Nr. 92 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesfen) Samstag,: 0 April (929 Burendank. Eine verlorene Schlacht des Deutschtums in Südweft. Bon Or. Paul Rohrbach. 9n S ti d w e st a f r i k a stehen Neuwahlen zum ßanbcsrat, der die parlamentarische Ver- tretung der Einwohnerschaft des Mandatgebiets bildet, bevor. Um Klarheit über die Absichten der Mandatsregierung wegen der zukünftigen Behandlung der deutschen Wünsche zu erhalten, wurde eine Abordnung nach Kapstadt an den Premierminister General He r ft o g geschickt. Sie sollte dem General folgende Wünsche vortragen 1. Abkürzung der Frist, in der deutsche Einwandererin Südwestafrika dasWahlrccht durch Naturalisation erlangen können; 2. Anerkennung der deutschen Sprache als dritte Amtssprache; 3. bctr. Schulen: I. Schaffung rein deutscher Staatsschulcn mit dem Recht aus Anstellung im Staatsdienst auf Grund der dort bestandenen Prüfungen; II. eventuell a) Anerkennung des Abschlufeexarnens deutscher P r i v a t s ch u l e n ; b) Erhöhung der jetzigen Beihilfe pro Kind und Jahr in den Privatschulen; 111. Unterstützung der deutschen Fortbildungsschule n in Südwcst seitens der Regierung. Die Verhandlung liefe sich zuerst günstig an — bis eine Gegenabordnung, die der Administrator von Südwestafrika, Herr W e r t b, von Windhuk aus den Deutschen nachgeschickt hatte, in Kapstadt eintraf. Der Administrator ist, wie er bei früheren Gelegenheiten selbst betont hat, d e u t s ch er Ab- st a m m ung , gehört aber ganz zu r A f r i k a n e r - Partei, d. h. er ist Vertreter des jetzigen „buri- schen" Regiments in Südafrika. Er war vor einigen Monaten in Deutschland und ist hier auch vom R e i ch s k a n z l e r H e r m a n n M ü l l e r empfangen worden. Als er nach Windhuk zurückkam, erzählte er den dortigen Deutschen, der Reichskanzler habe zu ihm gesagt, Deutschlandbrauchegar keine Ko l o n i e n — eine Aeufeerung, der Herr Werth die wohlwollende Zensur hinzufügte: „Der Reichskanzler ist ein sehr verständiger Mann!" Am 5. März trug die deutsche Abordnung in Kapstadt dem General Hertzog die deutschen Wünsche vor und begründete sie eingehend. Namentlich machte, sie geltend^ die deutsche Bevölkerung von Südwestafrika hätte seinerzeit dem Berliner Abkommen, wonach die Deutschen in unseren! alten Schutzgebiet d i e „automatische" Naturalisation als britische Untertanen annahmen, mit aus dem Grunde zugestimmt, weil Einwanderer das Stinunrecht schon nach zweijährigem Aufenthalt im Lande erhalten sollten. Diese Frist wurde i 'äter durch einseitige Verfügung der Unionsregierung von Südafrika au f stinf Iahre erhöht, was natürlich eine starke Benachteiligung des Deutschtums enthielt. Die eigentlichen Gegner des Deutschtums in Siid- mestafrika sind viel weniger die Engländer als die Buren. Das Burentum, die Afrikanerpartei, geht planmäßig darauf aus, das Deutschtum zu überwältigen und das Land burisch zu machen. Sie svricht e:> offen aus, im Landesrat in Windhuk wie in ihrer Presse, daß die Deutschen überhaupt nur geduldet seien und dafe sic irgendwelche Rechte nicht zu beanspruchen hätten. Um die Afri- kanisierung von Südwestafrika zu beschleunigen, wird jetzt die Ansiedlung einiger Hundert verkommener Burenfamilien aus der portugiesischen Kolonie Angola, im Norden von Südwestafrika, mit grofecn Mitteln betrieben. Diese Buren waren bisher rechtlich portugiesische Staatsangehörige; ihnen aber wird, entgegen der Verordnung über die fünfjährige Einbürgerungssrist, das Bürger- und Stimmrecht von der Mandatsoerwaltung schon nach einem Jahr erteilt! Zwei Tage nach der deutschen Abordnung empfing General Hertzog die Deputation der Gegenpartei, die der Administrator hatte kommen lassen; zu ihr gehörte auch der schärfste Feind der Deutschen, der Parteisekretär der "Afrikaner, Herr Tal- jaard aus Windhuk. Am' 8. März wurde den Deut- schen mitgeteilt, dafe ihre Wünsche abge- Erzählen Sie von der dergner! Am nächsten Mai tag wird man im Lichtspielhaus den Film „Fräulein Else" zu sehen bekommen, welcher nach der gleichnamigen Novelle von Artur Schnitzler gedreht wurde. Wir mochten schon heute darauf Hinweisen, weil man hier Gelegenheit haben wird, einige der berühmtesten deutschen Schauspieler miteinander agieren zu sehen: B a s s e r m a n n , den verstorbenen Stein- r ü cf — in seiner letzten Filmrolle — und die B e r g n c r. Von ihr erzählt im folgenden der bekannte Berliner Kritiker Artur E l o c s - [er; die kleine Plauderei ist dem bei Williams & Eo. in Eharlottenburg erschienenen schonen Bergner-Buch entnommen, das der Verfasser selbst als eine Liebeserklärung bezeichnet hat. Ja, was soll ich von icr Bcrgner erzählen? Wie. sie aussieht, wißt ihr ja, von den Bildern und aus einigen Filmen. Die Bcrgner ist nämlich auch eine auscrwählte Filmschauspielerin. Das wird sich bald herumgesprochen haben. Erinnert ihr euch an die unglückliche kleine Nju, wie sie, .Gott sei Dank, noch recht unfertig zwischen zwei höchst fertigen Filmmännern, zuerst erschien? Zwilchen zwei Kon- nerschaften und Sicherheiten war sie das Erlebnis, ein Seelchen, ein Flämmchen, aufflackernd und verlöschend wie von dem ersten starken Windstoß. Sie ist ein Wundern, ein Bitten, ein Flehen. xM)r Auge sieht euch sicher noch an. Ihr ganzes Figürchen i|t Auge, ist Blick geworden, von den Fußspitzen an. Ober der Geiger von Florenz. Ein ziemlich unbedenkliches Melodram. Aber wenn sic geigt, ist sie die Musik, und wenn sie tanzt, ist sie der 2mnz selbst. Das ist die Krast der Konzentration, der Ausfüllung des Augenblicks, höchste Spannung in höchster Knappheit. Immer ganz Gedicht, ein Bild, mal der Verzweiflung, mal der Hoffnung, mal der Liebe, oder vielmehr der Genius von dem allen, weil fie immer auf Flügeln fährt. Zum Teufel, wir sind gerührt, aber Gott sei Dam, wir sind nicht zu sehr gerührt, weil sie uns nicht belastet, weil sie das Matz hat, das die Keuschheit der Kiinst ist. Sie reitet als Junge auf einem Esel nach I . licn hinein, das ist so dumm und so banal, wie es der Film sein darf. Aber wie vcrwssen, wie verängstigt, wie sittsam auch, trotz angemagter Jungenhaftigkeit, hängen ihre Berne lehnt seien. An der 5jährigen Frjst müsse festgeholten werden; der „überwiegende Teil" der südwestafrikanischen Bevölkerung |ci gegen d i e Anerkennung des Deutschen als Amtssprache, die Schulfrage endlich fei eine interne Angelegenheit des Mandatsgebietes von Südwestafrika und müsse durch Verhandlungen mit dem Administrator geregelt werden. Der Sache nach bedeutet auch diese Antwort auf den dritten Punkt eine Ablehnung. Vom Rechtsstandpunkt aus muß zu der Entschei- dung des Generals Hertzog bemerkt werden, dafe es unzulässig ist, Bestimmungen für die britischen Dominien auf Südwestafnka anzuwcnden, das kein Bestandteil der Union von Südafrika, also eines Do- miniums, ist, sondern Mandatsgebiet. Bei den Mandatsgebieten handelt es sich um die Ausübung einer „Vormundschaft", die nicht nach parteipolitischen Rücksichten der Mandatsverwaltuna geführt werden darf. General Hertzog hat früher, als er noch nicht Premierminister der südafrikanischen Union war, starke P r o 1 c st e gegen die Vergewaltigung beut- chen Besitzes, gegen die Unterdrtickuna deutscher Art und Sprache, überhaupt gegen den Angrisf auf Südwestafrika, den er als „unberechtigt" erklärte, geführt. Von diesem seinem früheren Standpunkt ist nichts übriggeblieben. Es ist kaum noch ein Unterschied zwischen seinem Verhalten und dem der deutschfeindlichen, in Windhuk erscheinenden Zeitung „Suidwes Afrikaner", die zwar vorgibt, einer besseren Verständigung zwischen Deutschtum und Afrikanertum das Wort zu reden, in Wirklichkeit ober von den Deutschen eine bedingungslose Preisgabe ihres Standpunkts verlangt. Zu der Abfertigung der deutschen Forderungen durch den General Hertzog und den Administrator Werth kommen noch die neuen Einwande- rungsvorschristen für Südwestafrika, die fo- oben im „Windhuker Amtsblatt" veröffentlicht ivor den find. Die seither zugestandene Einwanderung von Deutschen auf Grund von Anstellungsvcrträgen mit einer südweftasrikanischen Firma ist fortan nur noch erlaubt, wenn gleichzeitig mit diesen Verträgen auch eine Haftsumme von 40 Pfund Sterling für Erwachsene uni) 25 Pfund für Kinder bar bei der Einwanderungsbehörde deponiert wird. Zwei Jahre lang muß das Geld bei dieser liegen bleiben. Auch die Ausführungsbestimmungen sind in den Einzelheiten darauf berechnet, Deutschen das Kommen zu verleiden oder zu erschweren. Umgekehrt sind die Angolaburen auf S t a a t s k o st e n ins Land gebracht und mit weitgehender Staats- untersttitzung angesiedelt worden. Stimmvieh- Import nennen es die Deutschen. Sic haben recht damit, und sie haben auch damit Recht, dafe es die Absicht der Burenverwaltung ist, das Deutschtum au unterdrücken und aus Südwestafrika ein- reines Burenland zu machen. Die Deutschen drüben sind aber nicht entmutigt. Sie haben eine Schlacht verloren, fic kämpfen weiter für ihr Recht. Jahrestemperatur, d. h. 20 Grad weniger als das Land der alten Sumerer! Den Gedanken nun, daß wir mit dieser Entwicklung noch keineswegs nm Ende angelangt find, sondern daß die Menschheit ihre Kultur noch sehr viel weiter als heute noch den Polen zu verfchie ben kann und verschieben wird, behandelt in einem sehr fesselnden Buche der bekannte kanadische Polarforscher Bilhjalmur Steffansson unter dem Titel „"Neuland im Norden. Die Bedeutung der Arktis fiir Siedlung, Verkehr und Wirtschaft der Zukunft". Slesfanfson ist berühmt geworden durch eine über mehr als zivei Jahr,zehnte fortgefetztc kühne und zähe arktische Forschertätigkcit in den hochnordischen Gegenden nördlich von der Festlands käste Nordamerikas und an den Westrändern des arktischen Archipels. Etwas Besonderes an diesen Expeditionen, woraus er selbst einen Hauptwert ge legt hak, war dies, daß er diese Reisen mit denkbar geringster Ausrüstung unternahm, um damit zu zeigen, daß man auch im höchsten Norden „vom Lande leben" könnte; daß die arktischen Regionen keineswegs eine für ben Menschen so unbrauchbare Wüste seien, wie man fie sich bis heute noch allgemein vorftellt. Sein neues Buch ist die Gesamtfrucht seiner bisherigen Reiseerfahrungen in diesem Sinne. Mit einer jugendlich glänzenden Energie und mit bestechend logischer Beweisführung verficht er die (Eroberung und Erschließung des hohen Nordens für die menschliche Siedlung und Wirtschaft. Die Eroberung des Nordens Die arktische Wett in der Wirtschaft der Zukunft. Kultur und Klima. Von Dr. Georg Wegener, Professor der Geographie an der Handels-Hochschule Berlin. nn, Die deutsche Bücherproduktion im Jahre 1928. es war wie erloschen, von der Gefangenschaft zertreten. Unb dann hat sie gefragt: wie teuer die Lerchen feien? 120 Mark. — Unb feit Diefent- Tage ist die grofee Sparsamkeit über sie gekommen. Unb nun kommt eine Sonnenwoche, schüchterne, keusche Sonne. Ein Sausen unb Wehen liegt in der Lust, als ob der Frühling schon atmet. Cs ist acht Uhr in der Frühe. Um neun Uhr beginnt ihr Unterricht. Der Laden wird eben aufgemacht. Sie hat die 120 Mark zusammen. Reicht fie hin wie etwas Selbstverständliches. Als ob sie bas Gelb so im Hanbumbrehen verbient habe, als ob sie die Tochter begüterter Eltern sei. Sie gibt das Geld hin wie ein Nichts. Unb nimmt die vier Käsige mit ben zwölf Lerchen entgegen. Läuft hinaus, auf bie Wiese, die schon einen schüchtern grünen Schimmer hat, öffnet bie Käsige unb bie Lerchen fahren hinaus. — Erlöst. Stoßen hoch, ins Himmelsblau. Zwölf Lerchen ziehen sich am glihemben Faden ihres Liedes in ben Himmel. — Ihr Glück ist ohne Grenzen. — Das Glück der Freiheit! Unb unter ihnen steht die junge Lehrerin unb starrt, mit freubegeröteten Wangen, nach oben, wie in ein unbegreifliches Wunder. — Lange hält fie bie Hände gefaltet, reifet sich ben Hut vom Kopfe, winkt nach oben, wo im Blauen, wie singende Punkte, die Lerchen schweben. Die Lehrerin wird vom Gesang her zwölf Lerchen wie gehoben. Die Lerchen fingen ihr ein Lieb. Unb der Wind bewegt das Mädchenhaar wie eine jubelnde Flamme. Unb nun biegt sie, halb tänzelnb, vor sich hinsummend, auf den Weg ein, der sie nach ihrer Schule bringt. Zwölf Lerchen haben die kleine Lehrerin in ihr Lieb ausgenommen. — Unb fingen dieses Lied zwischen Himmel unb Erde. Unb die Welt wirb bei diesem Gesang schöner und seliger. Sie spartI So etwas habe ich nun doch nicht gedacht. Sie schränkt sich ein. Geht nicht mehr in der Woche zweimal in das Kino. Saust im ganzen Monat nur einmal. Stopft sogar ihre seidenen Strümpfe. Das hat fie früher nicht getan. Hatten die Strümpfe Löcher, wurden fie fortgeworfen unb neue gekauft. — — Sie spart. Aber wozu? Sie ist ja eine blutjunge Lehrerin, hat ihr Auskommen. Ja. es ist keine Kleinigkeit, wenn ein erbenfrohes Fräulein plötzlich die -Lur vor der Rase zuhaut unb gleichsam sagt: es war sehr schön damals, aber jetzt, ist Schluß! Alles hat schließlich seinen Grund. Da geht ihr Schulweg an einem Geschäft vorüber, wo es lebende Tiere gibt: Eichhörnchen, Frosche, Schlangen. Q3ogcl unb weiße Mäuse. Alles lustig und poussierlich anzusehen. Aber da sind vier Käfige. Und in jedem Käfig sind drei — — Lerchen. Zwölf gefangene Lerchen. Unb sie fitzen in ihrem Gefängnis so freudlos, so ohne Lieb unb Flügel- breiten. Sie hüpfen mal hierhin unb Dorthin, aber in den kleinen Tieraugen liegt ein Glanz, der ein Menschenherz schon rühren kann. Einmal hat sie schnell das Ohr an die Ladenscheibc gelegt, um zu erfahren, ob noch in den zwölf Lerchen das Fünklein einer Melodie lebt, aber Sportliteratur zurückgegangen ist. Ueber Kunst unb Kunstgewerbe erschienen 568 Bücher und beinahe ebensoviel über Musik, Theater, Tanz unb Kino. Die Uebersehungsliteratur zeigt gegenüber Dem Vorjahr ein Steigen um 1 6,6 Prozent; es wurden im ganzen 1477 Werke überseht (!). Was die Preisberechnung der Bücher angeht, so ist ein ganz geringer Rückgang der Bücherpreise gegenüber dem Vorjahr zu konstatieren. Während noch 1927 seitens des Buchhändler-Börsenvercins ein Buchdurchschnittspreis von 5,62 Mk. errechnet worden ist. Die führenden Kulturen der Erbe liegen alle in den gemäßigten Breiten des Globus. Das ist heute so allgemein bekannt, daß der Laie geneigt ist, daraus grofee allgemeine Gesetze abzuleitcn von der unmittelbaren Gebundenheit geistiger Entwicklung an gemäßigte Temperaturgrabs. Aber man muß La doch vorsichtig (ein; so ganz einfach liegen die Dinge doch nicht. Erinnern wir uns, daß die ältesten großen Kulturen Der Menschheit, auf Deren Schultern mir heute noch stehen, die aber selbst wahrscheinlich ganz aus sich allein zu ihrer Höhe emporftiegen, keineswegs in Den gemäßigten Zonen Der Erde lagen, sondern im Gegenteil in Gebieten, die mindestens während eines großen Teiles des Jahres zu Den allerheißestcn gehören: Aegypten, Mesopotamien, Indien! Ferner, dafe selbst in ausgesprochen schwülen Tropengegenden mit äquatorialer Dauerwärmc, wie im Lande der Khmer in Hinterindien, der Singhalesen aus Ceylon, der Malaien auf Java, der Mayavölker auf der Halbinsel Pucatan, Kulturen entstanden, deren Ruinenstätten — wie die von Angkor, Anurad- hapura, Borobudur, Palenque usw. — zu den erstaunlichsten des Erdballes gehören. Es ist da noch mancherlei zu erforschen unb zu erwägen. Immerhin ist aber doch als eine höchst bemerkenswerte Tatsache zu beobachten, daß seit ältesten Zeiten eine fortschreitende Verlagerung der führen- ben Kulturen nach kühleren Breiten stattgefunden hat. Professor Gill Fillan hat vor einigen Jahren eine sehr eindrucksvolle graphische Darstellung der Verschiebung der maßgebenden Kultursitze nach 'Norden im Lauf der Jahrhunderte veröffentlicht. Hiernach lag die älteste der mesopotamischen Kulturen, b;e der Sumerer, um 3400 v. Ehr., in einer mittleren Jahreswärme von 24 Grad Celsius. Das Zentrum der ihr folgenden, der Akkader, in einer ein wenig niedrigeren, gegen 23 Grad. Die ägyptische, mit Unterägypten, wohin zur Zeit des Königs Necho (600 v. Chr.) sich der Schwerpunkt nordwärts verschob, in einer Temperatur von 25 bis 22,5 Grad Celsius. Zur Zeit der Ptolemäer lag Aegyptens Machtzentrum ganz am äußersten Nordrande, in Alerandria, in einer Jahreswärme von etwas unter 21 Grad. In Der gleichen lagen etwa die Kulturen Kretas und der Phönizier. Noch etwas niedriger, 20,5 Grad, war die Jahreswärme des assyrischen Ninive, das wiederum etwas nördlicher liegt als Kreta und Tyrus. Im Laufe des ersten Jahrtausends v. Chr. über dem Tier. Und welche Federkrast darin, wenn sie den geliebten Mann endlich anf'pringt, wenn sie, leichter als die Luft, ganz Sprung und Schwung wird. Nicht als ob fie Leichtathletin wäre, aber fie hat die Form, die uns der Schwerkraft entlastet, die Anmut, die Kindern und schönen Tieren gleichmacht. Eine französische Tragödin des 18. Jahrhunderts fagte: Wie kann ich am Abend die Königinnen pieken, wenn ich mich am Tage nicht königlich benehme! Ich hätte die Majestäten dieser Komödiantin nicht sehen mögen, die schon am Tage die Nase hoch trug Aber die' Bcrgner, daraus könnt ihr euch verlassen, trägt ihre Nase, dieses feine, empfindliche, auch stolze, eigenwillige Näschen auf der Bühne genau wie im Leben. Ein ausaepr.gtes Kulturwesen, ja, immer auch eine in die Kultur Verbannte.^von wo anders Hergekommene, aus Verstecken der Scheuheit Herausgeholte. Trotz allem Selbstbewußtscin, trotz aller Verwöhntheit ... Zwölf Lerchen und ein Mensch. Von Max Zungnickel. 31 026 Werke teils als Reucrscheinungen. teils als Reuauslagen verlegt. 1928 konnten jedoch „nur" 27 794 Werke herausgebracht werden. Die Zahl der Reuerfcheinungen und Reuauflagen ist überhaupt in den Jahren nach dem Kriege erheblichen Schwankungen unterworfen gewesen. So zählte das Jahr 1919 15 876 Reuerfcheinungen, das Jahr 1922 22 614 und das Jahr 1924. nur 18 003 Reuerfcheinungen. 1926 waren es dann wieder 24 276 Rovitäten, die auf dem deutschen Büchermarkt erschienen. In diese letzten Zahlen sind allerdings die Reuauflagen nicht mit eingerechnet. Das Jahr 1927 brachte an reinen Reuerfcheinungen bann wieder 22 951 Werke. Diese Zahlenschwankungen. denen Die Vorkriegszeit als außerordentlich konstant gegenübersteht, lassen erkennen, wie ungesund die Verhältnisse am deutschen Büchermarkt, auf die anläßlich des deutschen Buchtags ja bereits gebührend hingewiesen worden ist. noch immer find. Unter Der deutschen Buchproduktion des vergangenen JahreS nimmt die schöne Literatur den weitaus größten Teil ein. Sie ist mit 4491 _ Werken registriert. Ihr folgen bann bie Schulbücher mit 2281 Erscheinungen, schließlich die Verlagsver- öfsentlichungen der Religionswissenschaften, Mythologie und Theologie, die an Dritter Stelle mit 2088 Reuerscheinungen stehen. Ungefähr gleich groß ist Die Zahl Der Reuerfcheinungen und Neuauflagen auf Dem Gebiet der Wirtfchafts- unD Sozialwissenschasten sowie die der Politik unb Statistik. Mit rund 1670 Reuerscheinungen warten bann bie technischen Wissenschaften und bie Rechtswissenschaft auf. An Jugendschriften wurden 1548 Werke verlegt und an geisteswissenschaftlichen Büchern ungefähr ebensoviel. Bemerkenswert ist es schließlich auch, daß die Geistvoll und lebendig behandelt er zunächst den von uns oben angedeuteten Gedanken der allmählichen Nordwanderung der Kultur überhaupt seit den ältesten Zeiten und erzählt dabei einige sehr in- teressante Beispiele fiir den Umschwung in der 'Bewertung nordischer Gegenden. Bei den Verhandlungen des Friedens von 1763 nach dem großen nord amerikanischen Kolonialkrieg zwischen den Engländern und Franzosen verlangten die Engländer von letzteren als Siegespreis die Zuckerinsel Guadeloupe. Die Franzosen wehrten sich und sagten, fic würden lieber ganz Kanada dafür abtreten. England weigerte sich lange, auf diesen Tausch einzugeheii; Kanada fei doch wirtschaftlich so ungleich viel weniger wert als Guadeloupe. Schließlich kam es doch dazu, und mit Recht fagt der Verfasser: wieviel Men Idjen wissen gegenwärtig überhaupt ohne Nach schlagen, wo Guadeloupe liegt und was ist umge- kehrt — heute schon — aus Kanada geworden! Oder: die Vereinigten Staaten von Nordamerika fühlten sich Rußland für Hilfe während des Se zessionskrieges zu großem Dank verpflichtet. Das war der Hauptgrund, weshalb fic 1867 darauf eingingen, ihm das Gebiet von Alaska für bie Summe von 7,2 Millionen Dollar abzukaufen, die damals abenteuerlich hoch erschien, da Käufer wie Verkäufer diesen Erdraum für gleich nutzlos hielten. In den Vereinigten Staaten wurde die Regierung deswegen aufs heftigste angegriffen unb in Europa glaubte man vielfach, die Union hätte damit mir zeigen wollen (ähnlich wie Friedrich 11., als er nach dem Siebenjährigen Kriege das Neue Palais baute), daß fie nicht etwa bankerott fei. Es verging aber nur ein einziges Menschenalter, als in Alaska, 1898, die erstaunlichen Goldsck)ätze gefunden wurden. Wenig später wurden Kupferlager von noch viel größerer Zukunftsbedeutung entdeckt. Kohlenlager sind ebenfalls feftgeftellt worden: die ungeheuren Wälder gewinnen mit 'Berbefferung der Verkehrsmittel einen Wert, der wahrscheinlich all dies noch übertreffen wird, und nur durch den Versand von Büchfenlachs von den Stiften Alaskas erzielte man allein im Jahre 1918 zweiundzwanzig Millionen Dollar, bas Dreifache der Kauffuimne von 1867! Und das ist alles erst noch Anfang einer sicheren weiteren Entwicklung Alaskas. Man hat jetzt z. B. die in der gleichen Gegend Asiens feit alters geübte Renntierzucht, die den Eingeborenen Amerikas bisher unbekannt gewesen war, mit glänzendem Erfolge eingeführt. Herden von Hunderttausenden weiden dort schon, unb nach einer Berechnung des Landwirtschastsministeriums der Vereinigten Staaten wird der Betrag an Renntierfleisch aus Alaska in etwa anderthalb Jahrzehnten 45 bis 60 Millionen Dollar ivert sein. Was für Alaska gilt, das kann man nach Stcffan» ffon auch von allen anderen zirkumpolaren Landgebieten und Ktiftengelväffern erwarten. Es ist be- vollzieht sich dann ein sprunghaftes Verlagern in Gegenden noch tieferer Temperaturen. Das hochgelegene Jerusalem, um 1000 v. Chr. der geistige Mittelpunkt der hebräischen Kultur, wo die Fundamente für die später welterobernde Bibel geschaffen wurden, hat 17 Grad, Karthago, im Meeresspiegel, dessen das phönizische Mutterland ablösende Weltgeltung um 600 v. Chr. beginnt, immerhin nur 19 bis 20 Grad Jahreswärme. Jetzt entwickeln sich rasch auch die glanzvollen Kulturen der nördlicheren Mittelmeerländer. Es liegen das großgriechifche Syrakus in 18,5 Grad, Athen in 17,5, das geheimnisreiche vorrömische Etrurien sogar in nur 14,5 Grad mittlerer Iahreswärme. In Der späteren Griechenzeit verschiebt sich das Machtzentrum von Hellas wiederum nach Norden, nach Makedonien, mit 16 Grad. In den Jahrhunderten um Christi Geburt liegt die Vormacht in Nom mit einer Jahreswärme von 15,5 Grad. Um diese Zeit erkennen wir schon, wie Gegenden, die man Jahrhunderte vorher als rauhe, klimatisch unwirtliche Barbarenländer betrachtet hatte, Mittelpunkte höchstentwickelter Gesittung geworden sind; denn als solches Land galt beispielsweise der größere Teil Italiens zur ersten Zeit der großgriechi- schcn Kolonisation in Stiditalien noch durchaus. Während der Römerzeit sehen wir dann den Prozeß der Eroberung des Nordens überraschend schnell weitergehen. Noch zur Zeit Hannibals waren die Alpen bie Grenze des römischen Horizontes, die Gegenden jenseits von ihnen ein finsteres Land von Himatifd)er Unmöglichkeit, wie für uns heute etwa die nordfibirifchen Waldgebiete. Wenige Jahrhunderte später ist Gallien, Südwestgermanien, ein großer Teil des Donavlandes, mehr als die Stid- hälfte Großbritanniens blühendes römisches Kulturland, mit luxuriösen Villen und Kaiserpalästen. Und der Prozeß schreitet fort. Noch ein Jahrtausend weiter, da sind diese Gegenden nicht mehr De- pendenzen des Südens, sondern selbst Kultur- und Machtmittelpunkte erster Ordnung: London hat 10,5, Antwerpen, Paris etwa 10 Grad Jahrestemperatur. Norddeutfchland tritt hinzu: Lübecks Hanfa- Blüte dauert vom 12. bis 16. Jahrhundert. Mit dein 18. Jahrhundert beginnt Preußens, ja Rußlands Aufstieg zu maßgebenden Mächten, nachdem vorher schon Schweden bedeutsam geworden war. Stockholm, Norddeutschland hat 7 bis 9 Grad, 5 bis 6 Grad, Petersburg und Moskau um 4 Grad mittlere Die Statistik Der deutschen literarischen Produktion im Jahre 1928 zeigt nach den letzten Veröffentlichungen des Deutschen Buchhänbler- Börsenvereins ein nicht unbeträchtliches Sinken < la^nunepuci» von o.vz, jui. /r- gegenüber dem Jahre 1927. Es wurden 1927 | betrug Dieser für Das Jahr 1928 nur 6,5o Mi. zeichnend, daß ein Kanadier der Vorfechter dieses Optimismus ist. Denn gerade Kanada ist das beste Bei viel einer gewohnten Anschauung von der Unwirtlichkeit nördlicherer Gegenden über tgn Haufen werfenden Entwicklung. In diesem Lande, des,en Name in der neuen Welt so klang wie Sibirien in der alten, unterscheidet sich schon heute der ganze Grenzstreifen im Süden von den Nachbargebieten der Vereinigten Staaten kulturell so gut wie gar nicht mehr: reiche und glänzende Städte liegen hier im Westen und Osten, blühende Kornkommergefilde in der Mitte. Mit dem Bau der noch nördlicher geführten Grand Trunk Railway, die auch wieder zuerst als unsinnig bekämpft wurde, wandelte sich der Charakter auch dieser Gegend zusehends, so daß jetzt schon wieder von dort aus Bahnbauten und Bahnpläne hinausstreben, bis an die Ufer der Hud- fonbay und in andere Gegenden, die früher allein dem einsamen Pelzjäger vorbehalten schienen. Der Verfasser zeigt dann aus seiner Fülle persönlicher Kenntnis in sehr fesselnder Weise, wie der hohe Norden der Erde klimatisch meist ganz irrig beurteilt werde. Nach seiner Meinung verflüchtigt sich der größte Teil seiner Schrecken, wenn man sich richtig auf die arktische Natur einstellt, im Verhalf nis zu den gegenwärtigen Hilfsmitteln ganz ähnlich wie sich die Unwirtlichkeit des finsteren und rauhen Germaniens, nach Tacitus Auffassung, später ver- flüchtigt hat. Es ist z.B. in den kontinentalen Ge- genden des hohen Nordens im Sommer eher unbehaglich warm statt au kalt; so warm jedenfalls, daß bei geeigneter Fruchtwahl Ackerbau sehr viel hoher hinaufgetrieben werden kann, als man gemeinhin denkt. Ferner sei die erwähnte Renntierzucht noch in größtem Umfang ausdehnbar. Ja mit dem merkwürdigen Polarrind (Moschusochse) der allerhöchsten arktischen Regionen glaubt er auch diese Gegenden zu menschlicher Viehzucht verwendbar machen zu können. Pelztierzucht, dieser bedeutende Produktionszweig der Zukunft, kommt für sie hinzu. Dann Jagd und Fischfang in viel größerem Ausmaß als heute. Endlich die Wahrscheinlichkeit noch viel aus- gedehnterer Funde von Kohlen und Metallen — wie man sie heute schon in Spitzbergen, Alaska, Sibirien kennt. Solche Erwägungen haben in der Tat eine ungeheure Bedeutung in einer Zeit, wo die Menschheit ernsllich besorgt zu werden anfängt, wie die Oberfläche dieses kleinen Planeten Erde künftig imstande sein soll, die sich stetig mehrende Bewohnerzahl zu ernähren, und wie man neue Fundstätten von Bodenschätzen an Stelle der sich erschöpfenden älteren erschließen kann. Zum Schluß geht Steffansion auf die Mittel zur Entschleierung, Erforschung, Erschließung, Besiede- lung und Verkehrsverknüpfung der Arktis ein und behandelt als solches vor allem das Luftfahrzeug. In einer Uebersicht über die jüngste Geschichte der Luftfahrten zeigt er, wie das Flug^ug und in noch höheren Graden das lenkbare Luftschiff, ungeachtet solcher — vermeidbarer — Katastrophen wie die Nobllesche, das Hauptwerkzeug der Zukunft für die Entwicklung sein werden. In diesem Sinne interessiert Steftanssons Buch zur Stunde nirgends mehr als gerade bei uns in Deutschland. Es lehrt mit schlagender Deutlichkeit, daß eine Expedition wie unsere für das nächste Jahr geplante Polarfahrt mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin" nicht nur eine theoretische Gelehrten- Angelegenheit ist und nicht nur einen vorübergehenden Charakter hat, sondern daß sie ein organisches Glied in einer großen, unausbleiblichen Entwicklung bildet und schon durch die beabsichtigte Ausprobung der Derwendungsinöglichkeiten dieses zur Zeit vollkommensten aller Luftschiff-Typs in der Arktis, eine entscheidende Phase darin bedeuten wird. Eine große Tat, die Deutschland heute schon und heute noch allein tun kann, die aber, wenn wir es nicht tun, binnen kurzem andere Völker tun werden. Musikpädagogischer Kursus. Z. Alsfeld, 18. April. Dieser Tage fand hier unter Leitung von Hochschuldozent Heinrich QBerle (Leipzig) ein musikpädagogischer Kursus statt, an dem 31 Lehrer des Kreises teilnahmen. Aach Eröffnung durch Lehrer Zoll (Alsfeld), der in einleitenden Worten auf die Reformbestrebungen auf dem Gebiete des Musikunterrichts hinwies, begann Dozent W e r I e seine aus dem reichen Schatze eines tiefen Wissens und Könnens geschöpften, hochinteressanten Ausführungen. Er bemerkte einleitend, daß es gelte, sich in die neue Zeit umzustellen, die Epoche der Sachlichkeit, die in der Musik nicht etwas Hebersinn- liches sehe, sondern etwas, was schon im Kinde vorhanden sei, in ihm lebe. Diese grundlegende Tatsache sei schon Richtung gebend für den Weg, den die Musikerziehung einzuschlagen habe. Es könne sich bei der Schulmusikcr iehung nicht darum handeln, Musik an das Kind heranzutragen, sondern in ihm zu entwickeln und zu verankern. 3n den Mittelpunkt seiner Arbeit hatte der Vortragende den Aufbau der Laut-, Stimm« uni) Tonbildung gestellt, als Fundamente eines schönen Gesanges. In praktischen Hebungen wurde die Bildung der Vokale behandelt; dabei zeigte sich, wie notwendig solche Kurse für die Erteilung eines erfolgreichen Unterrichtes find. Don besonderer Bedeutung für die Praxis des Musikunterrichts in der Volksschule waren die neben den theoretischen Belehrungen her- lausenden Lehrproben mit einer Schulklasse (5. Schuljahr) der hiesigen Stadtschule. Hier zeigte | Dozent Werlä die Einführung in das Tonreich auf einfache naturgemäße Weise unter Anwendung eines von ihm selbst in jahrelanger Arbeit I erprobten und von ihm selbst zusammengestellten Silbensystems, und kam damit auf das wichtige Gebiet der Gehörbildung. Hier gelte es, Wissenschaft, Kunst und Aatur zu Hilfe zu neh- Bei Europas Blumenlieferanten. Oie Nosenkönige von Aalsmeer. - Stille Börse. - Elektrische Auktionen. Don unserem Dr. G. 8tr.-Sonderberichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) A a l s m e e r (Holland), im Frühling 1929. Es will hier draußen in Aalsmeer noch immer nicht recht Frühling werden. Denn dieser Winter mit seiner Fülle von Schnee und seinen zähen Frosttemperaturen läßt sich nicht von den ersten warmen Westwinden, die vom Ozean her herüberstreichen, wegscheuchen, aber drinnen in den riesigen Glashäusern herrschte schon Frühling und Sommer, blühte und duftete es in einer wahrhaft tropisch erscheinenden Wärme, während noch nebenan auf den Kanälen die Jugend dem Eislaufsport huldigte. ... Aber ich muß wohl erst vorstellen, nicht wahr? Gestatten — Aalsmeer! Drei Meter unter dem Meeresspiegel, eine Stadt mit unzähligen kleinen Gärtnerhäuschen und großartigen Glaspalästen, Tausende und aber Tausende von Garten, als künstliche und natürliche Insel zwischen Graben und Sümpfen gelegen — das ist Aalsmeer! Die drei Meter unter dem Meeresspiegel sind, so absurd dies auch klingen mag, als „Höhenbezeichnung" zu verstehen, denn diese größte und seit kurzem auch bedeutendste Gärt- nerstadt Europas liegt gleich vielen anderen Orten der Aiederlande unter dem Rormal- spiegel der Aordsee, und zwar am Zugang zum sogenannten Haarlemer Meer. Das Seltsamste aber ist: die Einwohner von Aalsmeer, samt und sonders Gartenbauer, Gartenarchitekten und Topfpflanzen- sowie Rosen- strauchfabrikanten, diese Leute haben es durch unermüdlichen Fleiß und Erfassung aller nur erdenklichen, modernen Hilfsmittel auf dem Gebiete der Garten- und Treibhaustechnik verlanden, trotz des rauhen, holländischen Klimas ein Blumenparadies zu schaffen, wie es in solcher Ausdehnung von Europa noch nie gesehen wurde Wollen Sie ein paar Zahlen hören? Von hier wurden allein im letzten Jahr für 8,5 Millionen Mark Rosen exportiert, das sind mehr als 55 Millionen Stück verkaufte Rosen, die mit dem Flugzeug, mit der Bahn und mit dem Frachtauto noch im frischen Zustande in alle erdenklichen Gegenden gebracht wurden, vor allem natürlich nach Frankreich, Belgien und Deutschland, dann nach England, in die Schweiz, nach den skandinavischen Ländern und selbst weit nach dem Balkan hinunter. Morgens um 9 Hfjr werden die Rosenstöcke beschnitten, eine Stunde später im prächtigen Dau der „Blumenbörse" von Aalsmeer an die Herren Großexporteure abgesetzt, eine halbe Stunde darauf entweder im Flugzeug oder im v-Zuggüter- wagen verladen, um — wenn der Transport durch die Luft erfolgt — bereits gegen 3 Hhr nachmittags in den Luxusblumengeschäften Londons. Berlins oder Paris' die Bewunderung der Vorübergehenden zu erwecken. Das ist das Tempo unserer Zeit! Aber nicht die Rosen allein, von denen es hier die seltensten Züchtungen und geradezu unerschöpfliche Abarten gibt, haben den Ruhm und das Ansehen Aalsmeers begründet. Denn eine besondere Spezialität, von Australien ebenso gesucht wie von Amerika, bilden die in grotesken und bizarren Formen geknechteten Zwerg- bäume und Hecken, die nach dem Willen der unermüdlichen Gärtner oft die Gestalt von Kronen, Urnen, Böcken, Hunden und Vögeln annehmen müssen. Das alles sind zum Tell sündhaft teure Gewächse, die zwanzig, dreißig und auch hundert Jahre brauchen, bis sie richtig „ausgewachsen" sind, um dann in irgend einen amerikanischen Milliardärspark verpflanzt zu werden. Versteht sich, daß Hollywood für derlei Luxusprodukte besonders eifriger Abnehmer ist. Die Leute von Aalsmeer tragen sich schon mit dem Gedanken, in Hollywood eine eigene Expositur zu errichten. Aber finden Sie es nicht sonderbar, daß man im kalifornischen Paradies Gewächse aus dem nebligen Holland bezieht? Allerdings besitzen die Gärtner von Aalsmeer eine eigene, große Einkaufsorganisation, um in vorteilhafter Weise die erforderlichen Geräte, den notwendigen Dünger, die in die Millionen gehenden Blumentöpfe, die Brennstoffe sowie das Glas zu beschaffen. Ich bin nicht für Zahlen, aber in diesem Falle sagen sie mehr als alle Worte: 1928 wurden nur 2 Millionen Blumentöpfe und bloß 10,5 Millionen Kilogramm Kohle oder Koks zur Beheizung der Glashäuser verbraucht. Es besteht also hier eine richtige Industrie zur Erzeugung von Blumen. Hunderterlei, nein tausend Arten von Blumen werden hier gezüchtet, gekreuzt, mit allen Schikanen modernster Gartenbautechnik weiter entwickelt, vor allem die holländischen Rationalblumen, die Tulpen und Rarzissen, dann Lev- kohen, Dahlien, Pelargonien und besonders Alpenveilchen, von den verschiedenen Begonien, oarnen, Azalien und — Palmen gar nicht zu reden. Winter und Sommer, Frühling und Herbst wird ununterbrochen „geerntet“. Die Jahreszeiten spielen in der schwülen Treibhausluft der Glashäuser von Aalsmeer keine Rolle. Die Blumen blühen zu jeder Zeit, vor allem natürlich nach dem Weltbedarf. Die Wintermonate sind demgemäß die „stärksten". Da konzentriert sich der Blumenhunger ganz Europas auf Aalsmeer, selbst an die Rivier a, nach Cannes, Rizza und Monte Carlo müssen seit dem Kriege alljährlich große Dlumensendungen dirigiert werden, obgleich die Blumenzüchter an der Azurküste auch nicht faul sind. Aber was macht es schon einer amerikanischen Millionärstochter, wenn die „Aufmachung" ihres Lieblingsautos beim großen Dlumenkorso in Cannes den Pappenstiel von 30 000 holländischen Gulden oder 50 000 Goldmark kostet?! Wenn sie nur den „Ersten Preis" erhält, wenn sie nur die anderen, besonders aber die lieben Freundinnen aus 11. S. A. ausstechen kann — alles übrige spielt keine Rolle. Und auf die Erzeugung von Luxusblumen, deren Dreis keine Rolle spielen darf, hat man es natürlich in Aalsmeer besonders abgesehen. Eine Miß Ruth C. aus Reuhork, zur Zeit Deausoleil bei Monte Carlo, hatte kürzlich eine Waggonladung einer besonders raren Rosenart in Auftrag gegeben, um in Rizza damit Furore zu machen. Der Spaß hat sie ein Vermögen gekostet. ... 3n diesem Winter durften die Leute von Aalsmeer besonders zufrieden sein. Den Kollegen in Südfrankreich und Italien sind wegen der abnormen Kälte der letzten Wochen die meisten Sprößlinge erfroren. In Aalsmeer müssen daher die Blumen im Akkord knospen und blühen. ... Aalsmeer hat in der „Cooperatieve Tuinbouw Aankoop-Vereeniging“ (C. T. A. V.) seine besondere Einkaufsgenossenschaft und wirtschaftliche Organisation. Die C. T. A. D. baut die Häuser, sie betreibt jetzt sogar eine vollständig eingerichtete „3imnierfabrif‘, sie liefert die Heizungsapparate und regelt die Versorgung mit Brennmaterial. Aalsmeer weist ferner zwei große Gartenbauvereine auf, die „Centrale Aalsmeersche Veiling“ (C. A. V.) und „Dlumenlust". Ferner gibt es dort einen Kontrolleur, der genau zu untersuchen hat, ob die für die Ausfuhr bestimmten Pflanzen und Produkte auch wirklich tadellos und gesund sind. Deshalb werden für sämtliche zum Export gelangenden Blumen besondere Gesundheitszertifikate ausgestellt. Es gibt zwei „Blumenbörsen" in Aalsmeer, die im Gegensatz zu anderen Börsen, bei denen es bekanntlich recht lärmend zuzugehen pflegt, ruhig, fast feierlich verlaufen. Jeder Dörsenbesucher hat selbstverständlich seinen bestimmten „Stammplatz". Heber dem Aultionsstand, gegenüber den Tribünen, befindet sich der elektrische „Verkaufsapparat", der aus einem großen Zifferblatt besteht, auf dem ähnlich wie bei einer Hhr die Zahlen 1 bis 100 notiert sind. Die ersten zehn Ziffern weisen eine neuerliche Unterteilung auf. Innerhalb der großen Scheibe befindet sich noch ein Quadrat, das einem besonderen Zwecke dient. Davon soll noch gesprochen werden. Die Handwagen, auf denen sich die zum Verkauf gelangenden Produkte befinden, werden nacheinander vor die Sitzplätze der Dörsenbesucher gerollt. Richt feiten begnügt man sich damit, nur ein Musterexemplar vorzuzeigen. Gleichzeitig ruft ein Beamter in die herrschende Stille hinein die Wenge der angebotenen Blumen sowie den Ramen des Züchters. 3m gleichen Augenblick tritt oben an der Wand, gerade über dem Kopfe des Auktionators, der elektrische Apparat in Tätigkeit, der jegliches laute Feilschen überflüssig macht. Der Zeiger bewegt sich nämlich wie auf einer Hhr, von der Ziffer 1 angefangen, langsam im Kreise weiter. Sobald der Zeiger nun die Ziffer erreicht, welche den Betrag in Cent bzw. in Gülden angibt, den einer der Dörsenbesucher anlegen will, so braucht der Kauflustige nur auf einen Knopf, der sich neben jedem Sitz befindet, zu drücken, um den Apparat zum Stehen zu bringen. Sobald aber der Zeiger in seiner Dewegung innehält, erscheint in roter Beleuchtung auf dem vorhin erwähnten, geheimnisvollen Quadrat in der Mitte des Zifferblattes die Sihnummer des Käufers. Der Auktionator stellt den Kaufabschluß fest — schon rollt ein neuer Wagen heran. ... men. ES sei psychologisch erwiesen, daß unser» Rotennamen kein geeignetes Mittel zur Einführung in die Tonvorstellung für das singend zur Musik kommende Kind seien. Es hätten sich daheim Laufe der Zeit bereits mehrere Tonsilbensysteme herausgebildet (Eilz, Tonika-Do), die aber nach Ansicht des Kursleiters die Einstellung auf unseren inneren Singapparat vermissen lassen. Ein solches System müsse, der physiologischen Forschung folgend, im Kehlkopf verankert sein und anderseits auch die sprachmotorischen Momente berücksichtigen. Endlich müsse es die Möglichkeit der Heberführung in unsere R o t e n s ch r i f t möglichst naturgemäß und leicht gestatten. Alle diese Momente hatten den Redner zur Aufstellung einer neuen Silbentafel veranlaßt, die in ihrer Ausgangstonart die Vokale nach ihrer Klangfarbe (vom dunkelsten [u] zum hellsten sij) ordnet. Zu diesen absolut-en Tonsilben läßt Herr Werle relative Handzeichen treten zur seelischen Beeinflussung, um die betreffende Tonvorstellung wachzurufen; denn Singen sei keine rein technische Angelegenheit. 3n zwei einstündigen Lehrproben mit vollständig unbeeinflußten Kindern erbrachte Dozent Werle den Beweis, daß hier ein Weg liegt, der ohne Hmschweife zum Ziele führt, und auf dem er in seiner Praxis überraschende Erfolge in der Gehörbildung erzielt hatte. Als weiterer grundlegender Faktor in der Musikerziehung komme der bewußte Atem in Frage. Hier gelte es, jede Spannung im Kehlkopfe zu vermeiden und das Zentrum der Atmung möglichst weit vom Stimmapparat weg zu verlegen. Das Einatmen geschehe bei geschlossenem Munde. Auch die für die Gegenwart bedeutsame Liedgutfrage behandelte der Vortragende eingehend. Bei der Besprechung des Volks - liebes stellte er fest, daß die Auffassung über das Wesen dieser Liebgattung zu jeber Epoche bet Geschichte je nach der Weltanschauung eine andere war. Viele derselben seien mit der Zeit so verändert, daß von ihrer ursprünglichen Form nichts mehr zu verspüren fei; sie seien zersungen. Zu beginnen wäre auf der Hnterftufe mit Dem Spiellied, das den Hebergang zum Schulleben vermitteln helfe. Auch das Sialeltlieb sei nicht zu übersehen. Zu vermeiden seien alle Lieder, die zu gefühlsmäßig eingestellt seien. (Z. D. „CBenn ich den Wandrer frage", «Goldene Abendsonne".) Selbstverständlich müsse auch daS volkstümliche Lied gepflegt werden; doch müsse man sich dabei an eine gute Liedersammlung halten, von denen in letzter Zeit eine Anzahl recht brauchbarer herausgekommen seien. In diesem Zusammenhänge ging Herr Werls auf die Person Schuberts näher ein und charakterisierte das Wesen des Lieberfürsten als eine Offenbarung stärkster Individualität. Aus biefem Grunde feien seine Lieder auch nicht zu Volksliedern geworden. Er blieb bei der Gestaltung unter der Oberfläche (Harmonie) und stand neben Beethoven himmelhoch über feiner Zeit. Herr Werle verstand es in ausgezeichneter Weise, die Erkenntnisse an Hand Schubertscher Werke durch vollendeten Vortrag am Flügel zu veranschaulichen unö bereitete damit den Teilnehmern eine wahre Feierstunde. Der letzte Tag brachte neben hervorragenden Stimmbildungsübungen noch wichtige Fingerzeige für die erste Einführung in die Rotenschrift. Als Grundsatz gelte, daß erst bann von einer Festlegung des Tones burch die Ro:e die Rebe sein könne, wenn die Tonvorstellu..g erreicht sei. — Da Schulmusik nicht mehr ei;.e Angelegenheit rein künstlerischer Art, sondern eine soziale Sache sei, die ihren Weg in die Familie suchen solle, um von ihr ins Volk zu bringen, müsse es Aufgabe aller berufenen©te.-.n fein, ihr den Weg zu diesem Ziel ebnen zu helfen. An der inneren Bereitschaft der Lehrerschaft ha e es nicht gefehlt; sie gebe auch jetzt noch, trotz der harten Wirklichkeit, einen starken Resonnanzboi en für aufwärtsstrebende Ideen und habe es mit uer selbständigen Inangriffnahme dieser Veranstaltung aufs neue bewiesen. Daten für Sonntag, 21. April 1488: Ulrich von Hutten auf Burg Steckelberg bei Fulda geboren; — 1782: der Pädagoge Friedl.ch Fröbel zu Oberweisbach i. Th. geboren; — 1828: der Philosoph und Geschichtsschreiber Hippolyte Taine in Bouziers geboren; — 1924: die italienische Schauspielerin Eleonore Düse in Pittsburg gestorben. Daten für Montag, 22. April. 1073: Papst Gregor' il. führt das Zölibat ein; — 1724: der Philosoph Immanuel Kant zu Königsberg geboren; — 1766: die Schriftstellerin Germaine von Stael-Holstein in Paris geboren; — 1819: der Dichter Friedrich von Bodenstedt in Peine geboren. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 26 vom 19. April enthält: Den Geschäftsgang beim Kreisamt Gießen. — Landwirtschaftliche Bodenbenuhung. — Feldbereinigungen in Großen-Buseck, Grohen-Linden und Ronnenroth. B WWg lkWen 81k BiaTa o Me indem Sie meinend und abends 1 bis 2 ©erber- Keine nehmen. Sie erhalten Herber-Kerne idivtt in '.Vienoen von 30 Gramm in Slvcn efen 116') ) Ä n ■■Svv f Eine die Konstruktion der Henschel- Wagen am sinnfälligsten charakterisierende Eigenschaft ist ihre BERGFREUDIGKEIT. ÜberzeugenSiesich bitte selbst bei einer Probefahrt von der großartigen Zugkraft unserer Kraftwagen Vorführungswagen stehen Ihnen bei uns und unseren Vertretern jederzeit zur Verfügung. WEIN8FRG Generalvertretung für Gießen und Umgegend: Ing. R. Güngerich & Co., Gießen, Liebigstraße 58, Fernruf 4186 i KASSEL . LASTWAGEN OMNIBUSSE 26a6V Verkauf durch Willi Letsch, Gießen, Krofdorfer Straße 16; Fernruf 1235. i316V AXXWXXXXWI VXXXWXXXXX ÄirNar Gefütterte la Seidenschirme• Oer Dorsihende. 02340 3565D r durch zwei fidele Bayern 02444; BierhausOnkefFranz Lollar, den 20. April 1929 Gaetensles 0217- 2303 D L.Rübsamen,Tel.l6S9 durch Asiens Wüsten 3-J yl Reisegepäck - Versicherung y 266V Inh. Carl Spangenberg / Schönste Aussicht Marburgs Scb'oB-Cali Marburg 2/1D Mi twoch: 5-Uhr Tee Elisabeth Bergner '603c y-j» 35 0 400 500 55 0 . Ostasien, Afrika, (»Australien Direkter Dienst nach Sämtl. Zubehör znrSelbstanlertiinnß Lahnkiesel, perlkieS, GilberkieS liefert prompt u. billigst . Mk. 0.75 Mk. 0.80 Mk. 1.00 Mk. 1.10 Für die vielen Glückwünsche und Älumenspenben anläßlich meines 25jährigen Geschäftsjubiläums spreche ich hiermit allen meinen herzlichsten Dank aus. Ganz besonderen Dank noch der Altersverelnigung von 1876. Wilhelm Mhn'g, Oachdeckermeister Gießen (Mühlstraße 29), den 20. April 1929. Sonntag, den 21 April 1929, vorm 11.15 Uhr einmalige Frühvorstellung Mit Sven Hedin Kostenlose Auskunft durch unsere sämtl. Vertretungen Norddeutscher Lloyd Bremen in 6ießen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 in Wetzlar: Dornbusch & Binder, Lahnstraße 1214 Samstag: Gesellschatts-Tanz (schwarz.Anzug) Sonntag: Nachm. Konzert, abds Abend-Tanz Ein Fümberlcbt von der größten Expedition, die je nach Inneraaien aulgebrochen ist unter Mit Wirkung des vollen Orchesters. Für die überaus zahlreichen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unseres goldenen Doppeljubiläums sagen wir auf diesem Wege allerbesten Dank Franz Taubert und Frau Kurz vorm Schlafengehen soll man täglich zur Beruhigung und Stärkung der Nerven eine Flasche Köstritzer Schwarzbicr trinken. Gesunder Schla und frohes Env chen werden die Folge davon sein. Die Aerzte verordnen es in tausenden von Fällen wegen seiner besonderen, der Gesundheit so dienl djun Eigenschaften. Bert etung: Emil Schmall. 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Noten absingen lernen woher Elisabeth Decker, Ludwigstraße 2011. MuschenHeim 20. April SPAI *;tr - y '.-v- --GM M 'L ■:v UE - VA £<■' ; ’iJ! •>.'«v.-;!P '-MO - in I N?r f,ahnh o ®Re £chön vlmm< ' Mah Autnei 11 he> ‘25 i Sic Den Erk itnc 1DG1 reb1 mai Dos vm! A Will M ausg hcru‘ und über schaf liche und Tor Sm (5 So flCIl Hfc Der eilt, erto Bc wän ihre: 2 Mos mifd letzt« Drü der von steil mit erh beri Wal Lri« vers« südli Gast Ost römi aus Her, den miid die rede der im muf deti 1 das sich tauf übet ' würl St> Siras Prach auf d und ten i Lord vsfer dani dem etwa Kup ten Auf je 3 Eimer Wasser 1 Paket Persil nehmen, Persil kalt auflösen, Wäsche nur einmal kurz kochen lassen! Das ist die ganze Wasch weisheit! Einfacher geht's wirklich nicht. Nachdruck verboten. 5. Fortsetzung. indem sie die „die Frau des Polizei. jede andere Dame die ins ®e- Lippen Dewitz, Vorzüge vcS Geiste« in Ehren — aber sie vergesse eins, daß nur einige wenige Aus- erwählte die Gabe besäßen, sie zu erkennen. Daß man der großen Masse durch äußerliche Dinge imponieren müsse. Und überhaupt, er verbitte sich jeden Widerspruch, es werde morgen ein Rolls- Royce gekauft. Worauf hinwiederum Frau Marcelle mit der Miene einer Dulderin, die schweigend eine neue Demütigung hinnimmt, den Kopf senkte und, das Taschentuch an die Augen gedrückt, hinausging. Denn auf dem Korridor stand das Telephon, und von dort telephonierte sie an die Autofirma, daß sie morgen kommen werde. Linda Andersen ging am Arm ihres interessanten, jungen Begleiters durch die lichterfüllten Räume, von allen Seiten begrüßt. In diesem Hause, in dem Rang und Titel nicht wirkten, in dem man nur einen Ramen murmelte, war es nicht leicht, aufzufallen: aber ihr Begleiter fiel auf. Sie merkte mit einem Gefühl glücklichen, stillen Triumphes, daß die Blicke der Frauen ihm folgten, während sie über die Treppen und durch die Hallen gingen — der Gedanke, just die Auscrwählte zu sein, erfüllte sie mit stolzer Sicherheit. Eben beendete die Jazz-Band einen Tango: ein junger Tänzer geleitete Frau Krentz an ihren Tisch zurück, verabschiedete sich mit einer Verbeugung und verschwand im Gewühl. Marcelle wandte sich ihrem Gatten zu, der mit seinen hellblauen Augen den Schwarm der Gäste überschaute: nur sie gewahrte die kleine Falte zwischen seinen Brauen. Sie folgte der Richtung seines Blickes: dort stand Linda Andersen mit ihrem exotischen Begleiter. „Wer ist dieser Herr?" fragte er. „Ich habe Sie sah ihrem Mann sicht und antwortete, schürzte: „Ich weiß es nicht." „Ich finde," sagte sie, „Was sagen Sie dazu, Fräulein Crmolteff? Wo ist dieser Fedor Sokoloff? Was haben Sw an jenem Vormittag im Oerstedspark mit ihm ge- Wieder schüttelte die Angeklagte den Kopf. Ihr Gesicht war blutleer: die brennend roten Lippen standen in dem weihen Oval wie eine blutige ^Das eine ist sicher: Fräulein Srmolieff war in" diesen Fedor Sokoloff verliebt. Genau so verliebt wie jene unglückliche Französin auf dem Dampfer „Sonderborg". Einmal hörte ich einen Sah, den ich verstand: sie bat ihren Begleiter, mit dem Mittagszuge mit ihr abzureisen. „Was antwortete er ihr darauf?" „Er lachte sie aus — und wieder kam irgendeine Drohung oder etwas derartiges: dann sagte sie einmal — auch das verstand ich: „Du vergißt, daß meine Mutter..." Das Folgende ging wie- der über meine Sprachkenntnisse." „Was geschah weiter?" „Dann standen die beiden aus. od) ging ihnen nach: um die Wahrheit zu sagen: ich wollte auf die Junge Dame zugehen und ihr sagen, daß der Mann an ihrer Seite ein Verbrecher sei, der ihr Unglück bringen werde." „Warum taten Sie es nicht?" „Ich wollte eben auf sie zugehen: da kam aus der Gyldenlövesgade ein Auto, die beiden stiegen ein und fuhren in die Stadt. Zwei Tage später las ich von dem Mord im Grand Hotel. Ich hatte natürlich keine Ahnung, daß die junge Dame, die ich mit Sokoloff im Oerstedspark beobachtet hatte, die Mörderin war. Das habe ich erst jetzt erfahren: als ich nämlich die Photographie des Fräulein Crmolieff in den Zeitungen sah: unter dem Aufruf, worin alle, die diese Dame kannten, aufgcfordert wurden, sich zu melden." „Herr Kapitän," sagte der Vorsitzende. „Ihre Aussage ist wahrscheinlich von ungeheurer Wich- tigkeit. Können Sie uns über diesen Sokoloff etwas Näheres sagen?" „Rur eine Kleinigkeit. Ich habe ihn noch ein drittesmol gesehen." „Wann? Wo?" „Vor einer Stunde. Er fuhr in einem Auto an mir vorüber." „Dieser Fedor Sokoloff ist also in Kopenhagen?" „Ja, Herr Präsident. Er ist in Kopenhagen." „Ich danke Ihnen, Herr Kapitän. Bitte, halten Sie sich zu unserer Verfügung: es kann fein, daß wir Ihr Zeugnis noch im Laufe dieser Rächt brauchen." Er zog die Uhr. „Ich unter- breche die Verhandlung auf eine halbe Stunde. Wo kann ich Sie erreichen, Herr Präfekt? Auch Sie werde ich im Laufe der Rächt noch brauchen." „Ich fahre in meine Wohnung." „Fedor Sokoloff... Fedor Sokoloff... was ist geschehen, um sich dieses Fedor Sokoloff, mit dem alle Dinge stehen und fallen, zu versichern?" „Alles, Herr Präsident. Die Stadt ist in sieben Quadrat« abgeriegelt, alle Beamten haben in . dieser Rächt nur die eine Aufgabe: ihn zu suchen. Alle Straßen sind beseht - alle Bahn- höfe sind überwacht. Roch vor dem Morgen werde ich Ihnen Fedor Sokoloff bringen." Die Villa des Staatsrats Krentz strahlte im Lichterglanz. Der Hausherr, an der Seite seiner jungen, schönen Frau, ging, Höflichkeiten tauschend, von einem zum anderen. . Die Geselligkeit des Krenhschen Hauies hatte eine besondere Rote: sie verzichtete bewußt auf alle jene Bindungen bürgerlicher Tradition, die geeignet sind, eine festliche Rächt zu einer drückenden Zeremonie zu machen. -Die Frau des Staotsrates, die trotz ihrer Jugend fast die ganze Welt kannte, hatte die freien Sitten der internationalen Gesellschaft in ihrem Hause eingesuhrt — und sie hatte, zu ihrer eigenen Ueberraschung, in dem kühlen Kopenhagen mit ihren Anschauungen begeisterte Zustimmung gefunden. Wer zum Staatsrat Krentz kam. legte mit der Garderobe seine Würde ab. Sogar seinen Titel. So war das fast Unmögliche Tatsache geworden: daß Menschen der guten Kreise eine angeregte und amüsante Rächt lang beisammen waren, ohne Langeweile, ohne den Zwang, Banalitäten zu tauschen — ohne die Rotwendigkeit, aus Rücksicht auf den Rang der anderen, Höflichkeiten zu sagen — die ihm gegen seine Wahrheitsliebe gingen. Auch der Staatsrat Krentz hatte diese weit- herzige Aiischauung seiner Frau übernommen. Sie hatte ein probates Mittel gefunden, ihrem Gatten, der liicht mehr der Jüngste war, ihre Wünsche zu suggerieren: indem sie grundsätzlich das Gegenteil von dem forderte, was sie zu erreichen wünschte. Herr Krentz gehörte zu den starken Raturen, deren Grundzug die Opposition ist. Wenn die schöne, junge Frau, deren kastanienbrauner Dilbenkopf eine Berühmtheit des Kopenhagener „Strög" war, sich ein neues Auto wünschte, so begannen ihre Verhandlungen mit der einsichtsvollen Demerhing, es sei geradezu absurd, daß man sich bei diesen Zeiten ein neues Auto kaufe, wenn das alte noch ganz gut sei. a tempo waren alle Geister des Widerspruchs in der Seele des Staatsrats geweckt, was sich durch ein scharfes „Wieso?" ankündigte. Mit einem ungeduldigen Kopfschütteln versuchte sie alsdann ihrem Gatten klarzumachen, daß sie alle jene Frauen verachte - und ihre Männer bemitleide, die ein derartiges Ansinnen unter den heutigen Verhältnissen zu stellen wagten. „Du wirst wissen, wie sehr ich im allgemeinen den Gründen der Logik zugänglich bin, meine Liebe", antwortete darauf Herr Krentz. „In diesem Falle kann ich. so leid es mit tut, nicht mitkommen. Du scheinst nicht zu begreifen, daß es sehr oft die Rücksicht auf den Stand des Gatten sein kann, die eine Frau veranlaßt, Ansprüche zu erheben, selbst wenn sie ins Extravagante gehen. Gerade das, was uns von den Menschen rechts und links unterscheidet, gibt uns die besondere Rote." Woraus Frau Marcelle schlicht und gemessen erwiderte: für sie genüge es, daß man sich durch Vorzüge des Geistes von den Menschen rechts und links auszeichne. Da aber gab Herr Staatsrat Krentz die entscheidende und nicht mehr zu widerlegende Antwort: daß Frau Marcc^e, wie er mit Bedauern sehe, trotz mehrjähriger Ehe immer noch von einer geradezu kindlichen Weltsremdheit sei. langsam sagte er: „Was meinst du damit?" „Ich meine: irgend etwas ist an diesem Manne, was mir nicht recht gefällt." Der Staatsrat schüttelte leise den Kopf. „Ich muß dir sagen, daß ich ausnahmsweise nicht deiner Meinung bin." „Ich finde," sagte Frau Marcelle, „er hat etwas im Blick, was zur Vorsicht mahnt." „Man sieht, mein Kind, daß du keine Menschen- kennerin bist. Er hat ausgesprochen gutmütige Augen." „Du mußt es natürlich besser wissen," sagte sie seufzend, „allein ich denke, man sollte sich ein wenig um ihn kümmern. Schließlich können wir nicht einen Herrn in unferm Hause empfangen, von dem man nicht genau weih, ob er ein perfekter Gentleman ist oder nicht." „Ich sage dir: das ist'^der perfekteste Gentleman. der jemals unser Haus betreten hat." „Glaubst du? Ich finde, man sollte ihn beobachten." „Und ich erkläre dir, meine liebe, gute Mar- teile: es ist geradezu sündhaft, einen solchen Gedanken zu äußern." Präfekten hat mehr als , Pflicht, in ihrem Umgang vorsichtig zu sein." Ihr Mann hatte das Monokel ins Auge geklemmt und betrachtete aufmerksam den Fremden: Vornan einer Nachi Von Paul Rosenhayn. seinen Ramen nicht verstanden." von der Seite „Lockende Lichter Im Tivoli.* An einem Tisch in der Rähe der Glastür, die zum Wintergarten führte, nahm Linda mit ihrem Begleiter Platz. Diener erschienen mit Kocktails: er ging ans Büfett, um ifjr ein paar Delikatessen zu besorgen. Frau Linda blickte ihm nach: wie sieghaft sein Gang war! Dieser Mann trug die Sicherheit des Erfolges in feinen Händen — in seinem ruhigen und gewinnenden Lächeln, das alle Unebenheiten des Lebens zu glätten schien. War das nicht das Abenteuer, das junge, reizvolle Abenteuer, auf das sie gewartet hatte die ganze Zeit? Sie lebte an der Seite ihres alternden Mannes cm behagliches, von freundlicher Sonne gesegnetes Leben. Man beneidete sie um ihre Stellung, um das innige Gefühl, das ihr Gatte ihr entgegenbrachte, man zweifelte nicht, daß auch sie ihm in herzlicher Liebe zugetan war: aber jenes Gefühl, das sich weder mit dem Verstände noch mit dem Herzen, das sich nur mit den Rerven begreifen läßt, hatte keinen Platz zwischen ihr und ihm. Alle Dinge ergaben sich aus freundlicher und liebevoller Rücksichtnahme von selbst — was jenseits dieser Dinge lag, mochte ihr Mann dunkel als etwas Gefährliches und Unberechenbares empfinden. Sie selbst hatte manchmal, in tiefen Rächten, von einem Land der Liebe geträumt, von Gärten voll glühender, roter Blumen — von den heißen Flammen verbotener Rächte. Daß es diese Dinge in Wirklichkeit gäbe — ja, daß sie in ihr eigenes Leben treten würden, das hätte sie bis vor wenigen Stunden nicht geglaubt. Er kehrte zurück: eben ging Marcelle Krentz an ihm vorüber: Linda sah, daß sie ihm nachblickte. Musik setzte ein; ein langsamer Boston: „Desiree." „Wollen wir tanzen?" fragte er. Sie nickte lächelnd. Während sie an den Zuschauenden vorüberglitten, fühlte sie das wachsende Interesse, das ihr Tänzer erweckte. Sie sah, wenn auch nur im flüchtigen Blickwinkel des Tanzes, die Augen der Frauen, die die seinen suchten — ihre werbenden Blicke, die ihm folgten; deutlich spürte fie_ den Reid, der aus ihrem Lächeln zu ihnen herüber- ftromte — sie hatte das Gefühl,- als ob sie während dieses schwebenden und wiegenden Tanzes körperlich eins wurde mit ihm. Ihre Rerven sogen die verführerische Lockung der Melodie in sich ein — alles war Auftakt, Spiel der Liebe; aus Blicken, Tönen, Licht und Tanz formte sich ein heißer Strom, der sie und ihn in sich aufnahm, mit sich sortrih. Rie in ihrem Leben hatte sie die unbegreifliche Macht der Töne so verspürt wie in diesem Augenblick: ihr war, als öffneten sich iljrc Adern, neues Leben zu trinken, als gebe es im schimmernden Ring dieses Tanzes keine Gedanken, keine Hemmungen, keine Reue: nur die brausende Wollust des Besitzes. Einen Moment tauchte es in ihr auf, erinnernd und mahnend: daß sie sich selbst nicht mehr begriff, daß sie wie verzaubert sei, daß der Druck seiner Hand, das Bewußtsein seiner körperlichen Rähe sie in einen seligen Dann geschlagen habe, dem sie sich entziehen müsse: aber gleich darauf verwarf sie, feuchten Auges, alle diese Mahnungen, froh nur, in seinem Arm zu ruhen. So restlos war der Traum des völligen Hingegebenseins, daß sie förmlich erschrak, als der Tanz plötzlich zu Ende war. (Fortsetzung folgt.) *S© soliten Sie'i wachen: ’ * E' e ■ Persil bieibt Persil! Nur in Originalpackung — niemals lose! Hersteller auch von Henko — Henkels Wasch- und Bleichsoda, Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Nr. 92 Drittes Blatt Samstag, 20. April 1929 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Erster Frühling an der Mosel. Von Gurt Hohel. Noch liegen starke Cisblöcke in den schattigen Winkeln der engen Krümmungen der Llntermosel. Die Eichenwälder stehen kahl und braun gegen den lichten Frühlingshimmel, aber die feuchte Erde der Weinberge duftet. Der Frost dieses ungeheuerlichen Winters hat den durch einen warmen Herbst gut ausgetrockneten Rieslingsreben nicht viel anhaben können, sagt der Fachmann, der in den ..Wingerten" umhersteigt und dos Holz des Weinstocks prüft, ob es geprotzt ist. Am Sonntag belebt fich der Flust schon. Alle Winternöte sind längst vergessen, und die vielen Paddler des Mosellandes haben ihre Boote her- ausgeholt zur Frühlingsfohrt. Bon der Saar herunter lassen sie sich treiben, an den Bergen und Burgen dieses unvergleichlichen Tals vorüber. Noch rahmt nicht der farbige Kontraste schaffende grüne Kronz das gelbbraune und rötliche Mauerwerk der Dörfer, Städtchen, Kirchen und Ruinen ein. noch ist es ein warmer erdiger Ton, der alles einhüllt — goldbraun, wenn die Sonne darauf liegt, wie die Rebe selbst. Cochems Schlost grüßt herab mit vielen Sommererinnerungen: dann, in Bullay, steigen wir in die Moselbahn um, sie führt uns am Ufer bin, während drüben hinter den Bergen der Schnellzug in fast gerader Strecke nach Trier eilt. Wie aus einem tiefen, wüsten Wintertraum erwachend sehen wir Traben-Trarbach, Bernkastel vorübergleiten. Kahl die Riesenwände der berühmtesten Moselweinberge. Mit ihrem Ergrünen hot's noch gute Weile. Breiter und ruhig öffnet sich schließlich dos Moselbett oberhalb 2k e u m a g e n, der alten römischen Kaiserresidenz Noviomagus des vierten, letzten Jahrhunderts, ins weite Trierer Tal. Drüben aus dem Einschnitt des Gebirges strömt der Mosel die Kyll aus der Eifel zu. Hnt) von diesem Einschnitt an tritt der rote Sandstein schroff und nackt hervor — bei Trier unmittelbar bis ans Moselufer. Die Landschaft erhält nach dem grauen Schiefer der Weinberge, dem erdigen Braun und dem kahlen Eich- waldgestrüpp einen leuchtenden Ton. Sm weiten Trierer Talkessel ist seit Wochen das letzte Eis verschwunden. Hier herrscht schon früh im Sahr südliches Klima. Diese Stadt ist die Rast- und Gaststätte für alle Völker, die von West nach Ost und von Ost nach West zogen. Auf den römischen Mauern baut sich fränkische Siedlung, aus Borzeit-Heimatsgöttern werden römische Herren und Weltkreisgötter — und dann werden wieder aus südländischen Madonnen heimische Muttergöttinnen in christlichem Gewände, die dem Sesustinde die pralle Traube der Moselrebe zum Spiel Hinhalten. All diese Wandlungen der Götter kann man an Ort und (Stelle oder im reichen Provinzialmuseum, im Diözesanmuseum, im Weinmuseum und im Moselmuseum betrachten. Morgens schimmert durchleuchteter Nebel um das Römertor, die Porta nigra. Jedesmal erneut sich der Zauber dieses Anblicks: fast zwei Sahr- tousende hat der riesige mörtellose Quaderbau überdauert, und jeder Frühling macht ihn ehrwürdiger. Steigt man am frühen Nachmittag aus der Straßen quetschender Enge und der Kirchen, der prachtvollen Kirchen ehrwürdiger Nacht hinauf auf die Felsensöller und Berge jenseits der Mosel und macht vor dem alten „Weihhaus" im Garten unter hohen Lebensbäumen und glänzenden Lorbeerhecken halt — den Blick weit hinaus ins offene Tal auf die blau schimmernde Stadt —. dann kommen Erinnerungen an Begegnungen mit dem Frühling im wahrhaftigen Süden, im Tessin etwa. Grün leuchtet inmitten der Stadt das Kupferdach des römischen Dombaus mit der breiten frühromanischen Fassade. Nicht weit davon ragt wieder breit, regelmäßig durch Fensternischen gegliedert, die Ziegelsteinwand der römischen Basilika. Diese Akzente geben der Stadt einen fast italienischen Charakter. Dazu stimmen die vielen Gartcnhöfe, hoch ummauert, irgendwie ilc&crbkibfd der römischen Atrien. Wandert man an der Mosel drüben südwärts nach St. Matthias hinaus zur uralten Basilika mit dem 2lpostelgrab, so glaubt man beim Eintritt durch das hohe Borhoftor in ein toskanisches Kloster zu treten. Rings lagert sich seit alter Zeit — jetzt erneuert — die würdige Benediktiner- abtei. Römischer Hauch überall, ilnb man braucht nur metertief ins Erdreich zu graben, so steht das wahrhaftige Rom wieder auf. Professor L o e s ch ck e grub in diesem Winter am Rande des berühmten Tempelbezirks int Altbachtal zwischen den Ausläufern von Trier und der am Hügel gelegenen Borstadt Heiligkreuz eine prachtvolle Marmorlopie eines griechischen Originals aus: die Trierer Diana. Kopf und Arme fehlen. Aber sonst ist die lebensgroße Statue im ganzen Glanze höchster antiker Kunst in Trierer Erdreich erhalten. Wald". Feld- und Muttergottheiten thronen über diesem Lande, das milder und mütterlicher ist. als das rauhe Gebirge ostwärts und die offene Ebene nordwärts. Eine Fahrt in die Eifel hinauf lehrt uns das gerade in dieser Jahreszeit. Aus den römischen Gärten hinein ins waldige, bald zur Hochschlucht sich verengende Kylltal. Dort hausen an den roten Sandsteinfelshängen die Steinmetzen und Michlstcinschläger. Shr Tal, ihr Felfenland, ihre Wälder sind auch jetzt in ihrer strengen Borfrühlingsherbheit schön. Unten zwilchen Fußweg und Bahndamm schießt die Kyll durchs Steingeröll. Riesig ragt vor einem der vielen Tunnels der einer Gralsburg ähnliche Fels von Kyllburg auf: Bergfried und Stiftskirche tragend. Sm Strahle der Frühlingssonne gewinnt der uralte Eifeldom ein milderes Gepräge. Aber wer hinaufwandert, die steile schmale Burgbergstrahe entlang zum Plateau, der entdeckt an den Verkröpfungen dieses Eifeldoms noch die steinernen Köpfe der wilden Eifeljäger, der dämonischen Waldmänner heidnischer Borzeit: sie beherrschten als gebannte Dämonen diese Urlandschaft mit ihren toten Kratern, darin gespenstisch in der Mondnacht die Mare, die Kraterseen, blinken... Morgens trägt uns der Schnellzug dann durchs weite, öde Bergland hinab nach Euskirchen und weiter hinüber ins Flachland zum Rhein, bis am Horizont die Türme des heiligen Kölns erscheinen. Zwischen Kassel und der EdeNalsperre. Von PH. Hofmann, Lang-Göns. Der Herkules war von Wolken umhüllt, als wir von Wilhelmshöhe aufwärts stiegen. Bald setzte ein leichter Regen ein, der uns aber nicht hinderte, trotzdem die 1QD0 Stufen neben den Kaskaden zu erklimmen. Und wir bereuten es nicht. Denn als wir anlangten, zerriß der Wind die Wolkenwand, und wir hatten - - allerdings nur kurze Zeit — einen so herrlichen Blick auf Kassel und die nächste Umgebung, alles lag in blendendem Sonnenschein, wie selten einmal. Dann waren wir mitten drin in den Wolken, alles verdeckt. Es war ein Mittwoch, und kratz des trüben Wetters waren viele Leute erschienen, denn an diesem Tage rauscht das Wasser über die Steinhäuser. tief unten aber springt die große Fontäne. Wir besichtigten wieder einmal die Löwen- b u r g mit den verträumten Stuben und fürstlichen Gemächern. Dann aber zogs uns hinaus in den Habichtswald, der eigentlich noch viel zu wenig bekannt und viel zu wenig durchwandert wird. Er ist nicht sehr ausgedehnt, aber doch eins der schönsten deutschen dllittelgcbirge, besonders weist er einen Waldbestand auf, der an Alter und Schönheit seinesgleichen in Deutschland sucht. Ueberall ragen knorrige Eichen und dicke, glattschaiige Buchen zum Himmel. Rach allen Seiten führen gut gepflegte Wege, tief eingeschnittene Tälchen mit rauschenden Bächen, viele Aussichtstürme laben uns ein. Derpfle- gungsstätten finden wir reichlich. Dom Herkules aus kann man nordwärts über den Hühnerkopf (496 m, Aussichtsturm) wandern und dann nach Dörnberg abfteigen. Hat man aber Zeit, so gehe man auf der Höhe weiter über den Friedrichs st ein (579 m, Aussichtsturm) nach Zierenberg, von da bringt uns die Bahn über Bolkmarsen nach Arolsen. Roch steiler fällt der Habichtswald nach Süden ob. Eine der schönsten Waldstraßen führt durch den Forst Kirchditmold (nach SW Bis- marcksturm) hinab nach Elgershausen oder westwärts an einem Dasaltwert vorbei nach dem größeren Orte Hoof. Auch hier sind wir wieder an der Bahn. Bon Wilhelmshöhe aus schlängelt sich eine Kleinbahn, den Habichtswald umfahrend, nach Naumburg (Bez. Kassel). Fruchtbare Aecker und Wiesen dehnen sich links und rechts der Bahn aus. Der eigentümliche Reiz der ganzen Landschaft von Wilhelmshöhe bis Naumburg liegt aber darin, daß überall mit Wald bewachsene Bergkegel steil auf ragen; gar nicht zusammenhängend, sondern in großer Einsamkeit stehen diese Berge da. Sie haben oft eine Höhe von 500 Metern und mehr. Das Städtchen Naumburg aber, der Endpunkt der Nebenbahn, verdient besondere Hervorhebung. Ganz verträumt liegt es in einer reizenden waldreichen Gegend, an dem Kreuzungspunkt der Straßen Waldeck—Kassel und Fritzlar—Wolsshagen. Hoch ragt das Städtchen über die Reste der südlichen Ringmauer empor. Kommt man von Norden oder Westen, so sieht man die Häuser wie eingebettet in eine Mulde zwischen dem Burghain und dem zerklüfteten Kuhberg. Die alten Fachwerkbauten und die engen Straßen erinnern an die Zeit mittelalterlichen Glanzes. Spaziergänge auf den Kuh - berg und in den nahen Burghain, an den sich große städtische Waldungen anschließen, sind sehr lohnend. Naumburg hat etwa 1500 Einwohner. Für abgehetzte Stadtmenschen kann man sich kaum eine ruhigere und schönere Sommerfrische denken. Bon Norden b?r arüßt auf steilem Waldkeqel ti? Ruine der Weibelsburg, en: d:r sch'-m- ften und stolzesten Ruinen -^e.^n-Nassaus. Bon dem Turm (504 m) hat man einen herrlichen Fernblick in das hessische Hügelland. Bekannt ist ja die Weibelsburg durch manche schöne Sage. Bon Naumburg aus erreicht man auf schönen Waldwegen in drei Stunden Waldeck und damit eine ganz andere Welt. Aus dem Wald heraustretend sehen wir den Edersee vor uns liegen, im Süden begrenzt von der gewaltigen Sperrmauer, ein künstlerischer See, geschaffen in vielen Sahren mühevoller Arbeit, um die Wefer- schiffahrt im Sommer zu erhalten, daneben aber den Menschen durch gewaltige Kraftwerke Licht und elektrischen Strom spendend. Waldeck ist als Ausgangspunkt für Wanderungen wie geschaffen. Wasser. Wald, Heide, wunderschöne Täler und hohe Berge locken. Nach anstrengender Bergwanderung können wir mit dem Dichter fingen: O Lust, vom Berg zu schauen weit über Wald und Strom, hoch über sich den blauen tiefklaren Himmelsdom! (Eichendorff.) Neisewinke. Nordfccbnd Borkum. Aus .einer gesundheitsstatistischen Zusammenstellung hat sich ergeben, daß die Heranwachsende Jugend der Insel Borkum durch die Eigenart der Hochsee- klimatischen Berhältnisse in ihrer Entwicklung äußerst günstig beeinflußt wird. Vor allem ist es neben der völligen etaub= und Keimfreiheit der salzhaltigen öceluft die ständige, leichte Luftbewe- gung, die auf die Funktion des Stoffwechsels einen so vorteilhaften Einfluß ausübt. Hinzu kömmt die Wirkung des Reflexlichtes, das von der weiten Fläche des Meeres und dem weißen Dünensand zurück- geworfen wird, und aus dein Wege über die Hautgefäße und Hautnerven reflektorisch den Gesamtorganismus zu einer gesteigerten Lebenstätigkeit anregt. Nordsccbad Westerland. Das große Nordseebad Westerland (auf der größten deutschen Nordseeinsel Snlt) bringt in diesem Jahre ein sehr anschauliches, reich bebildertes neues Faltblatt heraus, das mit einem Doppel-Eoupon versehen ist, der einmal der Bestellung der ausführlichen, bilderreichen Kurschrist und zum andern zur Anfrage dient, über den kürzesten und billigsten Reiseweg nach Westerland. Eine neue Tropfsteinhöhle im Harz. Die vor einiger Zeit in einem Gipssteinbruch zwischen Bad Sachsa und Neuhof im Harz entdeckte Sachsensteinhöhle ist im Lause der letzten Monate mit gangbaren Wegen, Beleuchtung usw. versehen worden. Die Höhle besitzt ähnlich wie die bekannte Herrmannshöhle wundervolle Säulen- und Figurenbildungen, die durch das Sickerwasser entstanden sind. Wanderfahrten. Gießen—Garben keich—,Pfahlgraben—Arnsburg— Münzenberg. Eine lohnende Wanderung ist die Begehung der roten Strichmarkierung, die bei der Universitäts- Bibliothek ihren Anfang nimmt. Wir gehen den Schiffenberger Weg entlang hinter dem Forstgarten her, kommen durch Hausen, später durch Garbenteich, wo das Zeichen, nachdem wir die Schule passiert haben, bald darauf auf einer, von den Römern vor nahezu 2000 Jahren angelegten breiten Straße weiterführt. Nach einer Weile erreichen wir den Wald und jugleid) den Pfahlgraben, dem wir jetzt folgen. Wir überschreiten die Dorf-Giller Straße, gehen eine Zeitlang am Waldrand entlang und kommen darauf wieder in Hochwald, wo wir den besterhaltenen Teil des Pfahlgrabens antreffen. Das Zeichen weist uns weiter über den Jägerpfad, wo wir hübsche Ausblicke in die Wetterau haben, nach Kloster Arnsburg, dessen Anlagen wir besichtigen. In der ehemaligen Klostermühle gute Einkehr. Auf allerdings schattenlosen Wegen wandern wir weiter über Trais-Münzenberg mit schönen alten Fachwerkbauten nach unserem Endziel Münzenberg, wo auch die Wegebezeichnung ihr Ende findet. Vor der Heimfahrt über Butzbach oder Lich besichtigen wir noch die interessante Burganlage und genießen von der Plattform des Bergfrieds eine weite, umfassende Rundschau. Dauer der 'Wanderung 4$ Stunden. Bieber — Dünsbachlal — Crumbach — Waldhaus — Krofdorf. Von unferm Ausgangspunkt Bieber wandern wir durch das schöne Biebertal an vier Mühlen vorbei. Vor der letzten, der reizend gelegenen Obermühle teilt sich der Weg, wir schlagen den zur Rechten ein, bei einer nochmaligen Gabelung den zur Linken und gelangen so in das einer Waldschlucht ähnliche Dünsbachtal, das einen idyllischen Charakter aufweist. Zur Rechten ziehen sich die Hänge des Düns- berges her, zur Linken das 416 Meter hohe Helfholz mit dem Todmal, während uns bei Wegebiegung der 365 Meter hohe Ifselscheid entgegen^ Schönsee Sommerfrtade: Beden ea Strand Graben I m Sand Vee Westerlandl erfüllt alle Ihre ErhoJungnrünscba. Ihre Freunde werden es bestätigen. Bitte, tarnen Sie sich Im Reisebüro unser neues Faltblatt geben. Ausführliche Bilder- Kund)rift schicktaufVerlangen dleBade- vcrwaltung Nordoecbad Westerland. Erholung und Ruhe in Laubach/Oberhessen am Fuße des Vogelsbergs, 5 Mi nut. vom Bahnhof und doch allein in herrlicher Umgehung, dicht am Wald gelegen. Schön eingerichteter schattiger Garten, Garage, alle Bequemlichkeiten, gute Zimmer, Balkons, gute und reichliche Verpflegung, 4.50 Mark Tagespreis. 4 Mahlzeiten, reichlich gut bürgerlich, Zentralheizung. Anmeldung für Mai sogleich, besonders für Familien aufenthalt geeignet Näheres durch HENZE, Laubach/Oberhessen Friedrichstraße 8, Tel. 92 Kurhaus Amöneburg Hervorrag. Ausflugsort Terrassen mit Fernsicht Konzertsaal Eigene Konditorei Fernruf 72 BieOen-Amöneburg 32 km Empfehlen Sie ihre Gaststätte in unserer Bäderbeilage! BAD OEYNHAUSEN DIE STADT OHNE STUFEN — DAS GANZE JAHD GEÖFFNET HERZ-NERVEN-UND GELEN KLEIDEN. LÄHMUNGEN. RHEUMA. . ISCHIAS. FRAUENLEIDEN. 0-ZUGSSTATlOKBEPlJN-KOLN/DQESDEN-AM5TEPDfrM - AUSKUNFT DUPCH OE BAOEVEPWALTUNÖ. 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LMIN das^)rt den Namenszug Die zwei Kennzeichen v der Echtheit Es fehlt nicht an Versuchen, der Hausfrau statt des begehrten Palmins irgendwelche anderen Kokos- Speisefette mit fast gleichklingenden Namen und in täuschend ähnlichen Pak- kungen in die Hand zu stecken. Achte darumbeim Einkauf genau auf qrüftt. In der Nähe des letzteren erreichen wir die hochgelegene Landstraße, von der aus wir prächtige Blicke in das Vers tat und in die Marburger Gegend genießen. Wir halten uns rechts bis zum Wegweiser am Fuße des Dünsbergs, wo mir nunmehr links gehen, um nach Crumbach zu gelangen. Schwarze Kreuze führen uns von hier durch hübschen Waldbestand zur Höhe nach dem gastlichen Forst- haus Waldhaus. Durch eines der schon früher beschriebenen Täler, Gleibach- oder Fohnbachtal, gehen wir zum Endziel Krofdorf, um von hier aus das Postauto zur Heimfahrt zu benutzen. Dauer der Wanderung knapp vier Stunden. Reiseliteratur. — Führer durch Kassel, Hessen, Waldeck und Wescrbcrgland. Heraus- aeaeben vom Verkehrsverband für Hessen und Waldeck, Kassel, Rathaus. (172.). - Der Führer will ein Ratgeber bei der Auswahl von Hotels, Sommerfrischen, Erholungsstätten und Lieber- nachtungsmöglichkeiten sein. Kleber 1000 ilrxicr» kunftsbetriebe sind in dem Werke auf geführt 3n einem ansprechenden Gewände mit über 100 Bildern — darunter auch Luftbildaufnahmen — und einer Llebersichtskarte ausgestattet, wirbt das Büchlein für das Hessenland, für Waldeck und das Oberwesergebiet, für ein herrliches Wandergebiet im Herzen Mitteldeutschlands, das noch viel zu wenig bekannt ist, aber doch verdient, besucht zu werden. Der im Format recht handliche Führer vermittelt eine Fülle von Angaben über Raturschönheiten und Kulturstätten, vor allem aber über die Llnterkunftsbetriebe, die dem Besucher gastliche Aufnahme bieten. Der Führer gibt Aufschluß über Eisenbahn- und Omnibusverbindungen, nennt ihm die Preise für LIcbcrnachtung, Wochenende, Pensionen u. dgl. m. — „Rheinisches Lan d" betitelt sich eine von dem Rheinischen Berkehrsverband E. D., Bad Godesberg herausgebrachte Werbeschrift, welche die Gebiete Rheinpfalz, Rheinhessem Taunus, Rheingau und Mittelrhein behandelt. Die Schrift, die sich durch eine geschmackvolle auszeichnet, trägt auf den Außen titeln sechs Bilder hervorragender Baudenkmäler bzw. Land schäften, sie bespricht in den geschlossenen Ad- schnitten die Einzelgebiete und gibt dem Fremden Aufschluß über das Wissenswerte in den einzelnen Städten und Orten, charakteristische Adder find dem Werke beigegeben: allgemeine Liebersichtskarten können als wertvolle Ergänzungen bezeichnet werden. Oberhessen. Landkreis Gießen. s Alten - Buseck, 19. April. Mit Beginn des neuen Schuljahres übernahm Lehrer Dr. M e u e r, der zwecks Abschluß seines Studiums ein Jahr aus dem Schuldienst beurlaubt war und inzwischen von Schulverwalter Erb vertreten wurde, wieder die hiesige 2. Schulklasse. Schulverwalter Erb wurde mit der Verwaltung der 4. Schulklassse betraut. Reuausgenommen wurden 16 Kinder, eine gegenüber der Stärke der seitherigen und zukünftigen Jahrgänge verhältnismäßig kleine Zahl. Kreis Friedberg. X Dad-Rauheim, 19. April. Unter dem Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor i. R. Dr. Fuhr hielt die hiesige Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft ihre Hauptversammlung ab. Im Jahresbericht konnte mitgeteilt werden, daß die Mitgliederzahl im abgelaufenen Jahr von 59 auf 85 gestiegen ist. Durch mehrere öffentliche Lichtbildervorträge, die jeweils gut besucht waren, war die Abteilung bestrebt, den kolonialen Gedanken in weitesten Bevölkerungskreisen wachzucrhalten. Beschlossen wurde, den Verein K o l o n i a l - C h r e nb u r g , der sich die Aufgabe gestellt hatte, ein Kolonialmuseum am Johannisberg als ein Denkmal deutscher kolonialer Betätigung zu errichten, wieder neu zu beleben, nachdem er mit den bereits ausge,Parten Mitteln ein Opfer der Inflation geworden war. Oberstleutnant a. D. Leßner, ein verdienter Kolonialdeutscher, der sich um die hiesige Abteilung besondere Verdienste erworben, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Rach Schluß des geschäftlichen Teils der Versammlung hielt Studienrat Dr. Knieriem einen sehr lehrreichen Vortrag über „Die kolonialen Weltreiche". * Gambach, 19. April. Dieser Sage fand die Generalversammlung der Spar- und Darlehenskasse e. G. m. b. H. statt. Es wurde die Iahresrechnung, die in Ausgabe und Einnahme mit 1 338176,99 Mk. abschließt, vorgelegt. An Spareinlagen besitzt die Kasse bis heute 224 000 Mark aus 300 Konten. Außerdem werden 220 lausende Rechnungskonten geführt. Für die Aus- toertung stehen 45 000 Mk. zur Verfügung. Die Kasse zählt 151 Mitglieder: sie konnte erfreulicher Weise mit eigenen Geldern wirtschaften und alle Kreditansprüche befriedigen. Kreis Büdingen. # Berstadt, 19. April. Die ordentliche Generalversammlung der hiesigen Spar- und Leih lasse sand unter dem Vorsitz von H. Alter statt. Der Rechner E m m e l erstattete den Iahresbericht, aus dem folgendes mitzuteilen ist: Die Dermögensbilanz zeigt in Aktiva 93 224,23 Mark, in Passiva 97 889,75 Mk., so daß ein Reingewinn von 1334,48 Mk. erzielt wurde, der teils dem Reservefonds, teils der Betriebsrücklage zugeschrieben wird, ober in Form von Dividende an die Mitglieder zur Verteilung kommt. Die Sicherungsstöcke haben damit wieder einen Betrag von rund 4000 Mk. erreicht. Besonders erfreulich ist es, daß die Spartätigkeit weiter im Steigen begriffen ist: die Spareinlagen wuchsen auf 88 458,77 Mk. an. Das äußere Wachstum der Kasse spiegelt sich auch in der Zahl der Mitglieder wieder. Im Laufe des Geschäftsjahres sind 12 neue Mitglieder cingetreten, so daß nach Abgang von 2 Mitgliedern dcr Mitgliedstand sich auf 118 erhöhte, wodurch das Gefchäftsguthaben sich um 560 Mk. steigerte und die Haftsumme um 10 000 Mk. auf 118 000 Mk. stieg. Echzell, 19. April. Mit Beginn des neuen Schuljahres wurden 23 Kinder in die unterste Klasse unserer Volksschule auf genommen, und zwar 11 Mädchen und 12 Knaben. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 19.April. Zu Beginn des neuen Schuljahres waren 2 5 Jahre verflossen, daß der Reallehrer Georg Decker an der hiesigen Realschule wirkt. Im Anschluß an den Besuch des Lehrerseminars in Friedberg Ham er am 11. April 1904 in seine hiesige Stelle, in der er seitdem erfolgreich zum Besten seiner Schüler gewirkt hat. Dem geschätzten Schulmanne gilt die volle Sympathie weitester Kreise unserer Einwohnerschaft. Preußen. Kreis Wetzlar. # Krofdorf, 19. April. In dem an der Westgrenze unserer Gemarkung sich hinziehendeii Wald der Gemeinde Launsbach entstand am Mittwochabend gegen 6 Llhr ein Feuer, das leicht schweren Schaden hätte an- sei Grippe, InfBuenza u. a. arrällungsfranrheiten haben sich Togal-Io. bleiten hervorragend bewährt. 3m Knsangsstadium genommen, verschwinden die ttrankheitserschcinungen jofort Laut notarieller Bestätigung sind innerhalb 6 Monaten mehr als 15Q0 Gutachten allein aus flrjtc kreisen eingegangen, darunter von namhaften Prof, u. aus ersten Kliniken u. Krankenanstalten, üben laschende (Erfolge! Stagen Sie Ohren. flrjtl Togal ist in allen Apotheken erhältlich. Preis ITC. 1.40 tt»J2.5Lltb..0.46Chinm.74.3 Add. acetsal.ad 100amyl.«< BEKANNTMACHUNG Die unterzeichneten gärtnerischen Vereinigungen teilen den verehrl. Einwohnern von Gießen und Umg. mit, daß die Verkaufszeit an Sonn- und Feiertagen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen von 11 bis 13 Uhr festgesetzt ist. Diese Bestimmung gilt für Gartenbaubetriebe, Blumengeschäfte und Friedhofsgärtnereien. Bei Bedarf von Blumenspenden zu Freud und Leid sowie jeden sonstigen Geschäftsverkehr bitten wir um Verstöße mit der Behörde zu vermeiden, diese Bestimmung zu beachten • Bezirksgruppe Gießen des Landesverbandes Hessen-Darmstadt im Reichsverband für den deutschen Gartenbau e. V. Bezirksgruppe Gießen des Verbandes deutscher Blumengeschäftsinhaber e. V. 361 il) Lohittiiti Sägewerk empfiehlt lieh für Lohn' fchnitt (bis zu 70 cm Durchmeffer) Standard-Motorräder 500 ccm Touren mit Nickeltank L schwarz unter billigster Berechnung M.MI.,Sägewerk Aliendorf a. d. Lda. isew ttilläSIW Maschinenfabrik Fulda GA 50% Platz- n. Kraft- Ersparnis erzielen Sie mit unseren Elektro* riemenlosen Holzbearbeitungs- Maschinen la Portland Zement bester Qualität, unter Syndikatspreis 0. 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Die Gemeinde Kinzenbach hat die Herstellung von 2 Pflasterrinncn in 110 und 150 m Länge und den Ausbau eines Weges (Klcinschlagdcckc) in 300 m Länge zu vergeben. Die Kostenanschläge liegen bei dem Unterzeichneten offen, woselbst auch Angebote, in Prozentsätzen der Kostenanschläge berechnet, bis zum 5. Mai d. I., nachmittags 6 Uhr, einzureichen sind. Kinze ubach, den 20. April 1929. Der Gemeindevorsteher: 3616 D Bepler. Verkaufspreis Mk. 0.85 per Pfund. 2d69V Verdingung. lieber verschiedene Bauarbeiten bei der Schule in Salzböden sollen nachstehende Bauarbeiten öffentlich getrennt vergeben werden. Los 1 Erd-, Maurer- und Betonarbeiten, „ 2 Zimmerarbeiten und Schreinerarbeiten, „ 3 Wcißbindcrarbciten, „ 4 Klempner- und Jnstallations- arbeiten. Angebotsformulare können gegen Erstattung von 1,— 5U€ für Los 1 und 3 und 0,50 M für Los 2 und 4, solange der Vorrat reicht, auf Zimmer 79 des Kreisbauamtes bezogen werden. Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum tag, dem 25. April 1929, vor- 11 Uhr, an den Unterzeichneten, 79 des neuen Kreishauses, cin- , , woselbst zu gleicher Zeit auch die Oeffnung der Angebote im Beisein der etwa erschienenen Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist 10 Tage. 3607D ___________Der Kreisbaurat.___________ Arbeitsverftelrung. Die zur Ausführung der Kanalisation in dcr Steinstraße und Herstellung von Chaussierungen und Pflasterarbeiten in der Wald- und Stcinstraßc zu Daubringen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen auf Grund dcr Rcichsverdingungsordnung im ösfenllichcn Wettbewerb vergeben werden. In Frage kommen: 210 cbm Erdaushub, 100 lsd. m Tonrohre, 3 Sinkkasten, 1 Schachtabdeckung, 200 qm Gossenpflaster aus vorhandenen Steinen, 150 qm Chaussierung, 60 cbm Basaltkleinschlag und 400 qm Bankett- Wie Aquarien, Netze, Futter, Pflanzen UfW. 30I1D Meinten) Batznhofstr. 59. ÄteP ArnM« werd, sachgemäß u. preiswert gestimmt u. revar. OSerlmac" (Sieben. JJiodflcJi Telephon 2403 Verkant o. neuen x ». gebr. Klav. Mitteln Wetteraner. oelbfL frost fr., per Zir.öM. inkl. Sack, frei Bahnhof Gtei;., liefere dir. an Berbr. geg. Eins, d. Betr. ob. Nachn. Hcinr. Schneider, Landwirt. Utvbe, P. Beritndt, Wetter. Kalk Herstellung. Die Voranschläge liegen auf der Burger- meisterei Taubringen zur Einsicht der Interessenten offen. Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen sind ver- schloßcn und postsrci bis zum 29. d. M., vormittags 11 Uhr, auf der Bürgermeisterei Daubringen abzugeben, dortselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. 3578V Zuschlagsfrist 14 Tage. Freie Dahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. Daubringen, den 18. April 1929. Hessische Bürgermeisterei. Preis. Wir liefern vromvl la gebrannten Grau- und Weißkatt J Kan Schlierbach $ Co. G.m.b.H.Kalkwerke, Bieber a. B. b. Gießen. Fernfvr.: Rodhelm o. B. 16. •••••••••••• Schwapp ß ist dal la Hohl- und Vollbohrer für alle Systeme Kipp- und Steinspalthämmer Hacken, Steingabeln, Scharrierwerkzeuge Schrotmeißel, Brechstangen Stahl in Stäben oder Stücken für Bohrer, Hämmer, Meißel, Brechstangen, Schweiß-und Stählstahl Werkzeugstahl, Schnelldrehstahl liefern ab Lager oder kurzfristig E.Ruhrberg &Co. Düsse dorf-Oberkassel WenWM« Biildiroien WiliWsen IN nur besten Sorten und nur l a Clualtu froitfr. überwintert. sehr stark, miv dem Einschlaa, sehr billig. (Sblc ^lieber, (Ära zilis, DcnNic», sow. a. Srühlingd-- blumcnvflanzcn empfiehlt preiswert Gärtnerei Mges, Marvnrg. Str 67 Telephon 74N. Auto-Ueeb Tel. 1790. o ,„D Arbeitsvergebnrrg. Für den Neubau eines Dicnstwohn- gebäudes (Einfamilienhaus) in Lauterbad), Obcrhefscn, sollen die Schrcmerarbeiten öffentlich verdungen werden. Tie Verdingungsunterlagen liegen bet der unterzeichneten Dienststelle und beim Finanzamt in Lauterbad) zur Einsichtnahme aus. 3579D Angebotsvordrucke können bei den vorgenannten Dienststellen abgeholt werden. Die Angebote sind verschlossen und mit dcr auf Seite 1 dcr besonderen Vertragsbedingungen angegebenen Aufschrift versehen, portofrei zu dem auf Montag, dem 29. April, vorm. 11 Nhr, festgesetzten Termin einzureichen, wo sie in Gegenwart der Bieter geöffnet werden. Gießen, den 20. April 1929. Neubauleitung der Baugruppe des Landesfinanzamts, Landgraf-Philipp-Platz 4. (Wachtgebüude bei der Zeughauskascrne.) Gießen, Settersweg 46 Plissearbeiten in allen fyiustern und in bester Ausführung bei Färberei Braubach & Fischer y» VlM miiu l bet enden entern r an» >e nerlt, worauf sie zur Brandstätte eilten. Durch ^gießen aus dem vorbeifliehenden Kaltenbach ireb sonstige tatkräftige Löscharbeitcn gelang es, ,r größeres Umsichgreifen des Brandes zu ver- 1 bt5 lchn, 9-en ch de; -April 'm en f f)at. )mpQ: Motorradrennen ^und um Schotten^. Für das Motorradrennen „Rund um Schotten" am 16. 3uni werden demnächst die Ausschreibungen verschickt. Da die 5. Schottener MotorTilgung deS Daukapitals 2100 Mk. übrig bleiben. Man hofft in etwa 10 Jahren die Kleinkinderschule schuldenfrei zu haben. Die größere Vertretung der Kirchengemeinde hat einstimmig beschlossen. der Frage des Baues der Kleinkinderschule näherzutreten. Es hat sich ein vorbereitender Ausschuß gebildet, dem Pfarrer Schneider, Landwirt Anton Braun II., Gemeindevorsteher Johannes Jung, Landwirt und Händler Anton Hartmannsheim und Fabrikant Johannes Mehl angehören. Wenn sich nicht unvorhergesehene Schwierigkeiten ergeben, sollen die Vorarbeiten so beschleunigt werden, daß mit dem Dau der Kleinkinderschule noch in diesem Sommer begonnen werden kann. Oie Motorradkatastrophe bei Butzbach. vuhbach, 20.April. (Eigener Drahtberichl.) Zu dem schweren Unglücks fall aus der Landstraße zwischen Vuhbach und Riederweisel, über den wir gestern schon berichteten, erfahren wir weiter, daß bei dem Vorfall außer dem getöteten Kaufmann Dinkel und dem schwerverlehlen Anstreicher Müller noch ein dritter junger Mann, der etwa 17 Jahre alte Balser aus vuhbach, zugegen war. Balser wurde durch den Anprall des Motorradlers in den Straßengraben geschleudert, er hatte aber die Geistesgegenwart, sofort wieder aufzuspringen und die Hummer des davonsausenden Motorrades festzustellen und aufzuschreiben. Es handelte sich um die M a s ch i n e VO 3167, als deren Eigentümer der Spengler- meister Fisch aus Bad-Nauheim festgeslellt wurde. Der schwerverlehle Müller wurde zunächst in das Johannilerhospital zu Niederweisel verbracht, im Laufe des gestrigen Tages aber nach seiner Wohnung übergeführt, wo er zur Zelt noch schwer darniederllegt. Vor nächstem Montag wird er nicht vernehmungsfähig sein. Die Staatsanwaltschaft Gießen ist zur Zeit mit der Untersuchung des Vorfalles beschäftigt, hierbei wird sich wohl auch Herausstellen, ob der Motorradeigentümer Fisch die Maschine fuhr, oder ob eine andere Person als Lenker des Fahrzeugs in dieser tragischen Stunde in Betracht kommt. Llotra-Momvlexa das Blut- und Rervenregenerationsmiitel auS hochwertigen Heilkräutern hat die heilvollsten Einwirkungen auf den menschlichen Gesamtorganismus und ist bewährt bei Kopfleiden und körperlichen Beschwerden aller Art. Preis AM. 2.—. Aufklärende Broschüre liegt jeder Packung bei. Zu haben in den Apotheken, bestimmt in der Engel- Apotheke Gießen, Marktplatz. 02374 Spiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 21. April, von 19*/3 bis 22'/« Tlhr: Fidelio. Montag, 22., von 18 bis gegen 23: Parsifal. Dienstag, 23., von 19'/, bis gegen 22'// Der Wildschütz. Mittwoch, 24., von 19'/z bis 23: Aida. Donnerstag, 25.. von 20 bis nach 22'/2: Turandot. Freitag, 26., von 19'/. bis 22'/°: Die Jüdin. Samstag, 27., von 19'/2 bis gegen 22'/2: Don Juan. Sonntag, 28., von 17'/2 bis gegen 23: Die Meistersinger von Aürnberg. Montag. 29., von 19*/2 bis 223/i: Die Fledermaus. Schauspielhaus. Sonntag, 21. April, von 10'/g Ähr: Aufnahmeprüfung des Bühnenvereins und der Genossenschaft. Von 15 bis gegen 17'/2: Der brave Soldat Schwejk. Von 20 bis gegen 221/i: Die schwarze Kugel. Montag, 22., von 20 bis nach 22'/2: Was Ihr wollt. Dienstag, 23.. von 20 bis 221/,! Katharina Knie. Mittwoch, 24., von 20 bis nach 22'/2: Was Ihr wollt. Donnerstag, 25., von 20 bis 22'/4: Karl und Anna. Freitag, 26., von 20 bis nach 22'/2: Was Ihr wollt. Samstag. 27.. von 20 bis gegen 22'/,: Helden. einige Zeit auf sich warten lassen. Gras und Klee sind im Wachstum noch sehr zurück, so daß mit einem späten Einsetzen der Grünfutterernte zu rechnen ist. <> Hochelheim, 18. April. Die Arbeiten an dem Bau einer Wasserleitung mit Kanalisierung für die hiesige Gemeinde sind in vollem Gange. Die Zuleitung von Niederkleen bis Hochelheim, die durch das Baugeschäft Zöller in Dornholzhausen ausgeführt wird, ist bereits von der Ouell- fassung in der Gemarkung Niederkleen bis fast durch das Dorf Niederkleen fertiggestellt. An dem Bau der Ortsleitung mit Kanalisierung ist die Firma Weimer (Gießen) mit etwa 60 Arbeitern beschäftigt. Der Kanal ist bereits von dem Auslauf in den Kleebach am hörnsheimer Wehr bis an die Kirche in Hochelheim gelegt, ebenso die Wasserleitungsrohre von der Transformatorenstation am Dorfausgang nach Hörnsheim bis an die hiesige Kirche. Da es sich fast durchweg um Stechboden handelt, schreiten die Bauarbeiten'schnell vorwärts. Infolge der Arbeiten sind die Kleebachtalstraße, die Verbindungsstraße von hier nach Lana-Göns und die Verbindungsstraße von hier nach Klein-Rechtenbach für jeglichen Fährverkehr gesperrt. Die Verkehrsumleitung erfolgt bei der Kleebachtalstraße von Niederkleen über Klein- und Groß-Rechtenbach nach Hörnsheim, bei den übrigen Straßen ebenfalls über Hörnsheim. Das Postauto der Linie Gießen—Hochelheim verkehrt auf der Mittagsrückfahrt vom Bahnhof Großen-Linden nur bis Hörnsheim, auf den übrigen Fahrten auf der Verbindungsstraße Hörnsheim—Lang-Göns bis zur Gemarkungsgrenze Lang-Göns und von da nach Hochelheim. Bei dem Aufbruch der Kleebachtalstraße wurde am Dorfausgang nach Hörnsheim zu etwa einen halben Meter unter der Straßendecke eine zweite Straßendecke festgestellt, die aus Feldwackensteinen primitiv hergestellt war. 0 Hochelheim. 19. April. Dem Beispiel verschiedener benachbarter Gemeinden folgend, beabsichtigt die hiesige Kirchengemeinde eine Kleinkinderschule zu bauen. Um das Vorhaben durchführen zu können, hat die Zivilgemeinde in anerkennenswerter Weise die unentgeltliche Äeberlassung eines Bau- und Spielplatzes. sowie eines gewissen jährlichen Zuschusses in Aussicht gestellt. Weitere Zuschüsse hofft man von behördlicher Seite noch zu erhalten. Das Baukapital ist auf 25 000 Mk. geschäht: es soll im Anleihewege beschafft werden. Die Verzinsung und Tilgung des Daukapitals erfordert eine jährliche Summe von 2500 Mk., deren Aufbringung wie folgt gedacht ist: Schulgeld 1200 Mk., Zuschuß der Zivilgemeinde 300 Mk., Jahresbeitrag der rund 200 Haushaltungen 1200 Mk.. auswärtige Spenden 300 Mk., kirchliche Sammeltätigkeit 100 Mk., zusammen 3100 Mk. Die ünter- haltungskosten der Kleinkinderschwester berechnet man auf 1000 Mk., so daß zur Verzinsung und rad-GeschwindigkeitSprüfung, wie die offizielle Bezeichnung ist, die einzige motorsportliche Veranstaltung im weiteren Bereich des rhein-maini- schen Wirtschaftsgebietes darstellt, mit der die Austragung eines Laufs um die deutsche Meisterschaft für Motorradfahrer verbunden ist, so begegnet sie allgemein großem Interesse in allen Kreisen des Motorsports. Das Aennen .Rund um Schotten" ist nur offen für Inhaber der internationalen Lizenz: für Inhaber des natio- nalen Ausweises findet ein gesondertes Rennen statt, das den Ramen .Vogelsberglauf" führt. Die Anzahl der zu fahrenden Runden ist gegenüber den Vorjahren wesentlich eingeschränkt, es werden nur zwei bis vier Runden der 17,6 km langen Rundstrecke gefahren. In den Klassen 250 bis 350 ccm, den beiden Meisterschaftsläufen, müssen jedoch je 12 Runden gefahren werden. Für die Sieger hat der Veranstalter, der Vogelsberger Automobil- und Motorradklub, namhafte Preise vorgesehen, zu denen noch Stiftungen der Industrie kommen. chten können. Die Ursache des Brandes war, daß »a einigen am Waldesrand spielenden Schul- itbern ein Knabe ein Feuerchen angelnde t hatte. Als die Kinder dann die Ausdehnung der Flammen sahen, flüchteten sie. Zum lück wurde daS Feuer alsbald von unserem Ge- । zindeförster und seinen Kulturarbeitcrinnen auf >en Heimweg aus dem hiesigen Gemeindewald i intern. [ Kinzenbach, 19. April. Die hiesige Ge- niindevertretung bat in ihrer letzten Sitzung bell, offen, für den Gemeinde wo ld ein neues Betriebswerk aufstellen zu lassen. Der auf 0« Jahre geltende bisherige Betriebsplan ist abge- „efen. Zur Deckung der durch die Anfertigung des , h jen Betriebswerkes entstehenden Kosten will die lameinte einen Extrahieb im Gemeindewald beitragen. Für das laufende Jahr sind in unserer 1 «meinte verschiedene Wegeverbesserungen - gesehen. Die Bahnhofsstraße soll auf der rechten, ii« Krosdorfer Straße auf der linken Seite mit 'iinnenpflafterung versehen werden: außerdem ist Lc r Ausbap einer Ortsstraße, des sog. Waldwegs, na dem in den letzten Jahren mehrere neue Häll- c gebaut worden find, geplant. -x) Aus dem Hüttenberg, 18. April. Am :i mstag hat die gesetzliche Schonzeit für : *i) n e p f e n begonnen. Wohl noch in keinem Jahre ilcn die Schnepfen so spät „gestrichen", als in eiern Jahre. Zweifellos ist dies auf den strengen .uh langanhaltenden Winter zurückzuführen. Die Ergebnisse des diesjährigen Schnepfen- rrichs waren durchweg s c h r g e r i n g. In vermiedenen Jagdbezirken des Hüttenbergs wurden erhaupt keine, in andern nur wenige Schnepfen -.schossen, so z. B. in Niederkleen nur eine. -sAusdemK 1 eebachtal, 18. April. Nachdem kif Beginn dieser Woche besseres Wetter eingetreten hat in den Gemeinden des Kleebachtales die irühjahrsbeftellung in vollem U m - m n g e begonnen. Trotz der Feuchtigkeit läßt sich der Beben im allgemeinen gut bearbeiten. In verschiede- Gemeinden des Kleebachtals ist die Aussaat des jjajers bereits beendet. Wenn das zur Zeit herr- rjenbc günstige Wetter anhält, wird in den nächsten lagen auch mit der Aussaat der Gerste und dem ce-gen der Kartoffeln begonnen werden. Saatkorns sein werden zum Preise von 4,50 bis 6 Mark für len Zentner angeboten. Das Wintergetre i d e loggen und Weizen) ist trotz der starken Källe mler der verhältnismäßig hohen Schneedecke g u t iZrchgekommen und steht im allgemeinen gut. ?ie Ob ft b ä u m e zeigen fast durchweg einen guten Fruchtansatz, werden jedoch mit der Blüte noch Bekanntmachung An der Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft in Friedberg finden in diesem Jahre folgende kurzfristige Lehr» gänge statt: 1. Obstbaulehrgang für Geistliche, Lehrer, Landwirte und sonstige Freunde des Obstbaues. Dauer 14 Tage. 1. Teil vom 29. April bis 4. Mai, 2. Teil vom 29.Juli bis 3. August. Schulgeld 8,— JLK. 2. Wiederholungslehrgang für Baumwärter. Beginn am 6. Mai. Schlußprüfung und Anerkennung als staatlich geprüfter Baumwart. Dauer 5 Tage. Schulgeld 5,— 3. Gartcnbaulehrgang für Männer, Frauen und Mädchen. Beginn am 13. Mai. Dauer 6 Tage. Schulgeld 3,— 3Ut. 4. Beerenobstverwcrtungslehrgang für Frauen und Mädchen. Born 16. bis 18. Juli. Schulgeld 3,— 5ML 5. Obst- und Gemüscverwertungslehr- gang für Frauen und Mädchen. Bom 27. bis 29. August. Schulgeld 3,— 6. Eintägige Lehrgänge für Obstweinerzeuger und Obstverpackung. Anmeldungen und Anfragen sind an die unterzeichnete Direktion zu richten. Für den im Frühjahr 1930 stattfindenden achtwöchigen Baumwärterlehrgang werden schon jetzt Anmeldungen bei der Direktion der Lehranstalt entgegengenommen. Direktion der Hessischen Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft: 3564 D Dr. Schad. Lohrindenverkauf. Der diesjährige Lohrindenanfall nachstehender Gemeinden des Amtes Rechtenbach soll im Wege des schriftlichen Angebotes verkauft werden, und zwar aus den Waldungen: Ebersgöns ... zirka 100 Zentner 18jährig Oberkleen.... „ 80 „ 19 „ Reiskirchen... „ 40 „ 17 „ Vollnkirchen.. „ HO „ 15 „ Die Kaufbedingungen, denen sich die Bieter zu unterwerfen haben, sind von hier gegen Voreinsendung des Portos zu beziehen. Angebote im einzelnen oder insgesamt sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Montag, dem 29. April 1929, vormittags 10 Uhr, hierher einzureichen. 3605D Großrechtenbach, den 18. April 1929. Der L Bürgermeister. _________Dr. Neumann.__ Drucksachen allerArt tiefen In feder gewünschten Ausstattung itPrein und 1 xeiswert die BrühPeche Ualv. DrucketxL R. lu» Weitershain, den 20. April 1929. 02416 3617D 29hc^°nbC? Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Karl Ludwig Petri. Gießen, im April 1929. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen, für die Ehrungen bei seinem Begräbnis, sowie für die vielen Beweise treuer Anhänglichkeit, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: i. d. n. Katharine Sann. * licnjin* ^autexbad), ^arbeite" liegen bei . und W «W .,i den ”orx .ojcdtar ü« *5%5 in Todesanzeige. Heute vormittag 77, Uhr starb plötzlich und unerwartet mein lieber, für seine Familie treusorgender Mann, mein lieber guter Vater, unser Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Eduard Schmidt im nahezu 30. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Käthe Schmidt geb. Schmitt und Kind Hildegard J. Schmidt, Polizeioberwachtmeister i. R. und Frau. Gießen, den 19. April 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. April von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 36010 Todesanzeige. Allen Freunden, Bekannten und Verwandten die traurige Nachricht, daß meine einzige Schwester Anna am 3. April d. J. im Alter von 39 Jahren und 11 Monaten in Brooklyn (Neuyork) entschlafen ist Georg Lampus. Brooklyn, am 4. April 1929. onso Anerkannte Saattarloffeln Modr. Industrie, l.u. II.Absam, handverlesen. abzugeben nach den Bedingung. sürdieSaaibauitelle der Hess. Landwtrt- schaftskammer. Saatbaustelle Wild. Wanner U. Kircl.-Göne-. Saisongetränt: I a frische *nD Maibowle Ausichankwcin in befannier Güte, 30, 40u.50Pf. ieGlaS. Zum Mittagstisch werden noch einige Abo nenten angenommen. Kein Wein zwang und keine BedtenunaSkoiien. Weinstube Naals Häuschen Walltorstr. 34 Reparaturen an Garienspalter lHäuScheni ufro. werden gut u. billig ausgesührt. 02431 Schack. Zimmermann, Asterweg 12III. Nach einem arbeitsreichen Leben verschied gestern vormittag 7 Uhr nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden nach einer schweren Operation in der Klinik zu Gießen mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater Herr Gemeinderedmer i.R. GeorgStein Beuern, Wetzlar, Gernsheim a. Rh., den 20. April 1929. Christine Stein geb. Ranft und Kinder Enkel und Urenkel. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. April, nachm. 2*/, Uhr statt. J574D i Bekanntmachung. | TienStag, den 23. April 1929, findet , Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt', sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche fchutzgeimpft. Auftriebszeit am Markttage von %8 bis 9 Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 8. Mai 1929 statt. 3580 C Gießen, den 20. Aprll 1929. Der Oberbürgermeister. J.V.: Klingspor. Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden aufgefordert, ihre Tauben während der Saatzeit, vom 15. April, bis 15. Mai 1929 einschließlich, einzuhalten, andernfalls die Taubenhaller zu gewärtigen haben, daß sie bestraft und die Tauben von dem Feldschutzpersonal abgeschossen werden. (3418C Gießen, den 13. April 1929. Der Oberbürgermeister. J.V.: Dr. Rosenberg. im 78. Lebensjahre. In tiefer Trauer: FREI 3619D Ruhe! Vertreter für Gießen: J. SCHUPP, Seltersweg 83 Löberstraße 17 Gießen Löberstraße 17 Erbitte körten!oeen Prospekt Oießen 1. Inserieren bringt Gewinn 02432 a&n c4« Krawatte leicht durchziehbar auch nach der Wäsche 3609A C. Röhr & Co 3GO8A i« cP Beste deutsche Bezugsquelle. Dr. H. Beeskow Adler- Standard-6 10/45 P.S. 4/5sitzige Limousine RM. 6750.- ab Werk Adler-Standard-6 12/50 P.S. 4/5sitzige Limousine RM. 6975.- ab Werk Adler-Standard-6 12/50 P. 8. 6/7sitzige Limousine RM. 8300.- ab Werk Überliess. Auto- und Fahrrad-Industrie Otto Göbel GIESSEN, Schiffenberger Weg Nr. 24 • Fernsprech-Nr. 102 DOun» RM85O- QM 925- Irmgard Decker staatlich geprüfte Pianistin Kossenblatt, Kreis i. 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E- lag naße, baß der D-rdacht auf zielten Lasten der Gemeinde nicht vergessen die yairspiu in Einnahme und eine frühere Hausangestellte des erwähnten Zahn- den Bahnbau seinerzeiterst ermöglichten. Ziusaabe mit 1878 380 Mk. gegen 1828 714 Mk. arztes fiel, der öie Betrügereien zuzutrauen xn Betracht kommende Abendzug ist fuc ur •> i -ausguw dem Oege- schwerde an die Aufsichtsbehörde und gegen deren Entscheidung weitere Beschwerde an den Minister des Innern zu. Wenn die Aufsichtsbehörde der Beschwerde stattgibt, so hat die Gemeinde ihrerseits binnen einem Monat das Recht der Befanden keine Annahme. Reu und von großer Tragweite ist die in Art. 11 des Gesetzes vorgeschriebene Einführung von Schiedsgerichten, die im Regierungsentwurf nur für die Landgemeinden vorgesehen war. Die Schiedsgerichte entscheiden an Stelle der seither zuständigen Berwaltungsgerichte bei Besold ungs st reitigkeiten. Das Schiedsgericht kann von dem betreffenden Beamten angerufen werden, das Kreisamt kann aber auch von Amtswegen das Schiedsgericht anrufen, wenn seiner Ansicht nach die Besoldung eines Gemeindebeamten den Vorschriften des Art. 10 des Gesetzes offenbar nicht entspricht. Als erstinstanzliche Gerichte sind drei Provinzial» waren und die auch bald heiraten wollte. Sie wurde ermittelt und den Geschäftsinhabern, bzw. ihren Angestellten in der ersten Hauptverhandlung gegenübergestellt. Sie erkannten sämtlich die Angeklagte als die damalige Käuferin nicht mit aller Bestimmtheit wieder, auch nicht an Hand einer Photographie, immerhin aber mit einer großen Wahr'chcinlichleit. Die Angeklagte beteuerte ihre älnschnld, und die Verhandlung wurde vertagt, da sie ihr Alibi nachweifen wollte. Es ist ihr dies auch insofern gelungen, als sie Alibizeugen beibrachte, insbesondere die Leute, bei denen sie zur Jeit der Betrügereien in Köln in Stellung toar: diese, in Köln ver- Aachspiel zur Darmstädter Oberbürgermeisterwahl. WER. Darmstadt, 19. April. In nonur.cn, bezeugten, sie hielten es für ausgeschlossen. daß die Angeklagte am fraglichen Tage WSR. Dillenburg, 18. April. Der soeben den Krcislagsmitgliedern zugegangene H a u s - des stellvertretenden Oberbürgermeisters Dorgenommen. Dabei ergab sich die gleiche Stellungnahme des Stadtrats, lediglich Stadtverordneter Berndt (Dem.) stimmte diesmal q c g e n öie Wahl des Bürgermeisters Delp zum stellvertretenden Oberbürgermeister, so daß sich diesmal das Stimmenverhältnis 2 4:23 für die Wahl des Stellvertreters stellte. Runmehr wird wegen dieser Wahl das Verwalt ungs st reitverfahren eingelei- tet werden. Der Haushaltsvoranschlag des Silllrei-es. Aus Lardenbach wird uns geschrieben. Starke Erbitterung herrscht hier und in der ganzen AlmgegcnD darüber, daß die Elsenbahn- verwaltung den Ab endzug, 8.18 h r a d Laubach nach Mücke und zurück, wieder abschaffen will. Schon jetzt entspricht der Personenzug-Derkehr lange nicht .den Bedürfnissen. Wenn nun aber der wichtige Abendzug wegfällt, dann werden sich die Gemeinden ernstlich für Autobus verkehr einsehen muffen. Es ist wahrhaftig fein Vergnügen, sich xn den „gemischtxn" Zügen hin- und herschaütcln zu lassen und in Mücke ewig auf die Anschlußzuge zu warten. Wo bleibt das Entgegenkommen der Eisenbahnverwaltung? Daß der Abendzug nicht „rentiert“, ist schon möglich. Wenn das ausschlaggebend fein soll, dann müßte die Eisenbahnverwaltung aber wohl alle Personen- z ü g e auf der Strecke einstellen. Diesen Mangel wiegt jedoch sicher der rege Güterverkehr wieder reichlich auf. Dieser jirö sich sicher noch mehr heben, wenn erst der . mbau der Eisenbcrg- Einschränkung der Anklagen wegen Eidesverlehung. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Die Zunahme der Anklagen wegen wissentlichen ober fahrlässigen Falscheides, die in der letzten Zeit vielfach Gegenstand der Erörterung m Der Oesfentlichkcit gewesen ist, hat den preußischen Iustizminister veranlaßt, an die Staatsanwaltschaften die Mahnung zu richten, bei Anzeigen wegen Verletzung der Eidespflicht der Aufklärung des Sachverhalts und der Prüfung, ob nach dem Ergebnis der Ermittlungen eine Verurteilung mit Wahrscheinlichkeit zu erwarten fei, besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Rach dem gegenwärtigen Stande der Gesetzgebung (im Gegensatz zu den kürzlich bei Beratung des neuen Strafgesetzbuches gefaßten Beschlüssen des Stra.rechts- ausschusses des Reichstages) kommt der Erhcv- lichkeit einer Aussage eine rechtliche Bedeutung nicht zu. Der Iustizminister weist aber auf ein bereits im Iahre 1884 ergangenes Urteil des Reichsgerichts hin, in dem ausgeführt wird, daß in anderer Richtung die Erheblichkeit einer Aussage doch von ausschlaggebender Bedeutung sein könne. Denn wenn der besondere Umstand für die Sache unerheblich gewesen sei, so könne oft einerseits wegen Mangels eines Motivs em willentlicher Meineid für nicht erwiesen erachtet und andererseits auch Fahrlässigkeit verneint werden, da das Gedächtnis in unwesentlichen Punkten weniger treu und auch nicht jeder Zeuge besahlgt sei, bei feiner Aussage auf unwesentliche Punkte eine so gespannte Aufmerksamkeit zu richten, wie sie bei wesentlichen Punkten gefordert werden durfte. Eisenbahnklagen von her Strecke Laubach—Mücke. Landbevölkerung ganz besonders wichtig. Einmal ist er ein rechter Anschlußzug für den Fernverkehr. anderseits ist er sehr wichtig bei Krankheitsfällen. Die Aerzte kommen am Rachmittag, und es ist unumgänglich notwendig, daß man am selben Sage die Arznei noch holen kann. Finanzielle Gründe dürften hier also auf keinen Fall ausschlaggebend fein, sondern allein das Gesamtinteresfe der Bevölkerung. * Gießen, 16. April. Ein wiederholt vor Amtsgericht verhandelter Fall mahnt die schäflsinhaber zur Vorsicht: Eine modern .. kleidete junge Frau, deren Antlitz infolge eines auffallend großen Huts nur schwer zu erkennen gewesen sein soll, erschien in einer Reihe von hiesigen Geschäften mit der Absicht, Ausstat - tungsgegen stände auf Kredit zu kaufen: sie gab sich als Frau eines hiesigen Zahnarztes aus, ohne es "aber zu sein. Die Käufe gelangen der Betrügerin zum Teil, zum Teil auch nicht. In einem Fall wurden ihr die Waren kurz nach dem Einkauf wieder abgenommen, der Geschäftsinhaber versäumte es aber, sofort Anzeige zu schwerde an den Minister des Innern. Ueber die Besoldung der Gemeindebeamten bestimmt die geltende Landgemeindeordnung in Art. 138, daß die Besoldungen der Gemeindebeamten in richtigem Verhältnis zu den zu stellenden Anforderungen stehen sollten. Die Städte- ordnung enthält eine entsprechende Bestimmung nicht. Das neue Gesetz bestimmt in Art. 10 einheitlich für Städte- und Landgemeinden, daß die Besoldung derjenigen vergleichbarer Staatsbeamten angepatzt sein und die an den Gemeindebeamten zu stellenden dienstlichen Anforderungen das Maß seiner Beschäftigung, sowie die örtlichen Verhältnisse berücksichtigen soll. Die Besoldung der städtischen Beamten erfolgt durch eine vom Stadtrat aufzustellcnde Besoldungsordnung. In den Landgemeinden seht der Gemeinderat die Besoldung sest. Bei der Beratung des Gesetzentwurfs im Landtag gestellte Anträge, auch für alle Landgemeinden die Besoldungs- verhältnifse im Wege von Ortssahungen zu regeln, innerhalb des Dillkreises. Amtsgericht Gießen _____ ____ , der gestrigen Stadtratssihung wurde die W a hl- an f e ch t u n g der Dcutschnationalen Volkspartei und der Deutschen Volkspartei gegen die Ober- bürgerrnei st erwähl bekanntgegeben und, da wegen der Wahl des Oberbürgermeisters noch keine Antwort eingegangen war, lediglich nochmals eine Beschlußfassung über die Wahl schiedsgerichte vorgesehen, denen als Berufungsinstanz das Landesschiedsgericht übergeordnet ist. Das Provinzialschiedsgericht besteht aus drei Mitgliedern. Der Vorsitzende und sein Stellvertreter müssen die Befähigung zum Richteramt oder für den höheren Vermal- tungsdienst haben: ein Beisitzer und fein Ver» treter müssen Mitglieder einer Gemeindevertretung, der andere Beisitzer und fein Stellvertreter müssen Gemeindebeamte fein. Den Vorsitzen- , —,, ■■ . .. - , den und seinen Vertreter ernennt der Mimster von Köln weg m Giehen gewesen feu Aber die des Innern. Die Beisitzer und ihre Vertreter Möglichkeit bleibt nach Ansicht des' DeEf doch wählt der Provinzialausschuh, der wegen der zu bestehen. Was Die Eriennbarkcck der Angeklagten wählenden Gemeindevertreter den he's.schen Land- durch die Geschas sleute an angt hatte d e neue gemcinbeiag und den hessischen Stadtetag, und Verhandlung dasselbe Ergebnis wie die frühere, wegen der zu wählenden Gemeindebeamten die und das Gericht vermochte deshalb tro)der für das Land bestehenden Derufsvertretungen vielen Indizien, die zuungunsten der Angeklagteil der Gcmeindebeamten zu hören hat. Das Landes- sprachen, einen vollen .Beweis für die Schuld schiedsgericht entscheidet als Berufungsinstanz in derselben Nicht 3" gewinnen. Es sprach sie wegen einer Besetzung von fünf Mitgliedern. Der Bor- mangeln de nDeweisesfrei. sitzende und zwei Beisitzer, sowie ihre Stell- ------------------------- Vertreter, müssen die Befähigung zum Richter- aA amt oder für den höheren Verwaltungsdienst tWOll I fU haben. Von den beiden übrigen Beisitzern muhen _ , . Y der eine und sein Stellvertreter Mitglieder einer DvN1 deutschen Außenhandel. OemeinbeDcttretung der andere und seinSttdl- Absatz nach den europäischen Gebieten Vertreter Gexneindcbeanne sein. Die Mitgueder rc(atiD günftiqere Entwicklung genommen beö LandesschiCi.sger'chts ^estnt der Minister des ü(d 6cc überseeische Expor', zeigen die Sta- Innern Dabei werden die obengenann^n Or- Außenhandel" mit bestimmten ganisationen entsprechend wie bei der Bildung ^üpdern. Diese Wendung ist in erster Linie auf öcr Provinziallchle^ die Stabilisierung der Währungen, nicht zuletzt LN 5l6,*Iu6 üon Snn6ctiMrlra9cn bau wird erhofft, daß er unter Beachtung der ^zumyre . x> <. u t s ch - f r a n z ö s i s ch e Verschiedenheit der örtlichen Behältnisse eine Warenverkehr zeigt, insgesamt betrachtet, einheitliche Rechtsprechung für das ganöc 2anb cinc -Besserung z n g u n st e n Deutsch- gewährleistet. In den Gantern Bayern Wurt- (anög £ic fcit dem Inkrafttreten des deutsch- temberg und Baden ist der Gedanke der Schieds französischen Handelsvertrages sich eingestellt hat. gcrichtsvarkeit bereits m die A^xis umgesetzt ^r Warenaustausch mit Frankreich, der bis zum für das Landgemelndeoeamtenrea)t, wahrend für Abschluß des Handelsvertrages sehr stark passiv Hessen das ©cbicDggend^Der^ gewesen war. hat sich erheblich zu Deutschlands des vom Landtag gefaxten Beschlusses auch für Insten gebessert. Der Gesamtexport Deutschlands die Städte gilt nxnrfAriftpn nach Frankreich einswließtich Sachlieferungen hat Reu m dem Gesetze sind f^^r die Dorschrist im ^hre 1928 eine Saigerung von 561 auf 693 über die g 0 r 18 a b I u n g ö c S c 0 alt cd bei Millionen Mark erfahren, darunter Fertigwaren Erkrankungen und wahrend des üblichen Erho DQn 1?4 ^uf 312 Mill. Mark. Die Einfuhr a 's lungsurlaubes. Wahrend dieser Zeck Haven die «rankreich ist gleichzeitig von 779 auf 748 Mill. Gcmeindebeamlen Anspruch auf Weckergewahrung mQrf zurückgegangen, so daß sich der Einfuhr- ihrcs Gehaltes. Den vollbeschaftig^n Gemeinde- ^h^schuß zilungunsten Deutschlands in Der beamten ist die unmcktelbar aur Er w erb ge tz^utsch-französischen Außenhandelsbilanz von 217 richtete R e b e n b e s ch a f t i g u n g nur mit ©e Quf 5- Will. Mk. verringert hat. Deutschland nehmigung des Gemonderats (Stadlratst gZtacketz hinsichtlich der Warenlieferungen und der Wird dem Beamten die Genehmigung zur Aus- ^renbezüge aus Frankreich hinter England ubung einer wissenichasflichen künstlerischen oder unö bereinigten Staaten wieder an öriticr literarischen ^mtigkeck versagt so Aht chm das Man kann nun zwar diese Entwicklung noch Recht der Beschwerde an Die Aufuchtsbehorde zw ^ls für längere Zeit gegeben ansehen, ca Auch die Bestimmungen des neuen fic im vergangenen Iahre stark durch die in über das Dien st st r a lrechtb^ugen wichtige t,eit>en Ländern verschiedenartig gerichteien Reuerungen. Reu ist zunächst die VeIeihung der ^iunttureinflüHe bedingt toar. Aber gegenüber Strafbefugnis an die Berussbur germeistcr der Forderungen einzelner Industriegruppen Deutsch- Landgemeinden. Sicfe ecLDeiterung lands. so z.B. der zwcisellos durch den dcutsch- schien geboten im Hinblick darauf, daß ihnen auch zösischen Handelsvertrag benachteiligten wie seither schon denStadteburgermehtern, d e ^oumwollweberei- und spinnereiindustrie. muß Strafbefugnis bet geringen Dienstvergehen zu Besserung des deutsch-französischen Außen- stehen soll. Auch die Dienststrafen^smd^anders " ^^hre 1928 im ganzen hervor- gestaltet worden. 2lls Kälteste Dlenststrafe wird werden, und demzufolge ist auch die die „Warnung vorgesehen Entspre^end Der Änderung der Baumwolltoeberei- und fpinncrct- Aroben Bedeutung, die m f^ereren Fullen das g,rbänbc 9auf Kündigung des deutsch-französischen Dlenststrafverfahren für: den Beamten haben kann Houdelsvertrages, die kürzlich mit ausfuhrliPer iß bestimmt, daß in erster "?usta^ an Stelle der ^gründung in einer besonderen Denkschrift an Kreisausschusle die Provinzialausschusie zuständig a A^i^zwirtschaftsminisierium gestellt worden sind. (Art. 17 Ms. II des Gesetzes'In.Überein- ubzulechnen, zumal nicht allein der Dcuifd)- stlmmung nut Dem geltenden Recht bringt das f^nzösischc Handelsvertrag und die in ihm en.« Gesetz zum Au^ruck daß .^9*^ haltenen Zugeständnis'e an die französische Tcxlil- Beigeordnete nichtals Gemeinde^eamte im Sinne f^ristrie der Grund für die Schwierigkeiten Der dieses Gesetzes gelten ~ Baumwollwebereien und «spinnereien sind. Bon ^Deutung ist schließlich noch die Beue $cr Außenhandel mit der Schweiz zeigt auch rung, Daß icDe Gemeinde Art undZahl Der I Cßcffcrung, indem Deutschland im Iayre GemeinDebeamtenstellenin einem Stel len plan ig2g öurd) Mehrlieferungen im Werte von 83 festzuhalten bat ®ic Ai^tellung der Gemeinde Millionen Mark seinen ersten Rang unter Den beamten vollzieht der Bürgermeister auf Be Lieferanten Der Schweiz noch erheblich verbessert schluh Des Gemeinderats (Stadtrats). Der der öcut^c Ausfuhr nach Der Schweiz er- Anstellung ist Dem Beamten eine MteUungS- cinen j^ert von 579 Mill. Mk. gegenüber urkunDe auszuhandigen und erst nut der Aus 4gJ aKi[( Franken. Die auf Frankreich entfallen. hänDigung Der UrkunDe wird die Anstellung Export Der Schweiz nach Deutschland betrug wirksam. 04c Mill Mk Deutschland steht auch als Ab- Aus den Schluß- und Uebergangsbestimmungen , c lailb gegenüber der Schweiz an erster verdient Artikel 30 des Gesetzes besondere Er- wähnung. Dieser gibt Den Gemeinden die aus- OTit' England hat sich der Außenhandel im drückliche Ermächtigung, insoweit das vorliegende ß 1928 lwr wenig verändert. Die Fertig- Gesetz keine Destlmmungerl trifft, die Rechte unD joareneinfuhr aus England zeigt einen geringen Pflichten der Beamten selbst SU regeln Diese Rückgang von 515 auf 482 Mill. Mk., anöerer- Regeliing kann auch im Wege der Ortssatzung Qhig|uf)r von Fertigwaren nach Eng- erfolgen. land einen solchen von 990 auf 974 Mill. Mk. An -- ----- Gold und Silber wurden im Iahre 1928 von im Vorjahre ab. Der Voranschlag des Kreis- Deutschland aus England nicht weniger als 402 wohlsahrtsarnts verzeichnet bei 1054 707 Millionen Mark cingesührt, gegen 53 im Iahre Mark Ausgaben und 820 707 Mk. Einnahmen 1927. Wenn man diesen Posten nicht mit einrech- einen Fehlbetrag von 234 000 Mk. gegen 167 000 net. würde sich im deutsch-englischen Handels- Mark im Vorjahre. Als Kreis st euerum- verkehr für 1928 eine Aktivität zugunsten Deutsch- läge werden erhoben 30 Proz. des Umlage- lands im Betrage von rund 306 Mill. Mk. er- fähigen Kreissteuersolls. Letzteres beträgt schät- geben. zungsweise: Rcichseinlommen- und Körpcrschasts- Die Entwicklung des deutschen Außenhandels steuer 540 000 Mk.. Grundvermögenssteuer im neuen Iahre ist bisher nicht ungünstig ver- 252 000 Mk und Gewerbesteuer 140 070 Mk. Zur laufen, allerdings hat das Außcnhandelrvolumen Förderung des Wohnungsbaues sind u. a. vor- in feiner Gesamtheit eine Verringerung erfahren, gesehen rund 185 000 Mk. als Beihilfen für Dau- jedoch gleichzeitig auch die Passivität Der San- luftige. Zur Förderung Der Landwirtschaft und delsbilanz. des Obstbaues sind 12 500 Mk. vorgesehen. Dar- Wochenbericht unter 6000 Mt. zur Bekämpfung des Kartoffel- krebscs. Für Jugendfürsorge, Iugendpflege und V0M u 500 M. 27260 38420 53099 54600 162604 255347 269863 290061 294486 299015 356186 360375 393004 110 ©etrnnne ,u 200 M. 2998 11428 11699 24358 25297 29576 37264 52011 75754 88648 * 100918 ------ ------ ------ 3n der Nachmittagsziebung wurden Gewinne über 60 9)L gezogen 2 ©tteinn« IM 5000 M. 45648 2 Gewinn, su 2000 Olt. 175432 4 Gewinn« m 1000 M. 105934 140930 12 Gewinns au 800 M. 21725 94830 132589 213873 232407 287798 32 Gewinns »n 500 M. 19662 31648 39168 69100 98449 107706 119585 153365 222890 222767 226535 262734 257057 280692 282867 370563 108 Gewinns ,n 200 M. 4257 10157 16544 17258 25006 33143 44068 49044 60063 62841 65533 75285 79109 87694 96346 104563 110224 117210 117223 148588 168529 187559 205146 206009 207390 210563 215703 224881 228432 232074 236801 239517 248062 249646 254339 257955 259109 259204 285248 304678 305911 309582 311420 316731 318994 344850 350508 352360 353238 354086 356167 383362 386427 388893 228 Gewinn. 120 M. 5217 14209 15244 17370 23558 27842 30413 31957 35523 45468 54405 55359 58206 63792 66450 66722 66932 68216 68438 70731 71629 77094 78320 82015 86175 93504 105923 107985 110236 111951 114507 114942 118036 122485 124114 124466 124915 1'27213 127582 131906 132120 132573 138329 138551 144740 147625 149255 152202 154279 155719 160238 170359 176817 180328 192645 192796 193323 194278 194307 194809 196438 197383 199199 203736 204408 210107 213623 213741 220246 226806 235491 242083 248275 231348 256640 257344 267799 260679 262777 263661 273543 283521 284027 286846 286883 294214 294474 298034 307314 312027 312277 314443 317323 318480 318553 332969 339638 34)821 341845 345929 346783 361154 361614 360880 363673 366748 370603 372909 373008 378641 388806 388897 391706 392694 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angefühnen Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. .sranisutt a. 4)1 Berlin irtonfhnt q M. Benin sdilup Kur- 1 Um Ku» Schlup Hure Anfang flute Schluß- Nur? l Ubr »tict Schiutz Anfang Datum 19-4. 204. 19 4. 20 Latum 19.4. 20.4. 19.4. 20.4. 6% Tt. Äel N “g H 1 laXlSl 1 läl IUI Illi___1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 8-.5 53,65 11,6 31 2,9 24,75 21,2 2,05 10 9,9 10 17,9 121.5 192 153 114 130,25 132 224 '88,2b '64,5 167 158 62,5 309,13 53,7 11.6 9,8 120,75 113,5 130,13 223 188 200 164,13 166 156.5 181,75 304,25 A.E.Ä. .... Bergmann . ..... lilcftz. Lieferungen..... Licht und Kraft ..... Gelten & Guilleaume.... (Sei. f. Elektr. Untern« ... Hamb. Elektr. Werke .... Rhein. Elektr...... Schlei. Veltr. . . • . . Schuckert . ...... Siemens 4 Halske . • • • • TranSradlo . • • • . Labmeyer LLo.. ..... Buderus . . . . . Deutsche Erdöl ...... Essener Steinkohle..... Gelsenkirchener . . . f. Horvener . ...... Hoesch Eilen........ Ille Bergbau ....... iUödnerroerte . ...... Köln-Neuessen....... Manneömann . ...... Maneselder........ Lberschles. Eilend, Bedarf. . Lberschles. fiokswerke . . Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen :Hhctnftabl f. % Jahr Riebeck Montan . . Ctervi Minen ..... Hall Aschersleben .... Rat! Westeregeln ..... Rallwerf Salzdetfurth . . 3. ®. Harden-Invustrte . . Dnnamit Nebel . . . . . ScheideauNall ...... Goldschmidt ...... RütgerSwerk- . ...... MetallgeleUlchaft. ..... . 8 . 0 u 1" . 6 10 1-1 . 9 10 . f- 12 . 8 10 . b ■ 6 . 8 ö-4 . 6 . b ' 9 . 8 . 7 . r> . 6 5'/i 1 4 «4 2 eilt l< U> 12 . 5 . 6 11 ITT 22,5 167 213,5 136 226,5 239 383 167 76,75 121,5 130 137 212 103,5 115,5 131,5 93 278 121 91,25 238,25 241.75 370 243,5 165 89 91 133 169,75 220 165 209,5 235 377,5 120 130 115,13 130 87 118,5 238 364 241,75 88 90 132 170,25 223 166 211 138 225 146,13 166 204 237 379,75 150 168 76,5 120,75 120 130,5 137 121,5 212,25 103,13 121 116,13 130,3 86 103,75 93 279,25 120,25 142 91,65 66,75 235,25 239,75 368,5 242 115 89,5 90,5 132,5 1M 222,5 165 211,5 139 223,5 145.75 163,5 211,5 235 378 75,5 119,25 118 130 136 119,25 211 103 120 116 130,5 85,25 104.5 93 119 66,75 234,75 239 365,5 242 89,13 90,25 132 Zranksun a M. Berlin Berlin 13. Äpril Geld Brief Schlup 1 Uhrfi ute 1 ÄUU Schluß.!'Antang Kurs 1 Kure französische Violen..... Holländische Noten...... Htolicnischc Noten...... Norweqt'che Noten...... Deutsch Oesterr-, a 100 ökronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ... Devisenmarkt Berlin Telegraphische 16,455 169,04 22.13 112,08 59.05 2,505 112,28 81.14 62.38 12,451 73,25 -Frankfur Auszahl 16,515 169,72 22,21 112,52 59,29 2,525 112,72 81,46 63,64 12,511 73,55 t a M. ang. Dkuuvt 19.4. 20-4. 19.4. 20 4. Phutvo Po^niann......7 Heidelberger Semenk .... 10 Wayh ä ffieitag ..... 10 Schultheis Patzenhofer ... 15 Ostwerke.........1? Per. ^lan,stoss......iS Bemberg.........14 BeiHtoif Waldl,os.....12 Zeltstoss Sitchassenbura ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer ttaZ........6 Daimler Motoren.....0 Deutsche Maschincn-Fabrik . . <> öldlerwerke Kleoec......5 Ludw. Loewe.......10 Nat. Automobil . ...... 0 Crcnftctn & koppel . .... 6 Leonhard Tietz ...... 6 Bamag-Megutn . ...... 0 Tranks- Maschinen ...... 6 Nrivner ...... 11 Heyllgenstaedt ....... 0 Hunghan». ...... .4 Mainkraftwerke ....... 8 Mag. 10 -stekorsulmer ........ 8 PeterS Union . ....... 8 Kebr. Roeder . ...... 10 Boigt & Hoessner ...... 8 Südd. Zucker ......8 Dan! 122 148 180 130 — 443 265 185 57,75 50 58,5 86,5 70 113,5 114 129,25 120 115,5 213 152 noten K. i i i i ! i i i i i i i 1 1 1 1 1 1 1 a 1 1 1 1 g 1 1 1 !£; 122 — — 131 298 244.75 444 343 264 183,5 115 207 59 53,75 50,5 211,5 31 93 J85 60 86 69 126,5 18,65 120 213 152,5 - — - 293 238 440 324 261 183 114,75 206,25 53,9 53,25 206 31 92.5 282 — 127,5 — 19. 7 prtl 20- April Ärmliche 9ioucruna Geld Brie Amtliche Notierung 6Wb 1 Brie ilnttt.- Non. Bu.'it.-Aires Brsf.«Aittw Ehristiania ■ Kopenhagen Stockholm . HclstngiorS. .Italien ... . London. . . Ncuhork • . Darts.... Schweiz . . Spa icn . Japan - - . •Hto de Jan Wien in D-. CefL abfleft Praa . . . . Belirad . . Budapest. . Bul arten Lissabon Taruig. . . Konst ntin. Äthen- . . lsanada Uni uay . (Tairo . . 169,35 1.771 58,51 112,36 112,33 112.57 10,595 22,08 20,454 4,2135 16,455 81.125 62,17 1,870 J,5005 59,16 12,473 7,405 73,39 3,047 13,87 81,73 2,075 5,465 4,131 4,156 20,93 169,69 1,775 53,63 112,58 112 55 112,79 10,615 22,12 20,494 4,2215 16.495 81,285 62,23 1.874 0,5025 59,23 12,493 7,410 73,53 3,053 18,91 81,89 2,079 5,475 4,189 4,164 21,02 169,26 1.772 58,50 112,34 112.31 112,55 10,59 22,07 20,452 . 4,2135 16,465 81,135 61,82 1,377 0,5005 59,175 12,477 7.41 73,41 3,047 18,85 81,73 2,075 5,465 4,180 4,136 20,98 169,60 1,776 58,62 112,56 112,53 112,77 10,61 22,11 20,492 4,2213 16,505 81,285 61,94 1,381 0,5025 59,275 12,497 7,42 73,55 3,053 ■ 18,89 81,89 2,079 5,475 . 4,183 4,144 21,02 Berlin. 19. 'llpril oktb /Tier •äUkrttamuDe Noten..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ...... Englische Roten........ 4,222 58,33 112,13 20,459 4.242 53,57 112,57 20,539