X-Y.z. Zeitwende" lE.H. ig in München) stw löge - Buren Äo'en« t junger Dramatiker 3 über die Hot des iuqen UMN hat offenen Mck A die ö Forderungen btt daß die Degrüntcr Sozialismus Zräp waren - M E tt und kaiholi 2e ebenfalls in g'wisem h die HutonÜ. mit ochen, auf der 2luw' uditaliftifchrn Tefc i' \ Crbämter tttu;tu e M der Olot der - mit vollem Hcch.e gelchasfen und kann werden. Hun abe Forderung m em« >nsch M und l m niedrlgt wurde wd r noch mit ®e prichten. was M Seit werden n* N-HI „m in einer Knim r-LSS «Ess tr** nn: ®Cr Aai * eÄ(?’> I is, der ^Ven «Ai» allem U;p * »äs. »tat KLL iJh.®l>ie letzten b(M. Argen die in Wei Xtiv. ttoarfen nach bistn. N. Wt er die mfen teoHte, in fj* wertet. w » üt Lwhnungslun!, fo, «tat ul®.). K 11 Mit dem 3atni. erlag wiederum wu J 2u°litä!, gleich in. , 9 die yutte und den ° mit sicherftein S-, d die oußcrordMchc dbung. Au; dem -jn. ebici der Malerei die enbilbniffj* lanlähiich °erbandes der bilden- Otto Mueller, Robert in höchst reizvoll illu- nanache und Tafchen- Plaftil mit einem ftanzosilchen Wiker m Gebiet der Woh. en Kunst find hervor- ifie über den Ausbau durch Runge & Stollen Theophil Müller föne @lä|er aus der 'erarbeiten des däni- Porzellane der Manu- larbeiten der Schule 1 u v. |O r) li )i |L, j^L. iti.z ti.ti III.« 59.01 2,50 112.18 80.8 15.11b 1.1 20 TWU. I&V.89 N.tr 112.« 59.28 2.51 112.01 Ä Ä iu* 1)4.« 1'2.1 iWj 10> |S;<5 »1.1 GlJ |,w SZ l«-J? 2.«? jF !'L •|0.9? M» I 1,268 08-18 112-8 112.8 u2.i; 10.0» 21.02 ;l)jll 1,2010 ib,l -9,0^ Ä äj & tJrU'- i titinJ-Tknei Nr. 43 Lrfirr Blatt 179. Jahrgang Mittwoch, 20. Februar 1929 $r|d)etnt täglid^.anfcet sonntags und Fei erlog», öeilaoen Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle Bezugspreis für 2 Wochen : 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Änzetqer Stehen. Postscheckkonto: Fraolfurtom Main 11686. GkhenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck imd Verlag: vrühl'sche UvlverfitLtt.vvch- und Steinöraderet B. Lange in Sietzen. rchristleitnn- und SeschLstrstelle: $4fuIffraSe 7. ün.iahme hu Injeim für die Tagesnummer tri» zum Nachmittag vorher. Preis ftir I mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichvpjennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20u, mehr. Thefredakteur: Dt. Friedr. Wilh. Lang». Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; fit Feuilleton Dr tz.Thyriot: für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Kurt tzillmann. sämtlich in Drehen. Minister a. D. Der langjährige Reichswehrminister Dr. Otto Keßler hat der Halbmonatsschrift „Wille und Weg" einen Aufsatz betgesteuert, in dem er fitto tn launiger Weile mit dem Problem des „Ministers a. D. auseinandersetzt. Seine Schlußfolgerungen find recht pessimistisch; sie gipfeln in der Feststellung: . Einstweilen kann man Leuten, die an ihre spätere Zukunft denken, zur Ministerkarriere nur raten, nenn sie trotz Arbeitsfähigkeit einen gewissen Sinn j-ür Beschaulichkeit haben oder reiche Leute sind aber auch Rechteanwälte, für die Reklame nützlich ist." In seinen witzigen Ausführungen verteidigt Gehler, enen- sollS die Höhe de^ Ministerpension, soweit sie Ate bisher gehabte übersteigt, nach der Dauer bet ministeriellen Tätigkeit aostuft und anderseits Äichtbeamten die Möglichkeit zur Erlangung von Lellpenfionen auch ohne dreisäorige Amtsführung i« solcher Höhe gewährt, daß darin noch ein Zwang zur Auswertung ter eigenen ArbeitS- fLhigkeit liegt. Das parlamentarische System macht die Heran- s ziehung von nichtbeamteten Außenseitern notwendig und wünschenswert; es muh deshalb a.uch dafür sorgen, dah ihm nicht die Geeig- itttsten aus pekuniären Gründen aus fallen und weniger Geeignete unter dem Ge ichtswinkel ihrer VensionSerhö-)ung sich zum 2lmte drängen. Ein Eparerlaß -er Reichregierung. Die Ausgaben der Rcichsbehörden. Berlin, 20. Febr. (Priv.-Tel.) Um die sparsame Ausführung des DeichshauShalts sicher- z-ustellen, hat die Reichsregierung in Ergänzung dorr Reichshaushaltsordnung .Wirtschafts- b»estimmungen für die ÄeichSbehör- k>»e n" geschas e.i. die vom 1. Aprll b. 3. ab in Ärait treten werten. Die Verordnung sieht in tat Hauptsache vor, dah an allen größeren DeichSbehsrtea besondere Etatsrefe- r.enten geschaffen werten, die mit außer- aewöhnlichen Vollmachten für die sparsamste Durchführung der Ausgaben des Amtes sorgen. TLicktig ist ferner die Bestimmung, daß in Zukunft Reichsbetei- Hg u n g c n an bestehrnden älnternchmen oder Neügründungen der Zustimmung des Fi- nin-Ministers bedürfen. Vorschüsse in Ä»he von 4OCOO Mark und darüber dürfen nur mit Erlaubnis des Reuhssinanzministers erteilt t»rden. Dürgschastste.trage und Verträge ähn- lthrr Art dürfen nur auf Grund eines Deichsgese tzes abgefchlvssen werden. Der Lschluh eines DertraaeS, durch ten eine Bürgschaft gewährt oder tergL übernommen wird. Schwierigkeiten in Paris. Meinungsverschiedenheiten zwischen (Stomp und Schacht. - Oie Auffassung der Lage in England. London. 20. Jebr. swTV. Junffprud).) Ver pariser Korrespondent der Financial Jlero»“ und »Morning Post" meldet: Die Verhandlungen sind plöhtlch In ein kritisches Stadium getreten und in den nächsten 24 Stunden wird sich vielleicht ihr Schicksal entscheiden. Ich kann zuverlässig sagen, dah die Meinungsverschiedenheit zwischen Dr. Schacht und Stamp betracht- 11 ch war. Die Tatsache, dah der llnterauvschuh von zwei auf fünf Mitglieder vermehrt worden ist, ist an und für sich ein ungünstiges Zeichen. L» würde zwar verkehrt sein, in diesem Stadium der Verhandlungen eine allzu pessimistische Auffassung zu vertreten. Ls werden grohe Anstrengungen unternommen werden, um eine Stockung oder einen Abbruch der Verhandlungen zu verhindern. Aber trotzdem Ist Nar. dah die Aussichten auf Regelung weniger rosig sind, als die Optimisten anfangs annahmen. — Der Pariser Korrespondent der ^Financial Times" schreibt: Es verlautet. dah die alliierten Sachverständigen sich noch immer im Unklaren darüber sind, ob sie irgend etwas Endgültige» Vorbringen sollen, wie die Deutschen es getan hoben oder ob sie noch einige Tage mit der Erörterung von Linzelfragen fort- fahren sollen. Dadurch ist einiger P e s f i m i s - mu» unter den deutschen Delegierten entstanden, die zum mindesten eine Antwort auf ihre deutlichen Vorschläge erhofft halten. — Der Pariser Korrespondent der „Times" sagt: Ein Idt der deutschen Argumente scheint zu sein, dah der Dorn e s p l a n sich in verschiedenen wesentlichen Punkten, besonder» bezüglich de» deutschen Produk- tionsapparales, als Irrtum erwiesen hat. Man legt hier keine Ueberraschung über den Verlauf der Dinge an den Tag. E» war von Anfang an zu erwarten, dah die abweichende Einfchätzuag Dr. Schacht« bezüglich der höhe der Annuitäten nicht gleich mit den Ansprüchen der Gegenseite zu versöhnen sein würde. Oie Aufgaben des neuen Llnieransschnffes. Paris. 20. Febr. (Reuter. Funkspruch.) Menn auch strenges Siillschweizen gewasirt wird, ist es doch klar, dah der Sachverständigenaus- schuh jetzt mit dem Kern deS Problem- beschäftigt ist. Die eigenlliche Schwierigkeit liegt darin, btc Gläubiger oder den Schuldner dazu zu bringen, unverbindliche Vorschläge zu machen, die als Ausgangspunkt für Verhandlungen dienen könnten. Gegenwärtig find sie noch durch eine toeiie Kluft getrennt und ein Versuch ist gemacht worden, die Parteien in vertraulichen Privat- besprechungen näherzubringen. Hiermit waren gestern Sir 3osicch Stamp und Dr. Schacht beschäftigt. Die Besprechung hat indessen zu keinem einstimmigen Dericht geführt. Infolge- teffen hat der Ausschuß beschlossen, die drei Delegierten Frankreichs, Italiens und Belgiens hinzuzuziehen. Liefe fünf Delegierten füllen sich über eine gewiße Anzahl von Punkten geeinigt haben und werden dem heute vormittag zu einer Vollsitzung zufammentretenden Ausschuß die Ergebnisse ihrer Arbeit unterbreiten. Gestern abend hat man angelündigt, dah die Sachverständigen wahrscheinlich die Bildung von Unterausschüssen beschließen werden. die damit betraut werden, gewisse Punkte des Gesamtproblems einem besonderen Studium zu unterziehen. Auf jeden Fall ist es wahrscheinlich, daß die Privatunterredungen und der Meinungsaustausch von Delegation zu Delegation bis Ende dieser Woche fortgesetzt werden. Asylrecht für Trotzki? Das politische Asylrecht ist an sich moralisch und ethisch gerechtfertigt: wer mit den Staatsgewalten seiner Heimat aus politischen Grünten in Konflikt gerät, muh wenigstens außerhalb ter Grenzen Aufnahme finden können, weil er sonst wie ein gehetztes Wild über die ganze Welt gejagt würde. Rur über die Grenzen kann man streiten, sie sind einigermaßen flüssig, da die Vorausfehung doch immer die fein muß, daß b i e Triebkraft der Idealismus ist und die älnterscheidungs- merkmale gegenüber einem gemeinen Verbrechen gegeben sind. Wenn man sich daher jetzt im Rechtsausschuß des Reichstags um die juristische Formulierung des Asylrechts müht, dann ist eine klare Formulierung gerate dieser Grenzbegriffe unbedingt erforderlich. Allerdings nicht in der Form, wie die Kommunisten sie Vorschlägen, die ein Ausnahmerecht zugunsten ihrer Sowjetrepublll konstruieren und alle politischen Flüchtlinge an Rußland ausliefern wollen, wenn sie irgendwelche strafbaren Handlungen ?egen die Sowjetrepublik sich zuschulten kommen ießen; die ater darüber hinaus auch das Asyl- recht verweigern, soweit es sich um Versuche zur Errichtung ter faszistischen Herrschaft in irgendeiner Form oder um die Errichtung ter Monarchie hantelt. Die ganze Unduldsamkeit des Kommunismus zeigt sich auch in dieser Einseitigkeit, die dem Asylrecht den Charakter eines politischen Kampfmittels geben will. Wie ein T.eppenwitz ter Weltgeschichte klingt es, dah gerate im selben Augenblick, wo die Kommunisten mit die en A.trägen hervortreten. Herr Trotzki von Konstantinopel aus sich um die Einreiseerlaubnis nach Deutschland bemüht; falls sein Telegramm nicht, was noch nicht ganz gellärt ist, nur die Mystifikation eineS „Witzboldes" sein sollte. Käme Herr Trotzki nach Deutschland und würden die ko.nmuni|tischen Anträge angenommen, dann wäre er tatsächlich bei uns vogelfrei, er wäre immer der Gefahr ausgesetzt, an Rußland auSgeliefert zu werten. Aber cs besteht ja kaum Gefahr, dah ter Reichstag sich die Auffassung ter Kommunisten zu eigen macht. Allerdings würden wir eS auch nicht begrüßen können, wenn Herr Trotzki in Deutschland einen Tlnterschlupf findet. Gewih ist anzunehmen, daß er e i n sterbender Mann ist. Sonst hätten die Russen ihn nicht aus ihrer Fuchtel entlassen. Sie sind ja sonst nicht gerate zart besaitet, aber sie wollen wohl keine Märtyrer schaffen und wollen deshalb Trohli im AuSlante sterben lassen. Indessen dieser Mensch ist so mit Energien geladen, dah er auch auf dem Krankenbett noch Unbeil genug anrichlen kann. Würde man ihm zutrauen dürfen, daß er wirklich das Asyl- recht auch als Gast recht achtet, dann ließe sich verstehen, daß die Sozialdemokraten sich plötzlich so warm für ihn einfehen. Aber das wird er einfach nicht können. Deshalb sehen wir voraus, daß sein Aufenthalt in Deutschland Konflikte schaffen würde; innenpolitischer wie außenpolitischer Art. Er würde ten Spaltpilz im linken Kommunismus Weitertreiben — was ja schließlich auSzuhalten wäre — er würde ater auch seinen Haß gegen die Machthaber in Moskau durch ununterbrochene Wüh.ereien zum Ausdruck bringen und dadurch die Gefahr von Reibereien schassen, die wir lieber vermieden sähen. Wir verstehen eS deshalb durchaus, wenn das Kabinett vor einigen Wochen schon keine Reigung zeigte, Herrn Trotzki in Deutschland auszunehmen, und wir würden es begrüßen, wenn an diesem Beschluß festgehalten würde. bedarf ter vorherigen Zustimmung deS Reichsfinanzministers. Keine neuen Koalitions- Verhandlungen? Die Aussprache zwischen Kaas und Ltresc- mann. Berlin, 19. Febr. ($1L) Die angekündigte Unterredung zwischen dem Parteivorsitzenten des Zentrums, Prälat Dr. Kaas, und tem Parteivorsitzenten der DVP., dem Außenminister Dr. Stresemann. hat im Lause des Dienstags sta tgefun.en. Heber afchenderw iss w rd in parlamentarischen Kreisen erklärt, daß sich die Unterredung zwischen ten beiden Parteiführern a u f allgemeinpolitische Fragen, insbesondere auf Fragen ter Außenpolitik bezogen habe. Irgendwelche aktuellen Gegenstände, z. D. die Wiederaufnahme der Koalitionsverhandlungen, feien jedoch nicht berührt worden. Wie \n parlamentarischen Kreisen verlau et. besteht bei Der Zentrums- fraltion des ^eicy-stageS nicht die Absicht, in ter Frage ter Koalitionsbildimg im Reich irgendwie initiativ vorzugehen. Die’Unterredung zwischen KaaS und Stresemann wird entgegen allen bisherigen Ankündigungen dahin gedeutet, daß derartige Aussprachen zwischen ten beiden Parteiführern insbesondere über Die Außenpolitik häufiger ftattfänDcn und daß auch die Aussprache am Dienstag nicht aus diesem all- ?emeinen Rahmen gefallen sei. In Zentrumsreisen erllärt man, schon deshalb in ter Frage ter Regierungsbildung im Reich nicht initiativ vorgehen zu können, weil Die Partei Doch erst vor kurzem ihren Minister Guörard aus ter Reichsregierung zurückgezogen habe. Man will vielmehr die Entwicklung in Preußen abtoarten. Zwischen Dem Führer der Landtagsfraktion ter DVP., tem Abgeordneten Stendel, und tem Unterhändler deS Zentrums in Preußen, Dr. Heß, wird voraussichtlich am Mittwoch eine Aussprache stattfinden. Ob dieser allerdings eine akute Bedeutung beizumessen ist, steht noch dahin, zumal die Zentrumsfraktion deS Preußischen Landtages nach wie vor auf tem Standpunkt steht, daß DaS von ihr bei den letzten KoalitwnSverhandlungen inS Auge gefaßte Zu» geständniS von zwei Ministersttzen an Die DVP. in Preußen nach Dan Schellern Der Damaligen Verhandlungen hinfällig geworden und eine neue Lage geschaffen Worten sei. Sin Aotrnf der Landwirtschaft. Gemeinsame Voi schlage der Spitzen* verbände. Berlin, 19. Jebr. (WB.) Die Führer der iandwirts eine InslatiönSgewin ^nrentner auf Ver orgch.g für gegeben und erklärt sich mit dem sozialdemokratischen DeckungZantrag einverstanden. Abg. Dr. Rademacher (Dn.) erklärt: Wenn die Deutschnationalen als ^Regierungspartei lein Kleinrentnerversorgungsgeseh einbrachten, so habe das daran gelegen, weil Meinungsverschiedenheiten mit den Zentrumsministern bestanden. «Hört. hört? rechts.) Das Kabinett habe sich damals einer sachlichen Stellungnahme enthalten und so den in ihm vertretenen Parteien den Weg frcigelaHeiL (Lachen und Lärm.) Die von den Sozialdemokraten jetzt beantragte Inflationssteuer sei schon vor fünf Jahren als technisch undurchführbar bezeichnet worden. Dieser Antrag fei nur dazu bestimmt, den Rechtsanspruch der Rentner zunichte zu machen. Die Deutschnationalen würden alle A-lräge der übrigen Parteien ab» lernen. Abg. Tantzen (Dem.) wendet sich gegen Abg. Dr. Rademacher. Der Ausgangspunkt der ganzen Rentnernot sei die im Kriege getriebene An- leihepolttit gewesen. Der letzte Rest fei den Rentnern in der Zeit des Ruhrkampfes genommen worden. . _ Abg. Keil (Soz.) erklärt: Als die Deutsch- nationalen in der Regierung sahen, wurden den Rentnern nur demagogische Phrasen geboten, terft jetzt, unter einem sozialdemokratischen Ar- beitsmimster. wird ihnen Hilfe geleistet. Von der W i r L s ch a f t s p a r t e i ist inzwischen folgende Entschließung eingegangen: „Die Rei7)sregierung wird ersucht, unverzüglich einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach Pensionen über 12000 Mark von Reich, Ländern und Gemeinden nicht mehr gezahlt werden. Die durch diese Pensionslür- zung erzielten Ersparnisse sind für die notleidenden Rentner zu verwenden. Die Entschlietzung der Wirtschastspartei wird gegen die Stimmen der Deutschnationalen und der Vollspartei a n g e n o nf-m e n. Der sozialdemokratische Antrag auf Einführung einer Jnflationsgewinn- steuer wird gegen die Deutschnationalen, die Deutsche Dolkspartei, die Wirtschastspartei und die Demokraten im Hammelsprung mit 181 gegen 141 angenommen. — Mit diesem Zusatz wird bann gegen die Deutschnationalen die volksparteiliche Entschlietzung angenommen, datz den Rentnern ein Rechtsanspruch auf eine bestimmt« Tente gesichert werden soll. Rach Ablehnung des kommunistischen Aen- derungsautrages wird bann die Ausschuß- entschlietzung gegen die Deutschnationalen und die Deutsche Dolkspartei u-9 g e n e m m e n. Mittwoch Regierungserklärung über die Betriebssicherheit der Reichsbahn. Geg:n die Ruhestörer im Reichstag. Lobe droht mit schärfsten Disziplinär- matznahmen. Berlin, 20. Febr. fV.D.Z.) Dem Aettesten» rat des Reichstags hat der Reichstagspräsident eine Reihe von verschärften Ordnungsmahnah- men vorgeschlagen, deren Einführung durch die in letzter Zeit immer häufiger werdenden Tumulte in den Reich Stagssihungen notwendig werden. tLs handelt sich dabei in erster Linie um eine Verstärkung der uniformierten und nichtuniformierten Polizei. An den Geschä.tSordnungsaus- schütz wird das Ersuchen gerichtet, eine weitere Bersch' r ung der DisziPlinarmatzregeln gegen Abgeordnete herbeizuführen. so eine längere 13 i e b «»n g der Diäten u nd der Fahrkarten. Ferner ist an die Polizei ein Hinweis dahin gegeben worden, datz sie, wenn ein Zusammenwirken von Abgeordneten und störenden Tribünenbesuchern festgestellt wird, sich an die Immunität der Abgeordneten nicht kehren, sondern die Abgeordneten wegen eines Vergehens auf frischer Tat sofort verhaften solle. Ferner soll für solche Fälle ein Verfahren wegen Hausfriedensbruches ein» geleitet werden. Im übrigen erklärte der Reichs- tagSpräfident, datz gegen jedes Schimpfwort und jeden beschimpfenden Zuruf seitens des Präsidenten mit unnachsichtlicher Schärfe vorgegangen werden wird. Kleinkrieg um die Vergangenheit. „'Aus Grund des Artikels 48." — Gegensätze im Kabinett. Berlin, 20. Febr. (Priv.-Tel.) In diesen Tagen hat sich, wie wir hären, das Reichskabinett mit dem heute noch bestehenden, in den Jahren 1923 '24 erlassenen Verordungen auf Grund des Artikels 48 der Reichsver- fafamg beschäftigt. Dabei sind teilweise der Oesfentlichkeit sehr teenig bekannte und höchst eigentüm'.iche RechtSituationen zutage getreten, die auch im ReichZkabinett nicht geklärt werden tonnten, und die teilweise sogar zu recht leb» haften Gegensätzen zwischen den einzelnen Refforts siihrten. Wer weiß z. B., datz heute noch die Gebühren für die Sichtvermerke der P ä s f e für Auslandreilen auf Grund des Artikels 48, allo auf Grund einer Rotverordnung aus den Jahren 1923 24 erhoben werden? Zur Zeit der Stabilisierung wurde auf Grund des Ermächü« gunasgesetzes eine betreffende Verordnung vom Reichs )räsrden!en erlassen, die bis beute besteht und die nach Ansicht der zuständigen Stellen erst bann zurückgezogen werden kann, wenn als Ersatz ein entsprechendes Gesetz durch den Reichstag erlassen ist. Aus denselben Jahren sind heute noch rund ein Dutzend Derocdnungen des Reichspräsidenten in Kraft. Einige wie z. B. Verordnungen über die Zurückhaltung von Le» densmitteln, von Skkupationsleistungen im besetzten Gebiet und über die Kostenverfahren der inzwischen ausgehobenen auherordentlichen Gerichte, sind von der Praxis läng st überholt und tonnten leicht durch eine neue Verordnung des Reichspräsidenten zurückgezogen werben Andere dagegen haben auch heute noch praktische Funktionen, so datz für sie zunächst Die Konservativen gegen dir Regierung Baldwin. London. 20. Febr. (WTB.-Funkfpruch.) Die Regierung ist gestern im Unterhaus mit knapper Rot der Gefahr einer ihr durch ihre eigene Partei bereiteten Riederlage en gangen. Ansatz dazu gaben die Erörterungen über die Hf he der Entschädigung für Personen in Irland, die während der dortigen Llnruhen infolge ihrer loyalen Haltung gegenüber der britischen Regierung finanzielle Verluste erlitten haben. Verschiedene konservative Mitglieder erklärten die vorgesehene Entschädigung für zu gering und wandten sich mit Schärfe gegen die von Amery und Churchill abgegebenen Erklärungen. Die Krise wurde vorläufig verhindert, als Baldwin im Saal erschien und die Vertagung der Debatte durchsetzte. „Times" bezeichnete den Vorgang als eine zweifellose Den, ü - tigung der Regierung und sagt, Baldwin habe zwar die Lage gerettet, aber den Schah- lanzler und den Kolonialminister, die beide als Wortführer des Kabinetts gesprochen hatten, i n eine sehr peinliche Lage gebracht. Der Fall lllitz im neuen Licht. Begründete Zweifel an der Ncchtsmätzig- leit des Verfahrens. Kattowitz. 19. Febr. (WD.) Die „Katto- wiher Zeitung" meldet, datz der Wojwode von Oberfchlesien sich gestern nach Warschau begeben hat. Die Reise wird in Zusammenhang gebracht mit der Auslosung des schlesischen Sejm und der Verhaftung des Abgeordneten Lllitz. In Warschauer politischen Kreisen soll sich ein Llmschwung der Stimmung und eine Veränderung der Anschauungen über die Zweckmäßig» feit der gegenwärtigen Erledigung der ober» schlesischen Angelegenheiten vorbereiten. Die „Gazeta Robotnitzc? stellte $ur Auslösung des schlesischen Sejm fest, datz im Augenblick der Verhaftung des Abgeordneten Ll'itz der schlesische Sejm noch existierte, so datz die Verhaftung des Abgeordneten Lllih ein Bruch der Immunität sei. Das Blatt behauptet, datz der schlesische Sejm auch heute noch nicht aufgelöst fei, da die Rechtsgültigkeit W durch den Staatspräsidenten erlassenen Auflö- sungsdekrels er st mit der Veröffentlichung im „Monitor Polski" eintrete. Dies fei jedoch bisher noch nicht geschehen. Die Abgeordneten hätten ebenfalls noch keinen schriftlichen ober sonstigen offiziellen Bescheid über die Auflösung des Sejm erhalten. Mit dieser Feststellung gewinnt die Angelegenheit Lllih ein ganz neues Bild. Inzwischen scheint man aus polnischer Seite zu versuchen, dem Verhafteten nicht nur e'.ne einmalige Gesetzesübertretung unterzuschieben, sondern den Haftbefehl damit zu rechtfertigen, datz dringender Verdacht bestehe, datz Lllitz mehrmals zur Desertion verhalfen haben soll. Kanadas Vorschläge zur Minderheitenfrage. Genf, 19. Febr. (TL1.) Die neuen Vorschläge des kanadischen Senators Dandurand zu der Minderheitenfrage sind soeben im Sekretariat des Völkerbundes e.ngetrossen. Dandurand hakte bereits im Laufe des Januars beim Generalsekretär den Ant.ag gestellt, auf die Tagesordnung der Märztagung des Rates die Frage des Verfahrens bei der Behandlung derMinder- heitenbeschwerden durch den Völkerbund zu setzen. Zur Begründung dieses Antrages hat Sena.or Dandu.and nunmehr dem Generalsekretär des Völkerbundes seine ins einzelne gehm- den praktischen Vorschläge übermittelt, die eine grundsätzliche Rachprüfung des bisherigen Minderheitenverfahrens beim Völkerbund vordem Lieber den Inhalt der neuen kanadischen Dor-- schläge wird von selten des Generalsekrekariats strengstes Stillschweigen geübt, jedoch verlautet von gut unterrichteter Seite, datz in den kanadischen Vorschlägen auch der Gedanke der Schaffung eines ständigen Win» derheitenausschusfes beim Völkerbund berührt wird. Ferner soll in den kanadischen Vorschlägen die Einführung der Oeffent» lief) feit in den De.Handlungen des Ratsausschusses für die Minderheitenfragen gefordert werden. Die Derhandtungen des bekannten Dre'.er-Ausschuffes des Dölkerb:mdsrates für die Minderheitenfrage standen bisher unter völligem Ausschluß der Oes.entl'.chkcit. Auch über das Ergebnis der Verhandlungen wurde selbst den beschwerdeführenden Mmdrrheitm keinerlei Mitteilung gemacht. Der Völ- kerbunds.at wird nunmehr auf der M.r^tagung auf Grund der kanadischen Vorschläge und des Antrages von Dr. Strescmann in die Gesamt- crörterung der Minderheitenfragen zintreim. primo de Rivera setzt sich durch. Tic spanische Artillerie zum zweiten Male aufgelöst. Paris, 20. Febr. (Privatmeldung) Wie „Journal" aus Madrid meldet, hat Primo de Rivera im gestrigen Ministerrat ein detailliertes Expose über die jüngsten Ereignisse gegeben. Er habe dabei offen erHärt, datz die Krone für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung verantwortlich sei und datz er nicht im Amt bleiben würde, wenn die energischen Maßnahmen, die er für nötig halte, um eine Wiederholung der letzten Ereignisse zu vermeiden, abgelehnt würden. Der König habe den Dorschlöqen feine» Ersten Ministers zugestimmt. Zwischen der Krone und dem Ministerpräsidenten herrsche also volles Einvernehmen über daS, was die Lage erfordere. Der König habe ein Dekret unterzeichnet, durch daS die Ar- etnmaT ein Ersah, wie z. D. bei der Gebührenverordnung, geschaffen werden muß. So glaubt z. B. das Reichsfinanzministerium eine QkrcrLnung über dir ©teuerfabotagc einstweilen nicht entbehren zu können, während eine andere Bestimmung über Öen Schutz lebenswichtiger Betriebe auf Wunsch der Arbeitnehmerseite aufgehoben werden soll, wogegen die Arbeitgeber abA auS psychologilchen Gründen opponieren. Im Reichslabin'.tt hat man sich über diese Frage zunächst noch nicht einigen können, so datz die entsprechrnbe Vorlage an das Reichsinnenministerium zurückverwiesen werden mutzte. tttlerictoaffe zum zweiten 2Raleauf» gelöst wird (die erste Auflösung geht auf das Jahr 1926 zurück), und weiter die von der Regierung vorgeschlagenen Matznahmen gegen die meisten bei dem letzten Aufstaird kompromittier- ten Persönlichkeiten gebilligt. Der Hessische Landtag tritt am S.März zusammen. Darmstadt, 19. Febr. Der Aeltesten - rat des Landtags trat gestern nachmittag zu einer Sitzung zusammen. Die Kommunisten hatten die sofortige Einberufung des Landtags gefordert mit Rücksicht auf die durch die Kälte bei den Erwerbslosen entstandene R 01lage. Der Aeltestenrat war der Ansicht, datz der Finanzausschutz bereits alle Wege beschritten, die zur Behebung der Rot nötig sind und datz auch seither schon die Dezirksfürsorge- verbände in dieser Richtung getan haben was möglich war. Die einzelnen Fraktionsvertreter waren daher der Ansicht, datz eine frühere Einberufung des Plenums als zum 5. März nicht notwendig sei. Aus aller Welt. Panik in der Neuyorkcr Untergrundbahn. Neu yor t. 20.Febr. (WTV. Funkspruch.) Auf der Unlergrundbahnstrecke nach hoboken geriet gestern zur Zett des grotzen Abendverkehr» e i n vollbesetzter Untergrundbahnzug unter dem hundfonfluh i n Brand. Die plötzlich ausschlagenden Flammen und der schnell zunehmende dichte Rauch verursachten eine autzer- ordentliche Panik unter den Fahrgästen, bei der mehrere lebensgefährlich und über 50 leichter verletzt wurden. Außerdem erkrankten über 100 Per fonen an Rauchvergiftung. Die Darstellungen der Pastagiere über die Ursache des vra'.rdes weichen voneinander ab. Die einen wollen ihn auf Kurzschluß zorückführen. die anderen behaupten. Zeitungs- und andere Pvmerab- fälle. die neben den Gleisen lagen, hätten s^h entzündet. Als die Flammen an den Wagen des betroffenen Zuges emporschofsen und Rauch in die Abteile drang, sind die Fahrgäste in wilder Flucht, einander drängend und stoßend, in die Hinteren Wagen gestürzt, wo sie von den ahnungslosen Insassen heftig abgewehrl wurden. Es kam zu Kämpfen, bei denen nicht nur Kleider zerrissen. sondern auch Personen verletzt wurden. Viele wurden ohnmächtig. Rur mit großer Mühe gelang es. die Passagiere, die vielfach durch die Panik völlig verwirrt waren, zu Futz durch den Tunnel nach Reuyork zurückzuführen, was säst zwei Stunden dauerte, viele brachen zusammen, als sie die frische Luft erreichten. Tcr geplante Mittclmecrflug deS „Graf Zeppelin". Zu den verschiedenen Pressenachrichten über den vom Luftschiff „Gras Zeppe.in" geplanten Orient» slug wird uns von unterrichteter Seite folgendes mitgeleilt: Die Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H. hat bereits vor mehreren Wochen bei den zuständigen Behörden den Antrag gestellt, für einen von ihr geplanten Mittelmeer «lug, der u. a. über Aegypten führen sollte, die erforderliche Genehmigung der beteiligten fremden Regierungen zu beschaffen. Das Auswärtige Amt hat sich jo,ort mit der Angelegenheit befaßt Aus An atz eines kurz vorher von anderer Seite gestellten Antrages ähnlicher Art war dem Auswärtigen Amt bekannt, datz die Erteilung der Genehmigung zum üeberfliegen von Aeghp » t e n von den hierfür maßgebenden Stellen in Kairo neuerdings aus grundsätzlichen Erwägungen a b g e I e b n t wird. Es ist trotzdem versucht worden, angesichts der besonderen Bedeutung einer Fahrt des „Graf Zeppelin", die Bewilligung einerAusnahme zu erlangen. Leider haben diese Versuche zu einem negativen Ergebnis g:fü.jrt. Die z iftänbigen Reichsbehörden stehen mit der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H. in Verbindung, um die Frage zu klären. ob und in welcher Weise der Mittelmeerflug unter den gegebenen Llmständen durchgeführt werden kann. Reue Zeppelinhalle in Friedrichshafen. Bei dem vor einiger Zett ausgeschriebenen Wettbewerb für den Bau einer neuen Zeppelinhalle in Friedrichshafen Hot die Gute-Hoffnungs« Hütte in Oberhausen den Zuschlag erhalten. Mit dem Bau der neuen Luftschiffhalle wird voraussichtlich im Mai d. I. begonnen werden. Es handelt sich um ein Objekt von v i e r 5 . i l I i 0 n e n Mark. Opfer des brechenden Elses. In Mannheim brachen in später Abendstunde beim Uebersch reiten des Neckars zwei junge Leute in der Nähe des Ufers durch die Eisdecke. Während ein 25jähriger Kaufmann aus Lud- w'.gshafen gerettet werden konnte, ist eine 19jäh- rige Mannheimerin unter der Eisdecke verschwunden. Ihre Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Auch im N h e i n e i s sind inzwischen kilometerweit Risse unter donnerähnlichem Krachen entstanden. Die Bevölkerung, die noch am Montag den ganzen Tag den Rhein überschritt, wird dringend gewarnt, den Fluß zu überschreiten. Es finden sich jedoch noch zahlreiche Waghalsige, die die War- nur.g nicht beachten, so datz weitere Unfälle nicht ausgeschlossen sind. 3000 Häuser in Berlin ohne Wasser. Jnsol'e des schweren Frostes der letzten Wochen sind in Berlin durch Einfrieren der Kanalisation und der Wasserleitung schwere Schäden entstanden, und zwar sind von den inägefamt 90 000 Häufern Berlins, die von den städtischen Wasfer» werken beliefert werden, 3000 von der Wasserzufuhr abgeschnitten. Die Versorgung dieser Häuser mit Wasser wird von den Wasserwerken nur mit großer Mühe durch Sprengwagen und Zapfstellen aufrechterhallen. Schwere Gasexplosion in Solingen. In Solingen erfolgte in der Unteren Hauptstraße eine schwere Gasexplosion. Bereits am Abend hatten die Einwohner Gasgeruch bemerkt. Die Arbeller des Gaswerks konnten jedoch die undichte Stelle nicht finden. Man öffnete daher die Kanalschächte, damit daS GaS entweichen konnte. Das Gas sammelte sich nun in einem verschlossen gebliebenen Kanal und explodierte schließlich mll großer Gewalt. Mer Passanten wurden verletzt, einer davon schwer. In einer Straßenfront von etwa 120 m Länge find sämtliche Spiegelscheiben und Fenster- scheiben im Erdgeschoß der anliegenden Häufe, zerstört. 3m Umkreis des Schachts hat fidi die Straße um etwa einen halben Meter gehoben und bietet ein Bild großer Verwüstung. Eine ganze Familie durch Gasvergiftung verunglückt. In Trier wurde eine aus Vater, Mutter und einem 25jährigen Sohn bestehende Familie tot in den Betten aufgefunden. Es liegt Oa; Vergiftung vor. Eine zweite, im gleichen Hause wob nenbe Familie konnte noch um Hilfe rufen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Das Gas wen infolge eines Rohrbruchs von her Stralaus ins Haus eingedrungen. Gaskalastrophe in einem Pariser Nachtasyl. 3n einem Rachtasyl wurden elf Pers 0 ne > durch Aus strömen von Gas, das auf einen Rohrbruch zurückzufühven war. getötet 3m Lause der Rächt bis T Uhr mordens sind stündlich vier Kubikmeter Gas audgeftrömt Dn Versuch der Feuerwehr, den Bewußtlosen Rel tung zu bringen, ist deshalb fe'llgefchlagen, tceV man sie in einen beirachbarten Raum brachte, der ebenfalls vom Gas heimgesucht war Bei der Ueoerführung der Verunglückten sollen die Feuerwehrleute außerdem auch vergessen haben, die Ramen zu notieren, so daß die 3dm- tität der Derunglückien jetzt nicht mehr mit Sicherheit festzustcllen ift verhängnisvolle Spielerei. Ein schreckliches Ente fanden in dem Erfur. benachbarten Walschleben zwei 18jährige Burschen. Sie hatten sich während der FÄHstücks- pause in der dortigen Zuckerfabrik in eine zum Zuckertrocknen aufgestellte Trommel gefetzt uni die Trommel a n g e ft e H t. Da die Trommel mit großer Geschwindigkeit rotierte, gelang es ihnen nicht mehr, den Wstellhebel zu ergreifen. Rach der Frühstückspause fand man d.e beiden in fürchterlich verstümmeltem Zustande in der Trommel auf. Drei Frauen bei einem vronde umgekommeo. Bei einer Feuersbrunst in einem Hause in Wal lasey (Cheshire) kamen drei Frauen ums Leben Der Mann einer der Frauen rettete seine Kind« über die bereits brennende Treppe. Als er hieraw zur Rettung seiner Frau zurückkehren wollte, roar es jedoch zu spät, da die Flammen jedes Bordrin gen unmöglich machten. Zwei vergarbeiler bei einer Explosion flüssiger Lust zerrissen. Beim Tränken von Patronen im Schacht Mer« kers (Rhön) explodierten einige Kannen, die ungefähr 100 Liker flüjiger Luft enthielten. e einer anbt’ SaMiK hetanlomn’ warnt vir rer. wie d dusirie. Di schon jetzt nicht mit sninmtheit tat dürften Sie di Ser Bau neu Seutfd tzlieder au| dienst zui ruf hciht e Lil dem dnen Hebei wasser u istage Ion l Technische Kreitz, Sn ftenä an 1 »en, Mat die Wolle rr'ch abzut Sie 5ahi kau lila b derart qro ks ergeht i an alle h forberung, Mitteilung deS Wl Telephon am Tolk' Geiohr sä' | rechnen. Damm« I von ürisch I machten E i ganz befo | nissen unb ständig:!, handelt es gedrückt. Eisenbahnunglück bei Kempten. Bei Kempten im Allgäu fuhr der Rachtgüter« zug 8413 bei der Einfahrt in den Kempten« Güterbahnhof auf eine Wagenpartie auf. Set Lokomotivführer erlitt dabei so schwere Derlehungen, daß er kurz darauf starb. Ci» Hilfsarbeiter wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingellesert. Die Lolomotive und ein Güterwagen wurden stark beschädigt. Sechs Tote bei einem Eisenbahnunglück in Amerika Ein Perfonenzug der Louisville—Henderfori - St. Louis Eisenbahn stieß nahe H e n ö c r f c an einer scharfen Kurve mit einem Gülerzug za- fammen. Rach den bisher vorliegenden OKeUun' gen sind dabei sechs Beamte drs Personal der beiden Züge getötet worden, während von den Passagieren niemand ernstlich verletzt tour^: Die beiden Lokomotiven und die Gepäckwagca des Personenzu^es wurden bei dem Zusammenstoß ineinander geschoben und gerieten in Brand. Die Opfer des Llnglücks lagen unter dm Trümmern begraben. Man vermutet, daß das Hnilüd durch ein Mißverständnis bei der ©.gnalftellun; verursacht wurde. Oie Vetterlaqe. T"orti 0 [ent Dienstag, 1 marrrtunrtr» tihOirt flflbf, iDicpi vtrtzcn fön Dasli LoS Ix ^'«hen ■ Wöetfid Muh- 1 ^ieichSd Kgenhch Zulassung stAt hL to. ^schusses 9eMrt foe Der Au ”‘8 um 'nebz. 2 - FL LZ ^getragen 3 u Midi S'Ä *S*ä Wettervoraussage. Wettervoraussage für Donnerst«p Meist heiteres Wetter und trocken, nachts ftärlei Fröste. Witterungsaussichten für Freitag Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen: am 19.Februar: rnd tage —2,2 Grad Celsius, abends —5,1 Grad Cd1 sius: am 29. Februar: morgens —10,2 Grad Eö' sius. Maximum — 1,2 Grad Celsius, Miniimo> — 10,4 Grad Celsius. — Erdtemperaturen: In jtij Zentimeter Tiefe: am 19. Februar: abends -»41 Grad Celsius: am 20. Februar: morgens —4,8 Celsius. — Sonnenscheindauer 7 Stunden. 21 uä dem hexischen Ministerium de« Innern m Der Gesan- 2Iub dem 1 blonde umgefomtBcu Dffi 0 -15 tfitn 0 TELE FUN KEN rgarbeita lilüget Cu|i Missen. P. f. R. Nr. ßolomoticc und ein ©ütcc schädigt. stkibahnunM Io Umirii ittoacn im Lchachl i einige firnen, die u« rr Luft enthielten, jzi sUlülkkchsin noQie, roi Wammen jedes ’ßorbrr- ** Dom Feuerlöschwesen i m Kreise Gießen. 3m 3ahrc 1928 fanden durch drn Kreisseuerwehrinspektdr in 36 Gemeinden des Kreises Gießen Besichtigungen der Feuerlöschrin- richtungen, verbunden mit einer Hebung statt, in vier weiteren Gemeinden wurden nur die Geräte besichtigt. Die Feuerlöscheinrichtungen der Gemeinden Geilshausen, Großen-Buseck. Großen- Linden. Harbach. Heuchelheim. Inhnden, Lauter. Londorf. Lumda. Queckborn. Rüddingshausen. Htphe und Wieseck wurden sehr gut. diejenigen der Gemeinden Allertshausen. Daubringen, Rod- Tum Schutz gegen Grippe Erkältungskrankheiten. Mandelu, Halsentzündungen sraumilch". — Astoria-Lichtspiele: gene auf der Tanselsinsel". — Stabtheater Gießen. x-x dürften. Die Kraftfahrer im Dienste des HochwafferschuheS. 7 Der Gau Illa Frankfurt a. M. des Allgemei- ic-i Deutschen AutomobU-Clubs ruft seine Mit- ;Iiiebcr auf. sich dem Hochwasserschutz- er Patronen beschöstiu dienst zur Derfügrrng zu stellen. 3n dem Auf- ilütfe gerissen, <: tu f heißt es u. a.: 6ni;ernung toitien -Mit dem Auf geh en von Rhein, Main und geschleudert. Auch e:- e ien Rebenflüssen ist mit sehr starke mH och- Meter Dicke wurde 6 ® isser und damit mit einer außerordentlichen Zerfahr für die anwohnende Bevölkerung zu Bornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: .Olympia". 20 bis 22 Hhr. — Reichsverband te3 deutschen Glektro-3nstalla- tionsgewerbes e. D.: Dortrag .Wie gestaltet die Elektrizität 3hren Haushalt gesünder sowie angenehmer?". 8 Hhr, in der Aula der Hniversi- tät. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. .Lieb» -SS» 5.7 - ich nahe S>c^trfoi mit einem er no:iic;aiL>m Beamte t et too:bn während bfl ad ernstlich verlehl W- cn und d.e SesxnM^ rdrn bei tat en undgenelenm is lagen rnr wrmutet, dah das fin nie bei der S.gnalstelbai die Stadt nach gesetzlicher Dorschrist als Arbeitgeberanteil zu den Sozialversicherungen 7t86 93 Mk. an die Ortskr.intentasse Gießen zu zahlen hatte. Unfälle ereigneten sich in städt. Betrieben bzw. Betriebsteilen insgesamt 48. Tie Arc-, Ab- und Hmmeldungen der städtischen Arbeiter und Bediensteten (ausgenommen die beim Gas- und Wasser- und Elektrizitätswerk Beschäftigten) liegen dem Versicherungsamt ob. Es wurden erstattet 821 Anmeldungen, 748 Abmeldungen, 320 Ummeldungen. DaS DersichernngSamt ist Ausgabestelle für die Karten zur 3nvaliden- und Ange st elltenversicheruna. Es waren insgesamt 2635 Karten aufzurechnen und 3219 neu auszustellen. Tie Reichsverstcherungsanstalt zahlte für diese Tätigkeit eine Dergütung von 196.35 Mk. Ausgenommen wurden ferner folgende Anträge. a) auf Gewährung von -Invalidenrente 103; b) auf Gewährung von Witwenrente 20; c) aus Gewährung von Waisenrente 13; df auf Gewährung von Kinderzuschuß zur 3nvaliden- rente 21; e) auf Gewährung eine« Heilverfahrens 26. lk Spille. WZ le Ittnb man h Zustand« % li bti Kempten. eejncn. läu fuhr der QlaÄtaiiii« Damm- und Deichbrüche, Heberschwemmung fahrt in den Stafcta Ortschaften ufto. stehen nach den früher gc- Daqcnvarlie auf. S:i "-achten Erfahrungen, bei den in diesem 3ahre etliü Dabei so schvc, W besonders ungünstig gelagerten Verhältst ßflrauf ßarR Qj iiHen unbedingt bevor. Aach den mit den zu- S ächt ins Krank» '^dram Regierungen gehabten Besprechungen KLnbeu eS sich in erster Linie darum, die in frage kommenden Hilfsorganisationen Technische ülothilfe, Sanitätskolonnen, Rotes ^etUfl, Freiwillige Feuerwehr ufto.) schnell- i-rn s an die Gefahrenstellen zu brin- Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Dorste.lung der Molnarschen Komödie „Olympia", Gastspiel August Prasch-Grevenberg, beginnt um 20 Uhr. — Zu der Docksvorstellung (Oer Arbeiter-Kartell-Derbände) sind an der Theaterkasse noch einige Karten zum freien Der- tauf hinterlegt. Zur Aufführung gelangt Bayard DeillerS KZminalstück „Der Prozeß Mary Du- gan“. — Die letzte Ausführung von „Karl und Anna", Schaicspiel in vier Akten von Leonhard Frank, ist am Sonntag, 24. (Fremdenvorstellung). — A.s dritter Tag des Kammerspielzyklus (zusammen mit dem Goethe-Bund) ist durch die 3ntendanz des Stadttheaters Dr. Fischers Theater der musikalischen Komödien zu einem einmaligen Gastspiel verpflichtet worden. Montag, der 25. Februar, ist ass Aufsührungstag festgelegt. — Wegen Erkrankung von Karl D o l ck mußten verschiedene Umbesetzungen im Ssnelplan borjenommen werden. Tie Vorstellungen werden aoer trotzdem in der Reihenfolge eingehalten, in der sie veröffentlicht wurden. — lieber „Problem«' der modernen Dramaturgie" spricht am morgigen Donnerstagabend im Hörsaal 44 des Universitätsgebäudes der Dramaturg unseres Stodttdeaters Dr. Karl Ritter. Auf den Vortrag sei nochmals hingewiefen. — Orche st erverein Gießen. Un dem morgen, Donnerstag, abend in der Reuen Aula stattfindenden S)mphonietvnzert des Occhester- vereins unter Leitung von Professor B r ü d n e r, Wiesbaden, und unter Mitwirkung des Musiklehrers Franz Dauer jun., Gießen, als Solisten werden Werke von Beethoven und Mozart aufgeiübrt. Die Veranstaltung fei allen Musikfreunden noch einmal empfehlend in Erinnerung gebracht. — Ooerheisischer Geschichtsverein. 3m Oberhessischen Geschichtsverein wird am morgigen Donnerstag den letzten Dortrag dieses Winters Prof. Dr. Donderau aus Fulda ha.ten über seine Ausgrabungen auf dem Dürnberg bei Fritzlar. Don hier aus. wo damals eine fränkische Siedlung bestand, hat bekanntlich Bonifatius die Rli.fio. i.tung R.ederhessens betrieben und dort nach seiner Romreife 738 Düraburg als ersten Bischofssitz in Hessen gegründet. Rach seinen mit überraschenden Ergebnissen durchgefiihrten Arbeiten an den ältesten An.agen des Fuldaer Domes und der Hersfelder S.istök.rche ga.ten Donderaus Ausgrabungen in den letzten 3ahren dem Bischofssitz Düraburg und der fränkischen Siedlung, auch hier mit größtem Ersv.g. Die Fundamente der alten Bischo.skirche mit dem Sauftaum sind freigelegt worden, sogar als erster seiner Art auf deutschem Boden der wohlerhaltene Tau'sbrunnen. in dem der Bischof den Bekehrten dreimal untertauchte. Manche bisher offene Frage der Forschung wird durch diese Untersuchung beantwortet. Der Dor.rag wird durch Luhtockder erläutert werden. (Vergleiche die Anze.ge im „Gieß. Anz." vom Montag.) — Deutschnationaler Handlungsgehilfen.Verband. 3m Rahmen seines dies- jährigen Winterprogramms veranstaltet der D. H. V. Gieß.n morgen, Donnerstag, abend im Katholischen Vereinshaus einen Lichtbildervortrag über eine Erholungsreise nach Helgoland und den nordfriefischen Inseln. Man beachte die heutige Anzeige. — Einführungsvortrag zur Aufführung der Missa solemnis. Die Volkshochschule bittet uns, darauf hinzuweisen, daß Dr. Vern e s v a r y am Sonntag. 23. Februar, einen Ein- führungsvortrap zur bevorstehenden Aufführung der Missa so’emnis hält. Näheres siehe heutige Anzeige. — Gesangverein .Heiterkeit". Nächsten Samstagabend außerordentliche Generalversammlung. (Siehe heutige Anzeige.) ;en, Material- und Lebensmittel-Transporte )«:chzusühren, aus den gefährdeten Ortschaften )ia ‘ZctiDuerung. Dies) und wertvolle Habe recht» selig abzutransportieren. Sie Fahrzeuge, die für solchen Ernstfall dem i-Qu Illa bisher gemeldet sind, reichen für eine Mart große Ausgabe naturgemäß nicht aus. (»ergeht deshalb an alle Gaumitglieder sowie :n. alle hilfsbereiten Fahrzeugbefitzer die Ruf- 'oaberung, durch Abrabe einer kurzen schriftlichen Mitteilung an die Geschäftsstelle des Gaues lila toi ADAC. Frankfurt a. RI., Stiftstraße 39, itelephon Hansa 4516, sich für diesen „Dienst iin Rolf' zur Verfügung zu stellen, unter An- ’oiie, wieviel Last- bzw. Personenwagen gestellt nrnben können. Das Gießener Dersr'cherungsamt im Jahre 1925. OaS Dersicherungsarnt der Stadt I eßen nimmt nach den Dorschriften der k^ichSversicherungsordnung als untere Spruch-, s^-ischluß- und Aufsichtsbehörde die Geschäfte *>t!t Reichsversicherung wahr und erteilt in An- ;c:legenhcit der Reichsversicherung Auskunft. 5ain Tätigkeitsgebiet ist auf den Stadtbezirk x:chränkt, jedoch wird das Register der im Greife Gießen wohnhaften Aerzte. die zur itacssenpraxis zugelassen sind bzw. Antrag auf Zulassung zur Ausübung von KassenpraxiS geteilt haben, beim städtischen Dersicherungsarnt geführt, wo auch die Befchlüsse des Zulassungs- i^zschusses in Aerztesachen vorbereitet und aus- jHüIjrt werden. Der Aufsicht des D e r s i ch e r u n g s - iints unterstanden 1 Orrskrankenlasse, 5 Be- m.cb8-, 2 Innungskrankcnlafsen. Ls wurden bearbeitet : 61 Spruchsachen ; Listungsansprüche gegen Derstcherungsträger) urri> 53 Deschluhfachen (Feststellung der Der- lioceriingspflicht in der Kranken-, 3nvaliden- urrt) Arbeitslosenversicherung). 3m Arztregister waren Ende des 3ahres m -getragen 89 Aerzte; neu auf genommen tour» tei 12 Aerzte, gestrichen wurde 1 Arzt. Der Zulassungsausschuß beschäftigte ich m brei Sitzungen mit 20 Anträgen. Es blie- tezi streitig 4 Sachen, die dem Schiedsamt in ?'!rmstadt zur weiteren Erledigung zu über- : ttwifen waren. 2lls unftänbig Beschäftigte waren su.rchschnittlich 160 Personen gemeldet, für die »ersehen sind, was bedeutet, daß sie den tech- v. chen Erfordernissen entsprechen. Diese Bestimmung ist im 3ntereffe des Der- 'iHrs, wie der Radfahrer erforderlich, well bei ieier anderen technischen Gestaltung weder der Z-adsahrer geschützt, noch der von rückwärts K2tanfommcn:e Krafttoagen'ü)rer rechtzeitig go- . . • 3»ernt wird. Es liegt im 3nterefje der Radfah- n einem ifnufe in ;e-to{e p^r Händler und der betreffenden 3n- , vraflen ms ßebd nnftrie, von dieser angekündigten Verordnung auen rettete feine Sinti drjn jetzt Kenntnis zu nehmen, damit sie sich se Deppe. Uz er hiem.s li.Ht mit Rückstrahlern versehen, die mit Be- """ ,u""ti nmtheit späterhin polizeilich beanstandet toer- heim, Ruttershausen, Saasen. Stockhausen, Watzenborn-Steinberg. Weickartshain und WeiterS- Hain gut angetrossen. Das Kreisamt spricht in einer Bekanntmachung im neuesten AmtSverkün- digungsblatt den betreffenden Gemeinden und Feuerwehren seine Rnerte-nnung aus. ** Personalien. Ernannt wurden: der Po- lizeihaupttoachtmeister Georg H e i l m a n n in Gießen zum Kriminalhaupttoachtmeister mit Wirkung vom 1. Februar 1929 ab; die ©enbarmerie- hauptwachtmeister auf Probe Ludwig Flath in Gießen. Wilhelm Eloos in Ober-Erlenbach und 3ohann Dreher in Dad-Rauheim zu Gendar- meriehaupttoachtmeistern, sämtlich mit Wirkung vom 16. 3anuar ab; der Lehrer Heinrich 3äkel in Alsfeld zum hauptamtlichen Fortbildungsschullehrer an der Fortbildungsschule zu Alsfeld und Hmgegend mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an. Reifeprüfung imRealgymnasiuM. Am Montag und gestern fand im Realgymnasium unter dem Vorsitz des D'rektors der Anstalt die Reifeprüfung der Abiturienten statt. 33 Oberprimaner unterwarfen sich der Prüfung und bestanden sämtlich. “ Der Volkstrauertag in Gießen. Anläßlich des DolkStrauertages am nächsten Sonntag, 24. Februar, findet wiederum, wie in den bisherigen 3ahren, auf Einladung der Gießener Ortsgruppe des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorfe in der Reuen Aula der Hniverfität eine Gedenkfeier zu Ehren unserer Gefallenen statt. Die Gedächtnisrede wird Professor Dr. Schmoll halten. •* E i n kleinerWasserrohrbruch wurde heute früh in der Bleichstraße sestgestellt. Allem Anschein nach handelt es sich aber nur um einen Schaden an einem Zuleitungsrohr. Die Arbeiterkolonnen des Städtischen Wasserwerkes sind zur Zeit mit der Behebung von Rohrschöden in den verschiedensten Stadtteilen noch reichlich beschäftigt. •* AuS dem Gießener Standesamts- r e g i ft c r. ES verstorben in der Zeit vom 1. bis 15. Sehr.: 1.: Luise Locher, geb. Schimmel. Witwe, 75 3ahre alt. Alicenstroße 11; 2.: Kurt Stampfl, 2 3abre alt. Walltorstraße 63: Hugo Hartung, ohne Dnn.f, 74 3ohre a 't, Licher Str. 74; 3.: Elisabethe Fischer, geb. Köster, Witwe, 78 3ahre alt, Schottstraße 11; Marie Meyer, ohne Beruf, 38 3ahre alt, Wilhelmstraße 53; 4.: Margarete Becker, geb. Scherer. Witwe. 69 3ahre alt, Rorbanla'e 31; Wilhelm Konrad Aßmann. Etektromechanikermeister, 35 3ahre alt. Dismarck- straße 11; 5.: Emma König, ohne Beruf, 75 3ahre alt, Ludwigstraße 52; 7.: Ottilie Ruppel, geb, Ruppel. 52 Jahre alt, Steinstraße 59; Roaert Walther, ohne Beruf, 27 3ahre alt, Wetzsteingasse 6; 11.: Charlotte Bauder, geb. Barth. Witwe, 70 3ahre alt, Südanlage 12; Paul Fritz Rischik, Fabrikarbeiter, 65 3ah re alt, Wolkengasse 17; 12.: Katharina Beimborn. geb. Kirchner, 61 3ahre alt, Schifsenberger Weg 26; 13.: Balthasar ©ermann, ohne Berus. 65 3ahre alt. Licher Straße 74; Friedrich Magnus. Privatmann, 79 3ah re alt, Bergstraße 17; 3ulie Franz, ohne Berus, 87 3ahre alt, Licher Straße 74; 14.: Hermann Kann. Rentner, 75 3ahre alt, Kaiserallee 8; 15.: Katharina Elisabetha Schönhals, geb. Weitzel, 72 3ahre alt. Weserstrahe 1; Wilhelm Menz, Leßrer i. R., 82 3ahre alt, Ebel- straße 3; Adam Kauß, Kreislassedirektor, 59 3ahre alt. Westanlage 62; Marcellus Galinski. Stellwerlsschlosser. 74 3ahre alt, Frankfurter Straße 150. ** Schmetterlinge wurden uns in den letzten Tagen als Frühlingsboten wiederholt überbracht. Wir nehmen hiermit von dem Auftreten dieser Flieger gebührend Kenntnis, möchten aber schon im voraus auf weitere Zusendungen dankend verzichten, da unser Bedarf vollständig gedeckt ist. ** Oberhessischer Dorfkirchenvor- ftehertag. Die Dorflirchenvereinigung für den Kreis Gießen, Kreis Wetzlar und Rachbarge- biete, hält eine Dorfkirchenvorstehertagung in Reiskirchen (Kreis Gießen) ab, und zwar am Montag, 25. Februar, nicht, tote früher mitgeteilt, am 28. Februar. Rach einer einleitenden Andacht im geheizten Saale und einer Kafeepause folgt der Vortrag des Prälaten Dr. I).Diehl: .Warum muß Luthers Katechismus uns wieder werden, was er unseren Vatern war, und wie ist das zu erreichen?" Eine Aussprache schließt sich dem Vortrag an. 3n Anbetracht des bedeutsamen Vortrages ist zahlreicher Besuch zu erhoffen. Ankunft und Abfahrt der Züge sind äußerst günstig gelegen. Kirchenvorsteher, Lehrer und Gemeindeglieder sind herzlich eingeladen. Ausstellung von Handarbeiten. 3n den Räumen der städtischen Gemäldesammlung, Senckenbergstrahe, die von der Stadt dem in den Räumen beschränkten A.ice-Schul-Derein zur Verfügung gestellt wurden, findet von Donnerstag. 21. Februar, bis F.eitag, 1. März, eine Ausstellung der 3ahresaroeiten der Fachausbildung zur Handarbeitslehrerin statt. Eine reiche Fülle von Radelarbeiten aus allen Gebieten der Radeltechnik, neben Zeichnungen. Bastelarbeiten in Bast, Holz und Metall, macht den Besuch der Ausstellung interessant und lohnend. ** Saatgutmärkte. Die Lcmdwlrtschafts- kammer kündigt im heutigen Anzeigenteil Saatgut- markte in G r ü n b e r g am 25. Februar und in Lauterbach am 26. Fed-uar an. Unsere Landwirte seien auf diese Märkte, bei denen auch Bestellungen auf Saatgut erfolgen können, besonders hingewiesen. •• Kälte-Erinnerungen. Aus unserem Leserkvrise wird uns geschrieben: 3n den letzten Tagen brachte der „Gießener Anzeiger" in verschiedenen Rümmern Mitteilungen von alten Leuten über kalte Winter der letzten 53 3ahre und auch Aussätze von Fachgelehrten über die Kälte in diesem Winter. Da fühle ich mich veranlaßt. auch aus meinen Erfahrungen Mitteilung zu machen. Der Chronist Sebastian Fabian von Bacharach schreibt: «Früh im Oktober 1708 siel ein ungeheurer Schnee und blteb liegen, InS die Aprilsonne im 3ahre 1703 ihn wegkeckta Tie Kälte stieg bis zu unerhörter Höhe. Der Rhein lag in den Fesseln des SiseS bis in den April des folgenden 3ahres. Die Tiere deS Waldes und des Feldes staraen vor Hunger hin und waren, von dieser Gewalt getrieben, selbst furchtlos zu den Dlenschenwohnungen gekommen. Vögel stürzten tot aus der Lust, Felsen, durch die sich ein Quell durchsickert, barsten und stürzten herab in die Täler. Am Tag und in der Rocht tat es in den Wäldern und Feldern Schläge, als ob eine Feldschlange abgefeuert würde, und doch waren es nur Bäume, die zerbarsten bis in die Wurzel, bis in die Krone. Kein Tag verging, wo ntcht Menschen erfroren. Hunger und Elend war eine Folge dieser Rot. und die Menschenliebe, wo sie sich fand, hatte ein reiches Gebiet ihres segnenden Wallens. Die Weinstöcke erfroren bis in die SchneHinie. und an Stellen, wo die Mittagssonne den Schnee nach und nach wegleckte, ois in die Wurzei hinab." So schreibt der Chronist. Run. was ich selbst erlebt habe: „Der Winter 1855/56 war sehr streng. Das Eis der Mosel war so stark, daß man von Treben nach Trarback^ ein Stück Wein schaffte. Ein Stück Wein wiegt? soviel tch mich entrinne, 30 Zentner, dazu kommt ein starker Schlitten und 4 Pferde, außer der Begleitmannschaft. 3m 3ahrr 1865 amtierte ich zu Adenau in der Eifel. 3n der letzten Märzwoche fiel der Schnee so hoch (et schnitt mit dem Dureausenster ab), daß selbst die Postschlitten nicht durchkamen. Acht Tage waren wir von allem Verkehr abgeschnitten. Wir sandten einen Staffelten veiler ab. doch auch der kam nicht durch. Am 1. April wurde es so warm, daß innerhalb acht Tagen der Schnee v)ne Regen verschwand. 3n 14 Skxgen bis drei Wochen standen die Bäume in voller Blüte. 3m Winter 1879 waren im Dezember hier in Gießen 25 Grad Reaumur (minus). Viele Räume erfroren. 3n Hlrich- stein und Krofdorf waren es nur 12, u.ib keine Bäume erfroren. (Siehe Gießener Anzeiger.) Der 1865er und der 1857er waren die besten Weine während meines langen Lebens. *• Jagdverbot für d i e Rheinprovinz. Der Oberpräsident für die Rheinvrovinz hat wegen des durch die andauernde scharfe Kälte hervoi gerufenen Notstandes unter dem Wild auf Grund des 8 30 des Feld- und Forstpolizeigesetzes durch Polizei- DPiorbnurg für den ganzen Umfang der Rheinprovinz von heute bis ^um 10. März einschließlich jede Jagdausübung auf jagdbares Wild, gleichgültig, ob das betreffende Wild gesetzliche Schonzeit hat oder nicht, verboten. •• Der Obst- und Gartenbauverein Gießen hielt am Sonntag im Saale des Kaufmännischen Dereinshauses seine ordentliche Haupwersammlung ab. Aus dem 3ahre3bericht war zu entnehmen, daß der Verein im umfloßenen 3ahre eine rege Tätigkeit auf allen Gebieten entfaltet hat. Der Mitgliederbestand zeigt erfreuliche Ruitoärtöbetoegung, Obwohl für die Dereins.-ärlen große einmalige Rufto nbungen erforderlich (ctoefen sind, be ind n sich l te Ka sen- verhältnisse in Ordnung. Für das Sommerhalbjahr ist u. a. ein Dortrag über gärungslo'e Früchteverwertung mit prak.ischen Dorsührungcn, Lichtbildern und Kostproben voree'ehen, wozu die Dersuchsanstalt in Obe:-Erlenbach bereit) zugesagt hat. Außerdem tourLc.a zwei Besichtigungen beschlossen. Die erste güt dem Obstgut Schwalbenstein, eine 15 Morgen große Besitzung mit Gärt- nerinnenschule der Geseillchaft für landwirtschaftliche Frauenbildung, am Fuße der Schaumburg bei Balduinstein gelegen, die zw ite der fürstlichen Hofgärtnerei in Lich mit ihren ausgedehnten Obst- und Cc.nüfeiulturen. 3n dem an- schliehenlen Dortrag sprach G arten inspektor R e h n e l t über Winter- und Früh'ahrsarbeiten, Der Redner ging von dem Gedanken aus, daß der Garten nicht allein zum Arbeiten da sein solle. Er sei nicht We.'.statt. sondern erweiterte Wohnung, bestimmt zur Erholung und zum Genießen. Don Schlingrosen umrankte lauschige Sitzgelegenheiten dürften in keinen ©arlen fehlen. 3cber Hauseingang vom Garten aus sei mit reichem Blurreaschmuck und freund.ichem Grün umgeben. Hierzu eigneten sich am besten kleine, handliche Kübelchen in runber oder vierkantig.r Form mit weißem Anstrich und besetzt mit Hortensien, ober einer anderen Blüten- oder Blattpflanze. Auch Buchsbäumchen eignen sich hierfür. Die wichtigsten Il.euersch.inungen von Blumen wurden besprochen, auch auf den Wert der Gartenlilien verwiesen. Die menschliche Arke tskrast. sei es die eigene, die seiner Angehörigen oder bezahlte, sei dadurch zu schonen, daß man ba8 veraltete, meist zu schwere und unpraktische Geschirr für Bodenbearbeitung beiseite stelle und neues anschafse. 3n diesem Zusammenhang fand die reiche Ausstellung von Wolf-Gartengeräten besondere Würdigung. Oekonom G o 11 m a n n, der die Vorführung im einzelnen übernahm, betonte, daß der Kleingartenbau gegenüber der Landwirtschaft noch rückständig sei. Wollte man in der Landwirtschaft nach dem alten Shstem weiter arbeiten, dann könnte man längst nicht mehr existieren. Man sollte darum auch im Gartenbau endlich dazu üb ergehen, jedes Werkzeug zum alten Eisen zu werfen, das sich durch ein solches ersetzen laste, das die Arbeit erleichtert. Die Reuerung besteht hauptsächlich darin, baß man nicht mehr die SHlaghacle schwingt, sondern alles Furche.rziehm, Behäufeln und 'Behacken, kurz jede Art Bodenlockerung nach dem Graden in der Weise aussührt. daß cm geeignetes. für den Zweck besonders konstruiertes Gerät gezogen wird. Voraussetzung ist allerdings für alle Gemüsearten die Reihensaat vom Sämling bis zur erwachsenen Pflanze. »tat V für ö1 Kun,, 'cd unS mitgeteilt: . Inh öomille u? 3m Znteres'e der D e r k e h r s s l ch e r h e , t (Jg oFcb demnächst angeordnet werden, daß a n 0lei(f)tn fi 8,‘iilleu Fahrrädern Rückstrahler (die rufe ”* r genannten ^Katzenaugen") angebracht werden. Das /jF” m ütsher ist in der allgemeinen Straßenverkehrs- u rug DOn k Q1 *»■ Innung von einer solchen Vorschrift Abstand etrQi icmommen worden. Die Erfahrung hat aber ge- m Darii.. ! csirt, daß sie unbedingt notwendig ist. damit die ur?^ . Nla|n| s«.adfahrer bei Dunkelhrit dem Führer emee ^folgenden Kraftfahrzeuges rechtzertig rfüsJL. mkennbar werden. . , „ v “Sx getnf® Lurch Öen Rückstrahler werden bie emfallenben morjeti r! Lichtstrahlen des nachfolgenden Automob'ls tn 1 i^lbroten Farben zurückgeworf n. Er muß T.^flofffl »t -cheschafsen fein, daß er im Lichtkegel der Kraft- Z ohrzeugscheinwerler auf eine bestlmmte r‘,en ^aum 5 dfernung deutlich zu erkennen ist. ^'"lgesuckiV Sie genauen Besti-nmungen über die Bescha.fen- LSwädta 2Les Rückstrahlers werden in der im Laufe erden, auch k,. jr ,cs Monats März zu erwartenden Verfügung ttzn, so cUgeiegt werden. ES wird aber jetzt schon daraus W nicht aufmerksam gemacht, daß als Rückstrahler vor- n iuMcht ich nur solche Fabrikate anerkannt toer- k:n, die von dem Verein deutscher Radfahrindu- Imcfler mit dem Prüfzeichen der provinzialbauptstadi er gHÄ Gießen, den 20. Februar 1929. F nücfflrafjter an den Fahrrädern. ftr rVÖ Deutscher Volkstrauertag 1929 Treis an der Lumda, den 19. Februar 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21. Februar, nachmittags 2% Uhr. in Treis an der Lumda statt 1527D I82BD Nachruf. Treis a. d Lda-, den 19. Februar 1929. 15»D Gießen, den 20. Februar 1929. 1173D ISflODl 15U7D im 76. Lebensjahre nach kurzem Leiden sanft entschlafen. I524Ü Zahlungserlelchterung Freie Lieferung schieben Schr. Angeb. u.lk»4.^)t SOTKWU an den Gtetz, An-. I un edfüftcniei* ÄWIK Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dekan Gufemann und Familie. Für die vielen und mannigfachen Beweise wohltuender Teilnahme, die uns anläßlich des Hinscheidens unserer lieben Entschlafenen von allen Seiten zuteil wurden, sagen wir hiermit unseren tiefgefühlten Dank Für die Gemeinde Treis a d. Lda. Becker XII., Beigeordneter Kirchberg-Lollar, Ober-Ohmen, Mainz, Darmstadt, Reinhelm LO-, den 20. Februar 1929. Die Beisetzung fand am 18. Februar zu Darmstadt in aller Stille statt Alice-Schule Seminar- Aasstellung ! von Donnerstag, d. 21. Felir., Utfl Freitag, d. 1. März, cmfdjlteulid). I Geönnet tufliub von 1i-l u. 3-5 Ubr. (2inmtt2OA,(£d)uirn di o 'Bei km 1ü A ©eidiloffcn am H«"- tag, d. *6. Fehn, »uh- mittags, > nd am Donnerstag, den 11 Fibr, i vor- und nachmittags. I In Den Ran men der ftdJtifdjcn tyemälbe» 8 ia.mr.tunfl, Vnnöaiof*■ 'l'bil'uo.' • 'VlaU —_ Sentfcnbern r. Q I Verkäme mehr 3x3« dimme» Haus m. ßtbcb- Gatten, Gallon ii. ttonel^ bfrgftrnhc 1. Am Montag, 18. Februar, abends 7% Uhr, verschied nach mehrwöchiger schwerer, mit Geduld ertragener Krankheit im Katholischen Schwesternhaus zu Gießen mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Schwiegersohn, Onkel, Neffe und Pate Bürgermeister Heinrich Will VIII. im Alter von 52 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Katharine Will geb. Findt nebst Kindern. Am 18. Februar verschied nach schwerer Krankheit Herr Bürgermeister Heioridi Will KID, Der Entschlafene hat 4 Jahre das Amt des Beigeordneten und seit 1924 das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Tieis a d Lda bekleidet und stets seine ganze Kraft in deren Dienst gestellt Bei ihm galt nicht das Ansehen der Person, über alles ging ihm das Wohl der Allgemeinheit Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Otto RuppeL Danksagung. Für die erwiesene Anteilnahme bei dem Hinscheid rn meiner lieben Frau. Mutter, Schwiegermutter und unserer Großmutter sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus. Georg Beimbom Familie Georg Beimbom jr. Gießen, den 18. Februar 1929. Pianohaus Schönau Seltersweg 81 Gedenkfeier zu Ehren unserer gefallenen Krieger Sonntag, den 24. Februar 1929, mittags 12 Uhr pünktlich, in der Neuen Aula der Universität; Gedenkanspracbe: Studienrat Prof. Dr. Schmoll. Weiter wirken mit; Frau Gertrud Weyl (Gesang), das Musikkorps des L (Hess) Grenadier-Batls-, 15. Inl-Rgts., Leitung; Obermusikmeister Löber. Die Einwohnerschaft Gießens wird zur Teilnahme herzlichst eingeladen. Eintritt unentgeltlich. Zur Deckung der Unkosten wird am Ausgang eine freiwillige Spende erbeten. Die Ausgabe der Platznummern, die aut die Programme gedruckt sind, erfolgt am Eingang. Saal Öffnung 11% Uhr. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Hessen, Ortsgruppe Gießen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres liehen Vaters Heinrich Schäfer satten wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Hartmann für die trostreichen Worte. Die trauernden Hinterbliebenen. Alten-Buseck, den 18. Februar 1929. Heute früh entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grobmutter, Urgroßmutter,'Schwester, Schwägerin u Tante Elisabeth Fischer geb. Hankel im 74. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen GroßemLinden, Gießen, den 19 Februar 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, 21. Februar, nachm. 31/, Uhr, vom Ster behaus, Bahnhofstraße 17, aus statt. __1^430 Dr. Frey. Trümpert Omurofltiterte wasserdichte Wappamu sowie wasserdichte Pfcröeöcden lie ertm iederGtöK M. Ch. Mühlstein toicfeen. i3.«d ch habe dich je und < geliebt, darum hab ich dich zu mir gezogen, aus lauter Güte! Todesanzeige. Dienstag früh um 1 Uhr entschlief sanft nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden, Im Alter vön 39 fahren, meine liebe Gattin, unsere treusorgende Mutter. Hebe Tochter und Schwester Elise Bender geb. Rühl Die trauernd Hinterbliebenen: Georg Heinrich Bender und Kinder Anna Rühl geb. Felsing Familie Stumpf Familie Rühl Familie Bender Dorf-Gfl!, Kirtorf, Eberstadt, den 20. Februar 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, 21. Fehr , nachm. 2l/4Uhr statt. is>ro MW mit nutet Schul» i-tldung für Cfinn. sowie (>716 lünneret Meller für tofott gesucht. C. Sch'emangk. Dollar. «Zür sofort jüngere MO* oder Motin für Buchbaltung, Annächtt vorüber- gebend evtl für dauernd, gesucht. 1541D Muhfoötll Drehet BogOflCk Statt besonderer Anzeige. Nach Gottes Willen ist unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Tante Frau Luise Besl teil. Battenfeld Witwe des Steuerrates Valentin Best in Wörth-Sauer (Elsaß) Heute mittag entschUef sanft nach kurzem Krankenlager mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Johann Friedrich Preis Zugführer i. R. im 74- Lebensjahr. Er schloß seine Augen in der gleichen Stunde, in der man seine älteste Tochter Käthe in Fulda zur letzten Ruhe trug. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Katharina Preiß geb. Heller. Gießen (Riegelptad 7011), den 19. Februar 1929. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 22. Februar 1929. nachmittags 2 Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 25UHI1 undmebr reib, jeder mit fabelhaft. t allem Suvebör, Damot- v-tAung. Iruiiia r behebbar, btüut au uctmteten. Schtis l Angebote unter (704 an d.Gteft. An teiger. 3- dir i-ZiMc WoOnuig m. Balkon, tn schöner Lage Au üerimeten. Drtngltchkeilsschcin eitoidcrltch. 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Rom, Februar 1929. Seltsam ist daS: um die römische Frage zu lösen, das schwierigste diplomatische Rätsel unserer Zeitgeschichte, muhte zwischen Papst und König ein Duce treten. Der war einmal, eS ist noch nicht solange her, ein unbändiger Kirchen» sturmer gewesen und geht nun mit einem Strahlenkranz durch die katholische Geschichte. Wißt ihr. wie das war? Später einmal, im nächsten heiligen Jahre wird man eS fragen, wie man nach einer Legende trägt. Run. ich werde dann vielleicht noch immer kein Grohpapa sein und will mich daher beeilen, sie beizeiten zu erzählen. SS begab sich, man schrieb den Tag vor Fastnacht und Europa glaubte an daS Hereinbrechen einer neuen Eiszeit, da sah der König auf seinem Throne und der Gefangene im Vatikan aus dem Stuhle Petri, als der Kardinalstaatssekretär Gosparri. der Außenminister des päpstlichen Hofes. vor den Statthalter Christi trat und sagte: Es ist geschehen! So wie es nach dem Konklave, wenn nach vielen schwarzen sfumate ein Weiher Rauch aufsteigt. schlicht und bestimmt heiht: II Papa e fatto! Zur gleichen Zeit fuhr ein Automobil in den Hof des Palazzo Diminale ein, deS italienischen Innenministeriums, und ein Mann stieg aus. der sich an seinen Schreibtisch setzte und seine Arbeit wieder aufnahm, als sei nichts geschehen. Lieser Mann war Mussolini und er hatte nur inzwischen mal die römische Frage gelöst. Diele vor ihm haben daS auch versucht. Da ich nicht zu den Kirchenstaatgrundern gehörte, die sich dte Grenzregulierung etwas kosten liehen, hatte ich Zeit, mir die Sache anzuschauen. ES war ein regnerischer Morgen, den meisten Leuten lagen die Maskenbälle in den Gliedern, man kann nicht sagen, dah das Dolk nach dem Lateran strömte. Denn nach der mussolinischen Politik unerforschlichem Ratschluß. der Wohl seine Gründe haben wird, durste daS italienische Volk von dem grohen Ereignis nichts erfahren, nur der Rest dieser vergnügungssüchtigen Welt. Die Zeitungen der Halbinsel muhten so tun, als würden sie auf dem Monde gedruckt, sie hatten keine Ahnung, was in dem verlorenen Patrimonium Petri vorging. Sie hatten nur eine Entschuldi- aung: dah auch das amtliche Organ der Leo- stadt, die einzige nichtfaszistische Zeitung deS Landes. der Osservatore Romano in die nämliche Hchweigseli^k P verfallen war. Trotzdem war d r Sockel des riesigen Obelisken, auf dessen H.e.oglyphen ich zusteuerte, schwarz bestrichen, eine Farbe, die sich beim Räherkommen in lauter Kollegen von der Vildberichterstattung auflöste. Maschinengewehre und Tanks standen schuhbereit, und wer es wissen wollte, erfuhr, dah das die neuesten Kurbelapparate und die allerneuesten Schallfilmaufnahmewogen seien. Wenn auch nicht bis an den Tiber, so war doch bis Amerika durchgesickert, dah die Stunde gekommen sei, • Sonst bemerkte mau noch Karabinerie in Toga und Dreispitz, zu Fuh, zu Rad. königliche Soldaten und Foszisten mit schwarzem Fez und bedeutsamer Miene. Dann ahnungsvolle Seminaristen und hellhörige Leute, die wunderbarerweise begriffen hatten, um was eS ging, als Zeitungsmänner riesige Plakate mit Schlagerzeilen durch die Straßen getragen hatten. Hinweise aus den sensationellen Text ihrer angelsächsischen Dlätter, rätselhaste Inschriften' mit Worten wie Pope (im Italienischen nur Papa) oder question (statt questione) oder gar question roman. Perbacco. tonnte daS nicht questione romana heihen, römische Frage? Ja, so aufgeweckte Menschen gibt es in Rom. Und so kam es. dah sich die Gaffer immerhin zum Teil auch aus Einheimischen rekrutierten. Man sperrte ab. ein Spalier bildete sich und der nach einem ungeschriebenen Gesetz für solche Fälle vorgesehene Foxterrier raste entsetzt hindurch. Wer da glaubt, der Romer würde die grohen historischen Momente mit steifleinener Feierlichkeit begleiten, der kennt das heitere Völl» chen der Quirlten schlecht. An solche Dinge ist es gewöhnt. Cs empfindet den Moment als das, was er ist — als einen Augenblick. Wenn ein Papst im Sterben liegt und die Christenheit auberhalb der ewigen Stadt auf den Knien, dann setzt man sich gelassen in die Sonne vor den Kolonnaden Dernints. in das unvergäng'iche Leben. und wenn der neue Papst gewählt ist. dann läßt man Luftballone auf, liegen, möglichst bunte, möglichst viele . . . Ecco — daS wohlbekannte Auto des Kardinals — Gasparri! Wer sitzt denn bloß neben ihm? Wo nur der Duce bleibt? Eccolo! Evviva il Duce! Der Wagen, ein funtelneucr Typ aus dem römischen Salon, saust vorüber. Ich sehe auf die Uhr: 11.35 — auf die Minute die gleiche Zeit, da vor sieben Jahren aus dem Vauemsohne von Desio. aus dem Kardinal Ratti Papst Pius XI. geworden war, da der Papa italianissimo mit der fünfzigjährigen Tradition des unfruchtbaren Grollens brach, die äußere Loggia der Peterskirche aufschliehen lieh und hinauStrat vor die rasende Menge, die atemlos verstummende Menge und die Arme hob gegen Rom. gegen Italien, den groben Segen aussprach urbi et orbi, zum Zeichen, das; er gewillt sei, das zu tun, was — sich nun, sieben Jahre fpäter, erfüllte. • Wenn man daS Atrium durchschritten hat, ein Tonnengewölbe. In dem christliche Sarkophage ein grabesstummeS Spalier bilden, kommt man in den Saal der Konzilien, der auch der Saal der Päpste heibt. nach den vielen Pontiferbildern an den Wänden. Als Mussolini die Schwelle überschreitet, kommt ihm der Mittler des Papstes, Gasparri, entgegen. Zwei Rassenköpfe: ein cä- sarischer. ein päpstlicher. Ein Händedruck. Alles ist bereit Auf dem langen Tische brennt in einem goldenen Kandelaber eine einzige lange Kerze. Zu beiden Seiten ein künstlerisches Tintenfaß. eine goldene Feder. Der Zeiger der Uhr da draußen auf dem Platze rückt mit jener Selbstverständlichkeit, die in solchen Augenblicken immer wieder erschüttert, auf die zwölfte Stunde. Alle stehen aufrecht, nur der Kardinal wird von Wustolini zum Sitzen genötigt Rechts die Vertreter und Zeugen des heiligen Stuhles. Monsignore Vorgoncini Duca. Monsignore- Piz- zardo und der päpslliche Hosjurist Pacelli, der Vruder des Berliner Runtius. Links vom Duce der Siegelbewahrer Justizminister Roc:o, dann Unterstaatssekretär Giunla. Mussolinis rechte Hand, und der Unterstaatssekretär des Aeuhe- ren. ©raubt. Ohne Zögern beginnt der Mittler deS Königs, mit skandierender Stimme die Beglaubigungsvollmachten zu verlesen — und in dieser Sekunde, da die Uhr zum Schlage aushebt, weiß man: das ist und wird fein der eiserne Kanzler Italiens. Die Glocken läuten, die Urkunden gleiten unter die goldene Feder, e Draußen, während der Kardinal dem einstigen Kirchenstürmer die goldene Feder als Geschenk überreicht und die Mappe aus rotem Damast mit goldenen Fransen, in der nun. verbrieft und versiegelt, die Lösung der römischen Frage ruht, draußen lassen sich Die Seminaristen nicht mehr halten. Stimmen ein Tedeum an. Kaum ist es verhallt, ruft einer von den Feinden von gestern: Für den Duce: Eja, eja, alalä! Und alle Faszisten fallen dreimal ein. Für unfereinen ist das weniger einfach. Jetzt beginnt der Faustkampf um die wenigen Exemplare der „amtlichen Mitteilung'. Heil oder nicht, wer eines erobert hat. stürzt Hals über Kops durch die dummen Gaffer und hetzt und hetzt — ach ja, lieber ßefer. du weißt nicht, wie schwer Ich fliege Sturz. Don Crista Halvany'Winsloe. Telephon: »Hier Udet, Sie wollen doch mal stiegen?" — „Ha, gerne.“ — „Gut, ich hole Sie um 2.30 Uhr ab.“ Eingehängt. Wie mir um 2.15 Uhr zumute war? Ich präparierte die Möglichkeit, mich von meinem Magen blamiert zu sehen. Im kleinen, rotgrauen Amillar rast Übet mich rach Schleihheim: 80. 93, 100 Kilometer. Ich lallte wohl einen Begriff bekommen, was bas ist: eine Maschine, wenn er sie in der Hand hat. Abels überlebensgroßer Dulll auf meinem Schob blinzelt mich von der Seite an. als wollte er lagen: „Das ist noch gar nichts, meine Liebel —" Herr Kem. Udets Flamingoflügelabjutant. behandelt mich mit Sorgfall wie ein hilfloses Kind. Er schubst mich auf den Seitenflügel des Flugzeugs hinauf in den Passagiersitz vor dem Piloten. Er schnallt mich fest und entnimmt meinen Taschen Gegenstände, die beim Purzelbaum- !ch agen etwa hinausfliegen könnten. „Also. Sie vollen ein bißchen Akrobatik machen?" höre ich hinter mir Uder sagen. Will ich? Akrobatik ist ein scheußliches Wort. Die Vorstellung, ein Muste.artist nähme mich unter den Arm. mich einladend, feine Luftsprünge von Reck zu Reck iait3ufliegen. läßt mich nicht los. Herr Kern steht vor dem Apparat und reiht Iben Propeller an: „Kontakt“ — „frei“ antwortet -übet. Der Motor schweigt noch, „frei“ ruft es Ton unten, „fertig“ antwortet es von oben, unb ier Motor spingt an. Ach. gut bekannte Stimme, -s ist wie ein Wiedersehn — Grüß' Gott, Fla» -lingo! Schau, diesmal bin ich dein Gast, steh eicht unten und sperr' den Mund auf vor (Staunen! Och sitze hier schrecklich zufrieden unb voller Erwartung. Habe ich Herzklopfen, meinst du? Vielleicht vor Aufregung — wie lange habe ich mir biesen Moment nicht gewünscht! Flamingo hebt sich und trägt uns. wir steigen. Der Flugplatz sinkt herab. Schlob Schleihheim sieht ben allen Stichen gleich, die seinen Grunbrih bar- stellen. Der Park mit ben Tepp ich beeten liegt wie auf gezeichnet am Boden. Der Sternmotor. Flamingos phantastischer Stachelkopf, hebt sich plötzlich Ier• engerabe vor mir zum Himmel hinan — einen Moment lang liege ich mit dem Rücken an ben Sitz gepreßt unb — schon zeigt ber Motorlopf wieder stell zur Erde, fängt sich und wir liegen wagrecht auf dem Wind. So scheint es mir wenigstens. Ach, herrlich! Bitte noch mal, Flamingo. Ich hebe meine Hand unb winke ilbet zu, der sich durch einen freundschaftlichen Puff auf meinen Hinterkopf erkundigt, wie mir das erste „looplng" bekam. Jetzt wieder: es reißt hinauf, die Erdkugel dreht sich ein wenig, wir laufen wieder hinab unb liegen toieber richtig, als fei weiter nichts geschehen. Scekrank zu werben vergaß ich. Roch, bitte nochmal! Zu Flamingos G.ück ist die Konversation einigermaßen beschränll. Aber was geschieht jetzt? Flamingo ist ernst unb zielbewußt geworden. Er will zur Stadt.' Da lieg/ ber Häu>erhaufen mit den zwei grün'm Kügelchen, die Frauenkirche. Wir halten auf Schwabing — aha, wir werden mein Haus besuchen — da liegt es: kleines rosa Häuschen im grünen Hafen. In steiler Kurve umkreisen wir cs. Eine kleine helle Gestalt im ©arten, das Fischbassin, alles Spielzeug. Udet gibt einem Neubau eine kleine Vorstellung. Wir fliegen ziem.ich tief. Ich sehe von oben herab in drolliger Perspektive den Bauch des dunkel bekleideten Bauleiters, der seine Füße unter sich verdeckt Die Leute winken. Ahnen sie, wie selig einem da oben zumute ist? Es gab eine Zeit, wo Autos zugewinkt wurde, das ist lange her, unb Autos machten sich seither reichlich unbeliebt Kann es so einem herrlichen Vogel auch passieren? Ich wünsche bir, lieber Flamingo, ein glückliches Schicksal — dich soll man grüßen dein Leben lang! Jetzt steigen wir wieder hoch, nochmal hoch, noch höher — da stelll Udet den Motor ab. Der Propelkr vor mir rotiert lang,am:r. bis er stillsteht Ich halle diese elegante Schraube ganz vergessen. Diese zwei Luftruder lassen ewvrn durch ihre leichte Wellenform an ausgewaschen- Ufersteine oder vom Wind gewehte Sandsurchen denken. Sie packen den Wind mit seiner eigerem Hand. eS manchmal ist, deinen Frühstückstisch aktuell zu garnieren. Der historische Moment ist vorüber. Run fällt auch das Schweigegebot für die llalienische Presse. Die Extraausgaben überkugeln sich. Der Osservatore Romano strahlt über die ganze erste Seite. Vielleicht ist es wahr, daß die Journalisten nachtsüber doch auf dem Maskenball gewesen sind, am nächsten Morgen sah man sie aber jedenfalls vollzählig wie beim Appell in ber Peterskirche. Krönungsseier. Wie damals vor sieben Jahren. Der Papst auf dem Throne, bleich und still, sein eigenes Marmorbilbn.s. Draußen strömen!): r R. gen ü.er einem Meer von Schirmen. Ein k ein wenig Aschennittwochstimmung. Kein Kirchenstaat! Die stolz zurückgewiesene Entschädigungssumme nun doch angenommen! Aber ber Pa st tritt an das Fenster seiner nun eigenen äußeren Loggia unb erteilt ben großen Segen, urbi et orbi, über Stadt unb Erdkreis... Luftballone waren nicht da. aber auch die Regenschirme stiegen vor Begeisterung hoch, wie Möwen flatterten die Taschentücher . . . Evviva, Evviva i! papa! Evviiiiiii — va! DieAeichsbahn als Sludieiwbjelt Die Werkstätten, Betriebe und Verwaltungen der Reichsbahn-Gesellschaft sind in den letzten Jahren in steig nbem Maß von Ausländern zu Studien zwecken besucht worben, bie die vielen Fortschritte der Reichsbahn für ihr Land zu nutzen suchten. In den letzten drei Jahren ist die Zahl der ausländischen Besucher von 300 auf 741 und im letzten Jahre auf rund 1500 gestiegen. Man rechnet sogar noch mit einer weiteren Steigerung bet Ziffer im kommenden Jahre. Die meisten 'Besucher hallen sich zu eingehendem Studium sogar mehrere Wochen auf. Besonders stark ist ber Besuch aus Englanb. Von bort kamen im letzten Jahre allein 183 Besucher, bie Schweiz entsandte 163 Besucher, bie Vereinigten Staaten 140, Rußland 136, Ungarn 106, Oesterreich 101 unb Frankreich 88. Sogar aus Japan, China unb Indien wurde bie Deutsche ReichZbahn-Gesell- schast studienhalber besucht. Auch ausländische Studenten besuckten die Reichsbahn. Aus der Schweiz kamen z. D. 60 Studenten zum Studium des elektrischen Zugbetriebes in Berlin, Schlesien unb Bayern. Das größte Interesse findet bei den Ausländern bie Rationalisierung in den Ausbesserungswerk- ftätten, bie in Deutschland vorbildlich burchge- führt ist. Die Werkstätten werben meist fehr gründlich studiert Zum Studium des Betriebes ist das rheinisch-westfälifche Jndu- st r i e g e b i e t das besuchteste Ziel. Mit einer ganzen Reihe von Staaten hat bie Deutsche ReichSbahn-Gescl.schast ci/.en regelrechten De - amtenaustausch eingerichtet 3m Rahmen biefer Organisation entsandte bie Reichsbahn mehrere Beamte zu mehrjährigem Aufenthall nach Nordamerika, England. Bra ilien. Holland, Rußland und Schweden, während sie in ihren Betrieben gegenwärtig Brasilianer. Engländer, Holländer, Russen und Schweden beschäftigt Neuer Kommunalkonflikt in Wehlar. WER. Wetzlar, 19. Febr. Mit dem Prüfungsergebnis der Finanz age der Stadt Wetzlar durch die Regierungskommission. über das schon berichtet wurde, herrscht hei den Stadtverordneten lebhafter Unwillen, zumal die Regierungslommisf.on nicht, wie dies in dem fraglichen Antrag aus- gedrückt war, den Stadtverordneten Bericht erstattet hat. sondern zunächst dem Regierungspräsidenten. Diefer hat der Stadtverwaltung e nen längeren Bericht zur schriftlichen Aeußerung zurückgereicht. der bereits auszugsweise mitgeteilt wurde. 3n der Veröffentlichung des Berichts im „Wetzlarer Anzeiger', und zwar bevor die Stadtverordneten von dem Bericht Kenntnis hatten, erb.iden sämtliche 'S lad t- verordnetenfrak ionen eine Uebergehung. Sie haben einen von den Vorsitzenden ber Stadt- Derorbnctenfrcf ionen unterzeichneten Protest im „Wetzlarer Anzeiger" veröffentlicht, in dem sie erklären bie ganze Angelegenheit hätte zu- 3etzt erst werde ich gewahr, daß wir ruhig weiterglellen — ja wieso denn — ohne Motor, ohne Propeller? 3eht fliegen wir eigentlich erst wirk.ich, ein wenig hinab, ein wenig hinauf. Die zerschnittene Lust s.ngt in den Dräh.en. Von mir aus hätte bas noch eine ganze Weile so weitergehen können — aber mein Pilot fand wohl, dah toieber etwas geschehen müsse — Gott weih durch welch geheimnisvolles Manöver, hinter meinem Rücken senkt sich plötzlich der Motorkopf pfeilgrab in die Tiefe — wir sausen ab. In den Drähten schreit es: Unheimliche Sturm- sirenen. Udet fängt sich wieder — bie Erde ist noch weit unten — wir hätten ruhig noch Liefer fallen können. „Schauen Sie her", rust's von rückwärts. Udet schnalll sich die Schultt-rriemen ab, steht vom Sih aus, hebt erst die Arme in die Lull, bann schaukelt er, als packe er Flamingo an betten Flügeln, auf unb ab. wie übermütige Kinber einen Kahn ins Wanken bringen. Das Ganze begleitet er mit lautem 3nbianer# gelang. 3etzt liegen wir auf der Seite, parallel mit meinem linken Oberarm liegt die Flugwiefe, mein rechter E.kbogen zeigt in die Wollen, ilbet demonstriert, wie bequem man bei dieser Lage des Appa.a es seekrank werden kann, man braucht nur den Kopf etwas nach links zu wenden und senkrecht fällt zur Erde, was von der Erde kam — meint er. 3ch war leider noch nicht so weit, um von biefer günstigen Gelegenheit Gebrauch zu machen, aber mein Magen schickte doch eine bescheidene Anfrage nach oben: Wird bas noch lange bauern? — Nachdem wir einmal nach links hinunter unb nochmal nach rechts hinunter aörutchten, frag'.« übet: „Wo soll ich lanben?“ Millen auf dem grünen Rasen ist ein kleines weißes Zeichen, genau bort fetzt sich Flamingo nieder. So. jetzt habe ich die Reise „beschrieben", aber was ich eigentlich erlebte: bie Freude an der Bewegung, bie Lust am Tanz im Blau, das Vertrauen zum Unglaublichen unb Unverstanden «t. ach Gott, übet hat recht: üeber baJ Fliegen kann man nicht schreiben — es ist viel zu schönl Mittwoch, 2D. Zebruar 1929 nächst diskret behandelt werden müssen. Wenn die Stadtverwa Ling solche diskreten Angelegenheiten ohne vorherige Fühlungnahme mit den Stadtverordneten Der Oef.entlich'eit übergebe, so dürfe fie anderseits von den Stadtverordn< n nicht ©ebeimfa.tung gewisser städtischer Angelegenheiten verlangen. Oberheffen. Landkreis Gictzen. * Klein-Linden. 19. Fe^r. Reiseschwester Lydia vorn Nonneweier Mutterhaus toJUe dm Sonntag in unserer Gemeinde unb sprach am Nachmittag vor Mäbchen unb am Abend vor den MitgliLdern des hiesigen Frauenvereins über Erlebnisse unb Eindrücke im Reise- dienst des Mutterhaufes. Die am Nachmittag und am Abend ein gegangenen Kollekten kommen dem Mutterhaus No.ineweler zugute. V Mainzlar. 19. gebt. 3n der jüngsten Gerneinderatssihung wurde dem Antrag der seitherigen Hebamme auf Erhöhung ihres Ruhegehaltes stattgegeben. Der Preis, für den Sand aus der Gemeinde-Sandgrube, der in den Vorlriegljahren einem hiesigen Unternehmet für 5 Pfennig pro Zentner abgegeben wurde, wurde im vorigen Jahre auf 8 Pfennig Abgabe pro Zentner erhöht. Dem Unternehmer ist dieser Abgabepreis zu hoch, unb er ersuchte um Ermäßigung. Der ©emeinberat beschloß demgemäß, den Sand zum Preise von 6 Pfennig pro Zentner für die Folge abzugeben. In einer Eingabe baten bie Holzhauer, ben Arbeitnehmeranteil der sozialen Lasten auf bie Gemeinde zu übernehmen. Die Abstimmung über dieses Er'uchen wurde vorerst ausgesetzt unb ber Bürgermeister um Mitteilung ber Höhe bes in Betracht kommenden Betrages ersucht. — Daß ber feit Wochen schon anhaltende strenge Frost ziemlich tief in die Erde eingebrungen ist. zeigt sich an dem Ortsnetz unserer Wallerleltung. wo an einigen Stellen bas Wasser in den Dohreninder Erde eingefroren ist. Um tu Aullauungsarbciten zu beschleunigen, wird dar Wasser tägllch von 9 Uhr bis V25 Uhr nachmittags abgestellt. t S r e i 8 a. C b a.. 19. Febr. Der Krieger- Verein „Germania" hiell am Sonntagabend bei Kamerad Nickel seine Hauptversammlung ab. bie gut besucht war. Nach dem Rechcn- schaftsbe icht des Vorsitzenden, K mereben Bing, hat der Verein im fetzten 3ahr um drei Mitglieder zugenommen, eins ist verstorben, dessen Gedächtnis in ber üblichen Weise geehrt wurde. Die von Kamerad F r i ö erstattete Abrechnung konnte von einem stattlichen Ueberschuß berichten, der zum Teil zur Unterstützung bedürftiger Kameraden verwandt werben soll. Der für bie- fen Winter geplante Familienabenb wird nach einstimmigem Beschluß ber Versammlung mit Rücksicht auf bie schweren wirtschaftlichen Zeitverhältnisse ausfallen. Für bas im Sommer abzuhaltende Vereins- und Preisschießen wird ein praktischer Schießstand, auch für bie Klein- kaliberfchühen, errichtet werden. Zum Schluß wurde eine vom Vorsitzenden verlesene Protesterklärung gegen bie Kriegsschulblüge einftimtr.ig angenommen. — Die Eisdecke ber L u m d a ist in der Nähe der Wilchlings-Durg 60 Zentimeter dick. — An ber Wasserleitung hat der starke Frost verschiedenen Schaden getan: mehrere Rohrbrüche machen es nötig, das Wasser täglich nur zu einer bestimmten Zett laufen zu lassen: auch ber Inh all von einigen Kartoffeln- und Dickwur zke llern ist durch Rohrbrüche sehr in Mttleidenfchaft gezogen worden. Aus ber Rabenau, 19. Febr. In allen Gemeinden unsres Bezirkes tritt gegenwärig die Grippe in so starkem Maße auf. daß mitunter ganze Familien bagieberliegen. Erfreu^ licherweise verläuft sie bisher in leichteren, ungefährlichen Formen. Durch den anhaltenden harten Frost sind auch in sämtlichen Dörfern teilweise recht bettächtliche Schäden unb Brüche an ben Wasserleitungen zu verzeichnen. Kariof ieln und Dickwurz sind meist schwer in Mit" leidenfchaft gezogen toorbm. ö Beltershain. 19. Febr. Heute fand hier die erste Holzversteigerung aus b?r. Försterei Rainhardshain statt. Es hatte sich eine große Menge 3n'ere'fen'~n cingefunben. Die Eine Zauderscherbe aus Aegypten. In Dehnasa. dem alten Oxhrhynchos, dem Aus- grabungsort so vieler Papyri, fand man eine Topfscherbe, bie wohl in 'Ermangelung einer Dleiplatte ober eines Paptzrus'ilatteZ von einem liebenden Zeitgenos.en d.'s zweiten vorchristlichen Jahrhunderts mit einem Text bekritzelt wurde. Ihr Jnhall ist eine Kombination von Entzwei- ungs- unb Liebeszauber. Der wie immer bei solchen Praktiken ungenannte Schreiber, der Sprache nach ein Grieche, bedeckte bie Außenseite des Scherbens mit 21 Zeilen, Zauberworten und Vokalreihen, bie bie Planetengott:r zu Hilfe rufen sollen, und mit dem Text: „Brenne, entflamme die S:ele ber Allus, ihr n weiblichen Körper, ihre Glieder, bis fie verläßt das Haus des Apollonios. Mach krank die Allus mit Fieber, mit dauernder Krankheit von Hunger und Sinnlosigkeit.'' Der Befehl richtet sich an ben Totengeist des Grabes, in dem die Sch.rbe unter bestimmten Zeremonien verst ckt war, will erreichen. daß bie genannte Frau ihren Mann verläßt unb zu dem Zaubernden übergeht. Das Gleiche besagt der inseitige Ttxt: „Entfremde die Allus ihrem Mann Apollonios: gib ihr ein Stolz, Haß, Unlust, bis sie das Haus des Apollonios verläßt, jetzt gleich." Die meisten der bekannten Zaubereien aus diesem © biet sind auf Dlelläfelchen niedergeschrieben: die wenigen auf Scherben erhaltenen toerben durch dieses kurze Dolumeirt der Universität Oslo um einen wertvollen Zuwachs vermehrt. Dr. V. Hochschulnachrichten. Die Ernennung des o. Professors Dr. Phllipp Funk von der Staallichen Akademie zu Braunsberg vom 1. April 1929 zum ordentlichen Professor der Geschichte an der Universität Freiburg L D. als Nachfolger des Geh. Rats H. Finke wird amtlich beftätigL — Dem ordentlrchen Professor für Handels- und Wechselrecht an der deutschen Universität In Prag Dr. Wilhelm Ludewig ist zum Somrnersew.e- ster 1929 ein juristisches Ordinariat an ber Handelshochschule in Mannheim angebolen worden. Preise waren dementsprechend sehr hoch. Es kostete der Meter Duchenscheitholz 15 Mk.. der Meter Duchenreisig 5 Mk.. Eichenreisig 3 big 4 Mark. — Am 3. März findet in unserer Gemeinde die R « uwahl des Bürgerrnei- st e r s statt. Der seitherige Bürgermeister Horn- mann ist von seinem Amt zurückgetreten unb hat das Amt des Gemeindercchners übernommen. Hm den Bür lermeister. osten bewerben sich zwei Kandidaten, der jetzige Beigeordnete Johann Reitz und Landwirt Heinrich Hartmann I. 5 Saasen, 19. Febr. Eine Feierstunde wurde am Samstagabend im Siale des Wilhelm Schepp veranstaltet. Der Gustav-Abolf-Verein ließ den Film „©laute und Heimat" vorführen. Lehrer Herber sprach die einleitenden Worte und ebenso ein Schlußwort, das aufsorderte zur Mitarbeit sür das Werk des Vereins an den Glaubensgenossen. Der Besuch war trotz der Ungunst der Witterung gut. Es gingen als Ertrag rund 60 Mart ein. gr. Grüningen, 19. Febr. Bei der heutigen Jagdverpachtung des Grüninger- Dorf-Giller MarkwaldeS erhielt der hiesige Gastwirt Wilhelm Konrad B i n g e l als Hochstbietender den Zuschlag. Die Jagd, die auf 9 Jahre verpachtet wurde, kostet 951 Mk., bisher 500 Mk. Kreis Büdingen. * Nidda, 19. Febr. Am Sonntag fand hier ein« Versammlung einer Anzahl Mitglieder und Freunde der Deutsch nationalen Volks- Partei statt, in welcher die Bildung einer Ortsgruppe besprochen wurde. Hm ein besseres und intensiveres Arbeiten zu ermöglichen, wurde aus der Versammlung heraus ein vorläufiger geichästssührender Vorstand gewählt, der spater ergänzt und erweitert werden soll. Vach einer gründlichen Aussprache über organisatorische Fragen beantwortete Studienrat Dr. L e n z, Gießen, in längeren Ausführungen eine Reihe von Anfragen aus der Versammlung, insbesondere die Frage der zur Zeit akuten Regierungsumbildung und die Stellungnahme der Partei zu den Vaterländischen Verbänden. nd. Ridda. 19. Febr. Der evangelische Kirchendiener Otto Walther I., hier, hat infolge seines hohen Alters fern Amt, daS er viele Jahre gewissenhaft und treu versehen hat, mit Ende vorigen Jahres niedergelegt. Auf das Ausschreiten der Stelle hatten srch fünf Bewerber gemeldet. Der Kirchenvorstand hat in einer kürzlich abgehaltenen Sitzung dem Dahn- arbeitet Ludwig Walther, dem jüngsten Sohn des bisherigen Kirchendieners, die Stelle übertragen. y. W a l l e r n h a u s e n, 19. Febr. Die Zahl der Sperlinge hatte hier im vergangenen Jahre so zugenommen, daß sie ganz erheblichen Schaden an den Baum-, Feld- und Gartenfrüchten unserer Gemarkung verursachten. Auf Anregung einiger Landwirte hat nun der Ortsvorstand_ beschlossen, «ine Verminderung der Schädlinge durch Abschießen herbeizuführen. Für jeden erlegten Sperling werden 15 Pfennig aus der Gemeindekasse bezahlt. Die jungen Burschen treiben nun eifrig Sperlingsjagd, wozu der hohe Schnee recht günstige Verhältnisse geschaffen hat. Kreis Schotten. «.Schotten, 19. Febr. Aus dem Gemeinde- rat: Die Holzverst« gerung im Stadtwald wird genehmigt. Der Erlös war sehr gut. Für Buchenscheitholz sind durchschnittlich 16 Mk. bezahlt worden. Auch die Derbstangen wurden sehr gut befahlt. Ein Teil des Holzes wurde in Submission ausgeschrieben. Der Gemeinderat ar- nehmigt len Zuschlag für Fichtenstammhol;. Erlös je nach Siätle 22 bis 30 75 TQ.L pro Festmeter, für Antzknüppel 16.50 Mk. pro Raummeter. — Zu gleicher Zeit genehmigt der Gemeinderat einen Sonüerhieb, der etwa 20 000 Mk. erbringen wird und der zur teilweisen Abdeckung von Schulden. Das große Grauen. Vornan von H. A. von Byem. Hrheber-R^chtsschutz d rch Verlag Oskar Meister. Werdau. 1V' Fortsetzung. Nachdruck verboten Aber schon öffneten sich die Türen, ©eigen- und Cymba.klänge — der Brauttanz: „Wir winden dir den Jungfernkranz Aus veilchenblauer Seide, Wir führen dich zum Spiel und Tanz, Zu lauter Lust und Freude .. .1“ Gerade vor mir blieb das neuvermählte Paar stehen, der Vinzenz hakte mich unter, trat ein paar Schritte beiseite: „Alterl«, jetzt fahr'n ma — still! — daß de andern nix spannen, nur g'rad von dir wollt' i noch Abschied nehmen. Kommst d' mit auf mei' Zimmer?" Rasch gingen wir die Wendeltreppe hinab, Über den Flur. Mein Freund zog die Tür hinter sich zu. ,.Du, i hab' gar net g'wuht, daß a Mensch so g.üctlich sein kann!" Ich faßte seine Hand. „Wögest du es immer, immer bleiten, mein lieber, guter Kerl!" „Do feit si nix!" Er lachte: „Jessas, Bub', t muß mi ja umzieh'n ..." Die Haken des Waffenrocks sperrten sich. „Hab' zuviel Feist ang'setzt!" „Schreib' öfters mal, Dinzenz, wenn's bloß eine Karte ist. und gib deine Adresse an!" „Ja, ja Wir sprachen aneinander vorbei, über gleichgültige Dinge, wollten uns beite die Rührung nicht anmerken lassen. ..Fertig!" Mein Freund griff nach Hut und Handschuhen. „Jetzt wo.l'n ma 's Sopherl ab» 6oten, rnuaßt ihr doch auch noch ©rüh Gott sagen I“ 'Aber alles Klopsen war vergeblich. Ein Stuben- mädel husch.e vorbei: .,D' Komteß ... d' gnädig' Frau ist drin im Arbeitszimmer .. Lautlos schritten wir über die dichten, weichen Perserteppiche. der Vinzenz schob die Portiere beiseite ... Hnd da kniete vor dem Geweih des Sechzehncnders eine rackenschlanke Gestalt im sußsreien, graugrünen Lodenkleid, ... ein Ton tote ein unterdrücktes Schluchzen. „Sopherl!!" Die junge Frau sprang auf, stand da wie mit Blut übergossen. ..Dinzenz ..." Der lach.«. .^schaperl du, ja was mach'st b* denn da? die für daS Krankenhaus notwendig wurden, verwendet werten soll. Die jüngeren Bestände des städtischen Fichtenwaldes können diesen Hieb vertragen. — Vom Hochbauamt Schotten ist ter Ortsbauplan. südlicher Teil, genau aufgestellt Worten, in dem die genauen Straßen- und Baufluchtlinien sestgelegt Worten sind. Der @e- meinderat nimmt diesen Bauplan und die Fluchtlinien an. — Die Gederner Straße wird im kommenden Frühjahr eine gründliche Tecrung erfahren, ebenso die Vogelstergstrafte. soweit diese noch nicht mit Kleinpflaster versehen ist. — Heber die Markt- und Wirtschastsverhältnisse am Prämiierungs- und Sommermarkt trifft der Gemeinderat mehrere Anordnungen. * Eichelsdorf, 19. Febr. Der anhaltende Frost hat einen Fischreiher aus seinen heimischen Jagdgründen vertrieben und an die obere Ridda verschlagen, die infolge ihrer starken Strömung und des reichlichen Zuflusses von Quellwasser auch bei größter Kälte völlig offen bleibt. Täglich kann man den seltenen Gast zwischen hier und Rainrod beim Fischen beobachten. * Dom vorderen D o g e lsbe r g. 19. Februar. Wenn sich auch bis jetzt noch kaum die Schäden feststellen lassen, die der grimme Frost der vorigen Woche den Wildbeständen unserer Jagden zufügte, so kann doch erfreulicherweise berichtet werden, daß die Rehe wenigstens in dieser Kälteperiode noch überall auskömmliches Futter finden. In Revieren mit viel Eichen wird auch jetzt noch die Eichel jeglichem anderen Futter vorgezogrn. Sprünge von 10 bis 12 Rehen sieht man auf den Sonnseiten unserer Wälder nach Eicheln schlagen. Die Brombeerblätter, in sonstigen Wintern eine begehrte Aesung, sind bis jetzt kaum angenommen. Don Jägern bei Beginn ter Frostperiode vorsorglich gegebenes Heu wird wohl genommen, jedoch ist zu beobachten, dsß das Wild, da noch überall Futter zu finden ist, wenig Gebrauch von der Fütterung macht. Mehr als Rehwild werden Rebhühner und Fasanen gelitten haben, denn für sie ist es in strengen Wintern schwerer, sich zu sättigen, zumal sehr oft vergessen wird, das Wildgeflügcl zu füttern. So viel steht jetzt schon fest, daß das Jagdjahr 1929 sorg'amste Schonung und Pflege der durch diesen außergewöhnlich strengen Winter gekommenen Wildtestände von jedem Jäger fordert. Starkenburg. WER. Darmstadt, 19. Febr. Der auf dem Ausbesserungswerk II der Eisenbahnwerkstätte Darmstadt beschäftigte 39jährige verheiratete Hilfsarbeiter Johann Enders aus Spachbrücken ist am Sonntagnachmittag in einen Bottich mit kochendem Wasser gefallen. An den Folgen der schweren Derbren- nun gen ist EnterS gestern im Städtischen Krankenhaus gestorben. Rheinhessen. WSR. Mainz, 19. Febr. Gestern nachmittag wurde aus der Retenbahn Guntersblum—Osthofen auf dem unbeschrankten Bahnübergang bei Kilometer 12,8 das Einspännerfuhrwerk des Landwirts Jakob Qi i de I aus Eich vom Triebwagen 4 214 überfahren. Rickel, der anscheinend die Warnung Zsignale des Triebwagens überhört hatte, wurde getötet; das Pserd blieb unverletzt, das Fuhrwerk wurde zertrümmert. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar. 19. Febr. Sämtliche Schulen der Stadt "Wetzlar, sowohl Volks- wie höhere Schulen und auch die Fach- und Fortbildungsschulen, sind wegen Kohlenmangels auf eine Woche geschlossen worden. Der Sch.itten is lang vorg'fahren, wir müssen uns schleunen!" „Hnd ich wollte Ihnen Lebewohl sagen, gnädige grau, Lebewohl, und von ganzem, ganzem Herzen alles, alles Glück auf den Lebensweg!" „Ich — danke — Ihnen ...“ Eiskalt lag die kleine Hand in der meinen, rasch beugte ich mich nieder. „□Berten Sie glücklich!" „Ober ausge-aichnet! Da sain's ja!" Der Ritter von Mo.nar stand in ter Tür: „Ro, Sopherl, also, b'hüt di Gott, ah na, nit weinen, nit weinen! Dinzenz, sei gut mit ihr!" Ich tarn mir einigermaßen überflüssig vor, drückte mich still beiseite und lief gerate dem Poldi Pürkstein in die Arme. Ganz aufgeregt faßte er mich beim obersten Knopf meiner Pikeewest«. „Du, hast 's schon gehört?!" „Was denn?" „Also, da hat's doch immer g'heiß'n, d' Sophy d'Harancourt sei an ganz arm's Wad'l. grab’ d' Aussteuer, und jetzt kommfs auf — Kis-Erdö hat ihr der Molnar mitgegeb’n, Hniversalerbin is sie. wann er amal stirbt, d'r Graf Erdödy Janos weiß 's für g'wift, zwanzig Millionen Kronen in bar und all die Liegenschaften. Jessas. jessas, hat dees an ©'schau gegeben, wann d'r Andrassy un d'r Schönborn dees früher g'wuht hätten I" „So, so." Mir war ter ©esellschaftstvatsch in diesem Augenblick herzlich gleichgültig — Geld, Besitz — als ob darin allein das Glück beruhe! Hnd während ich langsam dem Saal zuschritt, aus dem schwirrende Geigen, rasende Cymbale, Stimmengewirr und Lachen tönten, klang drunten von der Hofseite her silberhelles, bimmelndes Schellengeläute ... Olivgrüner Schimmer lag über den weiten Rasenflächen des Parks, auf denen die schneeigweißen und blahlila getönten Kerzen der Krokusse standen. Die Haselsträucher hatten braungelbe Raupen geschoben, seidige Fäden spann der Seidelbast, und an den Zweigen der alten Salweide neben dem Wallgraben faßen weich«, fiEter- toeiße Dlütenkätzchen. ES wollte Frühling werden in deutschen Landen .. . Frühling. Schon vor drei Wochen waren die Stare heimgekehrt von ihrer Reise nach wärmeren Gegenden, schwatzten und duldeten, Fink und Singdrossel stellten sich ein, und abendS. wenn leis«, lose die Dämmerung ihre Schatten breitete, zog der Dogel mit dem langen Gesicht. In regelmäßigen Zwischenräumen hatte ich Kariengrühe vom Vinzenz erhalten, ten ersten aus Wien, dann ©er.ua, Deapel. Olten, Suez, Bombay, Kalkutta, und nun hielt ich wieder einen Brief tn ter Hand mit dem Poststempel „(Bene- zia". Rasch ritz ich 6en Hmschlag auf und laS: <5 Krofdorf, 19.Febr. Ein 22jähriger stellungsloser Handlungsgehilfe von hier, der sich des Straßenraubes usw. schuldig gemacht hatte, entfernte sich seinerzeit aus seiner elterlichen Wohnung. Dieser Tage hat er nun aus ter Fremdenlegion geschrieben. 1 Groß-Rechtenbach, 19. Febr. Die kommissarische Derwaltung ter Bürgermeister- stelle des Amtes Rechtenbach ist durch Erlaß des Oberpräsidenten der Rheinprooinz bekanntlich dem Volkswirt Dr. Karl Neumann aus Wetzlar übertragen worden. Bürgermeister Dr. Neumann wurde heute durch Landrat Dr. Sartorius (Wetzlar) in sein Amt eingeführt. Dillkrcis. WSN. Dillenburg, 19. Febr. 9n dem Dorf Flammersbach hatte ein 13jähriger Junge beim Schlittschuhlaufen wohl durch Reibung des Schuhleders sich eine kleine Wunde am Fuß zugezogen. Die Wunde entzüntete sich und es entstand eine Blutvergiftung, die. den T o d des Jungen zur Folge hatte. Kreis Biedenkopf. WSN. Biedenkopf, 19. Febr. Die Grippe hat in unserer Stadt einen großen Umfang angenommen, und noch immer steigt die Zahl ter Erkrankungen. Die Stadtschule muß aus diesem Grunde auf weitere acht Tage geschlossen werden. Maingau. WSN. Frankfurt a. M.. 19. Febr. Der vor einigen Tagen beobachtete Stillstand der Grippe-Erkrankungen scheint sich nunmehr zu einem gewifen Beharrungszustand herauszubilden, intern die Zahl ter Olcuerlranlun- gen nicht unwesentlich hinter ten vor et na acht. Tagen gemeldeten täglichenZugäigen zuräckbleibt. Immerhin hantelt es sich bei dem Krankenbestand noch um etwa 9 0 0 Fälle allein in den städtischen 21 n ft alten. Eine Erleichterung für die Krankenanstalten ist somit noch kaum gewonnen, besonders da nunmehr eine größere Zahl schwererer Fälle vorliegt, bei teilen durch anschließende Lungen- oder Rippen'« l-Ent?ündung Komp.ckat'.or.an eintreten. — Auf der Hanauer Landstraße fuhr gestern nachmittag ein S t r ahenb ahnz u g auf einen anderen Stra henbahnzug von hinten auf. Bei dem Zusammenstoß wurde die Hintere Ptattform eines Anhängers und die vordere Plattform eines Motorwagens stark beschädigt. Der Hn'all soll darauf zurückzuführen sein, daß der Führer des ersten Zuges plötzlich stark bremsen mußte, und ter Führer des zweiten Zuges infolge der schlüpfrigen und abfälligen Straße seinen Wagenzug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen konnte. Beide (Straften- bahnzüge mußten abgeschleppt werden. Personen wurden nicht verletzt. Oie Bilanz des Frankfurter Karnevals. WSR. Frankfurt a. M, 19. Febr. Dem diesjährigen Frankfurter Karneval haben Grippe, Frost und Rot bis ans Ende getreulich das Geleite gegeben. Rein zahlenmäftig waren die karnevalistischen Veransta tungen und die Maskenbälle mit 350 bis 400 zwar nicht wenige, aber die Dinge, rein volkswirtschaftlich befeften. waren eher ein Trauerspiel, als ein Karneval. Aus führenden Kreisen des Frankfurter Wirtegewerbes wird versicte-t, daß ein derart schlechtes Ergebnis des Karnevals in den verflossenen 30 bis 40 Jahren nicht aufzuwcisen sei. Tie drei obengenannten Hemmungen brachten es mit sich, daß selbst die größten Deranstaltungen in ten drei groften Frankfurter Sälen nur die halbgeöffneten Räumlichkeiten beanspruchten. Ter Besuch ter diesjährigen groften Maskenbälle wird auf ungefähr die Hälfte des sonst üblichen beziffert. Der H m s a h soll nur 40 b i s 50 Prozent des vorjährigen erreicht haben. Das Frank- „Mein lieber Alter! Da wären wir nun glücklich wieder im alten Europa, nahe der Heimat. Die Sopherl hat's nicht mehr ausgehalten vor Sehnsucht nach dem deutschen Frühling, dem „Lanks", wie wir in Tirol sagen. Ist auch nichts, das Wirtshaus- teben, heut hier, morgen da, immer auf dem Sprung, kaum daß man zum Verschnaufen kommt. Hnd bann der Fraft — „Table d'hotes" nennen's die Leut', ist ater eine Höllenstr a sei Immer dieselben Tunt'n, in Capri wie in Lahore, auf m Schiff und im Luxuszug — pfui Teifel, da graust's einem. Ro, i will nicht schimpfen, es ist ja die letzte Leidensstation, das Hotel Danieli, dann geht's heim — heim! Du, ich freue mich wie ein Schulbub' auf d Vakanz, mein liebes, altes Serofall Hnd erst d' Sopherl! G'rad närrisch wird sie, wenn ich von den Gams erzähl und den Hirschen — juckt sie halt im Drückefinger! Ob wir glücklich sind, willst Du wissen? 2llterle, so viel Glück gibt's gar nicht, wie mir der liebe Gott beschert hat! Keine Stund am Tag', wo d' Sopherl und ich nicht beieinander sind, nur — daft die anderen Leute, die Globetrotters und Fexen, mein Weiter! anschauen dürfen, wie sie mögen, das paftt mir nicht. Will froh sein, wenn i wieder in der Oed bin! Aber Du weiftt ja, so ganz allein ist's auch nichts, ich muft jemanden haben, der teilnimmt, sich mit mir freut! Alterle. Dein Versprechen hab' ich! Allo. d' Sopherl und ich rechnen auf Dich, im April, bann falzt ber Hrhahn, und in Deiner Wirtschaft ist jetzt gar nichts los, da ist es schon möglich, baß Du Dich sreimachst. Ein bisserl Zeit zum Heimischwerben muft ich meinem Frauerl schon lassen, ich denke, Du kommst so um den 20. herum, bei uns herinnen beginnt die Falz nicht so früh. Denke Dir, der Jack! hat mir geschrieben, vier Seiten, Du, bem hast ater eine Freude gemacht mit der Einladung zu Deinen Jagden, und einen Fasanen hat er sich a usstopsen lassen zum An- benlen’, damit die Terofaler auch einmal so einen Vogel seh'n. Alterle, ich will schlieften, ist kaum noch Tinte im Zasserl. und d' Sopherl wartet unten auf mich. Schreibe Tag und Stund', wenn Du kommst, und diesmal bleibst Du länger, gelt'« Meine HauSehre läßt schönstens grüften, und ich bin mit Handschlag in Treue allzeit. Dein Vinzenz." Ich muftte unwillkürlich lächeln — da waren meine stillen Befürchtungen also doch grundlos gewesen, — ein volles, reines Menschenglück, schattenlos, mochte es ten beiden so erhalten bleiben! Vier Wochen später reifte ich. Der Dinzenz schüttelte mir die Hand, als wollte er ten Arm aus den Gelenken reiften, und Frau Sophy war fast noch hübscher geworden, sonnenverbrannt, lebhaft wie immer. Gleich ein paar Stunden nach meiner Ankunft zeigte sie mir ihr Zimmer, furter Wirtegewerbe sieht sich deshalb veranlaßt, Erleichterungen in den Steuerlasten zu erreichen. Ein Antrag an die Stadtverordnetenversammlung verlangt die Ermäßigung ter gegenwärtig noch c5 Prrzent betragenden Vergnügungssteuer für karneva i .ische Veranstaltungen auf die allgemeine Höhe der Vergnügungssteuer von 25 Prozent. Dieser hohe Satz war während der Inflationszeit zugunsten der Arbeitstosen ein- geführt worden. Winiersnöie im Lohen Westerwald. WSR. Dom oberen Westerwald, 19.2. Aus dem hohen Westerwald liefen zahlreiche Dörser in.clge der großen Schneeverwehungen und der Kälte feit Wochen f a st von jeglichem Verkehr abgeschlossen. Die Arbeitslosigkeit ist te.onders groß, da die zahlreichen Dasaltsteinbrüche ihren Betrieb e i n st e l l e n mußten. Sa^u nimmt die Lebensmittelversorgung für manche Orte ernste Formen an. Die Bauern können die in den Feld m eingemieteten Kartof «In und Rüben'wegen ter Kälte nicht hrraushoen, so daß die Tiere vielfach schon fleinere Futterrationen erhalten müs en. Allenthalben kann man das Wild beobachten, das in der Hoffnung auf etwas Futter bis nahe an die Ortschaften herankommt. Sertrefertag des Wetterlal-Sängerdundes df. M u s ch e n h e i m, 19. Febr. Am Sonntag tagten hier in ber Wirtschaft „3um Vater Jahn" die Vertreter des Wettertal-Sängerbundes, dem zurzeit fünf Vereine angehören. Rach Begrüßung und Eröffnung der Tagung durch den 1. Vorsitzenden, Lehrer Günther (Muschenheim) schritt man sofort zur Erledigung ber Tagesordnung. Auch in diesem Jahre findet ein Wertungssingen statt, und zwar am 12. Mai in LangZdorf. Als Wertungsrichter soll auch diesmal Reallehrer Blaß (©ieften) gewonnen werden. Jeder Verein hat einen Pflichtchor („©rauft ist alles so prächtig" von Silcher) uni. einen selbstgewöhllen Chor zu fingen. Rach bem Wertungssingen sollen zwei Massenchöre gelungen werben, und zwar „Das deutsche Lied" von Kern und „Mägdlein hab' acht" von Sonnet. Die Rechnung lablage des Bundcsrechners ergab, daft Einnahme und Ausgabe 1928 gleich sind. Ter Pflichtbeittag für 1929 wurde auf 50 Pfennig pro aktives Mitglied festgesetzt und soll bis spätestens 1. April entrichtet sein. Rach Erledigung dieses Teils ber Tagesordnung referierte ber Provinzialvertreter bes Hessischen Sängerbundes, Fortbildungsschullehrer G e n g - nagel (Grünberg) über dessen Zweck und Ziel, da ber Wettertal-Sängerbund noch nicht Mitglied des H. S. B. ist. An Beispielen zeigte ev, daß ber H. S. D. ben Vereinen allerlei Dortclle gewährt, namentlich nachdem bie „Gema" und „Asma" in schärfster Weise gegen die einzelnen Verein« vorgehen. Die finanziellen Lasten, die durch Beitritt den Sängern aufgebürbet werden, sind für die ländlichen Vereine wohl ttagbar, aber immerhin etwas hoch, jedoch klein im Verhältnis zu evtl. Strafen. Daher soll sich jeder Bunbesvcrein die Sache überlegen und seinen Entschluß bis Ende des Monats dem Vorsitzenden mitteilen, damit die Vereine möglichst bald gegen Strafen geschützt werden können. M:t bem Dank des Vorsitzenden für das Referat sch.oft die Vertteterversammlung. Daten für Donnerstag, 21 Februar. Sonnenaufgang 7.03 Uhr, Sonnenuntergang 17.25 Uhr. — Mondaufgang 14.07 Uhr, Monduntercicmg 6.22 Uhr. 1677: der Philosoph Baruch Spinoza im Haag gestorben; — 1779: der Rechtslehrer Karl v. Sa- vigny in Frankfurt a.M. geboren; — 1785: ber Schriftsteller Karl August Barnhagen von Ense in Düsseldorf geboren; — 1866: der Mediziner August von Wassermann in Bamberg geboren. „meinen Bau," wie sie sagte, und natürlich — da hing auch ber Sechzehnender, prangten kapitale Rehkronen neben geschmackvoll aufgesetzten Keilerwaffen: bet Klingelzug bestanb aus Trensen- unb Kanbarenstücken, und überall waren zwischen ben Trophäen Riedingersche Kupferstiche, Jagbbilder von Krönet, Zunmetmann und Dombrowfli angebracht. Schmunzelnd stand ber Vinzenz daneben. „Weiftt b’ Alterle, bas Banker! ba, unter dem Sechzehnender, is der Sopherl ihr Hausaltar, zwomal am Tag staubt s' das Geweih selber ab, poliert die Enden mit an Lederlappen, is halt unser Hausgctz!" „Mach' mi nit so arg schlecht." schmollte die junge Frau, „treibst 's selber nit viel anders mit deinen Garnskruck'n, Elesantenzähnen und Antilopenhörnern!“ Ein Diener meldete, daß angerichtet sei, und wir gingen in den Speisesaal hinüber. „Ranu?" Ich blieb stehen. „Wo ist denn daS Bild hin?" Mein Freund lachte. „Der Hubertus Silvester? Alterle, den ham nur in die RumpUammer verbannt, d' Sopherl könnt' ihn net berleiben, und du weißt ja: „Weites Wille ist Gottes Wille," da kannst d' nix machen, mei’ Lieber!" „Bravo, gnädige Frau! Gs ist ganz gut, wenn dem Vinzenz mal die Grillen abgetrieben werden — am Ende heirate ich auch noch." „Könnt' nix schaden," meinte Vinzenz anzüglich, „überständig bist längst, aber du. i hab' g'hofft, daß d' meine Partei nehmen wirst..." „Aha! Deshalb hast du mich wohl eingetaOen? Bist wohl ein Trauminet geworden?" „Was willst mach'n, jeder Mensch fragt halt sei Kreuz — sei' Hauskreuz — au!" Er zog schleunigst seine großen Pratz'n an die Lippen. „Wart nur, Katzerl, kratzen? Das kost' Straf'! Die beiden waren wie zwei ausgelassene Kinder. Frau So:Herl legte mir eigenhändig vor: „Wiifen S' schon, baß ber Poldi Pürcstcin sich verlobt hat? Heut' früh haben wir die Rachricht gekriegt, eine Freundin von mir, die Andrassy Jlonka..." „WaS, ber auch? Der Riki Pernegg will ja in sechs Wochen heiraten, seine Brautjungfer...' „Ja." mein Freund lehnte sich zurück, „unser Hochzeit is net ganz zwecklos gewesen, jetzt bebaut’ i net mehr, an bem Fest teilgenommen zu haben..." Das Heine Frauerl tourte ernstlich böse. „Du! Wenn d' mi frozzeln willst, nachher lauf t weg und lass' euch allein!" „Wart' halt noch bis zur Rachsdeiss, Sopherl — prost. Alterle, morgen fruah schießt d' im .Langen Grund" an Hrhahn!" (Fortsetzung folgt) Übungen gewonnen werben. Für ben S.T.V. tommt ein dreitägiger Kursus an einem noch zu bestimmenden Orte in Frage. Die Handball- und Faustballrneisterschaften werden am 14. Juli in Dorheim (Gau Wetterau) zum Austrag gebracht. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) fi. ft I. Wer von einem andern körperlich verlebt worden ist, kann von dem Täter eine Buße (Schmerzensgeld) verlangen und zwar neben der den Täter noch treffenden gerichtlichen Strafe. Der Höchstbetrag der im Strafverfahren zu erkennenden Butze beträgt 6000 Reichsmark. Eine solche Butze schließt die Geltendmachung eines weiteren Entschädigungsanspruchs aus. Der Richter entscheidet nach freiem Ermessen, kann ober auch einen Sachverständigen hören. Wird Ihnen im Strafverfahren keine Buße zugesprochen, so steht Ihnen noch die Zivilklage am Amtsgericht frei. 30 Reichsmark dürften genügen. II. Die Wechfelangeleger.heit müssen Sie uns genauer mitteilen. Sie schreiben, daß der „Wechsel nicht ausgefüUt“ war. Dann konnte doch auch nicht wechselrechtlich gegen Sie vorgeran- gen werden. Erst nach Klärung des Sachverhaltes und, wenn möglich, nach Uebersendung des in Ihrem Besitz befindlichen Materials können wir weiteren Aufschluß geben h. $. 20. Der Erwerber des Hauses ist nicht berechtigt, Ihnen zu kündigen, wenn Sie bisher stets Ihren Verpflichtungen nachgekommen sind. Es gilt der Grundsatz des Bürgerlichen Gesetzbuchs: Kauf bricht nicht Miete. ^.el>rt.ivOi).ie<:n. Das Treppenbohnern oder das Deinen der Stufen ist in vielen Häusern üblich. Wenn nicht durch dieses Verfahren eine ganz besondere, den Verkehr auf der Treppe gefährdende G-Ltte erzeugt wird, so ist wohl nichts dagegen zu erinnern. Besteht jedoch die Gelahr, datz Treppenpassanten stür.en, z. D. gebrechliche Hausbewohner oder Kinder, so wird der Hausbesitzer das Recht haben, das Bohnern zu untersagen. Es ist ein Ausfluß seines Haus- eigentumsrechtes, zumal er in erster Linie für ei:.«n auf der Treppe entstehenden Schad-m haftbar ist. Das Warnungsschild: „Vorsicht, Treppe gebohnert" wird ihn nicht von der Haftung befreien. Weigert sich der Mieter ernstlich, dem Verlangen des Hauseigentümers rach.ukommen, so ist die K.age auf Hinterlassung zulässig. L. 2Hr. In G. Die Grundmiete stellt 80 v. H. der Borkriegsm ete dar. Wie hoch die Straßenreinigungs- und Müllabsuhrgebühren in ihrem Falle entsprechend der Grundmiete sind, läßt sich ohne genaue Kenntnis des für Ihr Haus in Betracht kommenden Gesamtbetrages der Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren sowie des Betrages des gesamten Miet- aufkommens aus dem Hause nicht sagen. Die Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren werden nämlich anteilmäßig nach der Zahl der Mieter umgelegt. Aus dem Amtsverkündiqmrasblait. *DasAmtsverkündigungsblatt Rr 11 vom 19. Februar enthält: Ausführung der Landes- feuerlöfchordnung. Feuerlöschwesen. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittag», 5 bi» 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschästsstetle zu richten. sesig:seht und l entndW sein. Aach t Tagesordnung re> "ter des hrssischea Isschul'chrer Seng, iffen Zrorck und Ziel, in& noch nicht M Drispielen zeigte er, nen allerlei Aortci'e tn die .Tema" und gegen die einzelnen anziellrn Lasten, bk ausgrbürdrt werden, ereine wohl tragbar, jedoch klein Im Icr« Daher soll sich jeder überlegen und seinen Monats dem lio? die Vereine möM ;t werden tonnen. M für das Referat 2t Febrim Donnenun/ergo^n^ ' Uhr, Wndunnnr? md) Spinoza 'm N echülehrer Sarf t &• ebortn; - 1®;b(t Sawhaaen ton W in j; der Mediziner August •rg geboren. 9 bet q^S ?6 r Q n9ü nCntoätlia 5etaniioit,9Jng«. ]nüu > aui Dvchr»?^der. chren Aetr?' N die § § "VS * Arn tzbnntaa . '3wn Vater ffofJ ^U°l.Sän°r. L^sine angel)-»,. > hr K H Wb itootft w.rtungzrichtn foff 5Iq6 (®u6cn| ft. einen Mu Mhg“ von Silchns ■fingen. M itoa Masscnchöre oe- 'Da; dcut che Äcd" ™' Don Sonnet. 1 be$ Illndcsrechners nender, prangten ^!' schniaclvoll auMM uo bestund aus Tre.n unbtotaüW üeSinaersche Kupfer ^mnnermann und Ledulappen, tf W rxuAL" schmollte dir tzlesantenzahien ch angeriW rlu * bannt säN*** «ui wenn I »i rillen uE-« M Sen )arlei 5 cingela> - Dcatz n an e 8* aßen? Offene 75052 195520 206677 239081 273524 294452 316603 348444 385824 398990 113830 145115 171480 203259 229163 250629 270551 315848 340094 348996 360456 372014 397237 118984 i32355 152463 1879.38 204020 219965 258457 292463 314900 337871 369530 394497 I22830 133212 172118 188847 206374 223ftl3 262084 292953 315764 338487 378.351 398'256 124786 140'287 175679 198165 215912 240'270 279215 307494 3'23534 352416 393169 124372 158122 18H99 213518 238139 255540 278413 325010 342559 356823 361716 379448 134264 169547 193485 370404 500 30709 33302 48240 214697 239919 247992. 379506 131730 150818 181993 203085 218025 250893 287004 3094^2 334407 3584 39 394291 204 «ftninnr w 300 W 995 6’74 8663 9176 10231 10740 20657 24336 25170 26783 27910 32998 34331 392!6 40803 42225 42858 43476 44942 48810 51250 52197 60521 64729 64764 6371- '29926 133550 '68328 245213 257'268 265635 285369 294194 308545 329622 339532 360778 385013 389830 398642 78 »cinmn, 4D 500 $i 9285 22987 43102 43449 61195 648’6 71605 72’12 92209 9n der Bormittagsziebung wurden Gewinn« über 15U M. gezogen 2 »ttoinnf |t 10000 W 212991 6 ffremn. ,o 5000 CL ’ 78jI8 244075 311472 2 »ttmnnt w 3000 TL 354141 10 ®ttr.nnr .n 2000 TL 48396 343599 35827» 385998 394448 20 -ettn nn, -u 1000 M. 34026 58926 79161 147689 156487 165066 250’00 295196 301903 38226» 86 »fh- nnr ,u 500 41». 36224 43273 43487 43861 54556 66567 716’9 74848 90951 95.377 106872 14 etötnn» «u 2000 TL 316985 339068 357122 28 ®ewnn» *t> 1000 TI. 49609 101378 133029 296346 309979 370029 214 ,U 300 «81 8154 23766 32288 33705 34231 37211 38098 40075 4’011 42043 56056 57799 59166 60143 6’108 67190 68850 69057 72667 73913 75280 78949 79187 83475 84105 90231 97597 98665 >01015 1014'2 102670 102671 Ihr Husten quält Sie immernoch, daher nehmen Sie alle 4 Stirn cn Eßlöffel voll ä nnuütn. Aon der bcrvorraaenden WnkuNa dieses Svc^ialpiävaraieö weroeu Sie sich schnell libe ?.euät h.iben. Faouvin tit in Aooiheken er» bälrlich. iheitdnb!cile sind ans der Vacknna tinceac' ett. 127927 163078 183525 2179«, 245962 258318 282039 336367 34518g 3575’4 362889 385199 Im fflfmmurabf verblieben 2 Brannen zu 500000 2 Gemnine zu 500000. 2 zu 300000. 2 zu 20006t), 2 zu 101NK10. 2 zu 75000. 4 zu 50000. 6 in 25(Hfl, 60 zu lOmfl. 112 zu 5000. 288 w 3000. 528 zu 2üü0, 1150 iB 1000. 3034 zu 500, 8014 zu 300 Alk. <5«wfnnnn»xoe 5. Klass» 32. Preuhisch.’Lilbberr’lchv (258. Preufz.) Klassen itoltcrie Ln der Rawmittoqsziebuna wurden Gewinn« über 150 M. aezogen 2 »e»innf p> 10000 M 62565 2 *romne «v L000 TL 21702 10 ®em.nn» >u 3000 TL 6772 137050 14289» 25761' 354908 es gilt, bedrängten Mitmenschen Hil^e zu leisten! am Stadttheater 14140 1)1537 Der Saal ist aut geheizt. Ortsgruppe Gie en, 2ib.eilung Gildunaswrsen Drogerie, Kreuzplatx 9/l Atm »nisorgau., besonders b.u Juslsn, «sltai, Grixu eis. uns icdcr Erk utnita mit be,tcm « gezogen« Rommee sind zwei gleich brbe Gewinne gefallen, unb zwar |e einer ans die Lose gleicher Nummer in den beiden Ableitungen I unb II G/ESSE/V*MÄUäß UR GIG 1928. ' Klosse Wölfersheim: Gemeindewald 2. Aus dem Klasse A. Ordentlicher Haushalt.*) Abschluß. —592 —592 . . 4-437 4-437 1536C 382A neu etnaetrofsen Seefische H2SA troffen. Wesermünde, Fischerechafen. den Gieizeuer Sinnigen eibeten. 3 4 5 6 ä Jl 60.- Gütekl. N 1,07 hn 6,15 „ 1,19 „ 2,33 ,, Gütekl. N 0,54 Lm 7,75 ,, 7,25 „ 2,12 „ Heinrich Kalbfleisch ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Lötlampen Petroleum Sefe« Gütekl. A — km 1,28 „ 1,72 „ 4,29 „ Ein noch out erbetenes, gebrauchtes Herren- Re tgelchrr 4« fau cn gc.ucht. 8u ertrag, m der Gc- tchklsit. d <«?2lm.O711 Die Holzversteigerung in (Brüntagen vom 6. d. M. ist genehmigt. Abgabe der Ab- fuhrscheine, Ueberweisung des Holzes und erster Fahrtag: Montag, den 25. d. M. Gießen, den 19. Februar 1929. (1534V Markgenossenschaft Grüningen-Dorf-GL. Der Markvorstand. Nicolaus, Forstrat. .X80. Jt 50. -*20.- .XM. Jt 55. Gütekl. A 4 1,16 fm 5 2,11 ,. 6 1,25 „ 7 — „ | Kaufgesuche | otcncrirc eS D. K. W- Motorrad kok. z. kauf, acfntbt Vierteljahrs-Ausweis Über die Einnahmen u. Ausgaben der Gemeinde Gießen, III. Biertelj Oktbr.—Dezbr. des Rechnungsjahres (Beträge in taufend Reichsmark.) der Boxer-Cowbor Ein Wildwestfilm in 5 spannenden Akten. Ferner: Hoheit tanzt Walzer Ein Film in 7 Akten nach der gleichnamigen Operette. In der Haup rohe: Claire Bommer und Walter BHI* ISQC Ferner: Er soll Dein Herr sein Lustspiel in 2 Akten. — Und: Kellner werden ist nicht schwer Komödie in 2 Akten. Sowie t Die neueste Ufa-Wochenschau Das Nadelholz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. Tie Berkaufsbedingungen liegen auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Diesbezügliche Angebote sind pro Feümeter, getrennt für jedes Los, cinzureichen. Eröfsnungstermin Lams- tag, den 23. Februar 1929, vormittags 11 Nhr, in Gegenwart etwa erschienener Bieter. 1433D Wieseck, den 15. Februar 1929. Hess. Bürgermeisterei Wiesel!. Schom b er. abgegeben gegen Barzahlung: 5 Att-Bei liner ban)acm. Teller &.X 40.- 6 Alt-Met lrett-Tellei handgemalt äx 15.- 2 Sllt-Beiliner Tasten ' 1 Bartser Tafle.............. 1 Teedote- Bo > zell an, gemalt... 1 Ah.Metiien-Tasse........... 1 Bo al, massiv St.b-innen verg. 1 Miniatur in Gold- - .... 1 anuk. StTift-Alocon, tot übeitg. 1 to'c» »iiit«/vlacon mit Ltlber 1 Lchmucktaiten Bouie-Arbett - Sdirlitliche Angeboie un:er 1538D an DomlerStag-Martt. AiMSürgens Alpentragödie Qn Film in 7 Akten nach dem erle;chnamigen Roman von Rico ard Voss. Die Darsteller: Gräfin Josette da Kimini Lucy Dornin© Graf da Rimini Arnold i\orn Maler bivo Court len Wladimir Gaidarow Maira Hanni Heo>s Mairas Vater........... Fritz Kortner r Schleier und von u Kränze 10.45 Uhr FÄda mroM: 10.45 Ulir Nacht -Vorstellung Gcectitechtekrankhelten der« Eetslabung, Folgen, Helium und Lohn'.« vor An- stec-.ua). — i-cjattea tiber der Liebe. Mit Vortrag von Frau Dr-med. Eotbenbe ger, Gießen. Preise der Plätze von Mk. 0.80 bis 2.50. Vorverkauf täglich ab 4 Unr an der Kasse. Schr. Angebote um. 07JZ UN der» G. Anz. Hur in Prvathand Billige Vjggnlfpg werden lolgende antike sehr fe ne Stücke, Ata < I v I • VtlHt A MW,SlllM,SltzeüM.UlbllllL UW * IW V alles ohne Kopf u», Yeut’ ein* e. rüden billigsten Tagespreisen. troffen. iu2d| Große Brassen ^) Erläuterungen: 1. Die Rechnung für 1927 ist im abgelaufenen Vierteljahr abgeschlossen morden. Dabei hat sich in der Betriebsrechnung ein Fehlbetrag von 307000,— JL% ergeben, der aus Vermögensmitteln (Ausgleichs» stock) gedeckt worden ist; die Vermögensrechnung wurde mit einer Mehreinnahme von 121000,— XJC abgeschlossen. 2. Auch im Bericktsvierteljahr wirkte sich die verspätete Zustellung der Steuerbescheide in den Steuereinnahmen noch ungünstig aus; ebenso konnte erst bei Schluß des Vierteljahres die Erhebung der inzwischen genehmigten Straßenreinigungs- und Müllabsuhrgebühren, die gemeinsam mit derjenigen der Kanalgebühren erfolgt, einsetzen. Auf diese beiden Umstände ist die Höhe des z. Zt. bestehenden Fehl- Aus dem Vorjahr ............ - Mehrernnahme (4-) aus den Monaten IV.—XII. 28. ......... Mehrausgabe (—) aus den Monaten IV.—XII. 28......... Ergibt Bestand am Schlüsse des Bertchtsmonots B. Außerordentlicher Haushalt.*) Aus dem Vorjahr Diehreinnahme (4-) aus den Monaten IV.—XII. 28 Mehrausgabe (—) aus den Monaten IV.—XII. 28 Ergibt Bestand am Schlulse des Berichtsmonats . Lichtspielhaus Balmhofstrabe 34 Heute letz'er Tag: Benny Porten in Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Donnerstag, 21 Febr. 1929, nachmittags 2 llhr, versteigere ich im höwen, Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: zwei Kaffenschränke,drei O.w ns mitSeffel, ein Schrank - Grammophon, einen Glas- schrank, einen Kleiderschrank, drei Schreib- tische,einen Oxollenschrank, drei Chaiselongue zwei Bücherschränke, einen Silberschrank, eine Lad.ntheke, zwei Büfetts, drei Waren- schränke, ein Klavier, einen Marktstand, ein Lad nemrichlung, 150 Flaschen L kör, e ne Garnitur Korbmöbel, eine Wanduhr, fünf Pholoapparate. verschied. Herren-, Damen-, Seiden- und Futterstoffe. 1551D Devu Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstraße 13. betrags von 592 00*0,— 5ML in der Hauptsache zurückzuführen. Gießen, den 18. Februar 1929. Der Oberbürgermeister. Er. Keller. Astoria-Lichtspiele Heute letzter Ta?: Der Belaßene aiB Ser Tenlelsinsel Ab morgen bis einschließlich Sonntag; q. , . A. Ordentlicher Haushalt. 2luS dem Boriahr, und zwar: a) Bestand zur Deckuna restlicher Verpflichtungen . . b) Ueberichuß (4-), Fehlbetrag (—) des Vorjahres . . Das Holz ist mit Rinde gemessen. Schriftliche, verschlossene, mit der Aufschrift „Buchenstammholzverkauf" versehene Gebote werden, getrennt nach Klassen, bis zum 7. Mär, 1929 an das Forstamt erbeten. Die Bieter sind drei Wochen an ihr Gebot gebunden, und bleibt der Zu- chlag für jede Stärkeklafle vorbehalten, stöhere Auskunft erteilt das Forstamt. Friedberg, 19. Februar 1929. (1533D Hessisches Forstamt Friedberg. Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Wieseck, in den Forstorten Heide und Badenburger-Wäldchen lagernd, sollen nachverzeichnete Holzsortimente im Submisiionswege vergeben werden. Los 1 Abschnitte Gütekl. A. Eiche 3. Kl. 2 Stück mit 1,19 .m Edgar Sorrmann, Eisenhaadiung Phänomen-Lieferwagen mit Pießlufiküblung 750 kg. Trankiait Der beite m.ö btUinite Wagen für Bäcker. Bors.chritng mit Warettbetörderttnn unverbindlich durch Vertr. E. Altholl, Gleisen, SeltorswoB 13. fruml 25U,154'31 * Arbeitsverqebttttft. Die im Rechnungsjahr 1929 (1. April 1929 bis 31. Dkärz 1930) herzustellenden (Bas- und wasserleilungsrohrgräöen sollen öffentlich vergeben werden. Die Derdin- gungsunterlaaen liegen auf dem technischen Bureau des Gas- und Wasserwerks (Gar- tenstraße 3 — Zimmer 6) aus. Die Vor- drucke sind dort erhältlich. 1520V Die Angebote sind oerschlosten und post- rci, mit entsprechender Aufschrift oer- ehen, bis zum 28. Februar 1929, mittags 12 Uhr an uns einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart der er- chienenen Anbieter. Zuschlags- und Bindefrist: vier Wochen. Gießen, den 18. Februar 1929. Städtisches Gas- und Wasterwerk Gießen. S t e d i n g. Suchenstammholz-Berkauf Zu den bei der hessischen Staatsforst' Verwaltung gellenden Bedingungen werden zum subm.ssionsweisen Berkaus angeboten: Luchen-Langhol; und -Abschnitte. 1. Aus dem Gemeindcwald Obbornhofen: Nutzholzverfteigerung Mittwoch, de« 27. Februar, von 10 Uhr ab, kommt in der Gastwirtschaft Inderthal, dahier,, folgendes Auhholz aus dem Gemeindewald Oberweidbach zum Ausgebot: Lichenstämme: 33,03 Im 1. Kl., 57,54 fm 2. Kl-, 50,24 fm 3. Kl-, 24,12 fm 4. Kl., 12,75 fm 5. Kl., 3,69 fm 6. Kl., 2,04 fm 7. Kl. 1538V Eichenstangen: 92 1. Kl., 35 2. Kl. Duchenstämme: 10,58 fm 2. Kl., 27,26 fm 3. Kl., 20,95 fm 4. Kl., 7,42 fm 5. Kl. Jichtenslämme: 29,12 fm la-Kl., 91,98 fm Ib-Kl., 103,59 fm ?a-Kl., 51,17 fm 2b-Kl., 15,53 fm 3a Kl., 8,80 fm 3b-Kl., 9,49 fm 4a-Kl., 2,29 fm 5. Kl. Jichtenstangen: 193 1. Kl., 259 2. Kl., 293 3. Kl., 57 4. Kl. Die Brennholzoersteigerungen finden am 2. März in den Waldungen südlich der Straße Herborn—Gladenbach und am 4. März nördlich derselb Straße, von 10 Uhr ab, statt. Oberwerdbach, den 19. Februar 1929. Renzheimer, Bürgermeister. BerflpßnmooWelfW.i Die im Rechnungsjahr 1929 (1. AprU 1929 bis 31. März 1930) erforderlichen Fuhrleistungen des Gas- und Wasserwerks owie des Volksbades sollen öffentlich ver- geben werden. Die Berdingunasunterlogen iegen auf dem technischen Bureau des Gas- und Wasserwerks (Gartenstraße 3 — Zimmer 6) aus. Die Vordrucke sind dort erhältlich. 1520V Die Angebote sind oerschlosten und post- rei, mit entsprechender Aufschrift ver- eben, bis zum 23. Aebrnar 1929, mittags Uhr an uns einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart der er- chienenen Anbieter. Zuschlags- und Bindefrist: vier Wochen. Gießen, den 18. Februar 1929. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. S t e d i n g. ......- 307 Zusammen . - 307 2 0 A. „ 4. „ 4 ff „ 3,11 19 3 n A. „ 4. „ 1 ff „ 1,04 99 4 w A. ,, 4. „ 1 n L51 ff 5 w A. „ 5. „ 2 e» n 2,18 6 N. „ 2. „ 48 ff r 20,30 7 N. „ 3. n 35 ff „ 25,23 8 N- „ 4. „ 10 M „ w,I4 lf 9 Langholz yf N. „ 2. „ 11 ff n 7,14 n 10 N. „ 3. „ 3 ff n 3,35 ff 11 Abschnitte A. Kiefer 4a» „ u. 4b* „ 2 Ä n 1-21 ff 12 A. „ 3a» „ 2 ff „ 1,80 ff 13 A. n 3b* „ 5 ff „ 3,94 14 A. „ 3b- „ 4 91 n 2^5 ff 15 A. n 4a- „ 1 99 n 0,89 H 16 99 ff A. Fichte 4b* „ 1 99 ♦. . „ 0,80 M 17 99 ff N. Kiefer 2a- „ 10 ff „ 3,74 ff 18 n ff N. „ 2b- „ 36 ff „ 17,55 ff 19 ff N. „ 3a- „ 10 ff „ 6,77 ff 20 Pi n N. „ 3a» „ 11 ff „ 6,55 ff 21 n N. „ 3a- „ 2 w 1,30 ■ 22 99 IS- „ 3b- „ 5 ff w 3,69 H 23 ff N. „ 4a- „ 2 „ 1,28 ff 24 99 N. Fichte 3b- „ 1 e. M 1,--- 25 Langholz 99 N. Kiefer 2a- „ 13 ee „ 7,12 ■ 26 99 N: ,, 2b- „ 19 e» „ 13,68 ff 27 N. „ 3a- „ 5 ■ „ 4,52 28 N. Fichte la» „ 23 ff „ 3,84 ff 29 N. „ Id- „ 15 ff ** 4,03 30 ff N. „ 2a- „ 2 ff „ 1,50 Jahressoll (Haushaltsoll 4-Rech- nungssoll der Bor- jahrsreste) Ist-Einnahme ober Jst-AuSgabe leit Beginn des Rj. bis einschl. des Bowiertel» johres Im Berichts» Vierteljahr Zusammen 1 2 3 4 L Einnahmen: 630 59' 1228 L Steuern................ 2. Bon den Unternehmungen und Betrieben 1944 und der Vermögensverwaltung abgelieferte Ueberichüsse . . ............ 1176 326 371 697 3120 956 969 1925 Davon ab: An Unternehmungen und Betriebe und die 211 91 302 Vermögensverwaltung geleistete Zuschüsse —— Verbleiben . <. 3120 745 878 1623 3. Sonstige Einnahmen: 15 Allgemeine Verwaltung....... . 71 6 0 Schulwesen.............. 38 59 2 61 Tiefbauwesen ............. Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen 168 3 2 5 (ausschl. Arbeitslosensürsorge und Wol;- nungsweien)............. 490 336 — 336 Arbeitslosensürsorge (Krisenfürsorge) . . . — — — Wohnungswesen............ Besondere gemeinnützige Anstalten u. Ein» 4 1 146 I 262 2 408 richtungen.............. 720 Uebrige Kämmereiverwaltungen..... 472 26 12 38 Einnahmen insgesamt . . 5083 1322 1166 2488 (abzüglich der Zuschüste an Unternehmungen, Betriebe und Vermögensverwaltung) IL Ausgaben: 340 172 512 1. Allgemeine Verwaltung ...... 2. Schulwesen: a) Volksschulen. ........ 666 32 21 97 53 b) Sonstige Schulen .......... 3. Tiesbauwesen (Wege-, Straßen-, Brückenbau 327 200 122 87 322 247 und -Unterhaltung)........... 4. Wohlfahrtspflege u. Gesundheitswesen (aus* 389 160 schließlich Ärbeitslosenfüriorge und Woh- nungswesen).............. 1388 747 211 958 5. Arbeitslosensürsorge (Krisenfürsorge) . . ° 7 8 2 10 6. Wohnungswesen............ 7. Besondere gemeinnützige Anstalten u. Ein» 13 7 317 4 11 richtungen............... 8. Uebnge Kämmerewerwaltungen (sowell nicht 930 233 275 550 unter 1—7 aufgeführt)......... 9. Umlagen an den übergeordneten Gemeinde- 1455 142 417 verband................ — —* Ausgaben insgesamt . . 5272 1953 1127 3080 Mllhin: Mehrausgabe . . — — 631 —4. — 592 bezw. Mehreinnahme . . — — 4- 39 — Aus dem Vorjahr, und zwar: B" Außeror deutlicher Har tShalt. a) Bestand zur Deckung restlicher Verpflichtungen b) Ueberschuß (4-), Fehlbetrag (—) des Vorjahres Zusammen . . 4-121 L Einnahmen: 93 1425 1. Schuldenaufnahme ........... 1097 1332 2. Fondsentnahme............ —» 3. Sonstige Einnahmen.......... 937 15 153 168 Einnahmen insgesamt . . 2034 137 246 1593 n. Ausgaben: 1. Tiesbauwesen (Wege-, Straßen-, Brückenbau und -Unterhaltung) ........... 225 100 133 233 2. Erwerbslosenfürsorge.......... — — —• 3. Wohnungswesen ............ 4. Sonstige Aufgaben der Kämmereiverwa!» 1041 113 424 82 537 348 tungen................ 5. Außergewöhnliche Zuschüsse und Neulnvestie» 722 266 rungen für Unternehmungen und Betriebe und Vermögensverwaltung....... 46 38 — 38 Ausgaben insgesamt . . 2034 517 639 1156 Mithin: Mehrausgabe . . — — — 393 — bzw. Mehreinnahme . . — 4- 830 —— 4- 437 ■m • 1 n 1 » 2 » 48 i 35 » 10 » 11 Ihaus B34 '3R: * 1,04 ' » 1^1" » 2,18 " »20,30 ' n 25,rr' »10,14' » 7,14 * " Ms ‘ n 1,21 » l|80 ' - 3,94 n 2^5 ' n 0,89 ■ n W " . 3,74 * 17,15 ’ • n 6,55 » UO" . 3,69 n 1,28 ■ 1,- • ^2 n 13,68 . 4,52 . 3^4 „ » 2 n 2 n 5 i» 4 i» 1 I , 10 , 36 . 10 . II , 2 n 5 ■ 2 » 1 n 13 . 19 ’n 5 ' „ 23 'n 15 'n 2 . 4,03 , *1Ä*«*^^ 9« BuWnnchnv M »te Hub pro Tjetoiff e 11 "hr, m Srgt-rn IBI2 VieseL lioh. UjC(f - ’ n 4 Stütf mü 1,19 , ‘ • 3,11 Nr. 45 Drittes Blatt Das kluge Mnd. Don Ludwig Tlagy. Ich pflege ,icht zu lügen, dies einemal jedoch konnte ich nityt uachin. es zu tun. Wir haben nämlich ein kleines zweijähriges Kind. daS heißt, ich und meine Frau, und bad Kind ist sehr klug, wirtlich sehr klug. Nun ist aber jedes Kind klug, zumindest wird eS von den Eltern dafür gehalten. — und hier beginnt die Komplikation. Denn wie soll ich überzeugend erzählen können, wie klug eigentlich unser Kind ist? Was immer auch ich von ihm berichte, meine Bekannten haben oll dies bereits von Kindern anderer gehört. Die Dache verhält sich also so. daß unser Kind sehr lluz. aussallend klug, viel klüger als tausend andere Kinder ist. — und daß ich infolge der Märchen, der phantastischen Uebertreibungen drr anderen nicht imstande bin, dies meinen Mitmenschen mitzuteilen. 3m allgemeinen verhält eS sich mit der Klugheit der Kinder folgendermaßen: die Mutter itzt Trauben, daS Kind sieht dies und lallt ,t—au, i—au" was bedeuten soll: .ich auch, ich auch!" Die Mutter ist glücklich, gibt dem Kinde Trauben. waS an und für sich noch kein Hnglüd wäre, doch ist sie überzeugt, dah das Kind unwahrscheinlich klug, viel klüger ist, alS Immanuel Kant in seinen besten Jahren war. denn eS hat .t—au, i—au" gesagt. daS heißt: .ich auch!" Da sieht man die große Klugheit! SS ist wirk- Nch fein Kunststück, von jemandem Trauben zu verlangen. daS bringt sogar ein Erwachsener Eig. DieS fühlt auch die Mutier, doch muh mit dem Kinde prahlen und erzählt deshalb kleinen Fall folgendermaßen: .Ich atz Trauben und gab ihm absichtlich nichts, denn ich war neugierig, was eS machen würde. Das Kleine macht grotze Augen, beginnt dann zu sprechm und sagt Wort für Wort: .Ich finde es wirklich höchst merkwürdig, daß eine Mütter das Herz hat. vor ihrem eigenen einjährigen Kinde Trauben zu essen und ihm keine anzubieten." lieh Sonntag: gödie lern trle'ehnazDi#' rd Vosi. ler. ...Lucj »oral« ...... Arnold hOf° adimlrGaldar«« .... Hmi heo-i Fritz Könner MOWl w^- lerr sein u. - Und: nicht schwer kten. Wodienscbau teNuag “mVor^ der haste. /"0 CO»10’, ::«• !ef P' «ne: ES lätzt sich nicht leugnen, dah daS einjährige Kind über eine etwas frühentwickelte Rednergabe verfügen würde, wenn es dies gesagt hätte. Aber was kann man dagegen tun, wenn die Mutter, vor Glück überschäumend, den Fall berat! berichtet? Dieser Fall und hunderttausend ähnliche Fälle dienen mir als Entschuldigung, Denn ich ebenfalls log. Die Geschichte trui sich in Wahrheit so zu, datz ich an einem Wintertag mit dem Kinde in unserem ©arten spazieren ging. Als ich am Brunnen vorbeiging, glitt ich auf dem Eis auS, fiel hin und ritz das Kind mit. ES begann zu weinen, denn es hatte sich gefloßen, ich stöhnte, denn ich hatte mit beinahe den Arm gebrochen. DaS Kind weinte, weinte, heulte, heulte, ich hielt mir den Arm und stöhnte. Als eS begriff. Daß auch mit ein Unheil zu gestoßen war. hörte eS plötzlich zu weinen auf. Es betrachtete mich prüfend. Hnb als es mein schmerzverzerrtes Gesicht sah. — es mochte kein fer;t schöner Anblick fein! — runzelte cs die Stirn und fragte mich, über den eigenen Schmerz völlig getröstet: .Tut eS weh?" Run. das gefiel mir sehr. Wohl könnte ich in der Eile nicht erklären, weshalb, doch gefiel es mir ungewöhnlich, ich wat entzückt und hatte das Gefühl, unser Heiner Sprößlinz sei unendlich klug, ein richtiger Weiser. Worin d'.e Klugheit besteht... Run ... nun ... gerade das ist es ja. waS schwer zu erklären ist. Ich mutz schon um Entschuldigung bitten, aber es verrät ja doch eine große Intelligenz, wenn ein kleines Oer auslanddeutsche Student an deutschen Hochschulen. Don Dr. Carl Müller. Wem das deutsche Dlldungsideal ein erstrebenswertes Ziel und deutsche Kulturgüter wert- voller sind als Errungenschaften anderer Rationen. der mutz sich mit ganzer Seele bemühen, den 35 Millionen Leatschstammigen außerhalb bet Reichsgrenzen den leb endigen Anschluß an die deutsche Kulturgemeinschaft zu sichern. Als besonders geeigneter Weg hierfür hat sich in Deutsch-Oesterreich und in Danzig auch nach der Trennung vom Reiche die gleichmäßige Ausgestaltung der Hochschulverfassung mit den reichs- deutschen Hochschulen erwiesen. In den Dielen Ländern mit deutschen Minderheiten kann die deutsche Kulturgemeinschaft vor allem dadurch gepflegt werden, datz die Intelligenz aus diesen Siedlungen die deutsche Hochschulen besucht. Erfreulicherweise hat diese Einächt im letzten Jahrzehnt zugenommen, so daß in den letzten Semestern auslanddeutsche Studenten in steigen- der Zahl an deutschen Hochschulen studieren. Eine einwandfreie genaue Statistik über ihre Anzahl während der einzelnen Semester kennen wir allerdings nicht, weil viele Hochschulen darüber überhaupt keine Zählung veranstaltet haben oder feine Trennung zwischen Auslanddeutjchen und Ausländern in ihrer Statistik durchführt und veröffentlicht haben. So sind wir nur auf gewisse Schätzungen angewiesen. Anhaltspunkte bieten die Veröffentlichungen der preußischen Hochschulen sowie die Mitgliederverzeichnisse des Zentral- Verbandes auslanddeutscher Studierender an reichsdeutschen und österreichischen Hochschulen und an der Technischen Hochschule in Danzig. Hieraus ergibt sich, baß die Zahl bet ftubizren- den Ausländer gesunken, dagegen die Zahl bet Auslanddeutschen bedeutend gestiegen ist. Wenn man berücksichtigt, datz sich Im Winter 1927 beim Zentralverband 1323 und Sommer 1928 1535 auslanddeutsche Studenten meldeten, daß aber ungefähr jeder vierte auslanddeutsche Student die Anmeldung unterließ, so kann man die Gesamtzahl bet Auslanddeutschen an reichsdeutschen, österreichischen und Danziger Hochschulen für die letzten Semester mit 2jOO angeben. AuS welchen Ländern kommen nun die meisten auslanddeutfchen Studenten und welche besonderen Schwierigkeiten haben sie bei ihrem Studium an deutschen Hochschulen zu überwinden? Ungefähr ein Drittel aller Studenten sind rumänische Staatsbürger: denn sogar die Statistik des Zentralverbandes zählt für den Winter 1927 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Jugend und Hochschule. Kind sich selbst ganz vergißt und sich voll Teil- nahme mir zuwendet. Oder vielleicht nicht? Kutz, dieser kleine Fall gefiel mir seht und ich wollte ihn um jeden Preis erzählen. In dem Ton: fo klug ist unser Kind, so selten klug. eS gibt aus der ganzen Well kein zweite- ähnlich kluges Kind. Bei meiner Frau hatte ich selbstverständlich leichte- Spiel, sie honorierte sofort meine Er- zählung, nahm daS Kind in die Atme und bedeckte sein Gesicht mit Küssen. Arn Abend desselben Tages waren wir jedoch bei WilkeS geladen, eine größere Gesellschaft, bei der auch verschiedene Väter und Mütter anwesend waren. Ich konnte eS kaum erwarten, mit meiner Kindergeschichte herauSzurücken. Alnö bei der ersten Gelegenheit fing ich mit großer Selbstsicherheit an. Ich erzählte, erzählte, daß wir im Garten spazieren gingen, das Kind neben mir trippelte und daß wir auSglitten, auSglitten, ja... das Kind begann zu weinen. Ich begann zu stöhnen, als es aber bemerkte, daß auch ich mich gefloßen hatte... Oh weh! Jetzt sitze ich in der Patsche! Wie soll ich die Erzählung beenden? Die Leute sehen mich mit offenem Munde an. und da soll ich einfach sagen, das Kind habe mich gefragt, ob eS schmerze? Sie würden sich enttäuscht abwenden und einander spöttisch anlächeln. 3a, das ist der Fluch der vielen Uebertreibungen und ileber- schwänglichleiten. zu denen sich gewissenlose Eltern bei der Prahlerei mit ihren Kindern hmreißen lassen. Aber ich lasse mich nicht unlerfriegen. Ich werde mich nicht wegen der gewissenlosen Lügen der anderen mit meinem Kinde blamieren. Rein! Lieber fuhr ich kühn fort: .... es blickte mich an, hörte plötzlich zu weinen auf und sprach mit ernstem Gesicht: „Solamen miseris socios habuisse maloruml", zu Deutsch: .ES ist ein Trost für die vom Unglück betroffenen, Im Unglück Gefährten zu haben." So ein kluge- Kind! Ein wahres Wunder! Einzig berechtigte Hebertragung auS dem Ungarischen von Stefan I. Klein. Universität und Leben Don Professor Dr. 71. v. Bubnoff, Heidelberg. flußreichsten geistigen Machtfaktoren des gegenwärtigen sozialen Lebens, der Presse, in engsten Kontakt zu bringen. (Begründung von Instituten für Zectungswesen. wissenschaftliche Korrespondenzen.) Durch Vermittlung der Presse soll die Wissenschaft neue, befruchtende Anregungen direkt aus dem Leben erhalten und auf demselben Wege soll sie auch umgekehrt ihren Einfluß auf das Leben ausüben. Ohne Zweifel hat die Tendenz zu einer gegenseitigen Durchdringung von Wissenschaft und Leben auf dem Boden der Universität ihre Berechtigung. Aber diese im Geiste der Zeit liegende Tendenz birgt auch Gefahren in sich, die man nicht unterschätzen darf — Gefahren für daS Kulturgut der Wissenschaft. In der Menschheitsentwicklung gab es einen Zeitpunkt, in dem sich der Erkenntnisdrang von Rühllchkeitsgesichts- punk.en für das praktische Leben in weitgehendem Maße loslöste und sich vorwiegend auf bas Ziel ber Ergründung der Wahrheit richtete. Das war die Gcburtsstunde deS theoretischen Men- chen, ber die Wissenschaft als ein System be» jrünDetcr Erkenntnisse hervorbrachte. Wohl ist ie eine Schöpfung des lebendigen Menschen, aber eben doch nur im Sinne einer Erfassung und Aneignung z.i.los geltender Wahrheiten durch ihn. Die Wissenschast wird im Leben verwirklicht. aber nicht von ihm erzeugt. Dieses Tha- rakters der Wissenschaft sollte man sich stets bewußt fein, wenn man die Frage beantworten will, inwieweit ber modernen Forderung, von der hier die Rede ist, Rechnung getragen werden bars. Die Universität ist die wichtigste Pslegestätte ber Wissenschaft. Sie umfaßt ber Idee nach die Totalität des Wis ens (Universitas). Sie hat eine dopvelte Funktion: Förderung und Ausbau ber Wissenschaften durch selbständige Forschung: Vermittlung von Wissensstoff, wissenschaftlicher Erkenntnis und wissenschaftlichen Arbeitsmethoden. Sie bilden die Studierenden für jene Lebensberufe aus, welche nur au* Grund wissenschaftlicher Vorbildung und Sch lang auSacübt werden können: für die Berufe des Arztes, des Juristen, des Lehrers, des Pfarrers, des Chemikers usw. Insofern hat also stets eine Verbindung mit dem Immer lauter und eindringlicher wird heutzu- | tage die Forderung erhoben, daß die Universität engere Fühlung nehme mit dem Leben und diese Forderung setzt sich in zunehmendem Maße durch. Die Tendenz, die Verbindung zwischen Universität und Geben inniger zu gestalten, als es früher der Fall war, kommt in doppelter Richtung zum Ausdruck, einerseits in dem Bestreben, das Geben mit dem Geiste der Wissenschaft vermöge ihrer Popularisierung za durch ringen. In dieser Richtung sollten die Vo'.kshochschulkurse wirken, die unmittelbar nach dem Weltkriege aufkamen und dazu bestimmt waren, den Bildungshunger weiter Do.kslrcise zu stillen. Demselben Zwecke dienen die Vorlesungen für das Gefamtpublikum an den Universitäten aus verschiedenen Wissensgebieten, die sich in der Regel eines guten Besuches erfreuen; ferner die Vortragsreisen der Universitätsdozenten, welche in verschiedenen deutschen Städten über Fragen aus ihrem Forschungsgebiete sprechen, die für die Allgemeinheit von besonderem Interesse sind; endlich Rundsunkvor- träge populärwissenschaftlichen Inhaltes. Andererseits kommt die Tendenz, die wir im Auge haben, in dem Bestreben zum Ausdruck, die Wissenschaft zu verlebendigen, sie mit Gegenwartsinteressen zu erfüllen und alles, was aktuelle Bedeutung hat, In den Bereich wissenschaftlicher Forschung ciuzubeziehen. Symptomatisch ist in dieser Hinsicht daS wachsende Interesse für die Soziologie — eine Wissenschaft, die sich zur Zeit in einem Werdezustand befindet, keine scharf umriffenen Grenzen hat und in ihren Arbeitsmethoden viel! ach noch tastend verfährt, aber gerade Darum die denkbar größte Spannweite besitzt, um alle Lebens- und Kulturinhalte zum Gegenstand ihrer Untersuchung zu machen. Die soziologische Forschung erstreckt sich z. D. auch auf die Gebiete der Religion und der Wissenschaft. Man redet neuerdings von einer Soziologie des Wissens. Die Beliebtheit deren sich die Soziologie erfreut, hat sicherlich einen Hauptgrund darin, daß sie ihrem Charakter nach in besonders naher Beziehung zum Leben stehen, irgendwie unmittelbar aus dem Leben hervor« zugchen scheint. Richt weniger symptomatisch ist der Versuch, die Wissenschaft mit einem der ein- 456 und für den Sommer 1928 492 Studenten aus Rumänien. Wenn man bedenkt, daß im Jahre 1918 große de ätsche S.edlungen in Siebenbürgen, Im Banat, in der Bukowina, bei Sath- mar und in Bessarabien zu Großrumän'en kamen, wird man diese hohe Zahl verständlich finden. 2luch die starken deutschen Minderheiten in der Tschechoslowakei, in Polen und in Südslawien senden jährlich mehrere Hundert Studenten zu den deutschen Hochschulen. Erst dann folgen Lettland. Estland, Italien, Ungarn. Rußland und Dänemark. Selten ist Der Besuch deutscher Hochschulen von den deutschen Siedlern aus Amerika und Asien. Sicherlich würden aber viel mehr deutschstämmige Studenten, namentlich aus den Staaten in Ost- und Südosteuropa an deutschen Hochschulen ihre wissenschaftlichen Studien betreiben. wenn ihnen nicht manche Heimatbehörde durch schikanöse Paßvorschriften, oft durch Richt- anrechnung einzelner Studiensemester, durch plötzliche Einberufung zum Militärdienst vor dem Abschluß des Studiums oder durch die Forderung einer Wieferhrlungkp ü ung in Der fremden Landessprache den Aufenthalt an deutschen Hochschulen zu verleiden trachteten. Hierzu treten noch mancherlei bureaukratische. sprachliche und wirtschaftliche Schwierigkeiten beim Beginn und im Verlauf des Studiums. Zwar haben die Unterrichtsminister aller deutschen Länder angeordnet, daß auslanddeutsche Studenten an deutschen Hochschulen die gleichen Rechte und Vergünstigungen erhalten sollen wie die einheimischen. Manck^ Hochchulbehörde laßt es jedoch an Entgegenkommen fehlen. Zweifellos entsprechen die wissenschaftlichen Entlassungsprüfungen ausländischer Gymnasien und anderer höherer Lehranstalten nicht immer Den deutschen Ansprüchen. Wenn aber etwa ein deutscher Student aus Mexiko, der an Der deutschen Oberrealschule seine Reifeprüfung bestanden hat, zum Medizin- studium an einer deutschen Universität zugelaisen worden ist, so sollte man ihm nicht nachträglich die Ablegung staatlicher Prüfungen verwehren, weil sich später herausstellt. daß in Deutschland größere Kenntnisse In der lateinischen Sprache von Medizinstudenten verlangt werden. Solche Bestimmungen vertreiben die auslanddeutschen Studenten von den deutschen Hochschulen, während Frankreich, England und die Vereinigten Staaten von Rovdamerika sich bemühen, dem ausländischen Studenten das Studium zu erleichtern. Viele auslanddeutsche Studenten halten sich in den ersten Semestern sehr zurück, in der Befürchtung, Anstoß zu erregen, weil sie mit den Hochschulverhältnissen nicht vertraut sind und manchmal das Hochdeutsche nicht vollkommen beherrschen oder es mit einem fremdländischen Akzent sprechen. Wie sollte sich auch ein junger Mann in der hochdeutschen Sprache ausdrücken können, wenn er vielleicht in feiner Heimat nur den überlieferten deutschen Dialekt gesprochen und seinen höheren Unterricht in der ungarischen, rumänischen oder serbischen Svrache erhalten hat! Weil Der auslanddeutsche Student jedoch die wenigen Jahre seines Studiums an deutschen Hochschulen benutzen will, um sich auch in Der hochdeutschen Schriftsprache auSzubilden, sollten ihm Dozenten und Kommilitonen beim Studium und bei der persönlichen Durchformung zur eigenen Wesensart behilflich sein. Besonders drückend ist oft die wirtschaftliche Rotlage unter Den auslanddeutschen Studenten. Wohl Der größere Teil stammt aus wirtschaftlich minderbemittelten Kreisen. Mancher ist durch eine harte Lebensschule gegangen, hat sich In Der Heimat Das Reisegeld für Die Fahri zur deutschen Hochschule und für Die ersten Monate DeS StuDiums als Werkstudent verdient und ist auch weiterhin gezwungen, in Den Ferien durch Unterrichtserteilung, Mitarbeiten an Zeitungen oder durch Arbeit in Der Industrie, an einer Bank oder in der Landwirtschaft einen Teil der Studienkosten zu verdienen. Wenn ihm nicht durch Gebührenerlaß oder Stipendien des Vereins für das Deutschtum im Ausland und ähnlicher Vereine geholfen würde, konnte er in vielen Fällen sein Studium an Den deutschen Hochschulen nicht vollenden. Ucberaus schmerzlich muß es Dann für manchen auslanddeutschen Studenten fein, wenn er bei feiner Arbeit und in seiner Hilflosigkeit und Unerfahrenheit mit Den anders gearteten wirtschaftlichen Verhältnissen sich übervorteilt fühlt. Gerade wenn er mit freudiger Erwartung des Reuen im deutschen Kulturleben zur deutschen Hochschule geeilt ist, wird er besonders empfindlich für Diese Schwierigkeiten, vor allem aber gegen jede Form Der Ausbeutung fein. So ist eS wohl begreifltd), Daß auslanddeutsche Studenten sich häufig zurückgesetzt und vereinsamt fühlen. Müssen sie doch fast alle Darüber Klage führen, daß vielfach ihr Verhältnis zu Den Einwohnern Der H och sch ul st äd le ganz unpersönlich getoorDen ist, und Daß sie nur selten Eingang bei den bürgerlichen Familien finden. Gewiß hat Der gebildete Deutsche Mittelstand, dessen wohlgepflegte Kultur Dem auslanddeutschen Studenten in jeder Beziehung sympathisch war. teilweise durch Den Krieg und Die Inslation Die ruhige Lebensgestaltung verloren. Desto dankbarer wird eS der auslanddeutsche Student begrüßen, wenn ihm in Den wenigen und Doch so enlscheidungsschweren Studienjahren in deutschen Mittwoch, 20. Zebruar 1929 Leben bestanden. Die Forderung, die sich neuer- dingS immer mehr geltend macht, geht nun aber offenbar auf etwa» ganz anderes aus: auf eine engere Verbindung der wissenschaftlichen Forschung mit Dem Leben. Wenn infolge davon gewisse Qcbendgcbicte, Denen zur Zeit ein besonderes Interesse entgegengebracht wird (Politik!), in den Bereich w'ssenscha t.icher Forschung einbezogen werden, so bedeutet das eine Bereicherung der Wissenschaft und kann nur begrüßt werden. In der Hauptsache handelt es sich aber eben Doch bei Der in Frage stehenDen Forderung um Popularisierung der Wissenschaft. Run ist es natürlich sehr ersreulich, wenn in weiteren Kreisen des gebildeten Publikums durch berufene Vertreter der verschiedenen Wissen.zweige Verständnis geweckt wird für die wissenschaftliche Arbeit, ihre Wege, Ziele und Ergebnisse. 3m Grunde genommen Hot sogar jeder Vollsangehörige ein Anrecht daraus, wenigstens im allgemeinen, nach Maßgabe seines Fassungsvermögens zu erfahren, was an Forschungsarbeit an den Universitäten, die durch staatliche, also nationale Mittel erhalten werden, geleistet wird. Aber eben hier droht der Wissenschast eine Gefahr. Inwieweit eine Wis en- schast Der Popularisierung fähig ist und in welcher Weise sie zu erfolgen hat, darüber kann nur der gelehrte Fachmann entscheiden. Seinem Geschick und Takt muß es überlassen bleiben, dabei so zu verfahren, daß der Wahrheitsgehalt der Wissen- schast keinen Abbruch erleide. Eine weitgehende Popularisierung bringt aber die Gefahr mit sich, daß Unberufene, die sich oberflächliche Kenntnisse auf einem bestimmten Wissensgebiet ungeeignet hoben, sich bemüßigt fühlen, mitzu- reden und Versuche zu machen. Die wissenschaftliche Forschung in Dohnen zu lenken, die ihnen nützlich und ersprießlich scheinen. Es besteht außerdem bet der Richtung des modernen ..Zeitgeistes", der die Wissenschaft dem Geben möglichst naße» bringen will, für den Forscher die Gefahr, datz er Im Streben nach , Aktualität" sich von den internen Aufgaben Der Forschung mehr oder weniger abdrängen läßt. Freilich bedrohen diese Gefahren die verschiedenen Wissensgebicte in sehr ungleichem Grade. 3n den exakten Wissenschaften sind sie naturgemäß am geringsten, am größten wohl in der Philosophie. Denn in Weltanschou» ungsfragen und Wertproblemen, mit Denen sich Die Philosophie befaßt, halten sich Die meisten Menschen für berechtigt, ihre maßgeblichen und unmaßgeblichen Ansichten in Die Wagschale zu werfen. Dem modernen Drang noch Verlebendigung der Wissenschaft gegenüber muß stetZ Darauf hingewiesen werden. Daß Die Wissenschast Den Lärm des Alltags scheut. Wie auf Dem Gebiete Der Kunst, so kann auch auf Dem Der Wissenschaft Die schöpferische Tätigkeit nur in Der Stille, in einer gewisfen Abgeschiedenheit vom Leben vor sich gehen. Die Losung: Wissenschast nur um ihrer selbst willen, wäre freilich geradeso verkehrt wie doS analoge Schlagwort: Part pour Pari. Die Wissenschaft hat ihre bestimmte Stelle Im umfassenden Kulturzusammenhang und steht wie jedes Teilgebiet der Kultur letzten GndeS im Dienste des gesamten Kulturlebens. Aber gerade wenn sie ihre spezifische Funktion ausüben soll, muß sie ihre Unabhängigkeit vom Leben und seinen zufälligen, in stetem Wandel begriffenen Interes en, Bedür'niflen und Stimmungen wahren. Die Universitäten haben durch tßre forschenden und lehrenden Kräfte darüber zu wachen, daß Die berechtigte Forderung nach einer engeren Fühlungnahme mit Dem Leben nicht zum Schaden Der Wissenschaft überspannt werde, Daß namentlich das Streben nach ihrer Popularisierung nicht zur Verflachung führe. Stadien durch persönliches Untertauchen in guter deutscher Familienkultur ein unvergeßlicher Einblick in die deutsche Eigenart geboten würde. Auch viele Korporationen würden sich ein hervorragendes Verdienst erwerben, wenn sie bei Der Anmeldung eines auslanddeutschen Studenten zur Korporation nicht in erster Linie auf die Höhe des Monatswechsels achten, sondern wenn sie vielleicht auch unter persönlichen Opfern ihm die Teilnahme an Den Korporalionsveranstal> tungen ermöglichen wollten. Was Der auslanddeutsche Student von deutschen Behörden und Kommilitonen erwarten Darf, ist vor allem gefellschastliche und wifsenschastliche Hilfe. Die Gleichgültigkeit gegenüber ausland- deutscher Rot unD Das unpersönliche Verhältnis besonders in Der Großstadt könnten überwunden werden, wenn Behörden und Kommilitonen DeS Deutschen Gastlandes in Verbindung treten würden mit Den fast an allen Deutschen Hochschulen bestehenden Vereinen auslanDdeut- scher Studierender. Diese wollen Dem jungen Studenten Die Einführung in Das Hoch sch ulleben erleichtern, ihm Hilfe bei der Wohnungssuche, bei Der Regelung Der Gebührenzahlung und beim Studium gewähren und ihm auch Durch gesellschaftliche Veranstaltungen Erholung und Freudo bringen. Wer sich Daran erinnert, Daß fast allo Kulturländer, namentlich Frankreich und England, Durch prächtig eingerichtete Institute sich bemühen, den auslanddeutschen Studenten an ihre nationalen Hochschulen zu ziehen, der muß es bedauern, Daß viele deutsche Hochschulen bei Dem Mangel an solchen Instituten Die rechte Fühlung mit Dem stammesverwanDten ausland- deutschen Studenten nicht immer gefunden haben. Für Das AuslandDeutschtum sind Heimat und deutsche Kultur noch keine Museumsbegriffe. Jetzt hängt viel Davon ab, ob feine späteren Führer freudige und Dankbare Erinnerungen an ihre StuDienzeit in deutschen Hochschulstädten bewahren und Dann bestrebt fein werden, sich wärmer für ihre gastliche Urheimat einzusetzen, oder ob sie durch Gleichgültigkeit und Zurücksetzung verbittert in ihre Helmat zu fremden Rationen zurückkehren. Da Die auslanddeutschen Studenten nicht nur die berufensten Vermittler Deut» schen Wissens und deutscher Kulturgüter, sondern in gleichem Maße auch Die stärksten Brückenpfeiler des Wirtschaftslebens sind, so wäre es auch zu begrüßen, wenn deutsche Hochschulhehör- den und Führer Der Wirtschaft zusammenarbeiten und das Ziel über das Opfer letzen wollten, um die junge ausländische Intelligenz durch wissenschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Hilfe zum Studium an Deutscher; Hochschulen anzuregen. Wirtschaft. Normale Reichsbankenilastung. Der Ausweis der Reichsbank vom 15. Februar zeigt zwar eine durchaus normale Entlastung, toeim auch von einer außerordentlich großen Entspannung, wie sie erwartet wurde, nicht die Redr fein kann. Er bietet insofern allo nichts besonderes. Aber die in ihm sich kennzeichnende D e v i s e n b e w e g u n g ist von ganz besonderem Interesse. Bereits im ersten Februarausweis der Reichsbank traten dre Devisenverluste hervor, sie zei;en für tl>zweite Februarwoche noch eine erhebliche Zunahme. Die Abnahme beträgt auf dem Konto der Teckungsdevisen rund 40 Millionen Mk., das find 30 Prozent des Bestandes, mrd wenn man das Konto der sonstigen Wechsel hinzufügt, da sich die tatsächliche Devisenabnahme auf d.eses Konto und das Konto Deckunqsdevifen verteilt, so kann man auf eine weitere Abnahme in Höhe von 60 bis 80 Mill. Mk. kommen, so daß sich für die gesamten Devisenabgänge schätzungsweise 100 Mill. Mk. ergeben. Das würde, wenn man den bisherigen Devisenbestand der Reichsbank auf etwa 450 Mill. _Mk. insgesamt berechnet, einen Abgcrng in H oh e von etwa 25 Prozent bedeuten Für die beiden ersten Februarwochen hat die ReichEbank schätzungsweise einen Betrag von rund 159 bis 170 Mill. Mk. Devisen aus ihren Beständen abgegeben. Bei der gegenwärtigen Konstellation am internationalen Geld- und Devisenmarkt sind weitere Devisenabgänge trotz des vorübergehenden Rückgangs der Devisenkurse in Deutschland wahrscheinlich. die, wenn sie größeren Umfang an- nehmen sollten, die Reichsbank natürlich zwingen würden, Goldabgaben vorzunehmen, um einer weiteren bedeutenden Abnahme ihres an sich schon geringen Devisenportefeuilles vorzubeugen. Die Anspannung am Devisenmarkt ist weniger eine Folge gestiegener Rachfrage als verringerten Angebots, da zur Zeit kurzfristige Auslandgelder nur in geringem Umfange bei den billigen deutschen Eeldsätzen hereinkornrnen, so daß sogar zum Teil weiter zurückgezahlt wird. Es ist ganz klar, daß sich unter diesen Umständen die Bedürfnisse der Zahlungen seitens des Reparationsagenten, ter augenblicklich einen Betrag von etwa 120 bis 130 Mill. Mark pro Monat in Devisen transferiert, am hiesigen Devisenmarkt doppelt auswirken müssen. Der Inter- ventionszwang der Reichsbank am Devisenmarkt ist also vornehmlich eine Folge der Devisen- faufe des Reparationsagenten, die über den ganzen Monat anhalten. Anfang April wird zudem die nächste Date der Industrie- vbligationszinfen von 150 Mill. Mark fällig, die auch in Devisen umgewandelt wird. Die Borgänge am Devisenmarkt, insbesondere der im neuen Jahr erngetret-rnr Umschwung und der Ausweis der Reichsbank vom 15. Februar, zeigen, wie überraschend schnell sich die Balutensituation der deutschen R e i ch s b a n k geändert hat und von welch' schneller und scharfer Wirkung eine zeitlich nur eng begrenzte Unterbrechung bzw. Derringerung des Zustroms gn Auslandgeldern auf diese Situation sein kann. Es ist noch nicht lange her, daß die Goldbestände der Reichsbank wegen ihrer angeblich außerordentlichen Höhe besonders von englischer Seite scharf kritisiert wurden. Und schon heute zeigt es sich, baß die Reichsbank durch starke Levisenabgaben ihre Goldbestände schützen muß. Andererseits ist bei einem längeren Anhalten der gegenwärtigen Lage am internationalen Devisen- und Geldmarkt der Zeitpunkt nicht mehr fern, an dem sie zu Goldabgaben gezwungen ist, so daß sich die Stärkung des Goldbestandes der Reichsbank als eine weit vorausschauende Maßnahme darstellen wird. Volksbanl Gießen. Die Bilanz für 1928 zeigt eine günstige Entwickelung. Die Zahl der Mitglieder ist von 205 auf 264 gestiegen. Die eingezahlten Gefchäftsgut- haben betragen 72 947 Mk. Die Einlagen belaufen sich auf rund 300 000 Mk. Cs wurde ein Reingewinn von 10 834 Mk. erzielt, und es wird wieder eine Dividende von 10 P r v z e n-t ausgeschüttet. Die Reserven betragen jetzt 13000 Mk. Der Umsatz betrug 8,1 Mill. Mk. Die mit der Bolksbank personell und räumlich vereinigte Geschäftsstelle der Landesgenossen- fchaftsban? Darmstadt hatte einen Kassenumsatz von 8,4 Mill. Mk. Die Bolksbank arbeitet mit Privaten, die Geschäftsstelle der Landesgenossenschaftsbank nur mit ländlichen Genossenfchafts- kasfen. I.-G 'FarSetikndustne. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers*. In der heutigen außerordentlichen G e - »eralversammlung der I.-G.-Farben- industrie Frankfurt a.M. wurde der Beschluß des Dividende-Garantieoerban- des mit der Internationalen Gesellschaft für chemische Unternehmungen. A.-G. Basel (I.-G. Chemie-Basel) einstimmig genehmigt. Eine Erörte- rung darüber fand nicht statt. Vertreten waren durch 173 Aktionäre 788 265 430 Reichsmark Farben- Aktien, 100 Millionen Reichsmark Vorzugsaktien Serie A und 40 Millionen Reichsmark Vorzugs- aktien Serie 8. Außer der erwähnten Beteiligung würden in die I.-G.-Chemie-Bofel später weitere Beteiligungen eingebracht werden, und zwar solche, die bereits vorhanden feien und andere, die eventuell später erhoben werden. In dieser Hinsicht schweben noch Verhandlungen. Die Einführung der Aktien der I.-G.- Chemie-Basel an verschiedenen Börsen bedürfe noch der Ueberlegung. Weiter wurde mitgeteilt, daß die I.-G.-Farben- ind'ustrie am 1. Januar d.I. 114 000 (im Vorjahre 108 234) Angestellte und Arbeiter beschäftige, was als Beweis für den erhöhten Umsatz angesehen wer- den könne. Der Geldbedarf der I.-G. - F arb en in dustrie sei in erster Linie auf die- sen vergrößerten Umsatz zurückzuführen, der erhebliche flüssige Geldmittel erfordere. Außerge- wöhnliche neue Projekte seien für die nächste Zeit nicht geplant. Das Ausbauprogramm sei ziemlich beendet. • * Konkurs der Daldur-Pianoforte- fabrik, A.-G., Frankfurt a. M. Die Gläu- bigerversammlung hat einstimmig beschloßen, den Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens zu stellen. • Reue Inlandanleihe der Stadt München. Die Stadt München hatte mit zwei Dankenkonfortien Verhandlungen wegen Aufnahme einer neuen Inlandanleihe von 20 Mill. Mark für das Jahr 1929 aufgenommen. In der gestrigen Vollsitzung des Münchener Stadtrats wurde das Angebot des von der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank geführten Konsortiums als das günstigere angenommen. Das Konsortium übernimmt nom. 10 Mill. Mk. fest und erhält eine Option auf weitere 10 Mill. Mk. Die Anleihe, die voraussichtlich zu 933/< Prozent aufgelegt werden wird, ist mit 8 Prozent jährlich zu verzinsen und innerhalb 24 Jahren zu tilgen. Es werden auf den Inhaber lautende Teilschuldverschre'bungen der Stadt München aus- gegeben, die seitens der Inhaber unkündbar sind. Die Stadt ist berechtigt, vom 1. März 1934 ab die Anleihe ganz oder teilweise zu 102 Prozent, vom 1. März 1939 ab zum Rennwert zurückzuzahlen. Die Anleihe wird an den Börsen Berlin, Frankfurt a.M., Hamburg und München einaeführt werden. *MitteldeutfcheMetallwarenfabrik, A.-G., Offenbach a.M. Wie bereits mitgeteilt, muß in der Generalversammlung am 9. März Mitteilung gemäß § 240 des Handelsgesetzbuchs gemacht werden, da sich bei einem Aktienkapital von 140 000 Mark der Verlust im Jahre 1928 auf 87 515 (29 606) Mark erhöht hat. Nunmehr ist Über das Vermögen der Gesellschaft das gerichtliche Vergleichsverfahren eröffnet worden. * Karlsruhes endgültiger Beitritt zur Südwe st deutschen GaS - A.-G. Der Dürgerausschuß von Karlsruhe hat mit großer Mehrheit der Vorlage des Stadtrats über den Beitritt der Stadt Karlsruhe zur Südwestdeutschen Gas-A.-G. zugestimmt. • Wiederaufnahme der Arbeit In den Dunlopwerken. Die Fabrikation in den Dunlopwerken in Hanau wird ab Donnerstag wieder ausgenommen werden. Durch Anwendung gewisser Hilssmittel glaubt die Direktion die Fabrikation, selbst wenn die Abschwächung der Kältewelle nur vorübergehend fein sollte, aufrecht erhalten zu können. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 20. Fehr. Tendenz: uneinheitlich. — In Erwartung günstiger Mitteilungen auS der heutigen außerordentlichen General-Versammlung der I.-G.-Farben- Industrie machte sich zu Beginn der heutigen Börse eine allgemein freundlichere Stimmung geltend. I.-G.-Farben-Aktien waren schon im Dormittagsverkehr lebhafter gehandelt und beträchtlich gesteigert. Als jedoch die Ausführungen bekannt wurden, trat eine Enttäuschung ein, da Ausführungen über eine Dividendenausschüttung vollkommen fehlten. In Dörsenkreisen wurde vielfach die Hoffnung gehegt, daß heute Klarheit hinsichtlich der Dividendeverteilung eintreten dürfte. Auch nach Festsetzung des amtlichen Kurses unterlagen die Farben-Aktien daher größeren Schwankungen. Der Grundton der Börse blieb jedoch verhältnismäßig freundlich, doch war im Zu- menhang mit der Farben-Angelegenheit eine Zurückhaltung nicht zu verkennen. Auch der schwache Verlauf ter gestrigen Reuhorker Börse, sowie die Rete des Ministers Dr. Schreiber über die unbefriedigende Wirtschaftslage Deutschlands, drückten auf die Stimmung und hatten nur kleinstes Geschäft zur Folge. Die Kursgestaltung war daher uneinheitlich. Bei Spezialwerten überwogen jedoch die Besserungen, die aber kaum über 1 Prozent gegenüber der gestrigen Abendbörse hinausgingen. Das Fehlen jeglicher Orders ließ keine Geschäftsbelebung aufkommen. Im Vordergründe des Intereises standen I.-G.-Far- ben, die aber nur 0,75 Prozent höher lagen. Auch AEG., Deutsche Linoleum. Harpener, Wans- selber, Oberbedarf und Schisfahrtswerte lagen bis 1 Prozent höher. Am Bauunternehmungsmarkt waren Holzmann bei Rachfrage 1,75 Proz. und von internationalen Werten Svenska 3,50 Mk. fester. Danken bis 1 Prozent niedriger. Stärker vernachlässigt lagen am Clektrvmarkt Siemens mit minus 2.25 Prozent. Dis 1,5 Prozent schwächer waren noch Rütgerswerke, Phönix, Rheinstahl und Daimler. Adlerwerke dagegen etwas gebessert. Renten fast ohne Geschäft. Don Ausländern waren Mexikaner lebhafter gehandelt und hoher. Auch nach den ersten Kursen hielt die Verstimmung an, das Geschäft konnte aus diesem Grunde keine Belebung erfahren, und es traten auf fast allen Marktgebieten Rückgänge bis zu 1,5 Prozent ein. Auch I.-G.-Farben verloren nach vorübergehender Erhöhung bis 1.75 Prozent. Die Tendenz zeigte eine gewisse Unsicherheit. Der Satz für Tagesgeld erfuhr mit 4,5 Prozent eine weitere Entspannung. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,216, gegen Pfund 20,44, London-Kabel 4,8525, gegen Paris 124,26, gegen Mailand 92,6750, gegen Madrid 31,66, gegen Holland 12,1160. Berlins Börse. Berlin. 20. Febr. Entgegen den Erwartungen des heutigen Vormittagsverkehrs, in dem Hoffnungen auf Dividendeauslassungen in der heutigen außerordentlichen Generalversammlung der I.G. Farben-Inbustrie eine recht freundliche Stimmung hervorgerusen hatten, eröffnete die heutige Börse nicht einheitlich. Die ersten Kurse waren nicht so fest, wie noch vorbörslich taxiert, und im allgemeinen waren gegen den gestrigen Schluß keine größeren Veränderungen mehr festzustellen. Es lagen für heute im übrigen eine Anzahl ungünstiger Momente vor: die Stockung der Verhandlungen in Paris, die bisher ergebnislosen Verhandlungen einer Einigung zwischen Zentrum und Deutsche Volkspartei, die Placierung der 125 Millionen Reichswechsel, die Etatsrede Dr. Schreibers, die Absichten, eine Inflationssteuer einzuführen, das im Verlause schwächere Reu- York usw. Rur auf die große Geschäftslosigkeit war es zurückzuführen, daß trotzdem keine Verluste eintraten. Einige Papiere, wie Waldhof, Harburg Phönix, Polyphon, Schlesische D.-Gas, Stottberger Zink lagen bis drei Prozent schwächer. Draunkohlenwerte, Kali- aktien, Leonhard Tietz und Svenska fielen durch ihre Widerstandsfähigkeit auf. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer geschästslos. Pfandbriefmarkt uneinheitlich, eher schwächer. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld mit 5,5 bis 7,5 Prozent etwas leichter. Rach den ersten Kursen überwogen die Rückgänge, nur Svenska lagen auf weitere Deckungen 1 Mk. hoher, während sonst ziemlich einheitlich Verluste von 1 bis 2 Prozent festzustellen waren. Glanzstoff gingen um 5 Prozent, und Polyphon um 6 Proz. zurück. In dem inzwischen zur Veröffentlichung gekommenen Farben-Communique war entgegen den Erwartungen der Börse über die Dividenden- aussichten des letzten Jahres nichts enthalten. Der Farbenkurs hielt sich aber doch auf Anfangsniveau. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Febr. Der Produktenmarkt verkehrte heute in ruhiger Haltung. Trotz des anhaltenden Frostes und der damit verbundenen knappen Beschickung des Marktes, sowie der etwas erhöhten Auslandnotierungen blieb das Geschäft klein und eine Anregung ging hiervon nicht aus. Die Preise blieben bei mäßigem Umsatz alle unverändert. — Es wurden notiert: Weizen 24 bis 24,25; Roggen 23,75; Sommergerste für Brauzwecke 24,50: Hafer, inländisch«! 24,25 bis 24,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 24; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 34 bis 34,75; Roggenmehl 31 bis 31,75; Weizenllei« 14,25; Roggenkleie 15. Tendenz: stetig. Rundfunkprogramm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Donnerstag, 21. Februar. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Enrico Caruso. 15.05 bis 15.35: Stunde der Juxend: Führung ins Berufsleben durch das Städtische Derufsamt FranklUrt a. M.: „Sie Laufbahnen im Reichsheer und bei der Schutzpolizei", Vortrag von Direktor Menne. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.30 bis 19: Don Kassel: „Das Grün und seine Beziehungen zum Dorf- und Stadtbild", Vortrag von Gartenbaudirektor Rud. Stier. 19.30: Don München: Konzert des Münchener Bach- Dereins. Geistliche Werke von Mozart. 21.15: Eine Stunde Walzer. Freitag, 22. Februar. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.15: Schallpla- tenkonzert: Buntes Programm. 15 05 bis 15.25: Stunde der Jugend: Aus der Technik des Alltags, vorgetragen von Mittelschullehrer Adolf Hering: „Unser Straßenpflaster". 15.55 bis 16.05 Uhr: Hausfrauendienst; 16.35 bis 17.05 Uhr: Hausfrauen-Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein. 17.15 bis 17.45: Vortragszyklus des Frauenverbandes Hessen- Rassau: „Sind die Sorgen der Mütter wegen der Berufswahl ihrer Tochter berechtigt?", Vortrag von Dr. Charlotte Anders. 17-45 bis 18.30: Von Köln: Vesperkonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 13.30 bis 19.00: „Der zweite Faustmonolog und der Osterspaziergang in Goethes Faust I", Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 19 bis 19.30: Schachstunde. 19.30 bis 20.00: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 60 Silben aufwärts). 20.00 bis 21.00: Konzert des Unionquartetts, Mitglied des Volkschors Union. 21.00 bis 2120: Auf alle Stationen: Rundfunkmufik II. Bunte Suite für Orchester: op. 48, Ernst Doch. 21.20 bis 22.20: Anekdoten. Samstag, 23. Februar. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.45 bis 13.15: Schulfunk: Musik, vorgetragen von Studienrätin Cilla Geis: „Die dreiteilige Liedform". 13.15: Schallplattenkonzert: Mittagsständchen. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranze, Liedervocträge Frankfurter Schulen, Ludwig-Richter-Schule, Chorleiter: Lehrer Schmidt. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Konzert des Rundfunkorchester3: Reue Tanzmusik. 18.30 bis 18.45: Der Briefkasten. 18.45 bis 19.00: Esperanto-Unterricht. 19.00 bis 19.30: Zur Reichsunsallverhütungswoche: „Helft Unfälle verhüten", Vortrag von Rektor Dr. Scheibe. 19.30 bis 20.00: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Die soziale Schichtung des französischen Volkes", Vortrag von Oberstudiendirektor Dr. Oehler. 20.00 bis 20.30: Unterhaltungsmusik des Rundfunkorchesters. 20.30: „Indra", Oper in 3 Akten von Friedrich von Flotow. Anschließend bis 0.30: Don Berlin: Tanzmusik. Buntes Allerlei. Gräfin Spee t- Gräfin Margarete von Spee, die Witwe des in der Seeschlacht bei den Falllandsinseln gefallenen deut chen Kreuzergefchwader- chefs, Vizeadmiral Grasen von Spee, ist im Alter von 61 Jahren in Kiel gestorben. Erste deutsche Kolonialbriefmarkenausstellung in Bremen. In der Woche nach Pfingsten findet in den Festräumen des Paula-Becker-Moderson- und des Haghauses in Bremen die erste deutsche Ko- lonialbriesmarken-Ausstellung statt. Das Protektorat bei diesem Unternehmen, das ein philate- listisches Ereignis größten Stils werd-en wird, hat General von Lettow-Dorbeck übernommen. Gleichzeitig ruft der 35. Philatelistischs Tag, der Bund deutscher Philatelistenverbände im In- und Auslande'(24. bis 23. Mai), und der Germaniaring (24. Mai) seine Mitglieder zu wichtigen fachwissenschaftlichen und organisatorischen Besprechungen nach Bremen. Ausstellungs- meldefchluß ist am 15. März. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlvstenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, LombardzinSfuß 7,5 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Jraukfurt a. M Berlin Schlutz- bUljr- Sdj.ußJ lUnjang Schluh-j l-Uhr- Schutz! Anfang flvre fi'irs ft'ir» 1 fiur* Kur» | Kur» K»r» | Kur" Darum U. 2. 20. 2. 19. 2. 20.2. Daran >1 19.2- | 20. 2. 19. 2. 20.2. 6% Dt. Wcitftsanieüw o. W27 87,2 — 87,5 — A.E.G........... . 8 176.2.) 176,5 176 175,5 Dt. AnI.-Ablös^Schuld mü Aus 54,2.5 54,2 54,4 Bergmann..... • • . 9 214 — 213,25 213,25 lof.»5Xed)ten....... — (ileftr. Lieferungen..... 10 ~ — >65 — Desai, ohne AuSIos.-Rechte . 13,8 13,75 13,8 13,75 Licht und Kraft...... 10 215,5 214 i15,25 214 7% Rranlf. Hnp.-Bl. Goldpf. un Reiten & Guilleaume.... . 6 140,5 •— 140 5 140.4 90 --- Ges. f. (Slcltr. Untern..... Hamb. Elektr. Werke . . . . Mhein IHeltr. ....... 10 236,5 ,, - 237 238 4’/i% Rheinische Hup.-Bank Liqu 81,G 86 10 — 148,25 — . 9 « «M — io»,75 212,5 166,25 210,vO A.E.G. abg. BorkriegS-Obltgation Schics. Elektr........ 10 — — rüdAalUoar 1932 ..... * CchuckeN....... • Siemen» 4 HalZke . . • • • . 8 230 — 229.75 229 4% Schweiz. BundeSb Änl.. 87,5 -M. 12 382,25 381 182,75 382 4% Oeslerreichische QJolbrte.. . ■ 31,5 -- 31,6 ,13 — Tran»radia ...*•••• . 8 10 166 154,75 16u 164,13 4,20% Ccftcrr. Silberne. . . ■ ■i 4% Lellerrttch. etnheitl. Rle. 2,25 — — Buderus ......... . 5 — — 84 82,75 4% Ungarische Goidne.. . . 24,85 — 24,8 — Deutsche Erdöl ...... . 6 — 127 126,9 126,6 4% Ungansche ElaatSr. v. 1910 21,1 21,13 Essener Steinkohle ..... . 8 — — 123,75 —— 47,% beSfll. oon 1913 . . . • . —• -* 22,4 — Gelsenkirchener ... f. Yi 1.4 130.5 — 1 0.9 130,6 4% Ungansche ftroncnetc.. . 2,2 —— 3,2d 2,25 Harpener. ...... . 6 138,5 138,75 139,25 139 4% Türk. BoIlanleU/ ». 1911 • - 10,75 — 10,75 — . 8 — — 125,75 12. .5 4% Türktiche Bagdadbahn-Anl. Ilse Bergbau ....... . 8 216,5 — 217,5 217 Serie I......... 4% beäfll. Serie II..... •— 10.25 tilödnerrocrfe »•••••• e < — — 107,5 107,25 e . 10,75 — 10,6 — Köln-Reuessen....... . 9 — - 125 125 4% Rumänen ronveN. Rle. . e . 9,15 19 •— — Mannesmann....... . 8 126,5 12 i,5 126 125,9 47,% Rumänen Goldanl. van 1912 — 19,13 — - ManSselder........ . 7 114,5 115,25 115,25 115,75 Lberschles. Eisend. Bedarf. . . 6 —— 95,9 9b, 25 96 Allg. Deutsche Eisenbahn . . Hamburg-Amenka Palet . . Hamb.-Slidam. Tampssch. . Hansa Tampfschiss..... 47, . 8 . 8 10 — 1)1) (25,75 177,25 164,25 125,13 163,75 Oberschles. KokSwerke . . . . Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen. . . Rheinstahl . . . t-7« Jahr . 6 57, 10 47, 97 288.25 131 96,5 288 130,25 105.5 «7 288 131,25 104,75 288,75 131 Norddeutscher Lloyd .... . 8 124,4 124.5 124.1 124,13 Riebeck Montan...... 7,2 — - — — Ma. Deutsche Ereditanst. . . 10 139,5 — 139,9 140 Bereinigte Stahl»..... — — 98,9 99,13 armer Bankverein .... Berliner HandelegeleUsch. . • (Sommer}- und PrivaoBank. Darmst. u. Rationalbank . . 10 12 II 235 .00,5 20i) U0,5 235,5 200 140 2-i5 200 Olavi Minen....... Kali Aschersleben..... Kali Westeregeln...... Kaliwerk Salzdetfurth . . . 9 sh 10 10 220 226,5 — »5,6 220,5 li 6,25 u8,5 221 227,5 12 282,5 281,25 281,75 282,5 15 628 — o27 28,2i Deutsche Bank...... Tislonio-Gesellschast Ant.. . 10 170 — »70 170,7a I. ®. Farbeu-Jndustrie . . • 12 252,13 253 251,75 252 10 l> ö,5 165,13 l<>5,5 lh-,4 Dynamit Nobel...... . 6 — — — —— Dresdner .......... 10 169,25 16i 1n9,7a 169 Scheideansialt....... . 9 -71,75 171,5 — — Mitteldeutsche Creditbanl . . . 9 — — 160,5 — Goldschmidt....... . b 86,75 — 87,25 88 Metatlbank........ . 8 129 128 1 2,5 —— Rütgerswerke ...... . 6 96 94,5 05,75 95, Reichsbanl 1'2 309,<5 309,6 308,5 309,5 11 — — Banknoten. Frankfurt a. M Berlin Schluß K»r» 1 l-Uhr- Kur» Sd).u‘j. fturs An,ang Kur». Darum: 19. 2 20 2. 19. 2 20. 2. 'Jibtltpu Pvizinann . . • . t 125 126,75 125,25 126 Heidelberger Eement . e 10 138 — — — Cement Karlstadt . . M . 8 177 — — — Wahb & Freitag . . . e 10 130,75 — 130 — Schultheis Patzenhoser 15 — — 288 287 Ostwerke...... • 12 —— 243,6 242,5 ©er. Glanzsioss . . . e 16 —— — 43. 434,» 14 40. — gellstoss Waldhos . . 12 — — 259.5 257,5 Zellstoss Aschaffenburg • 12 192 —— —• — Eharlottenburger Wasser e 7 — 129,25 129,25 Dessauer GaS .... • . 8 — — 217.25 217,75 Daimler Motoren . . . C 58 258 57,5 57,75 . 0 62.25 Adlerwerke Klever . . • . 5 53,5 64 54,75 53.75 Ludw.Loewe .... 10 — — 223 — . 0 34 33,5 Örenstein & Koppel . M . 5 — — 90 89,6 Leonhard Tiey . . . e . 6 — 264,5 266,5 Bamag-Meguin . . . M . 0 — — —■ Franks. Maschine» . . • . 6 12 6'2,13 62,5 — Griyner...... • 11 103,75 105 Hcnligenstaedt . . . e . 0 14 — —— Iunghan». ..... e . 4 73 — 72,75 — Lechwerke...... • . 8 113 — * — Mainkrastwerks . . . • . 8 119 130,9 — d Miag........ e 10 141 — 142,5 142,5 Rekars ulmer .... e . v 27 26,5 26 —— Peters Union .... e . 8 101,5 100,5 — Gebr. Roeder .... • 10 28,5 — B otgt 4 Haeffner . . e . s 212 — 212 —• EOdd. Zucker .... • . 8 144,5 — 145 —■ Vertin. i9. Februar *Clt> Brie' rimeruanliche 'Jioien..... Belgische Noten........ Dänische Noten ...... Englische Noten........ 4.19.) 58,33 111,90 20,40 4.213 58,57 112,34 20,48 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. 21L I e I e q r a । hischi Auszahlung. Berlin, >4. Februar Geld 1 Brier •ti"Un>MiiKue jiOiCU ...... Holländische Noten...... italienische Violen...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr,äl00 Kronen Numäniiche Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tscheche,lowakische Noten . . Ungarische Noten . . ... 16,44 168,16 22,03 111,90 59,00 2,50 112,18 80,79 4.51 12,445 73 15 Ui,50 168,81 22.11 112.34 59,24 2.52 112.62 81.11 1.4.97 12,505 73.45 19. F bruar 20. Februar Amtliche Non runa Ärmliche Notierung (Sie 16 Brie? iÄeld Bnet Amt--Non 168.50 168.81 168.50 168.84 Buen.'Aire< 1,768 1,772 l.7»9 58.405 1,773 Brss-Anllv 08.43 58,55 58,525 Christiania m.18 112,40 112,19 112,41 ikop.'nbagni 112.18 H2.40 112.19 112.il Stockholm 112,42 10,582 22.02 112,04 112,43 in,65 HclnngforS- Jlalieu. . 10.602 22,06 10,582 22,16)5 10,6 2 22.075 London - . . 4J1.4I4 20.454 20.4.9 20,45J 9,'cuyork . . Paris. . . 1,2070 4.2150 4,2t,80 1,2160 16.425 16.465 16,425 16.4l5 Schweiz . . 80,89 81, vö 80,92 öl,08 Spa i'N. ,4,16 64,28 '.4,61 04,73 Japan . - - 1.904 1.908 1.898 1,903 •Hio de Jan 0.501 0.503 J.5o2 0.504 Wien in D-. <^eft. abgest 59,085 59,205 59,12 59.24 Prag . . - 12,4.5 12.415 12,477 12.497 Belirad . 7,585 < ,399 <.v8. 7.399 Budapest. <3.32 <3,46 <3.<5 73.49 Bul arien ..038 .044 3,037 3,043 Lissabon • 18,o8 18,62 13,58 18.63 Danz'g. - - 8..58 61.74 öl,<0 öl.76 .Qonft utin. 2,076 2,080 2,o74 2,(78 Atuett. . . 5,4 5 5,445 5,435 5,445 Lanada . . 4.186 4.194 4,185 4,193 llrn uat). . 4.316 4.326 4.316 4.324 Cairo . . - 20,93 20.97 20.93 21.67