsere Gemeinderechnerstelle ist seit dem 1. Juli d. I. verwaist und wird seitdem von dem Rechner Modus in Wieseck mitoersehen. Der Gemeinderat hat bei einer nochmaligen Abstimmung wiederum den Landwirt Phil. Hammel IX., der auch Gemeinderatsmitglied ist, und zwar diesmal mit acht gegen zwei Stimmen zum Rechner gewählt. Seine Bestätigung dürfte demnächst erfolgen. V Mainzlar, 20. (Rov. Am morgigen 21. (November feiert der zweitälteste E i n- w o h n e r unserer Gemeinde, der Landwirt Ludwig Schwalb I., seinen 82. Geburts- t a g. Der Subilar, der körperlich und geistig noch äußerst rüstig ist, verrichtet noch sämtliche Haus- und Feldarbeit:n. Sein: Ehefrau hat vor kurzem ihr 79. Leb nsjahr vollendet. Sn unserer Gemeinde leben jetzt noch 21 Einwohner, die das bibllsche Alter von siebzig Jahren überschritte« haben. O Holzheim, 20. Roo. Das Fest der goldenen Hochzeit konnten der Landwirt Hartmann Jäger und Frau, Klara geb. Sarnes, feiern. Der Jubilar ist 73, seine Frau 71 Jahre all. Beide sind körperlich und geistig noch rüstig. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 19. (Rov. Der diesjährige K a * tharinenmarkt, der gestern uno heute hier stattfand, war nicht so stark besucht als wie in den Vorjahren, insbesondere waren zum gestrigen Krämermarkt wenig Händler erschienen. Auch der Zustrom aus der Umgebung war bedeutend geringer, — ältere Leute fehlten fast ganz; dementsprechend war auch der Geschäflsve.keyr. Dagegen war der heutige Ferkelmarkt gut befahren, er war mit 433 Ferkeln beschickt. Bezahlt wurden für Ferkel bis 6 Wochen alt 33 bis 39 Mk., von 6 bis 8 Wochen 39 bis 45 Mk., über 8 Wochen alte 45 bis 52 Mk. Der Verkauf war gut, jedoch wurde der Markt nicht völlig geräumt Daten für Freitag, 22. November. Sonnenaufgang 7.28 Uhr, Sonnenuntergang 16 04 Uhr. — Mondaufgang 21.43 Uhr, Monduntergang 13.0h Uhr. 1767: Andreas Hofer in St. Leonhard geboren (gestorben 1810); — 1780: der Komponist Konradin Kreutzer in Meßkirch geboren (gestorben 1849). Serunsr Öone. Berlin, 21. Roo. (WTB. Funkspruch.) Im Anschluß an die Festigkeit der letzten Neuyorker Börsen und gestützt auf Öffnungen weiterer Diskontsenkungen, vielleicht schon heute in London und Neuyork, war die Stimmung des heutigen Frühoerkehrs durchaus freundlich. Kurse waren allerdings noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Kabel 4,8745, London gegen Berlin 20,3875, Kabel gegen Berlin 4,1825. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst In der Synagoge (Südanlage). Samstag, 23. November: Borabend 4.30 Uhr; morgens 9; abends 4.45 und 5.25 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 23. November: Freitag abend 4.10 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 5.25. — Wochengottesdienst: morgens 6.45; abends 4 Uhr. (Schluß des redaktionellen Teils.) kleine Leiden quälen oft außerordentlich. Geradezu sprichwörtlich ist die Unannehmlichkeit der Hämorrhoiden, mit denen so viele Menschen behaftet sind. Nachdem neuerdings aber die Entstehung der Hä- morrhoidalerkrankungen wissenschaftlich erforscht ist, kann man diese Leiden sehr leicht verhüten. Denn die Bakterien, welche die Hämorrhoidalerkrankungen ver- Ursachen, werden durch Heil, und Schutzstoffe bekämpft, die aus diesen Bakterien gewonnen werden. 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Nach der Reihenfolge auf den Wahlvorschlägen sind gewählt: vom Wablvorschlag 1 mit dem Kennwort: „Sozialdemokratische Partei («. P. D.)" 1. Beckmann, Georg, Angestellter 2. Mann, Albin, Gewerkschaftsbeamter 3. Noll, Christine, geb. Simon, Hausfrau 4. Christ, Wilhelm, Schlosser 6. Vetters, Friedrich, Redakteur 6. Diener, Franz, Geschäftsführer 7. Schmidt, Hermann, Rektor 8. Häuser, Heinrich, Parteisekretär 9. Gumbel, Dr. Konrad, Volkswirt 10. Maier, Josef, Sekretär 11. Hornberger, Paul, Rechtsanwalt 12. Reh, Marie, geb. Stieglitz, Hausfrau 13. Weißbeck, Christian, Trichinenschauer 14. Baum, Heinrich, Glasermeister vom Wahlvorschlag 2 mit dem Kennwort: „Kommunistische Partei Deutschlands" (Sektion der 111. Internationale), Orts- gruppe Gießen 1. Lepper, Wilhelm, Kraftfahrer 2. Kästner, August, Bäcker vom Wahlvorschlag 3 mit dem Kennwort: „Zcntrumspartei" 1. Goerz, Heinrich, Lehrer 2. Grobe, Peter, Bauoberinspektor vom Wahlvorschlag 5 mit dem Kennwort: „National-Sozialistischc Deutsche Arbeiter-Partei" (Hitler-Bewegung) 1. Loh, Adam, Postbetriebsassistent vom Wahlvorschlag 13 mit dem Kennwort: „Deutsche Demokratische Partei und Bolkörcchtpartei" 1. Fischer, Martin, Stadtschulrat 2. Reiber, Christian, Rentner 3. Dr. Marx, Else, geb. Plank, prakt. Aerztin 4. Mayer, Leopold, Kaufmann vom Wahlvorschlag 14 mit dem Kennwort: „Deutsche Bolktzpartei" 1. Horn, Wilhelm, Kaufmann 2. Schudt, Emma, geb. Weiffcnbach, Hausfrau 3. Appel, Richard, Oberreallehrcr 4. Loeber, Wilhelm, Bäckermeister 6. Schneider, Ernst, Rechtsanwalt und Notar 6. Wenzel, Fritz, Dreher i. R. 7. Schmieder, Theodor, Rentner 8. Hirsch, Friedrich, Prokurist vom Wahlvorschlag 17 mit dem Kennwort: „Teutschnationale Dolkspartci" 1. Dr. Lenz, Otto, Studienrat 2. Becker, Georg, Bauunternehmer 3. Klewitz, Frieda, geb. Blindow, Hausfrau vom Wahlvorschlag 18 mit dem Kennwort: „Mittelstandsverciniguug" (Wirtschaftspartei) I. Nicolaus, Philipp, Architekt 2. Launspach, Heinrich, Malermeister 3. Ringel, Alexander, Kaufmann 4. Kurz, Adolf, Oberingenieur 5. Rahnefeld, Albert, Gastwirt 6. Balzer, August, Weinhändler 7. Schmidt, Adolf, Handelsvertreter 8. Lenz, Friedrich, Schreinermeister. Die Wahl- und Abstimmungsprotokolle mit den zugehörigen Schriftstücken liegen am 22., 23. und 25. November 1929 auf dem Stadthaus Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 12 — während der Dienststunden zur Einsicht der Stimmberechtigten offen. Während der Offenlegung können die Stimmberechtigten bei Meidung des Ausschlusses Einwendungen gegen die Wahl oder die Gewählten bei dem Oberbürgermeister schriftlich oder zu Protokoll erheben. Gießen, den 21. November 1929. Der Stadtwahlkommissar: ___________I. V.: Pr. Seib. 9694C Bekanntmachung. Zum verkauf von Lhristbäumen soll ein Platz von 150 qm auf dem Oswalüsgarten und ein Platz von 100 qm im Hof des städtischen Verwaltungsgebäudes, Garten- straße 2, für die Zeit vom 2. bis 24. Dezember 1929 vergeben werden. 9559C Schriftliche Angebote sind spätestens bis zum 24. November 1929, mittags 12 Uhr, im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 28, abzugeben. Gießen, den 18. November 1929. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Hamm. Sängerkranz Giefeen Donnerstag, den 28. November 1929, abends 0 Uhr, In der neuen Aula der Universität Die Jahreszeiten Oratorium für Solostimmen, Chor und Orchester von Joseph Haydn Solisten: Bettina Frank (Sopran) Nürnberg. August Richter (Tenor )Köln,KammersängerErnstEverts(Baß) Köln Orchester: Der Gießener Orchesterverein Am Flügel: Mimi Bock, Gießen Chor: Gemischter Chor des Sängerkranz Gießen Leitung: Chormeister Albert Kasten, Gießen Eintrittskarten: Mk. 4.—. Mk. 3 —, Mk. 2.—, in der Musikalienhandlung Ernst Chai Her und der Abendkasse. Studentenkarten Mk. 1.50 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. Vom kommenden Christentum Zweiter öffentlicher Vortrag von Dr. Johannes Hemleben-Kassel Naturerkenntnis und kommend.Christentum (Experiment und Sakrament) Freitag, den 22. November. 20.15 Uhr Universität, Hörsaal 41. Zur Unkostendeckung Mk. 1.- oder 0.50; Studenten Mk. 0.40. 07477 Bewegung für relig. Erneuerung Die Christengemeinschaft Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 9569D Am 28. Oktober 1929: bei der Firma Arthur Graefe & Co., Inhaber Hans Arthur Graefe und Karl Diegandt in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 30. Oktober 1929: bei der Firma Maximilian h. Brand in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 1. November 1929: bei der Firma Hotel vicloria Wilhelm Fischer in Gießen: Die Prokura der Wilhelm Fischer Ehefrau In Gießen ist erloschen. Am 4. November 1929: bei der Firma Bkorth Semmler in Gieren: Der Erwin Semmler Ehefrau, Emma geborene Cor- vinus, In Gießen ist Prokura erteilt. Arn 9. November 1929: bei der Firma S. Sammet in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 13. November 1929: a) bei der Firma Gasthof Hindenburg Heinrich Elges in Gießen: Die Firma nebst Geschäft ist auf Adolf Elges, Gasthosbesitzer in Gießen, übergegangen. Die Firma ist geändert in Hotel-Restaurant Hindenburg Adolf Elges. Die Prokura der Heinrich Elges Ehefrau, Dorette geborene Engelke, ist erloschen. — b) Die Firma Leopold ZNayer in Gießen: Inhaber ist der Kaufmann Leopold Mayer in Gießen. — c) Bei der Firma Automobil-Centrale Wilhelm Hamel in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 14. November 1929: a) bei der Firma Oel- und Fetlfabrik Carl Lamm in Gießen: Die Firma ist erloschen. — b) Bei der Firma Victoria-Drogerie Eduard Guth, Apotheker in Gießen: Die Firma ist geändert in: „Victoria-Drogerie, Eduard Guth Nachfolger, Inhaberin Apotheker Eduard Guth Witwe". In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 12. November 1929 bei der Firma Bergwerks- und Baubedarf, Gesellschaft mit beschrankter Haftung in Gießen, folgendes eingetragen: Die Liquidation ist beendet, die Firma erloschen. Gießen, den 15. November 1929. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Bekanntmachung. Betr.: Straßenbahichetrieb. Am Samstag, dem 23., und Sonntag, dem 24. November d. 3„ beginnt der Stra- ßenbahnbetrieb zum Neuen Friedhof anläßlich des Totensonntages bereits um 10 Uhr. 9584D Gießen, den 20. November 1929. Direktion der Straßenbahn: S t 0 l t e. Faselvieh-Derkauf. Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen fetten Lullen, einen fetten Eber und einen noch zur Zucht tauglichen Ziegenbock wegen Inzucht zu verkaufen. Angebote unter Nr. 1 und 2 pro Zentner Lebendgewicht, Nr. 3 einen Gesamtpreis bis zum Freitag, dem 22. d. 2H., nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Kaufbedingungen ein- gesehen werden können. ‘ 9517D Steinbach, am 18. November 1929. Hessische Bürgermeisterei. Krämer. __________________________________________________95701 MMagtatoortaen empfiehlt [075 0 Kränze und Kreuze in schöner Ausführung Hermann Schab Llcher str. 57, Gartenbaubetrieb BsvgleAhsvevfahverr. lieber das Vermögen der Firma Bafalt- werke Gießen, G. m. b. y. in Gießen, wird heute, am 19. November 1929, nachmittags 3% Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet, da die Schuldnerin zahlungsunfähig ist. Der Bücherrevisor Hermann will in Gießen, Ostanlage 36, wird zur Der- trauensperson ernannt. 9568D Ein Gläubigerausschuß wird nicht bestellt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag wird auf: Mittwoch, den IS. Dezember 1929 vormittags 9 Uhr vor dem nachstehend bezeichneten Gericht, Zimmer Nr. 204, anberaumt. Es wird gleichzeitig der Schuldnerin verboten, über die ihr gehörigen Grundstücke zu verfügen. Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens nebst feinen Unterlagen ist auf der Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 19. November 1929. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Bekanntmachung. Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des dritten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse — Johan- nesstraße 3 — zu erfolgen, und zwar: Montag, den 25. November, für die Dienstags-Abonnenten Dienstag, den 26. November, für die Mittwochs-Abonnenten Mittwoch, den 27. November, für die Freitags-Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto „Frankfurt a. M. Nr. 37210 — Kasse des Stadttheaters Gießen", erfolgt Uebersen- dung der Abonnementskarten. Tie zu zahlende dritte Rate beträgt für: Proszeniumsloge, Rangloge und 1. Rang, Reihe 1—2........20 RM. I. Rang, Reihe 3—4, Sperrsitz, Reihe 1—11.......15 „ Logenrückplatz, I. Rang, Reihe 5 bis 6, Sperrsitz, Reihe 12—14 10 „ Sperrsitz, Reihe 15—18, II. Rang, Reihe 1.........8 „ II. Rang, Reihe 2—3.....6 „ II. Rang, Reihe 4—5.....5 „ Die Einlösung der Abonnements muß vor der 9. Abonnements-Vorstellung erfolgt sein. 9594O Gießen, den 20. November 1929. Der Oberbürgermeister. _________I. B.: Klingspor.__________ Große Zigarren- undTadakversteigerung Freitag, den 22. 7lov., nachm. ab 2 Llhr, versteigere ich im „Löwen", Treuenweg 28: einige Mille Zigarren und einige Ztr. Tabak, u. a. Möbel aller Art. Versteigerung bestimmt. WggarWÄK Neuenweg 28 / Telephon 3414. uede<*en 'M"'1« Eintritt frei! (mit Lichtbildern) statt. Astoria-Lichtspiele Luciano Albertini in seinem neuesten Film Tempo-Tempo (17487 geben. 1>K7C Marktplatz 21. toiötochhie (Urania: Wert 450.—Mk.lwenm geschrieben. f. neu, neu. Larzahig.i. 250.-Mk. oder ieihabhmn 300.-M-. zu verkauf. Schnitt. Slmvancn unter i>.">641) an den Gieß. Ainem. er bei. Hocklrächtige. erst- nafüneVogelsherger Milch- u. 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Wegen des zu erwartenden Andrangs zu den Abend Vorstellungen bitten wir nach Möglichkeit die . Nachmittagsvorstellungen zu besuchen a kjfflr Hauptdarsteller: f Willy Fritsch, Gerda Maurus Klaus Pohl ♦ Gustav v. Wangenheim Gustl Stark - Gstettenbauer ♦ Fritz Rasp Musikai. Bearbeitung: Kapellmeister K. Stork Heute Premiere W i- r ? .1--- FRITZ LANG «I . —7- EI N FI LM von .. .. '■' ■ •; ■ . _/J . ■■•.•7-..... W Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Vattenen für Taschenlampen in hervorragender Qualität W LS Off. Unsere Standardmarle: Alleinvertrieb: 9422A SeydL-Sohn, Seltersweg 12 Sanierungen aller Art Inkasso Herrn. Kirchner Am Hahrnngsberg 16 Fernruf 4167. Inserieren bringt Gewinn Kurzwaren Seit über40 Jahren der Grundpfeiler unseres Geschäftes 10 Pf. Pf. 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Auch auf der großen Geflügelausstellung in Marburg hatte er mit seinen Hühnern den besten Züchter-Erfolg, indem ihm hier viermal die Note „sehr gut'" und zwei Ehrenpreise zugesprochen wurden. *• Vorsicht vor reisenden Chaiselongue-Händlern. Ton der Polsterer-, Tapezierer» und Sattler-Innung für Stadt und Kreis Gießen wird uns mitge eitt: „Vom Reichs- sachverdand deutscher Tape ierrneister, Polsterer und Dekorateure wird darauf aufmerksam gemacht, daß in verschiedenen Gegenden des deutschen Reiches Chai elongue-Händ er austreten, um die auf einem Lastauto verstauten Chaiselongues zu erstaunend billigen Preisen zu verkaufen. Ein Käufer, welcher sich betrogen fühlte, hat die von ihm gekaufte Chaiselongue dem Fach- Verband zur Terfügung gestellt. Sie ist in Gegenwart der staatlichen, der gewerblichen und Der Gesundheitspoli ei, sowie der Sachverständigen auseinandergenommen und als minderwertig sowohl betreffs des Materials, als auch der Verarbeitung bezeichnet worden. In dem fogenannten Polstermaterial befanden sich alte Zeitungen, Z garrcnreste usw. Das Institut für Hygiene und Bakteriologie teilt über den mikroskopischen Tesund wörtlich folgendes mit: „Vor- gekauft, obwohl wir doch keinen Sechssitzer brauchen. Sie steuert ihn nämlich selbst. Und Du und ich, wir sitzen dann hinten. Man kann viel besser plaudern, wenn man nicht chauffiert. Ich glaube, daß ich Dich gar nicht an der Station empfangen kann, denn ich werde krank fein, sehr krank vielleicht, vor Freude. Cathlen hat mir Baldriantropfen gegeben, sie sollen sehr gut für Herzkrämpfe fein. Wenn Du zurückgekehrt bist, werde ich sie nicht mehr brauchen. Also komm! Komm! Komm zu Deinem Bernd." „Ja, ich komme, mein Junge!" Güncher sah tödlich erschrocken auf das kalkweiße Gesicht, dessen Augen wie die eines Sehers brannten und hielt mit aller Kraft den Mann zurück, der jetzt die Decke nach hinten schlagend, vom Lager steigen wollte. „Was machst du, Peter?" „Du weißt es doch! Heim muh ich! Heim zu meinem Jungen!" „Peter!" warnte Anstetten und benötigte die ganze Kraft feiner Muskeln, den Vetter zu halten. „Derartige Aufregungen müssen sich furchtbar rächen. Laß doch vernünftig mit dir reden, Lieber,“ bat er und drückte ihn auf den Rand des Bettes zurück. „Du sollst ja reifen — aber nicht heute." „Morgen vielleicht?" Cs war mllder Spott in der Stimme des Kranken. „Morgen ist es zu spät! Wenn ich aber heute reife und während der Fahrt die Augen zutue, dann hat sie wenigstens den Beweis, daß ich das Letzte getan habe! Dann — — dann kann sie nicht sagen, ich hätte mich geweigert, heimzukommen — Dann hat sie auch kein Recht mehr, Anstetten zu verkaufen, und meinen Jungen heimatlos zu machen.“ „Peter! Wir sind doch nicht auf dem Semmering, daß es nur ein paar Schnellzugsstationen bedarf, um nach Hause zu kommen. Von Dard- schiling bis Bombay allein sind zwei Tagereisen. Das andere nicht mitgerechnet.“ Der Kranke fühlte die ungeheure Mattigkeit der Glieder und das gänzliche Versagen des Herzens, das aller Kraft des Willens spottete und jede Minute stillzustehen drohte. „Möchtest du mir Dr. Alsworth rufen lassen?" „Sofort!“ Günther war schon aus dem Zimmer. Peter von Anstetten griff wieder nach dem Brief des Sohnes: „Ich komme, Bernd! Hab nur Geduld! Du sollst nicht umsonst vor deinem Vater gekniet haben. — — Willst du mir das große ^Kursbuch dort geben," wandte er sich an den Hindu, der lautlos eingetreten war und eine Flasche Rotwein mit Sandwichs auf das Tischchen nebenan stellte. „Sahib! Es ist nicht nötig.“ Der Inder sprach in ruhigem Befehls ton. „Nicht nötig!--“ wiegend verschmutzte Textilsa'ern, P'lanzenfasern- abfälle, daneben getrocknete Grashalme, Seegras, Strohhalme, Strohreste, Holzte'.lchen, Pflanzenreste (Blattstücke. Stengel usw.), Papier- und Pappstücke, ungebrannte Streichhölzer, Baumrinde, Zigarettenasche, Jutefa em, Reste von Gurten, ausgerupfter Fllz, Holzwolle und ähnlicher Abfall. — Geruch: dumpf, muffig.“ Dieser amtliche Befund des s og. Polstermaterials und die überaus minderwertige Verarbeitung, sowie das wacklige Gestell ohne jede Garantie des Verkäufers sollte jedem Käufer zu denken geben und zur Pflicht machen, lieber zu angemessenem Preis eine reelle, gute Arbeit eines Handwerksmeisters zu erwerben." ** Vortrag in der Hess. Nerven- Heilstätte. Man berichtet uns: Den Patienten in der Heilstätte wurde gestern ein äußerst genußreicher Unterhaltungsabend geboten. An Hand des von der Heilstätte neu erworbenen Projektionsapparates wurden die Zuhörer in einem Lichtbildervortrag zu den ausgedehnten Werft- anlagen der Zeppelinbaugesellfchaft in Friedrichshafen geführt, wo ihnen in klaren Bildern zunächst der geniale Erfinder des lenkbaren Luftschiffes, der greife Graf Zeppelin selbst, sowie der heutige erfolgreiche Leiter der Werft, Dr. Eckener, und der Chefingenieur. Dr. Dürr, vc-rgestellt wurden. In leicht verständlicher §orm erläuterte der Vortragende, Herr Engels, Wetzlar, dann die im Bild wiedergegebene Entwicklung des Zeppelinluftschiffes bis zu seinem gegenwärtigen, erfahrungsgemäß allen Anforderungen der Aviatik genügenden Typ. Mit sichtbarem Interesse verfolgten die Patienten die Ausführungen des Redners, der ihnen die Konstruktion des Schiffes darlegte. Die gigantischen Ausmaße des Luftriesen wurden ebenso bestaunt, wie die überaus zweckmäßig ausgestattete Inneneinrichtung, welche die Ausnutzung auch des tleinften verfügbaren Raumes erkennen ließ. Die Zuhörer sahen sodann den Start des Luftschiffes zu feiner ersten Amerikafahrt und verfolgten das Schiff auf seiner Reise bis zu seinem Ziel. Herrliche Landfchaften wurden in majestätisch-stolzem Flug überflogen, aber auch Gefahren drohende Unwetterzonen wußte das Schiff sicher zu durchqueren. Jeder Zuhörer mußte dem Redner daher beipflichten, als er am Schlüsse seines Vortrages betonte, daß das deutsche Volk in seiner gegenwärtigen großen Not doch stolz fein dürfe auf eine Tat, die zu vollbringen deutscher Technik und deutscher Willenskraft Vorbehalten war. Zweifellos sei die Zeppelinbau-Gesellschaft berufen, dem deutschen Vaterlande die früher innegehabte Weltmachtgeltung wieder zu verschaffen. Spontan löste der dankbar aufgenommene Vortrag bei den Zuhörern das gemeinschaftliche Singen der letzten Strophe des Deutschlandliedes aus. In einem zweiten Vortrag führte der Redner die Patienten an den Rhein, an den Schicksalsstrom unseres Volkes. Mainz, Rüdesheim, Dingen. Bacharach, die Loreley, Burg Ehrenfels, die feindlichen Brüder, St. Goar und Koblenz mit dem stolzen Provinzialdenkmal wurden gezeigt. Der Vortragende — scheinbar selbst ein Kind dieses mit Humor so reich begnadeten Heimatlandes — wußte seine Ausführungen so würzend zu gestalten, daß an die Lachmuskeln der Zuhörer nicht geringe Anforderungen gestellt wurden. In liebenswürdiger Weise hatten sich einige Mitglieder des Mandolinenklubs unter Leitung des Herrn Seih bereitgefunden, der Veranstaltung den gebührenden Rahmen zu geben. Die vorgetragenen Musikstücke fanden dankbare Zuhörer, die wünschen, noch öfter mit gleichen Darbietungen erfreut zu werden. Alle Patienten wissen besonderen Dank der Leitung der Heilstätte, die ihnen an diesem Abend eine Ablenkung Ohne Widerstand zu leisten, lieh sich Hans Peter von den kräftigen Armen auf das Lager zurückbetten. Fünf Minuten später trat Alsworth mit Günther in den Raum. Der Arzt vermochte seinen Schrecken nicht zu verbergen. — „Das letzte Stadium!" Obwohl er diesen Ausspruch nicht in Worte kleidete, las der Baron es mit aller Gewißheit von seinem Gesicht ab. „Fühlen Sie sich matter?“ fragte er und horchte, sich herabneigend, auf den Schlag von Peters Herzen. Bei achtundvierzig horte er zu zählen auf. — Er hatte nicht gedacht, daß der Verfall so rasch eintreten würde und war für den Moment unfähig, irgendetwas zu sagen. „Kein Aufschub möglich?" unterbrach der Kranke sein Schweigen. Diesmal fehlte das Lächeln in seinem Gesicht. „Herr Baron, wir haben uns alle der Macht eines Höheren zu beugen.“ „Ich verstehe! — — Habe ich noch Zeit bis nach Bombay — womöglich noch auf das Schiff zu kommen?" „Nach menschlichem Ermessen nicht mehr.“ „Ich danke Ihnen, Mister Alsworth. Ein ehrliches Bekennen habe ich immer geschäht. Günther, du weiht, dah ich noh Wünsche habe. Vor einer Stunde habe ich noch gebeten! Jetzt wirst du müssen! — M-sfen! Wenn du mir den Weg in die Ewigkeit nicht versperren willst.“ Der Baron konnte nicht sprechen, reichte nur die Hand über das Bett und lieh sie in der des Kranken ruhen, der unverwandt zu ihm auffafy „Dr. Alsworth, Sie werden darüber schweigen, dah jetzt oder in der nächsten halben Stunde Hans Peter von Anstetten aus dem Leben scheidet. Niemand darf darum wissen. — An meine Stelle tritt mein Vetter Günther von Anstetten mit allen Rechten und allen Pflichten als Vater und Gatte." „Peter I“ Die Hand des genannten zitterte derart tn den fiebernden des anderen, dah dieser seine Linke darüber legen muhte. „Das Opfer, das du mir zu bringen hast, ist ungeheuerlich. Ich weih es, Günther. Ich weih aber auch, dah ich auf dich bauen kann, wie auf keinen anderen Menschen sonst. — Cs sind nur drei Jahre, die du mir dein Wort halten muht: Bis zu Bernds achtzehntem Geburtstag. Dann wirst du einen Vorwand finden und wieder verreisen — wieder hierher und Dr. Alsworth wird bestätigen, dah der Freiherr Hans Peter von Anstetten im Sage seiner Rückkehr nach Dard- schiling dem Fieber erlegen ist." Der Arzt nagte an seiner Lippe und wich den Augen aus, die so zwingend auf ihn gerichtet waren. „Kann ich auf Eie zählen, Dr. Alsworth?" beschert hat, welche als Heilfaktor gewiß nicht unterschätzt werden dars. " Obst - und Gartenbauverein Gießen. Am Sonntag sprach Garteninspektor Rentsch (Friedberg) über das zeitgemäße Thema „Herbst- und Winterarbeiten im Obstgarten. Behandlung der Obstvorräte auf dem Lager". Dem ersten Teil seines fesselnden Vortrags, der durch zahlreiche Beispiele aus der Praxis lebendig gestaltet ward, entnehmen wir solgendes: Die Leimringe gegen den Frostnacht- fchmetterlingi können, wo die rechtzeitige Ausführung der Arbeit versäumt wurde, auch jetzt noch angelegt werden, obschon der Schädling seit einer Woche auf dem Marsche ist. Jeder mit Leimring geschützte Baum ist gegen die Schädigung gesichert, ganz unabhängig von der Tätigkeit des Nachbars. Der Schaden ist darum so empfindlich, weil hierbei das erste Grün vernichtet wird, das der Baum aus Reservestosfen hervorgebracht hat. Durch erneutes Austreiben tritt eine Crfchöpfung ein, die sich durch Unfruchtbarkeit im nächsten Jahr noch auswirkt. Blutläuse werden gerade jetzt, wo sie sich zur Ruhe begeben wollen, durch Anwenden von Obst- baum-Karbolineum in 30 Proz. Mischung mittels Pinsel wirksam bekämpft, fo daß ihr frühzeitiges Erscheinen-, das gerade am schäd.ichsten ist, unmöglich gemacht wird. Der Boden unter den Bäumen ist tief zu graben. Im Grasgarten soll man wenigstens Baumscheiben Herstellen und diese in einer Entfernung vom Stamm von 2 bis 3 Meter vffcnhalten. Sie zur Düngung bei alten Bäumen benützen zu wollen, wäre verkehrt, denn die Düngung ist da angebracht, wo die Saug- wurzeln liegen. Jauche ist darum empfehlenswert, weil sie überall die Wurzeln erreicht und von der Grasnarbe gegenwärtig nicht mehr vorweg» genommen werden kann. Da aber Jauche ein einseitiger Dünger ist, muß durch SuperphoSphat ergänzt werden. An frischgesetzten ‘Säumen sei der Wurzelschnitt lediglich auf die beschädigten Wurzeln befchränkt. Der Schnitt sei rechtwinklig zur Wurzel, so klein wie möglich. Der Schrägschnitt ist zu verwerfen. Je reicher die Bewurzelung ist und je länger die Wurzeln sind, um so weniger ist der Pfahl als notwendiges Hebet nötig. Bäume ohne P ahl gezogen, im ersten Jahr nur durch eine dünne Bohnenstange gestützt, werden später standfester, als solche, die sich vier bis fünf Jahre auf den Halt des Pfahles verlasen konnten. Jedes Zuviel beim Schnitt ist nachteilig. Steinobst wird nach dem Pflanzen kurzgeschnitten, aber nicht im Herbst, sondern erst im darauffolgenden Frühjahr. Auslichten bet Krone und Verjüngen sollen erst im Zustande rollkvmmener Saftruhe vorgenommen werden. Solange der Saftstrom noch Abwärtsbewegung zeigt, ist die Fortnahme von Teilen der Krone ein Nachteil. Unfruchtbare Bäume durch Schnitt zur Fruchtbarkeit bcranlaffen zu wollen, ist verkehrt und bewirkt das Gegenteil von dem, was beabsichtigt wurde. Die Kurztriebe an den Aesten sind in allen Fällen zu schonen, da sie die Aufwärtsbewegung des Saftes unterstützen. Edelreiser und Steinobst sind vor Weihnachten, die übrigen im Januar zu schneiden. Die Winter- sprihung der Obstbäume, die alle zwei bis drei Jahre torgenommen werden sollte, ist das zuverlässigste Universalmittel gen en alle tierischen Schädlinge, aber nicht gegen Schorf, dessen Bekämpfung mit anderen Mitteln hauptsächlich im Frühjahr geschieht. 3m zweiten Teil des Vortrages, der sich mit der Aufbewahrung der Winteräpfel beschäftigte, empfahl der Redner die Aufbewahrung auf dem Speicher als zuverläs.i- ger, denn in feuchten ober zu trockenen Kellern, indem man sein Obst in Kisten mit trockenem Torfmull bette, so zwar, daß sowohl unten wie Ein kurzes Zögern. „Ich glaube, dah ich es auf mein Gewissen nehmen kann, Baron." „Ich danke Ihnen! — Und du, Günther?“ „Ich! — — Du machst einen Betrüger auS mir!--" „Doktor,“ wandte sich Hans Peter an den Arzt, „würden Sie die Güte haben, in etwa einer Viertelstunde wieder nachzusehen?" Der Engländer verstand sofort. Er blickte nach der Uhr an seinem Handgelenk und versprach pünktlich zu sein. Die beiden Vettern sahen sich allein gegenüber. Keiner wollte alä erster das Schweigen überbrücken, bis Günther wieder zu reden begann. „Deinem Sohne Vater zu sein, das verspreche ich dir auf Cid. — Deiner Frau Öen Gatten zu ersehen, ist eine Unmöglichkeit für mich." „Nicht so unmöglich, wie es aussieht, da sie jede eheliche Gemeinschaft ablehnt, du hast es ja selbst gelesen — bist du ihr lediglich Kamerad! Herr von Anstetten, der Mann, dessen Namen sie trägt.“ „Sie würde schon in der ersten Stunde den Betrug durchschauen," fiel ihm Günther dazwischen. „Laß mich aussprechen. Hast du schon einen Menschen gefunden, der uns auseinanderhielt, auch dann, wenn wir zufällig gleichzeitig auf» tauchten? Selbst unsere Mutter hat mich geküßt, wenn sie dich umarmte und Günther gerufen, wenn ich ihr in die Arme flog. Auch Dr. Alsworth bestätigte mir diese fast unglaubliche Aehn- lichkeit. Er hielt uns für Zwillingsbrüder. Meine Frau wird nicht den geringsten Zweifel daran haben, dah ich es bin, der zurückkehrt, vorausgesetzt, dah du dich nicht selbst verrätst." „Das ist es ja," erregte sich Günther. „Ich kann wohl einen Knaben lieben, der in mir den Vater liebt, aber kein Weib umarmen, mit dem ich noch nie etwas zu tun gehabt habe." „Wie machst du mir das Gehen schwer!“ Hans Peter schloß erschöpft die Lider und ruhte eine Weile vollkommen reglos, als ob er bereits verschieden wäre. Die unheimliche Ruhe rih ihn wieder auf. „Günther, ich habe dir deswegen das Tagebuch zu lesen gegeben, damit du Einblick in alles bekommen hast, in den ganzen großen Irrtum meiner Ehe. Ich habe ihn noch nie einem Auge preisgegeben, als dem deinen. Du muht ja alles wissen. Ich kann dich nur bitten: Lies es wieder und immer wieder, bis dir mein ganzes Leben geläufig ist, als wärest du der jauchzende Bräutigam von einst gewesen und allmählich der enttäuschte, wunschlose Mann geworden, als der ich aus der Heimat ging.--Nur drei Jahre, Günther! Drei armselig kurze Jahre, wenn du mir von deinem Leben opferst." (Fortsetzung folgt.) oben und an der Seite eine starke Lage des Materials als Schutz gegen Kälte vorhanden ist. Solche Kisten mit einigen Decken oder durch leere Säcke geschützt, halten die' Kältegrade des vergangenen Minters aus. Nur trocken muh das Material sein. Dickes Anfassen und Hin- und Herbewegen auf dem Lager ist nachteilig. Zugluft, üble Gerüche und Trockenheit verderben die Vorräte. Am nachteiligsten aber ist die vorzeitige Ernte. Reicher Beifall lohnte den mit gespanntester Aufmerksamkeit aufgenommenen Vortrag. Oberheffen. Landkreis Gres;en. £ Wieseck, 19. Rov. Bei der hiesigen Gemeinderatswahl erhielten die Sozialdemokraten 8 Sitze, seither 6, die bürgerliche Liste 6, seither 7, die Kommunisten 1, seither 2. Zum erstenmal zieht eine Frau mit in den Gemeinderat ein. h. Annerod, 18. Aov. Bei der gestrigen Wahl stimmten 65 Proz. ab. Für bie Gemeinderatswahl waren zwei Wahlvorschläge eingcreicht. Auf die „Dürgerliste" entfielen 4 Sitze, während die „Soz'.aidem. Partei" 5 Sitze erhielt. Kreis Schotten. Ein interessanter tterneinderat: 3 Frauen und 4 -iänner. -t- Schotten, 19. Nov. In Mittelseemen war bei der Gemeinderatswahl neben zwei Männerlisten auch eine Frauenliste eingereicht, die bei den Wahlberechtigten sehr starken Anklang fand. Der neue Gemeinderat setzt sich nun aus drei Fragen und vierMännern zusammen. Man darf gespannt sein, ob es dem weiblichen Element gelingt, die örtliche Politik in seinem Sinne zu beeinflussen. Jedenfalls haben es hier die Wählerinnen verstanden, unbeirrt ihren eigenen Weg zu gehen, ohne etwas nach den Herren der Schöpfung zu fragen. Oer neue yrovinzialdirekior für Rheinhessen. WSN. D a r m ft a d t, 19. Nov. Zum neuen Provinzialdirektor für Rheinhessen wurde, wie bereits gemeldet, Dr. Wilhelm Wehner anstelle des mit Ende November in den Ruhestand tretenden Prooinzialdirektors Dr. Karl U s i n - g e r ernannt. Dr. Wehner war bisher Ministe- ri llrat im Ministerium des Innern. Er wurde 1879 in Gießen geboren. Nach Ablegung der juristischen Staatsprüfung im Jahre 1904 war er bis 1914 in der Grohherzoglichen Kabinettsdlrektion als Kabinettssekretär tätig. Am 1. Juli 1914 erfolgte seine Bestellung als Kreisamtmann in Büdingen: dort wurde er im April 1918 Regierungsrat. Im Jahre 1920 wurde Dr. Wehner als Hilfsarbeiter beim Ministerium des Innern berufen, aber nach kurzer Zeit zum Polizeidirektor in Darmstadt ernannt. Im Frühjahr 1922 kehrte er in das Ministerium des Innern als Vortragender Rat mit der Amtsbezeichnung Oberregierungsrat zurück. Seit Juli 1923 ist er Ministerialrat im Innenministerium. Im April 1929 wurde Dr. Wehner mit der Wahrnehmung der Amtsgeschäste des Präsidenten der Brandversicherungskammer beauftragt. Kirche und Schule. Tckanatskonserenz des Evangelischen Dekanats Gießen. X Von Dekan Buhmann (Kirchberg) mit Losung und Lehrtext des Tages und Gebet eröffnet, trat die Dekanatskonferenz des Evang. Dekanats Gießen in Anwesenheit von Oberkir-- chenrat Wagner als Gast am Dienstag im Markussaal zusammen. Aach einer Reihe von amtlichen Mitteilungen dankte Pfarrer A u s - seid für die reichen Erntegaben, die auch dieses 2ahr dem Evang. Schwesternhaus und der Zuflucht in Gießen aus den Dekanatsgemeinden zugegangen sind. Dann sprach Pfarrer Becker (Groh-älmstadt), früher Pfarras.istent in Gießen, über: „D i e gesetzgeberische Bekämpfung des Alkoholismu s." Das neue Schankstättengeseh solle bei uns noch kommen. Der demnächst zur Beratung stehende neue Entwurf zeige allerlei Mängel, so auf dem Gebiete der Bedürfnisfrage, des Zugendschuhes, der Aufrechterhaltung der Iahrgrenze. Aufgegeben sei das Gemeindebestimmrecht. Zu fordern sei Veröffentlichung der Konzessionsgesuche, reichsgeseh- liche Regelung der Polizeistunde. 3n der Stellung der Sesamtkirchen Deutschlands zeige sich in der letzten Zeit eine Schwenkung gegenüber der Alkoholnot, der Deutsche Evangelische Kirchenausschuh fördere die Evangelische Reichsarbe.ts- gemeinschast, in der unter Vorsitz von Prosefior D Rahling (Berlin) 153 Verbände zusammengefaßt seien. Der „Deutsche Bund enthaltsamer Pfarrer" sei ein wichtiges Zwischenglied zwischen den einzelnen Verbänden (Iugendbewe- gung. Blaues Kreuz, Guttcmvlcrorden u. a.). Erzieherische und gesetzgeberische Maßnahmen müßten zusammenwirken, viel sei noch zu tun. Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Vei'all ausgenommen. In der Aussprache ermunterte m reinen Warenverkehr die Einfuhr (1106,7 Millionen Mark) um 63,3 Millionen Mark, die Ausfuhr einschließlich der Reparationssachlicferungen (1,253,9 Millionen Mark) um 49,5 Millionen Mark zuge- nommen. Der Anteil der Reparationssachlicferungen an der Ausfuhr beträgt im Oktober 89 Millionen Mark gegenüber 68 Millionen Mark im September. Der Ausfuhrüberschuß im Oktober beläuft sich auf 14 7 Millionen Mark (September 166 Millionen Mark). Auf der Seite der Einfuhr weisen alle Warengruppen gegenüber dem Vormonat eine Zunahme auf. Die bedeutendste Steigerung zeigt die Gruppe R o h st o f f e und halbfertige Waren mit 53,5 Millionen Mark: an dieser Steigerung sind in erster Linie Textilstoffe (außer Wolle) beteiligt, insbesondere Baumwolle mit einer Zunahme von 38,7 Millionen Mark. Die Erhöhung der Einfuhr von Fertigwaren gegenüber dem Vormonat um 9,5 Millionen Mark entfällt vorwiegend auf Kraftfahrzeuge, sowie Wollgarne und andere Textilfertigwaren. Geringer ist die Zunahme der Einfuhr von Lebensmitteln (+ 3,8 Millionen Mark). Hier stcht einer stärkeren Abnahme der Einfuhr von Gerste (— 15 Millionen Mark) eine vermehrte Einfuhr insbesondere von Südfrüchten, Schmalz und Fischen (insgesamt + 17,3 Millionen Mark) gegenüber. Die Zunahme der Ausfuhr ist in erster Linie eine Folge des um 43,8 Millionen Mark höheren Auslandabsatzes von Fertigwaren. Namentlich die Ausfuhr von elektrotechnischen Erzeugnissen, Eisenwaren, Maschinen, Leder, Röhren und Walzen, sowie Kinderspielzeug hat gegenüber dem Vormonat zugenommen. Die Ausfuhr von Textilfertigwaren (z. B. Kleidung, Wäsche, Baumwoll- und Seidengewebe, Filzhüte) zeigt gegenüber dem September einen Rückgang. Die Zunahme der Ausfuhr von Lebensrnitteln um 16,7 Millionen Mark beruht vorwiegend auf einer vermehrten Ausfuhr von pflanzlichen Deien und Fetten sowie Hafer und Roggen. Die Ausfuhr von Rohstoffen und halb- fertigen Waren hat dagegen im Oktober abgenommen. Der Rückgang um 10,4 Millionen Mark ist insbesondere auf die verminderte Ausfhr von Steinkohlen (— 7,9 Millionen Mark) sowie chemischen Rohstoffen und Halbfabrikaten (— 4,5 Millionen Mark) zurückzuführen. Don den wichtigsten Reparationssachlie- serungen im Oktober gehören zu der Gruppe Lebensrnittel: Zucker mit 1,8 Millionen Mark: zu der Gruppe Rohstoffe und halbfertige Waren: Steinkohlen mit 12,9, schwefelsaures Ammoniak mit 5,7, Koks mit 2,7 Millionen Mark: zu der Gruppe Fertigwaren: Maschinen (ohne elektrische Mosch nen) mit 17,7, Walzwerkserzeugnisse und sonstige Eisenwaren mit 15,2, Wasserfahrzeuge mit 6,4, chemische Erzeugnisse mit 3,8, elektrotechnische Erzeugnisse mit 26 und elektrische Maschinen mit 2,4 Millionen Mark. * Wenn auch nach diesem Ausweis der Ausfuhrüberschuß im Oktober auf 147 Millionen Mark gegen 166 im September zurückgegangen ist, so zeigt sich doch mit aller Deutlichkeit, daß die in den letzten Monaten eingetretene Aktivität des deutschen Außenhandels auch im Oktober mit seiner saisonmäßig höheren Einfuhr angehalten hat. Die Verminderung des Aktivsaldos um 19 Millionen Mark ist lediglich auf die Saisonbewegung zurückzuführen, indem der Oktober eine Steigerung der Einfuhr von 68 Millionen Mark 1 (hauvtsächlich Rohstoffe und halbfertige Waren) brachte, der eine Zunahme des Exports von nur 49 Millionen Mark gegenübersteht. Insgesamt betrachtet zeigt aber das Bild des deutschen Außenhandels eine befriedigende Entwicklung, und für die nächsten Monate ist wahrscheinlich noch mit einer weiteren Steigerung der Ferf.gwarenausfuhr zu rechnen. Es fragt sich allerdings, ob das Ausmaß dieser Steigerung bei der zum Jahresende vorherrschenden Tendenz höherer Importe einen Ausgleich zu schaffen vermag. Somit erscheint die Aufrechterhaltung des hohen Aktivsaldos der Außenhandelsbilanz-fraglich. Eine OiSioniermäß'qung in Amerika. Neuyork, 20.Nov. (WB.) DieFederalRe- serve Bank of Boston ermäßigte ihre R e ° d i s k o n t r a t e von 5 auf 4,5 v. H. * Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduition des Volksstaates Hessen weist für den Monat Oktober 1929 folgende Zahlen nach: Rohbraunkohlen wurden gefördert 76134 Tonnen. Davon wurden verkauft 38 692 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohlen wurde weiter verarbeitet, und zwar 57 590 Tonnen zu Schwelereiprodukten und 370 Tonnen zu Briketts. Aus den verschwelten Kohlen wurden gewonnen: 3789,01 Tonnen Rohteer, 348,13 Tonnen Lcichtöl, aus Schwelgasen 13 984,60 Tonnen Koks. Die Briketterzeugung betrug 196 Tonnen. * Auflösung des europäischen Zinkkartells. Am Dienstag fand in Brüssel eine außerordentliche Sitzung des europäischen Zinkkartells unter Vorsitz des Präsidenten de Sinzay statt. Die Sitzung endete mit dem einstimmigen Beschluß,, das Kartell mit Wirkung vom 31. Dezember 1929 aufzulösen. Man will den Versuch machen, bald eine Erneuerung des Kartells auf neuer Grundlage durchzuführen. Es wurde eine Studienkommission ernannt, die Anfang Dezember zusammentreten soll, um die Verhältnisse innerhalb des Zinkkartells erneut au studieren. Vorläufig find die Aussichten für eine Erneuerung des Kartells wenig günstig. * Zur Insolvenz der Getreidefirma D r e y f u ß. In der zweiten Gläubigeroersammlung ; der Firma Jakob Dreyfuß in Frankfurt wurde ein i neuer Status vorgelegt, der gegenüber den früher ; genannten Ziffern eine nicht unbedeutende Besserung aufweist. Danach betragen die Passiven nur noch 9141000 Mark, während sich die Aktiven 821 914 Mark belaufen. Der Fehlbetrag hat sich also auf 7812 251 Mark vermindert. A Zahlungseinstellung einer Freiburger Bank. Die Bank Otto Vürkle & Co. in Freiburg, die sich feit einiger Zeit in Schwierigkeiten befindet, hat ihre Zahlungen eingestellt. Die beiden Inhaber Herling und Bürkle haben die Eröffnung des Konkursverfahrens beantragt und sich der Staatsanwaltschaft gestellt, die sie wegen Depotunterschlagung verhaftete. Die beiden Bankiers geben an, daß sie umfangreiche Depots unterschlagen und auch die Spareinlagen angegriffen haben. Sie hoffen, ihre Gläubiger mit 40 bis 50 Prozent der Forderungen befriedigen zu können. Zu den Hauptgeschädigten gehören der Deutsche Caritas-Verband, das Kloster St. Trudbert, sowie Geschäftsleute, Handwerker und Privateinleger. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 21. Rov. Tendenz: freundlich. — Auch nach der älnterbrechung des Börsengeschäfts durch den gestrigen Feiertag blieb die älmsahtätigkeit an ter heutigen Börse minimal. Die Stimmung war aber a 11geme in freundlicher, da erneute Hoffnungen auf eine eventuelle Diskontsenkung in London und Amerika auftauchten. Eine Anregung bot ferner noch die aktive Handelsbilanz des Monats Oktober. Der Auftragmangel hielt aber weiter an, und die Spekulation zeigte nur geringe Unternehmungslust. Doch genügte schon geringste Rachfrage, um ein Anziehen der Kurse herbeizuführen. Die gestrige feste Reuyorker Börse konnte sich nicht voll auswirken, denn die in Schwierig k.iten geratene Frankfurter Dankfirma Rudolf R. Bauer mahnte zur Zurückhaltung. 5Xe Kurse hielten sich jedoch auf dem etwas erhöhten Riveau. das Geschäft erlitt aber hierdurch eine weitere Einbuße. Auch das in Insolvenz geratene Freiburger Bankhaus Bürkle wurde jetzt näher diskutiert und machte einen ungünstigen Eindruck. Gegenüber der D.enstagabendbö se konnten bei etwas Rachfrage besonders Chadeaktien kräftig anziehen (plus 14 50 Mk.). Cm Elektromarct eröffneten Gesfürel 2 Prozent, Schuckert 4 5 Prozent und Siemens 4 Pro ent fester: AEG. und Licht & Kraft lagen gut behauptet. Am Chemiemarkt to'ren Farben 15 Prozent und Deutsche Erdöl 1 Prozent geeifert. Montanwerke vernachläisigt und durchweg eine Kleinigkeit schwächer. Am Bankenmarck t eiten einige Anteile etwas mehr hervor. Dcson- ! ers Reichrbank lagen gefragter und 5 Pro ent höher. Die übrigen Werte dieses Marktes gewannen bis zu 1 Prozent. Westeregeln 2 Prozent fester. Etwas mehr Interesse bestand noch für Daimler mit plus 1,5 Prozent. Am variablen Markte konnten Iunghans 2 Prozent gewinnen. Von Kunstseidenwerten eröffneten Aku 3 Prozent höher. Renten still, aber durchwegs ettoaS gebes'ert. Im Verlaufe war das Geschäft auf eie Ermäßigung des Londoner Diskontsatzes um 0 5 Prozent etwas lebhafter, und es traten kleine Befierungen ein. Später schritt die Kulisse zu Realisationen, so daß die im Verlaufe erzielten Gew'nne wieder eingebüht wurden. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Prozent etwa- gesuchter. Arn Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1815, gegen Pfund 23,399. London gegen Kabel 4 8740, gegen Paris 123 87, gegen Madrid mit 35 10 schwächer, gegen Mailand 93,65, gegen Holland 12,0840. Berliner Börse Berlin, 21. Rov. Schon im heutigen Dor- mittagsoerkehr konnte man einen freundlichen Grundton feststellen, der in erster Linie durch Diskontienkungshoffnungen in London begründet wurde, un) außerdem im Einklang mit der Festigkeit der letzten Reuyorker Börse steht. Die Ziffern der Außenhandelsbilanz brachten ebenfalls einen günstigen Eindruck. Die Bostoner Discontsenkung wurde angeführt (Boston ermäßigte seinen Diskont auf 4,5 v. H.), und die gebesserten Oberkokserträge fanden Beachtung. Zu Beginn der offiziellen Börse war zwar die Stimmung im allgemeinen immer noch ziemlich freundlich, und die Kurse zeigten gegen die Dienstagabend-Schlußkurse meist leichte Des erungen. Vorliegende ungünstige Momente — wie diverse Zahlungseinstellungen von Provinzbanken, weiteres Ansteigen der Ar- beitsloser.ziffern usw. — wirkten aber geschäft.- hemmend und standen einer stärkeren Befestigung entgegen. Im allgemeinen gingen die Kurs- besserungen nicht ü„er 2 v. H. hinaus. Fest eröffneten Reichsrank plus 4 d. Sy, Ve nberg plus 3 v. H„ Gebrüder Iunghans pluZ 5 v. H., Polyphon plus 3,5 v. H„ Svensla plus 10 Mark. Salzdetfurth plus 3 v. H„ Chadeaklien plus 7 Mark, Schuckert plus 3 v. Sy, Siemens plus 4 v. H. ufw. Dagegen Ei enrahnverfehrsmittel minus 4.5 v. H. Deutsche Anleihen unverändert. Ausländer überwiegend bis 0,25 v. H. fester. Pfandbriefe still. Der Geldmarkt war etwas leichter. Tagesgeld 7 bis 9 v. Sy, Monatsgeld 8,5 bis 10 v. H., Warenwechsel 7,40 v. Sy Im Verlause bekam die Hoffnung auf eine Londoner 'Diskontfenkung heute doch wohl weder die Oberhand, denn die älmsahtätigkeit nahm allgemein zu, und die Kurfe der Hauptwerte besserten sich um 1 bis 1.5 v. Sy gegen Anfang. Polyphon plus 2,5 v. H. Später 1 eß daZ Geschäft wieder nach. Die Spekulation wartete sichtlich auf die Diskontfenkung in London. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 21. Rov. Auftrieb: 94 Rinder, 884 Kälber, 760 Schafe, 307 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 82 bis 83 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 76 .bis 81, geringe Kälber 70 bis 75. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 40 bis 41, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 34 bis 39, fleischiges Schafvieh 27 bis 33 Mk. — Marktverlauf: Kälber rege, Schafe ruhig, ausverkauft: Schweine wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 d. Sy, Lombardzinsfuß 8 v. H. tranlfurt a W Berkin 'ranHurt o " Berit' 'ranlfurt a ’’ SBerlfr Banknoten.___ ,-d).uB-' Ul’ ttuix- Nur Sdnuv 1 Dur | Anianfl- Kur <4)113*1 Ul’ Ka.e ! Axr Schtuü Ri" 'ämaiifl, Kur uft- U K.t>? ' Our Schuft 1 entlang- Kur | Ritt ________Berlin ümerikanifche , 19. November Geld BNel Noten 4,164 4,184 58,49 112.12 20,425 16,495 168,84 21,91 112,02 58.77 2.485 12.42 81.26 58.34 12.39 73.17 a. M. Daium 19 II 21 II .9 il. 21 H Datum 19. I 21 I 19 H. 21 II Dalum 19 11 21 11 19 11 21 11 Begliche Noten ..... Tänifche Roten ....... Enfliifche Noten . ....... .^ranzofifche Noten....... Holländische Noten....... Italienifme Noten........ Norwegijche Noten....... Deutfch-Oesterreich, » 100 Schilling Numänifche Noten ...... Schwedifche Noten ....... Schweiler Noten ...... Spanische Noten ....... T'chechotiowokifche Noten..... Ungarijche Noten ..... Devisenmarkt Berlin DÖ/2D 11.68 20,345 6 eu Idir on ..... 7% Teulfdie iNcichHankeihe oon 1929 ........ tu vin.. nvlöi -Schuld mit läu lol.-Mrditen .... Tr - rfrn - 9h>,,ni 6% Hell. PolMaai von 1929 (nid).ilitb. 102%) Cbrrticffcii Provinz - Anleihe mH tluolol.-fllcdilrn Dentfche Komm Sommelabl Anleihe Serie 1 6% jiraiill. Hnv-Bank (Soldvle. XIII unkündbar bis 1034 . 7% Arnulf Pnp.'Banl »olvpie unkündbar bis 1932 ... <’/,% W’cliHldic Hnv-Bank Lia», önlopir ...... 6% Pr Lanbeepfandbrtetanklalt. Psandbricse iH 17 . . . 6% Pr LanveepIanvdNelanlialt. Komm.-LbI R 13 7% Pr. Lande’pfanddrtelanltalt, Pfanvdrie|e Di. 10 A. -» uuti vii.ru ^Cbltgation rudoitiibat 1932 4% LelierreidMche »oiDrte. 4 iH- Oliher- 4% OcfirnrldiHtbe Einheitlich« Uieiite 4% Ungarn dir tWolbtte 4% Uiiflarüdie Staaisr o 1910 4Vi% Detfll. von 1913 . . . 4% Unflatlidi.1 Kronenne.. . 4% iutl. Hollanleihe v. 1011 . 4% Türkische Bagoadbahn-Ln Serie 1. 4®a feMl. Seri» II 6% Rumünifch» vereink» Rente von 1903 ... 4y.“n N imSniiche vereint) Rente •on 1913 ....... 4% Rumunvche vereint) -.Heute 87.35 99 50 8.65 89.5 47 46,75 96 85 98 95 89 2.9 21,5 '9.5 .95 9 14,8 7,3 || 1^1 1 1 1 1 1 1 II 1 1 1 1 t 1 1 1 I 1 ^4 1 1 1 87,5 99 )0,l 8,7 89 47 98 95 89 25 3 21,65 19,5 i,95 8,45 8,65 8,6 14,7 7,35 । । ss । 1 । । ■ • । । । • 1,1 'S’g ’? 1 11 Hamvuig-Ämerita Pate. Hamb SOvam. Damplich. . r Hania Dann ff Wll.....1' Norobeuricher Lloyd.....> VHlfl Deutsche Creditonft. . . 1' Barmer Bankverein .... 1' Berliner Handcl«fl> lifch. . . 1- ilommer;- und Prioat-Bank ' Tarmsl. u. tttanonalbanl . 1 Deniiche Bank ...... 1 Ttrc.'nio.GeielIfchaf>, Ant. . 1' Dresdner Bant......1 tHfim»bani ......1 o.a.® . . . Berflmann . . ILlcklr. Lieferung «gelellfdiafi t Licht und Kraft > gelten 4 Guilleaume. ... IV» Ge>. 1 (Helft Untern.. . . . U Hamb vielte «Werke .... 1 Rbein tfleltt ....... Schlei Ulf ......1 Schurken 4 (to. .....11 Siemens & yai»te.....10 Transravio...... • . b Labmeyrr 4 Uv .....W Buderus . . . • e e . . F1 Teutiche (hb6l ....... ^ wiener Steinkohle...... (Belten Iktfienet ...... l f-arpener ...... 0 $lie Berflbau ......10 Klödnerwerke .... psin Neueffen . ... ' Mannesman -Röhren ... 7 Pian,leidet Bergbau..... Cbendi'ti Et cn eoaa .... cberichlei Kokswerle.... Pdontk Bergbau......6h Rhe nlfrde Braunlohlen. . . 1< Rbeinktaht ........ Rieberk Montan......7,i 104.5 00,25 117 119 56,25 235,5 51,5 151,5 149 246 60,5 169 17.5 ,66,5 145,75 293 159,5 64 24,5 30.5 no 95 95.6 05.75'’ 102 246 101,13 154-25 101 156 237 152 152 251 160,75 169.25 167,75 188.5 297 63,25 97,75 123,75 95,75 96,6 V I ; 102 103 104 25 149 00.5 117 119 180,25 156,25 236 151,5 151,5 149 247 161 203 61,5 68.5 117.75 165,25 128,4 146 >56.75 184,25 293.75 126,5 158,75 96,75 124,5 >30,75 116,5 211 96 25 115 96,5 .08 97 '02,13 246 103,65 104,13 162,25 101.25 116,5 119 181 156 237,75 151,6 151.6 149 251 161.5 203 162.5 170 117.75 168 128,13 146 157,5 187.4 297,75 .26,5 64 98,25 124,25 131 116,75 213 96.25 i!5 97 07 70 98,5 102 103 Bereinigte Stahlt» Clan Minen ■ . IS'/, Ita werke A cherSfeben . > Ra werke Peite-egetn ... Iv Ra. iv e 5ah0 v urtb ,V® Kart 1-Inouflne. . . I» Thnamit -Jii-bä.......6 ScheideanitaU........v (BolDidimtot ........b Rütgerswerle ..... S Metatlfleiellichakl ..... 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IC 103,5 196.5 203,5 315 179 1*37 65,5 72,5 115 86 00 ,;0.5 245 317 46 4,9 48 103,25 106.75 121,75 104 222 157,75 205.5 180 4 73 87 122,5 80,5 192,5 42 245,25 50,5 >03.25 103,5 55 197 204,5 317,5 179 64,75 73,13 114,25 86,5 82,13 275 218 99,5 91,65 140 94 63 41 244 15,75 166 9 9 72 57 319 15.25 45,5 17.65 20 222 158 103,25 55.6 199 206.5 320,5 .80 65,25 73,75 87.25 275,5 218,5 202.5 194 140,75 94.25 163.5 42.25 245 46 167 19,9 74,5 329 121 16 435 68,16 21,83 11,58 58.53 2.465 11,98 80.94 58,10 12.33 72.87 — Franksur >9 'Novemv« 21. Novemdei •Tlmtlidr Non. rung iftit | Brie- tinu iton >»ell Warnung Brie xtm't.» Wort Bu-n.'Airee v*rif. •?Intro liliriftinnia ikov.'Nbeifl.n Stockholm öelfittflforS Italien. London. . '.tunort ... PoriS. . Schwei; . . Sna t:n Jaunn hio de frnn M i tn D-> Ceft. obaeft liraa 'Btlirab Budav ft Bui arten viffaboit Dam-a «nnft »rin- 9ltl>en. 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