Freitag, 19. Juli 1929 179. Jahrgang Nr. 167 Erstes Blatt Deutschland nimmt die russischen und chinesischen Meressen wahr Verschiebung der Regiemngskonferenz? Russischer Korb für England? London, 19. Juli. (WTB. Funkspruch.) „Mor- ning Post" will von einer Zurückweisung wif- sen, die die britische Regierung in ihren Die „Germania" schreibt zu der Betrauung Deutschlands mit der Wahrnehmung der russischen und der chinesischen Interessen u. a.: Das Ersuchen Moskaus und Bankings zum Schuh Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20 % mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Kommumstentumult in Stuttgart. Stuttgart, 18. Juli. (WTB.) Bei einer von der Kommuni st is ch.x n Partei gestern abend auf dem Marktplatz veranstalteten Demonstration wurde ein in der Uniform des verbotenen Rot-Frontkämpfer-Bundes erschienener Mann festgenommen. Der kommunistische Deichstagsabgeordnete Bogt versuchte die Abführung des Rotfrontkämpfers zu verhindern. Er wurde daraufhin von den Beamten wegen Widerstandes fe st genommen und zusammen mit dem Rotfrontkämpfer zur Wache gebracht, wo beide nach vorläufiger Feststellung pes Sachverhalts und der Personalien alsbald wieder entlassen wurden. Als die Polizei die Lärmenden, die sich vor der Wache angesammelt hatten, zum Auseinandergehen aufforderte, schoh ein Mann aus der Menge auf die Polizeibeamten. Er traf jedoch einen der Demonstranten. Als ein weiterer Schuh versagte, schlug er nach einem Beamten mit dem Revolver und brachte ihm eine Verletzung über dem linken Auge bei. Der Mann wurde fest- genommen. Die Polizei hat von der Schußwaffe keinen Gebrauch gemacht. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-vezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: LI, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. ben, W Manyen zu En. Die Weltöffentlichkeit erwartet deshalb von dieser Seite die Vermittlungsaktion. Denn Japan, das mit Ruhe die Dinge verfolgt, wird kaum in der Lage fein, den neutralen Vermittler spielen zu können. Es ist Besitzer der südmandschurischen Dahn, und das bedeutet im juristischen Sinne Befangenheit. Inzwischen marschieren die beiden Armeen auf. Die Operationsbasis ist sehr breit. 2500 Kilometer Grenze müssen besetzt werden. Das ist für die dortigen Verhältnisse so gut wie unmöglich. Man wird deshalb Gewehr bei Fuh stehen bleiben. Dabei werden die Mienen sicherlich irgendeinen kriegerischen Ausdruck annehmen. In Banking und Moskau wird aber derweilen erörtert, wie man den zerrissenen Faden wieder zusammenknüpfen kann. China ist heute Herr der O st - b a h n. Es wird sie kaum wieder herausgeben wollen. Darum dürften die Verhandlungen auf ein Geschäft hinauslaufen. Die Kriege werden deshalb Kalkulationselemente. Lind das ist das Verwerflichste an dieser ganzen Lage. Der Völkerbund, der im September zusammentritt und die europäische GeneraUiqui- dation anläßlich seiner zehnjährigen Jubelfeier mit einer besonderen Zeremonie feststellen soll, wird zu gleicher Zeit Kriegslust zu spüren bekommen, wenn nicht bis dahin, was sehr wahrscheinlich ist, alles wieder beigelegt sein wird. Ein seltsames Zusammentreffen: Krieg und Frieden. Deutlicher kann das Llebergangsstadium der Gegenwart nicht gekennzeichnet werden. Deutschland als Gchutzmacht. Berlin, 19. Juli. (Priv.-Tel.) Wie verlautet, haben sowohl China, als auch die Sowjetunion bei der deutschen Regierung die Wahrnehmung ihrer Interessen beantragt. Die deutsche Regierung hat beiden Ersuchen stattgegeben. Paris, 18. Juli. (TDI23.) „Journal" will aus London berichten können, daß man in gewissen englischen Kreisen zu verstehen gebe, daß die internationale Konferenz zur Liquidierung des Krieges um einige Wochen, eventuell sogar bis zum Monat Oktober verschoben werden könnte. Man rege an, daß die englischen Staatsmänner und Briand gelegentlich der Völkerbundstagung im September sich zunächst einmal aussprechen sollten. Gewisse englische Organe deuteten auch an, daß England und Frankreich sich schließlich auf Brüssel als Kou- serenzort einigen könnten. LondonaMonserenzortgesallen? Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 19. Juli. Mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit nimmt man heute in unterrichteten Kreisen an, daß London als Tagungsort der Reparationskonferenz endgültig gefallen ist. Der Kampf um die nun in Frage kommenden Städte dürfte weniger erbittert werden als der um London, denn es scheint, daß es den Franzosen in diesem Zusammenhang vor allem um eine Regelung des Problems des Vorsitzenden in ihrem Sinne ankommt. In London wäre Macdonald als Gastgebender und Beteiligter wohl mit dem Vorsitz beauftragt worden, und gerade das wollten die Franzosen vermeiden. Als dienstältester Ministerpräsident wird Poincarä aber in jeder neutralen Stadt, ganz gleich, ob die Schweiz oder Holland, die Führung übernehmen, und sollte die Konferenz nach der letzten englischen Anregung auf belgischem Boden in Ostende statt-« finden, so wird wohl auch hier der französische Ministerpräsident als Vertreter einer zudem noch nahe befreundeten Großmacht den Vorsitz erhalten. Ob sich allerdings in letzter Stunde noch ein wirksamer Vorstoß gegen eine Führung durch Poincare, die selbstverständlich durch die Bestimmung der Tagesordnung allein schon sehr einschneidend und einflußreich sein kann, ergeben wird, ist unmöglich vorauszusagen. Wie wir hören, haben die letzten Besprechungen zwischen dem deutschen Botschafter und Herrn Berthelot, die sich um ganz konkrete Fragen drehten, noch zu keinem positiven Ergebnis auch in der Frage der Organisation^ komitees geführt, da die wichtige englische Ant» wort zurzeit noch ausstand. Belgien hofft auf gemeinsame Räumung. Brüssel, 18. Juli. (WTB.) Die Zeitung „Ving- liöme Siöcle" kündigt an, daß die Minister IaÄ per, Hymans und H outart Belgien bei dest Reparationskonferenz vertreten werden. Auf belgischer Seite hofft man, daß zwischen London und Paris ein Uebereinkommen in der Frage der Rheinlandräumung erreicht werden wird. Poincare wieder wohlauf. Paris, 18. Juli. (WTB.) Minifterpräsidenk Poincarä ist von seiner Unpäßlichkeit vollkommen wiederhergestellt und wird morgen in der Kammer erscheinen. Bemühungen, die diplomatischen Bea Ziehung mit der S o w j e t r e g i e r u n g wieder aufzunehmen, von feiten Rußlands erfahren habe. Hendersons Rote, in der er darum ersuchte, daß ein Vertreter der Sowjelregie- rung nach London kommen solle, um alle für diü Wiederaufnahme der Beziehungen in Betracht tonu wenden Fragen zu besprechen, die Regelung de? russischen Schulden und die Propaganda in England zu erörtern, sei in Moskau ungünstig ausgenommen worden. Die Lowjetregierung bestehe darauf, daß Verhandlungen über diese Punkte auf dem regelrechten diplomatischen Wege nach der Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen den beiden Regierungen geführt würden. Die Antwort der Sowjetregierung werde itt der kabinettssihung der nächsten Woche erwöge« werden. „Times" dagegen berichtet, daß die Antwort der Lowjetregierung noch nicht im Foreigtt Office elngetroffen sei. Nicht unk utigen MM ; natürlich «Auhvrl * Nieder eiJenaM l*3-87, pnnF nannte '^l ge^n Nachloh. Billa in ^nnsthol??"Wktl M, hen Annzir. Z--M Ein eigentümliches Zusammentreffen: im West en Europas bemüht man sich um die Generalliquidation des Krieges, um Gefamteuropa feiner Befriedung entgegenzuführen. Im Fernen Osten ist ein Konf likt ausgebrochen, der das Aeußerste erwarten läßt. Die ganze Welt aber hat den Kelloggpakt anerkannt und damit den Krieg geächtet. Bun soll man nicht gleich in den so alt gewohnten Fehler verfallen und die Dinge ernster nehmen als sie sind. Cs steht ^ebenfalls so gut wie fest, daß es zu einer Schlacht zwischen der russischen und der chinesischen Armee nicht kommt. Man spielt mit der Drohung, um die eigene Position zu verstärken. Im übrigen erwartet man die vermittelndeHand, die die zugespihte Lage zu beruhigen vermag. Es ist dies ohne Frage ein ernstes Unterfangen, und man kann nicht sagen, daß dies nützlich ist. Der Weltkrieg sollte zur Genüge bewiesen haben, daß das Kriegshandwerk kein leichtfertiges Spiel ist. Es ist an und für si-ch ebn Armutszeugnis der Diplomatie, wenn sie sich nur noch mit der robusten Gewalt durchsetzen zu können glaubt. Ganz gleich wie die Dinge in der Mandschurei liegen, ganz gleich wer de facto der Angreifer ist, es bleibt doch das eine bestehen, daß man alle Möglichkeiten zurückgestellt hat, um zum Ziele zu kommen. Ob Die Schuld in Banking oder in Moskau zu finden ist, wird die Prüfung der Zusammenhänge zu ergeben haben. Diese Prüfung muh im Interesse der Weltpolitik unbedingt vorgenommen werden, und beide Partner werden sich ihr zu fügen haben. 3m Augenblick ist der Zeitpunkt dazu noch nicht gekommen. Jetzt gilt es erst einmal, die Plattform für die Vermittlung zu schaffen. Beide Staaten, China sowohl, als auch Rußland, haben den Kelloggpakt unterschrieben. Beide Staaten haben den Krieg als verwerfliches Mittel der Diplomatie verdammt. Der Kelloggplan ist von Amerika inauguriert worden. Washington Schließlich muß auch Andeutungen Briands mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden, die dahin gehen, aus der Reparationsbank eine politische Einrichtung zu machen, statt ein Institut zu schaffen, das im Interesse aller die schwierige Abwicklung der deutschen Zahlungen, ihrer Verteilung und der damit zusammenhängenden finanziellen Geschäfte zu besorgen hat. Wenn jetzt gar davon die Rede ist, die Konferenz auf unbestimmte Zeit bis in de» Herbst zu verschieben, so sollten sich die Franzosen das reiflich überlegen. Wir können uns darauf unter keinen Hmständen einlassen. wirklich ernst an und sind der Meinung, ef, würde außerordentlich töricht von Ruß« land, sein, China in dem Augenblick an ; u -. greifen, in dem Moskau bestrebt sei, eine Versöhnung mit Großbritannien herbeizu- führen. Die Haltung Großbritanniens in dem Konflikt sei streng neutral. Velagerungszustand in Lharbin. Tokio, 19. Juli. (WTV. Funkspruch.) Wie aus L h a r b i n gemeldet wird, ist dort sofort nach dem Abbruch der chinesisch-russischen Beziehungen be< Belagerungszustand verhängt worden. Starke chinesische Truppenabteilungen versehen den Patrouillendienst in den ^Straßen. Line Proklamation des Gouverneurs droht für die Verbreitung von unbegründeten Gerüchten die Todesstrafe an. Alle Zeitungen sind unter Zensur gestellt. Das Geschäftsleben ist zum Erliegen gekommen. Im japanischen Konsulat drängen sich die sowjetrussischen Staatsangehörigen, die ein Visum zu erhallen wünschen, um nach Dairen zu gehen. Abreise des russischen Generalkonsuls aus Peking. London, 19.Juli. (WTB. Funkspruch.) „Daily Mail" berichtet aus P e k i n g: Der russische Generalkonsul in Peking wird voraussichtlich heute nach Moskau ab fahren. Der deutsche Gesandte wird dann die russischen Interessen wahrnehmen. Japanische Vorstellungen zur Friedenssicherung? Tokio, 18. Juli. (WTB.) Obgleich die Regierung noch eine abwartende Haltung zu ter EstttEAng R>r Lag« Zwischen Rußland und China einnimmt, rechnet man in unterrichteten Kreisen mit der Möglichkeit, daß Japan sowohl bei Rußland, wie bei China | Vorstellungen erheben werde, um den GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruck»-! H. Lange in Sietzen. Schristiettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7. ihrer Interessen durch Deutschland ist ein Akt von symbolischer Bedeutung und Tragweite. Deutschland hat sich seit Kriegsende sowohl Rußland, wie China gegenüber äußerst loyal.verhalten. Deuschland hat sich in China durch den freiwilligen Verzicht auf seine sämtlichen Konzessionen und Vorrechte ein hohes Maß von Vertrauen uyd Hochachtung erworben. Und es hat Rußland in einer Zeit, als sich noch keine abendländische Macht um die Sowjets bemühte, bereits weitgehende Zugeständnisse, Arbeitskraft und Anleihefummen gewährt. Hm so mehr Anlaß wird Deutschland jetzt haben, in dem unheilschwangeren Konflikt, dessen gordischer Knoten nicht mit einem Schlagwort zu lösen ist, Z u r ü ck h a lt u n g und strikte Neutralität zu üben und zu wünschen, daß der unheilverkündende Streit nicht zwei ebenso zukunftsreiche, wie selbstbewußte Rationen in einen Krieg stürzt. Die „D. A. Z." sagt u. a.: Es ist mit G e - nugtuung festzustellen, daß sowohl die chinesische, wie auch die Sowjetregierung an Deutschland mit der Bitte herangetreten sind, den Schutz der Chinesen in Rußland und der Russen in China zu übernehmen. In dieser Tatsache ist eine Anerkennung der Friedensarbeit Deutsch- land's zu sehen, die es auf seine eigenen Kosten und zu Gunsten des Weltfriedens in den letzten Jahren geleistet hat. Und in der Tat hat Deutschland nur das eine Interesse, mit allen Kräften daran mitzuarbeiten, daß, wie jeder andere Krieg, so auch der Krieg zwischen der Sowjetunion und China verhindert wird. Im „B.B. C." wird erklärt: Es darf aber schon jetzt angenommen werden, daß Deutschland sich durch dieses ehrende Vertrauen keinesfalls zu einer Stellungnahme oder auch Vermittlertätigkeit wird verleiten lasten, die über die einfache Wahrnehmung der einmal übernommenen Humanitären Pflichten hinausgeht. England bleibt neutral. London, 19.3utL (WTö. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet zum russisch-chinesischen Konflikt: Amtliche Kreise sehen die Lage keineswegs für Außen- und Znnenpoliiik? Zwar ist die große außenpolitische Aussprache in der französischen Kammer noch nicht beendet, aber ihr Ergebnis steht bereits fest, und der wichtigste Teil liegt hinter uns. Somit ist es wohl an der Zeit, einen Heberblick über das bisherige Ergebnis zu machen. Eins wird aus dem Gang der Verhandlungen jedenfalls klar: die gesamte Aussprache, die sich um außenpolitische Probleme drehte, stand und steht noch vollständig unter innerpolitischen Gesichtspunkten. Pvincarö hat längst keine feste Mehrheit mehr hinter sich, sondern muh lavieren. Der nationalistische Teil der Rechts- Mehrheit, besonders die Gruppe um Marin, versagt ihm die Gefolgschaft, eben aus nationalpolitischen Gründen. So muß er versuchen, sich Hnterstühung von links zu holen, ohne nach rechts anzustoßen und dort noch weitere Abbröckelungen zu verursachen. Die Folge dieser politischen Hnklarheit ist die Tatsache, daß die Ministerreden durchweg gleichfalls an beträchtlicher Hnklarheit leiden. Das gilt ganz besonders für Briand, der zwar nach den neueren Berichten auch diesmal wieder vielfach seine ganze Beredsamkeit entfaltet hat, aber doch ängstlich beflissen war, sich nach keiner Seite irgendwie festzulegen. Rein politisch betrachtet standen die Reden Poincarös auf einem höheren Riveau, auch waren sie aufrichtiger und ehrlicher als die Briands. Wenn sich die französischen Minister für die bevorstehende Konferenz die Hände freizuhalten bestrebt sind und bestimmte Festlegungen vermeiden, so ist das immerhin verständlich. Freilich steht dieses Verhalten in schroffem Gegensatz au dem der englischen Regierung, die sich rückhaltlos zur deutschen Forderung der Räumung des besetzten Gebietes als unmittelbare Folge der Annahme des Voungplanes bekannt hat. Man kann auch mit einer gewissen Genugtuung feststellen, daß sowohl Poincare wie Briand wiederholt betont haben, die zwischen Frankreich und Deutschland stehenden Fragen müßten unbedingt sämtlich bereinigt werden. Das entspricht vollständig der deutschen Auffassung. Bur haben stch ble" beiden französischen Minister oft so undeutlich ausgedrückt, daß für Mißverständnisse Tür und Tor geöffnet sind. In einem Punkt besonders hat sich Poincare vorteilhaft von Briand unterschieden. Dieser ist bei zwei verschiedenen Ge- lcgenheiten auf die falsche Meldung der „Agence Havas" zurückgekommen, wonach Stresemann gesagt haben sollte, daß das TZoung-Abkom- m e n Deutschland nur für 10 Jahre binden werde. Bekanntlich hat Stresemann nichts derartiges gesagt, sondern nur in seiner Reichstagsrede erwähnt, daß man nach Ansicht der Sachverständigen selbst die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes in der heutigen Zeit auf höchstens 10 Jahre zu übersehen vermöge. Das ist selbstverständlich ganz etwas anderes. Die falsche Darstellung der offiziösen französischen Bachrichtenagentur ist auch sofort von Stresemann selbst dementiert und bei jedesmaligem neuen Auftauchen ist von deutscher Seite auf die Unrichtigkeit der Meldung hingewiesen worden. Das hat Poincare anerkannt, indem er selbst auf einen Zwischenruf erwiderte: „Das hat Stresemann sofort dementiert!" Bichts- destoweniger hat sich Briand bemüßigt gefunden, zweimal auf diese Falschmeldung zurückzu- greisen. Das ist eine Hnaufrichtigkeit, wie wir |ie leider schon oft von Briand erlebt haben. Bachdem auf Veranlassung der Franzosen selbst ter innere Zus ammenhang zwischen Reparations- und Räumungsfrage hergestellt worden ist, müssen wir nun auch selbstverständlich darauf bestehen, daß es dabei sein Bewenden hat. Wenn Briand davon spricht rind wenn die französische Regierung darauf hinarbrftet, und zwar mit Winkelzügen aller Art, daß erst der Voungplan von Deutschland vorbehaltlos angenommen werden soll, lann aber die Mobilisierung des unge- schützten Teils der deutschen Zahlungen lichergestcllt und nun, unabhängig davon, über 2»ie Räumungsfrage gesprochen werden iönne, dann ist das für Deutschland einfach Anannehmbar. Darüber müssen sich die Herrschaften in Paris ein für alle Mal klar fein, Laß man dem Deutschen Reichstag nicht zu- muten kann, zu allem Ja und Amen zu sagen, ohne auch nur die leiseste Garantie dafür zu besitzen, daß auf das A das B folgt, auf die Annahme des Voungplanes die Räumung des besetzten Gebietes. Es mutz der gesamte Fragenkomplex in toto behandelt und entschieden werden, ehe die Reichsregierung mit den entsprechenden Gesetzentwürfen und dem Gesuch um Ratifizierung des Voungabkommens an den Reichstag kommt. Ferner möchte man es fast als gemeingefährlich bezeichnen, wenn jetzt Briand wiederum mit den eiten Redensarten von dem Zweifeln an Deutschlands gutem Willen hervortritt. Wir haben unfern guten Willen zur Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen bei der Ausführung des Dawesplanes bis zum heutigen Tage restlos bewiesen. Ein Gleiches kann man von der französischen Regierung nicht behaupten. Die deutsche Reichsregierung ist überhaupt die einzige von allen Regierungen, die hierbei in Frage kommen, gewesen, die sich die größte Mühe gegeben hat, eine verständige und endgültige Lösung des Räu- mungs- und Reparationsproblems herbeizuführen. Wenn jemand ein Recht hat, am guten Willen des anderen zu zweifeln, dann ist es Deutschland im Hinblick auf Frankreich. 't'sch. Z'ÄLL • ÄN Wipp L,3U den Srkbmi- wfr dw große Er. "ö der schicksalhaften iegs ront -er Stauen“ Lauf dem die Frauen Alachtfeld des Heim, ^lten Opfern. )s. Roman von Dar« >on Marguerite The« & Eo, Leipzig. Ganz, arwick Dcepings neue« zeigt den großen eng« 'N Degen. Halb auf ®ut, halb in der mon« oickelnd, bietet der Ao- ■ gesehener Einzelzüge, des high iiie, wie aus ie Scholle. Und wie in öen Dutzends moderner Ratur und Landschaft drohend, das ist span« : den Leser in hohem elt ihn bis zum Schluß rt" (Verlag Callweh« hest mit einem Aufsatz ichdruck auf das dichte« i M mb gibt einige 'ncr 'DarttcKungdfunL in Hand von 9 Mdn« , Archen, Hosemann, lutsatz über „IM Jahre el zuwenig gewürdigte, ^ch-r Kunstgeschichte zu er neue Lyrik berichtet ichen Belegen. Auch die Hand wissenswerte und m.____ >er Redaktion. [6 bl, 17 Uhr. Samstag Frieden zu sichern. Die Frage sei jedoch noch nicht so weit gediehen, daß irgendwelche amtliche Erwägungen erfolgt seien. Amerikas Finanzleute befürchten keinen Krieg. Reuyork, 18. Juli. (WTD.) Dem Heu- Yorker Vertreter des WTD. wurde von Fi- nanzkreisey erklärt, dah der russisch- chinesischen Spannung bisher wenig Bedeutung beigemessen werde, da man erwarte, dah der Krieg verhütet werden könne. Nanking ist nicht beunruhigt. Banking, 18. 3ult. (WB.) Der Wortlaut der Sowj.etnote, durch die die Beziehungen mit China abgebrochen Werden, ist heute abend hier eingStroffen, und der Ministerpräsident hat eine Konferenz der Fü hter der Regierung einberufen. Der Präsident des gesetzgebenden Rates, Huhammin, erklärte nach der Konferenz, Die Regierung sei nicht beunruhigt, denn die Rote sei erwartet worden, und man sei der Ansicht, daß nichts Ernstes daraus folgen werde. Ein Krieg zwischen China und Ruhland sei ganz unwahrscheinlich. Aber auf Grund der Pekinger Aussprache zwischen Tschiangkai- schek und Tfchanghshliang fei die Regierung für alle Entwicklungen, die sich ergeben könnten, vorbereitet. Die Tatze des russischen Sören. Die Niederlassungskastanien im chinesischen Feuer. London, 19. Süll (WTD. Funkspruch.) „Morning Post" meldet aus Washington, dah dort keine Sympathie für China vorhanden sei. Die öffentliche Meinung scheine eher auf seilen Rußlands zu stehen, und zwar nicht wegen besonderer Vorliebe für die Evwjetregierung, sondern weil sie die Eigentumsrechte ausländischer Mächte gewahrt sehen wolle. Amerika und Japan seien in dieser Frage einig, wenn sie „die Tatze des russischen Bären dazu gebrauchen können, um die Riederlassungs- k a st a n i e n aus dem chinesischen Feuer zu holen". Wenn die Sowjetregierung zu weit gehen wollte, werde sie sowohl in Washington, als auch in Tokio Mißbilligung Hervorrufen. Anschlag ans den österreichischen Bundeskanzler. Wien, 18. Juli. (WTB. Cig. Drahtbericht.) Als Bundeskanzler Slreeruwih heute vormittag im Auto seine Amtsräume am Ballhausplah verließ, kam es zu einem Auftritt, dessen Hintergründe noch nicht geklärt sind. Ein Mann, der vor dem nächsten Hause gewartet hatte, zog einen Revolver hervor und wollte abdrücken. In seiner unmittelbaren Nähe stand ein Polizisl, der ihm die Waffe noch rechtzeitig entriß und ihn fest nahm. Der Verhaftete behauptet, er habe lediglich beabsichtigt, in die Luft zu feuern, um auf diese weise Aufmerksamkeit zu erregen. Der Täter. - Die polizeilichen Feststellungen. Wien, 18. Juli. (WTD) Der Urheber des Anschlags auf den Dundeskanzler hat nach seiner Verhaftung angegeben, ursprünglich tatsächlich ein Attentat geplant zu haben, und zwar auf den Bundespräsidenten. Anscheinend hat er den Dundeskanzler mit dem Bundespräsidenten verwechselt, da sich der Dun- despräsident zur Zeit nicht in Wien befindet. Es handelt sich um einen arbeitslosen Schneidergehilfen namens Anton Leitner, der aus Kärnten stammt und vor einigen Tagen aus Düsseldorf nach Wien gekommen ist. Er gab an, daß nach seiner Ansicht der Dundespräsident für das Elend und die Arbeitslosigkeit in Oesterreich verantwortlich zu machen sei. Deshalb habe er gehofft, ihn niederschlagen zu können. Angesichts der zahlreichen, auf Dem Platz auf. gestellten Polizisten, habe er jedoch erkannt, daß sein Plan aussichtslos sei, und so habe er auf einen der dort aufgestellten Sicherheitsbeamten schießen wollen. Die Pistole hat übrigens versagt und Leitner hat sie fortgeworfen. Leitner ist nach seiner eigenen Angabe im verflossenen Winter einige Monate in einer Irrenanstalt un- tergebracht gewesen. Rach den weiteren Feststellungen der Polizei über Leitner, ist eine Schwester des Genannten in einer Irrenanstalt gestorben und eine andere Schwester befindet sich gegenwärtig in einet) Irrenanstalt. Dem ganzen Vorfall wird" hier keine große Dedeutung beigemessen. DieAussprache in derfranzösischenKammer. Das amerikanische Gold als Mchtsaktor. Paris, 18. Juli. (WD.) Die Kammer setzte heute vormittag die allgemeine Aussprache über die Schuldenabkvmmen fort. Der radikale Abg. Durand wies auf die außerordentliche Wirtschaftsmacht der Vereinigten Staaten hin, der gegenüber die europäischen Staaten sich zusammen- schließen müßten, um ihre Lebensrechte zu wahren. In diesem Werk sei die deutsch-französische Verständigung eine Notwendigkeit. . Als der radikale Abg. D e r g e r h, ehemaliger Generalsekretär der Reparationskommission, das Wort ergriff, um auf den Mißerfolg der Ruhrbesetzung zu sprechen zu kommen, entstand eine Auseinandersetzung zwischen den Abg. Reibei und Herriot über die Haltung, die Marschall Foch damals gegenüber der Ruhrbesetzung eingenommen hat. Außenmini, ft er Driand bezeichnete es in einer kurzen Zwischenbemerkung als ein bedauerliches Der. fahren, die Meinung der Militärs gegen die Handlungen der Regierung auszuspielen.Der Abg. D e r g e r h erklärte, die Ruhrbesehung sei nicht nur finanziell ein sehr schlechtes Geschäft gewesen; sie habe auch den Bankrott der französischen These in ollen wesentlichen Punkten herbeigeführt. Abg. D e r g e r y betonte weitbr, daß er für eine Ratifizierung der Schuldenabkommen unter Vorbehalten sei. Der Ministerpräsident habe selbst gesagt, daß eine Richtratifizierung den Dvung-Plan gefährden würde. Er bedauere, dah Frankreich alles in allem 42 Millionen Fran- len erhalten solle. Die französischen Unterhändler müßten auf der bevorstehenden Konferenz unabhängig fein. Wenn Deutschland tatsächlich feine Zahlungen einstelle, werde Amerika nicht bestreiten können, dah Frankreichs Zahlungsfähigkeit verringert sei. Der Abgeordnete be- llagte weiter das Uebergreifen der amerikanischen Finanz auf Industrie und Handel Frankreichs. Die Vertreter des Landes hatten die Pflicht, die finanzielle und wirtschaftliche Unabhängigkeit Deutschlands zu schützen. Die Amerikaner hätten zwar auf den Krieg als ein Instrument der Diplomatie verzichtet, aber sie wollten nicht auf das Gold als ein Instrument der internationalen Macht verzichten. Rach dem Abgeordneten Dergery ergriff der sozialistische Abgeordnete Vincent Auriol das Wort. Er erinnerte daran, dah alle Ent- täuschungen, über die man sich beklage, aus dem Versailler Vertrag herrührten. Im Augenblick der Friedensverhandlungen wäre es möglich gewesen, durch ein direktes Abkommen unter den Alliierten eine gerechte Verteilung der Kriegslasten vorzunehmen. Man habe versucht, die Enttäuschung des Volkes durch die heuchlerischen Abkommen, die sich an den Versailler Vertrag angeschlossen hätten, zu beruhigen, aber man habe im Jahre 1922 großartige Derständigungsmöglichkeiten übersehen. Gegen die Sozialisten habe man eine Derleum- dungskampayne geführt. Man habe ihnen vor- aeworfen, öte Deutschen begünstigen zu toollen. Auch während der Ruhrbesetzung hätten die Sozialisten einen Plan vorgelegt. Auriol, der der Kommission angehörte, die über die Schuldenabkommen in Washington verhandelte, verbreitet sich alsdann über diese Verhandlungen. Er und zwei andere Mitglieder der Kommission seien während der Verhandlungen in Washington mit dem französischen Dotschafter Bären - g e r nicht einverstanden gewesen. Wäre man llug vorgegangen, dann hätte man wenigstens eine Klausel erlangen können, die Hoover vorgeschlagen habe, und in der die französischen Vorbehalte enthalten gewesen, seien.. Mas den PoungPlan betreffe, so habe er die vollkommene Verbindung zwischen der Repara- klonsschuld und den interalliierten Schulden hergestellt, aber die Verbindung sei nur rein theoretisch. Schließlich befaßte sich Auriol mit der Frage der Liquidierung des Krieges. Er erklärte, diese Liquidierung könne unter allgemeinem Mißtrauen und Haß nicht in befriedigender Weise erfolgen. Die Regierung müsse die Organisierung der internationalen Zahlungsbank überwachen. Die Sozialisten wünschten die Unterstellung dieser Dank unter die Kontrolle des Döller- bundes. Der sozialistische Abgeordnete G r u m b a ch, der nach Dincenl-Auriol sprach, ging auf die Rheinlandfrage ein. Er verlas einen Artikel des Abgeordneten Pfarrer S o u l i e r gegen die Rheinlandräumung, ferner Stellen aus der letzten Rede Millerands, wonach das Rheinland ein Pufferstaat werden solle, und kam zu dem Ergebnis, dah die Durchführung des Doung-Planes nur möglich fei bei einer Politik des Friedens und der europäischen Zusammenarbeit und nicht mit der Politik der Mehrheit. Zu einem Zwischenfall kam es, als ein Abgeordneter den Redner aufforderte: „Sprechen Sie französisch!" und ein anderer ihm zurief: „Sie waren in der Schweiz, als wir an der Front waren!" Es entstand ein solcher Tumult, daß der Präsident mit Unterbrechung der Sitzung drohte. G r u m b a ch rief feinen Parteifreunden, die sehr erregt waren, zu: „Verteidigt mich nicht gegen Derartiges!" und erklärte dann, als sich der Lärm etwas gelegt hatte: „Ich habe mich gegen den Vorwurf, Richtfranzose zu fein, nicht verteidigen wollen. Was bleibt Ihnen im Elsaß noch, wenn Sie mich verdächtigen, Richtfranzose zu sein? Das Elsaß," so fuhr Grumbach fort, „ist wieder französisch geworden, so französisch, wie das Rheinland deutsch ist. Nachdem die elsässische Frage nicht mehr besteht, würden Sie eine große Schuld auf sich laden, wenn Sie nicht alles täten, um die Schwierigkeiten zu beseitigen, die noch zwischen den beiden Republiken bestehen. Auf die für die beiden Völker so verhängnisvolle Feindschaft muh eine enge Zusammenarbeit folgen. Der Abgeordnete Rehnaud führte in einer Rachtsihung der französischen Kammer aus, dah die Gegner Frankreichs in Amerika und England die Richtratifizierung wünschten, in England besonders, weil man auf das Caillaux-Churchill- Abkommen und die Dalfour-Rote zurückkommen möchte. Frankreich dürfe freilich n»'cht zulassen, dah die Vereinigten Staaten es dränge, bis an die Grenze feiner Zahlungsfähigkeit zu gehen. Man dürfe es nicht zulassen, einen Sou mehr zu bezahlen, als Frankreich von Deutschland erhalte. Frankreich stehe vor der Wahl, entweder überhaupt nicht zu ratifizieren, was einen Streit nicht nur mit den Vereinigten Staaten und mit England, fonden mit allen Staaten, die bereits ratifiziert hätten, bedeute, oder zu ratifizieren mit Vorbehalten. Großfeuer im Emdener Hafen. Lieber eine Million Mark Brandschaden. Emden, 18. Juli. (WD.) Im Außen - I Hafen ist ein Grohfeuer ausgebrochen. Der Brand entstand in dem großen fiskalischen, von der Westfälischen Transport A.-G. verwalteten Speicher, in dem sich über 300 Tonnen Hafer und Gerste zweier Dremer Firmen sowie mehrere Maschinen und der Motorenraum für den Detrieb der Elevatoren befinden. Die Elevatoren sind durch den Drand bereits stark beschädigt. Das Feuer wurde kurz vor 17 Uhr entdeckt. Es soll durch Selbstentzündung infolge der seit einigen Lägen anhaltenden starken Hitze entstanden sein. Das Speicherdach, an dem augenblicklich Ausbesserungen vorgenommen wurden, hat in der Mitte eine Oesfnung, durch die Sonnenstrahlen ungehindert Eintritt hatten. Die Emdener Feuerwehr und fünf Löschboote befinden sich an der Brandstätte. Infolge des Brandes sind die an der Hafenseite des Speichers vorüberführenden Schienenstränge, die zur Auhenhafenmole führen, für den Güterverkehr gesperrt. Der Wind weht ziemlich kräftig nach dem Wasser, so daß für den benachbarten mit Holz gefüllten Speicher der Emdener Derkehrs- gesellschaft und für den dahinter liegenden Gasometer im Augenblick keine Gefahr besteht. Auf den Drücken und auf dem gegenüberliegenden Deich haben sich viele Reugierige angesammelt. Gegen 19 Uhr war das Feuer noch nicht gelöscht. Rach den letzten Schätzungen hat der Drand einen Gesamtschaden von einer Million Mark verursacht. Dem Feuer sind u. a. auch vier große Kranen, die zum Entladen der Schiffe dienen, sowie ein kostspieliger Elevator zum Opfer gefallen Die Vorderwand des Dacksteinspeichers mit dem angebauten Wohnhaus ist stehengeblieben. Die ehemaligen Speicher gleichen einem wüsten Trümmerhaufen. Der riesige Elevator ragt schräg in die Luft und droht ein» zustürzen. Inmitten der Trümmer liegt ein gewaltiger Kessel, dessen eiserne Stützen zusam- mengeschmvlzen sind. Hafenboote und Feuerwehr find kurz vor 20 Uhr noch mit dem Rieder- kämpfen des Feuers beschäftigt, doch kann die größte Gefahr als beseifigt gelten. Der Wind hat sich gedreht und Richtung auf den Holz- speicher genommen. Dei dem Brande erlitten einige Personen, die mit Löscharbeiten beschäftigt waren, Verletzungen. Den Getreideschaden schätzt man auf etwa 100 000 Mk. Es find, wie nunmehr festgestellt worden ist, 90 Tonnen Hafer und 150 Tonnen Gerste verbrannt. Um Mitternacht konnte der Drand im Außenhafen als gelöscht gelten. Zur Zeit werden Aufräumungsarbeiten durchgeführt. Einzelne noch stehende Eisenkonstruktionen und Mauern werden umgelegt, um Unfällen vorzubeugen. Hin und wieder flammt der Drand noch auf. Die Feuerwehr hält die ganze Rächt über Drandwache. Die Hafenboote, die zum Löschen des Brandes herbeigeeilt waren, konnten auch inzwischen wieder abrücken. Wie wir weiter erfahren, find noch zwei Freilager nieder gebrannt. Die beiden Besitzer haben einen Schaden von je 3 0- bis 40 000 Mark erlitten. Wie uns mitgeteilt wird, dürfte der Gesamtschaden di, gemeldete Summe von einer MillionReichs- ma rk übersteigen. Schweres Eisenbahnunglück in Amerika. Neun Tote, über 20 Verletzte. Denver (Colorado), 18. Juli. (MTV.) Ein Teil des aus Chikago kommenden Exprehzuges der Rocky-Jsland-Bahn stürzte heute früh gegen drei Uhr in der Nähe von Stratton in einen Fluß. Das Unglück ereignete sich dadurch, daß der sonst seichte 'Bach durch die R e g en g ü s s e der letzten Tage sich in einen reihenden Strom verwandelt hat und die Eisenbahnbrücke durch das Hochwasser unterspült war. Die Lokomotive und der Packwagen des aus zwölf Stahl- und acht Pullman-Wagen bestehenden Zuges entgleisten auf der Drücke. Die neun folgenden Personenwagen rasten ineinander. Die drei letzten Wagen blieben auf den Gleisen stehen. Der Packwagen und ein Personenwagen stürzten von der Drücke in die Ti efe. Ein Personenwagen geriet völlig unter das Wasser, das die Automobilstrabe an der Bahnstrecke und die ganze Umgebung der Unglücksstelle um etwa zwei Meter überflutete. Auch die benachbarten Straßenbrücken waren überspült. Das Hochwasser behinderte das Rettungswerk erheblich Die Bergung der Verunglückten dürst« mehrere Stunden dauern, da man abwarten muh, bis das Wasser zurückgeht. Auf die ersten Rachrichten von dem Unglück eilten die Aerzte aus den zahlreichen umliegenden Orten an die Unglücksstätte. Ein Krankenzug wurde von der nächstgelegenen Stafion entsandt. Unter den 500 Passagieren des verunglückten Zuges, die fast alle int Schlafe überrascht wurden, befindet sich auch der Reuhorker Theateruntemehmer Morris G e st. Rach den letzten Meldungen wurden acht Fahrgäste und ein Angestellter der Pullman-Gesellschaft getötet und über 2 0 Per fonen verletzt. Die Überschwemmungen in Kleinasien. London, 19. Juli. (WTD. Funkspruch.) Einer Qlgenturmelbung aus Konstantinopel zufolge, nehmen die Ueberschwemmungen in Kleinasien katastrophalen Umfang an. Infolge der Wolkenbrüche und Erdrutsche find viele Dörfer an der Küste in den Wellen verschwunden. Mehr als 1 0 0 0 Personen sind ertrunken. Am schlimmsten sind die Ueberschwemmungen immer noch in der türkischen Provinz Trapazunt. Zahlreiche Bewohner haben sich in die Berge geflüchtet. Aus alter Welt. Die Jungfernfahrt der „Bremen". Paris, 18. Juli. (WTD.) Der deutsche Passagierdampfer „Bremen" ist wegen schwerer Rebel im Kanal in Cherbourg gegen Mitternacht mit sechs Stunden Verspätung eingetroffen. Anläßlich dieses ersten Anlaufens eines französischenHafenswurde der Kapitän im Hamen des deutschen Botschafters v. H o e s ch durch Gesandtschaftsrat D o e h 1 e begrüßt. Ebenso hatten sich der Präsident der Handelskammer und andere offizielle Persönlichkeiten eingefunden und begaben sich zur Begrüßung an Bord. Um 1.50 Uhr nachts lief das Schiff wieder nach Heuhork aus. Neuyork, 18.Juli. (WB.) Die Jungfernfahrt der „Bremen" wird hier mit größtem Inter- esse verfolgt. Die Blätter berichten ausführlich über die Fahrt. Die „Bremen" wird bei ihrer Ankunft an der Quarantänestation von einem städtischen Empfangsausschuß begrüßt werden. Bürgermeister Walker wird am Dienstagnachmittag das an Bord der „Bremen" befindliche Flugzeug auf den Namen „Neuyork" taufen. „Do X" über Friedrichshafen. F r i e d r i ch s h a fe n, 18. Juli. (WB.) Das Flug schiff „Do. X" ist heute vormittag von der Werft in Altenrhein zu einem neuen Probef 1 ug aufgestiegen, wobei es in größerer Höhe den Bodensee überquerte und längere Zeit über Friedrichshafen kreuzte. Hachdem hier die erste Flugpost aus dem Flug- schiff abgeworfen worden war, ging die „Do. X“ vor dem Tiergarten-Hotel n.veber, wo die zur Besichtigung der Riesenmaschine gekommene italienische Luftfahrkommission unter Führung von Unterstaatssekretär F a I b o den Piloten und die Insassen begrüßte. Schiffskatastrophe im Schwarzen Meer. Im Hafen von Constanza eingetroffene Dampfer berichten, daß sie nachts SOS-Rufe des 2000 Tonnen großen russischen Dampfers „Wolga" empfangen hätten,der am 16. Juli mit Passagieren und Fracht von Noworossijsk in See gegangen war. Der Dampfer sei auf eine schwimmende Mine geraten; er habe um 3 Uhr gemeldet, daß er sinke und daß 17 Mann der Besatzung und 14 Passagiere bereits ertrunken seien. Tödlich verlaufene Mensur vor Gericht. Dor dem Jenaer Schöffengericht sand dieser Tage der tödliche Ausgang einer zwischen Angehörigen der Jenaer Studentenverbindung „Rhenania" und „Herzynia" im Juli ausgetragenen Mensu r ihr Äachspiel. Der 20jährige Student der Medizin Werner S ch ö n i g aus Eibenstock war angeklagt, den Gegner, den Studenten Kernitschau, getötet zu haben. Bei der Mensur drang der Schläger Kernitschau in die Gehirnschale. Auch das Gehirn wurde verletzt und Kernitschau starb bald darauf. Die Beweisaufnahme ergab, dah eine absichtliche Tötung auf keinen Fall in Frage kommt. Vom Fechtmeister wurde darauf hingewiefen. daß es sich um eine Verquickung äußerst unglücklicher Umstände handelt und daß der Fall als Einzelfall betrachtet werde» muffe. Das Gericht fpcach den Angeklagten von der Anklage wegen Tötung frei, da die Tötung ungewollt war. Hingegen stellte sich das Gericht auf den Standpunkt, dah der Schläger als tödliche Waffe zu betrachten fei und verurteilte den Studenten Schönig wegen Teilnahme am Zweikampf und DergeAns gegen das Strafgesetzbuch zu sechs Monaten Gefängnis. Oie Wetterlage. ,0° La (oruna ’Donnerstaa, d.ISJull, 1929.7" ahos. =^V5 ’dan— ,7 .0)« OWolkenlos, o heiter. Q nait> oeoecei « woixig. O oeoedtt • Rege^ * Schnee & tirauoem a titoei "R Gewitter.©wind$tiiic. «O-» seh» leichter Ost £ massiger Südsüdwest Q stürmischer "ordwes» Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oei den Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an Die Linien veromdeo Orte mit gleichen! auf rteeresmveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Luftdruckverteilung hat wenig Aenderung erfahren. Roch immer lagert die flache Druckstörung über dem Atlantischen Ozean, ohne wesentlichen Cinsluh auszuüben. Ein Hochdruckrücken erstreckt sich quer über Deutschland. Jedoch kommt eine ausgesprochene Hochdruckwetterlage nicht zustande, da infolge der unregelmäßigen Windströmung in Deutschland immer noch Störungen hervorgerufen werden können. Gewitterneigung bleibt also bestehen. Wettervoraussage für Samstag: Teils heiter, teils wolkig, noch heiß und lolole Gewitterneigung. Wettervoraussage für Sonntag! Roch keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 18. Juli: mittags 28,6 Grad Celsius, abends 21,7 Grad, am 19. Juli: morgens 22,4 Grad. — Maximum 31,1 Grad, Minimum 1 Grad. *-! Somrenjcheiudausr 9 HwkdSL r J S Sen» li§ Unruhe । WÄke mA W Anden M S» e*Lrfidj viele |tl 7,2= Dege tirtiML dN>N jyjrcr«*s h-Mphiert. /Eigenes, fc J Zeii mt td, aneinander Einander ju ü" £ 6«W 9* sch desto mehr J it müssen, mit t litte zusammen)! sch Menschen beg «chmdschasl »ei Mslächliches D etilen Srinnerm Denschen cm ö utb man sollte v aibcren schließen, ren °L «'M"! fe ist merkouröi, gen Scholungsm grgenüberftehen. l gjet audj in 6efu< I-obachler ein, d kanntschasten iW anderen, die sichrer angeblichen 2 läfig wie die Lärm in der Zerstreuung erblicken. Sparsam^ Sie anhaltende mit in Mreichen mS den Dass e lerung inben gesteigert. Ge; iah re ist diesma Weigerung von 3 Sn den kehlen ■ Frühjahr 1928 ob kachverständigen gemein sehr gering überall - unb ja sondern auch in E tot wenigen Tagei Androhung scharst' Wasserverbrauch o letmangel, der bi vasserstandes geh Lause des verstoss sai lenen Schneem, OBERST 5,vS 'AÄUSCHE A-aEn öeMndig in ihrer Äsrnach so gut MS stets. ASTOR-HAU5 6aK * BLAU PUNKT 5 aÄ WALDORF-KRONE 1OaR * WHITE HOUSE 12 aK STAU Fl A ,5aÄ * STAUFENZUG 6 «4 EDLE VON STAUFEN 1Oa&. Freitag. Jean Weisel,(Heben, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. M geboren; 1880: in Koenne in XIII. in Rom Maler Max Liebermann in Berlin der Philosoph Graf S). Keyserling Livland geboren; 1903: Papst Leo gestorben. soll die Parole sein für nächsten Dienstag, 23. 3uli, im Stadttheater Diehen. Ein neuer Schwant wird gegeben; er heißt: .Hallo wir fliegen!" von Hermann Lekifch und HanS 'Bern* Höft. 2llS Schlager der Saison hat er sich erwiesen am Kurtheater Salzschlirf. Auch an andern Bühnen hat daS Stück Serienaufführungen und durchschlagenden Heiterkeitserfolg gehabt. c AMze wegen Tv« l ungewollt Var. Hin« «richt aus den Stand« als tödliche Dasse zu erteilte den Studenten k am Zveikamps und trasgesehbuch zu sechs iS. - Das ßelundheitswaller ungen wurden acht Angestellter der ötet und über 20 Bornotizen. Tageskalender für ;en in Kletuasie«. TD. Funkspruch.) Siner tantinopel zusolae. neh« mungen in Älein« in Umfang an. In« und Erdrutsche sind Küste in den Dellen r als 1 000 Perso« , Am schlimmsten sind rarer noch in der türfi« 3d}[reid)e 'Bctottyttr flüchtet. Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft e. G. m. b. H.: Versammlung, 20 Uhr, im „Hessischen Hof". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Verirrte Jugend", „Man soll kein Kavalier fein“ und „Der Farmerlehrling". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Lachen x Cf-'l’f©' .„(Hfl \ stu'»6( LuH<. irausiagk- ung ,g « ffte Ä- ^"Unglück •Ms -0 Verletzte UOn,,n einen UjMk daß der teste Die wäschefrage auf Reifen ist für viele Damen ein heikles Kapitel. So ost wird dieses oder jenes Stück schmutzig und soll doch am nächsten Tage wieder nett und frisch aussehen. Was soll man da tun? Ein Paket Lux-Seifenflocken im Koffer hilft über alle Sorgen hinweg. Die echten Lux-Seifenflocken in der blauen Schachtel werden nur von der Sunlicht-Gesellschaft A.-G., Mannheim, hergestellt. 3526V i-hen-.zr W *„ #.0“* fut . ^endelur^ . 28,6 wasserstand nicht fördernd einwirken, da die getauten Schneemengen durch den metertief gefrorenen Boden nicht in die Erde einbringen tonnten, vielmehr rasch in die Bäche und Flusse abftrömten. Wenn auch in unserer Stadt im allgemeinen die benötigten Wassermengen vom städtischen Wasserwerk noch herbeigeschafft werden konnten, so muß man bei einem weiteren Anhalten der großen Trockenheit doch gewisse Schwierigkeiten in der Wasserversorgung ins Auge fassen. Diese Kalamität ist leider in den hochgelegenen Teilen unserer Stadt schon in Erscheinung getreten; z. B. hatten Anwohner des Seltersberges und der oberen Grünberger Straße am Mittwoch kurze Zeit kein Wasser. Um den Wasserbedarf der Einwohnerschaft so weit wie nut irgend möglich sicherzustellen, ist auf Veranlassung des städtischen Wasserwerkes schon seit einigen Tagen das Besprengen unserer Anlagen und der Betrieb des Goldfischteiches an der Ostanlage eingestellt worden. Soweit in den Straßen noch gesprengt werden kann, wird dazu kein Wasser aus der Wasserleitung, sondern Wasser aus der Lahn und der Wieseck verwandt. Durch diese scharfe Drosselung des Wasserverbrauchs für öffentliche Zwecke, die an sich bedauerlich, aber durch die gebieterische Rotwendigkeit der Deckung des menschlichen Wasserverbrauchs gerechtfertigt ist, war es bisher möglich, die Wasserbelieferung der niedriger gelegenen Stadtteile, die den größten Teil unserer Straßen umfassen, sicherzustellen. Um bei einem weiteren Anhalten der großen Hitze und Trockenheit allgemein Schwierigkeiten in der Wasserbelieferung zu vermeiden und auch den Mitbürgern in den höhet gelegenen Stadtteilen den Bezug des unentbehrlichen Trinkwassers zu gewährleisten, mögen die Bewohnet In allen Stadtteilen bei ihrem Wasserkonsum s 0 spar- s a m wie möglich verfahren. Insbesondere ist es im Interesse der Bürgergesamtheit unbedingt erforderlich, daß das Besprengen der Gärten mit Wasser aus der Wasserleitung eingestellt wird. Ferner erscheint es dringend geboten, etwaige undichte Zapfhähne und Spülanlagen in den Aborten ungesäumt in einwandfreien Zu st and zu bringen, damit kein Wasser ungenutzt fortflieht. Man darf wohl die Hoffnung hegen, daß der schon oft bewährte Gemeinsinn unserer Bürgerschaft auch in dieser Angelegenheit, bei der es unter der Einwirkung höherer Gewalt zu einer gewissen Wasserkanppheit gekommen ist, sich aufs neue in bester Weise zeigen wird. Darum gelte für jeden Bürger die Losung: Sparsamkeit mit dem Wasser, damit jeder Einwohner mit dem köstlichen Ratz in ausreichender Weise versorgt werden kann! Daten für Samstag, 2V. Juli. Sonnenaufgang 4.06 Uhr; Sonnenuntergang 20.05 Uhr. — Mondaufgang 19.57 Uhr; Monduntergang 2.06 Uhr. 1304: der Dichter Francesco Petrarca in Arezzo geboren; 1497: Kaiser Maximilian bestätigt urkundlich die Leipziger Meßprivilegien; 1847: der Einander. 5 Ll9 unter fa Walter } ^nltrecke uni ^ngluÄstelle um etwa M die benachbarten swerk erheblich. Die ^glückten dürste 8 man abwarten mufi Auf die ersten 2a<ö ttlten die Aerzte M n Orten an die Un« zug wurde von der ;W Unter den 500 en Zuges, die fast alle -t wurden, befindet ’ Theaterunternehmer •• Straßensperrungen. Born Oberhessischen Automobil-Club (QL v. D.) Gießen wird nritgeteilt: Die Strecke Bübingen bis Abzweig nach Vonhausen (Kilometer 61,4 bis 65,9) im Zuge der Straße Ortenberg — Bübingen — Gelnhausen ist bis auf weiteres für sämtliche Fahrzeuge gesperrt. Umleitung über Büches — Orleshausen — Lerbach — Vonhausen. — Kilometer 0,00 bis 1,5 ber Straße Herborn- Hachenburg ist vom 22. Juli bis 1. August für sämtliche Fahrzeuge gesperrt. Umleitung über Roth — Heiligenborn — Mademühlen — Hohenroth. — Die Sperrung ber Strecke Abzweig nach Vonhausen bis 1 Gelnhausen ber Straße Ortenberg — Bübingen — Gelnhausen ist ab 22. Juli aufgehoben. *• Fuhrwerke und Sauber Haltung der Straßen. Vom Polizeiamt Gießen wird mitgeteilt: Die Fuhrleute überladen häufig ihre Wagen, namentlich mit Kohlen, so daß die Straßen und Plätze verunreinigt werden. Die Fuhrleute werden auf § 7 der Polizeiverordnung betr. die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen hin- gewiesen und ihnen empfohlen, die Wagen nur so voll zu laden, daß ein Herausfallen des geladenen Materials nicht möglich ist. 2m Wiederholungsfälle muß Anzeige erhoben werden. ’* Die Feueralarmfirenen werden, wie uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, am Samstag um 15 Uhr probeweise in Betrieb gesetzt. Wenn dieser Probealarm ertönt, braucht sich also niemand zu beunruhigen, da eine Feuersgefahr nicht besteht. ** Anlagenkvnzert findet heute, Freitag 19.15 Uhr durch unser Musikkorps des I. (Hess.) Grenadier-Bataillons, 15. Infanterie-Regiments, bei günstiger Witterung in ber Süd-Anlage statt. Leitung: Obermufifmelfter Gober. Die Musikfolge ist: 1. Armeemarsch I, 1“ Der Moll- wiher), 2. Ouvertüre zur Oper: „Wilhelm Teil" G. Rossini, 3. Große Fantasie aus ber Oper: „Der Kuhreigen" W. Kienzl, 4. Melodien aus der Oper: „Die lustigen Weiber von Windsor" O. Bi» colai, 5. „Chattenmarsch" W. Löber. •* Vom Goethe-Bund. Man schreibt uns: Der verdienstvolle Leiter des Goethe-Bundes, Dr. Otto Henning, wird in diesen Tagen Gießen verlassen und nach Berlin übersiedeln, wo er bei der Gesellschaft für Volksbildung in der Leitung des deutschen Vortragswesens eine führende Stellung erhalt. Erfreulicherweise hat Dr. Henning sich bereit erklärt, den Interessen des Goethebundes auch ferner seine Aufmerksamkeit zu schenken und als Vorsitzender mit den übrigen Herren vorn Vorstand der guten Sache zu dienen. Das Winterprogramm des Goethe-Bundes ist bereits aufgestellt und verspricht der Bevölkerung eine ganze Reihe genußreicher Qlbenöe. ' Volkshochschule. Wie wir gestern berichteten, veranstaltet die 'Volkshochschule am kommenden Sonntag, 21. d. M., ihren Schluhnachmit- tag im großen Saal der Wirtschaft Philosophenwald. Für den künstlerischen und unterhaltenden Teil haben sich freundlicherweise Frau Elfriede Fischer (Klavier) und Herr Franz Bauer jun. (Violine), sowie Fräulein Hildegard und Herr Helmuth Bahecsdorf (Klavier und Bioline) zur (Verfügung gestellt; mit abwechslungsreichen und im Volkshochschulsinne wertvollsten Darbietungen (u. a. einem Hans- N. ** Die l!be,8ebtanil Ülos der provinzialhaupistadi. Gießen, den 19. Juli 1929. Wenn man sich erholen will... Die Ferienzeit ist da und, wer es irgend ermöglichen kann, der reist. Das bringt zunächst viel Hast und Unruhe mit sich und Gedränge überall. Sanz Vorsichtige reisen deshalb überhaupt nicht in ber Hauptsaison. Am besten reist, wer in Rahe unb Heiterkeit sich alles abwickeln laßt. Aufgeregt unb ungeduldig sein, hilft gar nichts. Hon denke nicht immer an sich, sondern suche Ollen Umständen etwas Schönes abzugewinnen. Die sommerliche Völkerwanderung, an der man fch beteiligt ist schon etwas Ergreifendes toemt ich auch der Freiheitsdrang moderner Berufs- »enschen oft in seltsamer und nicht immer erfrealerer Weise äußert. Und da liegt eben bie Klipve, tot der sich viele fürchten: das Zusammentreffen Bit Menschen, die durch anmaßendes und rück- schtsloses Benehmen stören und Unwillen erre- fcn. Der Ruhebedürftige wird ihnen aus dem 5}ege gehen, wenn es irgend möglich ist. Bei fotoeren liebergriffen in andere Rechte wird man Ler auch nicht davor zurückschrecken dürfen, enzuschreiten, damit nicht die Unverschämtheit Üe es sich auf Kosten anderer bequem macht, tiumphiert. 3n unserem Verkehr mit Fremden Hegt oft Diel Gezwungenes, Unnatürliches, nachdem uns hie neue Zeit mit ihrem Verkehr dazu erzogen |it, aneinander vorbeizusehen und uns nicht umeinander zu kümmern. In der Sommerfrische, m Seebad glauben manche Menschen deshalb, sch desto mehr um ihre Mitmenschen kümmern ki müssen, mit denen sie die gemeinsame Gast- flätte zusammenführt. Mit solchen Reisebekanntschaften ist es eine eigene Sache. Manchmal mögen sich Menschen begegnen, die daraus eine dauernde Freundschaft werden lassen, öfter wird es ein Oberflächliches Berühren bleiben, das keine wertvollen Erinnerungen mitgibt. Der Bedarf der Menschen an Geselligkeit ist sehr verschieden, unb man sollte von dem eigenen nie auf den der anderen schließen, wenn man nicht in Kauf nehmen will, als aufdringlich empfunden zu werden. Es ist merkwürdig, wie verständnislos die Meißen Erholungsreisenden heute jenen Menschen gegenüberstehen, die völlige Einsamkeit suchen, ober auch in besuchteren Orten finden sich stille "Beobachter ein, die nicht um jeden Preis Bekanntschaften machen wollen. Ihnen fallen die anderen, die sich für berufen halten, sie aus ihrer angeblichen Vereinsamung zu retten, ebenso listig wie die Lärmmacher und Betriebsamen, die in ber Zerstreuung allein den Sinn der Erholung erblicken. Turmalin. Sparsamkeit mit dem Wasser! Die anhaltende außerordentliche Hitze hat — tote in zahlreichen anderen Städten — auch bei uns den Wasserverbrauch der Bevölkerung in den letztenTagen erheblich gesteigert. Gegenüber dem Verbrauch im Vor- lahre ist diesmal bereits eine Wasserkonsumsteigerung von 30 Prozent eingetreten. In den letzten Jahren, insbesondere aber vom Frühjahr 1928 ab, sind nach den Messungen der Sachverständigen die Riederschlagsmengen allgemein sehr gering gewesen. Infolgedessen besteht überall — und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in England, wo die Regierung vor wenigen Tagen erst die Bevölkerung unter Androhung scharfer Maßnahmen Au sparsamstem Wasserverbrauch aufforderte — ziemlicher Wassermangel, der durch die Senkung des Grund- vasferstandes gekennzeichnet wird. Auch die im Lause des verflossenen schneereichen Winters gefallenen Schneemassen konnten auf den GrundSachs-Splel) werden außerdem einige Jugend* gruppen erfreuen. In einem geselligen Beifanw menfein, dessen gemeinschaftliche Gestaltung Sache der Teilnehmer sein wird, soll der Schluß- nachmittag ausklingen. (Siehe die gestrige Ans zeige.) ** Allerlei Diebstähle. Der hiesige Polizeibericht meldet: In unserer Stadt wurde aus dem Hofe einer Wirtschaft ein Herrenfahrrad, Marke „Deutschland", Fabriknummer unoekannt, entwendet. — Aus einem anderen Hofe wurde gestohlen das Vorderrad eines Fahrrades und einige §cit vorher die dazu gehörigen Radschlüssel, das lickzeug und das Schlußlicht. Das Vorderrad hatte rote Felgen mit grauer Triumphbereifung. Der Luftschlauch trägt den Stempel der Firma „Krell-Eirichshof". — In der Nacht zum 9. d. M. wurde an einem in der Goethestraße angebrachten Reklameschild ein Thermometer entwendet, das bit Aufschrift .Optiker Magnus" trägt. ** Eigentümer gesucht. Am Montag, 15. d. M., wurde in unserer Stadt ein etwa vier Wochen altes, graugelb gefiedertes Kücken eingefangen, welches angeblich am Bahndamm in der Nähe der Turnhalle herrenlos herumlief. Der Eigentümer wird ersucht, sich beim hiesigen Po« lizeiamt, Zimmer 67, zu melden. ** Bree - Andrusfen ■ Punkt. Unter dieser Spitzmarke erscheint eine Anzeige in der Heu« tigen Nummer, die auf eine Veranstaltung des Lichtspielhauses, Bahnhofstraße, hinweist. Es handelt sich um eine öffentliche Vorführung von Gedankenübertragung auf psychomechanischem Wege. Interessenten können alle näheren Einzelheiten aus der heutigen Anzeige ersehen. ** Johannisfest der Gießener Buchdrucker. Am morgigen Samstag findet auf der Karlsruhe die Feier des Namenstages des Erfinders der Buchdruckerkunst, Johannes Gutenberg, statt. Mit dieser Feier, „Johannisfest" genannt, ist zugleich die Ehrung von Jubilaren des Verbandes der Deutschen Buchdrucker verbunden. Das Programm wird bestritten von Frau Gretel W 0 e l k e (Sopran), von Mitgliedern des Arbeiter- radfahrervereins und von der Kapelle Meyer. Der anschließende Ball dürfte auch die Tanzlustigen zu ihrem Rechte kommen lassen. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 20. Juli 1929. Vorabend: 7.45 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Abends: 8.40 und 9.20 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 20. Juli. Freitagabend 7.40 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9.20. — Wochen- gottesbienft morgens 6.15; abends 7.15. Verantwortlich für Politik: i. 23. Ernst Blumschein. Ktnerateesse Naflhfiches Juli und August geschlossen bleiben unsere Geschäfte Redegewandte Hof, Xenenweg 5 0I5M [Verschiedenes Äreslau (Zwingerplah 3), den 11. 3uli 1929 6171D 04557 Mietgesuche] s ommer Karl Schmidt, Gießen,Neuenweg 42,Tel.4075 prossen Zahaant Dr. med. Petscb ist 04568 Stellengesuche 6160D {Stellenangebote} sehr preiswert | Verkäufe [ Vereine ~"| Lager. 67850 Schneiden Sie diesen CarlSchunck 616$D 6176A sofort aus! Selten günstige Kaufgelegenheit! und Adresse weit unter Preis! Serie I Serie II Serie III Serie IV 350 650 950 1350 bis 15.- bis 20. bis 30.- Modelle sind bis zur Hälfte im Preise herabgesetzt! Also: Punkt vorführen. 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Oktober! Sie neue -w ,u 96 Pro) beträgt M' auf Pantur Franks (chästslos. - tcrnchm bleibens vo Anregungen marlversluis lung. Die und neigte aabtneigung schen 2?ui fpannung tva der Dörse eil Lei kleinstem (lägen Abcn 1,5 Prozent < Slektromarkt - Bergmann ve 1 Prozent. Ei dagegen AEE wann bei c 1 Prozent. 3' markt die T einem weitere am Wvntann ein. Mansfel 1,75 Prozent senkirchen 1,2 dagegen Verl surth eröffne egeln 2,5 Pr gung am 6d der ungünstik ebenfalls nie t-cdorcn. SttDi Glanzstoff und verloren. Am Autvmai Am Kantern bei Kursabse bank auf ftä' Renten still, etwas niedri mung auf eil kicher, bei D stoss konnten Geldmarkt n Prozent ern< markt nannte gegen Pfund: aegen Paris ; Madrid 33,32, 'Berlin, p onberte sich Qn worbenen ®cf M Gffetlenböi «'n positivst« Jwngin oon | ®erte. Die Cp sich m Anbetra ?°nfli!le5 wnnunfl cjni "arten Qelbn «SÖL Ws ZW SäS Hust-Rennen. ■n9 der Frankfurt« Aurchreibungm der mtfurt o.®. (33 000 'fit rch^K. Aus der die ^mtiidijnyn.^n. Slafie über kurze und i und eines der beim findenden Verlosung;, einen Gesamtwert von greifen, vielen koftba. gaben für Trainer und Km Tanzen ein mür< ine weitere Sensation tartmaschinen sein, die ig in Funktion treten mpf dt-Offenbach. mMamlLMbet 'JtanlVirt-'Sarm- sich auf vier grvhe 10x100» und 20x50« eter«2rust« und 15x Es kommt dabei der gestiftete Wanderpreis .alter diese- Kampfes mverein tun bei .ersten AerQ11 "en DreN M f9en, unb^a^ Halbzeit r* ein* : *» Ä 21 a.’i&s Ä RS» :m je einer - oOO-, ISiYi, *• yojfS 5 piemstohen, JRetefTrttfwTl ™ Ss-ÄSjg ML lnderpreis des S k Rüsselsheim. Der. Ssss; Ortung der D§2> ,l022 trägt am km» K" Plätzen einen nn,s. und Tisklub »verfügt über eine ai* und konnte im -rweife die Meden. 'gen. Ob Tiehen gt. tr Sieger bleibt, er« u sprechen, .'n junges, ier sie n 636 se voch haben, md ihr Schveisen er sich zu ihr W Hand anst'ch. Infall kriegen?" staA o ’n Anfall, *W ich immer n ®Ä r ich M-u Ich wer dich schon leite sie vild- 'bm S^°Ä'2r [ 6ie nnch doch l«. £5» ’S tafi ä»&88 röjss tte, 8« ./SLfc denn >igcn‘1,<6 Ten al« >e Kannn-«7^ inerung' toA’*an sie *tee& öeute. W $tetl,$!Xn um ihre alle« taten,. r t den Defe sein Desen , Aaum vor * )t« £4 •* SE K-.» .^ianunerte »der sEÄ« ich ntl*0 c C1Ite MNN U[u fauchle,^ndere« S gar"Ä nu!^"! der y nnr Ttau* l ^Lw2t. **“ rt Zahlte, - A>?- *Ä bi" 14 är Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Banknoten. 16.41 167,86 21,93 111,43 59,06 2,477 112,10 80,54 60,86 12,385 72,85 16,47 168,54 22,01 111,87 59,30 2,497 112,54 80,86 61,10 12,445 73,15 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Französische Noten..... Holländische Norm...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... De ursch-weitere., ilOO Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . • Ungarische Noten...... . Frankfurts. M. Berlin Schluh- l-Utiu Sckluh- einfang Kurs Rur« Kurs Kur» Datum 18.7. 19-7. 18 7. 19 7- 6% »L Relchlanleihe v. 192 7 Dt. anL-MblM.-edjulb mit Au4 87,25 — 8-,5 — lo|..$Rcd)ltn......... 51,5 51,3 51,6 51,4 TeSgl. ohne AuSlos^Rcchte . . 7% Qtanft. Hvv.-Bk. Goldpf. unkündbar Hl 1932...... 9,8 — 9,8 9,7 85,5 — — — 4 Rheinische Hyp^Bank Stau C.6.®. abg. 18 ortrieflMD6Hgartim 79 — — — tüdjaWai 1933 ...... 87 — — — Frankfurt a M. Berlin Schiub-11 Uhr- Kurs | Kurs Schlub- Kurs Anfang. Kurs Datum 18.7. 19.7. 18.7. ^19.7. Heidelberger Eement...» 10 Wayß & Freitag......10 Schultheis Patzenhofa ... 15 Qstwerke........ • 12 Bcr. Glanzstoff ...... 18 Bemberg.........14 Zellstoff »aldhof.....12 Zellstoff «schaffenburq ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer GaS........8 Daimler Motoren......0 Deutsche Maschtnen-Fabrik . . 0 Adicrwerle Kleoer......5 Ludw. Loewe.......10 Rat. Automobil ....... 0 Lrenstein 4 Koppel.....6 Leonhard Tieg ... 6 Bamag-Meguin ....... V Franks. Maschinen......6 Griyner...... • • U Heyligenstaedt ....... 0 Mainkrastwerke ....... 8 ©Mag...........10 Nek<üsulmer ...... 8 Beter» Union ........ 8 Gebr. Roeder.......10 Voigt 4 Haeffner......» Südd. Zucker........® 110 135,5 186 99 392 54 50 55 67,5 11 65 105,13 123,75 118 114 220 150,25 1 1 | •" 1 I “11 3 1 1 8 1 1 S 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 109,5 306 239 393,5 302,5 239,75 158,5 110,65 195,5 54,5 50 202 22,65 91,25 215 56 68 65 124,5 120,5 222 150,25 108,5 305 236,5 389 305 239,75 110 195.75 54,75 50 200 22,13 91 213,75 124,5 Berlin. 18. Juli Geld Brief Frankfurt a. M. Berlin Schlutz. Kurs l-Uhr- Kure Schluß- Kurs Anfang > Kurs Datum 18.7. 19.7. 18.7. 19.7. BLü.«........ . 8 197,6 223,5 197,75 197,75 . 9 225,25 226,5 224 (Hehr. Lieferungen. . e • e 10 — — 155,5 — Licht und Kraft . . . 10 211,5 — 212,25 212 Felten 4 Guilleaume. . 6 139 — 139,25 137 Gef. f. Elektr. Untern- e e e 10 — 210 212,75 211,5 Hamb. Elektr. Werke . • e e 10 — —— 139,25 138.6 Rhein. Elektr. . . . . e e ♦ . 9 — — 150,5 149 Schief. Vekrr. . . . . 10 — — 188 — Schucken...... » e e . 8 231,5 — 231,5 230,13 12 392 391 392,25 391,5 Transradio . . . . • » e e . 8 — 143,25 147 Labmeoer 4 tto.. . • • • • 10 171,5 — 172,25 169 Buderus...... • . 6 — — 75,75 75,25 Teutfchc Erdöl . . . . 6 117,25 — 117,25 116,6 Essener Steinkohle . • . 8 — — 238 136,25 Gelsenlirchcner . . . s ¥* 3- < 140 138,75 140,25 139 Harpencr...... . 6 148 — 149 — Hocsch Eisen..... . 8 — — 135,5 134,75 Ilse Bergbau .... . 8 213 — 212 212 Klöcknerwerke .... . 7 112,25 — 112,5 112 Köln-Neuesten. . . . e e • . 9 — — 131,4 131,25 Mannesmann.... . 8 123 121,25 123,13 121 Mansfelder..... . 7 134 134,5 136,75 135 Lberschles. Eisenb. Bedarf. e . d — 89,5 88,75 Obcrschles. Kottwcrkc. . 6 — — 108,5 107,25 Phönix Bergbau. . . bVl 105,5 105 106,13 105,13 Rheintiche Braunkoblen. . 10 299 — 298,5 296,5 Nheinstnhl . . . Jahr 127,5 126 127,75 126,5 Riebeck Montan . . . 7,2 — — Bereinigte Stahlw. . . 6 114,5 114,25 114,4 113,75 Ltavi Minen . . . . 8 sh 64,25 64,13 Kali Aschersleben . . e e • 10 238 — 238,75 Kalt Westeregeln. . . 10 242,5 240 242,75 240 Kaliwerk Sai-detfu-th • • • 85 395 395 398,5 395,25 I. G. Farben-Industrie Dynamit Nobö . . . 12 228 226,5 228 226,25 . 5 — — — Scheideonstalt.... . 9 — 157,5 — Goldschmidt . . . . . 6 77 77 76,13 Rütgerswerte . . . . . 6 86 95,75 86,75 85,13 Metallgefellfchast. . , • • • 81 126,6 125 126,5 125,5 18. Juli 19. Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Brief Ämst^Rott. 168,21 168,55 168,19 168,5a Buen^Aire? 1,760 1,764 1.758 1,762 Brff.-Aorw. .18,255 58,375 58,24 58,36 Chriltumla. 111,75 111,97 111,69 111,91 Kopenbagrn 111,69 111,91 111,68 111,90 Stockholm . HelstngforS. 112,40 112,62 112,34 112,56 10,53 10,55 21,97 10,533 10,553 Italien. . - 21,93 21,93 21,97 London. . . 20,337 20,377 20,338 20,375 Neovork . . 4,1930 4,1995 4,1925 4.2005 Daris.... 16,42 16,46 16,425 16,465 Schweiz . . 80,61 80,77 80,62 80,78 Spanien. 61,07 61,19 60,98 61,10 flayan . . . Rio de Jan- 1,924 1,928 1,923 1,927 0,497 0,499 0,496 0,498 Wien in Lest, abgeft 59,02 12,405 59,14 59,04 59,16 fc:: 12,425 12,407 12,427 7,362 7,376 73,19 3,033 7,371 7,375 D udavest. . Bulaarieu. 73,05 3,027 70,05 3,032 71,19 3,038 Lissabon . . 18,75 18,79 18,75 18,79 Danzig. . . floaftantin. 81,35 2,020 81,51 2,024 81,32 2,017 81,48 2,021 Athen. , 5,42 5,43 5,425 5,435 Kanada . . 4,171 4,179 4,176 4,184 4,084 Urncraa». . 4,076 4,084 20,905 4,076 Cairo ... 20,855 20,855 20,898 4% Schweiz. BundeSb^Anl.. . . 4% Lefterreichische Soldrte.. . . 98 29,5 29,75 — 4,20% Oeiterr. Silberne..... 2,3 2,45 — 4% Oesterreich, einheitl. Rte. . . 1,7 — — 4% Ungarische Goldrte...... 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 . 23,13 — 23,2 20,25 — 4%% delgl. von 1913..... — — — 4% Ungarische Kronenrte.. . . . 1,8 _ 1,75 1,75 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., 7,8 — 7,9 Serie 1........... 7,75 — 7,7 4% deSgi. Serie II....... — 7,9 — 4% Rumänen convert. Rte. . - - — — _ iy*% Rumänen woldanl. bon 1918 — — 17,5 — Wg. Deutsche Eisenbahn . . 4% — — — _ Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Südam. Tampssch. . . 8 125,25 — 124,75 — — — Hansa Dampfschiff ... 10 Norddeutscher Lloyd.....8 — — — 167,75 118,25 117 —» 116,6 Allg. Deutsche Lreditanst. . . 10 126,5 — 126,5 126,75 Barmer Bankverein ... 10 128 — 129 129 Berliner HandelSgesellsch. . - 12 — — 213,5 212,5 Tommerz. und Vrivat-Barck . 11 185,25 — 185,25 184,75 Darmst. u. Nationalbank . . 12 280,75 277,5 280,13 278,5 Deutsche Bank......10 172,5 171,6 173 172 Dittonto-Geselstchast Ant.. . 10 156,5 155,75 156,25 155,6 Dresdner Bank . . io 162 162 161,5 Mitteldeutsch« iiredttbanl ... 9 — Metallbank.........8 —— — — Keichtbaul ........ U 316,5 — 315 315 Berlin. 18. Juli Geld Brief iimerckanische Noten ..... Be lgrs cke Noten........ tooHtte, Roten »» * •-»« • • 4,169 58,20 111,50 20,30 4,189 58,44 111,94 20,38 Mrischast. * Konservenfabrik I o h. Braun A.-G., Pfeddersheim b. Worms. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 1928/29 einen Rohgewinn von 1,55 (1,23) Millionen Mark, wovon Unkosten, Spesen, Steuern und Zinsen 1,36 (1,17) Millionen Mark und Abschreibungen 42 OOO (37 OOO) Mark beanspruchten. Aus dem einschl. 51000 (50 OOO) Mark Vortrag sich ergebenden Reingewinn von 196 OOO (166 000) Mark sollen 8 (6) v. H. Dividende auf 1,895 Millionen Mark A.-K. verteilt und 45 000 Mark vorgetragen werden. Nach dem Bericht bestanden infolge ungünstigerer Ernteverhöltnisse Schwierigkeiten in der Beschaffung der Rohware. Die Einstandspreise lagen durchweg höher. Der lebhafte Absatz wurde durch die Frostperiode empfind- lich unterbrochen, doch konnte der Ausfall in den ersten Frühjahrsmonaten 1929 wieder aufgeholt werden. Der Gesamtumsatz ist gestiegen. Für das neue Jahr wird mit einem regen Verkaufsgeschäft gerechnet. Die Ernten würden, so weit es sich übersehen lasse, besser als im Vorjahre ausfallen. • Reue Kölner Inlandanleihe. Die Kölner Stadtverordnetenversammlung genehmigte in geheimer Sitzung die Aufnahme einer In- Haberanleihe in Höhe von 40 Millionen Mark im Inland. Der Betrag ist bestimmt zur Ablösung der am 1. Oktober 1929 fälligen Anleihe von 1926 über 38 Mill. Mark zuzüglich 2 Mill. Mark für Mindererlös. Die Anleihe soll an das gleiche Bankenkonsortium begeben werden, das die am 1. Oktober 1929 rückzahlbare Anleihe durchführte. Die neue Anleihe soll mit 8 Proz. verzinst und zu 96 Proz. aufgelegt werden. Die Laufzeit beträgt zwei Iahre: danach erfolgt Rückzahlung auf Parikurs. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 19.Iuli. Tendenz: geschäftslos. — Zum Wochenschluh war die 11 n - tcrnehmungslust infolge des weiteren Ausbleibens von Aufträgen und des Fehlens von Anregungen sehr gering. Die erneute Geld- markverslüfsigung in Reuyork fand keine Beachtung. Die Tendenz war ausgesprochen lustlos und neigte zur Schwäche, da die Kulisse Abgabeneigung bekundete. Der Konflikt zwischen Rußland und China (eine Entspannung war bisher noch nicht eingetreten) legte der Börse eine große Zurückhaltung auf. Bei kleinstem Geschäft traten gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist Rückgänge bis zu 1,5 Prozent ein. Stärker angeboten waren am Glektromarkt Gesfürel mit minus 2,75 Prozent. Bergmann verloren 1,75 Prozent und Siemens 1 Prozent. Eine beachtenswerte Festigkeit hatten dagegen 21(8®. aufzuweisen. Dieses Papier gewann bei anhaltenden Auslandkäufen etwa 1 Prozent. In Farben setzten sich am Chemiemarkt die Tauschoperationen fort, bei einem weiteren Verlust von 1,5 Prozent. Auch am Montanmarkt schrumpfte die Umsahtätigkeit ein. Mansfelder gaben 2,75 Proz., Mannesmann 1,75 Prozent, Rheinstahl 1,5 Prozent und Gel. senkirchen 1,25 Prozent nach. Stahlverein blieben dagegen verhältnismäßig gut gehalten. Salzdet- furth eröffneten gut behauptet, während Westeregeln 2,5 Prozent einbüßten. Die Aufwärtsbewegung am Schiffahrtsmarkt konnte sich hinsichtlich der ungünstigen Verfassung der anderen Märkte ebenfalls nicht fortsehen. Rorddeutscher Lloyd verloren. Etwas gebessert waren Wayh Außerdem soll die Errichtung einet Badeanstalt im „Obersee" nach den Plänen des Tiefbauamtes Gießen jetzt in Angriff genommen werden. „?“ Ober-Schmitten, 18. Zuli. An dem Fabrikneubau ereignete sich dieser Tage ein Unfall. der leicht schlimme Folgen hätte haben können. Von der Höhe des Baues fiel ein schweres Klammereisen mit spitzen Zinken in die Tiefe und traf den Maurer Graf aus Ulfa am Kopfe. Das Gehirn scheint aber nicht verletzt zu sein. Bach Anbringung eines Botver- bandes wurde der Verletzte ärztlicher Behandlung zugeführt. -h Aus dem Biddatal, 18. Zuli. Gegen 4 Uhr früh entlud sich ein Gewitter über dem Tale. Es war von einem zweistündigen Regen begleitet, der dem Wachstum der Pflanzen zugute kam, ohne natürlich ausreichend zu sein. Bur eine längere Regenperiode vermag die Trockenheit zu beseitigen. Kreis Alsfeld. Oberheffen. Kreis Schotten. □ Laubach, 18. Zuli. Zn der gestrigen S i t- zung des Gemeinderats wurde zunächst der von der O b e r f ö r st e r e i aufgestellte Wirtschaftsplan genehmigt, hierbei aber diese Behörde ersucht, eine Kürzung um 2000 Mk. vorzunehmen mit Rücksicht auf die derzeitigen hohen Ausgaben der Gemeinde, namentlich infolge der Kanalisation. — Weiter gibt der Gemeinderat seine Zustimmung dazu, daß die Obere und Untere Langegasse ihre Eigenschaft als Provinzial- straße verliert. — Die Eingabe des Kaufmanns Georg Friedrich S ch w ö r e r zwecks Aufstellung eines Reklameschildes an der alten Badeanstalt wird gegen eine Anerkennungsgebühr von jährlich 10 Mk. genehmigt, ebenso eine solche gleichlautende Eingabe des Besitzers des Schühenhofs (Gasthalter Weber) unter denselben Bedingungen. — Der Beitritt zur Tierkörperverwertungsanstalt, bzw. eine Beitragsleistung zu dieser Anstalt wird abgelehnt, da keine Gewähr für sofortige Wegschaffung gefallener Tiere geleistet werden kann. — Ein Gesuch der „Derop" um Errichtung einer Benzin-Zapfstelle auf dem Grundstück des Fabrikanten L. Hohmann wird gegen eine jährliche Anerkennungsgebühr von 30 Mk. genehmigt. — Ebenso wurde ein Gesuch des Kaufmanns Z. Z u st u s um kostenlose Ueberlassung von Steinen zwecks Trockenlegung seines Hofes (in der Bahnhofstraße) genehmigt. — Der Verfassungstag soll gefeiert und hierfür Musik bestellt werden. Man beschloß jedoch, für diese Feier den 10. Aug. zu wählen, da an diesem Abend eine größere -er. H o mberg a. d. Ohm, 18. Zuli. Gestern nachmittag wurde die sterbliche Hülle von Ober- Zustizinspektor K. Seim unter großer Beteiligung von nah und fern Dom Trauetchause nach Ober-Ofleiden gebracht, um auf dem dortigen Friedhöfe an der Seite seiner bereits verstorbenen Tochter beigeseht zu werden. Dem rastlosen Schaffen dieses Mannes hatte eine heimtückische Krankheit ein jähes Ende bereitet. Auch in Gießen, wohin er sich, Heilung suchend, begeben hatte, konnte ihm die gewünschte Hilfe nicht zuteil werden. Pfr. Praetorius entwarf an dem Grabe ein getreues Lebensbild des Verstorbenen, und Oberamtsrichter Gun- drum fand Worte der Anerkennung seiner beruflichen Tätigkeit. Aus der alten Schule stammend zeigte er stets ein hilfsbereites Wesen, wodurch er allgemein beliebt war und geschäht wurde. — Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 193 Stück Ferkel aufgetrieben. Bezahlt wurden für 6—8 Wochen alte Ferkel 45—55 Mark und für 8—10 Wochen alte Ferkel 55 bis 68 Mk. Wohl in Rücksicht auf die anljak tende Trockenheit verblieb etwas Ueberstand. — Am 28. ds. Mts. feiert Homberg ein großes Feuerwehrfest aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens seiner.Freiwilligen Feuerwehr. esund nimm Hullrich -Salz Seit 100 Jahren unübertroffen geg. alle Verdauungsstörungen, Magenbeschwerden, Sodbrennen etc. 250 g 0.60, Tabletten 0.25 u. 1.50. Nur echt m. d. Bilde des Erfinders. Berlin W 57. Erhalten Sie sich Ihre feine Leibwäsche wie „neu nUV1 LUX *>raten»-/-en.. 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Hierdurch die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Bruder, Schwager und Onkel Karl Maurer ganz plötzlich und unerwartet im blühenden Alter von 18 Jahren zu sich zu rufen. Familie Otto Dörr Familie Heinrich Stein Wilhelm Maurer Luise Maurer Otto Maurer Hermann Maurer Familie Karl Weiß III., Weißbinder, Watzenborn Watzenborn, Alten - Buseck, Garbenteich, den ly. Juli 1929. r TThl6;a?*rdißo nK findet Samstagnachmittag Uhr in Alten-Buseck statt. 04569 9ino besonders auch kränkliche, zurückgebliedeneund solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes Heute morgen 10 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unser herzensguter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Herr Heinrich Kolb L Werkmeister LP. in fast vollendetem 85. Lebensjahre. Zwangsversteigerung. 22/29 21m Donnerstag, dem 5. September, vormittags 9 Uhr, werden im Amlsge- richtsgebäude, Zimmer 106, die nachstehenden im Grundbuche von Gießen der Ludwig Groh Ehefrau Sophie, geb. Rinn, in Atzbach zugeschriebenen Grundstücke: Flur 36 Nr. 230 = 707 qm Acker, geschäht 707 Reichsmark: Flur 36 Nr. 231 = 707 qm Acker, geschäht 707 Reichsmark: Flur 39 Nr. 429 = 628 qm Wiese, geschäht 314 Reichsmark versteigert. 6159V Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht angeschlagen. Gießen, den 16. Juli 1929. I. A.: des Hess. Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Schuvven, Jucken der Kovfhaut, das alt» bewährte erbte Brenneffelbaartvancr v. vofavotheker Schaefer, fein parfümiert. Flaschen mttbringen. '/« Liter 0.75 NM. A» Stier 1.25 NM. All.-Verlretg.: Kosm. mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffo! in Originalflafchen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken. Konkursverfahren. Heber das Vermögen des Albert Schind- fer, Inhaber eines Zimmcrgeschäfts und Tagewerks in Steinbach, Kreis Gießen, wird heute am 17. Juli 1929, nachmittags 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Geschäftsführer Hermann Mrchnei in Gießen, Am Nahrungsberg 16, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 7. Aug. 1929 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Mittwoch, den 14. August 1929, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 107, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemein- schuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 7. August 1929 Anzeige zu machen. 6174 O Hessisches Amtsgericht in Gießen. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Hungen für 1929 R). liegt von Samstag, den 20. Juli 1929, bis einschließlich Jreitag, den 26. Juli 1929, auf unserem Amtszimmer zur Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen schriftlich oder mündlich zu Protokoll vor- «t werden. Es ist die Erhebung mlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Hungen, den 18. Juli 1929. 6161D Bürgermeisterei Hungen. Fendt. Gebt ihnen Kaffee Hag £4,1 3 3 C Q U u Z £ E C * *-# G • (A ‘c Q H -t S? Wi ®O Ü WX -Z-3° Jä?« «w <0 5 2«. R«!) e-O S” P f V 3 vr b, lllUsa MM ■O 5 3=5^ t* -o 8 Es «I 80-2 S 8 = J B^ucucr E u^5lf tr—o ce 3 ; 5 «ha ..■e? e g oiä _ u e, S ° _ Q «