m. Nb Erstes Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 21. Mai 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: ZrankfurtamMatn 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei K Lange in Stehen. 5chriftleitung und Seschäftrstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil (Ernft Blumschein und für den Anzeigenteil Max FiUer, sämtlich in Gießen. Amerikanische Konzession an die pariser Konferenz. Reu york, 20. Mai. (WB.) Wie „Associated Preß" aus Washington meldet, hielt Hoover gestern eine Besprechung mit Parteiführern aus beiden Häusern ob. Staatssekretär S t i m s o n , der an der Besprechung teilnahm, erklärte nachher, die Besprechung habe den Zweck ver- versolgt, den Präsidenten über die Auffassungen der Führer zu unterrichten, da angesichts des hcran- nahenden Endes der Sachoerftändigenkon- f e r e n 3 möglicherweise Entschließungen des Präsidenten notwendig würden, für die ihm die Kenntnis dieser Auffassungen erwünscht fei. Politische Kreise erfahren hierzu, die Sachverständigen würden den Vereinigten Staaten fi n a n z i e l l e Konzessionen empfehlen. „Reuyork Times" erfährt, die Senatoren und Kongreßmitglieder hätten den vom Anterstaatsfekre- tär Mills vorgelegten neuen Reparationszahlungs- plan ziemlich verwickelt gefunden. Rach der Konferenz im Weißen Haufe hätten Stimfon, Mel- 1 o n und die Unterstaatssekretäre Mills und E a ft l e längere 3nf(ruttionen für die amerikanischen Sachver ständigen ausgearbeitet, die nach Paris gekabelt worden seien. Modifizierung der amerikanischen Forderung an Deutschland. Aeuhork, 20. Mai. (WB.) „Aeuhork Times" meldet aus Washington: Bei der Konferenz, die Präsident Hoover gestern im Weißen Haus mit den führenden Vertretern beider Häuser des Kongresses hatte, ist man übereingekorn- men, Amerikas Forderung an Deutschland zu modifizieren, und zwar sollen die Annuitäten etwas ermäßigt und über einen größeren -Zeitraum ausgedehnt werden, ohne daß jedoch die Gesamtsumme herabgesetzt wird. Staatssekretär Sttmson über Amerikas Swir ? sfionsbereitschast. Reuyork, 20.Mai. (WTB. Funkspruch.) Associated Preß meldet aus Washington: Staatssekretär Stimfon erklärte, die allgemeine Ansicht der Regierungsbeamten und der Kongrehführer, die mit Präsident Hoover über eine Revision der Reparationszahlungen an Amerika berieten, bestehe darin, daß, falls andere alliierte Rationen geringere prozentuale Zahlungen annähmen, könne Amerika auch gewifse Konzessionen machen. Falls eine Herabsetzung der Reparationszahlungen erfolge, wäre das höchste, was von Amerika verlangt werden könnte, eine prozentuale Verminderung der Zahlungen a n A m e r i k a , die nicht größer fein dürfte, als die prozentuale Herabsetzung der Ansprüche der anderen alliierten Rationen. Meldungen aus dem Auslande deuten an, die Reparationssachverständigen würden eine Herabsetzung des Gesamtbetrages der Reparationssumme, sowie eine Herabsetzung der Annuitäten empfehlen. Staatsfekretär Slim- s o n erklärte dazu, die amerikanischen Sachverständigen, welche die amerikanische Regierung nicht offiziell vertreten, wünschten, daß etwa beschlossene kleinere Annuitäten in der gleichen Weise verteilt wurden, wie die urspünglich ins Auge gefaßten größeren Beträge. Sie seien der Ansicht, daß, wenn die Gesamtsumme verringert werde, auch die prozentualen Anteile der Gläubiger an dieser Summe natürlich verringert werden müßten. Aen- derungen der Zahlungsweise würden, so betonte Stimfon zum Schluß, falls sie genehmigt würden, den Betrag dec Amerika zufliehenden Summen nicht derart verkleinern, dah die von der „Mixed Lloims Eommifsion" bewilligten Ansprüche nicht gedeckt werden, immerhin würden sie eine Verzögerung der Begleichung einiger Forderungen notwendig machen. Das Ergebnis derVesprechungen im Weißen Sause. Washington, 21. Mai. (WTB. Funkspruch.) Associated Preh saht das Ergebnis der Konferenz im Weißen Haufe und der Aeußerun- gen der Ehefs des Staatsdepartements und des Schatzamts dahin zusammen, daß, wie Staatssekretär Stimfon bereits in der vergangenen Woche betont habe, eine Aenderung in der amerikanischen Reparationspolitik nicht beabsichtigt fei, dah man jedoch jetzt grundsätzlich geneigt sei, sich etwaigen Konzessionen der Alliierten anzuschließen, und zwar erstens, indem man sich damit abfindet, daß durch die Ermäßigung der gesamten Reparationszahlungen auch der Wert der 2jprozentigen Anteile der vereinigten Staaten automatisch herabgesetzt sei, und zweitens, daß, falls die Alliierten auf 10 v. h. ihrer Befahungskosten verzichten, auch die vereinigten Staaten ihre jährlichen Teilzahlungen Deutschlands auf das amerikanische Besahungskonto um 10 v. h. ermäßigen. Bezüglich des 2,25-v. H.-Anteils der vereinigten Staaten an den Reparationszahlungen wurde noch besonders betont, daß diese Summe zusammen mit den 20 v. h., die von dem Wert des während des Krieges beschlagnahmten Privatvermögens vorläufig zurückbehalten werden, zur Befriedigung der Ansprüche der amerikanischen Bürger verwandt werden sollen, deren Entschädigungsforderungen an Deutschland durch die „gemischte Kommission" --n- erfannt würden. Zum Schluß wurde darauf hin- geroiefen, daß noch keine endgültigen vefchlüsfe gefaßt seien, sondern man das Gutachten der amerikanischen Reparationssachverständigen abwarten werde. pfingsttagung der Gtäubigerdelegierten. „Ein tatsächlicher Fortschritt." Paris, 20. Mai. (WTB.) Die Agence havas berichtet über die Arbeiten der Sachversiändigenkon- screnz: Trotz des Pfingstfestes haben die Dele-» gationen der Gläubigermächte heute vormittag und heute nachmittag Sitzungen abgehalten. An der Rachmittagssihung haben der Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, der aus der Provinz zurückgekehrt ist, und Owen Poung teilge- nommen, der wegen Unpäßlichkeit gestern nicht bei den Beratungen zugegen war. Die Sachverständigen find in eine Prüfung der deutschen Vorbehalte eingetreten. Sie haben außerdem über die Verteilung der Annuitäten unter Zugrundelegung der Poungschen Ziffer von 2050 Millionen Goldmark diskutiert. 3n diesem Zusammenhang ist auf die Geste der amerikanischen Regierung hinzuweifen, die beschlofsen hat. In eine lOproz. Herabsetzung der rück st ä n - öigen amerikanischen Besatzungs- kosten zugun st en Deutschlands einzuwil- ügen. Diese zehnprozentige Herabsetzung wird angesichts der Tatsache, dah die entsprechende amerikanische Forderung sich aus 55 Millionen Gotdmark beläuft, 5 Millionen Goldmark betragen. Man könne, so heiht es in der havasmeldung weiter, heute abend einen tatsächlichen Fortschritt in den Arbeiten der Sachverständigen feststellen. Die Sachverständigen werden morgen vormittag eine Sitzung abhatten, in deren Verlauf sie endgültig ihre Haltung bezüglich folgender Punkte fefflegen werden: 1. Die deutschen Vorbehalte; 2. Die Annuität von 2050 Millionen Gotdmark: 3. Die Verteilung der Gewinne der Bank für internationale Zahlungen. Falls die heute abend ins Auge gefaßte Verständigung morgen vormittag innerhalb der Glänbiger- delegierlen vollständig verwirklicht werden wird, wird die Sachverftändigenkonferen; wahrscheinlich am Rachmittag eine Vollsitzung abfjalt^n, in deren verlaus den deutschen Delegierten der Standpunkt der Gläubigermächte zur Kenntnis gebracht werden wird. 3n den der Konferenz nahestehenden Kreisen herrscht heute abend ein gewisser Optimismus. Man scheint jetzt anzunehmen, daß es nicht mehr unmöglich ist, daß alle Delegationen zu einer Verständigung gelangen. Die pariser presse ist optimistisch. Paris. 21. Mai. (W.T.B.-Funkspruch.) In der Morgenpresse findet sich der Optimismus über den Stand der Arbeiten der Re- parationslonferenz wieder, den die Agentur Havas gestern zum Ausdruck brachte. Aach dem „Petit P a r i s i e n" hat ein Delegierter, der der gestrigen Sitzung der Gläubigerstaaten bei- wohme, die Lage folgendermaßen charakterisiert: Cs besteht die lebhafte Hoffnung, daß man zu einem Abschluß gelangen wird. Die Blätter berichten, daß zu Beginn der gestrigen Aachmittagssitzung der amerikanische Delegierte bei der Aeparationskommission, W i l- son, Owen TZoung eine Mitteilung der Washingtoner Regierung überreicht habe. 3n dieser Mitteilung habe Präsident Hoover die Ermäßigung der amerikanischen Ansprüche auf rückständige Befahungskosten um 1 0 Prozent zum Ausdruck gebracht. Die Mitteilung bildete nach dem „Matin" für die Konferenz keine besondere Überraschung, da Owen Poung und seine Kollegen bereits vor dem Besuch Wilsons der Möglichkeit eines derartigen kleinen Zugeständnisses in ihren Erwägungen Rechnung getragen hatten. Cs habe sich also lediglich um eine offizielle Bestätigung gehantelt. Wenn aüch dem materiellen Wert des amerikanischen Zugeständnisses von der Morgenpresse keine besondere Bedeutung beigemessen wird, so wird die psychologische Wirkung doch außerordentlich hoch eingeschäht. Die Morgenpresse ist der Ansicht, daß in der Sitzung, die die Gläubigerdelegationen heute vormittag haben werden, nichts von den Berichten vorgelegt werden wird, so daß nachmittags eine Vollsitzung der Reparationskonferenz stattfinden könnte. Das „Echo de Paris" will wissen, daß der Entwurf des Berichts in einer von den Gläubigerdelegationen a b geänderten Fassung gestern bereits nach Brüssel abgesandt worden sei und höchstwahrscheinlich die Zustimmung Belgiens firchen werde. Zwei der Vorbehalte der deutschen Delegation würden sicherlich nicht in ihrer ursprünglichen Form in den Bericht ausgenommen werden. Der erste betreffe die Heranziehung der Nachfolgestaaten, der zweite das Moratorium. Die Gläubiger seien bereit, ein Transfermoratorium, aber kein Moratorium für die Aufbringung der Zahlungen zu gewähren. poincare über die Reparationsfrage. Paris, 20. Mai. (WB.) Ministerpräsident Poincare hat heute in Douaumont bei der Einweihung eines Denkmals für die während des Krieges gefallenen Ortsbewohner eine Rede gehalten, in der er ausführte: Angenommen, dah entgegen dem Zeugnis der Tatsachen und Akten- stücke die mitteleuropäischen Regierungen nicht absichtlich die Initiative und Verantwortung für den Krieg übernommen hätten, so würden sie dennoch, da sie durch den gegen Belgien geführten Gewaltstreich diesem und Frankreich unermeßlichen Schaden zugefügt haben, uns beiden restlose Wiedergutmachung schulden. Viele Deutsche guten Glaubens — so verblendet sie auch durch eine parteiische und unvollständige Dokumentation sein mögen, nämlich durch das in Berlin nach dem Waffenstillstand veröffentlichte Material — geben zu, daß durch einen solchen in Verletzung der Verträge und ohne Schonung für die Bevölkerung durchgeführten Einfall ein Rechtsanspruch auf Entschädigung für das Einheit geschaffen wird, das dieser Einfall Personen und Gütern zufügte. Die gerechte Wiedergutmachung dieser Schäden wird keine der Ausgaben fein, die Frankreich zur Last fallen darf, ob es sich nun darum handelt, seine verwüsteten Gebiete wieder aufzu- baucn oder die Pensionen für die geschädigten Zivil- und TTlilitärperfonen zu bezahlen. Seit langem bereits haben wir auf die Hoffnung einer günstigen Regelung verzichten müssen, und jedesmal, wenn Verhandlungen mit unseren Schuldnern eingeleitet wurden, sind wir zu Konzessionen bereit gewesen, veranlaßt durch unseren Wunsch nach einer allgemeinen Versöhnung und durch unsere eingewurzelte Friedensliebe. Obwohl wir uns dessen bewußt sind, nicht mehr so behandelt worden zu sein, wie wir es verdienten, haben wir uns nicht entmutigen lassen. Roch bis vor kurzem hot die Ausführung des Dawes- p laues, der uns Vorteile vorbehielt, zu unserer Zufriedenheit funktioniert. Wir haben uns mit der Forderung der Einholung eines Sachverständigengutachtens abgefunden, wir haben unS Bedingungen anbequemt, die nicht die unfrigen waren, und wir haben alles was von uns abhängt, getan, um die Arbeit der Sachverständigen zu erleichtern. Die französischen Delegierten haben in keinem entscheidenden Augenblick die Aufgaben ihrer Kollegen hintertrieben oder erschwert. Sie haben lediglich Wert darauf gelegt, den Dawesplan nicht gegen ein weniger zuverlässiges und weniger ertragreiches verfahren einzutaufchen. Ich weiß noch nicht, in welchem Maße ihren berechtigten Forderungen Genugtuung getan werden wild. Ich weiß noch nicht einmal, ob die internationale Eachverständigenunterfuchung zu klaren und definitiven Schlüffen führen wird. Die französische Regierung wird sich eine Meinung erst an dem hoffentlich nahe bevorstehenden Tage bilden können, wo sie mit einem Gesamtbericht befaßt werden wird. Dann wird sie die ihr unterbreiteten Vorschläge prüfen und in Kenntnis der Sachlage Stellung nehmen. Sie wird im übrigen, wohlverstanden sowohl hinsichtlich der Frage der Reparationen, als auch hinsichtlich der interalliierten Schulden, nur im Einvernehmen mit den parlamentarischen Kommissionen und mit dem Parlament selbst handeln. Die Regierung wünscht wegen der wirtschaftlichen Wiederaufrichtung der Welt, daß eine endgültige Regelung erfolgt; aber es wäre ungerecht und unzulässig, dah die Kosten hierfür von dem gemarterten und verwüsteten Frankreich getragen würden. MeReichsregiewngMMnderheitenfrage Eine Denksch» ist zur besseren Vertretung der Minderheiten beim Völkerbund. Die nachstehende Denkschrift der Reichsregierung kennzeichnet sich als ein in der Form sehr gemäßigtes und konziliantes Schriftstück, das aber in der Sache sehr deutlich die Punkte herausarbeitet, die von Dr. Strcsemann in der Märztagung des Völkerbundsrats vorgetragen und als regelungsbedürftig bezeichnet worden find. Es geht daraus hervor, daß die Garantie des Völkerbundes für die Wahrung der Minderheitenrechte eine allgemeine und uneinge- schränkte ist, und es wird logisch diese Verpflichtung damit begründet, daß das ganze Regime der Schutzbestimmungen als das erforderliche Korrelat zur Abtrennung großer Volksteile von ihren Stammländern durch die Friedensverträge von 1919 zu betrachten ist. Die Konsequenz ist der D a u e r ch a r a k t e r dieser Verpflichtung und aller zu ihrer Erfüllung geschaffenen Einrichtungen, Es handelt sich bei den deutschen Verbesserungsvorschlägen im ganzen nicht etwa um grundstürzende Neuerungen, sondern im Gegenteil um eine Einigung der Begriffe und Methoden, die in den zehn Jahren seit Abschluß der Friedensverträge aus dem ursprünglich proklamierten und zu einem der Eckpfeiler des Weltfriedens und der Selbstbestimmung gemachten theoretischen Minderheitenrecht eine Art unzulässiger Sonderbelastung einzelner weniger Staaten zu machen scheinen. Kehrt man zu den Grundbegriff en zurück, so werden die besonderen Verpflichtungen der Staaten mit starken, ihnen unter dieser Bedingung zugeteilten Minderheiten fremder Nationalität auch für diese Staaten selbst empfunden als das, was sie sind; sie werden entgiftet und erhalten die Bedeutung von Mustereinrich- tungen, denen sich auch ohne Zwang die übrigen Mächte anschließen müssen, in deren Grenzen irgendwie nennenswerte Minderheiten wohnen. Es handelt sich hier um eine Frage, die nur unter ganz großen, allgemeinen Gesichtspunkten nützlich und wirksam ungefaßt werden kann. Deutschland ist in der Praxis, in seinen preußischen Minderheitenschulgesetzen und in anderen Dingen beispielgebend gewesen, und seine Stimme muß deshalb, auch wo es sich um die grundsätzliche Klärung und Lösung dieses großen Friedensproblems handelt, in der übrigen Welt Gehör finden. Daß dabei das Schicksal deutscher Minderheiten in besonders hohem Maße selbst zur Erörterung steht, vermindert keineswegs die allgemeine und humanitäre Bedeutung der durch das Memorandum klar und deutlich aufgeworfenen Fragen. 0er offizielle Auszug. Berlin , 19. Mai. (WTB.) 3n feiner Sitzung vom 7. März d. 3- hat der Völkerbundsrat die vorläufige Prüfung ter kanadischen und deutschen Anträge zur Minderheitenfrage einem Dreierkomitee übertragen, dem der japanische, englische und spanische Ratsvertreter angehören. Gleichzeitig wurde allen Mitgliedsstaaten des Völkerbundes anheimgegeben, ihre Bemerkungen zu der Angelegenheit dem Dreierkomitee vorzulegen, ein Beschluß, durch den die weitere Behandlung ter kanadischen und deutschen Anträge gewissermaßen zur Sache des gesamten Völkerbundes gemacht und damit die Bedeutung der Minderheitenfrage wirksam unterstrichen worden ist. Tatsächlich haben eine Reche von Staaten, in erster Linie die unter Minderheitenverträgen stehenden, die Gelegenheit benutzt, um ihre Bemerkungen dem Dreierkomitee zu unterbreiten. Auch die deutsche Regierung hat geglaubt, im 3nteresse einer möglichst umfassenden und eingehenden Unterrichtung des Dreierkomitees ihre Auffassung über die P f l i ch t e n , die sich für den Völkerbund aus der Garantie für die Bestimmungen zum Schuhe der Minderheiten ergeben, nochmals in einer besonderen Denkschrift barlegen zu sollen. Die deutsche Denkschrift, die am 12. April d. 3. dem Generalsekretär des Völkerbundes übermittelt worden ist, knüpft in ihrer Einleitung an die mündlichen Ausführungen des deutschen Ratsmitgliedes, Reichsministers Dr. Stresemann. auf der Märztagung des Rates an. Der deutsche Vertreter hatte die bisherige Praxis des Völkerbundes und ihre Ergebnisse einer kritischen Betrachtung unterzogen und war dabei zu folgenden Vorschlägen gelangt: Klärung der grundsätzlichen Frage über Sinn und Tragweite der Garantiepflicht des Völkerbundes, Prüfung der Möglichkeiten für die Besserung des formalen Verfahrens bei der Behandlung von Petitionen, Untersuchung der Frage, in welcher Weise der Völlerbund seiner Garantiepflicht außerhalb des Gebiets ter Petitionen genügen könne. Diese Ausführungen des deutschen Vertreters näher zu erläutern und zu ergänzen, ist der Zweck der deutschen Denkschrift. 3n ihrem ersten Teil wird unter Hinweis auf die Entstehungsgeschichte der Minderheitenverträge und die ersten grundlegenden Beschlüsse des Völkerbundsrates das neu geschaffene System des Minderheitenschutzes wie folgt gekennzeichnet« Den Minderheiten ist die (Erhaltung ihrer völkischen (Eigenart sowie kulturelle, sprachliche und religiöse Freiheit gewährleistet. Die Wahrung dieser Minderheitenrechte ist von den Minderheitenstaaten als Grundgesetz anerkannt und seine Beobachtung unter die Garantie des Völkerbundes gestellt. Diese Garantie ist allgemein und uneingeschränkt. Sie umfaßt die ständige Ueber- wachung der Lage der Minderheiten und ein Eingreifen im Falle konkreter Verletzungen der Schuhbestimmungen. Das ganze so charakterisierte Regime bildet ein wesentliches und dauerndes Gegenstück zu der Tatsache, daß durch die Friedensverträge von 1919 große Dolksteile von ihrer Volksgemeinschaft abgetrennt und der Souveränität eines anderen Staates unterstellt worden sind. Es handelt sich daher nicht nur um ein ^lebcrgangsregime, sondern um die Schaffung einer Grundlage dafür, daß die Angehörigen der Minderheit loyal ihre allgemeinen staatsbürgerlichen Pflichten gegenüber dem Staate erfüllen, dem sie angehören. Deshalb kann die Bekundung des Interesses an der st.riktenBeobachtung der Schuhbestimmungen niemals als unzulässige Einmischung in die Angelegenheiten eines fremden Staates, oder gar als Unterstützung staatsfeindlicher Bewegungen angesehen werden. Die deutsche Regierung hält es für dringend erwünscht, daß der Völkerbundsrat sich noch einmal a u s - drücklich zu den vorstehenden Gesichtspunkten bekennt, um entstandene Zweifel zu beseitigen und den Minderheiten selbst das Gefühl der Beruhigung und des Vertrauens in den Völkerbund zurückzugeben. Der zweite Teil der Denkschrift untersucht die Frage, in welcher Weise der Völkerbund seiner Verpflichtung zur allgemeinen Lleber- wachung der Lage oer Minderheiten nachzukommen hat. Der Gedanke einer allgemeinen Lleberwachungspflicht ist nicht neu, vielmehr haben, wie an einer Reihe von Beispielen nachgewiesen wird, sowohl der Rat, wie die Vollversammlung des Völkerbundes sich auch seither des öfteren mit Fragen des Minderheitenschutzes außerhalb des Gebiets der Petitionen befaßt. Cs handelt sich jetzt darum, diese bisher ohne System erfolgte ^leberwachung nach b e - stimmten Regeln zu organisieren. Es erscheint nicht ausreichend, diese Aufgaben dem Sekretariat zu übertragen, dessen Tätigkeit durch seine konstitutionelle Stellung feste Grenzen gezogen sind. Unzweckmäßig wäre auch die Zuweisung dieser Tätigkeit an die für die Prüfung der einzelnen Beschwerden eingesetzten Dreierkomitees, die in ihrer Zusammensetzung ständig wechseln und daher nicht die nötigen Erfahrungen sammeln können. So drängt sich von selbst der Gedanke eines besonderen Minderheitenkomitees auf, das ein Gremium darstellen würde, das ein möglichst vollständiges Material über die Lage der Minderheiten zusammenbringen, die grundsätzlichen Fragen klären, Anregungen entgegennehmen und seine Beobachtungen an die verfassungsmäßige Instanz des Völkerbundes heranbringen könnte. Zur Frage der Behandlung der einzelnen Petitionen übergehend, faßte die Denkschrift die deutschen Verbesserungsoorschläge wie folgt zusammen: Mitteilung des Ergebnisses der Arbeiten des Dreierkomitees an die einzelnen Ratsmitglieder, größere Publizität des ganzen Verfahrens, um wenigstens auf diesem Dege den beschwerdeführenden Minderheiten Kenntnis über die Behandlung ihrer Petitionen zu geben, Anerkennung des Rechts der Komitees zwecks Klärung des Tatbestandes, ergänzende Informationen auch von feiten der Minderheiten einzufordern, Verstärkung der Dreierkomitee» nach der jeweiligen Dichtigkeit des zu behandelnden Falles, Beseitigung der bisher geübten Ausschaltung der Vertreter gewisser Nationen bei der Zusammensetzung der Komitees. Mit Befriedigung stellt die deutsche Regierung fest, daß die Motive dieser Anregungen auch den Vorschlägen des kanaoischen Vertreters zugrunde liegen. Wenn der Rat sich zur Annahme der Grundgedanken der kanadischen Vorschläge entschließen könnte — Vorführung der Petitionen nicht durch ein Dreierkomitee, sondern durch ein alle Ratsmächte umfassendes Komitee und Einreichung der Petitionen über die Regierung des beteiligten Staates —, so würde damit den deutschen Wünschen im wesentlichen Rechnung getragen sein. Zum Schluß setzt sich die Denkschrift mit dem auf der Märztagung zum Ausdruck gebrachten Ein- wand auseinander, daß die durch die Minder- heitenoerträge und -erklärungen verpflichteten Staaten nicht in der tiage feien, über diese Verträge und Erklärungen hinaus neue Verpflichtungen zu übernehmen. Demgegenüber wird betont, daß die deutschen Anträge von vornherein nichts anderes im Auge gehabt haben, als eine Reform der Tätigkeit des Völkerbundes auf d e m G e b i e t e d e s M t n d e r- heitenschutzes im Rahmen des geltenden materiellen Rechts herbeizuführen. Sachlich richten sich die erwähnten Einwände gegen das Vorverfahren für diePrüfung der Minder- heitsbeschwerden. Es wird gesagt, daß die Einrichtungen des Dreierkomitees bereits über die bestehenden Verträge hinausginge und daß daher jede Abänderung, oder jeder weitere Ausbau des Vorverfahrens der Zustimmung der Minderheits- staaten bedürfe. Zu diesen Einwänden wird bemerkt, daß die Einführung einer inoffiziellen Vorverfahren» zur Prüfung der Minderheitenbeschwerden keineswegs im Widerspruch zu den Verträgen steht, daß der Rat bisher nur in einem einzigen Falle die Zustimmung der Minderheitsstaaten für erforderlich geachtet hat und daß vor allem den Minderheitsstaaten daraus der Vorteil erwächst, daß sie die eingegangenen Beschwerden mit ihrenvemerkungen und Kommentaren versehen können, bevor sie an den Rat gelangen. Wenn somit die Einschaltung der beteiligten Staaten in das Vorverfahren letzten Endes nur deren eigenem Interesse entspricht, so möchte die deutsche Regierung annehmen, daß die Einführung wirklich zweckmäßiger Reformen nicht durch rein formale Gesichtspunkte behindert, sondern daß darüber im Wege der Verständigung unschwer eine Einigung zu erzielen sein wird. Ausweisung eines deutschen Journalisten aus Eupen. Essen, 20. Mai. (WB.) Wie die .Rheinisch- Westfälische Zeitung" meldet, wurde heute in W e i m e S (Eupen-Walmedy) der Redakteur Karl Bartz von der .Rheinisch-Westfälischen Zeitung" verhaftet unb ausgewiesen mit der Begründung, fein Aufenthalt gefährde die Sicherheit des belgischen Staates. Dr. Bartz ist den Angaben des Blattes zufolge in Eupen-MalmedH geboren, hat sich rege in der Heimatbewegung betätigt und ein Buch .Das llnredjt an Gupen-Malmedy" veröffentlicht. Er stand in enger Beziehung zur Christlichen Dolkspartei in Eupen-Malmedy, die in der letzten Zeit sehr große Erfolge zu verzeichnen hatte, und deren Kandidat Iehottay große Aussicht haben soll, bei den Wahlen in die Kammer einzuziehen. Arbeitsftiede in der Zigarrenindustrie. Hamburg, 18. Mai. (WB.) Zur Beilegung des bereits seit mehreren Monaten andauernden T a r i f st r e i t e s in der deutschen Zigarrenfabrikation hatte der Reichsarbeitsminister den Hamburger Schlichter Dr. Stenzel zum Sonderschlichter bestellt. Die Verhandlungen, die hier stattfanden, gestalteten sich sehr schwierig. Erst nach vierstündiger Verhandlung gelang es, eine Einigung zwischen den Parteien herbeizufüyren. Der Rahmen- 1 a r i f wurde mit einigen Aenderungen auf zwei weitere Iahre verlängert. Der Lohntarif, der ebenfalls für zwei Iahre abgeschlossen wurde, sieht Zulagen von 3 Prozent ab 1. 7. 1929, weiteren 3 Prozent ab 1. 4. 1930 und nochmals 2 Prozent ab 1. 10. 1930 vor. Durch die Der- einbarung ist der drohende Arbeitskonflikt in der deutschen Zigarrenfabrikation beigelegt. Am 24. Mai wird im Lohnlonflili der Reichsbahn verhandelt. Berlin, 17. Mai. Rach dem „D. T." endeten die heutigen Besprechungen der Tarifparteien im Reichsbahnlohnkonflikt vor dem Schlichter Dr. Vö Ickers damit, daß beschlossen wurde, am 24. Mai, vormittags 11 Llhr, im Reichsarbeitsministerium noch einmal zusammenzukommen. In der Zwischenzeit wird jede Partei vier Beisitzer ernennen, damit, wenn in den neuen Verhandlungen keine Einigung erzielt wird, sofort eine Schlichtungskammer eingesetzt werden kann. Mner über dieSlmmsaM des„GmsZepselm". Dr. Eckener in Friedrichshafen. Friedrichshafen, 20. Mai. (TU.) Dr. Ecken er, der am Sonntag nach Friedrichshafen zurückgekehrt ist, gewährte Pressevertretern eine Unterredung, in der er sich ausführlich über die Fahrt des Luftschiffes verbreitete. Dr. Eckener erklärte, daß er den Weg über Gibraltar genommen habe, weil hier nach den Wetternachrichten mit einem schnellen Dorwärts- kvmmen gerechnet werden konnte. Schon kurz über Barcelona hätte ein Steuerbordmotor abgestellt werden müssen, da eine Kurbelwelle gebrochen war. Rach eingehender Beratung mit Graf Soden, der ein ausgezeichneter Techniker sei, sowie mit den Luftschiffführern Lehmann und Flemming sei man zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Bruch der Kurbelwelle keinerlei Schlüsse auf die übrigen Motoren zulasse, um so weniger, als alle Motoren auf der letzten Amerikafahrt ganz vorzüglich und ohne jedwede Unterbrechung gearbeitet hätten. Er habe sich daher zur W e i t e r- fa hrt entschlossen. Kurz hinter den Dalearen- Inseln und Kap Rao fei dann ein zweiter Motor, wieder ein Steuerbordmotor, infolge Bruches eines Schwunggewichtes der Kurbelwelle ausgefallen, jetzt habe er s o - fort Kehrt gemacht und sei in schneller Fahrt gegen 10.30 Uhr abends schon wieder über Barcelona gewesen. Von hier ab sei das Vorwärts- kommen immer langsamer geworden. Der starke Mistral In der Bucht von Lyon habe das Schiff fast nicht mehr vom Fleck kommen lassen. Die Böen hätten etwa 90 bis 95 Stundenkilometer betragen und die Kraft der Motoren gerade dazu ausgereicht, diese Geschwindigkeit „auszukämpfen". Don Barcelona bis an die Küste Hobe er volle neun Stunden gebraucht, während auf dem Hiüflug die Strecke in zweieinhalb Stunden bewältigt wurde. Gegen elf Uhr morgens wurde N! m e s überflogen. Hier habe er, obwohl die Motoren mit äußerster Kraft liefen, etwa eine halbe Stunde lang nicht vom Fleck kommen können, bis der Wind nachgelassen habe. Gegen drei Uhr nachmittags habe man sich Valence genähert und gehofft, hier bessere Bedingungen vorzufinden. Während dieser ganzen Zeit sei das Luftschiff langsam, aber ruhig und ft e t i g fortgekommen. Von einem Stampfen und Schlingern könne keine Rede sein. Kurz vor Valence sei er nach Nordosten abgebogen, um den Weg über Genf und die Schweiz zu nehmen. Man habe schon geglaubt, das Schlimmste hinter sich zu haben, als kurz nach drei Uhr östlich von Valence ein dritter Motor d e r f a g t e. Unter diesen Umständen und angesichts der Gefahr, daß noch ein weiterer Motor ausfallen könnte, habe er sich zu einer baldigen Landung entschlossen. Noch in Erwägungen darüber, wo diese Landuna stattfinden sollte, sei ihm die Meldung überreicht worden, wonach auch der vierte Motor eine Panne aufwies. Alle vier Motoren hätten dieselben Pannen gehabt, nämlich Bruch eines Schwunggewichts an der Kurbelwelle. Er habe sich sofort mit Lyon in Verbindung gesetzt und Hilfe für eine Notlandung in Valence erbeten, lieber dem Flugplatz von Valence habe er jedoch so kräftige Winde angetroffen, daß an eine Landung nicht gedacht werden konnte. Er habe nunmehr das Luftschiff in ein Seitental des Gebirges gefteuert in dem Glauben, hier günstigere Windverhältnisse anzutreffen. Daraus ergäben sich wahrscheinlich auch die Falschmeldungen, wonach das Luftschiff hilflos ins Gebirge getrieben worden fei. Er fei m i t voller Absicht in das Gebirgsgelände gegangen und habe dabei das Schiff mit einer laufenden Maschine so vollkommen in der Hand gehabt, daß er zwischen den recht hohen Bergen hindurch bis weit hinaus ins Srömetal gelangt fei. Wenn auch der Wind erheblich schwächer als außerhalb des Gebirges gewesen sei, so hätten Fallboen und aufsteigende Winde eine einigermaßen glatte Landung von vornherein unmöglich gemacht. Er habe also den einzig möglichen Ausweg benutzen müssen, etwa 200 Kilometer bis zur Riviera zu fliegen, was dann auch mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 Stundenkilometer mit gutem Wind gelungen sei. An dem Landeplatz C u e r s tjabe er zunächst nicht gedacht, da dieser ja in dem verbotenen Fahrtgebiet von Toulon liege. Er habe vielmehr geglaubt, in den Vorbergen der Riviera Windstille und Täler für eine Landung vorzufinden. Erst später habe er an die Möglichkeit einer Landung in Cuers gedacht und sei gerade im Begriff gewesen, eine Anfrage an das französische Lustfahrtmini st erium wegen einer Landung zu richten, als dieses von sich aus eine Landung in Orly bei Paris oder in Cuers anbot. Obgleich von Toulon aus Anweisung ergangen war, nicht vor i/29 Llhr zu landen, da die unterwegs befindlichen Landetruppen nicht früher zur Stelle sein konnten, habe man sich der Laune des einzigen Motors nicht länger auSsetzen wollen und sei unverzüglich zur Landung geschritten. Rur etwa 30 bis 40 Leute der Platzmannschaft von CuerS hätten auf dem Landefelde gestanden, und in diese hinein habe er bei völliger Windstille daS Luftschiff fallen lassen und noch genug Bremsbalast gehabt, um eine sehr elegante Landung auSführen yt können. Erst als das Schiff bereits auf dem Boden war, von wenigen Leuten gut gehalten, seien einige hundert Mann eingetroffen, die es mit sehr viel Geschick vor sich und um sich in die Halle gebracht hätten. Besprechungen über -re Moiorenfrage. Friedrichshafen, 20. Mai. (WTD.) Dr. Eckener ist am Sonntagabend von Cuers kommend über die Schweiz zu einem kurzen Aufenthalt nach Friedrichshafen zurückgekehrt. Direktor Maybach, der Leiter der Maybach- Motorenwerke, die bekanntlich die Motoren des Luftschiffes hergestellt haben, war ihm im Kraftwagen bis Zürich entgegengefahren, von wo aus die beiden Herren die Reise nach Friedrichshafen im Auto gemeinsam fortsehten. Im Laufe des heutigen Vormittags begab sich Dr. Eckener zur Werft, wo er einem Heinen Kreise von Pressevertretern in einer etwa eineinhalbstündigen Llnierredung eingehende Mitteilungen über »seine weiteren Pläne, sowie über den Verlauf der abgebrochenen Amerikafahrt und die dabei aufgetretenen Störungen in der Maschinenanlage des Luftschiffes machte. Als den Hauptzweck seiner Rückkehr nach Friedrichshafen bezeichnete Dr. Eckener, daß er vor allen Dingen mit den leitenden Stellen der Maybach-Motorenwerke Fühlung nehmen wolle, um sich über die weiteren Maßnahmen, die ergriffen werden sollen, schlüssig zu werden. Dr. Eckener legte vor allem Wert auf die Feststellung, daß man erst bas Ergebnis der Untersuchung der defekten Motoren abroarten müsse, um sich ein Urteil über die Ursachen der Störung zu bilden, daß aber entgegen anderslautenden Pressenachrichten das vorliegen von Sabotageakten unter allen Umständen als ausgeschlossen zu betrachten sei. Auch sei es falsch, das Auftreten dieser Störungen mit den Abänderungen an den Luftschiffmotoren in Zusammenhang zu bringen, die nach der zweiten Mittelmehrfahrt vorgenommen worden seien, bei' der übrigens unter anderem auch ein Sprung an einem Zylinderfuß zu verzeichnen war. Nach dieser Fahrt sind die Versteifungen der verschiedenen Zylinder untereinander etwas gelockert worden, doch steht man auf dem Standpunkt, daß diese Maßnahme keinerlei Einfluß auf die Kurbelwellen der Maschinen ausüben konnte. Nach Ansicht Dr. Eckeners müsse es sich um ein völlig neues, noch unbekanntes. Moment handeln, das die fast gleichzeitig auftretenden Beschädigungen der Motoren bewirkt hat. Worin dieses Moment bestehe, sei vorher noch ein technisches Rätsel, das noch der Lösung harre. Mit der Konstruktion des Luftschiffes an und für sich hätten die Maschinenstörungen nichts zu tun, was schon dadurch bewiesen sei, daß trotz des Ausfalles von vier Motoren die Landung auf französischem Boden reibungslos ausgeführt werden konnte. Donnerstag oder Freitag hofft Dr. Eckener mit dem „Graf Zeppelin" wieder nach dem Heimathafen zurückkehren zu können. Die an Bord befindliche Poft und das Frachtgut werden auf Wunsch der einschlägigen Stellen ebenfalls mit dem Luftschiff nach Friedrichshafen zurückgebracht werden. Heute mittag fand zwischen Dr. Eckener, Direktor Dr. Maybach, dem Chefkonstrukteur des Luftschiffes Dr. Dürr und mehreren Ingenieuren der hiesigen Werke eine Besprechung statt, bei der die gesamte Motorenfrage zur Sprache kam. Es wurde festgestellt, daß nach wie vor Klarheit über die Ursachen der Maschinenstörung nicht geschaffen werden könne. Als' Ergebnis der Besprechung wurde mitgeteilt, daß man erst die Ankunft der gebrochenen Teile mit dem Luftschiff abwarten müsse, um sich ein klares Bild über die inneren Vorgänge in den Motoren zu verschaffen, und daß, bevor diese Ursachen ermittelt seien, keine größeren Fahrten mit dem Luftschiff unternommen würden. Dr. Eckener begibt sich, wie er mitteilte, voraussichtlich am Mittwoch wieder nach Cuers zurück. Riesenbesuch beim „Graf Zeppelin". T o u l o n, 20. Mai. (WTD.) Im Verlaufe des Samstagnachmittag war das Luftschiff zur Besichtigung freigegeben, von welcher Möglichkeit die Bevölkerung und die an der Riviera weilenden Touristen und Kurgäste starken Gebrauch machten. Unter den Besuchern befand sich auch der sozialistische Abgeordnete und Berichterstatter für das Budget des Luftsahrt- ministeriums R e n a u d e l, der von Dr. Eckener in liebenswürdiger Weise empfangen wurde. Am gestrigen Pfingstfeiertage war der Zu- ström der Besucher, die das Zeppelinluftschiff besichtigen wollten, so groß, daß die Aut o- mobil- die Zufahrt st raßen zum Flugplatz vollkommen verstopften. Ein Infanterieregiment auS HytzreS mußte zur Verstärkung des Ordnungsdienstes eingesetzt Werdern Die Mannschaft des „Graf Zeppelin" hat am Rachmittag des ersten Pfingst- fekertages in Begleitung von französischen trogen die Stadt Toulon besichtigt. Eckeners Dank. Toulon, 18. Mai. (Vom Sonderberichterstatter des WTD.) Dr. Eckener hat folgendes Sanftlegramm an den französischen Luftfahrtminister Laurent-Ehnac gesandt: „Ich möchte nicht verfehlen, Herr Minister, meinen aufrichtigen und herzlichen Dank ab- zust allen für die vielfache Unterstützung und Forderung, die Sie uns für die programmähige Durchführung der Fahrt des „Graf Zeppelin" geliehen, und für das Interesse, mit dem Sie diese Fahrt in den einzelnen Phasen begleitet haben. Ganz besonders aber bin ich Ihnen zu Dank verpflichtet für die tatkräftige und unverzügliche Hilfe, die Sie uns, als eine Rot- landung des Luftschiffes infolge -des plötzlichen Ausfalles von zwei Motoren notwendig wurde, dadurch geleistet haben, daß Sie uns glatt Platz und Halle von Cuers zur Verfügung stellten. Wenn das Luftschiff intakt und wohl geborgen uns erhalten geblieben ist, haben wir Ihnendaszu danken. E ck e n e r.“ Dr. Eckener hat außerdem dem K r i e g s Minister telegraphisch seinen Dank für die Hilfeleistung der Truppen ausgesprochen und ferner ein Danktelegramm an den Marinemini st er gesandt, in dem er besonders die Geschicklichkeit anerkannte, mit der die Landungsmannschaft die Bergung und Einhaltung des Luftschiffes durchführte. Lustfahrtminister Laurent-Ehnac hat an Dr. Eckener folgendes Telegramm gerichtet: »Ich danke Ihnen für die Depeschen, in denen Sie den Bemühungen unserer Mannschaften Anerkennung zollen. Ich bin glücklich, daß diese Ihnen und Ihrer tapferen Besatzung gelegentlich Ihrer schwierigen Landung nützlich sein konnten." Marineminister Leygues hat an Dr. Eckener als Antwort auf das Danktelegramm Dr. Eckeners folgendes gedrahtet: ,Ich danke Ihnen lebhaft für das Telegramm, in oem Sie die Wirksamkeit der durch das Personal geleisteten Hilfe hervorheben. Ich werde Ihre Botschaft dem Luftfahrtminister und dem Kriegsminister mitteilen. L e y g u e s." Der Präfekt des Departements Dröme hat Dr. Eckener auf sein Danktelegramm, das besonders die von dem Präfekten angeordnete Unterbrechung der Starkstromleitungen zur Verhütung eines Unfalles des „Graf Zeppelin" anerkannte, mit einem Telegramm geantwortet, In dem er betont, die d e u t- schen Behörden würden gewiß in einem entsprechenden Falle gegenüber einer französischen Mannschaft die gleichen Sicherheits- Vorkehrungen getroffen haben. Oer Dank -cs Reiches an Frankreich. Berlin, 18. Mai. (WTB.) Reichsverkchrs- Minister Dr. Stegerwald richtete an den französischen Minister für Luftfahrt, Laurent Sh nac, folgendes Telegramm: „Bon den umsichtigen und energischen Maßnahmen, welche die französische Regierung zur Hilfeleistung für das Luftschiff „Graf Zeppelin" auf dessen Ersuchen in Frankreich in weitestem Umfange getroffen hat, habe ich mit großer Genugtuung Kenntnis genommen. Die glückliche Durchführung der Landung in Toulon ist diesen erfolgreichen Bemühungen zuzuschreiben. Rehmen Sie, Herr Minister, meinen aufrichtigen Dank für Ihre so großzügige und tatkräftige Hilfeleistung entgegen.“ Der deutsche Botschafter v. H o e s ch hat heute vormittag in Abwesenheit des Außenministers B r i a n b zunächst dem Generalsekretär des Ministeriums, Philippe B e r t h e l o t, und hieraus dem Luftfahrtminister Laurent Eynac den Dank der deutschen Regierung für die tatkräftige Hilfeleistung bei oer Landung des Zeppelins in Cuers-Pierrefeu ausgesprochen. Der Luftfahrtminister teilte mit, daß er die notwendigen Instruktionen gegeben habe, damit jede mögliche Hilfeleistung für die notwendigen Ausbesserungen, wenn sie an Ort und Stelle vorgenommen werden sollten, gegeben werde. Der Luftfahrtminister Laurent Eynac hat an den Reichsverkehrsminister Stegerwald folgendes Telegramm gerichtet: „Ich danke Ihnen für die Depesche, die Sie mir anläßlich der Landung des „Graf Zeppelin" in Cuers Übersandt haben. Wir werden uns bemühen, die notwendigen Reparaturen zu erleichtern. Ich bringe den Wunsch zum Ausdruck, daß Dr. Eckener und seine mutige Besatzung bald an Bord ihres Luft- schiffcs in ihren Heimatflughafen zurückzukehren in der Lage sein werden." Aus aller Welt. Eröffnung der internationalen Ausstellung in Barcelona. Barcelona, 20. Mai. (WTB.) Die internationale Ausstellung ist gestern unter allgemeiner lebhafter Anteilnahme bei prachtvollem Wetter feierlich eröffnet worden. Im Rationalpalast der Ausstellung wurden der König und die Königin von General Primo de Rivera mit sämtlichen Ministern, den Spitzen der Behörden, dem diplomatischen Korps und zahlreichen Vertretern des Auslandes begrüßt. Der Leiter der Ausstellung, Marquis Foronda, und der Bürgermeister von Barcelona, Baron D i v e r, hielten Ansprachen, in denen die Bedeutung der Ausstellung hervor- gehoben wurde. Ministerpräsident Primo d e R i- v e r a hob in seiner Rede die besondere Leistung hervor, die das Zustandekommen zweier Ausstellungen wie die von Sevilla und Barcelona darstelle. Dies bedeute, daß Spanien ganz und gar dem Ideal allgemeiner Brüderlichkeit leben wolle. Ein Verkehrsflugzeug in die Donau gestürzt. Budapest, 18. Mal. (WB.) Ein P a s sa g l e r - flugjcug, das den Verkehr zwischen Wien und Budapest vermittell, ist heule nachmittag in der Rähe der Eisenbahnbrücke bei Budapest verunglückt. Augenzeugen berichten, in dem Flugzeug, bas gerade über der Donau schwebte, sei eine Explosion erfolgt, wodurch der eine Flügel abgerissen wurde und die Maschine satyl dem Piloten und in den Insassen in die Donau stürzte und unlerging. Die sofort herbei- geeilten Bettun gs- trab Feuerwehrmannschaf tea konnten keine Hilfe leisten, da nicht einmal genau seststand, wo das Flugzeug ins Wasser gefallen war. Pioniere und Taucher wurden zur Durch- fuchung des Flusses kommandiert. 3n dem verunglückten Flugzeug besand sich außer dem Piloten nur ein Passagier, und zwar der wiener Zahntechniker Hubert Hoffer. Tödlicher Unfall bei einem Fallschirmabsprung. Brünn, 18.Mai. (WTB.) Auf dem hiesigen Flugplatz stieg heute nachmittag der 24 Jahre alte fronet aus Sebroeih in einem von dem Piloten und Fallschirmerfinder Regler aus Königgrätz gesteuerten Flugzeug auf. In einer Höhe von etwa 700 Meter sprang Hronek mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug. Der Fallschirm öffnete sich nur teilweise und Hronek stürzte kopfüber zur Erde, wobei er den Tod fand. Regler wollte den Fallschirmabsprung selbst ausführen und willigte nur auf Drängen Hroneks ein, daß dieser seinen Apparat erprobe. Eisenbahnunglück bei Würzburg. Aach amtlicher Mitteilung der Reichsbahn- direklion Würzburg fuhr am Samstagabend um 9.10 Llhr ein O- Zug auf einen zwischen Würzburg und Heidmgsfeld abgerissenen Zugteil eines Güterzuges auf. Die Lokomotive des D-Zuges stürzte um. Der Packwagen und ein Personenwagen sind e n 1 g l e i st. Dom Güterzug sind acht Wagen entgleist und teilweise umgestürzt, vier Güterwagen gerieten in Brand. Das Gleis Würzburg—Treuch- ttngen wurde auf 150 Meter zerstört. Der Zugverkehr ist seit 1.30 ilfjr nachts eingleisig wieder ausgenommen worden. Der Lokomotivführer und eine Reisende des O-Zuges wurden leicht verletzt. Die Ursache des Einfalles ist vorzeitige Freigabe der Strecke. Der Bombenanschlag im versorgungsaml Oldenburg. Oldenburg, 18. Mai. (WTD.) Auf den Vorsitzenden des Versorgungsamtes Oldenburg wurde ein Bombenattentat versucht, die Bombe ist jedoch nicht explodiert, weil die Zündschnur vorzeitig erlosch. Die Untersuchung des bei dem Anschlag benutzten Sprengkörpers hat ergeben, das; die Bombe, obwohl sie in ziemlich primitiver Art hergestellt war, doch großes Unheil hätte anrichten können, wenn sie explodiert wäre. Sie bestand aus einem Stück Rohr, das mit Pulver und Steinstücken vollgestopft war. Die daran befindliche Zündschnur wies eine schadhafte Stelle auf und ist infolgedessen glücklicherweise erloschen. Als Täter wurde ein übelbeleumdeter, etwa 60jähriger Arbeiter und Händler Rose verhaftet, der ohne festen Wohnsitz ist und sich bettelnd und handelnd auf den Märkten in Oldenburg und Ostfriesland Herumtrieb: er ist geständig und hat bei seiner Vernehmung angegeben, er habe lediglich die Absicht gehabt, den Obersekretär Meyer vom Versorgungsamt, den er für Richterledigung seiner Anträge verantwortlich macht, zu erschrecken. Rose, der kriegsbeschädigt ist und eine Rente bezieht, hatte wiederholt beim Dersorgungsamt völlig unberechtigte Anträge auf Fürsorge gestellt. Es war ihm bekannt, daß derartige Gesuche von dem Obersekretär Meyer bearbeitet wurden. Welthöchstleistung eines deutschen Seeflugzeugv. Am Freitag startete von Warnemünde aus der Flugzeugführer Starke der Ernst- Heinkel-Flugzeugwcrke auf einem Heinkel-See- flugzeug H. D. 38 zum Antritt auf die Geschwindigkeits-Welthöchstleistung über 100 Kilo- miter mit 500 Kilogramm Zuladung. Starke flog die Strecke Insel Poel—Leuchtturm Travemünde-Priwall. Er erreichte eine Geschwindigkeit von 259,927 Stundenkilometer und überbot damit die amerikanische Welthöchstleistung, die seit zwei Iahren gehalten wird, um 23 Kilometer. Die Flugleistung wurde vom deutschen Lustrat als deutsche Höchstleistung anerkannt und der F. A. I. der obersten flugsportlichen Behörde zur Anerkennung angemeldet. Aus dem Untergrundbahnschacht entkommen. Der Revolver sch ühe, der am Freitag abend auf dem älntergrundbahnhof Morihplah in Berlin große Aufregung verursachte und vor den ihn verfolgenden Polizeibeamten in den Untergrundbahn schacht flüchtete, ist durch einen Luft- schacht, anscheinend in der Rähe der Ritterstraße, entkommen. Vier Dolizeibeamte, die nach Strom- losmachung der Strecke das Gelände abgesucht hatten, konnten den Flüchtling nicht auffinden. Der Verkehr der Llntergrundbahn war auf ein« halbe Stunde unterbrochen. Reue» schweres Erdbeben in Anatolien. Aus Angora wird gemeldet: Am ersten Pfingsttag abends gegen 9 Llhr ist die Ortschaft Sutschehi bei Siwas von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden. 956 Häuser sind entweder ganz oder zum Teil zerstört wor- den. Lieber 30 Personen wurden getötet und etwa 40 verwundet. Aus der provinzialvauptfiadt. Gießen, den 21. Mai 1929. „Sie sehen und hören." Die Musiker lassen ihre Instrumente sinken. Der Klavierspieler legt lässig die Hände über den Knien zusammen. Auf der Leinewand erscheint das Bild des modernen Schlagerkomponisten. Er sitzt vor dem aufgeschlagcnen Flügel und lockt einzelne Töne aus ihm herauL — eine Melodie. Die Begleitung schmiegt sich an, erst zögernd, dann sicherer, bewußter — jetzt klingt es auf, in straffen Rhythmen, in vollen Akkorden ... der Film spricht. Tönt. Laut und vernehmlich den verdunlclten Raum füllend. Der Komponist lächelt. Weiß, plötzlich: hier spielt die Geige. Hier führt das Saxophon. Das Banjo hält es gebunden in seinen an- feuernd-dumpfen Akkorden. Ieht perlt das Thlo- phon seine Hellen Läufe — und was der Komponist im Innern hört, der Film zaubert es auf die Leinwand. Huschende Gestalten gleiten über den Deckel des Flügels, sie vereinigen sich zur Kapelle, und ihre Instrumente klingen im triumphierenden Zusammenspiel auf--der neueste Schlager ist geschaffen! Der Film zeigt alles. Was ist die schwarze Kunst des Mittelalters gegen sein Schwarz- Weiß, das sich aller Dinge bemächtigt! Des Meeres, der Berge, deS ewigen Schnees. Cr bannt auf die Leinwand den Arbeiter bei der Arbeit, den Reiter im Sprung, die Liebenden in heißer Llmarmung, er verrät Gedanken, Gefühle. Bisher st u m m beredt. Run beginnt er zu sprechen. Roch beherrscht er die Sprache nicht völlig. Es gelingt noch nicht immer. Aber es wird gelingen. Bald. Sehr bald. Lind ein neues Wunder der Technik wird eine ganz kurze Zeit die Menschen in Erstaunen setzen — vielleicht jeden nur Minuten. Denn man hat das Staunen verlernt. Heutzutage. Die schwarz-weiße Kapelle auf der Leinwand spielt ... meine Gedanken gleiten ab', rückwärts ... wann war es doch? Vielleicht vor 20 Iahren? Iahrmarkt in einer kleinen Stadt. Hochbetrieb. Bescheidene Sensationen. „Haben gnädige Frau schon den Kinematographen gesehen?" „Rein, was ist das? Ach so, die lebende Photographie." „Aber das ist doch Llnsinn." „Gehen wir doch hinein!" Die lustige junge Gesellschaft betritt skeptisch übermütig den verdunkelten Raum. Eine weiße Fläche. Ein Schiff erscheint auf ihr. Es fährt langsam vorwärts. Allgemeines Erstaunen. „Gott, wie natürlich! Man kann es deutlich erkennen, ein richtiger Dampfer. Rein, sehen Sie nur, es raucht sogar aus dem Schornstein! Lind das Wasser! Es kräuselt sich richtig vor dem Bug. Sieh mal die Fahne, wie sie flattert!" Auch Menschen erscheinen. Gehen, bewegen sich ... man ist wirklich sehr erstaunt und bewundert das Geheimnis dieser lebenden Bilder. Wenn nur das Flimmern nicht wäre! Rach wenigen Minuten sind die Augen übermüdet. Rein, es ist doch nichts mit diesem Kinematographen, es ist eben so ein Iahrmarktsspah, nichts weiter. Ob er eine Zukunft hat? Richt einen Augenblick kommt der Gedanke. Eine Spielerei. Ganz nett. Aber gehen wir weiter, Herrschaften, die Flimmerei ist ja nicht auszuhalten. 20 Iahre — im flüchtigen Richts einer Minute durcheilt. Leise klopft der Stab des Dirigenten auf der Leinwand aufs Pult. Der erste Geiger hebt den Bogen — ein perlender Lauf, Saxophon, Klavier und Banjo fallen ein, und die Musik rauscht durch den Raum, genau, als ob" die Spieler ... Aber ist nicht schließlich alles ein großes „als ob" ? Eva v. Massow. Neue Gießener Ehrendoktoren. Aus Anlaß der Jubelfeier zum Gedächtnis der Protestation zu Speyer vor vierhundert Jahren ernannte heute die Theologische Fakultät der Hessischen Landesuniversität Gießen durch ihren Dekan, Professor D. Heinrich Bornkamm, den Professor an der Universität München, Dr. phil. Paul Ioachimsen, „den geistvollen Erforscher von Humanismus und Reformation, den großzügigen Deuter der Sozialethik des Luthertums, den ernsten Denker, der die reformatorische Gedankenwelt der Gegenwart weiterzugeben weiß", sowie den Direktor des protestantischen Predigerseminars in Landau (Pfalz), Hans Stempel, „den ausgezeichneten Seelsorger, der in vorbildlicher Weise das kirchliche Leben einer aufstrebenden Jndustrie- gemeinde aufzubauen wußte, den eifrigen Förderer der Inneren Mission und der innerkirchlichen Einheit, der die verschiedengearteten Kräfte evangelischen Lebens zu fruchtbarer Einigung zu führen versteht, den theologischen Lehrer und Freund der Jugend, der mit hervorragendem Wissen und Können auegestattet, dem jungen pfälzischen Theologengeschlecht die Wege in das praktische kirchliche Amt zu zeigen weiß", ehrenhalber zum Doktor der Theologie. Bornotizen. T a g e s k a l e n d e r für Dienstag, 21. Mai: Stadttheater: 19.30 bis 22.15 Llhr: „Ka- tharina Knie". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Frau ohne Ramen". — Astoria-Lichtspicle: „Der Rächer seiner Mutter" und „Das gefähr- liehe Alter". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Zum Gcden- ken an Karl S l o b o d a — er ist vor kurzem in Armut gestorben — bringt das Gießener Stadttheater das Lustspiel „Am Teetisch" am kommenden Donnerstag zur Erstaufführung. Spielleitung hat Oberspielleitcr Hans Tannert. — Am Dienstag, 21. Mai, wird zum letzten Male in der Winterspielzeit „Katharina Knie" von Carl Zuckmayer gegeben. Daten für Dienstag, 21. Mai. Sonnenaufgang 4.01 Uhr, Sonnenuntergang 19.52 Uhr. — Mondaufgang 17.47 Uhr, Monduntcrgang 3.14 Uhr. 1471: Albrecht Dürer in Nürnberg geboren (aestorben 1528); — 1506: Christoph Columbus in Valladolid gestorben (geboren 1446 oder 1447). Gießener Wochcrtmcrrktprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 30, Weißkraut 20 bis 30, Rotkraut 20 bis 30, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 20 bis 25, Spinat 25 bis 35, Spargel 50 bis 110, grüne Erbsen 50 bis 60, Feldsalat 150 bis 200, Tomaten 80 bis 100, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 50 bis 120, Schwarzwurzeln 40 bis 80, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln (alte) 6, (neue) 30 (pro Zentner 5,50 Mk.), Aepfcl (ausl.) 40 bis 70, (inl.) 30 bis 40, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 100 bis 120, Erdbeeren 200, Rüsse 70 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund: Tauben 70 bis 90, Eier 12, Blumenkohl 70 bis 150, Salat 20 bis 35, Salatgurken 70 bis 100, Oberkohlrabi 30 bis 40, Lauch 10 bis 20, Rettich 25 bis 30, Sellerie 20 bis 100 pro Stück; Radieschen 20 bis 25 Pfennig pro Bund. ** D i e Pfing st feiertags. Als am Samstag vor Pfingsten ein ununterbrochener Regen herniederströmte, glaubte wohl niemand, daß wir ein Wetter bekommen würden, das uns Pfingsten zu einem wahren Fest des Frühlings werden ließ. Am ersten Feiertage klärte sich plötzlich der Himmel ayf, und wenn es auch noch etwas kühl war, so spendeten die Sonnenstrahlen doch so viel Wärme, um den Aufenthalt im Freien einigermaßen erträglich zu machen. Am zweiten Feiertag wurde das Wetter geradezu ideal. Ein wolkenlos blauer Himmel wölbte sich über die in ihrern hellsten Glanze stehende Ratur, und eine wohltuende Wärme umfing die Massen, die hinausgezogen waren in Wald und Feld, um in der blühenden Pracht die Sorgen des Alltags auf kurze Zeit zu vergessen. So war es kein Wunder, wenn der diesjährige Pfingstverkehr recht gut war. Bei der Reichsbahn setzte der Feiertagsverkehr schon am Freitagnachmittag sehr lebhaft ein. Es wurden Sonderzüge in der Richtung Frankfurt—Hagen und Hagen—Frankfurt gefahren, die jeweils stark beseht waren. Die beiden Festtage brachten den üblichen lebhaften Feiertagsverkehr noch allen Richtungen. An beiden Tagen wurde je ein Sonderzug in der Richtung Frankfurt a. M.—Gießen und Gießen—Frankfurt eingelegt. Der starke Personenverkehr wurde glatt bewältigt. Störungen sind nicht zu verzeichnen gewesen. Ebenso gab es an beiden Feiertagen, begünstigt durch dos ausgezeichnete Pfingstwetter, einen lebhaften Ausflugsverkehr in die nahe Umgebung; die zahlreichen Ausflugsorte hatten einen guten Besuch zu verzeichnen und die Wirte dürften in jeder Hinsicht auf ihre Kosten gekommen sein. An beiden Feiertagen war der Kirchenbesuch in sämtlichen Gemeinden unserer Stadt äußerst rege. Im übrigen ist das Fest in aller Ruhe und ohne irgendwelche Störungen verlaufen, so daß unsere Polizei erfreulicherweise keinen Grund zum Einschreiten fand. *■* Uraufführung am Stadttheater Gießen. Die Intendanz (Dr. Rolf Pro sch, hat für die Sommerspielzeit Miles Mallesons Komödie „Liebe auf den zweiten Blick" zur alleinigen Uraufführung für Gießen und Bad-Rauheim angenommen. Das Stück ist nach dem Roman „Safety first" von Margot Reville dramatisiert. ** Personalien. Ernannt wurden: der Landgerichtsrat Dr. H a n s u l t in Gießen für die Dauer seines derzeitigen Richteramtes zum Stellvertreter des richterlichen Mitgliedes des ärztlichen Ehrengerichts der Provinz Oberhessen sowie zum richterlichen Mitglied des tierärztlichen Ehrengerichts in Gießen; der Landgerichtsrat Trümpert in Gießen für die Dauer seines derzeitigen Richteramtes zum Stellvertreter des richterlichen Mitgliedes des tierärztlichen Ehrengerichts in Gießen: der Pfleger Leonhard Vogel in Gießen zum Kanzleiassistenten bei dem Kreisamt Büdingen mit Wirkung vom 1. Mai an. " Laßt Blumen und Zweige an ihrem Platze! Aus Lollar wird uns geschrieben: Die benachbarten Berge, der Lollarer Kopf und der Hangelstein, sind an den letzten Sonntagen von früh morgens bis zum späten Rachmittag beliebte Ziele vieler Spaziergänger, die die herrlichen im Frühlingsgrün prangenden Wälder durchziehen. Leider muh man aber schon bald nach dem Betreten der Wege die Beobachtung machen, daß von Kindern, wie auch von Erwachsenen, die Blumen, wie Waldveilchen, Buschwindröschen, Lungenkraut, Frühiingswald- rosa u. v. a., ebenso auch viele Zweige von Bäumen und Sträuchern, abgebrochen und nach kurzer Zeit wieder weggeworfcn werden, wo sie bald ein Opfer der Sonnenstrahlen sind. Jedem Spaziergänger, sofern er ein ausrichtigec Ratuv- freund ist, wird der Genuß und die Freude an seinen Crholungsgängen getrübt und verleidet, muß er die sterbenden Frühlingsboten überall ?«rstreut liegen sehen. Es sei deshalb allen De- uchern des Hangelsteins, deS Lollarer Kopfes, wie überhaupt aller unserer Wälder und Wiesen zugerufen: Laßt Blumen und Zweige an ihrem Platze! (Hoffentlich wird dieser begrüßenswerte Appell überall befolgt! D. Red.) ** Der Dolkshallevcrein hält seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung am nächsten Montag, 27. Mai, um 17 Uhr im Sit- zungssaale des Stadthauses, Bergstraße, ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a. der Geschäftsbericht und der Rechnungsabschluß für 1928, sowie die Auslosung von Anteilscheinen. Räheres in der Anzeige in unserer Samstag-Ausgabe. ** Selbstmord einer entwichenen Geisteskranken. Am Freitagvormittag entwich während der Vornahme von ReinigungS- arbeiten eine melancholische Geisteskranke auS der hiesigen Heil- und Pflegeanstalt und konnte trotz alsbald angestellter Rachforschungen nicht wieder ergriffen werden. Am Samstag wurde ihre Leiche nahe der Licher Straße aufgefunden. Zweifellos liegt Selbstmord der bedauernswerten Frau vor. ** Kellerbrand. Am Samstagmittag 1,30 Uhr entstand in der Heil- und Pflegeanstalt in einem von einer Oberpflegerfamilie benützten, unter einer Krankenabteilung gelegenen Keller ein bis jetzt seiner Entstehung nach noch unaufgeklärter Materialbrand. Infolge der starken Rauchentwicklung schien die Sache anfangs bedenklicher, als sich später hrrausstellte. Dem Eingreifen der sofort an der Brandstelle erschienenen Feuerwehr gelang es alsbald, den Brandherd zu löschen. Verbrannt sind nur einige Säcke Heu. Die sofort in einer anderen Abteilung untergebrachten Kranken konnten, nachdem gegen 3,30 Uhr jede Gefahr beseitigt und die Feuerwehr abgerückt war, wieder in ihre Abteilung zurückgebracht werden. ** Sin Kind schwer verunglückt. Am ersten Pfingstfeiertag verunglückte das zweijährige Kind Helmut Dahme r, Schühenstraße 19 wohnhaft, dadurch schwer, daß es in einem unbewachten Augenblick in der Küche einen Topf mit heißer Suppe vom Herde zog und über sich schüttete. Der bedauernswerte Kleine wurde erheblich verbrüht mit dem städtischen Sanitätsauto der Chirurgischen Klinik zugeführt. Wie wir auf Anfrage hören, wa das Befinden des atmen Kindes heute morgen den Umständen entsprechend leidlich gut. Hoffentlich kommt das Kindchen ohne weiteren Rachteil davon. ** Schwerer Sturz mit dem Fahrrad. Am Samstagabend stürzte hier der 46 Iahre alte Ludwig Seibert aus Launsbach mit seinem Fahrrad so unglücklich, daß er einen Oberschenkelbruch davontrug. Der bedauernswerte Mann wurde mit dem städtischen Sanitätsauto der Chirurgischen Klinik zugeführt. •• D i e Hauptversammlung deS Vogelsberger Höhenclubs (V. H. C.) findet am 25. und 26. Mai in der alten Barba- rossastadt Gelnhausen statt. Der am Sonntag stattfindenden Hauptversammlung geht am Samstag eine Vorstands- und Deiratssihung, sowie ein Degrüßungsabend in der Turnhalle voraus. Unter Führung der Mitglieder Lehrer Drusches und R e i s m a n n ist eine Besichtigung der Darbarossaburg und der Stadt für alle Tagungsteilnehmer von Interesse. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 348 Ochsen, 674 Kühe, 390 Färsen, 449 Kälber, 32 Schafe, 3630 Schweine, 72 Bullen. Wettervoraussage. Eine Brücke hohen Druckes, die sich über Deutschland erstreckt, beherrscht weiterhin die Wetterlage. Infolgedessen dauert das vielfach heitere und trockene Wetter fort, wenn auch zeitweise etwas Bewölkung auftritt. Die Erwärmung nimmt weiter zu, und besonders tagsüber macht sich der Einfluß der Strahlung geltend. Wettervoraussage für Mittwoch: Teils heiter, teils wolkig, weitere Erwärmung, trocken. Wettervoraussage für Donnerstag: Wenig Aenderung, jedoch später aufkommende Gewitterneigung wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 20. Mai: mittags 16,4 Grad Celsius, abends 12,8 Grad am 21. Mai: morgens 9,6 Grad. Maximum 17,8 Grad, Minimum 2,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 20. Mai: abends 20,4 Grad: am 21. Mai: morgens 12 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 13% Stunden. Sicherheit zuerst - Fahren Sie einmal den Mercedes-Benz Typ 350 (14/60 PS) eine berechtigte Forderung für den modernen Großverkchr. Auch beim Kauf Ihres Wagens sollten Sie sich zuerst davon überzeugen, ob diese Forderung in wirklich vollkommener Weise erfüllt ist dann werden Sie finden, daß auch in der Klasse der mittelstarken Gebrauchs wagen Mercedes-Benz ein Modell besitzt, das in seiner stabilen Bauart und in seiner unverwüstlichen Zuverlässigkeit einfach unvergleichlich ist, das dabei ideale Fahreigenschaften besitzt und, als allergrößten Vorzug, ungewöhnlich niedrigen Preis: 6/7 sitzige Pul Im an -Limousine RM. 12 QOO.- ab Werk Daimler-Benz A.-G., Verkauf stelle Giefeen, Bahnhofstrafae 90/92 Samstagvormittag verstarb nach langem, schwerem Leiden die Gattin unseres Seniorchefs. Lieh, Butzbach, Gießen, den 18. Mai 1929. Lieh, den 21. Mai 1929. 4519D 4518D ist heute nacht im Alter von 81 Jahren sanft entschlafen. Aus der neuen Welt 4504 D 3f)te 4512V billigst ;42L> Auto-Need Tel. 1790. D 452.101 Bin unter W / ___w < < Mrrnrmer 603 Gcirfenmobel an das Fernsprechnetz angeschlossen. besonders Friedhof-Bänke, Sessel usw. Edgar Borrmann, Slehsn 45I0D TOTAL Nur zu haben in der AUSVERKAUF wegen vollständiger Geschäfts-Aufgabe 45O5A 1794V Hornhaut, und Zusammenkunkt der Damen, Donnerst., den 23. Mai, nachm. aus der Bergschenke. entwickelt kopiert vergrößert Duisburg, Gießen, Neu Ruppersdorf, Chäteau de Dully, Paris Sonnenwall 45/47, den 16. Mai 1929. Elisabethenstraße 34 infolge Neuvermietung auf den 1. Juni Wir beklagen tief das frühe Hinscheiden dieser edlen, lieben Frau, welche für unsere Leiden und Freuden stets ein warmes Herz hatte und werden ihrer immer in Treue gedenken. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Syndikus Dr. iur. Armin Buderus. L ALTER a-g. MÖBELFABRIK / DARMSTADT Elisabethenstraße 34 Kirschenallee 88 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Ihring, Brauereibesitzer. /ümiÄN f Hygienische Artikel) sämtliche Cummiwaren l Drogerie WinterholJ \ Kreuzplatz 10 I ^kAbLHygiene V Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Mai, nachmittags 3Vr Uhr, in Lieh vom Trauerhause aus statt. Heute morgen entschlief nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere treue Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Fett- und Schmutzflecke Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 21. Mai, nachmittags 4 Uhr, in Krefeld statt. — Der Tag der Beisetzung in Lollar wird noch bekanntgegeben. Lid), Pfingstsonntag 1929 (z. Z. Katholisches Schwesternhaus, Gießen) Oie glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen in dankbarer Freude an Lehrer K. Nickel und Frau Berta geb. Büchsenschütz entfernen Sie ohne Randbildung aus jedem Stoff mit Eintritt: 1.70 Mk., 2.70 Mk., Loge 3.70 Mk. Für Besitzer von Kur- und Dauerkarten 0.50 Mk. Ermäßigung. 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Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. Mai, nachm. 3*/2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 1. Feiertag, abends 10*/, Uhr, unser heißgeliebtes hoffnungsvolles Kind, mein liebes Schwesterchen, unser treues Enkelchen Mariechen nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 5 Jahren in die Ewigkeit zu sich zu rufen. In tiefer Trauer: Familie Balth. Buchtaleck III. Familie Balth. Harbach nebst allen Angehörigen. Großen-Buseck, den 21. Mai 1929. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 21. Mai, nachmittags 2 Uhr, statt. U3I92 Eis- Schiffchen Tüten 2370 Muscheln Böden sowie Bismark und Pulver und EinmaNChlnen liefert preiswert Ernst Muth Gießen Ludwigstraße42 Fernruf72L beseitigt schnell sicher und unblutig Kukirol Verlangen Sie aber ausdrücklich das neue Kukirol mit dem Garantieschein, denn Sie erhallen dann bei Nichferfolg Ihr Geld zurück! 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Dvorak: Alle Heil' ittvautev und 02738 Tee f. Kranke u. Gesunde Suns Kräuterhaus. Schulstrnste Bedeutend herabgesetzte Preise! Klein-Möbel, Pol ste r- M ö b e I Stoff-Reste, Beleuchtungskörper Kunstgegenstände , Bilder Speise-, Herren- u. Schlafzimmer Nr. U6 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 2t. Mai 1929 Außenpolitische Umschau. Von Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. 3t Vor der ausländischen Presse hat Dr. S t r e s e - mann sehr nachdrücklich seiner Enttäuschung über den Gang der Abrüstungsverhandlun- gen Ausdruck gegeben. Jedermann wird dem zustimmen, aber zugleich fragen, ob sich Deutschland mit dem Ausdruck der Enttäuschung nun genügen läßt oder ob nicht dieser Ausgang Veranlassung gibt, einmal die Anlage und Methoden der deutschen Außenpolitik gründlich neu zu überlegen und zu revidieren. Daß von einer sog. „Lösung" der Re- parationssrage Dann, wie Dr. Stresemann hofft, ein neuer „Elan" für die Abrüstung ausgehen werde, wird er selbst nicht recht glauben. Die Zeit rückt heran, daß nun wirklich die Probe auf das Exempel der deutschen Dölkerbundspolitik gemocht werde! Dazu wird auch nach anderer Richtung Veranlassung sein. Eben hat der Dreierausschuß des Völkerbundsrates für das Studium des Minderheit e n p r o b l e m s mit der Prüfung der eingegangenen Denkschriften begonnen. Und zwanzig derartige Eingaben liegen vor, über die das Völ- kerbundsfekretariat strenges Geheimnis bewahrt. Wozu das, da die Stellungnahme der Kleinen Entente, Polens und Griechenlands, die die deutschen Anregungen rundweg ablehnen, längst veröffentlicht ist, desgleichen die Vorschläge Ungarns und auch der Schweiz? Bloß die deutsche Denkschrift ist bisher nicht veröffentlicht. Da die Kleine Entente, Polen und Griechenland die Kompetenz des Völkerbundes in Minderheitenfragen überhaupt bestreiten wollen, muß die Dreierkommission erst einmal die wichtige Frage klären, ob der Völkerbund ohne Zustimmung der Staaten, in denen Minderheiten sind, und auch ohne Antrag eines Mitgliedsstaates berechtigt ist, über die Minderheitenrechte zu wachen. Ob Minderheitenrecht, ob Abrüstung, wir wiederholen: Die Zeit rückt heran, in der für die deutsche Völker- bundspolitik die Probe aufs Exempel zu machen ist. Und dazu ist eine neu orientierte und eine aktivere Völkerbundspolitik nun von Deutschland anzulegen und zu betreiben, so sehr im Augenblick die Reparationsfrage alle Kraft in Anspruch nimmt. Auf drei Vorgänge mehr an der Peripherie sei heute die Aufmerksamkeit gelenkt. Am 24. April hat Dänemark gewählt. In bedingtem Grade war die Parole: Für oder gegen Abrüstung! Und von 1,4 Millionen Wählern wählten 740 000 die Parteien der Linken, die die Abrüstung Dänemarks verlangen. Richt zu vergessen ist ober auch das Ar- beitslosenproblem und die Fragen der Arbeitslosen- Unterstützung in dem Wahlkampf, die auf die Entscheidung mitwirkten. Es Ht eine innere und die große Politik nicht interessierende Angelegenheit Dänemarks, wenn damit an Stelle eines gemäßigt liberalen Kabinetts eine sozialistisch-radikale Koalition trat, das zweite Kabinett S t a u n i n g. Aber für die große Politik ist wichtig, daß die Militärfrage in Dänemark im Sinne einer weitgehenden Abrüstung entschieden ist, worüber allerdings erst endgültig entschieden wird, wenn die Erste Kammer gesprochen hat. In Genf hat sich, soweit mir uns "erinnern, der Vertreter Dänemarks nicht besonders für die Abrüstung eingesetzt. Wenigstens hat Deutschland von dieser Seite keine Unterstützung erfahren. Ein tiefer greifender Wechsel vollzog sich in O e st e r r e i ch. Der Rücktritt des Bundeskanzlers Aspern. Zum 120. Jahrestag. Von Alfons von Czibulka. Napoleon war seit seinem Auftreten noch in keiner Schlacht überwunden worden: dies war die erste, die er verlor, und vollständig verlor, im offenen Kriegsfelde eine große Hauptschlacht. Darnhagen v. Ense: Denkwürdigkeiten des eignen Lebens. Es war ein sommerlicher Frühlingstag über der Wiener Landschaft, wo das Korn schon hoch in den Halmen stand, der Pfingstsonntag des Wendeiahres 1809, an dem auf der geräumigen Ebene des Alarch- feldes, dort wo es vom Norden her an die Auen und Arme der Donau stößt, im Angesichte der Kaiserstadt jene Schlacht begann, die eine Legende zerstörte. Denn dieses große Ringen, das zwei Tage lang um die Dörfer Aspern und Eßling brandete, ist nicht deshalb merkwürdig, weil es eines der blutigsten der Geschichte ist, und die französische Armee beinahe die Hälfte ihres Bestandes, die österreichische fast ein Drittel verlor. Auch ist Aspern nur non geringem taktischen oder strategischen Interesse. Wenngleich die beiden bedeutendsten Feldherrn ihrer Zeit — Napoleon, der damals noch Unüber- munbene und Erzherzog Carl, der Sieger in so vielen Franzosenschlachten — ihre Heere gegeneinander führten, so mangelten doch diesem erbitterten Zusammenstoß die großen Entschlüsse hüben und drüben. Bedeutungsvoll aber und sich gewaltig auswirkend waren die beiden Tage von Aspern im Geistigen. Sie nahmen Napoleon für die Zukunft gleichsam die psychologische Voraussetzung für seine Siege. Die Maischlacht vor den Mauern Wiens zerstörte die Legende von der Unbesiegbarkeit des Imperators, befreite die Völker von der lähmenden Erstarrung, von der Verzauberung, die der junge Grillparzer, der den Kaiser bei einer Parade auf der Schmelz, dem Wiener Exerzierfelde, gesehen, in die Worte kleidete: „Er bezaubert mich wie der Vogel die Schlange." Denn vor Aspern war es noch wie der Erzherzog Carl in seinen Schriften niederschrieb: „Allein noch unerschüttert stand der Wahn, daß Bonapartes Wille unwiderstehlich sei. Selbst Preußen, wo am meisten Aufregung gegen ihn herrschte, fühlte sich durch das Mißgeschick von 1806 zu tief gebeugt, um die Waffen zu ergreifen, bevor ihm der Weg zum Erfolge schon gebahnt war." Der Wahn, die Furcht vor dem Titanen, die Bewunderung auch hielt Deutschland gebannt Darum verhallte auch ungehört das Manifest des Erzherzogs an die Deutschen, das sie zu diesem ersten Befreiungskrieg rief. Wenige nur kamen aus dem Reiche. Und auch diese, wie Varnhagen v. Ense erst nach der Aspernschlacht, um unter den Fahnen Oesterreichs zu kämpfen, das zum Abschluß seiner Sendung ein letztes Mal wie so oft allein für jenes Seipel, einer so bedeutenden Persönlichkeit, ist ein Ereignis von großer Bedeutung, was schon durch die ungewöhnlich lange Krise der Regierungsbildung bewiesen wurde. Die Christlichsozialen haben wieder den Bundeskanzler, Dr. Streeruwitz, bestellt. Aber das ist ein anderer Faden, der da gesponnen wird. Dr. Seipel hat seine gaiye Innenpolitik auf den Kampf gegen die Sozialdemokraten aufgebaut und dazu die gemeinsame Front mit den Großdeutschen und dem Landbund geschaffen. Diese Mehrheit war gewiß heterogen, aber sie wurde durch die gemeinsame Richtung gegen die Sozialdemokratie zusammengehalten. Das hat sich auf die Dauer nicht halten lassen, und so entschloß sich Dr. Seipel, durch seinen Rücktritt die Bahn zu einer neuen Orientierung, zu einem anderen System zu eröffnen. Das ist nun geschehen, insofern zwar das neue Kabinett aus denselben Parteien, den Christlich-Sozialen, den Großdeutschen und dem Landbund besteht, aber der neue Kanzler mit de r sozialdemokratischenOppositionFüh- l n n g suchte, um ihre Mitarbeit für ein Arbeitsprogramm zu gewinnen. Dessen Aufgaben liegen in der Innenwirtschaftspolitik, namentlich in der Reform der Mietengesetzgebung. Es ist in diesen besonderen Fragen für den neuen Kanzler beinahe leichter, mit der Opposition eine Verständigung zu finden, als unter den Parteien dieser Koalition eine völlige Übereinstimmung herbeizuführen. Das ist nun eine schwierige Lage, die gleichfalls sehr schnell kritisch werden kann und in der weiter das Bedenkliche einer Rücksicht auf die Sozialdemokratie liegt, die auf Kosten der Staatssicherheit gehen kann, zumal der Parteicharakter der österreichischen Sozialdemokratie, die sehr radikal ist, dem linken Flügel der deutschen Sozialdemokraten entspricht. Schließlich: das große Werl der Verständigung zwischen Staat und Kirche in Italien ist durch die Ratifikation der Lateranverträge am 14. Mai beendet. Dabei hat Mussolini eine historisch- politische Rede größten Stils gehalten, die sowohl zeigt, daß er in seiner Ausgabe als Führer des Staates immer mehr gewachsen ist, wie daß er in dieser so schwierigen Frage die Autorität und das selbständige Recht des Staates sehr sicher zu wahren gewußt hat. Begreiflicherweise hat die Rede im Vatikan sehr verstimmt, aber, nach- dem einmal der Vatikan dem Abschluß zugestimmt hat, kann er dagegen nichts machen. Mussolini hat in dieser Rede die Verträge in die richtige nationale Beleuchtung gerückt und das Wesen seines Staates festgestellt, der der Religion und der Kirche durchaus gibt, was ihrer ist, aber darum doch italienisch und vor allem faszistisch bleibt. Lind er hat dabei sehr wirkungsvoll die große italienische Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft mit dem Satze: „Der Ruf Cavours nach dem Olivenzweig ist in Erfüllung gegangen. Wir tragen ihn an das Grab dieses großen Führers der italienischen Einheit, denn heute ist sein Wunsch Wirklichkeit ge - w o r d e n.“ Kein Wunder, daß diese auf festem geschichtlichen Grunde stehende staatsmännische Rede auf die Kammer und das Volk Italiens außerordentlich wirkte, und sie hat so diesen denkwürdigen Abschluß einer tausendjährigen Frage in das richtige Licht gesetzt. Der Staat Italien kann mit der Regelung sehr zufrieden sein, und das ist das Verdienst Mussolinis selbst! Mit Sock und pack im Sonderzug. Oie Mailänder Scala auf dem Weg nach Deutschland. — Oer Neisemarfchall der Revuetheater. — Tanzgirls und Tierkarawanen aus der Wanderschaft. — Zirkusumzug mit 200 Wagen. — Elefanten sind ungemütliche Reisegenoffen. Von Heinrich Gühring. In Italien gibt es keine bodenständigen Theater. Wie in anderen Ländern die Zirkusse und die kleinen Wanderbühnen, so ziehen auf der Apenninen- Halbinsel die Schauspielertruppen von Stadt zu Stadt, pachten jeweils auf eine oder mehrere Wochen ein Theater, in dem sie ihre eigenen Dekorationen aufstellen, und selbst Pirandellos berühmte stagione macht davon keine Ausnahme. Nur Italiens weltbekannte Opernbühne, die M a i - länder Scala hat es bisher verschmäht, auch nur vorübergehend ihre Seßhaftigkeit aufzugeben und ihre Mitglieder zeitweise dem bunten Volk der „Fahrenden Leute" einzureihen: zum erstenmal wird sie in diesen Tagen von ihrem Grundsatz abgehen und sich „mit Sack und Pack", mit dem Orchester, den Sängern, dem Chor, dem Ballett und sogar mit den eigenen Dekorationen auf die Wanderschaft begeben. Das Ensemble der Mailänder Scala — 350 Personen — wird zur Berliner Festspielwoche in der Reichshauptstadt erscheinen. Ein Sonderzug, der aus einer stattlichen Anzahl von Wagen besteht, bringt die italienischen Gäste nach Deutschland. In den Salonwagen reifen die Solo-Mitglieder gemeinsam mit Toscanini, dem weltberühmten Dirigenten, und für die hundert Mitglieder des Orchesters, für den Chor und das Ballett-Personal find eine Reihe Personenwagen vorgesehen. Die zahlreichen Güterwaggons am Schluß des Zuges enthalten die Dekorationen und die Prospekte für alle Opern, die das Ensemble der Mailänder Scala in Berlin auf führen wird. Eine internationale Transportfirma hat den Auftrag übernommen, sämtliche Dekorationen und Requisiten pünktlich heranzuschaffen — und das ist ein verantwortungsvolles Amt, da das Berliner Festspiel-Programm bei einem Versagen dieser Firma nicht ordnungsgemäß eingehalten werden kann. Die Italiener wollen bei ihrem ersten Gastspiel im Ausland dem deutschen Publikum und unmittelbar der ganzen Welt, die über das große künstlerische Ereignis berichten wird, ein möglichst geschlossenes Bild ihrer Leistungen und ihrer Eigenart bieten: das ist aber nur möglich, wenn sie ihre eigene Bühnenausstattung benutzen und darauf verzichten, ein fremdes Orchester heranzuziehen. Selbstverständlich kann ein solcher Umzug eines ganzen Theaters nicht von einem Tag zum andern erfolgen. Viele Besprechungen wurden abgehalten, um alles zweckentsprechend zu organisieren: vor etwa vier Wochen waren technische Direktoren der Mailänder Scala in Berlin, um mit ihren deutschen Kollegen genaue Vereinbarungen über den Aufbau des Bühnenbildes zu treffen und abzumachen, wie ganze Deutschland kämpfte, dessen Krone es drei Jahre vorher ermüdet entsagte. Hunderttausend Mann aber stellte der Rheinbund für jene „Französische Armee von Deutschland", deren größter Teil nun, nachdem der Angriff des Erzherzogs Napoleon maßlos gereizt, nach Oesterreich aufbrach, um den Kaiserstaat von der Karte Europas zu streichen. So kämpften auch bei Aspern wieder Deutsche gegen Deutsche. Am 9. April, an dein Tage, an dem im Land Tirol die Feuerzeichen von den Bergen riefen, von Hand zu Hand die Zettel gingen mit den zündenden Worten: „s'ist Zeit", überschritt die Armee des Erzherzogs die bayerische Grenze. Es war, nachdem Oesterreich als erster Staat die Landwehr geschaffen, zum ersten Male, daß auf deutscher Seite ein Volks- beer in die Schranken trat. Ungeübt, noch in der öinearlaktik friderizianischer und theresianischer Zeit geschult, nur von adeligen Korpsführern geführt, verlor es trotz wahrhaft heldenmütiger Gegenwehr die ersten Tage des Feldzugs. Schwerfällig trat es über Südböhmcn den Rückzug gegen das unverteidigte Wien an, das Napoleon schon in stürmischem Vormarsch genommen hatte, als der Erzherzog im Marchfeld erschien. Die Donau zu überschreiten und die Oesterreicher zu vernichten, war Napoleons nächstes Ziel. Nur eines fürchtete er, daß der Feind sich nicht mehr zum offenen Kampfe stellen und nur halb besiegt nach Ungarn weichen werde, das der Kaiser vergebens zum Abfall von Oesterreich drängte. Mit schwachen Kräften unternommene Versuche, über den Strom zu kommen, mißlangen. Am 20. Mai endlich, an dem drei Brückenschläge über die breite, in der Schneeschmelze der Alpen hochgehende Donau notdürftig gelungen waren, begann der Uebergang auf die große waldreiche totrominfel, die man die Löbau nennt. Von dort trat über einen schmalen Donauarm das französische Heer ins Marchfeld hinaus. Geringe Kräfte nur, schwache Bataillone, Ulanen und Husaren warfen sich plänkelnd entgegen. Napoleon hielt diese Gefechte für verschleiernde Nachhutkämpfe und befahl für den kommenden Tag die rasche Vorrückung zur Verfolgung des Feindes. Die ganze Nacht über ging die Armee auf den immer wieder reißenden Brücken über den Strom. Am frühen Morgen schon ritt der Kaiser, hinter sich die Marschälle und eine starke Bedeckung, ins Marchseld hinaus. Leer schien die Ebene. Da preschten plötzlich, hinter einer Bodenwelle auftauchend, österreichische Ulanen heran und nahmen in schneidigem Ueberfall einen General aus dem Gefolge des Kaisers gefangen, den sie vielleicht für Napoleon hielten. Die Rekognoszierung war mißglückt. Doch immer noch hielt der Kaiser dieses Geplänkel des Feindes für die Deckung des Rückzugs. Und als am späten Vormittag — Napoleon war wieder nach der Löbau geritten — Offiziere ihm meldeten, daß die Oesterreicher sich zum Angriff formierten, wehrte er ungläubig ab. Erst als der Beobachter auf dem Kirchturm von Aspern, der Adjutant des Marschalls Berthier, diese Meldungen beftätiatc, glaubte Napoleon an die offene Feldschlacht. Awersichllich sagte er zum Pfarrherrn von Aspern: „In einer Stunde liegt Oesterreich zu meinen Füßen." Da traf der Stoß des Erzherzogs das französische Heer. Als nicht mehr daran zu zweifeln war, daß der Kaiser mit aller Macht über die Donau ging, hatte der Generalissimus den Angriff befohlen. Frisches Eichenlaub an den Tschakos und Helmen — wie es der Brauch bei den Oesterreichern noch im Weltkriege war — singend und mit klingendem Spiel rückte das erzherzogliche Heer in fünf Kolonnen, Kavallerie in der Mitte, in einem flachen Halbkreis fächerförmig gegen Aspern und Eßling an. Die Franzosen standen mit zurückgenommenen Flügeln auf einer für damals breiten Front von neun Kilometer vor den beiden die Ebene überhöhenden Dörfern, wo sie in Eile zu schanzen begannen. Nach langem Geplänkel, bei dem die hessischen und badensischen Reiter Napoleons mit ungarischen Husaren rauften, begann um die dritte Nachmittagsstunde die eigentliche Schlacht, als aus den Staubwolken vor Aspern, aus dem Dampf der Ausfeuerlagen französischer Batterien der Sturmstreich der Oesterreicher wirbelte. Um die beiden Dörfer entbrannte nun der Kampf, indes von den Praterauen her der Generalstabshauptmann Magdeburg steinbeladene Rammschiffe und Brander gegen die Franzosenbrucken führte. Drei Kolonnen griffen Aspern an, zwei warfen sich auf Eßling. Im Zentrum hielten mit ergriffenem Säbel die Schwadronen des Fürsten Liechtenstein. Doch war die österreichische Kavallerie im Gegensätze zur französischen, die in geschlossenem Treffen zwischen den Dörfern stand, in der Hauptsache auf die Kolonnen verteilt. Neunmal wurde an diesem Tage Aspern von den Oesterreichern gestürmt. Neunmal warf sie der Gegenstoß des Marschalls Massena, der mitten unter seinem, sich heroisch wehrenden Fußvolk stand, aus dem Orte und über die flachen Wiesenhänge hinab. Dem zehnten Sturme mußte Massena weichen. In Eßlingen, wo der „Schüttkasten", ein dreistöckiges, dreißig Meter hohes Gutsgebäude, der Hauptftütz- punlt der Franzosen war, widerstand der Marschall Sannes unter grauenvollen Blutopfern den immer wieder anbrandenden Sturmwogen. Beispiellos kämpfte auf beiden Seiten die Infanterie. Bei jedem Stoß und Gegenstoß kam es in beiden Dörfern zum würgenden Handgemenge. In jeder Gasse, in jedem Hause, in Kellern und Speichern, in Scheunen und Ställen, hinter Wagen, Pflügen und Eggen, auf den Dächern selbst wurde gekämpft. Vergebens suchten Kartätschenlagen aus fast 400 Geschützen den Oesterreichern zu wehren. Vergebens jagte der Kaiser, der selbst in Aspern erschien, und der Marschall Massena die Reitergeschwader gegen die Sturmkolonnen des Feindes. In rasenden, bravourös geführten Attacken fiel die damals beste Kavallerie der Welt das Fußvolk des Erzherzogs an. Auf fünfzehn Schritt ließen die Bataillone die anreitenben Regimenter heran, bann schlug bas Salvenfeuer in bie bkitzenben, jagenben Treffen. Mit bem Bajonett wehrte sich die Infanterie gegen bie tapferen Franzosenreiter. Auf bie Zurückpral- lenben warfen sich Liechtensteins Kürassiere, bie bie maschinellen Einrichtungen für bie aufzuführen« den Opern zu benutzen finb. Pläne, in benen auch bie kleinsten Einzelheiten vorgesehen finb, wurden in mühevoller Arbeit entworfen, und bereits heute sind bie Berliner Bühnenarbeiter genau darüber unterrichtet, wo jede einzelne Kulisse, jedes einzelne Ausstattungsstück aufgestellt werden muß. Aber nicht nur in Berlin sind umfassende Vorarbeiten geleistet worden: seit Monaten wurden zahllose Proben in Mailand abgehalten, Toscanini hat seine Solisten nicht geschont — man weiß, daß dieser berühmte Dirigent an jeder Ausführung mit unglaublicher Sorgfalt feilt, grundsätzlich nur Vorstellungen dirigiert, die bis ins Letzte durchgearbeitet sind, und Toscanini ist überzeugt, daß diese stets von ihm geübte Praxis gerade bei der Berliner Festspielwoche besonders notwendig ist, da er in Deutschland den Weltruf der Scala zu verteidigen hat. Man wird nun in Berlin Gelegenheit haben, den großen Musiker zu bewundern, dessen Gedächtnis die Zuhörer stets verblüfft; Toscanini hat nämlich bis Gewohnheit, jebe Oper „aus bem Kopf" zu bin- gieren, unb ber Meister hat niemals bei einer Aufführung eine Partitur vor sich liegen. Welche Schwierigkeiten der Transport eines großen Ensembles und kostbarer Ausstattungs- gegenstände bietet, wissen auch die Direktoren der großen Berliner Revuetheater, die oft im Reich Gastspiele veranstalten. Gewöhnlich verpflichten die Direktoren, deren Bühnen auf Wanderschaft gehen, einen bewährten Organisator, gewissermaßen einen Reise in arschall des Theaters, der für alles verantwortlich ist. Dieser geplagte Mann muß nicht nur den gesamten Transport organisieren, sondern, was weit schlimmer ist, auch alle Vorwürfe und Beschwerden über sich ergehen lassen, die eigenwillige Künstler stets erheben, weil sie sich auf der Reise benachteiligt ober schlecht behandelt glauben. Bei ihm beschwert sich die Diva über die Rücksichtslosigkeit der übrigen Reisegesellschaft, er hat darüber zu wachen, daß das Ballett-Corps bei der Llbreise vollzählig auf dem Bahnhof versammelt ist, und zu seinen Obliegenheiten gehört es auch, Frieden zwischen zankettden Kolleginnen zu stiften. Ist der Transport glücklich am Bestimmungsort angelangt, steht der Reisemarschall vor neuen Sorgen. Der Direktor prophezeit schon bei der Ankunft, daß die Dekorationen wahrscheinlich nicht zur Stelle sein werden, der Komiker kann auf der fremden Bühne nicht in Stimmung kommen, die Instrumente des Orchesters sind unterwegs verschwunden und müssen gesucht werden, die Tanzgirls sind übermüdet und haben keine Lust, aufzutreten. An allem ist der unglückliche Reisemarschall schuld, er wird sogar dafür verantwortlich gemacht, daß die zu spät eingetroffenen und sehnsüchtig erwarteten: Dekorationen bei dem Transport gelitten haben. Wenn dann endlich die Vorstellung zustande kommt und wenn der Deifall des Publikums die Schauspieler umbraust, tritt der Reisemar- schall sehr bescheiden in den Hintergrund: niemand denkt mehr daran, daß die Ausführung! ohne seine unermüdliche Arbeit nie geglückt wäre. Oft mag der gehetzte Reisemarschall einer Revuetruppe den Kollegen beneiden, der den Transport einer anderen Schau organisiert; den Transportchef eines Zirkus. Löwen und Tiger sind leichter zu behandeln als Revuestars: sie sitzen in sicheren Käfigen und können "sich nicht über das Fehlen eines Salonwagens behagen. Auch die Elefanten unb Bären zeigen gewöhnlich auf der Reise keine Rervosität, sondern bewahren bei allen Llnbequemlichkeiten ihren Gleich- nach einem verlorenen Kavalleriekampf wieder zwischen den Kolonnen hielten. Als ein später Abend über die zu einer Holle gesteigerte Schlacht, über die wie Fackeln brennenden Dörfer sank, wiesen die Franzosen nur mehr bei Eßling und auch dort mit Mühe die Angriffe ob. Damals schon erwog Napoleon den Rückzug. Erst als die immer wieder zerstörten Brücken notdürftig geflickt waren, entschloß er sich zur Fortsetzung des Kampfes. Neue Truppen, die schlachtbewährten alten Grenadiere des Kaisers gingen bei Fackelschein über den Strom. Mit ihnen gedachte Napoleon am nächsten Tage das Zentrum der Ossterreicher zu durchbrechen. Am Morgen raste wieder der Kampf um die Dörfer. Wieder wurde Aspern, dessen sich Massena bemächtigte, sechsmal gestürmt und sechsmal verloren. Dann warfen sich nach einem Massenfeuer der Artillerie Frankreichs berühmteste Divisionen auf die Mitte der feindlichen Front. Indes die Infanterie wie ein riesiger Keil das Zentrum der Oesterreicher in zwei Teile zerriß, sollte der Sturmritt von achttausend Reitern das Schicksal des Tages entscheiden. Es schien zu gelingen. Die Ocsterreicher begannen zu weichen. Zeichen von Panik stellten sich ein. In diesem Augenblicke war es, daß der Erzher- zog, dessen Gefolge fiel oder verwundet wurde, die Fahne des schon zurückgehenden Regiments Zach ergriff unb, seinem Heere voranreitend, — wie fern ist diese Zeit — das Zeichen zum Angriff gab. Reiterei prellte vor, die sechzehn Grenadierbataillone, die bisher in Reserve gestanden, österreichische Schlesier, Kärntner, Wiener und Ungarn, griffen ein. Verfolgt von den Ausfeuerlagen von dreihundert Geschützen, rollte die französische Angriffswelle zurück. Als nun auch die Rammschiffe wieder die Brücken zerstörten, der Sturmstrcich der Oesterreicher immer näher unb rascher wirbelte, befahl Napoleon den Rückzug. Er übergab ben Oberbefehl an Massena unb ritt nach der Löbau. Inbes Massena, dem die alten Garben des Kaisers unterftanben, Aspern nach verzweifelter Gegenwehr verlor, hielt Marschall Cannes, ber bort bi? Todcswunbe empfing, unerschütterlich Eßling. Die Katastrophe verhinbernb, sank dort Napoleons beste Infanterie zu Tausenden nieder, während bie französische Armee ben Rückzug vollzog. Es war nur ein Rest, lieber breißigtausenb Mann, brei Marschälle waren an biesen beiden Tagen geblieben. Mehr als zwanzigtausend, darunter dreizehn Generale, verloren die Oesterreicher. Zum ersten Male war der Kaiser besiegt. Er mochte ahnen, daß er mehr verloren hatte als eine Schlacht. Auf ber Insel Löbau verfiel er in einen zwanzigstünbigen totenähnlichen Schlaf. Die Marschälle berieten, was zu tun sei, wenn er nicht mehr erwache. Unb als sein Schwager Murat ihn später nach ber Ursache ber Niederlage fragte, gab er zur Antwort: „Sie haben bie Oesterreicher bei Aspern nicht gesehen, also haben Sie nichts gesehen." Aspern war der Anfang jenes Weges, dessen Ende Waterloo hieß. nmt Freilich machen gerade die Dickhäuter in dieser Beziehung manchmal eine Ausnahme. Es ist schon norgelommcn, daß Elefanten, die von der Reise noch erregt waren, in der ungewohnten Umgebung erst einmal einen orientierenden Ausflug unternahmen. So riß sich beim Aufbau eines großen Zirkus ein Elefant los, der in einer naheliegenden Bäckerei frische Brötchen witterte. Er trabte zum Bäckerladen und gab sich nicht eher zufrieden, bis er sämtliche Brötchen vertilgt hatte. Rach diesem Seitensprung lieh er sich ohne Widerstreben von seinem Wärter nach Hause führen. Wenn ein großer Zirkus umzieht, hat der Transportchef olle Hände voll zu tun. Es gibt Unternehmen, die ihr Hab und Gut in mehr als 200 Lastautos mit sich führen. Die Wagen werden teils mit der Eisenbahn befördert, teils auf den Landstraßen von Traktoren gezogen. Zst die Zirkuskarawane am Bestimmungsort angelangt, so muß zunächst die Zeltstadt errichtet werden, die nicht nur aus dem Zuschauerraum und der Manege. sondern auch aus den Unterkunftsstätten für den größten Teil der Tiere besteht. Um das große Dorführungszelt zu errichten, müssen geübte Arbeiter fast sieben Stunden tätig sein, wie schwer diese Arbeit ist. geht daraus hervor, daß das Zeltdach aus Dahnen besteht, die ungefähr sieben Zentner wiegen. Dabei muß der Llltfbau sehr sorgfältig geschehen, damit bei großem Andrang kein Unglück vorkommt. Wenn das Gastspiel dann beendet ist, vereinigen sich das Zirkuspersonal und die Artisten, um die schwierige Arbeit des Einpackens zu bewältigen: sogar das Ballett-Personal muh sich nützlich machen und Stühle in die Lastautos verstauen. Der Auszug aus der Stadt geht nicht immer glatt von- statten: es ist z. D. kein besonderes Vergnügen, unternehmungslustige Elefanten zur Bahn zu bringen. Bon den anderen Schwierigkeiten macht sich das Publikum gewöhnlich ebenfalls keine rechte Vorstellung. Zn jedem großen Zirkus sind Angehörige aller Rassen und Rationen beschäftigt. die nicht immer eine gemeinsame Sprache sprechen, so daß sie sich zuweilen nicht miteinander verständigen können. Der Bahntransport eines großen Zirkusunternehmens kostet natürlich gewaltige Summen und gereicht nur der Reichsbahn zur Freude, die für einen der größten Betriebe dieser Art sieben Sonderzüge zur Verfügung stellen muh. Insgesamt gibt es heute in Deutschland vierzig Zirkusunternehmen mit cttoa„ 8000 Angestellten, die sich alle in kurzen Abständen auf die Wanderschaft begeben — natürlich nicht nur in Deutschland. Der deutsche Zirkus reist durch die ganze Welt und verschafft seinem Transportchef das zweifelhafte Vergnügen. Fachmann für die Transportschwierigkeiten in allen Ländern und in allen Erdteilen zu werden. Krankenkassentagung in Darmstadt Vom 13. bis 15. Mai hielt der Reichs- verbandder DeutschenLandkranken- k a s s e n seine diesjährige Reichstagung in Darmstadt ab. Zu der Tagung waren etwa 900 Delegierte der Landkrankenkassen aus allen Gegenden deS Reiches, ferner zahlreiche Vertreter der Reichs- und Landesbehörden und vieler öffentlicher Körperschaften erschienen. Rach Eröffnung und Begrüßung durch den Vorsitzenden des Verbandes, Rittergutsbesitzer Dr. Krüger. Allerheiligen, und Erledigung des Geschäfts- und Kassenberichts, sowie der Abnahme der IahreSrechnung für 1928 folgte der erste Vortrag über „Die Richtlinien über die Gesundheitsfürsorge in der versicherten Bevölkerung". Der Referent, Ministerialrat Dr. Wankel- m u t h vom Reichsarbeitsministerium, gab einen Ueberblid über den Inhalt der neuen Richtlinien, welche die Bildung von Arbeitsgemeinschaften zur Bekämpfung von Volls- krankheiten der Tuberkulose und der Geschlechtskrankheiten und zur Hebung der Volksgesundheit bezwecken. Der Vortragende gab dabei eine Uebersicht über die zur Durchführung dieser Grundsätze geplanten Maßnahmen unter besonderer Mitwirkung der Krankenkassen. Die Richtlinien stellen einen Versuch dar, auf Grund dessen Erfahrungen die Arbeitsgemeinschaft später auch auf die Bekämpfung anderer Krankheitsgebiete ausgedehnt werden soll. Der Vorsitzende versicherte dem Referenten die Mitarbeit des Reichsverbandes deutscher Krankenkassen bei dieser Frage. Alsdann folgte ein Vortrag von Universitätsprofessor Dr. von D i e tz e . Jena, über „Stand und Aussichten der ländlichen Arbeiter- Verhältnisse in Deutschland". Der Redner ging auf die Aenderungen der Arbeitsverhältnisse ein, die auch bei der Landarbeiterschaft gegenüber der Vorkriegszeit hinsichtlich der Löhne und Tarife eingetreten seien. Er erörterte die verschiedenen Gründe des Rückganges der ländlichen Arbeiterschaft. Die Gestaltung der Aussichten für die ländlichen Arbeiterverhältnisse werden nach Ansicht des Referenten wesentlich von der künftigen Gestaltung wirtschaftlicher Fragen abhängen, insbesondere von der Regelung der Reparationslasten. Er schloß mit einem Appell an das Verantwortungs- und Pflichtgefühl für alle in der Landwirtschaft tätigen Personen. An diesen Vortrag schloß sich eine rege Aussprache, die das Problem der Landarbeiterschaft vom Standpunkt der Arbeitgeber und Arbeitnehmer erörterte. Ueber das Thema „Rheuma als volkskrankheil" sprach dann Ministerialdirektor i. R. Professor Dr. Dietrich. Vorsitzender der deutschen Gesellschaft für Rh e um ab Dämpfung in Berlin, der auf die steigende Tendenz und die erhebliche Belastung der Wirtschaft durch diese Dolkskrank- heit aufmerksam machte. Er gab einen Ueberblick über das Wesen der Krankheit und deren Ursachen und über die Maßnahmen zu deren Erforschung zwecks Einschränkung der Krankheit und Anwendung geeigneter Mittel zur Heilung, wobei er die rechtzeitige Einleitung des Dehand- lungsversährens als sehr wichtig' bezeichnete. Verwaltungsdirektor Unger ergänzte die Ausführungen durch zahlenmäßige Angaben, wie sich die Belastung einer Landkrankenkasse durch Rheuma auswirkte, wobei er nachwies, daß 10 Prozent aller Mitglieder der betreffenden Kasse einmal im Jahre an Rheuma erkrankt seien. Er empfahl den Landkranlenkassen, der Bekämpfung dieser Dolkskrankheit ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Den Höhepunkt des ersten Derhandlungstages bildete der darauffolgende Vortrag des Landrats D. Dr. Dr. G e r c £ e . Präsidenten des deutschen Landgemeindetages über „Selbstverwaltung in der Sozialversicherung". Zn klaren, scharf durchdachten Gedanken erläuterte der mit hervorragender Rednergabe aus- gestattete Referent in äußerst interessanter Weise den Begriff der Selbstverwaltung und dessen Be- beutung und Stärkung auch für die deutschen Landkrankenkassen. Auch die Träger der Sozialversicherung haben alle Ursache, darüber zu wachen, daß nicht auch ihnen ihre Selbständigkeit genommen wird. Er begründete diesen Hinweis Maus um Mim. Roman von Senia Neckel. Copyright bei Greiner & Co., Berlin NW 6. 1. Fortsetzung Nachdruck verboten. „Warum fahren wir nicht weiter?" fuhr er nervös den Chauffeur an. „Verkehrsstockung, Mr. Wellton!" Ein unterdrückter Fluch. George ballte die Zeitung zusammen. Ein Blatt fiel heraus. Und plötzlich verschwamm alles vor seinen Augen. Aus der Zeitung blickten ihn die großen lockenden Augen der Frau an. die er mit allen Fasern des Herzens ersehnte. Er riß das Blatt hoch. Zn diesem Moment setzte sich die wariende Wagenkolonne wieder in Bewegung. Ein Ruck schleuderte George in die Ecke des Autos zurück. Krampfhaft hielt er das Zeitungsblatt umklammert. Licht flammte auf. Seine Augen bohrten sich in das Bild. Fragend tasteten sie sich zur Unterschrift. Ellinor Stanley, die einzige Tochter des Zeitungstönigs Mae Stanley, die vor drei Tagen auf rätselhafte Weise verschwand! Richts weiter. Kein erklärender Artikel. Rur diese mysteriöse Unterschrist zu dem Bild. Also Ellinor Stanley hieß sie. Wenigstens etwas, ein kleiner Anhaltspunkt. Du mußt mich suchen, hatte sie gesagt. Also war sie freiwillig verschwunden. Vielleicht floh sie vor irgend etwas, vielleicht verfolgte man sie. Warum hatte sie sich ihm nicht anvertraut, sie liebte ihn doch? Rätsel über Rätsel. Aber er hatte die erste Spur. Er allein wußte, daß sie in Reuyork war. Doch in den letzten vierundzwanzig Stunden konnte schon allerhand passiert sein. Der Mann im Auto zerbiß nervös seine Zigarette. Jetzt konnte nur Bobby Helsen. „Zum Club, bitte!" Gehorsam bog das Auto in eine Rebenstraße ein. III. „Ditte Zentral 1149!" „Besetzt!" Aergerlich knallte der Redakteur Smith den Hörer in die Gabel. Es war zum Verzweifeln. Seit einer halben Stunde verlangte er die Privatnummer von Mae Stanley und immer war sie beseht. Wie sollte man da Reportage machen? Und der Sonderdicnst mußte noch heute heraus. Er muhte aktuell sein. Die Sache muhte unbedingt groß aufgemacht ins Morgenblatt. Endlich einmal eine Sensation nach den öden Wochen! Ellinor Stanley verschwunden! Wundervoll, ganz wundervoll! „Zst Zentral 1149 immer noch beseht?" „Ich kann Sie jetzt nicht verbinden, der Teilnehmer wünscht keinen Anruf mehr!" „Verflucht noch mal!" Wie von einer Tarantel gestochen, fuhr Smith auf. „Jetzt geh ich in die Höhle des Löwen und wenn es mich meine Stellung kostet. Es ist Befehl „von oben“ gekommen, die Sache möglichst groß aufzuziehen. Das ist doch gefundenes Fressen für uns, der Konkurrenz eins auszuwischen. Ich wünsche ja dem alten Stanley nichts Böses, aber so ein netter kleiner Skandal ist doch etwas zu Schönes. Keine Kleinigkeit, wenn einem die Tochter durchbrennt! Also los, Mr. Smith, zeig mal, was du kannst! Smith stülpte den Hut auf, nahm sich kaum Zeit, den Mantel zuzuknöpfen und stürzte auf die Straße. Er winkte einer Taxe. ,. Zur Evening Review!" „Well!" Im riesigen Verlagshaus der Evening Review schwirrte es wie ein Ameisenhaufen durcheinander. Zn den Redaktionen saßen die Herren zusammen und berieten. Das war ja eine fatale Angelegenheit! Die schöne Tochter des Chefs war verschwunden! „Was sagt der Alte?" „Er sitzt in seinem Zimmer und läßt keinen vor." „Verständlich!" „Rur Hopkins ist bei ihm!" Hopkins war der Chefredakteur des Hauses, ein alter Herr, schon jahrelang im Dienst. Als er gestern abend die Rachricht von Cllinors Verschwinden in den Qlbcnbblättern gelesen hatte, toar es ihm, als träfe ihn der Schlag. Er kannte Ellinor von Kind auf und verehrte sie mit einer väterlichen Liebe J^bej wie konnten die anderen Blätter zu dieser Rachricht kommen, er selbst wußte doch nichts davon. Ihm war nichts gemeldet worden. Er hatte sich noch am selben Abend zu Stan- leb begeben und war sofort empfangen worden. Die Unterredung wurde unter vier Augen geführt. Als er nach zwei Stunden die prachtvolle Villa Stanleys verlieh, waren seine Augen feucht. durch einen Vergleich mit der Entwicklung der Selbstverwaltung der Gemeinden feit der letzten Reichsfinanzreform. Sehr interessant waren die Ausführungen des Redners über den Finanzausgleich und seine Auswirkung, insbesondere auf die Bewohner des flachen Landes, die gegenüber den großen Städten benachteiligt seien. Der Redner schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis, daß, je stärker das Landvolk fei, desto bessere Aussichten sich auch für unsere deutschen Gemeinden, für den Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes eröffnen. Den Ausführungen dieses Redners folgte ein stürmischer Beifall, wie man ihn auf derartigen Tagungen selten findet. Der Rachmittag des ersten Verhandlungstages führte die Teilnehmer der Tagung mit einem Sonderzuge nach Bad-Rauheim zur Be- sichtigung des im herrlichen Frühlingsschmucke prangenden Weltbades. _ Am zweiten Verhandlungstage hielt Direktor S ch r o e b e r , Geschäftsführer des Reichsnerbandes der deutschen Landkrankenkassen, ein Referat über „Dünsche zur Tfenbcrung der Reichsversicherungs- orbnung“, wobei er insbesondere in bezug auf die Organisation und die Leistungen der Krankenkassen beachtenswerte Vorschläge machte, die bei einer künftigen Aenderung der Gesetzgebung auf dem Gebiete der Krankenversicherung .zu berücksichtigen seien. Im Anschluß an das Referat, das eine rege Aussprache auslöste, wurde eine längere Entschließung angenommen, die den Grundsatz an die Spitze stellt, daß die Erhaltung der ländlichen Krankenversicherung eine Notwendigkeit ist. Ein weiterer Ausbau der Leistungen erscheint im Hinblick.auf die schwierige Lage der deutschen Landwirtschaft mir tragbar, wenn Mittel und Wege gefunden werden, die ungerechtfertigte Inanspruchnahme der Kassen einzu- dämmen. Weiter werden in der Entschließung noch Forderungen hinsichtlich der Abänderung einzelner Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung gestellt. Hierauf folgte ein Vortrag des Derbandssekretärs Hofer vom Zentralverband der Landarbeiter über „Irrwege der deutschen Sozialpolitik? Eine Kritik." Der Redner setzte sich eingehend mit den in der letzten Zeit gegen die deutsche Sozialversicherung erhobenen Anklagen und Vorwürfen auseinander, die er in sehr sachlicher Weise als unbegründet zurückwies. Insbesondere wandte er sich gegen die Behauptung, daß die deutsche Sozialversicherung eine Lähmung des Verantwortungsgefühls und eine demoralisierende Wirkung herbeigeführt habe. Die Forderung auf völligen Abbau und Aufhebung der deutschen Sozialversiä;erung sei ein Unding und nicht ernst zu nehmen. Der Vorschlag, an ihre Stelle einen allgemeinen Sparzwang in Hohe der seither geleisteten Beiträge einzuführen, gehe von ganz unzutreffenden Voraussetzungen aus und sei praktisch ein Fehlschlag. Im Anschluß an den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag wurde auf Vorschlag des Ver- handlungsleiters, Rittergutsbesitzer Dr. Krüger aus Allerheiligen, eine Entschließung angenommen, die besagt, daß eine berechtigte Kritik anerkannt werde, daß aber der Reichsoer- banb der deutschen Landkrankenkassen an den Grundlagen der bewährten, segensreichen deutschen Sozialoersicherung nicht rütteln lasse. Damit war die Tagesordnung der Hauptoer- Ijanblungen erschöpft. Als nächster Tagungsort wurde Stettin von der Versammlung besttmmt. Nachmittags fand noch eine Mitgliederversammlung der Allgemeinen Angestellten-Versorgungskasie für deutsche Krankenkassen statt. Den Abschluß der Tagung bildete ein Ausflug nach dem Odenwald, dem Ncckartal und Heidelberg. „Das Girlh! Das Prachtmädel! Donnerwetter, dazu gehörte Mut! Aber die Ellinor würde es schaffen, keine andere!" Dann war ein Leuchten über sein altes, gütiges Gesicht gegangen, ein verschmitztes Lächeln. Kichernd rieb er die Hände aneinander: „Ra, wartet, das gibt ja eine Sache, da werdet chr ja euch die Zähne ausbeißen an dem Rüh- chen, das euch Ellinor zu knacken gibt!“ Im Verlagsgebäude erscholl ein Klingelzeichen. Die Köpfe der Herren fuhren auseinander. Die Stenotypistinnen schauten neugierig auf. Die Botenjungen zischelten und raunten: „Das große Signal!" Aus allen Zimmern strömten die leitenden Herren und Damen und begaben sich unverzüglich in das große Konferenzzimmer. In erwartungsvollem Schweigen standen alle. Die Türen wurden geschlossen. Ein leises Raunen: ..Mac Stanley!" Der Herr des Hauses. Gebieter über viele Millionen. trat ein. Ehrfürchtig machte man ihm Platz. Wie peinlich muhte es dem alten Herrn sein, heute, wo der Skandal mit feiner Tochter vas- siert war, zu seinen Angestellten reden zu müssen: Aber Stanley hatte sich eisern in der Gewalt. Beinah konnte man annehmen, er hätte etwas Erfreuliches mitzuteilen. Die lautlose Stille durchdrang messerscharf seine klare Stimme, als er jetzt begann: ..Meine Damen und Herren! Sie können sich denken, weshalb ich Sie heute hier zusammenrief. Aus den Blättern der Konkurrenz haben Sie erfahren, daß meine Tochter mich verlassen hat. Ich sehe Ihren bestürzten Mienen an. daß Sie Anteil am Schicksal eines unglücklichen Vaters nehmen. Sie wissen, wie die Welt ist. Sie wissen, daß jeder Skandal gierig aufgegriffen und weiterverbreitet wird. Hierauf gründet sich meine Idee. Sie sehen mich erstaunt an, Sie haben recht, aber der ganze Skandal ist nur eine Idee, eine Reklameidee ..." Ein Schmunzeln glitt über die Gesichter der Redatteure. Das sah dem alten Stanley mal wieder ähnlich, dem schlauen Fuchs war alles zuzutrauen. Roch wußte man nicht, worauf die Sache hinauslaufen sollte Stanley fuhr fort: ..Ellinor selbst hat die Rachricht ihres Verschwindens mit einem Bild an die Konkurrenz- bläiter gegeben. Run ist das Interesse der Menge geweckt. Der Skandal ist im Gang. Jetzt beginnt unsere Arbeit. Ich setze eine Belohnung von 100 000 Dollar aus für denjenigen, der mir Elli- nvr in den nächsten vier Wochen toieberbrtngt Ellinor wird mir immer Rachricht geben, wo sie sich anshält. Wir haben da« alleinige Recht, Oberheffen. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 19. Mai. Am ersten Pftngstfeieriag, vormittags zwischen 10 und 11 Ahr. ereignete sich hier an der Einmündung bet Wetzlarer in die Frankfurter Straße ein schwerer Verkehrsunfall. Ein von Weilburg stammender Motorradfahrer, der zu seinem in der Gießener Klinik liegenden Sohne zu Besuch fahren wollte, rannte mit voller Wucht gegen ein von Gießen Herkommen des Auto, das von einer Dame gesteuert wurde. Der Zusammenstoß war derart heftig, daß die Vorderachse des Autos, das auS Kuxhaven stammt und mit zwei Damen und zwei Herren besetzt war, brach. Der Motorradfahrer wurde, auf dem Motorrad liegend, ein Stück Wegs mitgeschleift Der in dem- Rachbarschaft wohnende Holzyändlcr Jung brachte den Verunglückten mittels Autos in die Chirurgische Klinik nach Gießen, wo bei chm schwere Arm- und Gesichtsverlehungen festgestellt wurden. Die bald nach dem Unglück emtreffenbe Polizei stellte eingehende Untersuchungen an Ort und Stelle an und vernahm die Zeugen. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, muß die weitere Untersuchung ergeben. Das Motorrad wurde völlig zertrümmert. § Lollar, 18. Mai. Einem hiesigen Baum- s ch u l e n b e s i tz c r ist in seinen Anlagen großer Schaden dadurch entftanöen, daß Hunderte von Zlingbäumchen durch Hasenfraß voll ständig vernichtet worden sind. Die Baumschule konnte im vergangenen Winter nicht mehr umzäunt werden und bot so Meister Lampe willkommene Gelegenheit, seinen Hunger zu stillen. > Da ik bringen, 18. Mai. Seit dieser Woche können erfteulicherweise wieder 15 Zigarren- arbcitcrinncn durch Herrn H. Schäfer, der in Kommission für eine Laubacher Zigarrenfirma arbeiten läßt, beschäftigt werden. :—: Beuern, 19. Mai. Zn unserem Dorfe mehren sich die Fälle von BIindbarm- erkr ankungen in erheblichem Maße. So waren in den letzten Wochen vier Krankheitsfälle zu verzeichnen. Die Betroffenen muhten sich in der Klinik zu Gießen umgehend einer Operation unterziehen. Glücklicherweise konnte in allen Fällen rechtzeitig Hilfe gebracht werden. T Steinheim. 19. Mai. Wieder hat der hiesige Gesangverein „Frohsinn" unter der Leitung seines neuen Dirigenten. Lehrer Dietrich von Rodheim, das sog. P fing st - singen durchgeführt, das bei Gründung des Vereins vor nun 51 Zähren durch Lehrer W ü r t- temberger cingeführt worden war. An etwa zwölf zentral gelegenen Punkten wurden in aller Frühe le zwei Chöre zum Vortrag gebracht, die den schönen Frühling und die stille Weihe des Sonntags priesen. Die ganze Bevölkerung nahm Anteil an dem schönen Brauch. Zum Schluß wurde noch dem Ortsoberhaupt und den beiden Lehrern je ein Ständchen gebracht. Kreis Büdingen. * Ridda, 17. Mai. Heute nachmittag stieß hier der Arbeiter beim Hirnmelsbachschen Sägewerk Z. Balser aus Ulfa auf der Heimfahrt auf seinem Fahrrad vor der Landwirtschaftlichen Schule mit einem von Salzhausen kommenden Auto zusammen und kam unter die Vorderräder des Wagens. Dieser wurde von einem hiesigen Einwohner gelenkt, der von einer Dienstfahrt zurückkehrte. Ob jemand ein Verschulden an dem Unfall trifft, konnte noch nicht festgestellt werden. Balser trug schwereDer- le Hungen davon und wurde sofort von Sani- tätsrat Dr. Koch, der ganz nahe bei der Unfallstelle wohnt, verbunden und bann in dasKranken- haus nach Schotten verbracht. Der Verunglückte ist 32 Zähre alt und verhri-alet. Sein Fahrrad war völlig zertrümmert. in der Presse Mitteilungen über Ellinor veröffentlichen zu dürfen. Sie wissen nun. was Zhre Pflicht ist. meine Herren, die Spalten unserer Zeitung stehen Zhnen zur Verfügung. Machen Sie die Sache geschmackvoll. Halten Sie sich fern von allem üblen Klatsch, der nur meinen Ramen beflecken würde. Die Zagd nach Ellinor soll eine lustige Sache werden. Und nun noch eins: An Ihrer Diskretion hängt alles. Kein Wort zur Konkurrenz! Wenigstens nur das. was unbedingt notwendig ist. Zch rechne auf Zhre Mitarbeit, meine Damen und Herren!" Mit einer Handbewegung und verbindlichem Ricken entließ Stanley seine Angestellten. Als Smith eine Viertelstunde später bat. zu einem kurzen Interview zugelassen zu werden, wurde mit einem Achselzucken bedauert. Die ..Evening Review" würde alle notwendigen Auf- klärungxn in den Spalten des Blattes bringen, hieß es. Mit diesem kärglichen Bescheid mußte sich der Reporter zufriedengeben. Die Schreibmaschinen klapperten, die Telephone klingelten, die Rotationsmaschinen summten Elli- nors Ramen. Wo ist Ellinor? 100 000 Dollar Belohnung! Rote Plakate flatterten durch die Straßen, klebten aufdringlich an leeren Hauswänden und Litfaßsäulen, fanden chren Weg in die Schächte der Untergrundbahnen, krochen in die Eisenbahn- ttchees und nahmen Besitz von rauchigen Bahnhöfen und Wartesälen. Reuyork. San Franzisko und Chikago wurden von einem Fieber gepackt. Wo war Ellinor? Die Frau mußte sich doch irgendwie finden lassen. Das konnte doch nicht so schwer fein. Ueberall hing ihr Bild. Ellinor war Allgemeingut geworden. Ellinor wurde in den Familien besprochen. Verliebte Primaner hängten ihr Bild über ihr Bett. Ellinor war in die Reihe der Vollslieb- lingc getreten, sie galt gleich den Film- und Bvxhelden und rangierte auf gleicher Stufe mit Babe Ruth, dem Baseballkönig und Liebling aller zwischen fünfzehn und Fünfzig. 100000 Dollar. Das war selbst in Amerika eine Riesensumme, wo man doch an große Zahlen gewöhnt war. Aber in Amerika ist cs genau so, wie in anderen Ländern, nur die ganz Großen gebieten über ungeheure Dollarschähe. der einzelne freut sich immer noch über jeden verdienten Dollar, und nun gar 100 000! Stanley hatte richtig spekuliert. Die Auflage der „Evening Review" stieg um Tausende. 5hc Rubrik „Ellinor" brachte täglich etwas Reues. (Fortsetzung folgt) Ortenberg. 18. Mai. Dieser Tage hielt derVorfchust - und ÄreÖilDcrcin A.°G. Ortenberg seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Bericht über das 54. Geschäftsjahr bot ein Bild erfreulicher Weiterentwicklung deS Vereins im Jahre 1928. Die Bilanzsumme stieg auf 490 690 Mk Der Ginlage- bcstand hat mit 172 274 TEIL zuzüglich der Guthaben in laufender Rechnung in Höhe von 128 000 mt nahezu 40'.. des Einlagebestandes nn Jahre 1913 wieder erreicht. Die Summe der Spareinlagen verteilt sich auf 500 Sparer. Die Außenstände sind auf 372 307 Ml. angewachsen und verteilen sich auf 455 Schuldner. Die zur Förderung des Sparsinns ousgegebenen Heim- sparkassen erfreuten fich eifrigster Benutzung. Die Aufwertung ist durchgeführt. Der Reingewinn beträgt 8391.66 Mk. Der hiesigen Krankcn- fchwefternstation wurde wieder em Beitrag bewilligt. Auf 50 000 Mk. Aktienkapital wurden 10 Prozent Dividende verteilt. An Stelle des verstorbenen langjährigen und um die Entwicklung der Bank hochverdienten Direktors Heinrich W e ck e s s e r war bereits im Lcrufe des Geschäftsjahres Oberamtsrichter Dr. A n d r a e zum Tireltor gewählt worden. Die aus dem Aufsichtsrat satzungsgemäst ausscheidenden Mitglieder Lehrer Köhler und Fabrikant Schmidt wurden einstimmig wiedor^ewählt. * Hirzenhain, 19. Mai. Die vor einiger Zeit in der Badewannenfabrik der Eisen- werke Hirzenhain Hugo Biiderus G. m. b. H. eingeführte Kurzarbeit ist wieder a u s g e - hoben worden. Es wird jetzt in allen Werks- abteilungen wieder voll gearbeitet. Wirtschaft. Geldmarkt und Kreditlose. Auf dem Geldmarkt ist in der Berichtswoche eine Entspannung nicht eingetreten, sondern im Gegenteil: die Lage hat sich noch verschärft. Dies kam besonders am Markt für Privatdiskonten zum Ausdruck, auf dem dos Angebot an einzelnen Tagen der Berichtswoche austerordentlich hoch war und fich auf einen Betrag bis zu 30 und 40 Millionen Mark stellte. Allerdings handelt es fich bei diesem in Anbetracht der von der ausnehmenden Stelle vor- genommenen Repartierung, die sich durchschnitt- ch mit 8 bis 10 Prozent ergab, um sog. Konzertangebote, indem graste Posten wegen der drohenden Repartierung an den Markt gebracht worden sind. Die Rachsroge nach Taaesgeld konnte nur schwer befriedigt werden, insbesondere deshalb, weil auch die öffentliche Hand erneuten, nicht unerheblichen. Bedarf zeigte. Der Geldmarkt steht eben unter dem Einflust der K r e d i t- r c ft r i f t i o n e n der Reichsbank, und die durch diese hervorgerusene Kreditklemme macht sich für die Wirtschaft insofern verstärkt unangenehm bemerkbar, als sie durch die Saison- betoegung höhere Ansprüche an den Geldmarkt stellen miist. Sähe sür Tagesgeld am Medio eines Monats in Höhe von 8.75 bis 10,75 Prozent sind etwas Auhergewöhnliches. Bei einer Betrachtung für die nächste Entwicklung des Geldmarktes muß berücksichtigt werden, daß die von der Reichsbank vor- genommeawn Kreditrestriktionen die Abschwä - chung der an und für sich rückgängigen Konjunktur verstärken, und dost sie aus diesem Grunde aus die Dauer nicht durchgeführt werden können. Infolgedessen muh der Erfolg der Krediteinfchränkungen der Reichsbank, die ja leider zu diesem Mittel gezwungen war, um einen Devk-senrückflust zur Stärkung ihrer Ba- lutenreserve hervorzurufen, abgewartet werden. Wenn die Reichsbanl in der Lage ist. die Kreditrestriktion wieder aufzuheben, dann wird fich auch von selbst wieder eine leichtere Verfassung des Geldmarktes einstellen. In diesem Zusammenhang ist es. was die nächste Zukunft des Geldmarktes anbelangt, auch gleichgültig, wie die Pariser Reparationsverhandlungen ausgehen. Die Banken haben die Gelegenheit zu umfangreichen Devisenkäusen benutzt, um fich vorsorglich im Falle eines größeren Abzuges der Auslandsgelder. von dem bisher auf keinen Fall die Rede sein kann, mit einer stärkeren Reserve an Devisen zu versehen. Diesen Weg zu beschreiten und dieses Ziel zu erreichen war ihnen, da sie aus den umlausenden Roten, mit anderen Worten. aus ihren laufenden Krediten die zum De- Visenkauf nötigen Markbeträge nicht nehmen wollten. nur durch Rückgriff auf die Reichsbank möglich. Die ReichsbanL befriedigte diese an sie gestellten Ansprüche so lange, als die ihr gesetzlich vorgeschriebene Rotendeckung von 40 Prozent nicht gefährdet war. Wenn jetzt also durch den von der Reichsbank hervorgerufenen künstli- ch e n M a n g e l a n M a r k die Banken gezwungen werden, ihre Devifem wieder herauszugeben. bzw. wenn die spekulativen Kaiser von Devisen. und das sind leider auch beftimmie Kreise der Wirtschaft, realisieren müssen, dann wird damit der erste Anftost zur Geldentspannung Platz greifen. Die Banken können dies tun, da sich die Befürchtungen eines verstärkten Abflusses von Auslandsgeldern als falsch herausgestellt haben, sie werden es um so mehr tun, wenn bei einigermaßen erträglichem Ausgang der Pariser Verhandlungen und bei einem längeren Anhalten einer von Reuyork ausgehenden leichteren Verfassung des internationalen Geldmarktes ihnen neue Auslandsgelder und damit neue Devisen angeboten werden. • D i e amtliche Grosshandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 15. Mai berechnete Grosthandelsinderziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 135,8 gegenüber der Vorwoche (136,0) leicht zurückgegangen Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,4 v. H. auf 126,7 (127,2) und die Indexziffer für Kolonialwaren um 0.5 v. H auf 125,4 (126,0) nad)gegeben. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Hatbwaren stellte sich auf 131,3 (131.4) und diejenige für industrielle Fertigwaren auf 157,4 (157,3). • Der Erzbergbau im April, lieber die Lage des Erzbergbaiies im Monat April wird berichtet: Rachdem die Reicks- und Staatshilfe und damit auch die Vergünstigungen der Reichsbahn mit Wirkung ab 1. April als gesichert angesehen werden tonnten, hat eine größere Siegerländer Grube den Betrieb wieder ausgenommen, was eine weitere Verringerung der Arbeitslosigkeit zur Folge hatte. Sonst sind im Siegerland wesentliche Aenderungen gegenüber dem Vormonat nicht cinaetrctcn. Die Stilllegung weiterer Grubenbetriebe im Lahn-, Dillgebiet einschl. Oberhessen konnte mit Rücksicht auf die nunmehr sicher in Aussicht stehende Staatshilfe vermieden werden. Die während der Frost- Periode nicht zum Versand gelommcnen, auf Halde liegenden Erze konnten noch nicht abgesetzt werden. • Anblasen neuer Hochöfen im Ruhrgebiet. Der erste Hochofen des neuen Kruppschen Hüttenwerkes in Efsen-Borbcck am Rhein-Herne-Kanal wurde am 15. Mai angeblasen und gab am 16. Mai das erste Eisen. Der zweite Hochofen wird in kurzem Abstand ebenfalls in Betrieb genommen. Rach ungefähr dreieinhalbjähriger Pause wurde in den Klöckner- Werken, Abteilung Hafper Eisen- und Stahlwerke, der dritte Hochofen, bet inzwischen einer gründlichen Erneuerung und Umgestaltung unterzogen worden war und nunmehr mit den neuesten technischen Errungenschaften ausgestattet ist, wieder in Betrieb genommen. Der erste 2knstich ist bereits erfolgt. ' E l e k t r i zi t ä t s - A. - G. vormals Schuckert & (So.. Nürnberg. Aus 6,52 (im Vorjahr 4.64) Millionen Mart Reingewinn schlägt die Gesellschaft eine erhöhte Dividende von 11 (8) Prozent vor. Ferner sollen 6 Prozent Gewinnanteile auf die Genustrechte für Alt- besih-Markanleiben der Gesellschaft und der kontinentalen Gesellschaft ausgeschüttet werden. Der Geschäftsbericht hebt die gute Weiterentwicklung der Beteiligungen im Jahre 1928 uni» die Auswirkungen der in den letzten Jahren durchgeführten Umstellungs- und Aationalisierungs- matznahmen sowohl bei dem Unternehmen seihst, wie bei den Tochtergesellschaften hervor. Es wurde ein Geschäftsgewinn von 7,95 (5,67) Millionen Mark erzielt. Andererseits beanspruchten Unkosten und Abschreibungen 1,43 (1,03) Millionen Mark. * Portland-Zementwerke Heidelberg-Mannheim-Stuttgart A.-G. Die Gesellschast beruft die in Aussicht gestellte a. o. G.-V. zur Erhöhung des Aktienkapitals auf den 12. Juni ein. Aus der Tagesordnung steht die Erhöhung des Grundkapitals nm bis zu 5,1 Mill. Mark durch Ausgabe von bis zu 17 000 neuen Stammaktien im Rennwert von je 300 Mk. unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechtes der Aktionäre. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 21. Mai. Tendenz fest. 3m Parbörsenverkebr war infolge der Unterbrechung durch die Feiertage kaum Gesd>äft zu verzeichnen. V2tiinmungsgeinäfz war man jedoch zuversichtlicher, da günstig lautende Meldungen aus Paris nicht ohne Einwirkung blieben. Bor allein wurde es begrüßt, daß sich A m e r i k a bereit erklärt hat, seine Re p a r a t i o n s a n s p r ü ch e zu ermäßige n. Ferner blieb die starke Entlastung des Reichsbantinstituts nach dem Ausweis oom 15. Mai ebenfalls nicht ohne Anregung, mir drückten noch verschiedentlich die ungesunden Geldmarkt- Verhältnisse, aber dessen ungeachiet löste sich bei der Spekulation ein stärkerer Optimismus aus, und von bief-r Seite wurden vor Beginn des ofn- ziollcn Verkehrs Intcreffenkäufe in größerem Matze Dorgenommen, da auch noch hinzukommende Aus landorders dem Markte eine Stutze boten. Die Tendenz war fest und zuversichtlich, und zur ersten Rotiz waren gegenüber der letzten Mittags- börse bei den Spezialwerten ganz erhebliche Erholungen zu verzeichnen. Als jedoch die Aufträge zeitweise erledigt roaren, schrumpfte das Geschäft wieder etwas ein. Die Tendenz wurde hiervon jedoch nicht berührt, im Gegenteil, die Kurserholungen konnten sich weiter sortsetzen. Dem Elektromarkt und Chemiemarkt wurde das Hauptinteresse entgegengcbracht. An der Spitze standen hier Ehadeaktten mit plus 6Mk . Gessüre! mit plus 8,5, Siemens 5,5 und 3 °G.-Farben mit plus 4 v. H. AEG. gewannen 4,75, Felten 3 und Schlickert 3,5 v. H. Etwas mehr Interesse wurde noch den Kali- werten entgegengebracht. Salzdetfurth eröffneten 5 v. H. höher, Aschersleben gewannen dagegen nur 2,5 v. H. Gefragt war noch Waldhof mit plus 4,5 v. H., Deutsche Linoleum mit plus 4 o. H. und Rar- stadt mit plus 3,5 o. H. An den übrigen Märkten war der Gefchöftsumfang nicht nennenswert. Die, Besserungen betrugen jedoch auch hier zeitweise 1 bis 3 v. H. Eine Ausnahme machten am Banken-' markt Danatbank, die auf Rückkälife der Spekulation etwa 5 v. H. anziehen konnte. Rheinstahl maren ebenfalls etwas reger gefragt uird gewannen 3 v., H. eochiffahrtswerte leicht erhöht. Renten still, jedoch^ gut behauptet. Bon internationalen Werten lagen Svenska mit minus 1 Mark leicht gedrückt. 3m Verlaute traten auf Realisationen verschiedentlich.. Schwankungen ein. Die Tendenz blieb aber fest. Cs konnten sich sogar noch weitere Erholungen bis zu 2,5 v. H. durchsetzen. Dos Geschäft nxxr aber nicht iehr umfangreich. Rur Elektkowerte standen weiter im Vordergrund. Am G e l d m arkt war Tagesgeld mit 8 o. H. wieder etwas leichter. Am Devisenmarkt zeigte die Mark eine weitere Befestigung. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1995, gegen Pfund 20-.371, London gegen Kabel 4,849759/ Paris 154,12, Mailand 92,67, Madrid 34, Holland 12,0650. Berliner Börse. Berlin, 21. Mai. Schon im heutigen Vormit- togsverkehr konnte man eine freundlichere und zuversich11 ichere Stimmung fcftftel- len. Die Börse eröffnete da>m in recht fester Haltung. Man beobachtete an verschiedenen Märkten wieder A u s l a n d k ä u s,e , und die Spekulation schritt weiter zu Deckungen, so datz sich Erhöhungen von 1 bis 5 v. H. im Durchschnitt — zum Teil and) bis 9 v. H. — ergaben. Erne Anzahl anregender Momente lag heute vor. Den stärksten Eindruck lnachle der B.e r z i ch t Amerikas auf einen Teil der Forderungen aus der Besä tz ii n g . eine Tatsache, die zur schnellen Eini gung in Paris viel beitragen dürfte. Die Meldungen aus Paris lauteten ebenfalls sehr optimistisch. Der Reichsbankausweis für die zweite Mai- woche hat eine stärkere Entlastung gebracht. Die Reichsmark hat fid) weiter stark gefestigt, Devisen sind wieder angeboten. I.-G.-Farben zogen bei lebhaften Umsätzen 4,5 v. H. an, Kaliwerte, Spritwerte, Schlesische Zement, Glanzstoff, Demberg, Berger, Siemens, Rheinische Braunkohle und Polyphon bis- 9 v. H. höher. Auch heute beobachtete man wieder die seit Tagen anhaltenden Ausland- käuse in AEG. (plus 5 v. H). Etwas schwächer lagen nur Svenska und Sarotti. Deutsche Anleihen waren fest, Ausländer geschäftslos, doch eher leicht gefestigt. Der Pfandbrieftnarkt lag nicht einheitlich. Der Geldmarkt war zwar beruhigter, die Sä<>> blieben jedoch unverändert. Rach den ersten Kuiyen wurde es trotz verschiedener Realisationen fester, bann vorübergehend etwas schwächer, später aber allgemein 1 bis 2 o. H. höher. Aranksurtcr Lchlachtvicljmarkt. Frankfurt a. M., 21. Mai. Auftrieb: Rinder 1513 Strick; darunter 348 Ochsen, 72 Bullen, 691 Kühe, 390Färsen: Kälber449; Sck)afe 32; Schweine 3630. Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 57 bis 60, ältere 52 bis 56, sonstige vollfleischige jüngere 45 bis 51; Bullen: jüngere, vollfleischige. höchsten Schlacht werts 52 bis 55, sonstige vollfleischige ober aus« gemästete 47 bis 51, Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 43 bis 48, sonstige vollfleischige ober ousgemästele 38 bis 42, fleischige 33 bis 37, gering genährte 25 bis 32; Färsen (Kalbinnen, 3ungrinber): vollfleischige, auegemäftetc, höchsten Schlachtwerts 57 bis 60, vollflcifchiae 53 bis 56, fleischige 48 bis 52. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 79 bis 84, mittlere Ria st- und Saugkälber 70 bis 78, geringe Kälber 58 bis 69. Schweine: Fettschweine über 300 Pfunb Lebendgewicht 73 bis 76, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfunb Lebendgewicht 74 bis 77, von eta>a 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78, fleischige Schweine, 120 bis 160 Pfund Lebend- gcwicht 70 bis 75. Sauen 58 bis 64. Ma r di v? k* lauf: Rinder schleppend, infolge grotzen Auftriebes Ueberftanb; Schweine anfangs lebhaft, zum Schlutz stark abflauenb, nahezu geräumt; Rälbier und Schafe rege, ausoerkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Mai. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte heute n«h den Feiertagen wieder in sehr stiller mid säst ge- schäftslofer Haltung Sie Preise konnten fick gegbn die letzt« Börse nicht verändern. Es- wurden notiert: Sommergerste für Brauzwecke 23,50 Mk ; Roggenmehl 29 bis 30; Weizen ft eie 12 bis 12fft; Roggenfteie 12)76 Mk Tendens richig. Geivinnaa^vg 2. Klafft 33. VreuW-Stobeufl* (259. Preutz.) Älaficn-eoffak Ohne Gewähr Nach^uck Auf jede gezogene Rümmer sind zwei “SI Hobe Gewinne gefallen, und zwar je «oet, | auf die Lose gleicher Rümmer in den belNw I ___________Abteilungen I und n | 2. Ziehungstag ft- SÖfat g» dar Bormittagsziehung wurden Gewinne über 90 M. gezogen 19698 896.17 260690 2t 376792 382032 11783 8OO'®eirnute iu 180 M. 46Q8 L1646 18431 18497 19013 20007 21474 30928 31053 31162 3471,0 34M 61103 61648 67657 71191 71717 44 IO 617J 718 196773 223075 239859 268005 375996 394437 2 2 2 2 4 312546 322043 340867 358931 386308 209669 231268 253913 260 V99 139391 142697 163038 169740 188051 362942 392257 113690 131738 141588 160686 164294 186244 198784 224655 249870 266961 266590 299104 308221 320135 340337 356794 380172 336,189 340964 376k1 TO 398638 110980 125956 141000 149426 ®M»inne ju 1000 M. 45180 48130b <8winne »u 800 Olt. 41101 78020 146899 176025 306776 318196 336648 356174 379305 397330 104361 108676 116444 140,920 152 184264 188833 19.2057 196990 199 219538 226889 229820 260890 255 ------ 28,7247 289001 29S&14 307 338245 341828 350184 355 117341 139398 143096 156,860 170847 191163 203584 220008 253866 257068 27299.3 304 M3 31'5573 326105 346312 362853 386181 272397 3^-923 358605 389985 12---------------- - - 252800 388399 32 Gewinne iu 500 'M- 7822 15394 6 123586 124196 17W17 179070 289 266339 290592 3344'28 368788 370 11v Äetoinnc 300 M. 239 7653 7567 ----- 26507 27820 32021 41060 6 74887 77226 90302 92343 9 1043® 123514 14'024J 143620 160655 185332 190J28 218657 234831 eerotnne w 100000 W. 260912 ©brotaxat jn 60000 M. 276056 (Brtttnnc iu 3000 M. 265760 Sehrinne »u 2000 M. 282866 75948 77240 77309 79059 79752 80492 907.77 93112 95373 96350 99524 102683 ------ ----- 115908 ------ 3873 1 !921 g 3n der Nachmittagsziehung wurden Gewtzine über 90 M. gezogen 2 »ttotTW ,» 5000 «7. 83247 4 Gewinne ,n 3000 M. 53660 82469 6,6otvhn.e ,u 2000 M. 264615 326058 34Q562 6 ©etoinn« ju 1000 <®L 7798 122681 32368* 12,:0etoUint ,u 800
inue iu 600 OT. 60900 1098.60 151665 155977 192980 196547 209130 285893 304469 343264 360631 395735 96 e«Dinne »o 300 M. 19664 23499 32489 32638 49324 65953 70115 75342 80563 85434 10347» 109157 112818 118338 121703 123606 125537 147680 150101 163202 16.3899 179428 186477 18*5987 187955 191553 232750 239994 249233 255372 271136 272631 278376 283096 292494 298488 296916 304540 304826 32I727 324430 330434 336242 342562 352560 363357 375594 384136 248 »etoinne ,u 180 M. 4036 7948 8825 9060 10926 12770 19106 27406 61865 62667 64650 68717 73803 73928 74543 75747 77468 77980 79890 81657 84426 84996 88193 95520 104979 105775 110804 117511 118420 129486 130069 132818 135345 137784 143792 145145 146161 149968 153820 164101 156949 157109 157714 159629 159927 160311 162679 164865 165127 169357 170939 176023 177575 183241 :184179 184304 184376 184845 188217 195122 196584 196648 206486 210991 217242 218004 218355 219336 226797 225998 227288 227900 231133 233517 239I24 239612 244227 255184 264696 266173 266983 267744 270939 273018 273805 274513 276203 279406 286584 290344 300788 303775 305104 306319 308611 309071 309252 309873 312211 312561 316039 325714 332616 334157 338123 347615 352067 352811 353902 354083 356694 363250 3675P2 368859 369439 374017 374956 378674 378964 379503 385164 387356 398958 399434 Die in der heutigen Vormittagsziehung gezogenen beiden Hauptgewinne von je 100000 M. fielen auf Nr. 260912 in Abteilung I nach Gleüvitz, in Abteilung N nach Saarbrücken. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geftfjloffrn Für unverlangt cingcfanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird feine Gewähr übernommen. 52,5 68,5 66,5 123 123 119,75 118,5 148 147,5 110.5 111.65 112 186 Banknoten. 304 I 304,75 I 318 50 80 202 5 28,13 91.75 294.5 214 186 261.5 162 152.5 158 . 8 10 . s IC io 117 205 145 111,25 123,75 125 209.5i 184.5 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 125 212,75 1 184,75 i 258.25 161,25 I 151,75 157 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosieneu Dividende an. n 12 io io 10 . 9 .. 8 12 199.5 28.13 89.75 293 124,5 124,75 124,5 Mllfl. Ttütldjc iHlenbabn . X'nnibum.Mmerila Pake! . HomS.-Eüdam. DampstÄ. penta Tampssckiss .... 9ioröhrut)»cz Lwvd . . . zb’lfl. Temjche (£rebitan(L . •jdrmer Bankverein . . . Berliner $anbeI5gektfidi. . ^animerz. urtb Brivo>Sani SatinfL u. gZctünialtant . Tcvrschc Bank .... Ti^onw-Geseltzchatr Ant.. Tre»dner Bonk ... - . «RätelMuiichr Ctebtwaid . ni.'ffajrbanl ....... Neichrbanl .«••*** tiubri. floewf . . . (Xaloniobtl . . £ reaitret 8- Äopl-el Leonhard Sich . . BaTnaq^KepUln . < ixrnntf. i'iafdjmen . 'liritziirr..... 3tmgbmu. . . . < Secyucrle..... Main kraf nverke . < Wrtfl....... ReltffiuItÄ« . . < l'fter# Union . . , JMchr. Roeder . . , Boigr fc -örteffnet , Südd. Ancker . . . Kurszsttel -er Berliner und FranLfurier Börse. .. — Reichsbanldislont 7,5 Prozent, Lornbardzinsfutz 8.5 Prozent. 257 : 261,65 162 - 151,5 I 152.5 156,5 1 158 Brrlin 17. JJJni Briet i^raniöfiftiic '.'toten..... 16.46 16.52 jpottäiiöttdK ,'koirn ...... 168.68 169.36 Ltlalicmschc Violen...... 22.01 22.09 'Jiortorjiidje Aotrn...... 111,78 112,22 Teutfrti-Ccfh'rr .«100 Kronen 58.99 59.22 Rnmnni'chc ‘Jiotcn...... 2.53 2.55 Sdmxbifttir Tlorrn...... 11209 112.53 sditri uri" ‘Jlotcn....... 80 94 RI .26 ecanHdje Piotrn....... 59.48 59.72 litbetboUoroafiMüt 9ioten .. 12.412 12.492 Unaartfrtje Roten ...... 73.05 73.35 Brrlin tr-iridi- i-n.n- Gtfilu8-,2Injan8 Äure Rot» Äuto flnr? Tatum 17.5. 21-5. 17.5. 21 5. 'X*Qtiwp yuifliitmt.i......- 113.5 114.25, 111 114 Hctdclbe.'zer Snnent .... 1' 135.5 136 — — Ä.nlffabt......8 171.5 —— — ■ ■ datlfl 4 trtMiay......10 107,5 — 110 — TchuSbett Datzenhoser . . . i - — — 295.75 302 •ZÄnvtdc.........12 — — 236 243.5 ycr. ...... iS 426 — 424.5 431 — — 335.75 332 3eUftoff®EaIbbof.....12 249.5 254 249.75 254.5 ZeUftost Ajchaücuburg ... 12 179 — 178.5 180.25 (Stiatlortenburgcr SBtmer ... — — 109.75 111.5 SJfpouetflJn«........9 — — 204 207 Sfl-~lfl 1 !rti rr t......0 54,25 54.25 3)rutfdie 9.1atztzinen-Fabnk . . o — — 49.65 51.5 älblaroede flicuet......5 44 — — 45.5 FrtuiktzM a. M. Bei tu Schtii h- l-Ulir- Schlutz- Anfang pure flure Lkur» Kur« Datum 17.5. 2L5. 17 5- 21 5. 6% Dl. 8trid)-tonleit)c o. 192/ . 87,25 -- 87.5 Tt. Mnl.*9Qildi^<3d)rtlb mit 8bi* 51.2 51,2 51,13 io, -Röchle .......... — Tctfll. ohne SitiLo|.-9icd:tc . - - 9,9 — 9,75 10,4 7% granfi. Hvo.-Bl. Doldvt- un kündk-ar bl» 1933....... 88 — — — '. Ruwchten converl. Rh. . . - 8 — — 4' -% Rumänen (MolbanL von 1913 16,25 — 16 »rmiiffun u. M »Berlin 2 rhlui- Ä11L? i übt- ftitr« Schluh. Änfaiig- ftr» »irr» Daimn 17.5. 21-S. 17.5. 21.5. ‘JI.Ü.W. . ........> 181 185.5 181.25 186 209 — 209 213.5 Ulehx. Lteirrtmgcn..... 10 155.5 — 155,5 158.5 Sidif und stiof: ...... 1" 216.5 219 217,25 219.5 Reiten & (Builli-aume ..... r — — 181 5 182-5 Schuckcu . . ....... 8 244.5 — 244 247.4 Siemen« 4 Hul.'ke ..... 12 378 248 378 384 Ztanerabio . . ....... 8 — 383 5 146 147.5 t'alnncqrt & Co....... 10 165 164.5 166,75 Bubriu» . . ........ 71 73 70.5 — Tettchche Grböl.......6 111,75 — 111,75 116.25 Crllener S>tctn(oi)le......8 —— — 113.5 — (Mle.tfndjener . . . f. ’J I. < 128 130.5 129 131 äatpener..........1 V ef Ich Ci,en.........8 128 — 126.5 128.4 — — 116 113.75 rlisc ^etpbGu ........ 6 213.5 — 213 214.5 SUuttnerntet!e .....~ 98,25 — 100 102 K Sin-Neue jsen..... . . S> — 116.75 114 116.25 iRatincltncrnn........? 114.5 — 115 117.5 Manslewer....... . 7 124 125.75 124 126 t5bersch!cs. Stjenb. Bedarf. . . 5 — Lberschlej. IMtivctie.....6 — — 105.5 106.9 Sbinir 8ergba:t......5', w 90 89.13 91.4 Rbelut>che «rannkudlen... 10 284.5 — 284.5 290.5 Jlhcinftabl ... f. % Jahr M. 113 116 114 116.5 ch'iebelk Monlan...... 142 Vereinigte Euihlw. 91 — 91.65 92.75 Olavi «ihnen..... . 3 eb 64.25 65.25 65.9 Sali otzcherNelten.....1‘ 233,5 236 231,5 236 »atz L estercg.-ln......w 237,5 237 243.25 Kaliwerk Salzdetfurth ... 1b 382 387 381,75 I 387.75 3- S. garben.Jnbulhie ... 13 243,5 247.5 243.5 84,25 Tynawit Nobel.......5 — 113 115 EcheideonftaU..... 9 162 82 163 81,5 84,25 3?irtgerin'-rff ........ 6 87 «8.5 88.25 89.25 MelallgeMtztzakl......13 128 129,5 128,5 i 129,7 17. Mai 21. Mai -luMiche Isolierung Amtliche Notierung <4e(b Brief (S>e(b erter ämu. "Hon- 168.90 169,24 168.65 168.99 Uom.-AireS 1.763 1.767 1 .759 1.763 tPrfi.-qfntro. 58 31 58.43 58.24 58.36 Christian ia. 111.96 112.18 111.79 112.01 .HoD:nb . . f. Illi .«MM » . — 1 . . 6 51 , • « « • . 11 80.5 . . 0 —— . . 4 66 . . 8 111 « M M M . . k 107.5 • « ■ • . 1" 121 M » M « — « « « « . . 8 116.5 • « e e . 10 in; . . 8 205 • • • • .. 8 146 Berlin. 17-Mai Geld Bries LulerUrunIche 'Jiotee ..... -’klaiftc Koren........ T^nnchk ?to»en........ GsabÄe, » .... . 4.186 58,28 111.81 20,39 4.206 58,52 112,25 20,47 Turnen, Sport und Spiel in internationale Weber der Beste. Nach der Qerstem Graupen) Reis Reis-Julienne Grünkern, (Reis ”y Tomaten, &rbs nySpeck- Jllle MAGGI-Üuppen schmecken gut -Sie werden zufrieden sein ’ Teller Gasherde Ttater-Me IM LmIbü Pbotohaus und 4523D * gesucht 4524 D I wenn 3234V 451 ID Hühneraugen ■ Lebewohl und Lebewohl • Ballenschelben Bleddose 4522D gesucht. Hetz, Alicestr. 12 I. behaupteten Meisterschaft voneinander. 10 8 10 Blumenkohl Gier-Nudeln, Gier-(Rieb eie Gier-Sternchen öffnet werden. Zuschlagsfrist 8 Tage. Schotten, den 18.Mai 1929. 6 rbs Grbs ny(Reis bis 1'/« Zoll Kaltfront und Bügelsägen Blechscheren und Lochitanzcn Nnndmaichliicn bis 3 m Nuizlge. 2lbkantmaichincn b.2m stutzige. Kurbel n.Takelichcren bis 1 m in einfad) sier bis feinster Ausführung Teppiche r Dekorationen Gruppe Nord beide Anwärter auf die Gruppen- Lcihgcstcrner Weg 24. Pause war zunächst die Kasseler Mannschaft etwas im Vorteil, doch konnte sie nicht verhindern, daß also erst im letzten Zusammentreffen der beiden Anwärter entschieden, das am kommenden Sonntag in Frankfurt zwischen dem F.Sp.D. Frankfurt und dem S.D. Waldhof Mannheim stattfindet, wobei der Gewinn eines einzigen Punktes den Mannheimern bereits genügen würde, den ersten Platz zu behalten. Saar 05 Saarbrücken bewies erneut, daß die Elf gutes Können besitzt. Sie schlug im F. Sp. D. 05 Mainz einen Gegner, der sich nur einer Mannschaft von gediegenem Können 0:2 beugt. Saarbrücken ist somit auf den drittletzten Tabellenplatz vorgerückt, Mainz dagegen auf den vierten Platz zurückgefallen. 3n der (Spargel Tapioka-Julienne Tomaten OÜindsor ustv. einer Hühneraugen hat und „JCeföeiv&fil“ nicht kennt! Boden des Frankfurter Stadions mit 4:1 Toren über den V. f. L. Reu-Zsenburg, der seit feiner ungerechtfertigten Zuteilung zur Gruppe Hessen sichtlich an Können eingebüßt hat. Der S. D. Waldhof Mannheim fand auf eigenem Platze den erwarteten harten Widerstand seitens Union Riederrad, die sich nur ganz knapp mit 1:2 Toren schlagen ließ und somit ein besseres Ergebnis erzwang als im Borspiel, das 0:2 verloren ging. Der entscheidende Kampf um die Gruppenmeisterschaft wird Hessisches Hochbauamt Büdingen. Zweigstelle Schotten, Meine Photo-Arbeiten sind wieder sehr gut erledigt! So sagt meine Kundschaft. 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F. D.-Spiele wichtigen Plätze teilweise klärten. 3n der Runde der Meister gab es zwei Treffen, die beide mit 1:1 Toren denselben unentschiedenen Ausgang nahmen. Am ersten Feiertage standen sich K. F. B. K a r l s r u h e und Germania Brötzingen gegenüber. Sn dem nur für den Kampf um die Mittelplähe der Tabelle wichtigen Spiele vermochten die Karlsruher nicht, ihren Sieg aus der ersten Begegnung zu wiedmcholen. Sie teilten sich mit den Germanen 1:1 die Punkte. Auch der B. f. L. R e ck a r a u büßte auf eigenem Platze mit 1:1 Toren einen Punkt gegen Wor- matia Worms ein, die er seinerzeit 4: 2 hatte schlagen können. Für die Reckarauer wiegt dieser abermalige Punktverlust sehr schwer, denn ihr Rivale um den 2. Tabellenplatz, Bayern München, liegt nunmehr 2 Punkte vor ihm. Sn der Clubs von 6:1 war durchaus verdient. Vom Arbeiter-Fußball. Länderkampf Deutschland — Schwei; 5:4. Bor 6000 Zuschauern fand am Samstag Berliner Börse. Berlin, 21. Mai. WTB. Funkspruch.) Obwohl sich nach der dreitägigen Unterbrechung des Börsen- Verkehrs heute vormittag noch kein Geschäft entwickelt hat, macht sich doch allgemein eine freundliche und zuversichtliche Stimmung bemerkbar. Der Wille Amerikas, seine Reparationsansprüche zu reduzieren, wurde mit großer Genugtuung ausgenommen, auch die Pariser Verhandlungen werden weiter optimistisch beurteilt. Kurse sind noch nicht zu hören. Man taxiert sie aber höher als Freitag Schluß. Am Devisenmarkt hört man London gegen Kabel 4,85, London gegen Madrid 34,05, London gegen Berlin 20,39, Kabel gegen Berlin 4,204250. dis Berliner durch ihren Halbrechten Herberger den Stand auf 2:0 erhöhten. Bald darauf bekam Kassel einen Elfmeter zugesprochen, den Weber verwandeln konnte. Die Berliner beantworteten aber diesen Torerfolg sofort durch ein drittes Tor ihres Halblinken Strohwig, und sie beherrschten auch bis zum Schluß vollständig das Feld. Lediglich Weber in der Verteidigung der Kasseler Mannschaft leistete ihnen einen gleichwertigen Widerstand. 1. $. CL Nürnberg schlügt Hertha B. S. C. 6 :1 (4:1). Etwa 30 000 Zuschauer hatten sich im Berliner Poststadion eingefunden, um Zeuge des Fußballspiels zwischen dem mehrfachen deutschen Meister, dem l.F. C. Nürnberg, und dem Berliner Meister, Hertha B. S. C. zu sein. Wie schon im letzten Berliner Gastspiel gegen Tennis Borussia zeigten die Rürnberger wieder ein hervorragendes Spiel. Dagegen enttäuschte der Berliner Meister stark, so daß man ihm bei einer derartigen Form kaum Aussichten auf einen neuerlichen Sieg in der Berliner Meisterschaft machen kann. Die Rürnberger zeigten sich von Anfang an überlegen und waren bereits in der 6. Minute durch Schmidt zum ersten Male erfolgreich. Rürnbcrg lag bei Halbzeit schon mit 4:1 in Führung. Auch nach der Pause hatte der 1. F. C. meist das Spiel in der Hand: der hohe Sieg des Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 34 vorn 17. Mai enthält: Gemeindefinanzstatistik. — Straßensperre. — Rcrchssteuerüberweisungen. — Erhebung vdn Deckgeld. — Belehrung der Pilzsammler. — Die geologische Landesaufnahme in Hessen. — Dienstnachrichten. — Besuch von Lichtspielvorführungen durch Jugendliche. Verstärkte BansWle * « Geeilte Wrami U3I53 Starkenburg. WSR. Groß-Gerau, 18. Mai. Dem Hei <4 matforscher des Gerauer Landes, Wilh. H e r m. Diehl, wurde im vergangenen Sahre das Ehrenbürgerrecht der Kreisstadt Groß-Getau verliehen. Die Ehrenurkunde wird dem Heimatforscher anläßlich der Eröffnung des Groß-Gerauer Heimatmuseums am Samstag, l.Suni, in feierlicher Weise in einer Gemeinderatssihung in Anwesenheit des hessischen Staatspräsidenten Adelung überreicht werden. Karlsruhe das Ländertreffen Deutschland— Schweiz im Arbeiterfußballsport statt. Es war ein sportlich hochstehender Kampf. Die Schweizer Mannschaft bot die geschlossenere Leistung, während die deutsche Mannschaft einige-Schwächen aufwies. Erst im Endspurt gelang es den Deutschen, das Spiel, das Halbzeit 2:1 stand, für sich zu entscheiden. Sn der letzten Minute konnte das siegbringende Tor für Deutschland geschossen werden. Leistungsfähiges Manufatturwaren -Geschäft mit eingeführter Kundschaft sucht tüchtigen Reisenden gegen Festgehalt und Provision. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften und Lichtbild unter 4514D an d. Gießener Anzeiger erbeten. Arbeitsvergebnug. Für die innere Herstellung der Kirche ;u wetlerseld sollen die erforderlichen Weißbinder- und Ansireicherarbeiten auf Grund der Reichsverdingungsordnung im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Die Bedingungen usw. liegen auf unterfertigtem Amt zur Einsichtnahme offen. Angebotsvordrucke werden, solange der Vorrat reicht, unentgeltlich abgegeben. 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Das Auftreten der bekannten Berliner Mannschaft Tennis Borussia hatte eine für Marburger Verhältnisse große Huschauermenge angezogen. Die Gäste zeigten eine prächtige Form und waren bis zum Schluß mit 6:0 Toren den Einheimischen überlegen. Kurheffen Sportklub 03 Kassel (komb.)- Tennis Borussia 1:3 (0:1). Die Berliner Gäste waren ihrem Kasseler Gegner in allen Teilen überlegen und konnten in der ersten Halbzeit nach einem schlecht obgewehrten Ball des Kasseler Torhüters durch ihren Rechtsaußen Schröder in Führung gehen. Bis zur Pause war auf feiten der Kasseler Mannschaft der Grbs "frSchinken Kartoffel Gchsenschmanz (Rumford gesucht. Borzustellen Mittwoch und Don- nerciaa 4-5U.nachm. N-rau Pros. Gbel, Gnattthstr. 2 II. cisD Tüchtiges, ehrliches MA da? kochen kann, für foiort oder 1. Juni Wegen Erkrankung uns. Werkmeisters suchen mir sofort, voraussichtlich auf die Dauer von zirka zwei Monoien. tüch- ttaen, erfahrenen Weiftet zur AnShilse. weD törbrüber Plcv. Zigarrenfabrik. 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