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Das Vorspiel, die französischen und englischen Auseinandersetzungen um Sinn und Ziel der kommenden politischen Konferenz, erwies bereits, welche Schwierigkeiten sich noch immer vor der Erfüllung der Erwartungen türmen, die sich an die Sachverständigenkonferenz im Sinne einer wirklichen Liquidierung des Weltkrieges knüpften. Wo liegen die Schwierigkeiten? Die Hauptarbeit wurde doch von den Sachverständigen längst erledigt. Sie haben den Politikern sogar das Aergste vorweggenommen und eine Ziffer der deutschen Sahresleistung beschlossen, die politisch und nicht wirtschaftlich begründet erscheint. Auch die Frage des Konferenzortes ist nicht von entscheidender Bedeutung. Mag sie nun in London oder in Luzern stattfinden, im Vergleich zu den zur Debatte stehenden Problemen spielt das eine untergeordnete Rolle, wenn auch dieser Zwist innerlich ein Symptom für die vorhandenen Meinungsverschiedenheiten im Lager der Alliierten darstellt. Doch sind solche Meinungsverschiedenheiten keine Planke, auf welche die deutsche Politik ohne Gefahr sofortigen Einbruchs treten dürfte. Das Sturmzentrum liegt in Paris und London. Lesen wir aufmerksam die Reden Vriands und Poincares, so ergibt sich, daß nicht die Sahresleistung, nicht die Mobilisierung der deutschen Schuldverschreibungen, nicht die interalliierten Schulden, nicht die Räumung der Rhein- lande oder die Saarfrage, nicht einmal die Gesamtheit dieser Probleme und Fragen, sondern ganz etwas anderes den Grund der Verzögerung darstellt. Gewüh ist dieses andere auch in den eben genannten Punkten enthalten, aber doch nur als Beimischung und nicht als Substanz. Rund herausgcsagt, geht es wieder um das alte französische Ziel, um die Annexion der Rheinlande durch Frankreich. Preis der Räumung soll nach französischem Willen nicht die Höhe der deutschen Sahresleistung sein, sondern der deutsche Verzicht auf das Rheinland. Der letzte Zweck des vor kurzem veröffentlichten Briefwechsels zwischen Dr. Kaas und dem Reichsminister für die besetzten Gebiete, Dr. Wirth, lag darin, auf diese älngeHeuerlichkeil hinzuweisen. Sedermann weih, daß der Führer der deutschen Zentrumspariei als Rheinländer ein offenes Auge für die wirkliche Lage seiner Heimat besitzt. Seit langem warnt er schon die deutsche Oeffentlichkeit, immer wieder weist er darauf hin, daß die Regelung der Dc,^islage des Rheinlandes bis zum Sahre 1935 vert agsrechtlich keinerlei Schwierigkeiten bietet, dem dah erst nach Ablauf der Be- sahungsfrist die eigentliche Gefahr entsteht. Diese liegt in der von Frankreich als Mindestmaß angestrebten Schaffung einer Sonderstellung für das Rheinland innerhalb des deutschen Reichskörpers. Sn Paris dürfen wir natürlich auch in diesem Punkte Meinungsverschiedenheiten vermuten: aber diese Meinungsverschiedenheiten beziehen sich nicht auf das Ziel, sondern auf die zweckmähigste Methode zu seiner Erreichung. Die deutsche Regierung hat in dieser Hinsicht eine erfreulich eindeutige Haltung gezeigt. Sie kann und darf einer noch so verschleierten Dauerkontrolle der Rheinlande nicht zustimmen. Doch wie steht es mit England und seiner Stellung zur französischen These? Es scheint, dah man Herrn Austin Chamberlain auch in diesem Punkte übers Ohr gehauen hat, dah die neue Regierung mit vollendeten Tatsachen rechnen muh, die schwer zu ändern sind. Rein äuherlich gesehen wird die kommende politische Konferenz zunächst die Prozedur der Snkraftsehung des Boung-Planes zu bestimmen haben. Das bietet keine Schwierigkeiten. Schwieriger wird schon die Verhandlung der in dem Plan enthaltenen Revisionsklausel. Am schwierigsten aber verspricht die Verknüpfung von TZoung-Plan und Rheinlandräumung zu werden. Wie wir sehen, wird dieser Zusammenhang, nämlich der Zusammenhang von Reparationen und Räumung mit einem Male in Paris verleugnet. Sn den letzten Wochen hat sich ein Stellungswechsel der Pariser Regierung vollzogen. Shre finanziellen Bedürfnisse erscheinen ihr, soweit das möglich ist, gesichert zu sein. Run kommt der Hauptpunkt: die Sicherung der territorialen Bedürfnisse. Diese Fragen werden freilich kaum öffentlich zur Debatte gestellt werden. Sie werden den Hintergrund bilden. Sa, manches spricht dafür, dah die Konferenz nicht stattfindct, ehe sie gelöst sind. Auch hier steht die deutsche Politik vor einer schwierigen Lage. Eine sinkende» Konjunktur vermindert die Einnahmen des Reichsfinanzministers, dessen Ausgaben steigen. Den Franzosen aber ist es gelungen, die ihrem Finanzminister drohende Gefahr abzuwenden. Die Stundung der Zahlungen von 400 Millionen Dollar aus dem Deranger-Mellon-Abkom» men hat der französischen Politik die Freiheit des Handelns wiedergegeben. Poincare vermag xu warten. Die taktische Ausnützung dieser Situation von selten Frankreichs bedingt eine möglichst lange Hinauszögerung der politischen Konferenz. Die französische Politik hat sich dementsprechend auf Verschleppung eingestellt oder gedenkt, die Konferenz, falls sie stattfindet, so dilatorisch wie möglich zu behandeln, um die deutsche Zwangslage zu verschärfen. Doch das Geld spielt, wie gesagt, nur noch eine untergeordnete Rolle. Das Kernstück der ftanzösi- chen Politik liegt in der „permanenten" Sicherheit am Rhein. Sie ist für Frankreich nur erreichbar, wenn dort ein Sonderregime eingeführt wird. Das würde ein doppeltes Recht chaffen. Frankreich verlangt ein politisches Einspruchsrecht auf beiden Seiten des Rheins. Was das zu bedeuten hätte, wissen alle Deutschen von rechts bis links. Dieser Erneuerung der französischen Gefahr im Rheinlande gilt es mit allen Mitteln zu begegnen. poincares Lage nicht sehr glänzend. Paris. 20.Juli. (TDIB. Funkspruch.) Der so- zialislische „Populaire". das offizielle Organ der sozialistischen Partei, stellt heute die Frage: „Ist Poincare krank oder fein fiabi- neff?“ Unter dem Hinweis darauf, dah Poincare trotz feiner Unpäßlichkeit gestern vormittag dem Präsidenten der Republik einen Besuch abge- stattet habe, sagt das Blatt: „Ist nicht seit einigen Tagen das Gerücht im Umlauf, dah die Lage des Kabinetts nicht sehr glänzend ist? Behauptet man nicht sogar, einige Minister und besonders B r i a n d und B a r t h o u seien der Ansicht, dah das Kabinett klug tun wurde, zurück- lüfteten und dah eine Abstimmung der Regierung im günstigsten Falle nur eine ziemlich schwache Mehrheit bringen wird? vielleicht hat Poincare den Präsidenten der Republik über diese Einstellung seiner Kollegen unterrichtet und Präsident Doumergue hat bann Poincare ersucht, am Ruder zu bleiben. Man wird erklären, das sei einfach Vermutung, aber man wird auch zugeben, dah diese Vermutung nicht aller Wahrscheinlichkeit entbehrt." poincare beim Präsidenten der Republik. Paris, 19. Suli. (WTD.) Ministerpräsident P oincarä hat, wie Havas berichtet, seinen ersten Ausgang dazu benutzt, dem Präsidenten der Republik heute vormittag einen Besuch abzustatten. P o i n c a r 6 leidet noch etwas unter den Rachwehen einer leichten Rah- Amerika vermittelt zwischen Rußland und Wna. Washington, 19. Iuli. (WTB.) Im Staatsdepartement wurde heute erklärt, die Regierung habe bereits formelle Schritte unternommen, um den Kriegsausbruch zwischen der Sowjetunion und China zu verhüten. Das Staatsdepartement verhandelte sowohl mit dem chinesischen Gesandten, als auch mit den Botschafiern jener drei-Mächtc, die im Iahre 1922 den Vier-Mächte-Vertrag, der China betraf, unterzeichneten, nämlich Grohbritannien, Frankreich und Japan. Gleichzeitig habe das Staatsdepartement den Mitverfasser des Kellogg-Paktes Auhen- minister B r i a n d ersucht, der Sowjetunion ebenfalls die Erklärung zu übermitteln, dah China und Ruhland Signatare des Kellogg- paktes feien, und dah es sich — soweit man auf Grund der dürftigen Rachrichten übersehen könne — auf beiden Seiten um Ansprüche juristischer Rakur handele, die durch ein Schiedsgericht erledigt werden könnten. Optimismus in Washington. London. 20. Iuli. (WTB. Funkspruch.) „Times" meldet aus Washington: Auf die soeben erfolgten Demarche der vereinigten Staaten in dem russisch-chinesischen Konflikt werden hier grohe Hoffnungen gesetzt. Falls es glücken sollte, dem Ausbruch von.Feindseligkeiten vorzubeugen, so wird, wie man hier glaubt, die am 24. Juli stattsindende Feier des Inkrafttretens des Kellogg- paktes eine Bedeutung erhalten, die ihr sonst wohl versagt geblieben wäre. Oer Schritt in Nanking. Peking, 20. SuIL ($.11. Funkspruch.) Der amerikanische Gesandte Mac Murray hat am Freitag dem chinesischen Außenminister Dr. Wang telegraphiert, dah er von seiner Regierung beauftragt sei, mit der Rankinger Regierung über eine amerikanische Vermittlung in dem Streit zwischen China und der Sowjetunion zu verhandeln. Der amerikanische Gesandte bat die Rankinger Regierung, ihm mitzuteilen, ob sie bereit sei, die amerikanische Vermittlung anzunehmen. Frankreich sondiert in Moskau. Kowno, 20. Suli. (TU. Funkspruch.) Wie aus Moskau berichtet wird, hat der französische Botschafter in Moskau, Sean Herbe t t e, am Spätabend des Freitag von Auhen- minister Br i and ein Telegramm erhalten, in dem er beauftragt wird, Schritte in der Frage der amerikanischen Vermittlung in dem russisch-chinesischen Streit zu unternehmen. Sean Herbette hat die Vermittlungs- Wünsche Amerikas dem SteNvertretenden Auhenkommissar bereits zur Kenntnis gebracht. Wie sich die Sowjetregierung zu diesen amerikanischen Bestrebungen stellen wird, ist allerdings noch nicht bekannt. Eine Erklärung der chinesischen Regierung. Schanghai, 19. Juli. (WTB.) In einer offiziösen Erklärung heißt es: Die russische, den Abbruch der Beziehungen anzeigende Note sei angesichts der versöhnlichen Haltung Chinas unnötig gewesen. In wirtschafllichen Kreisen glaubt man, die Sowjets wünschten, eine dem durch die Stabilisierung Chinas im Aufschwung begriffenen chinesischen Handel schädliche Krise her- beizuführ^n, Die Befürchtung, die in des Kreisen der Ausländer geherrscht habe, daß China gegen andere fremde Interessen ähnlich vorgehen werde, wie gegen die ost- chinesische Bahn, sei durch die Erklärung Tschi- angkaischeks beseitigt, daß die Abschaffung der ungleichen Verträge aus Grund angemessener vernünftiger Maßnahmen erfolgen werde. Die in China ansässigen Weiß- .usfen billigten das uig^K' Nankings vSltto>..- men. 30 000 Weißrussen seien bereit, Kriegsdienste gegen die Sowjets zu nehmen. Die Erklärung betont zum Schluß, daß Nanking den Zwischenfall weiter auf dem Wege von Verhandlungen zu erledigen wünsche. Briand rät zur Mäßigung. Paris, 19. Suli. (WB.) Havas veröffentlicht folgende Mitteilung: Die diplomattschen Vertreter Chinas und Rußlands haben den französischen Außenminister über den Zwischenfall, der in den Beziehungen der beiden Länder eingetreten ist, unterrichtet. Selbstverständlich hat B r i a n d dem einen wie dem anderen zur Mäßigung geraten, damit ein bewaffneter Konflikt vermieden werde. Vormarschderrussl'schenTruvpen? London, 19. Juli. (WTB.) Wie Reuter aus Osaka meldet, sollen die russischen Truppen die Osfenfive ergriffen und die Grenzstädte Pogranitfchnaya und M a n d f ch u 1 i eingenommen haben. Renyork, 19. Iuli. (WTB.) Rach einem Telegramm aus 2H a n i l a sind dort heute abend Depeschen aus Ranklng eingetroffen, wonach der Gouverneur der Mandschurei die Rankinger Regierung telegraphisch um Instruktionen gebeten habe im Hinblick ans die Tatsache, daß „Sowjet- truppen anscheinend bestimmte Bewegungen begannen, durch die Manschu 11 in große G e - saht gebracht werde". Paris, 19. Iuli. (WTB.) Wie havas aus Peking meldet, ist die russische Grenze in sämtlichen Richtungen gesperrt. Man meldet Scharmützel bei Sni Fengho. Oer ohnmächtige Völkerbund. Paris, 19. Suli. (WB.) Zum russisch-chinesischen Konflikt schreibt der „Temps": Die Mächte werden der Entwicklung der Krise nicht gleichgültig zusehen können. Sicher ist man mit der Prüfung der Mittel beschäftigt, durch die mit Ruhen eine diplomatische Aktion zugunsten der Aufrechterhaltung des Friedens unternommen werden könnte. Sede Snitiative des Völkerbundes scheint im vorliegenden Falle schwierig äu sein, nicht nur, weil die Sowjetunion dem Völkerbund nicht angehört, sondern auch, weil Moskau eine so gehässige Feindseligkeit gegen den Völkerbund bekundet hat, daß man befürchten muh, daß ein in dessen Ramcn unternommener Schritt von den Sowjets nicht günstig ausgenommen werde. Es besteht aber das allgemeine Abkommen der Kriegsächtung, dem sowohl „ die Sowjetunion als auch China angehören. Freilich mutz man feststellen, dah sich Rußland durch die lleberreichung des Ultimatums, durch die Ausführung der Drohungen dieses Ultimatums und durch den Abbruch sämtlicher Beziehungen, d. h. durch die tatsächliche Schaffung des Kriegszustandes, anstatt einer Regelung des Zwischenfalls durch friedliche Mittel, die Artikel 2 des Kelloggpaktes empfiehlt, von vornherein außerhalb derDedingungendesKel- l o g g p a k t e s gestellt hat. Dadurch ist das Pro- blsm Heitel geworden. rungsmittelvergiftung und wird in der Kamme« erst am Montag oder Dienstag wieder er' scheinen. Oer Kampf mit der Kammer. Paris, 19. Suli. (WTB.) Die Kammer setzte die Beratung über die Ratifizierung der Schuldenablommen fort. Sm Verlaufe der Aussprache legte Finanzminister Cheron noch einmal den Standpunkt der Regierung dar. Wenn man nicht ratifiziere, werde das französische Budget in anderer Weise belastet, wozu noch in Aussicht stehe, dah alsdann auch England mit der gleichen Forderung von zehn Milliarden Franken an Frankreich herantrete. Sm weiteren Verlauf seiner Rede hob C h 6 r o n den Vorteil hervor, der für Frankreich in der durch den Voung-Plan gewährten Sicherheit liege, Devisen zur Bezahlung von Devisen zu erhalten. Wenn Frankreich nicht ratifiziere, breche das ganze werk der Sachverständigen zusammen, und es werde der französischen Regierung unmöglich gemacht, an der bevorstehenden internationalen Konferenz teilzunehmen. Er führte die gleichen Gründe wie Poincar6 für die Ratifizierung ohne Vorbehalte an. Er forderte die Kammer auf, die am Vorabend der Regierungskonferenz die Liquidierung des Krieges vornehmen müsse, die Schwierigkeiten, aus denen man gerade herausgelom- men sei, nicht wieder aufleben zu lassen. Die Kammer stehe vor einer sehr ernsten Entscheidung nicht nur für Frankreich, sondern auch für die internationalen Beziehungen überhaupt. Die Ratifizierung des Abkommens liege im Sn» teresse Frankreichs und des Friedens. Sustizminister B a r t h o u forderte die Kammer namens der Regierung auf, die Diskussion so rasch wie möglich fortzuführen. Daraus wurde beschlossen, heute abend, morgen vormittag und „morgen «bend ersorderlichentalls auch am Sonntagvormittag Sitzungen abzuhalten. Sn der Kammer trat im Verlaufe der Racht- sihung der Abgeordnete F ugere (Linksrepublikaner) für die Ratifizierung des Boung-Planes ein. Frankreich, England und Stallen würden durch die Anwendung des Poung-Planes solidarisch werden und Frankreich müsse seine volle finanzielle Unabhängigkeit wiedererlangen, um die Snitiative für die wirtschaftliche Wiederaufrichtung Europas ergreifen zu können. Der Abgeordnete Franklin Bouillon bedauerte, daß die von ihm angeregte Demarche bei den Vereinigten Staaten in einer Weise durchgeführt worden fei, dah ein Erfolg ausbleiben muhte. Wäre man energisch vorgegangen, dann wäre das Ergebnis ein anderes gewesen. Er hätte gewünscht, dah eine parlamentarische Mission nach Amerika entsandt worden wäre. Minister des Auswärtigen Driand protestierte und fragte, ob man jetzt nach der Debatte und nachdem alle Welt wisse, dah Frankreich sich in keiner besonderen Lage befinde, sondern diese mit dreizehn anderen Rationen teile, durch ein derartiges Vorgehen das Gewissen der Kammer beunruhigen wolle? Die Kammer mässe seht ihre Verantwortung übernehmen und ja oder nein sagen, aber nicht ja und nein. Wenn der Abgeordnete Franklin Bouillon glaube, besseres in Amerika erreichen zu können, möge er doch die Regierung vor die Tür sehen. Um Mitternacht wurde die Sitzung aufgehoben, nachdem ein Antrag des radikalen Abgeordneten Francois Albert, die Generaldebatte zu schließen, durch Handaufheben abgelehnt worden war. Samstag vormittag wird die allgemeine Aussprache forkgesetzt. Verworrenheit um die Gchuldenabkommen. Paris, 19. Juli. (WB.) Die Mitglieder der Regierung haben in einer heute nachmittag abgehaltenen Sitzung sich mit der weiteren Behandlung der Abkommen über die Kriegs- schuldenratifizierung beschäftigt. Mit Rücksicht darauf, daß gleichzeitig der Finanzausschuß der Kammer tagte, um die Entschließ ßungsentwürfe, die in den letzten Tagen eingebracht wurden, zu prüfen, hat die Regierung beschlossen, die Entscheidung des Ausschusses abzuwarten. Der Finanzausschuß der Kammer hat heute nachmittag getagt, um Stellung zu verschiedenen Initiativanträgen zu nehmen, die bezwecken, die Ratifizierung der Schuldenabkomen mit Vorbehalten zu versehen. Sämtliche Vorschläge, die unterbreitet wurden, zielten darauf ab, die Vorbehalte außerhalb des Ratifizierungsgesetzes zu lassen. Der Ausschuß ist seiner bisherigen Stellung treu geblieben und hat diese Anträge abgewiesen und hat wiederum erklärt, daß er vor der Kammer den bisherigen Text, also die Entschließung von Talmade aufrechterhalten will. Tatsächlich sieht dieser Antrag vor, daß die Vorbehalte mit dem R a t i f i z ie r u n g s- antrag verbunden werden sollen. Durch den heuttgen Beschluß des Finanzausschusses ist die verworrene Lage über die Ratifizierung nicht entmint worden. V; \ l , 1 Neue Llnterredung zwischen Hoesch und Briand. Paris, 19. 3uli. (WB.) Botschafter von Hoesch hatte heute eine weitere Unterredung mit Außenminister D r i a n d, die ebenso wie die früheren Besprechungen der Borbereitung der bevorstehenden Regierungskonferenz gewidmet war. Einigung über den Konserenzort. London. 20. Juli. (2DI23. Funkspruch.) Reuter meldet aus Paris über die gestrige Unterredung zwischen D r i a n d und Tyrrell, es heiße, daß die britische Regierung einer Stadl aus dem Kontinent als Z u sa m m e n ku n stso rt z u st i m m t. jedoch unter der Bedingung, daß sie nicht so weit von London entfernt sei. wie etwa Luzern. Die französische Regierung schlägt zwar immer noch eine Stadt In der Schwei; vor. sei aber zu einer Vereinbarung mit der britischen Regierung gelangt. Ls werde in Paris angenommen, daß Briand und Tyrrell einen Vorschlag vereinbart haben, der den anderen interessierten Mäch- ten unterbreitet werden soll. Sollte der Vorschlag angenommen werden, so würde es möglich fein, den Zusammenkunftsort Anfang nächster Woche bekanntzugeben. Vorläufig wird der Karne der gewählten Stadt geheimgehallen. Berlin weiß nichts von Vertagung. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 20. Juli. Vor allem in der französischen Presse werden jetzt Gerüchte verbreitet, die von einer Vertagung der Reparationskonferenz bis in den September, ja bis in den Oktober wissen wollen. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, ist bei den Verhandlungen der betreffenden Mächte, wenigstens soweit Deu tschland beteiligt ist, bisher von einer solchen Vertagung nicht gesprochen worden, so daß es sich hier augenscheinlich um reine Kombinationen handelt. Deutschland würde sich übrigens gegen eine Vertagung zur Wehr setzen. Abrüstung und Räumung. Henderson sagt: „Unsere Hände sind frei!" London, 19. 3uli. (WT2.) Bei Außen» Minister Henderson erschien heute eine Abordnung des Frauenkreuzzuges und gab ihm die Versicherung, daß sie die auswärtige Politik der Regierung unterstützen werde. Henderson erwiderte u. a.: Der Schlüssel zur Abrüstungsfrage liegt in der Verständigung mit den Vereinigten Staaten. Die Regierung ist gewillt, die Fakultativklausel zu unterzeichnen. Sie ist gegenwärtig damit beschäftigt, die notwendige Formulierung zu suchen. Mit Bezug auf das Rheinland sprach Henderson die Hoffnung aus. daß es möglich sei, die Räumung gleichzeitig durch Großbritannien, Frankreich und Belgien vorzunehmen. Er fügte hinzu: Was für eine Lage würde sich ergeben, wenn beim Zusammentritt der Young» Konferenz Schwierigkeiten hierüber bestehen würden? Ich möchte Sie bitten, mit dem Verstände und nicht nach dem Augenschein zu urteilen. Ich möchte so schnell wie möglich die Räumung verwirklicht sehen. Llnsere Hände sind frei! Japan und die Abrüstungsftage. Tokio. 19. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Kabinettssitzung befaßte sich zum großen Teil mit einer Erörterung der R ü stu n g s - beschränkung, nachdem Außenminister Da. ron Schidehara einen Bericht über die Frage erstattet hatte. Es verlautet von zuverlässiger Seite, daß die Hauptpunkte, die bei der Zusammenkunft vereinbart wurden, bzw. früher festgestellt wurden, im wesentlichen folgende sind: 1. Iavan ist bereit, an einer Abrüstungskonferenz teilzunehmen, die eine produktive Rüstungsverminderung und nicht nur eine Beschränkung bezweckt. 2. Japan ist bereit, sich hinsichtlich des Zu- sammentunftsortes und der Vorbereitungen dem englisch- amerikanischen Entscheidungen anzu- schließen. 3. Japan wünscht nicht, Gastgeber einer solchen Konferenz zu sein. 4. Japan wird die einfachste Möglichkeit des „Maßstabes" unterstützen. Die japanische Regierung ist, wie verlautet, überzeugt, daß die japanischen Botschafter in London und in Wa. shrngton über alle Entwicklungen der englisch, amerikanischen Abrüstungsbefprechungen unter, richtet worden sind und die japanische Regie, rung ist völlig bereit, die Anfangsstadien dieser Erörterungen in der augenblicklichen Weise fort, sehen zu lassen. Der Humanitätsgedanke im Kriege. Kricgsgefangenenrecht. — Schutz der Zivilbevölkerung. Genf, 19. Juli. (WTB.) Die Ausschuhbera- tungen der hier tagenden Staatenkonferenz zur Revision der Genfer Rotkreuz- Konvention und zur Schaffung eines Kriegsgefangenenrechts können nach den nunmehr dreiwöchigen, sehr eingehenden Beratungen als praktisch abgeschlossen betrachtet werden. Die Festlegung des endgültigen Textes der beiden Abkommen, die ganz erhebliche Verbesserungen gegenüber dem bisherigen Zustand bedeuten, liegt zur Zeit in den Händen von zwei Redaktionskomitees. In einer heute grundsätzlich angenommenen Schlußakte wird u. a. der Wunsch nach Vorbereitung einer weiteren Staatenkonferenz über die Regelung des Schutzes der Zivilbevölkerung und ihre Behandlung im Falle der Internierung ausgesprochen. In den Kreisen der Konferenz herrscht allgemein die Auffassung, daß die von der schweizerischen Bundesregierung bei ihrer Einladung gehegten Erwartun- Litauische Anklagen gegen Polen. Das Attentat auf Woldemaras. Kown o. 19. Juli. (WB.) Die Litauische Telegraphen-Agentur veröffentlicht den Inhalt einer an den Völkerbund gerichteten Rote der litauischen Regierung, in der darauf hingewiesen wird, daß die Existenz und das Tlnabhängigkeitsrecht der Völker seit der Deklaration des Washingtoner Völkerrechtsinsti- tuts von 1926 in allen Rachkriegsverträgen feier- lich anerkannt wurde, daß Polen aber diese Rechtsnorm in feinen Beziehungen zu Li- tauen verletzt hätte. Deshalb sei auf Vorschlag der litauischen Regierung auch in der einstimmig angenommenen Völkerbundsresolution vom 10. Dezember 1927 Polen die Verpflichtung auferlegt worden, die plnabhängig- keit und territoriale 11 n a n t a ft 6 a r • keil Litauens anzuerkennen und in die i n - neren Verhältnisse Litauens sich nicht einzumischen. Das Verhalten Polens wider- spreche aber den übernommenen Verpflichtungen. Die litauische Regierung habe Gelegenheit gehabt, auf die von der polnischen Macht gebildeten bewaffneten Banden hinzuweisen, die sich litauische Emigranten nennen und deren Ziel es sei, die litauische Regierung zu stürzen und eine Regierung ans Ruder zu bringen, die auf die litauische Nationale Forderung hinsichtlich Wilnas verzichten und politische und wirtschaftliche Beziehungen zu Polen aufnehmen wolle. Sodann werden in der Rote einzelne Terrorakte aufgeführt. Es wird auch gen im wesentlichen in die Tat umgeseht werden konnten, und daß es gelungen ist, den Gedanken der Humanität bei kriegerischen Verwicklungen in weitgehender Verwirklichung der von den verbänden ehemaliger Kriegsgefangener ausgestellten Wünsche Anerkennung zu verschaffen. Das gilt insbesondere für die Aufstellung eines Kriegsgefangenenrechts, das, wenn man von einigen hierauf bezüglichen Artikeln der Haager Konvention absieht, ein Novum darstellt, dessen praktische Bedeutung schon durch die Tatsache unterstrichen wird, daß im letzten Kriege auf beiden Seiten etwa 3,6 Millionen Kriegsgefangene ohne Anspruch auf völkerrechtlichen Schutz bleiben mußten. Weniger bedeutsam sind die von der Konferenz an der Genfer Rotkreuz-Konvention vorgenommenen Verbesserungen, die sich immerhin trotz der allgemein anerkannten wohltätigen Auswirkung der Konvention während des letzten Krieges als notwendig erwiesen. Die Staatenkonferenz wird Ende nächster Woche noch zu einigen Vollsitzungen zu- sammentreten, an die sich voraussichtlich am nächsten Samstag die sofortige Unterzeichnung der beiden Konventionen und der Schlußakte durch die hier weilenden bevollmächtigten Delegerten anschließen wird. polnische „Freiheit" in Oberschlesien. K a t t o w i tz. 19. Juli. (WTB.) Wie die „Polonia" heute meldet, ist die Ausweisung des technischen Generaldirektors der Bismarck-Hütte, Kaltenborn, auf Intervention einflußreicher polnischer Industrieller, des Fürsten R a d z i w i l l und des früheren Ministers Gliwic, zurückgezogen worden. Reben der bereits gemeldeten Beschlagnahme der „Kattowitzer Zeitung" wurde auch die gestrige Ausgabe des „Berliner Tageblatts" wegen eines politischen Leitartikels und eines Kattowitzer Porträts be- schlagnahmt. Im Zusammenhang mit der Beschlagnahme der „Kattowitzer Zeitung" ist gegen den verantwortlichen Redakteur ein Prozeß anhängig gemacht worden. Oer Wiener Attentäter. Wien, 19. Juli. (WB.) Heute früh wurde der Schmiedegehilfe Leitner, der gestern mittag einen Anschlag auf den Bundespräsidenten zu verüben versuchte, in die psychiatrische Klinik gebracht und gleichzeitig gegen ihn Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Beim polizeilichen Verhör gab er an, daß der Attentatsplan ausschließlich gegen den Bundespräsidenten gerichtet war. Aus aller Welt. Hagelschlag und Wassernot im Rheinland. Heber die Gemeinden des Freien Grundes bei Siegen ging gestern ein s ch we r e r Hagel- schlag nieder. Ramentlich in Altenseelbach fielen eine halbe Stunde lang walnußgroße Ha- gelschloßen, die fast die gesamte Ernte -erst ö r t e n. Die Obstgärten und Feldfrüchte sind so gut wie ganz vernichtet. Korn und Kartoffeln haben schweren Schaden genommen. Eine Reihe von Wupperstädten hat nach einer Dlättermeldung aus Köln infolge der Hitze unter großem Wassermangel zu leiden. Jede Vergeudung von Trinkwasser in den Städten ist verboten. In Düren hat sich die bereits Anfang der Woche eingetretene Wassernot so verschärft, daß in den westlichen und südöstlichen Stadtvierteln das Trinkwasser durch Sprengfässer herbeigeschafft werden muß. Auch in Aachen mußte zum sparsamen Wasserverbrauch aufgefordert werden. Es ist dort verboten, Häuser, Wege, Gärten und Wagen mit Leitungswasser abzuspritzen. In Trier konnte bisher die Versorgung mit Trinkwasser aufrechterhalten werden, jedoch steht auch hier bereits ein Versiegen der Leitungen in Aussicht, da die Pumpwerke kaum noch den Ansprüchen genügen können. Erdstöße in Serbien und Italien. Belgrad, 19. Juli. (WB.) Ein Erdstoß von mittlerer Stärke war heute vormittag 9.30 Uhr hier zu spüren. Das Epizentrum dürfte sich 97 Kilometer südlich von Belgrad in der Gegend von Rudnik befinden. Florenz, 19. Juli. (WB.) In der vergangenen Rächt um 10 Uhr wurde hier ein Erdstoß wahrgenommen. Der Erdbebenherd ist wahrscheinlich in einer Entfernung von 40 Kilometer in südöstlicher Richtung von Florenz zu suchen. In einigen Ortschaften dieser Gegend sollen leichte Schäden zu verzeichnen sein. das letzte Attentat auf Woldemaras erwähnt. Aus Zeitungsangaben sei zu ersehen gewesen, daß der litauische Ministerpräsident bis zum 15. Mai von Terroristen ermordet werden sollte. Der Hauptbeteiligte, D o s i l i u s , habe erklärt, daß er nach dem Attentat nach Polen hätte flüchten wollen, weil die polnische Regierung an dem Attentat auf Woldemaras interessiert gewesen sei. Auch aus polnischen Blätterstimmen gehe hervor, daß man bestrebt gewesen sei. die litauische Regierung zu stürzen. Holowko soll nach einer Zeitungsmeldung zugegeben haben, daß er der Organisator und Führer terroristischer Banden war. Die Untersuchungen hätten auch ergeben, daß die bei dem Attentat benutzten Bomben dieselben waren, die das polnische Militär gebrauche. Da die Tätigkeit der Terroristenbanden insbesondere auf dem Torritorium des unabhängigen Litauens von der polnischen Regierung unterstützt werde, sei es llar, daß sich an der Grenze solche Vorfälle ereignen können, die gefährliche Ereignisse heraufbeschwören. Die Völkerbundsresolution vom 10. Dezember 1927 sehe aus diesem Grunde eine Speziallommission vor, die bei der Entstehung einer Gefahr die notwendigen Maßnahmen vorsehen würde, um den weiteren Ereignissen vorzubeugen. Die litauische Regierung glaube, daß Fälle, die in der Rote geschildert werden, die Intervention einer solchen Kommission verlangen. Die Rote ist vom Ministerpräsidenten unterzeichnet. Schweres Unglück auf einem Schießplatz. Budapest, 19. Juli. (WTB.) Bei Schießübungen auf dem Artillerie-Schießplatz Hajmasker explodierte gestern beim Laden einer Feldhaubitze die Granate. Von den Bedienungsmannschaften wurde eine ganze Anzahl schwer verletzt. Ein Hauptmann, zwei Unteroffiziere und ein Artillerist sind kurz darauf ihren Verletzungen erlegen, während bte übrigen Schwerverletzten ins Krankenhaus übergeführt werden konnten. Technische Mängel an dem Geschoß sind die Ursache der Katastrophe. Brandkatastrophe in Angora. Angora, 19. Juli. Im Stadtzentrum brach heute nacht ein Brand aus, der bis 8,30 llhr morgend andauerte. Rach den letzten Rachrichten brannten ungefähr 500 Verkauf s- st ä t ten und 100 Häuser ab. Das Feuer entstand in einem Dretterdepot. Eine Person wurde getötet, einige andere Personen wurden verletzt. Kemal Pascha war bei den Löscharbeiten, die von den technischen regulären Truppen ausgeführt wurden, persönlich zugegen. uDie deutsche Himalaya-Expedition. „Daily Telegraph" meldet aus Kalkutta: Die deutsche Himalaya-Expedition unter der Führung Paul Bauers ist auf dem Wege nach Darjeeling, das als Standort für die wissenschaftliche Forschungsarbeit der nächsten 3 Monate vorgesehen ist. Die deutschen Gelehrten werden ihre Tätigkeit auf den Kanchanjanga konzentrieren und wahrscheinlich auch die Besteigung des Gipfels (etwa 8600 Meter) versuchen, obgleich dies nicht der Hauptzweck der Expedition ist. Deutschlands Zigarrenkonsum. Zu dieser Notiz in unserer Ausgabe vom Donnerstag wird uns von gut unterrichteter Seite folgendes berichtigend mitgeteilt: Die im Kalenderjahr nach dem Steuerwert der Tabaksteuerzeichen berechneten Mengen von Zigargen betrugen: Im Jahre 1927 6 387 508 Mille, im Jahre 1928 6 804 372 Mille. Die Kahl 1928 ist um rund 400 000 Mille, also noch nicht eine halbe Milliarde, größer, wie die in 1927. Man muß aber bedenken, daß diese Zahlen nur aus den verkauften Tabaksteuerzeichen errechnet sind. Die wirkliche Herstellung — und dazu gehören die Zigarren, die sich noch auf dem Lager der Fabrikanten und auf den Lägern der Zigarrenhändler, die im Besitz von Steuerlägern sind, befinden — ist hieraus nicht ersichtlich. Der Export von Zigarren ist im Vergleich zu diesen Zigarren minimal, denn er betrug nur dem Wert nach 5 044 000 Mark. Wenn man den Durchschnittswert des Milles mit 70 Mark annimmt, so ergibt sich aus der obengenannten Zahl für 1928 ein Wert von rund 475 Millionen, dem ein Export von nur 5 Millionen, also ungefähr der hundertste Teil, gegenübersteht, während jene Notiz von der Hälfte des ganzen hergestellten Quantums sprach. 3m Paddelboot über den Kanal. Zwei deutsche Studenten aus Leipzig, Felix Müller und Werner M u ch l e r t, kamen am Donnerstagabend um 10 Uhr in Dover an, nachdem sie den Kanal in einem fünf Meter langen Paddelboot durchkreuzt hatten. Sie hatten Calais um 10 Uhr vormittags verlassen. Sie erreichten Dover in völlig erschöpftem Zustande. Explosion in einer Pulverfabrik. Rew Kensington (Pennshlvanien), 19. Juli. (WD.) Bei einer Explosion in der Pulverfabrik der amerikanischen Aluminiumgesellschaft sind sieben Männer getötet und zwanzig verletzt worden. Rückbeförderung des „Pathfinder" nach Amerika. Das amerikanische Flugzeug „P a t h f i n d e r“, das am Donnerstag auf dem Flugplatz Le Bour- get angekommen ist, wurde am Freitagvormit- tag von den beiden Fliegern nach Cherbourg übergeführt, von wo es an Bord der „Repu- blique' nach Amerika zurückbefördert wird. Seemannslos. Am ersten Tage war der Wettergott gnädig. Gegen Abend schlug aber die Witterung um. Es stürmte immer mehr. Trotzdem versammelten sich die 25 Passagiere der ersten Klasse vollzählig in dem großen Speisesaal zum Diner. Der Kapitän begrüßte seine Gäste: „Ich hoffe, daß wir sechsundzwanzig eine vorzügliche Fahrt haben werden." Der Steward servierte die klare Schildkrötenbrühe. Der Kapitän fuhr fort: „Es würde mich freuen, wenn die hier anwesenden dreiundzwanzig Herrschaften die Reise gut überstehen sollten. Wenn ich, wie der Vater einer großen Familie, auf die einundzwanzig fröhlichen Gesichter blicke, habe ick das Gefühl, für Ihr Wohl und für Ihre Sicherheit weitestgehend Sorge tragen zu müssen. Für das Wohl und dir Sicherheit der siebzehn Herrschaften. Ich bitte daher die vierzehn Anwesenden, ihr Glas zu erheben und auf unser aller Wohl zu trinken. Ich habe das bestimmte Gefühl, daß wir acht uns ganz ausgezeichnet verstehen. Ich danke dem Himmel, daß er mich mit so reizenden drei Herren zusammengeführt hat. Sie, mein lieber Freund, und ich werden gute Freunde... Steward, räumen Sie die Gedecke ab und bringen Sie mir den nächsten Gang! ..." Schatzsucher in der Meerestiefe. Im Verfolg des vor einigen Monaten aufgestellten deutschenTaucherweltrekords, bei dem es mit Hilfe eines besonders konstruierten Taucheranzuges gelang, bis au einer Tiefe von 200 Meter unter den Wasserspiegel deS Meeres zu kommen, ist kürzlich in Italien eine Gesellschaft gegründet worden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, untergegangene Schiffe zu heben, und die in ihnen befindlichen Schätze aus- zuwerten. Die italienische Gesellschaft hat die deutschen Patente in ihren Dienst gestellt, und sich ein umfangreiches Aufgabengebiet geschaffen, von dem bereits ein Teil zur vollen Zufriedenheit der Änternehmer bewältigt werden konnte. Die Erfolge, die bisher erzielt worden sind, haben das Interesse der ganzen Welt geweckt, und man darf mit ebenso großem Interesse auch die weitere Tätigkeit der italienischen Gesellschaft verfolgen. Da es mit Hilfe des deutschen Taucheranzuges möglich ist, viele Stunden in Tiefen bis zu 200 Meter zu verweilen, gehört zu dem nächsten Aufgabenkreis der italienischen Gesellschaft das Auffinden des Dampfers „Washington", der 1917 von einem deutschen Unterseeboot versenkt wurde, und der mit einer Lieferung von Eisenbahnmaterialiea von Amerika nach Livorno unterwegs war. Der Dampfer sank unweit des Leuchtturmes von Porto Fino, und dort ist man jetzt im Begriff, die metallenen Schätze zu heben. Späte« soll an die Hebung der Fracht des Dampfers „Eghpte" gegangen werden, der 130 Mete« unter dem Meeresspiegel ruht. Mit diesem Dampfer sind seinerzeit viele MillionenGold in Barren auf den Meeresgrund gesunken. Schließlich ist auch beabsichtigt, der „Lusi- t a n i a“ zu Leibe zu gehen, die int letzten Jahre des Weltkrieges versenkt wurde. Reben diesen Bergungsarbeiten will die italienische Gesellschaft aber auch noch andere gigantischere Pläne durchführen. Sie beabsichtigt nicht mehr und nicht weniger, als die P e r I e n B ä n t e int Persischen Golf durch ihre Taucher absuchen zu lassen. Ob und inwieweit die Durchführung dieser Pläne gelingt, hängt allerdings von den Versuchen ab, die vorerst noch durchgeführt werden müssen. Schließlich ist auch daran gedacht, im griechischen Archipel nach gesunkenen Schiffen des klassischen Altertums zu forschen, Die Erwartungen, die in alle diese iln* ternehmen gesetzt werden, lauten recht zuversichtlich. Diese Zuversicht ist durchaus berechtigt, denn bisher hat z. B. die Durchsuchung des hundert Meter unter dem Meeresspiegel liegenden afrikanischen Postschisses „Elisabeth Wille" außerordentlich wertvolle Fracht wieder an die Oberfläche gefördert. , Oie Wetterlage. ■I-Xjö Röst- va 25 3 freitaa. di19.Juli,1929.7h abds. rot. \O Ws: ©wolkenlos.® neuer. ® naro oedecet »wenig. »bedeckt eRegeit * Schnee & Qraupem e Neoei K 6ewitter.@windstiHe.-O' $eW leichter Osi massiger Südsüdwest Q stürmischer nordwesl Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oei den Stationen stenenden Zahip len geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichet* auf rteeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Durch das Vordringen kühlerer Ozeanluft kam es heute morgen bei uns zu Gewitterstörungen, die auch etwas Riederschlag mit sich brachten. Da von dem britischen Tief aus wechselweise kühlere S?uftmaffen nach dem Kontinent vorgeschoben werden, so werden die Temperaturen kleine Schwankungen erfahren, halten sich im allgemeinen aber doch noch ziemlich hoch. Gewitterstörungen werden bei dem Zusammentreffen der Kalt- und Warmluft weiter zu erwarten sein. Wettervoraussage für Sonntag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend, jedoch im ganzen noch warm, weiterhin Gewitterstörungen. Wettervoraussage für Montag: Fortdauer des warmen Wetters mit Gewitterneigung. Lufttemveraturen am 19. Juli: mittags 30 Grad Celsius, abends 23,1 Grad: am 20. Juli: morgens 19,6 Grad. — Maximum 30,2 Grad, Minimum 17,7 Grad. — Sonnenscheindauer 12'/i Stunden. Erdtemperaturen tn 10 Zentimeter Tiefe: am 19. Juli abends 32,6 Grad: am 20. Juli morgens 22,2 Grad Celsius. Verantwortlich für Politik: i. D. Ernst Blumschein. Sprechstunden der Redaktion. 11 .30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an di« Geschäftsstelle 3« richleg. * r rd. - <‘-'8 mA,1 und ® $en öte folgen * e*-£ ÄftS t tf« ¥ 3kr nuni" am lchauen ®ltJ -aSUednch' Schlager oder meistens nur - einfachen Del in diesen Tag lein fliehen , »Sogrun^ „Stehn M stöhlen geht Mendglöckle der Seide',, sie nicht, uni Wenn ma Schönheiten wenn man a Blumen und Haupt noch; kommen? für uns, ms um dos Klom andern aus st Mir hoben < Musik hören, i dos gegenüber empfinden, wen 6iW selbst i gen in die ei ftiitfts? Das ifi nur «enießen. innerstes Eige mühelos finbei wird uns das Gar manche Willen der mehrere 8oir dem ersparte Freund Heini Ja, Freund. größte und s mer. Er ist j Ihm ist Mu! kurzem in ix Sie faffeetafl in der faikn S saß er an sein ten Mlvrde u versunken sas des Drötcher Händen griff sein« flinken dann leitete । seiner Liebli: Heinrichs Fl Klangschönhe strument ist der Erholung Man hat ja um sich Hm g spräche zu ha gleich. 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Kann der Tag schöner beginnen als mit einigen Lieblingsstücken auf dem Klavier, einigen munteren Sommer- und Wanderliedern im Kreise der Familie? Und erst am Abend, wenn der Glutball der Sonne — wie gut meint sie es eben! — hinter den Bergen versunken ist, wie mächtig wirkt da ein schönes Lied auf uns ein. Die Lebensfreude wird durch die Musik geweckt und gefördert. In frohen Stunden — und die haben wir doch in den Ferien — ist sie uns die liebste Gefährtin. Wenns uns gut geht, singen wir. Unbeschwert und sorgenlos schauen wir in die Tage der Ferien. Kommt da das Lied nicht ganz von selber? Allerdings keine Schlager oder blödsinnige Gassenhauer, sondern meistens nur Volkslieder. Der ganze Zauber dieser einfachen Melodien ersaht uns niemals stärker, als in diesen Tagen des Iahres. „Wenn alle 'Brünnlein fliehen", „Wie schön blüht uns der Maien", „So grün als ist die Heide", oder am Abend? „Stehn zwei Stern am hohen Himmel", „Verstohlen geht der Mond auf", „Es tönt des — - - ~ • ---- " ,Es dunkelt schon in Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den 20. Iuli 1929. Gute Hausmusik. Kirche und Schule. ± Ridda, 19. Iuli. Durch Oberkirchenrak Wagner (Gießen) fand dieser Tage Dekanatsvisitation statt. Mit der Visitation war eine Pfarrkonferenz verbunden, die hier am 16. Iuli in der Sakristei der Stadtkirche gehalten wurde. Die Dekanatsgeistlichkeit war bis auf zwei beurlaubte Pfarrer erschienen. Aach Eröffnung der Versammlung mit Schriftlesung und Gebet durch Pfarrer Weihgerber (Bingenheim) richtete Dekan S c r i b a herzliche Vegrühungsworte vornehmlich an den Superintendenten Oberkirchenrat Wagner, der dann seinerseits in brüderlicher Weise in tiefgehender, beherzigenswerter Ansprache zu den Amtsbrüdern sprach. Vei Erledigung des Geschäftlichen führte die Erhebung des Kirchnotgeldes sowie die gespannte Finanzlage der Landeskirche und vieler Einzelgemeinden zu einer längeren Aussprache. Hierbei wurde darauf hingewiesen, daß die Kirchnotgeld-Steuerzettel grundsätzlich allen Steuerpflichtigen — soweit das Finanzamt nicht in Frage kommt — von der örtlichen Steuervertretung zuzustellen sind — von ganz besonderen im Gesetz gewahrten Fällen abgesehen—, dah ein Erlah der Kopfsteuer aus Dilligkeitsgründen erst! auf Reklamation hin überhaupt in Frage komme. Mach Erledigung des geschäftlichen Teiles der Tagesordnung hielt Pfarrer Weihgerber Bingenheim einen Vortrag über „Die Kirchs im Ringen der Gegenwart". In der kurzen Zeit, die dem Vortragenden für dies schier unerschöpfliche Thema zur Verfügung stand, befaßte cc sich in der Hauptsache mit dem vor einigen Jahren erschienenen Werk des Berliner Generalsuperintendenten Dibelius, „Jahrhundert bet Kirche", in dem dieser geschichtliche Ueberblicke und aktuelle Aufgaben und Ziele miteinander verknüpfte. Der außerordentlich wertvolle uiü> 1 inhaltreiche Vortrag fand lebhaften Beifall. näheren Umgebung des Theaters, z. D. in einem Papierkorbe, ausfindig gemacht. Der Experimentator arbeitete geschickt und sicher; ein Versager war nicht zu beobachten. Die Strahen- experimente werden heute und morgen um die gleiche Zeit wiederholt; außerdem werden Experimentalvorführungen anderer Art als Einlagen während der Vorstellungen im Lichtspielhause gezeigt. Der Bauersche Gesangverein veranstaltete anläßlich des Zweiten Hessischen Sängerbundesfestes in Darmstadt am Samstag, 13. Juli, abends, in der Otto-Berndt-Halle — Reu- Aula der Technischen Hochschule in Darmstadt — ein Konzert, in dem, wie man uns mitteilt, Volkslieder neuerer Bearbeitungen zum Vortrag kamen, und zwar: Ehöre von R. Langs, PH. Wolfram, F. Hanemann, G. Wohlgemuth, A. v. Othegraven und W. Moldenhauer. Der Besuch des Konzerts war sehr gut, der Beifall nach den einzelnen Darbietungen überaus stark. „Hab' mein' Wagen voll geladen" von Hanemann, „Bon den zwei Hasen" und „Der Jäger aus Kurpfalz" von Othegraven, sowie „Schwäbisches Tanzlied" von W. Moldenhauer muhten auf stürmisches Verlangen der Konzertbesucher wiederholt werden. •• Dritte volkstümlicheRheinfahrt. Das Hapag-Reisebureau Gießen veranstaltet am Sonntag, 4. August, seine dritte volkstümliche Rheintour. Die Abfahrt mit Sonderzug erfolgt 6 Uhr 32 Min. früh ab Gießen mit Haltestellen in Grohen-Linden, Lang-Göns, Butzbach, Bad- Aauheim und Friedberg. Ankunft in Mainz- Kastell 8 Uhr 27 Min. Ab Mainz mit Sonder- Salondampfer, begleitet von zwei Musikkapellen, nach Rüdesheim und Ahmannshausen. An beiden Orten ein Aufenthalt von je über zwei Stunden zur bequemen Besichtigung des Aiederwalddenk- mals. Besuch der Winzerstuben usw. Aach abermaliger 21/2ftünbiger Dampferfahrt wird Koblenz erreicht, woselbst weitere zwei Stunden zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten und dem Besuche des Weindorfes in Koblenz den Teilnehmern zur Verfügung stehen. Die Heimfahrt erfolgt 19 Uhr 54 Min. ab Koblenz, Ankunft in Gießen 22 Uhr 8 Min., so daß alle auswärtigen Teilnehmer rechtzeitig ihre Anschlußzüge erreichen. (Aäheres im heutigen Anzeigenteil.) Die wirtschaftliche Bedeutung eines regen Fremdenverkehrs in unserer Stadt ist von uns schon wiederholt bargelegt worden. Alle Zweige der heimischen Wirtschaft werden auf direktem oder indirektem Wege durch den mit dem Fremdenverkehr verbundenen Geldzustrom von außen her befruchtet. Mit Anerkennung muh bei einer Betrachtung über diese Angelegenheit vermerkt werden, dah der Gießener Verkehrsverein und das städtische Verkehrsamt auf dem Gebiete der Fremdenwerbung auherordentlich rege tätig sind. Ebenso verdient lobend hervorgehoben zu werden, dah der Volkshalle-Verein alle Bestrebungen, mit Hilfe der Dolkshalle durch Veranstaltungen die Besucherzahl in unserer Stadt zu erhöhen, verständnisvoll unterstützt, und dah auch durch die Arbeit der Vereine, sowie durch die sorgsame Pslege unserer Märkte seitens der Stadtverwaltung alles getan wird, um der Geschäftswelt und allen Wirtschaftskreisen durch Fremdenverkehrswerbung neue, starke Antriebe zu geben. t Wie nützlich die Arbeit auf diesem Gebiete bisher war, kann man aus einer statistischen Aufstellung über den Fremdenverkehr in Gießen in der Zeit vom 1. April 1 927 bis 31. März 1 929 ersehen. In diesen zwei Iahren wurden in den Hotels und Gasthäusern unserer Stadt insgesamt 68 891 Fremde mit insgesamt 99116 Ueber- nachtungen gezählt. Davon waren 64 997 Fremde mit 82 699 Uebernachtungen für die Dauer von 1—3 Tagen und 3894 Fremde mit 16 417 Uebernachtungen für die Dauer von mehr als 3 Tagen. Im einzelnen entfallen auf die Zeit vom 1. April bis 3 0. September 1 927 insgesamt 17 395 Fremde mit zusammen 24 368 Uebernachtungen (davon 16 532 Fremde mit 21 384 Uebernachtungen bis zu 3 Tagen und 863 Fremde mit 2984 Uebernachtungen mit andere Mal ein Sol. Zur Diskussion sprachen Professor Schmidt und Professor Küster, welche zu bedenken gaben, daß es sich bei der Differenzierung von Chromatin und Zellkerngrundsubstanz auch teilweise um osmotische Vorgänge handeln könnte. Dr. F. K. Daten für Sonntag, 21. Juli. Sonnenaufgang 4.07. Sonnenuntergang 20.04. Mondaufgang 20.35. Monduntergang 3.02 Uhr. 1816: D erDichter Iulius Sturm in Kostriz geb. — 1858: Der Maler Lovis Corinth in Tapiau geb. Daten für Montag, 22. Juli. Sonnenaufgang 4.09. Sonnenuntergang 20.03. Mondaufgang 21.02. Monduntergang 4.08. 1872: Der Staatsmann Karl Helfferich in Aeu- stadt a. d. H. geb. — 1909: Der Dichter Detlev v. ßiliencron in Alt-Rahlstedt bei Hamburg gest. Gießener Wochrnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 25 bis 30, Weihkraut 25 bis 30. Spinat 30, Römischkohl 15 bis 20 Bohnen (grüne) 25 bis 30, (gelbe) 25 bis 35, (dicke) 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln 10 bis 25, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln (alte) 5.5, (neue) 7 bis 8, (pro Zentner, alte. 4,50 Mk., neue, 7 Mk.), Frühäpfel 40 bis 45. Aepfel (ausl.) 45 bis 70, 'Birnen 20 bis 40. Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 45 bis 70, Sauerkirschen 45 bis 50, Heidelbeeren 40 bis 50, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 80 bis 100, Walderdbeeren (Schoppen) 50 bis 55, Himbeeren 70 bis 80, Aprikosen 55 bis 60. Pfirsiche 75 bis 80. Mirabellen 65 bis 70, Pflaumen 70 bis 75, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund; Tauben 70 bis 90. Eier 13 bis 14, Blumenkohl 30 bis 90, Salat 10 bis 15 Salatgurken 25 bis 50, Cinmachgurken 5 bis 8, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 20 bis 30. Sellerie 10 bis 15 pro Stück; gelbe Rüben 20 bis 25. rote Rüben 20 bis 25, Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Ortsverein „Thpographia" im Verband der Deutschen Buchdrucker: Johannisfest, 19.30 Uhr, auf der Karlsruh. — Gießener Ruder-Gesell- schäft 1877 e. V.: Generalversammlung, 20.30 Uhr, im Bootshaus. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Verirrte Jugend", „Man soll kein Kavalier sein!" und „Der Farmerlehrling". — Tageskalender für Sonntag. Gesellschaft Liebig-Museum: Hauptversammlung, vormittags 11.15 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Verirrte Jugend", „Man soll kein Kavalier fein!“ und „Der Farmerlehrling". — Stadttheater Giehen. Man schreibt uns: „Rotlandung eines amerikanischen Flugzeuges in Rew Jersey, bei dem das Dach eines Hauses durchschlagen wurde." Die sensationelle Meldung, zugleich illustriert, konnte man vor kurzem im ausländischen Bilderdienst des „Gießener Anzeigers" sehen. Wie aktuell der neue Schwank „Hallo, wir fliegen" ist, den unsere mehr als 3 Tagen). In der Zeit vom 1. Oktober 1 927 bis 31. März 1 928 kehrten 18111 Fremde mit insgesamt 23 667 Uebernachtungen hier ein (davon waren 17163 Fremde mit 19 807 Uebernachtungen von 1—3 Tagen und 948 Fremde mit 3860 Uebernachtungen von mehr als 3 Tagen). Vom 1. April b i s 3 0. September 1 928 zählte man insgesamt 17 193 Fremde mit 26 015 Uebernachtungen (davon waren 16 078 Fremde mit 22 022 Uebernachtungen bis zu 3 Tagen und 1115 Fremde mit 3993 Uebernachtungen von mehr als 3 Tagen). Das Halbjahr vom 1. Oktober 1928 b i s 31. März 1 92 9 brachte 16192 Fremde mit insgesamt 25 066 Uebernachtungen hierher (davon waren 15 224 Fremde mit 19 486 Uebernachtungen bis zu 3 Tagen und 968 Fremde mit 5580 Uebernachtungen von mehr als drei Tagen). Wenn auch, rein ziffernmäßig gewertet, die F rem- den z i f f e r in der Berichtszeit einen gewissen Rückgang aufweist, so steht dieser Erscheinung als bedeutsames Gegengewicht jedoch gegenüber, daß die Gesamtziffer der Uebernachtungen eine nach oben gerichtete Tendenz zeigt, eine Tatsache, die in wirtschaftlicher Hinsicht von großer Bedeutung ist. Von der Gesamtziffer der in den letzten zwei Iahren in unserer Stadt eingekehrten 68 891 Fremden entfallen im einzelnen auf: Hessen 13 901, Hessen-Aassau 11 742, Rheinland-Westfalen 10 401. das übrige Preußen 11032, Baden 3314, Rheinpfalz 2875, übriges Bayern 3026, Württemberg 2206, Sachsen 2672, das übrige Deutschland 6468, das Ausland 1254 Personen. Jedenfalls geht aus diesen verkehrsstatistischen Ermittlungen hervor, dah die Werbearbeit des Verkehrsverein, des städtischen Verkehrsamtes, der Marktverwaltung und die Mithilfe durch die verschiedensten Vereine unserer Stadt vorteilhaft für unser Gemeinwesen ist und mit Aachdruck fortgeführt werden muß. Wenn man tagsüber gewandert ist und die Schönheiten der Natur in sich aufgenommen hat, wenn man am murmelnden Bächlein entlang nach Blumen und Faltern geschaut hat, kann da überhaupt noch ein Gassenhauer über unsere Lippen kommen? Keinen schöneren Tagesabschluß gibt es für uns, als wenn sich die Familie am Abend um das Klavier sammelt und ein Lied nach dem andern aus frohem Herzen strömt. Wir haben zwar Rundfunk und können so viel Musik hören, wie wir wollen, aber was bedeutet bas gegenüber der Freude und dem Stolz, die wir empfinden, wenn wir nach gehöriger Hebung ein Stück felbft meistern, wenn wir so einbringen in die eigentlichen Schönheiten des Musikstückes? Das ist doch ganz anders, als wenn wir nur genießen. Wir müssen die Musik als unser innerstes Eigentum betrachten, das wir nicht mühelos finden, sondern uns erarbeiten. Dann wird uns das Musikstück erst zum Erlebnis. Gar mancher hat schon, mit dem Wunsche und Willen der gesamten Familie, auf eine oder mehrere Sommerreisen verzichtet, um sich mit dem ersparten Gelbe ein Klavier, oder, wie Freund Heinrich, sogar einen Flügel anzuschaffen. Ja, Freund Heinrich hat sogar gebaut, und das größte und schönste Zimmer gab das Musikzimmer. Er ist ja auch durch und durch musikalisch. Ihm ist Musik das Leben. So traf ich ihn vor kurzem in der Frühe in seinem Musikzimmer. Die Kaffeetasse stand neben chm auf einem Stuhl, in der linken Hand hielt er ein Brötchen. Kauend saß er an seinem Flügel und griff mit der Rechten Akkorde und suchte irgendeine Melodie. Ganz versunken sah er da, dann steckte er den Rest des Brötchens in den Mund, und mit beiden Händen griff er zu. In perlenden Läufen lieh er seine fünfen Finger über die Tasten gleiten, dann leitete er langsam über zu dem „Freischütz", seiner Lieblingsoper. Ja, ich muh gestehen, dah Heinrichs Flügel unser Klavier an Tonfülle und Klangschönheit übertrifft, aber auch unser Instrument ist uns lieb und wert. Gerade jetzt in der Erholungszeit ist es unser bester Freund. Man hat ja sonst immer nicht genügend Zeit, um sich ihm ganz zu widmen, und mit ihm Zwiesprache zu halten. Zwiesprache und Genuß zugleich. Die Kinder, die während der Schulzeit manchmal ungern an das Klavier gingen, kommen jetzt von selber. Sogar die Kleinsten tippen mit einem Finger irgendeine kleine Melodie. So ist das Klavier auch im Sommer unser Hausfreund, ein Freund, auf den man sich verlassen kann. W. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. In der letzten Sitzung der Oberhessischen Gesellschaft für Aatur- und Heilkunde. (Naturwissenschaftliche Abteilung, gab Diplom-Bergingenieur R. Rieder einen kurzen Bericht über seine Untersuchungen in den Rot- eifenfteingruben der mittleren Lahnmulde. In zusammenfassender Form legte er dar, dah alle Gruben eine mehr oder weniger starke anchimeta- morphe Umwandlung erfahren haben. Insonderheit tritt dies in dem Mineralbestand der Erzlager durch die Aeubildung von Magnetit und Schwefelkies in Erscheinung. Diese beiden Mineralien sind erst nach der Deformation der Erzlager entstanden, steslen also keine primären Bildungen dar. wie man früher annahm. Aur Roteisen bzw. Eisenglanz ist prätektonischer Entstehung. Im Aebengestein gibt sich die tektonische Beanspruchung durch schiefriges Gefüge, stellenweife Mylonitisierung und durch Reubildungen von Quarz. Kalkspat und Serizit zu erkennen. Zur Diskussion sprachen Prof. Henneberg und Dr. Richter, welche Auskunft wünschten über die Genese des Erzes und des Hebens gesteines der Erzlager. Der Vortragende lehnte eine Diskussion dieser nach der Ansicht der Diskussionsredner prinzipiell wichtigsten Frage ab. Darauf hielt Dr. Siegfried Strugger einen längeren Portrag über die Kolloidchemie des pflanzlichen Zellkerne». Zunächst schilderte der Dor- tragende in kurzen Zügen die Entwicklung der Kernforschung, welche sich in drei große Perioden aliebert, die durch die Methoden und die Problemstellung charakterisierbar sind. In den letzten 20 Jahren trat insbesondere die Untersuchung des Zellkernes im lebenden Zustande in den Vordergrund. Durch diese Arbeiten wurde eine Verbindung der Kernforschung mit der Kolloidchemie her- gestellt. Wenn die frühere Forschung rein statisch eingestellt war, so wurden immer mehr Stimmen laut, daß der Kernpunkt aller Probleme des Zell- lebens in der dynamischen Betrachtungsweise zu suchen ist. Diese Richtung blieb jedoch nur in ben Anfangsstadien stecken, ba alle gebräuchlichen Methoden (UltraMikroskopie u. a.) bei der bisher üb- Üchen Kernforschung versagten. In diesem Punkte ftnbung winziger, vom Publikum in g: Anzahl wahllos versteckter Papierstückch Hilfe von Gedankenübertragung, wobei jeweils der. welcher einen Zettel versteckt hatte, den Führer spielte. Zur festgesetzten Zeit hatte sich ein zahlreiches Publikum, das allerdings großenteils aus Jugendlichen und neugierigen Passanten bestand, vor dem Lichtspielhause in der Bahnhofstraße eingefunden, um den Experimenten beizuwohnen. Cs wurden im ganzen drei Versuche gemacht, die alle überraschend schnell zum Erfolg führten. Drei „dunkle Punkte" wurden von Herrn Andrussen alsbald in der Intendanz für die Sommerspielzeit erworben hat, kann man daraus erkennen, daß dieser gewiß nicht alltägliche Vorfall genau in derselben Art sich im zweiten Akt des tollen Stückes ereignet. Die Spielleitung hat der neuverpflichtete Komiker Heinrich Hub. der zugleich die Hauptrolle spielt. " Die Müllverbrennung. Im Anschluß an das Eingesandt in unserem gestrigen Blatte betr. Klagen von Anwohnern des Schiffenberger Weges über die Verbrennung von Müll in der Sandkaute am Schiffenberger Weg haben wir Erkundigungen an maßgebender Stelle eingezogen und dabei erfahren, dah seitens des städtischen Tiefbauamtes eine Müllverbrennung überhaupt nicht stattfindet. Die mit der Mullabfuhr betrauten Arbeiter habmt den Müll in der Sandkaute lediglich abzuladen. Cs ist aber schon wiederholt bemerkt worden, daß nach Feierabend von unbefugten Personen Müll auf den Ablagerungsplatz geschafft worden ist und daß dabei auch vielfach Abfälle von den betreffenden Personen angebrannt worden sind. Bisher gelang es nicht, solcher Personen habhaft zu werden, da sie jedesmal rechtzeitig flüchtig gingen. Verschiedentlich ist auch durch Ablagerung von glühender Asche Feuer entstanden, das aber von den Arbeitern des Tiefbauamtes stets nach Entdeckung gelöscht worden ist. Man erflärt mit Aachdruck. daß Beschwerden über eine städtische Müllverbrennung völlig unbegründet sind, da — wie oben gesagt — von städtischen Organen keinerlei Müllverbrennung vorgenommen wird, die Arbeiter vielmehr den Auftrag haben, etwa durch glühende Asche in Brand geratenen Müll sofort zu überdecken und das Feuer zu ersticken. ** Rindermarkt in Gießen. Der nächste Rindvieh- (Rutzvieh-) Markt findet hier am Dienstag, 23. Juli, statt. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schuhgeimpft. Der nächste Schweinemarkt wird am 7. August abgehalten (vgl. die heutige Bekanntmachung). ** Oberhessisches Schwurgericht.Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen wird am Montag und Dienstag nächster Woche zusammentreten. An beiden Tagen handelt es sich um Prozesse wegen Abtreibung. In der Sitzung vom Montag stehen fünf Angeklagte vor Gericht, davon drei aus Gießen, eine aus Friedberg und eine aus Inheiden. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Dr. Brill, die Verteidigung der Angeklagten wird von fünf Rechtsanwälten geführt. Am zweiten Verhandlungstage stehen drei Angeklagte, sämtlich aus Bad-Rauheim, vor dem Gerichtshof, wobei Staatsanwalt Justizrat Weitz e m a n n die Anklage vertritt und drei Rechtsanwälte als Verteidiger tätig sind. ** Die Museen sind am morgigen Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet. ** Zu dem Bericht über das Gustav- Adolf - Fest in Worms wird unseren Lesern wissenswert fein, daß die erste Gustav-Adolf-Predigt im Wormser Dom, am Sonntag Kantate 1632, von einem Gießener gehalten worden ist. Es war Johann Adolf Rühl, Feldprediger im schwedischen Regiment Haubold. Joh. Adolf Rühl, ein Sohn des Fürstlich Hessischen Amts- kellers Melchior Rühl, wurde geboren im Juni 1602 zu Gießen in einem in der Burggasse, zwischen dem Alten Schloß (Burg) und dem Pfarr- Haus gelegenen Hause, das Melchior Rühl am 9. April 1594 von dem Landgrafen Ludwig IV. gekauft hatte. Joh. Adolf Rühl war von 1632 bis 1634 Feldprediger, hierauf Informator des Landgrafen Ludwigs IV. und von 1635 bis zu seinem Tode 1681 Pfarrer und Metropolitan zu Reinheim im Odenwald. Von seinen Kindern wurden drei Söhne Pfarrer; drei Töchter waren mit Pfarrern verheiratet. W. K. •* Motorradunfall. Gestern nachmittag fuhr ein von Klein-Altensteden kommender Motorradfahrer zwischen Heuchelheim und Gießen eine Frau an. Die Frau blieb unverletzt, während der Motorradler vom Rad stürzte und sich eine Gehirnerschütterung und beträchtliche Verletzungen an Kopf und Händen zuzog. Er wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne auf die Wache gebracht. Dort erholte er sich innerhalb einiger Zeit leidlich und konnte mit der Dahn wieder nach Hause fahren. •• 3 m Lichtspielhaus Bahnhofstraße gibt zur Zeit der Züricher Gedankenleser Dree-Andrussen ein Gastspiel, das gestern abend durch einige in aller Öffentlichkeit vorgeführte Straßenexperimente eingeleitet wurde. Wie in einer Dornotiz bereits mitgeteilt wurde, handelte es sich hierbei um die Auf- Abendglöckleins Schlag", der Heide", „In stiller sie nicht, und wer liebt sie nicht? Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 17. Juli. Der heutige Sitzungstaa wurde durch eine einzige Strafsache in Anspruch Senommen. Ein Kaufmann war der Untreue bzw. nterschlagung und der Urkundenfälschung in einer ganzen Reihe von Fällen beschuldigt. Zur Verhandlung war ein Buchsachverständiger zugezogen. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte in den letzten Jahren bei einer Firma, bei der er Verkauf, Inkasso und Buchhaltung zu besorgen hatte, in vielen Einzelfällen vereinnahmte Geldbeträge veruntreut hat. Um diese Unterschlagungen, bei denen es sich meist um geringfügige Beträge handelte, zu verdecken, nahm er falsche Buchungen vor. Er unterließ teils die Buchung eingegnngener Oelber ganz, teils buchte er geringere Beträge als eingegangen. Er hat aber auch in den Büchern falsche Summen gezogen, öfters vorläufig mit Bleistift; manchmal nahm er auch noch nachträglich Einträge in die Bücher vor, wenn die betreffenden Seiten schon addiert waren. Dazu gesellten sich Streichungen, Rasuren und nachträgliche Berichtigungen und Abänderungen. Durch eine eingehende Prüfung der Bücher durch den Sachverständigen wurden die Manipulationen ans Licht gebracht. Da der Sachverständige erklärte, er halte in den Fällen, wo die Buchungen unterlassen waren, eine Unterschlaguna für nicht nachweisbar, schied eine Anzahl der Änklagepunkte aus. Nach längeren Ausführungen des Staatsanwalts, der zwischen Veruntreuungen mit Urkundenfälschungen und ohne solche unterschieden wissen wollte, und des Verteidigers verurteilte das Gericht den Angeklagten zu einer Gesamtstrafe von 7 Monaten Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens, von der beantragten Geldstrafe wurde abgesehen. konnte nun der Vortragende mit seinen neuen Untersuchungen mit Erfolg einsetzen, indem er eine neue Betrachtungsweise und Methode in die Kernforschung einführte. Das Wesentliche dieser neuen Methode besteht in der experimentellen Un- tersuchung von Zellkernen, welche im überlebenden Zustande aus der Zelle isoliert wurden. Solche noch lebende Zellkerne sind allen Untersuchungsmethoden zugänglich. Es wurden experimentelle Urtier- fuchungen geschildert, wo es gelang, beliebig, je nach Der Konzentration des Kaliumions, den kolloiden Bau des Zellkernes zu verändern. Es konnte die Tatsache festgestellt werden, daß die Flockungs- kurve derjenigen Phase des Kernes, welche die chromatische Substanz darstellt, bet den heterogen- sten Pflanzen zahlenmäßig gleich verläuft. Zum Abschluß brachte der Vortragende noch einige Konsequenzen, weche bezüglich der Struktur des Ruhe- kemes aus feinen Untersuchungen gezogen werden müssen. Wir können keine einheitliche statische Kernstruktur mehr annehmen, sondern je nach den inneren und äußeren Bedingungen ist auch die Struk- besser gesagt der kolloide Bau, des Ruheker» einer fortwährenden Veränderung unterworfen, womit der Vortragende auch nicht sagen wollte, daß Strukturen, wie sie für fixierte Kerne beschrie- wurden, im Leben niemals Vorkommen könn- So ist der Kern das eine Mal ein Gel, das he gefördert. , ieklage. ^eerestiese Ä>gt. N Tiefe ^lich Äy des en, die?-^ «in, 'Glichen «Al e w "■mm#?,* ZD lenkt wurde iinh'S Wrtoegg war. Der ? JM.tlurmeS von !. man letzt im “Lä An- Später MI M Dampfers "A- der 130 qE : -nuUvnenTvld «gtaimb gesunken. W. ter „Quitt eten, die im letzten Wt wurde. Jeden 'lu die italienische Te. andere gigantischere rabsichtigt nicht mehr tee Perlenbänke ) ihre Taucher ad- inwieweit die Durch- ngt, hängt allerdings r vorerst noch durch- )iieslich ist auch daran Archipel nach gesun- M Altertums »u for- die in alle diese lln- lauten recht ;uper- : ist durchaus brrrch- ■ 2. die Durchsuchung er dem Meereslpiegck Pvftschisfes „611 |a- »entlich wertvolle Fracht 'SS'«'«"“"* yfldre« ^ü-wittertörEN' - SU sich brachten. hlag.<'wechsel a.. t hotge ti0' «"»"SÄ'* ur&s l-SÄ' im gE ngen- ... ÄontaS- Arad. 11 Pfarrer Offene Füße Krampfadergeschwüre 3n vielen Fällen langjährig erfolglos behandelter Leinleiden hat sich Pfarrer Heumanns Pedi-Heilsalbe bewährt. Ihre Lestandieile saugen die abgesonderte Wund- flüssigkeit auf, verhüten Zersetzung, Eiterung und weitere Absonderung und erzielen dadurch Trocknung der Wunde und Bildung einer neuen Hautschicht. Schmerzen und Juckreiz laffen rasch nach. Pedl-Heilsalbe Dir. 51 Packung Mk. 4.- Magenleiden und Derdauungsbeschwerden aller Art, wie Ausstößen, Älä- Hungen, Lrechreiz, Sodbrennen, Appetitmangel usw. lassen sichmitpfarrer Heumanns Dlervogastrol - Tabletten fast stets prompt beseitigen oder mildern. Lei Magen- und Oarmschwäche wurden häufig ausgezeichnete Erfolge erzielt. Dlervogastrol sollte in keinem Haushalt fehlen. Nervogastrol Dir. 48 Packung Ult. 4.- 1O4V Verstopfung Stuhlträgheit und deren Legleiterscheinungen, wie Haut- Unreinigkeiten, Pickel, Milesier verschwinden bei Anwendung der Pfarrer Heu- mannschen Balsamischen Pillen fast regelmäßig schon nach kurzer Zeit. Oie Lalsamischen Pillen sind kein Hilfsmittel, sondern ein wirkliches Heilmittel bei träger Verdauung. 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A ober öreitags Hause... .Drr Woche eme Stunde v°lb neun b Hausern, $en sieht & Sk Sä SrüSeS« Ä' ^onttnej," . NS Ionel •'MlJln»« . ' btQ ÄÄ lu billigem pteil len,Gießen ^berlB wra bel Hohen Zinsen mer Bürgschaft monatliche?^. »°hlung au lxibef, Änürt’• ed)rif,l'*e «Inaebote unt om Lb- An^nK n^bÜ^ie^öme4 MtiteUguie Erich. Aff • e£ J0*’ hooSl. j£eir,M wünscht jMQftern. Herr» als treuen Lebenskameraden knnen zu lernen, S»r. Slnfl.u.04596a o. Glep. Anzeiger. Ne SS1**» Ä» °t sich Df.;r Lein. W ilht. ntU(n tojMe Jt. { MtaStiitatt - VrieMe . verloren. 1 Ter ebrl. Finder kanud.Geldinbalt bedaltev.TieTaiche mit den s. d. Finder wertl. Notizen uiw. L bitte an den Verl. 11 abzugeb. Ausweis n iuderTaiche.liann £• anonhm geicbeben. nt. icr AM«: ^HMckvdlHt D Kt n ich w. (Qolbene Nadel mit I amei Heinen Hakenb Walltorstr« Bahn- boilieasie, SelterS- weg, Marktplatz. 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Der Gang sei: Ratifikation des Schuldenabkommens mit Amerika, dann mit England, dann Ratifikation des Äoungplans, und „schließlich wird die Räumung des Rheinlandes, die unmittelbar der Erfüllung der deutschen Verpflichtungen folgen wird, immer noch einige Monate brauchen, bis sie durchgeführt wird". Wie soll das deutsche Volk einem Verständi - gungswillen glauben, der so doppeldeutig, besser gesagt, so mit Vorbehalt und im Hinterhalt ausgedrückt wird? Was ist „Erfüllung (exticution) der deutschen Verpflichtungen? Dem Buchstaben des Plans nach soll das wohl heißen: bis alles nach dem Plan bezahlt ist? Also würde es z w e i Menschenalter dauern, bis der letzte Soldat Frankreichs den Boden verließe? In manchen Teilen der Pariser Presse versteht man darunter: nicht nur, bis der Poungplan ratifiziert und in Kraft gesetzt sei, sondern erst wenn Frankreich über den zu mobilisierenden Teil der deutschen Zahlungen wirklich verfügen könne. Das wäre auch ein Termin, der ganz unabsehbar wäre. Und dann kommt noch die „Durchführung" der Räumung, also die militärische Sabotage, die wieder Monate und Monate die Erledigung hinauszöge! Mit solchen Programmen geben die französischen Minister — denn Painlevä spricht aus, was Poin- carö denkt! — auf die politische Konferenz! Dabei hat der Kriegsminister noch nicht einmal angedeutet, daß in diesem Programm auch noch die K o n t r o l l> diskussion im Anschluß an den bekannten Satz der Genfer Entschließung steht. Alles das sind keine Neuigkeiten für uns. Durch viele Erfahrungen weiß das deutsche Volk, daß das die Methode der französischen Politik für eine ebenso bekannte Tendenz von ihr ist. Wir unterstreichen eine solche charakteristische Ausführung auch nur, damit man danach beurteile, wie die Aussichten dieser Konferenz im August für uns sind. An sich ist ja die Sache so klar wie möglich. In der ganzen langen Schuldendebatte der Pariser Kammer war das Wesentlichste Poinearäs Satz, daß sich Deutschland dann (wenn nämlich die Kammer die Ratifikation der Schuldenabkommen oblehne), Frankreich gegenüber nicht auf zwei- und sechzig Jahre verpflichten würde: „denn seine Zahlungen wurden nur mit Rücksicht auf unsere Verpflichtungen auf eine s o lange Zeitspanne ausgedehnt." Diese Aeuße- rung, getan von ihm in der Sitzung vom 11. Juli, rief nach den Berichten „große Bewegung" hervor. Das sollte sie auch in Deutschland tun! Denn damit Hat Poincars, in der Bedrängnis feines Schulden- fampfes, das gewaltige Zugeständnis klar- gelegt, das Deutschland macht, wenn es den Houngplan annimmt. Jmplicite hat PoincarL, der Sachverwalter des Versailler Vertrages, damit bestätigt, daß der Versailler Vertrag Deutschland nur eine Verpflichtung auf 30 Jahre auferlegt. Dementsprechend waren ja auch im Dawesplan die Laufzeiten der deutschen Bahn- und Industrie- Schuldverschreibungen auf ungefähr den gleichen Zeitraum angesetzt. Auf zwei Menschen- alter also wurden Deutschlands Zahlungen „nur mit Rücksicht auf unsere Verpflichtungen ausgedehnt!" Oer englische Sonntag. Don Liesbet Dill. Er ist unerträglich langweilig? Man kann nichts anfangen, in kein Theater gehen, alles ist geschlossen, Museen und Kinos sind „shut“? Was tun am Sonntag in England? Was hat man schon alles über diesen englischen Sonntag gehört, und in Wirklichkeit: wie spielt er sich ab und wie unterscheidet er sich vom deutschen Sonnlag? Der Engländer beginnt sein Weekend schon Samstags mittags. Dann schließen die meisten Geschäfte. Wer ein Weekendhäuschen an der Themse oder auf dem Lande hat, fährt schon Freitags abends heraus. Der andere bleibt zu Hause... Der Wochentag beginnt auf der 3nfel schon eine Stunde später als in anderen Ländern. Dor halb neun bekommt man an Wochentagen in Häusern, Pensionen, Boardinghouses und den meisten Hotels kein Frühstück, aber am Sonntag — das steht schon auf Zetteln an der Tür — gibt es erst um neun ilfjr FrühstüH . . Man schläft si/ch dann aus. Auch das Hauspersonal kommt später herunter und vor dem Breakfast gibt es höchstens eine Kanne heißes Wasser oder tin Dad.. Das Sonntagsfrühstück ist feierlicher und ausgedehnter als das unsrige. Während wir :s bei Kaffee und Butterbroten verbringen, läßt der Engländer seine vier warmen Gänge des Sonntags erst recht nicht aus: Porridge, gebackener Fisch, Ham and eggs und Tee mit Toast... Die Speisekarte der großen Hotels für das erste Frühstück gleicht in ihrer Reichhaltigkeit unserer Mittag- oder Abendkarte. Man steht Sonntags nicht bei Tagesgrauen auf und eilt zur nächsten Haltestelle, um „noch mit- aufommen“, zu dem schon besetzten Zug von Auszüglern, man macht keine „Sonntagsausflüge", noch geht die ganze Familie schon morgens in den Wald. Sonntagssvaziergänge werden eigentlich von keinem Menschen gern gemacht, außer von dem Familienoberhaupt, das die ganze Woche im Staub seines Geschäfts oder Dureau- zimmers verbracht hat und nun auch einmal — ein begreiflicher Wunsch — „einen grünen Baum lchen möchte". Der englische Familienvater sieht genug grüne Bäume, schon die Fahrt von seinem Häuschen in der Vorstadt bringt ihn durch Wielenland, am Wald vorbei und durch grüne Anlagen, selbst in der Stadt findet er breite Squares mit Anlagen bepflanzt, reichlicher als in anderen Ländern, wo sich die Mietskasernen straßenweise drängen, ohne daß sich eine grüne „Lunge" dazwischenschiebt... Es hat seine Gründe. Diese „grünen Lungen" flnJ> sehr teuer und wir sind mcht so reich wie das alte England mit seinen Kolonien. Die Ge- Damit hat Frankreich erreicht, was es so lange an- gestrebt hat: die innere Verbindung der deutschen Tribute und seiner amerikanischen Schulden. Und Poincars weiß, daß jede denkbare Sicherheit, die Garantie, von der Painlcvä spricht, gegeben ist. Es überrascht uns nicht, aber es ist gut, vor Beginn der Konferenzverhandlungen nochmals so erinnert zu werden, daß Frankreich trotzdem nicht daran denkt, das Rheinland zu räumen — ausdrücklich sieht der Versailler Vertrag eine frühere Räumung als möglich vor —, sondern es zunächst als „P f a n d" für alle möglichen anderen Pläne festhalten will. Einen Vorwand, einen Vorbehalt erwähnten wir vorhin nicht, weil wir nicht glauben können, daß man in Paris ernsthaft daran denken kann. Steht für uns schon die Idee, die Räumung mit der Mobilisierung unserer Zahlungen zu verbinden, außerhalb jeder Diskussion, so erst recht das Gerede, daß als Garantie der deutschen Zahlungen für Frankreich auch nötig sei die Reform der deutschen Finanzen. Die hallen wir gewiß auch für dringend nötig! Aber das ist untere Sache! Ein solcher Versuch, über die Tributzahlungen sich in innerdeutsche Angelegenheiten einzumischen, auf einem Umweg hintenherum doch wieder die Souveränität Deutschlands einzuschränken, wäre so naiv und so dreist und für uns so absolut unmöglich, daß wir, wie gesagt, nicht glauben wollen, man denke in Paris ernsthaft an dergleichen. Sowohl der Briefwechsel zwischen den Herren K a a s und Wirth, wie die neue Aeuherung des Reichsauhenministers lehnen erneut jede ständige Kontrolle, jede Sonderkon- t r o l l i d e e (neben den Kontrollrechten des Völkerbundes) auf das schärfste ab. Wir begrüßen das natürlich sehr: endlich einmal sind Regierung, Reichstag und Volk in einer Frage vollkommen einig. Aber hätte man nicht im September in Genf in der deutschen Vertretung, die der Reichskanzler führte, sich das nicht auch schon sagen können? Damals hat sich Deutschland zu einer „Diskussion" des Gedankens einer „solchen Kommission für Feststellung und Versöhnung" bereit erklärt und das in der Entschließung vom 16. September festgelegt. Hat damals niemand daran gedacht, daß man recht gefährlich den kleinen Finger hinreichte, an dem Frankreich mit allen Mitteln die ganze Hand zu nehmen suchen würde? So hat sich die deutsche Regierung ihre Arbeit jetzt, auf der Konferenz damals schon erschwert. Run wird sie doppelt fest bleiben müssen! Wir halten sie an dem Wort Dr. Stresemanns im Reichstag fest (24. 3uni), daß die Regierung entschlossen sei, „an dieser Frage die ganzen Verhandlungen scheitern zu lassen, wenn man versucht, noch einmal eine ständige Kommission im Rheinland einzusehen." Während Deutschland handelte, indem es die Verhandlungen mit Belgien Über die bekannte Markfrage zum Abschluß brachte, und eine weitere, zum Voungplan zusätzliche Last auf sich nehmen will (Belgien will dafür auf weitere Liquidation verzichten und das deutsche Vermögen in Belgien freigeben), kommt man aus Frankreich mit einer 3dee, einem Projekt. Bei der Dölkerbundsversammlung soll der Plan der „Vereinigten Staaten von Euro p a" von Briand in strahlendem Transparent vorgeführt werden! Der Gedanke ist nicht neu; Briand macht sich damit die Paneuropa-3deolo- gie des Grafen Coubenhove zu eigen. Er ist ja auch Mitglied dieser Liga und er soll diese seine Lieblingsidee, mit der er sein Lebenswerk krönen und abschließen möchte, schon ausländischen Staatsmännern, darunter Dr. Stresemann neulich in Madrid, mitgeteilt haben. Näheres, wie Briand sich den Plan denkt, ist noch nicht bekannt. schäfte wickeln sich drüben anscheinend leichter ab, eben dieses Fundaments wegen, das vorhanden ist, und eine Stadt braucht nicht jeden freien Sied zum Bauen von fünfstöckigen Mietskasernen und Geschäftshäusern auszunutzen oder als Bauplatz zu verwerten, sondern bepflanzt ihn mit Anlagen... Das ist schön und hygienisch, es ist nur — teuer. Da die englischen Beamten und auch fast alle Arbeiter sehr weit vor der Stadt ihr Häuschen haben und ein Gärtchen, so brauchen sie am Sonntag nicht Ausflüge zu machen, um frische Luft zu schöpfen. Die haben sie ja vor der Tür. WaS sollen sie in der Stadt, wo alle Gäben, Kinos und Vergnügungen, ja selbst in vielen Städten Cafäs unb Restaurants geschlossen finb? Sie bleiben daheim, sehen sich mit der Zeitung oder einem Buch in ihren Garten, lesen und ruhen sich eben wirklich aus. Die 3ugenb fährt Rad, Motor oder Boot auf die Sportplätze, spielt Hockey, Tennis, rudert bewegt sich draußen. Diese Sportplätze liegen meist nahe an der Wohnung, denn wo dort eine Straße, ein Viertel entsteht, wächst auch gleich der Sportplatz, die grüne Wiese mit. Unb durch das feuchte, milde Klima sind diese Wiesen eben — so grün, man braucht sie nicht zu besprengen. Die einförmigen Häuserreihen der Vorstadt- straßen, die langweilig und etwas nüchtern wirken, haben das für sich, daß sie eben in so großer Zahl vorhanden sind. Sie sind für unsere Begriffe klein, eine Zweifensterfront, unten zwei, höchstens drei Räume, oben Schlaf- und Badezimmer, ohne letzteres wird kein HauS gebaut. Aber man hat sein „Home“, seine Behaglichkeit zu Hause, man wohnt nicht „ein" bei fremden Wirten, braucht sich nicht in einem Zimmer herumzudrücken, zu „behelfen", „Küchenbenuhung" bei fremden Leuten, ober daß man sein Badezimmer mit anderen Mitbewohnern teilt, gibt es dort nicht. Sonntags herausfahren, sich irgendwo lagern, das Essen mitschleppen? Daran fände die englische Hausfrau keinen Geschmack. Es sei denn, daß man mit dem Auto von der Haustür abfährt in den Wald, alles mitnimmt zum Picknick im Freien. Dieses ist dort sehr beliebt. Das „Picknick" kommt ja aus England. Aber mit Anstrengungen darf es nicht verknüpft sein... Der Sonntag ist ein Feiertag. Da gehen die Dienstboten aus, da steht einmal das Rad der Arbeit still.... DaS Vergnügen ist für den Wochentag da. Man lädt höchstens ein paar Freunde ein, denn am Sonntag kann man doch nichts anderes anfangen. Man hört keine Musik, keinen Stirm. Es ist kein Gedränge auf den Bahnsteigen, fein Stehen in überfüllten Zügen, alles wickelt sich auch am Sonntag ruhig und ungestört ab... Die feierliche Stille ist allein schon eine Wohltat. Der Gedanke, die europäischen Staaten möchten sich zusammenschliehen, um Europa wieder sein Eigengewicht zu geben, liegt seit dem Kriegsende, mit dem sich Europa selbst zum Bettlerkontinent gemacht hat, sehr nahe. Viele empfinden ihn als eine Selbstverständlichkeit: „Europa hat nur noch zwischen der Knechtschaft und der Föderation zu wählen", sagt Her- r i o t, und ähnliches deutete auch ©trete* m a nn in der letzten Reichstagsrede an. Manches darin ist durchführbar, das Meiste und Entscheidende aber ist und bleibt höchst problematisch. Es heißt, Briand schließe England ein, Sowjetruhland aber aus. Wie stellt man sich die „Vereinigten Staaten von Europa" vor, ohne daß Rußland an- und eingegliedert werde? Soll sich Deutschland, um in einer solchen europäischen Vereinigung Frankreichs Hegemonie zu sichern — denn darauf läuft es hinaus — in einen ®egenfa& zu Rußland bringen lassen? Wofür? Wozu? Wie stellt man sich „Vereinigte Staaten von Europa" vor, mit England, als Weltreich mit Kanada, Südafrika usw.? Oder bloß mit dem europäischen Teil? Wird sich England so in einen Gegensatz zu den Vereinigten Staaten von Amerika — denn daraus läuft die Sache weiterhin hinaus — treiben lassen? Für Briand ist klar, daß die Konstruktion der Vereinigten Staaten sich an die „Architektur" des Genfer Völkerbundes anlehnen würde. Das ist für uns schon keine Empfehlung. Wie soll dann, was zwingend logisch sich schon aus der 3bee ergibt, das militärische ilebergetoidjt der Sieger über die Besiegten des Weltkrieges, beseitigt werden? Wer das A der „Vereinigten Staaten von Europa" sagt, muh das B der Abrüstung, der Rüstungsgleichheit ihrer einzelnen Glieder durchsetzen. Will das Briand und kann er das, wenn er es wollen sollte? Die 3dee mag großartig und plausibel sein; wir wollen sie gar nicht an sich in Grund und Boden diskutieren. Aber sie trat doch und tritt hier erst recht von Anfang an verfälscht hervor. Vielleicht nicht nach dem Willen des Urhebers, aber sicher nach der Wirkung und dev Lage, wie sie ist. Denn sie ist darauf abgestellt, den jetzigen Status in Europa, den Status 6er Pariser Verträge, d. h. die Hegemonie Frankreichs noch einmal festzulegen und zu sichern, ilnb damit zieht sie Deutschland, es umklammernd, in ein Staatensystem hinein gegen Mächte, mit denen Deutschlands 3nter* essen heute und weiterhin parallel laufen. Das sind Rußland und Amerika. Man mag den Wert der deutschen Beziehungen zu beiden Staaten hoch oder gering einschätzen, das hat doch zweifellos für uns keinen Sinn, daß sich Deutschland, ausgerechnet Deutschland, durch eine solche 3dee und Konstruktion in einen Gegensatz zu Amerika und Rußland bringen ober sich nur der Freiheit seiner Beziehungen zu beiden berauben ließe, ilnb vhne Deutschland» finb „Vereinigte Staaten von Europa" ja unmöglich! Cs ist wohl kaum nötig, vor ben Gefahren eines solchen Sirenengesanges zu warnen. Denn zunächst einmal gilt doch, baß "mit Drianbs Anregung ein zweiter Schritt vor be nt ersten getan werben soll. Daher ist unser Mih^ trauen gegen biese Anregung gcrabc jetzt befqn* eers groß! Soll das ein Versuch sein, im öeß* tember über große nächste Fragen, bis bann vielleicht noch nicht gelöst finb, Hinwegzureben? Erst müßen doch die Reste aus dem Krieg befeitigt werden, ehe man an solche Erörterungen über Vereinigte Staaten von Europa überhaupt gehen könnte. Wer Paneuropa proklamiert und zugleich mit Rheinlandräumung zögert und von Rheinland- kontrolle redet, der muß sich gefallen lafTtn, daß wir ihn entweder nicht ernst nehmen, ober mit Mißtrauen betrachten, weil bann hinter einer solchen Proklamation anbered stecken kann oder soll, als sie nach außen, an bie gläubige ober nicht informierte Welt, besagt! politische Träumereien am Veldessee. Zn der Sommerresidenz des König-Diktators. — Dolksstimmung und Diktatur. Der Status quo bleibt aufrecht! Von unserem Dr. S-r.-Sonberberichtersiatter. Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Bled am Delbessee, Anfang Juli. Es gibt kaum ein Stückchen Erde von so traumverlorener Schönheit wie dieses Sieb am Veldes- see. Dor dem Kriege eine kleine, etwas primitive Sommerfrische Oesterreichs, damals noch Veldes genannt, kam es nach dem Umsturz wie das übrige Trainer Land an den neugegründeten SHS.- Staat und entwickelte sich, seit König Alexander im Schloß Windischgrätz seine Sommerresidenz aufgeschlagen hat, zu einem fashionablen Kurort von politischer Bedeutung. Denn wo der König weilt, noch dazu ein König mit absoluter Gewalt, da dürfen die Herren von der Regierung nicht fehlen. Und natürlich auch nicht die ausländischen Diplomaten, die sonst als stille oder tätige Beobachter in Belgrad zu sitzen pflegen und denen dieser wahrhaft idyllische Flecken -Gelegenheit bietet, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. So versammelt sieb während der heißen Monate in Sieb alles, was dem jugoflavischen Throne und der ausübenden Gewalt nahesteht, treibt Sport, habet, amüsiert sich und befaßt sich nicht immer nur nebenbei auch mit der hohen Politik. Augenblicklich herrscht hier Feststimmung. Die Hotels und die Prioatoillen rings um den Der- 3edes Land hat seine Sitten, seine Gewohnheiten, seinen Geschmack. Der Sinn des Sonntags ist in England der Feiertag, ein völliges Ausruhen von werktäglichen Geschäften... denn dazu hat der liebe Gott ihn ja bei der Schöpfung eingesetzt... 3ch habe weder an dem englischen, noch an dem noch strengeren schottischen Sonntag etwas Langweiliges ober Unangenehmes gefunden, im Gegenteil, hat es mir einen sehr angenehmen Eindruck gemacht, baß man sich wirklich einmal ausruhte, statt Vergnügungen nachjagen, die in Wirklichkeit nur Unbequemlichkeiten mit sich bringen. Federmami in derSommersrische Von Hans JRiebau. Birkenheide war ein Idyll. Birkenheide war ein Paradies. Keine Autostraßen gab es da, keinen Staub, keinen Lärm und nicht einmal elektrisches Licht. Also fuhr Jedermann nach Birkenheide. „Vier Wochen , sagte er zu der Wirtin vom Goldenen Schwan, „vier Wochen werde ich mich hier erholen." Und Federmann erholte sich. Am ersten Abend ging er um 12 Uhr zu Bett. „Man muß sich langsam gewöhnen", saate er. „Ruhelos im Bett zu liegen, hat keinen Zweck, und morgens kann ich ja so lange schlafen wie ich will." Aber am nächsten Morgen konnte Federmann nicht so lange schlafen, wie er wollte. Denn um 4.15 Uhr drang durch das offene Fenster ein seltsames, halb schnurrendes, halb keifendes Geräusch. Das Geräusch schwoll zum Wiehern an, ließ nach, wurde 3um Krächzen, überschlug sich und ging von neuem in ein schnurrendes Keifen über. Federmann sprang aus dem Bett, stürzte ans Fenster. Da stand im Garten des Nachbarhauses ein Huhn mit einem roten Sack am Hals und stieß markerschütternde Schreie aus. „Aha", dachte Federmann, und legte sich wieder ins Bett, „ein Truthahn, ein Puter. Man muß sich an solche Geräusche gewöhnen. Sie stärken die Nerven und sind einmal etwas anderes als das ewige Autogehupe." Und Jedermann schloß die Augen, begann tief und langsam zu atmen, und beschloß, bas nervenstärkende Geräusch in vollen Zügen zu genießen. Aber während der Puter schrie und (luderte, wurde Jedermanns Atem weniger tief und weniger langsam. „So geht es nicht", dachte er und fühlte, wie ihm irgend etwas den Rücken herabrieselte. Er stand auf und begann im Zimmer auf und ab zu gehen. Das schien beruhigend auf den Truthahn zu wirken, das Kluckern nahm ab, es würbe ruhig. „Na also", dachte Jedermann, legte sich ins Bett und machte die 2tugen zw Da fing der Puter wie- träumten Veldessee, in dem sich der Renommierberg der Julischen Alpen, der alte Triglav, kokett widerspiegelt, haben alle verfügbaren Fahnen aufgesteckt. In den Straßen zeigt sich auffallend viel Militär, der Verkehrsschutzmann trägt. eine funkelnagelneue, blitzende, mit schönen Schnüren verzierte Uniform und trotz der mörderischen Hitze tadellose, weiße Handschuhe, die Autos häufen sich, und wenn man sich unter den fröhlich promenierenden Badegästen umsieht, kann man aus der Menge die zahlreichen Agenten und D e t e f • tioe herausspüren, die aufzupassen haben, daß alles friedlich und ruhig verläuft. Denn oben im Schloß hat die Königin Maria einem dritten Sohn das Leben geschenkt, gestern kam der König, um ihn, die Gattin und auch bie Schwiegermutter, bie Königin-Witwe Maria von Rumänien zu begrüßen, die bereits seit einigen Wochen hier weilt. Alles, was Rang und Namen trägt, fährt fort, um feine Glückwünsche anzubringen, fast patriar« chalisch mutet das Treiben an, ein Schimmer von Glück liegt auf allen Gesichtern, gar erst, wenn der kleine Kronprinz Peter, begleitet von seiner königlichen Großmama, eine Spazierfahrt unternimmt und immer wieder winken muß, wenn irgendein hoher Diplomat ihm zulächelt oder die hohen der an zu schreien. Jedermann blieb mit geschlossenen Augen liegen. Wieder fühlte er etwas den Rücken herabrieseln, die Schläfen begannen zu pochen. „Unmöglich", sagte er und sprang aus dem Bett. Im selben Augenblick hörte der Puter auf zu schreien. Jedermann ging zu Bett. Der Truthahn schrie. Jedermann stand auf. Der Truthahn schwieg. Nachdem Jedermann vierzehnmal aufgestanden und vierzehnmal zu Bett gegangen war, fing sein Gesicht an, einen starren Zug zu bekommen. Mit unheimlicher Ruhe öffnete er seinen Koffer, nahm das Rasiermesser heraus, ging die Treppe hinunter, durch die Haustür, stieg über den Zaun. Als Jedermann zurückkam, ging er endgültig zu Bett. Das war um 5.30 Uhr. Kein Truthahn störte ihn mehr. Um 12 Uhr wachte er auf. Um 1 Uhr gab er der Wirtin einen Hundertmarkschein. „Bringen Sie ihn dem Nachbarn", sagte er, „für den Truthahn." Um 4 Uhr nachmittags ließ sich der Nachbar bei Jedermann melden. „Wie soll ich Ihnen danken!" sagte er. „Sie haben mir einen großen Dienst erwiesen!" „Großen Dienst?" fragte Jedermann, „wieso?" „Mit den hundert Mark", sagte der Nachbar, „habe ich ein gutes Geschäft gemacht; ich habe sechs neue Truthähne dafür gekauft." Hochschulnachrichten. Dipl.-Jng. Dr. phil. Conway Freiherr v. dürfe« roalb in Frankfurt a. M. ist zum Honorarprofessor in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der dortigen Universität ernannt worden. — Dem Privatdozenten an der Universität Münster Dr. Georg Stefansky ist ein Lehrauftrag zur Vertretung der neueren deutschen Literaturgeschichte mit besonderer Berücksichtigung der Geistesgeschichte erteilt worden. Dr. Stesansky, geborener Prager, ist Mitherausgeber und Schriftleiter der Zeitschrift für Literaturgeschichte „Euphorion". Er war Schüler von August Sauer in Prag und gehörte bisher dem Lehrkörper der Prager deutschen Universität als Privatdozent für deutsche Literatur und Sprache an. 3n der medizinischen Fakultät der Universität Marburg ist als Privatdvzent für Chirurgie Dr. med. Hans Bveminghaus zum nichtbeamteten auhervrbentlichen Professor ernannt worben. Dr. Boeminghaus, der eine Assistenten- stelle an bet Marburger Chirurgischen Klinik bei Prof. R. Klapp belleibet, gehörte von 1924 bis 1928 bem Lehrkörper ber Halleschen Mebi- zinischen Fakultät als Privatbozent an. — Prof. Dr. Hans Teschem acher in Königsberg hat ben Ruf auf bas Orbinariat ber Volkswirtschaftslehre unb FinanHwissenschast in ber Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät dev Universität Tübingen angenommen. Militärs den künftigen Herrscher mit sudelndem Zuruf begrüßen. Etwas anders wird schon der Eindruck, sobald man sich in das schöne StrandcafL setzt und die jugoslaoischen Zeitungen überfliegt, die eine seltsam ruhige und gemäßiate Sprache führen, eine Sprache, die doppelt überrascht, wenn man sich an die leidenschaftlichen Auslassungen und Angriffe erinnert, die noch im Vorjahre fast alle Spalten der Presse füllten. Damals tobte noch der Parteikampf, der Jugo- slavien an den Rand des Abgrundes gebracht und den König schließlich zu dem Entschluß genötigt hatte, die Führung der Staatsgeschäfte in seine Hand zu nehmen, in voller Stärke, damals litt alles unter der quälenden Gewißheit, daß es auf diese Weise nicht lange mehr weiter gehen könne — heute herrscht die Diktatur und mit ihr die Zensur. Gewiß — die Gemüter stellen unter einem gewissen Druck, aber dieser begreifliche Druck ist nicht so spürbar. Man hat, wenn man heute durch Iugoslaoien reist, den Eindruck, daß sich, natürlich unter gewissen Nötigungen, eine Wendung zur größeren Ordnung vollzieht. Der wüste Kampf der Parteien ist verstummt, in der vormals zerrütteten Verwaltung vollziehen sich erfreuliche Wandlungen, und wenn auch unter der glatten Oberfläche der Kampf zwischen den Serben und Kroaten weiter geht, wenn man auch in Agram mit Zähneknirschen die strengen, aus Bel- grab kommenden Verfügungen zur Kenntnis nimmt, so sieht man doch ein, daß dieser Weg, der Weg der Diktatur, notwendig war, um die Einheit des jungen Königreiches der Serben, Kroaten und Slovenen zu wahren. Der kühne Staatsstreich des Königs im vergangenen Winter hätte gefährlich werden und unter Umständen den Bestand der Dynastie verruchten können. Daß dies nicht geschah, daß Alexander trotz der Diktatur und ihrer nicht wegzuleugnenden Härten auch weiterhin di« Sympathien seiner Völker genießt, beweist, daß er richtig gehandelt hat, beweist auch, daß man den persönlichen M u t des Königs, alle Verantwortung auf sich zu nehmen, bis wieder die Staatsordnung in vollem Umfang gewährleistet ist, zu schätzen und zu respektieren weiß. Ob die Kroaten und Serben jemals „zusammenkommen" werden, ist eine Frage, die nur die Zukunft beantworten kann. Die Kroaten sind unzweifelhaft das kulturell höher stehende Element, der am meisten westlich orientierte Dolksstamm des Landes. In allen steckt aber auch ein unbändiger Drang zu politisieren, an den Staatsdingen in irgendeiner Weise mit Temperament und Leidenschaft teilzunehmen. Sie treiben gewissermaßen die Politik als Passion. Darum empfinden sie auch die gegenwärtige Diktatur weitaus härter als der serbische Teil der Bevölkerung, der schon etwas von dem orientalischen Fatalismus in sich trägt und aus dem Vergleich von einst und jetzt keinen Unterschied im Wohlergehen des Einzelnen, eher eine Wendung zum Besseren erkennt, weil der ganze Staatsapparat heute exakter und zuverlässiger arbeitet. Die derzeitige Regierung bemüht sich augenfällig, die bestehenden Gegensätze zwischen Kroaten und Serben durch eine Politik auf lange Sicht allmählich zu überbrücken (weshalb man auch nicht annehmen kann, daß der Diktatur in Iugoslaoien nur eine kurze Lebensdauer beschie- den ist), sie hat ihre Aufmerksamkeit vor allem der Heranwachsenden Jugend zugewendet und sucht durch Austausch serbischer und kroatischer Schüler und durch großzügige Jugendorganisationen das gemeinsame Staotsgesühl zu stärken und zu befestigen. Von diesen Dinaen und Problemen spricht es sich mit den jugoslaoischen Führern am Gestade des entzückenden Veldessee's weitaus leichter und ungezwungener als etwa in Belgrad, lieber allem liegt ein Reiz von lieblicher Beschaulichkeit und eine friedliche Stimmung. Nur mittags, wenn die Sonne allzu sehr sticht, wird plötzlich etwas von der elektrischen Spannung fühlbar, die in diesem Lande nach Entladung drängt... Der Verlustvortrag bei der Einkommen- und Körperschastssteuer. Don Dr. Zeidler, Syndikus der Industrie- und Handelskammer Gießen. Schon feit Jahren fordert die gesamte deutsche Wirtschaft durch ihre amtlichen Derufsvertre- lungen die Wiedereinführung des drei- jährigen Durchschnitts bei der Veranlagung zur Einkommen- und Körperschaftssteuer. Zur Prüfung dieser Frage hatte denn auch der Reichstag vor länger als Jahresfrist eine Sonderkommission eingesetzt, bei deren Verhandlungen sich jedoch gezeigt hat, daß der Lösung dieses Sleuerproblems nicht geringe Schwierigkeiten entgegenstehen. Das Ergebnis der Kommissionsberatungen ist dem Reichstag vom Finanzminister in einer „Denkschrift über die Besteuerung nach dem dreijährigen Durchschnitt und die Abzugsfähigkeit des Der- lustvortrags bei der Einkommen- und Körperschaftssteuer" vorgelegt worden. Die „Zusammenfassende Stellungnahme", welche der Reichssinanz- minister am Schlüsse der Denkschrift gibt, entbehrt nicht des allgemeinen Interesses, weshalb sie an dieser Stelle wiedergegeben sei: „Jedes der Systeme — dreijähriger Durch- schnitt mit oder ohne Verlustabzug, sowie Verlustvortrag ohne Durchschnittsbesteuerung — . mühte so gestaltet werden, dah es für alle Steuerpflichtigen in gleicher, oder doch möglichst entsprechender Weise Anwendung fände. Die Einführung der Durchschnittsbesteuerung würde bei den Kleinbetrieben in Landwirtschaft, Gewerbe und Hausbesitz und vor allem bei den Arbeitnehmern zu technischen Schwierigkeiten führen. Diese Schwierigkeiten würden in der gegenwärtigen Zeit angesichts der schwankenden Verhältnisse in der Wirtschaft und insbesondere der ungünstigen Lage der Landwirtschaft in weitaus verstärktem Maße auftreten. Fiskalisch verbietet augenblicklich schon der Stand der Finanzen von Reich. Ländern und Gemeinden die Einführung des dreijährigen Durchschnitts mit Verlustabzug. Der dreijährige Durchschnitt ohne Verlustabzug ist zwar fiskalisch weniger gefährlich, in steuerpolitischer und steuertechnischer Beziehung bestehen gegen ihn aber die gleichen Bedenken wie gegen die Durchschnittsbesteuerung mit Verlustabzug. Auch gegen das System des Verlustvortrags sprechen gewisse Bedenken steuerpolitischer und steuertechnischer Art. Richt nur seine unmittelbare Anwendung bei allen Pflichtigen, sondern auch ein entsprechendes Entgegenkommen bei den Arbeitnehmern würde zwar technisch durchführbar sein, aber doch zu einer gewissen Mehrbelastung für die Finanzverwaltung führen, die bei dem gegenwärtigen Stande der Verwaltung nicht zu gering angeschlagen werden darf. Der Ausfall beim Verlustvortrag ist zwar wesentlich geringer als beim dreijährigen Durchschnitt mit Verlustabzug. Er bleibt aber mit 30 bis 40 Millionen Mk. so beachtlich, dah die gespannte Finanzlage im gegenwärtigen Augenblick seine Einführung verbietet. Sobald es die Verhält- Sie leien totn Doa Moo. Roman von Edgar Wallace. 32. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der blinde 3a!e beachtete sie nicht weiter. Er hatte diese Geschichte schon so oft gehört, dah sie jedes Interesse für ihn verloren hatte. „Er hat ja niemals gewußt, dah er Zwillinge hatte, und dachte, fein Kind wäre gestorben." „Wenn de nich geklaut und gesoffen hättest, hättste ihm ja erzählen können, wo sie war. Aber mach' dir man darüber keene Kopfschmerzen. Sie haben bet Mädel gesunden, ’ne feine Dame is fc und hat viel Geld. Ich habe gehört, wie SIE gesagt haben, daß sie ’ne feine Dame is und viel Geld hat", fügte er einfältig hinzu. Sein Glauben unS fein Vertrauen in feine geheimnisvollen Gebieter kannte keine Grenzen. „Ich trank ganz gern mal einen Tropfen," gestand die nicht ganz zurechnungsfähige Frau ein, „und sie haben mich für rein gar nichts ins Gefängnis geschickt, älnd die Anstalt war fürchterlich!" Plötzlich schoß er auf sie zu und legte seine Hände auf ihre Schultern. Sie öffnete den Mund, um zu schreien, aber bevor sie noch einen Ton hervorbringen konnte, zischte er ihr dicht ins Gesicht: „Einen einzigen Laut und de bist tot! Sei still!" Seine feinfühligen Ohren hatten das Geräusch ton Fußtritten auf dem Fuhboden über ihnen vernommen. Rur ein Blinder konnte diese schwachen Geräusche durch die trennenden Mauern hindurch gehört haben. Er kroch ganz dicht an sie heran, legte einen Riesenarm um ihre Schulter und hielt den anderen dicht vor ihr Gesicht. „Rur einen Laut und de bist tot!" flüsterte er noch einmal, und dann hörte man, wie jemand an die kleine eiserne Tür am anderen Ende anklopfte und Larry Holts Stimme ertönte: „Ist hier jemand?" 30. Diana Ward war es gewesen, die Larry auf den großen verrosteten Kessel in einer Ecke des Kellers aufmerksam gemacht hatte, der der Wäscherei Dampf und Energie lieferte. Larry versuchte vergeblich, die dicke, eiserne Kesseltür, die in den Feuerungsraum führte, zu offnen. Er zog und zerrte, aber alle feine Mühe war um» fpnst. „Da kann doch niemand drin fein", sagte Larry kopfschüttelnd. „Was meinen Eie, Harvey?" „In dem Kessel würde man ja ersticken", erwiderte Sergeant Harvey. Das junge Mädchen blickte enttäuscht xm sich. „Gibt es nicht noch einen anderen Platz, wo sie sein könnte? Ich hatte so sehr gehofft ----" Sie beendete ihre Worte nicht. „Rein, Miß," sagte der Sergeant, „wir haben das ganze Haus sorgfältig durchsucht... Sollen wir die Tür aufbrechen, Sir?" fragte er. „Das wird ein paar Stunden dauern." Larry schüttelte den Kopf. „Ich glaube, es ist nicht nötig. Ich stimme Ihnen bei, daß fich fein Mensch in dem Kessel aufhalten könnte, falls überhaupt Platz genüg für einen Menschen sein sollte, um sich darin zu verstecken, was ich nicht einmal annehmen kann." „Glauben Sie?" fragte das junge Mädchen, als sie toeggtngcn, „daß uns Mr. Grogan die Wahrheit gesagt hat? — Es ist töricht, so dumme Fragen zu stellen: ich bin ja selbst davon überzeugt." „Da haben Sie recht", sagte Larry. „Fred ist nun gerade kein Musterknabe, aber in diesem Fall hat er uns nicht angelogen. — Es ist wirklich wie ein Glücksspiel", fügte er bitter hinzu. „Manchmal habe ich das Gefühl, als ob ich dies Rätsel niemals ergründen werde." „Das Rätsel wird gelost, und zwar noch innerhalb einer Woche!" Diana sagte dies mit solcher Sicherheit, dah Larry sie sprachlos ansah. „Dann müssen Sie es lösen." sagte er schließlich, „denn ich bin jetzt auf einem Punkte angelangt, und zwar dem gefährlichsten für jeden Detektiv, wo ich jeden Menschen in Verdacht habe. Verdacht auf Dr. Iudd,. auf den unschuldigen Mr. Dear- bom, auf Flimmer Fred, den Chefkommissar, auf Sie selbst", fügte er gutgelaunt hinzu, aber Diana lächelte nicht. „Ich habe mich schon gewundert, wie lange es dauerte, bis Sie mich in Verdacht haben würden", sagte sie ernsthaft. Sie ging in Begleitung von Harvey nach dem Präsidium, während Larry nach dem Hospital fuhr, um dem verwundeten Hochstapler noch einige weitere Fragen vorzulegen. „Der Himmel weiß, dah ich in meinem ganzen Leben noch niemals einem Polizisten vertraut habe," sagte Flimmer Fred, der aufmerksam Larrys Worten gelauscht hatte, salbungsvoll, „aber ich glaube, Sie sind ein anderer Schlag, Mr. Holt. In einet meiner Taschen ist der Schlüssel von meinem Bankschliehfach, meine Garderobe hat die Anstalt in Verwahrung genommen. Es ist die Dank in Chancery Lane, und ich habe nun mal Vertrauen zu Ihnen", sagte er mit eigenartiger Betonung. „In meinem Fach liegen verschiedene Dinge, die ich keinen Menschen sehen lassen mochte, aber Sie werden schon finden, was Sie suchen, ohne zuviel zu kramen. Da ist ein Paket Kriegsanleihe," sagte er unsicher, „die ich mir im Schweiß meines Angesichtes «worbe» habe." nisse gestatten, wird aber, wie das der Stet- s lungnahme der Reichsregierung im Jahre 1925 entspricht, die Einführung des Derlustvortrags von neuem in Betracht gezogen werden." Trotz dieser Bedenken des Reichsfinanzministers hat der Reichstag mit der Novelle zum Einkommen- und Korperschastssteuergesetz die Einführung des Derlustvortrags wie folgt beschlossen: Rach § 15 des Einkommensteuergesetzes wird es künftig dem Steuerpflichtigen, welcher Bücher im Sinne der Paragraphen 13 und 28 des Gesetzes führt, gestattet sein, neben Werbungskosten, Sonderleistungen. Schuldzinsen usw. auch den Verlust abzuziehen, der in den beiden unmittelbar vorangegangenen Steuerabschnitten nach den Ergebnissen der Buchführung im Sinne der Einkommensteuervorschriften entstanden ist. älmge- kehrt bedeutet dies, daß der in einem ©teuer- abschnitt entstandene Verlust von dem Gewinn des nächsten oder übernächsten Jahres abgesetzt werden darf. Die neue Vorschrift gilt, wie ausdrücklich hervorgehoben sei, nur für buch - führende Gewerbetreibende und Landwirte. Um jedoch den aus der Zulassung des Derlustvortrags erwachsenden steuerlichen Dorteil auch allen nicht buchführenden Steuerpflichtigen zukommen zu lassen, ist im Absatz 1 des § 56 des Gesetzes (Härteparagraph) eine Bestimmung eingefügt worden, wonach eine Ermäßigung oder ein Erlaß der Einkommensteuer auch dann eintreten kann, wenn der Steuerpflichtige in dem vorangegangenem Steuerabschnitt kein Einkommen bezogen und den Lebensunterhalt im wesentlichen aus seinem Vermögen, insbesondere aus Ersparnissen, gedeckt hat. Schließlich ist im Interesse derjenigen Kreise (nichtbuchführende Gewerbetreibende und Landwirte), für deren Einkommenermittlung Durchschnittssätze ausgestellt worden sind, vom Reichstag eine Entschließung dahingehend angenommen worden, daß bei der Festsetzung solcher Sätze auch Verlustjahre mit zu berücksichtigen sind. Der Derlustvortrag gilt auch für die Körperschaften. Das Körperschaftssteuergesetz ist nämlich dahin abgeändert worden, daß bei der Ermittlung des Einkommens diejenigenBeträge für abzugsfähig erklärt werden, welche zurDeseitigung eines Verlustes verwendet werden, der in den beiden unmittelbar borangegangenen Jahren nach den Ergebnissen der Buchführung entstanden ist. Allerdings war nach dem Körperschaftssteuergesetz schon bisher ein Derlustvortrag zulässig. Voraussetzung hierfür war, daß durch den Verlust das Grund- oder Stammkapital angegriffen worden toar; auch war der Derlustvortrag bei der Körperschaftssteuer zeitlich unbeschränkt. Dieser sachlich auf den Fall der Anterbilanz beschränkte, zeitlich aber unbegrenzte frühere Der. lustvortrag kommt durch die Gesetzesänderung in Wegfall zugunsten eines zeitlich auf zwei Jahre begrenzten, sachlich aber unbeschränkten Derlustvortrags. Lediglich für die in den Kalenderjahren 1929, 1930 und 1931 endenden Steuerabschnitte bleibt als älebergangsregelung die alte Dorschrift nebenbei in Geltung. Die neuen Dorschriften sollen erstmals für diejenigen Geschäftsjahre Anwendung finden, welche 1929 enden. In dem älebergangsjahr 1929 wird aber nur der Derlust des Vorjahrs berücksichtigt; später sotten dann die beiden vor- angegangenen Jahre maßgebend sein. Wenn schon durch die Gesehesnovelle den dringenden Wünschen der Wirtschaft nach Berechnung des Einkommens nach dem Durchschnitt der letzten drei Geschäftsjahre nicht entsprochen worden ist, so muh doch anerkannt werden, daß die Reuerungen einen immerhin beachtenswerten Schritt nach vorwärts bedeuten. Damit soll freilich nicht gesagt sein, dah nunmehr die Bemühungen um die Erreichung des gesteckten Endziels, nämlich die Einführung des dreijährigen Durchschnitts unter Berücksichtigung des Verlustvortrags, -zum Stillstand kommen. Oberheffen. Landkreis Gießen. $ Lollar, 19. Juli. Eine öffentliche G e * meinderatssitzung fand gestern abend statt. Als bemerkenswert ist darüber zu berichten: Das Lumdabett und die Böschungen zwischen dem Wehr und der Eisenbahnbrücke über die Lumda müssen geräumt und ausgebessert werden. Rach sachverständigem Ermessen werden hierzu etwa 2000 Mk. benötigt. Die Arbeiten wurden genehmigt und sollen der Firma Schneider in Heuchelheim übertragen werden. — Die Firma D. Ruhn will ein gröheresGeländestück (Gemeindewiesen) gegenüber dem Sägewerk läuft lich erwerben und teilte schriftlich die Zustimmung zum geforderten Preise von 2 Mk. für den Quadratmeter mit. Der Gemeinderat beschloß einstimmig folgende Zahlungsbedingungen: Cs sind 6000 Mk. am 15. Rovember 1929, der Restbetrag in vier gleichen Raten jeweils am 15. Rovember der folgenden Jahre bet Iprozentiger Verzinsung zu zahlen. Alle entstehenden Kosten und Gebühren gehen zu Lasten des Käufers. — Es hat sich als ein Mißstand erwiesen, dah bei Reparaturen an der Wasserleitung größere Ortsleile ohne Wasser sind. Durch die Erbauung einer Ringleitung sott erreicht werden, dah die Sperrung auf den geringst möglichen Umfang beschränkt werden kann. Hierzu ist die Verlängerung der Wasserleitung im Holzmühlerweg bis zur Hauptstraße erforderlich, wozu die Waffer- genofsenschaft „Glückauf" nicht herangezogen werden kann, da das in Frage kommende Gelände noch unbebaut ist. Die Gemeindevertretung erkennt die Vorteile einer solchen Maßnahme an und ist bereit, die Arbeiten auf Kosten der Gemeinde durchzuführen, macht jedoch den Vorbehalt, daß die Wafsergenossenschaft sich zuvor verpflichtet, die Gemeinde im Verhältnis der fortschreitenden Bebauung des Wegestückes zu entschädigen. — Eine längere Besprechung ergab fich bei der Beratung über die diesjährige De r- faffungöfeier. Zur Vorbereitung der Feie« wuroe eine Kommission, bestehend aus dem Bürgermeister, den Gemeinderäten Keller und Klin- tel, gewählt. Gewünscht wurde, daß sämtliche Ortsvereine dazu eingeladen werden und dah der Redner entweder der sozialdemokratischen, der demokrattschen oder der Zentrumspartei ange* höre. Die Feier soll unter Mitwirkung einer Musikkapelle und bei Teilnahme der Schuttinder stattsinden. An die älteren Schulkinder sollen Broschüren verteilt werden, wia sie die hessische Staatsregierung empfohlen hat. Der Gemeinderat erklärte ferner seine Zusttmmung dahin, daß die Kosten der Feier aus der Gemeindekasse gedeckt werden. — Außerhalb der Tagesordnung gab der Bürgermeister bekannt, daß der Vertrag über die Abtretung eines 10 Meter breiten Streifens des ßollarer Kopfes an den Dasalt- bruch zum Zwecke der Ausbeutung nunmehr genehmigt worden sei, gleichzeitig aber auch darauf hingewiesen wurde, daß eine weitere, Abgabe von Gelände aus forstwirtschaftlichen Gründen nicht genehmigt werden würde. Die Beratung über eine von dem Besitzer gewünschte Regelung der Zuweisung dieses Geländestreifens wurde wegen der weittragenden Bedeutung vertagt. 4- Aus der Rabenau, 19.Juli. In den beiden letzten Tagen hat man in den meisten Dörfern unserer Gegend mit dem Kornschnitt begonnen. lleber das Ergebnis des Schnittes kann schon jetzt gesagt werden, daß die Anzahl der „Kornmänner", di« auf den Aeckern stehen, einer guten Ernte gleichzusetzen sind. — Die Gewitterregen der jüngsten Tage waren bei weitem nicht ausreichend, um den Boden zu durchdringen und den Gewäch. sen die notwendige Feuchtigkeit zu bringen. Leider sind die Frühkartoffeln schon am Absterben, ohne daß man die gewünschte Zahl der Knollen „Dah jemand dabei geschwitzt hat, möchte ich wetten, sagte Larry munter. „Sie brauchen sich keine Sorge zu machen, Fred, dah ich hinter Ihre Geheimnisse kommen Witt, oder dah ich irgend etwas, was ich vietteicht finde, gegen Sie verwerten werde." Fred fühlte sich äußerst unbehaglich. „Ich wußte ja, dah ich viel riskierte, als ich Ihnen die ganze Geschichte erzählte, denn es war sicher, dah Sie der Sache auf den Grund gehen würden, und ich war mir auch klar darüber, dah ich Ihnen helfen würde. Wenn ich gesund und munter wäre, würde es sehr einfach sein, denn ich hätte Ihnen die Schlüssel gegeben." „Was sind denn das für Schlüssel?" fragte Larry. „Rachschlüssel," sagte Fred ohne zu erröten, „ich habe sie mir machen lassen. Straub bekam die Schlüssel in die Hände, als der Doktor schlief, und machte Abdrücke. Strauh ist gar kein so schlechter Kerl, aber das Schlimme ist, dah er ,kokstt. Ich habe niemals für solche schlechte Angewohnheiten etwas übrig gehabt,“ fügte Fred tugendhaft hinzu. „Man muh ein klares Auge und einen klaren Kopf haben, um im Leben vorwärtszukommen, stimmt das nicht, Mr. Holt?" „älnd acht geschickte Finger plus zwei flinke Daumen," sagte Larry. Ohne weitere Schwierigkeiten erhielt er die Schlüssel, und eine halbe Stunde später betrat er, vergnügt eine Melodie summend und mit Freds unrechtmäßigen Besitztümern in seiner Tasche klappernd, sein Zimmer Rümmer 47 in Scotland Bard. Rach langem Zureden war Diana daraus eingegangen, bis auf weiteres unter Larrys Schutz zu bleiben. Auch die mütterliche Pflegerin war nun eine bleibende Einrichtung in Regents Gate Gardens geworden, was aber Mr. Patrick Sumst) äußerst mißfiel, da er gezwungen war, sich in der Küche ein Feldbett aufzuschlagen. „Es tut mir leid, Sunny," hatte Larry am Abend des ereignisreichen Tages gesagt, „Ihnen diese Unbequemlichkeit verursachen zu müssen. Wie ich annehme, ist das nicht angenehm für Sie." „Rein, Sir, es ist nicht sehr angenehm für mich." „Aber doch schließlich zu ertragen, hoffe ich." „Ja, Sir, es ist zu ertragen.“ „Sehen Sie, die Dame schwebte in großer Gefahr", — Sunny wußte das sehr gut, denn die ganze Angelegenheit war freimütig in seiner Gegenwart besprochen worden — „und man hätte sie unmöglich in ihrer Wohnung lasten können." „Rein, Sir, das war ausgeschlossen. — Was lüi eiuen Stagen wünsche» Sur beutst ? v * „Irgendeinen", sagte Larry mit einem Lächeln. „Ra, auf jeden Fall ist die Dame sicher, wenn sie hier schläft." „Rein, Sir", sagte Sunny, und Larry blickte ihn sprachlos vor äleberraschung an. Zum ersten- mal in seinem Geben stimmte Sunny ihm nicht bei. „Rein?" fragte er ungläubig. „Haben Sie denn nicht gehört, was ich gesagt habe? — Ich sagte, die Dame ist in unserer Wohnung sicher.“ „Rein, Sir", sagte Sunny wiederum. „Ich bedauere, Ihnen widersprechen zu müssen, und bitte ergebenst um Entschuldigung." „Aber Sie meinen wirklich ,nein‘? Ja. warum ist sie denn hier nicht in Sicherheit?" „Well Sie selbst nicht sicher sind, Sir," erwiderte Sunny ruhig, „und solange Sie es nicht sind, ist es die junge Dame auch nicht." „Es ist gut,“ lachte Larry, „denken Sie, toaf Sie wollen! — Roch eins, Sunny--“ „Ja, Sir?“ „Schließen Sie bitte heut nacht die Küchentür. Ich habe gehört, wie Sie fich im Bett bewegten und bin dadurch wach geworden.“ „Ja, Sir, ich werde die Küchentür schließen,'' sagte Sunny und tat es auch wirklich. Als Larry zu Bett gegangen war und die Wohnung in tiefem Schweigen lag, schleppte Sunny sein schmales Feldbett in die Diele, stellte es so auf, daß das Fußende ungefähr vierzig Zentimeter von der Tür entfernt war, lehnte einen Besen so gegen die Tür, dah der Stiel auf seiner Dettkante stand und legte fich hin. Aber die Küchentür hatte er zugemacht! Gegen zwei älhr morgens wurde geräuschlos ein Schlüssel in das Schloß gesteckt, und die Tür öffnete sich langsam einige Zentimeter. Unbarmherzig fiel der Besen auf Sunnhs Kopf. Larry hörte drei schnell aufeinanderfolgende Schüsse, sprang aus dem Bett und lief, den Revolver in der Hand, in den Gang. Er sah ein leeres Feldbett, eine offene Tür, aber Sunny war verschwunden. Er flog die Treppe hinunter und begegnete dem würdigen Sunny, der einen kleinen Kerl, dessen gemeine Gesichtszüge schmerzhaft verzogen waren — er hatte eine Fleischwunde im Bein davongetragen —, am Kragen hinter sich Herzog. „Bringen Sie ihn hinein", sagte Larry und verschloß die Tür. Diana, die im Gang stand, zog fich hastig zurück. als man den Mann hindurchführte, erschien aber bald wieder, um an dem nicht sehr ordnungsgemäßen Verhör teilzunehmen, das durch eine sehr respektvolle Entschuldigung Sunnvs eingeleitet wurde. (Fortsetzung folgt) '. r Leute Pitk *• § äS h. litten; Auch , «roßen Z Ä war, -um losoll te derer ß« Eimern^ Die war W vrftil Äliocteran Jt«'1.6/ feinen 2frlab M Meiges wünsch!^ feierten dre Hochzeit, ui begehen j« s.Trai scheinen eri wässer des gedrungen sterben die Derf glänzens ftanW die, wie fonnte. ur von Leu! sehen vor ses von sterben fr gensvert sich die > richtet ha! zumal in unbedingt fung ander für geschaf! lichen Stell Schreiben i dergleichen' s. Aus Hochsommer! des öetrev hier und i tergerftt fang der Dogg eiv nur der 1 mein zu ' trotz längt bet. Info! reiche La zumal die schon die; Degen toä mets sehr zur Seit tr, ft et beschäl hannisbeere üägr, da t zeit sehr g lein Haut gemacht h Pb. T Schweii schickt. Es Wochen c Wochen al alte 50 b Markt tou 1 Sau touröe unfr stab als ge don Lehrer Schulkinder Mit großer Jollen. Sii Lchluß der' liegenden £ toaten, Leh meinde für 'euve. ^.trahenwa Mlti Me alle 'Sr Ende «rnte Di Tb r1^ ^sbedinai,°?Eschlvh «* lchen g>:JJ d«r ^Aden 3$te £ ■* s sS .^>ö ^ toinmenbe Gelang, E^rtretungZ °L, S L hi %^unfl ergab d'e diWiahrige L„. ?W aus dem M. >len Keller und Klin. ouröe, daß sämtliche m werden und dnh >>aldemokratilchen, der ^ntnnnSpartei ange- r Mitwirkung einer ^hme der Schulkinder alteren Schulkinder rut werden, wie Errgierung emp. melnderat erklärt- ; dahin, daß die Temeindekaise gedeckt :r Tagesordnung gab daß der Vertrag über ) Meter breiten Slrci« Pfes an den Dasalt. 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Das Futter ist sehr knapp geworden, da der zweite Klee nicht nachwachsen konnte und viele Leute bereits ansangen müssen, Hafer ab- zufüttern. Der Behang der Obstbäume, gleich welcher Art, hat sehr unter der Trockenperiode gelitten; viele Früchte sind bereits heruntergefallen. Auch hat die Apfelmade unter den für sie außer- ordentlich günstigen Witterungsverhältnissen sehr großen Schaden getan und ungeheure Mengen Obst angestochen. -j- Srünberg, 19. Juli. Sn der Rächt zum Freitag, etwa um Mitternacht, erscholl hier Feueralarm. Es brannte in dem bei der Alsfelder Drücke gelegenen Sägewerk der Firma Haas L Co. Verspätete Spaziergänger hatten das Feuer, das erst im Entstehen begriffen war, zum Glück gleich bemerkt. Mit Hilse des sofort benachrichtigten Besitzers und einiger anderer Leute gelang es, mit Erde und einigen Eimern Wasser die Flammen bald zu ersticken. Die Arbeit der rasch herbeigeeilten Feuerwehr war deshalb nur noch wenig. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. i. Ettingshausen, 19. SuIL Der hiesige Altveteran aus den Kriegen 1866 und 1870/71 Karl Sommer konnte bei guter Gesundheit seinen 8 4. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlaß lieh ihm der Reichspräsident sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift nebst einem Glückwunschschreiben zugehen. Vor einigen Sahren feierten die Eheleute Sommer schon die goldene Hochzeit, und sie hoffen, auch die diamantene noch begehen zu können. s. Trais-Horloff, 19. Suli. Seit gestern scheinen erneut größere Mengen teerhaltiger Abwässer des hiesigen Schwelwerkes in die Horloff gedrungen zu sein, wie ein großes Fisch- fterben beweist. Besonders zahlreich sieht man die Weißfische jeder Größe mit dem silberglänzenden Bauch nach oben tot treiben. Widerstandsfähiger scheinen Aale und Krebse zu fein, die, wie der Schreiber dieser Zeilen beobachten konnte, unterhalb der Lltpher Mühle noch lebend von Leuten ans Ufer geholt wurden. Abgesehen von dem wirtschaftlichen Schaden ist dieses von Zeit zu Zeit sich wiederholende Tiersterben schrecklich zu beobachten. Ebenso beklagenswert ist es, daß die D a d e p l ä tz e , die sich die Sugend im Laufe der Horloff eingerichtet hatte, nicht mehr benutzbar sind, zumal in der heißen Sommerzeit. Man sollte unbedingt dafür Sorge tragen, dah durch Schaffung anderweitiger Badegelegenheiten Ersah hierfür geschaffen wird auf Kosten der verantwortlichen Stellen. Was hilft sonst alles Reden und Schreiben über Hygiene, Schwimmunterricht und dergleichen? s. Aus dem Horlofftal, 19. Suli. Die hochsommerliche Hitze dieser Woche hat die Reife des Getreides derart beschleunigt, dah bereits hier und da mit dem Schnitt der Wintergerste begonnen wurde. Für den An- sang der kommenden Woche rüstet man zur R o gg enernte. Don allen Fruchtarten läht nur der Weizen hinsichtlich des Ertrags allgemein zu wünschen übrig. Lagerfrucht hat sich trotz längeren Regens nur sehr vereinzelt gebildet. Snfolge Mangels an Grünfutter haben zahlreiche Landwirte Haferäcker grün abgefüttert, zumal die mittlere Heuernte es nicht zuläht, jetzt schon die Heuvorräte anzugreifen. Ein ergiebiger Regen wäre deshalb für den Wuchs des Grummets sehr erwünscht. — Sn den Gärten ist man zur Zeit mit dem Abernten des Beerenob- st e s beschäftigt. Sowohl Stachel- als auch So- hannisbeeren bringen in diesem Sahre hohe Erträge, da die Witterungsverhaltnisse zur Blütezeit sehr günstig waren und sich so gut wie gar kein Raupensrah an den Sträuchern bemerkbar gemacht hat. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 19. Suli. Der heutige Schweine markt war mit 285 Ferkeln beschickt. Es wurden gezahlt für Ferkel bis sechs Wochen alt 40 bis 45 Mk., von sechs bis acht Wochen alt 45 bis 50 Mk., von acht bis 13 Wochen alte 50 bis 55 Mk. Der Handel war gut, der Markt wurde fast geräumt. Kreis Büdingen. ± Fauerbach, 19. Suli. Sn diesem Sahre wurde unser Sugendfest in größerem Maßstab als gewöhnlich gefeiert. Unter der Leitung von Lehrer Bauhmann führten nahezu 50 Schulkinder das Märchen „Domröschmr" auf. Mit großem Geschick spielten Vie Kinder ihre Rollen. Kirchenvorsteher Wenzel sprach am Schluß der Aufführung, zu der auch aus den umliegenden Orten viele Sugenöfreunöe gekommen waren, Lehrer Bauhmann den Dank der Gemeinde für den schönen Tag aus. Kreis Schotten. UL' Oberlais, 18. Suli. Der langjährige Etrahenwart Karl Schauermann II. beging hier seinen 8 0. Geburtstag. Er konnte im März 1927 auch das seltene Fest der goldenen Hochzeit feiern. Er ist der einzige noch lebende Kriegsteilnehmer von 1870/71 in der Gemeinde Der Subitar ist noch recht rüstig. ± Herchenhain, 19. Suli. Obwohl in diesem Sahre alle Feldarbeiten später als gewöhnlich ihr Ende sanden, ist die diesjährige Heuernte Mitte Suli schon fast beendet. Es ist das auf unserer Höhe eine Seltenheit, in der Regel ist der ganze Suli der Heumonat. Eine gute Mittelernte konnte bei schönstem Wetter in kurzer Zeit unter Dach und Fach gebraut werden. Y Gedern, 19. Suli Dieser Tage fand hier im „Bergwirlshaus" eine Lehrerkvnfe- Buntes 1929 das Rckordjahr der Eheschließungen. Die Heiratsprognose 1929, die das Mitglied des Statistischen Amtes, Regierungsrat Dr. Wagner stellt, sieht außerordentlich günstig aus. Rach den Feststellungen der früheren Sahre, in denen von Sahr zu Sahr eine Steigerung der Eheschließungen zu beobachten ist, dürste das Jahr 1929 geradezu ein Rekordjahr für die Eheschlie- Hungen werden. Regierungsrat Wagner nimmt an, daß noch in diesem Sahre die 600 000-Grenze weit überschritten wird und führt das auf die DeränderungendesAltersaufbaues unserer Bevölkerung zurück. Die Zahl der heiratsfähigen Männer ist heute durch das Rachrücken der stark besetzten Geburtsjahrgänge der Vorkriegszeit und durch die gleichzeitige Abnahme der Sterblichkeit erheblich größer geworden als in früheren Sahren. Besonders die Rekordjahrgänge von 1900 ab verstärken gegenwärtig die Reihen der Heiratskandidaten, so daß bei gleichbleibenden wirtschaftlichen Verhältnissen auch über das Sahr 1929 hinaus mit einer (Steigerung der Eheschließungen zu rechnen ist. Dr. Wagner führt jedoch die Zunahme der Eheschließungen auch auf eine größere Heiratsfreudigkeit der Männer zurück, denn nicht nur die absolute Zahl der Ehekandidaten ist gewachsen, sondern auch der Prozen'tsah der Heiratslustigen unter ihnen ist erheblich gestiegen. Die größere Heiratsintensität ist besonders auffällig bei den Sünglingen unter 22 und bei den Hagestolzen über 40. Von 1000 ledigen Männern zwischen 40 und 45 heirateten 1910 nur 24, 1927 dagegen 56. Die Gründe, die für das Steigen der Frühehen sprechen, sieht Dr. Wagner hauptsächlich in der Aufhebung der allgemeinen Wehrpflicht. Denn noch 1927 heirateten ungefähr doppelt soviele als vor dem Kriege unter 22 Sahren. Sm starken Kontrast zu den frühen und späten Jahrgängen steht indessen die verringerte Heiratsfähigkeit der jungen Männer zwischen 23 und 28. Hier dürfte weniger der Ausfall durch den Krieg eine Rolle spielen, als die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei der Gründung eines Haushalts. Snfolge der Verringerung der Hei- ratsfLhigkeit in den mittleren Sahrgängen des Mannes sind auch die Heiratsausfichten für die jüngeren Frauen schlechter als vor dem Kriege. Aller Heiratsfreudigkeit zum Trotz gibt es doch gegenwärtig etwa 900 000 Frauen in den besten Sahren, die infolge des Kriegstodes ihrer Altersgenossen auf die Ehe verzichten müssen. Die fialenberreform. Die Bestrebungen der verschiedensten Wirtschaftskreise, in fast allen Kulturländern eine Reform unseres bestehenden gregorianischen Kalenders durchzuführen, bilden bekanntlich seit einiger Zeit Gegenstand eingehender Beratungen im Völkerbund, der einen besonderen Ausschuß zur Prüfung der mit einer Kalenderreform verbundenen Fragen eingesetzt hat. Die weitverzweigten Wünsche, die in allen Ländern voneinander abweichen, sollen in diesem Ausschuß geprüft werden, und er soll späterhin von sich aus einen Vorschlag machen. Sn dem Ausschuß sitzen nicht nur die Vertreter der einzelnen Länder, sondern auch Delegierte großer Wirtschaftsorganisationen und Vertreter der verschiedensten kirchlichen Konfessionen. Bisher sind dem Dölkerbundsausschuß 184 Vorschläge zu einer Reform unterbreitet worden, in denen versucht wird, das Wandern des Osterfestes aufzuhalten und die ungleiche Lange der Monate, Quartale und Halbjahre auf eine einheitliche Formel zu bringen. Die Mehrzahl dieser Vorschläge mußte von vornherein als indiskutabel abgelehnt werden, weil sie allzustark von den bisherigen Traditionen abwichen r e n z statt. Obmann Häusel teilte mit, dah am 15. August eine botanische Exkursion unter Führung von Professor Spilger aus Darmstadt von Hartmannshain nach dem Hoherods- kopf stattfindet. Sm Klubhaus wird neben Professor Spilger Schulrat Hasenzahl aus Schotten einen Vortrag halten. Als Tag der diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe wurde der 22. August festgesetzt. Um 10 Uhr werden die Kämpfe beginnen und in derselben Weise wie 1928 durchgeführt werden. Sn diesem Sahre werden zum erstenmal Mädchen daran teilneh- men; sie fechten einen Dreikampf aus, bestehend aus 75-Meter-Lauf, Hochsprung und Schlagballweitwurf. Zu der geplanten Reufestsehung der Beiträge zur Beamtenkran k'enkasse wurde Stellung genommen, und es als unsozial betrachtet, wenn der Plan in der vorgesehenen Form Annahme findet. Eine entsprechende Entschließung soll dem Lehrervertreter im Vorstand der Deamtenkrankenkasse, sowie dem Vorstand des Landes-Lehrervereins übermittelt werden. Am 1. August tritt der Chrenobmann des Bezirks Gedern, Lehrer Keller aus Ober-Seemen, in den wohlverdienten Ruhestand. Die Lehrerschaft des Bezirks Gedern wird zu Ehren des aus dem Dienste scheidenden Kollegen in Ober- Seemen eine Abschiedsfeier veranstalten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Stammtisch Greilich, Steinstraße. Es ist für jeden hiesigen Schlossereibetrieb Pflicht, der Süddeutschen Eisen- und Stahlberufsgenossen- Allerlei. und insbesondere die kirchlichen Organisationen nicht ohne weiteres mit den Kalenderüberlieferungen brechen können. Gegenwärtig im Vordergrund des Interesses bei den Erörterungen über die Kalenderreform steht ein Vorschlag, nach dem die 12 Monate mit ihren überkommenen Ramen beibehalten werden sollen, der jedoch jedem Quartal die gleiche Länge von 91 Tagen gibt und zu diesem Zwecke für den ersten Monat jeden Quartals 31, für die anderen je 30 Tage festsetzt. Dadurch hat jeder Monat, da jedes Quartal mit einem Sonntag beginnt, 26 Werk- und 4 Sonntage, die ersten Monate jeden Quartals 5 Sonntage. Der Ostersonntag soll dann stets der 8. April sein. Es bleibt noch ein überschüssiger Tag, im Schaltjahr 2, da ja das Sahr 52 volle Wochen und einen Tag zählt. Dieser Tag soll nach dem augenblicklich zur Diskussion stehenden Vorschlag in die Mitte des Sahres hinter den 30. Suni gesetzt werden und die Bezeichnung Mittjahrstag erhalten. Durch ihn wird es möglich sein, das Wandern der Daten über die Wochentage zu verhindern. Der alle vier Sahre wiederkehrende Schalttag soll dann an das Ende des Sahres gerückt werden. Dieser Vorschlag findet weitgehendste Unterstützung im Handel, der Sndustrie und der Landwirtschaft. Ebenso haben sich hervorragende Su- risten und Gelehrte sowie evangelische und katholische kirchliche Würdenträger im Sinne dieses Vorschlags ausgesprochen. 1000 Stundenkilometer in 25 Höhenkilometer. Das Problem der Bezwingung der Stratosphäre ist bei ben Wissenschaftlern und Technikern in den letzten Sahren ganz besonders umstritten gewesen. Ernhafte Versuche, in die Stratosphäre zu gelangen und die dünnen Luftschichten in einer Entfernung von 25 bis 30 Kilometer über der Erde dem Flugzeug dienstbar zu machen, sind wiederholt gemacht worden, ohne dah damit die Technik der Lösung des Problems wesentlich nähergekommen wäre. Auch die Versuche, die in Deutschland auf diesem Gebiete gemacht werden, und mit denen sich insbesondere neben den Raketenflugzeug! mrstruk- teuren die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt beschäftigte, haben noch zu keinen greifbaren und für die Praxis wertvollen Ergebnissen geführt. Sn diese Ungewißheit über die Zukunft des Stratvsphärenflugs platzt nun soeben die Meldung verschiedener russischer Zeitungen, nach denen der Universitätsprosessor R y n d i n c in Leningrad ein Flugzeug erfunden haben soll, dessen Material wohl schwerer als Luft ist, das aber dennoch ohne Benzin oder sonstiges Heizmaterial in außerordentlichem Maße betriebsfähig fein soll. Die Erfindung basiert, immer nur nach den russischen Zeitungsberichten, auf Verwendung f»genannter Turbo-Kompressoren, die es ermöglichen, dah das Flugzeug in den höheren Luftschichten in einer Höhe von 25 bis 30 Kilometer mit einer Geschwindigkeit «von 1000 Kilometer pro Stunde fliegt. Die Ueberquerung des Ozeans, eine Fahrt von Europa nach Amerika, würde mit diesem Flugzeuge nur 5 bis 6 Stunden, die Reise um die Welt nicht mehr als 2 Tage in Anspruch nehmen. Dem russischen Gelehrten ist es, wie behauptet wird, gelungen, alle technischen Probleme vollständig zu lösen mit Ausnahme der Frage, wie die Piloten und Reisenden die atmosphärischen Verhältnisse in einer Höhe von 25 bis 30 Kilometer ertragen würden. Es mühte nämlich eine Kabine konstruiert werden, in der bei der Aufrechterhaltung des regelmäßigen atmosphärischen Drucks die Herstellung einer erforderlichen Menge von 2uft möglich wird. ** schäft, Sektion VI, Hessen, Hessen-Rassau (in Mainz) als Trägerin der Unfallversicherung anzugehören. Die Höhe der Beitragsleistung richtet sich nach der Kopfstärke des beschäftigten Per- Rundfunkprogramm. Sonntag, 21. Suli. 7 bis 8: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8 bis 9: Don Kassel: Morgenfeier. 11.30 bis 12: Eltern- stunde. 12 bis 13: Konzert. 13.20 bis 14.20: Stunde der Sagend. 14.20 bis 15.30: Dom Rürn- berger Stadion: Sportveranstaltung des zweiten Arbeiter-Turn- und Sportfestes. 15.35 bis 16: Don Breslau: „Sportsprecher unterhalten sich." 16 bis 18.50: Dom Stadion Breslau: Leichtathletik-Meisterschaften. 18.50 bis 19.50: Stunde des Landes. 19.50 bis 20.10: „Rot und Gesundung des deutschen Theaters", Dortrag von Hans Meißner. 20.10 bis 20.30: Sportnachrichten. 20.30 bis 22.45: Konzert. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 22. SuIL 6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Russische Musik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 19: Höchster Scherwe, Dialektvorträge von F. Renting. 19 bis 19.20: „Die Unterzeichnung in Versailles," Vortrag von Sakob Altmaier. 19.20 bis 19.40: „Sntelligenz- prüfung I: Einleitung und Darbietung von Sn- lelligenzaufgaben zur Selbstprüfung", Vortrag von Dr. R. W. Schulte. 19.40 bis 19.50: Eng- lische Literaturproben. 19.50 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15 bis 20.45: Frtedr. Wolf. Vorlesung aus eigenen Werken. 20.45 bis 21.45: Alte Streichmusik. 21.45 bis 22.45: Schallplattenkonzert. Dienstag, 23. Suli. 6.30: Morgengymnastik. 13.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend. 16.15 bis 18: Konzert. 18 bis 18.30: Lesestunde. 18.55 bis 19.15: „Das Kind in der Handschrift". 19.35 bis 19.55: „Wo uns der Schuh drückt", Snterviews mit jedermann. 19.55 bis 20.15: Die Glocken von Corneville. Komische Oper in drei Akten von ClaireviUc und Cabet. Musik von Robert Planquette. 0.30 bis 1.20: Rächt« kvnzert. Mittwoch, 24. Suli. 6.30: Morgengymn astik. 13.15: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Sagend. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Bücherstunde. 18.30 bis 18.45: Fünfzehn Minuten Ratschläge für Mutter und Kind. 18.45 bis 19.05: „Fausts letzte Sllufion, Tod und Grablegung." Vortrag von Pfarrer Taesler. 19.05 bis 19.25: „Die Wiener Genesis und ihre Wirkungen auf die kunsthistorische Forschung: III. Vortrag von Alfred Conradt. 19.45 bis 20: Senckenberg- Viertelstunde. 20 bis 22.10: Von München: Mädi. Operette in drei Akten von Alfred Grünwald und Leo Stein. Musik von Robert Stolz Donnerstag, 25. SuIL 6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplatten« konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.55 bis 19.15: „Reise nach Rußland," Vortrag von Wilhelm Kahl. 19.15 bis 19.45: Hans Franck: Vorlesung aus eigenen Werken. 20.15 bis 22.15: Die Luftkutsche. Rundfunk-Kabarett. 22.15 bis 23.15: Llnterhaltungskonzerl. Freitag, 26. Suli. 6.30: Morgengymnastik. 12.15: Schallplattenkonzert: Kammermusik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend. 16.35 bis 17.15: Hausfrauen-Rach- mittag. 17.15 bis 17.45: Was erwarten wir von einer Reform des unehelichen Rechts, Vortrag von Dr. Hilde Eiferhardt. 17.45 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18,30 bis 18.45: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. 18.45 bis 19.05: Stunde des Süd- westdeutschen Radio-Clubs. 19.05 bis 19.25: Vortragszyklus des Gewerkschaftsbundes der Angestellten. 19.25 bis 19.45: Stenographischer Fortbildungskursus. 19.45 bis 20,05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.05 bis 20.15: Film-Wochenschau. 20.15 bis 21.15: Unterhaltungskonzert. 21.15: Der Vetter, Lustspiel in drei Akten von Roderich Denedix. Samstag, 27. SuIL 6.30: Morgengymnastik. 13.15: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Der Briefkasten. 18.45 bis 19.05: Esperanto-Tlnterricht. 19.05 bis 19.25: „Das Anagramm als Denrbeschäftigung für müßige Stunden". 19.25 bis 19.45: Die Stunde des Arbeiters. 19.45 bis 20.15: „Die Entstehung neuer Worte. Ein Kapital lebendiger Sprachentwicklung", Vortrag von Dr. A. Selzer. 20.15 bis 21.15: Unter« Haltungskonzert. 21.15 bis 22.15: Literarische Veranstaltung: Alfred Polgar und Franz Hessel: Vorlesung aus eigenen Werken. 22.15: Konzert. Anschließend: Tanzmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 21. Juli. 8. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde. 9.30: Pfarrer Mahr. — Johanneskirche. 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pf. Bechtolsheimer. 8: Bibelbefpre- chung im Johannesfaal, Pfarraffiftent Schlaudraff. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30 Uhr: Pfarrer Lenz. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. — Elisabeth-Kleinkinder- fchule. 8.15 Uhr: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde. 9.45: Pfarrer Lic. Waas. 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Klein-Linden. 8.30: Hauptgottesdienst. 9.30: Kin- dergottesdienft. — Wiefeck. 9.30: Kandidat Heldmann, Friedberg. 10.45: Kinderkirche. — Kirchberg. 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend. 1.30: Lollar. — Allen-Buseck. 10: Alten- Buseck. 1: Trohe. — Watzenborn-Steinberg: 1: Hauptgottesdienst. Hausen-Garbenteich. 9: Garben- teich. 10.30: Hausen. — Lich. 9.30 Uhr: Stiftsdechant Kahn. Christenlehre für die weibliche Jugend. 12.45: Kindergottesdienst. 2: Gottesdienst in Nieder-Bej- fingen; Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinden. Samstag, den 20. Juli. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, den 21. Juli. 9. Sonntag nach Pfingsten, Gießen. 6.30 Uhr: Beichte. 7: Messe. Kommunion der Jünglinge. 8: Kommunion. 9: Hochamt mit Predigt. 11: Messe mit Predigt. — 2: Andacht. — Grünberg: 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen: 8: Messe mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich: 10: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten: 10.30: Hochamt mit Predigt. Sonntagsdienst d.Aerzte u.'Uvotbeken am 21.7.29 Dr. Klewitz. Dr. Meyerhofs. Hirschapotheke. Zahnarzt: Dr. Metz. ’D LNoostovsstveU bas Seite und billigste Einstreumittel für Großviehstülle Moostorfmull daS beste So- dcnverbesserungSmittel. die beste Einstreu für Kleinviehställe, daS beste Jsoliermitiel deS Deutschen TorsstreuverbandeS, lief, zu billigst.Preisen Gebt. Kahl, Tel. 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Schupp Katharine Feuster Familie Helene Schupp und Kinder Prima selbstge- kelterter Wir verlieren in dem Dahingegangenen einen wohlwollenden Chef, dessen Andenken wir allzeit in Ehren halten werden Wir betrauern den Tod unseres lieben, aktiven Bundesbruders In treuem Gedenken: Die G. B. Alemannia Hierdurch setzen wir unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskameraden Herrn Sigmund Jacob Die Angestellten der Firma Sigmund Jacob Die Beerdigung findet Montag, 22. Juli, nachmittags 3 Uhr, vorn Neuen Israelitischen Friedhof aus statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. 7. August 1929 statt. Gießen, den 20.3ul[ 1929. Der Oberbürgermeister. ____________I. V.: Klingspor. laEittllkäsoÄ 9 Pfd.-Mk. 6.30 frank. Dampfkäsefabrik Rendsburg. 4538 D Vsi Gallenstein- und Leberleiden ufro. Hat sich Ravbanose Hervorragend bewährt. Es ist nach den Prtnzivien von Prof. Gerhardt besonders bergerichtet,ein naturreines,hochwirksames RettSG- präparat, das mit vollem Vertrauen genommen werden kann. Viele Bestätigungen anerkannter Aerzte und Anerkennungen beweisen die zuverlässige Wirkung und Unichädltchkett Mein fieber guter Mann ist gestern nach schwerem Krankenlager von mir gegangen. Frau Sigmund Jacob geb. Levi. Danksagung. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die Kranz- und Blumensoenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers bei dem Hinscheiden unseres lieben Kindes, sagen wir allen innigsten Dank. Heinrich Günther u. Frau geb. Galinski. Gießen (Frankfurter Straße 150), den 20. Juli 1929. 6183D Bekanntmachung. Dienstag, den 23. Juli 1929, findet Rindvieh- tRuhvieh ) Marti statt; sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Auflriebszeit am Markttage von 7 bis 8.30 Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am Gießen (Kirchenplatz 2), Wiesbaden, Heddernheim, Rüderwald, Odenhausen, den 19. Juli 1929. Die Beerdigung findet Montag, den 22. Juli 1929, nachmittags 3*/, Uhr statt. 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Durch Verfügung des Herrn Ministers des Innern vom 20. Juni 1929 zu Nr. M. d. I. 25 221 find die vom Stadtrat am 30. April 1929 beschlossenen Ausschlags- sätze für die endgültige Gewerbesteuer für 1928 wie folgt genehmigt worden: a) 40 Rps. für je 100 Reichsmark des Eewerbekapitals; b) 180 Rpf. für je 100 Reichsmark des Gewerbeertrags nach dem Gewerbesteuergesetz für 1928 vom 10. Mai 1928. 6209C lieber die endgültige Gewerbesteuerschuld für 1928 werden unter Angabe etwa zu leistender Nachzahlungen oder zu empfangender Rückzahlungen den Steuerpflichtigen in den nächsten Tagen besondere Bescheide zugestellt. Die nachzuzahlenden Beträge sind bis spätestens 15. August 1929 an die Stadtkasse zu entrichten. Gießen, den 18. Juli 1929. Der Oberbürgermeister. Keller. Nächsten Dienstag, den 23.3ull, nachmittags 2 Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde gehöriger (Eber, wegen Inzucht, öffentlich meistbietend im Faselstall versteigert werden. 6224D Hess. Bürgermeisterei. * Eule^ HwäutevhausSung Gießen, Schulstrasre 5 04600 Zahnarzt Dr. Fischer verreist Vertreter: ZahnarztDr.Metz ________________________________________6207D Jelekliv-Auskimsiei jetzt Knrstrake 17, pari. Bad-Kauheini erledigt Ihnen alle vertraulichen Angelegenheiten diskret und preiswert. Ermittlungen. Beobachtungen, Gesuche, Beweismittel in Straf- u. Zivilvrozessen. Kredit- und Heiratsauskllnfte aus alle Plätze der Welt. [5869D Garten-, LNavSt- rmd Lett-Schirme »n Fabrikpreisen. Auch werden an solchen alle Reparaturen preiswert ausqesührt. Schirmfabvik Levi Dentist Theis verreist bis 5. August 62000 Fliegenschrünke Glocken nnd Fänger sowie Eisschränke u. Eismaschinen empfiehlt 4745A Edgar Borrmann, Gießen. ohne Eiseneinlage, eigene Fabrikation, weit unt.Syn- dlkatsprels. Kesselöfen in all. Ausführungen billigst Kupfersdimiederei, Verzinnerei PeinWelzsteinstraBe 42. Gegen Schwaben Tod und Teufel Schwabenpulver , 271 a r f i a I * * vertilgt Schwaben samt Sruf restlos. 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Das Institut für Konjunkturforschung tritt in feinem neuen Wochenbericht der Auffassung entgegen, daß die teilweise Erhöhung der Geschäftstätigkeit, die seit einigen Monaten auf der Güterseite der Wirtschaft zu beobachten ist, auf einen beginnenden neuen Aufschwung der Wirtschaft hindeute. Man kann die gegenwärtigen Auswärtsbewegungen in einzelnen Branchen nur als Sonderbewegungen betrachten. Denn für einen allgemeinen, die Gesamtwirtschaft umfassenden Aufschwung sind bei der gegenwärtigen Verfassung des Geld- und Kapitalmarktes nur geringe Möglichkeiten gegeben. Bei einer Gegenüberstellung der Auftriebssymptome und der Hemmungen kommt das Institut für Konjunkturforschung zu folgenden Festftel- lungen: Beschäftigung, Produktion und Umsatz einzelner Industriezweige sind in den letzten Monaten gestiegen, wenngleich die Gesamtbeschäftigung noch immer unter dem Stande vom Herbst 1928 liegt. Insbesondere hot sich die Nachfrage nach Produktionsmitteln erhöht, und zwar zum größeren Teil aus dem Auslande. In der Verbrauchsgüterindustrie ist die Abwärtsbewegung zum Stillstand ge- kommen. Die Lagerhaltung im Einzelhandel dürste verhältnismäßig gering sein, da die Auftragserteilung schon seit Monaten kaum über den laufenden Bedarf hinausgeht. Die Bautätigkeit ist immer noch verhältnismäßig hoch, so daß vielen Industrie- zweigen, soweit sie vom Baumarkt abhängig sind, ein gewisses Beschäftigungsminimum gesichert ist. Anderseits hält die Verknappung auf dem inländischen Kapitalmarkt weiter an. Wichtige ausländische Kreditmärkte sind ebenfalls angespannt. Soweit langfristige Kredite überhaupt aufgebracht werden können, werden sie zu einem großen Teil vom Baumarkt aufgesaugt, da hier der Kreditbedarf besonders groß und dringlich ist. Die kurzfristige Finanzierung ist zwar etwas erleichtert, aber die hohen G e l d s ä tz e und die große Beanspruchung der Notenbanken zeigen, daß der Bewegungsspielraum für Kredite recht eng ist. Eine größere Ge- schäftsbelebung müßte daher in hohem Grade durch Selbstfinanzierung der Wirtschaft getragen werden. Dies würde eine starke Ausweitung des Wechselumlaufs und dementsprechend eine Er- Höhung des Unsicherheitsmoments in der Wirtschaft nach sich ziehen. Starker Rückgang des Schiffbaus in Deutschland. Nach dem neuesten Bericht von Lloydes Register hat sich die im Dau befindliche Welt- t v n n a g e nur unwesentlich verändert. Die Auf- tragsbestellungen sind im zweiten Vierteljahr 1929 mit rund 2,838 Mill. Br.-R.-Tons, gegenüber dem ersten Vierteljahr mit 2,837, nahezu gleichgeblicben. Davon entfielen auf Großbritannien und Irland allein rund 1,45 Mill. Dr.- R.-Tons, gegen 1,36 am Ende des ersten Vierteljahrs 1929. Der Anteil Großbritanniens ist somit stark gestiegen. Dagegen ist bei den deutschen Werften ein starker Rückgang der Auftragsbestände sestzusteUen. Während am 31. März 1929 noch Schisse mit 406 988 Dr.-R.- Tons sich im Bau befanden, betrug die Tonnagezahl am 30. Suni d. I. nur 272 444 Dr.-R.-Tons, d. h. ein Rückgang von fast 30 Prozent. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß auf die Ablieferung der „Bremen" allein 46 000 Dr.-R.- Tvns entfallen. Die beiden Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd mit insgesamt 92 OOO Tonnen sind in den Ziffern für das erste Vierteljahr 1929 mit enthalten. Einheitsverband der ländlichen Genossenschaften. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Preußischen Zentralgenossenschaftskaffe sand in Frank- furt a. M. eine Sitzung der Organisationen des ländlichen Genossenschaftswesens statt. Vertreten waren: Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Generalverband der deutschen Naiffeisengenossenschaften, Genossenschafts, verband der deutschen Bauernvereine, Genossen- schastsverband des Reichs-Landbundes, Genossen- ichaftsverband der deutschen Bauernschaft, Mittelrheinischer Genossenschaftsverband, Verband der vberschlesischen Genossenschaften. Die Verhandlungen über die Bildung des Tinheitsverbandes der ländlichen Genossenschaften wurden in dieser Sitzung zu Ende geführt. Den zuständigen Organen der Genossenschaftsverbände wird e i n ft i m m t g folgender Vorschlag zur unverzüglichen Annahme empfohlen: An die Spitze des Einheitsverbandes tritt ein Präsidium. Gleichberechtigte Präsidenten werden Geh. Landesökonomierat Hohenegg und Reichsminister a. D. Dr. Hermes. Stellvertretende Präsidenten werden Landesökonomierat Dr. Rabe und Regierungspräsident z. D. Freiherr von Braun. Generalanwalt und als solcher Mitglied des Präsidiums wird Generalanwalt Regierungsrat G e n n e s. Erster Stellvertreter des Generalanwalts und dessen erster Vertreter im Präsidium wird Direktor Schmidt, zweiter 6tetfoertretet des Generalanwalts und dessen zweiter Vertreter im Präsidium Direktor Brenning. Das Ehrenpräsidium des • genossenschaftlichen Einheitsverbandes wurde dem Präsidenten des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, Landesökonomierat Dr. h. c. Iohannssen, ange- Iragen. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. Die Börse eröffnete die neue Woche in lüft- loser Haltung. Anregungen lagen zumeist nicht vor, so daß der Markt oft ein fast vollkommen verödetes Bild bot. Dor allem machte sich die begonnene Ferien- und Reisezeit stark bemerkbar, aber es waren auch noch andere Momente vorhanden, die die Dörse nachteilig beeinflußten Der angespanntere Geldmarkt zum Medio und das kräftige Ansteigen des Geld- sahes in Reuhork, sowie die ruhigen und zumeist schwächeren Auslandsbörsen standen einer regeren Geschäftsentwicklung hemmend im Wege. Auf der anderen Seite stimulierten aber einige etwas vorteilhafter lautende Geschäftsberichte und Konjunkturnachrichten. Aber auch die weiter befriedigende Entlastung des Reichsbankinstituts, besondere Deachtung sand hierbei wieder die weiter ansteigende Deckungsquote, machte einen günstigen Eindruck,, so daß eigentlich die Grundstimmung in der ganzen Woche hindurch n i cht u n - fr eundlich war. Aber eine lebhaftere Geschäftstätigkeit konnte sich trotzdem nicht entwickeln, da Auslandsorders und Aufträge von Publikumsseite nur in ganz geringem Almfange eingetroffen waren. Das anhaltende Interesse für Montanwerke und die wieder einsehende Nachfrage nach Elektroaktien gegen Ende der Woche gab dem Markte eine starke Widerstandskraft. Das Rheinland interessierte sich besonders für Montanwerte, während das Ausland am Elektromarkt Material aus dem Markte nahm. Zeitweise schritt, veranlaßt hierdurch, auch die Spekulation zu Meinungskäufen. Das Geschäft war daher in diesen Werten zum Teil manchmal ziemlich lebhaft und es konnten auch Desserungen verbucht werden, die aber nie ein größeres Ausmaß annahmen, da auf der anderen Seite der Daissepartei immer wieder versuchte, einen Vorstoß zu unternehmen, der aber infolge der doch verhältnismäßig günstigen Verfassung der Dörse an der nicht zu verkennenden Widerstandsfähigkeit abprallte. Aber Verluste in geringem Umfange traten doch ein, die aber zumeist wieder aufgeholt werden tonnten, da das Dekanntwerden der Einigung in der d e ut s ch - be l g i s ch e n M a r f n o t e n fra g c, die Verbindlichkeitserklärung in der schlesischen Textilindustrie, die Mitteilungen der Frankfurter Industrie- und Handelskammer über die Wirtschaftslage und die sich wieder bemerkbar machende Entspannung am Geldmarkt, ein günstiges Echo hinterlassen. Das Geschäft beschränkte sich aber nur auf favorisierte Werte. Die Rebe n m ä r f t e lagen still und zumeist etwas schwächer. Montanwerte gewannen durchweg bis zu 1,5 Proz. Phönix und Klöckner- w er k e zogen sogar je 4 Prozent an. Aber auch Stahlverein, die gegen Ende der Woche besonders bevorzugt waren, gewannen 6 Prozent. Von Elektrowerten lagen A E G., Bergmann, Lahmeher und Elektr. L i e fe- rungen bis 3Prozent * gebessert, während Schuckcrt und S ie mens leicht gedrückt lagen. Stark angeboten waren wieder Glanz- ft o ff mit minus 16 Prozent. Stärker unter Kursdruck hatten noch D t. Lin oleu m mit minus 7 Proz., Kaliwerte mit minus von 3 bis 6 Prozent, und Rheinische Draunkohlen mit minus 3,5 Prozent. S ch i f f a h r t s w e r t e waren bei Erholungen bis zu 2,5 Prozent etwas gesuchter. Zum Wochenschluh war die Stimmung wieder lustlos. Die Tendenz neigte bei Abschwächungen bis zu 5 Proz. zur Schwäche. Die besseren Neuhorker Geldmarktverhältnisse konnten infolge des Abbruches der diplomatischen Beziehungen zwischen Rußland und China keinen Eindruck machen. Aufträge fehlten fast vollkommen. Glanz st offaktien waren mit erneut minus 7 Prozent weiter stark angeboten. Am Devisenmarkt war das Pfund international schwach. Paris und Madrid konnten sich etwas befestigen. Geld war mit 7,5 Proz. wieder eher erhältlich. An der Nachbörse traten auf Rückkäufe jedoch wieder kleine Desserungen ein, die aber keinen Ausgleich des lehttägigen Verlustes Herstellen konnten. I. G. F a r b e n waren bei einem Kurs von 227,25 Prozent unverändert vernachlässigt. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Nach der Haussebewegung der vergangenen Woche waren die Händler infolge schwächerer Auslandnvtierungen verstimmt, und der Markt zeichnete sich durch eine gewisse Alnsicherheit aus. Cs kam auch plötzlich erheblich mehr Material. und zwar zu billigeren Preisen, an den Markt. Dies war aber sehr schwer unterzubringen, da die beteiligten Kreise abwartend blieben. Aber bald trat wieder auf eine erneute Hausse an den überseeischen Märkten eine Besserung ein, und die Tendenz war wieder fest. Das Geschäft blieb aber noch gering. Das Angebot in Weizen alter Ernte schrumpfte stark zusammen, so daß die amtliche Notiz hierfür ausgesetzt werden mußte. Die anfänglichen Verluste konnten zumeist wieder aufgeholt, teilweise noch überschritten werden. Roggen alter Ernte war reichlich angeboten und im Preise nachgebend. Gegen Ende der Woche wurde das Geschäft auf weiter steigende Auslandnotierung lebhafter. Besonders Mehle waren bevorzugt und bei einem Vergleich gegenüber der vergangenen Woche konnte Weizenmehl beider Sorten um je 3 Mk. im Preise anziehen. Roggenmehl war dagegen vernachlässigt und nur behauptet. Am Futtermittelmarkt waren W e i z e n- und CRogg en f leie bei ruhigerem Geschäft behauptet, nur für Mais für Futterzwecke bestand von Landwirtschaftsseite recht reges Interesse bei einem Gewinn von zwei Mark. Die Woche schloß in sehr fester Haltung bei folgenden Notierungen: Roggen 22,75 bis 23, Hafer (inl.) 23,25 bis 23,50, Mais für Futterzwecke 23.25 bis 23,50, Weizenmehl 39 bis 41,75, nieder- rheinisches 39 bis 41,75, Roggenmehl 31,25 bis 32, Weizenkleie 11,75 bis 12, Roggenkleie 13. Wochenbericht vom frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Geschäftstätigkeit am Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche sehr ruhig und klein. Die Konsumnachfrage ist erheblich zurückgegangen, was durch die jetzige Ferienzeit bedingt ist, und dadurch dem Geschäft der Hauptfaktor genommen ist. Auch durch die in letzter Zeit etwas schwankenden Preise sind die Händler und sonstigen Interessenten sehr zurückhaltend, was auch jetzt zu dem flauen Geschäftsgang beiträgt. Namentlich am Schweinern arkt ist die Lage sehr unsicher. Die Preise unterliegen seit einigen Wochen starken Schwankungen, was hauptsächlich den Landwirten mit dem Verkauf von Vieh große Zurückhaltung auferlegt. Auch an den übrigen Märkten ist die Lage dieselbe. — Auf dem Rinder- markt war der Auftrieb etwa der gleiche wie in der Vorwoche. Der Abfluß für Exportrechnung war nur mittelmäßig. Das angetriebene Vieh war mittlerer Qualität. Nach ruhigem Handel verblieb geringer ileberftanö. Kälber hatten bei ruhigem Geschäft und nachgebenden Preisen verstärkten Austrieb aufzuweisen; der Markt wurde jedoch geräumt. Schafe wurden des geringen Auftriebs wegen nicht notiert. Auf dem Schweinemarkt war die Beschickung erheblich geringer als in der Vorwoche. Nach schleppendem Geschäft wurde ausverkauft. Die Preise konnten wahrscheinlich infolge des geringen Auftriebs etwas anziehen. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1622 Rindern, darunter 337 Ochsen, 110 Dullen, 631 Kühe und 427 Färsen, ferner aus 1571 Kälbern, 152 Schafen und 4417 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Derichtswvche waren 277 Kälber mehr angetrieben, während 1205 Schweine, 30 Rinder und 17 Schafe weniger zum Verkauf standen. Dezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Klasse Al 59 bis 62, A2 54 End 58, Bl 49 bis 53. Dullen A 52 bis 56, B 48 bis 51. Kühe A 47 bis 51, B 41 bis 46, C 34 bis 40, D 25 bis 33. Färsen A 60 bis 62, B 55 bis 59. C 49 bis 54. Kälber B 72 bis 77, C 65 bis 71, D 56 bis 64. Schafe nicht notiert. Schweine B 86 bis 89, C 87 bis 90, D 87 bid 90, E 86 bis 89. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche lagen Kälber bis 5 Mk., Dullen bis 3 Mk., Kühe bis 2 Mk. und Ochsen und Färsen je 1 Mk. niedriger, dagegen konnten Schweine bis zu 2 Mk. anziehen. * 'Beteiligung von Wayß L Freitag an großem Reparationsauftrag. Die Hafenverwaltung von Dünkirchen hat mit den Firmen Saintrapt L Drice (Paris), Polenskyk Zöllner (Berlin) und der Wayß & Freitag A.-G. (Frankfurt a. M.) einen Vertrag für die Erweiterung und Vertiefung des Hafens, sowie für die Herstellung einer Schleuse abgeschlossen. Die Kosten dieser Arbeiten betragen rund 220 Millionen Francs. Die drei Firmen sind an diesen Arbeiten zu je einem Drittel beteiligt Der Vertrag bedarf jedoch noch der Genehmigung durch die Reparationskommission. * Der Erzbergbau im Juni, lieber die Lage des Erzbergbaues im Juni wird berichtet: Die Lage der Siegerländer Gruben hat sich gegenüber dem Vormonat nicht geändert. Forderung und Absatz sind etwa die gleichen geblieben. Preisänderungen sind nicht eingetreten. Im Lahn-Dillgebiet einschl. Ober Hess en sind bis heute noch nicht alle Formalitäten für die Staatshilfe erfüllt. In Anbetracht der in Aussicht stehenden Beihilfe ist eine Grube in Betrieb genommen worden. Im übrigen ist dis Lage gegenüber dem Vormonat unverändert. Frankfurter Abcnvbörse. Frankfurt a. M., 19. Juli. Die Abendbörse war fast vollkommen geschäftslos, da angesichts der politischen Situation und der bevorstehenden zweitägigen Unterbrechung des Verkehrs stärkste Zurückhaltung geübt wurde. Die Kurse waren gegen den Berliner Schluß meist knapp behauptet. Leicht gedrückt lagen I.-G.» Farben und Metallgesellschaft. Andererseits waren Schuckert und Waldhof geringfügig gebessert. Renten still. Abl.-Schuld ohne Option 9,8, Danatbank 279. Reichsbank 316,50, Gelsenkirchen 149,50, Har- pener 147,50, Aschersleben 236, Westeregeln 241, Klöckner 112,50, Mannesmann 122,25, Phönix 105,75, Rheinstahl 127, Stahlverein 114, AEG. 198, Bergmann 224, Daimler 54,50, Linoleum 306,50, Licht und Kraft 211, I.-G.-Farben 227,50. Holzmann 109,50, Schuckert 229,25. Glanzstoff 399, Waldhof 240, Hapag 124,25, Lloyd 116,75. Berliner Produktenbörse. Berlin, 19. Juli. Die festere Stimmung, die sich in den gestrigen Abendstunden für Weizen vorübergehend geltend gemacht hatte, machte infolge der schwachen Schlußmeldungen von ileber- see wieder einer Beruhigung Platz und die Produktenbörse eröffnete mit gegen gestern mittag nur wenig veränderten Preisen. Dom Auslande lagen, namentlich von Nordamerika, stärkere ermäßigte ©ifofferten vor. Geschäft vermochte sich nicht zu entwickeln. In Inlandweizen alter Ernte kamen nur wenige Abschlüsse zustande, Geschäft in Neuweizen gestaltete sich schwierig, da Forderungen und Gebote zu weit auseinandergehen. Roggen alter Ernte bleibt reichlich angeboten und schwer verkäuflich. Für Roggen neuer Ernte sind die Verkäufer angesichts der bedeutenden Preisspanne zwischen Weizen und Roggen weiter- zurückhaltend. Am Lieferungsmarkt ergaben sich für Weizen nur per Oktober, für Roggen per September Preisveränderungen. Mehl hat weiter sehr ruhiges Geschäft, die Roggenmehlpreise sind durch das reichliche Inlandangebot gedrückt. Hafer bei ausreichendem Angebot ziemlich stetig. In Gerste bleiben die Umsätze gering.- Cs notierten für je 1000 kg: Weizen, märt., 255 bis 257 (ruhig), Juli 271, Sept. 268 u. G., Oft. 267,25; Roggen, märt.. 195 bis 198 (ruhig), Juli 216 u. G., Sept. 218,50 bis 219,50, Oft. 220,50 bis 220 bis 220,75' Futtergerste 182 bis 190 (ruhig); Hafer, märt., 183 bis 193 (ruhig), Juli 197,50. Sept. 206,50 bis 207; für je 100 kg: Weizenmehl 31 bis 35,50 (stetig); Moggenmehl 27 bis 30 (schwächer); Weizenkleie 12,75 bis 13; Roggenkleie 12; kleine Erbsen 28 bis 34; Futtererbsen! 21 bis 23; Peluschken 25 bis 26.50; Ackerbohnen 21 bis 23; Wicken 27 bis 30; Lupinen, blau, 20 bis 21; Lupinen, gelb, 28,50 bis 30,50; Rapskuchen 19,30; Leinkuchen 23 bis 23,50; Trockenschnitzel 11,20 bis 11,40; Sojaschrot 20 bis 20,60 Mark. 29,4 (Wb «rtel 7,75 64,5 65 17,5 17,65 124,5 124,5 124,25 125,25 120,5 118 114 8 Banknoten. 31H 3164 316,5- 3164 29,75 2,45 7,7 7,9 23 20 105,13 123,75 105,6 105,13 118,25 126,5 128 185,25 280,75 172,5 156,5 162 116,75 126,5 128,5 213 184,5 279 171,5 155,75 161,5 23,2 20,25 fr fr IG , 8 fr IG 55 67,5 11 65 68 11 202 22,65 91,25 215 56 68 199,5 22,5 91 215 55 69 10 o , 5 , 6 , 0 , 6 11 . 0 1,8 7,8 222 150,25 118 114 220 150,25 222 150,25 124,13 193,75 167,25 116,75 126,75 129 214 184.75 278,5 172 155,65 161,5 126,5 129 213,5 185,25 280,13 173 156,25 162 1,75 7,9 7,7 7,55 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Ludw. Loewe. . . Rat. Automobil . . Oienftein & Koppel Leonhard Tietz . . Bamag-Meguin . . Franks. Maschinen . Gritzner..... Heyligenstaedt . < Iunghans. . . . . Lechwerke..... Maintrastwttte . < Miag....... Nelarsuimer . . < Peters Union . . . Gebr. Roeder . . . Voigt 4 Haessner . Skdd. Zucker . . < 1,75 7,6 4% Schweiz. ®unbrfb>anL. . . 4% Oeslerretchische Goldrte.. . . 4,20% Oesterr. Silberrte..... 4% Oesterreich, einheiü. Rte. . 4% Ungarische Goldrte...... 4% Ungarische Staatsr. v. 1910 . 414% desgl. von 1913..... t% Ungarische Kronentte..... 4% Türt. ZoUanleihe v. 1911 . - 4% ZüdiTdje Bagdadbahn-Anl., Serie I........... 4% deSgl. Serie »•••••• 4% Rumänen unwert Rte. . - - 4V4% Rumänen Goldanl. von 1913 98 29,5 2,3 1,7 23,13 iVi . 6 . 8 10 . 8 10 10 12 11 12 10 10 10 Lllg. Deutsche Eisenbahn . Hamburg-Amerika Paket . Hamb.-Südam. Dampfsch. Hansa Dampfschiff .... Norddeutscher Lloyd . . . Mg. Deutsche Treditank- - Barmer Bankverein . . . Berliner Handelsgesekych. . Commerz- unt Prioai-Bank Darm st u. Nationalbank . Deutsche Bank .... Dtskonto-Gesellschaft Pint Dresdner Bank .... Mitteldeutsche Treditbanl Metallbank ...... Geld 4,17 58,33 111,48 20,305 «rief 4,19 58,57 111,92 20,386 18. Juli Amtliche '.Kotierung itzeld | Briet Kurszettel -er Berliner und frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloflenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lornbardzinsfuß 8,5 Prozent. Berlin. 19. Juli Amerikanische No«» . Belgische Noten.... Dänische Note» .... 19- Juli Älmiliche Notierun, Franksurt a.M. Ber-tn Schluß Kurs Schiußk. Abendbörse Schloß- Kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 18.7. 19.7. 18.7. 19-7. Philipp Holzmann..... 110 109,5 109,5 109,5 Heidelberger Cement.... 10 135,5 — — — Clement Karlstadt ..... 186 182 — — Wayß 4 Freitag...... 10 99 —— — 100,5 Schultheis Patzcnhoser . . . 15 — — 306 303,5 12 - ■ ■ 239 237,5 Ber. Glanzstoff...... 18 392 399 393,5 399 Bemberg......... 14 — — 302,5 309 tzellstoss WaldHos..... 12 —— 240 239,75 239,75 Zellstoff Aschassenburg . . . 12 — 158,25 158,5 158 Charlottenburger Wasser . . • < — — 110,65 110 Dessauer (Das....... . 8 — 195,5 198,65 Daimler Motoren..... . 0 54 54,5 54,5 54,4 Deutsche Maschinen-Fabrik . . O — — — 54,5 ülblcrroede Klever..... . 5 50 — 50 50 Berlin, 19. Juli Geld Brief französische Noten..... Holländische Noten ...... 16,42 167,83 16,48 168,51 Jtnlienislbe Noten ...... 21,96 22,04 Norwegische Noten...... 111,48 111,92 Deutsch-Oestrrr-, äic>0 Kronen 59,03 59,27 Rumänische Noten...... 2,485 2,505 schwedische Noten ...... 112,08 112,52 Schweiler Noten ....... 80,60 80.92 Soonische Noten ....... 60,81 61,05 Tschechoslowakische Noten .. 12,382 12,442 Ungarische Noten....... 72,85 73,15 Frankfurt a.M. Berlin Schluß- Kure Schiußk Abend börse Schluß- Kurs Schiußk. Mittag» börse Datum 18-7- 19.7- 18 7. 19 7- 5% Dl. ReichSanleihe o. 1927 . . 87,23 — 87,5 87,5 Dt Slnt-Ablöi..Echuld mit Lus- 51.5 51.3 51,6 51,4 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 9,8 9,8 9,8 9,75 7% Franks. Hyp.-Bt Goldps. un- kündbar bis 1932...... 85 5 4H% Rheinische Hyp^Bank Liqu^ Pnldps........... 79 U.E.G.abg. Borkriegs-Obligation. rückzahlbar 1932 ....... 87 — — — Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Kurs Schluß!. Abendbörse Schluß» Kurs Schiußk. Mittag- börse Datum 18.7. 19.7. 18.7. 19.7. A.E.G............8 IST 198 197,75 198,25 Bergmann...... 9 225,25 224 226,5 224 Gitta. Lieferungen.....1° — —- 155,5 155,5 211,5 211 212,25 202 Fellen 4 Guilleaume.....6 Ges. f. Gleta. Untern.. ... 10 139 138 139,25 212,75 137,25 210,5 Hamb. Gitta. Werke .... 1° — — 139,25 139,25 Rhein. ...............9 — — 150,5 149 Schles. Elektt........10 ■— — 188 189 231,5 229,25 231,5 229 Siemens 4 Hals!« . • • • • 12 392 — 392,25 392 TranSradio . . 8 —— — 148,25 147,75 171,5 — 172,25 170,25 Buderus..... 5 — 75,5 75,75 75,25 Deutsche Erdöl ....... 6 117,25 — 117,25 116,9 Essener Steinkohle ...... fr — — 238 137 Gelsenllrchener ... f. Yi 3- 4 Harpener ........ 6 140 148 140,5 147,5 140,25 149 140,5 147,5 Hoesch Eisen.........8 — — 135,5 135 Ilse Bergbau........8 213 212 212 212 Klöcknermerkr ........7 112,25 112,5 112,5 112 — — 131,4 132 ManneSmana........8 123 122,25 123,13 122,75 Mansselder.........7 134 —— 136,75 136,75 Lberschles. Eisenb. Bedarf. . . 6 — — 89,5 88,75 Oberschles. Kokswerkc.....6 —— — 108,5 106,9 Phönix Bergbau......t>Vi Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl . . . f. '/« Jahr l?t 105,5 105,75 106,13 106 299 298,75 298,5 298,75 127,5 127 127,75 127 Riebeck Montan......7,2 — — — — Bereinigte Stahl»......6 114,5 114 >14,4 114,5 64,25 64,4 Sali Aschersleben.....10 238 236 238,75 235,5 Kalt Seiteregeln......10 242,5 241 242,75 242 Kaliwerk Salzdetfurth ... 16 395 396 398,5 396,5 3- *8- Farben-Industrie ... 12 228 227,25 228 227,75 — — — Scheideanslolt........ 9 — — — — Goldschmidt ........6 77 76 77 76,5 86 85,5 86,75 85,9 ÄdaUflekMaft. U 126,6 124,6 126,5 125,25 Zünfte Rott. Buen^AireS Brff.-Antw- Chrtstiania - Kopenhagen Stochholm . HelstngforS. Italien. . . London. .. VI enti ort .. Daris.... Schwei, .. Spanien. . Japan . - . Rio de Jan. Dien inD» EefL abgest Prag - - - Belgrad .. Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Athen. . . Canada . . Urvgnqp. . Tatro • • 168,21 168,55 168,19 1,758 168,53 1,760 1,764 1,762 38,255 58,375 58,24 58,36 111,75 111,97 111,69 111,91 111,69 111,91 111,68 111,90 112,40 112,62 112,34 112,56 10,53 10,55 10,533 10,553 21,93 21,97 21,93 21,97 20,337 20,377 20,338 20,375 4,1930 4,1995 16,46 4,1925 4,2005 16,42 16,425 16,465 80,61 80,77 80,62 80,78 61,07 61,19 60,98 61,10 1,924 1,928 1,923 1,927 0,497 0,499 0,496 0,498 59,02 12,405 59,14 59,04 59,16 12,425 12,407 12,427 7,362 7,376 7,371 7,375 73,05 73,19 70,05 71,19 3,027 3,033 3,032 3,038 18,75 18,79 18,75 18,79 81,35 81,51 81,32 81,48 2,020 2,024 2,017 2,021 5,42 5,43 5,425 5,435 4,171 4,179 4,176 4,184 4,076 4,084 4,076 4,034 20,855 20,905 20,855 20,895 Wandern und Reifen • Bäder und Sommerfrischen. Kopenhagen. Don Johannes Schlaf. Don Schweden, TOcrfmfl aus, mit dem Dampfer über den öeresund für ein paar Tag» ein Abstecher nach Kopenhagen. Der Sund blitzt In der Sonne. Unter blauem f)hnme( und weihen Wolken. Eine fische ßrtii w^ht. An der Kimm« hingestreckt, überragt von den Strichen feiner Türme, im sonnigen Dufchauch der Fern« Kopenhagen. Eine angenehme Fayrl von 1- Stunden. Zwischen dem oorgelager- ten Gürtel der kleinen grünen Forts läuft der Dampfer in den Hafen ein. Man passiert die Zollkontrolle, zeigt leinen Paß, taucht tn das Verkehrs« gewimmel der Straßen. Das ein außerordentlich lebhaftes (Kopenhagen ist ein« Stadt von 700 000 Einwohnern), aber nicht unangenehmes ist. Es ist 27 Jahre her, daß ich auf einer Fahrt nach Norwegen hier zweimal kurz verweilte. Damals war Kopenhagen fast noch idyllisch, bot jenen Eindruck, wie er einem aus Jens Peter Jacobsens „Niels Lyhna' vertraut ist; inzwischen hat sich, auch abgesehen von dem unabreißlichen Autoverkehr, die Stadt ungeheuer entwickelt. Bald ist man auf dem Kongens Nytorv. Er ist ein« sehr angenehme Synthese von modern großzügiger Monumentalität und seiner früheren, unverlorenen Gemütlichkeit. Unwillkürlich fühlt man sich gut gestimmt, hai's einem Kopenhagen mit ihm angetan, fühlt man sich geneigt zu vermeßen. Kopenhagen ist ein klein Paris, aber mit dem sympathischen Vorteil, daß es ein nordisches ist. Durch Amagertory mit seinen vielen, glänzenden, farbenbunten Kaufläden weiter. Dann in die breite, asphaltierte, von Sonne und frischer Seeluft erfüllte Desterbrogade hinein, über den imposanten Rachausplatz, am „Tivoli" und am Bahnhof vorbei zum Ende der Straße hin, wo mir in einem Hotel Wohnung nehmen, uns erfrischen, etwas ausruhen, um dann (es ist nach 2 Uhr), wieder In die Stadt einzutauchen. Man steigt in ein Boot, zu einer Fahrt durch den Hafen. Drüben, überm Wasser Christiansborg Slot mit bem Reichstag, das Thorwaldsen Museum dahinter. Dort die lange, ihr Alter verratende niedrige Backsteinfront der B ö r s e mit ihren vielen Giebeln, überragt von der schlanken Turmspitze, die originell genug, bizarr, aus bem ineinandergewunbenen Schwänzen von vier Drachen besteht. An ber Vie^ahl großer unb kleiner Dampfer, von Seglern, Käynen, bunten Booten, Häuserreihen, Docks, Kranen, Maschinen, Schuppen, Werkstätten vorbei. Auch die beiden alten Kriegsschiffe von 1864 liegen noch da, die ich schon vor 27 Jahren hier sah. Ein moderner dänischer Kreuzer. Dann an der „Langen Lini e", Nordeuropas schönster Strandpromenade, mit ihren herrlichen Anlagen und vielen Denkmälern und Statuen hin. Auch an drei englischen Kriegsschiffen mußte man vorbei (unter ihnen das Vizeadmiral- schiff „Dindictive"), und sogar an einem kleinen französischen Kriegsschiff. Am äußersten Ende der „Langen Linie" verläßt man das Boot, um den stundenlangen Weg ber Prornenabe mit ihrem prächtigen Blick auf ben Hafen zur Stabt zurück- zuschlenbern, non immer neuen, heiteren, bezau- vernben Einbrücken überrascht unb gefesselt. Den Abend verbringt man bann, sei's and) nur mal ber Wissenschaft wegen, im „T i v o l i", bas eine der schönsten, großartigsten, vielseitigsten Vergnügungsstätten Europas ist. Am nächsten Tag aber steigt man (vormittags 10 Uhr), am Rathausplatz zu einer bis 6 Uhr abends bauernden Rundfahrt durch Nordseeland in das Tourenauto. Durch die Stadt gehts, immer den Strand (die „dänische Riviera") entlang, über Hellerug, Charlottenlund, Klampenborg, Taar- bank, Skodsborg, Humlebank nach H e l s i n g ö r. Hier besichtigt man bas zitabellenähnliche Kron- borg (gerade geht ein großes von Oslo her Kopenhagen zustrebendes Verkehrsflugzeug darüber weg), auf dessen Hof eine Reihe großer Geschütze steht. Dann hält man Mittagsrast. Und dann geht die Fahrt von der See ab, zurück durch die idyllisch anmutige, frische grüne Landschaft, wie man sie wieder aus Jacobsens Romanen kennt, und meist durch Buchenwald, es gibt auf ber Welt keinen herrlicheren als den dänischen. Am Gurresel vorbei bis zum lieblichen großen Esrumsee, wo das Schloß Fredensborg liegt, zu dessen Besichtigung man verweilt, um sich wieder in dem Banne einer reichen, farbigen alten Kultur und ihrer hier aufgehäuften herrlichen Kunstschähe zu fühlen. Dann weiter nach Hille rod und zum Schlosse Frederiksborg, einem ber schönsten Schlösser Europas. Die Pracht ber Schloßkirche unb bes gewaltigen „Rittersaales" ist überwältigend in ihrem großen Prunk. Dann weiter über Birken rod unb Holte am Fure- unb Farumsee, am Sommer« schloß des Königs „Sorgenfri" vorbei, durch Lyngby zur Stadt zurück. Meine vielleicht schönste Kopenhagener Stunde verbrachte ich bann aoer am Abenb in bem Garten ber Glyptothek. Man sitzt zwischen ben wunberbar gepflegten Anlagen, üppig blühenden Fliederbüschen, Blumen, einem gegenüber die sauberen Rasenflächen mit ihren Statuen, den Meisterwerken von Meunier, Rodin, ein paar Dänen, einigen elegant anmutenben Franzosen (Jouffry, Jdrac, Delablanche). Am Sommerhimmel die Si- chel des zunehmenden Mondes. Und in die Stille hinein ab unb zu bie Silberklänge des Glockenspieles ber Rathausuhr. Oben, auf bem Dach, auf ihrer Stufenpyramide, sehr eindrucksvoll, die große Bronzestatue der Palles Athene. Am nächsten Vormittag ein Blick auf bie unerschöpflichen, mit sehr ansprechender Ueberfichtlichkeit geordneten Kunstschätze der Glyptothek. Unten die Skulptursäle und -gänge. Sehr viel Franzosen. Meunier wieder und Rodin, Delablanche und viele andere. Viel Dänisches, Sinding usw. In den oberen Räumen bie Gemälde, Graphiken, Münzen, Plaketten, geschnittenen Steine. Danach die Frauenkirche, um 1200 erbaut, im Laufe der Jahrhunderte immer wieder, im Krieg, bei großen Feuersbrünsten, abgebrannt unb neu auf- gebaut, zuletzt 1806 dem Bombardement der Engländer zum Opfer gefallen, dann erst 1829 bie neue Kirche, in ihrer jetzigen, im griechischen Renaissance- stil ausgeführten, Gestalt eingeweiht. Reine Linien, klar schmucklose Empireschlichcheit; aber in ihren Nischen die marmornen Riesengestalten der von Thorwaldsen geschaffenen Apostel und außerordentlich eindrucksvoll, hinter dem Altar, die berühmte, große Christusgestall. Schließlich das Thorwaldsen-Museum hinter Christiansborg. Und in den sehr geschmackvoll eingerichteten, bei Besuch elektrisch erhellten Keller- räumen alles Bildhauerwerk des Meisters und viele Antike. In den oberen Räumen Gemälde, meist aus der Periode der Romantik. Viele Andenken an Thor- waldsen. Ein Stil, der uns Modernen entglitten ist. Doch wirkt auf mich für mein Teil alle kleinere Plastik Thorwaldsens, bie durchgängig mit Ruhe eine sehr reizvolle Bewegung vereinigt, sehr lebenbig. Will man sich nach diesen Stunftgängen erquicken, so ist der Besuch des berühmten hundertjährigen, aber äußerst geschmackvoll unb reizend modernisierten, am Slmagertor gelegenen Fruchtkellers zu empfehlen. Umhaucht von den lieblichsten Fruchtdüften sitzt man in diesen gemütlich angenehmen Räumen unb genießt etwa einen Teller Erdbeeren (Dänemark ist das Land der Erdbeerzucht) in „Floede" (Sahne). Nachmittags bann wieder zum Dampfer und über ben ©unb nach Malmö zurück. Reich gesättigt von heiteren, angenehmsten, zugleich doch großen Eindrücken. Gpalaimer Bilderbogen. Don Alfred Richard Meyer. Spalato, im Sommer 1929. Heber dieses eine Wunder kommt man hiev nie hinweg, daß in den ehemaligen Kaiser- Palast des Diokletian hier eine ganze Stadt von 265 Häusern eingebaut ist, in denen über dreitausend Menschen leben, ihren Handel treiben, ihre Kirchen, den Marktplatz und all das andere haben, das nun einmal Wohnlichkeit und Gemütlichkeit einer Stadt ausmacht. Das andere Wunder bleibt das: so oft man wieder nach hier kommt, der architektonischen Lleberraschungen sind immer wieder andere; so viele der herrlichsten Ornamente aus der Römerzeit sind so versteckt angebracht, daß, man immer wieder neue und schönere und geheimnisvollere entdeckt. (Das nahe Salona mit seinen Ausgrabungen bietet weit weniger des Reuen und wirklich Sehenswerten, weil manches, das schon vor fünf Jahren ausgegraben war, und das ich damals bewundern konnte, so verschiedene herrliche Mosaikbildwerke, inzwischen wieder zugeschüttet ward, da der Privatbesitzer dieses Stücks Gelände vom Staat einen solch übertriebenen Ankaufspreis forderte, daß jener dankend ablehnen mußte.) Aber — wer sieht hier all diese beredten Spuren machtvoller Vergangenheit? Der weiß und rot geschminkte Clown gewiß nicht, der da in der glühenden Sonnenhitze den Hafenkai am Kaiserpalast entlang schleicht, neben einem zierlichen Ponny, einen alten, weit gebeutelten roten Regenschirm hinter sich herschleifend — eine recht zweifelhafte Propaganda für eine abendliche Zirkusvorstellung... Abends — sitzt man auf der Piazza. Roch nicht einmal die Kinder beachten der Clown, den die Hitze und das Bewußtsein niederdrückt, daß man sich hier, selbst in diesem grellen Aufzug, noch nicht einmal den Fluch blöder Lächerlichkeit ausladen kann. Das bedrückt doppelt in dieser Stadt in Illyrien, in die Shakespeare seinen Mummenschanz mit einem Herzog Orsino, mit der schönen Gräfin Olivia, mit Junker Tobias, mit dem skurrilen Malvoglio, mit Sebastian verlegt, jenen also sprechen lassend: „Sehn wir die Altertümer dieser Stadt! Laßt uns unsere Augen weiden Mit den Denkmälern unb berühmten Dingen. So diese Stadt besitzt." Welch heiterer Aufforderung wir auch heute noch allzu gern nachkommen wollen und nachkommen. .. Rach diesem Zwischenspiel: nach einem Gewitter regnet es in Spalato? Mitten in die entzückte Erkenntnis herein, die mir bislang von allen schönen Frauen aller Völker bestätigt wurde: daß es hier die schönsten und geradest gewachsenen Männer der Welt gibt! Mit diesem Zwischenspiel: daß all diese schönen Männer be- regenschirmt sind — was so gar nicht zu ihnen paßt, was sie plötzlich unsagbar komisch erscheinen läßt. In allen anderen Ländern haben sich mehr und mehr die Männer vom Regenschirm emanzipiert, ihn als unmännliche Klamotte erkannt — sehr zum Verdruß der Regenschirmindustrie, während diejenige des Trenchcoats und der durchsichtigen Schlangenhäute, die nie etwas mit einer Schlange zu tun hatten, triumphiert. Ganz unorganisch erwächst den Spalatinern, wenn auch nur Regen eben ein ganz klein bißchen droht, ein Regenschirm aus der Rechten. Dabei bleibt es nicht. Eine ganze Metamorphose geht im selben Augenblick mit all diesen schönen Männern vor sich. Ihre ganze Haltung, ihre Kleidung, ihr Gang — eben noch mustergültig aufrecht und liebenswürdig korrekt, bekommt etwas — etwas, wie sage ich es nur! — Gebeuteltes — wie es vorhin nur der melancholische Clown am Hafenkai hatte, Chaplin geistert hier auf. Der Regenschirm paßt eben nicht in dieses enge Gewirre von Gassen und Gäßchen und Plätzchen in einem römischen Kaiserpalast! Shakespeare ist um einen grotesken Genuß herumgekommen, da er dieses nicht sah, leider nicht sehen konnte. Wenn es in Spalato regnet, wird aujch das gebeutelt: das bröckelnde Gemäuer aller Hauser, die Menschen dazwischen unb auch das Gehirn des Betrachters, der all das um sich als Mummenschanz nimmt unb herüber vergißt, baß er selbst auch nur ein Teil des Mummenschanzes ist — ein vom Regen Gebeutelter. O weh — bie schönen Bügelfalten! * Rach einer halben Stunbe ist das ganze Zwi- schenspiel vergessen. Alles Wasser, das vom Himmel in Strömen herabplätscherte, ist auf dem sonnenheißen Gestein schon wieder verdampft. Vor dem Central-Hotel dehnt sich das Caf6 über die schmale Piazza, hier Rarodni trh genannt, fast bis zur gotisch venitianischen Loggia des Gemeindehauses. Immer mehr Tischreihen mit Gestühl müssen in der Breite angebaut werden. Der Platz stöhnt vor Enge, hier, wo einmal der Gesellschaftssaal des Kaisers war. älnd es muh doch noch genügend Raum gelassen werden für all die dicht geballten Piazza-Schreiter, die hier das karge, langgestreckte Geviert ihres! abendlichen Bummels haben, die sehen wollen, die gesehen werden möchten. Das bißchen Musik vom Central.Hotel — „Wenn die Musik der Liebe Rahrung ist. Spielt weiter!, gebt mir volles Maß I", ergeht hier Shakespeares musische Aufforderung an uns. Aber — wenn der Fremdenverkehr hier in Dalmatien weiter so wächst, fürchte ich: muh diese Piazza eines Abends platzen! Unb das wäre sehr schade... Billige, bunte, handgewirkte, wollene Teppiche gibt's hier — schon von fünfzehn Mark an. Aber der Zoll soll ziemlich hoch sein. Und so etwas als Reisedecke maskieren zu wollen, trage ich denn doch nicht. Ausgezeichnet organisiert ist die Kunstgewerbeschule von Spalato. Da kann man seine Helle Freude haben: an Teppichen, Tischtüchern, Polstern, Taschen, Schachteln, Vasen, Schnitzereien, Spitzen. Vorbildlich wird hier die Wiederaufnahme alter Volkskunst und! vor allem der alten Ornamente gelehrt. Unb noch etwas gibt es jetzt hier: Da Zara, die frühere Hauptstadt Dalmatiens, unbegreiflicherweise Italien zugesprvchen wurde, ist heute Spalato daS aromatische Zentrum des weltberühmten LikörS Maraskino geworden; und auch der gehaltvolle, wie Oel schimmernde Dessertwein aus getrockneten dalmatinischen Trauben, der Prosek wird hier ausgeschänkt unb gehanbelt, desgleichen das alkoholfreie, bei der Hitze sehr erfrischenbe Getränk aus Weichselkirschensaft: Marena. Wo's doch so heiß ist, muh man doch auch vom Trink- lichen reden. Reisewinke. Tobel. Das Auto, das die Schönheiten der Welt entdeckt, hat auch den Dobel aufgeschlossen. Ja so, man muß wohl erst erklären, was damit gemeint ist. Denn Dobel ist für die weitaus größere Mehrzahl der Zeitgenossen wohl ein leerer Begriff. Und Sie suchen die Erklärung eher über den Grenzen als im Schwarzwald, nut zwei, drei Autostunden von Karlsruhe und Stuttgart entfernt. In einigen Jahren wird hier oben ein Kurort erstehen, ber mit den schönsten im Schwarzwald es aufnimmt. Schon heute zieht das in einer Höhe von siebenhundert Metern gelegene Hochplateau diejenigen, die einmal hier gewesen, immer wieder an, den dünnen, frischen Waldeshauch ber dunklen Schwarzwaldtannen einzuatmen und die Lungen sich daran gesund zu pumpen. 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Und das 6dm ZA Lr—pen«i°D l)8plL _____— sssS 5S§äS riäSsy sFuß erreichbar und täglich mehrmals mit der Kraftpost zu gewinnen, die auch nach Freudenstadt und Baden-Baden führt. Reiseliieraiur. — Ga st Höfe in Württemberg. Diese soeben erschienene praktische Schrift verzeichnet eine große Anzahl guter Gasthöfe und Fremdenheime im württembergischen Schwarzwald, Reckarland, Schwäbischen Wald, in Hohenlohe- Franken, Oberschwaben bis zum Bodensee und Allgäu und in der Schwäbischen Alb. Breie Gasthöfe dieser wichtigen Reise- und Erholungsgebiete haben auch genaue Preise angegeben. Es ist gute Pension mit guter Llnterkunft m den besuchten und schöngelegenen Plätzen in allen Preislagen und schon von 3 Mark an zu erhalten. Die Schrift hat eine wertvolle Bereicherung dadurch erfahren, daß in ihr auch die Wochenend- Preise einer Anzahl Gasthöfe ausgenommen srnd, um damit auch den Reisenden mit Sonntagsrückfahrkarten einen kurzen Erholungsaufenthalt zu ermöglichen. Ein einleitender Text beschreibt die verschiedenen Gebiete des schönen Schwabenlandes. — Studienreisen in dasRherntsch- Westfälische Industriegebiet. Heraus- gegeben vom Verkehrsamt der Stadt Elberfeld. Preis 0,80 Mk. Elberfeld 1929. A. Martini & Grüttesien, G. m. b. H., Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung. — 340. — Wanderfahrten. Dillenburg—Ranzenbach—Hirzenhain— Eibelshausen. Zu dieser Wanderung versieht man sich zweckmäßig mit der Karte des Sauerländischen Gebirgsvereins, wo sie als Hauptwanderung 15 bezeichnet ist. Der Weg geht vom Kurhaus in Dillenburg, bis wohin wir mit Sonntagskarte fahren, über die Adolfshöhe und den Heunstein in einer guten Stunde nach dem reizvoll gelegenen Ranzenbach. Wir gehen nun dem engen Merbachtale aufwärts in einer weiteren Stunde durch Feld und Wald, immer hübsche Ausblicke genießend, nach dem hochgelegenen Hirzenhain. An verschiedenen Kuppen, dem Kurzbeul (566 Meter), dem Hornberg (570 Meter), der Warte (552 Meter) und dem Mattenberg (579 Meter) vorüber, führt uns das Zeichen durch Wald und Heide auf der Simmersbacher Höhe weiter bis zum Landgras-Philipp-Denkmal. Hier verlassen wir das seitherige Wegzeichen und steigen über Simmersbach abwärts nach unserem Endziel Eibelshausen, um über Dillenburg heimzufahren. Die letzte Strecke von Hirzenhain umfaßt zwei Stunden. Gießen—Schiffenberg—Annerod—Grohen-Duscck. Diese Wanderung, die in ihrem ersten Teil fast nur durch Wald führt, beginnt bei der Llniversi- tätsbibliothek. Wir gehen zunächst den blauen Keilen nach, die bei den Eisteichen den Schiffen- berger Weg verlassen, um in den Watzenborner Weg, eine stille Waldschneise einzubiegen. Rach einiger Zeit treffen wir gelbe Punkte und haben an dieser Stelle einen schönen Blick auf den Schiffenberg. Wir gehen nunmehr diesem Zeichen nach aus den Schiffenberg, wo eine Rast am Platze ist. Das Zeichen führt uns am Drauhofsberg vorbei durch prächtigen Laubwald bis zur Hohen Warte, wo wir jetzt gelben Strichen nach Annerod folgen. Ohne Zeichen wandern wir nun zur Straße, die nach Grünberg führt und auf dieser weiter an der Ganseburg (einfache, aber gute Gastwirtschaft) vorüber bis zum ersten Feldweg links, der uns über einen mäßigen Höhenrücken mit überaus hübschem Blick auf Grohcn-Buseck und den Hohen Berg nach unserem Endziel Großen-Duseck bringt. Wanderzeit insgesamt vier Stunden. (Eine begrüßenswerte Neuerung hat die Gruppe 4 des Wegebezeichnungs-Aus- schusses vom Vogelsberger Höhenklub bewerkstelligt. Die rote Strich- und blaue Keilmarkierung, die beide ihren Anfang bei der Uni- versitätsbibliothek nehmen, gingen seither den Echiffcnberger Weg entlang. Des lebhaften Autoverkehrs wegen s ind nun die beiden Wegebezeichnungen von der Landstraße weg auf den Schreibcrweg verlegt worden. Beide gehen gemeinsam mit dem blauen Punkt zum „Rizza". Hier trennen sich die Zeichen; der blaue Keil geht hinüber zum Schiffenberger Weg, um bald darauf in den alten Watzenborner Weg einzubiegen, während der rote Strich geradeaus durch die Rehschneise zur Landstraße nach Hausen führt. Beide Wanderstrecken — der rote Strich geht über Garbentcich, den Pfahlgraben entlang, Kloster Arnsburg nach Burg Münzenberg, wo er sein Ende findet; der blaue Keil geht über Watzenborn, ebenfalls den Pfahlgraben entlang und endet in Butzbach— seien nicht nur ihrer landschaftlichen Schönheit, sondern auch ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung wegen wanderfrohen Raturfreunden bestens empfohlen. Der HaushalWan der Stadt Äch. h Lich, 19. 3uti. Linser Stadt vor st and hatte -am QHontag eine wichtige Sitzung. Der Bürgermeister brachte den Voranschlag für das Rechnungsjahr 192 9 zur Vorlage. Die Gesamtsumme aller Einnahmen und Ausgaben beträgt 395 525,57 Mk. Davon entfallen auf die Detriebsrechnung 285 500, auf die Vermögensrechnung 110 025,57 Mark. Aus dem Bericht des Bürgermeisters war zu entnehmen, daß gegenüber dem Vorjahre wesentliche Verschiebungen sowohl auf der Einnahmeseite, wie auch auf der Ausgabeseite vorgenommen werden mußten. Gegenüber dem vorjährigen Voranschlag sei der verfügbare Rechnungsrest um 6600 Mk., die Einnahme aus Holzgeld um 1500 Mk., die Lieber Weisung aus Reichssteuern um 500 Mk. und das Aufkommen aus der Sondergebäudesteuer um 1200 Mk., zusammen also 9800 Mk. geringer, die Ausgabe dagegen durch höhere Aufwendungen für Holzhauerlöhne usw. im Stadtwold um 3000 Mk., der Zuschuhbcdarf der städt. Wohlfahrtskasse um 500 Mk., der Zinsendienst für Kapitalaufnahmen und aufgewertete Vorkriegsanleihen um 6000, Dachunterhaltung einschl. ber Drücken um 1500 und höhere Beiträge zu den eigenen Umlagen um 1200, zusammen 12 200 Mk. höher. Demgegenüber stünden an Mehreinnahmen infolge Reueinführung von Beitriebsgeld für Schafe zur städtischen Herde 580 Mk., Einführung von Sprunggeld 1400 Mk., Einführung von Kanal- benuhungsgebühren 4500 Mk., Erhöhung des Wassergeldes 3000 Mk. und Erhöhung der Hundesteuer 1000 Mk., zusammen 10 480 Mk., zur Verfügung. Trotz der höheren Ausgaben sei es gelungen, die Umlage gegenüber dem Vorjahre um 6000 Mk. zu senken. Größte Sparsamkeit sei oberster Grundsatz bei der Auf-- stellung des Voranschlags gewesen. Oie Betriebsrechnung. 3m einzelnen ist folgendes zu bemerken: Der vorläufige Abschluß der Betriebsrechnung des Jahres 1927 weist einen Rechnungsrest von 43 511,39 Mk. auf. Unter Absetzung des im Doranschlagsjahr 1928 zur Verwendung in Aussicht genommenen Detrages von 12 593 Mk. und des Betriebskapitals mit 25 000 Mk. verbleibt als Einnahmeposten ein Rechnungsrest von 5918,39, gegenüber 12 593 Mk. im Vorjahre. Auf der Ausgabeseite erscheint ein Betrag von 500 Mk. für voraussichtlich uneinbringliche Ausstände. Aus Gebäuden wird eine Einnahme von 11 600 Mk. erwartet, denen rund 7300 Mk. in Ausgabe gegenüberstehen. Ein weiterer Betrag von 780 Mk. an Zinsen ist ein durchlaufender Posten. Rach den Ausführungen des Bürgermeisters ist in den Ausgaben für die Reparatur des Stadtturmes wiederum eine Rate von 3000 Mk., die zur Kapitalisierung gelangt, enthalten. Der für diesen Zweck bereits vorhandene Fonds betrage rund 13 000 Mk., während nach dem Voranschlag der städtischen Bauleitung die gesamten Reparaturkosten auf 19 500 Mk. geschäht seien. Erst im nächsten 3ahre könne voraussichtlich der Inangriffnahme der Arbeiten näher getreten werden. Die Einnahme aus Grundstücken beträgt 2000 Mk. An Ausgaben werden erforderlich 4600 Mk. einschl. des Beitrages zur land- und forstwirtschaftlichen Derufsgenossenschaft mit 2060 Mk. Die Einnahme aus den städt. Waldungen stellt sich nach dem Submissions- und Dersteige- rungsergebnis auf rund 100 000 Mk. An Ausgaben werden hier erforderlich: 1. die Kosten der Forstverwaltung mit 10 800 Mk., die an den Staat bezahlt werden müssen; 2. für Wegeverbesserungen und Kulturkosten usw. 15 800 Mk.; 3. für Holzerntekosten usw. 21900 Mk.; 4. die gleichfalls auf dem Walde ruhenden Steuern betragen etwa 10 000 Mk.; 5. zur Auszahlung des Ortsbürgemuhens werden 10 500 Mk. benötigt, so daß sich hier die erstaunlich hohe Summe von insgesamt 69 000 Mk. ergibt. Wie im Vorjahre werden aus den 3agben und der Fischerei 3010 Mk. eingenommen. Die Schäferei bleibt trotz Einführung von Deitriebsgeld für Schafe Zuschußbetrieb. Erforderlich werden 700 Mk. An Grundrenten und Anerkennungsgebühren gehen etwa 800 Mk. ein, für Märkte werden nach Abzug der Einnahme 2000 Mk. erforderlich, bei den städt. Wagen wird die Ausgabe durch die Einnahme gedeckt. Das W a s s e r g e l d erbringt eine Einnahme von 15 000 Mk., auf der Ausgabeseite stehen 13 000 Mk. an Aufwand für Unterhaltung, Verzinsung und Tilgung von Anleihen usw. Die Ausgabe für die allgemeine Verwaltung nach Abzug der Einnahme beträgt 33 200 Wk., für die öffentliche Sicherheit 10500 Mk., für die öffentliche Gesundheitspflege 1700 Mk. und für Feuer- lös chzwecke 1530 Mk. Für die allgemeine Armenpflege sind 17 600 Mk., gegenüber 15 150 Mk. im Vorjahre, nötig. An s achlichen Schulkosten sind 13 400 Mark gegenüber 12100 Wk. im Vorjahre aufzubringen. Der Mehraufwand dient zur Reueinrichtung von drei kleinen Schulsälen im Hauptschulgebäude. Das Schulgeld für auswärtige Fortbildungsschüler ist auf jährlich 8 Mk. festgesetzt. Einschließlich der Schulstrafen wird hiervon eine Einnahme von 900 Mk. erwartet. Der Aufwand für die ev angel. Kirche an Heizmaterial, Abendmahlswein usw. beträgt 1300 Mark; für fonftige Religionsgemeinschaften 32 Wk. Laufende und rückständige Zinsen aus der aufgewerteten Dorkriegsanleihe für Eisenbahnzwecke beziffern sich auf 4060 Mk., für den Friedhof abzüglich der Einnahme 800 Mk. Für die Straßenunterhaltung sind wieder erhebliche Mittel eingestellt. Der Gesamtaufwand hierfür einschließlich der Zins- und Tilgungsbeträge für Anleihen beläuft sich auf 21 300 Mk. An Kanalbenuhungsgebühren werden 4500 Mk. erwartet. Zur Unterhaltung und Reinigung der Kanalanlage mit Zins- und Tilgungsbeträgen für Anleihen sind 6500 Mk. erforderlich. Aus Sprunggeld sollen 1400 Mk. eingehen. Die Ausgabe für landwirtschaftliche Zwecke beträgt insgesamt 14 400 Mk., davon entfallen auf die Faselhaltung 7800 Mk. Für geometrische Arbeiten und als letzte Rate für die Aufstellung eines neuen Ortsgrundbuches sind erforderlich 2000 Mark, für Verkehrsvereine und Unterhaltung von städtischen Anlagen 670 Mark und für Unterhaltungsarbeiten an Bäche n und Gräben 3150 Mk., gegenüber 1600 Mark im Vorjahre. Die Unterstützungen für Klein- und Sozialrentner, Krankenkasse-, 3nvaliden- und Erwerbslosenfürsorge-Beiträge werden unter soziale Fürsorge verrechnet. Hier beträgt die Ausgabe 21 450 Mk., denen als Ersatzposten 13100 Mark in Einnahme gegenüberstehen. Für Wohnbauzwecke ist ein Aufwand von 11 500 Mk. erforderlich. Der Einnahmeposten beträgt hier 1900 Wk. Der Beitrag der Stadt zu ihren eigenen Umlagen und zur st a a tli ch e n S t e u e r beläuft sich auf 13 900 Mk., gegenüber 12 700 Mk. im Vorjahre. Die Hundesteuer ist mit 1600 Mark, die Vergnügungssteuer mit 600 Mark und die Grunderwerbs st euer mit 1600 Mk. veranschlagt. 35 000 Mk. sind als voraussichtlich zur Ucbertoeifung kommende Reichs steuern eingestellt. Der Ausfall beträgt gegenüber dem Vorjahr 500 Mk. AIS Reservefonds sind 3000 Mk. vorgesehen. Der Mobiliarerneuerungsfonds wird um 136 Mk. verstärkt. Für Kapitalzinsen wird ein Betrag von 7391,54 Mk. erforderlich. Dieser Ausgabe steht eine Einnahme von ausgeliehenen Kapitalien und gestundetem Kaufgeld von 3900 Mk. gegenüber. Als Schuldentilgung steht ein Betrag von 700 Mk. auf der Einnahmeseite. An den Dezirksfürsorgever- band sind als Mietunter st ühung entsprechend dem Ergebnis von 1928 1600 Mk. abzuführen. Weitere 300 Mk. sind für erlassene und uneinbringliche Umlagen vorgesehen. Einer Gesamteinnahme von 215 500 Wk. stehen 285 500 Ausgabe gegenüber. Der D i f- ferenzbetrag von 70000 Mk., im Vorjahre 76 000 Mk., ist durch Umlagen aufzubringen. Oie Vermögensrechnung weist die für die Erbauung eines Postamtes insgesamt erforderlichen Beträge von 93 800M!. auf, dem als Darlehen der Reichspost eine Einnahme von 59 200 Mk. gegenübersteht. Aus dem Verkauf des alten Kleinkinderschulgebäudes und der Müllerschen Hofreite wird eine Anzahlung von 7000 Mk. erwartet. Als Beihilfedarlehen zum Wohnungsbau sind 1560 Mk. in Ausgabe gestellt, desgleichen 500 Mk. als Kaufgeldrente und 1500 Mk. Pflegegeld. Zur Kapitalisierung kommen als Stadtturmfonds 3000 Mk., als Wasserleitungsfonds 1000 Mk., als Lehrmittelfonds 500 Mk., als Friedhofsfonds 200 Mk., als Kapitalisationsfonds 500 Mk. und als Mobiliarerneuerungsfonds 100 Mk., nebst den Zinsen aus diesen Fonds im Gesamtbeträge von 3500 Mk. Die Ausgleichung der V e r m ö g e ns r e ch- nung erfordert eine Kap italaufnaHme von 33 906,50 Mk. Der Voranschlag fand die einstimmigeGe- nefjmigung des Stadtvorstandes. 3m Anschluß hieran wurde über die Aus- schlagsähe der zur Erhebung kommenden Llmlage für das Rechnungsjahr 1929 beraten und entsprechend der Vorlage des Bürgermeisters einstimmig folgende Aus- schlagsähe beschlossen: 1. Grundsteuer für bebauten Grundbesitz 21 Pf. je 100 Mk. Steuer- wert; 2. Grundsteuer für unbebauten Grundbesitz 35,4 Pf. je 100 Mk. Steuerwert; 3. Gewerbesteuer vom Kapital 60 Pf. je 100 Mk. Steuerwert; 4. Gewerbesteuer vom Ertrag 220 Pf. je 100 Mk. Steuerwert; 5. Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz 39,93 Prozent des staatlichen Sondergebäudesteuervorsolls 1929. 3m Anschluß hieran gab der Bürgermeister Kenntnis davon, daß die städtische Fischereiberechtigung in der Wetter am 19.3uni d. 3. zur Reuverpachtung gelangt fei. Die Verpachtung erstrecke sich auf neun 3ahre, mit dem 1. 3uli 1929 beginnend und mit dem 30.3uni 1938 endigend. Als 3ahrespacht sei der Betrag von 13 Mk. geboten worden. Die Verpachtung fand die Genehmigung des Gemeinderates. Aus dem Amtsverkündigungsblati. * Das SlmtsDerfünbigungsblatt N r. 5 0 vorn 19. Juli enthält: Straßensperre. — Der Geschäftsgang beim Kreisamt Gießen. — Schlachthausanlage des Otto Emrich zu Röthges. — Friedhofsordnung der Gemeinde Watzenborn- Steinberg. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Freitag, 26. 3uli, von 20 bis gegen 22,45 Llhr: „Die schone Helena". Samstag, 27., von 20 bis gegen 22,45 Llhr: „Die schone Helena". Sonntag, 28., von 20 bis gegen 22,45 Llhr: „Die schone Helena". Montag, 29., von 20 bis gegen 22,45 Ähr: „Die schone Helena". Schauspielhaus. Sonntag, 21. 3uli, von 15 bis gegen 17,15 Llhr: Kater Lampe; von 20 bis nach 22,30 Llhr: Pariser Leben. Montag, 22N von 20 bis nach 22,15 Llhr: Das Gerücht. Mens- tag, 23., von 20 bis nach 22,30 Llhr: Pariser Leben. Mittwoch, 24., von 23 bis gegen 22,15 Llhr: Katharina Knie. Donnerstag, 25^ von 20 bis gegen 22,15 Llhr: Letzte Vorstellung der Spielzeit 1928/29: Katharina Knie. Freitag, 26.: Schauspielferien bis 5. September. Sommerfrische Ruppertenrod (Oberh.) Angenehmer Erholungsaufenthalt in neuem Privathause mit Bad, allen Bequemlichkeiten u. guter Verpflegung. Pension 4.50 KM. Wochenende?.-KM. Anmeld. u. Ausk. b. Verkehrsh. Gießen. BAD OEYNHAUSEN DIE STADT OHNE STUFEN — DAS GANZE JAHR GEÖFFNET HERZ-NERVEN-UHD GELENKLEIDEM.LÄHMUNGSM. RHEUMA. . ISCHIAS. FRAUENLEIDEN. P-ZUGSSTATIQN: &EPLIN-KOLN/DRESO£N-AM5TEI?CAm - AUSKUNFT ouxh die badevepwaltung.__ * vx, . - i? v. land. 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