Donnerstag, 2\. März 1929 179. Jahrgang Nr. 68 Erstes Blatt r immer zu zer- Jas Sememschaftsprsgramin du Landwirtschaft 7 7 12 Sei» 12 jo, B« Oie Zusammensetzung -es Reichswirtschastsrats 7 9 5 noch erwähnt die Förderung der Siedlung durch verstärkte Ansehung von Dauernsöhnen, Pächtern und Landarbeitern, Die Beseitigung der Mißstände des Pachtrechtes, die Förderung des landwirtschaftlichen Schulwesens und die Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Bedürfnisse in der Tarifpolitik der Reichsbahn. Vertreter des Handwerk». Vertreter des Handels. Vertreter der Banken und des Privatversicherungswesens. Vertreter des Verkehrs, der Fischerei. Abteilung 2: Arbeitnehmer. sreienBerufe. vom Reichspräsidenten auf Vorschlag des Reichsrats zu ernennende Wirtschaftsvertreter. vom Reichspräsidenten auf Vorschlag der Reichsregierung zu ernennende Persönlichkeiten, darunter ein Vertreter des Auslanddeutschtums. Abteilung 1: Arbeitgeber. 14 Vertreter der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft, des Weinbaues und des Gartenbaues einschließlich des Obst, und Gemüsebaues. 13 Vertreter der Industrie. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Paris, 20.März. (IU.) Marschall Foch ist an, Mitiwochnachmittag kurz vor 18 Uhr gestorben. Der Tod ist infolge eine» Herzschlages elnge- lrclen. Oie Blätter geben einen umfangreichen Ueberblick über den Verlauf der Krankheit, die sich bereits feil dem 14. Januar hingezogen hat. Rach ärztlicher Ansicht handelte es sich um Herzschwäche und um eine später hinzugetrctcne Lungenentzündung, die beide als Folgeerscheinung einer Grippeerkrankung onzusehen sind. Drei Wochen nach der Erkrankung trat eine Besserung ein, die bis zum 16. Mär; angehalten hat. von da an machte sich eine Störung der Rierentätigkeit bemerkbar. Der Zustand des Kranken verschlechterte sich und trotz seiner robusten Konstitution sahen sich schon vor drei Tagen die Aerzte veranlaßt, mit dem Aeußec- sten zu rechnen. Wie verlautet, sollen die Aerzte die Möglichkeit eines operativen Eingriffs erwogen, ober mit Rücksicht aus die Herzschwäche des Kran- ken wieder ausgegeben haben. Trotzdem hatte man in den letzten Tagen etwas mehr Hoffnung, da die Herztätigkeit sich überraschenderweise zu bessern begann. Roch heute vormittag konnten die Aerzte Mitteilen, daß der Marschall eine ruhige Rächt verbrachte. 3«* *-r" 'M 22,16 112,18 59-03 2,487 112,23 81,03 64, 6 12,45 73,22 Sonnenuntergang 13,11 Uijt, Mond- ich in Eisenach ge- a,i Paul lKrieM ?n; — 7SJ5.’ bot Lyon geboren; - lichen Genossenschaftswesens. 2 Vertreter der Tagespresse. Vertreter der Beamtenschaft und der 55 Vertreter der Arbeitnehmer. Abteilung 3: Sonstige Vertreter 10 Vertreter der Städte, der Landgemeinden und der Landkreise. 3 Vertreter der öffentlich-rechtlichen D e r s l ch e - rungs- und Kreditanstalten. 6 Vertreter der K o n s u m g e n o s s e ns ch af - t e n und der Hausfrauen. 4 Vertreter des landwirtschaftlichen und gewerb- Wv ITT 168,96 22,24 112$ 59,27 2,502 112-67 81,3? 64," 12, > 23.52 llotieru!111 m. 1.773 58,f7 lli: IBS Ä M 16," 81.755 63,® 1,880 0,502 59,285 !r,4-7 5,40’ 73,5; Ä r!?76 4," 4,278 21,«0 big 1 58,45 112,29 112,20 112,46 10,592 22,05 20,438 4,21 16," 80,9$ »79 0,500 59,7g 12'"' 1,39 73,37 ,041 II: Ä Ä 20,9« 1 ioivir t>. ^drech«>gen notiert ö &j4*S -Outerboch 2a^tbaä) abge- |U denen 45 Ab. §lnl ein ©otteB- ?.°hau3 Qued, 01 predigte. Aach ?c,r Anwesenden, Are dem Sefa- Mentag ongc- D°hi in At für seine teert, anat und Landet- Man Schlösse! 'amtes zum Sela- M Sefanatitaa Jahresbericht des ond 1923 verlesen, le für 1925/27 und 1931 werden gut- liebem des Sela- . A.tbürgermeAr iedler sLanden- iaar) und Bürger- enrvdj. ZM De- dergeteählt Delan tim Delansiellver- iner sSM wie« freier beider im hn (üued). Dar- ell (Lauterbachs und Presse", dem Dertrauensmänner rerDohn (Qued) tannsseld) anschlvh. nit deiner Gnade" Marschall Kochi'. Oer Generalissimus der alliierten Armeen im Weltkriege Foch war 1851 in Tarbes (Pyrenäen) als Sohn eines mittleren Regierungsbeamten geboren. Rachdem er den Krieg 1870/21 als Freiwilliger mitgemacht hatte, besuchte er die Polytechnische Schule in Paris und trat dann zur Artillerie über. Ende der 80er Jahre kam er nach dem 'Besuch der Kriegsakademie in den Generalstab. Nachdem er sich durch Herausgabe mehrerer Bücher einen Ramen in der französischen Militärwissenschaft gemacht hatte, wurde er 1908 zum Direktor der Kriegsakademie ernannt, an der er Taktik und Strategie lehrte. 1913 erfolgte seine Ernennung zum Kommandierenden General des 8. Korps. Bald darauf übernahm er die Führung des 20. Korps in Rancy. An der Spitze dieses Korvs zeichnete er sich nach Aus- l>ruch des Weltkrieges, namentlich beim Rückzug an der Morne und an der Pser, aus, so daß er mit dem Oberbefehl über den Rordflügel der französischen Front betraut wurde. 3nt Dezember 1916 übernahm er den Befehl der Heeresgruppe, die von südlich Metz bis zur Schweizer Grenze reichte. Rachdem 1917 General Petain den Oberbefehl über die französischen Armeen übernommen hatte, wurde er dessen Rachfolger als Chef des Generalstabes. Rach dem italienischen Zu- sammenbruch im Herbst 1917 hatte er die Aufgabe, die italienische Führung zum Ausharren zu bewegen. .. Als dann die militärische Lage nach der deutschen März-Offensive 1918 die Einsetzung einer einheitlichen Führung der alliierten Armeen ustumgänglich machte, wurde nach einer Konferenz in Doulens am 26. März 1918 <5och am 3. April mit der strategischen Obe r l e i t un g der Ententeheere beauftragt. Als solcher war es ihm beschieden, nachdem er auch die drei letzten großen deutschen Offensivstöße aufgefangen hatte, von Mitte 3uli an die deutsche Front zurückzudrängen, bis die Ereignisse auf dem Balkan und die in Deutschland ausbrechende Revolution den letzten Widerstand beseitigten. Am 9. Rov. 1918 empfing Foch, der schon im August zum 'Marschall von Frankreich ernannt worden war, in Rethondes die deutschen Waffenstillstands-Unterhändler, denen er seine Bedingungen diktierte. Bei den folgenden Friedensverhandlungen versuchte er, allerdings erfolglos, für Frankreich die Rheingrenze durchzusehen. Seither war er Präsident des Militär-Komitees der Alliierten in Versailles, in welcher Eigenschaft er insbesondere die Entwaffnung Deuhch- lands überwachte. Seine Erfolge belohnte auch England durch den englischen Marschallstab und die französische Akademie durch ihre Mitgliedschaft. Der einzige Sohn Fochs ist im Krieg gefallen. Rationaltrauer in Frankreich. Trauerkundgebung der Kammer. Beisetzung auf Staatskosten. Paris. 20. März. (WB.) Ministerpräsident Poincare gab heute nachmittag rn der Kammer den Tod des Marschalls Foch bekannt wo- bei er nach einigen knappen Worten der Würdigung, in denen er den Marschall nicht nur einen großen Soldaten, sondern auch einen großen Bürger nannte, seiner Gewißheit Ausdruck gab, daß die Kammer dem Toten die E h r u n g d e r Rationaltrauer zuerkennen werde. Bei den Worten Poincares hatten sich sämtliche Abgeordneten, mit Ausnahme der Kommunisten und eines Heinen Teils der Sozialisten, von ihren Plätzen erhoben. 11. a. hatte sich der sozialistische Abgeordnete Vincent A u r i 0 l nicht erhoben, und der unabhängig-sozialistische Abgeordnete Ernest Laffont sah sich veranlaßt, ihm deswegen Vorwürfe zu machen. Zahlreiche andere 'Abgeordnete haben Laffont wegen seines Ufer- haltens ihre Mißbilligung zum Ilusdruck gebracht. Der Zwischenfall hat weitere Folgen nicht gehabt. Ministerpräsident Poincare versammelte sofort die Mitglieder des Kabinetts, um die Vorkehrungen für die Deisehungsfeierlichkeiten zu beraten. Es wurde beschlossen, den Marschall auf Staatskosten beisetzen zu lassen. Die notwendigen Kredite wird die Regierung heute beantragen. Berliner Presseecho. DeutschlandsFeind biszum lctzlenAtemzug Berlin, 21.März. (WTB. Funkspruch.) Alle Berliner Blätter beschäftigen sich in Nachrufen für Marschall Foch eingehend mit der Rolle, die der alliierte Generalissimus während des Weltkrieges, beim Waffenstillstand und nach der Einstellung der Feindseligkeiten gespielt hat. Die „Germania" erklärt, als Oberbefehlshaber habe er ohne Zweifel Tüchtigkeit und große Sicherheit bewiesen. Gegenüber den deutschen Waffenstillstands- Verhandlungen habe er sich immer seinen Feinden gegenüber von größter Rücksichtslosig-- f eit gezeigt. Während der Friedensverhandlun- gen forderte er die Besetzung des Rheinlandes auf die Dauer von 50 Jahren. — Das „SB. I." schreibt: Niemand wird von uns Deutschen verlangen, daß wir Marschall Foch mit französischen Augen ansehen sollen. Wohl aber dürfen auch wir Deutschen ihm nicht das Verdienst um sein Volk bestreiten. Was er im Kriege für sein Land getan hat, das war seine Pflicht. Schwerer wird in Deutschland vergessen werden, daß Marschall Foch auch nach dem Kriege den Kampf gegen ein waffenloses Volk mit Unterstützung einer rein militärischen Politik noch weitergefüyrt hat. — Im „Vorwärts" wird gesagt, das persönliche Prestige von Foch sei im französischen Volke und darüber hinaus auch in den übrigen alliierten Ländern so groß gewesen, daß seine Ernennung im Frühjahr 1918 zum alleinigen Oberbefehlshaber auf der Gegenseite einen starken Optimismus auslöste. — Die „DAZ." Berlin. 20. März. (Priv.-Tel.) Die Führer der landwirtschaftlichen Spitz enor- ganifationen haben das von uns bereits angekündigte gemeinsame Programm der deutschen Landwirtschaft heute nachmit- tag der Reichsregierung und dem Reichspräsidenten überreicht. Das Programm trägt die Unterschrift des Präsidenten des deutschen Landwirtschaftsrates Brandes, des Präsidenten des Reichslandbundes Schiele, des Präsidenten der deutschen Bauernvereine Hermes und des Führers der Bayerischen Bauern. Fehr. Schon die Tatsache, daß sämtliche agrarpolitischen Verbände Deutschlands sich auf ein gemeinsames Programm einigen konnten, ist ein Beweis für den Ern st der Situation in der Landwirtschaft, der in den Forderungen selbst nachdrücklichst zum Ausdruck kommt. Ganz klar wird in dem Programm die deutsche Entscheidungsfrage herausgearbeitet, ob nämlich eine lebensfähige deutsche Landwirtschaft für die Ernährung der Bevölkerung künftig die sichere Grundlage geben, oder ob Deutschlands Ernährung von der Bereitwilligkeit des Auslandes abhängig gemacht werden soll. Mit dem Grundgedanken, daß Deutschland sich baldigst schon aus finanziellen Gründen von der gefährlichen Abhängigkeit seiner Rahrungsnnttel- versorgung vom Auslande befreien muh, wird sich jeder einverstanden erklären müssen, der diese wirtschaftspolitischen Fragen nicht allein von einem kurzsichtigen und kurzlebigen Derbraucher- standpunkte aus ansieht. Die allgemeinen wirtschaftspolitischen Forderungen der landwirtschaftlichen Spitzenverbände sind durch- greifender Natur. Ein verstärkter Zollschutz soll die ausländische Einfuhr regeln. Die Einfuhr der landwirtschaftlichen Hauptprodukte soll so gestaltet werden, daß durch zentrale Einrichtungen des Reiches die verhängnisvollen Wirkungen der Weltmarktpreisschwankungen ausgeschaltet werden. In diesem Sinne wird auch eine Aenderung der Handelsverträge verlangt. Im ein- zelnen soll auf gesetzgeberischer Grundlage eine st a - bilc Preisbildung für das inländische Getreide sichergestellt werden. Weitere gesetzliche Maßnahmen sollen den inneren Absatz fördern. Für Vieh und Fleisch wird ein einheitlicher Seuchen schütz, eine Erhöhung der Fleischzölle und gleichfalls eine Sicherstellung auskömmlicher Preise verlangt. Ebenso fordert das landwirtschaftliche Programm eine Erhöhung der Zölle auf milchwirtschaftliche Produkte, auf Frühkartoffeln, auf Gemüse, Obst, Wein, Tabak und auf Eier. Bei allen diesen Erzeugnissen sollen gleichfalls die Absatzorganisationen ausgebaut und gestärkt und die Rationalisierungsmaßnahmen gefördert werden. _ Zur Steuerpolitik fordert das Programm die Senkung der Steuern unD öffent- lichen Lasten, sowie eine einheitliche Gestaltung des landwirtschaftlichen Steuerwesens. 3n der Kreditpolitik wird eine engere Zusammenarbeit der landwirtschaftlichen Kredit- inftitutc verlangt, sowie die Erweiterung und schnellere Durchführung der Umschuldung und eine ganze Reihe anderer Maß- Kommunisten und der Sozialdemokraten. Die Deutschnationalen beklagten die Rot der Landwirtschaft und erklärten, sie sähen in der Einbringung des RotetatS einen Beweis für die Handlungsunfähigkeit des Reichstags und der von ihm geftcllten Regierung. Sie würden den Rotetat ablehnen. Gegen die Stimmen der schreibt: Mit Marschall Foch ist der w i l l e n s - I Deutschnationalen, der tommumnenber 07^10- stärkste militärische Führer des Welt- nalsoz.al.sten und 6er krieges auf der Feindseite und der e r b i t - Bauernpartei wurde dann der Rotetat tn zweiter tertfte Gegner der deutschen Wehr- und dritter Beratung angenom^m - Auf traft dahingegangen. In den vier Kriegsjahren, der Tagesordnung der D°nnerstagSsch^ in den gefährlichsten Krisen der Entente parierte daS Genfer Protokoll »urGaSkrwgfrage und er mit seiner persönlichen Energie die deutschen Er- Hemete Vorlagen. An^rdem soll über einen folge und rettete mehr als einmal die Lage Der MihtrauenSantrag der Kommunisten geben den Alliierten. Im Herbst 1918 trat er für Die ft ä r t ft e Reichsftnanzmnuster Dr. Hilserding abgeftimmt ...... ' * Deutschlands werden. Die Denkschrift weist am Schluß mit großem Ernst auf Die gefährliche Stimmung innerhalb der deutschen Bauernschaft hin und fordert deshalb, daß gewisse Maßnahmen unverzüglich getroffen werden. Die Oeffentlichkeit wird sich innerhalb der nächsten Zeit ausgiebig mit dieser Aktion der deutschen Landwirtschaft zu befassen haben. Bei der grundsätzlichen Wichtigkeit dieser Frage Darf man Die Erwartung hegen, daß ihre Behandlung nicht in Die unfruchtbaren Methoden der Parteipolitik einmündet, sondern nach Den sachlichen Erfordernissen einer überaus ernsten Lage Durchgeführt wird. Dorstandstagung Der Bauernvereine. Berlin, 20. März. (WTB.) Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Vereinigung der deutschen Bauernvereine. Reichsminister a. D. Dr. Hermes, tagte der Vorstand der Vereinigung der deutschen Bauernvereine, der aus dem | Vorstand der 27 deutschen Bauernvereine zusammengesetzt ist. Der Vorstand nahm mit Genugtuung davon Kenntnis, daß der Präsident der Vereinigung mit Den Herren Brandes. Schiele und Fehr bestimmte Vorschläge für die Behebung der dringendsten Rotstände und darüber hinaus für die Sicherung der Existenzfähigkeit der Landwirtschaft ausgearbeitet und der Reichsregierung überreicht hat. Der Vorstand ist der Auffassung, daß diese rein sachliche Arbeit für die Rettung des Bauerntums das erste Gebot der Stunde ist und daß sie unter keinen Ämständen durch die m der letzten Zeit bekanntgewordenen Pläne auf organisatorische Umgestaltung in der Landwirtschaft gestört werden darf. 5>er Vorstand hat mit lebhaftem Bedauern von den aus der Tagespresse bekanntgewordenen Beschlüssen der Delegiertenkommilsionen deS Westfälischen und Rheinischen Bauernvereins vom 11. März Kenntnis genommen und muß die an Die Vereinigung gerichteten zum Teil ultimatiöen Forderungen nachdrücklich ab- lehnen. Er spricht die bestimmte Erwartung ans. daß der Westfälische und Der Rheinische Bauernverein in eine nochmalige R ach - Prüfung Dieser Beschlüsse eintreten und ihre ganze Kraft dafür einsetzen, ihre weitere sachliche Gemeinschaftsarbeit mit den anderen der Vereinigung angeschlossenen Bauernvereinen sicherzustellen. Der Sotetat im Reichstag angenommen. Berlin. 20. März. (Wolff.) Die zweite Beratung des Rotetats für 192 9, Die auf der Tagesordnung Der heutigen Reichstags- fitzung stand, wurde in kurzer Zeit erledigt. ES sprachen nur Redner Der Deutschnationalen, Der Der Sparappell der Volkspartei. Auch auf Länder und Gemeinden erweitert. Berlin, 19. Mäy. (TU.) Unter der ileber- fchrist „Der Magdeburger Appell" nimmt die „Rationalliberale Eorrefpondenz" zu dem in Magdeburg abgehaltenen Parteitag der Deutschen VoWpartei Stellung. Sie schreibt u. a.: Der Parteitag der Deutschen Dolkspartei von Magdeburg-Anhalt hat eine Bedeutung gewonnen, die weit über den Rahmen des zehnten ReichStagswahllreises hinausgeht. Die Bedeutung liegt vor allem darin, daß Der Vorsitzende der vollsparteilichen Reichstagsfraktion Dr. Scholz den Rahmen Der von feiner Fraktion eingeleitcten Sparpolitik ertoeitertc. Er richtete an Die Parteifreunde im Lande Den Appell, auch in den Länder- und Gemeinde- Parlamenten für strengste Sparsamkeit einzutreten. Der Sparvorstoh der D.V. P. ist nichts anderes, als der Ausdruck einer allgemeinen wirtschaftlichen ileberxeugung und ist nicht mehr als Der notwendige Versuch, der steuerlich en Tleberlastung überall entgegenzuwirken, wo sie die Kapitalbildung hemmt, die Produktion schwächt, Die Zahl Der Arbeitslosen vergrößert und deren Elend vermehrt. Er hat nun jene besondere und notwendige Ausweitung Der Sparmaßnahmen betont, Die nDigun gSblatl ; si: Dch.en W )b;r^Lcn. -Dahl den Kreis Sieben. m - Anmeldung Betriebe uiüTätig- ünunder.ficmpeb _ tz.n'ührung eines rtbiidungsMn.- Ä - »'s- 73,22 M militärische Knebelung ein, um Deutschlands Kraft fu „ brechen. Bis zuletzt ist er gegen Die Räumung Der besetzten Gebiete gewesen. So blieb er unser Feind bis zu seinem Tode. — Der „Lokalanzeiger" erklärt, das deutsche Volk, das sonst 1 « M 20 OHärx (DDZ) Der Volkswirtschaft f° 9crn bereit ist, auch des Gegners^deutung ge- Ausschuß des Reichstags erledigte in erster Le recht zu würdigen kann- auf d'eses Mannes Bahre f^g Zusammensetzung des Reichswirtschafts nur mit Bitterkeit Marschall war nich rQte5 Ser Unterausschuß hatte vorgeschlagen. Die nur als Soldat unser Gegner, sondern au ch al brcj Abteilungen gleichmäßig zu besetzen und Mensch einer unserer grimmigsten demgemäß Die Abteilungen I (Arbeitgeber) und II feinde. (Arbeitnehmer) um je sieben Mitglted6r zu 3'rmißrfiittbaefttlttaett vermehren, wobei in Abteilung I der Landwirt sinterte ^uerrunogeounsen fd)afl 3U)< (jc cin Bauernschaft und Landfrau), Der L 0 n d 0 n, 21. Marz. (WTB. Funkfpruch.) Alle I ^udustrie ein, Dein HanDel ein (Handelsvertteter), Blätter veröffentlichen mit Bildern des verstör- öem Bankgewerbe ein und Dein HanDwerk zwei Denen Marschalls Foch Leitartikel und biogra- (darunter ein Gast- und Schankwirtschaft) neue Sitze Phische Aufsätze, tn Denen sie Das AnDenken DeS eingeräumt werden sollten. Der Ausschuß beschloß ehemaligen Oberbefehlshabers der auuerten auf Antrag Der Demokraten, Die Zahl Der Vertreter Truppen feiern. Der Prinz v0n Wales desHanDels statt um einen umzweizuver- fandte ein Beileidstelegramm an Die UBlttoe De« mehren. Zum Ausgleich wurDe auf Antrag Der Marschalls. Außer Baldwin und Chamber- Deutschen Volkspartei beschlossen, innerhalb Der Iain gedachte u. 0. auch Lloyd George smxksten Gruppe — LanDwirtschaft — einen gestern in einer öffentlichen Ansprache deS Mar- ber beiDen Sitze Der F 0 r st w i r t s ch a f t in F 0 r t- schalls. Feldmarschall Lord Plumer, Der unter sg11 bringen. Ein Antrag Der Bayerischen Volks' Foch in Frankreich gekämpft hat, wird dem Be- Partei, Den neuen Sitz Des Bankgewerbes zu gräbniS beiwohnen. — Aus Amerika werden streichen, wurDe abgelehnt. EnDlich wurDe gegen Den BeileiDskundaebungen des Präsidenten Hoover, WiDerspruch Der Wirtschaftspartei beschlossen. Den DeS Staatssekretärs Kellogg und anderer her- s^rtreter des Gast- und Schankwirtschafts vorragender Persönlichkeiten gemeldet. gewerbes nicht Der Gruppe HanDwerk, sondern ■---- Der Gruppe Verkehr zuzuweisen und an Der Präsentation Den Reichsverband des Hotelaewerbes -----------------—----------—------------- zu beteiligen. Die Regelung Der Abteilung II wurde 1 nach Der Regierungsvorlage gebilligt; eine Vertretung Der wirtschaftsfrieDlichen Gewerkschaf t e n wurDe abgeIehnt. In Abteilung III (Verbraucher) entschließt sich Der Ausschuß für Die V e r nahmen. Aus den sonstigen Forderungen feien mehruna Der Vertreter Der Beamten- " ‘ schäft und Der freien Berufe um je einen. ZusammenfassenD ist festzustellen. Daß nach Den Beschlüssen Des Ausschusses nunmehr Die Verteilung Der Sitze Des Reichswirtschaftsrates folgendermaßen auf Die einzelnen Gruppen entfallt: Erscheint täglich,außer Ä O M Eichener Anzeiger scheinen einzelnerNummem General-Anzeiger für Oberheffen richtens Anzeiaer Sieben. SranuÄmX:i6S6. vru« IlndVerlag: vrühl'lche llnlverfitlllr-vllch' und Sltinötudtrel K. rang« in Siegen. Schristleitung und «eschästrlttlle: Schulftratz« r. I vom Reiche, sondern nur von den Sin* dern, Provinzen und Gemeinden dorgenommen werden können. Die Sparbewegung steht erst im Anfang ihrer Entwicklung. Die Deutsche Dollspartei ist überzeugt, mit der Förderung dieser Bewegung eine Mission zu erfüllen, wie sie Dr. Stresemann mit seiner realen und zugleich nationalen Außenpolitik erfüllt hat. polnisches „Veweismaterial". DaS Zustandekommen der Anklage gegen den Bottsbundführer Ulitz B e r l i n, 20. März. (WB.) Die „Schlesische Volkszeitung" veröffentlicht heute ein polizeiliches P r ot o k o l l. das Aufschlüsse darüber gibt, wie das gegen Ulitz, den Führer des Deutschen Volksbundes, vorgebrachte Anklagematerial zustande- gekommen ist. Hiernach hat im Untersuchungsgefängnis in Breslau auf Befragen ein Strafgefangener namens Josef Paul Negrrer, der von Ende 1923 bis Ende 1926 im polnischen Nachrichtendienst für Kapitän Bey und Oberleutnant Mynarek tätig gewesen sein will, erklärt, daß fast alle Agenten des polnischen Nachrichtendien st es in Katto- witz sowie die Organe der polnischen Staatspolizei gegen dos Versprechen hoher Bezahlung von ihren Auftraggebern die Weisung gehabt hätten, Material jeder 8rf, ob zutreffendes oder erdachtes, gegen den Deutschen Volksbund zu liefe en. Im Herbst 1922 habe Kapitän Bey bei einer Besprechung wörtlich zu U)m, Negwer, gesagt: „Mein Ziel, mein Auftrag und meine Hauptarbeit ist, den Ulitz und den Volksbund zu erledigen. Das ist auch die Meinung meiner Vorgesetzten in Krakau und Warschau. Der Volksbund ist die Sammelstätte aller polenfeindlichen Elemente. Der Dolksbund muß aufgelöst werden, eher gibt es in Polen keine Ruhe." Anfang 1926 habe Kapitän Beo wörtlich folgendes zu ihm gesagt: „Beschaffen Sie mir Beweise für die staatsfeindliche Tätigkeit des Ulitz oder des Dolksbundes, und Sie bekommen sofort ein paar tausend Zloty ausgezahlt. Sie haben doch Bekannte im Volkskunde; beschaffen Sie sich Formulare von diesen, und das andere ist dann Ihre Sache. Ihnen glauben wir und auch die polnischen Gerichte mehr als denen beim Dokksbund. Wer das intelligent genug macht, hat schnell ein paar tausend Zloty verdient." Ferner äußerte Dey, das für die De- kämpfung bzw. Unschädlichmachung des Deuffchen Dolksbundes immer Geld vorhanden fei. und wenn es geborgt werden müsse. Schließlich habe Bey auch noch darauf hingewiesen, daß das zu beschaffende Material derart sein müsse, daß dem Ulitz die B e - günftigung de r Desertion polnffcher Hee» respflichtiger nachgewiesen werden könne. Hilfe für das abgeschmrte Ostpreußen. Eine Aktion des Reichs und Preußens für die gefährdete Grenzprovinz. Berlin, 21. März. (Priv.-Lel.) Unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten hat das Reichskabinett un'.er Hinzuziehung der in Frage kommenden preußischen Mini st er Hilfsmaßnahmen für die wirtschaftlich schwer bedrängte Provinz Ostpreußen beschlossen. Die Tatsache, daß der Reichspräsident dieser wichtigen Sitzung des Kabinetts persönlich präsidierte, bezeichnet den ganzen Ernst der Sachlage. ES ist bekannt, daß Hindenburg von jeher das stärkste Interesse an den Hilfsmaßnahmen für Ostpreußen gezeigt hat, denn es handelt sich hier nicht um rein wirtschaftliche Fragen allein, sondern um eine nationalpolitische Angelegenheit, an der das ganze deutsche Volk in höchstem Maße interessiert ist. Die wirtschaftliche Aotlage Ostpreußens ist zum wesentliHen Teil durch seine Abschnürung vom Mutterlande bedingt. Diese unglückliche Provinz wird daher, solange der durch den Versailler Vertrag geschaffene sinnwidrige Zustand andauert, immer mehr oder weniger auf Hilfsmaßnahmen Gesamtdeutschlands angewiesen sein. Nirgends hat sich die Rot der Landwirtschaft stärker fühlbar gemacht, als gerade hier. Nirgends ist durch die wirtschaftliche Depression der gesamte Mittelstand mehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Schon in den vergangenen Jahren sind viele tausende dort früher seßhafter Menschen ausgewandert, weil sie in dieser Provinz keine Nahrung mehr finden konnten. Eine solche Entvölkerung Ostpreußens aber bedeutet eine ungeheuere nationalpolitische Gefahr. Denn die polnische AuSdchnungsPropaganda, gestützt auf überreichliche Mittel des polnischen Staates, wartet nur auf die Gelegenheit, diese Provinz wirtschaftlich zu durchdringen und uralten deutschen Boden dem Deutschtum zu entfremden. Der Kampf zwischen Deutschen und Polen an der Grenze der beiden Sprachen und Kulturen geht schon durch viele hundert Jahre. Denn die nationalpolitische Schwäche des Deutschen Reiches dahin führen sollte, das schwer kämpfende Deutschtum im Osten ohne Llnterstüt- zung zu lassen, dann entsteht die ernste Gefahr, daß im Frieden noch eine Provinz verloren wird, über alles baS hinaus, was uns das Diktat von Versailles gekostet hat. Deshalb ist es höchste Zeit, daß endlich einmal mit der Wirtschaftshilfe für Ostpreußen ernst gemacht wird. Gewiß haben Reich und Preußen schon vorher manches getan, um die dringendste Not zu lindern. Aber man muß leider feststellen, daß alle diese Hilfen bisher nichts von Grund auf bessern konnten. Hoffentlich geschieht nunmehr wirklich etwas Durchgreifendes, wobei allerdings nicht verschwiegen werden soll, daß bei den verworrenen staatsrechtlichen Zuständigkeiten jede Hilfsaktion auf große Schwierigkeiten stößt, weil zunächst einmal stets öie Instanzensrage geklärt werden muß. Gerade solche staatspolitischen Maßnahmen, bei denen es auf schnelle Entscheidungen ankommt. geraten stets in die Gefahr des Versandens, wenn allzuviel Instanzen daran beteiligt sind. Deshalb wird die sachlich so notwendige Fürsorge für die deutschen Grenzlande und besonders Ostpreußen erst dann in vollem Umfange wirksam werden können, wenn durch eine durchgreifende Neuordnung der staatsrechtlichen Verhältnisse Deutschlands eine starke und einheitliche Zentralgewalt sichergestellt ist. Die Notlage Ostpreußens hat in der Provinz selbst eine geradezu verzweifelte Stimmung her- bor gebracht Gerüchtemacher fanden einen günstigen Boden für ein ganz haltloses Geschwätz. Man erzählte sich in allen Konventikeln. daß maßgebende WirtschaftZtreise Ostpreußens die Loslösung vom Reiche propagierten und eine Art Freistaat nach Danziger Vorbild zu schassen beabsichtigen. Von amtlicher und privater Seite sind diese böswillig ausgestreuten Gerüchte schon längst als das bezeichnet worden, was sie sind, nämlich als barer Unsinn. Jedermann weiß, daß Ostpreußen seine wirtschaftliche Rettung nur im Rahmen des Reiches finden kann, und das Danziger Vorbild verlockt heute wirklich keinen einsichtigen Menschen mehr, denn die überwältigende Mehrheit der Danziger würde heute trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten sofort, wenn es politisch möglich wäre, zu Deutschland zurückkehren, weil sie genau weiß, daß dieser sogenannte Freistaat ohne den Rückhalt Deutschlands binnen kurzem die Beute des polnischen Imperialismus werden müßte. Da aber die Reichstreue der Ostpreußen über jeden Zweifel erhaben ist, muh das übrige Deutschland sich seiner Pflichten gegenüber seiner gesährdetsten Grenzprovinz um so stärker bewußt bleiben. Die Lage ist deshalb doppelt gefährlich, weil hier die national- politischen Gefahren und die wirtschaftliche Not sich gegenseitig steigern und weil diese Provinz aus eigener wirtschaftlicher Kraft und ohne die Hilfe Deutschlands nicht über den toten Punkt Hinwegkommen kann. Die Lage der Landwirtschaft in Hessen. Arbeiismimster Korell über die landwirtschaftliche Verschuldung. Darmstadt, 20.März. (WTD.) Auf der Tagesordnung steht die Beratung des Kap. 64 (Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft). AlS erster erhält das Wort: Minister für Arbeit und Wirtschaft Korell: Lieber die Notlage der Landwirtschaft herrscht in urteilsfähigen Kreisen nur eine Meinung. Meinungsverschiedenheiten bestehen nur darüber, wie dieser Notlage abzuhelfen ist. LI n - möglich ist das Rezept einer Erhöhung der Zölle, die unsere Reparationsmöglichkeit zerstören, die Arbeitslosigkeit vergrößern und die Konsumfähigkeit der Massen für landwirtschaftliche Produkte nur herabsetzen wird. Der umgekehrte Weg muß beschritten werden. Es muß ein Abbau der industriellen Zölle auf Rohstoffe erfolgen, damit die Fertig- industrie ihre Waren billiger an den Landmann verkaufen kann. Die Landwirtschaft muß auch zur Rationalisierung ihrer Betriebe schreiten. Untere hessische Landwirtschaft hat namentlich größere Aussichten auf dem Gebiete der Obst-, Gemüse-, Gier- und Milchverwertung. 1,5 Milliarden Mark gehen für diese Dinge, die ebensogut im eigenen Lande hergestellt werden könnten, ins Ausland. Hier ist es auch nicht die Billigkeit, die dem Ausland- Produkt den Vorsprung gibt, sondern einfach die fehlende Quantität und Qualität der Inlandware. Ich hoffe, daß daS kommende Reichsmilchgefeh einen Standard auf* richten wird, der die Qualität wesentlich hebt. Bei Obst und Gemüse ist es ähnlich. Der Obst-, Gemüse- und Weinbau hat von jeher schon »ine große Rolle in unserer hessischen Landwirtschaft gespielt und hat sie vor der Not geschützt, die weite Teile der getreidebauenden Landwirtschaft ergriffen hat Während diese letztere bereits wieder seit der Inflation neue Schulden aufgehäust hat scheint es der hessischen Landwirtschaft bester zu gehen. Die Zentralstelle für Landesstatistik hat mir auf Grund eines von 34 Finanzämtern gelieferten Materials aus 283 typischen Betrieben der drei Provinzen eine Zusammenstellung über die Verschuldung der hessischen Landwirtschaft geliefert, die Erstaunen Hervorrufen wird. Danach zeigt sich, daß bei einem vergleich der- selben Betriebe 1913 und 1927 die Verschuldung pro Hektar ganz bedeutend zurückgegangen ist. Die schuldenfreien Betriebe Haden in Starkenburg von 37 auf 58 und in Rheinhessen von 32 auf 41 zugenommen. In Oberhessen sind sie allerdings zurückgegangen von 42 auf 31. In ganz Hessen haben sie von 111 auf 130 zugenommen. Demnach ist etwa die Hälfte der untersuchten Betriebe schuldenfrei. Bei der anderen Hälfte hat die Zahl der Betriebe mit mittlerer Verschuldung (bis 500 Mark pro Hektar) von 73 auf 139 zugenommen, dagegen ist die Zahl der Betriebe mit höherer Verschuldung (über 500 Mark pro Hektar) von 99 auf 14 zurückgegangen. Die Derschuldungssumm« hat also auch bei dieser Hälfte wesenllich abgenommen. Sie beträgt nur 28,75 Prozent der Verschuldung von 1913. Weiterhin ist sestzustellen, daß die Verschuldung in allen Betriebsgrößen in Ober- Hessen größer ist als in Starkenburg und Rheinhessen. Nur bei den Betrieben über zwanzig Hektar steht Rheinhessen an der Spitze. Bei der Beurteilung dieser Zahlen muß man allerdings berücksichtigen, daß die Verzinsung um daS Doppelte etwa gestiegen ist, so daß eine Schuld von 1000 Mk. heute ebensoviel Zinsen beansprucht wie eine von 2000 Wk. in 1913. Wenn also ein Landwirt heute nur noch 50 Prozent der Verschuldung von 1913 hat, muh er doch dieselbe Zinsensumme aufbringen. Die Gesamtverschuldung beträgt aber, wie schwn oben gesagt, nur 28,75 Prozent derjenigen von 1913. Weiterhin ist noch zu berücksichligen die Höhe der steuerlichen Belastung, die infolge des Krieges von 27,8 Mk. pro Hektar in 1913 auf 61 Mk. pro Hektar in 1927, also um 33,2 Mk. durchschnittlich, gestiegen ist. Da» Bild der Verschuldung und steuerlichen Belastung der hessischen Landwirtschaft erscheint im Lichte dieser streng sachlichen Feststellungen der Finanzämter ander- als in der Beleuchtung mancher Agitationsredner. Trotzdem sei die Notlage der Landwirtschaft anerkannt. An ihrer Hebung im Sinne meiner Ausführungen mitzuarbeiten, werde ich auch hn kommenden Jahre als meine vornehmste Aufgabe betrachten. Sortierung der Agrarde-attte Abg. Maurer (S.) stimmt für seine Freunde dem Anträge zu, 10 000 Reichsmark zur Bekämpfung des KartosselkrebseS zu gewähren. Grundsätzlich könne die SubventionSpoli- tik für die Landwirtschaft nicht gebilligt werden. Er bekennt sich zu dem Gedanken des Getreide» außenhandelsmonopolS. Die Einfuhr müsse auf die Zeit deS inländischen Bedarfes beschränkt werden. Die Erntesinanzierung werde dadurch ebenfalls erleichtert. Seine Partei fordere außerdem Stärkung der Preußenkasse, Abbau der Futtermittelzölle, Qualitätsverbesserung, Absatz- kontrvlle und Freimachung der Landwirte von der Agitationspolitik deS Landbundes. Abg. Dr. Müller (Bbd.) wendet sich gegen den grundsätzlichen Optimismus deS Ministers. Durch die niedrigen Zolle sei die Kaufkraft der Landwirtschaft gesunken. Er wendet sich gegen daS Getreioemonopol, das eine Politisierung der Preise durch die Linke bringen werde. Wo - ^uch die Landwirtschaft zum Teil schuldenfrei geb teben sei, so seien z. B. aber in Nassau nur .v Prozent der Landwirte zur Einkommensteuer veranlagt worden. Abg. Blank (Z.) wünscht einen Vergleich der Verschuldung von 1927 mit der heutigen. Wenn die Ziffern des Ministers ins Land gingen, werde der Kampf zwischen Erzeugern und Verbrauchern verschärft werden, obwohl der Minister damit keine allgemein gültigen Zahlen habe geben wollen. Die Zollgesetzgebung müsse heute aufrechterhalten werden. Minister Korell stellt fest, daß feine Ziffern eine objektive Auslese aus einer wissenschaftlichen Arbeit des Statistischen Amtes darstellten, die nicht übertrieben, aber auch nicht unterschätzt werden dürsten. Er wolle nur der Wahrheit näher kommen. Abg. Schott (D.D.P.) lehnt das ®etreibe* Monopol ab. Selbst wenn die Zahlen deS Ministers richtig feien, gäben sie ein objektiv falsches Bild, weil die anderen Schulden der Landwirtschaft für Viehkäufe, Futter- unb Düngemittel, Geräte usw. bei der Steuererklärung nicht berücksichtigt würden. 80 Prozent ber Kleinbetriebe seien verschuldet. Die rückständigen Etatkapitel 78 (Hochbau- Wesen). 83 (Dodenverbesserung) — unter Erhöhung des Staatszuschusses für Feldbereinigung auf 50 000 Mk. —, Kapitel 8 (Forderung einzelner Zweige der Landwirtschaft unter Einsetzung von 10000 Mark zur Schädlingsbekämpfung auf dem Gebiete des Ackerbaues, besonders des Kartoffelkrebses) und Kapitel 85 (Landwirtschaftskammer) werden angenommen. Zu Kapitel 88 (Arbeitsnachweis und Wohlfahrtspflege) erklärt Minister Korell, daß tatsächlich beim Arbeitsam t Gießen Anträge auf Erwerbslosenunterstützung erst nach beet b is vier Wochen von den Bürgermeistereien weitergegeben wurden. Mi- nister Leuschner sagt strenge Untersuchung in allen Fallen zu, weil die Gemeinden zu schleuniger Erledigung angewiesen seien. Abg. Dr. Riepoth (D.V.) erkennt an, bah eine Erwerbslosenfürsorge notwendig sei, aber ebenso eine Ab stellung der Mängel und Mißbräuche beim gegenwärtigen Arbeitslofenver- sicherungsgesetz. Vor fast leerem Lause beflogt Dbg. A x t (DRP.) die Haltung ber einzelnen Parteien zum Rentnerversorgungsgesetz und bringt Klagen der Wohlfahrtsempfänger vor. Ministerialrat Linkenheld stellt unter anderem fest, daß vom Staat, den Gemeinden und Gemeindeverbänden insgesamt 9 Millionen Mark für die gehobene Fürsorge aufgebracht wurden. Der Staat habe mit den übrigen Sondermaßnah- rnen alles finanziell Mögliche getan. — Das Ka- fittcl wird angenommen. Für die gehobene Fur- orge wird außerdem ein Betrag von 130000 Mark bewilligt. Die Regierung wird in einet Entschließung ersucht, die Notstands- und laufenden Staatsaufträge sofort in Angriff zu nehmen. Bei Kapitel 99 (Kunstgewerbliche und gewerbliche Zwecke) bringen die Abg. Donath (Dem.) und Lautenbacher (Zentr.) neue Klagen über Benachteiligung bei hessischen Handwerks bei der Vergebung von Aufträgen durch den Staat und besonders durch die Schutzpolizei vor. deren strenge Nachprüfung von der Regierung zugesagt wird. Neben dem Kapitel wird auch ein Betrag von 10 000 Mark für die Handwerkskammerstelle zur Gewerbeförderung und Betriebsberatung in Gießen bewilligt. Es folgt Hann die Beratung deS Etats deS Justizministeriums, zu dem die 'Abg. Kaul (Soz.), Best (DRP.), von der Schmitt (Kom.) und Dr. Böhm (Dnl.) Wünsche Vorbringen. Minister Kirnberger erklärt, daß die hessische Regierung von der bisher geübten Praxis, gefällte Todesurteile nicht zurDollstreckung zu zu lassen, nicht abgehen werde. Die Abstimmungen zu den einzelnen Kapiteln und ebenso zu den dann vorgenommenen Kapiteln des Finanzministeriums und der Etaatsschuldenverwal- tung werden auf morgen vertagt, da das Haus beschlußunfähig ist. Die erste Lesung deS Etatsgesetzes ist damit erledigt. Aus alter Wett. Der Mord im Hanfe Stolberg-Wernigerode. Die Ermittlungen der Landeskriminalpolizei- stelle Liegnitz haben im Lause des Mittwoch wenigstens soviel ergeben, daß sich der Derdacht, Angehörige der gräflichen Familie könnten mittelbar oder unmittelbar an ber Tat des Grasen Christian an Stolberg-Wernigerode beteiligt fein, nicht mehr aufrechterhalten läßt. Als Täter kommt nach allen Anzeichen nur noch der Sohn allein In Frage. Neuerdings rechnet man auch mit der Möglichkeit, daß entgegen der ersten Annahme Fahrlässigkeit von selten des Grafen Ehristian Friedrich vor- üegt In diesem Falle hatte der Sohn einen Mord durch Einbrecher nur vorgetäuscht, um sich den Folgen zu entziehen. Die Aussagen des Verhafteten widersprechen sich nach wie vor. Seine Angaben über drn angeblichen Einbruch, den Weg der angeblichen Einbrecher usw. sind so unwahrscheinlich, daß sie nicht auf einen vor her durchdachten Plan zu deuten scheinen. Jedenfalls ist die Konstruktion der angeblichen Einbrecher sehr unüberlegt Auch ber Täter hätte wissen müssen, daß das Jagdgewehr, aus dem der tödliche Schuß erfolgte, von den Eindringlingen aus dem Schrank hätte genommen und geladen werden müffen. ohne daß es der auf dem Sofa sitzende Majoratsherr behindert hätte. Der Sohn bleibt einstweilen noch bei seinen ersten Aussagen, deren Widersvrüche er aber nicht auszu- flären dermaa. Gründe dafür, daß der Sohn seinen Vater vorsätzlich getötet haben könnte, sind gleichfalls vorhanden, zumal der Sohn nach dem Tode des Majoratsherrn in ber Lage gewesen wäre, das Gut zu Gelb zu machen. DaS etwa 8000 Morgen große Majorat soll stark verschuldet gewesen fein. Annähernd 60 000 Mt an Steuern seien rückständig. DaS Majorat durfte nach dem Gesetz erst nach dem Tode- deS alten Grasen aufgelöst werden. Die Bewirtschaftung des Besitztumes durch den Grafen gefiel jedoch dem künftigen Erben nicht. Er sei zu gut zu leichffinnig, nicht streng genug gewesen. Der junge Graf soll sich mit der Absicht getragen haben, nach dem Tode deS alten Herrn größere Teile des Gutes zu verkaufen, um Geld in die Hände zu bekommen. Llu agrarpolitischer Bodragsabenb der Noigemeinschaft Im Reichstagsgebäude sand eine Sitzung statt in der aus dem Kreise der Notgemeinschaft der deuffchen Wiffenschaft Über For- - schungsarbeiten auf dem Gebiete der Landwirtschaft berichtet wurde. Anwesend waren viele prominente Abgeordnete und Gelehrte. Geheimrat Bros. Dr. Haber, Direktor des Kalser-Wilhelm-InstituteS, sprach über »Landwirtschaft und Ehemie". Weiter sprachen Prof. Dr. C a ß n e r, Braunschweig, über .Pflanzenkrankheiten", Prof. Dr. Zwick von der Llni- versität Gießen über „Fragen der Tiermedizin". Prof. Dr. Kronacher von der Sierärat* lichen Hochschule in Hannover über .Tierzucht" und Prof. Dr. Baur, der Direktor deS Institutes für DererbungSforschung, über .Züchtung und Kreuzung". Im Anschluß an die Vorträge fand eine rege Diskussion statt Wiederwahl Wallauer» zum präflbenlen der BÜhneugeuofsenfchafl. Die Dühnengenossenschaft, die Berufsorganisation der Schauspieler, hat den bisherigen Präsidenten Wallauer mit 172 von 226 abgegebenen Stimmen, also mit mehr als absoluter Majorität, erneut zum Präsidenten der Genossenschaft gewählt. Erich Otto, bisheriger zweiter Präsident, wurde mit 156 von 226 abgegebenen Stimmen zum stellvertretenden Präsidenten gewählt. Bei den Wahlen zum Verwaltungsrat wurden die bisherigen Mitglieder Eduard von Winterstein» Grete Ilm, Emil Lind, Friedrich Ulmer, John Gläser und Hermann Valentin wiedergewähli und Karl Soetber anstelle des zurückgetretenen Leo Peukert gemäht. Bruno Waller verläßt Berlin. Generalmusikdirektor Bruno Walter hat in einer Unterredung mit dem Generalintendanten Tietjen endgültig erklärt, daß er seinen am 17. April d. I. ablaufenden Vertrag mit der Städtischen Oper nicht mehr erneuere und Berlin verlassen wolle, um einen Antrag nach Leipzig anzunehmen, wo er die Leitung ber Gewandhaus-Konzerte übernehmen wird. Oie Wetterlage. ÜCanM Mn Mittv/odi, 20. Marz 1929,7” 3DdS. Ownrtflto onerter.onam Dtarcn ä wantio. • Mdeetx # Schnee ^örauDtin «Nebel reimte» Osi »emget SOdsodwen q itormot»» «erdw$% eie Piene m»oen mit dem winde. Die padtn Statisnee stenendentalb len geben die Temperatu» art Die Linie« verbinde» Orte ®n au* neereimveau umoeretMele« Loftdrocfc Wettervoraussage. Die Tiefdruckstörung über Island hat sich weiter vertieft, aber nur wenig an Ausdehnung gewonnen. An ihrer Vorderseite haben warme Luftmasien über den Britischen Inseln kräftige Erwärmung und verbreitete Niederschläge gebracht. Die südwestlichen Lustmassen find bereits auch schon auf dem Festland vorgedrunaen und bringen unter Temperatur- anftieg an der Küste Frankreichs, namentlich in der Bretagne, Niederschlage. Auch bei uns werden die Winde nach Südwesten drehen und zunächst zu wolkigem und nebliaem Wetter führen. Die Temperaturen werden auch nachts jetzt über Null Grad zu liegen kommen. Wettervoraussage für Freitag: Stellenweise neblig, tagsüber wolkges Wetter, mild und vorwiegend trocken. Wettervoraussage für Samstag: Weiterhin wolkiges Wetter mit wenig veränderten Temperaturen, stellenweise Neigung zu Niederschlägen. Lufttemperaturen am 20. März: mittags 13L Grad Celsius, abends 4,1 Grad: am 21. März: morgens 0,2 Grad. Maximum 14*5 Grad, Minimum 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 20. März: abends 4,8 Grad: am 21. Marz: morgens 0,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer VA Stunden, r* a'l übet 50t. 'S-biet?b * Anwesen- ti*nele vnS S«. "ber, IHtcffor > 'brach übet syrachrv K über.Man, vvn btt Uni« :n btt Tiermbi. 'vn bet Lierützi« übet .XietHi" Erektor des J. über .Ktztuna nn bte DvrtrLge Qn6^ ;ä bei E* Kitt. : Kl einen 1 R>te, ;ä -K- ÄL'S HStz sti; tttl -gmoffmfchast. SenifeDtgonllotion irifltn Präfidentrn flebenen Stimmen, Majorität, erneut oft gtatylL Stich i, wurde mit 156 zum ftettoertrden, dtn Dahlen zum jerigtn Mglleber 3lm, Eml Lind, inb Hermann Da« joeibet anstellt der wählt. I Berlin. । Malier Hai in @eneralintenbanten bah er seinen am ag mit btt Stäb« neuere und Berlin ig noch Leipzig । her ßetoanb’ wirb. gr. slanb jj 'gönnen. ÄS 'ES s, namenM tz.e n and Kein anderer Serien wagen hat bisher auf dem schwierigen NÜRBURGRING eine ununterbrochene PRÜFUNGSFAHRT von 20000 Kilometern zurückgelegt und dabei seine unvergleichliche Leistungsfähigkeit so überzeugend bewiesen als der Mercedes-Benz-Achtzylinder p!° der seinen Namen »TYP NÜRBURG« mit Recht erhalten hat, Mercedes-Benz hält alle Nürburg-Rekorde! DAIMLER-BENZ A. - G., Verkaufstelle GIESSEN, Bahnhofstraße 90/92 308V Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religlonvgemeinte. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 23. März. Vorabend 6.30 Uhr; morgens 9; abends 6.50 und 7.30 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatfeier den 23. März. Freitag abend 6.15 Uhr; Samstag vor- mittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 7.30 Uhr. — Dienstag, den 26. März. Purim. Vorabend 6.45 Uhr; morgens 6; Wochengottesdienst morgens 6.45; abeitds 6 Uhr. Vmnn Si. Schwarzkopf ® , Hoorgtonx Putver Zeit über eine Einschränkung der Tinwanderuna in die Vereinigten Staaten erschienen sind, ist vielfach die Ansicht aufgetaucht, daß wieder eine Sperre in der Annahme von Anträgen auf Erteilung des amerikanischen Einwanderungssichtvermerks eingetreten sei. Die hiesige Vertretung der Hamburg— Amerika-Linie teilt uns hierzu mit, daß diese Auffassung unrichtig ist, daß vielmehr die amerikanischen Konsulate bis auf weiteres fortfahren, derartige Sn- träge entgegenzunehmen. •* Der Obst - und Dartenbauverein Gießen beschloß das Winterhalbjahr am vorigen Sonntag mit einem Dortrag, den Obstbau-Oberlehrer Junge von der staaU. Lehr« und ForschungSanstalt Geisenheim a. Rh. vor überfülltem Saale hielt. Das Thema „DüngungS- fragen im Obst- und Gartenbau" ist in bezug auf die Verwendung künstlicher Düngemittel und ihre Wirkung immer noch nicht gellärt, weil Doten- verhältnisse und Witterung mitsprechen, wozu noch das gänzlich verschiedene Rahrungsbedürfnis der verschiedenen Arten und Sorten kommt. So ist beispielsweise die Goldparmäne eine überaus anspruchsvolle, der Rheinische Bohnapfel dagegen eine genügsame Sorte. Ganz ähnliche Verhältnisse f.njen wir auch bei G müse und Blumen. Vei den Obstbäumen kommt noch die Unterlage hinzu. Der Wildling, oder vielmehr Sämling, auf welchem der Hoch- und Halbstamm stehen, sind genügsam, sie besitzen ein ausgedehntes Wurzelvermögen, das sie befähigt, eine größere Bodenfläche auszunühen. Anders liegen diese Bedingungen bei den Zwergunterlagen. Hier sind von Unterlagen für Aepfel der Paradies, für Dirnen die Quitte als die anspruchsvollsten bei der Düngung zu betrachten. Düngungsrezepte, wie sie verlangt und gegeben werden, brauchen wir zwar als Richtlinien, sie besitzen aber nur bedingten Wert gegenüber diesen verschiedenartigen Ansprüchen unserer Kulturpflanzen. Ein foldje« Rezept, das allgemein empfohlen werden kann, ist folgendes: Man streue jetzt im Frühjahr, nachdem der Boden soweit abgetrocknet ist. dah er betreten werden kann, auf den Quadratmeter Fläche 30 Gramm Superphosphat, das schneller als Thomasmehl wirkt, 30 Gramm Kalisalz 40- prozentig und als Stickstoff das altbewährte schwefelsaure Ammoniak in Mischung. Es entstehen durch dieses Mischungsverhältnis keinerlei Verluste an Nährstoffen, oder sonstige Rachtelle. Zu warnen fei vor der einseitigen Anwendung des einen oder anderen künstlichen Düngers, namentlich von Stickstoff im Rachsommer, bei Obstbäumen, wie auch bei Gemüse, das durch diese Düngung an Festigkeit verliert und in harten Wintern erfriert. Um solche Fehler zu umgehen, sollte jeder, der nicht recht mit den verschiedenen Düngerarten Bescheid weih, zu dem Dolldünger Ritrophoska greifen, der in drei Mischungsverhältnissen zu Haden ist und darum leichten, mittleren und schweren Bodenarten angepaht werden kann. Daneben ist Kalk nicht zu vergessen, der etwa alle drei Jahre notwendig wird. Man kalke am besten im Herbst. Soll das gekalkte Land auch Stalldünger erhalten, so gebe man diesen erst im nächsten Frühiahr oder noch später. Kalk ist bodenverbessernd, neutralisiert die Doten- säure und schlieht den Boden auf, daneben aber ist er auch gleichzeitig ein Rährstoff. Alle diese künstlichen oder mineralischen Dünger können niemals als Ersatz für Stalldünger dienen, wohl aber als Ergänzung und Zusatz. Ersatzmittel bester Art sind Torfstreu und Torfmull, jedoch nicht in dem trockenen Zustande, wie er im Ballen ist, sondern eingeweicht in Zauche. Auch Kompost ist als fast vollwertiger Stalldüngerersatz zu betrachten. wenn er richtig behandelt wird. Der Kom- posthaufen soll nicht als Schutt-, sondern als ein gut gepflegter Düngerhaufen betrachtet werden, dem man alle humusbildende Stoffe zuführen soll. Wie Dolldünger in Verbindung mit Stalldünger wirkt, wurde an verschiedenen Düngungsversuchen gezeigt, die in Geisenheim an Beerensträuchern durchgeführt werden. Es ergab sich, dah gegen .Ungedüngt" der Ertrag an acht Strauchern von 49 Kilo auf 68 Kilo pro Jahr gesteigert werden konnte. Die Versammlung dankte dem Vortragenden durch lebhaften (Beifall. Eine Gratisverlosung, an der auch die neu gemeldeten Mitglieder teilnahmen, beschloh die Versammlung, deren Verlauf bewies, dah der Verein in gedeihlichem Aufblühen begriffen ist. •MluftriebaufbembcutigenSranf- furterSchlachtviehmarkt:l Kuh, 2 Färsen, 1304 Kälber, 46 Schaflämmer, 189 Schafe und 961 Evangelischer Landeskirchentag. WSR. Darmstadt, 20. März. 3n der heutigen vierten Sitzung des II. Evangelischen LandestirchentageS wurde nach Dereidi- gung des stellvertretenden Mitgliedes Pfarrer Zatzmann, Friedberg, die Vorlage über die DehaltSverhältnisse der Geistlichen und die Rotverordnung dazu beraten. Dizepräsl- dent D. Dr. Dahlem begründete die Vorlage, die auch von dem Abgeordneten Jensen namens deS Finanzausschusses besürwortet tourte. Die Rotverordnung vom 28. September 1928 habe zu mancherlei Härten geführt, die mit ter neuen Verordnung, die am 1. April in Straft treten solle, ausgeglichen werten sollten. Rach eingehender Debatte, in der u. a. von Frau Professor HeräuS ein Mehrgehalt für kinderreiche Pfarrerfamilien gefordert wurde, und nach einem Schlußwort von Prälat D. Dr. Diehl, ter das Ergebnis der Debatte zusam- menfahte, wurde die Rotverordnung einstimmig angenommen, die u. a. den Abzug von fünf Prozent für die Grundgehälter ter Pfarrer und ebenso ter Ruhegehälter und Witwenbezüge ab 1. April vorsieht. Einstimmig genehmigt wurde auch die Vorlage über eine Aenderung ter Statute ter Hessischen Luther-Stiftung zu Gießen und die Umänderung von Pfarrassistentenstellen in Reu-Isenburg. Abg. Professor D. Dr. Cordier, Gießen, gajb namens ter Theologischen Fakultät ter Befriedigung Ausdruck über die neuen Satzungen ter L u ther- Stif t u n g, die den Theologie-Studierenten durch die Errichtung eines Theologen-HeimSin Dießen zum Segen gereichen würden. 3m übrigen sei die Zahl ter evangelischen Theologie-Studenten in Gießen in erfreulicher Weise gestiegen. Es folgte die Beratung ter Vorlage über Die Erhebung eines KirchennvtgeldeS.die nach eingehender Aussprache einstimmig angenommen wurde. Das Kirchennotgeld, daS zwei Mark nicht übersteigen soll, wurde entgegen ter Vorlage erst vorn 25. Lebensjahre ter Kirchen- Mitglieder bewilligt. Debattelos angenommen tourte eine Aenderung des Hinterbliebenenversvr« gungSgesetzeS, die als Existenzminimum den Betrag von 2220 Mark jährlich festlegt. Die gestern zuruckgestellten Etatspositionen teS Voranschlages wurden ohne wesenlliche Qlente- rungen angenommen und damit die erste Lesung teS Etats beendet. Die Sitzung tourte darauf auf Donnerstag vertagt. — Am Nachmittag fanden einige vertrauliche Gruppensitzungen statt. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, ten 21. März 1929. Mein Kleiner und »fern* Buch. Wenn unsere Kinder Geburtstag haben und wir ihnen allerlei Sachen schenken, erleben wir oft. daß sie an einem kleinen, ganz einfachen Spielzeug mehr Freude haben, als an den schönsten Maschinen. Mit den Büchern ist eS oft gerate so. Zunächst werden sie flüchtig durchblättert. die Bilder aufgesucht und betrachtet und die. die am schönsten bebildert sind, werden zum Liebling erklärt. Erst viel später, wenn die Bücher gelesen sind, stellen sich Ueberraschungen ein. Sind die Geschichten langweilig, bann helfen auch die schönsten Bilder nicht, das Buch wird weggestellt. Andere wieder, vielleicht ohne Bilder, erscheinen Tag für Tag und werden immer gelesen. ©o machten es wenigstens meine Kinder. Sie besitzen einen Keinen Band, in braunem Leinen gebunden, ganz unscheinbar von außen, enger Druck und ohne jeden Schmuck im Innern, aber doch ist es ihr Lieblingsbuch. Willst du ten Titel wissen? „Kinder- und Hausmarchen der Brüder Grimm, vollständige Ausgabe" steht darauf. Der Rücken hat sich schon halb gelöst, im übrigen hat das fleine Buch allen Einflüssen widerstanden, und das will bei Kindern viel heißen. Die Märchen sind ohne Bilder, die Phantasie der Kinder entbehrt sie gern. Eng aneinander gedruckt, ohne Zierleisten, auf kleinstem Raum zusammengepreht, stehen hier die schönsten Märchen. Und merkwürdig! Wenn ich meine Zungen frage, welche Geschichten ihnen am besten gefallen. bann nennen sie nicht etwa die bekannten ..Rotkäppchen". „Schneewittchen", „Dornröschen" und ähnliche, die in jeder Auswahl stehen, sondern ..Die zwei Brüder". „Der Goldvogel'. „Bruder Lustig", „Das Wasser deS Lebens'. „Die Gold- sinder". ..Die Gänsehirtin am Brunnen" und ..Die Kristallkugel". Ich bin überzeugt, daß sie das ganze braune Buch mindestens fünf- bis sechsmal von vorn bis hinten ganz durchgelesen haben. Das sehe ich auch daraus, daß sie tatsächlich Herr über den Inhalt sind. Ich finde neulich ein Märchen in irgendeiner Zeitschrift, darunter stand „Bruder Grimm". Es war mir vollständig fremd, und ich dachte, das ist wieder einmal eine Fälschung, wie sie oft Vorkommen. Ich fragte aber vorsichtshalber meinen achtjährigen Jungen. Dieser hatte kaum den Anfang der Geschichte gelesen, als er erklärte: „Das ist von den Brüdern Grimm. Rr. 7 steht es. es hat nur eine andere Hebet- schrift." Ich sah nach, die Sache stimmte. Auch mein zwölfjähriger Junge lieft noch oft in dem kleinen Schahkästlein; denn für meine Kinder ist es tatsächlich ein Schahkästlein. Denn sie front sind und im Bett liegen, verlangen sie das braune Buch. Wenn sie Bekannten etwas Detlefen wollen, wählen sie eß. Es ist ihr Begleiter, ihr bester Freund geworden. Es wurde, kaum daß sie lesen konnten — mit dem Finger sichren sie noch die Zeilen entlang —, heißhungrig verschlungen, mit glänzenden Augen. Dann wurden die schönsten Geschichten immer wieder herausgesucht, und schließlich kamen alle der Reihe nach wieder dran. Ich hatte mir diese Reklameausgabe seinerzeit gekauft, als in ter Literaturstunde gerade die Brüder Grimm „an der Reihe" waren. Das Buch stand in meinem Bücherschrank, bis es vor etwa zehn Jahren mein Mädchen entdeckte und nicht mehr auS den Händen gab. Sie war eine Leseratte, sie las schließlich alles, kehrte aber immer wieder zu den Hausmärchen zurück. Mein ältester Junge, der gar nicht recht lesen wollte, machte es aber ebenso, und schließlich kam der kleinste. Dieselbe beschichte. Es ist jetzt „sein" Buch. — Wir haben heute eine solche Menge von guten Jugend üchern. dah uns die Wahl schwer wird. Auch mein Kleiner hat eine ganze Anzahl sehr schöner Bände, aber die Märchen von Grimm sind ihm halt die liebsten. Wir begehen in Deutschland den Tag des Buches. Wollen wir dabei nicht auch an unsere Kinder denken und ihnen jetzt, wenn fie mit guten Zeugnissen nach Hause kommen, ein schönes Buch auf den Tisch legen? Für unsere kleinsten Leser dürfen wir dabei nicht die Märchen Berliner Börse. Berlin, 21.März. (WTD. Funkspruch.) Nach- dem es gestern abend schon etwas leichter gewesen war, bleibt man im heutigen Frühoerkehr abwartend. Die Tendenz ist bei sehr stillem Geschäft un- durchsichtig und man hält börsentechnisch zum Ultimo kleine Kursrückgänge durchaus für möglich. Kurse werden aber vorläufig noch nicht genannt. Wahl, vor allem keine. Dearbeitung, sondern die vollständige Ausgabe. W. Daten für Freitag, 22. März. Sonnenaufgang 6 Uhr, Sonnenuntergang 18.16 Uhr. — Mondaufgang 14.35 Uhr, Monduntergang 5.27 Uhr. 1599: der Maler Anthonie van Dyck in Antwerpen geboren; — 1771: der Schriftsteller Heinrich Zfchokke in Magdeburg geboren; — 1832: Wolfgang von Goethe in Weimar gestorben; — 1858: ter Forschungsreisende Hans Meyer in Hildburghausen geboren. Gießener Wochenmarttpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt daS Pfund: Butter 180; Kochbutter von 140 an; Watte 30 bis 35; Käfe (10 Stück) 60—140; Wirsing 40 bis 45; Weißkraut 30; Rotkraut 35 bis 40; gelbe Rüben 25 bis 30; rote Rüben 25 bis 30; Spinat 100; Unter-Kohlrabi 10 bi« 15; Rosenkohl 80 bis 90; Feldsalat 250 bis 300; Endivien 150; Tomaten 80 bis 100; Zwiebeln 25 bi8 30; Meerrettich 50 bis 150; Schwarzwurzeln 90 bis 100; Kartoffeln 6,5; ausländische Aepfel 60 bis 90; inländische Aepfel 30 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 120; Tauben 80 bis 85; Rüsse 70 bis 80; ba£ Stück: Gier 14 bi« 15; Blumenkohl 80 bis 160; Salat 40 bis 45; Salat- gurken 140 bis 150; Lauch 25 biS 50; Rettich 20 bis 30; Sellerie 20 bis 100; daS Bund: Radieschen 40 Pfennig; ter Zentner: Kartoffeln 6 Alk. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Sp.-Dg. 1900 (Leichtahtlet. Abt.): Leichtathletik-Doll. Versammlung, abends 8 Uhr in der Turnhalle der Pcstalozzifchulc. — Stadttheater Drehen. AuS tem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Bühnenbllter zu tem Lustspiel „Der Mustergatte" sind von Karl Löffler entworfen. Erstaufführung Freitag. 20 Uhr. Regie Karl Dolk. Für Sonntag, 24. März, ist eine einmalige Vorstellung von Tolstois „llnb das Licht scheinet in ter Finsternis" vorgesehen. — Donnerstag, 28. März, wird zum letztenmal „Hoffnung auf Segen" gegeben. — Für Karfreitag ist eine geistliche M-si.ausführung „Parsi a " vorgesehen, bei ter Fragmente aus tem Weihesestspiel von R. Wagner von Mitgliedern ter Wiesbadener Oper gefangen werden. " Die Ausstellung .Der schöne Mensch in der Reuen Kunst". Zu der großen diesjährigen Sommer-Ausstellung in Darmstadt, zu der eine a usgewählte Anzahl deutscher und auswärtiger Künstler eingeladen tourten, sind auch alle in Hessen lebenden Künstler unter Jury zugelassen. Die Jury besteht aus ten Herren Antes, Breitwieser, Habicht, Keil, Posch, Walter. Die Beschickung hat vom 21. Mai bis 1. Juni zu erfolgen. Ausstellungspapiere gehen ten Künstlervereinigungen zu und sind vom 8. April an im Stadthaus, Zimmer 20, erhältlich. ** Stadttheater - Abonnement. 3m heutigen Anzeigenteil fordert die Stadtverwaltung zur Einlösung des 7. Abschnitts des Stadttheater- 2lbonnoments auf. Näheres in der Bekanntmachung. "VoneinemAutoüberfahren. Gestern nachmittag gegen 3 Uhr ereignete sich in der Kaiserallee unterhalb der Moltkestraße ein Derkehrsunfall. Dort wollte ein etwa achtjähriges Mädchen aus dem Neuenweg schnell die Straße überqueren, geriet dabei aber unter einen vom Ludwigsplatz kommenden auswärtigen Opelwagen, der über das Kind hinwegfuhr. Der Fahrer hielt sofort und verbrachte die Kleine zur Chirurgischen Klinik. Dort konnten bis jetzt erfreulicherweise keine Verletzungen an dem allerdings stark erschrockenen Mädchen fest- gestellt werden. Die Kleine befindet sich heute früh wohlauf. _ , Unfall auf der Arbeitsstelle. Gestern nachmittag erlitt ter bei ter Firma Dem & C o. beschäftigte Arbeiter August Adolf aus Klein- Linden beim Transport einer schweren Zementröhre. mit ter er hinstürzte, einen Unterschenkelbruch. Der Bedauernswerte wurde nach Anlegung eines Notverbandes von ter Freiwilligen Sanitäts- kolonne vom Roten Kretiz der Chirurgischen Klinik 3 ^clne Visumsperre für Auswanderung nach den '.Bereinigten S t a a = tun Tliir A n»r(/41i»hpn<» sro»fhlinrt<>n dl? IN fshter dloü&eß&e j^eLbe. ' V2pfd.50Pfg. Junge | Kaufgesuche | Herr Carl Panse in seinem 73. Lebensjahre. WM Wetzlar, den 19. März 1929. aut Wunsch des Verstorbenen in der 25880 Stellengesuche] mittags 3 15 LJhr statt. 2581D Gardinen- Reste | Verkäufe | 2449D 2378DI 2 Zimmer I ^3>mmer- mit «ücke Wohnung U,U mit »Mnh ttnh Ott mit Bad und Aube l) f Mietgesuche | AM Angeb. mit Breis u. | gesucht. 01Ü32 01510 n. d. Wien. 21 n.',. 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MLcz 2m [ff Krieger. i*irW von Tenerzlver. ngsablage tsutile uf auf die Dauer Es konnten dann sta-Wzeichen für reizehn mit dem. »ast ausgezeichnet iMaft wurden Üitbegründer des este Mitglied un« igegend bekannte ich 2oth Ul. cperlicher Frische Ser einzige noch ^Präsident, För- t im 81. Lebens« *Äg ä&Ä£g -M Wr Ässr sK: »ni *K 6er »“> 6,m®W» 1828 «» be» Ho"»'S)lt. «r Ä^' f»5« in» erimg 7 ,iled>K" ZZ-K ^hil Dr.^' mjil An Johr-n- sKs» imfonse ^xal>n' B an plt bie VegSi. Sie Der- itest MM -mr -orten. . 3« Famstag .che "B ernt' ft r. D. m. d. h. denüiche Vene, der die Feier des verbunden vor. tSverbandes über- n n. diejenigen der enofsenfchaft Ge- rdienste der frühe- lter wurden be- irren haben ihre ^vorbildliche. >en Zentralstellen. örtlich empfohlen ^nanilai>m^3umSchuf3ge9en *y pastilue" (inppe sondern mich vvrr allen Mitgliedern dankbar anerkannt wurde. Sehrt und Welter erhielten auS diesem Anlaß Ehrenurkunden. # Hungen, 20. Marz. Am Sonntag veranstaltete die hiesige Volks- und Fortbildungsschule eine Ausstellung von Arbeiten, die im Hauswirtschafts- und Haiw- orbeitsunterricht hergestellt worden waren. Sie erfreute sich eines sehr regen Besuches und lebhaften Interesses. Auf langen Tafeln waren die Arbeiten in drei Abteilungen zur Schau gestellt, und zwar erstens die Handarbeiten der Volksschule. dann die Däb-, Stick-, Strick- und Flick- arbeiten der FortbilbungSschülerinnen und deren Erzeugnisse im Kochen, Backen und Braten. Die einzelnen Arbeiten waren mit dem Damen der Anfertiger versehen, wodurch die ganze Ausstellung ein besonderes Gepräge erhielt. Die an- Ölen Gegenstände zeugten von gutem Ge- emsigem Fleiß und guter Gesamtaus- bildung. T Hungen, 19. März. Der Zweigverein Hungen und Umgegend des Oberbesfischen Jmkervereins hi:lt her in „6 In» ser Hof" eine ordentliche Mitgliederversammlung ab, die gut besucht war. Dach den Degrühungs- worten hielt der Vorsitzende, Lokomotivführer Dich von hier, einen Vortrag über die Auswinterung der Bienenvölker. In der Aussprache wies besonders Rentner Stoll von der Riedmühle auf seine Erfahrungen einer 46jährigen praktischen Imkertätigkeit hin, er konnte feststellen, dah er noch nie eine so gute Durchwinterung wie in dem letzten außergewöhnlich strengen Winter erlebt habe, die geringe Totenbefälle, kaum schimmelige Pollenzellen und niedrige Zehrung aufzuweisen habe. Es wurden dann noch innere Vereinsangelegenheiten besprochen und die Vertreter zur Delegiertenversammlung, die am dritten Osterfeiertage in Gießen stattfindet, bestimmt. Der Jmkerverein Hungen zählt gegenwärtig 58 Mitglieder. 'Bellersheim, 19. März. Der D e z r r k s- lehrerverein Lich hielt am Samstag dahier seine Bezirksversammlung ab. Diese war zu Ehren des in den Ruhestand tretenden Lehrers Sprengel, Bellersheim, hierher verlegt worden. Lehrer Sprengel gehört seit 30 Iohren dem Bezirksverein an und war beinahe ein Jahrzehnt dessen Vorsitzender. Der neue Vorsitzende. Lehrer Meckel, Lich, begrüßte die zahlreich Erschienenen, insbesondere Herrn Sprengel Ein sinniger Vorspruch, verfaßt von Lehrer Jakob, Ober-Bessingen, hob die Verdienste des Scheidenden hervor. Weiter sprach der Vorsitzende Herrn Sprengel Dank und Anerkennung aus für seine dem Verein besonders in schwerer Kampfzeit geleisteten treuen Dienste. Als äußeres Zeichen der Wertschätzung wurde Lehrer Sprengel zum Ehrenvorsitzenden ernannt und ihm eine Ehrenurkunde überreicht. Dach einem Hoch auf den Gefeierten fang die Versammlung das Lied „Brüder, reicht die Hand zum Bundes Tief gerührt dankte Herr Sprengel für die ihm erwiesene Ehrung. Dabei hatte Dom Flugzeug geiöiet. WSD. Arheilgen bei Darmstadt. 20.März. Gestern muhte in der Gemarkung Stahlberg auf einem Oedgelände der Flugschüler Hmbach aus Kassel mit feiner Raab-Kahenstein-Ma» schine wegen eines Motorschadens eine Dotlaudung vornehmen. Dach Behebung des Schadens durch den Piloten versuchte dieser mehrfache Startversuche, die wegen der Llngunst deö Geländes mißlangen. Bei einem d erartigen Versuch stieß die linke Tragfläche gegen eine Bodenerhebung und die Maschine wurde auS der Startrichtung gedreht. Von den angesammelten Neugierigen wurde dabei ein Kind Christian Anthes vom Flügel gestreift und zu Boden geworfen. Der Schwanzdorn deS Flugzeuges traf dabei das Kind am Kopf, so daß es eine schwere Verletzung erlitt, an der das Kind noch in 6er Dacht im Krankenhaus Darmstadt verstarb. Die Luftpolizei Darmstadt, die inzwischen erschienen war, untersagte weitere Startversuche, und das Flugzeug wurde auf den Darmstädter Flughafen transportiert. Dec zahlenmäßig starke Verein steht schon seit Zähren unter der Leitung des prakt. ArzteS Dr. Fritz Koch, der als Freund und Förderer der Turnersache weithin bekannt ist. nd. Didda, 19. März. 3n der hiesigen Stadtkirche hielt Missionar Lau! von der Baseler Mission einen Filmvortrag über Indien. Der Lichtbilderdor trag machte einen gewaltigen, ernsten Eindruck auf die Besucher. h. Geiß-Didda, 19. März. Hm der hier herrschenden Wohnungsnot einigermaßen zu steuern, hat der Gemeindevorstand die Erbauung eines Vierfamilienhauses beschlossen. Die Dauarbeiten und Lieferungen werden in Kürze vergeben. Der Deubau soll so gefördert werden, daß er noch in diesem Iahre bezogen werden kann. Kreis Schotten. □ Laubach. 19. März. (Sine genußreiche Wanderung führte am Sonntagmittag der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs unter Führung von Forstassessor Dr. Hamburger aus: 33 Mitglieder nahmen teil. Vorerst wanderte man in das liebliche Horlofftal nach Gonterskirchen. Der »Roteberg" (zwischen Laubach und Gonterskirchen) bot eine herrliche Fernsicht aus den Hoherodskopf und den Oierwald. Hm 2 Hhr traf sich der Lau- bacher Zweigverein im Gasthaus .Zum Anspann" mit dem Schottener Druderverein, der in einer Stärke von 28 Mann ausgerückt war. Gemeinsam wanderte man hierauf durch das schöne obere Horlofftal in herrlicher Frühjahrs- sonne am rauschenden Bächlein her zum .Jägerhaus". Hier erquickte man sich an trefflichem Kaffee und Kuchen. Dann besichtigte man die stimmungsvolle gotische Kirchenruine. Hierauf folgten Gesänge. Gesellschaftsspiele und Tanz. Bei prächtigem Mondenschein trat man um 6,30 Hhr den Heimweg an. — Am letzten Freitag wurde einer der ältesten Männer unserer Stadt, der Landwirt Konrad Iochem, begraben: er starb im 83. Lebensjahre. Durch seine gewissenhafte, langjährige Tätigkeit als Mitglied des Gemeinderats und als Feldgeschworener hatte er sich sehr verdient gemacht. Auch war er der einzige noch lebende Gründer und Ehrenmitglied des Laubacher SchühenvereinS. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a d. Ohm. 18. März. Der Gemeinderat konnte sich des Kostenpunktes wegen nicht dazu entschließen, den schon seit Iahren geplanten Schulhausneubau zur Ausführung zu bringen. Er ließ vielmehr eine Vorlage ausarbeiten, die den Umbau des alten Schulhauses mit den entsprechenden Ae- bengebäuden (Holzraum, Abortanlagen) und dem entsprechenden Schulhofe vorsieht. Z Appenrod, 18. März. Bei der gestern vorgenommenen Wahl eines Vertrauensmannes für die Landwirtschaftskammer Hessen wurde vom Bezirk A^venrod-Erben- Hausen-Dannenrod der Landwirt WilhelmLang dahier gewählt.__ • Grebenau, 20. ML». Gin schwerer HnglückSfall trug sich hier in dem Hause des Metzgers Simon Katz zu. Durch Tauwetter war in den Keller deS Hauses Wasser eingedrungen, an dessen Beseitigung Katz In den Abendstunden mithelfen wollte. Hierbei kam er, anscheinend mit der nassen Hand, an eine schadhafte Stelle der elektrischen Licht- le itung und wurde sofort vorn elektrischen Strome so stark getroffen, daß er auf der Stelle tot zu Boden sank. Hm den bedauernswerten Mann trauern seine Frau und zwei fletne Kinder. Kreis Lauterbach. L Lauterbach, 20.Marz. In der gestrigen Sitzung des Stadtoor st ander wurde vom Bürgermeister der st ä d t i s ch e Hau s h a l t s - Voranschlag für 1929 oorgelegt. Die Be- triebsrechnung schließt mit 326 750 Mark, die Der- Mögensrechnung mit 98 304, der Gesamtvoranschlag mitnin in Einnahme und Ausgabe mit 425 054 ab. Nach Berücksichtigung der Erträge aus den verschie» denen Steuerquellen ist notb eine Gemeindeumlage von 64 000 Mark erforderns, zu deren Deckung die vorgeschlagenen Steuersätze und bann auch der Ge« samthaushalt. aus dem mir noch einige interessante Angaben diesem Bericht nachtragen werden, genehmigt wurden. Weiter stimmte der Gemeinderat dem Haushaltsvoranschlag des Städtischen Elektrizitätswerkes mit 103 000 Mark in Ein- nähme und Ausgabe zu. es sich die Familie Sprengel nicht nehmen lassen, die Erschienenen mit vorzüglichem Kaffee und Kuchen zu bewirten. Dach einigen Stunden gemütlichen Beisammenseins verabschiedeten sich die Dereinsmitglieder von ihrem fei teerigen treuen Führer. gr. Grüningen, 19. März. Die hiesige Volksschule hatte auf Sonntagabend zu einem Eltern- und Hnterhaltungs- abend eingeladen. Hnsere geräumige Turnhalle war gut besetzt. In seiner Begrüßungsansprache richtete der Lehrer der Oberklasse ernste Worte an die Eltern der Konfirmanden. Die Erschienenen wurden dann mehr als drei Stunden angenehm unterhalten. An Theaterstücken kamen »Das Gespenst". .Doktor Allwissend" und »DaS Hemd des Glücklichen" zur Aufführung. Daneben wurden auch die kleineren Sachen, z.D. .Der Brief aus Amerika", »Die Eisenbahn^, »Die lange Hosse" und »Traame sei Faame", sehr beifilllig ausgenommen. Die Reineinnahme wird dem Lichtbildwerferfonds zugefügt, der nunmehr auf nahezu 200 Mk. angewachfen ist. Kreis Friedberg. Pb. Butzbach, 19. März. Unter dem Vorsitz des Fabrikanten I o u h fand im Hotel „Deutsches Haus" die 6 6. Hauptversammlung der Gewerbe» und Landwirtschaftsbank B u h b a ch , e. G. m. b. H., statt. Aus dem Iahres- bericht geht hervor, daß sich die Genossenschaft (im Iahre 1864 unter dem Damen Vorschuß- Verein gegründet) in 1928 in gesunder und solider Weise weiterentwickelt hat. Der Gesamtumsatz erhöhte sich von 22 Millionen Mark auf 30 Millionen, die Spareinlagen stiegen von 301 000 auf 405 000 Mark, die Gefchäftsguthaben von 75 000 Mark auf 90 000 Mark, die Bilanzsumme erhöhte sich von 596 000 auf 707 000 Mark. Der Reingewinn beträgt 15104,37 Mark. Die Gesamtgarantiesumme stellt sich auf 731 560 Mark, wodurch die Spareinlagen unbedingt gesichert sind. Der Reservefonds ist auf 41 500 Mark an- gewachsen. Aus dem Reingewinn werden 10 Prozent Dividende verteilt. Die bestimmungsmäßig aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Mitglieder Fabrikant Ioutz, Kaufmann Gg. Decker und Drauereibesitzer Herm. Melchior, w urden wiedergewähll. Sechzehn Mitglieder, die über 40 Iahre der Genossenschaft angehören, wurden besonders geehrt. Kreis Büdingen. Didda. 19. März. Das 70jährige Iubiläum des hiesigen Turnvereins wurde am Sonntag in engem Rahmen feierlich begangen. Der Verein veranstaltete einen Familienabend. in dem neben turnerischen und musikalischen Darbietungen zwei Theaterstücke aufgeführt wurden. Am Vorabend hielt der Verein seine Generalversammlung ab. Dabei wurde zum l.Turnwart Alfred Eckhard, zum Werbewart Richard Er oll und zum Sport- wart Emll Göbel neu gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder verblieben in ihrem Amte. 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Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale). 12 Fortsetzung Nachdruck verboten .Schwester Gitta, Tante Gitta!" Don allen Sellen riefen es kleine, helle Kinderstimmchen: unD Schwester Gitta ging von einem Bettchen zum anderen und erfüllte jeden Wunsch der kleinen Lieblinge. Schwester Christiane war unbemerkt unter der Tür des Schlafsaales erschienen, und sah beglückt auf das liebliche Bild. Schon längst hatte sie sich mit der zarten Drigllta Hvllermann ausgesöhnt. (Zn diesem Persönchen steckte eine ungeahnte Zähigkeit und Energie. r Unb mit was für überströmenber Liebe unb Zärtlichkeit hingen bie Kleinen an ber schönen, blonden Schwester! Tante Gitta, wie man sie überall nannte, war der Liebling aller geworden, der Sonnenschein des ganzen Heims. . ry_ . Schwester Gitta, ich wollte Ihnen bei Ihrer vielen Arbeit noch eine besondere Aufgabe auf- bürden" erklang "^e Stimrye der Schwester Christianes'in das lustige Plaudern und Lachen. Brigitta erhob sich rasch und ging, freundlich lächelnd, der Eintretenden entgegen. „Gewiß, Schwester Christiane, ich habe Zell, ^.Zeit? eigentlich nicht, Kind. Sie müssen sogar für die neue Arbeit, die ich Ihnen zugedacht habe, Ihre Mittagsruhe verwenden. Aber wer sollte mir sonst den Christbaum für die morgige Christbescherung anputzen?" . Ein leichter Schatten huschte bei diesen Worten über Brigittas Gesicht. Morgen war Weihnachten. Sie mochte nicht daran denken. Ihr Herz war aller Freude bar. Aber durfte sie noch an sich denken? „Gern, liebe Schwester Christiane, sagte sie deshalb, sich zusommenraffend. ..Ich werde nur nach Tisch alles Aötige dazu holen." „Recht so. Kind," entgegnete die Leiterin des Heinis mit besonders warmem Blick: und es war Brigitta unwillkürlich, als hätte diese gullge Frau tief in ihr Herz gesehen unb ihre Gedanken gelesen. Unb Schwester Christiane hatte auch einen bestimmten Zweck bomit erfüllt, gerade Drigllta Hollermann für diese Arbe'll auszuwählen. Sie wollte das junge Mädchen langsam und möglichst unauffällig zwingen, wieder am Leben und seinen Freuden teilzunehmen. Kannte sie doch Brigittas trauriges LÄhicksal sehr genau, denn der alte Nr. 68 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Donnerstag, 2'. März 1929 Kommunale Verlehrssragen in Gießen. In der Jahres-Hauptversammlung des Derkehrs-Dereins Gießen, die — wie gestern schon kurz berichtet — am Dienstagabend im Hotel Schütz stattfand, entspann sich nach der Erledigung der Geschäftsberichte des Dorstandes und der Wahlen eine interessante Aussprache über Gießener DerkehrSfragen. Den Anlaß dazu gab ein Dortrag des Dorstandsmit- glicdcs Redakteur D l u m s ch e i n über das Thema Zeitfragen -er Gießener Derkehrsförderung. Der Redner sprach zunächst namenS des Ge- somtvorstandes dem Dereinsvorsihenden, Stadtv. S ch w i e d e r, Dank aus für die außerordentliche Mühewaltung, die er auch im verflossenen Geschäftsjahre im Interesse des Dereins unb damit der Allgemeinheit in vorbildlicher Weise auf sich genommen hatte. Dann zu dem Thema seines Dortrages übergehend, erörterte er zunächst die Frage des Interessentenkreise« an den Ausgaben der verkehrs- sörderung. Er betonte, daß als Interessenten aus diesem Gebiete in erster Linie die Geschäftsinhaber, wie überhaupt die Kreise von Handel, Gewerbe unb Industrie anzusehen seien,denn ihnen kämen die Erfolge der Derkehrswerbung vor allem zugute. Darüber hinaus müsse aber auch jeder andere Mitbürger, auch die sog Privatleute, als Interessenten an der Hebung des Derkehrs bezeichnet werden. Denn durch gesteigerten Fremdenverkehr käme zusätzliches Geld von außen her bi unsere heimische Wirtschaft herein, an deren Aufblühen alle Devölke- rungskreise stark interessiert seien, wie sie umgekehrt auch unter einem Rückgang des heimischen Beschäftigungsgrades mit zu leiden hätten. Aus diesen Ucberlegungen ergäbe sich die Schlußfolgerung, daß alle Bürgerkreise die Arbeit de« Derkehrs-Dereins unterstützen müßten, vor allem durch Beitritt, aber auch durch sonstige Förderung. Statt dessen bemerke man vielfach, erstaunlicher Weise auch hier und da in der Geschäftswelt, gegenüber der Tätigkeit des Derkehrs-Dereins Gleichgültigkeit unb oft auch DerständniSlosigkeit, die zum Teil sogar zum Austritt aus dem Derein von solchen Bürgern geführt hätten, für die es im ureigensten Interesse erforderlich sei, der Arbeit des Derkehrs-Dereins Beistand unb Förderung zu gewähren. Man müsse hoffen und wünschen, daß diese Lauheit verschwinde unb der Derkehrs-Derein in Zukunft tatkräftige Unterstützung aus allen Kreisen der Bürgerschaft erhalte. Rach kurzem Hinweis auf die großen Zukunftsaufgaben der Gießener Derkehrs- förderung — z. D. Ausbau des Straßenbahnnetzes mit dem Endziele der Schaffung einer elektrischen Ueberlandbahn, Hinausverlegung der Bahnanlagen aus dem Weichbilde der Stadt, Schaffung eines Saalbaues usw., für die aber in den nächsten Iahrcn die erforderlichen umfangreichen Geldmittel nicht beschafft werden könnten — erörterte der Redner eine Anzahl aktueller Fragen der Derkehrsförderung, ohne damit das Thema in allen Tellen erschöpfend behandeln zu wollen. Er wünschte hinsichllich der kommenden städtischen Autolinie zwischen Gießen unb Klein-Linden die Festlegung der Fahrtstrecke und bie Gestaltung des Fahrplanes unter weitmöglichster Berücksichtigung der Interessen unserer Geschäftswelt, ferner die weitere Unterstützung der Kraftomnibuslinien aus der Rachbarschast nach Gießen, da diese Linien Zubringer- bienfte für unsere Wirtschaft leisten. Zur Befriedigung berechtigter Wünsche aus den Kreisen der Automobilisten unb deS heimischen Gastwirtsgewerbes sei eine baldige anderweitige Regelunig der Autoparkplahfrage erforderlich, da der gegenwärtige Zustand mit Recht zu erheblichen Klagen Anlaß gegeben habe und hiesigen Gasthäusern schon häufig dadurch Schaden entstanden sei, daß auswärtige Automobilisten in Ermangelung geeigneter und zweckdienlicher Parkungsmöglichkellen ihre Rast nicht hier gehalten hätten, sondern nach den Rachbar- ftäbten wellergefahren seien. Der Redner empfahl die Schaffung von umfangreicheren Autoparkplähen beiderseits der Selterstorhäuser unter Heranziehung der jetzigen kleinen Grünflächen an dieser Stelle, evtl, die Einrichtung eines größeren Autopark- plahes in der dortigen Gegend, für bie evtl, jetzt eine Möglichkeit gegeben sei. Ferner sei es empfehlenswert, an den Hauptkreuzungspunkten der Derkehrsstraßen unserer Stadt zur Erleichterung des Fährverkehrs in den Abend- und Racht- ftunden beleuchtete Wegweiser anzubringen, bie mit weithin sichtbarer Lichtschrift den Kraftfahrern und Fuhrwerkslenkern in ber Dunkelheit eine rasche Orientierung ermöglichen. Auch ber Zustand mancher Straßen, insbesondere z. B. der W e st a n 1 a g e, bedürfe dringend einer Verbesserung, da der Fahrzeuaver- kehr auf einer solchen Straße recht gefährlich und unangenehm sei. Dringende Wünsche seien auch bei der Reichsbahn wiederholt zur endlichen Erfüllung anzu- melben, unb zwar handele es sich jetzt hier um eine bessere Beleuchtung des Bahnhofsvorplatzes und die schnellste Durchführung der Erweiterung der Bahnhofshalle. Die ungenügende Beleuchtung des Bahnhofsvorplatzes, der zum größten Teile Eigentum der Reichsbahnverwaltung fei. wurde bei der Reichsbahn von ber S'adtverwaltung unb auch vom Derkehrs-Derein schon wiederholt bemängelt, bisher aber immer ohne Erfolg: ber heutige Deleuchtungszustanb sei jedenfalls durchaus unzulänglich. Die Reugestaltung der Raumverhältnisse in der Halle des Bahnhofsgebäudes sei schon vor mehreren Monaten in ihrem ersten Teile in Angriff genommen unb auch abgeschlossen worden, dann habe man die Wellerführung Der Arbeiten eingestellt, unb nun werbe es wohl so kommen, daß dieser Innenumbau der Halle gerade in der Hauptreisezeit mit ihrem starken Menschenandrang vorgenommen werde. Der Redner betonte, daß nach seiner Ansicht die Gieße n e r Reichsbahnbehörde für alle diese Versäumnisse nicht verantwortlich zu machen fei, vielmehr Die Schuld an höherer Reichsbahn st eile gesucht werden müsse. Cs sei dringend erwünscht, daß die Stadtverwaltung hinsichllich dieser beiden Forderungen erneut nachdrückliche Vorstellungen bei Der Reichsbohnbirektion Frankfurt erhebe. Die Gießener Bürgerschaft müsse erwarten, daß die Reichsbahnverwaltung diesen Wünschen endlich Eillgegcnkommen erweise. Bedauerlicherweise habe man seit längerer Zell nichts mehr gehört über den Fortgang der Arbeiten zur Schaffung de« Gießener Viehhofgebäudes unb damit zum Ausbau unserer Märkte. Es wäre zu begrüßen, wenn diese Ausgabe nun auch in möglichst naher Zell gelöst werde unb bomit die Derkehrsförderung neue Möglichkeiten zur Entfaltung erhielte. r Der Dortragende erörterte sodann Mittel unb Wege zur rNilhttfe der Gefchästvwett an den Ausgaben der Verkehrvwerbearbeit unb zog dabei in Betracht, daß der Derkehrs- Derein unter Urnstänben von den Organisationen ber Geschäftsinhaber unb Gewerbetreibenden auch einmal finanzielle Mitwirkung bei der Herausgabe von Werbeschriften in Anspruch nehmen müsse In dankenswerter Weise habe bisher die Stadt- verwallung dem Derkehrs-Derein ansehnliche Mittel beigesteuert, ob das weiter der Fall sein könne, sei bis jetzt noch nicht gewiß. In unserer Rachbarschaft, z. D. in Marburg, würden weit größere Geldmittel der öffentlichen Hand für Derlehrswerbung zur 'Verfügung gestellt als hier. Man müsse hoffen, daß die Organisationen ber heimischen Wirtschaft sich gegebenenfalls den Wünschen des VerkehrS-Vereins in ber eben angedeuteten Richtung nicht verschließen. Der Redner wies am Schlüsse seiner Ausführungen aus die Wichtigkeit einer sorgfältig geführten Fremdenslalistik hin. äu der die Hotels unb Gastwirtschaften die erforderlichen einwandfreien Ausschlüsse durch genaue Ausfüllung der Fragebogen geben müßten. Aus dieser Statistik könne man Fingerzeige gewinnen für bie weitere Tätigkeit auf dem Gebiete der Derkehrswerbung. Dringend wünschenswert sei weiter ein enges Zusammenarbeiten der vereine mit dem verkehrs-verein hinsichtlich der Auswahl der Tage für Veranstaltungen. Cs sei bisher em auch für die Vereine unleidlicher Zustand gewesen, daß an manchen Sonntagen drei oder vier Veranstaltungen zugleich stattgefunden hätten, bei denen schließlich fein Verein auf seine Rechnung gekommen sei. Hm diese Rachteile in Zukunft zu vermeiden. wolle der Vorstand des Verkehrs- Vereins der ehrliche Makler zwischen den Vereinen sein, um durch eine möglichst gleichförmige Der teilung der Veranstaltungen die Vereine vor Rachteilen schützen zu helfen unb damit zugleich auch den allgemeinen Verkehroinleressen zu dienen. Entsprechende Vorschläge habe der Ver- kehrsverein schon mehrfach an die Vereine gerichtet. bisher sei aber leider ein Ergebnis noch nicht zu verzeichnen. Man müsse hoffen, daß auch nach dieser Richtung hin der uneigennützigen Arbeit des Verkehrs-Vereins die verdiente Würdigung zuteil werde. Mit der Aufforderung, in Zukunft die B e - strebungen des Verkehrsvereins eifrig z u unterstützen unb damit zur Förderung des Gemeinwohls in unserer Stadt beizutragen, schloß ber Redner seine Betrachtung ber wichtigsten Gegenwartsaufgaben unserer kommunalen Derkehrssöcderungsarbeit. 3m Anschluß an den mit lebhaftem Beifall auf- genommenen Vortrag setzte eine rege Aussprache ein. Als erster Redner stimmte Beigeordneter Dr. ,yj a m m mit dem Referenten völlig darin überein, daß die Frage der Anlegung von weiteren Sanitätsrat hatte es ihr in seinem Damaligen Briefe mitgctcilt. Es war kurz nach-Tisch. Brigllta Hollermann stand soeben auf der Treppenleiter, um auf der Spitze des mächtig hohen Weihnachtsbaumes einen Weihnachtsengel zu befestigen, als eine wohltönende Männerstimme vom $üreingarg rie : „Da komme ich woh. gerade recht, Schwester Gitta, um Ihnen ein wenig behilflich sein zu können!" Schnell wandte Brigitta, die ganz in Gedanken versunken war, den blonden Kopf unb erkannte nun erst den jungen Ortspfarrer Wendelin, ber sich die von ber grimmigen Kälte roten, durchfrorenen Hände vergeblich wann zu pusten versuchte. „Gehen Sie lieber erst zu Schwester Christiane an den warmen Ofen unb tauen S.e sich auf. Sie finb ja ganz burchfroren unb sehen wie ein Schneemann aus, Herr Pastor!" rief Brigitta, von ber Leiter herablachend, aus. „Rein, nein. Schwester," entgegnete Pastor Wendelin luftig, „ich bleibe doch lieber ein wenig bei Ihnen. Lassen Sie mich zusehen. Wie hübsch Sie heute aussehen, wahrhaftig, wie ein kleiner, blonder Weihnachtsengel: sogar die roten Backen fehlen nicht. Sylt bekommt Ihnen gut. Schwester Gitta: haben Sie sich ein wenig hier eingelebt?' „Ich fühle mich hier sehr wohl, und bin Schwester Christiane von Herzen dankbar, daß sie mich behält , erklang es. leicht verlegen, von Brigittas Lippen, während sie emsig viele kleine, goldene Sternchen rings um den Baum befestigte. Ä „ „Behält?" entgegnete der Pastor. „Hallo, Schwester Gitta, sind Sie nicht doch ein wenig zu bescheiden? Was sollte wohl Schwester Christiane ohne Sie überhaupt anfangen? Schaffen Sie nicht für Drei? Hängen Die Kinder nicht in wahrhaft abgöttischer Liebe an der guten Tante Gitta? Ist das nicht alles Ihr Verdienst?" Brigitta errötete leicht und kletterte rasch die Leiter herab, um einen Korb vergoldeter Rüsse vom Tisch aufzunehmen. Pastor Wendelin sprang hinzu und beteiligte sich nun eifrig an ber Arbeit. Brigitta schwieg beharrlich unb machte sich nur noch emsiger daran, den Daum zu schmücken. So kam es, daß der Baum nach Derlauf einer Stunde schon beinahe fertig war. Der junge Geistliche hatte fich unbemerft in den Hintergrund des Saales entfernt und leise das Harmonium gufgeklappt. Brigitta stand versunken vor ber hohen, schlanken Tanne. Pastor Wendelin hatte sie offenbar ganz vergessen. Da erklang plötzlich in jubelnden, rauschenden Tonen das alte, schöne Weihnachtslied durch den stillen Raum. O du fröhliche, o du selige — Brigitta zuckte heftig zusammen und hob abwehrend Die HänDe. Das Lied riß mit einem Schlage alle Wunden ihres gemarterten Innern wieder auf. Sie sah Den Weihnachtsbaum des letzten Jahres vor sich, daheim im Elternhause: und damit siel ihr alles wieder ein, was sie verloren hatte. Als Pastor Wendelin das Lied mit einem leise verklingenden Akkord schloß und sich zu Brigitta umwandte, war diese spurlos aus dem Saal verschwunden. Kopsschüttelnd schloß er daS Harmonium und ging hinüber zu Schwester Christiane, wo er auch Brigitta wieder traf, Die mitten im Kreise Der Kinder am Boden hockte. Mit einem seltsamen Leuchten in den Augen sah er selbstvcrgcs'en auf das anmutige Bild und merkte Dabei nicht, daß Schwester Christiane ihn mit stummem, erstauntem Blick streifte, und dann ein kurzes, heißes Erschrecken über ihr gütiges, kluges Gesicht ging. Die Weihnachtsbescherung für die Kinder fand am nächsten Tage schon am zeitigen Rachmittag statt, mit Rücksicht auf die kleinen Rekonvaleszenten. Run ruhten sie schon, selig träumend, in ihren weihen Bettchen. Schwester Christiane sah mit ihren Drei Gehilfinnen in ihrem gemütlichen Wohnzimmer: unb auch Pastor Wendelin und der Ortsarzt, Doktor Larsen, ein alter Junggeselle, hatten sich zum Weihnachtsabend eingesunden. Denn bei Schwester Christiane war es am Weihnachtsabend immer urgemütlich. unD Die mütterliche Freundin hatte stets eine nette lleberrafchung bereit und hielt auf einen guten Braten. Gerade stapfte der alle Andresen mit der eingetroffenen Post ins Zimmer. Auch für Brigitta waren zwei Briefe Dabei. Der eine stammte von ihrem väterlichen Freund. Sanitätsrat Lührmann. unb ber zweite, mit Der ungelenken, zittrigen Schrift, kam von Der alten Hanna. Still zog sich Brigitta von den anderen in eine Ecke des Zimmers zurück, um Die Briefe zu lesen. _ . Unwillkürlich griff sie zuerst nach Hannas Brief und öffnete ihn. „Liebes, gnädiges Fräulein", schrieb die alte Dienerin. „Morgen zum Weihnachtsabend sollen Sie doch wenigstens von mir einen Weihnachts- gruh erhalten: denn Die Frau Geheimrat wird kaum Daran denken, und Fräulein, Isa hat uns nun doch auch für immer verlassen." „Isa fort?" murmelte Brigitta bestürzt. Dann beugte sie sich wieder über bie ungelenken Seiten. .. Fräulein Isa ist zu ihrer Freundrn noch Berlin, ber jungen Frau von Salden. S'.e wissen doch, es ist Ri von Brekendorf, bie im Früh- Auto-Parkplätzen brennend geworden ist. Projekte hierfür feien bereits ausgearbeitet, er hoffe, daß bie Plätze halb zur Verfügung gestellt werden könnten. Auch die Anregung des Vortragenden hinsichtlich ber Anbringung beleuchteter Richtungsschilder hält er für sehr beachtenswert: diese Einrichtung könne man ins Auge fassen. Den Forderungen des Referenten gegenüber ber Reichsbahn schließe sich Die Stadtverwaltung voll und ganz an. Alle Vorstellungen der Stadt bei ber Reichsbahn, welche auf eine Besserung der vom Vortragenden kritisierten Verhältnisse hinzielten, seien bis jetzt ohne Erfolg geblieben. Die Stadtver roaltung werbe aber nun erneut bei ber Reichsbahn vorstellig werden. Bezüglich ber Straßenher- ft e 11 u n g seien alle Städte zur Zeit in einer sehr mißlichen Lage. Durch den ständig steigenden Auto- verkehr und den Umstand, daß immer schwerere Lastkraftwagen gebaut würden, der Automobilindustrie auch bezüglich ber Breite der Wagen keine Schranken gesetzt seien, würde bie Fahrbahn ber- artig stark in Anspruch genommen, baß bie Städte bezüglich der Straßenherstellung nicht mehr mit könnten. Wenn hier nicht eingegriffen würde, gingen bie Stabte an ben hohen Straßenbaukosten zugrunde, oder bie Straßen kämen in einen furchtbaren Zustanb. Unsere Stabt fei aber insofern noch sehr übel baran, als sie trotz bes starken Durchgangsverkehrs ber Autos nichts aus ber Kraftfahrzeugsteuer für bie Straßenunterhaltung bekomme. Auch Vorstellungen bei der Regierung nach biefer Richtung hin seien erfolglos gewesen. Mit bem 11 m bau ber Westanlage könne jetzt begonnen werben, nachdem einige Schwierigkeiten nun überwunden seien. Die Frage ber (Erbauung bes 33 i c h- Hofes werbe auch jetzt noch von ber Stabtverwal- tung mit großem Nachdruck behandelt, jedoch seien einige technische Fragen erst noch zu klären, außer, dem spiele auch die finanzielle Seite bei diesem Projekt eine große Rolle. Die Verhandlungen wegen eines Staatszuschusses seien noch nicht abgeschlossen. Er hoffe in dieser Hinsicht auf Entgegenkommen ber hessischen Regierung, zumal die Stadt dem hessischen Staat gegenüber auch bei der, kostenlosen Abgabe von Gelände und in ber Bereitstellung von Barmitteln für staatliche Einrichtungen (Universität) wiederholt weitgehendes Entgegenkommen gezeigt habe. Bezüglich Der Fremdenverkehrs st at,- ft i k wies Beigeordneter Dr. Hamm Darauf hin, daß die von den beteiligten Geschäftsleuten erbetenen Unterlagen in keiner Weise für Steuerzwecke Verwendung finden. Stadtv. Kaufmann Wilh. Horn bedauerte in voller älebereinstimmung mit Dem Dortragenden Das geringe Interesse eines Teils der Geschäftswelt an Den Derkehrswerbefragen. er wies weiter auf Die außerorDentlich ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse hin, die geeignet feien, einzelnen Gewerbetreibenden den Blick und das Interesse selbst für wichtige Fragen außerhalb Des Betriebes zu nehmen. Er wünschte zwecks Aufklärung die Verbreitung des Vortrags des Redners in zufammenfassender Form. ' Stadtv. Rahnefeld machte einige Vorschläge zur Fremdenstattstik. In feinem Schlußwort dankte Redakteur B l u m s ch e i n Dem Beigeordneten Dr. Hamm für die erschöpfende Antwort auf Die dringendsten der von ihm angeschnittenen Fragen. Er betonte Dabei mit Worten der Anerkennung DaS große Interesse, welches Die Stadtverwaltung bisher stets allen Verkehrssragen entgegengebracht habe, sowie die rege Mithilfe Der Verwaltung. Er schloß mit dem Wunsche, daß Der Vortrag und Die Aussprache Dazu beitragen möchten, die Lauheit mancher Kreise in bezug auf Verkehrs, fragen zu beseitigen. .. Die weiteren Verhandlungen des Abends brachten eine Anzahl Wünsche und Anregungen johr Den Gesandtschaftsattache heiratete. Wie mir Fräulein Isa erzählte, geht sie zur Gesellschaft zu Frau von Salden, Da Deren Mann nach Schanghai verseht worden ist. sie sich aber von Dem Berliner Gesellschaftsleben noch nicht zu trennen vermag. In einem halben Jahre ent- scheibet es sich, ob Frau von Salden ihrem Manne nachreist. Der wohl Den Auslandposten für mehrere Jahre erhält. Fräulein Isa will sie Dann auch begleiten, und freut sich schon Darauf, Die Frau irgendeines reichen Ausländers zu werden. Ach Gott, liebes Fräulein Brigitta, hoffentlich heiratet das Fräulein Isa Dann mcht etwa so einen gelben Japaner, schon wegen Der kleinen Kinder! Doch nun habe ich genug geschrieben. Der gnädigen Frau Mutter geht es sticht besonders gut. Sie ist nie daheim, und wenn sie sich zuviel zugemutel hat. greift sie immer zu Der kleinen braunen Spritze. Ich glaube, es ist Gift, was fie von. Doktor T-eiUnger erhält. Sie muß Die Einspritzungen aber letzt schon immer öfter machen, sonst helfen sie nicht mehr. Wo find die schönen Zeiten hin! Manchmal denke ich. es wäre doch recht gut, wenn Der liebe Gott mich bald abrufen würde. Run nichts für ungut, und ergebene Weih- nachtsgrühe von Ihrer alten Hanna." Traurig fah Brigitta von Dem Briefblatt aus und ein Schluchzen würgte ihr Die Kehle. Sie bekämpfte jedoch tapfer ihre Tränen und öffnete hastig Den Brief des Sanitätsrats Lührmann. Dieser schrieb ihr in feiner großen, energischen Schrift viele herzliche WeihnachtSgrüße und teilte ihr mit. daß die alte Jurgens speziell für sie einen besonderen Kuchen gebacken habe, der wohl aber später als Der Brief eintreffen würde, alldieweil Pakete zur Weihnachtszeit ziemlich lange unterwegs wären. Plötzlich aber zuckte Brigitta heftig zusammen beugte sich tiefer über Die Zeilen, da ihr Blick auf einen Ramen gefallen war. Zitternd vor Herzklopfen las sie weiter. „UnD noch eins muß ich Ihnen berichten, liebes Kind", schrieb der alte Herr am Ende seines Briefes. »Vielleicht erleichtert Ihnen diese Rachricht ein wenig Ihr Herz. Zum mindesten nimmt Ihnen diese Rachricht Den quälenden Gedanken. daß Sie Doktor Eggenhrechts Tod ver- tchuldet hätten. Ja, ich lann Ihnen sogar mit Bestimmtheit tagen, daß Eggenbrecht bei dem Explosionsunglück nicht ums Leben kam. Ter, den man aus Den Trümmern zog. war ein Fremder, der sich ins Laboratorium eingeschlichen hatte, um zu stehlen. Ein Sterbender hat mir alles gebeichtet. Das Schicksal spielt ost seltsam und hatte unter Den vielen Kollegen, Die zur Verfügung standen, gerade mich zum Beichtvater eine> alten, sterbenden Derbr-chers bestimmt. (Fortsetzung folgt.) Neue Bücher. — Fügend und Buch. Sin Beitrag zur literarischen Erziehung der Fugend. Don Prof. Dr. G. Dost. Kart. 2,60 TS!. Verlag von D. G. Teubner In Leipzig und Berlin. (123) Was soll die Fugend lesen? Wie soll sie lesen? Professor Dost hat die Frage einmal ganz praltisch behan- delt und hat gezeigt, welche Gesichtspunkte maßgebend sein sollen bei der Lektüre des Fugendlichen. Sein vornehmstes Ziel bleibt dabei, Geist und Geschmack der Fugend am literarisch und künstlerisch Wertvollsten zu bilden. So nur wird auch eine gedigene Dollskulter geschaffen. Für jede Altersstufe, jedes Fnteressengeb et gibt der Verfasser E'tern und Erziehern pralt'.sche Winke zur literarischen Fugendbildung. Dor allem weist er immer wieder auf den Trieb zu künstlerischer Betätigung hin, der gerade im Kinde noch so stark vorhanden ist und der erzieherischen Arbeit entgcgenkommt. — S. Keller: Sin Datererbe. Geschenk- buch zur Konfirmation für Knaben und Mädchen. 6. bis 10. Tausend. Ganzleinen 2.80 Mk. Walter Loepthien Derlag, Meiringen und Leipzig El. (78). - — Fn der Reihe der Wiesbadener Volksbücher (im Verlag des Volksbildungsvereins zu Wiesbaden) sind unter Rr. 210 und Rr. 220 zwei neue, wohlfeile Bändchen erschienen, die jeweils eine begrüßenswerte Auswahl aus dem Werk zweier, unserem Leserkreise wohlbekannten Dichter bieten. Unter dem Titel .Zweiklang" sind zwei Geschichten von Alfred -Dock zusammengefaßt, von denen die erste. „Am alten romantischen Ufer", eine Gottfried-Keller- Aovelle. dem Sammelbande „Schicksalstage deutscher Dichter" entnommen ist und übrigens auch aus einer Veröffentlichung in der Unterhaltungsbeilage des Gießener Anzeigers bekannt sein dürfte; die zweite, einem frühen Rovellenbande entstammend, ist die ergötzliche Schilderung der „Meßfahrt". Beide Stücke sind für die dichterische Eigenart und den Prosastil Bocks ungemein charakteristisch. Ueberdies gibt die Einführung von Will Scheller ein gut gesehenes, abgerundetes Bild vom Wesen des Verfassers. — Unter der Ueberschrift „Die Geretteten" findet man drei Erzählungen des in Limburg geborenen, jetzt in Rüdesheim als Amtsgerichtsrat wirkenden Leo Sternberg, der dem hiesigen literarischen Publikum ebenfalls nicht fremd sein dürfte. Die Erzählungen „Der Frühmesser-, „Das gerettete Deutschland" und „Gräfin Loretta", untereinander sehr verschieden, bilden in ihrer Gesamtheit einen glücklich gewählten Ausschnitt aus Sternbergs reichem, dichterischen Schaffen. Die ausgezeichnet informierende Einleitung schrieb der namhafte Kölner Fournalist und Dichter D. H. S a r - nehki. (799/800.) — Medizinalrat Dr. Bern h. A. Bauer: W i e bist du Weib? Mit einem besonderen Anhang: Weib, bleibe jung und schön! Hygiene der modernen Frau. Völlig umgearbeitete Neuauflage. 664 Seiten mit 74 Bildtafeln, 19 Textbildern und mehreren farbigen Tabellen. 45. bis 55. Tausend. Viktoria-Verlag, Wien lV. Preis: Leinen 24^ Mark. — Rechtsanwall und Senator D r. Karl Krug. Mnemotechnik im Bürgerlichen Gesetzbuch, nebst Einführungsgesetz, Handelsgesetzbuch, Strafgesetzbuch. Gericbtsverf.- Geseh. Zivil- und Strafprozeßordnung. Berlin (Liebmann) 1928. 4. Ausl. 3 Mk. — Das Schrift- chen gibt zunächst eine interessante Einleitung in die Mnemotechnik, ihre Ziele, Methoden und Schranken. Es folgt dann das Mnemotechnische Wörterbuch, das die Orientierung im Gesetz vermitteln soll. „Zahl und Gedanke werden mit einer schier unzerreihlichen Kette zusammen- geschmiedet." Wie die Zahl der Auflagen beweist, hat sich das Buch viele Freunde erworben und scheint dem Wunsche vieler nach Gedächtnis- Unterstützung gerecht worden zu sein. — „Einführung in d ie Zeitungskunde" von Prof. Dr. rer. pol. Hellmuth Wolff, Halle (Derlag von Otto Liebmann, Berlin W 57; kart. 6 Mk. (68) — Der Verfasser hat sich der dankbaren Aufgabe unterzogen, alles zusammenzustellen und in interessanter Weise zu beleuchten, was zum Verständnis der Zeitunaskunde gehört, u. a. den ‘Begriff der Zeitung und die Geschichte der Zeitung. Es folgt ein Abschnitt über die Zeitung als gewerbliches Unternehmen einschließlich des Zeitungsbetriebes, des Anzeigenteiles, der Organisation, ein Abschnitt für die Telegraphen-, Korrespondenz- und Annoncenbureaus. Ein weiterer befaßt sich mit den Fournalisten und der Richtung der Tagespresse, der öffentlichen Meinung und dem Recht der Presse. Das flott geschriebene Buch sollte jeder lesen, der sich wöhnt ist, aus einer Tageszeitung zu schöpfen, für das öffentliche Leben interessiert und ge- ftBet kommunale Verkehrs fragen. Stabtv. Horn brachte zunächst den Dank der Geschäftswelt an den Derkehrvverein für die verständnisvolle Durchführung der Lichtwoche zum Ausdruck, die auch den Gewerbetreibenden Vorteile gebracht habe. Kaufmann Bär (i. Fa. C. Frensdorf) wies auf verschiedene Verkehrshindernisse innerhalb unserer Stadt hin, ebenso Kaufmann R ö der. Kaufmann Krämer (i. Fa. Süß) hält die Anwesenheit eines Vertreters des Polizeiamts bei den Versammlungen des Verkehrsvereins zur Entgegennahme von Wünschen und Anregungen für wünschenswert, und klagte darüber, daß am vorletzten Sonntag vor Ostern die Läden nicht offengehalten werden durften. Diese Beschwerde gab Anlaß zu einer sehr eingehenden Aussprache. Auch über die Schädigung eines Teils der hiesigen Geschäftswelt durch die Wanderlager und die Messe wurde lebhaft Klage geführt, ebenso darüber, daß Geschälte in manchen umliegenden Orten den Ladenschluß nicht ordnungsmäßig durchführen. Erst kurz vor Mitternacht fand die interessante und an neuen Gesichtspunkten reiche Versammlung mit Dankesworten des Vorsitzenden an die Besucher ihren Abschluß. Wirtschaft. Mr geringe Entlastung der Reicherbank. Die nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. März eingetretene Entlastung spiegelt die am offenen Geldmärkte vorhandene Versteifung wider; sie ist nur zögernd und im Vergleich zu der entsprechenden Zeit des Vorjahres gering. Der Wechselbestand der Reichsbank hat sich nach dem Ausweis nur um 34 Mill. Marl vermindert, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß in dieser Summe 20 Mill. Mk._ Devisenverluste mit enthalten sind. Gegenüber dem 15. Februar zeigt das Konto Wechsel und Schecks eine Steigerung von 268 Mill. Mk.. wobei es sich vorwiegend um Fn'andwechsel handelt, so daß in den letzten vier Wochen ein stetiges Ansteigen des Fnlandwechselbestandes trotz Konjunkturrückgangs und sinkender Unternehmungslust zu ver« zeichnen ist. Am 15. März des Vorjahres betrug die Entlastung auf dem Wechselkonto rund 216 Mill. Mt., das Wechselportefeuille liegt allerdings um 300 Mill. Mk. niedriger gegenüber dem Vorjahr, ist jedoch fast um den gleichen Betrag gegenüber Medio Februar b. 2. gestiegen. Die Medio-Versteifung hat auch wieder zu neuer Aufnahme von Lombardkrediten geführt, nachdem bis zum 15. März die Ultimo Februar in Anspruch genommenen hohen Lombardkredite fast vollständig abgedeckt worden sind. Mithin ist die Entlastung der Reichsbank per 15. März eine sehr mäßige und entsprechend die Kontraktion des Rotenumlaufs gering. Der gesamte Rotenumlauf ist mit rund 4,63 Milliarden Mk. höher als im Vormonat (4,55) und auch im Vorjahr (4,49). Die Entwicklung der Devisenkurse ließ darauf schließen, daß neue Devisenverluste größeren Umfanges bei der Reichsbank eingetreten sein müssen. Der Ausweis betätigt dies; es sind von der Reichsbank in der zweiten Mürzwoche insgesamt 80 Mill. Mk. Devisen abgegeben worden. Dadurch erhöht sich der Betrag, den die Reichsbank für ihre Fnterventionstätig- leit am Devisenmärkte zur Stützung des Mark- kurseS seit Februar zur Verfügung stellen mußte, auf rund 380 Mill. Mk. an Gold und Devisen, der Devisenverlust feit Beginn des Fohres beträgt jetzt rund 300 Mill. Mk. Die Operations- basis der Reichsbank hat damit eine weitere erhebliche Schmälerung erfahren, was um so beachtenswerter ist, als in den letzten Wochen gleichzellig Goldabflüsse eingesetzt haben. Daß die Reichsbank mit weiteren Soldabflüssen rechnet, geht aus ihrer Maßnahme hervor, über die sie sich des näheren ausläßt, und derzufvlge 36 Mill. Mk. Gold nach Reuhork zwecks Auffüllung des dortigen Golddepots der Reichsbank verschifft worden find. Ferner sind dem Reu- Yorker Golddepot der Reichsbank durch eine besondere Abmachung mit der Dank von Frankreich aus ihrem Reuyorker Golddepot 5 Mill. Dollar Gold neu zugeflossen; der Wert des Golddepots der Reichsbank in Reuyork stellt sich jetzt wieder auf etwa 75 bis 80 Mill. Mk. Die Reichsbank hat also in der Berichtswoche kein Gold abgegeben, sondern eß ist nur eine Verschiebung zwischen inländischem Goldbestand und AuSlanddepot eingetreten, die bezweckte nach der starken Gvld- dbgabe in der ersten Märzwoche das Reuyorker Depot wieder aufzufüllen, um für neue Goldabgaben gerüstet zu sein, die sich leichter und mit weniger Verlust (Fracht und Versicherungsspesen) durchführen lassen, wenn sie direll von Reuyork aus vorgenommen werden. Lommerz-nnd Privatbank A.-G. Fn der gestrigen Aufsichtsratssihuna der Commerz- und Privatbank A. G. Hamburg-Berlin wurde beschlossen, aus einem Reingewinn von 11,52 Mill. Mk. (i. D. 10,21 Mill. Mk.) wieder 11 Prozent Dividende zur Verteilung vorzuschlagen, dem Reservefonds 2,50 (i. D. 1,5) Mill. Mark zu überweisen und 1,83 (i. D. 1,52) Mill. Mark auf neue Rechnung vvrzutragen. Der älm- sah ist im abgelaufenen Fahre von 104 auf 120 Milliarden Mk. gestiegen. Ttorbbeutföer Lloyd. Fn der gestrigen Generalversammlung gab Präsident Heineken zu dem Geschäftsbericht eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt: Das Fahr 1928 habe, wenn auch ein Anwachsen der Llnkosten zu beklagen war, wenigstens mengenmäßig durchaus befriedigt. Die Zahl der von der Gesellschaft beförderten Passagiere habe 1923 etwa 175 030 gegen 136 417 im Fahre 1927 betragen. Auch die ersten Rlo- r.ate des laufenden Geschäftsjahres hätten mengenmäßig ein befriedigendes Geschäft gebracht. Sehr große Schwierigkeiten seien durch den außer- ordenllich harten Winter entstanden. Die Arbeiten an Len Großbauten, deren Ablieferung durch den Streik leider uni reichlich drei Monate verzögert sei, nehmen einen guten Fortgang, so daß die erste Reise damit für Fuli in Aussicht genommen werden könne. Fn der Angabe über die Amerikaentschädigung habe sich der Fahresbericht bewußter Zurückhaltung befleißigt, indem nur einwandfrei feststehende Tatsachen betanntgegeben wurden. Heber den Gang des Verfahrens könne mitgeteilt werden, daß nach einer zunächst für einige typische Fälle ergangenen Vorentschädigung die Frage der Cnt- schädigungsberechtigung für die in Frage kommenden Lloydschifse geklärt erscheine. Sie wurde nur verneint für zwei als Hilfskreuzer internierte Schiffe und einen kleinen Frachtdampfer. Mit dieser Entscheidung sei der Weg für die nunmehr zu treffende Bewertungsentscheidung frei- gemacht. Der Präsident schloß seine Ausführungen mit dem Aus)ruck der Hoffnung, daß noch das Fahr 1929 den Abschluß der auf Beseitigung oder Ausgleich der für die Gesellschaft so überaus schweren Kriegsfolgen gerichteten Tätigkeit und der Gesellschaft damit endgültig auch die Grundlagen für die im Fnteresse der gesamten deutschen Wirtschaft liegende gesunde Weiterentwicklung bringen werde. Die Generalversammlung setzte sodann die Dividende wieder auf 8 Prozent fest, gegen die Stimmen eines Aktionärs, der den Antrag gestellt hatte, der Versorgungskasse 500 000 Mk. statt 250 000 Mk. zu überweisen und den Vortrag auf neue Rechnung um den entsprechenden Betrag zu kürzen. • * „M i a g" Mühlenbau- und Industrie A.'G., F r a n k f u r t a. M. Es wurde im Fahre 1928 ein Rohgewinn von (in Millionen Mark) 12,97 (12,87) erzielt. Unkosten gingen auf 9,35 (9,45) zurück, dagegen erhöhten sich Steuern auf 1,08 (0,95) und Abschreibungen auf 0,88 (0,82). Aus dem Reingewinn von 1,81 (1,80) werden bekanntlich wieder 10 o. H. Dividende auf 14,80 Stamm- und 7 v. H. auf 0,20 Vorzugsaktien verteilt, 0,15 (0,18) dem Wohlfahrtsfonds überwiesen und 0,11 (0,15) vorgetragen. Zu Beginn des neuen Jahres sei der Auftragsbestand geringer als im Vorjahr gewesen, während die bis- herigen Auftragseingänge sich um 20 v. $)• gegen das Vorjahr erhöhten. "EduardWinter 21.-0. für Kraftfahrzeuge, Berlin. Die Gesellschaft (General Motors-Verkaufsvertretung) schlägt eine Dividende von wieder 20 v. H. vor. Frankfurter Börse. Frankfurt, 21. März. Tendenz unsicher. Zu Beginn der heutigen Börse machte sich wieder eine Unsicherheit bemerkbar, da der schwache Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse und die höheren Geldsätze am dortigen Platze verstimmten. Im Zusammenhang hiermit traten wieder erneute Befürchtungen einer Diskonterhöhung der Federal Reserve Bank auf. Die Spekulation hielt sich daher, nachdem sie in den letzten Tagen in erheblicherem Maße Fn- tereffenfäufe vorgenommen Halle, im Hintergrund und schritt eher zu Abgaben, so daß bei den mei - ft e n Werten Ser lüfte bis z u 2 v.H. ein- traten. Orders von Auslandseite, sowie von der Bankkundschaft lagen nur in ganz geringem Umfange vor, so daß auch hiervon die Börse keine Stütze erfuhr. Das Geschäft blieb hinter der gestrigen Börse zurück, doch konnte zeitweise eine etwas lebhaftere Umsatztätigleit fcstgcstelll werden. Stärker abgeschwächt waren Zellstoff Waldhof mit minus 3,25 o. j). Don Ehemiewerten gaben F.-G.-Farbcn 2,5 v. 5). nach, während Scheideanstalt knapp gehalten blieben. Goldschmidt minus 2,5 v. 5). Stark im Angebot lagen am Elektromarkt Ehade-Aktien, minus 5 Mark. Schuckert eröffneten 2,25, Bergmann 2,50, Siemens 2 und AEG. 1,5 v. H. niedriger. Einiges Interesse bestand am Montanmarkt für Kupfer- werte auf das weitere Ansteigen der Kupferpreise. Otavi-Minen gewannen 0,50 Mark, Mansfelder 0,5 v.H. Kohlenwerte lagen unter dem Druck der allgemeinen Lage ebenfalls gedrückt. Nur Gelsenkirchen eine Kleinigkeit erhöht. Banken bis 1 v.H. niedriger, nur Reichsbank konnten mit plus 2 v. H. vermehrtes Interesse auf sich lenken. Renten still. Deutsche Anleihen behauptet. Fm Verläufe wurde das Geschäft sehr ruhig, doch brachten kleine Ab- schluffe eine geringfügige Besserung des Kursniveaus. Die Gewinne betruaen aber nur Bruchteile eines Prozentes. Die Haltung blieb lustlos, nur für Siemens bestand etwas vermehrtes Fnteresse und dieses Papier konnte 2,5 v.H. anziehen. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 5 v.H. weiter etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2140, gegen Pfund 20,455, London gegen Kabel 4,8535, gegen Paris 124,28, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 31,75, etwas höher, gegen Holland 12,12. Berliner Börse. Berlin, 21. März. Schon der heutige Dormittagsverkehr zeigte im Gegensatz zu den Vortagen eine recht nervöse Stimmung. Die weitere Erhöhung des Kupferpreises, der Abschluß der Commerz-Bank, die Annahme des Rotetats im Reichstage, die Besserung der Wagenstellung der Reichsbahn blieben ohne Einfluß, dagegen wurden Meldungen über Diskont- befürchtungen laut, die auf die höheren TageS- gcldsähe in Reuyork zurückzuführen sind. Auch die Vorbereitungen zum Ultimo wirkten ge* schäftshemmend. Die Spekulation hatte Ware übrig und fchrllt zu Glattstellungen auf Meldungen, daß zwar neue Auslandorders da waren, doch nicht ausreichten, um das ganze herauS- kommende Material aufzunehmen. Sine gewisse Stühe bot die heute zur Veröffentlichung gekommene Außenhandelsbilanz für den Monat Februar. Das Geschäft war zu den ersten Kursen verhältnismäßig ruhig und die Entwicklung keine einheitliche. Kaliwerte, Reichsbank, 'Berliner Handelsgesellschast, Berger und Tietz lagen weller fest und bis 3 Proz. höher, dagegen waren Montanwerte bis 1,50 Proz. schwächer, Evenska mit minus 5 Mk., Kunstseidenaktien bis 5 Proz., Stöhr minus 4 Proz. und Spritwerte bis zu 3 Proz. gedrückt. Von Rebenwerten fielen Deutsche Waffen, Orenftein, Konti Kautschuk, Dessauer Gas, Schlesische Portland durch schwache Haltung auf. Deutsche Anleihen behauptet. Ausländer geschäftslos. Der Pfandbriefmarkt lag still und ziemlich gehalten. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld mit 4 bis 6.5 Proz. weiter angeboten. Auch im Verlaufe blieb die Tendenz unregelmäßig, und das Kursniveau bröckelte überwiegend weiter ab. Weiter fest lagen Reichsbankanteile. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. März. Der Produk tenirarft verkehrte heute in ruhiger Haltung. Anregungen lagen nicht vor, da das Angebot wieder etwas umfangreicher war, war die Stimmung sehr gedrückt unb es traten verschiedentlich, da keine Rachfrage vorhanden war, weitere Rückgänge ein. Hiervon wurde jedoch nur Weizen in erster Linie betroffen. Es wurden notiert: Weizen 24; Roggen 23,25 bis 23,50; Sommergerste für Drauzwecke 24; inL Hafer 24,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 24; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. 33,75 bis 34,25; Äoggen- mehl 30,75 bis 31,75; Weizenkleie 14,15; Roggen- tleic 15,25 bis 15,50 Mk. Tendenz: matt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. März. Auftrieb; 83 Rinder, 1304 Kälber, 235 Schafe, 931 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 80 bis 84 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 74 bis 79; geringe Kälber 67 bis 73. — Schafe: Mastlärnrner und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 56 bis 62; mittlere Wast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 50 bis 55. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebend^ gewicht 77 bis 79; von etwa 160 bis 200 Pfund 77 bis 80; fleischige Schweine von etwa 120 biß 160 Pfund 75 bis 78 Mk. — Marktverkauf: Kälber und Schafe lebhaft, ausverkauft. Schweine ruhig, Lieberstand. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse 129,75 126,13 198,5 Dividende an. - Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, LombardzinSfuh 7,5 Prozent. ühnen Ziffern geben die Höhe der zuletzt 137,5 313,5 137,4 315,13 126,5 141,25 142,5 142,9 228.25 198,4 281,5 175,25 166,25 170,5 136,75 316,5 166 170,75 142,5 226.25 198,25 282,25 176 166,5 171,75 199 282,2j 176 166,5 171,75 137,25 314,65 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. W. Telegraphische Auszahlung. VA . b . k 10 . 8 io 10 18 u 1-' 10 10 lu . 9 . 8 IS Die hinter den ölig. Deufldje »tlenbatm - Hamburg-Amerika Pake! . Oamb.-Süttam. Dampssch. vanfa Dampslchiss Norddeutscher Lloyd . • .'Illg. Deutsche (Itebilanft. . Barmer Bankverein berliner HandelSgesellsch. - rommerz- und PcivauBank barmst, u. giatlonalbanf Deutsche Bank rtökonto-Gesellschast flirt.. PrHtmet Bank 'litteldeutsche Lredltbanl. fielallbank ....... Jieicßßban! .»••••• Geld 12,47^ 168,31 22,26 111,98 59,08 2,48 112,18 81,03 64,26 12,442 73,22 tHrter 16,53 168,99 22,34 112,42 59,32 2,50 112,62 81,35 64,54 12,502 73,52 129,75 । 128,75 197,5 170,5 - 126,5 125,75 141,9 I 146,75 Banknoten. Berlin. 20 Mc.rc .liii.ruaiiiiair 'Jioien . '-elgrsche Noten . . . Täniicbe Noten ... Englische Norur.... Berlin, 20- März ^rauzonich« Noten..... Holländische Noren...... Zt. lienistbe Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Lette rr. i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schmetter Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische 9ioten . . . . zrankfun a.M. Berlin Schiuh- R aro I-UOI Kur- Schluß, fture Ansang Surtz Datum 20.3. 21-3. 20-3. 21.3. 6% Dl. fietchsanlcihe ». IV2< Dl. Anl.-Ablds.-Echuld mit Äu5 87,3 — 87,5 — los.-Rechten 54,05 *- 54 54,1 Deegl. ohne Aurios.-Rechte <% zranls. Hyp.-Bk. Koldps. nn 12.4 12,4 12,5 12,5 kündbar Mo 1932 4y,% Rheinische Hyp.-Dank Clou 90 — —- Goldps. abfl. Borkriegft-Lbligation. 81,15 — d —• rückzahlbar 1932 89 — — — 4% Schweiz. BundeSb.-AtU.. 97,75 — — — 4% Oesierreichische Golbrte. 31 — — 4,20% Gelten. Silberne. 2,9 — 2,95 — 4% Oesterreich, cinhcitl. fite — — 4% Ungarische Gowrle. 24,9 24,9 — — 4% Ungarische Swann, v. 1910 21,4 21,4 -— 4yt% besgl. von 1913 — — 4% Ungarische Krvncnrte.. 2,05 — 2,05 — 4% iürt Zollanleihe v. 1911 4% Türkische «agdaddahn.flnl. 11,65 — 11,25 — Serie 1 10,8 — 10,8 — 4% deigl. Serie II ... 4% Rumänen convert. fite. - - 11,4 —- 11 11 8,95 4'4% Rumänen Noldanl. von 1913 — 19,1 — iVtonffurt a M Berlin Schluß- 1 Uln- Schlus Anlang Kure Sure Surr Sure Datum 20.3. | 21.3. 20.3. 21 3. U?9UU>y 4>u^mann..... < 128,5 — 128,5 —— Heidelberger Tement .... 10 143 — — — öement Karlstad!..... . ff 173 — Wayß 4 Freitag . ..... 10 130 129,25 — Schultheis Patzenhose- . . . 16 — — 293,5 290,5 Lslwerke....... 12 — — 245 242.25 2?er. Glanzslofs ...... 16 450 449 451 447 11 394,75 389 Zellftoss Waldhos..... 12 — - 263,75 262 Zellstoss Aschaffenburg . . . 12 190 —— 189,25 188 Charlottenburger Was,er . • • < d ** 120 119,75 Dessauer GaS....... . 9 —- — 220 217,75 56 — 57 55,25 Demag ..•••• . 0 — 52,13 51,25 Adlerwerkr Slever . . . . . . 6 54 — 53,5 - Ludw. Loewe . ...... 10 — — 223,3 221 fiat. Automobil . . . . . . . 0 — 30,5 36.5 Ctenfiein 4 Koppel . . . . 6 — — 90,5 88.5 Leonhard Tietz - ..... . 6 — — 280.5 281,75 Bamag-Meguin ...... . 0 — — — Limits. Maschinen . . . . . . « 69 — 665 — (yrryner . . - .••••• 11 87 — 87 — Henligcnstaedt ...... . 0 — — — ZunghanS- . ....... . 4 73.5 72 . 8 114 — — Mmnkraslwerke •••••• . 8 117 — Miag . . ....... 10 142.5 — 142,25 143 fiekarsulmer ....... . 8 23,13 —— 23 Peter« Union ....... . 8 103,5 — 103 — (Sebr. Roeder . ...... 10 114.25 — * — Boigt 4 Hacssner..... . 8 213 - 213 — Eüdd. Zucker....... . 8 146,75 146,9 146,25 — Zranksurt a M. Berlin Schiutz- SlIK l Uhr Äute Echmb sAnsang Kurs Kurs Datum 20-3. 21-3. 20.3. 21-3. vl.u;.W. ..... . t 177 175.5 177,25 176,25 Bergmann........ . 9 221 218,5 220,9 219 ülcltt. Lieserungen..... 10 E — 169 168,25 Licht und Krasi ..... 10 214,5 213.75 213,65 212,75 .zelten * Guilleaume.... . 6 145.5 144 145,75 144,9 Ges. s. Elektr. Unlern.. ... 10 236,5 — 236,75 235,5 Hamb. Elektr. Werke ...» 10 — •— 149 148,5 Rhein. Elektr...... . . 9 —— 167 166.5 Schles. Llektt........ 10 — — 209,5 207,75 Schuckert..... • • • . 9 229 226,75 228,5 228,25 Siemen« 4 Hal-ke . • • • • 12 387 385 387 386 . 8 — — 159,75 Lahmeber &&>..••••• 10 168 — 168 167,25 Buderu» . . ...... . 5 — —• 80.25 —- Deutsche Erdöl...... . 6 123,5 124,5 123 Essener Steinkohls • • • • • . 8 —- —- 128 126,25 Gelsenkirchener ... f. V» 3- < 129,75 130 130.4 131 Harvener......... . 6 136,5 — 137 136.75 Voesch Eisen. ....... . 8 — —— 123.75 122,25 3Ue Bergbau....... . 8 212 —- 211.5 210 . 1 108 108 108 107,5 . 0 — 122 121 Mannesman»..... • . 8 117,5 115,25 117 115.5 Mankselder ...... » . ’l 130,5 130,5 130,25 130,25 Obersch'.el. Eisenb. Bedarf - - . b — — 88,25 — Lberschlcs. Kokswerie - . . . 6 — —- 104,9 105 Phönix Bergbau...... 6’/, 95,5 — 95,5 —— Rheinische Braunkohlen. . . 10 293,5 292,5 294,75 292,75 Rhelnstabl i. % Jahr 4’,: 127,5 126 127,5 127 Riebeck Montan...... 7,1 —— — 144 — Bereinigte Stahlw. .... . < 92,5 —— 92,5 92,25 Ltavi Minen ..... 3? — 72,6 72.25 72,75 ftali Aichcr-lebc» . . • • • 1' 223,75 - 221,5 223.5 <1 oft SLesteregeln . ..... li 229,25 — 227.75 228,5 Kaliwerk Salzvetsurib . . • 1t 333,75 333,5 332,75 335 3- ®. ffarden-Invustrte . . . V. 251,9 249,25 252 250.25 Dynamit Nobel ...... . 1 — «V 117,5 schkideanslaU ...... . 9 170,5 170 — Kolvschmidt ...... . e 92 .9,5 91,9 90 RütgerLwcrke . ...... . 6 93,75 94,5 93,5 Metallgelellschast. • • • • • 11 197,5 — 20. M n 21- März Amiltche yionermta Lmriiche Weiterung fflelb Brie' meld Brtei '.Hott- 168.64 163.98 168.61 168,95 Bu ».-Aires 1.769 1,773 1,770 1,774 Brtt. Antw. 58.45 58.57 58,455 58,575 Cbriftiama. 112,29 112.51 112,28 112,50 .ttov:nbag:u 112,20 112,42 112,25 112,47 Stockholm - 112,46 112,68 112,44 112.66 HeliingforL. Italien. . 10,592 22,05 10,612 22,09 10,593 22,05 10,613 22,09 London. . . fieuttorf .. 20.438 20,478 20,439 20,479 4,2105 4,2185 4.2165 4,2185 Paris.... 1644 16.48 16,445 16,485 Schwei; .. 80,995 81,155 81,00 81,13 Spa ten • 63,48 63,60 64,14 64,26 Japan • - - 1,879 1,880 1,878 1,882 0,501 »io de Jan Wieii in D-- 0,500 59,165 0.502 59,285 0,499 Ceft. abgest 59,19 59,31 Prag - - Bel irad . - 12,467 12,487 12.475 12,49. 7,395 / ,409 7.393 7.407 Dudavrtt - - 73,37 73,51 73,37 73.51 Bul ariev 3.041 3,047 3,041 3,04. Lissabon 18,82 18,86 18,83 18,8 Tav^a.- fionft utiu. 81,70 81,86 81.71 81.87 2.072 2,076 2,065 2,068 Alben- . 5,44 5,45 5,44 4,138 5,45 Canada 4,184 4,192 4,196 Uru uao 4,266 4,274 4,266 4,274 Cairo . . 20,96 21,00 20,96 21,00 ".etd "rief 4.204 4.224 58,28 58,52 111,91 112,35 20,45 20,53 Arühjahrs-Pserdemarkl in Gießen Der gestrige Gießener Frühjahrs- Pferbemarkt hatte infolge der günstigen Witterung einen guten Besuch aufzuweisen. Allerdings war die Zahl der zum Markt gebrachten Df^de gegenüber dem Frühjahrs-Pferdemarkt von 1928 geringer. Sie betrug 322 Pferde, 19 Fohlen. (Frühjahrs-Vferdemarkt 1928 == 369 Pferde, 18 Fohlen; Herbstpferdemarkt 1928 - 410 Pferde. 37 Fohlen.) 3m allgemeinen wurde grttes Material vorgeführt. Der Handel war trotz des guten DefucheS außerordentlich ruhig, fast schleppend. so daß allgemein geklagt wurde. Der schlechte Geschäftsgang wird auf die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie auf den lang- andauernden Winter zurückgeführt, wodurch dem Landwirt maiich« Einnahme an Fuhrlohn ufw. auSgeblieben ist. An Preisen wurden bezahlt: für schwere Pferde 900 bis 1000 Mk., bessere Pferde 600 bis 700 2KL, mittlere Pferde 300 bis 400 Mk., Schlachtpferde 60 bis 150 Wk. DaS PränincrunftSergebitiS: (Ehrenpreis -- E. P., Preis = Pr., Anerkennung = A.) Schwere Arbeits schlage (paarweise): l.Pr. Rich. Decker (Trais-Horloff); 2. Pr. 9. Kaufmann (Niederweisel), Hch. Dreut 11. (Griedel); 3. Pr. L. Klein (Wohnbach), A. Ferd. Schmidt (Birklar), Ad. Hofmann (Langsdorf). Schwere Arbeitsschläge (einzeln): 1.Pr. 2. Kaufmann (Niederweisel), Richard Becker (Trais-Horloff); 2. Pr. S.Roth (Frankfurt), L. Klein (Wohnbach); 3. Pr. Georg Kißler 1. (Niederweisel), Aug. Frensdorf (Gießen); 4. Pr. M. Salomon (Gießen), Wilh. Konr. Müller (Griedel); A. Ad. Dietrich (Langd), Ferd. Schmidt (Birklar), Jakob Kraus- griU VIII. (Nieder-Weifel), Otto Bück (Langsdorf), R. EsauWwe. (Großen-Buseck), Konrad Karl Ebel (Lang-Göns), Hch. Dreut II (Griedel), Wilh. Laux 1. (Holzheim). Dreijährige Fohlen, geb. 1926, Arbeitsschlage: l.Pr. Jean Wilde (Rockenberg); 2. Pr. R. CsauWwe. (Großen-Buseck); 3. Pr. Ad. Hofmann (Langsdorf); 4. Pr. I. Heinrich Wximi ll. (Niederweisel); A. Otto Bück (Langsdorf). Zweijährige Fohlen, geb. 1927, Ar- beits schlage: l.Pr. Hch. Dreut 11. (Griedel); A. Gebr. Marx (Deumühle oei Dorlar). Z u ch t st u t e n : 1. Pr. Ferd. Schmidt (Birklar), Rich. Becker (Trais-Horloff); 2.Pr. Hch. Dreut II. (Griedel); 3. Pr. Gg. Kißler I. (Niederweisel); 4. Pr. Konr. Karl Ebel (Lang-Göns); 5. Pr. Jak. Kraus- arill VIII. (Nieder-Weise!); A. L. Klein (Wohnbach), Wilh. 5^onr. Müller (Griedel), Ehr. Wllh. Haud (Nieder-Weifel), Ferd. Schmidt (Birklar), Gustav Diehl (Birklar), Ad. Hofmann (Langsdorf). aus und Schöffengericht Gießen. Gießen, 20.März. Ein junger Drogist Gießen hatte im Laufe des Jahres 1928 hier an vielen anderen Orten über 40 vollendete and verletzt« diese« durch einen Echlaa mit einem Stuhlbein. Deshalb und wegen fortgesetzten Rück- fallbetrugs erhielt er 2 Jahre 10 Monate Gefängnis. Unter Ausschluß der Oeffenttichkeit wurde gegen fünf Personen aus Friedberg wegen Abtreibung und Beihilfe hierzu erkannt. Es wurden Strafen von 6 Wochen bis 7 Monaten Gefäng- n i 5 erkannt. Kirche und Schule. Oelanatsiag des Dekanats Hungen. rl Lich, 20. März. Der DekanatStag des evangelischen Dekanates Hungen. der gestern hier im Gemeindefaal statt- fand, wurde mit einer von Stiftsdechant Kahn, Lich, gehaltenen Andacht eröffnet, an die sich eine Begrüßung durch den Vorsitzenden, Dekan Engel. Obbornhofen, anschloß. Bei der Wahl des Dekans wurde der seitherige Dekan Engel wiedergewählt, als Dekanstellvertreter anstelle des in den Ruhestand versetzten Pfarrer» Deckel, Södel. Pfarrer Köhler, Vittingen, als Stellvertreter für beide Pfarrer Weber, Treis-Horloff, berufen. Für die Wahl des Dekanatsausschusses war nur e i n Waßlvorschlaa ein- gereicht worden, so daß eine besend.re Wahlhandlung überflüssig wurde. Aus dem von Pfarrer Köhler erstatteten Jahresbericht geht vor, daß im allgemeinen in den 27 Gemeinden des Dekanats ein erfreuliches kirchliches Leben seine Stätte behauptet hat. So beträgt der Kirchenbesuch im Durchschnitt des Jahres 1928 38 Prozent; von den 27 Gemeinden stehen 10 über dem Durchschnitt. Der Abendmahlsbesuch betrug 127 Prozent; 16 Gemeinden stehen über dem Durchschnitt. An Liebesopfern und Gaben der Wohltätigkeit kamen auf den Kopf der Bevölkerung 2,13 Mark. Der Voranschlag des Dekanates, an dessen Posten sich nichts geändert hat, wurde einstimmig angenommen. Der Dekanatstag richtete an die Kreisämter Gießen und Friedberg und cm bas Ministerium für Arbeit und Wirtschaft eine Eingabe folgenden Jsnhalts: „Der Dekanatstag Hungen richtet an das Kreisamt die Ditte, seine Verfügung über das Dackverbot am Karfreitag im Interesse der HeUighaltung dieses Hoheit Feiertages durchzufinren und keinerlei Ausnahmen zu gestatten." Pfarrer Dr. Heyman n. Langsdorf, hielt einen Vortrag über den Einfluß der evangelischen Kirche auf das öffentliche Leben, Die evangelische Kirche solle nicht Polllik treiben, am wenigsten Parteipolitik, sie solle nicht auf Sensation oder gar Reklame aus sein, sondern auf das Ziel hinarbeiten, daß und versuchte Betrügereien begangen. Unter allen möglichen Vorspiegelungen hatte er es verstanden, Geschäftsleuten Waren abzuschwindeln, die er alsbald versilberte. In anderen Fällen täuschte er vor, er sei aus einem Krankenhaus entlasten und habe sein Geld verloren, und erhielt so namhafte Geldbeträge. In dem hiesigen Land- gerichtsgefängnis widersetzte er sich einem Beamten Reitpferd«: l.Pr. Hch. Hofmann (Verger- mühle bei Lich); 2.Pr. Wilh. Eifer (Muschercheim). Wagenschläge (o a o r weise): l.Pr. Jul. Kaufmann (Nieder-Weifel); 2.Pr. August Frensdorf (Gießen); 3. Pr. M. Salomon (Gießen). Arbeitsschläge (leichte) paarweise: 1. Pr. Aug. Frensdorf (Gießen), Wilb. Eifer (Wuschenheim); 2. Pr. Jul. Kaufmann (Rieder- Weisel), Anton Velten XVI. (Lang-Göns); 3. Pr. Gebr. Isenberg (Gießen), Rud. Koch (TraiS- Münzenberg); 4. Pr. Univ. Versuchsgut Dießen, A Heinr. Staubitz (Wittelberg), Wilh. Same« (Dorf-Gill), Dock (Schadenbach). Einzeln: 1. Preis Julius Kaufmann (Rieder-Weisel). Wilh. Siser (Wuschenheim); 2. Pr. Aug. Frensdorf (Gießen), G. H. Bender (Dorf-Gill); 3. Pr. Gebr. Isenberg (Gießen), Heinr. Hofmann (Der- germühle), Karl Rühl (Eberstadt); 4. Pr. S. Roth ('Frankfurt), Wilh. Ehr. Haub (Rieder- Weisel). 2L Rud. Koch (Trais-Münze Berg), Karl Pfannmüller (Dorf-Gill), Ant. Velten XVI. (Lang-Göns), Hnit>. Versuchsgut Gießen. Dreijährige Fohle n.WagenschIäae: 1. Pr. Wilh. Schmidt 11. (Großen-Buseck); 2. Pr. Karl Dopf II. (Lang-GönS); 3. Pr. Aug. Weitz (Dorf-Gill); 4. Pr. Wilh. Sarnes (Dorf-Gill), A Herrn. Fay I. (Langsdorf), Hugo Strabheim (Griedel). ZweijährigeFohlen, Wagenschläge: 1. Pr. With. Eifer (Wuschenheim); 2. Pr. Aug. Weitz (Dorf-Gill); 3. Pr. Herrn. K. Strahheim (Griedel), A Heinr. Hofmann (Bergermühle). Zucht st utcn, Wagenschläge: 1. Pr. Wllh. Eifer (Wuschenheim), G. H. Dender (Dorf- Gill), Wllh. Wachter II. (Gambach); 2. Pr. Rud. Koch (Trais-Wünzenberg); 3. Pr. Heinr. Düringer (Gambach); 4. Pr. Heinr. Staubitz (Wittelsberg). Vorführung von Wagen und Gespannen in Privatbesitz: E. P. Karl Huhn, Ooh. Fischer, Adolf Geiste, Gießener Brauhaus, Carl Schlüter, sämtlich in Gießen; Anton Velten (Lang-Göns). daS Evangelium wieder da« Gewissen deS Volkes werde. Der Redner wies Wege verschiedener Art, die zu diesem Ziele hinführen. In einer sehr lebhaften Aussprache fanden die Gedanken be4 DortrageS, der bei aller Kürze reich an Inhalt war, ihre Ergänzung. Schule und Heimatpflege. f Gedern, 19. März. Unter dem Vorsitz von Kreisschulrat Kinkel, Schotten, sand heute hier eine amtliche Lehrerkonferenz statt. Zunächst hielt Lehrer Reith, Gedern, eine Lehrprobe über Heimatkunde. In Qeljrer Würz, Eichelsdorf, lernte man dann einen tief' gründigen Forscher der Heimatgeschichte kennen, der in fcAXX''xx'^xxxx^ ..... | Outschön billig | Gui.schön,billig kjermanns ^froitzkenn 1O SCHAUFENSTER 1.40 1.30 3.30 1.50 1.30 Dose 3 Paar Inhalt 0.85 Dose 6 Paar Inhalt 1.30 Dose 12 Paar Inhalt 2.50 Lunge feine Erbsen Lunge nrittelfeiue Erbsen.... Lunge Erbsen Gemüse-Erbfen .. Lunge Karotten Karotten, geschnitten.. Stangenspargel, stark Stangenspargel Schnittspargel, mittel Schnittspargel, dünn Lunge Erbsen mit Karotten. 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Pfund 0.60 Zervelatwurst I '/, Pfund 0.50 Salami la */< Pfund 0.60 Salami I x/4 Pfund 0.50 Schlackwurst */* Pfund 0.65 Schinken-Plockwurst ..7, Pfund 0 55 Holsteiner Plockwurst..1/« Pfund 0.50 1.40 1.10 0.90 1.00 0.50 3.80 3.30 3.35 2.40 1.40 .1.60 1.20 .0.85 1.25 | Dose 18 Paar Inhalt 3.75 Dose 30 Paar Inhalt 6.25 | Dose 60 Paar Inh. 12.20 Damen-Handschuhe i nn Waschleder, 2 Perlmutt- (1 Ul knöpfe, weiß und gelb Tr ■ V V £ Die Wirkung vor, .£> frv Obermeyers Medizinal worauf meine Maut sehr wohltuend, sie hat mlrdie lästigen Sick© beseitigt. Ebeoio schreibt Freu Bleicher. Burglengenfeld: Ich litt seit einem Jahr an Pickeln und Mitessern. Alle Mittel waren erfolglos. Da machte Ich Schsumaufichläge mit Obermeyer* Medizinal Herba-Seife. Tn Kürze waren dieselben verschwunden. Sl RM —.65. 30verstärkt. Prüp. RM I —. Zur Nachbehandlung Ist Herba-Creme besonders zu empfehlen. Zu haben in allen Apotheken. Drogerien und Parfümerien. 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