Samstag, 19. Oktober 1929 179. Jahrgang Nr. 246 Erstes Blatt Ein neuer deutscher Kreuzer — Reichswehrminister Groener betont die unabweisbare Die Verfasfuugsreform in Oesterreich Wenn die französische Regierung die Der Oer Kampf um die Saar Bevor am 22. Oktober die neue Session des französischen Parlaments eröffnet wird, tagt in Reims die große linksbürgerliche Partei der Radikalen, um über ihren nächsten Kurs Klarheit zu schaffen. Die Beratungen haben für die französische allgemeine Politik schon deshalb Bedeutung, weil Ministerpräsident B r ia n d die Absicht haben soll, ähnlich wie Poincare bei der Frankensanierung durch Einbeziehung radikaler Minister in sein Kabinett diese wichtige Kammergruppe an seine Politik zu fesseln. Der Hinweis darauf, daß das Saargebiet seit der Eingliederung in das französische Zollsystrnn ein besonders kaufkräftiger Markt für französische Erzeugnisse geworden sei, dringt nicht durch. Diese Kaufkraft ist nicht das Ergebnis der Wirtschaftsgemeinschaft des Saargebietes mit Frankreich, sondern vielmehr darauf zurückzuführen, daß Deutschland dem Saargebiet z o l l p o l i - tische Zugeständnisse in einem Llrnfang _ , . .. «. - Saarland nicht ein so bereitwilliger Abnehmer der Saarerzeugnisse wäre, so würde es mit der Kaufkraft übel beschaffen sein. Das Saargebiet führt für mehr als 200 Millionen Mark nach Deutschland aus, hauptsächlich Rohstoffe und Halbzeug, während umgekehrt Deutschland vornehmlich Fertigware in das Saargebiet einführt. Allerdings weisen die Franzosen darauf hin, dah das Saargebiet für rund 200 Millionen Mark von Frankreich kaufe. Aber es läht sich nicht feststellen, wieviel das Saargebiet nach Frankreich ausführt. Darüber fehlen statistische Unterlagen. Aus der Warenbewegung im Saargebiet geht jedoch hervor, dah die Derbundenheit mit Deutschland viel größer ist als mit Frankreich. Es trifft auch nicht zu, dah das Saargebiet sich heute einer besonderen wirtschaftlichen Blüte erfreut, die die Franzosen übertrieben als Folge der Eingliederung des Saargebiets in das französische Zollsystem hinstellen. Zunächst hängt das wirtschaftliche Gedeihen des Saargebiets von der unlösbaren Derbindung mit Deutschland ab. Dies um so mehr, als der Ertrag der Saargruben unter der französischen Derwaltung nicht im Saargebiet bleibt, sondern für ganz andere Zwecke verwendet wird. Das würde sich nach einer Rückgliederung des Saargebiets an Deutschland sofort ändern, denn die Saarkohle tonnte dann noch mehr als bisher den aufnahmefähigen süddeutschen Markt und darüber hinaus die Märkte rm Südosten aufsuchen. Cs trifft nicht zu, dah das Wirtschaftsleben des Saargebiets nach Elsaß-Loth- rIngen und Frankreich' gerichtet ist, wie französische Interessenten neuerdings mit verdoppelter Energie behaupten. Die Saarbevölkerung ist darüber wohl besser unterrichtet als die französischen Interessenten. Auch diese wagen nicht den Ueberlebenden der „Leipzig", ob sie nun hier erschienen sind, oder durch irgendeinen Umstand verhindert wurden, zu sagen, dah wir ihr Erve, das sie durch ihren Heldenmut und ihre Tapferkeit uns hinterliehen, pflegen und hegen wollen mit all' unseren Kräften und Sinnen. Und so wird auch das Gedächtnis an Ihren Gatten, gnädige Frau", so führte der Minister aus, indem er sich zu der Witwe des bei den Falklandsinseln ums Leben gekommenen Kommandanten der alten „Leipzig" wandte, „fortleben durch Generationen in der deutschen Wehrmacht als ein Borbild eines Korn- Mandanten einer ganzen in sich gefestigten Persönlichkeit. Darin mögen Sie, gnädige Frau, für das schwere Schicksal, das Sie persönlich betroffen hat, einen gewissen Trost, aber auch Stolz empfinden . Ericheini ivglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger: lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. 5erns?rechanschlüsse unterSammclnummer225I. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: firantfurt am Main 11686. Eine weitere Maßnahme ist auch die Sicherstellung des Wirkungskreises des Rechnungshofes, der nunmehr nicht nur in vollem Umfange die Finanzgebarung der Länder, sondern auch die Gebarung von Wien und den übrigen Gemeinden mit mehr als 20 000 Einwohnern zu kontrollieren haben wird. Ein weiteres Problem der Derfassungsreform bildet die Reuregelung der Stellung Wiens im Bundesrat. Die nun im Entwurf vorgesehene bundesunmittelbare Stellung Wiens ermöglicht es bei aller Wahrung der Autonomie und insbesondere bei Belassrng eines eigenen Gesetzgebungsrechtes, den Einfluß des Bundes in solchen Angelegenheiten zu sichern, die auch in den Ländern als Dundesangelegen- heiten gesührt werden. In den Angelegenheiten des selbständigen Wirkungsbereiches ist im Interesse einer objektiven Derwaltungsrechtsprechung die Einrichtung besonderer unabhängiger Kollegialbehörden für bestimmte Materien vorgesehen. In diesen Gedanlengängen bewegten sich die Ausführungen des Bundeskanzlers Schober, mit denen er die Regierungsvorlage vorlegte. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrist 20°., mehr. Thefredaktteur. Dr. Friedr Wilh. Canc^e. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich tn Gießen. Notwendigkeit der Flotte. Ich bitte Sie, den Toten ein stilles Glas zu widmen." Nachdem dies geschehen war, fuhr der Reichs- wehrminister fort: „Wenn wir ein Kriegsschiff vom Stapel lassen, ist es eine altehrwürdige Sitte, daß wir Gäste um uns sammeln aus dem Binnenlande, daß wir Persönlichkeiten bitten, an diesem Akt teilzunehmen, die mit dem Schiff Beziehungen hatten und in Beziehungen treten sollen und wollen. Ich begrüße alle unsere Gäste. Besonders ist es mir eine angenehme Pflicht, die Herren Vertreter von -Neichsrat und Reichstag herzlichst willkommen zu heißen. In Wehmut habe ich beim Abschreiten der Fronten heute früh ein kleines Häuflein von unseren Gästen begrüßt: Die Ueberlebenden der alten „L e i p z i g" heiße ich warmen Herzens und aufrichtigster Gesinnung unter uns willkommen. Ich halte es für meine ganz besondere Pflicht, 0er Giapellauf der „Leipzig" hat so spielt dabei zweifellos die Erwägung eine große Rolle, dah die französische Öffentlichkeit mobil gemacht werden soll, um die Saarinteressen gewisser französischer Wirtschaftskreise auf das ganze französische Volk zu übertragen. Wirtschaftspolitisch handelt es sich eben für Frankreich darum, entweder die Saargr u b e n nur gegen einen besonders hohen Lieberpreis zurück- zugeben oder aber durchzusehen, daß sie einer gemeinsamen deutsch-französischen Verwaltung unterstellt werden. Hierfür ist die gefährliche Formel gefunden worden, dah die gemeinsame Verwaltung der sicht b a r e Ausdruck der deu tsch-französ i s chen Verständigung sei. Wenn dieser sichtbare Ausdruck notwendig ist, so läßt er sich viel eher erzielen, wenn nicht die Saargruben, sondern die ehemals deutsch-lothringis ch e 2 nAu * ft r i e eine gemeinsame deutsch-französische Verwaltung erhält, zumal diese Industrie in ganzem Umfang von der deutschen Wirtschaft geschaffen worden ist. Diese gemeinsame Verwaltung der lothringischen Industrie wäre um so eher am Platze, als die lothringischen Hüttenerzeugnisse unbedingt den deutschen Markt gebrauchen, wahrend umgekehrt die Saarwirtschaft auf den französischen Markt nicht angewiesen ist. Briand hat sich im Haag auf den llZoungplan, auf die Rheinlandräumung und Verhandlungen Rückgabe des über die vorzeitige Saargebiets festgelegt. Aber er hat aus innerpolitischen Gründen, also aus Rücksicht auf die Opposition von rechts, in der letzten Zeit stillschweigend zugesehen, wie ein Mitglied seines Kabinetts, der frühere Kriegs- und jetzige Kolonialminister M a g i n o t, dem im Haag vereinbarten Räumungsversprechen eine Ausdeutung gibt, die dem klaren Wortlaut der Vereinbarungen völlig widerspricht. Es zeigt sich auch, dah im Hinblick auf die Saarverhandlungen wichtige Kreise in Frankreich einen Widerstand organisieren, der sicherlich nicht überraschen kann, der jedoch geeignet erscheint, die' Beratungen von vornherein bedenklich zu belasten. Bisher hatte die französische Öffentlichkeit schon immer mit Zahlen jongliert, die das Milliarden-Inter- esse am franko-saarländischen Wirtschaftsverkehr aufzeigen sollen. Run hat man in den letzten Wochen von Ostfrankreich her eine chauvinistische Bewegung anschwellen lassen, die „Sicherheit" und Wirtschaftsinteresse verbindet. Man unterstreicht jetzt, dah in den neuen Grenzprovinzen an der Ostgrenze, also besonders im Elsaß und in Lothringen, einzelne Wirtschaftszweige völlig oder grohenteils von dem Absatz nach dem Saargebiet abhängen. Man berichtet von Handwerkern, kleineren Kaufleuten und von der Landwirtschaft, die nach dem Verlust des badischen, pfälzischen und luxemburgischen Marktes (Luxemburg ist nach dem Kriege aus dem deutschen Zollbereich aus- gcsch'.eden, hat sich aber nicht an Frankreich, sondern an Belgien angeschlossen) nicht auch noch den Absatz nach b;m Saargebiet aufgeben könnten. Es wird sicherlich auch umgekehrt vom Saargebict her der Wunsch mancher Zweige der Wirtschaft bestehen, sich den Weg nach dem benachbarten Grenzstreifen gangbar zu halten. Darin liegt ja aber gerade der Sinn der deutsch- französischen Verhandlungen: einen Ausgleich zwischen diesen verschiedenen Ansprüchen zu finden, und es widerspricht dem Zweck dieser Verhandlungen durchaus, wenn jetzt etwa eine Handelskammer in Ostfrankreich fordert, dah das Saargebiet auf jeden Fall im französischen Zollbereich verbleiben müsse. Die Regierung Briand wird es ganz gern sehen, wenn sie auf diese Weise den Rücken gestärkt bekommt, um möglichst große Zugeständnisse heraus'uho'.en: man hat es in Frankreich immer — bei er als in Deutschland Der* standen, die „nationale Opposition" dem Auslande deutlich zu zeigen. Es ist nur die Frage, wie weit eine verantwortliche Staatsführung sich dadurch die als unvermeidlich erkannten Schritte selbst erschweren will. Im vorliegenden Fall hat man jedenfalls den Eindruck, dah seit der Haager Konferenz die Verständigungsbereitschaft Frankreichs wieder stark zurückgegangen ist. Es bleibt abzuwarten, in welcher Form Briand vor dem Parlament in der nächsten Woche seine Absichten verkünden will. Hingewiesen werden muh jedoch darauf, dah gewisse Kreise am Wer^e sind, die von der französischen Oefientuchkeit bereitwillig angehört teert en, • ba sie von der „bedrohten" Ost grenze her ihre Stimme warnend, unter Berufung auf d.e besonders gute Kenntnis der „deutschen Mentalität", ertönen lassen. So hat in der eben erscheinenden Rümmer der angesehenen Pariser „Revue des deux mondes" der frühere Oberst de Witt-Gui- zott über das „Saarproblem und die Verteidigung der Grenzen" Ansichten vorgetragen, die durchaus aus dem Geiste der ersten Rachkriegsjahre stammen. Run aber ist dieser Herr nicht ein beliebiger Privatmann, sondern immerhin der Leiter eines halbamtlichen Propagandadienstes im Elsah, und man kennt seine engen Verbindungen zu den militärischen und Verwaltungsstellen. Richt minder schlimm ist es, dah von einer ihm sehr nahestehenden Zeitung, die gleichfalls aus französischen Propagandafonds lebt, die Ansicht verfochten wird, dah jede Aenderung des Saar- regimes als „eine erste Bre sch e i n 6 en Versailler Vertrag" gelten und dah es dazu auf leinen Fall kommen dür!e. Damit ergäbe sich ein ähnliches Schauspiel wie im Fall Eupen-Malmedys, freien Rückgabe an das Reich von Belgien grundsätzlich zugestanden war, um dann von Paris, ebenfalls unter Hinweis auf den schwerwiegenden Präzedenzfall, v e r g t n - dert zu werden. Rach den bisherigen Absichten der französischen Regierung soll am 8. Rovem- ber über die vorliegenden Interpellationen zur Rheinlandräumung wie auch über die Saar- Derfjanülungen eine Kammerdebatte ftattfmoen. Briand wird dann Gelegenheit haben, die bitteren Zweifel über die versprochene .Aftqui- bierung des Krieges" aus der Welt zu schaffen. desregieruirg, Oberbefehl über das Heer, Rec^ zur Auflösung des Rativnalrates, und schließlich dem Recht, wenn Lebensinteressen der Allgemeinheit auf dem Spiele stehen, die erforderlichen Verfügungen durch Verordnung zu treffen. Hiervon sind Verfassungsänderungen und finanzielle Maßnahmen ausgenommen. Bei der Au flösungdesBundesrates ist eine Mitwirkung des Ges amt Volkes in Aussicht genommen. Wesentlich für die Autorität ist, daß der Staat das Bracchium vollkommen in der Hand hat. Daher wird jede Verfügung über das Bundesheer der Zentralregierung zustehen. Auch die Sorge für die gesamte öffentliche Sicherheit tm Bundesgebiet und namentlich die Verfügung über Polizeieinrichtungen werden dem zuständigen Bundeskanzleramt überlassen. Dabei ist die Aufstellung anderer Wachkörper neben der Vundespo ijei ausdrücklich untersagt. Bei Gefahr großer Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung wird cemgemäß, wie in fast allen europäischen Staaten, die Verhängung eines Ausnahmezustandes zugelassen. Wilhelmshaven, 18. Okt. (WB.) Schon lange vor Beginn der Feier des S t a p e l l a u f s des Kreuzers „E" hatte sich eine große Zuschauermenge eingefunden, darunter Schulen, Kriegervereine und Arbeiterabordnungen. Das Werft- gelänbe war mit Flaggen, Wimpeln und Girlanden geschmückt. Um 11 Uhr erschienen Reichswehrmini- ftcr Groener, Admiral Roeder, Konteradmiral Eichel, Vizeadmiral Franz und Generalleutnant F öh r e n b a ch. Unter den Klängen des Präfentiermarsches schritten sie die Front der Ehrenkompagnie ab. Der Reichswehrminister begrüßte insbesondere die Ueberlebenden des bei den Falklandinseln gesunkenen Kreuzers .Leipzig", sowie einen auf der Werft am heutigen Tage 50 Jahre lang beschäftigten Arbeiter. Hierauf begaben sich der Reichswehrminister und die Ehrengäste auf die Taufkanzel. Der Oberbürgermeister von Leipzig Dr. Rothe hielt darauf die Taufrede, in der er u. a. fegte: Nach den furchtbaren Lehren des Weltkrieges denken wir bei der Taufe eines Kriegsschiffes an die Verbindung der Heimat mit den Deutschen im A u s l a n d e, an den Schutz der im Auslande lebenden Deutschen und an den Schutz unseres Außenhandels. Wenn das Schiff in den Häfen des Auslandes anlegt, dann soll es den fremden Völkern, die es sehen, zeigen, was deutsche Technik, deutsches können und deutsches Wissen leisten, wie deutsche Offiziere und Matrosen in Disziplin, aber auch in begründetem Selbstbewußtsein die deutsche Ration fest und würdig vertreten. Zugleich soll im Namen, den es trägt, das Schiff Kunde geben von der deutschen Stadt, die durch ihre internationale Messe, durch ihren Welthandel Beziehungen pflegt zu allen Ländern, und soll diesen Namen weitertragen. So taufe ich als Oberbürgermeister dieser Stadt dieses stolze Schiff, mit dem Wunsch«, daß es alle Stürme des Meeres siegreich überstehen und überall festen Ankergrund finden werde, und seine Besatzung dem deutschen Vaterlande immer Ehre mache, daß das Schiff ein Bote des Friedens zwischen Deutschland und den anderen Völkern stets sein möge, auf den Namen "^Anschli^end taufte die Witwe des bei den Falllandsinseln gefallenen Kommandanten des früheren Kreuzers „Leipzig" das Schiff mit den Worten: „Ein Wahrzeichen uns gilt: das Vaterland zu erretten. Auf Befehl des Herrn Reichspräsidenten taufe ich dich „Leip - z i g“. Die Flasche deutschen Schaumweins zerbrach tiirrend am Dug. Das Schiff fetzte sich langsam in Bewegung und glitt unter dem Iubel der Zuschauer ins Waller. Begeistert sang die Menge das Deutschlandlied. Rach dem Stapcliaüf begaben sich die etwa 170 geladenen Gäste in den mit Girlanden und Fahnen geschmückten Saal des Werftspeisehauses, wo nach einem Musikstück der Marinekapelle Reichswehrmimster Groener das Wort zu folgender Rede nahm: „Wir gebenden der Toten des Weltkrieges. Wir gedenken der Helden, die mit beispielloser Tapferkeit und hingehendem Heldenmut für unser Vaterland auf fernen Meeren ge allen sind. In Sonderheit gedenken wir der heldenmütigen Besatzung des damaligen Kreuzers „Le P-- zig" und seines vorbildlichen Kommandanten. zu bezweifeln, daß die Volksabstimmung eine überwältigende Mehrheit für Deutschland bringen werde, obwohl oder gerade weil die französische Stimmungsmache im Saargebiet darauf aus ist, den Saarländern zu beweisen, daß eine Rückkehr zu Deutschland höhere Steuern und Kriegslasten bringen werbe. Das zeigt, daß seelische und nationale Unwägbarkeiten in der französischen Saarpvlittk keine Rolle spielen. Llnd darum ist es doppelt verdächtig, daß diese Interessenten mit einem Mal die höhere Aufgabe des Völkerbundes dahin erkennen, die Zukunft der Saargruben international zu regeln. Auch diese internationale Regelung wird Deutschland unter allen Umständen ablehnen. Die Sorge, daß es Deutschland unmöglich sein werde, die im Versailler Vertrag festgesetzte Summe für den Rückkauf der Saargruben aufzubringen, sollten sich die Franzosen lieber nicht machen. Diese Sorge wird auch darum ncht größer für Deutschland, weil die Franzosen behaupten, sie hätten auch ein Recht, eine angemessene Entschädigung für den technischen Ausbau der Saargruben zu fordern. Die Saargruben haben unter französischer Verwaltung zu keiner Zett die Vorkriegsförderung erreicht. Soweit die französische Verwaltung die ©aargruben tatsächlich technisch überholt hat, ergibt sich das zwangsläufig aus bergbaulichen Betriebsgründen. Im übrigen hat Frankreich den vollen Rießbrauch an den Saargruben gehabt, was bedeutet, daß es sich für die technische Lieber- holung am Dergbauertrag mehr als schadlos halten konnte. Das deutsche Volk fordert ebenso wie das Saarvvlk die einheitliche unJb unbelastete Rückgabe. Wien, 18. Okt. (WTB.) Die Amtliche Rach- richtenstelle meldet: Die Bundesregierung hat in der heutigen Sitzung des Rational- r a t e s die angekündigte Verfassungsreform Vorlage eingebracht. Sie ist hierbei von der Erwägung ausgegangen, daß die im Iahre 1920 beschlossene Bundesverfassung unter Umständen zustande gekommen ist, die den heutigen Verhältnissen nicht mehr entsprechen, und daß infolgedessen der mit immer stärkerem Rachdruck in der Oeffentlichkeit geltend gemachten Forderung nach einer durchgreifenden Novellierung der Verfassung nach gekommen werden muh. Die mit der Verfassungreform verfolgten Hauptziele betreffen die Reform der gesetzgebenden Körperschaften des Bundes, die Stärkung der staatlichen Autorität, die Entpolitisierung der Verwaltung und der Rechtssprechung, sowie die Reuregelung der Stellung der Bundeshauptstadt Wien. Der Organismus der gesetzgebenden Körperschaften des Bundes wird in folgender Weife geregelt: Die Einrichtung des Nationalrates der auf Grund des allgemeinen, gleichen, unmittelbaren, geheimen und persönlichen Verhältniswahl- rechtes gewählt wird, bleibt unverändert. Ebenso bleibt auch die für die bundesstaatliche Organisation unerläßliche Ländervertretung grundsätzlich bestehen. Sämtliche Bundesländer werden nunmehr nach dem Muster der Vereinigten Staaten und der Schweiz die gleiche Anzahl von Vertretern zu entsenden haben. Diese Ländervertretung soll jedoch mit einer Vertretung der Berufs st ände zu einer Kammer, dem Länder - und Ständerat, vereinigt werden. Da jedoch die Organisation der einzelnen Berufsstände, eine notwendige Voraussetzung der Ständevertretung, noch nicht völlig ausgebaut ist, muß die endgültige Durchführung dieses Teiles der Reform noch einem weiteren Verfassungsgesetz vorbehalten bleiben. Ein Grundzug der Reform des gesetzgebenden Körperschaften überhaupt ist, daß die Mandatszahl dieser Körperschaften (Bund und Länder) erheblich vermindert ist. Der Bundespräsident wird insbesondere mit folgenden weiteren Rechten aus- gestattet: Aufstellung und Enthebung der Bun- Siebener 2ln,ieiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universiläls-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schnlstrahe 7. Der Reichswehrminister wandte sich dann an die jungen Söhne des gefallenen Kommandanten der alten „Leipzig" und ermahnte sie. Person- lichkeiten, „ganze Kerle" zu werden, ihrem Vater nachzueifern, dann werde der Segen dieses Vaters aus ihrem Leben ruhen. Er sprach sodann den Dank der Wehrmacht dafür aus, dah es trotz unserer Rotzeit wieder gelungen sei, ein neues Schiff, wenn auch nur als Ersahbau, unsere« Marine zuzuführen. Dank dafür gebühre vor allen Dingen den gesetzgebenden Körperschaften. Der Kampf der Geister um die Wehrmacht werde mit besseren Aussichten durchgekämpft werden, wenn die Wehrmacht den weilen Kreisen des deutschen Volkes möglichst nähertrete und dem Volke zeige, was sie ist: ein Teil des Volkes, der für jedes Volk, das in der Well gellen will, eine unabweisbare Notwendigkeit ist. Wenn mächtige Handelsschiffe, wie vor kurzem die „Bremen", den Hamen Deutschlands hinaustragen in alle Meere, die Völker verbinden und den Handel fördern, so gehören zu diesen Fahrzeugen größter Dimensionen notwendig auch Kriegsschiffe. Es ist ein gewaltiges Schiff, das heute vom Stapel gelassen ist: aber selbst im kleinsten Schiff, das die Marine hinausschickt in die fernen Länder, liegt eine gar nicht abzu- schähende geistige Kraft. Es sind nicht immer die Kanonen, es sind letzten Endes die geistigen Kräfte, die alles beherei^en auf dieser Welt. Und so soll auch aus diesem kleinen Schiff, aus diesem kleinen Kreuzer, eine geistige Kraft hinausströmen und wieder zurückströmen in unsere Heimat, in das Vinnenland, die der Entwicklung des deutschen Volkes neuen Auftrieb gibt. Auch bei diesem jüngsten Kinde unserer Marine ist ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Diele Köpfe und Hände haben mitgewirkt, um dieses Kunstwerk zu konstruieren und zu bauen, Ihnen allen gebühre sein wärmster Dank. Der Minister erwähnte dann die diplomatische Vedeutung eines solchen Kreuzers. Die Reisen unserer kleinen Kreuzer, unserer Schulschiffe, hätten in den letzten Jahren nach ollen Berichten wesentlich dazu beigetrogen, die Weltstimmung wieder für uns zu gewinnen. So sehe auch der Minister des Aeuheren in jedem deutschen Schiff, das wir hinaussenden, ein Mittel seiner Politik. Der Reichswehrminister gab dann dem Wunsche Ausdruck, daß die geistige Kraft, die von der „Leipzig" ausgeht, die ganze Vesahung des jungen Schiffes durchströme, damit ein geistiges Fluidum hergestellt werde zwischen Besatzung und Vaterstadt. ilnö an den Leipziger Oberbürgermeister sich wendend, erklärte der Minister: „Senden Sie uns den Deist der Wissenschaften, der in Leipzig feine Wohnstätten hat, und wenn Sie in das Paket den notwendigen Humor hineintun können, dann tun Sie es, denn jeder Dienst und jede Tätigkeit, die wirklich einen Erfolg haben sollen, müssen getragen sein von einem gewissen goldenen Humor und einem großen Optimismus, und schicken Sie dies gelegentlich an Bord des Schiffes." — Dann wünschte der Minister dem Schiff, dem jungen Täufling, glückliche Fahrt zu Auh und Frommen der deutschen Republik und des deutschen Volkes, und sprach zum Schluß feine Wünsche für die Iadestädte und die Patenstadt Leipzig aus, der er weiteres Blühen und Gedeihen wünschte. Aach dem Reichswehrministcr ergriff der sächsische Ministerpräsident Dr. Bünger das Wort, der dem Reichswehrminister dankte und mit einem Hoch auf die Reichsmarine schloß. Die Festgäste blieben in lebhafter Unterhaltung noch längere Zeit beisammen. Oer Glückwunsch -es Reichsprasi-enien. Berlin, 18. Oft. (WTB.) Der Reichswehr- minister ® r oener richtete aus Wilhelmshaven folgende telegraphische Meldung an den Reichspräsidenten: „Kreuzer „Leipzig" in Anwesenheit der Ehrengäste, unter ihnen acht Lieberlebende der im heldenmütigen Kampf bei den Falklandsinseln gefallenen alten „Leipzig"-Besatzung, auf Marinewerft soeben glücklich vom Stapel gelaufen.“ Der Reichspräsident erwiderte darauf: „Für die Meldung vom glücklich erfolgten Stapellauf dankend, wünsche ich dem neuen Kreuzer E, der den Aamen des im heldenmütigen Kampf bei den Falklandsinseln am 8. Dezember 1914 gesunkenen Kreuzers „Leipzig" trägt und dadurch das Gedenken an dieses tapfere Schiff und die mit ihm untergegangenen braven Kameraden lebendig erhalten wird, allezeit glückliche Fahrt. Möge die neue „Leipzig" in treuer Pflichterfüllung der alten n a ch e i f e r n. von Hindenburg, Reichspräsident." Mac-onal- üfrer die Eeeabrüstung. Ottawa, 18. Oft. (WTB.) Bei einem Bankett, das von der kanadischen Regierung gestern abend zu Ehren des englischen Premierministers gegeben wurde, hielt Mac- donald nach einer Begrüßung des kanadischen Premierministers MackenzieKing eine Rede, in J)er er ausführte, er kehre nach London zurück, um die Besprechungen mit Frankreich, Italien und Japan in der gleichen offenherzigen und freimütigen Weise aufzunehmen, in der die Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung geführt worden seien. Er hoffe, daß im nächsten Frühjahr ein Abkommen abgeschlossen werden könne, das den größten und wichtigsten Fortschritt auf dem Wege zum Weltfrieden darstelle. Diese Mächte würden während der Verhandlungen auf dem Laufenden gehalten werden, und wenn irgendein anderes Land über den Fort- schritt der Verhandlungen unterrichtet zu sein wünsche, so werde diesem Wunsche entsprochen werden. Macdonald erklärte ferner, daß mit den Vereinigten Staaten keine endgültigen Vereinbarungen getroffen worden seien, weil sich beide Parteien darüber klar gewesen seien, daß es noch andere Rationen in der Welt gebe, und weil sie keineswegs die Absicht hatten, diesen ihren Willen aufzuzwingen. Die Dleinungsverschiedenheiten. die bestünden, würden das Zustandekommen eines Abkommens, das alle Rationen der Welt umfasse, nicht verhindern. Oer Kampf um das Volksbegehren. Hindenburg gegen H 4 des Volksbegehrens. Berlin, 18.Ott (WB.) 3m Laufe des heutigen Vortrags des Reichskanzlers nahm (wie wir in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe bereits meldeten. D. Red.) der Herr Reichspräsident Gelegenheit, den § 4 des Volksbegehrens, welcher Reichskanzler und Reichsminister, die den Poungplan oder ähnliche Verträge abschliehen, unter die Anklage des Landesverrats stellt, als einen unsachlichen und persönlichen politischen Angriff zu bezeichnen, den er bedauere und verurteile. Der Herr Reichspräsident ersuchte den Herrn Reichskanzler, hiervon den Mitgliedern des Reichskabinetts Kenntnis zu geben. Die Pressestelle der Deutschnatio- nalen Volkspartei wendet sich unter der Ueberschrift „Irreführung des Reichspräsidenten" gegen die Feststellung, daß der § 4 des Volksbegehrens jeden Minister oder Bevollmächtigten für den Abschluß des Poungplanes oder ähnlicher Abmachungen wegen Landesverrates bestrafen will. Demgegenüber wird von zuständiger Seite festgestellt,, daß der § 4 des Volksbegehrens in Verbindung mit dessen § 3 den Abschluß aller Verträge, die Reparationsverpflichtungen enthalten, schon jetzt als la n des- verräterische Handlung brandmarkt, wenn auch selbstverständlich, wie bei jedem Strafgesetz, eine strafrechtliche Verfolgung im Einzelfalle erst für die nach dem Inkrafttreten dieses Strafgesetzes begangenen Handlungen eintreten kann: insbesondere wird im § 3 die Zustimmung zum Poung- p l a n als landesverräterische Handlung hingestellt und damit gegen die Reichsregierung der Vorwurf erhoben, daß sie sich einer nach der Auffassung der Antragsteller mit Zuchthaus zu bestrafenden Tat schuldig mache. Jeder, der für das Volksbegehren eintrete, mache sich diesen Vorwurf zu eigen, und beteilige sich an dem unsachlichen und persönlichen politischen Angriff, den der Herr Reichspräsident in seiner Aeußerung an den Reichskanzler bedauert und verurteilt hat. Oer Reichskanzler über das Giahlhelm-Berbot. Berlin, 18. Oft.- (WTB.) Die Reichs- tagssraktion der Deutschnationalen Volkspartei hat ein an den Reichs- kanzle r gerichtetes Schreiben vom 16. Oktober veröffentlicht. Auf dieses Schreiben hat der Reichstanzler nachstehende Antwort erteilt: „Eine Rachprüfung der von der Reichsregierung erklärten Zustimmung zu dem Verbot des Stahlhelms durch den preußischen Minister des Innern kommt nicht in Frage. Vorab bemerk.» ich, daß Ihre Auffassung rechtsirrtümlich ist, wonach im vorliegenden Falle unter der Reichsregierung die Gesamtheit der Reichsminister zu verstehen sei. Wo in Reichsverfasiung und in Gesehen von Reichs- regieruna gesprochen wird, ist nur in Ausnahmefällen das Gesamtkabin:tt gemeint. Lieberwiegend bezeichnet die Reichsverfassung damit jeweils die zuständigen Ressortminister. (Dgl. die Entscheidung des Reichsgerichts in Strafsachen vom 14. Aovember 1924, abgedruckt in der amtlichen Sammlung, Bd. 58, S. 40, übereinstimmend mit dem Triepel-Archiv für öffentliches Recht, Dd. 39, S. 480.) Ein Beschluß des Gesamlkabinells war sonach nicht erforderlich. Auch in früheren Fällen, so bei dem 'Verbot der Ortsgruppe Elmshorn des Bundes Wehrwolf vom 19. März 1926, Olympia vom 28. Juli 1926, Wiking und des Jung-Wiking vom gleichen Tage, Ortsgruppe Hindenburg des Noten Frontkämpfer-Bundes vom 25. August 1926, Kreisgruppe Grottkau des Stahlhelms vom 9. Dezember 1926, Ortsgruppe Falkenburg des Roten Frontkämpfer-Bundes einschließlich der Roten Jungfront vom 18. Januar 1928, bei denen die Reichsminister Külz und vonKeu - dell mitgewirkt haben, ist ebenso verfahren worden. Ich darf ferner darauf Hinweisen, daß beim diesjährigen Verbot des Roten Frontkämpfer-Bundes genau nach den gleichen Grundsätzen verfahren worden ist. Der Reichsminister des Innern hat also auf Grund des in Theorie und Praxis anerkannten Rechtszustandes gehandelt. Meine Zustimmung als die des für die Bestimmung der Richtlinien der Politik zuständigen Reichskanzlers hat er vorher eingeholt. Darüber hinaus hat der Reichsminister des Innern auch die Stellungnahme des Auswärtigen Amtes eingeholt und feine Entscheidung erst getroffen, nachdem auch vom Auswärtigen Amt keine Bedenken erhoben worden sind. In der Sache selbst beziehe ich mich auf die Begründung, die der für das Verbot zuständige preußische Minister des Innern diesem Verbot schriftlich und mündlich im Preußischen Landtag in der Sitzung vom 16. Oktober gegeben hat. Die Geländespiele des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold tragen, wie dies der politischen Einstellung des Reichsbanners entspricht, keinen militärischen Charakter im Sinne des Gesetzes vom 21. März 1921. Oie Amtsenthebung -es Regierungsrats Bierbach. Berlin. 18. Oft. (WTB.) Zu den Pressemeldungen über den Fall Regierungsrat Johannes B i e r b a ch , Düsseldorf, teilt der Amtliche Preußische Pressedienst folgenden Beschluß des preußischen Innenministers und des Finanzministers mit: „Gegen den Reg.erungsrat Johannes Bierbach, Düsseldorf, welcher hinreichend verdächtig erscheint, die ihm durch sein Amt auferlegten Pflichten dadurch verletzt zu haben, daß er sich agitatorisch, so durch Llnterzeichnung eines in Rümmer 521 der „Düsseldorfer Rach richten" deröfsentlichten verhetzenden Aufrufs zugunsten des Volksbegehrens „Freiheitsgesetz" betätigt hat, obwohl dieses in seinem § 4 den Herrn Reichskanzler und die Herren Reichsminister als Personen kennzeichnet, die das Verbrechen des Landesverrats zu begehen gewillt seien und vor deren Beginnen sich das deutsche Volk nur durch Zuchthausstrafen schützen könne, wird auf Grund der § 2 und 23 des Gesetzes betreffend die Dienstvergehen der nichtrichterlichen Beamten vom 21. Juli 1852 (Gesetzessammlung Seite 465) das förmliche Disziplinarverfahren mit dem Ziele der Entfernung aus dem Amte eingeleitet. Gleichzeitig wird auf Grund des § 50 des Diszi- plinargesetzes die sofortige Suspendierung des Angeschuldigten von seinem Amte verfügt." Oer Deutsche Beamteubun- zum Volksbegehren. Berlin, 18. Ott. (WB.) Der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Beamte nbundes hat heute in seiner Sitzung zum Volksbegehren durch folgende Entschließung Stellung genommen: „Der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Beamtenbundes stellt fest, daß es sich in dem Volksbegehren mit dem Kennwort „Freiheitsgesetz" um keine parteipolitische Angelegenheit, sondern um eine Lebens- und Zukunftsfrage des deutschen Volkes von allgemeiner politischer Bedeutung handelt. (£r ist daher bereit und verpflichtet, dazu Stellung zu nehmen. Der Deutsche Beamtenbund ist einig mit allen Volksgenossen darin, daß die Behauptung von der alleinigen Schuld Deutschlands am Kriege mit allen zweckmäßig erscheinenden Mitteln bis zum Widerruf b e - k ä m p f t werden muß, wie das bisher von allen deutschen Regierungen geschehen ist. Er erkennt im Poungplan, im Ganzen gesehen, mit allen Vorbehalten im Einzelnen, einen Fortschritt gegenüber dem Dawesplan, und begrüßt insbesondere die damit oerbunbene baldige Räumung des besetzten Gebietes. Er muß die im §4 des Volksbegehrens enthaltene Aechtung aller derer als Landesverräter, die das ausführen, was durch ordnungsmäßige Gesetzgebung beschlossen worden ist, als unvereinbar mit den Grundsätzen eines Rechtsstaates erklären. Der Bund sieht mit Sorge die jahrelangen Anstrengungen um den Wiederaufstieg Deutschlands iind um Verständigung mit anderen Völkern g e = fährdet und befürchtet daraus schwere innerpolitische Kämpfe zum Nachteil des Volksstaates und des deutschen Volkes. Der geschäftsführende Vorstand billigt die von der Bundesleitung getroffenen Maßnahmen, um die Beamten von der Unterstützung dieses Volksbegehrens sernzu- halten." Sperrung -er Postscheckkonten von Stahthelmführern? Berlin, 19. Oft. (Sil.) In Rheinland-Westfalen sind, wie die „D. A. Z." erfährt, die P v st- scheckkonten der als Stahlhelmführer bekannten Personen gesperrt worden. Die „D. A. Z." erfährt weiter aus zuverlässiger QueUe, daß auch in anderen Provinzen Postscheckkonten der leitenden Männer des Stahlhelms durch die Post gesperrt worden seien. DieseMel- bungen seien geeignet, das Dementi der Regierung, daß sie nicht beabsichtige, auch andere Landesverbände des Stahlhelms zu verbieten, in höchst eigenartigem Lichte erscheinen zu lassen. Das Blatt bemerft dazu: „Hier liegt ein Symptom für Kopflosigkeit und Frivolität der verantwortlichen Stellen vor, das mit aller Schärfe ge- brandmarkt werden müsse. Die bürgerlichen Parteien der Regierungskoalition, und zwar alle, kämen in eine Lage, die gänzlich unmöglich sei." Ausschluß zweier Volksparteiter aus dem Stahlhelm. Hamburg, 18. Oft. (WB.) Der Hamburger Landesverband des Stahlhelm hat den deutschvolksparteilichen Bürgerschaftsabgeordneten Rechtsanwalt Dr. R. B e h n und den Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Erich F e n g e r, ausgeschlossen, weil beide den Aufruf des Landesausschusses der Deutschen Volks- Partei gegen das Volksbegehren unterzeichnet haben. Mackenzie King gab bekannt, daß dem englischen Premierminister die Würde eines kanadischen Geheimen Rates verliehen worden sei, und fügte hinzu, Laß Hoover und Macdonald der Welt ein glänzendes Beispiel gegeben und gezeigt hätten, wie das gute Einvernehmen zwischen den Rationen durch direkte Verhandlungen gefördert werden könne. Japan ist guten Willens. Tokio, 18. Oft. (WB.) Lieber die Haltung Japans auf der bevorstehenden Flottenkonferenz erklärte Außenminister Shide- h a r a, Japan werde in Zusammenarbeit mit den anderen Seemächten aufrichtige Qlnftrcn- gungen unternehmen, um zu einer Herab- lebung der Rüstungsausgaben zu gelangen Der Außenmmister sprach bje Zuversicht aus daß vre Konferenz zur Förderung des Friedens und der VerstarckUgung unter den Rationen, woran dem spanischen Volke von jeher so viel gelegen fei, i oettragen werde. Gin neuer englisch-amerikanischer Schiedsvertrag? London, 19. Oft. (WTB. Funksvruch.) Der Sonderberichterstatter der „Daily Äews', der sich im Gefolge Macdonalds befindet, meldet aus Ottawa, daß demnächst ein neuer Schieds - vertrag zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten entworfen werde. Der kanadische Premierminister Mackenzie King habe sogar darauf gedrungen, dah Großbritannien und die Vereinigten Staaten noch weiter gehen und eine englisch-amerikanische Kommission nach dem Vorbild der kanadisch-amerifanischen Kommission schaffen sollten. Dieser Vorschlag würde sowohl in London als auch in Washington sorgfältig erwogen. Dem Korrespondenten zufolge zeigte sich Mac do- nald hocherfreut über den italienischen Vorschlag an Frankreich hinsichtlich einer gegenseitigen Verständigung über die Ma» rincabniftungdfragen. Aus aller Welt. Berliner (Äeldschrankräuber erbeuten 140000 Mark. In der Rächt zum Freitag drangen Geld- schranfeinbrecher in die Geschäftsräume der Baufirma Doswau & Knauer in der Mohrcnstraße in Berlin ein. Die Verbrecher schweißten einen älteren Arnheim, der im Lohnbureau stand, kunstgerecht auf, nahmen die für die Lohnzahlung am Freitag bereitgestellten Lohntüten heraus und stiegen damit, wahrscheinlich weil das Zimmer durch die Schweiß- arbeit erstickend heiß war, ein Stockwerk tiefer in ein Zimmer, wo sie in aller Ruhe am Tisch Platz nahmen. Die Lohntüten wurden aufgerissen und das Papiergeld herausgenommen. Das Hartgeld ließen sie zurück. Auch Deutel mit Silbergeld. die im Schrank standen, haben sie gar nicht berührt. Sie erbeuteten etwa 1 40 000 Mark. Rach Spuren, die man gefunden hat, scheint die Kolonne von einem Hause in der Taubcnstraße, das unbewacht ist, heraufgekommen zu fein. Es ist anzunehmen, daß sie erst in den Morgenstunden durch das Haus in der Laubenstraße hinausgegangen sind. Ihr wertvollstes Werkzeug haben sie mitgenommen. Württembergfahrt des „Graf Zeppelin". Stuttgart. 18. Olt. (ALTD.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wird am Sonntag um 9 Llhr unter Führung von Dr. Eckener in Friedrichshafen auffteigen und eine Fahrt durch Württemberg machen. Gegen 13 Llhr wird das Schiff auf dem Stuttgarter Flughafen in Böblingen landen und dort etwa drei Stunden verweilen. Der Landung des Schiffes schließt sich ein Empfang durch die toürt- tembergische Staatsregierung und die Städte Stuttgart und Böblingen an. Der Start des Luftschiffes zur Rückfahrt ist gegen 16 Llhr zu erwarten. Wegen der zur Zeit herrschenden trüben und dunstigen Witterung ist der für Samstag geplante Flug des „Graf Zeppelin" nach der Schweiz vom Programm abgeseht toorben. Die wenig Sicht bietende Wi'.t^rung int Boden- feegebiet hat auch dazu geführt, daß die für Freitag in Aussicht genommene Fahrt deS „Do. X“ mit etwa 150 Passagieren an Bord unterbleiben muhte. Falls die Wett:rverhält- nisse eine günstige Wendung erfahren, wird der Flug am Samstag zur Ausführung kommen. Neuer Probeflug des „R 101“. London, 18. Okt. (WB.) Das Luftschiff „R 101" mit etwa 50 Fahrgästen an Bord fuhr um 8.15 Uhr vormittags zu einem Probeflug, her neun Stunden dauern soll, von Eardington ab. Das Wetter war ruhig. Unter den Fahrgästen befindet sich der Luftfahrtminister Lord Thomson. Das Luftschiff hat um 18.45 Uhr seine Ueoungsfahrt beendet und wurde wieder an seinem Ankermast fest- gemacht. Großfeuer in Westfalen. Herten (Westfalen), 19. Okt. (WTB. Funk- spruch.) In dem Anwesen des Landwirtes Overbeck brach gestern abend ein Feuer aus, das sich bei dem herrschenden Winde in kurzer Zeit auf sämtliche Rebengebäude ausdehnte. Die Wanne-Eickeler und die Hertener Feuerwehr und Löschzüge der Zeche „General Blumenthal" konnten nicht verhindern, daß eines der Gebäude vollkommen niederbrannte. Die Ernte und wertvolle landwirtschaftliche Maschinen verbrannten. Der Gesamtschaden dürfte sich auf über 60 000 Mark belaufen. Aufsehen erregender Diebstahl in Reuyork. Die Reuhorker Polizei teilt mit, dah bewaffnete Räuber einen Panzerkraftwagen mit 6 3 0 0 0 Dollars Inhalt am unteren Broadway gestohlen haben. Der Wagen wurde wiedergefunden, doch werden die Einzelheiten des Diebstahls während der Unter» suchung geheimgehalten. Zwölf Tote bei einer Explosionskatastrophe. Bilbao, 18. Okt. (WTB.) In Maracaibo explodierte ein Hochofen. Zwölf Personen wurden getötet und 24 schwer verletzt. Oie Wetterlage. JhorshZ Wl 6 10\ Preitaa, 18.0'ktoD. 1929 7"vaDds. 6, X “bono % 11M. 5 U Conjrta—jZU Hnrrtny?in -St>--3. Ui. ©woiKemos. o neuer, (jnaib oedecM.» -einig © oedeext e Regen * Schnee a Graupeln. e ffePel R Gewitter.(§)wind$ti!le.eO> sehr «icnier Osi nissige» Südsüdwest q sturmijcner iord«$l Oie »feile fliegen mit dem Winde Pie oei den Stationen stenenden Zah» •en geben die Temperatur an. Die Linien veroindeo Orte mit gleichen *»k Meereiniveau umoereebneteo Luftdruck Wettervoraussage. Die Südseite der nördlichen Störung hat unter Barometerfall ihren Einfluß bis über die Alpen ausgedehnt. Da durch die Störung eine weitere Zufuhr ozeanischer Luftmassen bedingt wird, so ist noch kein beständiges Wetter zu erwarten. Wenn auch vorübergehend Aufheiterung eintritt, so muß mit der eintretenden Bewölkung auch mit vereinzelten Niederschlägen gerechnet werden. Wettervoraussage für Sonntag: Wechselnd wolkig, vorübergehend auch aufheiternd, kühl, vereinzelte Schauer. " ®e(|. 'S,*"««!. Seil. ?^VS« Srcitan fcn die £ °d I« -/ M'-Ü «r h” h«M" ■t' cin 6toL6Aei6- ln aQgt rjs , tiefer Een wuK Tisch ysenominen Auch ÄeutelwMart. lnb2n- haben ,? ^^er. ble wan aLVOö0O vn einem ?Ten hat, itvllcht ist rj?011 e tn 'urch bV Ua in Mngen linMbei ’fe «ÄÄ** ” *1 &w. ^2 ÄfuÄ JftäX )n 'ü tzezen 16 W au •?2?<^en hü* t^ung Ast der für Sams- * -Tras Zeppelin" ogramm abgeseht tvordem 2nbc Di't.rung im Boden, gesuhlt, daß die für 8™* Fahrt des PassagAeren an Bord Falls die Dctterverhält« -ndung erfahren, wird der - 2i>ssührung kommen. ilug des „R101“. (®'3.) Das Luftschiff ahrgäslen an Bord fuhr um । einem Probeflug, der oll, von Cardington ab. Das ter den Fahrgästen befindet ler Lord Thomson. Das 15 Uhr seine Uevungssahrt iet an Seinem Ankermast fest« : in Westfalen. n), 19. Olt. lDTB. Funk« esen des Landwirtes Over« !end ein Feuer aus, das iden Winde in kurzer Zeit ige.bäuöe ausdehnte. Die e Hertener Feuerwehr und \enetal Xtumen^ol" tonn- M eineä bet Gebaute rrbrannte. Die oirtschastiiche Maschinen Jesamtschabendurste Rad bc'.mifcn. r Diebstahl in Aeuyort. Iäma teilt mit, daß be* r einen Panzerkrast« 0 Dollars Inhalt am rstohlen haben. Der Da' Ernten, doch werden die W väMd der Unter* en. rer Erplosionskalaftrophe. kt iDTB.) In Dara* W\ rS»z/v//?( en«{* "“•'’S« ftfö* «S°> , .mirflU6t°9c' hot unter rV ^en Störung x M" C-;X«5 sK-L? SÄ iP*1 •isA Mohentohe woch, 23. Oktober, findet im Stadttheater die Erstaufführung des Dramas „Der arme Heinrich" von Gerhart Hauptmann statt. 27 Jahre nach der Erstaufführung fand Hauptmanns Drama vor kurzem in Berlin im Deutschen Bolkstheater stärksten Widerhall. — Die Sozialdemokratische Partei Gießen veranstaltet am Sonntag, 20. Oktober, 15 Uhr, auf der Licbigshöhe eine öffentliche Versammlung. Tagesordnung: Voungplan oder Dawcsplan. Referent: Dr. Mierendorff, Darmstadt. (Siehe heutige Anzeige.) — DerKaufmännischeVereinundder Ortsgewerbeoerein veranstalten am Montagabend in der Aula einen Lichtbildervortrag von Dr. Schürer, Prag, über das Thema „Prag, ein bauliches Schickfa . Die Mitglieder der Vereine seien auf diese Veranstaltung besonders hingewiesen. — Der Mandolinen - und Gitarren- Verein „Neapo 1 ita" und der Gesangverein „Harmonie-Gemütlichkeit" veranstalten am Sonntag 10. November, 16Ve Uhr, in der Neuen Universitäts-Aula ein gemeinsames Konzert urt:r der bewährten Leitung des Dirigenten beider Vereine, Hans Sonntag. Der Mandolinen- und Gitarrenvcrcin „Neapolita" ist durch seine seitherigen Konzerte in der Universitäts-Aula bereits bekannt: cs ist zu erwarten, das) durch die Mitwirkung des Gesangvereins ^Harmonie- Gemütlichkeit" etwas Außergewöhnliches gebeten wird, zumal Mandolinenmusik vereinigt mit Männergcsang für Gießen etwas ganz Neues ist. Ein Besuch ist daher sehr zu empfehlen. Man beachte die heutige Anzeige. L. U. Von der Landesuniversität. Studierende, die bereits hier immatrikuliert sind und rhre Studien hier fortsetzen Wollen, haben sich auf dem Universitäts-Selretariat, Bismarck- straße, anzumelden, um die Ausweiskarte abstempeln zu lassen und ihre Wohnung anzugeben. Dies hat in der Zeit vom 21. Oktober bis zum 16. November 1929 vormittags von 9 bis 12 Uhr zu geschehen. Anmeldungen zur Immatrikulation werden in der gleichen Zeit auf dem Sekretariat angenommen. Nach dem 16. November werden Anmeldungen nur dann angenommen, wenn die Verspätung in genügender Weise entschuldigt wird. Bei der Anmeldung zur Immatrikulation gestrige Anzeige. ** Zur Richtigstellung. Der Goethe- Dund bittet uns, darauf hinzuweisen, daß der Vortrag von Dr. Oskar Schürer über Prag morgen, Sonntagabend, stattfindet, nicht, wie irrtümlich angegeben wurde, am Montagabend. •* Diebstähle. Der Polizeibericht meldet: Es wurden gestohlen: ein Damenrad, Marke „Mars", Nummer unbekannt: ein Herrenrad, Marke „Kuxmann-Osiris", Nummer 14177; ein Herrenrad, Marke „Mars", Nummer 532 498; ein Damenrad, Marke „Panther", Nummer 497 574; eine blaue Kostümjacke mit grauem Seidenfutter; eine elektrische Fahrradlampe; eine Fahrradboschlampe; ein nußbaumpolierter Schreibtischsessel mit Vierkantbeinen, Sih und Rückenlehne mit Linoleum überzogen und mit Messingknöpfen am oberen Ende der Rückenlehne; Damen- und Kinderstrümpfe. Sichergestellt wurden drei Herrenräder. "Deutschnationale Frauengruppe. Man schreibt uns: 2m Cisenbahnhotel Hopseld fand am Dienstagabend eine Versammlung der deutschnationalen Frauengruppe statt. Die Vorsitzende sprach zuerst über das Volksbegehren gegen den Tributplan von Paris. Sie zeichnete den Leidensweg des deutschen Volkes, ixm dieses durch die Erfüllungspolitik, durch das Jasagen und Weiterverhandeln um jeden Preis in seiner Außenpolitik geführt wurde zu immer unerträglicheren Zuständen politischer und wirtschaftlicher Art. 2eht endlich hätten sich die Nationalgesinnten zusammengeschlossen zu einem Doltsbegehren gegen weitere Verhandlungen auf der Basis der Kriegsschuldlüge und gegen die Versklavung von ganzen Generationen bis zum 2ahre 1988. Die Rednerin kam dann zu dem Thema des Abends, einem Lichtbildervortrag über die „Abgetrennten Gebiete". 2n schönen, ausdrucksvollen Bildern, die teils wie Radierungen, wie alte Holzschnitte und feine Federzeichnungen wirkten, rollten die Städte- und Landschaftsbilder dcS Elsaß, von Eupen-Malmedy, Schleswigs, Danzigs, des Memelgeoietes und Oberschlesiens, begleitet von kurzen Erklärungen, vorüber. Schmerzbuche Erinnerungen wurden geweckt und in allen Herzen brannte der Wunsch und Wille auf: „Was wir verloren haben, darf nicht verloren sein!" ^och einen Telle, SupP^ dem 9uten Hohpnlohe ärunkernmehl \ Soeben erschienen: Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen 1929 Verkaufspreis 10 RM. Oberhessischer Adreßbuchverlag Brühl’sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei, R. Lange in Gießen Aus der yrovinzialbauptstadt Gießen, den 19. Oktober 1929. Oer gute Freund. Sie sind dahin, die Sommertage. Wenn uns die Sonne verläßt und der rauhe Wind Herrscher wird, erinnern wir uns an unfern guten Freund zu Hause. Den Sommer über kaum beachtet, nur beim Abstauben von der Hausfrau „liebevoll" behandelt, kommt er nun wieder in den Mittelpunkt der Stube, wenn er auch in der Ecke steht, unser lieber Ofen. Er hilft uns, daß wir die naßkalten, unfreundlichen Tage leichter ertragen, er lädt uns ein, Platz zu nehmen in seiner Nähe. Er will in freundlicher Bescheidenheit das ersetzen, was uns der rauhe Herbst nahm: die Wärme. Wenn wir halb durchnäßt und frierend nach Hause kommen, umfängt uns ein wohliges Gefühl. Der Ofen ist in Tätigkeit. Es gibt nichts Schöneres, als draußen auf der Heide, am Waldrand oder auf Wiesen unter schattigen Bäumen zu liegen, sich lang auszustrecken und nach den wandernden Wolken am Himmel zu schauen. 3n der Ferne blauen die Berge, Himmel und Wald scheinen eins zu sein. Dann kann man wohl die Augen schließen uni) ganz wunschlos träumen: Sich ganz eins fühlen mit Mutter Erde inmitten summender Dienen und schwirrender Käfer zu liegen und sich von Licht und Wärme durchfluten zu lassen. Aber d i e Zeiten sind nun wieder vorbei. Es heißl sich bescheiden. Wir müssen das Schöne neunen, wo es sich uns bietet. And der Ofen will uns helfen. 2st die Abwechslung doch auch etwas Schönes. So wollen wir denn in diesen rauhen Tagen wieder zu unserm alten Freunde, dem Ösen, zurückkehren und ihm erzählen, was wir im Sommer getrieben haben. All' die herrlichen Stunden sollen noch einmal ausleben. Wir werden rückwärts schauen und dabei die Gegenwart vergessen. Die Abende sind lang. Beim warmen Ofen erzählt sich's gar so schön. Freunde und Bekannte, die wir nur flüchtig in den Sommertagen sehen konnten, stellen sich wieder ein. Auch unsere Kinder müssen nun im Zimmer bleiben. Sie sind eigentlich die Herren der Stube, besonders, toenn sie noch klein sind. Nur vor dem heißen Ofen haben sie ungeheure Lichtung. Ihre Spiele beginnen. Ein Stück Holz ist ihre Puppe, der Stuhl eine Festung, hinter dem Klavier verbergen sich die Waldesräuber u. s. f. Ich staune immer wieder, wie leicht und schnell sich gerade die Kinder an solche Aenderungen gewöhnen. Gestern noch draußen auf der Straße bei den Kameraden, heute aber durch das stürmische Wetter ins Zimmer gebannt. Aber un- verdrossen fügen sie sich und lassen die Phantasie das ersetzen, was sie nicht habeAA. Der richtige Zauber eines schönen, warmen Zi,nmers umfängt uns aber erst, wenn die Kleinen zur Ruhe gegangen sind. Dann kommt der zweite gute Freund, der von uns im Sommer so ost vergessen wurde: das Buch. 2a, zu Freunden werden uns alle die Bücher, die wir lieb gewannen. Noch stehen sie vor uns im Schrank, wie verschlossene Gärten. Sind aber erst die Türen geöffnet, welche Pracht und Schönheit strömen uiAs dann entgegen! Sind sie nicht wie liebe Bekannte, die nur darauf warten, uns Freude 311 bereiten? Der Dichter läßt dich älngeahntes ergeben, alles, was du mit deinen Sinnen fassen kannst, fommt auf dich zu: Lust und Liebe, Freude und Trauer. Du lebst mit dem Buch, du erlebst innerlich. Wie viel eignes wird durch die gute Dichtung gegeben, wie oft verschönt dir ein gutes Buch den Abend. Du wirst vielleicht selbst zum Dichter und läßt mit innerer Freude die letzten 2ahre vor deinem Geiste vvrüberziehen. So kann der Herbstabend glücklich und zufrieden beschlossen werden in Gemeinschaft mit dem Dichter, in ruhiger Einkehr und stiller Selbstbesinnung. Heber der harten Wirklichkeit spannt sich ein weicher, schöner Traum, der dich bei behaglicher Ofenwärme umfängt und einhüllt. E. M. Ausstellung „Sremfre Heiligtümer" in Marburg. such, in unserer Heimat etwas zu zeigen, wozu es onft keine Gelegenheit gibt. (Näheres in der heutigen Anzeige.) Ein pädagogisches Insti ui in Gießen. Der Gießener S tabtraf beschäftigte sich In einer gestrigen nichtöffentlichen Sitzung mit einer Vorlage der Stabtoerroalfung über die Errichtung eines pädagogischen Instituts in der Stadl Gießen in Verbindung mit der Landesunioersität. Rach der einmütigen Zustimmung des Stadlrats wird für diese Einrichtung seilens der Stadt Gießen ein Zuschuß von 100 000 Mark in bar gewährt. Außerdem stellt die Stadt den Bauplatz im Werte von 30 000 Mark zur Verfügung und übernimmt ferner noch die Slraßen- baukosten in Höhe von 17 000 Mark. Die Ausgabe oll bei der Vermögensrechnung vorlagsweife erfolgen und die Beträge in 20jährigen Raten aus der Lelriebsrechnung der Vermögcnsrechnung wieder erftatket werden. Der Hessische Staat soll ersucht werden, bei Vergebung der Arbeiten in Gießen ansähige Gewerbetreibende zu berück- ichtigen. An die Bewilligung des Zuschusses wird die Bedingung geknüpft, daß die Gesamtbaugestaltung in engem Einvernehmen mit ber Stadt Gießen aufgestellt werden oll, um zu erreichen, daß die geplanten st ä d l e - baulichen Gruppierungen von Pädagogium und peslalozzi-Schule gesichert bleiben. Wfred-Bock-Ferer. Der Goethebund Gießen veranstaltet am 24. Oktober eine A l f re d - B 0 ck - F e i e r in der Neuen Aula der Universität, an der auch Nichtmitglieder teilnehmen können. Bei dem Festakt werden der hessische Staatspräsident, der Rektor der Landesunversität, der Oberbürgermeister und Vertreter weiterer Behörden zugegen sein Den Fest- oortrag über den Dichter hat dessen bekannter Biograph Schriftsteller Fritz D r 0 0 p, Mannheim (Ehrenmitglied der Gesellschaft für deutsches Schrifttum), übernommen. Im zweiten Teil der Feier wird der in Oberhessen lebende Dichter Anton B e tz° n er aus Bocks Werken vorlesen. Carl Zuckmayer, der diesjährige Träger des Büchner-Preises, hat bekanntlich dessen finanziellen Ertrag Anton Betzncr zAikommen lassen, dessen Namen dadurch in weitere Kreise getragen mürbe. Nun wird er selber sich zum erstenmal der Gießener Oeffenttichkeit vorstellen. Liefe öffentliche Feier für Alfred B 0 ck wird um so mehr Anklang finden, als sämtliche Glückwünschen- den sich nur schriftlich an den Jubilar wenden konnten, da er feinen Geburtstag außerhalb Gießens verbracht hat. — Das Programm für den Festabend wird noch bekanntgegeben. Gießener Wochenmarktprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käfe (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12. rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 30, Römischkohl 10 bis 12, älnterkohlrabi 8 bis 10. Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 60 bis 65, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 20 biß 25, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 100, Schwarzwurzeln 50 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 4,5 bis 5. Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Preiselbeeren 40 bis 45, Pfirsiche 40 b.s 60, Zwetschen 10 bis 15. Nässe 50 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 110 bis 120 pro Pfund; Tauben 70 bis 90, Eier 16 bis 17, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 15 bis 20, Salatgurken 15 bis 30, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Nettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 30 pro Stück; Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund; Kartoffeln 3,50 bis 4 Marc, Wirsing 12 bis 15. Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, Aepfel 8 bis 12, Birnen 8 bis 10 Mark pro Zentner. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Stadttheater: „Dafantasena", nachm. 15,30 bis 17,30 Llhr; „Hellseherin", 20,15 bis 22,15 Uhr. — Volkshochschule: Eröffnungsfeier und Zehnjahrfeier, 20 Uhr, Neue Aula. — Gießener Theatervereinigung: 3. Stiftungsfest, 20,30 Uhr, Kath. Vereinshaus. — Tv. v. 1846: Ordentliche Hauptversammlung, 20,30 Uhr, im Postkeller. — Geflügel- und Vogelzuchtverein: Monatsversamm- lung, 20,30 Uhr, „Hessischen Hof". — Mgv. Liedertafel: Generalversammlung, 20,30 Uhr, Frankfurter Hof. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Herzog Hansel" und „Der Befehl zur Ehe"; auf der Bühne: Inge Rana, der berühmte Star der Moulin Rouge und Fvlies Dergere, Paris. — Astoria-Lichtfpiele: „Schmeling-Paolino-Welt- meisterschaftskampf" und „Zirkus Pat und Pa- tachon". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Katharina Knie", 18 bis 20.15 U&r. — Goethe-Dund: Lichtbildecvortrag von Dr. Schürer (Prag) über „Prag, ein bauliches Schicksal", 20.30 Uhr, Neue Aula. — Ooerhessi- scher Kunstverein: Eröffnung der Ausstellung „Düsseldorfer Kunst", vormittags 11 Uhr. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Herzog Hansel" und „Der Befehl zur Ehe"; auf der Bühne: 3nge Nana, der berühmte Star des Moulin Rouge und Folies Tergere. Paris. Vormittags 11.15 Uhr: Kulturfilm: „Dienst am Volk". — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die Vorstellung „Hellseherei", Uraufführung, Georg Kaiser, beginnt um 20.15 Uhr. — Am Mitt- am 6. November abgehalten. (Dgl. die heutig« Bekanntmachung.) •• Aus dem Gießener Standesamt s r e g i st e r. Es verstarben in der Zeit vom 1. bis 15. Oktober: 2.: Christine Henning, geb. Bitten, Witwe, 64 Zähre, SelterSweg 813Ao; Heinrich Karl Martin Krämer, Steuersekretär, 64 Jahre, Ederstraße 16; 7.: Anna PauUne Dorothea Wetzel, geb. Letz, Witwe, 74 Jahre, Eenckenbergstraße 25; 9.: Helmut Gleiß, 3 Rio- nate, An der Margaretenhütte 56; Marie Heller, geb. Schmidt. Witwe, 76 Jahre, Kaiserallee 2; 11.: Wilhelm Franz August Andres, Bureaugehilfe, 34 Jahre, Gnauthstraße 38. ** Musikseminar in Gießen. Dieser Tage wurde im Singsaal der Oberrealschuke das hier neu eingerichtete Musikseminar eröffnet. Das Institut, das seine Besucher in vier Semestern auf das hessische Staatsexamen für Musiklehrer vorbereiten will, ist das erste dieser Art in Oberhessen und steht unter Leitung von Dr. Bodo Wolf, Frankfurt a. M., der auch Mitglied des staatlichen Prüfungsausschusses ist. Bisher bestanden derartige Anstalten nur für Starkenburg in Darmstadt (Leiter ebenfalls Dr. Wolf) und für Rheinhessen in Mainz, so daß von den oberhessisck>>iA Musikbeslis- jenen die Einrichtung in Gießen lebhaft begrüßt wird. Die Unterrichtsfächer sind Harmonielehre, Akustik, Musikgeschichte, Partiturspiel, Formen- künde, Pädagogik und Chordirigieren. Daneben nimmt der Besucher der Anstalt bei bewährten Musiklehrern in Gießen oder Umgegend noch Unterricht in einem selbstgewählten Hauptfach (Gesang, Klavier, Geige). Ausgenommen wurden 7 Teilnehmer, 4 Damen und 3 Herren; 3 Besucher kommen von auswärts, 4 sind aus hiesiger Stadt. 6 Teilnehmer wählten als Hauptfach Klavier, einer Gesang. ** Vermehrte Frei st eilen an den hessischen Schulen. Wie in der Verordnung über das erhöhte Schulgeld vom Kultusministerium bereit« bemerkt wurde, sollten die Freistellen erhöht werden. Die Zahl der Freistellen ist durch einen Beschluß des Ministeriums beträchtlich erhöht morgen. Während an den höheren Schulen die Stellen auf 20 begrenzt wurden, sind die Zahlen für die Aufbauschulen in Darmstadt, Bensheim, Alzey und Friedberg nicht beschränkt. Die Bedingungen für die Gewährung von Freistellen bleiben wie bisher. ** Morgenveranstaltung im Lichtspielhaus. Am Sonntagvormittag 11,15 älhr findet im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, die Vorführung des großen, packenden Kulturfilms „Dienst oau Volk' statt, auf den an dieser Stelle nochmals hingewiesen sei. Man beachte die Man schriebt uns: Im Monat Oktober und Anfang November findet im Kunstinstitut (Iubiläums- bau) der Universität Marburg eine Ausstellung statt, die auf das Interesse weitester Kreis« rechnen kann. Zum ersten Male tritt die im Jahre 1927 be» gründete Religionskundliche Sammlung in die Oeffenttichkeit. Unterstützt von einer Reihe von Organisationen, Museen und Missionsgesellschaften wird die Sammlung eine aus allen Weltteilen zusammengebrachte Uebersicht über „Fremde Heiligtümer" zeigen. Prachtvolle chinesische Gemälde, Götterbilder und Kultusgeräte aus Indien, Opterstätten, Ausrüstungen von Zauberern, Priestern und Häuptlingen primitiver Kultur, Kunstwerke des Buddhismus und des Islam und eine Fülle von Anschauungsobjekten wichtiger Religionen außerhalb des Christentums sind zusammengebracht, um einen Eindruck von der reichen Welt der Religionen 311 vermitteln. Sachkundige Führung steht zur Verfügung. Die mühevolle Vorbereitung an Ort und Stelle zielt besonders darauf ab, jedermann, auch ohne besondere Vorkenntnisse, zum Verständnis der ausgestellten Gegenstände zu verhelfen. Ein aus allen Kreisen zusammengesetzter Ortsausschuß wirbt um Interesse und regen Besuch. Das Unternehmen ist in seiner Art ein erster Versink) die zum Abschluß des gewählten Studiums nach reichsrechtlichen oder hessischen Prüfungs- Vorschriften erforderlichen Zeugnisse über di« Vorbildung einzu reichen. ** Fremdenvorstellung im Gießener Stadttheater. Man schreibt uns: Zuckmayers „K a 11) a r i n a Knie" wird am Sonntag, 20. Oft., die Av.fführungsziffer 15 erreichen. Somit ist es das meistgespiette und erfolgreichste Stück der diesjährigen Theaterspielzeit. Auch in der Sonntagsvorstellung wirkt wiederum der Zirkus Blondini mit, der mit feinem erstklassigen Akrobaten- und Lustakt- Prograrnrn in die Vorstellung eingegliedert ist. Zuckmayer ist mit seiner natürlichen und bluthasten Art führend in der deutschen Theaterliteratur und seine Theaterwerke „Der fröhliche Weinberg", „Schinder- Hannes", „Katharina Knie" werden bahnbrechend in der Geschichte der deutschen Bühnenttteratur bleiben. Die Katharina Knie wird wiederum von Frl. Jnge- borg Scherer verkörpert, der Vater Knie von Peter F a j f 0 11. Spielleitung Hans I a n n e r t. Beginn 18 Uhr. Ermäßigte Preise. ** Der Oberhessische Kunst verein öffnet morgen, Sonntag, vormittags 11 Uhr, seinen Ausstellungsraum im Turmhaus, am Brandplatz nach der Ferienpause wieder. Es kommt zunächst Düsseldorfer Kunst zur Schau, Professor Jung- Hanns von der dortigen Kunstakademie, welcher sich m:t seinen Schülern in den Sommermonaten in dem hessischen Dors Erdhausen bei Gladenbach aufhält und dem ländlichen Leben dieser Gegend mannigfaltige Motive zu feinem künstlerischen Schassen entnimmt, bringt eine namhafte Zahl (27) fein gemalter größerer und kleinerer Oelbilder, meist landschaftliche,'durch vielseitige Tiermalerei, namentlich Viehweideszenen belebte Darstellungen. Dazu kommen Aquarelle und Pastellbilder von V. P u c i n s k i (Düsseldorf), Gemälde von Joses Piper (Düsseldorf), sowie mehrere große Gemälde figürlichen Inhalts von Karl L e n z (Erdhaufen), ebenfalls früherer Schüler der Düsseldorfer Akademie. Düsseldorfer Malerei ist hier lange nicht in größerem Umfang gezeigt, aber immer gern gesehen worden. Die Kollektion, bei welcher ein angesehener Künstler mit zahlreichen Werken vertreten ist, dürste deshalb einen regen Besuch verdienen. (Siehe die gestrige Anzeige.) ** Die Museen find am morgigen Sonntag von 11 bis 13 Uhr zu kleinen Preisen geöffnet. •* Viehmärkte in Gießen. Am Diens- lan d.M.. findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt in Gießen statt; der nächste Schweinemarkt wird » k A V 1 1 i . d . ... . V 7409V APOLLO RM 28,50 METEOR RM 38,- ADMIRAL RM 48,- Unsere Continental-Regenmäntel In vier Preislagen beweisen, daß es möglich ist, preiswerte Gummimäntel von höchster Qualität, bester Verarbeitung und elegantem Sitz herzustellen. . In allen durch unsere Urkunde gekennzeichneten Geschäften erhältlich DIPLOMAT RM 58- Auswahlreiches Lager: Schlafzimmer, Wohn-, Speise- und Herren- zimmer, Küchen.utw. Stedlungi-Typenmöbel Lindenplatz 1 Zuverlässig, kinderliebes, besseres Mädchen (eotl. Kinderpflege- rtn) zu vieriährigem Jungen, für nach- mittags, ab 1. Nov. oder früher, gesucht. Vorstellung erbeten Liebia'tr. 1711.^0 Tüchtiger, solider Kaufmann mit langjährigen Erfahrungen sucht Bpctrouensnellung üaro. Helfeöofien. 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Aber beiter: wie sich nun stellen zu der chinesischen Hauptforderung, daß die „ungleichen" Verträge icfcitigt würden? Den letzten Vorstoß der Ran° liit g°Regierung in dieser Beziehung haben, mit IW ganz gleichen Argumenten, sowohl England die Nordamerika abgelehnt. Das ist verständlich, von dililr m ’.uU,f;nu8iuiüniL tiero. ctt„ TM 9i. « von i\.,7 en- «•’Äonne»“; anu L'xS-s" ,9ibon»cn Grelle-1 Ä%?( Kräuief Als ich das Sichabstürzen und Aufdemrücken- I |iu*gcrt zum erstenmal bei einem der großen > eraasilbernen Fischreiher sah, dachte ich. daß der (Tiendtafl'2'6*^11* von der Kugel eines Jägers schwer ver- i worden sei und im Todeskampf liege. Da- nnn “o nis 22 UH1 dals stand ich am Strom und spann auf den v° fipniohWl Hecht. Jenseits des Wassers stieg nach einer ., .-Sfotflin Imni fünfzig Meter breiten Wicsenfläche ein Ä?,»o Ddig steil aus dem Tal empor. An dem Abhang, »* l. rchsetzt mit Stellen alter Tannenbestände, mit ffilfflOH'illL'lOlft hißen Eichen- und Buchenhainen, verlassenen *19', bi5‘-2 UW El^inbrüchen und wildem, undurchdringlichen ®c- — wnte s^pp, befanden sich Horste, die in jedem Frühjahr bezogen wurden und sich bald darauf als 9er Ferne Osten und die Mchte. Außenpolitische Umschau. ! D on Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. V. Man kann ohne weiteres annehmen, daß die . ilmterhaltungen zwischen Hoover und Mac- > r> n a l d sich auch um d i e Lage im Fernen i fl) [t e n und damit um das Verhältnis sowohl Lil China wie zu Rußland gedreht haben. Die unmittelbaren Interessen Englands und Amerikas nd dort zwar nicht allzugroß, aber natürlich >5gt der mandschurische Dahnstreit , Probleme in sich, die beide Mächte recht sehr inter- 1 |fieren. Der Konflikt rückt nicht von der Stelle. in.unt.u6i 07 □Tannen i in Apo- Drogerien Plakate m\' Ms ien. 8195D olvb. meq 91 IL *nfin / Ir.derstube zahlreicher Rachkömmlinge vorstellen rften. Wie oft habe ich hier das Leben der Einen, hochbeinigen Segler mit dem breit- lanten Leib beobachtet. Das, was mir jetzt ;jficL war mir noch nie zu Gesicht gekommen, h warf die Angelgerte hin und lief hinter m Taumelnden her, fest davon überzeugt, daß in wenigen Augenblicken zur Erde nieper- i Ischen müsse. Sonst ziehen Fischreiher majestätischen Fluges hrcn Restsihen oder Futterplähen zu, kreisen c.uch manchmal in nicht zu weiten Dogen und tireswegs in solchen, die denen der Raubvögel lyrlich sind, über dem Strom und ihren Woh- rniigen. Mein damaliger Freund benahm sich aiLers. Er schrie und kreischte ohne Unterlaß fein schallendes, melodieloses und ost häßliches älrail oder Kräk oder Aeei oder Eeeiii. Dabei bar keine einzige Flugbewegung der sonst er- {■itcn ruhigen Lage mit aufwärtsgebogenem )a.lse, vorgestrecktem Kopfe und nach hinten ge- l-g ien Deinen vergleichbar. Der Vogel preßte die flLgel an den Körper und fiel senkrecht ab. ton flatterte er scheinbar hilflos und so, als ob (r jedes Gefühl für die Gleichgewichtslage ver- brm habe, hin und her, schnellte sich wieder in tie Höhe, torkelte darauf in Winningen, die den iü^en von Schrauben glichen, nieder, schmiß auf den Rücken und flog eine Strecke weit so, vy sich von neuem aufwärts, um dann nur aufgeregter und wilder in das Wirbeln und Flattern zirückzukehren. Augensichtlich verzweifelt, angst- esullt und in höchster Aufregung. Wie ich an jmem Tage annahm. War auch das Tier blind gttoorben? Das scheue und sonst so vorsichtige fffani) sich lange Zeit nur zehn Meter über mir, Ii. senkte sich zuletzt— ich hatte es schon zwei- >s dreihundert Meter verfolKt — so tief herab, Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberhessen) aber eine Chinapolitik — und England hat in China doch sehr erhebliche Interessen — ist das doch noch nicht! So sind beide, England wie Amerika, im mandschurischen Konflikt passiv. Dieser schwelt weiter trotz Völkerbund, Kellogg- pakt, SchiedSgedanke usw., ungelöst, bis vielleicht schließlich doch einmal ein Funke auffliegt, und ein großes Feuer entzündet, das zu löschen dann viel mehr Mühe und Kosten macht, als eine Mediation, die längst hätte wirksam sein können. Aber näher liegt dem Labour-Kabinett das Verhältnis zu Rußland von Europa aus gesehen. Die überraschend schnell zustande gekommene Verständigung, mit der die diplomatischen Deziehungen wieder eröffnet werden, ist vom Parteikongreß in Brighton lebhaft begrüßt und am 7. vom englischen Kabinett gebilligt worden. Da das Kabinett versprochen hat, nichts ohne Sanktion des Parlaments in der russischen Frage zu tun, muß diese noch eingeholt werden. Trotz der Opposition eines Teils der Konservativen ist sie aber Wohl sicher. Die liberale Partei war Gegnerin des unüberlegten Abbruchs der Beziehungen, zu dem sich Chamberlain drängen ließ, und hat auch deren Wiederaufnahme gefordert. Alnd der industrielle Teil der Konservativen nimmt die gleiche Haltung ein, weil die Industrie von der Anerkennung Rußlands wirtschaftliche Deziehungen erwartet, die sich zur Verminderung der Arbeitslosigkeit auswirken würden. Das wird ja nicht so schnell gehen; auch das neue englisch-russische Geschäft wird mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wie die Wirtschaftsbeziehungen mit Rußland überhaupt. Aber in mutigem und energischem Vorgehen hat das Labour-Kabinett bamü ein Wahlversprechen eingelöst. Die englisch-russische Verständigung ist ebenso ein Erfolg Macdonalds und Hendersons, wie ein Erfolg der Sowjetregierung. Er ist ihr auch wertvoll gegenüber der Jan« ■mmauatiim u ■■■■■uni in in ini nhi hi■■■ ■ daß ich es beinahe ergreifen konnte. Dann aber — jäh — mich erkennend — in äußerster Furcht — die Schwingen ausbreitend Und zu wuchtigem Schlage ausholend — zog es, höher und höher strebend, geradlinig, stark und gesund, hinweg. Todwund konnte es nicht gewesen sein, älnd doch glaubte ich. daß irgend etwas Ungewöhnliches, vielleicht der Angriff eines Fuchses, der Schuß eines Jägers oder das unvermittelte Au'kauchen eines Menschen den Vogel so erschreckt habe, daß er wie irr von Sinnen wurde und jede Deherr- schung der Rerven, der Muskeln und des Gesichtsvermögens verlor. Ich forschte im Drehm und anderen naturwissenschastlichen Dächern nach, fand aber nirgends das nur ausgefallene sonderbare Benehmen des Reihers — ich hatte übrigens Gelegenheit, meine Beobachtung zu wiederholen — erwähnt und erklärt. Vorgestern habe ich meine Ansicht über den Grund der eigentümlichen Flugleistung ändern müssen. Ich war gezwungen, sie völlig umzu- wersen. Wieder befand ich mich am Strom. Einer regnerischen Rächt war ein Morgen gefolgt, an dem Sturmwind die Wellen peitschte, so daß sie brausend und weißschäumend in ihrem Bett tanzten, Sturmwind die Aeste der Weiden und der jenseitigen Waldbäume wie Gerten bog und Sturmwind so stark und zerrend in meine hinausgeschleuderte Seidenschnur griff, daß ich jegliche Empfindung für richtige oder falsche Führung des Spinners verlor und die Ruhlosig- leit meines Bemühens, einen Schlaumeier von Hecht zu überkören, einsehen mußte. Während ich zusammenpackte, auf einmal wieder das weithin hörbare Kraik, das mich ausschauen ließ und mir zwei Fischreiher in jener von mir beschriebenen Flugweise zeigte. War das ein Schauipiel! Ain Himmel jagende, drohende Wolken und deutlich vor ihrem Grau und Schwarz, nahe bei mir und über mir, die silberschimmernden Vögel in unaufhörlichem Auf und Rieder, in keckem Sichüberschlagen, waghalsigen Purzelbäumen, kopfüber, kopfunter, in halsbrecherischen Spiralen und Windungen. Am aufregendsten aber war es, wenn sie sich mit angepreßten Flügeln stürzen ließen oder sich mit weitgeöffneten Schwingen der Wucht des Windes entgegenstemmten. ilnb jetzt bemerkte ich es genau. Es war keine Angst in ihrem Gebaren, es geschah nicht aus Bedrängnis und es lag keine Verzweiflung dahinter, Lust und Freude zwangen die Vögel zu einem Spiel, wie ich es schöner noch nie bei Tieren gesehen habe. Frohlocken eines unbändigen Vergnügens erstrahlte von den Kunsteuropa"-Bewegung und -Erörterung, der die Sowjet-Alnion mit Mißtrauen zusieht. Wie man nach manchen Aeußerungen der Paneuropäischen Bewegung nicht bestreiten kann, hat sie dazu auch ein gewisses Recht. Ein Recht nämlich zur Sorge, daß sich ein solcher Zusammenschluß der europäischen Staaten so oder so gegen Rußland richten könne, jedenfalls konsfruktiv unter Ausschluß Rußlands gedacht sei. Man sieht auch in Rußland in Ausführungen Sauerweins, dessen nahe Beziehungen zu Briand bekannt sind, eine Bestätigung solcher Tendenzen. Auch dies ist ja akademisch und platonisch, weil die Paneuropa-Bewegung das zweifellos heute noch ist. Man kann sich ein „Paneuropa" ohne England und Rußland praktisch nicht vor- stellen, und m i t England und Rußland, die beide Weltreiche sind, — ist es eben kein Paneuropa. Für Deutschland ist das in diesem Zusammenhang Maßgebende in Genf von Dr. Stresemann gesagt worden, daß eine solche Verständigung nur wirtschaftlich gedacht werden könne und ohne Spitze gegen ein Land außerhalb einer solchen Verständigung. Der englisch-russischen Verständigung, die ein Labour-Kabinett zustande brachte, ist gerade nicht dienlich, wenn die russische Presse von der eng» lischen Arbeiterpartei als „Sozialimperialisten" oder „Cozialfaszisten" redet. Allerdings im Sinne der 3. Internationale war weder der englische Gewerkschaftskongreß in Belfast noch der Labour- parteikongreh in Brighton. Von Sozialismus war da gar keine Rede. Die englische Arbeiterschaft, die da dominierte, will eine Verständigung mit dem Kapital, der Industrie, der Bourgeoisie, und das Labourkabinett ist ja auch von liberal-bürgerlicher Alnterstühung abhängig. Damit ist freilich der Radikalismus der Minderheit (in Schottland und den Distrikten des Bergbaues) nicht erledigt. Ilnb damit sind rjs.-i 'iMwatawniBMi". WHiMiuwnraMtgmsnmtansMa stücken, die sich mir plötzlich wie eine Art von Reigen vorstellen wollten. Gefühl und Bewußtsein der Kraft sangen in Bewegungen dem Sturm und dem Leben einen jauchzenden inbrünstigen Gesang. Dem Leben! Die Reiher sammeln sich schon. Frühmorgens, wenn sich der Rebel über den Wiesen am Flusse lichtet, sieht man sie schläfrig beisammen stehen, frierend und sich nach wärmeren Tagen sehnend. Der Ruf einer fernen Erde bringt durch ihren Sinn. Es geht bald 3um Süden. Selten ist es, wenn ein Fischreiher im Winter bei uns bleibt. Liegt vielleicht in den Lufltönzen — über die Erklärung des einfachen Spieles hinweg — ein Ausdruck der Reifeerregung? Wollen die Vögel ihre Stärke im lustigen Kampf mit dem Winde prüfen? Wollen sie Kräfte und Ausdauer auf die Probe stellen? Wahrscheinlich, denn anders vermag ich mir die Erscheinung, die ich zu keiner anderen Jahreszeit festzustellen vermochte, nicht zu erklären. ilralfe chinesische Heilkünste. China, das Land uralter Weisheit, besitzt auch in der Medizin eine vieltausendjährige lieber- lieferung. Das Rei Ching, das Hauptwerk und die Grundlage der chinesischen Medizin, um das Jahr 1000 v. Chr. entstanden, steht noch heute in hoher Achtung bei allen Aerzten des Reiches der Mitte. In einem Aufsatz „Vier Jahrtausende chinesischer Medizin" von K. C. Wong, der in der „Ostasiatischen Rundschau" wiedergegeben wird, ist die Geschichte der chinesischen Medizin in vier Perioden eingeteilt: in die sog. Legendenzeit bis 1145 v. Chr., in die historische oder klassische Zeit bis 959 n. Chr., in die Periode vom 11. bis 18. Jahrhundert und in die moderne Zeit seit 1805, in der die westliche Heilkunde einbringt. Die Heilkünste, die die klassische Medizin vor 2000 Jahren in China ausübte, zeigen die Heilkunde bereits auf einer verhältnismäßig hohen Stufe. Von dem ersten Arzt Pien Chiao, der nachweislich auch als Chirurg eine Praxis hatte und ums Jahr 255 v. Chr. lebte, werden viel Wundergeschichten erzählt. So wird berichtet, er haben den Menschen durch den Körper hindurchsehen können und so alle Krankheiten der inneren Organe erkannt. Eines Tages kamen zwei Kranke, Ching Wu aus Lu und Tsi Ving aus Chao zu dem Arzt, um von ihm geheilt zu werden. Er gab ihnen einen Schlaftrunk, durch den sie drei Tage lang in tiefen Schlummer verseht wurden, schnitt ihnen die Brust auf und wechselte ihre Herzen aus. Als sie erwachten. Samstag, 19. Moder 1929 die Ausgaben der Wirtschaftspolitik auch noch nicht gelöst. Arbeitslosigkeit, Bergbaufragen und dergleichen mehr drängen an die Labourregie- rung heran. So gemäßigt, so „bourgeois"hast sie auch sein will, so realpolitisch sie vorgehen will, sie ist doch schließlich eine Arbeiterpartei, eine Partei der sozialen Reformen für die Massen. Selbstverständlich verlangen diese ihre Berücksichtigung, zumal der Wahlkampf stark mit dem Schlagwort: Beseitigung der Arbeitslosigkeit gemacht worben ist. Jedes energische Vorgehen aber stärkt die konservative Opposition, die sich sicherlich an der russischen und der sozialen Frage wieder rangieren will, und macht Mac- donald seine Abhängigkeit von Lloyd George fühlbar. Dieser ist heute still, er wirb sich bemühen, wieder hervorzutreten und noch einmal um die Palme der Premierministerschaft kämpfen. Darum sucht die Labourregierung, bevor im Winter diese Kämpfe im Innern entbrennen, möglichst viele außenpolitische Erfolge nach Hause zu bringen oder wenigstens möglichst viele Beweise ihres zweifelsfreien „guten Wittens" in der Außenpolitik zu erbringen und so diese in einer bestimmten Linie festzulegen, zu garantieren und damit die eigene Stellung des Labourkabinetts zu konsolidieren. Man kann daher, um zum Anfang zurückzukehren, verstehen, daß und warum ihr dabei der mandschurische Konflikt nicht eine ihrer Hauptsorgen ift Was erwartet die Frau von der Politik? Eine lehrreiche Umfrage bei führenden deutschen Francn. Nachdruck verboten. Wir fragten eine Anzahl im öffentlichen Leben stehende Frauen, was f i e von der Politik erwarten. Das Ergebnis der Umfrage ist ebenso überraschend wie lehrreich: keine dieser Frauen, die doch sämtlich an hervorragender Stellung im öffentlichen Leben stehen, stellten Forderungen im engpolitischen Sinne auf, alle erblickten als wesentlichstes in der Politik die Erfüllung kultureller, fitt- licherund wirtschaftlicher Wün - s ch e. Kann man hiernach der Frau die Berechtigung versagen, ihr gewichtiges Wort in der Politik mitzusprechen? Wir glauben nicht, denn gerade diese rein menschliche Einstellung der Frau weist ihr die Rolle als Mittlerin zwischen den Gegensätzen zu. Frau Dr. med. Seusler-Edenhuisen, Begründerin des Sundes deutscher Aerztinnen: Vom Standpunkt des weiblichen Arztes aus gesehen, liegen die Hauptforderungen der Frau an die Politik auf folgenden Gebieten: Kinderfürforge, Sexualfragen und Sexualethik. Trotz aller fortschrittlichen Einstellung gegenüber den Fragen der Sexualmoral muß die Forderung nach der gesetzlichen Beibehaltung der D a u e r - E i n - E h e bestehen bleiben. Bei allen Versuchen, die Ehe in neue Formen zu bringen, sei es Kameradschaftsehe, sei es Dersuchsehe, wird die Leidtragende in Wahrheit nur d i e Frau sein. Denn sie ist es, die in der Zeit vor und nach der Geburt ihres Kindes des Schutzes der Chegemeinschaft bedarf. Im Zusammenhänge damit, daß die Frau zu dem Kinde, das sie getragen und geboren hat, in viel innigerer Beziehung steht als der Mann, muß die Frau Abänderung all jener Gesetze fordern, die einseitig vom Manne für den Mann gemacht, ihr völlig das Verfügungsrecht über ihr fühlten sie sich genesen. In dieser Sage wird zum ersten Male in China von der Anwendung eines Betäubungsmittels berichtet. Auch sott Pien Chiao als erster seinen Patienten den Puls gefühlt haben. Seit undenklichen Zeiten verwendet man in China die Massage, die sogar zu einer besonderen Wissenschaft erhoben und an den Hochschulen gelehrt wurde; sie bildete eine der sieben Hauptabteilungen der Heilkunde, ist aber jetzt fast nur noch in den Händen von Tarbieren und Blinden. Ein andres uraltes Mittel im Reich der Mitte ist die Akupunktur. bei der Stiche mit Radeln am Körper ausgeführt werden. Diese Behandlung hat viel Schaden angerichtet, da keine aseptische Behandlung der Radeln stattfand; sie wurde Ende des 17. Jahrhunderts durch einen holländischen Arzt nach Europa gebracht und ist noch im 19. Jahrhundert befürwortet worden. In der Kaiserlichen Akademie für Medizin in Peiping befindet sich ein kupfernes Modell eines menschlichen Körpers, an dem die 367 Punkte angezeichnet sind, an denen der Stich gemacht werden muß. Bei der großen Ehrfurcht, die die Söhne des Himmels vor dem Toten haben, war die Sezierung der Leichen verboten und wurde nur hie und da an den Körpern von Europäern vorgenommen. Doch haben die Chinesen schon 2000 Jahre, bevor Harvey den Blutkreislauf entdeckte, die Erscheinung gekannt, denn im medizinischen Kanon findet sich die folgende Darlegung: ..Der ganze Diutlauf steht unter der Herrschaft des Herzens. Die zwölf Blutgefäße sind tief zwischen Muskeln eingebettet und können deshalb nicht gesehen werden. Rur die auf den Gelenken befindlichen sind sichtbar, weil an diesen Stellen nichts sie verdeckt. Litte anderen Blutgefäße im Körper sind „loh"-Dlutgefäße (Adern). Die schädlichen Einflüsse von Wind und Wetter bringen zunächst durch die Haut ein. Das Blut wird dann zu den „Sonnen"-Gefäßen hinein- getrieben. Sind diese voll, so geht es zu den ,.loh"-Gefäßen und schließlich in die großen „chin" (Arterien). Der Dlutumlauf geht fortwährend in einem Kreise weiter und wird nicht unterbrochen." Auch Krankenhäuser haben die Chinesen schon zu einer Zeit gehabt, als man in Europa noch nichts von solchen Einrichtungen wußte. Prüfungen für Aerzte werden seit dem 10. vorchristlichen Jahrhundert in China abgehalten. Es war festgesetzt, daß am Ende jedes Jahres die Tätigkeit der Aerzte überprüft werden sötte, und danach wurden dann die Honorare festgesetzt, die dem einzelnen nach seinen Leistungen zugesprochen wurden. Die Enischeidung in Afghanistan Hinter Radir Khan stehen gegenwärtig die mächtigsten Stämme von Ost- und Südafghanistan. Rach seiner bisherigen politischen Haltung ist zu erwarten, daß Radir Khan nach Festigung seines Sieges eine Dshirga (afghanische Rationalversammlung) einberufen wird, um die afghanische Einheit wieder herzustellen. Der Bürgerkrieg in Afghanistan, der seit zehn Monaten das Land in den Zustand einer vollständigen Auflösung der Staatsgewalt stürzte, gelangte mit der Einnahme von Kabul durch Radir Khan zu einer entscheidenden Wendung. Roch Ende September schien es, daß Emir Habibullah (Batscho-i-Sakao), der Anfang des Jahres nicht ohne britische llnlerstützung den fortschrittlichen König A m a n u l l a h ent» trohnle, Herr der Situation wird. Seit dem Sommer versuchte Radir Khan, ein Verwandler und früherer Kriegsminister Amanullahs, die Stämme des östlichen und südlichen Afghanistans gegen Habibullah zu bereinigen, jedoch seine von der britisch-indischen Srerz? im Sommer dieses Jahres aus geführten Angriffe auf Kabul blieben ohne Erfolg. Ende September gelang es zvar dem Durani-^.amm, dem auch^lmanuttah angehört, die bedeutende Stadt Kandahar einzunehmen, gleich- zeittg jedoch erlitten die Radir Khan unterstützenden S.ämme in Ost-Afghanistan I gen Kräfte, welche die Hauptstadt verteidigten. (Shinwari, Mohmand, lUjugiami) östlich von Ka- | Habibullah scheint es gelungen zu sein, nach bul eine bedeutende Riederlage und mußten die Stabt Dfhalalabad räumen. Während nun bie Hauptkrä; >e von Habibullah auf beiden Flügeln, bei Dfhalalabad im Rordosten und Kandahar im Südwesten, gebunden waren, brach Radir Khan überraschenderweise im Logar-Tal die Kabul schützenden feindlichen Stellungen durch, schnitt damit bie meisten Truppen Habt- bullahs von Kabul ab, und überrannte bie gerin- I gen Kräfte, welche Habibullah scheint Kuhistan, der Basis seiner Macht, zu entfliehen. Kind nehmen. Es ist Tatsache (wenn mich nicht genügend bekannt) daß, wenn Mann und Frau in Scheidung leben, das soeben geborene Kind der Frau vom Manne fortgenommen und in Pflege gegeben werden kann. Ganz abgesehen von all den anderen für die Frau sehr ungünstigen Gesehen im Falle einer Scheidung. Die Stellung des unehelichen Kindes und der unehelichen Mutter bedarf gleichfalls eines anderen Schuhes. -Zum Kampf um den § 218 ist aus der Erfahrung der Praxis heraus zu sagen: Fast jede gesunde und in einigermaßen gesicherten Verhältnissen lebende Frau hat den Wunsch, das in ihr werdende Leben nicht zu vernichten. Bekommen wir eine erweiterte Fürsorge und duldsamere Moral, so wird der § 218 nur noch zur Diskussion stehen bei Krankheitsfällen. Mit aller Energie müssen die Frauen anstreben, dah ihre Leistungen als Führerin des Haushaltes und Erzieherin der Kinder auch geldlich anerkannt werden. Die Frau muh eine bestimmte Summe erhalten, über die sie persönlich verfügen kann. Denn die Haushalts- und Taschengeldfrage ist mit eine der Ursachen unglücklicher Chen. Zu dem der Frau durch Generationen anerzogenen geistigem und sexuellem Minderwertigkeitsgefühl kommt noch die pekuniäre Abhängigkeit gegenüber dem Manne. Sie wird sehr häufig von einem kulturell unentwickelten Manne als Pressionsmittel benutzt. Mer auch in seelisch verfeinerten Ehen ist die pekuniäre Unmündigkeit der Frau eine Quelle der Unstimmigkeit — es sollte also schon die Klugheit hier Wandel schaffen. In der Wohnungsfrage, die ja eminent wichtig ist für Gesundheit und Ethik eines Volkes, müssen die Frauen mehr Einfluß gewinnen. Heber das Hygienische hinaus sind anzustreben: Zentralküchen, Zentralwaschküchen, Hauskindergärten usw., damit die durch den Zwang der wirtschaftlichen Rot berufstätig gewordene Frau Kräfte frei bekommt. Die dreifache Belastung als Hausfrau, Mutter, Berufsfrau geht auf Kosten der körperlichen und geistigen Kräfte: und damit auf Kosten des Volkes. All diese Fragen sind nur vorwärtszutreiben, wenn die Frau mehr als bisher in Dürgerdeputationen, Parlamenten und Ministerien sitzt. Frau Rüdiger, Vorsitzende des Verbandesderpost-undTelegraphen- beamlinnen: Die Beamtinnen müssen wirklich die gleichen Rechte haben wie die Beamten, wie es ja in der Verfassung zugestanden ist. Demgemäß muß nicht nur die Beamtin bei der Verheiratung vor Kündigung geschützt fein, sondern im Falle ihres freiwilligen Ausscheidens muß auch ihr die Abfindungssumme gezahlt werden wie dem Manne. Die Hinterbliebenenfürsorge, die bisher sich nur auf Frauen und Kinder erstreckte, ist in einem weiteren Sinne zu fassen. Sie muß sich auch auf weitere Hinterbliebene der Beamten und Beamtinnen erstrecken, z. B. auf unterstützungsbedürftige Blutsverwandte, Eltern, Geschwister, sie muß also aus dem engen Kreis der durch Heirat entstandenen Familie hinausgeführt werden. Zur Durchführung der sozialen und wirtschaftlichen Forderungen müssen mehr Beamtinnen in die leitenden Stellen der Berufsvertretungen hinein. Frau Mhsam-Wetthauer, Vorsitzende der Verliner paussrauen- verelne: Die Frauen stellen die größte Käufer- schicht des Landes dar, durch ihre Hände geht ein großer Teil des Volkseinkommens. Also buchtet es ein, daß man die Frauen dahin bringen muß, die volkswirtschaftlichen Güter möglichst sinngemäß und für die Gesamtheit nutzbringend zu verbrauchen. Man muh demgemäß erzielen: Planmäßige Kenntnis der Haushaltführung, des Einkaufes, der Verwendung, Warenkunde, Lebensmittelkunde und Ernährungslehre. Weiter: Tätigkeit jedes Einkaufes in Hinsicht aufs Ganze und Entschlossenheit, deutsche Erzeugnisse nicht zugunsten fremder hintanzusehen. — 3e klarer die Frau die Zusammenhänge der privaten Wirtschaft mit der des ganzen Landes erkennt, um so mehr wird sie bestrebt sein, die Durchsetzung ihrer aufs Mlgemeinwohl gerichteten Forderungen da durchzusetzen, wo die Gesetze gemacht werden. So müssen mehr Frauen in die Ministerien für Ernährung und Landwirtschaft. Daß ihre Mitarbeit fruchtbar sein kann, zeigt sich in der Mitarbeit der Frau im Reichswirtschaftsrat. Frau Dr. Wegscheider, Schulrälin: Die wichtigste Forderung auf dem Gebiete der Erziehung ist die Koedukation, d. h. die Gemeinschaftserziehung von Knaben und Mädchen vom ersten bis zum letzten Schuljahre. Beide Geschlechter müssen fernen, sich als gleichwertig gegenüberzustehen, sich einander anzugleichen, damit nicht späterhin sie sich als sremd, andersgeartet oder rein erotisch werten. Solange wir die Koedukation nicht haben, sollten anKnabenschulenauch Frauenunterrichten. Die Schulverwaltung müßte mit viel mehr Frauen durchsetzt fein. Denn den Frauen ist es gegeben, den rein bureaukratischen Gang des Schulwesens zu lösen und das seelisch- individualistische Prinzip zur Geltung zu bringen, mit dem man die Iugend gewinnen und erz:ehen kann. Der bisherige Schultyp, auf den man vorderhand noch angewiesen ist, muh elastischer werden, um den verschiedenartigen Begabungen der Kinder besser Raum zu geben. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 20. Oktober, von 19.30 bis gegen 23 Hhr: Carmen. Montag, 21., von 20 bis nach 22 Hhr: Orpheus und Eurydike. Dienstag, 22., von 19.30 bis nach 22.30 Hhr: Die Macht des Schicksals. Mittwoch, 23., von 19.30 bis 22.15 Hhr: Fra Diavolo. Donnerstag, 24., von 20 Uhr bis 22.30 Hhr: Schwanda, der 'Dudelsackpfeifer. Freitag, 25.: 1. Opernhaus-Konzert. Samstag, 26., von 19.30 bis 22.15 Ähr: Fra Diavolo. Sonntag, 27., von 19 Hhr bis nach 22.45 Uhr: Der Rosenkavalfer. Schauspielhaus. Sonntag, 20. Oktober, von 11 Llhr bis gegen 12.30 Uhr: Gastspiel des Friedrichs-Gymnasiums zu Kassel: Die Perser des Aischylos, in griechischer Sprache: hon 20 älhr bis nach 22 Ähr: Frau Didal hat einen Das englische Dominion „Ostafrika" und der Vorschlag Lord noihermeres. Lord Rothermere, Besitzer des größten Zeitungstrusts Englands, der dadurch einen großen Teil der englischen Öffentlichkeit beeinflußt, schlug vor lurzem, in einem Reisebericht über Deutschland, die Rückgabe der englischen Mandatsanteile an den früheren deutschen Kolonien Togo und Kamerun vor. Das geplante britische Dominion «Ostafrika JND" fdbOfM Ddressdöm BRIE lDkD So uu tZ CD “• Grenze des geplanten Dominions Eisenbahn TAN6AN-_— J1KA^OZEANi Mambassa • - Pemba --- ■ : Sansibar SUD' > AFRIKA O 300 * SAN- DA KENIA -rob PrefTegeoyrdphie 55 ENGL.Ä6YPT [brit.1 SUDAN VBESblNIEN (fiW kjngö Mit dieser scheinbar großzügigen Geste will der ehrenwerte Fabrikant der englischen öffentlichen Meinung die bevorstehende völkerrechtswidrige Eingliederung des Völlermandats Tanganjika (früher Deutfch-Ostafrika) ins Britische Reich versüßen. Anfang Oktober wurde der Bericht von Sir Samuel Wilson, des Unter* staatssekretärs des britischen Kolonialamtes über seine Inspektionsreise in Ostafrika veröffentlicht, in toekbem die Vereinigung der englischen Kolonien Kenia und llganba mit dem Mandatsgebiet Tanganjika in ein ostafrikanisches Verwaltungs- gebieb vorgeschlagen wird. Der Bericht sieht damit, wie auch schon der früher erstattete Bericht der Hilton-Voungkommifsion, die Schaffung eines britischen Dominions „Ost- a f r i I a“ vor, mit Einverleibung des früheren Deutsch-Ostafrika, trotzdem dies juristisch kein britisches Hoheitsgebiet ist. sondern dem Völkerbund nur a l s zeitweiliges Auftrags gebiet (Mandat) Großbritannien administrativ unterstellt wupde. Das zukünftige Dominion würde 1 800 000 Quadratkilometer umfassen, mit fast 10 Millionen Einwohner (zum größten Teil Reger, nur 17 000 Europäer, 15 000 Araber und 5o 000 Inder). Zum Vorschlag Lord Rofhermeres FDANZ. WEST - AFRIKA CL Fd m e r u n (front M#iO«| WLD' jtes bekannt ist, stockt imne des Tafelobstes, t greife waren in keiner M er Arbeit entsprechend. Äv I der Umgegend von Frachw i Preise gemacht, mit toc ingen ist: Für die erste 6o:ti icn He 11 M„ für die M IC ufiD.) 9 M. und für ti $aft$obft) 6 M. Hoffend bet fianbel. 6 Rotten. Ott. Der vor drei Zähren « ' beschlossene Erlaß, 9/, der Fahrzeuge mnerhu iuf 15 bzw. 10 km herabzi Diebei ausgehoben ©orte jung war der Eedan e m ? dijziplin habe Wl’WJjj zes-bränkung der tgemäß anzuschen fd. W J und M°'°rradsP^,de kl innen verwachsen >s, von einer ZMZ chrentrun rechen. * nerz.enrat 2 ° L ^;rM ner über e:ne * öS ÄWrÄ rJser sü-1«> * Motorräder ... UI^ der st am b Äen Uwi-Ng Ä «säuS*'-*. i ob^Ogigenbedars ^Liebh^ ie über^gern, * W fine> n bezaM r, bi ro 3enXn Ulsa./gber K Genies jämthti * oor^ «ffeW >» )?.uAtt Kestern^ ut»e , i9,Okt ^irch'^ ;Äg x!,r.KM " ! Mt bem ich aui ;nal- 15. Oh te». Ä ^.S LZtzÄ y?£St-s wS-sS *n;0M “« .- iur den ÜW teib^ Äet nenL "r eine ö»' Aa§ n sie «hi t- "lc Saget -W'tol'hKt »*' OWli " W«'enti5®»t5 "«SM jgfuSSJJsJg sten 58 blS 6Z W Wendigkeit fand bei allen Mitgliedern Anerken- nung. Es wurde dann der praktische Weg erörtert. Man kam dahin überein, daß die Anschaffung der Heizung in diesem Herbst noch nicht stattsindcn kann, da die Mittel so schnell nicht beschosst werden können. Besondere Schwierigkeiten bestehen für die Kirche in Ober-Ohmen, die sehr grob ist und umfangreiche Heizkörper verlangt. Sn Ruppertenrod liegen die Verhältnisse einfacher, weil die dortige Kirche wesentlich kleiner ist. Auch Ruppertenrod wird in diesem Herbst keine Heizung erhalten. Sn der am Rachmittag stattgehabten Kirchenvorstandssihung beschloß man dann, die Frage der Kirchenheizung demnächst besonders ins Auge zu fassen. Man will einen Fachmann zu Rate ziehen, der für jede Kirche genaue Vorschläge mit Angabe der Kosten macht, so daß man dann an die Beschaffung der notwendigen Gelder herantreten kann. Weder auf dem Wege der Sammlung, noch auf dem der politischen Gemeinde ist das Ziel zu erreichen, beide müssen zusammengehen. Man hofft, daß diese Sache bald zum guten Ende gedeiht. maschine beschäftigter Schlosser namens Philipp Müller aus Lich. Besitzer der Lokomobile ist Soh.Dörner aus Langsdorf. Das Gleis war sür mehrere Stunden gesperrt. Die Reisenden wurden mit einem Postauto nach Schotten weiter- gebracht. Gegen Morgen war die Strecke wieder frei. n. Herchenhain, 18. Okt. Das auf der Her- Iknhainer Höhe errichtete Dater-Bender- cim, das teils als Jugendherberge, teils als chullandhcim wegen seiner trefflichen Lage und ustergültigen Einrichtung stets stark besucht wird, itte in den beiden letzten heißen Sommern leider hr an Wassermangel zu leiden. Die ursprünglich .„reichende Quelle versagte, so daß das Wasser , Fässern herbeigefahren werden mußte. Diesem kbelstande ist nunmehr durch Errichtung einer weiten Wasserleitung, verbunden mit nem Pumpwerk, abgeholfen worden. Nach dem oranschlage des Kulturbauamtes in Gießen tarnen die Kosten für das Werk auf 6000 Mark, roden Betrag der Ausschuß für Jugendwandern und ugendherbergen des Vogelsberger Höhen- l u b s neben den Zuschüssen vom Staat und einigen hilfsbereiten Kommunen durch freiwillige Spenden der 33. S). C.-Mitglieder aufzubringen [ix(f)t, um das von Prof. Gg. Bender, Frank- flirt a. M. im Interesse der Gesunderhaltung unserer Tugend geschaffene Heim auch weiterhin lebensfähig zu erhalten. Seit diesem Jahre dient das Heim auch den Segelflug ° Sportvereinigungen Frankfurt a.M., Mainz und Offenbach a.M. als Stützpunkt für ihre auf der Herchenhainer Höhe ver- cmstalteten Probe- und Prüfungsflüge. Kreis Alsfeld. I Maulbäch, 18. Okt. Sn ben letzten drei Monaten wurden am hiesigen Pfarrhaus, durchgreifende Ausbesserungen und Um« gcHaltungen vorgenommen. Das schadhafte Dach u«d der Dachstuhl wurden gänzlich erneuert. An Stelle des alten, unpraktischen Treppenaufganges im Snnern des Hauses sah man eine neue Treppe vor, die nun im Gegensatz zu früher bis zum ersten Stockwerk außen emporführt. Dadurch ist cs möglich geworden, auch die KellerrHume weit nutzbringender zu verwerten. Im Innern ließ ebenfalls Vieles zu wünschen übrig- diese Reparaturen wurden gleichzeitig miterledigt. Zimmermeister Reitz, Ehringshausen, und Maurermeister Rühl, Heimertshausen, führten die Arbeiten sachgemäß und zufriedenstellend aus. Am vergangenen Sonntag sand nun für das gesamte Kirchspiel, das außer Maulbach auch noch die Gemeinden Appenrod und Dannenrod, sowie die Kolonie Reu-Ulrich- ftein umfaßt, eine kleine Einweihungs- feier seines Pfarrhauses statt. Sm Rachmittagsgottesdienst versammelte sich eine zahlreiche (Gemeinde. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Kalb- Henn, predigte über das Psalmwort, das früher auf dem Dalken über der alten Haustür stand: ,Do der Herr nicht das Haus baut, arbeiten, umsonst, die daran bauen." Danach nahmen die kirchlichen Körperschaften eine Besichtigung des Pfarrhauses vor. Sn der Rachversammlung erzählte der Ortspfarrer aus der Geschichte des Kirchspiels und brachte interessante Einzelheiten aus dem Leben und Treiben der vergangenen Geschlechter Maulbachs. Kreis Lauterbach. P. Schlii), 18. Okt. Sn einer von etwa ZO Mitgliedern besuchten Versammlung der Deutschen Volkspartei wurden für Die Stadtrats- Wahlen einstimmig folgende Herren aufgestellt: Rektor Fr. A d o l p h, Schreinermeister S. P a u I, Landwirt und Schuhmachermeister H. P f i f f e r - I in g, Fabrikant Gg. Baumgärtner Müh- lenbesiher W. Reinhardt, Bleicher H. K a i - s e r, Kaufmann O. Bert. Daneben haben noch die Sozialdemokratische Partei, die Gräfliche Verwaltung, die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen und eine kleine Gruppe Handwerker und Gewerbetreibenden ebenfalls eigene Listen eingereicht, während der Landbund für ben Wahl- Vorschlag der Volkspartei eintritt, da auf ihm einer seiner Mitglieder an sicherer Stelle Aufnahme gefunden hat. P. Schlitz, 18. Okt. Rachdem am vergangenen Sonntag in alfrett Kirchen des Schliherlandes stark besuchte Erntedankfestgvttes- dienste stattgefunden hatten, brachten in dieser Woche wieder, einer langjährigen, guten Heber« lieferung folgend, sämtliche Schliherländer Pfarreien zwei Waggons, reich beloben mit Naturalien und Gaden aller Art, an das Darmstädter Elisabethen st ist zum Versand. Damit will das Evangelische Schlitzerland dieser Anstalt seine Dankbarkeit dafür abftatten, daß dos Stift ihm schon seit über ZO Sähren Gemeinde-, Kranken- und Kleinkinderschulschwestern zur Verfügung stellt, und daß die Schwerkranken des Ländchens im Gräflichen Spital zu Schlitz von Darmstädter Schwestern in aufopferungsvoller Weise gepflegt werden. Preußen. Kreis Wetzlar. -t- Lützellinden, 16. Okt. Don einem schwerer, Unglücksfall wurde der Arbeiter Wilhelm Engel von hier betroffen. Der 22jährige Mann fuhr mit einem Wetzlarer Motvrradlahrer auf dem Soziussitz nach Reiskirchen Dor diesem Orte verlor der Führer des Motorrades beim Rehmen einer scharfen Kurve die Gewalt über das Fahrzeug, so daß beide Fahrer stürzten. Während der Lenker der Maschine mit geringfügigen Verletzungen davonkam, erlitt fmn Begleiter erhebliche Unterleibsverletzungen, die seine sosorlige Ueberführung in das Wetzlarer Krankenhaus notwendig machten. O Riederklee n, 15. Okt. Gestern sand in der Gastwirtschaft Ohly Hierselbst eine Versammlung der Ortswohlfahrtsausschüsse der Gemeinden Dornholzhausen, Ebersgöns, Nie- derkleen und Oberkleen statt, an welcher Landrat Miß, Regierungsassessor Molsen, die Sachbearbeiter des Kreiswohlfahrtsamtes zu Wetzlar und ein Vertreter des Bürgermeisteramtes in Groß-Rechtenbach teilnähmen. Auch die Vertrauensleute des Kreisjugendamtes ^frühere Gemeindewaisenräte) waren zu der Versammlung zugezogen. Reben der Besprechung von Fürsorge- äfien aus den einzelnen Gemeinden wurden auch Fragen allgemeiner Natur erörtert, so z. D. die Abhaltung von Aufklärungsvorträgen über die Bekämpfung der Tuberkulose, die in einzelnen Gemeinden eine immer weitere Verbreitung annimmt. Es wurde von Mitgliedern der Orts- wohlfahrtsausschüsse darauf hingewiesen, daß Tuberkulosekranke vielfach aus falscher Scham sich so lange der ärztlichen Behandlung entziehen, bis eine Heilung wegen des fortgeschrittenen Stadiums der Krankheit nicht mehr möglich ist. Ferner wurde die Einrichtung einer gemeinsamen Krankenpflege für die Gemeinden Rieder- kleen, Oberkleen und Ebersgöns angeregt. Als Trägerinnen dieser Einrichtung wollen die Kirchengemeinden auftreten. Die Vertreter der Kreisverwaltung stellten hierzu die finanzielle älnter- stühung durch den Kreis in Aussicht. — Für die Gemeinden Hochelheim, Hörnsheim. Lützellinden, Münchholzhausen, Reiskirchen, Vollnkirchen, Volpertshausen, Weidenhausen, Groh-Rechtenbach und Klein-Rechtenbach fand eine gleiche Besprechung in der neuen Schule in Groh «Rechtenbach statt. <> Niederkleen, 1Z. Okt. Der Autoverkehr Butzbach und Umgegend hat auch an die hiesige Gemeinde den Antrag gestellt, die ihm bewilligte Garantiesumme um 50 Prozent zu erhöhen. Der Gemeinderat hat mit Rücksicht auf die angespannte Finanzlage der Gemeinde den Antrag abgelehnt. Dittkreis. WSN. Dillenburg, 18. Okt. Auf der [teilen Durchgangsstraße in Driedorf im Dillkreis geriet infolge zu schneller Fahrt ein 21 u t o ins Schleudern und überschlug sich. Die beiden Insassen, Kaufmann H u d e l aus Sinn und Franz Schreiner aus Fleisbach, erlitten schwere innere und äußere Verletzungen und wurden ins Herborner Krankenhaus überführt. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Kreis Marburg. Q Fronhausen (Lah n), 15. Okt. Dieser Tage hielt die Gemeindevertretung eine Sitzung ab, in der man sich mit der Vergebung der Zimmerer-, Dachdecker- und Klempnerarbeiten für den neuen Schulhausbau beschäftigte. Die Arbeiten waren im Submissionswege ausgeschrieben worden. Unter 9 Bewerbern erhielt die Zimmererarbeiten der Zimmermeister Gros von Nie- der-Walgern zum Preise von 2600 Mark, unter 6 Bewerbern wurden die Dachdeckerarbeiten dem Dach- dcckermeister Hofmann von Wetter zum Preise von 2286,60 Mark zugesprochen, die Klempnerarbeiten wurden unter 6 Bewerbern dem Klempner- meister Ka letsch von Nieder-Walgern zum Preise von 544 Mark übertragen. Die Maurerarbeiten an dem Schulhausneubau sollen bis zum 1. November beendet fein. — Der hiesige Schützenverein hielt am Sonntag sein diesjähriges Preisschießen ab, bei dem 15 Preise ausgeschossen wurden. Den ersten Preis errang der Schütze Konrad Löwe, der schon seit mehreren Jahren stets den ersten Preis geschossen hatte. Kreis Biedenkopf. ~ Waldgirmes, 16. Okt. Rach dem von der Reichspostverwaltung herausgegebenen Winterfahrplan verkehrt das P o st a u t o auf der Linie Wetzlar —Waldgirmes wie folgt: a, auf der Strecke von Wetzlar (Bahnhof) nach Waldgirmes: werktags: 5,00 ab Wetzlar, 5,15 an Waldgirmes; 6,20 ab Wetzlar, 6,40 an Waldgirmes- 8 85 ab Wetzlar, 8,53 an Waldgirmes; täglich: 13,10 ab Wetzlar. 13,25 an Waldgirmes werktags: 16,20 ab Wetzlar. 16,40 an Waldgirmes; 18,20 ab Wetzlar, 18,40 an Waldgirmes; Sonntags: 18,40 ab Wetzlar. 18,55 an Waldgirmes; b) aus der Strecke von Waldgirmes nach Wetzlar (Bahnhof): werktags: 5,20 ab Waldgirmes, 5.40 an Wetzlar; 6,55 ab Waldgirmes. Z.15 an Wetzlar; 8,52 ab Waldgirmes, 9,10 an Wetzlar; täglich: 13,30 ab Waldgirmes, 13,45 an Wetzlar; werktags: 1Z.15 ab Waldgirmes, 1Z.35 an Wetzlar; 18,42 ab Waldgirmes, 19,00 an Wetzlar; Sonntags: 19,00 ab Waldgirmes, 19,15 an Wetzlar. Kirche und Schule. *!• Ober-Ohmen, 1Z. Okt. Am Sonntag fand in der hiesigen Kirche die kirchliche Visitation durch den Superintendenten für Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, statt. An den Morgengottesdienst schloß sich eine gemeinsame Sitzung des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeindevertretung an. Hierin wurde sehr lebhaft über das für unser Kirchspiel außerordentlich aktuelle Thema der Kirchenheizung verhandelt. Deren Not- Rundfunkprogramm. Sonntag, 20. Oktober. Z ilfjr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 7.55: Flaggen-Parade an Bord des Linienschiffes „Hessen" im Kieler Hafen. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier. veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche. 11: Von Kassel: Erziehung und Bildung- „Die Neuordnung der Lehrerbildung", Vortrag von Oberschulrat Dr. Deiters. 11.30: Elternstunde. Erziehung und Bildung: „Das anstellige Kind", Vortrag von Rektor K. Wehrhan. 12: Von Kassel: Dlastonzert. 14: „Was will die Deutsch-Französische Gesellschaft?", Vortrag von Oberstudiendirektor Dr. Richard Oehlert. 14.30: Stunde der Sugead: Aus dem deutschen Märchen- bom. Wunschstunde. 15.30: Stunde des Landes. 16.30: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Aus Mainz-Kastel: Stunde des Chvrgesangs. Konzert der Arbeitsgemeinschaft Soft scher Chöre. 19: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Geben, Liebe und Arbeit eines Südseevolkes", Vortrag von Dr. Paul Leser, Frankfurt a. M. 19.30: Von Leipzig: Richard-Strauß-Abend. 21 bis 22.30: Rach Stuttgart: Quer durchs Wellenband. 22.45 bis 0.30: Tanzmusik. x Montag, 21. Oktober. 12.15: Schallplattenkonzert: Arien aus italienischen Opern. 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugenö. Von fremden Ländern^und Völkern: „Bilder aus Andalusien und dem spanischen Dinnenlande", Vortrag von Lehrer Fr. Voigt (für Kinder vom 12. Sabre ab). 16.15: Hausfrauen-Rachmittag. „Was das Kind von seinem Erzieher fordert", Vortrag von Lehrer Stricker. 1Z.25 bis 18: Don Mannheim: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: „Schauspielerelend und Theaternot", Vortrag von Emil Lind, Mitglied des Derwaltungs« ratcs der Genossenschaft Deutscher Dühnenange- höriger. 18.30: „Palästina heute", Vortrag von Dr. Albert Ehrenstein. 19: „Die junge Generation in Frankreich", Vortrag von Dr. Hans Hartmann. 19.20: Englische Literaturproben. 19.35: Englischer Unterricht. 20: Rach Stuttgart: Der Gedanke, Drama in sechs Dildern von Leonid Andrejew. 21.30 Rach Stuttgart: Konzert. 22.45 bis 24: Rach Stuttgart: Zerrspiegel, Literarischmusikali! che Veranstaltung. . Dienstag, 22. Oktober. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert. Smita« Honen. 15.15 -bis 15.45: Stunde der Sugend: Aus dem Wunderreiche der Natur — Tierleben der Heimat: „Kohlraupe und Schlupfwespen", Vortrag von Lehrer K. Stricker (für Kinder vom 10. Sabre ab). 16.15 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.15: Don Stuttgart: „Das menschliche Gehirn, ein Empfänger, Transformator und Sender der Weltenergie", Vortrag von Dr. Emil August Glogau, Berlin. 18.45: Eine Viertelstunde deutsche Reichspost: „Einrichtungen der Post zur beschleunigten llcbermittlung und Zustellung von Postsendungen", Vortrag von Postinipektor Günzel. 19: Von Kassel: Vortrag. 19.20: Funkhochschule. 19.40: „Der Ausbau der Angestelltenversicherung", Vortrag von Armin Gehner vom Gewerkschastsbund der Angestellten. 20: Von Kassel: Arien- und Liederabend Umberto Urbano. 22: Von Stuttgart: Wo kommen die Löcher im Käse her? Eine Szene von Kurt Tucholsky. 23 bis 24: Rach Stuttgart: Kammermusik des Pro-Arte-Quartetts. Mittwoch, 23. Oktober. 10.40 bis 11: Schulfunk — Deutsch, vorgetragen von Adalbert Neumann — „Don Zwergen und Kobolden", heitere Dichtungen. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert. Militirkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend: Aus dem Duche der Sage und Geschichte: „Leben und Taten eines wunderlichen Heinzelmannes", vorgetragen von Rektor K. Wehrhan (für Kinder vom 10. Sabre ab). 16.15 bis 18: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Dücherstunde. 18.35: Oscar 21. Sy Schmitz. „Das sind ja Menschen", unveröffentlichte Novelle, vorgelesen vom Autor. 19.05: Französische Literaturproben. 19.20: Französischer Sprachunterricht. 19.45: Senckenberg-Viertelstunde : „Aktuelle Naturwissenschaft", Vortrag von R. Richter. 20: Von Stuttgart: Slawischer Abend. 21: Von Stuttgart: Else Lasker-Schüler rezitiert aus eigenen Werken. 21.30: Nach Stuttgart: Orgelkonzert Walter Draunfels. 22.30: Funkstille. Donnerstag, 24. Oktober. 12.15: Schallplattenkonzert: Unterhaltungsmusik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Sugend: König Reinhold und andere Taunusmärchen von Ntargarete Arndt, vorgetragen von Franz Arzdorf, Gießen (für Kinder vom 10. Sahre ab). 16.15 bis 18: Nach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: „Auf zur Weinlese am Rhein", Vortrag von L. Fischer, Dodeicheim am Rhein. 18.30: Don Kassel: „Neuzeitliche Geflügelzucht", Vortrag von Ernst Herberg, Direktor der Geflügelfarm Heckershausen. 18.50: Aus der Arbeit des Gerichtschemilers, Reportage aus dem Laboratorium und Kriminalmuseum von Professor Dr. Georg Popp. 20: Don Stuttgart: Solistenkonzcrt. 21 bis 22.30: Don Stuttgart: Der Floh im Panzerhaus, Schicksals-Groteske von Robert Forster-Larrinaga. 22.45: Don Freiburg: Populäres Solistenkonzert. Freitag, 25. Oktober. 12.15: Schallplattenkonzert: Mozart. 15.15 bis 15.45: Führung ins Berufsleben: „Der Lehrvertrag im Handwerk, Handel und Sndustrie", Vortrag von Dr. Frey, Vorsitzender des Arbeitsamtes Frankfurt a. M. (für Kinder vom 12. Sahre ab). 16.15 bis 18: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Aus dem autobiographischen Roman „Ende und Anfang" von Hermynia zur Mühlen. 18.50: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wifsenschast und Technik. 19.10: Film«Wochenschau. 19.20: Stenographischer Fort- bildungskursus. 19.40: Schachstunde 20: Aus der Kunsthalle Mannheim: Veranstaltung der Gesellschaft für neue Musik: Kammermusik. 21: Rach Stuttgart: Zeitberichte XIII. 21.40 bis 22.15: Don Stuttgart: Gastspiel der Stuttgarter Kammer- vper: Seine Schwester, Hauskomödie in einem Akt von Dr. Erich Fischer, Musik von Sacques Offenbach. 22.30 bis 24: Unterhaltungsmusik. Samstag, 26. Oktober. 10.40 bis 11.10: Schulfunk: Auslanddeutschtum, Vortrag von Dr. Schollich, Berlin. 13.30 bis 14.30; Schallplattenkonzert: Tragische Ouvertüren 15.15 bis 15.45: Stunde der Sagend: Aus dem deutschen Liederkranz, Liedervorträge Frankfurter Schulen. 16.15 bis 18: Don Stukt- cart: Konzert des Rundfunkorchesters. 1Z bis 18: Tanztee. 18.10: „Pennäler als Helden der Dichtung", Vortrag von H. A. Soachim, Dresden. 18.30: Briefkasten. 18.40: Stunde des Arbeiters: „Weltspartag und Arbeiterschaff, Vortrag von Gerhard Sauer. 19: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Eine Philosophie des Lächelns", Vortrag von Dr. Doris Sauber. 19.30: Von Stuttgart: Aus dem Großen Haus der Württ. Landestheater: Die Regimentstochter. Komische Oper in 2 Aufzügen von G. Donizetti, Dichtung von Saint Georges und A. Bayard. 21.45: Don Stuttgart: Bunter Abend. 23.15 bis 0.30: Von Mannheim: Saz'musik. 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Es wird demgemäß Termin zur Vornahme der Wahl für Versicherte auf Niliwoch, den 4. Dezember 1929, von 9 bis 12 Ahr, für Arbeitgeber auf Mittwoch, den 4. Dezember 1929, von 14 bis 17 Uhr in das Stadthaus, Gartenftraße 2, Zimmer Nr. 16, anberaumt. Die Wahlleitung obliegt dem Unterzeichneten. Die zu wählenden Vertreter in den Vorstand müssen wahlberechtigt und wählbar sein und dürfen nicht dem Ausschuß angehören. Werden solche in den Vorstand gewählt, so scheiden sie mit dem Zeitpunkt aus dem Ausschuß aus, an dem sie zur Ausübung des Vorstandsamts berufen werden. Es find insgesamt vier Vertreter und acht Ersatzmänner, urb zwar je zur Hälfte aus Arbeitgebern und Versicherten zu wählen. Die Vertreter der Unternehmer oder anderen Arbeitgeber und der Versicherten werden aus Grund von Vorschlagslisten wirtschaftlicher Vereinigungen von Arveitgebern oder von Versicherten oder von Verbänden solcher Vereinigungen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Diesen Vorschlagslisten stehen solche Vorschlagslisten von Versicherten gleich, die mindestens zehn Unterschriften Wahlberechtigter tragen und von Arbeitgebern, die von den Vertretern von mindestens zehn Stimmen unterzeichnet sind, ferner Vorschlagslisten mit Mindestens zwei Unterschriften von Vertretern der Arbeitgeber ober der Versicherten im Ausschuß. Wahlberechtigt sind die volljährigen, der Freien Innung der Gastwirte von Gießen und Umgegend angehörenöen Mitglieder, soweit sie Beiträge an die Jnnungskran- kenkasse der Gastwirte-Jnnung zu zahlen haben, sowie die bei diesen im Gastwirtsgewerbe beschäftigten volljährigen Versicherten. Wählbar sind nur volljährige Deutsche, sofern sie von der Wahlberechtigung nicht ausgeschlossen sind. Die Beteiligten werden hiermit zur Einreichung von Wahlvorschlägen (Vorschlagslisten) aufgefordert. Es werden nur-solche Wahlvorschläge berücksichtigt, die spätestens am 5. Novernver 1929 hierher eingereicht sind. Die Stimmabgabe ist an Die Wahl- oorschlüge gebunden. Die Wahlvorschläge sind gesondert für die beteiligten Arbeitgeber und Versicherten aufzustellen: sie müssen von mindestens zehn Wahlberechtigten, die Vorschlagslisten der Arbeitgeber von mindestens zehn Stimmen, unterzeichnet sein. Unterzeichnet ein Wähler mehr als einen Wahlvorschlag, so wird sein Name auf dem zuerst eingereichten Wahl- oorschlag gezählt und aus den übrigen Vorschlägen gestrichen. Jeder Wahlvorschlag darf höchstens dreimal soviel Bewerber benennen, als Vertreter zu wählen sind. Die einzelnen Bewerber sind unter fortlaufender Nummer aufzuführen, welche die Reihenfolge ihrer Benennung ausdrückt, und nach Familien- unb Vor- (Ruf-) namen, Beruf, Wohnort und Wohnung bezeichnen. Bei Versicherten ist auch der Arbeitgeber, bei dem sie beschäftigt sind, anzugeben. Mit den Vorschlägen für Versicherte ist von jedem Be- M, Rosenthal Llebigstr. 13 / Fernsprecher 3177 4489 L- GGraueHaarelG Warum älter erscheinen als Sie sind? Schreiben Sie uns sofort. Sie erhalt, kostenlos die Broschüre: „Wie graue Haareobne zn färben, die Naturfarbe Einen Gchlachtbulten verkauft Gemeinde Krofdorf. Schriftliche Angebote pro Zentner nimmt bis Dienstag, nachmittags 6 Uhr, entgegen 8660D der Gemeindevorsteher. I. bietet in reicher fl uswntzt Bekanntmachung. Gewerbe- u. Maschinenbauschule Gießen Maschinenbanschule, Bauabteilung, Schreinerfachschule, Malerlachschule, keramische Abteilung, Borbereitung auf die Knnslgewer beschule. l.Zachkurse für Elektriker, Schweißer Diese 24 Stund. Zifferblatt Herren- klnker- ^^LS^UHrverstld. m. 6oldr.30fiünd.pa. Werk genau cegl.daju cd)t vergold, kette m. 2|dDr. scbristl. Saran«. 5uf. nur 6.50.RI. $orm S.so.Neuftld.deft.weck 12,50. Ra oal.Sprungd. Ubrfth.oergold. 12,50. Übten.foreh, Berlin 5016/ i2.Rungeftr.17. Drei-Kugel Strümpfe & Socken seit Jahrzehnten erprobt und unerreicht Bekanntmachung. Der Hallentennissport in der Volkshalle für das Winterhalbjahr 1929/30 ist eröffnet. 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Ist dies unterblieben, so gilt der erste Unterzeichner als Vertreter, der zweite als Stellvertreter. Nach Zulassung können die Wahlvorschläge von den Wahlberechtigten während 14 Tagen, vom Tage der Bekanntgabe der Wahlvorschläge an gerechnet, beim Vcr- sicherungsamt, Lonystraße 2, Zimmer Nr. 5, eingesehen werden. Der Wahlausschuß ist befugt, die Wahl- und Stimmberechtigung zu prüfen. Es empfiehlt sich daher, einen Ausweis hierüber zur Wahlhandlung mitzubringen. Läuferstoffe zu bedeutend herabgesetzten Preisen solange der Vorrat reicht im großen Ausverkauf Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Kaffeeröster lKoksfeuerung) ca. 15—30 kg In- Hali, gebraucht, zu kaufen gesucht. Schritt!. Angebote unter 8650D an den GieK. Anzeiger erbeten. Edgar Borna, Giefa 8579A Stiiltbcrncr & Co., Augsburg II 68 Stetten Straße 16, Scblickrfard. Berechnungen u. Ausführungen von Heizungsanlagen werden fachmännisch billigst ausgeführt. Aufstellung von Kostenanschlägen unverbindlich. Reiße &. 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Oktober 1929, findet Rindvieh, (Nutzvieh-) Markt statt i sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 8624C Auslriebszeit am Markttage von 8 bis 9 Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 6. November 1929 statt. Gießen, den 19. Oktober 1929. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Dr. Seid. Vergebung von Sauarbeiten. Für die Errichtung von zwei Vierfamilienhäuser im Anschluß an die bestehenden Häuser am Wartweg sollen die Lrd- und Maurerarbeiten, Zimmerarbeiten, Dachdecker-, Spengler- und Grobschlosserarbeiten nach den Bestimmungen der Reichsverdingungsordnung auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Freie Auswahl unter den Bewerbern sowie Vergebung der Arbeiten im gesamten oder nach Losen getrennt. NWK Wollte NWK Ingenieur Heinr. Brinkmann, Bahnhofstr. 56 7973V Kommen Sie — und hören Siel Der Europa-Empfänger mit Stationswähler TELEFUNKEN 40 wird bei mir vorgeführt — zusammen mit dem TELEFUNKEN-Lautsprecher ARCOPHON 3 TELEFUNKEN b Bahnhofstr, 56 KEN 7973V ■ ranier W in hervorragende Qui'liaisauniabrni niedrigste Preise angenehme monilL Beten kausen Sie nm belle nur bei «s IWWMI WiM F/MtfUu Theatei ' Liieratui ien Cora Escböfen estl ntlicbe rgeräie in grober AnSwei' WlMW Fernruf 4167 ■» Reparatur von 110 LS Diele 2h Stund. Siflerblott fierten« anher= tot* jOftflndPO- ju rtgl-do)u jld. fierte m. ild^orunt. 50.Kl.Zolw lt>.btff.n»erfi ol^prun^ r* Berlin hunfleftt-JL Bl b5i9A ME iZKtz BbM schnell nnd bdti Auf Wunsch^ holuog. w SiigH»«*' WE Bi* MN8 Schnell- Transport« ‘SSä® übcrmnnBi s NiBl»? :S"S KS-jS Nr. 246 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zamrtag, sy. Oktober (929 Verstärkte Sicherung der Gießener Wasserversorgung. Bau eines weiteren Hochbehälters. - Erschließung eines neuen Bauviertels. - Vorgehen des Gtadtrates zum Schu tze der durch Lastautoverkehr gefährdeten Häuser und Anlagen. Gießen, 18. Oktober. Der Stadtrat hatte heute eine Tagesordnung zu erledigen, die mehrere bedeutsame Punkte für die Entwicklung unseres Gemeinwesens enthielt. Vor allem ist dabei hinzuweisen auf den Beschluß, die Sicherung unserer Wasserversorgung durch den B a u eines weiteren Hochbehälters noch zu verstärken. Die Erfahrungen des vergangenen heißen Sommers gaben zu dieser Vorlage Anlaß. Da die Finanzierung dieses Baues aus leicht gangbarem Wege möglich ist, stimmte der Stadtrat der Vorlage glatt zu. Von Wichtigkeit ist weiter der Beschluß, ein neues Bauoiertel am Schiffenberger Weg zu erschließen, wodurch die Bautätigkeit im südlichen Stadtteil eine weitere erfreuliche Anregung erfährt. Zu begrüßen ist weiterhin, daß der Stadtrat im Interesse der Erhaltung und der Sicherung der Häuser und der städtischen Rohren- und Kanalanlagen beschlossen hat, für Lastautos mit Vollgummireifen die Höchstgeschwindigkeit in der Stadt auf 15 Kilometer zu beschränken. Die zahlreichen Hauseigentümer, deren Häuser durch die Erschütterungen, die von diesen Gefährten ausgingen, empfindlich gelitten haben, werden diese Entscheidung des Stadtrates zweifellos mit Genugtuung aufnehmen. Eine längere Aussprache entwickelte sich über die Frage des Neuanstriches des Realgymnasiums. Mit Recht wurden die Bedenken des Vertreters der Wirtschaftlichen Vereinigung als sehr gewichtig anerkannt, und dementsprechend kundgetan, daß die Arbeit nur dann vorgenommen werden soll, wenn sie in ihrem Erfolg unbedingt sichergestellt ist. Sitzungsbericht. Anwesend: Oberbürgermeister Dr. Keller, Bürgermeister Dr. Seid, Beig. Dr. Hamm und 34 Stadtratsmitglieder. Weiterer Zuschuß an den Alice-Schuloerein. Zur Deckung des Defizits des Alice-Schuloereins im Rechnungsjahre 1928 wird außer den etatsmäßig bereitgestellten Mitteln dem Verein noch ein weiterer Zuschuß von 1956,64 Mark bewilligt. Es wird dabei von dem Berichterstatter betont, der Finanzausschuß habe den Standpunkt eingenommen, daß der Alice-Schulverein künftig mit den vorgesehenen Beträgen auskommen und Kreditüberschreitungen vermeiden solle. Stadtratsmitglied Nicolaus (Wirtsch. Dgg.) erklärt, im Hinblick auf diese Stellungnahme des Finanzausschusses und in Anbetracht der entsprechenden Verfügung des Oberbürgermeisters werde seine Fraktion der heutigen Anforderung noch zustimmen, für die Folgezeit werde sie aber keine Kreditüberschreitung des Vereins mehr bewilligen. Schankkonzessionsgesuche. Die Schankkonzessionsgesuche von Hch. Grünewald, Dammstraße 39, Philipp Hahn, Grünberger Straße 1, Adam H o h m e i e r, Neuenweg 36 und des Vereins Chattenhaus, Licher Straße 49 werden befürwortet. Daugefuche. lieber die Baugesuche von Friedrich A b e r = mann, zur Errichtung c.nes Einfamilienhauses am Heegstrauchsweg, M. Rosenthal zum Einbau eines Kamins Liebigstraße 13, des Metzger- Liebe in Ketten. Roman von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 16 Fortsetzung Nachdruck verboten Sogleich hob er die Hand, und rief: „Ich schwöre dir bei al em, was Menschen und mir heilig ist, daß ich nie und nimmer von dir lassen, daß ich dich lieben werde bis zu meinem letzten Atemzug!" „Unb mir in allem vertrauen, Felix?" Wieder war er verwundert: doch er sprach: „Unb dir in allem vertrauen, Käthe!" Da schlang 'sie beide Arme um seinen Nacken und küßte ihn herzlich. „So will ich die Deine sein, Felix, und mit dir vor den Altar treten, wenn du es verlangst!" rief sie dann. „Gott im Himmel sieht in mein Herz und weiß, daß nichts darin ist als die heiligste, reinste Liebe zu dir, Felix. Dir will ich gehören, dir allein!" Da jubelte er auf und zog sie stürmisch an sich. Roch in der gleichen Stunde wurde der Tag der Hochzeit festgesetzt und Tante Adelheids die wieder nach Ronnenwerth zurückgekehrt war, telephonisch herbeigerufen, die auch sofort herbeieilte. Sie war außer sich vor Freude: denn diese beiden jungen Menschenkinder, die sich nun doch noch gefunden hatten, waren das Liebste, das sie auf der Welt besaß. Sie umarmte Käthe innig und küßte sie und fragte: „Run fürchtest du dich nicht mehr vor dem Heiraten, Kind?" Doch Käthe antwortete nicht: sie zuckte zusammen und barg ihr Gesicht an der Drust der Tante. Eine Stimme in ihr mahnte sie: „Sage ihr jetzt alles! Vertraue ihr dein Geheimnis an! Jetzt ist der richtige Augenblick! Jetzt kannst du djch noch vor schwerer Sünde bewahren, und sie wird sicher, garrz sicher einen Rat wissen. Rede, red«-!" Aber so oft Käthe den Mund öffnen wollte, war ihr, als lege sich eine unsichtbare Faust um ihre Kehle, so daß sie kein Wort hervorbringen konnte. Aker als Tante Adelheid ihr sagte, daß sie nun schnell nach Berlin fahren mühten, um die Ausstattung zu beschaffen, erschrak Käthe. Sie fürchtete sich vor Menschen, und sie nahm sich vor, Felix zu bitten, mit ihr auf dem Lande zu bleiben. Er sollte nur ihr leben: sie wollte ihn so glücklich machen, daß ihn nichts mehr von ihr trennen konnte. Sie sah jedoch ein, daß sie die Tante begleiten mußte, und als ihr Verlobter davon hörte, er» meisters Gustav Stephan zur Vergrößerung der Wurstküche Steinstraße 76, Peter A n n a s zu einem Hausbau am Wartweg, W. M o s e r für das Grundstück Wiesecker Weg 10, Errichtung eines Transformatorengebäudes in der Nähe des Wartwegs durch das Elektrizitätswerk, Bruno Fuchs zur Errichtung eines Wohnhauses am Heegftrauchsweg wird antragsgemäß entschieden. Erschließung des Gebiets zwischen Schiffenberger Weg und heegftrauchsweg. Der Bebauungsplan, foroie die Ortsbausatzung für das Gebiet zwischen Schiffenberger Weg und Heegftrauchsweg werden genehmigt. Wie Bcig. Dr. Ham m mitteilt, handelt es sich dabei um das Gebiet zwischen dem Klingelbach und dem Schiffenberger Weg. Für den Heegftrauchsweg fei villenartige Bebauung vorgesehen. Benennung von Straßen. Auf Antrag des Bauausschusses wird beschlossen, die neu au erbauenden Straßen in dem Gebiet zwischen Marburger Straße und Wiesecker Weg nach folgenden berühmten Malern zu benennen: 1. Dürer, 2. Holbein, 3. Cranach, 4. Böcklin, 5. Menzel, 6. Spitzweg, 7. Thoma, 8. Feuerbach. Neue Gebührenordnung für israelitische Grabstätten. Die folgende Abänderung der Gebührenordnung zur Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestattungsordnung wird einstimmig gutgeheißen. Es kosten künftig: Gräber der Israelitischen Religionsgemeinde (Schonfrist 90 Jahre): 1. Einfassungsgrab mit Einfassung für einen Erwachsenen 300 Mk. 2. Einfassungsgrab ohne Einfassung für einen Erwachsenen 275 „ 3. Reihengrab für einen Erwachsenen 75 „ 4. Reihengrab für Kinder von 3 bis 10 Jahren 60 „ 5. Reihengrab für Kinder unter drei Jahren 50 „ 6. Erbbegräbnisse werden zu unter Ord.-Nr. 2 aufgeführten Gebühren abgegeben. Gräber der Israelitischen Religionsgesellschaft (Erwerb eines Grabes geschieht auf Friedhofsdauer): 1. Reihengrab für einen Erwachsenen 190 Mk. 2. Reihengrab für Kinder von 3 bis 10 Jahren 125 „ 3. Reihengrab für Kinder unter drei Jahren 60 „ Neue verkehrsordnung für Lastkraftwagen mit Bollgummibereifung. Folgender Antrag des Bauausschuffes wird einstimmig angenommen: Dem vorliegenden Entwurf einer Polizeiverordnung über die Verkehrsregelung in der Stadt Gießen wird zugestimmt. Nach den Erklärungen des Beig. Dr. Hamm handelt es sich dabei um die Festsetzung einer Höchstgeschwindigkeit von 15 Kilometer für Lastkraftwagen, die mit nicht luftgefüllten Reifen versehen sind, beim Verkehr in der Stadt Gießen. Durch diese Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit solcher Lastkraftwagen soll erreicht werden, daß die starken Erschütterungen und Beschädigungen der Häuser, der Straßen und der Rohr- und Kanalanlagen endlich aufhören. Welche Schäden durch das schnelle Fahren der Lastautos mit Vollgummibereifung in der Stadt entstehen, ersieht man an klärte er sofort, baß auch er in ber Hauptstabt zu tun habe. „Das werben herrliche Tage werben, Käthe!" sagte er voller Freude. „Ich werbe bir alle Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen: wir werden die Theater und die Konzerte besuchen. Du kennst ja noch so wenig." Da schmiegte sie sich an ihn und schaute zu ihm auf. „Liebster," sagte sie, „ich frage nicht viel nach solchen Dingen, wenn ich nur dich habe: und wenn wir vereinigt sind, bann gehen wir auf eins deiner Güter und leben ganz für uns, nicht wahr? Ich kann mir nichts Herrlicheres benken, als allein' zu sein mit bir. Wir beide wollen nur uns leben und unserem Glück, Felix!" Da küßte er sie innig. Er ahnte nicht, daß heimliche Furcht in ihr war, doch noch dem Manne zu begegnen, dem sie von Rechts wegen gehörte. „Vor allem werden wir eine weite Hochzeitsreise machen. Liebste! Wir werden bleiben, wo es schön ist." Da lächelte sie froh, und nach herzlichem Abschied von Felix reiste Käthe mit ihrer Tante ab. Run erst erfuhr sie, daß Frau Adelheid auch in Berlin ein Heim besaß. Aber sie hatte gar keine Zeit, sich darüber zu wundern: denn sie waren fast den ganzen Tag unterwegs. Aus einem Geschäft ging es ins andere, und wenn der Abend kam, bann war sie oft sehr, sehr müde: aber sie freute sich belfert, denn bann schlief sie ein, sobald sie sich niedergelegt hatte. Lind am Morgen gab es wieder so viel zu tun, daß ihr keine Zeit blieb, zu grübeln. Dann traf Felix ein, und nun begann eine herrliche Zeit. Käthe sah zum zweiten Male in ihrem Leben ein Theater und die ersten Künstler und Künstlerinnen. Sie hörte Musik, sie sah die Schätze, die in den Sammlungen vereint waren, und immer war Felix bei ihr und umgab sie mit seiner zärtlichen Liebe. Co verging die Zeit im Fluge. Immer näher rückte ber Hochzeitstag, immer näher die Entscheidung, und nun hatte Käthe doch oft wieder Stunden, wo sie sich todunglücklich fühlte, wo sie nahe daran war, fortzulaufen und irgendwohin zu flüchten, wo niemand sie finden würde. Wenn Klausen doch noch lebte? Wenn er ihr eines Tages begegnete und seine Rechte auf sie geltend machte? „Ich muß es Felix sagen!" dachte sie, unb nahm sich immer wieder vor, es zu tun; aber nie fand sie den Mut dazu. Sie wollte ihn nicht erschrecken. So kam der Hochzeitstag heran. Käthe stand in Brautkleid unb Schleier ba. Tante Abelheid prüfte noch einmal alles unb küßte sie. „Gott segne bich, Kinb!" sagte sie, Tränen in den Augen. „Wie würde dein Vater sich freuen, könnte er dich so sehen!" folgendem Beispiel: Infolge Rohrerschütte- rungen durch solche Lastkraftwagen hatte das Gaswerk einen Gasverlust von 6,7 v. H. im Jahre 1910, dagegen 10 v. H. im Jahre 1928 (in Geld ausgedrückt im Jahre 1928 den Betrag von 25000 Mark), das Wasserwerk einen Wasser- v e r l u st von 14,6 o. H. im Jahre 1910, dagegen 29 v. H. im Jahre 1928 (in Geld ausgedrückt im Jahre 1928 rund 19 000 Mark). Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 15 Kilometer gilt nur für die mit nicht luftgefüllten Reifen versehenen Lastautos, für alle übrigen Autos und für die mit Ballonreifen ausgestatteten Lastkraftwagen gilt die Neuregelung nicht. Neufeslsehung des Dasserpreises für Großverbraucher. Auf Antrag des Betriebs-Ausschusses wird beschlossen: Von dem Grundwasserpreis von 25 Rps. pro cbm werden für Großverbraucher folgende Ermäßigungen für ein cbm mit Wirkung vom 1. Oktober 1929 ab gewährt: bei einem monatlichen Verbrauch von 350— 750 cbm 1 Rpf. 751—1000 „ 2 „ 1001—1250 „ 3 „ 1251—1500 „ 4 „ 1501—1750 „ 5 „ 1751—2000 „ 6 „ 2001—2250 „ 7 „ 2251—3000 „ 8 „ 3001—5000 „ 9 „ 5001 u. mehr „ 10 „ Rechnungsabschlüße. Die Rechnung des städtischen Gaswerks für das Rechnungsjahr 1927 schließt in Einnahme mit 1213 430 Mk., in Ausgabe mit 1206 978,51 Mk. ab. Dem Erneuerungsstock sind 92 736,59 Mk. überwiesen worden. Die Rechnung des städtischen Wasserwerks -für das Rechnungsjahr 1927 schließt mit 656 085,69 Mk. in Einnahme und 655 480,14 Mk. in Ausgabe ab. Die Ueberweisung an den Erneuerungsstock belief sich auf 114 456,20 Mark. Die Rechnung des Wohlfahrtsamtes für das Rechnungsjahr 1927 weist in Einnahme 1 419 832,14 Mk., in Ausgabe 1417 612,14 Mk. auf. Alle drei Rechnungen werden debattelos einstimmig genehmigt. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. Die Lieferung einer Fuhrwerkswaage mit 20 000 Kilogramm Wiegefähigkeit wird der Maschinenfabrik Schenck in Darmstadt zum Preise von 4420 Mk. übertragen. Die Erb- unb Maurerarbeiten für bie Errichtung eines Transformatovenhauses im Wartweg erhält zum Angebotspreis von 3832,35 Mark die Firma Dirkenstock & Schneider in Gießen unb für ein Transformatorenhaus für bas Gebiet zwischen Marburger Straße unb Wiesecker Weg zum Angebotspreis von 4168,42 Mk. bie Firma Pfaff & Co. in Gießen. Die Kanalisations- unb Jnstallationsarbeiten für bie W o hnung sba u ten in ber Schwarzlach werden je zur Hälfte an die Freie Vereinigung der Spengler- unb Jnstalla- teurmeifter unb bie Firma Georg Appel in Gießen zu bem Angebotspreis von je 14 580,71 Mark vergeben. Dann geleitete sie bie Braut nach dem Salon, in bem bie Baronin mit ihrem Sohne wartete. Wortlos schauten bie beiden einander in die Augen, aus denen all das hohe Glück leuchtete, das sie empfanden. Er bot ihr den Arm unb geleitete sie hinaus. Das Gotteshaus war gefüllt von einer erlesenen Gesellschaft. Der greife Hofprediger hielt bie Traurede. Ernst unb einbringlich waren seine Worte: aber sie atmeten große Herzensgüte, unb bis ins Innerste erschauemb, lauschte Käthe: aber auch erbebenb, selbst in diesem feierlichen Augenblick, vor heimlicher Furcht, bie sie nicht bannen konnte. Wie würde Gott den Frevel rächen, den sie jetzt beging, wenn Dembt Klausen nach lebte? Sie erschrak bei biefem Gedanken, unb als sie bie Hand vorstreckte, baß ber Ring an ihren Finger geschobe i würde, ba zitterte sie. Der Geistliche mußte sie mit beiden Händen erfassen, und um sie zu beruhigen, schaute er sie dabei so gütig an, baß Käthe sofort alle Furcht schwinden fühlte unb sich vornahm, zu diesem Manne zu flüchten, wenn — wenn doch einst das Furchtbare geschah. Bei ihm würde sie Verständnis und Vergebung finden: davon war sie in dieser Minute überzeugt. Alles andere war ihr wie ein Traum. Sie empfing den Kuß ihres Gatten: sie wurde von seiner Mutter umarmt und von Tante Adelheid, sie hörte die unzähligen Glückwünsche: sie spürte Händedrücke: sie sah hundert fremde Gesichter. Sie schrak erst auf, als eine Stimme an ihr Ohr klang, die sie haßte. Vor ihr stand Isolde von Kletten und lächelte süß und sprach: „Auch ich wünsche Ihnen von Herren Glück und — daß es von Dauer sein möge!" Dabei blitzte es in ihren Augen auf. Sie verbeugte sich und trat zurück: aber Ke the war es, als sei auf einmal alle Fr.ude von ihr gewichen, unb sie atmete auf, als sie wieder im Auto saß. „In einer Stunde hole ich dich, Liebste!" raunte Felix ihr zu, unb als sie in ihr Zimmer kam, warteten schon bie Mäbchen auf sie unb lofk.i ihr Schleier und Kranz aus bem Haar, streiften ihr bas kostbare Gewanb ab unb halfen ihr beim ilmlleibcn. „ Fort, weit fort!“ hämmerten bie Pulse in Käthe. „Allein mit ihm sein! Keinen anberen Menschen mehr sehen!" Lind als Felix kam, ba flog sie ihm mit einem jubelnden Schrei entgegen, schmiegte sich an ihn und ließ sich gern, ach, so gern aus bem Hause führen. Sie hatten sich vorgenommen, eine Rundreise nach den Gütern der Turnaas zu machen, unb diese Fahrt war herrlich: denn sie führte durch bie schönsten Gegenden des Landes. Lind überall, wo das junge Paar erschien, wurde es festlich empfangen. Käthe staunte stets von neuem, wie Die Arbeiten für den Reuanstrich deS Realgymnasiums werden ber mindestfordernde ir Finna Bauhütte Gießen zum Angebotspreis von 4808,50 Mk. übertragen. — Bei dieser Vorlage kommt es zu einer längeren Aussprache durch einen Antrag der Fraktion ber Wirtschaftlichen Vereinigung. Rach diesem Antrag soll die Ausführung des Reuanftrichs wegen der vorgefchrittenen ungünstigen Jahreszeit und wegen der Störung des Schulbetriebes bis zu den nächstjährigen großen Schulferien zurückgestellt werden. Stadtratsmital. L a u n f p a ch (Wirtsch. Vgg.) betont bei der Begründung des Antrages, daß diese Arbeit mindestens 20 Tage dauern werde unb bei anhaltendem Regenwetter, mit bem man in ber jetzigen Jahreszeit rechnen muffe, bas Holz der Fensterrahmen nicht genügend trocknen könne, um eine feste Bindung ber Anstrichfarbe zu ermöglichen, unb baß beim Streichen der Fenster diese zum Trocknen mindestens zwei Tage osfenstehen müßten, wodurch aber der Schulbetrieb stark gestört werde. Wenn die Arbeit unter den jetzt zu erwartenden Witterungs- Verhältnissen nicht ordentlich ausgeführt werde, fei in kurzer Zeit mit dem Abblättern des Anstrichs zu rechnen, und bann fei bie Ausgabe umsonst gewesen. In ber Aussprache, an ber sich Beigeordneter Dr. Hamm als Vertreter ber Verwaltung unb zahlreiche Stabtratsmitglieber beteiligen, wirb die Berechtigung der vorgebrachten Bedenken anerkannt, von dem Beigeordneten Dr.Hamm wird aber auch hervor- gehvben, daß ihm auf Anfrage von dem Jn- nungsobermeister erklärt worden fei, man könne diesen Reuanstrich jetzt immer noch vornehmen. Da natürlich niemand für eine günstige Wetterlage garantieren kann, wird schließlich nach langer Erörterung unb nach Zurückziehung des Antrages der Wirtsch. Vgg. beschlossen, die Vorlage als Drbeitsvergebung heute zu genehmigen unb für bie Ausführung ber Arbeit bie Entscheibung über ben Zeitpunkt dem Dauamt zu überlassen, bas bamit auch die alleinige Verantwortung zu übernehmen hat. Die Fraktion ber Wirtsch. Vgg. stimmt biefer Regelung zu, läßt aber durch ihren Vorsitzenden, Stadtratsmitgl. R i c o l a u s, erklären, daß sie jebe Verantwortung für bie Folgen ablehne, falls biefe Arbeit jetzt unb in ben nächsten Wochen noch ausgeführt werbe. Die Vergebung ber Glaserarbeiten für ben Reubau ber P estalozzischule an eine Reihe hiesiger Firmen zu deren Angebotspreisen wird genehmigt. Auf eine Anfrage des Stadtratsmitgl. Loeb er (Dt. Dp.), warum bie Steine für blesen Dau von auswärts unb nicht von einer hiesigen Firma bezogen worden seien, antwortet Beigeordneter Dr. Hamm, das Angebot der Firma Gail habe im Preis erheblich über dem auswärtigen gelegen. Der Firma Gail sei jedoch eine Teillieferung von Bausteinen zu diesem Dau übertragen worden. Der Kredit zur Defestigung des Flutgra- b end in der Gemarkung Queckbom im Grundstück des Wasserwerks wird von 4000 auf 5400 Mark erhöht, bie Erb- unb Maurerarbeiten erhält ber minbeftforbernbe Tauunternehmer Jäger (Queckbom) zum Angebotspreis von 3236 Mark, die Zementrohrlieferung wirb ber Firma Sack & Jughardt zu Gießen übertragen. viele Menschen in ben Diensten ihres Gatten stauben, wie große Sttecken Laubes er besah. Dann ging es über Tirol nach bem Süden weiter, nach Oberitalien, nach ber Riviera, unb Käthes Glück kannte keine Grenzen. Sie wähnte sich im Himmel, und Felix staunte immer wieder über fie; denn nie hatte er sie so froh unb so heiter gesehen wie in diesen Tagen, nie hatte er sie so klingeub lachen hören. „Wenn es dir recht ist, Liebste, besuchen wir auch einmal das Kasino. Ich bin ja sicher, daß wir beide verlieren werden: aber bas bars ja auch nicht anders sein. Du weißt: Glück in ber Liebe, Pech im Spiel!" Käthe freute sich auf biefe Fahrt, unb obwohl sie längst an Luxus aller Art gewöhnt war, staunte sie doch über das, was sie in biefen berühmten und berüchtigten Spielsälen sah: aber ihr graute auch fast vor den Gesichtem ber Menschen an den verschiebenen Tischen, unb fie war nah: daran, Felix zu bitten, sie wieder hinauszuführen. Sie bezwang sich jedoch, unb als er ihr flüchttg die Regeln der Roulette erklärte unb ihr einen Platz am Tisch freimachte, ba setzte fie ein Hundertfrankstück auf ein Feld unb freute sich kindlich, als ber Croupier bie Kugel schwirren ließ unb ihr mit ber Harke eine ganze Menge Goldstücke zaschob. Sie ließ alles stehen, unb es ging ihr wie beinahe allen Anfängern, sie gewann und gewann, bis Felix sie ermahnte, das Geld an sich zu nehmen. Sie brachte es kaum in bem Hanbtäschchen unter. Er mußte es ihr tragen, so schwer war es, und sie strahlte, als könnte dieses Gelb sie vor dem Verderben retten. Wo sie unterwegs einem 'Bettler begegneten, einem armen Kinde, da verschenkte fie es mit vollen Händen. Roch mehrmals besuchten sie bie Spielsäle, und immer gewann Käthe, wenn auch nicht ununterbrochen. Sie fanb Gefallen an ber Erregung, unb Felix ließ sie gewähren. Wieder waren sie eines Abends stundenlang in dem Roulettesaal gewesen, als Felix plötzlich stutzte und ausrief: „Entschuldige mich einen Augenblick, bitte, Käthe! Ich glaube, ich habe eben einen alten Freund gesehen, ben ich gern einmal toieber sprechen möchte. Wenn ich mich nicht getäuscht habe, werde ich ihn bir bringen. Ich bin sicher, er wird bir gefallen." Arglos nickte sie, und Felix eilte fort Sie schlenderte zu einer Rische, wo unter Palmen eine Dank fast ganz verborgen stand. 3m letzten Augenblick gewahrte sie jedoch, daß schon eine Dame darauf Platz genommen hatte: sie wollte umkehren, ba fielen ihre Dlicke auf baS Haar ber anberen. (Fortsetzung folgt.) Für die De f ch a f f ung v on W a s se r m e s - fern werden weitere 12 000 Mark bctoilhgt Die Lieferung wird je zur Hälfte an Siemens & Halske in Berlin und an Bopp & Reuther in Mannheim übertragen. Die Dlattenliesecung zur Erneue tung des Dürgersteigbelags in hr W e st a n - läge vor der Goetheschule erhalten dre Firmen Sack & Jughardt und Dern & Co. Wit der Lieferung der Äiederdruck- Warmwafserheizungsanlage für dre Pestalozzi sch ule in oen Eichgärten wird die Firma Schaffstaedt zu Gießen zum Angebotspreis von 75 655.97 Marl beauftragt. Errichtung eines neuen Dasserhochbehällers bei Annerod. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung der Stadt Gießen wird die Errichtung eines neuen Wasserhochbehälters mit einem Fassungsvermögen von 5200 Kubi.meter oberhalb des Wasserbehälters bei Qlnnetou bei Kilometer 6,6 der Provinzialstrahe Gießen—Grünberg beschlossen. Die Gesamtkosten von 400 000 Mark werden bewilligt. 275 000 Mark sollen dem Erneuerungsstock des Wasserwerks entnommen und 125 000 Mark aus dem Erneuerungsstock des Gaswerks gegen Zinserstattung entliehen werden. Beigeordneter Dr. Hamm bemerkt bei dieser Borlage, daß unsere Quellen genügend Wasser liefern und auch das Pumpwerk gut in Ordnung sei, die Erfahrungen im letzten heißen Sommer jedoch die Notwendigkeit der Schaffung eines weiteren großen Behälters zur Aufspeicherung einer Wasserreserve erwiesen hätten. lichen Uhren in der Stadt nicht übereinstimmen, 0 zu beseitigen. Die Verwaltung habe zu diesem Zweck nach eingehender Prüfung der Firma W a g n e r in Wiesbaden das Recht zur Einrichtung einer Zentraluhrenanlage tn Gießen erteilt. An diese Anlage sollen nicht nur die älhren in den städtischen Gebäuden und in den Straßen angeschlossen werden, sondern es sollen auch Privatfirmen an die elektrisch betriebene Zentraluhrenanlage Anschluß finden. Leider habe sich die in Betracht kommende Bevölkerung nur ganz unzulänglich an der Sache beteiligt, und neuerdings würden der Firma bei der Anbringung ihrer Dachständer zur Befestigung des Leitungsdrahtes Schwierigkeiten bereitet. Da es sich hier um eine Einrichtung handele, die im öffentlichen Interesse liege und die auch für die Geschäfte und die Betriebe bedeutsame Vorteile aufweise, bitte er, sich an dieser Einrichtung zahlreich zu beteiligen, damit sie für die Dauer erhalten bleiben könne, und ferner bitte er die in Betracht kommenden Hauseigentümer, der Firma hinsichtlich der Anbringung der Dachständer entgegeirzukommen. Es handele sich hierbei nur um leichte Ständer, durch die eine Beschädigung des Daches nicht zu erwarten sei. Wenn allseitiges Interesse und Entgegenkommen in dieser Sache gezeigt werde, so sei zu hoffen, daß unsere Stadt auch in Bälde eine einheitliche älhrzeit au'weise. In einer anschließenden kurzen Aussprache stimmten mehrere Fra.tionsredner den Ausführungen des Beigeordneten zu. Weitere Sredilbewilligungen. Zur Beschaffung von Kulissen für die Bühne der Liebigshöhe werden 500 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Kulissen können vom Goethebund erworben werden. , , _ Der beim Dermessungsamt vorgesehene Kredit für Laglohnarbeiten wird infolge umfangreicherer Dermessungsarbeiten von 3200 Mk. auf 5000 Mk. erhöht. „ m Für die Instandsetzung der der Gewerbe- und Maschinenbauschule und der gewerblichen Abteilung der Fortbildungsschule in der Alten Klinik überlassenen Schulräume wird ein Kredit von 6000 Mk. zur Verfügung gestellt. Für die Herstellung von etwa 5500 Meter Kabelgräben wird ein Kredit in Höhe von 18 937,05 Mk. bewilligt. Die Ausführung der Arbeiten wird der Firma Abermann in Gießen übertragen. Die Lieferung von fünf Kabelverteilungskästen zum Gesamtpreis von rund 3200 Mk. wird der Firma Köttgen & Co. in Bergisch-Gladbach übertragen und der erforderliche Kredit in Höhe von 3200 Mk. bewilligt. Zur Beleuchtung des Gäßchens zwischen den Häusern Seltersweg 14 und 16 wird ein Kredit von ICO Mk. bewilligt. Die Zentraluhrenanlage. Vor Schluß der öffentlichen Sitzung weist Beigeordneter Dr. Hamm noch darauf hin, daß die Stadtverwaltung auf Wunsch aus Stadtratskreisen und seitens des Verkehrsvereins, wie auch der Bürgerschaft sich bemüht habe, den bisherigen unleidlichen Zustand, daß die off ent- „Hände hoch - Kriminalpolizei!" Was ich in -ISjährigem Kampf gegen das internationale Verbrechertum erlebte. beginnen heuie mit dem Abdruck einer Artikelserie, worin einer der namhaftesten und bewährtesten deutschen Kriminalisten, Kommissar Engelbrecht, zuletzt in Berlin, seine Erlebnisse und Erfahrungen während einer jahrelangen, aufreibenden Dienstpraxis in aller Herren Ländern schildert. Wir sind überzeugt, mit dieser Memoirenreihe, die wir in zwangloser Folge fortsehen wollen, unseren Lesern eine unalltägliche und interessante Lektüre bieten zu können: hier ist einmal die häufig ein wenig phantastisch anmutende Welt des Verbrechertums, wie sie den meisten aus Romanen, Filmen oder Theaterstücken „vertraut" sein dürfte, als nüchterne und in allen Einzelheiten erlebte Wirklichkeit behandelt. Iedem Bericht liegt ein aktenmäßig greifbarer ..Fall" zugrunde, und man wird vielleicht finden, daß die Realität dieser Aufzeichnungen und die sachliche Kriminalreportage nicht minder fesselnd und spannend zu sein braucht, als die abenteuerliche Erfindung zahlloser Romane und Filme, in denen gespielt wird mit Dingen, welche im Alltag ost genug zwischen Tod und Leben sich ereignen und har.e, manchmal erschütternde und unauslöschliche Wahrheiten bedeuten. I. Kriminalist aus Passion. Man hat mich schon häufig gefragt, was mich eigentlich veranlLßt hat, gerade Kriminalkom- mi.sar zu werden. Ich glaube, es war der von Kindheit an in mir ruhende Trieb nach Abenteuern, nach Erleben großer Vorkommnisse. Schon als vierzehnjähriger Iunge glaubte ich, in mir eine besam ere Veranlagung für diesen Beruf entdeckt zu haben. Ich war damals Gast eines Onkels, des Amtmanns von Lüdenscheid in Westfalen. Gerade in diese Ferienzeit hinein fiel eine Mordtat, die weit über die Grenzen des Sauerlandes hinaus die Gemüter der Bevölkerung erreg.T Rahe der Lungenheilstätte Hellersen war eine Frau, die wegen ihres meist allzu reichen Alkoholgenusses in der dortigen Gegend übel beleumundet war, ermordet worden. Der Amtmann hatte die Untersuchung zu leiten, und für mich, den vierzehnjährigen dünge», war es selbstverständlich, ihn überall zu begleiten. Mein Onkel bemerkte auch wohl ein gewisses Verständnis und erlaubte mir, für einen plötzlich erkrankten Polizeibeamten das Protokoll niederzuschreiben. Die verschiedenen Zeugenvernehmungen, die Besichtigung des Tatortes und überhaupt die ganze Untersuchung interessierten mich ganz außerordentlich. Der Höhepunkt meines Interesses wurde erreicht, als es gelang, den mutmaßlichen Mörder zu ermitteln und den Zeugen gegenüberzustellen. Tieftraurig war ich, als die Ferien abgelaufen waren und mich der Schulbeginn nach Marienwerder zurückrief, ehe der Mordfall seine völlige Aufklärung gefunden hatte. Roch viele Monate hindurch beschäftigte dieser Mord von Hellersen meine Phantasie. In meinen Gedanken erwog ich ständig das Für und Wider, alles, was man für die Schuld oder für Von Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht. Copyright bh Greiner & Co., Berlin NW 6. die älnschuld des Verdächtigen anführen konnte. *v)^ war für mich ein Erlebnis gewesen, und von diesem Zeitpunkt an verfolgt» ich wohl sämtliche triminellen Geschehnisse in unserem gemütlichen „Liebe"-Städtchen Marienwerder mit ganz besonderem Interesse. Dieses Erlebnis wirkte dann, dreizehn Iahre später, bei meinem Entschlüsse, Kriminalist zu werden, entscheidend mit. Schnell entschlossen suchte ich den damals bekannten süddeutschen Kriminalisten, den Kriminalkommissar von Salomon, im Polizeipräsidium Frankfurt a. M. auf und bat ihn, sich für meine Annahme und Ausbildung als Kriminalkommissar verwenden zu wollen. Herr von Salomon sagte mir liebenswürdigerweise seine Unterstützung zu und bot auch alles auf, mir in der Folge die Wege zu ebnen. Meinem Anträge auf Ausbildung als Kriminalkommissar wurde auch bald entsprochen, und schon August 1911 durfte ich meinen Dienst beim Polizeipräsidium Frankfurt a. M. antreten. Im Iuli 1922 erfolgte meine Ernennung zum Hilfskriminalkommissar, und schon wenige Wochen später meine Anstellung als Kriminalkommissar beim Polizeipräsidium Frankfurt a. M. Zunächst wurde mir die Leitung des Spielerdezernats übertragen. Zu den Aufgaben meines Arbeitsgebietes gehörte die Bekämpfung des Spiels in jeder Form, also des öffentlichen Glücksspiels, der unerlaubten Ausspielung, des gewerbsmäßigen Glücksspiels, des Buchmachens und auch die Beobachtung der Rennplätze. Ein mißgestalteter Heiratsschwindler. Etwas Abwechslung in dem ewigen Einerlei der Spieler- und Duchmacherrazzien bot die Bearbeitung einiger größerer Betrugsfälle. Einer der intere'santesten Fälle, dessen Bearbeitung meinem Dezernat oblag, war wohl der des bekannten Heiratsschwindlers E. Th., der in den Jahren 1912/13 wohl in ganz Deutschland sein Unwesen trieb. Th. war früher Fabrikarbeiter, wurde aber geisteskrank und in einer Irrenanstalt interniert. Cs gelang ihm aber immer wieder, aus der Anstalt zu entweichen und dann .auf die Brautschau" zu gehen. In Berlin. Dresden, Chemnitz, Halle, München, überall hatte er große Erfolge, überall hatte er bei reichen Frauen Glück, und überall wurde er deshalb steckbrieflich gesucht. Hier knüpfte er mit einer Witwe die engsten Beziehungen an, dort suchte er Anschluß an Töchter aus gutem Hause. Hier war er der Ingenieur Iäckel, dort Ingenieur Thoma, hier trat er als Regierungsbaumeister Mendel und dort als Regierungsassessor Dr. Thoma in Erscheinung. Meistens kam der Herr Regierungsassesfor dl ec Ingenieur in einem Privatauto angefahren und machte der Dame seines Herzens oder ihren Angehörigen im Frack, mit weißer Binde, Lackschuhen und mit einem goldgefaßten Monokel seinen offiziellen Besuch. Stets zeigte er sich gewandt und liebenswürdig, und niemals vergaß er, der Dame seines Herzens die herrlichsten Blumen mitzubringen. Geschickt gelang es dem Schwindler in der Regel, schon in wenigen Wochen Herz und Vertrauen der Dame zu erobern. Dann erschien er mit allerlei mehr ober weniger wahrscheinlichen Gründen, unter denen er seine Auserwählte um ein Darlehen in Höhe van 5000 bis 10 000 Mark — unter dem tat er es selten — bat. Meistens hatte er mehrere Bräute, und zwar vorsichtigerweise in verschiedenen Städten, die er dann so lange besuchte und mit seiner Liebe beglückte, bis er ihnen ihre Ersparnisse abgenommen hatte. Dann kam das nächste Opfer an die Reihe. Als die erste Anzeige gegen Th. einlief, war leider kein Lichtbild von ihm vorhanden, das zu Feststellungen und Ermittelungen nach ihm Verwendung finden konnte. Sämtliche betrogenen Frauen schilderten ihn als einen gebildeten, hübschen und liebenswürdigen jungen Mann von gepflegtem, sauberen Aeußeren. Als die Polizei ihn schließlich in Frankfurt a. M. auf dem Hauptbahnhof festnehmen konnte, stellte sich heraus, daß diese von den Damen angeführte Personen- beschreibung absolut unzutreffend war. Th. war ein kleiner, häßlicher Mensch, er lahmte auf einem Bein, und sein Gebiß zeigte vorne zahlreiche ßüden. Eigenartig war, daß keine der Damen bei dem amüsanten Plauderer etwas von Geistesgestörtheit gemerkt haben wollte. Als Th. wieder der Irrenanstalt zugeführt war, änderte sich sein Verhalten aber derart, daß man in ihm unschwer den Geisteskranken erkennen konnte. Oie Bank nimmt den Defraudanten in Schuh. Erwähnenswert ist auch noch ein anderer Fall, der ein eigenartiges von mir nie für möglich gehaltenes Ende nehmen sollte. Gelegentlich einer Razzia gegen obskure Frankfurter Lokale in der Altstadt fiel ein jüngerer Mann dadurch auf, daß er allzu freigebig die Gäste traktierte und seinen Kneipgesellen unvorsichtigerweise Einblick in seine Brieftasche tun ließ. Man vermutete zunächst in diesem etwa fünfundzwanzigjährigen Manne einen unerfahrenen Provinzler, der die Freuden einer Großstadt kennenlernen wollte. Die Streife der Kriminalpolizei nahm M. deshalb zu seinem eigenen Schutze mit und brachte ihn zur Feststellung seiner Personalien zum Polizeirevier. Hier stellte es sich heraus, daß M. erhebliche Geldsummen bei sich führte, über deren Erwerb er ausweichende Angaben machte. Man lieferte ihn zwecks weiterer Ermittlung ein und führte ihn tags darauf meinem Dezernat vor. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung machten wir nun eine höchst seltsame und interessante Entdeckung. In einem kleineren Handkoffer, seinem einzigen Reisegepäck, lagen unter Wäsche und einigen Büchern wild durcheinander mehrere Hundertmarkscheine. Die Bücher fielen durch einen etwas starken Deckel auf, und bei näherer Inaugenscheinnahme wurde festgestellt, daß sich unter den Deckeln sämtlicher Bücher, kunstvoll eingeklebt, eine ganze Anzahl Tausendmarkscheine befanden. Wohl in allen Büchern befanden sich zwei bis drei Tausendmarkscheine, die in entsprechender Verteilung sorgsam in den Buchdeckel eingelegt und dann wieder mit weißem Papier überklebt worden touren. Als man M. den Fund entgegenhielt, erblaßte er zwar, blieb aber auf die eindringlichsten Fragen nach der Herkunft dieses Geldes immer wieder bei seiner Erklärung: „Ich habe mir bas Geld erworben." Die Kriminalpolizei ermittelte bald, daß M. Buchhalter bei einer Privatbank eines kleineren märkischen Städtchens gewesen war, dort aber leinen Posten aufgegeben und sich seit mehreren Monaten auf Reisen begeben hatte. Rachfragen bei dieser Bank ergaben aber keine Anhaltspunkte, die für den unredlichen Erwerb des Geldes sprechen konnten. Die Dank erklärte vielmehr, daß M. wohl bei ihr tätig gerne en wäre, daß aber alle seine Bücher in Ordnung befunden seien und daß ec bei der Dank sich keinerlei älnehrlichkei.en Jjabe zuschulden kommen lassen. M. wurde immer wieder vernommen, immer wieder einem Verhör unterzogen, um eine Aufklärung zu ermöglichen, aber immer blieb er bei seiner Erklärung: „Ich habe mir das Geld erworben." Schließlich gelang es nach mehreren Tagen aber doch, M. zu einem Geständnis zu veranlassen. Er gab zu, daß er in der bewußten Bank etwa 20 000 Mark unterschlagen und durch falsche Buchungen die Entdeckung verhindert habe. Er habe, so erklärte er, die Sache aber so geschickt angefangen, daß die Bank davon nie etwas habe merken können. M. wurde nun der Staatsanwaltschaft vorgeführt, die das Verfahren gegen ihn einleitete. Die Dank, für welche immerhin die Möglichkeit bestand, über 16 000 Mark zurückzubekommen, bestritt al er energisch die Aussage M.'s und blieb auch bei dem Verhandlungstermin gegen M. bei dieser strikten Ablehnung. Die Dank erklärte, daß es ganz ausgeschlossen sei, daß M. bei ihr das Geld unterschlagen haben könne, alle Duchkontrollen hätten die Ordnung der von ihm geführten Bücher ergeben. M., der auch dem Vcrnehmungs- richter gegenüber sein der Kriminalpolizei abgelegtes Geständnis wiederholt hatte, blieb auch beim Verhandlungstermin bei seiner Behauptung, daß er das Geld bei die'er Dank veruntreut habe, und bat um eine milde Destrafung. Das Urteil fiel aber ganz anders aus, als die Kriminalpolizei es sich gedacht hatte. Den Angaben des M. wurde seitens des Gerichts keinerlei Glauben geschenkt und, da das Gericht nicht in der Lage war, ihm den betrügerischen Erwerb des Geldes nach^uweisen, erfolgte seine Freisprechung. Außerdem wurden ihm die sechzehn Tausendmarkscheine, die von der Kriminalpolizei bei ihm beschlagnahmt waren, wieder ausgehän- digt. M. war darob baß erstaunt. Als man ihm das Geld geben wollte, fürchtete er Wohl eine Falle und verweigerte zunächst _ die Annahme. Schließlich ging ihm aber allmählich ein Licht auf, und unter Kopfschütteln nahm er seine Tausendmarkscheine wieder an sich. M. wurde dann ständiger Gast der Frankfurter Lebewelt und Verbrecherlvkale und vergeudete das viele Geld in wenigen Monaten. Wie ich später hörte, soll er dann, als alles verbraucht war, selbst Hand an sich gelegt haben. Es darf Wohl kaum einem Zweifel unterliegen, daß M.'s Geständnis der Wahrheit entsprach. Die Dank aber dürfte ihrerseits großes Interesse daran gehabt haben, den Verlust abzustreiten, um ihr Renommee zu wahren und einen unvermeidlichen Kundenabfall oder noch Schlimmeres zu verhindern. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) fi. 211. 1. Der Hausbesitzer kann nicht gezwungen werden, in Ihre Wohnung eine elektrische Lichtleitung zu legen. — 2. Wegen der notwendigen Jn- standsetzungsarbeiten wenden Sie sich an das Stadt. Mieteinigungsamt, Lonystraße 2. Dieses wird auch zu prüfen haben, ob der Hauseigentümer in ordnungsmäßiger Weise für die Erwarmungsmöglichkeit Ihrer Räume durch passende Defen gesorgt hat, die der Zimmergröße entsprechen. £). 5. G. Ihre Mutter erwarb als frühere Hessin durch die Verheiratung mit Ihrem Vater, einem Preußen, die preußische Staatsangehörigkeit und verlor gleichzeitig damit die hessische. Wenn Ihr Daier nicht die hessische Staatsangehörigkeit erworben hat, sind die aus der Che hervorgegangenen Kinder gleichfalls nur Preußen. Wir werden in Kürze einen Aufsatz bringen, in dem Sie Ihre weiteren Fragen beantwortet finden werden. Rur ein husten ist's, sagen viele Leute, quälen sich ab, tun nichts oder nichts rechtes dagegen und warten, bis er von selbst wieder vergeht. Nichts ist gefährlicher als das! Jeder Husten birgt große Gefahren in sich. Deshalb sollte man auch schon bei kleinsten Hustenbeschwerden „Kaiser's Brust-Eara- mellen" nehmen. 15 000 Zeugnisse bestätigen die ganz hervorragende Wirkung dieser Bonbons gegen alle Erkrankungen der Atmungsorgane. 8488v Auf der 6. Westfälischen Gastwirtsmesse in Dortmund wurde den bekannten Mielewerken A.-G. in Gütersloh für hervorragende Leistungen die Goldene Medaille zugesprochen. Die Firma hatte auf der Ausstellung insbesondere ihre elektrischen Waschmaschinen, Wäscheschleudern, Wäschemangeln und Staubsauger ausgestellt. 279v SerforgeDeinMnd und Deine Familie durch Abschluß einer Lebensversicherung. Diese bietet billig und sicher die größte kontinentale Gegenseitigkeitsanstalt Rnstalts- Üermb'gen 330 Millionen brtnueijerironher» Schweizerische Lcbensoersiche- - rungs-u.RentencmslLütinsürich vezlrksülreMou 3[onlhirt, fialferftt. 19, Tel. Taunus 551. 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Fuhr Sonnenstraße 25 sssoa Hessische Landwirtschaftliche Schule Butzbach Oer diesjährige Lehrgang der hessischen Landwirtschafti. Schule zu Butzbach beginnt Montag, den 4. November, vormittags 10 Uhr, in dem Schulgebäude Langgasie 17. - Aufnahme finden Schüler, die mindestens Ostern 1928 oder früher die Volksschule verlasien haben. Anmeldungen sind schriftlich oder mündlich an die Landw. Schule Butzbach zu richten, wo auch jede weitere Auskunft erteilt wird. Oer Leiter der Landwirtschaftlichen Schule Buhbach I-D.: Or. Schmitt dtuuo Mit D. „LÜtZPW“ 9ooo Br.-Reg.-T. I. ORIENTFAHRT 1930 NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN vom 13. März bis 7. April (st Tage) Genua — Messina — Catania — Dardanellen — Konstantinopel —Phaleron Bucht (Athen)—Port Said—Jaffa—Haifa—Cattaro—Ra gusa—Venedig Fahrpreise von Hk. 690.- an aufwärts II. ORIENTFAHRT 1930 vom 9. April bis 4. Mai (2$ Tage) Venedig—Cattaro—Phaleron Bucht (Athen)— Dardanellen —Konstantinopel —Haifa—Jaffa— Port Said—Catania—Messina—Genua •> Fahrpreise von Hk. 690- an aufwärts MITTELMEERFAHRT 1930 vom 24. Mai bis 12. Juni (19 Tage) Genua — Barcelona — Palma —Algier—Cadiz— Madeira—Lissabon—Bremerhaven <• Fahrpreise von Hk. 540.. an aufwärts Auskunft und Prospekte durch unsere sämtlichen Vertretungen NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Iln Stehen: Theodor Loos, Kirctienplaiz 13 In Welzlar: Dornbusch 4 Binder, Lahnslr. 12/14 j ■L" 7 Nr. 2^6 viertes Blatt Samstag, 19. Oktober 1929 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Das Mchi im täglich§n Leben. Wenn die Polizei Auskunst erteilt. Don Dr. jur. Anton Wiese. Ebensowenig wie der einzelne Beamte, darf eine Behörde über Personen Auskünfte erteilen. Hier gilt als oberstes Gebot die Pflicht zur Amtsverschwiegenheit; der Beamte muh über alles das, was ihm in seiner dienstlichen Eigenschaft zur Kenntnis kommt, Stillschweigen bewahren. Dieses Stillschweigen erstreckt sich dabei über die aktive Beamtentätigkeit hinaus auch aus die Zeit der Pensionierung, so dah auch der Beamte sich strafbar macht, der etwa nach seiner Entlassung aus dem Dienst aus der Schule plaudert. Diese Pflicht zur Amtsverschwiegenheit geht sogar so weit, dah der Beamte zur Aussage vor Gericht für den Fall, dah es sich um Aussagen handelt, die sich auf Kenntnisse beziehen, die er dienstlich erworben hat, einer besonderen Genehmigung seiner Behörde bedarf. Wer diese Bestimmungen kennt, wird sich nicht mehr wundern, wenn die in erster Linie in Anspruch genommene Polizei jede Auskunft verweigert, selbst wenn so manchesmal wirklich triftige Gründe angegeben werden. Da fragt beispielsweise ein Arbeitgeber an, ob der von ihm neu Einzustellende vielleicht in letzter Zeit wegen Eigentumsvergehen bestraft ist. Selbst wenn die Polizei weih, dah die Persönlichkeit des Einzustellenden nicht völlig einwandfrei erscheint — sie darf keine Auskunft geben, die Pflicht zur Amtsverschwiegenheit verbietet es ihr. Liegt darin auch eine Härte für den Anfrager, so widerspricht eine Auslunitserteilung ebensosehr dem Interesse des anderen. Bon demjenigen, der einmal wegen Eigentumsvergehens vorbestraft ist, darf noch nicht behauptet werden, dah er auf einen Fall mehr vertrauenswürdig sei. Hur in besonders krassen Fällen kann hier die Polizei von der Pflicht zur Amtsverschwiegenheit abweichen, und zwar auf Grund der gesetzlichen Bestimmung, dah sie drohende Straftaten zu verhüten und alle zur Verhütung notwendigen Mahnahmen zu treffen hat. Wenn also derjenige, nach dessen Person gefragt wird, ein rückfälliger Zuchthäusler wäre, dessen ganzes Vorleben annehmen läßt, dah er die neue Anstellung nur sucht, um Gelegenheit zu neuen Straftaten zu finden, so wird man der Polizei das Recht und die Pflicht zugestehen müssen, den Anfragenden in geeigneter Weise zu warnen. Eine weitere, für die Allgemeinheit bedeutsamere Ausnahme ist die Auskunft über Personen, und zwar über Hamen und Geburtsdaten, sowie Wohnort seitens der Einwohnermeldeämter. Die Polizei kann die Auskunft erteilen, sie kann sie auch, verweigern, und es liegt in ihrem pflichtgemäßen Ermessen, ob sie Auskunft geben will. 3n der Hegel werden derartige Angaben erbeten, um Adressen bekannter Personen, verzogener Schuldner u. ä. festzustellen. Das ist besonders für den Zivilprozeh sehr wichtig, denn ich kann einen anderen nur verklagen, wenn ich ihn und seine Adresse dem Gericht namhaft machen kann, damit ihm die Klageschrift zugestellt wird. Aber auch eine mißbräuchliche Benutzung der Auskunftserteilung ist möglich. So ist folgender Fall vorgekommen: Eine Ehefrau verläßt wegen fortgesetzter Mißhandlung ihren Ehemann und zieht zu Bekannten. Die Angabe der Adresse verweigert sie dem Mann, weil sie fürchtet, dah er sie dann auch in ihrer) neuen Wohnung belästigen würde. Der Ehemann wendet sich einfach an die Polizei und weih nun, wo sich seine Frau zur Zeit aufhält. 3n diesem Falle hatte die Ehefrau gebeten, eine Auskunf t ihrem Ehemann zu verweigern und die Polizei trug diesem Wunsche Rechnung. Trotzdem läßt sich auch das umgehen. Es ist deshalb die Forderung erhoben worden, auch die Auskunft durch die Einwohnermeldeämter zu verbieten. Wenn ihr bisher nicht stattgegeben wurde, so geschah das aus der Erwägung, dah die Vorteile doch bei weitem die Fälle der Schädigung überwiegen. Der vereiste Bürgersteig. Ein Hauseigentümer war vom Amtsgericht bestraft worden, weil er — entgegen der mahgeben- den Strahenordnung — den Bürgersteig vor seinem Grundstück nicht ordnungsmäßig vom Schnee gereinigt hatte. Der Verurteilte legte Revision ein, in der er sich darauf berief, in dem -Urteil des Amtsgerichts werde nicht gesagt, wann der Bürgersteig vor dem Hause des Angeklagten nicht gereinigt gewesen sei. Es sei auch in Betracht zu ziehen, dah der hier in Frage kommende Tag der zweite Weihnachtsfeiertag gewesen sei; es sei nicht möglich gewesen, bei dem andauernden Schneefall, der an diesem Tag herrschte, ständig eine Hilfsperson zur Beseitigung des Schnees zur Stelle zu haben. Das Ober- Die Familie, Vater, Mutter und Kinder, bildet eine natürliche Einheit. Das Gemeinschaftsleben dieser Einheit ist naturgemäß so aufgebaut, daß die Eltern in gemeinschaftlicher Sorge auf das Wohl ihrer Kinder bedacht sind, daß sie gemeinsam ihre Erziehung und Pflege in die Hand nehmen und in gleicher Weise über die Zukunft der Kinder zu entscheiden haben. Diesen natürlichen Grundsätzen entsprechend müßten nun — so sollte man wenigstens annehmen — auch in rechtlicher Hinsicht Vater und Mutter ganz gleichmäßige Verfügungs- und Erziehungsgewalt besitzen. 3ndessen hat sich das Recht auf einer Grundlage entwickelt, die dem naturgegebenen Zustand nicht konform ist. Während in langverflossener Urzeit, old noch die Gruppenehe herrschte, das Mutterrecht in Geltung war, ist später mit der Einführung der Cin-Che die ausschließlich väterliche Gewalt an dessen Stelle getreten. Die Entwicklung tendierte jetzt in ganz schroffer Weise nach der entgegengesetzten Seite: das Recht des Vaters wurde als alleinherrschend besonders stark unterstrichen. Erst in jüngerer Zeit ist ein gewisser Ausgleich geschaffen worden. Das DGB. spricht im Gegensatz zur Gesetzgebung früherer 3cchrhunderte nicht mehr ausschließlich von einer väterlichen, sondern von einer elterlichen Gewalt. -Unter» zieht man aber diese gesetzlichen Bestimmungen einer eingehenden Prüfung, so wird man gewahr, daß die Rechte, die die Mutter ihren Kindern gegenüber besitzt, noch immer sehr beschränkter Art sind. Rach dem § 1634 DGB. steht zwar der Mutter die Sorge für die Person des Kindes zu. Dieses Recht umfaßt die Pflege, Erziehung und Beaufsichtigung des Kindes, sowie die Bestimmung landesgericht Hamburg hat dann auch das verurteilende Erkenntnis nicht aufrechterhalten. „(Sine ununterbrochene Tätigkeit zur Entfernung von Schnee und Cis kann b i lligerweise nicht gefordert wer- d e n“, so heißt es in den Gründen, „vielmehr dürfen die zur Reinigung der Straßen Verpflichteten bei andauerndem Schneefall warten, bis das Herabfallen des Schnees aufgehört hat. Auch zu jeder Tages- und Rachtzeit kann eine Reinigungspflicht nicht verlangt werden, vielmehr muh mit Rücksicht auf die Derkehrsverhältnisse die Vorschrift dahin verstanden werden, dah eine Reinigungspflicht am Tage nur solange besteht, wie der Tagesverkehr dauert, und daß nachts eine solche Verpflichtung überhaupt fortfällt. Da sich aus dem Urteil nicht ergibt, zu welcher Tages- oder Rachtzeit der Polizeibeamte die Feststellung getroffen hat, so ist das Revisionsgericht nicht in der Lage, nachzuprüfen, ob der Vorderrichter mit Recht angenommen hat, dah der Angeklagte zur Reinigung des Bürgersteigs zu der fraglichen Zeit verpflichtet gewesen ist. Es muh vorerst fest- gestellt werden, wann der Beamte die fragliche Beobachtung gemacht hat. Gegebenenfalls kann den Angeklagten der Einwand, er habe am zweiten Weihnachtsfeiertag keine dauernden Hilfskräfte bekommen können, nicht vor Strafe schützen." (O. L. G. Hamburg — R III 160/28.) seines Aufenthaltortes. Aber die Mutter hat dieses Recht nur neben dem Vater. Ausdrücklich bestimmt das Gesetz, dah bei einer Meinungsverschiedenheit zwischen den Eltern die Meinung des Vaters vorgeht. An allen übrigen Rechten, die sich aus der elterlichen Gewalt herleiten, ist die Mutter überhaupt nicht beteiligt. Der Date r allein vertritt das Kind in allen geschäftlichen Angelegenheiten und vor Gericht, ihm allein steht die Verwaltung des Kindesvermögens zu, auch an der Rutzniehung dieses Vermögens ist er allein beteiligt. Endlich steht ihm das ausschliehliche Einwilligungsrecht zur Eheschließung des unmündigen Kindes zu, während die Mutter vom juristischen Standpunkt aus nicht einmal ein Einspruchsrecht bei diesem für die Lebensgestaltung ihres Kindes so entscheidenden Schritt besitzt. Alle diese sich aus der väterlichen Gewalt ergebenden Rechte können nur in ganz besonderen Fällen beschränkt, die Vormachtstellung des Vaters kann nur aus ganz schwerwiegenden Gründen abgeschwächt werden. Die Mutter darf als die Stellvertreterin des Vaters die aus der vollen elterlichen Gewalt erwachsenden Pflichten übernehmen, wenn der Vater durch lange Abwesenheit, oder durch Krankheit an der Ausübung der elterlichen Gewalt gehindert ist. Die väterliche Gewalt ruht wegen Geistesschwäche oder Geschäftsunfähigkeit des Vaters, sowie in dem Falle, dah er wegen Trunksucht oder Verschwendung entmündigt worden ist. Aber selbst in diesen Fällen bleibt das Rutzniehungsrecht am Kindesvermögen dem Vater und kann nicht der Mutter zugesprochen werden. Hat so die in der Ehe lebende Mutter tatsächlich sehr geringe Verfügungsgewalt über das Das Recht der MM mH dem ZGV. Don Or. Eva Wendorff. Gieuerersparniffe und Testameniserrichtung. Don Georg Lind, Rechtsanwalt, Grünberg. Trotz der allgemein schlechten wirtschaftlichen Lage wird es erfahrungsgemäß auch von sonst tüchtigen Geschäftsleuten häufig unterlassen, für die Sicherstellung von Frau und Kindern das Erforderliche rechtzeitig zu veranlassen, obgleich dies wenigstens teilweise durch lehtwillige Verfügung (Testament) möglich wäre. Es ist dies um so mehr zu verwundern, weil ganz erhebliche Steuerersparnisse hinsichtlich der Einkommen-, Vermögens-, Vermögenszuwachs-, Erbschafts- und Schenkungssteuern damit verbunden sein könnten, wenn der Testator die gesetzlichen Bestimmungen, die ihm zur Seite stehen, in geschickter Weise voll zu seinen Gunsten ausnuht. Diel wirksamer als die Sicherstellung von Frau und Kindern durch Errichtung einer lehtwilligen Verfügung wäre es allerdings, die Erben (Ehefrau und Kinder) schon zu Lebzeiten des Geschäftsinhabers durch Abschluß eines recht- sprechenden Gesellschaftsvertrags am Unternehmen zu beteiligen und in diesem Vertrag zu vereinbaren, dah durch den Tod eines Gesellschafters die Gesellschaft nicht aufgelöst wird, und den Vertrag möglichst langfristig, etwa auf 30 3ahre, abzuschliehen. Ein solcher „Familien-Gesellschaftsver- t r a g“ gewährt bei richtiger Anwendung der bestehenden geschlichen Bestimmungen steuerrechtlich viel Vergünstigungen. Auf die Famllien- gesellschaft näher einzugehen, würde über den Rahmen dieser Besprechung hinausgehen und mag für später Vorbehalten bleiben. Für die Sicherstellung von Frau und Kindern durch lehtwillige Verfügung sei auf folgendes hingewiesen: Der Grundgedanke eines Unternehmers muß es sein, klare Verhältnisse für den Fall seines Todes zu schaffen. Er kann seinen Angehörigen keinen größeren Gefallen tum Er ordne seine geschäftlichen und privaten Verhältnisse so, daß bei seinem Ableben alle Schwierigkeiten nach Möglichkeit vermieden werden. Alle Zweifel und Anklarheiten können benuht werden, um den Erben Schwierigkeiten in den Weg zu legen und sie in nicht richtiger Würdigung der Lage zum voreiligen Verzicht und Rachgabe auf wertvolle Ansprüche und Rechte zu veranlassen. Ganz verkehrt ist es von einem Unternehmer, sich als unersetzlich anzusehen und das ganze Unternehmen nur auf seine eigne Person und Arbeitskraft aufzubauen. Die Folgen bei seinem plötzlichen Ableben können verhängnisvoll werden. Die Vermögen der Ehegatten untereinander genau auseinanderzuhalten, ist ein Grundsatz, der viele Zweifel behebt, die beim Ableben eines Ehegatten über die Höhe des Rachlasses entstehen können, was auch mit Rücksicht auf das Pflichtteilsrecht der Kinder wichtig ist. Hach § 18 des Erbschaftssteuergesetzes bleiben Hausrat, einschließlich Wäsche und Kleidungsstücken, bei Zuwendungen an Kinder und Enkel stets erbschafts- und schenkungs st euer frei. Wollen die Eltern den Kindern Beträge zur Anschaffung von Hausrat. Aussteuer usw. zuwenden, so empfiehlt es sich, die Gegenstände selbst und nicht nur das Geld zu geben, weil dann Schenkungssteuerfreiheit eintritt. Als Hausrat sind anzusprechen: Haus- und Küchengerätschaften und alle Gegenstände, die zur Führung des Haushalts normalerweise gehören, Betten, Möbel, Klavier, Teppiche. Vorhänge, Schirme, Stöcke, hauswirtschaftliche Vorräte, wobei es unerheblich ist, ob einzelne Gegenstände gerade einen besonderen Kostbarkeitswert besitzen. Hach dem geltenden Recht sind Zuwendungen zwischen Ehegatten, die Kinder (Enkel) haben, erbschafts st euer- und schenkungs steuerfrei. Bei kinderlosen Ehepaaren tritt dann Steuerfreiheit ein, wenn der verstorbene Ehegatte oder die Ehegatten gemeinsam ein Kind adoptiert haben. Während im Grunderwerbssteuergeseh in § 8 eine Steuerpflicht aufgestellt wird, sofern jemand lediglich aus Gründen der Steuerersparnis ein Kind adoptiert, hat der Gesetzgeber ohne jede Einschränkung im vorliegenden Fall das adoptierte Kind einem ehelichen Kind gleichgestellt. Demnach dürfte es sich für kinderlose Ehepaare eventuell empfehlen, diejenige Person, die als Erbe in Frage kommen soll, zu adoptieren. Unter Hinweis auf Finger Erb. St. § 9 Anm. 4 würde die Ersparnis bann zwei Drittel der eigentlich zu erhebenden Steuer ausmachen. Die Ehegatten hätten bei Schenkungen unter sich keinerlei Erbschafts- und Schenkungssteuer zu zahlen, während das angenommene Kind nur mit der niedrigsten Steuerstaffel heranzuziehen wäre. Von der obigen Steuer befreit sind auch alle Zuwendungen bis zu je 5000 Mark, die Eltern oder Großeltern ihren Kindern bzw. Enkeln machen. Will der Testator hier höhere Beträge zuwenden, bann kann er bies bann steuerfrei tun, wenn bie über 5000 Mk. gehende Zuwenbung erfolgen kann als Vergütung für Mitarbeit im Unternehmen, für Dienste beson- berer Art, auch für Ausstattung unb Aussteuer, ba auch in solchen Fällen Erbschafts-(Schenkungs-) Steuerfreiheit eintritt. Besonders hingewiesen sei auf § 13 des Erb- schaftssteuergesehes. Diese Vorschrift bestimmt, dah Schenkungen einschl. Erbschaft zwischen den gleichen Personen zusammengezählt werden. Es kann also keine Steuerfreiheit dadurch erreicht werden, daß man dem Bedachten von Zeit zu Zeit Teilbeträge zuwendet. Rach der vorstehenden Vorschrift erfolgt aber diese Zusammenrechnung steuerlich nur, wenn die Teilbeträge innerhalb zehn Jahren zugewendet werden. Man kann demnach nach dem Ablauf von zehn Jahren jedem Kinde nochmals ben im vorhergehenden Absatz erwähnten Betrag schenkungssteuerfrei zukommen lassen. Diese Steuerersvarung ist ein Grund, nicht höhere Beträge über 5000 Mk. zu schenken, weitere Beträge vielmehr vorläufig nur darlehensweise zu gewähren und die endgültige Uebertragung dem Ersall zu überlassen. Rach § 608 BGB. ist ein Darlehen nicht zu verzinsen, wenn dies nicht besonders vereinbart ist. 3n der Richtvereinbarung von Zinsen liegt aber keine Schenkung. Die Zinspflicht beruht auf einer Vereinbarung zwischen Dar- lehnsgeber und Darlehnsempfänger. Eine solche Vereinbarung brauchen aber gerade Angehörige untereinander nicht zu treffen, niemand kann sie hierzu zwingen. Die Kinder können also mit dem darlehnsweise gegebenen Geld arbeiten, ohne Zinsen zu zahlen, und so chr Einkommen und Vermögen vermehren, was ein weiterer Vorteil ist. Besondere Beachtung ist der testamentarischen Regelung des Pflichtteilrechts zu schenken: Pflichtteilsberechtigt sind der überlebende Ehegatte und die Kinder. Sind keine Kinder vorhanden, so sind die Eltern des Erblassers pflichtteilsberechtigt. Pflichtteilsrechte sind durch Errichtung eines Testaments nicht ausschließbar, und derartige Testamentsbestimmungen sind unwirksam. Wenn Ehegatten keine Kinder haben, so erbt beim Ableben eines Gatten der andere Ehegatte zu l/z, zur anderen Hälfte die Eltern des Verstorbenen. Kinderlose Ehepaare werden zweckmäßig ein Testament errichten und s i ch gegenseitig zu Erben einsetzen. Durch ein solches Testament werden zwar nach § 2303 die Eltern des Verstorbenen in ihrem Pflichtteilsrecht nicht geschmälert, die Geschwister des Verstorbenen haben aber beim Vorliegen eines solchen Testaments kein Erbrecht, und ihnen steht auch der Pflichtteilsanspruch nicht zu. Das Pflichtteilsrecht bei der Testamentsabfassung einer besonderen Prüfung zu unterziehen, ist um deswillen dringend erforderlich, da der Pflichtteil in bar ausgezahlt werden muh. Was diese harte Bestimmung gerade nach dem Ableben des Unternehmers für das Unternehmen und die Erben bedeutet, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Schicksal ihrer Kinder, so wäre zu erwarten, dah die alleinstehende Frau größere Rechte besitzen müßte. Wie aber stellt sich das Gesetz auf diesen Fall ein? Besitzt die geschiedene, die verwitwete Frau das unbeeinträchtigte Recht auf ihre Kinder? Der schuldlos geschiedenen Frau wird zwar das Kind zugesprochen; sie erhält das Recht, für die Person des Kindes zu sorgen, mit ihm zusammenzuleben und cs zu erziehen. Alle übrigen aus der elterlichen Gewalt hergeleiteten Rechte verbleiben aber dem geschiedenen Vater! 3hm steht weiterhin die Hutznießung und Verwaltung des Kindesvermögen; zu, — ja, auch das Einwilligung-recht zur Eheschließung des Kindes verbleibt ihm! Die Mutter, die vielleicht zum größten Teil aus eigener Kraft, durch eigene Arbeitsleistung sich und ihr Kind durchgebracht hat, hat aus diese wichtigste Lebenswendung ihres Kindes kein Einfluß, sondern muß die Entscheidung dem Vater überlassen, der das Recht, mit seinem Kinde zusammenzuleben, verwirkt hat. Sind im Scheidungsprozeß beide Eltern für schuldig erklärt worden, so wird hinsichtlich der Kinder rein schemätisch verfahren. Das Gericht hat gar nicht erst zu prüfen, ob nicht vielleicht in manchem Falle die Kinder bei der Mutter unbedingt besser aufgehoben wären, sondern in streng formeller Weise wird bestimmt: die Mutter erhält das Recht, die Töchter zu erziehen, die Söhne bis zum 6. Lebensjahr. Als ob ein Knabe nur bis zu diesem Lebensalter der mütterlichen Leitung bedürfe, und bleibt nicht auch zu bedenken, dah ein einschneidender Wechsel in der ganzen Lebens- und Erziehungsweise in diesem Zeitpunkt sich in so zartem Alter sehr oft nachteilig auswirken muh. Die im Scheidungsprozeß allein als schuldig erklärte Mutter aber geht ohne weiteres des Rechtes auf ihre Kinder verlustig; fie~ verliert selbst den Anspruch auf die Pflege der Säuglinge, des Kleinkindes. Die Witwe endlich scheint im uneingeschränkten Besitz der elterlichen Gewalt zu sein. Aber auch sie ist nicht frei, auch ihre Rechtstellung ist beschränkt. Die Mutter kann nämlich durch den Mann laut testamentarischer Verordnung für den Fall ihrer Wiederheirat von der Vormundschaft ausgeschlossen werden. Sie ist dann genötigt, für ihre Kinder den Vormund anzunehmen, den der Mann vor seinem Tode als solchen bezeichnet hat. Wenn ihr dessen Persönlichkeit ungeeignet erscheint, so kann sie keine andere Person zum Vormund der Kinder wählen, oder dem Gericht in Vorschlag bringen. So wirkt häufig der Wille des Vaters noch aus dem Grabe heraus, häufig zum Rachteil von Mutter und Kind. Umgekehrt hat die Frau nicht das Recht, laut Testament einen Vormund einzusehen und den Vater von der Vormundschaft auszuschließen. 3m Falle der Wiederverheiratung des Mannes bleibt er also stets im Besitz der Vormundschaft, und die Stiefmutter,-— der ja in jedem Falle die Kinder in viel höherem Grade ausgeliefert sind, als einem Stiefvater — wird durch das Vormundschaftsgericht in keiner Weise kontrolliert. Die Mutter aber, bie vielleicht vor ihrem Tode die Entwicklung schon voraussah, hat keine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken durch lehtwillige Verfügung. Alles in allem erscheint die Rechtsstellung der Mutter, wie sie im heutigen Geseh tatsächlich noch besteht, der gesamten kulturellen Entwicklung unserer Zeit wenig angemessen. Es sollte angesichts des ungeheuren Umschwungs, den gerade die letzten Jahrzehnte mit sich gebracht haben, eine neue juristische Regelung des Familienrechts erfolgen. Gegen die Gefahren, die das Pflichtteilsrecht für ein Unternehmen und seinen Fortbestand nach dem Tode des Unternehmers selbst in sich birgt, ist daH beste Mittel die wirtschaftliche Sicherstellung der Ehefrau schon zu Lebzeiten des Ehemanns durch Zuwendung gewisser Beträge, die die Bildung eines eigenen Frauenvermögens ermöglichen. Solche Zuwendungen können schenkungssteuersrei erfolgen am einfachsten dadurch, daß vom männlichen Konto gewisse Beträge äbgebucht und auf besonderes Frauen- konto überschrieben werden. Um aber dem Unternehmer das Betriebskapital pp. zu erhalten, muß natürlich die Bestimmung getroffen werden, daß ohne Genehmigung des Mannes keinerlei Einnahmen aus Gewinn, Zinsen oder Kapital gemacht werden. Die Rechte des Unternehmers bleiben gewahrt, er bleibt Herr im Hause und wirtschaftlich vollberechtigt .wenn auch rechtlich am Frauenvermögen das Eigentum der Frau zusteht. Zum Schluß sei noch auf folgendes hingewiesen: Das Resultat unternehmerischer Arbeit muß der wirtschaftliche Erfolg sein und nicht nur die Her- mögenserwerbung, sondern mehr noch die Erhaltung desselben für Frau und Kinder. Alle gesetzlichen Möglichkeiten müssen zu diesem Zwecke hcrangezogen werden. Wenn die Unternehmer darüber klagen, die Steuern seien so hoch, daß sie außer den erhöhten Kosten für die Lebenshaltung die Dermögenssubstanz angriffen, so müssen sie alle Erleichterungen, die die Steuergesetze gewähren, sich zunutze machen. Beim Dorliegen einer wirklichen Uebersteuerung. die dem inneren Wert des Unternehmens tatsächlich nicht entspricht und deshalb dessen Weiterbestand gefährdet, liegen sicherlich schwere Fehler in der inneren Einrichtung des Unternehmens nach Form und Bewirtschaftung vor. Es muß eine Aenderung vorgenommen werden, bei der weniger Steuern zu zahlen sind. Denn niemand ist gehalten, nur damit er möglichst viel Steuer zu zahlen hat, seine Dermögensverwaltun^ und die Bewirtschaftung seiner Erwerbsquellen in der seitherigen unrentablen Form weiterzuführen. Dielmehr ist cs freigeftellt, sich so einzurichten, daß er möglichst wenig Steuern zu zahlen hat. Don Steuerumgehung im Sinne des § 5 R.A.Q. kann feine Rede sein. Rur wenn Steuerersparnis durch Mißbrauch t>on_ Formen und Gestaltungsmöglichkeiten des bürgerlichen Rechtes herbeigeführt wird, tritt § 5 ein. Es ist aber jedermanns gutes Recht, alle seine Maßnahmen im Rahmen der Gesetzgebung nicht nur vom Standpunkts der Wirtschaftlichkeit. sondern auch steuerlich möglichst günstig zu treffen. Wirtschaft. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. Zu Beginn der Berichtswoche schien es. als oö sich eine gewisse Beruhigung der unsicheren Dörsenstimmung durchsetzen könne. Zwar wirkte der hohe jüdische Feiertag geschästshemmend. und die Amsatztätigkeit beschränkte sich am Samstag und am Montag aus ein Minimum, doch waren kleine Deckungen und verschiedentlich Käufe von auhcnher sestzustellen, so daß auf manchen Märkten leichte Kurserholungen eintraten. Bon Dpe- zialwerten ausgehend verstärkte sich aber die 2lbgabeneigung bald wieder allgemein, und ne ue Kursrückgänge stellten sich ein. Verstimmend wirkte vor allem die scharfe Diskussion zwischen Siemens und AGG-, die die angespannten Beziehungen zwischen den beiden Konzernen klar erkennen lieh. Die bestehende Unsicherheit wurde außerdem verstärkt durch die schwache Haltung der Auslandbörsen. Infolgedessen waren auch am deutschen Markte bedeutende Der- käufe des Auslandes sestzustellen. Llngünstig auf- genommen wurden ferner der Monatsbericht der Maschinenindustrie, der ein weiteres Nachlassen der Beschäftigung feststellt, die erneute Zunahme der Arbeitslosigkeit und die Stockung, die bei den Verhandlungen über das Zündholzmonopol und die Anleihe des Echwedentrusts eingetreten ist. In erster Linie beeinflußten aber die starken Kurseinbußen einiger Spezialwerte die allge- meine Kursentwicklung ungünstig. Am Cleltro- markt waren Chadeaktien in großen Posten angeboten, namentlich aus der Schweiz, so daß gegen die Vorwoche ein Kursrückgang von 30 Mk. eintrat, lieber die Ursache dieses Angebots be- stand keine volle Klarheit. Mit ein Grund war jedenfalls die Schwäche der spanischen Währung. Mehr als 10 Prozent abgeschwächt waren ferner Karstadt auf Angaben, daß die Verschuldung der Gesellschaft aus etwa 150 Millionen angewachsen sei. Auch nachdem die Verwaltung berichtigende und beruhigende Erklärungen abgegeben hatte, hielt das Angebot an. Starkes Interesse fand in dieser Woche die offizielle Votierung der I.-G.-Farben-Bezugsrechte an den Börsen vom Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Während sich der Kurs der Farbenaktie um 199 Prozent und etwas darunter bewegte, wurde die Votiz sür die I.-G.-Bezüge an den drei Dörsentagen auf 5 Prozent festgesetzt, wobei von Banl'eite das namentlich am ersten Tage große Angebot ausgenommen wurde. Dor der offiziellen Kursfestsetzung waren größere Abschlüsse zu niedrigeren Kurien als 5 Prozent getätigt worden, und man war in Börsenkreisen verstimmt darüber, daß infolge der daun erfolgten Festsetzung des Kurses auf 5 Prozent die Möglichkeit bestanden hatte, daß infolinierte Kreise Material zum Kurs unter 5 Prozent aufnahmen und dann zur offiziellen Votiz von 5 Prozent mit Gewinn veräußerten. Die Parität des Dezugsrechtes errechnet sich bei einem Kurs der Farbenaktie von 200 Prozent auf etwa 4,5 Prozent. Am Elektromarlt wurden, veranlaßt durch die Gegensätze AEG.—Siemens, größere Abgaben voraenommen. die bei AEG., Licht & Kraft. Gesfürel, Schuckert und Siemens zu Kursrückgängen von 10 Prozent und darüber führten. Zum Wocheuschluß blieb die Haltung schwach, und es ergaben sich meist neue beträchtliche Kursrückgänge. Der Kurs der Farbenaktie ging aus 191 Prv'ent zurück. Auch deutsche Anleihen lagen etwas schwächer, am Auslandrentenmarkt dagegen Türken gefragt und fester. Einiges Interresse bestand zeitweise sür Schifiahrtsaktien auf die Erwartung baldiger Freigabezablungen, Am Geldmarkt trat zu den Dteuertecminen für Tagesgeld eine gewisse Verknappung ein. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Infolge des jüdischen Feiertages am Montag fiel der Frankfurter Produktenmarkt aus, so daß nur einmal in dieser Woche Markt stand- fand und daher kern nennenswevter Handel zu verzeichnen war. Auch die überwiegend schwächeren Auslandmeldungen und das anhaltend schlechte Mehlgcschäft drückten stark aus die Stimmung. Das inländische Angebot von Weizen hat sich etwas verstärkt, ist jedoch nicht dringend zu nennen. Rheinische Mühlen traten wieder stärker als Käufer hervor, was sich aber in dem Preis kaum auswirkte. Das Roggenangebot ist auch keineswegs reichlich, trat jedoch bei der nur sehr geringen Vachfrage stärker in Erscheinung. Für die Aufnahme des vorhandenen Materials kommen nach wie vor fast ausschließlich nur Stühungskäufe einiger größerer Firmen in Frage. Vereinzelt hörte man auch, daß von Händlerseite Käufe getätigt wurden, jedoch nur in sehr kleinen Quantitäten und zu ermäßigten Preisen. Das M c h l g e s ch ä f t ist immer noch das hemmende Moment an der Produktenbörse. Hier kommen tatsächlich nur wenige Bedarfscäuse zustande. Die Süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Preis für ICO Kilogramm Weizenmehl Spezial 0 wiederum um 0,25 Mk. auf 38,75 Mk. ab Mühlenstation erhöht, was zrr Folge haben wird, daß noch mehr Material an den Markt kommt als bisher. Hafer liegt bei ausreichendem Angebot gut behauptet! nur der Konsum schreitet hier zu einigen Käufen. Gerste hatte stetige Tendenz und findet namentlich von Brauereiseite etwas mehr Beachtung. Auch mittlere Sommergersten, sowie Futtergersten liegen etwas freundlicher. Zum Schluß gaben alle Gerstesorten etwa 0,25 Mk. nach. Futtermittel und auch Mais sind stark vernachlässigt bei nachgebenden Preisen. Im Vergleich mit den Prisen der vergangenen Woche lagen Roggen 0,40, Gerste 0,25, Mais 0,25, Weizmkleie 0,25, Roggenkleie 0,40 und Roggenmehl sogar 0,50 Mk. niedriger, während Weizenmehl sich um 0,25 Mk. bessern konnte. Weizen und Hafer blieben gut behauptet. Die Woche schloß zu folgenden Quotierungen: Weizen 25,75 bis 25,90, Roggen 19,25 bis 19,10. Gerste 20,75, Hafer 19, Mais 19,75, We'zenmehl. südd. 38.25 bis 38,75, We'znimehl, Niederrhein. 33,25 bis 38,75, Roggenmehl 21,50 bis 28,50, Weizen- klcie 10,65 bis 10,50, Roggenkleie 10,50. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt verzeichnete in dieser Woche in fast allen Gattungen reges Geschäft, mit Ausnahme von Rindern, in denen der Handel ziemlich ruhig und eher lustlos war. Der Auftrieb war etwa der gleiche, als in der Vorwoche. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Vach ruhigem Handel und wieder starker Beteiligung des Exports blieb bei etwas nachgebenden Preisen Heber- stand. Anders war es bei Kälbern: hier war das Geschäft sehr rege bei anziehenden Preisen. Namentlich die M'tzger nahmen starken Anteil am Geschäft. Der Markt wurde vollkommen geräumt. Auch in Schafen war der Handel rege, nur mit dem Unterschied, daß hier die Preise wieder stärker nachgaben, obwohl der Auftrieb geringer war. Schweine wurden bei regem Geschäft und erheblich geringerem Auftrieb gegen die Vorwoche ausverkauft. Die Preise konnten etwas anziehen. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1768 Rindern, darunter befanden sich 355 Ochsen, 91 Bullen, 672 Kühe und 516 Färsen, ferner aus 1385 Kälbern, 733 Schafen und 5086 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Woche waren 61 Rinder, 134 Kälber, 60 Schafe und 626 Schweine weniger angetrieben. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Al 57 bis 60, All 53 bis 56, B I 48 bis 52; Bullen A 54 bis 57, B 48 bis 53; Kühe A 46 bis 49, B 42 bis 45, C 37 bis 41. D 30 bis 36: Färsen A 57 bis 60, B 53 bis 56, C 48 bis 52. Kälber B 82 bis 84. C 76 bis 81. D 70 bis 75. Schafe A 43 bis 46. B 38 bis 42. C 30 bis 37. Schweine B 90 bis 92. C 90 bis 92. I) 90 bis 92. E 86 bis 90. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Kälber 2 bis 3 Mk. und Schweine 2 Mk. anziehen, während Schafe bis 2 Mk., Ochsen, Kühe und Färsen je 1 Mk. niedriger lagen. Bullen blieben behauptet. * • Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenprodu'tion deS Dolksstaates Hessen weist für den Monat September 1929 folgende Zahlen nach: An Roh- braunkohlen wurden gefördert: 67 418 Tonnen: davon wurden verkauft: 33 658 Tonnen: der größte Teil der Rohkohlen wurde weiter verarbeitet, unb zwar 28 901 Tonnen zu Schwelerei-, Produkten und 260 Tonnen zu Briketts: die Bn- kettserzeugung betrug 165 Tonnen. Die Ford-Mot or-Companh kommt nach Köln. Die bereits mehrfach in der Presse erwähnten Derhandlungen zwischen der Ford- Motor-Company A.-G. und verschiedenen deutschen Städten sind zum Abschluß gekommen. Die Ford-Motor-Company A.-G. wird endgültig ihren Sih und ihren Betrieb nach Köln legen. FranTfurtcr Börse. Frankfurt a. M., 19.Okt. Tendenz erholt. Die Mißstimmung und die immer mehr umsichyreifcnde Nervosität, die gestern abend zu ganz beträchtlichen Rückgängen geführt hatten, wurden heute durch eine freundlichere Stimmung abgelöst. Die Banken schritten weiter zu Rückkäufen, so daß die Besserungen, die zum Schluß der gestrigen Abendbörse eingesetzt hatten, weitere Fortschritte machen konnten. Die Beruhigung konnte weiter an Boden gewinnen, wodurch die Spekulation eine An. regung erhielt und an einzelnen Marktgebieten zu beträchtlichen Rückdeckungen schritt, so daß erneut beträchtliche Erholungen zu verzeichnen waren. Sonstige Anregungen lagen nicht vor. Die schwache Neuyorker Börse von gestern machte kaum Eindruck. Das Geschäft war nur in einigen Spezial- werten lebhafter, da Auslandorders kaum Vorgelegen haben dürften. An der Spitze standen Kali- werte, nachdem das hier kursierende Gerücht demen- tiert wurde. Salzdetfurth gewannen 12, Aschersleben 9 und Westeregeln 7 v. H. Auch Elektrowerte konnten sich merklich bessern. Licht und Kraft um 9, AEG. plus 6,5, Siemens 8, Schuckert 6,25 und Gesfürel 5,5 v. 5). Am Chemiemarkt zogen Farben 3,75 v. Sy an, Rutgerswerke 5 v. H. Etwas mehr im Vordergründe standen noch Montanaktien. Rhein, stahl plus 6 ü. Sy Banken leicht erholt. Deutsche ßinojeum lagen 10, Ha vag 5, Glanzstoff 9 und Karstadt 6,5 v. H. fester. Bon internationalen Werten waren Chade-Aktien, und zwar auf die Derflauung des spanischen Währungskurses, wieder stärker angeboten und schwächer (zur ersten Notiz minus 9 Mark). Bon Kunstseidenwerten konnten Bemberg 9 d. Sy anziehen. Renten ebenfalls gebessert. Im Verlause wurde das Geschäft ruhiger. Die Spekulation schritt in einigen Werten zu Gewinnmitnahmen, so daß Rückgänge eintraten, die aber nur selten 1 v. H. überschritten. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 u. Sy unverändert. Am Devisenmarkt lag der Dollar weiter im Angebot und schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,18525, gegen Pfund 20,3990, London gegen Kabel 4,8740, gegen Paris 123,88, gegen Mailand 93,07, gegen Madrid 34,40, schwach, gegen Holland 12,10. Berliner Börse. Berlin, 19. DH. Nach den wilden Schwankungen von gestern abend ist heute die Tendenz w e - seitlich beruhigter. Das Uebereinkommen interessierter Kreise, vorläufig außerbörslich nichts zu handeln, hat hierzu wesentlich beigetragen und brachte vor allem die Kursentwicklung mehr unter die Kontrolle des Stützungskonsortiums. Dieses hat heute vormittag eine Sitzung ab gehalten, über dessen Beschlüsse aber nichts bekanntgegeben werden wird. Es handelt sich wahrscheinlich in erster Linie darum, weitere Einheitlichkeit in der Stützungsaktion zu erzielen. Schon zu den ersten Kursen waren die getroffenen Maßnahmen zu spüren. Die herauskammende Ware fand glatt Aufnahme, zumal man auf dem niedrigeren Kurs- nioeau auch gute Käufe beobachten konnte. Die .Kurs- entwicklung war zwar noch ziemlich uneinheitlich, und Abweichungen von 3 v. Sy nach beiden Seiten waren festzustellen. Schwach eröffneten Chadeaktien mit minus 10,25 Mark, Hansa Dampfschiff minus 5,5 v. Sy Gut behauptet lagen dagegen Kunstseiden- werte, die meisten Montanwerte, Gesfürel und Schuckert. Man konnte aber in be*- Hauptsache schon energischen Willen spüren, mit ganzer Kraft einem weiteren ungünstigen Verlauf der Börse entgegenzu treten. Mit ein Schxitt aus diesem Wege ist ein Beschluß der Banken, die Ausschußschuld bei Tcrminengaacmcnts auf 10 d. Sy zu ermäßigen. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer meist behauptet. Pfandbriefe eher schwächer. Geldmarkt unverändert Tagesgeld 9 bis 10 n. Sy, vereinzelt 7,5 d. Sy, Monatsgeld 9.25 bis 10.5 v. H, Warenwechsel zirka 7,75 o. H. A"ch im Verlaufe überwogen weitere Erholungen. Man wollte von einer guten Außenhandelsbilanz per September wissen. Chadeaktien gewannen 5 Mark. Das Geschäft bewegte sich fnäter in ruhigen Bahnen. Die Kurse bahauptetcn sich leicht auf dem erhöhten Kursniveau._____ Sprechstunden der Redaktion. 11 30 bis 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen. Letzte Nachrichten. Ausschreitungen der Frankfurter Nationalsozialisten. Eine Polizeiaktion. Frankfurt a.ITL, 19.Olt. (TU. Drahtbericht.) 3n der letzten Nacht ereigneten sich im Anschluß atr eine nationalsozialistische Versammlung in höchst am Main, die an sich ruhig verlief, Ausschreitungen der Nationalsozialisten, die zu einer umfassenden Polizeiaktion führten. Bei der Rückfahrt wurde in der Mainzer Straße an einer Stelle halt gemacht, an der erfahrungsgemäß sich Mitglieder der sozialistischen Jugendbewegung aufhallen, die mit Dorten bedroht wurden. Einer, der daoonzulaufen versuchte, wurde verfolgt, eingeholt und durch einen Stich in den hals in der Nähe dec Schlagader so schwer verletzt, daß er jetzt noch bewußtlos im Krankenhaus liegt. Ls wurden dann von den Nationalsozialiflou sechs Schüsse abgegeben, die aber niemand verletzten. An der Galluswarte wurden zwei Leute, die angeblich Ziegelsteine gegen das Aulo geworfen hallen, von den Nationalsozialisten verfolgt, wahrend einer entkam, wurde der Schlosser Sander eingeholl und durch viele Messerstiche, sowie dadurch» daß er in die Fensterscheibe einer Wirtschaft geskoßen wurde, schwer verletzt. Inzwischen hatte die Frankfurter Polizei auf die Meldung der höchster Polizei hin ihre Maßnahmen getroffen und stellte das Aulo mit den Nationalsozialisten am Güterplah. 3m ganzen wurden 6 5 Nationalsozialisten fest genommen und dem Polizeigefängnis zugeführk. Es konnten ihnen zahlreiche Waffen abgenommen werden, viele wurden nachträglich in dem Auto gefunden, auch im Polizeigefängnis wurden von den verhafteten weitere Waffen fortgeworfen. Die Vernehmung durch die Polizei dauert noch an. voraussichtlich wird eine erhebliche Anzahl der verhafteten dem Untersuchungsrichter zugeführt, um sich wegen Landfriedensbruchs, schwerer Körperverletzung und unbefugten Waffenbesitzes zu verantworten. wie vom Wolfs-Bureau Frankfurt a. M. noch milgeteilt wird, wurden nicht 65, sondern 6 7 N a - lionalsozialisten verhaftet. Ferner berichtet dieser Nachrichtendienst, daß es sich bei den beschlagnahmten Waffen um Revolver, Stahlrohre, Gummiknüppel, Dolche usw., u. a. auch ein Stockdegen, handelt. Bei der Durchfahrt durch Griesheim wurde ein 4Sjcihriger unbeteiligter Mann Überfällen und durch einen Stich in den hals schwer verletzt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 20. Oktober. 21. Sonntag nach Trinitatis. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr: 11: Kinderkirche für die Matthäusgcmeinde: Pfarrer Mahr: 6: Pfarrassistent Schlaudrasf. — Uohannesklrchc. 9.30: Pfarrassistent Schlaudrasf: 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrassistent Schlaudrasf: 6: Pfarrer Ausfeld: 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal; Pfarrer Lenz. — kavelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz: 11: Kinderkirche: Pfarrer Lenz. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. 9Baas; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde: Pfarrer Lic. 9Baas. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst: Abendmahl für alle, die noch nicht teilnehmen konnten: 11: Kindergottesdienst. — wieseck. Erntedankfest: 9.30 (Schülerchor); 10 45: Kinderkirche; Kollekte für das Ev. Mädchenheim Glauburg. — Alten Buseck. 9.45: Erntedankfest: Mitwirkung des Frauenchors; 1. katholische Gemeinden. Samstag, den 19. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 20. Oktober. 20. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uyr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Nasenkranzandacht mit Segen. — Grün- Gießen. An den Werktagen ist täglich um 20 Uhr Rosenkranzandacht mit Segen. berg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Messe mit Predigt. — Lembach. 10: Messe mit Predigt. (Boniltn iföienffb. 1 er;tcii.’lvotbffci! nm 20.10.29 Ur. PI och. Dr. Meyerhofs. Engel-Apotheke. Zahnarzt: Dr. Wertheim. *D Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. 5 Die hinter den Jtianifurt a M amburn.ülmerila Palet £amb .Gübam. Tampllch. . fr Panin Snmif|.t)i||.....IV Qiorbbfutidier Lloyb.....fr 8Ulfl. $ieuiid)c Ütebltanfl . . 1< Barmer Banlvereln .... K Berliner Hanbelegeicliich. . . li Commerz- unb Privat-Banl . 1 ’ Tarmsl. u. Nation,Ubant . 1 Deutsche Bant...... 1' Dltconto-Mesellschast, QInL . 1> Dreevner Bant......u 8leid)9banl ......1 m.c.®.. . Bergmann . . dicht. LlelcrungSgesellichast 1 107 102 121 182 170 .54.5 159 159 150,5 275 165 190 158 155 159,5 139,5 174 310 62 129 128 98 96 122 100 243 95.75 ilT 104 121.5 170.5 254 160 160 151 171,5 164 164,75 180.25 318 62,5 100 102 99 102 249 101 nr 172 155,5 104,75 122,25 122,75 187 170 54,5 160 160 152 279 171 194 158,5 160 116,65 160 125,75 141 153 175 315 128.65 167,75 64,25 100,25 125.25 129 132 110 211 102.25 107,5 98 121,5 68,75 88,5 >02,5 250 98 113 150 104,5 121,5 121 185 170 254 160 160 151 279 171 192 157.5 162 116,25 164 125.75 140 156 181.5 318 125 62,75 100 128 129 132,5 114,5 208 103,5 110 98,6 122,25 65,5 90.75 102,5 250 101,5 Bereinigte Slahlw - . DlQDi Minen . . 10'/, Kai werte Aschersleben . . . i Ra. werte Äelletegein ... iv Rahivct e SaUbetiurtb ■ 16 fl. (B Rarben.gnbuftde ... 1« Dynamit Bobei.......6 Lcheibeanstalt........9 cholbschmibt ........6 8!0lgerSwert; ........ 6 Metallgeieltlchasi......8 Philipp.fonmann .... 7 Semen wert velbefberg ... 1° ticmentiuctl flaUstabt ... 1° ÜJatjb 4t „f t) an .... 8 Gdtutthel« Patzenyose, ... iß Oktwerte.........12 Bei. ^laiyflDfl......18 Bemberg.........14 fleUflofi Walbbol .... 13% Rclllloli »lidjali.-nburg ... ,x Sharloltrnburaec itiafiet ... 8 Desiauer cvaa ......9 Daimler Motoren......0 Teutlchc Linoleum..... Maschinenbau A -G......0 Ä ' rio ri - itl t) t .....‘ vuoa>. voeto .... 1t Rat. Butomobit . ......e Lrenstetn d floppet.....6 v-mtharb lit»......10 Svcnsta . ..... . . Frankl Malchinea......- Clripncr..........6 HeyligenNaebt .......i uunnban». - Lechwerte. 8 Maintratlwert. Höchst a. M. Mtan. io Gebr Roeber......1« Boiqt & Hacll«»...... £übo Zucker...... IC 105 193,5 205 312,5 177 136 65 66 115,75 85 83 224 192 202 34 240 40 45 6 103 123,5 106 222 144 106,5 207 212 324,5 180,75 136 71 115 123,5 86 233 201 205 130,5 34,25 250 38 102,75 z ',124,25 106 62 206 213 321 181 66 70 117 86,25 84 274 211 227 196,75 208 133 92 167,5 34,5 246 43 38 158,5 20 71.5 169 353,5 40 44 45 121 222 147 106,6 63,25 206 213 321,5 180 63 70,5 114,5 87 274,13 213,5 234,5 201 206 128 92 166,25 33,75 247,5 36,75 162 19 71,75 169 356 121,25 - 1 — $cut|die Komm. Gammtlabl. Anleihe Eerie 1....... 8% Franks. Hnp.-Bank Öolbl'fe XHI untüubbar bi6 1934 . 7% Franks. Hup-Banl QJolbpfc. unhlnbbar bi» 1932 ..... 4)4% Oibrlnlldje Hhp.-Bank l'lqu. Solbpfc........ 8% Pr. yaiibc»DfanbbrlcfanftaU, Psanbbriese R. 17..... 8% Pr. 8nnbe4p|aubbtlc|anftall, Äomm.-Cbl. R. 16..... 7% Pr. (!aubc*p|anbbricfanftaU, Psanbbrielc R. 10 B.l w. 939 4% CtltaTtldtlW ©olbrte. 4,50% C*flen Silben'- 4% Dcflcncidilldie Einheitliche Mente......... 4% Uttgarhche Aolbne.. . - 4% Ungari)che Etaattr. v. 1910 4)i% de«al. von 1913 .... 4% Ungarische Kronenrtr.. . . 4% Türi. Zollanleihe v. 1911 . 4% ramsche Bagbabbahn-Anl Serie l. . . 4% t**fll. Serif ll 6% Rumänisch« verrinh. Renti von 1903 . . . . 4w-mänildje vereinh. Reut von 1913 ...... 4% ihumanildjt vereinh. 'diente Devisenmarkt Berlin — ' Frankfurt a. M. 18. Oktober 19. Oktober Amtliche Notierung Ä io i Bries Amtliche Notierung Gelb | Briel l'idlt unb Krast Nellen & (Mullleaum Wfi. f. dicht. Unten Hamb. Glettr -Ltert« Rhein dicht. Schlei dletf’ Cclmdert & do. €lrntcn» & paiole Tranvtablo . . . t e. . . . 7Vt ..... 10 .... 1 .... i .... 11 .... 16 .... . 8 .... 10 Ältt't.-Nolt Buen.-Aire- Bris.-Antw Cbriftfnnia .Qov.’nbnqen Stockholm . Heist tigsorS (Italien . . Vonbon. . . '.'itunort . . Paris. . . Schweiz . . Sva den . Java« . . . -Nio de Ian Wien in T-- Ccft. abQcfl Prag . . . . Belirad . Pudav'sk. - Bul arten ."tssadon . Danzig. . .flonft ntin- Athen. . ttanaba . llrtt uati . Cairo • . 168,47 1,753 58,43 111,91 111,93 112,33 10,511 21,915 '0,379 4,1860 16,45 80,93 60,00 2,004 (.,497 58,79 12,386 7,391 73,04 8,032 18,76 81,43 1,993 5,435 4,146 4,086 20,90 168,81 1,757 58,55 112,13 112,15 112,55 10,531 21,955 20,419 4,192) 16,49 81,09 60,12 2,008 6,499 58,91 12,406 7,405 73,18 3,038 18,8. 81,59 1,997 5,445 4,154 4,054 *20,95 168,4b 1,752 53,41 111,91 111,94 112.30 10.505 21,88 20.378 4,1810 16,445 80,935 59,29 2,000 0,4975 58,74 12,379 7,391 73,03 3.027 18,80 81,45 1,992 5,435 4,144 4,076 20,90 168,60 1,756 58,53 112,13 112,16 112,52 10,525 21,92 20.418 4.1890 16.465 81,095 59,41 2,004 0,4995 58.86 12.399 7.405 73,17 3,033 18,84 81,61 1,996 5,445 4,152 4,084 20,94 Buberu» . . Teutlcbe drbbl . QMIentirdjener . Harpener.... Hoesch dikn. . . One Bergbau . . Rlöducnurrti . . ftöln Vkuelkn Mannesman ' -Mich iNautjelöci Bcrgba Cbrtldt'et Q-ticn^e Ober,.hie, flolttver Phäntr Bergbau. ih’hrm dv Bräunt» lXifb-d Montan . ......b ......6 .....b .....0 .....CK .....10 rtn .... 7 ....... nrf te. .... 1 ... 6% bien... i< Achten, ^ngen k'aktion ' 0[(. (tii - -ten sich ,' ^htberichi.) »«li'l, S U i?"4" 'Iheinni n’ d>e w «n btt nliiL5™il« «n i «ttfoL; L:Zr «BÄ AM .rflick " -lngeholl r J y- sowie dadurch L*';**' ^'schwer oerlehf "'s"'!« Mel auf m, auf ™° mit bt„ 7tnlionaf. ganzen wurden 65 9«nommenunt> Ts tonnten ihnen 1 abgenommen werden, ln Auto gefunden, wurden von den Verhaf. Mortgerootfen. Die °»W dauert noch an. Vor- chebtiche Anzahl der vcr- »gsrichler zugeführl, um sich ^bruchs, schwerer und unbefugten verantworten. •au Frankfurt fl.211. noch "ich! 65, sondern 67 )ta- verhaftet. Ferner berichtet 'ah es sich bei den beschlag, olver, Stahlrohre, Gumml- !- auch ein Sloekdegen, Han- wrch Griesheim wurde iliqter Mann über- ?n Siich in den hals Wriditen. he Gemeinden. ’l. Sonntag nach Trinitatis. Pfarrer Mr; 11: Kinder- icmeinbe; Pfarrer Wlaljr; 6: f. — Jofianmsfirdjc. 0.30: f; 11: tiinbertirrfje für bie [tent Echlaudralf , 6; W* ircdjur.g im ^anne^aal; des litten Füedhvfs. 9.30: ierW, Karrer Lenz. - le. 9.45: Karrer Uc Waas; sie Letrusgemew.de: Pfarrer ,nden. 9: hauptgottesdienft: . noch nicht kilnehmen tonn- f-nlt - Mchck. Erntedan - 1045: Kinderkirche: Kollekte ’m Glauburg.-Allen,Mck. iwirkung des Frauenchors, 1. che Gemeinden. den 19. Oktober. 19 Uhr: Beichte. 20 Sonntag nach Wagsten. ÄW**1* ^“;=’Ul’'üSSä'f Ming srankf^- 1,752 53-41 111-5 111-54 N2Z 21 jj l'Z 18,J« SO.?9- 58.Z 2.°0 0,4975 58,71 iZ 73,03 3.027 18,80 81,45 992 5,435 144 4,076 20,90 188.8 1./58 58,53. 112- 112,1 112-52. ts !'Ä Ä iS 58,25 111,68 ■ 0,347 16,425 168.10 21,51 111-75 58,72 2,472 112.08 80,74 60,07 12,3|7 72.82 M.45 112.11 0,427 16,485 168,78 21-99 112-15. 58-96 2,492 112-52 51,06 60,31 12.47 7’,12 in. 12,Z SZ U Ä !:S 20,94 etioj. " ietünj^ 'ß| .8 112,1? Il2.” 10,531 21,955 20.415 'S 81,09 60,12 *008 1,492 61,91 1*406 7-40 73-15 3,038 Ä Ä ozent- mfnoten-___ _____—Mid ---1—5568 wndsehebiOSg Bahnhofs-Restaurant Sonntag den 20. Oktober Mittagessen za RH. 2.20 Kraftbrühe Astoria Rumsteak Grand Hotel Mandelsülze mit feinem Backwerk za R7I. 3.50 Kraftbrühe Astoria Ostender Steinbutt mit Hummertunke Junger Hahn. Salat Waldorf Mandelsülze mit feinem Backwerk Abendessen za RH. 3.50 Schildkrötensuppe GeräucherterLachsm.Stangenspargel Tournedos Pompadour Süße Speise 694za Tischbestellung erbeten . Telephon 2725 Fremde Heiligtümer Große AazHlellunK Im JiibilttuinNbaa. Marburg. Biezenztr. 11, 6. Oktober bi* 10. November 1929, täglich 10 bis 1 Uhr and 2 bis 5 Uhr. Die Marburger Religionskundliche Sammlung, die Baseler Wanderausstellung zusammen mit mehreren anderen Mission «gesell schalten, Museen und Private haben einzigartiges Material Iremder Religionen ausgestellt. Die primitive Welt Afrikas und der Südsee, die vielfältigen Religionsformen Indiens, die kulturvollen ostasiatischen Länder, die Welt reiicionen Buddhismus und Islam sind vertreten. Ebenso eine eigene Missionsabteilung. Führung durch geschulte Kräfte findet jederzeit unentgeltlich statt. Auf Schulklassen. Vereine und Gruppen aller Art wird bei rechtzeitiger An meldung iLic. Altendorf. Wörthstr. 871 besonders Rücksicht genommen. Ab Sonntag. 6. Oktober, 2 Uhr ist die Ausstellung täglich dem Publikum geöffnet Eintrittspreis: Einzelbesuch RM. 0,80 für Erwachsene. RM. 0.40 für Kinder. Gruppen besuch RM. 0.40 für Erwachsene, RM. 0.20 für Kinder. Sonntagspreis: Auch bei Einzelbesuch RM. 0,40 für Erwachsene, RM. 0.20 für Rinder 8668D Cafe Amend Ab heute neue Hauskapelle Knud Dalgaard der dänische Violinvirtuose 8654D Es muß offen ausgesprochen werden ES gibt keine Kur, die, eben begonnen, schon am nächsten Tage den beabsichtigten Heilzweck erfüllt Hatte. Es ist undenkbar, dah 2 oder 3 Flaschen Köstritzer Schwarz- hier Ihrem Organismus die erwünschte Kräftigung bringen. Sine Kur must durchgeführt werden. Die nachhaltige Wirkung stellt sich bald, je nach der Individualität, merkbar ein. Wie so vielen Taufenden ist auch Ihnen dann geholfen. Vertretung: Emil Schwall. 326V Oie Verlobung unserer Kinder Charlotte und Kurt geben bekannt Frau Marie Kahnis Frau Amely Schenck Altenburg (Thüringen) Gießen Friesenstraße 14 MeineDerlobung mitFräulein Charlotte Kahnis beehre ich mich anzuzeigen Kurt Schenck, Ingenieur Siegmar b. Ghemnih Hoferstraße 51 II U6674 Oktober 1929 Mandolinen- und Gitarren-Verein „Neapolita“, Gießen Gesangverein „Harmonie-Gemütlichkeit“, Gießen (Mitglied des Lahntal-, Hessischen und Deutschen Sängerbundes) Leitung: Herr Hans Sonntag, Gießen Sonntag, den 10. November 1929, nachmittags 4*/, Uhr, in der Neuen Universitäts-Aula: KONZERT Männerchöre Mandolinen-Orchester Gitarren-Chor 8644D Preise der Plätze: Mk. 1.50, 1.20 und 1.-. Karten Im Vorverkauf bei Herrn ERNST CHALLIER, Gießen, Neuenweg. GIESSENER KONZERTVEREIN Einladung zum Abonnement für alle 10 Winterkonzerte Es sind vorgesehen: 3 Orchesterkonzerte, ausgeführt von dem Frankfurter Symphonie-Orchester, dem Koblenzer städt. Orchester und dem Meininger Landes-Orchester; 2 Chorkonzerte (Weihnachtskonzert - Mozarts Requiem); das Ros6-Quartett - Alma Moodie (Violine), Paula Hegner (Klavier), Wilhelm Backhaus (Klavier), Prof. R. Reitz (Violine) und Frau (Gesang); das Münchener Döberelner-Trlo - A van Kruyswyk (Liederabend). Änderungen vorbehalten Preise des Abonnements: I. Platz RM. 35.-, II. Platz RM. 25.-, welche in 2 Raten unter Abzug des Mitgliederbeitrages (RM. 6.—) ausgegeben werden. Ausführliche Prospekte und Ausgabe der Abonnements bei Ernst Challier, Neuenweg 9. Erstes Konzert Donnerstag, den 31. Oktober 1929, abends, im Stadttheater Das Koblenzer städtische Orchester unter Leitung von Dt. St Temesvary. Mozart Symphonie D-dur - Beethoven Klavier-Konzert Es-dur (Solist: Dr. J. Hobohm, München), Beethoven, Fünfte Symphonie C moll. Eintrittskarten RM. 5.-, 4.- und 2.50 bei Ernst Challier. bojzd SmsliiM Boos Walttorstraße 6 Heute abend ab 8 Ahr Konzert GroßenBuseck Sonntag, den 20. Oktober Nachklrmes Es ladet ergebens! ein: seau Will). Wagner „Zur Germania“ 862 ZD lief) i)6/38 Statt Karlen! Gießen (Krofdorfer Sir. 22 p), 19. Oktober 1929 -6715 Gießen 8643D Albert Rinn und Frau Äad (5m0 j. 3- Gießen Dielen Dank allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die Gratulationen und Geschenke anläßlich unserer Hochzeit Otto Neurath und Frau Irene geb. Doll Vermählte Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Luise Graf Fritz Kempf Walter Köhler Karola Köhler geb. Gartner Vermählte Ss grüßen als Ä erlobte Annegrete Klein Karl Bluhm Kursaal-Inspektor Reiskirchen 19. Oktober 1929 Darmstadt 20. Oktober 1929 Gießen Ebelflraße 20 ' 20. Oktober 1929 Trude Goldschmidt Dr. med. £eo Heß Verlobte Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Fellnerstraße 10 Große Eckenbeirner Str. 41a Grünmgen Zu Hause: Sonntag, 3. November 1929, Fellnersiraße 10 56/5D Miete ßflnBoninms werd, fadißcmäb u. preiswert gestimmt u. revar. Oöetis ©leBen.DlotfftUl Telephon 2403. Verkant v. neuen u. gebt, filau. la »eerlreie Daner-Dachpappe la Asphalt-Dachpappe sowie Carbolineam liefen sofort äuRcrft Preiswert in jeden Mcnnen und Qualitäten. M.Neobaus Nachte. Inh. 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Oktober 1929z nachmittags 3 ühr, auf der Liebkgshöhe । WM MWMW Tagesordnung: ssoungplan oder Dawesplan Referent: Dr. Mterendorff, Darmstadt Oer Ausschuß für das Volksbegehren ist dazu eingeladen worden. üm rege Äeteiligung wird gebeten• 86340 Oer Vorstand. Gute Mantelstoffe 940 und farbig, 140 cm 13.60, 864'A Ottomane in bester Ware, gerauhte Abseite, schw. Gebr. Imheuser guten Qualitäten Charmelaine eleganter Mantelstoff, doppelseitig /\ 00 schw. und mar., 140 cm Gemusterte Ware moderne Farbstellung und Dessin, mit kar. Abseite, 140 cm 12.-, 10.-, 8.-, Vorteilhafteste Bezugsquelle für komplette Einrichtungen sowie Einzelmöbel Langfristige Teilzahlungen I Bei T Möbelhaus Rud. Leisler Neuenweg 23 Gegründet 1886 - Telephon 3573 Barzahlung 1 O Prozent Rabatt! 8243A Töne unter der Lupe .. - Die Tonkurven der Parlophon- Platte zeigen mikroskopisch feincAussrhläge: die Obertöne. 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Was Inge Rana uns H pra zeigte, ist Sensation, die einzigartig dasteht. 8H „Hamburger Fremdenblatt“ Anläßlich der Prof I Max Reinhardt-Revue „Artisten“ im Deutschen Schau- t'J spielhaus in Hamburg: Wie ein lebendig gewordener B Bag in Schönheit prangender Marmor wirkt Inge Rana, B | die sich akrobatische Tänzerin nennt, und in Anleh- Em I nung an die Pawlow i so etwas wie einen „sterben- M Mg den Strauß“ tanzt. Man muß sie gesehen haben. M 1 „Neues Wiener Journal“ : Sensationsgastspiel Inge Bffl M Rana. Was diese Tänzerin bietet, ist wirklich fabel- |M g haft Glaubhaft, daß sie jahrelang Pariser Revuestar fcj3 H war, ebenso glaubhaft, daß jahrelanges Training er- |H KW forderlich war, um diese Tanzakrobatik zu erreichen. |M ■■ Es ist schon mehr sensationelle Akrobatik wie Tanz. H M Aber es ist Tempo, Temperament, Sensation! ■ „Gieß. Anzeiger“: Siehe Kritik i. d. Freitagausgabe. Astoria-Lichtspiele Heute Samstag u. morgen Sonntag Pat und Patachon in: Zirkus Pat und Patachon Ferner: Der Kampf um die Weltmeisterschaft i. Boxkampf Schmeling - Paolino ö657C