tfr und 7," M « 161 aug .t 5 Anderer *XC6? ° «'-Ni- ' . wurde Fall "der fr ö°»e ^.don einet Äban cin «ettromonteut e- Der Auto, gutschreiben ab. (Strafe: n und UsenI SM 1 »Ruftie" und für Dein M| 'eude haben. jemäß und billig 1 Rüdiger lltorstraße 35 |M l.Mi«n -lellung«'« ssstf« sddirwM^ M * * * m. U5 Erster Blatt 179. Jahrgang Zrettag, 21 Juni 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. vezngspreiL fiir 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüfser 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrilS imd Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Ztelndruckerei R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Kommt ein Getreidehandelsmonopol? Roch fein Beschluß des Gachverständigeuausschuffes. — Widerstand der Mittelparteien und des Reichsernährungsministers. Don unserer Berliner Redaktion. Die deutsche Landwirtschaft ist schwer notleidend. Daran kann kein Zweifel bestehen, auch wenn man sich auf den etwas bequemen Standpunkt stellt, daß sie in der Theorie viel leistungsfähiger sein mühte, wenn man alles Mögliche zu ihrer Rationalisierung, kaufmännischen Detriebssührung, Zusammenfassung und genossen- fchastlichen Organisation im Beschaffungs- und Dertriebswesen getan hätte. Die deutsche Landwirtschaft ist notleidend aus mindestens drei Gründen: erstens, weil das Leihkapital, aus das sie dauernd — in Form von Hypotheken — und vorübergehend zur Lieberbrückung von Mißernten, sonstigen Detriebsausfällen, Saisonbedarf und zur Modernisierung ihrer De- triebseinrichtungen angewiesen ist, viel zu teuer ist. Sie ist zweitens notleidend, weil die V reise für Industriebedarf und Löhne viel stärker gestiegen find als diejenigen der hauptsächlichen Agrarerzeugnisse, ilnö sie ist drittens notleidend wegen einer steuerlichen D e l a st u n g , die sowohl der Form wie der Höhe nach die Kapazität eines Berufsstandes übersteigt, der keine regelmäßigen und laufenden Betriebseinnahmen hat, von Konjunktur und Wetter abhängig ist und dessen Träger sich zum großen Teil nur sehr schwer in die Anforderungen einer modernen kaufmännischen Geschäftsfüh- turq hineinsinden können. Man hat schon viel zu lange an den Symptomen herumkuriert, obwohl es alle Kreise, auch die vermeintlich am meisten landwirtschaftsfeindlichen, in klarer Erkenntnis der Lage, gut mit der Landwirtschaft. meinen. Das neueste Projekt ist, neben einer Zusammenfassung der Genossenschaften in einem Einheitsverband, b;e Schaffung eines Getreide Monopols. Es begegnet bei den Mittelparteien heftigem Widerstand, findet aber in dem hierfür eingesetzten Sachverständigenausschuß viele Freunde, da Deutschnationale und Sozialdemokraten sich dafür stark zu machen scheinen. Diese sonderbare Zusammensetzung ergibt sich aus den spezifischen landwirtschaftlichen Interessen auf der Rechten, aus der Neigung zu Ver- staatlichungs- und staatssozialistischen Organisationen auf der anderen Seite. Ob man damit di e Preisschere schließen kann, ob nicht vielmehr eine Verteuerung der wichtigsten Grundlagen unserer Lebenshaltung, die ja doch eingestandenermaßen das Ziel eines Getreidemonopols, wie einer Zoll- erhöhung sein müßte, sich nicht in einer entsprechenden Verminderung unserer indu st riel- len Leistungsfähigkeit durch notwendige Lohnerhöhungen auswirkt und dann wieder zu einer Teuerung führt, die die Zoll- und Monopol- rnaßnahmen unwirksam machen, ist eine wissenschaftlich stark umstrittene Frage. Eine Preis- rninberung ber Bebarfsgüter ber Landwirt schäft würbe bem gleichen Zweck ohne bie gleiche bebenkliche Nebenwirkung bienen. Denn wenn man z. B. bie Rechnung aufstellt, baß 60 bis 75 v. H. des Wertes ber landwirtschaftlichen Erzeugung (je nach Größe und Lage bes Besitzes) auf Löhne, Düngemittel, lanbwirtschaftliche Gerate nsw. en fallen, bie birekt unb inbirekt burch bas bestehende handelspolitische System, durch Zölle usw. um 15 bis 20 v. 5). verteuert sind, so würde die Beseitigung dieser Lasten einer 10 bis 15 v.H. Preiserhöhung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse oleichkommen, aber eine Verminderung unserer Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt nicht zur Folge haben. v Ehe man sich also zu so einschneidenden und unübersehbaren Maßnahmen entschließt (ein Beschluß des Sachverständigenausschusses scheint entgegen der gestrigen Meldung der „Voss. Ztg." noch nichts folgt zu fein) wird zunächst zu prüfen sein, ob sich Dicht im Interesse der Landwirtschaft auf genau u m - gekehrtem Wege das gleiche oder sogar Besseres erzielen läßt denn zu einem erheblichen Teile tragt iie ländliche Bevölkerung ja jede Erhöhung des Preisniveaus wieder mit und macht deshalb den erzielten Vorteil einer solchen einseitigen Maßnahme für sich selber illusorisch. Weitblickende landwirtschaftliche Führer haben das zum Teil selbst schon längst erkannt: eine geeignete Aufklärung der Matzen könnte hier scheinbar Unmögliches möglich machen. Wie das Monopol aussehen soll. Die Stellung der Parteien. Berlin, 21. Juni. (Priv.-Tel.) Die verhandlun. gen bes Sachversiändigenausschusses, der die Frage -er Getreidewirtschaft zu prüfen hat, stehen offenbar kurz vor dem Abschluß. 3n parlamentarischen Kreisen verlautet, daß ein Getreidemonopol vorgeschlagen werden soll, das zur Bildung eines Rcichsgetreiderates führen würde. In diesem Gremium würden 40 o. h. Landwirte, 40 o. h. Derbraucher und 20 v. h. freie unabhängige Sachverständige vertreten sein. Ls handelt sich also nicht um ein Staatsmonopol. Lin rein berufs- ständisch von ber Landwirtschaft gebildeter Reich sge- treiderat tarn nicht in Frage. Die Aufgabe dieses Gremiums würde es fein, der Landwirtschaft bestimmte Preise zuzusichern. Für die Lin- fufjr ausländischen Getreides sollen sollen künftig Linfuhrscheine erforderlich sein, für die ein bestimmter Zuschlag zum Einfuhrpreis zu zahlen wäre. Soweit bisher bekannt geworden ist, werden die Bertreter der bäuerlichen Einheitsfront und die Sozialdemokraten diesem Plane, der übrigens auf ein Jahr befristet fein soll, ; ustimmen. Die Demokraten und große Teile der Deutschen volksparlel sind dagegen, ebenso sicherlich die Wirtschaftspartei. Aber auch in Zentrums- kreisen sollen sich trotz der Zustimmug von Hermes gewisse Bedenken gellend machen. Die Gegnerschaft des Reichsernährungsministers Dietrich- Baden steht seit langer Zeit fest. Wie es heißt, wird der Minister unter keinen Umständen das Gutachten zur Annahme im Kabinett empfehlen. Es find noch schwere innenpolitische Kämpfe zu erwarten. Wie die „D. A. Z." zu berichten weiß, wird versucht, noch in letzter Stunde die ziemlich weit gediehenen Pläne für das Getreidehandelsmonopol wieder zu b e s e i t i g e n. Es werde versucht, mindestens über die Zollfrage noch soweit eine Derständigung herbeizuführen, daß wenigstens dieser Teil des Agrarprogramms noch vor der । Sommerpause verabschiedet werden könne. Das I Getreidehandelsmonopol begegne in den Fraktionen zunehmenden Widerständen. — Der „D o r- w ä r t s" seht sich mit den Angriffen der demokratischen Presse gegen das Getreid Handelsmonopol auseinander und sagt, der Monopolplan bedeute einen Versuch, deutschen Erzeugern und Derbrauchern einen Ausgleich herbeizuführen. Zollerhöhungen aber seien ein einfacher Raubzug gegen die Verbraucher, in dessen Gewinn sich die getreideproduzierenden Landwirte mit dem Zwischenhandel teilten. — Der demokratische „Börs en - Courier" schreibt, die Regierungskoalition werde vor eine neue Belastungsprobe gestellt. Geschlossen würde sie für eine Monopollösung keineswegs eintreten. Unter allen Umständen würde die demokratische Fraktion gegen eine solche Borlage stimmen. Daß sie daraus die Konsequenzen ziehen würde, aus der Regierung auszuscheiden, sei allerdings nicht zu erwarten. Schon deshalb nicht, weil sie sich einen Einfluß auf die Durchführung und Kontrolle eines Monopols sichern müßte. Der demokratische Reichsernährungsminister könne und werde jedenfalls einen Gesetzentwurf für ein verschleiertes Getreidemonopol nicht einbringen. Industrie und Landwirtschaft lichen Lage der deutschen Landwrrtichast toirriame i Mittel durchgeführt werden. Hierbei ist auf die I Berlin, 20. Juni. (WTD.) Der Deichsverband der Deutschen Industrie hat zu dem Rotprogramm der Landwirtschaft in einer Entschließung Stellung genommen, die folgende Punkte enthält: 1. Die Industrie erkennt die schwere Rotlage der Landwirtschaft an. Alle Mittel, die mit den Interessen der Gesamtwirtschaft vereinbar sind, müssen angewandt werden, um die Rentabilität der Landwirtschaft wiederherzustellen. 2. Die Wiederherstellung ber landwirtschaftlichen Rentabilität muß auf Wegen gesucht werden, die den Bestand und die Erweiterung unserer Ausfuhr nicht gefährden. 3. Wenn der Reichsverband der Deutschen Industrie demnach eine grundlegende Veränderung der Zollpolitik nicht befürworten kann, so hält er doch zur Abwehr von Krisenzuständen eine ausreichende Zollerhöhung f ü r Getreide für unentbehrlich. Auch einer Angleichung der Viehzölle an die Fleischzölle ist grundsätzlich zuzu stimmen. Höhere Üebergangszölle für Molkereierzeugnisse könnten nur unter der Voraussetzung in Betracht kommen, die unsere Handelsbeziehungen zu den bisherigen Einfuhrländern nicht ernstlich gefährden. Sollte durch die notwendigen Zollerhöhungen eine Verteuerung der Lebenshaltung eintreten, so hält diese sich nach sorgfältiger Berechnung in einer Höhe, daß sie bei der Größe des Ziels von den anderen Devölkerungskreisen hingenommen werden muß. 4. Daneben sollte eine Senkung der landwirtschaftlichen Selbstkosten durch Steuererleichterung und Zinsbeihilfen umgehend durchgeführt werden. 5. Die vorgeschlagenen Rotmatznahmen können von der Industrie nur dann befürwortet werden, wenn unverzüglich zur Besserung der wirtschaftlichen Lage der deutschen Landwirtschaft wirksame Hebung der Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und eine Verbesserung der Absatzorganisation, ferner auf die Ausgestaltung des landwirtschaftlichen ü n ter« richtswesens und die Pflege der wissenschaftlichen Forschung das Hauptgewicht zu legen. 6. Eine öffentliche Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Produkte ist abzulehnen, weil sie notwendig zu steigenden behördlichen und parlamentarischen Eingriffen in die Wirtschaft und schließlich zur Zwangswirtschaft führt. Ergebnislose Verhandlungen über die Echwedenzölle. Wird der Handelsvertrag mit Schweden gekündigt? Berlin, 21. Juni. (TU.) Vor einigen lagen ist auf Grund eines Beschlusses des Reichskabinetts der Staatssekretär im Reichsernährungsministerium, Dr. Heukamp, nach Stockholm entsandt worden, um mit der schwedischen Regierung über eine Auf. Hebung der sog. Schwedenzölle zu verhandeln. Wie die „Deutsche Tageszeitung" hört, sind die Verhandlungen Dr. Heukamps mit der schwedischen Regierung ergebnislos geblieben. Für die deutsche Landwirtschaft bedeutet dieser Ausgang der Stockholmer Verhandlungen, wie die „Deutsche Tageszeitung" hinzufügt, eine schwere Ent- täuschung, ba sie in bem Versuch, bie ganz unzulänglichen und in ihrer Auswirkung sehr weitreichenden Schwedenzölle zu beseitigen, den ersten Schritt zu der allseitig geforderten Anpassung des Zolltarifs an die Bedürfnisse der Landwirtschaft hätte erblicken müssen. Nachdem sich nun eine gütliche Einigung mit der schwedischen Regierung als undurchführbar herausgestellt habe, müsse mit aller Bestimmtheit erwartet werden, daß die Reichsregierung umgehend die Kündigung der mit Schweden getroffenen Zollvereinbarungen ausspreche. Kastl berichtet über Partei. ©er Reichsverband der deutschen Industrie zum ssoung-Plan. Berlin, 20. Juni. (TU.) In ber heutigen Vor- stanbssitzung des Reichsoerbandes der Deutschen Industrie hielt Geheimrat K a ft l ein ausführliches Referat über bie Pariser Sachverstänbigenkonferenz. Geheimrat Kastl stellte fest, baß sie sich nicht ausschließlich von finanziellen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten hat leiten lassen. Außerdem stellt er ausdrücklich fest, daß seitens der deutschen Regierung auf die Sachverständigen in keiner Weise irgendeine Einwirkung versucht worden ist. Er vergleich darauf den Daroesplan mit dem Poungplan. Im Gegensatz zum Daroesplan sind die deutschen Zahlungen zeitlich und in ihrer Hi he begrenzt, außerdem sind die Zahlungen für die ersten zehn Jahre so niedrig roie möglich gehalten. Er besprach weiter die Aufgaben der internationalenBank und streifte die Frage der Sachlieferungen und Liquidation des deutschen Eigentums. Präsidium unb Dorstanb des Reichsverbandes der deutschen Industrie tarnen nach eingehender Aussprache einstimmig zu folgender Stellungnahme: Der Reichsverband der Deutschen Industrie spricht den Mitglidern der deutschen Delegation für die im Interesse des deutschen Volkes geleistete Arbeit Dank unb Anerkennung aus. Er ist überzeugt, baß j eher ber Sachverstän- bigen nach bestem Wissen unb Gewissen bestrebt gewesen ist, nach Lage der Verhältnisse bas günstigste Ergebnis für bie Zuukunst bes deutschen Volkes zu erreichen. Er versteht durchaus, daß Dr. V ö g l e r aus der wirtschaftlichen Beurteilung der Lage sich zur Erklärung feines Rücktrittes veranlaßt gesehen hat. Bezüglich der wirtschaftlichen Bedeutung des Poung-Planes steht der Reichsverband auf demselben Boden wie bei seiner Stellungnahme zu den Leistungen auf Grund des Dawesplanes. Damals im Jahre 1924 hat der Reichsverband erklärt, daß die auferlegten Lasten die Leistungsfähigkeit Deutschlands erheblich übersteigen. Die Art und Weise der bisherigen Aufbringung der Daweszahlungen gibt keinen Anlaß, diese Zahlen zu ändern. In Ueberein- ftimmung mit den deutschen Sachverständigen ist der Reichsoerband der Ansicht, daß auch derPoung- Plan dem deutschen Volke für eine lange Reihe von Jahren Lasten aufbürdet, die über bie Leistungsfähigkeit ber beutschenWirt- schäft hinausgehen. Wie aus bem Pariser Gutachten heroorgeht, hat das Sachverständigen- Komitee sich wesentlich von politischen Gesichtspunkten leiten lasten. Aus diesem Grunde behält sich der Reichsverband eine endgültige Stellungnahme bis zur Entscheidung der berufenen politischen Instanzen über die Annahme oder Ablehnung des Planes vor. ©ie Lander melden sich. Der baycrischeFinanziinistcr zurBcrleilung des Rcparationsnachlasses. München, 20. Juni. (WB.) 3m Landtag erklärte Finanzminister Dr. Schmelzle zu den Pariser Verhandlungen: Vielleicht waren diese Verhandlungen verfrüht, vielleicht auch war die Zusammensetzung der deutschen Delegation zu einseitig. Jedenfalls bleibt das Ergebnis weit hinter dem zurück, was das deutsche Volk, der deutsche Staat, die Wirtschaft unb die Kultur an Erleichterungen von einer dauernden Lösung der Reparationsfragen erwarten mußten. Das Ergebnis wird wohl nur a l s eine Etappe auf dem Leidensweg zu bewerten fein, Öen das deutsche Volk zurückzulegen hat. Diese Etappe bedeutet immerhin eine Erleichterung von zunächst einmal 900 Millionen für den Reichshaushalt. Roch ehe diese Erleichterungen Tatsache geworden sind, hat auch schon der Streit begonnen, wie sie auf das Volk, die Staatswirtschaft unb innerhalb der Volkswirtschaft auf bie einzelnen Devölkerungs- unb Wirtschaftskreise verteilt werden sollen. Ich glaube, daß nichts wichtiger ist, als zunächst die Wirt sch af t des Reiches, ber ßänber unb ber Ge - meinben toicber auf eine gefunbe Da- sis zu stellen. Ohne eine Gesundung der finanziellen Verhältnisse von Staat und Gemeinden gibt es kein Heil für bie Volkswirtschaft unb bie Einzelwirtschaft. Dazu ist notwendig, daß das Reich die Lebensnotwendigkeit der Länder anerkennt unb burch endliche Erfüllung ber Verpflichtungen aus der Post-, Eisenbahn- unb Diersteuer-Der- reichlichung Bayern in ben Stanb seht, Ausgaben, bie in Wirklichkeit Ausgaben bes Reiches sinb, zu erfüllen. Reue Anschläge auf das Gaargebiet. Frankreich wünscht ein zweites Danzig. Paris, 20. Juni. (WB.) Seit einiger Zeit entfesseln gewisse französische Organisationen eine fieberhafte Tätigkeit, um Mittel unb Wege zu finden, damit das Saargebiet bei Frankreich bleibe. Während diese Agitation im allgemeinen im geheimen betrieben wurde, tritt heute das Coty-Blatt „Ami du P e u p l e" in seiner Abendausgabe ganz öffentlich für eine flagrante Verletzung des F r i e d e n s v e r t r a g e s von Versailles ein. Cs schreibt: Das Rheinland wird zu Deutschland zurückkehren, wenn dieses seine Verpflichtungen erfüllt hat, während die Saarfrage 1935 durch einen Volksentscheid geregelt werden soll. Man kann also nicht daran denken, die Saarfrage mit der Rheinlandfrage! im Verlaufe ber bevorstehenden diplomatischen Verhandlungen zu verbinden. Es gibt Deutsche, die von Frankreich bereits jetzt bie Saargruben zurückkaufen und hierfür einen verhältnismäßig hohen Preis zahlen möchten, aber das würde heißen, leichtfertig das Ergebnis des Volksentscheids präjudizieren. Wenn es wahrscheinlich ist, daß mehrere Bezirke sich für Deutschland aussprechen werden, gibt es noch andere Bezirke, die sicher den Anschluß an Frankreich verlangen werden. Um die Zerstückelung des Saargebietes, die bei bem System des Vollsentscheids erfolgen würde, zu vermeiden, hegen gewisse Kreise den Wunsch, daß das gegenwärtige Regime, das sich bewährt habe, beibehalten bleibe. Das Saargebiet soll endlich internationalisiert werden nach dem Beispiel Danzigs. Man müsse zugeben, daß diese Lösung gewisse Vorteile bietet. ©as Preußenkonkordat. Der preußische Staatsrat übt Renitenz. Berlin, 21. Juni. (VDZ.) Die gegen das Konkordat eingestellten Gruppen im Staatsrat, die Arbeitsgemeinschaft unb bie Kommunisten, haben ben Beschluß durchgeseht, daß entgegen bem Wunsche des preußischen Ministerpräsidenten der Staatsrat nicht in seiner laufenden Tagung das Konkordat behandelt, sondern erst vom 2 7. Juni a b. Die Parteien der Arbeitsgemeinschaft, Deutschnationale und Volkspartei, wollten damit zum Ausdruck bringen, daß sie sich mit dem Konkordat erst beschäftigen möchten, wenn entsprechende Verhandlungen mit ber evangelischen Kirche durch - geführt seien. Der Vertagungsbeschluß der Staatsratsmehrheit wirkt insofern besonders störend, als es dem Landtag dadurch erheblich erschwert wird, den Vertrag mit der Kurie noch vor der Sommerpause zu erledigen. Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hat daher auf Grund des Artikels 38 der preußischen Verfassung an den Staatsratspräsidenten das Ersuchen gerichtet, den Staatsrat sofort wieder einzuberufen. Da Artikel 38 In einer Muhvorschrift bestimmt, daß einem solchen Ersuchen stattzugeben ist. werden die Staatsratsmitglieder, wenn sie am Freitag von der Berliner Tagung nach Hause kommen, bereits die telegraphische Einladung zum nächsten Tagungsabschnitt vor- finten. Vermutlich wird ter Staatsrat bereits am 22. 3uni, spätestens aber am Montag, dem 24. Juni, wieder beis ammen sein. Allerdings hat das preußische Staatsministerium nach ter Verfassung keinerlei Einflußnahme auf die Tagesordnung des Staatsrates. Da dem Staatsrat noch die Verordnung des preußischen Iustizministers über den Strafvollzug in Stufen vorliegt, wäre es immerhin möglich, daß die Mehrheit beschließen würde, in der erzwungenen Tagung diese Vorlage zu erledigen und sich dann abermals zu vertagen. An sich sind die Bestiminungen ter Geschäftsordnung des Staatsrats für die Erledigung des Konkordats erfüllt, denn die Kon- koradtsvorlage ist mit dem Datum des 15. Juni dem Staatsrat zugegangen und die Staatsratsgeschäftsordnung sieht eine siebentägige Frist zwischen Eingang und Erledigung einer Vorlage mindestens vor. Man nimmt an, daß der preußische Ministerpräsident mit dem Staatsratspräsi- denten Fühlung nehmen wird, um zur Vermeidung weiterer Schwierigkeiten die Beratung des Konkordats vor Ende 3uni zu erreichen. Oer Giinnes-Prozeß. Die Aussagen des Untersuchungsrichters. Berlin, 20. Juni. (WB.) 3m Stinnes-Pro- zeh äußerte sich ter als Zeuge vernommene äl n - tersuchungsrichte rLandgerichtsratB r ü h l eingehend über die Vorgänge kurz vor ter Verhaftung des Angeklagten Stinnes. Ich habe die Stinnes belastenden Aussagen v. Waldows Vorbehalten und ihn gefragt, womit er sich diesen Belastungen gegenüber verantworten wolle. Darauf setzte er sich auf den mir gegenüberstehenden Tisch; die Hände in den Taschen, fragte er mich: Wie ist es, Herr Vernehmungsrichter, wenn ich es zugebe? — 3ch erwiderte: Herr Stinnes, ich kann mit 3hnen über die Folge 3hrer Aussage nicht paktieren! — Darauf hat sich Stinnä eine Bedenkzeit ausgebeten und bald nachher ein Geständnis dahin abgelegt, daß er bereits vor Weihnachten 1926 von Waldow erfahren habe, daß die älnterla- gen, die au dem Anleihegeschaft verwandt wurden, gefälscht waren. Auf meine Frage, warum er nicht gleich damals von diesem Geschäft zurückgetreten sei, hat Stinnes geantwortet, er habe gefürchtet, dann sein in das Geschäft gestecktes Geld zu verlieren. Waldow habe sich bitter beschwert, daß er in älntersu- chungshaft sitze, Stinnes aber nicht verhaftet sei. Er habe das ganze Geschäft doch nur f üv Stinnes gemacht. Stinnes habe von den falschen Unterlagen gewußt, und wenn er nur ein Wort gesagt hätte, so würde er — Waldow — das ganze Geschäft sofort.abgeblasen haben. Ein Auölandkredii des Reichs. Berlin, 20. 3uni. (WB.) Wie die Berliner Blätter übereinstimmend melden, ist der Auslandkredit des Reiches zum Abschluß gelangt. Es hantelt sich um 50 Millionen Dollar. Verzinsung und Laufzeit sind noch unbekannt. Die amerikanischen Geldgeber sind, wie verlautet, hauptsächlich die Firmen Dillon Read LCo. sowie Harris Forbes. Das deutsche Konsortium, das den Kredit vermittelte, besteht nach den Mitteilungen aus ter Deutschen Dank, ter Reichskreditgesellschaft und Mendelssohn & Co., Berlin. Aus aller Welt. Schiedsspruch im Ruhrbergbau. Essen. 20. 3uni. (WTB.) Die Schlichterkammer fällte einen Schiedsspruch für die Arbeitszeit und die Rahmentarife im Ruhrbergbau. Der Schiedsspruch hält durch das Mehrarbeitsabkommen die heutige Arbeitszeit von acht Stunden unter Tage sowie die entsprechenden Arbeitszeiten über Tage und die heutigen Mindestlöhne für Gedingearbeiter aufrecht. 3n der AI r • laubsfrage ist eine Erhöhung um einen Tag für eine höhere Dienstaltersstufe sowie für die 15- und 16jährigen festgesetzt und ein viertägiger Urlaub für die 14jährigen neu eingeführt. Die Rahmentarife und das Arbeitszeitabkommen sollen bis zum 30. Rovember 1930 unkündbar sein: es sind längere Kündigungsfristen vorgesehen. Die Parteien müssen sich bis zum 24.3uni über Annahme oder Ablehnung erklären. Schwere Gewillerschäden in Mecklenburg. 3n den frühen Abendstunden zogen über große Teile Mecklenburgs heftige Gewitter, die schwere Brandschäden durch Blitzschlag anrichteten. Rach hier eingetroffenen Meldungen sollen insgesamt zehn Gebäude durch Blitzschlag e i n gZu schert worden und fünf Gebäude durch kalte Schläge stark beschädigt Worten sein. Auf dem Rittergut R e u h o f im Amt Güstrow wurden allein drei Gebäude und ein Schuppen vom Blitzschlag eingeäschert. 3n Parchim war infolge ter Gewitter eine Störung in ter Lichtzufuhr zu verzeichnen. Riesenwaldbrand in Pommern. In dem über zehntausend Morgen großen Poni- kcler Forst (im Kreise Nummersburg) entstand ein Brand, der sich bei der seit Wochen herrschenden Trockenheit mit riesiger Geschwindigkeit ausbreitete. Gegen Abend waren bereits mehrere tausend Morgen Wald von dem Brande ergriffen. Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften müssen sich darauf beschränken, die Ortschaften selbst vor den Flammen zu schützen. Lin Auto mit fünf Personen in die Mur gestürzt. Während einer Probefahrt mit einem neuen Automobil, das von einem Leobener Rechtsanwalt gelenkt wurde und in dem sich sein Chauf- seur, seine Frau, sein Bruder und eine Dame befanden, geriet der Kraftwagen ins Schleudern, durchbrach das Brückengeländer und stürzte, nachdem er sich dreimal überschlagen hatte, in die Mur. Der Rechtsanwalt wurde schwer verletzt aus ter Mur gezogen. Auch zwei der Insassen hoben schwere Verletzungen erlitten. Die beiden anderen kamen mit leichteren Verletzungen davon. tim die Reform der ArbeNoseMrsichemng Der Sanierungsvorschlag der Voltspartei. - Das Zentrum ist verstimmt. Beim Zentrum herrscht eine große Verstimmung über das Versagen der Reichsregierung auf dem Gebiete der Reform der Arbeitslosenversicherung, eine noch größere ist aber jetzt in die Erscheinung getreten, weil die Deutsche Volks- Partei an die Stelle des fallen gelassenen So- fort-Programms einen eigenen umfangreichen Sanierungsvorschlag gesetzt hat und auch die Demokraten sich mit der Absicht tragen, in die Fußtapfen der Volkspartei zu treten. Dom Zentrum ist daraufhin an den krank im Bett liegenden Reichskanzler Hermann Müller ein langer Brief geschrieben worden, in dem es sich gemeinschaftlich mit der Bayerischen Volkspartei über die deutsch-volksparteilichen und demokratischen Koalitionsfreunde bitter beklagt, da diese eine bei der Bildung des Kabinetts Müller getroffene A b - machung verletzt hätten, wonach Anträge von grundlegender Bedeutung nur nach gegenseitigem Einvernehmen gestellt und verfolgt werden dürften. Es ist richtig, daß man sich damals auf eine derartige Vereinbarung festlegte, sie sollte aber n u r ein Sicherheitsventil darstellen, um die Regierungsparteien daran zu hindern, irgendwelche kostspieligen Anträge im Reichstag zu stellen und damit Sprengpulver in die Koalition hineinzutragen. Diesmal liegen die Dinge aber etwas a n - ders. Es hat nicht nur die Regierung versagt, auch der interfraktionelle Ausfchuß ist sich nicht einig geworden. Unter diesen Umständen hat es die Deutsche Volkspartei für ihre Pflicht gehallen, einen Vorschlag für die dringend notwendige Reform der Arbeitslosenversicherung zur Debatte zu stellen. Wenn das Zentrum jetzt daran Anstoß nimmt, bann geschieht das wohl in der Hautptsache aus parteipolitischen E r - wägungen heraus. Es fürchtet, daß ihm feine Gewerkschaften den Vorwurf der Untätigkeit machen und dabei auf das Beispiel der Volkspartei Hinweisen. Jetzt will man in letzter Minute s i ch ein« schalten und hat aus diesem Grunde den Kanzler gebeten, von Neuem die interfraktionellen Bespre» chungen über die Arbeitslosenversicherung anzukurbeln. Oer Brief des Zentrums. Neue Verhandlungen des interfraktionellen Ausschusses verlangt. Berlin, 20. 3uni. (VDZ.) Der Vorstand ter Zentrumsfraktion des Reichstags hat in Hebereinstimmung mit ter Bayerischen Volkspartei an den Reichskanzler ein Schrei- ben gerichtet, dessen Abschrift auch dem Reichsarbeitsminister Wissel übermittelt worden ist. 3n diesem Schreiben wird gegen das selbständige Vorgehen einzelner Regierungsparteien in der Arbeitslosenfrage Verwahrung eingelegt und dabei verwiesen auf die bei dec Regierungsbildung eingegangenen: koalitionsmäßigen Verpflichtungen. 3n dem Schreiben heißt es dann: Die Zentrumspartei und die Bayerische Volkspartei haben in den interfraktionellen Besprechungen keinen Zweifel darüber gelassen, daß auch sieeine Teilreform der Arbeitslosenversicherung noch vor dem Abschluß der jetzigen Sitzungsperiode des Reichstages verlangen. Sie haben alles getan, um eine solche möglich zu machen. Die Verhandlungen haben aber ergeben, daß dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn innerhalb ter Parteien eine Verständigung über das erweiterte Sofortprogramm erzielt wird. Wir beantragen hiermit, unverzüglich eine Aussprache der Fraktionsf üh - r e r unter Zuziehung der sozialpolitischen Sachverständigen ter Fraktionen einzuberusen mit dem Ziel, den Weg zu einem gemeinsamen Vorgehen der Regierungsparteien in ter Arbeitslosenversicherungsfrage noch vor der Sommerpause des Reichstags zu suchen. Unsere Fraktionen würden auch bereit sein, zur Ermöglichung dieser Aufgabe über den beabsichtigen Termin hinaus za tagen. DerHess!scheLaMagbee!idigtsemeSo!!meltaMg Oie Baukonirolleure. Darmstadt, 20. 3uni. (WTB.) Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10,30 Uhr. Die Beratung wird bei den Eingaben fortgesetzt. Abg. Reiber (D.) gibt dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Regierung ein Vierteljahr früher als das Reich und die anderen Länder die Desahungszulagen der Deam- t e n gestrichen habe. — Sein entsprechender Antrag wird abgelehnt. Dolkspartei und Volksrechtpartei beantragen, Kreise und Städte von ter Verpflichtung zur Anstellung von besonderen Dau- kontrolleuren zu befreien. Abg. Mann (S.) beklagt die mangelnden Unterkunftsmöglichkeiten und die steigende Unfallziffer, die Baukontrolleure notwendig machten. — Abg. Haury (DV.) verteidigt seinen Antrag, die Ueber- wachung ter Baustellen erfolgt durch die Gewerbeaufsichtsämter, durch die Baupolizei und durch Die Derufsgenofsenschaften: außerdem ist den Gewerkschaftsvertretern die Besichtigung der Baustellen gestattet. Die Sicherheitsmaßnahmen würden vielfach von ter Arbeiterschaft zu leicht genommen. Die Baukontrolleure sind keine Sozialbeamte, sondern sozialdemokratische Beamte. — Arbeitsminister Korell lehnt den Antrag ab. Diese Baukontrolleure müssen aus den Gewerkschaften genommen werden, und es ist besser, daß ein Kontrollbeamter zu viel an ter Baustelle ist, als daß nachher sich tödliche Unfälle ereignen. — Abg. Glaser (Dbd.) setzt sich für den Antrag ein. Das Zentrum habe z. D. im Kreise Bensheim jedes 3ahr die Baukontrolleure abgelehnt. — Rachtem noch Abg. Wesp (Z.), Staatsrat Karcher, Abg. Dr. Müller (Dbd.), Abg. Raab <©.), 2lbg. Mann (S.) und Abg. Haury (DV.) gesprochen haben, wird ter Antrag abgelehnt. Dazu vorliegende Eingaben werten für erledigt erklärt. Für die Erhaltung und Sicherung von Baudenkmälern werten gemäß Regierungsvorlage 35 000 Mark bewilligt. Die Gesetzesänderung über das Verfahren in Forst- und Feldwegsachen wird genehmigt: ebenso eine Hinausschiebung von Darlehenszahlungen aus Hagelschäden 1925. Der geforderte Geländeaus- tausch Frankenfeld-Gernsheim wird abgelehnt. Oer Verfassungstag. Abg. Keller (DDP.) hält die Vorlage, den 11. August zum staatlichen Feiertag zu erklären, für überflüssig. Das ist nicht Sache Hessens, sondern des Reichs. Grundsätzlich halte ich es für wünschenswert, daß ein so großes Volk, wie das deutsche, ebenfalls einen Rationalfeiertag besitzt. Doch bezweifle ich, daß das Volk schon reif dazu ist. Als Rationalfeiertag ist der Reichsgründungstag viel geeigneter. Die bisherigen Verfassungsfeiern waren meist Parteifeiern, die einen erheblichen Teil des Volkes in seinen Gefühlen kränkten. Die deutsche Republik, die heute die einzig mögliche Form ist für den Fortbestand und das Gedeihen von 60 Millionen Deutschen, kann aber nicht verlangen, daß ter Volksteil, ter bereit ist, auch im Volksstaat dem Volk zu dienen, sich unterwerfen und seine Achtung vor ter großen Geschichte vor 1919 verleugnen soll. Staatspräsident Adelung erklärt, er erkenne das Bekenntnis des Vorredners Aur Republik an, bedauere aber die Ablehnung des Geburtstages dieser neuen Verfassung als Rattonalfeiertag. Es sei eine Selbstverständlichkeit, daß die Gefühle der Andersdenkenden am Der- fassungstage nicht gekränkt werten dürften. Es seien doch gerate prominente Mitglieder ter Deutschen Volkspartei gewesen, die ten Tag im Reich gefeiert haben. Der 18. Januar würde sicher noch mehr umstritten sein. Abg. Dr. Müller (Bbd.): Wir haben in Hessen keinen Anlaß, deuttche Geschichte zu machen. Es scheint mir, daß in den Ländern mit erheblichem Finanzzuschuß der Drang zu Feiertagen um so größer ist. Ich will über ten Tag. 18. Januar ober 11. August, nicht streiten, aber ich glaube, daß der Tag, an dem der letzte Franzose deutschen Boden verläßt, ter geeignetste deutsche Nationalfeiertag wäre. (Minister Korell ruft: Denn eS nach der Politik des Bauernbundes und der Deutsch- nationalen ginge, dann käme dieser Tag überhaupt nicht!) Der Redner protestiert auf das energischste gegen diese Unterstellung des Ministers, der stets politische Mätzchen mache. Abg. Kaul (S.) macht zunächst geschichtliche Ausführungen über die Entstehung des Deutschen Reiches und wünscht, daß die innere Wandlung der Deutschen Volkspartei sich auch endlich offen und öffentlich kundtue. Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) erklärt namens seiner Fraktion die entschiedenste Zurückweisung des Ministers Korell. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit versuche der Minister politische Geschäfte zu machen, anstatt seine Pflicht, dem gesamten Volke zu dienen, zu erfüllen. Abg. Dr. Werner (frktlos) schlägt als nationalen Trauertag den Tag der Unterzeichnung des Versailler Diktats vor. Er weist die Unterstellung des Wirtschaftsministers Korell entschieden zurück. Die Revisionsbedürftigkeit ter Weimarer Verfassung werte von prominenten Führern ter Weimarer Koalition selbst zugegeben. Unverantwortlich sei, daß die stärkste deutsche Partei sich an einer gemeinsamen Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge nicht beteilige. Abg. Böhm (Sn.) lehnt für seine Freunde die Vorlage ab. Die Mehrheit des deutschen Volkes habe für diesen neuen Feiertag kein Verständnis. Abg. Reiber (Dem.) glaubt, daß sich ter Verfassungstag immer mehr durchsetzen werde. Der Tag, an dem ter letzte Franzose den deutschen Boden verlasse, werde außerdem gefeiert, denn er sei eine Folge jenes 11. August 1919. Abg. Schühl (Zentr.) seht sich für ten Der- fassungstag ein. Selbstverständlich werte der Abzug ter Franzosen ein Freudentag sein, ten wir begeistert feiern würden. Aber wir glauben, daß ter Verfassungstag für alle Zukunft als Rattonalfeiertag besser geeignet ist. Das Gesetz wird in beiten Lesungen gegen die gesamte Rechte angenommen. polizeidebatte. 3n der Rachmilttagssitzung entspann sich auf ten sozialdemokratischen Antrag hin, fünf Stellen der Pol^zeioberleutnants i>n Hauptleute st eilen umzuwandeln, eine lebhafte Debatte. Die Abg. Reiber (Dem.), Heinstadt (Ztr.), Dr. Leuchtgens (Bauernbund) sprachen such aus grundsätzlichen Erwägungen gegen den Antrag aus, ter bekanntlich beim Stellenplan von den Koalittonsparteien gestellt, aber von ten Sozialdemokraten abgelehnt worden war. Die Volkspartei beantragte zwei Stellen für Hauptleute in Stellen für Majore umzuwandeln. Da der Regierungsvertreter eine ausreichende Erklärung über die Stellung ter Regierung zu den Vorschlägen nicht geben konnte, wurde die Sache bis zum nächsten Etat zurück- gestellt. Ein Zwischenfall. Abg. Wöbus gibt darauf eine persönliche Erklärung ab, wenn der Minister für Arbeit und Wirtschaft, Korell (der nicht im Saale ist), mit seiner Bemerkung ihn habe beleidigen wollen, dann müsse er erklären, daß ein Minister von solchen Qualitäten ihn nicht beleidigen könne, namentlich in einer Tagesstunde, wo der Alkohol bei manchem Menschen schon eine große Rolle spiele. (Zwischenrufe: Pfui, Separatist?) Dr. Möbus erhält einen Ordnungsruf. — Abg. Reiber stellt sich vor den Sprecher und ruft ihm zu: „Sie Separatist! Was haben Sie nun zu sagen?" — Auch er wird zur Ordnung gerufen. Dr. Möbus erklärt: „Ich habe bereits früher einen Abgeordneten zur R«henschaft ziehen wollen: das ist mir aber nicht möglich gewesen." Reiber erklärt: „Ich verzichte auf meine Immunität, um Ihnen d i e öffentliche Rechtfertigung zu ermöglichen." Dr. Möbus: „Ich werde das sofort in die Wege leiten!“ Verschiedene kleinere Vorlagen, so die Erstellung von Badeeinrichtungen in Beamtenwohnungen der Bergwerksdirektion Wölfersheim, werden angenommen. Eine lebhafte Debatte entfpinnt sich über die Regierungsvorlage betreffend die Verteilung ter im Vorjahre gegebenen Landes- und Reichs, mittel für die Unwetterschäden 19 28. Abg. Glaser (Bbd.) übt scharfe Kritik an dem Verteilungsschlüssel, durch den die Gemeinden der Bergstraße außerordentlich schlecht weggekommen seien. — Nachdem noch Minister Korell, Abg. Weckler (Zentr.), Ministerialrat Morneweg, die Abg. Gußmann, Späth (Zentr.) und Glaser (Bbd.) noch gesprochen haben, wird die Regierungsvorlage a n - genommen. Ein Antrag Glaser, 26 000 Mark gestundete Darlehen für Saatgut- und Futterrnittelbefchaffung als verlorenen Zuschuß zu geben, wird abgelehnt. Oie Besahungsnoi. Das Haus nimmt bann einstimmig folgende Entschließung an: Der Abschluß ter Pariser Repckrakionsoerhand- lungen hat ble Räumung der besetzten Gebiete in greifbare Rahe gerückt. Der hessische Landtag gibt ter Erwartung Ausdruck, daß d.e als- baldige Räumung der noch besetzten Gebiete erfolgt, o h n e d a h h i e r f ü r v o n D e u t s ch l a n d ein Opfer gebracht werden muh. Insbesondere wird jede irgendwie geartete Kontrolle des deutschen Westens über das Jahr 1935 hinaus unter allen Umständen abgelehnt. — Die von der Reichsregierung geplante umfassende Hilfsaktion für die besetzten Gebiete genannt nunmehr eine ganz besondere Bedeutung. Die Gebietsteile sind infolge des Ruhrkampfes ter Besetzung in schwere wirtschaftliche u n f kulturelle Rot geraten. Sie müssen d- Möglichkeit zum Wiederaufstieg erhalten, und zwc- müssen die hierfür ins Auge gefaßten Mahnahmc den Zeitpunkt ter Räumung überteuern. 5ol£ Hilfsmaßnahmen sind im besonderen Maße für Hessen von noten. Der hessische Landtag appelliert erneut an Reichstag und Reichsregierung, daß den hessischen Schwierigkeiten in ausreichendem Maße Rechnung getragen wird. Präsident Delp schließt gegen 18 Uhr die Sitzung und wünscht den Abgeordneten eine gute Erholung, um neu gestärkt im November oder Dezember die Arbeit wieder aufzunehmen. Oie Wetterlage. 26 OWOlKenlos.0 neuer <>n»iD oedecKL »woi-ug. eotdeckL •Regen, * Schnee atraupein e Meoti K 6ewitter.©Wind$liiie.-<^ seh# leichter Ost massiger Südsüdwest stürmischer riordwcsl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie Beiden Schonen dienenden Zahlen gehen die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichen^ auf rteercsniveau umgereenneten Luftdruck Wettervoraussage. Das Rordmeertief, dessen Randstörungen int Laufe des gestrigen Tages zu Bewölkung uni vielfach Gewitterstörungen führten, bewegt sich nordostwärts weiter und lag heute morgen übe« Skandinavien. Mit dem 2ll»zug des Tiefs gelangen an seiner Rückseite küyle Luftmassen südwärts nach Mitteleuropa, die gleichzeitig dal westliche Hochdruckgebiet nach dem Festlande sau, gen. Wir gelangen somit in den Bereich einet neuen Hochdruckgebietes, so daß dadurch eine erneute Schönwetterperiode geschaffen wird. Di« aus höheren Breiten stammenden Luftmassen wirken zunächst noch auf die Temperaturen ein. In, folgedessen bleibt es nachts kühl, aber tagsübel steigen die Temperaturen wieder an. Wettervoraussage für Samstag Meist heiter, nachts kühl, tagsüber wieder langsam zunehmende Erwärmung, trocken. Wettervoraussage für Sonntag Weitere Erwärmung und Fortdauer des heitere« und trockenen Wetters. Lufttemperaturen am 20. Juni: mittags 25,2 Gral Celsius, abends 19,4 Grad Celsius am 21. Juni morgens 16,7 Grad. Maximum 29,8 Grad, MinimuN 11,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe an 20. Juni: abends 27,2 Grad am 21. Juni: morgen! 21,2 Grad Celsius. — Niederschlag 0,1 mm. — Son nenscheindauer 9% Stunden. Amtlicher Reisewellerdienst ter öffentlichen Mellerdienststelle Gießen. Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gest-nr hei ßer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgei Windstille, 17 Grad, wolkiges Wetter. — (Berchtcs gaben): Gestern warmer Tag, meist heller: heut morgen Windstille, 18 Grad, heller. Küste (Westerland auf Sylt): Gestern der Jab reszeit angemessene Temperatur, teils heller, leit' wolkig: heute morgen Nordwestwind, 12 Grad, rool kiges Wetter. — (Swinemünde): Gestern der Jod reszeit angemessene Temperatur: heute morgei Nordwind, Regen, 15 Grad. — (Borkum): Gesten der Jahreszeit angemessene Temperatur, teils beiter teils wolkig: heute morgen Nordwestwind, 14 Groll wolkig. — (Helgoland): Gestern teils heiter, teil» wolkig: heute morgen Nordrvestwind, wolkiges Det ter, 13 Grad. Baden (Baden-Baden): Gestern heißer Dar meist heiter: heute morgen Südostwind, 17 Grad wolkiges Wetter. (Fttiburg): Gestern schwül, teils heller, tetM wolkig- heute morgen Rordwind, Rebel, 19 Gra> Rheinaebiet (Köln): Gestern plötzliche2l» kühlung, tells heiter, teils wolkig: heute motflU Rordwestwind, 12 Grad, Wolkig. 6om W Ah- Mr fei' ßommer. d Kleinen ten Äll de .^bringen. kommen. freute m-sc die nur öi entfernt besonder die Tage d« tagen erd' häufig an i ist immer n öd'i M Abgesehen ' Mer der vermindern jer Somme' Diderliandi rend die K, Das soll Dehnung i den Erwac dürste. De es erreiche' Slulhitze v Jufjententf nut früh des Nach! heißen Ta< imfr mit 2 Zs ist L>oa zensier die Älbstversi Zeil auch l Jeterbetten quälend un Mn kann' nackt liegen genügt jede rend der t Aind nicht die kühlere gegen finnll nutz ihm kommen. Si mgmaschigei mit dem es 3Nn zu Sen Aahi - muh setz gewidmet to die Milch c nicht, dann 'auberes T häufig zu h Milch gut i selten und ( Ebenso to während d und man la nnschränken. Wtt W Dünnet, M Der übli für die ÄI besonders i in überfüll meingepre inügen „in &gcn ist c lbzutvarten benachbarter lulzusucheu. Eine De aber bie Ts unreifes 01 ot ja allg Obst kann es nicht ge Kn genoss lekaut totri ^veilen a öliges Erf jetöaute K Ihren, und ^geleitet >erdauii^„ >en und stunden ur ,„Aenn k ft dani freute unk Unhabei iWner Aden nrit J’onjt die e MU AM M Alle Schweine, zurückrgebNebene?nd solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOLxs mengen. Verlangen Sie nur echtes Rastol in Originalflaschen u weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: (Engel; apotheke Giehen. gu haben in allen 2IpotheKen. 34,26 zu 34,28, London gegen Kabel 4,8485. nien 18. Februar das von ihm bewohnte, aber nicht gehörige Haus in Brand gesteckt, um eine Versicherungssumme von 10 000 Mk., mit der er seinen Hausrat im Werte von 1500 Mk. ver> lnApotn.uDrog.Cose50Pfg.ul-ßM.Tube60Pfg.ul2DM^ wird -»gesichert 54020 Der-» zum ihm 50 bis 65 Mk. Läufer 70 bis Stück. Der Markt wurde geräumt. Wochen alte 110 Mk. das Visenmarkt nannte man London gegen Paris 124, London gegen Mailand 92,67, London gegen Spa- sowie ferner zur Verdichtung uns. Organisation in diesem Bezirk Bei Wize UWmle Interessenten wollen sich am Samstag, 22. Juni, nachmittags -wischen 4 und 6 Uhr Herrn Organiiaitonsleiter Pohlmann im Hotel Schütz vorstellen. Fachleute, die fett längerer Zeit sür eine LebenöversicherungSgesellschast tätig sind und dauernde gute Erfolge Nachweisen können, werden bevorzugt. Die Anstellung erfolgt mit DirektionSvertrag. Strengste Diskretion sicherungsbetrugs zu 11/2 3 obren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust urteilt. Der Verurteilte hatte in der Rächt Preußen. 1V2 Zuchthaus wegen Brandstiftung. Nur 5 v. h. oller Brände im Westerwald haben eine natürliche Ursache. WSR. Limburg 20. Juni. Vom Schwurgericht Limburg wurde der 44jährige Schneider August Heidrich aus Reuhochstein wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Ve r - Zreibank. Samstag» den 22. Juni, von 8 Uhr ab 5032L) Fleisch verlaus. lieakenMM n. CeDensoerfKOnnngstianl DanoKaöt (Frankfurter Konzern) Zur Neubesetzung unserer Gießener Generalagentur iArbeitS« gebiet Oberhessen, Kreis Wetzlar und die angrenzenden Kreise von Hessen-Nassau) suchen wir einen sen, Volpertshausen, Leihgestern, Oberkleen. Groß- Rechtenbach, Hochelheim. Hörnsheim, Lützellinden, Riederkleen, Ebersgöns. Grohen-Linoen, der Turnverein Dornholzhausen und der gastgebende Verein. Auf dem Festplatze hielt der Vorsitzende des Dezirkskriegerverbandes „Hüttenberg", Sortier Grasse, Oberkleen, die Festansprache. Er betonte, daß man einige Stunden in echter Kameradschaft verleben wolle. Ferner gedachte er des Reichspräsidenten von Hindenburg, den sich die Mitglieder der Kriegervereine in bezug auf Vaterlandsliebe, Treue und Pflichterfüllung als Vorbild dienen lassen sollten. Es sei auch Aufgabe der Kriegervereine, bei der Bekämpfung der Kriegsschuldlüge mitzuhelfen. Mit einem Hoch auf dos deutsche Vaterland schloß der Redner seine Ansprache, worauf die versammelte Menge das Deutschlandlied anstimmte. Der Vorsitzende des Kriegervereins Dornholzhausen, Ortsdiener M e h l m a n n , begrüßte namens des fest- gebenden Vereins die Festteilnehmer und bemerkte, 50 Jahre lang sei der Kriegerverein Dornholzhausen im Besitze seiner Vereinsfahne, zu der er stets in Treue gehalten habe. Eben- falls mit einem Hoch auf das Vaterland schloß auch dieser Redner seine Ansprache. Der weitere Teil des Festes war durch Vergnügungen mancherlei Art ausgefüllt. Don den Gründern des Vereins ist keiner mehr am Leben. Kreis Marburg. ][ Marburg, 20. Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkt, dem 435 Schweine, darunter 15 Läufer, zugefahren waren, kosteten sechs Wochen alte Ferkel 40 bis 45 Mk., sechs bis acht Wochen alte 45 bis 50 Mk., acht bis dreizehn sichert hatte, zu erhalten. Der Vorsitzende wandte sich in der Verhandlung scharf gegen die Praxis der Versicherungsagenten, die solche zur Brandstiftung verführenden ^leberversicherungen abschlössen. Der Staatsanwalt, der 212 3ahre Zuchthaus beantragte, nannte den Westerwald nach seinem neuen Spitznamen „Reubrande n- b u r g". Er betonte, daß der Staatsanwaltschaft wöchentlich drei bis vier Brände gemeldet würden, und daß nur fünf Prozent aller Brände im Westerwald eine natürliche Ars ache hätten. Kreis Wetzlar. Aus dem Kleebachtal, 19. 3unL 3n den letzten Tagen hat man in den Gemarkungen unserer Gegend mit der Heuernte begonnen. Feucht gelegene Wiesen liefern sehr hohe Erträge, während trockener gelegene Wiesen einen unbefriedigenden Grasbestand zeigen, da die wertvollen ilntergräfer fehlen. 3n ungünstiger Weise wirkt sich die gegenwärtige trockene Witterung auf die jungen Dickwurzpflanzen aus, die. namentlich auf später bepflanzten Aeckern, wegen Mangel an Feuchtigkeit zum Teil schon zugrunde gegangen sino. -5- Lützellinden, 19. 3uni. Unter dem Vorsitz des Direktors der Landwirtschaftsschule in Wetzlar, Landwirtschaftsrat Dr. Ulrich, fand hier am Sonntagnachmittag in der Gastwirtschaft Jung eine gutbesuchte Versammlung des Vereins ehemaliger L a n d w i r t s ch af t s- schüler für den Kreis Wetzlar statt. Rachdem ein hiesiges Vereinsmitglied über einen Ausflug nach dem Versuchsgut Selgenhof berichtet hatte, schloß sich an die kurz verlaufene Versammlung eine Besichtigung des im vorigen 3ahre erbauten Bullenstalles unserer Gemeinde an, der bekanntlich als Musterstall für den Kreis Wetzlar eingerichtet ist. Es folgte hierauf ein gemeinsamer Gemarkungsrundgang, der den Teilnehmern manches Interessante brachte. Eine Besichtigung der durch hiesige Landwirtschaftsschüler vorgenommenen Anbau- und Düngungsversuche bildete den Abschluß der lehrreichen Veranstaltung. — Die diesjährige Submission des Rutzholzes aus dem Markwald unserer Gemeinde erbrachte folgende Durchschnittsgebote: Fichtenstämme: Klasse la 19 Mk., Klasse 2a 22,40 Mark, Klasse 1b 21,50 Mk., Klasse 2b 25 Mk., Klasse 3a 27,10 Mk.; Gichenstämme: Klasse 3N 32 Mk. je Festmeter, während für Fichtennutzscheit und -nuhknüppel Klasse 1 und 2 (3 Meter lang) nicht über 16 Mk. pro Raummeter geboten wurden. O Dornholzhausen, 18. Juni. Unter großer Beteiligung feierte am Sonntag der hiesige Kriegerverein die 5 0. Wiederkehr desTages seiner Fahnenweihe, mit der das Bezirksfest des Kriegerverbandes „Hüttenberg" verbunden war. Rachmittags bewegte sich ein Festzug, wie ihn die Einwohner wohl feit Jahrzehnten nicht gesehen haben dürften, durch den Ort. An der Spitze kitten frühere aktive Soldaten in alten Uniformen, dann folgten die Dorfjungfrauen, zum Teil noch in schmucker Hüttenberger Tracht. Die Altveteranen und Schwerbeschädigten des letzten Krieges wurden in Autos gefahren. An dem bei der Kirche errichteten Kriegerdenkmal angekommen, machte der Festzug halt. Die Fah. nen der Kriegervereine gruppierten sich um das Denkmal, und die Musikkapelle spielte das Lied: „Ich halt' einen Kameraden". In einer tiefgründigen Ansprache gedachte der Ortsgeistliche, Pfarrer Schneider, Hochelheim, der Opfer des Weltkrieges, deren Ramen auf dem Denkmal verzeichnet stehen. Ebenso wie die Gefallenen ihr Leben für das Vaterland Hingaben, so müßte heute auch das größere Ganze zum Dienste am Vaterland verpflichtet sein. Der Dienstgedanke müsse jedem ins Herz geschrieben und in der Stunde der Gefahr der Wille zur Einmütigkeit bekundet werden. Pfarrer Schneider streifte dabei auch die Röte der heutigen Zeit und bezeichnete es als eine Aufgabe der Kriegervereine, auch an dem inneren Aufbau des Vaterlandes Mithilfe zu leisten. Unter Glockengeläute stand der Festzug noch 3 Minuten still, die Fahnen senkten sich auf das Denkmal. Rachdem die Musikkapelle das Lied: „Wie sie so sanft ruh'n" gespielt und Pfarrer Schneider ein Gebet gesprochen hatte, fangen die versammelten Teilnehmer das Lied vom guten Kameraden. Dann setzte sich der Festzug wieder in Bewegung. Es waren in ihm vertreten die Kriegervereine: Kraftsolms, Allendorf, Vollnkirchen, Lang-Göns, Kleeberg, Griedel, Rauborn, Kirchgöns, Klein- Linden, Münchholzhausen, Dutenhofen, HolzhauD Blumendünger! Beachten Sie mein Spezialfenster! Samenhandlung Scheel, MäusburgU Zwangsversteigerung 19/29 Am Donnerstag, dem 8. August, oormU- ags 9 Ahr, wird durch das Amtsgericht Gießen auf Zimmer 106 das im Grundbuche von Gießen den Johannes Gillmann Eheleuten in Gießen zu je A zugeschriebene Anwesen Ederslraße 20 ?qc. JLII, Nr. 1415 -JQOQ = 430 qm hofrclte, geschätzt auf 25 900 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 53840 Gießen, den 17. Juni 1929. I. A. des Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Verwahrlosung auf dem Alten Friedhof. Der Alte Friedhof mit seinen reichen Schätzen an schönen seltenen Bäumen, wird vom Publikum viel zur Erholung benutzt. Ruhe und Frieden herrscht dort, kein Auto, Motorradler, oder sonstiger Betrieb stört dort den Aufenthalt. Wie ganz anders aber ist die Pflege dieser Stätte. Unglaubliche Verwilderung der Grasflächen, Wege und Grabstätten-Quadrate! Wenn hier auch von einem wohlgepflegten Rasen Abstand genommen werden muh, so ist es doch unverständlich, warum nicht mindestens zwei- bis dreimal im Jahre der Grasschnitt erfolgt. Sollte dies der Ersparnis halber nicht geschehen, so wäre dies weit gefehlt, denn durch den Samenausfall der Gräser und des Linkrautes entstehen bedeutend höhere Kosten für Wegreinigung und Ab- stechung der Kanten, sowie für Jnstandhalten der Rinnen usw. Ganz besondere Vernachlässigung besteht im Grabstätten-Quadrat 9, wo die letzten Beerdigungen als Cinzelgrabstätten ftattgefunöen haben. Hier sieht man drei Meter hohe Buch» Weizen-Stauden, meterhohes Gras, umgestürzte Grabsteine und solche, die zum Umfallen neigen. Welche Gefahr für die Besucher dieses Gräberfeldes hier besteht, bedarf wohl keiner neueren Erläuterung. Seitens der Stadt lagern schon jahrelang an einer der begangensten Wegkreuzungen Wagen voll Kie:, die mehr oder weniger den Weg versperren. Dor etwa einem Jahre wurden durch Rohlinge mehrere Grabsteine umgewor- fen, u. a. auch der schwere Grabstein der Familie Durck an der oberen Mauer; anstatt nun den Stein durch einen Beauftragten der Fried- hofsv er waltun g wieder auf richten zu lassen, liegt et heute noch, jedermann sichtbar, in der Grabstätte. Außerordentlich beklagenswert sind auch die traurigen Wasserbeschaffungsverhältnisse auf dem Alten Friedhof. Die Angehörigen der Der- storbenen, oder die dort beschäftigten Personen müssen das Wasser auf den teils steilen Wegen oft von sehr weit heranschleppen. Ein weiterer Mißstand besteht darin, daß keinerlei Gelegenheit geboten ist, die Abfälle von den Grabstätten auf dem Friedhof unterzubringen. Infolgedessen wird dieser Abfall so gut wie nur irgend möglich untergebracht zum Schaden des Aussehens und der Ordnung auf dem Friedhof. Ferner befindet sich dort keinerlei Gelegenheit für die auf dem Friedhof beschäftigten Arbeiter zur Verwahrung ihrer Arbeitskleider und Geräte, sowie zur Unterbringung kleinerer Mengen von Erde oder Kies, die — wie das nicht anders möglich — oft bei der Bearbeitung der Grabstätten übrig bleiben. Es würde sich empfehlen, innerhalb des Friedhofsgeländes einen eingefriedigten Platz mit verdeckter Halle zu schaffen, in der man Kleidet, Geräte und Materialien unterbringen könnte. Hoffentlich wird die zuständige Behörde den hier gegebenen Anregungen baldmöglichst entsprechen und sich dadurch den Dank aller Freunde des Alten Friedhofs erwerben. L.D. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Ahr. Samstag nachmittag geschlossen. gärungslofe Beerenobstverroertung im Haushalt .— Näheres in der heutigen Anzeige. Daten für Samstag, 22. Juni. Sonnenaufgang 3.43 Uhr, Sonnenuntergang 20.20 Ufjr. — Mondaufgang 21.13 llfjr, Mond- Untergang 3.22 Uljr (Vollmond). 1767: der Staatsmann Wilhelm v. Humboldt in Potsdam geboren; — 1919: Gründung der Universität Köln. LU. Von der Landesuniversität Gießen. Der außerordentliche Professor und persönliche Ordinarius Dr. O t t 0 E i ß s e l d in Halle hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für alttestamentliche Wissen- schäft an unsere 1 niversität als Nachfolger von Prof. Baumgarten erhalten. ee Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am nächsten Samstag, 22. Juni, vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage der Gießener Studentenhilfe e. V. in Gießen gegen die Stadt Gießen wegen Heranziehung zu den Straßenherstellungskosten des Wartwegs; 2. Klage des Philipp Heinrich Sommerlad in Beuern gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen wegen Versagung eines Wandergewerbescheins; 3. Klage des preußischen Bezirksfürsorgevetbandes Stadtkreis Frankfurt am Main, vertreten durch das Städtische Fürsorgeamt, Kreisstelle 11, gegen den Dezirksfür- sorgeverbanb des Kreises Friedberg wegen Ersatzes von Krankenhauskosten des Georg Gebhardt, geboren am 4. Februar 1909 zu Spießen; 4. Klage des Dezirksfürsorgeverbandes Groß- Gerau gegen den Bezirksfürsorgeverband der Stadt Gießen wegen Ersatzes aufgewendeter Fürsorgekosten für Wilhelm Muth. ** Anlagenkonzert findet heute, Freitag, 19.15 Uhr, durch das Musikkorps des 1. Bataillons 15. Inf.-Regts. bei günstiger Witterung in der Südanlage statt. Leitung: Obermusikmeister L ö b e r. Die Musikfolge ist: 1. „In Treue fest", Marsch von O. Teike; 2. Ouvertüre zur Oper „Das goldene Kreuz" von I. Brüll; 3. Große Fantasie aus der Oper „Der Prophet" von G. Meyerbeer; 4. Potpourri aus der Operette „Die Csardasfürstin" von G. Kalman; 5. Fanfarenmarsch für Heroldstrompeten und Kesselpauken von W. Löber. ** Sommerfest der Studentenschaft. Man schreibt uns: Zum Sommerfest der Studentenschaft am kommenden Sonntag, 23. Juni, wäre noch zu berichten, daß — mit wenigen Ausnahmen — • die gesamten Darbietungen von Studierenden der Landesuniversität gestellt sind. Aus dem überaus reichhaltigen Programm seien genannt: Die Revue mit ihren sieben Bildern (Schwester Wulfhild, bitte Narkose!), das Schachballett, das Kabarett unter bewährter Leitung (nigger dancing. excentric clowns, Akrobaten, Sänger und Sängerinnen) und nicht zuletzt die vorzüglichen Tanzkapellen! Es kann mit Sicherheit gesagt werden: Dieses Sommerfest wird genau so in der Erinnerung von Bürgerschaft und Studentenschaft bleiben, wie das Wiener Pra- terfeft im vorigen Jahr. ** Zweite Volks tümlich e Rheinfahrt. Das Hapag-Reisebureau Gießen veranstaltet am Sonntag, 14. Juli, seine zweite volkstümliche Rheinfahrt nach dem herrlich gelegenen Königswinter am Rhein und Siebengebirge. Hierdurch ist den Teilnehmern Gelegenheit geboten, auch den weiteren Teil des Rheins kennenzulernen. Die Fahrt geht — wie man uns schreibt — mit Sonderzug ab Gießen gegen 6.30 ilbt morgens nach Koblenz. Hier werden die Teilnehmer mit Gesellschafts-Autobussen abgeholt und nach einer kleinen Rundfahrt durch Koblenz zur Anlegestelle des Dampfers gebracht. Mit Sonderdampfer, begleitet von einer Musikkapelle, wird die Fahrt nach Königswinter fortgesetzt, woselbst ein Aufenthalt von über 3 Stunden vorgesehen ist. Während dieser Zeit ist jedermann Gelegenheit geboten, den Drachenfels, Petersberg usw. zu besuchen. Gegen 3 Ahr wird Königswinter verlassen und nach nahezu vierstündiger Dampferfahrt Koblenz wieder erreicht. Rach nochmaligem Aufenthalt von l1/« Stunde in Koblenz geht die Fahrt heimwärts, so daß Gießen kurz nach 10 Uhr wieder erreicht wird. Näheres ist aus dem heutigen Anzeigenteil er- sichtlich. *• Falsche Reichsbanknvten. Wie aus Frankfurt a. M. berichtet wird, werden dort seit geraumer Zeit falsche Reichsbanknoten zu 10 und 20 Reichsmark in den Verkehr gebracht. Die Falschscheine, die meistens in Geschäften und in der R^e der Bahnhöfe ausgegeben werden, sind leicht zu erkennen, trotzdem werden sie aber immer wieder unbeanstandet angenommen. Also Vorsicht! •• Oberhess isches Preishüten. Zu dem am 30. Juni in Hungen stattfindenden, vom Verein für Deutsche Schäferhunde in Gießen und dem oberhessischen Schäferverband veranstalteten ersten Oberhessischen Preishüten hat, außer den vor einigen Tagen bereits berichteten Stiftungen von Ehrenpreisen, auch der Gießener Verein „Hundesport" (Vorsitzender August Schwan) einen wertvollen Ehrenpreis gestiftet. Berliner Börse. Berlin, 21.Juni. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es gestern abend vom Farbenmarkt ausgehend weiter schwächer gewesen war, konnte sich im heutigen Frühverkehr bisher noch keine Tendenz herausbilden. Die Spekulation hält sich zurück und taxiert letzte Kurse. Warben etwa 252,5 bis 253. Am De- wird. Heugras-Versteigerullg gegen 18 Uhr die orbneten eine gute November ober Te- nehmen. Zusammenkunft an der Ziegelhütte. Allendorf a. d. Lumda, 20. Juni 1929. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein, lassen, dann werden die Kinder auch die rechte Freude und Erholung an den schönen Sommertogen haben, lind mit ihnen werden dann die Erwachsenen die Sommerlust genießen und sie werden mit Goethe beglückt ausrufen: „Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur." Bornotizen. — TageskalenderfürFreitag. Oeffent- ; licher Lichtbilderoortrag: „Tempelstätten Griechenlands", 20.15 Uhr, Singsaal der Oberrealschule. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Dr. Bessels Der- Wandlung". — Obst- und Gartenbauoer ein, Gießen. Am nächsten Sonntag, 20.15 Uhr, im Großen , Hörsaal der Universität, Lichtbildervortrag über „Die Sommerprossen itueb in den hartnäckigsten Fällen, werden tu einigen Tagen unter Garantie durch das echte, unschädl. TeintverschönerungS- mittel „Benutz", Stärke B. beseitigt. Keine Schälkur. Preis Jt 2.75. Nur zu haben bei Drogerie O. Wintcrboff, Kreuzvl. 9 10 Hindenburg-Drogerie, Seltersweg 68a. v„6,Odt«8,1 l(l WZ ie Qem L n drin bie ’ «Mim’* Step* Snot. nmifl fen ©ebiefe erfolgt "'.schlank ein 1 u U- □nsbejonbere 'trolle duktil. " hinaus unter hnt - Die von schabe Hilfs. gewinnt nun- UN Die Gebiets- * uH der ch°|lUche un> 1 Sie müssen d- erhallen, undM 'saklen Naßnchnb überdauern. SoLz anderen Matze füi Iche Landtag oppib Wregierung, doh in avstrlchendem tzSr 1 wo^' Klus der Provinzialhauptstadt. Giehen, den 21. Juni 1929. Sommer-Hygiene für das Kind. Don Geh. Sanita'israt Dr. Bruno Schaefer, (Sf)arl otienburg. Wer fein Kind lieb hat, freut sich auf den Sommer, denn er soll die schönste Zeit für die Kleinen sein. Sie brauchen nicht mehr den größten Teil des Tages in drückender Zimmerluft zuzubringen, sie sollen in freier, guter Luft sich ausgiebig erholen und wieder rote Wangen be- fommen. Aber in den Decher der Hellen Sommerfreude mischen sich auch manche Wermutstropfen, die nur durch eine verständige Hygiene wieder entfernt werden können. Besonders ungünstig für die Kinder können die Tage der großen Hitze werden. In den heißen Tagen erkranken bekanntermaßen die Säuglinge häufig an Brechdurchfall und an Krämpfen. Man ist immer mehr zu der lleberzeugung gekommen, daß zum größten Teil die Hitze die Ursache ist. Abgesehen davon, daß alle Nahrungsmittel — außer der Muttermilch — leichter verderben, vermindern sich auch bei den Kindern während der Sommerglut die Verdauungskräfte und die Widerstandsfähigkeit gegen Erkrankungen, während die Körperwärme etwas erhöht ist. Was soll man dagegen tun? Zunächst muh die Wohnung möglichst kühl gehalten werden, was den Erwachsenen auch nicht unangenehm sein dürfte. Bei einiger Aufmerksamkeit kann man es erreichen, daß der Wohnraum während der Gluthitze um mehrere Grade kühler ist, als die Auhentemperatur. Dazu ist es erforderlich, daß nur früh und abends, und wenn möglich auch des Rachts, gelüftet wird, während in den heißen Tagesstunden die Fenster fest geschlossen und mit Vorhängen etwas verdunkelt werden. Es ist doch ganz natürlich, daß bei offenem Fenster die Temperaturen außen und innen sich ausgleichen und dah die glühend heiße Luft Hereinstromen muß. Selbstverständlich muß das Kind in der heißen Zeit auch leicht gebettet und bekleidet werden. Federbetten sind dann für die Kinder ebenso quälend und lästig, wie für die Erwachsenen. Man kann während der größten Hitze die Kinder nackt liegen lassen, und will man dies nicht, so genügt jedenfalls ein leichtes Hemdchen. Während der drückendsten Tagesglut soll man das Kind nicht ins Freie bringen, dazu wartet man die kühleren Stunden ab. Da das Kind sich gegen sinnlose lleberhihung nicht wehren kann, so muh ihm der Arzt und Hygieniker zu Hilfe kommen. Dieser empfiehlt auch, dem Kinde einen engmaschigen Gazeschleier zukommen zu lassen, mit dem es bedeckt werden kann, um es vor den Fliegen zu schützen. Den Rahrungsmitteln — besonders der Mllch — muh jetzt natürlich eine besondere Sorgfalt gewidmet werden. Ist Eis vorhanden, dann soll die Milch auf Eis gestellt werden, und wenn nicht, dann soll das betreffende Gefäß in kaltes, sauberes Wasser hineingebracht werden, das häufig zu wechseln ist. In jedem Falle muh die Milch gut bedeckt sein, damit sie nicht durch Insekten und Staub verunreinigt wird. Ebenso wie der Erwachsene, hat auch das Kind während der heißesten Tage weniger Hunger, und man kann daher die übliche Rahrung etwas cinschränken. Das Defizit kann durch Zufuhr kühler Flüssigkeiten (Wasser, oder noch besser dünner, kalter Tee) ausgeglichen werden. Der übliche Sonntags-Rachmittags-Ausslug ist für die Kleinen nicht immer eine reine Freude, besonders nicht in den Städten, wo die Menschen in überfüllte und überhitzte Beförderungsmittel hineingepreht werden und wo man so das Vergnügen „in vollen Zügen" genießt. In den heißen Tagen ist es schon am besten, die Mittagshihe abzuwarten und erst nach der Abkühlung einen benachbarten ©arten, freien Platz oder Wald aufzusuchen. Eine Wohltat für die Kinder ist das Obst, aber die Wohltat kann zur Plage werden. Dah i unreifes Obst schwere Darmstörungen hervorruft, ! ist ja allgemein bekannt, aber auch das reife Obst kann große Beschwerden veranlassen. Wenn es nicht genügend gesäubert, in zu großen Mengen genossen und aus Gier nicht genügend gekaut wird, dann treten Darmkatarrhe auf und zuweilen auch Krämpfe. Tritt dann ein wohltätiges Erbrechen ein, so sieht man häufig unverdaute Kirschen- oder Pflaumenstücke wiederkehren, und manches Mal ist damit die Heilung cingcleitct, aber nicht immer. Wenn die schwer- verdaulichen Stücke den Magen schon passiert haben und sich im Darm befinden, dann kommen Stunden und Tage der Qualen, die nicht ganz ungefährlich sind. Wenn wir also die rechte Vorsicht walten Badeeinrichtungen in jeder Ausführung mit flu-, elektr. nnd Kolüenleoerung Rudolf Rüdiger/ Gießen Walltorstraße 35 4925A Ul Dcwolkung M MS» hrsa* Fortd^ w r ,»52 ®IC 21. S“’ ***** Air. . «‘fei , tetn W 0o(ti0e*5 Dienstag, den 25.3uni 1929, vormittags ^estioind. tz Uhr anfanaend, wird das der Gemeinde heißer?) Ziltendorf 3942 > Rnrklim Strandbotel a. Strandvilla Viktoria UUIDUIU ßestempfchl. Häuser direkt a. Strande, ruh.Lage.Coeblick.Hotelprosp.i.d.Geschäftsst.d.BI. | Vermietungen | Mbl.Zimmer zu vermieten 03928 Wagengasse 11 II. | Mietgesuche | Ml. MM für sofort in gutem Houfe gesucht. Schr. Angeb. unter 03934 an den Giefi. Anz. Junges Ekev. sucht 1 möbl. Zimmer mit Küche od. Küchenbenutzung. Schrtstl. Angeb. mtt^ßretö u. 03937 a. d. Gh. Anz. Möbliert. Zimmer f. iung.Kausmannab 1.7. 29 gesucht. „ • > Nur schrtstl. Angeb. an (Llaskontor, G.m.b.H^ Gienen. (Stellenangebote] IMligen Srllentfl^liiifen sucht 5371D Stritt Hcnkclmann, Damen- u. Herren- sriseurgeschäft. Butzbach [Hessens. Soziale «Acht der Aufgeber v.EieNen. ongebt-itn Ist t4, die ttn* zur 6r- rfeWelse sind aus Anreßsev fdtoufbk Hrht and selbfiuers Wir tuchen f. sofort eine gewandte Lchnciderin und ein Lehrmädchen. 8u ex fr. i. d.Geschst. ö. Giefi. Anz. 03941 Zuverläss. tüchtiges Alleinmädchen für Einfamilienhaus nebenHilselnDauer> steUung gesucht.Das- felbe mun selbständ. in der Küche und erfahren in all. Hausarbeiten setn.Angev. m.Zeugntsabschr. an Frau Mathern, Frankfurt a.M.,Ltchtenberg- strahe 3. [5400 D 6hfl. mäöSen mögt, vorn Laude, in fletnen Haushalt u. für Botengänge für tagsüber sofort gesucht. Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gieh. Anz. 03933 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Zum 1. ob. 15. Juli wird ein älter., tüchtiges Fräulein oder besseres Mädchen gesucht, welches koch, und nähen kann, alle Hausarbeit versteht, und felbnnnb. einen Haush. führen kann. Mädchen vorU. Win solche mit langjahr- (tuten Zeugn. wollen sich melden. [5374V 2. G Müller. Wetzlar, Babnhoiftr. 28. öllllllllllllllllllllllllllllllllü | Verkäufe | WMMS in bester Geschäftslage Dillenburgs, in dem seit 35 Jahren Bäckerei mit Erfolg betrieben worden ist, erbschastShalber um. günstig. Beding, zu verkaufen. Auch für jeden anderen Betrieb geeignet. Hösner.Dilleuburg Marbachstr. 4. 62il< Gelegentzelkskaus! 1 Ardie-Kupper- Sport. 550 cem, mit el.Vicht u. Boschhorn, sehrgut erb^oOO'Dlf. 1 Ardie 550 ccm, mit Vicht u. Sozius, 4 Wochen gefahren, 900 Mk. 1 N.-S.-U. 250 ccm, Riemenantrieb, mit Vicht, tn beit. Zu st., 450 Mk. bei günstig. Beding, zu verkaufen. 03927 L. Römer, Moior- fahrzeu e, Revara- tur Heuchelheim b. Gienen, Wilh.-Dir.2. Koffer- Grammophon gänzlich neu, durch Zufall stau 176 Mk. nur Mk. 95-. An fr. unt. Nr. 1001 Mitteldeutsche Ann.-Grved. Plockitr. 5. [03935 Gut erhaltener Mmgen Ali verkaufen 03940 Ebclstrafre 7 III. Kaufgesuche Zu kaufen gesucht: mehrere Coöeneln- rWuligen.Sezinial- roQogen. ödinell- waügen ufro. für Kolonialwaren« geschähe geeignet. Uhma. Marburg. | Empfehlungen fit(W- Rheu- mailfmu*-Tce v. Dr. Zinsser & Co. seit 30 Jahren vorzüglich bewährt. PaketM.1.80u.2.50 in allen Apotheken Dr. Zinsser® Co. Leipzig 8> 20000 Anerkennungen Speise-und Salat- karioffeln in vrtma Qualität emprieblt billigst W. Banhel Ww. Neuen Baue 7, Teleob. 6)2. 45D Mim ■ | 6M9III» werd ialigetnän t u. preiswert ge- r stimmt u revar t OöerlÄ Gietzen.VioMZi Z Telephon 2403 X Verkant v. neuen 1 u. gebt. K lav r Wie eine Sammetfläche, gleichmäßig geschnitten, soll er sich Im Garten ausbreiten. Doch wird Ihr Garten nicht von alleine so. er will gepflegt sein. Sie brauchen dazu einige wichtige Geräte: Einen praktischen Rasenmäher, einen guten Rasensprenger und Gummischläuche. — Vergessen Sie auch nicht,sich ein paar bequeme, praktische, eiserne Gartenmöbel anzuschaffen. Ich habe alles vorrätig und werde Sie preiswert bedienen. J. B. H AUSER, GIESSEN AM OSWALDSCARTEN 5228A Technikum Jimenau Thür. Ingenieurschule lür Maschinenbau und Elektrotechnik Wissenschaftliche Betriebsführg. Werkmelsterabtellune ZwÄ und Msssis können Sie entbehren, wenn Sie ein GMßsedhemd tragen. Dazu paffend der unsichtbare Hemekre> Hosenträger Richtev 5388D Herrenmoden, Neuen Säue 3 Billige Billige Ein Versuch lohnt! 5047A Kein Vaden. Eingang Ecke Volksbad. Wagon Ersparnis hoher Ladenmiate 1 Treppe hoch Ä hmeWMM'Ws r. WküMlg j*8T Gletzeo. Stitersroeg 58.1 Iregue. "»6 Neue moderne Herren • Anzüge, ein- und zweireihig, Mk. 25—, 35—, 48-, 52.- und höher. Frack- nnd Smoking - Anzüge in groner Auswahl zu niedrigen Preisen. Sport- nnd Manchester-Anzüge v. Wit 35.— an Nuvschen-Älmüge em: und zweireihig, in allen Warben, von Mk. 20.— an. Moderne Frühjahrs-Mäntel von Mk. 25.— an. Leichte Marengo-Paletots von Wik.30.— an. Gummi-Mäntel von .Ult. 15.- an. Windjacken n. Lodenjoppen o.Mk. 12.— an. Zinder-Anzüge m all.Grönen v. 'Ulf. 10.— an. Schwarze Losen f. Kellner n. Eisenbahner v. Mk. 11. an. Gesirellte losen in all. Farben u. Grönen, v. Nlk. 5 — an, auch ,ür korvul. Herren. Manch.- u. feldgraue Hosen v. 'JJit. 10.— an. Sport-Hosen o.Mk.8.- an. Knickerbocker0.2)11.12.-an Eisenleste Hosen v. Mk. 0.— an. Kinder-Hosen iGiötze 7—10) l)it. 1.90. auch Kinderanzü^e in grober Auswahl zu Schleuderpreisen. Nene Herren-Westen Mk. 3.50. Blaue Arbsltsanxtige v. Mk. 7.50 an. Weiflbtnderanzüge Pik. 10.—. Sommerjoppen v. Alk. 5.- an. Auch schwarze Sommerjoppen für Eisenbahnern Blane nnd schwarze Ltisierjacken von Alk. 10.— an. Getragene Anzüge ui allen Gröhen, auch für korvul. Herren, von Alk. 12.— an. Frack-, Smoking-, Gehroek- und Cutaway-Anzüge, äusreru ötelßroert; auch gebt. Hosen und Kellaer-Westen in allen Preislagen. Erdbeeren täglich frisch empfiehlt billigst W. Bankei, Neuen Baue 7. Telephon 612. 242D ,tJ(aircC' inleltn auch Sie Opplgt, guvid« und firbenpriOitlge Topfpflanzen. Dose 50Pt u.M.I.-ln Drogerien, Apoth^ •lliin>-nu. Samen hindkrgen ZtirwarmeTage wird leichte Kost besonders angenehm empfunden Vegetarische Lebensmittel und (03534 MiiMenoroflüMe Kräuterhaus Jung Gienen, Schulstr. 5. laEideriel(käsß20% 9 Pfd.-Mk.6.30 trank, Dampfküaetabrtk Rendsburg. 4538 V Verschiedenes] Heleiiligöoi gegen Frau Same- nehme ich hiermit zurück. 53870 BellerSbetm, den 20. Juni 1929. Frau Hermann Scheid. Am Samstagvormittag schöne moderne Muster Alle Artikel sind übersichtlich im 1.Stock zum Aussuchen ausgelegt 5397A Salomon Schulstraße 4 verkaufen wir — solange Vorrat - weit unter eigentlichem Wert Damen-Schlüpfer in Kunstseide und Baumwolle, gute Qualität, hübsche Farben, alle Größen.............. Baumwollene Hemdhosen Bein-od. Windelf., weiß u.farbig,fein gestrickt Herren-Socken einfarbig u. gemustert, Mako mit Seide u. Flor Selbstbinder Damen-Jumperschürzen aus gutem Satin oder modern gestreiften Siamosen, volle Weite.................... Strumpfhalter-Gürtel mit 4 Haltern, weiß und farbig, alle Weiten Frottier-Handtücher gute schwere Ware, durchgemustert mit bunter Kante 50 x100 cm.................. M 6 Nr. M Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, 2t. Juni 1929 Oie Meistertänzer von Europa. In Bad-Nauheim: Deutscher Seniorenmeister. - Das Meisterpaar von Europa im modernen Gesellschaftstanz. - Reportage vom Parkett. Von Maxel Troll. Die Relativität des Ehrgeizes. Der Sport geht heute über alles! llnb jeder Sport hat seine Bezirks-, Landes-, Europa-, Weltmeisterschaft. Schwimmen, Fußball usw. Warum nicht auch das Tanzen? Dem Europameister im Boxen muß auch der Europameister im Tango, Slow-Foxtrott usw. gegenüberstehen. Sonst wäre das Leben ja schal und matt. Ziel- los für die, die in der Ausübung „ihres" Sports, dos Steckenpserdchen ihres Lebens reiten. Was dem Politiker der Reichskanzlerposten, ist dem Tänzer aus Leidenschaft die Europameisterschaft im Tango, Englisch Waltz, Slow-Foxtrott und Quickstepp. Oder gor die Weltmeisterschaft in diesen Bein- bcwegungen. Höhere Ehre kann keinem Tanzenthusiasten zuteil werden. Cs wäre ja auch schlimm, wenn alle Jünglinge Reichskanzler und alle Frauen „Frau Reichskanzler" werden wollten. Alles ist organisiert. In diesen Tagen richteten sich die Blicke aller Tanzfreudigen auf Bad-Rauheim, wo die ..Deutsche Seniorenmeisterschaft" im modernen Gesellschaftstanz und die „Meisterschaft von Europa der Tanzpaare aus Liebe" (zu deutsch: der Amateure) ousgetragen wurde. Hier in Bad-Rauheim erfuhr ich zum ersten Male, daß auch die Bewegungen der Deine und Beinchen sich einer guten nationalen und internationalen Organisa. tion erfreut. Unter der rituellen Aufsicht des „Reichsvcrbandes zur Pflege des Gesellschaftstanzes" ging die Europameisterschaft vor sich. Biele Borprüfungen hatten die einzelnen Paare aus London, Berlin, München, Saarbrücken, Frankfurt a. M., Bad-Rauheim zu bestehen, ehe sie für würdig genug befunden wurden, an dieser Meisterschaft teilzunehmen. Entsprechend dieser ernsten Dorbereitungen hatte auch die Hessische Bad- und Kurverwaltung den großen Tag würdig und würdevoll arrangiert. „Der Große Bühnensaal" war ringsum wie ein römischer Zirkus amphitheotralisch umbaut, damit auch dem „Außenseiter" keine Beinbewegung verloren ging. Wie kaum ein anderer, ift gerade dieser Saal zur Austragung einer Europameisterschaft des modernen Tanzes geeignet. Wände und Galerie des Raumes ziert eine Ornamentik im Stile alt- ägyptischen Basen. Pegasusse jazzen an den Wänden. Reptune foxen slow. Grünlich schillernde Faune fchauen interessiert von der Galerie- sassade zu, wie da unten auf dem spiegelglatten .Parkett elfengleich in leichten duftigen Kleidern schöne Frauen sich von starken Männern im Frack oder Smoking mit mondlichtweißen Hemdenbrüsten zum Tanze führen lassen. Der —Bölkcrbundesrat — der Tänzer. Die Feierlichkeit ist strengen Gesehen unterworfen. An jeder Ecke des Quadrats der Tanzfläche sitzen an kleinen Tischen je zwei Schiedsrichter. Die unbestechlichen Zensoren, die jeden richtigen und falschen Schritt notieren. Inmitten des Saales aber thront ein fünfköpfiges Oberschieds- aericht, das „Reichsgericht" bei der deutschen Meisterschaft oder bei einer europäischen Meisterschaft der „Bölkerbundsrat" der Professoren des modernen Gesellschaftstanzes. Erst wer erfolgreich die C- und dann die B- und dann die /V-Klasse absolviert hat, erringt die Berechtigung zur Teilnahme an der Sonderklasse, in der allein die Meisterschaft von Europa ertanzt werden kann. Die Lieger. Ausscheidungskämpfe finden statt und schließlich werden zu später Rachtstunde die Sieger verkündet. Sieger blieb das englische Paar W. M. Heath und Fräulein Grace Williams, das seinen Konkurrenten um eine gute Klasse überlegen war. Zweiter in der Europameisterschaft war das Berliner Paar Heinz Reumann-Hertha Grünewald. Dritter das Frankfurter Paar Firehill- Röltner. Trompetenstöße, Saxophonblasen begrüßte die neuen Meister. Blitzlicht hielt auf Photoplatten das welterschütternde Ereignis für die Rachwelt und für die illustrierten Zeitungen fest. Dann wanderte man still nach seinem Hotel in dem „stolzen Bewußtsein, einen schönen Abend verlebt zu haben!" wie es in den Dereinsberich- ten des Kegelklubs „Alle Reun" so schön zu lesen steht, wenn dieser sein zehntes Stiftungsfest nicht umhin konnte zu feiern. Die Erkrankungen des Herzens nnd der moderne Gesellschaftstanz. Bad-Rauheim ist balneologisch gesprochen das Weltbad für Herzkranke. Da mich die Kurverwaltung freundlich einlud, um als Reporter an diesem großen sportlichen Ereignis des feierlichen Austrags der Europameisterschaft des modernen Gesellschaftstanzes teilzunehmen, fand ich dies paradox. Denn, so sagte ich mir, ist ein Mensch herzkrank, so verbietet ihm der Arzt neben starkem Kaffee, hochprozentigem Bier, Wein, Schnaps und sonstigem Alkohol vor ollem auch übermäßig viel Bewegung und verordnet Ruhe unter allen Umständen. Tanzen aber ist doch sicherlich nicht gut für Herzkranke. Meine doch immerhin berechtigten Zweifel wußte ein freundliches Mitglied der Kurverwaltung mit leichtem Spott rasch zu zerstreuen: Wir sind das Weltbad für Herzkranke. Richtig! Aber wir von der Kurverwaltung als alte „Praktiker für Herzkrankheiten" unterscheiden zwei Hauptkategorien von Herzkranken. Die erste Kategorie nimmt unsere trefflichen Bäder und steht in ärztlicher Behandlung. Für die andere Kategorie der „Herzkranken" nützen leider, und ich muß das als objektiver Mensch offen einstehen, weder unsere Bäder noch die ärztliche Behandlung. Da aber wir von Bad- Rauheim alle Herzkrankheiten heilen wollen, pflegen wir mit besonderer „Liebe" den modernen Gesellschaftstanz, der sich auf Grund langjähriger Erfahrung als die beste Kur für die Erkrankun- ren des Herzens der zweiten Kategorie erwiesen at. Wir haben daher in Bad-Rauheim von allen Bädern der Welt den besten Prozentsatz von Heilerfolgen bei Erkrankungen der zweiten Kategorie aufzuweisen. Beweis: Die von Jahr AeMMNWjMU Roman von Edgar Wallace. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „In seinen Kleidern war genug Wasser, um das Papier völlig damit zu sättigen, es ist beinahe so aufnahmefähig wie Löschpapier", sagte Larry. „Wir haben also bis jetzt folgendes festgestellt: Gordon Stuart ist ertränkt worden, und nach seinem gewaltsamen Tode haben ein oder mehrere Personen sich mit seinem Körper zu schaffen gemacht, von denen eine die Botschaft in seine Tasche gesteckt hat. Diese Person war entweder ein Blinder oder jemanden, der annahm—" Er starrte sie an. „Alle Wetter!" Ein Gedanke war ihm durch den Kopf geschossen. „Was wollten Sie sagen?" fragte sie. „Kann das möglich sein —“ Er runzelte die Stirn. Die Idee war absurd, und doch —. Wer auch immer die Botschaft in den Taschen des Toten gelassen hatte, erwartete, daß Diana Ward sie lesen würde. Sie hatte keine amtliche Stellung im Vard. Daß sie Larry Holt als Sekretärin zugeteilt wurde, war ein rein zufälliger Umstand, der von niemand vorausgesehen werden konnte. Aber ein eiliger Anruf bei dem Personalchef im Präsidium ergab, daß im Augenblick kein Braille- Expert in Scotland Pard existierte. Der einzige Mann, dem die Blindenschrift bekannt war, hatte einen sechsmonatlichen Krankheitsurlaub angetreten. „Ich glaube, Sie können die Annahme, daß die Botschaft für mich bestimmt sein follte, ruhig als ausgeschlossen betrachten", sagte das junge Mädchen lächelnd. „Rein, sie ist von einem blinden Menschen aufgesetzt worden, anderenfalls wäre sie ja auch viel besser geschrieben worden. Jemand, der seine Augen gebrauchen kann, oder —" »Aber wenn er nun im Dunkeln geschrieben hat?" sagte Larry, als er die Schale wegstellte und den Schrank abschloß. „Wenn er nicht blind wäre, würde er wahrscheinlich nicht im Besitz des Instrumentes sein, um diese Zeichen zu machen", sagte sie kopfschüttelnd, und Larry mußte ihr beipflichten. Die beiden nächsten Stunden wurden mit Erledigung der Briefe an die verschiedenen amtlichen Stellen ausgefüllt. Um elf Uhr stand Larry auf. nahm Mantel und Hut und sagte: „Wir fahren jetzt spazieren." „Wir?" fragte sie erstaunt. „Ich möchte, daß Sie mitkommen." Larrys Ton war amtlich, und sie gehorchte stillschweigend. Ein Auto erwartete sie am Eingang des Präsidiums. Der Chauffeur hatte augenscheinlich schon seine Instruktionen erhalten. „Wir fahren nach Beverley Manor — das kleine Rest, das Stuart so regelmäßig ausgesucht hat", erklärte er. „Es liegt mir viel daran, herauszufinden, welche Anziehungskraft die alte Saxonenkirche für den unglücklichen Mann gehabt hat. Er war kein Archäologe, und so wird wohl die Tatsache, daß die Fundamente der Kirche ungefähr tausend Jahre alt sind, kein großes Interesse für ihn gehabt haben." Es war ein wundervoller Frühlingstag, dessen köstliche Frische rosige Farben auf ihre jungen, gesunden Gesichter brachte. Die Hecken waren von zarten, grünen Blättern bedeckt, die Grasstreifen am Wege gelb von Schlüsselblumen. Schweigend sahen die beiden nebeneinander, die das Schicksal unter so eigenartigen Umständen zusammengebracht hatte, genossen den goldenen Tag mit dankbarem Herzen, mit der Freude am Leben und der auferstehenden, göttlichen Ratur. Zwitschernde Vögel waren emsig beim Restbauen und sangen die alte — ewige junge Hymne des Werdens, flüchtige Schatten huschten über die Straße und blickten aus ihren Erdlöchern auf die Dorüberfahrenden. In einem geschützten altmodischen Garten blühten weiße Lilien. Beverley Manor war ein kleines, unbedeutendes Dörfchen am Fuße des Kentish Rag, das außer feiner alten Kirche wenig Anziehungspunkte für Besucher hatte. Abseits von der großen Kentchaussee lag es, ein kleines, vergessenes Plätzchen im ländlichen England, wo das Leben still und ungetrübt seinen Lauf nimmt. Eie fuhren zum Gasthof und machten sich dann, als Larry das Mittagessen bestellt hatte, zu Fuß auf den Weg nach der Kirche, die ungefähr eine Diertelmeile entfernt am Rande eines weißen, freundlichen Weges lag. Die Kirche war nicht hübsch, ihr viereckiger Turm war niedrig und finster. Generationen und Generationen hatten versucht, die im Beginn einfachen Linien des Gebäudes zu verschönen und hatten ein architektonisches Mischmasch hervorgebracht, in dem romanistischer, gotischer und normännischer Baustil miteinander kämpften. „Das .schreit doch beinah zum Himmel", sagte Larry ünehrerbietig als sie durch das altertümliche Tor in den Kirchhof traten. Das Portal der Kirche stand offen, aber niemand war zu sehen. Wie störend auch das ungefällige Aeuhere des Gebäudes sein mochte, das einfache Innere atmete Ruhe und stillen Frieden. Larry hatte gehofft, Erinnerungstafeln an den Wänden der Kirche zu finden, die ihm irgendeinen Fingerzeig über die Deranlassung zu zu Jahr stetig anwachsende Zahl der Verlobungen und Heiraten unserer Kurgäste, die das städtische Standesamt und unsere Kurliste getreulich und gewissenhaft registrieren. Aus diesem wohlerwogenen Grunde scheute auch die Kurverwaltung keine Mühe und keine Kosten, um den Austrag der „Meisterschaft von Europa" im modernen Gesellschaftstanz für unseren Kurort für Herzkranke zu sichern. Rach dieser klugen Erklärung waren alle meine Zweifel beseitigt und mit dem Lob für die all« weise und menschenfreundliche Kurverwaltung im Herzen verließ ich diesen Ort wahrer Menschenliebe. Tumen, Sport und Spiel. Oer Fußballkampf Oeutschland — Schweden. Am kommenden Sonntag findet in K ö l n der achte Fußballkampf zwischen Deutschland und Schweden statt. Diese Begegnung hat um so größere Bedeutung, weil die Schweden unter den nordischen Staaten als die spielstarkste Nation gelten und diese Tatsache erst wieder in den letzten zwei Wochen durch drei Siege gegen Holland (6:2), Finnland (3:1) und Dänemark (3:2) unter Beweis gestellt haben. Die fußballsportlichen Beziehungen jju Schweden nahm Deutschland erst 1911 auf, also drei Jahre nach Beginn der Länderkämpfe mit puderen Nationen. Die Schweden waren damals in ihrer Spielstärke recht primitiv, haben sich aber seitdem enorm entwickelt. In erster Linie ist dieser Umstand aus die Spiele gegen die englischen Profis zurückzuführen. Die erste Begegnung gewann Deutschland mit 4:2. Es sollte aber der einzige Sieg in den bisherigen sieben Begegnungen mit Schweden bleiben. Deutschlands Mannschaft für den bevorstehenden Kampf ist nicht als stärkste deutsche Vertretung anzusprechen. Durch die Einlegung des Kampfes gegen Schottland mußten für den vierten Länderkampf des Jahres die Spieler des stärksten deutschen Vereins, des 1. FC. Nürnberg, freigestellt werden. Vor allem fehlt Stuhlfauth im Tor, der unbestritten Deutschlands bester Torwart ist. Für ihn hütet Kreß (Frankfurt) das Mal, und gerade diese Tatsache ist es, die an einen Erfolg gegen Schweden nicht recht glauben läßt. Die Verteidigung mit Weber (Kassel) und Schütz (Frankfurt) sollte ihrer Aufgabe gerecht werden. Beide Verteidiger sind technisch gut, schlagsicher und spielerfahren. Auch die Läuferreihe ist trotz des Fehlens von Kalb, den der D. F. B. wegen der Amsterdamer Vorgänge noch immer nicht zu seinen Länderspielen heranzieht, als stark anzusprechen. Geiger (Nürnberg), Leinberger (Fürth), und Knöpfle (Frankfurt) haben gegen Italien den großen 2:1-Sieg erringen helfen und werden auch dieses Mal ihren Mann stehen. In Hamburg ist die Aufstellung von Horn (Hamburg) in der Sturminitte ein Experiment. Auch Hofmann (Dresden) steht halbrechts auf einem ungewohnten Posten, was aber für diesen begabten Stürmer kein allzu großes Handicap ist. Wie Frank (Fürth) verfügt er über einen gesunden Schuß, so daß der deutsche Angriff als recht durchschlagskräftig bezeichnet werden muß. Albrecht (Düsseldorf) rechts und Hofmann (München) links sind Außenstürmer, die nicht zum ersten Male in der deutschen Elf stehen und bisher noch nicht enttäuscht haben. — Schwedens Mannschaft ist nach den Erfahrungen der letzten Länderspiele aufgestellt. Sie ist stärker als die Mannschaften, die zuletzt gegen Deutschland angetreten sind. Ramentlich der Jnnensturm mit Rudell, Kaufeldt und Albin Dahl ist allerbeste Marke. K r o o k und Andersson als Verteidiger sind große kräftige Gestalten, beide schlagsicher und unerschrocken. 'L i n d b e r g-im Tor ist der beste Vertreter seines Faches in Schweden. Lediglich der Mittelläufer ist ein unbeschriebenes Blatt: nachdem Schwedens großer Könner Friberg abgetreten ist, hat das Stuarts Fahrten geben könnten. Aber außer einer Bronzetafel, die die Tugenden eines früheren Vikars pries, und dem Grabmal eines alten Bischofs von Rochester, waren keinerlei Gedenktafeln zu sehen. Larry begann dann eine systematische Tknter- suchung der Gräber. Die meisten waren sehr alt und ihre Inschriften kaum zu entziffern. Schließlich kamen sie an das Ende des Kirchhofes, wo ein halbes Dutzend Arbeiter einen in Sackleinewand verpackten Grabstein herbeischleppten. Schweigend standen sie Seite an Seite und sahen zu, wie die Arbeiter ihre Last an einem gut gepflegten Grabe niederlietzen. „Ich fürchte, wir haben unsere Reise umsonst gemacht," sagte Larry. „Wir wollen noch versuchen, im Dorf etwas zu erfahren und fahren dann nach London zurück." Er war gerade im Begriff zu gehen, als einer der Männer anfing, die Leinewand von dem Grabstein zr^ entfernen. „Wir können schließlich auch sehen, wer das hier ist," sagte Larry und trat zu den Arbeitern heran, die ihm Platz machten. Mit Verblüffung las er: + Zur Erinnerung an Margaret Stuart Ehefrau von Gordon Stuart (Calgary Can.) Gest. 4. Mai 1899 und ihrer einzigen Tochter Jeane, Geb. 10. Juni 1898 Gest. 1. Mai 1899 Das junge Mädchen stand jetzt neben ihm, und beide starrten sie auf den Grabstein. „Seine einzige Tochter!" sagte Larry im Tone tiefsten Erstaunens. „Seine einzige Tochter! Ums Himmels willen, wer ist denn da Clarissa?" 9. Ein Besuch beim Amtsvorsteher ergab auch kein befriedigendes Resultat. Margaret Stuart war auf einer Farm drei Meilen außerhalb Beverley Manor gestorben, und feit ihrem Tode hatte die Farm zweimal ihren Besitzer gewechselt. „Dor zwanzig Jahren?" sagte der Farmer, den Larry aufsuchte. „Dor zwanzig Jahren war das Haus hier so eine Art Genesungsheim. Es wurde von einer Frau geleitet, die kranke Leute aufnahm." Wo die Frau geblieben war, konnte er nicht sagen. Aus dem Dorf war sie nicht, und er glaubte gehört zu haben, daß sie gestorben wäre. Land feinen überragenden Mittelläufer auf zu ° weisen. Das Können der Läuferreihen sollte das Spiel entscheiden. Im übrigen ist die Mannschaft nach den siegreich verlaufenen Spielen gegen Holland und Dänemark unverändert gelassen. Der Kampf steht unter der Leitung des Wiener Schiedsrichters Braun. Ein Sieg Deutschlands würde die guten Erfolge gegen die Schweiz, Italien und Schottland unterstreichen und viel zur Hebung des deutschen Ansehens im internationalen Fußballsport beitragen. Aber auch die Schweden haben nach ihren diesjährigen Erfolgen in den Länderkämpfen das gleiche Streben. So sollte es einen harten Kampf geben. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. ö. Mit einem größeren Aufgebot von Wettkämpfern .wird die Spielvcreinigung 1900 am kommenden Sonntag die leichtathletischen (5. nationalen) Wettkämpfe des Sportvereins „Hessen" 1911 Franienberg besuchen. Die 1900er werden dort t; i starke, insbesondere westdeutsche Konkurrenz stoßen. In den Einzel- kämpsen wird man, da verschiedene Spihenleute nicht starten können, nicht allzuviel Lorbeeren ernten können. Bei den Staffeln (3 mal 1000 Meter, 4 mal 400 Meter und 4 mal 100 Meter) sind die Aussichten etwas günstiger. Ob es allerdings dazu reichen wird, mit ersatzgeschwächter Mannschaft den Wanderpreis in der letztgenannten Staffel erfolgreich zu verteidigen, erscheint fraglich. Außer den Aktiven sind noch einige talentierte Jugendliche mit von der Partie. Es steht zu erwarten, daß sich auch der Rachwuchs ebenso rühmlich schlägt, wie in den Dor- jahren. V.f. B. Leichtathletik. Am kommenden Sonntag findet auf dem Waldsportplatz zum erstenmal ein leichtathletischer Jugendklubzweikampf, V. f. B. Gießen gegen D. f. L. Wetzlar, statt. Dor drei Wochen muhte die D. f. B.-Jugend die Ueberlegenheit der von Paulus trainierten Wetzlarer mit 59:91 Punkten anerkennen. Wenn auch der Plahverein sich kaum Hoffnungen auf einen Sieg machen darf, so ist doch auf Grund der diesmaligen besseren Besetzung ein etwas günstigeres Abschneiden zu erwarten. Die Der- anstaltung sieht Lauf-, Wurf- und Sprungkonkurrenzen der Jahrgänge 1911 bis 1917 und jünger vor. Handball in Gießen. Kommenden Samstag trägt die Studenten- e I f ihr Rückspiel gegen die Stadtmannschaft aus. Das Dorspiel mußte nach Halbzeit wegen Regens abgebrochen werden. Ein richtiger Kräftevergleich der beiden Mannschaften war so nicht möglich, da die Universität außerdem sechs neue Spieler eingestellt hatte, die sich erst einfinden mußten. Auf Grund der gezeigten Einzelleistungen sollte diesmal ein Sieg der Studenten möglich fein, jedoch gibt die. auf Erfolg eingestellte Spielweise des Gegners diesem auch Siegeschancen. „Ich habe mir schon den Kopf zerbrochen," fuhr er fort, „um auf ihren Rarnen zu kommen. Ich habe erst gestern einem Herrn gesagt, daß er sich am besten in Somerset House erkundigen könnte und —" »Ein Herr?" unterbrach Larry schnell. „Hat sich denn jemand nach ihr erkundigt?" „Ja, Sir, ein Herr aus London," war die Antwort. „Er war im Automobil von London gekommen und hat mir fünfzig Pfund angeboten, wenn ich ihm den Ramen der Frau verschaffen könnte, die das Genesungsheim hier geleitet hat, und sogar hundert Pfund, wenn ich ihm irgend etwas über eine Dame mitteilen könnte, die hier vor zweiundzwanzig Jahren gestorben ist. Ihr Rarne war Stuart. „Wirklich?" fragte Larry, jetzt völlig bei der Sache. Er wußte ganz genau, daß niemand vom Präsidium diese Erkundigungen eingezogen haben konnte. „Wie sah denn der Herr aus?" „Er war ziemlich groß, sein Gesicht konnte man aber nicht deutlich sehen, weil er seinen Mantel bis über das Kinn hinauf zugeknöpft hatte. Es fiel mir aber auf, daß ihm der kleine Finger der linken Hand fehlte." Den Rachhauseweg legten beide, Larry und Diana, schweigend und in Gedanken verfunken zurück. Der Wagen suchte sich schon seinen Weg durch den lebhaften Derkehr auf der Westminster Bridge Road, als er auf ihren Besuch in Beverley Manor zurückkam. „Wer hat es so eilig, Informationen über die Stuarts zu erhalten, daß er sogar fünfzig Pfund dafür bezahlen will? Wer ist seine Tochter Clarissa, und wie kann er überhaupt eine Tochter Clarissa haben, wenn seine einzige Tochter in Beverley Manor begraben liegt?“ „Sie erkundigten sich doch bei dem Steinsetzmeister, als wir nach Beverley Manor kamen. Konnte der Ihnen denn keine Auskunft geben?" fragte das junge Mädchen. Er nickte. „Der Gedenkstein ist von Stuart bestellt worden, der die Gewohnheit hatte, täglich nach dem Kirchhof zu kommen und am Grabe zu sitzen. Er hatte den Stein vor zwei Monaten bestellt und war erst in vergangener Woche dort, um ihn vor dem Aufstellen zu sehen." Gedankenvoll nagte er an seiner Unterlippe. „3n dem Zeitraum zwischen seinem Besuch in Beverley Manor und der Rächt seines Todes muß Stuart entdeckt haben, daß er noch ein zweites Kind hatte." Er schüttelte den Kopf. „So was gibt's heutzutage nicht mehr," sagte er bestimmt, „wenigstens nicht im wirklichen Leben." (Fortsetzung folgt.) Handball der Gp.-Dg. *1900. 8. Nächsten Sonntag hat die Spielvereiniaung 1900 abermals einen süddeutschen Verein zu Gast. Es ist der V. f. B. Höchst a.M., der damit einer Rückspielverpflichtung nacykommt. Im Vortreffen hatten die 1900er eine mit vielem und unzureichendem Ersatz durchsetzte Mannschaft nach Höchst entsandt, die glatt geschlagen wurde. Am kommenden Sonntag wird es naturgemäß das Bestreben der Spieloereinigungsleute sein, die Scharte auszuwetzen und dann auch den guten Eindruck vom vergangenen Samstag (3:1 gegen Rot-Weiß Darmstadt) nicht zu verwischen. Wenn die Mannschaft mit demselben Eifer spielt, muß sie ein günstiges Resultat herausholen können, zumal der Sturm wesentlich stärker ausgestellt ist. Der Höchster Mannschaft ist eine forsche Spielweise eigen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Ligareserve und 3. Mannschaft der Dlauweihen haben sich für den nächsten Sonntag die 1. und 2. Elf Sportvereins Cölbe bei Marburg, denen ein guter sportlicher Ruf vorausgeht, zu Gesellschaftsspielen nach hier verpflichtet. Durch ständige Begegnungen mit den Marburger Stadtvereinen haben es die Gäste zu ganz ansehnlichem Können gebracht. Die jeweiligen Sieger sind nicht vorauszusagen. Die Äugend unterliegt seit verganenem Sonntag der Sperre. B. f. B. Bor der am 1. Juli beginnenden allgemeinen sFuhballsperre toill die L i g a m a n n sch a f t noch zwei Rückspielverpflichtungen einlösen.. Am kommenden Sonntag fährt sie nach Alsfeld, um gegen den dortigen Sportverein 06 anzu- treten. Es ist das vierte Treffen, in dem sich die beiden Mannschaften gegenüberstehen. Die drei vvrausgehenden gewann Alsfeld, die zwei ersten mit 5:2, während das dritte beim Stande von 3:2 für Alsfeld wegen Regens abgebrochen wurde. D.f.B. hat diesmal also allen Grund, das Möglichste aus sich herauszugeben, um die Riederlage wieder wettzumachen. Wenn ihm dies gelingen soll, muh die.Mannschaft jedoch in stärkster Aufstellung stehen und in bester Form sein. Dor allem sollte sie von vornherein darauf bedacht lern, ihr Spiel dem auhergewöhnlich kleinen und harten Platz anzupassen. Alsfeld ist eine typische Kampfmannschaft und besonders auf eigenem Platz ein gefährlicher Gegner. Sein letztes, vor vierzehn Tagen ausgetragenes Spiel gegen die sFulbaer „Germanen", die D.f.B. vor einiger Zeit auf hiesigem Platze mit 4:0 schlagen konnte, endete 1:1. Hiernach zu schließen, was allerdings nur sehr bedingt sein kann, sollte man Giehen einen knappen Sieg Voraussagen können. Die Ligareserve empfängt auf eigenem Platz die erste Mannschaft des Sportvereins Homburg zum Gesellschaftsspiel. Die Gäste waren vor längerer Zeit als sehr spielstarke Mannschaft bekannt, haben aber dann stark nachgelassen. Immerhin wird D.f.B. sich anstrengen müssen, wenn er gewinnen will. Die 3. Mannschaft folgt einer Einladung des Sportklubs Daubringen, der im Rahmen eines Werbesportfestes eine Anzahl Pokalspiele veranstaltet, an denen sich die D.f.D.- Elf beteiligen will. Wenn die Konkurrenz nicht allzu stark ist, sollte sie Aussicht auf Sieg und Pokal haben. Arbeiier-Turn- und Sporibund. Am kommenden Sonntag kommen die letzten Spieleder diesjährigen Frühjahrsrunde zum Austrag. Außer noch zwei ausstehenden Spielen der 1.Mannschaft Wiese ck s wird die Runde beendet sein. W i e s e ck I tritt am Sonntag in Lollar gegen die dortige 1.Mannschaft an. Zwischen beiden Gegnern hat es schon immer spannende Treffen gegeben. Wer am Sonntag als Sieger den Platz verläßt, ist ungewiß, da die Platzbesiher schon öfters mit äleberraschungen aufwartcten. Gieß en II fährt nach Beil st ein und wird abermals eine Riederlage nach Hause bringen. Westdeutscher Spielverband. Gautag des GaueS Gießen-Wehlar. Der diesjährige ordentliche Gautag fand am vorigen Sonntag in Anwesenheit von Vertretern von 45 Vereinen mit 101 Stimmen in Wetzlar statt. Aus den Jahresberichten, die von den einzelnen Referenten verlesen wurden, war zu ersehen, daß auch in dem vergangenen Jahre eine gute Weiterentwicklung zu verzeichnen ist. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt: Klier (Wetzlar) als Obmann, Henkel (Gießen) als Geschäftsführer, Bastian (Frohnhausen) als Beisitzer, Hofmann (Gießen) als LeichtathletikObmann. Reugewähll wurden Dusch (Rieder- Weisel als Jugend-Obmann und Durgeleit (Gießen) als Handball-Obmann. Die Erledigung der vorliegenden Anträge erfolgt bei der demnächst stattfindenden Fortsetzung des Gautages. Bund OeutscherZugendvereineB.D.Z. Die Äungenschaft der Matthäusge- meinde Gießen kann mit ihrem Abschneiden bei dem am vergangenen Sonntag stattgehabten Sportfest des Landesverbandes Hessen und Rassau des D. d. 3. vollauf befriedigt sein. Konnte sie doch in der Gcsamtwertung als bester Verein des garrzen Landesverbandes den ersten Platz besehen. Rachstehend die einzelnen Kämpfe. Dreikampf: 1. Sieger Karl Geller, Gießen (Kugelstoßen: 10,30 Meter, außer Konkurrenz: 11,15 Meter, 100 Meter: 12,5, Weitsprung: 5,80 Meter). 2. Sieger Richard Lenz, Giehen (10,10 Meter, 12,8 Sek., 5,55 Meter). 9. Sieger Rudolf Eifert, Giehen. 3n dieser Klasse erzielte Giehen die beste Gruppenleistung. 3n der Klasse der Aelteren belegte August M a ye r den 1. Platz. Die zweitbeste Gruppenleistung erzielten die Gießener in der Klasse der Jüngeren: 6. Ernst Fabian: 7. Heini Gebauer: 9. Karl Scheuing. In den Staffeln tonnten sich die Gießener nur plazieren: 4xl00-Meter Klasse B: 1. Frankfurt: 2. Zurhellen: 3. Gießen (Eifert, Langer, Lenz, Geller) 49,9 Sek. Klasse C: 3. Gießen. Klosse D: 3. Gießen. 3n der olympischen Staffel belegte Gießen infolge der prächtigen Pistung seines 400-Meter-Mannes unter neun Mannschaften den 3. Platz. Der schönste Erfolg war der Handballmannschaft beschieden. Rach ganz überlegenem Spiele konnte sie Oberneisen 7:2 und Frankfurt- Riederwald 4:2 schlagen und damit die Grup- penmeisterschast erringen. Baden-Badener Automobiliurnier. Rosenstein auf Mercedes-Benz fährt Rekord. Wie in den letzten Jahren, so erfreut sich auch diesmal das IX. Baden-Badener Automobilturnier einer überaus regen Anteilnahme. Das Flachrennen, das am Donnerstagmittatz auf der fünf Kilometer langen Strecke zwischen Rastatt und Ettlingen vor sich ging und fast die gesamte deutsche Extraklasse am Start vereinte, brachte ausgezeichneten Sport und insofern eine äleberraschung, als es Rosen st ein (Stuttgart) mit seinem Mercedes-Sportwagen gelang, die Geschwindigkeiten der Rennwagenkategorie um ein Bedeutendes zu überbieten und mit 193,5 km (1:33,1 Minuten) einen neuen Rekord aufzustellen.. Die Er. gebnisse: Sportwagen: 350 bis 75 0 ccm: 1. Simons (Berlin) auf DKW. 2:26,8 RNn. (101,9 Stdkm.): 2. Oesterreicher (Dresden) auf DKW. 2:37,2 Min.; 3. Hertenstein (Karlsruhe) auf Dixi 3:18,4 Minuten. 750 bis 1100 ccm:l. Steinweg (München) auf DRC. 2:48,2 Min.: 2. Rock (Frankfurt a. M.) auf Opel 3:52,1 Minuten. 1100 bi s 15 0 0 ccm: 1. Kersting (Bremen) auf Bugatti 2:08,0 Minuten. 1500 bis 2000 ccm: 1. Dr. Fuchs (Rürnberg) auf Bugatti2:12,3 Min. (135,6 km), b i s 3000 ccm: 1. Riehenke (Hameln) auf Austro-Daimler 2:37,1 Min., b i s 5 000 ccm und darüber: 1. Rosenstein auf Mercedes-Benz 1:31,1 Min. (193,5 Stdkm. — Beste Zeit des Tages und neuer Rekord): 2. Erich Spandel (Rürnberg) auf Mercedes-Benz 1:57,4 Min.: 3. Prinz zu Leiningen auf Mercedes-Benz 2:35 Minuten. Rennwagen: 350 bis 15 00 ccm: 1. Dr. Risse (Solingen) auf Bugatti 2:13,3 Min.; 2. v. Morgen (Berlin) auf Amilcar 2:14,3 Min.,' b i s 15 00 ccm und darüber: 1. Rudolf Caracciöla (Berlin) auf Mercedes-Benz 1:43,1 Min. (174 km); 2. Kappler (Gernsbach) auf Bugatti 1:43,3 Min. (173,8 km); 3. Hans von Stuck (Gut Sterz) auf Austro-Daimler 1:49,1 Minuten. Wirtschaft. Landwirtschaft und Industrieabsatz. Das Institut für Konjunkturforschung bringt in seinem neuen Wochenbericht eine interessonre Untersuchung über die Beziehungen zwischen Landwirtschaft und Industrieabsatz. Danach nimmt die Landwirtschaft jährlich für etwa 4 Milliarden Mark Industrieerzeugnisse auf, und zwar je etwa zur Hälfte Produktionsmittel und Kon- sumgüter. Dieser Teil des Industrieabsatzes, der von den Kräften der Industriekonjunktur verhältnismäßig wenig berührt wird, gewinnt bei der gegenwärtigen depressiven Lage der Industriewirtschaft an Bedeutung. Aus mehreren Schaubildern über die Agrar- und Industriegebiete Deutschlands ist ersichtlich, daß ein starkes Uebergewicht der Industriebevölkerung über die Agrarbevölkerung Rheinland-Westfalen, das Land Sachsen und Berlin- Brandenburg aufweisen. Starkes Uebergewicht der Agrarbevölkerung^besteht dagegen in Dftpeu- ßen, Pommern und Mecklenburg, in der südlichen Rheinprovinz und in Südbayern. Da zahlenmäßige Uebergewicht der landwirtschaftlichen Bevölkerung läßt jedoch nicht eindeutige Schlüsse auf ihre Bedeutung für den Markt der Jndustrieerzeugnisse zu. Für die Kaufkraft der Landwirtschaft in den einzelnen Gebieten sind vor allem die agrarischen Produktionszweige bestimmend, deren Werterzeugung selbstverständlich verschieden ist. Im allgemeinen sind die Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse gegenwärtig um rund 4,5 o.H. niedriger als vor einem Jahre. Dieser Rückgang ist vor allem auf die niedrigeren Preise für Weizen, Roggen und Kartoffeln zurückzuführen. Dagegen liegen die Preise für Vieh und Vieherzeugnisse höher als im Vorjahre. Aus diesem Gesamtrückgang der Preise kann auf einen Rückgang des landwirtschaftlichen Bruttoerlöses je Produkteinbeit demnach auf eine Verminderung der Kaufkraft der Landwirtschaft geschlossen werden, deren Ausmaß jedoch in den einzelnen Gebieten Deutschlands je nach der Zusammensetzung der landwirtschaftlichen Produktion verschieden groß ist. So hat der Rückgang der Geteide- und Kartoffelpreise vor allem die Kaufsraft der oftelbischen Gebiete in Mitleidenschaft gezogen, während z. B. der Rückgang der Zuckerrübenpreise die Kaufkraft der Zuckerrüben- wirtschaften in Mitteldeutschland und Schlesien beeinträchtigt hat. Den starken Rückgang der Agrarstoffpreise seit dem Vorjahr steht eine E r - Höhung der Preise für landwirtschaftliche Produktionsmittel gegenüber, mit anderen Worten, die Preisschere hat sich zuungunsten der Landwirtschaft erweitert. Die Senkung der Konsumgüterpreise ist geringer als die der Agrarstoffpreise. * * HolländischerAustrag fürdieMo- torenfabrik Deutz. Die Koninglhke Paket- Daart My. hat bei der Schiffswerft von Burger- hout in Rotterdam drei neue Motorschiffe in Auftrag gegeben, deren Motoren von derMotoren- fabrik Köln-Deutz geliefert werden sollen. * R. V. Hollandsche Kunstzuiden- Industrie, Breda. Wie zuverlässig verlautet, wird die Gesellschaft der auf den 2. 3uli einberufenen a. o. G.-V. eine Erhöhung des Gesellschaftskapitals von 10 auf 15 Mill. Gulden Vorschlägen. Die neuen Aktien sollen den alten Aktionären im Verhältnis 2:1 zum Kurse von 125 Prozent zum Bezüge angeboten werden. * A. G. Möncheberger Gewerkschaft, Kassel. Die o. G.-V. genehmigte den Derlust- abschluh von 1928 in Höhe von 205 586 Mk. (im Vorjahre 4 Prozent Dividende) und beschloß, den Verlust auf neue Rechnung vorzutragen. Heber die Geschäftslage wurde mitgeteilt, daß im Monat April eine Besserung eintrat, die im Mai einen außerordentlich starken Umfang annahm. Der Gesamtumsatz blieb aber doch im Vergleich zum Vorjahre zurück. Alle Regularien wurden widerspruchslos genehmigt. Frankfurter Börse. Frankfurt, 21.Juni. Tendenz gedrückt. Infolge des fortbestehenden Auftragsmangels eröffnete auch die heutige Börse in lustloscr und weiter etwas schwächerer Haltung. Auch die Spekulation zeigte sich fast ganz desinteressiert und schritt eher zu Abgaben, diese nahmen aber auch heute wieder kein größeres Ausmaß an, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse keine größeren Rückgänge zu verzeichnen waren. Der feste Schluß der gestrigen Reuyorker Börse, die bessere Lage am Arbeitsmarkt und einzelne eher günstige Nachrichten konnten keinen Eindruck machen, da der bevorstehende Halbjahresultimo zur Zurückhaltung mahnte, was schon an den wieder schlechteren Geldmarktverhältnissen zu erkennen war. Farben waren weiter etwas angeboten und eröffneten ungefähr 3 v. H. schwächer. Scheideanstalt minus 1 v. H. Etwas Interesse bestand am Elektromarkt für Siemens plus 2 v. H. Hier sollen einige Auslandaufträge eingetroffen fein. Aber auch Schuckert, Licht und Kraft und AEG. konnten bis 0,75 v. H. gewinnen. Ehade-Aktien plus 1,50 Mark. Montanwerke und Autopapiere lagen bis 1,25 v. H. niedriger. Am Bankenmarkt zogen Disconto-Gesellschaft etwas an. Die übrigen Werte dieses Marktes mußten bis zu 1,25 v. H. nachgeben. In Glanzstoffaktien ging heute das Angebot beträchtlich zurück und dieses Papier konnte sich knapp behaupten. Deutsche Linoleum eröffneten leicht gedrückt. Am variablen Markte waren Frankfurter Maschinen mit minus 1 v. H. angeboten. Renten fast ge« schäftslos. Deutsche Anleihen etwas nachgebend. Ausländer behauptet. Im Verlaufe trat besonders für Montanwerte stärkeres Interesse hervor. Besonders bevorzugt waren Mannesmann mit plus 2,25, Mansfelder plus 1 und Harpener plus 2,25 v. H. Aber das Geschäft wurde bald wieder stiller, und die Spekulation schritt wieder zu Gewinnmitnahmen. Hiernach setzte wieder, vom Elektromarkt ausgehend, eine lebhaftere Geschäftstätigkeit ein. AEG. gewannen 2, Schuckert 1, Siemens 1,5 v. H. Auch die übrigen Werte wie z. B. Farben, auch wieder die Montanwerte konnten sich daraufhin bessern. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 7,5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1920, gegen Pfund 20,335, London gegen Kabel 4,8486, gegen Paris 123,99, gegen Mailand 92,67, gegen Madrid 34,20, gegen Holland 12,07. Berliner Börse. Berlin, 21. Juni. Das Angebot zu Beginn der Börse hielt an. Die Tendenz neigte weiter etwas zur Schwäche. Die Grundstimmung war jedoch recht widerstandsfähig, da der Schiedsspruch im Ruhrbergbau, die gute Rohstahlproduktion und die gebesserten Abschluhziffern der Kaliindustrie anregten. Die älmsahtätigkcit konnte aber erst später etwas größer werden. Stärker angeboten waren nur Demberg mit minus 6 Prozent, Tagesgeld 7 bis 9 Prozent. Renten still, aber gut behauptet. Rach den ersten Kursen trat eine allgemeine Gefchäftsbelebung ein und das Kursniveau besserte sich durchschnittlich um 2 Prozent. Bevorzugt waren Rorddeutscher Lloyd, Reichsbank, Mansfelder, Farben, Gelsenkirchen, Harpener, Hoesch, Mannesmann, Rord- deutsche Wolle mit plus 3 Prozent, Polyphon mit plus 4 Prozent, Siemens plus 3 Prozent und Glanzstoff mit plus 3,5 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Juni. Der Produktenmarkt verkehrte weiter in ruhiger Haltung. Die höheren Auslandnotierungen beeinflußten die Ro- tierungen etwas günstiger, ohne daß das Geschäft hierdurch eine nennenswerte Belebung erfahren tonnte. Die Provinz hielt sich stark zurück. Rur für Weizenmehl und auch für niederrheinische Qualitäten bestand etwas lebhafteres Interesse bei anziehendem Preise. Es wurden notiert: Weizen 23,50; Roggen 21,75 bis 22; Sommergerste für Brauzwecke 23; inl. Hafer 22; Mais (gelb) für Futterzwecke 20; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33; Roggenmehl 28,25 bis 29; Weizenkleie 10,25 bis 10,50; Roggenkleie 11,50 Mark. Tendenz: ruhig. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 22. Juni. Vorabend 7.45 Uhr; morgens 8.30; abends 9 und 9.40 Uhr. Israelitische Religionsgefellfchaft. Sabbatfeier den 22. Juni. Freitag abend 7.50 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9.40. — Wochengottesdienst: morgens 6.15; abends 7.15 Uhr. Letzte Nachrichten. Abschluß de-210Mllionen Mark-Kredites des Reiches. Berlin, 21.3unL (TU. Drahtbericht.) Amtlich wird mitgeteilt, bas Reich habe mit einer Bankengruppe unter Führung des Bankhauses Rlendelfohn L Lo., Berlin, der im übrigen die Deutsche Bank und die Reichskredit- g e f e l l f ch a f t A.-G., Berlin angehören, einen Bereitstellungskredit von 210 Millionen Reichsmark vereinbart. Die Einräumung dieses Kredits ist der deutschen Gruppe dadurch möglich geworden, daß sie ihrerseits entsprechende Kreditvereinbarungen mit einer amerikanischen Gruppe getroffen hat, die von dem Bankhaus Dillon Read & Sohn, Rcuyork, geführt wird und der im übrigen das Bankhaus Harry Fordes & Sohn, Reuyork, und die Llays-Securities-Lorporation, Reuyork, angehören. Der Kredit läuft auf ein Jahr, der Zinsfuß beträgt 7,5 v. h. Außerdem wird eine Be- reitftellungsprovision von 1 v. h. gewährt. Hundert Todesopfer eines Krankenhausbrandes in Kanton. Hongkong, 21. Juni. (WTB. Funkspruch.) Rach einer Meldung aus Kanton zufolge wurde dort ein Hospital durch Explosion und daraus entstehendes Feuer vollkommen eingeäschert. Es sind 100 Tote zu beklagen, unter denen sich auch die 3 0 Kranken, die im Hospital untergebracht waren, befinden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Berlin, 20- Juni Frankfurt a. M. 21 6. 21-6. 113,75 138 454,25 251,75 58,13 51,5 49 73,5 123,5 123,5 127,5 Banknoten. i-Uhr- Kurs 221,5 145,5 314 251,5 455 346,5 250,25 1" 8 io 92 278,5 50,25 70 111,75 212,5 58 28 90,25 279 101,75 315 253 459.5 352,75 253 186,4 112,75 214,5 60 50,9 51,75 207,5 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. • Heyligenstaedt Junghan«. . Lechwerke. . Mainkraslwerke Mag. . . . Rekurs ulmer Peters Union Gebr. Roeder Voigt & Haesfrl« GObb. findet . . I Brief r rrhr 1-68,59 21,995 1-11,82 59,025 2,51 112,52 80,835 59,23 12,44 73,10 Französische Noten..... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Lcsterr .Lioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... Geld 16,37s 167,91 21,915 111.38 58,785 2,49 112,08 80,515 58,99 12,38 72,80 Schind- Kurs 20.6. 112,5 137 178 Datum PhUwU Holzmann . Heidelberger Gement Gement Karlstadt . Wavb 4 Freitag . . Schultheis Patzenhof« Cflroetle . . - Bet. Glanzstosf Bemberg. - fiellfloff «Balbi ficliltoss Ascha Eharlottenbur, Dessauer Gas Daimler Motoren Deutsche Maschtnen-FabrU Adlerwerke Lieber Ludw. Loewe . Rat. Automobil Berlin Schiub- Ansang Karo 20.6. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Kurs l-Ub" Kure Schluß- Kur« Anfang- Kur« Datum 20.6. 21.6. 20 6. 21 6. 6% Dt. Reichsanleihe o. 10'27 . . Dl. Anl.-Ablös.-Schuld mit AuL 87,3 -- 87,5 — los.-Rechten......... 50,9 50,9 50,9 50,9 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . V% Franks. Hyp.-Bl. Goldps. un- kündbar bis 1932....... 10,7 10,65 10,65 10,5 86,8 Rheinische HyP^Bank Liqu.- Goldps.......... - 79,13 B.C.®. aba. BorkriegS-Obllgation., rückzahlbar 1932 ....... 87 — — — 4% Schwei,. Bundesbank.. . . 99,75 — — — 4% Oesterreichische Goldrte.. . - 29,4 —— 29,5 4,20% Oesterr. Slkberrte..... 2,55 — 2,6 — 4% Oesterreich. embeltL Rte. . - 1,9 — — — 4% Ungarische Goldrte...... 23,75 — 23,3 — 4% Ungarische Staatir. v. 1910 . 20,75 — 20,4 — 4Vi% deSgl. von 1913..... — — — — 4% Ungarische «tonende..... 1,95 — 1,95 —— 4% Türk, fiollanleihe v. 1911 . . 8,45 8,15 8,25 — 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie l........... 8,25 _ 3,13 _ 4% deLgl. Serie II....... 8,25 —— 8,13 — 4% Rumänen eonveri. Rte. . . - 9 -— —- — 4K% Rumänen Goldanl. von 1913 — — — CDg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 6 — 119,9 119.5 — 192 192 Hansa Dampsschiss.....10 Rorddeutscher Lloyd.....8 —— — 150,5 — 110,9 — 110,9 110,5 Allg. Deutsche Credttanft. . . 10 128,5 ■— 129,13 128,5 Barmer Bankverein .... 10 — 131,13 131 Berliner Handelrgeselstch. . . 12 — ——- 224 223 Tommerz- unL Prtoat-Bank. 11 186,5 185,25 186,4 185,75 Darmst. u. Rattonalbank . . 12 275,9 275,5 275,25 Deutsche Bank......10 171,75 — 172,25 172,25 Diskonto-Geieilschaft Ant.. . 10 156,75 157 156,75 156,75 Dresdner Bank ..... 10 162,5 162,5 163 162 Mitteldeutsche Sredtlbanl ... 9 _ _ —— — — 329,5 — 327 327 Frankfurt a. M Berlin Schlutz- Kurs 1 Ubr- Kurs Schluß. Kurs Ansang. Kurs Datum 20.6. 21.6. 20.6. 21-6. A.E.G............d 193,75 194 194,25 194,25 —- — 221,75 221 Elektr. Lieferungen..... 10 — —— 159,25 —— Licht und Kraft......10 218 218,75 219 218 Felten & Guilleaume..... 6 134 — 135 — Ges. s. Elektr. Untern.. ... 10 223 —— 224 223,25 Hamb. Elektr. Werke .... 10 — — — — Rhein. Elektr.........9 — — — 161 Schief. Elektr........10 — — 194,75 193,5 — 243 242,5 242,5 398 400 400,25 398,5 TranSradio . ........ 8 — — 145 145 Lahmeher & Co....... 10 169,5 — 170,75 Buderus..... 6 -- — 71,75 71,6 Deutsche Erdöl.......6 — 115 115,5 115 Essener Steinkohle ...... 8 — —— — 125 Gelsenkirchener ... f. H 3- 4 136 — 136,13 136 Harpener.......... 6 — 143 143,25 143,25 Hoesch Eisen.........8 — — 127 126,5 218 — —— 104 104 103,75 104 Köln-Neuessen. ....... 9 —- —- 123,75 — Mannesmann........ 8 117 116,75 117,25 — Mansfelder.........7 138 137,75 138,75 138 cberschles. Eisend. Bedarf. . . 6 — — 86,25 86 vberschles. Koköwerke.....6 — —— 112 111 Phöntr Bergbau......5% Rheinische Braunkohlen... 10 Mbeinüabl . . . i.5L Iahr4V- Riebeck Montan......7,2 93,25 294 93,25 93,5 294,25 93,75 294 125,5 — 126 126 — —— Bereinigte Stahl»......C Otavi Minen ....... 8 sh 98,5 — 99 99,75 71,9 71,5 71,75 71,25 Kali Aschersleben ..... 10 242 242 — 242,5 Kali Westeregeln...... 10 Kaliwerk Salzdetfurth ... Id 252 252 251 411 409 410 3- ®. Farben.Inbustrte ... 12 Dynamit Nobel ....... 6 253,4 252,75 254 252,25 — 162 161 Goldschmidt ........6 74,5 74,5 — RütgerSwerke . ....... 6 88 87,6 89,25 88 Metällgeselllchaft. . • . . . 11 128 129 . 15 — . 12 . 18 455 . 14 — . 12 — . 12 186,5 • e < — . . 8 . . O 59,5 . . 0 — . . 6 — . 10 — . . 0 — . . 5 — . . 6 — . . 0 —— . . 6 50 . 11 70 . . 0 . . 4 74 . . 8 106,13 . . 8 106,13 . 10 123 . . 8 . . 8 127,25 . 10 . . » 220 . . 8 146,5 20. Juni 21. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Selb Briet Geld «riet Ämft.- Non. ’ 168,22 168,56 168,28 168,62 Buen>Aire4 1,750 1,755 1,757 1,761 Brst.-Antw- 58,13 58,25 58,135 58,255 Chrtstiania - 111,59 111.81 111,66 111,78 Kopenhagen 111,55 111,77 111,58 111,80 112,47 Stockholm - 112,23 112,45 112,25 HelsingforS- 10,527 10,547 10,528 10,548 Italien. . . 21,91 21,95 21,925 21,965 London. . . 20,307 20,347 20,31 20,35 Neuvork - . 4,188 4,196 4,189 4,197 Paris.... 16,38 16,42 16,375 16,415 Schweiz .. 80,59 59,25 80,75 80,625 80,785 Spanien. . 59,37 59,12 59,24 Japan . . - Wo de Jan. Dien in D-- 1,846 1,850 0,498 1,841 1,843 0,496 0,4965 0,4985 Lest, abgest 58,845 58,965 58,89 59,01 Prag Belgrad . . 12,404 12,424 12,412 12,423 7,357 7,371 7,358 7,372 Budapest. . 73,00 73,14 73,01 73,15 Bulaarreu . 3,031 3,034 3,027 3,033 Lissabon . . 13,75 18,79 18,73 18,77 Danng. . - Konstan ttn. 81,18 81,34 81,20 81,36 2,002 2,024 2,018 2,022 5,45 Athen. . 5,415 5,425 5,44 Kanada . 4,154 4,162 4,155 4,163 4,044 Urnana». 4,036 4,044 4,036 Cairo . . 20,825 I 20,865 20,83 20,87 Berlin. 20. Juni Geld Brief Amerikanische Not« ..... 4,166 4,186 58,06 58,30 Dänische Noten........ 111,35 111,79 Englische Dolen........ 20,27 20,35 Oberheffen. Landkreis Gießen. * Klein-Linden. 21. 3unl. Am Samstag, Sonntag und Montag findet hier das 11. Dun- desfest des Radfahrerbundes Oberhessen in Verbindung mit dem 2 5. Stif- 1 ungsfest desRadsahrerbundesl904 Klein-Linden statt. Dei dem Fest sollen Radrennen, Reigenfahren, Radballspiele usw. gezeigt werden. Man beachte die heutige Anzeige. [Q Lollar, 20. 3uni. Das Fest der goldenen Hochzeit können am kommenden Samstag die Eheleute Weitzbindermeister Christian Ringleb begehen. Der Jubilar steht im 76., die Jubilarin im 72. Lebensjahre. Zugleich sind cs 50 Jahre, daß der Jubilar hier sein Geschäft betreibt. — Rach einem Beschluß des Schulvorstandes soll in diesem Jahre von den örtlichen Schulen am 14. Juli wieder ein Jugendfest gefeiert werden. Die Kapelle der ^Feuerwehr Lollar wird dabei den musikalischen Teil übernehmen. > Aus der nördlichen Wetterau, 20. Juni. Dank günstiger Witterung der letzten Tage hat die Heuernte riesige Fortschritte gemacht. Von vielen Wiesengründen ist das Heu schon vollständig abgeerntet. Wenn dieses hochsommerliche Wetter noch etwas anhält, wird die Ernte in wenigen Tagen ihren Abschluß finden. Das Heu, das sich in diesem Jahre in der Qualität auszeichnet, läßt hier und da an der Quantität zu wünschen übrig. Es zeigt sich wieder, daß die gut und richtig gedüngten Wiesen' sehr schöne Erträge abwerfen, während die andern auch infolge der längeren Trockenheit des Frühjjahrs stellenweise mangelhaften Graswuchs aufweisen. Immerhin ist die diesjährige Heuernte als eine gute Durchschnittsernte anzusprechen. # Aus dem mittleren Horlofftal, 20. Juni. In allen Dörfern werden gegenwärtig die Heugrasversteigerungen abgehalten. Die Rachfrage ist sehr groß, die Preise sind dementsprechend hoch. Der kleine Morgen (2000 Quadratmeter) kommt durchschnittlich auf 40 bis 60 Mk. Dabei ist der Grasstand weit unter mittel, da die zarten üntergräfer infolge der langanhaltenden Trockenheit im Frühjahr nicht zur Entwicklung gekommen sind. Glänzende Aussichten bestehen für die K e r n o b st e r n t e. Die Apfelbäume zeigen sehr starken Dehang. Stark tritt in diesem Jahr der Apfelwickler auf: Raupennester sind ebenfalls viel anzutreffen. Auch die Dirnbäume, die erst im Vorjahre eine gute Ernte lieferten, haben reichlichen Dehang. Mirabellen, Pflaumen und Zwetschen haben recht unterschiedlich angesetzt. Kreis Büdingen. !! Dü ding en, 17. Juni. Der Düdinger Geschichtsverein unternahm am gestrigen Sonntagnachmittag, von gutem Wetter begünstigt, eine Wanderung nach Leustadt, Konradsdorf und Ortenberg. Dr. Lade (Büdingen) übernahm die Führung vom Dahnhof Stockheim nach Leustadt und erläuterte anschließend kurz die sehr interessante Geschichte des alten Herrensitzes L e u - ft a d t. Dieser wird im Jahre 878 zuerst erwähnt und gehörte zu Fulda. 1401 ist Leustadt im Besitze des Ritters Johann von Wolfskehlen zu Fehberg. Reben der Burg wird auch ein Dorf Leustadt erwähnt. Das Geschlecht von Wolfskehlen starb im 17. Jahrhundert aus. Im Anfang des 18. Jahrhunderts kam Leustadt nach mehrmaligem Desihwechsel durch Kauf an Vsenburg. Sehr bemerkenswert ist die heute noch deutlich erkennbare Anlage der Wasserburg. Wall und Graben sind zum Teil noch gut sichtbar. Im Hofe selbst ist neben einigen wertvollen Plastiken ein künstlerisch sehr bedeutsamer Grabstein des Schloß- Herrn Wolf von Wolfskehlen und seiner Gattin bemerkenswert. Rach Besichtigung der teilweise sehr interessanten Jnnenräume wurde der Weitermarsch angetreten. Auf dem Wege über Effolderbach und Konradsdorf wurde zunächst noch der israelitische Friedhof bei Leustadt besichtigt. In Konradsdorf übernahm Gewerbelehrer Rieh aus Büdingen die Führung und gab die nötigen Erläuterungen. Das Kloster Konradsdorf wurde 1191 von Hartmann dem II. von Büdingen gestiftet und der Kirche zu Mainz übergeben. Es war ursprünglich mit Mönchen des Prämonstratenser Ordens beseht, wurde aber vor 1270 in ein Ronnenkloster umgewandelt. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts stand das Kloster in schönster Blüte. 1340 werden 64 Rönnen und vier Geistliche im Kloster erwähnt. Das Kloster stand unter geistlicher Gerichtsbarkeit des Abts von Selbold, wurde im Laufe der Jahrhunderte durch mehrere Drände heimgesucht und ging 1580 als Kloster ein. Die noch verhältnismäßig gut erhaltene Kirche des Klosters wird 1213 zuerst erwähnt. Die übrigen Klostergebäude find bis auf den „Ronnenbau" zerstört. Dr. Lade erläuterte noch kurz die sehr schönen Grabsteine, welche in der Koncha der Kirche Aufstellung gefunden haben. Als besonders wertvolles Stück wurde das Grabmal der Mechtilde von Waldeck bezeichnet, welches mit dem Grabmal des Ehepaares „von Holzhausen" im Frankfurter Dom (1371 entstanden) und dem Stein der „Elheyd Empel" in der Friedberger Stadtkirche (1365) verwandt sei. Ein kurzer Fußmarsch führte sodann die Teilnehmer an Bad Selters vorbei nach dem schönen Dcrgstädtchen Ortenberg. Lehrer H e u s o h n aus Lorbach führte die Teilnehmer nach einer kurzen Rast zu den hübschen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Stadtgraben mit dem ^efängnisturm, der stattliche Oberpfortenturm und die Reste der Wallanlagen im Osten der Stadt wurden zuerst besichtigt. Leider konnte die hochinteressante Stadtkirche, welche 1324 bereits begonnen, 1385, 1430 bis 1450 zur heutigen Form vollendet wurde, nur von außen besichtigt werden. Rach Besichtigung des alten Rathauses, des Stadtbrunnens und zahlreicher sonstigen Sehenswürdigkeiten fuhr man hochbefriedigt mit der Dahn nach Hause. I Litz berg, 18. Juni. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" konnte am Samstag. Sonntag und Montag sein 6 0.S t i f tu n g s- f e st begehen. Das Fest fand in dem geräumigen Hofe der Schloßruine Lißberg statt, der einen geradezu idealen, einzigartigen Festplatz abgab. Den Auftakt des Festes bildete eine mehr örtlich eingestellte Feier am Samstag abend, bei der Lehrer Sauer aus Ober-Lais über „Lied und Heimat" sprach und in großen Zügen ein Dild der reichen Vereinsgeschichte zeichnete. Einem verdienten Sänger konnte dec Verein ein gerahmtes Diplom für dreißigjährige Mitgliedschaft überreichen. Eine bengalische Beleuchtung des Schloßturmes und ein Fackelzug durchs Städtchen schlossen den Abend ab. "Am Sonntag erscholl früh um 6 Uhr der Weckruf der Musikkapelle von der Höhe des Schloßturmes. Der Vormittag brachte neben einem Festgottesdienst einen Akt besonderer Pietät: Unter Vorantragung der alten, bereits aus dem Jahre 1871 stammenden Fahne zog der Gesangverein „Eintracht" auf den Friedhof zum Grabe des Lehrers Zimmermann, der im Jahre 1869 auf Drängen von Lihberger Bürgern den Verein ins Leben gerufen hatte. Ein Kranz wurde am Grabe niedergelegt. Rach dem Eintreffen der zahlreichen auswärtigen Gastvereine, die durch Reiter in historischen Trachten zum Festplahe geleitet wurden. erklang unter Leitung des Dirigenten des • Jubelvereins, Karl Greul, der Massenchor „Wo gen Himmel Eichen ragen“. Dann bewegte sich ein großer Festzug durch die geschmückten Straßen des Städtchens. Die von Pfarrer Weidner aus Ober-Lais gehaltene Festrede klang aus in ein Hoch auf Volk und Vaterland und das Deutschlandlied, dessen dritte Strophe von der Menge gesungen wurde. Die Frauen und Jungfrauen Lißbergs überreichten dem Gesangverein „Eintracht" eine Fahnenschleife, die als Andenken an den 60. Vereinsgeburtstag die zweite. 1907 geweihte Fahne des Vereins zieren soll. Der Rest des Rachmittags gehörte dem Tanz, zu dem die Feuerwehrkapelle. Friedberg aufspielte. Am Montag schloß sich das Jugendfest der Schule Lißberg an. Kreis Schotten. * Schotten, 20. Juni. Der Heugras- Preis, der im Vorjahre nur 25 Mk. für de» Morgen betrug, ist in diesem Jahre wesentlich höher. So konnten bei einiaen Versteigerungen in Der Umgegend bis zu 50 Mk. füx denMor- gen erzielt werden. Da in den seltensten Fällen alte Heuvorräte vorhanden sind und nur eine schwache Mittelernte erwartet wird, ist die Rachfrage nach Heugras besonders rege und der Preis bedeutend höher, als in den Vorjahren. * Eichelsdorf, 20. Juni. Vor einigen Wochen wurde unter dem Vorsitze von Bürgermeister Knodt eine Kommission gebildet, die alle Vorbereitungen zur Errichtung eines Kriegerdenkmals durchführen soll. Zu- Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers", Problem Nr. 217. Don C. Mansfield. 2. Preis im 2. Problemturnier des Weltschachbundes, London 1927/28. 8 6 5 4 3 2 8 7 6 5 3 4 2 Schwarz, d e d e Weiß. Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. a b g h R h a b Weih: 7 Steine. Kf4; Da7; Td8; Lhl; Se4; Ba4, f2. Schwarz: 5 Steine. Kc6; Dbl; Sal, f5; Be3. Partie Nr. 140. Gespielt im Bad Kissinger Schachturnier 1928. Aimzowitsch-Eröffnung. Weiß: Mieses. Schwarz: Nimzowitsch. 1. c2-e4 1. Sb8-c6 2. Sbl —c3 Die Hauptvariante, welche sehr gut spielbar ist, besteht aus den Zügen: 2. d4, d5 3. e5, Lf5 4. c3 (nicht 4. Ld3, wegen 4. Sxd4) 4..... e6 5. Sd2, SH6 6. g3 mit gutem Spiele. 2..... 2. e7-e6 Rach 2.....e5 wäre eine Wiener Partie entstanden. 3. d2-d4 3. d7-d5 4. e4xd5 Mapin empfiehlt hier mit Recht 4. Sf3 um die Vereinfachung des Spiels zu vermeiden. 4..... 4. e6xd5 5. Lei -e3 5. Lc8-f5 6. Lfl — d3 6. Sg8-e7 7. Sgl -e2 7. Seb —b4 8. Ld3xf5 8. Se7xf5 9. Le3-f4 9. g7-g5 Rimzowitsch fürchtet sich nicht. 10 Lf4-d2 10. Lf8-e7 11. Ddl-cl Ein etwas Manöver. 11..... 12. Sc3-dl 13. c2-c3 umständliches Llmgrupplerungs- 11. f7-f6 12. Sb4 — eG 13. Sf5-h4! Der Beginn der Zernierungsarbeit von feiten des Schwarzen. 14. Sdl-e3 14. Dd8-d7 15. Dcl-c2 15. f6-f5 16. 12-14 Rotwendig, um sich nicht völlig durch 16. ...» 14 einschliehen zu lassen. 16. .. ., 16. 0-0-0 17. 0-0-0 17. Th8-f8 Denn cs drohte nun 18. g3, Sf3 19. Dxf5. 18. Tdl-fl 18. Td8-e8 19. 14Xg5 20. Se2-f4 21. Kcl-bl 22. Tflxf4 23. 114-12 24. Se3 — d 1 25. Ld2-cl 19. Le7xg5 20. Scb-e7! 21. Lg5xl4 22. Se7-g6 23. 15-14 24. Dd7-g4 Weih ist vollständig eingeschlossen. 25..... 26. Thl-H 27. H2-h3 28. T12-e2 29. Te2-12 30. Dc2-d3 31. TU-gl 32. Lei -d2 33. a2-a3 25. SH4-15 26. S15-d6 27. Dg4-g5 28. Te8-e4 29. Tf8-e8 30. Sd6-15 31. S15-g3 32. Dg5-15! Ein grober Fehler wäre natürlich 33. Dxg3? wegen 33.....Te3 4-. 33.. .., 33. D15-e6 34. Kbl-al Es ging wiederum nicht 34. LX14, wegen 34. SX14 35. DXg3, Sc2! 34... ., 34. De6-c6 35. Dd3 -13 35. h7-h5! Um die weihe Dame völlig abzuriegeln. 36. Kal — a2 Weih ist in Auswahl an guten Zügen beschränkt. 36. ..., 36. Dc6 - b5 37. Ka2 — a 1 Weih übersieht die Gefangennahme seiner Dame. Durch 37. LX14 war dies vorläufig zu vermeiden. Selbstverständlich war das Spiel jedoch auch hiernach unhaltbar. 37... ., 37. Sg6-h4 Weih gab auf. 38. c4 kostet nach 38. .... Sxl3 39. cxb5, Sxgl einen Turm. Lösung des Problems Ar. 213. Don F. Sackmann. 1. Dd8-h4!, Kalxb2 2. Dh4-el usw. 1. . .., Kalxa2 2. Dh4-b4 usw. 1. ..., a3xb2 2. Dh4-e4! usw. nächst suchte man die benötigten Baukosten von 5000 Mk. zu beschaffen, und hatte den überraschenden Erfolg zu verzeichnen, dah die Summe bedeutend überzeichnet wurde. Man will hier erst mit dem Dau des Denkmals beginnen, wenn die gezeichneten Gelder zum gröhten Teile eingezahlt sind, und hat entsprechend der heutigen Wirtschaftslage eine Einzahlung der Zeichnungen in zwölf vierteljährlichen Raten vorgesehen. Inzwischen will man den Denkmalsplatz und einen passenden Entwurf hierfür auswählen. Reuartig für unsere Gegend ist der Gedanke, Gefallenen- und Kriegerehrung in der Weise zu verbinden, dah das Kernstück der Anlage — das Gefallenendenkmal — von einer einfachen Kriegerehrung umschlossen wird. Vorgesehen ist auherdem, nur heimisches Material zu verwenden, unfern schönen blauen Dasalt und den sehr dichten Lungstein aus dem Roteberg. Kreis Alsfeld. r. Merlau, 20. Juni. Dieser Tage beging der Viehhändler Abraham Wolf feinen 8 5. Geburtstag. In seltener körperlicher und geistiger Frische geht er noch alle Tage seinem Derufe nach. nimm Bullrich-Salz Self 100 lehren unübertroffen geg. alle Verdauungsstörungen, Magenbeschwerden, Sodbrennen etc. 250 g OzO, Tabletten 0.25 u. 150. Nur echt m. d. Bilde des Erfinders. Berlin W 57. Natürliches Zur Gesundhaltung Jean Weisel, (Heben, Sonnens trabe 6, Telephon Nr. M Pergament m. orange Boxkalf- Kappe, echt Louis-XVx Abs. Spitzenleistungen s fäettinch \ -Mm Zart belge-rosö mit Flieder echt Louis-XV.-Abs. Jeder Schuh mehr wert, als er kostet Jeder Schuh ein Luxusmodell Hellbeige mit braun Boxkalf echt Louis-XV.-Abs. Beige Nubuk mit taupe echt Louis-XV.-Abs. Hellbeige mit dunkel mode, Leder bezog., Trotteur-Abs. Gießen, Seltersweg 91 5894D 3 Reste-T age Gebr. Imheuser 5389A ankhaus Herz & Co Gießen Günstige Verzinsung von Spargeldern Konto-Korrent- und Scheck-Verkehr Verwahrung, Verwaltung von Wertpapieren Hypothek en-Vermittlung Der Regattaausschuß Bahnhofstraße. Eintritt für beide Tage Dauerkarten Mk. 1 Eintritt für jedes Vorrennen Mk. 0.50, Vermietung von Tresor-Schrankfächern Eintritt für das Hauptrennen Mk. 1.-. 54030 SW- ffllö GNlkKKMM MtO 4835D im Garten und Saalbau von Heinridi Bormann (Eintritt frei. Gäste willfoninten. zeit und Tanz. 5385D Es ladet freundlichst ein der Festausschuß. 03931 5398A Zweite volkstümliche Rheinfahrt 4 Sonntag,', den 11. Juli 1929 ein. nicht 74 Pfd. sondern 7, Pfd. nur 0.26 Alle Größen vorrätig, auch extra weit 54040 Julius Schulze 539 lA t Walltorstrabe 12 Gießen Mäusburg 3 5395A •eeeeeeeeeeee S3S9c Pfefferminzbruch. • • • i Bonbon-Mischung. • ■ • Himbeer-Bonbons ... Ptefferminzbohnen Kokosflocken, bunte Mannabonbons....... Messina-I>rops........ Gelee- Würfel......... Hütchen-Pralinen ... Elsbonboiis............ Milch-Karamellen Kreme-Bruch......... P fe tlcrminz-Moreell. Halbmond-Keks...... Rumkugeln............ Kokosflock. m. Scbokol. KafTeegebttck......... Kreme-Plätzchen - - Pfeifer minz’Pral inen Berliner Mischung- Feine Pralinen....... Eiskreme-Pralinen.. WafTelschnltten...... Likörbohnen.......... Spezial-Pralinen..... Weinbrandbohnen... Schokoladen-Xüsse . Vollmilch - Nußbruch Vollmilch-Relief..... ’/« Pfd. 7* Pfd. */4 Pfd. V Pfd. 74 Pfd. */4Pfd. >/4 Pfd. 74 Pfd. 74 Pfd. 74 Pfd. '/« Pfd. */4 Pfd. 74 Pfd. 7« Pfd. 7. Pfd. ' 4 Pfd. */4 Pfd. 7. Pfd. 7« Pfd. '/« Pfd. 74 Pfd. '/. Pfd. 7< Pfd. 7« Pid. 7. Pfd. 7* Pfd. 7. Pfd. 7< Pfd. Giefoen — Koblenz — Königswinter (Drachenfels, Petersberg, Rolandsbogen) Voiles - Mousseline - Waschseiden Rohseiden - Seidenstoffe usw. usw. zum Aussuchen gut sortiert fabelhaft billige Preise Eintrittspreis: 1.50 RM., für Studierende 0.70 RM. Tanzkarte : 0.30 RM. Vorverkauf Musikalienhandlung Challier, Studentenkarten bei Herrn Sekretär Ritter Revue / Kabarett / Schachballett Tombola / Weindorf / Erfrischungen jeder Art / Allgemeiner Tanz Drei Tanzkapellen '/, Pfd. 7, Pfd. 7, Pfd. 7i Pfd. 7, Pfd. 7, Pfd. 7, Pfd. 7» Pfd. 7, Pfd. '/, Pfd. 7, Pfd. 7i Pfd. 7, Pfd. 7, Pfd. 7i Pfd. 7, Pfd. Pfd. 7i Pfd. 7, Pfd. Pfd. 7i Pfd. 7, Pfd. 7, Pfd. 7i Pid. 7, Pfd. 7i Pfd. 7, Pfd. 7, Pfd. (Zum kühlen Grund). Samstag, den 22. Juni, abends 8 Uhr: Umzug mit anschl. Kommers und turnerischen Vorführungen. Sonntag, den 23. Juni, mittags 1.30 Uhr: Festzug durch den Ort, anschl. Fahnenweihe, Gesangsvorträge, Kon- Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung sti'rein und preiswert die Brühl’schc Ualv.-Druekerei. R. Lange Sonntag auf nachKlein-Lin-en!|MSmMWiiiiSM5WM , Samstag, den 22., und Sonntag, den 23. Juni: 22., 23. unh 24. 3um 1929: L— - fl Bundes-IeMlMMlIllW Nur Samstag nachmittag 4 Uhr und Sonntag vormittag 11 Uhr Zwei Sonder - Vorstellungen! — Keine Wiederholung — Mit Max und Moritz in 2 Opel durch die Welt. — Auf der Bühne: Mm und Moritz 6 lustige Bubenstreiche von Wilhelm Busch. Kein Film! Kein Puppentheater! Dargestellt von erstklassigen Berliner Schauspielern mit eigener Ausstattung! Jedes zehnte Kind erhält einen Max- und Moritz Orden gratis! Preise der Plätze für Groß u. Klein Mk. 0.50 — 1.50. Äs® des Radfahrerbundes Oberheffen Radrennen / Reigenfahren / Radballspiele usw verbunden mit dem 25. Stiftungsfest des Radfahrer Vereins 4904, Klein-Linden veranstaltet vom Hapac* Reisebüro, Gießen. — Gesamtpreis Mk. 12.50 (Anzahlunff Mk. 6.00). einschließlich Bahn- und Dampferfahrt, Autofahrt durch Koblenz zur Landestelle, Musik und Tanz an Bord. — Sonderdampfer und Sonderzug. Anschiußzüge sind festgelegt. — Auskunft und Anmeldung durch Hapag-Reisebüro Giefeen, Seltersweg 93, Teleph. 4197 Für prima Biere und sämtliche Getränke sowie kalte und warme Speisen ist bestens gesorgt. — Zum Ausschank gelangen ff. Exportbiere aus der Brauerei Ihring-Melchior-Lich. Um recht zahlreichen Besuch bittet der Festausschuß. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Itos & Ms Ä Tage! Von Freitag, dem 21. Juni, bis Samstag, den 29.Juni verabfolgen wir halbpfundweise die untenstehenden Waren zu nachstehenden spottbilligen Ausnahmepreisen Schokoladen-Serie. 150 g, nicht 1 Taf. sond. 3 Taf. nur 0.47 Kreme-Schokolade 100 g, „ 1 Taf. „ 3 „ „ 0.57 Schokoladen Serie, 300 g, „ 1 Taf. „ 3 „ „ 0.82 Vollmlch-Schokolade I „ 1 Taf. „ 3 w „ 0.89 Vollmilch-Nußschokolade , 1 Taf. „ 3 „ „ 0.92 Beginn der Vorrennen: Samstag, 17.00 Uhr Sonntag, 7.00 Uhr Beginn der Hauptrennen: Sonntag, 14.00 Uhr Ab 14 Uhr: KONZERT auf dem Regattaplatz / Abends großes Feuerwerk Karten-Vorverkauf im Cate Müller, Bahnhofstraße, und Zigarrenhaus J. Chambre, Berren-Netzjacken... .1.60,1.10, 0.85 Berr.-Netz-Kniehosen, 3.25, 2.95,1.95 Berren-Netzhosen ... .5 25, 4.40, 3.60 Berren-Netzhemdhosen .. .7.25, 4.25 Sonntag, 23. outti, abdS. 8", llbr im groben Höriaal der Universität (Lndtvigstrafiel: „Die gürungslose Beerenobst- Verwertung im Haushalt“ mit Lichtbildern. Vortrag von Herrn Jnchoberlehrer L a u m a n n von der Vebr- nnd Vor- suchöanstalt Qber-(5rlcnbach. Anschließend Torfmullbestellnng Soinmerausflug. Bet der Wichlig- fett des Gegenstandes sind unsere Mit« ßlieber und alle Hausfrauen dringend eingeladen. [5392D Auch Me D noch das alte Wort: .Nur das Gute bricht sich Bahn!“ EinVersuch mit der bestbewährten Erta Ottatis Bem wird Ihnen dies bestätigen. — Sie werden entzückt sein. Es kommt also nur auf eine Probe an! Lieferbar In: Gelb. Rotbraun, Braun, Grün, Grau und Blau. Zu haben bei: Obermann <£ Co. § i FarbenspezialßeschäH / Gieren, Schulst!. 6 Zum Reinigen von Fußböden: ER KA-Reinigungsmittel Zur Pflege von Parkett und Linoleum: ERKALIN, flüssiges Wadis 5393D Ruder-Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes e. V. unter Leitung des Gießener Ruderklubs Hassia 1906 v. am 29. u. 30. Juni 1929 zu Gießen auf der Lahn. Regattaplatz: Schußlers Bleiche In^nkni Griechisch. Rotwein 7i Fl. nur 1.00 dAllllPl'AIIOPnOI Tarragona, Süd wein 7, Fl. nur 1.35 ÜUIIUÜI rtUgCMUI Ineel Sainos, Südwein,1 , Fl. nur 1.35 Malaga, Südwein......7, Fl. nur 1.35 Thams & Garfs 0.26 0.26 0.35 O.3O 0.35 0.35 0.35 0.35 0.35 0.35 0.36 0.42 0.42 0.44 0.44 0.44 0.44 0.45 0.45 0.45 0.4 6 0.46 0.56 0.62 0.64 0.68 0.72 0.84 UM.SIMUW.MM.il Sonntag, den 23. Inni. nachmittags 3 llbr: Christliches Waldfest aus der Waldbnhne, sicher Strafie. Posaunen- u. Gesangschor-Borträge, Ansprachen von Prediger 'Stabe, Marburg u. a. — Jedermann ist herzlich willfoinmen. Bet ungünstiger Witterung findet die Veranstaltung tpi Saale ___________der Stadtnnsiion, Löberstrafie 14. statt. 64051) Die Gießener Studentenschaft lädt zu dem in der Volkshalle zu Gießen am Sonntag, dem 23. Juni, 19.30 Uhr stattfindenden Sommerfest