Nr. 222 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 2\. September 1929 (Er|d)etnt täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanschlüsse unterSammeInummer225i. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Vrilck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. 8chrif1leitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Angelsächsische Verständigung. Mit der Uebernahme der Regierung durch das zweite Labourkabinett in England scheint eine neue weltpolitische Konstellation heraufzudämmern. Wer annahm, cs habe sich bei Snowdens Dor- st o ß im Haag für England um das Haben oder Nichthaben von ein paar Millionen aus der großen Beute vua Versailles gehandelt, der hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Nein, der Scha^kanzler der britischen Labour- rcgierung wünscht^ durch sein schroffes Vorgehen im Haag zu dokumentieren, daß England seine Handlungsfreiheit gegenüber jedermann, auch gegenüber Frankreich zurüctgewonncn habe. Der Arbeiter» prcmicr Äacdonald und sein Außenminister Henderson halten sich beeilt, diese Auffassung ihres Minister- kolleAen vom Schatzamt über den grundlegenden Kurswechsel der britischen Außenpolitik ihrerseits zu '-nterstreichen. Eine Parallele zu Snowdens Aktion im Haag ist jetzt Lord Robert Cecils Wiederauf- treten im Abrüstungsausschuß des Genfer Völkerbundes. Auch hier die Besinnung auf rein britische Interessen und die Front gegen Frankreich. Und doch wäre es voreilig, wollte man schon von einem Ende der entente cordiale sprechen. Frankreich und England haben zuviel gemeinsame Interessen, sitzen fid) zudem zu sehr auf der Pelle, als daß nicht auch eine Labourregierung wünschen müßte, freundschaftliche Beziehungen zu dem gewaltig gerüsteten Nachbarn jenseits des Kanals zu unterhalten. Wenn man jedoch unter der franko-britischen Entente den Verzicht Londons auf eine eigene politische Linie wenigstens in Europa und im Völkerbund versteht, wie er unter Sir Austen Chamberlains unheilvollem Regime im Foreign Office Methode geworden war, jo, dann allerdings ist cs mit der entente aus und vorbei. In Paris vertritt zwar England immer noch der frankophile Sir William Tyrrell, aber man merkt am Quai d'Orsay doch den kühleren Wind von jenseits des Kanals und die Pariser Presse verhehlt nur sch!cd)t ihr Mißtrauen zum neuen Kurs der britischen Politik. Es ist noch nicht lange her, daß Snowden in Frankreich der bestgehaßte Mann war und in Paris eine besorgte Polizei aus Angst vor der überiochenden Volksseele die an sich gar nicht so furchterregende Figur des britischen Schatzkanz- lers aus den Filmstreifen von der Haager Konferenz c"ifernen ließ. Die Stimmung ist seitdem eher sch.cchter geworden. Macdonalds Ab- rüstungsoffensive fällt den Franzosen auf die Nerven. Aber sie werden sich damit abfindcn müssen, daß die Zeiten vorüber sind, wo Frankreich und England Arm in Arm in Genf sowohl die amerikanischen Seeabrüstungspläne, wie auch die Abrüstungsaktion des Völkerbundes sabotierten. Das zweite Labourkabinett geht eigene Wege und die führen hinüber nach Amerika, zu einer gründ- lichen Neuorientierung im Verhältnis der beiden angelsächsischen Weltmächte. Das Verhältnis zwischen England und den Vereinigten Staaten hatte sich seit der Beendigung des Weltkrieges langsam aber stetig verschled)tert. In den Tagen Austen Chamberlains war cs so zugespitzt, daß man fid) auf dem Kontinent daran gewöhnt hotte, in absehbarer Zeit mit kriegerischen Verwicklungen zwischen den angelsächsischen Schwcster- nationen zu rechnen. In Kanada, in Australien, in China, im Oelgebict von Mossul, auf den neuen großen Wirtschaftsmärkten Südamerikas, überall häufte sich der Konfliktsstoff, entscheidend für das beiderseitige Verhältnis war jedoch die Einstellung zur S c e a b r ii st u n g. Die Initiative zur Besprechung dieser Frage ging von den Vereinigten Staaten aus, die sich durch das britisch-japanische Bündnis im Stillen Ozean bedroht fühlten. Auf der vom Präsidenten Har ding 1921 in Washington in Szene gesetzten Abrüstungskonferenz der Seemächte wurde das britisch-japanische Bündnis zu Grabe getragen und über die Beschränkung der großen Schlachtschiffe ein Abkommen getroffen. Das inecr- beherrschende Albion, dessen Flotte vor dem Weltkriege stärker sein mußte, als die beiden nächst- grüßten Flotten zusammengenommen, war es zufrieden, daß cs sich mit Amerika und Japan auf einen Mächtestandard von 5:5:3 einigen konnte. Die Beschränkung der Linienschiffe traf die Vereinigten Staaten relativ am stärksten und England empfand cs namentlich mit Rücksicht auf seinen wesentlich schmäleren Geldbeutel als eine wesentliche Erleichterung, daß wenigstens die Schlachtflotten vorerst aus dem kostspieligen Wettrüsten ausschieden. Für das über den ganzen Erdball gespannte britische Imperium war der Dau zahlreicher und schlagkräftiger Kreuzer für die Verteidigung britischer Lebensinter- csscn in allen Teilen dcr Welt wichtiger als der Luxus großer Schlachtschiffe. Da auch Japan und die kleineren europäischen Seemächte Frankreich und Italien fid) der Ausdehnung der Abrüstungskonven- tion auf die anderen Schiffskotegorien Kreuzer, Zer- ft irer, Torpedo- und U-Boote widersetzten, ließ das Ergebnis der Konferenz von Washington eine fühlbare Lücke, die auf einer zweiten für 1931 in Aus- sicht genommenen Abrüstungskonferenz der Seemächte geschloffen werden sollte. Hardings Nachfolger, Präsident C o o l i d g e, hat den Versuch gemacht, schon früher zu einer Ergänzung des Abkommens van Washington zu kommen. Der Standard von 5:5:3 sollte auch auf die kleineren Schiffe ausgedehnt werden. Dem widersetzte fid) namentlich England, es konnte nicht auf die Ueber- legenheit seiner Krcuzerflotte verzichten und auch die übrigen, Japan, Frankreich und Italien, hatten kein Interesse an einer Beschränkung der anderen Kategorien, wie Coolidge sie anstrebte. So verliefen diese neuen Verhandlungen in Gens 1927 völlig erfolglos. Was sich dann ereignete, fällt in die Zeit der dicksten Freundschaft zwischen London und Paris, oder anders ausgedrückt, der stärksten Abhängigkeit der Downingstreet vom Quai d'Orsay. Hinter dem Rücken Amerikas trafen England und Frankreich Die Düsseldorfer Tagung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie. Das Verlangen nach Lastenabbau und Steuerreform. - Deutsche Wirtschaft und der Gedanke einer paneuropäischen Zollunion. D ü s s e l d o r f, 20. Sept. (WB.) JnderHaupt- ausschuhsihung der Reichsverbandes der Deutschen Industrie stellte u. a. Direktor Dr. Haußmann in seinem Referat „Grundsätzliches über die Llmgestaltung der Steuerpolitik" anhand der soeben vom Reichsverband veröffentlichten Arbeit über Besteuerung, Ertrag und Arbeitslohn industrieller Unternehmungen im Jahre 1927 fest, daß selbst in dem verhältnismäßig noch günstigen Jahre 1927 d ie durchschnittlichen Ausschüttungen der industriellen Gesellschaften, auf das Rominalkapital berechnet, 5,7 Prozent und daß die durchschnittlichen Steuerleistungen 7,9 Prozent betragen haben. In diesen Zahlen sei aber die weitere starke Steuerbelastung nicht mitenthalten, die von denGesellschaftern auf die ausgeschütteten Gewinne zu entrichten seien. Hierna^) ergebe sich zwischen dem Ertrage der Unternehmungen und der Höhe ihrer Besteuerung ein starkes Miß- Verhältnis, auf welches die Stagnation der Wirtschaft zum wesentlichen Teile zurückzuführen sei. Der durch die Senkung der Umsahsteuersähe verursachte Einnahmeausfall in den Reichseinnahmen in Verbindung mit dem Stand der Ausgaben der öffentlichen Körperschaften habe Len Steuerdruck auf die produktive Wirtschaft, insbesondere durck) weitere Anspannung der Gewerbebesteuerung noch verschärft. Cs fei daher Hauptaufgabe einer kommenden Steuerreform, der produktiven Wirtschaft eine durchgreifende Steuererleichterung zu gewähren. In erster Linie sei der völlige und sofortige Wegfall der Jndustrieauf- bringung notwendig. Ein nur allmählicher Abbau der Jndustrieausbringung sei abzulehnen. Zu fordern sei ferner eine durchgre i7 e nde Senkung der Gewerbebesteuerung, die aber in einer Form geschehen müsse, daß den legitimen Bedürfnissen der Kommunen durch eine andere Ausgabenverteilung und andere Steuerüberweisungen Rechnung getragen werde. Weiterhin. müsse an eine Senkung der überspannten Einkommensteuertarife herangegangen werden. Soweit hierzu nicht ausreichende Mittel zur Verfügung stehen, müsse der Ausgleich in einer entsprechenden indirek- ten Besteuerung gefunden werden. Wenn hierbei auch die Frage einer Ausgestal tung der Besteuerung von Bier, Tabak und Alkohol ernstlich zu erwägen fei, dürfe man doch von einer derartigen Maßnahme keine allzu großen Mehreinnahmen erwarten. Der Redner verlangte dann Ersparnisse aus allen Gebietender öffentliche nW i r t s ch a f t. Vor allem müsse in der Arbeitslose n- frage an durchgreifende Einschränkungen der Ausgaben herangegangen werden. Die öffentlichen Betriebe müßten so wie alle anderen Privatbetriebe besteuert werden. Generaldirektor Dr. H e i l n e r von der Deutschen Linoleum A.-G. forderte eine verstärkte Aktivität zur Durchführung der paneuropäischen Ziele. Der europäische Zollabbau müsse möglichst bald kommen. Durch die Niederreißung der Zollgrenzen Berlin, 20. Scpf. (Priv.Tel.) Das hochkapilel des Jungdeulschen Ordens hat heute eine Entschließung gefaßt, die sich gegen das Volksbegehren hugenbergs wendet und in der es heißt: „In einmütiger Empörung stellen wir fest, daß eine Anzahl Führer der Rechten mit einer verblüffenden Leichtfertigkeit im Begriff ist. die nationale Opposition in eine noch nie dage- wesenc Niederlage zu führen. Wir legen Verwahrung dagegen ein. daß im Namen des nationalen Deutschlands ein Volksbegehren veranstaltet werden soll, dessen katastrophaler Ausgang schon heute besiegelt ist. Die Herren hugenberg, Hitler, Seldte sind nachweislich außerstande, mehr als 20 Millionen Stimmen für ihr Volksbegehren zu gewinnen. Sie zerstören die deutsche Einheitsfront gegen die fcricgsfchuldlüge, sanktionieren die Tributabmachungen der parlamentarifchen Regierung mit der Stimme der Nation und b e - leidigen den hochverehrten Reichprä- sidenten v. Hindenburg. Den versuch, die Kriegsschuldlüge zum Gegenstand einer Volksabstimmung zu machen, weisen wir aus Gründen unseres nationalen Gewissens zurück. Wir protestieren dagegen, daß dem Ausland die Möglichkeit gegeben wird, das Ergebnis der kommenden Abstimmung zu einer deutschen Frontbildung für und wider die Kriegsschuldlüge zu stempeln. Wir empfinden es als unsere Pflicht, schon jetzt zu betonen, daß auch entschlossene Gegner der Kriegs- schuldlüge dieser Abstimmung fernbleiben werden. Wir wollen damit erreichen, daß unter keinen Umständen diejenigen Deutschen, die nicht für das Volksbegehren der Herren hugenberg. Hitler, Seldte stimmen, von den Gegnern Deutschwürdc eine allgemeine Umsatzsteigerung herbeigeführt werden. Als Beispiel führte der Redner die Zollunion des britischen Imperiums an. Die Konkurrenz der Länder mit niedrigen Löhnen dürfe nicht als Dauerzustand, sondern nur als vorübergehende Erscheinung angesehen werden. Größere Standortverschiebungen dcr Industrien als bisher lands als Kronzeugen für die Schuld Deutschlands am Kriege bezeichnet werden. Die Forderung nach der Beseitigung der Artikel 231, 429, 430 des Versailler Diktates bezeichnen wir als einen unzulänglichen Ausdruck des deutschen Freiheitswillens. Wir sprechen vollends im Geiste der Mehrheit des deutschen Volkes, wenn wir erklären, daß der Anschluß Oesterreichs und die Neuregelung der deutschen Grenzen im Osten die Grundbedingungen jeder deutschen Freiheitsforderung sind. Dabei ist die Räumung des deutschen Reiches von feindlicher Besatzung eine Selbstverständlichkeit. wir protestieren dagegen, daß der Gesetzentwurf der Herren hugenberg, Hitler, Seldte uns auf den Zu st and des Dawes-Planes zurückführen will. Wir fordern, daß die nationale Opposition im deökfchen Volke zur Revision des Gesamtproblems der Tributregelung aufgespart wird. In tiefer Empörung weisen wir die in § 4 des Gesetzentwurfes enthaltene Beschimpfung des Reichspräsidenten o. Hindenburg zurück. Wir haben mehr vertrauen zu dem nationalen Becanl- wortungsbewuhtfein Hindenburgs als zu den Herren hugenberg, Hitler, Seldte. wir fordern alle fachlich denkenden und verantwortungsbewußten Kreise auf, das Katastrophen- gefch der Herren hugenberg, Hitler, Seldte schon in der nationalen Opposition zu Fall zu bringen, um die sichere Blamage auf diese Herren zu beschränken und die nationale Bewegung vor einer Mitschuld zu bewahren. * Die vorstehende Entschließung des Hochkapitels hat der Hochmeister dem Reichspräsidenten v. Hindenburg mit der Versicherung des uneingeschränkten vertrauens zu ihm übermittelt. Der Zungdeuische Orden gegen Hugenbergs Volksbegehren. Einmütiger Protest des Hochkapitels. — Vertrauenskundgebung für Hindenburg. gcheimeSIbm ad) ungen, bie im gegenseitigen Kuhhandel Englands Wünsche zur See mit Frankreichs Plänen für die Landrüstung in Einklang bringen sollten. Frankreich willigte ein, die britische Forderung nad) uneingeschränktem Bau von Kreuzern im Rahmen der festzustellenden Gesamttonnage zu unterstützen. England verzichtete auf seinen Widerstand gegen die französischen Wünsche, die sich gegen eine Einbeziehung der ausgebildeten Reserven in die Beschränkung der Landrüstungen richtete. Die Findigkeit amerikanischer Journalisten in Paris brachte diesen sauberen Plan ans Licht, bevor es zu festen Abmachungen gekommen war. Großer Eklat in Washington und London. Die öffentliche Meinung Englands, ohnehin schon besorgt über die wachsende Abkühlung im Verhältnis zum angelsächsischen Vetter und gereizt durch die Politik Chamberlains, der sich allzu willig von Poincare hatte ins Schlepptau nehmen lassen, forderte entschiedenen Kurswechsel. Auch in der eigenen konservativen Partei fand Chamberlain fd)arfe Kritiker, die die Abhängigkeit von Frankreich und das Zerwürfnis mit Amerika für verhängnisvoll hielten. In Washington war man schwer verschnupft. Das Kabinett Coolidge brad)te ein neues Flottenbauprogramm heraus, das eine starke Vermehrung der amerikanischen Kreuzerflotte vorsah und damit England an der empfindlichsten Stelle traf. Der Abrüstungsgedanke hatte einen schweren Schlag erlitten. Das Problem der Seeabrüstuna schien in die gleiche hoffnungslose Stagnation fallen zu sollen, in der fid) Die Frage der Abrüstung der Landheere dank der bisher gemeinsamen Sabotage Frankreichs und Englands und ihrer östlichen Vasallen befand. Der im Frühling dieses Jahres ans Ruder gelangten zweiten Labourregierung blieb es vorbehalten, den ersten Schritt zu der von der öffentlichen Meinung Englands dringend gewünschten Annäherung an die Vereinigten Staaten zu tun. Das Sprungbrett konnte nur die Rüstungsbeschränkung zur See sein. Mit General Dawes, dem neuen Botschafter des Kabinetts Hoover in London, begann Macdo - n a I d sofort Verhandlungen über eine Flottenver- ftänbigung. In der Zurückgezogenheit des fchottifchen Hochlands find beide — während die Welt ihre Blicke ausschließlich auf die Haager Konferenz gerichtet hatte — offenbar überraschend schnell soweit gediehen, daß eine Einladung Amerikas und Englands an die anderen Seemächte Japan, Frankreich und Italien zu einer neuen Abrüstungskonferenz in London schon für die allernächste Zeit zu erwarten ist. Noch Ende dieses Monats, also vor Zusammentritt der Konferenz, wird der britische Premier seine schon lange geplante Reise nach Washington antreten, um in persönlichen Verhandlungen mit dem amerikanischen Präsidenten noch schwebende Meinungsverschiedenheiten zu klären. In London werden sich also Japan, Frankreich und Italien einer geschlossenen Front der beiden größten Seemächte gegenübersehen. Ihre Stellung wird also vermutlich noch ungünstiger sein, als sie es seinerzeit schon in Washington war. Kein Wunder, wenn alle drei über die Einladung Macdonalds und Hoovers wenig begeistert sind und heute schon ihre Vorbehalte anmelden gegenüber den erst in groben Umrissen bekannten Plänen der angeb sächsischen Mächte. Grade die Interessen der kleineren Flotten werden diesmal besonders berührt werden, da man in London nicht nur die Verlängerung der über die Linienschiffe in Washington geschossenen Abmachungen zur Debatte stellen wird, sondern auch eine Beschränkung der Kreuzerbauten, der Zerstörer und Torpedoboote anstreben und auch vor der umstrittenen U-Boot-Waffe nicht Haltmachen will. Einig sind nun zwar die drei Kleinen im Widerstand gegen möglichst jede Beschränkung ihrer See- rüstung, aber untereinander gehen doch ihre Interessen recht auseinander, ja die Frankreichs und Italiens kollidieren sogar in wichtigen Punkten. Japan legt Wert auf eine starke Kreuzerflotte. Es wünscht den für die Linienschiffe akzeptierten Standard von 5:5:3 für die Kreuzer in einen solchen von 10:10:7 umgewandelt zu sehen. Gegen eine Verminderung der U-Boot-Waffe oder gar gegen ein radikales Verbot ist Japan so gut wie die beiden europäischen Seemächte, die aber als Rivalen um die Seeherrschaft im Mittelmcer untereinander nicht einig sind über Das Stärkeverhältnis ihrer Flotten. Mussolini verlangt absolute P a - rität. Der Duce hat als Angelpunkt seiner Flottenpolitik den Grundsatz verkündet, daß Italiens Flotte keiner anderen europäischen nachstehen dürfe. Frankreich Dagegen verlangt im Hinblick auf die Sicherung der Verbindungswege nach Nordafrika und mit Rücksicht auf die Notwendigkeit, zwei Küsten, die atlantische und die Mittelmeerküste, verteidigen zu müssen, unbedingte Ueberlegenheii über jede andere europäische Flotte, Frankreich und Italien gehen also mit Auffassungen nach London, Die kaum in Einklang zu bringen (ein werden. So wird es auch auf der neuen Seeabrüftungsfonfe- renz noch Schwierigkeiten genug geben, wenn auch die angelsächsischen Mächte unter sich einig sind und namentlich Amerika wohl in der Lage wäre, durch finanziellen Druck auf Frankreich und Italien, die beide bei ihm stark in der Kreide stehen, ein von ihm gewünschtes Ergebnis zu erzwingen. Uebertriebenen Hoffnungen Darf man sich indessen nicht hingeben, namentlich wird man kaum daraus bauen können, daß nun von Der ßonDoner Konferenz ein starker Impuls für eine tatsächliche' Inangriffnahme der Abrüstung Der LanDheere, an Der Deutschland ja lediglich interessiert ist, ausgehen werde. Der erprobte Vorkämpfer der Abrüstung, Lord Robert C ecil, ist zwar als Delegierter derLabourregierung wieder nach Genf zurückgekehrt und hat hier versucht, die Frage der Landabrüstung wieder in Fluß zu bringen, aber auch hier hat sich sofort die neue Front Frankreich, Italien und Japan konstituiert, wozu noch Polen und die Kleine Entente stoßen. Die neuen Anträge Lord Cecils, die die ausgebildeten Reserven wie das lagernde Kriegsmaterial als „potentiels de guerre" anerkannt wissen wollen und damit ganz in Der Richtung früher abgelehnter deutscher Anträge liegen, haben den heftigsten Widerstand der neuen Einheitsfront gegen die Abrüstung gefunden. Frankreich und seine Bundesgenossen wollen diese unbequemen Anträge an die Vorbereitende Abrüstungskonferenz abschieben, um auf diese Weise eine Besprechung möglichst lange hinauszuschleppen, während England, von dem deutschen Delegierten unterstützt, die zuständige Kommission des Völkerbundes damit befaßt wissen will. Leider ist wenig Wahrscheinlichkeit dafür vorhanden, daß man so oder so von den rein platonischen Gesprächen in ®enf und anderswo in der Landabrüstung zu prak- tischen Taten übergeht. Wird die Verständigung der angelsächsischen Mächte Frankreich und die Militärmächte des Kontinents zu der Ansicht bringen, daß eine Angleichung der Rüstungen selbstoerständ- lichc Voraussetzung für ein „Paneuropa" im Sinne Briands ist? Oder will man warten, bis der Geldgeber Amerika Europa seinen Frieden diktiert, der doch sehr anders aussehen könnte, als ihn brave Paneuropäer vom Schlage Briands sich heute vorstellen. durch privatwirtschaftliche Zusammenschlüsse seien nicht zu gewärtigen. Eine Politik der Exportsteigerung durch Senkung von Löhnen sei weder lohnpolitisch möglich- noch andererseits zweckmäßig wegen der dann erfolgenden weiteren Zollabsperrung der Absatzländer. Dr. M ü l l e r-Oerlinghausen, Mitglied des Reichswirtschaftsrates, erklärte anschließend, soweit das paneuropäische Programm ein Sofortprogramm bilden solle, müsse es als eine völlige Unmöglichkeit bei der augenblicklichen Lage der deutschen Wirtschaft bezeichnet werden. Ein großer Teil der deutschen Landwirtschaft, insbesondere im Olten, würde z. B. durch eine Zollunion der völligen Existenz Vernichtung überantwortet werden. Die wirtschaftliche Umschichtung durch eine in Kürze herbeiaeführte europäische Zollunion würde einen solchen Umfang annehmen, daß sie bei dem heutigen cntkapitalisierten Europa einfach nicht erträglich wäre. Voraussetzung für eine Entscheidung in positivem Sinne sei die Wiederherstellung der politischenund wirtschaftlichen Handelsfreiheit in der deutschen Wirtschaft. Geheimrat Duisberg stellte die Uebereinstimmung seiner Meinung mit der von Dr. Müller-Oerlinghausen fest. Diese Erklärung gab er gleichzeitig auch für Geheimrat Kastl ab. Sozialdemokratie und Bersicherungsreform. Berlin. 20. Sept. (DDZ.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion faßte einstimmig folgende Entschließung: Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion sieht in den sachlichen Erhebungen und Feststellungen des Sachverständigenausschusses für Arbeitslosenversicherung eine Bestätigung ihrer wiederholt bekundeten Auffassung, wonach die Beseitigung der nachweisbar bestehenden Mißbräuche und eine befristete Beitragserhöhung in Verbindung mit einer sozialen Reuregelung der Saisonarbeitern nt er st ühung die Finanzierung der Arbeitslosenversicherung ermögliche. ohne daß eine allgemeine sozialpolitisch unerträgliche Verschlechterung der Dersicherungs- leistungen vorgenommen wird. Sie stimmt deshalb den Beschlüssen des Sozialpolitischen Ausschusses des Reichstags soweit zu. als sie diesen Rahmen einer Aenderung des Arbeitslosenver- sicherungsgesehes nicht überschreitet. Die Fraktion begrüßt aber gleichzeitig den beharrlichen und geschlossenen Widerstand, den Partei und Gewerkschaften in wochenlangem zähen Ringen gegen alle weitergehenden Gesetzesänderungen und Abbaupläne geleistet haben. Ohne die allgemein politische Bedeutung irgendwie zu verkennen, die sich aus einer weiteren politischen Zuspitzung im Kampf um die Arbeitslosenversicherung ergeben kann, verlangt die Fraktion, daß auch weiterhin der bei den bisherigen Verhandlungen von den sozialdemokratischen Unterhändlern gezogene Rahmen beibehalten wird, da die Sozialdemokratie nur innerhalb dieser Grenzen eine Mitverantwortung für die Reform der Arbeitslosenversicherung zu tragen bereit ist. Obwohl die Sozialdemokratie die Rotwendigkeit anerkennt, die Arbeitslosenversicherung aus eigenen Mitteln zu sanieren, hält sie doch daran fest, daß bei unvorhergesehener Zuspitzung der Lage des Arbeitsmarktes das Reich die Pflicht zur Leistung von Zuschüssen hat. Sie lehnt es entschieden ab. daß die Sanierung der Reichsfinanzen und der Abbau der Steuerlasten durch einen Abbau der sozialpolitischen Leistungen des Reiches erlauft werde. Soweit die Berliner Blätter zu der Entschließung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zur Frage der Arbeitslosenreform Stellung nehmen. weisen sie darauf hin, daß sich an dem bisherigen Standpunkt der Partei nichts geändert hat, daß aber auch die Tür zu weiteren Verhand lungen offen gelassen wird. --- Die „B ö r s e n z e i t u n g" schreibt: Die ..Grenzen", in die die sozialdemokratische Entschließung die Reform pressen wolle, sei für die deutsche Wirtschaft unannehmbar und damit hoffentlich auch für die Deutsche Volkspartei. — Der „B ö r s e n k u r i e r" sagt: Verharre die Sozialdemokratie auf ihrem bisherigen Standpunkt, lediglich, einige Mißbrauchs- bestimmungcn anzunehmcn und über eine geringfügige Sonderregelung der berufsüblichen Arbeitslosigkeit hinaus jede finanzielle Sanierungsmaßnahme abzulehnen, dann sei die Krise kaum mehr zu umgehen. — Der „Lokal- anzeige r" ist der Ausfassung, daß durch die sozialdemokratische Entschließung die Volks- partei vor eine schwierige Lage gestellt wird. Die Ironien im Abrüstungsausschuß. Freunde und Gegner der Rüstungsbeschränkung Genf, 20. Sept. (WB.) Im 21 b r ü ft u n g s a u s« ausschuß sprach sich in der anschließenden Aussprache über den englischen Antrag zur Abrüstungs- srage S o k a l (Polen) unter wiederholte Stellungnahme gegen die Ausführungen des Grafen Bernstorfs im «inne der französisch-italienisch-japanischen Stellungnahme gegen den englischen Antrag aus. Die südslawische Delegation nahm die gleiche Haltung ein. Vorbehaltlos f ü r den englischen Antrag sprachen sich dagegen die Vertreter von Norwegen, Dänemark und Schweden, Ungarn und Oe st erreich aus. Der norwegische Delegierte erklärte u. a., er sehe nicht ein, warum die Völkerbundsversammlung dem Vorbereitungsausschuß feine Wünsche aussprechen könne, in welcher Richtung sie die Arbeiten orientiert sehen wolle. Den gestrigen Ausführungen des Grafen Bernstorff könne er sich voll anschließen. Der dänische Außenminister Munch unterbreitete den Abrüstungsplan der Interparlamentarischen Union, der der Abrüstungskonferenz vorgelegt werden soll, ebenso wie der der sowjet- russischen Regierung. Der Redner trat dafür ein, die Abrüstungskonferenz m ö g l i ch st bald ein- zubcrusen. Wenn die erste Abrüstungskonvention auch nur die Einstellung des Wettrüstens und eine bescheidene Abrüstung bringen und eine schrittweise Abrüstung vorsehen würde, so wäre das in den Augen der Oeffentlichkeit ganz be- stemmt kein Mißerfolg. Der ungarische Delegierte T a n c z o s erklärte, daß eine Abrüstungskonvention auf Grund der jetzigen Vorschläge des Vorbereitungsausschusses nicht dem Ziel entsprechen und auch nicht einmal einen ersten Schritt zur Abrüstung bedeuten würde. Der englische Oeffeniliche Finanzwirischast und Kapitalmarkt Scharfe Kritik des Essener Oberbürgermeisters an der Finanzgebahrung der öffentlichen Hand. Essen, 19.Sept. (TU.) Bei einem geselligen Beisammensein der Essener Stadtverordnetenversammlung hielt Oberbürgermeister Bracht eine programmatische Rede über die zukünftigen Aufgaben von Groß-Essen, toobei_ er auch die Finanzgebarung der öffentlichen Hand kritisierte. Bracht betonte, es sei unverantwortlich, große Projekte mit den heutige n Zinssätzen wo möglich gar noch mit kurzfristigen Krediten in Angriff nehmen zu wollen. Erst wenn fünf- oder sechsprozentige langfristige Anleihen der Stadt zur Verfügung ständen, könne man über das unbedingt notwendige Maß hinaus kostspielige Pläne ausführen. Der Zeitpunkt, wo der i n - ländische oder ausländische Kapitalmarkt derartige langfristige Anleihen mit einem allenfalls noch erträglichen Zinsfuß wieder zulassen werde, werde niemals kommen, wenn die öffentliche Hand im Reiche, Ländern und Gemeinden derartig weiter wirtschafte, wie das seit 1924 bei uns geschehe. Solange auf dem Kapitalmarkt alles, auch zu den ungünstigsten Bedingungen mit Beschlag gelegt werde, würden wir nicht zur Ruhe kommen'und werde unsere Wirtschaft innerlich nicht gesunden. Bei den heutigen Zinssätzen gehe der Mittelstand einfach zugrunde. Auch die mittleren Industrien könnten, noch dazu, wenn sie noch Zahlungsziele bewilligen müßten, auf die Dauer dabei nicht bestehen. Rur auf einer gesunden Wirtschaft könne die kommunale Arbeit aufbauen. Deshalb sei heutzutage eine starke Zurückhaltung in der Aufnahme neuer großer Verbindlichkeiten oberste Pflicht jedes verantwortungsbewußten Kommunalpolitikers. Solange man in den Parlamenten des Reichs und der Länder immer nur vo-n Steuerabbau spreche und sich um die heikle Frage eiines Abbaues der Ausgaben, insbesondere der zwangsläufigen Ausgaben herumdrücke, glaube er nicht an die ernstliche Absicht einer wirklich grvßzügiaen Finanzreform, namentlich, wenn man auf der anderen Seite den Gemeinden immer neue Aufgaben und Lasten zuweise, und ihnen dabei noch ihre bisherigen Einnahmequellen verkürze. Es müsse endlich gehandelt werden und zwar an allen Stellen. Das erste und wichtigste sei, mit der Aufnahme neuer Schulden zu stoppen, um den Kapitalmarkt einmal zur Ruhe kommen zu lassen. Vermutlich werde schon ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren genügen, um die Verhältnisse wesentlich zu bessern. Schließlich seien auch die gewaltigen Leistungen der öffentlichen Hand in dem letzten halben Jahrzehnt namentlich auf dem Gebiete des Verkehrs und der öffentlichen Wirtschaft Ausdruckssorm eines starken Lebenswillens. Zur Zeit bestehe aber die Gefahr eines sich Ueberlebens, das sich nicht weiter so hemmungslos wie bisher auswirken dürfte, ohne die Gefahr e ines gefährlichen Rückschlages nach sich zu ziehen. Richts sei mehr zu wünschen, als, daß es gelingen möge, auch diese schwierige und sicher unpopuläre Aufgabe einer grundlegenden Reform der Finanzgebarung der öffentlichenHand zu bewältigen. 3e eher das geschehe und je weniger dabei vom verfassungsmäßigen Wege abgewichen werde, um so besser. tigen Weg. Auch der österreichische Delegierte Entschließungsantrag zeige daher den einzig rich- Pflügl trat vorbehaltlos für den englischen Entschließungsantrag ein. Die Staaten, die im Vorbereitungsausschuß nicht vertreten sind, mühten endlich auch Gelegenheit haben, zum Abrüstungsproblem Stellung zu nehmen. Die Sitzung schloß mit einer Erwiderung des Grafen Bernstorff an Sokal-Polen, der davon gesprochen hatte, daß Graf Bernstorff im Ausschuß radikale und unzulässige Vor sch läge unterbreitet hätte. Gras Bernstorff erklärte, er wisse nichts von solchen Vorschlägen, nehme aber an, daß Sokal an Lord Robert Cecil gedacht habe. Er habe den Eindruck, immer sehr maßvolle Vorschläge gemacht zu haben, die im wesentlichen nur die Verminderung der Rüstungen bezweckten. Was der Vorbereitungsausschuß auszuarbeiten im Begriffe sei, könne höchstens zu einem Abkommen für Rü stun g s st i l l st an d, aber niemals zu einem Abkommen über die Verminderung der Rüstungen führem Ein Rüstungsstillstandsabkommen würde aber weder den Verträgen, noch dem Dölkerbunds- pakt entsprechen. Rach einer furxeu Entgegnung Sokals teilte der Vorsitzende Be ne sch mit, daß er den Ausschußmitgliedern bereits eine neue Entschließung vorgelegt habe, auf Grund deren, wie er hoffe, die Aussprache über das Rüstungsproolem rasch abgeschlossen werden könne. Die Londoner Abrüstungskonferenz. Kein Diktat der angelsächsischen Mächte. Washington, 20. Sept. (TU.) In amtlichen Kreisen herrscht große Befriedigung darüber, daß England die Einladung zur Teilnahme an der Fünf-Mächte-Konferenz in London ergehen läßt, obgleich ursprünglich die Abrüstungsbemühungen vom Präsidenten Hoover ausgegangen sind. Man nimmt an, daß M a c - donald den Vorsitz auf der Konferenz führen wird. Die amerikanische Abordnung wird Staatssekretär S t i m s o n oder Staatssekretär Hughes führen. Auf Grund der aus dem Auslande eingelaufenen Berichte betonen die amerikanischen Blätter immer wieder, daß ein fe st es Uebereinkommen zwischen England und Amerika bezüglich ihrer eigenen Kriegsschiffe und denen der anderen Mächte nicht abgeschlossen sei, und daß die zum Ausdruck gebrachten Vermutungen, die anderen Mächte sollten lediglich das Abkommen ratifizieren, nicht stimmten. In' den englisch-amerikanischen Flottenverhandlungen seien keineZif- f e r n bezüglich der Tonnage Frankreichs, Italiens und Iapans festgelegt worden. Die Blätter weifen darauf hin, daß die formale Entscheidung, ob Amerika 18 oder 21 10 000-Tonnen-Kreuzer erhalten solle, ebenfalls der Konferenz Vorbehalten bleibe. Eckeners Pläne. Ter Transozeanvcrkehr. — Die nächsten Fahrten des „Graf Zeppelin". Friedrichshafen, 20. Sept. (WB.) In einer längeren Unterredung mit einigen Pressevertretern erklärte Dr. Eckener zu dem Stande der Verhandlungen über die Einrichtung ständiger Luftschifflinien, daß nach der bereits erfolgten Fühlungnahme mit Vertretern der Hapag in den nächsten Tagen auch Besprechungen mit anderen deutschen Jn- tereffentengruppen aufgenommen würden. Der Ausgangspunkt einer deutsch-amerikanischen Luftfahrtlinie werde selbstverständlich in Deutschland zu finden fein. Allerdings fei es nicht unmöglich, daß gegebenenfalls auch eine Zwischenlandeft elle in der Nähe der französischen Küste aus naoigatorischen Gründen ausgebaut werde, die es den Luftschifführern bei schlechtem Wetter über Mitteleuropa erlauben würde, die Fahrt zu unterbrechen. Die Lösung der Frage, wo in Deutschland der neue Luftschiffhafen eventuell errichtet werde, sei gleichfalls noch zukünftigen Beratungen Vorbehalten. Vorläufig stehe das Interesse des Luftschiffverkehrs mit Rordamerika im Vordergründe. Transkontinentale Strecken, die im Etappenflug überwunden werden könnten, sollte man ruhig dem Flugzeug überlassen. Zu der von der Aero-Arctic für Anfang 1930 geplanten Rordpolfahrt teilte Dr. Eckener mit, daß er wahrscheinlich an diesem Fluge nicht teilnehmen werde. Schließlich äußerte sich Dr. Eckener auch noch über die Fahrten der nächsten Zeit. Der Besuch Berlins werde keinesfalls vor Ende September bzw. Anfang Oktober stattfinden können, da bis dahin noch wichtige Arbeiten zu erledigen seien. Auch eine baldige Fahrt nach Skandinavien sei nicht ausgeschlossen. Diese Unternehmungen seien selbstverständlich vom Wetter abhängig. Gegen die Schulgelderhöhung inHeffen Darmstadt, 20.Sept. (WTB.) Dem Beispiel derDeutschenVolkspartei folgend, die beim Landtag die Mißbilligung der Schulgelderhöhung beantragt hat, folgen jetzt auch die Demokraten. In einer Resolution der demokratischen Parteiversammlung vom 18 d. M. in Darmstadt heißt es: „Die Versammlung hat mit Befremden von der für den 1. Oktober angeordneten Schulgelderhöhung Kenntnis genommen. Sie ersucht die zuständigen Parteistellen, alles zu tun, um diese Maßnahme rückgängig zu machen, da durch diese unsoziale Einstellung der Behörden „Bildung" immer mehr ein Privileg der wohlhabenden Schichten zu werden droht." Aus aller Welt. DieFordcrungcn der deutschen Postbeamten Der 18. Derbandstag des Reichsverbandes Deutscher Post- uNd Telegraphenbeamten ist in Berlin zu Ende gegangen. Der Verbandstag nahm zahlreiche Anträge an, in denen die Forderungen der Postbeamten niedergelegt sind. Es werden u. a. größere Mittel zu billigem Zinsfuß für den Wohnungsbau, Zuschüsse für die teuren Reubauwohnungen, Källe- schuhkleidung für Außenbeamte, Beseitigung des Zustelldienstes an Sonn- und Feiertagen usw. verlangt. Der Verbands- vorstand erhielt die Ermächtigung zum Abschluß einer Arbeitsgemeinschaft mit den österreichischen Postverbänden, und es wurde auch die Beteiligung des Reichsverbanöes an der Reichspostarbeitsgemeinschaft gebilligt. 57. Versammlung Deutscher Philologen und Schulmänner. Vor 92 Iahren wurde in Göttingen von Männern wie Alexander von Humboldt, den Gebrüdern Grimm und anderen beschlossen, alljährlich eine Wanderversammlung der Deutschen Philologen und Schulmänner abzuhalten, um in Vortrag und Aussprache die wissenschaftlichen Fragen zu behandeln. Diese Versammlungen, bald nur alle zwei Iahre, haben in allen Teilen des deutschen Landes auf die interessierten Kreise von jeher eine große Anziehungskraft ausgeübt. In diesem Iahre findet sie in der Zeit vom 24. bis 28. September in Salzburg statt. In zwölf Sektionen nehmen hundert Gelehrte das Wort. Dazu kommen die Versammlungen verschiedener Verbände, wissenschaftliche Ausflüge, Führungen usw., so daß die Besucher eine Fülle von Anregungen mit nach Hause nehmen. Eine besondere Rote erhält die diesjährige Tagung dadurch, daß auf ihr die so drängende Frage nach der Reugestaltung des Philologiestudiums eine eigene Behandlung erfährt. Krankenversicherung und Verjüngungsoperation. Vor dem Amtsgericht Schöneberg beginnt ein Prozeß, in dem die Frage entschieden werden soll, ob Derjüngungsoperationen von Krankenversicherungen zu bezahlen sind. In dem zur Verhandlung stehenden Fall hat ein 60jähriger Wann an sich eine Derjüngungsopera- tion vornehmen lassen, die erfolgreich verlief. Als der Patient von seiner Krankenversicherung die Uebernahme der Kosten verlangte, lehnte diese die Rückerstattung ab, da sie Al ter nicht als Krankheit anerkannte. Gefängnis für den „blinden" Zeppelin-Passagier. Der „blinde" Passagier des Zeppelin, der sich vor der letzten Abfahrt nach Amerika von der Decke der Halle auf das abfahrende Luftschiff geschwungen hatte, wurde vorn Amtsgericht Tettnang bei Friedrichshafen zu drei Wochen Gefängnis verurteilt, die aber als durch die Untersuchungshaft verbüßt gelten. 3m Kraftwagen lebendig verbrannt. In der Rähe des Dusch-Sportplatzes verbrannte der frühere Schönebecker Dürstenfabrikant Winkler in seinem Kraftwagen bis zur Unkenntlichkeit. Winkler war mit seinem Kraftwagen von seiner in Magdeburg gelegenen Wohnung nach Schönebeck gekommen, um auf den Schießständen Sport zu treiben. Kurz nach 6 Uhr fuhr er allein wieder ab. Kurze Zeit darauf sah ein Mann auf dem Wege einen brennenden Kraftwagen. Ec benachrichtigte den Buschwirt, der mit einem Mitglied des Schützenvereins an das Auto ging. In dem brennenden Wagen konnten sie einen am Steuer zusammengesunkenen Mann sitzen sehen. Die eine Hand hielt den Griff der Bremse umklammert. Eine Rettung des Marmes war nicht möglich, da keinerlei Löschgeräte in der Rähe waren. Lange Stichflammen schlugen aus dem Wagen. Die Hitze war derart unerträglich, daß alle Versuche, Winkler zu retten, aufgegeben werden mußten. Als Ursache des Unglücks wurde festgestellt, daß der Vergaser mit einem Lappen umwickelt war. Dieser Lappen nahm Gase auf und entzündete s i ch dann an dem heißen Motor. Es entwickelten sich außerdem B e n z i n g a s e, die Winkler betäubt haben müssen. Das Feuer ist zunächst am Fußtrittbrett ausgebrochen und hat Winklers Kleidung zuerst ersaßt. Fußgänger, seid vorsichtig! Das Düsseldorfer Schöffengericht verhandelte über ein Autounglück, das im Iuni d. I. am Woringer Platz drei Todesopfer forderte, als ein Benzintankwagen beim Ausweichen eines Passanten auf eine Schutzinsel fuhr. Die Verhandlung ergab, daß der Chauffeur mit genügender Vorsicht gefahren war, und daß er keine Schuld an dem Unfall hatte. Dagegen wurde der Fußgänger, der im letzten Moment und ohne sich umzusehen den Fahrdamm überqueren wollte, zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Der Vorsitzende betonte, der Erfolg dieser Strafe möge fein, daß das Publikum einsieht, wie es andere gefährdet, wenn es nicht die Verkehrsvorschriften beachtet. Zwei Deutsche in den Alpen tödlich abgestürzk. Zwei Deutsche, der 23jährige Heinrich Radetzki und der 22jährige Otto Monsteiner stürzten während einer gefährlichen Besteigung der Latemer-Gruppe ineinentiefenAbgrund. Das Seil, mit dem sie angebunden waren, verwickelte sich an einer Fels- spitze, die Bergsteiger rutschten aus und schwebten 24 Stunden lang in der Luft. Den Bemühungen der Führer und anderer Bergsteiger gelang es nicht, die beiden zu befreien. Sie st ü r z t e n ab und blieben völlig zerschmettert liegen. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden. 30 Tote beim Kentern eines Motorbootes. Nach Meldungen aus Mexiko kenterte während eines schweren Sturmes ein mit heimkehrenden Aus- flüglern besetztes Motorboot in der Nähe von Puerto Fallerta im Staate Jalisco. 30 Ausflügler e r • tranken. Es handelt sich um Angestellte der Montgomery Fruit Company. Ein Auto vom Zuge erfaßt. Ein ein Brüssel bedienstetes Mädchen, bad seinen Urlaub bei den Eltern in Bachem bei Köln verbringen wollte, benutzte vom Bahnhof Frechen aus eine Kraftdroschke. Auf der Landstraße, einige hundert Meter vor der elterlichen Wlch- nung des Mädchens, versuchte der Chauffeur, kurz vor einem herannahenden Dri- kettgüterzug ein Privatgleis z u überqueren. Das Auto wurde vom Zuge erfaßt, einige hundert Meter mitgeschleift und vollständig zertrümmert. Der auS Bachem stammende Chauffeur wurde sofort getö- t e t. Das Mädchen ist später im Krankenhaus den Verletzungen erlegen. Der Ozeansegler Paul Müller wiederum gestrandet. Wie die Küstenwache berichtet, ist das Segelboot „Aga II", mit dem sich der deutsche Ozeansegler Paul Müller auf dem Wege von Char- lefton nach Neuyork befand, auf einer der bcioen Ocraccock-Jnseln gestrandet und zerschellt. Müller selbst blieb unverletzt. Oie Wetterlage. Treitaa, -Jan rtayen- •Seydlst Hordoyan. 0 Tjwrsn 9)4 S 44. )\ c o O woiKtnios. O neuer. (H naiD DedetKt. ® woltig. • oedecxt ¥ Schnee a (kaupeln, e Mtbci K 0ewitter.(§)Win stt» «enter Ost -nissiger Südsüdwest q stürmischer 'lordrfesl Oie »feue fliegen mit dem winde. Die oei den Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen} e*l Meeresniveau umgertchnelen Ujftdruct Wettervoraussage. Mit dem Einbruch kühler Luftmassen durch die nördliche Störung hat der unbeständige Witterungscharakter eingesetzt, wobei allgemeiner Temperaturrückgang herrscht und Regenschauer auftreten. Obwohl von Südwesten her über Frankreich der Luftdruck kräftig angeftiegen ist und er auch bei uns steigende Tendenz zeigt, behält der Störungseinfluh noch die Vorherrschaft. Unter wechselnder Bewölkung, die von Aufheiterung unterbrochen wird, treten gelegentlich noch einzelne Regenschauer auf, und das Wetter bleibt kühl. Wettervoraussage für Sonntag: Kühles, teils wolkiges, teils aufheitemdes Wetter, anfänglich noch vereinzelte Regenschauer. Wettervoraussage für Montag: Zeitweise aufheiternd, Temperaturen schwankend, im allgemeinen etwas wärmer. ßuftemperaturen am 20. September: mittags 17,2 Grad Celsius, abends 11,3 Grad; am 21. September: morgens 10,1 Grad. Maximum 20,2 Grad, Minimum 8,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. September: abends 18,1 Grad; am 21. September: morgens 13,4 Grad Celsius. — Niederschlag 10,4 mm. — Sonnenschtzindauer IM Stunden. Ser Gießener Straßenbau im Sommer 1929. Die Stadtverwaltung hat im Laufe dieses Sommers ein umfassendes Programm zur Verbesserung unserer Straßen und damit zur Verschönerung desStadt- bild es durchführen lassen. Daß Arbeiten in diesem Ausmaße trotz der angespannten Finanzlage unternommen werden konnten, ist einerseits der sorgsam abwägenden Tätigkeit der Stadtverwaltung, anderseits aber auch der Einsicht und Entschlußkraft des Etadtrates bei der Bewilligung der erforderlichen Mittel, sowie der Opferfreudigkeit der Steuerzahler zu danken. Wenn auch mancher Bürger über die anhaltende „Buddelei" wohl gemurrt haben mag, so ist am Ende aber doch jedermann zufrieden damit, daß unsere Straßen in immer größerem Umfange ein zeitgemäßes und befriedigendes Aussehen erhalten. An Fahrbahnen wurden im Laufe dieses Sommers hergestellt in Gußasphalt: Bahnhofstraße zwischen Löwengasse und Neustadt, Neustadt, Wagengasse und Westanlage: letztere ist gegenwärtig noch im Bau begriffen. Insgesamt handelt es sich hierbei um eine Arbeit von rund 7000 Quadratmetern. Grobpflasterung mit Mansfeld er Schlackensteinen: Wetzlarer Weg von der Frankfurter Straße bis zur Klinikbrücke (die Herstellung des anschließenden Teils des Wetzlarer Wegs ist für das nächste Jahr in Aussicht genommen), Westanlage an der Bahnunterführung zur Hanrmstrahe. Insgesamt sind hier rund 3400 Quadratmeter neugestaltet worden. Kleinpflasterung: Kaiserallee vom Alten Nödgerweg bis über die Dolkshalle hinaus, Marburger Straße von der Friedhofsallee bis zur städtischen Unterhaltungsgrenze, Rodheimer Straße von der Krofdorfer Straße bis zur Hardt- allee: das letztgenannte Straßenstück befindet sich zur Zeit noch in Arbeit. Insgesamt kommen hier 8000 Quadratmeter in Betracht. Kaltasphalt (Tränkdecke): Friedrichstraße von der Frankfurter Straße bis zur Rodhohl, Löberstraße, Stephanstraße, Dismarckstrahe zwischen Löberstraße und Ludwigstraße, Garten- straße von der Ludwigstraße bis Am Nahrungsberg, Gutenbergstrahe, die noch in Arbeit ist. Insgesamt handelt es sich hier um 12 000 Quadratmeter. Oberflächenbehandlung mit Kaltasphalt: Schiffenberaer Weg vom Bahnübergang bis zur städtischen Unterhaltungsgrenze, Dismarckstrahe von Ludwigstraße bis Gnauth- straße, Bleichstrahe von Ludwigstraße bis Stephanstraße, Am Nahrungsberg von Licher Straße bis Bergstraße, Roonstraße von Kaiserallee bis zum Wicseckweg, Wiesecker Weg von Marburger Straße bis zur städtischen Unterhaltungsgrenze, Krofdorfer Straße von der Rodheimer Straße bis Schützenstrahe, Grünberger Straße von der Volkshalle' bis zur städtischen Unterhaltungsgrenze, Wiesenweg zum Philo- svphenwald, Licher Straße von der Georg-Philipp- Gail-Strahe bis zum Kasernenweg, Gnauthstrahe von Lessingstrahe bis Schiffenberger Weg. Insgesamt belaufen sich diese Arbeiten auf einen Umfang von 17 000 Quadratmeter. Neben diesen Fahrbahn-Erneuerungen wurden noch zahlreiche Hcrstellungsarbeiten geleistet, u. a. in der Uhlandstraße, am Studentensteg usw. Weiter wurden auch große Flächen von Bürgerff eigen neu hergeskellt und zahlreiche Bürgersteige in allen Stadtgegenden repariert: es sei nur u. a. an die umfangreichen Dürgersteigarbeiten in der Goethestrahe von der Südanlage bis zur Wieseckbrücke, in der Neustadt, in der Bahnhofstraße und im Wetzlarer Weg erinnert. Bürgersteig-Neugestaltungen erfolgen gegenwärtig noch in größerem Ausmaße in der Westanlage und in der Rodheimer Straße. Bei allen Arbeiten der Strahenneugestaltung mußten auch noch Kabelverlegungen des Elektrizitätswerkes und des Telegraphcnamtes, oder Rohrverlegungen des Gas- und Wasserwerkes mit in Kauf genommen werden, wodurch naturgemäß die Straßenbauarbeiten mancherlei Hindernissen begegneten. Trotzdem wurden für das umfangreiche Strahenbauprogramm, bei dem es sich in der Fahrbahn- und Bürgetffeig-^erffeUung um insgesamt weit über 50 000 qm handelte, unter Berücksichtigung der gegenwärtig noch laufenden Arbeiten nur rund fünf Monate (Mai bis September einschließlich) benötigt. Wenn man berücksichtigt, daß das mit der Durchführung dieses Programms beauftragte städtische Tiefbauamt natürlich auch noch eine Reihe anderer Bauarbeiten, wie z. B. die Befestigung der Wieseckufer, Herstellung der Rodelbahn, Arbeiten an Tennisplätzen usw. zu erledigen hatte, so muß man sagen, daß von den Beamten des Tiefbauamtes eine sommerliche Arbeitsleistung vollbracht wurde, die die volle Anerkennung der Bürgerschaft verdient. Daten für Montag, 23. September. Sonnenaufgang 5.46 Uhr, Sonnenuntergang 17.58 Uhr. — Mondaufgang 19.45 Uhr, Monduntergang 11.11 Uhr. Tag- und Nachtgleiche. 1791: Theodor Körner in Dresden geboren; — 1885: der Maler Karl Spitzweg in München gestorben. Turner-Heimkehr aus Amerika. Gestern abend trafen mit dem gegen 20.30 Uhr von der Wasserkante hier ankommenden Zuge die beiden Hessenturner, Schneider, Butzbach, und Reuter, Gießen, von ihrer A m erika- reife zurückkehrend, nach etwa siebenwöchiger Abwesenheit wieder in der Heimat ein. Eine gewaltige Menschenmenge, in der Hauptsache Turner, Turnerinnen und Turnfreunde, hatte sich auf dem Bahnsteig und am Bahnhof zum Empfang der beiden Amerikafahrer eingefunden. Turner Schneider, Butzbach, konnte leider hier keinen Zwischenaufenthalt mehr nehmen, sondern fuhr mit dem Zuge sofort nach seiner Heimatstadt Butzbach weiter, jedoch gedachte er vor der Abfahrt mit einem kräftigen „Gut Heil" der Stadt Gießen. 2m „Postkeller" fand eine vom Turnverein von 1846 veranstaltete Begrüßung des Turners Reuter statt. Der erste Sprecher des Tv. 1846, Bureaudirektor Erle, begrüßte den heimgekehrten Turnsreund herzlich und gab seiner Freude besonders darüber Ausdruck, daß beide Turner von ihrer Amerikareise gesund wieder angelangt sind und auf ihrer Fahrt viele wertvolle Eindrücke, auch vom deutschen Turnen in Amerika, gewonnen haben. Ferner begrüßte der Redner das kürzlich aus Amerika eingetroffene Mitglied Gartenschläger. Turner Reuter dankte für die Begrüßung durch den ersten Sprecher, zugleich auch im Namen seines Turnfreundes Schneider. Er schilderte in einigen Ausführungen ihre Erlebnisse in Amerika und überreichte dem ersten Sprecher Erle, sowie dem Oberturnwart Erb als Auszeichnung durch die amerikanischen deutschen Turner die Nadel des Nordamerikanischen Turnerbundes. Weiter wurde mitgeteilt, daß Turner Schneider,Butzbach demnächst in Gießen einen Vortrag über die Reise halten wird. Beim Gesang von schönen Turnerliedern und flotter Musik der Kapelle Topp nahm der Abend einen allseits befriedigenden, schönen Verlauf. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. VDA. Herbstfest, 18 Uhr, auf der Liebigshöhe. — Obst- und Gartenbauverein: Herbstblumen- und Obstausstellung in der Turnhalle am Oswalds- garten. — Verein Wanderlust Gießen: Unter* Haltungsabend (Konzert und Theater), 20 Uhr, im Kath. Vereinshaus. — Kurzschriflverein von 1861 und Damenverein Gabelsberger: Dereins- abend auf der Karlsruhe, 20.30 Uhr. — Geflügel- und Dogelzuchtverein Gießen und Umgebung: Monatsversammlung, 20 Uhr. im «Hessischen Hof". — Cisenbahn-Fahrbeamten-Verein Gießen: Hauptversammlung, 20 Uhr, im Der- einslokal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: «Verdun". — Astoria-Lichtspiele: „Der Schrecken von Oklahoma" und Polizeipatrouille um Mitternacht". — Tageskalender für Sonntag. Obst- und Gartenbauverein Gießen: Herbstblumen- und Obst-Ausstellung in der Turmhalle am Oswalds- garten. — Ausstellung des Segelflugzeuges „Stadt Gießen", 9 bis 19 Uhr in der Turnhalle des Realgymnasiums. — Konzert Minna Körner, 15.30 Uhr, Im Saale der Musikschule, Westanlage 48. — Verein Rudersport Gießen: Ab- rudem gemeinsam mit der Gießener Rudergesellschaft, 15 Uhr. — Gießener Radfahrverein 1885: Familienzusammenkunft, 16 Uhr, auf der .Karlsruhe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: «Verdun". — Astoria-Lichtspiele: „Der Schrecken von Oklahoma" und .Polizeipatrouille um Mitternacht". * ** Auszeichnung f ü r gemeinnütziges Wirken. Dem Geh. Kommerzienrat Louis E m m e l i u s von hier wurde in Anerkennung seiner langjährigen verdienstvollen Tätigkeit für die Tabakberufsgenossenschaft, deren Vertrauensmann Geheimrat Emmelius feit 40 Jahren ist, von dem Präsidenten des Reichsversicherungsamtes die Bödiker- Denkmünze verliehen. ** Schulpersonalien. Auf Grund des Altersgrenzegesetzes tritt der Oberstudienrat an der Oberrealschule in Gießen Dr. T r a p p am 1. Oktober in den Ruhestand. — Ernannt wurden der Lehrer Fritz Geiger zu Ober-Florstadt und der Lehrer Ludwig R u n k zu Okarben zu Lehrern an der Volksschule zu Nidda. ** DieJsraelitische Religionsgesellschaft (Steinstraße) ist jetzt durch eine Verordnung des hessischen Ministers für Kultus und Bildungs- wesen als öffentlich-rechtliche Körperschaft staatlich anerkannt worden. Eine neue Verfassung wurde zu- gleich festgelegt. Die am Sonntag nach der neuen Wahlordnung stattgehabten Vorstandswahlen ergaben folgendes Resultat: Zu Vorstandsmitgliedern wurden ernannt: A. Fröhlich, L. Sondheim, S. Wetterhahn, I. Mendel, F. Baer; zu Beiratsmitgliedern: F. Austerlitz, S. Joseph, I. Grünewald, F. Loeb, Dr. L. Rosenthal. ,e Kirchenmusik in der Johannes- kirche. Man teilt uns mit: Am morgigen Sonntag wirkt in dem Gottesdienst der Io- hanneskirche unsere Militärmusik mit. Es dürfte von Interesse sein, daß dabei eine „Sonatine" von Gottfried Reiche — dem ersten Trompeter unter I. S. Bach, aus dem Jahre 1696 — zum Vortrag kommt. Wie Dach ein Meister der fugenartigen Musik war, so läßt sich auch aus dieser Sonatine erkennen, daß Gottfried Reichs diesen Weg geht. Der Grundgedanke der Komposition ist wohl das Wort der Schrift: „Ich freue mich im Herrn und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott." Anfang und Schluß bringen die innige Freude des gläubigen Gemütes zum Ausdruck, während in dem lebendigen Mittelsah die einzelnen Stimmen wetteifern im Bekenntnis: „Die Seele ist fröhlich in Gott." Es ist zu begrüßen, daß Obermusikmeister L ö b e r diese alte, kraftvolle Kirchenmusik zum Vortrag bringt. Gottfried Reiche sagt von ihr: „Sie ist dem höchsten Gott zu Ehren und dem Musieis zu Nutz und Vergnügen an das Licht gegeben.“ ** Weltreisepost vom „Graf Zeppelin", und zwar ein Brief und eine Postkarte, die mit den Marken und Poststempeln dieser seltenen Beförderungsmöglichkeit versehen sind, wurden von einem eifrigen Philatelisten im Schaufenster des Schuhgeschäftes R e i ß in der Mäusburg zur öffentlichen Schau gestellt. Unsere Briefmarkensammler seien auf diese seltenen Stücke hingewiesen. Weitere Lokalnachrichlen im 2. Blatt LUX StirtNHOCXtM Um wollene Babykleid un£ T/ä weich und frisch zu erhalten, rät Ihnen ARNOLD MÜLLER, DEUTSCHLANDS GRÖSSTE SPEZIAL HAUS FÜR KINDERKLEIDUNG: Verwenden Sie nur LUX SEIFENFLDCKEN txm-n SUNLIGHT GESELLSCHAFT AG.MANNHEIM Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 21. September 1929. Dienst. Wenn man das Wort Dienst hört, so denkt man meist nur an Pflichten und Lasten, an Gleichförmigkeit der Stunden, an Verantwortung und Unannehmlichkeiten. Manches davon läfot sich gewiß auch nicht in Abrede stellen. Aber es gibt dazu doch auch Entschädigungen, die durchaus nicht leicht wiegen, sondern ihre große Bedeutung für uns haben. Nicht nur für den, dem der Dienst gilt, sondern auch für den, der den Dienst verrichtet. Und es ist gewiß kein ganz leichtes Verdienst der Männer, seien es Dichter oder Philosophen, die ein Ethos des Dienstes verkündet, seine hohe Bedeutung auch im Sinne der Persönlichkeitskultur hervorgehoben haben. Wir schauen auf Beispiele der Geschichte zurück und finden dort erschütternde Pflichterfüllung. Der Begriff Dienst wurde so hoch gefaßt, so innig mit dem Begriff Treue verbunden, daß er nichts weniger bedeutete als Erfüllung bis zum Letzten, bis zum Tode. Wir blicken in das heutige Getriebe, finden viele Formen verändert, begegnen da und dort auch einer laxen Auffassung vom Dienst: aber im großen und ganzen ist das Prinzip doch gleich geblieben. Gewiß ist eine Fremdheit unvermeidlich gewesen. Sie kam mit den neuen Wirtschaftsformen, die an die Stelle der engen Verbundenheit dessen, dem der Dienst galt, und dessen, der den Dienst verrichtete, die einfache Entlohnung setzte. Was einst nahe Beziehungen zwischen beiden schaffenden Kräften, zwischen Führer und Geführtem, zulieh, ist heute aufgehoben. Aber das Ethos des Dienstes ist geblieben, trotz allem. Und je verantwortungsreicher der Dienst ist, desto mehr wird er den Menschen an seine Pflicht binden, daß er die Pflicht gar nicht mehr als Last empfindet, sondern als eine Selbstverständlichkeit und als eine Wirksamkeit aus eigenem Entschluß und zu eigener Freude. Es trifft nicht zu, daß Dienst nur Last bedeutet. Wäre er es, wir wären schon alle zermürbt, innerlich ausgerieben. So aber wachsen wir in den Dienst hinein, gewinnen ihn lieb, er wird uns etwas, das wir nicht missen möchten. Und wenn wir eines Tages von ihm fern sind, wenn wir nicht mehr die Hände regen können für ein Werk, dem wir viele Jahre unsere körperliche und geistige Arbeitskraft, unsere Gedanken und Wünsche gewidmet haben, so fehlt uns etwas, unser Dasein hat gewissermaßen seinen Wert zum großen Teil verloren. So kommt es auch, daß viele unserer Pflicht- getreuen, die eines Tages ausgeschieden werden aus dem Pflichtenkreise, sich herzlich unglücklich fühlen. Man denke sich z. D. einen Mann auf der Lokomotive. Ein verantwortungsvoller Posten wie wenige. Er kennt seine Maschine, er weiß genau, wie sie auf den Hebeldruck arbeitet. Er kennt auch die Strecke, die er tausendmal gefahren ist und immer wieder fährt. Alltag für ihn. Gewiß. Aber ein Alltag, der auch seine Freude hat. Es wird ihm gewiß nicht völlig bewußt, er macht sich auch keine Gedanken darüber. Und ebensogut kann es vorkommen, daß er den Gedanken hegt: Jetzt einmal frei sein von allen Pflichten. Das ist verständlich und muß so fein. Aber wenn er dann frei ist, so fehlt ihm doch etwas. Die Maschine fehlt ihm und der Pflichtenkreis. Der Dienst hat ihn so stark für sich in Anspruch genommen, daß er nur für seinen Dienst und in seinem Dienste denken und fühlen kann. Und denken wir dann auch an die Diensterfüllung, die genau wie in alten Tagen bis xum Letzten geht, die das Werk voranstellt und die eigene Persönlichkeit hintennach, bann kommen wir wohl nicht dazu, vom Dienste gering zu denken, sondern ihn hoch zu halten wie nur irgendetwas in unserem Leben. Zuweilen ist ct sogar das weit Größere als das, von dem wir meinen, daß es bedeutsam sei. S—r. Talcn für Lonntaq, 22 Lcptcmbcr Sonnenaufgang 5.45 Uhr, Sonnenuntergang 18 Uhr. — Mondaufgang 19.21 Uhr, Monduntergang 9.48 Uhr. 1593: der Kupferstecher Matthäus Merian in Basel geboren; — 1792: der französische Nationalkonvent proklamiert die Republik; — 1862: Aufhebung der Sklaverei in Amerika durch Abraham Lincoln. RUD OLPH HERTZ O6 Breite Straße 12-19 Gertraudtenstraße 1-7 - BERLIN 0 2 BrQderstraße 20-33 Großer Herbst-Verkauf in Kleider- und Mantelstoffen Die neuesten Modeschöpfungen des In- und Auslandes in Wolle, Seide und Samt für Straßen- und Gesellschaftskleider finden Sie in meinen Spezial - Abteilungen in reicher Fülle bei bekannter Preiswürdigkeit und Güte vereinigt Krepp-Caid Schattenkaro- Woll-Georgette Jumperstoffe.... 310 an 7 70 • an neueste Herbstfarben Breite ca. 130 cm, das Meter von Mk. Broschierte Stoffe Breite 68/70 cm, das Meter von Mk. ........Breite 63/65cm, das Meter von Mk. 1*° reine Wolle K90 Breite ca. 130 cm, das Meter von Mk. '-an Kombinierte Stoffe. ... Breite 68/70 cm, das Meter von Mk. 3an Phantasie-Mantelstoffe Brd„ MöbeltranSv^Wall- torftr.498. Tel. 3519. Leistungsfähiges Bvemev ^aßfee-Lmvovthaus mit Grohrösterei sucht für den dortigen Bezirk eingeführten 7776V Deutscher Schäferhund zugelaufen. 06023 An den Bahnhöfen 38 Trompete Piston erftkl. 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Ein Beitrag zum europäischen Minderheitenproblem. Don Dr. Fr. König. I. Als Maria Theresia sich im Jahre 1774 die Bukowina als Entgelt für ihre Hilfe gegen die Aussen Dom Sultan abtreten ließ, war das Land, das einst das Kcrnland dos alten Fürstentums der Moldau gewesen war, eine menschenleere Einöde: bloß sechs Seelen zählte die erste österreichische Landesaufnahme auf einen Quadratkilometer. Im Jahre 1910 wurden rund 800 000 Einwohner gezählt, von denen sich 305 000 als ukrainischer, 273 000 als rumänischer, 36 000 als polnischer, 10 000 als magyarischer, 168 000 als Deutscher Muttersprache ausgaben. Da die Juden damals der Sprache nach zu den Deutschen gerechnet wurden, so bleibt für das deutsche Volks- tum im engeren Sinne nach Abzug der 96 000 Jüdisch-Deutschen ein Bestand von rund 72 000 im Jahre 1910. Als Oesterreich 1918 zusammenbrach, beanspruchten die Ukrainer den Zusammenschluß des ganzen Bordens bis zum Sereth, einschließlich Czernowitz also, mit Ostgalizien zu der in Bildung begriffenen Westukrainischen Republik; die Rumänen aber beanspruchten das ganze Land für sich. Reichsrumänische Truppen rückten im Rovember 1918 ins Land und entschieden die Frage zu Rumäniens gunsten. Schon vorher hatten sich sowohl Juden als Deutsche als eigene Ration konstituiert. Die Juden errichteten einen jüdischen Rationalrot, die Deutschen aber erklärten am 27. Oktober 1918 ihren Bolksrat zur Rationalversammlung der Bukowinadeutschen. Jin Einvernehmen mit dem rumänischen Regierungspräsidenten für die Bukowina entschloß sich der deutsche Bolksrat sodann, dem Anschlüsse an Rumänien zuzustimmen unter der Voraussetzung, daß auch Siebenbürgen und das Banat sich Rumänien anschlössen und daß die Versprechungen der rumänischen Rationalversammlung und Regierung, die nationalen, politischen und wirtschaftlichen Belange der Deutschen zu sichern, gehalten würden. Es wurde eine Denkschrift an die rumänische Regierung gerichtet, in der die deutschen Forderungen zusammen- gesaßt wurden und um ihre verfassungsrechtliche Festlegung gebeten wurde. Das Ziel war: nationale Autonomie, „insbesondere auf dem Gebiet der Gemeindeverwaltung, des Erziehungs- und ä.lnterrichtswesens sowie in kirchlichen Angelegenheiten". Träger dieser Autonomie sollte „der deutsche Volkstag und dessen Vollzugsorgan, der deutsche Volksrat" sein, dem „die Befugnis zur Einhebung eigener nationaler Abgaben und Führung eines nationalen Katasters zur Evidenz- Haltung der Mitglieder" einzuräumen sei. Im ganzen waren 10 Forderungen formuliert worden: Sicherung der entsprechenden Zahl von Mandaten in Deputiertenkammer und Senat, proportionale Vertretung in den Gemeindevertretungen. Anerkennung des Rechts auf die deutsche Sprache in Eingaben und öffentlichen Versammlungen. sowie Vereinsfreiheit, eigene Gemeindebildung, Gleichberechtigung bei der Agrarreform. im öffentlichen Dienst und in der Justiz. Anerkennung der erworbenen Rechte durch den neuen Staat, eine deutsche Universität für alle Deutschen der Monarchie, eigenes deutsches Theater. — Mit diesen Forderungen traten die Deutschen der Bukowina in den rumänischen Staat ein; kurze Zeit schien Erfüllung zu Winken; als aber der erste Minister für die Bukowina, Dr. von Flondor, zurückgetreten war, ergab sich bald, daß man in Bukarest andere Ziele verfolgte. Die Bukowina ist nur eines der Deutschtumsgebiete Großrumäniens. Das Altreich besaß außer seinem Streudeutschtum nur die kleine deutsche Volksgruppe in der Dobrudscha; von Rußland ist die deutsche Volksgruppe Bessarabiens hinzu- gelommen, von Ungarn die siebenbürgische, die Banator und die von Szatmar, die der Bukowina von Oestreich, so daß das Deutschtum Großrumäniens aus etwa 750 000 bodenständigen Menschen besteht: das Deutschtum bildet so in Rumänien sowohl hinsichtlich seiner Zahl, als auch seiner Eigenschaften eine Volksgruppe von ganz erheblichem Gewicht. Die Führung steht natürlich bei den Siebenbürger Sachsen, deren volkspolitische und volkskulturelle Organisation für die anderen vorbildlich ist; bei der ungemeinen Verschiedenheit der Einzelbereiche ist die organisatorische Zusammenfassung des Gesamtdeutschtums aber doch eine schwierige Aufgabe. Die einen find katholisch, die anderen sind evangelisch, die ecinen sind ausgesprochenes Bauernvolk ohne ausgebildetere soziale Gliederung, die anderen besitzen eine wohlgegliederte Gesellschaftsstruktur, die einen kommen von Ungarn, die anderen von Oesterreich, die anderen von Rußland her. Wenn man auch das klare Bewußtsein davon hat, daß man dieselbe deutsche Volkstumsgrundlage besitzt, so ist doch die politische und kulturelle Crlebnis- grunölage je nach der Zugehörigkeit zu diesem oder jenem Staate der Vergangenheit recht verschieden. Wie der großrumänische Staat selbst ein Konglomerat verschiedenartigster Teile darstellt, die zur rechten Einheit erst zusammenzufügen sind, so ist es auch zunächst m.it dem Deutschtum Rumäniens gewesen. Es ist erstaunlich, daß die Deutschen in den 10 Jahren des Zusammenlebens in ihrer Organisation soweit gekommen sind. Sie sind zusammengefaßt im „Verband der Deutschen Großrumänien s". Die politische Spihenstelle bildet die „Deutsche Partei", der die Abgeordneten und Senatoren aller deutschen Siedlungsgebiete angehören, es sind ihrer zur Zeit neun Abgeordnete und vier Senatoren. Die kulturpolitische Spihenstelle ist „das deutsche Kulturamt in Rumänien" mit dem Sih in Hermann- stadt. Die Organisation gliedert sich in den Gau Banat (mit Sathmar und Marmarosch), die Gaue Bessarabien, Siebenbürgen, Altreich (mit Dobrudscha) und den Gau Bukowina. Jeder Gau hat seinen Volksrat. Er wird durch Vertreter der Volksgemeinschaft, die in Kreis- und Ortsausschüsse gegliedert ist, gewählt. Die Volksräte haben im Einvernehmen miteinander die politischen Richtlinien festzulegen. Sie besitzen in den Hauptorten der Gaue eigene Volksratskanzleien, in Siebenbürgen besitzen auch die größeren Kreisausschüsse ihre Kreiskanzleien, im Banat entsprechen diesen die Gauämter für größere Siedlungsgruppen. In Siebenbürgen ruht die Ge- famtorganifation auf den alten Rachbarschaften, die man auch in den anderen Gebieten einzuführen sucht, um jeden einzelnen Volksgenossen erfassen zu können. — Die kulturelle Zentralstelle: „Das deutsche Kulturamt in Rumänien" besteht aus 6 Abteilungen: 1. Abteilung für Volksbildung; 2. Abteilung für höheres Dil- dungswesen; 3. Abteilung für Schrifttum; 4. Abteilung für Pressewesen; 5. Abteilung zur Kenntnis Rumäniens; 6. Abteilung für Studienberatung. Von besonderer Bedeutung sind natürlich Kirche, Schule und Wirtschaft. Doch darüber zu sprechen, würde in diesem Aufsatz zu weit führen. * Während die Siebenbürger Sachsen und die Banater Schwaben schon im ungarischen Staate in schwerem volkspolitischem Kampfe mit dem staatsverwaltenden Volke der Magyaren gestanLlm die Erde mit einer Zigarrenschachtel. Oie Zukunst des Funkverkehrs. Von Frank Warschauer. Eine ganz unscheinbare Koje in der großen Funkausstellung. Die meisten Besucher, wenn sie sticht gerade ein Spezialinteresfe daran haben, werden achtlos daran vorbeigehen. Denn hier lockt nicht die strenge Schönheit zweckmäßig gestalteter Geräte zum Hinsehen, hier handelt es sich nicht darum, eine neue Röhrenkonstruktion zu begutachten — und doch ist hier die Technik von heute und übermorgen in ihrer merkwürdigsten Auswirkung zu bewundern. Eine winzige Koje; die Wände sind bedeckt mit bunten Karten, deren Inschriften zunächst geheimnisvoll erscheinen. Und auf einem kleinen Tischchen stehen zwei winzige Apparate: der eine ist halb so groß wie eine Zigarrenschachtel und trägt unter anderem eine Röhre, die kleiner ist als die Glühlampen, welche man gewöhnlich verwendet und die übrigens, wie ein Schild kündet, noch beträchtlich weniger Strom verbraucht. Der andere Apparat ist etwas größer — er sieht aus wie ein mittleres Empfangsgerät; aber es ist deutlich ein Versuchsmodell, äußerlich unscheinbar mit allen Kennzeichen primitiver Bastelei; notdürftig sind hier Spulen, Röhren, Drähte zusammengefügt — und doch ist der Apparat in seiner Art unerhört vollkommen. Daneben sieht man noch das übliche Inventar eines Funkbastlers eigener Art: Skalen, Batterien, zwei kleine Apparate mit den Aufschriften „Wellenmesser" und „Lautstärkeprüfer". Und diese Koje demonstriert nun die Welt des Amateursenders. Hier wird gezeigt, mit welchem fast lächerlich geringen Mitteln eine drahtlose Verständigung über die ganze Erde möglich ist. Gewiß, der Lanze Rundfunk ist schon recht merkwürdig durch die unerhörte Oekonomie seiner Ärafttoirfungen und die relativ große Einfachheit der verwandten Apparate, aber schließlich müssen doch für den Rundfunk große, umfangreiche und einigermaßen komplizierte Stationen mit zahlreichen wertvollen und energiestarken Maschinen benutzt werden; wer eine Rundfunkstation gesehen hat, wird davon einen starken Eindruck mitbekommen haben. Große Maschinenhäuser, riesenhafte Röhren, ausgedehnte Schaltanlagen, riesige Masten mit weiträumig zwischen ihnen aufgehängten Antennendrähten charakterisieren ihr Bild. Und dies alles wird nun geschlagen von einer derartig bizarr kleinen Apparatur. Sie arbeitet, wie das Schild mitteilt, mit einer elektrischen Leistung von 0,18 Watt; und damit hat ein Amateur Zeichen ausgenommen und gegeben, die ihn in Verbindung mit einem anderen Funkfreund in Reufundland brachten. Der etwas größere Apparat genügt, um die ganze Welt zu erreichen. Die Technik ist schon heute soweit vorgeschritten, daß man mit Hilfe kurzer Wellen und allerkleinster Energiemengen drahtlos die fernsten Stellen der Erde leicht erreichen kann. Und so sitzen den jeden Abend und jede Rächt zahlreiche Freunde, oft Fanatikers dieses Sports, der mehr ist als ein solcher — senden ihre Zeichen hinaus ins Weltall und erhalten dann Antwort aus Gegenden, die vor nicht allzu langer Zeit in einer mythologischen Ferne lagen. Man weiß, daß diese unerhörte Technik des Kurzwellensendens, der die Zukunft gehört, in Deutschland noch arg durch gesetzliche Schranken gehindert ist — im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern. Rur wenige Konzessionen zum Kurzwellensenden werden offiziell gegeben — und so ist cs denn kein Wunder, daß diese Bestimmungen oft genug durchbrochen werden. Erst kürzlich wurde ein Senderamateur wegen unerlaubten Sendens angeflagt — und freilich zu einer mehr formalen Strafe von relativ geringer Hohe verurteilt. Sehen wir uns diese sehr interessante Koje, die von dieser weltumspannenden Kurzwellentechnik zeugt, genauer an. Die zahlreichen Karten, die an den Wänden hängen, sind die Mitteilungen, mit denen die Amateure der ganzen Welt die geglückte Verbindung zu bestätigen pflegen. Es hat sich in dieser Hinsicht eine ganz feste Konvention herausgebildet, deren Träger die Amateurvereinigungen in allen Ländern sind. In Deutschland heißt dieser Verband „D. A. S. D. — Deutscher Amateur-Sende- und Empfangsdienst". In der Mitte einer solchen Karte sind einige große Ziffern und Buchstaben aufgedruckt— das ist die Rufnummer des betreffenden Amateurs. Zum Beispiel wd4ss4“ oder „sp3ks“. Und dann den hatten und so von vornherein eine minderheitenpolitische Tradition in den rumänischen Staat mitbrachten, ist das so in der Bukowina nicht der Fall gewesen: die Deutschen waren hier zwar auch eine Volksgruppe neben anderen, aber sie gehörten zum deutschen Volke Oesterreichs, das sich trotz aller Kämpfe als das staatsverwaltende Volk der österreichischen Reichshälfte fühlte; sie sind eigentlich erst im rumänischen Staate zur echten Minderheit geworden. Sie hatten in den 150 Jahren der österreichischen Herrschaft dem Lande in hohem Maße das kulturelle Gepräge gegeben. Ukrainer und Rumänen waren zunächst ganz primitives Dauernvolk gewesen, das sich an den Deutschen emporentwickelte und erst in den letzten Jahrzehnten vor dem Weltkrieg eigene Jntelligenzschicht aus sich her- auszustellen begann. Die Deutschen waren als Beamte, Offiziere, Professoren, Lehrer, als Bauern, Handwerker, Bergleute, Kaufleute mit mitteleuropäischer geistiger und wirtschaftlicher Kultur ins Land gekommen. Der Staat war deutsch, die Bildung war deutsch; was das Land geworden war, das verdankte es dem deutschen Staate Oesterreich und den Menschen, die dieser Staat ins Land gebracht hatte. Sv ist denn die deutsche Sprache die Vermittlungssprache zwischen den Volkstümern geworden, so hat das deutsche Wesen" in seiner österreichischen Ausprägung wie eine Art Sauerteig im ganzen Lande gewirkt und hat es zu einer Art deutscher Zivilisationsprovinz gemacht. Die Bukowina ist so — ganz abgesehen von ihrer deutschen Volksgruppe — auch heute noch eines der am meisten „subgermanischen" Gebiete Südosteuropas. Die rumänische Sprach; ist nunmehr die offizielle Staatssprache geworden; sie wird infolgedessen auch außerhalb des eigentlichen Rumänentums sich größere Bedeutung erringen, das Deutsche wird man aber auch in den nichtdeutschen Kreisen des Landes auch in Zukunft nicht missen können und nicht missen wollen. Die deutsche Sprache eröffnet einem den Zugang zu der Kultur und Wirtschaft des europäischen Westens. Man fühlt sich im Besitz der österreichischen Tradition als Mitteleuropäer und weiß sich infolgedessen dem Alt- reich überlegen. Es ist ein geschichtlicher Ruhmestitel des alten Oesterreich, daß dies ohne jeden Zwang so geworden ist. Es hat in österreichischer Zeit in der Bukowina keine Unterdrückung irgendeiner Volksgruppe durch den Staat gegeben; der.Staat war der Regulator des Lebens, zu dem man Zutrauen hatte, er war nicht sein Vergewaltiger. Cs hat auch bis zuletzt keinen eigentlichen Volkskampf gegeben; man organisierte sich zwar schon vor dem Weltkrieg nach volklichen Gesichtspunkten, auch die Deutschen taten dies, „aber man einigte sich schließlich über die gleiche Geltung aller Volker". „Die Bukowina war vor dem Weltkrieg das Musterland völkischer Duldung." — Die Deutschen der Bukowina sind aus der Rhein- und Maingegend, aus der Zips, aus Deutschböhmen, aus Deutschösterreich gekommen. Die Zipfer waren vorwiegend Bergleute, die Bohmerwäldler Glasarbeiter, die Rhein-Mainischen (die „Schwaben") vorwiegend Bauersleute, die Oeslerreicher Beamte, Kaufleute, Handwerker, Soldaten. Die deutsche Kaiserstadt Wien war ihr und des Landes Kulturzentrum, dessen Lebensstil auch in die ferne Provinz hinein- strahlte und sie nach ihrem Bilde formte. Dies atmet einem auch heute noch, nicht nur aus Czernowitz, sondern auch aus den kleinen Städten des Landes entgegen. Die Deutschen der Bukowina sind daher durch den Untergang der Donaumonarchie besonders schwer getroffen worden. Sie sind nun erst wirklich Minderheit geworden und haben sich, Hand in Hand mit den anderen deutschen Volksgruppen, in einem bisher recht minderheitenfeindlichen Staate zu behaupten. Eins ergibt sich aus alledem: die Bukowina ist deutsches Einflußgebiet nach zweierlei Richtung; sie ist es einmal durch die deutsche Volksgruppe, die in ihr um ihre kulturelle Autonomie kämpft, sie ist es aber auch durch den zivilisatorischen Einfluß, den deutsche Sprache und Kultur sich im findet man einen Vordruck, auf dem eine Reihe von technischen Datails verzeichnet werden — zum Beispiel die Zeit der aufgenommenen Signale, Lautstärke, die sogenannte Tonart, die Schaltung, Einzelheiten über die Antenne und ähnliches. Darunter ist dann ein Platz frei gelassen für private Mitteilungen, die sich Menschen über die ganze Welt senden. Menschen, die sich verständigt haben und doch nicht kennen, vielleicht nie kennen werden. Ein ganz durchgearbeiteter Code ist hier die international verwandte Sprache. Das ist vorläufig noch genügend, weil man meistens mit Morsezeichen telegraphiert. Freilich ist auf die gleiche Weise die Anwendung der Funktelephonie möglich. Unter diesen Bemerkungen findet man manchmal überaus interessante Dokumente einer völkerverbindenden technischen Gemeinsamkeit. Die Grüße, die ausgetauscht werden, sind oft von großer Herzlichkeit, um so mehr, wenn die Betreffenden vielleicht häufiger in Verbindung treten, ja sogar eine Art Funkfreundschaft eingehen. Cs sind Zeichen wie vom Mars — aber nichr schwer zu entziffern, „vy gld to hr ur sigs“ — das heißt „very glad to hear your signs“ — „Ich habe mich sehr gefreut, mit Ihnen in Verbindung zu treten“; und es geht dann weiter „Hpe c u agn“ — „Hoffentlich bald mal wieder". Und es wird weiter die Bitte ausgesprochen, auch einmal eine Ansichtskarte zu schicken oder eine Photographie. Dann folgen die originellen Höflichkeitsfloskeln, die unter den Kurzwellenamateuren üblich sind. So steht auf der Karte mittendrin die Anrede „dr — o — b“ — ,,dear old boy" — ein kameradschaftlicher Ausdruck, mit dem sich die Funkamateure gleichsam kräftig auf die Schulter klopfen, „Hallo, alter Junge!" Und es sind nun hier in dieser Koje des Kurzwellenamateurverbandes tatsächlich aus der ganzen Welt Karten zu sehen, aus Indien, Australien, Rord- und Südamerika, Japan, Afrika und Asien. Manche Amateure schicken gleich ihre Photographie mit. In vielen Ländern findet man hübsche Bildchen auf den Karten vorgedruckt, zum Beispiel in Oesterreich, Ungarn, auch in vielen anderen Städten — und da werden dann diese Aethermitteilungen oft für höchst praktische Zwecke, nämlich für die Derkehrswerbung benutzt. „Besucht Augsburg" — heißt es groß auf einer Karte. Und die Stadt Wien hat sogar für ihre Amateure einen kleinen Bilderbogen mit unzähligen Einzelbildchen herausgegeben, die für die gleichen Zwecke versandt werden. Samstag, 21. September 1929 ganzen Lande und bei allen seinen Volkstümern in der Vergangenheit errungen hat und den sie heute noch besitzt. — * Das deutsche Volkstum der Bukowina ist sehr gut organisiert. „D i e deutsche Volksgemeinschaft" umfaßt die Gesamtheit aller rumänischen Staatsbürger, die sich zum deutschen Volkstum bekennen. Ihre Organe sind; 1. der Volksrat. der aus einem Präsidium, einem Vollzugsausschuß, einem Großen Ausschuß besteht; 2. die fünf Kreisausschüsse in Czernowitz, Radautz, Storozynetz, Kimpolung und Suczawa; 3. die Ortsräte in allen Orten mit größerer ’ deutscher Bevölkerung; 4. die Vertrauensmänner in Orten mit geringerer Bevölkerung. Von besonderer Bedeutung ist der „Verein der christlichen Deutschen in der Bukowina" mit 31 Ortsgruppen. Der „V e r- band deutscher landwirtschaftlicher Genossenschaften in der Bukowina" umschließt annähernd 60 Spar- und Darlehns- kassenvereine. Die „Bukowiner Landwirt- schastsbank 21.-0. Czernowitz" besitzt zehn Zweigstellen im Lande. Im Dienste besonderer Zwecke des Volkstums stehen: die „Deutsche Zeitungsgenossenschaft in Czernowi h", der Verein „D e u t s ch e s S ch stier he im" in Czernowitz, das „Ka t ho lisch- deutsche Waisenhaus" und das „Evangelisch-deutsche Waisenhau s". Die Katholiken besitzen ihren „K a t h. - d e u t s ch e n Volksbund". Eine Fstlle von 2)ereinen: Gesang-, Turn-, Frauen-, Jugend-, Akademikervereinen, überspannt die deutschen Siedlungen und hält das Volkstum zusammen. (Schluß folgt.) Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 21. September 1929. Gleitflug und Segelflug. Zur laufe des Segelflugzeugs „Stadt Gießen". In der letzten Zeit konnte man oft beobachten, wie ein Sportflieger Kunstflüge über unserer Stadt ausführte. Das geht solange, wie der Motor arbeitet; setzt er plötzlich aus, dann stürzt das Flugzeug nicht etwa senkrecht herunter, sondern vermöge seiner Geschwindigkeit wird es von seinen Flügeln getragen und sinkt in dem Maße, wie seine Geschwindigkeit abnimmt, langsam zu Boden. Diesen Vorgang nennt man einen Gleitflug. Ganz ähnlich ist das beim Gleitflugzeug. Der Führer startet vom hohen Bergeshang; er wird von etwa zwölf Mann mit einem starken Gummiseil in die Lust geschnellt und gleitet im Geradeausflug oder in Kurven zu Boden. Ein typisches Muster dieser Flugzeuggattung ist das vor zwei Jahren erbaute Gießener Gleitflugzeug „Zöglin g". Die Jungfliegergruppe des Gießener Vereins für Luftfahrt hat aber beim Gleitflug nicht Haltgemacht, sondern wird zum Segelflug übergehen. Das neue Segelflugzeug „Stadt Gießen" mit einer Spannweite von 10,60 Meter und 110 Kilogramm Gewicht ist fertig und soll am morgigen Sonntag getauft werden. Wie oft werden diese Flieger gefragt: „Fliegen Sie denn wirklich stundenlang ohne Motor?" Der Laie will es nicht glauben, zum mindesten kann er es sich nicht erklären. Er spricht etwas von einem „kleinen Hilfsmotor" oder dergleichen. Aber die Segelflieger fliegen doch ohne Motor. Vielleicht ist der Vorgang am besten verständlich zu machen durch einen Vergleich mit dem Strömen des Wassers in einem Flusse. Stellt Jid) dem Wasser ein breites Hindernis entgegen, so ist es gezwungen, vor dem Hindernis aufzusteigen, um darüber hinwegströmen zu können. Dem strömenden Wasser entspricht der Wind, dem aufwärtsströmenden der Aufwind, der sich entwickeln muß, wenn sich dem Winde ein Höhenzug als Hindernis entgegenfteUt. Die Segelflieger stehen nun mit ihrem Segelflugzeug auf der dem Winde zugekehrten Seite des Berghangs und schnellen es auf die Kommandorufe des Führers gegen den Wind. Der Stark geht genau so vor sich, wie der eines Gleitflugzeugs, doch der •ilnö das ist nun die Technik von übermorgen. Man stelle sich vor, was schon die heutige Form bedeuten kann: Mit diesen kleinen Apparaten kann jeder Mensch sich fein eigenes weltumspannendes Reh der Verbindung aus Morsezeichen und gesprochenem Wort schaffen; und wenn ein guter Freund oder eine Frau, nach dem man sich sehnt, an das andere Ende der Welt verbannt sind — so braucht man doch nicht von ihnen getrennt zu sein. An Stelle wochenlang gehender Driefsendungen schwirren im Bruchteil einer Sekunde die Zeichen von einem zum anderen — beladen mit fr em Wort, und wenn es telephonisch ist, mit dem persönlichsten Klang der Stimme — und nur ein beengendes Gesetz hindert noch hier zu Lande die volle Auswirkung dieser Möglichkeiten. — Welche Visionen einer neuen Gemeinsamkeit, einer veränderten Lebens- fituation eröffnen sich da! In welche seltsame Nähe sind sich die Menschen der Erde gerückt! Denkt man sich nun noch die Technik des Fernsehens hinzu, die sich der gleichen vereinfachten Mittel bedienen kann — so hat man das Bild der technischen Zukunft von übermorgen. Jeder einzelne wird kleine Apparate dieser Art besitzen, bedienen und wahrscheinlich mit sich herumtragen können, die ihm Sprache und das lebende Wirklichkeitsbild aus den fernsten Gegenden zutragen können. Ein Druck auf einen Knopf, die leichte Drehung eines Kondensators und auf der Blickfläche erscheint unter einer vergrößernden Linse das Bild des gesuchten Menschen oder der gesuchten Landschaft. Man sieht das alles, wie es sich im gleichen Augenblick wirklich abspielt und hort, was gesagt ober musiziert wird. Unb bies ist ja eigentlich nun noch fast ver- blüffenber unb fast noch umwälzenber als ber Runbfunk. Jebermann sein eigener Senber — ber Funkverkehr millionenfach auf alle Cinzel- menschen verteilt — brahtloses Fernsehen unb Fernhören als selbstverstänbliche Gewohnheit unseres täglichen Lebens: bas ist bie großartige Vision, ber Wirklichkeit von morgen, bie sich aus dieser unscheinbaren Koje erhebt. Hochschulnachrichien. Die Ernennung des o. Professors Dr. Leo W a i • b e I von der Universität Kiel zum ordentlichen Professor ber Geographie an der Universität Bonn als Nachfolger des Geh. Rates 21. Philippfon ist erfolgt PFEILRINGLanolin CREME a Lilien li Karls, Durc zeug tnltO\ Entlee: Un mitn sau mit d Sss* ' Mett 3 Holz - Ktoderb Ul 40 Pnva Eieenini liefe Schi Jec •■nur Sie Vad-Rauheimer Müionen-Süfiung Programm ausgenommen Veranstaltungen werden R. verständlich sind. Elisabelh-kleinkinderschule. 8.15: Schlaudraff. Zahnarzt: Dr. Jäger. *D / ———————— Boiisroour 6 Neue Kurse Kranken- ▼ V IV I VGGch W Beginn 15. 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An einem wundervollen Oktobertag im Jahre 1899 wurde der Turm auf dem Dünsberg eingeweiht. Der Bericht darüber im „Gießener Anzeiger" Ar. 256 vom 31. Oktober 1899 erzählt von einer wahren Völkerwanderung, die damals auf den schönen Terg zog. Seitdem haben viele Tausende von nah und fern sich des erfrischenden Ganges auf den herrlichen Berg, der wundervollen Aussicht und des frohen Lebens auf der Höhe, im Winter auch des oft bezaubernden Schneebildes und der gemütlichen warmen Hütte erfreut. Jeder Wanderer wird auch immer wieder durch die Wucht der uralten Aingwälle erstaunt, die uns die Vergangenheit unseres Volkes vor die Seele führen. Aun soll am Sonntag, 29. September, das 30« rührige Bestehen des Turms durch ein einfaches Fest gefeiert werden. Alle Freunde des Berges, vor allem die Wander-, Turn- und Sportvereine werden gebeten, sich oben einzufinden, um in der schönen Aatur bei frohem Gesang einige Zeit sich des scheidenden Herbstes zu erfreuen. Die UOJUUl IXXlMlXlWLlXXXfl Witwe, ohne Anh^ Ans.50er, häuöl. u. verträglich, mttgut.Vterzimmer- Etnricht^ wünscht sich zu verheir. Herren in gesicherter Stellung, auch vensionSberecht. Unterbeamten, nicht über 55 Jahre, die evtl, nach Bad-Nau- beim ziehen würden, werd, gebet., Adress. nut näher. Angaben, (nicht anonym» unter Verlangen Sie ausführliche Druckschrift von d. Schulleitung Gießen, Goethestraße32 6834A 3üt den Verkäufer. 1. Man ernte fein Winterobst nicht allzu früh und behandle die Früchte sorgfältig. Jede, auch die kleinste Verletzung mit dem Fingernagel ober durch abgerissenen Stiel wird zum Ausgangspunkt von Fäulnis. 2. Man gebe sein Obst nur sortiert ab und bringe mehrere Sorten nicht durcheinander. Jede minderwertige Frucht beeinträchtigt Aussehen und Preis. Ausschußware läßt sich auf andere Weife verwerten. 3. Die Früchte unten im Korb müssen genau so gut fein, wie die obenauf zur Schau ausgelegten, damit Treu und Glauben auch im Obsthandel selbst- Konkurs -Versteigerung. Dienstag. den 24. l. M., von nachin. 2 llnr an tonunen im Auftrag des ,s;on= f;ir8uerroalt, Herrn H. Kirchner, Gienen, in dem Sägewerk A. Schindler, Steinbach öffentlich meistbietend zur Versteigerung: 1 Nähtisch, 1 Beslrahiungsapvarat, ein Motorrad, 1 Gartenschlauch, 1 Schwein, 4 Bienenvölker. 25 Piund Bienenhonig, 2 Zentner Nägel, 1 Partie Schrauben, 2 Sägeblätter, 1 Kovtervresse, 1 Regal, 1 Schreibtisch mit Aulsatz. 1 Schreibmaschine „Mignon" m.Schreibmaschinen- tisch, 1 Schretbuschsessel mit Kissen, eine Knochenmühle, eine Schleifmaschine, ein Wasserbehälter, 2 Rollwagen, etwa 70 m Schienengleio, 2 Dezimalwaagen, leere Oelsüsser, 1 Pult, 1 Handwagen, 1 eis. Schubkarren, 1 zwetlür. Arbeiterschrank, 2 Holztüren. Außerdem 1 Partie Breuer, Bohlen und Latten. 7745D Steinbach, den 20. September 1929. SessWe Bürgermeifterel SlelnlM. firümer. NB. Wetter sind nach der Versteigerung von dem oben erwähnten Konkursverwalter am Lersteigerungsork zu kaufen: eine Sägegatter, 1 Kreissäge, 1 Schärl- maschine, 1 Elektromotor, 5 P. S., 1 Roh- ölmotor, Z. M. Z. 40 P. 8., 1 Schrotmasch., 1 Stemmavvarat, 1 Bandsäge, 2 Vorgelege, 1 Schleifmaschine. 1 Waudbohr- avvarat, au6erb. 1 Posten Rundholz usw. Probedose und Broschüre „Ratschläge eines Arztes" durch. DEUTSCHE A.-G. FÜR NESTLE ERZEUGNISSE. BERLIN W 87 Die künstlerischen nicht nur den Teilnehmern des Kurses, sondern gegen Lösung von Eintrittskarten allen anteilnehmenden Damen und Herren unserer Stadt zugänglich sein. In erster Linie kommt der Vortragsabend in Betracht, den Dr. h. c. Wilhelm Schäfer am Montag, 30. September, abends 8,15 Uhr im großen Hörsaal der Universität veranstalten wird: „Der Dichter und seine Zeit". Wilhelm Schäfer, der Verfasser der klassischen „Anekdoten", der „Dreizehn Bücher der deutschen Seele", des großen Pestalozziromans usw., ist in unserer Stadt von früheren Vorträgen her noch in bester Erinnerung. — Prof. Dr. Gustav F r e h t a g wird am 7. und 8. Oktober, abends 8 Uhr, Goethes Faust (I. und II. Teil) rezitieren. Ferner wird Frl. Lieselotte Fuhrmann (Ctadttheater Gießen) einen Leseabend veranstalten (Meister deutscher Prosa — Lessing, Kleist. Keller u. a.); der Abend findet Donnerstag. 10. Oktober, statt. Allgemein zugänglich werden ferner die Vorträge von Prof. Dr. G. R o - Hahn auf dem Gartengrundstück an der Lahn, oder auf einer Herbstblumen-Sonderschau als eine Sehenswürdigkeit zu betrachten. Es scheint aber, als wenn die Blumen, die wir in diesem Jahre sehen, trotz der andauernden Trockenheit und Sonnenglut fast noch vollkommener sind, nachdem eine Reihe feuchtkühler Rächte ihren erfrischenden Einfluß auf das Blumenleben ausübten. Diele ältere Sorten sieht man in dieser Auswahl nicht wieder, dafür sind andere, bessere, welche um die Gunst der Liebhaber werben. Damit auch die belebende Konkurrenz nicht fehle, ist noch ein anderer Dahlienzüchter von Ruf erschienen, nämlich die Spez-ialfirma Barth aus Mainz-Zahlbach, der eine große Menge eigner und andere Reuheiten vorführt. Dessen Erzeugnis, die Sorte „Goldenes Mainz", erregte, vor etlichen Jahren Aufsehen. 2n herbstblühenden Stauden erfreut die bekannte Staudengärtnerei von Goos & Köne- mann in Rieder-Walluf (Rheingau) mit einer ganzen Menge von Sträußen, deren Blumen einen Farbenreichtum oufweisen, welcher über die vorgerückte Jahreszeit Hinwegtäuschen könnte: eine Leistung, die um so anerkennenswerter erscheint, wenn man bedenkt, daß das Rheingaugebiet besonders stark unter der Trockenheit zu leiden hatte. Auf dem Bühnenraum des Ausstellungslokales wird dem Besucher die vielseitige Verwendbarkeit der Blumen im Leben der Familie bei Freud und Leid in sinniger und ansprechender Form vorgeführt. Aussteller dieser besonderen Abteilung ist die Gärtnerei Schmitz von hier, die auch die Saaldekoration übernommen hat. Was sonst alles noch von eifrigen Liebhabern zum vollen Gelingen beigetragen worden ist, und wie schön die heiße Sonne das Obst in den Gärten der Stadt reifte, soll hier nicht beschrieben werden, das muß man selbst gesehen haben. R. Winke für oen Ein- und Verkauf von Winterobst. Für den Käufer. 1. Man kaufe nicht ein, ohne vorher gesehen zu haben, was man kauft. Ist das nicht möglich, so lasse man sich Probe schicken. Enttäuschungen bleiben sonst nicht aus. 2. Man kaufe nur gute Ware und lasse sich^ durch billigen Preis nicht verleiten, schorfige oder beschädigte Ware zu nehmen, denn diese hält sich nicht. 3. Man lasse sich vom Verkäufer vor der Bezahlung Garantie leisten, daß. die Ware unten im Korb von gleicher Beschaffenheit ist, wie das obenauf liegende Obst. Man weise solches zurück, das dieser Forderung nicht entspricht. 4. Man kaufe nicht zu früh. Winterobst, das vorzeitig abgenommen wurde, welkt leicht und hält sich schlecht. Wer erst im Oktober einkauft und dann etwas mehr zahlen muß, ist gegenüber dem int Vorteil, der im September billiger kaufte, denn er bezahlt die Früchte nicht, welche in der Zwischenzeit verfaulten. 5. Man kaufe keine Mischungen, sondern sortiert. Man kaufe für Rachwinter und Frühjahr I andere Sorten, als für Weihnachten. Am längsten halten sich Champagner Renette, Ontario, I Boskop, Bohnapfel, Roter Ciserapfel. Diese Sor- | an all. Orten gelacht. Nauheim z. send.,?«,D Näh. d.Aug.Röder, fm » I 11» ■ I T Tv m-w-r-rr) I Bad Nauheim. ”“V hjiß ein Sdudmädel. .....fo^art undfrifch ift ihre DfautlDas verdankt fle derforgfamen Pflege mit PFEILRING Lanolin CREME. 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Sßaas; 10.45: Kinder- kirche für die Petrusgemeinde. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst: anschließend Abendmahl für die älteren Verheirateten: 11: Kindergottesdienst. — Dicseck. 9.30; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Buseck. 10. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Christenlehre für die weibliche Jugend: Kollekte für Homberg an der Ohm: 1.30: Mainzlar. — Hausen-Garbenleich. 10: Hausen: 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 9.15: Beichte; 9.30: Predigtgottesdienst: im Anschluß hl. Abendmahl der Alten: Kollekte: 1: Christenlehre. — Lieh. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend: 12.45: Kin- dergottesdienst. — Rieder-Bessingen. 2: Stiftsdechant Kahn. uerwenden nachweisbar mit beitem Erfolg „Flci- icber's Kugelgelenk- Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochcnmarkt: Butter 210 bis 220 Pfennig das Pfund, Matte 30 bis 35, Wirsing 20 bis 25, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 30, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen (grüne) 25 bis 30, Dohnen (gelbe) 25 bis 30, Feldsalat 120 bis 150, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 70 bis 150, Kürbis 5 bis 8, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln 5, Falläpfel 4 bis 5, Aepfel 10 bis 20. Birnen 10 bis 20, Preiselbeeren 35 bis 40, Pfirsiche 45 bis 70, Brombeeren 55 bis 60, Zwetschen 8 bis 12, Mirabellen 15 bis 20, Reineclauden 15 bis 20,' Junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 das Pfund: Käse (zehn Stück) 60 bis 140; Tauben, 70 bis 90 Pfennig das Stück, Eier 15 bis 16, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 10 bis 15, Salat- gurken 10 bis 25, Einmachgurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 30 Pfennig das Stück; Kartoffeln 4 bis 4,50 Mark der Zentner. loff sein: „Deutsche Historiker und Staatsmänner als Hüter und Bildner der deutschen Sprache" (Dienstag, 1. Oktober, 4 bis 6 Uhr, im botanischen Hörsaal), und die musikhistorischen Erläuterungen und kammermusikalischen Darbietungen (Violine und Klavier) von Dr. Gerber: „Sebastian Bach" (Freitag, 4. Oktober. 4 bis 6 Llhr, C*of3er Hörsaal der Universität). — Rähercs teilen die Anzeigen mit. Teilnehmerkarten, die zur Teilnahme an allen Vorträgen, allen hier genannten künstlerischen Veranstaltungen, den Lehrausflügen (freie Bahnfahrt), einem Theater- und einem Orchester- konzertabend berechtigen, sind in der Geschäftsstelle der Ferienkurse (Sekretariat der Universität, Dismarckstraße 22) zu erhalten. Blumen- und Obstausstellung. Die Herbstblumen- und Obstaus- st e l l u n g des hiesigen Gartenbauve.reins in der Turnha-ile am Oswaldsgarten wird heute Rachmittag durch den Vertreter des Landwirt- schasislammer-^.-usschusses, Landtagsabgeordneten Fenchel, eröffnet werden. Der große Raum des Ausstellungslolals ist bereits in einen einzigen dusi-ichen B'.umengarten umgewandelt. In ihm sind den kostbaren Rosen der berühmten Ro'ensirrna Gebr. Schultheis aus Steinfurth ein bevorzugter P!ah eingeräumt. Mehr ais tausend ver edelsten Ro.en aller Klassen und Färbungen, darunter die besten Reuheiten der letzten und allerletzten Zeit, zeigen dem Beschauer ihren Farbenreiz und beweisen, daß die Rosen von heutzutage in ihrer großen Mehrheit dann am allerschönsten zu blühen beginnen, wenn a'le anderen Blumen bereits damit zu Ende sind. Eine recht beachtenswerte Leistung in Rosen beobachtet man ferner in der Einsendung eines jungen Anfängers, des Gärtners Steinhauer, Klein-Lind en. Trotz des Massenaufgebots schöner Rosen von Verschiedener Seite steht dennoch die ganze Veranstaltung ;m Zeichen der Dahlien, die er volkstümlichsten Prachtblume des Rachsommers und Herbstes, deren Flor nie zu Ende ist, wenn die Vorbolen des nahenden Winters dem Blühen ein gewaltsames Ende bereiten. Schon seit einer Reihe von Jahren sind wir gewohnt, den Dah- lienflor der hiesigen Samenhandlung Heinrich vielen Markierungen bieten reiche Gelegenye^ zu Spaziergängen aller Art und Entfernung. ** Die Museen sind am morgigen Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet. •* Anlagenkonzert findet morgen, Sonntag, 11 ilfjr durch das Musikkorps des 1. Datl. 15. Jnf.-Rgts. bei günstiger Witterung in der Südanlage statt. Leitung: Obermusikmeister 2ö* der. Die Musikfolge ist: 1. Armeemarsch I, Rr. 95. Marsch der Kurbrandenburger, K. Zimmer. 2. Präludium, Chor und Tanz aus der Operette „Das Pensionat", Frz. v. Suppe. 3. A. Zwei Rosenlieder: a) Monatsrose: b) Wilde Rose. Philipp zu Eulenburg. B. Zweiter Sah: „Der Jongleur" aus der Ballet-Suite „Seiltänzer und Gaukler", P. Eim, Gießen. 4. „In der Venusgrotte", Walzer, 2oh. Richardy. 5. Armeemarsch II, Düppeler Sturmmarsch, G. Piefke. ** Gesetzliche Gesellenprüfungen. Die Anmeldungen für die Herbstgesellenprüfungen im Oktober betrifft eine Bekanntmachung in. unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien auf diese Anzeige besonders hingewiesen. ** Betriebsunfall. Gestern erlitt der 22 Jahre alte Bergmann Georg Schlich aus Klein- Linden im Schacht des Gießener Braunsteinbergwerkes dadurch einen Unfall, daß ihm ein Stützbalken, ein sog. Schachtstempel, gegen die Rippen siel. Der bedauernswerte junge Mann erlitt dadurch einen Rippenbruch und mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden. Friedberger Herb st pferdemarkt. Man schreibt uns: Der Friedberger Herbstpferdemarkt findet am 22. Oktober statt. Ab 20. September werden Anmeldungen zur Prämiierung entgegen- genommen. Für die Prämiierung stehen wertvolle Preise bereit. Anmeldeformulare sind bei der Bürgermeisterei Friedberg erhältlich. Es ist damit zu rechnen, daß die Prämiierung eine recht starke Beteiligung aufweisen wird. Die beliebte Friedberger Pferdemarktlotterie gelangt am 23. Oktober zur Ausspielung. ** Eine Magirus-Kolonne, bestehend aus Lastkraftwagen, Omnibussen und Feuerwehrfahrzeugen, wird am kommenden Montag unsere Stadt passieren. Das Erscheinen dieser Fahrzeugkolonne wird, wie auch in anderen Städten, sicherlich auch bei unserer Einwohnerschaft Interesse erregen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 22. September. 17. Sonntag nach Trinitatis. Siadlkirche. 8 Uhr: Pfarrassistent Schlaudraff: zu- gleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde: 9.30: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker. — Iohanneskirche. 8: Pfarrer Bechtols- Heimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde; 9.30: Pfarrer Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfarrer Ausfeld; 8: Bibel- befprechung im Johannessaal; Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alien Friedhofs. 9.30: Pfarrassistent = Dad-Rauheim, 20. Sept. Die hochherzige Millionen st iftung von Frau Kerckhoff (Los Angeles) für die Errichtung eines Herzforschungsinstituts bildet noch immer das Tagesgespräch unter Einheimischen und Kurgästen. Man rühmt den edlen Sinn der von vorbildlicher Menschenfreundlichkeit beseelten Stifterin. Lind wenn man sich die unermeßliche Bedeutung des Instituts für die Wissenschaft und im Zusammenhang damit für die weitere Aufwärtsentwickelung unseres hessischen Ctaatsbades überlegt, wenn man ferner auch nur annähernd den Segen ermißt, der von der Forschungsstätte und den Stiftungen der leidenden Menschheit zuströmen wird, dann vergißt man auch nicht den Männern zu danken, die sich neben der hochherzigen Stifterin um die Gestaltung und Ausführung des hochherzigen Stiftungsplanes unschätzbare Verdienste erworben haben. Jedermann weih hier, daß Stadt und Bad in erster Linie Prof. Dr. G r o e d e t, dem behandelnden Arzt der Stifterin, unendlich viel zu danken haben; dah Dad-Rauheim durch die Vermittlung von Prof. Dr. G r o e d e l zu der Stiftung kam, weih man auch an den behördlichen Stellen mit der gesamten Bevölkerung zu schätzen. Die Stadtverwaltung hat in einem besonderen Schreiben den Dank der Stadt an Prof. Dr. Groedel übermittelt. Auch Bürgermeister Dr. Ahl und Kurdirektor v. Doehmer haben sich durch wirkungsvolle Mitarbeit um das Zustandekommen der Stiftung in hervorragender Weise verdient gemacht. Prof. Dr. Groedel Segler gewinnt Höhe, er steigt immer weiter im Aufwind. Der Führer dreht eine Kurve und überfliegt seine Startstelle. So kann er minuten-, ja stundenlang segeln. Das will dem Außenstehenden einleuchten. Er versteht jetzt, daß das leicht gebaute Segelflugzeug vom Aufwind sozusagen in die Höhe geblasen wird. Um dauernd vorwärts zu fliegen, muß auch das Segelflugzeug einen Gleitflug beschreiben, aber innerhalb der aufsteigenden Luft, mässe, die es schneller in die Höhe hebt, als es selber sinkt. Diese Ausführungen mögen zur Erläuterung der am morgigen Sonntag stattfindenden Ausstellung der beiden Flugzeuge dienen. Karl H. Schmidt. Gießener Ferienkurse. Die Gießener Ferienkurse werden am 30. September, 10 Llhr, in der kleinen Aula der Llniversität (1. Stock) durch S. Magnifizenz den Rektor eröffnet werden. Den ersten Vortrag wird nach der Eröffnung Prof. Victor halten: „Lessing". Die Eröffnungsfeier und der Festvortrag von Prof. Victor sind für jedermann unentgeltlich zugänglich. Lieber die anderen Vorträge, die während der Ferienkurse gehalten werden sollen (etwa 40 Vortragsstunden), wird der Stundenplan genaue Auskunft geben, der bei der Eröffnung an die Kursteilnehmer ver- Es ist die elnsachlle und sicherste Bandage, weck die Veloue in einem Kugelgelenk nach allen Seiten drehbar ist und genau die Brnchvione «abriegelt". Das Kugelgelenk' Bruchband übt an keiner Kärversielle einen lanigen Druck nuö. Wundscheuern, selbst bei schwerster Arbeit und der größten Hitze, tit gänzliw ausgeschlossen: etz halt auch schwerste Brüche nut Sicherheit unter Garantie zurück. Wo noch Aussicht aus MW WIW des Bruches vorhanden ist, wird diese — durch das<IIII!IIIIIIIIIIIIIIlIlIIIIII»lIIIIIIIIIIIIII!!»IIIIII!III!IIIIlIIU hat übrigens durch seine verdienstvolle Mitarbeit an dem großen Werk die Tradition seiner Familie gewahrt; ist es doch sein Vater gewesen, der als einer der ersten hiesigen Aerzte von internationalem Ruf den Weltruf unseres Bades begründen half und damit ganz wesentlich zum Aufstieg Dad-Rauheims beigetragen hat. Rach dem bereits vorliegenden, von Daurat Metzger vom Hochbauamt Friedberg (der auch das im Mai d. I. eingeweihte neue Medizinische Institut des Bades erbaute) entworfenen Bauplan wird das neue Institut ein kunstvoller Monumentalbau und damit eine weitere Zierde im Dauhild des engeren Dadegebietes werden. Als Bauplatz ist das Gelände am rechten Llsaufer gegenüber dem Dadehaus 8 ausersehen. 2n diesen Tagen konnte man dort schon die vorläufige Absteckung und Abgrenzung des Dau- bezirks beobachten. Mit den Arbeiten wird baldigst begonnen werden, und man spricht davon, daß das Institut schon im nächsten Herbst seiner Bestimmung übergeben werden soll. Frau Kerckhoff, unsere hochgeschätzte Ehrenbürgerin, ist 72 Jahre alt und Deutsch-Amerikanerin, deren Verwandte zum Teil noch in Deutschland leben. Ihr Rame und der Rame ihres verstorbenen Gatten werden für alle Zeiten mit der Geschichte unserer Stadt eng verknüpft fein und für immer weiterleben im Gedächtnis von Einwohnerschaft und Kurgästen, genau so wie eine andere edle Stifterin, Frau v. Koni h k y, und ihr vor 60 Jahren begründetes Werk unvergessen geblieben find. katholische Gemeinden. Samstag, den 21. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 22. September. 18. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Echzell. 11: Messe mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Sonntaasdienstd.Aerzte».Apotheken nm22.9.29 Dr. W. Klein. Dr. Gever. Hirsch-Apotheke. Höhe Hdzlrafh altbewährte Montag, 7. Okt., und Dienstag, 8. Okt., «7, Uhr. Groß. Hörsaal. — Eintritt für jeden Abend 1 Mk. Eintrittskarten bei Challier. Für Kursteilnehmer Eintritt tret öMeeeeeeoesoöeeeeeeeoeeeeeeeeeeeeeeee Ludwig Schneider Mariechen Schneider geb. Oeusier Fritz Kraft Elfriede Kraft geb. Frank ALSFELD/Oberhessen Hotel Deutsches Haus Inh. Hermann Schmal! Wochenende. Erst kl. Verpflegung Großer u. kleiner Saal für Vereine Mäßige Preise 4WMD Schau-und Rundflüge Ab 15.30 Uhr Antobns-Pendelverkehr Bestellungen aus Herbst» und Winterobst werden angenonlinen 051)66 'Jlorbnitlnoc 7, ^orberbaus, Ebeittratzc 13 vt., Obst' H. (<>cntiiic abiatjacuosscnidiast c. (9. m. b. H. In 41/-.- Jahren für 7305 Eigenheime 109,5 Millionen RM. Baugeld Adam Hafner Feldwebel der 4. (M. G.) Komp., 3nf.ann einen > ^ältliche A SnMung e toller Sra kr Dank d< vilsenhaste ' ± Aus 20. Cept. 5 Dörfern uns grnteergebni löschen ljini I frieden siellenk rnd Lage bei sogar recht g Tie 2i(ftoi i Stand. Die 5 Niederschläge steigert sich : fahl und lies [•cgirnit man mit der Ob? gut, dagegen Saas Deitsbei von Oberba .....315Uhr nachmittags Gießener Ferien-Kurse 1929. Vortrag Wilhelm Schäfer: .Der Dichter und seine Zeit-, Montag. 30. Sept., 87. Uhr, Großer Hörsaal der Universität. — Eintritt l.oO Mk. Vortrag Prof. Dr. KolofT: „Deutsche Historiker und Staatsmänner als Hüter und Bildner der deutschen Sprache“, Dienstag, t. Okt, 4 6 Uhr, Botau. Hörsaal, Brandplatz. — Eintritt 1 Mk. Vortrag Dr. tierber: „Sebastian Bach“. Mit kammermusikaL Darbietungen. Freitag. 4. Okt., 4-6 Uhr. Groß. Hörsaal. — Eintritt 1 Mk. Leseabend Liselotte Fuhrmann: „Meister deutscher Prosa“, Donnerstag. 10. Okt., Großer ÖffentLVortrag am Dienstag. 24. Sept. 19:9. abds. 8'/, Uhr im Hotel „Zum Löwen“ in Lich. Redner Herr Dr.Wiede- mann, Frankfurt a. M. Eintritt frei! Bausparkasse der Gemeinschaft der Freunde 6. G. m. b. H., WUstenrot-Württemberg Abt. Ludwigsburg Geschäftsstelle: Frankfurt a. M.. Kaiserstr.2. Fernruf Taunus lä65. Vertrauensmann für den dortig. Bezirk: Herr Theodor Hickel, Gießen, Neustadt 32. Preise der Plätze: Reservierte Tribüne (nur beschränkter Verkauf) Mk. 5.-, Startplatz ä Person Mk. 2- I Platz ä Person Mk Militär und Kinder auf allen Plätzen die H^fte. Im Vorverkauf alle Karten 1 0 Prozent billiger. Omnibus-Pendelverkehr von 1.30 Uhr nachm.ttags ab Ludw.gsplatz. ,1t lÄ'i V 4 ^'Nger *’Ä® Ws dukd- lN fr ^eter, S, Kne jnJpW BenekeNtr.fi— S Telephon 2096 Beste Kurlage. behag'.ichesHeim für Kurgäste. Passanten und Wochenende, rb L. 95 B. Neuzeitl. eingerichtet, vorzügliche Verpflegung. Preis 9—11 M. nÄSf fLrals «SS, S wcnig «isen'Ge' « enhe't de Sg rork M 'ammluns Caspar .vr W \ , cbgelaul^ 5 Lbericht img. 151000 M, riiucn bw; trägt 2100 ! 930 Wt. Dar 15«"* ■&' Es werden gezeigt: n । n das älteste Flugzeug der Welt (Originalflugzeug), BSieriO l „hüpft" über den Flugplatz D-Zug der Luft Flugzeug mit 2 Anhänr^ern. Größte Sensation! Ballonhüpfen der neueste amerikanische Sport Fallschirmvorführungen des Piloten Stock Saasen Sonntag, den 22. September 1929 TanzMstiM im Saale bei Gastwirtin usji« Karl Schmidt II. Wwe. Mer-Bessingen in die Jlla, erstklassige Kapelle mit den neuesten Schlagern. Es ladet freundlichst ein Heinr. Steuernagel III., Gastwirt Pension Hospiz Bad-Nau heim I VOLKSHALLE Sonntag, den 29. September, nachm. 3 Uhr: KONZERT Volkslieder alter und neuer Zeit singt der Dessauer Kinderchor anläßlich seiner diesjährigen Konzertreise durch Hessen, Rheinland und Westfalen. Programme, im Vorverkauf i. Gewerkschaftshaus, Oberh.Volkszeitung, Musikhaus Challier „Stadt üielton“ in der Turnhalle des Realgymnasiums von 9bis19 Uhr Verein für Luftfahrt in Gießen Dünsberg-Verein. Anläßlich des 30jährigen Bestehens unseres Turmes findet am Sonntag, dem 29. Sept., nachmittags, eine einfache Feier auf dem Dünsberg statt, wozu wir alle Freunde des Berges Sonntag, den 22. September * Ausstellung des mau | Segelflugzeugs L Kirche ftanb | läliefjente § Fünfen von schlossen. 6i< genannt, too 6ynvdalsreih Kn nach L Heh au T allen Kirche * Lich, 5 ^emeinjd ’ a t veransta -Löwen" ein 'n o n n aus düngen diese olsher schon । :ws nach ?oslchchaftsh Ä ^rigerunl r” recht und greife fü Wben müsse, ft? bis 5 : sür nahe ^ume mit lur 30 biz 8 ^Strich ^.Dark. «unn und i wurmig. I Ln?l°n •J. l>eutig r u n 9 tour! Rastatt Gießen im September 1929 l&SjO Herrl. Erholungsaufenthalt /Täglich 3 Konzerte / Jeden IIIRU Donnerstag,wöchentlich abwechselnd, Sinfoniekonzerte ÄJPxka vl Opern- oder Operetten Vorstellungen / Jeden Samstag » T < k- abend Tanz oder Ball / Sonntag, Dienstag und Freitag nachm. Tanztee / Parkbeleuchtungen. Feuerwerke usw. rBOiialwlßEH Siehe Sonderanzeigen. Plakate und die Wochenprogramme in Gießen. ÄtteefsarrenveveLn vorn RoSen iKvem. Zu der am 3. Tc.;br. d. I. stausindenden tasaigdelfa-Elimg (Ttistunn) werden bis *um 1.November Meldungen angenommen. 7/36D Eine 5-, iu= und läjiibtiue Dienitzeit in einem Hause (polizeilich begloubißi) be teebtigt äuv Ehrung. Anmeldungen: LudwigSvlatz 10 II. herzlich einladen._______ ----- Ä M Ä bTT-.- ee lnh- Carl Spangenberg / Schönste Aussicht Marburgs SGHM-Gin märOlirO Samstag/6esellsIhafts-Tanz(schwarz.Anzug) IMIMBIMIIIIIIHIIINIIBMIII IIEIIIIIIIIQIHIT" ‘ Sonntag: Nachm. Konzert, abds. Abend-Tanz Nr. 222 Drittes Blatt loictes Wilhelm Reusch, der beim Zwekschen- pfLcken vom Baume fiel und nach Gießen in ti-f Klinik verbracht werden mußte, sei ergänzend mitgeteilt, daß das Befinden des Dedauems- dxrten nach wie vor sehr bedenklich ist. Cidiesen Tagen stürzte auch Landwirt Wilhelm Dergk beim Obsternten vom Daum unt> zog sich erhebliche Verletzungen zu. ' Lang-Göns, 20. Sept. Unsere Wasserleitung ist nicht mehr in der Lage, den Wasser- fttarf unserer nahezu 2000 Einwohner zählendem Gemeinde zu decken. Dohrversuche im alten ÜAellengebiet waren ohne Erfolg. Der Gemeinde- rit beschloß daher, eine bereits vorhandene Quelle in den Mühlwiesen mittels Pumpwerks Ortsleitung zuzuführen. Diese Quelle liefert m3 geringer Tiefe täglich 62 Kubikmeter Wasser. So diese Menge nicht ausreichend war, wurde in der Umgebung des Ortes, etwa 400 Meter chrrholb der Mühlwiese nach Wasser gesucht. 9c8 Wasservorkommen wurde von Ingenieur Dilh. Lenz aus Frankfurt a. M. mit der Wün- Ichelrute bestätigt. In der bezeichneten Stelle yurDe sofort ein Brunnen gegraben. In 5 Meter Frefe stieß man auf eine Kiesschicht von 2,60 Meter, welche ausreichend Wasser führt, so daß •tine Motorpumpe aufgestellt werden mußte. Der Brunnen liefert heute täglich bereits über 100 Kubikmeter Wasser. Der Gemeinderat bauftragte ..das Kulturbauamt Gießen mit der Bauleitung, Deiches sofort die Vorarbeiten i ft Angriff nahm, mrmig. —r. Lang-Göns, 20. Sept. Bei der gestrigen i;nb heutigen Gemeindeobstversteige- run g wurden mittlere Preise erzielt. Im all- 1 em einen stand der Zentner guter Aepfel am 'Baum etwa 6 bis 8 Mk., Wirtschaftsäpfel waren liiKiger. Einzelne bekannte Sorten, wie Gold- .larmäne und Boskop kamen auch höher im Preis. Dirnen waren nicht sehr begehrt und sehr bi'ilig. Der Dehang der Zwetschenbäume war sehr gering, dementsprechend auch die Einnahme. — dem gemeldeten Unfall des hiesigen Land- Oberheffen. Landkreis Gietzen. ck. Heuchelheim, 20. Sept. Heute fand .hier die Versteigerung des Gemeinde- o bst es statt. Cs kamen hauptsächlich Wirtschaftsäpfel und Dirnen zum Ausgebot. Für Tafelobst wurden bis zu 14 Mark pro Zentner am Daum bezahlt. Wirtschaftsäpsel kosteten 5 bis 8 Mark, und Dirnen 3 bis 4 Mark pro Zentner. f Trais a. d. Lda., 20. Sept. Dei den dahier ; obgehaltenen. Ob st versteigern ng en der i Pfarrei und der Gemeinde wurden in Anbetracht des reichen Obstsegens an Aepfeln und Dirnen boch recht ansehnliche Preise erzielt. Zwetschen llinb wenig vorhanden. — Die hiesige Raiff - ^isen-Genossenschaft hielt gestern in An- wcsenheit des Geschäftsführers Haack von der Laiffeisenhauptstelle Gießen und des Revisors Jork (Gießen) ihre diesiährige Hauptversammlung ab. Nachdem der Vorsitzende Caspar Euler die Anwesenden begrüßt und die ; Tagesordnung bekanntgegeben hatte, erstattete der Rechner Kehr den Jahresbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr und verlas den Sitzungsbericht der- vorjährigen Generalversamm- llung. Der Gesamtumsatz in 1928 belief sich auf 161000 Mk., die Spareinlagen 6000 Mk., im ganzen bisher 26 000 Mk. Der Reservefonds beträgt 2100 Mk., Mobilien und Geschäftsanteile 800 Mk. Das Vereinsvermögen beträgt 3000 Mk. Ser Reingewinn des Jahres 1928 wurde dem Reservefonds zugeschrieben. Rach Erledigung einiger geschäftlichen Angelc-genheiten berichtete Herr Jork über die Bilanz 1928, die einen vorzüglichen Stand aufwies. Herr Haack hielt bann einen eingehenden Vortrag über genossenschaftliche Arbeit. Vorstand und Rechner wurde Entlastung erteilt und ihnen, sowie dem Lagerhalter Grau und dem Vereinsdiener Preis ber Dank des Vereins für ihre treue und gewissenhafte Arbeit ausgesprochen. ch Aus dem mittleren Lumdatal, 20. Sept. Die Kartoffelernte ist in allen Dörfern unserer Gegend in vollem Gange. Die _ Ernteergebnisse sind in Anbetracht der lange Wochen hindurch mangelnden Feuchtigkeit zu- sriedenstellend. Je nach der Sorte der Kartoffeln und Lage der Felder sind die Erträge mitunter sogar recht gut. Die Qualität ist hervorragend. Dir Dickwurzfelder zeigen keinen schönen 6tand. Die Rüben sind bis jetzt infolge fehlender Riederschläge dünn geblieben. Die Futternot steigert sich immer mehr. Die Kleeäcker sind fahl und liefern keinerlei Erträge mehr. Heber all beginnt man neben dem Kartoffelausmachen auch mit der Obsternte. Der Dehang des Kernobstes ist 4 gut, dagegen derjenige des Steinobstes gering. Hl Saasen, 20.6 ept. Die Kirche aus dem -Deitsberg wird zur Zeit unter der Leitung von Oberbaurat Derth (Gießen) im Innern viederhergestellt. Die Erbauungszeit dieses Kirchleins ist noch nicht sicher festgestellt. Die im Innern angebrachte Jahreszahl 1007 stammt aus 0 neuerer Zeit und ist sehr zweifelhaft. Die altere .Kirche stand mitten im Dorfe Saasen. Der an- Meßende Friedhof war noch vor wenigen Iahr- jehnten von einer massiven Dasaltmauer umschlossen. Sie wird urkundlich im Jahre 1193 genannt, wo Erzbischof Konrad von Mainz ihr Lynodalfreiheit gewährte. Im Jahre 1726 wa- ' ren nach Mitteilung des damaligen Pfarrers zu Wirberg noch einige Mauern dieser alten Kirche in Saasen sichtbar. i - Lich, 21. Sept. Die Bausparkasse der : Gemeinschaft d e r Freunde in Wüsten, rot veranstaltet am kommenden Dienstagabend im Löwen" einen öffentlichen Vortrag. Dr. Wiedemann aus Frankfurt a.M. wird über die Bestrebungen dieser Baugenossenschaft sprechen, die sich bisher schon um die Förderung des Kleinwohnungs- baues nach ihrem System der gegenseitigen Genossenschaftshilfe bemüht hat. Man beachte die heu- ligc Anzeige. , _ T Obbornhofen, 20. Sept. Bei der Versteigerung des Gemeindeobstes tour« ben recht unterschiedliche Preise erzielt. Während bis Preise für Aepfel als normal angesprochen werden müssen, — es kam der Zentner am Daum ans 3 bis 5 Mark für Wirtschaftsobst und 4 bis i Mark für Tafelobst — waren die Wirtschafts- ürnen nahezu unverkäuflich. Gut behangene Bcume mit mehreren Zentnern Ertrag waren jllüT 30 bis 80 Pfennig zu haben. Zwetschen kam ber Strich (etwa 4 bis 6 Däume) auf 5 bis 5 Mark. Der Dehang der Zwetschenbäume ist biinn und mehr als die Hälfte der Ernte ist Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) so daß bereits Samstag, 28. Sept., die Vergebung der Arbeiten stattfindet. Ingenieur Lenz ist ein geborener Klein-Lindener und war lange Jahre im Ausland als Wünschelrutengänger tätig, insbesondere zuletzt bei der argentinischen Regierung in Südamerika. Kreis Büdingen. Ortenberg, 20. Sept. Infolge mangelnder Aufträge liegt der Steinbruch in dem benachbarten Dellmuth schon seit einigen Wochen still. Die gesamte Delegschaft, an 60 Arbeiter, mußte entlassen werden. Da nur der Geologisch-Heimatkundlicher Kursus. Der geologisch-heimatkundliche Kursus am Geologischen Institut der Landes- universität, über dessen Eröffnung und Zweck wir schon berichtet haben, nahm in allen feinen Veranstaltungen einen wohlgelungenen, erfolgreichen Verlauf. In trefflichem methodischem Aufbau führte, wie uns ein Teilnehmer berichtet, der Lehrgang in die Beschäftigung mit der geologischen Heimatkunde ein, dabei wertvolle Anregungen für die Hnterrichtstätigkeit gebend. Am ersten Tag führte zunächst Studienrat Dr. F l ö r k e (Gießen) in die Grundelemente ein. Er sprach über die Baustoffe unserer Heimat und machte dabei mit den wichtigsten Gesteinen unserer Landschaft bekannt, mit den Basalten, Sandsteinen und devonischen Kalken, aber auch mit den Hilfsmitteln, die zu ihrer Bestimmung notwendig sind. Die sich anschließenden gesteins- kundlichen Hebungen im Geologischen Institut gaben Gelegenheit zur praktischen Anwendung der Hilfsmittel und leiteten zu eigenen Beobachtungen an. Hniversitätsprofessor Dr. Harra s s o w i h (Gießen) veranschaulichte Wesen und Bedeutung der geologischen Karten und machte mit ihrer Anlage und Verwendung vertraut. Man lernte auch die Arbeit der hessischen geologischen Landesanstalt kennen, die vorn Vogelsberggebiet schon eine Reihe neuer Aufnahmen. 1:25 000, herausgebracht hat. Leider ist das Blatt Gießen schon seit längerer Zeit vergriffen. Die Exkursion des Rachmittags gab Gelegenheit zu praktischen Hebungen im Gelände. Das Studium der Lohnschotter an der Witz- marer Brück e und des alten Lahnlaufs an der Kiesgrube (Marburger Straße) war äußerst lohnend. Auch die W i e s e ck e r Sandgruben ermöglichten zahlreiche interessante Einzelbeobachtungen. Es handelt sich hier um tertiäre Sande, die von diluvialen Schottern überlagert sind. Besonderer Aufmerksamkeit begegneten die Derwersungen, die sich hier beobachten lassen. Am zweiten Tage gab Dr. Flörke in einem gründlichen Vortrag ein klares Bild von dem geologischen Aufbau unserer Heimat von den Zeiten des Erdaltertums bis in die neueste Zeit, während Prof. Dr. H a r r a s s o- witz die heutige Landschaft in ihrer geologischen Bedingtheit schilderte. Die fesselnden Ausführungen zeigten zunächst die typischen Züge des heimischen Landschaftsbildes (das alte Gebirge = rheinische Masse, den Vogelsberg, die Wetterau und das hessische Derg- land), um dann die heutigen Oberflächenformen aus ihrem geologischen Werden zu erklären. Treffliches Karten- und Anschauungsmaterial veranschaulichten die beiden grundlegenden Vorträge. Am Rachmittag gab eine Exkursion nach Friedeihausen (hessische Buntsandstein- tafel) wieder Gelegenheit zu zahlreichen Hebungen und Beobachtungen im Gelände. Ein besonders arbeitsreicher Tag war der dritte Tag. Eine Tagesexkursion, die schon in frühester Morgenstunde von Gießen aus ihren Ausgang nahm, führte zu zahlreichen Aufschlüssen in der Provinz und gab in ihrer feindurchdachten Zusammenstellung einen vorzüglichen H oberblick über die geologischen Verhältnisse Oberhessens, besonders des Vogelsbergs. Der letzte Tag des Lehrgangs führte die Teilnehmer von hier nach Bad-Rauheim, wo zunächst die technischen Betriebe des Bades besichtigt wurden. Vom Johannisberg aus erläuterte Prof. Dr. Harrassowitz die Morphologie der Landschaft und anschließend die Entstehung der Bad-Rauheimer Quellen. In einem der Badehäuser fand dann der Schlußvortrag von Prof. Dr. Harrassowitz über die Bedeutung der geologisch - heimatkundlichen Forschung statt. Der Redner führte in trefflichen Gedankengängen zunächst aus, was die Heimatforschung im allgemeinen für Schule und Volk bedeute, zeigte dann an einleuchtenden Beispielen die Abhängigkeit des Menschen von der Scholle, um anschließend die besondere Rolle der Geologie bei der Heimaterkundung zu schildern. Die geologische Forschung ist auf die Beobachtung gegründet. Die wichtigste Ausgabe, die die geologische Heimatforschung zu leisten hat, ist die Materialsammlung. Die Sichtung und Verarbeitung des Materials zu einem Gesamtbilde ist das zu erstrebende Endziel. Die geologische Heimatsammlung für jeden Schulort ist zu fordern. Die Schlußbesprechung, an der sich die Kursisten lebhaft mit Wünschen und Anregungen beteiligten, ergab einmütige Zustimmung zu dem Verlauf des Kursus. Allgemein kam zum Ausdruck, daß weitere Kurse veranstaltet werden möchten, auch solche von mehr lokaler Art. Auch die Frage des Raturschuhes wurde eingehend erörtert und ein Ausschuß bestimmt, der Vorbereitungen zu einer Organisation der Raturschuhbestrebungen in Oberhessen treffen soll. Prof. Dr. Harra s s o w i h , Studienrat Dr. Flörke und Dr. Kregerle (Assistent am Geologischen Institut) wurde im Auftrage der Kursisten durch Lehrer Porth herzlicher, aufrichtiger Dank unter lebhaftem Beifall vermittelt. Geschichten ans aller Welt. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Der beste Schauspieler. — Paris. Vor einer Reihe von Jahren, noch vor dem Kriege, suchte Rothschild nach einem Meißner Kaffeeservice. Von allen Angeboten, die schriftlich eingelaufen waren, erregte nur ein einziges sein Interesse, und er ließ den Inhaber persönlich zu sich kommen. Dieser kam denn auch in das Bureau des großen Finanzmannes und brachte ein Probestück mit: Es war eine der schönsten Arbeiten, die Rothschild jemals gesehen hatte, und er wollte gern die ganze Garnitur kaufen. Der Inhaber, ein gewisser Tour- nah, seines Zeichens angeblich stellungsloser Schauspieler, machte aber eine recht komische Bedingung : er erklärte klipp und klar, das Service für einen festen Preis keineswegs abzugeben und verlangte vielmehr eine lebenslängliche Monatsrente in Höhe von fünfzehn Pfund, gleich dreihundert Mark. Da Toumah ein altes, gebrechliches Männlein war, der nach Ansicht von Rothschild sowieso nicht mehr übermäßig lange leben konnte, wurde man handelseinig. Das geschah vor etwa anderthalb Jahrzehnten. Seit dieser Zeit wurden Tournah im Sinne des Kaufvertrages am ersten eines jeden Monats die ihm zustehenden fünfzehn Pfund ausbezahlt. Wenngleich diese verhältnismäßig kleine Summe dem märchenhaften Rothschildschen Vermögen keineswegs Abbruch getan hatte, stand dec Käufer der Meißner Garnitur vor einem Rätsel: seiner Berechnung nach war es unnatürlich, daß Tour- nah noch immer nicht das Zeitliche segnete. Wo er doch schon 1914 den Eindruck eines lebensmüden Greises erweckte... So nahm sich Rothschild die Mühe, am letzten Ultimo selbst im Kassenraum seines Bureaus zu erscheinen und lauerte Tournay auf. Rach einigem Warten meldete sich ein vor Gesundheit strotzender Mann in den besten Jahren um die fällige Monatsrente. Aus die Frage, wo denn Mister Tournah sei, antwortete er erstaunt, er heiße selbst so. — „Wann ist Ihr Vater gestorben?", fragte Rothschild. — „Vor dreißig Jahren", lautete die Antwort. — „Wer hat mir denn das Meißner Service verkauft?", erkundigte sich nun Rothschild verständnislos. — „Ich selbst, verehrter Herr Baron", gab Tournay lächelnd Auskunft. — „Sie sahen doch vor fünfzehn Jahren älter und schwächer aus als heute", stutzte Rothschild. — „Sie haben mich mit meiner — Maske verwechselt", gab der schlaue Tournah des Rätsels Lösung preis. Japan, das Filmdorado der Welt (a) Tokio. Wie eine Statistik beweist, ist es ein Irrtum, anzunehmen, daß Amerika das wahre Filmparadies sei. Diese Rolle wird Japan Vorbehalten. Laut der genauen Aufstellung wurden im Jahre 1928 in Japan 800 Großfilme gedreht. Im Vorjahre sogar 950. Sechzehn Grvh- fabrifen versorgen die japanischen Kinopaläste mit neuen Filmen; wöchentlich dreimal werden Filmuraufführungen abgehalten. Das größte Hn- ternehmen ist wohl die Rikatschu-Fabrik, die sich außer der Filmproduktion auch mit Filmverleih befaßt und ihre eigenen Kinos besitzt. Die kleinsten Spielfilme werden mit nur vier- bis fünfhundert Dollar durchschnittlichen Spesen gedreht. Doch bringt die Rikatschu-Gesellschaft, die besonders kapitalstark ist, jeden Monat zwei größere Filme heraus, deren Herstellungskosten sich auf zwölf- bis fünfzehntausend Dollars verschlingt, werden mit besonderer Sorgfalt verfertigt. Dabei scheint das Filmgeschäft in Japan sehr einträglich zu sein, denn im Jahre 1927 wurden nicht weniger als 164 Millionen Kinokarten verkauft zu dem Durchschnittspreis von 15 Cents (etwa 80 Pfennig). Cs i!st bei der Entwicklung der Filmkultur erstaunlich, daß Japan keine Filmtauschgeschäfte' mit dem Ausland erstrebt. Trotz des Geschäftsgeistes der Gelben scheinen eben die kulturellen Gegensätze noch immer unüberbrückbar zu sein. Die schlaflosen Nächte des Kaffccwelt- meisters. (a) Neuyork. Nun sitzt er in der Patsche, der Kaffeeweltmeister, ein gewisser Gemsok in Cleoeland, der auf eine bisher kaum übliche Weise die „Unsterblichkeit" erlangen wollte, indem er sich gegen Eintrittsgeld als Kaffeegroßkonsument bewundern ließ, der in knappen sechs Stunden nicht weniger als 62 große Tassen Mokka verzehrte. Als dann ein zweiter leidenschaftlicher Koffeinliebhaber aus Texas feinen Rekord gefährdete, stellte Gemsok ohne besondere Anstrengung einen neuen Weltrekord mit genau 85 Tassen auf. Somit waren die „nur" 71 Tassen des Konkurrenten aus Texas ein für allemal geschlagen, und Gemsok konnte sich als Champion behaupten. Während aber andere Weltmeister süß auf ihren Lorbeeren zu schlummern pflegen, genießt der arme Gemsok nebst Ruhm nur noch — schlaflose Nächte. Sein Organismus hat sich nämlich restlos an Kaffee gewöhnt, er verschlingt Tag für Tag Unmengen des starken Getränks und kann so gut wie gar nicht schlafen. — Dies dürfte feit Menschengedenken der erste Fall fein, wo einem Weltmeister fein Rekord schlaflose Nächte verursacht! ... Rudyard Kiplings amerikanischer Besuch. (f) London. Der bekannte englische Schriftsteller, dessen Werke sich auch in Deutschland einer großen Beliebtheit erfreuen, lebt in seinem Heim zu Sussex ganz zurückgezogen und empfängt grundsätzlich keine Besucher. Dor kurzem wurde er „überrumpelt", und er erzählt den originellen Fall selbst in einer englischen Zeitschrift: Er saß eines Morgens an feinem Schreibtisch, als auf einmal mit heftigem Krach die Tür aufgeriffen wurde. Eine große Hand schob den Diener energisch zur Seite, und ein hünenhafter Amerikaner erschien auf der Schwelle mit feinen zwei Jungens. „Sind Sie dieser Mister Kipling?" fuhr er in herrischem Tone den Herrn des Hauses an. Kipling nickte mit dem Kopfe, worauf sich der „Besucher" mit dem Lächeln eines siegreichen Feldherrn zu seinen Buben wandte: „Na, also, Jungens, nun habt Ihr ihn in Lebensgröße gesehen!" Dann brüllte der Pankee dem etwas verdutzten Dichter ein „Good bye“ zu und — verschwand ... Samstag, 2s. September 1929 kleinste Teil Gelegenheit hatte, in ähnlichen De- trieben unterzukommen, sind in den angrenzend den Dörfern zahlreiche Arbeitslose vorhanden. * Echzell, 20. Sept. Bei dem Gauwe tisch ie ße n der Kleinkaliberschühen- v er eine der Bezirke Hessen, Hessen-Rassau und Waldeck in Gelnhausen errang Rudolf Ostheim von hier mit neun Schuh die Gaume i st e r s ch a s t. Auch im Vorjahre erwarb er sich diesen Ehrentitel. Im Gruppenschießen kam der hiesige Schühenverein an dritter Stelle. Kreis Schotten. x Schotten, 19. Sept. Aus dem Gemein d e r a t: Die Steuerausschlagsähc. die der Gemeinderat bestimmt hatte, waren vom Ministerium beanstandet worden, da die Landwirtschaft durch sie zu stark belastet worden war; das Gewerbe sollte höher herangezogen werden. Rach längeren Verhandlungen wurde ein Der- mittlungsvorschlag des Bürgermeisters angenommen. Die Stadt erhebt nunmehr von Gebäuden 21 Pf. pro 100 Mk. Steuerwerk, vom landwirtschaftlichen Grundbesitz 38 Pf., vom gewerblichen Anlage- und Betriebskapital 65 Pf., vom Gewerbeertrag 2,40 Mk., Sondergebäude- steuer 34,93 Pf. — Der Marktplatz soll erweitert werden. Zu diesem Zweck sollen noch mehrere Grundstücke durch Kauf bzw. Hmtausch gegen anderes städtisches Gelände erworben werden. — Die Hauptdurchfahrtsstraße ist stellenweise etwas eng. Zwecks Erweiterung müßten einige Häuser angekauft und niedergelegt werden. Der hohen Kosten halber hat der Ee- meinderat diese Angelegenheit nochmals zurück- gestellt. — Das neue Deamtenhaus für Beamte des Finanzamts, das die Stadt errichtet hat, ist fertiggestellt. Ein Zugangsweg, Fußsteig mit Randsteinen, Straßenbeleuchtung wurde beschlossen. — Aus einer Stiftung des verstorbenen Dr. K i tz n e r fällt der Stadt ein Grundst ü ck neben diesem Deamtenhaus zu, auch ein größerer Tarbetrag. Die Stiftung wird für Zwecke des Krankenhauses verwendet. — Für die Röntgenabteilung des neuen städtischen Krankenhauses wurde die Anschaffung eines neuen Zusahapparates Buckiblende (etwa 3000 Mark) genehmigt. Die Röntgenräume des Hauses sind erweitert worden, die Abteilung ist er- klalsig eingerichtet, sie wird auch sehr viel benutzt, besonders auch für die Tiefentherapie, Innenbestrahlung. Auch eine Schreibmaschine wird für das Haus angeschafft. — Die Einrichtung einer neuen modernen elektrischen Waschanlage mit Zentrifuge, Desinfektion wurde beschlossen. Eine Besichtigung derartiger Anlagen soll durch eine Kommission stattfinden. — Dem hiesigen Kindergarten wurden 600 Mk. If. Zuschuß bewilligt. □ Laubach, 20. Sept. Wie wir kürzlich meldeten, beabsichtigt das hiesige Baugeschäft Friedrich Rühl am sog. Eulengraben die Anlage eines Steinbruchs zur Gewinnung von Pflastersteinen und von Steingrus. An dieser Stätte haben Schürfungen einen trefflichen Baustoff ergeben. Ter Gemeinderat und der Bauunternehmer hielten nun dieser Tage einen Augenscheinstermin ab, um die Entschädigung für das abzutretende Gelände festzustellen. Dieses ist mit 4 bis 5 Meter hohen Fichtenbäumen bestanden. Die hiesige Oberförsterei soll um ein Gutachten in dieser Angelegenheit ersucht werden. — Die Kartoffelernte, die jetzt in vollem Gange ist, ergibt im ganzen einen guten Ertrag. Die Knollen sind nicht besonders stark, haben jedoch den Vorzug besserer Gesundheit; faule Stücke findet man kaum. Sehr gut bewähren sich in diesem Jahre die Sorten „Industrie" und „Ella", weniger die „Blaue Odenwälder", die im vorigen Jahre reiche Erträge brachte. Die D i ck- wurz stehen im ganzen recht gut; infolge dev Futternot mußten sie sehr entblättert werden. Schlecht steht das Gemüse. Die Erdflöhe haben schwer geschädigt, und jetzt treten die Raupen der Kohlweißlinge ungemein stark auf. Gut wird aller Voraussicht nach die Zwetschenernts werden, noch besser der Ertrag an Birnen. Die Aepfel werden eine Mittelernte bringen. Die Gemeinde hat ihre Ob st Versteigerung auf die kommende Woche verschoben, da die Früchte nod) nicht genügend gereift sind. Kreis Alsfeld. Ost Alsfeld, 20. Sept. Stadtvor - standssihung: In der am Donnerstag ab- gehaltenen Sitzung gab der Vorsitzende über die Angelegenheit der Wohnungsverhält- nisse des zweiten Geistlichen eine ausführliche Darstellung der seither geführten Verhandlungen. Die Landeskirchenregierung hat bet der Stadt beantragt, die schon seit Jahren schwebende Angelegenheit der Beschaffung eines zweiten Pfarrhauses nunmehr durch Ankauf eines geeigneten Hauses zur Erledigung zu bringen. Der Stadtvorstand vermochte sich jedoch dieser Auffassung nicht anzuschließen. Es wurde vielmehr folgender Beschluß gefaßt: „Nachdem sich die Möglichkeit ergeben hat, für den zweiten Geistlichen in dem städtischen Hause am Bahnhof eine ausreichende Wohnung zur Verfügung zu stellen, wird der von dem Landeskirchenamt angeregte Ankauf des Derckschen Hauses als Pfarrhaus in Anbetracht der allgemeinen schwierigen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse der Stadt bis auf weiteres zurückgestellt. Für die Instandsetzung des unteren Stockes der Wohnung des zweiten Geistlichen im früheren Egnerschen Hause wird ein Betrag bis zu 320 Mk. bewilligt." — Von dem Landesarbeitsamt werden rücktoir- kend die Beiträge der Gemeindebe- amtenund Bedien st etenzur Arbeitslosenversicherung von der Stadt verlangt, soweit die Beamten der Krankenversicherungspflicht unterworfen sind. Der Vorsitzende gab dazu eine ausführliche Darstellung über die Rechtslage, die für die Gemeinden wenig günstig sei. Es wurde beschlossen: „mit Rücksicht Darauf, daß über Die fragliche Angelegenheit zur Zeit in anDeren Gemeinden Derwaltungsstreit- verfahren Durchgeführt toerDen, soll Die Stellungnahme ausgesetzt toerDen bis zur ErleDigung Der schwebenDen Streitverfahren". — Gießener StuDentenhilfe: Für Den Neubau Des Gießener StuDentenhauses wurde auf Vorschlag Des VorsihenDen, Der Die große wirtschaftliche Be- Deutung Der Gießener StuDentenhilfe für Die Hniversität Gießen hervorhob, ein Beitrag von 100 Mk. bewilligt. — Heber Die Neuanlage Des LuDwigsplahes, Die im Zusammenhang mit Der Erbauung Des neuen Postgebäudes notwenDig geworden ist, entspann sich eine Ian» gere Aussprache, In welcher Die Ansichten übet WWe SelkllWWgei Anmeldungen f. d. Herbst-Gesellenprüfungen im Oktob« der Lehrlinge, die in 1929 auslernen, werden von den sellen-Prüfungsausschüssen des Gewerbevereins, der Mull« Polsterer-, Schmiede-, Wagner- und Zimmerer-Jnnung Mittwoch, den 25., und Donnerstag, den 26. September, nachmittags von 3 bis 6 116r im Gewerbehaus. Kirchstrahe 16, Zimmer la. entgegr» genommen. Mitzubringen ist der Lehrvertrag und 7 Prüfungsgebühren. 1,1 die Ausgestaltung erheblich auseinandergingen. Schließlich wurde beschlossen, daß die Anlage des Platzes in der Weise erfolgen soll, daß an Stelle der ursprünglich am Stadtbauamt vorgeschlagenen massiven Mauer eine Einfassung aus Kunststein genommen wird. Der dafür erforderliche Kredit wurde bewilligt. — Die Herstellung der gesamten Lichtleitung in der Walpurgiskrrche ist notwendig geworden, da infolge der vorhandenen Feuchtigkeit die Leitung unbrauchbar geworden ist. Um einen Lieberblick über die entstehenden Kosten zu gewinnen, sollen zunächst Angebote von verschiedenen Installationsfirmen eingeholt werden. — Die Bürgermeisterei wurde ermächtigt, die freihändige Vergebung der infolge der Aeupflasterung amRoßmarktund Ludwigsplach sich als notwendig erweisenden außergewöhnlichen Arbeiten, wie Versetzen von Treppen usw., vorzunehmen: es werden die für diese Arbeiten entstehenden Unkosten auf die Stadt übernommen. — Bei der gegenwärtig in Ausführung begriffenen allgemeinen Kana l i s a t i o n wurde beschlossen, von der Alicen- strahe aus einen Abzweig nach der Marburger Straße zu legen, um eine bessere Anschlußmoglich- keit für das Anwesen des „Deutschen Hauses zu erreichen. _ _ *!' Aus dem Ohmtal, 20. Sept. DieKar - t o f f e l e r n t e geht hier ihrem Ende entgegen. Meist ist man mit dem Ertrag sehr zufrieden, obwohl einige Sorten in der Knollengröße nur geringes Maß hatten. Als besonders gut geraten müssen wir die Odenwälder Blauen bezeichnen, deren Ernte ausgezeichnet ist. Die D i ck Wurz- f e l d e r weisen trotz der Dürre ganz achtbare Rüben auf. *!* Ruppertenrod, 20. Sept. Gestern fand hier die diesjährige Gemeindeob st Versteigerung statt. Die Beteiligung war rege. Die Preise für Acvfel bewegten sich in mäßigen Gren- zen, während die Dirnen, wie jedes Jahr, teuer waren. Auch die Zwetschen erzielten hohe Preise. Die Gemeinde dürfte mit dem Ergebnis zufrieden Te±" Büßfeld, 20. Sept. Einem Uebelstande im Strahenbild unseres Ortes wurde letzt durch wochenlange Arbeit zum Teil abgeholfen. Wie mancherorts, so zeigte auch hier der durch das Dorf längs der Hauptstraße fließende Bach kein schönes Aussehen. 3n breitem Bett zeigte er zu normalen Zeiten mehr Schlamm, als Wasser. Daher entschloß sich unsere Gemeindeverwaltung in begrüßenswerter Weise, diesen Liebelstand zu beseitigen, und sie ließ für dieses Jahr ein Stück des Bachlaufes nach gründlicher Säuberung des gesamten Bettes in feste Mauern einfassen. Sn großem Bogen stehen die mit einer Zementdecle überzogenen Mauern zu beiden Seiten und geben dem ehedem so wüsten Gelände ein schmuckes Aussehen. Da aus finanziellen Gründen von der Fertigstellung des Proiekt^ in dem laufenden Jahr abgesehen werden muß. wird der übrige Teil bis zur Drücke am Ostausgang des Ortes später ausgebaut werden. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 20. Sept. Aach dem Ausscheiden von Landrat Dr. Sartorius war bekanntlich der sozialdemokratische Gewerkschaftssekretär Konrad Mies aus Köln mit der kommissarischen Verwaltung des Kreises Wetzlar beauftragt worden. Der Kreistag Wetzlar hatte kürzlich mit 14 gegen 13 Stimmen die endgültige Ernennung des kommissarischen Landrats abgelehnt. Das preußische Staatsministerium hat dieses Votum des Kreistages nicht gelten lassen und Landrat Mies jetzt im Amt bestätigt. Rundfunkprogramm Sonntag, 22. September. 7 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert von dem Dampfer „Aeuyork" der Hamburg-Amerika- Linie. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Freireligiösen Gemeinde Frankfurt a. M., unter Leitung von Pfarrer Clemens Taesler. 11: Stunde der Jugendbewegung: „Die Jugendbewegung heute und vor 15 Jahren", Vortrag von Dr. Kerber. 11.30: Clternstunde: „Die Stief- familie". Vortrag von Dr. Phil. Sak. Dappert. 12: Mikrophon-Reportage: Führung durch den Zoo. 13.10 bis 14.10: Stunde des Chorgesangs: Konzert des Gesangvereins „Sängerkranz" Dietzenbach. 14.30: Stunde der Sugend: Aus dem deutschen Märchenborn: „Seeabenteuer des Freiherrn von Münchhausen", vorgetragen von Hanna Lüngen (für Kinder vom 4. Jahre ab). 15.30: Stunde des Landes. 16.30 bis 18: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18 bis 18.30: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Die Sage vom heiligen Gral", Vortrag von Prediger Erich Schramm, Offenbach a. M. 18.30: „Die Arbeit der Kirchen für den Weltfrieden" II., Vortrag von Pfarrer D. Rene H. Wallau. 19.40: Sportnachrichten. 20: Aach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 22 bis 23: Aach Stuttgart: Finnische Lieder mit Begleitung der finnischen Kantele. Montag, 23. September. 12.15: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend: Aus Sport und Spiel: „Don Deutscher Boxer Fahrt nach Amerika". 16.15 bis 17,25: Hausfrauen-Aachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Haussrauenverein: „Zubereitung von Wild". 17.25 bis 18: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Aus Sack Londons „Wolfsblut", Vorlesung von Alexander Maaß. 18.35: „Wo uns der Schuh drückt": „Gerichtsvollzieher". 19: „Rundfunk und Fernsehen auf der Großen Funkausstellung 1929“. 19.20: Englische Literaturproben. 19.35: Englischer Sprachunterricht. 20: Aach Stuttgart: Zeitberichte X: „Streiflichter aus Genf". 21 bis 22: Don Kassel: Konzert des Rundfunkorchesters. 22.15: Tanzmusik. Dienstag, 24. September. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: „Aeuestes". 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend: Die schöne Umgebung von Frankfurt a. M. bzw. Kassel. 16.15 bis 18: Aach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Lesestunde. 18.40: Don Kassel: Stunde der Landwirtschaftskammer Kassel: „Was ist bei der Obsternte und Lagerung zu beachten?", Dortrag von Sarteninspektor Deckel, Oberzwehren. 19: Funkhochschule: Kurs über erste Hilfe — „Organisation des Rettungswesens", Dortrag von Stadtmedizinalrat Dr. Oxenius. 19.20: Schachstunde. 19.40: „Die Kulturbedeu» tung der deutschen Medizin im Ausland", Dortrag von Prof. Olpp, Tübingen. 20: Von Stuttgart: Konzert des Züricher Streichquartetts. 21 bis 22: Von Stuttgart: Der Tod von Menda, Hörspiel von Kurt Heynicke. 22.15: Von Stuttgart: Volkstümliches Konzert des Philharmonischen Orchesters. 23.15 bis 24: Don Stuttgart: Schlagerstunde. Mittwoch, 25. September. 10.40 bis 11.10: Schulfunk: Musik — „Das alte deutsche Dolkslied". 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: „Tanzmusik". 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend: Aus dem Buche der Sage und Geschichte: „Sagenballaden von Liebe und Treue", vorgetragen von Rektor K. Wehrhan (für Kinder vorn 10. Sahre ab). 16.15 bis 18: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Dücherstunde: Zeitromane III. 18.30: Eine Viertelstunde Deutsche Reichspost: „Dild- telegraphie". 18.45: „Die Musik im Phantasie- leben der Völker", Vortrag von Dr. Rudolf F. Felber, Wien. 19.10: Von der Deutschen Welle: Gedanken zur Zeit: ..Aussprache über die deutsche Wehrmacht" zwischen Konter-Admiral Franz Willi Drüninghaus, M. d.R., und Dr. Sulius Leber, M. d. R. 20: Aach Stuttgart: Literarische Veranstaltung. 21: Von Donaueschingen: Konzert. 22: Von Stuttgart: Kammersinfonie. 22.30: Funkstille. Donnerstag, 26. September. 12.15 Uhr: Schallplattenkonzert: „Buntes Programm". 15,15 bis 15.45: Stunde der Sugend: Sugendbücherstunde, „Drei gute Abenteuerbücher". 16.15 bis 18: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Erik Reger: Vorlesung aus eigenen Werken. 18.30 bis 18,50: Von Kassel: „Die Brechung des Zufalls", Vortrag von Professor Dr. Sohannes Verwehen (Bonn). 18.50: „Englischer Humor" 2. Vortrag von Dr. Ludwig Harald Schuh. 19.10: „Die neuesten Forschungen auf dem Gebiet des Vogelwanderlebens", Vortrag von Dr. Hackler, (Gcvelsburg). 20.00: Aach Stuttgart: Sinfonie- Konzert. 21.30 bis 22.30: Heitere literarische Veranstaltung. 22.45 bis 24.00: Schallplatten- konzert: „Opern-Arien in verschiedenen Wiedergaben". Freitag, 27. September. 9.45 bis 12 Uhr: Vom Rathaus Franksurt am Main: Sahresversammlung des Deutschen Städtetages. 12.15: Schallplattenkonzert: „Chor- Konzert". 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend: Aus der Technik des Alltags: „Krupp", Vortrag von Mittelschullehrer Hans Röhler. 16.15 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Lesestunde. 18.30: Von Kassel: „lieber Gymnastik", 2. Vortrag von Liselotte von Loewenstein. 18.40: Esperanto-Unterricht. 19: Stenographischer Fortbildungskursus (Diktat von 60 Silben aufwärts). 19.30: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 19.50: Filmwochenschau. 20: Don Stuttgart: Rosen aus Florida, Operette in drei Akten von Dr. A. M. Willner und Heinz Reichert, Musik von Leo Fall. 22.30: DuS Karlsruhe: Konzert der 1. Karlsruher Mandolinengesellschaft. 22.45 bis 24: Don Karlsruhe: Unterhaltungskonzert. Samstag, 28. September. 9.15 bis 9.45 Uhr: Schulfunk: Deutsch — „Detlev von Liliencron". 9.45 bis 12: Dom Rathaus Frankfurt a. M.: Sahresversammlung des Preußischen Städtetages. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: „Aeuestes". 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend: „Aus dem deutschen Lieder- kcanz", Liedervorträge des Chors deä Kinder- gärtnerinnen-Seminars. 16.15 bis 13: Aach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.20: Französische Literaturproben. 18.35: Französischer Sprachunterricht. 19: Briefkasten. 19.10: Stunde des Arbeiters: „Ermüdung bei der Arbeit". Dortrag von Kreisarzt Dr. Ascher. 19.30: Stunde des Frankfurter Bundes für DolkZbil- düng: „Wie höre ich Musik?",-. Dortrag von Studi-enrat Dr. Paul Beyer. 20 bis 22.15: Vom Bachsaal Franksurt a. M.: Konzert anläßlich der Tagung des Sozialistischen Kulturbundes. 22: Bon Stuttgart: Das Wolkenbrettl, Rundfunk- Kabarett. 23.30 bis 2: Tanzmusik. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 230. 8 7 6 5 4 3 2 1 b h 8 7 6 5 4 3 2 1 Weiß. Don Dr. QL W. GalihkY. Schwarz. c d e -f g Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 5 Steine. Kel; Dd3; Td7; Ldl, d4. Schwarz: 2 Steine. Kd5; Sd6. Den Schlüsselzug findet man erst nach reiflicher Ueberlegung. Aachstehend zwei Partien vom Karlsbader Turnier: Partie Nr. 156. 15. Runde. Indisch. Weiß: Rubinstein. Schwarz: P. Sohner. 1. d4, Sf6. 2. c4, e6. 3. Sc3, Lb4. 4. Dc2, c5. 5. dxc, Sa6. 6. a3, Lxc3+. 7. Dxc3, Sxc5. 8. f3, d5. 9. cxd, Dxd. 10. e4, Dh5. 11. Lf4, Sa4. 12. Db4, Ld7. 13. b3, Sb6. 14. Ld3, Lc6. 15. Se2, Sfd7. 16. Sd4, Dh4. 17. Lg3, Df6. 18. Tel, ab. 19. Dc3, Tc8. 20. Sxc6, Txc6. 21. Dxf6, gxfö. 22. Txc6, bxc6. 23. Ld6, Se5. 24. Lxe5, fXe5. 25. Kd2, Kd7. 26. Tdl, Kc7. 27. Kc3, Tg8. 28. Lfl, Td8. 29. Txd8, Kxd8. 30. b4, axb. 31. Kxb4, Kc7. 32. a4, Sd7. 33. a5, h6. 34. Ld3, Kb7. 35. Lc2, Sb8. 36 Ld3, Sd7. 37. g4, Kc7. 38. h4. Sf8. 39. Lfl, Sd7. 40. Lh3, Sf8. 41. h5, f6 42. Lfl, Sd7. 43. Lc4, Sf8. 44. Lb3, Sh7. 45. Kc5, Sf8 46. La2, Sd7+. 47. Kb4, Sf8. 48. a6, Kb6. 49. a7, KXa7. 50. Kc5, Kb7. 51. Kd6, Kb6. 52. Ke7, Sh7. 53. Lx e6, Kc7. 54. Lc4, Sg5. 55. Kxf6, Kd6. 36. Kg6 aufgegeben. Partie Nr. 157. 16. Runde. Indisch. Weiß: Gilg. Schwarz: Nimzowitsch. 1. d4, Sf6. 2. Sf3, e6. 3. e3, c5. 4. Ld3, b6. 5. 0-0, Lb7. 6. Sbd2, Sc6. 7. c3, Le7. 8. a3, 0-0. 9. e4, d6. 10. Tfel, Tac8. 11. Sfl, Te8. 12. Sg3, d5. 13. e5, Sd7. 14. b4, Sf8. 15. Se2, Sb8. 16. H3, Dd7. 17. Tbl, La6. 18. Lxaö, SXa6. 19. Lg5, Sc7. 20. Lxe7, Dxe7. 21. Db3, Sg6. 22. g3, f6. 23. exf, Dxf6. 24. Kg3 Tf8. 25. Segl, cxd. 26. cxd, Sb5. 27. De3, Tc2. 28. Te2, Txe2. 29. Sxe2, Sd6 30. Segl, Sf5, 31. Dd2, Sd6. 32. Tel, Se4. 33. De3, Dd8. 34. Se2, Se7. 35. Tfl, Sf5. 36. Dd3, Df6. 37. Sd2, Sedö. 38. Sf3, Sc4. 39. Tel, Sfe3+. 40. fxe3, Dxf3+, 41. Kh2, Sxe3 aufgegeben. Lösung des Problems Ar. 226. Don I. Kotre. 1. Dh6-h5!, e2-elS 2. Dh5-e8 usw. 1. .. ., e6xf5 1. ..., Kd5-c6 1. ..gä-g4 1.....Kd5 - c4 1...., beliebig 2. Sd7-b6+ usw. 2. Dh5-e8 usw. 2. Lf5-e44- usw. 2. Dh5xe2+ usw. 2. Dh5-f3+ usw. Aus der Lchachwelt. An dem am 1. September zu Budapest begonnenen internationalen Schachmeisterturnier nehmen folgende 14 Spieler teil: Capablancc, Rubinstein, Tartakower, Preepiorka, Vajda, Steiner, Canal, Colle, Monticelli, Drinckmann, Thomas, Havasi, Prokesch, v. d. Borsch. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. „Vühnenlalein." Wie vom „Jägerlatein" könnte man auch von einem Bühnenlatein sprechen, denn der Schauspieler zeigt nicht selten eine ebenso kühne Phantasie, wenn er Geschichten erzählt, wie der Jünger Nimrod-. Ein großer „Bühnenlateiner" war der alte Eduar> G e n a st, der uns so wertvolle Erinnerungen ai» der klassischen Zeit der Weimarer Bühne hinterlasst» hat. Als alter Mann erzählte er gern von seinen Heldentaten und seinen Erfolgen, und da sagte er etwa: „Das alte Theater in Leipzig faßt bekanntlich so an die 900 Personen, und wenn es so voll ist, daß kein Apfel zur Erde fallen kann, dann gehe» fast 1100 Personen hinein. Wenn ich spielte, wäre« I stets 1300 Personen drin!" Der seit altersher als haarstärkend und belebend anerkannte Natursaft der Birken bildet die Grundlage für das nach wissenschaftlicher Erkenntnis zusammengestellte Dr. Dralle s Birken- Haarwasser. Weltbekannt als unerreichtes Mittel gegen Kopfschuppen und Haarausfall. 4 ,Ä ' M ’• -..........x- Preis: RM 2.40 und RM 4.20 ’/aLiter RM 6,80 7»Liter RM 12.- [Wenn Sie noch zweifeln! So diene Ihnen folgendes Anerkennungsschreiben, sich erneut von der Güte unserer Photo-Arbeiten zu überzeugen: Magdeburg, 11. Sept 1929, Sehr geehrter Herr Winterhoffl Anbei möchte ich Ihnen diese Negative zum Kopieren einsen den, da mir Ihre Abzüge bei meinem Sohn so sehr gut gefallen haben. Hier in Magdeburg bekomme ich nicht se gute Kopien. Hochachturvgsvot Saatgut zur Herbstsaat Friedrichswerther Berg-Wintergerste anerkannte I. Abs., ertragreich und winterfest Winterweizen, Strubes General v. Stocken anerkannte I. Abs., ertragreich und winterfest, auf Wunsch gebeizt Sofort lieferbar I Universitäts-Versuchsgut „Unterer Hardthof“ Gießen, Fernruf 3545 ttsid 3 Erbitte kostenlosen Prospekt Oießen Name: Deutsche Bau- und wirischsttsgemoinscnan Geschäftsstelle Frankfurt am Main Gutleutstr. 87II. Adresse: .............—...» Offener Umschlag und 5 Pfg. Porto. ? ? werfen Sie für Miete und Zinsen Unsummen zum Fenster hinaus! Sie können statt in engen Mieträumen im gesunden eigenen Helm wohnen, wenn Sie monatlich einen kleinen Betrag aul Sperrkonto sparen und wenigstens ein halbes Jahr warten. Sie können mit unserem Geld auch ein fertiges Haas erwerben oder teure Hypotheken (z. B. Aufwertungs-Hypo.heken) ablosen. Unsere Darlehen sind xlnsfrel und unkündbar. Zugleich sind Sie ohne ärztliche Untersuchung prämienfrei auf den TodesfaU versichert, so daß die Erben ein schuldenfreies Beaißtum haben. gez. Frau Dr. X. 7757A Photo-Winterhoff Kreuzplatz 9 £ ff Q 27. 1. 2. 3. T 5. 6. 7. 8. 9l uT 11. 12. 13. H 15. 16* 17. 18. 19. ÜF 21. 22. 23. 24. 25. 26. Gießen Gieße^ ycudjci N!in Sl.-Li" öt.'Sn Leihge Gießer W Gießer Gießen Solln r- 2oiibrii laubw -lavier Sitd)bei Rütte« Lieseci Wieseß Gießer Gießer flnner ' VnieBCi Reiskii Grü Cuf §aasei Aeislv Beu 29. Steuer 30. Bene: Alle 31. Mnk 5TTPonbo 33. fionboi 34. teljdb। 35. Seilshc 36. Lumda 1. A«h-! 2. LaiOl W 3. fiangä 4. Hunge 6. Utphe 6. Str. 3 heil 7. Belle, yung> Hung Röl 10. $onn< 11. 'Hanne U. lüangSb gen( 15. 29. Ä. 24. A. Lich- Lich- 26. 28. 17. 18. l!i. 20. 21. 22. 23. Alback Hatte, Oppei , Hai üidH Garbe Cch Steint Siegen Torf.g Lich-tz Eberstal ib.M Treis.I 13. 11. Äreuj 7. 9. 10. 11. Bette Neuin Luide, JN Gründ __ Trünbe J'itt, Sn A-e- I Laub« 2. T 4. 6. 6. 13. 14. Cee ^Di Nieder Ahe Weite tob- Str 2. 3. 5teu> Rübdi ^chob, 4-1 •SSä* einbet ZY-L 'r-W KSS i 5"' | tz KXal. ‘•ktl.SW. 53. Lx - xi6i W 151. \ 1 lg. »witsch. 3.4.Ld3,b6.5.0-( 8.40-0. 9,e4,c: 12- Sg3, d5. 13. e 16. h3, Dd7.17. To! Lg5, Sc7. 20. Lxc 16. 23. exf, Dxt 6. cxd, Sb5.27. Dd 2, Sd6.30. Segl.Sß ■ DeS, Dd8, 34. St Df6. 37. Sd2, Sedt 40. fxe3, Dxß+ nft Olt. 226. Itt Dh5-e8 u|to. Sd7-bö+ u|tD. Dh5-c8 ufw. U5-e4+ usw. . Dh5xe2+ usw. . Dh5-f3+ u|W. achwelt. er zu Dubapest k Echachmeislerlum er teil: Capablair. eepioda, Xajba, 6h li, fyi.ictmann, TH 3orfj. om Hebottionitili lein.“ konnte man auch« i denn her Schaust kühne Phantasie,« der Jünger Nirnn -war der alleEduc volle Erinnerungen ^ iarer Bühne hmterla! ilte er gern von olqen, und da sagte nd wenn es so * allen kann, bann gj Wenn ich fP'elle' zweifel*’ r 1 jr»ft** 5 ich Ihnen die. SÄ .'S*1’ gez.Fr»uDr" verhol ll3reu^ AD . -en 16. Ä“’1 1 Obstversteigerung an den Provinzialstraßen der Provinz Oberheffen. 1. Baubezirk. la Scblackensand beste Qualität zu billigem Preis C.Rübsamen,Gießen Fernsprecher 3659 2303D Stratzenftrecke Q Termin Zusammenkunft Obst- menge Ztr.: Herbst-Pferde-Markt zu Gießen. Am Mittwoch, dem 2. Oktober 1929, vormittags von 1% Uhr ab, findet auf den städtischen Marktanlagen an der Rod- Heimer Straße ___ 7742C Pferde-Markt statt. Bezüglich der in der Nähe des Marktplatzes vorhandenen Stallungen erteilt Herr Hoflohnkutscher Huhn Auskunft. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung des besten Pferdematerials verbunden, wofür über 2000 Mark zur Verfügung flehen. Der Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberhessen hat 300 Mark und der Hessische Landespferdezuchtverein 100 Mark für die Prämiierungen bei den Gießener Pferdemärkten gestiftet. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Rentner August Schwan in Gießen erhältlich. Die Prämienoerteilung erfolgt nach Beendigung der Prämiierung. Gießen, den 15. September 1929. Die städtische Pferdemarkt-Deputation. K l i n g s p o r, Beigeordneter. 1. Gießen—Gleiberg 2. Gießen—Rodheim 3. Heuchellieim-Allendorf/L. 4. Kl.-Linden—Dutenhofen ö. M.-Linden—Lützellinden 6. Kl.-Linden—Gr.-Linden 7. Gr.-Linden—Lützellinden 8. Leihgestern—Steinberg 9. Gießen—Leihgestern 23. IX. 7 Uhr anschl. anschl. 24. IX. 7 Uhr anschl. 10 Uhr anschl. 13 Uhr anschl. An der Hardt Ende Lindenallee Ortsausgang Heuchelheim Ortsausgang Kl.-Linden Ortsausgang Kl.-Linden Ortsausgang Kl.-Linden An der Bauernmühle Nächst Steinberg Ortsausgang Leihgestern 240 480 li). (Ließen—Wißmar I. Gießen—Lollar 12. Gießen—Daubringen 13. Lollar—Daubringen 14. Daubringen—Staufenberg 15. Daubringen—M.-Bufeck 25. IX. 7 Uhr anschl. anschl. 10,30 Uhr anschl. anschl. Bahndurchlaß bei Gießen An der Wellersburg Abzweigung am Wald An der Holzmühle Ortsausgang Daubringen Ortsausgang Daubripgen 170 16. Kirchberg—Sichertshausen 7. Staufenberg—Odenhaufen 8. Kirchberg—Ruttershausen 8. Ruttershausen—Odenhaus. 26. IX. 7 Uhr anschl. anschl. anschl. Am Kirchberg Abzweigung Lollarer Stt. Am Kirchberg Ortsausgang Ruttershaus. 115 20. Wieseck—Alten-Buseck 21. Wieseck—Trohe 22. Gießen—Rödgen 23. Gießen—Annerod 24. Annerod—Grünberg 27. IX. 7 Uhr anschl. anschl. 10,30 Uhr anschl. Ortsausgang Wieseck Abzwg. Alt.-Busecker Str. Städtische Sandgrube Waldausgang Nächst Annerod 135 26. Gießen—Reiskirchen 26. Reiskirch.—Lindenstruth— Grünberg bis Abzweig. Queckborn 27. Saasen—Bollenbach 28. IX. 7 Uhr anschl. anschl. Nächst Ganseburg Nächst Reiskirchen Abzweigung nach Saasen 740 Vergebung von Linoleumarbeiten. Auf Grund der Reichsverdingungsord- nung werden die Linoleumarbeiten für die Erweiterung der Universitäts-Kinderklinik zu Gießen im öffentlichen Wettbewerb in drei Losen vergeben. 7706D Los 1: 335 qm; Los 2: 287 qm; Los 3: 262 qm. Die Verdingungsunterlagen liegen auf unserem Amte, Stephanftraße 18 (im Dachgeschoß) offen. Angebotsvordrucke werden, solange der Vorrat reicht, dort abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Eröffnungstermin, Montag, den 30. September 1929, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 18. September 1929. Hessisches Hochbauamt Gießen. I. V.: Kuhlmann. 28. Reiskirchen—Bersrod- Beuern 28. Beuern—Mertshausen 30. Beuern—Climbach— Mendorf 31. Mendorf—Londorf 30. IX. 7 Uhr 8 Uhr anschl. anschl. An der Ziegelhütte Ortsausgang Beuern Abzweigung n. Climbach Ortsausgang Mendorf 120 32. Londorf—Nordeck 33. Londorf—Kesselbach 34. Kesselbach—Geilshausen 1. X. 7 Uhr anschl. anschl. Ortsausgang Londorf Ortsausgang Londorf Ortsausgang Kesselbach 240 36. i Geilshausen—Beltershain 36. | Lumda—Weitersh. (Kreuz) 1. Lich—Langsdorf 2. Langsdorf—Nieder-Bes- singen (bis Wald) 3. Langsdorf—Hungen 2. X. 7 Uhr anschl. 2. Baubezirk. 23. IX. 6,30 Uhr anschl. 14 Uhr Ortsausgang Geilshausen Ortsausgang Lumda Bahnübergang Lich Ortsausgang Langsdorf 140 zirka 400 4. Hungen—Jnheid.—Utphe 6. Utphe—Berstadt 6. Str. Tr.-Horloff—Bellersheim—Bahnhf. Bellersh. •7. Bellersheim—Bettenhaus. 24. IX. 6,30 Uhr 13 Uhr 15 Uhr anschl. Nächst Hungen Nächst Utphe Baum Nr. 75 Ortsausgang Bellersheim zirka 350 Karioffettieserung. Die Lieferung des Winterbedarfs an guten, ausgelesenen, lagerfähigen Speise- farloffeln, und zwar 7782D 800 Zentner für die Medizinische Klinik, Frauenklinik und Klinik für Hautkranke, 800 Zentner für die Chirurgische Klinik und Klinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke und 500 Zentner für die Klinik für psychische und nervöse Kranke ist zu vergeben. Angebote nebst Mustern sind an die Verwaltungen der einzelnen Kliniken in Gießen, woselbst auch die Lieferungsbedingungen eingesehen werden können, bis zum Montag, dem 30. September 1929, vormittags 11 Uhr, einzureichen. Die Lieferungen können geteilt vergeben werden. Zufchlagsfrist drei Tage. 8. Hungen—Äillingen v. Hungen—Nonnenroth— Röthges 10. Nonnenroth—Villingen 11. Nonnenroth—Ndr.-Bessgn. 12. Langsdorf—Ndr.-Bessin- gen (ab Wald) 25. IX. 6,30 Uhr anschl. 13 Uhr anschl. anschl. Nächst Hungen Nächst Hungen Nächst Nonnenroth Nächst Nonnenroth Waldausgang zirka 130 13. Lich—Colnhausen 14. Lich—Steinbach (b. Wald) 15. Lich—Ndr.-Bessingen 16. Ndr.-Bessingen—Münster 26. IX. 6,30 Uhr anschl. anschl. 14,30 Uhr Nächst Lich Nächst Lich Nächst Lich Nächst Ndr.-Bessingen zirka 240 17. Lich—Steinbach(abWald) 18. Lich—Albach—Steinbach 10. Albach—Burkhardsfelden 20. Hattenrod—Reiskirchen 21. Oppenrod—Gießen (bis Hauptstraße) 27. IX. 6,30 Uhr anschl. anschl. 14 Uhr 16 Uhr bei Km. 9,400 Waldausg. Nächst Hattenrod Nächst Oppenrod zirka 120 22. Lich—Garbenteich 23. Garbenteich—Watzenborn- Schiffenberg 24. Steinberg—Gießen 25. Gießen—Steinbach 28. IX. 6,30 Uhr 9,15 Uhr anschl. 14 Uhr 15 Uhr Nächst Lich Nächst Garbenteich Bahnübergang bei Gießen Waldausg. n. Steinbach zirka 180 Obstversteigerung. Mittwoch, den 25. September 1929, vormittags 9 Uhr ab, soll das Gemeindeobst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwet- schen, an Ort und Stelle meistbietend ver- steigert werden. Zusammenkunft am östlichen Ausgang des Ortes. 7788D Reiskirchen, den 21. September 1929. Hessische Bürgermeisterei. , S ch o m b e r. 26. Dorf-Gill—Hof-Gill 23, Lich—Eberstadt (ab Wald) 28. Eberstadt—Ober-Hörgern (b. Münzenb. Abfahrt) 29. Treis-Münzenberg—Mu- schenheim 30. Muschenh.—Bettenhausen 1. Laubach—Wetterfeld— Münster 2. Kreuz Münster—Röthges 30.IX. 6,30 Uhr anschl. 10,15 Uhr 14 Uhr anschl. 3. Baubezirk. 25. IX. 7,30 Uhr anschl. Nächst Seemühle Nächst Eberstadt Nächst Treis-Münzenberg Nächst Laubach zirka 400 850 Obstversteigerung. Donnerstag, den 26. September 1929, von vormittags 8 Uhr ab, wird das Obfl der Gemeinde Grohen-Vufeck, bestehend aus großen Quantitäten Aepfeln und Birnen, bestes Tafel- und Wirtschaftsobst sowie Nüsse, an Ort und Stelle öffentlich versteigert. Zusammenkunft am Ortsausgang de Straße nach Beuern. 7790D Großen-Buseck, den 20. September 1929 Hessische Bürgermeisterei. Gans. 2. Wetterfeld—Lauter 4. Neumühle—Grünberg 0. Ettingshausen—Queckborn 0. Lindenstruth—Grünberg ab Abzweigung Queckborn 7. Grünberg—Beltershain- Göbelnrod 26. IX. 7,30 Uhr anschl. anschl. anschl. 14 Uhr Nächst Wetterfeld Nächst Grünberg 500 8 Göbelnrod—Grünberg 0. Grünberg—Lehnheim— Atzenhain 10. Abzweig Kreuz Mücke 11. Mücke—Stockhausen— Seenbrücke—Weickartshain—Grünberg anschl. 27. IX. 7,30 Uhr anschl. 14 Uhr Nächst Grünberg bei Flensungen 400 Obstversteigerung. Mittwoch, den 25. September 1929, vormittags 10 Uhr anfangend, soll das Ge- meinöeobff, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. 77520 Zusammenkunft ist im Ort. Hessische Bürgen..eisterei Bersrod. Becker. li. Ruppertenrod—Elpenrod 13. Nieder-Ohmen—Merlau— Atzenhain 14. Weitershain—Stangenrod—Grünberg (von Straße Atzenh.—Lda.) 1 Kreuz Lumda—Weitershn. 2. Rüddingshaus.—Deckend. 3. Schadenbach—Büßfeld 1. Langgöns—Hochelheim 2. Langgöns—Gr.-Linden 14 Uhr anschl. anschl. 4. Baubezirk. 28. IX. 7 Uhr 12 Uhr 13. Baubezirk. 24. IX. 8 Uhr anschl. Wegweiser oberhalb Rup (pertenrod Am Kreuz Lumda Hinter Rüddingshausen Hinter Langgöns 260 60 130 Obstversteigerung. Dienstag, den 24. September, vormittags 9 Uhr, wird das Obst der Gemeinde Queckborn, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen, an Ort und Stelle versteigert Zusammenkunft um 9 Uhr am Bahnhof Queckborn, den 19. September 1929. Hessische Bürgermeisterei. Albert. 3. Gambach—Oberhörgern— Münzenberg 4. Oberhörgern—Bahnhof 26. IX. 8 Uhr anschl. Bei Gambach 300 Aepfelversteigerung. Dienstag, den 24. d. M., vormittags 9 Uhr anfanaenb, sollen die Aepfel von einer großen Anzahl Gemeindebäumen an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist an der Straße Wetterfeld— Lauter. 77390 Lauter, den 19. September 1929. Hessische Bürgermeisterei Lauter. Ass. 5. Leihgestern—Langgöns 6. Langgöns—Grüningen 1. Grüningen—Steinberg Die Versteigerung erfolgt g Gießen, den 18. September Prov 3. X. 8 Uhr 13 Uhr 17 Uhr cgen Barzahlung 1929. iuzialdirektion Lb Tiefbau. Hinter Leihgestern Bei Baum Nr. 1 Hinter Grüningen n Ort und Stelle. erhessen. 100 7632D <2>, der neue flinke Helfer, erlekfiitn aöe Ranigungsärbot! Im Nu macht Q) die fettigsten Geschirre blitzsauber und verschönt sie mit herrlichem Glanz. Porzellan. Glas, Marmor, Steifl-Holz. und Metall alles macht O viel Schneller rein Selbst die schmutzigsten Geräte. Vie MöpszSpöleimef, BohneftÜcher üsw- werden frisch, sauber and geruchlos. Dazu ist D sehr ergiebig Nur 1 Eßlöffel © auf 10 Lrter hd- ßesWassti'-l Eime.^esparsaml Versuchen Sie Ihren zeitsparenden Helfer Henkels Spül- und Reinigungs -Mittel für Haus- und Küchengerät HergesTeHt m den Persil - Werken 5 Ausnahmetage vom 23. bis 28. 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Erinnerungen wachen wieder aus, die längst vergessen waren und während man mit ihnen wieder jung wird, erkennt man. daß diese 25 Jahre, die jeder einzelne Deutsche und unser Doll durchlebten, so reich an tragischem Erleben waren wie sonst nur viele Menschenalter. Solche Gedanken kamen mir, als ich vor wenigen Wochen wieder nach Oxford zurücktehrte, wo ich vor mehr als einem Dierteljahrhundert ein für mein späteres Leben entscheidungsreiches Studienjahr verlebte. Nirgends so wie hier in Oxford wird einem klar, wie der junge englische Mensch bewußt seit vielen Generationen z u m Staatsbürger und verantwortun gs» bewußten Mitträgcr des Schicksals seiner Nation erzogen wird. Es ist srüher viel über den Unterschied englischen und deutschen Studentenlebens gesprochen und geschrieben worden, als ich nach zwei schönen und freien Studienjahren in Deutschland auf die englisch« Universität kam und die dortigen vielfachen Beschränkungen der persönlichen Freiheit kennen lernte, habe ich das englische System zunächst als dem deutschen weit unterlegen empfunden. Nicht nur, weil die Fesseln der strengen Ordnung des College-Lebens lästig und störend waren. Cs wollte mir auch scheinen, daß gerade in der Freiheit und Selbstverantwortung des deutschen Studenten die besten und sichersten Grundlagen individueller Persönlichkeitsbildung lägen. Inzwischen sind mir aus dem Erleben unserer Nationen doch manche Zweifel gekommen, ob das damalige Urteil des jungen, deutschen Studenten wohl richtig war. Der beste Maßstab für die Güte eines Systems ist ja schließlich sein praktischer Ersolg. Die deutsche und die englische Nation haben sich in dem gewaltigsten Schicksalskamps, den die Weltgeschichte kennt, gegen- übergostanden. England hat in diesem Ringen schließlich die Oberhand behalten. Gewiß sprachen alle äußeren Momente zu seinen Gunsten, gewiß hat es den endlichen Ersolg nicht nur durch eigene Leistungen, sondern als Glied einer fast die ganze Welt umspannenden Koalition errungen, gewiß hat es zur Erreichung dieses Zieles Mittel von einer skrupellosen Brutalität angewandt, vor der wir Deutschen zurückschcuen. Aber aus der andern Seite muß man doch sagen, daß einer der wesentlichen Gründe des Erfolges die Tatsache war. daß einer der wesentlichen Gründe des Erfolges die Tatsache war, daß gerade d i e soziale Oberschicht der englischen Nation ein M a h von Bewußtheit der Schicksalsverbundenheit mit dem eigenen Volke besah, die unserem mehr zum Individualismus neigenden Volke nicht in ollen seinen Teilen eigen war. Nationalgcsühl I als Einheitsbewußtscin ist zweifellos im englischen > Volke seit langer Zeit viel stärker entwickelt gewesen als bei uns. Der Engländer besaß in den Schicksalsstunden seines Volkes bereits das. was wir in der harten Schule des Unglücks jetzt erst lernen müssen. Diese unbedingte Hingabe an die Nation, diese Ueberzeugtheit von der Notwendigkeit, das eigene Volk durchzusehen, wie sie sich in dem englischen Sprichwort „Recht oder Unrecht, mein Vaterland" ausspricht, hat ein Maß von Opferbereitschaft und Siegeswillen erzeugt, das schließlich zum Erfolge führen mußte. Was dem englischen Volk seine überlieferte Erziehung zum Staatsbürger war. schenkte denen von uns, die den Krieg nicht nur als grausiges Handwerk, sondern als tiefstes, soziales Erlebnis durchmachten, eben diese Kriegszeit. Cs ist entscheidend für die Zukunft von Nation und Staat, daß dieses Kriegserlebnis uns nicht verloren geht, sondern als unter schwersten Opfern errungenes Gut nachfolgenden Geschlechtern erhalten bleibt. Wer aber mit offenen Augen durch unsere Zeit geht, sieht mit Schrecken, daß dieser Besitz uns immer mehr verloren geht. Ein m i ß- verstandener Pazifismus, der die Erinnerung an jene Jahre des Opferns und Sterbens aus dem Gedächtnis der jungen Menschen aus- tilgen will, wirtschaftliche N o t. die materielle Gegensätzlichkeiten immer stärker hervortreten läßt. Zersetzung des öffentlichen Lebens durch mißtönenden und irregeleiteten Parte i e n st r e i t führt bei uns zu einer Abtötung jenes schwer errungenen Einheits- und Verantwortungsbewußtseins. führt schließlich zu einer Atomisierung der Nation, an der nationaler Lebens- und Widerstandswille sterben muß. Drüben aber arbeitet man zäh und zielbewußt auf den durch Traditon geheiligten und durch Erfolg bewährten Bohnen an der Erziehung des jungen englischen Menschen zum Staatsbürger. Man schafft so in den Zeiten, in denen das englische Imperium die vielleicht schwerste Krise seiner Geschichte du« chrnacht, eine Führerschicht, die den festen Kitt darstellen wird, durch den das englische Weltreich bei aller Lockerung der verfassungsmäßigen Bindungen doch zusammengehalten werden wird. Man kann sich dem Eindruck nicht verschließen, daß in Deutschland das Bewußtsein von der Ausgabe, den jungen deutschen Menschen in ihren Studienjahren nicht nur Wissen z u vermitteln, sondern sie z u Staatsbürgern z u erziehen, noch längst nicht in hinreichendem Maße Gemeingut der Nation und der verantwortlichen Stellen geworden ist. Wäre es nicht an der Zeit, einmal zu prüfen, was wir in dieser Hinsicht von England lernen könnten? Kunst und Wissenschaft. 100 Jahre Frankfurter Kunstverein. Vor einer kleinen Gemeinde von Künstlern und Kunstfreunden sowie von Vertretern der Dämonen der Jeii. Vornan von Arthur Brausewetter. 36 Fortsetzung. Nachdruck verboten. ilnb indem er den Rauch feiner Zigarre aus den seinen Na enfiügcln blies: „Ich kann mich kurz sausen. Mein Leben verlief bis zu meinem fünfzigsten Jahre in durchaus geordneten Dahnen. Bis mich an der Schwelle des Alters eine heiße Leidenschaft zu einer Frau erfaßte, die sich meinetwegen scheiden ließ und mich nach einer fünfjährigen Ehe, in der ich mich unsäglich glück- lieh träumte, betrog, tote sie ihren ersten Mann betrogen hatte. Ich zog mich hierher in diese Di.la zurück, verbannte jedes weibliche Wesen aus meinem Gesichtskreise und lebte nur meiner Aroeit und wäre gestern, wenn Sie nicht die Liebenswürdigkeit gehabt hätten, es zu verhindern, sehr ruhigen Herzens von bannen gegangen.“ „Also hätte ich Jh r?n kaum einen Dienst er- wiesen —“ „Sie dürfen mich nicht undankbar schelten. Es ist mir diesmal wohl wie so manchem anderen ergangen: steht man erst einmal an der großen Meeresenge, dann denkt man über Wert und Unwert des Lebens vielleicht ein wenig anders als von der ruhigen Warte philosophischen Betrachtens. Das ist mir eigentlich so recht klar geworden. als ich gestern morgen die wenigen Worte an Sie schrieb und Sie zu mir bat. Denn diese Ditte hatte noch einen anderen Zweck, als nur über mein mehr oder minder verfehltes Leben zu plaudern." Er blickte mit einem eigentümlichen Ausdruck auf die Fingerspitzen seiner schlanken Hand und fuhr dann fort: ..Da ich außer meinem Berliner einen recht umfangreichen Besitz in mehreren anderen Städten zu verwalten habe und deshalb oft wohl monatelang auf Reisen bin. so suche ich schon seit geraumer Zeit nach einem Stellvertreter für mich. Run erzählten Sie mir gestern, daß Sie augenblicklich ohne Tätigkeit sind. Darf ich aus diesem Umstand vielleicht die Hoffnung schöpfen. Sie dauernd für mein Unternehmen zu gewinnen? Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich ent* Ichlietzen könnten, diese Frage in Erwägung zu ziehen." Klaus war ebenso erstaunt als erfreut und mußte eine gewisse Mühe auf bieten. Herrn Heuchtwanger zu folgen, als er ihm jetzt seine Gedanken und Pläne näher auseinandersehte. „Vorläufig muß ich auf mehrere Monate verreisen. Das Weihnachtsfest verlebe ich nach alter Gewohnheit auf dem Gute eines entfernten Verwandten. Von dort aus habe ich mit wesentlichen Veränderungen an einem größeren Geschäfte in Lielzen zu tun, an dem ich stark beteiligt bin und das mit nicht unbedeutendem Landbesitz verbunden ist. Es wäre mir nun wertvoll, wenn Sie während der Zeit meiner Abwesenheit in meinem Hause wohnten und sich einer Reihe von Arbeiten unterzögen, die liegen» geblieben sind und erledigt werden müssen. Es tändelt sich vor allem um die Führung der Dücher, Vermögensverwaltung und andere Angelegenheiten, die ich Ihnen gern anvertrauen möchte. Die Mahlzeiten nehmen Sie natürlich in meinem Hause ein. Mein Koch und der alte Mohr sind ganz zu Ihrer Verfügung: auch wenn Sie zum Feste oder zu jeder anderen Zeit Besuch empfangen, ist alles dafür eingerichtet. Ich bin glücklich, mein Haus in so guten Händen zu wissen. Es wäre mir lieb, wenn Sie mir den heutigen Abend und vielleicht auch den morgigen Tag noch schenken könnten, damit ich Sie in Ruhe einführen und alles mit Ihnen regeln kann: denn Ende dieser Woche gedenke ich zu reisen." Wieder hatte ein neues Leben für Klaus in dem vornehm behaglichen Hause in der Tiergartenstraße begonnen. Er arbeitete fleißig und gab sich in den vielen Mußestunden, die ihm blieben, den mancherlei Anregungen hin, die Berlin ihm bot. Dann und wann war er auch mit Lotte Bernhard zusammen. Lind mit jedem Male mtfjr freute er sich an der frohen und unbeirrten ür» sprünglichkeit dieses Mädchens, vor allem an ihrer Tapferkeit. Denn er wußte genau, daß sie, mit Ausnahme von einigen Paketen, so gut wie nichts von Hause bekam, sondern nur von Nachhilfestunden lebte, die sie, soweit sie es mit ihrem zum Abschluß sich neigenden Studium irgend vereinen konnte, vom frühen Morgen bis zum späten Abend in allen möglichen Häusern gab. Sie aber war immer froh und guter Dinge. Oft konnte ihre Fröhlichkeit bis zur Ausgelassenheit steigen. Eine blühende Sinnlichkeit war dann in ihr. eine unbekümmerte und unverschleierte Lebenslust, die die ganze Welt hätte umarmen können. In solchen Augenblicken fühlte er den Altersunterschied zwischen ihnen, wurde nur um so ernster und ließ sich auch durch ihre prickelnden Neckereien nicht aus seiner Zurückhaltung herausbringen. Dann wieder konnte er mit ihr über alle die Dinge, die ihnen am Herzen lagen, sprechen wie mit keinem anderen Menschen, freute sich ihres klugen und zutreffenden Urteils, ihrer gesunden und von jeder Sentimentalität freien Anschauun- oen über Dinge und Menschen. Einmal hatte sie ihm gesagt, daß sie, wenn sie es irgend möglich machen könnte, zum Feste nach Hause fahren wollte. Ein Weihnachten ohne das alte Pfarrhaus und die Andacht des Vaters unter dem Tannenbaum, den er selber aus dem Walde holte und ganz allein schmückte, könnte sie sich nicht vorstellen. Nun aber schienen sich doch allerlei Schwierigkeiten ihrer Reise entgegengesetzt zu haben, denn an einem Abend kurz vor dem Feste, als sie zusammen in den Vortrag eines berühmten Weltreisenden gingen, erklärte sie. daß sie in Berlin bleiben mühte. „Das tut mir Ihretwegen leid... wirklich aufrichtig leid. Fräulein Lotte," erwiderte er: es herrichte zwischen ihnen ein kameradschaftlicher Ton, und er nannte sie längst bei ihrem Vornamen. „ Für mich aber ist es eine große Freude, das können Sie sich wohl denken. Dann kommen Sie eben zu mir.“ „Zu Ihnen?" „Nun, wo denn anders hin? Herr Feucht- toanger schrieb mir gestern erst, daß ich mir das Weihnachtsfest so behaglich wie möglich in seinem Hause machen und mir, wen ich lieb hätte, dazu einladen sollte. Ich weiß nun zwar nicht, wen staatlichen und städtischen Behörden fand am Freitag in den Ausstellungsräumen des Fran k- furtcr Kun st Vereins eine akademische Feier aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des Frankfurter Kunstvereins von 1829 sowie anschließend die Eröffnung der Frankfurter Jubiläums - Ausstellung statt. Justizrat Dr. R o e d i g e r. Vorsitzender des Vcrwaltungs- rats des Frankfurter Kunstvereins, hieß die kleine Versammlung herzlich willkommen und gab in eineck Ansprache einen ileberblid über das Entstehen und Werden des Vereins. Er kennzeichnete die Zeiterscheinungen vor hundert Jahren. die - saft die gleichen wie heute — dazu führten, daß Frankfurter Künstler eine Gemein* schast gründeten, um miteinander die schweren wirtschaftlichen und seelischen Nöte der damaligen Zeit zu überwinden. Er schilderte dann das Wachsen und Gedeihen des Vereins in späteren Jahrzehnten und schloß mit der Mahnung an Freunde und Gönner des Vereins, die lebende Generation durch tatkräftige Unterstützung wahrer und echter Kunst vor geistiger Verflachung zu bewahren. Die Jubiläums-Ausstellung, von über 100 Künstlern beschickt, bietet einen umfassenden Uederblick über das gegenwärtige Frankfurter Kunstschaffen. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Die freundlichere Stimmung, die zum Schluß der vergangenen Woche eingetreten war, konnte sich nicht halten, denn es waren wieder neue Unsicherheitsfaktoren vorhanden, von denen sich die Börse nachteilig beeinflussen ließ. Dor allem waren es Abgaben in Mannesmann- Aktien. die man sich nicht erklären konnte: diese veranlaßten die Spekulation, auch auf anderen Marktgebieten zu Abgaben zu schreiten. Aber auch der unbefriedigende Bericht des Kohlensyndikats und die verschlechterten Börsenverhältnisse in Neuyork waren nicht dazu angetan, eine Besserung herbeizusühren. Aber dies war noch nicht von ausschlaggebender Bedeutung: vielmehr hatte man sich über diese Dinge bald beruhigt, doch verschlechterte sich das Gesamtbild der Börse immer mehr, da wieder Material in Glanzstofsaktien in erheblichem Umsange an den Markt kam, was einen deprimierenden Eindruck hinterließ. Die Kulisse schritt, veranlaßt hierdurch, auf den übrigen Märkten zu Abgaben, und es ergaben sich zu Anfang der Woche teilweise ganz beträchtliche Abschwächungen. Doch versuchte die Börse, sich von diesem Druck freizumachen, was ihr zum Teil gelang, denn es war, wenn man von den Dorgängen am Glanzstoffmarkt absieht, eine gewisse Beruhigung festzustellen. Die Stimmung war wieder zuversichtlicher : denn einige günstige Momente wurden in den Vordergrund geschoben und fanden bei zunehmendem Optimismus Widerhall. Das Geschäft konnte aber in der ganzen Woche hindurch kein größeres Ausmaß annehmen, da erstens Aufträge fehlten, und zweitens ein gewisser Druck nicht zu verkennen war. Doch genügten schon kleinste Abschlüsse, um ein Anziehen der Kurse zu bewerkstelligen. Spezialwerte traten jedoch etwas mehr hervor und konnten teilweise ganz beträchtliche Gewinne erzielen. Abgaben waren faum mehr zu bemerken, vielmehr fonntc man einige Interventionen von Großbankseite feststellen. Auch soll das Ausland vereinzelt wieder einiges Interesse bekundet haben. Die allgemeine Lage ist nicht mehr so gespannt, was auf eine zunehmende Linterneh- er damit meinte, aber fast möchte ich vermuten, er hat dabei an Sie gedacht. Denn er fügte hinzu, ich möchte die Kiste, die er an mich senden würde, erst am Heiligen Abend öffnen, und für seine junge, schlanke Retterin — ja. so schrieb er. ich werde es Ihnen vorlesen — wäre auch etwas dabei. Und wenn der alte Mohr den Weihnachtsbaum auch nicht so schön aussuchen und putzen wird, wie Ihr Vater, es wird doch weihnachtlich bei uns sein — glauben Sie nicht?" „Mit Ihnen ... so ganz allein .. Sie sagte es. ohne ihn anzusehen... leise und langsam. In demselben Augenblicke war etwas zwischen sie getreten, was bis dahin nicht gewesen war. „Sie können ganz ruhig sein." Ohne daß sie es recht gemerkt hatten, waren sie bereits in den großen Vorraum eingetreten, der zu dem Vortragssaal führte. Helles Licht um- flutete sie, und aus den Garderoben und von den Treppen her strömten die Menschen zusammen. In dem Empfangszimmer der Tiergartenvilla brannte der Weihnachtsbaum. Die elektrischen Flammen waren ausgeschaltet, und nur die Kerzen der dichtgewachsenen dunklen Tanne breiteten ihren gedämpften Glanz über die mancherlei Gaben, die auf der mit blendend weißem Linnen bedeckten Tafel lagen. Mit großer Zartheit hatte der alte Herr sowohl für Klaus wie für Lotte allerlei Schönes und Nützliches ausgewählt. Nun saßen sie bei einem Glase Wein. Lotte begab sich an den Flügel und spielte die alten schönen Weihnachtslieder. Doll schöner Harmonie verlief dieser Abend. Die folgenden Tage verlebte Klaus allein. Aber zum Silvesterabend fanden sie sich wieder in der Tiergartenvilla zusammen. Aber wunderbar — diesmal wollte eine rechte Stimmung zwischen ihnen nicht aufkommen. Sie gaben sich beide die größte Mühe und fühlten um so mehr, daß es ihnen nicht gelang, den früheren unbefangenen Ton herzustellen. Dann aber brachte der alte Mohr auf das besondere Geheiß seines Herrn eine Flasche Sekt. Lind die wirkte wie eine Erlösung, machte das Band der Zunge frei und entfesselte lustige Geister. Lotte erzählte, rückwärts in den Sessel gelehnt und von den Süßigkeiten knabbernd, die auf einem kleinen Tische vor ihr standen, von ihrer Kindheit im Altfelder Pfarrhause, von Eltern und Geschwistern, von ihren Studentenjahren in Halle und allerlei unschuldigen Streichen. Eine wundervolle Traulichkeit herrschte in dem Zimmer: nur die hohe Schreibtischlampe unter dem dunkelgelben Schirm brannte und verbreitete ein wohlig gedämpftes Licht. Lind dennoch war eine gewisse Linruhe über sie gekommen: sie wechselte sehr oft die Stellung, fuhr mit der feingeformten Hand über Gesicht und Haar, an dem sie fortwährend zu ordnen hatte, atmete einige Male tief auf. und wenn sich ihre Blicke trafen, dann irrte ihr Auge schnell und mit leisem Erschrecken über ihn hin fort. Sie hatte aufgehört, zu erzählen. Eine Weile saßen sie schweigend zusammen, bann lehnte sie sich in die Polster zurück und sagte, wiederum mungslust bei der Spekulation zurückzuführen war. Gegen Ende der Woche war man jedoch wieder enttäuscht, da erneut große Posten in Glanz st offaktien an den Markt kamen. Eine hierdurch hervorgerufene Verstim- mung, die durch die nähere Betrachtung des Linieprospektes hervorgerusen wurde, griff wieder in stärkerem Maße um sich. Die allgemeine Tendenz wurde, hiervon ausgehend, ungünstig beeinflußt. Tie neu geschaffene Lage änderte sich jedoch bald wieder: denn man sah nicht ein, daß man sich immer wieder von der schwankenden Deranlagung des Glanzstossinarktes beeinflussen lassen soll. Man konnte auch sofort bemerken, daß wieder Rückdeckungen vorgenommen wurden, und die entstandenen Verluste wurden wieder ausgeglichen. Nur Glanz st offaktien, ob* wohl dieses Papier auch zwischendurch eine Besserung erfuhr, hatten trotzdem einen Rekord- Verlust von 37 Prozent aufzuweisen. Die Entlastung des Reichsbankinstituts nach dem in dieser Woche erschienenen Ausweis fand Anklang. Eine gewisse Llnsicherheit war aber doch nicht zu verkennen: denn die Vorgänge blieben wie ein Gespenst im Hintergründe bestehen. Die Börse unterlag größeren Schwankungen, doch wurden die Verluste immer wieder ausgeglichen, teilweise ergaben sich sogar, bei einem Vergleich gegenüber den Kursen der vergangenen Woche, Gewinne bis zu 4 Prozent. Nur Norddeutscher Lloyd waren angeboten und bis 3 Prozent schwächer. Etwas in den Vordergrund traten Kaliwerte, doch büßten diese die Gewinne, wenn man die zwischendurch eingetretene Verschlechterung in Betracht zieht, wieder ein. Auf den holländischen Auftrag an Stahlverein konnte dieses Papier leicht anziehen. Am Farbenmarkte stimulierte die bevorstehende Einführung der Farbenaktie an der Amsterdamer Börse. Auch Autowerte hatten etwas lebhafteres Geschäft. Zum Wochenschluß war die Tendenz recht freundlich, zumal keine Veränderung der Londoner Diskontrate eintrat. Glanzstoffaktien konnten sich leicht bessern, doch wurde der niedrigste Stand nur wenig überschritten. Die Geldmarktverschlechterung in Neuyork machte keinen guten Eindruck, doch ist er auch nicht besorgniserregend. Renten lagen still, zum Teil etwas über ihn hinwegsehend: „Es ist doch eigentlich wunderbar —“ Eine Blutwelle stieg in ihr Antlitz und färbte es vollends rot. „Was erscheint Ihnen wunderbar?" „Nun alles... dieser ti es stille Abend, das fremde Haus, die ganze Umgebung... und wir beide so ganz allein... von der weiten Welt wie abgeschnitten." „Ich finde es nicht wunderbar... ich finde es nur sehr schön." „Ja... schön ist es." „Lind das ist wohl begreiflich. Besonders für mich. Lange genug hgbe ich die Behaglichkeit eines solchen Heims Entbehrt, bin von dem Augenblicke an, wo ich das eigene Haus verlassen mußte, in der Welt umhergeworsen... immer in der Fremde." „Sie sind doch so vielen Menschen begegnet, haben so manchem nahegestanden." „Aber es war alles nur vorübergehend, alles nur flüchtige Erscheinung. Eine eigentliche Befriedigung habe ich höchstens auf dem Lande gefunden. Aber das war doch auch nur für eine gewisse Zeit." „Vielleicht ist es mir nicht unähnlich gegangen. Denn so leicht, wie es sich ansieht, ist mein Leben auch nicht gewesen. Besonders hier in Berlin nicht." „Ich weiß es sehr Wohl," erwiderte er, „auch wenn Sie es nicht aufkommen ließen. Lind nichts schließt Wohl so zusammen als das Gefühl des Fremdseins, wenn zwei es gemeinsam tragen.“ „Ja... es ist seltsam. Ich kenne Sie doch erst kurze Zeit, und wir sind noch gar nicht oft zusammengewesen. Aber ich fühle mich bei Ihnen so sicher und geborgen... so ganz zu Hause." Ihre Blicke begegneten sich, irrten nicht mehr auseinander, hielten sich fest. Don draußen her griffen die Hände der Nacht durch den nur halb geschlossenen Fenstervorhang. Ein heller Stern grüßte hinein. Da stand er auf, beugte sich zu ihr hinüber, hob ihren Kopf, der leicht auf die Brust gesunken war. Ein scheues Lächeln ging über ihr Antlitz, eine Sekunde schien sie willenlos, alles in ihr schien gelöst und voller Hingebung. Mit einem Male sprang sie wie im jähen Erwachen empor, streckte die beiden Arme wie abwehrend gegen ihn — ..Vein ... nein ... zerstören Sie alt das Schöne nicht, das zwischen uns ist." „Zerstören?“ gab er schmerzlich erregt zurück, „ich will es unzerstörbar machen." Mieder huschte das verlorne Lächeln über ihr Vntlih. Aber als er sie an sich ziehen und küssen wollte, wich sie ihm aus. „3dj kann nicht, kann wirklich nicht," flüsterte fie, indem sie traurig den Kopf schüttelte. „Sie lieben einen anderen?" -,2ch habe noch nie einen Mann geliebt. Wenn id> es aber einmal täte, dann würde ich es rückhaltlos tun, mit ganzer Seele... mit allem, toas ich habe. Lind davor habe ich eine so entsetzliche Furcht.“ Sie sprach, den Blick von ihm abgewandt, mit zagender, scheuer Stimme. Er fühlte, wie schwer lhr das Bekenntnis wurde, fühlte zugleich, daß es aus der Tiefe ihrer Seele kam. (Fortsetzung folgt.) B Am ©etbmarft trat nach einer Der» ung wieder eine Erleichterung ein. De- wenig verändert. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. ■ Dei durchweg stärkerem Auftrieb in allen Dieh- »attungen hatte der Frankfurter Schlachtvieh- markt regeres Geschäft zu verzeichnen, doch hielten sich die Preisveränderungen m bescheidenen Grenzen. Rur Rinder waren starker vernachlässigt und mußten sich kleine Preis- einbußen gefallen lassen. Am Rinder markt war der Auftrieb etwas größer, als in der Vor - Woche. Rach langsamem Handel verblieb lieber- stand. Der Abtrieb nach auswärts war stark. Trotzdem seit längerer Zeit wieder gute Qualitäten am Markte waren, gaben die Preise etwas nach. Kälber hatten etwas regeres Geschäft vufzuweisen, was aber in der Preisgestaltung nicht sonderlich zum Ausdruck fam; die Preise naben eher etwas nach. Der Markt wurde geräumt. Schafe hatten bei etwas größerem Auftrieb ruhiges Geschäft, und bei nachgebenden Preisen verblieb geringer lieberstand. Ruch in Schweinen war das Geschäft in dieser Woche etwas reger, trotz des größeren Auftriebs. Für allerbeste Ware konnten etwas höhere Preise erzielt werden, während die übrigen Qualitäten nut behauptet blieben. Rach regem Handel wurde nusverkauft. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1807 Rindern, darunter befanden sich 335 Ochsen, 117 Dullen, 729 Kühe und 532 Färsen, ferner nus 1726 Kälbern, 201 Schafen und 4920 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen W»che waren 71 Rinder, 53 Kälber, 28 Schafe und 212 Schweine mehr angetrieben Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht m Mark: Ochsen Al 58 bis 60, A2 54 bis 57, Bl 48 bis 53. Dullen A 53 bis 56, B 48 bis 52. Kühe A 45 bis 47, B 40 bis 44, C 34 bis 39, D 28 bis 33. Färsen A 58 bis 60, B 54 bis 57, C 48 bis 53. Kälber B 77 bis 80, C 73 bis 76, D 66 bis 72. Schafe A 47 bis 51, B 40 bis 46, C 30 bis 39. Schweine B 87 bis 90, C 88 bis 91, D 87 bis 90, E 85 bis 88. 3m Vergleich mit den Preisen der vorigen Woche gaben Ochsen und Kühe je 2 Mark, Färsen, Kälber und Schafe je 1 Mark nach, während Schweine teilweise eine Mark gewinnen konnten bzw. gut« behauptet blieben. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. ' An den beiden Hauptmarkttagen war kein regeres Geschäft zu verzeichnen. Die Auslandmärkte machten kaum einen Eindruck. Die Händler blieben zurückhaltend, da sich Rachfrage in spärlichem llmfange einstellte. Auch das Angebot war nicht groß. Preisveränderungen traten kaum ein. Rur am Mehl markt ergaben sich bei schleppendem Geschäft Rückgänge bis zu einer viertel Mark. Roggenmehl blieb bei einiger Rachfrage gut gehalten. Etwas 3nteresse konnte man am Futtermittelmarkt für Weizen- und Roggenkleie feststellen. Mais für Futterzwecke lag im Angebot und etwas niedriger. Dei einem Vergleich gegenüber den Preisen vom 12. September waren Weizen, Roggen, Sommergerste, Hafer inL, Roggenmehl, Weizen- und Roggenkleie gut behauptet. Dis zu einer viertel .Mark schwächer lagen Mais und Weizenmehle. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 25 bis 25,10, Roggen 19,90 bis 20. Sommergerste 21 bis 21,50, Hafer inl. 18.75 bis 19, Mais für Futterzwecke 20 bis 20,50, Weizenmehl 38 bis 38,50, Äiederrh. 38 bis 38,50, Roggenmehl 28,25 bis 30,00, Weizenkleie 11,50, Roggenkleie 11,50. * Frankfurter Sparkasse von 1 82 2. 3n Sparerkreisen wird das Gerücht verbreitet, daß die Frankfurter Sparkasse von 1822 an den Verlusten der Frankfurter Allgemeinen Versiche- rungs-A.°G. beteiligt sei. Die Frankfurter Sparkasse weist darauf hin, daß 1. die Frankfurter Sparkasse von 1822 an keinen Verlusten der Frankfurter Allgemeinen oder der Südwestdeutschen Dank A.-G. beteiligt ist, 2. die Sicherheiten der Frankfurter Sparkasse laut einer Ende vorigen 3ahres stattgefundenen Verbandsrevision durchaus gute und klare sind und volle Gewähr für die Sicherheiten sämtlicher Spareinlagen bieten, 3. die Frankfurter Sparkasse im übrigen durch einen besonderen Garantievertrag mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband gesichert ist. * Großer Auftrag für die Dasalt- rndustrie. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft vergab einen großen Auftrag an die Deutsche Dasalt- und Steinschlagindustrie, Wissen. 3n diesem 3cchre liefert die Firma 600 000 Kubikmeter Dasalt, während im nächsten 3ahre die Zahl auf 1,2 Millionen Kubikmeter steigen torrb. Der Auftrag macht eine Summe von 11 Mill. Mark aus und bedeutet für die in Rot befindliche Steinschlagindustrie des Westerwaldes eine wesentliche Hilfe. • Das Ruhlandgeschäft der 3. -G. - Farben. Zu den verschiedenen Aeuherungen. die in der deutschen Presse die Deziehungen zwischen der 11. d. S. S. R. und der 3.-G.-Farben- industrie A.-G. behandeln und welche zum Teil der tatsächlichen Lage widersprechen, teilt das Pressebureau der Handelsvertretung der 11. d. S. S. R. in Deutschland mit: Der am 21. September 1926 mit der 3.-G.-Farbenindustrie auf drei Jahre abgeschlossene Vertrag über die technische Hilfe und Kontingentbeteiligung der 3.-G. an der Einfuhr von chemischen Produkten nach der 11. d. S. S. R. läuft am 21. September 1929 ab. Es handelt sich also nicht um einen Konzessionsvertrag, sondern um einen Vertrag der charakterisierten Art. Der Vertrag war befristet, und es kann in keiner Weise davon gesprochen werden, daß der Vertrag gelöst wird, sondern der Vertrag ist abgelaufen. Die Leistungen der 3.°G. auf dem Gebiete der technischen Hilfe haben bei weitem nicht den im Vertrage vorgesehenen Umfang erreicht. Die Erfahrungen der drei Vertragsjahre ermuntern die 11. d. S. S. R. nicht, einen neuen Vertrag auf der Grundlage des alten Vertrages mit der 3.-G. abzuschliehen. Cs ist keineswegs richtig, von einem Abbruch der Beziehungen der 11. d. S. S. R. mit der 3.--G. zu sprechen. Die Handelsvertretung nimmt an, daß die Bedingungen der 3.-G. es möglich machen werden, die Geschäfte mit der 3.-G. ohne Unterbrechung weiterzuführen und freundliche Deziehungen ausrechtzuerhalten. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 21. Sept. Tendenz: geschäftslos. — Die heutige Börse eröffnete zum Wochen- schluß in lustloser Haltung. Die Unternehmungslust war wieder auf ein Minimum begrenzt, da die gestrigen vagen Gerüchte hinsichtlich neuer Insolvenzen dem heutigen Markte einen bitteren Nachgeschmack gaben. Hinzu kamen noch schwache Ausländbörsen, der unverändert anhaltende Ordermangel, sowie der etwas angespanntere Geldmarkt, die einen nachteiligen Eindruck ausüben. Das Geschäft war sehr klein, doch zeigte sich im Grundton der Börse eine gewisse Widerstandsfähigkeit, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse nur in einigen Äusnahmefällen größere Verluste eintraten. Stärker gedrückt eröffneten am Elektromarkt Bergmann mit minus 3,5 v. H., Siemens mit minus 2 v. H. und Chadeaktien mit minus 2 Mark. AEG. blieben gut behauptet. Am Chemiemarkt lagen I.-G.-Farben vernachlässigt und 1,25 v. H. niedriger. Dagegen Rüt- gerswerke 0,50 v. H. höher. Am Montanmarkt war die Umsatztätigkeit bescheiden, die Verluste gingen im allgemeinen nur bis zu 1,25 v. Sj. Nur Rheinstahl lagen etwas stärker gedrückt mit minus 2 v. H. In Glanzstoffaktien kam das in den letzten Tagen verstärkte Angebot zum Stillstand. Es bestand vielmehr kleines Interesse, und dieses Papier war bei der ersten Notierung gut behauptet. Zellstoffwerte bis 1 v. H. niedriger. Die Nebenmärkte lagen geschäftslos bei leicht abbröckelnden Kursen. Auch im Verlaufe war das Geschäft sehr klein, bei weiter etwas abbröckelnden Kursen. Nur Siemens waren etwas mehr angeboten mit minus 4 v. H. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 6,5 v. H. unverändert belassen. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,20025, gegen Pfund 20,355, London gegen Kabel 4,8462, gegen Paris 123,8550, gegen Mailand 92,65, gegen Madrid 32,82, gegen Holland 12,0880. Berliner Börse Berlin, 21.Sept.Die heutige Börse hatte noch weniger Geschäft aufzuweisen als gestern. Da an- geblich seitens der Provinzkundschaft neue Verkaufsaufträge eingetroffen waren, war die Tendenz zu den ersten Kursen meist etwas schwächer. Man sprach auch von weiteren kleinen Exekutionen, größtenteils aber wohl freiwilliger Natur, die im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten bei der Bankfirma Sigmund Sternheim vorgenommen wurden. Anregungen nennenswerter Art logen nicht vor, und so beschäftigte man sich mehr als sonst mit dem Verkehr an den internationalen Börsen. Besonders für London rechnet man unter dem Eindruck der Hatrepaffäre mit einem schwächeren Verlauf, was sich hier besonders in der Kursbewegung der Polyphonaktie aus- drückte. Diese eröffnete 5,75 v. H. niedriger und verlor gleich nach der Notiz weitere 4 v.H. Auch Svenska setzten 5 Mark niedriger ein. Sonst betrugen die Rückgänge im allgemeinen nur 1 bis 2 v. H. RWE. verloren 3d. H., Bemberg 5 v. H. und Akkumulatoren 5,75 v. H. Deutsche Anleihen lagen ziemlich behauptet. Auch Ausländer waren nur wenig verändert. Pfandbriefe geschäftslos. Der Geldmarkt war etwas leichter. Tagesgeld 6,75 bis 9 v. H. Monatsgelt 9 bis 10,5 v. H., Warenwechsel etwa 7,75 v. H. Im Verlaufe verstimmten die neuen Rückgänge in Kunsteidenwerten. Glanzstoff verloren 6,5 v. H. Die Spekulation schritt zu Glattstellungen, auch scheint weiter exekutiert zu werden, so daß bei Papieren wie Salzdetfurth, Siemens, Schubert & Salzer Rückgänge von 2,5 his 3,5 d. H. eintraten. Svenska verloren weitere 3 Mark, Polyphon logen 5 v.H. niedriger. Daß die Zahlen der heute zur Veröffentlichung kommenden Außenhandelsbilanz eine stärkere Aktivität auf weisen, war der Börse noch nicht bekannt. Buntes Allerlei. Die wunderbare Geschichte eines Goldlagers. Die Pariser Zeitungen veröffentlichen folgende geheimnisvolle Geschichte über das Vorhandensein eines reichen Goldlagers in Mazedonien. 3m 3ahre 1890 habe ein junger ungarischer Offizier. Vladiglav Kasinsky. von der türkischen Regierung den Auftrag erhalten, eine Karte von Mazedonien zu entwerfen. Kasinsky, der in aller Heimlichkeit arbeitete, ersuchte den Wahli von Mazedonien um die Erlaubnis, wissenschaftliche Untersuchungen zur Bestimmung von Mineralien vornehmen zu dürfen. Wan wußte zwar nicht, was er entdeckt hatte, doch war man in Saloniki über den schnell wachsenden Reichtum des jungen Offiziers erstaunt. So verbreitete sich das Gerücht, Kasinsky hätte eine Goldader gefunden, in deren Rähe er sich ein Haus habe bauen lassen. Sultan Abdul Hamid ließ den Goldgräber verhaften und das Haus niederreißen. Hierbei fand man Goldbarren von einem Gewicht von 250 kg. 3n Konstantinopel gab der Offizier seinen Fund zu und lieferte dem Sultan den Plan des Gvld- lagers aus, worauf er in Freiheit gesetzt wurde. Der Plan erwies sich jedoch als gefälscht. Da der Offizier inzwischen die Flucht ergriffen hatte, blieb die Fundstelle des Goldes ein Geheimnis. Rach dem Weltkriege machte Kasinsky unzählige Versuche, um die Ermächtigung zu neuen Rachforschungen zu erhalten. Auf Befehl des Königs Konstantin von Griechenland wurde in der Rähe des Dorfes Kiul-Armosak eine dreißig Meter tiefe Grube ausgehoben, aber alle Demühungen blieben erfolglos. Erst in letzter Zeit wurden, wenn man den Meldungen Glauben schenken darf, die rastlosen Anstrengungen Kasinskys von Erfolg gekrönt. Wit Hilfe einer englischen Gesellschaft soll er das Lager wiedergefunden haben. Ein riesiger Goldbarren wurde der Rationalbank von Athen zur Untersuchung eingereicht. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 22. Sept., von 171/« bis 223/4 Uhr: Die Meistersinger von Rürn- berg. Montag, 23., von 20 bis gegen 221/2: Tosca. Dienstag, 24., von 20 bis 22: Orpheus und Eurydike. Mittwoch, 25., von 19'/» bis gegen 221/z: Die verkaufte Braut. Donnerstag, 26., von 20 bis 221/2: Schwanda, der Dudelsackpfeifer. Freitag, 27., von 19'/. bis 22'/2: Die Jüdin. Samstag, 28., von 19'/2 bis gegen 22l/2: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag. 29., von 19', 2 bis 23; Aida. Montag, 30., von 19'/, bis 223/4: Die Fledermaus. Schauspielhaus. Sonntag, 22. Sept., von 20 bis 23,45: Pariser Leben. Montag, 23., von 20 bis 223/4: Pariser Leben. Dienstag, 24., von 20 bis gegen 23: Die andere Seite. Mittwoch, 25., von 20 bis gegen 22: Frau Vidal hat einen Geliebten. Donnerstag, 26., von 20 bis 223/4: Pariser Geben. Freitag, 27., von 20 bis 22'/2: Das Gerücht. Samstag, 28., Sonntag, 29., Montag, 30., von 20 bis gegen 23: Die andere Seite. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 18. Sept. Ein wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle in wiederholtem Rückfall mit vier 3ahren Zuchthaus vorbestrafter Schlosser aus der Umgegend wurde aus der Strafhaft vorgeführt zur Aburteilung wegen weiterer, von ihm nachträglich zugestandenen schweren Diebstählen. Cs wurden drei Fälle sestgestellt. Außerdem hat der Angeklagte bei einem auswärtigen Amtsgericht einen Ausbruchversuch unternommen und dabei die Zelle und Gebrauchsgegenstände demoliert. Das Gericht erkannte au eine Gesamtstrafe von fünf 3ahren einen Monat Zuchthaus. Bei Ausmessung der neuen Strafen wurde die Höhe der ersterkannten Strafe und das Geständnis mildernd berücksichtigt. Ein Schweizer aus der Wetterau hatte sich wegen qualifizierter Körperverletzung im Sinne des Paragraphen 223a StGB, zu verantworten. Er geriet mit einem anderen Burschen wegen eines Mädchens in Wortwechsel. Cr holte in ferner Aufregung sein zu Hause liegendes Messer und versetzte seinem Gegner drei Stiche, davon einen ins Genick und einen etwa 14 Zentimeter langen in die Schläfegegend, so daß die Schlagader durchschnitten wurde. Der Gestochene wurde ohnmächtig und wäre zweifellos verblutet, wenn nicht ein Arzt sofort hätte Hilfe leisten können. Seine Verteidigung, cr sei in Rotwehr gewesen und habe sich nicht anders helfen können, erwies sich als unwahr. Mit Rücksicht auf die bewiesene Roheit und die Lebensgefahr, in der sich der Verletzte befand, beantragte der Staatsanwalt ein 3ahr Gefängnis. Das Urteil lautete auf sieben Monate Gefängnis: mildernd wurde die 3ugend des Angeklagten berücksichtigt. 3n einer weiteren Sache erging gegen den Angeklagten wegen unentschuldigten Ausbleibens Hastbefehl: ein Zeuge wurde wegen Ausbleibens zu einer Geldstrafe von 30 Mark verurteilt. Die Brandkaiastrophe in Detroit. Der verhängnisvolle Brand in dem Rachtlokal kam zur geschäftigsten Zeit des Abends zum Ausbruch, als nach Schluß der nahe gelegenen Theater zahlreiche Gäste erschienen waren, um zu tanzen oder sich die Mitternachtsrevue anzusehen. Das Feuer ist nach neueren Feststellungen im TreppenhausedesVorder- Hauses entstanden. Durch den S P e i f e a u f - zug, der in der Mitte des Gebäudes angebracht war, wurden Rauch und Flammen im Augenblick nach den oberen Stockwerken geleitet, in denen sich die Gastraume befanden. Reben dem Club lag eine Baustelle, die zum Parken von Privatautomobilen und Autodroschken benutzt wurde. Viele der Autos und Droschken taten beim Rettungswerk gute Dienste, indem sie die Verletzten nach den Krankenhäusern schafften. Die Leiche der Zigarettenverkäuferin, die in der Mitte des Tanzbodens gefunden wurde, lag zusammengesunken über den Zigarettenschachteln. Offenbar ist sie das erste Opfer der Rauchwolken gewesen, die von dem Treppenhaus in den Tanzsaal drangen. Die Identifizierung der Toten erweist sich als äußerst schwierig, da sie von den Flammen entsetzlich zugerichtet worden sind. Von den im Krankenhaus liegenden Schwerverletzten werden voraussichtlich eine ganze Anzahl nicht am Leben erhalten werden können. Unter den Verwundeten befindet sich auch ein gewisser 3. D. Dodge aus der Familie des bekannten Automobilsabrikanten. Er war zufällig an dem brennenden Gebäude vorbeigekommen und hatte sich gemeinsam mit einem Freund tatkräftig und erfolgreich an den Rettungsarbeiten bete iligt. Der Besitzer des Rachlllubs ist verhaftet worden. Er behauptet hartnäckig, eine ihm feindlich gesinnte Alkoholschmugglerbande habe den Brand angelegt oder eine Bombe zur Entzündung gebracht, da er den Alkohol für feine Gaststätte aus einer ander en Quelle bezogen habe. Die Feuerwehr konnte nur mit großer Mühe in den im zweiten Flur liegenden Tanzsaal einbringen, da die Fenster des Tanz- saales, well in ihm Schnaps ausgeschenkt wurde, vermauert waren. Das Feuer fand an den Kulissen, die aus Pappe waren, und an den mit Wachs bestrichenen Wänden reiche Rahrung. Letzte Nachrichten. Sturm auf die Frankfurter Sparkasse. Frankfurt a. 211., 21. Sept. (B3I23. Funkfpr.) Unkontrollierbare Gerüchte, die im Laufe des gest- rigen Tages die Stadt durchschwirrten, haben einen Sturm auf die Schalter der Frankfurter Sparkasse von 1 8 8 2 (Polytechnische Gesellschaft) verursacht, der gestern begann und auch heute sich kaum vermindert Hal. heute früh warteten schon zwei Stunden vor der (Eröffnung zahlreiche Sparer, in der Hauptsache Frauen, vor dem Tor des Sparkassenlokals und stürzten, als Punkt 8 Uhr geöffnet wurde, an die Schalter. Die Auszahlung ging glatt vonftatten. Der Direktor der Sparkasse erschien im Schalterraum, um die Leute ouszuklören. Auf seine beruhigenden Ausführungen hin ließ sich auch eine Anzahl Leute bewegen, nach Hause zu gehen. Trotzdem blieb der Andrang wahrend der Vormittagsstunden weiterhin sehr groß. Zu irgendwelchen Zwischenfällen, die etwa ein polizeiliches Einschreiten nötig gemacht hätten, ist es nicht gekommen.__________ ____________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Franksun a '1’1. Berlin Lchlub- Kurt l-Uhr Jhtr-5 Schluh-l Kurs | Änsang. Kurs Datum 20.9. 21 9. 20-9. 21.9. 6% Dt. «eich«anleihe v. 1927 . 87,5 — 87,5 — D«. Ant.-Ablos.-Echuld mit AuS- los.-Rechten......... 53,5 53,45 53,4 53,3 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 10 9,95 10 9,8 7% Franks. Hhp^Bk. Goldps. inv kündbar blfl 1032...... 85,5 — — E— 4%% Rheinische Hyp.-Bank Liqu ■ Gvldps............ 77,9 _ 8L($.@.a6g. BorkriegL-Obllgation., rückzahlbar 1932 ...... 88 — — — 4% Schweiz. Bunde«b.-Aal.. . . — — — — 4% Lesterreichiiche Oolbite.. . . 28,25 — 28,13 — 2,35 - — _ 4% Oesterreich. etnheiU. Rle . 1,65 — — — 92.3 _ 22.3 - 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 . — — 4yz% detgl. von 1913..... — 21,9 —— 4% Ungarische Kronentte..... 1,75 — 1,7 — 4% Türk, tzoilanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., 7,5 — 7,4 — Serie l........... 7,5 — 7,5 7,4 4% Rumänen convcrt. Rle. . . 7,75 7,45 — : ,55 7,45 7,45 Rumänen Soldaul. von 1913 14,9 — 14,9 — Wg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 7 114,25 113,75 113,6 Hamb^Südam. Tampssch. . . 8 — — —— — — 151,75 _ Norddeutscher Lloyd.....8 106,25 106 106,5 106,75 Allg. Deutsche Ereditanst. . . 10 123,75 — 124 124 Barmer Bankverein .... 10 —— 124 124,25 124,13 Berliner HandeltgescUsch. . . 12 199,5 — 199 198 Commerz- und Privat-Bank. 11 174,25 174 174,25 174 Lärmst, u. Narionalbank . . 12 266,25 — 266 266 1fi3 95 Littonw-Äesellschast An».. . 10 150,25 150 150^5 150,25 Drc4dner Bank......W 154,25 154 154 154 — — — Reichsbank ..»••••• 12 292 291 291,75 292 Frankfurt a. M. Berlin Lchlub-i Kur» I l-Ubr Kurs Schluß-s Kurs | Ansang. Kurs Datum 20.9. 21-9. 20-9. 21.9. A.E.G............" 191 191 191 190,5 Bergmann.........9 — 215,5 218,9 216,5 Elektr. Ltcserungen.....1° — — 167,5 166 Licht und KrosI ...... 1° 203 — 203 202,4 Felten 4 Guilleaume. ... 7V, 135 134 135 135,25 Gel. s. Elektr. Untern..... 10 206 — 206,65 205,5 Hamb. Elektr. Werke .... 10 — — 141,5 — Rhein. Elektr. ........ 9 — — 144 143,5 Schlei. Elektr........10 — — 180 — Cmuckert..... 11 —— — 220 218.25 Siemens 4 Halske ..... 16 377 375 377,5 375,5 Transradio.........8 — — — — Lahmeyer 4 do...... • 10 168,5 — 168,5 — Buderus...... 5 68 68 67,75 67,5 Deutsche Erdbl ...... 6 — — 109,5 109 Essener Steinkohle ...... f- —— — 139,25 139 Gelsenkirchener.......8 — — 138.25 138,25 Harpener.........- 0 — 141,75 143 142 Hoejch Eisen........6V, — — 128 127,25 Flse Bergbau.......10 — — 213 212,25 »tlöcknerwerke ........ 112,5 —— 112 111 KSIn-Neuessen. ....... 7 — —— 123,65 123,25 Mannesmann........7 — 108 109,25 108 ManSseider.........'< — — 137 136,5 Lberschies. Eisenb. Redars. . . — 80 — Oberschles. Koktwcrke.....7 — — 100 98,75 PhSnir Bergbau......6 V, 104,25 — 104,13 104,13 Rheinische Braunkohlen... 10 264 — 264,25 . 262 Rheinsiahl ... ...... 6 Rtebeck Montan......7,8 _ 117,75 119,75 ’18,25 122 Bereinigte Slahlw. . • • . ■ 112 —— 112 112 Otavi Minen ...... 16'/» 68,75 68,4 68.5 Kali AicherSleben ..... 1 230 230 228.5 Kali Westeregeln......K 235 — 235 232.75 Kaliwerk Salzdetfurth ... 15 384 — 388 385,25 3. ®. Farben.Industrie ... 12 210 208,75 210,25 209,25 Dynamit Nobel.......6 —— — — — Ccheideanstall ...... b 149,9 — — Goldschmidt ........ 5 72,5 —— 72 71,25 Rülgertwerke...... . 6 <6,5 77 76 77 Melallgcsellschast. ...... 8 126 1 — 126,5 — Franksun a M. Berlin Schlutz- l-Uhr Schlug- Ansang. Kurs Kurs Kurs Kur» Datum 20.9. 2L9. 20.9. 2L9. Philipp Holzmann..... 97 — 97 96 Heidelberger Eement .... 1U 125 — . — — Eement Karlstadt..... 10 180 — — Wayb 4 Freitag...... . 8 98 — — — Schultheis Patzenhoser . . . 15 — — 283,25 283,5 Lstwerke......... 12 — —— 217,5 216,9 Bet. Glanz stoss...... 18 294 294 295 296,5 Bembera......... 14 — —— 245 240 fleUftofi Waldhos .... 18’/» —• 230 231,5 231 Zellstoff Aschaffenburg . . . Charlottenburger Wasser . . 12 . 8 — — 150,25 102,25 150,25 102,25 Dessauer Gar....... . 9 —— — 183 183 Daimler Motoren..... . V — — 45.13 44,75 Deutiche Maschtneu-Fabrü . . ( — — 50,9 50,5 Adlerwerke Klever..... . 0 39,5 — 40 — Lubw. Loewe....... IC — — 196,5 194 Rat. Automobil...... . 0 — — — Lrenstem & Koppe» .... . 6 — 81,5 80,25 Leonhard Tietz ■ . • • • • 10 — 196,65 Bamag-Meauin ...... Franks- Maschinen..... . 0 . 4 50 — 51 Gritzner......... . 6 58 — 56 — Heyligenstardt ...... . t, 9 — — — IunghanS..... . • . . 6 — — Lcchwerke. ....... . d 105,75 Maintrasrwerke ...... . 8 106,5 — — — 10 124,5 — 124 124 Rekurs ulmer....... . k — — — Beiert Union....... . k — — —— ®