ZG LSK ° bri betrüget' m ^ie^markt. sftSass ä£^* und .1 fischige; Sch^s, rÄ'^?bend, ! b6 240%^ l.ctiDQ 160 bis 200 big 85, fteilrfiu, 160 Plund Lebend- 'SUaus: Ääf6et ^totir-e anfanal Rechaud, icuböose. *r Produktenbörse lMnung. Dar 3n« J-'St sich beiter 8 Förderungen für Mark höher. Da »chlich versorgt zu : i«rM höhere Preise m Auslände lagen vor, das Interesse AuSlondiveizen hält >te Del-rn bis 4,50 var per Sc-?mber ren Preis,'tand um m Sichten blieben ie hier, daß nach itischen AuSichus,ei dem höchsten 3oW» • > Dvggeninehte Harn kleines Teschäst. s DL unter dieser Rubrik die Redaktion dem ei Berantwortung.) ung eines Leils ige? r Umbau bet West- Straße geschaffen, n des immer mehr cht verden dürste, er Deieuchtung, von ti. Man hat Dom de Wuhlstrahe bohl nacht, welche diesen . und in den Wend' rcn Heile erstrahlen ) aber zwischen M ge, Abzweig Stein' diesem Strahentcil ?n Unterschied. 5icr Destanlage-Dordan' g eine einzige Lamp«, zugeben wird, nch nU obenerwahn a tungömastenlmd!N ZuIeitungsdMgt' ch nur noch S e r° , Mines vr-w-^w . «öffentlich W ^Äelle die notige der Ma* 4 i D 1 0 *w\ 1.612 58-385 In-J 111-g 112;5 io.Z 'S KZ .046 0.4565 58Z 4 i tz j 88- !1L____ -K 58. 111.68 10,331 16.335 16806 21- 111.58 58,63 2-« 112.31 81.2 51.88 12,33 72-85 «U-iüS 1.616 58-505 112.O{ 112. i 2,73 10.505 21-g 20.4-7 4,178 |6-J1 81-28 57,11 .050 0.4535 «82 12 405 .422 3,23 &S i«-8 f :0,8V TW 58.3 112.12 20. 1 16.4j5 l«'$ 21.»! 112.» 53.87 2.50 112.8' il-8 5S.il 12.33 73.15 wMiB- Itr. 218 Erstes Blatt HO. Jahrgang Zrettag, 20. Dezember 1929 Ericheini icglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Dill» Die Scholle Otonoti Btiugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Tröger- lohn, auch bei 9iid)tcr» scheinen einzelner Hummern infolge höherer Gewalt. 5ernsvrechanschlüfle antcrSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Kronifurtam Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Cnrtf ettt Dtrleg: vrLHI'Zche UnIversitiUr-vilq. tmb Steinbruierei B. Sange In Sieben. Schrlfllelton, anb Geschäft,stelle: Schulstraste 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mttt Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur. Dr Friedr Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton vr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich m Gießen. Ein Krisensog um den Lteberbrückungskredii. Die amerikanische Anleihe gescheitert. - Rücktrittsabsichten Hilferbings. — Schacht fordert einen Tilgungsfonds. — Znlands- kredit gesichert. - Steuersenkungen verschoben. hat auf dieser Basis die Zusage gegeben, daß die Reichsbank ihre ganze Autorität einsehen werde, um den Kredit zu beschaffen. Heber die finanziellen Auswirkungen des Tilgungsfonds verlautet bisher nur. daß die Steuersenkung nach Ansicht maßgebender Stellen m l n- destens bis Oktober nächsten Jahres verschoben werden müsse. Die Aufbringung der 450 Millionen des Tilgungsfonds dachte man sich ursprünglich so. daß etwa die Hälfte durch Streichungen im Etat, die andere häl.ie durch neue Steuern beschafft werden sollte. Was sagt die presse? Berlin. 20. Dez. (TU.) Der krisenreiche Donnerstag gibt den Berliner Blattern Veranlassung, sich eingehend mit der neuen Wendung in der Kreditfrage und auch dem Reichsfinanznunisterium zu beschäftigen. Die „D A 3 " weist darauf hin. daß maß- Gebende Kreise der Koalition den R ü ck t r i 11 h i l ° erdings und des Staatssekretärs Dr. P o p i tz nach wie vor für unumgänglich hallen. Prälat Lei ch t. der am Donnerstagabend den Reichskanzler aufsuchte, habe ihm nicht nur dieschweren BedenkenderBayerischenLolkspartei gegen die Politik des jetzigen Reichsfinanzministers dargelegt, sondern auch durchblicken lassen, daß auch die Deutsche Volkspartei in dieser.Hinsicht m't der Bayerischen Volkspartei durchaus konform gehe. Voraussichtlich werde in den nächsten Tagen, spätestens aber nach Weihnachten der Rücktritt der beiden bisherigen Letter des Finanzministeriums erfolgen. Unter den Nachfolgern für Dr. Hilst ferding würde in parlamentarischen Kreisen an erster Stelle der preußische Finanzmmister Dr. hopker- Aschoff genannt. Das Blatt bezweifelt, ob sich der Plan, die 400 Millionen von inländischen Geldgebern zu erhalten, verwirklichen lassen wird. Auw die „B ö r s e n z e i t u n a" nimmt an, daß es sich nur um eine vorläufige Beilegung der Krise handelt. Denn das die Fortsetzung der bisherigen Finanzwirtschaft, die schließlich mit der Person des derzeitigen Reichsfinanzministers unlöslich verbunden sei, auch nur auf Monate hinaus noch länger getragen werden könne, erscheine kaum wahrscheinlich Die Vereinbaruna über den Tilgungsfonds bedeute politisch zweifellos einen Erfolg Dr. Schachts, ja. man könne wohl sagen, eine Art Waffen st reck ung der Regierung speziell des Reichsfinanzministers vor dem Reichsbankpräsidenten. Die materiellen Auswirkungen der neuen Vereinbarung ließen sich im Augenblick noch nicht übersehen. Der „Vorwärts" schreibt, es hat in dieser Stunde keinen Zweck, die Dinge zu verschleiern, sondern man müsse es offen aussprechen, daß die Regierung mit dieser Maßnahme s i ch dem Diktat Schachts beuge. Sie gebe den Forderungen des Reichsbankpräsidenten nach, weil anders keine Die Zinanzniisere der Reichshauptstadl. Inzwischen sind aber starke Zweifel daran auf- getaucht, ob Abstriche von über 200 Millionen möglich sind. Man wird also damit rechnen müssen, daß dergröhteTeildes Tilgungsfonds durch neue Stenern aufgebracht werdsn muh. Der Initiativantrag enthält nur die Festlegung, daß der Tilgungsfonds durch Einspa- rungsmahnahmen und Sleuererhöhungen geschaffen werden soll. Die Einzelheiten bleiben Verhandlungen des Reichssinanzministers mit den Parteien Vorbehalten. Möglichkeit bestehe, das Reich in den nächsten Monaten zahlungsfähig zu erhalten, aber sie habe erst nachgegeben, nachdem alle anderen Versuchs an den Widerständen der Revarationsgläubiger geschsi- teri seien. Wenn sich die Regierung entschlossen habe, nicht zurückzutreten, so sei dafür die Ueberlegung maßgebend gewesen, daß Prestigefragen jetzt zurück- treten müßten und eine Regierungskrise die Schwierigkeiten nur vermehren würde. Die „V o s s i s ch e Zeitung" ist der Auffasiung, daß durch das Vorgehen Schachts die vorgesehene Steuersenkung vereitelt werde. Im Gegensatz dazu schreibt der „Börsen- C o u r i e r", es dürfe keinen Augenblick ein Zweifel darüber bestehen, daß das gesamte Finanzreformprogramm einschließlich der B e st immun- gen über d i e Steuersenkung gesetzgeberisch sofort in Angriff genommen werden müsse, und daß es unter keinen Um« ftänben zulässig sei, die Gesetze, die der Steuersenkung gelten, etwa so lange hinauszuschieben bis der Tilgungsfonds angesammelt sei. Das „2. T." schreibt, man täte Dr. Schacht Unrecht, wenn man behaupten würde, sein Drängen auf Schaffung eines Tilgungsfonds für die ungedeckte kurzfristige Reichsschuld machte eine radikale Finarzreform mit dem Ziele des Ab- baucs der am stärksten drückenden Steuern unmöglich. Das Gegenteil fei der Fall. Durch Bereinigung der Kassenlage werde die notwendige Voraussetzung für die Finanzreform geschaffen. Wenn, wie es scheint, die notwendige Sanierung der Kassenlage zur H i n- auszögerung der Steuersenkungen des Hil- ferdingschen Finanzprogramms füh.en sollte, so zeige sich dadurch nur noch deutlicher, wie unzulänglich dieser Plan der 14 Punkte sei. — Der „Lokalanzeiger" sagt, man sei sich darüber nicht mehr im Zweifel, daß die 25 er» schleppungspolitik, die vom Reichsfinanzminister seit langem geübt würde, einen Zustand herbeigeführt habe, bei welchem Dr. Schacht tatsächlich als Diktator in allen Finanzfragen auf treten könne. Berlin, 19.De;. (Priv.Tel.) Es bleibf uns anscheinend nichts erspart. Nachdem der Reichstag sich bereit erklärt hat. das Soforl-programm zu bewilligen, das die rettenden Amerikakre- d i t e bringen sollte, ohne die der Relchsfinanz- minister nicht in der Lage ist, am 1. Ianuar vollständig die Gehälter an die Beamten auszuzahlen. begannen die Verhandlungen mit dem Bankhaus Dillan Read, heule mittag schon war es flat, daß diese Verhandlungen mit 99 v. h. Sicherheit als gescheitert anzusehen sind. Man weih übrigens, daß hierbei sehr stark der Widerspruch des Hauses Morgan milgew'.rkt hat. das bekanntlich an der Repa- rationsbank beteiligt ist und das der Meinung ist, für solche Geschäfte mit dem Deutschen Reich, wenn sie überhaupt gemacht werden sollen, ein gewisses Dot recht zu haben. hilferdings Politik war es. den Weg der ausroär- ligcn Anleihe zu gehen, während Schacht ihn von vornherein als ziemlich aussichtslos bezeichnete, hil- ferding Hal mit dieser Politik jetzt vollkommen Schiffbruch gelillen. und so war es natürlich. daß heute alsbald Gerüchte über den Rück- k r i l l des Reichsfinanzministers entstanden. So fordert es die parlamentarische Logik: ein Minister, der mit seiner Politik vollkommen gescheitert ist, muß daraus die Folgerung des Rücktritts ziehen. Aber was bedeutet bei uns parlamentarische Logik, wenn die Koalitionsparteien Angst um den Bestand des Kabinetts haben. So war man sich am Nachmittag, ehe die endgültige Entscheidung bekannt wurde, darüber klar, daß hilferding bleiben müsse. Man war sich auch darüber klar, daß nur ein 3 n - landskredit in Frage kommen könne, zu dessen Sicherstellung namentlich, wenn die Sparkassen in größerem Umfange herangezogen werden mühten, der Rcichsbankpräsidenl die Schaffung eines Tilgungsfonds von 450 Millionen Mark verlangt, der in den neuen Haushaltsplan eingesetzt werden sollte. 3m Anschluß an die Sitzung des Reichskabinetts und die letzte Besprechung des Reichskanzlers mit dem Reichs.mnkpräsidenlen traten die Fraktionen der hinter der Regierung stehenden Parteien zusammen, um die neue Lage zu beraten, von besonderer Wichtigkeit war dabei die Fcaklionssihung der Deutschen volkspartei, da man befürchtete, daß von dieser Seite wegen der wahrscheinlichen Verschiebung der Steuersenkungen Schwierigkeiten gemacht würden. Die Fraktion der Deutschen Volkspartei ist sich aber auch dahin schlüssig geworden, daß eine weitere Verwirrung der Lage in diesem Augenblick o ernt i e b € n werden muß. Sie ist deshalb bereit, zu der geplanten Lösung ihre Zustimmung zu geben. Die Fraktion erwartet zwar, daß im Laufe der nächsten Zeit gewisse personelle Aen- derungen eintrelcu werden, knüpft ihre Unterschrift unter den 3nitialioanlrag für den vom Reichs- bankpräsidenlen geforderten Tilgungsfonds aber nicht an Bedingungen. Damit gellen im Reichstag alle Krisengerüchte im Augenblick als erledigt. Heber den Verlauf der Verhandlungen, die zum Abschluß eines Kredits führten, wird amtlich bekanntgegeben: Die Verhandlungen zwischen der Reichsrcgierung and dem Reichsbankpräsidenten haben dann zu einem völligen Einvernehmen geführt. 3n- folgedessen ist in Ausführung des Punktes 14 des Finanzprogramms der Reichsregierung, der die Schuldentilgung betritt, im Reichstage ein Initiativantrag der fünf in der Reichsregie- tung vertretenen Parteien eingebracht worden, welcher wie folgt lautet: Bei der Aufstellung eines Rach- Irags zum Haushaltsplan 1929 und des Haushaltsplanes 1930 ist ein Tilgungsfonds zur Abdeckung der schwebenden Schuld des Deutschen Reiches einzustellen, der spätestens bis Ende des Rechnungsjahres 1930 den Betrag von 450 Millionen zu erreichen hat. Der Fonds ist aus Steuern und aus Einsparungen bei den Ausgaben zu speisen. Die von der Reichsregierung mit dem amerikanischen Bankenkonsortium eingsleiteten Verhandlungen werden nicht weiter verfolgt. Die Beschaffung der notwendigen Kredite wird unter Führung der Reichsbauk erfolgen. Wie im Reichstag verlautet, ist der Initiativantrag der Regierungsparteien für den Tilgungsfonds noch heute abend eingebracht worden, da die banken erklären, daß Line Zeit mehr verloren werben dürfe, wenn der Zwischenkredit rechtzeitig Zustandekommen soll. Reichsbankpräsident Dr. Schacht Berlins Kredit gesichert. DicErhöhung derLerkchrstarife beschlossen Berlin, 19. Dez. (WTB.) Die Verhandlungen der Danken über den von der Stadt Berlin erbetenen Kredit sind zu einem endgültigen Abschluß gelangt. Ein unter Führung der Seehandlung und der Deutschen Dank und Dis- contogcsellschaft st.hendeö Konsortium wird der Stadt einen Kredit in Höhe von 58.6 Milli on en Mark geben. Die Auszahlung erfolgt nach Vereinbarung im Laufe des Monats Dezember. Der Kredit wird in zehn Monatsraten zu je 5 Mill. Mark und einer elften Date von 8,6 Mill. Mark aus einem Fonds zurückgezahlt, der vom 1. Januar 1930 ab aus den Mehreinnahmen der erhöhten Tarife der Werke und der DerlehrLg.sellschaft angesammelt wird. Der Kredit ist mit 1V2 v.H. über Reichsbanklombardsatz, mindestens a b e r m i t 9 V» v. H. verzinslich. — Aus unterrichteten städtischen Kreisen erfahren die Zeitungen, daß die Generalversammlung der Derliner Ve r ke h r s g e s e ll s cha f t die Tariferhöhung beschlossen hat. Einzelfahrten werden danach künftig 25 Pfennig kosten. Die Nachttarife werden entsprechend erhöht. Die Erhöhungen treten ab 2. Januar 1930 in Kraft. Die Winterbeihilse bewilligt. Keine Vorschläge für Deckung. Berlin. 19. Dez. (WB.) Die Stadtverordnetenversammlung trat zur Besprechung der Forderungen der verschiedenen Parteien auf Gewährung einer Winterbeihilfe für die Unterstützungsempfänger in eine Nacbtsitzung ein. Bürgermeister Scholz erklärte, daß die 6 Millionen Mark, die die Winterbeihilfen kosten würden, nicht vorhanden seien, und machte den Stadtverordneten zum Vorwurf, daß sie keinerlei Dorfchläge für die Deckung dieser Summe gegeben hätten. Er erklärte, daß über die Frage der Deckung endlich mal ein offenes Wort gesprochen werden müsse, wett die Stadtverordneten bisher immer nur Beschlüsse gefaßt hätten. Die Stadt dürfe das Geld, das sie jetzt erhalten habe, und zwar durch die Erhöhung der Tarife, nur zur Zahlung der Zinsen und Gehälter verwenden. Der Oberpräsident hat mir eröffnet, so führte der Bürgermeister aus, daß er uns persönlich dafür verantwortlich macht, wenn mir das Geld für andere Zwecke ausgeben, und daß wir Disziplinarverfahren und letzten Endes die Staatsaufsicht zu erwarten haben. Trotz dieser Erklärung des Bürgermeisters nahm die Stadtverordnetenversammlung den Antrag an und bewilligte 5$ Millionen Mark für Weihnachts- beihilfen. Gtraßentumulte. Hnsammcnstöhe mit her Polizei. Berlin, 19. Dez. (WB.) Trotz umsasiender polizeilicher Vorbereitungen ist es bei den aus Anlaß der heutigen Stadtverordnetenversammlung veranstalteten Demonstrationen von Er- werbslosen für eine größere Weihnachtsbeihilfe zu heftigen Zusammenstößen gekom- men. In der Dirksenstraße und in der Straße am Königsgrabcn in unmittelbarer Nähe des Alexander- Platzes hatten sich mehrere hundert Demonstranten angefammelt, die daran gingen, das dort zur Zeit in großen Mengen aufgestapelte Baumaterial für die Untergrundbahnbauten durcheinander zu werfen und zu zerstören. Als die Polizei eingriff, wurde sie aus der Menge heraus mit S ch ü s s e n e m p s a n g e n. Die Polizei griff ebenfalls zur Waffe und feuerte mehrere Schreckschüsse ab. Die Demonstranten flüchteten in die umliegenden Straßenzüge und in den Bahnhof Alexanderplatz. Während der Zusammenstöße erwies sich die Aufgabe der Polizei als besonders schwierig auf dem Alexanderplatz, da der ganze Komplex durch die Bauzäune und Gerüste für den Untergrundbahnbau außerordentlich unübersichtlich geworden ist. Immer wieder sammelten sich größere Trupps von Demonstranten an, auch die Nebenstraßen, wie die Alexanderstraße, die Landsberger Straße und die Kleine Schützen-Straße, waren angefüllt mit einer ^hlreichen Menge, die laute Verwünschungen unb Nieder!-Rufe gegen die Schutzpolizei und die Sozialdemokraten a'usstieß und die Internationale fang. Polizei mußte immer mit dem Gummiknüppel die Bürgersteige und den Fahrdamm räumen, wobei sie von Berittenen unterstützt wurde. Knapper Sieg Macdonalds. Nur acht Stimmen Mehrheit für dicKohlen« Vorlage. London, 19. Dez. (WTB.) 3m Unterhaus wurde der konservative Antrag auf Verwerfung der Kohlenbergwerksvorlage der Regierung in zweiter Lesung mit 281 gegen 273 Stimmen, das ist mit einer Mehrheit von nur acht Stimmen, abgelehnt. Bei der Abstimmung setzten sich Mehrheit und Minderheit folgendermaßen zusammen: Mehrheit: Arbeiterpartei und älnabhängigs 279, Liberale 2, insgesamt 281. Minderheit: Konservative 228, Liberale 41, Unabhängige 4, insgesamt 273. Fünf Liberale enthielten sich der Stimme. Lloyd George ergriff heute selbst daL Wort. Er nannte die Vorlage .unglaublich schlecht". 3n ihr könne man die schlimmsten Merkmale sowohl des Sozialismus, wie deS Individualismus feststellen. Sie werde die Preise hoch treiben und die Förderung einschränken. Die Antwort der Regierung auf die Anfrage der Liberalen Partei vom Dienstag sei drrrchaus unbefriedigend. Qlbcr, selbst eine befriedigende Antwort hätte den Liberalen nicht erlaubt, auch nur das geringste Maß von Verantwortung für die Vortage zu übernehmen. Sie müßten sich vollste Freiheit Vorbehalten, diese Frage im Ausschuß zu behandeln, falls die Vorlage zur zweiten Lesung komme. Die Regierung erfülle nicht die Hoffnungen, die sie bei den Neuwahlen erweckt habe. Churchill sprach für die konservative Opposition. Er charakterisierte die Regierungsvorlage als einen vorsätzlichen Plan, um der Oeffentlichkeit neue indirekte Steuern aufzuerlegen zugunsten privater Interessen, und schloß, die Konservativen müßten sich dem widersetzen, daß dem Verbraucher eine Verteuerung der Kohle auferlegt werde. — Mac- donald erklärte, er sei gar nicht ganz sicher, daß die Lage heute abend nicht weit mehr eine poli- tische Lage sei, als eine auf die Kohlenvorlage bezüaliche. Als sich das Haus zur Abstimmung begab, bemerkte man, daß Lloyd George und andere Liberale sich anschickten, gegen die Vorlage zu stimmen, während einige Liberale sich der Stimme enthielten. Als Lloyd George und die Liberalen, die mit ihm gegen die Vorlage gestimmt hallerr, z irückkehrten, wurden sie von den Regierungsbänken mit lauten ironischen Ausen empfangen. Als zutage trat, daß die Regierung eine Mehr- hrit hatte, erhoben sich die Aröeitsmitgliedev von ihren Sitzen zu mehreren Minuten dauernden Deifallsrusen. Als dagegen die Mehrheit von nur acht Stimmen verkündet wurde, ertönten auf Seiten der Opposition laute Rufe: „Zurücktreten!" Snowden dementiert. Angeblich keine Sanktionssorderunge« für den Aonngplan. London, 19. Dez. (T. U.) Schatzkanzler Snowden läßt durch Reuter mit teilen, daß an den gestrigen Andeutungen eines Teiles der französsichen Presse, wonach er auf der bevorstehenden Haager Konferenz die Sanktionsfrage auizuwersen beabsichtige, kein wahres Wort sei. Auch die Einstellung der maßgebenden Kreise Londons zu den Veröffentlichungen von Pertinax ist unverändert zurückweifend. An maßgebender Stelle wurde der Vertreter der Telegraphen-llnion ausdrücklich zu der Erklärung ermächtigt, daß die Behauptungen zu unsinnig seien, um ein amtliches Demensi notwendig zu machen. Wan hat auf englischer Seite offenbar nicht den Wunsch, die Taktik mancher Pariser Kreise zu unterstützen, die darauf hinausgeht eine internationale Aussprache über bas Sanktionsproblem hervorzuru' en. 63 muß Baran erinnert werden, daß Sanktionen gegen Deutschland nur auf Grund des Der- i we r Vertrages und nicht auf Grund des Voung-Planes durchgesührt werden könnten. Die moglrchst straffe Festlegung der deutschen Zahlungsverpflichtungen ist daher unbeschadet der grundfghlrchen Einstellung zu diesen Derpflich- tungen nicht als Sanktwnswunsch auszulegen. Es ist außerdem bezeichnend, daß dio Bestrebungen auf Erhaltung der Reparationskommis-- fwn als Organ für die Durchführung der San5- twnen gegen Deutschland von Paris auS-> gehen Man wird auf deutscher Seite gut tun, diese Frage und auch die des Weiterbestandes der ominösen Botschafterkonferenz recht- seifig zu klären. xflo rett 4 Paris. rerdeep^— Donnerslaq, [ l9.Dezemb. 19297" abds ———JärrqayerL r-3h r.3 •jiw UMB i M'.'l SinigungüberdasbeWagnahmte Privateigentum in England? .London, 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet, daß im Schatzamt zwischen Vertretern der britischen und der deutschen Regierung ein Uebereinkommen erzielt worden sei üb-er die Frage des vormals deutschen Eigentums, das während des Krieges in England beschlagnahmt wurde. Das Uebereinkommen, das nur aus die formelle Unterzeichnung durch die beiden Regierungen warte, könne als gerecht und für beide Parteien befriedigend angesehen werden. Auf der einen Seite behalte Großbritannien den Ueberschuß aus dem bereits liquidierten Eigentum in Höhe von etwa 14 Millionen Pfund Sterling. Auf der anderen Seite werde es den deutschen E.gentümern das noch nicht liquidierte Eigentum zurückerstatten, das ungefähr auf 2 Millionen Pfund Sterling geschätzt werde, und weiter zu Deutschlands Gunsten auf seinen Anspruch auf 3 bis 4 Millionen Pfund Sterling in amerikanischen Wertpapieren verzichten, über deren Besitz langwierige Auseinandersetzungen vor den amerikanischen Gerichten stattfinden sollten. Schließlich sollen in Uebereinstimmung mit einer früheren Erklärung der britischen Regierung etwa 5 Millionen Pfund Sterling für sog. „T r o st z o h l u n - g c n" von einem für diesen Zweck zu schassenden Schiedsgericht bewilligt werden. Das 'Abkommen oejeate üie Beseitigung eines Zwischenfalles, der noch vor kurzem die zunehmende Harmonie der eng.isch-deutschen Beziehungen und die Aufsichten der nächsten Haager Konferenz getrübt habe. Diese Mitteilung beweise auch die vollkommene Grundlosigkeit der in der kontinentalen Presse erschienenen Berichte, wonach sich bei den deutsch-englischen Ber- Handlungen solche Schwierigkeiten und solch scharfen Gegensätze ergeben hätten, daß Snowden die Einfügung von Sanktionsklauseln in den Voung-Plan gefordert habe. Der Deuische GewerkschastSbund zur Wittfchafisttisis. Berlin. 19. Dez. (WTB.) Der Dorsland des Deutschen Gewcrlschaft.bundes beschäftigte sich mit der Denkschrift des Reichsv eroandes der Deutschen Industrie und mit den schwebenden Wirtschafts- und steuerpolitischen Fragen. Der Borstand faßte eine Entschließung, in der unter Hinweis auf die kürzlich vom Reich Iverband der Deutschen Industrie geforderten Reformen der Sozia l- und Arbeitslosenversicherung: sw. auf den aufreizenden Luxus und den übertrieb encn Lebensaufwand in manchen Volksschichten hingewiesen wird. 3n der Erklärung heißt es weiter: Die Gestaltung unserer Handelsbeziehungen zum Auslande, der Aufbau des deutschen Zolltarifes und die notwendige Reform der Finanzwirtschaft in Reich, Ländern und Gemeinden müssen übereinstimmend ein Höchstmaß von Rücksichtnahme auf die berechtigten Interessen und die gedrückte Lebenslage der Arbeit- n e h m e r s ch a f t aufweisen. Diese Rückiichtnahme vermissen wir in den Kundgebungen der organisierten Wirtschaft, deren Borsch.äge und Pläne einseitig darauf abqeste.lt sind, dem Kapital eineBorrangstellung zu verschaffen. Dagegen wenden wir uns auch int rechtverstandenen Interesse der Wirtschaft und des Bolksganzen. Me Erklärung schließt: Der Deutsche Gewerk- schaftobund erwartet, daß alle beteiligten und verantwortlichen Kreise sich des hohen Ernstes der gegenwärtigen Lage bewußt sind und nichts unterlassen, um auf den berechtigten Willen der Arbeitnehmer auf Würdigung auch ihrer Lcbenslnteressen Rücksicht zu nehmen. Jede Verletzung dieses eigentlich selbstverständlichen Grundsatzes würde die ohiiehin großen Schwierigkeiten der Stunde auf das stärkste erhöhen. Die Beamten der Reichsbahn. D e r! i n , 19. Dez. (VDZ.) Im Beamten- a u s s ch u h des Reichstags wurde am Donnerstag eine von allen im Ausschuß vertretenen Par» teien mit Ausnahme der Kommunisten einge- brachte Entschließung angenommen, in der die Reichsregierung ersucht wird, bei der bevorstehenden Aenderung der Reichsbahn- gesehe daraus hinzuwirken 1- Die Reichsbahnbcamten in ihren Rechts- Dienst- und Besoldungsverhältnissen denen der Reichsbeamten gleichzu st eilen: 2. Streitfragen beamtenrechtlicher Art durch die Reichsregierung entscheiden zu lassen; 3. die Zahl der leitenden BeDie Beisetzung Dr. Aoldins. Südtirol ehrt seinen Zreiheiltzkämpfer. Innsbruck, 19. Dez. (TU.) Dr.Roldin, der Südtiroler Freiheitskämpfer, wurde am Mittwoch in der Familiengruft in S a l u r n unter riesiger Beteiligung von Trauernden und Vertretern aller größeren Gemeinden Südtirols bei- aeseht. Die Leichenhalle in Bozen, in der die Aufbahrung Aoldins bis Dienstag erfolgte, war ein Blumengarten. Zahlreiche Kränze mit Schleifen, auf denen aber kein deutsches Wort flehen durfte, waren aus dem ganzen Lande ge» chickt worden. Eine weiß-rote Kranzschleife wurde beschlagnahmt, obwohl auch hier keine Aufschrift angebracht war. Ebenso wurde ein Kranz aus Tannengrün mit zwei Sträußchen Edelweiß beschlagnahmt. Ein Kranz mit schwarzer Schleife mit dem Buchstaben N war der letzte Gruß der Mutter Roldins, die ihre Liebe nicht in fremder Sprache ausdrücken wollte. Tausende nahmen an Der äleberf ü&rung nach Salurn teil. Seit dem Begräbnis des Bozener Bürgermeisters Perathoner hat Bozen einen größeren Leichenzug Nicht mehr gesehen. Vor dem Dorf ©alurn erwarteten die deutschen Mitbürger Roldin, die den Toten durch die Straßen des Ortes trugen. Während der Rächt pilgerten die Solurner an Den Sarg Roldins, und beteten in deutscher Sprache. Bei der Beerdigung am Mittwoch sah man auch Kranzschleifen mit deutschen Inschriften neben zahllosen unbefchrifteten. An der Spitze des Trauerzuges schritten die Salurner und die Bevölkerung des unteren Etschtales. Alle beteten laut in deutscher Sprache. Der Trauerseier wohnten wieder zahlreiche Polizisten bei, die sämtliche Rummern der Kraftwagen aufschrieben, die Trauergäste gebracht hatten. ZolldeSaiie im Reichstag Jetzt kommt sie kur einem TraglschesSchicksalzw terAIegerpioniere. Berlin, 19. Dez. (WTB.) Das aus Mar- seille kommende Postflugzeug „Tenerif e", das heute nachmittag in Tempelhof erwartet wurde, hat in dem unsichtigen Wetter den Berliner Flughafen nicht erreicht und ist in der Rahe von Reuruppin bei dem Versuch zu landen, verunglückt. Hierbei wurden der Leiter des Fluges v. Schröder und der Flugkapitän A l - Sie deutsche Laudwirischast an -er Zahremende. ReichScrnährungSmirrister Dietrich über das Hilfsprogramm der Regierung. ReichSernährungöminister Dietrich: Die Voraussetzung für einen verbesserten Zollschutz war die Kündigung des Schwedenvertrages, der noch bis -um 15, Februar lauft. amten bei der Reichsbahn auf d ie Vorstandsmitglieder zu beschränken ; 4. das System der Leistungszulagen zu beseitigen; 5. die Vorschriften der Gewerbeordnung in vollem Umfang auf die Reichsbahn und ihre Betriebe anzuwenden; 6. den Einfluß der Reichsregierung auf die Reichsbahn zu verstärken. Aus d^m He fischen Landtag. Zu den Ausführungen des Abg. Schrei- b e r in Rr. 294 unseres Blattes sendet uns Abg. Dr. Werner folgende Erwi.erung: Herr Abg. Schreiber bestreitet, an dem politischen Wohlverhalten der evangelischen Geistlichkeit Anstoß genommen und ihr gute politische Lehren erteilt zu haben, und behauptet, ich hätte die Tatsachen unrichtig dargestellt. Darauf erwidere ich: Selbstverständlich ist das, was ich gesagt habe, Tatsache und bleibt es auch. Das beweist das amtliche Stenogramm, beweist vor allem Herrn Schreibers Parteifreund Reiber, ter Schreibers Behauptungen zu beweisen versuchte. einen einigermaßen erträglichen Preis für Roggen zu schassen, die Situation im Osten sich immer bedrohlicher 'gestal en wird. Die Preislage auf den Großviehmärkten ist durchweg schlecht gewesen. Auf dem Rindermarkt hatte die große Dürre der Sommermonate z t einem starken Angebot und damit zu einer rückläufigen Preisbewegung geführt, vie durch den ausländischen Wettbewerb weiter stark beeinflußt wurde. Dem bedrohlichen weiteren Abrutsch der Preise ist durch die Stützungskäufe der Reichsregierung auf den nordwestdeutschen Großmärtten vorgebeugt worden. Es war daher erforderlich, den Zoll für Rindvieh zu erhöhen. Die Schweinepreise sind abhängig von der Inlandproduk- tion und der Lage des Futtermarktes. In den Handelsvertragsverhandlungen mit Polen wird die Einfuhr eines Schweinekon- t i n gen t 8 deutscherseits z .gestanden, das, zumindest in den ersten Jahren, nicht höher ist, als das durch den früheren Reichrernährungs- minifter Schiele in den damaligen Verhandlungen angebotene Kontingent. Die Förderung der Milchwirtschaft in allen ihren Zweigen ist von ganz besonderer Bedeutung. Der Dutterzoll ist auf 5) Mark erhöht worden. Der erhöhte Dutte zlll ist die Schuhmauer, hinter der sich die Umorganifation der gesamten Milchwirtschaft vollziehen folr. Das Reichs- milchgesetz, befjen Entwurf zur Zeit im Reichsrat beraten wird, bildet die gefetzgeberische Grundlage z i den eingeleiteten Maßnahmen. Der Minister schloß: D'e Verschuldung der Landwirtschaft ist ganz außerordentlich. Sie stellt sich am 3). Juni 19z9 auf 12,192 Militär- den. Die Verschuldung verlangt eine Ve-zinsung von etwa 1 Milliarde Mark. Eine Ermäßigung des, Zinses wird vorläufig nicht möglich fein. Eine gewisse Erleichterung wird mit Annahme des Voungplanes durch den Fortfall der Ren- tenbanlzinsen eintreten. brecht schwer verletzt. Der Bordmonteur E i ch e n t o p f kam mit leichteren Verletzungen davon und war in der Lage, den Anglücksfall nach Berlin zu melden und ärztliche Hilfeleistung aus dem 10 Kilometer entfern.cn Fehrbellin herbeizurufen. Die verunglückten beiden Piloten von Schröder und Albrecht sind kurz nach dem Unglück ihren schweren Verletzungen erlegen. Die Maschine streifte mit einer Tragfläche den Boden. Die Fläche ging zu Bruch, und die Maschine fing Feuer. Eichentopf, obwohl selbst verletzt, zog Albrecht, dessen Stiefel bereits brannten, aus dem Flugzeug betau 3 und brachte dann mit Hilfe eines zufällig vorbeikommenden Radfahrers auch Herrn von Schröder in Sicherheit. Von Schrlider und Albrecht waren bereits bewußtlos. Sie bluteten au3 mehreren Wunden. Dieser Unfall nach einem geglückten Fernflug ist um so tragischer, als die Piloten Berlin schon erreicht halten, aber infolge des nebligen Wetters westlich am Stadtgebiet vorbei- ge, logen waten. Rachdem sie ihren Irrtum erkannt hatten^ zwang sie Benzinmangel die Landung bei Reu°Ruppin zu versuchen. Joachim o. Schröder, der auch Prokurist der Deutschen Lufthansa war, ist als Leiter der verschiedenen Sonderexpeditionen der D.L.H. nach Sevilla, nach dem Fernen Osten und nach Konstantinopel bekannt geworden. Der Tod der beiden Männer ist um so tragischer, als sie die schwierigsten Lang- ftrccfenflüge mit großem Erfolg durchgeführt haben und nun nach einer neuen fliegerischen Großtat in unmittelbarer Nähe des Heimathafens einem tückischen Zufall zum Opfer fielen. Berlin, 19. Dez. (VDZ.) Aus' der Tages- ordnuna .steht zunächst die Beratung des Sofortprogramms, und zwar das Gesetz zur Aenderung des Sabal ft euer- g e setzes und daZ Gesetz über eine befristete Erhöhung des Beitrags in der Arbeitslosenversicherung. Da im Saale nur ungefähr 4 0 Abgeordnete anwesend sind, bezweifeln die Kommunlsten die Beschlußfähigkeit des Hauses. Es muß also eine Aufzahlung stattfinden. Auf die Klingelsig^ale strömen inzwischen weitere Abgeordnete in den Saal. Rach einigen Minuten füllt sich der Saal, so daß das Hau 3 beschlußfähig ist. Aba. Dr. Hertz (Soz.) begründet die Anträge der Äegierungsvarteien und empsiehlt, die Erhöhung der Tabaksteuer dem Steuerausschuß zu übertoeien. Die B itragserhöhung zur A.bcitl- losenversicherung bedürfe einer Ausfchußberatung nicht. Abg. Ende (Komm.) bezeichnet das Sofortprogramm und die gesamte Finanzreform als einen Raubzug gegen die arbeitenden Massen. Wenn es zu Unruhen in Deutschland kommt, dann treffe die Verantwortung in erster Linie die Sozialdemokraten. Der Firma Reemtsma werde hier ein Staatsmonopol verschafft. Diese Firma habe die schlimmsten Schiebungen mit Hilfe der Zollverwaltung gemacht. Der sozialdemokratische Abgeordnete und Rechtsanwalt Marum soll an dem Konzern Reemtsma-Aeuer- burg riesige Gewinne gemacht haben. Der Konzern schuldet der Finanzverwaltung Millionen an Steuern und hat dadurch die Finanzverwaltung vollständig in der Hand. Der Konzern Reemtsma-Reuerburg ist eng verbunden dem amerikanischen Tabaktrust. Abg. F r e i d e 1 (Wirtsch.) erflärt, seine Freunde würden sich die Stellung zur Tabak- steuererhöhung bis nach der Au.schußberatung Vorbehalten. Die B.iiragZerfföfsung zur Arbeitslosenversicherung lehne die Wirllcha,.spartet ab Damit schließt die Aussprache. Die Tabaksteuervorlage wird dem Steuerausschuß über- wiesen. Die Beitragserhöhung zur Arbeitslosenversicherung wird nach Ab- lehnung kommunistischer Aendernm-'san rüge In zweiter Lesung durch Hammelsprüng mit 225 gegen 137 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. 2luf der Tagesordnung steht dann die zweite Beratung ter Zolltarif Novelle. Abg.Robert Schmidt (Soz.) erflärt, die so- zraldemokratische Fraktion werde der Zollvorlage in der Fassung der Ausschußbeschlüsse zustim- men, well Vorsorge getroffen sei, daß die notwendige Aufbesserung der Erzeugerpreise bei den Agrarprodukten nicht zu einer übermäßigen Preissteigerung für die Verbraucher führt. Den Aluminiumzöllen stimme die sozialdemokratische Fraktion nur zu, weil die übrigen Aluminium erzeugenden Länder die allgemeine Zollfreiheit für Aluminium abgelehnt haben. 2lbg. Stubbendorff (Dn.) führt aus, die Preise der landwirtschaftlichen Produkte lägen trotz der bi'cherigen Zollerhöhungen noch weit unter den Vorkriegspreisen. Der deutsche Markt sei übersetzt mit ausländischen Produkten. Das System der Gleit- S ö 11 e fei bei der gegenwärtigen Lage des Weltmarktes nicht durchführbar. Die Gesamt- tendenz des.Gesetzes sei für die Landwirtschaft gefährlich, llnfere Stellung zur Vorlage wird davon abhängig bleiben, ob unseren Der besserungsanträgen entsprochen wird. Abg. Dr. Dessauer (Z.) erflärt, bei den Industriezöllen fei eine spätere Rachprüfung erforderlich. Diese müsse aber aus dem Gesamtaspekt der deutschen Wirtschaft erfolgen. Wir erstreben die bewußte Hilfsstcllung der Wirt- schaftsstände untereinander. Sie kommt auch in dieser Vorlage zum Ausdruck. Abg. Dr. Schneider -Dresden (D. Vp.) wünscht vom Rcichsernährungsminister eine Erklärung, in welchem Umfang er von der Ermächtigung bczüg ich der Roggeneinfuhrscheine Gebrauch machen ipi.L Es würde uns die Erklärung genügen, daß nicht an ein Monopol gedacht wird, sondern daß der freie Betrieb des Getreidehandels auch beim Roggen bestehen bleiben soll. Unmittelbar nach Weihnachten muh der Reichstag beraten über den Zollschutz für eine ganze Reihe von Industrien. (Unruhe bei den Kommunisten.) Rur so kann das Heer der Arbeitslosen vermindert werden. Berlin, 19. Dez. (WB.) Reichsernährungs- minifter Dr. Dietrich hielt einen Vortrag über die Landwirtschaft an der Jahreswende. Eine große Anzahl landwirtschaftlicher Zölle sei erhöht worden. Die geplanten neuen Zölle sollen nicht starr sein; sie sollen herabgesetzt werden in dem Maße, in dem die Landwirtschaft normale Preise für ihr Getreide erzielen kann. Es sei kein Zweifel, daß man den Weizenpreis beliebig durch die Zollpolitik beeinflussen könne. Der Vermahlungszwang zwinge die Müller und vor allen Dingen die Großmühlen, die Inlandproduktion an Weizen aufzunehmen. Viel schwieriger lägen die Dinge beim Roggen. Hier sei der Zoll nicht beftimmenb für den Preis. Bei großer Inlandernte werde der Roggenpreis, weil wir mehr produzieren, als wir verbrauchten, auf dem Inlandmarkte gemacht. Tatsächlich fei gegenwärtig der amerikanische Roggen viel teurer als der deutsche. Man könne mit dem Roggenzoll nicht erreichen, daß der Roggenpreis eine angemessene Hohe erreiche, man könne nur verhindern, daß der Roggenmarkt noch mehr verdorben werde. Da als Absatzgebiete für den deutschen Roggen nur die Rordstaaten in Betracht kämen, so zeige sich, daß zunächst eine Verständigungmlt Polen über die Belieferung dieser Märkte nötig sei. Die Verhandlungen darüber seien im Gange. Es seien auch sonst schon Maßnahmen getroffen worden, die eine geordnete Regelung der deutschen Roggenausfuhr gewährleisten. Darüber hinaus soll eine stärkere Derfüt lern n g dadurch erreicht werden, daß ein größeres Quantum Roggen aus dem Verkehr yer- au8ge*ogen und aufgespeichert werde. Es soll versucht werden, diesen Roggen verbilligt den Schweinezüchtern und Mästern im Aord- westen Deutschlands zurnführen, nachdem er vorher vergällt worden ist, damit er nicht wieder zur menschlichen Ernährung gebraucht werden kann. Es steht fest, daß, wenn es nicht gelingt, 2Ibg. Freybe (WP.): Wir legen Protest ein gegen diese Art der Gesetzesmacherei. Monatelang hat die Regierung Zeit gehabt. 'ommt sie kurz vor Tagesschluß mit Entwurf, der d u r ch g e p e i t s ch t werden muß. Gegen die Ueberschwemmung mit Auslandprodukten muh der deutsche Markt durch ausreichende Zölle geschützt werden. Der Redner begründet verschiedene Aenderungsanträze zu den Fleisch, und Fettzollen sowie eine Entschtiehung zugunsten des freien Getreide- und Futtermittel- Handels. z gelier öwoixtntoi 0 nutet ®naih MdtcM.0 wcirig. ® ordfcnt »Schnee a Orauoem ■ Neoei K Cicwitter (§)wlfe O seh» ciente« 0$) tiawoe» Sudiuowesi q sturmatnei -ord-esl Oie Heue tnegen mit cem umat Die oeioen Stationen stenenden Zah» «en geoen die Temperatur an Die Linien veromaen Orte mit fllcithci* «al neeiesni^eau umoerfcnnrien lulldrucfc. Wettervoraussage. Der hohe Luftdruck wird zwar durch die Südseite der nordwestlichen Störung weiter ostwärts, verdrängt, beherrscht aber immer noch unsere Wetterlage. Heber ganz Deutschland sind durch den Hochdruckeinsluß die Temperaturen noch weiter zurückgegangen. Der Witterungscharakter ändert sich zunächst nicht, zumal die aus dem Hoch ausfließenden Kentinentallustmassen ihren Einfluß jetzt gellend machen. Der Rückgang des Frostes' verschiebt sich infolgedessen noch etwas. Wettervoraussage für Samstag: Fortdauer des meist heiteren, nur stellenweise nebligen Wetters mit Frost. Wettervoraussage f ü r Sonntag: Allmählicher Rückgang des FrosteS, neblig und mehr bewölkt. Lufttemperaturen am 19. Dezember: mittags — 2,3 Grad Celsius, abends — 6,3 Grad; am 20. Dezember: morgens —7,7 Grad. Maximum —2,1 Grad, Minimum —8,1 Grad. — Erdtemperaturcn in 10 cm Tiefe am 19. Dezember: abends 4.7 Grad» am 20. Dezember: morgens — 0,4 Grad Celsius. 1 Amtliche Mnkersporlnachrichlen. Vogelsberg (Hoherodslopf): minus 10 Grad, 3 bis 4 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski. Rodel mäßig. Sauerland (Winterberg): Heiter, minus 10 Grad, 12 Zentimeter Schnes. verweht, Sll und Rodel mäßig. Schwarzwald (Feldberg): Leichter Schneefall, minus 12 Grad, 30 Zentimeter Pulverschnee, nur Ski möglich. 211 pen (Garmisch-Partenkirchen): Heiter, minus 14 Grad, 27 Zentimeter Pulverschnee, Ski: gut, Rodel: mäßig. — (Berchtesgaden): Heiter, minus 8 Grad, 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski: und Rodel sehr gut Oie Wetterlage. I Oeihnach Lilt befE Kämt fi* ■ Maren v Eßeitjnay iE Mtasche Mansche, J laber ihr " ■flinb PDrt, Met find. 1*56 lanntc L in Liebe ILnten. 01 Encn übet« h*uqcnblid S M.c herrlich Mtauschun h.c aus 2 Lieben t Et ihr. un Eiim ein < l sicher toi kn. Aber KtncS »ein! Um heim pntcrfuchen I-preiS ju ■ wie §reudt k Ralfen, habe noch 1 | 3m allgcr Lüc Gaben r Ridjt das 2 | Stufte schaff | eir ihnen b' f aschnt tour lirinc Gisenbc 12s pralti' | tu toürdes | M wenn | eine Hand Im Deihn | indem du | verden bid | lauschte A | nachttfreuö f kn ifl nun | hci! und De I muh. Die lagt märchen": , kosten von I man soll i | Ilchen 11ml der arme Stiefel uni ■ Holburft ober eine ! Acht, tuen | Drehorgel! . Doch ein I Äiniiern i riechen Do[ ) sie aU u r linnen, ml! | Saften dm ? sollten, toei | durch ein Wchtigl" kö ^geradezu t Puppe sch | teül sie ar ; bissen uni l toirö? 3n j Ämb toün1 iestbaren < Wirklich ' nicht.' Diel Wenn bann der neue Vertrag angenommen ist, dann besteht die Möglichkeit, daß die Zölle schon Anfang nächsten Jahres in Kraft treten können. Der Vorwurf, daß das ErnährungS- Ministerium gebummelt habe, ist ganz unberechtigt. Ohne eine gewisse Hast sind Zollvorlagen nie erledigt worden. Rirgends in der Welt ist die cklndurchführbarkeit von Elci zollen bewiesen worden. Wir haben nicht die Absicht, ein Ee- treidemonopok zu machen. Alle Wünsche der Landwirtschaft können nicht erfüllt werden, denn schließlich besteht die Mehrheit des Volles aus Konsumenten. Bei den Vieh- und Flels' zbllen bestehen keine großen Differerzen mehr. Es wäre für beide Teile günstig, wenn wir in Polen zu einer Verständigung über ein Roggenstzndikat kämen. Abg. Hepp (Ehr.-R. D.) weist darauf hin, daß die offensichtliche Rotlage der Landwirtschaft heute auch vom Redner der -Sozialdemokratie anerkannt worden sei. Die deutsche Land^ wirtschaft schließe das Jahr 1929 ab mit einem Defizit von anderthalb Milliarden. Bei dieser Lage bedeutet die Vorlage keine ausreichende Hilfe. Die Regierung sei bankrott und habe die Fühlung mit dem Volke verloren. Die Zustimmung der Christlich-Rationalen Bauernpartei sei von der endgültigen Gestaltung der Vorlage abhängig. Abg. Dr. Fehr (Deutsche Bauernpartei) bedauert, daß die wichtige Zollfrage in letzter Stunde unter großer Hast behandelt werden müsse. Den Ernährungsminister treffe kein Vorwurf deswegen. Wenn jetzt durch Zölle die Preise der Agrarprodukte verbessert werden, dann habe den Ruhen davon nicht mehr dec Landwirt, sondern derjenige, an den diese Produkte schon längst verkauft sind. Abg. Dr. Rademacher (Dnl.) betont die Rotwendigkeit eines hinreichenden Zollschuhes auch für industrielle Produkte, insbesondere der T e x t i l r n d u st r i e und der Automobilerzeugung. Abg. Freiherr von Richthofen (Dnl.) sieht in den gleitenden Zöllen den Anreiz zur Spekulation. Wenn der Minister sich beklage, daß er einen Schutthaufen übernommen habe, so dürfe nicht vergessen werden, daß er selbst bei den Zollverhandmngen 1925 mitgewirkt habe, um diesen Schutthaufen zu schaffen. Rach Ablehnung verschiedener Aenderungs- anträge der Kommunisten, der Deutschnationalen, der Wirtschaftspartei und der Bauerngrup- pen wird die Ausschuhfasfung der Vorlage in zweiter Beratung angenommen. Mit 273 gegen 131 Stimmen wird ein Antrag der Deutschnationalen und der Bauerngruppen auf Erhöhung der Zölle für Schweine und Schweinefleisch abgetehnt. Freitag dritte Beratung der Zollvorloge, dritte Beratung der Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, zweite Beratung Der Tabaksteuererhöhung. London ge- Herr". IW. Besseren Kaffee gibt es nicht, vollkommen frisch. Nach vielen Monaten MffeehI schmeckt er noch so, Festesfreude durch Kaffee Hag und Schenken Sie Die Reichsbank Bettwäsche PHOTO-APPARATE bleibt am 24. Dezember 1929 von 12 Uhr ab geschlossen stickt 5.80 104 4D 11.25 hrienbauMieb Wes Bobine 5.50 prima Halbleinen ..8.75 muß mit Wolle ab 22.50 von SCKUHHAUS I I247A Skiläufer W* ond Zvehlierkel mit AbstammunaS-Nachweis «veredeltes RASSOL mit AbiiammunltS-Nachweis «veredeltes Freitag. 5.8 22 Uhr. Die neue Vakuum- Geschenk- Deckung 3 i gr. 04230 AM diese Sülle DaM-Äuto-Helzrrns schütz! Sie und Ihr Auto vor @iTriereÄ Heizkörper von KL— Mk. an. Glübttetne pro Stück 0.10 Mk. G. Altboff Auto - Licht - Zentrale, Scltcrswea 13 Tclevbon 2534. 108148 ohne Faka ist undenkbar, zu haben bei edfOArtff Auto Licht'Zentrole • Walltoritr^ Elke Brau» gaffe. Telephon 2534. 103144 Großer Heller Raum Näbe Bahnhof, frankfurter Sirane ndenen, als Lager oder Werkiläite ne- euinet, für sofort zu vermieten, st 8141 AuSk. frr. Schäfer. 5kaplanSaasie lu 11. Tel. 3«78. ^Mvsen (M) ben Anreiz m der Minister sich poulen übernommen len lverden, dah er ngen 1925 mitgctoirlt :n schaffen, ebener' Acnierung!- ber Dentfchnativn^ nb der 2auerngruv- ng der Vorlage in icn. Mit 273 gegen ag der DeuWa.lo- ’n auf Erhöhung 7er oeinefleisch che.'chnt. ig der -llrorlage, mg der Beiträge zur reite Beratung der 911 IIP besonders auch kränkliche, zuriickgedlieveneund »!che mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes — Bund für Haus und Schule: Weihnachtsfeier, 20 Uhr, in der Johannesiirche. — Volks- Hochschule: Aufführung der Schüler des Landeseiziehungsheims Burg Vordeck: „Das Gotteskind". 20 Uhr, Katholisches Vereinshaus. — Heimatvereinigung „Sch'.ffenbe g": Te fammlung, 23 Uhr, Hotel Köhler. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Seelenverkäufer" und „Ein besserer kett im Interesse der Veranstaltung und für ihre glänzenden Leistungen. Den Abschluß der Feier bildete der übliche Tanz. Da MeutsiheSängerbundesfest193r. WSV. Frankfurt a. M., 18. Dcz. Vor einem nicht al z i zahlreichen Publikum sprach gestern abend Dr. Hermann üjer das Sängerbundesfest 1932 in Frankfurt a.M. Vach den bisherigen Erfahrungen könne man. normale Verhältnisse vorausgesetzt, ohne sich einem gefährlichen Optimismus Hinz ".geben, die gesamte Tei.'nehmerschaft auf nicht u.ilec 153 000 annehmen. Frankfurt liege auch in dieser Hinsicht sehr günstig, sei von den stärksten Sängerbünden sehr bequem z i erreichen. Mehr als 63 Prozent der sämtlichen 857003 Bundesfänger sind in den umliegenden Gauen ansässig. Wenn auch die Großmarkiholle, ohne die die Wahl kaum auf Frankfurt gefallen wäre, nur 25 000 Sängern und 25 C00 Zuhörern Aaum gibt, so würde das quantitative Minder durch ein qualitatives Mehr erseht werden. Die Festhalle mit ihrem Fassungsvermögen von 15 000 Hörern käme vor allem für die Einzelkonzerte der großen Vereine und Bünde in Frage. Die 150 000 Teilnehmer des Fei z iges würden bei 12er-Auf- stellung 15 Kilometer weit reichen. Hinsichtlich Les Festplatzes ist man z r dem Ergebnis gelangt und auch der städtische Dezernent ist damit einverstanden, daß nur der Ostpark dvzr heran- gczogen werden kann. Bei der Unterbringung der 15j 000 Gäste sollen Massenquariiere nach Möglichkeit vermieden werden. Die Wohnungsgrenze darf man mit Hanau, Darmstadt, Mai. z Wiesbaden, Homburg. Friedberg umschreiben: es soll dabei eine angemessene Bezahlung in Betracht kommen. Vanbfcbiuetnl ha« abzuneben Kreisschweinezuchtverein Laalerbach (Hess.) Meyer, Vorsitzender. [3111V und | HEIMKINOS Größte Auswahl bietet die Reuter sein Ständig größte Auswahlin Palmen und Zimmertanneni jed.Grobeu. Preislage Ferner zu billigsten Preisen blühende Azaleen, Camelien. Alpenveilchen und Primeln ll4l3D Aus der provinzialhauptstadf. Gießen, den 20. Dezember 1929. Weihnachisfreude. Weihnachten steht vor der Tür. Mancher Vater bmlt besorgt an seinen Ge.dbeütel, manche Mutter grämt sich heimlich, weil sie ihren Kindern keine faltbaren Geschenke kaufen kann. Und doch ist Weihnachtüfreude im Grund genommen etwas, Pas nicht von der Große und Schwere der Feldtasche abhängt. Unsere Kinder haben PLünsche, deren Erfüllung Geld kostet? Gewiß: Eber ihr Wunschzettel weist neben vielem Un- BtfüII&arcn auch bescheidene W..nsche auf. Kinder Ftr-b von Natur aus anspruchslos. Cs bedarf i> irklich feiner Kostbarkeiten, um ihre Augen l.rr Glück erstrahlen zu lassen, besonders, wenn die haben vom Glanze der Weihnachtskerzen vergäbet sind. I Ich kannte einen kleinen Jungen, dessen Eltern llch in Liebe zu dem kleinen Kerl nicht genug tun pnnten. So bauten sie ihm an Weihnachten Liren überreichen Gabentisch auf. Ais der große Augenblick gekommen war, in dem der Kleine all hi« Herrlichkeiten zu sehen bekam, griff er zur Iknttäuschung der Eltern — nach einer Schachtel, I) c aus Versehen vom Auspacken her stehen geblieben war. Den ganzen Aöend spielte er Irit ihr und hatte für die eigentlichen Geschenke llaiim ein Auge. I Eicher würden es ihm nicht alle Kinder gleich- piT. Aber sicher denken auch nicht alle so wie pries kleine Mädchen, das am Weihnachtsabend »nnz heimlich seine Geschenke umdrehte, um zu g'Uiersuchen, ob auf der Rückseite noch etwas vom IjlreiS zu erkennen war, und dem seine Eltern Ibie Freude verdoppelten, wenn sie ein wenig Inuchhalfen, daß die Fahl, die man da eben gelte de noch erspähen konnte, recht groß war. I Im allgemeinen ist es doch so, daß die Kinder Ibie Gaben nicht nach ihrem Geldwert beurteilen. IMcht das Wertvolle ist es, das ihre Weihnachts- kireude schafft, viel wichtiger ist, daß das, was Dir ihnen bieten, wirklich von den kleinen Herzen rrfchnt wurde. Wenn dein Junge sich brennend Inne Eisenbahn wünscht, schenke ihm um alles nicht ins praktischen Gründen einen Wintermantel. Lu würdest ihm damit wenig Freude machen, [llnb wenn der Herzenswunsch deiner Tochter leihe Handtasche ist, suche sie nicht ausgerechnet |an Weihnachten zur Innerlichkeit zu erziehen, [intern du ihr ein wertvolles Buch schenkst. Es $ »erben dich sonst am Bescherabend ein Paar ent- [Löschte Augen ansehen, die eine rechte Weih- [nacht^freude nicht aufkommen lassen. Weihnach- ' len ist nun einmal ein Fest, da elterliche Klug- i heil und Vernunft sich kindlichen Wünschen beugen ' muh. », Wie sagt Otto Ernst In seinem „Winteickonnen- märchen": „An Weihnachten so l der Beschenkte [losten von dem goldnen Lleberfluh der Welt", und man soll ihm schenken, was ihm unter gewöhnlichen Umständen nicht erreichbar wäre! Wenn ber arme Teufel barfuß läuft, so schenkt ihm [Stiefel und Strümpfe: wenn er aber des Leibes Lotdurft hat, so schenkt ihm eine Trüffelwurst [oder eine Radierung von Klinger oder — warum nicht, wenn er sich's wünscht?! — eine kleine [Drehorgel!" Roch eins müssen wir bedenken, wenn wir den [Himbern mit unseren Gaben wirklich Freude machen wollen: 'Das wir ihnen schenken, müssen [sie als uneingeschränktes Eigentum betrachten Ilinnen, mit dem sie nach Belieben schalten und malten dürfen. Richt ,als ob wir ruhig zusehen ’lo'Iten, wenn sie etwas mutwillig zerstören. Aber . buich ein ewig mahnendes: „Gib acht! Sei vor- MHtig!" können wir unsern Kindern ein Spielzeug »geradezu verekeln. Wenn du deinem Mädel eine dnppe schenkst, will es damit spielen, d. h. es ■toi1! sie an- und ausziehen, waschen und kämmen. Missen und liebdrücken. Ob sie davon schöner SD'nb? In unseren Augen sicher nicht. Aber ein Mimd wünscht sich keine Puppe, um sie wie einen Ilvsibaren Gegenstand zu hüten. Wirklich, der große Geldbeutel allein macht's Michi! Vielmehr ist es elterliche Liebe, die unfern | Mietnesuche | tJefdilaonabmenele Miim-Mii. mögt, mit Bad und Zobeln blS Aniang ft-rübiabr 19.50 gef. Lchrlttl. Anaeb. um. 08l2ö a. d.Gteß. Anz. tft 8«S^tt88. ciaen yiit UZ rMi > ::t des ÄAnn ' und S* W ,ln lb anun te;ncm LWmÄ :g cnö9ultigen 17?Quctpbartei) bc- rimn-m .„Gehandelt ^S-Amsler treffe l°3t durch 25 L Dn nicht mehr der : dcn diese Pro. kaust sind. * '. 1^ul.s beton! die 'chenden 3o(l. le Produite, ustrie und btt Korbwarenbaiis Ph. Kenbel Gegründet 1877 / Sonnenstraße 14 u. 18 führt die größte Auswahl in Peddigrohrmöbeln Alle Korbwaren: Blumenkrippen, Wäschetruhen, Nähständer, Kindertische und Stühle, verstellbare Liegestühle, Schreibsessel, Klavierstühle, Flurgarderoben JgsÄ ■uifc r 'mm;r k finb duiä SA« - fuL N®®1’’ leren, •"** .... niiltaS- I ■ . .1 eler , * Vermietungsn | 2 ueidjlannatiniefrete leere 3lnm?r im 1. St., mit separatem Eingann, au oermteten. Schrtttl. 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Der Friseurmeister Karl Muhl, Bahnhofstraße 54, kann heule auf das 30sährige Bestehen seines Geschäftes zurückblicken. "Fremdenvorstellungen im Gießener Stadttheater. Am Sonntag, 22. Dezember, wird nachmittags 15 Uhr das Märchen „D a s tapfere Schneiderlein" von Alois Prasch gegeben. Musik von Gust. v. Boßler. Dieses Stück ist einer der größten Märchenersolge der vergangenen Jahre. Die Kinder werden nicht nur in Spannung gehalten, sondern freuen sich über die lustigen Tiere, Kinderballetts, entzückenden Ueberraschungen. Abends 19 Uhr geht Julius Berstls Lustspiel „Seribbys Suppen sind die beste n" in Szene. Gießen hatte mit diesem Stück die südwestdeutsche Erstaufführung und einen außerordentlichen Erfolg. 2n Berlin ging im Komödienhaus Berstls Werk über fünfzig Mal über die Bretter. Franz Arzdorf hat in diesem Stück einen seiner größten Erfolge. Seine Partnerin ist Marianne Mewes. Spielleitung Peter Fasso11. Fremdenvorstellung. Ermäßigte Preise. * Der Eisenbahn-Verein Gießen veranstaltete am vorigen Samstag anläßlich seines 30jährigen Bestehens im Katholischen Vereins- Haus gemeinsam mit dem Reichsbahn-Turn- und -Sport-Verein und dem Be'.chsbahn-Stenographen- Verein eine Jubiläumsfeier. Die Bachmittagsstunden waren einer Veranstaltung für die Kinder der Mitglieder gewidmet. Hier wurde etwa 400 Kindern beschert. Das Gesangsquartett „Flügelrad" und eine Musikkapelle wirkten bei dieser Feier mit und erhöhten die Stimmung der Stunde, die noch durch eine Theateraufführung bereichert wurde. Am Abend folgte die Stiftungsfestfeier in den außerordentlich stark besuchten Festräumen. Mitglieder der Gießener Militärkapelle und das Quartett „Flügelrad" leiteten den Abend mit instrumentalen und gesanglichen Darbietungen ein. Darauf sprach Frl. Paula Müller einen von dem Heimatdichter Georg Heß verfaßten Prolog über das Eisenbahnerleben, den sie in guter Weise zum Vortrag brachte. Der Vorsitzende des Eisenbahn-Vereins, Beichsbahnobersekretär Alt Haus, gab sodann einen interessanten Rückblick auf die Geschichte des Vereins feit seiner Gründung im Jahre 1899. Anschließend wurden die Mitbegründer Bona - rius, Diehl, Luh und Walther in Anbetracht ihrer Verdienste um den Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt und durch die Ucbcr- reichung von Ehrenurkunden ausgezeichnet. Den Dank der Gefeierten brachte Herr Donarius zum Ausdruck. Die Sängerin Frl. v. d. Heidt erfreute im weiteren Verlaufe des Abends die Besucher mit ausgezeichneten Liedervorträgen, die Damen- und Herrenriege des Reichsbahn- Turn- und Sportvereins zeigte vortreffliche turnerische Leistungen, die Gesangsabteilung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer in Gießen bereicherte den Abend durch schöne Männerchöre, und schließlich wurde noch eine lustige Theateraufführung gegeben. Durch diese und eine 2lnzahl wei lerer frohgestimmter Darbietungen brachte der Abend eine Fülle von abwechslungsreichen Unterhaltungen, die von den Besuchern mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Der Vorsitzende des R^ichsbahn-Tum- und Sport- vere'ns, OberbahnhoisvorsteherHe i nzelmann, dankte allen Milwi. lenden für ihre ei.rige Tätig- rein Kamelhaar, ab 40.50 Daunendecken eigener Anfertigung, nur beste Qualität., ab 85.00 Kolter Bdumwol la ab 12.50 reine Wolle ab 22,00 Käme : haar decken 9 0 .7 wn Paris ro Statt besonderer Anzeige Königl. Preufe. Major und Bürgermeister a. D. Wir betrauern das Ableben unseres lieben A. H. aktiv 85-88 Die Landsmannschaft Darmstadtia Murnau (Oberbayern), den 17. Dezember 1929. I04191 Danksagung. In tiefer Trauer: r 1428D| Karl Stlebing, Elise Stiebing. Klein-Linden, den A. Dezember 1929. 08124 Mittwoch abend 7 Uhr wurde mein lieber Mann, unser herzens guter Vater, Sohn, Bruder und Schwager Herr Wilhelm Tröster Wilhelmine Müller Wwe. und Angehörige. Fabrikant Klein-Linden, den 19. Dezember 1929. im Alter von 48 Jahren infolge einer Operation heimgerufen. 1042 ID In tiefer Trauer UMkll-WWlM N übrige, ehrliche Butzbach, den 19 Dezember 1929. Mitarbeiter Die Beerdigung findet Samstag, 21. Dezember, nachm. 3.30 Uhr statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. 10409D *070 nn Rudolf Todes-Anzeige wertester gesucht Plockitr. [0S134 •«143 Q<29V aiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Todesanzeige. fein Umkreis Frau Regine Stern Oeb.Blumentlial Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen David Stern. Total - Ausverkauf UI422D zu stark ermäßigten Preisen. Kamelhaarschuhe große Auswahl, billigst Schuhhaus Herbert iQ4l«A fehlt em Arzt. Pan. Haus mir 9 fttmiit, Badedtn- Heizg, fl. Wasser, b. kl. '21ha. bring a. verf. u. fof. beAiehb. Schr. Sinn, u. 08135 rt. d.Gü.AuA Elisabeth Scheidt geb. Göring Mathilde Fischier Gräfin von Treuberg Für dievielen Beweise herzlicherTeilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Schwester herz!. Dank. Besonders sairen wir Herrn Pfarrer Bremmer für seine tröstenden Worte, Schwester Frieda für ihre liebevolle Pflege, sowie allen, die uns hilfreich zur Seite standen, und für die, zahlreichen Blumenspenden unseren tiefgefühlten Dank. Unermüdlich war dein FleiB und dein Tagewerk so heih. wenn die Toten auf erstehen, wird auch dir die Palme wehen. die auch alle sonstigen Derstche- rungszweige betreibt Versiche- rungsbestand wird überwiesen, ebenso entsprechende Unterstützung zugesagt Gest. Angebote erbeten unter J. V. 3056 an Znvalidendank, Ann.-Exp., Frankfurt am Malm Gießen, Marktpl. 2. Alleinverkauf der „Chasalla‘*-Schuhe. von ihrem mit Geduld ertragenem Leiden. zabliing. Wir garantieren Erfolg. 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I103S6D Gießen, Eberstadt (Bergstraße), Darmstadt, den 19. Dezember 1929. Die Beerdigung findet am Montag, dem 23. Dezember 1929, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Teilnehmer der Kriege 1866. 1870/71 und 1914/18 Inhaber der Eisernen Kreuze von 1870/71 und 1914/18 und anderer hoher Orden. Er entschlief sanft nach längerem, mit größter Geduld ertragenem Leiden im hohen Alter von 82 Jahren nach einem reichgesegneten Leben. Londorf, Gommersheim, Kleinhausen, Kesselbach, Mar bürg, den 19. Dezember 1929. ist heute morgen nach langem, schweren Leiden im 63. Lebensjahr von uns geschieden. Meine Läger sind noch gut sortiert und bieten noch eine sehr reichhaltige Auswahl bester Qualitäts - Schuhwaren her Ausgeber e. Stellen* ongtboltn ist tt, b!r ein« gegange'Bewerbung»* uitcrlogtn (Zeugnisse, ZeugniSobschttst., Lichi« bilder o.dgi.) schnellstens zurück;»'. 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(Bachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Kattowih, Drzrmber 1929. Dach zweijähriger Mißwirtschaft ist jetzt in Groß-Kaitowitz wieder e n ordentliches Stadtparlament gewählt worden. Die Kattowiher Stadtverordnetenwahl hat ebenso wie die vorangegangenen Wahlen in den Landgemeinden eine völlige Niederlage der Regierungspartei ergeben. Don den 60 Stadt- verordnetensihen in Kattowih hat die Regierungspartei nur 13 errungen. Die übrigen 47 Mandatsinhaber gehören restlos der Opposition gegen die jetzige Regierung an. Don den polnischen Parteien ist als stärkste Gruppe aus dem Wahlkampf der Korfanty-Block hervorgegangen, der zusammen mit der ihm nahestehenden Rationalen Arbeiterpartei 18 Mandate errungen hat. Korfanth hat in der ersten großen Wahlschlacht über Grezinski, den berüchtigten Wojewoden, gesiegt. Die Kommunalwahlen, die in mehreren Etappen jetzt in Ostoberschlesien durchgesührt wurden, waren aber nur das Probeexempel für die bevorstehenden großen politischen Wahlen, insbesondere für die Neuwahl des seit Februar aufgelösten schlesischen Sejm. Der Kampf zwischen Korfanth und Grazhnski ist nochnicht beendet, die Entscheidung wird erst falley. Das Deutschtum ist bei den Kattowiher Kommunalwahlen in zwei Gruppen, in der bürgerlichen deutschen Wahlgemeinschaft und der deutschen Sozialdemokratie, ausgetreten. Don den deutschen Sozialisten wurde ein Bündnis mit der deutschen Wahlgemeinschaft abgeiehnt und eine Listenverbindung mit den polnischen Genossen eingegangen! Die scz'alistische Taktik ist auch bei den Kattowiher Stadiverordneienwahlen fortgesetzt worden. Die Strafe für schmutzige Presseangriffe gegen den deutschen Dollsbund und auch die deutschen Katholiken ist nicht ausgeblieben. Die deutschen Sozialisten haben eine gewaltige Niederlage erlitten. Die Listenverbindung mit den polnischen Genossen hat ihnen nichts eingebracht. Das Geschäft haben dabei die polnischen Scz'aldemokraten gemacht, die durch die Listenverbindung ein Mandat gewonnen und damit insgesamt drei bekommen haben, während die deutschen Soz'cll- dempkraten nur zwei Sitze erhielten. Bei der letzten Wahl im November 1928 hatten sie fünf Dkandate. Der Stimmenrückgang der deutschen Sozialisten beträgt mehr als 30 Prozent. Die Deutsche Wahlgemeinschaft, die alle bürgerlichen deutschen Parteien z isammen- faßt, hat an der Stimmenzahl lediglich einen Rückgang von etwa 12 Prozent erlitten. Dieser Stimmenrückgang war von vornherein zu erwarten, da in den letzten Jahren viele deutsche Familien aus Kattowih a u s g e - wandert sind bzw. von den rücksichtslosen Polonisierungsmaßnahmen durch wirtschaftliche und persönliche Schikanen aller Art dazu gezwungen wurden. Trotz dieser unter den gegebenen Verhältnissen an und für sich geringfügigen Stimmeneinbuße hat die Deutsche Wahlgemein- schaft nur 22 Stadtverordneien-Mandate erhalten und gegenüber 1926 insgesamt sieben Sitze verloren. Der Mandatsverlust ist also verhältnismäßig bedeutend höher als der Stimmenverlust. Diese Tatsache hat ihre besonderen Ursachen. Die -Zahl der Wahlberechtigten ist in Kattowih von 1926 bis 1929 um über 7C00 Rückkehr zum Geist. Von Werner Dock. Fabriken und Hochhäuser speien allabendlich glanzlose Jugend aus. Sie drängt sich an den Byettannahmestellen und vor den Kinos. Sie kreischt bei Boxkämpfen und Sechstagerennen. Sie tanzt in Cafes und Dielen zur Jazzmusik und bläst während der Pausen Ringe in die Luft, Gleichnisse alles Heutigen: hohl und flüchtig. In den Händen vieler Jungen liegt der letzte Sportbericht wie eine heilige Schrift, vor einem Acht- zhlinder erschauern sie wie ihre Dorfahren vor einem gotischen Dom. Ein paar Schritt neben dem Großstadttrubel, umbraust von unablässigem Geschrei, Getute, Geklingel, Gewoge, schläft ein kleiner Friedhof aus vergangenen Tagen. Auf den Steinen verwittern Namen, die wie Glockenklang frühere Geschlechter durchbebten. Wem bedeuten sie in dieser Zeit mehr als eine fahle Erinnerung ? Haben die Feuer großer Herzen und Geister umsonst geglüht, ist ihre metaphysische Spur ausgelöscht in einer Menschheit, die nur noch anbetet, was sichtbar ist? Während mein Blick über die Gräberreihen streift, gewahre ich ein schlichtgekleidetes junges Mädchen, das von Stein zu Stein schreitet. Ein- yend steht die schlanke Gestalt jedesmal eine Weile still, bevor sie sich mit einer andächtigen Bewegung herabncigt und hier und dort eine Dlume niederlegt. Auf einmal weiß ich, daß die Saat jener Schweigenden doch noch irgendwo weiterkeimt. And von dieser Stunde an ist es mir, als ob eine dämonische Hand mich immer wieder mit jungen Menschen zusammenführte, die in aller Unerbittlichkeit unseres Zeitalters nicht verhärtet, in aller Kälte nicht erstarrt sind. In ihrem Antlitz wohnt nicht das leere Lächeln derer, die genügsam das Leben wie eine Laufbahn („Karriere") zwingen wollen. Don ihrer Stirn weht der Hauch der Einsamkeit, aber in ihren Augen unö um ihren Mund strahlt die heitere Freiheit derer, die um das älnvergängliche in Menschen und Dingen wissen. Da ist eines Großkaufmanns einziger Sohn, dem ich auf einer Hochgebirgswanderung begegnete. Leichter als im Dunst der Ebene taut un- term Licht der Gletschersonne die Seele. älnd so öffnete sich mir ein junger Mensch, der mit leiden- schafllichem Ernst den Kampf mit der nüchternen Umwelt, dem selbstsüchtigen Dater, der dem Alltag verhafteten Mutter durchsicht, um das aus sich zu gestalten, wozu ihn seines Wesens Kem verpflichtet. Wie enttäuscht er Eltern und Mitbürger: niemals wird er die Leitung des Hange stiegen. Di.se 7700 neuen Wahlberechtigten muß man zveifelsohne den polnischen Parteien zurechnen, denn sie stellen den Zuzug nach Kattowih aus den östlich-polnischen Gebieten dar. Durch die E.-Höhung der Zahl der Wahlberechtigten ist auch der Quotient höher geworden, der jetzt für den Erwerb eines Stadt- Verordnetenmandats notwendig ist. Bei der kleinen Stimmeneinbuße auf der einen Seite und der Erhöhung des Wahlquotienten auf der anderen Seite wirkte sich der Derlust der Deutschen Wahlgemeinschaft bei der Mandatsverteilung wesentlich stärker aus als bei der Stimmenzehl. Trotzdem ist die Deutsche Wahlgemeinschaft mit 22 Mandaten nach wie vor die stärkste Partei im Kattowiher Stadtparlament geblieben. Bon den Deutschen müßte daher nach den sonst im Kommunalleben üblichen Gewohnheiten sowohl der Stadtverordneten-Dorstehar als auch der Oberbürgermeister gestellt werden. In Polen kümmert man sich selbstverständlich um solche Gepflogenheiten nicht, ga z abgesehen davon, daß nach den Vorankündigungen der polnischen Regierungspresse auch das neugewählte Stadtparlament, sofern seine Beschlüsse den Wünschen des Wojewoden nicht entsprechen sollten, baldigst wieder aufgelöst und durch von der Regierung ohne Rücksicht auf den in den Wahlen z im Ausdruck gekommenen Willen der Bevölkerung ausgesuchte kommissarische Vertreter abgelöst wird. Insgesamt haben die Deutschen — Deutsche Wahlgemeinschaft und deutsche Sozialisten — 22 131 Stimmen von 53 475 abgegebenen gütigen Stimmen erhalten. 40 Prozent der Bevölkerung von Groß-Kattowih mit den großen eingemeindeten Arbeitervierteln hat demnach deu sch gewählt Dies ist ein sehr beachtenswerter Erfolg. Das Deutschtum hat bei den Kattowiher Wahlen das erreicht, was überhaupt bei verständiger Beurteilung der Lage zu erwarten war. Bei der hemmungslosen Pvlonisie- rungswut und dem starken Z z:g aus den polnischen Ostgebieten, insbesondere auch von polnischen Juden — zum erstenmal werden in das neugewählte Kattowiher Stadtparlament zwei polnisch-jüdische einer eigenen Liste einziehen — ist das Wahlergebnis der Deutschen durchaus befriedigend. Die polnische Regierungspresse schreit na'ürlich Sieg und versucht die Niederlage der Regierungspartei durch Frohlocken über das Drechen der deutschen Mehrheit von Kattowitz zu vertuschen. Die deutsche Mehrheit, die die letzte Kommunalwahl im November 1928 noch ergab, ist allerdings tatsächlich nicht mehr vorhanden. Bei der Volksabstimmung am 20.März 1921 stimmten in Kattowih 86 Proz. deutsch. Im November 1926 wählten noch 51 Prozent der Wähler deutsch, bei den Sejm- und Senatswahlen im Mcllz 1928 nur noch 47 Prozent und jetzt bei den Stadtverordnetenwahlen im Dezember 1929 nur noch 4 0 Prozent. Wenn das jetzige Ergebnis an sich in Berücksichtigung aller Tatsachen gut ist, so tarnt selbstverständlich der fortschreitende Rückgang der Deutschen in der Verhältniszahl zur Gesamtbevöllerung nicht verheimlicht werden. Die Arbeit des Deu'schenhassers Graztznski zeigt ihre Erfolge. Der Rückgang des Deutschtums ist in erster Linie sein Derdienst, aber auch eine Reihe anderer Umstände haben diesen Entwicklunas- prozeß von außen her beschleunigt. Der Völkerbund, der nach dem Genfer Vertrage der Schützer der deutschen Minderheit in Ostober» delshauses übernehmen, für das er geboren schien! 2loer er wird seine Bestimmung erfüllen als einer jener Aerzte, die tief hinter die Wand des Körpers schauen und zu heilen vermögen, wo tausend Mittel versagen. Da ist der Bauernsohn, der mir auf einer nächtlichen Eisrnbahnfahrt fein Schicksal enthüllte. Don der Geruhsamkeit der Scholle trieb es ihn fort über die Meere, und im fremden Erdteil entdeckte er plötzlich die Heimat — in sich selbst. Dun sitzt er über den Büchern und pflügt mit der ganzen unverbrauchten Kraft seines Stammes die Felder der Wissenschaft, wie er ehedem den Acker dahcim durchfurchte. Ich sehe den starken Menschen vor mir, wie er in ein paar Jahren als Lehrer und Führer immer neue Scharen begeistern wird, die sich rnitreißen lassen von der gesunden Ursprünglichkeit seiner Gedanken. Nie werde ich den jungen Drogisten vergessen, der in stillen Stunden Spinoza liest. Im Halbdämmer des Ladens leuchtete sein Gesicht, als er von der Einheit des Geistes mit der Natur sprach, von der unzerreißbaren Gesetzmäßigkeit alles Seins und der Liebe zum Göttlichen. And nicht minder bleibt mir der jugendliche Nacht- Portier im Gedächtnis, der mir sagte, er beherberge in seiner bescheidenen Klause einen erlauchten Gast, und dabei auf ein paar Bände Shakespeare im Urtext wies, die sich von Fremdenlisten und Adreßbüchern merkwürdig feierlich abhoben. Der Telephonistin gedenke ich, deren literarisches Feingefühl den Buchhändler beschämte, der Krankenpflegerin, die, ohne je in Florenz gewesen zu fein, jebe Nische der Affizien kennt, des Gärtners, der sich abends an Homer erbaut, des Soldaten, der mit Hannibal und Caesar vertraute Zwiesprache zu halten pflegt. Tag um Tag mehrt sich so vor mir der Reigen: 2unge vom Land, Junge aus den Städten, Junge aus Herrenhäusern, Junge aus Mietskasernen, die gleichermaßen ungebeugt von den Lasten unserer Zeit, unberührt von der Niedrigkeit und Geschäftigkeit der ilmlebenben mit festem, unaufhaltsamen Schritt die verlorene Welt des Geistes zurückerobern. „Melodie des Herzens." Ein neuer deutscher Tonfilm. Berlin, im Dezember. Mit dieser „Melodie des Herzens" hat der deutsche Tonfilm endlich fe.ne Kinderkrankheiten überwunden. Während die Fortschritte auf neuen Gebieten immer nur sehr zögernd gemacht werden, hat dieser neueste Tonfilm mindestens einen gewaltigen Sprung vollführt, weil er zu schlesien fein sollte, hat bei allen deutschen Beschwerden völlig versagt und den polnischen Regierungsstellen in ihrem rüäsfchts.osen Kampf gegen des Deutschtum freies Spiel gelassen. Aber auch von dem deutschen Muttcrvolk ist bie deutsche Minderheit in Ostoberschles en in dem Kampfe um ihre Er ste. z>..-auptung nicht so unterstützt toor.en, wie es yotwend.g gewesen wäre. Das Deutsche Reich hat bei der Fülle der eigenen Sorgen im Rahmen der Der- ständigungs wlilik nicht die Krall gehabt, um in Genf dafür z t sorgen, daß die Rechte der deutschen Minderheit in Ostoberschlesien nicht nur auf dem Papier der Verträge stehen, sondern auch durch Maßnahmen des Völkerbundes i n praxi gesichert werden. Preußen, das indirekt durch das Verhallen gegenüber der polnischen Minderheit in Preußen auch für die Interessen der deutschen Minderheit in Polen arbeiten konnte, hat den Polen in den preußischen Gebietsteilen alle Rechte gegei en. ohne irgendwie Sicherungen dafür za schaffen, daß auch umgekehrt von polnischer Seite, auf bet immer das Recht der Gegenseitigkeit betont wird, die deutsche Minderheit ebenso behandelt wird, wie die polnische in Preußen. Man hat von Preußen und spä.er auch vom Reich, von dem die gleiche Minderheitenpolitik getrieben wird, alle Trümpfe aus der Hand gegeben, ohne für die eigenen DolLgenosfen im Ausland« zu sorgen. Die Wahlzahlen von Kattowih. die die Folgen der Schutzlojigkeit und Preisgabe des Deutschtums in Ostoberschlesien zeigen, sind ein Menetekel für die Zukunft. Man wird sich auf deutscher Seite hüben wie drüben prüfen müssen, ob die bisherige deutsche Politik gegenüber Polen weiter am Platze ist. Roch ist Kattowih zu 40 Prozent deutsch, noch ist nicht alles verloren. Aber ein energisches Auftreten so wohl von der deutschen Minderheit als auch von den reichsdeutschen Regierungsstellen gegenüber Po'en erfordert der deutsche Selbsterhaltungstrieb in Ostoberschlesien. —— " ”*■' 11 '■ — — —- ...... Tumen, Sport und Spiel. D. f. B. Die Ligamannschaft verlor vor vier Wo- chen das Derbandsrückspicl gegen F. D. Wallau auf dortigem Platz mit 2:4. Der Plahverein hatte jedoch in diesem Treffen einen Spieler Mitwirken lassen, der am Sonntag vorher vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen worden und deshalb gegen V. f. B. nicht spielberechtigt war. Der Tezirks-Fußba.l-Sachoearoeiter hat nun, wie in den „offiziellen Bekanntmachungen aus dem Bezirk Hessen-Hannover im Westdeutschen Spielverband" veröffentlicht wurde, entschieden, daß das Spiel als für Gießen gewonnen gilt. Somit rerhält V. f. B. auch die beiden Punkte zugesprochen und führt jetzt bei neun abgetragenen Spielen mit 15:3 Punkten vor Lckershausen (10 Spiele 14:6 P.), „Germania" Marburg (9 Spiele, 12 P.) und Spielvereinigung Gießen (8 Spiele, 10 P.). Die Stellung des Tabellenführers ist damit wesentlich verbessert worden. Am kommenden Sonntag gilt es für ihn, den Torsprung zu verteidigen. Er hat auf eigenem Platz den F. D. Breidenbach zum Gegner. Dieser steht z. Z. an letzter Stelle der Tabelle, hat allerdings erst acht Spiele ausgetragen. DaS Vorspiel auf dortigem Platz endete nach scharfem Kampf mit einem verdienten 5:3-Sieg Gießens. Die Aufstellung der Einheimischen wird wahrscheinlich die gleiche sein, wie am vergangenen Sonntag. Nach ihrem glänzenden Abschneiden in den drei Gesellschaftsspielen gegen die tUniversitätsmann- schaft (15:0), „Kurhessen" Kassel (0:0) und V.f.B. Weidenau (1:1) und den dabei gezeigten Leistungen zu urteilen, sollte man ihnen auch gegen Breidenbach einen Erfolg zutrauen können. So ohne weiteres wird sich dieses allerdings nicht geschlagen bekennen. Die Gäste haben wohl nichts zu velierren, da ein Abstieg für sie nicht in Frage kommt, immerhin werde nsie alles daransetzen, um ihre Tabellenstellung doch noch etwas zu verbessern, um sich wenigstens vor ihren Nachbarverein Wallau zu sehen. Was der Mannschaft an technischem Können mangelt, versteht sie durch großen Eifer und Ausdauer fast wieder auszugleichen. Die 2.Mannschaft steht vor einer schweren Aufgabe. Sie muß zum fälligen Verbandöspiel nach Wetzlar. Die gleiche des Wetzlarer Sportvereins ist wohl ihr stärkster Gegner und wird ihr kaum beide Punkte überlassen. Zum Vorspiel auf hiesigem Platz trat Wetzlar damals nicht an, und es wird sich nun doppelt anstrengen, den Ver.ust wirdcr elnzuholen. V. f.D. muß schon in besonders guter Formsein, wenn er bas für ihn sehr wichtige Spiel gewinnen will. Die 3. Mannschaft empfängt zum Verband f 3ul ihren Lokalgegner, die 3. Mannschaft der Spielvereinigung. Sie wird ebenfalls alle Mühe haben, das Treffen für sich zu entscheiden. Eine Niederlage ist ebensogut möglich scheiden. Eine Niederlage ist ebensogut möglich, wie ein knapper (Sieg. (Spielvereinigung 1900 Gießen. o. Nach einem Ruhesonntag trägt 19008 Liga am kommenden Sonntag ein Gesellschaftsspiel aus. Die Reise fütjrt diesmal in8 Siegerland. Gegner ist der Ballspiel- C l u b Siegen, der in der zweiten Klasse Südwestfalens eine führende Rolle spielt. 1900 wird dieses Treffen Umftänöe halber nicht in stärkster Besetzung bestreiten. Die Mannschaftswahl ist jedoch so getroffen, daß mit einem günstigen Abschneiden der Gießener, die erfahrungsgemäß auswärts immer zu besonderen Taten befähigt sind, gerechnet werden kann. Das vereinbarte Alte - Herren - Spiel kann leider nicht zum Austrag kommen. .1900'3 vierte Mannschaft hat Daub- ringens zweite Elf im Derbandsspiel hier öum Gegner und dürfte, bei Aufbringung der nötigen Energie, s icherer Sieger bleiben. Handball der Sp.-Vg. 1900. ö. Am kommenden Sonntag haben die 1900er zum Austrag ihres zweiten Spiels um die Bezirksmeisterschaft die Reise nach Kassel anzutreten. Ihr Gegner ist der bekannte Sportverein „Kur- fsessen". Die Kurhessen sind der diesjährige Meister der Kasseler Gruppe und dürfen als die spiel- stärkste Mannschaft des Bezirks angesehen werden. Die Spielweise der Elf ist ganz auf Erfolg abgestellt und dadurch härter, als die der sonst mindestens gleichwertigen Hessen-Preußen. Die Kurhessenmannschaft schlug am vergangenen Sonntag im Bezirks- Meisterschaftsspiel den S. C. 05 Göttingen 12:0. Auch die Spielvereinigungsleute werden einen äußerst schweren Stand haben und sich dem ausgereiften Können der Kassclaner beugen müssen. Die Gießener Mannschaft wird das Treffen mit dem wieder spielberechtigt erklärten Torwart, im übrigen mit der Mannschaft des Borsonntags bestreiten. Es ist anzunehmen, daß die Hintermannschaft wieder ihrer Aufgabe gerecht wird: dem Sturm soll noch einmal Gelegenheit gegeben werden, zu beweisen, daß er sich besser durchzusetzen vermag, als dies seither den Anschein hatte bzw. der Fall war. Fußball in Heuchelheim. Nächsten Sonntag spielt die erste Els de« Sportvereins gegen den D. f.R. Bu tz- allerlei Anfängen den Mut hat. Man kann, denn auch dieser Tonfilm wurde schon b:r einem halben Lahre begonnen, nicht wissen, wie er nach einem Jahre gewertet werden wird, aber man kann sich daraus vorstellen, daß er in der Geschichte des deutschen Tonfilms, die ja doch einmal geschrieben werden wird, seinen eigenen Platz erhalten wird. Der Regisseur Hans Schwarz — er ist von der „Ungarifqjen Rhapsodie" her bekannt — hat sich zunächst wieder als der kultivierte Bildner des volllichen und landschaftlichen ilngarn bewährt: er sieht auch hier Gebenden, Städte, Dorswinkel, Idyllen, Puftaherden, Jahrmärkte und Radauplähe mit dem Blick des Maler 3, tee Weite, Atmospäre und Eigenart der Objekte erkennt, er hat entzückende und ergreifende optische Regieeinfälle, w'e es überhaupt einer der Vorzüge ,des Tonfilms ist, daß man ihn nicht nur als akustische Er'cheinung nehmen kann, daß man auch seinen bildlichen Gehalt werten muß, der bei den bisherigen deutschen Tonfilmen (auch bei den uns belannten amerikanischen) stets hinter dem Phänomen des Tonet! zurücktrat. Hier vereinigen sich, soweit man sieht, zum ersten Male Die Erscheinungen des Bi.des und des Son3 zu dem organif^e.x Ganzen eines Tonfilm 3. Diesem ganzen Komplex eingeordne. ist die Fabel des Spiels, ein Stück ungarisches Del sieben, schlicht, beinahe unauffällig und liedhaft, anspruchslos und zurückhaltend. Das Bauernmädchen Julia kommt nach der großen S.adt Bubapest, wo sie die Liebe kennen lernt: eine bittere Erfahrung an der sie zeroricht, so daß sie ins Wafer geht- denn auch zu diesem herben Ende findet der Film den Mut, und es erweist sich, daß das Fehlen eines happy end keinen Mangel bedeutet. Immerhin: wir sehen ja heute einen Tonfilm doch mehr auf das Akustische als auf das Dild- unb Handlungsmäßige hin an. Auch auf diesem nocy sehr problematischen Gebiet zeigt bet neue Slim ben Mut zum Wagnis, der in kurzer Zeit vielleicht nicht mehr viel. bedeuten wird, heute aber durchaus anzuerlennen ist. Man wagt et, die Möglichkeiten der Apparatur zu zeigen, ohne sie sinnlos zu martern und ihr Wirkungen zu entlocken, die sie vielleicht heute noch nicht geben tann. Das geschieht mit Mut, aber auch mit Zurückhaltung und viel Geschmack, denn die akustischen Elemente stehen niemals protzenhaft für fid) allein da, sie gehen aus dem Filmischen hervor und ergänzen es auf sehr glückliche Art. Die synchronisierte Musik — also der Ersah der bisherigen Filmorchester - ist vorhanden, aber sie wirb doch schon beinahe burch eine andere verdrängt, die aus der Situation selbst entsteht. Wenn die j unge Julia nach Budapest einfährt, hören wir das Rollen de 3 Zuges, das Dröhnen der Räder, das Anziehen der Bremsen. Wenn sie die ersten Schritte in die große Stadt tut. vernimmt man die Geräusche der Straß en rahnen, die Schritte vieler Menschen, den Lärm der Straße. Julia ist in der Küche allein, und durch die Stille dringt die Musik ei: e3 Leierkastens: auf Dem ländlichen Bauernhof gackern und schreien die Gänse: in Gartenlokalen wird getanzt, die Zigeuner geigen, die Honvedmusketiere singen ihre einfachen Soldatenlieder, von denen da« eitze — „Bin kein Hauptmann, bin kein große« Sier" — sicherlich bald von allen Grammophonplatten tönen und auf allen Straßen ge'ungen werden wird: es hat — der Tell des Films ist von Hans S z e k e l y , die Musik nach ungarischen Motiven von Werner R. Heymann — jenes unbestimmte EtwaZ, was AlJvlson« „Sonny doy" populär gemacht hat — der Tonfilm erweist sich als eine schlagerbildende Macht. Akustisch und bildlich gut gelungen sind die Episoden im Lärm und Tabaksdunst der Kneipen, und wenn der Honvedmus.'etier das Lied singt: „Sieben Sterne hat der große Bär, Mädel reich' mir deine Hände her..weht aus dem Zu- fammenflang von Melodie, Geräusch und Bild doch eine so starke Wirkung, daß das Publikum sich des lebhaftesten Befalls „bei offener Szene" picht enthalten kann, älnö in diese Steigerungen sind die leisen, stummen Idyllen eingelegt; der Film wagt es. stumm zu werden und allein bas -Bilb für sich reben zu lassen, und er wagt e« auch, einmal eine <3;ene ganz unfilmischer Behaglichkeit und Breite einzustreuen: es ist die, in der sich zwei Bauern bei Tabak und Schnaps über die Heirat ihrer Kinder unterhalten: und diese eine kleine Episode birgt in ihrem ganz eigenen Stil schon allein viele Möglichkeiten: für künftige Tonfilmkomödien. Das gesprochen» Wort wird noch sparsam verwendet, aber auch hier ift, von der technischen älebermittlung abgesehen, ein Stil gesundem zum wenigsten an- gebeutet. Willi Fritsch spielt ben Honvedmuskotier, toie immer, hübsch und jungenhast-nett: Dita a r l o als Heines MädHen vom Lande: eine hervorragende schauspie erische Leistung. Da« Publikum geht nicht nur mit, es ist am Ende eoenso gerührt wie nur je bei Al Jolson Noch hat kein deutscher Tonfilm diese Wirkung er- .weil es bisher eigentlich noch feinen gab. Mit der „Melodie des Herzens" ist er, durch Sans Schwarz und seinen Produktionsleiter Erich Pommer, ins Dasein getreten. ____ OA Lach auf eigenem Platze. Das Dorspiel endete in Butzbach 3: l für Butzbach. Allerdings spielte die Mannschaft damals mit vier Mann Ersatz. Die jetzige Ausstellung ist zwar besser als damals, aber doch noch nicht genügend eingespielt. Die Frage nach dem Sieger ist also volllommen offen. Arbeiter-Turn- und Sporibund. Am kommenden Sonntag werden sich Wieseck! und Heuchelheim I in Wieseck ein Gesellschaftsspiel liefern. Ob es den Gästen gelingt, wie im letzten Spiele Sieger zu bleiben, hängt von dem Antreten der Einheimischen ab. die sich in kompletter Aufstellung auf eigenem Platze schwer schlagen lassen werden. Vorher wird der neue Bez.rksmeister dec 2. Klasse, Wieseck !d. die erste Mannschaft Staufenbergs zum Gegner im Freundschaftsspiel haben. Hier werden die Einheimischen sicherer Sieger bleiben. Die 1. Jugend Wieseck- hat sich die Jugend Heuchelheims verpflichtet. Hier ist der AuSgang offen zu lassen. Am Sonntagvormitllg treffen sich die Oberst usenturner des Bezirk- zu einem Aus- jcheidungsturnen in Wieseck. Schwimmverband und Turnerschafi. Am Wochenende gibt es in Berlin eine Zusammenkunft zwischen dem Deutschen Schwimmoervand und der Deutschen Turnerschaft, bei der die Verhandlungen über eine Zusammenarbeit der beiden Sportoerbände ausgenommen werden sollen. Die Turnerschaft wird dabei durch die beiden Vorsitzenden Staatsminister a. D. Dominicas und Dr. Thiemer (Dresden), sowie durch den Oberturnwart Steding (Bremen) vertreten, während die Schwimmer zu dieser Sitzung eine fünfköpfige Kommission, bestehend aus dem Verbandsoorsitzenden Dr. Geisom (Frankfurt) und Georg Hax (Berlin) und dem Derbands- schwimmwart Binner (Breslau), sowie Dr. Höfl- meyer (München) und Dr. Ärmer (Bonn) entsenden werden. Oberhessen. Landkreis Gießen. X Klein-Linden, 19. Dez. Bei der Versteigerung des durch die Feldbereinigung in der hiesigen Gemarkung ausgewiesenen M a s setz e l ä n d e s wurde der Betrag von über 65 000 Marl erzielt. Dieser Kaufbetrag wurde als sog. Sicherheitshypothek, verteilt auf die einzelnen Grundstücke, amtsgerichtlich eingetragen. Nachdem der Kaufbetrag nun gezahlt ist, werden die Käufer ausgefordert, den Antrag auf Teillöschung der Sicherheitshypothek zu stellen. — Dieser Tage sand in der hiesigen Klcinkinderschule durch Missionar D o m a h aus Lich ein Lichtbilder- vortrag über die Chinamission statt. Der lange Jahre in China tätig gewesene Redner schilderte in anschaulicher Weise die großen Schwierigkeiten, die in diesem früher für Fremde ganz verschlossenem Gebiet zu überwinden sind. Die eigenartigen Sitten der Bevölkerung verlangen von den Missionaren große Selbstüberwindung, da die Annahme dieser Gebräuche Voraussetzung für den Verkehr sei. 3n einer großen Zahl guter Lichtbilder wurden die Anwesenden in dieses Gebiet eingeführt. Die Kollekte war für die Chinamission bestimmt. ch Wieseck, 19.Dez. In der hiesigen Volkshochschule sprach gestern abend unsere Lehrerin Frl. Leyerzaps über das zeitgemäße Thema: „Du und dein Heim". Ihre tief durchdachten Ausführungen zeigten die große sozialethische Bedeutung der Heimglückfrage für unsere schnellebige und oberflächliche Zeit. Vicht auf eine kostspielige und prunkvolle Einrichtung kommt es an, sondern behaglich und gemütlich soll das Heim sein, so daß man sich darin wohl- sühlen kann. Die Einrichtung soll keinen Eindruck machen, sondern soll Ausdruck der Seele werden. Farbengebung, Möbelformen, Raumverteilung und Schmuck sollen sinnvoll gestaltet werden, lind vom hygienischen Standpunkt ist recht viel Sonne und Licht in unseren Räumen zu fordern. Zahlreiche Lichtbilder von vorbildlichen Einrichtungen und Möbelstücken illustrierten die beifällig aufgenommenen Darlegungen der Rednerin. 6 Gründer g, 18. Dez. Dieser Tage hatte der hiesige Obst- und Gartenbauverein zu einem zweiten Vortragsabend in diesem Winter eingeladen. Auch diesmal konnte der Vorsitzende wieder ein zahlreich erschienenes Pu- Das Erbe des Herrn von Anstetten. Vornan von 3* Echneider-Foersil Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau Löa. 31. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Schweig doch," schrie sie gequält auf und hielt seinen Arm fest. „Wie soll ich dir glauben, daß du mich liebst, wenn du immer so schreckliche Dinge redest." „Man ist doch so bald vergessen, Hilde!" „Laß mich!" Sie machte sich von ihm los und lief den schmalen Pfad entlang, baß er ihr kaum zu folgen vermochte. Erst bei einem der Landhäuser holte er sie ein. „Wirst du mir noch einmal davonlaufen, du?" Gr hielt sie von hinten umfaßt, daß sie kaum Atem zu holen vermochte. ..Weißt du nicht, daß Du mir gehörst? Eine Flucht vor mir gibt es nicht! Ich würde dich zurückholen und wenn ich den Boden nach dir durchwühlen müßte.“ Zhre Brust hob sich mühsam, Denn er hielt poch immer seine Arme Darüber gespannt. Aber ihre Augen strahlten chn an. „Ist es nicht Sünde, so viele Jahre des Glücks zwecklos vergeudet zu haben?" „Wir holen es nach, Drunhilde." »Bis zum letzten Rest? Hang Pcter?" „Bis zum letzten Rest," versprach er. Sie ertrug den Blick seiner Augen nicht mehr und barg Den Kopf an seiner Achsel. Zu zweien faßen sie eine halbe Stunde später auf Der Terrasse des Hotels und ließen die Gläser aneinander klingen. „Wie Damals, Hans Pet r! — W Pralinen. Im ersten Jahrzehnt nur W29/30 NIVEA KINDERSEIFE Sie ist noch ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut des Kindes herges teilt. Ihr seidenweicher Schaum dringt schonend in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde Hautatmung. 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Oberhessen: Forderung und Abruf hielten sich auf dem Stande des Vormonats. Trotz ungünstigen Rheinwasserstandes und Schwierigkeiten beim Abschleppen wegen Rebels war es unter besonderen Anstrengungen möglich, den Versand auf dem Wasserwege voll aufrecht zu erhalten. Mainzer Aktienbrauerei, Mainz. In der G.-V. der Mainzer Aktienbrauerei wurde der Geschäftsbericht genehmigt und die Verteilung einer Dividende von 13 Prozent beschlossen. Hinsichtlich der Aussichten für das kommende Geschäftsjahr wurde darauf hingewiesen, daß es gelungen sei, das Auslandgeschäft zu erweitern. Die Schankstätten in Brüssel entwickelten sich gut: die neu errichtete Schankstätte in Paris berechtige zu den besten Hoffnungen, und auch in Rotterdam habe die Mainzer Aktienbrauerei Fuß gefaßt. Hessische und Herkules Vierbrauerei 21.-®. i n Kassel. In der gestern abgehaltenen o. G.-V. der Hessischen und Herkules Bierbrauerei 21.-®. in Kassel wurden die Anträge der Verwaltung, insbesondere auch die 2kr» teilung einer Dividende von 11 Prozent (L 23. 11 Prozent) genehmigt und sämtliche ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates wiedergewählt. * Carbo-Union und Verein für chemische Industrie A. - ®. Bekanntlich haben die I.-G.-Far.'enindustrie 21.»®., Frankfurt a. M., die Metallgesellschaft 21.»®., Frankfurt a. M. und der Verein für chemische und metallurgische Produktion, Karlsbad, ihre Interessen auf dem Gebiete der aktiven Kohle in der „Carbo-Anion" vereinigt. Dieser Gruppe hat sich vor einiger Zeit die Compagnie des Pro- duiis Chimiques et Charbons Ackifs Cd. Ar- Lain. Paris, angeschlossen. Als weitere maßgebende Gruppe arbeiteten bsher auf dem gleichen Gebiete die Firmen Verein für chemische Industrie A.-G., Frankfurt a. 2IL, und R. V. Algemeene Rorit Maatschappij, Amsterdam. Wie WTD.-Handelsdienst von unterrichteter Seite hört, hoben die beiden genann'en Gruppen soeben ein Abkommen getroffen, das eine weitgehende technische Zusammenarbeit unter gegenseitiger Benutzung aller Schuhrechte und Erfahrungen auf dem gemeinsamen Arbeitsgebiet vorsieht. Gleichzeitig ist eine entsprechende Verständigung über den Verlauf erfolgt, um auch den 23er» triebsapporat möglichst rationell zu gestalten. Die Selbständigkeit der einzelnen Firmen wird durch dos Abkommen nicht berührt. Die Firmen verfügen über zahlreiche Fabrikat!ons- und Vertriebsstellen in verschiedenen Ländern. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M_, 2t).De> Tendenz freundlicher. — Rachdem eine Regierungskrise, die durch den Rücktritt Hilterdings geschallen worden wäre, beseitigt wurde, konnte sich zu Beginn der heutigen Börse eine allgemeine Zuversicht und freundlichere Stimmung durchsetzen. Auch die Bereitwilligteit Dr. Schachts, einen Aeberbrückungs.r:dit mit Hilfe der chm nahestehenden Banken beizubringen, trug zur Besserung der Lage bei. Die Situation wird allgemein ruhiger beurteilt, zumal Dillon Read immer noch bereit sein soll, der Regierung bei günstigen Bedingungen den erforderlichen Kredit ,-ur Verfügung zu stellen. Also schon aus diesem Grunde war man in Börsenkreisen optimistischer, da jetzt zwei Möglichkeiten bestehen, die befürchteten Altimoschwierigkeiten zu beseitigen. Die sehr schwache Reuyorker Börse von gestern machte heute nur sehr wenig Eindruck, doch wurde dies als geschäftshemmend empfunden. Rur bei Festsetzung der ersten Kurse war vorläufig das Geschäft etwas lebhafter. Bei Bevorzugung von Spellalwerten stellien sich hier gegenüber der gestrigen Abendbör'e Besserungen bis zu 2,5 v. H. ein. Die ein getroffenen Aufträge nahmen immer noch keinen größeren -Umfang an. Das Geschäft wickelte sich in der Hauptsache in der Kulisse ab, da die Spekulation einiges Dek- kungsbedürfnis bekundete. Am Eleltromarkt traten Siemens mit plus 2,5 v. H. etwas mehr her- Der Außenhandel im November passiv. Saisonmäßige Gründe. Im reinen Warenverkehr hat im Rovember die Einfuhr gegenüber Oktober um 51.5 auf 1161,2 Mill. Mark zugenommen, die Ausfuhr einschließlich der Reparationslieferungen, die 59,6 Will. Mark betragen, um 103,2 auf 1153,6 Mill. Mark abgenommen. Di se bereits in den früheren Jahren beobachtete Erscheinung der Einfuhr- zunahme und des Ausfuhrrückganges im Rovember ist auf saisonmähi ge Einflüsse zurückzuführen. Bei der Einfuhr sind mit wesentlicher Steigerung besonders Baumwolle. Mineralöle, Felle, Südfrüchte, Weizen und Gerste beteiligt, wogegen Fertigwaren zurückgegangen sind. Der starke Ausfuhrrückgang betrifft mit 72,4 Mill. Mark hauptsächlich Fertigwaren und hiervon besonders Textil», Pelzwaren, Walzwerk- erzeugnisse, Maschinen und eleitrotechnische Erzeugnisse. Die Ausfuhr von Hafer. Weizen und Roggen ist zusammen um 17,1 Mill. Mark gesunken. e e Der deutsche Außenhandel weist für den Monat Rovember zum ersten Male seit der Mitte des Jahres wieder eine Passivität von allerdings nur 8 Mill. Mark aus. Ein- und Ausfuhr haben annähernd die gleiche Höhe von rund 1150 Mill. Mark erreicht, so daß man sagen kann, daß bilanzmäßig gesehen der deutfche Außenhandel für den Monat Rovember fast im Gleichgewicht sich befindet. Wenn man die Repa- rationssachlicfcrungen aus der Ausfuhr heraus- nimmt, so ergibt sich ein Einfuhrüberschuß von rund 67 Mill. Mark. Zu diesem Ergebnis des Rovember-Dußen- handels ist zunächst allgemein zu sagen, daß auch in den vergangenen Jahren im Monat Rovember stets eine Steigerung der Einfuhr bei gleichzeitigem Rückgang der Ausfuhr zu verzeichnen gewesen ist, so daß also saisonmäßigeEin- f l ü s s e für die Gestaltung des Rovember- Außenhandels sich geltend gemacht haben. Besonders die Fertigwarenausfuhr pflegt- im Rovember den in den vorhergeheichen Monaten erreichten Höchststand (durch das Weih- nachtsgeschäft) nicht mehr zu erreichen, hinzu kommt, daß auch die Reparationssachlieferungen mit einem Rückgang von 89 Mill. Mk. im Oktober auf 59,6 im Rovember mit zu der Ausfuhrverringerung von rund 100 Mill. Mk. beigetragen haben. Der Rückgang der Ausfuhr, der also als Saisonerscheinung zu werten ist, entfällt in erster Linie auf die Fertigwarenausfuhr mit einem solchen von 72,4 Mill. Mk., wobei namentlich Textilwaren in stärkerem Maße bei der Ausfuhr xurüdgegangen sind. Auf der Einfuhrseite hat der Rovember ein starkes Anwachsen der Rohstoff» e i n f u h r zu verzeichnen, die in den vorhergehenden Monaten eine sinkende Tendenz aufzuweisen hatte. Die Ziffer der Rohstoffeinfuhr liegt wesentlich über den Ziffern des Rovember in den Jahren 1927 und 1928. Dagegen ist die Einfuhr von Fertigwaren gegenüber Oktober Weller um 12,8 Mill. Mk. zurückgegangen, insbesondere Motorwagen, Textilien. Vergleicht man die Fertigwareneinfuhr mit der der entsprechenden Monate in 1927/28, so erkennt man, wie stark sie sich feit Juli d. I. vermindert hat. Während die Fertigwarenimporte in 1927 23 durchschnittlich zwischen 200 und 230 Mill. Mk. lagen, betrugen sie im Rovember nur noch 177 Mill. Mk. In früheren Betrachtungen zu den monatlichen Ziffern des deutschen Außenhandels war bere.ts angedeutct worden, daß sich die A.tivität für die beiden letzten Monate des Jahres nicht ausrechterhalten würde. Wesentlich für die Beurteilung der diesjährigen Außenhandelsentwicklung ist aber, daß gerade die rückgängige Einfuhr von Fertigerzeugnissen zu dem Rückgang der Importziffern beigetragen hat, während Rohstoffe in der Einfuhr gestiegen sind. 3m übrigen läßt sich aber in konjunktureller Diziehung Lin Schluß aus d r Rovemberbilanz des deutschen Außenhandels ziehen, da, wie gesagt, saisonmäßige Gründe, wenigstens zum Teil, seine Entwicklung bestimmt haben. vor, AEG. lagen 1,5 v. H. fester. Dagegen waren Gesfürel vernachlässigt und 2 v. H. abgechwächt. Licht & Kraft waren 2,25 v. H. niedriger. Erst nach Festsetzung der ersten Kurse vermehrte sich der Kreis der Spe'ialpapiere, und das G.schäft wurde bei einer nicht zu verkennenden Festigfeit auf fast allen Marktgebieten recht lebha.t. Dor allem bestand für Montanaktien recht reges Interesse, unter Führung von Rheinische Dräunkohlen, die 3,5 v. H. anziehen konnten. Gelsenkirchen lagen 2,75 v. H. und die übrigen Werte dieses Marktes bis zu Ichv. H. höher'. Kaliaktien zogen bis zu 3 v. H. an. Banken hatten nur geringes Geschäft. Reichsbank traten mit plus 5 v. H. aber stärker in Erscheinung. Zellstoff Aschaffenburg gedrückt. Kunstseidewerte bis 2 v. H. fester. Am Chemiemarkt lagen Farben und Scheideanstalt je 1,5 v.H. fester. Auch für Schiffahrtswerte bestand Rachfrage, bei Gewinnen bis zu 2,5 v. H. Renten still, aber ebenfalls fester. Im Verlaufe blieb die Tendenz fest, doch schränkte sich die ülmsahtä.igkeit, da Auftrlge nur wenig eintrafen, ein. Gegenüber dem Anfang waren i m allgemeinen Besserungen bis zu 2,5 b. Sy zu verzeichnen. Am Geldmarkt war Tagcsgeld mit 8 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt lag der Dollar gegen Mark weiter schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1727, gegen Pfund 20,388, London gegen Kabel 4,8822, gegen Paris 123,90, gegen Mailand 93,23, gegen Schweiz 25,0950, gegen Madrid 35,30, gegen Holland 12,1025 schwach. Berliner Börse. Berlin, 20. Dez. Rachdem vormittags die Wcinungen über d e Weiterentwicklung der Tendenz noch recht geteilt waren, überwogen zu Beginn der Börse selbst leichte Befestigungen. 3e nach der politischen Einstellung wurde zwar das Eingreifen Dr. Schachts bei den Kreditverhand'.ungen des Reiches verschieden beurteilt es brechte aber die Garantie Dr. Schachts der Kassenlage eine Beruhigung, obwohl noch nicht feststeht, woher das Geld kommen wird und ob nicht bei einem Inlandkredit eine Pressung des heimischen Geldmarktes eintreten wird. Man verwies auf die Dividendehoffnungen beim Stah.verein, die heute stattfindende Sitzung bei Siemens, die ebenfalls einen sehr günstigen Abschluß erwarten ließe, den geschlossenen zehnjährigen Eisenfrieden, der eine ruhige Weiterentwicklung der Montangesellschaften garantiert, auf die in befriedigendem Sinne abgeschlossenen deutsch-eng.ifchea L c.uidalion.v.rhand.ungcn, auf bessere Ruhrkohlenförderung usw. Während im allgemeinen die Besserungen gegen gestern 1 bis 2 Prozent betrugen, konnten Reichsbank 3,5 Prozent, 1. Berger 3 Prozent, Spritwerte 3 bis 3,5 Prozent, Kaliaktien 3,25 bis 4 Prozent, Chemische Heyden 2,75 Prozent und Siemens 2,5 Prozent gewinnen. Bemerkenswert schwach lagen die sogenannten Auälandwerte: Soenska minus 2 Mk., und Chadeaktien, nach Berücksichtigung des Dividendeabschlages von 5,60 Mk., etwa 3 Mk. schwächer. Deutsche Anleihen ruhig. Reubcsih etwas höher. Ausländer geschäftslos. Bosnische Investment 0,5, 4,5prozentige Oester- reichlsche Staatskuxe minus 4,5 Prozent. Pfandbriefmarkt uneinheitlich. Der Geldmarkt erfuhr eine weitere Versteifung. Twgesge d 8 lis 10 Prozent, Monatsgeld 9 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel etwa 7,9 Prozent. Rach den ersten Kursen wurde es auf Deckungen und eintreffende kleine Kauforders allgemein fester. Bei Spezialwerten ergaben sich Kursgewinne bis zu 2 Proz. T..liner Produktenbörse. Berlin, 19. Dez. Rach den gestrigen scharfen Preissteigerungen machte sich an der heutigen Börse eine fühlbare Reaktion geltend. Das Geschäft kam angesichts der älnsickerheit bezüglich der heutigen Parlamentsverhandlungen nur sehr schleppenv in Gang. 3m handelsrechtlichen Liefe- rungsgefchäft erfolgten in verstärktem Ausmaße Realisationen, besonders da auch von lleberfee enttäuschende Schluhmeldungen Vorlagen. Die Anfangsnotierungen für Weizen und Roggen lagen daher 3 bis 4 Mark unter gestrigem Ri- bcaiL Da das Mehlgeschäft seit gestern nachmittag wieder fast völlig stagniert, lauteten auch die Gebote für Brotgetreide zur prompten Wag- goiwcrlabung 2 bis 3 Mark niedriger, obwohl sich das 3nlandangebot keineswegs wesentlich verstärkt hat. Äuslandweizen sand heute trotz ermäßigter Cifosferten gleichfalls weniger Beachtung. Weizen- und Roggenmehle liegen sehr still, bei Geboten sind die Mühlen zu Preis« konzessionen bereit In Hafer kommen plmsätze gleichfalls nur auf ermäßigtem Preisniveau zustande, Gerste fast geschäftslos. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk., 213 bis 241 (stetig). Dez. 250 bis 267,75, März 237,75 bis 233,50. Mai 277 bis 275,50; Roggen, märk., 169 bis 171 (stetig), Dez. 183,53 bis 183 (Brief), März 203 bis 200,25, Mai 214 bis 212 (Brief): Gießener Jugendgericht. In der letzten Sitzung des Jugendgerichts wirkten als Jugendschöffen mit Werkmeister Heinrich Ley und Buchbindermeister Max Müller von Gießen. Der in der Rähe Hamburgs wohnende Vater eines 16jährigen jugendlichen Arbeiters, dessen Mutter eine brave Frau ist, hatte in Abwesenheit der letzeren nach Angabe des Angeklagten dazu benutzt, den gesamten Hausrat zu verkaufen und sich mit dem Sohn auf Wanderschaft zu begeben. So stand der Sohn gänzlich unter dem Einfluß seines bereits mit Zuchthaus vorbestraften Vaters. Da und dort wurde einmal gearbeitet, nach Angabe des Sohnes auch, wie nicht anders zu erwarten war, gebettelt. Schließlich fand der Sohn eine Stelle bei einem Landwirt im Kreise Friedberg, rückte aber wieder auf einem Fahrrad aus, das er einem Dienstknecht entwendet hatte. Für den Preis von 8Mk. veräußerte er es hier in Gießen. Rachdem er dann eine Rächt in einem Kliniksneubau übernachtet und dort eine Drahtzange (!) und Tabak entwendet hatte, beging er kurz darauf einen Cinbruchsdiebstahl in einer Erfrischungshalle, aus der er Zigaretten und Schokolade sich aneignete. Der Jugendliche, der unter den obwaltenden ilmftänbcn eine längere älntersuchungllhaft verbüßt hat, erhielt eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten und zwei Wochen. Die gleichzeitig ausgesprochene Fürsorgeerziehung wird alsbald einsetzen. Ein jugendlicher Lehrling. Sohn eines Eisenbahnbediensteten, ist angeklagt, sich bei einer Schlägerei beteiligt zu haben, bei der in der Rächt vom 5. zum 6. Mai L I. der Rachtwächter von Staufenberg in überaus roher Weise von ortsfremden Burschen mißhandelt wurde. Während deshalb bereits zwei Erwachsene zu Gefängnisstrafen verurteilt worden sind, erzielte der angeklagte Jugendliche, der seine Beteiligung bestreitet und zu dessen Gunsten zwei Zeugenaussagen sprechen, Freisprechung. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) tB. 7t., Treis. Den Eigentümern. Mietern, Nutznießern und Verwaltern von Privatgebäuden, sowie von unbebauten Grundstücken, die an die Ortsstraße stoßen, liegt nach dem Lokalreglement für den Kreis Gießen, mit Ausnahme der Stadt Gießen, vom 8. Januar 1884, die Verbindlichkeit ob, für die gehörige Reinhaltung der Straße bis zur Mitte der Straße oder Gasse zu sorgen. Der Gemeinde geht die Straßenreinigung nichts an, es sei denn, daß Gebäude in Frage kommen, die im Gemeindeeigentum stehen. Zuwiderhandlungen werden mit den im Reichsstrafgesetzbuch und dem Hessischen Polizeistrafgesetz angedrohten Strafen bestraft. Die Anzeige erfolgt in der Regel durch die Organe der Polizei. Reiskirchen. 1. Die Gemeinde besitzt nur ein A n - tragsrecht auf Enteignung, nicht aber das Recht, selbst zu enteignen. Der Antrag der Gemeinde ist an den Kreisdirektor zu richten. Ob in dem von Ihnen geschilderten Falle Aussicht besteht, daß dem Cnteignungsantrage stattgegeben wird, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Maßgebend sind die örtlichen Bedürfni'se. Maßgebend für den gesamten Fragenkomplex ist das hessische Gesetz, die Enteignung von Grundeigentum betreffend in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. September 1899. Lassen Sie sich das betreffende Regierungsblatt auf der Bürgermeisterei zur Einsichtnahme vorlegen. — 2. Wenden Sie sich wegen der Pensionshöhe an das Kreisamt Gießen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 o. H., Lombardzinsfuß 8 v H 'ranlfurt a M Verl!.' !Ufditen 46 _ $eut|dte Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 46,1 _ 46,25 8% Krankt. Hyp.-Bank Golvvle XIII unkündbar bis IV34 . 96,5 _ _ f% Zran« Hnv.-Bonk «olvpte unkündbar bis li)32..... 83 _ _ _ 4!4% «hctulichf Hrw.-Bank filau. «Aolbvle........ 78,7 _ 8% Pr. Lanve.svtandbNesankait Psanvdrlele üi 17 98 — 98 _ 6% Pr Landeevlanddrlelanstait Somm.-Lbl R l« 95 _ 95 7% Pr. r'anvesvlanvhNetanstail. Psanvbricse zH. LO 89 _ 89 _ SLl <*>. aog. 3 4»/,% ftt"manstche oer-irrb Rente eon 1918 ....... 8,8 ___ 8,75 14 ütumantlche «evrirch. iKettte - 7,05 — 7,05 — 'ranlfurt a •)” Berit, Uo Schtu» Äntang. ...... 1 — — 140,4 141,5 Echuck-rt 4 Go. . . . . 11 _ — 171 171.75 Siemens & Halske..... 16 275 278 273,5 276 Transradio........ . b 120 Lahmeyer 6 Go.. ..... IC 158 5 — 159 — Buderus...... . . . 6 — 57,75 56,25 57 Deutsche Gib öl...... f —— — 87 88 Gilener Steinkohle..... - ' — 124,5 125 126.5 Gelienlirchener ...... . 9 122.25 — 122.5 123-75 Haroener......... . 0 131 — 131,5 132 Hoei» Eilen........ 616 — — 104.5 105.5 ÄHe Bergbau ....... 10 — — 214 214 flluthtriiDcrte . ...... 88 — 87 88.5 fiöm‘.Nfueiien • . . . . z — — 102-5 103 Plannesman- .Söhren . . . . 7 90 90.5 89,75 91 Sianetfieci Bergbau .... 103.75 103.5 104 CbmdVei. Gi.en.eoan . . . — — Cbendilei. floleroetfe. . . . . 7 — — 89 13 89.75 Pbontr Bergbau...... 6S5 99,5 100 5 99.75 101.13 Sihe niiche Araunkohler:. . . !<’ 233 236.5 232 5 234 Bibemftabl........ . 6 100,5 101,25 99,5 101,75 Kiebeck äßoetas ...... V - — 100,5 tranlfurt a Berkin - ch-'iv- W 1 edl-ui} tiniauq. (f'ire Nur Nur Datum 19 12 20 12 19 12 20 12- »ereintgte Stahlw . . . 102,25 103 102,75 103.25 Llav Dirnen . . 6'/. — — 50 50-6 Ra werke v'bdierileben . . . > 175 5 — 175.5 177.75 Ra werke ticiteiegein . . . 11 182.5 185 183 185.5 ftaimei e Sandet,arth . . . 15 306 — 305 309 3. ® Raibcn=3nouftrte . . . li 170,65 171.75 170 171,6 Tnnamit Blobel...... . 6 - - 79,65 Scheid-anilaU....... 140.5 141.75 — Goldlchmidi ....... . b 61 61.5 62 IXütgerswerkr ....... . 6 66 — 66 66,6 DietäilgeieUichaft..... . S 112,5 112.75 112,6 PHUivv Hofmann . . . . 7 78,5 — 78.25 77,75 .Semen werk Heidelberg . . . 10 114 114 iSemeniroert 'karlitadt . . . 10 155 4Suqb s iv 8 Jfl ... . 8 79 78,25 80 — edmifbet» Patzenhofer . . . 15 — — 266.25 270 Cflroerte......... 12 — — 206.5 209.75 Lei. G an^stost...... 18 — — — Hemberg......... 11 140 141 137 141 tfeiifior rsalbhoi .... sy, 175 175 174.75 ßeililoii tli'chail.nburg . . . ^2 132.5 133,25 133 Eharloltenburger Wager . . . 8 91 91.5 Denauer Gar...... . 0 — — 144.75 144.75 Daimler Dlotoren ..... 34 5 34 33,65 33,5 Deuliche Linoleum . . . . e 226,5 226 225 224 Majchittcnbau 21.>0. . . . . . v 36.75 37 21 -rw-r..- ttl Q t . . . . . ■ u — vuod. i'oero ...... 11 — — 144 143 5 Rat Automobil ...... . < ■ 16 Crenfletn » Soppel . . . . . 6 — 66-5 67,25 i'-onhnrt) Dietz ...... 10 — — 144-5 Svenska . ....•■ • • — — 313.5 311,5 krankt Mmchttre«..... . 4 39 _ 38.25 (Önnner . ...... . 6 43 45 beoltgenstaem ...... _ zungdan»........ . L 45 46,25 _ Lechwertr. . r 101,5 102.5 Dlmnirattweriz Höchst a jjj b 106 _ _ Dltag. Äeor. Roeder...... 10 121-75 108 — 120.25 119.5 Borgt ü Haeiiw» ..... . u 222.5 929 4; 066. Lucker 10 161 160 160 — Banknoten. Berlin, ig.Dezamber (Selo Bries tilmrrilanUdie Noten 4.166 4.186 Belgische Noten ...... 58,18 58.42 Täniiche Noten ....... 111.68 112,12 Englische Noten ........ 20,347 20,427 „ranzostlche Noten ....... 16.415 16.475 Holländische Noten ....... 167-94 168,62 Italienische Noten. ....... Norwegische Noten..... 21,82 111,65 21,90 119 09 Deurich-Oesterreich, 6 100 Schilling 58.64 58.88 Rumänische Noten . . . 2.485 2.505 Schwedische Noten ...... 112.31 112,75 Schmetter Noten........ 81.24 81.56 Soantiche Noten ........ 57.68 53.92 D'chechoilowakische Noten..... 12.345 12,405 Ungarische Noten ...... 72.85 73.15 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 19 Dezent bet 20 Dezember Amtliche Kotierung Amtliche Not'enino We'c Bries Ittel C B e Aiwt-.tttott . 1b8.22 168.56 168,20 168.54 Bu n.-Aire- r' 1.672 1.676 1.659 1.663 Brst.-Anrw 58.385 58.50b 58,39 58.51 Cdril'tian'.a 111.85 112.07 111.86 112.08 ftop.'nbacun 111.93 112.15 111-95 112,17 Stockdoliir 112,51 112.73 112 50 112,72 Hclsingrors- 10.485 10,505 10,481 10.501 Italien. . 21,835 21,875 21.835 21.875 London. . . 20.362 20,402 20,363 20.403 •J.cunort . . 4.1705 4,1785 4.1705 4.1785 Poris... 16,43 16,47 16,43 16.47 Schweiz . . 81,12 81,28 81,14 81.30 Sva i:n . 57.69 57,81 57,62 57.74 Javcrn . . . 2.046 2,050 2.046 2.050 «io d? (Vnn Wien in D-- 0.4565 0.4585 0 450 0.452 C eft- abaeft Prag - Bel irad ■ 58,70 58,82 58.71 58.83 12.385 12,405 12.385 12.405 7.408 7.422 7.410 7.424 Budav. 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Oelsardinen Dose -.70 -.58 -.50 Feinkost Schinken gekocht.... % Pfd. -.65 Schinken roh........% Pfd. -.65 Mettwurst weich......Stück -.50 Bier wurst............Pfd. 1.80 Plockwurst Holsteiner.. Pfd. 2.20 Cervelatwurst „ .. Pfd. 2.20 Magnet-Eier .... io Stück |«80 Sied-Eier io Stück 165 1.45 1-30 hl.Mofterel-Tafclvgtter Pfd 2.40 2.20 S L F Tee Pfd. % Pfd. China-Mbchung .32 1.04 India • Mischung . 70 1.40 Ceylon-Mischung , 99 1.80 S L. E-Kakao % Pfd. -.55 .45 -.35 Festtags-Wein aus eigener Kellerei Wein vom Fass Tafel-Rotwein .... Liter -.80 Weiher Tischwein Liter -.90 Tarragona ........ Liter 1.30 Wein in Flaschen Weißwein Fl. ohne Glas Weißer Tischwein...... -.95 28er Edenkobener .... 1.15 27er Oppenheimer .... 1.50 28er Niersteiner Domtal 1.90 27er Liebfraumilch .... 2.10 26er Rüdesheimer .... 2.30 26erZeller schw. Herrgott 2.30 28er Deidesheimer Neunmorgen 2.60 Rotwein Fl. ohne Glas Tafel-Rotwein.......... 1.00 Dürbheimer Feuerberg 1.20 Montagne ................ 1.30 Roussillon................ 1.50 27er Oberingelheimer 1.60 26er Beaujolais ........ 1.90 26er Medoc ............ 2.10 26er Pommard.......... 2.60 Südwein Fl. ohne Glas Muskat griech. Südwein .... 1.10 Tarragona .............. 1.55 Samos ................... 1.60 Malaga dunkel ............ 1.55 Malaga gold .......... 1.75 Obst-Schaumwein .. Fl. 1.80 Sekt^HausBlankenborn 4.25 Kupferberg Gold Henkell trocken Matthäus Müller Lebkuchen und Weihnachtsgebäck Basler Lebkuchen Paket —.32 —.22 -.17 Weiße Lebkuchen auf Oblaten % Pfd. .35 Elisen Lebkuchen % Pfd. -.45 Lebkuchen Herzen 2 stek. -.15 Lebkuchen in Dosen und Paketen von Haeberlein & Metzger Nürnberger Mischung V« Pfd. 18 Kokosmakronen »/. Pfd. -.30 Teegebäck ........ % Pfd. -.30 Weihnachts- Geschenk-Packungen Solange Vorrat 1 Tafel Vollmilchschokolade 1 Tafel Vollmilchnu$-Schok. , zusammen 1 Tafel Vollmilch-Schokolad. l Karton Pralinen zusamm. 1 Beutel mit Süßigkeiten .. SS S&F KAFFEE der vorzügl. Fcsitagskaffce in S & F-Packung '/« Pfd. -.85 -.95 1.10 ausgewogen -.65 Bei Einkauf v i Pid.S L F-Pakei-Kaffee in Original-Packung erhalten Sie eine Kontektdose gratis Tafelobst Der erste Waggon feinster amerik. Tafcläpfcl.. Pfd. -65 Walnüsse .........Pfd. -68 Haselnüsse ..........Pfd. - 75 Orangen .......... 3 Pfd. -68 Mandarinen...... 3 Pfd. -74