Nr. 247 Erstes Blatt 179. Jahrgang Montag, 21. Oktober 1929 Eriche in 1 täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle Monotr-Bezugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschliisse unterSammdnummer‘2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrülfl'sche Unlverfllälr-Vuch- und Zteindruckerei N. Lange in Stehen. Schnflleltrmg und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Snieigea für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyiiot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. WassMieResorminSesterreich? Von Dr. Paul Rohrbach. Am 17. Oktober begannen im österreichischen Nationalrat in Wien die Arbeiten zur Reform der Verfassung, der Abgeordnetenwahl und der Finanzordnung. Die erste Vorlage ist die wichtigste. Cs handelt sich bei ihr um ein ganzes Bündel von Einzelvorlagen: Geschworenengerichte, Pressegesetz, Ausnahmezustand, Stellung der Gemeinde Wien, Vergrößerung der Rechte des Bundespräsidenten. Sn engem Zusammenhang mit alledem steht ein beim Rationalrat bereits eingebrachtes Gesetz, um das der Kampf mindestens ebenso heftig gehen wird, wie um alle übrigen Punkte, denn hier handelt es sich um einen entscheidenden Angriff auf die jetzige Machtstellung der Sozialdemokratie in Oesterreich. Es ist das sog. Antiterror-Ge- s e tz. Das Wichtigste aus den übrigen Teilvorlagen ist, daß der Bundespräsident ein Rotverordnungsrecht erhalten soll, ferner das Recht, den Rationalrat aufzulösen und den Ausnahmezustand zu erklären; außerdem, daß Wien nicht mehr Bundesland sein soll, sondern unmittelbare Bundesstadt, in der die Polizei Bundessache bleibt und keine besonderen Gemeindewachen, wie sie zur Zeit bestehen, mehr aufgestellt werden dürfen. Die Gesamtheit dieser Forderungen wird von der jetzigen Regierung Schober vertreten. Daß der frühere Bundeskanzler Streeruwih vor kurzem zurücktrat und Schober an seine Stelle kam, hatte seinen Grund weniger in Meinungsverschiedenheiten über die Reform, als darin, daß Streeruwih sich nicht zutraute, die plötzlich und drohend aufgetauchte F i n a n z k r i s e zu beschwören, die durch den Zusammenbruch der Wiener Bodenkreditbank bedingt war. Schober hat das durch verschiedene radikale Maßnahmen, nicht ohne Verluste öffentlicher Mittel, getan, Uebri- gens steht noch keineswegs fest, wie groß die direkten und indirekten Opfer von staatlicher Seite dabei noch sein werden. Die Heimwehrbewegung ist nicht eigentlich Träger des Reformverlangens, denn ihre Forderungen gehen in mancher Beziehung noch weiter, aber sie ist ein Ausdruck dafür, daß die jetzigen Zustände, die eine Folge der Machtstellung des Austromarxismus sind, in den bürgerlichen Kreisen in Oesterreich als unerträglich empfunden werden. Die Heimwehr macht nicht die Reformen, aber sie steht hinter denen, die sie machen wollen. Die austromarxistische Stellung hat drei starke Pfeiler: die Herrschaft in der Gemeinde Wien, die fast ein Drittel der Gesamteinwohnerschaft Oesterreichs umfaßt, das österreichische M i e t e n r e ch t und den tatsächlichen Terrorismus, der gegen diejenigen Arbeiter geübt wird, die sich dem Gewerkschafts- und Streikzwang nicht fügen wollen. Am merkwürdigsten steht es mit den Mieten. Dis vor kurzem waren sie überhaupt nur nominell, da sie auf einer Berechnung der alten Krone zur Zeit der vorgeschrittenen Snflation beruhten. Reuerdings ist soviel durchgesetzt worden, daß die Miete in Schillingen 20 Prozent des früheren Goldkronenbetrages auszumachen hat. Das sind 14 Prozent der Friedensmiete, gegenüber 120 Prozent, die zur Zeit in Deutschland gezahlt werden. Da die Sozialdemokratie unbedingte Gegnerin einer Heraufsetzung der Mieten ist, so ist es leicht zu erklären, daß ihr auch solche Mieterstimmen zufallen, die innerlich nichts mit dem Austromarxismus zu tun haben. Sm Gespräch mit Oesterreichern wird man sogar dahin belehrt, daß Großindustrielle sozialdemokratisch stimmen, weil die niedrige Miete eine Niedrighaltung der Löhne erlaubt. Smmer- hin werden das Ausnahmen sein. Sn Wien wird die sozialdemokratische Mehrheit nicht zu erschüttern sein. Wenn aber Wien aus einem Bundeslande unmittelbare Bundesstadt wird, so verschwindet der Posten des Landeshauptmanns, der bisher für die Sozialdemokraten ebenso sicher war, wie der des Bürgermeisters, und der Snftan-.entDeg geht vom Bürgermeister direkt zum Bundesministerium. Außerdem soll, wie gesagt, die sozialdemokratische polizeiliche Rebenorganisation der Gemeinde- wachen ausgehoben werden. Wichtiger als diese Verfassungsfrage ist das Antiterror-Ge- s e h. Für die Annahme wird eine Mehrheit vorhanden sein. Durchzusühren ist es aber nut, wenn man entschlossen ist, im Konfliktsfall es auf den bewaffneten polizeilichen Schuh derjenigen Arbeiter ankommen zu lassen, die sich vom Partei- und Gewerkschaftsbe ehl unabhängig machen wollen. Die Vorgänge bei dem Straßen- ausstand in Wien im Suli 1927, als bewaffnete Haufen den Sustizpalast in Brand steckten, haben gezeigt, daß die österreichische Polizei durchzugreisen imstande ist. Schöbe r, damals Polizeipräsident von Wien, hat die unaufrichtige und hetzerische Haltung der Wiener Stadtregierung nach der Revolte damit quittiert, daß er mit dem Bürgermeister Weih zwei Sahre lang kein Wort sprach. Seht hat er diesen Kriegszustand formell aufhören lassen. Seine Energie steht außer Frage. Es wird aber darauf ankommen, ob an andern Plätzen die Polizei ebenso zuverlässig und ebenso stark sein wird, falls ' Lage kritisch wird, tote damals in Wien. Mischt sich erst die H^mwehr in einen sozialen Konvikt, so ist der Bürgerkrieg da. Das Antiterror-Geseh heißt offiziell Gesetz zum Schuh der Arbeitsfreiheit, und es wird durch ein Gesetz zur Sicherung der Versammlungsfreiheit ergänzt. Der Snnenmimfter Schumy hat am 13. Oktober in Klagenfurt eine Für und wider das Volksbegehren. Oer Reichskanzler über das Volksbegehren. Nürnberg, 19. Okt. (WB.) Reichskanzler Müller sprach auf dem Gautag der Sozialdemokratie für Unterfranken über die politische Lage. Er behandelte u. a. auch das Volksbegehren, mit dem seine Urheber nur inne, -olitische Ziele verfolgten. Daß die außenpolitischen Forderungen undurchführbar seien, müßten die Macher wissen. Es sei bedauerlich, daß die Haltung der nationalistischen Opposition die deutsche Stellung gegen das Ausland schwäche, während eine vernünftige Opposition, wie die englischen Konservativen z.B. sie der Regierung Macdonald machten, dem englischen Interesse dienlich fei. Die Auseinandersetzungen über den Doungplan, die das Volksbegehren n so starkem Maße provoziert habe, würden draußen vielfach den falschen Eindruck erwecken, als ob in Deutschland weite Kreise den Aoungplan an sich befürworteten. Die Frage sei vielmehr, ob der $)oung= plan gegenüber dem Duwesplan das kleinere U e b e l fei. Der Aoungplan bedeute für Deutschland die schwerste B e l a st u n g. Die letzte Entscheidung über den Doungplan könne erst getroffen werden, wenn das Ergebnis der zur Zeit arbeitenden Kommissionen vorliege. Das besetzte Gebiet erkenne die frühere Räumung dankbar als Erfolg an. Die Räumung sei vielleicht die Voraussetzung einer dauerhaften europäischen Friedenspolitik. Wenn die Haager Schlußkonferenz nicht ein Abkommen bringe, würde nach dem Dawesplan weiter gezahlt werden müssen. Eine Daweskrise würde allenfalls einige Großkapitalisten gesund machen — daher der Name Gesundheitskrise — während Fertigindustrie, Landwirtschaft, Handel und Arbeiterschaft Leiden entqegengeführt würden, wie wir sie aus der Zeit der Ruhrbesetzung noch in Er- innerung haben. Die Reparationslast sei eine Folge des Kriegsoerlustes und nicht des Kriegsschuldparagraphen des Versailler Vertrages. Die Gegner des Voungplanes ließen außer acht, daß neben der direkten finanziellen Schul- denerlcichterung auch der im Dawesplan vorgesehene Wohlstandsindex fallen würde. Eine Ueberfremdung der Sndustrie sei schon unter dem Dawesplan stark eingetreten. Richts spreche dafür, daß sie sich unter dem Voungplan verschärfen würde. Das Volksbegehren sei ein Hohn auf die Sdee der Volksgemeinschaft. Es führe nicht nur zur weiteren Zersetzung des Volles, sondern auch zur Zerreißung des Zusammenhanges der bürgerlichen Parteien. Es richte sich vor allem aber gegen die Arbeiter, Beamten und Angestellten, denen die sozialpolitischen Errungenschaften geraubt und die Löhne und Gehälter gekürzt werden sollen. Sn einer Zeit, in der Steuerreform und Der- waltungsreform durchgeführt werden sollen, was nur auf ganz breiter Dasis möglich fei, ist eine Propaganda, wie sie die Dolksbegehrler treiben, ein Verbrechen am Volk. Keine Stellungnahme der evangelischen Kirche. Eine Erklärung des Öberkirchcnrals. Berlin, 20. Okt. (Priv.-Tel.) Die „Voss. Ztg." hat sich unter Hinweis auf die Stellungnahme des katholischen Episkopats, die insbesondere in einer Cr- Üärung des Fürstbischofs von Breslau, Kardinal Bertram, zum Ausdruck kam, an den Evangelisch en Oberkirchenrat gewandt und ihn um Auf^ärung über seine S'.e.lung zum Volksbegehren gebeten. Der Präsident des Evangelischen Oberkirchenrates, D. Dr. Kapier, und Rede gehalten, in der er sagte, die Heimwehren müßten sich in den Dienst der Reformarbeit stellen unter Verzicht auf toevergehende Bestrebungen, und auch die Sozialdemokrat.e müsse „eine starke Einsicht bewähren". Damit wiro es nicht sehr weit her sein; es wäre auch viel verlangt. Die Sozialdemokratie hat aber das Gefühl, daß sie durch den sinnlosen Straßenaufstand vor zwei Sahren und durch die skandalöse Vernichtung des Sustizpalastes moralisch an Boden verloren hat, und daß ihr infolge der Heimwehrbewegung nicht mehr ein schlaffes und entmutigtes, sondern ein zum Konflikt bereites Bürgertum ge- genübersteht. Diese Tatsache ist wichtiger, als es die Mehrheitsverhältnisse im gegenwärtigen Rationalrat sind. Unter den neuen Vollmachten des Bundes- Präsidenten soll auch die sein, daß er die Sni= tiative zu einem Plebiszit oder Referendum (Volksentscheid) ergreifen darf. Zusammen mit dem Rotverordnungsrecht und mit dem Recht zur Auflösung des Rativnalrats würde das aus einer bisherigen Schattenfigur einen starken Politischen Faktor machen. Es will viel sagen, daß in Oesterreich, auf dessen innere Energien man bisher nicht viel gegeben hat, doch ein solches Reformprogramm entworfen wurde, und daß der Mann daneben steht, dem man zutrauen kann, daß er es durchsetzt. Oie Wiener presse zur Verfaffungsnovelle. Wien, 20. Okt. (WTB.) AUe bürgerlichen Zeitungen stimmen der Dersassungsresorm im großen und ganzen zu, wenn sie auch einzelne der geistliche Vizepräsident des Oberkirchenrates. D. Durghart, haben einen Mitarbeiter des Dlattes empfangen und ihm mitgeteilt, daß der Evangelische Oberkirchenrat sich mit der Frage einer Stellungnahme der Kirche zum Volksbegehren eingehend beschäftigt habe. Der Gesetzentwurf, für dessen Beurteilung nicht die Deutungen maßgebend sein könnten, die er auf der einen oder anderen Seite gesunden habe, sondern lediglich sein Wortlaut, sei nach den Grundsätzen zu prüfen gewesen, die für die ganze Arbeit der evangelischen Kirche maßgebend seien. Der Ober- kirchenrat sehe die Frage des Volksbegehrens als eine Frage an, deren Bejahung oder Verneinung sich nach der Ueberzeugung richte, wie jeder Bürger glaube, seinem Vater lande am besten dienen zu können. Das Volksbegehren sei daher eine politische Frage, deren Entscheidung die evangelische Kirche pflichtgemäß dem einzelnen überlasse. Sie könne nur alle Uebertreibungen und Mahlosigl.eiten bedauern, die sich im Kampf um das Volksbegehren geltend machen, und den dringenden Wunsch hegen, daß Wahrheit, Gerechtigleit und gegenseitiges Verstehen bei diesen Auseinandersetzungen zu ihrem Recht kämen. Eine Rede Hugenbergs. Der Reichspräsident und § 4 des Volksbegehrens. Karlsruhe, 20. Okt. (Tel.-Un.) Der deutschnolionale Parteivorsihende Dr. Hugen- berg, führte hier in einer Kundgebung für das Volksbegehren u. a. folgendes aus: Der Kampf gegen den früher auch von führenden Regierungsmitgliedern als unannehmbar bezeichneten Voungplans ist ein Rotwehrrecht des deutschen Volkes. Wer die Mitverantwortung für das den ungeborenen Geschlechtern mit dem TZoungplan zugedachte Schicksal nicht überPos« Kamps gegen die deutsche Minderheit Neue Haussuchungen, Beschlagnahmen und Verhaftungen. Warschau, 20. Oft. (1DB.) wie dem Expreß Poranny aus Bromberg gemeldet wird, sind die Haussuchungen bei Führern der deutschen Winder- hcit fortgesetzt worden. So wurde gestern in Dirschau eine Revision in dem Lokal des dort erscheinenden „Pommereller Tagbtatts" und in der Wohnung des Chefredakteurs War- t i n i, wie auch in der Wohnung des dort lebenden Kaufmanns 6 i f e n a 31 vorgenommen. Auch das in Dirfchau befindliche Bureau des Deutschtum-Führers, Senator Hatzbach, wurde durchsucht. 3n Pofen wurde, dem Expretz Poranny zufolge, im Bureau des Senators Hatzbach eine genaue Revision vorgenommen. Zahlreiche Dokumente, u. a. die Tätigkeit des Deutschen Landbunds betreffend, wurden beschlagnahmt. Gestern morgen erschienen in Bromberg in der Wohnung des Beamten der deutschen Sejmfraftion, Günther v. Rühen, polnische Polizeibeamte. Sie durchsuchten die Wohnung mehrere Stunden lang und nahmen dann Rühen, der Danziger Staatsbürger ist, auf das Untersuchungsgericht mit, wo er den ganzen Tag über verhört wurde. Der verhaftete Leiter des Bromberger deutschen Sejm-Bureaus, Schulrat heidelck, wurde aus dem polnischen Arrest in das Untersuchungsgefängnis gc- schafft, wo sich übrigens schon seit einigen Tagen Dr. Burtjarbt, der Führer des deutschen Psadsinderwesens in Polen, und Wilke, der Führer der Bromberger deutschen Pfadfinder, befindet. Neuer Kampf um Hankau. Japanische Blätter berichten von einem großen Sieg General Fengs über die Nankingtruppen. Tokio, 20. Okt. (TU.) Die japanische Telegraphenagentur Simbun Rengo teilt mit, daß die Kämpfe zwischen den Truppen Dschiangkaischeks und der Armee Fengs in der Nähe von hankau noch nicht beendet sind. Samstag haben die chinesischen Regiemngstruppen eine starke Offensive gegen die Fengtrnppen eröffnet, die aber nicht gelang. Die Armee Feng hat die Regie- rungstrnppen vollkommen zurückgeschlagen, wobei sie grotze Verluste erlitten. Der Oberbefehlshaber der chinesischen Regiemngstruppen, General W a s u n , der den Kampf gegen General Feng leitete, wurde dabei getötet. Die Fliegergeschwader des Generals Feng haben hankau bombardiert. Wie die japanischen amtlichen Kreise mitlcilen, besteht hier die Ansicht, datz es General Feng gelingen wird, hankau zu besehen. Das japanische Kriegsministerium läßt die japanische Presse unterrichten, datz die Truppen des Generals Feng sehr gut ausgerüstet seien und eine starke Propaganda in den chinesischen Regierungstruppen gegen die Diktatur des Warschalls Dschiangkaischeks trieben. Der Oberbefehlshaber der chinesischen Rordarmee, General I e n s i s ch a n, hat in der chinesischen Zeitung „Peipin Sanbaö“ eine Erklärung abgegeben über seine Stellung zu dem russisch-chinesischen Streitfall. Er erklärte, datz er mit der Politik des Warschalls Dschiangkaischeks gegenüber Woskau unzufrieden fei. Entweder müsse Dschiangkaischek einen scharfen Angriff gegen die Russen unternehmen, um die Kriegsgefahr im Fernen Osten zu beseitigen, oder Nanking müsse Frieden mitWoskau schlichen. Pensischan erklärte, datz der russisch-chinesische Streitfall, der sich mehr als vier Wonale in die Länge gezogen habe, in der chinesischen Wirtschaft großen Schaden angerichtet habe. Er sei für die Aufhebung der mfsischen Rechte an der chinesischen Ostbahn. Aenderungen für wünschenswert halten. Die christlich-soziale „Reichsp 0 st" schreibt: Die Vorlagen sind Vielleicht im einzelnen verbesse- rungsfähig und bedürfen gewissenhafter und ruhiger parlamentarischer Arbeit. Möge auch die Opposition nunmehr ihren Willen zur Mi ariei ertoe.fen und ernennen, daß der Wun ch nach einer Gesundung unserer versafsungsmäßi- gen Zustände bis in die proletarischen Schichten hineinreicht und daß die Mandatsziffer der Opposition in dieser Frage längst nicht mehr Ausdruck des Tolkswillens ist. — Die groß- deutschen „Wiener Reuesten Rachrich- t e n“ meinen, daß ein abschließendes Urteil noch nicht ausgesprochen werden könne. Das Reformwerk müßte sich durchsetzen, auch wenn es in weniger wesentlichen Einzelheiten auf dem Wege parlamentarischer Beratungen geändert werden könnte. — Sm „Extrablatt" erklärt das Mitglied des Landbundes Professor Schönbauer: Sollte die Opposition die Rotwendigkeiten der Stunde nicht erkennen, dann ist eine Entscheidung möglich, welche die besonnenen Vertreter der parlamentarischen Mehrheit sicherlich nicht wünschen. — Die „Arbeiterzeitung" wendet sich mit aller Schärfe gegen die Verfafsungsvorlage, die eine geradezu lückenlose Ansammlung reaktionärer Anschläge gegen Recht und Freiheit des Volkes darstelle und über welche nicht ernsthaft verhandelt werden könne. Wenn die Urheber des Derfasfungsprojektes solche Ungeheuerlichkeiten wollten, dann müssen sie Reuwahlen ausschreiben und versuchen, ob sie die Zweidrittelmehrheit für ihren Plan gewinnen. — Von den liberalen Zeitungen schreibt die „Reue Freie Presse", nur die größte Sachlichkeit werde imstande sein, das große Reformwerk zu bewältigen. — Das „Reue Wiener Tagblatt" ist der Ansicht, daß der Entwurf der Regierung eine gemäßigte Mi t t e einhalte, Ruhe für die Wirtschaft schaffe und auch Lebensinteressen der Arbeiterschaft gerecht werde. Sozialdemokratie und Verfassungsreform. Wien, 19. Okt. (WB.) Sn einer Versammlung der Wiener sozialdemokratischen Vertrauensmänner erklärte Abgeordneter Danneberg, die Verfafsungsvorlage bedeute eine wesentliche Schwächung und Entrechtung der Arbeiterklasse. Das zeige sich namentlich in den Bestimmungen über die Länder und Gemeinden, insbesondere bezüglich Wiens. Daß die Sozialdemokraten freiwillig für die Vorlage stimmen werden, können wohl auch die Gegner nicht annehmen. Ebenso erklärte in der heute eröffneten Reichskonferenz des Republikanischen Schutzbundes Dr. Otto Dauer, die Verfafsungsvorlage sei eine Kriegserklärung an das Proletariat und werde auf gesetzlichem Wege d i e faszistische Diktatur ermöglichen. Der Schutzbund werde wie bisher besonnen und diszipliniert den Kampf der Arbeiterschaft mit geistigen Mitteln auf dem Boden der Demokratie unterstützen, solange die Gegner ihm diesen Boden lassen. Wenn man aber diesen Boden zerstöre, werde der Bund die Republik, die Verfassung und die Arbeiterklasse mit allen Mitteln zu schützen wissen. nehmen wollte, der muhte olle verfassungsmäßigen Möglichkeiten zur Verhinderung des Poung- planes erschöpfen. Eine solche Möglichkeit war das Volksbegehren. Das Volksbegehren hat von der Reichsregierung zugelassen werden müssen. Damit ist es als ein verfassungsmäßiger 21 f t anerkannt, an dem mitzuwirken das durch die Verfassung von Weimar niedergelegte Recht eines jeden Deutschen ist. Die jetzige Pateiregierung, die ihre außenpolitische Linie der Unterwerfung, sowie der Marxismus, der seine innerpolitische Herrlichkeit bedroht sieht, kämpfen mit allen Mitteln eines schlechten Gewissens gegen diese Volksbewegung. Entgegen dem klaren Wortlaut der Verfassung soll die Beamtenschaft unter 2lus- nahmerecht gestellt werden. 2lngst vor einem Disziplinarverfahren, das doch nie durchgeführt werden kann, soll sie von der 2lusübung ihrer Rechte zurückhalten. Wir haben eine e i n st - to eilige Verfügung beim Staatsgerichtshof beantragen müssen, um diesem Unfug ein Ende zu machen. Mit Schmerz haben diejenigen, die einst den Generalfeldmarschall v. Hindenburg zum Staatsoberhaupt kührten und jetzt die Träger der Volks- beroegung gegen den Poungplan sind, gestern gehört, daß offenbar eine andersgerichtete Umgebung ihn durch ihre Darstellung der rechtlichen und politischen Lage zu einem Urteil gegen eine Sinzelbestimmung des Volksbegehrens bestimmt hat, das mit den Tatsachen nicht in Einklang zu bringen ist und auch seinem eigenen Wunsche widerspricht, nicht in den politischen Kampf hineingezogen zu werden. Mit derselben Offenheit, mit der in den Zeiten der Monarchie gerade die Rechte sich verpflichtet fühlte, dem König die Wahrheit zu sagen, sprechen wir heute in Ehrerbietung zu dem von uns gewählten Reichspräsidenten. Es ist kein unsachlicher und persönlicher politischer Kampf, den wir führen. Es handelt sich vielmehr für uns um die Erfüllung der vaterländischen Pflicht, das deutsche Volk vor den Gefahren des untragbaren, unerfüllbaren und deshalb unannehmbaren Poungplanes zu schützen. Durch falsche Auslegung des § 4, die wir den Ratgebern des Reichspräsidenten zur Last legen müssen, von denen eine Weltanschauung ihn trennt, ist er zu einem Schritt bewogen worden, der sein im Volk wurzelndes Ansehen für ein parteipolitisches Manöver mißbrauchen soll. Der § 4 bezieht sich nicht auf die Vergangenheit, sondern auf die Zukunft. Er hat keine rückwirkende Kraft, er stellt nicht Minister unter Strafe, die vor seinem Inkrafttreten Verträge abgeschlossen haben, sondern er enthält nur die selbstverständlich mit einem Verbotgesetz verbundene Bestimmung, daß Minister strafbar sind, die entgegen dem Volksgesetze nach dessen Inkrafttreten Verträge zeichnen, die auf der Kriegsschuldlüge beruhen. Er soll vor allem auch verhüten, daß Bevollmächtigte des Reiches künftig durch Paraphierung von Verträgen der Entscheidung des Reichstages und des Reichspräsidenten vorgreifen, wie das in Locarno trotz telegraphischen Einspruchs des Reichskabinetts geschehen ist. Ich werfe der Reichsvegierung eine Irreführung des Reichspräsidenten vor, zu der sie durch die Sorge vor der täglich stärker werdenden Bewegung veranlaßt ist. Dieses Spiel können wir nicht mitmachen. Wir wollen auch nicht, daß der von uns gewählte Reichspräsident von feinen wirklichen Gegnern mißbraucht wird, indem er sich zu einem Vorgehen gegen die ihn eigentlich tragende Volksbewegung bestimmen läßt. Dies in aller Offenheit zu erklären, haben wir das Recht, weil wir den Reichspräsidenten davor bewahren wollen, daß er in eine falsche Front hineingezogen wird. Für uns gilt das Motto, das .den Ungarn Kampfruf in ihrem Freiheitskampf wurde und das umgewandelt lautet: „Wir glauben an Gottes Gerechtigkeit und an Deutschlands Auferstehung." Oer Reichsdiszipliuarhof telegraphisch einberufen. Berlin, 20. Oft. Dem Rerchsgerichtspräsidenten Bumke ist in seiner Eigenschaft als Vorsitzenden des Staatsgerichtshofes am Samstagabend die Klage der deutschnationalen L a n d t a g s f r a k t i o n gegen die preußische Staatsregierung zugegangen, sowie der Antrag auf Erlaß einer ein ft roeiligen Verfügung gegen die preußische Regierung, mit der angeordnet werden soll, daß sich das preußische Staatsministerium aller amtlichen fiunö- gebungenundAnweisungenzuenfhal- t e n habe, durch die eine Teilnahme von preußischen Beamten am Volksbegehren verboten oder für unzulässig erklärt wird und daß die bereits erfolgten Anweisungen zuruckgenommen werden. Der Reichsgerichtspräsident hat zur Vorbereitung der Entscheidung des Staatsgerichtshofs die ordentlichen TTlitglieber des Reichedifziplinarhofes telegraphisch zu einer Vorbesprechung nach Leipzig für Montag mittag eingeladen. Reue Beamtenmaßregelungen Ein Flugblatt beschlagnahmt Berlin, 20. Ott. (TU.) Rach einer Meldung Berliner Blätter ist dem staatlichen Lot- terieei nnehmer Maior a. D. Hartmann in Mühlheim-Ruhr vom Präsidenten der Gene- ral-Lotterie-Direktion mit Billigung des Preußischen Finanzministers die ihm übertragene Lotterie-Einnehmerstelle entzogen worden, da er einen Aufruf zugunsten des Volksbegehrens unterzeichnet hat. Gegen den Regierungsrat Fahr i c i u s vom Landesfinanzamt Brandenburg, der der Rationalsozialistischen Partei engehört und in verschiedenen Zeitungen die Republik beschimpft hat, ist das Dienststrafverfahren eröffnet worden. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst weiter nutteilt, hat das Amtsgericht Derlin-Mitte auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Beschlagnahme des im Verlag des Reichsausschusses für das deutsche Volksbegehren erschienenen Flugblattes Rr.20 angeordnet. Den größ- ten Teil des Flugblattes füllt ein Bild aus, wonach ein französischer Offizier einer Gruppe von deutschen Frauen und Kindern zuruft: .Eure Kinder gehören uns". Deigefügt sind die Worte- .Wollt Ihr das verhindern, dann tragt Euch in die Liste zum Volksbegehren ein". In der Zusammenstellung von Bild und Text erblickt das Gericht den Tatbestand der Beleidigung und des groben Unfugs. Ulm und Volksbegehren. Berlin, 19. Oft. (WTB.) Nachdem her ReichSausschuß für daS Volksbeaeh. ren den Propagandasilm für daSVolksbegehren | Sachliche Politik. Oer ehemalige Reichskanzler Luther über das Volksbegehren. Berlin, 19.Okt. (TU.) Reichskanzler a.D. Dr. Luther veröffentlicht in der „D. A. Z." einen Artikel, in dem es heißt: Der stimmungsgemäße Inhalt des Volksbegehrens fordere im Einverständnis mit großen Teilen der Ration nationalen Widerstand. Mit den praktischen Dorschlä- a e n aber, die in den Paragraphen 3 und 4 zum Ausdruck kämen, rüttele das Volksbegehren an ben Grundfesten des Staates. Der Aufruf der Reichsregierung sehe fast nur den Angriff auf die Außenpolitik. Durch diese allzustarke Unterstreichung trete die schwere außenpolitische Bedrängnis, in der wir uns nach wie vor befinden, nicht genug in Erscheinung. Im innerpolitischen Ringen scheine allein die politische Leidenschaft Bannerträgerin zu fein. Die Einschränkung der staatsbürgerlichen Beamtenrechte und die Stahlhelmauflösung im Westen haben in die Flammen geblasen. Jedenfalls hätte in der jetzigen Lage das Stahlhelmoerbot nur als Akt verantwortlicher Reichs Politik ergehen dürfen. Wieder stoßen wir auf den unseligen, die echte Verantwortung der deutschen Reichsleitung untergrabenden Zustand der Doppelregierung durch das Reich und durch Preußen. Die Bahn muß endlich freigemacht werden, damit eine für das ganze wirklich verantwortliche Reichsregierung im Reich regiert. Die Aufhebung des der Ration abgezwungenen Schuldaner- fenntniffes wird und muß solange gefordert werden, bis diese Forderung erfüllt ist. Es macht dem Volk nur Ehre, wenn ihm der Weg wissenschaftlicher Aufklärung zu langsam geht. Durch dieses Volksbegehren könne das aber nicht erreicht werden, weil ihm wegen seiner außerordentlichen innerpolitischen und auf das persönliche Gebiet berührenden Verurteilungen ein sehr großer Teil des Volkes feindlich gesonnen fei. Es sei nur zu natürlich, daß sich das Volk immer erneut gegen die ihm auferlegten Lasten aufbäume. Befreiung von Untragbarem sei aber nur dadurch möglich, daß die allgemeine Politik Deutschlands zielbewußt und kraftvoll geführt werde. Paragraph 4 beraube die Justiz ihrer Throne und breche dem politischen Staat das Rückgrat. Rach Abwehr des gegenwärtigen Sturmes werde hoffentlich in Deutschland das Sachliche in der Politik durchdringen. Wer sein Volk liebe, könne nicht glauben, daß es hilflos im Parteihader versinken werde. Reichsbahn und stoung-plan. Eine Entschließung der Eisenbahnergewerkschasten. Berlin, 20. Oft. (Priv.-Tel.) Vertreter der in der Arbeitsgemeinschaft der Reichsbahnorganisationen vereinigten Vetbände: Allgemeiner Eisenbahner-Verband e. V., Gewerkschaft der technischen Eisenbahnbeamten e. V., Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner e. V., Zentral-Ge- werkschaftsbund Deutscher Reichsbahnbeamten und -Anwärter haben in einer gemeinsamen Kundgebung ohne Unterschied ihrer Parteizugehörigkeit geschlossen Stellung genommen gegen jede Absicht, in falscher Auslegung des Grundgedankens des Poungplanes die Deutsche Reichsbahn als wertvollsten Sachbesitz des deutschen Volkes der Bestimmungsgewalt des Deutschen Reiches zu entreißen und unter Schädigung der deutschen Volkswirtschaft zu einer privaten M o - nopolgesellschaft umzugestalten. Einmütig in dem Bestreben, dem deutschen Volke treu zu dienen, fordern sie: 1. den Einfluß des Reiches auf den für den deutschen Staat und die deutsche Volkswirtschaft wichtigsten Reichsbetrieb — die Deutsche Reichsbahn — mehr als bisher zu stärken: 2. die staats- und wirtschaftspolitisch bewährte Institution des deutschen Berufsbeamtentums auch für die Deutsche Reichsbahn durch die Wiederherstellung des Reichsbeamtenverhältnisses für die Reichs- bahnbeamtenschäft zu erhalten und sicherzustellen: 3. die freudige Mitarbeit der Angestellten- und Arbeiterschaft der Reichsbahn durch Sicherstellen der Anwendung der allgemeinen deutschen Sozialgesetzgebung auch auf sie zu erhalten und zu befestigen und 4. die Betriebssicherheit und Leist u n g s f ä h i g k e i t der Deutschen Reichsbahn durch eine dem bisherigen Untersuchungs- und Forschungsergebnis Rechnung tragende Entlastung von zu hoher Reparationsbürde zu schützen und sie entsprechend den Verkehrsansprüchen zu fördern. in dem auch die Person des Herrn Reichspräsidenten aufgenommen war, zu- rückgezogen hat, hat auf Veranlassung des Reichsministeriums des Innern die Emelka nunmehr auch aus dem Propagandafilm gegen das Volksbegehren alle die Person des Herrn Reichspräsidenten betreffenden Teile entfernt. Damit ist dem in dem Briefe des Herrn Reichspräsidenten an den Herrn Reichskanzler vom 16. Oktober zum Ausdruck gebrachten Wunsch des Herrn Reichspräsidenten Rechnung getragen worden. Oie Kontenbeschlagnahme aufgehoben. In Widerspruch mit den gesetzlichen Bestimmungen. Berlin, 19. Okt. (Privatmeldung.) Im Zu- sammenhang mit dem Verbot fc-er Stahlhelmgau-e Rheinland und Westfalen hatten die örtlichen Polizeibehörden in Essen vier Postscheckkonten, in Dortmund zwei, in Köln. Düsseldorf und Remscheid zusammen fünf Konten beschlagnahmt, die teilweise als Stahlhelmkonten, teilweise als gemischte Konten geführt wurden. Fast alle Konten enthielten nur geringfügige Beträge. Auf Anvrdirung dec preußischen Staatsregierung ist diese Beschlagnahme aufgehoben worden, da sie in Wider- spruch mit den gesetzlichen Bestimmungen steht, die für die Auflösung des Stahlhelms maßgebend waren und wonach nur solche Beträge beschlagnahmt werden dürfen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Grund des Verbotes stehen. Oie mecklenburgische Regierung bleibt neutral. Schwerin. 19. Okt. (WTB.) Auf eine Anfrage der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei im mecklenburgischen Landtag hat das aus den Parteien der Rechten sich zusammensetzende Staatsministerium die nachstehende Antwort erteilt: „Das Staatsministerium lehnt es grundsätzlich ab, die Bevölkerung Mecklen- burg-Schwerins auf irgendwelche Art bei der Ausübung ihrer reichsverfassungsmäßigen Rechte in der Stellungnahme zum Volksbegehren des Entwurfes eines Gesetzes gegen die Versklavung des deutschen Volkes nach der einen oder anderen Richtung hin zu beeinflussen. Wie sie die Verbreitung und Aushängung von Aufrufen für oder gegen das Volksbegehren in keiner Weise veranlaßt oder sonst gefördert hat, wird sie daher auch keinerlei Maßnahmen gegen Beamte oder Staatsange st ellte wegen ihrer Einzeichnung in die Listen des Volksbegehrens ergreifen.“ Nachklänge zur Marburger Derfassunqsfeier. Berlin. 19. Okt. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst der Antwort des preußischen Kultusministers auf eine Kleine Anfrage eines sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten entnimmt, hatte bei der D e r f a s s u n g s f e i e r der Universität Marburg, die nicht am 11. August sondern der bevorstehenden Ferien wegen am 23. Iuli 1929 stattfand, die Zentralstelle für den Sprachatlas des Deutschen Reiches in Abweichung von anderen Uni- versitütsinstituten nicht geflaggt. Die Zen- Aalstelle für den Sprachallas des Deutschen Reiches ist eine staatlich unterstützte Einrichtung der im Iahre 1918 die Erlaubnis zur 2Iuf- fuhrung im amtlichen Verzeichnis der Universität erteilt wurde. Gegen den Direktor sind die erforderlichen Schritte unternommen worden. Der Universitätskurator von Hülsen befand sich seit dem 17. Iuli 1929 in Urlaub. Oer Rachtragseiai. Noch immer keine Einigung über die sozialpolitischen Anforderungen. Berlin, 19. Oft. (TU.) Das Reichskabinett hat sich in Vorbesprechungen mit dem Rachtragshaushalt befaßt, der im wesentlichen vom Reichsfinanzministerium fertiggestellt ist. Es schweben jedoch zwischen den einzelnen Ressorts noch Verhandlungen, insbesondere sei Über die Anforderungen des Reichsarbeits- Ministeriums noch immer keine Einigung erzielt worden. Bei dem Rachtrags- etat ist nur das Rotwenhigste berücksichtigt worden. Aus dem belgische nMark- a b k o m m e n werden etwa 16 Millionen Mark, auf Grund der Haager Abmachungen über die Desatzungskosten 30 Millionen Mark eingestellt. In diesem Zusammenhang habe das Reichsfinanzministerium sich entschlossen, f ü r d i e besetzten Gebiete, wie es einem Wunsch des Reichstages entspreche, 10 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen. Für die Unterbringung der Angestellten und Arbeiter des Reichsvermögensamtes, das bei der Räumung aufgelöst werde, sei ebenfalls eine Summe im Rachtragshaushalt vorgesehen. Forderungen der bayerischen Bauern. Bamberg, 21. Oft. (WTB. Funkspruch.) In einer starkbesuchten Bauernoersammlung, die sich mit den Problemen der Landwirtschaft befaßte, sprachen gestern hier Reichstagsabgeordneter Or lach er, Reichstagsabgeordneter Leicht und Landtagsabgeordneter Dörfler. In allen Reden wurde betont, daß eine Handel, Landwirtschaft und Industrie umfassende Notgemeinschaft gegründet werden müsse, daß die Einführung von Auslandprodukten auf das Mindestmaß b e - schränk t und die Handelsverträge revidiert werden müßten. Einstimmig wurde folgende Entschließung gefaßt: Der von vielen hunderten von Bauern und Mittelständlern besuchte Bauerntag zu Bamberg weist nachdrücklichst Öffentlichkeit und Regierungen auf die Notgemeinschaft zwischen Landwirtschaft und Gesamtwirtschaft hin. Bauernnot ist und bleibt V o l k s n o t. Der fränkische Bauerntag verlangt daher vom Reichstage die s ch n e 11 ft c Durchführung des Gesamtprogramms der Grünen Front, das die Rentabilität der deutschen Landwirtschaft zum Ziele hat. An den Herrn Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ergeht das dringende Verlangen mit starker Initiative beschleunigt alle weiteren Maßnahmen zurStützungdesGetreidemarktesindie Wege zu leiten. Das Strafverfahren gegen Bürgermeister Schneider. Der Duzfreund der Sklareks. Berlin, 20. Okt. (Priv.-Tel.) Gegen den Bürgermeister des Bezirksamtes Berlin-Mitte. Schneider, ist nunmehr das offizielle Strafverfahren eingeleitet worden. 2llle disziplinarischen Unter- suchungsmaßnahmen ruhen bis zur Beendigung der staa:sanwaltlichen 6rmi'Lungen, deren Dauer auf mindestens ein halbes Iahr berechnet wird, da eS sich um zum Teil sehr komplizierte Tatbestände bandelt. Schneider ist heute vormittag abermals in Moabit erschienen und hat die 2lufstellung feiner Bankkonten sowie die Quittungen der an ihn von den Sklareks gelieferten Anzüge vorgelegt. Im einzelnen hat Schneider zugegeben, daß er eine goldene Damenarmbanduhr zur Geburt seines Kindes von dem Inhaber eines großen Warenhaus unternehme ns erhalten hat, daß er bei den Sklareks Anzüge bezogen hat, daß sein Verhältnis zu den Sklareks tatsächlich so innig war, daß er mit ihnen Duzfreundschaft schloß, daß er zu Festessen und Gelagen geladen war, er sich aber auch revanchiert habe. Um die Richtigkeit der Angaben Schneiders zu prüfen, werden die Buchhalter, die für die Sklareks Schneiders Konten bearbeiteten, sowie die Buchhalter seiner Dank vernommen werden, ferner eine Reihe von Restaurateuren und Chauffeure, die chn zu den Geselligkeiten gefahren haben. Es handelt sich um insgesamt etwa 40 Zeugen. Nach der Eroberung Kabuls. Ter Lieg Nadhir Khans. Kairo, 20. Okt. (TU.) Wie aus Afghanistan berichtet wird, wurde am Freitag der ehemalige König von Afghanistan, Habib Ullah mit seiner Familie in Ketten nach Kabul gebracht. Radhir Khan hat einen Befehl unterschrieben, daß gegen Habib Ullah und seine Mitarbeiter ein Sondergericht gebildet werden soll das Habib Ullah wegen seines Aufstandes gegen Aman Ullah aburteilen soll. Man erwartet, daß das Sondergericht gegen Habib Ullah und seine Mitarbeiter die Todesstrafe beantragen wird. Der neue König Radhir Khan hat dem Diplomatischen Korps in Kabul mitgeteilt, daß die neue afghanische Regierung alle Maßnahmen getroffen hat für den Schutz des Eigentums und Lebens der Ausländer, die sich in Afghanistan aufhalten. Rach einer Meldung des Daily Telegraph“ sollen bei der Einnahme der Zitadelle von Kabul in einem abgeschlossenen Raum 6 Leichen gefunden worden sein, von denen 3 identifiziert werden konnten. Es waren, dem Korrespondenten zufolge, Abdul Majid Khan, ein Druder des vormalen Königs Aman Ullah, Haya- t u l l a K h a n, d en Halbbruder Aman Ullahs und Mohammed Usman, der vormalige Gouverneur von Kandahar. In Kabul ist alles ruhig. Es wird erwartet, daß die Straße nach Iellalabad bald wieder frei sein wird. Das Eisenbahner-Ehrenmal. Im Schöneberger Stadtpark wurde das Denkmal für die im Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Eisenbahntruppen und ihrer Feldformationen enthüllt. Trotz des regnerischen Wetters hatten sich Tausende ehemaliger Eisenbahner aus allen Teilen des Reickes eingefunden. Neben den Vertretern von Reicys-, Staats- und städtischen Behörden, unter ihnen Reichswehrminister G ro e ne r, Vertreter der Reichsbahndirektion und der Reichs- bahnhauptverwaltung, der Inspektor der Verkehrstruppen, General o. Stülpnagel, waren besonders Offiziere der alten Armee in großer Zahl erschienen, an ihrer Spitze Generalfeldmarschall v. Mackensen und der letzte Kommandeur des Eisenbahnregiments Nr. 1 Generalleutnant a. D. Bock. Das Wachregiment Berlin hatte eine Ehren- kompagnie gestellt. Generalleutnant a. D. Bock teilte in seiner Festrede mit, der Reichspräsident habe ehrende Worte zur Feier entboten. Unter den Klängen des Liedes „Ich halt' einen Kameraden" fiel dann die Hülle, während die Ehrenkompagnie das Gewehr präsentierte. Oie Wetterlage. 6 ö. TT 40 40 2 La Coruna. (ent —MrtrHns." -O-------- <755 Sonntaa, 2O.OktoD. 1929,8nmas. O/76Q — -z^-Jan Mayen-------------- --- x - ■ ■ - 105t Owomemos. oneiter. 3nai6 DtdtcM. 0 woiiug, • oedtcKt eRegeti * Schnee a Graupeln. - rieDel K • t -. —. —. ■ 1 h Sah ha! iW*n 19. Oktober 1929 2. Ziehungstag Deiterlage. ,8"E 106411 122701 der Homöopathie Der Siegeszug H.m».p.fl-.DrMadaus 225538 261299 292200 350056 387586 Immer größer wird der Kreis glücklicher Menschen, die durch homöopathische Behandlungsmethode schnell und sicher Heilung fanden. Homöopathie mobilisiert alle Abwehrkräfte des eigenen Körpers und sorgt darum über die augenblickliche Heilung hinaus für dauernde Gesundung. Verlangen Sie-kostenlose Zusendung unseres Prospekts M.1 121882 142895 159991 180434 203600 216977 244056 276406 301406 318794 334887 354374 372009 379623 108604 131231 147446 176660 199609 209736 215784 228965 257160 275250 305892 335709 354403 369679 387433 109796 135459 153826 179590 199721 211403 215980 230889 257770 275456 313687 337679 359441 372972 390546 168855 187579 205845 219443 264798 282514 310118 324967 340152 364523 373766 895121 155285 203020 219588 263689 275566 332099 382797 153389 171469 190768 206285 226774 266999 289209 311092 326137 343488 365946 374592 396696 222142 258716 289002 342580 385872 137684 171975 185582 202356 213803 221993 248368 266077 293185 321748 348668 362083 382964 156480 173992 199772 210619 229420 273630 290494 312616 329207 344853 368683 379221 158486 178525 203164 211623 229583 276291 296884 318645 334707 349133 371985 379541 262740 298338 359790 389545 128757 144998 172984 187937 207339 215442 227174 261533 275195 298965 332702 351670 366623 386814 161894 199189 218857 240707 272329 305171 373370 136411 161962 183047 202338 213210 219768 237853 264949 288696 318819 341147 360323 376602 399311 142622 172497 187312 206993 214398 222766 249639 268197 294614 332344 349397 362889 384740 VvVt .......... gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummet in den beiden Abteilungen I und II 126926 143209 168168 186535 206331 217448 253650 280721 304854 324538 339430 361824 372401 384886 130009 163324 Berlin, 21.Oft (WTD. Funkspruch.) Auch heule früh fand aus den bekannten Gründen ein außerbörslicher Freiverkehr nicht statt, sv daß auch Kurse nicht zu erfahren waren. Die De- - r. . ___ 5.__am hn.? "ixA/eti in (hl , Gewinnauszug L Klaffe 34. Preußisch-Lüddeulfche (260. Preufz.) Klasien-LvNerie Präsident Hoover erwählt als Leibarzt einen Homöopathen ahner Ehrenmal. tadtpark wurde bas Denkmal gefallenen Angehörigen der en und ihrer Feldjarmaiia- > regnerischen Wellers hallen iger Eisenbahner aus allen ngefunden. Neben den Den taats- und slädiischen Lchör- chswehrminisler Graener, ihndirekllan und der Reichs, der Inspektor der Verkehrs- Stülpnagel, waren beulten Armee in großer Zahl Spitze Generalfeldmarschall her letzte Kommandeur des r. 1 Generalleutnant a. D. \t Berlin batte eine Gfjren» Generalleutnant a. 3. Back mit, bet lktichshtov' ite zur ^eitt entboten. Un> ebes „Ich W einen Kame- Me, mätircnb die Ehren- t präsentierte. Briefkasten her Behaktion. (Ncchtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftlcitung.) Gcmeinderalsrvaht Nach dem hessischen Gesetz über die Wahlen der Stadtverordneten und Gemcmderats- Mitglieder usw. vom 7. Oktober 1925 sind u. a. n lcht wählbar als Mitglieder des Stadtrates und Gemeinderats Personen, die mit dem Bürgermeister oder einem der Beigeordneten oder einem Magi- stratsmitglied in gerader Linie verwandt oder verschwägert oder im zweiten Grade der ®e*^n‘!n*e verwandt oder mit einem von ihnen verehelicht sind. Wer nur mit einer Schwester der Frau des Bürgermeisters oder eines Gemeindcratsmitgliedes verheiratet ist, ist hiernach wählbar. .Berliner Borfe. Qn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 60 M. gezogen Kabul- •.'Sks *■ y " n l e i n p 5 nr , >an urrnE Aus. AKK Sj die neue ag. i- J*«1 getroffen hat "gentums und Le. d". die sich J des Daily TelegE e der Zitadelle von Kabul n Daum tz Leichen ge! .von denen 3 identifiziert S Komspondenken Mio Khan, em Bruder üb?? ^llah, Haha- Bruder Aman llllahs und an, der vormalige Gou- ?n6 ?°dul ist alles lrtet daß die Straße nach frei sein wird. daß das jetzige Heim der aufopfernd tätigen Schwestern freundlich und anheimelnd ausgcstaltet werden konnte. ** Goldene Hochzeit. Unser Mitbürger Philipp Dinson und Frau Käthe geb. Gottfried, Plockstraße 6 wohnhaft, können heute das Fest der goldenen Hochzeit begehen. ** Der Kranken st and im Monat September. Olm 1. Oktober betrug die Zahl der erwerbsunfähig Erkrankten im Hauptverband deutscher Krankenkassen bei einer Mitgliederzahl von 5 793 091 (3108 082 männlich. 2 685 009 weiblich- 3.79 v. H. (3,75 v. H. männlich, 3,83 V.H. weiblich). Der Krankenstand erfuhr gegen den Vormonat keine Veränderung. Eine geringe Verschiebung trat nur bei den Krankenziffern der männlichen und weiblichen Versicherten zutage, die aber für die Gesamtzahl belanglos ist. Ein weniger günstiges Bild zeigt der Ausweis der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen (Stadt). Dort steigert: sich die Kranken- ziffer bei einem Mitgliederstand von 10 472 (5812 männlich, 4660 weiblich) von 2,91 v. H. im August auf 3,48 v. H. (männlich und weiblich je 3.48 v. H.). mithin eine Zunahme um 0,57 v.H. Bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen (Land) waren bei 8275 Mitgliedern (5768 männlich, 2507 weiblich) 2.83 v. H. (2.62 v.H. männlich, 3,43 V.H. weiblich) Kranke vorhanden. Hier ist also ein Rückgang um 0.54 v. H. zu verzeichnen. rnühungen der Danken, das Kursniveau zu stüten, sind anzuerkennen, und ein ernster Wille in der Konzentration der Durchführung ist offensichtlich. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,87, London gegen Mailand 93,09, London gegen Spanien 34,20. 32303®«to"8n8Ä3u0120 M. 1987 2296 6658 9374 16638 16938 24788 25112 26213 27378 29101 30102 31766 31842 34163 39973 42123 42929 43744 44706 45617 48043 48069 63531 68232 69227 71B14. 78334. 8J889J00281, j,018981 Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den 21. Oktober 1929. „Aepfelstoppeln". Wenn die Landwirte und Obstbaumbesitzer ihre Früchte geerntet haben, wenn die kalten Rächte das Laub bunt färben und harte Sturme über Ine Flur brausen, da kommt noch einmal eine Erntezeit für unsere Zungen. Run gehören ihnen die vielen Bäume, auf denen hier und da noch einzelne Aepfel, Dirnen oder Zwetschen hängen. Die Zeit des A e p f e l st o p p e l n s ist da. Zu Hause im Keller liegen wohlsortiert alle möglichen Obstarten, und die Buben können sich nehmen, soviel sie wollen. Aber unberührt bleiben die Aepfel, solange etwas draußen auf den Baumstücken zu holen ist. Die Herbst- ferien sind zu Ende, aber es gibt ja immer noch manche Nachmittage, an denen unsere Jugend draußen streifen kann in Feld und Wald. Da haben sie in den letzten Turnstunden Kugelstoßen und Klettern geübt. Warum sollen sie «s nun nicht auch hier anwenden? Die glatten Stangen im Schulhof zu erklettern, ist eine Kleinigkeit. Hier draußen aber an rauhem rissigen Bäumen hochzukommen, das will geübt fein. Ohne Leiter, ohne Stange holen die Zungen die Früchte herab, die bei der Ernte vergessen worden sind. Wie scharf muß gezielt werden, wenn ein Stein oder ein Erdklumpen den Apfel treffen solll Hilft alles nichts, dann geht es hinauf. Von Ast zu Ast (wohl gibt es Löcher m Rock und Hosen, aber was schadet das?) klettern sie, bis die letzte Frucht in ihren Händen, bzw. in ihrem Munde ist. Wie bei allen Menschen die Freude über einen Erfolg um so größer ist, je mehr Arbeit sie dazu verwandten, genau so ist es bei unseren Zungen. Wie gut schmeckt ein solcher kleiner Apfel, den sie mit Lebensgefahr vom höchsten Aste herab- holten. Da liegen die Schaufrüchte daheim im Obstkeller noch lange gut. Oder wie schmeckt erst eine süße Herbstzwetsche, die am Stiel schon ganz runzelig geworden ist. Hast du, lieber Leser, schon einmal gezählt, wieviel Aepfel, Birnen und Zwetschen ein „richtiger" Zunge an einem .tage essen kann? Es ist unglaublich, welche Mengen in dem kleinen Mund verschwinden. Aber lassen wir sie, gönnen wir ihnen die Freude an der Rohkost. Es ist doch so, als ob sie ahnten, daß bald Tage kommen, an denen sie im Zimmer bleiben müssen, an denen sie weder ihre Wurskunst noch ihre Kletterübung im Freien ouMhren können. Auch der Feldschüh drückt ja ein Auge zu, wenn er die streifende Jugend auf den Daumstücken sieht: solange sie keine Stangen haben, um damit die Däume zu zerschlagen, gönnt er ihnen von Herzen die Paar kleinen harten Aepfel. Und die Mütter sollen nicht jammern, wenn ihre Tu3en abends Heimkommen, vielleicht etwas bedrückt: denn ihre Kleider tragen die Spuren der Tagesarbeit, und um den Mund herum zeigt sich der bekannte Obststrich. Aber erst die Hände! Doch nehmen wir die Sache nicht so tragisch! Nadel und Zwirn, Seife und Wasser bringen bald alles wieder in Ordnung. Der Aufenthalt in freier, frischer Luft, vom Herbstwind zerzaust, tut allen Duben gut. Was sie an Kleidern zer- reißen, bringen sie an Gesundheit und leuchtenden Wenn Michaelis (29. September) gewesen ist, beginnt für die Duben das Aepfelstoppeln. Das ist ungeschriebenes Gesetz. Wenn Felder und Wiesen geleert sind, gehört alles den Buben, auch der Wald, der an die Felder stößt. Da hängen die Haselnüsse, die das Eichhörnchen noch übrig getanen hat, da können noch verspätete ^Brombeeren gepslückt werden, Bucheckern liegen überall, und hoch oben auf einem Waldbaum zu fitzen und sich vom Herbststurm schaukeln zu lassen, das ist für gesunde Duben das Schönste, was sie sich denken können. P• Daten für Tienötag 22. Oktober. Sonnenaufgang: 6,35 ilfjr, Sonnenuntergang; 16,53 2hr. — Mondaufgang: 18,57 Uhr, Mond- Untergang: 11,46 illjr (Mond in Erdnähe). 1811: der Komponist Franz von Liszt zu Raiding in Ungarn geboren; — 1844: die französische Schauspielerin Sarah Dernhardt in Paris geboren. 5 Jahre Jugendherberge Hoherodslops Am 12. Oktober jährte sich zum fünften Male der Tag, an dem die Jugendherberge aus dem Hoherodskopf ei ceweiht und der Benutzung übergeben tourte. Ganz aus eigener Kraft hatte die im März 1924 gegründete Gießener Ortsgruppe des Reichsverbands für Deutsche äugenb^erbergen unter Mithilfe der gesamten Gießener Bürgerschaft (Haussammlung) das dem Verfall prvisgrgeiene sogenannt: Schwei- zerhaus wieder ausgebaut. Seitdem sind viele junge Wanderer in ihm eingekehrt und haben hier eine fveun'liche Bleibe gesundem Die Gäste- bücher legen beredtes Zeugnis dafür ab, daß sich die jungen Gäste in diesem „Schmuckkästlein" wohlfühlten. Immer wieder betonen sie dies in Prosa und Versen. Was die Herberge so beliebt macht, ist ihre Lage auf malerischer Felsgruppe mitten im schweigenden Hochwald: das ist ihr schmuckes Aeußere und die anheimelnde Wärme ihrer holzgetäfelten Räume. Trotz ihrer Enge und ihrer einfachen und schlichten Einrichtung wird sie deshalb immer toteber gern aufgesucht. Ihre jungen Gäste haben sich aber auch der Herberge durchaus würdig ettoiefen und mitgeholfen, sie zu erhalten, so datz daS Haus heute nach 5 Jahren noch keine Spurpn nachlässiger Behandlung oder mutwilliger Zerstörung, die wir ja an manchen anderen öffentlichen Einrichtungen so oft treffen, auftoeift. Wöge sie noch «echt vielen wandersrohen jungen Menschen freundliche Hütte und Raststätte sein, in der sie fernab vom Getriebe menschlicher Siedlungen dem Raunen des Waldes lauschen und Len Zauber der Dergeshöhe genießen können. B^rnotizen. □qdßio 238 D-w'nne,n 120M. 21390 22246 24115 32688 34186 37040 43243 46321 49351 60371 52385 66276 59223 63001 63235 63769 68934 69488 70476 73615 74077 82652 85191 88751 89708 90055 94923 95871 98182 104741 105726 ’ ------ ------ 111905 118140 * Acht Wahlvorschlage zur Gießener Stadtratswahl. Zu der bevorstehenden Stadtratswahl sind bfli dem Stadtwahlamt acht Wahlvorschläge eingereicht worden, und zwar: Deutschnalionale Volkspartei; Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hitlerbe- wegung). als Spitzenkandidat Postbetriebsassistent Adam Lotz; Deutsche Vokkspartei; Zentrums- Partei; Mi telstands-eremigung (Wirtscha tspar- tei); Deutsche Demokratische Partei und Volksrechtpartei; Sozialdemokratische Partei; Kommunistische Partei (Spitzenkandidat Kraftfahrer Wilhelm Lepper, dann folgt das jetzige Stadtratsmitglied Kästner). •• Die Gießener Einzeichnungen für das Volksbegehren. Wie wir auf Anfrage an zuständiger Stelle erfahren, hatten sich bis heute vormittag 182 Personen in die hier aufliegenden Listen für das Volksbegehren gegen den Boungplan eingefchrieben. ** Das Schwesternhekm der Matthäus- und Markusgeme.inde befindet sich setzt nicht mehr in der Sandgasfle, sondern in dem Hause Asterweg 46. Die neue Mahnung der Schwestern ist für die Arbeit in den beiden Kirchen- gemeinden sehr günstig gelegen. Z« begrüßen ist es, Augen mit nach Hause. Es gibt freilich auch Menschen, die von der „wilden" Jugend nichts wissen wollen und scheltend hinter ihr h:r sind. Ich toeftd aus meiner Jugendzeit, daß der „neue“ Feidschütz auch so toar. Als wir einst an einem schönen Oktober- nadjmittag aus der Schule kamen und die Sonne nur so lachte, machte einer den Vorschlag, gar nicht heim?ugehen, sondern gleich auf die Baum- stücke zu laufen, damit wir noch einige Aepfel stoppeln könnten. Gesagt, getan! Die Ranzen wurden neben einen Baumstamm gelegt, und ich kletterte hinauf. Es war eine leichte Arbeit denn der Daun toar alt und lag fast ganz schief auf der Erde. Aber in dem dichten Laub hing noch mancher schöne Apfel. Ich Pflückte nicht nu: in den Mund, sondern auch in die Taschen. Plötz- sich wurde es unten so merkwürdig still, dann hörte ich die rauhe Stimme des Feldschühen: Du Lausbub, machst du jetzt, daß du herunter- k'ommst!" Ich lugte vorsichtig durch die Blatter. Von meinen Kameraden sah ich nirgends eine Spur aber der grimmige Schütz stand unten und schwang den Stock. Ich blieb natürlich sitzen und dachte: Du stehst mir lang gut. Der Hüter des Gesetzes ging um den Daum herum und schrie weiter. Auf einmal aber sah er meinen Ranzen auf der Erde liegen. Er hob ihn auf und sagte im Weggehen: „Wart nur, mein Lieber, den Ranzen bring’ ich deinem Vater." Das hat er auch getan. Als ich spät abends heimkam, gab es zwar einige harte Worte, aber an den Augen meines Vaters sah ich doch, daß sie nicht so ernst gemeint waren. Er hatte es wahrscheinlich seinerzeit genau so gemacht.__ -legs "x Wen, •SäSgä; "DerAllgemeineDeutscheFrauen- ö er ein, Ortsgruppe Gießen, hatte vor einigen Tagen zu einem Vortrag von Frau Elisabeth Koeppe über eine neu zu errichtende Haussrauen-Deratungsstelle eingeladen. Die Vorsitzende begrüßte die Versammlung und wies u. a. auch darauf hin, daß das hessische Ministerium schon vor längerer Zeit die Errichtung einer solchen Beratungsstelle gewünscht habe, aber bisher verschiedene Hindernisse die Gründung verzögert hätten. Frau Koeppe ging in ihrem Vortrag von dem Eindruck aus, den es auf sie gemacht habe, als der „Zeppelin" mit feiner vorbildlichen, kleinen, zweckmäßigen, elektrischen Küche wenige hundert Meter über die weiten Länderstrecken Asiens fuhr, in denen zum Teil noch auf allerprimitivste Weise auf dem Boden ohne Rauchabzug gekocht werde. Die Rednerin zeigte dann weiter, daß zwar die Gegensätze so groß in Deutschland nicht sind, aber dennoch große Unterschiede im „Wie" des Kochens bestehen. Es brauche sehr viel Zeit, bis- sich Reuerungen und Verbesserungen durchsetzen, aber wir müßten in unserer Zeit leben, mit ihr das Schwere ertragen, und mit und in ihr neue Wege suchen und für eine bessere Zukunft wirken. Die Tätigkeit der deutschen Hausfrau sei von größter Bedeutung für das ganze Volk. Von den 60 Milliarden des deutschen Vollseinkommens seien fast 40 Milliarden Lohn- und Gehaltszahlungen, die fast ausschließlich durch die Hand der Frau gehen. Dieser Bedeutung und ihrer Käufe muffe sich die Hausfrau bewußt werden. Sie müsse weiter immer noch mehr lernen, Zeit und Geld zu sparen und, was fast noch wichtiger ist, das Gesparte an Zeit und Geld richtig anzulegen. Die Anregung dazu zu geben, sei Aufgabe der Beratungsstelle. Sie solle weiterhin oas Gewissen der Hausfrau aufrütteln, nicht durch den täglichen Kleinkram müde zu werden. Sie solle den Frauen helfen, Zeit zu gewinnen, well die Frauen heute für kulturelle und erzieherische Fragen unbedingt Zeit brauchten. Die Stellung der Frau sei nicht mehr die von vor kaum mehr als zehn Jahren. Die Frauen hätten mehr Rechte und damit größere Pflichten, und die Beratungsstelle müsse mahnen und helfen, haß die Hausfrauen die Möglichkeit gewinnen, sich um diese Fragen zu kümmern. Frau Koeppe richtete dann die Bitte an alle Hausfrauen, besonders auch an die, die es vielleicht selbst nicht mehr nötig haben, ihr bei ihrer schweren und großen Arbeit, die sie sich zur Pflicht gemacht habe, zu helfen. Alt und jung mühten sich zusammentun zu erfolgreicher Arbeit im Dienst moderner Haushaltführung. In den Koch- und Apparate-Vorfüh- rungen müsse den Hausfrauen die Möglichkeit gegeben werden, die verschiedensten Apparate in Tätigkeit zu sehen, sie vielleicht selbst einmal in die Hand zu nehmen, nur so könne sie in etwa erkennen, ob die Maschine oder der Topf für sie in Frage komme. Die Kurse sollten auf Wunsch zu Lehrzwecken nach Bedarf eingerichtet werden und sollten vor allem auch den Hausangestellten dienen. Ihre richtige üntertoeifung sei von großem Wert, denn aus ihnen würden wieder Hausfrauen, und nur wenn eine praktisch eingestellte Haushaltführung aller Hausfrauen einfetze, fei wirklich etwas zu erreichen. In den Sprechstunden solle Rat und Auskunft für alle speziellen Fragen der Einzelhaushalte jederzeit erteilt werden. Die Hausfrauen-Deratungsstelle müsse aus der Praxis für die Praxis arbeiten, damit aus der Summe all des Kleinen und aus der Summe all der Arbeit der Einzelhaushaltungen wirklicher Ruhen entstehe._________________ — Tageskalepder für Montag. Volkshochschule: EinführunKsoortrag zu „Der arme Hein- rich", 20 Uhr, im Söngsaale der Oberrealschule. — Kaufmännischer Verein und Ortsgewerbeverein: Lichtbildervortrag „Prag, ein bauliches Schicksal, 20 Uhr in der Aula. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die V'rführsrin" und „Schmelmg-Pao- lino-Wellmeisterschaftskcvnpf"; auf der Buhne Inge Rana, der berühmte Star der Moulin Rouge und Folies Bergere, Paris. — Astoria-Lichtspiele: „Der Postillion von Mont Cenis" und „Buna, die Tochter des Korallenriffs". — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Das am Mittwoch, 28. Oktober, zur Aufführung gelangende Versdrama von Gerhart Hauptmann Der arme Heinrich" ist das Hohelied vom Leiden und der fiel) opfernden Lickbe der reinen Magd. — Dienstag, 22. Oktober, erste Wiederholung von „Hellseherei", Georg Kaiser. 8n der heutigen Normittogszlebung wurden Gewinne über 60 M. gezogen 2 Gewinn« iu 60000 M. 362651 4 Gewinne jn 5000 W. 65163 314852 6 Gewinne,u 2000 M. 18816 135484 180126 6 Gewinne zu 1000 M. 60883 344204 365377 8 ©ttolnne ,u 800 M. 20409 65761 111339 214519 22 Gewinn. ,u 600 M. 9244 28352 61926 132864 246343 261603 279558 291538 326715 354217 ^00 Gewinne 200 M. 7284 12620 17314 18149 23689 24149 31175 32744 35576 62922 53105 81072 82290 99797 99880 100697 112426 >23419 130924 136573 148555 157582 159748 188144 99276 213526 214330 218283 222198 224260 243017 249060 260534 261326 273324 274486 286908 291528 295239 295723 304252 326314 330284 333384 334172 344872 344929 361074 >UdSU«Vu 600 M. 36523 66167 131712 >67011 2308.94 242768 243468 247322 274426 827901 36,^0®!ttST20309S8°BW9 70», 718» 22732 7i02U%6^,3,1^i7l2409096977l26«,43jl Ä 151156 196978 216710 237239 263271 304859 360463 168714 189265 195662 205138 211833 216338 ------ ----- 231358 0 755 «iw» na. MO Auf der Buhne Anfangszeiten: 4.00, 6.00, 6.30 Uhr 8681C Bahnhofs-Restaurant nn ich mir in Strickkleidern Westen Riesige Auswahl Vorteilhafte Preise Anfertigung auch nach Maß M43A 8215A Plockstraße 14 Sein Sie IlireOMäi« M MtaH Bolel Basischer Hol rad) Nr. 50530A. 86771) des Hellsehers Ob 708 Jetzt wenn es abends frü i dunkel Lamoenschirm wird, denken Sie an den neuen Seide, Batist, Fransen, Rüschen, Quasten kaufen 06762 Alles, was dazu gehört, finden Sie bei uns! Das Gestell in über 150 verschiedenen Formen I Jacken Jumpern Pullovern Dienstag, den 22. Oktober 1929, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1.1 Schreibtische, 3 Bücherschränke, 2 Bohrmaschinen, 4 Nähmaschinen, 1 Heurechen, 9 Büfette, 4 Kredenz., 9 Mir. 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Telegraphenbajuamt. 8684D Umtausch von Schafwolle SPE-Z.J&L - WOLLQESCHKFT »SIC ochtn lenen ,6S5mann kunst •hau Piel 23°rrn??nden ^Oktober | neu. modernen und kaufte Ihn er“ anschafien, lt ein und dem- ■n Sie sich etwas Innen Sie jeden- ilten. :t und geht mit Dränier“ einmal -SSEN h-Orfen. 83WA t vXO8 i$$e e|ch>rr, laschme «7 and raft es in! au- itt! I1A W W W mit Hoinoriff- abzugeben l^u AliccvsM^HL SlIOlMg. *Ä» I Studentin iCbenealld).i erteilt Nachhilfe- stunden Schrifit- »iifled. unt 06757 a. MU Sonntak SchißenvergerLalo abend d.»v -y Eiegessti-k K-E' """selig!.'» n>';?Lital'e^. 11 Nr. 247Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Montag, 21. Oktober (929 Oberhessischer Landgemeindetag. Dor einigen Tagen hielt der Vorstand in Gießen unter dem -Vorsitz von Bürgermecger Dr. QJbl» sing, Alsfeld, eine Sitzung ab, die sich mit ®e- meindeangelcgenheiten befaßte, die gegenwärtig für die oberhessischen Gemeinden von großer Wichtigkeit und Tragweite sind. In der Frage der Elektrizitätsversorgung der Provinz Oberhessen machte Bürgermeister Dr. N i e p o t h (Schlitz) beachtliche Ausführungen über die demnächst bevorstehende Umgestaltung und Vergesellschaftung der Elektrizitätsversorgung der Provinz Oberhessen im Zusammenhang mit der Llebernahme des Frankfurter Anteils der He'frag durch die Prcag, wodurch auch die Provinz Oberhessen vor sehr wichtige Entschlüsse hinsichtlich der Stromabnahme gestellt sei. Außerdem wurden interessante Aufschlüsse über die seither geführten Verhandlungen in der Frage der Gasfernversorgung gegeben. Vach einer längeren Aussprache faßte der Vorstand einstimmig den Beschluß, eine Entschließung an die Provinzialdirektion Ober Hessen zu richten, wonach der Vorstand des Oberhessischen Landgemeinde- tags als berufener Vertreter der oberhessischen Gemeinden die Erwartung ausspricht, daß die demnächst beginnenden Verhandlungen über die Umgestaltung der Elektrizitätsversorgung der Provinz Oberhessen nur nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten unter Ausschaltung jeglicher Parteipolitik geführt werden möchten und daß vor den zu treffenden Entscheidungen auch der Vorstand als Vertreter der oberhessifchen Landgemeinden gehört werden soll. Die von vielen Gemeinden fortgesetzt einlaufenden berechtigten Klagen über die für die Gemeinden finanziell geradezu unerträglichen und in hohem Maße ungerechten Auswirkungen des neuen Gesches über das Slraßenwesen in Hessen gaben dem Vorstände Veranlassung, folgenden Beschluß zu fassen: „Der Oberhessische Landgemeindetag ist einstimmig der Ansicht, daß die Entwickelung auf dem Gebiete des Straßenwesens die Befürchtungen, die im Vorstand bei Annahme des Gesetzes geäußert wurden, weit übertroffen hat. Eine Reform des Gesetzes, dahingehend, daß die Gemeinden, was die Unterhaltung der Ortsdurchfahrten anlangt, unbedingt entlastet werden müssen, ist dringlich. Darüber hinaus sind die Erträgnisse der Kraftfahrzeugsteuer derartige, daß eine Beteiligung der Gemeinden einem Gebote der Gerechtigkeit entspricht und daher unbedingt zu fordern ist." Wie Bürgermeister Dr. Niepoth (Schlitz) bei dieser Gelegenheit mitteilte, werde auch im Landtag eine alsbaldige Revision des neuen Straßengesetzes verlangt werden. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde beschlossen, die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des oberhessischen Landgemeindetages aussallen zu lassen und künftig nur alle zwei Jahre abzuhalten, da man der Ansicht war, daß gerade in der gegenwärtigen Zeit zu viel Kongresse und Versammlungen veranstaltet würden, deren praktischer Nutzen oft nicht Georg Kaiser: „Hellseherei". Uraufführung am Gictzencr Ttadttheater. Das Schauspiel wandelt eine Fabel ab, welche sich aus einem der merkwürdigsten Probleme unserer Zeit entwickelt, jener Teilerscheinung in der vielgestaltigen Welt übersinnlicher Dinge, die man als Hellseherei bezeichnet. Es handelt sich also hier um einen Stoff, der gegenwärtig die öffentliche Meinung beschäftigt, und der im großen Publikum ost genug — man denke an den ähnlichen Fall der Therese Reumann — einen lei enschastlichen Meinungsstreit entfesselt hat. Der Stoff ist in seiner Gesamtheit ohne Zweifel aktuell: er lag sozusagen in der Luft. Ein vor kurzem erschienener Roman des Ocster- reichers Ernst Lothar beschäftigte sich auf eine überaus spannende Weise mit genau dem gleichen Teilphänomen — je Doch von einer grundsätzlich anderen Blickrichtung her. Gemeinsam bei Lothar und bei Kaiser ist das persönliche Ur- teil beider über das Hellsehen, — verschieden aber der Weg, der zu solchem Urteil führt: bei Lothar über den mit visionären Kräften begabten Menschen, den „Magier", eäen Den Hellseher selbst: bei Kaiser über ein weibliches Medium, welches zugleich Klientin und, in gewissem Sinne, Patientin ist. Dera, in glücklicher Liebeseße dem Architekten Viktor verbunden, besucht, da Viktor durch die Besprechung eines Bauprojeits verhindert ist, allein eine Ballfestlichkeit: durch taktlose Anspielungen eines Besuchers verwirrt, verläßt Vera, in Unruhe um Viktor, bald das Fest und vermißt bei der He'mkehr einen Ring, der ihr wertvoll und unersetzbar ist: nämlich als ein Symbol ihrer tiefen Verbundenheit mit Viktor, der ihr den Schmuck bei der Hochzeit gab. Rach vergeblichen Rachforschungen geht Dera, die Viktor den Verlust verheimlichte, zum Hellseher Sneederhan: sie schreibt den Tatbestand auf einen Zettel: am neunten März abends verlor ich meinen Ring, — und Sneederhan schildert alsbald Fundstelle, Finder und jetzigen Aufenthaltsort des Ringes. Sneederhan, betroffen von den offenbar starken medialen Fähigkeiten der Besucherin, bittet Dera um ein zweites Experiment: sie schreibt, fast widerstrebend, einen zweiten (und wichtigerer) Tatbestand nieder: am neunten März abends vermißte ich meinen Mann. Sneederhan schildert nun Diktor ganz richtig, hat gleich darauf die Dision der vertrauten Begegnung Diktors mit einer fremden Frau ..... an jenem Abend. Dera, erschreckt und verstört, unterbricht und vebläßt die Sitzung, ehe noch Sneederhan am Ende ist. Vera erkennt sofort die schicksalhafte Verflechtung beider Aussagen: würde die erste sich bestätigen, dann könnte auch die zweite nicht mehr geleugnet werden: sie vernichtet also selbst die erhaltene Spur, will auf die Wiedererlangung des Ringes verzichten, eine Wirklichkeit von sich wegschieben, deren Bestätigung sie unglücklich machen würde. Viktor entdeckt den Verlust, versucht sofort, gegen Deras Sträuben, das ihm unbegreiflich ist, im Verhältnis zu den dafür aufgewendeten Kosten steht. In der Angelegenheit der Aufstellung von Dreschmaschinen auf Provinzialsirahen (Ortsdurchfahrten) wurde der Beschluß gefaßt, Bürgermeister Dr. R i e p o t h (Schlitz) in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter zu er- mit den üblichen Mitteln, die Wiederbeschaffung. „Der Dame", einer gemeinsamen Freundin Deras und Diktors, gelingt es, die Rachforschungen zu unterdrücken, indem sie den Architekten vor die Wahl stellt: entweder den Ring — oder die Villa: die Dilla nämlich, die Diktor für die Freundin bauen möchte und an deren Schaffung ihm aus manchen Gründen viel gelegen sein muß. So gelingt es, Dera, die schon einen Abschiedsbrief an den Gemahl geschrieben hatte, vor unüberlegter Flucht zurückzuhalten. Es erweist sich jedoch, daß die Wirklichkeit nicht einfach zu leugnen ist. Sneederhan erscheint und fragt feinerseits nach dem Ring. Er» ist von der Staatsanwaltscha t wegen seines angeblich schwindelhaften Gewerbes angeklagt. Rur der wiederbeschaffte Ring zusammen mit Deras Aussage könnte die Anklage entkräften. Dera weigert sich. Sneederhan, dessen Existenz auf dem Spiel steht, droht mit dem Hinweis auf vorbereit:ten Meineid und Unterschlagung. Diktor versucht vergeblich, durch Bestechung den Hellseher zum Schweigen oder ins Ausland zu bringen. • Wieder findet „die Dame" den Ausweg. Da die Feststellung des Rings nicht zu vermeiden ist — Sneederhan verfügt über einen Durchschlag der von Dera vernichteten Aufzeichnungen über die Spur —, veranlaßt sie Viktor, der inzwischen auch die Richtigkeit von Sneederhans zweiter Auskunft bestätigte, an Veras Statt zum Juwelier zu gehen, wohin der Ring vom Finder zur Schätzung gebracht wurde, und ihn gemeinsam mit Sneederhan abzuholen. Während beide unterwegs sind, macht die Freundin ein überraschendes Geständnis: jene Frau, mit der zusammen Viktor dem HelleZer in feiner zweiten Dision erschien — war ich: mit ihr wollte Diktor an jenem neunten März abends die Baupläne für die Dilla durchsprechen. lind als nun Diktor in der Tat mit Ring und Handschuh wieder zurückkommt, nimmt Dera entschlossen ihr Schicksal selber in die Hand. Sie zerreißt die Baupläne für die Dilla und weist die Dame, zuvor, ihre Freundin, hinaus — ein wenig undankbar gegen sie, der in den letzten Stunden immerhin manches zu verdanken war, aber voller Liebe zu Diktor und voller Vertrauen auf die Kraft des Gedankens: so ist die zweite Anlegung des verbindenden Ringes für sie von tiefer Bedeutung und wird zum Sinnbild neuer Dereinigung. Lind als, ganz zuletzt, ein Brief gebracht wird, der Dera als Zeugin vorladen soll, da ist sie bereit, mit aller Inbrunst für Sneederhan zu schwören — So ist also dieses neue Schauspiel eine Ringfabel. ein Ehedrama, eine helldunkle Liebesgeschichte: ein Stück zwischen hüben und drüben, auf der schmalen Grenze zwischen Alltag und Jenseits, zwischen nüchterner Realität und unfaßbarer Llebersinnlichkeit. Kaiser selber nannte das Ganze im Untertitel „Gesellschaftsspiel" ... bescheiden und dennoch geflissentlich: jedem andern hätte man eine so unentschiedene Bezeichnung als Drückebergerei ausgelegt vor dem ehrlichen Bekenntnis dessen, was gemeint war. Kaiser hat dergleichen nicht suchen, bei der hessischen Regierung anzuregen, daß die Kreisämter angewiesen werden, von der Erhebung eines Verwaltungsstempels bei der Erteilung Der Erlaubnis für die Aufstellung von Dreschmaschinen in Ortsdurchfahrten abzusehen, und daß die Verfügung der Provinzialdirettion Oberhessen vom 21. 9. 1929 rückgängig gemacht wird. nötig, er ist durch nunmehr fast ein halbes Hundert Stücke als Dramatiker legit miert, — vielleicht als der einzige wirkliche Dramatiker im strengen Sinne des Wortes, den wir zur Zeit besitzen. Und vielleicht auch ist im Untertitel schon der Schlüssel zum Sinn des Ganzen enthalten: zwar werden bei Kaiser (ebenso wie bei Lothar und etwa auch bei Thomas Mann in einem der schönsten Kapitel des „Zauberbergs") okkulte Dorgänge nicht von vornherein mit aufklärerischer Geste abgelehnt, vielmehr als durchaus möglich angenommen und selbst in ihrer ganz positiven Auswirkung in die Fabel einbezogen: zugleich aber wird auf die ungeheure Gefahr hingewiefen. die darin liegen kann, daß dies» Dinge den Bereich eines harmlosen Gesellschaftsspiels durchbrechen und überschreiten. zum Geschäft ausgeschlachtct werden und unkontrollierbar ins Leben eingreifen. So wird ein aus unserer Zeit genommener Stoff nicht zur plalfen und geräuschvollen Sensation auf- geputzt. sondern zu einer Aktualität von ernsthafter Bedeutung vertieft. Das Stück ist mit einem fabelhaften technischen Können geschrieben und zu einer künstlerischen Geschlossenheit verdichtet, wie sie schon beim „Oktobertag" zu beobachten war. Auch sonst erinnert das „Gesellschaftsspiel" mehrfach an das „Liebesstück": hier und dort ist — mit Kaiser zu reden — die mystische Union zweier Menschen errichtet, welche von einer sehr nüchtern von außen her eindringenden Wirklichkeit in ihrem Bestände bedroht wird. Bewundernswert, wie im synthetischen Szenenaufbau, dialogweise, Sah um Satz, Spannung erzeugt und gesteigert wird: — gesteigert, in eine dem Zuschauer wie Dem Duchleser gleichermaßen sich mitteilende Erregung, hervor- gehend aus Der Erkenntnis, wie ein an sich alltäglicher Zwischenfall unversehens und untergründig zu schicksalhafter Wirrnis anwächst, zu einer erschreckenden Derknüpfung von geringer Ursache und lebenbedrohender Wirkung führt. Dies alles wird dargestellt in einer sehr klaren und unmißverständlichen Sprache, mit einer inneren Logik und einer psychologischen Begründung. Die den immer unkünstterischen, platten Zufall aus Dem RäDerwerk der Ereignisse ausschaltet. — * Die früher erwähnten letzten Worte Deras, welche das Stück ausklingen lassen, wurden ganz leicht, ganz munter, ganz lustspielmäßig gesprochen: sie sollten, unserem Empfinden nach, ganz langsam, ganz von innen her, ganz leidenschaftlich gesprochen werden. Dies ist die Stelle, an Der eine von Der unseren grundsätzlich abweichende Auffassung in der Inszenierung des Intendanten Dr. P r a s ch am deutlichsten zum Ausdruck kommt. Wir erkennen an dieser Regieführung die fleißige und rein theatralisch sehr respektable Leistung rückhaltlos und gerne an. Aber wir fassen — im Gegensatz zur Regie und im Zusammenhang mit Dem, was über den Sinn des Ganzen gesagt wurde — das Stück prinzipiell anders auf. Wir glauben nämlich, daß man es durchaus und in affen Teilen ernst nehmen muß, genau so ernst wie Den „Oktobertag" zum Bei- „boungplan oder Dawesplan?" Im Saale Der Liebigshohe, Der bis weit über den letzten Platz hinaus beseht war, veranstaltete gestern nachmittag Die ©ojialDemofrati- sche Partei in Gießen eine öffentliche Versammlung mit dem Thema „Boungplan oder Dawespla n?“ Zu der Versammlung war der hiesige Ausschuß für das Volksbegehren mit seinem Vorsitzenden,'Studienrat Dr. Lenz, Gießen, eingeladen worden, Dr. Lenz hatte dieser Aufforderung Folge geleistet. Als Referent sprach zunächst der Pressechef im hessischen Innenministerium, Dr. Mierendorsf, Darmstadt in gut li/zstündigec Rede. Er betonte, über Die Schwere und Tragweite des Boungplans seien sich auch die Gegner des Volksbegehrens völlig im klaren, aber sie sähen den Voungplan als das kleinere Uebel gegenüber Dem Dawesplan an, Da Durch die Annahme Des Boungplans eine Herabsetzung unserer Lasten aus Dem verlorenen Kriege eintrete und neben diesem wirtschaftlichen Vorteil noch Der politische Gewinn bestehe, daß Die Kontrollkommissionen unserer Kriegsgegner in Deutschland aufgehoben würden, ferner Das besetzte Gebiet bis zmn Sommer nächsten Jahres geräumt werde. Der Redner beschäftigte sich weiter in eingehender Kritik mit Den Argumenten Der Gegner Des Voungplanes und hob dabei hervor, daß Die Schuhklausel (im Dawesplan) für unsere Währung (Transferschuh) Durch Den Boungplan durchaus nicht ganz beseitigt werde, sondern nur für den kleineren Teil der Zahlungen fortfalle, für Den größeren Teil aber bestehen bleibe. Im übrigen sei Das internationale wirtschaftliche Interesse an dem festen Bestand unserer Währung so groß, daß unsere Kriegsgegner sich schon im eigenen Interesse hüten würden, unsere Währung durch eine neue Inflation zu gefährden. Hinsichtlich Der Zahlungsverpflichtungen denke bei uns und auch bei Den anderen kein vernünftiger Mensch Daran, daß Die Zahlungen 59 Jahre lang fortdauern würden, Denn der Boungplan biete in sich Möglichkeiten Der Revision, mit Denen nicht nur wir, sondern auch unsere Gegner heute schon rechneten. Lins könne jeht nur eine Zeitspanne von etwa zehn Jahren interessieren, und in dieser Zeit werde unsere Last durch Den Boungplan gegenüber Dem Dawesplan um etwa 6.5 Milliarden verringert. Ll. a. fei im Boungplan vorgesehen, daß eine Ermäßigung der interalliierten Kriegsschulden | an Amerika automatisch zu zwei Dritteln auch Deutschland hinsichtlich seiner Zahlungen zugute kommen solle. Zwar fei Amerika heute noch nicht fo weit, daß es in eine Ermäßigung Der Schulden unserer Kriegsgegner einwillige, aber diese Bestimmung im Boungplan sei von außerordentlicher Tragweite, denn sie werde auch uns einmal eine Herabsetzung unserer Leistungen bringen. Der Redner polemisierte dann mehr unter politischen Gesichtspunkten gegen die Politik Der Deutschnationalen und der Nationalsozialisten, bezeichnete die Behauptung der Nationalsozialisten vom „Export junger deutscher Männer und Frauen" nach irgendeiner Kolonie unserer Gegner zur „Fronarbeit" auf Grund des Poungplanes als „glatten Schwindel und ungeheuerliche Lüge", erklärte das Volksbegehren als Ausfluß des Haffes gegen den demokratischen Staat und verwies auf Die scharfe Verurteilung, Die Der Reichs- präfiDent v. HinDenburg über Dieses Volksbegehren ausgesprochen habe. Die Reparationszahlungen hätten auch mit Der KriegsschulDfrage nichts zu tun; wir müßten einfach zahlen, weil wir Den Krieg verloren hätten. Die KriegsschulDfrage, über Die es bei uns in Deutschland und auch weithin im AuslanDe Doch nur eine Meinung gebe, solle aus Der Politik ferngehalten unD allein Der Klärung Durch Die historische Wissenschaft überlassen werben. Dem Vorgehen Der preußischen Regierung gegen Die Beamten, Die sich für das Volksbegehren einschreiben, stimmte der Redner zu, denn dieses Volksbegehren verfolge unter außenpolitischem Deckmantel das innerpolitische Ziel: Nieder mit dem demokratischen Dolksstaat. Dagegen müsse sich der republikanische Staat zur Wehr setzen. Der Weg zur Erhaltung des demokratischen Staates und außenpolitisch in die Freiheit führe nicht über das Volksbegehren, sondern bestehe nur in der Fortsetzung des Werkes der Verständigung mit unseren Kriegsgegnern, an dem Erzberger, Rathenau, Ebert und Stresemann mit Erfolg gearbeitet hätten. Bei dieser. Politik sei unser Volk über den Weg des Poungplans auf Dem richtigen Wege. (Langanhaltender, lebhafter Beifall.) — In Der Aussprache vertrat StuDienrat Dr. Lenz den Standpunkt der Verfechter des Volksbegehrens. wobei er betonte, daß der Ausschuß für das Volksbegehren, den er wegen der Kürze der Zeit nicht befragen konnte, ein Erscheinen in dieser Versammlung angesichts der im voraus festgesetzten Redezeit wohl abgelehnt haben würde. Er sei aber trotzdem gekommen, weil sein gutes Gewissen ihn hierhergeführt habe und weil er glaube, eine gute Sache zu vertreten. Hierauf setzte er sich sachlich mit den Ausführungen des Referenten auseinander. Er ging zunächst auf den Umfang unserer künftigen Reparationszahlungen ein. wobei er betonte, es sei nicht richtig, die Frage fo zu stellen „Boungplan oder Dawesplan?", sondern richtiger müsse gefragt werden „Boungplan oder Daweslrise?" Weiter erklärte er unter Anführung von Berechnungen, daß unsere Zahlungsverpflichtung auch für Die Zukunft keine wesentliche Minderung erfahren werde, denn zu den ermäßigten Reparationszahlungen müßten wir doch die Summen hinzurechnen, die wir an Zinsen und Amortisation an das Ausland zu zahlen hätten für Die get wattigen Summen, mit Denen wir bisher die Reparationen aus dem gepumpten amerikanischen Gelde bezahlt hätten. Diese beiden Faktoren zusammengenommen, mühten wir in Zukunft sogar noch schwerer tragen als bisher. Hierauf verbreitete er sich näher über Die geplante Re* parations- oder Tributbank und ihre schäd- lieben Auswirkungen für Die deutsche Wirtschaft. Die deutsche Reichsbahn habe auch in Zukunft weitere Zahlungen za leisten: ihr Charakter als Privatbahn müsse gewahrt bleiben. Das besetzte Gebiet sei auch nach Dem Inkrafttreten des Tsoungplanes nicht vor einer Neubesetzung gesichert. Die Deutschnationalen hätten einen Vertrag mit Derartigen Bestimmungen unbeDingt abgelehnt. Auf Die von Dem Referenten gestellte Frage, was Dann hätte geschehen sollen, zitierte Dr. L e n z einige Auslassungen englischer unD französischer Hauptbeteiligter an Der Haager Konferenz, aus Denen hervorgehe. Daß Dann am 1. September Der Dawes- plan automatisch wieDer in Kraft getreten fei. Zum § 4 Des Volksbegehrens erklärte Der ReDner, Daß diese Entwurfsbestimmung sich nicht gegen Die zur Zeit in Der Regierung amtierenDen Personen richte, sondern Dadurch sollten künftige Minister mit Dem Mittel Der StrafanDrohung vor Dem Abschluß von Verträgen wie Poungplan, Locarno usw. bewahrt bleiben. Da Dr. Lenz zu Beginn seiner Rebe an- gekünDigt hat, Daß Der Ausschuß für Das deutsche Volksbegehren in den nächsten Tagen ebenfalls mit einer Versammlung vor die Oeffentlichkeit treten werde, wird sich dann Gelegenheit bieten, nach der heutigen Skizzierung seines Standpunktes in ganz großen Umrissen über weitere Einzelheiten zu berichten. Nach etwa einftünbigen Ausführungen von Dr. Lenz sprach ber Referent Dr. Mierenborsf ein etwa halbstündiges Schlußwort, in dem er ben Darlegungen seines politischen Gegners entgegentrat. Mit einem Hoch auf bie deutsche Republik schloß dann die Versammlung gegen 7 Uhr. Kriegsopferprotest gegen den Versorgungsabbau. In Berlin tagten der Hauptvorstand und der Verbandsau llschuß des Zentralverbandes deutscher Krieg.beschädigter und Kriegerhinterbliebener, die sich in zweitägigen Verhandlungen mit der lu ch die Spar- und Abbaumaßnah* men der Reichsregierung hervorgerufenen unhaltbaren Lage der Kriegsopfer befaßten. Die Tagung steUte fest, daß der rigorose spiel. Wir fassen es nicht als Satire, sondern etwa, wenn schon eine Tendenz gemeint fein soll, als Warnung auf. Rimmt man aber die Figur des Hellsehers nicht ernst, so verliert das Stück seinen Sinn. So hinterlieh Die Aufführung zwiespältige Eindrücke, was besonders in der ganz ungleich wirkenden Rollenbesetzung zum Ausdruck kam. * Reben diesem Haupteinwand grundsätzlicher Art fallen Einzelheiten, die teilweise später zu beseitigen sind, minder ins Gewicht: es wurde mehrsach zu schnell und zu undeutlich gesprochen: und es war manches gestrichen worden, was u. E. hätte stehenbleiben müssen. * Der Sneederhan war so, wie er von Arzdorf gespielt wurde, ganz verfehlt: was er gab, entsprach der Regieaufiasfung, gegen die wir uns sträuben. Er brachte, vom rein Schauspielerischen der Rotte berauscht und mitgerifsen, eine expressionistische Marionette auf die Szene, die schon stilistisch die sachliche Haltung des Stückes sprengt: und er machte, innerlich, eine Panop- tlkumsfigur, einen Popanz und Lächerling aus dem Hellseher, Dem man nie und nimmer die geistigen und übergeistigen Kräfte zutraut, Die ihm im Verlauf des Stückes doch bestätigt werden. Wir halten auch Die Besetzung Der Vera nicht für glücklich: Marianne Mewes holte aus Der Rolle heraus, was in ihren Kräften stand, sehr anerkennenswert: spielte routiniert, mit fließendem Dialog, sicher auch mit ehrlichem Bemühen: aber sie ist keine Kaiser-Darstellerin, nicht die Gestalt, Die hier gemeint war. Es fehlte Die frauliche Wärme unD Reife. Die tiefe unD schon fast ekstatische Hingegebenheit an ein Gefühl, Der unerschütterliche Glaube auch an ungreifbare und unbeweisbare Dinge ... wie er von jener Catherine im „Oktobertag" ausstrahlt. Von Der glänzenDen Besetzung der beiden andern Rotten gingen die starken positiven Kräfte der Aufführung aus. Die im Sinne des Dichters und des Stückes überzeugendste Leistung bot Maria Koch („Die Dame"): dies ist das Reifste, was sie feit langem, was sie vielleicht überhaupt bisher gestaltet hat. Hier war die Rolle ganz erschöpft bis in Die fast unmerklichen Veränderungen des Gesichtsausdrucks hinein: instinktiv erfaßt die überlegene, beherrschende Mittelfigur des Stückes, in Deren Händen alle Fäden zusammen- laufen — selbst Da noch, wo sie. schillernD unD zweiDeuttg in jedem ihrer sehr langsamen Sähe, mit verdeckten Karten agiert. Ausgezeichnet war endlich auch Hais (als Viktor): er ist der gegebene Kaiser-Spieler: verhalten. akzentuiert, klar, niemals laut, von einer gewissermaßen verschleierten Leidenschaft erfüllt. Die sich fast immer hinter gesellschaftlicher Beherrschung unD einer kühlen Intelligenz zu verbergen trachtet. Einer vorbildlichen Leistung ist zuletzt zu gedenken: das war Der von Löffler mit einem sehr feinen Farben- unD Raumgefühl ausge- ftattete Salon, in dem alle Drei Akte sich ab- spielen. — Die Uraufführung war ein entschieDener, starker Erfolg. Mit Den Darstellern mußte zuletzt Der Intendant erscheinen. Dr. Th, Dersorgungsabbou der Reichsregierung in den Reihen der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter- bliebenen schwere Schäden und größte Bestürzung hervorgerufen habe. Obwohl auch die Kriegsopfer das erforderliche Derständnis für die schwierige Finanzlage des Reiches aufbrächten, erwarte der Zentralverband vom Reichsfinanzministerium, daß wenigstens die Mittel für die laufenden Verpflichtungen aus dengesetzlichen Versorgungsansprüchen bereitgehalten werden. Daß das nicht der Fall sei, sei ein unerhörter Vorgang. DieLInter- bindung der Auszahlung der Kapitalabfindungen z. D. habe eine geradezu katastrophale Wirkung für viele Bauvorhaben von Schwerkriegsbeschädigten. Mit größtem Rachdruck verlangt der Zentralverband von der Reichsregierung die s o - sofortige Einstellung des Abbaues auf dem Gebiete der Kriegsopferversorgung. die Rückgängigmachung der Abbaum aßnahmen und die unverzügliche Weiterführuag der in vielen Punkten durchaus unzulänglichen Versorgung und Fürsorge für die deutschen Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen. SängertagdesBezirkslbesLahngaues im Hessischen Sängerbund. Vor einigen Tagen fand im „Schipkapaß" in Gießen der Sängertag des 1. Dez irks im Lahngau des Hessischen Sängerbundes statt. An Stelle des erst später eintreffenden Tezirksleiters eröffnete der 1. Vorsitzende des Lahngaues. Emil Koch (Gießen), die Tagung. Rach Begrüßung der Erschienenen gab er einen kurzen Lieberblick über das Bundesleben im abgelaufenen Vereinsjahr. 3m Mittelpunkte stand das 2. Hessische Sängerbundesfest in Darmstadt, das einen überaus guten Verlauf genommen hat. Lobend erwähnte der Redner die Gastfreundschaft und die begeisterte Anteilnahme der Darmstädter Bevölkerung, bedauerte aber, daß die geplante Kundgebung des Lahngaues als mißglückt bezeichnet werden muß und glaubt, daß die Große und Ausbreitung des Lahngaues der Grund hierfür sei. Er erinnerte an den Bezirksliedertag in Lollar, rief die schonen Stunden nochmals ins Gedächtnis und gab dann einen Bericht über die neuesten Beschlüsse des Gauvorstandes betreffs der Organisation. 3n einer kürzlich in Grünberg stattgehabten Sitzung hat dieser sich mit der Frage der Teilung des Gaues eingehend beschäftigt und hat sich auf folgenden Vorschlag geeinigt: der Gau, bisher in 7 Bezirke gegliedert, soll in 5 Gaue aufgeteilt werden, und zwar sollen selbständige Gaue bilden: Lahntal-Sängerbund, Ohm- Lumdatal-Sängerbund, Chattia-Sängerbund, Solmser Landsängerbund; während der seitherige 1. Bezirk mit dem Lumdatal-Sängerbund und dem Oberhessischen Sängerbund einen Gau bilden soll. Der Grund hierfür ist die bessere Erfassung der Vereine, was in dem jetzt zu groß gewordenen Lahngau nicht mehr möglich ist, und der vermehrte Stimmeneinfluß im Dun- desvvrstand. Der Kassenbericht ergab die Ausgleichung von Einnahmen und Ausgaben. Es soll auf dem demnächst stattfindenden Dundessängertag versucht werden, eine höhere Rückvergütirng an die Gaukasse zu erlangen. Der diesbezügliche Antrag des „Wetterauer Sängerbundes" soll kräftig unterstützt werden. . Bei. der Aussprache über den Geschäftsbericht kam einmütig die Meinung zum Ausdruck, daß die bisherige Gaueinteilung mit den verschiedensten Unterbänden und -Bündchen nicht zum Vorteil des Hessischen Sängerbundes sein kann, daß vielmehr die Benennung der Bünde Wegfällen und dafür eine Gauzahl gestellt werden müsse. Unter voller Würdigung ter alten Tra- 17 Fortsetzung. Nachdruck verboten Liebe in Ketten. Roman von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). Es war brennendrot, wie sie es nur einmal in ihrem Leben gesehen hatte: bei Berty, der Kellnerin, die sich ihrer so freundlich angenommen hatte. Aber sie lächelte sogleich. Cs war ja. ganz ausgeschlossen, daß Berty hier war Wer mochte wissen, in welcher Kneipe sie bediente! Doch jäh griff Käthe sich nach dem Herzen. Das Blut stockte ihr in den Adern. Sie schaute aus weit geöffneten Augen auf die Frau, die sich jetzt erhob und sich ihr zuwendete. Es war kein Zweifel möglich. „Berty!" hauchte Äötße mit versagender Stimme. Da hatte die andere sie ebenfalls bemerkt und sofort erkannt, und gerade das erschreckte Käthe erst recht. Sie halt» gehofft, die frühere Kellnerin würde nicht' wissen, wen sie vor sich hatte. Sie sah doch ganz anders aus als damals. Sie vergaß, daß es eine solche Schönheit wie die lhre nicht gleich wieder gab. und sie wußte ferner nicht, daß gerade Kellner und Kellnerinnen ein ausgezeichnetes Personengedächtnis besitzen müssen, das für ihren Beruf ebenso unerläßlich ist wie eine gute Menschenkenntnis. Beide Hände vorstreckend, kam die rothaarige auf sie zu und rief schon von weitem: „Käthe! Wie kommst du hierher? Lind warum erschrakst du so? Es sieht ja fast aus, als freutest dlch mcht über das Wiedersehen, sondern fürchtetest dich vor mir..." „Rein, Berty, ich freue mich. Aber höre: ich bin nicht allein; ich — ich habe geheiratet." „Du auch? Menschenskind, das klingt ja ganz unglaublich! ' rief Berty außer sich. „Run fehlt uw') .noch, daß du einen reichen Knopp erwischt hast! „Berty!" „Ra, ha^ dich nicht! Wir beide werden uns doch fern Blatt vor den Mund nehmen! Lind deshalb will ich dir gleich sagen, daß es mir geglückt ist. Ich bin ebenfalls verheiratet. Da staunst du, was? Lind nun mach' deinen Knix vor mir; denn ich heiße jetzt Berch, Gräfin Altberg! Ra, was sagst du nun? Besinnst du dich nicht mehr auf den alten Knaben, der alle Tage in meinem Revier faß und mich anhün» rr-elte? Das ist er! Das ist der Herr Graf, mein Gemahl! IH wollte ihn ja nicht; aber schließlich, weißt du, xtiltotln kann man nicht ew'g blei-' Lumen, Sport und Spiel. Oie deutschen Leichtathleten in Mulden. Ein erfolgreicher Abschluß. Das zweitägige Sportfest in Mulden, an dem sich unsere auf der Heimreise von dem Leichtathletik-Länderkampf Deutschland gegen Japan begriffenen Leichtathleten beteiligten, brachte ausgezeichnete deutsche Erfolge. Vor allem ist die vorzügliche Leistung von Wegner hervorzuheben, der, zum zweitenmal auf dieser Reise, den deutschen Rekord im Stabhochsprung, und zwar diesmal auf 4,02 Meter verbesserte und mit dieser Leistung dem 3alaner Rishida, der bei 3,95 Meter ausschied, das Rachsehen gab. 3m Weitspsrung gelang dem Japaner Rarnbu mit 7,53 Meter ein neuer Landesrekord, während Kochermann mit der respektablen Leistung von 7,42 Meter den zweiten Platz belegte. Den 10 0* * Meter-Lauf gewann wiederum der Frankfurter Cldracher mit 10,5. Als Zweiter stellte der Chinese Liu mit 10,7 Sek. eine neue chinesische Bestleistung auf. Troßbach gewann die 110- Weter-Hürden in 15,3 vor seinem Landsmann Ladewig. Lieber 400 Meter gewann Stortz mit 51,1 Sek. mit zwei Meter vor Engelhardt, und Dr. Pelher blieb im 400-M eter - Hürdenlaufen mit 57,8 Sek. siegreich. Sieger im Diskuswerfen wurde Hirschfeld mit einer Leistung von 43,04 Meter, während Bocher sich die 1500 Meter in 4,19 Min. holte. Den Abschluß bildete eine 8xl00-Meler-Staf- f e l, die von der deutschen Mannschaft in 1:29,5 Minuten mit einem Vorsprung von 25 Meter vor den Japanern und den weiter zurückliegenden Chinesen geholt wurde. Am Abend war dann die deutsche Mannschaft beim chinesischen Marschall Chang Siao Lians zu Gast. Vor allem zollte der Marschall den Deutschen eine ganz besondere Anerkennung, daß sie den Start gegen die chinesischen Studenten nicht gescheut hätten. Fußball-Län-erkampf Deutschland — Finnland 4:0. Nachdem die Finnen vor acht Tagen von Dänemark 0:8 geschlagen wurden und der Deutsche Fuß- ball-Bund zu dem Länderkampf in Altona eine nicht in allen Teilen erstklassig besetzte Mannsä-aft gestellt hatte, war das Publikumsinteresse dementsprechend gering. Nur 20 000 Zuschauer wohnten dem Länderkampfe bei. Sie sahen beiderseits, namentlich aber von den recht primitiv spielenden Gästen, recht bescheidene Leistungen. Den Finnen fehlt es namentlich an taktischer Auffassung und Betätigung. Bei den Deutschen versagte erwartungsgemäß der Mittelläufer Schulz, und der linke Sturmflügel arbeitete nicht selbstlos genug. In jedem anderen Falle wäre der Sieg der sichtlich besseren Mannschaft höher ausgefallen. Nach den diesmaligen Wahrnehmungen erscheint es unbegreiflich, wie uns die Finnen in den seitherigen 3 Begegnungen einen Sieg und ein Unentschieden abnehmen konnten. Allerd'.ngs liegen diese Ereignisse schon mehrere Jahre zurück. Deutschland kämpfte trotz einiger Mängel im allgemeinen nicht schlecht, wenn auch natürlich nicht im Stile einer Länderelf, auch Finnland hatte einige gute Momente. Die erste Halbzeit verlief, dank der vorzüglichen Leistungen des finnigen Torwächters, ohne jeglichen Zähler. Erst nach dem Wechsel waren Sackenheim zweimal und Hoffmann und Albrecht je einmal erfolgreich. Der norwegische Schiedsrichter B e ch war in seinen Entscheidungen sicher und korrekt. Fußball in Hessen-Hannover. Die gestrigen Ergebnisse: Kurhessen Kassel — Borussia Fulda 1:4. Sp. Vg. Kassel — Kurhessen Marburg 5:0. Göttingen 05 — Hessen 09 Kassel 2:2. Fußvall in Güddeutschland. Diesmal verliefen die süddeutschen Fußball-Der- bandsspiele ohne allzu große Überraschungen. Der Bezirk Blain-Hessen sah in der Gruppe M.a i n sämtliche Platzbesitzer siegreich, wobei Eintracht Frankfurt gegen Germania Suber den knappsten Sieg erfocht. 1:0 war das Ergebnis, aber die Frankfurter waren doch stark überlegen. F. So. V. Frankfurt rehabilitierte sich durch ein 2.1 gegen Rotweiß Frankfurt und tauschte hierdurch mit seinem Rivalen den 3. gegen den 4. Tabellenplatz ein. Auch Union Niederrad hatte mit ihrem 1:3 gegen die Offenbacher Kickers keinen Punktgewinn heimbringen können und hat den 2 Platz nunmehr mit dem F. Sp. V. zu teilen. Auch der Tabellenletzte, der 1. F. C. 93 Hanau, bereicherte sich mit einem 4:2 gegen die Sp. Bgg. 02 Griesheim um zwei wertvolle Punkte. In der Gruppe Hessen waren die beiden Spitzen- oereine, Wormatia Worms und S. V. Wiesbaden, spielfrei. Alemannia Worms überraschte durch ihr 2:1 gegen den F. Sp. V. 05 Mainz angenehm, dagegen enttäuschte Hassia Bingen durch ihr 1:3 gegen öen S. V. 98 Darmstadt, V. f. L. Neu-Isenburg fertigte den 1. F. E. 03 Langen mit 7:0 ab, wodurch Langen an das Ende der Liste geriet. vom Bezirk Bayern fällt in der Gruppe Nordbayern das knappe 1:0 des 1. F. C. Nürnberg gegen den A. S. V. Nürnberg auf. Die Sp. Bgg. Fürth begnügte sich in Abwesenheit ihres Verteidigers Hagen mit einem 4:0 gegen den 23. f. R. Fürth, aber der F. V. 04 Würzburg sandte den 1. F. C. Bayreuth mit 6:2 nach Hause. Bayern Hof ließ die Sp. Bgg. Hof mit 1:5 zu ihren ersten Punkten kommen. In der Gruppe Südbayern kam es zwischen Bayern München und D. S. V. München zu einem torreichen Spiele, das die Bayern nur 5:4 gewinnen konnten. München 1860 hatte gegen den F. 23. 94 Ulm leichtes Spiel und siegte 4:0, große Überraschung gab es zwischen Jahn Regensburg und Schwaben Augsburg. Regensburg gewann 4:2. Neuer Gegelflug-Weltrekord. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde von Oberleutnant Donart der Weltrekord im Segelflug um 35 Minuten verbessert. Oberleutnant D o n a r t flog ununterbrochen 14 Stunden und 45 Minuten, während der bisherige Weltrekord von Schuz auf 14 Stunden und 10 Minuten stand. dition der einzelnen Bünde glaubte man doch soviel Derständnis bei Jen Sangesbrüdern zu sin- den, daß fie einem solchen Neuaufbau zustimmen würden. Mit Einwilligung des Gauvorsihenden und des inzwischen eingetroffenen Tezirlsvorsihen- den, Berufsschullehrer Eberle (Lollar), wurde der Beschluß gefaßt, daß der Byirk I den Anfang machen will. Es soll in allernächster Zeit ein gemeinsamer Sängertag des Bezirks, des „Lumdatal-Sängerbundes" und des „Okerhessi- schen Sängerbundes" einberufen werden, der sich mit der Frage der Auflösung dieser Bünde und deren Zusammenschluß mit dem jetzigen Bezirk I zu einem Gau beschäftigen soll. Wenn auch damit die sonderbaren Verhältnisse, daß mehrere Der- eine an einem Ort verschiedenen Bezirken oder Gauen angehoren, noch nicht beseitigt sind, so waren doch alle Anwesenden der Ansicht, daß mit diesem Zusammenschluß der erste Schritt zur besseren Einteilung getan sein wird. bcn, und weil er mich doch heiraten wollte, da habe ich zugegriffen, und gezogen habe ich ihn mir auch schon, wie ich ihn brauche." Kätbe stand noch fassungslos und war nur froh, daß ihre ehemalige Kollegin so viel sprach. So fand sie Zeit, sich zu fassen, und allmählich schlug ihr Herz ruhiger. Sie zog Berty wieder mit auf die Bank, und als sie dort saßen, sagte sie: „Berty, bitte, bitte, sage niemand etwas!" „Mädel! Kennst du mich von der Seite?" fuhr die Rothaarige auf. „Du solltest doch wissen, daß ich deine wahre Freundin bin, und wenn du irgendein Geheimnis hast, das du niemand anvertrauen kannst, dann komm zu mir. Bei mir wird es gut aufgehoben fein; du aber kannst dir alles vom Herzen sprechen." „3ch habe kein Geheimnis vor dir, Berch. 3ch werde dir alles erzählen, was mir geschehen ist. Es ist wunderbar genug. 3ch bin verheiratet mit Bern Baron Felix von Turnau, und er weiß noch nicht, daß..." ' „Das war wohl der, um dessentwegen du damals 'rausflogst?" unterbrach l^rty. „Du, der hätte mir auch gefallen tonnen. Das war ein feiner Mann." „®r ist es. Berch. Aber er kam damals nicht meinetwegen; es war ein Zufall... Wie gesagt ich werde dir alles erzählen; aber du mußt schweigen! 3ch werde es meinem Manne schon sagen; er soll es nut nicht von anderen erfahren." „Ratürlich nicht! Von mir am allerwenigsten! Und meinem Grafen werde ich natürlich auch einen Wink geben, falls er dich kennen sollte, was ich aber nicht glaube. Bist du nun zufrieden?" „3a, Berch. und nun will ich dir noch von Herzen Glück wünschen. Dann aber laß mich zu meinem Manne gehen, der mich schon suchen wird. Wir treffen uns wieder, und dann sprechen wir miteinander." „Ach was. ich gehe gleich mit! Kennenlernen muß ich deinen Felix doch; denn sicher kennt er schon meinen Grasen, und da ist es besser, wir kommen gleich zusammen als erst später Komm!" Käthe wurde emporgezogen, und fie ließ sich von Berty fortfüßren. Sie war wieder ruhig; aber sie wußte nun, daß die Vergangenheit, die sie tot geglaubt hatte, doch jeden Augenblick wieder lebendig werden konnte. Heute hatte sie die erste Warnung erhalten. Wenn nun einmal Berndt Klausen ebenso plötz- llch vor ihr auftauchte wie heute Bert.)? Sir erbebte, und heimlich nahm fie sich vor, Aerkh auch das andere Geheimnis anzuvertrauen. Das erfahrene Mädchen wußte sicher einen Rat, konnte vielleicht Erkundigungen einziehen. Käthe fühlte sich fast froh, daß sie Berty getroffen hatte, und als sie Felix sah. der suchend umherschaute, da machte fie die Freundin auf ihn aufmerksam. Diese aber rief lachend: „Was habe ich gesagt? Da haben die beiden sich wirklich schon gefunden. Der Herr neben deinem Manne ist mein Graf. 3st es da nicht gut. daß wir uns schon verständigt haben? Sicher wärest du viel mehr erschrocken, wenn wir dir jetzt^gegenübergetreten wären. Rur Mut.Käthe- Sie liefen durch das Gewühl. Lind als Felix sie gewahrte, kam er ihnen mit dem anderen Herrn entgegen, der ihm unterwegs etwas erklärte. Die Vorstellung erfolgte, und Käthe atmete auf, als Graf Ältberg ihr höflich und ehrerbietig die Hand küßte. Er hat mich nicht erkannt, dachte fie. Sie erfuhr nun. daß Altbergs Güter teilweise an einige der Turnaus grenzten, und daß beide Familien einen freundschaftlichen Verkehr unterhielten; aber fie fürchtete sich nicht mehr, sondern war im Gegenteil froh über diesen Zufall, □tun hatte fie wenigstens eine treue Seele, der sie sich anvertrauen und bei der sie sich Rat holen konnte. Sie ahnte nicht, wie bald das nötig werden würde. • Der Verkehr mit den Altbergs gestaltete sich angenehmer, als Käthe erhofft hatte. Schon am nächsten Tage hatte sie Berty aufgesucht und dieser die sonderbare Wendung erzählt, die ihr Leben genommen hatte; aber noch hatte fie nicht den Mut gefunden, ihr auch das letzte zu sagen. Eine innere Scheu hielt sie zurück, und eine Stimme in ihr raunte ihr zu: „Wozu sollst du es ihr offenbaren? Cs ist ja gar nicht nötig; denn er ist tot, er kann dir nicht mehr in den Weg treten.“ ilnö gar zu gern gehorchte Käthe dieser Stimme. Es wäre ihr schwer, sehr schwer gefallen, Berty auch dieses Erlebnis anzuvertrauen. Diese selber erzählte ihr in ihrer derben Art. wie sie sich den Grafen, ihren Mann, gezogen hatte, wie sie ihn zu haben wünschte, und sie schloß mit den Worten: »Setzt haben sogar feine Verwandten, die mich natürlich schnitten, eingesehen. daß ich die rechte Frau für meinen Bodo bin. Sie haben schon angefangen, sich mir zu nähern; aber wären fie nicht gekommen, so hätte ich mir deshalb auch feine grauen Haare wachsen lassen. Ich freue mich schon darauf, daß wir auch ferner gute Rachbarschast halten werden. Mein Mann hqt mit dem öeintgen viel vor; fte wollen allerlei Reues auf ißren Gütern einfuhren, haben sich auch schon emem berühmten Ingenieur verschrieben. Ich Der „Llnion-Klub Wetzlar" gab dann seine Anträge zum B u n d e s s än g er t a g in Worms bekannt. Er fordert einen früheren Schlußtermin zur Einreichung der Anträge und Mitteilung derselben an die Dundesvereine. Der Lahngau hat zum Bundestag die Anträge gestellt, daß der Kassenbericht vier Wochen vor der Tagung in der „Sängerwarte" veröffentlicht wird und die ..Sängerwarte" obligatorisch einzu* führen ist, ohne Erhebung eines besonderen Bezugspreises. Es wurde Befremden darüber ausgesprochen, daß der Abschluß des Bundesfestes in Darmstadt wohl in einer Darmstädter Tageszeitung, nicht aber in irgendeiner Form den SangeSbrüdern bekannt gemacht wurde, die doch in erster Linie als Träger des Festes Anspruch darauf hätten. Lieber die Veranstaltungen des De - zirksim nächsten Jahre konnte wegen der in Aussicht stehenden Reueinteilung kein Entschluß gefaßt werden. Der Gesangverein „Arion". Klein-Linden, möchte den ©aulieöertag mit seinem 40. Stiftungsfest verbinden. Ferner lag ein Antrag vor. den Liedertag in Wetzlar abzuhalten. Die Angelegenheit wurde bis zu dem., in Kürze stattfindenden Gausängertag zurückgestellt. Zum Schluß machte Herr Koch noch interessante Mitteilungen über die unliebsamen Vorkommnisse im „Deutschen Sängerbund", verurteilte mit kräftig treffenden Worten die Linehrlichkeit des gewesenen Bundesschatzmeisters und gab der Hoffnung Ausdruck, daß trotz allem die Sangcs- brüöer zu ihrer Organisation, dem Hessischen und dem Deutschen Sängerbund, stehen sollten. Wirtschaft. Normale Entwicklung am Geldmarkt. Der Geldmarkt stand in der vorigen Woche im Zeichen der üblichen Anspannung zum Medio. Die Finanzierung des Medio ift, wie aus dem Ausweis der Reichsbank zu ersehen war, hauptsächlich über das Lombardkonto erfolgt, eine Methode, die nun schon feit längerer Zeit, solange man die Frage einer Diskont- ermäßigung diskutiert, zur Anwendung kommt. Infolgedessen sind rasche Rückzahlungen erforderlich, und die infolge des Medio eingetretene leichte Befestigung am deutschen Geldmarit wird erst nach und nach der Erleichterung Platz machen. Der Reichsbankausweis hat ein sehr günstiges Aussehen, was sich nicht nur in der verhältnismäßig niedrigen Wechselanlage zeigt, sondern auch vor allem in der erheblichen Verbesserung der Rotendeckung. Die letzte Deckungsziffer ist die höchste, die seit März zu einem LNediotermin eingetreten ist. Auch die Rückflüsse bei der Reichsbank in den ersten beiden Oktoberwochen sind hoher, als man es nach der Entwicklung des Geldmarktes erwarten konnte. Von der .Ultimo* Beanspruchung in Hohe von 662,7 Mill. Mk. sind bereits in den ersten beiden Oktoberwochen 601,2 Mill. Mk. zurückgeflossen, im September dagegen in der gleichen Zeit 522 Mill. Mk. von 743 Rill Mk. A gust-Lilt.mo-D.>anspruchung Ai- gesichts dieser günstigen Entwicklung im Stacus der Reichsbank gewinnt selbstverständlich die Frage einer Ermäßigung des deutschen Diskontsatzes wieder an Bedeutung. Cs kann ohne weiteres gesagt werden, daß an sich eine Ermäßigung um 0,5 Prozent durchaus berechtigt erscheinen muß, wenn nicht die Storungen auf dem internationalen Geldmarkt auch jetzt noch immer anhalten würden. Die Entspannung der Reichsbank weist seit etwa vier Wochen eine fortlaufende Linie auf; auf Grund dieser Tatsache kann erfreulicherweise festgestellt werden, daß die Diskonterhöhungen anderer Länder eine Rückwirkung auf Deutschland im wesentlichen nicht gehabt haben. In unserem letzten Geldmarktbericht hatten wir bereits Gelegenheit genommen, auf die besondere Entwicklung des Reuyorker Geldmarktes bzw. der Reuyorker Börse, die mit glaube, er soll morgen kommen, und da wir bei iesen Verhandlungen doch von Ucbel fein würden, so schlage ich dir vor, wir fahren morgen einmal nach Cannes hinüber. Ist es dir recht?" Käthe war einverstanden. Sie war wieder froh und lustig, und Felix hatte selbstverständlich nichts gegen den Ausflug einzuwenden. Er brachte Käthe im Auto bis zum Hause Altbergs; aber als sie dort ankamen, hatte Berty sie schon bemerkt und kam auf die Straße geeilt. Sie begrüßte Felix, der aus dem Wagen sprang, und sagte zu ihm: „Beeilen Sie sich nur! Mein Bodo zappelt fast schon, denn das Wundertier von einem Ingenieur ist eingetroffen. Die Beratungen können sofort beginnen. Diel Vergnügen!" Sie deutete nach einem Fenster oben, an dem Graf Altberg sichtbar wurde. Auch Käthe schaute hinauf und wollte sich eben aus dem Schlage beugen, um einen Gruß hinaufzuwinken, da sah fie einen anderen Mann neben den Grafen treten. Mit einem leisen Schreckensschrei sank sie zurück. Der Mann dort oben war — Berndt Klausen! Beide Hände auf das Herz pressend, faß die Unglückliche wie gelähmt da, keines Gedankens fähig als nur des einen: Berndt lebt! Er ist nicht gestorben! Lind ich bin die Frau eines andern!" Sie brauchte nicht noch einmal hinauszuschauen. Sie hatte ihn sofort wiedererkannt, obwohl er sehr, sehr blaß aussah; nie hätte sie dieses Gesicht vergessen können! Schreckhafte Träume hatten ihr nachts fein Gesicht gezeigt. Jetzt aber hatte fie ihn selber wiedergesehen. Zitternd faß sie da. Wenn der Graf nun doch noch herunterkam und ihn mitbrachte? Käthe wünschte, daß die Erde sich auftun und sie verschlingen mochte. Sie wollte fliehen und konnte sich nicht rühren. Lind da kam Berty, frisch wie immer. Lachend sagte sie: „Ich hatte noch etwas vergessen; deshalb habe ich dich warten lassen. Aber nun..." Da fiel ihr Blick auf das Gesicht der Freundin, und sie erschrak; aber geistesgegenwärtig befahl sie dem Chauffeur, loszufahren, und erst, nachdem der Waaen auf der herrlichen Straße in eiliger Fahrt dahinglitt, als keine fremden Augen die beiden Frauen mehr beobachten konnten, wandte sie sich Käthe zu, umschlang sie mit beiden Armen, zog sie an sich und fragte: „Was ist geschehen, Käthe? Du siehst auS, als wäre dir ein Gespenst erschienen^" (Fortsetzung folgt.) >n kommen, und da wir bei i doch von llebcf fein tour- ir vor, toir fahren morgen hinüber. H es Dir recht?" möen.Sie war,^r stvh M selbstverständlich nM einzutoenden. Er brachte m Ause Altbergs; sie M bemerkt * «* !!»**•* ,cn' änderen Wann neben ifi-Ä «-** SS&* en: , j Md ich st MU* S-S • H -« vergel'bN'-. StzD i d-'Ln- Mat« ^Ndosibann , ;r. lotbJtQn.9ettQQ^.n« ei^Una x einen 'n , ’TV'Äfe '"U’Äg'«« ä»S;SÄ Lbl^KL ?'&«x•"* lbec die MA? int6r< ■" eängeS,Q?en 2or. 'schatzmeisters.Ä^^Klcit jmZj iüb‘« fction, öem «t f t*“8'*' SÄT u"8 am Seldm«,,«. Nch°«'rK? ^ch- S“?'™«« bei aäiD^ £ d?- Wm ,„ S V“b,? !'*ta bl«nunfönntoläng™ m'aLT ®4t0nt' Erlelchterung Platz machen, bat ein sehr günstiges A nur in der Verhältnis- ^elanlage zeigt, sondern r erheblichen Verbesserung e letzte Deckungszisser ist arz zu einem Äediotemin e AWäsle bei der Deichs- >eiden Oktobertoochen such mch der Entwicklung des kvmte. 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Die Handelsbilanz ergibt somit im September einen Ausfuhrüberschuß von 166 Millionen Mark, der den Ausfuhrüberschuß im August (118 Millionen Mark) um 48 Millionen Mark übersteigt. Die Reparationssachlieferungen belaufen sich wie im Vormonat auf 67 Millionen Mark. Die Einfuhr ist gegenüber dem August um 34 Millionen Mark zurückgegangen. Abgenommen hat die Einfuhr von Lebensmitteln um 10 Millionen Mark, die Einfuhr von Rohstoffen um 28 Millionen Mark. Die Einfuhr von Fertigwaren ist gegenüber dem Vormonat unwesentlich gestiegen. Eine Abnahme der Einfuhr von Lebensmitteln ist insbesondere bei der Einfuhr von Kaffee, Weizen, Küchengewächsen und Reis (insgesamt um 32 Millionen Mark) zu verzeichnen. Diesem Rückgang steht eine erhebliche Zunahme der Einfuhr von Gerste (um 24,5 Millionen Mark) gegenüber. Der Rückgang der Einfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren beruht im wesentlichen auf einer Abnahme der Einfuhr von Wolle, Bau- und Nutzholz sowie Eisenerzen. Die Ausfuhr ist gegenüber dem Vormonat um 14 Millionen Mark gestiegen. Zugenommen hat infolge einer stärkeren Getreideausfuhr (+ 14,8 Millionen Mart) die Ausfuhr der Gruppe Lebensmittel (um 18,3 Millionen Mark). Die Ausfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren, sowie diejenige von Fertigwaren ist gegenüber dem August leicht zurückgegangen. Unter den Fertigwaren haben zwar einzelne Textilerzeugnisse, Kinderspielzeug, Pelzwaren und eine größere Anzahl anderer Fertigwaren eine Ausfuhrsteigerung zu verzeichnen. Diese Steigerung kommt jedoch im Gesamtergebnis der Fertigwarenausfuhr nicht zum Ausdruck, oa ihr eine größere Abnahme der Ausfuhr anderer Waren, ins- besondere von Waffenfahrzeugen (um 14,2 Millionen Mark) und Maschinen (um 9,5 Millionen Mark) gegenübersteht. Von den wichtigsten Reparationssachlieferungen im September gehören zu der Gruppe Rohstoffe und halbfertige Waren: Steinkohlen mit 16,7 Millionen Mark, Kots mit 5,6 Millionen Mark, schwefelsaures Ammoniak mit 3,1 Millionen Mark: zu der Gruppe Fertigwaren: Walzwerkserzeugnisse und sonstige Eisenwaren mit 11,1 Millionen Mark, Maschinen (ohne elektrische Maschinen) mit 8,8 Mil- lionen Mark, chemische Erzeugnisse mit 3,1 Millionen Mark. ihren Geldanforderungen für die Geldsituation in I den Vereinigten Staaten von großem Einfluß ist, hinzuweiscn. Es ist noch nicht sicher, ob der vorläufige Tendenzumschwung in der Entwicklung I in Neuyork anhaltend und daher von nachhaltigem Einfluß sein wird. Wenn sich am Neu- Yorker Markt ein Geldüberfluß einstellen sollte, so ist anzunehmen, daß die Esfektenspekulation sich diese in hervorragendem Maße zunutze machen wird. Ohne Zweifel befindet sich aber anderseits die Konjunkturlage Amerikas im Zeichen der Abschwächung, und dadurch werden natürlich Gelder freigeseht. Allem Anschein nach scheint sich in Amerika allmählich eine dauernde Erleichterung am Geldmärkte durchzusehen und damit der Wiederbeginn einer nortnalen Entwicklung. Am englischen Geldmarkt ist die erhoffte Konsolidierung der Verhältnisse immer noch nicht eingetreten, wenngleich die Hoffnung besteht, daß zum Jahresende sich doch der Amschwung zum Normalen durchsetzen wird. Ankauf der Emelka-Aktien durch die Commerz-Bank. Eine Meldung der „Franks. Ztg." über den A n - kauf des Emelka-Aktieupaketes durch die Commerz- und Privatbank ist, wie WTB.-Handelsdienst von zuständiger Stelle hört, im wesentlichen zutreffend. Das Reich hat sich das Optionsrecht auf das Aktienpaket auf ein Jahr vorbehalten. Das Reichskabinett wollte mit dieser Maßnahme aus politischen Gründen verhindern, daß große, noch selbständige Film- unternehmen in den Besitz der Ufa (deren Aktienmehrheit Hugenberg besitzt. D. Red.) übergehen. * * Die amtliche Großhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 16.Oktober berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche (137,8) um 0,4 v. H. auf 137,3 zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,5 v. H. auf 132,2 (132,8) und diejenige für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um 0,3 v. H. auf 130,6 (131,) gesunken. Gleichzeitig hat die Zndexzif- fer für industrielle Fertigwaren auf 156,5 (156,7) nachgegeben. * Maßnahmen des Berliner Börsen Vorstandes zur Abwicklung des Börsenverkehrs. Der Berliner Börsenvorstand hat sich in seinen Beratungen am Samstag- eingehend mit der Börsenlage und den starken Kurseinbrüchen der letzten Tage beschäftigt. Hierbei herrschte Tlebereinstimmung darüber, daß es nicht geduldet werden kann, wenn einzelne Börsenbesucher vorübergehende börsentechnisch bedingte Situationen zur Herbeiführung von Kursausschreitungen ausnützen und hiermit die Bestrebungen zur Beruhigung der Börse gefährden. Insoweit sich solche Fälle ereignen, ist es Pflicht aller Börsenkreise, die Tatbestände unverzüglich dem Dörsenvorstand mitzuteilen, der sie ohne Ansehen der Person untersuchen wird. Der Börsenvorstand hat die Börsenkommissare mit den der Lage entsprechenden Weisungen versehen. Außerdem hat er beschlossen, die Nachbörse auf die Zeit von 15 Minuten zu beschränken. " Zahlungseinstellung der Elite- Dia mantwerke A.-G. Die Elite-Diamant- Werke 21.»©., Siegmar in Sachsen und Drand- Erbisdorf (6 Mill. Mark Aktienkapital) hat am Samstag ihre Zahlungen eingestellt. Die 2ldam Opel A.-G. ist Hauptgläubigerin der Elite- Diamantwerke. Die Forderung der Opel-Werke beträgt ein Bielfaches irgendeines anderen Gläubigers. Die Adam Opel A.-G. hat in den letzten Monaten den Elite-Diamantwerken neben technischer Hilfe erhebliche Mittel zur Qkrfügung gestellt, um ihr Gelegenheit zu geben, über die seit Iahren bestehende schwierige Lage hinwegzukommen. Die allgemeine schlechte Wirtschaftslage in Deutschland und der dadurch bedingte Rückgang des Fahrradgeschäfts hat diese Versuche scheitern lassen. Die Adam Opel A.-G. hat nun im Einvernehmen mit der General Motors Corporation beschlossen, sich an der Produktion der Elite-Werke nicht mehr zu beteiligen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 21. Oft. Tendenz: etwas freundlicher. — Zum Wochenbeginn machte die Beruhigung weitere Fortschritte, und die Börse eröffnete allgemein etwa s freundlicher. Die Interventionstätigkeit der Danken und die Bereitwilligkeit, nach besten Kräften ein weiteres Abgleiten der Kurse zu verhüten, machte einen günstigen Eindruck, so daß man vielfach bemerken konnte, daß sich die allgemeine Spannung löste und die in den letzten Tagen starke Nervosität und Krisenstimmung mehr an Kraft verlor. Die Spekulation schritt, etwas ermutigt, vereinzelt zu Deckungskäufen, so daß in Spezialwerten das Geschäft bei Festsetzung der ersten Kurse zeitweise einen etwas lebhafteren Charakter trug. Die schwache Neuyorker Börse vom Samstag und die in Zahlungsschwierigkeiten geratene Frankfurter Getreidehandelsfirma Iakob Drehfuß machten nur wenig Eindruck. Die noch vorhandenen Effektenbestände sollen vorläufig nicht zum Verkauf kommen, so daß die Börse durch die Liquidation dieser Firma kaum betroffen werden dürfte. Einen recht günstigen Eindruck machten auf der anderen Seite die optimistischen Ausführungen des Klöck- nerberichtes. Klöckner-Aktien wurden davon allerdings nur wenig berührt und konnten nur 1 Prozent anziehen, während die übrigen Montan- werte bis 3 Proz. fester eröffneten. Etwas mehr Interesse wurde noch dem Elektromarkt und hier besonders Licht & Kraft mit plus 5 Prozent, Schuckert mit plus 5,5 Prozent entgegengebracht. Die übrigen Werte dieses Marktes gewannen bis zu 2 Prozent. I.-G.-Farben und Zellstoff Aschaffenburg eröffneten bis 3,75 Prozent fester. Stärker hervor traten noch Kali Salzdetfurth mit plus 7 Prozent. Von Glanzstoffaktien waren Dem- berg wieder angeboten und 5,5 Prozent schwächer. Glanzstoff blieben dagegen gut behauptet. Renten still. Im 'Verläufe war das Geschäft wieder recht klein, doch waren Kursveränderungen kaum zu verzeichnen. Zumeist blieben die Kurse gegenüber dem Anfangsniveau gut behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1926, gegen Pfund 20,3910, London gegen Kabel 4,8755, gegen Paris 123,8750, gegen Mailand 93,05, gegen Madrid 34,35, gegen Holland 12,1025. Berliner Börse. Berlin, 21. Oft. Die heutige Börse machte schon von Beginn an einen weiter beruhig- ten Eindruck. Man verwies auf die optimistischen Auslassungen Peter Klöckners in der Generalversammlung der Klöckner-Werke, welcher von einem, auch wohl dicht bevorstehenden Abschluß der Klöckner-Anleihe wissen wollte, und auf die guten Außenhandelsbilanz-Ziffern, die, nachdem sie am Samstag feine Beachtung gefunden hatten, nachwirften. Daß trotz leichten Geldsahes Neuhorf am Samstag schwach lag, wurde nicht tragisch genommen, im Gegenteil, man hofft, daß die Auslandspekulation nach Berlin zugezogen werden könnte. Man erwartet, daß die Banken alle sich ihnen bietenden Stühungsmöglichkeiten ausnutzen werden. Angeregt durch das niedrigere Kursniveau ufto. konnte man seitens der Dankkundschaft heute eine leichte Kaufneigung beobachten, der allerdings anderseits auch noch kleines Angebot gegenüberstand. In den meisten Fällen zeigten die ersten offiziellen Notierungen gegen die Samstagschlußkurse wieder, wenn auch nicht sehr große Befestigungen. Als stärker gesucht sind Aschaffenburger Zellstoff, Schubert & Salzer, Löwe, Feldmühle, Svenska, Sarotti, Salzdetfurth, Schuckert, Tietz, Dessauer und Schlesisches Gas ufto. zu nennen. Bei diesen Papieren betrugen die Gewinne 3 bis 5 Prozent. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer, mit Ausnahme der Anatolischen Renten, zur Schwäche neigend. Pfandbriefe überwiegend angeboten. Der Geldmarkt war etwas leicht. Tagesgeld 7,5 bis 9,5 Prozent, Monatsgeld 9 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel etwa 7,75 Prozent. Auch nach den ersten Kursen konnten sich bei den meisten Papieren weitere Erhöhungen durchsetzen. Angeblich bekundete die Schweiz Nachfrage am Elektromarkt, und für Schiffahrtswerte und Montanpapiere soll Holland als Interessent aufgetreten sein. Als Ausnahme im Verlaufe sind Glanzstoff und Svenska zu nennen, die ihre Anfangskurse nicht behaupten konnten. Frankfurter Eiermarkt. Bei etwas ruhiger gewordenem Geschäft und stetiger Tendenz notierten in der vorigen Woche am Frankfurter Eier-Großmarkt (Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, Jnlandseier ab Station): Pfennig per Stück: Italiener gestrichen, bulgarische 12—12,75, holländische 14—15,60, jugoslawische 12—12,75, polnische 10—10,75, russische 12,50—12,75, dänische 13,50—15,50, belg.-flandr. 14,50—14,75, französische gestrichen, rumänische 11,50—11,75, schlesische gestrichen, bayerische 12,25—12,50, norddeutsche 13,75 bis 14,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurta. M., 21. Olt. Austrieb: 1520 Stück Rinder, darunter 3i ) Ochsen, 75 Bullen, 604 Kühe, 441 Färsen: 435 Kälber; 81 Schafe; 4884 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, aus» gemästete höchsten Schlachtwerts: jüngere 58 bis 61 Mark, ältere 54 bis 57, sonstige vollfleischige 49 bis 53; Bullen: jüngere vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 56 bis 59; sonstige vollfleischige oder aus» gemästete 50 bis 55; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 48 bis 51, sonstige vollfleischige oder ausgemäftete 44 bis 47, fleischige 39 bis 43, gering genährte 30 bis 38; Färsen (Kalbinnen, Jung- rinder): vollfleischige, ausgemäftete, höchsten Schlacht, werts 58 bis 61, vollfleischige 54 bis 57, fleischige 49 bis 53. — Käll er: beste Mast- und Saugkälber 82 bis 85, mittlere Mast- und Saugkälber 76 bis 81, geringe Kälber 70 bis 75. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 90 bis 91, von etwa 200 bis 240 Pfund 90 bis 91, von etwa 160 bis 200 Pfund 90 bis 91, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 86 bis 89 Mark. — Marktverkauf: Rinder rege, nahezu ausverkauft; Schweine mäßig rege, geringer Heben stand; Kälber und Schafe rege, geräumt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Olt. Zum Wochenbeginn war am Frankfurter Proöuktenmarkt das Geschäft äußerst still. Die Zurückhaltung der Käufer wird mit den erneut stark abgeschwächten Oleberfeenotierungen begründet. Umsätze kamen kaum zustande. Es traten allgemein kleinere Verluste ein. Besonders schleppend war das Geschäft am Mehlmarkt bet einem Nachgeben der Preise bis zu 0,50 Mk. Es wurden notiert: Weizen 25,25 bis 25,50; Roggen 18,75 bis 19; Sommergerste für Drauzwecke 20 bis 20,75; Hafer (inlänö.) 19; Mais (gelb) für Futterzwecke 19,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 38 bis 38,25; Roggenmehl 27,25 bis 28,25; Weizenlleie 10,25 bis 10,35; Roggenkleie 10 bis 10,25; Erbsen, je nach Qualität für Speifezwecke 31 bis 44; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 55 bis 60; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 11; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepretzt 6; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 5,75 bis 6; Treoer, getrocknet 16,75 bis 18. Tendenz: ruhig. ©eiülnnansmfl 1. Klass, 34. Prkiiblscb-Liidbeutsche (260. Preutz.) ftlaficn-Kotltrle Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleichet Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Fiebungstag 18. Oktober 1929 3n der heutigen Dormlttaqsziebung wurden Gewmne über 60 M. gezogen 2 Sttotnne ,u 100000 W. 148479 2 ®etolnn< iu 3000 M. 284015 2 ®«tDinne tu 2000 M. 185880 4 öttolnn« zu 1000 M. 264644 373550 8 »ttoinne ju 800 M. 26836 225761 242409 256679 24 ®«tDinne tu 500 <371. 39000 66159 101773 129688 149146 158743 227270 261110 262979 267528 273845 389458 84 «rtnir.n» »u 200 W. 4922 6336 7808 9828 19350 19730 29414 31761 57547 57811 84793 93564 96983 100849 123147 124984 129893 137795 145917 153002 155573 163280 182381 185224 212217 215801 222313 227090 264409 279809 292962 304384 309572 311573 330551 346388 360198 373189 377697 394587 395594 396484 278 frttoinne fu 120 QU. 65 288 1720 1864 3412 4911 6171 6769 8490 8778 14212 16164 16925 20103 26590 31561 31939 42094 47479 50046 65198 56594 65687 57668 57785 60942 61431 69002 69786 70741 71181 72540 73626 73652 80196 85685 88828 89172 96635 97122 97920 100059 106251 107460 115256 116482 118320 118875 125981 127464 129593 130052 131596 135734 144453 149184 149723 161390 162274 154744 158731 162464 163895 164208 165275 165503 176730 176787 192251 192466 192789 194418 194618 205608 205752 207029 211053 211615 218038 228948 230015 230215 232222 234435 240008 246498 246953 248564 251498 253351 254862 256715 269021 273047 273672 285797 288086 288713 291968 292852 294441 300293 304336 310285 312409 321794 322548 330679 331728 339026 339158 339555 340141 340498 342723 343168 343668 344889 348246 351545 356164 356479 359091 365216 367330 367548 371058 373542 374207 379984 382241 383339 387614 389148 390887 395167 395919 397628 397760 Sn der heutigen Nachmittagszlehung wurden Gewinne über 60 M. gezogen 2 Betolnne in 10000 M. 99798 2 ®etoinnt in 3000 M. 328531 4 Gewinn» in 1000 M. 36348 250253 8 Gewinn» in 800 W. 27725 181342 272663 849138 28 Gewinn, in 500 M. 5152 13412 112790 208490 260788 284485 321073 325853 334498 347993 359815 363481 369339 377073 94 Gewinn» ,u 200 M. 9419 19151 27858 34393 89608 41682 61674 67852 68100 74690 86297 90071 101116 104117 105668 111954 116709 126280 127233 133939 135376 137095 137643 140680 157380 163413 176617 184989 190878 215103 218816 225200 234950 248146 262400 293607 297376 297671 322528 335753 342965 364642 359430 359861 366433 393176 397660 254 Gewinn» >n 120M. 6680 9213 14560 16115 22165 25123 25281 27657 36311 41454 47747 48130 60160 51557 63067 65899 69287 63582 66109 67465 72964 73983 76969 78202 80013 80223 91792 96064 96897 97607 98761 99201 102260 102789 109695 116034 116098 115262 116570 118925 125188 130428 139674 147219 148311 150759 151242 163182 158216 160320 161319 172909 174616 177262 177924 178136 178828 180813 182081 182218 189660 194679 199531 202653 206764 210458 213452 224025 224366 230826 232532 235645 237471 239320 240608 241306 241764 267534 268281 259642 266830 267807 269027 271140 273289 275856 277038 279109 280412 290764 291392 291777 293700 294728 296002 297032 300067 303485 304634 306796 317634 325846 332294 3.34017 334036 336235 339132 341440 341473 342903 349959 365917 357023 358049 362137 363132 366883 367785 368636 370796 378060 378284 378348 889198 391968 392254 399926 Die in der heutigen Vormittagsziehung gezogenen beiden Hauptgewinne von je lOOlXXi M. fielen auf Nr. 14B479 in Abteilung I nacb Mannheim. in Abteilung ü nach Frankfurt a. Main. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenauskröge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu rlchien. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Frankfurt a M Berlin Schluß-! Kure | >-UH. ftuto Schlug' ] Sur- ansang. Kur- Saturn 19. 1 . 21. 10. 19. 10. 21. 10 6 . cu jche di.itt)»üiueu). Olt ........ 87,5 _ 87,5 _ 7% Deutsche Rcichsanleihe von 1929 ......... 99 _ 99 — $L Am.« Ablös.-Schuld mit Au, lo>.-Rechten........ 50 50 50,1 50,1 Tp’o' rfjn» 91na|of. Recht'» 9,13 9 9 8,9 8% Hess. Bolkssiaat von 1929 (rückzahlb. 102%) ... .. Obcrhejsen Provinz - Anleihe mit Auelos.-Nechten . . ... . Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 90 — 90 — — — — — — —' — — 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. XIII unkündbar biö 1931 . 7% Franks. Hvp.-Vank Goldpfe. unkündbar bis 1932 ..... 94,75 — — — 85,5 — — — vrme is-Obligatton. rückzahlbar 1932 ”..... - — 4% Oesterreichische Goldrte . 27,25 — 26,9 — 4.20% Lesterr Silberrt» — —■ 4% Oesterreichische Einheitliche Stellte.......... — — 1,9 — 4% Ungarische Goldrte..... 21,9 — 21,75 — 4% Ungarische (staats;, v. 1910 — — 19,65 — 4y,% ttiifll. von 1913 .... — — 4% Ungariidie ftroncnrte.. . . 1,9 — 1,9 1,9 4% lüd. «oltanleihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdavbahn-Anl Serie i. . . 7,3 7,5 7,55 — 7,5 — 7,55 — 4% Beefil. Seri» II 7,5 — 7,5 7,55 B% Rumänische vereinh. Rente von 1903 . . . . — 8,65 _ 4H% Wiimänfldje vereinh. Rente von 1913 ....... 14,025 _ 14,2 — 4% Rumänische vereinh. Rente . 7,15 — 7,1 —• ,'ranlfurt a M Berlin Schtuv-j । ■ U t)1 Rur» | Kure Schluß- Kure ein lang. Kure Datum 19. 10. 21. 10. 19- 10. 21. 10. Hamburg-Amertla Paket ... 7 Hamb.-Südam. Dampfsch. . . b Hansa Dampffchiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....f Allg. Deutsche Creditang. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelSgeicltsch. . . Vi Commerz, und Privat-Bank. 1> Tarmsi. u. Nationaldank . . 1- Deutiche Bank..... 1' Dlicvnto-Gcjellschast, Ant. . u Dresdner Bank...... Reichsbanl........1- Bergmann ... • • Eteltr. LleseningSgesellschaft 11 Licht und Kraft ..... 1' gelten L Guilleaume. . . . 7y, Gei. f. Elclir. Untern.. ... 10 Hamb. Elektr -Werke .... 1 Rhein. Elektr.........f Echtci. Elekf ......1» Sckmckert & Co. ...... 11 Siemen» & Halske ..... IC TranSradio.........8 Lahmcycr 6 6o.. . . . • . 10 Bttderul..........5 Deutiche Erdöl ....... 6 Essener Sicinko^e......8 Gelsenkirchener ...... k Harpcner..........0 Harsch Eisen. ....... 6Yi 311c Bergbau.......10 Kötn-Ncuessen 7 Mannesmann.Röhren .... 7 Manrscldcl Bergbau.....7 Lbcrichles. Gin-nveoatt . ' Oberichlei. Kokewerte.....1 Phönlr Bergbau...... Rheinische Braunkohlen. . . 10 Riebeck Montan......7,2 112 105 121 121,5 182,5 170 254 160 160 151 277 172 192,5 158,5 162 115 164,5 139,5 180,25 316 164 63 100 130 131,5 208 103,5 97,5 121 102 249 101 112,5 105,9 121,5 169 160 160 173 167 166 185,75 318,5 101 104,5 100,5 104,4 103,75 112,25 167 151 105 120,75 121 185,25 170 254,13 160 160 150,5 276,25 172,5 191 156,25 163,5 116 163 125,5 140,5 154,5 179,5 316,5 125,75 165,5 63,75 100 127 129 132 112,75 208,5 101,9 1b 98,5 115 67,5 91,75 103 250,25 100,75 112,5 167 150 105,75 120 121,5 185,5 169,25 383,25 160 160 150 276 172,5 193 157,5 165,5 118,75 167 124,75 140 158 185 316,5 126,5 163,25 63 100,25 128,5 129,5 134 112,5 103,5 111,5 99,9 115 70 93,6 103,75 251,5 102,4 106 Frankfurt a TI Berlin Schluh- Kurs i-Uhi Kurs Schlub-i Kur; | Ansang. Kurr Datum 19. 10. 21. 10. 19. 1J. 21- 10. Bereinigte Stahl» . . . Ctaoi Minen . . . 16'/» Kat werke Ascher-Ieben ... lv ftai werke Westeregeln ... 10 ftaJirout e Salzveilurth ... Ifi n. ® ffarbenHndustrte ... 12 Dynamit Nobel.......6 Scheideanstalt. ....... 9 Goldschmidt ..«•••••5 Rülget-werke ....... 6 Me'.allgeiellichaft.......8 Philipp Hoiimamt......1 (Semen werk Heidelberg ... 10 Cementwcrk Karlstadt ... 10 Wayg « ,rre y ag......8 Schultheis Patzenhoser ... 15 Lstwerke.........12 Der. G>an,siofs......18 Bemberg.........n fielliioh Daldhoj .... 13% gcllftoli Aschaffenburg ... n Charlottenburger ©aifet ... 8 Deslaucr Ga»........9 Daimler Motoren ...... 0 Deutsche Linoleum..... Ao^rw-cte Kl y .r ...... O ttuow. Loew .....10 Rat. Automobil ....... 0 Orenstein 4 Koppel.....6 Leonhard Tietz ...... 10 Yrankj. Maschinen......4 Gritzner..........6 Heyltgenftaedt .......o äunghanl. . . 6 Lechwette. - 8 Maintraitwette Höchst a. M. 8 Mi ag. . . IC Gebe. Roeder.......10 Bcrtgt 4 Haesfna ...... 9 Eüdd. Buda ..so... io 207 212 323,5 180,5 136 65 71 115 87 122,5 86 232 201 206 131,25 34,25 250 38 356,25 41 45,75 6 102,75 106 222 145 ►o KD —* CO CO bO CD 111 11111 i i i i i i i i i £ i i i i i a i i i Willis: ZI I 107,75 63 205,25 212,5 323 181 85 63,5 72 116 87,25 83 274,25 212,25 231 193 204,5 129,5 91,25 165,25 35,5 247 40 36,75 162 18,5 73,5 169,13 356 40 45 40 122 222 144 108,75 63,13 207,5 215 327,5 182 85 63,25 71 117,5 85,5 274,5 212,5 234 196 205,25 135,75 90 170,5 34,4 248 41,5 37 166,25 18 72,5 168,25 360 1 Bantnofen. Berlin, 19. Oktober Geld Bries Amerikanische Noten .... 4,165 4,185 Belgische Noten ....... 58,28 58,50 Dänische Noten ........ 111,75 112,19 Englische Noten ....... 20,245 20,425 Französische Noten....... 16,425 16,485 Holländische Noten ....... 168,11 168,79 Italienische Noten........ 21,91 21,99 Norwegische Noten....... 111,73 112,17 Deutsch.Oesterreich, 4 100 Schilling 58,60 58,84 Rumänische Noten....... 2,465 2,435 Schwedische Noten....... 112,05 112,49 Schweizer Noten........ 80,74 81,06 Spanische Noten........ 59,23 59,47 Tichechoslowaktsche Noten..... 12,347 12,407 Ungarische Noten........ 72,80 73,10 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL 19. Oktober 21. Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Bries Amst.- Rott. 168.46 168,80 168,40 168,74 Puen.-Aireö 1,752 1,756 1,750 1,754 Brn.-Antw 58,41 58,53 58,42 58,54 Christinnia. 111,91 112,13 111,39 112,11 Kopenhagen 111,94 ’ 112,16 111,94 112,16 Stockholm 112.30 112,52 112,29 112,49 öelflngforS. 10,505 10,525 10,499 10,519 5 takten. . . 21,83 21,92 21,875 21,915 London. . . 20,378 20,418 20,376 20,416 Oieunork . . 4,1810 4,1890 4,1795 4,1875 Paris.... 16,445 16,485 16,45 16,49 Schwei; . . 80,935 81,095 80,92 81,08 Spanien. 59,23 59,41 59.94 60,06 Aapan . . . 'Hio de Ian 2,000 2,004 1,998 2,002 0,4975 0,4995 0,497 0,499 Wien in D-" £eft abgcst 58,74 12,379 58,86 58,79 58,91 Prag . . . . 12,399 12,378 12,398 Helzrad . 7,391 7,405 7,387 7,401 Budapest. . 73,03 73,17 73,04 73,18 Bulgarien 3,027 3,033 3,017 3,023 Lissabon . . 18,80 18,84 18,76 18,80 Darutg. . . lÄonfuntm- 81,45 1,992 81,61 1,996 81,43 1,978 81,99 1,982 Athen. . 5,435 5,445 5,435 4,136 5,445 Canada . . 4,144 4,152 4,144 Umouat) . 4,076 4,084 4,086 4,054 Tatro .. 20,90 20,94 20,895 20,935 Wäsche 832JA in schöner Auswahl \V\ \k" i," 'M Oie Zukunst der Adam Opel A.-G Optimismus hinsichtlich der Entwicklung Eine Rede Mr. Sloans. der Automobilindustrie. Sozialdemokraten: Karl Landwirt. es sammelte sich nach und nach eine große Menschenmenge an, die sich auf die Seite der Ruhestörer zu stellen schien. Den Polizeibeamten gesellten sich inzwischen noch andere hinzu, denen angesichts des immer wachsenden Tumults nichts anderes übrig blieb, als drei Ruhestörer, bar» unter die Frau des einen, zur Wache zu bringen. Amtsgericht Gießen. Gießen, 11. Ott. Bei einem durch Ruhestörungen verursachten nächtlichen Straßentumult versuchten zwei Polizeibeamte, die Ruhe wieder herzustellen. Es gelang ihnen aber nicht. Die Ruhestörer wurden immer unbotmäßiger, und Haftbefehl gegen vier Nationalsozialisten. WSR. Frankfurt a. M., 19. Oft. Don den in der letzten Rächt durch die hiesige Polizei f e st g e n o mm enen Rationalsozialisten ist gegen vier Haftbefehl erlassen worden, während die anderen entlassen wurden. die derartig enorme Kräfte für die Schaffung von nationalem Wohlstand in sich berge, jede Förderung, sei es von feiten der Regierung, oder in finanzieller Beziehung, oder sonstwie zuteil werden sollte. Sehr wichtig sei auch die eingehende wissenschaftliche Untersuchung aller Faktoren, die zu der - Wirtschaftlichkeit und Rentabilität des Automobiltransportes in Beziehung stehen. Schon der Konstrukteur sollte sein vollstes Augenmerk einer möglichst wirtschaftlichen Leistung des Wagens widmen. INaximalabsah des Produktes könne nur dann erreicht werden, wenn die Anschaffungskosten und auch die Betriebskosten möglichst niedrig gehalten werden. Der Benzinverbrauch sei wichtig, ebenso wichtig sei die jährliche Steuer. Häufig führe eine Herabsetzung der Steuer für den Wagen infolge der dadurch ermöglichten größeren Verbreitung des Autos zu einem gleichen, wenn nicht gar zu einem größeren Steueraufkommen. Sehr wichtige Faktoren seien auch die Kosten für Versicherung und Finanzierung eines Autos, ebenso wie die Ausgaben für Unterbringung und War- timg. Mr. Sloan kam dann auf die speziellen Fragen der Taktik zu sprechen. General Motors, oder in diesem Falle die Adam Opel A.-G., übernehme die alleinige Verantwortung für die Konstruktion und Herstellung von Automobilen, die nach ihrer Meinung in geeigneter Weise dem Markt angepaht sind, auf dem sie zu konkurrieren haben. Die Verantwortung für das Schöpferische liege bei der Adam Opel A.-G. Die Derantwor- tung für den Verkauf liege bei den Händlern, auf die sich die Opelwerke verlassen müßten. 2Han könne augenblicklich keine definitiven Angaben darüber machen, wie sich das Programm der Opelroerte in Zukunft gestalten werde. Ungeachtet der großen Hilfsquellen, über die man verfüge, stelle die Zeit ein ungeheuer wichtiges Moment dar. Mr. Sloan bat sodann ganz besonders um die Geduld und Unterstützung der Händlerorganisation. Auf Wunsch der Gebrüder Opel sei der Eintritt einer der fähigsten Leiter der GMC., des Herrn Reuter, in die Adam Opel A.-G. erfolgt, deren verantwortliche Leitung er übernimmt. Herr Reuter sei leitender Direktor verschiedener der wichtigsten amerikanischen Betriebe der GMC. gewesen. Auf dem Wege dorthin widersetzten sich diese in recht erheblicher Weise. Sie suchten sich los- zureihen, stemmten sich wider die Erde, ließen sich zum Teil fallen und schleifen und dergleichen mehr. Der Widerstand trug den beiden männlichen Ruhestörern vierzehn, bzw. zehn Tage Gefängnis ein, während die Frau wegen mangelnden Beweises freigesprochen wurde. Sie hatte eine große Aehnlichkeit mit ihrer Schwester, der Frau des anderen Ruhestörers, die auch bei dem Tumulte beteiligt war. Wer von diesen beiden Frauen den Widerstand leistete, vermochte mit Sicherheit nicht fcstgestellt zu werden. Rach zweimaliger Verhandlung, die den Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Pferdefuhrwerk zum Gegenstand hatte, wurde heute das Urteil gesprochen. Die Führer beider Fahrzeuge standen unter Anklage. Der Autolenker soll beim Ueberholen in schuldhafter Weise den Wagen angerannt haben, so daß dieser erheblich beschädigt und der Führer verletzt wurde. Letzterer soll beim Cinbiegen auf die andere Straßenseite den Wechsel feiner Fahrtrichtung durch wagerechtes Halten *6er Peitsche in nicht oder nur wenig erkennbarer Weise angezeigt haben. Trotz Zuziehung von Sachverständigen konnte auch die heutige Verhandlung hinsichtlich der Schuldfrage keine Klarheit schaffen, und es erfolgte Freisprechung beider Angeklagten. Ein Bewohner eines abseits gelegenen Stadtteils dahier zielte mit geladenem Revolver auf einen anderen und rief dabei, er werde ihn totschießen. Beide waren verfeindet, und ein Menschenleben stand auf dem Spiel. Wegen Bedrohung mit einem Verbrechen und verbotenen Waffentragens erhielt der Angeklagte eine Gefängnis st rafevonzehnTagen. Benner, Gewerkschaftssekretär: Karl Bremer, Redakteur: Heinrich Laudon, Dreher: Anna Dech, Hausfrau: Ludwig Rösser, Dreher: Heinrich Stein, Maurer: Aug. Schmidt, Schlossermeister: Adolf Luh, Kaufmann: Ludwig Loh, Oberschasf- ner; Fritz Gerlach, Gewerkschaftssekretär: Otto Möser, Schreinermeister: Ottilie Wacker, Hausfrau: Willy Loh, Schweißer: Heinrich Briegel, Metallarbeiter; Wilh. Dogelhöfer, Landwirt. — Kommunisten: Wilh. Erb: Wilh. Lenz: Ludwig Werner: Emil Schnabel: Zos. Schöffmann: Karl Bernhardt: Karl Hofmann. X Klein-Linden, 18. Ott. Der hiesige Frauenverein eröffnete jetzt wieder die im Winterhalbjahr regelmäßig stattfindenden Frauen- a b e n d e in der hiesigen Kleinkinderschule. Der erste Abend war sehr stark besucht. Mehrere neue Mitglieder sind dem Verein beigetreten. —g— Leihgestern, 19. Oft. Nun ist auch in unserer Gemeinde mit der Errichtung eines Denkmals für die Gefallenen begonnen worden. Ek- soll seinen Platz auf dem Friedhof finden in schöner, stimmungsvoller Umgebung. Die Bauleitung hat Oberbaurat KuKmann in Gießen. Die Arbeiten werden meist von hiesigen Handwerksmeistern ausgeführt. Man hofft, in drei Wochen damit zu Ende zu kommen. Nachdem nun die Entscheidung gefallen ist, daß und wo das Denkmal errichtet werden soll, darf man wohl annehmen, daß auch die anfänglichen Gegner dieses Planes sich damit aussöhnen, so daß es schließlich doch die ganze Gemeinde ist, die mit dem Denkmal ihre Gefallenen ehrt. * Grüningen, 19. Oft. Für die Gemeinderatswahl wurde hier e i n Wahlvorschlag der „Vereinigten Arbeiter und Landwirte" eingereicht. Er lautet: Adam Schäfer, Weißbinder: Llakob Bing el II., Landwirt: Hermann Großhaus, Fabrifarbeiter: Heinrich Hartmann, Strahenwart: Adam Buh, Landwirt und Wagner: Wilhelm Größer, Eleftrotech- niker: Heinrich Fay, Landwirt: Wilhelm 2o- hann Dender, Maurer: Wilhelm AlleslII., Landwirt. Eine A b st i m m u n g ist also für die Gemeinderatswahl hier nicht erforder- I i ch. Diese Einheitsliste zeigt die lang ersehnte Einigfeit unseres Ortes. Nervenkranke u.Nervös-Erschöpfte. Spezlalknranstalt Hofhelm im Tannas bei Frankf.a.M. — Prospekte durch Der Präsident der General Motors Corporation, Mr. Alfred P. Sloan jun., entwickelte vor dem Händler- und Vertretertag der Adam Opel A.-G. in Frankfurt a. M seine Gedankengänge über die Richtlinien von General Motors über d i e Weiterentwicklung des Opel-Ge- schäftes. In dieser Rede kam ein bemerkenswerter Optimismus hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Automobilindustrie in Deutschland und speziell der Adam Opel A.-G. zum Ausdruck. Das absolute Bestreben der G. M. C. gehe dahin, bei der Entwicklung des Opelgeschäftes die Opelroerte zu allen Zeilen grundsätzlich als eine deutsche Institution zu erhalten. Damit sei gemeint, daß deutsche Arbeiter und deutsche Beamte beschäftigt werden. Amerikanische Beamte kämen nur insofern in Betracht, als sie jeweils zur Einführung der Betriebsstatistik und Betriebsgrund- sätze der G. M. C. erforderlich seien. Man .werde in größtmöglichem Ausmaße von deutschen Arbeitern hergestelltes, deutsches Material verwenden. Die Tatsache, daß die G. M. C. von Amerika aus gleichzeitig Automobile nach Deutschland importiere, sei ohne Einfluß auf die Weiterentwicklung von Opel. Auch in Amerika machen die verschiedenen Wagentypen des Konzerns einander mehr oder weniger Konkurrenz. Opel fabriziere augenblicklich etwa 40 000 Automobile im Jahr. Er, der Redner, verkenne nicht, daß die allgemeine wirtschaftliche Lage augenblicklich etwas schwierig sei, aber trotzdem werde er enttäuscht sein, wenn nicht nach Ablauf von 5 Jahren Opel über 200 000 Automobile im Jahre fabriziere. Die Absicht der GMC. gehe dahin, nicht nur die bewährten Traditionen der Opel- werfe zu erhalten, sondern auch unter erschöpfender Auswertung der Mittel und Fähigfeiten der GMC. sie zu einem noch größeren und besseren Unternehmen zu gestalten, und zwar allezeit zu einem deutschen Unternehmen, das dazu berufen sein solle, eine noch viel wichtigere Rolle im industriellen Leben Deutschlands zu spielen als bisher. General Motors glaube, daß durch die Entwicklung der Automobilindustrie und im besonderen der Adam Opel A.-G. ein wichtiger Faftor für die Schaffung von Wohl st and in Deutschland geschaffen werde, der sich in steigendem Maße auswirken dürfte. Es sei äußerst wichtig, daß für die Ausdehnung und Weiterentwicklung einer Industrie^ Oberhessen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 19.Oft. Die Vorschlagslisten für den zu wählenden Gemeinderat sind nun bei der Bürgermeisterei eingereicht. Die Liste der bürgerlichen Parteien zeigt verschiedene Aenderungen gegenüber früher, während bei der Sozialdemokratie zum erstenmal zwei Frauen auf der Liste erscheinen. Die Vorschlagslisten lauten: Bürgerliche: Karl Lang, Landwirt: Karl Kehler, Töpfermeister: Karl Weller V., Lademeister: Heinrich Rodenhausen VI., Landwirt: Karl Seibert V., Sandgrubenbesiher: Gustav Schneider, Gastwirt: Adolf Jung, Landwirt: Karl Reichelt, Lehrer: Karl Euler, Reisender: Heinrich Kreiling XII., Landwirt: Ernst Dierau, Kaufmann: Karl Otto Kreiling, Hilfsarbeiter: Heinrich Christoph Kreiling, Strahenwart: Phil. Reuter X., Landwirt: Ludwig Phil. Müller, Knnststoplerei König repariert Kleidungsstücke, Seidenstrümpfe und Teppiche in 3—4 Tagen / Arbeit konkurrenzlos! uö/6J Walllorstr.llx ~ 3 4 2 e & s e do c <0 e l E j & 0) S L h s’ KL 19 c~ * M a- iO El «ÄV O U 5 £0 H l^EEg chüW - ® E c § edo b o P e * L e HZ £> Ke N Die letzten Neuheiten in Diwandecken Die Einäscherung und Beisetzung findet in der Stille statt 86820 8248A neben. 06765 verren C. Röhr & Co Walltorstraße Nr. 2 9689D Im Namen der Hinterbliebenen: Dr. med. Paul Bornemann. in feines ATliuidspiilglas gratis! Tüchtige Friseuse sucht Stellung. Schrift!. Angeb. unt. 06751 a. d. Gieß. Anz. Hofgut Obbornhofen (Wetterau), Swintochlowice, den 21. Oktober 1929. Stücke aus der vorigen Saison weit unter Preis Frau od. Mädchen z. Putzen ges. 06753 Weltanl. 49 L Teppichen Vorlagen Läufern *9? ATI grosse Tute dazu: Handl, gut emgek. Ä-----unter gllnst. MM« vergibt Fabr. lägt. 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