Donnerstag, 20. Znni (929 (79. Jahrgang Ur. 1<2 Erstes Blatt Stresemanns Ankunft in Paris iq -tu«« (TM) Reidisauftenminiffer sonders verstärken dürfte, nämlich diejenige der , 1H. JUUL (.tu j zveiqjsQUöti im ij v - h TJnft uteruna Das Frühstück am Quai d'Orsay nimmt von der Unterhaltung nur eine Gewiß, heit mit, die seine Stellung in Deutschland be> raschen und einstimmigen Ratifizierung des Voungplanes durch die französische Regierung. Es ist nunmehr an den anderen Mitunterzeichnern und besonders am Reich, ebenso schnell und freimütig zu han- dürsten die Minister für auswärtige Angelegenheiten Frankreichs und Deutschlands gleichzeitig den übrigen interessierten Mächten einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Es ist wahrscheinlich, daß Frankreich auf dieser Konferenz durch Poincare und Briand vertreten sein AlMilkMUN des Nsms-Ww: SKmserikM sm die ZWchüst. Paris Dt. Stresemann traf am Mittwoch um 9.30 Das amerikanische Repräsentantenhaus hat eine Entschließung angenommen, die die Regierung ermächtigt, den Fälligkeitstermin der französischen 400-Mil- lionen-Dollarschuld vom 1. August d. 3. auf den 1. Mai 1 930 hinauszuschieben unter der Voraussetzung, daß Frankreich das Mellon-Verenger-Abkommen vor dem 1. August d. 3. ratifiziert. reich vor dem 1. August abgeschlossen werden könne, also vor dem -Zeitpunkt, der die äußerste Grenze für die Ratifizierung des Mel- lon-Derenger-Abkommens mit Amerika darstellt. Frankreichs Schuldenabkommen mit Amerika. Poincars hält eine günstigere Lösung für unerreichbar. Paris, 19. 3uni. (WB.) 3n einer gemeinsamen Sitzung der Kammerausschüsse für Finanzen und auswärtige Angelegenheiten hat Ministerpräsident P o i n c a r 6 einen eingehenden Bericht über die Frage der interalliierten Schulden und der Reparationen begonnen. Er gab einen historischen Heberblick über die Verhandlungen, die zum Abschluß des Schuldenregelungsabkommens mit Washington geführt haben und wies darauf hin, daß das Abkommen Mellon-Verenger keinesehrvorteilhafte Regelung für Frankreich bedeute, daß man aber von den Vereinigten Staaten nichts Besseres habe erreichen können. Wollte man bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge Verhandlungen für eine Reuregelung der amerikanischen Schulden einleiten, so sei er für seinen Teil davon überzeugt, daß man, nachdem Frankreich es wieder zueinem gewissenWohlstand gebracht und seine finanzielle Sanierung durchgesührt habe, keine so vorteilhaften Bedingungen erreichen könnte, wie sie im Mellon- Berenger-Wkommen enthalten seien. Auch die Bezahlung der 400 Millionen Dollar, die am 1. August für die übernommenen amerikanischen Heeresbestände fällig werden, würde keine besseren Voraussetzungen für neue Verhandlungen schaffen. Es wurden verschiedene Fragen an den Ministerpräsidenten gestellt, deren Beantwortung er a b l e h n t e , und zwar unter Hinweis darauf, daß in einer Sondersitzung in der kommenden Woche die Möglichkeit gegeben sein werde, auf sämtliche Fragen näher einzugehen. unter den Regierungsparteien eine Vereinbarung über die Senkung der Besihsteuern. Der Anteil der Besihbelastung am Gesamtsteueraufkommen hat sich seit 1925 in Deutschland gesteigert. 3n Sowjetrußland war dagegen die Entwicklung umgekehrt. Dort hat sich die Besihbelastung um 50 Prozent erhöht, während sich gleichzeitig die Massenbelastung verdoppelt hat. Wir sind Gegner einer Besteuerung der öffentlichen Betriebe, stimmen aber der Ausschußcntschlie- ßung zu, die eine Prüfung dieser Frage verlangt und die öffentlichen Betriebe zur Bereitstellung der erforderlichen Unterlagen verpflichtet. Der Sanierung der Reichsfinanzen muß die der Länder und Gemeinden folgen. Wir beantragen die Offenlegung der Steuer- l i st e n. Abg. Nauheim (Ztr.) verlangt Ausbau der Buch- und Betriebsprüfung. Bei der Steuerveranlagung muß aber auch auf die besonderen Verhältnisse für die Kleingewerbetreibenden Rücksicht genommen werden. Das beste Mittel zur Verhinderung der Kapital, flucht ist eine Herabsetzung der Steuersätze. Wir begrüßen die Ausschußentschließung über die Besteuerung der öffentlichen Hand. Nach welchen Grundsätzen sind die Werbeanzeigen für die steuerfreie Reichsanleihe an die Presse verteilt worden? Kleine Blätter haben sie bekommen, während manche große Zeitungen übergangen worden sind. Abg. Dr. Cremer (D. Vp.) wünscht bessere Aufstiegsmöglichkeiten für die Beamten des gehobenen mittleren Dienstes und erörtert Beschwerden der Zollbeamten. Es müsse geprüft werden, ob manche Finanzämter nicht zu große Bezirke haben. Der Redner tritt für die volksparteilick)en Anträge auf Verschärfung des Kontrollrechtes des Reichsfinanzministers ein. Es müssen noch wesentliche Einsparungen im Etat gemacht werden, um die Balancierung des nächsten Etats zu erreichen. Vor allem muß die offene Wunde der Arbeitslosenversicherung geschlossen werden. Wenn das Reich in diesem Winter ähnliche Zuschüsse zahlen soll wie im letzten, dann kommen wir nicht zu einem ausgeglichenen Etat für 1930. Wir erkennen die große Sachkenntnis des Finanzministsrs an, wünschen ihm aber manchmal einen stärkeren Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für2Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686. Dir müssen verlangen, daß die Reparattons- erlelchlerungen in vollem Ausmaß der Wirt, fchast zugute kommen. Die Steuersenkung darf auch vor den großen vermögen nicht halt machen. Damit und mit einer Steueramnestie werden wir der Kapitalflucht ein Ende machen und die Steuermoral im deutschen Volke ähnlich untermauern, wie es in England und Amerika der Fall ist. Die Ausschußentschließung betrachten wir als den Ausgangspunkt für eine positive Besteuerung der öffentlichen Betriebe. Das Steuervereinheitlichungsgesetz muß endlich verabschiedet werden. Die Erhebung von Kopfsteuern in den Ländern widerspricht dem Sinn der Reichsverfasiung. Abg. C o l o s s e r (WP.) führt aus, die größeren Lieberweisungen an die Länder hätten nicht die erwartete Deckung der dringend notwendigen Senkung der Realsteuern gehabt. Den Gemeinden muß wieder das Zuschlagsrecht zur Einkommen st euer gegeben werden. 3n Der gegenwärtigen Fassung ist das Steuervereinheitlichungsgeseh für uns unannehmbar, weil darin noch das Hauszinssteuer- geseh beibehaltcn wird. 3n dem Bruderkampf der bürgerlichen Parteien mit der Sozialdemokratie wegen der Steuersenkung hoffen wir auf den Sieg derjenigen, die auf Grund der Pariser Verhandlungen dieWirtschaftentlasten wollen. Damit ist auch den Massen durch die Schaffung weiterer Arbeitsgelegenheiten gedient. Eine Steueramnestie für diejenigen Steuerbetrüger, die deutsches Kapital ins Ausland verschoben haben, ist nicht angebracht. Abg. v. 6 t) 6 e l (Ehr. R. B. P.) verlangt sosor- . tige Herabsetzung der Einheitswerte und eine fühlbare Senkung der Reichsvermögenssteuer. Ganz abwegig fei die Einführung des Verlust- Vortrages, da sie nur buchführenden Steuerpflichtigen zugute komme. Richtiger sei die Veranlagung auf Grund eines mehrjährigen Durchschnitts. Bei der Einkommensteuer mühten die Familienangehörigen die gleichen Erleichterungen erhalten, wie fremd? Arbeitskräfte sie genießen. wird. Reparationskonferenz und Rheinlandräumung. Paris, 20. 3uni. (T. Ll.) Zu den politischen Besprechungen Dr. Stresemanns mit Briand und Poincare schreibt der „Matin": Dr. Stresemann Parteien und Arbeitslosenversicherung. Neformanträgc der Demokraten und der Volkspartci. Berlin, 19.Juni. (VDZ.) In der heutigen Fraktionssitzung nahmen die Demokraten Stellung zu dem Beschluß des Kabinetts, die Reform der Arbeitslosenversicherung zu vertagen. Es wurde das Bedauern über diesen Beschluß ausgesprochen, der zur Folge haben würde, daß die Lage der Arbeitslosenversicherung sich noch weiterhin verschlechtert. Es wird für unbedingt erforderlich gehalten, daß die A b st e l l u n g der Miß - stände und die Regelung der Saison- arbeitcrfür sorge noch vor dem Auseinandergehen des Reichstages vorgenommen werden. Die Reichstagsfraktion wird entsprechende Anträge einbringen, die ohne Beitragserhöhung der Arbeitslosenversicherung die erforderlichen Mittel zuführen. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volk s- Partei hat einen Antrag zur Reform der Arbeitslosenversicherung eingebracht. Der Antrag will aus der Versicherungspflicht alle diejenigen ausschalten, bei denen man von einem regelmäßigen ständigen Arbeitsverhältnis nicht sprechen kann oder bei denen die Kontrolle des Beschäftigungsverhältnisses u n - möglich ist. Demnach sollen versicherungsfrei werden u. a. Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Arbeitseinkommen den Betrag von 10 Mark wöchentlich nicht erreicht, unter 18 Jahre alte, bis zu 50 v. h. erwerbsbeschränkte und die Heimarbeiter, ferner Mejenigen, die selbständig tätig sind oder von der Familie unterhalten werden. Der Antrag sieht vor, daß die Unterstützung 7 0 v. H. des für den Wohnort des Arbeitslosen maßgebenden Tariflohnes nicht übersteigen soll. Der wichtigste Gedanke des Antrages ist in dem neubeantragten § 107a niebergelcgt. Er besagt, daß die volle Unterstützung nur der Versicherte erhält, der winde- stens 52 Beitragswochen nachweist. Wenn weniger als 52, aber mehr als 39 Beitragswochen nachgewiesen sind, so werden die Unterstützungssätze um 25 v. H., sind weniger als 39 Beitragswochen nachgewiesen, werden die Sätze um 50 v. H. g e kürzt. Damit soll auch die Frage der Saisonarbeiterfürsorge gelöst werden. In der Sa! sonarbeiterfürsorge soll die Karenzzfrist, bi-’ zwischen dem Tage des Eintritts in die Ärbeils lofigteit und des Beginns der Unterstützung liegt, von sieben Tagen auf drei Wochen erweitert werden. Der Antrag sieht weiter vor, daß Arbeitgeber, die bei der Bescheinigung, zu deren 2lus- stelluna sie verpflichtet sind, falsche oder unvollständige Angaben machen, der Reichsanstalt zum E r - Michsaußenmimßer Stresemann m Varis. Besprechung mit Briand und Poincare. - Oie Konferenz der Regierungen soll Mitte Juli in der Schweiz zusammentreten Willen zur Durchsetzung dessen, was er selbst als richtig erkannt hat. Er hat vor dem Abschluß der Pariser Verhandlungen eine Steuersenkung angekündigt. Jetzt hören wir ganz andere Töne, die uns nicht gefallen und der koa- litionsrnäßigen Zusammenarbeit nicht förderlich sind. schreibungen. Abg. Dr. Hertz (Soz.) Die Deutschnationalen wollen den Abbau der Arbeitslosenversicherung. Wir sehen die Sanierung dieser Versicherung als eine dringliche Aufgabe an. Keineswegs besteht Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch und Steindruckerei R. Lange in Siehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. Ahr mit dem Barcelona-Expreß auf dem Bahn- Hof Qual Orsay in Paris ein. 3n feiner Begleitung befanden sich u. a. die Ministerialdirektoren _____________ „ . von Schubert und Zechlln, sowie Legallons- dein. Dr. Stresemann interessierte sich nut mäßig rat Redlhammer. Dr. Stresemann wurde auf für unsere Zahlung zum 1. August und für die dem Bahnsteig im Auftrage Briands von dessen Verwicklungen des parlamentarischen Verfahrens. fUrblnetlsdrf e«g°r und oon d-m deustchea Bot- die 6ief= Zahlung für ine tRahfgierung 6er au8. Ä 5Ü"f, mB±taOnOar m°nn°m°ch^Eb" d"n-u?ÄÄre^ s ° r ° I ch zwölf Ahr fuhr Dr. Stresemann in Begleitung to e möglich zusammentrete und das gemeines Dolmetschers Schmitt vor dem Quai d Orsay naue Datum der Rheinlandräumung vor. Sofort nach seiner Ankunft am Qui d'Orsay bestimme. Rach seiner Meinung könnte über wurde Dr. Stresemann von Briand emp- den 1. September hinaus, für den die ianqen, mit dem er eine erste Besprechung Sachverständigenkonferenz in ihren Berechnungen die Ersetzung des Dawesplanes durch den Voung- plan festgesetzt habe, sich die Besatzung Das Frühstück am Quai d'Orsay. S Anschließend gab der französische Außenminister Abkommen anlangt, so wird es der 1. September, zu Ehren feines ffiaftes ein Zrühstück. an dem l-Oktober oder I. Dovember fein Milchen denen L, 'Rnfithnrlpr non o c f d) Staats- die politische Konferenz zu Wahlen haben wird, der deutsche votschaster von yoesch smais^ ift man in dieser Hinsicht sehr ftkretac von Staatssc V hartnäckig und der Meinung, der Boungplcm der, Reichspressechef Zechlin und der Dolme - ^er6e erst mit dem Tage in Kraft ge- scher des Relchsaußenminislers, Schmitt, teil- seht, an dem die für die Mobilisierung nahmen. An Mitgliedern d°r französischen Regie- unseres Kriegsentschädigungsan- rung waren zu dem Frühstück erschienen Justiz- teils eingeleiteten Kreditoperationen in das Ge- minister v a r t h o u , Innenminister Tardieu, biet der Tatsachen getreten snd. Finanzminister L h e r o n , Minister für öffentliche Ueber die Unterredung Stresemanns am Quai Arbeiten Forgeot und Arbeitsminister Lou- d'Orsay schreibt „Matin" weiter: Die franzö- ch e u r Außerdem nahmen an ihm noch die leiten- fischen Minister sprachen sich während der kurzen den Beamten des französischen Auhenamtes teil, älnterredung in bestimmter Weise für eine Gegen Ende des Frühstücks erschien auch Minister- beschleunigte Methode aus, also für die b-°I'den. P ° ° n c° < e im ^ubenam. um „n den Fe- Besprechungen der beiden Außenminister teilzuneh T-X^n Sie baten ihren deutschen Kollegen auf men. Die Besprechung der drei Staatsmänner en- Beschleunigung auch seinerseits hinzuarbei- dete um 14.30 Uhr. Dr. Stresemann verlieh in ten unt) sich ebenso wie die französische Regie- Begleitung des deutsck)en Botschafters das Außen- rung bei der englischen, italienischen und bei» amt, um sich in sein Hotel Palais d'Orsay zu bc- gischen Regierung, die an der politischen Kon- geben. Dr. Stresemann hat um 22.55 Uhr die frn:enz teilnehmen sollen, cm Sinne dieser De- Riilkreife nach Berlin angelreken. *5« SÄ"eÄrtS £ Die Besprechung mit Poincare sogar notwendig, so er- «•»«h klärt das Blatt, daß sie in den ersten zehn llSiV Tagen des 3 uli zusammentrete, damit Briand gab den Pressevertretern folgendeEr- die Ergebnisse der Konferenz zwischen dem 20. d r u v y mif -fir Sfrrfe- und dem 25. 3uli dem Parlament vorge- kiärung über ine legt werden konnten und die Debatte in Frank. I mann: „Die heutigen Unterhaltungen sinb nur oie । » Fortsetzung des Gedankenaustausches, den ich in Madrid mit Dr. Stresemann hatte. Bor dem Frühstück halte ich mit Dr. Stresemann eine erste Unterhaltung. die dann mit Poincare fortgesetzt wurde. Wir haben die Bedingungen geprüft, unter denen die interessierten Regierungen die v e r - Handlungen über den Sachverständi- L ÄÄ "b« Finanzdebatte im Reichstag. unsere Unterhaltungen zu unterrichten. Bald dar- Berlin, 19.Juni. (VDZ.) Aus der Tagesord- auf werden di- Unterhaltungen durch die Staats- nuna steht die zweite Beratung des Haushalts des nb WuTuntT«t L7 3u. KSg3rn38HÖem.) führt aus, die Pariser möglich Ort und Zeitpunkt stt ö Reparationsoerhandlungen könnten nur dann eine famtnenfrift der Regierungskonserenz fesizufeheri, ^uernbe Entlastung bringen, wenn sich eine At- d.h. diese Konferenz wird vom kommendem ^osphäre des Vertrauens zwischen den Mächten Monat ab stattfinden können." Hilde. Mit aller Entschiedenheit müsse der Versuch Ueber die Unterredung teilt h a v a s folgendes der Deutschnationalen zurückgewiesen werden, auch £i,: ÄnÄ nL Äi—ÄiÄnS. hL daß die französische Regierung, nachdem sie bereits vereinbarten Erleichterungen flcflem als erste °°r » - h ° k > > ° - » ' - « mü||en 6ec überlasteten wirtschaft sehlungen der ->ach ver ständig en g | . . Steuersenkungen zugute kom- billigt hat, deren Inkraftsetzung zu bej) cn-i ^wendige Sanierung der ni gen gedenke, um wo glich st früh die voll Rei(fjsfajfc „ufj burtfj anbete Tnafe- ffänbige und endgültige Regelung des ^eparatwns- nahmen erreicht werben. Problems sichcrzusiellen. Ls scheint «ne !^ndsah- tönnte man QU5 dem Rechnungshof in lichc Berstandlgung über ba-> zur Erreich g g}erbinöung mit dem Sparkommissar eine unab- dieses Zieles einzuschlagende Bersahren herveigesuyn hängige Institution schaffen, die das Rechnungsworden zu fein. Eine Konferenz, auf der die mesen reformiert. Regierungen Englands, Deutschlands, Belgiens, Abg. Dr. R a d e rn a ch er (Dntl.) führt den Miß- Frankreichs, Italiens und Japans vertreten fein erfolg derhilferding-Anleihe auf das rn a n g e l nde würden, dürste zusammentreten, und zwar in einem Vertrauen z u u ns er emo ö' ° l' st ' s. ch neutralen Lande, etwa in der Wie 'die Erfahrungen bei der Arbeitslosenversiche- menn möglich, in der Zweite nj a 11 re o e s dieses Kabinett zu wirk- Monats Juli. Sobald Dr. Stresemann mit H n 5R e for men außerstande. Auch die seinen Ministerkollegen Fühlung genommen hat. Sozialdemokratie erkenne die Unmöglichkeit der Lei- " - —...... - - ftungen, die jetzt neu übernommen werden sollen. Sie gebe trotzdem ihre Unterschrift, weil sie mit einer Ablehnung zugeben würde, daß auch weitere Erhöhungen der Löhne und Soziolleistungen sowie eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit nicht möglich sind, eine Einstellung, die der Redner als wirtschaftlichen Landesverrat bezeichnet. Er kritisiert dann die Steuerpolitik und verlangt insbesondere Beseitigung der Kapitalertragssteuer für festverzinsliche Werte und eine Neuregelung der Ab- s a tz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet sind und außerdem durch den Ausschuß des Arbeits- amts in eine Drbnungs (träfe bis zur Höhe von 1000 Mark genommen werden können. Sinter Hinweis auf diese Anträge macht die „Germania" darauf aufmerksam, daß den Vereinbarungen, die dem Zusammenschluß der jetzigen Regierungsparteien vorangingen, der Sah stehe, daß „zur Gewährleistung eines reibungslosen Ganges der Reichsgeschäfte Anträge von grundlegender Bedeutung überhaupt nur ingegenseitigemBeneh- m e n gestellt oder weiterverfolgt werden". Das Blatt sagt weiter, nach den Vorgängen innerhalb der Regierungsparteien und des Kabinetts sollte eigentlich kein Zweifel darüber bestehen, daß jenen Anträgen für die Zusammenarbeit der Koalitionsparleien eine erhebliche Bedeutung zukomme. Es wäre deshalb Wohl zu empfehlen, diesen Gesichtspunkt nicht außer acht zu lassen. Der „Vorwärts" sagt, die Vorschläge bedeuteten eine außerordentliche Erschwerung jeder Reformarbeit. Sie zeigten zugleich, wieweit dieses Problem noch von der Reife sei und wie unmöglich das Verlangen der Demokraten sei, es noch in diesem Sitzungsabschnitt des Reichstages zu lösen. Die Reichsreform. Neue Vorschläge für die Auftrags- Verwaltung. Berlin, 19. Juni. (WB.) Der zweite Unterausschuß des Versassungsausschusses der L ä n- derkonferenz hat nunmehr auch sein Referat über die Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen Reich und Ländern vorgelegt. Zwischen die reichseigene Verwaltung und die Eigenverwaltung der Länder schiebt das Referat die Auf- tragsoerwaltung, die aber nach Möglichkeit in eine Form gekleidet ist, daß maj wohl von einer „gebundenen Selbstverwaltung" sprechen kann. Immerhin verlangt auch die Auftragsverwaltung die Abschaffung des Parlamentarismus in den Ländern ; denn es ist unmöglich, daß eine Landesregierung durch ein Mißtrauensvotum gestürzt werden kann, weil sie einen Auftrag der Reichs- rcgierung ausgeiührt hat. Das Referat zählt die Gebiete auf, die unbestritten der unmittelbaren Reichsverwaltung angehören. Strittig sind dagegen vor allem Polizei, die Hoheitsaufsicht über die Gemeinden, die Gewerbe und die Schulaufsicht. Den Ländern Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden steht es frei diese Derwaltungszweige in selbständiger Verwaltung oder in Auftragsver- Wallung zu behalten. Die Vorschläge geben dann weiter einen Sieberblick über die Gegenstände der Auftragsverwaltung und die der selbständigen Landesverwaltung. Von besonderem Interesse ist dabei der Vorschlag, die zersplitterten Sozialverwaltungen zu vereinheitlichen. Technisch werden die Dinge nun so weitergehen, daß die Sinterausschüsse unter dem Vorsitz von Reichsinnenminister Severing am 5. Juli wieder zusammen treten, um dann zu bestimmen, was mit den Vorschlägen geschehen soll, oie in den Referaten niedergelegt sind. Das Ergebnis dieser Beratungen geht daim an den Verfassungs ausschuß, und dann an die Länderkonferenz selbst. Wenn sie ihre Aufgaben als beendet onsieht, werden die zuständigen Instanzen des Reichs die Frage auf den parlamentarischen Weg bringen. GvangeWeKircheundKonkordat Zu Verhandlungen mit Preußen bereit. Berlin, 20. Juni. (SSI.) Wie die Spie» graphen-Sinion erfährt, sind die evangelischen preußischen Landeskirchen bereit, jederzeit i n Verhandlungen mit dem preuß is chen Staat über einen Vertrag einzutreten, der sich als Gegenstück dem jetzt vorliegenden Konkordais- entwur, an die Seite zu stellen hätte. Ein gemeinsames Programm der preußischen Landeskirchen, das deren Forderungen enthält, liegt fertig bereit, so daß die Verhand- lungen bei gegenseitigem guten Willen innerhalb acht Sagen zu einem Vertrage führen können. Von evangelischer Seite wird daraus hingewiesen, daß entsprechende Verhandlungen vor zwei Jahren ohne Angabe von Gründen seitens des preußischen Staates schroff abgebrochen worden sind. In Kreisen des Obersten Kirchenrates und des Evangelischen Bundes verhehlt man sich allerdings nicht, daß ein dem Konkordatsentwurf entsprechender Vertrag mit den evangelischen Landeskirchen sachlich die volle Parität niemals erreichen kann, wenn der vorliegende Konkordatsentwurf zum Gesetz wird. Die grundsätzlichen Bedenken liegen vor allem darin, daß der Vertrag mit der Kurie unkündbar ist und mit dem Heiligen Stuhl als einem völkerrechtlichen Subjekt abgeschlossen worden ist, also durch kein Gesetz abgeändert werden kann, während die Machtverhältnisse zwischen, preußischem Staat und evangelischer Landeskirche insofern gan* andere sind, als die evangelische Kirche schon heute nach den Gesetzen vom Jahre 1924 keinen Schritt ohne die Einwilligung des preußischen Staates unternehmen kann. Zwischen den Zeilen des vorliegenden Konkordatsentwurfs glaubt man eine Fülle von Gefahren zu erblicken, die vielleicht im Augenblick noch nicht sichtbar sind, die aber eine un - begrenzte Möglichkeit für die Errichtung von Propagandabistürnern bedeuten, sowie eine völlige S1 rnkehr des bisherigen Verhältnisses zwischen Staat und Kirche in der Besetzung hoher katholischer A e m t e r. Gefahren sieht man ferner in der grundsätzlichen Möglichkeit der Einflußnahme der international eingestellten Kurie auf d i e deutsches Hochschulen und in der Möglichkeit der Heranziehung von Ordensgei st lichen zur weltlichen Seelsorge. Im übrigen, so wird betont, ist der Staat als Vertragspartner der evangelischen Landeskirchen in einer ganz anderen Lage als in seiner Eigenschaft als Vertragspartner mit der Kurie, weil die römisch-katholische Kirche in der Zentrumspartei eine wirkungsvolle Vertretung ihrer Interessen im Staate und in der Regierung selbst besitzt. Der Reichsverband der Deutschen Industrie zum Voun^-plan. Berlin, 20. Juni. (Priv.-Txl.) Dem „09. S.“ zufolge hat der Reschsverband der Deutschen Industrie eine Entschließung gefaßt, in der der Boungplan als untragbar und wirtschaftlich bedenklich bezeichnet, jedoch auch Debatte im Hessischen Landtag. Darmstadt, 19. Juni. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10,20 SIhr bei schwach besetztem Haus. Auf eine kleine Ansrsage des Abg. Maurer (S.) wegen ungerechter Veranlagung zu den Beiträgen der Land - und forstwirtschaftlichen Derufsgenossenfchaft für Hessen wird erwidert, daß diese Berufsgenossenschaft der Dienstaussicht des Reichsversicherungsamtes untersteht, doch fei die Berufsgenoffenschaft um eine andere Verteilung der Beiträge gebeten worden. Auf eine kleine Anfrage des Abg. Maurer ne r wegen der Millionenerbschaft Ern- rnerich-Astor erwidert die .Regierung, in dieser Sache sei die hessische Regierung schon feit mehreren Jahren tätig und durch Vermittlung des Auswärtigen Amt^s in Berlin bemüht gewesen. Weder die hessische Regierung noch das Auswärttge Amt könnten von sich aus die Rechtslage klären, wer als Erbe nach dem am 16. Dezember 1816 verstorbenen John Nicholas Emerick anzusehen ist und ob deutsche Nachkommen heute noch Erbansprüche mit Erfolg stellen können. Es wird daher Öntereffenten anheimgegeben, sich unmittelbar mit dem deutschen Generalkonsulat in Reuhork in Verbindung zu setzen. Abg. Frau H a 11 e m e r (Ztr.) wendet sich gegen die Auswüchse in den Vorstellungen der Kinos, Theater und in den Auslagen der Zeitungsstände. Die von der Regierung gegebene Erklärung, daß die bestehenden Gesetze streng durchgeführt würden, genügt nicht. Die Filmzensurstellen müssen vermehrt werden. Das Hessische Landestheater habe eine große Sra= dition zu erfüllen und sie in zahlreichen Aufführungen hochgehalten, aber die bolschewistisch tendierten und sittlich zersetzenden Stücke, wie „Revolte im Erziehungshaus", „Androklus und der Löwe", „Herr Lambertier" usw. hätten auf der Bühne des Landestheaters keine Berechtigung. Abg. Dr. Werner (frakttonslos) erblickt in dem Kinokapitalismus die scheußlichste Form der Profitgier: 99 Prozent der Filmerzeugnisse dienten nur zur Befriedigung der niedrigsten Regungen der Seele. (Zwischenruf: „Hugenberg".) Ich habe schon einmal gesagt, daß das Darmstädter Theater immer mehr zu einer jüdischen Pepinerie wird. Abg. (Salm (Komm.) erklärt, gerade die russischen Filme beiitzen erzieherische Tendenz. Rur weil sie die Verlogenheit der deutschen und amerikanischen Filme nicht haben, finden sie dieGegner- schaft der Dunkelmänner. Abg. Frl. Birnbaum (DV.) ist ebenfalls mir der Regierungsantwort unzufrieden. Die Frage ist eine Schicksalsfrage unseres ganzen Volkes, die Handhabung des Gesetzes gegen Schmutz und Schund ist viel zu umständlich und zeitraubend. Dis ein Verbot rechtskräftig wird, ist meist die gesamte Auflage vergriffen. Abg. Reiber (Dem.): Wenn man selbst der Auffassung ist, daß es bekämpfenswerte Auswüchse gibt, so kann man trotzdem der Auffassung fein, daß es unzweckmäßig ift, die bereits bestehenden polizeilichen Maßnahmen zu erweitern. Wichtiger ist, daß wahre Kunst unter Polizei, lichen Kunst auf f assungen nicht zu leiden hat. Viele „vaterländische" Filme sind nach meiner Ansicht ausgesprochener Schund. Der Ruf und Ruhm der Darmstädter Bühne als eine der allerersten im Reich ist unbestritten. Wem die Einstellung eines Stückes nicht zusagt, braucht es sich nicht anzusehen. Auch der lebende Künstler einer unruhigen Zeit mutz zu Worte kommen. Abg. Kaul (S.): Die SInmoral und Slnsittlich- keit der herrschenden besitzenden Klassen ist viel größer als die der breiten Massen. Die Begriffe Schund und Schmutz find sehr verschieden und durch religiöse und politische Erwägungen bestimmt. Ser größte Teil der Kinobesucher ist sicher kein Gegner des vorliegenden Zentrumsantrages. Abg. Dr. Werner erinnert an eine Reihe von Prozessen links gerichteter Persönlichkeiten. Abg. Ille (Z.): Wir kennen keine Doppelmoral. Wer sich gegen das Sittengesetz vergeht, verdient Strafe, ob er Kaiser oder Kärrner ist. Mit 29 gegen 24 Stimmen wird der Antrag angenommen, bei der Reichsregierung auf eine Beseitigung der Auswüchse zu bringen und ebenso in Hessen geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die Genehmigung zur Erhöhung der Simlage der Versicherungs-Anstalt für gemeindliche Beamte wird einstimmig abgelehnt. Auf Antrag Werner-Böhm (Dn.) wird die Regierung ersucht, beim behördlichen Einkauf in Warenhäusern in erster Linie mittelständische Geschäfte heranzuziehen. Abg. Kunkel (D. Vp.) plädiert für die Aushebung der Stempelgebühr bei Offenhaltung der Bankbetriebe an Feiertagen, wogegen sich Abg. Winkler (Zentr.) wegen der Konsequenzen für das Gastwirtsgewerbe usw. aus- spricht. Der Antrag wird abgelehnt. Gegen die Auswüchse der Immunität der Abgeordneten wendet sich Abg. Dr. Werner (fraktionslos). Der Antrag wird für erledigt erklärt, da der zuständige Ausschuß in Zukunft evtl. Fälle sehr scharf prüfen will. Da das Haus beschlußunfähig ist, vertagt Vizepräsident Blank die Sitzung auf Donnerstag. festgestellt wird, daß durch den Verlauf der Pariser Konferenz kein wirtschaftliches, sondern ein politisches Ergebnis erzielt worden sei, zu dem der Reichsverband der Deutschen Industrie als wirtschaftliche Körperschaft keine Stellung zu nehmen habe. $ür em befristetes Getreidemouypol. Wie die „vosslsche Zeitung" hort, hat sich der Sachverständigenausschuh für die Getreidevalorisierung im Prinzip für ein G e t r e i d e - Handelsmonopol für Roggen und Welzen, das auf ein Iahr befristet fein soll, entschieden. Die Entscheidung erfolgte mit allen Stimmen gegen die des demokratischen Abgeordneten Oskar Meyer. Weder Anfall noch Erkrankung des Reichspräsidenten. Berlin, 19. Juni. (WTB.) Im Laufe des heutigen Tages kursierten in Berlin Gerüchte, daß der Herr Reichspräsident, der sich bekanntlich zur Zeit in O st preußen befindet, das Opfer eines Unfalls geworden sei. Von anderer Seite wurde behauptet, er sei erkrankt. Stuf Grund direkter Erkundigungen kann demgegenüber amt- l i ch f e st g e st e l l t werden, daß der Herr Reichs- präsidentsich der be st en Gesundheit erfreut. Herabsetzung der Vergnügungssteuer in Berlin. Berlin, 19. Juni. (WTB.) Der Magistrat hat in seiner heutigen Sitzung dem Beschluß der Finanz- und Stcuerdcputation, oci der Vergnügungssteuer der Notlage der Kinotheater Rechnung zu tragen und diese Steuer bei nachgewiesenem Einnahmerückgang in der Zeit vom 1. Mai bis 15. September um ein Drittel bzw. um die Hälfte herabzusetzen, zugestimmt. Der Magistrat hat gleichzeitig diesen Beschluß, soweit er die Kino- theater betrifft, auch auf die Sprechbühnen ausgedehnt. Ans aller Wett. Schweres Eisenbahnunglück in L «Isländern. Infolge eines Erdrutsches entgleiste die Lokomotive eines Lisenbahnzuges bei Moerbeke, in der Röhe von Grammont (Ostslandern), und legte sich quer, über die Schienen. Wenige Augenblicke später tarn aus entgegengesetzter Rich- fungein Zug, der Arbeiter aus Gent beförderte, und fuhr auf die Trümmer auf. Die Wirkung war entsetzlich. Mehrere Wagen wurden zerstört. Bisher konnten acht Tokeund 1 5 verletzte geborgen werden. Hochbahnunglück in Ncuhork. Reu yo rk, 20. Juni. (WTB. Funkspruch.t Auf der höchsten Stelle der Reuyorker Hochbahn zwischen der 112. und 113. Straße fuhr ein aus Holzwagen bestehender Zug auf einen vor ihm fahrenden Zug auf. Der letzte Wagen des ersten Zuges und der erste Wagen des nachfolgenden schoben sich ineinander und der vordere Zug wurde noch eine Strecke weitergeschoben. Rach den bisherigen Meldungen wurden bei dem Zusammenstoß e i n Schaffner gelötet und 30 Insassen der ineinandergeschobenen Wagen so schwer verletzt, daß an dem Aufkommen vieler gezweifelt werden muß. Unter den Insassen beider Züge brach eine furchtbare Panik aus, die dadurch noch vermehrt wurde, daß die Trümmer in Brand gerieten und die Unglücksstelle sich in der höhe des siebenten Häuser st ock- wertes befand. Der brennende Zug fehle auch die Holzschwellen des Bahngleises in Brand, so daß nur wenige Reisende sich zu retten versuchten, sondern (auf jammernd das Eintreffen der Feuerwehr ab- warteten, die, mit Hochleitern ausgerüstet, alsbald an der Unglücksstelle erschien. Der Brand war inzwischen bereits soweit vorgeschritten, daß brennende Trümmer auf die Straße fielen und die untenstehende Menge gefährdeten. Infolgedessen war auch die Rettung der verletzten aus den Trümmern äußerst schwierig. Bis 39 Grad im Schatten in Amerika. Reuhork, 19. Juni. (WB.) Die nunmehr eine volle Woche dauernde Hitze erreichte gestern mit 3 4 Grab Celsius einen Höchststand, wie er seit dem Bestehen des 'Detterbureaus noch nicht verzeichnet worden ist. Aus einigen Städten in der Simgegend von Reuhork werden sogar noch höhere Temperaturen, und zwar bis zu 39 Grad im Schatten gemeldet. Aus fast allen Städten im Rordosten des Landes sind Meldungen Über Hitz- schlüge eingetroffen. Seit gestern sind in den östlichen Staaten sechs weitere Personen der Hitze erlegen. Die Zahl der vom Hih- schlag Getroffenen ist groß. Die Bewohner der dichtbevölkerten östlichen Bezirke Reuyorks leiden unter der Hitze außerordentlich. Die Angestellten der Verwaltungsbureaus der Zentraleisenbahn im Reuyorker Stadtbezirk wurden während der Mittagsstunden beurlaubt. Schweres Aulomobilunglück bei Innsbruck. In Innsbruck ereignete sich in der Krane- bittcr-Allee bei Innsbruck ein schweres Autounglück. Ein neunjähriges Mädchen, dessen Eltern auf einem Felde neben der Straße arbeiteten, wollte vor einem Auto rasch die Straße überqueren und lief dabei in den mit vier Damen besetzten Kraftwagen hinein. Die Lenkerin, Fräulein Rüburn aus Reuhork, fuhr bei dem Versuch, auszuweichen, mit voller Wucht gegen einen Baum und erlitt schwere Verletzungen, denen sie während einer sofort vorgenommenen Operation im Krankenhaus erlag. Ihrer Mutter wurden durch den heftigen Anprall einige Rippen gebrochen: ihre Schwester kam mit leichten Prellungen und Hautabschürfungen davon, während eine weitere Schwester unverletzt blieb. Das neunjährige Mädchen wurde lebensgefährlich verletzt. Großzügiger Weltschwindel. Ein raffiniertes System zur Durchführung von Wettschiebungen, deren Opfer konzessionierte Buchmacher waren, wurde in Berlin durch die Verhaftung eines gewissen St an holz aufgc» deckt. Die Seele des Sinternehmens war, wie schon in früheren ähnlichen Fällen, ein gelernter Funktelegraphist Wudtke, der die drahtlosen Rachriwten über die Siege auf französischen Rennplätzen auf unrechtmäßigem Wege ab* hörte und entzifferte. Er teilte dann das Resultat, noch ehe es auf dem gewöhnlichen Wege an die offiziellen Buchmacher gelangt fein konnte, seinem Gehilfen Stanholz mit, der sich in einem Lokal in der Rähe eines Buchmachers aufzuhaltcn pflegte und so in der Lage war, noch vor Toresschluß Wetten über große Beträge mit sicherem Erfolg anzulegen. Wudtke baute das System dann noch aus. Richt nur verschaffte er sich größere Geldmittel durch Beteiligung eines Schlächtermeisters und eines Fuhrwerkunternehmers, sondern er schaltete auch, um eine Entdeckung des S^windels zu erschweren, weitere Glieder in die Rachrfchtentett? ein. Sein Gehilfe Stanholz hielt sich nunmehr dauernd innerhalb des Buchmacher» ladens in der Rähe des Schaufensters 43jähmger Wsnn in einen gefährlichen Strudel und wurde in d ie Tiefe gerissen. Sein Kollege, ein 40jähriger Mann, versuchte, ihm Hilfe zu bringen, wurde aber ebenfalls von dem Strudel erfaßt und versank sofort. Der Vorfall spielte sich vor den Augen der entsetzt am Slfer stehenden Frauen und Kinder der beiden Männer ab. Dieder zwei Tote bei einem Brande. In einer Malerwerkstatt im Rordosten Berlins entstand durch angebliche Slnvorsichtig- keit von Arbeitern Feuer, das auf die leicht brennbaren Stoffe in der Werkstatt Übergriff. Ein junger Mann und ein junges Mädchen, die sich bemüht hatten, vor Eintreffen der Feuerwehr die Flammen zu löschen, hatten s p schwere Brandwunden davongetragen,daß sie nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden mußten. Hier erlagen beide nach ihrer Einlieferung den erlittenen Drand- verlehungen. Kunst und Wissenschaft. Trauerfeier für Professor heinsheimer. Unter ungewöhnlich großer Beteiligung fand auf dem Heidelberger Bergfriedhof die Trauerseier für den verstorbenen Rektor der Universität Heidelberg, Geheimrat Professor Dr. Heinsheimer, statt. Die Universität war durch den Lehrkörper und die Studentenschaft außerordentlich stark vertreten. Die Trauerrede hielt Pfarrer Maas. Prorektor Professor D i b e l i u s drückte die Trauer der Universität über den unerwarteten Verlust aus. Er gedachte des verdienstvollen Wirkens des Verstorbenen als Rektor in diesem gerade für die Hochschule so wichtigen Jahre der Entscheidungen. Für die juristische Fakultät sprach Professor Dr. Rad - bruch. Minister Dr. Seers sprach für das badische Unterrichtsministerium. Die Stadt Heidelberg war durch Oberbürgermeister Dr. N e i n h a u s vertreten. Auch der Verein Deutscher Zeitungsverleger, bei dessen Heidelberger Hauptversammlung Professor Dr. Heinsheimer kürzlich noch so schöne Worte über die Presse gesprochen hatte, ließ durch Dr. Knittel und Geheimrat W a l d k r i ch einen Kranz niederlegen. Dann bewegte sich ein langer Trauerzug von der Leichenhalle zum Grabe, wo unter Musikklcmqen und gesenkten Korporationsfahnen der S Erde übergeben wurde. Oie Wetterlage. ^Aittv/och, StydlSf.- V55 2- W /W '■ 1Z ° w ZH 7 - -*<3 ^3 fU&M 76 aatf KHar. 30 ^=9» c 0 woixenlos. 0 nener. m e s v a r y , das Orchester wird von dem Collegium musicum der Universität gestellt. Der geringe Eintrittspreis, 80 Pf. (für Studenten und Schüler Auch Herr Dr. med. S. in L hat mit Obermeyer'« Modi- zinal-Herba-Seile bei unreinem Teint und Sommersprossen prächtige Erfolge erzielt. St. RM -.65. 30°/0 verstärkt Präp.RM 1.—.Zu« Nachbehandlung ist Herba-Creme besonders zu empfehlen. Zu haben in allen Apoth. Drog. und Pari- bis in hohes Alter geistig und körperlich rüstigen Mann, der als Praktiker und als wissenschaftlicher Gutachter zahlloser schwieriger Fälle einen gleich guten Ruf genoß, hat Wilhelm Borgmann die Liebe zu seinem Berus geerbt. Sein Vater war ihm zugleich auch Lehrherr während seiner dem Studium vorangehenden forstlichen Vorlehre, und hat ihm die Augen für dir klaren Linien forstlichen Denkens und der alten forstlichen Tradition frühzeitig geöffnet. Die ihm so vorgezeich- neten Wege ist Borgmann in zielbewußtem Ausbau sein ganzes Leben hindurch weitergeschritten. Das Studium führte Borgmann zuerst auf die preußische Forstakademie Eberswalde, dann auf die Llniversitäten Berlin, Freiburg, München. 1895 wurde er zum preußischen Forstassessor ernannt und promovierte 1897 zum Dr. oec. publ. an der Staatswirtschaftlichen Fakultät München. 1897 bis 1909 war er Hilfsarbeiter in verschiedenen Stellungen in den Lehrrevieren der preußischen Forstakademie Eberswalde und dort zugleich auch Dozent. 2m Fahre 1909 verlieh er für kurze Zeit die wissenschaftliche Laufbahn und verwaltete als königlich preußischer Oberförster das Revier Castellaun, Bezirk Koblenz. 1911 wurde er als ordentlicher Professor an die sächsisch« forstliche Hochschule zu Tharandt berufen und blieb dort bis 1917, wo er einem Ruf an unsere Lanüesuniverfität Folge leistete. Borgmann hat als Vertreter der forstlichen Betriebslehre, insbesondere der Zuwachslehre und Statik, und als einer der bedeutendsten Vorkämpfer der Preßler-Judeich-Heyerfchen Bodenreinertragslehre eine sehr rege literarische Tätigkeit entfaltet. Seine zahlreichen Veröffentlichungen, die schon seit 1897 in der Zeitschrift für Forst- und Jagdwesen, im forstwissenschaftlichen Zentralblatt, besonders auch im Tharandter forstlichen Jahrbuch zu finden sind, geben einen Beweis davon. Er war Mitarbeiter an der achten Auflage des Neudammsr forstlichen Lehrbuchs und an der dritten Auflage von Loreys Handbuch der Fortwifsenschaft. 1.920 erschien seine Neubearbeitung des Buches: Begründung und Erziehung von Holzbeständen; 1927 gab er die fünfte Auflage des Forstschutzes von Heß-Beck neu heraus. Einen besonderen Ruf genießt Borgmann durch seine ungewöhnlichen pädagogischen Fähigkeiten, und jeder Forststudent, der zu seinen Füßen saß, hat einen nachhaltigen Eindruck für sein ganzes Leben mitgenommen. Die von ihm geleiteten jährlichen Studienreisen sind bekannt. Er genießt wegen seiner steten Hilfsbereitschaft und seinem weitgehenden Verständnis für studentische Angelegenheiten eine außerordentliche Verehrung. Gr krönte seine Lehrtätigkeit aber dadurch, daß er sich, schon kurz nachdem er hierher berufen war, für den Ausbau unseres an hohen Traditionen reichen Forstinstituts, des ältesten Lehrstuhls der Forstwissenschaft an einer deutschen Universität, mit seiner ganzen Persönlichkeit cin- setzte. Es gelang ihm, 1920 von der hessischen Regierung zum Ausbauleiter ernannt zu werden, und nur seiner »rastlosen und restlosen" Tätigkeit ist es zu verdanken, daß das _ Forst- institut im Vorjahre in sein neues, würdiges Heim einziehen konnte, und daß durch die Einrichtung von drei neuen forstlich-naturwissenschaft- lichen Abteilungen die Basis sür regste wissenschaftliche Arbeit geschaffen ist. Was Borgmann für den Ausbau des Forstinstituts geleistet hat, kann nur der ermessen, der weih, mit welchen außerordentlichen Widrigkeiten er zu kämpfen hatte. Und die ganze hessische forstliche Welt ist ihm zu Dank verpflichtet, daß er unseren forstlichen Lehrstuhl nicht nur erhalten, sondern auch in einer Weise gefördert hat, die man noch vor kurzer Zeit nicht für möglich gehalten hätte. Bei einer Würdigung von Borgmanns Tätigkeit als Forstmann muß auch noch darauf hin- aewiesen werden, daß er als Gutachter und Taxator in weiten Grenzen Deutschlands einen außerordentlichen Ruf genießt. Zahllose schwierige Fälle sind von ihm bearbeitet und geklärt worden. So hat er erst im vergangenen Frühjahr im Auftrage einer deutsch-holländischen Gruppe ein großes'Oedlandgebiet in Südfpanien bereist, das auf sein entscheidendes Gutachten hin angekauft wurde und in forstliche Kultur genommen wird. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß Pros. Dr. Borgmann auch im öffentlichen Leben unserer Stadt eine Roll« spielt. Ec ist seit 1923 Stadtverordneter und hat sich durch rege Tätigkeit in zahlreichen Ausschüssen ausgezeichnet. Besondere Verdienste hat er sich um die Pflege und Entwicklung unseres Stadtwaldes erworben, dem naturgemäß stets seine ganz besondere Liebe und Aufmerksamkeit gehörte. Möge es dem verdienten und geschätzten Gelehrten und Forstmann noch lange vergönnt sein, in gleicher Rüstigkeit wie bisher weiter wirken zu können. Schiffenber gseier. Bei herrlichstem Sommerwetter fand am Montag auf dem Schiffenberg eine von der Heimat- Vereinigung Schiffen berg veranstaltete schlichte Gedenkfeier an die vor 800 Jahren, am 17. Juni 1129, erfolgte Gründung des Klosters statt. Eine stattliche Schar von Freunden des Schiffenbergs, bis Lich und Laubach hin, hatte sich auf dar Terrasse, im Hose und in den blumengeschmückten Räumen der Dömäne eingesunden. Da sich der Saal für die Veranstaltung als zu klein erwies, wurde der im Mittelpunkte der Feier stehende Vortrag des ^.lniversitäts- Bibliothekars Dr. Walbrach über Entstehung und Geschichte des Klosters in der Kapelle gehalten. 2n fesselnder Weise wußte Dr Walbrach den Tellnehmern ein Lebensund Schicksalsbild des Klosters zu geben, von jenem denkwürdigen 17. Juni 1129 an bis zur Jetztzeit, vom Schalten und Walten der Mönche und Komthurleute im Kloster bis zur säst 100- jährigen Tätigkeit der Familie L y n ck e r in der hessischen Domäne. Rach Worten herzlichen DanDie Direktion Hartman n. Oesterlink. Wrede. ** Von einem Motorradler umgerannt. Als gestern gegen 17 Uhr eine ältere Dame an der Straßenbahnhaltestelle Kaiserallce-Ludwias- platz einen Wagen der Elektrischen besteigen wollte, wurde sie von einem Motorradler angewhren und zu Boden geworfen. Hierbei erlitt die Bedauernswerte einen Bruch des rechten Unterschenkels, der ihr Ueberführung, nach erster Hilfeleistung durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, zur Chirurgischen Klinik notwendig machte. ** Zusammenstoß zwischen Motorrad undPersonenauto. Der in Eckartsborn, Kreis Büdingen, wohnende Zahntechniker Heinrich Jakob befand sich gestern gegen 13 Uhr mit seinem neun- jährigen Söhnchen auf dem Motorrad auf der Fahrt von den Gießener Kliniken nach seinem Wohnort In Klein-Linden wollte er ein ebenfalls aus der Richtung Gießen fahrendes Personenauto auf der vorschriftsmäßigen Seite überholen. In diesem Augenblicke wurde der Kraftwagen, der einem Berliner Herrn gehört und auf der Fahrt nach Koblenz war, jedoch den rechten Weg verfehll hatte, plötzlich nach links gesteuert. Hierdurch fuhr der Motorradler das Auto an, wobei sich der bedauernswerte Mann schwere Schnittwunden am Arm zuzog, während das Kind zum Glück mit leichteren Verletzungen im Gesicht davonkam. Nach erster ärztlicher Hilfe wurde der Verunglückte der Chirurgischen Klinik zugeführt. Das Kind wurde von dem Autolenker in seinem nur leicht beschädigten Wagen nach Eckartsborn verbracht. Das Motorrad wurde stark beschädigt. Die Untersuchung des Vorfalles wurde alsbald aufgenommen. ** Abonnementskonzert unserer Militärkapelle. Das zweite Konzert in dem Zyklus der Abonnementskonzerte unserer Militärkapelle unter der Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r war für die Kapelle wiederum ein starker Erfolg und für die Besucher ein seh« erfreulicher musikalischer Genuß. Mit der Wiedergabe von Kompositionen von Beethoven, Wagner, Lortzing, Suppe, Blon, Ochs, Kempsert, Oload, Manfred und Propricht, sowie mit zahlreichen Einlagen errang sich die Kapelle erneut starken Beifall als Anerkennung für ihre vortrefflichen Leistungen. Für das dritte Abonnementskonzert, das heute, Donnerstag, abend auf der Liebigshöhe stattfindet, sind u. a. vorgesehen: Die Ouvertüre „Der Wildschütz", „Die । Krondiamanten", die Fantasien „Das Rheingold" i und „Friedericke", außerdem wird Feldwebel W a n i tz e k das 9. Konzert für Violine und Obergrenadier Dauer ein Tylophonsolo zum Vortrag bringen. Den Schluß bilden ein ©tu» dentenliederpotpourri, ein Strauhscher Walzer sowie „Babys Wachtparad«". ** Auftrieb auf dem heutigen Frank- f u r t c r Schlachtviehmarkt: 952 Kälber, 43 Schafe, 671 Schweine. Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt Berliner Börse. Berlin, 20. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die Tendenz im heutigen Vormittagsverkehr ist noch nicht genau erkennbar, sie scheint aber nicht unfreundlich zu sein. Anregende Momente liegen nicht vor, Geschäfte sind bis jetzt noch nicht zustande gekommen. Man taxiert Farben 256,5 bis 257. Mische Central Menhredit - AhHesellsM Das mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde den Inhabern unserer 3% und 4%igen.£ommunal-Obli- gationen gemachte Abfindungsangebot (bekanntgemacHt im Deutschen Reichsanzeiger und in der Berliner Börsen-Zeitung vom 11., 12. und 13. März ds. Js.) gilt jetzt als von allen Gläubigern angenommen da nach Feststellung der Aufsichtsbehörde noch nicht 0,7% der Gläubiger dem Angebot widersprochen hat. Dem Abfindungsangebot gemäß entfallen auf die alten 3$ und 4°|0igen Communal-Obligationen alter Währung 10% des Nennbetrages in neuen 43|4°|oigen Liquidations-Kommunal-Schuldverschreibungen verzinslich vom 1. Januar 1928 ab und einlösbar mit 104%. Die Liquidations-Schuldverschreibungen sind eingeteilt in Stücke zu 5000, 2000, 1000, 500, 200, 1Ö0 und 50 RM? Für Beträge unter 50 RM. werden Certifikate in Stücken zu 30 und 10 RM. ausgegeben. Die jszo/jgen Jahreszinsen der Liquidations-Schuldverschreibungen sind jeweils am 2. Januar nachträglich zahlbar. Die Jahreszinsen für 1928 werden bei Aushändigung der Liquidations-Schuldverschreibungen bezahlt. Die Certifikate sind ebenfalls mit 4%% verzinslich, die Zinsen werden jedoch nicht jährlich, sondern zuzüglich 6% Zinseszinsen für das Jahr erst bei Einlösung der Certifikate ausgezahlt. Certifikate über zus. 50 RM. oder ein Vielfaches davon können in Schuldverschreibungen umgetauscht werden. Die Schuldverschreibungen und Certifikate werden jährlich mit mindestens 1,6% des Gesamtbetrages zuzüglich der durch die fortschreitende Tilgung ersparten Zinsen ausgelost, so daß die Rückzahlung in längstens 30 Jahren vom 1. Januar 1928 ab beendigt ist. Die planmäßigen Auslosungen finden jährlich im November statt. Für die Jahre 1928,1929 und 1930 erfolgt eine gemeinsame Ziehung im November 1929. Bei dieser werden außer dem planmäßigen Tilgungsbetrage von zusammen 744680 RM. weitere 1675680 KM. zur Auslosung kommen. Die Rückzahlung der ausgelosten Stücke erfolgt mit 104% an dem auf die Ziehung folgenden 2. Januar, und zwar erstmalig am 2. Januar 1930. Die Einführung der Liquidations-Kommunal-Schuldverschreibungen an der Berliner Börse wird alsbald beantragt werden. Wir fordern hiermit die Inhaber der 3% und 4%igen Communal-Obligationen auf, ihre Obligationen bei uns einzureichen, um dagegen die neuen Schuldverschreibungen bzw. Certifikate in Empfang zu nehmen. Beizufügen ist ein nach Jahrgang und Nummern arithmetisch geordnetes Verzeichnis auf den dazu bestimmten Einreichungsformularen. Diese werden kostenfrei von uns ausgegeben und aufVerlangen zugesandt. Die Einreichung der Communal-Obligationen hat bei unserer Kasse in Berlin NW 7, Unter den Linden 48/49, zu erfolgen kann auch bei unseren bekannten Zahlstellen und anderen Bankfirmen stattfinden, wo auch die erforderlichen Formulare erhältlich sind. Die Versendung der Liquidations-Schuldverschreibungen an die Einreicher erfolgt bei uns kostenfrei. Berlin NW 7, 15. Juni 1929. Preußische Central - Bodenkredit-Aktien gesellschaf t *» bek°""" hoben sollen. trogen. onubertropen . htSnd Prof. Dr. Wilhelm Borgmann, licher Professor der Forstwissenschaft an Landesuniverfität, zugleich Dersuchsleiter der hessischen forstlichen Versuchsanstalt, feiert morgen, 21. Juni, feinen 6 0. Geburtstag. Borgmann wurde auf der Klostermuhle Klarenthal bei Wiesbaden geboren; seine eigentliche Heimat wurde aber Ober-Aula, ein idyllisch gelegener kleiner Ort im Knüllgebirge, wo sein Vater als königl. preuß. Forstmeister ein auch für damalige Verhältnisse ungewöhnlich großes Revier verwaltete. Von seinem Vater, einem Herr Bauunternehnier Mart Mail nn r im 47. Lebensjahre jäh durch den Tod entrissen. Gießen (Aulweg 64), den 19. Juni 1929. Die Beerdigung findet Samstag, 22. Juni, vormittags 11% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt 538JD Hellmuth Ein gesunder 3unge ist angekommen! 5382 Zeil 104. Frau Lina Becker geb. Schlau 03820 Konsumverein Gießen u.Umg e. G. m. b. H Ablieferung der 5378D ■ Rückvergütungsmarken Stellengesuche| [Stellenangebote) HerrWilhelm Becker MW Kinderwagen Sonnenttratze 9. DER VORSTAND Gießen, den 20. Juni 1929. 03921 | Kaufgesuche GesangvereinConcordia, gegr.1864 5371D sucht Hl 21. VI. 8 Uhr: liefert Günstiger Gelegenheiten tl Beteiligung. 5383 D Der Vorstand. in modernen Mousseline-Bordüren zirka 80 cm breit, Meter nur gebeten. Damen-, Herren Pf. netto Benutzen Sie unsere Rabattage. Sie werden erstaunt sein über unsere Leistungsfähigkeit M.G. Grolle, Frankl.Str.19 3« m« a m möbl. Zimmer ßMMer mit 2 Betten. Schr. 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Juni, vormittags 11'/, Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt und bitten wir um zahlreiche Schöne 2-Zim.-Woling. im Nordvierte! geg. 3-4-Zimmer-Woting. zu tauschen gesucht. Schrift!. Angeb. uni. 03923 a. d. Wieg. Anz. Schreibtische Waschtische AuSzugtische CbaiiclougueS Zrücheuschränke Kleiderschränke 1 Gasherd *• Kinderwagen 1 Schülervult billig, auch auf Teilzahlung. [03918 H. Benner II. Nordanlage 7. Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen Gie&en I. Kglg. Vor- 5070 D Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Juni, nachmittags 3'/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen uns stets wohlwollenden Vorgesetzten, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. zusammenlegbar, billig zu verkaufen. Am fiogelDerg 75 i.,l. Kinderwagen modern, gut erhalte billig zu verkaufen. Kaiierallee 58, vt. Gießen (Steinstraße 76), Dörsdorf, Neu-Breisach, Haimbach, Eppenrod, den 20. Juni 1929. Jüngere und ältere Mädchen suchen Stellen. 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Ausführl. schriftl. Angeb. unter 03916 an den Gietz. Anz. RUGA1929 Nr. 142 Zweites Blatt Donnerstag, 20. Juni 1929 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Staat und Kirche. Don D. iheol. Hermann Schuster, o. Hon.-Professor an der Universität Göttingen. M. d. pr. L Das lange sorgfältig gehütete Konkordat s- geheimnts ist jetzt gelüftet. Der preußische Ministerpräsident hat am letzten Freitag in feierlicher Sitzung gemeinsam mit dem päpstlichen Runtius das Dokument unterzeichnet und gleichzeitig ist sein Wortlaut der Presse übergeben worden. Roch den bevollmächtigten Vertretern der Fraktionen, sowohl den Regierungsparteien wie der Opposition, hatte man den Wortlaut vorenthalten und ihnen nur die Hauptpunkte des Inhalts mündlich mitgeteilt. Verschiedene Fraktionen, wie die Deutsche Volkspartei und die Demokraten, hatten deshalb eine endgültige Erklärung über ihre Stellung verweigert, bis ihnen Der Wortlaut vorläge. Die Deutsche Volkspartei hatte allerdings auf Grund der mündlichen Mitteilung schwerste V e d e n k e n erhoben, da ihr der Inhalt des Vertrages mit Len im Aovember 1928 vom Zentralvorstand festgelegten Grundsätzen unvereinbar zu sein schien. Die Demokraten forderten sorgfältige Ausschuß- Beratung. Veide Parteien verlangten vor etwaigem Inkrafttreten des Vertrages entsprechende Sicherungen für die parallel laufenden Rechte der evangelischen Landeskirchen. Aus ihre Zustimmung war also nicht zu rechnen, nicht einmal dann, wenn die letzte Forderung der Parität erfüllt wurde. Trotzdem hat Herr Draun unterschrieben. Darüber, daß Preußen befugt ist, einen solchen Staatsvertrag mit der Kurie abzuschliehen, herrscht kein ernstlicher Zweifel. Als freilich der Papst durch die Aussöhnung mit dem Königreich Italien wieder Herr eines, wenn auch nur winzigen Staatsgebietes wurde, tauchte die Frage auf, ob damit nicht das Recht, ein Konkordat, d. h. einen Staatsvertrag abzuschliehen, von den Ländern auf das Reich übergehen müsse, La dies nach der Reichsverfassung allein befugt ist, mit auswärtigen Staaten Verträge abzuschliehen. Die Frage erledigt sich dadurch, Laß der Papst dieses Konkordat so gut wie die früheren der jüngsten Vergangenheit (mit Bayern, Polen, Lettland) nicht als Gebieter des winzigen Staates, sondern als Oberherr der katholischen Kirche abschlieht, in welcher Eigenschaft er ja schon früher die Rechte eines Souveräns besah. Trotzdem ist mit der Unterzeichnung des Dokumentes die Sache keineswegs erledigt. Der Vertrag kann in Kraft treten erst, wenn er durch die Zustimmung der parlamentarischen Instanzen des Landtages und des Staatsrates ratifiziert ist: genau wie bei allen völkerrechtlichen Verträgen. Ob dieser Vertrag verfassungsändernd ist und deshalb einer Zweidrittelmehrheit des Landtages bedarf, wollen wir in Diesem Augenblick nicht umständlich erörtern. Es bedarf immerhin einer sorgfältigen Prüfung. Wichtiger ist ein anderes. Dieser Vertrag wird wie alle völkerrechtlichen Verträge, da er nicht befristet ist, auf ewige Zeiten abgeschlossen. Hier gilt also in vollem Umfang die Warnung Les Dichters: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet I" Man nehme diese Bindung unter keinen Umständen irgendwie leicht; heute im Zeichen des Völkerbundes noch viel weniger als früher. Es steht freilich in Artikel 13: „Die hohen Vertragschließenden werden eine etwa in Zukunft zwischen ihnen entstehende Meinungsverschiedenheit über die Auslegung einer Bestimmung dieses Vertrages auf freundschaftlichem Wege beseitigen." Das ist eine gegenseitige liebenswürdige Ermahnung, es bei Differenzen zunächst mit dem Wege der freundschaftlichen Verständigung zu versuchen. Wenn aber diese Verständigung nicht zum Ziel führt? Dann ist die Entscheidung durch eine völkerrechtliche Instanz wie das Haager Schiedsgericht das unabwendbar Gegebene. Sonst hätte ein solches Verfahren ausdrücklich ausgeschlossen werden müssen. Wir sind also der Gefahr ausgesetzt, mit internen Streitigkeiten uns einem internationalen Schiedsgericht unterwerfen zu müssen. Lind die Erfahrungen, die wir mit derartigen Schiedsgerichten gemacht haben, mahnen uns zu höchster Vorsicht. Wenn das Dokument nicht als Konkordat, sondern als Konvention bezeichnet wird, so ist das ein freundschaftliches Entgegenkommen gegen gefühlsmäßige Empfindlichkeiten, aber sachlich gleichgültig. Eine Konvention ist genau so ein völkerrechtlich binde nder Vertrag wie ein Konkordat. Die Lage des Parlaments dem Konkordat gegenüber ist ganz eigentümlich. Es handelt sich ja nicht um einen „Gesetzentwurf" der Regierung, der hiermit dem Parlament unterbreitet wird. Einen solchen Gesetzentwurf betrachtet die Regierung selbst, auch wenn sie das Gegenteil sagt, immer als etwas Vorläufiges, worüber sie mit dem Parlament verhandeln muh, bei dem sie auf Veränderungen, Streichungen, Berichtigungen, Zusätze von vornherein gefaßt ist. Hier liegen die Dinge völlig anders. Es ist nicht ein Gesetzentwurf, sondern ein internationaler Vertrag, der nach langen mühsamen Verhandlungen zwischen der Kurie und dem preußischen Staatsministerium zustandege- kommen ist, an dem das preußische Staatsministerium also einseitig nichts ändern kann. Das Parlament steht also nur vor der Frage, ob es ja oder nein sagen will, ob es also die Ratifizierung ausspricht oder verweigert. Im letzteren Falle wäre das ganze Dokument trotz der geleisteten Unterschrift illusorisch geworden und es handelte sich nur darum, ob die Staatsregierung aus den etwa gepflogenen Ausschußverhandlungen den Eindruck gewinnt, es sei möglich, mit der Kurie einen neuen Vertrag zu vereinbaren, für den man dann, weil er den geäußerten Bedenken und Forderungen des Parlaments entspricht, dessen Zustimmung gewinnen könne. Wir bekennen offen, daß wir wünschen und hoffen, die Dinge möchten sich so entwickeln, denn wir sind uns nicht im Zweifel darüber, dah die Abmachungen von 1821 zwischen dem damaligen preußischen Könige und der römischen Kurie in verschiedenen Punkten eine Anpassung an d i e veränderte Lage bedürfen, daß also irgendeine Abmachung getroffen werden muß, um der römischen Kirche zu geben, was ihr gebührt und um einen modus vivendi zu finden, der auch dem konfessionellen Frieden dient. Wenn er das tun soll, ist unerläßliche Vorbedingung, daß gleichzeitig mit der römischen „Konvention" auch den evangelischen Landeskirchen in vereinbarten Verträgen die ihr gebührenden Rechte gegeben werden. Es ist eine Irreführung, wenn der Herr Kultusminister die Dinge so darstellt, als ob den evangelischen Landeskirchen durch das Gesetz vom 15. Oktober 1924 schon vorab etwas gegeben wäre, was jetzt erst durch das Konkordat für die katholische Kirche n a ch g e h o l t werden müßte. Dieses Gesetz vom 15. Oktober 1924 nennt sich ausdrücklich Gesetz über die vorläufige Kostenregelung für die evangelische Kirchenverwaltung. Lind die evangelischen Landeskirchen haben auch sogleich unmißverständlich erklärt, sie könnten dies Gesetz nicht als endgültig anerkennen. Es war aber damals eine solche vorläufige Regelung für die Kosten der evangelischen Kirchenverwaltung nötig, weil es ja im alten Staat überhaupt noch keine selbständige evangelische Kirchenverwaltung gab, sondern nur königliche Behörden, im Unterschied von der seit alters selbständigen katholischen Kirchenverwaltung. Wenn aber die deutschnationale Erklärung den Anschein erweckt, als ob mit dieser geforderten Parität für die evangelischen Kirchen die Zustimmung zum Konkordat schon gesichert sei, so müssen wir diesen Standpunkt nachdrücklichst ablehnen. Der oberste Gesichtspunkt für die Beurteilung des Konkordats ist doch der, ob die staatlichen und die nationalkulturellen Belange darin genügend gewahrt sind. Lind diese Frage können wir nur mit nein beantworten. Wir weisen auf drei Hauptpunkte hin: Erstens: Die alten Rechte des Staates gegenüber der Zusammensetzung der Domkapitel und bei der B i s ch o f s w a h l sind restlos preisgegeben. Das Schwergewicht ist jetzt ganz nach der Kurie verlagert. Sie benennt unter Würdigung der von den Domkapiteln und der Dischofskonferenz aufgeftellten Listen aus eigener Machtvollkommenheit drei Personen, unter denen das Domkapitel zu wählen hat, und dann wird der Staat gefragt, ob er gegen diesen vom Papst vorgeschlagenen und vom Domkapitel gewählten Mann „aus politischen Gründen" etwas einzuwenden habe. Dieses „Einspruchsrecht" des Staates ist praktisch völlig bedeutungslos; denn gegen einen Papstkandidaten wird ein preußisches Staatsministerium heute und in absehbarer Zeit niemals Einspruch erheben. Also ist der Staat ausgeschaltet. Lind wir haben doch das alleröringe.nöfte Interesse daran, starke Bürgschaften zu erhalten, daß, zumal an den gefährdeten Grenzen des Reiches im Westen und im Osten, nur Männer von deutscher Gesinnung und starkem deutschen Wollen zu diesem hohen und einflußreichen Amt berufen werden. Zweitens: Für die Prälaten und Pfarrer wird an Vorbedingung und Vorbildung gefordert a) die deutsche Reichsangehörigkeit, b) ein zum Studium an einer deutschen Universi- tät berechtigendes Reifezeugnis (im bayerischen Konkordat heißt es erheblich besser: ein deutsches Reifezeugnis), c) ein mindestens dreijähriges Studium an einer deutschen staatlichen Hochschule oder einem bischöflichen Priesterseminar oder an einer päpstlichen Hochschule in Rom. Diese Gleichstellung der päpstlichen Hochschulen mit deutschen Hochschulen ist unerträglich. Ebenso unerwünscht ist, daß dieses Hochschulstudium laut Artikel 10 nur von den Geistlichen gefordert wird, denen dauernd ein Pfarramt übertragen wird; also für die große Masse der Hilfsgeistlichen und Kapläne wird es nicht gefordert. Damit werden stillschweigend alle die O r d e n s g e i st l i ch e n, die keine universitäts- mähige Bildung besitzen, und die von ausländischen Oberen abhängig sind, zur deutschen Seelsorge zugelassen. Das Schlimmste aber ist, dah in Artikel 9 Absatz 2 dem Staate zugemutet wird, gegebenenfalls auch auf Punkt a und b zu verzichten. Das liegt freilich dem Buchstaben nach in seiner Hand, aber über eine solche Frage dürfte gar nicht diskutiert werden. Es wäre ja eine Quelle ständiger Konflikte, wenn der Staat derartige kirchliche Wünsche ablehnen würde. Drittens: Die Professoren der katholischen theologischen Fakultäten sollen in Zukunft nicht nur bei ihrer Berufung von der Zustimmung des Bischofs abhängig fein, sondern auch gewärtig sein, auf Verlangen des Bischofs jederzeit vom Staat wieder abberufen zu werden. Das ist eine Bindung der Wissenschaft an die kirchliche Autorität, die Über das erträgliche Maß hinausgeht, zumal wenn sie nicht auf freiwilligem staatlichen Entgegenkommen beruht, sondern völkerrechtlich bindend feftgelegt ist. Damit ist im Grunde auch die Schulfrage, deren Ausscheidung immer als ein besonderer Vorzug des Konkordats gerühmt wird, wieder hinemgebracht. Denn von diesen Hochschullehrern empfangen alle katholischen Religionslehrer ihre Ausbildung und von denen wieder alle katholi- scheu Dolksschullehrer. So wird unsere nationale Kultur noch mehr als bisher der Gefahr der Verengung und Verknüpfung ausgesetzt. — Summa: In dieser Form geht es nicht. Möge das Parlament wissen, welche Verantwortung es auf sich nimmt, wenn es nicht den Mut findet, einen anderen und besseren Vertrag zu erzwingen. Aus der provinzialhauptfiadt. Gießen, den 20. Juni 1929. Rosen! Sonnenglanz und Rosenduft l Wir nähern uns der Höhe des Jahres. Zusammengedrängt waren die paar schönen Frühlingstage nach harter, schwerer Winterszeit. In vollem Sonnenschein grüßt uns nun die Königin der Blumen: die R o s e I Es ist, als ob die Ratur ihre ganze Liebe, ihren ganzen Dust für die Herrlichkeit der Rosen ausbewahrt. Oder ist es nicht ein Wunder, wenn wir am srühen Morgen, bei Sonnenaufgang, das Aufblühen einer Rosenknospe erleben? Roch glanzen die Gräser und Pflanzen vom Tau der kühlen Rächt. Geschlossen sind die Blüten der Son- nenkinder. Da leuchten die ersten Strahlen auf, treffen mit sieghafter Kraft die zarten Rosen- knospen, und langsam entfalten sich die Blütenblätter. Vom Tau benetzt, umflutet vom Sonnenglanz, strömt der köstliche Duft in die Morgenluft. Ist es nicht wie ein Gruß aus einer schöneren Welt? Lind was wäre das Leben ohne Rosen? Das neu geborene Kindlein ahnet Len Dust des Straußes, den wir der glücklichen Mutter in die Hand drücken. Wie will der Liebhaber seine Liebe anders bezeugen als mit prächtigen Rosen? Die schönsten Feste feiern wir im Schmuck der Rosen, und am Grabe unserer Lieben trauern sie mit uns. Es ist ja bei uns nicht so wie in südlichen Ländern, in denen die Rosen fast das ganze Jahr blühen, in solcher Pracht und Lleppigkeit, daß z. B. in Andalusien die Mädchen sich jeden Tag ihr Haar mit Rosen schmücken. Bei uns sind sie — von Treibhausblumen abgesehen — nur Sommerblumen. Dafür haben sie aber auch unsere ganze Liebe. Von keiner Gartenblume hat der Züchtersleih mehr Arten und Formen herangezüchtet. In allen Farben leuchten sie, vom reinsten Weih bis zum dunkelsten Rot, goldgelb, orangefarben, kupferrot, alle Schattierungen, alle Töne finden wir. Keine Blume eignet sich so wie die Schnittrose als Zimmerschmuck. 2llle Räume werden schöner, lebensvoller, wenn uns leuchtende Rosen entgegengrühen. Lind wenn du nach langer Krankheit zum ersten Male wieder die Augen öffnest und teilhaben willst am Leben, und ein Strauß duftender Rosen steht vor dir, dann werden deine Augen vor Freude glänzen und die Schönheit, der Duft, sie werden dich lange, bange Wochen vergessen lassen. Ein Klang aus fernen Tagen dringt zu dir, eine Melodie rauscht heraus: Roch sind die Tage der Rosen! — Roman von Edgar Wallace. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Er war gezwungen, auf der linken Seite zu schreiben, wenn er die rechte Hand gebrauchte, sagte sie. „Aber warum denn nur auf der Innenseite?" Sie schüttelte den Kopf. Ich hab's!" rief Larry triumphierend. „Er hat seinen letzten Willen dahin geschrieben, damit die Aufzeichnungen nicht von irgend jemand anders entdeckt werden konnten. Hätte er auf Bie Außenseite geschrieben, wäre es wahrscheinlich gesehen und sicherlich vernichtet worden." Sie schauderte zusammen. „Ich bin noch nicht ganz abgehärtet", sagte sie mit einem halben Lächeln. „Dahinter verbirgt sich etwas ganz Schreckliches, meinen <5ie nicht auch? Aber ich glaube, Sie haben recht. Wenn wir wirklich von der Annahme ausgehen, Stuart hat das in dieser Weise aus dem Grunde niedergeschrieben, um es vor den Augen einer brüten Person zu verbergen, müssen wir auch an- nehmen, dah eine solche dritte Person existiert. Mit anderen Worten: es war jemand zugegen, den er fürchtete — der ihm, wenn Sie wollen, Todesangst einjagte — und der Mord war vor» sählich, denn Stuart muhte ja eine Zeitlang unter Der Aufsicht von irgend jemand gewesen sein, bevor er sein gewaltsames Ende fand." Sie stockte plötzlich und senkte errötend ihre Augen, als sie Larrys Blick begegnete, der fest auf sie gerichtet war. „Sie sind ein Prachtmädel," sagte er leise „und ich muh mich sehr in acht nehmen, dah ich meinen Posten hier nicht verliere." Als er den ungewissen Ausdruck in ihren Augen bemerkte, lachte er. „Run, Mih Ward, wir wollen gemeinsam an Liese Arbeit gehen, aber Sie müssen mich erst mal von jedem Verdacht berufsmäßiger Eifersucht freisprechen." „Eifersucht!" sagte sie spottend. „Das wäre ja albern." „Richt ganz so albern," erwiderte Larry. „Ich Hobe Männer gekannt, die aus viel geringeren Gründen auf Frauen eifersüchtig waren." — Er sah auf seine Llhr. „Jetzt ist es aber höchste Zeit, daß Sie nach Hause gehen. Ich will ein Taxi bestellen — wohnen Sie weit von hier?" „Rein, nicht besonders. Sharing Croß Road." „Ich werde Sie nach Hause bringen," sagte Larry. „Es ist ja beinahe ein Llhr." Sie hatte ihren Mantel bereits angezogen und sagte, als sie ihren Hut aufsetzte: „Danke bestens, ich gehe lieber allein, es ist wirklich nicht weit. Lind übrigens, Mr. Holt, möchte ich Sie bitten, mich nicht immer nach Hause bringen zu wollen, wenn es wirklich mal später geworden ist. Ich bin daran gewöhnt, allein zu gehen, und möchte auch keinen Wagen haben." „Darüber sprechen wir noch," versetzte Larry, der eilig das Formular einer Kabeldepesche aus- füllte. „Wenn das Kabel sofort expediert wird, muß es noch gestern zur, Teezeit beim Polizeichef in Calgary ankommen!" „Gestern?" fragte sie erstaunt. „Gestern? — Aber natürlich, die sind ja dort um neun Stunden gegen die Greenwichzeit zurück." Larry stöhnte. „Lim Sie zu fangen, muß man, weiß Gott, früher aufstehen." Sie gingen zusammen fort, und es stellte sich heraus, daß ihre kleine Wohnung auf seinem Wege nach Richmond Park lag. Er fand den geduldigen Sunnh im Begriff, seinen Pyjama bereitzulegen. „Sunnh," sagte Larry, als er in Pyjama und geblümtem Schlafrock eine Tasse Schokolade trank, „irgendwo in dieser Stadt lebt ein recht unangenehmer Herr, Rame unbekannt." „Davon wird's Wohl noch mehrere geben, Sir," erwiderte Sunnh. „Lind irgendwo in unserem schönen England lebt ein anderer Mann, der Henker. Meine Lebensaufgabe soll es sein, die beiden Menschen zusammenzubringen." Als er am nächsten Morgen um halb acht nach Scotland 2Zard kam, war zu seiner Lleber- raschung das junge Mädchen schon im Bureau und hatte die umfangreiche Korrespondenz, die täglich bei jedem Abteilungschef im Polizeipräsidium einläuft, sorgfältig auf feinem Schreibtisch sortiert. „Soeben ist eine Kabeldepesche eingelaufen,“ sagte sie, „aber ich habe sie nicht geöffnet. Sie müssen mir überhaupt sagen, was ich mit Kabeln und Telegrammen machen soll." „Alle auf machen. — Ich erhalte keinerlei private Mitteilungen nach hier — und sollten wirklich parfümierte Briefchen hierherkommen ... jedes Dabh kann sie lesen, ohne rot zu werden." Er nahm das Telegramm, das sie ihm hinhielt. „Calgarh! Das ist ja riesig schnell gegangen.“ Er ritz es auf, und sein Mund öffnete sich vor Erstaunen, als er die folgenden Worte las: „Stuart hatte kein Kind. War unverheiratet.“ „Reinfall Rümmer eins," sagte er. Sie nahm das Telegramm aus seiner Hand und sah nach der Zeit der Aufgabe. „Das ist ein gewöhnliches Auskunftstelegramm." „Was meinen Sie denn mit einem »gewöhnlichen Auskunftstelegramm' ?" fragte Larry gutgelaunt. „Es muß direkt nach seinem Einlaufen beantwortet worden fein, und zwar nach den vorliegenden Personalinformationen. Mit anderen Worten: Der Mann, der die Antwort schickte, hat sich nicht die Mühe gegeben, weitere Recherchen anzustellen, hat vielleicht jemand im Bureau gefragt: ,War Stuart verheiratet?' — und hat dann auf die Auskunft hin, datz Stuart Junggeselle war, die Antwort abgesandt." Larry faltete die Depesche zusammen und legte sie in seinen Schreibtisch. „Wenn sie drüben wissen, daß Stuart unverheiratet war, so wird dadurch die ohnehin schon unklare Situation noch verwickelter. Wir haben hier einen Mann, der augenscheinlich ermordet wurde und wenige Augenblicke vor seinem Tode heimlich sein Testament auf die Innenseite seines Hemdes schreibt. Es ist übrigens sehr leicht möglich, dah er das in Gegenwart seiner Mörder ausgeführt hat, ohne dah diese es bemerkten, und ich glaube, ich irre mich darin nicht." „Denselben Gedanken habe ich auch gehabt," gab sie zu. „Er wurde ermordet und hinterlietz auf feiner Hemdfront ein Testament, in dem er sein gesamtes Vermögen seiner Tochter vermachte. Ein vernünftiger Mann — und wir haben keine Veranlassung, ihn für etwas anderes zu halten — erfindet doch in einem solchen Augenblick wirklich keine Tochter, folglich muh der Polizeichef in Calgary unrecht haben." „Es steht aber ebenfalls fest, datz er weder in Calgary noch in Kanada verheiratet war. Das wäre doch sicher bekannt geworden," sagte das junge Mädchen. „Geheimtrauungen sind vielleicht in einer großen Stadt möglich, aber niemals in kleinen Plätzen, wo alle einander kennen — augenscheinlich lebte er auf einer Farm, nicht in der Stadt — er hätte dort eine Heirat nicht verborgen halten können." Auf dem Rachhausewege am Abend vorher hatte Larry dem jungen Mädchen alles mitge- teilt, was ihm der Kommissar über den Fall Stuart erzählt hatte. Es war ganz gegen seine Gewohnheit, sein Vertrauen so schnell zu verschenken, aber Diana Ward, ihr Wesen, ihre Stimme, der Blick ihrer klaren Augen hatten in einem einzigen Augenblick sein volles Vertrauen gewonnen. Sie blickte nachdenklich auf den Schreibtisch. „Wenn er sich heimlich verheiratet hat," sagte sie langsam, „sollte das nicht in — in —" „Selbstverständlich in London," nickte Larry. „Kabeln Sie an den Polizeichef in Calgary und verlangen Sie Einzelheiten über Stuarts Reisen und Datum seiner vorletzten Reise nach London." 8. Sie nickte, nahm ein Telegrammformular und begann zu schreiben, während Larry mechanisch die eingelaufenen Rapporte durchflog, die einen zeichnete und die anderen beiseitelegte. Dann holte er die Schale aus dem Schrank und begann noch einmal im Tageslicht die verschiedenen Gegenstände zu untersuchen, und kam zuletzt zu der Papierrolle. Jetzt waren die erhabenen Schriftzeichen deutlich sichtbar, und äußerst vorsichtig fuhr er mit dem Finger darüber hinweg. Er war natürlich nicht imstande, Brailleschrift zu lesen, und war sich darüber klar, daß seine Hand im Vergleich mit der leichten Berührung seiner Sekretärin zu schwer war. Sie hatte inzwischen ihr Telegramm beendigt, klingelte und reichte es ihm zur Durchsicht hinüber. „Gut so", sagte Larry und übergab die Depesche dem eintretenden uniformierten Boten. „Ist Ihnen nicht irgend etwas Besonderes an diesem Stück Papier auf gefallen?" fragte er und zeigte auf die Braillemitteilung. „O ja“, sagte sie. „Ich habe es mir schon angesehen, bevor Sie kamen. Sie haben doch nichts dagegen?" Larry erwiderte lachend: „Sie können alles prüfen, ausgenommen mein Gewissen! — Haben Sie bemerkt, dah die Farbe an einem Ende des Papiers —“ er Ächtete seine Aufmerksamkeit von neuem auf dasselbe — „mehr verblaßt ist?" „Gestern ist mir schon ausgefallen, daß das eine Ende trockener als das andere war," entgegnete Diana, „und das erEIärt auch den Unterschied in der Farbe. Das trockene Ende hat uns die besten Resultate geliefert. So war zum Beispiel das Wort „Mörder" beinah gar nicht vom Wasser angegriffen; es war etwas feucht, aber nicht nah geworden." Er nickte zustimmend. Das junge Mädchen öffnete ein Fach ihres Schreibtisches und nahm ein Blatt braunes Papier heraus. „Ich habe das heute mitgebracht, eine Seite aus einem Draillelesebuch, und habe mit abgerissenen Streifen Versuche in meiner Waschschüssel angestellt. Lind das ist das Pesultat." Sie zeigte ihm eine kleine Rolle einer weichen, formlosen Masse, die zerriß, als sie den Versuch machte, diese aufzuwickeln. „So, so!" brummte Larry. Beide waren sie zu derselben Schlußfolgerung gekommen, aber auf verschiedenen Wegen: sie durch praktischen Versuch, er durch ruhige Lieberlegung: die Papierrolle muhte in Gordon Stuarts Tasche gesteckt worden sein, als sein Körper nicht mehr im Wasser lag. (Fortsetzung folgt) öegyt noch tut DerNVH«77 stnv Ne RoTeit fMn. Ganz langsam fallen die Blätter ab, und der letzte, herrlichste Duft entströmt der sterbenden Rose. Wie -eine leise Klage geht es von ihr aus: Alles Schöne muh einmal vergehen auf dieser Erde! K.I. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140. Wirsing 30 bis 35, Spinat 25 bis 30, Römischkohl 15 bis 20, Dohnen (grüne) 40 bis 50, (gelbe) 60 bis 70, Spargel 50 bis 90, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 15 bis 20, Tomaten 60 bis 100, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln (alte) 5,5, (neue) 15 bis 20, (alte pro Zentner 4,50 Mk.), Äepfel (ausl.) 45 bis 70, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 40 bis 60, Stachelbeeren 30 bis 35, Erdbeeren 60 bis 100, Aprikosen 70 bis 90, Russe 70 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund; Tauben 70 bis 90, Eier 12 bis 13, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 60, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 15 pro Stück; gelbe Rüben 15 bis 25, Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund. *• Deranlagungsgrenze für Lohnsteuerpflichtige. Lohnsteuerpflichtige werden, soweit ihr Einkommen aus Arbeitslohn 8000 Mk. nicht übersteigt und soweit sie nicht aus sonstigen Einkommen mehr als 500 Mk. beziehen, nicht zur Einkommensteuer veranlagt. Bekanntlich ist streitig geworden, wie diese 8000- Mark-Grenze zu berechnen ist, ob nach dem Einkommen nach Abzug des steuerfreien Lohnbetrages, oder nach Abzug des steuerfreien Lohnbetrages und etwaiger Familienermäßigungen. Die erstgenannte Ansicht vertrat der Reichsfinanzminister und ihm folgend die Deranlagungs- behörden, die andere der Reichsfinanzhof Dd. 23, S. 289. Sn einem neuen Erlaß — S. 2209/2 — hat der Reichsfinanzminister, wie wir den von dem Steuersyndikus Hermann Will in Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" entnehmen, die Finanzämter erneut angewiesen, nicht gemäß der Reichsfinanzhofentscheidung zu verfahren. Er hat angekündigt, daß diese Frage demnächst int Gesehgebungswege geregelt werden würde, und angeordnet, daß etwa anhängig gemachte Rechtsmittelverfahren unter Stundung der strittigen Beträge vorerst auszusetzen seien. ".Sommerfest der Gießener Studentenschaft. Man schreibt uns: Kaum hat die Ausstellung „Der Mensch" ihre Pforten geschlossen, und schon herrscht wieder reges Treiben in der Volkshalle. Große Scharen von Studenten sind eifrig dabei, die große Halle für das Sommerfest am kommenden Sonntag herzurichten. Diele Hände, solcher Arbeit kaum gewohnt, zimmern, kleben und malen, um alles zur rechten Zeit fertigzustellen. Die Studenten sehen ihre Ehre darein, die Gießener Bürger würdig zu empfangen und ihnen den Aufenthalt auf dem Feste so angenehm wie möglich zu machen. Es soll ein Tag werden, der die innige Verbundenheit aller Schichten des Gießener Bürgertums mit seiner Studentenschaft zutagetreten läßt. ** Schulpersonalie. Der Lehrer Adolf F r i st e r zu Ober-Schmitten wurde mit Wirkung vom Tage des Diensteintritts ab zum Lehrer an der Volksschule zu Eichelsachten, Kreis Schotten, ernannt. ** Städtische Heugrasversteigerung. Bei der gestrigen Heugrasversteigerung der Stadt Gießen wurden bei starker Nachfrage folgende Preise erzielt: von den Wiesen am Altentisch 60 bis 80 Mk., von den Ochsenwiesen 70 Mk. und von den Wiesen im Stolzenmorgen 75 Mk. je Morgen. ** 6 i n Geräteschuppen niedergebrannt. In der letzten Rächt gegen 0.30 Ähr wurde die Feuerwache nach den Eichgärten gerufen. wo in dem Geräteschuppen des Gärtners G ill m a nn ein Brand ausgebrochen war. Den Flammen fiel der gesamte Schuppen mit Inventar zum Opfer. Die in dem Schuppen untergebrachten Hühner konnten gerettet werden, nachdem der Wachhund schon beim Ausbruch des Brandes von rasch zur Hilfeleistung herbeigeeilten Studenten in Sicherheit gebracht worden war. Rach etwa halbstündiger Löscharbeit konnte die Feuerwache wieder abrüden. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch unbekannt. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Rödgen, 18. Juni. Am Sonntag beging der hiesige Gesangverein „Konkordia" die Feier seines 45jährigen Bestehens, mit der gleichzeitig ein W e r t u n g s s i n g e n verbunden war. Unser Ort hatte dem Iubelverein und seinen Gästen zu Ehren reichen Fahnen- und Girlandenschmud, sowie Blumen- und Grün- dekorationen angelegt, außerdem waren an den drei Ortseingängen Ehrenpforten errichtet. Samstagabend fand an der Gedächtnishalle auf dem Friedhof eine Gedenkfeier für die im Weltkriege gefallenen Vereinsmitglieder statt, bei der nach einem passenden Chorgesang der 2. Vereins- Vorsitzende Etzelmüller bei der Kranzniederlegung und der Ortsgeistliche, Pfarrer Bönnings, herzliche Worte des Gedenkens sprachen. Gegen 9 Uhr bewegte sich ein F a d e l z u g durch den Ort nach dem Festplatze, wo sich der festgebende Verein mit den Sangesbrüdern aus Edenheim und dem Druderverein „Harmonie" Rödgen, sowie zahlreichen Gemeindegliedern zu einem Kommers vereinigte. Rach einem De- grühungschor mit Orchesterbegleitung hieß der 2. Vorsitzende Ehelmüller die Gäste willkommen, hierauf beglückwünschte Bürgermeister Wagner den Verein zu feinem Feste, anschließend sprach der Präsident des Eckenheimer Vereins herzliche Glückwunschworte, und Überbrachte noch Ludwig Roder von der „Harmonie" dem Druderverein „Konkordia" einen Fahnennagel. Präsident Dellof dankte im Ramen des Iubel- vereinS. Der weitere Verlauf des Abends brachte Orchestermusik und Liedervorträge in wechselnder Folge und bereitete den Besuchern frohe Stun- Den. Am Sonntagmorgen 9 Uhr begann im Wagnerschen Saalbau das Wertungssingen. Es beteiligten sich daran 9 Vereine: in Abt. A, Stadtvereine, Kl. I Gesanav. „Eintracht" Steinberg mit 70 Sängern; XKl. II Ges. „Germania" Watzenborn-Steinberg mit 67 Sängern und Ges. „Männerchor" Frankfurt-Edenheim mit 47 Sängern; in Abt. B, Landvereine, Kl. III Ges „Germania" Wißmar mit 33 Sängern, Ges. „Eintracht" Ober-Eschbach mit 36 Sängern, Ges. „Lie- derkranz" Roth mit 32 Sängern, Ges. „Eintracht" Albach mit 33 Sängern; in Abt. C, nicht preisgekrönte Vereine und solche, die bisher noch 3m Hauptquartier der Führerinnen Zu dem Zubiläums-Kongreß des Weltbundes für Frauenstimmrecht und staatsbürgerliche Frauenarbeit in Berlin. Worum wir kämpfen... Don Margerie Corbett-Ashby (England), Präsidentin des Weltbundes. Ein großer Teil der Oeffentlichkeit ist der Ansicht, daß die große Frauenbewegung heute einen mehr dekorativen als tiefernsten Zwcd hätte, weil vielfach angenommen wird, sie hätte schon alle Ziele erreicht, die sie sich einstmals vorgenommen. Demgegenüber muß einmal betont werden, daß sich die Frauenbewegung nicht am Ende, sondern am Anfang ihres Kampfes befindet. Roch lange nicht alle Staaten der Welt haben — was fast ganz Europa heute selbstverständlich ist — das allgemeine Frauenstimmrecht. Dem Mann erscheint der Kampf darum vielleicht häufig als eine Machtfrage der Frau. In Wirklichkeit liegt, wie die bisherigen Ergebnisse gezeigt haben, hier eine ihrer verantwortungsvollsten und schwersten Aufgaben. 2n den Ländern, in denen Frauen schon seit zehn Jahren in Regierung und Politik mitwirken, zeigen sich erfreuliche Ergebnisse. Man beobachtet hier eine Entwicklung der Sozialen Fürsorge, ein Streben zu höherer Sittlichkeit, ein erhöhtes Heiratsalter und eine verbesserte Kinderfürsorge. Die ökonomische Sicherstellung der grau, die ihr die allein mögliche Unabhängigkeit garantiert, wird nur durch Beruf und Dienst am Staate gesichert. Beide Faktoren — Beruf und politische Arbeit — können zwar unabhängig voneinander sein (wie das Beispiel Frankreichs zeigt), sie laufen parallel nebeneinander her, aber das Fluidum iljrer Wirkung strömt doch vom einen zum anderen. Wenn Jahrhunderte nicht die Herrschaft des Mannes befestigt hätten, würde jeder gesunde Menschenverstand das Frauenstimmrecht als selbstverständliche Forderung anerkennen. Denn es liegt ja auf der Hand, daß die Frau dasselbe Interesse an der Regierung wie der Mann hat. Auch sie zahlt Steuern wie er, auch für sie hat das Gesamtleben und die Entwidlung menschlicher Fragen die gleiche Bedeutung. Dazu kommt jetzt noch für sie eine große, vielleicht die größte Aufgabe der Zeit: die nationale und internationale Organisierung des wirklichen Friedens. Dazu sind alle Frauen, ob sie sich nun für Parteipolitik interessieren oder nicht, von jeher von der Ra- tur berufen. Reunundzwanzig Staaten haben heute das Frauenstimmrecht. In der Türkei unö in Indien, auf dem australischen Kontinent und m den Vereinigten Staaten, von Südamerika nur in Brasilien wählen die Frauen. Selbst in Spanien genießen die weiblichen Parlamentsmitglieder seit vier Jahren völlige Gleichheit mit den männlichen. Ganz Europa hat die Idee des Frauenstimmrechts anerkannt. Frankreich und Italien bilden Ausnahmen in der Regel. In Rumänien soll das Frauenstimmrecht im Oktober 1929 eingeführt werden. Man hat früher behauptet, das Denken der Frau eigne sich nicht für die Politik. Wie groß der Einfluß der Frauen ist, zeigt demgegenüber die Tatsache, daß vierzehn Frauen unter sechshundert Männern im englischen Parlament, und eine Frau im englischen Ministerium viel mehr erreicht haben, als zahlenmäßig von chnen zu erwarten war. — Die Zukunft wird sich nach den Bedürfnissen der Zeit richten. Ich glaube aber, daß diese Bedürfnisse der Zeit: Freiheit und loyale Partnerschaft heißen werden. Es wird dem Frauenstimmrecht wohl so gehen wie dem kurzen Rod. Als er aufkam, wurde gemurrt, das sei eine unmögliche Tracht für eine verheiratete Frau und Mutter. Solange, bis die Statistik zeigte, daß die sporttreibenden, kurzberodten Mütter gesündere und lebensfähigere Äinber zur Welt brachten als üjre Großmütter mit den meterlangen Staubfängergewändern. Weibliche Polizei. Von CRofa Manus (Holland), Vizepräsidentin des Weltbundes und Präsidentin des Ausschusses für weibliche Polizei. Auf dem Polizeiweltkongretz 1926 in Berlin machte eine englische Delegierte, die Comman- bttin Allan, den Vorschlag, eine Frauenpolizei zu schaffen und zu organisieren. Dieser Gedanke fand Beifall. Auf dem Weltbundkongreh für Frauenstimmrecht und staatsbürgerliche Frauenarbeit in Paris 1926 wurde von der deutschen Delegation der Antrag eingebracht, eine weibliche Polizei ins Leben zu rufen. Der Kongreh schuf einen Ausschuh, dessen Aufgabe die Förderung der weiblichen Polizei aller Länder ist. — Inzwischen hat sich auch der Völkerbund mit der Frage beschäftigt und sich sehr für die Institution weiblicher Polizei ausgesprochen, weil er von ihr die wirksamste Bekämpfung des Mädchenhandels erwartet. Der Gedanke einer weiblichen Polizei ist viel selbstverständlicher und naheliegender, als es dem Uneingeweihten auf den ersten Blick erscheint. Denn die Frauen beabsichtigen durchaus nicht, dem Mann eines seiner allen Reservatrechte abzunehmen. Rur ein kleiner Prozentsatz von Frauen soll bei der Polizei tätig fein, und zwar nur auf dem Spezialgebiet, das die wichtigste Aufgabe der arbeitenden Frau birgt und für das sie mehr prädestiniert ist als der Mann: die soziale Arbeit, Politik und Fürsorge, hauptsächlich für Frauen und Kinder. Hier liegen auch die Erfolge der bisherigen weiblichen Polizisten. Cs gibt schon bedeutend mehr Polizistinnen, als allgemein angenommen wird. Australien hat, wie die Tschecho-Slowakei, bisher keine Frauen in der Polizei, aber in der mit ihr zusammengehenden Wohlfahrtspflege. In Oesterreich arbeiten seit 1928 fünfundzwanzig Frauen der Fürsorge mit der Polizei zusammen. Dänemark hat neun, Deutschland 121 Frauen in der Polizei. In beiden Ländern tragen sie keine Uniformen. In Deutschland sind sie zu einem Rationalverband zusammengeschlossen, dessen Vorsitzende Frau Römer-Kubin ist. Vor ein paar Wochen wurde in Berlin Fräulein Freudenthal zur ersten weiblichen Kriminalkommissarin ernannt. Frankreich, Italien und Spanien kennen noch keine Frauen» Polizei. Aber es sind entsprechende Bestrebungen im Gange. England dagegen hat hundertfünfzig Polizistinnen, die Uniform tragen, Irland zwei. Eine große Bewegung in Großbritannien fordert noch eine bedeutende Erweiterung der Frauenpolizei. In Holland arbeiten einundzwanzig Frauen in sechs Städten ohne Uniform bei der Iugendpolizei. Schweden hat bisher nur Polizeischwestern für soziale Fürsorge, Norwegen vier Polizistinnen, die Schweiz eine in Lausanne. Die Vereinigten Staaten haben 228 Polizistinnen ohne Uniform in hundertfünfundzwanzig Städten. Die für den heutigen Stand der Entwidlung sehr hohe Zahl von Polizeibeamtinnen in Deutschland trägt keine Uniform. Seit zwei Jahren aber sind außerdem in Dresden sechs Polizistinnen angestellt, die Uniform tragen, regelrechten Dienst tun wie die Männer und sich in dieser Arbeit bewährt haben. Das wirst die Frage auf: Sollen Frauen als Polizisten Uniform tragen oder nicht? Das ist durchaus nicht eine Frage der weiblichen Eitelkeit, sondern eine Kernfrage der Wirkung der Frau als Polizistin. Ich glaube, man darf sie vielleicht in den meisten Fällen mit „nein" beantworten. Cs ist schwer, eine allgemeine Regel aufzustellen. Denn die Frau soll ja nicht den männlichen Polizisten ablösen, sondern seine Arbeit helfend ergänzen. Ihre Spezialaufgabe in sozialer Fürsorge und Mädchenhandel kann sie besser erfüllen, wenn sie in privater Kleidung das sieht, was ihr in Uniform verborgen bleiben würde. Oie Frau im Parlament. Von Annie Furuhjelm (Finnland), Mitglied des finnischen Reichstags. 1907 wählte das finnische Volk — zum ersten Male in der Weltgeschichte — Frauen als Delegierte in das damals noch unter Rußlands Autonomie stehende Parlament. Es war ein ganz großer Erfolg der finnischen und der internationalen Frauenbewegung, daß damals schon neunzehn Frauen Parlamentarierinnen wurden. Die Zahl ist seither etwa der Durchschnitt der Anzahl finnischer Parlamentarierinnen, die zwischen fünfundzwanzig und vierzehn schwankt. ' Ich selber erinnere mich dieser Kinderzeit der parlamentarischen Frau mit vielem Vergnügen. Aus ganz Europa kamen damals die Journalisten und neugierigen zu den Wahlen der ersten Kandidatinnen. Man versprach sich große Sensationen von dieser kulturellen Premiere — und wurde angenehm enttäuscht. Denn die finnischen Frauen traf diese plötzliche Freiheit nicht so unerwartet wie die internationale Oeffentlichkeit. Sie hatten schon feit Jahrzehnten nach Freiheit und Recht gestrebt, die Zeit der Erfüllung traf sie nicht unvorbereitet. Sie bewährten sich über Erwarten im Parlament, so daß im nächsten Jahr weitere sieben Kandidatinnen aufgestellt wurden. — Freilich brachten die ersten Jahre Schwierigkeiten wie jeder Anfang. Z. B. wollten die Sozialdemokratinnen in den unparteilichen Fragen nicht mit den bürgerlichen Frauen zusammen arbeiten, aber im Laufe der Zeit legten sich alle diese Differenzen. Heute arbeiten wir mit den Männern zusammen, jede für ihre Partei, und — die Frauen aller Parteien zusammen in enger Arbeitsgemeinschaft für Fürsorge und die Rechte von Frau und Kind. Rur so konnte es uns gelingen, die wichtigen Gesetze: der Gleichheit im Beruf und vor dem Gesetz, die Rechte des unehelichen Kindes, der Staatsangehörig- keits- und Scheidungsgesehe durchzubringen. Und das ist es, was ich für die doppelte Pflicht der Parlamentarierin halte: ihrer Partei zu dienen wie nur irgendein Mann, unö zugleich an den überparteilichen, sozialen Gesetzen mit den Frauen zusammen zu arbeiten. In den ersten Jahren gab es selbstverständlich noch ein paar Zwischenfälle ungewollter Komik. So wollten wir Frauen 1923 in der letzten Sitzung des Parlaments dem Problem zu Leibe rüden, auf dessen Lösung wir schon lange hin- arbelfeten, und die uns erst in diesem Jahr ge- geglüdt ist: dem Ehegesetz. Wichtige Vereinbarungen waren unter den Frauen getroffen, verschiedene — darunter auch ich — hatten große Reden schon im Kopf oder in der Mappe. Die Sitzung dauerte aber, schon ohne unser Thema zu berühren, bis 1/23 Uhr morgens. Da schloß der Vorsitzende die Sitzung, strich unseren Gesetzentwurf vom Programm und — wir saßen da mit unseren Reden, und die Männer lachten. Die größte Stunde, die ich im Parlament erlebte, war die, in der der Reichsverweser 1917 im Ramen des Parlaments Finnland unabhängig von Rußland erklärte. Die Frauen hatten keinen geringen Anteil an dieser Lösung, wie ich überhaupt glaube, daß die Frauen berufen sind, in den überparteilichen Fragen der Politik mitzureden. Denn ihre Ausgabe ist nicht, die kleinen Streitpunkte zu suchen, die trennen, sondern die großen Ziele, die vereinen. keinen Wettstreit besucht haben. Kl. II Quartettverein „ Flügelrad" Gießen mit 13 Sängern und Gesangv. „Liederblüte" Burkhardsfelden mit 30 Sängern. Das Ergebnis des Wertungssingens ist folgendes: Abteilung A, Kl. I: „Eintracht" Steinberg Klaffensieg 1. Preis mit 167^ Punkte, Ehrenpr. und 1. Preis mit 74 Punkte; Klasse!!: „Germania" Watzenborn-Steinberg Klassensieg, 1. Preis mit 173V, Punkte, Ehrenpr., 1. Preis mit 79 Punkte; „Männerchor" Edenheim Klasiens. 2. Preis mit 166 Punkte, Ehrenpr., 1. Preis mit 78V2 Punkte; Qlbteilung B, Landklasse: „Germania" Wißmar Klassens., 3. Preis mit 1411/2 P-, Ehrenpr., 1. Preis mit 74 Punkte; „Eintracht" Ober-Eschbach Klassens., 1. Preis mit 150 Punkte, Ehrenpr., 1. Preis mit 77 Punkte; ,.Liederkranz" Roth Klassens., 2. Preis mit 147V» Punkte, Ehrenpr., 1. Preis mit 77 Punkte; „Eintracht" Albach Klassens., 139i _> Punkte; Abteilung C: Quartettv. „ Flügelrad" Gießen Klassens., l.Pr. mit 149 Punkte, Ehrenpr. 1. Preis mit 75'/, P.; „Liederblüte" Burkhardsfelden Klassens., 2. Pr. mit 143'/2 Punkte, Ehrenpr., 1. Preis mit IS1/« P. Die „Germania" Watzenborn-Steinberg erhielt außerdem den Dirigentenpreis. Bei prächtigem Festwetter bewegte sich am Rachmittag ein F e ft» z u g, an dem 30 Vereine teilnahmen, durch das Dorf nach dem Festplatze. Hier sprachen der Vereinspräsident Bellos, namens der Festjung- frauen Frl. Balser und als Festredner Pfarrer Bönnings. Anschließend erfreuten die Vereine in einer großen Halle durch schöne Gesangs- darbietungen. Bei frohem Festtreiben nahmen die übrigen Stunden des Tages einen stimmungsvollen Verlauf. Am Montag tourte ter Jugend unseres Dorfes eine festliche Veranstaltung geboten. In einem Festzuge marschierten die Schulkinder mit Fähnchen nach dem Festplatze, wo der Vorsitzende des Schulvorstandes und Bürgermeister Wagner die Fest- Versammlung begrüßten. Hierauf widmeten sich die Kinder unter der Leitung ihrer Lehrer allerlei frohen Spielen, die das lebhafte Interesie der Zuschauer fanden. Am Schlüsse der Veranstaltung wurden Brezeln an die Kinder Verteilt, während Bürgermeister Wagner den beiden Lehrern für ihre Mühewaltung bei diefem Feste unseres Dorfes herzlichen Dank sagte. 4= Aus dem mittleren ßumbatal, 19. Juni. In fast allen Dörfern unserer Gegend fan&en dieser Tage die ersten Heugvasver- fteigerungen statt. Die Preise bewegten sich überall auf ansehnlicher Höhe; für den Morgen gutes Gras wurden durchschnittlich 80 bis 100 Mark geboten und bezahlt. Die verhältnismäßig ansehnlichen Preise haben darin ihren Grund, daß die Wintervorräte an Heu und Grummet fast restlos verfüttert werden mußten. + Grünberg, 18. Juni. In der jüngsten Gemeinderatssitzung unter dem Vorsitz des Beigeordneten Keller waren acht Gemeinderäte anwesend. Bezüglich der Ausgestaltung des Gallusmarktes hatte die für diesen Markt bestehende Kommission neben der Verlosung auch die Abhaltung einer Prämiierung angeregt. Rach längerer Aussprache, in der die Gegner dieses Vorschlages auf die Kosten einer solchen Tierschau hinwiesen und als verkehrwerbendes Mittel eine größere Ausgestaltung des Iuxplatzes befürworteten, wurde mit sechs gegen zwei Stimmen bei einer Enthaltung die Abhaltung einer Prämiierung ab gelehnt. — Auftraggemäß hat die Firma Appel (Gießen) den beschädigten Kessel der Zentralheizung in der Volksschule auseinandergenommen, und schlägt nun vor, entweder die Reparatur des Kessels mit etwa 600 Mk. Kosten, oder Einbau eines neuen Kessels zum Preise von 1400 Mk. Der Beigeordnete soll vor der endgültigen Beschlußfassung bei der Firma anfragen, was vorteilhafter wäre. — Für das Kiefern st ammholz aus den städtischen Waldungen, etwa 330 Festmeter, hatte eine Darmstädter Holzhandlung auf dem Sub- misfionswege für 9800 Mk. den Zuschlag erhalten. Da die Firma mittlerweile in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist und auch die im Vertrag verlangte Bürgschaft bzw. Anzahlung nicht geleistet hat, beschloß der Gemeinderat, das Holz sofort wieder auszuschreiben, und behielt sich vor, für etwaigen Mindererlös Schadenersatz bei der Konkursmasse anzumelden. — Um die Erbauung der beiden De am t e n h ä u se r für Reich-» finanzbeamte zu ermöglichen, war in der vorigen Sitzung beschlossen worden, den beiden Bauunternehmern B0 d (Grünberg) und Jäger (Quedborn) den an der Ede Dismardstrahe— Diebsturm st raße gelegenen städtischen Bauplatz, 748 Quadratmeter, zum Preise von 3,54 Mk. für den Quadratmeter anzubieten. Sie erklärten sich mit dem Preise einverstanden. Der Gemeinderat beschloß mit 5 gegen 2 Stimmen, daß die Zahlung bei der gerichtlichen Auflassung in bar erfolgen solle. — Eine längere Aussprache rief die Weiterführung der Dismardstrahe hervor. Rach dem im Jahre 1921 aufgestellten und ministeriell genehmigten Debauungsplan für das Heegviertel macht diese Straße an ihrem jetzigen Endpunkte einen Winkel nach rechts. Es dreht sich nun um die Frage, ob dieser Winkel beibehalten werden soll, oder, wie von anderer Seite angeregt wurde, durch eine Keine Biegung, die oberhalb des Grundstüdes der Reuapostv- lischen Gemeinde erfolgen soll, dies vermieden werden könne. Da die Meinungen darüber geteilt sind, soll vor der endgültigen Beschlußfassung nochmals ein Bausachverständiger gehört werden. + Grünberg, 19. Juni. In der Rächt zum Mittwoch, kurz vor 3 Uhr, erscholl hier Feueralarm. In der Weberei H. Schmidt I. an der Gießener Straße war in einem kleinen Schuppen, in dem Spinnerei-Abfälle lagern, Feuer ausgebrochen. Die rasch herbeigeeilte Feuerwehr brauchte mit ihren Geräten gar nicht einzugreifen, da man schon vorher mit einigen Eimern Wasser den Brand gelöscht hatte. Die mit Oel getränkten Abfälle der Spinnerei, die hier fest aufeinander lagern, sind wahrscheinlich durch Selbstentzündung zum Brennen gekommen, und jedenfalls wäre das Feuer in dem aus Steinen erbauten Schuppen mit Betondecke in sich verkohlt, wenn nicht an der einen Seite, öle offen Ist, ein aufgeschichteter Haufen Dohlen dem Feuer Rahrung geboten hätte. Ein weiteres Umsichgreifen des Feuers war nicht zu befürchten, da die in der Rähe stehenden Lagerschuppen der Fabrik ebenfalls aus Stein bzw. Wellblech sind. Kreis Friedberg. Pb. D u h b a ch, 19. Juni. In der gestrigen Stadtratssihung wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Der Transformator des ftäöt. Griedeler Pumpwerks ist kürzlich durch Blitzschlag beschädigt worden. Um die llöas- serversorgung nicht zu gefährden, mußte, da sich gerade die Gelegenheit bot, von Mühlenbesitzer Christ (Griedel) ein Transformator für die Zeit der Reparatur gegen eine Gebühr von 50 Mk. entliehen werden. Es ist Befchafsung eines Reservetransformators erforderlich. Christ ist bereit, den entliehenen Transformator zum Preise von 600 Mk. zu verkaufen. Der Stadtrat ist mit der Beschaffung einverstanden. — Mit der Firma Rumps u. Sohn soll ein Rachtragsvertrag zu dem bestehenden Stromlieferungsvertra g von 1927 abgeschlossen werden, wonach sich die Firma verpflichtet, ihren gesamten Bedarf an elektrischer Energie auf die Dauer von 10 Jahren, vom 1. Ap>ril 1928 ab gerechnet, vom ftäöt. Elektrizitätswerk zu beziehen. Der früher von der Firma eingezogene Kostenanteil von 3000 Mk. für Kabelverlegung soll hierbei der Firma in drei Jahresraten ungerechnet werden. Der Antrag wird abgelebt, da Sozialdemokraten, Zentrum und Wirt- scbftspartei dagegen stimmen. — Das Kreisamt Friedberg verlangt erneut die Anstellung eines städtischen Polizei-Kommissars zum 1. Juli 1929. Als geeigneten Beamten für diese Stelle hat es den demnächst in den Ruhestand tretenden Gendarmeriemeister Ludwig Biebrich vorgeschlagen. Der Minister des Innern sowie das Kreisamt halten zur Vereinheitlichung der gesamten örtlichen Polizeiverhältnisse die Einstellung eines Kommissars unter der Leitung deS gesetzlichen örtlichen Polizeiverwalters, insbesondere auch zur Durchführung des Außen- und des Kriminalpolizeidienstes, für erforderlich. Der hessische Staat will der Stadt Butzbach auf ihre dringlichen Anträge hin dadurch finanziell entgegenkommen, daß er sich bereit erklärt, einen staatlichen Ruhestandsbe- amten für den Dienst bei der Stadt unter Fortzahlung deS vollen staatlichen Ruhegehalts zur Verfügung zu stellen. Als Jahresgehalt hätte die Stadt dem auf Privatdienstvertrag einzu- stellenden städtischen Polizeikommissar insgesamt 1800 Mk. und 144 Mk. (Kleidergeld), insgesamt 1944 Mk., zu leisten. Außerdem müßte der Stadt im Falle einer Dienstbeschädigung oder eines Dienstunfalles während der städtischen Dienstzeit als -Zusatzruhegehalt der Unterschied zwischen dem Gehalt als Gendarmeriemeister und demjenigen eines staatlichen Polizeikommissars gewährleistet werden. Sonstige Pensionsverpflichtungen erwachsen der Stadt nicht. Dem einzustellenden Beamten soll vertraglich zugesichert werden, dah er unbeschadet der allgemein gültigen gesetzlichen Cnt- lassungsmöglichkeiten bis zu seinem 65. Lebensjahr bzw. bis zu seiner Dienstunfähigkeit in städtischen Diensten zu vorstehenden Bedingungen verbleibt. Der Stadtrat ist damit einverstanden, dah vorbehaltlich der Genehmigung durch die staatliche Aufsichtsbehörde der Gendarmeriemeister Biebrich zu diesen Bedingungen vom 1. Juli 1929 ab als Polizeikommissar auf Privatdienstvertrag eingestellt wird. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 19. Juni. Am nächsten Freitag, 21. Juni, kann Dr. Bruchhäuser, der seit mehreren Jahrzehnten hier als praktischer Arzt tätig ist, seinen 6 0. Geburtstag begehen. Seit 1901, also ein volles Menschenalter, hier ansässig, hat Dr. Druchhäuser sich die Hochachtung und das Vertrauen der Bevölkerung seines ausgedehnten Bezirks erworben und ist mit ihr enger verwachsen, als dies sonst unter gleichen Verhältnissen zu geschehen pflegt. In weiten Kreisen ist er bekannt geworden durch seine Tätigkeit als 1. Vorsitzender des Gesamtvereins des Vogelsberger Höhen-Clubs; dieses Amt führt er seit Jahren mit unermüdlicher Hingabe, erfüllt von echter, tiefgewurzelter Liebe zum Vogelsberg, dessen Schönheiten er kennt wie kaum ein anderer, und der ihm und seiner Familie längst zur Heimat geworden ist. — Kürzlich wurde für die Zwecke des Roten Kreuzes durch den hiesigen Zweigverein eine H a u s - sammlung veranstaltet. Diese erbrachte als Ergebnis den ansehnlichen Betrag von 39,30 Mk. Keine Herabsetzung der Vergnügungssteuer in Frankfurt. Schließung der Frankfurter Kinos? WSR. F r a n k f u r t a. M., 19. Juni. Der Magistrat hat heute eine Kommission der Kino- b e s i h e r empfangen und ein« Herabsetzung der Vergnügungssteuer grundsätzlich a b g e l e h n t. Er hat eine Stundung bei Sicherheitsleistung in Einzelfällen bei buch- mähigem Rachweis der Rotlage in Aussicht gestellt. Ein« Schliehung der Frankfurter Theater wird nach Lage der Situation nicht zu vermeiden sein. Herbstmesse für Möbel und Haushalt in Frankfurt. WSR. Frankfurt a. M., 19. Juni. Der Aufsichtsrat der M e s s e g e f eil s ch a f t hat nach Fühlungnahme mit den beteiligten Ausstellergruppen beschlossen, in diesem Jahre vor der Internationalen Kochkunstausstellung eine Herb st messe für Möbel und Haushalt vom 22. bis 25. September durchzuführen. Die Möbelmesse wird wieder in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Möbelfachverband, Ortsgruppe Frankfurt a. M., veranstaltet werden. Außer den bisher auf der Möbelmesse ausgestellten Erzeugnissen werden auch alle Waren für Inneneinrichtung und Innendekoration, wie Gardinen, Gardinenzubehör, Teppiche, Möbelstoffe, Decken aller Art usw. zugelassen werden. Die Haushaltmesse wird umfassen: Stahlwaren, Hausund Küchengeräte, Glas, Porzellan und Steingut, Holzwaren, Spielwaren, Bürsten, Besen, Pinsel, Galanterie- und Korbwaren. Wirtschaft Oie Einigungsbestrebungen im land- wirtschastlichen Genossenschaftswesen. Berlin, 19. Juni. Die von den Organisatio. nen des ländlichen Genossenschaftswesens zusammengesetzte Einigungstom- mission trat heute unter dem Vorsitz des Präsidenten der Preußischen Zentralgenossen- schaftskasse erneut zusammen. Vertreten waren: der Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, der Generakverband der Deutschen Raiffeisengenossenschaften, der Verband Deutscher Bauernvereinsorganisationen, der Ge. nossenschaftsverband der Deutschen Bauernschaft, der Genossenschaftsverband des Reichslandbun- des, der landwirtschaftliche Revisionsverband des Bayrischen Bauernvereins, der Mittelrheinisch- Rassauische Genossenschaftsverband, der Verband der Oberschlesischen Genossenschaften. Der Entwurf der Satzungen des genossenschaftlichen Einheitsverbandes wurde endgültig fertiggestelit. Es wurde weiterhin Aeber- einstimmung dahin erzielt, daß die Rationalisie- rungsmaßnahmen im Mittel- und Unterbau des ländlichen Genossenschaftswesens unabhängig von dem jeweiligen Stand der Verhandlungen über die Konstituierung des Einheitsverbandes fortgesetzt werden. Die Verhandlungen über die B e - sehung der Aemter im genossenschaftlichen Einheitsverband wurden sodann unter Vorsitz des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft fortgeführt. Seitens des Reichsmini- slers für Ernährung und Landwirtschaft wurde ein Vermittlungsvorschlag den Genossenschaftsorganisationen dahin unterbreitet, daß der Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften als stimmberechtigten Ehrenpräsidenten des Einheitsverbandes den Geheimen Landesökonomierat Hohenegg, München, stellt, zum geschäftsführenden Präsidenten Reichsminister a. D. Dr. Hermes bestimmt wird, während Regierungspräsident z. D. v. B r a u n , Berlin (Raiffeisen) und ein weiterer vom Reichsverband der Deutschen landwirtschaftlichen Genosscn- schaften zu bestimmender Herr stellvertretende Präsidenten werden. Zu Generalanwälten werden Regierungsrat G e n n e s (Reichsverband) und Direktor August Schmidt (Raiffeisen) vorgeschlagen. Der Reichsverband der Deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften und der Genossenschaftsverband des Reichslandbundes behielten sich ihre endgültige Erklärung bis zur erneuten Stellungnahme ihrer Verwaltungsorgane vor. Die übrigen Organisationen stimmten dem Vermittlungsvorschlag zu. Belebung des Auiomobilgeschästes. Die Umsätze auf dem Automarkt sind im Mai und Juni saisonmähig erheblich ge - st i e g e n. Hemmend wirkte sich bis zum Anfang Juni noch die durch die Reparationsverhandlungen in die Wirtschaftslage getragene Unsicherheit aus, sowie die Kreditrestriktion der Reichsbank, welche die Absahfinanzierung erschwerte. Rach- dem aber nun die Pariser Verhandlungen abgeschlossen sind und allmählich wieder ausländisches Kapital in die Wirtschaft strömt, ist eine weitere Belebung des Geschäftes eingetreten, die jedoch nicht den erwarteten starken Umfang angenommen hat. Die Umsahsteigerung reichte bisher nicht aus. um der ungewöhnlich langen und starken Geschäftsstockung vom Rovember v. I. bis Anfang April einen Ausgleich zu bieten. Infolgedessen hat sich die Spanne zwischen der Leistungsfähigkeit der Werke und dem Absatz vergrößert, zumal die Rationalisierung die Produktionskapazität zwangsläufig erhöht und die Automobilindustrie gegenwärtig noch einer ständigen, über das natürliche Wachstum der Wirtschaft hinausgehenden Ausweitung ihrer Absatzmöglichkeiten bedarf. Rachdem aber bereits, im Gegensatz zu den Vorjahren, der Juni und Juli 1928 einen Höhepunkt für Publikumsverkäuse brachte, darf nach der Entwicklung der gesamten Wirtschaftslage wahrscheinlich mit steigenden Umsätzen bis in den August gerechnet werden. In den mittleren und kleinen Wagenklassen ist die Absahentwicklung verhältnismäßig besser als bei schweren Typen. Die Einfuhr von fertigen Wagen ist von 14,7 Millionen Mark im April und Mai 1928 auf 7,6 Millionen Mark im April und Mai 1929, d. h. auf etwa die Hälfte zurückgegangen. Dagegen ist die Einfuhr von Explosionsmotoren von 25 394 Stück in den ersten vier Monaten 1928 auf 37 997 Stück im gleichen Zeitraum 1929 gestiegen, was auf eine erhöhte Tätigkeit der Montagewerkstätten schließen läßt. Der Rückgang der Einfuhr fertiger Wagen wird dadurch reichlich ausgewogen. Die Preise sind im allgemeinen stabil geblieben, und mit einer Ermäßigung ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. • Die Preußische Z e n t r a l-B o d e n- kredit-Aktiengesellschaft hatte im März den Inhabern ihrer 3V2. und 4prozentigen Kommunal-Obligationen ein Abfindungsangebot gemacht, das jetzt, nach Ablauf der Widerspruchsfrist, als von allen Gläubigern angenommen gilt. Demgemäß fordert die Gesellschaft zur Einreichung der alten Obligationen auf, um dagegen die darauf in Höhe von 10 Prozent des 'Rennwerts entfallenden neuen ^/«prozentigen Liquidationskommunalschuldverschreibungen in Empfang zu nehmen, die vom 1. Januar 1928 ab verzinslich und mit 104 Prozent rückzahlbar sind. Die Jahreszinsen für 1928 werden sofort bei Aushändigung der Stücke bezahlt. Die Liqu.-Schuld- verschreibungen sind mit mindestens 1,6 Prozent des Gesamtbetrages und Zinszuwachs in längstens 30 Jahren auszulosen. Die ersten 3 planmäßigen Ziehungen für die Jahre 1928, 1929 und 1930 werden zu einer gemeinsamen Ziehung zu- ammengesaßt, die bereits im Rovember d. I. tattfindet. Zuzüglich eines besonderen Betrages kommen an diesem Termin 2 420 360, Mk. zur Auslosung, was zirka 15 Prozent des Gesamt- umlauss ausmacht. Die näheren Einzelheiten über den Umtausch sind aus der heute veröffentlichten Anzeige zu ersehen. * Adlerwerke vorm. Heinr. Kleher A.-G., Frankfurt a. M. Die Automobilwerke Franz QI.-®., Zürich, hat die Qkrtretung der Fiatwerke in Turin niedergelegt und die Generalvertretung der Adlerwerke übernommen. Cs soll für die gesamte Schweiz eine größere Verkaussorganisation eingerichtet werden. * Der Erzbergbau im Mai. Heber die Entwicklung des Erzbergbaues im Monat Mai wird berichtet: Bei den Siegerländer Gruben bewegten sich Förderung und Absatz auf der Höhe des Vormonats, auch sind Preisänderungen nicht vorgenommen worden. Im Lahn-Dillgcbiet ein* chließlich Oberhessen sind wesentliche Aenderun- gen gegen den Vormonat nicht eingetreten. Ausreichender Absatz ist teilweise auf Grund laufender Verkaussabschlüsse gesichert gewesen. Förderung und Abruf hielten sich die Waage, so daß die auf Halde liegenden Erze noch nicht ab» gesetzt werden konnten. * Erhöhung des Produk t i onskon- tingents der Rohstahlgemeinschaft. In einer Sitzung des Vcrwaltungsausschusses der Internationalen Rohstahlgemeinschaft in Paris wurde das Fabrikationsprogramm für das dritte Quartal 1929 um 1 Mill, auf 32 295 770 t pro Jahr erhöht. Die Frage der Verlängerung der Internationalen Rohstahlgemeinschaft wurde besprochen mit dem Ergebnis, daß alle Gruppen hiermit grundsätzlich einverstanden sind. Eine Beschlußfassung über die Reuregelung soll in der Septembersihung in Wien stattfinden. * Allianz und Stuttgarter Verein Versichern ngs-A. -G., Berlin. Die Generalversammlung setzte die Dividende auf wieder 12 Prozent fest und beschloß äleberweisung von wieder 600 000 Mk. auf das Konto „Forderungen an Aktionäre", so daß die Aktien nun» m6hr mit 28 Prozent (i. V. 27 Proz.) eingezahlt sind. Heber das Geschäftsjahr 1929 wurde mitgeteilt, daß das Geschäft, versicherungstechnisch gesehen, bisher nicht günstig verlaufen sei. Die Klagen bezüglich der Automobilversicherung und des Haftpflichtgeschäftes beständen nach wie vor fort. Es sei ein weiteres Anwachsen der Schäden festzustellen, das sich ungefähr im Rahmen des Vorjahres halte. Auch die Feuerversicherung sei ähnlich wie bei den anderen 'Versicherungsgesellschaften schlechter verlaufen. Hier habe das weniger befriedigende Ergebnis auch in den letzten beiden Monaten angehalten. Frankfurter Börse. F r a n I f u r t, 20. Juni. (Eigener Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Tendenz: zurückhaltend. — Bis zu den ersten Kursen war die Stimmung an der Börse lustlos, da anregende Momente nicht Vorlagen. Die Spekulation bekundete daher Abgabeneigung, und es traten gegenüber der gestrigen Olbendbörse meist Abbröckelungen bis zu 2 Prozent ein. Auch die abgeschwächte gestrige Abendbörse drückte auf die Stimmung, und die Tendenz neigte zu Beginn des Marktes zur Schwäche. Das Angebot nahm aber kein größeres Ausmaß an, und das herauskommende Material fand ohne Schwierigkeiten Aufnahme, doch waren Verluste nicht zu vermeiden. Farben und Siemens waren stärker angeboten und eröffneten bis zu 0,5 Prozent niedriger. Bei ersteren wurden Tauschoperationen vorgenommen. Das Geschäft war nicht nennenswert groß. A.E.G. lagen gut behauptet. Gesfücel, Rheag und Schuckert dagegen bis 1,5 Prozent schwächer. Am Montanmarkt waren heute die Umsätze wieder nur minimal. Erste Kurse kamen hier kaum zustande, doch betrugen die Rückgänge, da hier kein Angebot vorlag, nur bis zu 0,5 Proz. Am Kali- marft büßten Westeregeln 2,5 Proz. ein. Zellstoff- werte gut gehalten. An Glänzstosf waren heute wieder vermehrte QTbgaben sestzustellen: dieses Papier verlor 4,5 Proz. Am Dankenmarkt war die Umsah- tätigkeit etwas reger, doch waren zumeist kleine Abschläge zu verzeichnen. Rach den ersten Kursen trat ein Tendenzumschwung ein. Vom AEG.°Markt ausgehend, wurde die Stimmung freundlicher, doch wurden die anfänglichen Qkr» lüfte nicht immer aufgeholt. Rur AEG. und Farben, ttc gegen andere Werte getauscht wurden, waren lebhaft gehandelt und bis 2 Prozent ester. Farben waren auf Tauschoperationen mit der J.-G.-Chemie-Basel immer noch angeboten, die sich aber bald beträchtlich einschränkten: auch : >ier waren geringfügige Besserungen zu verzeichnen. Der Abschluß eines Ausl an d - redits, der erst später bekannt wurde, machte einen vorteilhaften Eindruck, konnte sich aber noch nicht voll auswirken. Renten still. Deutsche Anleihen leicht gedrückt. Q5on Ausländem Anatolier leicht gebessert. Im Qkrlaufe drückte der Ordermangel wieder stärker auf die Geschäfts- entwicklung, die Stimmung war jedoch nicht un- reundlich. AEG. gaben von ihrem Gewinn wieder etwas her, lagen aber immer noch bis 1,5 Prozent über Anfang. Auch die meisten übrigen Werte lagen etwas höher. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Prozent etwas angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1929, gegen Pfund 20,329, London-Kabel 4,8490, gegen Paris 123,97, gegen Madrid 34,40, gegen Hockcmd 12,0725. Berliner Börse. Berlin, 20. Juni. Rach einem freundlichen Dormittagsverkehr eröffnete der offizielle Dör- fenbeginn enttäuschend. Das Geschäft war unverändert klein: da verschiedentlich Ware von der Dankkundschaft herauskam, schritt auch die Spekulation zu Entlastungsverkäufen, die trotz ihres geringen Umfanges doch Kursabschwächungen von 1 bis 2, vereinzelt bis 3 Prozent zur Folge hatten. Anregende Momente lagen nur wenig vor. Man sprach über den Wirtschaftsbericht der Diskonto-Gesellschaft, über die Kapitalerhöhung der holländischen Dreda, über die Steigerung des Kaliumsahes und über die Desprechungen in Paris. Es befriedigte, daß die diplomatische Konferenz bereits Ende Juli stattfinden wird. Erwähnenswert war noch die Mitteilung, daß die Leistungen des deutschen Dergbaues im Mai zwar gegen den Vormonat geringer, gegen das Vorjahr aber höher waren. Am Geldmarkt konnte man heute eine Erleichterung feststellen. Tagesgeld war mit 6,25 bis 6,75 Prozent erhältlich. Monatsgeld stellte sich auf 9,5 bis 10,5 Prozent: Warenwechsel bei 8,5 bis 8,75 Prozent ohne Umsatz. Farben waren stärker gedrückt im Zusammenhang mit den Tauschoperationen mit dem Dezug der J.-G.-Chemie-Basel. Stärker gedrückt waren Salzdetfurth, Polyphon, Motoren Deutz, Elektrische Liegnih und Glanzstoff, die 3 bis 6 Prozent verloren. Maschinenfabrik Augsburg-Rürn» berg konnten gegen Anfang weiter anziehen. Deutsche Linoleum, die heute exklusive Bezugsrecht notiert wurden, und Sarotti lagen 2 Prozent fester. Rachrichten über neue Kauforders in der Spritaktie konnten an diesem Markte keine Belebung Hervorrufen. Deutsche Anleihen unverändert. Von Ausländern Anatolier fester. Am Pfandbriefmarkt herrschte Geschäftslosigkeit, die Kursgestaltung war nicht einheitlich. Rach den ersten Kursen wurde es vorübergehend etwas leichter. Dann regten Käufe am Elektromarkt etwas an, so dah die ersten Kurse meist wieder erreicht wurden. Vom AEG.-Markt ausgehend wurde die Tendenz etwas freundlicher, und verschiedene Werte konnten 1 bis 2 Prozent anziehen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. QU., 20. Juni. Am Produkten- markt war feine nennenswert« Geschäftsbelebung zu verzeichnen, obwohl die Auslandnotierungen bedeutend erhöht sind. Die Grundstimmung war jedoch etwas freundlicher und fester, die Preise wurden jedoch hiervon kaum berührt. In erster Linie war die ziemliche Geschäftsstille auf den geringen Umfang des Umsatzes zurückzuführen. Die Provinz kam mit höheren Forderungen an den Markt, die aber kaum bewilligt wurden. Die Tendenz war fester. Preisveränderungen traten nicht ein. Es wurden notiert: IDeizen 23,50; Roggen 21,75 bis 22; Sommergerste für Drauzwecke 23; Hafer, inl., 22; Mais (gelb) für Futterzwecke 20; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 32 bis 32,50; Roggenmehl 28,25 bis 29; IDeizenkleie 10,25 bis 10,50; Roggenkleie 11,50. Tendenz: fester. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 20.Juni. Auftrieb: 195 Rinder, 973 Kälber, 43 Schafe, 793 Schweine Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 79 bis 82 Mk.; mittlere Mast» und Saugkälber 71 bis 78; geringe Kälber 60 bis 70. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 81; von etwa 160 bis 240 Pfund 80 bis 82; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 77 bis 80 Mark. — Marktverkauf: Schweine ruhig, nahezu geräumt. Kälber mäßig-rege, ausverkauft. 20 6. 19.6. Datum 102 103 465 469,5 188 20. Juni 19. Juni 61 2,6 52 23,4 B 50 r 17,25 123,5 123,25 120,9 130,5 129,5 223 128,75 186,5 Banknoten 327,25 329,13 328 330 den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. Die 112 138 50,5 69 223 144,5 172 157 163 f- l 6 10 O 5 . 6 . 0 , 6 11 . 0 316 253,5 465 355 . 8 . 8 10 . 8 10 10 12 11 12 10 10 10 252,5 188 151,25 111,9 129,25 131,5 224,5 186,75 277,5 173,5 157 .163 111,25 129,25 131,5 224 187,4 276,25 172,25 157 163 110,6 128,75 131 76 106,5 106,13 123 225 187 277,75 172,5 157,25 163 10 . 8 10 15 12 18 14 12 18 112,75 214,5 61 50,5 52,5 Buen-Atre« Brss.-Antw Christian ia. Kopenbagrn Stockholm ■ Helsingfors. 23,3 20,4 22,4 1,95 8,13 50,25 68,5 101,25 318,25 255,25 471 356 254,5 187,5 112,75 214 60,75 50,5 52 209 28,5 92 279,25 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 99,9 29,85 2,5 1,9 23,45 20,4 92,4 278,75 8 8,9 1,9 8,2 8 8,2 eOLp. Deutsche (Etlenbabn . Hamdutg-Amertka Bafel . Camb.-5üt>am. Dampsjch. Hansa Dampfschiff .... Norddeutscher Lloyd . . . Llllg. Deutsche Ereditanst. . Barmer Bankverein . . . Berliner Handelsgesellsch. . Commerz- und Prioat-Ban! Darmst. u. Nationalban! Deutsche Bank . . . . Diskonto-Gesellschaft tat Dresdner Bank . - Mitteldeutsche Sreditbau! Metallbau!» »etchsban! .... . 8 . 8 10 . 8 . 8 10 . 8 . 8 Belgrad - • Budapest. - Bulgarien Lissabon . - Danzig... . fionft urttn. Athen. . . Canada . . UrnquaO . . Cairo ■ ■ • Neuyork . - PariL. . . . Schwei; «. Spanien . - Japan . . . Rio de Jan. Wien in D-- Lest- abgest 4% Schweiz. Bunderb^Aat.. . ■ 4% Ceflencidjiidje Goldrte.. . 4,20% Ceften. Silberne..... 4% Oesterreich, eintjeitl. Rte. . - 4% Ungarische Goldrte...... 4% Ungarische Staats!. v. 1910 . 4Yi% befrgl. von 1918..... 4% Ungarische Kronenrte 4% türt. Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Dnl., Serie l 4% desgi. Serie 11 4% Rumänen convert. Rte. . . - 4%% Rumänen Goldanl. von 1913 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. - Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Bhuwv Hoizmann .... Heidelberger Cement . . . Gement fladflabt .... Waytz ft Freitag..... Schultheis Dcchenhoser . . Cfliurrte........ Bet. Gianzstosf Lemberg........ Reimeff Waldhof .... Zclllross Aschaffenburg . . Charlottenburger Wasser . Dessauer Öae...... Daimler Motoren .... Deutsche Maschinen-Fabrst Lldlerwerke Stever .... Ludw. Locwe Rat. Automobil Ctenftein & Koppel . . . Leonhard Tietz Bamag-Meguin Fianlj. Maschinen . . . . Gritzuer Heyligenstaedt . . . . . ZunghanS Lechwerke • Mainkraftwerke Miag Nelari ulmer Peters Union...... Gebt. Roeder Voigt ft Haeffner . . . . Südd. Zucker...... Berlin H Schluß-lAnfang- Kurs | Kurs Frankfurt a M. Schlus- l-Ufir Kure l Kurs 19.6. | 20.6. 9 8 12 Berlin, 19- Juni Geld Brief Französische 'Jlotui..... Holländische Noten...... 16,36 16772 167,86 168,54 Ftalicnrsche Noten ...... 21,89 21,97 Norwegische Noten...... 111,38 111,82 Deutsch-Oestrrr., i 100 Kronen 58,78 59,02 Rumänische Noten...... 2,48 2,50 Schwedische Noten...... 112,05 112,49 Schweizer Noten....... 80,84 80,76 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 58,88 59,12 12,36 12,42 Ungarische Noten....... 72,80 73,10 ,Frankfurt a 4)1. Berlin Sckilub-I Kurs 1 Uhi- flute Schluß-sAnsang flute | Kprs Datum 19-6. | 20-6. 19.6. | 20.6. A.E.G.. ..... Bergmann . ..•••• Elekrr. Lieferungen . . . • • Licht und Kraft ..... gelten ft Guilleaume.... Ges. f. Eiektr. Untern.. . . . Hamb. Elekrr. Werke . . . . Rhein. Eleltr. . ...... Schles. Eiektr........ Siemens 4 Halske ..... Transradio . ....... Lahmeher ft To....... Buderus....... . Deutsche Erdbl ...... Essener Steinkohle ..... Gelsenkirchener ... L 7* Harvener......... Hocsch Eisen. ...... 3üc Bergbau ....... Klücknerwerke ....... Köln-Reuessen....... Mannesmann..... • Mansselder........ Qberschlel. Eisenb. Bedarf. . Oberschlei. Kokswerie . . Phänir Setflbau...... Rheinische Braunkohlen . . - Rheinstahl . . f.Jahr Riebeck Montan...... Vereinigte Sicchlw..... Otavi Minen . ...... Kali Aschersleben..... Kaki Westeregeln...... Kaliwerk Salzdetfurth . . • Z. garben-Jnduftrie . . . Sckieideanstalt....... Rlltgerswerke....... Metallgelellschaft. . . . . 9 10 10 . 6 10 10 . 9 10 . 8 12 . 8 10 . 6 . r. . 8 3.4 . 6 . 8 . 8 ' 8 ’. 6 . C 5’/i 10 471 7,2 . k 2 sh 10 10 Id 12 . b . 9 . 6 . 6 11 194,25 220 134.5 225 402,5 170 136,5 220 104,5 117,5 137,5 93,5 294 127,5 99 245,5 256,5 162 75,5 89,25 128,5 194,25 222,5 223,25 162 244 400 115,9 93,25 127 98,25 76,5 252,25 254,5 74 89,13 ! — 194,13 223 159,75 219,13 134,5 225,5 142 163 196 244,25 402 145 169,25 116,25 125,5 136,5 144,5 127,25 104,9 124,5 117,13 138,25 86,5 112 93,75 294,25 127 150 99 71,13 246,25 254,4 414,5 257 75,5 89,25 130 194,5 223 218 135 224 194,5 244,13 399,5 145 116 136 143,4 104,25 117,9 138,25 111,75 93,25 293,75 126,6 98,75 71,5 410,25 255,25 75 89,13 Sanljurt a.M. Berlin Schluß Kurs t-Uht- flute Sihtuh- flute Anfang flute Datum 19-6- 20-6. 19 6. 20 6. 87, L — 87T 50,9 10,7 Deegl. ohne Auslof.-Rechte . . • 10,75 10,7 7% Franks. Hyp.-Bk. Goldpf. un- kündbar bis 1932. • • • - 86 — — — uuKomn Kol Ljv i\M : ■ V ist das beste W.T.. litte' ü . p, keinen Er sat) gibt. p"t Je Ja- J den ' n d