Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages. WHP. Darmstadt, 20. Febr. Der Finanz- ausschuh setzte die ‘Beratung des Staatsvoranschlages für das Rechnungsjahr 1929 beim Kapitel 1 (Forst- und Kamercügüter, Unterforst- Verwaltung) fort, das angenommen wurde. Die Beratung des Kapitels 7 (Landestheater) veranlaßte eine längere Debatte, in der vor allem das jedes Jahr steigende Defizit be» mangelt wurde, wenn auch positive Vorschläge zu seiner Beseitigung nicht vorgebracht wurden. Die Regierung konnte auf die nicht zu umgehende Lohn- und Gagenerhöhung sowie auf die steigenden sachlichen Kosten Hinweisen. Mrt 7 gegen 3 Stimmen bei zwei Enthaltungen würd' das Kapitel angenommen. Eine Vorlage des Ministeriums für Kultus und Dildungswesen, die einen Rachtragskredit für das laufende Jahr 1928 im Betrage von 39 500 Mk. verlang', wird mit dem gleichen Stimmverhältnis angenommen. Der Ausschuß begann dann die Be ratung des Kapitels 33 (Polizei). Zu diesen, Kapitel liegt ein Antrag der Frauen des Land tages vor. der Landtag wolle beschließen, daß bei den Polizeiämtern in größeren Städten. Assistentinnen einzustellen sind, deren Auf- gäbe sich besonders auf das Gebiet der b e w a h renden Fürsorge zu erstrecken hat. Dll- Abstimmung wird morgen erfolgen. Donnerstag, 2\. Abruar (929 179. Jahrgang Ur. (4 Erstes Blatt Landwirtschaft und innere Krise überhaupt nicht welche Steuern zu Beschaf. iiiip an» der Beamten im Stahl- bereits bezahlt preußischen Ministerpräsidenten Braun am letzten Samstag die Rede mar. Dabei wurde insbesondere die Stellung Helm erörtert. 2ßi Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspjennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Ittl Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Cs stehe danach fest, daß die Tribute jetzt aus der Substanz der Eisenbahn werde». ,63 4Ü (4 *A UO |54 |5U 'S lUS w ,46 Ott 1,62 tva. |6S,8< S.l 1J2.34 59,< 112/2 S',91 'S m.' ie das „B. T." mitteilen zu können glaubt, hat auch eine besonders hohe Stelle mit der Leitung des Stahlhelms Fühlung /.-ra'-llU-S' Ende durchfechten will. Oie Auflösung der spanischen Artillerie. Madrid. 20. Febr. (WB.) Das bereits >. ,$* V« mehr d i e alten S t a n d e s v o r r e ch t e genügend achtete und daß außerdem die Artilleristen. die bei den Kämpfen in Marokko wenig beteiligt waren, von dem Segen der Auszeichnungen und Beförderungen nicht überschüttet wurden. Es ist für einen Außenstehenden überhaupt schwer, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie sehr dieses spanische Artilleriekorps ein Staat im Staate war und wie wenig eine spanische Regierung in Wi.k ichkell au sagen hat, wenn ihr diese Rebenregierung sichtbar oder unsichtbar bei jeder Gelegenheit in die Seite fällt. Primos Vorgehen wird die Erbitterung beim spanischen Adel gegen ihn nur verstärken. Sicherlich wird es zu neuen Zwischenfällen kommen, da die abgesetzten Artillerieoffiziere kaum kampflos das Feld raumen werden. Aber Primo hat zunächst einmal gezeigt, daß er nicht zu kapitulieren gedenkt und daß er den Kampf biß zum Der Redner vermißt ein konstantes fUngSprogramm. Namentlich i.n 2ahre 1928 seien die Bestellungen in einer gefahrdrohenden Weise gedrosselt morden. Der Redner ruft den Reichstag auf, darauf hinzuwirken, daß die Eisenbahn wieder zu einem Instrument der nationalen Wirtschaft werde. 2,1») Zd,4'9 tN 10,»Z eü,92 „4,61 1,89« 59.l< ME U °>-1. iS ittecki. ree f. te von Epee, Die cht bei den FaNmd-- !N Kreuzer^e'chlvaOer« von 6pee, ist >m ®ct estorben. ncfmarfcnausfW int. , . Esten W -«5 Ar-WoS.ison' unb t?e erste b* % ich, des etn M°-r- Still teerten W- .w.Gorbeä übet DMMW MWeWenvetbande i)fäÄ<^J rz. i Siagnation. Der Ausruf, den die Führer der landwirt- scha t ichen Spihencrgan'.sct onen erlassen haben, wirft ein grelles Licht, w i e weit es mit der deutschen Landwirt,chast bereits gekommen ist. Wir erleben das Schauspiel, daß alle großen Verbände der Landwirtschaft geschlossen an die Öffentlichkeit treten, ganz unbeschadet ihrer sonstigen fach ichen und v.rban Spollt schrn Gegensätze. Sowohl Brandes, der Präsident des Landwirtschaftsrates, wie der Reichslandbund- Präsident Schiele, sowohl der Führer der deutschen Bauernschaften Hermes, wie der bayerische Dauernsührer Fehr sind sich heute einig in dem. was sie für die Landwirtschaft fordern. Sie stellen fest, daß trotz aller bisherigen Hilfsmaßnahmen die Betriebsverluste der Landwirtschaft andauern und daß die Gesamtverfchuldung der deutschen Landwirt chaft ein Ausmaß annimmt, durch das die Fortführung der Betriebe gefährdet wird. Insbesondere aber wird Rachdruck gelegt auf die beginnende Verelendung des deutschen Bauernstandes, von der schon jetzt die ersten Anzeichen zu sehen sind. Die deutsche Landwirtschaft fordert von der Reichsregierung in letzter Stunde außerordentliche Hilfsmaßnahmen und weist dabei hin auf die Tatsache, daß auch für ander: Berufsstände im Verlauf der letzten Jahre schon entsprechendes geschehen sei. Besonders bedeutsam ober ist die Ankündigung, daß die Landwirtschaft selbst, also die hier genannten vier großen Organisationen gemeinsam, demnächst an die Regierung mit einem Programm zur Beseitigung der dringlichsten Rotstände herantreten werden. Es ist bezeichnend, welchen Widerhall diefe Willensäußerung in der Linkspresse gefunden hat. Die ganze Besorgnis über die gegenwärtige Stagnation unserer Innenpo.itck kommt darin zum Ausdruck. Die Preise fordert die Reichsregierung auf, schon jetzt die notwendigen Maßnahmen zugunsten der Landwirtschast dem Reichstage zu unterbreiten und nicht erst abzuwarten, bis der Haushalt fertig beraten ist. Daneben hört man die bewegliche Klage, daß gegenwärtig in den Re.sorts alle sachlichen Arbeiten ruhen, weil jeder erst auf den Ausgang der politischen Krise warten will. Hiermit ist das schärfste Urteil über die deutsche Innenpolitik des letzten Winters gesprochen worden. 3n der Tat haben wir in der wechselreichen Geschichte der letzten zehn Jahre eine solche Periode des Stillstandes noch nicht erlebt. Cs ist geradezu ein Verhängnis, daß diese innerpolitifche Zuspitzung just in eine Zeit fällt, in der die deutsche Wirtschaft, und insbesondere die deutsche Landwirtschaft, dringend gesetzlicher Maßnahmen zur Defeitigung drohender Katastrophen bedarf. Aber auch darüber hinaus ist die gemeinsame Kundgebung der großen landwirtschaftlichen Spihenverbände ein bedeutungsvolles Anzeichen einer beginnenden politischen Reuorientierung. Man mag zu der berufsständischen Zusammenballung in unserem Volle politisch stehen, wie man will, die Tatsache läßt sich nicht mehr toegleugren, daß sich hier quer durch alle Parteien hindurch Teubildungen vollziehen, an denen bald niemand mehr vorübergehen kann. Schon seit Monaten sind Verhandlungen im Gange, um die verbandspolitischen Gegensätze zwischen den Christlichnationalen Bauern und der Deutschen Bauernpartei zu überbrücken. Der Reichslandbund hat auf seiner letzten Tagung mit besonderem Rachdruck den Gedanken der Verbundenheit zwischen Groß-, Mittel- und Kleinbesitz in den Vordergrund gerückt. Die R o t bringt hier zuwege, was sonst keine vernünftige Erwägung jemals geschafft hätte: das Bewußtsein der Schicksalsverbundenheit innerhalb der gesamten deutschen Landwirtschaft und den Willen al er Beteiligten, noch in letzter Stunde die Rettung zu ermöglichen. (Sine Notkundgebung der rheinischen Landwirtschaft. Köln, 20. Febr. (WTB.) Heute nachmittag fand in Anwesenheit von Vertretern des Reiches, des preußischen Landwirtfchaftsministeriums, der Provinzialbehcrden Westdeutschlands und der landwirtschaftlichen Organisationen des ganzen Reiches in der großen Messehalle eine Kundgebung statt, zu der die bereinigten rheinischen Bauernvereine und der Rheinische Landbund aufgerufen hatten, und an der etwa 4000 Personen teilnahmen. Der nahmen mehr Hütten. Reichsminister a. D. Dr. Hermes führte als zweiter Redner aus, die deutsche Landwirtschaft müsse durch Abänderung des sehr reform» bedürftigen Zolltarifs vor dem Auslandswettbewerb geschützt toerben. Das könne nur durch eine zweckmäßige Zoll- und Handelspolitik und durch Maßnahmen zur Förderung der Absatz- und Qualitätssteigerung erreicht werden. Der Präsident des Reichslandbundes, Reichs- minister a. D. Schiele, führte aus, das landwirtschaftliche Rotprogramm werde nur dann die darauf gesetzten Hoffnungen erfüllen, wenn es gewertet werde als das, was es sein sollte: der durch die wirtschaftliche und politische Situation richtunggebende Anfang. Cs bedürfe daher der Fortführung des Programms unter energischer Verstärkung der Mittel. Vor allem seien Einf uhrdrosselung und zentrale Marktbeeinflussung notwendig gegenüber den ruinösen Preisen für Rinder, Milch- und Molkereiprodukte, Getreide und Kartoffeln. Einer geeinten und in sich geschlossenen Landwirtschaft werden sich die Parteien und die Regierungen nicht länger versagen können. Wir werden der Ae.chsregierung unsere Forderungen in den nächsten Tagen unterbreiten. Wir kennen keinen Kampf gegen den Staat schlechthin. Aber wenn wir eine gesunde Dauern- und Volkspolitik auf die Dauer treiben wollen, so müssen wir den Staat in bäuerlichem Geist umgeftalten. Der Präsident der Rheinischen Landwirtschafts- kammer, Frhr. v. Lüninck -Tonn, forderte in mar. bü 15 tt:. * to teils 9. berankt vom in- ßl5 bis 1745- "Verbandes M ' -r berechtigt, jL 1745 bis 18.5); Orchesters dü ‘W bis 19.00; r Osterspaziergang in J von Pfarrer C!e- cchochstunde. O : övrtbildungslllrsus Mttene ,Liktat von bis 21.00: Äonjat lieb des JMchvrs 2uf alle Stationen: Suite für Orchester bis 22.20: Anekdoten. februat. flif. 12.45 bis 13.15: |en von Ctudienräiin e Liedsom". 13.15: . sständchen. 15.05 bis Aus dem deutschen Frankfurter Cchu« Chorleiter: Lehrer lusirauendiensi. 16.35 dsunkorchesteri: Aene iö: Ter Meskasien. Unterricht. 19.00 bis hütungslooche: .Hclst ag von Aeltor Dr. rtunde des Franlsu» ig: .Die soziale Echich« tolles", Tortrag von chler. 23.00 bis 20.30: Rundfunkorchesters. I Men von Friedny bis 0.30: Aon Terlin; einem Schlußwort die Versammlung aus. ein Gelöbnis abzulegen zu gemeinsamer Arbeit über alles Trennende hinweg zum Wohle der deutschen Landwirtschaft und des gesamten deutschen Volkes. Eine Entschließung verlangt durch wirksamen Schuh der einheimischen Erzeugung die Wiederher st ellung der Rentabilität s m ö g l i ch k e i t des landwirtschaftlichen Betriebes und die Stabilisierung der Preise der wichtigsten Agrarprodukie durch ausreichende Zölle sowie durch andere gesetzgeberische Maßnahmen. Reue Wendung in der Koalitionsfrage. Reichsministcr CurtiuS zugleich preußischer Minister ohne Portefeuille - Berlin, 21. Febr. (Tel.) Der preußische Ministerpräsident hat einen neuen Kompr o- mihvorsch lag in die preußischen Koalitions- verhandlun,en hineingetragen, auf Grund dessen die Aussichten für eine Lösung günstiger beurteilt werden. Wie die „DAZ." erfährt, will der neue Kompromißvoeschlag für Preußen den Berfuch machen, den Anspruch der D.B. P. auf zwei Ministersihe in Preußen doch noch zu erfüllen. Cs sei nämlich daran ge^ dacht, einen der volksparteilichen Reichsmini st er zum preußischen Staatsmini st er vhnePortefeuille zu ernennen, natürlich unbeschadet der Forderung auf Besetzung eines Stawssekretärpostens. Diese Tvppelstellung als Minister im Reich und in Preußen sei dem Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius zugedacht. Ob die volksparteiliche Landtagösraktion sich mit dieser Kompromißlösung einverstanden erflären könne, fei noch nicht abzufehen. da sie erst im Laufe des Donnerstag dazu Stellung nehmen werde. Ikainm 'rnbkrz. IniltijQu«) ebcvar, o. isS-^on. ’«“Äs? --"toÄK £ ” 21t 31^'Ä ftetig^Eei, lung erfolgt ist. Sämtliche Kommandeure und Offiziere, bei denen die Regierung es für nötig oder angebracht hält, müssen innerhalb 2 4 Stunden von ihrem bis.^eriien Aufenthaltsort nach einem Wohnort abreisen, der ihnen zwangsweise angewiesen wird. Die Reuor-.anisation der Artillerie soll vor dem 1. Juni durchgeführt fein. Um ijre Wiedereinstellung in die Truppe zu erreichen, müssen sämtliche Kommandeure und Offiziere einen neuen E i d leisten, in dem sie dem Dalerlande, der Fahne, dem König und der Regierung, insbesondere der gegenwärtigen Regierung, gegen die sie in aufrührerischer Weise Stellung genommen haben, aufs neue Gehorsam und Treue geloben. Als Zweck der Maßregel wird die Reinigung des Offizierskorps von allen undisziplinierten Elementen bezeichnet, und schließlich denjenigen Offizieren, die sich keine Verfehlungen haben zuschulden kommen lassen, das Bedauern der Regierung darüber ausgedrückt, daß man sich vorübergehend von ihnen trennen müsse und die Mahnung an sie richtet, um ihre Wiedereinstellung in die Truppe nachzusuchen. Die gleichzeitig mit dem Dekret veröffentlichte halbamtliche Verlautbarung erklärt, die Regierung glaube, daß ihr die A u s r e ch t e r h a l - tung einer klaren, reinen Atmosphäre fünf Jahre hindurch gelungen sei, und fei entschlossen, diese ihre Aufgabe mit größtem, Eifer und Rachdruck weiter zu erfüllen. Erst in dem Augenblick, in dem ihre Mission die Aufrichtung eines durch eine unbeeinflußte Volksabstimmung gebilligten Verfassungssystems eigener Art zum Ziele geführt habe, werde sie ihre Befugnisse dem Lande und dem König zurückgeben und dem ersten verfassungsmäßigen Parlament ihr Werk zur umfassenden Prüfung unterbreiten. An jenem glücklichen Tage nach Beendigung der Ausstellungen von Barcelona und Sevilla, nach Sanierung der Finanzen und nach llebertoinöung der gegenwärtigen akuten Krise der sozialen und milb tärischen Disziplin werde das Land vor der Weltöffentlichkeit seinen guten Ruf, dessen es sich bis zu den letzten Wirren erfreute, wieder errungen haben. genommen, um eine klare und unzweideutige Auskunft über die bekannte Botschaft des Stahlhelmverbandes Brandenburg und über den programmatischen Kaiser-Geburtstags-Artikel im Bundesorgan des Stahlhelms, aber auch über das allgemeine Verhalten des Stahlhelms gegenüber dem Staat zu erhalten. Man nimmt an, daß in dieser Angelegenheit eine Unterredung stattfinden wird, von der weitere politische Entscheidungen ab» hängen dürften. gekündigte Dekret übet die zeitweilige Auflösung der Artillerie wird heute offiziell zur Veröffentlichung gebracht. Alle Kommandeure und Offiziere des Artilleriekorps werden nach Oie Betriebssicherheit der Reichsbahn. Eine Erklärung der Reichsbahn. Berlin. 20. Febr. (V.D.Z.) 3ni Reichstag leitete heute Reichspostminister Dr. Schätzet die Besprechung über die Betriebssicherheit bei der Reichsbahn mit einer Regierungserklärung ein. Die großen Eisenbahnen f ä 11 e des vorigen Jahres, die uns alle we- ?ien ihrer ungewöhnlich vielen Opfer an Menscheneben tief bewegt haben, haben in der Oeffent- lichleit große de n.uhigong ausgel. st ur d (.Weisel an der Betriebssicherheit der Reichsbahn verursacht. Ein vom Reichsverlehrsminister v. Gue- tarö eingesetzter Arbeitsausschuß ist zu dem Resultat gekommen, daß die Betriebssicherheit bei der Reichsbahn in einem Maße gewährleistet sei, wie es billigerweife verlangt werden kann. Der Ausschuß hat anerkannt, daß die Reichsbahngesellschast trotz der schwierigen Verhältnisse sehr große Aufwendungen gemacht hat. um in erster Linie ihren technischen Apparat in betriebssicherem Zustand zu erhalten, wobei natürlich zugegeben werden muß. daß Mängel aus der Kriegs- und Rachkriegszeit vorhanden sind, zu deren Beseitigung nicht genug getan werden kann. Mit Dank und Anerken-ung raufe festgestellt werden, bafe sich das Personal den besonderen Anforderungen erhöhlcn Verkehrs willig unterzieht und ost unter Einsatz von Gesundheit und Leben den schwierigsten Lelriebsanforderungen gerecht wird. Die Regelung der Arbeitszeit war in der Vorkriegszeit ungünstiger. Damals hatte das Personal nur 26 Ruhetage, dagegen heute 52. Lazu kommt, daß der M r l aub gegenüber der Vorkriegszeit um 103 Prozent gestiegen ist. Sn einzelnen Fällen ist allerdings eine Entlastung des Personals notwendig, und ich werde verfügen, daß hier mit Beschleunigung Abhilfe geschaffen wird. Die Durchschnittsaröellszellen, vor allem im Lokomolivdicnst. sind bereits um drei bzw. eine Stande herabgesetzt wo.den, ins- befondere soll nicht nur die mechanische, sondern auch die geistige Tätigkeit einschließlich der Be- obachtungs- und Wartezeit in vollem Umfange erfaßt werden. Für alle Verbesserungen ist ein Aufwand von durchschnitllich 465 Millionen Reichsmark jährlich notwendig. Las Kernprob'em der Deutschen Reichsbahn b.cibt daher, Geld zur Erhaltung und Erhöhung der Betriebssicherheit zu beschaffen. Die Reichs- regterung ist sich über die Schwierigkeiten klar, die angesichts der auf der Reichsbahn ruhenden politischen La st und der Unmög ichke t. unter den gegebenen Verhältnissen Tariferhöhungen vorzunehmen, oder Anleihen zu begeben, sich der Lösung der Frage entgegenstellen. Abg. Scheffel (S.) meint: Mit ihrem technischen Apparat könne die Reichsbahn den Vergleich mit dcn Dahnen anderer Länder sehr gut aushalten, es fehle aber an der nötigen Einheitlichkeit in den Sicherungseinrichtungen. Bei den modernen Lokomotiven sei dem Lokomotivführer der Ausblick auf die Strecke sehr erschwert, besonders bei vereisten Scheiben. Die Signale müßten besser beleuchtet, die sogenannten Utebelfignale müßten eingeführt werden. Wichtiger als die Schnelligkeit sei die Sicherheit des Zuge«. Die größte Gefährdung der Betriebssicherheit liege aber in der ilcbcrlaftung des schlechtbezahlt en Personals durch viel zu lange Arbeitszeit und ganz unzureichende Freizeit. Das schädliche Prämiensystem müsse beseitigt werden. Tllle Parteien sind sich einig, daß die Betriebssicherheit vor allem abhängig ist von den schweren Deparationslasten. Abg. Dr. Quaah (Dn.) ertlärt, daß von dem Gebäude des Dawes-Planes einer der wesentlichsten Konstruktionsteile bereits im Bersten sei. Ein Milliardenprogramm werde nötig fein, um die vorhandenen Rückstände in den Bahnanlagen und dem Fuhrpark auszugleichen. Man müsse davon ausgehen, baß in drei Jahren mindestens zwei Mllliarden erforderlich sind.' Vorsitzende des Rheinischen Bauernvereins, Dr. h. c. Frhr. v. Loe-Dergerhausen, betonte, die Landwirtschaft beschwere sich, nicht darüber, baß sie ein Vielfaches der früheren Steuern und ein Dreifaches der SoAiallaften zu tragen habe, sondern darüber, daß ihre Betriebe überhaupt nicht mehr in der Lage seien, irgenö- ' z ~ ‘ zahlen, weil sie feine Ein- Zur Frage der Betriebssicherheit ist inzwischen vom Deriehrsausschutz ein Ent.chließungsantrag eingegangen, der zur Erhöhung der Betriebssicherheit bei der Reichsbahn eine Reihe von Forderungen auf stellt. Zur Beschaffung der Geldmittel wird die Reichsregierung ersucht, dafür einzutreten, daß die Reichsbahn aus der unmittelbaren Haftung für öie Reparationszahlungen entlassen und ihr die Möglichkeit einer geordneten und planmäßigen Anleihewirtschast wiedcrgegebcnwird. Weilerberatung Donnerstag. Beamte und Stahlhelm. Berlin. 21 Febr. (Prio.-Tel.) Nunmehr hat sich auch die Reichsregierung mit der durch die sogenannten Stahlhelm Botschaften geschaffenen Lage befaßt, von der auch in der Landtagsrede des Primo be Rivera hat offenbar die K a b i - I den ‘Bestimmungen des Dekrets provisorisch a l s nettäf r age gestellt. Man konnte es von hier Zivilpersonen betrachtet. Sie haben kein aus nicht recht "übersehen, warum der spanische Recht auf D:züge und auf das Tragen der 11m- Dik.ator solange zögerte, bis er den längst | form, solange .nicht, ihre etwaige Wiebereinstel- falligcn Befehl zur Auflösung des Artillerie- Ofsizierkorps gab. Wir hatten diese Maßnahme bereits vor längerer Zeit als wahrscheinlich bezeichnet, zumal die rein wallenmäßige Abschließung des Ofjizierkorps nicht mehr int Zuge der modernen mi.itärischen Ausbildung liegt. Primo de Rivera hat also die Rotwendigkeiten der Entwicklung für sich und insofern darf man annehmen, daß feine Maßnahme schließlich doch zum Erfolge führen wird. Sämtliche O,fixiere der spanischen Artillerie sind einstweilen entlassen und müssen Gesuche um Reueinstellung an den König richten. Primo de Rivera beabsichtigt eine völlige Reuorganisation der Artillerie durch die der fiiquenmäfeige Zusammenhang innerhalb dieses Ofllzierkarps von Grund auf beseitigt werden soll. Die Mißstimmung der spanischen Artilleristen gegen den Diktator beruht doch größtenteils darauf, daß das neue spanische Regime nicht MchemrAMiger General-Anzeiger für Oberhefsen vrrik linb verlco: VrLtzl'fche UnioersltSIS'vuch- und Steinöruderei N. Lanze in Sietzen. Schrlftleitung und GefchZftrftelle: 8-Mrafee c. Willibe Ä liül Das Trausferproblem vor den Sachverständigen, pari». 20.$tbt. (WIB.) 3n der heutigen Sitzung der Reparotlonssochverfläodigenausschuste» erstattete der englische Delegierte Sir Josiah Stomp im Namen de» Fünferausschusie» Berid)t über die Arbeiten dieses Ausschusses. Gesprochen wurde dann in der Hauptsache über die deutsche Handels- und Zahlungsbilanz, aber nicht über die Dohlstandsrichtzahl, die bisher überhaupt nicht Gegenstand der Dicfuffion gewesen ist. Sehr ein- gehend wurde die Trausferfähigkeit Deutsch, lands behandelt. Der Eindruck der heutigen Sitzung ist. daß die sachlichen Schwierigkeiten sür die Auf. stellung eines Arbeitsprogramms nunmehr al» überwunden angesehen werden können, so dah in der Sitzung am Freitag ein voller Einvernehmen erzielt werden dürfte. Bei der ganzen gegenwär. tigcu Erörterung handelt er sich darum, den in der nächsten Zeit zu behandelnden Fragenkomplex a b - zugren ; en. damit die Diskussion nicht ins Uferlose geht. Oie Frage, ob man zur Einsetzung von Unterausschüssen übergehen wird, ist noch nicht ge- klärt. Ueber die Beratungen berichtet „Malin": Man sei von dem Gedanken ausgegangen, dah der Dawes- plan verschiedene Möglichkeiten bietet, um so mehr, als er in gewissen, und zwar nicht den unwesentlichsten Punkten zu Beginn feines Funktionierens sich nur mit Voraussagen besagt, aber der Zukunft die Sorge überlassen habe, diese Voraussagen zu recht- fertigen oder zu dementieren. Deshalb sei e» nicht erstaunlich, wenn Sir Josiah Stomp im Namen de» Fünserausschusses auseinandergeseht habe, es sei von größtem Interesse, ehe man an die Diskussion bestimmter Summen heran- trete, das Transferp.oblem gründlich zu studieren. Insbesondere müsse man wissen, auf welche weise bisher die Transferierung durchge- führl habe und in welchem Ausmaß Deutschland aus die im Dawesplan enthaltenen Schutzklauseln verzichten könne, die sich noch allgemeiner An. sicht nicht al» besonder» nützlich erwiesen hätten. Der Sachverstäadlgenausschuß habe auf Grund dieser Ausführungen den Unterausschuß mit der Prüfung des Iransferproblem» beauftragt, worüber heute Bericht erstattet werden soll. Erhält Trotzki die Einreiseerlaubnis? Schwere Bedenken. Berlin. 23. Febr. (Privatmeldung.) Wie in Politischen Kreisen verlautet, ist im Auswärtigen Amt «ine Mitteilung des deutschen Äon» su'ats in Pera (Türkei) eingegangen, in drr be- stättgt wird, dah das bekannte Telegramm Trotzkis an den ReichStagspräsiden- t e n L ö b e e ch t sei. Es wird weiter mitgeleilt. dah Trotzki für sich und sein« Familie Visa für Deutschland beantragt hat. Es ist an?,unehmen, dah sich das Reichskabinett in den nächsten Lagen über diesen Antrag entscheiden wird. Während nach einer Meldung deS „B. T." die sozialdemokratischen Kabinetts- Mitglieder im allgemeinen die Bewilligung der Einreise für den verbannten Volkskommissar Trotzki befürworten, werden von anderer Seite sehr lebhafte Bedenken auhen- und innenpolitischer Art geltend gemacht, wobei auch mit dem Argument gearbeitet wird, daß angesichts der politischen Bedeutung deS Falles kein« „sentrmen'alen" Gründe, wie sie etwa di« Sicherung des Achlrechtes darstelle, Geltung haben könnten. Siark wird für die Entscheidung des Kabinetts ins Gewicht fallen, dah sich das Zentrum mit aller Entschiedenheit gegen die Einreisebewilligung ausgesprochen hat. Als Argumente für die Aichterteilung der Einreise Bewilligung werden angeführt: Einmal besteh« die Gefahr, daß die deutsche Regierung in d i e i n n e r r u ss i s ch en Auseinandersetzungen hineingezogen werde: ferner sei Trotzki stets der Gefahr eines Attentats von Fanatikern ausgefetzt, und schließlich wirb da.auf verwiefen, daß Trotzki sich seinen Lebensunterhalt verdienen müise, und daß schon dieser Zwang zur Arbeit chm eine absolut« Zu- rückyaltung unmöglich machen würde. Die Beschäftigung von Erwerbslosen in den mitteldeutschen Vraunkohlengruben. Halle. IS. Febr. (TLl.) Der deutsche Draun- kvhlenindustrieverein teilt mit: Bor einigen Tagen ging eine Rotiz durch di« Presse, in der zum Ausdruck gebracht wurde, daß es auf große Schwierigkeiten stoße, im mitteldeutschen Braunkohle nbezirk Arbeiter, insbesondere Erwerbslose, zum Verladen der Vorhände nenBri- kettstapelvorräte zu bekommen. Demgegenüber wird von linksgerichteten Organen bestritten, daß derartige Erfahrungen mit Erwerbslosen tatsächlich vorlägen. Zur Beleuchtung der tatsächlichen Derhältnisfe seien deshalb nachstehend einige Fälle ausgezeichnet: Auf einer der größten Tagebaugruben des gesanUen Reviers, der Grube Elisabeth bei Mücheln, habe» sich di« Verhältnisse fol- gendeanaßen gestaltet: Dorn Arbeitsamt Halle, Reben stell« Querfurt, wurden am 9. Februar 30 Mann angefordert. Am 11. Februar wurden 23 Mann überwiesen, von diesen verweigerten 5 die Arbeit, 8 nahmen die Arbeit nicht aus und nur 10 Mann nahmen die Arbeit am 13. Februar auf. Von diesen verließen 7 Mann nach einer Schicht die Arbeit und fehlen seitdem. Ein Mann meldete sich nach einer Schicht krank. Am 11. Februar fordert« die genannte Grube 40 Mann an. Es wurden am 12. Februar 31 Mann überwiesen. Hiervon verweigerten 14 Mann die Arbeit. 9 nahmen die Arbeit nicht auf. 3 nahmen die Arbeit am 13. Februar auf. Zwei hiervon verließen die Arbeit nach einer Schicht, sie feiern seitdem krank. Zwei Arbeiter nahmen die Arbeit am 14. Februar auf. nach einer Schicht verließen sie sie wieder. Drei Mann nahmen die 2Ü:beit am 15. Februar auf. Am 13. Februar überwieg das Arbeitsamt 17 Mann. Hiervon nahmen vier die Arbeit nicht Aus den Spuren (Starte Äerdachtsgründe für die Berlin. 19. Februar. Die Aufklärung d«S großen BankeinbrucheS am Wittenbergplatz ist ein große- Stück vorwärts gekommen. Während bisher für die Täterschaft der drei Brüder Sah nur allgemeine Umstände sprachen, ist eS der Polizei gelungen, einige direkte Tatindizien zu ermitteln. Die drei verhafteten Brüder Sah wurden unter sorgsamer Bedeckung unauffällig an den Tatort des Dankeinbruches am Wittenbergplah geführt. Die Kriminalpolizei stellte sie zunächst den einzelnen Bankbeamten gegenüber, um zu ermitteln, ob die Brüder Saß vielleicht in dem Tresor ein Schließfach besessen haben. Diese Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. ES ergab sich aber bei der Gegenüber st ellung der Brüder Sah mitdenHausbewohnern und mit einzelnen Passanten, die in den fraglichen Rächten verdächtige Gestalten vor dem Hause und in dem Haushof bemerkt haben wollten, eine sensationelle Ueberraschung, durch die die Kriminalpolizei in ihrem Glauben an die Täterschaft der Saß bestärkt wurde. Die drei Brüder Sah wurden nämlich von mehreren Hausbewohnern und von den genannten Straßenpafsanten ohne jeden Zweifel wieder erkannt. Diese Zeugen sagten übereinstimmend auS, baß die drei Brüder Sah in den in Frage kommenden Rächten vor dem Haus und auf dem Hose von ihnen beobachtet worden sind. Diese Zeugen sind um so wichtiger, als den Zeugen die Brüder Sah nicht als die vermutlichen Täter vorgesührt wurden, sondern sie wurden von ihnen aus der Reihe von her Bankräuber. Täterschaft der Gebrüder Saß. nichtuniformierten Beamte» einwandfrei erkannt. Auf Grund de- bisher zusammengebrachten Beweismaterials werden die drei Bruder Saß bereits heute vormittag unter dem d.ringenden Verdacht des Bankraubes dem Vernehmungsrichter. Dr. Pieter, im Polizeipräsidium vor geführt, der nach Prüfung der Sachlage den Haftbefehl der Polizei bestätigen soll. Die drei Verhafteten werden dadurch besonders belastet, daß sie in der Zeit, in der die Vorarbeiten für den Einbruch geleistet wurden, insbesondere in der fraglichen Rächt vom Samstag zum Sonntag, nicht zuHause waren. 2hr Alibi hat sich als falsch herausgestellt. Die rechtmäßigen Inhaber der drei bei den Brüdern gefundenen goldenen Uhren konnten noch nicht festgestellt werden. Es handelt sich um neue Uhren, die noch keinerlei Reparaturen aufweisen und keine Monogramme tragen. Gelingt es der Kriminalpolizei, auch noch den Rach- weis zu erbringen, daß diese drei Uhren aus dem Tresorraum stammen, so würden die Gebrüder Saß der Beteiligung an 6em Einbruch überführt fein. Die Berliner Kriminalpolizei hat die P r a g e r Behörden ersucht, Rachforschungen über den Zweck einer Reise des Max Sah nach Prag anzustellen. die dieser kurz vor dem Dankeinbruch unternommen hatte. Als verdächtig wird auch der Desiy eines GolddollarS angesehen, den man bei Erich Sah sand und über dessen Herkunft er weit - auseinandergehende Angaben machte. Tatsächlich hat sich im Stahlfach einer Dame ein Golddollar befunden. Giapellaus bei der Hapag. Hamburg, 20. Febr. (WTB.) Heute nachintttag wurde auf der Werft von Blohm & Voß der jüngste Motorschiffneubau der Hamburg-Amerika-Linie seinem Element übergeben. In Gegenwart eines großen Gästekreises vollzog sich das festliche Schauspiel bei strahlendem Sonnenschein. Der Bürgermeister von Milwaukee, H o o n , begleitet von seiner Gattin und mehreren Herren der Stadtverwaltung von Milwaukee, hielt auf der mit deutschen und amerikanischen Fahnen geschmückten Taufkanzel die F e st r e d e , in der er u. a. sagte: Wenn sich die Entwicklung der rein menschlichen Beziehungen zwischen den Angehörigen der beiden großen Narionen wieder in friedlichen Bahnen ab- spielt, so daß ein großes Unternehmen wie die Ham- burg-Amerika-Linie sich entschlossen hat, ihren Schiffen Namen von Städten des anderen Landes zu geben. st> ist das sicherlich ein glänzender Beweis für die Entwicklung der internationalen Beziehungen überhaupt und für den Fortschritt des guten Willens und gegenseitigen Verstehens. Wir lieben unsere Stadt so wie Ihre Bürger Hamburg lieben. Nahezu die Hälfte unserer Bürger sind deutscher Abstammung. Die Ehre, die Sie uns erwiesen haoen, rührt uns tief. Alle Bürger Milwaukees sind hocherfreut, daß der Name unserer Stadt am Bug dieses Schiffes stehen wird. Haan schloß seine Nede mit einem Dank an die Hapag und Hamburg und sprach den Wunsch aus, daß die „Milwaukee" als Symbol des Völkerfriedens immer glücklich die Meere befahren möge. Die „Milwaukee", ein Schwesterschiff der „St. Louis", ist für die Route H a m b u r g — N e u y o r k bestimmt und das größte Motorschiff der deutschen Handelsflotte in der Nordatlantikfahrt. Zu Ehren der amerikanischen Gäste gab die Hapag heute abend ein Festessen, das über 150 Gäste mit dem Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft vereinigte. — In der Begrüßungsansprache hieß Ge- heimrat C u n o die Gäste aus Milwaukee, die eigens zur laufe des neuen Schiffes nach Deutschland gekommen waren, besonders herzlich willkommen. — Milwaukee sei eine Stadt, die überwiegend von Menschen deutscher Abstammung bewohnt werde, in denen als aufrichtige und loyale Bürger der Der- einigten Staaten stets auch das Gedenken an die alte Heimat, an die Heimat ihrer Väter und Mütter lebendig fei. Diesem Gedenken habe die Hamburg-Amerika-Linie nicht besser Rechnung tragen zu können geglaubt, als eines ihrer Schiffe nach der amerikanischen Stadt zu benennen, in deren Mauern so viele Deutsche es zu Wohlstand und Ansehen gebracht hätten. Dürgermeister Hoan überbrachte die Grüße der Bevölkerung Milwaukees und gedachte der großen Verdienste, die das deutsche Clement sich um die Entwicklung dieser Stadt erworben habe. Diese ^Betätigung habe der Stadt ein so starkes Gepräge gegeben, dah sie sich wahrscheinlich a l 5 deutscheste aller amerikanischen Städte behaupten werde. — Der Redner betonte dann die große Friedensliebe der Bevölkerung, die tief ergriffen sei von der Ehre, die ihr durch die Benennung eines Schiffe- der größten deutschen Schiffahrtsgesellschaft nach ihrer Stadt erwiesen werde. Er sprach die Hoffnung aus, daß dieser großmütige Entschluß dazu beitragen werde, die Bande der Freundschaft zwischen beiden Ländern fester zu knüpfen, damit beide, immer an führender Stelle unter den Völkern ständen, die Frieden auf Erden und Freundschaft unter den Völkern wünschten. auf, einer nahm am 13. Februar die Arbeit auf, 11 am 14. Februar. Vier verliehen die Arbeit nach einer Schicht, ein Mann nach zwei Schichten. Ein Mann nahm die Arbeit am 15. Februar auf, er verließ die Arbeit nach einer Schicht. Am 13. Februar forderte die Grube 20 Mann an. Am 14. Februar wurden 27 Mann überwiesen. Es meldeten sich hiervon 19 Mann. 8 meldeten sich nicht. Zwei verweigerten die Aufnahme der Arbeit, 10 Mann nahmen die Arbeit nicht auf, 6 nahmen die Arbett am 15. Februar auf; davon verließen zwei Mann die Arbeit nach einer Schicht und feiern seitdem krank. Ein Mann nahm die Arbeit am 15. Februar auf, «r blieb nach einer Schicht weg. Am 15. Februar überwies das Arbeitsamt vier Mann. Hiervon hat keiner die Arbeit ausgenommen. Am 16. Februar überwies das Arbeitsamt fünf Mann. Hiervon haben nur zwei Mann die Arbett aufgenommen. Insgesamt ergibt sich also für diese Grube folgendes Bild: Angefordert wurden 90 Mann, vom Arbeitsamt überwiesen 107 Mann. Es meldeten sich 99 Mann. Acht Mann haben sich nicht zur Arbeit gemeldet, 21 Mann verweigerten die Arbeit, 38 Mann haben die Arbeit nicht aufgenommen, 40 Mann haben die Arbeit aufgenommen. Hiervon haben 20 Mann die Arbeit bereits nach einer Schicht wieder aufgegeben, ein Mann nach zwei Schichten. Der Betriebsratsvorfitzende Reck der Grube Elisabeth gibt hierzu die nachstchehends E r - Mä r u n g ab: „Der unterzeichnete Betriebsratsvorsitzende der Grube Elisabeth bestätigt hierdurch, daß er sich selbst davon überzeugte, daß es den an- hattischen Kohlenwerken, Grube Elisabeth, bei Mncheln, tut Zeit nicht möglich ist, genügend Arbeitskräfte zum Verladen der in reichlicher Menge auf Stapel liegenden Briketts trotz der augenblicklichen Notlage zu bekommen. Es find von der Werkleitung etwa hundert Mann angefordert worden, die auch seitens des Arbeitsamtes Querfurt angewiesen worden sind, sich zur Zeit zu melden. Es haben aber nur ein Drittel davon s i ch überhaupt bereit erklärt, die Arbeit aufzunehmen und von diesem Drittel ist der größt« Teil bereits wieder nach Verfahren nur einer Schicht abgekehrt, hat gefeiert oder sich sofort krank gemeldet. Ein weiterer Teil dieses Drittels leistet im Stapelverladen von Briketts weit unter dem, was sonst als Normalleistung anerkannt wird. Es sind nur einige wenige Leute, di« die normale Leistung, wie sie von den übrigen Belegschaftsmitgliedern der Grube Elisabeth bei Stapeloerladen erreicht wird, ebenfalls erreichen. Die Akkordsätze, die seitens der Werkleitung für das Stapelverladen gezahlt werden, sind so bemessen, daß bei der normalen Leistung ein Schichtlohn von 7 bis 8 Mark verdient werden kann, der damit etwa 2 Mark höher liegt, als der sonstige durchschnittliche Tariflohn. Der Unterzeichnete kommt nach seinen Beobachtungen zu der Ansicht, daß der weitaus größte Teil der überwiesenen Arbeitslosen keine Lust Hai, die Arbeit, zu der er angefordert ist, auszuführen. Der Unterzeichner selbst ist Zeuge gewesen, wie wiederholt die Arbeitslosen, sowohl bei der Meldung, als auch, soweit die Arbeit ausgenommen wurde, im Arbeitsverhältnis sich in einer unflätigen Weife gegen die Beamten des Werkes benahmen, und daß die Leute, nachdem sie einen Tag gearbeitet hatten, dann mehrere Tage gefeiert hatten, und an dem einen Arbeitstage nur zwei Tonnen geladen hatten, während die normale Leistung zehn dis zwölf Tonnen beträgt, Vorschuß haben wollten, der ihnen natürlich vom Werk aus nicht gegeben werden konnte und sich bei der Ablehnung ebenfalls in ungehöriger Weise benommen haben/ Don der Grube Eeeili«. Lützkendorf wurden vom 11. bis 14. Februar teils in Querfurt, teils beim Amtsvorsteher in Reumark (Meldestelle) 82 Mann angefordert. Ss meldeten sich zur Arbeitsaufnahme 89 Mann. Davon haben 34 Mann die Arbeit ausgenommen. Dis zum 16. Februar gaben hiervon 22 wiederum die Arbeit auf. Die meisten lehnen die Arbeit mit der ‘Begründung ab, sie seien gelernte Arbeiter und brauchten die Arbeit nicht zu verrichten. Ferner wurden am 15. Februar in Querfurt und in Reumark für die Verladung je 30 Mann, in Merseburg für die Grubenarbeiten 10 Mann angefordert. Es wurden von Reumark und Querfurt 50 Mann überwiesen. Diese forderten am 11. Februar durch einen Sprecher von der Werkleitung 1,15 Mark Stundenlohn, warme Winterkleidung, Ohrenklappen. Handschuhe, Holz'chuhe usio. Zur Arbeitsaufnahme meldete sich keiner. Don der Grube Wolters-Hoffnung wurden in Querfurt 30 Arbeitslose angefordert. Von den überwiesenen 30 Arbeitslosen verweigerten sechs die Arbeitsaufnahme, fünf meldeten sich nicht zur Arbeitsaufnahme. Die Grube Cred- ner forderte beim OrtZvorsteher Aseleben 28 Arbeitslose an. Vier meldeten sich nicht zur Arbeitsaufnahme, zwei meldeten sich krank. Die Schwelerei Wolters-Hoffnung forderte bei der Arbeitsvermittlung Ober-Röb.ingen 21 Mann an. 15 Mann wurden überwiesen, sechs verweigerten hiervon von vornherein die Arbeitsaufnahme. Kleine politische Nachrichten. Am 9. und 10. März hält die Deutsche Volks- Partei, Landesverband Hessen, in Mainz ihren diesjährigen Landesparteitag ab. Am Samstag- nachmiltag werden der bekannte volksparteilich« Kommunalpolitiker Dr. von Hansemann (Reutz) und der ßanMag»abgeorbnete Dr. Riepoth (Schlitz) sprechen. Am Abend wird der Reichs- tagSabgeordnete Dingeldey das Wort ergreifen. Bet den Hauptverhandlungen am Sonntag sprechen der Vorsitzende der AeichStagssraktion Dr. Scholz, die Reichstagsabgeordneten Graf Stoll- berg-Wernigerode. Frau Dr. Matz und Worath, ferner der Vorsitzende der hessischen Landtagsfraktion Dr. Keller und der preußische Land- tagSabgeordnete Bayer. Die Spihenorganisation der deutschen Film- i n d u st r i e hat in Verbindung mit dem Reichs- verband großdeutscher Lichtspieltheater- Besitzer an den Reichsfinanzminister und an den Oberbürgermeister von Berlin Telegramme ge- richtet, in denen auf di« durch die lange Kälteperiode und Wirtschaftsdepressionen hervorgerufene Rot der Lichtspieltheater hin- gewiesen und um Entlastung vön drückender LustbarkeitSsteuer gebeten wird. 3m Sinne dieser Telegramme ist die Spitzenorgani- sation sofort beim ReichSrat und in den Parlamenten vorstellig geworden. Aus aller Welt. Auf Eisschollen auf dem Rhein abgetrieben. Auf dem für den Verkehr freigegebenen Eis auf dem zugefronenen Rhein an der Ruhrort-Hvm- berger Drücke lösten sich abends plötzlich einige Schollen und trieben stromabwärts, al- etwa 150 Personen sich auf dem EiS befanden. Das EiS brach in verschiedene Schollen, auf denen sich biS zu zehn Personen befanden, die in höchster Lebensgefahr schwebten, da die Schollen immer kleiner wurden. Es gelang Zuschauern, viele der treibenden Personen fcreitä kurz hinter der Drücke an Land zu bringen. Die herbeigerufene Schutzpolizei beteiligte sich ebenfalls an dem Rettungswerk. Schließlich wurde die Feuerwehr alarmiert, die mit Lettern und Stöcken zu den Eisschollen vordrang und die letzten Gruppen am Erzlager Phoenix in Sicherheit brachte. Di« AettungSarbeilen endeten erst während der Dunkelheit. DiS jetzt wird noch niemand vermißt. Anscheinend ist e» gelungen, sämtliche Personen an Land zu bringen. Schwere Erfrierungen auf einer HUfsexpedillou. Dom Zwölfer-Kogel bei Bad Außer wurden, wie die Blätter berichten, Notsignale gesehen, die man auf im Schneetreiben verirrte Berg, steiger und Holzfäller zurückführte. Dis Gendarmerie sandte eine Hilfstruppe aus, die jedoch keine Spuren von Verunglückten finden konnte. Infolge der furchtbaren Kälte, es wurden nachts Temperaturen bis 33 Grad Kälte gemessen, erlitten fünf Teilnehmer der Rettungsexpedition schwere Erfrierungen. Einem Gendarmen sind beide Füße erfroren. Drei andere haben Erfrierungen an der Nase, dem Kinn, den Füßen und Händen erlitten. Einem Hüttenwttt ist der rechte Fuß abgefroren. verunglückte Alpinisten. Don fünf Alpinisten, die von einer vor dntaen Tagen in Der Umgegend von «Sterling unternommenen Bergtour nicht Hurückgekehrt find, sind zwei aU Leichen aufgefunden worden. Jifomaurke plant einen neuen Ozeanflug. Der irisch« Oberst Fitzmaurice. der aus dem Militärdienst auSgeschieden ist. um sich ganz der Zivilluftfahrt zu widmen, beabsichtigt, einen neuen Flug über den Atlantischen Ozean in der Richtung von Osten nach Westen, zu dem er im Juni von Deutschland aus statten will. Er beabsichtigt dabei, die bei dem Flug deS amerikanischen Flugzeuges »Question Mark' gemachten Erfahrungen au verwerten und das Ozeanflugzeug in der Äähe von Irland und eventuell noch bei Reufundland von einem anderen Flugzeug auS in der Luft mit Brennstoff versorgen zu lassen. Unfall eine» Arbeiterzuges in Amerika. Vier Wagen eines Zuges, der 800 Bergarbeiter zu einem 15 Meilen von Pretoria (Illinois) entfernten Bergwerk beförderte, entgleisten während der Fahrt wahrscheinlich infolge eines Schienen- bruches und gerieten in Brand. Fünf Leichen mürben unter den Trümmern geborgen, ebenso zwölf Schwerverletzte. Ambulanzen und Aerzte in Privat- outos haben sich zur Hilfeleistung an die Unglücksstelle begeben. Der Brand in der Neuyorker Untergrundbahn. Die Ermittlungen über die Ursache des Brandes in der Llntergrundbahn haben ergeben, daß der Boden des Tunnels mit Schmieröl bedeckt war, daS durch einen elektrischen Funken oder durch eine achtlos fortgeworfene Zigarette in Brand geraten ist. Der Brand dürfte Kurzschluß verursacht haben, der zur Folge hatte, daß der 3ug mitten in den Flammen stehen blieb. Don den Verletzten sind zwölf Personen rwch Im Krankenhaus, während 200 durch die Rauchentwicklung erkrankte oder verletzte Personen nach der ersten ärztlichen Behandlung ihr« Wohnungen auf- gesucht haben. Späte Sühne. Das Schöffengericht Köln verurteilte zwei Burschen. di« am 18. Oktober 1919 irn Walde brr Kerpen einen Kassenboten überfallen und ihm Lo.)ngelder im Betrage von 10 000 Mk. geraubt hatten, zu einer Gefängnisstrafe von drei bzw. zweieinhalb Jahren. Davon sollen zwei bis anderthalb Jahr« ausgesetzt werden, fall- sich die Verurteilten im Gefängnis einwandfrei führen. Wegen derselben Straftat waren Im Jahre 1920 zwei Kerpener Einwohner, die sich durch unbedachte Redensarten verdächtig gemacht hatten, auf Grund eine- Indizienbeweise- vom Schwurgericht zu mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilt worden. Erst später konnten auf Grund von Redereien die wahren Schuldigen ermittelt wer- den. Bei der Festsetzung des Strafmaßes in dem nun ergangenen Urteil hat sich das Gerich' von der Berücksichtigung der damaligen Zttt- Verhältnisse und von dem Umstand leiten lassen daß die Tat bald zehn Jahre zurückliegt. Arleden-schluß im Hause Stcrnheim. In dem Auseinandersehungsstreit, der zwischen dem in der Schweiz krank darniederliegend en Dichter Karl Sternheim und seiner srüher-n Gattin entstanden ist, konnte jetzt durch Verhandlungen der Anwälte Sternheim- mit dem Vertreter der Frau ein Vergleich erzielt werden. Sternheim erhält dadurch die Villa in Utwil sowie die wertvolle Bibliothek, doch sollen bdbe Objekte, wie verlautet, sofort verkauft toerben, um durch den Erlös sowie durch den ertrag seiner Werke die Existenz des Dichters sicher« zustellen. Sauer Celsius. 40 Biren-tm. ce tx Gzura Grippegefahr l'ersd»bea! GEG-Wurstkonserven I493D GieZever iSrsleiiimlüiWg Neue Kurse 15. April 0730 flCftt. 1926 Oldenb. 6EG-Delikateß-Würstchen Elisabeth Hartmetz. 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Wie im heutigen Anzeigenteil betanntgegeben wird, ist das aus heute abend angesehte Symphonielonzert des Orchestervereins Gießen wegen zahlreicher Erkrankungen bis Mitte Mürz verschoben worden. Die gelösten Karten bleiben in Gültigkeit. ** Auftrieb auf dem Heuti genFrank- furtcr Schlachtvieh in orkt: 3 Färsen, 1454 Kälber, 206 Schafe, 498 Schweine. Weitere Lotalnachrichlen im zweiten Blatt. Vogt’sche Handelsschulen Gießen-Herborn V Auskunft u. Prospekte j \ kO'teni.d.d.^chulleitff. / Gieren, Goethesir. 32 / HupfeMs | Gotha das wohlfeile Quahtats« Pianino Piaiiohaus Schönau Sehersweg 31. Zahlunssprleichte- ruiiir. Kreilieferung. Leber-u. Blutwurst 1 Dose zirka 1 Pfund netto nur 60 Pf. Baaraaslsll heilt das medizin. Haarwasser Pretoria. In hiesigen Spe zialjzeschäften er hältlich. 18UV Fabrikanten1 Liebe Ü.-8.. Hameln. Dietern gemeinsam zu benutzenden 'reppen, Flure und Aborte und ändere durch deren Richtbcaufsichtigung, durch Äichtabgabe des Schlüssels zu einer Wohnung während einer Reise verletzt werden." Ein solcher Fall wäre schon gegeben, Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ungenügende Darteraumverhältnisse auf der Station Garbenteich. Was die Rcichsöahnverwaltung i)ren Kunden heutzutage alles zumutet, kann man u. a. morgens bei dem in Garbenteich um 7.11 ilf)r abführenden Personenzag wahrnehmen. Richt einmal ein Leiner Bruchteil der in Garbenteich ein- steigendcn Fahrgäste kann bei der strengen Külte cklnterschlups finden, ebensowenig in den übrigen Jahreszeiten bei rednerischem Wetter. Das zierliche Wartcsälchen saßt nicht einmal ein Drittel aller Mitsahrenden! Es ergeht daher auf diesem Wege die Bitte an die Reichsbahnverwaltung, auf dem Bahnhof Garbenteich einmal Einsicht zu nehmen und die völlig unzureichenden W a r t e r a u m v erhol t n i s s e im Hinb.ick auf den stark gestiegenen Personenverkehr baldmöglichst zu beseitigen. Alle Mitfahrenden. besonders die Arbeiter von Garbenteich, Steinbach und Dorfgiil, die bis zu der Station teils eine Stunde Wegs zurückzulegen haben und bis zur Ankunft des Zuges meist unter freiem Himmel zubringen müssen, würden der Reichsbahn sehr dankbar sein. St. (Garmisch-Partenkirchen): Heiter. Celsius, 41 Zentimeter Pulverschnee. o c» CD 7 II §. o a o la Schßlliisclie o. H. „ Kabeljau c. K. „ SeetiBcht Reizungen PorllonssdiellM Fischfilet Fischhotelett Räucherwaren lehenda KamieD und Schleies -1 Ordne Befinde VÄa Äahnbofstraße 59 Telephon 66. ewotnerrios Qne.rti <>nei» Mottet. —.v e otottti entgew • Vhnte & Oreupcia e «cDtl R Grwitt?r.(§)Windinlle.O~ X» etthtn On massige* Südsüdwest siurmtjcne« 'lorovtst et« Mette nttgen mit dem vmde Oie eei den Stationen itenenden Z«* «r, geaen die femperitur an Pie Urnen verptnden Ort« eut gidicnti» «wf n»#retai*rai» umorrrrneetre ivttdrwce Lunlicht Seife gibt bliitenroci&e, ge]d)onte, frisch duftende Wäsche-eine Wohltat ssioy 30 für den Körper. Nur im Konsumverein deckt die denkende Hausfrau ihren Fleisch-, Wurstwarenbedarf Lonntaa. den 24. Scbtuor, 8.15 Ubr, tut Sitxibohicbcu Aeretnsbans: MßlMNUhZilWSlW BvlkS,.ück tn 3 Akien, 9 Vertvandlungen. Eintritt 2»otverkauf 0.50 Mk, Abendkasse 0.80 Mk. — Harten sind zu habe t ftnuibnttü Eltoftcr, Pnchiidla. Batice, rt-rticur ikabL Lckiubmnchcrmctstcr Pte.ffer und bet iämcktchen Ättttaliedrrn. Mein billiger Schubverkauf findet Freitag, den 22. Februar, ab 11 Uhr und in den nächsten Tagen im Löv/en, Neuenweg 28. im I. Stock statt. i tilpiulflcn. die von einer vor elnigti i von Sterling vck- hl Aurücfgefebrt sind, pri ijgcfunden worden, neu neuen Ozeavslvg. fttzmaurice, der w schieden ist. um sch timen, beeb.MK, C' Llanlüchen 0M i' Osten nach 'SJdeii i Deutschland aus ►jbei. die bei dm W gzeugeS.QueWDan AU DcruxtiCT nab da. Mhe von 3M jhmNtmti von ein® an- teftiff mH®««1'- : lassen, imvgtt l» klattik». 2 e,r 800 Btrflartdtet iM M Ä en und “tT£. Mnfllüd» leisMS Qn U 9 nottet Unlergnrvddch- rSAs Tifi4iXfltwidIs urch Jtiet Wenn Hre Smvfenlungsanzeige in derSamstagsnummer desGießenerAnzeigers durch sorgfältige und wirksame Sahaussiaitung wrLvenfoll dann geben Sie sie bitte spätestens im Xöufe des Donnerstag in der Geschäftsstelle auf! Oie Wetterlage. Wettervoraussage für Freitag: Teils nebelig-wollig, teils aufheiternd, Frost wenig verändert, jedoch sich stellenweise ab- schwächend. Keine oder nur vereinzelte leichte Schneefälle. Witterungsaussichten für SamS- t a g: Abschwächung des Frostes, sonst wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 20. Februar: mittags —2,8 Grad Celsius, abends — 6,3 Grad Celsius: am 21. Februar: morgens —13,6 Grad Celsius. Maximum — 2,6 Grad Celsius. Minimum —15 Grad Celsius. — Erdtcmperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 20. Februar: abends —3,9 Grad Celsius: am 21. Februar: morgens —4,5 Grad Celsius. — Son- nenscheindauer 5% Stunden. Mnlersportnachrichten der f)efi. Wetterdienststelle. Vogelsberg (S)D;,e.Dj5icrf): Heiler, —5 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee, gekörnt, Sri und Rodel sehr gut. — Herchenhainer Höhe: Heiter, — 3 Grad Celsius, 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Odenwald (Tromm): Heiter, — 5 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee, verharscht, Ski und Rodel sehr gut. — Reunkirchen: Heiter, — 8 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee, verharscht, Ski und Rodel gut. Davon MW4« toll«1 “ f ßung,S sich das 1<4l'»l,l'S,W gebclenStp'* ili bie S-L ^ ' Welt. /end- pstztzs-ch rvmabväil- X »S Jiiwbtai, ba die Durbcn. Hz «"den Personen K an Land »u br^." Wijti beteilig^ jrnjiect. die mit $ Rollen vorbrang k» °Ser Phvenh s! eichn. ngSarbeiien Men erst L. DiS je-t mitb noch iß ti gelungen, 4nti ju bringen. ”1 einer hilstexpedillov. Lad Auhee murbtn, wit •fifinale gcfehen, die nm en verirrte Ierg- aller zurückführte. N, Wtruppe aus, die jedvtz runglüdten finden tonnte Kälte, es wurden nacht- ) Kälte gemessen, erlitten ingscxpedilion schwer, m Äendamen sind btib, :e Haden Erfrierungen w ßühen und Händen «> ist der rechte Fuh chr^ Warum quälen Sie sich mit Ihren Nerven? Wes 'alb gebrauchen Sie nlchtmltVer- trauen das out1, bewSorte Dcppelherz. das schon Tausenden gehoben h.t? Eine Prooe'lasche kostet nur 2..0 Mk.. sicher ein billiger Versuch, wenn Sie bedenken, daß Sie dadurch Ihre Nerven wieder zur Kuh«, bringen, also w e-er ges kheiten aut -in zerüttetes Nervensystem zurückzuführen. Eine gründliche K Sftlgungskur mit Doppelnen wirk Wunder bei den verschiedensten Schwächezusiä- den, Neurasthenie, Kop - schmerzen, Blu armut. Appetliloslg*eit, Herzklopfen, Mattigkeit. In tast allen Apo- t eken und Drogerien Ist Doppelnerz erhältlich, bes.i' mt In der Haus Hindenburg, Med zinal-Drogerie H.EIges, baltersweg68a; Drop. E.Karn, Schulstr .;Löwen-D'ogerieV/,Kilbinger Nacht, Selt rsweg; Drog. 6ebr. Michel, Walltorstraße 29; Drogerie Hane Noll, Ludwicsplaiz und Neustadt; Kaiser- D ogerie Ernst Noll, Lindenplatz 5; Kreuz-Droger le A. Noll, Bahn hofst-.51; Drogerie C.Seibel, FrankturterStraße; Drogerie 0. Winterhoff, Kreuzpk 9/10; Viktoria - Drogerie Gießen • Lollar, £.'«« der ^rovknziakhauptfladt Gießen, den 21. Februar 1929. >ieHastungsürWafferiettungsschäden. Der Frost ist ein übler Gast. Wasserlei- 'ngsschäden sind an der Tagesordnung, i verbricht ein großes Zuleitungsrohr auf der traße um) beraubt vielleicht einen Etadtteu des -im.tDaifct2, dort zerplayt ein Leitungsrohr nn !ufe und richtet üblen Schaden an, vtelletcht itten in der Rächt, bevor die Leitung selbst ab- «-cstellt werden kann. r s , Lermietcr und Mieter, dte bts dahm einig miteinander ausgenommen sind — auch solche ertragsparteien gibt es —, stehen sich Plotzlrch - .t Widerstreit der 2nt:rcs en fe.ndlich gegenüber. ' ^nn niemand will für den entstandenen Schaan haften und für ihn verantwortlich feur. Richt „ant mit .Unrecht erblickt der Rermieter im Mieter, .1 bellen Klosett etwa das Wasserrohr aufge- ,-oren ist weil der Mieter oder einer seiner - ungehörigen oder Untermieter bei strenger Kälte «nä öekoitnte Fensterlein hat offenstehen lassen, ^uch geradezu einen moralisch Schuldigen. Denn ^s darf keinem Zweifel unterliegen, daß der 'Meter einer Wohnung eine fremde Sache — m ganzen, wie in ihren Einzelheiten — im Besitze )2t und d^ß cr d.s alb auch für den guten Zustand mb die Erhaltung der Wohnung, vom natür- lichen Abnuhen durch das Verwohnen abge- ichcn, dein Vermieter gegenüber dement,prechend verantwortlich ist. Das Znnehaöen einer in fremdem Eigentum Gebenden Wo.,nung legt dem Mieter besondere Sslichten auf. Das Mietrecht — Rechte und Pflichten von Mieter und Vermieter — ist in i>en Paragraphen 533 folg, des Bürgerlichen Ge- 'ehbuchs geregelt. 3n Anerkennung der obigen Ausführungen ist vom Gesetzgeber im 8 515 tz.G.B. dem Mieter im Interesse des Vermieters (Hauseigentümers) eine besondere Obhutpfticht auferlegt vorden. Hier heißt eS: »Zeigt sich im Lause )er Miete ein Mangel der gemieteten Sache, »der wird eine Vorkehrung zum Schutze der Sache gegen eine nicht i> o r h e r g e s e h e n e Gefahr erforderlich, so hat der Mieter unverzüglich Anzeige zu machen. Unterläßt der Nieter die Anzeige, so ist er zam Ersätze beS daraus entstandenen Schadens verpflichtet." verletzt der Mieter die Obhut und die ihm obliegende Pflicht zu einer schonenden und pfleg- 'idjen Behandlung der Mietsache, so ist d-er Vernieter zum Anspruch auf Unterlassung, zur Kündigung und. bei Verschulden, zum Anspruch auf Schadensersatz berechtigt. Der Mieter haftet auch nach § 278 B.G.B. für daS Verschulden seiner Angehörigen, Dienstboten, Angestellten und gewerblichen Arbeiter, wenn sie in A u s - Übung des ihnen anvertrauten Mit- gebrauchS Schaden verursachen. Rach dem Kommentar der Reichsgerichtsräte zu § 535 v.G.D. muh dos gleiche für ein etwaiges Ver- 'chulden der Gäste des Mieter« und etwaiger hilfspersynen gelten. .Die Obhutpflicht besteht namentlich auch land (Winkervera): Heiler, — 4 f'rtS 0 Zentimeter Pulverschnee, Ski und O wenn eine Familie während der Winiermonake für längere oder kürzet^ Zeit v.rreiste, und es träten Wasferle'.tungssch'iden mit allen ihren Folgen ein, weil niemand zur Behebung des Schadens rechtze'.tig in die abgesperrte Wohnung gelangen könnte. Kraft seiner Obhutpslicht ist der Mieter zur unverzüglichen, d. h. so ra.ch als imrr.ee möglichen Anzeige eines Mangels dem Ver-> mietet gegenüber auch dann verpflichtet, wenn die Znteresten des letzteren gefährdet sind. Ist beispielsweise aus irgendeinem Grunde ein Rohr s o undicht geworden, daß es tropft und der Fußboden feucht wird und die Geiahr besteht, daß d'.e darunter liegende Decke beschädigt wird, so besteht für den Mieter die vorerwähnte sofortige Meldepflicht. Unterläßt er es, sie zu erfüllen, so macht er sich schadenSersatzpflichtig. 3m allgemeinen darf man sagen, daß ein allgemein gültiger Grundsatz für die Bnlrieilung für jeden Wasserleilungs- oder Wasserschaden nicht aufgestellt werden kann. Es ist von ^all zu c zu entscheiden. Ohne Zweifel macht sich der 'L icter haftbar, wenn et bei der derzeit heer- schenden Kälte etwa die Küche nicht heiz^. in der die Leitungsrohre liegen, oder wenn eine: seiner Angehörigen im Abort, in dem sich solche befinden, so lange Zeit das Fenster offen läßt, daß das Wasser in den Rohren gefriert. Ein Fall, der zu keinerlei Zweifel wegen der Haft-" barkeit für Schäden Anlaß geben fann, Jiegt dann vor, wenn der Mieter die ganze Wohnung uiv beheizt läßt, weil er etwa auä Ervarni-.gründen zu Verwandten überfiedelle. Eine besondere Beheizung des Klofetts, das sich womöglich nicht einmal in der Wohnung, sondern „eine Treppe liefet" befindet, wird nicht verlangt werden können, wohl aber, daß in die Spülschüsfeln zur 03er- hütung des Ausei na überfrierens Salz oder Viehsalz geworfen wird. Auch Wasseruhren müssen genügend verwahrt werden. Entsteht zwischen Mieter und Vermieter darüber otreit, wer für den Schaden aufzulomwen hat, so muß der eine dem anderen Fahrlässigkeit oder Vorsatz „beweisen". Für die sogenannte Beweislast gilt der Grund ah daß der Vermieter beweisen muß, daß der Mieter einen Mangel gekannt hat oder hat kennen müssen und daß hierdurch der behaupte n Schaden entstanden ist. Ter Mieter dagegen hätte das Vorbringen des Vermieters zu entkräften, 3n allen Fällen erscheint ein billiger Ausgleich der Interessen wünschenswert. Bei Frost- und Feuersgefahr sind die Menschen mehr als zu anderen Zeiten auseinander angewiesen. Das sollte jeder bedenken, um in Zeiten der Gefahr sich und seinen Rächsten vor Schaden zu bewahren. X. Echter westfälischer Pumpernickel, Paket 25 Pf. Warenabgabe nur an Mitglieder! Konsumverein Gießen und ömQ. e. 6, m. b. H. Eisbein, Dose netto 320 g W 1.20 Eisbein, Dose ne to 400 g W 1.40 la knochenloser Schweinskopf. .. Pfund W 1.20 Schweinszunge, Dose netto 410 g W 2 40 Delikateßsülze, netto400g 1.10 Bi« ad beute mit einem Transport schwerer und leichter Pferde in den früheren Stallnnaen von Elias «bosmann 8ärbergaffe in Zriedberg. | Julius Strautzj Ober-Mockstadt Televb.: Stockheim 20, Sriedberg 46401 rö5L"2S 15 Deutscher SWlkM schwarz retnraffig, mit ©mmmbnnm, emaen einen. roennt PiavmannelS in nute Hände btUtfl aviug. Dr. Meyer. We lanloge 6. Miiooai- SWWMl fjodial nt notiert. wunder bareAnsillh- titttn, besonderer Umnände halber foo tbtUigab\uncben Gebr. Bär, Gienen, MarkiürN, Teievh. 2.1 u,lA 1M -- 1929. Gießen, den 21. Februar findet in der Stille statt. Die Beerdigung 0743 1578V Gießener Studentenhilfe e,V. ,564V Kvau SvosK Gießen, den 21. Februar 1929. 0736 Die Einäscherung findet Freitag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 0745 dem wahren werden. I575D Euler Herr Heinri Im 79. Lebensjahr. Albach, den 21. Februar 1929. orfudji 1561D Die Beerdigung findet Freitag, den 22. Februar, nachm. 2% Uhr statt. Sprechstunden 9-12 und 3-5 Uhr. Fernruf 4164 Großen-Linden, den 20. Februar 1929. 0726 Vermietungen | I572D] f.ihrener fOrselbständige bewahrter 0738 vern leien Qttaulage 38 II. Telephon 1414» Tleuenweg 26 d-r - curo> bilSet. der fr oß« 1 Neuen Baue 22 Zimmer, Tel. 1085 Dienstagnachmittag unerwartet durch einen sanften Tod erlöst wurde Sie hat während mehrerer Jahre uns in unserem Studentenheim in aufopfernder Weise wertvolle Hilfe geleistet. Wir werden ihr stets ein dankbares Andenken bewahren. Die trauernden Hinterbliebenen Familie L. Lemme. Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß Fräulein Marie Hauck Landwirt und Gastwirt Altveteran von 1870 und 71 in Gießen, Bahnhofstraße 90 (Bahnhofs Kolonnade) niedergelassen Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familie Wilhelm Becker Familie Philipp Schmidt II. Familie Philipp Becker. [Verschiedenes! Bessern die Lindell- ■chnle Knazelmaie I /< iiünnni8loll6\ f Hygienische WA StimllicheGummiVareD (Drogerie Winterten J \ Kreuz platt 10 J \bt dyjiwe X flaoiätciien erfahren und kinder» lieb, mit nmentimp« ieblunß*n für iofovt Stadttheater Lrcitas. SS. Bebt., muncr tilbunnenienO BolkovortteUuna von 20 bis 22*74 U6r DerProzeBMarjIliip Em Stück tn 3 Akien von Bayard Belller. Ortenberg, den 20 Februar 1929. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 23. Februar, nachmittags 4 Uhr, in Orten berg statt und des Gesichts, schmerzhastes Brennen, sowie Nöte und Juckreiz der Haut werden beruhigt und ausgeheill durch die wundervoll kühlende, reizmildernde Creme Dcodor. Gleichzeitig herrlich duftende losmelische Unterlage für Puder. Tube 60 Pf. und 1 Mi. Erhältlich in allen Chlorodont-Vcrlaufsftellcn. Probetube gratis bei Vnlendung dieses Inserates durch Leo-Werle A.-G., Dresden-N. (• KL 1414 Die Beerdigung findet Freitag, den 22. Februar 1929, nachm. 3*/, Uhr, vom Sterbehaus (Gartenstraße 12) aus statt. Achtung! Herreu-Soblcu sauren sodlen Verren-Abiätze «Zür leichie Bureauarbetien wird jfi9ii.gonlo[iltooetgoototlltin iiN Aller von 17-20 Jahren fleucht. Steno- 'rraviue und Schreibmaschine Bedingung. Äussührl. schrifiltche An .ebote imier 0734 an den Gietzener Anzeiger. Soziale «flicht der Aularber v. Giess«» «mgrbolen Istes.bleeia- gegange-^Sauerburas. unterlagen «Zeugnisse, Zeugnlsablchrist., Liajt* Mlbtr u.bgl.) fchaessstenS lurütfxuf.Dle toklluny fudtenben find dankbar dafür, wenn man Ihre Vemühuugen zur <$r» lanauna ein. geeigneten TäiigteU aus diele Welse unteftlüht und sind aus diese selbstverständlich« pflicht auch angewiesen. GieSenee Anzelgev Billig! Von 3.50 Mk an von 2.50 Mk. an von 1.50 Mk. au In tiefer Trauer: Katharine Euler nebst allen Angehörigen J’ A:n 19. Februar 19'9 verschied unser lieber Kamerad und Mitbegründer des- Vereins HAM Km tOiiaaa Friedrich M Wir verlieren in dem ' e s orbenen einen rechtschaffenen treuen Kameraden. dem wir stets ein ehrendes Andenken he- | Empfehlungen| BttODlDlj! Einige 1«00 Beniner Brennholz, auch tüt Zentralheizung vas- send, atdt inhrxn- weife ab. t6,'D Jul. Wellhöfer, Todes-Anzeige. Am 19. Februar, abends 10 Uhr, entschlief sanft nach kurzem Leiden mein guter, treusorgender Vater, Bruder, Schwager,. Onkel und Pate In Kassel verstarb am 19. Februar 1929 Schwester Elisabeth Bohnen Die Beeidigung findet am Frei’ajr dem 22. Fe nruar. nachmit taug 2 Uhr. auf de a N'-uen Friedhof statt. Wir bitten die Kameraden um zahlreiche Beteiligung. Garde - Verein Gießen. Betriebsleiter evtl, auch sonst, teebn. Personal geencht. — Ausführliche Angebote mit Referenzen u. Geba.ißansprüchen unter 1554V an den Gie lener Anzeiger erbe1 en. Fittings für n ittlere Gießerei und Fittingsfabrik wird für sofort, spätestens zum 1. April ein in allen Teilen der Fittinosbranche Todesanzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Gatten, unseren lieben Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Amtsgerichtsrat L R, Hermann Allwohn nach kaum vollendetem 58. Lebensjahr nach langem, mit großer Geduld getragenem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen; Milli Allwohn geb. Kreiling nebst Kindern. Möbl. Zlmmerund lccrcö 8immcr mit separ. Eingang tu Wegen Erkrankung meines früheren! MädckenS suche ich füt io fort oder zum 1. März ein launiges rwW das ielbnänd. kochen kann, bei muemVobn 3ran 3oW Sceuler Wilbelinur.2l. ,»,,l' Am Dienstagabend verschied unser lieber Vater, Großvater und Schwiegervater Herr Johannes Panzer Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Panzer Familie Heinrich Panzer Familie Ludwig Döll 1L« Zimmermeister. Trohe, Alten Buseck, den 21. Februar 1929. 07so Beerdigung: Freitag, den 22. Febr., nachm. 2 Uhr. NsiMll kMiMlM-Verein Kietzen. Wir erfüllen hiermit die trau ige Pflicht, unsere Mitg-ieder von dem Ableben des lieben Ehrenmitgliedes und Kollegen 1568D gezieniend in Kenntnis zu setzen. Beerdigung am Freitag, 22. Februar, nachm.2 Uhr. vom Porta e des Neuen Friedhofes. Um zahh eiche Beteiligung wird gebeten. Heute nacht entschlief sanft nach kurzem Kranksein unser liebes Kind, Brüderchen, Enkelchen und Urenkelchen Willi im zarten Alter von 2l/, Jahren. Gestern früh entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krank- keit unsere liebe, gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter FrauTheodore Bömmer geb. Bornträger im 82. Lebensjahre. Reelle gute Existenz bietet sich stetftigen Renten durch Berkaus eines anerkannten Äiassen-Ar'tkeis. Ber- kausövrers Mk. S.50. Hoher Nutzen. Aus- tun ft bei Generalvertreter Oiy> I Verkäufe | ljof reite auch als GeschästS- haus geeignet, da Vaden mit Schaufenster vorhanden, wearugshalber au verkaufen, ferner samil.landwi.ischaff lieben Geräte u Bteh Aoguwt Well, ut$3 Vang GönS | Mietgesuche | 2- Dis 3-3lmmet- Woönung von oiietmt. r)ame tut 1.3. gefucht. Um« rugovergüt. od. Zn- strmdsetziingskoften werden eotL über- nommen. ©ChttitL Angeb. unter 072< an den GlLtz. Ona. erb. 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Cs unterliegt keinem Zweifel, das; das Schicksal der zahlreichen deutschen Volksgruppen, die im ost- und südosteurvpäischen Raum durch das System der Pariser Vorstadtverträqe vom Deutschen Reich gelrennt und neugeschaffenrn Staa en zu'eteilt worden sind, und ihr Zusammenhang mit dem gesamtdeutschen Volkstum heute eines der entscheidenstem unmittelbar die zukünftige europäische Entwickeluni berührenden Probleme bildet. Eine zwangsläusige Entwickelung hat im gegenwärtigen Augenblick dir Minderheckenfrage, die Frage der Erhaltung der nationalen Existenz verschiedener, deutscher Mindrrhei engrupprn, von neuem in den Vordergrund kommender größer Auseinandersetzungen im Völkeraundsrat gerückt. Die merkwürdig zusäl ige. un ewo'.lte Art, in der plötzlich auf der Tagung des Völkerbundsrates in Lugano, aus einer von niemand vorhergesehenen und von niemand gewollten Situation heraus., lediglich im'ronderabilen Impulsen des Augenblickes folgend, mit einem Schlage das gesamte Minderheitenproblem als die große Frage der europäischen Zukunft aufgeworfen wurde, erscheint heute schon nicht mehr als ein Spiel des Zufalls, sondern als eine geschichtliche Notwendigkeit, als der unmittelbare Ausdruck des Ringens um das großdeutschs, gesamtdeutsche Schicksal- Das Minderheitenproblem ist ohne Zweifel nach der gegenwärtigen Lage der Dinge heule ein fast ausschließlich deutsches Problem. Die ungeheuerliche und willkürliche Grenz-ichung und Staatenbildung, die in Versailles aus bewußter Unkenntnis der echnoraphischen uyd wirtschaftlichen Lage im Osten Europas geschasfen worden ist. hat Millionen von Deutschen zu .Minderheiten" gestempelt, hat national geschlossene De- völlerungsgruppen den neugeschaffenen Staaten zu geführt, mit denen sie weder nationale, noch religiöse, noch kulturelle Bande verbinden Hierdurch find Probleme staatspoli ischer und naiio-- nalpolitsicher Ratur auf gerollt worden, die Immer dringender eine Lösung heischen. Es sind vor ollem deutsche Minderheiten, deren nationale Existenz in verschiedenen ' Teilen Europas aufs schwerste bedroht ist. Die baltischen Randstaaten, Estland, Lettland, Litauen, Po'cn. sodann 3ugo- slawien. Rumänien, die Tschechoslowakei und Italien weisen heute mehr oder weniger geschlossene, deutsche Minderheitsgruppen auf, die seit Jahren im schwersten Kampf um ihre bedrohte Existenz stehen. Die absurde Willkür, mit der Europa in Versailles auf "cfeilt worden ist, hat überall den Keim gelegt für einen jetzt unvermeidlich cewordenen Kampf des deutschen Volkes um seine großdeutsche Stellung im mittel- und osteuropäischen Raum Rur aus diesem weilen Gesichtsfeld heraus kann die Bedeutung der in Angriff genommenen Ausrollung des Minder- heitenprvblems im Rahmen des Völkerbundes richtig erkannt werden. Wie ist zunächst einmal die rechtspolitische La;e, in. der sich heute die Minderheiten auf Grund der vorhandenen Verträge und Abmachungen befinden? Die rechtliche Grundlage des Minderheitenschutzes beruht heute einerseits auf einer Reihe von Verträgen, die während der Der- salller Friedenskonferenz sowie in den unmittelbar nachfolgenden Jahren geschaffen worden sind, anderseits auf der allgemeinen Zuständigkeit des Völkerbundes als des völkerrechtlichen Garanten der für die Minderheiten geschaffenen Schutzbestimmungen. Während der Versailler Konferenz wurde bekanntlich eine Kommission geb.ldet. d e den Ramen „Kommission für die neuen Staaten" erhielt und die von der Konserenzlcitung beauf- tragt wurde, Vertragsentwürfe zum Schuh der Minderhetten in den osteuropäischen Staaten auszuarbeiten. Diese Kommission hat einen einheitlichen Vertragstypus geschaffen, der sodann 1919 und 1920 zum Abschluß von Verträgen zwischen den alliierten und assoziierten Großmächten auf der einen Seite und aus der anderen Seite Polen, Tschechoslowtaei, 3u v lawien, Rumänien, Griechenland und Armenien führte. Diese sogenannten Minderheitenverträge enthalten die Formufierung bestimmter, allgemeiner Rechtsgrundsätze über den Schuh der Minderheiten. Die Prinzipien und Motive der Minderheitenverträge tourten in Versailles in einem Schreiben an Clemenceau als dem Präsidenten der Friedenskonferenz an den Führer der polnischen Delegation, Paderewsky, zusammenfas,end zum Ausdruck gebracht, wobei Cenenceau der polnischen Delegation den nach weitgehender Berücksichtigung polnischer Wünsche wesentlich abgeänderten Vertragsentwurf übermittelte. Das Schreiben C.'e nenceaus gewinnt im gegenwärtigen Augenblick eine gewisse grundsätzliche Bedeutung und muß daher kurz w'.edergegeben werden. Er weist zunächst darauf hin, daß Verträge über die Minderheiten nicht neu seien und erwähnt hierbei den Berliner Kongreß von 1878 und die damalige Erklärung des Fürsten Bismarck, die die forrrele Anerkennung der damals neugeschas enen Staaten mit der Forderung zur Befolgung gewisser Grundsätze in der Form eines inte.-nationalen Abkommens verband. — Das damalige S iftem, das eine Garantie _ der Bestimmungen dieser Art durch die Großmächte enthielt, habe jedoch ein unmittelbares Recht der Großmächte auf Einmischung in die Verfassung der betreffenden Staaten geschaffen, das le"eßt zu rein politischen Zwecken verwandt werden konnte. Das neue S)ste.n übertrage dagegen, wie Clemenceau betont, die Garantie dem Völkerbund. Die Großmächte wären übereingecommen, in dieser Form eine Verpflichtung des neugebildeten polnischen Staates betreffs der Grundrechte für die neuen Bewohner Polens zu verlangen — welche Aenderungen auch innerhalb des polnischen Staates eintreten mögen. Polen stehe somit nicht unter der Vormundschaft le.- Signa'a ftaaten von Versailles: die neu erworbene Bevölkerung Polens würde sich leichter mit der neuen Gage abfinden, wenn sie wisse, daß ihr vom ersten Augenblick an Schuh und gerechte Garantien gegen jede Gefahr ungerechter Behandlung oder Bedrückung gewährt worden sei. Allein die Kenntnis dieser Garantien würde eine materielle Aussöhnung erleichtern und die Rotwendigkeit von Zwangsmaßnahmen verhüten. Es könne keinem Zweifel unterliegen, daß Polen sich bereit erklären würde, seine staatlichen Einrichtungen auf den Grundsätzen. wie sie in den Verträgen zum Ausdruck kämen, aufzubauen. Hierzu ist zu bemerken, daß der Artikel 109 dec polnischen Siaatsversassung die Schaffung eines besonderen Staatsgesetzes vorsieht, das den nationa'en Minderheiten Polens die freie Enthaltung ihrer nationalen Eigenrechte in autonon en Minderhntsverbänden öffentlich-rechtlichen Charakters im Rahmen der Selbstverwaltungs-Körperschaften sichern solle. Dis heute ist jedoch ein derartiges Gesetz in Polen nicht angenommen worden, und zwar mit der Begründung, eine Kulturautonomie für die Minderheiten Polens entspräche nicht dem polnischen Rechtsempfinden! 3n den Minderheitsverträgen werden nun die Rechte der zu einer Minderh it der Raffe, Religion uni) Sprache zu zählenden Staatsangehörigen in allgemeinen Linien festgesetzt: die 'Verträge sehen Gleichheit vor dem Gesetz, Gleichheit der bürgerlich-politischen Rechte, Zulassung zu öffentlichen Aemtem vor, Gebrauch der Muttersprache in Kirche, Prefse, öffentlichen 1er- sammlungen. ferner gleiches Recht, mit den anderen Staatsangehörigen auf eigene Kosten wohltätige, religiöse oder soziale Einrichtungen und Schulen zu unterhalten. Ausdrücklich ist hervorgehoben, die Behandlung der Staatsangehörigen müsse rechtlich und tatsächlich die gleiche fein; endlich enthalten diese Minderh.itenverträge eine Art Katalog von Rechtsgrutrdsähen, nach denen der Unterschied von Rasse, Sprache und Religion niemanden schaden dürfe. Jnternalionalrechtliche Bedeutung gewinnt diese Bestimmung durch die in den Derträgen vorgesehene Verpflichtung, die e Vertragsbestimmungen müßten als Staatsgrundsatz anerkannt werden: zum Schluß wird in den Minderheits-Typenverträgen die Stellung des Völkerbundes als Garant und Patron Lei Minderheitenschutzes festgelegt, und zwar wird die völkerrechtliche Ratur der Dertragsartikel erklärt, die unter dem Schutz des Völkerbundes als solchem stehen. Hierbei werden jedoch zuglech die Kompetenzen des Völkerbundes festpelegt, die leider praktisch-politisch außerordentlich eng sind und eine extensive 3nterpretcttion zum mindesten erheblich erschweren. Die Zuständigkeit des Völkerbundes wird in den Verträgen eigenartigerweise auf mehr prozessuale Rechts,ätze begrenzt, l.edes Mttglied des DölkerbundsrateS soll das Recht haben, den Rat auf jede Verletzung der Bestimmungen der Minderh.ckenver- träge oder auf die Gefahr einer solchen Verletzung aufmerksam zu machen. Was der Rat . in solchen Fällen zu tun hat, b e'.bt zunächst offen. Meinungsverschiedenheiten innerhaB des Dölker- bundsrates über rechtliche oder tatsächliche Fragen werden als ein Streitfall internationalen Charakters erklärt, und es wird Anrufung des Dölker- bundsgerichtshoses im Haag, telfcn Entscheidung inappellabel fein soll, vorgesehen. 3n den nach der Versailler Konferenz folge oben 3ähren haben sodann eine Reihe von Staaten, wie Lettland. Estland, Litauen, vor den Völlerbundsversamm- lungen im Ramen ihrer Regierungen offizielle Erklärungen abgegeben, die im wesentlichen auf eine Annahme der in den Minderhntsverträgen geschaffenen Schuhgarantien Hinauslaufmr. Die obechesWeMlschasi imWrel928 Heber die Lage und Ent Wicklung von Industrie und Handel im Bezirke der Industrie- und Handelskammer Gießen während des Jahres 1928 erfahren wir auf Grund der Unterlagen der Handelskammer Gießen u. a. folgendes: Im oberhessischen Eisenerzbergbau ftanb der Beginn des Jahres 1928 im Zeichen des am 33. September 1927 beendigten Abbaues der staatlichen älnterftühung, die sich ursprünglich auf 2 Mk. je Tonne Versanderz stellte, später aber von Monat zu Monat herabgesetzt wurde. Die Entziehung dieses Zuschusses verursachte dem Bergbau schwere Sorgen. War es infolge dieser Staatsprämie durch entsprechende Preissenkung möglich gewesen, einen größeren Absah zu erzielen und ohne Verlust zu arbeiten, so fehlte für 1928 nicht allein diese Vorbedingung, sondern es traten weitere Belastungen durch Lohnsteigerungen, höhere Steuern und soziale Abgaben ein, die den Bergbau unrentabel gestalteten. Die Ende 1928 eingetretene Frachterhöhung verursachte schließlich noch die Bevorzugung billigerer Auslanderze, so daß größere Abschlüsse für 1929 noch nicht zustande gekommen sind und voraussichtlich Anlaß zu Betriebsrm- schränkungen und Arbciterentlassungen gegeben sein wird. — Die Geschäftslage in der vasaliindustrie war im Jahre 1928 nicht befriedigend: den Straßenbaubehörden standen nicht genügend Mittel zur Verfügung zur Ausführung von Kleinpflasterstraßen in größerem Umfange. Viele Basaltbetriebe waren infolgedessen gezwungen, auf Lager zu arbeiten, was mit Verteuerung der Produktion gleichbedeutend war. Die Lage im Schottergeschäft ist im Iabre 1928 mit Wirlsamwerden von Großschotteranlagen durch ein erhebliches Überangebot und stetig rückläufige Preise gekennzeichnet. Die Geschäftsaussichten für die nächste Zeit sind ungünstig. Dk BautäfiJcU im Jahre 1928 kann im allgemeinen als mittelmäßig bezeichnet werden. Staatliche Bauten wurden nur in geringem Umfange errichtet. Städtische Bauten kamen erst im Rovember zur Ver- §ebung. Die private Bautätigkeit war infolge er Finanzierungsschwierigkeit sehr schwach. Lediglich einige Baugenossenschaften konnten eine etwas lebhaftere, aber immerhin hinter dem Jahre 1927 zurückbleibende Bautätigkeit entfalten. Auch hier machte sich die für das Tau- Sewerbe unangenehme Erscheinung bemerlbar, daß ie Bauten erst im Spätherbst begonnen wurden, da die Mittel aus der Harcszinösteuer erst dann flüssig wurden. Der Konkurrenzkampf im Baugewerbe hat sich derart verschärft, daß in vielen Fällen Lauabschlüsse getätigt wurden, öte mcht einmal die Deckung der Gestehungskosten gewährleisteten. Die Entwicklung der Bautätigkeit im Jahre 1929 kann noch nicht übersehen werden, da diese ganz von der Flüssigmachung der Hauszinssteuer abhängt. Bei der Geldknappheit in Reich und Kommunen ist jedoch damit zu rechnen, daß die Bautätigkeit in diesem Jahre noch Weit hinter der letztjährigen zurückbleiben wird. Die Dampfziegeleieu sind teilweise vom Geschäftsgang des vergangenen Jahres einigermaßen befriedigt, teilweise finden sich Klagen über mangelnden Absatz und nicht unerhebliche Lagerbestände. Diese Klagen rühren in der Hauptsache von denjenigen Ziegeleien her, welche in erster Linie Lanükundschast beliefern. Der Landwirtschaft ist aber in ihrer jetzigen Rotlage das Bauen nur in ganz beschränktem Maße möglich. In den Städten war die Bautätigkeit reger, so daß die Dampfziegeleien mit überwiegender Stadtkundschaft mit mehr Befriedigung auf das vergangene Jahr zurück- blicken können. Im Großhandel mit Baumaterialien ist die Lage naturgemäß ähnlich: sie wird erschwert durch immer wieder auftauchende Rep- grünbungen, die zwar meistens sehr bald wieder verschwinden, aber doch den Markt durch starke Preisunterbietungen in Verwirrung bringen. Für das Jahr 1929 ist eine Besserung kaum zu erwarten. — Wenn auch im Zemenlgeschäfi der Gesamtbedarf nur wenig geringer ist als im Vorjahre, so teilen sich in ijn doch mehr Werke, so daß in diesem Jahre zum ersten Male das Auftreten des neuen Wettbewerbs in der vor- ausgesagten schärferen Form sich ausprägt. Es zeigt sich, daß die Aufnahmefähigkeit des Marktes hinter der Leistungsfähigkeit der deutschen Zementfabriken um ein erhebliches Teil weiter zurückgeblieben ist. — 3n der Atttngsindustrie war das Jahr 1928 trotz der regen Bautätigkeit mit Rücksicht auf das viele Schweißen der Rohre nur als normal anzusehen. Im Ausland können sich die in den letzten 10 bis 12 Jahren in fast jedem wichtigeren Exportland entstandenen Kon- lurrenzwerke hinter hohen Zollmauern ungestört entwickeln. Für 1929 läßt sich kaum etwas Voraussagen, da der Befchä t:gungs-rad vollständig von der Bautätigkeit abhängig ist. — Die Beschäftigung in der Fabrikation gefundheilstechnifcher Anlagen und Armaturen ist einigermaßen gut gewesen. Der Verdienst jedoch ist infolge der durch die große Konkurrenz erzwungenen niedrigen Preise sehr gering ge- Ans den Berliner Theatern. Shakespeares „Lustige Weiber von Wiudsor" Berlin, im Februar. Der Spielleiter Heinz Hilpert hat mit feiner Einstudierung der „ßuftigen Weiber von Windsor" (nach ..TroiluL und Cressida" an der gleichen Stelle) eine starke und eigenartige Leistung vollbracht, deren Wesen auch über Berlin hinaus bekannt zu werden verdient. Er spielt die .Bearbeitung des Deutschen Theaters", man weiß nicht, von wem sie stammt, aber sie ist gut und geschickt, sie bleibt nichts Wesentliches schuldig, zieht kleine Szenen praltlsch und unauffällig auf einem Schauvlatz zusammen und fügt sogar bisweilen aus eigener Macht etliches hinzu. — Kein großer Frevel bet einem Werk, bei dem Shakespeares Anteil gar nicht abzuschätzen ist. Die Gestalt des Falstaff stammt aus seinem Geiste. Wer aber benutzte diese Gestalt, um die Fabel der Windsc>r°Weiber darum zu fbinnen? Ganz ungeklärte Fragen. — Don wem stammt der Grund- einfall dieser Aufführung? Es ist dieser: das Städtchen wird aus dem historischen elilabctßani» scheu Milieu in eine gemächliche Kleinstadt von Kotzebues und Biedermeiers Gnaden entrückt, die Menschen erscheinen, bis auf den dicken Sir John Falstaff, in lustigen bunten Gehröcken, und der Bühnenbildner Rochus G liefe konnte hier seiner ganzen Phanta ie sehr hübsche und lustige Einfälle verdanken. Cs ist ein ganzes Kleinstadtvolk. das sich da tummelt, in dieser friedlichen Umgebung gedeihen die merkwürdigen Or glnale, die Shakespeare hier haben will, ganz zwanglos, und find sie ein wenig ins Moderne abgebogen — auch in der S irache. der Art der Improvisationen - so bringt das diesen Spieß- bürgerftclö noch näher. Cs ist deshalb keine Sünde wider den heiligen Geist der Kunst geschehen. und kein Mensch braucht sich dieser Reue- rung wegen zu entrüsten. Man hat einfach einen neuen Stil für das Shakespearesche Lustspiel ge» sucht und ihn glücklich gefunden, denn diese Art ließe sich auch aus andere Komödien zwanglos übertragen, so sehr ist sie aus Shakespeares Geist heraus gedacht, aus dem Sinn deS lebendigen Theaters empfunden. Werner Krauß als Falstaff. Eine sehr hohe Stirn, über der stch nur noch hinten das Grauhaar wölbt. Monokel tm toeinroten Gesicht, gesträubtes Echnurrbärtchen, ein Plastron aus dem Westcnausschnitt. und einen Smoking: der Einzige unter allen den Bunten, der sich feierlich und zeremoniell in Schwarz trägt. Cr sagt auch in dieser Fassung noch die bekannten Worte über den Prinzen Heinz (Heinrich IV.) und stellt sich so gleich in die Zeck: er war emmal jemand, jetzt ist er nur noch ein Grandseigneur mit vielen Schulden und bewegt sich seinem Ende zu. Melancholie beschattet chn, und es ist einzigartig, wie Krauß diese Mischung von Bonhommie. Wehmut des QilfetS. Begierde und letz.er Hoffnung bringt Cr ist Don Quichote, aber er ist auch Sancho Pansa. Krauß, der größte unter den deutschen Darstellern, hcck in den letzten 3a.jren den Grabbeschen Hannibal gespielt, den Götzschen Gneisenau, den Peer Ghnt, den Pastor Anger- mann. und in ieder die,er durch Zeiten und Wellen getrennten Bereiche wurzelte er mit einer genialen Sicherheit und Selbstverständlichkeit, b e ihn auch jetzt nicht verlassen hat: auch als Falstasf schwingt die Sphäre einer gewaltigen darstellerischen Kraft um ihn, die ihn vor allem zu den Zwischantönen. zu den ausdrücklichen Tönen aufs Allerhöchste befähigt. Um ihn herum wallet eine Truppe von lauter prominenten und sehr glänzenden Hamen. An ihrer Spitze: Lucie Höflich — sie spielte monatelang das Dienstmädchen in Bruckners ^Verbrechern" — heute ass blonde und im Tiefsten doch ehrbare Frau Pa e. Die schwarzäugige Leopoldine Konstantin, auch bie,e ehrbar. aber schon ein wenig leichter, als Frau Fluth. und ein.;erue>enb zwischen allen, die Kup- pelwirtin Frau Hur.ig: Ida Wüst, deren eigenes Fach diese Art von Frauen ist. Dahinter wieder Prominente, von denen nicht alle genannt sein können, weshalb aus den kleineren Rollen einige hcrausgegrisfen seien, die m.t unmerkbarer Kunst und Eindringlichkell haften ble den werden: der Junker Schmächtig von Heinz R ü h m a n n. Erwin Faber als Dr. Cajus. Hans Reh- mann als Evans. Wurde also diese Aufführung, abfoLat betrachtet, ins Kotzebuesche vorgerückt, so erschien sie. von Falstaff, dem Grandscigrear aus dem vergangenen Jaör mndert aus gesehen, merkwürdig zeitnah und fand kraft dieses DorzuzS auch sehr schnell den Weg zum Publikum, das mit wachs e>t» ber Spannung folgte, in die offenen Szenen hinein applaudierte und sich auch zum Schluß ganz premierentigcrhaft benahm, als es den Darstellern sehr lange und fast unerschöpfliche Ovationen beteiiele. O. B. Ozean-BeLeranen. Die alten Segelschiffe, die durch 50 ober 80 Jahre gute Dienste auf dem Meer geleistet haben, werden jetzt abgetakelt, denn die Zeit des Segelschiffes ist ja vorüber. Es finden sich darunter sehr ehrwürdige Veteranen: so hat man z. D. in England erst jetzt ein feines 25°Tonnen°Schiff ,®oö Jntent" außer Dienst gestellt, öaS im Jahre 1790 erbaut wurde und also an die 133 Jahre den Stürmen und Wogen getrotzt hat. Das Schiss, das am Avon in der Rähe von Bristol liegt, ist noch immer seetüchtig und das älteste brauchbare Fahrzeug der englischen Marine. Einen nicht minder großartigen Rekord hat ein anderes Holzschisf der englischen Handels,lotte aufgestellt, „Sie Biene", die vor 126 Jahren zum erstenmal seine Fahrt von Southampton nach der Insel Whigt antrat und erst 1927 auS dem Verkehr gezogen worden ist: der Segler hatte während seiner Laufbahn gegen 40 000 Fahrten ausgesührt. Ein anderer Veteran der britischen Küstenschis, ahrt ist nach dem Bericht einer englischen Fachzeitschrift der 40-Tonncn-Zweimaster „Jane", der 1800 zum erstenmal in See stach: er ist das älteste englische Schiff, dos noch immer seinen Dienst tut. und hat eine abenteuerreiche Laufbahn hinter sich, hat im Kriege den Bristol- Kanal befahren, der damals durch deutsche Minen und Unlerfcebooie sehr gefährdet war. Auch andere Segler, die zwar nicht zu den hundertjährigen gehören, aber doch auf ein beträchtliches Alter zurückb.icken, durch,urchen noch die Wogen, so z. B. der 73jährige Schoner „Coquette", der 63jährige Schoner „Madbyman" und der Zweimaster ..Wove", der 60 Jahre alt ist. Die Segelschiffe. die auf der Themse verkehren, sind ebenfalls teilweise über 60 Jahre alt, aber bei ihnen find meistens Umbauten öorgenommen worden, da diese Segler nach 40 oder höchstens 50 Jahren Arbeit sonst nicht mehr brauchbar sind. Das älteste Segelschiff der Welt, das sich noch in Dienst befindet, ist die dänische Barke „6on» fianee", die 1723 erbaut wurde: sie wird rcoch heute als llebungsschiff im Ha'en von Kopenhagen benutzt. Ob die Dampfer und Motorschiffe unserer Tage sich solange eines tätigen Daseins erfreuen werden wie diese Segler, ist die Frage. Bisher hat man noch nicht genügend lange Erfahrung, aber es gibt auch Dampfer, die ein beträchtliches Alter erreicht haben. Das älteste holländische Dampfschiff „Caledonia", das 1874 in England gebaut wurde, ist jetzt zum Abbruch verkauft worden: es war 54 Jahre im Dienst. Auf eine bedeutend längere Arbeitszeit blickte der Heine Dampfer „Glengarry" zurück, der vor 83 Jahren zum erstenmal die stürmischen Gewässer um die westlichen Inseln von Schottland befuhr: er war das älteste Dampfschiff, bis er 1927 außer Dienst gesetzt wurde. Diesen Ehren- vlah nimmt jetzt der 129-Tonnen--Dergnügungs- oampfer „Premier" ein, der 1346 von Stapel ging. Auiographen-Börse. Auch die Preise der Autogramme sind mannigfachen Haussen und Baissen u-Veroorfen, und der beste Anzeiger für den autenbl'.cklichen Stand der Schwantungen find die Auk.io.ce.r, wie sie etwa bei Carl Ernst Henrici in Berlin statt finden. Die Feststellungen, die man dort machen konnte, zeigen, daß die Preise für wertvolle Handschriften in kurzer Zeit nicht unerheblich gestiegen sind. Ratürlich wurden wieder die höchsten Preise unter den Driesen deutscher Dichter für Goethe erzielt. Sein Luxemburger Bries an die beiden Herders vom Ottober 1792 mit einer ganzseitigen Federzeichnung wurde vom Goethenati^nalmuseum um 3800 Mark erworben. Ein Dries Goethes an Schopenhauer kam auf 1800 Mark, ein Vierzeiler auf 960 Mark. Auch die Korrespondenzen dec Frauen um Goethe wurden hoch geteerte!: ein Schreiben Lillis erzielte 450 Mark. Unter den ausländischen Dichtern steht noch immer Keats wegen der Sellenhrtt seiner Autogranune am höchsten im Kurs. Ein Brief von 17 Zeilen ging um 3500 Mark nach England. Thackeray wurde mit 250 Mark bewertet, ein Gedicht Casanovas mit 830 Mark. Für Philosophen gelten auch ziem lieh hohe Preise. Einzelne Briefe: Kant (300 Mp Leibnitz '500 und 240 Mark). Schopenhauer (47 Marl). Aosseau (130 Mark). Voltaire (460 M'. Kleinere Musiimanuskripte Beethovens te-rb mit 800 und 600 Mark bewertet. Schuberts Kone Position von Goethes „Geisterseher" wurde, von Weimar mit 1600 Mark angekauft, sein „Jager sied" erzielte 450 Mark. Für Dichterbric e wurden geboten: 3een Paul (290 Matt). Grabi>e (310 Mark), Herder (175 Matt), Hauff (340 Mark). blieben. Für die Zukunft läßt sich wenig Voraussagen. falls nicht noch größere Aufträge herein- ! mmen. mutz mit gelegentlicher Kurzarbeit ge- echnet werden. — Die Steigerung des Ab-- ahes in Radiatoren und Kesseln mit der Zunahme der Einrichtung von Zen- alheizungen zu erklären. Der Auslandmarkt in ..ßeisernen Musfendruckröhren zeigt das un- - ränderte Bild stark gedrückter Preise. — 3n der Werkzeugmaschlneninduslrie irttc sich der Liebergang zur Serienfabrikation jiö die Umstellung auf neue Maschinentypen orrlausend günstiger aus. Trotz der sich seit mehreren Monaten wieder bemerkbar machenden Rückläufigkeit auf dem Eisen- und Ma'chinen- markl ist der Eingang neuer Aufträge, besonders aus dem Auslonde, durchaus zufriedenstellend. — Für die Textilindustrie hat bas Jahr 1925. das mit verhältnismäßig guten Aussichten begann, nicht den erwarteten günstigen Verlauf genommen. Gegen Ende deS Iahres gingen die Aufträge immer spärlicher ein, fo dah teilweise Detrieb^einschränkungen nötig wurden. Der erhebliche Prei stürz, der den ziemlich hohen Preisen des Früjahrs folgte, trug dazu bei, datz eine volle Auswertung der Lagerbestande unmöglich wurde. Hierzu kommen, wie überall, die Schwierigkeiten der Geldbeschaffung, die hohen Unkosten für Kredite, die erheblichen Detriebs- unkosten und vor allem die hohen Arbeitslöhne. Auch die Rohmaterialbefchaffung ist nicht leicht, da durch die Flachsspinnereien in Deutschland der Bedarf nicht gedeckt werden kann und die Lage des hierfür in Frage kommenden russischen Marktes nicht zu übersehen ist. Da ausländische Garne und Gewebe trotz Zoll und Fracht billiger aus dem Auslande eingeführt, als im Znlande hergestellte Ware verkauft werden können. muh auch aus diesem Gesichtspunkte heraus die künftige Lage der Textilindustrie sehr vor- sichtig beurteilt werden. — Für die Preisbildung der Berufs- und Acbeilskleidungsinduslrie ist in erster Linie die amerikanische Baumwollernte richtunggebend. Da einerseits die Baumwollpreise im Verlaufe der Jahre sehr schwankten und in den letzten Monaten weit heruntergin- gen, da anderseits wohl die Preise für Rohstoffe, nicht aber für die Fertigfabrikate sich diesen Schwankungen anpassen können, wurde trotz genügender Beschäftigung nicht der entsprechende Verdienst erzielt. Dazu kam eine Absatzminderung, welche durch Aussperrungen, Streiks und die Einführung von Kurzarbeit im letzten Jahre veranlaßt wurde. Die Aussichten für das kommende Jahr können nicht als günstig bezeichnet werden. Die Zigarrenindusirle ist eine reine Genußmittelindustrie und daher von der jeweiligen Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage unbedingt abhängig. Geht letztere ganz allgemein zurück, so läßt naturgemäß auch der Absatz in der Zigarrenindustrie dementsprechend nach. Seit dem März 1928 kann, diese Entwicklung innerhalb der Zigarren- ' industrie deutlich nachgewiesen werden. Seit Mitte des IahreS 1928 wurden teilweise Ar- beitseinschränkungen notwendig, und am Jahresende hatte sich dieser Zustand so verschärft, daß fast alle Firmen der Zigarrenherstellung zu Einschränkungen und Stillegungen von Betrieben übergehen mußten. Im Gießener Bezirk wurden im Dezember 1928 rund 25 Proz. der hier vorhandenen Tabakarbeiter entweder erwerbslos, oder in Kurzarbeit beschäftigt. Der allgemeine Rückgang der Konjunktur im Jahre 1928 und die hierdurch hervorgerufene Absatz- .stockung wurde für die Zigarrenindustrie noch empfindlicher gestaltet durch eine ab 1. März 1928 wirksame Lohnerhöhung von im ganzen 13 Proz., die der Industrie zwangsweise auf- erlegt wurde. Lieber die wirt chaftliche Entwicklung in der Zigarrenherstellung im neuen Jahr läßt sich zur Zeit noch gar nichts sagen, da die Lage auf dem Absatzmarkt noch immer völlig unübersichtlich ist. Cs steht zu befürchten. dah die allgemeine Absatzkrise zum mindesten noch weitere Monate anbauern wird. Eine Besserung kann auch erst dann eintreten, wenn eine Wendung in der derzeitigen ungünstigen Gesamtlage der deutschen Wirtschaft ganz allgemein eingetreten sein wird. Eine reichliche Hopsen- und Gerstenernte, sowie die warme Witterung während des vergangenen Jahres brachte der Brauinbuftrie erhöhten Absatz, so daß mit einem zufriedenstellenden Gewinn gearbeitet werden konnte. Die Aussichten für das kommende Jahr sind an_ und für sich nicht ungünstig: die Braue, len fühlen sich jedoch beunruhigt durch die Pläne der Reichsregierung wegen der Erhöhung der Biersteuer, die, wenn sie verwirllicht werden, eine Preiserhöhung und infolgedessen eine Absahminderung mit sich bringen muh. Die im Jahre 1927 einigermaßen rege Bautätigkeit brachte der oberhcsiischen Sögewerksindustrie so großen Llbfatz, dah sich gegen Ende des Jahres ein empfindlicher Mangel an Rundholz bemerkbar machte, wodurch die Preise in der Einkaufssaison 1927/28 sehr in die Höhe getrieben wurden. Da aber im Jahr 1928 die Baut tigkeit mangels reichlicher staatlicher Zuschüsse weit hinter dem Vorjahre zurückblieb, wurde auch die Preisstellung wieder niedriger, und den Sägewerksbesihern sind aus den teuer eingekauften Vorräten große Verluste entstanden. Unter diesen Verhältnissen werden natürlich die Steuern und sozialen Lasten besonders schwer empfunden; cs ist daher begreiflich. wenn die Sägewerksindustrie dem Jahr 1929 sehr skeptisch entgegensieht. — Auch der Möbelindustrie war ein gutes Geschäftsjahr nicht beschieden, da der Absatz unter dem Geld- und Wohnungs- mangel, sowie unter der Konkurrenz der sog. gemeinnützigen Gesellschaften, wie Hausratgesel^ schäften u. dgl.. welche mit staatlichen Mitteln unterstützt werden, naturgemäß sehr leiden muhte. In der Industrie für Möbel aus massiv gebogenem Holz ist der Absatz oJIerbingd nicht wesentlich hinter dem von 1927 zurückgeblieben, Wohl aber sind die Preise trotz gesteigerter Löhne, höherer Holzpreise und größerer sozialer Lasten niedriger geworden. Die Zahlweise der Abnehmer hat sich außerdem ganz ungewöhnlich verschlechtert, so dah Verluste unausbleiblich sind. Die Gummiinduslrie hat ihr Exportgeschäft im vergangenen Jahre weiter ausbauen können, obwohl die Preisge- stallung gegenüber der ausländischen Konkurrenz durch die Erhöhung der Produktionskosten immer schwieriger wird. Für das kommende Jahr sind bereits Lieferungsverträge abgeschlossen; ob aber der Beschäftigungsgrad stabil 6.eiben wird, kann bei der unübersichtlichen Wirtschaftslage heute noch nicht gesagt werden. — Mit voller Zufriedenheit darf die Stempel- und Farbeninduslrir auf das vergangene Jahr zurücksehen, in dem es an Arbeit nie gefehlt hat. Auch für das Jahr 1929 liegen schon so zahlreiche Aufträge vor, daß es schwer fällt, sie rechtzeitig zu erledigen. Rur der Geldeingang dürfte endlich eine Besserung erfahren. — Die $ ’feninbuftric leidet unter der Konkurrenz der großen Waschmittelfabriken in Deutschland, welchen es dank ihrer großzügigen Rellame gelungen ist. die Hausfrauen immer mehr vom Gebrauch der Kernseife zum Waschen abzubringen. Trotz der Stilllegung eines Dells der deutschen Seifenfabriken ist daher Ueoerproduktivn vorhanden, waS natürlich in ungünstigster Weise die Preisbildung beeinflußt. In der Feinseifenindustrie ist die Lage etwas Vesser. Eine scharfe Konkurrenz ist sowohl der Feinseisen-. als auch der Kern- undSchmier- seifemndustrie durch die Se.fenfabriken der Konsumvereine erwachsen. Unter dem allgemeinen Konjunkturrückgang in der zweiten Hälfte deS Vorjahres hatte auch die tz-arhutindustrie zu leiden. Durch die Verteuerung der Rohmaterialien wurde im Herbst eine Erhöhung der Verkaufspreise nötig, wodurch der Absatz naturgemäß noch weiter erschwert wurde. Dagegen ist eS gelungen, das Exportgeschäft weiter auSzu- dehnen, lieber die Aussichten für das kommende Jahr läßt sich noch nichts sagen. Es ist auch im abgelaufenen Jahve eine wesentliche Erstarkung deS Bankwesen» festzustellen. Allerdings haben die Kreditoren bet den Banken in den Provinzfilialen nicht in dem Maße zugenommen, wie bei den Zentralen. Diese Erscheinung ist darauf zurückzuführen, dah die öffentlichen Kassen und die Sparkassen infolge ihrer Steuerfreiheit höhere Zinsen zu zahlen in der Lage sind und daß die letzteren Institute die Vorkriegsguthaben im Gegensatz zu den Banken aufwerten konnten. Als erfreuliches Zeichen kann auch festaestellt werden, dah das anlagesuchende Pub.ikum sich in langsam zunehmendem Mähe den Goldpfandbriefen der heimischen Hypothekenbanken zuwendet. Da die aus dieser Anlage sich ergebenden Zinsen meist wieder zur Anlage kommen, ist in dieser Beziehung eine gesunde Entwickelung zum Sparsinn zu erblicken. Infolge dieser Erscheinung konnten die Hypothekenbanken zu größeren Emissionen von Pfandbriefserien schreiten. Die gegen die Jahreswende eingetretene Geldflüssigkeit stellt nicht etwa neue Kapitalbildung dar, sondern sie ist bedingt durch die rückgängige Konjunktur unserer Industrie, in der die Gelder keine nutzbringende Anlage finden können, also brach liegen. — Im Gelceidegrohhandel zeigte das Wirtschaftsjahr im Anfang noch annehmbare Verhältnisse, welche sich jedoch von Monat zu Monat ungünstiger gestalteten. Es bestanden Absatzschwierigkeiten, wie sie in dm letzten Jahren kaum vorgelommen sind: die Preise waren sehr gedrückt. Unter den großen Absah- schwierlgleiten hatten auch Mü)lenindustrie und Mehlhandel schwer zu leiden. Die Aussichten für 1929 sind wenig günstig. — Der Viehhandel hatte im vergangenen Jahre darüber zu klagen, daß die Landwirtschaft im Kaufen sehr zurückhaltend war. so dah weder im Zucht- noch im Rutzviehgcschäft die Llmsätze der Vorjahre erreicht wurden. Auch der Handel mit Schlachtvieh war infolge der erheblichen Preisschwankungen mit fallender Tendenz wenig gewinnbringend. Eine Besserung für das Jahr 1929 sieht vorläufig nicht zu erwarten. — Im Einzelhandel ist das vergangene Jahr dem Vorjahre nicht gleichgekommen. Die große Knappheit an Barmitteln kam in fast allen Branchen zum Ausdruck: die Llmsätze gingen zurück, während die Geschäftsunkosten, Steuern, Löhne und Gehälter usw. immer höher wurden. Eine Besserung steht nicht in Aussicht. Die fortwährenden Schwankungen der Konjunktur bringen eine gewisse Lln- sicherheit in das ganze Geschäfts- und Wirtschaftsleben, das sich vor allem für den Einzelhandel sehr schädigend auswirkt. Dazu kommt noch die große Konkurrenz des immer mehr um sich greifenden Hausierwesens, der Konsumvereine, des Beamtenwarenhandels und die mit Zugaben, Lotterien und dgl. arbeitende Reklame, durch welche die vorhandenen Schwierigkeiten noch ver- gröhert werden. Aus der provinzialhauptstadi. Gießen, den 21. Februar 1929. Oer Lustraum ist steuerfrei. Die Rcichshauptstadt und eine Anzahl anderer deutscher Gemeinden hatten die Besteuerung des Luftraumes vorgenommen, d. h. sie hatten eine Anerkennungsgebühr für die Anbringung von Leuchtschildern und Schaukästen, die in städtisches Strahenland hineinragten, erhoben. Liese steuerliche Mahnahme führte zu Beschwerden des davon betroffenen Einzelhandels und sonstiger an der Reklame, interessierter Kreise. Die Kommunen stützten' sich habet auf den Paragraph 905 des DGB., der lautet; .Das Recht des Eigentümers eines Grundstückes erstreckt sich auf den Raum über der Oberfläche und auf den Erdkörper unter der Oberfläche. Der Eigentümer kann ledoch Einwirkungen nicht verbieten, die in solcher Höhe oder Tiefe vorgenommen werden, daß er an der Ausschließung kein Interesse hat." Auf Grund dieser Rechtslage kamen dann die Kommunen zur Erhebung ihrer Anerkennungsgebühr. Mit Rücksicht auf die Bedeutung dieser Angelegenheit hatte der Verband Berliner Spezialgeschäfte mit Unterstützung anderer Verband» Feststellungsklage gegen den Magistrat Berlin erhoben und darin bestritten, daß die Erhebung einer solchen Anerkennungsgebühr berechtigt wäre. Diese Klage hatte mit wechselvollem Ergebnis zwei Instanzen passiert. Nachdem daß Landgericht der Klage stattgegeben, das Kammergericht sie aber abgewiesen hatte, hat nunmehr das Reichsgericht in seinem Urteil vom 16. Februar unter Aufhebung deS Beru- rufungsurleils der Klage der kaufmännischen Organisation grundsätzlich stattgegeben. Die Begründung deS Urteils, die noch aussteht, wird gewiß sehr interessant» Einzelheiten für die Beurteilung dieser für di« Gemeinden, wie auch für die SinzelhandelSvev- bände wichtigen Entscheidung bringen. Zahrplankonferenz in Alsfeld. Zu einer Besprechung der FahrplanwÜN« sche der Provinz Oberhessen und des von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. ausgearbeiteten Fahrplanentwurfes für 19 29/30 hat die Reichsbahndirellion Frankfurt c. M. die Derkehrsorgamsationen und öffentlichen Körperschaften auf Mittwoch, 27. Februar, vormittags 10,30 Uhr. in den Sitzungssaal deS Rathauses zu Alsfeld ernzeladen. U. a. werden an der Konferenz teilnehmen: die Vertreter des Ver'ehrsbundeS Oberheffen, des Hessischen Verkehrsverbandes Darmstadt, der Industrie- und Handelskammer Gießen, der beteiligten Kreis- und Stadtverwaltungen, sowie der interessierten Derlehrsvereine. Talen für Freitag, 22 Februar. Sonnenaufgang 7.01 Uhr, Sonnenuntergang 17.27 Uhr. — Mondaufgang 15.32 Uhr, Monduntergang 657 Uhr. 1788: der Philosoph Artur Schopenhauer in Danzig geboren: — 1810: der Komponist Friedrich Chopin in Zelazowa Wola geboren; — 1903: der Komponist Hugo Wolf in Wien gestorben. Gießener Wochcnnrarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 dis 140, Wirsing 30 bis 35, Weißkraut 20 bis 25, Rotkraut 30 bis 35, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 15 bis 20, Spinat 50 bis 60, Unter-Kohlrabi 10, Grünkohl 35 bis 40, Rosenkohl 65 bis 70, Feldsalat 200, Tomaten Das große Grauen. Vornan von H. A. von Byern. Urheber-Rechtsschutz d rch Verlag Oskar Meister. Werdau. 13 Fortsetzung. Nachdruck verboten Da waren wir nun glücklich wieder bei dem Thema, das in Terofal zum täglichen Brot gehörte... Frau Sophy bekam ganz rote Bäckchen: „Den Hahn hab n der Vinzenz und ich für Sie ausgemacht, bisher kam nur einer zur Strecke, den hab' ich vor vier Tagen geschossen, meinen ersten im Hochgebirg!" „3a, sogar mit Kugel, ich führ' dich morgen, Alterle, bergsteig'n brauchst diesmal net, is ganz in der Räh, koa Stund weit zu gehen." Rach Tisch machten wir einen kleinen Bummel durch den Park, und mein Freund erzählte von der Reise. „Aber froh war'n ma doch, als ma wieder in der Hoamat war n, gelt, Sopherl?" „3a,“ sie schmiegte sich an ihn, „ich bin halt auch die Einsamkeit gewohnt, hier sieht man nur den Kaplan und ab und an mal den Riki Per- negg, der ist jetzt drüben, richtet das Schloß ein, will nach der Hochzeit ganz hinziehen." „Haben Sie nicht manchmal Heimweh gehabt nach Ungarn, gnädige Frau?" fragte ich. „Ich hatf ja den Vinzenz!" „Du! Guck mal weg!" Mein Freund drehte mich herum, und ich hörte ein Geräusch, das einem Kutz zum Verwechseln ähnlich Hang. Frau Sophy war dunkelrot geworden und zauste ihren Eheliebsten an den Haaren: „Schämst di denn net?" „Ah wo, Ioan Schein, gelt Alterle, du weiht ah was guat schmeckt, denkst d' noch an den Maschkererball an Bord vom „Bürgermeister"?" Ich kniff den Vinzenz in den Arm: „Gar nichts weih ich mehr, gnädige Frau, er sucht bloß nach einem Blitzableiter . . .“ . Ja, das sagen Sie! Der Vinzenz wird'S g'rad nit besser getrieben haben — wart nur Burscherl, dir komm ich noch auf die Sprüng, aber bann g'freu di', du!" Wir lachten, ein Helles, klingendes Terzett. Der Abend wurde urgemütlich. Eine riesige Waldmeisterbowle prangte auf dem Tisch, und schließlich holte mein Freund seine Zupsgeig'n. „Aber keine so — — — so, na du weiht ichon was für Lieb ln!" warnte Frau Sopherl. „Wo werd' i denn, Schätzer! mei liab s!" versprach der Vinzenz und legte seelenvergnügt los: „Und ein Maderi von zwölf Jahren Ist mit über den Strudel gefahren, Weil sie noch net liab'n kunt, Fuhr sie sicher über Strudels Gründ. Karn auf einem schwarzen Rosse Von des Berges stolzem Schlosse Adlig' Fräulein Kunigund, Wollte fahren über Strudels Grund. „Lieber Fährmann, sag' mir ehrlich: Ist s denn wirklich so gefährlich?" „Wer den Jungfernkranz verloren, Ist dem Tode auserkoren!" Als wir in die Witt'n gekommen, Kam ein großer Rix geschwommen. Packt das Fräulein Kunigund', Zog es auf des Strudels Grund." — — „Jetzt hörst d' aber auf, ja!" Die junge Frau wurde energisch und nahm ihrem Herrn Gebieter einfach das Instrument weg: „Marsch, ins Bett, sonst verschlaft's morgen früh!" „Sixt, Qllterle, so treibt sie 's mit mir und nacha gibt's aa no a Gardinenpredigt, na — schlaf halt wohl, halber drei komm i weck'n." Und eine halbe Stunde später lag ich wirklich im festen, traumlosen Schlaf. — nein, die beiden Menschenkinder waren glücklich, da brauchte ich mich nicht zu sorgen, so glücklich, wie ich es für den Vinzenz erhofft hatte. — Ein bissel übernächtig und verschlafen war ich doch noch, als wir am anderen Morgen in aller Herrgottsfrühe in den Park traten. Am Firmament flimmerte das Sternenheer, da löste sich plötzlich von einem der glimmenden Himmelslichter ein heller Schein. — „Sieh, Vinzenz, eine Sternschnuppe!" „Hast b' dir denn was gewunschen?" „Daraus hab' ich in der Elle vergessen, na, vielleicht ist es ein gutes Vorzeichen, und wir brauchen nicht als Schneider heimkommen."-- Der Faulbaum duftete und die jungen Duchen- triebe; süh und schwer trug der Wind den Hauch herüber. Er roch nach Juchten. Von einem Ein- ödhos Hang ein verlorener Hunbeblaff, Dunkel und Dämmerung woben ihre Schleier. Und jedesmal, wenn der gelbe Lichtkegel der Heinen Laterne, die mein Freund trug, über den Wegrand hinaushuschle, tauchten in verzerrten, grotesken Formen die flechtenbehangenen Stämme, moos- überwucherte Felsblöcke auf. Zu unserer Rechten rauschte, unsichtbar, die „Wlldach", sonst kein Laut, tiefes Schweigen. Auf dem taufeuchten, mit einer dichten Grasnarbe bedeckten Waldweg glitt der Fuß hin und wieder auS. überfjängenbe Zweige streiften mein Gesicht. „Eilt net so, wir können uns Zeit lassen," meinte der Vinzenz und blieb stehen, um feine kurze Stummelpfeife neu zu stopfen, dann sah er auf das Zifferblatt der Uhr: »In a Stund' Ham ma Taglicht'n." Allmählich gewöhnte llch bas Auge an die Dunkelheit. Zu beiden Seiten fliegen bewaldete Hügel an, schütteres Duchenallholz mit eingesprengten Tannen. Vor uns ein Knacken, Drechen . . . „Haft d' es gehört? Rotwild! Im Lanks steht's immer da herunt', de Bauern scheuchen, aber es nutzt net viel, wird wieder a nette Wildschabenrechnung geb’n!" Dann wurden die ersten Stimmen des begin* nenden Morgens laut. Irgendwo im Gezweig regte sich ein Vogel, in den Kronen raunte leise der Frühwind. Mein Freund verlöschte die Laterne und verstaute sie im Rucksack. „So, Alterle, jetzt müass'n ma links aufi, bleib nur immer dicht hinter meiner, san no tausend Schritt." Vorsichtig nahm ich die Büchse herunter. Es hieß aufpassen, denn überall ringelten sich Wurzeln, wucherte Farnkraut und Brombeergerank. In Gedanken zählte ich — — siebenhundert — siebenhundertundeins, siebenhundertundzwei--, ein leichter Druck auf meinem Arm. „Da woll'n ma fürs erst' bleib'n!" Stichdunkel war es drinnen im Bestand, aber droben über dem Kamm zuckte schon ein fahler Schein, ging über in hellrosa getönte Tinten, durch die sich zartgrüne Streifen zogen. Meinen Wettermantel hatte ich über einen Findlingsblock gebreitet, lehnte mit dem Rücken am Stamm einer alten, knorrigen Weißbuche. Der Vinzenz fließ mich an, ich nickte nur, lauschte . . . Da! „Oerök — rök — rök . . Wie elektrisiert fuhr ich zusammen — kein Zweifel, da erwachte ein Hahn, stimmte feine rauh gewordene Kehle für ben Minnegefang ...! Wieder! „Oekrökrökrök . . und nun ein ganzes G'fetz'l: „Klipp, llipp . . . klipeciperip . . . Kisch — ktsch — ktsch - ktsch — lisch . . . llipp . . ." Der letzte Rest von Müdigkeit war verflogen. Hand in Hand sprangen wir den in voller Balz stehenden Hahn an, kamen heran bis auf etwa hundert Meter — da verschwieg der unsichtbare Sänger. „Gok — gok. gof . . .“ Teufel nochmal, also das Hennenvoll war auch in der Rähe, nun hieß es doppelt vorsichtig sein! Zwei, drei Minuten, die sich zu Ewigkeiten dehnten . . . Endlich! „Oerokrök — klipp, llipp, — klipe- riperip. . " Mit einem Schlage war es Büchsenllcht geworden, Heller, junger Tag. Zwei Augenpaare luchten, suchten . . . Zum Donnerweiter, war der Hahn nun verhext?! 3n ben lichten, noch unbelaubten Buchenkronen, die sich zart, wie feinstes giligran, von bem Morgenhimmel abhoben, hätte ich sogar eine Amsel sehen müssen! Olbet da — da? Dreißig Schritte vor uns breitete eine niedrige Schirmtanne ihre fächerförmigen 2leste, unb kaum in Manneshöhe, stand der Hahn gar nicht so, wie man ihn in den Werkstätten der Präparatoren oder auf Abbildungen sieht . . ■ lang, dünn, das Kehlgefieder gesträubt, ben kaum merklich entfalteten Stoß leicht gesenkt . . . „Klipp — lliperiperip . . ." Zoll um Zoll hob ich die Büchse, lieh das Ziel aufsitzen, ging hinein ins Schwarze ... „Peng!" Hart und rund peitschte ber Hall beß Äugel* schuf,'es burch das Schweigen, wurde zuruck- geworfen, rollend, grollend ... Und auf weichem WalkNnoor ein gedämpfter Fall ... Mem Freund sprang vor: „3 gratulier! An ganz an schwarer ist'S, hat seine acht Pfund g'wißi" Rubinrot rann der Schweiß aus bem halbgeöffneten Schnabel, goldige Reflexe huschten über das metallgrüne Gefieder hm, und ich konnte mich nicht sa.tsehen an den weißen Spiegeln bet Flügeldecken, dem gercimelten Stotz ... Gesprochen haben wir beide nicht viel, nur ein fester, ehrlicher Händedruck, der mehr sagte, als alle Worte ... lieber uns, im Gezweig, rief unbekümmert ein rotbrüftiger Buchfink, schmetterte fein helles, klingendes: „Schick, schick, schick Regen her!" in den Morgen hinein, eine Schwarzamsel flötete, unb „Linsendieb!" — „Linsenbiebl" höhnte die Kohlmeise. Der Vinzenz kramte in seinem Schnerfer herum, brachte eine d.cköauchige Flasche und zwei Gläser zum Vorschein: „Gelt, da schaugst. mei' Liaber! 3s „Asti spu- mante“, ben hat m'r d' Sopherl mitgegeben, no trink' ma hall dem Höh' tot ..." Und das taten wir, gründlich sogar! Blaue Leberblümchen blühten zwischen dein alten Stockausfchlag, weiße Windröschen und goldgelbe Himmels,chlüsfei. Der braungefledle Stamm einer einzelnen Dirke leuchtete auf, halb verhüllt von zartgrünen Schleiern. Langsam schritten wir ben Fußpfad durch den „Langen Grund" entlang. An ben Zweigen ber Kastan.en saßen dicke, braune, klebrige Knospen, aus denen gefieberte Blättchen hervorlugten, rostrot unb rüttelnd stand der Turmfalk über dem Wipfelmeer. — „Hi—i—ih!" Dann schoß der Sturz- fliegcr senkrecht herab, ausleuchtend im Sonnrn- glast wie ein fallender Feuerfunke. Und mitten aus meinen Gedanken heraus fragt« ich plötzlich: „Wie ist das nun eigentlich. Dinzer^, hast du dir betnen närrischen Aberglauben abgewöhnt?" Er schmunzelte. „Weiht, Alterle, aHtoeil hab' i gar koa 3ctt g'habt, an so was zu denken, unb — b’ Sovher« meint halt auch, es is Unsinn ...“ (Fortsetzung folgt) Oer neue Frankfurter Polizeipräsident. WSR. Frankfurt a. M.. 20. Febr. Aus Berlin wird gemeldet: Polizeipräsident Steinberg von Altona wird an Stelle des verstorbenen Polizeipräsidenten Zimmermann nach Frankfurt a. M. verseht. Mit ter_ vertretungsweisen Derwo tung des Polizeipräsidiums Altona wurde Regierungsrat Egger st edt in Kiel beauftragt Peru — ein Land der Zukunst. Eine deutsche Kolonisatwnsgesellschast. - Urwald wird Siedlungsland. Aufständische Indios. Don Richard NieLvrg. '^7^ Ö Grüningen. 20. Febr. Montag abend fand im Saale des Gastwirt- Fah eine auher- ordentliche Generalversammlung de- 2 a n d * wirtschaftlichen Konsumvereins statt. Durch den Tod des seitherigen Rechner- Dingel war eine Reuwahl nötig geworden. In der vor- gefchriebenen Zeit hatten sich vier Dewerbcr gemeldet. Heinrich Christoph Marsteller wurde für dieses Amt gewählt. • Grüningen. 20. Febr. Dieser Tage hielt der Turnverein »Gut Heil" D.T. in der Sing- und Turnhalle seine diesjährig? Hauptversammlung ab. Der Terein-vorsihende Isheim gedachte nach den Begrüß ungsworten an die Mitglieder des verstorbenen Mitgliedes Altbürgermeister Dingel und hob dessen Verdienste um den Verein in warmen Worten hervor. Daraus erstattete der Rechner den Kassenbericht: dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Aus dem Turnbericht war zu entnehmen, daß der Verein beim Volksturnen in Gambach sech- Siege, darunter in der Turnerstufe einen 5. Sieg, und beim Gauturnfest in Butzbach zwei Siege errungen hat. Man beschloß, im April das Anturnen in Verbindung mit einem Vereinswettturnen abzuhalten. Weiter wurde eine Faustballabteilung gegründet, wobei der Vorsitzende die Dereinsjugend aufforderte, sich rege an den» schönen, alten Turnerspiel zu beteiligen. Mst begeisterten Gut-Heil-Rufen auf den Verein und die Deutsche Turnerschaft wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Büdingen. A Ridda, 20. Febr. Die Landwirtschaft-- kammer für Hessen veranstaltete gestern hier im »GambrinuS" einen Saatgutmarkt, der verhältnismäßig gut von den Landwirten des De- zirks Ridda besucht war. Es waren von den Züchtern aus den drei Provinzen Proben von 18 Kartoffelferien, leider alle erfroren, einige Sorten Weizen und deutscher Mais, 28 Sorten Gerste und 30 Sorten Hafer ausgestellt. Auch Luzerne- und Rotkleesamen sowie mehrere Sorten Dickwurzsamen waren vertreten. Der Vertreter der Landwirtschafts'ammer, Dr. Matthes au« Darmstadt, schilderte die einzelnen Sorten von Speise- und Futterlartosseln und die Halmfrüchte nach Anspruch auf Doden, Reifezeit,. Ertrags- mengen und benannte genau die für unsere Gebend besonders empfehlenswerten Sorten. In Originalbau waren nur vier Sorten Gerste ausgestellt, das übrige Saatgut war 1. und 2. Abbau. De'onders fielen Weißgerste und Wrißhafer auf, doch find für unsere Bötzen Goldhafer und gelbe Gerste vorzuziehen. Dri letzterer sieht der Mälzer gar nicht mehr auf die Farbe, sondern dieser Unterschied ist meistens nur eine Sache der Getreidehändler. Eine Anzahl Landwirte gab Destellungen auf Saatgut auf, das von der Land- wirlschastslammer geliefert wird. D:i den Kartoffeln konnte nur der Grundpreis angegeben werden, zu dem noch die gegenwärtig nicht fest- zusetzenden Zuschläge kommen. Voraussichtlich wird der Preis für Saatkar osseln im Frühjahr bedeutend steigen, weil der Frost nicht nur unseren Züchtern, sondern auch ganz besonder- in Rorddeutschland an den Kartofselvorrä.en in den Kellern und Mieten unermeßlichen Schaden angerichtet hat. Kreis Scholten. 18,22 Februar. r, Sonnenunittfiang 17.?? .32 Uhr, MondiM^g •r Schopenhauer f«; er Komponist i geboren; — M in Dien gestorben. ^enmaritpreisc. heutigen Mle 30 bü 35, Äafc [raut 30 bis 35, 9p“; nfii 10, Srünlohi x> vw w i M. □ Laubach. 20. Febr. Gestern und vorgestern fanden Holzversteigerungen ans den Gräflich Solms-Laubachischen Waldungen (Förstereien Ruppertsburg und Jägerhaus) statt. Die Preise waren im Verhältnis zu den anderen Versteigerungen dieses Iahre- niedrig. Der Raummeter Scheit kam durchschnittlich auf 12-13 Ml., Knüppel auf 10—11 Mk., Stockholz aut 8—9 Mk.. Reiferprügel auf 4—5 Mark. — Die Vogelwelt hat auch hier durch den Frost eine starke Verminderung erfahren. Richt nur, daß man zahlreiche Vogelleichen findet. Auch durch Deobachtungen der Futterplähe kann man dies feststellen. Schreiber dieses beobachtete, daß an seinem Futterplatz noch vor 8 Tagen 12—15 Vögel sich nährten, jetzt dagegen kommen nur noch 3—4 Stück. Besonders selten sind die Meisen geworden, die gerade zu den nützlichsten Gattungen gehören. Leider wird der Ruhen der Vögel noch zu wenig erkannt, denn man sieht noch viel zu wenig Futterplähe. 3m kommenden Sommer wird die Landwirtschaft die Massenvernichtung! der Vögel verspüren. Der Vogelschutz müßte in viel höherem Matze durchgeführt werden. Staat und Gemeinde sollten hier beide tatkräftige Hilfe bringen. — Die Ortsgruppe Laubach des Hessischen Landbundes hat die Anlage eines Tummelplatzes für 3 ung- Vieh in hiesiger Gemarkung angeregt Ein sol* cher ist unbedingt nötig. Man wird dem Gemeinderat einen entsprechenden Vorschlag un-i terbreiten. Kreis Alsfeld. r. Ober-Ohmen. 20. Febr. 3n der letzten Zeit wurden hier und in oer ilmgegenb eine Anzahl Trappen gesichtet. 3n Groß-Eichen konnten vier dieser Vögel zur Strecke gebracht werden. Da die Tiere in hiesiger Gegend nicht beheimatet sind und ihre Zugstraße abseits liegt, kann es sich nur um Verirrte handeln, welche die strenge Kälte hindert, ihrer Heimat entgegen- zufliegen. — Der Gesangverein „Sänger- L u ft" hielt dieser Tage seine ordentliche General» Derfammiung ab, wobei aus den Derichten des Vorsitzenden. Rechners und Dirigenten hervor- ging, daß sich der Verein auch im abgelaufenen Geschäftsjahr gut entwickelt hat. teihen in großer Menge. Aber auch die Viehzucht ist lohnend, besonder- die Schafzucht. Auf den Wiesen grast da- Lama, daneben züchtet man die Alpaccas, die Schafe mit den Sdelwollpelzen. 500 000 Lama- und mehr al- anderthalb Millionen Alpaccas hat man vor kurzer Zeit in Peru gezählt; tatsächlich ist der Viehbestand jedoch viel größer, da 12 Millionen Schafe in den letzten 3ahren aus Europa und Amerika eingeführt wurden. Kühe, Pferde, Maultiere und Schweine gibt es in großer Zahl, so daß Peru in nicht allzu ferner Zeit zu den viehreichsten Cantern Südamerikas zählen wird. Dicht hinter der Küste erheben sich die ausgedehnten Gebirgsmassen der Kordilleren, die ungefähr so hoch wie die Alpen sind. Rur an zwei Stellen bricht die Dahn durch dieses unwirtliche Gebirge, daS schwer zu ersteigen ist. Jenseits der Kordilleren liegt eine öde, fast unbewohnte Hochebene, über die schneidende eisige Stürme jagen. Dahinter, bedeutend tiefer, liegen mellentocite Weiden: dieses »Andenhochplatiau" wie man die Ebene nennt, ist das alte Land der Inkas. Das Klima ist in dieser eigentlichen Heimat der Lamas schon etwa- gemäßigter, hunderttaufende Schafe sieht man auf den unermeßlichen Flächen der Hochebene weiden. Aber nicht nur das Woll-Land von Peru ist das Andenhochplateau. In dieser Hochebene liegt Kupfer, Silber, Gold, Platin und Petroleum, der Reichtum des Landes. Diese Bodenschätze haben schon seit vielen Jahren die Begehrlichkeit der Vereinigten Staaten gereizt, nach diesen unendlichen Landstrecken, die edelste Metalle in sich bergen, blickt Wallstreet mit Verlangen. Beharrlich, Schritt für Schritt, ist das amerikanische Kapital in das Land einge&rungcn. England hat sich ebenfalls an dem großen Geschäft beteiligt, und die großen Pe- troleumgesellschasten haben rechtzeitig erkannt, daß man in Peru »mit dabei sein müife“. Von all den Bodenschätzen gehört den Bewohnern von Peru fast nichts mehr. Das Kupfer ist Eigentum großer amerikanischer und englischer Gesellschaften, das peruanische Petroleum gehört der Standard Oil Company, die Zuckerernte wird von einer deutschen Firma aufgekauft, und die geschäftstüchtigen Japaner haben in aller Stille t die Daumwollkulturen erworben. Allerdings werden die großen Industriegesellschaften eine Schwierigkeit zu überwinden haben, die Arbeiterfrage wird ihnen eine harte Rutz zu knacken geben. Die Arbeitsleistung der eingeborenen Bevölkerung ist nicht mit der eines europäischen Arbeiters zu vergleichen. Außerdem werden Lohnherabsehungen oder eine Verlängerung der Arbeitszeit von den peruanischen Arbeitern nicht gleichmütig hingenommen. Die Indiobevölke- rung will nicht3 von Lohntarifen wissen, die veranstaltet bewaffnete A u f st ä n d e, wenn die Unternehmer den Lohn herabsehen. Selbst wenn solch ein Aufruhr niedergeschlagen wird, ist den Industriegesellfchaftcn damit nicht geholfen. Die Aufsässigen schließen sich dann nicht selten zu einer Gemeinschaft zusammen, die jede Arbeit verweigert. Die Urwaldzone, Montana genannt, soll das Ziel der europäischen Auswanderer werden. Zwar wird dieser Lande.'teil bisher nur durch die Arme des Amazonenstroms mit der Atlantischen Küste verbunden, aber in kürzester Zeit sollen zwei große Eisenbahnlinien den Verkehr mit den Küstenplätzen vermitteln. In der Montana kann man noch billig Land pachten oder laufen, und die peruanische Regierung bemüht sich, Einwanderer ins Land zu ziehen. So sollen Landwirte in besonderen Fällen freie Reise von Europa bis zu ihrem Bestimmungsort in der Montana erhalten, sie sollen sogar die ersten sechs Monate von der Regierung mit einer bestimmten Summe unterstützt werden. Maßgebende Mitglieder ter peruanischen Regierung haben immer wieder betont, daß sie besonderen Wert darauf legen, deutsche Landwirte für die Einwanderung nach Peru zu gewinnen. Ob diesen jedoch die veränderten Lebensbedin- gungen und das peruanische Klima zu agen würden, läßt sich schwer beurteilen. Selbstverständlich wird die Einwanderung nach Peru aussichtsreicher. sobald das Eisenbahnnetz dieses Landes genügend auf gebaut sein wird. Bis dahin können aber noch lange Jahre vergehen, in denen sich deutsche Auswanderer nur schwer an das einsame Leben in der peruanischen Montana gewöhnen werden. sangSwettstreites im Jahre 1928". Die Chronik wurde sodann von dem Chronisten verlesen. Aus dem Kassenbericht war zu ersehen, daß die finanzielle Lage des Vereins sehr befriedigend ist. Einige Satzungsänderungen wurden einstimmig angenommen. Der Mitgliedsbeitrag wurde aus 1,20 Mk. für das Vierteljahr festgesetzt. Rach Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner Entlastung erteilt und durch den Vorsitzenden der Dank des Vereins ausgesprochen. Der Vorstand des Vereins, von dem verschiedene Posten durch Satzungsänderung neu besetzt wurden, setzt sich nun aus folgenden Personen zusammen: Ehrenvor ihender H. Schmidt ViII., Ehrenschriftführer Friedrich Schäfer H„ Chorleiter Lehrer Karl Dörrn er, erster Do- sitzender Karl Lotz, zweiter Vorsitzender Heinrich B a r z, erster Schriftführer Karl Rau. zweiter Schriftführer Hermann U h r h a h n. erster Rechner Ernst T r e ch s l e r, zweiter Rechner Jakob U h r h a h n. Chronist Fr. G o n d o l p h, Vermögensverwalter Karl Will. Beisitzer Christ. Fey I., Fried. Fischer. Franz Tabofchat, Ludwig L i h m a n n, Heinr. Loh und Friedr. Schäfer III. Rach dem Referat des ersten Schriftführers Karl Rau überreichte Deisiher Christian Feh dem Verein die Schubertplakette des 10. Deutschen Sängerfestes in Wien, deren Verleihung seinerzeit durch ein Versehen unterblieben war. Im laufenden Jahre will sich der Verein an dem Sängerfefte des Lahntalfängerbundes in Weilburg und an dem 90. Iubi- läumsseste des Gesangvereins »Sängerfrana“ in Ridda geschlossen beteiligen. Zum zweiten Fest des Hessischen Sängerbundes in Darmstadt wird der Verein eine Abordnung entsenden. Rach dem Vortrag eines ChorliedeS schloß der Vorsitzende die harmonisch verlaufene Generalversammlung. Oberheffen. Landkreis Gießen. 3 Aliendorf a d. Lda., 20. Februar. Zu der im hiesigen S.adt walte Forstwanci II abgehaltenen dritten diesjährigen Hvlzversteige- rung hallen sich wiederum rech' viele auswär ije Käufer einiefunten. Die Preise toer.n für Brenn- Holz verhältnismäßig hoch. Cs kosteten je zwei Raummeter: Duchenknüppel 18 bis 24 Mk.. Fich- tenscheitholz 15 bis 22 Mk., Fichtenknüppel 14 bis 21,60 Mk.. Kiefernknüppel 20,50 bis 22 Mk.. Kiefernstockholz 9 bis 11 Mk.. Duchenreisholz je 5 Raummeter 8 bis 12,60 Mk. Für die mit- versteigerten Eichen». Buchen-. Kiefern- und Fich' tenftämme wurden nur mäßige Preise erzielt, vielfach wurde hier der Tarifpreis nicht erreicht. Es soll deshalb, wie dies auch schon in den letzten Jahren geschehen, der größte Teil des noch vorhandenen Dau- und Rutzholzes auf dem Sub- missionswege verkauft werten. 1" Sich. 20. Febr. Der QE ä nn e r g e f a n g - verein »Cäcilia" hielt am Samstagabend bei Gastwirt Jakob Stein seine ordentliche Generalversammlung ab. Rach dem Motto: .Grüß Gott" und einem Chorlied begrüßte der erste Vorsitzende die zahlreich erschienenen Sangesbrüder und gedachte in ehrenden Worten der im versiossenen Jahre verstorbenen Mitglieder Bürgermeister Völker, Sa.t'ermeister K u 11 und Glasermeister Ludwig Scherfs. Rach kurzem Rückblick über das letzte Jahr, auS dem zu erfehen war. daß sich die Mitglieder,-,ahl auf beinahe 200 erhöht hat, dankte der Vorsitzende dem Dereinschronisten Fr. Gondolph für das von diesem verfaßte und dem Verein gewidmete Werk »Das 90. Vercinsjahr im Zeichen des IubiläumsfesteS und deS großen De- 80 bis 90. Zwiebeln 20 bis 25. Meerrettich 50 5 iS 120, Schwarzwurzeln 50 bis 70. Kartoffeln 6, Olebfel 30 bis 40, Dörrobst 35 bis 40, Honrg 40 bis 50, junge Hahne 100 bis Suppenhühner 100 bis 120. Tauben 60 brZ 85, Bulfe 70 bis 80 Pf. das Pfund; Eier 20. Dllrmenkohl 70 bis 140, Salat 40 bis 45. Endwien 40 bis 60 Lauch 15 bis 25, Rettich 10 bis 20 Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück, Kartoffeln der Zentner 5 bis 5,50 Mk. Bormrtrzeu. — Tageskalender f ü r D o n n er s tag. ObertesMcher Seschichtsverem: Vortrag von Professor Dr. Vonderau (Fuldas über Buraberg bei Fritzlar". 8.15 Uhr im Horsaal deS Physi- kalischen Instituts. - Deutsche Z Semmar ter Universität: Dortrag von Dramaturg Dr. Karl $ Ritter über .Probleme ter Eternen^ ^ama« turgie". 8.30 Uhr im Horsaal 44. — DHW. . Lichtbiltervortrag »Eine Erholungsreise nach Helgoland und den nordfr.e, ischen Inseln. 8.15 . Uhr^im Kath. Dereinshaus. - Allee-Schule: Seminar-AuSstellung bt3 Freitag, L OKarj, 11 , bis 1 und 3 biS 5 Uhr. - Lichtspielhaus. Dahn- , Hof strotze: „Alpentragöd.e'. — Astona-Licht- ; spiele: »Hoheit tanzt Walzer". — Stadttheater Gießen. Aus tem Stadttheaterbureau wird uns gearteten: Die Dolksvorstellung »Der Prozeß ^Mary Dugan beginnt morgen 20 Uhr. Ermäßigte Preue. - Tie Fremtenvorstellung am Sonntag 24. Februar »Karl und Anna" (letzte 2lu-ührung deS Stückes!) beginnt um 18 Uhr. — Als te.ontere Ereignisse der kommenden Woche: 3. Tag des Kammerspielzyllus: Gassipiel teS »l^ea.ers der musikalischen Komödie" Berlin, am Montag, 25 Februar. Mittwoch. 27. Februar Erstaufführung .Das Geld auf der Straße", Lustspiel von Brr- nauet und Oesterreicher. Die Operette „Dre -Lmnz° gräfin“ wird am Dienstag. 22. Februar, erstmalig wieterholt. . . — DieGießenerTheatervereinigung 1926 veranstaltet am nächsten Sonntagabend im Katholischen Vereinshaus einen Fonillienabend mit ter Ausführung des dreiaktigen Dolksstuckes „Der Glockenguß zu Breslau". Um zahlreichen Besuch zu ermöglichen, sind die Eintrittspreise recht niedrig festgesetzt worden. Für Mittwoch. 27. Februar, .st eine Schülervorstellung vorgesehen. Man beachte die heutige Anzeige. * •• Ein Drama in derDogelwelll Don einem Leser wird uns berichtet: Kürzlich, am 18. Februar, konnte ich ein Drama m ter Dogel- toelt von meiner im südlichen Stadtteil telegenen Wohnung aus beobachten. Um 1 Uhr mittags horte ich im Garten hinter dem Hause jammer- liches Dogelgeschrei. Als ich ans Fenster eilte, sah ich einen Sperber fliegen, der zwischen unfern und dem Rachbarhause hindurchgeflogen war. und der einen jämmerlich schreienden Star in den Fängen trug. Der Räuber ließ sich un- aesähr 20 Schritt vom Hau.e mit feiner Deute auf den Doden nieder. Er hielt den quer unter ihm liegenden Star mit beiden Fangen fest. Da ich den Star für verloren h.elt, verachte ich nicht dem Sperber seine Deute abzujagen. holte mir schnell ein gutes Glas und beobachtete, tote bet Sperber vorerst seine Deute ruhig m den Fängen hielt und erst ungefähr nach einer Minute an fing, sein beklagenswertes Opfer am -runden zu rupfen, wobei er die ausgerupften ,-eöem um sich warf. Der Star hatte sich unter- äessen kaum gerührt, so daß man annehmen mutzte, daß er bereits tot sei. Als ihn nun a er der Sperber umdrehte, so daß er auf ^drn Lücken zu liegen kam, öffnete das atme ^r feinen Schnabel und stieß gegen fernen Mörder vier- oder fünfmal einen heiseren S^rei aus Run rupfte chn der Sperber an der Brust und vorletzte dabei das Bögelchen Wohl derart, daß es verendete, denn jetzt konnte man keinerlei Bewegungen mehr wahrnehmen. inzwischen war dem Sperber wahrscheinlich sein Kropfplatz, den er wohl durch großen Hunger veranlaßt in so großer Rähe menschlicher Wohnungen gewählt hatte, zu unsicher geworden. Er erhob sich mit seiner Deute, flog in niedrigem Slug m den größeren Rachbargarten und lieh sich dort auf einem kleinen Erdhügel nieder. Dai er jetzt zum Teil durch Düsche verdeckt war, stellte ich meine Deobachtung ein. Man sieht in diesem, wie auch in andern Wintern den Sperber häufig in den Außen gebieten der Stadt nach Beute jagen. Selten ist man Zeuge eines solchen Dorgang es, wie deS geschllterten. „ . , * Seinen 8 0. Geburtstag vollendet morgen der städtische Oberbauinspektor im Ruhe- stand Jakob Altvater. Aus Babenhausen stammend, trat er nach längerer Tätigke.t m München und Augsburg am 1. Januar 1875 feinen Dienst beim Stadtbauamt Gießen an, zu einer Zeit, als Gießens Straßen- und sonstige baulichen Techältnisie noch sehr entwicklungs- bedürsiig waren. Mit gründsichen technischen Kenntnisien und starkem W.llen ausgerüstet, war es ihm beschieden, nahezu 45 Jahre m ter städti.chen Dauverwaltung rn.t3uarbe.t2n und so schaffend regen Anteil zu nehmen an den in diesem Zeitraum erzielten Fortschritten der S.atzt Gießen. Wöge tem geistig und körperlich noch rüstigen alten Herrn, der in Wieseck tei feiner Tochter wohnt und durch fast tägliche Besuche die Derbindung mit Gießen nicht verloren hat, weiter ein schöner Lebensabend beschieden fein. _ ... ** Eine Lchtzi^öhrige. körperlicher und gesillger Frische feiert morgen Frau Marie Wallb 0 tt, Bahnhofstraße 24, ihren 80. Geburtstag. _ rx R t ** For st Personals e. Der Forster Karl Blum in Schellnhausen wurde in gleicher Eigenschaft in die Försterei Lumda, Forstamt Grunberg, versetzt. , . , •* Ein Erinnerungsstein der ehemaligen hessischen Leibdragon er. Der Bund ehemaliger hesiischer Leibdragoner, der die Erinnerung an das hessische Leibdragoner-Regi- ment Dr. 24 wachhalten will, hat beschlossen, m der allen LeLdragoner-Garnisonstadt Butzbach einen Erinnerungs stein zu setzen. Dir zuständige Vertretung der Stadt Butzbach hat wissen lassen, daß sie diesem Plane der alle.i Leibdragoner shmpalhisch gegenübersteht. Die Errichtung dieses Gedenk3eichens soll im kommenden Sommer erfolgen. Einer Kommission sind die erforderlichen Dorarteile.n übertragen worden. Die Kommission steht unter dem Dorsitz des Bundespräsidenten Rlltmeister a. D- Dr. C h a l 0 n s, ferner gehören ihr an ter Vorsitzende des Vereins ehemaliger hessischer Leibdragoner des Kreises Girtzen, E. Eidmann. Gießen, ter Dorsitzmte des Vereins ehemaliger hessischer Leibdragoner deS Krei- fes Friedberg, H. Wickel, Ossenheim, sowie K. M a u, Butzbach. Ein großes deutsches Konsortium führt zur Zeit in Vern einen Dahnbau aus, der für die Erschließung des Landes und die für die allernächsten Jahre geplante Besiedlung mit auswanderungslustigen Europäern von großer Bedeutung sein wird. Ein Land, bas in besiedlungsfähigen 03reiten* graten liegt, dessen Bevölkerungsdichte jedoch nur den dreißigsten Teil ter deutschen Siedlungsdichte beträgt, kann mit Recht ein „Land ter Zukunft" genannt werden, noch dazu, wenn in feinem Boden große Wineralfchätze verborgen sind. Der Präsident von Peru, ter sich daher auch als Oberhaupt einer zukünftigen Großmacht fühlt, ist bestrebt, die Entwicklung seines Staates dadurch zu beschleunigen, daß er neben seinen Indio-Untertanen nun auch große Massen europäischer Einwanderer ansietelt. Zur modernen Kolonisation gehören nun in erster Linie Eisenbahnen, und die sind in Peru vorläufig noch dünn gesät. Der peruanische Kongreß hat deshalb kürzlich einem amerikanischen Konsortium die Konzession zugesprochen, auf einem Gelände von 20 000 Quadratmeilen die Mineral- schähe zu heben, gegen die Verpflichtung, eine Eisenbahnlinie zu bauen, die das Konzessions» gebiet mit dem Hafen Painta verbinden soll. Südlich dieser Strecke wird eine andere Eisenbahnlinie angelegt, die ein deutsches Konsortium baut. Allerdings werden die Arbeiten der deutschen Unternehmer nicht in tem ursprünglich geplanten Umfang vorgenommen werden. Als die Deutsch-Peruanische Industrie-Bau- und Kolonisationsgesellschaft von einer deutschen Großbank und einem deutschen Industriekonzern gegründet wurde, dachte man zunächst daran, eine außerordentlich umfangreiche Tätigkeit in Peru zu en wickeln, ©reffe Dch. linien sollten gebaut, ausgedehnte Landflächen von Deutschen besiedelt werden. Dieser Optimismus schwand jedoch, als die Studiengesellschaft zurückgekehrt war, die das deutsche Konsortium nach Peru entsandt hatte. Die Fachleute, die sich an Ort und Stelle um« gesehen hatten, rieten davon ab, den Tau einer großen Bahnlinie zu finanzieren, die von der Hauptstadt Lima über die Anden bis zu ten Zuflüssen des Amazonenstroms führen sollte. Die deutschen Geldgeber wollen sich zunächst einmal darauf beschränken, den Tau von Bahnen im Süden des Landes auszuführen. Es sollen also von der deutschen Gesellschaft nicht, wie ursprünglich vorgesehen, weite Strecken Kolonisationsland mit der Küste verbunden werden, sondern man will sich zunächst darauf beschränken, Erzreviere im Inneren des Landes dadurch zu erschließen, daß man sie durch Eisenbahnlinien mit ter Küste verbindet. Recht unwirtlich wird den Deutschen das Land zunächst erscheinen, in dem sie ihre Arbeit auf- nehmen sollen. Wenn man sich vorn Panamakanal her ter Küste von Peru nähert, so erblickt man schroffe Felsen und kahle Guanv- inseln. Die plötzliche Abkühlung, die der Reisende empfindet, ist auf eine antarktische Strömung zurückzuführen, die nach ihrem Erforscher Alerander von Humboldt benannt ist. Erst an der Südküste von Peru ändert sich das trostlose Bild, man sieht fruchtbares Gebiet mit Daumwollplantagen und Orangenhainen. Aber nur. wo Seen das Land bewässern, sieht man fruchtbare Landstrecken; daneben gibt es wieder lange Küstenstriche, die öde und unbebaut da- liegen. . Peru ist freilich kein einheitliches Land; es gliedert sich vielmehr in vier autzerodentlich voneinander abweichende Gebiete. Da sieht man zunächst die Küste, die über 2000 Kilometer lang ist, also ungefähr eine Strecke einnimmt, die der Entfernung zwischen Berlin und dem Rordkap entspricht. Dort fällt niemals Regen, falt starren die gelben, kahlen Felsen in die Lust; gäbe es nicht hin und wieder kleine Grünflächen. Oasen, die von Seen bewässert sind, so könnte man diese Küste in ter Tat als Einöde bezeichnen. Durch diese Wüste führen kurze Eisenbahnlinien zu den wenigen fruchtbaren Gebieten. auf denen die Zuckerernten, der Reis, die Baumwolle und der ftaffee in die Hafenstädte be» fördert werden. Wer fruchtbaren Doden besitzt, kann gut wirtschaften. Er bekommt seine Erzeugnisse gut bezahlt, oft gibt es sogar zwei Entten im Jahr. 4300 Kilogramm Weizen und 5000 Kilogramm Mais werden oft in einer Ernte auf dem Hektar erzielt, Früchte und Wein ge- (Mei. rrZ-L ®QMnne {fr ttros en-n jrr‘re lu ftühfpn’' tj. 3 DTR, Ai, »Ä und Mn Hebung t\ntt fo, ^uhr berech,,,/ Eert. Hartem attgegeten, da- * hatte, hat w 3* T 'einem llrträ Efhebung de- $eru« ge der kauf-iä». vn grunbsä-lich egrunbung de- ürdU gevib sehr inlerefsant« rteümg dieser für bi, ' die Einzeihandrl-vev- ang bringen. Itjinüfleltlb. er Fahrplanvün« berhessen und tti tton Frankfurt a. L anentvurse- sür ahndirektion Frankfurt ifationen und öfferrt* Nittvvch. 27 Februar, den Eihung-iaal bd em^Iabai. ll. a. tuet« Inehmen: die Vertreter nheffen, de- Hessischen stadt, der 3nbuft.it- uni der fceteilijten Xttii« sowie der iiteressierten Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgcmctnbe. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 23. Februar. Vorabend 5.45 Uhr; morgens 9; Gedenkfeier zu Ehren der im Weltkriege Gefallenen; abends 6.05 und 6.45 Uhr. öfraetitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 23. Februar. Freitag abend 5 30 Uhr ; Samstag vor« mittag 8.30; Gedenkfeier für die Gefalle, nen des Weltkrieges; nachmittags 3.30: Sabbatausgang 0.45; Wochengottesdienst morgens 7, abends 5.30 Uhr. S S dünn, k den'kam W - - • e Mst. steh baft Schvarze. - - . bet M H * - WÄ1 dB nelten eig. «ttflSfe M ,ßt M lveiße ö btaUnpg M&e leuchle'e ? SHleirrv- schoß.^§0^ sc» j Sns'N" 3000 Mark Geldstrafe für fortgesetzte Milchfälschung. Mehr Malier, als Milch! ' 6 Vilbel. 20. gebt. Vor dem hiesigen Amtsgericht hatte sich heute die Ehefrau des Landwirts Dousier aus Ober-Erlenbach wegen fortgesetzter Milchfälschung zu verantworten. S.e war beschuldigt, fortgesetzt Milch in den Verkehr gebracht zu haben, die nach den Untersuchungen, die das Chemische Llntersuchungsamt für die Provinz Oberhessen in Dietzen ausgeführt hatte, mehr Wasser als Milch enthielt. Das Chemische Untersuchungsamt hatte einen Wasserzusah von 104 Prozent festgestellt. Der Amtsanwalt beantragte eine Defängnisstrafe von zwei Monaten und 3000 Mark Geldstrafe. Das Gericht verurteilte die Angeklagte, die sich in guten VermSgensverhältnissen befindet, zu einer Geldstrafe von 3000 Mark und ordnete die Veröffentlichung des Urteils in der „Friedberger Neuen Tageszeitung", sowie an der Ortstafel in Ober-Erlenbach an. Von einer Freiheitsstrafe sah das Gericht mit Rück- sicht auf die bisherige Unbescholtenheit der Angeklagten und ihr volles Geständnis für diesmal ab. Wirtschaft. Neuer Geldbedarf des Reiches. Der Reichsfinanzminister Dr. Hilf er ding hat erst kürzlich bei der Besprechung des Reichs- Haushaltsplanes für 1929 aus die bestehenden schw engen Der hä tn .f. e der Kassenlage des Reichs hingew.efen. Bekanntlich steht dem Reich ein Detriebsmittelfonds nicht mehr zur Verfügung; es ist darauf angewiesen, Gelder durch die ihm zusteh-eade Schatzwechse'-Emss ion kurzfristiger Art in Höhe von 40 Millionen Mark zu beschaffen. Diese Möglichkeit ist jedoch durch volle Aus- imtzung diefes Kontingents bereits erschöpft, und da auch keine Anleihemöglichkeit besteht, so hat sich das Reich entschlossen, einen Mittelweg zu gehen. Rach den Schätzungen des Reichsfinanzministers wird Ende März voraussichtlich ein Kassenbedarf von einer Milliarde Mark vorhanden sein. Das Reichsfinanzmini st e- r i u m hat daher mit einem Konsortium von Grohbanken, dem neben den l)-Danken die Commerzbank und das Bankhaus Mendelssohn & Co. angehören, ein Abkommen getroffen, wonach dieses zunächst 100 M.llionen Mark Schatzscheine fest übernimmt mit einer Option auf weitere 50 Millionen Mark. Die Laufzeit beträgt sieben Monate, also bis zum 30. September 1929. Der Zinssatz stellt sich auf 7 bis 7L Prozent. Da diese Wechsel bei der Reichs- bank nicht diskontfähig sind, bzw. nicht rediskontiert werden können, so sind sie für lombardfähig erklärt worden, so datz die Danken die Möglichkeit, haben, diese Schahscheine bei der Reichsbank lombardieren zu lassen. Der Zinssatz ist. mit dem Reichsöanksatz und dem Privatdiskontsatz verglichen. sehr hoch, so datz man sich fragen muh. db das Reich nicht besser dabei weggekommen Wäre, wenn eS eine öffentliche Ausschreibung seiner Emission vorgenommen hätte, für die als Zinssatz natürlich ter Privatdiskontsah in Frage gekommen wäre. Die übernehmenden Banken mutzten eine Verpflichtung eingehen, die neuen Schahscheine nicht ans Ausland abzugeben. Wie wir erfahren, sind die Einzahlungen auf die übernommenen 100 Millionen Mark bereits geleistet worden. 3n Anbetracht des hohen Zms- sahes ist damit zu rechnen, datz die Schahscheine einen guten Absatz finden werden. Eine Einwirkung auf den Geldmarkt dürfte infolge der bestehenden Geldfülle, die die'cr Emissionsb-edarf glatt befriedigen kann, nicht zu erwarten sein. Z.-G.-Zarbenindustrie. 3n der gestrigen 1000 . 1Vz< Di. -Lü.WM.-SäMv mir Stur 87,2 — 87,5 — los.-Rechien......... 54,3 — j4.25 54,3 Te-^I. ohne Auslos.^iechle . . - 13,7 13,7 lo.' 13.6 7% -rtcnff. Hyp.-Bk. Soldps. un tvuobar bis 1932...... 90 —— ** *y."'o Shclnlfdie Hyp^-Bant Liau OMöm.......... 81,5 —— — A.E.G. aha. BortrtegS-Obligation. rüdiaftlbar 1933 ...... 86 — — 4% tidjroetj. Bunderb.>Anl.. . — 4% Lösterreichische Goldrte.. - 31,5 — 31,5 — 4,20% Lelterr. Silberne. . . —— — — 4% Oesterreich, einheiil. Site. . 2,5 — — — 4% Ungarische ©othrtc..... 24,9 — 24,8 — 4% Unflarijd'e Elaaier. v. 1910 — — -1,13 — 4’/>% desgi. von 1913 .... — 22,4 — 4% Ungarildx Rronenne.. . 2,3 — -,3 2,2u 4% lütt- Zollanleihe v. 1911 . 4% Türtische Bagdadbahn-Ani. 10,8 — 10,75 10,8 ecrie 1 ....... 10,6 —— 10,b - 4% deSgl. Serie 11...... — 10,5 __ 4% Rumänen convcrt. CUe. . 6,15 — — - 4J^% Rumänen GolbanL von 191 r 19,1 —• U',13 — Ma- Deutsche Eisenbahn . . 4y2 — - ßambirtfl-'imerUa Palet ... 8 125 — 125 124,25 Hamb.-Südom. Tampssch. . . 8 — 177,5 177 Hansa Dompsjchiss . ... 10 - Io3 162 Norddeutscher Lloyd.....8 — 123 123,1- 123.io Slllfl. Deutsche (Srebltanft. . . 10 — — l .9,75 140 Bmmer Bantverein ... 10 HO HO 140 HO Berliner Handetegesellsch. . '? 235 —- 2.,5 233 Lommerz- und Prioat-Banl - n 199,7o 198,5 lb9,5 199 Lärmst, u. RalionalLanl . . U <81 277,7- -8',- 279 Deutsche Bank......1° 170,5 lu9,<5 170,.. 170,25 DtttoLw-KeleMLas! tint. . 1" 165,13 11«) i .13 Ul.7v Dresdner Bant . . . 10 16., 168,25 169 1'8,7- Mitteldeutsche (SrebtiBard ... 9 —— — •— 127 128,5 127,5 127 Nftlchrbanl ....... 1? -05,5 — 306,5 »04 Banknoten. Jrauh'urt a. M Berlin Schuch-: K"r» 1 l-Uhr» ft »re Sch u(j ft»r* ibniang ftur* Damm: 20. 2 | 21 2. | 20. 2 21. 2. Phinpv Poljmann . . • e 12 ,75 — 12j,5 — Heidelberger Cement . • « . 10 1.9 — - — Cement Sarlstodt . . . . S 177 — — Wayb & Freitag . . . . 10 129,75 — L0,25 — Schultheis Patzenhoser « - . 15 — — 286 286 Ostwerte...... . 12 — — 241,5 — Ser. Glan»stoss . . . e e . 18 — • w 429 430 Bemberg...... . 14 — 403 95 Zellsross Daldbos . . Zeltstoss Alchassenburg e • . 12 — 256,5 257,5 256.7a • e . 12 19l — 400 191,5 Charlottenburger Wasser . . . 7 — 128,75 U9,5 Dessauer GaS .... . . 8 — — 216,75 214,5 Daimler Motoren . . . . 0 57 55,75 56,5 55,5 Demag ..... . . 0 52 51,25 Adlerwerte Slever . . v v . . 6 54 53,5 53.5 34 Ludw. Loewe .... . 10 — — 219 219,25 Nat. Automobil . . . ■ » . . 0 — • 31,25 2 Orenstein 4 Sopvel . • V . . 5 — 89,3 89,75 Leonhard Tiey . . . e e . . 6 W — 266 x.4,5 Bamag-Meguin . . . Franks. Maschinen . . e e . . 0 — — —- 267 • e . . 6 >2,25 — 2,5 —- Griyner...... c o . 11 104 —— 104 —— Heyltaenstaedt . . . IunghairS...... • • . . 0 . . 4 . 14,5 7d — 73,5 - Lechwerke...... 6 0 . . S —— — — * Maintrastwerke . . . a o . . 6 tu) - — — Miag....... 0 c . 10 — 142,5 142,5 Nekarsulmer . . . o c . . 8 26 25,75 26,5 — Peters Union . . . . • e . . 8 101 — 100,5 _ Gebr. Roeder . . . . 4 « . 10 129,25 — — — Voigt 4 Haessner . . • • . . 8 213 — 212 — Südd. Zucker .... • • . . 3 145 145,5 144,25 — Jrauhfnri a. M Serltn Schluß flurt | 1-Uhr. ftur» Sch uh ft"r. Anfang Kur» Darum- 20. 2. | 21. 2. 20. 4. 21.2. Ä.E.ch........ . 8 175 173, . 174,75 173,75 Bergmann..... . 9 212 — 212 210 iÄeltr. Lieserungen. . 10 — — 164,3 — Licht und Kraft . . 10 213,75 210 212,5 210,5 riesten 4 Enalrsche Roten 20.382 20.462 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. DL Xeleqrai t) i | d) t Auszahlung. Berlin 14. .Vebrunr tÄetd Bnei _ 16.41 16,50 Holländische Roten...... 168,13 168,81 22.04 22.13 Norwegische Roten..... 111.90 112.34 Denisch-Ocsterr.5100 Kronen 59.00 59,24 Rumänische Noten...... 2,50 2.53 Schwedische Noten...... 112.18 1'2.57 Schweiler Noten....... 80.84 81.16 Spanische Noten....... •4,71 *4.99 Tschechotlowatische Noten . . U.45 12,55 Ungarische Noten . . 73 15 73.45 20 F bruar 2i. Februar Amtliche Non runo (Äelb 1 Brie- Amtliche Notierung Geld 1 Brick AM't-- Nou 168.50 168.&4 168.55 168.89 Bu'n^Ltre l,7<>9 1,773 1,770 1,774 Brst.-^iotw J8.405 58.525 08.43 o8,55 Christtania H2.I9 114,41 112.2-1 112,45 Kopenbagen 112.19 112.41 112.22 112,44 etorfbolm HelüngforZ 112.43 112,65 1,2.46 112,68 10,582 10,6 2 10,087 10.607 Italien. . 22.U35 42.070 22.06 22.10 London. . . 20.4.9 40.45> Ul.428 20.468 Oieaoort . . 4.2080 1.4160 l,209d 4.2170 Paris - . . 16,425 16.4l5 16,43 16,47 Schweiz . . 60,92 61,08 80,94 81,13 Sva iza . .4,61 u4,7j 65,23 65.37 Japan . ■ - 1.898 1,902 1.895 1.699 ■Hio de 9cm Wien in D - i.502 0.504 0.56)5 0.50 5 r efL abgeft 59,12 □9,24 o9,13 54,25 Prag . . . Belirad . 12,477 12,497 12.479 12.4*. 9 7.-8. 7,399 73.49 7,385 7,399 Budapest. <3.75 73.368 73,402 Bus arten <037 3.043 ,o:L> ,044 Lissabon 13.58 18,62 I8,o8 18,62 Danzig. . . jRonft nrat ,l.lv 61.76 8..64 ?i.80 3.074 2,078 2,070 2,074 rl w-en. . . >.436 5,443 5.4:5 S.445 Tanada . 4,185 4,193 4.190 l.n’S llru uay. - 4.516 4.324 4,301 1,509 Cairo - - 40.9. 21-97 20.945 91.985