Nr. 195 Erstes Blatt 179. Jahrgang Montag, 19. August 1929 GietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnt(k und Verlag: vrühl'fche Univerfitäts-Buch- und Steinömderei H. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteure Dr. Fricdr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. §.2bi)riot; für den übrigen Teil Crnst Blumschein und für Den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Kiesten. Ersch e int täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Kiestener Familicnblätter Heimat im Bild Die Scholle. MonatrVezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschliisse unterSammelnummet2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Sronlfurt am Main 11686. 3m Kreise. Don unserem s-Sonderberichterstatter. Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Den Haag, 18. Aug. 1929. Auf einmal ist schönes und warmes ^Detter nach dem Haag gekommen. Verständlich, daß die Sehnsucht aller Konferenzteilnehmer danach geht, sich mehr in Scheveningen aufzuhalten und dort die Freuden des Bades zu genießen, als in endlosen Sitzungen über Akten zu brüten und tausendmal schon Gesagtes noch einmal zu wiederholen. Aber schließlich sind hier die Sitzungen eben doch nichts anderes als Aussprachen ewiger Wiederholungen. Tagelang streitet man sich jetzt herum, um einen Ausweg aus den Schwierigkeiten zu finden, die durch den englischen Vorstoß entstanden sind, und wenn man ehrlich ist, so ist dieser Ausweg noch nach keiner Richtung hin -m sehen. Es tauchen zwar immer wieder neue Vorschläge auf. Das heißt, neu sind diese Vorschläge nicht. Denn alles das, was als angebliche Patentlösung von der einen oder anderen Seite vorgebracht wird, ist von der anderen oder der einen Seite auch bereits einmal, wenn auch in etwas abgewandelter Formulierung, zur Diskussion gestellt worden. Die Konferenz bewegt sich im Kreise. 3n Scheveningen hat sich der Zirkus Hagen- beck aufgetan, und trotzdem es allerlei Zerstreuungen in dieser gottgesegneten Gegend Hollands gibt, kann man annehmen, daß der eine oder andere der Herren Delegierten, der sich für zircensische Spiele interessiert, auch dieser Attraktion seinen Besuch abgestattet hat. Sicher gibt es da auch die sogenannte Hohe Schule, wo Pferdchen um die Manege lausen, auf den Peitschenknall des Stallmeisters hin sich einmal um sich selbst drehen, vielleicht die Vorderbeine hochheben, um dann nach dem Klang der Musik wieder tänzelnd brav hintereinander ausgerichtet, das Rund abzutraben. So ungefähr sieht es auch auf der Konferenz aus. Wie immer in der großen Politik wird eifrig Hohe Schule geritten, älnd zuletzt fällt doch alles in den gleichen Trab und richtet sich nach dem Stallmeister, der mit der Peitsche knallt. Das Schlimme ist hier nur, daß es sozusagen zwei Stallmeister gibt, Einmal Herr B r i a n d und ein andermal Herr Snowden, und solange diese von verschiedenen Ecken mit der Peitsche knallen, geht die Hohe Schule durcheinander und fehlt der Konferenz der richtige Rhythmus. Einigen sich viesc beiden Matadorc, dann wird alles sehr schnell in den richtigen Rhythmus kommen und dann hat auch das schöne Wetter einen Zweck, da dann Zeit genug dafür ist, die Freuden des Weltbades zu genießen. Aber w i e soll die Einigung zustande kommen? Zwar hat sich der Klub der Englandgegner, worunter man unter den gegebenen Umständen die Vertreter Frankreichs, Italiens, Belgiens und auch Japans verstehen darf, zusammengetan und mit heißem Bemühen ein Angebot ausgearbeitet, das angeblich den englischen Wünschen bis auf achtzig Prozent entgegenkommen soll. Dur weih man nicht, ob die Engländer diese Wertung anerkennen und nicht vielmehr der Meinung sind, daß es höchstens vierzig oder auch 'iur dreißig Prozent sind, was man ihnen anbietet. Zuerst sollen sie eine Art -Ultimatum gestellt haben — ob mit oder ohne einen Brief des Herrn Snowden, ist nicht mit Sicherheit festzustellen —, und dieses Ultimatum soll dahin gehen, daß endlich Klarheit darüber geschaffen werden muß, ob man ihre Forderungen bewilligt und demnach also die Konferenz mit Aussicht auf ein greifbares Ergebnis weitergehen kann, oder ob man England unbefriedigt läßt, dann die Konferenz auffliegt und der Binnenhof wieder in seine idyllische Ruhe zurücksinkt. Inzwischen ist die Entscheidung verschoben worden und man weiß immer noch nicht, was in dem hier versammelten internationalen Kreis als das Wichtigste angesehen wird, ob man zu dem Verteilungsschlüssel von Sva zurückkehrt und auch in der Frage der Sachleistungen eine Formel findet, mit der man sich in London einverstanden erklärt. Sicher ist, daß es England nicht so sehr, wie das aussieht, auf die materielle Seite ankommt. Die Millionen, um die es sich hier handelt, sind für das reiche England nicht ein so furchtbares Opfer, wie das Herr Snowden und mit ihm fast die ganze englische Presse darzustellen belieben. Es handelt sich nicht um das Geld, sondern es handelt sich um die ganze Richtung der englischen Politik, die eben die Arbeiterregierung grundsätzlich ändern will und die in wesentlichen Dingen fortan diametral der Tendenz entgegenlaufen soll, die von der konservativen Vorgängerin verfolgt und — sicher nicht zum Dützen Englands — allzu stark und zäh innegehalten wurde. Danach sieht es aus. als wäre eine Verständigung nicht möglich. Und wenn Wetten aufgelegt werden, so stehen sie sicher augenblicklich sehr zugunsten des Abbruchs der Verhandlungen. Aber es gibt eine Konferenzweisheit und eine Art Konferenztradition, und nach dieser muß man schon sagen, daß, wenn die Krise am größten erscheint, die Entspannung am nächsten ist. Also kann auch jetzt noch plötzlich alles in schönster Harmonie fein, können sich die Stallmeister darüber geeinigt haben, wer jetzt und wer nachher mit der Peitsche Inallen darf, damit die Pferdchen brav und wie es sich gehört, ihre Kapriolen im Rhythmus machen. Soll man im Zirkusbild bleiben, um von den Deutschen zu sprechen? Dann kann man nur faßen, sie sind erst die nächste Dummer, Sonntagsruhe auf der Haager Konferenz. Haag, 18. Aug. (IM. Funkspruch.) Der heutige Sonntag war im Ganzen genommen ein Ruhetag. Dr. Stresemann unternahm mit den übrigen Mitgliedern der deutschen Abordnung, ebenso wie die meisten übrigen Lpndervertreter, einen Ausflug in die Mmgebung. Im Laufe des Nachmittags fand lediglich eine kurze Unterredung zwischen Snowden und Iaspar statt. Am Montag sollen nunmehr auf Grund der am Samstag zustande gekommenen Vereinbarung die Finanzsachverständigen des englischen Schatzamtes mit den Sachverständigen der vier übrigen Mächte zusammentreten. Sie haben von ihren Regierungen die Anweisung erhalten, in erster Linie den ziffernmäßigen wert des Angebots der vier Mächte an England feftzuftellen. Ihr Bericht soll be- reits am Montagabend abgeschlossen und unverzüglich dem englischen Schahkanzler zur Stellungnahme übermittelt werden. Deutschland ist an diesen Verhandlungen naturgemäß nicht beteiligt. Die Antwort Snowdens wird, wie von englischer Seite erklärt wird, einen endgültigen Charakter tragen, so daß Mitte der Woche die Entscheidung fallen dürfte. Am Sonntagabend wird hier allgemein bezweifelt, ob die auf Montag verfchobene Befpre - chung der vier Besatzungsmächte zur Bekanntgabe der endgültigen Räumungszeitpunkte tatsächlich staltfinden wird. Zunächst ist lediglich eine private Zusammenkunft zwischen Dr. Stresemann und Briand im Laufe des Montags vorgesehen. Es kann nicht damit gerechnet werden, daß die französische Regierung den endgültigen Räumungszeitpunkt vor der Entscheidung über die sinanzie'ren Verhandlungen mit England bekanntgeben wird. Heber die Bedingungen, unter denen sich Frankreich zur Räumung bereitfinden wird, bestehen zur Zeit Vermutungen. Frankreich dürste jedoch unter keinen Hmständen einer Räumung zustimmen, bevor nicht der Zoungplan von den übrigen Mächten angenommen worden ist. Die Sachlage zeigt somit in der Räumungsfrage noch keine Aenderung. Die Vertagung der Konfeenz wird hier für Freitag oder Samstag erwartet. Eine Einladung, die die Königin von Holland an die Führer der Abordnungen gesandt hat, ist von ihnen bereits angenommen worden. Allgemein heißt es, daß die Konferenz auf den Oktober oder Novern- der vertagt werden wird, und daß in Genf während der Völkerbundsversammlung lediglich private Besprechungen mit Macdonald stattsinden werden. Weitere Verschleppung der Näumungsfrage. Briand wünscht erstKlärunq der finanziellen Probleme. Haag, 18. Aug. (SU. Funispruch.) Der juristische Ausschuß, der sich mit der Frage der Vergleichs- und Feststellungskommission befaßte, trat Samstag vormittag erneut zusammen. Ein materieller Fortschritt ist in den heutigen Verhandlungen jedoch ebensowenig erfolgt, wie in den bisherigen Beratungen, doch besteht der Eindruck, daß der englische Vorschlag, eine Unterkommission des Dölkerbundsrates einzusehen, jetzt stark in den Hintergrund gerückt ist. Es besteht allgemein der Eindruck, daß die Bekanntgabe dcr Räumungstermine, die ursprünglich am heutigen Samstag erfolgen sollte, auch aus der für Montag vorgesehenen Besprechung der vier Besatzungsmächte nicht stattsinden wird. Die französische Verschleppungstaktik scheint jetzt darin zu bestehen, daß Briand darauf hinweist, die ihm vorliegenden Vorschläge des französischen Genera l st a b e s hinsichtlich der Räumungstermine könnten von ihm nicht vertreten werden. Eine Hinauszögerung der Entscheidung wäre daher erforderlich. Hinter dieser Sattif dürfte sich jedoch lediglich die von Briand vom ersten Sage der Konferenz an vertretene Auffassung Friedrichshafen, 19. Aug. (DIB.) Das Luftschiff befand sich auf seiner Fahrt über Sibirien am Samstagnachmittag 17 Ahr mitteleuropäischer Zeit auf 63 Grad nördlicher Breite und 115 Grad östlicher Länge. Das Luftschiff hatte also feinen nördlichen Kurs beibehalten, der etwa 700 Kilometer südlich des Baikal-Sees liegt. Durch geeignete nautische und motorentechnische Maßnahmen war es ihm gelungen, wesentliche Krästeersparnisse zu erzielen und Reserven zu schaffen, ohne dadurch die Durchführung des Fahrtprogramms irgendwie zu verlangsamen. An Bord war alles wohl, die Passagiere in bester Stimmung und begeistert über den guten Verlauf der Fahrt. Das Luftschiff stand bereits mit japanischen Funkstationen in verbin- düng. Um 9 Uhr abends mitteleuropäischer Zeit befand fich das Luftschiff 62,7 Grad Nord, 123 Grad Oft. Am Sonntag früh um 1 Uhr MEZ. wurde der „Graf Zeppelin" 150 Kilometer südöstlich der Stadt Jakutsk am Lena gesichtet. Um 9 Uhr vormittags MEZ. befand es fitf) auf„5.5 Grad nördlicher Breite und 139 östlicher Länge in der Nähe von Nikolajewsk. Um 12.10 Uhr mittags MEZ. meldete der „Graf Zeppelin" folgenden Standort: 48 Grad nördlicher Breite, westlich von Sachalin. Das Luftschiff hatte also die rufsisch-japanische Grenze im Tataren-Sund überflogen und den Südkurs eingeschlagen, Sonntag mitternacht MEZ. fuhr es über die Vulkan-Bay in Richtung Hakodate. In Mororan (Hokkaido) wurde der „Graf Zeppelin" von Tausenden von Menschen auf den Straßen beobachtet. Oeftlich vom Kap Kamui ersuchte Dr. Eckener das japanische Verkehrsministerium um die Erlaubnis, angesichts der Wetterlage (Regen und Nebel) den Kurs ändern zu dürfen und der Ostküste von honschtu bis zur hauplküste zu folgen. Die Erlaubnis hierzu wurde sofort erteilt. Am Montag 2.50 Uhr früh MEZ. passierte das Luftschiff über dem Meere fliegend Sameoki, etwa 640 Kilometer nördlich Tokio, um 5.30 Uhr MEZ. Schiogamo an der Senday-Bay, etwa 300 Kilometer nördlich Tokio. Um 7.15 Uhr MEZ. (das ist 3.15 Uhr nachmittags Tokioter Zeit) wurde der „Graf Zeppelin" über dem Flugplatz Kasimagaura gesichtet. Um 8.35 Uhr mitteleuropäischer Zeit (4.25 Uhr Tokioter Zeit) ist der „Graf Zeppelin" über 0 ft - Tokio eingetroffeti. Nach einem Drahtbericht der Telegraphen-Union aus N e u y o r k von 10.45 Uhr MEZ. ist das Luftschiff »Graf Zeppelin" 20 Minuten nach feinem (Eintreffen über dem Flughafen Kasimugaura glatt gelandet. Die japanischen Mannschaften brachten das Luftschiff unter der Leitung des Flughafenkommandanten Kontreadmiral Pedahara bald daraus in die Halle. Die Begeisterung der unübersehbaren Menschenmenge war groß. Selbst aus ernfemteren Ortschaften waren Taufende und aber Tausende, darunter auch viele Arbeiter und Bauern, gekommen, um dem Schauspiel beizuwohnen. Die deutsche Kolonie von Tokio und Kobe war verbergen, daß eine endgültige Festsetzung der Räumungstermine ohne eine im französischen Sinne erfolgte Klärung der finanziellen Fragen vollständig undenkbar sei. Die Ministerbesprechung am Montag wird daher angesichts der wenig aussichtsreichen Lage der finanziellen Verhandlungen nur zu einer neuen Hinausschiebung der endgültigen Räumungsentscheidung auf unbestimmte Zeit führen können. vollzählig versammelt. Die Begrüßung durch die japanischen Behörden war äußerst herzlich. Nachdem die Mannschaften das Luftschiff verlassen hatten, wurden sie zunächst nach japanischer Sitte mit gerösteten Kastanien und Wein bewirtet. Am heutigen Montagnachmittag wird Dr. E ck e n c r vom Kaiser von Japan empfangen werden. Fieberhafte Spannung in Japan. Lebhaftes Interesse aller Bevölkerunqskreise — Sorgfältige Landungsvorbcreitungen. Tokio, 19. Aug. (WSB. Funkspruch.) Das schöne Wetter, das den Flug des „Graf Zeppelin" über Sibirien begünstigte, dauert an. Das Luftschiff wird also wahrscheinlich eine klare Endstrecke vor sich haben. Vier Marineflugzeuge werden ihm entgegenfliegen, um es einzuholen. Sonderzüge stehen auf dem Bahnhof in Tokio bereit, um 1400 bevorzugte Galle nach dem Landungsplatz zu befördern. Die Marine- und Luftfahrtbehörden haben alle möglichen Vorbereitung en getroffen. Besondere Wetterberichte werden stündlich an das Luftschiff gefunkt und starke Abteilungen ausgebildeter Mannschaften werden bei der Unterbringung des Luftschiffes helfen. Die Halle ist zwar etwas klein und läßt nur einen Spielraum von 18 Zoll, aber es sind Schienen gelegt worden und es ist durchaus möglich, das Luftschiff heil in die Halle zu bringen. Ein W i r b e l st u r m, der sich während der letzten Tage über die See hin auf Japan zu bewegte, hat sich endgültig in nördlicher Richtung verzogen. Die Bevölkerung zeigt angesichts der bevorstehenden Landung des Luftschiffes ungeheueres Interesse. Die japanischen Zeitungen geben stündlich Extrablätter heraus. Die Landung wird durch Rundfunk verbreitet werden. Die deutsche Botschaft gab bekannt, daß „Graf Zeppelin" beabsichtige, Über die Hauptbrücke des Kaiser-Palastes zu fliegen zur Begrüßung des Kaisers und des japanischen Volkes. Deutsche, japanische und amerikanische Ingenieure, die mit den Vorbereitungen für die Landung beschäftigt sind, erklärten, die Einnahme von Betriebsstoff lasse sich innerhalb von drei Stunden durchführen. Die Weiter- fahrt des Luftschiffes wird für Donners» t a g oder Freitag erwartet. Karl Beuerle, der Chefingenieur der Zevpelinwerke sprach sich außerordentlich anerkennend über die Mitwirkung der japanischen Marine aus, die durch Entfernung dreier japanischer Luftschiffe die Luftschiffhalle in Kasumigaura freigemacht hat. Eines dieser Luftschiffe ist nicht gasgefüllt, um genügend Wasserstoffgas für den „Graf Zeppelin" zur Verfügung zu haben. Oer Kampf ums Blaue Band. Die „Mauretania" legte in 24 Stunden bis gestern mittag 560 Seemeilen, durchschnittlich also 27,5 Knoten zurück. Die „Bremen" hat während der gleichen Zeit 611,5 Seemeilen zurückgelegt. „Gras Zeppelin" in Japan gelandet. Glatte Fahrt über Sibirien und das japanische Inselmeer. - Nach 100 Stunden Fahrldauer über Tokio. — Glatte Landung. und man weiß nicht recht, welche Akrobatik ihnen angesonnen wird, oder mit welcher Akrobatik sie aufwarten werden. Auch ihnen war eine schnelle Entscheidung versprochen. Herr Briand hat zugesagt, daß er sich rasch klar werden wolle, welchen Termin er für die Rheinlandräumung in Aussicht zu stellen vermag. Aber darüber muß man sich klar sein, daß diese Entscheidung und alles, was mit ihr zusammcnhängt, doch nur von der Entscheidung bestimmt wird, die zwischen England und Frankreich fällt. Was nützt es Deutschland schließlich, wenn es nun wirklich von Vriand das Versprechen eines Räumungstermi- nes bekommt, dieses Versprechen aber wieder irgendwo in die Luft geschrieben wird und Voraussetzungen daran geknüpft sind, über die man gegebenenfalls noch Wochen und Monate verhandeln muß, ehe sich der berühmte Kompromiß ergibt. Man hat hier, wenn man so mitten zwischen öen Dingen steht, doch stark den Eindruck, als ob man in Deutschland selbst allzu sehr der Meinung zuneige, die deutschen Fragen wären der eigcntllche Mittelpunkt der Konferenz. Das ist durchaus — jedenfalls gegenwärtig — nicht der Fall. Man hat über die Rheinlandräumung sehr eifrig und mit einem Aufwand vieler, Reden verhandelt und die Dinge sind in der Tat so weit gediehen, daß von allen Seiten so oder so ein Ergebnis gefunden werden muß. Aber alles das, woraus es doch im Grunde genommen ankommt, um die Räumung wirklich effektiv zu machen, — die Frage der Kontrolle, die Frage der Entschädigungen, die Frage des weiteren Bestehens der Rheinlandkommission und ihrer Or° donnanzvollmacht über den Sag der Poung- ratisikation hinaus, alles das ist noch völlig ungeklärt, und solange hierüber noch nicht ganz feste Abmachungen bestehen, kann von einer wirklichen Entscheidung auch noch nicht die Rede sein. Snowden erwartet neue Vorschläge. Haag, 18. Aug. (Reuter.) Ein hervorragendes Mitglied der britischen Delegation erklärte, die von den Gläubigermächten unterbreitete Denkschrift werde von Snowden als durchaus unbefriedigend und unklar bezeichnet; auch enthalte sie eine Anzahl unbegründeter Behauptungen. Snowden habe Jas- Par gesagt, wenn dies das letzte Wort der vier Mächte sei, so habe es keinen Zweck, die Verhandlungen forlzusehen. Aber der belgische Ministerpräsident habe dem englischen Schatzkanzler zu verstehen gegeben, die vier Mächte seien bereit, die Verhandlungen auf der Grundlage der britischen Antwort f o r t z u s e h e n. Die Vorschläge der vier Mächte werden als lächerlich und unbefriedigend bezeich- uet- Es ist unrichtig zu sagen, sie erfülltem o0 Prozent der britischen Forderungen; tatsächlich befriedigen sie nur 2 0 Proz, und von Zugeständnissen oder Opfern seitens der vier Glän» bigermachte ist feine Rede. Es wird der Häuptling entgegengetreten, öo/Ti n sich unzugänglich verhal e und sich wei- auf vernünftige Vorschläge zu hören. Die Tatsache, daß er dem ' ufschub der Sitzung der smanzkommission zuc/estimmt habe, zeige daß er den anderen Mä en bereitwilligst genug e n d Z e i t l a s s e. ach Ansicht Snowdens wurde es nahezu ein Verbrechen fein, die Verhandlungen zu vertagen, so (lange noch irgendeine -Aussicht auf ein erfolgreiches Ergebnis bestehe. Am zehnten Jahrestag des Polenausstandes in Oberschlesien. Die zersplitterte Polensront. K a t t o w i h , 19. Aug. ($11. Funkspruch.) Die Feiern aus Anlaß des 10. Jahrestages des Polnischen Aufstandes sind in der Wojewodschaftshauptstadt, soweit bisher bekannt ist, ohne wesentliche Zwischenfälle verlausen. Schon am Samstag wurden die Feierlichkeiten durch den Wettmarsch der Aufständischen an die Oder eingeleitet, wobei ein Teilnehmer am Ziel vom Hihschlag getroffen wurde. Am Abend fand unter der Beteiligung des Militärs und der militärischen Organisationen ein Zapfenstreich statt mit anschließender Kranzniederlegung am Aufstän- dischen-Denkmal. . Ein für die politischen Verhältnisse m Oberschlesien charakteristisches Bild bot sich den Zuschauern am Sonntag morgen, wo aus alten Teilen der Wojewodschaft die polnische Bevölkerung zusammenströmte und in zwei scharf getrennten Lagern an den Feierlichkeiten teilnahm. Da für das christlich-natio-^ n a l e Lager unter Führung K o r f a n t y s ieg- lichen Umzug von seilen der Polizei verboten war fand die nach mehreren Zehntausenden zählende Menge, die sich aus allen Schichten der Bevölkerung zusammensehte, sich lediglich zum Gottesdienste in der Kathedrale, em und begab sich anschließend an das Aufständischendenkmal, wo Korfanth in einer Ansprache der gefallenen Helden gedachte, aber auch zugleich mit unverbmmter Ironie auf die Rechtszu- stände im befreiten Polen hinwies, die dazu geführt hätten, daß die polnische Einheit in Oberschlesien zersplittert worden sei. Es war sehr bezeichnend, daß die Veranstaltung der Korfantypartei von einem starken Polizeiaufgebot mit auf» gevflanztem Seitengewehr begleitet wurde. Tie zur „moralischen Sanierung" stehenden Organisationen hatten alles aufgeboten, um v o r dem Staatspräsidenten in Massen zu demonstrieren. Noch im letzten Augenblick wurden den Aufständischen neue Uniformen unentgeltlich geliefert und jedem ein Trinkgeld zugesichert, um recht viele Teilnehmer zu gewinnen. Den Ortsgruppenführern wurden Belohnungen angeboten, damit sie recht viel Leute auf die Beine brächten. Trotz dieser Lockmittel war die Beteiligung an den Feierlich- lichleiten der Regierungsrichtung sehr mäßig. Dor dem neuen Wojewodschaftsgebäude wurde ein Gottesdienst abgehalten. Anschließend daran fand eine Vorbeimarsch vor dem Staatspräsidenten, dem Wojewoden und den Vertretern der Behörden und am Abend eine Empfang im Wojewodschaftsgebäude statt. Die Kattowiher Bevölkerung war gegenüber den Veranstaltungen sehr zurückhaltend. BSuirge Zusammenstöße in Oesterreich. Graz, 18. Aug. (WB.) In der Ortschaft Sankt Lorenzen in Ober-Steiermark kam es heute nachmittag zu schweren Zusammenstößen zwischen H e i m weh r le u te n und Sozi aldemokraten. Im Verlauf eines überaus heftigen Handgemenges fielen mehrere Schüsse. Ein Mann, angeblich ein sozialdemokratischer Parteigänger, wurde getötet. Zehn Personen sind schwer, vierzig leicht verletzt worden. Die Verletzten gehören beiden politischen Gruppen an. Es dauerte ziemlich lange, bis ein großes Aufgebot von Gendarmerie die Ruhe wieder hergestellt hatte. In Sankt Lorenzen hatte eine sozialdemokratische Versammlung stattgefunden, zu der am Rachmittag auch politische Gegner erschienen waren. Rach längeren Plänkeleien kam es zu Handgreiflichkeiten, die rasch zu einer großen Rauferei Wege zu einer Verständigung auf dem internationalen Kohlenmarkt. Berlin, 19. Aug. (Priv.-Tel.) Seit etwa zwei Jahren beschäftigt sich die Oeffentlichkeit mit der Frage einer internationalen bzw. europäischen Kohlenverständigung, ohne daß aber seitens der unmittelbar interessierten Kreise irgendwelche erwähnenswerten Schritte unternommen worden wären. Der Bericht desReichs- kohlenverbandes über das Jahr 1928/29 zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, wie verworren die Verhältnisse auf dem Weltmärkte für Kohle sind und wie schwer durch die sich gegenseitig unterbietende Konkurrenz Englands, Deutschlands und Polens der Bergbau dieser Länder selbst in Mitleidenschaft gezogen und in seiner Rentabilität getroffen wird. Bei einer Betrachtung der internationalen Kohlenmarktlage darf man vor allem nicht die Konkurrenz der polnischen Kohle, die ihre Produktion am höchsten gesteigert hat und noch weiter zu vergrößern bemüht ist, unterschätzen: der polnischen Kohle ist es gelungen, wesentliche Teile des skandinavischen Marktes für sich zu gewinnen unter Verdrängung der deutschen und englischen Kohle. In diese ganze Zusammenhänge hineinzuleuchten und die Wahrheit offen auszusprechen, ist dem englischen Wirtschaftsminister Graham Vorbehalten geblieben. Er hat sogar auf der politischen Haager Konferenz offen zugegeben, daß nicht allein die Beseitigung der Konkurrenz durch die deutschen Reparationskohlenlieferungen dem englischen Bergbau Helsen kann, sondern daß darüber hinaus eine internationale Verständigung zum mindesten aber eine Vereinbarung zwischen dem deutschen und englischen Bergbau die Lösung der Hauptschwierigkeiten bedeuten würde. Es hat also hier der offizielle Regierungsvertreter Englands gesprochen, und Loucheur, der französische Wirtschaftsminister, hat die Ausführungen seines englischen Kollegen noch besonders unterstrichen und daraus hingewiesen, daß bereits vor zwei Jahren auf der Genfer Weltwirtschaftskonferenz Pläne einer Verständigung auf dem Gebiete der Kohle und des Zuckers erörtert worden seien, deren Umsetzung in die Praxis jedoch sich schon damals infolge der unnachgiebigen Haltung der englischen Delegierten von vornherein als unmöglich erwies. Wenn nun der offizielle Regierungsvertreter Englands jetzt offen auf die Rotwendigkeit einer europäischen Kohkenverständigung hingewiesen hat, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß er dies nicht getan hätte, wenn nicht vorher irgendeine Fühlungnahme mit den Bergbaukreisen Englands stattgefunden hätte. In der Tat liegen die Dinge heute int englischen Bergbau wesentlich anders als vor zwei Jahren. Die Hoffnung des englischen Bergbaues, daß es ihm gelingen werde, durch seine niedrigeren Löhne und Gestehungskosten die Konkurrenz der deutschen Kohle zu schlagen, ist n i ch t in Erfüllung gegangen, der deutsche Bergbau ist restlos rationalisiert und womöglich, auf den maschinellen Betrieb umgestellt. Produktionsvvrteile, die die niedrigeren Gestehungskosten des englischen Bergbaus wieder, aufwiegen. Die Aufgabe dieser Hoffnung hat Wohl den ersten Anfang zu einer beginnenden Kartellneigung in England hervorgerufen. Die gegenwärtige englische Regierung, der eine Behebung der englischen Bergbaukrise sehr am Herzen liegt, hat sich positiv für eine Syndizierung des englischen Bergbaues erklärt und es nicht nur bei dieser Erklärung belassen, sondern bereits auch Maßnahmen ergriffen, um diesen Zusammenschluß im englischen Bergbau möglichst rasch zu erreichen. Wenn es erst einmal ein englisches Kohlenkartell gibt, dann ist anzunehmen, daß der deutsche Bergbau wahrscheinlich auch aus seiner bisherigen Taktik der äußersten Zurückhaltung gegenüber allen internationalen Kartellierungsbestrebungen heraustreten wird, weil dann der englische Bergbau als organisierter Verhandlungspartner geschlossen aufzutreten in der Lage wäre. Die Bestrebungen, die vorläufig auf privater Seite noch nicht zu irgendwelchen Verhandlungen geführt haben (direkte Verhandlungen zwischen dem englischen und deutschen Bergbau sind nicht bekannt), werden zweifellos durch die Vorgänge auf der Haager Konferenz eine weitgehende Unterstützung erfahren. Es fei daran erinnert, daß Ende September vor dem Völkerbund, der zu diesem Thema auch eine Denkschrift ausgearbeitet hat, zwischen Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Bergbaus Besprechungen über die Möglichkeit einer internationalen Kohlenverständigung stattfinden, die sicherlich durch die Erörterungen auf der Haager Konferenz eine Beschleunigung erfahren werden. Daß die Ueberproduk- tion an Kohlen, die nun schon seit Jahren besteht, nur durch ein internationales Kontingentabkommen, durch das sich die einzelnen Länder weitgehende Produktionseinschränkungen auferlegen, beseitigt werden kann, ist Wohl klar: nüt auf diesem Wege kann die Unwirtschaftlichkeit des Bergbaus aufgehoben werden, nachdem es sich gezeigt hat, daß der Ausbau der Kohleverflüssigung und der anderen Kohlenverwertungsmöglichkeiten doch nicht genügt, um die bestehende Ueberkapazität zu beseitigen. Auch für den deutschen Inlandmarkt wäre ein solches Abkommen nicht von Rachteil, da es dann nicht mehr nötig wäre, den Verlust des Exportgeschäftes durch hohe Inlandpreise auszugleichen. Daß diese Verluste sehr groß sind, beweist Wohl am besten die hohe Syndikatsumlage des Ruhrbergbaues. ausarteten. Der Vorfall hat in ganz Steiermark große Erregung ausgelöst, man erwartet politische Konsequenzen und entscheidende Maßnahmen der Regierung. — Ein Heimwehrfest und eine sozialdemokratische Kundgebung in Rieder- Oesterreich verliefen ohne jeden Zwischenfall. Ein getadelter Volkskommissar. Kow n o, 17. Aug. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, haben das Zentralkomitee und die Zentralkommission der Kommunistischen Partei dem Volkskommissar für Volksbildung, Lünorts ch a r s k i, ihre Unzufriedenheit wegen der Abtragung der Kapelle am Roten Platz ausgesprochen, in der das berühmte Muttergottesbild sich befand. Das Zentralkomitee und namentlich die Zentralkontrollkommission sind der Auffassung, daß KOTCTnrsrrBBiDrMmÄ-rtjsKweaeHHHeQeBOTÄnEKixBBSSKiMBi diese Maßnahme Lunartscharskis den Interessen der Sowjetunion auf innerpolitischem Gebiet nicht entsprochen habe. — Die Partei hatte bekanntlich Lunar- tscharski bereits vor einiger Zeit einen Verweis dafür erteilt, daß er in Leningrad den Moskauer Eisenbahnzmg aufhalten ließ, um seine Frau mittommen zu lassen, die sich um einige Minuten verspätet hatte. Rußland beklagt sich über chinesische Grenzüberfälle. Moskau, 18. Aug. (WB.) Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion berichtet, sind wiederholt Ueberfälle im Gebiet der O st - china-Dahn auf Sowjetgrenzposten und friedliche Bevölkerung durch Weißgardisten und chinesische Banden gemacht worden. Oie Mücken Von Bangkok. Von W. K. von Nohara. Ursprünglich sollte der Artikel „Das Rächt- leben von Bangkok" heißen, aber bei näherem Besehen ist das Nachtleben da unten in Siam eine Überschrift nicht wert: dagegen sind es die Mücken. Von sechs Uhr abends bis acht Uhr abends beherrschen die Mücken das ganze animalische und soziale Leben von Bangkok: sie sind es, die dem Leben die einzige Abwechslung, der Gesellschaft das einzige Gesprächsthema, dem Zeitungsmann den einzigen Stoff zu einem Feuilleton bieten. China hat seine Bürgerkriege, Japan seine Erdbeben, Indien seine Gemetzel, überall ist „etwas los", Siam hat aber in der Hauptsache nur seine Mücken und — das große Glück des Unbekanntseins, des Abseitsliegens. Was weiß man in Europa von Siam? — Von allen Kaiserreichen ist keines so unbekannt, hat keines so wenig von sich reden gemacht, wie Siam. Das Kaiserreich Korea ist untergegangen, das Kaiserreich Japan hat einen merkwürdigen Aufschwung genommen, das riesige China hat seinen jugendlichen Kaiser gefangen gesetzt — nur Siam ist das alte geblieben. Es hat keine Probleme, es hat keine Krisen, cd baut keinen Gummi und keine Kriegshäfen, es rüstet nicht ab, und es rüstet nicht auf. Doch, einige junge siamesische Herren in Bangkok lernen das Fliegen. Die jungen siamesischen Herren von Bangkok bewegen sich, wie das heutzutage bei allen Asiaten, mit Ausnahme der Japaner, der Fall ist, mit völliger Freiheit in der weihen Gesellschaft. (Die Ausnahme Japan: da bewegen sich die weißen Herren mit völliger Freiheit in der japanischen Gesellschaft.) Sie sitzen mit Engländern und Franzosen an der Bar und spielen mit ihnen Golf — die zwei Dinge, die der Asiate heute zuerst von seinen weißen Lehrmeistern lernt. Die jungen siamesischen Damen von Bangkok tragen mit Anstand und Grazie den seidenen „Sarong", der allerdings immer mehr das Batik» muster verliert, „Pastelltöne" annimmt und knielang, d. h. kniekurz zu werden die Reigung zeigt, iioAU seidene Blusen, oder Jumper, Schuhe oder Sie batoi kein^-otrümpfe und den Herrenschnitt. -- wie schnell daeßen Schwestern alles abgcgudt beweglich, unbelaste-geht! — sie sind jungenhaft, qcn viel und tanze. fi& trinken ein wenig, rau- einmal hinter dem unmäßig und laufen auch tragen sie nicht — nGolfball her. Rur Hüte stens einmal ein Tuchrkwürdigerweise höch- Xopf und Schultern, h oder einen Schleier, um L Bangkok liegt auf der einen Seite des sumpfigen Menam: auf der anderen Seite liegt die Dschungel. Diesseits wohnen etwa eine halbe Million Menschen, drüben approximativ (auf jeden Menschen 30 Mücken gerechnet) 15 Millionen Moskitos, die jeden Abend um Punkt sechs Ähr (die alten Bangkokesen richten ihre Taschenuhren danach) samt und sonders einen Raid auf die Stadt unternehmen. Bis dahin hat sich das Tagewerk der Weißen Residenten etwa folgendermaßen abgerollt: Etwas Arbeit, viel Bridge, unmäßig viel Curry — und nun kommt das Golf. Rach vier Ähr ist die weihe Landstraße nach dem Sport-Club in eine, einzige Staubwolke gehüllt. Auto um Auto saust zwischen den Bambushainen hindurch, deren schlanke Rohre sich im Winde neigen. Die Herren tragen alle „shorts“, kurze Jungenhosen, die nur die Oberschenkel verhüllen: die Damen sehen aus wie eben Damen überall in der Welt aussehen. Der Golfplatz ist flach, hart und allgemein miserabel, aber jeder spielt Golf. Kurz vor sechs, in den wenigen Minuten tropischer Dämmerung, die der Rächt vorausgehen, kommen die Golfer, verschwitzt, verstaubt, mehr oder weniger verärgert, von den Links zurück. In tiefen Rohrsesseln — haben wir eine Ahnung, wie tief und bequem ein Rohrsessel fein kann, bis wohin man die Beine strecken kann! —, an kleinen Tischen, auf denen Windlichter stehen, wird ein Cocktail oder Whisky und Soda getrunken. Die Damen stecken die Beine bis über die Knie in Leinwandsäcke, um allzu galante Moskitos nicht in Versuchung zu führen. Die Männer, wie eben Männer sind — nehmen nicht zu solchen Mitteln Zuflucht: sie schlagen sich recht heldenhaft mit den mörderischen Insekten herum oder führen die nackten Knie spazieren. Immer auf und ab vor der Veranda des Klubhauses. Es gibt natürlich Mittel gegen Moskitos und Mvskitostiche, aber damit ist es wie mit den Mottenpulvern: es gibt Moskitos, die dafür schwännen und sich den Bauch gar nicht voll genug damit schlagen können. Man sagt: Wenn man Alkohol trinkt, kommen die Moskitos nicht an einen heran: aber auch unter diesen interessanten Insekten gibt es, scheint's, Anti-Prohibitionisten. Gern und viel wird eine Art Weihrauch verbrannt; aber im Freien verpufft er wirkungslos, und im geschlossenen Zimmer räumen die Menschen zuerst das Feld — im weiten Abstand vor den Moskitos. Das einzige wirklich wirksame Mittel ist: totschlagen. Aber möglichst vor dem Stich. । Wenn also jeder das auf ihn entfallende | Quantum von 30 Stück totgeschlagen hat, ist es Zeit zum Diner geworden, und man geht sich die Hände waschen. Im Speisesaal, an der Bar — überall jeden Abend die gleichen Gesichter. So geht das die ganze Woche hindurch. Rur der Sonntag macht eine Ausnahme: da wird zweimal Golf gespielt: morgens und abends. Änd nachts, wenn die Moskitos erschlagen oder zur Ruhe gegangen sind, vielleicht ein Spaziergang am Ufer des Menam oder zwischen den Reis- sümpfen. Die Blumen, die tagsüber schlafen, haben ihre Kelche geöffnet; der Lotos, der feine Blütenblätter beim ersten Morgenlicht zur Faust ballt, parfümiert die Rächt mit einem betäubenden Duft, der sonst nur in exotischen Novellen vorkommt. Millionen Frosche singen; wahrhaftig, sie quaken nicht, sie fingen! — Die Frosche von Bangkok, die Bäuche schön gefüllt mit fetten Moskitos, die ihrerseits den Bauch voll Menschenblut hatten, fingen in hohen, dem menschlichen Ohr angenehmen Tonen. Änd so, indem man verliebt zu zweien oder verträumt allein über die erhöhten Wege zwischen den „klongs" dahinwandelt und dem melodischen Gesang der zufriedenen Frösche lauscht, hat man doch noch etwas von dem Blut, das einem die Mücken abgezapft haben. Hochschulnachrichten. Der Ordinarius der Pharmakologie an der Universität Köln, Dr. med. et phil. Joses Schüller, hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf nach Göttingen als Nachfolger von Prof. W. Heubner abgelehnt. — Der Privatdozentin für Aesthetik und Jugendpsychologie an der Wiener Universität, Dr. Charlotte Bühler, ist der Titel eines außerordentlichen Professors verliehen worden. Die aus Berlin gebürtige Psychologin studierte in Freiburg i. B., Kiel, Berlin und München, besonders unter Carl Stumpf, Oswald Külpe und Karl Bühler und erwarb 1917 in München den Doktorgrad über Gedankenentstehung. Drei Jahre später erhielt Frau Dr. Bühler die Lehrberechtigung für Aesthetik und pädagogische Psychologie an der Technischen Hochschule in Dresden, von wo sie 1923 an die Wiener Äniversität übersiedelte. Hier wurde sie zugleich erster Assistent am psychologischen Institut. Frau Pros. Bühler ist Herausgeberin der „Quellen und Studien zur Jugendkunde". Ihre zahlreichen Arbeiten betreffen Fragen der Aesthetik und Kunstpsychologie, der Jugendpsychologie und -Pädagogik. Ihr Werk „Das Seelenleben der Jugendlichen" ist in mehreren Auflagen verbreitet. Die UeberfäHe haben insbesondere in den fetzten Tagen bei der Bahnstation Mandschurin und dem Dorfe Poltawskaja in der Nähe der Station Pogranitschnaja einen herausfordernden Charakter angenommen. Chinesische Meldungen, daß die Initiative der Angriffe angeblich von Sowjetseite ausgeht, werden als böswillige Erfindung bezeichnet. Die Telegraphenagentuv der Sowjetunion ist bevollmächtigt, entschieden zu erklären, daß in allen Fällen ohne Ausnahme die Sowjetgrenztruppen sich nur auf entschlossene Abwehr der Äeberfälle sowie der Versuche der Weißgardisten und chinesischen Banden, im Sowjetgebiet einzudringen, beschränken. Staat und evangelische Kirche in Preußen. Ein Konkordatsvertrag noch für den Herbst in Aussicht. Berlin, 19. Aug. (DDZ.) An zuständiger Stelle rechnet man damit, daß die Verhandlungen mit den evangelischen Kirchen so rasch vonstatten gehen, daß der Preußische Landtag sich bereits i m H e r b st abschließend mit dieser Materie beschäftigen kann. Es würde damit sowohl den Wünschen der evangelischen Kirchen wie auch denen des Landtages entsprochen werden, der ja in seiner bei der Verabschiedung des Konkordates angenommenen Resolution den „ alsbaldigen Abschluß gleichwertiger Verträge" verlangt hatte. Entsprechend diesem Wunsche des Landtages dürfte die Vereinbarung nicht in die Form eines Staatsgesetzes, sondern in die eines Vertrages ähnlich dem römischen Vertrage gekleidet werden. Man rechnet damit, daß die acht evangelischen Kirchen ein gemeinsames Gremium bilden, das als einheitlicher Vertragspartner dem Staate gegenüberstehen würde. Nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen wird den evangelischen Kirchen eine Erhöhung ihrer Dotativnen zugestanden, bereu Ausmaß aber noch nicht fest steht. Die evangelischen Kirchen ihrerseits werden analog den Bestimmungen des Konkordates dem Staate ein gewisses Mitbestimmungsrecht bei der Besetzung hoher kirchlicher Aemter einräumen. Reben diesen Hauptdingen wird man noch darüber zu verhandeln haben, daß gewisse Fonds, die bis jetzt bei mehreren Regierungshauptkassen als ausschließliches kirchliches Eigentum bestehen, auch äußerlich aus der Staatsapparatur herausgeholt werden. Schließlich wird auch hier in Analogie zu dem römischen Vertrage darüber zu beraten sein, ob und wie den evangelischen Kirchen ein Mitbestimmungsrecht bei der De setzung evangelischer Lehrstühle and en Universitäten zuzugestehen ist. Durch die Sommerferien waren bisher die Verhandlungen mit den evangelischen Kirchen nur langsam vorangekommen, doch vollzogen sie sich durchaus reibungslos. Bereits in den nächsten Tagen sind aber die maßgebenden Referenten wieder selbst im Amt, und man glaubt, daß dann die erwünschte Verständigung nicht lange auf sich warten lasse. Gewerkschaften und Arbeiislosenversicherungöreform. Berlin, 19. Aug. (Priv.-Tel.) Die Vertreter der drei gewerkschaftlichen Spitzenverbände sind mit dem Stand der Reform der Arbeitslosenversicherung beschäftigt. Die Gewerkschaften rechnen damit, daß die Regierung eine Erhohung der Beiträge um 0,5 v. ch. vorsehen wird. Gegen den Vorschlag, Beitragshöhe und A n w a r t - s ch a f t s b ei u e r miteinander zu verbinden, wurde lebhafter Widerstand geltend gemacht. Mit einer Reihe anderer Vorschläge sollen die Gewerkschaften sich einverstanden erklärt haben. Entgegen anders lautenden Blättermeldungen bezeichnet es der persische Komödie. Von Bruno Manuel. Ein Fellhändler in Ispahan, welcher Feth Ali hieß, war des Diebstahls angeschuldigt an einem Silberfuchs. Ein nicht ganz einwandfrei erwiesener Fall. Ali, unter Ausstoßung heiliger Eide, leugnete die Tat. Doch glaubte man ihm nicht. In Ispahan herrschen aber primitive Rechtsgebräuche. Wenn man nicht genau weiß, ob jemand gestohlen hat, läßt man ihn einen Bußgang an treten rund um die Stadt. Zwecks gründlichen Beweises mit Erbsen in den Schuhen. Entweder man hält es aus, dann gut. Oder man bricht zusammen, dann ist man über führt. Eine andere Methode der Entlarvung kennt man nicht. Es gibt nichts, was den Ispahanem entsetzlicher ist, als dieser Büßgang. Mit Recht überliefen Feth Ali kalte Schauer. Bei seinem Pech fein Wunder. Ihm fielen fämt- liche Sünden ein. Die Sache mit den Teppichen und die Sache mit den Kamelhaaren. Die Sache mit dem Silberfuchs übrigens auch. Änd aus diesem einleuchtenden Grunde war Feth Ali erheblich aufgeregt. Habiba, fein braves Weib, war es mitnichten. Unter Anwendung größten Wohlwollens bereitete sie die heikle Angelegenheit vor. Tat Erbsen in die Schuhe und half Ali ermunternd auf die Deine. ; Mit sehr gemischten Gefühlen machte er sich auf. Ihm schien, als gössen unsichtbare Hände Ciswasser über seinen Rücken. Bebend kroch er dabin. Ganz Ispahan verfolgte das aufreibende Ereignis. Keiner gab sich übertriebenen Hoffnungen hin. Man hatte das unumstößliche Gefühl, daß es kein gutes Ende nehme. So vergingen bange Stunden, denn Ispahan ist eine größere Stadt. Die gesamte Verwandtschaft stand aufgelöst und erging sich in Befürchtungen. Alis Töchter schluchzten in den höchsten Tönen. Doch Habiba war heiteren Sinnes und verkündete äußerst prahlerisch Alis Unschuld. Plötzlich gegen Abend ging ein Rauschen durch die Menge. Ali kam, ein von leibhaftigen Wundern begünstigter Herr. Leichtfüßig und adrett. Das Volk erstickte vor Rührung und sah üjn starr an. Die Töchter fielen erschüttert in die Knie. Habiba schrie vor Verwunderung leise auf. Erlöst trat Ali auf sie zu, umarmte und küßte sie und flüsterte ihr ins Ohr: „Uebrigens, Habiba: das war doch eine ausgezeichnete Idee von dir. daß du die Erbsen gekocht hattest!" eit von SHELL 4npö Jan nayei «ast- ■Seydlsf «apare hofsh. ntfreform. ie Vertret« W L^tzenver- Ksvm der Arie 6erocttjd)ajten eine Erhöhung vorsehen wird. > und Anwartverbinden, wurde nacht. Mit einer iic Gewerkschaften Entgegen anders zeichnet es der bei mehreren ießliches kirch. erlich aus der olt werden, alvgie zu dem traten fein, ob en ein Mit« t Desehung an den Uni« durch die Som- Handlungen mit angsam vor- sich durchaus i nächsten Lagen ferenten wieder , daß dann die lange aus sich den herbst eßrVnö- -n Kirche .°Vl'ebend 1 Es wurde 6>a 500 M. 18829 26660 34510 37826 44706 67968 67893 93483 101164 117615 132687 164207 186391 196778 215730 241216 255648 266544 268119 2-6026 363171 368381 373213 374414 196 Gewinne ?u 300 W. 7471 16364 18112 24374 24681 26733 30001 39448 42722 45272 46937 47097 48373 66362 58807 66269 78368 83018 910o8 94345 95072 100617 104161 107477 108439 ...... * 128205 158722 174227 221563 256128 259692 265447 279119 300140 338290 375975 399242 Sn der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinn, 8U 6000 M. 124259 129476 8 Gewinne,n 3000 M. 4066 209188 312400 382039 16 Gewinne t« 2000 W. 23268 260386 266807 311543 338408 355693 364942 394340 24 Gewinne tu 1000 M. 6080 61868 112470 138177 141598 143705 164997 267320 287086 308412 380272 388597 Tanken Sie gleichzeitig: rzV 3 Statt besonderer Anzeige. Frau Hedwig Jösch geb. Fink Gießen, den 19. August 1929. 05251 CD MAGIRUSAG ULMVDONAU Vertreter: Georg Karl Reit, Gießen Marburger Straße 34 Telephon 2098 Cy Gießen und Geiß-Nidda, den 18. August 1929. A 6571C 6881D sucht 6878D Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Telephon 4077 - OMNI ’ KRAFTWAG E N Wilhelm Jösch, Reichsbahnrat Dr. Walter Jösch, Gerichtsreferendar, Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Therese Seip geb. Haas Familie Otto Schneider Familie Hermann Glenz. Ein« Padcunfl Kukirol ■ Pflaster mit dem Garantie • 3d>dn kostet 75 Pfennig. Kukirol hilft «Idierf Sie erhalten bei Nichterfolg Ihr Geld zurück I Wundlaufen, Brennen und andere kuch Die Beerdigung findet Mittwoch, den 21. August, nachm. 3*/3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. Am Sonntag früh verschied nach schwerer Krankheit sanft und gottergeben meine treue Lebensgefährtin, meine liebe Mutter WI.lIIWM oder WWn in besserer Hausarbeit erfahren, für Mittwoch u. Samstag (vormittags» ne« Wir bieten Qualitätsarbeit Wir erhöhen uns damit unsere Kunden und werben neue, fordern auch Sie von uns oder den Vertretern Angebot und Unterlagen über unsere 1929er 6 Cylinder-ModeHe. flröl. WWn das kochen kann, für tagsüber zum 1. 9. gesucht. 05254 «Vier, Balmbolstr. 6 Die Beerdigung findet in aller Stille in Freiburg (Breisgau) statt. Blumenspenden sind nicht im Sinne der Verstorbenen. — Von Beileidsbesuchen bitten wir gütigst abzusehen. Beliebte Nutzfahrzeuge Material und Verarbeitung haben alle unsere Modelle zu zuverlässigen und widerstandsfähigen Dienern der Wirtschaft und des Verkehrs gemacht. Wirtschaftlichkeit, Leistung und Betriebssicherheit sind selbstverständliche Voraussetzungen. Daneben wird ober auch äusserlich auf eine repräsentative Ausführung Wert gelegt. 6. Heinrich Wilhelm Wagner, Oberverwal- tungsselretär i. R., 55 Jahre, Kaiserallee 5: 7. Heinrich Johann Walther, 1 Tag, Steinst rahe 70; Marie 01 ü fing geb. Amend, Zigarrenmacherin, 53 Jahre, Steinstrahe 52; 8. Margarete Scherer, berufslos, 69 Jahre, QlÜertoeg 45; 9. Leopold Hildebrandt,. Schreiner. 83 Jahre, Licher Straße 19; 11. Anna Elisabeths Herling geb. Sommer, Witwe, 78 Jahre, Marktstrahe 12; Georg Voß, Forstkassen- rendant a. D., 67 Jahre, Ludwigstrahe 37; Katharine Weber geb. Schneider, Witwe, 70 Fahre, Schillerstrahe 14; 13. Lina Karoline Emma Elisabeth Geisse geb. Sack, Witwe, 67 Jahre, Seltersweg 2; Helene Müller geb. Schäfer, 68 Jahre, Bismarckstrahe 16; Heinrich Ve llof f 11., berufslos, 80 Jahre, Am Riegel- psad 90. ' Musik- und Sprecherziehung in den hessischen Schulen. Das hessische Ministerium für Kultus und Dildungswesen veranstaltet mit der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Musik- und Sprecherziehung in den hessischen Schulen in der Zeit vom 2. bis 7. September in Mainz eine Schulungswoche für Sprecherziehung. Der Ilniversitatslektor Roede - meyer, Dozent für Sprecherziehung an der Universität Frankfurt a. M. und Dr. med. G. QI. Roemer, der Leiter des ärztlich-psychologischen Instituts der Gesellschaft für Persönlichkeitsforschung in Stuttgart, sind als Referenten gewonnen worden. D'^e Tagung findet in Mainz im Saale der Musikhochschule statt. * Versammlung deutscher Ausland- lehrer und Auslandlehrerinnen. In der Zeit vom 22. bis 25. August findet in Darmstadt die Der Roman einer Künstlerin nach einer Novelle von Wilhelm Hauff in 7 spannenden Akten Ein Mahnruf an die Jugend Jugendliche haben keinen Zutritt! Ferner: Das lustige Beiprogramm mit Lupine Lane, Larry Semon. Und: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt Fruchtpressen Saftbeutel, Keltern in verschiedenen Größen Edgar Vorrmann, Eisenhandl. Samstagnacht entschlief sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, unser unvergeßlicher Vater, Schwiegervater und Großvater Lehrer i.R.Ludwig Seip im 70. Lebensjahr. Hühneraugen die neuerdinge Fufcquffler helfen. sowie alle anderen Homhaotstellen beseitigt unblutig M MV Mill für besonderen wohltätigen Neisezweck. Nicht unter 25 Jahren. Lohnender Verdienst. Schriftliche Angebote unter 6884V an den Giehcner Anzeiger erbeten. tiMllnt sehr gut im Stande, umständehalber zu verkaufen G. Dauben, Friedberg, Tel.4251 Zrühäpselund Ialläpfel zu verkaufen. 6887V Schäfer, Licher Strane 9. Telephon 3429. Spielvereinjg.lSOOe.V. Donnerstag, 22. W. 21 Ubr außerordentliche Gcucralveriamml. im GereinSlokal, Gasthaus Boller. T.-Ord.: Vorstands- Ersatzwahl. 68770 bei Rheuma. && KB I "■lllt JSchiaS, Hexen- M ■ schuß, Nerven- und Erkäl- sINkit-,«Zier.-. tungsschmerzen. In Apo- 5 ßimt- und £Ro«marln-Dd, 18.14 - — . , _, , M-Nih°l, 600 Spirit, 400 gpgff. — theren u. Drogerien erhaltL Gewerbeverein Gießen Dienstag, 20. August abends um 8.30 Uhr Hauptversammlung im Gewerbehaus / Kirchstraße Nr. 16 (Verschiedenes! Die auSgefpr. Beleidigung gegen Herrn Georg Schneider, Gießen, Friedensstraße 37, nehme ich mit Bedauern zurück Stau Ema Scheuet, Siebe» «... Friedensstrahe 37. fliiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiö hausen, seinen 83. Geburtstag begehen. Eine ganz besondere Freude und.Ueberraschung wurde dem allseits verehrten Manne, der Teilnehmer des Feldzuges 1870/71 ist, neben den vielen Glückwünschen dadurch zuteil, als ihm auf Veranlassung des hiesigen Veteranen- und Kriegerver- eins ein Glückwunschschreiben nebst Bild des Herrn Reichspräsidenten mit eigenhändiger Unterschrift zu diesem Tage zuging. Eine Abordnung des Vor- standes des Kriegeroereins überbrachte unter Heber- reichung eines Blumengebindes seinem Ehrenmit- gliede die Glückwünsche dieses Vereins. sk. Burkhardsfelden, 19. Aug. Unserem ersten Lehrer Stumpf, der seit Kriegsende an unserer Schule tätig ist, wurde durch Entschließung des Landesamts für das Bildungswesen eine Lehre r st e l l e z u Wieseck übertragen. Die Gemeinde sieht den allseits beliebten Lehrer nur ungern scheiden. Kreis Alsfeld. mr. Grebenau, 18. Aug. In einer der letzten Nächte drangen Einbrecher in das Anwe- sen der Firma Wolf Stein dahier, ein. Sie kamen anscheinend vom Garten her, stiegen durchhin Fenster in die Küche und gelangten von da in den angrenzenden Laden. Eine ganze Anzahl Waren, besonders Herren-Anzugstoffe, nahmen sie mit Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. Thyriot. Oberhessen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 18. Aug. Nur drei Tage sind es her, daß wir von einem AutoZusammenstoß an der Einmündung der Wetzlarerstrahe in die Frankfurterstraße berichteten, und schon wieder ereignete sich an derselben Stelle ein schweres Unglück. Ein von Neuß am Rhein mit dem Motorrad kommender 22jähriger junger Mann, Betriebsleiter Konrad Diebel, von Mengshau- sen, Bezirk Kassel, gebürtig, rannte in voller Fahrt gegen ein aus der Richtung Gießen kommendes Personenauto, das in Tringenstein bei Herborn beheimatet ist und auf der Fahrt nach Bad- Nauheim begriffen war. Der Zusammen st oß war derart wuchtig, daß der Motorradfahrer, der auf Urlaub zu seinen Eltern nach Mengshausen fahren wollte, im hohen Bogen vom Sitz geschleudert wurde. An den schweren Schädeloerletzungen ist er kurze Zeit später g e ft o r b e n. Die Insassen des Autos wurden nur leicht durch »itter verletzt und das Auto schwer beschädigt. otorrad wurde völlig zertrümmert. Die Polizei stellte an Ort und Stelle eingehende Untersuchungen fest. X W i e s e ck, 18. Aug. Die Eheleute Landwirt Georg Lotz und Katharina geb. Schäfer konnten gestern in körperlicher und geistiger Frische ihre goldene Hochzeit begehen. Der Jubilar steht im 77., die Jubilarin im 74. Lebensjahre. [□ Lollar, 18. Aug. Im Kreise feiner Kinder und Enkel kann heute bei gutem körperlichen und geistigen Wohlbefinden unser ältester männlicher Mitbürger, Altveteran Friedrich Heiberts - Grööeetpflanjen pikiert, gibt btll. ab Echlörb, Glaub- rechtstraße 5. [05246 | Kaufgesuche | 2 Erkerscheiben 2,05X2.05 m gesucht. Zu errr. i. d.Geschit. d. Gieß. Anz. 05171 dritte Versammlung deutscher Auslandlehrer und -lehrerinnen statt. In der Hauptversammlung am Freitag, 23. d. M., werden in Anwesenheit des Staatspräsidenten von Hessen und des Staatsrats Block folgende Vorträge gehalten: Geheimer Regierungsrat Franz Schmidt (Bukarest, Konstantinopel), Oberschulrat in Berlin, über „Kulturpropaganda und Auslandschulen", Studiendirektor Dr. Bernhard G a st e r (Antwerpen), Direktor des Staatlichen Französischen Gymnasiums in Berlin, wird sprechen über „Die Wanderungen des deutschen Volkstums, ihre Schicksale und ihre Bedeutung für die Heimat". In der Festsitzung am 24. d. M. werden Vorträge über das deutsche Schulwesen in Aegypten, Südafrika und Südwestafrika gehalten. 2 0. Ausstellung und Zuchtvieh- Auktion von rotem Höhenvieh. In Wehlar findet am 4. September die erste diesjährige Herbstversteigeruna und Ausstellung für rotes Höhenvieh durch Den Verband Mitteldeutscher Rotviehzüchter statt. Die Versteigerung wird u. a. von den als vorzüglich bekannten Hochzuchten der Oberhessischen Herdbuchgesellschaft Gießen, dem Verbände Westfälischer Rotviehzüchter, dem Odenwälder Herdbuch Darmstadt und dem Verbände Kurhessischer Rotviehzüchter beschickt werden. ** Schweinezwischenzählung. Wegen der großen Bedeutung, die die laufende Beobachtung des Schweinebestcmdes und seiner Entwicklungstendenz für eine zweckmäßige Marktgestaltung besitzt, ordnete der Reichsminifter für Ernährung und Landwirtschaft mit einem Rundschreiben an die Länderregierungen eine Schweinezwischenzählung für den 2. September d. I. an. Die Erhebung bewegt sich im Rahmen der bisherigen Zwischenzählung. Sclteröweg 38 II. Verkäufe Verkaufe 6 Stück fdiroarae Wllener Hennen vom Jahre 1928, Prima Letstung.^ov Schneidermeister sreul. Betienbaufen. Dienstag, 20. August, nachm. 2 Llhr, versteigere ich im Löwen, Neuenw. 28 zwangsweise gegen Barzahlung: 6 Schreibtisches Diwans,5 Büfetts, 3 Standuhren, 1 Lieferwagen, eine Registrierkasse, zwei Bücherschränke, 2Ausziehtische,2Lhaiselongues,drei Kredenzen, 3 Teppiche, Gehrungsschneidemaschine, 4 Nähmaschinen, 2 Fleischermaschinen, 1 Abfalleimer, 1 Tisch, 1 Sofa, 1 Schränkch., eine Eismaschine, 3 Grammophone, acht Vlatten, 1 Gasherd, 3 Ladentheken, 1 Ladenschrank, 1 Schreibladenkasse, 1 Warenregal, 4 Kleiderschrank, eine Schreibmaschine, 1 Friseurladeneinrichtung, 1 Spiegelschrank, n Warenschrank, 1 Fahrrad, 1 Bohrmaschine, 4 Schweine. Bestimmt-. 1 Fahrrad, noftaöt. stellv. GerWsvollzlester.Gjeheli Dnmmnr. 24 i., Telephon 4039. E Neu! Neu! 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Terbi Aelte Franffui 50 Me 55,9. 10 2r edfau, Meter1 lau, 42 1 Am : der DL ganzen allen 2 leisiungc Nisse Fochj 60 von M bete Egunde 6ie junge d'e Drei d *n die betr nun ein,« öu lang ffi und Cchn ibm getafl Meer lri« vielen 3q trug. .60 em}i üch die 5 dicht mehi ■S*51 e r ( °U"kel. 6r Unb legte Sr uumm. ^eht k derer £ ^kbar j £Uern ^nk'01 w* nach *■ gi «5* > Rr. 195 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 19. August 1929 Turnen, Sport und Spiel. Internationales Wafferball- turnier. Deutschland unterliegt Schweden 1:3 (0:0). Das Internationale Wasserballturnier in Budapest brachte am Samstag eine überraschende deutsche Niederlage gegen Schweden, an der das eigenartige Verhalten des Schiedsrichters Hodgson (England) nicht ganz schuldlos war. Er annullierte in der ersten Halbzeit auf den Protest des sehr gegen Deutschland eingestellten Publikums hin einen von G u n st erzielten Treffer, den er vorher anerkannt hatte. 3m weiteren Spielverlauf wurden bann die Schweden zeitweise stark überlegen. Dor allem brachte sich Arne Borg durch seine Schnelligkeit stark zur Geltung. Ein unverhoffter Rückhandschuh von ihm brachte Schweden, nachdem Andersson auf einen Fehler der Verteidigung das erste Tor erzielt hatte, den zweiten Treffer. Sander st röm konnte bald daraus wiederum auf einen Deckungssehler hin auf 3:0 erhöhen. Erst kurz vor Schluß fand sich die häusig vom Schiedsrichter sehr benachteiligte deutsche Mannschaft etwas besser zusammen und kam durch Amann auf eine Vorlage von Veneke hin zu ihrem Ehrentreffer. Weitere Ergebnisse: Telgien—England 4:2 (1:1), älngarn—Frankreich 10:6 (4:4). Schwimmlanderkampf Deutschland — Ungarn: 4X1OO-Meter-Freistil: 1. Ungarn 4:06.4 Minuten. (Reuer europäischer Rekord.) 2. Deutschland 4:11.8 Minuten. Schwimm-Meisterschaften her O. T. Erster Tag. Die Deutsche Turnerschaft begann am Samstag in Altona bei prächtigem Wetter und vor zahlreichem Publikum mit der Austragung ihrer Schwimm-Meisterschaften. Vereits der erste Tag brachte verschiedene Entscheidungen. Die Ergebnisse sind: Turner. Wasserball-Meisterschaft: Aus den Vorspielen schälten sich TG. Mülhausen und Tv. Karlsruhe als die beiden Teilnehmer am Endspiel heraus. 40-Meter-Strecken- tauchen für Aeltere: 1. Kremer. Eschwei- ler, 39 Sek. Mehrkampf für Aeltere bis 45 3ahre: 1. von Loon, Kassel, 72,70 P. Mehrkampf f ü r Aeltere von 35 b i s 4 0 Jahre: 1. Heb le r, Darmstadt, 110,3 Punkte: 2. Schäffler, Saarbrücken, 109,70 P. Springen für Aeltere: 1. Rehm, Hannover, 75 P. 1 00 Meter Brustfür Aeltere: 1. Reiff, Stuttgart, 1:37,3. lOOMeterBrust: 1. Terbrüggen, Aachen, 1: 41,1. Springen f ü r Aeltere, 1. Loon, Kassel, 43,35 P.: 2. Hemmer, Frankfurt a. M., 43.05 P. Turnerinnen. 5 0 Meter B r u st: 1. Wachsmuth, Hamburg, 55,9. 1 00 Meter Freistil: 1. Weynell, Dreslau, 1:36; 2. Fecht, Stuttgart, 1:43,9. 4 0 Meter S t r e cken t au ch e n: 1. Teschke, Bres- lau, 42 Sek.; 2. Haugk, Gießen. Der zweite Tag. Am Haupttag der Schwimm-Meisterschaften der DT. gab es vor 6000 Zuschauern auf der ganzen Linie spannende Kämpfe, so daß fast in allen Wettbewerben die bisherigen Höchstleistungen unterboten wurden. Die Ergebnisse sind: Dämonen der Zeit. Vornan von Arthur Brausewetter. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. So vorzüglich in ihrer Einfachheit die Speisen auch bereitet waren, so weich und feurig der Burgunder aus des Obersten Weinkeller über die Zunge floß, es war ein frostiges Mahl, das die Drei durch eine erzwungene Haltung mühsam in die dem Sonntag nach alter Familienlieferung nun einmal gebührende Länge zogen — viel zu lang für Klaus, den es nach all dem Dumpfen und Schweren, das den ganzen Vormittag auf ihm gelastet, in die freie Gottesluft und an das Meer trieb, nach dem er eine heiße, durch die vielen Jahre nur verstärkte Sehnsucht im Herzen trug. So empfahl er sich, als Frau Reichenbach endlich die Tafel aufhob, wartete auch den Kaffee nicht mehr ab, sondern machte sich auf den Weg zum Bahnhof, um mit dem nächsten Zuge nach Zoppot zu fahren. Als er abends heimehrte, war im Hause alles dunkel. Er begab sich auf sein Zimmer, schloß die Fenster, zog die Vorhänge möglichst dicht zu und legte sich zu Dett. Aber genau zu derselben Stunde wie in der vorhergehenden Nacht, fuhr er auch diesmal aus dem Schlafe empor, Hnd wieder war es Heller Tag, und wieder vernahm er das in dem tiefen Schweigen des Hauses unheimlich widerhallende Geräusch dumpf stampfender Schritte, dasselbe kurze, tiefe Aechzen, dann das harte Zuschlägen einer -£ür. And nun war wieder alles still und stumm. Jetzt war es ihm klar: Das konnte kein an- derer als ' der Oberst fein. Wie aber war es denkbar, daß er Tag für Tag erst beim Morgengrauen nach Hause kam? Wo kam er her? Er 7>er, solange er ihn kannte, stets zu zeitiger Stunde zu Bett gegangen und des Morgens in aller Herrgottsfrühe schon im Dienst gewesen? Diesmal sand er keinen Schlaf, so früh es auch noch war. Punkt neun Ahr, wie ihm geheißen war, betrat Klaus Körber das Feld seiner neuen Tätigkeit. Alles war bereits an der Arbeit, saß über seine Bücher oder Briese gebeugt, schrieb mit raschelnder Feder oder an klappernder Maschine. Man sah den Herrn nicht und wußte doch, daß er gegenwärtig war. Obwohl die Räume ziemlich umfangreich waren und zwei große, quadratförmig gebaute Zimmer nach vom und zwei länglich schmale, aber kaum kleinere nach hinten wiesen, die immer dunkel waren und in denen man im Winter nicht ohne Turner. 4x100 Meter für Vereine ohne Winterbad: 1. Tv. Staßfurt 6:07,9. 1000 Me- ter Freistil: 1. Müller, Kiel, 15:50,6. Mehrkampf: L. Junold, Saarbrücken, 184,75 P.; 2. Geismar, Gießen. 182 P. 4X100 Meter Hand über Hand: TG. Mülhausen 4:58. ^ringen: 1. Stork, Frankfurt a. M. 118,50. 4x 1 00 Meter Lagen: 1. MTv. Stuttgart 5:17,3. 4X100 Meter Brust: 1. NTV. Berlin 5:49,2. Turnerinnen. 1 00 Meter Rücken: 1. Dackof, Offenbach, 1:37. 4x50 Meter Gagen: 1. Angers, Offenbach, 3:43,8. Springen: Verheul, Frankfurt, 99,20 P. 4x50 Meter Lagenstaffel: 1. Tv. Offenbach 2:54,7. 4mal 5 0 Meter Brust. 1. TDd. Hamburg; 2. Tv. Offenbach. 4x50 Meter für Kreise: 1. Mittelrheinkreis 7:16,8. 4x50 Meter Hand über Hand: 1. Tgdc. Darmstadl 2:44,3; 2. Tv. Offenbach. Um hie sühheutsche Wafferballmeisterschast. Hessen Worms —Zungdcutschland 2:7. 3um Rückspiel um die Bezirksmeisterschaft mußte Jungdeutschland Darmstadt in -Darms gegen Hessen Worms antreten und konnte einen glatten 7:2-Sieg landen. Jungdeutschland ist also endgültig Dezirksmeister und nimmt an der Runde der Ersten um die Süddeutsche Wasserballmeisterschaft teil. Fußball in Gühheutschlanh. Rach dem vor 8 Tagen in Nürnberg statt- gehabten Auftakt zwischen A. S. V. Nürnberg und dem F.C. Bayreuth (5:2) festen nunmehr in allen Gruppen mit Ausnahme ocr Gruppe Main die neuen Verbandskämpfe ein, wenn auch noch nicht sämtliche Vereine daran beteiligt waren. Nur die Gruppe Südbahern spielte mit voller Besetzung. Selbstredend gab es auch bereits die ersten Heberraschungen und die ersten unerwarteten und deshalb doppelt schmerzlichen Punktverluste. Vereinzelt siegten sogar krasse Liganeulinge. In der Gruppe Nordbahern holte sich der A. S. V. Nürnberg beim R. f. R. Für t h mit 2:1 bereits den zweiten Sieg, Bayern Hof rang dem F. V. 04 Würzburg mit 1:1 einen Punkt ab, und der 1. F. C. Bayreuth gestaltete sein zweites Verbandsspiel zu einem überlegenen 7:1 über den Liganeuling Sp. Vgg. Hof. Die Gruppe Südbahern hatte in München bereits ein wichtiges Ortstreffen. Hierbei schlug am Samstag der S. V. 1 8 6 0 den D. S. V. mit 6:1 Toren verdient und überlegen. Allerdings mußte der D. S. V. viel Ersah verwenden. BayernMünchen fertigte den F. V. 9 4 H l m mit 4:2 Toren nicht mit der erwarteten Heber- legenheit ab, und Jahn Regensburg versagte gegen Teutonia München in einem 2:3 verlorenen Spiele. Wacker München buhte mit feinem ersten Versuche auch die beiden ersten Punkte ein. Die Augsburger Schwaben nahmen mit 1:0 Sieg und Punkte mit nach Hause. 3n der Gruppe Württemberg hatte f- Stuttgart mit llni on -Bedingen ziemliche Mühe und konnte in einem torreichen Kampfe nur 4:3 gewinnen. Die beiden anderen Treffen brachten Heberraschungen. Der V. s. R. Heilbronn besiegte den vorjähri» Licht arbeiten konnte, so zeigten sie sich für' das Personal als zu gering. Denn die Damen und Herren, die hier in ziemlich gleichmäßiger Verteilung der Geschlechter über ihre Pulte sich beugten, saßen so dicht nebeneinander, daß man Den Eindruck hatte, als müßte einer dem anderen über die Hand oder Schulter sehen und ihn in feiner freien Arbeitsentfaltung stören. Vielleicht konnte man auf diese Weise um so ungehinderter miteinander plaudern, wenn die Arbeit einmal weniger flott vonstatten ging oder keine unsichtbaren Augen über ihr wachten. Eine ganze Weile hatte Klaus bereits an dem hölzernen Gitter gestanden, das die Stätte der Arbeit wie ein Allerheiligstes von dem kleinen für die Kunden bestimmten Raum abschloß, als sich endlich ein sehr junges und schmächtiges Männchen von seinem Platz erhob und ihn nach seinem Begehr fragte. „3d) möchte den Herrn sprechen." „Herrn Faßbender?" „Nein, den Herrn Oberst." „Ack) — Herrn Reick)enbach. Der ist nicht hier. Vielleicht bemühen Sie sich nadjmittag von 5 bis 7 Hhr wieder her. Sie wünschen ihn in einer persönlichen Angelegenheit?" „Nein, in einer geschäftlichen." »Das macht Herr Faßbender. Freilich... ob er sich jetzt sprechen läßt? Wollen Sie mir 3hren Namen und den Anlaß 3hres Besuches auf diesen Zettel schreiben, dann werde ich es verschon." „Kann ich das auch nicht mündlich abmachen?" „Herr Faßbender empfängt in geschäftlichen Dingen nur auf schriftliche Anmeldung." Das junge, schmächtige Männchen hatte etwas sehr Bestimmtes und Flinkes - zugleich. Es war ohne Zweifel sehr geschäftstüchtig. „Ach — Herr Körber, unser neuer Mitarbeiter", sagte es, nachdem cs den ausgefüllten Anmeldezettel durchflogen, sofort viel freundlicher und kollegialer. Hnd auf dieses Wort erhob sich eine Anzahl männlicher und weiblicher Köpfe von den Pulten und Schreibmaschinen und sichtete den Antömm- ling mit neugierigen, zugleich aber kühl prüfenden Blicken. „Wir erwarten Sie schon seit einer Stunde." „3d> war zu neun Hhr bestellt." 3m Sommer beginnen wir punkt acht Hhr. Ich werde Sie sofort melden. Wollen Sie, bitte, gleid) mitkommen. Hier die Treppe hinauf. In der Hange-Etage, geradeaus befindet sich Herrn Faßbenders Zimmer." Hnd wieder mußte Klaus Körber in dem kleinen Vorflur warten. Herr Faßbender mußte für den schmächtigen Mann, der hier eine nicht unwichtige Rolle zu spielen schien, ein ganze Menge von Aufträgen haben; denn dieser erschien erst nach geraumer Zeit, jetzt wieder ganz gen Gruppenmeister Germania Brötzingen mit 3:1 Toren. Roch mehr befremdet der 2:l-6ieg des F. C. Birkenfeld über die Stuttgarter Kickers. In der Gruppe Baden hat man das 2:1 öeS F. C. Freiburg gegen den Ortsrivalen, Die Sp. Vgg. Freiburg, als regulär zu betrachten, aber der Liganeuling, die S p. D g g . Sch ramburg, überfuhr den S. C. Freiburg mit einem vernichtenden 6:1. Auch in der Gruppe Rhein fielen beim Hobeln die ersten Späne. Die S p. V g g. M Undenheim knöpfte dem vorjährigen Gruppenmeister, dem D. f. L. Neckarau, mit 1:1 einen Punkt ab. S. V. Waldhof Mannheim batte es mit dem Gruppenneuling, der F. V g g. R o h r- bach, leicht und gewann 8:1. Lindenhof 08 Mannheim behielt jedoch mit ihrem 3: 1 gegen die Sp. Vgg. Sandhofen Sieg und Punkte für sich. Die Gruppe Saar erlebte mit ihrem einzigen Spiele bereits ihre erste Heberraschung. Der erstmalig in der Liga kämpfende V. f. R. Kaiserslautern gewann auf eigenem Boden gegen Sportfreunde Saarbrücken mit 2:1 Toren knapp aber verdient. Die Gruppe Hessen sah ihre beidenKämpfe leidlich den Erwartungen entsprechend enden, weniger allerdings hinsichtlich der Torziffern als wegen des Schicksals der Punkte. F. Sp. V. 0 5 Mainz war auf eigenem Boden für Alemannia Worms nicht zu schlagen. Aber das 4:3 stellt den Wormsern kein schlechtes Zeugnis aus. Der 1. F.C. Langen hatte den V. f. L. Neu-Isenburg bei sich und verlor mit 1:4 Toren reichlich hoch. Von her Stiegergruppe am Polytechnikum Friedberg i. H. Fliegerlager Wasserkuppe, 18. Aug. 3n der vergangenen Woche herrsd)te überaus ungünstiges Wetter; wirkliches Fliegerwetter gab’s nur auf einige Stunden. Jede günstige Minute wurde zum „Schulen" ausgenutzt, sofern nidjt irgendwelcher „Bruch" repariert werden mußte. Cand. ing. Schn- ft e r legte feine ^.Prüfung, cand. ing. Eckardt feine 6-Prüfung ab. Im Laufe der Woche traf die Fliegergruppe Würzburg mit zwei Maschinen ein. Die Fliegergruppe Bonn schaffte noch zwei Flugzeuge her; sie ist jetzt mit fünf Maschinen (davon vier Schulmaschinen) vertreten. Provinzialausschußsitzung. Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen beschäftigte sich in seiner öffentlichen Sitzung am vorigen Samstag mit nachstehenden Derwaltungsstreitsachen. Zunächst wurde verhandelt der Antrag der Gemeinde Vilbel auf Enteignung von Straßengelände in der Hanauer Straße zu Vilbel zur Herstellung eines Fußsteiges. Da das in Betracht kommende, der Frau Springer Witwe nebst Kindern gehörige Gelände bereits in dem rechtskräftig gewordenen Ortsbauplan der Gemeinde Vilbel ohne weiteres enteignet werden kann, beschränkte sich der Provinzialausschuß in der weiteren Verhandlung darauf, die Höhe des Enteignungspreises sestzustellen und erkannte durch Hrteil zu Recht: Als Gegenstand der Enteignung werden gemäß Antrag der Gemeinde Vrlbel, entsprechend dem vorgelegten Meßbrief, nachbenannte in der Gemarkung Vilbel belegene, im Grundbuch dem August Gottlob Springer und seiner Ehefrau Margarete geb. Kroner zuge- schriebene Grundstücksteile festgestellt: a) aus Flur VI Nr. 100 zur Zuteilung an Flur VI Nr. 936 = 3 Quadratmeter; b, aus Flur VI Nr. 101 zur Zuteilung an Flur VI Nr. 752 = 30 Qua- Geschäftsmiene, mit einem großen Stoß von Briefen und Papieren und sagte eilig und im Vorübergehen: „Herr Faßbender läßt bitten.“ Dann aber wandte er sich noch einmal um. ®ic -'ch vergaß, mich vorzustellen. Mein Name ist Pintscher. Ich arbeite im Import." 3n der Mitte des auffallend niedrigen und mit kontormäßiger Nüchternheit eingerichteten Zimmers befanden sich zwei gegenübergestellte Schreibtische, die mit Geschäftsbüchern und allerlei Schreibwerk dicht belegt waren. Der eine Rohrsessel war leer. Von dem andern erhob sich ein schlanker, mit einem tadellos sitzenden dunkelgrauen Iackettanzug, blendend weißem Kragen und sorgfältig gebundener schwarzer Krawatte gekleideter Herr und reichte dem Eintretenden die nur mit einem schmalen Goldreif geschmückte hagere Hand entgegen. „3d) bedauere, Sie nicht bereits gestern im Hause meiner Schwiegereltern begrüßen zu können. Aber unfereinem bleibt für Derartiges nicht Zeit." Er sprach mit leiser, flüchtiger Stimme, der man anhörre, daß sie sich bei nebensächlichen Dingen nicht gern aufhielt. Sein glattrasiertes Gesicht mit dem von einem starken Bartwuchs herrührenden schwarzbläulichen Hnterton und den auffallend großen Ohren, die Energie und Taten- tust kündeten, wandte sich wiederum einem mit Zahlen und Anmerkungen bedeckten Briefbogen zu, an dem er eben gearbeitet zu haben schien. Er machte einige Striche mit einem langen scharfgespchten Bleistift und fuhr dann fort' „Papier und Holz sind ja wohl innerlich verwandte Zweige. Aber die Tätigkeit in ihnen ist grundverschieden, und Sie werden es deshalb verstehen, daß ich 3hnen vorläufig noch keinen leitenden oder selbständigen Posten geben kann, ^d) dachte, Sie vielleicht mehr in der Exportabteilung, die Hemm Nimmersatt untersteht als Korrespondenten zu beschäftigen. Zugleid) würde Ihnen die Befrachtung und Versendung der getätigten Verträge' obliegen. Wie mir erinnerlich, schrieben Sie damals, daß Sie das Englische in Schrift und Sprache mit Sicherheit beherrschen." D^ junge Pintscher erschien wieder mit einem Gundel von Papieren, eilend, dienstfertig, mit jebem Blick seiner treuherzigen Kinderaugen die Worte seines Herrn in sich saugend, der ihm einige Aufträge erteilte und dabei mit raschelnder Feder e ine ganze Anzahl von Hnterschriften fertigte. ,Hnb nun möchte ich Sie unten vorstellen und 3hrer Abteilung zuführen," wandte sich Herr Faßbender wieder zu Klaus. „Wir haben in unserem Hause gewissermaßen vier Abteilungen," erklärte er, indem sie die kleine gewundene Treppe hinunterschritten, „eine für unsere bratmeter und an Flur VI Nr. 936 — 8 Quadrat- meter. Die von der Gemeinde Vilbel an dis Grundstückseigentümer zu leistende Entschädigung wird auf 107 Mk. festgesetzt. Der Ausspruch der Enteignung erfolgt nach Rechtskraft der vorstehenden Entscheidung auf Antrag der Gemeinde Vilbel, sobald der Nachweis über rechtsgültige Zahlung der Hinterlegung der Entschädigungssumme erbracht ist. Der Antrag ist längstens binnen drei Monaten nach Rechtskraft zu stellen. Die Kosten des Verfahrens trägt die Gemeinde Vilbel. Der Streitwert wird auf 107 Mk. festgesetzt. Als weiterer Punkt der Tagesordnung wurde verhandelt das Gesuch des Anton O l i g m ü l - ler zu Bad-Nauheim um Erweiterung der ihm bereits erteilten Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft mit Branntweinausschank im Hause Höhenweg Nr. 1. Der Bürgermeister der Stadt Bad-Nauheim sowie das Polizeiamt daselbst hatten sich gegen die Genehmigung ausgesprochen. Bei dem eingereichten Gesuch drehte es sich in der Hauptsache um die Errichtung einer Kegelbahn. 3m Lause der mündlichen Verhandlung, in der der Vertreter des Süddeutschen Kegelverbandes sowie der Vertreter des Polizeiamts und weitere Zeugen gehört wurden, war zu vernehmen, daß einerseits die 3nteressen des Kegelsportes und andererseits die 3nteressen des Villenviertels (3ohannisbergviertel), letzteres hinsichtlich der mit dem Betrieb einer Kegelbahn verbundenen Ruhestörungen, hervorgehoben wurden. Der Provinzialausschuß lehnte den Antrag des Anton Oligmüller zu Bad-Rauheimi auf Erweiterung der ihm am 12. Mai 1928 erteilten Konzession für das Haus Höhenweg Rr. 1 ab. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Antragsteller zur Last gesetzt und der Wert des Streitgegenstandes auf 1000 Mk. festgesetzt. 2lls Dritter Punkt wurde verhandelt der Antrag des Kreisamts Friedberg auf Hnterfagung des Gewerbebetriebes des R. K. zu Friedberg als Rechtsberater. Der Genannte hatte in Friedberg das Gewerbe eines Rechts- und Steuerberaters eröffnet und hiervon dem Kreisamt Friedberg Anzeige erstattet. Aus Grund der gegen K. früher ergangenen Bestrafungen wegen Hrkundenfälschung, Betrugs, Hntrcue und Hnter- fdjlagung beantragte das Kreisamt Friedberg bei dem Provinzialausschuß Hnterfagung des Gewerbebetriebs. In der mündlichen Verhandlung, in der K. längere Ausführungen machte, kam der Provinzialausschuß zu folgendem Urteil: Dem R. K. Au Friedberg wird der Betrieb eines Rechts- und Steuerberaters untersagt, und ihm unter Festsetzung des Streitwertes auf 100 Mk., die Kosten des Verfahrens zur Last gelegt. Ferner wurde verhandelt die Berufung der Gemeinde Aulendiebad) (Kreis Büdingen) gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Büdingen vom 23. Februar i. S. Ortsbürger- nutzen des Heinrich Neun, Zimmermanns, in Aulendiebach. 3n dieser Sache hatte bereits der Kreisausschuh des Kreises Büdingen durch Urteil entschieden, daß dem Kläger anstatt die Hälfte des Losholzes für das 3ahr 1929 das volle Losholz zu gewähren ist. 3n den mündlichen Verhandlungen, in denen der Vertreter der Gemeinde, Bürgermeister Roth, und der Kläger gehört wurden, kam der Provinzialausschuß unter Wahrung der Rechtslage zu dem Urteil, die Berufung der Gemeinde Aulendiebach als unbegründet kostenpflichtig zurückzuweisen. Der Streitwert wurde auf 12 Mk. festgesetzt. 3n vorstehender Streitsache machte der Vertreter der Gemeinde geltend, daß nach Ortsgebrauch (Gewohnheitsrecht) bei Vorhandensein von Eltern oder Schwiegereltern die nutzungsberechtigten jüngeren Ortsbürger, wenn sie in einer Hofreite zusammen wohnen, nur die Hälfte eines Loses zu nicht unbedeutenden Sägewerke, die Sie ja auch bald kennenlernen werden, eine zweite für Den Einkauf von Handelsware, man könnte sie aud> Die Abteilung für Polen um) Pommcrcllen nennen, Dann die Exportabteilung, der Sie angehören werden, und schließlich die Buchhaltung." Während des ganzen Gesprächs war es Klaus aufgefallen, haß der Name des Obersten als des eigentlichen Geschäftsinhabers überhaupt nicht genannt wurde. Herr Faßbender sprach ausschließlich von sich in der ersten Person, allenfalls, wie eben jetzt, mit „Wir". Unb nun schritt er mit ihm durch die einzelnen Kontorräume, und überall wurde er mit sichtbarem Respekt, ja, von den jüngeren männlichen und weiblichen Angestellten mit einer gewissen Ehrerbietung empfangen. Auch seine Vorstellung hatte etwas Geschäftliches, wie alles an diesem den Geist des Kontors und seiner Arbeit in sich verkörpernden N^mne. Kaum ejnen Sessel gab es, kaum eine Schreib- oder Kopiermaschine, an der er mit dieser Vorstellung nicht eine gedrängte und zugleich bündige Bemerkung oder Anweisung verband der unverzüglich Folge geleistet wurde. So kam es wohl, daß man von dem fremden: Ankömmling wenig Notiz nahm und nur in der Exportabteilung eine etwas längere Besprechung mit dem Vorsteher. Herrn Nimmersatt, über die Aufgaben und Pflichten des neuen Mitarbeiters stattfand. Hnmittelbar nach Geschäftsschluß. Punkt 1 Hhr, tour&e oben das Mittagessen eingenommen, zu Dem Klaus Körber toieDerum gelaDcn war und SU dem auch Herr Faßbender erschien. Er hatte den grauen 3ackettanzug mit einem Cutaway getauscht, zu dem er gestreifte Beinkleider und schwarzweiße Binde trug. Seiner künftigen Schwiegermutter küßte er ritterlich die Hand seiner Braut überreichte er mit einigen liebenswürdigen Worten des Bedauerns, daß er den gestrigen Sonntag von ihr hatte fernbleiben muffen, zwei langstielige, wundervoll geformte Rosen, Klaus Körber gegenüber bewahrte er genau dieselbe förmliche Zurückhaltung, wie er ne vorhin im Geschäft gezeigt, als wollte er von üornberein gtoifdjen ihnen beiden jene unüberbrückbare Schranke aufrichten, die er jedem An- geftellten gegenüber für notwendig erachtete. ^^oer war das Gedeck für den Hausherrn aufgelegt, und wieder blieb es unberührt. Hnd diesmal entschuldigte ihn Frau Reichenbach nicht, und weder Edith noch ihr Bräutigam sprachen von ihm. .^laus aber nahm sich vor, sich so bald wie möglich nach einer Wohnung umzuseyen und jede irgendwie passende ohne weiteres zu mieten. ~cnn' was er hier sah und erlebte, erschien t T - ^md und seltsam und begann ihn zu bedrucken. (Fortsetzung folgt.) erhalten haben, und zwar ohne Rücksicht auf die Haushaltführung. Dieser Ortsgebrauch bestehe schon seit etwa 70 Jahren. Der Promnzialaus- schuß konnte diese Ausführungen nicht gutheißen, da sie keinen rcchtkichen Anhaltspunkt darstellen und apch eine Ortssatzung nicht besteht. Großseuer in Mainz. WSR. Mainz, 17. Aug. Gestern abend gegen 10 30 LIHr brach aus bisher noch ungeklärte Alr- sache in der Zellulosefabrik Mainz- Kostheim. anscheinend in einer mit Fertigwaren gefüllten Warenhalle, Grobfeuer aus. Mit rasender Schnelligkeit griff das Feuer auf die leicht entzündbaren Stoffe über, und bald kündigte ein mächtiger roter Feuerschein am Himmel schon von weiter Ferne den Brandherd an. Als die Berussfeuerwehr mit zwei Lösch- zügen an der Brandstätte erschien, hatte das Feuer bereits auf die Turbinenhalle, den Maschinenraum, mehrere Lagerhallen und auf das Bureau übergegriffen. Mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Kostheim wurde der Kampf gegen das rasende Element mit zwölf Schlauchleitungen ausgenommen. Da man eine weitere Ausdehnung des Feuers befürchtete, wurden auch die Fabrikfeuerwehren der Heddern- heimer Kupferwerke und der Opelwerke, die Wiesbadener Feuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren von Gustavsburg, Hochheim, Bischofsheim und Kastel alarmiert. Den vereinten Bemühungen der Wehren gelang es, den Brand zu lokalisieren. Besonders war es möglich, die Turbinenhalle vor der gänzlichen Vernichtung zu bewahren. Der Maschinenraum und mehrere Lagerhallen mit Fertigwaren wurden teils durch Feuer vollständig zerstört oder muhten unter Wasser gesetzt werden. Die Dureauräume, in denen sich u. a. die neuen Pläne und Entwürfe für den Umbau des Werkes befanden, brannten fast vollständig aus. Erst gegen 2 Ähr war die Hauptgefahr beseitigt. Der entstandene Schaden ist sehr bedeutend, doch größtenteils durch Versicherung gedeckt. Der Betrieb erleidet eine mehrtägige Unterbrechung, bis die Hauptschäden beseitigt sind. Schweres Autounglück bei Frankfurt. WER. Frankfurt a. M., 18. Aug. Auf der Verbindungsstrahe zwischen Erbenheim und Frankfurt a. M. fuhr ein Motorradfahrer in schnellem Tempo gegen ein Personenauto. Dabei überschlug sich das Motorrad mehrmals. Der Fahrer und sein Begleiter wurden über das Auto hinweg auf einen gerade des Weges kommenden zweiten Personenkraftwagen hinaufgeworfen. Das Motorrad explodierte, geriet in Brand und wurde völlig vernichtet. Die Flammen schlugen auf den Personenkraftwagen über, der auch zum Teil verbrannte. Der Motorradfahrer Wilhelm Härle aus Frankfurt a. M.-Riederrad erlitt so schwere Arm- und Beinbrüche, dah er in lebensgefährlichem Zustande ins Frankfurter Krankenhaus abtransportiert werden muhte, wo er inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist. Dem Degleit- fahrer Karl Lichtner aus Sprendlingen wurde der Rücken aufgerissen und die Wirbelsäule gebrochen. Die Insassen des ersten Autos tarnen ohne Verletzungen davon, während die des zweiten Autos durch herumsliegende Teile des Motorrades mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Wirffchafi. ErläuierungenzumReichsbankausweis Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. August hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Essekten in der zweiten Augustwoche um 190,2 Mill, aus 2376,9 Mill. Mk. verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 256,3 Mill, auf 2157,3 Mill. Mk. abgenommen, während die Bestände an Reichsschahwechseln um 24,1 Mill, auf 40,1 Mill. Mk., und die Lombardbestände um 42,0 Mill, auf 85,8 Mill. Mk. angewachfen sind. An Reichsbanknoten sind 180,4 Mill. Mk. aus dem Verkehr zurückgeflossen, und dementsprechend hat sich der Ämlauf auf 4291,7 Mill. Mk. verringert. An Rentenbankscheinen sii^d 3,6 Mill. Mark 'in den Verkehr abgeflossen, der ilmlauf hat sich auf 408,6 Mill. Mk. erhöht. Die Bestände der Reichsbanl an Rentenbankscheinen haben sich aus 34,1 Mill. Mk. verringert. Die fremden Gelder zeigen mit 452,7 Mill. Mk. eine Abnahme um 37,7 Mill. Mk. Tie Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben um 26,1 Mill, auf 2452,9 Mill. Mk. abgenommen, und zwar haben sich die Goldbestände um 1.9 Mill, auf 2150,3 Mill. Mk. erhöht, die Bestände an deckungsfähl- gen Devisen um 28,1 Mill, auf 302,7 Mill. Mk. verringert. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 48,0 Prozent in der Vorwoche auf 50,1 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 55,4 auf 55,7 Proz. * Die amtliche Grohhandelsindex- z i f f e r. Die auf den Stichtag des 14. August berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 137,9 gegenüber der Vorwoche (138,1) leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe von 132,6 auf 132,3 nachgegeben. Die Indexziffer für Kolonialwaren war mit 129,1 unverändert. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist auf 131,4 (131,7) zurückgegangen, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 157,6 (157,5) leicht angezogen hat. * Kein Rückkauf der Reubefitzan- leihe durch das Reich. In den letzten Tagen waren an der Berliner Börse und anderwärts Gerüchte verbreitet, wonach mit einer Ordnung der Reparationsfrage ein Ankauf der Reubesitzanleihe (Ablösungsschuld des Reiches) verknüpft fein würde. Das Gerücht soll dadurch entstanden sein, dah von einer süddeutschen Bankfirma Zirkulare verschickt worden sind, in denen behauptet wird, die Reubesitzanleihe würde mit 20 Prozent zurückgekauft werden. Auf Anfrage an zuständiger Stelle erfährt WTB.-Handels- dienst, dah irgendwelche Verhandlungen wegen Rückkauf der Reubesitzanleihe oder Abfindung der Eigentümer nicht stattgefunden haben und nicht stattfinden. ' Stützungsaktion für öie Frankfurter Allgemeine. Wie WTD.-Handelsdienst erfährt, haben Verhandlungen von feiten des Vorstandes und einzelner Mitglieder des Aufsichtsrates der Frankfurter Allgemeinen Ver- sicherungö A.-G. mit der Allianz und Stuttgarter Verein Versicherungs A.-G. stattgefunden, welche vorbehaltlich der am 19. August erfolgenden Beschlußfassung des Aufsichtsrats der Gesellschaft zu dem Ergebnis geführt haben, dah die Allianz und Stuttgarter Verein Versicherungs A.-G. die Garantie für alle Verpflichtungen aus dem gesamten direkten Versicherungsgeschäft der Frankfurter Allgemeinen übernimmt. Was die Kreditversicherung anlangt, so erstreckt sich diese Garantie auf die von der Frankfurter Allgemeinen im direkten Geschäft übernommenen Bürgschaften für gestundete Zölle, Steuern, Abgaben, Frachten, Spritmonopol, Kaufgelder, Lieferungsund Leistungskautionen, Prozehkautionen und Holzkautionen, sowie auf Kohlenkaufgelder und endlich auch auf die Exportkreditversicherung. Sie erstreckt sich insbesondere nicht auf die mit der Abfatzfincwzierung zusammenhängenden Verbindlichkeiten. Durch dieses Abkommen werden die Interessen der Versicherten gewahrt. Damit ist die wichtigste Voraussetzung zu einer möglichst günstigen Abwicklung auch für die übrigen Gläubiger und Aktionäre gegeben. * Zus ammens chluh der Aktionäre der „Frankfurter AllgemeinenVer- .sicherungs - Aktiengesellschaf t“. Der vor kurzem in Frankfurt a. M. gegründete „Aktionär-Schutz" beabsichtigt, die Aktionäre der „Frankfurter Allgemeinen Dersicherungs-A.°G." zusammenzuschliehen, um deren Interessen zu wahren. Der „Aktionär-Schutz" wird insbesondere prüfen, inwieweit Aufsichtsrat und Vorstand regreßpflichtig gemacht werden können, und inwieweit bei der Lleberncrhme des Dersicherungs- geschäftes der Frankfurter Allgemeinen durch den Allianz-Konzern die Belange der Aktionäre gewahrt werden. ' Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Rach vorläufigen Berechnungen wurden in der Zeit vom 4. bis 10. August im Ruhrgebiet in sechs Arbeitstagen 2 442 119 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 432 461 Tonnen in der vorhergehenden Woche bei ebenfalls sechs Arbeitstagen. Die Kokserzeugung stellte sich in den sieben Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) auf 635 875 Tonnen gegen 648 984 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die Preßkohlenherstellung auf 72 254 Tonnen bei sechs Arbeitstagen gegen 71 827 Tonnen in der vorhergehenden Woche. Die arbeitstögliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 4. bis 10. August 407 020 Tonnen gegen 405 410 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung stellte sich auf 90 839 (92 712) Tonnen, die arbeitstägliche Prehkohlen- herstellung auf 12 042 (11 971) Tonnen. Frankfurter Börse. Frankfurt, 19. Aug. Tendenz: schwach. — Rach der zweitägigen Unterbrechung des Geschäftes nahm die Börse ein sehr unsicheres Aussehen an, da der Zusammenbruch der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs- A.-G. doch größere Folgen nach sich ziehen wird, als anfangs erwartet wurde. Die Verluste lassen sich noch nicht absehen. Die Börse wurde heute, nachdem man am Samstag von Bureau zu Bureau noch einen Kurs von 400 Reichsmark genannt hatte, vor eirtc nie dagewesene Tatsache gestellt, als man erfuhr, dah dieses Papier heute ungefähr auf 100 Reichsmark taxiert wird. Dieser starke Kurseinbruch wirkte deprimierend und übte einen nachteiligen Einfluh auf die Gesamttendenz aus. Die Börse bot ein trostloses Bild, da auch noch die Baissepartei die Chance ausnuht, um die starke Abwärtsbewegung zu ihrem Vorteil zu kehren. Die Spekulation schritt zu Dlankoabgaben, und das herauskommende Material fand nur zögernd bei größeren Verlusten bis zu 7 Proz. Aufnahme. Auch kam nach Dekanntwerden des obenerwähnten Vorfalls das ängstlich gewordene Ausland mit Material heraus. Besonders unter Druck lagen Glektrowerte. Licht und Kraft minus 6,5 Proz., Siemens minus 6 Proz. und G e f f ü r c I minus 3,5 Prvz. Rheinische Elektrische und AEG. gaben nur bis 2Proz. nach. Das Angebot war im allgemeinen ziemlich erheblich. Auch Farben, die reichlich angeboten waren, verloren 5 Proz. Zellstoff- werte gaben bis 6,5 Proz. nach, Deutsche Linoleum 5,5 Proz., Glanz st offaktien gaben bis 6 Prozent nach, ferner verloren Westeregeln 7,5 Proz. Am Montan- martt verloren Gelsenkirchen und Rhein stahl je 2,5 Proz. Phönix waren nur geringfügig abgeschwächt. In allen Papieren war das Geschäft still. Auf dem stark ermäßigten Kursniveau machte sich dann eine gewisse Widerstandsfähigkeit bemerkbar. Man sieht mit Spannung den Kommuniguss von heute entgegen. Frankfurter Allgemeine Versicherungs- A.-G. konnten sich auf etwa 140 Reichsmark erholen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 Proz. eher angeboten. Am De-- v i s e n m ar k t war das Pfund weiter schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1995, gegen Pfund 20,352, London gegen Kabel 4,84775, gegen Mailand 92,73, gegen Paris 123,84, gegen Madrid 33,07, gegen Holland 12,10. Berliner Börse. Berlin, 19. Aug. Obwohl man ja schon seit einigen Tagen von den Schwierigkeiten der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs - A.-G. wußte, und auch die Kursbewegung dieses Papiers schon seit Donnerstag voriger Woche anhaltend gedrückt wurde, waren erst am Samstag die außerordentlich großen Verlustziffern bei diesem Äntemehmen zu übersehen, und es stellte sich heraus, dah der Zusammenbruch dieses Konzerns weite Kreise ziehen werde. Schon im Freiverkehr am Samstag verloren hieraus die Aktien der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs-A.-G. weitere 300 R'M., so daß sie heute nur noch die Hälfte ihres Kurswertes von Anfang voriger Woche haben. Viel schlimmer als diese effektiven Kursverluste wirkten auf die Börse die Vorgänge als solche, die eine neue Vertrauenskrise im Auslande gegenüber deutschen Effekten befürchten lassen. Alle anderen Momente traten dahinter zurück, und der gute Reichsbankausweis vom Samstag, Rekvrdzisfern der Rohstahlerzer:- gun g, eine feste Reuyorker Börse vom SamÄag fielen quasi unter den Tisch. Die ersten offiziellen Rotierungen waren nicht ganz so schwach, wie vormittags befürchtet wurde, blieben aber immer noch 1 bis 4 Proz. gegen den letzten offiziellen Freitagskurs niedriger. Die anhaltende gute börsentechnifche Verfassung, d. h. die nur kleinen bei der Spekulation bestehenden Engagements, kamen heute der Tendenz zugute. Deutsche Anleihen uneinheitlich. Aus das Gerücht, betr. die seit einigen Tagen an der Berliner Börst bestehenden Rückkäufe durch das Reich, lagen die R e u - besitzanleihen wesentlich schwächer (11 nach 11,70). Ausländer ruhig. Anatolier wurden heute exklusive Coupons gehandelt. Pfandbriefe leicht nachgebend. Geld blieb hier gesucht. Tagesgeld 7,75 bis 9,50 Proz,, Monatsgeld 9 bis 10,50 Proz., Warenwechsel etwa 7,75 Proz. Obwohl die ersten Kurse die Hoffnung hatten aufkommen lassen, dah die Banken intervenieren würden, überwogen doch auch im Verlaufe die Kursverluste. Man wollte wissen, dah die Aktien der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs A.-G. im Freiverkehr zwischen 80 und 130 schwankten. Siemens, die lebhaftes Geschäft hatten, verloren 4 Prcz. Sonst betrugen die Rückgänge bis zu 2 Proz. Um 13.15 Uhr soll versucht werden, einen offiziellen Kurs für Frankfurter Allgemeine Versicherungs-A.-G. festzuftellen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Aug. Der Produktenmarkt verkehrte zu Beginn der neuen Woche in etwas festerer Haltung, im Einklang mit den hohen Auslandnotierungen. Die Käufer waren sehr zurückhaltend, obwohl sich das Inland- angebot erhöht hatte. Interesse bestand für Weizen, Roggen und Weizenmehl bei einem Gewinn von 0,50 Mk., Futtermittel vernachlässigt. Es wurden notiert: Weizen 27 bis 26,85, Roggen neuer Ernte 21,25 bis 21,35, Hafer, inländ. 21 bis 21,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50, Weizenmehl, südd. Spezial 0 39,50 bis 41,75, Roggenmehl 30 bis 31, Weizenkleie 10.75, Roggenkleie 11,50, Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 10,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 4 bis 4,25, Treber, getrocknet 17,75 bis 18,75 Mk. Tendenz fester. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 19. Aug. Auftrieb: Rinder 1720 Stück; darunter 295 Ochsen, 95 Bullen, 779 Kühe, 520 Färsen; Kälber 599, Schafe 80; Schweine 4416. Rinder. Ochsen: vollsleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 60 bis 62, ältere 55 bis 59; vollfleischige jüngere 50 bis 54; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 58, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 53; Kühe: jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 49. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 41 bis 45, fleischige 35 bis 40, gering genährte 30 bis 34; Färsen (Kalbinnen, Iunarinder): vollsleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 bis 62, vollfleischige 55 bis 59, fleischige 50 bis 54. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 75 bis 79, mittlere Mast- und Saugkälber 69 bis 74, geringe Kälber 61 bis 68. Schweine. Voll- fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 88 bis 90, vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 89 bis 91, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 33 bis 90, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 85 bis 88. Marktverkauf: Rinder ruhig, Lieber- stand; Schweine ruhig, geringer Lieberstand; Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Berliner Produktenbörse. Berlin, 17. Aug. Die Produktenbörse verkehrte am Wochenschluh in fester Haltung. Auf die scharfen Preissteigerungen an den gestrigen überseeischen Terminmärkten hat sich das Inland- angebot von Brotgetreide, insbesondere von Roggen wesentlich verringert und für das wenig angebotene Material wurden für Roggen etwa 5 bis 6 Mk. höhere Preise bewilligt. Weizen war dagegen weniger gut beachtet und wurde zur prompten Lieferung nur etwa 1 Mark höher bewertet. Am Lieferungsmarkte ergaben sich im Einklang mit der vom Ausland gemeldeten Hausse für Weizen in späteren Sichten Preisavancen um etwa 5 Mark. Roggen setzte per September 3,50 Mk., in den späteren Sichten 5 Mk. fester ein. In Auslandbrvta« kreide kamen Limsätze auf dem beträchtlich erhöhten Preisniveau kaum zustande. Für Mehl waren die Mühlenofferten etwas erhöht, Abschlüsse beschränkten sich zumeist auf notwendige Bedarfskäufe. Hafer und Gerste in ruhigem Geschäft, die Forderungen waren gleichfalls erhöht. Es wurden notiert (1000 Kilo). Weizen, märkischer, 245 bis 248, Sept. 261 und Geld, Oft. 266 und Brief (fest), Dez. 272; Roggen, märkischer. 193 bis 197, Sept. 211 btt 212 (ftramm). Oft. 218. Dez. 225,50 bi« 225 151« 225,50; Wintergerste 218 bis 230 (ruhig), Futrecgerstc 167 bis 188; Hafer, märkischer, 172 bi« 180. Sept. 191, Oft. 195,50 (fest), Mais. 9a Plato, 216 bis 218 (fester); Raps 335; (100 Kilo): Weizenmehl 30,25 bis 32,25; Roggenmehl 26 bi« 28,50 (fester); Weizenkleie 11,50 bis 12,25: Roggenkleie 11,50 bis 11,75; Viktoriaerbsen 40 bis 48; kleine Erbsen 28 bis 34; Futtererbsen 21 bis 23; Wicken 28 bis 32, Lupinen (blau) 19 bis 22; Rapskuchen 19.30; Leinkuchen 23 dis 23,50; Trockenschnitzel 11,40 bis 11,50; Sojaschrot 19,90 bis 20,30. Frankfurter Eiermarkt Das Geschäft am Frankfurter Giermarkt war in dieser Woche sehr ruhig. ‘Sei schwacher Tendenz notierten: Italiener 11 bis 11,5, Bulgarische 10 bis 10,25, Holländische 11 bis 13, Südslawische 10 bis 10,25, Polnische 8,25 bis 9,25, Russische 10 bis 11, Dänische 10,50 bis 13. Belg.-flandr. 11,50 bis 11,80, Rumänische 9,75 biS 10, Schlesische 11,50 bis 11,75. Bayerische 11 bis 11,25. Norddeutsche 11,50 bis 12 Ps. das Stück. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstag I nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. "franksun a W. Berlin Aianlfurt a M. Berlin edilufri Kurs 1 '-Uhr Kur -chlutz-Aasang. Schluß. 1 Stur« 1 l’Uhr Stur« Schlub-1 Kurs | Insang. Stuf Stur* Dalum 16.8. | 19.8. | 16 8. | 19.8. Datum 16.8. | 19.8. 16.8. | 19-8. 5% Di. Jieid)sanleibe o. . - 87,5 — 87,5 i — A.E.G........... - 200 197.5 200,25 197,5 D'. 4I»I. Mlbl.-Schuld mil AuS- 52,25 52,4 52,5 Bergmann........ !> — 228,25 228,5 loi.-uiedih .......... Desgl. chiie Aii«os..Rechte . - - 52,25 üleltr. Lieserungen..... 10 — — 168 166,5 11,65 10,75 11.9 11 Licht unb Kraft...... 10 210,5 204,25 210 206 7% ,'x.dnff. Hyp.-Bk. Goldps. uu- Feiten » Guilleaume. . . . i; 143,5 143,5 142,25 fünouar bic 1982....... 85,5 —- — Gel. s. Cleltr. Untern..... 10 211 207,5 212 210 4%?o 1tt).'"tlchc Hyp.-Ban! Siqu - Oiolbvi........• • • Hamb. Eleklr. Werke .... 10 142.25 143 77,9 — — — Rhein, vlektr........ . 9 151,5 149,5 152,5 150,5 A.E.G. obst. VorkrtegS. Obligation., Gdilei- Elekir........ Schlickert......... 10 184 180.25 ruchüfolbar 19.32 88 — — — . 8 225,13 227,5 225,5 4% Schwel;. Bimdcob.-Anl.. 4% Oefteneidjiidie QJulbrte.. . - 4,20% Ceflcn. Silbcntc..... 98,75 । 29,1 I 2,4 29,1 Siemens * Halske..... TranSradio........ Lahmeyer & Go....... 12 . 8 10 382,5 172,75 376,5 381,5 146 173,5 378 145,5 172 4% Oesterreich, einheitl. Rte . . 1,77 | — — — Buderus......... Deutsche Erdöl...... . 5 76,51 74 76 — 22,25 - - 22,4 . 6 114.13 M3 ■1% Ungaiischr StaalSr. v. 1910 — — 19,7 — Essener Steinkohle..... . 8 — 139 136,5 4'- % or»g!. von 191S..... 21,25 — 21,25 —• Geilenkirchener ... f. % 3 4 139 137 138,75 137.5 4"o Ungarische (fronende..... 1,75 — 1,75 1.8 Harpener......... . 6 149,5 — 150 - 4% Invf. yollanleiljc ». 1911 . . 7,45 7,4 7,75 - Hoesch Eisen. ....... . k — 134,25 132 ,% Vürtikbe Bagdadbahn-Anl., 7,4 3Ise Bergbau....... . 8 215 — £.’ri.' 1 . . ,4 7,4. — —- Ülocknerwerke....... . 7 — 115.5 113 4% be#fll. Gerte 11..... — 7,4 — »öln-Nenessen....... . 9 — — 130,75 129 4% Rumänen eonverl. Rte. . . . 8 — — —» Mannesmann....... . 8 119,75 116,75 120,5 117,9 V„ Rumänen Oiolbnnl. von 1913 — — — — Mansfelder........ Oberlchles. Eisend. Bedarf . . . 7 137 136 . k> 85 86,25 — Lberschles. Kolswerke .... . 6 — — 107 106 tiiiß. ScttiidK ünenbatjn . 4Yi Hamburg Amerika Paket ... 8 — — — - Phönir Bergbau...... 5Vr 107.75 106,13 107,5 106 121,5 — 121,25 — Rheinische Braunkohlen. . . 10 284 285 285 Komb. Lävam. Tampssch. . 8 — — — Rheinstahl ... I % Jahr oner Bank......ir !58,75 157,25 158,5 1 157 Scheideonstalt....... . — — _ - ...... . 5 75,75 74,5 5,75 — •baut...... • r- 00 1 - '00 297 Me'iMlgelelkichastf f I I ' I 1 83 125,25 1 123.5 83,75 125,5 82,75 1 125.13 Franlkurt a. M. | Berlin Berlin, 16. August Geld Brief französische Noten..... Holländische Noten ...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Lesierr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noken . • Ungarische Noten....... Devisenmarkt Berlin Telegraphif che 167372 167,71 21,98 111,51 59,18 2,47 112,18 80,54 61,38 12,375 73,00 -Frankfur Auszahl 167373 168,39 22,06 111,95 59,42 2,49 112,62 80,86 61,62 12,435 73,30 t a. an.1 - ung. Schluss 1-Uhr 1 fiurS 1 Stur» | S chluh-1 Anfang- Kurs | Kur» Datum 16.8. 19.8. | 16-8- | 19 8. Philipp Holzmann.....< Heidelberger Gement .... 10 Gement Karlstadt......8 «Bann & Freitag......1° Schultheis Payenhofer ... 15 Ostwerke........ . 12 23er. Glanzstoss......18 Bömberg.........14 gellstes- Waldhos.....12 Zellstosi Aichassenburg ... 12 Eharlollenburger Wasser ... 7 Dessauer Gas........8 Daimler Motoren......0 Deutsche Maschinen-Fabrik . . 0 Adlerwerke Rleoet......b Ludw. Loewe.......1° Rat. Automobil.......0 Creuftcin 4 Koppel.....6 Leonhard Tiey.......6 Bamag-Meguin.......O Franks. Maschinen......6 Griyner....... • 11 Heyllgenslaedt .......0 Funghans....... 4 Lechwerke..... 8 .....................8 Miag...........1° Bekariutmer..... 8 Peters Union........8 Gebr. Sioeder.......1° Lotgt 4 Hoessner......8 SÜdd Zucker........8 Dan 106 133 186 I 405 155,75 53,5 IMI 1 1 2 1 1 1 K 1 1 । 1 । । 1 । । 1 S 1 1 1 । 1 1 1 R 106 101 299 234 405,13 318,5 239,5 156 107 194 52,5 55,65 50 200,5 27 89 211,5 56 60,75 63,5 129 126 222 154,5 296 231,5 400 314 236,5 152 106,75 192,75 52,4 55 196 37 87,5 124,5 16. August 19. August Amtliche Notierung Geld I Bries Amtliches Geld kotieruna Brief 49 — 55,5 60 64 107.5 107 128,5 111,5 222 153,75 knoten Amst.-Rolt. Buen.-AireS Brss.-Autw. Chrisliauia. .ikopenhageu Stockholm . Helsingsors- Italien. . . London. . . Neuyork . . Paris.... Schwei; .. Spanien. . Japan . .. Rio de Jan. Wien in D-- Ceft. abgest. Prag . . . . Bclirad . . Budapest. . Bulgarien. L'ffabon Danzig. - Konst, ntin. Athen. . Canada . Uruguay. Cairo . . 168,06 1,758 58,325 111,76 111,67 112,36 10,54 21,93 20,336 4,195 16,41 80,675 61,51 1,964 0.497 59,08 12,413 7,364 73,18 3,034 18,76 81,30 1.998 5,43 4,166 4,116 30,87 168,40 1,762 58,445 111,98 111,89 112,58 10,56 21,97 20,376 4,203 19,45 80,835 62,63 1,968 0,499 59,20 12,444 7,378 73,32 3,040 18,80 81,49 2,002 5,45 4,174 4,124 20,91 168,01 1,798 58,305 111,69 111,67 112,34 10,542 21,935 20,338 4,195 16,425 80,686 61,60 1,955 0,4975 59,08 12,415 7,366 73,17 3,034 18,74 81,32 1,999 5,43 4,166 4,106 20,855 168,25 1,762 58,425 111,91 111,89 112.56 10,562 21,975 20,378 4,203 16,465 80.845 61,72 1,959 0,4995 59,20 12,435 7,380 73,31 3.040 18,78 81,58 2,003 5,44 4,174 4.114 20,895 Berlin, 16. August Geld «rief Amerikanische Noten..... Belgische Noten........ Tanlfdje Noten ....... (hialifÄc Noten........ 4.175 58,25 111,46 20,302 4,145 58,49 111,90 20.38.- E 5 E c c? £ = = Sb €2 o ~ * - ’c - av =»23 iV 3 SS =f-;. £27o 5 e — <$' B = ® a