Zreitag, 19. April 1929 179. Jahrgang !tr. 91 Erster Blatt trenne. stündlich eine Plan^: i,20 -nkfurt-^ die grundlegende Meinungsverschiedenheit feststellen können, die angesichts des deutschen Ultimatums sie geknüpft ist. Es entspricht also nicht den Tatsachen, daß heute über irgendwelche politischen Konzessionen, die die deutsche Delegation gefordert 'inben könnte, diskutiert wurde, ja, es muß sogar Dauer für Deutschland untragbar gewesen wären. Die politische Unbemunft hat noch einmal den Sieg davongetragen. Trotzdem konstatieren wir diesen bedauerlichen Mißersolg mit dem sicheren Gefühl und der festen Tleberzeugung daß, d i e Z e i t in der Reparationsfrage Deutschlands beste rDunbesgenosse sein wird, wenn das deutsche Volk in Ruhe und Besonnenheit weiter, hin den Weg des eigenen wirtschaftlichen. Politischen und geistigen Wiederaufbaues wandeln wird. Die „DAZ" wendet sich gegen den Versuch der französischen Propaganda, die Last der Verantwortung für den Abbruch der deutschen Delegation zu- zuschieben, ein Versuch, der sich hauptsächlich an die Bedingungen knüpft, die der von deutscher Seite vorgeschlagene Zahlungsplan A vorsieht. Das -Blatt betont: Diese Bedingungen sind rein okono Mischer und finanziellerNatur, wahrend die französische Propaganda behauptet, daß die deutsche Delegation politische Dinge zur Sprache gebracht hätte. Es ist ferner bezeichnend, daß Dr. Schacht auf die Zwischenrufe, daß Deutschland politische Bedingungen gestellt habe, mehrfach erklärt hat, er sei bereit, der Versammlung die eingehendsten Ausschlüsse über die Natur der deutschen Bedingungen zu geben, und ihr deren r e i n w i r t s ch a f t l i ch e n Charakter nachzuweisen. Man hat niemals die angebotene Aufklärung erbeten. Man war eben entschlossen, hier mit der Propaganda cinzuseßeu. — Auch die „Vossische Zeitun g" widerspricht der Behauptung, daß die Sachverständigendelegation unerfüllbare politische Forderungen gestellt habe und sagt: Aehnlich wie im Dawesplan die Räumung ber Ruhr als eine der wirtschaftlichen Voraussetzungen der deutschen Zahlungsfähigkeit bezeichnet war, wollte die deutsche Delegation auch hier lediglich gewisse Fingerzeige für denAusbauder deutschen Produktion und Zahlungsfähigkeit geben. — In der Rechtspresse wird das deutsche Angebot als ungewöhnlich weit- gehend bezeichnet und in der „Deutschen Tageszeitung" wird an die deutsche Delegation die Frage gerichtet, wie sie ein derartiges Angebot mit ihrer Verantwortung für die deutsche Wirtschaft in Einklang bringen will. Wenn die Sachverständigen der deutschen Gläubiger ein solches Angebot ab- lehnen, so zeigen sie damit, nach dem „Lokal- anzeiger", daß sie nicht unabhängige Sachver- ständige, sondern Beauftragte der Regie- r u n g c n sind, die Deutschland zur Sklavenarbeit auf Generationen hinaus zwingen wollen. Annahme von Anzetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Paris, 18. April. (WTB.) Das Memorandum, das die deutsche Delegation gestern der Reparationskonserenz überreicht hat, seht zunächst die Grundsätze auseinander, denen eine Reparationsregelung gerecht werden müßte. 3n einem weiteren Teil werden die Entwicklung des Dawesplanes und die mit ihm gemachten Erfahrungen eingehend besprochen. Es werden weiterhin kurz und präzise die wirtschaftlichen Vorbedingungen skizziert, aus deren Erfüllung allein sich die Möglichkeit deutscher Reparationszahlungen ergibt. Darunter befinden sich selbstverständlich auch entsprechende Ausführungen über die Rotwendigkeit einer Das Scheitern der Verhandlungen in dem iln- terausschuh Revelstoke wird von den Blättern als untrügliches Vorzeichen für den A b b r u ch der Pariser Sachverständigen-Konferenz über die endgültige Regelung der Reparationsfrage angesehen. Der .Vorwärts", der erklärt, daß die Sachverständigen-Konferenz als gescheitert gelten kann, beschäftigt sich besonders mit dem irreführenden Havaskommunique, das er den Schlußpunkt eines systematischen Feldzuges nennt, mit dem die französische Regierung seit dem ersten Tage der Konferenz die öffentliche Meinung des eigenen Landes und der ganzen Welt zu beeinflussen versucht hat. Der Zweck dieser Stimmungsmache sei gewesen, die deutschen Vertreter nervös und mürbe zu machen und sie zu zwingen, nur solche ziffernmäßige Angebote zu unterbreiten, die den absichtlich hochgeschraubten französischen Forderungen einigermaßen entsprochen hätten. Das Ergebnis dieses Feldzuges sei gewesen, daß die Atmosphäre zwar vielleicht nicht in der Konferenz selbst, aber um die Konferenz herum, s o getrübt, ja vergiftet worden sei, daß eine Einigung immer schwerer wurde. Hätten die Sachverständigen wirklich in völliger Unabhängigkeit und frei von diesemDruck beraten können, so hätten sie sich wahrscheinlich längst geeinigt. — Die .Germania", die mit dem Abbruch der Pariser Reparationsverhandlung als gegebene Tatsache rechnet, erklärt: Diese Tatsache mag bedauerlich sein, aber der Abbruch der Verhandlungen ist jedenfalls besser, als die Llebernahme von Bedingungen, die auf die Bombenattentat auf das italienische Generalkonsulat in Tunis. Rom, 19. April. (ZDIB. Funkspruch.) Wie die Blätter berichten, wurde auf das italienische General^ konsulat in Tunis ein Bombenlattenlal verübt, dem keine Menschenleben zum Opfer fielen! Die Explosion war sehr stark. Sämtliche Fenster des Konsulats und der umliegenden Hauser gingen in Trümmer. Der Fußboden des Konsulats wurde auf- gerissen. und Splitter und Mauerstücke wurden in einiger Entfernung vom Konsulat auf gefunkelt Mm den Tätern fehlt bis jetzt jede Spue. ist.» 22,17 112.57 Ä Ä S !!.» >> der 5c|. M Mel I. Marburg ötn W\\^t i Nil« Wtrung bei - Die IkrtDoI» Mr vorbereitet ™ wilsenlchch. Probleme, die oattungsbezirlr otlvenöig, daß Dordecgrund mklen auch alle liponderabilien Verdienst der esmähigei, aus der & in vorbMch elt zu ftobtr, dbuch des Lgabe des Po- F. Koehler- 3.-. Seit der es hat Mller- ilen. Dafür legt auf den Tisch, ichaltlich schließt üheren an, aber den. Aicht jede alle Abschnitt Ausgabe weiß eren Jahrgänge m hat man in eine ungeheure und man kann jedem, der mit en Sinne zu tun täglichen Arbeit lassen lll. Am« rntllchen Fassmz )l Z6 der neuen 929 gültig sind, 1 des Obetocp 'rlagsbuchhmd» 9 M (46) - immer umfang» nbe Aechtsge-'ici , die III. Auslage i bezüglich der nintgen mit den jt iduM Die» irtneiterfem tim» mal nur, soweit rakis zu dienen, .jeder wird em z Buch, ergänzt ter. über die so iterie geboten. '1,771 85 M iir- io,s 22,g roM 4,21; H, 11,1 srL 1,170 oN 59,I45 & [!',?< 2,075 A 13* Was nun? Einheitsfront der Gläubiger. — Rückkehr zum Dawesplan. Paris, 19. April. (WTB. Funkspruch.) Der „Marin" spricht sich über die Folgen der Ereignisse, die sich gestern im Unterausschuß Revelstoke abgespielt haben, aus und sagt: Die meisten Delegierten werden voraussichtlich in der heutigen Vollsitzung die Unmöglichkeit, sich zu verständigen, einsehen. Es ist nicht unnütz, zu untersuchen, welches die hierdurch geschaffene Lage sein werde. Es ist nicht zweifelhaft, daß die Sachverständigen mit oder ohne Deutschland einen Bericht für ihre Regierungen aus- arbeiten werden. Sie müssen tatsächlich klar die Modalitäten zum Ausdruck bringen, zu denen sie gelangt waren, und zwar sowohl hinsichtlich der Zahlungen, der Höhe der Annuitäten und der Internationalen Bank. Sie werden auch hervorheben, daß das Einvernehmen unter den Gläubigern vollständig gewesen ist. Ob sich die amerikanischen Delegierten diesem Bericht anschliehen oder nicht, sicher ist jedenfalls, daß durch die jetzt von QJoung vorgebrachten Vorschläge die amerikanische Delegation einem solchen Bericht tatsächlich ihre Zustimmung gibt. Die Alliierten hatten sich nämlich auf 37 erste Jahreszahlungen mit einer Annuität von 2223 Millionen verständigt. Owen Voung schlug eine Annuität von 2105 Millionen vor. Die Ziffern waren also im wesentlichen gleich. Man wird folglich morgen sagen können, daß die Gläubiger, einschließlich der Amerikaner, dahin gekommen waren, eine Einheitsfront zu bilden. (?) Man wird in diesem Bericht natürlich auch die Rückkehr zum Dawesplan empfehlen, sich aber auch darüber klar werden müssen, ob die Sachverständigen die Anzahl der Annuitäten Vorschlägen sollen. Sie können, wie es scheint, nicht anders handeln, da sie diese Absicht in den letzten Zeilen ihres Memorandums formell angekündigt hatten. Englische Blätterstimmen. London, 19. April. (WTB. Funkspruch.) Die über angebliche politische Forderungen Dr. Schachts gestern ani späten Abend veröffentlichten chavas- Meldungen, die von deutscher Seite bereits als unrichtig zurückgewiesen worden sind, gelangten nur in einen Teil der Morgenblätter. „Times" schreibt in einem Bericht ihres Pariser Korrespondenten über die „ernste Krise": Wenn die Unterhändler nicht in elfter Stunde ein Kompromiß finden, muß der Zusammenbruch derKonferenz als sicher angenommen werden. Eine gutunterrichtete Persönlichkeit erklärte, es würde nach der Abreise der amerikanischen Delegierten unmöglich sein, eine neue Gelegenheit zu finden, um zu einer endgültigen Regelung des Problem der deutschen Repara^ tionen zu gelangen. Schacht habe zwar von der Drohung des raschen Zusammenbruches der deutschen Finanzen gesprochen, der die Fortführung des Transfers der Repa- rationszahlungen in ausländischen Währungen un- mölich machen werde. Von alliierter Seite werde jedoch bemerkt, daß Deutschland in diesem Falle der Hauptleidtragende sein mürbe, da der deutsche Kredit nicht wieder gutzumachen- den Schaden erleiden könnte. — Der Leitartikel der „Daily Mail" ist überschrieben: „Ein Angebot, das wir nicht annehmen können." Das Blatt bemerkte es würde krasse Ungerechtigkeit sein, Großbritannien neue Lasten aufzubürden, damit die deut- 'schenStenern herabgesetzt werden können; denn darauf soll der deutsche Plan in Wirklichkeit hinaus. iE HÄ 2.0P ,<75 ?|11 tb*1 inscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte bSeßener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. iszugrpreir für 2 Wochen: Reichsmark und 15 ll-ichspfennig für Träger- ' i)D)n, auch bei Richter- ch-inen einzelnerNummern 'itfolge höherer Gewalt. Z rrnsprechanschlüsse: 51, 54 unb 112. Urschrift für Drahtnach- iaqten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: innffurt am Main 11686. Oer deutsche Vorschlag. Ein Eventualplan bei verminderter deutscher Leistungsfähigkeit SS ^4 ,aul der anbt, idoz. für viel». Vor dem Abbruch der Pariser Konferenz. Reine Einigung -er Reparationsfachverständigen. - Ein gemeinsamer Bericht der Gläubigerdelegationen. - Unbestimmte Haltung der Amerikaner. "ft* bie Men. eotiesbienftini« 1, 2O.Spnl $ ' Ls U) unb 8.15. L Sabbatfeier ben iamitafl oormiüofl 0- Sabbatouoflang ftdattion li Hk. gegenwärtig durch den Dawesplan vorgeschriebenen Kontrollsh st erns mit sich bringen. Das Memorandum schlägt bann zwei Methoden vor, nämlich einen Plan A, der 37 Zahres- zahlungen von je 1650 Millionen Mark enthalt, die in drei Gruppen zerfallen, nämlich 600 Millionen transfergeschützter Teil, 600 Millionen tranSfer- und ausbringungs geschützter Teil und 450 Millionen trans- f erungeschützter Teil, und einen Plan B, der die gleichen Annuitäten vorsreht, die jedoch nur geschützte Zahlungen darstellen, nämlich 825 Millionen transfergeschühter und 825 Millionen ausbringungsgeschühter Teil. Alle vorgenannten Ziffern beziehen sich auf den sogenannten Deharrungszustand, der nach dem 11. Jahre eintreten würde, wenn btc Sachriese- rungen, die bei beiden Plänen im ersten Jahre noch mit 750 Millionen eingesetzt sind und nach und nach in zehn Jahren bis auf 200 Millionen fallen, erloschen sind. Rach Auffassung des deut- scheu Memorandums würbe der Plan B in Frage kommen, wenn die Summe der sogenannten Chancen für die Leistungsfähigkert weiter so gering bleibt, wie sie jetzt ist. Tabellarisch dargeftellt, sahen die beiden deutschen Anregungen folgendermaßen aus: Was sagt man in Berlin? Ein ungewöhnlich weitgehendes deutsches Angebot. — politische Anregungen als wirtschaftliche Voraussetzungen. Ausweitung des deutschen Warenabsatzes im Auslande. Es wird besonders betont, daß Deutschland feit Inkrafttreten des Friedensvertrages in Ausführung der Reparationsverpflichtung insgesamt 46,5 Milliarden Goldmark in bar und an Sachlieferungen geleistet hat, daß diese Leistung aber nur erfolgen konnte durch Veräußerung der Substanz unb durch Aufnahme von Auslandanleihen. Eine neue Reparationszahlung müßte selbstver- vollständige Aufhebung des GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiisir-Vuch' und Steindruckerei K Lange in Sieden. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Paris, 18. April. (WB.) Die Agentur ch a - v a s verbreitet über den Verlauf der heutigen Beizungen ber Reparationskonferenz folgendes: Dr. r^hacht habe in seinem gestern überreichten Memo- ; ran bum währenb 37 Jahren eine feststehende Jah- ra;zahlung von 1650 Millionen Mark vorgeschlagen, jk doch präzisiert, baß kein Teil dieser 21 n - nnität ungeschützt und mobilisierbar (ein könne. Um hinsichtlich dieser Frage ber Irans* fcvierung unb ber Kommerzialisierung nachzugeben, habe der Führer der deutschen Delegation von den Luchverstänbigen ber Gläubigermächte entmeber eiie Herabsetzung des Betrages dieser 'Dlinbeftannüität ober politische Som» p tnfationen, wie Aufhebung bes Dan- jiiger Korridors oder Rückerstattung g i m i f f e r Kolonien an Deutschland gefordert, da nach seiner Ansicht die Wirtschaft Deutschlands durch den Verlust dieser Gebiete beeinträchtigt fei. 3m Verlauf der heutigen Vormittagssitzung habe 5 r. Schacht feine Vorschläge formell aufrecht erhalle a unb sich formell geweigert, bie Diskussion irgenb- ei ner höheren Ziffer ins Auge zu fassen, wenn nicht di: Sachoerständigenkonferenz bereit sei, in bie Dis- (iiifion ber von ber deutschen Delegation geforderten ' politischen Vorteile einzutreten. Die Sach- oerftänbigen ber Gläubigermächte seien einstimmig 6er Ansicht gewesen, daß sie sich nicht auf biefe D skussion politischer Art, bie vollkommen außerhalb ' ih rer rein finanziellen Befugnisse liege, ein- la ijen könnten. Unter diesen Bedingungen habe die A^nferenL, so heißt cs in der Havasdarstellung, nur Paris, 18.April. (1DB.) Bei den heule im I in ierausschuß Revelstoke geführten Verhandlungen üfrrfe OwenD.Zoung den Vorsitz. Die deutsche Delegation hatte zwei Vorschläge (A und B), die ju dem gleichen Gesamtergebnis (37 Jahreszahlun- tetx von je 1650 Millionen Mark), führten. Der darschlag A, der einen Teil der zu zahlenden Sittnme außerhalb des Transferschuhes lasten sollte mt dessen Annahme gewisse Voraussetzungen hin- -chllich ber Möglichkeit einer Ausdehnung des Ex- xorts und der Erhöhung der deutschen Zahlungs- fl^igkeit enthielt, wurde überhaupt nicht H uliert, sondern nur der vor- Id^lag B, der die deutschen Zahlungen ” rtiwa unter den gleichen Schuh stellen sollte, wie er m Dawesabkommen vorgesehen ist. Ls ist von loinherein in der heutigen Rachmittagssihung er- iltzllich gewesen, daß man nur bereit war, weiter |]u verhandeln, wenn die deutsche Delegation eine I Lrthohung der Gesamtannuitöt zubilligen würde. IVic deutsche Delegation hat erklärt, daß sie fci den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen Deutschland nicht in der tage sei, eine si» Here Annuität zu befürworten. Sie hat hmzugesügt, daß, wenn aus der Mitte des Aus- (äMfses noch irgendeine Anregung gegeben werden lönne, die erwarten liehe, daß sich daraus eine Verstärkung der deutschen Ceiffungs- *|ä fjigf eif erzielen lasse, sie dann bereit wäre, m«h über eine höhere Annuität zu diskutieren. Ls il( aber keinerlei derartige Anregung mehr gegeben worben, wie überhaupt fesl- lufieUen ist, daß auf dieser Konferenz, von fleinen kelailsfragen abgesehen, nahezu sämtliche Anre- joegen von deutscher Seite gekommen sind. Darauffjin hat die Gegenseite feftgefteüt, daß eine |!l «Näherung der beiderseitigen Standpunkte richt zu erzielen sei, und in diesem Sinne wi tb ber morgigen vollsihung, bie auf elf Ahr ein- tewufen worden ist, berichtet werden. Es ist anzunehmen, daß die Reparationskonferenz nunmehr beschließen wird, die Diskussion zu beenden und einen Bericht zu erstatten über 41 bas, was währenb bet elfwöchigen Verhandlungen vor sich gegangen ist. An der Abfassung dieses Ssrichts wird sich bie beutsche Delegation selbstver- (äitiblid) beteiligen. Voraussagen über bas, M2S etwa noch beschlossen werben könnte, können nailürlich nicht gemacht werden. Es ist ausdrücklich ia betonen, daß die deutsche Delegation ihren vor- > Gagen niemals einen ultimativen S^aröfter gegeben hat. Sie hat sich vielmehr, nflt wiederholt betont wurde, ausdrücklich zu einer io eiteren Debatte bereit erklärt, ttwtm irgendwelche Vorschläge gemacht werden fo anten. die das Risiko, das die deutfdje Delegation )»lch llebernahme einer derartigen Verpflichtung «gehen würbe, besser begründen würben. Keine politischen Forderungen der deutschen Delegation. Ein Pariser Bertuschnngsmanöver. Hierzu ist deutscherseits die Erklärung abgegeben, haben konnte diskutiert wurde, za, es muh sogar daß im Lause der heutigen Sitzung lediglich feftgefteUt toerben, ba& über berartige Äon3entonen bas Annuitätenschema B diskutiert im Lause der Konferenz, die elf Wochen wahrte, wurde, das an keinerlei Voraussetzung niemals gesprochen würbe. 1,775 58,601 n,56 112-g 10,61* 22-1 Ä Ä ),50li leu «'S 1,® ',13 ,06 s ,1» ,06 425 Sritl tranSfer- und Sach- lieferungen: Insgesamt: (Millionen Mark) Jahr: nicht geschützt transfer- aufbringungsgeschützt geschützt I. 430 225 225 750 1650 2. 450 250 250 700 1650 3. 450 275 275 650 1650 4. 450 300 300 600 1650 450 350 350 500 1650 8. und 9. 10. 450 450 450 500 450 500 300 200 1650 1650 11. bis 37. 450 600 600 1650 Plan B: Jahr: transfer- geschützt transfer- und aufbringungsgeschützt Sach- licferungen: Insgesamt: (Millionen Mark) L 450 475 450 475 750 700 1650 1650 3. 4. 5. bis 7. 8.unb9. 10. 11. bis 37. 500 525 575 675 725 825 500 525 575 675 725 825 650 600 500 300 200 1650 1650 1650 1650 1650 1650 Baldwins Wahlrede. Das Wahlprogramm der Konservativen. London. 18. April. (WTB.) 3m Drurh Lane Theater hielt heute Premiermini- st er Baldwin vor 2000 Personen in Anwesenheit aller Mitglieder des Kabinetts seine angekündigte Rede, deren Thema das Wohl- Programm der englischen Konservativen war. Baldwin führte u. a. aus: Wir beabsichtigen, den Prozeh, der zurzeit im Gange ist. weiterzuführen, nämlich die allmähliche Rie- derringuna der Arbeitslosigkeit. Wir haben den bestimmten Entschluh gefaßt, alle Pläne zurückzuweisen, die große Anleihen nach sich ziehen würben: denn wir glauben, daß wir dabei Gefahr laufen würden, in Großbritannien eine Inflation zu erzeugen. Ich könnte die Ver- antwortung nicht auf mich nehmen, auch nur die geringfügigste Maßnahme zu wagen, die eine Erhöhung der Lebenshaltungskosten im Gefolge haben könnte. Baldwin sprach dann über die auf Grund des Washingtoner Arbeitszeitabkom- in e n s abzuschließenden Vereinbarungen und erklärte, die Regierung sei dieser Politik außerordentlich günstig gesinnt: denn eine solche Vereinbarung werde die Lebenshaltung der Arbeiter auf dem Kontinent und. wenn auch in geringerem Maß, in Großbritannien verbessern. Wir werden aber dafür sorgen, so führte Baldwin aus, daß, wenn solche Vereinbarungen geschlossen werden, sie in Ausdrücken abgefaßt werden, über deren Bedeutung keinerlei Auslegungsstreitigkeiten entstehen können. Wir müssen ferner die Ueberzeugung haben können, daß diese Abkommen dem Buchstaben und dem Geist nach auch in anderen Ländern eingehalten werden: denn im entgegengesetzten Falle würden sie unserer Industrie mehr Schaden zu- sügen, als Gutes tun. Schutzzölle für die Landwirtschaft sind auf Grund früherer Entscheidungen von vornherein ausgeschlos- f en. Die Gewährung von llnterstützungsgeldern hat keinen Zweck, solange sie der Landwirtschaft nicht für einen unbegrenzten Zeitraum garantiert werden können. Riemand ist aber in der Lage, eine solche Garantie zu geben. Die Regierung hat deshalb den Weg beschritten, einen Versuch zur Verminderung der allgemeinen BetricbSunkosten in der Landwirtschaft herbeizuführen. Baldwin unterstrich hierbei mit besonderem Rachdruck die Wichtigkeit der Absatzorganisation und der Standardisierung für landwirtschaftliche Produkte. Weiterhin erklärte er, die Regierung beabsichtige nach den Wahlen, ihre ganze Energie für die Beseitigung derElendsviertel in den Großstädten eiruusehen. Ferner werde es eine der ersten Handlungen der Regierung sein, falls die Konservativen nach den Wahlen wieder ans Staatsruder zurückkehrten, einen großen Ausschuß zu bilden, dessen Aufgabe es sein würde, die Frage der Fürsorge für Kinder und werdende Mütter während der Schwangerschaft und bei der Riederkunft durch medizinisch hinreichend vorgebildete Hebanunen zu untersuchen. wobei auch die Gewährung einer Geld- beihllfe bei der Riederkunft in Betracht zu ziehen sei. Außerdem beabsichtige die Regierung, eine unabhängige Kommission zu schaffen, die sich mit der Entwicklung neuer wirtschaftlicher Hilfsquellen in den Kolonien zu befassen haben werde. Die englisch-russischen Wirtschastsverhandlungen. Moskau. 18. April. (WTD.) Das Komitee der englischen Wirtschaftsdelegation besuchte die Regierungstommiffion, in deren Damen Pja - t a t v f f Dem Komitee ein Memorandum übergab, das ein Programm für Bestellungen der Sowjetunion in England darstellt, falls eine grundsätzliche» Verständigung zwischen beiden Ländern erzielt werden sollte. Das Komitee überreichte sodann der Kommission eine in der Generalversammlung der Delegationsmitglieder angenommene Entschließung, in der es u. a. heißt: Die Delegation ist darin einig, daß der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern ohne das Bestehen normaler diplomatischer Beziehun- gen unmöglich ist und verpflichtet sich, die britische öffentliche Meinung darüber aufzuklären. Die Delegation stellt fest, daß die Sowjetunion unter den gegenwärtigen Verhältnissen, wo sie Mittel zur Befriedigung dringender innerer Bedürfnisse benötigt, außerstande ist. weitere Verpflichtungen hinsichtlich der Ansprüche britischer Bürger zu übernehmen, falls nicht eine entsprechende wirtschaftliche Lage geschaffen wird. Die Delegation iordert ihr Wirtfchaftskomitee auf, sich in der Frage der Maßnahmen zur Befriedigung der Ansprüche britischer Bürger an die Sowjetregierung zu wenden, da ohne solche Maßnahmen eine weitgehende britische finan- z-ielle Unter ft ü^ung in Form von An- telhen und Kapitalinvestitionen unmöglich ist. Die Delegation legt ihren Mitgliedern die Der- pflichtung auf, das Komitee bei seiner weiteren Tätigkeit in London zu unterstützen. In seiner Antwortrese wiederholte Pjatakoff, daß die Wiederherstellung normaler diplomatischer Beziehungen allen anderen Verhandlungen vor angehen müßte. Auf die Frage der Delegation. ob die Sowjetregierung sich nicht dazu verstehen würde, in Verhandlungen über Handels- und Finanzbeziehungen einzutreten, falls die englische Regierung ein entsprechendes Komitee schaffen würde, wies Pjatakoff darauf hin. daß bei einem Bestehen normaler diplomatischer Beziehungen die Eowjetregierung bereit sei. Verhandlungen über alle Fragen auf der Dosis des Vertrages von 1 924 zu führen. Die Sowjetregierung glaube, daß der Vertrag von 1924 auch die Regelung der Frage ^r privaten Ansprüche englischer und Sowjetbürger vorsehe. Keine pockeugefahr für Deutschland. Der Referent der Medizinalabteilung im Reichsministerium des Innern. Rcgierungsrat Dr. ®u 1 £.1 ui. teilt dem „Vorwärts" auf Anfrage über die Sicherungen des Reiches gegen Pockenge- sahr mit: Man glaubt nicht an Einschleppungs- der Pocken nach Deutschland. Es besteht fein er Ui Grund zu Besorgnissen. Die gesamte deutsche Bevölkerung ist nach dem Reichsunpfgesetz mindestens zweimal ae- impst und daher auch gegen Pvckenerkrankun- gen ziemlich immun. Somit besteht auch keine Ge- fahr für eine Ausbreitung der Seuche in Sozialpolitische Fragen Berlin, 18. April. (232)3.) 3m Haushallsausschuß des Reichstages gab Reichsarbeitsminister Wisset! eine Uebersicht über die größeren Gesetzgebungsarbeiten seines Ministeriums nach dem Stande vom 1. April 1929. Im übrigen sind aus der Rede des Ministers folgende Ausführungen hervorzuheben: Zur Reform des Schlichtungswesens verlangen die Arbeitgeber vor allem Beschränkung der Derbindllchkeitserklärung auf Streitfälle in lebenswichtigen Betrieben oder von überwiegenden Allgemeininteresse und Entscheidung über die Berbindlichkeitserklärung durch eine Reichs- schiedsstelle. Bon Arbeitnehmerseite werden diese Wünsche abgelehnt und statt ihrer einzelne weiter» gehende Vorschriften zur Verhinderung von Arbeits- kämpfen beim Dorliegen verbindlich erklärter Schiedssprüche gefordert. Durch die Entscheidung im Falle der Gruppe Nordwest ist der Grundsatz durchbrochen, daß ein Schiedsspruch zustande kommen muß. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Tatsache sich nicht abzusehen. Um dem Reichstag die Möglichkeit zu geben, zu den schwebenden Fragen Stellung zu nehmen, wird demnächst eine eingehende Denkschrift über das Schlichtungswesen vorgelegt werden. Meine erste Sorge gilt dem Ausbau der Arbeitsvermittlung. Da die ländlichen Arbeitsämter sich vielfach den Anforderungen nicht gewachsen zeigten, hat die Reichsanstalt eine Reihe tüchtiger Fachkräfte gerade für die ländliche Arbeitsvermittlung eingesetzt. Dem Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften abzuhelfen, dienen ferner Umschulung von erwerbslosen Industrie, arbeilern zu landwirtschaftlichen Arbeitern, Vermittlung von jugendlichen Arbeitern aufs Land und Bau von Land- arbeiterwohnungen. Des weiteren bin ich bestrebt, auf dem Gebiete der wertschaffenden Arbeitslosen- f ü r s o r g e vorwärts zu kommen. Wir bemühen uns. durch Rotstandsarbeiten, durch Förderung von Maßnahmen auf lange Sicht. Arbeit zu schaffen. Die Finanzen der R e i ch s a n st a l t für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung müssen auf eine Grundlage gestellt werden, die es der Anstalt ermöglicht. in normalen Zeiten ihre Einnahmen und Lllisgaben — auf längere Sicht gesehen — auszugleichen. Eine Aenderung der Wohnungszwangswirtschaft ist nicht in Aussicht genommen. Entscheidungen über Aufhebung des Mieterschutzes für gewisse Räume müssen nach wie vor grundsätzlich den Landesbehörden überlassen bleiben. Bei Genehmigung von Lockerungsverordnungen der Landesregierungen werden unbillige Härten vermieden bleiben. Eine Aenderung der zur Zeit geltenden gesetzlichen Miete von 120 Prozent erscheint zur Zeit unzulässig. Eine brennende Frage ist die Beschaffung eines Dauer- Deutschland, wenn sie tatsächlich eingefchleppt werden sollte. Besondere Maßnahmen werden selbstverständlich von den Behörden bei erhöhter Seuchengefahr in den großen Hafenstädten getroffen. So find besonders die in Hamburg und Bremen einlaufenden Schiffe einer genauen ärztlichen Kontrolle unterworfen. Der Hafenarzt und die Hafenpoli- zei nehmen eine genaue Sichtung der aus den gefährdeten Gebieten ankommenden Reisenden vor. Einen besonderen Schutz an der Landesgrenze gibt es nicht, da nach Meinung der wissenschaftlichen Sachverständigen die Gefahr minimal ist. Zu irgendwelchen Beunruhigungen liegt nach dem Stand der Dinge kein Gr und tror. Oer „Graf Zeppelin" auf einer Süddeutschlandfahrt. Friedrichshafen,. 19. April. (WTB. Funkspruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute vormittag um 7,18 Uhr bei prächtigem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel zu einer Fahrt nach Süddeutschland aufgestiegen, die etwa acht Stunden dauern soll. Es ist beabsichtigt, auf dieser Fahrt die Orte am Oberrhein bis etwa Frankfurt zu berühren. Den Rückflug wird das Luftschiff über Stuttgart nehmen. Die Leitung hat Kapitän Lehmann. In dem Navigationsraum des Luftschiffes ist zu Versuchszwecken ein Kreiselkompaß der Firma Anschütz eingebaut worden. Der Zweck der Fa^rt ist hauptsächlich, das Arbeiten dieses Kompasses mit dem gewöhnlichen Kompaß zu vergleichen. Das Schiff, das bei völliger Stille flott durch das Wefttor herausgebracht werden konnte, entfernte sich in rascher Fahrt in Richtung Konstanz, das um 7.35 Uhr morgens berührt wurde: um 8.30 Uhr wurde Waldshut a.Rh., um 9.05 Bettingen, um 9.20 Lörrach, kurz darauf Basel überflogen. Um 9.35 Uhr wurde Müllheim und um 9.45 Uhr Freiburg erreicht. Der Marsch auf Berlin. Erinnerungen au Marschall Zock. Paris 18. April. (WB.) Der Schriftsteller Raymond Recouly veröffentlicht in einem Buch, das den Titel trägt „Le Memorial de Fach" eine Anzahl Unterredungen des verstorbenen Heerführers. Ein geschichtlickies Interesse für Deutschland hat ein Bericht über die Demarche, die 1922 kurz ? D r d e r R u hrbesetzung ein nicht genannter französischer Polster, der den Marsä)all besuchte, unternahm. Dieser Politiker habe erklärt: „Wir denken daran, die militärischen Operationen wieder aufzunehmen, unsere Truppen oorrücken zu lassen und nötigenfalls bis nach der Hauptstadt Berlin vorzugehen. Wenn mir erst einmal dort fein werden, dann werden wir schon das Mittel finden, Deutschland zu zwingen, uns das zu geben, was es uns versprochen hat und was es hartnäckig zu geben verweigert. Wie denken Sie dar- uber?" — Der Marschall habe den Politiker daraufhin vor eine Wandkarte geführt und ihn gefragt, ob er sich Rechenschaft darüber abgelegt habe, welche Entfernung zurückzulegen fei. Er habe ihn darauf aufmerksam gemacht, daß ohne die Mobilisierung von drei Iahresklassen diese Operation auch gefährlich sei wegen der Sicherung der Etappenstraßen und die Ernährung der Truppen nicht durchgeführt sei. Der Marschall habe deshalb Ert: „Selbst gefetzt den Fall, daß das Problem gelost ist, daß die Mobilisierung durchgeführt ist und daß unsere Truppen in Berlin eingerückt sind. Was würden Sie dann tun? Welche ernftli» im SaushMausschuß. kredites, um die bisher gewährten Reichskredite für Siedlungen abzulösen und für neue Siedlungen frei zu machen. Auch die Gewährung von Reichskrediten an Flüchtlingssiedler wird planmäßig fortgesetzt. Besondere Aufmerksamkeit widme ich der Ansiedlung von Landarbeitern. Wenn die geltende Pachtschuhordnung nur noch kurze Zeit in Kraft bleibt, werden wir schleunigst ein Dauerpachtrecht schaffen müssen, das den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Pächter und Verpächter gerecht wird. DieJinanzierung des Wohnungsbaus Die Reichsrichtlinien. Berlin, 18. April. (V. D. Z.) Der Wohnungsausschuh des Reichstages beschloß nach längerer Aussprache Reichsrichtlinien für die Finanzierung des Wohnungsbaues. Danach soll die öffentliche Hand auch weiterhin bei der großen Mehrzahl der zu erstellenden Wohnungen ausschlaggebend bei der Finanzierung m i t w i r k e n. Diese Beteiligung darf nur unter der Bedingung erfolgen, daß die zu erstellenden Gebäude sich in ihren Mieten den Einkorn- mensverhältnissen der breiten Masse der arbeitenden Bevölkerung anpassen. Die Mieten müssen so bemessen sein, daß sie 1 5 Prozent des Einkommens der kinderreichen Familien nicht über st eigen. Die Förderung von Wohnungsneubauten hat in der Regel durch Gewährung von Daudarlehen zu ermäßigtem Zinssatz zu erfolgen. Soweit es sich um Dersorgungsan Wärter mit besonders beschränkten Einkommensverhältnissen handelt (kinderreiche Familien, Schwerkriegsbeschädigte u. dgl.) soll eine weitere Ermäßigung der Miete, gegebenenfalls durch Zusatzhypotheken oder durch Erhöhung der Zuschüsse erfolgen. Für zahlungsschwache Mieter in Altwohnungen sind Mietsbeihilfen aus dem Hauszinssteueraufkom- men zur Verfügung zu stellen. Bei Begebung von Hauszins st euerhypotheken empfiehlt es sich, gemeinnützige und private Unternehmungen im angemessenen Verhältnis zu berücksichtigen. Zur Unterstützung d:s Wohnungsbau s sind auch Steuer- und G e b ü h r e ne rl e i ch t e r u n- gen zu gewähren. Insbesondere wird auf hinreichende Beteiligung der Sparkassen, der öffentlichen Kreditanstalten und der Träger der Sozialversicherung Gewicht gelegt. Jeder Zufluß von Privatkapital zum Wohnungsbau ist zu fördern. Der Bauherr muh unter allen Um» ständen einen angemessenen Betrag an Eigenkapital beibringen. Die Einführung von Bausparkassen ist nach Kräften zu fördern. Es ist anzustreben, das volle Aufkommen aus der Hauszinssteuer für den Wohnungsbau zu verwenden. In den Ländern ist aus Hauszinssteuererträgen ein Ausgleichsfonds zu schaffen, aus dem Gemeinden, die großen Wohnungsmanael aufweisen, Sondermittel zur Verfügung zu stellen sind. chen konkreten Vorteile würde dieses Vor- rücken und diese Besetzung der Hauptstadt Deutschlands mit sich bringen? Es ist möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, daß die deutsche Regierung ihren Aufenthaltsort wechselt und sich — nach dem Beispiel der Russen zur Zeit des Vorrückens Napoleons nach Moskau — s i ch z. B. nach Königsberg zurückzieht. Wollen Sie sie bis dorthin verfolgen'? Wieviel Menschen wütde das wieder kosten! Für eine Operation, deren Nutzen recht ungewiß und problematisch ist, würden Sie ein großes Risiko übernehmen, und dieses Risiko wäre leider ein wirklich unvermeidliches. Wollen Sie die Fehler oder Torheiten Napoleons wieder begehen? Ich meinerseits betrachte diese Operation als die iinvorteilhaf- tefte und gefährlichste: i ch mißbillige sie von vornherein. Ich weigere mich kategorisch, meine Zustimmung zu geben!" — Der Marschall selbst habe dieser Erzählung hinzugefügt: „Diese Worte genügten. Man hat alsdann niemals mehr von einem Marsch nach Berlin gesprochen." Ein zum Tode Verurteilter des Landesverrats angeklagt. Berlin, 18. April. (WB.! Vor dem Strafsenat des Kammergerichts hatte sich der frühere Lokomotivführer und Kraftwagcnfahrer Josef Koepp wegen versuchten Landesverrats zu verantworten. Koepp war bereits wegen Mordes zum Tode verurteilt: die Strafe wurde dann in lebenslängliches Zuchthaus um gewandelt. Während der Fran- zosenbesehung des Rheinlandes war es Koepp gelungen, sich zu befreien. Er hatte sich den Separatisten angeschlossen und soll im französischenRachrichtendien st tätig gewesen sein. In diese Zeit fällt die dem Angeklagten zur Last gelegte landesverräterische Handlung. Er war dann wieder ergriffen worden, nachdem er ein Sittlichkeitsverbrechen an einer Krankenschwester verübt hatte, wofür er nochmals zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Die Anklage des Landesverrats stützte sich auf einen Indizienbeweis. Der Strafsenat des Kammergerichts hielt aber nach den Ausführungen von Rechtsanwalt Dr. Walter Riemann eine Schuld des Angeklagten nicht für genügend erwiesen, zumal der Soldat, den er in Berlin am Bahnhof Friedrichs- strahe auszuforschen versucht hatte und den er zur Rachrichtenübermittlung anwerben wollte, ihn nichtwiedererkennen konnte. Koepp wurde daher mangels ausreichenden Beweises f r e i gesprochen. Aus aller Wett. Schwere Aetherexplosion auf offener Straße in München. 3n M ünchen wurden durch die Explosion der aus großen Mengen Aether bestehenden Ladung eines Lastautos im Bahnhofsviertel drei Männer und eine Frau schwer und mehrere Personen leicht verletzt. Der Acther wurde in großen Glas- ballons transportiert. Die Ursache der Entzündung ist nod) nicht geklärt. Jedenfalls flammte die ge- fährllche Ladung plötzlich in einer haushohen »ö 11 d) f Ia m m e empor und fast im selben Augen- blid standen die Kleider von vier Perso» nen, die sich zufällig in der Nähe des Wagens befunden hatten, in Flammen. Geistesgegenwärtige Leute aus dem Publikum eilten den Betroffenen, die in panischer Ängst davonstürzten, ' , nach, rissen sie zu Boden und erstickten bai Feuer. Inzwischen hatte der brennende Aeth« den Benzintank des Lastautos ergriffen der ebenfalls explodierte. Durch den Luftdruck wurden die Fensterscheiben des Hauses, vor dem sich das Unglück ereignete, vier große Fenster eines in> der Nähe liegenden Cafss und die Cafshauseinrich- tung zum Teil zertrümmert. Der Chauffeur des Lastkraftwagens erlitt schwere Verletzungen. Die Trümmer des brennenden Wagens wurden dann von der Feuerwehr in kurzer Zeit abgelöscht. Die bei der Explosion in Flammen gesetzten Personen boten mit ihren schrecklichen Brandwunden einen so entsetzlichen Anblick, daß mehrere Zuschauer ohnmächtig wurden. Die Unglücksstelle muhte längere Zeit durch Polizei abgesperrt werden. Von der chirurgischen Klinik wurde am Abend mitgeteilt, daß der Zustand der schwerverletzten Frau lebensgefährlich ist. Auch das Befinden zweier weiterer Verletzter gibt zu Besorgnis Anlaß, während der vierte Verletzte leichtere Verletzungen erlitten hat. Riesenbrand in Amsterdam. Donnerstag nacht gegen 3 Uhr brach im Palais voor Volksvlijt, einer 1864 erbauten und spater mehrfach erneuerten Ausstellungs- Halle auf dem Frederik Plein, die mehrere Restaurants und eines der größten Theater Amsterdams enthält, Feuer aus. Der Brand, der aus Holz erbauten 5)aUe war der größte, der sich feit Jahren in Amsterdam ereignet hat. Die Bewohner in der Nachbarschaft flüchteten wegen der sich entwickelnden Glut aus ihren Häusern. Die Feuerwehr mußte sich auf den Schutz der angrenzenden Baulich feiten beschränken. In den Morgenstunden war das Hauptgebäude ziemlich nieder- gebrannt. Inzwischen waren auch die Flügel- bauten von den Flammen ergriffen. Am Freitagvormittag wütete das Feuer, wenn auch in geringerem Umfange, noch immer fort, so daß der gesamte Gcbäudekomklex mitsamt dem Theater als verloren angesehen werden muß. Auch die dahinter gelegene Galerie mit zahlreichen Geschäftsräumen wurde in Milleidenschaft gezogen. Eine gewaltige Menschenmenge umlagerte den Platz, der von der Polizei in weitem Umkreise abgesperrt war. Der Straßenverkehr in der Innenstadt mußte umgeleitet werden. Die Ursache des Brandes ist noch nicht aufgeklärt. Man vermutet eine Explosion. Menschen tarnen nicht zu Schaden» Von dem gewaltigen Bau mit der weithin sichtbaren gläsernen Kuppel, einem Wahrzeichen Amsterdams sind nur verbogene Eisenpfeller und eine einzige Mauer stehengeblieben. Die Bühne ist durch rechtzeitiges Einschalten des künstlichen Regenapparates und Herablassen des Feuervorhanges verschont geblieben. Am Mitt- - wochabend war noch eine Revue außgesührt worden. Die ganze Ausstattung und die Kostüme, die mit 60 000 Gulden versichert waren, sind vernichtet. Etwa 150 Dühnenangestellle sind brotlos geworden. Der Materialschaden beträgt etwa eine Million Gulden, der nur teilweise gedeckt ist. Rordmärkifchc Bauern vor Gericht. In dem Prozeß gegen die Beidenflether Bauern, die sich gegen die Pfändung von Vieh wegen rückständiger Steuern aufgelehnt hatten, sprach das Gericht das Urteil. Die Angeklagten Heinrich Koch und Albert Kühl werden wegen Vergehens gegen § 115 Abs.2 StGB, zu je acht Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem werden zu je sechs Monaten Gefängnis mit dreijähriger Bewährungsfrist und Zahlung einer Geldbuße von 150 Mark 23 Angeklagte verurteilt. Der Angellagte Hansen wird wegen Vergehens gegen § 114 StGB, zu einer Geldstrafe von 150 Mark verurteilt, an deren Stelle zehn Tage Gefängnis treten würden. 32 Angeklagte werden freigesprochen. Oie Wetterlage. Donnerstag, I3.1€. April 1929,7h abds- V». \o lTGvS— 6.^ > inorsft.—------ 8* ©wolkenlos. <3 netter. Onarb bedeckt ® ivoikig. • bedeck- -Ke;:iter.(§)Wind5tilie.O^ sehr »eirnicr Ost •nasser Südsüdwest q stürmischer HorC-'esi Oie Pfene wegen mit dem wmde. Die beiden Stationen stehenden Zanten ceoen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen! auf rteeresnn/eau umgereenneten Luftdruck Wettervoraussage. Der Zustrom milder Luftmasien brachte eine allgemeine weitere Erwärmung. In der vergangenen Nacht sind die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt zurückgegangen. Sie erreichten heute morgen im nördlichen Deutschland schon bis zu 14 Grad (Berlin plus 14 Grad Celsius). An der Rückseite der skandinavischen Störung bringen kühlere Luftmassen fübmärts vor, die auch bei uns wieder einen Temperaturrückgang verursachen werden. Dabei führt ihr Zusammentreffen mit den vorgelagerten wärmeren Luftmassen zu Bewölkung und auch später zu strichweisen Niederschlägen. W e ttervoraussage für Samstag: Zunächst noch Fortdauer der Wetterlage, später mehr wolkig und etwas kühler. Wettervoraussage für Sonntag; Wechselnd wolkig, kühl, vereinzelt auch Reigung zu Riederschlägen. Lufttemperaturen am 17. April: mittags 16,2 Grad Eelsius, abends 8 Grad: am 18. April: morgens 4,7 Grad. Maximum 17,2 Grad, Minimum O Grad. — UEFEtUNQ nur durch onerkoonte Wnffatasse Nafflrttches in Fesseln". — Jeen Weisel, (Heben, Sounenstra&c 6, Telephon Nr. M |Stellengesuche| Mädchen 3oo9.fiaoidonn s .T. T- mit la Zeugnissen rL.U°n'nbe,,e e.n iud)t Stellung in Hause tu Stellung Samstag-Angebot Verkäufe | Die Preise sind nur für Samstag gültig Diese Artikel sind nicht ausgestellt — 3546V und J. Heilbronner Marktstraße Nr. 17 Für die Geiundheit Wien 0 ( 01 Emaillierte Küchenherde Gasherde H. Schön Marb. Str. . Zwei junge Leute von einem Motorradler überfahren. Ein Todesopfer, ein Schwerverletzter. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Buhbach, 19. April. Gestern abend gegen 10 Uhr ereignete sich aus der Landstraße zwischen Butzbach und Niederweisel ein sehr schweres Unglück. Dort wurden zwei junge Leute von hier namens Dinkel und Müller, die anfangs der 20er Iahre stehen, von einem von Buhbach her kommenden Motorradfahrer überfahrew, von den Bedauernswerten blieb Dinkel auf de q Stelle tot liegen, während sein Begleiter Mülq ler schwere Verletzungen davontrug und. da der verantwortungslose Motorradler sich schleunigst aus dem Staube machte, hilflos auf dev Land fi raße verblieb. Der auf fo tragische Meise aus dem Leben gerissene junge Dinkel war von Beruf Kaufmann und ein Sohn des hiesigen Kaufmanns Dinkel, der schwerverletzte Müller ist Anstreicher und der einzige Ernährer feiner Mutter. Die beiden jungen Leute befanden sich auf einem Spaziergange nach Jlieberroeifel zu. Die polizeiliche» Ermittlungen nach dem gewissenlosen Motorradfahrer sind in vollem Gange. Geschäftshaus m. freirv. Wohn, und Laden in guter Geschäftslage, vreisw. zu verkamen. 02354 J. Baer, Cftanl. 29. war. Anin 1. oder 15. Mat gesucht. -E Noonftrane 20 v. 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JOeiec wöh, Un9tn er. ^alaig ’u*en unb tlungs. hrere Sie. ■ Amster. aus Hotz fahren « in der mtaideln, ch mufite yenben i Morgen, nieder. Flügel« m §«ilag. ) in geringer °e. dem The» nutz. Au-tz eichen Ce- 1 gezogen, den Pich ibgefperrt ibt muhte 'ander ist : Expsv. Tchoben, Gn sicht« eichen l2m- fallet und ie Bühne künstlichen Feuervvr« 2m Mitt« führt ioor« die Ko« ert todren, angeftedlc chadrn bc« nut teil- 4/14 W sehr gut erhalten, Maschine einwandfrei, fahrtbereit, versichert u. versteuert, 5fach bereist, äu verkaufen. Schr. Ang. u. 02373 ct.b.49iefe. Sina, hl. identischer mng von Eteuern Bericht dos Koch unb ens gegen lonoten ’m werden >nis mit lung einet tagte fier« itb wegen ier ® c I b' irren Stelle n. 32 2n« UIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIH) ßelegenheitskanf! 6 25 PS Ädler-Limousine gebr., m. allen Schikanen, im besten Zustand, vreisw. s.verk. Oberb. Auto- u. Fahrrad- Ddaatrie Otto Göbel,Gießen Schinenberg. Weg 24 Tel. 102. suaD zgSgx Englisch! ( 1 Montag, den 22. April, 8 llhr, beginnt im 23er« V bandsheim ein 3485D Jfurs für Außer den Teilnehmern am seitherigen An« sängerkurs können noch andere Kollegen mit Vorkenninissen teilnehmen. Anmeldungen auf der Geschäftsstelle Bahnhofstraße ZI. Sommerprossen auch in den hartnäckigsten Fällen, werden in einigen Tagen unter Garantie durch das echte, um'chädl. Tetnlverschönerungs- mittcl Venus", Stärke B. beseitigt. Keine Schalkur. Breis >'■ 2.75. Nur zu haben bei: Drogerie C. Wintcrboss. Kieuzvl. 910 Htndcnbura-Trogerie, Seltersweg 68a. Gut möölletlüQ Zlmer mit Frühstück für stuck, jur. Aum 1. 5. er. gesucht. Cffert. u. DI. 831 an Annoncenfrenz, Mainz. [3517V »,L- Ä®1’ Sfe ft" a« d°- «»tS««« «eor Ä»’ A'S** i6,2®r;? -aei19 *'* UlnG iff Trnmnfl Weiß tft die Haut, weih das WÜ9 in rlUWs! Kleid, weiß die Wäsche. ,3br zuverlässiger Helfer bei dieser selbstverständlichen Gesundheitspflege? Naumanns weiße Ker feue „Ertraseine Qualität" leistet alles, was Sie von einer Seife vernünftigerweise nut eben erwarten dürsew — Und schont die Wäsche.3593V Aus der provinzialhaupifiadi Gießen, den 19. April 1929. Llntadelige Beine. Von Or. meb. E Mostbacher, Berlin. „Ändere Moden, andere Krankheiten!" — Vorbei die Bleichsucht, feit das zwängende Korsett siel. Doch manch sorgsam Verborgenes brachten und bringen die kurzen Böcke ans Tageslicht. Seltener, als man allgemein annimmt, sind „Verbiegungen" der Beine, ist das „dicke" Bein. Vern, plötzliche Unterbrechungen der untadelig schlanken Linie plumpe Vorwölbungen, bläulich durch die hauchdünnen Seidenstrümpfe durchschimmernd, sind es, die am häufigsten das Dein entstellen und der Trägerin Kummer und Sorge bereiten; nicht nur auf der Straße und in der Gesellschaft; auch beim Sport, der enganliegenden Trikot-Dreh heischt, oder der gar den kritischen Augen der Mitmenschen den Oberschenkel enthüllt. Auch beim Baden und Schwimmen ist das Gefühl, solche Krampfadern zeigen zu müssen, für die sonst untadelig gewachsene Frau peinigend bts zur Demütigung. Was gar für die Schauspielerin, für die Tänzerin, für das Mannequin das Auftreten von Krampfadern bedeutet, — nun, meine Damen, selbst der Zwang zur Ausgabe des Berufes gehört keineswegs zu den Seltenheiten. Auch das Tragen von Gummistrümpsen, elastischen Binden u. dgl. hat seine Grenzen; zwar werden durch diese Wickelungen häufig die bläulichen Vorwölbungen den Blicken entzogen, aber unleugbar wird zugleich die natürliche schlanke Linie des Deines fast stets beeinträchtigt, zumal die Dandagen auch ihrerseits nicht selten die Neigung haben, durch die dünnen Strümpfe hindurchzuschimmern. Blieb früher als letzter Ausweg das Messer, die operative Entfernung der Krampfadern, so gelingt es heutzutage, in vielen Fällen mit einer weit weniger eingreifenden Methode die Krampfadern zum Verschwinden zu bringen. Durch Einspritzungen konzentrierter Salz- und Zuckerlösun- gen werden die geschlängelten, sich vorwölbenden Adern verödet; sie fallen zusammen, werden schon nach kurzer Zeit unsichtbar; nur unter der Haut fühlt der tastende Finger noch längere Zeit über derbe Stränge. Wie Erfahrungen an Zehntausenden von Einspritzungen lehren, ist dieses Der- sichren als gänzlich gefahrlos anzusprechen. Die Schmerzen, die durch die Einspritzungen hie und da verursacht werden, sind kaum nennenswert; vor allem sind die Erfolge tatsächlich ausgezeichnet, ohne daß die ..Patientin" gezwungen wäre, ihre gewohnte Tätigkeit zu unterbrechen; von ganz seltenen Ausnahmen abgesehen, in denen die stürmisch einsetzende, und deshalb um so heilsamere. Reaktion zu einigen Tagen Bettruhe Anlaß gibt. 3e frühzeitiger die Einspritzungen vorgenommen werden, desto sicherer und schneller ist das Verschwinden der Knoten und Schlängelungen zu erwarten; kurzum, mit verhältnismäßig einfachen Mitteln gelingt es heutzutage, die lästigen, entstellenden Krampfadern zu beseitigen, den Beinen ihre schlanke, untadelige Linie wiederzugeben und damit viel Kummer und Leid aus der Welt zu schaffen. Daten für Samstag, 20. April Sonnenaufgang 4.55 Uhr, Sonnenuntergang 19.03 Uhr. — Mondaufgang 15.01 Uhr, Monduntergang 4.13 Uhr. 1808: Napoleon III in Paris geboren. —1832: der Mediziner Ernst von Leyden in Danzig gestorben; — 1869: der Komponist Karl Löwe in Kiel gestorben. Bornotizen. * Das Sommerprogramm der Volkshochschule ist erschienen und in den Buchhandlungen erhältlich (siehe heutige Anzeige). Nachdem in den letzten Semestern der Lehrplan um eine Reihe soziologischer Kurse erfolgreich erweitert worden ist, sind diesmal in einer neuartigen Form auch die Naturwissenschaften wieder berücksichtigt. Da der Mensch unserer Zeit vorwiegend den religiösen, weltanschaulichen und sozialen Fragen zugewandt ist und über das bloße begriffliche und anschauende Erkennen hinaus sofort zur Frage nach dem Sinn des Lebens und der Welt schreitet, so finden schlichte Kurse aus dem Gebiet der Naturwissenschaften fast nirgends mehr Anklang. Denn es ist für die Hörer eine kaum zu bewältigende Aufgabe, aus dem fachwissenschaftlich interessanten Material, das solche Kurse bringen, das Geeignete zum Aufbau ihrer Welt- und Lebensanschauung mit zu verwerten. Andererseits können die Naturwissenschaften bei der Gewinnung eines Weltbildes von niemand entbehrt werden. Daher erscheinen sie im Sommerlehrplan eingebaut in einen philosophischen Kurs, der Wesenszüge des wissenschaftlichen Weltbildes der Gegenwart behandelt; in erster Linie ist dabei die Biologie (Abstammungslehre, Vererbungswissen- schaft) berücksichtigt. Der Titel des Kurses: ..Was sagt die heutige Wissenschaft und wissenschaftliche Philologie zu den verbreitetsten Meinungen über das Westgebäude?" soll von vornherein andeuten, dag die heutige Denkweise und bestimmte Gesamtergebnisse der Wissenschaften nur an der Fertigstellung des Schlachthvfe^ dessen Mehrkosten bekanntlich in erster Linie zun, Konflikt im Stodtverordnetenkollegium führten, noch genug zu tun, so daß hier weitere Projekts schon wegen der Geldfrage nicht zu ertoartert sind. Auch die Bautätigkeit bei den «roßen industriellen Werken scheint auf das Mindestmaß beschränkt zu bleiben. Bauunternehmer, die im vergangenen Jahre bis zu 100 Arbeiter beschäftigt hatten, sind froh, wenn sia heute 10 Mann beschäftigen können. 3n den hauptsächlichsten großen Industriezweigen ist aber immer noch ein verhältnismäßig guter Beschäftigungsstand; das gilt sowohl von der Eisenindustrie, als auch von der optisch-mechanischen Industrie. Dagegen hat die Haarindustrie sich zu großen Betriebseinschränlungen verstehen müssen, die besonders auf eine scharfe Konkurrenz auswärtiger Firmen zurückzuführen sein dürfte. Auf dem Grundstücksmarkt sind in den letzten Wochen große Ankäufe durch ein hiesiges industrielles Werk erfolgt, die darauf schließen lassen, daß in den nächsten Jahren mit einer Ausbreitung der Wetzlarer Industrieanlagen gerechnet werden kann. Die im vergangenen Herbst in Neubau genommene neue eiserne Lahnbrücke erhält nunmehr nach Schluß der großen Frostperiode ihre Fußgängersteige. so daß ihre endgültige Fertige stellung in etwa 14 Tagen zu erwarten ist. Knföngetßelge vreisw. ^u verkaufen Babndofttr. 33 v. Gut erhallene Polstertür umzugshalber abzugeben 3561V Wilbelmstr. 44 L 1 Gut möüL Zimmer mit el. L. zum 1. 5. ob. 1. 6. von jungem Baukbeamt. «Dauer« Mieter« gesucht. Genehmigung zur Anbringung einer Ra- dtoanlage muß erteilt werben können Schnitt. Angcv. um. 02364 a. b. Gten.Anz. Stubent <3. ©em.) sucht ob 1. V. möbl. Zimmer, mögt. t. b. Nabe b. Univ. Schr. An geb. tn. Preisung. u. 35621) a d.G.Anz. Sofort ob. ab 1. Mat ein einfach möbU MM tagsüber nur einige Sttmben zur Erleb, von Schreibarbeiten geiuchl. Schr. Ang. ii. 02381 a. b. G. A. äjäbi.nutielschweres Arbeitspferd sofort su verkaufen. Watzenborn, '.babnbontr. 28. Reinrassige BoterWin 4", Jahre, billig su verkaufen. 02393 Ausk.: Tel. 171-2 Fabrikneues AMNMM — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Samstag, 20. April, »Hallo Theater" (Festabend zu Gunsten der Wohlfahrtskassen der Mitglieder des Stadttheaters). — Sonntag, 21. April, vorletztes Gastspiel des Neuen Operettentheaters Frankfurt: „Friederike", von Franz Lehar. In der Titelrolle gastiert diesmal die erste Operettensängerin Hedi Kramer. Den „Pfarrer Drion'^ bringt Kurt Daum vom Stadttheater Mainz als Gast zur Darstellung. Die übrige -Besetzung ist dieselbe, wie bei der Erstaufführung. — Dienstag wird Hanns Iohsts Schauspiel „Thomas Paine" das erstemal wiederholt. Carl Zuck- mahers erfolgreiches Stück „Katharina Knie" steht als Premiere der nächsten Woche auf dem Spielplan. — „Hallo Theater!" Man schreibt uns aus dem Stadttheaterbureau: Zu dem morgen stattfindenden Festabend „Hallo Theater", ein Mimennachtspuk, haben die Mitglieder des Stadttheaters sich bemüht, ein besonders abwechslungsreiches Programm zu bringen. Cs ist das erste- mal, daß das Dühnenfest neben dem gesellschaftlichen Teil einen regelrechten Theaterabend bietet, der in bunter Zusammenstellung sicher viel Beifall finden dürfte. Die große Pause wird im Foyer eine Jazzkapelle, Tombola, Büfett, Sektbude, Tänze bieten. Das Programm, das aus den Anzeigen zu ersehen ist, soll trotz seiner Vielseitigkeit wirklich künstlerisches Niveau behalten. Die Nachtvorstellung beginnt abends 8,30 Uhr. Die künstlerische Oberleitung hat Hans Tannert. Die Kapelle ist von Franz Arzdorf zusammengestellt, der selbst am Dirigentenpult sein wird. Die Uraufführung „Bobby" von Dr. Karl Ritter ist ein musikalischer Sketch. Musik: Ludwig Dreyfuh, Bühnenbilder Löffler. — Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband hat seine Winterlehrgänge, die in Stenographie. Lackschrift, Buchhaltung und englischer Sprache bestanden, beendet. Der Desuch der Kurse war gut. Da das Interesse zur Weiterbildung in der englischen Sprache sehr groß ist, wird — wie man unS schreibt — auch den Sommer über ein Fortbildungs-Lehrgang unter Leitung eines ausgezeichneten Kenners der englischen Sprache durchgeführt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. 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Um den Verewigten trauern eine Witwe und ein 5 Iahre altes Kind. ** Gestürzte Pferde soll man nicht schlagen. Damit erreicht man oft gerade das Gegenteil der Absicht, .sie zum Aufstehen zu bringen! Das einzige Richtige ist ganz ruhig und sachlich vorzugehen: Das Pferd wird von der Deichsel und vom Strang losgemacht. Die Vordersätze werden in die zweckmäßige Lage nebeneinander gebracht. Das Pferd muh auf dem Brustbein ruhen. Nun stellt man sich vor das gestürzte Pferd, saht den Kopfzügel mit zwei Händen und ruft dem Pferde zu; gleichzeitig zieht es hinten einer am Schweife hoch. — Nur wenn es so nicht gehen will, wird ein Gurt oder starkes Stück unter der Brust unmittelbar hinter den Vorderbeinen durchgezogen und von zwei Mann hochgezogen. — Sehr glatten Boden bedeckt man zweckmähigerweise mit Stroh oder Erde. Auch eine Decke oder Zeltbahn genügt bisweilen. ** (Ein billiger Pfing st-Sonderzug nach der Schweiz, der über Luzern und den Vierwaldstätter See bis in das Gletfchergebiet der Jungfrau führen soll, wird vom Hapag-Reisebureau Loeb in Gießen geplant. Der Zug soll am 16. Mai hier abfahren. Als Gesamtpreis werden pro Person 55 Mark berechnet. Zur sofortigen Anmeldung ist in der Anzeige in unserer Mittwochausgabe aufgefordert worden. ** Paddlergilde. Am nächsten Sonntag veranstaltet die Paddlergilde auf dem Gelände der Pulvermühle mit ihrer 1. Aufbaumannschaft einen internen Faltboot-Aufbau-Wettbewerb. Es dürfte interessant sein, dieses Treiben zu beobachten. Man beachte die heutige Anzeige. WW f. fofnrt gesucht, wsis Gcbr. Bär, Gicßcn, Markt str.2!» Zuverlässiges Mer gebrauchte, billig zn verkaufen. 3559D A. Krenzer Frankfurter Str. 82. Unrr nemcht z. Ver- ntJil kauf von Zigarren an Wirte 11. Private. 3527V H.IäirgenienLCo. Hamburg 22. 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April 1929. 02395 Verein Rudersport Gießen 1913 Motorsportklub 1926 Gieben Sonntag, 21. April Sternfahrt der LandeSgrupve nach Scholien. Ab- salirt am Klublokal 8 Uhr pünktlich Mit- nltebcr, die keinen Wert aus Plakette legen, fahren um 8.30 Uhr am Klublokal ab Der Vorstand.-"'v undAkad.Ruder- abteilung e.Y. Am Sonntag, bcttt 21. Avril, 3*Uhr: Anrndcrn m. Trainiugsoerpsl. AbendS: Familien abend t. Bootsbau». Oberhemden garantiert waschecht neueste Muster Die trauernden Hinterbliebenen. Anna Gail geb. Femmer Louise Gail geb. Nlspel Louise Gail Heinrich Schultheis und Frau geb. Gail Heinz und Lotte Schultheis Damenstrümpfe feinste künstl. Seide, Doppels. u.Hochf., fehlerfrei, große Auswahl, in d. neuesten Modefarben, 1.75, Phantasie-Socken feste Qualität gut verstärkt Damenstrümpfe Flor mit Kunstseide plattiert, Doppelsohle und Hochferse, in allen Farben Unterkleid Charmeuse feinste künstliche Seide Die Beerdigung findet Samstag, den 20. April, nach mittags 2 Uhr, statt. Seltersweg 31 Gießen Bahnhofstr. 14 Am 18. d. M., vormittags 9 Uhr, verschied nach kurzem Krankenlager im Alter von 68 Jahren mein lieber Mann, Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager ÄllliHroe«ier Heinrich Rolli I Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Marie Roth geb. Ruckel. Pinscher entlausen. Wieder- brlnger Belohnung. Ar. Bekkcr,(Yiekcn, Westanlage 43, (Goethefchule). Gut erhalt, großes Kinderbett billig zu vcrk. 02367 Stevbanttr. 19III. vavvier GilüeSietzen im D. S. v Woof- Mon- MeiM Sonntag, den 21. Avril, 10,30 Uhr, aus dem Gelände der pulvcrmühle (Vabnbriicfei. 355OD Ter Vorstand. Danksagung. Für die vielen herzlichen Beweise der Teilnahme an dem Ableben unserer lieben Mutter Frau Hanndien Welterbalin sprechen wir hiermit allen unseren tiefgefühlten Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen. Gestern entschlief sanft nach schwerem Leiden mein lieber Vater, Schwiegervater, Schwager und unser Onkel Ludwig Heep III. im 73. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Maria Heep Maria Heep geb. Heep. Allen dort a. d. Lahn, den 18. April 1929. Freitag, den 19. April ab 18.30 Uhr: SlraBbarger Sanerkranl mil Erbsenbrei Hreibank. LamStaa, den 20. AvrU, von 8 Uhr ab 3055D Aeischderkauf. Bellersheim. Utphe, Gießen. Münzenberg, Gladen bach, Homberg a. d. Ohm, den 18. April 1929. 3553 D Danksagung. Für die uns bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Frau Maria Wagner Wwe. geb. Muhl zuteil gewordene herzliche Teilnahme, sowie lür die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Statt jeder besonderen Anzeige, Heute abend 8 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden zu Trais-Horloff unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Elise Pelms geb. Walther Witwe des Reallehrers G. M. Petrus im nahezu vollendeten 78. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Ottilie Weber geb. Petrus Hanna Widmann geb. Petrus Karl Weber, Pfarrer Rudolf Widmann, Pfarrer und Hofprediger und 4 Enkel Irais-Horloff, Gedern, Hilders (Röhn), Köln a. Rh., Gensungen bei Kassel, den 17. April 1929. Die Beerdigung findet in Friedberg in aller Stille statt. Mein lieber Mann, mein guter Sohn, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Karl Gail wurde uns am 17. April durch einen raschen Tod entrissen. (Ltwa 3Ar groger Gallen oder Grabttück in der Nabe der Eisen« babn-Nebenrverkst. am Aulweg zu pacht, gesucht. Schr. Ang. u. 02369 o. d. G. A. Gut geschonte OtchfaM frei von Industrie« und sonstigen Abwässern. ganz oder geteilt abzugeben. Pachtzeit noch läng. Zeit. Gesl. Anfragen unter Sir. 1261 an Annoncen - Erved. (Scrmcr LWagner Aeuenweg 50. g^V I flQ | nllip in allen modernen Farben Ul UlJU Uv Ulllllv wiedereingetroffen 3«« Verein Wen n. Umg.1897 e.V. EamStag, den 20. d.M..avds.8'/,Ubr. tni Hessischen Hof: Monals-Versammlung 224er Samstag, 8'/° Ubr, im Andres: 3533V SafammenloafL Domäne Sehilleoberg JubiläumSjabr 1129—1929 Herrlichste Spaziergänge bei dem reizenden Wetter durch den ^Vrühltngswald nach SchiffenbcrgV Altan Saisongetränk: Frische Maibowle Wem holder Maitrane nie gelacht Von SchisfenbcrgS Altan, Der kennt nicht deiner Gegend Pracht, Mein Giegen an der Lahn Der Autoomnibus verkehrt täglich ab Restauration Rbetngold, LudwigstraKe 6, Am 17. April, abends '/,7 Uhr, entschlief sanft unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Margarete Hahn Seh. Haas im Alter von 76 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Hahn IV., Schreiner. Steinbach, Albach, Gießen, Staufenberg, den 18. April 1929. Die Beerdigung findet Samstag, 20. April, nachmittags 2% Uhr statt. 3547D Somslag, 2o. Avril, abends 8.30 Hbr, 'Vereinsheim: Mles- fjoupiBeiiammlung Tagesordnung siebe Satzungen. 3548D Der Vorstand. Stadttheater SamStag2O.Avril von 21 bis 23' , Uhr notWorsleliuagr Sallo Theater! Ein Mlmenachlspuk. Bunter Festabend im Stadttbeater zugunsten der Mitglieder. SammkiMM litt MWMIt ist erschienen und in den lungen für 20 Pf. zu haben. iiiiiiiiiiiiiiiiinmiiiimiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 1 < A V —ji. V ■ ' ■ Hr.9s Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Zrettag, 19. April (929 Amerika und die Weltwirtschaft. Don Professor Dr. Hermann Levy, Berlin. Die Leiter und Berater der amerikanischen Staatspolitik betonen gerne, daß die Vereinigten Staaten den europäischen Verhältnissen möglichst nur al« ,Beschauer" aegenüberzustehen trachten. Wo es nur möglich ist, soll die Einmischung in nicht-amerikaniscke Angelegenheiten vermieden werden. Dies bezieht sich nicht nur aus rein politische, sondern auch auf wirtschaftliche Ange- legenhÄtcn, die ja im übrigen heute so eng mit den ersterenverbunden zu sein Pflegen, dah für beide ohne weiteres Gleiches angenommen werden dgrf. Sieht man sich nun die wirtschaftlichen Beziehungen der Union zu den Verhältnissen der Weltwirtschaft, also vor allem auch der europäischen Wirtschaft, etwas genauer an, so wird man ohne weiteres erkennen, dah die Formel von der „Richt-Einmischung" viel eher einer Phrase als der Wirklichkeit gleichkommt. Es ist etwa so. als ob ein Hauswirt, wenn schwierige Verhältnisse unter den Mietern vorhanden sind, dauernd bemüht ist, sein Desinteressement zu erklären, während er ja andererseits als Hauseigentümer gar nicht in der Lage ist, in den wirklich entscheidenden Fragen abseits zu stehen, sondern höchstens sich dann verbirgt, wenn er glaubt, dah die streitenden Mietsparteien zunächst einmal sich selbst die Köpse einrennen sollen. Amerika ist unzweifelhaft heute der mah- gebende, der bestimmende Faktor für die Angelegenheiten der Weltwirtschaft, wobei eS freilich nicht von ausschlaggebender Bedeutung zu sein braucht, ob es hier oder dorthin Delegierte entsendet oder nicht. Aehmen wir nur die Frage des Goldes: der bekannte Aationalökonom Professor Sroing Fisher hat vor einiger Zeit einen Aufsatz im Manchester Guardian Eommercial veröffentlicht, der den bezeichnenden Titel trug „Die Macht des gehamsterten Goldes". Er verweist auf die auherordentliche Verantwortung, welche die Vereinigten Staaten mit der Thesaurierung der einströmenden Gold- massen auf sich genommen haben. Der in Amerika hochgeschätzte Volkswirt schreibt: „Die Verteilung unseres ungenutzten und kostspieligen Goldüberschusses unter solche Länder, welche einen Mangel an Gold haben, ist ein Anlah zu allgemeiner Freude ... Es wird ein glatter Gewinn für die Welt sein, wenn dieser vergrabene Schatz dazu dient, die Stabilität der Preise und das geschäftliche Leben in Andern mit erschütterter Währung wiederherzustellen. Es wird die Vereinigten Staaten von der kostspieligen und ernsten Verantwortung befreien, die Ueberschußreserven des Goldes der Welt unbenutzt zu lassen ... Es ist sicherer und wirtschaftlicher. die Goldversorgung gleichmäßiger unter die Stationen zu verteilen und damit zu verhindern, dah die Vereinigten Staaten oder irgendein anderes Land die Macht haben, mit oder ohne Absicht in der Welt Inflation oder Deflation hervorzurufen." Man hat in Amerika —. nolens, yolens — die Wahrheit solcher Erkenntnisse eingesehen, und wir wissen, daß der Gold - und Kapitalexport der llnion in den letzten Jahren beträchtlich war. Cs wurden im Jahre 1927 allein an Europa 75 Emissionen vergeben und die- amtlich errechnete Zahlungsbilanz der Union meldet für dasselbe Jahr 1648 Millionen Dollar neue amerikanische Kapitalinvestierungen im Auslands. Das ist an sich erfreulich. Aber nachdem die Amerikaner Jahre hindurch des irrtümlichen Glaubens gewesen sind, mit ihren Goldreich- tümern Produktivität ins Ungemessene vornehmen zu können, und sich erst durch die Ueber- fättigung ihres Binnenmarktes von dem Gegenteil überzeugten, scheinen sie jetzt mit ihrem Gold- und Kapitalexport einen neuen verhängnisvollen Anschauungs-Fehler zu begehen. Man kann gewiß einem Verarmten helfen, indem man ihm Kredite gibt, — vorausgesetzt, daß der Bekannte in der Lage ist. diese Kredite n u h - bringend, das heißt, produktiv zu verwerten. Jeder gute Kaufmann wird von dieser Voraussetzung seine Hilfe abhängig machen. Amerika hat aber leider alles getan, um eine steigende Produktivität des ärmer gewordenen Europas z u hemmen. Europa kann heute nach der Union, wie wiederholt von amtlicher englischer Seite festgestellt worden ist. reguläre Fabrikate des Massenkonsums überhaupt nicht mehr absetzen. Cs muh seine Ausfuhr — von gewissen Rohstoffen, wie etwa dem Kali, abgesehen — auf besondere Qualitätsartikel hohen Wertes beschränken: denn die Amerikaner haben ihre Zölle für reguläre Waren seit dem Kriegsende geradezu prohibitiv gestaltet. Damit hat die Union dem europäischen „Schuldner" eine bedeutsame Möglichkeit, seine Schulden durch Arbeit zu bezahlen, genommen. Amerika hat ferner seinen im Kriege erworbenen Geldreichtum dazu benutzt, in Südamerika und anderen nicht-europäischen Märkten, die früher so gut wie ganz von den Waren Europas abhingen, seinen Kaufleuten eine besondere Position zu schaffen, damit also eine Konkurrenz gegen Europa aufgerichtet, die mit dem künstlichen und politischen Mittel der „Dollardiplomatie" — so heißt das einschlägige Buch hierüber von Scott Rearing und Joseph Freeman — aufgepäppelt wird und insofern nicht gerade vom wirtschaftlich-internationalen Standpunkt als eine „lautere“ Konkurrenz zu bekochten ist. Amerika hat ferner durch eine dauernde und immer drakonischer werdende Einschnürung der Einwanderung dazu beigetragen, die überschüssigen Menschenmassen in Europa sestzuhalten, hat damit also die soziale Lage Europas mitverschlechtert. Durch die amerikanische Weigerung, europäische Auswanderer in gleichem Maße wie früher aufzunehmen. wird ein Lohndruck in den fraglichen europäischen Gebieten bewirkt, der die Kaufkraft der Massen senkt, und damit von neuem die Grundlage der industriellen Produktivität Europas schwächt. Amerika treibt diese absperrende Politik int Außenhandel und in der Menschenzuwanderung, um seine Industrie zu „schützen", zu schützen vor billiger Ware und billigerer Arbeit. Allein dieser Schutz hat in der Form hoher Preise für alles, was die amerikanischen Landwirte kaufen müssen, den Farmern eine solche Erhöhung ihrer Erzeugungskosten gebracht, dah sie sich heute in einer bereits chronischen Depression befinden. Diese Depression wird eben wiederum dadurch verschärft, daß das vernachlässigte Europa nicht in der Lage ist, so viel amerikanische Farmererzeugnisse zu kaufen, wie es dem Interesse der amerikanischen Landwirtschaft entsprechen würbe. Die Verteuerung aller amerikanischen Preise — der Dollar ist bekanntlich nur noch 60 bis 65 Cents statt 100 Cents wert — hat zur Weltteuerung in Lebensmitteln geführt. welche die schwerste Belastung der Weltwirtschaft überhaupt ist, da wir ja wissen, daß der große Aufschwung der Weltwirtschaft zwischen 1880 und 1913 sich unter dem Zeichen herabgehen- der Preise vollzogen hat. In allen diesen Punkten hat Amerika eine Wirtschaftspolitik betrieben, die den Interessen der Weltwirtschaft durchaus entgegengesetzt ist. Es fragt sich, ob man in der Union diese Irrwege einsehen wird, ähnlich wie man schon die trügerische Vorstellung vom Segen des „gehamsterten Goldes“ hat fallenlassen müssen. Europa wird nicht den Standpunkt vertreten, daß die Union kein Anrecht auf die weltwirtschaftliche Expansion habe. Im Gegenteil, erst unlängst konnte man in einem beachtlichen Artikel der „Deutschen Wirtschaftszeitung", dem Organ des Deutschen Industrie- und Handelstages lesen, daß europäische Industrien die Ausdehnung amerikanischer Produktion und Anlagen in Uebcrfec begrüßen würden, da selbst bei der mit amerifa- Bolschewist und Künstler. Meine Erfahrungen in Sowjetrußland. Don Joseph Szigeti. Der sehr namhafte und geschätzte ungarische Geigenkünstler Joseph Szigeti, Professor am Genfer Konservatorium, dem musikliebenden Gießener Publikum durch '■ Zahlreiche Konzerte wohlbekannt, lehrte kürzlich von einer Tournee durch Rußland zurück und legt im folgenden seine auf der Konzertreise gesammelten Eindrücke nieder. Es ist eine eigenartige Tatsache, daß alle Russen starkes Interesse an der Musik haben und daß selbst der schlichteste Landesbewohner in hohem Grade für Musik empfänglich ist. D:e Konzerte werden direkt vom Staat veranstaltet, die Künstler vom Staat bezahlt. Jedes Konzert eines ausländischen Künstlers wird durch Rund- sunk verbreitet, damit auch die breitesten Volksschichten daran teilnehmen können. Private Manager und Impresarios werden so gut wie gar nicht zugelassen. Die Künstlerhonorare sind mit Ausnahme der amerikanischen Gagen die höchsten der Welt. Im übrigen Europa fürchtet sich die große Masse ein bißchen vor künstlerischer Musik: die russischen Herzen schlagen ihr entgegen. Der Mittel- oder Westeuropäer der unteren Klassen hält sich solcher Musik im allgemeinen nicht würdig: aber selbst der russische Analphabet ohne jede musikalische Bildung besorgt sich ab und zu Konzertkarten — auch wenn er das Spiel des auftretenden Künstlers nicht in allen Feinheiten versteht, so spürt er doch den tiefen inneren Wert und Sinn der Töne. Das Volk versäumt in seiner gefühlsmäßigen Begeisterung keine Gelegenheit, gute Musik zu hören. Ms Komponist von den Russen besonders geschäht wird Bach, der tiefe, klare, ernste Bach. Sie lieben Mozart, dessen Rame auf fast allen Programmen steht. Aber ihr größter Liebling, ihr höchster Stolz ist P r o k o s i e f f, ein junger russischer Komponist der neueren Schule, der bereits Weltruf besitzt. Ich spiele seine Kompositionen häufig und bin sicher, daß seine Beliebtheit in Rußland noch ständig wächst. Prokofieff ist modern, sarkastisch, grotesk. Dem russischen Volk ist ein inneres Musikbedürfnis angeboren. Das Publikum besteht keineswegs bloß aus Proletariern: im Gegenteil, alle Schichten und Klassen finden sich im Konzertsaal einträchtig zusammen. Ich erinnere mich hierbei an ein kleines Erlebnis auf meiner russischen Konzerttour im vergangenen Jahr, das für die Musikfreudigkeit des russischen Volkes kennzeichnend ist. Selbst das Datum ist mir noch im Gedächtnis geblieben: es war am 6. Oktober. Ich sollte in einem Moskauer Konzert spiele. Vorher hatte ich ein Fischgericht gegessen, das verdorben gewesen sein muß, denn ich erkrankte und spürte beim Spiel förmlich, wie sich das Gift in meinem Körper ausbreitete. Ich fieberte sehr stark, doch unterbrach ich das Spiel nicht und merkte mit dem Einfühlungsvermögen des Künstlers, daß die Zuhörer tief ergriffen waren. Unmittelbar nach dem Konzert steckte man mich in ein Auto, um mich rasch in meine Wohnung zu bringen. . Ein Verkehrsschuhmann gab dem Chauffeur an einer Straßenkreuzung das Signal zum Halten, das dieser übersah: wir fuhren ein Stückchen weiter, worauf uns natürlich der Polizist aufforderte, zurückzu- fahren. Da lehnte sich mein Begleiter aus dem Wagen und rief: „Lassen Sie doch den Chauffeur. Joseph Szi- gett sitzt hier im Auto und ist ernsthaft erkrankt ....." Das genügte, der Schichtnorm brauchte keine weiteren Erklärungen. Mit einem Wink gab er uns die Fahrt frei und sagte: „Joseph Szigeti. der Geigenkünstler, soll fahren, wann und wie er wünscht.“ Im allgemeinen gibt es, wie gesagt, keine privaten Konzertunternehmen in Rußland. Alle Vorbereitungen werden von einer staatlichen Zentralstelle unter Aufsicht des Dolksbildungskom- missars übernommen, die Angestellten dieser Zentrale sind Staatsbeamte. Die Preise der Plätze sind überall ziemlich gleichmäßig: der billigste Platz kostet etwa 1,50 Mk.. der teuerste 4 Ml. Die besten Plätze werden durchaus nicht immer von dem sogenannten „besseren Publikum" eingenommen : sehr oft sitzen Fabrikarbeiter in den ersten Rechen, während sich Professoren, Gelehrte und Aerzte mit den billigeren Scheu begnügen. Allein der Kleidung und dem äußeren Ansehen nach liehe sich die Zuhörerschaft schwer beurteilen. Nischen Standardmcthoden durchgeführten Arbeit noch immer genug für differenzierte europäische Arbeit abfallen würde. Dieser Gedanke ist richtig. Beruht weltwirtschaftliche Mehrerzeugung auf einem wirklichen weltwirtschaftlichen Bedürf- n i s, so sorgt schon die Arbeitsteilung der Weltwirtschaft dafür, daß viele Stationen an der gesteigerten Arbeit teilhaben. Unweltwirtschaftlich aber ist es, wenn man, wie es leider im Wesen der heutigen amerikanischen Wirtschaft--- politik liegt, andere Stationen vom eigenen Markte auszu schließen sucht und sich selbst Export- chancen auf Grund bloßen Geld- u n t» Machtprestiges sichert, wenn man Kredite gewährt, weil man sich entlasten will, aber nicht Dafür mitarbeitet, daß der Schuldner a u d> zahlungsfähig bleibt. Hoffen wir, daß noch zeitig genug eine bessere Einsicht komme. Die deutsche Luftfahrt am Scheidewege. Das Acichskabinett hat die von den Finanzsachverständigen vorgeschlagenen Etatersparnisse angenommen, die insgesamt einen Betrag von 180 SHill. Mk. ausmachen. Am stärksten hat die Gtatabstriche das Reichsverkehrsministerium zu tragen, dem 18 Mill. Mark für den Kanalbau und 28 Mill. Mk. für die deutsche Luftfahrt genommen werden. Das bedeutet gegenüber dem Etatvoranschlag des Reichsverkehrsministeriums für die Luft- fahrtauSgaben eine Verkürzung um runb 50 Prozent, wobei hervorgehoben werden muß, daß das Reichsverkehrsministerium bereits die für den Verkehr zur Verfügung zu stellenden Mittel gegenüber 1928 um zirka 15 Prozent gekürzt hat. Cs erhebt sich unter diesen Umständen die wichtige nationalwirtschaftliche und verkehrspolitische Frage, wie die A u f - rechterhaltung des deutschen Luftverkehrs unter diesen Umständen durchgeführt werden soll. Die deutsche Luftfahrt ist in Gefahr, und Damit auch die deutsche Flugzeugindustrie, deren wirtschaftliches Gedeihen eng mit der Aufrechterhaltung des deutschen Luftverkehrs verbunden ist. Man muß sich darüber klar sein, daß man, so notwendig bei der derzeitigen Kassenlage des Reichs Ersparnisse sein mögen, hinsichtlich des deutschen Luftverkehrs nicht einseitig die finanzielle Frage in den Vordergrund stellen darf, sondern daß der deutsche Luftverkehr den Rahmen für schwerwiegende, verkehrspolitische und nationalwirtschaftliche Probleme abgibt. Zunächst einmal, unmittelbar praktisch gesehen, ist für 1929 der Flugplan vorbereitet und feftgelegt, der am 1. Mai voll in Kraft tritt. Er baut auf internationalen Verträgen auf, die die Luft-Hansa für den Langstreckenflug geschlossen hat, Verträge, die man aus innerpolitischen Gründen nicht kündigen kann. Ein solcher Plan hat nicht eine zeitlich begrenzte Bedeutung, sondern er ist das Glied einer Kette, das bei der in höchster Aktivität befindlichen Entwicklung des internationalen Luftverkehrs auf Jahre hinaus grundlegenden SBert hat. Roch problematischer erscheint diese Frage, wenn ein Teil der Reichsunterstühung für die internationalen Luftlinien fortfallen soll und damit ausländische Gesellschaften auf deutsche Strecken Anspruch erheben. Bei der Luftfahrt überhaupt und dem deutschen Luftverkehr insbesondere den wirtschaftlichen Kem herauszuschälen, in einem Augenblick, wo sich die Dinge noch in der Entwicklung befinden, wo über den Anteil eines jeden Volkes an der Welthandelsluftfahrt überhaupt erst entschieden werden soll, ist mehr als müßig. Staatspolitische und wirtschastliche Gründe sprechen dafür, dah der Luftfahrt hinreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden, um den Kampf um den Anteil Deutschlands an der Welthandelsluftfahrt erfolgreich durchzuführen, umsomehr, als das Aus- land, besonders England und Frankreich, mehr als neunmal soviel als Deutschland für die Luftfahrt ausgeben. Deutschland kann auch nicht auf außereuropäische Luftverkehrsbetätigung verzichten. Gerade das Slusland sieht in der Organisation des deutschen Luftverkehrs ein nachahmenswertes Vorbild, weil sein Luftstrecken-- neh es wie fein anderes Land in die Lage verseht. aus der jetzigen und der geplanten Entwicklung des internationalen Luftverkehrs Ruhen zu ziehen, wobei das Maß der staatlichen Subventionierung als nur gering anerkannt wird. Man sieht im Auslande in den Ergebnissen des deutschen Luftverkehrs den praktischen Beweis dafür, daß die Verkehrsluftfahrt eine Zukunft hat. Auf eine Tatsache sei noch verwiesen, die in diesem Zusammenhang herangezogen zu werden verdient. Das große Unternehmen des preußischen Staates, die Preußag, zahlt jährlich rund 4,7 SHill. Mark Zuschüsse an in ihrem Konzern befindliche Betriebe (CBernftcin-Untcmebmungen in Ostpreußen und Oberharzer Metallbergwerke ufto.), obwohl diese Betriebe vollkommen unrentabel arbeiten. Die Skrtoattung der Preußag erklärt, daß für die Aufrechterhaltung dieser unrentablen Betriebe und ihrer Zuschüsse, bzw. Subventionen, die durch die Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des (Sefamtuntemeb- mens verdeckt werden, sozialpolitische undstaats- wirtschaftliche Gründe entscheidend seien. Also hier werden nationalpolitische Motive in höchstem Maße berücksichtigt. Bei der Frage der Aufrechterhaltung der deutschen Luftfahrt, die viel weitergehende Probleme politischer und wirtschaftlicher Statur umfaßt, sollte man di e gleiche Rücksicht nehmen, um so mehr, als hier ein wesentliches Plus, nämlich die Sicherheit zukünftiger Rentabilität vorhanden ist, welche im anderen Falle fehlt. Der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit der deutschen Luftfahrt liegt nicht darin, dah man die Ausgaben kürzt, sondern daß man alles tut, um der deutschen Luftfahrt zu ermöglichen, ihre zweifellos hervorragende Stellung im Weltverkehr zu behaupten. Denn sonst läuft man Gefahr, das zu vernichten, was bisher erreicht worden ist, so daß alle bisherigen Ausgaben ä fonds perdu gemacht worden sind. Man nimmt sich aber vor allem die Möglichkeit, durch eine breite und weite Beteiligung an der Welthandelsluftfahrt die Wirtschaftlichkeit späterhin herzustellen. Einweihung derZettstoffversuchsanlage in Darmstadt. WSR. Darmstadt, 18. April. Heute vormittag fand die Einweihung der Zellst vffversuchsantage des Instituts für Zellulose-Chemie der Technischen Hochschule Darmstadt in Gegenwart des Ministers für Kultus und Bildungswesen Staatspräsident Adelung, des Ministers der Finanzen, des Rektors der Technischen Hochschule und einer großen Zahl prominenter Gäste aus den Kreisen der interessierten Industrien stajt. Der Vorstand des Instituts Professor Dr. K. G. Jonas begrüßte die Gäste, dankte allen an dem Zustandekommen der Qlnlagc Beteiligten, schilderte die Entstehung der nach seinen Plänen geschaffenen Anlage und gab der Erwartung Ausdruck. daß sich die Anlage zu einer deutschen Zellstoff - Forschungsstatte entwickeln möge. An die mit großem Beifall aufgenommene Ansprache des Jnstitutvorstandes schloß sich ein Rundgang durch die neue Versuchsanlage urtb das Institut, der den Gästen Gelegenheit bot, die vorbildliche neue Einrichtung kennenzulernen. Bei dem anschließenden Frühstück in dem Heim der Studenten-Wirtschaftshilfe brachten der Staatspräsident, der Finanzminister und der Vorstand des Vereins deutscher Papierfabrikanten Direktor S ch n e i l, Dresden, Trinkspruche auf das Gedeihen der deutschen Wissenschaft, der deutschen Wirtschaft und des Instituts Zellulose- Chemie aus. Ich wurde meist von russischen Pianisten, manchmal aber auch von einem Orchester ohne Dirigenten begleitet. Das erste derartige Orchester entstand bereits vor einigen Jahren in Rußland. Die Konzerte mit dieser ^Begleitung waren mir eine interessante Erfahrung. Die Musiker einer Kapelle ohne Kapellmeister sind geübt und aufeinander eingespielt: sie können die verschiedensten Svlogeiger mit dem schwierigsten Programm ausgezeichnet begleiten. Gewöhnlich sind 80 Musiker in einem Orchester vereinigt. Die Geiger sitzen im Halbkreis auf dem Podium und drehen den Zuhörem den Rücken zu. Das ganze Orchester. das in diesem Halbkreis ausgestellt ift. bildet so eine geschlossene Einheit. Der Solo- geiger steht auf einer Erhöhung davor, mit dem Gesicht zum Publikunt. Das Orchester schmiegt sich dem Spiel des Solisten wundervoll an; bei den großartigen Beethoven-Feiern fanden meine Konzerte mit einer derartigen Kapelle starren Beifall. Uebrigens ist diese Idee bereit» in der ganzen Welt ausgenommen worden, zuerst in Leipzig, kürzlich auch in Reuyorl. Solche Or- chester werden bald überall entstehen, und ich glaube, dah ihnen reiche Erfolge deschieden sind. Sehr viele Künstler fuchm gegenwärtig Rußland auf. darunter a-'ch ost Dirigenten von Weltruf. die trotz der eben erwähnten dirigentenlosen Orchester doch noch nicht ganz überflüssig sind. Zahlreiche Prominente der europäischen Kunstwelt finden sich in Moskau ein; ich greife nur K l e m - perer. Hu Verma nn. Casella und Hindemith heraus. Natürlich vollen diese Größen auch bezahlt fein; ihre Konzerte finden deshalb, um die Kosten zu decken, in riesigen Sälen statt. Dan eben werden aber häufig kleinere, die sog. „Lildungsl0vze.rte" veranstaltet, einzig und allein um das Volt an Musik zu gewöhnen und das Verständnis dafür zu fördern. Manchmal werden Künstler von erstem Rang zur Mitwirkung an solchen kleinen Koirzerten eingeladen, um wahre, gute Malik und ihren segensreichen Einfluß in das Volk zu bringen. Ich bin auch in einem „Bildungskonzert“ aufgetreten und war von der starken Begeisterung und dem erstaunlichen musikalischen Feingefühl der einfachen Zuhörer überrascht. Cs ist eben meinet Meinung nicht zuviel gesagt, wenn rch behaupte, daß man nirgends in der Well in allen Schichten einer Station soviel musikalisches Verständnis findet wie in der russischen Volksseele. Babys mit Riesenschuhen. Ein Engländer namens Thomson hat ein fabelhaftes Patent erfunden, nämlich Schuhe mit acht Einlagen. Eine sitzt an der Ferse, eine in der Schuhspihe, je eine auf der rechten und linken Seite und vier liegen auf der Sohle. Auf diese Weise kann man Kindern, welche sich im Wachstum besinden, diese Schuhe kaufen und, je nachdem wie die Füße sich entwickeln, eine nach der anderen der acht Einlagen herausnehmen, bis der gairze Schuh ausgefüllt ist. Dieses Patent muß Aufsehen erregen. Denn jetzt kann man einem Baby gleich die Größe 46 anziehen, und nie im Leben braucht es jemals wieder einen Schuh. Wächst der Fuß nicht genug, bleiben eben ein paar Einlagen drin. Die Hauptsache ist, daß man patente Schuhe anhat. Wenn der Erfinder noch acht Unterlagen unter die Schuhe nageln läßt, braucht man die Schuhe auch fein ganzes Leben lang nicht befohlen zu lassen. Sronffurfer Theater Daß Intendant Weichert die Shakrspeare- sche Komödie ..Was ihr wollt!" wieder in den Spielplan des Frankfurter Schau- spielhauses ausgenommen hat. ist ihm zu danken, denn immer wieder bereitet dieses Werk dem Beschauer Zreade und Befriedigung. Weicherts Regie betonte das Leichte. Unbeschwerte des Stückes, und die originell' Bühnengestaltung Ludwig Sieverts kam ihm dabei zu Hilfe. Was man auf den Brettern sah. war ein heiteres Spiel, und Problematik wagte sich nur hervor in der Verkleidung der Rarrheit. in der Gestalt des köstlichen Starren, den Richard Taube verkörperte, der mit bewundernswertem Geschick seine sonstige Crdenschwere abzustreifen wußte. Cläre Winter als Viola war in ihrem Spiel frisch und lebendig und in manchen Szenen nicht ohne Gefühl: verschiedentlich unterliefen ihr kleine iletertreibungen. Kundry Sievert als Gräfin Olivia war dagegen etwas farblos. Die drei Kumpane Tobias von Rülp, Christoph von Blei- chenwang und Fabio fanden in Toni Impekoven. Theodor Dancgger und Ben Spanier die diesen Rollen würdige, stets zum Lachen reizende Verkörperung. Herta Schwarz als das Kammermädchen Sltaria schloß sich diesem Trio entsprechend an. Eine besondere Leistung bot Franz Schneider als der dumme, eitle und liebestolle Haushofmeister SKalbolio. Der Beifall des Publikums war herzlich, H. H-r. Oberheffen. Landkreis Gietzen. • Alten-Duseck, 16. April. Der hiesige Frauenmissionsverein hielt am Dienstagabend unter zahlreicher Beteiligung tm Rühlschen Saale seine Schluß sc: er für das vergangene Winterhalbjahr ab. Sie wurde durch eine Ansprache des Ortspfarrers eröffnet. Gemeinsame Lieder, ein Spiel, dargestellt von jungen Mädchen (Töchtern von Dereinsmrtgliedern) und andere Darbietungen, die nun schon seit Jahren zum feststehenden Programm gehören, wechselten miteinander ab. Den 25 Mitgliedern, die dem Verein schon seit seinem Bestehen, also seit 20 Jahren angehören, wurde als Zeichen des Dankes für ihre treue Mitarbeit je ein großes künstlerisches Lichtbild unseres Anstaltsgebäudes überreicht, in dem seit zwei Jahrzehnten die Versammlungen stattfinden. Aus den Mitteln des Vereins erhalten nach Beschlüssen des Vorstandes Zuwendungen außer der örtlichen Kirchengemeinde die Baseler und die Gohnersche Mission, das syrische Waisenhaus in Jerusalem und das Fliednersche Cvangelisationswerk in Spanien. Mit herzlichen Worten des Dankes an alle, die auch in dem vergangenen Winterhalbjahr sich an der Arbeit des Vereins beteiligt und besonders auch zum Gelingen des festlichen Schluh- abends beigetragen haben, schloß der Ortspfarrer die schön verlaufene Feier. [Q Lollar, 18. April. Ergänzend zu Bericht in Nr. 88 sei noch mitgeteilt, daß durch den Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg dem goldenen Jubelpaar T a u b e r t von hier eine Ehrenurkunde zuging, die d'e Unterschrift Hindenburgs trägt. Weitere Glückwünsche brachte der Veteranen- und Kriegeroerein unter Ueberreichung eines Blumenkorbes dar, ferner der Turn- und Gesangverein, der durch seinen Vorsitzenden Philipp H a r b u s ch einen Blumenkorb mit der Schleife: „Seinem Ehrenvorsitzenden zur goldenen Hochzeit" übersandte, .dabei darauf hinweisend, daß der Jubilar 43 Jahre im Verein mitgesungen habe. Am Abend brachte dieser Verein dem Jubelpaar einen Fackelzug und Ständchen, wobei noch eine Gedenktafel überreicht wurde. V Mainzlar, 18. April. Wahrend zu Ostern 9 Mädchen und 5 Knaben aus der hiesigen Volksschule entlassen wurden, brachte die Aufnahme der diesjährigen Schulrekruten nur 4 Mädchen und 6 Knaben. — Die Aussaat d es Sommergetreides ist bei uns jetzt nahezu vollendet. Reichlich drei Wochen später als im Vorjahre ist es damit geworden, trotzdem ein Llmpflugen der Aecker nicht mehr vorgenommen wird. Die Winterfrucht ist im ganzen gut durch den strengen Winter gekommen, die Schäden erweisen sich erfreulicherweise viel geringer, als man allgemein angenommen hatte. Die Kleebestände sind, wenn auch erheblich zurückgeblieben, ebenfalls gut, immerhin wird sich aber doch infolge des späten Frühjcchrs empfindlicher Futtermangel bemerkbar machen, zumal viele ein» gekellerte Dickwurz dem ungewöhnlichen Frost 8um Opfer gefallen sind. + Grünberg, 18. April. Bei dem heute hier obgehaltenen Schweinemarkt waren 562 Ferkel und 45 Läufer aufgetrieben, während der vor vier Wochen stattgefundene Markt nur einen Auftrieb von 142 Stück zeigte. Es kosteten sechs Wochen alte Ferkel 35 bis 40 Mark, sechs bis acht Wochen alte 40 bis 48 Mark, neun bis dreizehn Wochen alte 50 bis 55 Mark; Läufer 60 bis 70 Mark. Die Tendenz des Marktes war mittel, zum Schluß gingen die Preise etwas zurück. Dadurch zeigte der Markt ziemlich Ueberftand. * Ober-Bessingen, 18. April. Im Jahre 1909 feierten die damals Fünfzigjährigen des oberen Wettertales und der umliegenden Ortschaften gemeinsam ihren Geburtstag. Die jetzt noch Lieberlebenden wollen sich mit den Gleichaltrigen auch in diesem Jahre zusammenschliehen. Geplant ist eine Feier in unserem Dorfe. Cs soll dem Alter der Feiernden und der Zeit entsprechend eine würdige Feier werden. Auf unserem schönen Dorfplahe gedenkt man ein kirchliches Fest abzuhalten, und zwar will das Dekanat Grünberg sein M isst o n s f e st in unserer Gemeinde begehen. Hoffentlich finden sich dann auch die Siebzigjährigen aus einer weiteren Umgebung ein. # Lich, 18. April. Zu den B r a n d st i f - tungen im hiesigen Krankenha use wird uns noch mitgeteilt, daß die Täterin kein Fürsorgezögling war. Das Mädchen ist über 21 Jahre alt, und untersteht also nicht mehr dem Jugendgesetz. Wegen seines Hanges zu Ausschweifungen war das Mädchen längere Zeit in der Heil- und Pflegeanstalt untergebracht. Es sollte nun der Versuch gemacht werden, es wieder in Stellung zu bringen. Nachdem der Versuch erst eine Zeitlang zur Zufriedenheit ging, nahm in der letzten Zeit das Wesen des Mädchens wieder derartige Formen an, daß seine Verwendung im praktischen Leben in Frage gestellt wurde. Den Vorhalt, der ihm gemacht wurde, quittierte es durch das Verbrechen der Brandstiftung. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 19. April. Die Feldbestellung hat nun auf ber ganzen Linie eingesetzt. Ueberall klappern die Säemaschinen. Hafer und Gerste werden ausgesät. Gegen das Vorjahr ist die Arbeit etwa fünf Wochen Man hofft, krr dieser Woche mit der Aus- saat fertig zu werden. Nächste Woche dürfte bann mit dem Legen der Dickwurzkerne und mit dem Kar- toffelsetzen begonnen werden. Einige Eifrige haben die Frühkartoffeln bereits gesteckt. df. Langsdorf, 18. April. Der Fr au en- verein, gegründet im Kriegsjahr 1916, ist feit November vorigen Jahres durch den neuen ^ts- geistlichen aus seinem langjährigen Dornröschenschlaf zu neuem Leben erweckt worden. Die Mitgliederzahl ist von 27 auf 62 gestiegen All« 14 Tage fand im Winter in unserem altehrwürdigen Nathaussaal eine Zusammenkunft der Frauen statt. Man Pflegte bei Handarbeiten, gemeinsamem Gesang und guter Lektüre eine edle Geselligkeit. Jetzt wurde in dem festlich hergerichteten Saale „Zur Traube" der E ch l u stabend deS verflossenen Winterhalbjahres gehalten. Bei Kaffee und Kuchen waren die tn großer Zahl erschienenen Frauen einige Stunden fröhlich beisammen. Der Verein stellte dem Geistlichen für einen noch näher zu bestimmenden Zweck 30 Mk. zur Verfügung. Kreis Büdingen. • Ortenberg, 18. April. Dieser Tage feierten die Eheleute Dachdeckermeister KarlMeuer und Frau Anna Elisabetha, geb. Nepp, das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Eheleute stehen im 77. Lebensjahre und wurden zusammen konfirmiert. Während der Jubelbräutigam noch rüstig ist, liegt die Ehefrau schon längere Zeit schwer krank darnieder. Der Kirchenvorstand begab sich in das Haus des Jubelpaars um persönlich zu gratulieren. Der Ortspfarrer überreichte mit herzlichen Segenswünschen ein Gedenkblatt des Landeskirchenamts und namens der Kirchengemeinde ein mit den Federzeichnungen von Rudolf Schäfer künstlerisch verziertes Neues Testament. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 18. April. Eine für unser Städtchen schmerzliche Verfügung hat das Ministerium für Kultus und Bildungswesen noch in den letzten Ferientagen erlassen: es hat dahin entschieden, daß die seit einigen Jahren hier bestehende dritte Schulklasse von Beginn des neuen Schuljahres an aufgehoben wird. Damit ist im Schulwesen unseres Ortes nun doch der empfindliche Abbau eingetreten, der schon mehrfach drohte, aber immer wieder abgewandt werden konnte. Angesichts der großen Schülerzahl der untersten Schuljahrgänge und der in den kommenden Jahren zu erwartenden hohen Zahl von Abc-Schützen stehen wir vor einer kaum noch erträglichen Lieberfüllung unserer beiden Schulklassen. Es ist daher dringend zu hoffen, dah der gegenwärtige Zustand nur ein vorübergehender fei und unsere Schule recht bald wieder dreiklassig werde. Die aus diesem Anlaß unsere Gemeinde verlassende Lehrerin, Fräulein Orth, sieht man allgemein mit Bedauern von hier scheiden. — Gendarmeriewachtmeister Karl Wahl ist nach neunjährigem Hiersein als Stationsvorstand nach Her- chenhain versetzt worden. Man bedauert allgemein die Versetzung dieses pflichttreuen Beamten, der sich in den lanzen Jahren hier überall Sympathie erworben hat. — Der gestern hier abgehaltene Ostermarkt stand unter der besonderen Gunst milden, freundlichen FrühlingS- wetters und erfreute sich guten Besuches von hier und aus der Nachbarschaft. Von weither waren vielfach die Händler gekommen. Mit dem Geschäft dürfte man im allgemeinen recht zufrieden gewesen fein. Auch der Handel mit Schweinen ging gut, es wurde eine stattliche Anzahl von Tieren verkauft. Kreis Lauterbach. 4 Lauterbach, 15. April. Der Stabt- Vorstand beschäftigte sich in feiner jüngsten Sitzung zunächst mit einem Gesuch der israelitischen Religionsgemeinde um Erhöhung des jährlichen Zuschusses. Die Stadt steuerte seither zu dem Religionsunterricht dieser Gemeinde jährlich 140 Mk. bei und soll nun diesen Betrag auf 1200 Mk. erhöhen. Nach eingehender Beratung wurde das Gesuch der Konsequenzen halber a b g e l e h n t mit dem Hinweis, bei dem Ministerium für Kultus und Bildungswesen zu versuchen, einen ansehnlichen Zuschuß für die israelitische Gemeinde zu erreichen. — Hierauf beschäftigte man sich mit der Bewilligung von Zinsverbilligungen für die laufenden Bauanträge. Die Finanz- und Baukommission hat vorgcschlagen, für die in Betracht kommenden 17 Baulustigen diese Vergünstigung zu gewähren. Der derzeitige jährliche Aufwand beträgt, falls sämtliche Bauvorhaben in diesem Jahre verwirklicht werden, etwa 5400. Mk. Der Vorschlag der beiden Kommissionen wurde zum Beschluß erhoben mit der Maßgabe, diese Zinsverbilligungen zur Förderung der Bautätigkeit bis zum 31. März 1935 zu garantieren. — Bürgermeister Walz gab sodann die eingelaufenen Einsprüche der Bäcker- und Fleischerinnung gegen den seinerzeit beschlossenen Einbauder Wassermesser bekannt. Beide Vereinigungen bitten in ihren Gesuchen, von dem Einbau von Wassermessern Abstand zu nehmen, da ihre Gewerbe an und für sich schon mit erheblichen Abgaben, die kaum noch tragbar seien, belastet wären. Die Finanz- allen Anforderungen entsprechenden Anlage beschlossen. Aus die ausgeschriebenen Arbeiten sind sechs Angebote eingelaufen, die sich zwischen 29 726 Mk. und 44 668 Mk. bewegen. Den Zuschlag erhielt jetzt, wie schon kurz berichtet, die Firma Ludwig Schneider in Heuchelheim zum Angebotspreis von 39 726 Mk., zumal die Firma vom Kulturbauamt als leistungsfähig empfohlen wurde. — Der Stadtvorstand be- sc^lftiate sich u. a. noch mit dem neuenStrom- tarif, der ab 1. April in Kraft treten soll. Die Strompreise wurden wie folgt festgesetzt: und Baukommission, die sich eingehend mit dieser Angelegenheit beschäftigt hatte, empfahl beide Gesuche abzulehnen und auf dem gefaßten Beschluß zu beharren. Der Stadtvorstand stimmte dem Vorschlag der beiden Kommissionen zu und beschloß weiter, nicht allein im Metzger-, Bäcker- und Gastwirtsgewerbe, sondern auch bei anderen Wasserabnehmern Wassermesser einzubauen, und zwar sollen im Lause dieses Jahres bis etwa 100 Wassermesser eingebaut werden. — Bürgermeister Walz referierte sodann über die Beschafsenheitdes Wasserletungsnetzes und den seit einiger Zeit auftretenden Wassermangel. Nach seinen Ausführungen dürfe eine Wasserknappheit eigentlich nicht bestehen, da die städtischen Quellen täglich mindestens 1200 Kubikmeter Wasser liefern. Der Wassermangel könne nur auf große R oh r- b rüch e in der Niederdruckleitung zurückzuführen sein. Obwohl schon verschiedene Brüche beseitigt wurden, müsse trotzdem eine weitere Abhorchung des Leitungsnetzes erfolgen, um diese Rohrbrüche restlos zu beseitigen und dadurch den herrschenden Wassermangel restlos zu beseitigen. Lim dies ohne Schwierigkeiten durchführen zu können, sei der Einbau von etwa zwölf neuen Schiebern an Stelle der undichten erforderlich. Die hierdurch entstehenden Kosten in Höhe von etwa 1000 Mark wurden bewilligt. — Die Kläranlage der Stadt entspricht nicht mehr der Neuzeit und muh durch eine moderne Anlage ersetzt werden. Der Stadtvorstand hat deshalb in einer der letzten Sitzungen die Erbauung einer neuen, ”” -eibt blütenweisse, wirklich, reine Wäsche Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. Alle für bie Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 208. Don I. Iesperse«. Schwarz. b c d e f g h e f g h Weiß. Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 11 Steine. Ke3; Df3; TH4; Lc3, h3; Sc8, e4; Ba4, b5, d6, f6. Schwarz: 5 Steine- Kd5; Bc5, d7. g4, h5. Eine ausgezeichnete Aufgabe des dänischen Problemmeisters. Endspiel Nr. 72. Don H. Rinck. Schwarz. » b c d e f g h 8 7 6 5 4 3 2 1 a b c d e f g h Weiß. Weiß am Zuge gewinnt. Weiß: 5 Steine. Khl; Ta2; Lh7; Be6, f2. Schwarz: 4 Steine. Kh3; Th6; SbO; Bd7. Lösung deS Problems Ar. 205. Don Dr. W. Galihkh. 1. Lc6-a4! usw. Äsung deS Endspiels Ar. 71. 1. h3-h4, Ka4! (Die Pointe. Schwarz sucht seinen König in eine Pattstellung zu bringen). 2. b5, ab. 3. h6, b5. 4. h7, b4. 5. h8 Spr.! (Schlecht wäre 5. h8 D?, da noch 5. .... b5 Schwarz patt erzwingt). 5. . . ., b5. 6. Sg6!, fXg6. 7. f7, g5. 8. f8 Spr.!. g4. 9. Se6!, dxe6 10. d7, e5. 11. dS Spr-, e4. 12. Se6, e3. 13. Sc5 matt Aus der Schachwett. Aus einem Hamburger Viermeisterturnier ging H. Wagner +81/» als Sieger hervor; 2. Hei- nicke 61/2, 3. Schönmann 5, 4. Rodatz 4. Die Meisterschaft von Leipzig gewann M.2I2- mich mit 10 Punkten aus 11 Partien vor Schröder 8, Fajorowicz 71/.. Ein kleiner Wettkampf Ahnes — MieseS endete 2:0:3 zugunsten von Ahnes. Der diesjährige Kongreß deS Deutschen Schachbundes findet in der Witte des Monats Juli statt: er ist verbunden mit einem Meisterturnier (12 Teilnehmer) sowie zwei Hauptturnieren (je 24 Teilnehmer). Die erforderliche Summe von 16 000 Mk. soll annähernd beisammen sein. Karlsbad will im August unter der Organisation von Stadtrat Tietz ein großes internationales Meisterturnier veranstalten. Der in Triberg wohnende Schachmeister Do- goljubow hat den Schachweltmeister Al- j e ch i n zu einem Kampf um den Welt- meistertitel herausgefordert. Damit dürfte zum ersten -Male seit 22 Jahren in Deutschland wieder ein Kampf um den Schachweltmeistertitel stattfinden. Das Spiel soll voraussichtlich in Wiesbaden ausgetragen werden. 1907 fand der letzte eigentliche Kampf um die Weltmeisterschaft zwischen Dr. Lasker und Dr. Tarrasch in Düsseldorf statt, nicht gerechnet das Zwischenspiel Lasker gegen Schlechter 1910 in Berlin. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Aedakttonsttsch. Der alle weise Rockefeller. John Rockefeller, der am 7. Juli d. I. neunzig Jahre all wird, hat vor wenigen Tagen für ein großes Stadion zu Reuyork eine Riesensumme gestiftet mit der Bemerkung, daß alle jungen Leute Sport treiben mühten, sonst würden sie nicht alt. Ein Reporter, der ihn deswegen interviewte, meinte: „Sie haben doch in Ihrer Jugend auch, keinen Sport getrieben und sind doch so alt geworden." — „Ja, daS stimmt," meinte der Oelkönig, „ich hatte in meinet Jugend keine Zeit dazu, aber wenn ich Sport getrieben hätte, wäre ich heute erheblich älter." Der Faktor. Der Faktor — Mehrzahl: die Faktoren — ist eine Zahl, die multipliziert werden soll. Der Faktor — Mehrzahl: Faktorkes — ist das polnische Mädchen für alles, der Agent. Der Faktor Sandetzki in Lemberg hat jahrelang einen ebenso harmlosen wie auch einträglichen Schwindel betrieben: er versprach, für taufend Zloty Leute vom Militärdienst zu befreien; wenn die Befreiung aber nicht gelänge, wollte er die tausend Zloty wiedererstatten. St hielt nun wirklich sein Versprechen: nahm die tausend Zloty und wartete. Tat nichts weiter ■— er wartete nur. Stellte die Assentkommis- sion den Rekruten ein, gab Sandetzki die tausend Zloty wieder; stellte die Kommission den Mann zurück, behielt Sandetzki fein Geld. DER PROTEKTOR AUS ZÄHE® STER GUMMIMASSE UND SEIN SCHARFES, GRIFFIGES ZAHNRAD« PROFIL GEBEN DIE BESTE GEWÄHR FÜR HOHE KILOMETERLEISTUNG UND FÜR EIN SICHERES FAHREN. NION DIE PETERS UNION-REIFEN VEREINIGEN IN SICH DIE REICHEN ERFAHRUNGEN DER ÄLTESTEN DEUTSCHEN PNEUMATIK-FABRIK: DER AUFBAU )ES STARKEN STOFFGERIPPES MIT DEM CORDGEVEBE OHNE SCHUSS ETERS WER „PETERS UNION” FÄHRT, - BLEIBT.PETERS UNION-FAHRER .' Allgemeiner Tarif: a) Vichtftrvm 40 Pf. für die Kwst., b) Kraftstrom 22 Pf. für die Kwst. Besondere r Lichttarif: Der Verbrauch des letzten IahreS (1. April 1928 bis 31. März 1929) kostet 40 Pf. die Kilowattstunde. Der Mehrverbrauch gegenüber dem Vorjahre 22 Pf. die Kilowattstunde. Dieser Tarif findet nur Anwendung bei einen, Mindestverbrauch von jährlich 30 Kilowattstunden. Kraft st rom-Staffel- tarif: 0 bis 2000 Kwst. - 22 Pf., 2001 bis 4000 Kwst. = 21 Pf., 4001 bis 10 000 Kwst. = 20 Pf., 10000 bis 15 000 Kwst. = 18 Pf., 15 001 bis 20 000 Kwst. = 16 Pf., über 20 000 Kwst. = 14 Pf. Durch diese Aeufestsetzung ist eine Ver- biMaung des Licht- und Kraftstromes herbeigeführt worden, wodurch in der Hauptsache der seitherige Verbrauch gesteigert werden soll. Lim bei den Stromabnehmern, die seither schon Bügeleisen, Staubsauger usw. an die Lichtleitung angeschlossen hatten, durch den neuen Tarif eine eventuell eintretende Härte zu vermeiden, wurde beschlossen, zur Errechnung des seitherigen Verbrauches den dreijährigen Durchschnitt anzunehmen. Preußen. Kreis Wetzlar. ro Niederkleen, 15. April. Bei der im hiesigen Gemeindewald stattgehabten Holz Versteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 16 bis 18 Mk., Buchen knüppel 13 bis 14 Mk., Hichenscheitholz 10 Mk., Cichenknüppel 8 bis 9 Mk., Fichtenknüppel 4 bis 6 Mk. je Am.: Buchenwellen 24 bis 26 Mk., gemischte Wellen 16 bis 20 Mk., Eichenwellen 6 bis 8 Mk., Buchen- astwellen 12 bis 14 Mk., Fichtenwellen 10 bis 12 Mk. je 100 Stück: Fichtenstangen 3. Klasse 50 bis 70 Pf., 4. Klaffe 15 bis 20 Pf. je Stück. ch Oberkleen, 15. April.. Bei der hiesigen gemeinsamen A uh Holzversteigerung der Gemeinden Ebersgöns, Niederkleen und Oberkleen Wurden folgende Preise erzielt: Tichensiännne 1. bis 4. Klasse 25 bis 40 Mk., Eichenstämme 5. bis 6. Klasse 70 bis 100 Wk. je Festm., Eichenstangen 1. Klasse 3 bis 3,50 Mk. je Stück. Eichen- nuhscheiter 20 bis 24 Mk., Eichennuhknüppel 11 bis 14 Mk. je Nm., Duchenstämme 2. bis 3. Klasse 20 bis 40 Mk., Fichtenstämme la- bis 2a»Klasse 10 bis 15 Mk. je Festm., Fichtenstangen 1. Klasse 1 bis 2 Mk., Fichtenstangen 2. Klasse 50 Pf. bis 1 Mk. je Stück, Kiefernstämme Id- bis 3a»Klasse 10 bis 20 Mk. je Festm. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 18. April. Der hiesigen Kriminalpolizei gelang es. einen seit längerer Zeit gesuchten Schwindler, den 1907 in Hamborn geborenen Werner Cramer fe st zunehmen. Cramer vertrieb mit seinem Onkel Buer den von diesem selbst verfertigten gefälschten Bienenhonig. Buer stellte in Köln täglich etwa 20 bis 50 Pfundgläser „Honig" aus Essenzen und Zucker her, die dann mit den fingierten Aufdrucken „Nheinifche Bienenzucht", „Honigzentrale Koblenz, Niederlage Frankfurt a. M.". „Honigzentrale Wiesbaden" usw. versehen und von beiden in den Handel gebracht wurden. Während Buer Bestellungen auf Honig in den Geschäften zu erhalten suchte, händigte Cramer später den bestellten Honig aus. Der verfälschte Honig ist in Köln, Mainz. Wiesbaden, Bonn, Offenbach, Darmstadt und Frankfurt a. M. vertrieben worden. Geschädigte werden gebeten, sich bei dem Betrugskommissariat des Frankfurter Polizeipräsidiums zu melden. Meine Strafkammer Gießen. • Gießen. 16. April. Ein Kaufmann aus A l t e n st a d t hatte sich einem Bekannten gegenüber erboten, ihm bei einem Arzt in Büdingen ein Motorrad zu besorgen. Der telephonisch geforderte Betrag für das Nad, 850 Nll., wurde ihm mitgegeben, außerdem erhielt er 20 Mk. für seine Bemühung. Es gelang ihm, das Rad für 800 Mk. zu erhandeln, die Differenz von 50 Mk. behielt er für sich. Gegen daS Urteil des Amtsgerichts Büdingen, das ihn wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 80 Mk. verurteilt hatte, verfolgte er Berufung. Da seine an sich wenig glaubwürdige Behauptung, es feien ihm nicht 850. sondern nur 800 Mk. mitgegeben worden, auch heute wieder durch drei Zeugen einwandfrei widerlegt werden konnte, wurde die Berufung zurückgewiesen. Cbensalls zurückgewiesen wurde die Berufung eines jungen Kaufmanns aus L a u - b a ch, ber vom Amtsgericht Grünberg wegen Körperverletzung zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilt worden war, weil er im Verlaufe eines Streites auf der Landstraße einem 65jährigen Mann einen kräftigen Schlag ins Gesicht versetzt hatte. Seine Schuhbehauptung, er sei von dem Verletzten mit erhobenem Stock angegriffen worden, war zwar nicht zu widerlegen: bei der ungleichen Verteilung der Körperkräfte ging aber die Abwehr über daS durch Notwehr erlaubte Maß hinaus, ohne daß der Angeklagte sich zu seiner Entschuldigung auf Bestürzung, Furcht oder Schrecken hätte berufen können. Kirche und Schule. ri. Hungen, 16. April. Gestern fand hier im „Solmser Hof" unter dem Vorsitz von Dekan Engel aus Obbornhofen die Konferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanates Hungen statt, die infolge verschiedener Umstände schwach besucht war. Sie wurde von Pfarrer M a r g u t h aus Södel eröffnet. Darauf hielt Stiftspfarrer Lic. Schorlemmer aus Lich einen Vortrag über den kirchlichen Charakter des kleinen Katechismus Luthers. Der Vortrag bot Veranlassung zu einer ergiebigen Aussprache» 3m Anschluß daran fand eine Besprechung verschiedener amtlichen Angelegenheiten statt. 4 Berliner Börse. Berlin, 19. April. (WTB. Funkspruch.) Die alarmierenden Nachrichten aus Paris, die einen Ab- bruch der Verhandlungen kaum noch vermeidbar erscheinen lassen, führten im heutigen Frühverkehr zu einer starken Verflauung. Aus den Kreisen der ent- täuschten Spekulation machte sich starkes Angebot geltend, das die Kurse bis zu 10 v. h. und noch mehr warf. Da vorläufig Aufnahmelust überhaupt nicht besteht, hört man nur Briefkurse. Schuckert 242 (Brief), Farben 243 (Brief) und Polyphon 430 Jlwnutk. UteM» werden Sie von Kennern hören, daß Kaffee Hag jedem anderen Bohnenkaffee feinster Qualität in Geschmack und Aroma ebenbürtig ist. 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Augen für den mehr auf seinen Fräulein Ermoliefs um der alle auf den letzten Platz füllten. Die Kapelle Sames aus Watzenborn spielte unermüdlich ihre flotten Weisen: besonders anzuerkennen ist. daß sich die Kapelle unentgeltlich in den Dienst der Turnsache stellte. Gastwirt Lyncker hielt einen Dortrag aus der Geschichte des Schiffenbergs. Die Wettkämpfer waren Gäste der Mitglieder des Turnvereins Hausen (von 1864). Als am Sonntagmorgen die Wettkämpfer den Schiffenberg erstiegen, lag die Höhe in dichtem Nebel, und die durchweichten Wege waren schlüpfrig. Cs hatte in der Nacht noch tüchtig geregnet. Die Startzeit wurde um eine halbe Stunde hinausgeschoben. Als unter der Leitung von Bun- dessportwart En dreh aus Stuttgart undDer- bandssportwart Feutner aus Mörfelden bei Frankfurt die Wettkämpfe begannen, hellte sich der Himmel andauernd auf. Kurz nach 10 Ähr fiel der erste Startschuh, und die jüngsten Läufer (solche von 14 bis 16 Jahren) stürmten davon. Die 3300 Meter wurden von Theod. D a ch m a n, Turnverein Burkhardsfelden in 10,50 Min. durchlaufen. Kurz darauf ging Karl Vonderheid, Turnverein Hausen von 1864 durchs Ziel. Schon stand die zweite Gruppe der Jugendlichen (von 16 bis 18 Jahren) für die gleiche Strecke startbereit. Ehr. Seip (Dietzenbach) lag lange an der Spitze, wurde aber 300 m vor dem Ziel von Karl Münch und Wilh. Donderheid, beide Turnverein Hausen, die dann auch nach 10,37 Min. als erste durchs Ziel gingen, auf den dritten Platz verwiesen. Für den 5020-Mctcr-Lauf starteten nur acht X- c ... rc-ti__HTtirn Q n T f » r flirrte war vermutlich Herr Riedinger, der in der darauffolgenden Nacht ermordet wurde?" „Nein, Herr Präsident. Es war nicht Herr Riedinger. Cs war ein anderer." „Woher wissen Sie das so genau?" „Weil ich diesen Herrn kannte." „Also eine zweite Bekanntschaft des Fräulein Ermolieff. Das ist auherordentlich wichtig." „Als ich den Herrn neben Fräulein Ermolieff erblickte, hatte ich einen Augenblick das Gefühl, ich mühte zur Polizei gehen und ihn festnehmen lassen." „Änd warum?" „Ich habe ihn im ganzen dreimal gesehen. Alle drei Male ist er vor meinen Augen aufgetaucht wie der Dorbote eines Unglücks. Als ich seine Bekanntschaft machte, war er Passagier des Dampfers „Sonderborg", dessen Kapitän ich bin: auf der Fahrt von Reval nach Kopenhagen. Irgend etwas an diesem Manne fiel mir auf. Er war von dunklem Typ; ständig glomm in seinen Augen ein Lächeln. Als ich ihn zum ersten Male erblickte, dachte ich: das ist ein Spieler, der eben aus Monte Earlo kommt. Er hat ein neues System erfunden und hat damit viel Geld gemacht. Er war ein schöner Mann, das muh ich offen sagen; alle Weiber an Bord waren verliebt in ihn. So etwas merkwürdig Suggestives hatte er im Blick und im Wesen. Er reiste nicht allein; in seiner Gesellschaft befand sich eine junge Französin, die ihn geradezu anbetete. In einer dunklen Nacht geschah das molieff?" „3a." „Erkannte Sokoloff Sie wieder?" „Nein." „Was taten Sie, als Sie ihn erblickten?" „Ich fühlte, wie mir das Herz wie irrsinnig zu klopfen begann; gleichzeitig war mein Argwohn erwacht: wieder sah ich ihn mit einer jungen schönen Frau zusammen — und wieder zeugung bekennen, so würde ich diesen Mann mit den dunklen Mörder." hatte ich das Gefühl, dah ein Unglück bevorstehe — dah dieser Mann ihr den Tod bringen werde. Ich setzte mich auf eine Bank schräg gegenüber, steckte mir umständlich eine Zigarre an und tat so, als ob ich in die „Berlingske Tidende" blickte — in Wirklichkeit aber beobachtete ich die beiden scharf." „Konnten Sie hören, worüber sie sich unterhielten?" „Leider sprachen sie russisch; ein paar Worte verstehe ich immerhin. Jedenfalls war die Unterredung sehr erregt; die junge Dame weinte; So- koloff redete auf sie in seiner herrischen Art ein, die keinen Widerspruch duldet." Einer der Richter hatte sich erhoben; er ging auf den Vorsitzenden zu und flüsterte mit ihm; der Präsident wandte sich erstaunt zu ihm herum, musterte dann den Zeugen aufmerksam und sagte: „Herr Kapitän mir wird eben etwas sehr Seltsames mitgeteilt. Der Name Fedor Sokoloff kommt in einer Novelle vor, die vor kurzem In einem Magazin erschienen ist. Wissen Sie darüber Näheres?" Cs ging saft wie ein Erröten über das Gesicht des Kapitäns. Mit halblauter Stimme sagte er, sich zu dem Richter herumwendend, der hinter dem Präsidenten stand und ihn aufmerksam betrachtete: „Kann sich der Herr Richter vielleicht erinnern, wie diese Novelle hieh?" „Gewih", antwortete dieser mit einem halben Lächeln. „Sie hieh „Totentanz der Liebe"." „Kann sich der Herr Richter vielleicht erinnern, wie der Name des Autors war, der darunter stand?" „Ich kann es sofort feststellen — denn das Magazin steckt in der Tasche meines Mantels." „Ist das so wichtig?" fragte der Dorsitzende. „3a, Herr Präsident." „Dürfte ich bitten, Herr Richter?" Der Richter ging ins Nebenzimmer und Ibm mit dem weihen Heft zurück. „Hier ist die Novelle", sagte er, das Buch ayf- schlagend: „Totentanz der Liebe" - von Lars Ehrysander." „Lars Ehrysander?" wiederholte der Vorsitzende. „Das ist doch 3hr.. „Ja. Das ist mein Name. Ich habe diese Novelle geschrieben — aus meinen Erinnerungen — fast möchte ich sagen: um mir einen Albdruck vom Herzen zu wälzen. Ich war selbst ganz erstaunt, dah ich es fertiggebracht habe, eine wirkliche grohe Novelle zu schreiben; denn auher ein paar nautischen Aufsätzen habe ich nie etwas veröffentlicht. Aber es muh wohl das lebendige Erlebnis selbst gewesen sein, das mir den Mut und das Können gegeben hat. In dieser Novelle habe ich diesen Fedor Sokoloff mit allem Drum und Dran gezeichnet." (Forts, folgt.) Südwestdeutschen Turnverband. Um 11,30 Ähr waren die Läufe beendet, 12,30 Ufjr erfolgte die Siegerehrung, bei Bundessportwart E n d r e h den Dank an Beteiligten aussprach und ein „Gut Heil" die Sieger ausbrachte. Siegerliste. A. Bundesmeisterschaftsläufe: verein „Frischauf", Leihgestern, mit 20 Min. Nun folgte der mit gröhter Spannung erwartete Hauptkampf um die Meisterschaften. Es war ein 7200 Meter betragender Achterlauf, der die Kämpfenden einmal durch den Startplatz führte. Es starteten zwischen 20 und 30 Mann, alles Leute mit Namen von Ruf. Die Führung wechselte mehrmals, das vom Start an angeschlagene Tempo war scharf. Als die 15 Ersten in kurzer Folge nach 4500 Meter am Startplatz vorüber kamen, lag L a d e n e r , Gettenau, an der Spitze, doch konnte man erkennen, dah Siegel. Mörfelden, am wenigsten ermüdet twar. In fast gleichmäßigem Tempo überwand dieser alle Schwierigkeiten, ging für die letzten 1500 Meter, in denen noch eine starke Steigung lag, in Führung, zog Laue und F ö r st e r mit und siegte mit 22,41 Min., 50 Meter zurück folgten Laue und Förster. Siegel war bis zum Schluh in sehr guter Form, und hat die Bundes- und Verbands-Meisterschaft errungen. 10 weitere Läu- fcr folgten in kurzen Abständen. In Anbetracht einiger starker Steigungen ist die Zeit von 22,41 Min. als recht gut zu bewerten. Unter den Mannschaften wurde der Turnklub Oster- busch-Remscheid Bundesmeister im ADT., und der Turnverein Mörfelden Verbandsmeister im Tageskragen, dabei auch in erster Linie die Verbandspolitik herausstellend. Ein Vertreter des Gaues Hessen machte anregende Vorschläge für die Auszeichnung von Verlegern und Schriftleitungen von Tageszeitungen, die sich in ihren Spalten besonders um die Turnsache verdient machen. Als Tagungsort für das nächste Jahr wurde Hanau bestimmt; die Versammlung daselbst dient der Vorbereitung für das nächsten Sommer dort stattsindende Kreisturnfest. Das Schlußwort der anregend verlaufenen Tagung hatte W. W o l l e n b e r g, der in tiefdurchdachten Ausführungen das Thema „Schöpferische Pressearbeit" behandelte, vor allem die kulturfördernde Bedeutung der Presse betonte und Wahrheit und ausbauende Kritik als Voraussetzung für die in der Presse ersolgendeNieder- schrift der Tages- und Zeitgeschichte bezeichnete. Allgemeiner Deutscher Turnerbund. Bundeswaldlauf-Meisterschaftsriimpfe. Die diesjährigen Bundeswaldlaus-Meister- schaftslämpse des Allgemeinen Deutschen Turnerbundes (A. D. T.). in Verbindung mit den Waldlauf-Meisterschaftskämpfen des Südwest- deutfchen Turnverbandes (S. T. V.) wurden am vorigen Sonntag im Gebiet des Turn g aues Lahn-Dünsberg in den Wäldern um den Schiffenberg ausgetragen. Zu Ehren der bereits am Samstagnachmittag eingetroffenen Wettkämpfer fand abends auf dem Schiffenberg eine Degrühungsfeier statt. Der Vorsitzende des Turnvereins Hausen, Karl Freitag, und der zweite Vorsitzende des A. D. T., Lehrer Zöller von Haufen, begrüßten die Gäste, die die beiden Säle des Schiffenbergs bis auf kommen. . . Der Pressewart der D.T., Wiedemann (Berlin), hielt dann das Hauptreferat des Tages über „Das Pressewesen der D. T. l n Gegenwart und Zukunf t". An seine Aus- sührungen, die besonders die verbandspolitische Seite der Pressearbeit interessant beleuchteten, mehr Mitarbeit der Turnerführer in der Tagespresse forderten und auf ein gutes Verhältnis zur Berufspresse besonderen Wert legten schloß sich eine anregende Aussprache. . SSl Ä -°urd° Wilh. ZöN-r, gim.. „Wie hieh dieser Mann?" „Ich konnte mich zuerst nicht Namen besinnen; aber inzwischen ist er mir wieder eingefallen: er hieh Fedor Sokoloff. „Änd diesen Fedor Sokoloff also trafen Sie im Oerstedspark an der Seite von Fräulein Er- Furchtbare: jemand rief plötzlich: „Mann über Bord!" Wir stoppten — aber nichts war zu sehen; dabei hatten wir ruhige See, aber der Himmel war bedeckt. Der Mensch aber, der in dieser Nacht ertrank, war jene junge Französin. Ich habe sofort eine strenge Untersuchung an- gestellt; zwei Matrosen sagten aus, sie sei allein gewesen, als sie an Bord ging; ich kann das Gegenteil nicht beweisen — aber wenn ich vor Gott treten sollte und meine heilige Äeber- sagen: ich halte CRomon einer Nacht Von Paul Rosenhayn. durch Kopenhagen.' Fedor Sokoloff. „Ich hatte die Nacht mit meinem künftigen Kompagnon gerechnet. Wir hatten uns gestritten, wir hatten zum Schluh ziemlich viel miteinander getrunken — ich muh es leider bekennem Ich hatte einen Katzenjammer. Ich bemühte auch also, so schnell wie möglich aus den Straßen der Stadt herauszukommen und ging in den Oerstedspark. Dort schlenderte ich zwischen den Baumen hindurch. Plötzlich sah ich auf einer Dank Fraulein Ermolieff mit einem Herrn sitzen " , Sie kannten Fräulein Ermolieff? "Nein. Ich weih erst jetzt, dah es „Sie haben ausgezeichnet vorgearbeitet, Herr Präfekt. Gerichtsdiener, lassen Sie den Zeugen eintreten." t , .. Aller Augen wandten sich zur Tur, durch die langsam, mit den weitausladenden Schritten des Seefahrers, ein Herr eintrat. Er war im blauen Nnzug, das wettergebräunte Gesicht lieh unschwer seinen Beruf ahnen. „Ihre Personalien?" „Ich bin der Kapitän Ehrysander. Lars Chry- sander, von der Reederei Dagalid und Stroern.' Sie sind als Zeuge geladen in der Mordsache gegen Marfa Ermolieff, Herr Kapitän. Ich höre, daß Sie uns Wichtiges mitzuteilen haben. Don Ihrem Zeugnis kann vielleicht ein Menschenleben abhängen." „Ia, Herr Präsident." Man sagte mir, dah Sie die Angeklagte am Tage des Mordes gesehen haben? Wann war das? Wo war das?" . „Es war am 8. September; wir hatten wunderbares Wetter, ich ging in Kopenhagen spa- Aicrcn „Sie waren mit Ihrem Schiff vermutlich eben angekommen?" ~ .... , .. „Es ist nicht ganz so, Herr Präsident, Seit drei Wochen stehe ich in Verhandlungen mit einem Geldmann; wir wollen eine eigene regelmäßige Schiffahrt nach dem Norden einridjten. Ich habe ein paar Reisen gemacht, nach England nach Deutschland; in England verhandle ich wegen des Ankaufs von zwei Schiffen, m Deutschland mit einem Geldmann." „Sind diese Verhandlungen inzwischen perfekt geworden?" „Wir stehen vor dem Abschluß. Sie gingen also am 8. September, vormittags, Mittelrheinkreis der O. T. Tagung der Presseturner. kpw. Im Jugendheim des Turngaues Süd- Nassau auf der Loreley fand am Sonntag die Pressetagung des Mittelrheinkreises der D. T. unter Leitung des Kreis- pressewarts Dauner (Osfenbach a. M.) statt. Don den 23 Gauen des Kreises waren 19 durch ihre Gaupressewarte vertreten, darunter auch der Gau Hessen. Außerdem nahmen der Pressewart der D. T., Mitglieder des Kreisvorstandes und des Kreispresseausschusses, mehrere Angehörige des Gauvorstandes des Gaues Süd-Nassau und in größerer Zahl auch Dereinspressewarte (unter ihnen auch Berufsredakteure) des Kreis- gebietes und als Gast der Landrat des Kreises St. Goarshausen an den Verhandlungen teil, die Rektor Schiller (Frankfurt a. HL), der Schriftleiter der Kreisturnzeitung, mit einem gedankentiefen Einstimmungsvortrag über „Rhein und deutscher Geist" eindrucksvoll einleitete. Weitere Ausführungen über die Bedeutung der Presse boten Kreisvertreter, Fabrikant A. Pfeiffer (Wetzlar), Gauvertreter Oswald (Rüdesheim), und der Pressewart der D.T., Wiedemann, in ihren Begrüßungsansprachen. Dem Jahresbericht des Kreisprelsewar- tes der dankbar die Änterstühung der Turnsache in dem Großteil der Tagespresse anerkannte, war zu entnehmen, daß das Turnpressewesen im Kreis sich erfreulich weiter entwickelt hat. Betont wurde die ehrenamtliche Arbeit der Pressewarte. Die Organisation bedarf noch weiteren Ausbaues. Jeder Gau muß einen Presseausschuß bilden, der den anderen Fachausschüssen gleichzustellen ist, und in jedem Verein muß ein Vereinspressewart tätig sein und die Tages- und die Turnpresse sachlich unterrichten. Ein Fortschritt im Pressewesen des Kreises ist die Errichtung einer Kreispressestelle in Frankfurt a. M., die unter Leitung des Turnerjugendführers W. Wollenberg sich weiter ausbauen wird und die Aufgabe hat, die T a g e s p r e s s e, die Nachrichtenbureaus und den Rundfunk auf raschestem Wege durch Herausgabe eines besonderen Kreispressedienstes mit den wichtigsten turnerischen Ereignissen im Kreisgebiet bekanntzumachen. W. Wollenberg verbreitete sich im Lause der Verhandlungen eingehend über die Tagesaufgaben der Kreispressestelle, deren Unter- stützung und Bedienung allen Gaupressewarten zur Pflicht gemacht wurde. Heber Sinn und Art der Gaupressearbeit berichtete aus langjähriger Erfahrung heraus Gau- pressewart Redakteur Wolf (Saarbrücken). Der Gaupressewart des Odenwaldgaues, P o t h (Groß- Zimmern), schilderte die besonderen Q^erßättniffe eines rein ländlichen Gaues, dessen kleinere Lokalblätter für die örtliche Auswertung turnerischer Veranstaltungen in erster Linie in Frage a) Einzelläufe (7200 Meter): 1. Sieger Gg. Siegel (Mörfelden), 22,41 Min.; 2. Laue (Oster- busch-Remscheid), (50 Meter zurück); 3. Förster (Osterbusch-Remscheid); 4. Ladener (Gettenau in Hessen); 7. Schardt, Willi (Hausen bei Gießen); 10. (fron (Mörfelden); 11. Dickhaut (Mörfelden); Der Präfekt schüttelte den Kopf. „Hier beginnen die Dinge einzusehen, die zwischen den Tatsachen liegen — ich hatte mir erlaubt, dafür tzas Wort von den halben Tönen zu prägen. Natürlich kann niemand auf die Frage: Haben sich die Heiden gekannt — haben sich öie beiuen nicht gelaunt? — eine Antwort geben. Wenigstens nicht verstandesmäßig. Wenn ich aber alle Imponderabilien berücksichtige, die hier mitsplelen, so daüf ich resümieren: Nach meiner Äeberzeu- gung haben sich Herr Riedinger und Fräulein Ermolieff nicht gekannt." „Es scheint demnach, als ob sich zwischen den beiden ein Liebesverhältnis entwickelt hätte?' In der Tat. Dafür sprechen fast alle Anseichen. Riedinger hat mit Fraulein Ermolieff einmal eine Fahrt nach Skodsberg gemacht Im See-Hotel in Skodsberg habe ich genaue Nachforschungen gehalten. Die beiden haben auf der Terrasse zu Mittag gegessen; sie haben dann einen Spaziergang am Sund gemacht; darauf sind sie abends wieder ins See°Hotel gekommen und haben im Rokokozimmer soupiert; es 'st mir gelungen, die Kopie der Rechnung aufzutreiben, '®cr%räfi&ent überflog das bieistiftbeschriebene Blatt. „Zwei Flaschen Sekt — zwei Mokka fünf Liköre", las er halblaut. Aus dem Auditorium kam leises Lachen „Der Kellner sagte mir, er habe das Gesuyl gehabt, daß hier ein junges Ehepaar aus der Hochzeitsreise sei — die junge Frau sei von aus gesprochener Zärtlichkeit gegen >ör.cri 'Begleiter g- wesen, nicht sowohl in ihrem äußerlichen G - baren als in Blick und Miene. Nach dem Abend- essen gingen die beiden an den Strand. der Kellner hat ihnen nachgesehen, weil ihn die schöne junge Frau interessierte. Die lungc Same habe sich umgesehen und habe dann ihren -Begleiter geküßt." „Das verweist immerhin auf die Möglichkeit eines Liebesdramas," konstatierte der Vorsitzende. Der Präfekt nickte. „Änd nun komme ich -u einer Bekundung, die den Dingen vielleicht eine neue Wendung geben könnte. Es hat sich cm Zeuge gemeldet, der Fräulein Ermolieff am Morgen des Mordtages beobachtet hat." „Sehr interessant," sagte der Vorsitzende und blickte hinüber zur Anklagebank: Marfa Ermolieff saß aufgerichtet, der Ausdruck ihrer Augen hatte sich völlig verändert - sie starrte dem Sprechenden mit unverhohlener Angst ins Gesicht." „Was ist das für ein Zeuge?" „Ein Kapitän." Ermolieff war." Was fiel Ihnen also an ihr auf? "Um es offen zu sagen: Fräulein fiel mir überhaupt nichts auf. Wohl aber der Herr, der neben ihr faß." ... Der Präsident warf einen blitzschnellen Blick hinüber zu der Angeklagten, die mit fiebrigen Augen auf den Sprechenden starrte. „Der Herr neben Sraulem Ermolieff ... das 12. Hirsch (Weiterstadt). b) Mannschaftslauf: 1. Siea Osterbusch- Remscheid, Turnklub, 15 Punkte, 2. 9)1 to. Elberfeld 17 P.; 3. Mörfelden 18 P.; 4. Turnverein Hausen von 1864. B. Derbandsmeisterschaftsläufe: a) Einzelläufe (Berbandsmeister, 7200 Meter): 1. Sieg Georg Siegel (Mörfelden), 22,41 Min., Meister; 2. Adolf Ladner (Gettenau); 3. Willi Schardt (Hausen); 4. Heinr. Cron (Mörfelden). Turner über 18 Jahre (5000 Meter): 1. Willi Zöller (Leihgestern); 2. Gottfried Fritz (Odenhausen); 3 O. Bender (Rodheim a.d.B.). Jugendliche von 16bis l8Jahren (3300 Meter): 1. Karl Münch (Hausen); 2. Wilh. Bonder- Heid (Hausen); 3. Christian Seip, Tgm. (Dietzen- bad)). Jugendliche von 14dis 16 Jahren (3300 Meter): 1. Theod. Bachmann (Burkhardsfelden); 2. Karl Donderheid (Haufen); 3. Ernst Seip (Reiskirchen). b) Mannschaftslauf (7200Meter): 1.Turn- verein Mörfelden; 2. Turnverein Haufen. Handball im Lahn »Oünsberg« Gau. Zur Fortsetzung der Runde stehen für nächsten Sonntag folgende Spiele auf dem Programm: in Garbenteich: Garbenteich — Wieseck, in Kinzenbach: Kinzenbach — Allendorf a. d. Lda. Den letzten Resultaten nach zu urteilen, müßte im ersten Spiel Garbenteich knapper, aber sicherer Sieger werden, während im zweiten Spiel die Mannschaften sich schon gleichwertiger sind. Handball Tv. 1899 Großen-Buseck. Arn kommenden Sonntag empfängt der Tv. 1899 Großen-Buseck den Meister des Gaues Main-Offenbach-Hanau zum ersten Gruppen- meisterschastsspiel in Großen-Buseck. Die Offenbacher Vorstädter stchen dem Frankfurter Meister, nach ihrem Spiel am Dorsonntag zu urteilen, kaum nach. Trotzdem sollte man von den Buseckem im Dorteil des eigenen Platzes und in ißrer aufsteigenden Form ein gleichwertiges Spiel erwarten. Handball der Sp.-Dg. 1900. o. Das Gastspiel der ersten Elf der Spielvereinigung 1900 in Höchst, das vor einigen Wochen wegen Spielunfähigkeit des Höchster Platzes ausfallen mußte, findet nun am nächsten Sonntag statt. Da die 1900er ihre komplette Mannschaft noch nicht zur Stelle haben, werden sie gegenüber den gute mainische A-Klasse repräsentierenden Höchster Bewegungsspielern einen schweren Stand haben. Ein einigermaßen günstiges Abschneiden kann nur dann erwartet werden, wenn es der Oießener Sturm besser als seither versteht, systemvoll zu spielen und placiert zu schießen. Die erste Jugend, verstärkt durch einige Spieler der zweiten Mannschaft, trägt ein Rückspiel in Londorf gegen den dortigen Turnverein aus. Wenn die Mannschaft dieselbe Form zeigt, wie in ihren beiden letzten Spielen (gegen Polizeisportverein Butzbach (erste Jugend) 5: 3 gewonnen und gegen D. f. L. Wetzlar (erste Jugend) knapp 2:3 perloren), sollte sie den Londorfer Turnern einen ausgeglichenen Kampf liefern können. Gpielvereinigung 1900 Gießen. ö. Am kommenden Sonntag erwarten die Blau- weißen den I u r n • u. Sporto. Germania 1 89 6 Mudersbach a. d. Sieg zum Gesellschaftsspiel. Die Gäste gehörten im letzten Jahre nach (Erringung der Meisterschaft der 1. Bezirksligaklasse Süd-Westfalens an. Mit Beendigung der jüngsten Spielserie hatte sich diese Elf den vierten Tabellenplatz erkämpft, der die Zugehörigkeit zur nächstjährigen Meisterklasse oder Oberliga sicherstellt. Mudersbach rangiert hinter Hüften 09, D. f. B. Weidenau und Hagen 72 in der Tabelle, wovon Weidenau und Hagen in Gießen durch ihre vorjährigen Gastspiele keine Unbekannten find. Den Westfalen geht ein guter sportlicher Ruf voraus. Die 1900-Els wird mit ihrer in den letzten Spielen erprobten und bewährten Hintermannschaft antreten. Der Angriffsreihe will man durch Um- und Neueinstellungen zur größeren Durchschlagskraft verhelfen. Be- bingung ist aber, daß die auserwählten Spieler sich selbst mehr einsetzen, denn sie sind bestimmt zu größeren Leistungen befähigt. 1900s Reserve elf hat die erste Mannschaft Cappels bei Marburg, die Meister der Gau- klasse ist, zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet, ebenso 1 9 00 s Dritte gegen Cappels Zweite. Der Ausgang dieser Begegnungen ist vollständig offen. Jugendspiele. Die "erste Jugend absolviert auswärts ein Rück- spiel. Ob der Gegner Wetzlar - Nieder-Girmes oder Villingen bei Hungen ist, stand bei Niederschrift die* ser Zeilen noch nicht fest. Die zweite Jugend spielt in Heuchelheim gegen die dortige 1. Jugend. Die Zs-Jugend hat hier Cappels 1. Jugend zu Gast. Die 3b-Jugend ebenfalls Steinbachs t. Jugend. Die erste Schülerelf erwartet D.f.B. G.eßens erste Schülermannschaft im Lokaltreffen, das sehr spannend werden dürfte. Die zweite Schülermannschaft hat eine kombinierte Jugend- und Schülerelf Steinbachs als Gegner vor sich. ö. f. B. Für kommenden Sonntag hat der Svielausschuß nach langer Zeit wieder einmal eine Kasseler Mannschaft als Gegner der L i g a zu einem Gesellschaftsspiel noch hier verpflichtet. Und zwar ift es ,,£ u r a" Kassel, der mit der 23. f. B.-Elf die Kräfte messen wird. Die Gäste gehörten während der letzten Ver- bandsspielserie der 1. Bezirksligaklasse an; ihr Abschneiden in den Punktkämpfen war jedoch wenig glücklich, so daß sie nunmehr zur 2. Klasse absteigen müssen. Daß die Mannschaft trotzdem über eine beachtenswerte Spielstärke verfügt und in letzter Zeit wieder in Form zu kommen scheint, beweist ihr kürzlich errungener 5:2-Sieg über 23. f. 23. Kurhessen Marburg, dem sich 23 f. B. am Sonntag mit 2:4 beugen mußte. Man darf gespannt sein, ob es dem Sturm der Platzmannschaft, die diesmal wieder in stärkster Aufstellung antreten wird, gelingt, den yervorragenden Kasseler Torhüter Schwerdtle zu schlagen. Jedenfalls hat die 23. f. B.-Elf alle Veranlassung, den schlechten Eindruck vom Vorsonntag durch ein gutes Spiel wieder zu verwischen. Es ist wohl anzunehmen, daß sie sich in der kompletten Aufstellung wieder besser zusammenfindet und ihr Spiel mehr System haben wird. Gewinnen kann sie nur dann, wenn der Sturm die Durchschlagskraft und Schußsicherheit aufbringt, die nötig ist, um einen Torhüter von der Qualität Schwerdtles zu bezwingen. Die Ligarefervc empfängt zum Rückspiel die 1. Mannschaft von Niederscheld, und sollte, nach ihren ßeiftungen am letzten Sonntag zu urteilen, sicher gewinnen. Das Vorspiel, das L. f. 23. mit einer schwachen Mannschaft bestritt, gewann er knapp mit 5:4. Die Dritte fährt nach Grünbe'rg, um der dortigen Ersten ein Gesellschaftsspiel zu liefern. Sie wird schon alles daransetzen müssen, wenn sie auf dem ungewohnt kleinen und schlechten Platz günstig abschneioen will. Auch die 1. Jugendmannschaft fährt nach auswärts. Sie ist beim Sportverein Düdelsheim zu Gast und sollte unter normalen Voraussetzungen gegen dessen 1. Jugend gewinnen können. Die 2. Jugendelf trägt noch ein fälliges Pflichtspiel gegen die 1. von Leihgestern auf dortigem Platz aus. Ob sie gewinnt, steht in Frage. D. 3. K. Wetzlar -0.3. K. Gießen 1:0 Am vorigen Sonntag trafen sich die beiden Mannschaften zu dem fälligen Rückspiel in Wetzlar. Gießen trat in neuer Aufstellung an, die sich aber nicht bewährte. Gleich zu Beginn des Spiels legte Wetzlar stark los, alle Angriffe scheiterten jedoch vorerst an der in Hochform spielenden Gießener Hintermannschaft. Die Läuferreihe tat auch ihr möglichstes, konnte jedoch nicht verhindern, daß Wetzlar stark auf das Gießener Tor drückte und seine LIeberlegenheit in einem Tor, das auch das einzige bleiben sollte, ausdrücken konnte. Gießens Schmerzenskind war der Sturm, der die schönsten Torgelegenheiten nicht auszunuhen verstand. Dreimal hintereinander wurde knapp daneben geschossen, ohne Lieberlegung und Ziel. Der Schiri sah sich gezwungen, das Spiel 20 Minuten vor Schluß abzubrechen, da sich das Publikum unsportlich benahm und drohte, gegen den Schiri tätlich zu werden. » Dor dem Spiel der ersten Mannschaften fand ein Freundschaftsspiel der Gießener Schülermannschaft gegen die zweite Mannschaft von Wetzlar statt, das letztere mit 1:0 für sich entscheiden konnte. Arbetter-Turn- und Sporibund Am kommenden Sonntag trägt W i e s e ck l ihr letztes Aufstiegspiel gegen Egelsbach I in Egelsbach aus. Wenn der Vertreter des 3. Bezirks nicht einen ausgesprochenen Siegeswillen mit auf die Reise nimmt, dürfte ihm abermals eine empfindliche Riederlage durch die sehr flinken Platzbesiher bereitet werden. Der dritte Sonntag der diesjährigen Serienspiele sieht Gießenl (Kreisklasse) im Pflichtspiel gegen Alsfeld! in Alsfeld zu Gast. Alsfeld wird sich sehr anstrengen müssen, wenn cs keine empfindliche Riederlage erleiden will. Heuchelheim! wird gegen GießenId antreten. Wohl sprechen die meisten Siegesaussichten für die Vorstädter, doch wird Gießen Ib ihnen den Sieg nicht leicht werden lassen. G i e ß e n II hat Steinbach! zu Gast. Der Ausgang dieses Spieles ist offen zu lassen. Lord Revelsioke f. Paris, 19. April (TU. Drahtbericht.) Der bekannte englische Delegierte für die Sachverständigen, arbeit in Paris, unter dessen Vorsitz noch gestern die entscheidende Sitzung der Finanz- sachverständigen stattsand, ist heute morgen t o t in seinem Bett aufgesnnden worden. Lc scheint einem Herzschlag erlegen zu sein. — Infolgedessen wurde von dem konferenzvorsihenden Owen poung die wichtige Vollsitzung, die über das weitere Schicksal der Konferenz entscheiden sollte, auf Montag vertagt. Die Sachoerstän- digen versammelten sich, um über die weiteren Auswirkungen des Ausscheidens eines der hauptsachverständigen zu beraten. Der auf so tragische Weise mitten aus wichtiger Arbeit entrißene Finanzsachverständige John Bo- ring, zweiter Lord Revel st oke, entstammt einer der ältesten Famllien der englischen Finanzwirtschaft, die übrigens deutschen Ursprungs ist, denn sein Vorfahre, der Niedersachse Johann Baring, siedelte sich nach der Thronbesteigung des .Hauses Hannover 16-58 als Tuchfabrikant in Exeter an. Sein Sohn Francis, der später Mitdirektor der Ostindischen Kompagnie war, gründete mit seinem Bruder 1770 die Bankfirma Baring-Brothers; dessen Enkel wurde als Lord Reoelstoke 1885 britischer Peer. Der eben Verstorbene zweite Lord Re- velstoke hatte als Mitbesitzer der Bankfirma schon früh Gelegenheit gehabt, seine große Begabung für banktechnische Fragen zu beweisen. Bei der Tyron- befteigung König Eduards erhielt er den Auftrag, die Finanzen des königlichen Hauses zu ordnen. Im Jahre 1908 übernahm er das Amt des Receiver- General im Herzogtum Cornwall, das er bis zu feinem Tode innehatte. Er führte dort mit großem Erfolg eine Umgestaltung der Finanzwirtschaft durch, die chm den Ruf eines hervorragenden Organisators eintrug und nach der japanischen Erdbebenkatastrophe 1923 seine Berufung noch Tokio zur Folge hatte. Für feine dem japanischen Staate geleisteten Dienste erhielt er vom Kaiser einen goldenen Pokal. Lord Reoelstoke gehörte der Direktion der Bank von England an und war Lieutenant der City of London.' Starter KmsMang nach dem pariser Iiaskv. Zellstoff, Feldmühle, Waldhof, Conti Kautschuk, Dessauer Gas, Danatbank, Tietz, Karstadt bis 10 o.h. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 19. April. Tendenz: baisse. Der Abbruch der Pariser Verhandlun- , gen hatte zu Beginn der heutigen Börse eine nervöse 61 i m mu n g zur Folge. Die Spekulation und die übrigen engagierten Kreise schritten daraufhin in stärkerem Maße zu Abgaben, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse Verluste bis zu 10 v. h. keine S e l t e n h e it waren. Demgegenüber war die Aufnahmelust infolge der schwachen Haltung und der allgemeinen Unlust nur gering, so daß gleich nach der ersten Festsetzung der Kurse weitere Abschläge, die von einem Vorstoß der Baisse- Partei noch beschleunigt wurden, eintraten. Günstige Nachrichten, wie etwa die festere gestrige Neuyorker Börse und die etwas besseren Geldmarktverhältnisse, wurden überhaupt nicht beachtet. Auf dem niedrigen Kursniveau machte sich bei der geringen Umsotztätia- teit in Erwartung des Ergebnisses der heutigen Voll- sitzung, in deren Zusammenhang doch noch Hoffnung auf einen Ausweg gehegt wurde, eine gewisse Wider- standsfähigkeit bemerkbar. Den Rückgängen wurde so- mit eine Grenze gesetzt. Besonders stark angeboten waren am Elellromarkt Siemens minus 14,5 v. h. und Schuckert minus 11,75 v. h. AEG., Bergmann, Licht & Kraft gaben bis zu 8 v. h. nach. Deutsche Linoleum büßten zur ersten Notiz 13 o.h. ein. Am Farbenmarkt war ebenfalls das Angebot sehr groß, und J.-G.-Farben verloren 8 o.h. Am Kalimarkt traten für Salzdetfurth Rückgänge bis zu 20 v. h. ein. Montanwerte waren 5v. h. niedriger. Glanzstoff minus 12 o. h. Am Bankenmarkt gingen die Abschläge durchschnittlich bis zu 3 o. h., nur Reichsbank, in denen ziemlich Material an den Markt kam, waren 10 v. h. niedriger. Die Nebenmärkte wurden ebenfalls von der Unsicherheit stärker beeinflußt, doch waren hier die Abschläge de- scheidener. Renten still und leicht gedrückt. Im Verlaufe blieb die Dleroofität bestehen, und die Kurse gaben um weitere 2 o.h. nach. Umsätze kamen kaum zustande, ober auch das Angebot wurde gering. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5,5 o. h. unverändert. Am Devisenmarkt lag Die Mark schwach Man nannte Mark gegen Dollar 4,2187, gegen Pfund 20,482, London gegen Kabel 4,853250, gegen Paris 124,25, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 32,90, gegen Holland 12,0775. Berliner Börse. Berlin, 19. April. Wie ein Keulenschlag wirkte heute früh die Nachricht von einem Abbruch der Pariser Verhandlungen. Man war ganz konsterniert und versuchte oormitta-'s im Verkehr von Bureau zu Bureau aus seinen Engagements herauszukommen. Dies war aber sehr schwierig, da so gut wie gar keine Aufnahmeneigung bestand. Es wurde aber hierdurch innerhalb weniger Minuten ein Weichen derKurse um 10 v.h. und für die schwereren Papiere um noch mehr bewirkt. Die Kurse hielten sich etwa auf dem Vormittagsniveau gefangen. Von einem befürchteten „schwarzen Freitag" konnte aber nicht die Rede fein. Bei den Banken hatte die Provinz verhältnismäßig wenig Verkaufsorders untergebracht, d. h. sie traten nicht fo sehr in Erscheinung, und es ist durchaus möglich, daß die Banken, um zu intervenieren, einen Xeil der Verkaufsaufträge selbst ausgenommen haben, während die Privatbankiers allerdings meist limitiert- Aufträge- ausführten. Die ersten Kurse lagen bis zu 5 v. h., Papiere wie AEG., Aschaffenburger und Siemens, Reichsbank, Spritaktien, Kaliwerte, Gesfürel, Schuckert, Deutsche Linoleum und Glanzstoff bis 20 v. h. schwächer. Den Hauptverlust hatten Polyphon mit 22,5 o. h. Am Anleihemarkt gaben Neubesitzanleihen ebenfalls stärker nach und hatten nur sehr geringe Umsatztätigkeit. Pfandbriefe neigten eher zur Schwäche. Der Geldmarkt blieb bei unveränderten Sätzen ziemlich leicht. Auch im Verlaufe war die Stimmung recht nervös. Es traten Gerüchte von einem neuen Vermittlungsoorschlag der Amerikaner auf, so daß es möglich fein werde, einen Abbruch der Konferenz noch zu vermeiden. Als aber bekannt wurde, daß die heutige Vollsitzung auf Montag zurückgestellt worden ist, gingen die nach den ersten Kursen eingetretenen leichten Erhöhungen wieder verloren, und eine neue Verstimmung ließ die Kurse um erneut 3 bis 5 v.h. nach- geben. Erhöhung oes Diskontsatzes in polen. Warschau, 18. April. Die Bank P o l s k i hat mit dem heutigen Tage den Diskontsatz von 8 auf 9 v.h. und den Lombardsatz von 9 auf 10 v. h. erhöht. Einheitliches Aktienangebot im Linoleumkonzem. Wie bereits a'ngekündigt. soll int Konzern der Continentalen Linoleum-Llnion ein einheitliches Aktienangebot auf den gegenwärtigen Aktienumlauf im Verhältnis 1:5 zum Kurse von nicht über 115 Prozent erfolgen. Auf Grund von Erwägungen, die jetzt erst zum Abschluß gelangt sind, sollen im gesamten Konzern diesmal nur Aktien der Continentalen Linoleum- Union, die bekanntlich mit den anderen Konzernaktien vollkommen gleichwertig sind, zum Angebot gelangen. Der Aktienumlauf im Gesamtkonzern stellt sich, in Schweizer Währung gerechnet. auf 63,125 Mill. Schweizer Franken. Cs ist daher ein Betrag von 12,625 Mill. Schweizer Franken Aktien der Continentalen Linoleum-Llnwn anzubieten. Dieser wird beschafft, indem die Con- tinentale Linoleum-Llnion ihr Kapital um 6 Mill. Schweizer Franken erhöht, während 6,625 Mill. Schweizer Franken Aktien der Continentalen Li- noleum-Llnion dem Portefeuille der Betriebs- gesellschaften entnommen werden, wo sie zu HO Prozent zu Buche stehen. Dieser Weg ist mit den geringsten Kosten verbunden und führt dazu, daß der Gesamtbesih der Betriebsgesellschaften an Aktien der kontinentalen Linoleum-Union sich auf 12 165 250 Schweizer Franken vermindert, während das Kapital der Continentalen Linoleum-Union sich auf. 46 Mill. Schweizer Franken erhöht und andere Kapitalerhöhungen im Konzern vermieden werden. Der Gesamtaufbau des Konzerns erfährt dadurch eine wesentliche Vereinfachung. Bezugsberechtigt sind die Inhaber der im Umlauf befindlichen Aktien der Continentalen Linoleum-Union, der Deutschen Linoleumwerke A.-G., der Linoleum A. D. Forshaga, der R. V. Rederlandsche Linoleumfabriek Krommenie und der Linoleum A.-G. Giubiasco dergestalt, daß sie auf je 1250 Schweizer Franken Rennwert ihrer Aktien (in Schweizer Währung gerechnet) eine Aktie der kontinentalen Linoleum-Union zu 250 Schweizer Franken mit halber Gewinnberechtigung für 1929 beziehen können. Die bevorstehenden Generalversammlungen der Gesellschaften sollen ihre Verwaltungen ermächtigen, das einheitliche Aktienangebot auf dieser Grundlage durchzuführen. * * Internationale Verständigung in der Radelindustrie. Den fortgesetzten Bemühungen der führenden Industriellen der Radel- industrie ist es gelungen, die maßgebenden deutschen und ausländischen Industriellen Ende März zu einer Aussprache in Aachen zu vereinigen. Die auf kurze Zeit unterbrochenen Verhandlungen konnten nunmehr It. „K. Z." wieder aufgenommen und erfolgreich zu Ende geführt werden. Der Hauptinhalt der vorerst auf drei Jahre fest geschlossenen Konvention ist die gegenseitige Verständigung über den Umfang der Fabrikation, über die Festsetzung der Preise und Zahlungsbedingungen und die Verteilung der Markt- und Absatzgebiete. Gleichzeitig mit diesen Verhandlungen wurden solche mit den beiden größten Druckknopffabriken der Welt, der William Prhm G. m. b. H. Stolberg, William Prym, Wien, Waldes & Cie. in Dresden und Prag, und einigen anderen Druckknopfsabrikanten geführt. Auch für diese Artikel wurde unter Beteiligung von- maßgebenden ausländischen Firmen eine befriedigende Verständigungsformel festgelegt, die inhaltlich sich an die Steck- und Sicherheitsnadel-Konvention angleicht. - Philipp Holzmann A.-G., Frankfurt a. M. Rach dem Bericht war die Gesellschaft im Jahre 1928 sehr rege beschäftigt. Der Inlandsumsah ist gegenüber dem Vorjahre wieder ansehnlich gestiegen. Die Wirkung der durch den andauernden heftigen Konkurrenzkampf bedingten niedrigen Uebernohmepreise sei durch die Erhöhung des Umsatzes einigermaßen ausgeglichen worden. Der Arbeitserfolg fei durch die Belastung an Steuern und sozialen Lasten, die sich auf insgesamt 4.139 Mill. Mk. beziffert, stargeschmälert worden. Cs wurde (in Mill. Mk.) einschl. 0.199 (0.190) Vortrag ein Geschäftsgewinn von 4.277 (3.959) erzielt. Anderseits beanspruchten Unkosten 1.187 (1.107) und Abschreibungen 1.411 (1.221). Aus dem verbleibenden Reingewinn von 1.680 (1.671) werden, wie bereits mitgeteilt; wieder 7 Prozent Dividende auf die Stamm- und 6 Prozent auf die Vorzugsaktien vorgeschlagen. Rach Verteilung von 0.067 (0.067) Tantieme verbleiben 0.208 (0.199) zum Vortrag. * Lazard Speyer-Ellissen K.»G. a. A., Frankfurt a. M.. Berlin. Das am 31. Dezember 1928 abgelaufene Geschäftsjahr schließt mit einem Bruttogewinn von 7 974 247 Mark ab. Nach Abzug der Handlungsunkosten und Tantiemen verbleibt ein Reingewinn von 2 771 150 Mark, aus dem 10 v. H. Dividende auf das Kommanditkapital von 20 Millionen Mark verteilt und 771 000 Mark vorgetragen werden. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. W., 19. April. Der Produktenmarkt verkehrte zum Wochenschluß in sehr stiller Haltung. Das Angebot war weiter klein, Umsätze kamen aber kaum zustande. Cs wurden notiert: Weizen 23,75; Roggen 22,75; Sommergerste für Brauzwecke 24; inl. Hafer 24 bis 24,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50 bis 22,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33 bis 33,25; Roggenmehl 30,50 bis 31,25; Weizenkleie 13,50; Roggenlleie 14,25 bis 14,50 Mark. Tendenz: geschäftslos. Letzte Nachrichten. Schweres Srandunglürt in Rhinheffen. Oppenheim, 19. April. (2B521. Drahtbericht) von einem schweren Schicksatsschlage wurden gestern abend die Familien Wilhelm Busch und Wilhelm Lister betroffen. Auf noch nicht aufgeklärte we.se entstand in der Scheune des Busch ein Brand, dem die Scheune ; u m Opfer siel. Bei den Aufränmungsarbeiten entdeckte man die völlig verkohlten Leichen der fünfjährigen Friedel Lislcr und des vierjährigen Adam Busch. Die Kinder, die nach einer Gans hatten sehen wollen, waren in der Scheune von dem Feuer überrascht worden und hatten sich in den Hinteren Teil der Scheune gefluchei. wahrscheinlich ist die Entstehung des Feuers auf Kurzschluß zurückzuführen. Sprechstunden der Redaktion. 11 JO bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Ahr. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingefaodte Hlanuff rtpfc ohne belgefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Aeichsbankdiskont 6,5 Prozent, LombardzinSfuß 7,5 Prozent. Hranlsun a. M j Berlin »Ttanffuri a M. Berlin toffliuß. Kure l-unr Hut? Schluß- Kurs 2Infong Kurs Schlug. Äute I-Uhr Schluß Anfang ute l ffiirä Datum 18.4. 19.4. 18 4. 19 4. Datum 18.4. 19.4. 18.4. 19.4. Dt. einl.->2ü>U)i.-6cbuU) mit AuL lof.-Rechlen Detal. ohne AuSlof.-Rechle 7% Frony. Hyp.-Bk Goldpf. un kündbar btt 1932 4&% Nheinilche Hyp.-But geechonfe 1 1 3a. 2b- 2. 3. 4. 2. 3. 4 2 4 1 1 1,09 1,17 auck in den hartnäckigsten JVön*n, werden tn einigen Tagen unter Garantie durch das echte, unschädl. TeinlverschönerungS- mtitel „Venus", Stärke B. beseitigt. Keine Schälkur. Preis .ä 2.75. Nur zu haben bei: Drogerie C. Wintcrboff, Kreuzvl. 9 10 Hindenburg Drogerie, SelterSweg 68a. Motorsportklub 1926 Gieben Sonntag. 21. Avril Sternfahrt der Lanbesgruvpe nach Schonen. 21 b- fahrl am Klublokal 8 Uhr viiuktlich YV^tt- alieder, die feinen Wert auf Plakette legen, fnbren um 8.30 Uhr amKlnblokal ab Der Vorstand. 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