:gen Snow- wären. Kesttage in Tokio Der Zeppelin-Besuch inZapan. - BegeisterterEmpfang durch Regierung und Volk Stadt ein großer öff < der Bürgerschaft von Li tragbarkeit Englands Rheinlandpolitik. Der britisch-französische Gegensatz und die Niäumung. ft u n g e n । Darauf die gesetzt sind, Heimat im Bild Die Scholle. ’ Monatr-vezugsprels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richte» SnneneinzelnerRummern olge höherer Gewalt. j* 1 General-Anzeiger für Oberhessen zran«L^°. vnnk und Verlag: vriihl'sche UnN>«M^«ch. und S.eindnnker-l «. lang« tn «,-tz-n. Schrift,ettung und S-schastgfte-e- Sch«,strafe könnten sich doch unmöglich in die Situation begeben, etwa wegen der unglaublichen Finanzpolitik Hilferdings auf dieser Konferenz als die Bittenden dazustehen, die mit allen Zeichen der Ungeduld schleunigst _ _ - „ „ geschehen solle, wenn der Poungplan erst nach dem 1. September in Kraft gesetzt würde. Die Deutschen der Wiederannäherung, das im Haag seinen Ab- chluß finden sollte, zu gefährden. Das „Echo de Paris" berichtet: Die Aussprache durfte sachlich nicht viel geändert haben. Tatsache sei, daß Snowden vor allem auf der Erhöhung des englischen Anteils bestehe. Frankreich sei durch den Young-Plan hin- sichtlich der Qualität der Zahlungen begünstigt, Italien und Belgien hinsichtlich der Quantität. In dem Augenblick, in dem Snowden vor allem auf Quantität sehe, würden die Staaten, die Opfer bringen, Italien und Belgien sein, hauptsächlich Italien. Hoffentlich habe Briand bei diesem Unternehmen dem Schatzkanzler nicht seinen Beistand versprochen. i z i e l l e n Besuch ab. Rach- Hibiha-Park im Herzen der öffentlicher Empfang f . - ■ - . ^okio statt, bei dem Zehntausende Dr. Eckener und seinen Begleitern zujubelten. Anter brausenden Banzai-Bufen schwenkte die Menge unzählige Fähnchen in den deutschen und japanischen Farben: überall in Tokio weht von hen Häusern die Flagge der deutschen Republik, und die Gelegenheit wird gern ergriffen, die Erneuerung der Freundschaft zwischen Iapan und Deutschland zu betonen Mit großer Herzlichkeit wurde Dr. Eckener auch von P r e m i e r in i n i st e r Ha m a^g u ch y begrüßt, der ihm während des offiziellen Besuches seine Glückwünsche zu der bewundernswerten Leistung des Luftschiffes zum Ausdruck brachte Den Höhepunkt des heutigen Festprogramms bildete ein von der Regierung am Abend gegebenes Festessen im Hotel Imperial, an dem auch vier Kabinettsmitglieder und zahlreiche Würdenträger teilnahmen. Die Banketthalle war mit deutschen und japanischen Fahnen reich geschmückt. Eine kleine Rachbildung des Luftschiffes var an der Decke aufgehängt. An das Festessen chloß sich der Besuch eines japanischen Theaters an. Für morgen ist die Zeppelin- Besatzung zum Tee im kaiserlichen Palais Hama eingeladen, jedoch wird der Kaiser elbst nicht anwesend sein, da er sich heute in eine im Gebirge liegende Sommervilla Rikko begeben hat. — Die Offiziere des „Graf Zeppelin" werden von japanischen Beamten und Privatpersonen derartig mit Geschenken über« chüttet, daß diese in großen Kisten nach Deutschland verschickt werden müssen, da in dem Luftschiff kein Platz dafür ist. Tor io, 20. Aug. (Associated Preß.) Die Passagiere haben ihre erste Rächt in Iapan in zwei Hotels von Tokio verbracht und morgens die Stadt besichtigt. Heute morgen begannen die auf zwei Tage berechneten Festlichkeiten zu Ehren des Zeppelin-Besuches. Dr. Eckener traf in Begleitung einiger Offiziere des Luftschiffes heute morgen in Tokio ein und stattete dem Verkehrs-, dem Kriegs- und dem Marineminister einen offiziellen Desu mittags fand im Deutsche Initiative auf der Haager Konferenz. O“ heU,fd*‘ ’m Haag, d i e f r a n z ö s i s ch e Delegation des Dawespl-m-s zu erlangen. Eine KIÜ- zulried-uzusl-ll-n. benn fie be. rung dieser Frage vor dem Aus- furchte, daß die Berliner Regierung gemäß dem einandergehen im Haag ist absolut im Dawesplan sofort das Transfer ko mitee deutschen Interesse und, wenn auch in geringerem mit einem Moratoriumsantrag besas- Maße, zugleich in dem der übrigen Mächte er- sen werde. Der Korrespondent des „Oeuvre" forderlich. Es bedarf also einer Verständigung schreibt, wenn Stresemann in der Vollsitzung den über das, was etwa bei einem Abbruch, einer Standpunkt vertrete, daß die monatlichen Zah- »tt”. ÄTÄ ^chl-nd tu hat, und es sind auch im Voung-Plan selbst hoch seien und es infolgedessen angebracht sei, bekanntlich eine Anzahl Fragen der Verständi- cmc Aebergangsregelung zu treffen, dann werde gung zwischen den Regierungen überlassen wor- man sicher antworten, daß solange der Dawes- öen, deren Herbeiführung eine der Aufgaben der plan nicht abgeschafft sei, Parker Gilbert gegenwärtigen Konferenz war. Man wird sich allein die Reparationszahlungen zu regeln deshalb auf der Gegenseite unmöglich dem be° habe. rechtigten Ansuchen Deutschlands um eine Auf» Stf Dnand spricht mit Snowden. renz stand und für deren Durchführung die Der- Knotänb tretet der Mächte im wesentlichen hierher ge- •<_. . , . v kommen sind . grbt Nicht nach. — Italien sott „opfern". mengestellte Wetterbericht zeigt keine größere Störung im gesamten westlichen Pazifikgebiet. Offiziell wird erklärt, daß Dr. Eckener beabsichtigt, ungefähr die Dampserroute Yoka- hama — Seattle — Vancouver zu verfolgen. „Graf Zeppelin" würde etwa zweitausend Meilen nördlich der Hawai- Gruppe und zweihundert Meilen südlich der Aleuten-Insel fließen. Die Fahrt geht dann am amerikanischen Küstenrand entlang nach Los brtt zu tassen. Die Alternative Ausdruck gebracht, daß der bisherige Verlauf der Konferenz und das herannahen des 1. S e p - oen rauen zu lassen. Die Alternative sei nicht: Scheitern der Konferenz oder Rachgeben Snowdens, sondern Scheitern der Konferenz oder Rach- 1 ^°unngf: •en ’ KÄÄ Röchle über die weitere Behandlung der auf dem Frankreichs habe das europäische Gleichgewicht Programm der Konferenz stehenden Fragen herbei- politisch und wirtschaftlich gestört und sei deshalb zuführen. 3n dem Schreiben wird der bisherige au' z>ie Dauer unhaltbar. Präsident der Vollkonferenz gebeten, zu einer sol- Die „Deutsche Tageszeitung" sagt chen Besprechung baldigst einladen zu wollen. Die man könne an dieser Initiative Deutschlands Führer der fünf Delegationen sind gleichzeitig von „ €r. haben. Deutschland habe als diesem Schritt in Kenntnis gesetzt worden. Die ulöncr gehandelt, der sich Antwort des derzeitigen Konserenzvorsihenden SL ubcr prompte funktionieren 3afpat feO. bk beu^erfeit, gewünf^e Befpr, L jJ1ff ’baÄinauZau ® chung der sechs einladenden Machte der Haager ten vorzeitig aufgedeckt und bitte ge- Konferenz auf morgen 17.30 Uhr im Anschluß an radezu um die Gunst, den Voungplan „gewährt" die für 16 Uhr vorgesehene Zusammenkunft der M bekommen. Das Blatt fragt, wo die von Außenminister der vier Rheinlandmächle fest. Stresemann bei Konferenzbeginn unterstrichene . Hauptrichtlinie der deutschen Politik: Annahme Von offenbar offiziöser Seite wird dieser Schritt u m°u “tLc? “X Ön°JrR * V-C der deutschen Delegation, über dessen Zweckmäßigkeit müsse in altar Welt' als ^arfeinÄ" für in diesem Augenblick man sehr zweierlei Meinung F r"a n7r e i ch erscheinen Die^ al cünta^e Belua- fein kann, mit folgenden Auslassungen zu b e g r ü n - nähme auf den 1ÄE praUßDfiäUnlt: ^er deutschen Delegation kung der Forderungen vorwiegend auf die finan- ergab sich als eine Notwendigkeit aus der Tatsache, zielle Lage sei um so verfehlter, als Deutschland daß uns nur noch zehn Tage von dem Termin poch wahrscheinlich Anlaß habe aerade mit trennen der im Young-Plan selbst für dessen In- Brands politischen ^rschlep'pungsmethodei^ trafttreten vorgesehen ist, weiter aus der Er- unzufrieden zu sein und 2kbhilfe zu verlanaen wagung, daß Deutschland als der Hauptbeteiligte an Sv werde der Eindruck entstehen ate prelle der Haager Konferenz und ihren Beratungsgegen- Deutschland mit französischem Zuge- standen em sehr viel höheres eigenes Interesse hat, ständnis vor, um Snowden aus seiner Position als die auf der Gegenseite beteiligten Machte mit zu werfen und die baldige Annahme des Doung- rhren relativ doch recht wenig bedeutenden und nun planes trotz englischen Widerstandes durchzufetzen seit 14 Tagen umstrittenen Differenzen. Zwar sieht der Young-Plan selbst die Möglichkeit seiner An- DtiHä tzeNI nähme und Ratifizierung erst zu einem späteren . ** ® ’’ ••• Zeitpunkt und feine rückwirkende Kraft für OCUnSÜßtl diesen Fall vor: aber da zwischen der Verabschie- düng des Planes durch die Pariser Sachverständigen Paris, 21. Aug. (WTB. Funkspruch.) Ueber und dem 1. September nur noch eine dreimonatige bie Vollversammlung, die heule nachmittag auf t l°° und bas 3ufammentreten ber Sonfennj CBeranlaffung Strefemannä im Haag fiattjmbct, sich ' gen°mmf7wäkl7sinkf-bİnk im Pkän ftchst sich b-r Sanberb-richt-rstait°r b-s Ma- feine Vorkehrungen getroffen, um einen solchen J}!? ' Stresemann sei vollkommen berechttgt, Au,- Schwebezustand rechtzeitig und materiell zu über- klarung zu verlangen und nötigenfalls Beschwerde brücken. zu führen, er dürfe sich aber nicht in der London, 20. Aug. (TU. Funkspruch.) Es wird *mmer klarer, daß das Schatzamt und das Foreign Office ubcr die Zweckmäßigkeit von Snowdens Haltung ganz entgegengesetzter Ansicht sind. Die Ansicht des Foreign Office entspricht der bei solchen Gelegenbeiten traditionellen Linie der Voranftellung politischer Gesichtspunkte und der Verständigung. Nur der Umstand, daß die britische Nation zu 95 o. H. hinter Snowden steht, verhindert eine stärkere Wirkung dieser Einstellunq. Unklar bleibt für den Londoner Beobachter der Dinge, ob Großbritannien mit der Zurückziehung seiner Truppen auch feinen Vertreter in der Rheinlandkommiffion zurückberufen wird. Diese Frage ist jedenfalls n o..... schieden. Wie es s' Am Donnerstag Start nach Los Angeles. Emsige Vorbereitungen für den Weiterflug. Tokio, 21. Aug. (AssociatedPreß.) Ueber hundert japanische Marinesoldaten wirken Tag und Rächt mit an der Füllung des Lust- ch i f f e s mit Wasserstoffgas und 950 000 Kubi- uß Pyrosar, dem Betriebsstoff, der das Blaugas ersetzt. Diese Menge genügt für 120 Flug- tunden bei vollem Motorenbetrieb. Das Luft- chiff wird außerdem eine Mischung von Benzin und Benzol mitführen. Die Füllung erfolgt unter der Leitung des deutschen Ingenieurs Beu- e r [ e und des amerikanischen Ingenieurs A M Scott, des Vertreters der amerikanischen Ge- ellschaft, die den Brennstoff liefert DerStart des „Graf Zeppelin" ist nunmehr auf Donnerstag vier Uhr früh (Tokioer Zeitfestgesetzt worden. Der für Dr. Eckener zusam- iedenfalls noch nicht ent- ... „ , scheint, besteht gegenwärtig stärkere Neigung für eine Beibehaltung des englischen Vertreters, der als englischer Horchpoften nach dem Ab- . zug der englischen Truppen wertvolle Dienste lei- sten und im Falle einer Ausdehnung der gegenwärtigen Unstimmigkeiten zwischen London und Paris durch feine Stimme alle Maßnahmen verhindern könnte, die London nicht genehm So wenig ein akuter englisch-französischer Gegen- atz den deutschen Interessen förderlich wäre,' so icher ist es, daß man es auf englischer Seite der deutschen Abordnung überlassen wird, in den mit der Rheinlandräumung unzertrennlich zusammenhängenden Fragen s e I b ft Mut zu zeigen. Die Entwicklung wird daher sehr wesentlich von der Fe s t i g k e i t auf e ,Z9- 3ol?rgattg Mittwoch, 21 August (929 Gießener Anzeiger W w - --- - _ Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, 7. sämtlich in Gießen. Whiir an bei Kreises. >est 2 der vom ihe „Rcpubli- Material zur -r. Reifes. LLL n im ÄBH, ftreises. H der Herr 1l)ur Müller: kerbundliqa in "der Böller -30 RM. Ber- rreises. empfehlend d'e Pyra- 'ch wie auch in. N. hier: äosten- .Augusi 1929 indenslrulh 1, nebsl dazu lusses während schristlich und iaUerroert s dem Wasserort >V in wird aus Be- ftlichcr Aeuhe- iftimmung deb Dl.b.3.32 852 Hing im Amts- Kon- deutscher Seite abh 8 ngen. Wenn Deutschland bereit sein sollte, auf eigene Kosten Kompromisse abzuschließen, so würde man sich in England zwar darüber wundern, aber man würde natürlich keine Einwände hiergegen erheben. Ein „Rechenfehler". Die französische Annuität. — Ein Weg zur Beilegung des Quotenstreits. London, 21. Slug. (DJIB. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet, ein sonderbarer und gleichzeitig sehr eigenartiger Irrtum im Doungplan sei ans Licht gekommen. Es habe sich herausgestellt, daß bei der Berechnung der durchschniktlichen Werte der französischen Annuitäten für die ersten 37 Jahre irrtümlich die Summe von 1046,5 Millionen Goldmark angegeben worden sei, was den wirklichen Wert der Annuität um beinahe 10 0 Millionen Goldmark unterschätzt. Roch dieser Berechnung würde Frankreich gemäß dem Zoungplan tatsächlich ungefähr 57 v. h. anstatt der in Spa festgesetzten 52 v. h. oder der 1925 in Paris vorgesehenen 54 v. h. erhalten. Diese Feststellung sei von großer Dichtigkeit, da Frankreich also 5 v. h. mehr zugeteilt sind, als der Zoungplan eigentlich wollte, so daß Frankreich jetzt in die Lage komme, Großbritannien und einigen kleineren Mächten die ihnen zustehenden Quoten zuzuweisen. Churchill über Snowden: Rauh, aber herzlich. Winnipeg, 20. Aug. (WTB.) Der ehemalige Schatzkanzler im konservativen Kabinett Baldwin, Winston Churchill, erklärte in einem (Interview, er sei mit Snowdens Haltung im Haag einverstanden, hoffe jedoch, daß die etwas rauhe Art seines Nachfolgers, an der im Unterhaus keiner Anstoß nehme, die aber sür Ausländer etwas Ungewöhnliches darstelle, keine unnötige Unzufriedenheit erzeugen werde. Oie Wahrheit. Viertausend Arbeitslose in Frankreich. Berlin, 21. Aug. (Priv.-Tel.) Gerade zur rechten Zeit wird eine Statistik über die Arbeitslosigkeit in Frankreich veröffentlicht. Sie bringt die erstaunliche Zahl, daß es in ganz Frankreich wenig mehr als viertausend Arbeitslose gibt, wobei zu berücksichtigen ist, daß Frankreich Hundert- tausende von Ausländer, hauptsächlich Italiener, Polen und Belgier bereits ausgenommen hat, die zum großen Teil als Arbeiter tätig sind. Mit diesen sage und schreibe viertausend Arbeislosen muß man die deutsche Zahl vergleichen, die in der günstigsten Saison ungefähr das Zweihundertfache beträgt, um die richtige Perspektive zu gewinnen. Auf der einen Seite Frankreich, das in der ganzen Welt hausieren geht mit den unwahren Behauptungen von den deutschen Zerstörungen, das inzwischen seine ganze Industrie längst wieder neu und besser aufgebaut hat, das im Geld erstickt und schon wieder den Bankier Europas spielen kann, auf der anderen Seite Deutschland, das durch den Krieg und die Inflation weit mehr als die Hälfte seines gesamten Nationalvermögens verlor, das Hunderttausende von Auslanddeutschen, die infolge des Krieges entwurzelt waren, wieder unterbringen mußte, das aber trotzdem jährlich Milliardenbeträge aufbringen soll, nur weil das arme Frankreich angeblich nicht in der Lage ist, sonst zu existieren. Frankreich blüht, Deutschland verdorrt! so ist die Lage in Wahrheit. Trotzdem schachern sie im Haag um jeden Pfennig und denken gar nicht daran, auch nur das leiseste Entgegenkommen zu zeigen, im Vertrauen darauf, daß unsere verzweifelte finanzpolitische Lage uns zwingen wird, schließlich doch zu allem Ia und Amen zu sagen. Gießener Gtadttheaier. „Dreimal Rußland." Dreimal Rußland bedeutete für diesen Abend dreimal Tschechow: drei Einakter des Moskauer Arztes und Dichters, der vor einem Vierteljahrhundert gestorben ist. Es war kein übler Gedanke, drei Lustspiele dieses Dichters aufzuführen, der mit kleinen Skizzen und Erzählungen begann und schließlich mit dem Moskauer Kunstlertheater, dessen Repertoire er anfangs versorgte, berühmt geworden ist. Es erwies sich jedoch im Laufe des Abends, daß man nicht sowohl dreimal Tschechow, als vielmehr dreimal Ebert-Grassow zu sehen bekam: er führte die Regie, und es scheint, als ob er sich auf diesem Felde für Russisches spezialisieren wollte. Schön und gut, dagegen ist nichts einzuwenden. Aber es gibt da einige Schwierigkeiten, die übersehen oder nicht beseitigt worden sind. * Zunächst lag — bei der unbestreitbaren Aehnlich- keit der gewählten Stücke — die Gefahr einer gewissen Einförmigkeit nahe. Dem hätte man durch abgetönte Inszenierungen aus dem Wege gehen könnnen. Die Regie war aber, trotz manchen überraschenden Nuancen und Abstufungen, im Grunde auf zwei Elementen aufgebaut: auf der Farbenskala des Raumes und der Lautstärke der Figuren; für unser Gefühl: zu geräuschvoll und zu bunt. * 3mnr war die Inszenierung des zweiten Stückes °n 1'ch originell. Sie ließ vor farbigen Wänden, die fluchtig den Innenraum andeuten, die Personen als Masken und Marionetten aus der Tapete schauen ober auf die Bühne rollen. Das ist entschieden mal was anderes und nähert die Szenerie dem literarischen Sketsch, dem Kabarett, dem „Blauen Vogel". Wenn man sich aber klarmacht, daß die im Bie- dermeiergewande erscheinenden Gestalten eines mit dem Naturalismus aufgewachsenen Schriftstellers auf diese Weise in eine stark expressionistisch gefärbte, starre Mechanik hineingezwängt werden so dürfte man einsehen, daß sich hieraus ein Anachronismus und eine Stilvermischung ergibt, die man ablehnen muß. « Llnerwackeie Konsequenzen. Wenn man sich einmal die Mühe machen würde, an der Hand einer eingehenden Prüfung all die Punkte des Versailler Friedensvertrages zusammenzustellen, die im Laufe der Zeit eine Entwicklung gezeitigt haben, deren Wirkungen gerade in umgekehrtem Verhältnis waren, als man es ursprünglich in Versailles beabsichtigte, so würde man ohne Frage zu einer recht stattlichen Liste kommen. Zwangstorrekturen an der naturgegebenen Entwicklung werden sich niemals durchsetzen können, selbst wenn sich die Menschen die allergrößte Mühe geben und den größten Scharfblick anwenden, um die Zwangsläufigkeit so gut es nur geht, zu retuschieren. Der Zeppelinflug hat nach dieser Richtung hin wieder einmal den besten Beweis gegeben, insofern nämlich, als er gezeigt hat, in welchem Umfange sich der uns auferlegte Zwang zu unseren Gunsten ausgewirkt hat. Nach seiner Triumphfahrt über die japanische Hauptstadt wurde das Luftschiff in jener Halle untergebracht, die einstmals in Iüterbvg stand und auf Grund des Versailler Friedensvertrages an Ia- pan ausgeliefert werden muhte. Die Versailler Friedensdiktatoren hatten damit gedacht, der deutschen Luftfahrtentwicklung Einhalt zu gebieten, und nun hat der Triumph der deutschen Luftfahrt gezeigt, wie wenig sie mit ihrer so törichten Maßnahme erreicht haben. Unb so ist es schließlich auf allen Gebieten der Technik, der Wirtschaft und des Handels. Die S a ch - lieferungen, die allmonatlich aus Deutschland hinausgehen, verkünden draußen den Wert der deutschen Waren. Daß dies der englische Konkurrent auf die Dauer nicht vertragen konnte, war klar. Tlnd aus diesem Grunde wehrt sich der englische Schatzkanzler Snowden mit oller Energie gegen die deutschen Sachlieferungen, auf die Deutschland aber bestehen muß, weil es die Reparationsleistungen doch keineswegs nur in bar erfüllen kann. .Der logische Schluß, der sich im Grunde genommen aus dieser Tatsache für England ergeben müßte, wäre der, auf die Reparationen überhaupt zu verzichten, denn der bisherige Reparationszwang wird niemals auch zum Vorteil von England sein können. Gerade aus diesem Grunde ist die Triumphfahrt des „Graf Zeppelin" ganz besonders zu begrüßen. Aber man muß auch diejenigen, die draußen dem deutschen Erfolge zujubeln, darauf aufmerksam machen, unter welchen ungeheuren Opfern das deutsche Volk seinen Aufstieg nimmt. Der „Graf Zeppelin" ist Volksgut denn auch der Sparpfennig des Arbeiters hat mit dazu beigetragen, daß dieses stolze Luftschiff gebaut werden konnte. Das Opfer hat sich gelohnt, und dieses kann für Deutschland vor allem mit Genugtuung festgestellt werden. Der Zwang, den man uns auferlegte, die Fesseln, mit denen man unsere Entwicklung hemmen wollte, alle sie werden nicht stark genug sein können, um den deutschen Aufstieg zu unterbinden. Die gesunde Kraft des deutschen Volkes wird immer in der Lage sein, die Einengungen zu durchbrechen, nicht um damit die anderen zu unterdrücken, sondern um in gemeinsamer Arbeit mit allen am Werke der Fortentwicklung der Menschheit zu arbeiten. Neben dem unerhörten Eindruck, den die Fahrt des „Graf Zeppelin" auf die ganze Welt gemacht hat, müssen auch diese Gedanken beachtet werden. Erst dadurch gewinnt die Leistung die Bedeutung, die ihr zukommen muh. fi»mmunalfinan$en und Arbeitslosenversicherung. Die Städte gegen eine Verschiebung der Lasten. — Aussprache im sozialpolitischen Reichstagsausschuß. Berlin, 20. Aug. (DDZ.) Im sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags fand eine Besprechung mit den Vertretern der Kommunalverbände über die Reform der Arbeitslosenversicherung statt. Staatssekretär Dr. Weigert vom Reichsarbeitsministerium erklärte, die Vorlage bringe eine ganze Reihe von Aende- rungen der Arbeitslosenversicherung. Die Beitragserhöhung um 0,5 Prozent sei auf anderthalb Iahre begrenzt. Durch die in der Vorlage enthaltenen Aenderungen seien beträchtliche Ersparnisse erzielt. Es bleibe allerdings zunächst noch ein Defizit von 4 7 Millionen ungedeckt. Die Regierung hoffe aber, daß auch hierfür noch in den Verhandlungen des Reichsrats und des Reichstags die Deckung gefunden werde. Dr. Fritz Elsas, Vizepräsident des Deutschen Städtetages schilderte die steigende Belastung, die die Städte durch Heber» gang der Ausgesteuerten aus Krisenfürsorge und Erwerbslosenunterstühung auf die allgemeine Wohlsahrtspf lege de^r Gemeind en erleiden. Die Kommunen hätten die Reformbedürftigkeit des.Arbeitslosengesehes anerkannt, aber sie mühten vor einer Reihe von vorgefchlagenen Bestimmungen nachdrücklich warnen, weil sie nur eine Verschiebung der Lasten zuungunsten der Gemeinden bedeuteten, die ohne gleichzeitige Aenderung des Finanzausgleichs für die leistungsschwachen Gemeinden nicht tragbar seien. Denn heute betrage der Zuschuhbedarf für das Wohlfahrts- Wesen zwischen 30 und 40 Prozent des gesamten Finanzbedarfs und steige in einer Anzahl Städte auf 46 bis 47 Prozent. Das Interesse der Versicherten und Gemeinden trifft sich in dem Punkte, wo die Leistungen der Versicherung so herabgedrückt werden, daß sie zum lebensnotwendigen Unterhalt nicht mehr ausreichen und die Inanspruchnahme zusätzlicher öffentlicher Wohl- fahrtsunterstühung notwendig machen. Es steht fest, daß' schon heute die Regelsähe der Versicherung ungefähr bis zur Lohngruppe 6 unter den gemeindlichen Richtsätzen der Wohlfahrtspflege liegen. Iede weitere Minderung der Leistungen schließt also die große Gefahr weiterer Mehrbelastung der großen Gemeinden in sich. Bürgermeister Spennrath (Köln) äußerte sich über die w e r t s ch a f f e n d e Arbeitslosenfürsorge. Bedauerlicherweise sind bei der Verwendung der Mittel der produktiven Arbeitslosenfürsorge Fehler und Mängel vorgekvmmen. Düese Fehler haben aber nicht in der Sache, sondern lediglich im System gelegen. Der Redner schilderte dann die ausgeführten Arbeiten der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge. Zwei | Hauptgesichtspunkte waren für die Bereitstellung dieser Arbeiten maßgebend: 1. die Prüfung des Arbeitswillens, 2. die körperliche Er- t ü ch t i g u ng im Dienste der Arbeitsvermittlung. Der Redner schilderte an Hand reichen Zahlenmaterials die mit dem neuen System gemachten Erfahrungen. Abg. Frau Arendsee (Komm.) fragt, ob man dem Schicksal derer, die auf Grund der Prüfung ihres Arbeitswillens aus der Wohlfahrtspflege ausgeschie den seien, nachgegangen sei, oder ob sie verhungert seien oder was sonst. Bürgermeister Spennrath, Köln, erwidert, daß 11 Prozent sich trotz Aufforderung überhaupt nicht zur Arbeit gemeldet hätten. Die anderen seien erst erschienen, dann aber w e g g e b I i e b e n. Das sei ein Beweis, daß. sie im Falle des Arbeitswillens oder der Bedürftigkeit wohl die nötigen Stellen gefunden haben würden. Beigeordneter Dr. Schwering, Köln, hob besonders hervor, daß für die Städte jede Aenderung der Bezugsdauer von tiefeinschneidender Bedeutung sei. Eine Belastung der Wirtschaft durch Erhöhung der Beiträge sei gar nicht zu vermeiden, und es sei deshalb ernstlich zu überlegen, ob nicht ein höherer Prozentsatz als Vs Prozent festzusehen sei, denn auch die örtlichen Stellen würden ja bei der Aufbürdung weiterer Lasten durch die Gesetzesänderung nichts anderes tun können, als durch Erhöhung der Tarife und der Gewerbesteuern die breiten Massen und die Arbeitgeber zu belasten. Stadtrat Dr. Michel, Frankfurt a. M. wieS darauf hin, daß jeder sachliche Abbau der Arbeitslosenversicherung automatisch eine Belastung der Gemeinden zur Folge babe. Er betonte weiter, daß es höchst bedenklisr- Wärmung gebracht, die sich namentlich im westlichen Deutschland und an ter Küste bemerkbar aufgeyangies grauenueiv unu eine oujuroe «m- i Bieter*<®cr'bi^au^ Grad^'^st- toentet, im anderen Falle zwei Mädchenkleitev peraturen wieder Werte bis zu Id Grad. West K „TÄn ÄTÄÄ« ÄS 1 Fn Ob erNeen 18 Äug Der langjährige weiteren Vordringen der Warmluft zunächst noch See ls^/ger? ter' hiesig^"^temeimte, Stritt wenig Aenderung des Witterungs- Hartmann, ist nach über 30jähriger Amts- charakters ein. „ zeit dieser Tage in den wohlverdienten Ruhe- Wettervoraussage für Donnersstand getreten. 3n einem Festgvttesdienste in t a g: Wärmeres, wolkiges Wetter mit zeitweiser der Kirche verabschiedete er sich von ter Ge- Aufheiterung, vereinzelte Riederschlage. Planierung des Baugeländes, um dieses in seine I bestäubt. Hierbei legt sich ter zur Verwendung vorgesehene Gestalt zu bringen. Weitere zwölf kommende stark gifthaltige Staub häufig auch Studierende wurden vereinbarungsgemäß von der auf die in den zu bestäubenden Waldungen wach- bauausführenden Firma H. Wei m-e r , G.m.b.H., senden Beeren und Pilze und haftet ihnen hier, als Hilfsarbeiter übernommen. I wochenlang an. Der Genuß solcher aus beftäub- Reben der Tatsache, daß die Werkstutentische ten Waldungen stammenden Früchte kann schwere Arbeit auf der Möglichkeit einer Verbesserung gesundheitliche Schädigungen Hervorrufen. Man der finanziellen Lage des einzelnen basiert, sei also vorsichtig beim Sammeln von Beeren und macht sich erfteulicherweise ein zunehmendes 3n° Pilzen in derartigen Waldungen. teresse für den Studentenhausgedanken in den "Herbstausflugdes Gesamt -V.H.C. Kreisen ter Studentenschaft bemerkbar, denen das I Einem Beschlüsse ter Hauptversammlung gemäß Wollen und Wirken des hiesigen Wirtschafts- veranstalten am kommenden Sonntag, 25. d. M., körpers bisher fremd geblieben ist. - sämtliche Zweigvereine des Vogelsberger Hohen- Wenn binnen 3ahresftist der fertige Dau. als clubs zum ersten Male in diesem Jahre ihren ter vierzehnte dieser Art an deutschen Hoch- gemeinsamen Herbstausflug nach der Herchen- schulen, seiner Bestimmung übergeben wird,' und Hainer Höhe. Dort findet nachmittags für die cm im wahren Sinne des Wortes ein „Haus ter Weltkrieg gefallenen V.H.C.er eine Gedächtnis. Studentenschaft" zu werden beginnt, müssen die feier statt, bei ter die Gesangs- und Musck- (Stimmern, schweigen, die in allem Reuen ein | abteilungen ter Sektionen mitwirken sollen. Angriffsobjekt sehen. Denn in einigen Jahren wird ein Stutentenhaus zu ten Selbstverständ lichkeiten einer Universitätsstadt zählen. Taten für Donnerstag, 22 August Sonnenaufgang 4.56 Uhr, Sonnenuntergang 19.09 * Rodheim a. b. 03., 20. Aug. Am letzten j Berlin 4,1990. Uhr. — Mondaufgang 20.16 Uhr, Monduntergang Sonntag fand auf dem Schieß stand des Vereins 6.49 Uhr. Rüchenbach die Austragung der Kreis - 1789: der Maler Johann Heinrich Tischbein der Meisterschaft für Mannschaften und Einzel - Aeltere in Kassel gestorben; — 1818: der Rechts- schützen der dem Verband „Hessis cherKlein- lehrer Rudolf von Jherinq in Aurich geboren. kaliber-Schützenver ein e" und damit dem I „Reichsverband Deutscher Kleinkaliber-Lchützen- Bornolizen. I verbände" angeschlossenen Kleinkaliber-Schühen- — Tageskalender für Mittwoch. Licht- vereine des Kreises Biedenkopf-Süd, unter Lei- pielhmis, Bahnhofstraße: „Die Seeschlachten von tung des Kreisschiehmeisters für Biedenkopf- Coronel und den Falklandsinseln". Süd, Landesoberwegerneister Schmidt Rod- Heim a. b. 03., statt. An dem Schießen beteiligten sich die aus ten Vereinslantesschiehen hervorgegangenen Mannschaften zu 5 Mann. 3m Mamttchaftsschießen der Klasse II errang die Kreismeisterschaft der OZerein Friebertshausen- Frohnhausen mit 337 Ringen^ als zweitbester Verein folgte Günterod mit 333 Ringen; im Einzelschießen ging Hch. Damm, ebenfalls vom Verein Friebertshausen-Frohnhausen, mit 81 Ringen hervor und als zweitbester Schütze folgte Richard Thielmann vom OZerein Günterod ** Stadtratssitzung. Eine Sitzung des Stadtrates findet am kommenden Freitag, 23. d. M., 17 Uhr, im Sitzungssaal des Stadthauses Berg- traße statt. Aus der Tagesordnung sind folgende Punlts hervorzuheben: Arbeitsvergebungen für den Um- und Erweiterungsbau der Schillerfchule, den Neubau der Peftalozzifchule, die Wohnungsbauten in der Schwarzlach, den An- und Umbau der Gewerbeschule; Erweiterung der Feuermeldeanlage; Errichtung von Notwohnungen in der Krofdorser Straße; Rechnungsabschluß der Gewerbe- und Ma- chinenbauschule; Beschaffung von Transformatoren; Rechnung des Elektrizitätswerkes für 1927. ** Befestigung der Wieseckufer. Die Ufer ter Wieseck innerhalb des Stadtgebietes sind streckenweise unterhöhlt, was, wie wir I demnächst eine Aenderung ein. Herr" Otto Koch, von zuständiger ©teile er,ahren vermutlich auf ber Zahlstelle seit 1.3anuar 1915 verwaltet, die dort sich aufhaltenden Ratten oder auch -at gcfün6igt Kassenvorstand hat den Ge- durch Enten verursacht wurde. Um einer dro- Eindevorsteher Ludwig Bodenbender aus henten Unterspülung der Ufer zu begegnen, Salzböden als Rachfolger gewählt, der die Okr- werten gegenwärtig größere Befestigungsarbei- toaItunq Ber Zahlstelle hier am 1. September ten an dchi Ufern vorgenommeii Die Arbeiten b 3 übernehmen wird. Die ZahlsteUe umfaßt sollen, mit Rücksicht auf die ent stehen den Kosten, Gemeinden Kinzenbach, Krofdorf-Gleiberg, etappenweise ausgefichrt toeroen. Zunächst wird, Ketzberg, Launsbach, Otenhausen, Salzböden und für dieses 3ahr, die Strecke von ter Gartenstraße Wlhmar bis zur Bismarckstraße in Angriff genommen. Ovenhausen, 20. Aug. Der im Vor- Hier wird eine Spundwand mit dahinterliegenden ,, begonnene Schulhausbau geht seiner Mauern errichtet, welche nut Zementplattei» bo- Vollendung entgegen und kann nach den Herbst- schungsmäßig abgetedt werten. I jer[cn seiner Bestimmung übergeben werten. ** Provinzial st raßensperrung. Wegen Gleichzeitig wird an einer gründlichen Reno- I wi ««trcaoiveav umatHtUMUB mimruct Ausführung von Walzarbeiteil wird die Pro- vierung ter alten Schule gearbeitet. Wettervoraussage, vinzialstraße Grüningen—Holzheim vom 23. Aug. <> Niederkleen, 18. Aug. 3n ten : ab bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt, lohten Tagen wurden in ter hiesigen Gemeinte ^nd du^ck S^dw^tluti^r- Umleitung erfolgt über das Straßenkreuz in zwei Diebstähle von FrauenklÄtern - durch > die^Mluft^te^^uA Richtung Lang-Göns resp. Dorf-Gill. Einsteigen in verschlossene Hausgärten — ver° « Wettlegen auf dem oberen übt 3n einem Falle wurde ein zum Trocknen Hardthof. Großes 3nteresse in ten Kreisen aufgehängtes Frauenkleid und eine Schürze ent- der Geflügelzüchter hat das Wettlegen auf dem 1 ‘---•*■“* wss*— Tierzuchtinstitut der Lantesuniversität Gießen, Oberer Hardthof, erregt. Es lassen sich jetzt, da die OZeranstaltung ihrem Ente zugeht, bereits bemerkenswerte und sehr günstige Resultate feststellen. Als beste Legestämme — jeder Stamm besteht aus vier Hennen — haben sich erwiesen: 1. (Stamm XIX, Weiße Whandottes, 593 Eier; 2 (Stamm XVIII, Leghorn, 562 Eier; 3. (Stamm HI, Rhoteländer, 560 Eier. Die höchste Legeleistung im 3uli 1929 hatte mit 27 Eiern ein Leghorn- Huhn aufzuweisen. Auf 26 Eier brachte es je ein Huhn der Rassen Wyandottes, Leghorn, 3ta- 8 uai '2.5 . > Hör. O MO St Ms <6 W. / / ’ - ' / / -^Tnorsty- ■ M ■-» 6920D Damen-Flechtschuhe elegante Hochsommer-Schuhe W W Mi MM! W- WW UW *>■' vK/<■■=• • 4>< .:•;■* > t'-SÜSf M LMUD KJ wird geboten! 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Mit meiner Pension konnte ich sie nicht tilgen. Sollte ich mit Frau und Kind verhungern... he?" „Gut. So erlauben mir Herr Oberst, dasselbe zu antworten: Ich muß — muh noch heute." „Aber Sie waren frei und ungebunden. Sie hatten künstlerische Anlagen... auf der Geige waren Sie schon als Leutnant ein Meister. Warum, wenn Ihnen die weite Welt offen- stand, ließen Sie sich in Ketten legen?" „Als alles über mir zusammenbrach, ganz gewiß nicht vhne meine Schuld, galt es für mich, gutzumachen. Ich dachte an Sie, Herr Oberst, und daß ich, mußte ich jetzt ein Angestellter werden, unter niemandem so gerne arbeiten tourte, tote unter Ihnen." „Unter, mir ... hm ... Sie werten unter einem anderen arbeiten als unter mir — und er wird's Ihnen nicht leicht machen." „Ich hörte, ter Herr Oberst wäre ter Inhaber dieser Firma." „Din ich. Aber man ist nicht immer, was man heißt, mein lieber Körber. Kaufmann ist gewiß etwas Gutes. Aber man muh dazu geboren fein, muh es im Blute haben — verstehen Sie." Er versuchte, ruhig zu sprechen. Aber es war ein eigentümliches Flackern in seiner Stimme. Und dasselbe Flackern zuckte aus den klugen braunen Augen, die früher einmal so herrschend und siegessicher in die Welt blickten und heute so tief, von schweren Schatten umkreist, in ihren Höhlen lagen. „Und nun gute Aacht. Ich habe noch einige Briefe zu diktieren. Rufen Sie mir Fräulein Fink." Um acht Uhr wurde oben das Abendessen eingenommen. Herr Faßbender speiste meistens im Klub und kam. wenn er nicht Sitzungen hatte oder liegengebliebene Sachen aufarbeiten mutzte, rwch für kurze Zeit nach dem Abendbrot heran. Heute hatte er sich aber entschuldigen lassen, toetl es nach dem Besuch ter Sägewerke und Holz- felter noch allerlei zu Hause zu tun gab. (Fortsetzung folgt.) Oberheffen. Landkreis Gietzen. g. Klein-Linden, 19. Aug. Der ®än< nergefangüercin „Arion -Älein^Smten (Mitglied des Deutschen- und Hessischen Sängerbundes) unter dem Vorsitz von Gemeinterechner K Iung, beabsichtigt am 12., 13. und 14. Iuli 1930. anläßlich seines 40jährigen Bestehens ein größeres Sängerfest zu veranstalten. Er ist der jüngste Gesangverein, jedoch an Mitglieterzahl der stärkste Verein am Platze. Gesanglich- ist der Verein auf ter Höhe, was er seinem Ehrenchor- meister Konrad Rikolai au verdanken hat. Durch die Führung seines rührigen Vorsitzenden und durch die Harmonie, welche innerhalb tes Vereins herrscht, umfaßt ter Verein nunmehr rund 200 Mitglieder. m Lollar, 19. Aug. Eine sehr alte und ehrwürdige Fahne kann der hiesige Veteranen- und Kriegerverern fern eigen nennen. Diese Fahne stammt aus dem Iahre 1742, ist festgestelltermatzen die älteste Kriegerve reinsfahne tes Deutschen Reiches und dürfte überhaupt eine ter ältesten allgemein vorhandenen, insbesondere ter noch im Dereinsbesitz befindlichen Fahnen sein. Runmehr hat sich in den letzten Tagen die Direktion tes Schlotz- museums in Darmstadt an den Verein mit einem Schreiben gewandt, in dem um Heberlassung — leihweise oder Erwerb — dieser Fahne nachgesucht wurde. Der Vereinsvorstand hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dieser Angelegenheit eingehend befaßt und beschlossen, zunächst in weitere Verhandlungen mit der Direktion tes Schlotzmuseums einzutreten. Rach Abschluß dieser Vorverhandlungen soll eine Generalversammlung des Vereins endgültig entscheiden. _ sk. Reiskirchen. 19. Aug. In einem musterhaften Zustand befindet sich jetzt die große Der- kehrs st raheGiehen-Reiskirchen. Im vergangenen Iahr und in diesem Iahr wurde die Straße bis zum Bahnübergang zwischen hier und Großen-Buseck mit Kleinpflaster versehen, das Endstück bis zum Dorfeingang wurde mit Teerasphalt neu hergestellt. Die Arbeiten wurden in der letzten Woche zu Ente geführt, und in den nächsten Tagen wird die Straße wieder dem vollen Verkehr übergeben werten. Auch die Fortsetzung der Straße bis Grünberg ist im vergangenen und in diesem Iahr wiederholt geteert Worten und befindet sich in bestem Zustand. 4- Grünberg. 20. Aug. Am vergangenen Sonntag begingen die Sechzigjährigen eine Wiedersehensfeier. Die Zusammenkunft erstreckte sich auf die am 14. Mai 1883 (am -'weiten Pfingsttag) Konfirmierten. Am Morgen fand gemeinsamer Kirchgang statt, und der Geistliche, Dekan Schmidt, nahm in seiner Predigt über den Text: 1. Kor. 15, 10 Bez ig auf die Veranstaltung. Dann wurden Kränze an den Gräbern ter Lehrer nietergelegt, bei denen damals die Schulentlassung erfolgte (Lehrer Re uh an ter Volksschule und Lehrer Hamburger an ter Höheren Bürgerschule), desgleichen erfolgte eine Kranzniederlegung am Grabe des damals die Konfirmation leitenden Pfarrers Koch. Die eigentliche Feier fand in ter Wirtschaft „Zum Taunus" statt. Der Anreger der Veranstaltung, Fabrikant Carl Repp, hielt die Begrüßungsansprache und gab dann bekannt, was er über die Altersgenossen und ihren Lebenslauf ermittelt hatte. Weitere Ansprachen hielten Amtmann Dörr aus Gießen und Kaufmann Brüggmann aus Kassel, die den Veranstaltern den Dank für die Feier aussprachen. Eine photographische Aufnahme soll jedem Teilnehmer — es waren 18 erschienen — die Erinnerung Haben wir Raum auf der Erde? Ein Zufall will es, daß nach neuesten Berechnungen gerate im Iahre 1929 genau 1929 Millionen Menschen auf ter Erde wohnen. 2m Iahre 1800 waren es nicht ganz 900 Millionen, das heißt nicht mehr und nicht weniger, als daß sich die Menschheit in hundert Iahren verdoppelt. Zur Zeit vermehrt sich die Bevölkerung der Erde täglich um 50 000, jährlich um 18 Millionen Köpfe. In 10 Iahren werten mehr als 2000 Millionen Menschen auf unserem Planeten wandern, leben, und — essen wollen! Langsam wird die Bevölkerungszuncchme zu einem Problem, denn, wenn es so weitergeht — und was spricht dagegen, daß es nicht so sein wird? —, haben wir in hundert Iahren 4000 Millionen, und in 200 Iahren 8000 Millionen Menschen. Kriege und Seuchen sind nicht imstande, das Wachstum der Menschheit aufzuhalten, denn erstens ist die Zahl ter Toten immer recht gering zum Gesamtbestand, zweitens hat man immer die Beobachtung gemacht, daß die Ratur, bedacht ist, Ausfälle durch Geburtenvermehrung rasch wiedergutzumachen. Run haben aber die Rationalökonomen ausgerechnet, daß die Erde im Höchstfälle imstande sei, 6—8000 Millionen Menschen zu ernähren. Wenn es mehr werden, was dann? Vielleicht wird man denken, wir brauchen uns darüber nicht den Kopf zu zerbrechen, denn bis dahin sind wir, die wir heute leben, längst alle tot. Aber das Problem ist doch viel zu interessant, als daß es nicht mal aufgerollt werden mühte. Sehen wir uns die Erdteile an. Europa ist beinahe schon übervölkert und kann im Höchstfälle noch 120 Millionen aufnehmen, so daß es bei 600 Millionen Menschen in Ernährungsschwierigkeiten geraten würde. Asien kann auch nur noch 650 Millionen beherbergen, außer den 1700 Millionen, die es bereits hat. In Australien und der Südsee könnten vielleicht noch 400 Millionen untergebracht werden, in Afrika sogar noch 2300 Millionen, und in Amerika 3100 Millionen. Run wird es aber immer so sein, daß nicht alle Gegenden der Welt gleichstark bevölkert sind, dazu sind die Lebensbedingungen in den einzelnen Staaten, Erdteilen und Zonen zu verschieden. Es wird also ter Menschheit nichts anderes übrigbleiben, als sich im Laufe ter Zeit neue Gebiete fruchtbar zu machen und sich mit Hilfe allerlei technischer Mittel an die verschiedenen Klimawechsel zu gewöhnen. Holland trocknet seinen Zuitersee aus und gewinnt dadurch so viel Land, daß die Hälfte aller Holländer darauf wohnen konnte. In Frankreich spukt schon lange die Idee, mittels eines Kanals die unter dem Meeresspiegel liegende Wüste Sahara zu bewässern und fruchtbar zu machen. In Australien, Südamerika und Rordamerika können Millionen von Hektar dichten Hrwaldes urbar gemacht werden. Ganz Rordsibirien, das heute nutzlos daliegt, könnte mit Hilfe von Wärmespeichern Millionen von Menschen als Wohnplah dienen und, trotz der großen Kälte im Winter, während der Sommermonate als Weideland dienstbar gemacht werden. Gewiß sind das große Projekte, an welche die heutige Menschheit noch nicht zu denken wagt, aber unsere Rachkommen werden sich damit beschäftigen müssen, wenn sie nicht verhungern wollen. Vielleicht wird es auch einmal gelingen, ganz Grönland, Alaska, die riesigen Inseln nördlich Ca- nada, am Ende gar den sechsten Erdteil am Südpol für dauernd bewohnbar zu machen? Vor 200 Iahren wäre jeder ausgelacht worden, der behauptet hätte, auf Island oder Spitzbergen könnten sich 12 Monate im Iahr Menschen halten. Uni) heute geht es sehr gut. Gerade die Arktis bietet bei allen Gefahren doch unendliche Hilfsmittel. Die Eskimos sind die besten Esser der ganzen Erde — 15 Pfund Lachs pro Mann und Mahlzeit ist nichts Besonderes —, und doch leben sie alle, obwohl sie nur mit spärlichen Mitteln bei dem Fang nach Beute zu Werke gehen. Ietenfalls wird sich die Menschheit nach uns damit vertraut machen müssen, daß einmal 16 oder gar 32 Milliarden den Erdball bewohnen, und. für sie alle muß und wird gesorgt werten. Das Wie wird man aber denen überlassen müssen, welche die Mittel und Wege finden müssen. an diese Feier wachhalten. Aus Amerika war von zweien Altersgenossen Rachricht mit je einer Geldspende eingetroffen. Das Geld soll dem Verkehrsverein zur Anschaffung von Bänken überwiesen werten, die in den Anlagen zur Aufstellung gelangen und eine Erinnerungstafel an diese Feier tragen sollen. z Grohen-Linden, 19. Aug. Unter dem Einfluß der hochsommerlichen Hitze ter letzten Tage ist das noch auf dem Halm stehende Sommergetreide vollends gereift, so daß die Erntearbeiten bis auf geringe Ausnahmen bereits beendigt wurden. Von den diesjährigen Ernteergebnissen kann gesagt werden, daß die Roggen- emte gut ausgefallen ist, aber hinter den borjährigen Erträgen zurücksteht. Auch ter Weizen stand viel schlechter als im Vorjahre, während der Hafer und auch teilweise die Gerste recht gute Erträge brachte. Die Hackfrüchte stehen in Hinsicht auf die vorwiegend trockene Witterung verhältnismäßig gut, allerdings wären hier ausgiebige Riederschläge sehr vonnöten. Die geringen Kleetestände brachten wegen der Trockenheit unbefriedigende Erträge. Für die Grummet- ernte bestehen in feuchten Lagen sehr günstige Aussichten. # Hungen, 18. Aug. Unser Städtchen ist reich an schönen Fachwerkbauten. In den letzten Iahren sind diese immer mehr zur Gel- tung gekommen, als ter alte Verputz entfernt wurde. Es wäre zu wünschen, daß man sich wie in vielen cterhess. Städten, dczu entschiede, das Weck der alten Meister mit seinen Schnitzereien und Inschriften am kunstvoll aufgeschlagenen Holzwerk freizulassen und nicht zu übertünchen. In letzter Zeit ist unsere Stadt durch die Instandsetzung tes Hauses „Zur Löw en grübe" um ein Stück malerischer Schönheit bereichert worden. Der Besitzer hat es durch Meisterhand erneuern lassen. # Aus der nördlichen Wetterau, 19. Aug. Die Frühkartoffelernte ist jetzt in vollem Gange. Trotz ter wochenlangen Trockenheit ist man mit dem Ertrag zufrieden. Auf tiefgründigen, gut bewirtschafteten Aeckern werden je Rormalmorgen 70 bis 80 Zentner geerntet. Die Preise sind in letzter Zeit dauernd zurück- gegangen. Gegenwärtig kostet der Zentner Frühkartoffeln an Station 3,30 Mark. Infolge ter Grünfutterknappheit ist ter Preis für diesjähriges Heu ungeheuer in die Höhe gegangen. Während vor zwei Iahren überhaupt keine Absatzmöglichkeit bestand, so daß ter Preis unter 2 Mark fiel, werden jetzt 6 bis 7 Mark für den Zentner süßes Heufutter geboten. — In den Gärten macht sich die anhaltende Dürre sehr unangenehm bemerkbar. Rur da, wo täglich gegossen wird, zeigen Dohnen, Gurken und Endivien einen guten Stand. Schlecht entwickeln sich vor allem sämtliche Kohlarten, so daß das Sauerkraut zum Herbst knapp ausfallen wird. An dem Kraut treten vereinzelt die Raupen auf. Die Weinspaliere an den Wohnhäusern haben ich, soweit sie nicht völlig erfroren sind, gut von den Frosteinwirkungen erholt. Bereits beginnen sich die ersten Gescheine ter „ Frühburgunder' und der „Blauen Gutetel" zu färben. Der Behang ist wieder sehr gut. Die Ernte tes Fruh- obstes hat begonnen. Obwohl der Ertrag unter mittel ist, sind die Preise verhältnismäßig gering. Für Aepsel, die hier und da etwas besser ausgefallen sind, werten 12 Mark für den Zentner geboten. Für das Pfund Frühbirnen bieten die Händler ab Daum 8 bis 9 Pfennig. Kreis Büdingen. I! Düdingen, 20. Aug. Am Sonntag und Montag fand, von gutem Wetter begünstigt, das Düdinger Herb st schießen statt. Die beiden Ehrengaben, welche am Sonntag ausgeschossen wurden, erhielten Mehgermeister Lud- wig Scheid und Zugführer Karl Gaul. Auf der Dürgerscheibe erhielten Preise: 1. Ludwig Göckel, 2. Karl Gaul, 3. Wilh. Grün. 4. Ludw. Faust, 5. Hch. Schw arz, 6. Hch. Grün. 7. Mannagottera, 8. Herrn. Hofmeister, 9. Schühenmeister Kärcher, 10. Ludwig Schön. Auf der Festscheibe: 1. Erich H a n- n c r, 2. Franz G.ö del, 3. Se. Durch!. Prinz Dieter, 4. Abr. Eu I au, 5. Adolf Link. 6. Iean Hensel, 7. Mannagottera, 8. Schützenmeister Schneider, 9. Ludw. S ch ei d. 10. Max Salomon. Auf der Glücksscheibe: 1. Mannagottera, 2. Ad. Link, 3. Karl D rächt, 4. Aug. Waltz, 5. Ludw. Göckel. 6. Mannagottera, 7. Baron Collas, 8. Schützenmeister Kärcher, 9. Baron C o l - las, 10. Wilh. Grün. * Ridda, 20. Aug. In seiner letzten Versammlung behandelte der Bezirkslehrerverein Ridda die beabsichtigte Abänderung der Satzungen tes Hauptvereins und die Vorschläge betreffs der Titelfrage ter Lehrpersonen an Volksschulen. Da in diesem Herbste 50 Iahre seit Gründung tes Bezirkslehrervereins Ridda verflossen sind, wurde eine bescheidene Feier des 5Ojährigen Bestehens tes Vereins beschlossen. Die Feier soll in Verbindung mit einer Familienkonferenz am 7. September in ter hiesigen Turnhalle ftattfinten. Von den Gründern des Vereins lebt keiner mehr. Ferner wird der Hessische Lehrer-Turnverein am 21. September hier in ter Turnhalle seine diesjährige Hauptversammlung abhalten, wobei interessante Vorträge und Vorführungen von Hebungen tes Darmstädter Lehrer-Turnvereins und einiger Schulklassen nach den gegenwärtigen Anforderungen des Schulturnens für Knaben und Mädchen ftattfinten werten. + Ortenberg, 18. Aug. Nach dem Beispiel unterer Gemeinden soll auch uniere Stadt ein Kriegerdenkmal bekommen. Heber die Höhe des Anschaffungswertes und den Standort ist noch nichts Räheres bekannt. Die Einnahmen eines im Gasthaus zur Post stattfindenden Konzertes find für den Denkmalfonds bestimmt. Kreis Schotten. -7- Schotten, 18. Aug. Die Vertreterversammlung desS änge rg ausD ogelsbe r g- Süd findet in diesem Iahre am 8. September in Ortenberg statt. Der Gau ist im Laufe tes Iahres auf 52 Vereine angewachsen. Da ter erste Vorsitzende, Lehrer Storck (Altenstadt) aus gesundheitlichen Rücksichten sein Amt niederlegte, hat eine Ersatzwahl stattzufinden. Die drei Plahvereine haben es übernommen, den geschäftlichen Teil ter Tagung mit ®efangVerträgen zu umrahmen. Dämonen der Zeit. Vornan von Arthur Brausewetter. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Run begab er sich zu den verschiedenen Pulten, stellte diese oder jene Frage, war sofort im Bilde und gab feine Anweisungen kurz und klar, aber stets freundlich und mit einem gewissen persönlichen Ton, der etwas Warmes und Wohltuendes hatte. Eine längere Weile verhandelte er mit Herrn Pintscher, der alles Geschäftswidrige von sich gestreift hatte, wieder ganz Diensteifer war und doch vor Stolz und Freude glänzte, als der Alte ihn während der trockenen Besprechung eines eben ausgestellten Kostenanschlags für xiefem- schwellen nach dem Befinden seiner Mutter fragte, Die feit längerer Zeit bettlägerig war, und ihm dabei leise mit ter starkknochigen Hand über das gewellte Knabenhaar strich. Klaus Körber hatte feinen englischen Bericht mitten im Satz abgebrochen. Die seltsam gespannte Erregung, die sich seiner beim Eintritt dieses ManneS bemächtigt hatte, auf den er jetzt schon Tag und Stunden geharrt, von dem er wenig und doch für sein aufmerksames Ohr genug des Hnbegreiflichen gehört, war zu groß, als daß sie ihn zu irgendeiner Arbeit fähig machte. Sein Auge hatte, über den schmalen Flur hinweg, durch die toeitgeöffnete Verbindungstür jeden Schritt des Alten begleitet. Keins der Worte, die er da drüben sowohl zu Dem gesamten Personal wie zu den einzelnen sprach, war ihm entgangen. Dabei fragte er sich unausgesetzt, wie ihn der Oberst, den er nun zum erstenmal von Angesicht zu Angesicht sehen sollte, wohl begrüßen, welche Stellung er ihm gegenüber unter so völlig veränderten Verhältnissen einnehmen würde. „Guten Abend, meine Damen, meine Herren", klang es da mit einem Male dicht neben ihm. „Guten Abend, Herr Oberst", tönte es wieder. Hnö dann streckte sich ihm ein muskulöser Arm entgegen. „Willkommen, mein lieber Körber." Es war die warme, herzliche Stimme, wie er sie so manchmal vernommen, wenn sie nach anstrengendem Dienste in seinem oder einem outeten Hause, zum Liebesmahle im Kasino oder zum Dämmerschoppen am Donnerstagabend im Ratskeller sich trafen, wie er sie gehört da draußen im Schützengraben oder im schützenden Unterbaute, wenn man im Stabe beim stärkenden Glase Wein und ter qualmenden Tabakpfeife traulich zusammensaß und gewiß nicht ahnte, daß man sich einmal ir engen Äontorräumen und an einem von (Briefen und Ge- schäftspapieren überreichen Pulte Wiederfinten würde. Hnd doch war es nicht dasselbe mehr. Bei aller Wärme und Herzlichkeit war ein müder Klang in dieser Stimme, ein fremder Zug in diesem einmal so freien und offenen Antlitz. Hnd wieder tauchten allerlei Fragen auf und gingen rätselschwer und lösungsuchend durch Klaus Körbers Seele, indes er inmitten der angespannt zuhörenden enteren allerlei nebensächliche, gleichgültige Worte mit dem einstmaligen Kriegsiameraten tauschte. Dis dieser sich zu Herrn Rimmersatt wandte, der bereits ungeduldig und ungehalten über die ausfallende Bevorzugung, die der Chef einem neu eingestellten jungen Manne in feiner und des ganzen Personals Gegenwart zuteil werden ließ, einen ganzen Stoß von zu unterfertigenden Briefen und Tabellen mit ter nervös zitternden Hand raschelnd und knisternd auf dem Pulte ausbreitete und nun mit gewichtiger Stimme feinen Bericht erstattete: „Ein längeres Schreiben an Robert Shmits in Liverpool: die Befrachtung und Lieferung der bestellten Eichenkloben ist noch in Arbeit: dann wäre noch auf die Offerte zu antworten, die Drockburry und Homes in Grimsby gestern machten. Sowie Herr Körber die beiten Briefe fertig- gestellt hat, werten fie zur Hnterschrift vorgelegt." „Gut, Herr Körber, Sie bringen fie mir nachher in mein Kontor." Da(s war wieder der kurze, straffe Defehls- ton, ter alles Perfönliche abgestreift, jede De- kanntschast verleugnet hatte, nur Amt und Ge- fchäft gelten lieh und die Kluft der Stellung ohne jede Absichtlichkeit wie etwas Selbstverständliches aufrichtete. Mit geteilter Aufmerksamkeit und zwiespältigen Gedanken, aber doch mit eilender Feder arbeitete Klaus Körber an feiner Korrespondenz, die ihm nicht leicht siel, weil fie feine erste gefchästliche Betätigung darstellte, und er vor den kritifchen Augen tes Obersten, der das Eng- lifche genau so, wenn nicht besser als er beherrschte, Ehre einlegen wollte. Mehreremal hatte sich der niedliche Blondkopf neben ihm leise zu ihm hinübergeneigt, mehreremal die lustigen, nach einer Abwechslung dürstenden Augen ihn mit unbefangen herausforderndem Leuchten angeblickt, denn er war dem hübschen Kinde nach der herzlich kameradschaftlichen Begrüßung durch den Chef noch interessanter als von Anfang an geworden, ja, auch ein kurzes Gespräch über die neuesten Vorführungen in ten H. T., die er sich unbedingt an- sehcn müßte, hatte sie anzubändeln gesucht... vielleicht, wenn es gerade so paßte, würde sie auch noch einmal hingehen. Er hatte höflich, ater ein wenig zerstreut und kurz geantwortet. Er konnte den Augenblick nicht abwarten, wo er in Reichenbachs Privatkonto:: treten und endlich einmal unter vier Augen mit ihm allein fein sollte. Ater als er feine beiten Briefe an Herrn Rimmersatt abgab, ließ dieser sich Wort für Wort übersehen, feilte, klaubte an jedem Sah, jeder Redewendung herum und behandelte die ganze recht einfache und klare Angelegenheit mit einer so pedantischen Hmständlichkeit unb Heter- legenfjeit, daß er seine ganze Beherrschung auf- bieten mußte, mit dem subalternen Manne nicht gleich bei dieser ersten Gelegenheit aneinander zu geraten. So war es recht spät geworden und außer Herrn Rimmersatt und dem Blondkopf in ihrer und Herrn Pintscher und Fräulein Heimmßen drüben in ter Buchhaltungsabteilung hatten alle anderen bereits das Geschäft verlassen, als er endlich an die Tür des Privatkontors in der Hängeetage klopfte. Ties über den Tisch gebeugt, den massiven Körper wie einen Fiedelbogen über allerlei Akten und Entwürfe gekrümmt, saß der Alte, hob bei seinem Eintritt nut wenig den Kopf, ließ sich feine Schreiten wortlos reichen, durchflog fie, nickte e inigemal zustimmend, unterschrieb und 'gab sie ihm zurück, genau so, wie er es in früheren Zeiten getan, wenn er einmal in Vertretung des Adjutanten die Regimentsschreiten zur Hnterfertigung vorzulegen hatte. Kein Stuhl tourte ihm geboten, nichts Persönliches gesprochen oder gefragt — man war im Dienste. Klaus merkte es, mit kurzem, ehrerbietigem Gruß wollte er sich entfernen, ja, was er lange nicht getan und in ter bürgerlichen Gesellschaft für geschmacklos hielt: er schlug leicht die Hacken zusammen, und es hätte nicht viel gefehlt, dann hätte er die Finger zur militärischen Ehrenbezeugung an die Stirn gelegt. Schon hatte er die Hand auf ter Türklinke, da rief ihn der Alte zurück. „Was ich Sie noch fragen wollte, lieber Körber — ja, sagen Sie mal: wie kamen Sie eigentlich daraus, diesen Beruf sich zu erwählen?" „Herr Oberst wissen, daß ich, als mein Vater plötzlich starb, meinen landwirtschaftlichen Beruf aufgeben muhte, zu dem ich mich bereits auf einem großen Gute vorbereitete." „Hnd ten Sie liebgewannen?" „Der mir jedenfalls der einzig mögliche erschien, nachdem ich nicht mehr Soldat fein durfte." Ein Schmunzeln lief über das Gesicht des Alten, das eine rötlichbraune Farbe hatte und I faltenlos und glatt war, als wäre es aus Kupfer l getrieben. v Gedern. 20. Aug. Der heute hier abgehaltene August-Schweinemarkt erfreute sich eines großen Auftriebs. Die 883 auf- getriebenen Tiere waren bei schwunghaftem Handel bald ohne Lleberstand abgesetzt. Unter den Preisen war großer Unterschied. Wahrend bei Beginn des Marktes für sechs Wochen alte Ferkel 40 bis 42 RM. bezahlt wurden, konnte man gegen Schluß Tiere gleicher Qualität 'ür 28 RM. kaufen. Der Durchschnittspreis betrug 35 AM. Acht bis zehn Wochen alte Läufer waren je nach Qualität von 50 Ml. ab zu haben. -4- Ober-Schmitten, 18. Aug. Del den Schluharbeiten zur Verlegung desViddabet tes stieß man insofern auf Schwierigkeiten als sich geschlossene Basaltmassen im Untergrund vorfanden. Die Bohrungen und Sprengungen nahmen über eine Woche Zeit in Anspruch. Oetzt ist das Dachbett freigelegt, so daß die Stützmauer aus Beton fertiggestellt werden kann Das alte Dachbett ist bereits eingeebnet. Es zeigt sich daß die Verlegung der Vidda das Dorfund Landschaftsbild am Vordosteingang d.s Ortes wesentlich verschönert hat. h. U l f a , 19. Aug. Hier haben sich die Landwirte und Dreschmaschinenbesi tz e r au, einen Stundenlohn von acht Mark für Drescharbeit geeinigt. Das Maschinenpersonal erhalt außerdem freie Verköstigung. Bedenkt man weiter, daß an Hilfsarbeitern beim Dreschen noch etwa zehn Personen erforderlich sind, die bei freier Kost einen Stundenlohn von 60 Pfennig erhalten, so kann man ersehen, daß dem Landwirt der Dreschtag hoch zu stehen kommt. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 20. Aug. Dieser Tage verschleppte ein junger Mann vom hiesigen Nord- bahnhof aus ein achtjähriges Mädchen, das mit mehreren Schulkolleginnen einem Festzug bis an den Bahnhof gefolgt war, in die Nähe des Steinbruches Vaitsberg. Der Unmensch hat sich dort in unsittlicher Weise dem Kinde genähert. Das Kind konnte schließlich flüchten. Gestern konnte der -ia= ter in der Person eines Schwerkriegsbeschädigten von der Polizei ermittelt werden. Wirtschaft. * D i e Verhandlungen bei der Frankfurter Allgemeinen. Wie wir erfahren, haben die Verhandlungen über das Schicksal der Frankfurter Allgemeinen Ver sicher rmgs- A -G. den ganzen Vormittag gedauert und werden voraussichtlich auch die Vachmittagsstundcn voll in Anspruch nehmen. Man ist bestrebt, vor allem ans den Banken, die im Aufsichtsrat vertreten sind, ein Konsortium zustandezubringen, das einen Kredit gewähren soll, mit dessen Hilfe die Verpflichtungen dem Ausland gegenüber abgedeckt werden können. Heute nachmittag wird auch darüber verhandelt werden, ob die Reichs- bank sich in irgendeiner Form zur Mithilfe be- reiterklären wird. Die Verwaltung der Südwestdeutschen Dank A.-G., die bekanntlich gestern ihre Zahlungen eingestellt hat, ist zusammen mit einem Revisor damit beschäftigt, den endgültigen Status aufzustellen. Vach einem vorläufigen Status standen 16,2 Mill. Mk. Kreditoren 16,3 Mill. Mark Debitoren gegenüber. An flüssigen Mitteln waren noch vorhanden 200 000 Mt. Kasse und • Dankguthafen, 100 000 Mk. Wechsel, ferner 0,5 Mill. Mk. Effekten. * Ein „Stillhaltekonsortium". Die bisherigen Feststellungen der Kommission und des Aufsichtsrates der Frankfurter Allgemeinen Ver- sicherungs-A.-G. haben erhebliche Engagements im Kmizern ergeben, die jedoch bei ruhiger Abwicklung durch die Aktivposten, das Aktienkapital und die Reserven gedeckt sind. Hm eine derartige Abwicklung zu ermöglichen, haben die der Gesellschaft nahestehenden Banken: Direktion der Disconto-Gesellschast, Commerz- und Privatbank A.-G., Darmstädter und Vationalbank, Deutsche Bank, Deutsche Effekten- and Wechselbank, Berliner Bankinstitut 2osef Goldschmidt & Co., Gebrüder Bethmann, 3. Dreyfus & Co., Hardy & Co., Jacob S. H. (Stern beschlossen, sich an die Spitze eines sofort zu bildenden Stillhaltekonsortiums zu stellen, dem sich die Bankengläubiger anschliehen sollen. Daneben wird ein Garantiekonsortium geschaffen, das die Abwicklung und den Abbau bzw. die Heberführung der Geschäfte bewirken wird. Dieses Garantiekonsortium, das die erforderlichen Gelder vorlegen wird, soll ebenfalls durch die oben genannten Danken ins Leben gerufen werden. Es wird erwartet, daß die Oesfentlichkeit den an diesen Aufgaben mitwirkenden Banken Zeit und Ruhe für ihre schwierige Arbeit läßt, der sie sich im Interesse der Gesamtwirtschaft unterziehen. • Vertrag Allianz - Frankfurter Allgeme ine abgeschlossen. Am Dienstag abend ist der der Oesfentlichkeit bereits bekannte Garantievertrag zwischen der Allianz und Stuttgarter Verein Dersicherungs-A.-G. und der Franfiurter Allgemeinen Dersicherungs-A.-G. zum endgültigen Abschluß gekommen. Danach übernimmt die Allianz die Garantie für alle Verpflichtungen aus dem direkten Versicherungsgeschäft der Frankfurter Allgemeinen, also aus der Feuer-, Wasserleitungsschaden-, Einbruchsdiebstahl-, Aufruhr-, Glas-, Transport-, Kraftfahrzeug-, Unfall», Haftpflicht- und Regenversicherung Dürgschaften für gestundete Zölle. Steuern, Abgaben, Frachten, Spritmonopole, Kaufgelder, Lieferungs- und Leistungs-Kautionen, Prozehkautionen, Holzkautionen, Kohlenkaufgelder und Exportkreditversicherungen. Vicht von der Garantie ersaßt sind insbesondere die mit der Absahfinanzierung zusammenhängenden Geschäfte, Hypothekenversicherungen, Finanzgarantien und sonstigen Kredite und Versicherungen. Damit sind nicht nur sämtliche Ansprüche der Versicherten in den von der Garantie erfaßten Zweigen in jeder Richtung sichergestellt, sondern es sind auch Vorbedingungen für eine ruhige Fortführung des Versicherungsgeschäftes der Frankfurter Allgemeinen geschaffen. Beabsichtigt ist, den gesamten Versicherungsbestand auf e'ine sofort zu gründende voraussichtlich Reue Frankfurter Allgemeine Versicherungs-A.-G. zu benennende Gesellschaft zu überführen, deren wirtschaftliches Zentrum Frankfurt a. M. verbleiben wird. Hiermit ist zugleich die Möglichkeit für die Weiterverwendung des Jnnenpersonals und der Anßenorganisation der Frankfurter Allgemeinen gegeben. Ob später an eine Verbindung der beiden Gesellschaften gedacht werden kann, wird von dem Ergebnis der Abwicklung der Frankfurter Allgemeinen abhängen. * Landesgewerbebank für Südwest« d e u t s ch l a n d. Die Pressemeldungen, daß die Landesgewerbebank für Südwestdeutschland A.-G. in Karlsruhe mit Zweigniederlassung in Frankfurt a. 9)1. infolge der Vorkommnisse bei der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs-A.-G. in Liquidation trete, entbehren, wie man uns mitteilt, jeder Grundlage. Diese Nachrichten können nur auf einer Verwechslung mit der Südwestdeutschen Bank A.-G., Frankfurt a. M., beruhen, die ihre Zahlungen eingestellt hat.' Die Landesgewerbebank für Südwestdeutschland A.-G. befaßt sich ausschließlich mit den Genossenschaftsgeschäften und ist an den verlustbringenden Finanzgeschäften der Frankfurter Allgemeinen und der Südwestdeutschen Bank A.-G. nicht beteiligt. Die verhältnismäßig geringfügige Beteiligung an dem A.-K. der Südwestdeutschen Bank A.-G. im Betrage von 200 000 Mark kann die Existenz der Landesgewerbebank für Südwestdeutschland nicht gefährden. * Die 30 - Millionen - Anleihe Frankfurts. Die vom Magistrat beschlossene und Dom Hauptausschuß der Stadtverordnetenversammlung genehmigte Anleihe von 30 Mill. Mark dreijähriger Schatzanweisungen soll wie folgt verwendet werden: 9 Mill. Mark zu Wohnungsbauten. 9 Mill. Mark zu Grundstückskäufen, 6 Mill. Mark zu Straßen- und Kanal- bauten, 1 Mill. Mark zu Hafen- und Drückenbauten, 3,5 Mill. Mark für die Viddaregulie- rung. 800 000 Mk. für die Hafenbetriebe und 900 000 Mark für den Schlacht- und Viehhof. * SüddeutscheWollauktion. Die zweite süddeutsche Wollanktion (diesjährige letzte) wird, wie wir hören, in der vierten Septemberwoche in Hlm stattfinden. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 21. Aug. Tendenz: schwächer. Im Anschluß an die freundlichere Stimmung der gestrigen Abendbörse bot auch im heutigen Vormittagsverkehr der Markt ein zuversichtlicheres Bild. Die Klärung der Situation bei der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs-A.-G. trug am wesentlichsten zur Beruhigung bei. Für diese Aktie bestand nach dem Zustandekommen eines Stützungskonsortiums und das zugesicherte Fortbestehen einer selbständigen Firma in Frankfurt weiterhin Deckungsbedürfnis. Doch neigte die Tendenz, als die hier in Betracht gezogene Entschädigungssumme von feiten des Allianzkonzerns mit 15 Millionen Mark an die Frankfurter Allgemeine Versicherung genannt wurde, die man als unbefriedigend bezeichnete, doch wieder zur Schwäche. In erster Linie hatten hierunter die Aktien des Unternehmens zu leiden. Man hörte einen Kurs von 170 Mark gegen 200 Mark (Geld) an der gestrigen Abendbörse. Die deutschen Vorschläge auf der Konferenz im Haag traten in den Hintergrund. Auch die festere Neuyorker Börse von gestern konnte keine Anregung bieten. Das Geschäft war wieder sehr klein, denn unter dem Eindruck der neuerlichen Beunruhigung der Lage, wodurch der heutige Markt selbstverständlich immer wieder in stärkerem Maße beunruhigt wird, verhielt sich die Spekulation stark reserviert und schritt zu Abgaben. Auslandorders waren ebenfalls kaum vorhanden, so daß auch hiervon die Börse keine Stützung erwarten konnte. Gegen die gestrige Abendbörse traten jetzt, nachdem man im Vormittagsverkehr Besserungen bis zu 1,5 o. H. feststellen konnte, Abschwächungen bis zu 2 v. H. und vereinzelt auch darüber ein. Stärker unter Druck lagen Glanz st offaktien mit minus 3,5 v. H., Schuckert minus 3 v.H., Farben minus 2,5 v. H., Aschersleben minus 3 v. H., Rhein- fta h l minus 2 v. H., R e i ch s b a n k minus 3,5 v. H. Sonderbewegungen waren nicht zu bemerken. Autowerte lagen gut behauptet. Don internationalen Werten machte sich für Chade-Aktien bei einer Besserung um 2 Mark vermehrtes Interesse geltend. Renten still, aber teilweise etwas gebessert. Im Verlaufe war keine Besserung der Situation festzustellen. Verschiedentlich traten weitere Abschwächungen ein. Frankfurter Allgemeine Versicherung wurden mit 150 Mark (Brief) genannt. Auch die übrigen Märkte lagen erneut bis 1 v. H. schwächer. Am G e l d m ar ft war Tagesgeld mit •6 v.H. weiter leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1990, gegen Pfund 20,36, London gegen Kabel 4,8480, gegen Paris 132,86, gegen- Mailand 92,67, gegen Madrid 33, Holland 12,1013. Berliner Börse. ‘Berlin, 21. Aug. Die Beruhigung, die gestern besonders an der Abendbörse eingetreren war, setzte sich heute vormittag und an der Vorbörse weiter fort, doch wurde es kurz vor Beginn des offiziellen Verkehrs wieder etwas schwächer. Die ersten Kurse zeigten dann kein einheitliches Aussehen und lagen größtenteils 1 bis 1,5 Prozent unter den gestrigen Mittags- Schlußkursen. Heber die Vorgänge bei der Frankfurter Allgemeinen Versichern n g s - A. - G. ist im Moment eine gewisse Beruhigung eingetreten, infolge der gestern zustande gekommeenn Bildung des Bankenkonsortiums und des mit der Allianz abgeschlossenen Garantievertrages, durch den ein Vachteil der Versicherungsteilnehmer vermieden wird. Der deutsche Schritt im Haag rief allgemeine Befriedigung hervor, und es besteht die Hoffnung, daß die Situation, die sich hierdurch bessert, den Verlauf der heutigen Aussprachen vielleicht günstig beeinflussen wird. Die Befestigung an der gestrigen Veuhorker Börse blieb ohne Eindruck. Montanwerte waren angeboten und gingen bis 2 Prozent zurück, dagegen waren Deuts cheLinoleum und Chade- Aktien bis 3 Prozent fester. Deutsche Anleihen waren gut behauptet. Ausländer völlig geschäftslos. Pfandbriefe nicht einheitlich. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 bis 8 Proz. weiter leicht, dagegen Monatsgeld mit 9 bis 10,5 Proz. steif; Warenwechsel nannte man mit 7,75 Prozent. Vach den ersten Kursen wurde es allgemein schwach. Man führte die Außenhandelsbilanz als Hauptgrund hierfür an, die nach einer Aktivität im Monat Juni wieder einen Einfuhrüberschuß von 130 Millionen zu verzeichnen hat. Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß sich die Erhöhung der Einfuhr infolge von Zollabrechnungen zum größten Teil ergeben hat, während die Ausfuhr ebenfalls eine Zunahme von 21 Millionen aufwies. Außerdem beunruhigten unbestätigte Gerüchte, daß das Reich einen erneuten Geldbedarf haben soll. Die Spekulation schritt daraufhin zu Abgaben, die 1- bis 3hrozentige Verluste zur Folge hatten. Schultheis verloren sogar 5 Prozent und Glanzstoff über 6 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Aug. Am Produktenmarkt war die Tendenz matt, obwohl die Auslandmeldungen zumeist etwas höher lauteten. Das Angebot war gering, doch wurden nu rtoe* Das Angebot war gering, doch wurden nur ine« zurückhaltend blieben. Weizen war erneut etwas niedriger. Auch Roggen war angeboten und schwächer. Die übrigen Märkte wurden jedoch kaum von dieser Abwärtsbewegung berührt. Vur am Mehlmarkt kam das schleppende Geschäft zum Ausdruck, bei einem Vachgeben bis zu 0,25 Mark. Es wurden notiert: Weizen 26,50; Roggen 20,90 bis 21; Hafer, inländischer, alt 21; neu 20; Mais, gelb, für Futterzwecke, 21,25 bis 21,50; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 39,50 bis 41; Roggenmehl 30 bis 31; Weizenkleie 10,75; Roggenkleie 11,25; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 33 bis 50; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 40 bis 110 Mark. Tendenz: matt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 20. Aug. Die täglichen recht erheblichen Preisschwankungen an den nordamerikanischen Terminmärkten haben einen Moment starker Hnsicherheit in den hiesigen Markt getragen, so daß die Hntemehmungslust, die sich angesichts des unbefriedigenden Mehlgeschüfts an sich in engen Grenzen hielt, auf ein Mindestmaß reduziert wurde. Das Inlandangebot trat infolgedessen etwas stärker in Erscheinung. Am Lieferungsmarkte erfolgten, namentlich in Rog- qen, stärkere Abgaben, die das Preisniveau um etwa 5 Mark drückten. Weizen setzte bis 2,50 Mark niedriger ein. Für Inlandweizen zur prompten Waggonverladung lauteten die Gebote gleichfalls bis 3 Mark niedriger. Roggen wurde vereinzelt zu 3 bis 4 Mark niedrigeren Preisen gehandelt. Die ermäßigten Offerten für AuslanVgetreide blieben unbeachtet, da sich die Mühlen infolge der stärkeren Erntebewegung mit inländischem Mahlgut ausreichend versorgen können. Entgegenkommende Mühlenforderungen vermochten am Mehlmarkte keine Belebung herbeizuführen. Hafer wird in allen Qualitäten reichlich angeboten und etwa 2 bis -3 Mar? niedriger bewertet. Gerste weiter in schwierigem Geschäft. Es notierten (1030 kg): Weizen, märkischer, 241 bis 244 (matt), September 257,50 bis 257, Oktober 261 (Brief), Dezember 266,50; Roggen, märkischer, 191 bis 195,50 Gewinnauszug 5. Klasse 33. Preußisch-Süddeutsche (259. Preuß.) Klassen-Lotterte Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden __________Abteilungen I und II_____________ 11. Ziehungstag 20. August 1929 8n der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ©etohtne tu 300000 M. 220280 4 Gewinne,u 10000 M. 158416 244909 2 Gewinne ju 5000 M. 396005 6 Gewinne zu 3000 M. 120411 251864 399039 10 Gewinne zu 2000 M. 15030 20509 223319 128738 107316 131262 181009 255927 309757 352137 109121 131296 182392 283695 312622 356761 110561 131996 185299 284536 323569 364027 118110 153611 211710 291871 324968 376683 157739 228518 301842 347285 384030 167720 231671I 302705 348697| 396669 254492 341282 54 Gewinnezu 1000 M. 34170 49619 55215 59997, 67904 74699 92181 110837 113543 122301 135588 151375 154276 172157 181871 210582 232478 243930 253641 272679 283129 293253 316338 327451 333898 346776 399057 94 Gewinne zu 500 M. 7288 10548 15767 32524 33297 41861 46242 59525 60050 67942 104529 ----- ------ ------ ------ ----— 129522. 216 Gewinne zu 300 M. 4944 6140 7350 8326 8473 8627 13909 14179 18560 25260 29323 33116 33462 46815 53040 55718 59814 63102 63512 65347 85928 91916 92021 93373 95897 107074 107882 108122 122410 129312 130911 143926 147098 153915 155810 156389 157748 158607 164886 167566 191801 192914 205499 209342 223025 234127 243249 248278 262834 263518 272167 274970 290483 291057 306457 307521 341445 346687 355371 356361 384110 386100 174698 180389 195099 195813 210625 211193 237171 238140 248499 256010 264423 266909 277817 280209 293063 299337 313150 322336 348179 351525 358724 359416 391162 397035 182117 185761 195907 201742 212361 215107, 241118 242382 258757 260968 267411 269029 284796 285955 302031 302423 339458 340369 352349 363858 373380 376268 8n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Deviuue ju 10000 M. 302384 2 Gewinne zu 6000 M. 146578 14 Gewinne zu 3000 W. 61976 57376 99923 166125 808177 354440 359984 14 Gewinne zu 2000 M. 129911 184211 294045 296898 354616 375307 396544 24 Gewinne zu 1000 M. 78942 89479 186439 194299 208112 224020 262743 277465 284120 349931 367316 382484 66 Gewinne zu 600 M. 10627 14510 17238 18244 30306 43196 46351 61672 74792 82394 94017 107272 131610 146072 161955 164384 196128 227647 232046 232872 243465 264174 276966 280936 288812 307018 320306 337261 351941 362862 368994 369340 373283 186 Gewinne zu 300 -M. 733 1056 6692 18207 20303 34311 41384 41400 42785 44976 47653 52323 66538 61651 64242 71773 82165 86830 105152 113083 116087 117616 119708 121086 124272 131268 132761 144027 147600 153692 156610 158490 169767 166977 168195 179019 179802 182567 187496 188206 194196 200885 203192 210480 219284 221569 222506 223469 226346 230089 231847 232509 241433 241863 243800 244893 248689 254946 255491 260150 263214 266122 270068 277224 277407 278412 280790 283595 294910 297532 298657 300942 304119 308518 311101 314571 320270 323450 329992 333479 339831 343516 344361 354896 362281 366325 366536 373309 381116 386479 389695 395479 397318 Die tn der heutigen Bormittagsziehung gezogenen beiden Hauptgewinne von ie 800000 M. fielen auf Nr. 220280 in Abteilung I nach Breslau, in Abteilung ll nach Breslau. Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu te 600000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 20000Ö, 2 zu je 100000, 4 zu je 75000, 4 zu je 50000, 4 zu je 25000, 66 zu je 10000, 90 zu je 5000, 256 zu je 8000, 498 zu je 2000, 1282 zu je 1000, 8020 zu je 500, 7158 zu je 300 M. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. _______________ Die hinter den Papieren angesühnen Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Fran km« a '!){. Berlin .Vrgnlfurt a M-1 Berlin Frankfurt 0 . Berlin Berlin, 20. August Geld Brief Erblüh! Kurs I i-Ulir Stur? Sdjlufe’l Ansang. Kure | Kure Schlutz-1 Kurs I t-Uht | Schlust l Anfang. Kur^ | Kur? | Kurs -chlub-s KurS | t-Uhr Kur? Schluß- Kur- Anfang. Kurs Französische Holländische Italienische Norwegische Noten..... Noten...... 16,42 167,61 21,94 111,51 16733 168,29 22,02 111,95 Datum 20.8. | 21-8. 20 8. 21.8. Dalum 20- 8. 21.8. 20.8. 21-8. Datum 20.8. | 21.8. 20.8. 21 8. Voten...... Noten...... 5% Di. Reichsaulcthe o. m. ■ Dl. Aul.-Ablös.-Schu'.d mit Aus. los.-Rechlen......... $e6fll. ohne AuSIoj.-Rechle . . • 7% Frank,. Hyp.-Bk. Goldps. un- kündbar bis 1932....... 4 Mebeck Monian......7,2 Bereinigte Stahl»......' Otavi Mmen.......Lei Kali Aschersleben.....10 Kall Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 18 3. G Farben-Industrie ... 12 Dynamit Nobel.......f Scheioeanstalt........9 Goldschmidt ........t RülgerSwerke........ MeiallgeseUschaft......H Ludw. Loewe.......10 Rat. Automobil.......0 Orenstein & Koppel.....6 Leonhard Tietz.......6 Bamag-Meguin.......0 Franks. Maschinen......6 Grihncc.........H Heyligenstaedt.......0 Iungyans..........4 Lechwerke.........8 Maintrastwerke.......8 Mag...........10 'Jieladulmer........8 Peters Union........8 Gebr. Roeder.......10 3oiflt 4 Hacssner......8 Südv. Zucker........8 Ban Amst.-Rott. Bucn.-Aircs Brsi.-Antw- Christiania. Kopenhagen Stockholm . Helstngfors. Italien. . . London. . . Neuyork . . Paris.... Schweiz .. Spanien. . Japan .. . Rio de Jan. Wien inD- Ceft. abgest. Prag . . . . Belirad . Budapest. Bulgarien Lissabon Danzig. . Konst mtin. Athen. . (Sanaba Uru uai). Cairo . . 168,01 1,759 58,315 111,76 111,67 112,35 10,543 21,93 20,338 4,195 16,42 80,685 61,57 1,960 0,497 59,075 12,416 7,368 73,18 3,029 18,78 31,29 1,998 5,43 4,166 4,116 20,85 168,35 1,763 58,435 111,98 111,89 112,67 10,563 21,97 20,378 4,203 16,46 30,845 61,69 1,964 0,499 59,195 12,434 7,382 73,32 3,035 18,82 81,48 2,002 5,45 4,174 4,124 20,89 168,03 1,758 58,305 111,69 111,67 112,34 10,544 21,945 20,336 4,195 16,425 80,705 61,60 1,960 0,4975 59,07 12,413 7,366 73,20 3,032 18,74 81,30 1,999 5,43 4,166 4,106 20,855 168,34 1,762 58,425 111,91 111,89 112,56 10,564 21,985 20,376 4,203 16,465 80,865 61,72 1,964 0,4995 59,19 12,443 7,380 73,34 3,038 18,78 81,46 2,003 5,44 4,174 4,114 20,895 Berlin, 20- August________ Amerikanische Noten..... Belgische Noten ....... Tonische Noten ....... Englische Noten........ Geld 4,174 58,23 111,45 20,302 Brief 4,194 58,4/ 111,89 20,382 Turnen, Sport und Spiel. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. B. s. L. Wetzlar wird Lieger im Jugendklubkampf. ö. -Zum viertenmal standen sich am Samstag abend die Jugendlichen des B.f.L. Metzlar (früher Wetzlarer FC.) und die der Sp.-Bg. 1900 im Klub- zweikampf gegenüber. Während bei den drei ersten Begegnungen die 1900er im Borteil bleiben konnten, verliehen am Samstag die Wetzlarer als klarer Sieger den Platz. Es zeigte sich, das; P a u l u s durch seine Tätigkeit an den Wetzlarer Schulen ein ausgezeichnetes Jugendmaterial bekommen hat. Die Spielvereinigungsleute schlugen sich zwar auch recht tapfer — die Punktniederlage von 89:119 ist in dieser Höhe nicht ganz verdient —, doch fehlen einige Spitzenleute. Dazu kam auch noch in den 4xl00-Meter-Staf- feln eine gute Dosis Pech, was sich dadurch besonders ungünstig auswirkt, daß der gewonnenen Staffel vier, dera Besiegten hingegen nur ein Punkt zufällt. — Die Ergebnisse: Klasses 19 11/12. 100-Meter-Lauf: 1. Marx, B.f.L., 11,9; 2. Schick, B.f. L., 12; 3. Schicketanz, 1900, 12,1; 4. Schütz I., 1900. 400-Meter-Lauf: 1. Schick, B.f.L., 58,2; 2. Balser, 1900, 59,1; 3. Michel, B.f.L.; 4. Jung, 1900. 1500-Meter-Lauf: 1. Abee, B.f.L., 4,44; 2. Koch, 1900, 4,48; 3. Peters, 1900; 4. Boorhoff, B.f.L. Hochsprung: 1. Lomb, B.f.L., 1,48; 2. Schick, B.f.L., 1,48; 3. Balser, 1900, 1,44; 4. Jung, 1900, 1,44. Diskuswerfen: 1. Schick, B.f.L., 37,37; 2. Kilo. B.f.L., 35,47; 3. Will, 1900, 33,44; 4. Müller, H., 1900, 33,24. Schweden- Staffel: B.f.L. Wetzlar, 2:16,6; 2. Sp.-Bg. 1900, 2:19,1. Kugelstoßen: 1. Müller H., 1900, 13,60; 2. Schick, B.f.L., 12,53; 3. Will, 1900, 12,18; 4. Kilo, B.f.L., 11,33. Klaffe B 1913/14. 100-Meter-Lauf: 1. Koch II., 1900, 12,1; 2. Kuhlmann, B. f. L., 12,3; 3. Guthardt, 1900, 12,4 ; 4. Körber, B. f. L., 12,5. 200-Meter-Lauf: 1. Koch II., 1900, 25,4; 2. Kör- ber, B. f. L., 25,8; 3. Guthardt, 1900, 25,9 ; 4. Waldschmidt, B. f. L. 800-Meter-Lauf: 1. Kuhl- mann, B. f. L., 2:19,7; 2. Mootz, 1900, 2:21,1; 3. Rohrbach I., 1900. Weitspruna: 1. Gräf, 1900, 5,58 Meter; 2. Kuhlmann, D. f. L., 5,22; 3. Guthardt, 1900, 5,19; 4. Körber, B. f. L., 4,82. Speerwerfen: 1. Gräf, 1900, 45,90 ; 2. Körber, B. f. L., 43,70; 3. Waldschmidt, B.f.L., 39,20; 4. Auer, 1900. 38,19. Diskuswerfen: 1. Körber, B. f. L. 35,98 ; 2. Rodrigues, 1900, 31,28 ; 3. Koch II., 1900, 24,64; 4. Waldschmidt, B. f. L., 23,74. 4x100- Meter-Staffel: 1. B. f. L. Wetzlar 50,0; 2. Sp.- Bp. 1900 50,2. Hochsprung: 1. Auer, 1900, 1,42; 2. Kuhlmann, D. f. L., 1,42; 3. Mootz, 1900, 1,37; 4. Körber, B. f. L., 1,37. Klasse C 1915/16. 50-Meter-Lauf: 1. Dornschlegel, B. f. L., 7,4 Sek.; 2. Ludwig, B. f. L., 7,5; 3. Rohrbach II., 1900, 7,6; 4. Groß, 1900. Weitsprung: 1. Ludwig, B. f. L., 4,52; 2. Heimen, B.f.L., 3,87; 3. Groh, 1900, 3,76; 4. Schmelz, 1900, 3,61. Dallweitwerfen: 1. Ludwig, B. f. L., 68,30; 2. Herbert, 1900, 63,85; 3. Groh, 1900, 58,87; 4. Marx, D. f. L., 57,25. 4xlOO-Meter- Staffel: 1. B. f. L. Wetzlar 57,9; 2. Sp.-Bg. 1900 61,2 Sek. Klasse D 1917/18. 50-Meter-Lauf: 1. Weber, B. f. L., 7,4; 2. Märzhäuser, B. f. L., 7,5; 3. Bolk, 1900, 7,6; 4. Grünebaum, 1900. Weitsprung aus dem Stand: 1. Weber, B. f. L., 2,08; 2. Bolk, 1900, 2,07; 3. Schütz II., 1900, 1,89 ; 4. Märzhäuser, B. f. L., 1,86. Ballweit: 1. Weber, B. f. L., 56,60; 2. Bolk, 1900, 53,95; 3. Todt, B. f. L., 41,95; 4. Schütz II., 1900, 37,00. 4x50-Meter- Staffel: 1. D. f. L. Wetzlar 30,7; 2. Sp.-Bg. 1900 30,9 Sek. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Dezirkssportfest des 3. Bezirks in Herborn. Am vergangenen Sonntag veranstaltete der 3. Bezirk seine diesjährigen Leichtathletischen Meisterschaften in Herborn. Etwa 300 Wettkämpferinnen und Wettkämpfer traten in einzelnen Altersklassen an. Wir geben im Folgenden einen Auszug aus der Siegerliste: Fünfkampf, Sportler über 18 Jahre. 1. Heinrich Decker, Krofdorf, 292'/2 Punkte; 2. Ewald Beppler, Heuchelheim, 289 P.; 3. Ludwig Fink, Staufenberg, 279 P.; 4. Startnummer 279, 270 P.; 5. Wilhelm Dechtlinger, Rodheim, 261V, P-; 6. Erwin Mattern, Krofdorf, 251 P.; 7. Startnummer 272, 249 P.; 8. Walter Pfaff, Kinzenbach, 244'/» P.; 9. Otto Schleenbecker, Gleiberg, 236'/2 P.; 10. Heinrich Opper, Wie- seck, 234 P. Bierlampf, Sportler, 16 bis 18 Jahre. 1. Willi Frey, Wißmar, 320 P.; 2. Emil Decker, Lollar, 316 P.; 3. Willi Rühl, Raunheim, 302 P.; 4. Walter Kollmar, Herborn, 299 P.; 5. Wilhelm Ziegler, Lollar, 297 P.; 6. Ludwig Durk, Watzenborn, 289 P.; 7. Adolf Hofmann, Rodheim, 285 P.; 8. Ewald Mandler, Kinzenbach, 283 P.; 9. Reinhold Delloff, Deuern, 281 P.; 10. Albert Medenbach, Lollar, 272 P. Dreikampf, Sportler, 14 bis 16 Jahre. 1. Walter Mank, Rodheim, 284 P.; 2. Kurt Tön- ges, Wißmar, 271 P.; 3. Hermann Henkel, Odenhausen, 226 P.; 4. Ernst Scharf, Lollar, 216 P.; 5. Hugo Dender, Krofdorf, 214 P.; 6. Ernst Beloff, Wieseck, 212 P.; 7. Otto Weih, Watzenborn, 208 P.; 8. Otto Hahn, Oppenrod, 204 P.;, 9. Reinhard Leib, Gleiberg, 203 P.; 10. Hans Bremer, Wieseck, 196 P. Dreikampf, Sportler über 30 Jahre. 1. Gg. Lehrmund, Leun, 243 P.; 2. Alex Tureck, Lollar, 203 P.; 3. H. Schleich, Odenhausen, 191 P.; 4. Otto Füll, Herborn, 187 P.; 5. Karl Pfaff, Kinzenbach, 181 P.; 6. Karl Mulch, Annerod, 175 P.; 7. Otto Debus, Launsbach, 158 P.; 8. Willi Borschel, Lollar, 157 P.; 9. Albert Göbler, Gleiberg, 149 P.; 10. Karl Leib, Launsbach, 115 P. Bierkampf, Sportlerinnen über 18 Jahr-n. 1. Emilie Lindenstruth, Heuchelheim, 285 P.; 2. Anna Henckel, Alsfeld, 249 P.; 3. Emma Res- seldreher, Heuchelheim, 240 P.; 4. Lina Wurst ins, Alsfeld, 228 P.; 5. Therese Klein, Herborn, 226 P.; 6. Startnummer 288, 223 P.; 7. L. Becker, Herborn, 196 P.; 8. Elise Biehl, Gießen, 191 P.; 9. Gertrud Weber, Herborn, 171 P.; 10. Klara Bremer, Wieseck, 151 P. Dreikampf, Sportlerinnen unter 18Jahren. 1. Hilde Bremer, Wieseck, 212 P.; 2. Frieda Jung, Krofdorf, 211 P.; 3. Paula Schmelz, Gr- Linden, 175 P.; 4. Gertrud Weller, Wieseck, 148 P.; 5. Käthe Peppel, Gießen, 148 P.; 6. Lina Bötz, Wieseck, 140 P.; 7. Käthe Hofmann, Heuchelheim 135 P.; 8. Ottilie Weller, Wieseck, 116 P.; 9. Helene Rolder, Gr.-Linden, 113 P.; 10. Erna Weber, Herborn, 109 P. Fußballer, Dreikampf, über 18 Jahren. 1. Heinrich Bill, Raunheim, 221V? P.; 2. Heinrich Opper, Wieseck,^ 208'/, P.; 3. Franz Krämer, Heuchelheim, 207'/2 P.; 4. Wilhelm En- ders, Leun, 202 P.; 5. Georg Jakobi, Frohnhausen, 178'/, P-; 6. Karl May, Watzenborn, Hermann Bernhard, Raunheim, 1761/, P-I 7. Hans Will, Frohnhausen, Willi Bücking, Alsfeld, 171 P.; 8. Heinrich Schmidt, Leun, 158'/2P.; 9. Artur Bolkmann, Heuchelheim, 1481/, P-', 10. Karl Schmidt, Frohnhausen, 143 P. Fußballer, Dreikampf, unter 18 Jahren. 1. Karl Keusch, Naunheim, 252 P.; 2. Hermann Schäfer, Raunheim, 241 P.; 3. Johannes Kuhl, Odenhausen, 237 P.; 4. Wilh. Decker, Lollar, 204'/2 P.; 5. Wilh. Henckelmann, Wißmar, 189 P.; 6. Albert Reeb, Raunheim, 179'/» P.; 7. Ernst Kuhl, Watzenborn, 160 P. 100-Meter°Lauf, Sportler über 18 Jahren. 1. Robert Schaum, Krofdorf, 12; 2. Ewald Beppler, Heuchelheim, 12,3; 3. Richard Schäfer, Launsbach, 12,5. 800-Meter-Lauf. 1. Rr. 315, 2:46,6; 2. Franz Krämer, Heuchelheim, 2,53; 3. Adolf Pfaff, Kinzenbach. 2,58. 5000-Meter-Lauf. 1. Otto Balser, Gießen, 16,05; 2. Otto Rüsveler, Gießen, 17,42; 3. Alfred Oßwald, Wieseck. 200-Meter-Lauf. 1. Ewald Beppler, Heuchelheim, 30; 2. Robert Schaum, Krofdorf, 30. Diskuswerfen, Sportler. 1. Wilhelm Schwarz, Annerod, 36,50; 2. Zecher, Staufenberg, 31,11; 3. Gustav Göbler, Gleiberg, 25,78. Kugelstoßen. 1. Wilhelm Schwarz, Annerod, 11,77; 2. Zecher, Staufenberg, 10,63; 3. Otto Mandler, Heuchelheim, Gustav Göbler, Gleiberg. 9,44. Schleuderballwerfen. 1. W. Schwarz, Annerod, 53,40 ; 2. Gustav Göbler, Gleiberg, 45,25; 3. R. Mandler, Heuchelheim, 44,82. Speerwerfen, Sportler. 1. Emil Gaub, Oppenrod, 41,01; 2. Wilhelm Hirschhäuser, Odenhausen, 40,40; 3. Gustav Göbler, Gleiberg, 37,17. Weitsprung. 1. Georg Lehrmund. Leun, 5,60; 2. Richard Schäfer, Launsbach, 5,55; 3. Ewald Beppler, Heuchelheim, Franz Krämer, Heuchelheim, 5,50. Stabhochsprung. 1. Wilhelm Geübter, Burkhardsfelden, 3,00; 2. Reinhold Biehmann, Kinzenbach, 2,95; 3. Wilhelm Hirschhäuser, Odenhausen, Alfred Oßwald. Wieseck, 2,90. Spee rwerfen, Jugend. 1. Willi Frey, Wißmar. 42,15; 2. Kirch, Krofdorf, 40,00 ; 3. Rühl, Raunheim. 36.43. 100-Meter-Lauf. Sportlerinnen. 1. Anna Henckel. Alsfeld. 14.5; 2. Lina Wurstins, Alsfeld. 15,2; 3. Elise Biehl, Gießen. 15,3. Weitsprung . Sportlerinnen. 1. Elise Diehl, Gießen, 4,20; 2. Emilie Andenstruth, Heuchelheim, 4,05; 3. Therese Klein, Herborn, 3,85. Hochsprung, Sportlerinnen. 1. Gustel Enders, Alsfeld, 1,25; 2. Paula Schmelz, Gr.-Lin- den, Elise Schaum, Krofdorf, Frieda Jung, Krofdorf, 1,20. Kugelstoßen, Sportlerinnen. 1. Derta Marx, Herborn, 6,75; 2. Emilie Lindenstruth, Heuchelheim, 6,47; 3. Therese Klebt, Herborn, 6,27. Schleuderballwerfen, Sportlerinnen. 1. Emma Resseldreher, Heuchelheim, 30,98; 2. Emilie Lindenstruth, Heuchelheim, 30,00 ; 3. Anna Biehl, Gießen, 25,00. Speerwerfen. Sportlerinnen. 1. Frieda Jung, Krofdorf, 17,85; 2. Liesel Schaum, Krofdorf, 12,45; 3. Käthe Schuchard, Alsfeld, 11,30. Im Diskuswerfen, beidarmig, erzielte Schwarz. Annerod, rechts 36.50 Meter, links 29,22 Meter, zusammen 65.72 Meter, und überbot damit den Dundesrekord um annähernd 3 Meter. 4X100-Meter-Stafette. Sportler. 1. Krofdorf 50; 2. Launsbach 51,2; 3. Gleiberg 52. 3X1000-Meter°Stafette, Sportler. 1. Gießen 8:56,1; 2. Leun, 9:21,6; 3. Launsbach 9:36,2. 5X75-Meter-Stafette, Sportlerinnen. 1. Alsfeld 58,4; 2. Gießen 60. Strafkammer Gießen. Gießen, 20. August. Am 18. April d. I. gingen drei junge Leute oort Butzbach gegen $10 Uhr abends die Straße nach Niederweisel zu und zwar ganz rechts. Plötzlich fuhr zwischen den beiden links gehenden ein Motorrad hindurch und schleuderte alle auseinander. Einer erlitt so schwere Verletzungen durch den Sturz auf die Fahrbahn, daß er alsbald verstarb. Die Verletzungen der beiden anderen waren nicht so schwerer Natur. Wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung war der Motorradfahrer, ein Handwerksmeister aus Bad-Nauheim, von dem Schöffengericht zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Strafkammer bestätigte das Urteil; auch sie war der Auffassung, daß der Angeklagte in überaus leichtfertiger mit) rücksichtsloser Weise drauflosgefahren wär, ohne der Fahrbahn die erforderliche Aufmerksamkeit zu schenken. Bei einer Kassenprüfung stellten sich Unstimmigkeiten zwischen der Finanzkasse und der Stempel taffe des Kreisamts heraus. Während nach den Büchern der ersteren die Stempelschuld des Kreis» cunts 11000 Mk. betrug, behauptete der Verwalter der letzteren, die Stempelschuld betrage nur 4000 Mark. Da der Verdacht bestand, daß der Angestellte des Kreisamts sich die Belege für die Differenz auf unrechtmäßige Weise beschafft und das Geld unterschlagen habe, kam es zur Anklageerhebung gegen ihn. Das Schöffengericht sprach ihn mangels Beweises frei. Die Strafkammer verwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft, da der Verbleib des Geldes nicht aufzuklären war, jedenfalls dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden konnte, daß gerade er und nur er die 7000 Mark sich angeeignet habe. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 59 vom 20. August enthält: Gemeindefinanz- slatistik; Straßensperre; Erhebung von Deckgeld; Invalidenversicherung; Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft; Tagung des Vereinsverbandes deutscher Auslandlehrer; Empfehlenswerte Bücher; Die Schriftreihe „Republikanische Erziehung"; Feldbereinigung Lindenstruth; Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Gemeinde Trohe. Länder- und Städte-wappen aller Erdteile in Gold- und Silberdruck: Die FREUDE des KURMARK-RAUCHERS. CIGARETTEN SPEZIAL-MAZEDON EN-MISCHUNG Ws/cis (st roohl schon, ^Sicher Bürgschaft jf Jur gud, Arbeit und edel || TabaKroepK: solch, markig löappensdiil& das euijeder allerwegen, v//, bet steh trauet mil. seiner Alf Repräsentationspackung für Geschenke und Feste, den Rauch- und Schreibtisch fordern Sie »KURMARK - P R । VAT PACKUNG» £ohne Preis auf sch ta£ Aus der Welt des Ulms etre1 »■ i r und ihre ■ -s wegen ] größter Zoungplc haa kunst ! bauerte Sitzung am Do ren Red 11 5fun. und der griffen, i mal in Torfdjlat Inhalt i betont der belgi] auf hin,' öeufung ein 211 nicht m die Derfjt fortgel Ergebt djung n i W d sammelt auf das teils mi 6 Brian! Bert der 5ed mittag, t (ai ju t erste R das deuts dankengat versländic Deutfd nes ni «er Ceif1 Äoungpl nem Sd ftungen zu dieser Raum, Zeit und die aus ihnen resultierende Zahl sind für uns Menschen, die wir im „Endlichen" befangen sind, die drei Begriffe, die uns die Unendlichkeit, die Ewigkeit repräsentieren. Begriffe, die so abstrakt erscheinen, und doch so tief mit unserem Leben, ja mit unserem Alltag verwurzelt sind, dah wir mit ihnen, als mit ganz bekannten Größen zu rechnen gelernt haben, und uns ihrer Unergründlichkeit kaum mehr bewußt werden. Aber wenn wir versuchen, sie etwa irgendwie in eine den Sinnen zugängliche, künstlerische Gestalt zu bringen, erkennen wir beschämt die Grenzen eben dieser Sinne und werden uns bewußt, daß es bisher nur sehr wenige, befriedigende Möglichkeiten gab, sie mit den Mitteln irgendeiner Kunstform wahrnehmbar zu machen. Wie in anderen Gebieten des Abstrakten und Irrealen hat aber auch hier der Film, dieser große Zauberer, versucht, seine seltsame Fähigkeit, Gedankliches und Begriffliches ins Konkrete zu transportieren, erfolgreich anzuwenden, und es ist ihm gelungen, sehr reizvolle Lösungen dieser schweren Aufgabe zu finden. Seine räumliche Ungebundenheit, die es ihm erlaubt, die Unermeßlichkeit des Weltalls in die Begrenzcheit der Kamera einzufangen, findet ihre Parallele in seiner Beherrschung der Zeit, die er, durch Zeitlupe, Zeitraffer, vor allem aber durch die Technik der Montage und andere Hilfsmittel ganz nach seinem Belieben ausschalten, wiederholen, zerlegen, verändern, vervielfachen kann, und die er insbesondere in verschiedenster Weise sichtbar werden lassen kann, so dah wir ihren Ablauf, ihr Fortschreiten unmittelbar miterleben können. Schon allein die Großaufnahme, dieses „spezifische" Mittel filmisch-dramatischer Kunst, bietet Möglichkeiten, die an sich primitiv scheinen, aber trotzdem in ihrer Einfachheit schicksalhaft wirken können. So braucht es nur des langsam aber unerbittlich vorrückenden Zeigers einer Uhr im Großbild, wie wir es schon oft sahen, so beispielsweise in der unheilschwangeren Szene im „Panzergewölb e", oder ebenso erschreckend in dem Oswald schen Einakter „D e r Se l b stm ö r d e r klu b", um und das Aäher- rücken einer Katastrophe fühlbar werden zu lassen. Während eine solche Wirkung aber auch eventuell im Bühnenbild dankbar wäre, indem die Aufmerksamkeit des Zuschauers durch Unterstützung von Wort und Gebärde des Darstellers zwangsläufig auf diesen einen Punkt gelenkt werden könnte, finden wir in anderen Verbildlichungen des Zeitablaufs Wege begangen, deren rein filmische Eigenart faszinierend wirkt. So zeigt man uns in dem Terra-Film „D e r Demütige und die Sängerin" die beiden Hauptpersonen bei Beginn einer Szene vor einem hellodernden Kaminfeuer sitzen. 3m Schluh- bild der Szene ist der Kamin ausgebrannt und tot, ein Häuflein Asche ist von den mächtigen Holzscheitern übrig geblieben, und die stundenlange Dauer der Handlung (einer Deichte) ergibt sich ohne Wort oder Zwischentext von sell>st. Aehnlich ist es auch in Chaplins „Goldrausch", wo Charlie in seiner Hütte einen Festtisch für seine Gäste errichtet hat. Dicke Kerzen zieren ihn, und in erwartungsvoller Freude zündet Charlie sie zur festgesetzten Stunde an. Er wartet und wartet, schläft ein und träumt, und endlich finden wir ihn traurig vor den inzwischen gänzlich niedergebrannten Stümpfen wieder, die gleichsam seine niedergebrannten Hoffnungen symbolisieren. (Das musikalische Zwischenspiel vom zweiten zum dritten Akt der Puccini-Oper „Madame Butterfly", der das erschütternde Warten auf den Geliebten während einer ganzen Aacht schildert, und das daran anschließende Bild beim Aufgehen des Vorhangs bildet hiefür ein bühnengemähes Gegenstück !) 3n dem famosen Lubitsch - Lustspiel „Das verbotene Paradies" wohnen wir dem Liebesmahl eines Garderegiments bei. Geschäftige Ordonnanzen eilen hin und her, Sektflaschen werden entkorkt, und die Stöpsel in einen riesigen Kübel geworfen. Vereinzelt sehen wir sie anfangs auf den Boden des Gesäßes fallen. Die Handlung geht weiter und als Abschluß erscheint wieder das Bild des jetzt von Korken überfüllten Eimers, die auch noch haufenweise als Zeugen dieser durchzrchten Aacht um ihn Herumliegen. Keine Uhr, kein Text könnte mit derartiger Eindringlichkeit die verflossenen Stunden markieren, wie es dieses Bild tat. Ein besonders hübsches Beispiel bot ferner etke Szene des Films „Der letzte Walze r“. 3n einem Wassertopf sollen ein paar Eier gesotten werden. Aber ihr glücklicher Besitzer ergibt sich einem intensiven Flirt mit einer hübschen jungen Dame, die es aus wichtigen Gründen darauf anlegt, ihn die Zeit vergessen zu lassen. Wir sehen in verschiedenen Teilbildfolgen, wie das Wasser immer mehr verdampft, wie zum Schluß keines mehr im Topf ist, wie trotzdem die Flamme weiterbrennt, und endlich die Eier mit einem fast „hörbaren" Knall zerplatzen! und erst durch dieses Geräusch wird der Mann aus seiner Versunkenheit aufgeschreckt, und die Wirklichkeit einer zeitlich versäumten Pflicht kommt ihm zum Bewußtsein. 3n dem Grüne- Film „Die Brüder Schellenberg" wird sogar das Wagnis unternommen, ohne Dildwechsel das Verstreichen einer ganzen, langen, schicksalsschweren Aacht z r zeigen. Zusammengebrochen kniet der Mann an der Leiche der von ihm.getöteten, geliebten Frau. Aur zwei Kerzenleuchter erhellen den in Aacht getauchten Raum, und als er endlich den Kopf wieder hebt, weil das erste Tageslicht ins Zimmer tritt, sind einige Strähnen von dem dunklen Haare schneeweiß geworden, und geistige Aacht hat sich über den harten Willensmenschen gesenkt. Das Spiel des Darstellers (Conrad V e i d t), im Verein mit den technischen Mitteln der Beleuchtung und Lleber- blendung, ergaben hier einen Zeiteindruck von wahrhaft ergreifender Wirkung. Auch der Terra- Film „Heimweh" zeigt eine durchaus originelle Lösung des Problems. Er spielt im Milieu der russischen adligen Emigranten in Paris. Aur durch den allmählichen Verkauf ihrer Habseligkeiten können diese Flüchtlinge ihr Leben fristen. Anfänglich sind sie noch im Besitz reicher Mittel, eleganter Garderobe usw., aber das reicht nicht lang, und es kommt der Tag, an dem das erste Schmuckstück veräußert werden muß. Aus der geöffneten Schmuckkassette (in Großaufnahme) entnehmen zitternde Frauenhände zum letztenmal ein Diadem. Die Zeit verrinnt, und in einem späteren Bild blicken wir abermals in die geöffnete Kassette, in der nun lediglich noch vier kostbare Ringe liegen. Vor unseren Augen lost sich langsam ein Ring nach dem anderen in Aichts auf, bis die Kassette leer ist, und dann erst sehen wir wieder die Darsteller, an deren Kleidung, Erscheinung und ilmtoelt erkennbar wird, wie sehr sich in der Zwischenzeit ihre Verhältnisse zum schletzteren verändert haben. Das unerbittlich eherne Schicksal, das in den mitleidslos verrinnenden Minuten einer Abschiedsstunde sich offenbart, haben wir im „Schwarzen Engel" in seltener Plastik erlebt. Der junge Offizier muß in den Krieg ziehen, und nimmt Abschied von seiner Braut. 3n schmerzlich seliger Selbstvergessenheit verleben sie die letzten gemeinsamen Augenblicke, aber immer wieder erscheint zwischen ihnen das schlagende Pendel einer nicht sichtbaren Uhr, das hier seiner Zweckbestimmung entkleidet schien, und zum schicksalmähigen Symbol der Zeit an sich wurde. Endlich sei noch der sehr eigenartigen Verbildlichung gedacht, durch die in einem älteren Film, ich glaube es war Hauptmanns „Phan- t o m", das Abbüßen einer langen Zuchthausstrafe gezrigt wurde. Der Delinquent schritt in einen langen, finsteren Gang, dessen Ende man nicht sah, und verschwand darin —, er war für die Welt tot und verschwunden. Dann erschien das andere Ende des Ganges, und aus unendlicher schwarzer Tiefe schritt langsam der gleichsam nach endloser Wanderung nun der Freiheit Wiedergegebene dem Lichte zu: eine stimmungsvolle und beziehungsvolle Allegoriel Und so gibt es noch mannigfache Wege für die so junge Filmkunst, um irrationale Begriffe durch das Medium des Auges in unser Bewußtsein zu leiten, und das gedankenschwere Wort des Gur- nomanz aus Wagners Parsifal-Dichtung müßte hier in einer sinngemäßen Variante lauten: „Du siehst mein Sohn, zum Bild (statt „Raum") wird hier die Zeit!" 6r|d)e Sonnta' -Di IßitfceN «! Dlont 2.20 -HeiN * !■ Hols6. anterSan Anschvst. ridM ?0 ziaM er darf nicht „lediglich der Leichtfertigkeit und der Frivolität" entspringen, denn das würde „einer laxen Auffassung der Ehe" Vorschub leisten. Das deutsche Ansehen toütbe durch Filme gefährdet, wenn sie gegen die nationale Ehre verstoßen oder durch wahrheitswidrige Darstellung deutscher Geschehnisse das Ansehen Deutschlands herabsehen. Auch andere Rationen dürfen nicht bewußt verletzend oder würdelos geschildert werden, so daß der Zuschauer dazu verleitet wird, diesem Volk als Ganzem die Achtung zu versagen. Es muß sich hierbei aber immer um die Gefährdung politischer, nicht auch anderer Beziehungen handeln. Auf eine übertriebene Empfindlichkeit fremder Staaten Rücksicht zu nehmen, ist aber nicht der Zweck des Gesetzes. Jährlich gelangen zwei Millionen Filmmeter zur Vorlage an die Prüfstellen und noch ebensoviele Plakate und Photos, die zum öffentlichen Aushang bestimmt sind und amtlich abgestempelt sein müssen. Wenn man hört, daß schließlich noch eine halbe Million Zensurkarten mit dem Stempel versehen werden müssen, so kann man sich denken, daß eine solche Arbeit nur durch elektrische Maschinen geleistet werden kann. B. D. werden kann. Wird dagegen eine solche Handlung in den Bereich des Möglichen und Aachahmbaren gerückt, so kann sie verboten werden. Selbstverständlich brauchen sich solche Verbote, hier wie überhaupt, nicht auf den ganzen Film zu beziehen, sie betreffen oft nur einige Meter Streifen. Auch darf der Film nicht entsittlichend wirken. Hierhin gehören Verbrecher- und Detektiv-Filme, bei denen der Verbrecher verherrlicht und seine Tat als Selbstzweck gepriesen wird. Anderseits aber ist die Verwendung jeglichen Milieus zum dramatischen Filmaufbau durchaus zugelassen, aber es darf z. D. das Dirnenleben nicht als etwas Angenehmes und einfach Abzulegendes dargestellt werden, es darf also nicht verschönt, sondern muß in allen seinen sozialen und ethischen Gefahren gezeigt werden. Dagegen ist die Darstellung des A a ck t e n erlaubt, wenn sie nicht dazu angetan ist, Lüsternheit zu erregen, wie das etwa bei Aackttänzen und Bauchtänzen geschieht. Besonderen Schuh genießt die Ehe. Zwar werden Ehebruch, Zerwürfnis, Scheidung und Wiederwersöhnung als Motive anerkannt, und auch ihre possenhafte rasche Abwicklung im Lustspiel ist gestattet. Aber es wird gefordert, daß die Ehe und das Eheproblem aufgerollt und ernsthaft vorgetragen werde! der Ehebruch muß innerlich motiviert sein, Die Filmzensur und ihre Regeln. Was ist im Film verboten - was ist erlaubt? Das Internationale Institut für Lehrfilmwesen zu Rom legt soeben die erste Aummer ihres Organs, der „Internationalen Lehrfilmschau", vor, die von jetzt an monatlich erscheinen und über alle Fortschritte auf dem einschlägigen Gebiet berichten soll. In diesem Heft, das durch eine im weitesten Sinne internationale Mitarbeit zustande gekommen ist, berichtet auch Dr. Ernst Seeger, der Leiter der Derlin-Film-Oberprüfstelle, über die Aormen, nach denen die deutsche Filmzensur verfährt. Bekanntlich bestimmt die Reichsverfassung in Artikel 118: „Eine Zensur findet nicht statt, doch können für Lichtspiele durch Gesetz abweichende Bestimmungen getroffen werden." Auf Grund dieser Bestimmung entstand das Reichslichtspielgeseh vom 12 Mac 1920; es ist das einzige in Deutschland bestehende Zensurgesetz. Der Filmzensur unterliegen bekanntlich alle in Deutschland erzeugten und in den Verkehr kommenden Filme, gleichgültig, ob die Vorführung auch nur im Ausland beabsichtigt ist: sie wird von den Prüfstellen in Berlin und München ausgeübt, deren Entscheidungen für ganz Deutschland gelten. Die Filmzensur ist eine Volkszensur, das bedeutet, daß sich die einzelnen Prüfkammern aus fünf Laien mit einem beamteten Vorsitzenden zusammensehen. Die Gründe, die zum Verbot eines Films führen können, sind in; deutschen Lichtspielgeseh begrifflich genau festge- legt, und diese Begriffe sind durch die achtjährige Tätigkeit der Prüfstellen zu festen Aormen um- gewandelt worden, von denen hier einige interessante mitgeteilt seien. Als gegen Ordnung und Sicherheit verstoßend werden Filme verboten, wenn durch sie die Gefahr einer Störung der öffentlichen Ordnung und deren Sicherheit gegeben ist. Unterlagt ist alles, was den Staat gefährdet,' die Klassen gegeneinander aufreizt oder auch nur bestimmte Berufe verächtlich macht. Dagegen darf einem Tendenzfilm wegen seiner politischen, ethischen oder sozialen Tendenz als solcher die Genehmigung nicht versagt werden. Dabei kann auf die anormale seelische Verfassung einzelner Zuschauer keine Rücksicht genommen werden, es gilt vielmehr auch hier der „normale Mensch" als Maßstab. Verboten ist grundsätzlich die fil- mische Darstellung der Hypnose, wenn sie zur Übertretung der Bestimmung anreizt, die eine öffentliche spiritistische Betätigung in Deutschland unter Strafe stellt. Rechtspflege und Polizei genießen besonderen Schuh. Es darf kein Film den Eindruck erwecken, als urteilten die Gerichte parteiisch oder oberflächlich, die Polizei darf sich nicht bei Verfolgung eines Verbrechers trottelhaft benehmen, der Verbrecher darf nicht der üeberlegene fein. Hierbei macht es jedoch einen Unterschied, ob die Polizei die deutsche oder eine ausländische ist. Einige fremde Uniformen verändern schon den ganzen Sachverhalt I Verboten sind alle Religionsverletzun- g e n und Gotteslästerungen. Hierunter fällt auch jede entstellende Wiedergabe kirchlicher Gebräuche und Einrichtungen. Aber auch die Aufnahme eines „gefallenen Mädchens" in ein Kloster wird als die Verletzung des religiösen Empfindens angesprochen. Das Erscheinen eines Priesters auf einem Maskenball kann verschieden beurteilt werden. Alles Verrohende ist untersagt. Die Darstellung eines Stierkampfes ist erlaubt, da seine Vorgänge nicht auch „subjektiv verrohend" sind, sondern vielmehr dazu dienen werden, den deutschen Beschauer abzuschrecken. Aber es können solche an sich nicht vorhandenen Wirkungen durch die Ausführlichkeit der Aufnahmen verstärkt werden. Sensationen verrohen nicht, wenn es sich nur um sportliche oder artistische Leistungen handelt. Die amerikanische Groteske kann an sich „subjektiv verrohende" Vorgänge enthalten, deren Wirkung durch die gänzliche Unwahrscheinlichkeit der Handlung oder die Unmöglichkeit der Aachahmung wiederum aufgehoben Zeitablauf im Film Von £. v. Seuffert. Hollywood bei Nacht. Von Erika Mann. Hier äußert sich Thomas Manns Tochter über ihre Eindrücke im amerikanischen Filmzentrum. In Hollywood ist es bei Aacht so still wie in München. Aach 11 Uhr gibt es auf der Straße feinen Menschen mehr, kaum ein Auto, keinen Hund. Die, die im Kino waren — (wie sind die Kinos schön, eines ägyptisch, eines chinesisch zurechtgeputzt, Quellen rieseln im Vorhof, Türmchen nicken, Girlö bieten, orientalisch vermummt, Programmhefte feil, — ganz genau so hat jener populäre kleine Moritz Asiens Tempel sich erträumt, — „hier sehn die Stare ihre Filmö!" steht lockend überm Portal), — die Kinobesucher also sitzen schon daheim am „fire- place" im „cosy home“, hören Radio aus Aeu- york, trinken, so-sie ausschweifend sind, ein wenig schlechten Gin dazu und nennen das ganze euphemistisch eine „party". Lokale, in denen man sich erlustiernen könnte, gibt es kaum. Da Alkohol offiziell nicht existiert, ist das offizielle Aacht- leben gestorben. Anderswo blüht dafür das inoffizielle ein wenig üppiger. Hier sind alle Leute abends so müde. Und am Morgen sollen sie doch wieder schmuck und glatt vor der Kamera stehen. — Auf „Parties“ (mit Gin und Radio) trafen wir manchmal mit der wunderbar schönen Greta Garbo zusammen. Sie sah bann irgendwo, mit zerzaustem Haar, gar nicht Primadonnenhaft gekleidet und sagt mit der tiefen Stimme und dem netten nordischen Akzent betrübt vor sich hin, daß sie so „fuurrschtbar müde" sei. Anderes habe ich kaum jemals von ihr gehört. Bei Emil Iannings hatten wir es fein. Dort waren kluge Leute und nette Leute und schöne Leute (ganz zu schweigen davon, wie klug, nett und schön Emil und Gussh*) selber sind), und dort gab es etwas tote eine „angeregte Geselligkeit". Auch bei Ludwig Berger, auch bei Conny Veidt. Aber sonst? Alles ist ja so kompliziert und in kleine Gruppen geordnet dort: •j Gussy Holl, Emils Gemahlin. die Deutschen treffen sich, die Ungarn kommen zusammen, die Amerikaner sehen einander, die Italiener haben ihre Gesellschaften. Aber nirgends ist es weniger international, als in jenem bunt gemixten Hollywood. Zudem verkehren nur Leute einer Gagenllasse miteinander, und auf einem Fünftausend-die-Woche-Fest ist niemand anzutresfcn, der etwa nur fünfhundert verdiente. Daher kommt es, dah immer dieselben zusammen feiern und daß sie sich langweilen auf ihren Festen. Manchmal begibt man sich nach „Montmartre". Dort fpeist sich's relativ angenehm und originell und dorthin bittet man seine Gäste, so man kein eigenes Heim besitzt. Aber sonderbarer als dort ist es bei „Henrys". Alles was da hofft und wartet, sitzt des Abends bei „Henrys" und zeigt sich, fein geschminkt, den Herren Direktoren und Agenten. Die „Girls“ und die „Vamps“, die schönen jungen Liebhaber mit dem Einheitsbärtchen um die Lippen und die Intriganten, die Schurken. Eigentlich gehört „Henrys" dem Charlie Chaplin. Aber davon merkt man wenig. Aur manchmal, wenn wir großes Glück hatten, sahen wir ihn dort sitzen, kleiner, grauhaariger, unauffälliger Herr mit Augen, von denen man glaubt, daß man sie erkennen würde, auch wenn man nicht wüßte... doch da irrt man sich wohl. Ich habe immer gefunden, daß es bei „Henrys" melancholisch ist. Große Filmbörse, — aber man muh Kaffee trinken dabei. Man zeigt es nicht, dah man nur wartet und hofft, man tut. als unterhalte man sich gut. Und es gibt so wenig Hoffnung. Sind sie nicht alle schön? Auf- z uf allen ist hier fast unmöglich. Späh, in Hannover verblüffend zu seinl In Hollywood fast unmöglich! Und die Herren, auf die es ankommt, sind so unangenehm. Dagegen haben Berliner Theaterleute ja goldene Herzen I Aein, wer vom Aachtleben was wissen will, der muh hinunter nach Los Angeles gehn, ins Mexikanerviertel ober nach „China- t v w n". — In Hollywood ist es nachts so tot, wie in München, und das will doch etwas heihen. Filmpanorama der Körperhöhle. Bemerkenswerte Verbesserungen am Cystoskop. Von Dr. med. Heinrich Lebenstein. Die Verbindung von Technik und Medizin hat die ärztliche Wissenschaft in kurzer Zeit bereits erheblich weitergeführt. Die Einführung der Röntgendiagnostrk und derRöntgen» bestraHlung bedeutete eine neue Etappe in der ärztlichen Heilbehandlung. Die Anwendung von Radio und Lautsprecher gelang bei Übertragung von Herztönen; kurzum von jeder technischen Neuerung und Erfindung sucht auch die Medizin zu profitieren. Allerdings wirkt sich das weniger aus therapeutischem als auf diagnostischem Gebiet aus. Aber mit der verfeinerten Diagnostik ist es dem Arzt möglich, gefährliche Krankheiten frühzeitiger zu erkennen, oder sie differential- diagnostisch von ähnlichen Krankheitsbildern ab» zuschliehen. Das wirkt sich naturgemäß indirekt auf die therapeuthischen Mahnahmen zu» gunsten des Patienten aus. Auch die Einführung des Films gelang der medizinischen Technik. Schon feit längerer Zeit gibt es Röntgenfilme, die es dem Arzt ermöglichen, den Bewegungsablauf zum Beispiel des Darms oder der Magenperistaltik genau zu verfolgen. Bei manchen Krankheitszuständen ist gerade die veränderte Bewegung mahgeb» ließ, die man bisher durch Funktionsprüfungen auf chemischem Wege nur mangelhaft kombinieren konnte. Qtber der Film hat den großen Aachteil, wie wohl jeder weih, der nur einmal vor der Leinwand gesessen hat, daß er nicht plastisch ist. Versuche mit plastischem Film sind allerdings gemacht und scheinen nach neueren amerikanischen Meldungen auch durchführbar zu sein. Doch selbst damit wäre der medizinischen Diagnostik nicht immer geholfen. Es bliebe immer nur der spezielle Ausschnitt einer Körperhöhle ober eines Organes im Blickfelde, der ja zufällig gesund und funktionstüchtig sein kann, während eine angrenzende, aber außerhalb des Blickfeldes liegende Partie erkrankt sein könnte. Was bisher fehlte, war der dem Panorama ähnliche ober besser noch gleichartige Einblick in die Körperhöhlen. Cs kam habet nicht auf den Bewegungsablauf an, — den zeigt ja der Röntgenfilm bereits — als auf den Einblick in das Organ. Eine gewisse und durchaus nicht zu unterschätzenden Einblicksmöglichkeit hat es in der Medizin bereits gegeben. Das Cystvskop, ein besonders eingerichteter Apvarat, ermöglicht schon jetzt eine relativ einfache und anschauliche Einsicht in die Harnblase. Durch ein dünneS Rohr, das in die Harnröhre eingeführt wird, und an dessen Ende ein kleines Lämpchen angebracht ist, wird gleichzeitig die Harnblase erleuchtet und vermittels optischer Linsen betrachtet. Aber die Beleuchtungsmöglichkeit ist bei der Enge der Harnwege natürlich beschränkt und reicht ganz gewiß nicht zu Filmaufnahmen aus. Dem untersuchenden Arzt würde zwar gerade bei der Hamblase in der Regel fdyon mit dem Einblick durch das Cystoskop gedient sein, wenn er nur lange genug die Möglichkeit hätte, den Ablauf der Funktion innerhalb der Blase verfolgen zu können. Das ist leider nicht ohne weiteres möglich, weil das Auge ermüdet unb schließlich auch der Patient der Schonung bedqrs. Aunmehr ist es dem Berliner Professor Dr. S t u tz i n gelungen, zu diesem Cystoskop einen Zusahapparat zu konstruieren, mit dessen Hilfe- automatisch unb ähnlich wie bei dem Filmaufnahmeapparat Filmaufnahmen gemacht werben, während das Cystoskop gleichzeitig eine langsame Drehung ausführt. Dadurch entstehen panoramaartige Filmaufnahmen aus dem Innern der Körperhöhle, die ohne weiteres, genau wie jeder andere Film vvrgesührt werden können. Das ermüdende Suchen und Beobachten fällt damit fort. Den Studierenden wird ein Einblick in bas Körperinnere gewährt, der bisher nicht möglich war. Für die Erkenntnis der Funktion innerhalb der Blase, aber auch innerhalb der Bauchhöhle sind neue Möglichkeiten eröffnet. Die auf diesem Wege auf genommenen Panoramabilder wurden bereits der „Deutschen Kinotechnischen Gesellschaft" vorgesührt. Sie erregten Aufsehen unb Bewunderung, weil sie in klarer, eintoanbfreier Photographie Vorgänge und Dinge innerhalb der Blase zeigten, tüe man mit dem bloßen Auge noch nicht aesehm hatte. Don der Ausdehnung dieser Erfindung auf andere Körperhöhlen erwartet die Wissenschaft viel. 'Ne je roerben. j widell, ba kaum m \t\ eine J engste ju bleme i nun bet Zeitpunkt 8er ml werben | auch b Deutjchla, W zah N gefoi eine nnrl|j§ planes !;SePlcmt Annuil, Reber $nonjb{ N bie b °blehn. »Deutsche, M)en iu beutb I-ichm Me erk ?.** 4"naij "■‘fori, Jonne er grobem erichtel: '°nds Quf US f * '7 4 .SJ Weitete en s n? ** "beten, ^Nd,j nwnia" f,