Nr. 194 Erster Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 20. August 1929 z.e, 5 NochimmerkeineBekanntgabedesMumungstermins Oie Verknüpfung von Räumung o a® 3X3 o zu .3 Z s §r 12 a.3 2Z aZ-s ~ O:S Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Bietzen. n 2 Briand vertröstet die deutschen Minister auf Mittwoch und Voung-plan -Ä & Japan feiert Offener und den „Gras Zeppelin" 3 ‘ 'S rg3 verhaftet, so besteht immer noch zwischen Ursache und Wirkung ein klaffendes Mißverhältnis. Die Einstellung des Bahnverkehrs auf einer Hauptlinie für die Dauer von annähernd drei Wochen war eine Maßnahme durch die Tschechen s i ch selbst zumindest in gleichem Maße wie Ungarn legenheitsangriff recht plumper und durchsichtiger Art, der denn nach breitspuriger diplomatischer Vorbereitung auch endgültig im Sande verlief. gewissen deutschen Stellen bisher Briand entgegengebracht worden ist, hat sich von neuem als irrtümlich erwiesen. Die deutsche Regierung wird jetzt aus der durch Briand geschaffenen Lage die notwendigen Konsequenzen ziehen müssen, wenn sie überhaupt noch auf dieser Konferenz eine Klärung der Räumungsfrage in der einen oder anderen Form erreichen will. Die französische Regierung wird nun vor die endgültige Entscheidung gestellt werden müssen, ob sie überhaupt ehrlich an eine Räumung des Rheinlandes denkt, oder ob weitere Derhand- lungen als nutzlos anzusehen sind. Ruch in vielen Kreisen der anderen Rbordnungen empfindet man die französische Haltung in der Räu- mungsfrage als ein unehrliches Spiel mit Deutschland. Die französische Taktik liegt offen auf der Hand. Man will die Entscheidung über die Hauptfragen der Konferenz bis auf die letzte Stunde hinausschieben, um dann Deutschland in die Zwangslage zu bringen, entweder weitgehende Zugeständnisse in allen großen Fragen machen zu müssen, oder die Verantwortung für einen Abbruch der Verhandlung auf sich zu nehmen. Die Versuche Frankreichs, Deutschland in eine derartige Stellung zu bringen, treten jetzt -deutlich hervor. Die Verquickung der Räurnungs- frage mit der finanziellen Frage, die von Frankreich systematisch seit dem ersten Tage der Konferenz getrieben wird, kann auf deutscher Seite Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Bietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-vezugspreir: . 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Nichterscheinen einzelncrNummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchliiffe unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. =? 3 3*= ,-2. - - 3 ^3 -- .2 2 0 1? ■c 2. A st f u -Z llf -=2i- *1 o* - o o mit Jubel begrüßt. Es war fast genau 100 Stunden von dem Augenblick feines Aufstiegs an in-ter Luft. Die Bevölkerung der -State füllte die Straßen und schaute voller Begeisterung nach dem Luftriesen auf. Als das heulen der Sirenen und Fabrikpfeifen die Ankunft des Luftschiffes anfün- digten, ließ jedermann die Arbeit liegen und eilte, um sich auf einem Hausdach oder einem sonstigen Aussichtspunkt einen Platz zu sichern. Das Luftschiff Zog in Begleitung der acht zu seiner Begrüßung ausgefandten Flugzeuge in großen'Steifen so langsam und in so geringer höhe über dem Inneren der Stabt dahin, daß die Gondeln und der Schiffsname deutlich zu erkennen waren. Die Menge begrüßte das Schiff mit Händeklatschen und durch Winken mit Schärpen und Tüchern. Das Luftschiff flog dann zunächst nach Zokohama weiter, um 25 Minuten später zurückzukehren. lieber dem Flugplatz kasumigaura lag eine von der Hitze hervorgerufene dünne Dunstfchicht, die die Sicht einigermaßen beeinträchtigte. Schließlich kauchle das Luftschiff über den Feldern auf und wurde von den Massen mit brausenden Danzai-Rufen begrüßt. Eine Marinekapelle spielte die deutsche Nationalhymne, und gleichzeitig dröhnten die Motoren eines weiteren Flugzeuggeschwaders, das sich zur Begrüßung erhob. Bei diesen Maschinen befand sich auch das Flugzeug „E u r o p a“, mit dem hünefeld im vergangenen Jahr von Europa nach Tokio geflogen ist. Das Luftschiff war um 19.07 llhr örtlicher Zeit unter Mithilfe der 500 von der japanischen Kriegsmarine beteifgefteUfen Malrosen sicher in der Luftschiffhalle unlergebracht. Nach Erledigung der Zollformalitäten, die nur kurze Zeit in Anspruch nahmen, verliehen die 20 Passagiere, die sämtlich wohlauf und in bester Stimmung waren, die große Halle, wobei jeder einzelne von der Volksmenge mit stürmischer Herzlichkeit ~r. -[2 0 =5 St Einer ähnlichen Initiative scheint auch der von der tschechoslowakischen Regierung inszenierte Zwischenfall von Hidasnemeti entsprossen zu sein. In psychologischer Beleuchtung stellt dieser Fall eigentlich nur das letzte Glied in der langen Kette von beiderseitigen Verstimmungen und Verärgerungen dar, die sich durch eine fortgesetzte Spionenschnüffelei sowohl auf ungarischer wie auch auf tschechischer Seite manifestieren. In ihrer Absicht, den außenpolitischen Ehrgeiz Ungarns zwischen bescheidenere Grenzen weisen, wählten aber die Tschechen diesmal den ungeeignetsten Weg. Die Episode von Hidasnemeti scheint schon in völkerrechtlicher Einstellung durch einen argen Schönheitsfehler behaftet. Vorausgesetzt, die ungarischen Grenzbehörden hätten den tschechischen Bahnbeamten Pecha zu Unrecht und im Widerspruche zu der mit der tschechoslowakischen Regierung getroffenen Bahn- konvention wegen Spionageverdachtes ■Sif ?=§ Idol 2 5 9« V OS'11 öS1» H2 « derson geteilt. Der britische Staatssekretär des Aeuheren hat wiederum erklärt, daß die britische Regierung nicht beabsichtigt, die Zurückziehung der Truppen lediglich von dem Ergebnis der Haager Konferenz abhängig zu machen, sondern daß sie am Ende des nächsten Monats mit der Räumung beginnen werde. 3 !_■) r. ~ 2 § = to* - -gafü-Giis gestraft haben, garnicht zu sprechen von den gein* litten Rückwirkungen, die eine solche tief ‘ins Wirtschaftsleben schneidende Willküroersügung auch in internationalem Belange erwecken muß. Es blieb denn auch aus der in überstürzter Weise ge- schafsenen ungesunden Lage tschechischerseits kein anderer Ausweg, als ein absoluter Rückzug, der nun selbstverständlich im Endeffekt eher zur He- bung des ungarischen Selbstbewuhtseins führt. Die tschechisch-ungarischen Beziehungen blieben auch nach der Beilegung dieses ominösen Zwischenfalles gespannt, und die eben jetzt stattfindende Monstre- verhandlung gegen den slowakischen Autonomisten Tuka, der von feiten der tschechischen Behörden Geheimverbindungen mit den ungarischen Irre- denttsten bezichtet wird, trägt gewiß nicht zur Entspannung der Atmosphäre bei. Eine solche Politik der Nadelstiche liefert freilich den Lenkern der ungarischen Außenpolitik immer wieder neuen Stoff zum Beweis dessen, warum ein Zusammen- roirfen mit den Nachfolgestaaten dem ungarischen Selbstbewußtsein widersprechen muß. In Wirk- Iichkett aber verhalten sich die Dinge so, daß Un* garn unter wirtschaftspolitischem Zwange schrittweise von seiner ursprünglichen Gefühlspolitik abweicht. Und es stellt zweifellos ein mitteleuropäisches Gesamtinteresse dar, daß die Regierung Beth- len auf den Umwegen über Rom und Paris schließlich auch den Weg einer opportunistischen Verständigung mit seinen Nachbarn finden möge. t! 5t ■ 3 Dieserart ist Ungarn in eine eigenartige Zwitterlage geraten, die sich dadurch kennzeichnen ließe, daß einerseits Frankreich ungeachtet der neuentdeckten freundschaftlichen Gefühle zu der Budapester Regierung nach wie vor schützend seine Arme über die mit seiner Hilfe entstandenen Nachfolgestaaten ausbreitet, daß aber andererseits dieselben Nachfolgestaaten sich durch das französisch-ungarische Einvernehmen dennoch vor den Kopf gestoßen fühlen und dies in weit ausgesprochenerer Weise als seinerzeit bei Stiftung des italienisch-ungarischen Freundschaftsvertrages, gegen den eben Frankreich eine hinlängliche Rückdeckung bot. Die Gefühlswiderstände gegen die somit geschaffene Lage finden in gewaltsam hervor- gegerrten diplomatischen Zwischenfällen ihren bezeichnenden Ausdruck. Das erste Zeichen einer 33er» schnupfung der leitenden Stellen in Prag, Belgrad und Bukarest war bereits die gemeinsame Demarche, die vor etlichen Wochen mit Bezugnahme auf die Rede, die der ungarische Ministerpräsident anläßlich einer Heldendenkmalweihein Budapest gehalten hatte, an die ungarische Regierung erging. Daß es nicht die Tatsache an und für sich war, daß Graf Bethlen bei einer internen ungarischen Feier sich zu einer irredentistischen Aeußerung verstiegen hat, die die Entrüstung der Kleinen Entente erweckte, erhellt schon daraus, daß die drei Regierungen ihren Kollektioschritt erst längere Zeit nach dem infriminierten Geschehen unternahmen. Es Handelle sich vielmehr um einen V?r» Es bleibt doch — auch wenn der erste Rausch der Begeisterung verflogen ist — eine g r a n - di ose Leistung, die Dr. Eckener mit dem »Gicks' AppeiN'" völlV'rachf^t. $ft wenig"mehr als hundert Stunden wurde eine Strecke zurückgelegt, die in der Luftlinie 10 500 Kilometer, mit dem Umwege aber über Sibirien doch wohl 12 000 Kilometer beträgt, so daß eine Stundengeschwindigkeit von fast 120 Kilometer durchgehalten werden konnte. Und das, obwohl aus betriebstechnischen Gründen ein Teil der Reise nur mit drei Motoren zurückgelegt wurde. Dr. Eckener hat aus seinen früheren Erfahrungen gelernt. Er hat deshalb vorsichtshalber einen Tag mehr gerechnet, als er gebraucht hat. Aber er will ja keine Rekorde, er will eine Zuoerlässigkeitsprüfung, er will der Welt zeigen, was das Luftschiff leisten kann. Deswegen wird er weniger Gewicht darauf legen, daß tatsächlich alle Langstreckenrekorde von ihm jetzt gebrochen sind. Wichtiger ist für ihn, daß die Fahrt sich reibungslos vollzog, daß die unglaublichen Schwierigkeiten, die über einem undurchforschten Gebiet mit mangelhaften Karten zu überwinden waren, spielend bei Seite geschoben wurden. Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, daß d i e Eisenbahn für die gleiche Strecke mehr als die vierfache Zeit beansprucht, um den ungeheuren Fortschritt zu erfassen, der in diesem Fluge liegt. Gewiß haben auch Flugzeuge schon die Strecke überwunden, aber sie sind in ihrem Betriebsstoff sehr viel stärker von der Erde abhängig und können ein solches Tempo nicht durchhalten. Deshalb bedeutet der Flug von Friedrichshafen nach Tokio eine entscheidende Etappe zur Ausgestaltung des Luftverkehrs. Er ist ein günstiges Omen für das Gelingen auch der ganzen Reife um die Erde, von der auf Anhieb mehr als ein Drittel bewältigt wurde. Begeisterter Empfang in Tokio. Tokio, 19. Aug. (WB.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wurde bei seinem Erscheinen über der alten Hauptstadt des Offene von Tausenden Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Vuch- und Steindruckerel TL Lange in Sieben. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. J = 3 32?= -mF s = röa?2: 5= l s ■■=■?=' 'S z a« »I = 30=2» ' “3 | 'sSL j - i-M ■”332^5 2 = s; Ungarn zwischen den Nachbarn. Don Or. Gustav Erenyi. Budapest, August 1929. Etwas verspätet und auf ziemlichen Umwegen hat Ungarn nach außen die vermittelnde Orientierung zwischen mehreren Richtungen eingeschlagen, die Deutschland bereits seit Jahren konsequent verfolgt. Es gab noch nicht so lange eine Periode, in der der ungarische Staat inmitten des europäischen Mächtekonzerns und der ihn mit Mißtrauen umgebenden Rachfolgestaaten gänzlich isoliert dastand. Rach etlichen mißlungenen Versuchen, das zum Bunde der Kleinen Entente vereinigte Randgefüge durch Sonderab- machungen mit dem einen oder anderen Bundesmitglied zu sprengen, fand schließlich .Ungarn in der Anlehnung an das faszistische Italien die erste Stütze von Gewicht in seiner mitteleuropäischen Verlassenheit. Die Emphase, mit der Mussolini sein Herz für Ungarns Volk und Regierung entdeckte, wurde zunächst als ein außenpolitischer Trumpf ersten Ranges gewertet und gegen die unmittelbare Rachbarsphäre weidlich ausgenüht. Die Rervosität, mit der die Freundschaftsakkorde zwischen Rom und Budapest in den Staaten der Kleinen Entente, insbesondere aber im Prager Machtrayon ausgenommen worden sind, kam für erste, ungeachtet der Rückschläge, die sie für den Frieden im mittleren Donaubecken bedang, einer Art nationalen Genugtuung gleich. Indes zeigte es sich nur zu bald, daß durch die mit vielem Aplomb eingeleitete italienische Orientierung in der Praxis nicht viel gewonnen war. Die sanguinischen Hoffnungen auf eine Gebietsrevision. die in breiten ungarischen Volksschichten im Zusammenhänge mit der italienischen Freundschaft wachgerufen und die nur noch genährt worden sind durch den Umstand, daß zwischen Mussolini und dem proungarischen Zeitungsmagnaten Lord Rotherme re eine Art Zielgemeinschaft hergestellt wurde, blieben in ihrer Gänze unerfüllt. 3n wirtschaftlicher Hinsicht brachte das Zusammengehen mit Italien auch nicht die geringsten Vorteile. Hingegen verschärfte .. sich der, Druck von benachbarter Seite, und was das Hinzutreten des faszistischen Sekundanten vielleicht an Prestige einbrachte, das ging durch den wirtschaftlichen und kulturellen Gegendruck der mit Frankreich alliierten Rachbarstaaten wieder verloren. So muhte denn in den Köpfen überlegener ungarischer Staatsmänner, zu denen Ministerpräsident Graf Bethlen unstreitbar in erster Reihe gehört, je länger je mehr die Ueberzeugung reifen, daß auf einer geographischen Fläche, die feit Kriegsabschluh durch den französischen Einfluß durchsponnen ist, ein fortgesetztes Sich-Stemmen gegen den herrschenden Strom den vitalsten Selbsterhaltungsinteressen zuwiderlaufen müsse. Unbeschadet des faszisten- sreundlichen Kurses war es schon von lange her ein Bestreben der Dethlenschen Politik, die psychischen Folgen der Frankenfälschungsaffäre endgültig zu liquidieren und mit dem Quai d'Orsay bessere Beziehungen herzustellen. Man sah sich um so eher in diese Richtung gedrängt, als das ungarische Revisionsbegehren weder durch die Annäherung an den italienischen Faszismus, noch durch jene an die englische Rothermere-Presse merllich gefördert wurde. Run wurde aber Ungarn bei allen Tastversuchen in Paris beharrlich an die Kleine Entente gewiesen, durch deren Vermittlung erst der Weg nach dem Westen zu hinterlegt werden könnte, obschon es doch gerade Absicht der ungarischen Regierungsmänner war, eine Verständigung mit dem Westen gegen die angrenzenden Gebiete auszuspielen. Und da nun einmal eine Prager Intervention für Ungarn nicht in Frage kommen konnte, sah man ei auf eine vermittelnde Freundschaft mit War- '4 au ab. Durch feine unmittelbare Besprechung mit Briand aus Anlaß der jüngsten Madrider Tagung des Völkerbundes und seiner darauffolgenden Pariser Reise tat Graf Bethlen ein Uebriges. 2n der Folge schien es sich recht deutlich zu dokumentieren, daß eine neue Aera in den ungarisch-französischen Beziehungen anhub, und so- 'crn diesbezüglich noch irgendein Zweifel herrschte, !o sorgte das offizielle Ungarn durch feine fran- p!enfreunölid)en Kundgebungen für deren Zer- iteuung. Jede Zeile, die von 'nun an in der französischen Presse über Ungarn mit einem wohl- vrllenden Deiton erschienen war, fand in den Ludapester Blättern durch die Verbreitung des amtlichen ungarischen Korrespondenzbureaus einen vertieften Widerhall. Run hat seit einiger Zeit in. den französischen Regierungsorganen die Ungarn gewidmete Rubrik in der Tat an Breite ml) Wärme gewonnen, auch Artikelserien über die politischen und kulturellen Zustände im St. ktefansreiche wiederholen sich im „Temps" und interen führenden Pariser Blättern neuestens :ed)t häufig. Aber zwei Symptome beweisen 's unzweideutig, daß Frankreichs Verhalten jegenüber den Problemen im Südosten trotz Un» jimä neuer Orientierung im Wesen unser ändert geblieben ist: in fast jeder Freund- tfjaftdbeteuerung an die ungarische Adresse wird ucleich darauf verwiesen, daß Ungarn schon in» tCge seiner neu entstandenen Interessengegensätze iu dem Deutschtum der Verständigung mit Frankreich bedarf, und es wird in diesem Zu- '«nimenhange immer wieder die burgenlän- Nsche Frage hervorgezerrt, und überdies el™ eä feiten unterlassen, zu betonen, daß die Freundschaft nur so weit reichen könne, als sie he territorialen Bestimmungen des Triano - ter Friedensvertrages nicht berührt. Haag, 19. Aug. (WB.) Briand traf zu der angefünbigfen Besprechung mit Reichsaußenminister Dr. Strefemann über die Frage des Räumungstermins am Nachmittag um 3 Ahr im Orange- Hotel in Scheveningen ein. Unmittelbar nach Abschluß der Besprechung zwischen Dr. Strefemann und Briand, die nach einstündiger Dauer um 16 Uhr zu Ende ging, trafen sich alle Außenminister der vier Rheinlandmächte, also Briand, Hymans, Henderson und Dr. Strese- mann, der letztere in Begleitung des Reichsmini- sters für die besetzten Gebiete, Dr. Wirth, im Grandhotel, dem Sitz der englischen Delegation. Die Unterredung dauerte etwa 45 Minuten und betraf im wesentlichen nach Mitteilung eines Teilnehmers die mit der Räumung zusammenhängenden finanziellen Fragen sowie die Prozedur, die nach Erledigung des dem Juristenkomitee erteilten Auftrages anzuwenden wäre. Bei dieser Prozedur Han- teil es fick) also um die Frage der F e ft ft e t l u n g s- und vergleichskommisfion. Diese wird bisher im Schoße des Juriftenkomitees geprüft, das ebenfalls im Laufe des heutigen Nachmittags feine Arbeiten fortfehte. Eine erneute Zusammen- f u n f t der betreffenden Außenminister ist für Mittwoch nachmittag 4 Uhr vorgesehen, um sich mit den bis dahin zu erwartenden Vorschlägen des Juristenkomitees zu befassen. Ein unehrliches Spiet. Haag, 19. Aug. (£11. Funkspruch.) Don feiten der deutschen Abordnung wird die trotz der Ankündigung Driands am heutigen Montag nicht erfolgte Bekanntgabe des französi- s ch e nR äumungstermins damit begründet, daß die französische Regierung .im Falle einer vorzeitigen Bekanntgabe ihrer Räumungstermine auf große innerpolitische Schwierigkeiten stoßen würde und die Stellung des französischen Kabinetts auf das ernsthafteste gefährdet werden könnte. Jedoch läßt man offen, ob nicht Briand möglicherweise Strefemann die französischen Räumungstermine vertraulich bereits mitgeteilt habe. Demgegenüber wird von französischer und belgischer Seite übereinstimmend erklärt, daß Driand weder in der Unterredung mit Strefemann noch in derBiermächtebesprechung irgendwelche Mitteilungen über die französischen Räuinungstermine gemacht habe. Man steht somit vor der Tatsache, daß die französische Regierung die Bekanntgabe ihrer Räumungstermine in folgerichtiger Weiterführung ihrer bisherigen Haltung nach wie vor verschleppt. Die Spannung, die in den politischen Verhandlungen der Konferenz seit den letzten Tagen besteht, wird hierdurch aufs neue in schärfster Weise gekennzeichnet. Für die französische Regierung ist die Rheinlandräumung lediglich ein Teil der Gesamtregelung sämtlicher schwebenden politischen Fragen, d. h. der Saarfrage, der Rheinlandkontrolle und neuer finanzieller deutscher Lasten in Ausdehnung des Voungplanes. Die Rheinlandräumung wird, wie dies mit jedem Tage deutlicher zutage tritt, von Frankreich zu einem politischen Handelsgeschäft gemacht. Demgegenüber steht die bisherige Auffassung der Reichsregierung, daß die Rheinlandräumung bedingungslos sofort und unabhängig von der Annahme und Durchführung des Voungplanes, sowie unabhängig von der Regelung der Saarfrage zu erfolgen habe. Die von Driand nicht gehaltene Zusage, den Räumungsiermin bekanntzugeben, hat für die deutsche Abordnung eine schwere Lage geschaffen. In den deutschen Kreisen wird Driands Haltung als unehrlich und unwahr bezeichnet. Das Dertrauen, das von '■ o" - a- & vegrußk wurde. Roch auf dem Gelände des i Lufthafens fand dann der formelle Empfang statt, bei dem Dr. Eckener und Admiral Takarabe Glückwünsche auslauschten. Auch wahrend der Feier machte sich die Begeisterung der riesigen Menge in immer neuen Ausbrüchen Lust, und wiederholt wurden die von Polizei und Militär gezogenen Absperrungen von begeisterten Zuschauern durchbrochen, die die Passagiere in der Rahe sehen wollten. Bei der Begrüßungsfeier wurde den Besuchern aus Bebersee ein leichter Imbiß nach japanischer Art, bestehend aus getrockneten Kastanien und Stake gereicht. Der Kommandant des Flughafens veranstaltete für die Offiziere und Mannschaften des Luftschiffes ein Diner, dem Geishatänze eine besondere japanische Tlofe gaben. Jür die Passagiere stand ein Sonderzug nach Tokio bereit. Die Gesamtflugstrecke von Friedrichshafen bis Kafumigaura mit Anschluß des Schleifenflugs über Tokio und Yokohama wird mit 12 384 Kilometer angegeben. Dr. Lckencr und die Passagiere des Luftschiffes äußerten sich nach ihrer Landung in Tokio außerordentlich befriedigt über ihre Reise. Dr. Eckener machte einen sehr frischen Eindruck und erklärte, daß er bereits am Donnerstagfrüh wieder au fou ff eigen beabsichtige, um den Weltflug fo schnell wie möglich durchzuführen. Lr brauche zwei Tage zum Ausfällen der Bestände und zur Aeberholung des Luftschiffes. Die Motore hätten glänzend gearbeitet. Vorbereitungen für die Weiterfahrt. Donnerstag früh Start nach Los Angeles. Tokio, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist auch weiterhin der Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Sofort nach seinem Einbringen in die Luftschiffhalle wurde begonnen, die Brenn st off- und Traggasvorräte wieder auszufüllen. Man rechnet damit, daß diese Arbeiten morgen beendet sein werden. Wenn das Wetter günstig ijt, wird das Luftschiff a m Donnerstag früh zur dritten Etappe seiner bewunderungswürdigen Weltreise starten. Inzwischen "werden Offizieren und Mannschaft des „Graf Zeppelin" die Sehenswürdigkeiten der Stadt gezeigt und Unterhaltungen geboten. Der Kaiser hat durch den Verkehrsminister Dr. Eckener und den elf Mann seiner Besatzung silberne Vasen überreichen lassen, die mit den kaiserlichen Chrysanthemen geschmückt sind. pariser Echo. Eckeners Leistung wird anerkannt. Paris, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die meisten Blätter begnügen sich damit, die Telegramme über den glücklichen Verlauf der Zeppelinfahrt nach Tokio, die aulch Den begeisterten Empfang in Japan schildern, wiederzugeben. Der „Petit P a r i s i e n" erklärt: Dr. Eckener, ein Luftschifführer ohnegleichen, hat den Sieg über die Elemente davongetragen. 3m „Oeuvr e" heißt es: Die Fahrt Friedrichshafen—Tokio ist mehr als eine Tat, sie ist ein Triumph. Der Flug um die Welt bedeutet die Herstellung regelmäßiger Lustverbindungen zwischen Deutschland und 3apan und zwischen Deutschland und Amerika. Deutschland steht an der Spitze des Fortschritts der Handelsluftschiffahrt. Der „E x - celsior" schreibt: Worüber muß man mehr erstaunt sein, über die meisterhaften Luftschiffführereigenschaften, die Dr. Eckener bewiesen hat, oder über die Zuverlässigkeit des Luftschiffes selbst, das mit einer Ruhepause von nur 10 Tagen die Strecke Reuhork— Friedrichshafen — Tokio zurückgelegt hat? Erkennen wir an, daß der „Graf Zeppelin" eine einzig dastehende Leistung vollbracht hat. — Der „Paris Soir" schreibt: „Angesichts dieser prachtvollen Rekordsahrt macht vor allem eins auf uns Eindruck, nämlich die vollkommene Zuverlässigkeit dieses großartigen Fluges. Es sind schon andere Flugtaten mit Erfolg ausgeführt worden, aber allzu oft hinterließen sie den Eindruck, daß ein außerordentlicher Zufall, eine wundertätige Hilfe die Llmstände ihres Gelingens gerade in einem Einzelfall begünstigte. Man beugt sich vor der Kühnheit, dem Mut und dem Wissen Einzelner, aber man muß zugeben, daß durch diesen Flug die Aussichten für eine künftige Verbindung der Kontinente auf dem Luftwege bedeutend gestiegen sind. Das ist die Lehre, die man aus der ersten Etappe des Fluges des «Graf Zeppelin" ziehen kann. Trotz des Gegenwindes und trotz des Tleberfliegens unbekannter Gebiete, in denen eine ganze Reihe verschiedener Klimazonen angetroffen wurde, hat sich Dr. Eckener vollkommen als Herr seines Riesenschiffes erwiesen." Der neue Entwurf für die Arbeitslosenversicherung. Das Neichskabinett stimmt zu. Berlin, 19.Aug. (TU. Funkspruch. Amtlich.) Das Reichskabine, t stimmte in seiner heutigen Sitzung einem vom Reichsarbeitsmini st er vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Gesetzes über Arbeitsvermitflung und" Arbeitslosenversicherung zu. Der Entwurf wird sofort dem R e i ch s r a t und zur informatorischen Kenntnis dem Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags als Grundlage weiterer Beratungen zugehen. lieber den Inhalt des Entwurfs, aus dem von amtlicher Seite noch keine Einzelheiten bekanntgegeben sind, teilt der Demokratische Zeitungsdienst u. a. mit: „Der vorliegende Gesetzentwurf enthält 67 Aenderungen und eine ausführliche Begründung, in der die finanzielle Lage der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung geschildert wird. Auf Grund der gemachten Erfahrungen hat das Arbeitsministerium in dem Entwurf weiterhin Reufassungen vorgenommen, die den Mißbrauch der Arbeitslosenver- stcherung ausschliehen soll. Bei den vorgeschlagenen Aenderungen handelt es sich um vier Hauptpunkte, und zwar um die Veränderung der Wartezeit, um die Anrechnung der Renten, um die Reuordnung auf dem Gebiete der Krankenversicherung und schließlich um die allgemeine Staffelung bei den Saisonarbeitern. Für diese vier DieinnerpolitischeSpannunginOeflerreich Wien, 19. Aug. (WTB.) Von den bei den gestrigen Zusammen st äßen in St. Lorenzen 60 verletzten Heimwehrleuten und Schutzbündlern im Krankenhaus Bruck an der Mur wurden etwa die Hälfte nach Anlegung von Rotverbänden in die Krankenhäuser von Kapfenberg, Leoben und Donawitz abgeschoben. Der der Heimwehr angehörende 3ngenieur Pichler aus Donawitz ist den in St. Lorenzen erlittenen Verletzungen erlegen. Demnach forderten die Zusammenstöße zwischen Heimwehr und Schutzbündlern zwei Todesopfer; den Schutzbündler Richter und den Ingenieur Pichler. Zwei weitere Schwerverletzte ringen mit dem Tode. Im Krankenhaus befinden sich 75 Verletzte, davon 30 Schwerverletzte. Die Gendarmerie nimmt aber an, daß die Zahl der Verletzten weit höher ist, da sich viele weder in Krankenhausbehandlung begeben, noch bei den Behörden gemeldet haben. Es ist behördlicherseits einwandfrei festgestellt worden, daß auf beiden Seiten erst aus Pistolen geschossen wurde; später wurden an die Schutzbündler Infanteriegewehre verteilt, die ihnen aber von den Heimwehrleuten entrissen wurden. Auf beiden Seiten wurde auch je ein Maschinengewehr in Tätigkeit gesetzt. Die Wiener Polizei hat umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um eventuelle Zusammenstöße als Folge der gestrigen Vorfälle zu verhindern. In einigen Betrieben kam es heute vormittag zu T e i l st r e i k s der Arbeiter, doch gelang es den Gewerkschaftsfunktionären unter Hinweis darauf, daß die Beschlüsse der Konferenz der sozialdemokratischen Vertrauensmänner abgewartet werden sollten, die Arbeiter wieder zur Aufnahme der Arbeit zu bewegen. In dieser sozialdemokratischen Vertrauensmänneroersammlung wurde eine Entschließung gefaßt, die die Schuld an den blutigen Vorfällen in Sankt Lorenzen den steiermärkifchen Heim- wehrführern zuschreibt und gegen die schwache Haltung der Aufsichtsbehörden bei dieser Gelegenheit Protest einlegt. In der Entschließung heißt es dann weiter, es fei so weit gekommen, daß die organisierte Arbeiterschaft Oesterreichs von ihrem Selb st schütz Gebrauch machen müsse, solle es nicht einer Hand voll Abenteurer gelingen, das Land dem Untergang zuzutreiben. Sie wünschte keine anderen Auseinandersetzungen als die mit den Waffen des Geistes. Sollten aber die Heimwehrfaszisten es wagen, ihren törichten Putschdrohungen Taten folgen zu lassen, bann würde die österreichische Arbeiterklasse keinen Augenblick zögern, sich zu verteidiaen und sich aller Mittel zu bedienen, welche sie für notwendig halte. Nicht mit einer Einzelaktion Unverantwortlicher, sondern in Massenaktionen des gesamten Proletariats und in der Festigung des Schutzbundes seien die geeignetsten Mittel des Abwehrkampfes zu erblicken. Die Arbeiterschaft wird aufgefordert, die Abwehr mit allen Kräften vorzube- rciten und sich bei dieser Abwehr nicht ein = schüchtern zu lassen. Bundeskanzler Streeruwitz ist am Montag aus Ischl nach Wien zurückgekommen und hat sich vom Vizekanzler Schumy Bericht erstatten lassen. Amtliche Mitteilungen über etwa zu erwartende Regierungsmaßnahmen lagen am Nachmittag noch nicht vor. Allerdings weiß das „Neue Wiener Tagblatt" angeblich von maßgebender Seite zu berichten, daß die Regierung beabsichtige, e i n a l l g e - meines Aufmarschverbot für das ganze Bundesgebiet und eine strengere Handhabung des Waffenverbotes anzuordnen. Cupen-Malmedy verlangt das Gelbfibestimmungsrecht. Berlin, 20. Aug. (Priv.-Tel.) Die gesamte Presse aller Parteien der Kantone Eupen, M a l m e d h und Sankt V i t h veröffentlichen eine Kundgebung an die Bevölkerung und die Regierung Belgiens, in der es heißt: In diesem Augenblick schicken sich die Regierungen der am Weltkrieg beteiligten Mächte an, die Reparationsfrage endgültig zu regeln und eine Bereinigung der übrigen noch offenstehenden Fragen vorzubereiten. Wir halten diesen Zeitpunkt gerade irn Interesse einer endgültigen Befriedung Europas für gekommen, die Aufmerksamkeit auf das Schicksal unserer Gebiete, zu lenken. Das Ende des Völkerringens sollte, so war es der WiUe der nach Frieden lechzenden Welt, Freiheit und Selbstbestimmung zur Geltung bringen. AuchEupen und Malme d y sollten über ihr zukünftiges Geschick entscheiden. Leider haben es die Verhältnisse mit sich gebracht, daß wohl unter den Einwirkungen des eben erst abgeschlossenen Kampfes diese Volksbefragung unter einer militärischen Herrschaft in einer Weise zur Durchführung kam, die nicht als ordnungsmäßige Ausführung der Bestimmungen des Versailler Vertrages angesehen werden kann. Die Anerkennung des Ergebnisses erfolgte auf Grund der Berichte eines Mannes, der nie in unserem Gebiete geweilt hat, und durch Körperschaften, in denen damals noch Parteien und Richter die gleichen waren. Wir wenden uns an alle rechtlich denkenden Belgier, die nur zur Verteidigung ihrer Heimat und nicht um Eroberungen willen zu den Waffen gegriffen habön. Belgien feiert im kommenden Jahre den 100. Jahrestag seiner Un» abhängigkeit, ein Fest der Freiheit. Dazu steht im Widerspruch, daß an seiner Ostgrenze eine Bevölkerung wohnt, die dieses Fest nicht begehen kann. Von dem lebhaften Wunsch beseelt, daß in Zukunft auf das friedliche und einträchtige Zusammenleben der beiden Rachbarstaaten kein Schatten mehr fallen möge, halten die Unterzeichner, nachdem auch das Deutsche Reich die Markfrage in einer gerechten und willigen Weise zu regeln zugesagt hat, den Zeitpunkt für gekommen, den Gerechtigkeitssinn und den Weitblick der belgischen Staatsmänner anzurufen, damit der Bevölkerung von Eupen, Malmedy und Sankt Dith nunmehr endlich Gelegenheit gegeben werde, nach freiem Willen über ihre Zukunft zu entscheiden. Belgiens offene Wunde. Eine flärriischePilgerfahrt zum Nserdenknial Brüssel, 18. Aug. (Telun.) Am Sonntag fand in Dixmuiden die zehnte flämische Pilgerfahrt zu dem Pserdenkmal statt, an der etwa 100 000 Personen, darunter zahlreiche flämische Frontkämpfer, und Hunderte von Gruppen flämischer Nationalisten mit ihren Bannern, den gelben Fahnen mit dem schwarzen Löwen, teilnahmen. Am Morgen hatte das Pilgerkomitee die Gräber der französischen, deutschen, amerikanischen und englischen Soldaten mit Blumen schmücken lassen. An dem Festgottesdienst, der unter freiem Himmel auf dem großen Platze in Dixmuiden stattfand, nahmen etwa 60 000 Menschen teil. Der Pilgerzug, dessen Vorbeimarsch 1t Stunden dauerte, begab sich darauf zum Pserdenkmal, das für die gefallenen Flamen errichtet und beinahe vollendet ist. Der Holländer Bernhard D e r h ö - oen übermittelte den Flamen die Grüße des holländischen Brudervolkes. Die belgische Regierung hatte an der Grenze Maßnahmen getroffen, um die Einreise Derhövens zu verhindern. Trotzdem war es dem Redner gelungen, zu der Feier zu erscheinen. Pros. D a e tz s bezeichnete das große flämische Denkmal als ein Monument der Anklage, die sich gegen die richtet, die während des Krieges und nach dem Kriege dem flämischen Volke die Gleichberechtigung ver- sprachen hätten, ohne daß sie nachher ihr Wort gehalten hätten. Flandern sei auf dem Wege, sich aus den Banden der zentralistischen Gewalt zu befreien und werde sich an keinerlei Veranstaltung beteiligen, die an die Unterdrückung seiner Rechte erinnern würden. — Abordnungen ehemaliger Frontkämpfer aus Frankreich, Amerika, Irland, England und des Reichsverbandes der deutschen Kriegsteilnehmer, Bezirk Aachen, legten prachtvolle Blumengewinde an dem Denkmal nieder. Mit dem flämischen Nationalgesang fand die Feier, an der zahlreiche Abgeordnete und Senatoren teilgenommen hatten, ihr Ende. Dr. B o r m s, der Führer der früheren flämischen Aktivisten, der vor einigen Monaten das Gefängnis verlassen hatte, wurde erkannt und war Gegenstand großer Ovationen. Punkte ist eine finanzielle Berechnung über die Höhe der Ersparnisse dem Entwurf beigegeben. Diese Berechnung ergibt, daß zum wesentlichsten Teil das vorhandene Defizit von 279 Millionen Mark beseitigt wird — dieses wird aber nicht ganz beseitigt, es bleibt vielmehr eine Lücke, und diese Lücke zu schließen ist die Aufgabe der gesetzgebenden Körperschaften, des Reichsrats und des Reichstags. Die finanzielle Neugestaltung der Arbeitslosenversicherung geht aus von einer Arbeitslosenzahl von 1,1 Millionen; für die fünf Wintermonate vom 1. Rovember bis 31. März ist mit anderthalb Millionen Arbeitslosen gerechnet. Der Gesamtaufwand für die Arbeitslosenversicherung wird auf 1 119 000 000 beziffert. Davon sind bisher eingegangen 850000 000. Der Gesetzentwurf sieht eine Beitragserhöhung um Vi Prozent vor, und zwar ist diese Erhöhung auf anderthalb Jahre be - schränkt. Durch die Beitragserhöhung werden jährlich 140 000 000 Mark mehr aufkommen. Das sind insgesamt 980000 000. Der Rest muß durch Ersparnisse, wie sie der Gesetzentwurf vorschlägt, zu decken sein. Die Reuordnung der Arbeitslosenversicherung soll mit dem 1. Rovember 1929 in Kraft treten." Aus aller Well. Zwillingsbrüde- vom Starkstrom getötet Ein tragischer Unglücksfall, dem zwei 12jährige Knaben zum Opfer fielen, hat sich in Fischerhude bei Bremen ereignet. Hier waren aus Bremen stammende Zwillingsbrüder bei einer befreundeten Familie untergebracht, um dort die letzten Ferientage zu verbringen. Einer der Jungen kam auf die Idee, den Kopf eines im nahen Walde gefundenen Rehwildes oben am Gittermast der Starkstromleitung aufzuhängen. Trotz Warnung seitens feiner Gastgeber stieg der Junge auf den Mast Oben kam er mit der Leitung in Berührung, wurde sofort e r f d) I a g e n und blieb mit furchtbar verbranntem Kops hängen. Sein Zwillingsbruder wollte ihm zu Hilfe kommen, hatte aber kaum den durch den verbrannten Körper seines Bruders Erdleitung bekommenden Gittermast berührt, als auch er vom Strom erschlagen wurde. .Erst mit vieler Mühe konnten die schrecklich zuge- ricyteten Leichen nach Ausschaltung des Stromes geborgen und nach Bremen geschafft werden. Ein rumänisches Fort in die Luft geflogen. 3n Bukarest wurde nach 10 plhr abends ein gewaltiges Getose vernommen. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine große Panik, da bald bekannt wurde, daß das Fort Domgosti, das etwa sechs Kilometer von Bukarest entfernt liegt, in die Luft geflogen ist. Es war dort ausrangierte schadhafte Artilleriemunition aufgestapelt, die unbrauchbar gemacht werden sollte. In dem Fort befanden sich etwa 2 5 Soldaten und einige Arbeiter, die mit der Tlnbrauchbarmachung beschäftigt wurden. Das Fort bildet zur Stunde ein einziges Flammenmeer. Die aufgebotenen Truppen konnten dem Brandherd noch nicht näher rücken, da ständig neue Explosionen erwartet werden. Es wird befürchtet, daß die gesamte Besatzung sowie die Arbeiter ums Leben ge- ko mmen sind. Unwetter in Rorbfirol. Rach einer Mitteilung des Bundesstraßendienstes sind auf der Arlberg st raße zwischen Innsbruck und St. Anton 14 Muren (niederrollendes Gestein) niedergegangen, die die Straßen schwer gefährdet und sie teilweise verweht haben, so daß der Verkehr gesperrt werden mußte. Die Arlbergstraße zwischen Landeck und St. Anton ist so schwer vermurt, daß sie voraussichtlich bis Donnerstag gesperrt bleibt. Im Bereich der Bundesbahn Innsbruck sind 5 Muren niedergegangen, die größere Störungen zur Folge hatten. Durch das Unwetter trat infolge Murbruches der Hundsbach bei Inzing auS feinem Bett und überschwemmte die von einem früheren Murbruch heimgesuchten Felder neuerdings. Der Ausbruch war so stark, daß man von außen Hilfe herbeirufen muhte. In I m st hat ein Hagelschlag großen Schaden angerichtet. Die gesamte Obsternte dürste fast ausnahmslos vernichtet sein. Die Maisernte wurde ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen. Boofsunglürf auf dem Lago Maggiore. Auf dem Lago Maggiore brach ein plötzlicher Sturm aus. Eine Barke kenterte. Drei Personen sind ertrunken. Grohseuer in einer kanadischen Stabt In Lloybminster (Saskatschewan) würbe burch ein Großfeuer bas Hauptgeschäfts, viertel ber Stabt zerstört. 26 Gebäude, darunter das Postamt, zwei Hotels und zwei Bank- gebäube würben eingeäschert. Der Sachschaben wird auf etwa eine Million Dollar geschätzt. - Der erste katholische Bischof von Berlin. Der auf Grund des Konkordats zwischen Preußen und dem Heiligen Stuhl errichtete neue katholische Dischossslh in Berlin soll, wie die „Voss. Ztg." erfahren haben will, mit dem jetzigen Bis chof von Meißen Dr. theol. und Dr. phil. Christian Schreiber besetzt werden. Die öffentliche Ernennung fort in nächster Zeit erfolgen. Schweres Eisenbahnunglück in Nordamerika. Äu,' der Strecke St. Louis—St. Franzisko entgleiste ein Personenzug infolge falscher Weichen- stellung. Der Lokomotivführer und der Heizer sowie zwölf Reger wurden getötet. Sieben Personen wurden verletzt. Kunst und Wissenschaft. Alois Großmann f. Alois Großmann, ber bekannte und sehr beliebte Spielleiter unb erste Komiker bes Neuen Theaters in Fran k f u r t a. M. (Direktor Arthur Hellmer) ist am Montag plötzlich infolge eines Herzschlages gestorben. Mit bem Hinscheiben bieses ausgezeichneten unb vielseitigen Schauspielers erleibet bas Frankfurter Theaterleben einen schweren Verlust. Präsident Hoover Ehrendoktor von Karlsruhe. Die Technische Hochschule Karlsruhe hat Herbert Hoover, den Präsidenten ber Vereinigten Staaten, auf einstimmigen Antrag ber Bauingenieurabteilung in Bewunderung seiner weitblickenden und erfolgreichen Jngenieurarbeit in allen Weltteilen zum Doktor-Ing. h. c. ernannt. Oie Wetterlage. La Conjna 'M. ■Aberdeen ■ •Jan Mayi ■aris >yan. AOst- ;iaW\° LV< 15 toCKh. O Va; Montaa, I9. fiugust, 1929 7" aods. 'M J'Prankr iGo । ‘14 Lont Hör. \O Owomentos. o neuer, s15Ps. di bas Bund; $ Aus -er Provinzialhauptfia-t. Gießen, den 20. August 1929. Eine Sternschnuppe. Eine Sternschnuppe zieht über den Himmel. Eine? Nein, viele, denn jetzt ist ja die Zeit des großen Sternschnuppenfalls, jetzt in diesen lauen, von tausend Schönheiten erfüllten Augusttagen, Augustabenden. Vielleicht haben wir keine Zeit mehr, um auf Sternschnuppenfall zu achten. Hier sind Verpflichtungen, und dort locken Vergnügen. Was soll uns eine Sternschnuppe, die aus dunllen Himmelsdunkelheiten aufleuchtet, lautlos in Sekundendauer über das unendlich tiefe, unendlich nahe und unendlich ferne Firmament zieht, und dann irgendwo erlischt. Ein Heiner Lichtschimmer bleibt als Nachklang auf unserer Netzhaut, dann fällt auch dort Dunkelheit ein oder ein anderes Bild der Dämmerung malt sich darin, und alles ist gewesen. Es ist nichts gewesen, so viel wie nichts. Oder doch mehr? Es kommt ja immer darauf an, was man daraus macht, wie man die Dinge zu sich sprechen, auf sich wirken läßt. Der glühende Sonnenball, der sich am golden leuchtenden Morgengewölk ankündet, den ganzen Himmel überstrahlt, daß er brennt, kann nichts bedeuten, nicht mehr wenigstens als die Befürchtung, daß es einen grauen Tag und schlechtes Wetter geben wird, durch die ein Ausflug, von dem man sich Freuden verspricht, verdorben wird. Unö rin Glühwürmchen, das sich in armseligem Geleucht durch die Dunkelheit stiehlt, die Gefährtin heißer Nächte suchend, kann Schwingen geben zu einem Gedicht, das viele andere erfreut, weil es Gleichgestimmte findet. Nichts und alles. Das ist es. Unb eine Sternschnuppe? Nichts, wenn man sich verschließt vor dem Zauber der Nächte, in denen sie ausglühen, dahinziehen in Dahnen, die keiner von uns kennt, von denen feiner sagen kann, wo sie beginnen, wo sie enden, und wenn es dev Klügste unter uns wäre. Uni) alles, wenn das Gefühl dieses kleine Leuchten umspinnt, wenn die Stimmung dieser lauen Nächte in die Seele fällt, sie ausfüllt in bittersüßer Erkenntnis, daß diese Tage so rasch verrinnen, daß sie schon wieder hinabgleiten in die graue Zeit. Eine Sternschnuppe! lieber dem Wald zog sie hin, der in dunkler Schweigsamkeit steht. Ein rasches Erglühen, und schon ist ihr Dasein ausgelöscht. Und dort ein Mensch! Nicht viel anders als diese Sternschnuppe. Aus Unbewußtheit empor- tauchend ins Helle, selbst rasch aufleuchtend in der Fugend, und vergehend in unbewußte Dunkelheiten. Was anderes mehr? Und doch schon genug, wenn er nur ein schwaches Leuchten hatte. S. Daten für Mittwoch, 2t. August. Sonnenaufgang 4.r4 Uhr, Sonnenuntergang 19.11 Uhr. - Mondaufgang 20.03 Uhr, Monduntergang 5.35 Uhr. 1820: der Phnsiker John Tyndall in Leighlin geboren: — 1838: der Dichter Adalbert von Chamisso in Berlin gestorben. Gießener Wochenrnarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Duiter 200 bis 210, Matte 30 bis 35, Wirsing 20 bis 25, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20, Spinat 20 bis 30, Römischkohl 12 bis 15, grüne und gelbe Dohnen 25 bis 35, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln 10 bis 20, Kürbis 10 bis 15, Pilze 35 bis 40, Kartoffeln 5,5 bis 6, Frühäpfel 20 bis 30, Falläpfel 4 bis 5, Birnen 10 bis 30, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 20 bis 25, Himbeeren 45 bis 50, Pflaumen 15 bis 20, Zwetschen 20 bis 25, Mirabellen 20 bis 25, Reineclauden 20 bis 25, Pfirsische 55 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund: Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.: Tauben 70 bis 90, Eier 14, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 15 bis 40, Einmachgurken 2 bis 4, Endivien 15 bis 20, Ober-Kohlrabi 10 bis 12, Lauch 10 bis 15. Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 15 Pf. das Stück: Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund: Kartoffeln 5 Mk. der Zentner. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Dreimal Rußland" (Der Heiratsantrag, Das Jubiläum, Der Bär), 20 bis 22 Hfjr. — Turnverein von 1846: 21.29 Ufjr, Abholung der Sieger von den deutschen Schwimm-Meisterschaften Altona am Bahnhof Gießen. — Gewerbeverein Gießen: Hauptversammlung, 20.30 Uhr, Gewerbehaus, Kirchstraße. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Vorsicht! Mädchenhändlerl" • •• Autobus-Zusammenstoß. Bei seiner ersten Fahrt heute morgen von Wieseck nach dem Bahnhof passierte der Wieseck—Alten-Busecker Omnibus um 5.36 Uhr die Goethestraße. In dem Moment, als er an dieser Straße vorbeifuhr, kam ein Autobus der Gambacher Linie aus -der Goethestraße heraus und fuhr in den vorderen Teil des Wiesecker Wagens hinein. Der Wiesecker Omnibus fuhr vorschriftsmäßig rechts und hatte auch das Dorfahrtsrecht. Der Gambacher Wagen konnte an der als gefährlich bekannten Straßenkreuzung nicht mehr rechtzeitig zum Stehen gebracht werden: der Wagenführer riß den Autobus noch ein wenig nach links herum, aber der Zusammenstoß war unvermeidlich. Dei dem Zusammenprall fuhr der Wiesecker Wagen mit seinem vorderen Teil auf den Dürgersteig. Personen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Der Wiesecker Omnibus kam leidlich davon, nur zwei Fensterscheiben und ein Kotflügel sind zertrümmert, während bei dem Gambacher Wagen, der voll beseht war, Achse, Chassis und Vorderrad sehr erheblich beschädigt worden sind. ,e Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. D. (QI. v. D.) Gießen: Die Straßensperre auf der Strecke Stadt- grenze Gießen bis Kilometer 2,000 im Zuge der Straße Gießen—Marburg ist aufgehoben. — Die Straßensperre zwischen Gießen—Reiskirchen im Zuge der Straße Gießen—Grünberg ist aufgehoben. — Wegen Ausführung von Walzarbeiten ist die Provinzialstraße Daubringen—Mainzlar vorn 19. August ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umteitug über Staufenberg. Aufgehobene Straßensperrung. Das Polizeiamt teilt mit: Die Sperrung der Gartenstraße zwischen Ludwigstrahe und Am Nahrungsberg wird aufgehoben. •* Dienstjubiläum. Auf eine 25jährige arbeitsreiche Tätigkeit bei der Firma Eduard Klinkel Söhne kann der Müller Louis Dietz e n k a p p , Nordanlage 3 wohnhaft, zurückblicken. ** Sommerfest und Wiedersehensfeier des Unteroffizierkorps des Standorts Gießen. Das Sommerfest unserer Garnison, mit dem die erste Wiedersehensfeier und die Qlbschiedsfeier des Jahrganges 1929 des Unteroffizierkorps des Standorts Gießen verbunden war, das am Samstag und Sonntag in der Liebigshöhe gefeiert wurde, nahm einen glänzenden Verlauf. Gründlich vorbereitet bis ins kleinste und dirigiert von dem weitblickenden Leiter, Feldwebel Koch, von der 1. Komp., befriedigte das Fest alle Teilnehmer, insbesondere auch die vielen alten Kameraden, die erschienen waren. Eröffnet wurde die Feier durch einen Dierabend am Samstag auf der Liebigshöhe. Feldwebel Koch begrüßte alle Erschienenen aufs herzlichste, worauf Major L ü t e r s, der Kommandeur des ersten (Hess.) Dataillons 15. Jnf.-Regts.» im Namen des Offizierkorps herzliche Dankesworte fand und die edle Kameradschaft pries. Er gedachte auch in ehrenden Worten des Gründers der kameradschaftlichen Vereinigung der Unteroffiziere, die am 21. Mai 1924 von dem Oberfeldwebel Kandelhardt, jetzt in Remscheid, ins Leben gerufen worden war. Für den Reichsbund der Zivildienstberechtigten dankte Kamerad Fenchel für die Einladung. Im Namen dSr ehemaligen Angehörigen des Dataillons überreichte Kamerad Kandelhardt einen Wanderpreis für den besten Schützen. Unteroffizier Leide n b a ch von der 2. Kompagnie der bei dem am Nachmittag ausgetragenen Preisschiehen den ersten Preis geschossen hatte, konnte den Wanderpreis in Empfang nehmen. Den Sonntagnachmittag füllten reiterliche Vorführungen der 4. (M.-G.)-Kompagnie, ein fröhliches Kinderfest und Quadrillen in historischen Uniformen aus. Von den Teilnehmern am Jagdspringen seien die ersten fünf Sieger genannt. Cs erhielten im leichten Jagdspringen: 1. Preis Unterteilte. Funk, 2. Feldw. Hafner, 3. Unteroffizier Schmidt, 4. Unter?. Schwerer, 5. Unters. W. Schmidt: im mittleren Jagdspringen: 1. Preis Feldw. Hafner, 2. Oberf. Durk- holz, 3. Unters. Schmidt, 4. Unteroffizier Bormuth, 5. Unter?. Scheurer. Der eigentliche Festakt am Sonntagabend, für den sich die Räume der Liebigshöhe leider als viel zu klein erwiesen, zeigte so recht das herzliche Verhält- Adreßbuch -er Stadt und des Kreises Gießen. Der Abschnitt III mit den Einträgen der Buchstaben G bis L in das alphabetische Einwohner- und Finnenverzeich« nis der Gtadt Gießen liegt 3 Tage, vom Donnerstag, dem 22. bis einschließlich Samstag, dem 24. August zu jedermanns Einsichtnahme in unserer Geschäftsstelle offen. Oie zuständige Einwohnerschaft Gießens sowohl als die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und Unrichtigkeiten kann keine Haftung übernommen werden. Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen Gchulstraße 7 Eingang von der Kaplaneigaffe aus. nis, das zwischen unserer Garnison und der Bürgerschaft unserer Stadt besteht. Nach einem Dorspruch von Fähnrich Dodensteinkonnte Feldw. Koch die vielen Gäste, u. a. den Datail- tommanbeur, den Vertreter der Stadt. Bürgermeister Dr. Seid, und den Vertreter der ^Regierung, Regierungsrat Schmidt, willkommen heißen. Wieder hatten, wie auch am Samstagabend, der Quartettverein unter Leitung seines iirigenten, Musiklehrer Leib, und Franz Ar z d o r f vom Stadttheater Gießen sich in den Dienst des Abends gestellt und konnten durch ihre Darbietungen den Anwesenden genußreiche Stunden bereiten. Viel Beifall erntete auch die Damenabteilung des V. f. B. mit ihren gymnastischen Aufführungen. Unsere Regimentskapelle war wie immer auf der Höhe. Theatralische Aufführungen unter Mitwirkung einiger Mitglieder vom Stadttheater Gießen, Preisschießen, Verlosung, Feuerwerk und Tanz beendigten das wohlgelungene und schön verlaufene Fest. ** Don der Provinzial-Pflegean- st a 11. Die Provinzial-Pflegeanstalt veranstaltete dieser Tage ihren üblichen Jahresausflug. Mit Sang und Klang zog man zum „Hirtenbrunnen". Nach Erreichung des beliebten Ausflugsortes erfolgte die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen. Es wurden dann Spiele aufgeführt, getanzt und gesungen, wobei das alte Volkslied zu seinem Rechte kam. Ein Angestellter der Anstalt hob in einer Ansprache die Dedeutung des Tages hervor, dankte den weiblichen Angestellten, die die Bewirtung übernommen hatten, und besonders auch dem Direktor der Anstalt dafür, daß er die Pfleglinge für kurze Zeit aus dem Alltagsmilieu befreit hatte. Die schönen Stunden verliefen viel zu schnell, und mit neuer Lebenslust und Schaffensfreudigkeit trat man voller Dankbarkeit den Heimweg an. ** Schützenverein Gießen e. V. Man schreibt uns: Der Deutsche Schützenbund hat seit zwei Jahren ein Mannschaftsschießen eingerichtet. Hierbei werden die sich beteiligenden Vereine durch 5 Mann vertreten, von denen einer auf 300 Meter, einer auf 175 Meter, einer auf Wehrmannscheibe, einer auf Pistole und einer auf Kleinkaliber zu schießen hat. Das Schießen läuft in Form eines Ausscheidungsschießens. Zu diesem Zwecke ist das Gebiet in X3auc und Bezirke eingeteilt. Die mustergültige Einrichtung der Gießener Schießstände des Schützenoereins e. V. Gießen und die daraus sich erklärende glatte Abwicklung des 30. Verbanos- schießens, hat dem Deutschen Schützenbund Veranlassung gegeben, die Ausschießung der Verbands- meisterschaft von Westdeutschland am nächsten Sonntag, 25. d. M., hier stattfinden zu lassen. — Es sei noch bemerkt, daß das 30. Derbandsschießen für den Schützenverein Gießen ein Erfolg war. Oberheffen. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 19. Aug. Am Sonntagnachmittag versammelte sich ein großer Teil unserer Gemeinde im Faberschen Garten zur Feier des Sommerfestes der Kleinkinderschule. Unter Vorantritt des hiesigen Posaunenchores marschierten die mit Blumenkränzen geschmückten Kleinen in fröhlichem Zuge zum Festgarten. Nach einem gemeinsam gesungenen Choral unter Begleitung des Posaunenchores und nach dem Gebet des Ortsgeistlichen trugen die Kleinen ein Degrühungs- gidicht vor. In seiner Ansprache schilderte Pfarrer D r e m m e r die Entstehung der Kinderschuten durch Pfarrer Oberlin in Steintal im Elsaß vor 150 Jcchren. Dann folgten Lieder und Spiele der Kleinsten. Brezelverteilung an di« Kmder und Kos Schlußwort des Geistlichen beendeten die Feier. Die Kollekte zum Besten der Kleinkinderschule ergab 33 Mark. H Lollar, 19. Aug. In diesen Tagen werden es vierzig Jahre, daß der im weiten Umkreise bekannte Gastwirt und Mehgermeister Konrad Moos sein Geschäft selbständig betreibt. — Dei der in den letzten Tagen hier durchgeführten Neuanlage von Fernsprechanschlüssen hat auch der hiesige Dahnhof einen Anschluß an das Post-Fernsprechnetz, und zwar als Nebenstelle zur Reichsbahn-Güterabfertigung erhalten. — Am 22. August kann der ehemalige Eisenbahnarbeiter Karl Moos I., körperlich und geistig rüstig, das 7 5. Lebensiah r vollenden. c Wirberg, 19. Aug. Der Gottesdienst zur Eröffnung der Konfirmanden st unde fand am letzten Sonntag hier statt. Während letztes Jahr 24 und 1928 32 Kinder ausgenommen, waren es dieses Jahr nur 10 Kinder, die in die Konfirmandenstunde ausgenommen wurden, dazu kommen noch 5 Kinder aus Saasen (Vorjahr 6; 1928 9). 8 Saasen, 19. Aug. Die geplante gründliche Wiederherstellung unseres Gotteshauses auf dem Deitsberge wird nun in Angriff genommen werden. Verbunden mit diesen Arbeiten wird auch eine Verbesserung der Heizanlage unserer Kirche. Seither konnte die Heizanlage eigentlich niemals benutzt werden, weil der Ofen fast immer sehr stark rauchte. Durch diesen Rauch wurde das Innere des Gotteshauses, besonders die Wand bei dem Ofen und die Decke, ganz geschwärzt. Durch einen Aufbau auf den Schornstein war vorgeschlagen worden, dieses Uebel zu beseitigen. Der Kirchenvorstand und die Gemeindevertretung beschlossen jedoch, kein Geld mehr für die verfehlte Anlage zu verwenden, da der Kamin wegen der Denkmalspflege an einen völlig ungeeigneten Ort gebaut toar und deshalb es wahrscheinlich auch bei der vorgeschlagenen Reparatur nicht viel besser geworden wäre. Die Heizanlage wird nun entfernt, damit nicht die renovierte Kirche aufs neue durch den Rauch beschmutzt wird. Als Ersah wird eine elektrische Heizanlage durch das Elektrizitätswerk Gießen eingebaut, und zwar eine Raumheizung, da die Fuhbankheizung nicht gut angebracht werden konnte. Wir hoffen das Erntedankfest in der renovierten Kirche feiern zu können. ch L i ch, 19. Aug. Am gestrigen Sonntag hielt der hiesige Kriegerverein unter Leitung seines bewährten Vorsitzenden, Stadtrechners Häuser, sein diesjähriges Preisschiehen ab. Der Rothsche Männerchor trug unter Leitung seines Chormeisters, Lehrer Stein, zur Verschönerung des Festes einige gut ausgearbeitete Männerchöre vor. Während des Schießens konzertierte die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr. Die ^Beteiligung am Schießen war diesmal recht stark, 36 Kameraden nahmen daran teil. Cs wurden von jedem Schützen vier Schuh aut die 24-Ringscheibe mit der Wehrmannsbüchse abgegeben. Die Leistungen waren im allgemeinen recht gut, was der Umstand beweist, dah der letzte von den 24 ausgegebenen Preisen mit 75 Ringen abging. Dei der Feier am Sonntagabend hielt Stadtrechner Häuser eine Ansprache. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis mit 90 Ringen Buchhalter Karl Peter, 2. mit 89 R. Oberbahnhofsvorsteher Derk, 3. mit 88 R. Schlossermeister Friedrich Schmidt, 4. mit 88 R. Mehgermeister Christian Rau, 5. mit 88 R. Dermessungssekretär Karl Müller. 24 Preise wurden im ganzen ausgegeben. Die Hassia-Ehrenscheibe schoß Forstwart Heinrich Textor. Drei weitere Ehrenscheiben wurden von Wilhelm Kraus, Gustav Löhr und Schretnermeister Karl Kambeitz geschossen. Berliner Börse. Berlin, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das Geschäft im heutigen Vormittagsoerkehr ist außerordentlich ruhig, man beobachtet weiter starke Zurückhaltung der Spekulation, doch scheint eher eine leichte Beruhigung eingetreten zu sein. Das Kommunique der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs- A.-G. wird als sehr nichtssagend bezeichnet, und man verfolgt die Entwicklung der Angelegenheit weiter mit Spannung. Die Kurse scheinen kaum verändert zu fein. Man taxiert Farben 218,5 und Siemens 375,5. es geschafft Wie hat er Schöne Wohnung, eigener Garten, Gesundheit und Glück — wie hat er das alles geschafft? Er verstand seine Zeit einzuschätzen und in Arbeit und Vergnügen richtig auszuwerten. Das Mittel hierzu war sein Auto, der Opel 4 PS. Er brachte ihm Erfolg bei der Arbeit, Freiheit in der Natur, Freude am Leben. Automobilbesitzer zu sein ist in unserer Zeit kein Luxus mehr; das Auto, mit allen seinen Annehmlichkeiten, wurde zur praktischen Notwendigkeit Wer sich das überlegt, wird einsehen, daß auch er einen Opel besitzen muß. Eine Probefahrt von 15 Minuten wird Sie überzeugen. ä Besuchen Sie unteren nächsten Vertreter. Er gibt auch Auskunft über die günstigen Opel-Zahlungsbedingungen. OPEL FÜHRT ZUM ERFOLG! Preis (ab Werk) von RM 2100 an. Bei 4 RM täglichem Mehroerdienst macht er seine Unterhaltungskosten bereits bezahlt. Am Mittwoch, 21 August, nachm. 4 UhrI eröffnen wir zeigen dort: Neuzeiti. Gardinen u. Dekorationen Goethestraße sowie die weltbekannten StsinöPS ParadlSS-BsttOfl 6897A l >5274 Aliendorf a. d. Lahn, den 19. August 1929. 6886V sucht 05269 Frankfurt a. M., den 16. August 1929. 6880D Cafe Amend 6828 C Drucksachen aller Art 6908V Seahl sch« t>moch,t>en21.Auöufil92Y nachmittags 2 Ar versteigere ich Neuenweg 28, int ,^Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 69120 1 fomb. 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Äeich Seicht lutreb fieren, muß i' rung ( die jat gente11 wünsch nes Für- von v Ilei/ japanif soeben ^ogtami 'hm die '^eetk Main A ^eethvv her unt Sanglich W De zur ^ach nei Ichniucker batIohc bon dem ift • 7 'n die xadhie Mt 6t ov.uche O'ch m °kian Quä den eines ß ?'*■ i*r ^°ntan °°nth N°!ÜH ^kilo einer e r Eroberer“ hat Richard Friede n t h a l Fernando Cortes und den von ihm angeführten Zug der Spanier in das unbekannte Mexiko dargestellt; in dem Roman ..Kaiser Konstantin" hat sich Albrecht S ch a e f f e r einer Persönlichkeit bemächtigt, die eine der größten Zeitwenden in der Geschichte der Menschheit herbeigeführt hat. Unter dem Titel ,,D i e KunstIapans" von Tsuneyoshi Tzudzu in' i erscheint zum erstenmal eine von einem Japaner in deutscher Sprache geschriebene Geschichte der gesamten japanischen Kunst. 125. oft ganzseitige Abbildungen, sowie acht farbige Tafeln veranschaulichen den Text. Virginia Woolf, deren Roman „Eine Frau von fünfzig Jahren" in Deutschland berechtigtes Aufsehen erregt hat, zeigt in dem Roman „O r l a n d o" ein Leben in der Zeitlupe auf einem schnell abrollendew historischen Hintergrund. Die Tiermenschen in dem gleichnamigen Roman von Henry de Montherlant, das sind die spanischen Toreros, in goldbetreßten Gewändern mit wunderbarer Geste dem Tode trotzend und den Tod gebend — Tiermensch ist Alban, der Held dieses Romans und das andere Ich des Autors, ein junger Pariser Aristokrat, der die Stiere so sehr liebt, daß er sie töten muß. und der die uralten Mysterien des Mithra wieder her- aufbeschworen möchte, die Reinigung durch das Opferblut. Als Abschluß seiner großen, durch die Briefe und Gespräche mit Eckermann bereits vervollständigten Ausgaben der Werke Goethes legt der Insel-Verlag eine von Flodoard Frei- Herrn von Biedermann herausgegebene Auswahl von Goethes Gesprächen vor. Auf über 750 Seiten ist hier die lebendigste und anschaulichste Goethe-Biographie geschaffen, die sich nur denken läßt. Die mit Ungeduld erwartete Ausgabe der Briefe Rainer Maria Rilkes beginnt nunmehr mit dem ersten Band, der die Iahre 1902 bis 1906 umfaßt, zü erscheinen. Rodins Rame ist es, der, ausgesprochen oder verschwiegen, ihn zusammenfaßt. Mit dem Roman „Lucien Leuwcn, übertragen von Otto Freiherrn von Taube, liegt die achtbändige Ausgabe der gesammelten Werke von Friedrich von Stendhal (Henri Beyle) vollständig vor. Dieser große Roman existierte bisher nur als verstümmeltes Fragment; erst jetzt erscheint er, dreimal umfangreicher, nach dem soeben von Henry D e b r a y e aus der Handschrift hergestell- ten vollständigen Text zum erstenmal in deutscher Sprache. Als abschließender Band der Sammlung Deutsche Vergangenheit nach zeitgenössischen Quellen von Iohannes Bühler erscheint „Bauern, Bürger und Hansa" mit 16 Bildtafeln. Schließlich kündigt der Verlag eine neue Ausgabe von Ricarda Huchs Meisterwerk „Der große Krieg in Deutschland" in zwei Bänden an. Von der Helligkeit der Sterne. Von Professor Dr. Küstermann. Es ist vielleicht kein so ganz glücklicher Ausdruck, toenn, wir die Helligkeit der Sterne als deren „Größe" bezeichnen und so von Sternen erster, zweiter, dritter Größe usw. reden. Aber der Ausdruck ist aus den alten Sprachen überseht; er ist also schon tausende von Iahren alt und wird wohl auch fernerhin den Wechsel der Zeiten überdauern. Im übrigen hat sich die Einteilung der Sterne in Größenklassen so vortrefflich bewährt, daß sie jahrtausendelang unverändert beibehalten und erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit durch die Einführung von Bruchteilen einer solchen Klasse verschärft wurde. Rur bei den Sterne^ erster Größe mußte die alte Bezeichnung verlassen werden. Sie sind nämlich so zahlreich, daß den Alten eine weitere Einteilung offenbar nicht mehr lohnte, fo daß sie alle Sterne, deren Helligkeit die der zweiten Größe überragt, unbeschadet ihrer großen Unterschiede untereinander, zu einer ersten Größenklasse vereinigten. Sonst ist ein Stern einer Größenklasse im Durchschnitt 2,5mal fo hell, wie ein Stern der nächst schwächeren Klasse. Man hat dieses von den Alten ganz unbewußt angewendete Gesetz über die sechs Größenklassen der mit bloßem Auge sichtbaren Sterne hinaus ausgedehnt, und ist so mit Zuhilfenahme des Fernrohres und des photographischen Apparates bis zu Sternen der 21. bis 23. Größenklasse gelangt. Da die Zahl der Sterne in den einzelnen Größenklassen bis zur 11. Größe stärker zunimmt als die Helligkeit des einzelnen abnimmt, so tragen die schwächeren Sterne zur Eesamthelligkeit des Himmels mehr bei als die helleren. Die Gesamthelligkeit des Himmels kann durch 1440 Sterne erster Größe erzeugt werden, was noch nicht ganz dem 600. Teil des Vollmondlichtes entspricht. Ein hellerer Stern gehört also einer niedrigeren Größenklasse an. Tas führt manchmal zu merkwürdigen Folgerungen. Will man z. B. die Einteilung auf hellere Sterne als die „erster Größe" ausdehnen, so muß man, um kleinere Zahlen als eins zu erhalten, zu Zahlen unter Rull übergehen. Die Größenklasse der Sonne hat man danach auf — 26 berechnet. Zwischen den schwächsten, mit allen Hilfsmitteln noch eben wahrnehmbaren Sternen und der Sonne steht der Sirius gerade in der Mitte. Ganz etwas anderes als diese „Größe" der Sterne, die man auch als ihre „scheinbare Helligkeit" bezeichnen könnte, ist nun ihre wirkliche Leuchtkraft, das heißt die Helligkeit, die sich für die Sterne ergäbe, wenn man sie alle aus gleicher Entfernung betrachtete. Da man die Entfernung der Sterne in vielen Fällen kennt, kann man auch ihre wirkliche Helligkeit ausrechnen. Da erhält man nun ganz merkwürdige Ergebnisse. Der scheinbar hellste Stern des ganzen Himmels, nämlich der Sirius, ist nur etwa 25mal so hell wie die Sonne, während scheinbar viel schwächere Sterne, wie z. B. die des großen Bären, ungefähr hundertmal so hell sind wie die Sonne; der Polarstern kommt etwa 1000 Sonnen, Beteigeuze im Orion 3000 und R i g e l gar 20 000 Sonnen an Helligkeit gleich. Hört man solche Zahlen, so ist man geneigt, zu glauben, daß unsere Sonne ein besonders schwacher Stern sei» da doch viele Sterne jo vielmal heller leuchten als sie. Dieser Schluß ist aber nicht richtig, wenn man die Sonne nicht nur mit den mit bloßem Auge sichtbaren, sondern mit allen Sternen vergleicht. Mit verhälnismäßig wenig Ausnahmen sind nämlich die Sterne so weit entfernt, daß die Sonne in ihrer Entfernung für das bloße Auge unsichtbar wäre. Es gibt schon genug Sterne, die weniger hell leuchten als die Sonne, nur sieht man sie mit bloßem Auge nicht, weil sie dafür zu weit entfernt sind. Meist berechnet man aus der Entfernung der Sterne deren wirkliche Leuchtkraft; oft verfährt man aber auch umgekehrt. Wenn man nämlich aus Physikalischen Gründen die wahre Leuchtkraft der Sterne kennt, so kann man aus ihrer scheinbaren Helligkeit ihre Entfernung ausrechnen, so daß man auf diese Weise wichtige Aufschlüsse über die Große der sichtbaren Welt erhält. Tonfilm mit Lachlöchern. Es geht wirklich nichts über eine gute Dosis Phantasie. Hat sich doch in Chikago ein „Bund der Tonfilmlacher" gebildet, dem nur Leute angeboren dürfen, welche sich verpflichten. in jedem Tonfilm nach jedem Witz eine halbe Minute lang zu lachen. Gleichzeitig hat sich der Bund an sämtliche Ton'ilmfabrikanten gewandt mit der Bitte, in jedem Film kün-tighin „Lachlöcher" einzulegen, das heißt, stumme Pausen nach jedem Witz, damit das laute Lachen nicht die folgenden Töne ober Worte des Sprechfilms störe. Aul was für Ideen die Menschen kommen. Rächstens werden sie noch verlangen, daß man nach jeder traurigen Szene Tränensäcke her- umreiche! Hochschulnachrichten. Der Privatdozent an der Universität Köln ^Aan^nbrc bat einen Ruf auf den Lehr- ftußl für Biologie an der Staatlichen Akademie c ™aunßbcrfl "iS Rachfolgcr von Prof. Ioh. Baron erhalten. Andres Arbeiten sind botanlschen und besonders pflanzenphysiologischen Inhalts. — Der Ordinarius für Statistik an der $r anff ur ter Universität Prof. Dr. Franz Zizek ist für das kommende Wintersemester von der Abhaltung von Vorlesungen entbunden worden, um sich größeren wissenschaftlichen Ar- bCltC^JD-- en Können. Seine im Vorlesungsverzeichnis angezeigten Vorlesungen wird der dortige Privatdozent Dr. Paul Flaskämper halten. Heuchelheim, Krofdorf, Lützellinden und Wetzlar. Da die erste Mannschaft des Tv. 1846 in Marburg an den Pokalspielen des T.- u. Sp.-B. Marburg von 1860 verpflichtet war, war der Ausgang der Bezirksspiele vollkommen offen. Wie der Verlauf der Spiele ergab, war die Spielstarke von seltener Ausgeglichenheit. Lieber- raschend kam die Niederlage des Tv. 1846 Gießen gegen Tv. Wetzlar mit wenigen Punkten, noch mehr überraschte es, daß es dem Tv. Lützellinden gelang, die Gießener zu schlagen, wenn auch nur knapp mit dem Ergebnis von 40:37. Daß die Krofdorfer Mannschaft an letzter Stelle landete, verdankte sie nur dem mangelnden Verständnis der Spieler untereinander, das Einzelspiel war nicht schlecht. Der Stand der Tabelle hatte nach Schluß der Spiele folgendes Aussehen: Tv. Wetzlar 8, Tv. Lützellinden 6, Tv. Gießen 1846 4, Tv. Heuchelheim 2, Tv. Krofdorf 0 Punkte. Vezir^meister für 1929 ist somit Tv. Wetzlar. Die Jugendmannschaft des Männerturnvereins Gießen, sowie die Turnerinnen desselben Vereins konnten kampflos in ihrer Gruppe Sieger werden. Als Spielrichter hatten sich neben dem Bezirksspielwart Turner''des Tv. 1846 Gießen, des Mtv. Gießen sowie der Vereine Wetzlar und Lützellinden verdient gemacht. Der Mtv.- Platz war durch die Spielabteilung des Vereins zu zwei hübschen Spielfeldern hergerichtet, wofür ihr Dank gebührt. T.I.v.l846S!eger bei den Pokalspielen des Turn- und Sportvereins 1860 Marburg. Ein schöner Erfolg war der 1. Faustballmannschaft am Sonntag in Marburg beschieden. Wie in jedem Jahr, so kämpften auch diesmal die spielstärksten Gauvereine um den Sieg, und zwar der Gaumeister Turngemeinde Friedberg, Tv. Frankenau, T. u. Sp. 1860 Marburg und Tv. von 1846 Gießen. Trotz ersatzgeschwächter Mannschaft gelang es den Gießenern, die Schlappe der Gaumeisterschaftsspiele wettzumachen und Turngemeinde Friedberg in zwei Spielen einwandfrei zu schlagen. Die Spiele gegen Frankenau und T. u. Sp. Marburg waren ebenfalls eine sichere Sache der 1846er, die gestützt auf den in guter Form befindlichen Mittelspieler und die sichere Hintermannschaft mit überlegener Ruhe gewannen. 1846 ist damit zum drittenmal in den Besitz des Pokales gelangt. Die 2. Mannschaft verlor bei den am gleichen Tage ausgetragenen Bezirksspielen knapp gegen Wetzlar und Lützellinden und kam so auf den dritten Platz. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Bon dem Debüt der 1900er in Gießen in der peuen Saison konnte man nicht recht erbaut sein, denn entgegen den beiden letzten auswärtigen Spielen muß man die Leistungen diesmal als schwach bezeichnen. Für die durch den plötzlichen Beginn der Verbandsspiele in Süddeutschland verhinderten Frankfurt-Rödelheimer griff man auf den spielfreien V. f. R. Butzbach zurück, der ein planloses, schlechtes Spiel lieferte, dabei aber die Körperlraft so stark mitspielen ließ, daß das Spiel zeitweise (besonders in der zweiten Spielhälfte) recht unschöne Formen annahm. Die Gießener begannen vielversprechend und lagen ständig im Angriff. Auf Flanke von rechts schoß Heilmann in der siebzehnten Minute 8um ersten Male ein. Einer der vielen Alleingänge des Halbrechten Seiler führte durch Schuß aus ganz spitzem Winkel zum zweiten Treffer, und einen Rachschuß auf einen Strafstoß lenrte Balser durch eleganten Kopfball placiert über den herauslaufenden Torwart zum dritten Erfolg für die Blauweißen ein. Auch nach dem Wechsel hatte der Plahverein die weit günstigeren Chancen, da er den viel besseren Spielausbau zeigte. Wenn es nicht mehr zu Erfolgen reichen sollte, so lag dies wohl in erster Linie an dem Ausfall der beiden Halbstürmer, Dämonen der Zeit. ZRoman von Arthur Brausewetter. 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sow2 das Essen beendet war, bestieg Herr Faßbender sein draußen wartendes Auto, um in das Sägewerk und auf die Holzfelder zu fahren. Klaus Körber aber saß mit dem Glockenschlag drei auf seinem ihm Angewiesenen Pultsessel in der Exportabteilung und blickte auf ein gegen das des Vormittags völlig verändertes Bild. In freundlicher Behaglichkeit verkehrten die Herren und Damen der verschiedenen Abteilungen miteinander, tauschten ihre Erlebnisse aus, boten sich gegenseitig Süßigkeiten oder Zigaretten an, erzählten, wie preiswert sie diese erstanden, machten Verabredungen für bpn Abend und dachten an alles andere eher als an die Arbeit. Selbst der heute morgen vor Dienstbeflissenheit ersterbende Herr Pintscher ließ die großen, auf feinem Pulte ausgeschlagenen Bücher unberührt, erzählte zur Belustigung nicht nur der Duch- halterei, in der fein Pult stand, sondern sämtlicher vier Abteilungen, deren sonst streng aufrechterhaltene Schranken heute samt und sonders durchbrochen waren, von einem lustigen Stück, das er gestern im Theater gesehen, verließ dabei seinen Sessel, mimte, fang, tanzte Szenen daraus vor. Man merkte sofort, daß das ganze Geschäft von Herrn Faßbenders Fahrt zu den Sägewerken und Holzfeldern genau unterrichtet war und wußte, daß er vor einer bestimmten Stunde nicht zurück fein fcyjntc. Rur einer beteiligte sich an der allgemeinen Fröhlichkeit nicht: Herr Rimmersatt, der Leiter der Cxportabteilung. Der hielt feine Würde dem neu eingestellten Korrespondenten gegenüber mit fühlbarer Geflissenheit aufrecht und gab dem ihm Anvertrauten, in Miene, Haltung, ja, in jedem Worte seinen hohen Chef, Herrn Faßbinder, kopierend, die nötige Unterweisung für seine Arbeit. Er war der bei weitem älteste, aber keineswegs fähigste der männlichen Angestellten und wurde an Jahren nur von Fräulein Heimsten, der Hauptkrsft der Buchhalterei, übertroffen, die vor einigen Monaten ihr 25jähriges Jubiläum im Hause Reichenbach & Co. gefeiert hatte. Während sie sich eines allgemeinen Ansehens im Geschäft erfreute, konnte man ein gleiches von Herrn Rimmersatt nicht behaupten. 2luf seinem verhutzelten Gesicht mit dem dünnen Kinnbart, ja, über feiner eckigen, hageren Erscheinung, die wie eine augenscheinliche Veranschaulichung seines Ramens anmutete, lag etwas Abwartendes, in steter Bereitschaft Seiendes, als wäre er überall auf einen Angriff, zu mindestens auf eine Zurücksetzung gefaßt, die ihm trotz _ seines leitenden Postens von dem jüngeren und übermütigen Perbesonders des bot bet Pause vorzüglichen Halbrechten Zeiler, da beide ernstlich verletzt wurden. Butzbach spielte mit weiten Schlägen ein durchbruchartiges Spiel und hatte auch bald die Schwäche in der Gießener Deckung (rechter Ersah- läufer) erkannt. Schiedsrichter Kreiling leitete zufriedenstellend. 1900s Sieg mit 3: 2 Toren war immerhin verdient. Entgegengesetzt zu diesem Spiel war das an- schliestende Jugendspiel 1900 II. — Leihhgestem I. ein reiner Genuß. Glänzende Leistungen der körperlich schwächeren Gießener liehen diese zu einem verdienten 4:1-Sieg kommen. Beiderseits wurde mit eminentem Eifer gekämpft. Schiedsrichter Grote leitete vorzüglich. 1900s zweite Seniorenelf sollte nach Grünberg reisen. Es fuhr aber nur ein Spieler der etatmäßigen Zweiten, die bereits am Samstag gegen die Liga von Heuchelheim tätig gewesen war. Als Ersatz sprangen die Spieler der dritten und vierten Mannschaft, die spielfrei waren, in die Bresche, die Elf konnte natürlich gegen die zur Zeit recht guten Grünberger nicht aufkommen, sondern mußte eine 5:0-Riederlage einstecken. Auch das Samstagspiel 1900s II. gegen Heuchelheim Liga enttäuschte. Der Platzverein siegte mit 4:1 (Halbzeit 1:0). V. f. B. Die Ligamannschaft verlor ihr Gesellschaftsspiel gegen „D. f. D.-Kurhessen" Marburg knapp mit 2:3. Leider mußte sie ersatzgeschwächt den Marburgern gegenübertreten. Wenn die Elf trotzdem nur mit einem Tor Unterschied verlor und dabei noch dem Platzverein ein meistenteils gleichwertiges, zeitweise sogar überlegenes Spiel vorführte, so darf man dies als einen erfreulichen Achtungserfolg bezeichnen, der um so höher zu bewerten ist, als er auf dortigem Platz erftritten wurde. Bemerkenswert war der Kampfgeist und der Siegeswille, den die V. f. D.-Mannschaft diesmal im Gegensatz zum Spiel gegen Klein- Steinheim aufbrachte. Auch in Technik und Zuspiel war ihre Leistung befriedigend. Zu dem Verlauf des von Anfang bis Ende interessanten Spiels fei folgendes berichtet: Während es V. f. D. anfangs schwer fiel, sich zu finden, kam Marburg gleich in Schwung und war die ersten zwanzig Minuten leicht überlegen, ohne jedoch zum Erfolg zu kommen. Langsam kam auch Gießen auf und vermochte dem Gegner bis zur Pause eine gleichwertige Partie zu liefern, konnte jedoch nicht verhindern, daß Marburg in dieser Zeit den Führungstreffer erzielte. Rach dem Wechsel forcierte Gießen stark das Tempo und wurde mehr und mehr überlegen. Aus einer ganzen Anzahl von planvoll vorgetragenen Angriffen wurden sehr gute Torchancen heraus-» gearbeitet, von denen jedoch nur zwei zum Ausgleichs- und Führungstreffer verwandelt wurden. Ein dritter Erfolg wurde, obwohl er regelrecht erzielt war, von dem Spielleiter, einem Schiedsrichteranwärter, unverständlicherweise nicht gewertet. V. f. D.-Kurhessen hatte mit seinen Gegenangriffen reichlich Glück und konnte den Ausgleich und zwei Minuten vor Schluß noch den Siegestreffer erzwingen. Das Spiel der Ligareserven beider Vereine tarn nicht zustande. Die dritte Mannschaft war bei der ersten Lichs zu Gast. Obwohl sie zahlenmäßig geschwächt antrat, vermochte sie die Platzelf hoch mit 8:0 zu schlagen. Die zweite Jugendmannschaft hatte sich der ersten Jugend Lollars zu einem Gesellschaftsspiel auf dortigem Platz verpflichtet. Obgleich sie durch vier Spieler der ersten Jugend verstärkt war, mußte sie sich eine 1:3-Riederlage gefallen lassen. Sportverein 1928 Garbenteich. Am vergangenen Sonntag weilten die III. Jugend- und I. Schülermannschaft des V. f. D. Gießen in Garbenteich. Die erste Jugendmann- fchaft beS Gastgebers konnte nach langem fairen Kampfe das Spiel gegen D. f. D. Gießen III. Jugend mit 1:0 Toren für sich entscheiden. Die Einheimischen, welche lange Zeit ohne Spiel waren, konnten kaum restlos gefallen. Man merkte, daß in ihren Reihen der Halblinke Stürmer fehlte. Dabei ist noch zu bemerken, daß der Torhüter des V. f. B. Gießen ein fast unüberwindbares Hindernis war. Die erste Schülermannschaft des Sportvereins mußte gegen die körperlich stärkeren Schüler des V. f. D. Gießen eine 4:1-Riederlage hinnehmen. (Halbzeit 1:0 für Garbenteich.) Hier war Gießen die bessere Mannschaft und gewann verdient. Gießener Tennisklub 1922. In dem vom 15. bis 18. August in Bad- Rauheim stattgefundenen Internationalen Tennisturnier konnten die Gießener eine Reihe beachtlicher Erfolge gegen stärkste Konkurrenz erzielen. Dr. Kirchner, der erstmalig in der ersten Klasse startete, lieferte dem Frankfurter Champion Gosewich einen ausgezeichneten Kampf um jedes Spiel und erhielt den lebhaften Beifall des Publikums für seine tapfere Verteidigung. Im Doppel hatte man ihm dem Münchner Baer zugeteilt. Diese Gießen-Münchener Kombination fand sich ausgezeichnet zusammen und schlug zur allgemeinen Ueberraschung das Paar E r Wen- Mi k h a i l o f s in drei Sähen. Der Sieg über den Münchener Spitzenspieler und dem zweitbesten Frankfurter dürfte für den Gießener! Klub den schönsten Erfolg in Rauheim bedeuten. Auch im anschließenden Spiel gegen die Meisterkombination F r o i tz h e i m - Dr. Buß hielten sich Dr. Kirchner - Baer wacker und nahmen in jedem Satz den Cracks ein Spiel ab. Im Damen-Einzel spielte Frau D u m u r ebenfalls in der ersten Klasse und hielt sich gegen Frau Ewald (Sobemheim) ausgezeichnet. Erst nach hartem Kampf im zweiten Satz überließ sie 7:5 der bekannten Ranglistenspielerin den Sieg. In der 8-Klasse verhalf Dr. Schopp er dem Gießener Club zu einem neuen Erfolg. Er schlug im Einzel nacheinander Dr. Bartsch (Frankfurt), Krenzler (Barmen) und Kleyer (Frankfurt). Um den Eintritt in die Schlußrunde verlor er knapp gegen den Cndsieger Bran - benberger, z.T. infolge eines Mißverständnisses. Sein Vordringen bis zur Vorschlußrunde brachte ihm einen dritten Preis. Scriba hatte das Pech, bereits in der ersten Runde auf den erst 16jährigen Leußer (Würzburg) zu treffen, der ein wunderbares Spiel vorsührte. Trotzdem der Gießener im zweiten Sah zu ganz großer Form auflief, konnte er den Sieg des Juniors nicht verhindern, von G r o I m a n schlug QH inet) (Antwerpen) wie er wollte, mußte sich dann jedoch dem Sicherheitsspiel des Duisburgers Rau, der vorher auch E n g i s ch nach Kampf ausgeschaltet hatte, ergeben. Bei den Damen kämpfte Fräulein Berg anfänglich erbittert gegen Frau 03 re n bet (Frankfurt), mußte schließlich jeboch klein beigeben. Frau ©üttmann blieb leicht Siegerin über Frl. Eiermann unb ergab sich dem größeren Können von Frau Jhenburg (Köln) erst nach Kampf. Im Herren-Doppel verhinderte Pech in bet Auslosung einen Sieg ber starken Gießener Dr. Schopper - Scriba. Sie trafen bereits in ber ersten Runde auf den Sieger dieser Konkurrenz, Probst - Heierhoff (Aachen), unb mußten ihnen knapp bieses Match unb damit wahrscheinlich auch den ersten Preis im Herren- Doppel B überlassen, v. Grolman - Engi s ch verloren in drei Sähen gegen Hofmann- Weidmann (Dad-Rauheim). Im Mixed unterlagen Frau D u m u r - von Grolman dem Darmstädter Paar Fräulein Fischer-Krämer. Die Riederlage geht auf Konto v. Grolman. Ausgezeichnet hielten sich fona! auch oft genug zuteil wurde. Da er unbeweibt war unb in feiner Abteilung mit Ausnahme des englischen Korrespondenten nur Damen beschäftigt waren, so hatte er zwei Spitznamen, die sich nur in der mehr oder minder zarten Ramengebung unterschieden: Bei den Damen der Firma hieß er allgemein der „Pascha", bei den Herren ber „Eunuch". Seinem neuen Mitarbeiter, der in Aussehen unb Haltung wie in seiner ganzen Art sich zu geben, einen ihm weit überlegenen Eindruck machte, von dem er außerbem wußte, bah er der Freunb und der Regimentskamerad des eigentlichen Inhabers der Firma war, trat er vom ersten Augenblicke an mit einem bei ihm leicht verständlichen Argwohn entgegen. Mußte er doch fürchten, daß der noch junge Mann dazu ausersehen war, ihn in absehbarer Zeit in seiner leitenden Stellung zu ersetzen. Eine kleine Stunde dauerte das lustige Geplänkel und unbefangene Spiel von Tisch zu Tisch, von Pult zu Pult um Klaus Körber herum. Auch jetzt nahm man wenig Rotiz von ihm. Dazu war man zu sehr unter sich. Man brauchte unb wollte keinen Fremben, am wenigsten einen, der sich vielleicht infolge seines gesellschaftlichen Ranges und der einmal innegehabten selbständigen Stellung über die anderen erhob. So fühlte sich Klaus vom ersten Tage an durch eine undurchdringliche Mauer von feinen Mitarbeitern getrennt und machte seinerseits keinerlei Anstrengungen, sie zu durchbrechen. Sich mit Würde und Gleichmut in ein unabänderliches Schicksal zu finden, das ihn aus einem Herrn zum Untergebenen gemacht, war das einzige, was ihm übrig blieb. Aber das Gefühl einer wachsenden Einsamkeit und Verlassenheit vermochte er um so weniger zu unterdrücken, je froher und geselliger sich hier alles um ihn her aneinander- schloß. „Jetzt kommt er gleich,' vernahm er mit einem Male eine Frauenstimme dicht neben sich. Er konnte sich nicht recht denken, daß dieses in leise vertraulichem Ton gesprochene Wort ihm gelten könnte — da sah er ein helles Augenpaar auf fi ch gerichtet, und ein frischrosiges Mädchengesicht mit dichtem, auf die glatte Stirn herab- gezogenem, die Ohrmuschel bedeckendem Blondhaar und einem entzückend kecken Stumpfnäschen wandte sich ihm zu, eine gewisse Schüchternheit bekämpfend, als wäre es sich nicht sicher, ob ihm diese Art der Annäherung auch willkommen wäre. „Sobald kann er von seinen Holzfeldern nicht zurück sein," gab er ebenso leise und auf ihren Ton eingehend, wieder. „Ich meine ja nicht Herrn Faßbender," entgegnete sie wiederum schüchtern, aber doch mit einer gewissen Ueberlegenheit. .Ich meine den Alten." Run wurde er aufmerksam. „Ach so... den Oberst... Kommt er heute?" „Er kommt jeden Abend. Punkt fünf Uhr betritt er das Kontor. Punkt acht Uhr verläßt er es. Die anderen sind dann schon lange fort. Auch Herr Faßbender, wenn er überhaupt des Rachmittags hier ist, geht um sieben Uhr. Die beiden arbeiten wenig ober nur das Rotwendigste miteinander." „Darum kommt er wohl nie des Vormittags?" „Rein... das hat einen anderen Grund." „Einen anderen Grund? Welchen denn?" fragte er, immer aufmerksamer werdend. „Das möchte ich Ihnen hier nicht aufeinander» setzen. Vielleicht ein andermal." „3ft denn der Oberst des Abends immer allein hier?" nahm Klaus das Gespräch mit seiner Rachbarin wieder auf. „Rein. Ich bleibe bei ihm. Er macht mit mir Abrechnungen, geht die Besrachtungs- und Stapel-Tabellen durch und diktiert mir auch polnische Briese ins Stenogramm. Es sind natürlich Ueberstunden. Aber wenn ich mein Butterbrot mitnehme, ist's noch Zeit, in die U. T. zu gehen, wenn sie was Reues geben. Und da er meine Arbeit gut bezahlt und ich ihn gern habe —“ „Sie haben ihn gern?" warf er, mit ganz anderen Gedanken befdjäftigt, nebenhin. Eine leise Blutwelle stieg in die klare Mädchenstirn. „Ja — warum sollte ich ihn nicht gern» haben? Er ist doch ein alter Mann." „Gewiß...so meinte ich es ja auch gar nicht", erwiderte er wiederum leichthin, und immer noch gingen seine Gedanken ihre eigene Bahn. „Wir haben ihn hier alle gern... da können Sie in jeder Abteilung fragen. Viel lieber als den steifen, strengen Faßbender, der nie ein anderes Wort mit einem spricht, als vom Geschäft. Schließlich ist man doch noch Mensch. Und der Alte versteht seine Sache, wenn er auch nur Oberst und niemals Kaufmann war." „Das macht die praktische Ader, die man so als Soldat hat. Da findet man sich leichter in andere Gebiete." „Ja, das sagt Herr Pintscher auch. Und Sie selber —" „Run, wie Sie sehen: ich sitze auf der Schulbank und fange von vorne an.“ „Sie waren Offizier im Regiment des Herrn Obersten?" fragte sie mit schlecht verhohlener Reugier. „Ja, so war es." „Das waren die 128er, nicht wahr?" „Rein, die Grenadiere." „Ach, die Grenadiere! Das war wohl ein schönes Regiment, nicht wahr?" „Ra... Sie waren damals noch ein Kind", meinte er, mit einem leisen Lächeln ihre jugendliche Gestalt umfassend. Frk. Berg - Dr. Schopper, die nach Stegen über Fräulein Führ - Krenzler (Bab-Rau- beim) und Fräulein Löv - Brandenberger (Darmstadt) um den Eintritt in die Vorschlußrunde an dem Aachener Paar Frl. Bucken - S>eier* hoff scheiterten. Frau Düttrnann- Scriba verloren glatt gegen Frl. Ambach- Schmidt. Engisch gewann mit Frl. Eiermann gegen Euler (Frankfurt) und Partnerin in drei, Sätzen und hielt sich tapfer gegen Frau Erweis Leußer. Im Damen-Doppel schließlich, das nur in einer Klasse gespielt wurde, siegten Frau Du- m ur» Frau S ievert über Frau Dü 11- mann-Schloomer glatt, mußten dann abefl gegen die starke süddeutsche Kombination Frl. Hammer- Frl. R a g l e r , die vermeintlichen Endsiegerinnen, die Waffen strecken. Fräulein Berg spielte mit ihrer Bezwingerin, Frau Brendel, siegreich gegen Frl. Beyer - Frl. von Löv, scheiterte dann aber ebenfalls an einem der stärksten Paare, an Frau Kunze- Ewald. Last not least: für gute Schiedsrichterleistungen erhielten Scriba und v. Grolman einen Schiedsrichterpreis. Ty. , Schwerathletik. Bei stärkster Konkurrenz aus Göttingen. Kassel, Marburg, Gießen, Friedberg, Alsfeld, Hersfeld, Wanfried, Treffurt u. a. fanden am Sonntag in Friedberg die Kreismeisterschaf- ten im Stemmen, Ringen und Boxen (Kreis Hessen und Hessen-Rassau) statt. Trotz des ungünstigen Wetters — es regnete zeitweise in Strömen — wurden prächtige Leistungen erzielt. Hervorragenden Anteil an den Kämpfen nahm der 1. Kraft- und Sportklub 1893 Gießen. Rachstehend die ersten Gießener Preisträger! S t a u b a ch , Hch., (Altersklasse): Stemmen 1. Pr. (Kreismeister), Ringen 2. Preis: Schepers, Adolf, (aktiv Schwergewicht): Ringen 1.Preis (Kreismeister): Bell off, Willi, (aktiv Mittelgewicht): Ringen 1. Preis (Kreismeister), Stemmen 3. Preis: Forbach, Albert (aktiv Mittelgewicht): Stemmen 4. Preis: Funk, Alois, (aktiv Federgewicht): Ringen 2. Preis: Klotz, Ludwig, (aktiv Leichtgewicht): Boxen 1. Preis (Kreismeister): Arnreich, Karl, (aktiv Bantamgewicht): Boxen 1. Preis (Kreisineister)r Hardt, Ludwig, (aktiv Leichtgewicht): Boxen 2. Preis: Weis, Hans, (aktiv Cchwermittel- gewicht): Hammerwerfen 1. Preis (Kreismeister), leichtathl. Dreikampf 3. Preis. Wasserball. Realgymnasium — Oberrealschule 8:1. Montagnachmittag trafen sich die beiden Schulen in der Müllerschen Badeanstalt zum ersten Male zum Austrag eines Wasserballspiels. Es ist erfreulich, daß auch dieses Gebiet des Sports nunmehr von den Schulen betrieben wird, nachdem bereits alle anderen volkstümlichen Ballspiele bei ihnen Eingang gefunden haben. Besonders erfreulich aber ist die Feststellung, daß beide Schulen Mannschaften aufstellen konnten, die über die ersten Anfänge längst hinaus sind. Beide Schulen, insbesondere das Realgymnasium, könnten gegen manche Vereinsmannschaft mit Erfolg antreten. Das Realgymnasium war von vornherein überlegen und blieb es auch bis zum Schluß. Dee Stand bei Halbzeit war 4:1, bei Beendigung 8:1. Das Resultat entspricht dem Stärkeverhältnis der beiden Mannschaften. Den Ober- realschülem fehlte die Schnelligkeit, der sichere Wurf aufs Tor und überhaupt die sichere Ballbehandlung. Einige Tore hätten sie auch durch besonderes Abdecken vermeiden können: die Realgymnasiasten konnten wiederholt unbehindert durchbrechen. Weitere Sportnachrichten auf der 4. Seite. „Aber meine ältere Schwester, die einen früheren Sergeanten von den 128ern geheiratet, bat mir oft davon erzählt, und deren Oberst war Herr Reichenbach? .Unb Sie waren mit ihm befreundet?" „Wenn man das so nennen darf. Ich verehrts ihn wie einen Vater." „Sehen (Sie... so meinte ich es vorhin auch.-« ganz ähnlich so", fügte sie, wiederum leise errötend, hinzu, als fürchtete sie, etwas Dummes gesagt zu haben. „And dann... er tut mir oft so furchtbar leid." „Er tut Ihnen leid?" fragte er schnell und nicht ohne eine merkbare Erregung. „Und es ist schließlich vielleicht gar nicht feine Schuld." 2hre Worte ließen seine Erregung wachsen, Was steckte hinter alledem, was sie da sagte? Wurden die Geheimnisse immer größer und dichter, die dieses Haus, dieses Geschäft umgaben? Er wollte sie weiter fragen, wollte näheres von ihr wissen. Da kehrte Herr Rimmersatt mit seinem leisen, schlürfenden Schritt aus der Fernsprechzelle zurück. „Sind Sie mit Ihrem Brief fertig, Herr Körber ?" wandte er sich mit gewichtiger Geschäftsmiene an Klaus. „Sie müssen ihn mir noch in deutscher Liebersetzung vorlesen, bevor er Herrn Reichenbach zur Unterschrift vorgelegt wird, denn er muß unter allen Umständen heute abend noch zur Post." Die Federn raschelten, die Schreibmaschitzen klapperten — tiefe Arbeitsstille war in allen vier Abteilungen des Hauses Bleichenbach & Co. Ernst und eintönig begleitete sie der laut tickende Pendel der großen Wanduhr von dem schmalen, zwischen den vorderen und hinteren Räumen gelegenen Flur her. Jetzt holte sie zum Schlage aus... eins, zwei, drei, vier, fünf — da, ein kurzer, energischer Ruck der Tür, und den flei- non Flur schnellen Fußes durchschreitend trat ein herkulisch gebauter Mann, stiernackig, ein wenig kurzgliedrig, mit prachtvoll hochgewölbter Stirn und einem auf den gewaltigen Brustkasten herabfallenden grauschwarzen Bart, in das Kontor. „Guten Abend, meine Damen, guten Abend, meine Herren", so grüßte er mit der volltönenden Stimme zu den Tischen der vorderen Räume hinüber. Und „Guten Abend, Herr Oberst!" klang es freudig und freundlich aus männlichen und weiblichen Kehlen zurück. Herr Faßbender liebte die militärische Bezeichnung im Geschäft nicht: in seiner Gegenwart durfte sie nicht gebraucht werden. Aber die da auf ihren Schreibsesseln wußten, daß der alte Herr sie gern hatte und taten ihm den Gefallen, ihn, wenn der Prokurist Vicht anwesend war, mit diesem Titel zu benennen, der ihm etwas Heiliges war. (Fortsetzung folgt) u r- Mark 227 6 trieb: frage sehr gi W f litat 4( tiifje II bis 250 bis 60' 0ie De ifl 9 zahl' sollw bant schie aller *2Je diese zu § De f(hen noch komm * den 2 angen Dein« Hessen gestiel gelvor tzchw ist die 240 0) Me nien sich u des pro hat. über Mai span hoh und Ung, Der des s bürg hessis • Di Magisti heutige Konsorl Seehan von 30 gen mi angeni lich du der 6; ausfitf) 15 M lifyn 1 ' D Allg über t Frank mit b< tergesi daß fi in bei Derhc seht, Konso Mitte Frank Bank! geschlo die 3d gen - glatt ei sahsinai Allgenn ®. in. b. entgege, furter ‘ Äataftti Die Fr den Kc spruch Lität i lchlvsse mehr SS .„’W b®°N «Mal rüchch KSch» ♦% Cefa 4o,° N 3$ Wirtschaft. Oie Notlage des hessischen Weinbaues. Der Verein 21 tet(feinet Weinbergbesiher hielt in Rierstein eine Versammlung ab, zu der zahlreiche Weinbergbesiher aus Rheinhessen sowie der Präsident des Hessischen Weinbauver-- bandes, Emil Schätze! aus Guntersblum, erschienen waren. Die Tagung befaßte sich vor allem mit der Rotlage des hessischen Weinbaues. Als einen triftigen Grund für diese Rotlage bezeichnete Direktor Blüm, der zweite Vorsitzende des Verbandes, die von Jahr zu Jahr steigende Einfuhr ausländischer We ine, zu welcher neben spanischen, französischen und italienischen Weinen neuerdings auch noch ungarische, chilenische und australische Weine kommen. Diese Einfuhr machte sich in den letzten Jahren bei dem immer stärker zutage tretenden Rückgang des Konsums doppelt unangenehm bemerkbar. Die 1925 auf die spanischen Weine gelegten Zölle sind durch die in Rheinhessen in der Zwischenzeit um 20 bis 30 Prozent gestiegenen Unkosten überholt und unwirksam geworden. Rach einem Aufsatz von Professor Schwitz von der spanischen älniversatät Cervera ist die Einfuhr aus Spanien im Jahre 1927 auf 240 Millionen gegen 143 Mill. Mark im Vorjahre angewachsen. Die Ausfuhr nach Spanien betrug nur 178 Millionen Mark, so daß sich unsere Handelsbilanz mit Spanien auf Grund des neuen Vertrages um 72 Millionen Mark pro Jahr zu unfern Llngunsten verschlechtert hat. Das sind Zahlen, die zu denken geben. Darüber entspann sich eine lebhafte Aussprache. Man war sich einig, daß eine Kündigung des spanischen Vertrages und eine angemessene Erhöhung der Zollsätze unumgänglich ist, und daß auch eine Revision der Verträge mit Ungarn, Chile und Australien statkzufinden hat. Der Vorsitzende des Hessischen Weinbauverbandes sagte zu, auf dem Weinbaukongreh in Offenburg für die berechtigten Forderungen des rhein- hessischen Weinbaues einzutreten. Jtinöermarff in Gießen. * Gießen, 20. Aug. Der Austrieb zum heutigen Markt betrug 1211 Stück Groß- und Jungvieh und 227 Kälber. Der Handel war infolge des großen Auftrieb,' schleppend, so daß Ueberstand verblieb. Nachfrage nach Schlachtticren war sehr gering, obwohl sehr gutes Material am Platze war. Es wurden bezahlt für Kühe 1. Qualität 550 bis 650 Mark, 2. Qualität 400 bis 500, 3. Qualität 250 bis 350, Schlachtkühe 100 bis 350, Rinder, ein-- bis zweijährig 100 bis 250 Mark, Kälber, das Pfund Lebendgewicht 50 bis 60 Pf. Bessere Tiere über Notiz. * • Die neue Frankfurter Anleihe. Der Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, das Angebot dreier Konsortien, je unter Führung der Frankfurter Bank, Seehandlung und Mendelssohn, auf Uebernahme von 30 Millionen Reichsmark 8-v. H.-Schatzanweisun- gen mit dreijähriger Laufzeit zum Kurse von 93 o. S). angenommen. Von der Anleihe, deren Erlös bekanntlich durch Abdeckung fällig werdender Verpflichtungen der Stadt Frankfurt a. M. dienen soll und die voraussichtlich zu 96 v. Sy verkauft wird, werden 15 Millionen Reichsmark übernommen und die restlichen 15 Millionen Reichsmark in Option gegeben. * Das Schicksal der Frankfurter Allgemeinen. In einer den ganzen Montag über dauernden Sitzung hat der Äufsichtsrat der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs A. G. die mit der Allianz begonnenen Verhandlungen weitergeführt. Die Direktion erklärte in der Sitzung, daß für die Prämienreserven unbelastete Aktiven in der erforderlichen Höhe vorhanden seien. Die Verhandlungen des Aufsichtsrats werden fortgesetzt, auch in der Richtung der Bildung eines Konsortiums für die Bereitstellung von neuen Mitteln. Inzwischen hat die Hausbank der Frankfurter Allgemeinen, die Südwestdeutsche Bank A. G. in Frankfurt a. M., ihre Schalter geschlossen. Roch am Samstag war ein Run auf die Bank erfolgt, bei dem jedoch alle Anforderungen — man spricht von rund 1 Million Mk. — glatt erfüllt worden waren. Das wichtigste Ab- sahfinanzierungsunternehmen der Frankfurter Allgemeinen, die Frankfurter Industrie-Kredit G. m. b. H. tritt in einer Erklärung der Annahme entgegen, daß das Abzahlungsgeschäft der Frankfurter Industrie-Kredit die Hauptschuld an der Katastrophe trage, die den Konzern betroffen hat. Die Frankfurter Industrie-Kredit habe bis heute den Konzern in keiner Weise materiell in Anspruch genommen. Eine Gefährdung der Liquidität des Konzerns fei von vornherein ausgeschlossen gewesen, die Industrie-Kredit habe vielmehr aus eigener Kraft dem Konzern Mittel zur Verfügung gestellt, deren Abdeckung bis heute noch ausstehe. * Erklärungen der Allianz zum Fall Frankfurter Allgemeine. Generaldirektor Schmidt von der Allianz führte in einer Zu- ammenkunft mit der Presse aus, daß die Frank- urter Allgemeine sich habe verlocken lassen, Ge- chäfte zu machen, die die Kräfte der Organisation überstiegen und für die Kontrollmöglichkeiten des Reichsaufsichtsamts nicht ausreichten. Die Frankfurter Allgemeine habe Kredit-, Absatzfinanzierungs- und Bankgeschäfte zum Teil bedenklicher Art gemacht und durch Gründung zahlreicher Tochtergesellschaften rein bankmäßiger Natur °tzroße Lasten und Risiken auf sich genommen. Der Entschluß der Allianz, die Garantie für die Versicherten zu übernehmen, läge im eigentlichen Interesse der Allianz, um den Versicherungsgedanken selbst zu retten. Die Gesellschaft sei sich des Risikos wohl bewußt. Wenn die Frankfurter Allgemeine den Vorschlag annähme, trete die Garantieerklärung der Allianz sofort in Kraft. Erklären sich die Gäubiger mit der Lostrennung des Versicherungsgeschäfts innerhalb von 14 Tagen nicht einverstanden, so habe die Allianz das Recht zum Rücktritt. * Die Arbeitszeitverhandlungen in der Metallindustrie des Frankfurter Wirtschaftsgebietes. Am Montag sand in Frankfurt a. M. die erste Verhandlung über die von den Metallarbeitergewerkschaften gekündigte Arbeitszeit statt. Die Arbeitgebervertreter stellten als Gegenforderung in der Verhandlung eine Erhöhung der bestehenden Arbeitszeit von 51 auf 53 Stunden in der Woche auf. Bekanntlich wollen die Metallarbeitergewerkschaften eine Herabsetzung der bestehenden 51-Stundenwoche durchsetzen. Rach längerer eingehender Aussprache wurde von den Vertretern des Deutschen und des Christlichen Metallarbeiterverbandes die Forderung der Arbeitgeber angegriffen und eine Reduzierung der 51-Stundenwoche verlangt. Die Arbeitgebervertreter beharrten aber auf ihrer Forderung. Die Verhandlungen müssen, nachdem eine Verständigung nicht zustande gekommen ist, als gescheitert betrachtet werden. ' Getreide-Kreditbank, A. - G., Mainz. In der dieser Tage abgehaltenen Gläubigerversammlung wurde ein Status der aus den bekannten älrsachen insolvent gewordenen Gesellschaft vorgelegt. Danach stehen den Aktiven von 362 998 Mk. Passiven in Höhe 6on 1 515 943 Mk. gegenüber, darunter 563 367 Mk. Bankschulden. Von den freien Außenständen in Höhe von 358 177 Mk. erscheinen nach Abzug der völlig uneinbringlichen Schulden und einer 30proz. Abschreibung noch 54 000 Mk. unter den Aktiven. Die gesicherten Außenstände betragen 140 784 Mk. Die betreffenden Schuldner haben der Getreide-Kreditbank Hypotheken und Grund- schuldbriefe im Rominalbetrage von 289 650 Mk. sicherheitshalber abgetreten. Die Getreide-Kreditbank hat diese Grundschuldbriefe usw. an andere Banken weitergegeben. Soweit nun die Schuldner aus diesen Hypotheken in Anspruch genommen werden, haben sie das Recht der Aufrechnung und werden mit dem über ihrem Sollsaldo in Anspruch genommenen Betrag Kreditor. Der Effektenumsah der Dank soll 1926 9 Mill.. 1927 25 Mill, und 1928 32 Mill. Mk. betragen haben. Bankangestellte in Frankfurt a. M. sollen mit einer Effekfenschuld in Höhe von 64 000 Mk. beteiligt fein. Es wurde ein Gläubigerausschuß gebildet. * 24 Mill. Mark Anleihe der Stadt Breslau. Der Stadt Breslau ist ein Angebot auf Liebernahme von 24 Mill. Mark 8proz. Schahanweisungen mit 3Vrjähriger Laufzeit ein» gereicht worden. An der Llebernahme dieser Schahanweisungen sind das vom Schlesischen Bankverein, Filiale der Deutschen Bank geführte Breslauer Konsortium und das von dem Bankhaus G. Dreyfus & Co., Berlin, geführte Konsortium, das durch Hinzutritt neuer Mitglieder erweitert ist, je zur Hälfte beteiligt. Frankfurter Börse. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Frankfurt, 20. Aug. Tendenz: beruhigt. — Zu Beginn der heutigen Börse war die Stimmung wieder zuversichtlicher. Die gestrigen Ausführungen des Aufsichtsrates der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs- A.-G. wurden als nichtssagend bezeichnet, doch hofft man, daß bei der Fortsetzung der Sitzung am heutigen Tage Beschlüsse gefaßt werden dürften, die eine weitere Beruhigung der Lage nach sich ziehen werden. Man rechnet jetzt doch damit, daß eine Stützungsaktion zustande kommen könne und daraufhin trat wieder eine Hoffnung zutage, zumal auch die Einwirkungen auf das Ausland durch diese Angelegenheit keinen besonders großen Kreis ziehen konnten. Im Gegenteil, von ausländischer Seife soll sich sogar heute wieder einiges Interesse für vereinzelte deutsche Werte eingestellt haben. Auch selbst das Papier der Frankfurter Allgemeinen Versicherung konnte in erster Linie hiervon profitieren. Man hörte einen Taxkurs von 140 Mark Geld. Das Geschäft war aber sonst sehr gering, denn die Affäre der Frankfurter Allgemeinen Versicherung wirkte immer noch etwas nach und hemmte die ilnfer- nehmungslust bei der Spekulation. Aber trotzdem waren gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist Besserungen bis zu 1,5 Proz. zu verzeichnen. Die sonst vorliegenden günstigen Oltomente traten in den Schatten. Auch das schleppende Fortsehen der Haager Konferenz wurde nur wenig diskutiert. Etwas mehr hervor traten Elektrowerte. Licht und Kraft gewannen 1,75 Proz., auch AEG. etwas höher, nachdem sie schon gestern abend 2 Proz. anziehen konnten. Von Montanwert en gaben Gelsenkirchen, Phönix und Klöckner etwa je 1,5 Proz. nach. Rheinstahl, Mannesmann und O t a v i leicht gebessert. Erwähnenswert fest lagen am Dauunternchmungsmarkt Wayß & Freytag mit plus 3 Proz. Renten still. Im Verlaufe war die Tendenz weiter eher etwas freundlicher. Die Spekulation schritt erneut zu neuen Rückdeckungen, so daß sich das Kursniveau im allgemeinen um 1,5 Proz. heben konnte. Arn Geldmarkt hörte man Tagesgeld mit 6,5 Proz. Am Devisenmarkt nannte man Mart gegen Dollar 4,1983, gegen Pfund 20,358, London gegen Kabel 4,8475, gegen Paris 123,84, gegen Mailand 92,74, gegen Madrid 33,00, gegen Holland 12,1013. Berliner Börse. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 20. August. Gestern abend konnte man nach den Rückschlägen der Börse wieder eine gewisse Beruhigung feststellen, die sich auch heute vormittag, wenn /.% desgl. von 1913..... 4% Ungarische Kroncnrte..... 4% Türt. Zollanleihe 0.1911. . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Kpri<> I ......... menS * HalSke ..... 1- ...............* * 4 5 * * 8 * 10 utsche Erdöl.......6 ner Steinkohle ...... 8 senkirchener ... f- Vi 3 4 ...............6 'sch Eisen.........8 Bergbau........8 cknerwerke........7 n-Neuessen........9 nneSmann...... . 8 nSselder..... 7 erschlej. Eilenb. Bedarf. . . 5 erschles. KokSwerke.....6 dnir Bergbau......6% einische Braunkohlen... 10 einstahl . . . f. % Jahr 4% deck Montan......7,2 reinigte Stahlw......( ioi Minen.......3 sh i Aschersleben.....10 l Westeregeln......10 iwerk Salzdetfurth ... 15 ®. Farben-Indusirte ... 12 namil Nobel.......5 eideanstalt........9 dschmidt........6 tallgesellfchast. ..... 11 4% deLgl. Serie II. ..... • 4% Rumänen convert. Rte. . - ■ 4%% Rumänen Goldanl. von 1913 Mg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Südam. Dampfsch. - - 8 Hansa Dampsschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Mg. Deutsche Creditanst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Beniner HandelSgesellsch. . . 12 Commerz- und Privai-Bank . 11 Dormst. u. Nationalbank . . 12 Deutsche Bank......10 Diskonw-GeseUschast Ani.. . 10 Dresdner Bank......io Metallbau k. ...... ..8 Reichsbank ........ 12 Berlin, 19. August Geld Brief Französische Jioten..... föTi 16f4> " Holländische Noten...... 167,59 168,37 Italienische ‘J’oten ...... 91 AR Norwegische Noten...... 111,51 111,95 Deutsch-Oesterr,äioo Kronen 59,18 59,42 Rumänische Noten...... 2,48 9,5n Schwedische Noten ...... 112,15 112.59 Schweizer Noten....... 80,54 80,86 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 61,39 12.39 61,63 12,45 Ungarische Noten...... 73,02 73,32 19. August 20. August Amtliche Notierung Amtliche Notierung v»eio io rte t Geld Brief A inst--Rott. 168,01 168,25 168,Ul 168,35 Buen.-Aires 1,798 1,762 58,425 1,759 1,763 Brfl.-Antw. ,8,305 58,315 58,435 Christiania. 111,69 111,91 111,76 111.98 Kopenhagen 111,67 111,89 111,67 111.89 Stockholm . 112,34 112,56 112,35 112,67 Helüngfors. 10,542 10,562 10,543 10,563 Italien. . . 21,935 21,975 21,93 21.97 London. . . Neuhork . . 20,338 20,378 20,338 20,378 4 203 4,195 4,203 4,195 Paris.... 16,425 16,465 16,42 16 46 Schwei; .. 80,686 80,845 80,685 80,845 Spanien. . 61,60 61,72 61,57 61,69 Japan . . . 1,955 1,959 1,960 1 964 Rio de Jan. Wien in D-- 0,4975 0,4995 0,497 0,499 Oest. abgeft. 59,08 59,20 59,075 59,195 Prag .... Belgrad . . Budapest. . 12,415 12,435 12,416 12,434 7,366 73,17 7,380 73,31 7,368 73,18 7,382 73.32 3,035 18,82 Bulgarien. Lissabon . . 3,034 18,74 3,040 18,78 3,029 18,78 Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . Uruguay. . 81,32 1,999 5,43 4,166 4,106 81,58 2,003 5,44 4,174 4,114 81,29 1,998 5,43 4,166 4,116 81,48 2,002 5,45 4,174 4,124 Cairo . . . 20,855 20,895 20,85 20,89 Berlin, 19. August Geld «rief Amerikanische Noten..... 4,174 4,194 Belgische Noten........ 58,23 58,47 Dänische Noten.*••««.« 111,45 111,89 Cnolüche Roten 20,30 20,38 Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. (Erfolge in Frohnhausen (Dill). ö. Obwohl die zu den Jubiläumswettkämpfcn des Spiel- und Sportvereins „Dranien", Frohnhausen, von der Sp. 23g. 1900 entsandten Leichtathleten zweite Garnitur darstellten — von der ersten Rennmannschaft waren nur Bepperling und Seipp mit — vermochten sic doch recht vorteilhaft abzuschneiden und vier erste, neun zweite und zwei dritte Plätze zu erringen. — In den Kurzstrecken war der 23. f. L. Wetzlar mit seinen besten Leuten erschienen. Zerndt vom genannten 23er- cin konnte jedoch den gut in Form befindlichen H o p f e n m ii l l e r, 1900, nur mit Handbreite aus den zweiten Platz verweisen. Seipp kam schlecht ab und wurde Dritter. In der 4X100-Meter-Staffel wurden die Siegesaussichten dadurch zuschanden, das; der Startmann eine Muskelzerrung erlitt und dadurch fast drei Meter einbüßte. Das verlorene Terrain konnte gegen die in 45,6 Sek. siegende D. f. L.-Mannschaft bis auf einen 'Meter aufgeholt werden. In den 400-Meter-, 800-Meter- und 1500- Meter-Läufen hielten sich die Gießener dafür schadlos und belegten jeweils die beiden ersten Plätze. Cs wurden gezcitet über 400 Meter- 1. S. Lange mit 56,1 Sek., 2. Knigge mit 58,6 — den dritten Platz belegte E h l i n g c r , V. f. L., Wetzlar, in ,61,5 Sek. —; über 800 Meter: 1. Bepperling in 2,12 Min., 2. Glagow in 2:14,2 Min., über 1500-Meter: 1. Paul in 4,46 Min., 2. Linse- mann in 4,50 Min. In den Wurf- und Sprung- konkurrenzen waren die beiden Spitzcnleutc des P. f. L. Wetzlar, 51 o ch bzw. Capello, in Front. Erster gewann das Kugelstoßen mit 11,42 Meter. Die beiden nächsten Plätze belegten Hopfen- müller, 1900, mit 10,24 Meter und Klös, 1900, mit 9,13 Meter. Im Diskuswerfen war die Placierung folgendermaßen: 1. Koch, V. f. L. Wetzlar, 36,20 'Meter, 2. Klos, 1900, 30,64 Meter, 3. Wallenfels, 1900, 28,35 Meter. Der Speerwurf brachte die Ueberraschung. K l ö s war in ausgezeichneter Perfassung ' und schlug mit der wohl besten Tagesleistung von 48,10 Meter den favorisierten 'Wetzlarer sicher. Koch brachte es nämlich nur auf 43,60 Meter. An die dritte Stelle kam Koch, F. C. Grünberg, mit 41,60 Meter. Im Hochsprung setzte Hopfenmüllcr Capello stark zu, und nur mit 4 Zentimeter Unterschied (1,68 Meier) konnte der Wetzlarer gewinnen. Recht gut ließ sich auch Knigge beim Weitsprung an. Er kam auf 5,73 Meter hinter Capello (5,91) und vor Kainer (5,65), beide Wetzlarer. Gießener Schwimmverein Der G. S. 23. entwickelt in letzter Zeit eine rege Tätigkeit im Wasserballspiel. Gegen den Wetzlarer S ch w i m m f I u b wurden außer dem Spiel, über das bereits berichtet wurde, drei weitere Spiele ausgetragen. In sämtlichen Spielen war der G. S. P. stark überlegen, obgleich er gerade bei den beiden letzten opielcn zweitklassige Mannschaften aufgestellt hatte. Die Wetzlarer verfügen zwar über recht gutes Material, jedoch fehlt ihnen das nötige Zusammenspiel, das schnelle Erfassen der Situation und bei verschiedenen Spielern die nötige schwimmerische Schnelligkeit und die Ausdauer. Man merkt, daß die Mannschaft noch wenig Spielerfahrung hat. Jedenfalls ist es anzuerkennen, daß der Wetzlarer Schwimmklub im Interesse der beiderseitigen Weiterentwicklung immer wieder antrat, abgleich er mit sicheren Niederlagen rechnen mußte Der Ausgang der einzelnen Spiele mar folgender: 6:0, 4:1, 5:2. In der Gießener Mannschaft bewährten sich insbesondere Arnold Zimmer und Karl Schaum im Sturm. Am letzten Freitag traf der G. S. 23. auf einen durchaus ebenbürtigen Gegner, den Marburger <5.23. Das Spiel, das in dem neuen Marburger Sommerbad ausgetragen wurde, nahm einen äußerst interessanten Spielverlauf. Die Gießener erzielten kurz nach Spielbeginn durch Schaum das erste Tor. Marburg glich aber sehr bald aus. Schüler und Zimmer brachten durch zwei meiiere Tore Gießen wieder in Führung, Marburg holte aber auch diese beiden Tore ebenso schnell wieder auf, so daß mit 3:3 die Seiten gewechselt wurden. 91 ad) Halbzeit fiel auf jeder Seite ein weiteres Tor. Gießen drängte in den letzten Minuten stark nor dem feindlichen Tor, jedoch gelang der siegbringende Wurf nicht mehr. Immerhin kann der G. S. 23. mit dem Ausgang des Spiels zufrieden fein, denn feine Mannschaft bestand vorwiegend aus Jugendlichen. Wassersport-Verein Hellas. Liege auf der Meisterschafts-Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes. Die am 17. und 18. August von der Regatta-Vereinigung Groß-Frank'urt auf der Regattastrecke in ^Ried durchgeführte Meister- schaftsregatta des Süddeutschen Rudcrverbandes brachte dem Wasser- sportvcrein Hellas (Gießen) wieder einige schöne Er'olgc. So konnte der Skuller Albert Schöndorf im Junior-Einer den Sieg nach Hause' rudern und erreichte eine bedeutend bessere Zeit als der Meister I. Schmitt (Mainz), welcher auch in diesem Jahre die Verbands- meisterscha't an sich brachte. Zum Jungmann- Einer hatte Hellas ebenfalls Schöndorf gemeldet. Leider mußte dieses Rennen ausfallen, da von seinen früheren Gegnern keiner mehr gegen ihn antrat. Don einer Meldung zum Meisterschafts-Einer hatte der Verein abgesehen. Im Jungmann-Vierer war die Mannschaft Willi Staffel, Karl Strack, Fritz Loh, Karl Schwab, Steuer: August (Baumann, sicherer Sieger. Sie fuhr ein ganz überlegenes Rennen und ging mit einem Vorsprung von sieben Längen vor Wassersportvcrein 'Bürget und Germania-Offenbach als erster durchs Ziel. Der erste Jungmann-Vierer brachte einen schärfen Kampf zwischen Hellas, Gießen, und Fortuna, Mainz, den Mainz erst im Ziel für sich entscheiden konnte, während sich Hellas ganz knapp geschlagen, mit dem zweiten Platz begnügen mußte. Im Leichtgewichts-Schülervierer konnte die noch junge Gießener Mannschaft das Vorrennen siegreich beenden, im Hauptrennen mußte sie eine Riederlage hinnehmen. Der Wassersportvcrein Hellas kann mit berechtigtem Stolz au? feine Ruderer blicken, wurden sie doch auf allen Regatten, die Hellas in diesem Jahre besuchte, als gefährliche Gegner anerkannt, denen ein Sieg nicht leicht streitig zu machen ist. Vermischtes. 5 Personen bei Cuxhaven ertrunken. Dei Saalenburg unweit Cuxhaven sind drei wciblicheAnge st eilte der Rordheim-Stif-- tung in einem sogenannten Triel ertrunken. Wenige Stunden nach (Bergung der Leichen sanden Cuxhavener Schiffe die Leiche eines Spaziergängers, der vor einigen Tagen einen Marsch über das Wattenmeer bei Ebbe versuchte und von dieser Wanderung nicht wieder ^urückkehrte. Man nimmt an, daß er und ein (Begleiter, dessen Leiche noch nicht gefunden wurde, nicht mehr rechtzeitig vor Eintritt des Hochwassers den Rückweg gefunden haben und bei der Flut ums Leben gekommen sind. Verantwortlich für Lokales: i. 23. Dr. Thyriot. AAriaenbeschwerden /vXOM (Sodbr&nnen) Unser ständig steigender Millionen-Umsatz sowie das lOOjährig« Bestehen unserer Firma beweisen am besten, dafj unser Original BullrictvSalz troffen gegen alle Verdauungsstörungen u. Sodbrennen ist. Versäumen Sie nicht; sich heute noch ein Paket für 60 Pfg. zu kaufen oder unsere Tabletten zu 0.25 und 1.50 RM zu versuchen. Auch Sie werden von der prompten Wirkung überrascht sein. Nur echt in blauet Packung mit dem Bilde des Erfinders. Bullrldt, Berlin W 57. 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Gärtnerei Dönges Marburger Ltraße 67. aus. Gießen, den 20. August 1929. Telegraphenbauamt. Der Plan über die Herstellung unterirdischer Telegraphenlinien in Lid) (Ober Hessen) liegt bei dem Postamt in Lich (Oberhessen) von heute ab vier Wochen Speise-und Galatkartoffeln ui vrima Qualität, empfiehlt billigst W. Handel Ww. Neuen Baue 7, Televb. 2612. 45D Gemäß §1 der Wahlordnung für die 'Wahl des 23orstandes und der Mitglieder des Beirats der Israelitischen Religions- gefellfchaft in Gießen liegt die Lifte der Sstmmbercchtigten imferer Gemeinde auf bem Bureau des Unterzeichneten zur Ein- ficht aller inännlichen Mitglieder, die zur Zeit der Wahl, also am 15. September 1929, 21 Jahre alt sind,. vorn 22. August bis 24. August einschließlich offen. Einwendungen gegen die Liste sind bei dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll vorzubringen. Gegründet 1888 / Bahnstation Abendstern / Telephon Nr. 84 Amt Gießen Gießen-Abendstern Doppelfalzziegel Biberschwanzziegel Firstziegel naturrot - a lisch wa rz - a Itb ra u n Stallbodenplatten der beste und gesündeste Belag für Viehställe Ringofensteine Gießest, den 20. August 1929. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschast Gießen. 211 f r e b Fröhlich. i 1450.- 1150.- Bei Uebernahme eines glänzenden HauS haltungSartik. an Private können Sie rägl U. 30.- null Mr verdienen. Seriöfe Herren und Damen wollen sich melden bei Verkaufs-Bureau E. Kurtz. Karlsruhe Mnblburs. Th. Brück, Möbellabrik, Wen" __ ____________________________________ i>87.>C Tonwerke Abendstern G. m. b. H. BnBOHUi Wegen Renovierung meiner Geschäftsräume gebe ich ab: Kompl. 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