Nr. 42 Erstes Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 19. Februar 1929 (Br|d)ttnt täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen Die Onuftrierte Gießener FamilienblLttn Heimat im Bild Die Scholle. Vezvgrpreir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern Infolge höherer (Bemalt Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: granffurt am Main 11686. SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche UnrverfilülS'vuch- und Steinöruderei R. Lange in Sietzen. Schrlftleitung und Geschäftsstelle: §chu!ttra^e7. Annahme von Anzeigen für die Tagernummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt« 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich m Gießen. Die erste Woche der Sachverständigenkonferenz. wir den Glauben an die an die Spitze unserer Beweisführungen den lapidaren Satz stellen mußten, daß eben der Dawesplan in den vier Jahren, seit er in Kraft gesetzt wurde, sehr st arte Mängel gezeigt hat und daß er in dieser Form unerfüllbar ist. Erst wenn 'nübertrefflichkeit dieser Notlösung ins Wanken gebracht haben, wird der Weg für neue Vorschläge frei. Dabei war die Stellung der deutschen Delegierten dadurch sehr eingeengt, daß Parker Gilbert in seinem letzten Bericht alles in rosenrot getaucht hatte, daß aber eine Polemik gegen ihn vermieden werden mußte, weil da- durch die Amerikaner an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen werden konnten. Herr Dr. Schacht ist deshalb auch klug genug gewesen, den Bericht Parker Gilberts nicht zu kritisieren, er hat Um lediglich ergänzt und die Schatten nachgetragen, die der Reparationsagent vergessen oder übersehen hatte. Amtlich ist dafür das charakteristische Wort geprägt worden, daß Parker Gilbert nur die glänzende Fassade sehen ließ, während Dr. Schacht die Sachverständigenkommis ton nun auch in die Hinterhöfe der deutschen Wirtschaft geführt hat. Die Zahlen, mit denen er da auftoarten konnte, über die Aeberschuldung der Wirtschaft auf der einen Seite unö die Lleberlpstung mit Steuern auf der anderen Seite, werden sicherlich Eindruck gemacht haben, schon weil sich aus ihnen zwangsläufig ergibt, wie gering daS Realeinkommen des Deutschen ist und daß tatsächlich schon jetzt die eine Bedingung des Dawes-Plans, wonach der Lebensstandard deS deutschen Arbeiters nicht schlechter sein darf, als der anderer Völker, verletzt ist. . Die andere Bedingung aber, die ja eigentlich die Voraussetzung des ganzen Systems war, ist überhaupt nicht eingetroffen: daß nämlich Deutschland die Kriegsentschädigung nur aus verdientem Velde zahlen sollte. Die erste Kommission hat geglaubt, daß wir sehr rasch wieder in das Weltexportgeschäft kommen und starke Exportüberschüsse erzielen würden, aus denen dann die Tribute abzusondern wären. Darin hat sie sich geirrt. Unsere Handelsbilanz ist stark passiv, wir leben und zahlen von g e p u m p t e m Gelbe. Praktisch sind die Aus- landanlcihen, die wir bekommen haben, zu mehr als Dreivierteln benutzt worden, um die Dawes» leiftungen abzudecken. Sie sind also nur auS der einen Tasche des Auslandes in die andere gewandert; mit dem Ergebnis einer starken Verschuldung Deutschlands, die durch hohe Zinsen und Amortisationen unsere Wirtschaft jährlich weiter um eine Milliarde belastet. Wenn wir also bisher Zahlungen an unsere AuSlandgläu- biger transferieren konnten, so war dies die Folge einer glücklichen Konjunktur, aber keine Dauererscheinung. Herr Morgan kennt ja die internationalen Kreditverhältnisse genau genug, um sich das selbst ausrechnen zu können. Das Geheimnis von Paris. DaS Kreuzverhör, das von den Sachverständigen der Gläubigerstaaten mit den deutschen Delegierten in Parts angestellt wurde, ist wenigstens in feinem ersten Teil zu Ende. Soweit sich übersehen läßt, hat Deutschland nicht schlecht dabei abgeschnitten. Die vier Delegierten waren gut auseinander eingespielt und haben sich in ihren Darlegungen wirksam ergänzt. Aus der Gegenseite sahen Männer von anerkannt wirtschaftlicher Bedeutung, die auch halbe Andeutungen schon verstanden, so dah zweifellos schon mancherlei geschehen ist, um wenigstens den Boden für die Möglichkeit einer späteren Verständigung vorzubereiten. Ob es soweit kommt, freilich, ist eine andere Frage, die heute niemand zu bejahen wagen wird. Denn die Dinge liegen — daS muh grundsätzlich immer wieder sestgestellt werden — doch ganz anders, als die Franzosen erzählen. Die stellen sich die Sache sehr einfach vor. sie stützen sich auf den Bericht von Parker Gilbert und behaupten, der DaweS-Plan hätte ausgezeichnet funktioniert. Es läge also kein Grund vor, an ihm irgend etwas zu ändern. Deshalb war die ganze Konferenz für die Franzosen von Anfang an ein Gegenstand des Portemonnais. Sie wollten irgendwie den Wohlstandsindex noch heranziehen, um dadurch die deutschen Leistungen rechnerisch zu erhöhen, dann sich vielleicht eine halbe Milliarde abhandeln lassen und uns dadurch auf über sechzig Jahre zu der Zahlung von Kriegsentschädigung zu verpflichten. Ein sehr einfaches Rechenexempcl, das nur einen Fehler hat: es geht nicht auf. Deutschland ist einfach nicht im ft.a nde, unter den gegebenen Verhältnissen derartige Summen in Devisen zu zahlen, ohne daß untere Währung über kurz ober lang mlsammenbricht. Und da wir uns vollkommen darüber klar sind, daß eine Verpflichtung, die in Paris mit unserer Zustimmung vereinbart wird, auch g e- halten werden muß, tonnen die deutschen Sachverständigen ebenso wie die deutsche Regierung nur einem Kompromiß zustimmen, das sich für heute und für die ganze Zeit, auf die hin es uns verpflichtet, auch unter ungünstigen Konjunkturen e r • füllen läßt. Das ist der Gesichtswinkel, unter dem Herr Dr. Schacht und feine Mitarbeiter an ihre Aufgabe herangegangen sind. Nur wenn man sich mit diesen Gedankengängen vollkommen vertraut macht, wird man überhaupt die Verhandlungen verstehen tonnen. Denn bann ergibt sich ganz von selbst, baß wir Gerade deshalb war es richtig von den deutschen Delegierten, dah sie ihre Taktik darauf ab» stellten, als Ergebnis der Konferenz wirtschaftliche Bedingungen zu verlangen, die daS finan» zielle Funktionieren des Dawes-Plans sicherstellen. Die Gläubigerstaaten sollen ihre Zollgesetzgebung ändern, sie sollen unS die Möglichkeit eines starken Exports geben, dann können wir auch zahlen. Wollen sie daS nicht, wollen sie ebenso wenig, dah durch systematische Verelendung das deutsche Volk zu einem gewaltsamen Dumping gezwungen wird, dann muh die ganxe Kriegsentschädigung entweder wesentlich heravgeminbert oder so umgeftaltet werden, dah sie sich den Bedingungen der Welt» wirtschaft anpaht. Darüber aber Vorschläge zu machen, kann nicht unsere Aufgabe sein, das obliegt im wesentlichen denen, die Geld von uns haben wollen. Wir beschränken uns darauf, ihnen nachzuweisen, dah unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine Krisis deS ganzen Dawes-Systems unvermeidlich ist. Das weitere Programm. Paris, 18. Febr. (WB.) Die heutige Vor- mittagssihung des ReparationSsachverständigen- ausschusses, über die kein Kommunique ausgegeben wurde, dauerte von 11 bis 13 Ahr. In rhr wurden weitere Punkte behandelt, die schon in der vorigen Woche zur Sprache gebracht wurden. Dabei ist man zu dem Ergebnis gekommen, dah sich zwei Mitglieder des Ausschusses, deren Qtamen nicht genannt werden, vereinigen sollen, um ein konkretes Programm für die weiteren Dispositionen vorzufchlagen. Der heutige Rachmittag bleibt sitzungsfrei. Das Programm dürste sich zunächst erstrecken auf die Frage, welche Möglichkeiten für die Verbesserung der deutschen Handels- und Zahlungsbilanz bestehen. Die entsprechenden Vorschläge sotten sich nicht nur auf das bevorstehende Jahr, sondern auf eine gewisse Zukunft erstrecken. Beiden mit der Vorbereitung dieles Diskussionsprogrammes betrauten delegierten sott bei ihren Arbeiten volle Freiheit gelassen werden. Sie haben keinerlei Direktiven erhalten. Der Deschluh, heute nachmittag keine Sitzung abzuhalten, sei deshalb erfolgt, weil der Ausschuh es für notwendig erachte, dah seine Mitglieder sich untereinander träfen, um sich freier als in einer offiziellen Sitzung über das nunmehr einzuschlagenoe Verfahren aus- zusprechcn. Es handele sich darum, die besten Arbeitsmethoden festzustellen, so z. 2., ob der Ausschuh täglich eine Vollsitzung abhalten, oder ob er sich in Unterausschüsse austeilen solle. In der morgigen Vormittags-Vollsitzung werde der Ausschuß endgültig das Verfahren der späteren Verhandlungen festsetzen. Handelsbilanz und Daiveslast. Meinungsverschiedenheit unter den Lach» verständigen. Paris, 19. Febr. (WTD. Funkspruchll Heber den Verlauf der gestrigen Deoatte im Sachver- ständigenausschuh glaubt „Echo de Paris" berichten zu können: Dr. Schacht sei zweifelsohne der Ansicht gewesen, dah seine bisherigen Darlegungen feine Kollegen nicht überzeugt hätten, daher sei er auf verschiedene von ihm bereits behandelte Punkte zurückgelonnnen, namentlich auf den Außenhandel Deutschlands. Er habe nochmals betont, dah o'ine eine aktive Handelsbilanz die deutsche Wirtschaft unmöglich d e Repcr tianlla .en tr gen fb.mc. H. ter die.en ilmftänöen habe sich die Frage erhoben, ob es angebracht sei, die theoretische Debatte als endgültig geschlossen anzusehen und unverzüglich die Generaldiskussion zu eröffnen, auf die Gesahr hin, die Crfolgsaussichten zu verringern dadurch, dah rasch tiefgehende Meinungsverschiedenheiten unter den verschiedenen Delegationen zum Vorschein kommen, oder ob es nicht vielmehr angebracht sei, die bereits be- banbeltcn Punk.e wieder aufzunehmen und Unterausschüssen zur Prüfung zu übettoeifen, da in diesen Unterausschüssen eine längere Fühlungnahme die ursprünglichen Meinungsverschiedenheiten würde mildern können. Der Streck sei sehr ernst gewesen. Die Experten hätten ihn nicht leichtfertig lösen wollen. Sie hätten daher zwei ihrer Mitglieder, Sir Iosuah S t a m p und Dr. Schacht, beauftrag, die Frage zu prüfen und ihnen heute vormittag einen Bericht zu unterbreiten. Rach dem „Matin" sott die Initiative, llnter- ausschüsse zu bilden, auf Dr. Schacht zurückgehen. Die amerikanischen Sachverständigen hätten ihm zwar entgegengehalten, dah bei der Arbeit von Unterauöfchü scn sich nichts Reues ergeben könne und dah es wohl besser wäre, ohne weiteres den Hauptgegenstand in Angriff zu nehmen, aber auf Dr. Schachts^Drängen habe der Ausschuß schließ- lich beschlossen, ihn und Sir Iosuah Stainp zu beauftragen, zu untersuchen, welche Vorteile sich aus der Bildung von sog. Unterausschüssen ergeben würden. Beide hätten im Lause des Rachmittags mit den verschiedenen Delegationen wegen des Für und Wider Fühlung genommen. Am Abend fei man in gewissen Kreisen für die sofortige Eröffnung der Hauptdiskussion gewesen. Wien demonstriert. Neue Kundgebungen von Hcimwchr und Schutzbund. Wien, 18. Febr. (WB.) Die Zeitungen befaßen ich wie in den Tagen vor dem 7. Oktober v.Z. aus- ührlich mit den Werbeaufmärschen, die von »er ch e i m w e h r und dem Republikanischen Schutzbund für den nächsten Sonntag in den Straßen Wiens geplant sind. Die parteilose bür- 8erliche Presse bezeichnet diese Kundgebungen als as ungeeignetste, das wirtschaftliche Leben Oesterreichs st ö r e n d e , und das Ansehen Oesterreichs im Auslande schädigende Propagandamittel und lehnt sie ab. Im übrigen bringen die Blätter mit Einzelheiten über die Vorbereituna der Aufmärsche Aeußerungen von führenden Personen beider Parteien, auch von Seiten der Polizei, denen zufolge hinreichende Borkehrungen getroffen wär- den, um einen ruhigen Verlauf zu gewähr- leisten. Nach einer Vereinbarung mit den Veranstaltern der Aufmärsche, deren Teilnehmer nicht de- wasfnet und auch nicht mit Stahlhelmen ausgerüstet sein dürfen, sollen die Aufmar chzeiten und Wege zeitlich und räumlich getrennt fein, um die Möglichkeit von Zusammenstößen nach menschlicher Voraussicht auszu chalten. Besonders bemüht man sich auch, die Parteien von ihren Absichten abzubringen, die Aufmärsche an den Par- teihäusern der Gegenpartei vorbei- guleiten, also die Heimwehr an dem Parteihaus der Sozialdemokraten, wo auch die „Arbeiterzeitung" erscheint, und des Republikanischen Schutzbundes an der Redaktion der „Reichspost". Für alle Fälle aber wird am nächsten Sonntag die gesamte Bundespolizei zum Dienst her- angezogen und das Bundesheer In Bereitschaft gehalten. Größere Aufgebote von Gendarmerie sollen außerdem etwaigen Siyug bewaffneter Trupps von außerhalb nach Wien fernhalten. Trotzki bittet um Einlaß in Deutschland. Ein Telegramm an Löbe. Berlin, 19. Febr. (VDZ.) Reichstagspräsident Lobe hat am Montagabend das solgendc- Telegramm erhalten: „Pera, den 17. Februar 1929. Mich auf Ihre Erinnerungsansprache im Reichstag am 6. Februar berufend, ersuche ich das hiesige deutsche Konsulat um betreffende Bewilligung. Leo Trohki.“ Löbe hat diese Bitte befürwortend an das Reichskabinett w e i t e r g e g e b e n. Die in dem Telegramm erwähnte Erinnerungs-- ansprache des Reich5tagspräsi'oenten bezog sich auf die Wiederkehr beS zehnten Jahrestages der Eröffnung der versassunggebenden deutschen Rattonalversammlung. Darin antworte'e der Präsident auf Zwischenru e von den Kommunisten: „Wir haben Ihren und den anderen erst die staatsbürgerlichen Rechte gegeben. Vielleicht kommen wir sogar dazu, Herrn Trotzki in Deutschland einfreiheitliches Asylzu gewähren." Die Mosfauer Presse veröffentllcht folgende Erklärung: »Trotzki ist liegex antisowje.isti'cher Tätigkeit auf Beschluß e.ner Sonderberatung bei der staatlichen politischen Verwaltung aus der Sowjetunion ausgewiesen worden. Auf Wunsch Trotzkis ist feine Familie mit ihm abgereift.“ Die Verbesserung der Kleinrenlnersürsorge. Deutscher Reichstag. Berlin, 18. Febr. (DDZ.) Vor Eintritt in die Tagesordnung hat, wie der Präsident mitteilt, der kommunistische Abg. Stocker eine Erklärung zu den letzten Lärmszenen auf der Publikumstribüne überreicht. Präsident Löbe erklärt dazu, er lasse diese Erklärung nicht verlesen, weil sie eine Kritik an der Amtsführung des Präsidiums enthalte, die unzulässig sei. Es habe sich übrigens ergeben, dah d e Ruhestörer auf den Tribünen im Einvernehmen mit der kommunistischen Fraktion gehandelt hätten. (Hörti Hörti bei der Mehrheit. Rufe bei den Kommunisten: »Wir verlangen Beweise!") Es habe sich auch um dieselben Personen gehandelt, die schon früher auf den Tribünen gelärmt haben. Das Präsidium halte an der Kartenentziehung für die kommunisttsche Fraktion fest. Heber weitere Schutzmaßnahmen werde morgen im Aettestenrat Mitteilung gemach: werden. (Beifall bei der Mehrheit.) Zur Beratung kommt dann der Bericht des Sozialpolitischen Ausschusses über die Anträge zur Kleinrentnerfürsorge. Der Ausschuß ersucht in einer Entschließung die Regierung, eine reichsgesetzliche Regelung zur Verbesserung der Kleinrentnerfürsorge hinsichtlich des Personenkreises, der VorauLsetzun- gen und der Höhe der Leistungen, und der Mitwirkung der beteiligten Organisationen zu treffen. Abg. Frau Lehmann (DR.) verliest eine längere Erklärung ihrer Fraktion, in der die Bedeutung der Schicht der verarmten Kleinrentner und die Rotwendigkeit betont wird, dieser Schicht einen gesetzlichen Dersorgungsanspruch anstelle der Wohlfahrtssürsorge zu geben. Die Ausschuhentschließung sei ungenügend. Die Rednerin beantragt eine Entschließung, in der die Regierung ersucht wird, bis zum 15. März einen Gesetzentwurf vorzulegen, der denjenigen Rentnern einen Rechtsanspruch auf Versorgung gegen das Reich zugesteht. die vor der Inflation eine zum Lebensunterhalt ausreichende Kapital-, Leib - oder Stiftsrente bezogen, diese aber durch die Inflation ganz oder zum Tett verloren haben, und heute in Ermangelung entsprechender fester Girlünfte auf einen solchen Dersorgungsanspruch zum Lebensunterhalt angewiesen sind. Reichsarbeitsminister Wisse! er- flärt: Der Ausschuß habe mit der von ihm beantragten Regelung den Boden betreten, den die jetzige Regieru/.g mit der Erklärung bei ihrem Antritt vorbereitet habe. In dieser Erklärung sei gesagt worden, daß die Fürsorge für die Kleinrentner auf eine von dem Ermessen der öffentlichen Fürsorgestellen unabhängige gesetzliche Grurrdlage gestellt werden müsse. Der von den Deutschnationalen beantragte Gesetzentwurf müsse als unsozial ab gelehnt werden, weil er den Versorgungsanspruch bloß aus Allbesih von Vermögen und Kapital in bestimmter Höhe Verleiten will. Die Reichs regie- rung werde mit größter Beschleunigung eine Vorlage im Sinne der Ausschuhentschliehung einbringen. Sie habe darüber bereits am 7. Februar in einer Verhandlung älebereinftimmung mit den Vertretern der Länder und Gemeinden erzielt. Dabei sei festgestellt worden, daß zur Erfüllung der sachlichen Wünsche der Kleinrentner die Gewährung eines formalen Rechtsanspruches nicht nötig sei. Die in der deutschnationalen Entschließung verlangte Feststellung auf den Termin des 15. März sei schon aus parlamentarisch-technischen Gründen nicht möglich. Abg. Esser (Ztr.) führt aus: Die Deutschnationalen hätten ihre Haltung zu den Wünschen der Kleinrentner immer danach eingerichtet, ob sie in der Regierung ober in der Opposition saßen. Als sie in der Regierung sahen, hätten sie nichts für Die Kleinrentner getan. Das Zentrum werde der Ausschußentfchließung zustimmen. Der Entschließung der Dolkspartei auf Gewährung eines Rechtsanspruches stimme das Zentrum nur mit dem sozialdemokratischen Zusatzantrag zu, daß zur Deckung einer Sonderabgabe von den in der Inflation geretteten und neugebildeten Vermögen erhoben wird. Abg. Dr. K u l z (D.) fordert die gesetzliche Anerkennung eines Rechtsans pruches der Kleinrentner auf angemessene Versorgung. Wenn seine Fraktion im Ausschuß die Frage, ob lediglich der Kapitalbesitz für den Anspruch maßgebend sein soll, verneint habe, so habe sie damit lediglich ihre frühere Haltung bestätigt, daß neben der Tatsache des Kapitalbesitzes auch f o - ziale Momente mitberücksichtigt werden müßten. Gerade die Vernachlässigung der sozialen Gesichtspunkte bei der Aufwertungsgesetzgebung habe erst das Kleinrentnerproblem entstehen lassen. Der Redner spricht die Erwartung aus, daß die Regierung den versprochenen Entwurf baldigst vorlege, um die Verbitterung der unglücklichen Opfer der Inflation zu beseitigen. Abg. Keil (S.) macht ebenso wie der Zentrumsredner den Dcutschnationalen dm Vorwurf, dah sie immer nur als Oppositionspartei Anträge auf gesetzliche Versorgung der Kleinventner gestellt. aber ihre ci enen Anträge verleugnet hätten, wenn sie in der Regierung saßen. Die vorliegende Ausschuhentschliehung weise den Weg zur Abstellung der bestehenden Mißstände. Der Antrag der Vollspartei auf Gewährung eines Rechtsanspruches auf Rente widerspreche dem anderen vollsparteilichen Antrag, daß eine Erhöhung der Reichsausgaben ohne gleichzeitige Deckung unzulässig sein sott. Die Sozialdemokratie beantrage darum den Zusatz, dah zur Deckung eine Sonder st euer von InflationSge- Winnen erhoben wird. Abg. Frau Dr. Matz (D. Dp.) begründet tne Entschließung ihrer Fraktion auf Vorlegurw eines Rentner esetzes und Gewährung eines Dersor- gungsanspruchcs. Im Rahmen der Fürsorge sei eine Lösung der Rentnerfrage unmöglich. Es werde fein kapitalistisches Gesetz, sondern ein Gesetz gefordert, das einen Ausgleich für früher gelei stete Arbeit des Rentners geben soll. Die Berechnungen des Reichsarbeits- ministeriums über die Kosten eines Versoraunas- gesehes seien viel zu hoch gegriffen. Die Zahl der Rentner werde von Jahr zu Jahr geringer. Wan solle mit dem Gesetz nicht warten, bis auch der letzte Rentner in Enttäuschung und Bitternis gestorben sei. Die Vollspartei werde für die deutsch- nationale Entschließung stimmen. WeAerberatung Dienstag. Nervosität in Warschau. Wüiende Ausfälle gegen die deutsche Min-erheitenpolitil. - Deutschland als Brandstifter in Osteuropa. Etat und Koalition. Don unserer Berliner Redaktion. Reichstag und Landtag hoben sich vom Karneval nun soweit wieder erholt, daß sie ihre Arbeit non neuem beginnen. Man darf die stoische Ruhe, die gerade der Reichstag sich jetzt läßt, unein- qefchränkt bewundern, denn tatsächlich hätte er doch Wichtigeres zu tun gehabt, als jetzt in den Ferien zu gehen. Aber er tröstet sich damit, daß der Etat ihm noch nicht vorliegt. Ende dieser Woche will der R e i ch s r a t also soweit sein, daß er zum Etat und dem Steuergesetz Stellung nimmt. In etwa acht Tagen kann dann der Reichstag die erste Lesung beginnen, um dann aber bald wieder eine Woche Freizeit einzuschalten, weil die Sozialdemokraten ihren Parteitag abhalten. Am 23. März beginnt die Karwoche. Bleiben also wenig ,p e h r als drei Wochen für die Kommissions- beratungen und die zweite und dritte Lesung des Etats. Daß das nicht ausreicht, ist eine glatte Selbstverständlichkeit. Man hat sich deshalb auch schon ganz damit abgefunden, daß in diesem Jahre — währeird btt? Sachverständigen in Paris sitzen — der verfassungsmäßige Termin für den Etat nicht eingehalten wird, sondern daß wir mit mindestens einem — wahrscheinlich zwei — Notzwölfteln nach französischem Muster arbeiten müssen. Woran allerdings die Schuld in erster Linie der F i n anz- Minister trägt, der sich sehr viel Zeit ließ mit den neuen Steuern, die nun doch wieder vollkommen in der Luft hängen. Denn im Kabinett ist man sich wohl darüber klar, daß, wenn es nicht gelingt, mit dem Zentrum einig zu werden, jeder Versuch, dieses Steuerbukett durch den Reichstag zu bringen, aussichtslos ist. Ein Minderheitskabinett, dessen einzelne Parteien auch in den Steuerfragen vollkommen aus- einanderfallen, kann eine derartige Belastung nicht tragen. Deshalb haben auch dis Steuerreferenten schon in der vergangenen Woche damit begonnen, den Etat noch einmal mit dem Rotstift durchzuarbeiten und alles herauszu st reichen, was irgendwie entbehrlich ist. Ein Loch von einigen hundert Millionen wird dann immer noch bleiben, das vorläufig offen gelassen werden muß, in der Hoffnung, daß die Steuern reichlicher fließen, und hier Ueberschüsse erzielt werden, die im Laufe des Jahres das Defizit decken. Worauf sich aber sicher wieder der Reichstag nicht einlassen wird, so daß auch diese Lösung nur, wenn überhaupt, unter gro- hen Schwierigkeiten möglich ist. Kein Wunder, wenn deshalb vor allem der Reichskanzler sehnsüchtig nach dem Zentrum Ausschau hält, ob es nicht reumütig in die Arme der Regierung zu» rückkehrt. Dazu soll Preußen mobil gemacht werden, wo unter der Hand die Zentrumsfuhrer angedeutet haben, sie wären bereit, ihren Verzicht auf das eine Ministerium, den sie nach dem bekannten „Mißverständnis" zurückgezogen hatten, erneut auszusprechen. Dann wäre in Preußen das Tor für die Große Koalition geöffnet, was dann auch wieder auf das Reich Rückwirkungen haben müßte. Aber einstweilen bleiben das alles Kombinationen, die noch keinerlei — wie sagte doch Herr Kaas so hübsch? — politische Realitäten sind. Neue KoalttwnSverhandlungen? Besprechungen zwischen Kaas und Stresemann? Berlin, 19. Febr. (SH.) Zu Gerüchten, daß für Dienstag eine Fühlungnahme atot- ichen Dr. Stresemann und Dr. Kaas vorgesehen ist, schreibt die „Germania", es sei bemerkenswert, daß Dr. Stresemann am Montag eine Sitzung der volkspartcilichen Landtagsfrak- tion besucht habe und dort in längeren Ausführungen za der koalitionspolitischen Lage im Reich und in Preußen Stellung genommen habe. Was nun im Hinblick auf diese Vorgänge die Haltung des Zentrums betreffe, so habe es keinerlei Neigung. irgendwie die Initiative zu neuen Koalitionsbesprechungen zu ergreifen. Wenn aus der andern Seite das Bedürfnis nach einer Fühlungnahme vorhanden sein sollte, so würde sich das Zentrum Anfragen nicht verschließen. Falls es in den nächsten Tagen zu einer Fühlungnahme maßgebender Persönlichkeiten kommen sollte, die sicher nicht vom Zentrum ausgehe, so würde es jedoch falsch sein, in ihr neue Verhandlungen zu erblicken. Don Verhandlungen könne erst dann die Rede sein, wenn die Zentrumssraltion des Reichstages, deren Haltung bekannt sei. einen dahingehenden Beschluß gefaßt haben werde. — Rach der „Voss. Ztg." haben bisher nur unverbindliche Besprechungen zwischen Breitscheid und Dr. Kaas stattgefunden. Die Forderungen des Zentrums. Der ehemalige Reichskanzler Marx zur Koalilionsfrage. Hamburg. 18. Febr. (WB) In einer Versammlung der Zentrumspartei sprach Reichskanzler a.D. Dr. Marx. Das Zentrum lehne die Verantwortung über den Etat ab, wenn die Koalition nicht gebildet werde. Die Große Koalition müsse kommen, sie sei aber nur dann wirksam, wenn die Parteien Vertrauen zueinander hätten. Man werfe dem Zentrum nun vor. daß es drei Ministersitze beanspruche. Reichsminister Severing habe vor einigen Tagen erklärt, die Sozialdemokratie wolle vohl die Verantwortung für die schwere Lage kragen, sie verlange aber eine entsprechende Vertretung in der Regierung. Dus sei auch die Forderung des Zentrums. Diejenigen, die da wähnten, das Zentrum sei innerlich zermürbt, würden sich wundern. In dieser Frage stehe die Partei wie ein Mann geschlossen da. Sie werde nicht, wie anscheinend noch immer gehofft werde, mit dem Bemühen her- vortreten, die Parteien wieder zusammenzubringen. Diese Imitative überlasse sie der Reichsregierung. Wenn aber die Forderungen des Zentrums anerkannt würden, dann werde es ^ruch wieder di« Hand zu gemeinsamer Arbeit reichen. Preußen wünscht -en endgültigen Finanzausgleich. Berlin. 19. Febr. (Driv.-Tel.) Wie von gut- «mterrichteter Seite verlautet, liegt dem Reichs- rat aus Anlaß der Etatsberatungen ein Antrag Preußens vor, der im wesentlichen daraus ab- stelt, daß schon jetzt so bald wie irgend möglich die Frage desFinanzausqleichs einer endgültigen Lösung zugesührt wird. In zuständigen Kreisen hat dieser Wunsch PrMhens Aussehen erregt, da man bisher annahm, daß W a r s ch a u, IS. Febr. (TU.) „ABE" beschäftigt sich in einem Leitartikel sehr eingehend mit der angeblichen Absicht Dr. Stresemanns. den Völkerbund in «in« Aussprache über die Ahnge> taltung derjenigen Staaten, die nationale Min- derheiten aufweisen, hineinzuziehen. Was Polen anbelang«, so würde das die Autonomie für die Ukrainer und Weißrussen und vielleicht sogar für di« Deutschen. Litauer und Juden bedeuten. Tatsächlich wisse Dr. Stresemann jedoch sebr gut, daß sich der Völkerbund gar nicht in die inneren Verhältnisse eines Landes «inmischen und noch viel weniger ihm die Staatsform vot- d)reiben könne. Seinem Plane liege «ineschuv- kische Idee zugrunde. Es gehe ihm darum, in die Minderheitenbevölkerung d:r an Deutschland angrenzenden Staaten eine Gärung hineinzutragen, separatistische Bestrebungen -ervorzurufen und zu fördern, sowie m der Bevölkerung den Glauben zu erwecken, daß Deutschland der einzige wahr« Verteidiger ihrer Recht« «i. Wie sich die Sowjetregierung Des Schlagwortes von der Diktatur des Proletariats bedien«, um die Arbeiterschaft fremder Staaten gegen ihre Obrigkeit aufzuputschen, so versuche Deutschland ausderMinderheitenfrage ein« Waffe zu schmieden, mit der in Gens auf diplomatischem und in anderen Ländern auf revolutionärem Wege «in DernichtungSkamps gekämpft werden solle. Da sich aber die kriegerischen Pläne deS imperialisti- chen Deutschlands gegen den Osten richteten, so wolle man Die Minderheitenfrage in erster Linie gegen Polen und die Tschechoslowakei ausnützen. Stresemann brauche für die Märztagung des Völkerbundes Material gegen Polen und werde sich zweifellos auf die staatsfeindlichen Ieremiaden und Erklärungen der ukrainischen Abgeordneten im polnischen Sejm berufen. Das Vorgehen der Ukrainer sei aber von Berlin aus bestellt worden. Zum Glück sei Preußen ein« endgültige Regelung deS Finanzausgleichs erst im engen Zusammenhang mit der Verwaltungs - und Verfassungsreform anstreben würde. Dies scheint aber nicht der Fall zu sein, und damit dürften auch die auffallend skeptischen Aeußerungen des preußischen Ministerpräsidenten Braun zur Reichsreform im Hauptausschuh des Landtages eine besondere Bedeutung erhalten. Das preußische Verlangen nach Beschleunigung des endgültigen Finanzausgleiches zwischen Reich und Ländern betrifft aber in keiner Weise die durch den neuen Etat notwendig gewordene Verlängerung des provisorischen Finanzausgleiches zum 31. März um ein weiteres Jahr. Selbstverständlich würden, auch wenn die preußischen Bestrebungen durchdringen, auf alle Fälle zunächst die Ergebnisse der Reparationsverhandlungen abgewartet werden. Die Förderung der Versassungs» und Derwal- tungSreform, die sich ja erst in ihrem Anfangsstadium befindet, sieht man allerdings durch eine vorgestrige Festlegung deS endgültigen Finanzausgleiches als f«f)t erschwert an. Bayern und Reich. Ministerpräsident Held erörtert den Konflikt mit Preuße«. Forchheim, 18. Febr. lWTB.) In einer Rede auf einer Dauern Versammlung kam der bayerische Ministerpräsident Dr. Held auch ausführlich auf die Vorgeschichte und die Entwicklung des Streites um die Abfindung für die bayerische Eisenbahn und Post zu sprechen und erklärte u. a., es werde versucht, ob die Staaten noch aus eigener Krast leben könnten oder nicht. WaS man nicht mit Zwang und äußerer Gewalt durchführen könne, erstrebe man mit Aushöhlungspolitik dadurch, daß man Bayern den sinanziellen Brotkorb höher hänge und es auszuhungern versuche, und das sei nach seinem Dafürhalten der Grund, daß Dayenrs Forderungen aus der Dahn, der Post und der Biersteuer nicht erfüllt würden. Bayerns Ideal sei ein Reich, ausgebaut aus starken gesunden Ländern, in denen die Einzelwirtschaft gehegt und gepflegt und Besonderheiten Der Kultur herausgestellt würden. Wenn bei den Auseinandersetzungen durch die Presse vor allem das eine oder ander« lleine Llnheil angericht«t worden sei, so lehne er dafür die Verantung durchaus ab. Er müsse mit der KoalitionSpresse auch einmal vertrauliche Gespräche führen können. Wenn es dann aber eine Presse gäbe, die sich nicht an die Grenzen dessen gebunden glaube, waS sonst von der gesamten Presse als Grenze erkannt wird, so trage er dafür die Berantwortung nicht, llnl) wenn er es bedauere, daß ein solcher Vorfall überhaupt möglich gewesen sei, daß die Presse vertrauliche Besprechungen, die als solche gekennzeichnet wären, zum Teil veröffentlichte, so liege darin keine Entschuldigung der bayerischen Staatsregierung. Sozialdemokratie und Wehrmacht. Reichstagspräsidcnt Löbe über den Schutz der vstgrenze. Berlin, 18. Febr. (TU.) 3n Breslau hielt ReichstagspräsiLent Lobe ein Referat, das sich vor allem mit den Wehrfragen beschäftigte. Innerhalb der sozialdemolrat.schen Partei herrsche Einmütigkeit über die grundsätzliche Förderung deS Schlichtungsgedankens zwilchen den Völkern. Die Gegensätze der Auffassungen zeigten sich bei der Frage, ob die Reichswehr aufzulösen, ob Deutschland allein abrüsten oder die Abrüstung wechselseitig unter den Staaten zu erkämpfen sei, ob wir also gegen die Reichswehr oder um die Reichswehr kämpfen sollen. Löbe bekennt sich zu denen, die um die Reichswehr zu fämbfen gewillt sind. Selbstverständlich zwinge uns das Gebot der Sparsamkeit. unS aus Grenz- 'chutz und NeutralitatÄchutz zu beschränken, wobei es durchaus nicht notwendig sei. alle Rustungs- möglichkeiten des Versailler Vertrages auszunutzen. „Ich folge nicht." erklärte Lobe, „den. Gedankengängen Des Reichswehrminifters tu feiner es nicht schwer, das perfide Spiel Deutschlands zu enthüllen, da die Tatsachen und Zahlen für Polen sprächen. Die Deutschen in Polen hätten alles erhalten, was der Staat ihnen geben könne, während die polnische Minderheit in Deutschland nach wie vor dem Terror der preußischen Behörden ausgeliefert sei. Schließlich sei es leicht nachzuweifen, welche Rolle die mit deutschem Geld ausgestatteten deutschen und ukrainischen Verbände in Polen spielten. Für die Entlarvung des gegen Polen gerichteten perfiden und unehrlichen Spiels der deutschen sozialdemokratischen Re- rung sei somit genügend Material vorhanden. Man müsse es nur richtig anwenden und fid) nicht nur verteidigen, sondern zum Angriff übergeh e n, um der Welt über dis Rolle der deutschen Brandstifter im Offen Europas die Augen zu öffnen. pariser Freundlichkeiten. Paris, 18. Febr. (TU.) Die französische Presse widmet den Vorgängen in Polnisch-Oberschlesien weiter ihre Aufmerksamkeit. Die „Liber ts" meint, man hätte nach der Teilung Oberschlesiens durch ein Urteil, das eines Salomo würdig gewesen sei, glauben sollen, daß in dieser Gegend alles geregelt sei. Offensichtlich fei aber feine Verständigung möglich, wenn die Deutfchen nicht die Tatsache anerkennten, daß die polnische Ration für ihren Bestand ihre Gebiete wiederfinden müsse. Das Blatt wiederholt dis bereits oft zurückgewiesene An- §abe, daß auf deutschem Gebiet mehr polnische Minderheiten lebten, als deutsche Minderheiten auf polnischem Boden. Mit dem Schutz der Minderheiten habe Deutschland ein Agitationsmittel gefunden, dessen sich die mazedonischen Freischärler schon vor ihm bedient hätten. Die Verhaftung des Vorsitzenden des Deutschen Dolksbundes, Ulitz, werde das Aktenbündel Stresemanns vermeh- ren. Der Fall Ulitz gleich« den Fällen Ricklin und Rosts. Denkschrift über bi« polnische Frag«. Aber ich seh« doch, daß Polen sich durcheinenGe- waltstreichin den Besitz Der litauischen Hauptstadt Wilna gesetzt hat. daß Angrifse aus Ostpreußen und Oberschlesien denkbar wären, deren Abwehr man nicht als unberechtigt hinstellen kann. Otto Dauer sagt in einem Gutachten zur deutschen Wehrfrage, daß bi« Möglichkeit eines Konfliktes Polens mit Rußlanb bei englisch-französischer Waffenhilfe baS Problem Des Reutralitätsschutzes für Deutschland aktuell werben laste, wenn es bamit die Erhaltung einer Abwehrmöglichkeit zum Schuhe der Neutralität erwerbe." Zu b«n AuSeinander- setzungen in feinet Partei bemerkte Löbe, dbr Ablehnung der Reichswehr bebeute Ablehnung bet Regierungsteilnahme. Er selbst habe sich ost unter ben Gegnern ber Regierungstrilnahme sunben. Aber es gebe doch Situationen, in benen man sich bet Regierungsbeteiligung nicht entziehen fdnn«. • Auch die Breslauer Sozialdemokraten hatten genau fo wie zahlreiche andere Ortsgruppen der Sozialdemokratie zum Magdeburger Parteitag ein reichlich radikales Wehrorogramm ausge- arbeitet, der Reichstagsprösident Löbe steht gewiß nicht auf dem rechten Flügel der Sozialdemokratie, das radikale Programm der Breslauer Parteifreunde gefiel ihm aber deswegen nicht, weil feine Vorlegung in Magdeburg nur die Schwierigkeiten der Parteileitung, namentlich aber des Kanzlers und feiner Ministerkollegen vermehrt hätte. Es liegen ja ohnehin schon zahlreiche Anträge der ehemaligen Unabhängigen vor, die es den gemäßigten Elementen nicht leicht machen werden, den Parteitag vor Ueberftürgungen und unheilvollen Beschlüssen zu bewahren. Herr Löbe, der ein alter und erfahrener Taktiker ist, hat es verstanden, das Gesicht zu wahren; er hat zwar aus etwaige uns von Polen her drohende Gefahren aufmerksam gemacht, hauptsächlich jedoch den Gedanken in den Vordergrund geschoben, daß die Partei nicht gegen, sondern um die Reichswehr kämpfen müsse. In der Tat wäre den Sozialdemokraten nichts ange- nehmet, als eine Reichswehr, die, etwa wie die preußische Polizei, ihnen restlos ausgeliefert ist und sich nur aus Sozialdemokraten g u lamme n f e fo t. Gegen derartige Pläne kann man nicht frühgeitig genug Front machen. Die Reichswehr ist ein über den Parteien stehendes I n ° strument des Staates, sie dient der Allgemeinheit und nicht den einzelnen Parteien, sie darf infolgedessen nicht der Parieipolitik ausgeliefert und parteipolitisch durchsetzt werden. Oer Reichspräsident auf einem Empfang des hessischen Gesandten. Berlin, 18. Febr. (WB.) Amtlich. Anläßlich der Anwesenheit des hessischen Staatspräsidenten und der hessischen Minister in Berlin gaben der hessisch« Gesandte und feine Gemahlin heute abend einen Empfang in der hessischen Gesandtschaft. Der Reichspräsident war mit seinem Sohn, Oberstleutnant v. Hindenburg, erschienen. Ferner nahmen u. a. teil: Reichskanzler Müller und Gemahlin, der Apostolische Runtius Pacelli, fast sämtliche Reichsministet mit ihren Damen, Staatssekretär Dr. Meißner und Gemahlin sowie verschiedene Staatssekretäre mit ihren Damen und die stimmführenden Bevollmächtigten der Länder im Reichsrat mit ihren Damen. Aus aller Wett. Vie Lebensmittel- unb Sohlenverforgung auch weitet fichergeflellt. Das Nachlassen deS starken Frostes hat eS, wie uns aus Kreisen bei EinzelhandelSgemeinschast unb des KoblenhändletverbandS berichtet wirb, mit sich gebracht, bah das Stocken der Lebensrnittel- unb Kohlenzufuht nach den Stäbten zum Stillstand gekommen ist. Bereits am SamS- tag und Sonntag konnten die Zufuhren, insbesondere in Nord-, Wittel- unb Westdeutsch- lanb auf ihre alte Höhe gebracht werben. Aus ben mitteldeutschen und ostdeutschen Braunkohlenrevieren durfte bereits yeute Di« Arbeit, die infolge bet Kälte zum Teil zum Stillstand gekommen wat, In vollem Umfange wieder auf genommen werden. Es macht sich im Augenblick lediglich noch ein QU angel in der Kartoffelversorgung bemerkbar, der voraussichtlich auch noch infolge der großen Frostschäden auf dem Laride einige Zeit anhalten Dürfte. Wie aber bereits GnDe Der vergangenen Woche von den großen Lebens- Mittelhändlerorganisationen «rllätt worden ist, können die Ausfälle in der Kartoffelversorgung durch die reichlichen Zufuhren anderer Lebensmittel ausgeglichen werden, ohne Daß eine Verteuerung einzelner Lebensrnittel zu befurchten seü Die Folgen der KäUe in Westdeutschland. Der Sonntag brachte Tausende von Ausflug- lern nach den Tä'ern des Oberrheins und der Mosel, die sich das seltene Schauspiel der Vereisung ansehen wollten. In den Orten an bot* Mosel und bei Ahmannshausen veransta'trten die Wirte Gissest«. Zahlreiche Rheinschisfe IjaJen beim Abschleppen schwere Beschädigungen erlitten. Bei Engers und bei St. Goarshausen brachen zwei mit Eisen beladene Schiffe mitten durch unb versanken. Besonders hart von der Kälte finb die Großstädte im Wupper- t a l betroffen. Infolge des Bruches von zahl« reichen Wasserrohren wurde die Versorgung mit Wasser aus den Talsperren erheblich beeinträch- tigt. Der Wassermangel war in einem Vorort von Barmen so groß, daß die Bewohner den Schnee auftauen mußten, um den Haushalt mit Wasser zu versorgen. Besonders stark leidet Elberfeld am Wassermangel. Man befürchtet, daß Elberfeld, wenn die Kälte anhält, in den nächsten Tagen von jeder Wasserzufuhr ab- geschnitten sein wird. Die Stadtverwaltung hat deshalb angekündigt, daß sie bei weitetet Dauer der Kälte das Wasser rationieren wird. Sieben Kinder in das Lis des Maines eingebtochen. In Miltenberg war eine große Kinderschar auf dem Main und fand ihre Freude darin, auf dem kaum zugefrorenen Main in großen Gruppen von einem Ufer zum andern zu schreiten. Zahlreiche Erwachsene standen am linken Mainufer und sahen dem frohen Treiben der Kinder zu. Plötzlich krachte in der Mitte des Flusses die Eisdecks unb sieben Mädchen im Alter von 10 bis 12 Jahren versanken plötzlich in den kalten Fluten. Unter lauten Hilferufen versuchten die eingebrochenen Kinder an den Rand des Eises zu kommen, um sich dort zu halten. Aber immer wieder brach das Eis. Die am Ufer Stehenden versuchten sofort Hilfe zu bringen. Mit vielen Stangen unb Leitern näherten sich beherzte Männer der Bruchstelle und brachten sechs ber Opfer, die bereits steifgefroren waren, ans Land. Die zwölfjährige Tochter Marianns des Kaufmanns Paul Liebreich versank vor ben Augen ihrer Mutter unter bem Eise unb konnte bi» jetzt nicht gefunden werben. Aus der Suche nach den Berliner Tresor knacket«. Das Sonderbezernat für Gelbschrankeinbrüche b«£ der Berliner Kriminalpolizei, bas unermüdlich au der Aufklärung des sensationellen Bankeinbruches am Wittenberg-Platz arbeitet hat drei Drüber in ben Kreis ihrer Untersuchungen gezogen, gegen bie eine Reche von Verbachtsmomenten vorliegt. Es finb bies die Brüber Mar. Erich unb Franz Saß, von benen Max feit Ende v. I. ein Z i g a r r enge schäft betreibt, während feine beiden Brüder schon seit ungefähr fünf Jahren ohne jeglichen reellenErwerb sind, aber trotzdem über reichliche Geldmittel verfügen. Bei den Verhören machten oll« drei über den Ursprung ihres Besitzes die widersprechendsten Angaben. Haussuchungen förderten zahlreiche Schmucksachen sowie Ein bruchswerkzeuge zütage, an denen man Spuren eines kürAichen Gebrauches wahrncihm. Außerdem fand man einen Zettel, auf dem die Worte standen: „Suche Unterstellraum für einen ......- Es handelt sich bei den Verdächtigen um junge Leute im Alter von 23 bis 26 Jahren. Oie Wetterlage. UTörünF 3 Q rtonlaa d.18TeD.1929 j*aMS. ^5 C rtayen -V — ..... 3/ o nw gwrxcumi gwro. <> nfl» wetax. 9 • oeaecii • «eiew W Schm al'jooein. • "<6e eecen Stationen itencnden Zetten gexn die Temperatur en v>s Unten eerDmden Orte dut gleicht!» ■I n-treiaiveau teftdreea Wettervoraussage. Wettervoraussage für Mittwoch: Vielfach nebelig-wolkig, auch zeitweise aufhei- lernd, Frost noch gleichbleibend, bei nächtlichem Aufklaren sich wieder verschärfend, Vereinzelle, leichte Schneefälle. WitterungSausfichten für Donnerstag: Immer noch Frostwetter. ßufttemperatuTen am 18. Februar: mittags — 4,6 Grad EelsiuS, abends — 9,0 Grad Eelsius; am 19. Februar, morgens —6,6 Grad EelsiuS, Maximum —■ 5,0 Grad EelsiuS, Minimunz — 15.0 Grad EelsiuS. — Erdtemperatuten in 10 Zentimeter Tiefe. am 18. Februar: abends — 5,1 Grad Celsius, am 19. Februar: morgens — 5.2 Grab EelsiuS. — Sonnenscheindauer: 7 Stunden. r'°tOhn a|t* n >.JJ Ah «n s2- l5?6en ’Qrl toorlÄ' S^»Ä 6t: »Ä ^.Orten tm ^.r s^4Ä-fe Mr WfiS?*** i mäm ° öa" von ? Dupp^. Äöon zahl- cgjftn locherS tef LjC! 9i,®an befurch, Ä “fr JWW ob. adtvercM^g V « weiter« MVr "vnieren^Z, Hnts eingtbtt^x, Me Sinbtrjdjüt :. ökkude darin, aui ’n großen Qruppi-n '°ern zu schM. am linken Moinuict der Kinder zu. N°ß, 1 Visses die Eisdecke lon 10 bis 12 fahren füllen Wen. Unter ■ eingebrochenen ftin-- $u kommen, um sich iebtt brach das Eis. chten sofort Hilfe zu rnd ßeilcnt näherlen lchstelle und brachten steifgefroren waren, ’ Tochter Marianne versank vor den Eise und konnte bil irrer Tresorknackern. ldschrankembrüche bti das memüdlich an teilen Bonkeinbruches hat drei Brüder ungen gezogen, gegen nomeMen vorlie^t. Es rich und Franz Saß, 3. ein Zigarren- feine beiden Brüder n ohne jeglichen r trotzdem über rech »en Derhören mochten ihres BWs die m- usjuchungen törber/M chen sowie E'k oe, an denen mn ebrauches ** Zettel, ouf .dem d,c tcrstellraum für einen den Bertächtigen um 3 bis 26 2ah«n. M- x* T-lY * it’V** /3 ‘ MW ivch /hei nach'Ie, zAL |it ,*8r=Weiltt, «t «iti, it K Aus der Provinzialbauptstadi. Drehen, den 19. Februar 1929. Fabrikdirektor May t. An der Grippe mit nachfolgender Lungenentzündung ist gestern vormittag nach achttägigem Krankenlager der Fabrikdirektor Friedrich May im 69. Lebensjahre verstorben. Der Heimgegangene erblickte am 22. April 1859 in Augsburg das Licht der Welt. Dein Vater entstammte einer alteingesessenen Gießener Familie, während seine Mutter eine Augsburgerin war. Schon als kleiner Junge kam Friedrich May mit seinen Eltern nach Gießen. Hier besuchte er mit hervorragendem Erfolge die Realschule. nach deren Absolvierung er in die damalige Weinhandlung Zinßer & Schmidt als kaufmännischer Lehrling cintrat, und der er auch später iwch als junger Kaufmann seine Kraft widmete. Anfangs 1584 trat er in die Firma Hcyligenstaedt & Co. ein. 3m 3ahre 1885 wurde er Prokurist dieses Unternehmens. anläßlich des Jubiläums seiner 25- jährigen Wirksamkeit in der Firma Heyl'.grn- staedt wurde er zu deren Direktor bestellt. Diese Stellung hatte der Verewigte bis an das Ende seiner Tage inne. In seinem beruflichen Wirken nxir er stets ein Mann der höchsten Pflichterfüllung, der seine Kraft voll und ganz für seine Aufgaben einsetzte. der aber auch stets darauf bedacht war, durch gütiges und verständnisvolles Eingehen auf die Wesensart anderer ein sehr harmonisches Verhältnis zu allen seinen Mitarbeitern in den Bureaus und in den Werkstätten herzustellen. Mit besonders schmerzlicher Anteilnahme wird daher in dem älntenrehmen das Hinscheiden dieses ausgezeichneten Borge- sehteu und herzensguten Menschen allenthalben bedauert. Außerhalb seiner beruflichen Pflichten widmete sich der nun Verewigte mit voller Hingabe dem Dienste an seiner Kirche. Gr gehörte über drei Jahrzehnte dem Vorstände unserer Katholischen Kirchengemeinde an, für die er in rastloser, eifriger Mi arbeit Hervorragendes geleistet har. Er nahm es mit der Erfüllung seiner religiösen Pflichten sehr ernst; nicht nur Sonntags, sondern auch an Werktagen besuchte er vor dem Beginn seines Tagewerkes den Frühgottesdienst in der katholischen Kirche, um sich hier am Gotteswort zu stärken für sein berufliches Schaffen. Große Mildtätigkeit, das Wohltun in der Siilte, zeichnete ihn in vortrefflicher Weise aus; vielen Armen unb Bedrängten ist er allezeit ein opfer- ireudiger, gern gebender Helfer gewesen. Ferner wirkte er seit neun Jahren als Mitglied der Industrie- und Handelskammer Gießen im vfsent- lichen Dienst, seit 1925 war er Handelsrichter, seit 1925 stellte er auch als Mitglied des Pro- vinzialtages der Provinz Oberhrssen seine Kraft in den Dienst der Allgemeinheit. Auch bei diesem ehrenamtlichen Wirken lieh er sich stets von vornehmster Pflichtauffassung leiten, die nur das Beste für die Sache erstrebte. So wird die Person des Entschlafenen weit über den Kreis ihres beruflichen Schaffens hinaus allezeit in bester Erinnerung und in hohen Ehren dem Gedächtnis der Lebenden eingeprägt sein. Die neuen Warnkreuze an den Bahnübergängen. WSW Sofort nach Beendigung der Frost'- Periode wird im Bezirk der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. mit der Aufstellung der neuen Warnkreuze an den Bahnübergängen begonnen werden. Rach Verfügung der Hauptverwaltung der Reichsbahn an die Direktionen soll die Durchführung der neuen Markierung so rasch als möglich erfolgen, so daß sie bis zum Einsehen des stärkeren Kraftwagenvertehrs fertig ist. Im Frankfurter Direktionsbezirk sind im ganzen 2553 Tlebergänge vorhanden, wovon zirka 1100 mit Schranken, die weiteren ohne Schranken sind. Zunächst sollen 6ic_ besonders stark befahrenen unö die Wegeübergänge ohne Schranken mit den neuen War- nungslreuzen versehen werden. Bei dieser Gelegenheit darf in Erinnerung gebracht werden, dah in Tlebereinstimmung mit den Erfahrungen im ganzen Reich noch der letzten Iahreszäh- lung im Frankfurter Direktionsbezirk von zusammen 40 Unfällen an Straßeirübergängen nur 10 auf Llebergänge ohne, die weiteren 30 auf älebergänge mit Schranken entfallen. Die rasche Durchführung der neuen, stark ins Auge fallenden Markierung der Bahnübergänge ist sehr zu begrüßen, da man sich von ihr eine beträchtliche Reduktion des Gefahrenmomcnts versprechen darf. Besonders dankenswert ist das dadurch zum Ausdruck kommende rasche Eingehen der Reichsbahn-Hauptverwaltung auf die Vorschläge de§ ADAC., der die neue ^lebergangs» marlierung in her zur Ausführung kommenden Form der Reichsbahn im Herbst letzten Jahres vorgeschlagen hat. Musikalische Passionsandacht Die M a rk u s ge me i n de veranstaltete am Sonntagabend in der Sladttirche eine musikalische Passionsandacht. die den Besuchern zu einem starken seelischen Erlebnis wurde. Die geistliche Feierstunde stand unter dem großen Leitgedanken der Passion „Ser am Kreuz ist meine Liebe!" Man hörte auf die Passionszelt abgestimmte Kompositionen von Wilh. Rudnick, Ioh. Wolfg. Franck. D. Arnold Mendelssohn, Ioh. Seb. Dach. W. A. Mozart, Lorenz Spengler, Ago- stino Steffani und Dietrich Buxtehude. In den Dienst der edlen Sache hatten sich als Mitwirkende gestellt: Frl. Christlene Partenheimer, Gießen (Sopran); Frau Berta Stock. Würzburg (Alt): Musillehrer Franz Bauer jun.. Gießen (Violine); Studienassessor Knaus. Gießen (Violine); Stadtorganist Heinz Simon, Gießen. Das Eingangs- und das Schlußgebet sprach Pfarrer Becker. Violine und Or;d leiteten die musikalische Andacht in feierlicher We'.se ein, dann reihten sich in wechselnder Folge gesangliche Darbietungen und Violinvvrträge, stets begleitet auf der Orgel, sowie ein Diolinsolo und ein Orgelsoko an. Die Gemeinde selbst wurde durch Gesang mitwirkend in das Handeln des Abends eingeschaltet. Die Darbietungen der Solisten ftanhen auf hohem Niveau. Frl. Partenheimer als Sopranistin gab gesanglich recht Beachtenswertes, leider war die Dame aber sprachlich nur schwer verständlich. Die Altistin. Frau Stock, wurde ihrer Aufgabe nach jeder Richtung hin vollkommen gerecht. Musiklehrer Franz Dauer jun., Stud'enesscsso: Knaus und Stad - organist Simon boten auch bei dieser Veranstaltung wieder, wie vor einigen Wochen gelegentlich der musikalischen Feierstunde der Matthäus- gemeinde, prächttge Gaben ihrer gereisten Kunst. Alle Mitwirkenden dürfen des Dankes der Gemeinde. der sie diese wertvolle Passionsandacht bereiteten, versichert fein. Festkommers des £. V. C Gießen des Verbandes dcr Turncrfchaften auf deutschen Hochschulen. Am Samstag feierte der neugegründete L. V. C. Gießen des Verbandes der Turner- schaften auf deutschen Hochschulen diese Gründung durch einen Festkommers im Gasthof Hindenburg. An ihm nahmen Se. Magnifizenz der Rektor der Ludwigsuniversttät, Professor Dr. Herzog, mehrere Dozenten, die Ehrenmitglieder der Turnerschaft Hasso-'Rassovia sind, und andere Ehrengäste teil. Die Turner-- schaften im D. C. der 11 niiaetfitäten Marburg, Frankfurt und Darmstadt hatten zur Feier Vertreter entsandt. Der Verlauf des Kammer'es betnteS, wie die in den letzten Jahren veranstalteten Turnerschaster- tage der erwähnten Universitäten, den innigen Zusammenhang in dem großen. 89 Turn erschossen zählenden Veraande und die enge Derbuirdenheit der Turnerschasten der Hochschulen Marburg, Gießen, Frankfurt und Darmstadt. Die Festrede hielt Professor Völzing, A. H. Hasso-Rassoviae. Mit Worten freudiger Genugtuung erwähnte er die infolge der Aufnahme der Turncrschaft Arminia erfolgte Gründung des Gicßcner L. V. E.. der. wie die Stärke der beiden hieiigen Turnerschaflen betonte. eine lebenskräftige Entwickelung verbürge. Seine Ausführungen über Ziele und Zwecke des festgefügten Turnerschaftervcrbandes gipfesten in einer eindringlichen Mahnung an Oie alten und jungen Turnerschaf ter, die Zeichen der Zeit zu verstehen. mit richli 3er Ertenvlnis der Levensnot- wendi gleiten unser deutsches Volk zur inneren Geschlossenheit und zu starkem Rationalgefühle zu bringen. Das sei eine der wichtigsten Aufgaben der zur Führung berufenen, im ureigenen Wesen deutschen Männer. Aoer nicht mit Worten. nein, in zielöewuhter. stiller und vorbild- licher Arbeit könne dies erhabene Ziel erreicht werden. Der Redner schloß mit den Worten: .Ihr Turnerschafter. ob alt, ob jung, Aeigt durch die vorbildliche Tat in eurem Berufsleben, in den Jahren eurer Entwickelung, daß ihr alle durchdringen seid von dem festen Glauben und der zuversichtlichen Hoffnung, das deutsche Volk fei trotz aller Rot und Verkümmerung politischer Freiheit eines großen Teiles unserer deutschen Voltsgenossen in seinem Wesen und seiner Bildung noch zu weltgeschichtlicher Bedeutung berufen. Der mit warmer Begeisterung auf die gedeihliche Zukunft unseres Vaterlandes von den Fest- teilnehmern geriebene Salamander bewies, daß die Worte des Redners den alten und jungen Turnerschastern aus der Seele gesprochen waren. Die Ansprache des Rektors oetonte gleichfalls in längeren Ausführungen die große Verantwortung und Verpflichtung der deutschen Aka- demcker. die in pflichtbewußter, zäher Arbeit für das Wohl unseres Volkes zu wirken berufen seien. Die Rede Sr. Magnifizenz, die mit großem Beifall ausgenommen wurde, zeigte die in ihrer Auffassung von der Verantwortlichkeit, innerlich starke Verbindung der Lehrenden und Lernenden unserer Hochschule.. Der Festlommers nahm einen erhebenden und würdigen Verlaus, und mit berechtigtem Stolze verbrachten die A. H. A. H. und aktiven Turner- schoflen Stunden innerer Erhebung imb treuen Etemeinschaftssinnes. Taten für Mittwoch, 20. Februar. Sonnenaufgang 7.05 Uhr, Sonnenuntergang 17.23 Uhr. — Mondaufgang 12.48 Uhr, Monduntergang 5.33 Uhr. 1751: der Dichter Johann Heinrich Doh in Sommersdorf gebaren; — 1810: die Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hafer und Peter Mayr erschossen; — 1920: der Palarforscher Robert Peary in Washington gestorben; — 1926: der Chirurg James Israel in Berlin gestorben, Gießener Wochcumarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 biS 140, Wirsing 30 bis 35, Weiß- kraut 20 bis 25, Rotkraut 30 bis 35. gelbe Ruben 20 bis 25. rote Rüben 15 bis 20. Spinat 50 bis 60. Unter-Kohlrabi 10, Grünkohl 35 bis 40. Rosenkohl 65 bis 70, Feldsalat 200. Tomaten 80 bis 90. Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 50 bis 120, Schwarzwurzeln 50 bis 70. Kartoffeln 51/e bis 6, Acpfel 20 bis 40. Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Tauben 80 bis 85, Rüste 70 biö 80 Pf. das Pfund; Eier 18 bis 20, Blumenkohl 70 bis 140, Salat 40 bis 45, Endivien 40 bis 60, Lauch 15 bis 25, Rettich 10 bis 20. Sellerie 10 biö 50 Pf. das Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Flachsmann als Erzieher", 20 bis 22'/« Uhr. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Liebfraumilch". - Astoria-Lichlspiele: „Der Gefangene auf der Teuselsinsel". — S tadtthea ter Gießen. Aus dem Stabttheaterbureau wird uns geschrieben: Als 3. Tag des Kammerspielzyklus (zusammen mit dem Goethe-Bund Gießen) wird das Theater der musikalischen Komödien Berlin von Dr. Erich Fischer gastieren. Es werden die zwei Einakter „Eintracht ernährt" und „Das alte Lied" von Fischer auf geführt. — Heute „Flachs- mann als Erzieher". Mittwoch „Olympia" von Molnar, Gastspiel von Auguste Prasch-Greven- berg. — Universität: Vortrag Dr. Karl R i t • ter. „Probleme der nwdernen Dramaturgie", 8.30 Uhr. ** Militärische Besichtigung. Gestern nachmittag traf der Infanterieführer V, General- major Fleck aus Stuttgart, zur Besichtigung unserer Garnison hier ein. Um 4 Uhr stand das gesamte Bataillon auf dem Hose der Zeughauskaserne, wo es von dem General begrüßt wurde. Im Anschluß daran fand vor dem Infanterieführer Parademarsch statt. Heute morgen wohnte Generalmajor Fleck dem militärischen Dienst bei, anschließend wurden die Unterkünfte der Mannschaften besichtigt. Der General verläßt heute nachmittag Gießen wieder. ** Neuernennung des Schlichters für den hessischen Schlichterbezirk. Infolge der Vereinigung der Schlichterbezirke Hessen und Hessen-Nässau zu einem Schlichterbezirk Hessen scheiden die bisherigen Schlichter, Oberegierungsrat Dr. Bernheim im hessischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft in Darmstadt, und Gewerdero> Schilling in Frankfurt a. M. mit Ende Februar aus dielen Aerntern aus. Zum Schlichter für den Bezirk Hessen wurde mit Wirkung vom l.März ab Negicrungsrat Dr. K 0 l l a t h bei der Negierung in Kassel, bisher ständiger Stellvertreter des Schlichters für Hessen-Nassau, bestellt. >* Die Wahlen zur Landwirtschafts t a m m c r. Im heutigen Anzeigenteil wird von der Stadtverwaltung die Offenlegung dcr Wählerlisten für die Wahl zur Landwirtschaftskammer angetüm digt. Interessenten seien auf die Bekanntmachung hingewiesen. 0< Das Omnibusunglück bei Leiden- hofenvorGericht. Im Herbst vorigen Iah- res verunglückte ein Omnibus des Zweckver» bandS Wieseck—Alten-Buseck auf einer Aus- slugsfahrt in der Rähe von Leidenhofen (Kr. Marburg) dadurch, daß an einer abschüssigen Stelle die Bremsvorrichtung versagte. Der Wagen überschlug sich, wobei jedoch wie durch ein Wunder der größte Teil der Insassen nur leicht verletzt wurde. Rur der Führer wurde schwer verletzt. Gestern hatte sich dieser vor dem Schöft fengericht in Marburg zu verantworten, weil er gewußt haben soll, daß die Bremsvorrichtung nicht ordnungsgemäß arbeitete. Das Urteil lautete auf 3 Monate Gefängnis. Es wurde jedoch Bewährungsfrist bet Zahlung einer Buhe von 300 Mark zugebilligt. ** D i e Elektrizität im Haushalt. Un fere Hausfrauen seien noch einmal auf den am morgigen Mittwochabend in der Neuen Aula der Universität stattfindenden Dortrag der Frau von N e 11 e l b l a d t über das Thema „Wie gestaltet die Elektrizität den Haushalt gesünder und angenehmer?" hingewiesen. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsverbandes des deutschen Elektro-Inftallatlons gewerbes will mit diesem Dortrage allen Hausfrauen und Haushaltungsvorständcn Gelegenheit zur eingehenden Unterrichtung über die Vorteile der Elek- trizität im Haushalt geben. Man beachte die heutige Anzeige. RDV. Dorverkaufte Plätze in l) - Zü - aen werden gekennzeichnet. Einzelne Reichsbahndirektionen hatten schon' versuchsweise diejenigen Plätze der O-Züge, für die Platzkarten entnommen worden waren, durch kleine Anhängezettel am Gepäcknetz direkt über dem Platz als vor- verkaüft gekennzeichnet. Die Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft wird nunmehr durchweg die vorbestell ten Plätze in den V-Zugwagen außer auf den Nummerschildern an den Abteiltüren in Zukunft auch noch im Abteil selbst durch die genannten Anhängezettel mit entsprechender Aufschrift kennzeichnen. Diese Anhängezettel werden auf den Abgangsbahnhöfen durch das Bahnpersonal am Gepäcknetz befestigt und nach Prüfung der Fahrkarte während der Fahrt durch das Zugbegleitpersonal wieder abgenommen. Die Durchführung dieser Maßnahme auf dem gesamten Gebiet der Deutschen Reichsbahn soll spätestens bis zum 15. Mai, d. h. dem Beginn des Sommerfahrplans, erfolgen. " Schützt das WildvordemHunger- t 0 d ! Der Deutsche Touring-Club richtet an alle Kraftfahrer die Bitte, bei Fahrten über Land Bündel Heu, die man in jeder Ortschaft für wenige Pfennige erhalten kann, an geeigneten Stellen aus den Autos zu werfen, um dem vom Tode deS Verhungerns und Erfrierens bedrohten Wildbestand unserer Heimat zu hel- fen, den schweren Winter zu Überstehen. Die Frau merkt's nicht, daß Du viel gernudn hast, wenn Deine Stimme klar bleib . Dies erreicht Du durch Gebrauch von Fan s ech.en Sodener Mineral-Pnüillen. >dl8V DURCH \PRE!SE PM. 0,20-1,20 SCHMERZLOSES RASIEREN VORHERIGES EINREIBEN NIT 3J4V fr’rübjah« sknr tür Nervenkranke u.Nervös-Erschöpfte. SpezlalknranstallHothetm im Taunus bei Frankf.a.M. — Prospekte durch Dr. M. Schulze-Kahteyss, Nervenarzt. ::::: ME 7a .,W2.n SS MM :::::::: MMM M.: WM :::::::::::::::: :::::::: WWW ■ WWW —— — 4 EKKF 5^ .-- UDWWM :::::::::: - < -...... MW ör. B Gießen, den 18. Februar 1929. 6R96 141 >D Verein für katholische Kaufleute n. Beamte, Gießen Gießen Herborn 149 >D Nachruf. Gießen, den 18. Februar 1929. I490D Gießen, den 18. Februar 1929. Verschiedenes, 1514D Di t Stellengesuche) ,M*D »6» SS nefntbt 0701 tot? 1489D 2 ■3td Kapelle in der rung bei toft toani und dir rttcbi au jun,,, das kochen kann, für den Haushalt gesucht. Grünewald. BahnhofstraKe -7. lui Stolontohü -Geschäft. veil len <$in ja VMÄ Ichde tf ü W öelel eS er blieb Hera Der, auch emx Uffl( vor SvS aber. tidlk D« jtrtefl 6in: Anisiditsral und Vorstand der BesliOenstaedt 4 Comp. Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei, Aktiengesellschaft ttut! foW Dr Pri M Gießen, Oberhausen, den 18. Februar 1929. Beerdigung: Donnerstag, den 21. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der des Neuen Friedhofs aus. — Seelenamtt Donnerstag, vormittags '/,8 Uhr, Katholischen Pfarrkirche. Man bittet, von Beileidsbesuchen abzusehen. r Vie SW 4en Lo denkt Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Iförr Heinrfcii HUrr Eli-abetha Kröck geb. Höre llhelm Hahn. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20. Februar, nachmittags um 2M9 Uhr. vom Sterbehau». Bachstraße 31, aus statt . Die Belegschaft der Heyligenstaedt ieugn^ Stelle au» vertonen- oder Reisewagen. Auüie fftiniL fiteoara ure.l selbständig aus. Schristl. Angeb. mit Geb ltrangabe unt. 0697 au den G. 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Geradheit des Wesens, gütiger Sinn und starkes Pflichtbewußtsein zeichneten ihn in hohem Maße aus, er wußte sich Achtung, Anerkennung und Freundschaft aller derer, die mit ihm In Berührung kamen, zu sichern. Sein Andenken wird bei uns unvergänglich in hohen Ehren fortleben. ' WWZ^i Wingert, billig zu verkauf. Nab. *• Ö. Baer. DfianL 29. 18/60 P to Adler 6—7 Sih. nut Ank» sitz, (hach Gallon fnit neu. 4-Rad-Breude, I uexiic irri, aus erüci Hand, maschinell erstkiass.. zu le- oem mönl Gebot au ueit Oft. ii. k. C. L 7459 durch Rudolf Messe. Frankfurt a. M. > “V | Vermietungen | Fens. Brandl Sonn. möbl. Zimmer, cnleEflene. Tel. 1685 Schäa möül- Zimmer Nahe der Klin.ken au oeiinieeit. Zu erir. in der Geschst. d. Gteg.Anr. 0688 tlrdentltchcs Mädchen 15-17jahr. kur ofort oder 1. Avril nach Bad - Naube.m in kl. Haushalt gesucht. Stitdienrat Dr. Otto Gan* Eleonorenring 46. Ordentliches, nicht AU junges [1488D Mädchen zum 1. 8. 29 gesucht. Frau M. ifob. 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Hie»« ZE W!iM : M«K Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 42 Zweiter Blatt Dienstag, (9. Februar (929 ■BHE Amerika und die deutsche Einwanderung. GS ist für Denjenigen, Der Die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Amerikas auS eigener Anschauung genauer kennt, recht unerfreulich, beobachten -u müssen, wie wenig man eigentlich in Deutschland Darüber Bescheid werft, wie in Amerika Gesetze zustande kommen und wie gering im allgemeinen das Interesse an Dingen ist, die unS sehr stark angehen. Seit geraumer Zeit wird im Amerikanischen Kongretz und in der Oessentlichkeit ein heftiger Kampf zwischen den fremdenfeindlichen Elementen und den Befürwortern einer verständigen Einwands- rungspolitik auSgefochten, ohne dah man sich bei unS viel darum gekümmert hat. Erst ein neue« Zwischenstadium, daS in Den letzten Tagen entstanden ist, hat einige Aufmerksamkeit erregt. Die Sachlage ist die folgende: Aoch unter der Kriegspsychose war im Jahre 1924 ein neues SinwanderungSgesetz angenommen worden, daS Die Quoten Verteilung für die verschiedenen Nationalitäten auf eine andere Grundlage stellte. Bisher hatte der Anteil der verschiedenen Nationalitäten an der Zusammensetzung des amerikanischen Döllerge- mischS nach Maßgabe der letzten Volkszählung gegolten^ Die Volkszählungen finden alle 10 Jahre am Ende eines De- zemiiumS statt. ES war also Anfang dieses Dezenniums eine Neuverteilung der Quoten auf Grund der Volkszählung von 1920 fällig. Nun wurde statt dessen der Grundsatz ausgestellt, es solle nicht der in der Volkszählung festgestellte Wtteil einer bestimmten Nationalität, also der Prozentsatz der noch im Ausland geborenen Männer und Frauen, sondern die Gesamtzahl der Gingewanderten einer be- stinunten Nationalität matzgebend sein. Nun weist die Sinwanderungsgeschichte der Vereinigten Staaten eine sehr starke englische Einwanderung für längere Zeit auf, Da ja die ursttünglichen Kolonien zum größten Teil von Engländern gegründet waren. Außerdem war man gewohnt, die i r i s ch e Einwanderung als englisch sprechend auch der cnal. Nationalität zu- zuzäblen. Im Lauf der Zett jedoch lieh die englische Einwanderung nach, und sie wurde an Starke zunächst abgelöst von der deutschen und skandinavischen. Neben dieser standen in zweiter Linie Einwanderer romanischer Herkunft, auherdem Griechen. Die letzte starke Einwanderungswelle kam auS den slawischen Ländern, unter einer sehr staken Beimischung jüdischer Elemente. Solange die germanische Einwanderung überwog, war auch die Gewähr vorhanden, dah der sich bildende Volkscharakter im Grunde germanisch sein werde, wobei sich bereits starke Änterschiede gegen den rein englischen abhoben. Nun gab einmal die sich immer stärker regende Antipathie gegen romanische und slawische Einwanderung. dann aber auch der Haß gegen alles Deutsche den Anstoh zum Erlaß jenes Gesetzes von 1924, durch das die englische Ein- wanderungSquote stark heraufgesetzt, die deutsche dagegen um die Hälfte vermindert wurde. Bald erkannten die Politiker, einen wie schweren Fehler sie damit begangen hatten, und eS wurde zunächst durch eine gemeinschaftliche Resolution deS Kongresses das Inkrafttreten des Gesetzes um ein Jahr verschoben, um eS entsprechend ändern zu können. Die Aenderung blieb auS. weil sich niemand an die heikle Arbeit herantraute, und so wurde immer wieder Verschiebung um ein Jahr beschlossen. Das sollte auch in diesem Jahre der Fall sein, aber unerwarteterweise haben die Gegner der Einwanderung überhaupt die vorgerückte Zeit unmittelbar vor Schluß des Kongresses zu einem neuen Vorstoß bmurtzt, und zunächst im Senatsausschuh die abermalige Annahme der Resolution verhindert. Krähentod. Don Otto Ehrhart, Dachau. Wo die Amper durch das Rohrland geht, zwischen Binsen und den weißblühenden Aehren deS Schills, sägt das Gis. Die Luft rüttelt förmlich vor Kälte. Wenn einer so warm angezogen ist, wie ich, satt zu essen, zu trinken, zu rauchen und daheim eine gute geheizte Stube hat, müßte er eigent- lich zufrieden sein. Aber so gern ich sonst mit dem Winter raufe, heut werd' ich nicht froh. Der Himmel ist bis zum Rand mit Traurigkeit erfüllt. Hinter allem spürt man die Not. Vorhin sah ich ein paar Vagabunden aus der Landstraße tippeln, der eine hatte halbe Schuhe und der andere keinen Mantel an. Dabei haben wir fünfundzwanzig Grad Kälte. Man kann ja nicht jedem helfen, man tut was man kann, aber — Helf uns Gott! — es laufen zu viel auf den harten Straßen herum. Menschen — Brüder, für die der Himmel grauer ist wie für mich. Wir wollen gar nicht weiter darüber reden... • Hinter dem Amperwald — bei den Brüchen mit den Kümmererlen und den frostumsponnenen Rotweiden, die wie große, weihe Korallen sind —, beginnt das Moor. Abends, toerm die Sonne untergeht, schimmern sie rot, und ringsum dampft dann das Moor wie Blut. Wer will eS noch glauben, daß dort im Sommer eine hohe, grelle Sonne stand, unter der sichs tausendfältig regte ? Wo sind die blauen Tage $tn? Ich weiß um einen Goldmorgen, da stand das Gebirge so nah, dah man im Wetterstein und im Karwendel jede Felswand sah. Seit Wochen sind die Berge wie versunken. Aber wenn einer die Macht hätte, dort hinten die grauen, dicken Schleier zu heben, läge es da — tiefblau, sonnig und strahlend. Wie ein Märchen . , . So trüb verrinnt jetzt jeder Tag. Wan geht und denkt und sinnt, man geht den Tag zu Ende. Wie eben jetzt. Genau so. Was haben die DirLen bloß für Laub geschlagen? Hunderte von schwarzen Vögeln müssen dtp schwachen Zweige leidem Steif und stumm, mit aufgeplusterten Federn erwarten die müden KrAhen die Nacht. Fallaub ist das. Ich weiß eS ja. Sie tragen nicht umsonst die Auwe des Tvde?. Heute morasn fand ich yjele Krähen im Schnee. Der Frost hatte ihre ruppigen Mäntel mit Ornamenten befttckt, so schön, tote sie fein Bischof hat. Schon Präsident Tvolidge hat sich mehrfach für eine gründliche Aenderung des Gesetzes ausgesprochen, und sein Nachfolger hat daS bei Annahme feiner Präsidenllchastskandidatur gaiu besonders wiederholt. Infolgedessen wird jetzt ein neuer Versuch gemacht, den Fehler auSzu- bessern, und man darf annehmen, daß sich Hoover, der so wie so in diesen Tagen nach Wa- Än zurücSehrt, um sein Kabinett zusammen- n, mehr um die Angelegenheit kümmern wird. Wenn es ihm nicht gelingt, seinen Einfluß hn Senat entsprechend geltend zu machen, dann bleiben ihm drei Wege übrig: Die neue Quotenziffer muß vom Präsidenten vor dem L April verkündet werden, und eS ist völlig nebensächlich, ob das durch Coolidge oder Hoover geschieht. Die radikalste Maßnahme wäre eine sosortige Einberufung einer Extrasession des neuen Kongresses unmittelbar nach dem 4. März, waS jedoch Präsident Hoover schwerlich tun wird. Ferner könnte er in seiner Red« bei seiner Amtseinführung am 4. März die Wichtigkeit einer verständigen Regelung der Einwanderung betonen, und die Erfüllung seines Wahlversprechens in Aussicht stellen. Das gleiche würde er bei seiner ersten Jahresbotschaft an den Kongreß, bei dessen regelmäßigem Zusammentritt am ersten Montag im Dezember wiederholen, und dann hätte er Zeit und Mittel, seinen Willen durch- Ä. Das ist der wahrscheinlichste Weg. Wir also, wenn nicht Hoover jetzt noch im Bunde mit Eoolidge einen sehr starken Druck ausübt, damit rechnen müssen, daß für ein Jahr die für unS ungünstige Einwanderungsquote vom 1. Juli ab Geltung haben wird, hossentlich und wahrscheinlich aber nur für ein Jahr. Ihre verkrampften Füße starrten gen Himmel, und eine hatte sich eine feine, weiße Blüte gepflückt. Eine seltsame Totenblume, die sie wie bewundernd weit von sich hielt, Als etwas wunder- feines! „ Hunger!" dachte ich. „Die weihe Not!" Ab« wie ich dann drüben am Waldrand die frischgestreuten Dunghaufen mit dem Rinderblut dazwischen sah, wußte ich, was es war: „Gift!" » Aus Den Abendnebeln des Flusses steigen Drei Krähen. Schwer schlagen die Schwingen Die Luft. Es ist sicher nicht leicht, Durch die zähen, eisigen Nebel zu fliegen. Sie streichen ohne Hast über mir Hin, aber balD bleibt eine zurück, taumelt unb stürzt Dann jäh in Den auf staubenden Schnee hinab. „Arrh — arrh!" Die andern fliegen weiter, als hätten sie nichts gehört. Sine Weile hockt der Vogel still im Schnee. Er versteht nicht, was mit ihm los ist. Wieder lüftet er Die Schwingen, schlägt und schlägt und schlägt, daß die Schneekristalle fliegen. — Aber er ist kaum ein paar Meter weit gekommen. Krähen sind merkwürdige Geschöpfe. Wesen zwischen uns und unerforfchtichen Tiertiefen, deren Klugheit mir oft unbegreiflich ist. Ihr Denken gleicht Dem Der Menschen. Die da sinnend über ihren Leiden sitzt, hat plötzllch die ganze Tragik ihres Schicksals ersaht: „Gift!" „Fort von hier! Nicht sterben!" Die Füße trommeln in tollem Takt, Die Schwingen brausen, wie ein Lappen vor dem Sturm fegt sie uncher. Umsonst? Endlich begibt sich das qualvolle Kreisen. Mit ausgebreiteten Flügeln stürzt sie in Den Schnee. Den Kopf aber hat sie steil erhoben — erd- ent rückt —, als fühlte sie schon den schweren Zug Der Erde. Es ist Dünner geworden. Eis bellt. Lichter zucken am Rande Der Weite Da — Schwingenschlagl Hoch im Nebel ziehen Krähen. Die Scharfhömge wirft sich auf, stößt Den Schnabel vor und ruft: „Arrh — arrrh! Freunde! Brüder!" SchwingenschLag und Schattenflucht. „Freunde! Brüder!" Leer ist Der Nebel... Reglos wie ein Mersch, der'S nicht fassen kann, hockt/sie Da. Jetzt sinkt der schwere Schnabel gyf Die Brust. Weich wehen Die Flügel. Sie fällt auf den Rucken. Füße zucken. Augen löschen aus. Die Dacht steht Da. « Ein Bankier vom alten Schlag. Gart Zürstenbergs Ausscheiden aus der Berliner Handelsgesellschast. Don Herbert Ruland. Die Gerüchte über Das Ausscheiden Carl Fürstenbergs aus Dem Vorstand Der Berliner Handelsgesellschaft, Die er seit Dem Jahre 1883 geleitet hat, find nun offiziell bestätigt worden. Fürstenverg wird im 23er- roaltungsrat Der Bank Den Platz einnehmen, Der durch Den Tod von Felix Deutsch freigeworden ist. Unter den vielen Geschichten, die man sich von Dem großen Bankier und Wirtschaftsführer Carl Fürstenberg, erzählt, gibt es eine Anekdote, die wahr fein kann, aber dennoch auf Die überragende Persönlichkeit ein falsches Licht wirft: Auf Dem Weg in Die Bank wurde Fürstenberg» eines Tages in der Berliner Friedrichstraße von einem Platzregen überrascht: er trat deshalb rasch in Castons Panoptikum, das es damals noch gab, und besah sich Die Wachsfiguren. Neben ihm ftanD ein Mann, besten Aeußeres wenig Vertrauen einflößte, unD der ihn fragte, wie spät es sei. „Bemühen Sie sich nid)t/ meinte Fürstenberg freundlich, „ich bin ja selb st Bauernfänge r . — Man kann dem Leiter der Berliner Handelsgesellschaft diese Antwort zutrauen, muß ihn aber gegen diese Selbst- kritik nachdrücklich in Schutz nehmen. Denn der geistreiche Mann, der stets ein treffendes Para- doxon zur Kennzeichnung einer Person ober einer Situation gefunden hat, ist sein ganzes Leben ein Bankier mit reiner Weste, ein durch und durch anständiger Kaufmann gewesen, also das Gegenteil eines Bauernfängers. Die Börse liebt ihn nicht nur wegen seiner zahllosen witzigen Bemerkungen, unter Denen man sich auch heute noch gern des Satzes erinnert: „Die Dividende ist Der Teil des Gewinns, Der sich beim besten Willen nicht mehr verstecken läßt." Die Börse hat auch stets ein fast unbegrenztes Vertrauen zu seinen Geschäften gehabt und dadurch mancher Emission, die die Berliner Handelsgesellschaft ohne Zusammenarbeit mit den Großbanken durchgeführt hat, zu einem über- raschenden Erfolg verhalfen. Wenn Der Achtundsiebzigsährige sich jetzt zur Ruhe setzen wird, so verliert Die Bankwelt nicht nur ihren witzigsten Kopf, Der einmal als stets wirksames Rezept gegen Langeweile empfohlen hat: „Man unterzeichnet einen recht großen Dreimonatswechsel, und man wird sich wundern, wie schnell die Zeit vergeht." Es verschwindet mit ihm auch bet letzte Bankier vom alten Schlag, die Hührerpersön- l i ch k e i t, Deren Individualität am ausgeprägteren war, Der Mann, dessen Geschäfte nie ins Breite gingen und Fusionen zum Ziel hatte, sondern Der in enger Zusammenarbeit mit einzelnen industriellen Persönlichkeiten vorn Format Emll Rathenaus Freund und Berater gewesen ist. Aus kleinsten Anfängen hat er sich selbst diese überragende Stellung erarbeitet Er wurde am 28. August 1850 in Danzig geboren; man erzählt, daß er das erste gewinnbringende Geschäft mit seinen Ellern abschloß, indem er seinen Vater um zehn Pfennig für ein Heft bat Dafür kaufte er seiner Mutter eine Apfelsine, die nach seiner Behauptung von „erspartem Geld" erstanden sein sollte, u-id erhielt von Der gerührten Frau eine Mark geschenkt: Ueberschuß 90 Vfennia oder 900 Prozent! Diese guten kaufmännischen Anlagen wurden in einem Bankgeschäft seiner Heimatstadt weiter ausgebildet Mit 21 Jahren kam Der junge Mann nach Berlin und trat in Das Bankhaus S. Bleich- röder ein, wo Der alte Gerson von Bleichröder, Bismarcks Berater in finanziellen Angelegenheiten, fein Lehrmeister rourDe. Heber ein Jahrzehnt ist Fürstenberg in dem Bankhaus Unter den Linden tätig gewesen, bis man dem Dreiunddreißigjährigen Die Reorganisation Der in große Schwierigkeiten geratenen Berliner Handelsgesellschaft anoertraute. In Der ersten Hälfte Des vorigen Jahrhunderts machte die preußische Regierung von ihrem Recht, Die Konzessionserteilung für eine Aktienbank abzulehnen, ausgiebigen Gebrauch. Da verfiel Hanse- mann auf den Ausweg, die Disconto-Ge- f e 11 f d) a f t als eine „Kommanditgesellschaft auf Aktien" zu gründen und auf diese Weise eine Lücke im Gesetz auszunuhen, die vorher niemand bemerkt hatte. Die Regierung beschloß, in Zukunft eine solche Gesetzes-Umgehung zu verhindern; aber ehe entsprechende Maßnahmen getroffen werden konnten, wurde am 2. Juli 1856 Die erste preußische Bank, Die sich nur mit Dem Effektengeschäft befaßte, Die Berliner Handels- gesells cha ft. Zweimal stand dieses Unternehmen nahe vor einer Katastrophe: zum erstenmal, als sie mehr als ein Drittel ihres Kapitals in Die Muldenthalbahn steckte, und Dabei im Jahve 1878 über sechs Millionen Mark einbüßte; das zweite- mal, als im Jahre 1882 Der Geschäftsinhaber Schwieger große Spekulationsoerluste erlitt. Schwieger hatte russische Roten gekauft und sein Engagement belief sich schließlich auf fünfzig Millionen Mark. Diese verlustreichen Geschäfte machten Die Berliner Handelsgesellschaft eigentlich fusions- reif; es hätte nicht viel gefehlt, so wäre sie in Die Hände der Dresdner Bank iibergegangen. Schließlich entschloß man sich aber zur Reorganisation und vertraute das Unternehmen einem Direktorium von Drei Männern an, von denen Carl Fürsten- b e r g Der wichtigste war. Im Jahre 1902 übernahm Fürstenberg Dann allein Die Leitung Des Unternehmens. Roch Der gelungenen Reorganisation begann Die Aufbauarbeit, Die Carl Fürstenberg Gelegenheit gab, zu zeigen, welche Fähigkeiten in ihm steckten. Aks alle Well Dem „Phantasten" Emil R a - Ein dunkler Fleck im hellen Schnee, hier wieder einer und Dort ein anderer, ein dritter, vierter — zehn — hundert, wenn du suchst, Tausende im ganzen Land. Ich weiß schon, dah sie schädlich sind. Sie fressen die Fischbrut, die Saat und schädigen Den Jäger. Man muß s'.e kurz hallen. Ja. Aber stellt euch das vor — Freunde, Brüder! — wenn sie ganz unerwartet dicht über euch hinwegflögen: Hunderte, taufende von Krähen! Eine ungeheure, dichte, schwarz wirbelnde, lebendige Wolke in der Soft! Baltische Wintersilhouetten. Don X Kau!lh-7riet>eck. Reval, im Februar. Spaßig anzusehen war immer diese schneereiche Winterstadt, wenn viele hundert Schlitten mit Schellengeläut durch viel zu enge, gewundene Gassen sausten. Das Herunterpurzeln von diesen lehnenlosen, hohen, schmalen Schlitten war eine bloße Selbstverständlichkeit. Rur ein schlanker Mensch fand Darauf Platz, doch hier im Lande preßte sich eine ganze Gesellschaft hinein und saß — schoßweise, während Der Fuhrmann in mächtig wattiertem ruffifdjem Kittelmantel Dort noch Sitz- gelegenheit suchte, wo eigentlich keine war. Auf tollster Fahtt ging oft ein Einzelfahrgaft verloren und war er aus seiner Schneehöhle am Wegrande auferftanben. Dann sausten Schlitten und Führer schon um Die zweite ober dritte Straßenbiegung. Man sah sie nie wieder. e Mit Jahresbeginn sind plötzllch alle Schlitten aus Den Straßen verschwunden — schade! Und Autos quälen sich über eisglatte Fahrdämme, Autos, die in Der ganzen Welt auf Inventurausverkäufen ober als „gut erhalten" auf gekauft zu fein scheinen... Schneeabfuhr gab’s Tag unb Nacht in Reval, weil Die weiße Himmelspende gar zu reichlich hernieDer kam, unb mancher Hauseianer mußte glatt Die ganze Jahresmiete Dafür bingeben, oft sogar noch mehr. 8 Aus Dem Finnischen Meerbusen fegen keuchende WinDe über Die Stadt. Es braust und winsell aus allen Sttaßen, unb Die Windstöße stehlen ben Atem. Ich kenne keine Stabt, Die von Listigeren" Winden bedacht ist als Rsyal. I« Hauchstrümpfen, kniefrei, aber tn PelzscrHe ober -mantel ftteren die Damtzn. Eichhörnch erstell ist letzte Mode. Nne traurige Mode. 5m halben Lande ist Das muntere Eichhörnchen ausgestsrben. Sei letzter» Rest fangen Meißen au noch mißtrauisch gegen üb erstand, brachte Fürftenberg Diesem genialen Mann volles Verständnis und Vertrauen entgegen, half ihm über oie ersten Schwierigkeiten und erwarb sich Damit das Recht beim Aufbau des mächtigen A. E> G.- Konzerns, ein entscheidendes Wort mitzusprechen. Die Berliner Handelsgesellschaft arbeitete mit Schwartzkopff, Der Dessauer Gasgesellschaft, dem Stetiner Vulkan, der Harpener Bergbaugesellschaft. Dem Bochumer Verein, mit Rheinstahl, Riedcck Montan der Bismarckhütte, Dem Konzern des Fürsten Hok)en- lohe, war an den Emissionen von Staateanletben beteiligt unb hatte auf Dem Gebiet Der Eisenbahn- anleih^n eine führende Stellung. Als Fürst Hohenlohe sich in zweifelhafte Geschäfte einließ, zögerte Fürstenberg nicht, sich sofort non ihm zu trennen, und die Ereigmsse bewiesen, daß er bamü feiner Bank einen großen Dienst erwiesen hatte. Wie be- deutend fein Einfluß auf Die deutlche Industrie gewesen ist, geht aus dem Umstand hervor, daß er nicht nur den Vorsitz im Aufsichtsrat der A. E. G- und acht anderer großer Aktiengesellschaften führte, stellvertretender Vorsitzender in weiteren acht bedeutenden Unternehmungsn mar, sondern außerdem Dem Aufsichtsrat von 32 und Dem Derwaltungsrat von acht Akttengefellschaften angehörte. Sein Sohn Hans Fürftenberg mußte sich Damit begnügen, Mitglied Des Aufsichtsrats Der Derwaltungsrats von 14 großen Unternehmungen zu fein. Dabei führte Carl Fürftenberg ftreng den Grundsatz durch, daß alle Einkünfte aus diesen Aufsichtsratsposten Der Bank unb nicht etwa ihm oder feinem Sohn privat zuflossen. Die Direktoren tvr Großbanken lächelten oft herüber, daß Carl Fürstenberg abfällig über das Filialsystem Der Depositenbanken und über ihren um gezügelten Ausdehnungsdrang sprach. Sie imißien aber anerkennen, daß die Berliner Handel-Gesell^ schäft besser als alle anderen Bankunternehmungen Die Inflation überstanden unb auf ihre besondere Weise Hervorragendes geleistet hat. Zu dürftenbera konnten Die unabhängigen Bankiers aus dem Reich ohne die Sorge kommen, in einer nicht voraus- zusehenden Notlage einmal von Der Berliner Handelsgesellschaft verschluckt zu merDen, eine Gefahr, Die tatsächlich bei Geschästsverbindungen mit Den übrigen Großbanken bestand, wie Die Bankgeschichte bewiesen hat. So wenig Fürstenberg Die Absicht hatte, fremde Unternehmen auszusaugen, so sehr kämpfte er um feine Unabhängigkeit, Die nur einmal bedroht gewesen ist. Das war im Jahre 1982. als Der rumänische Börsianer Cyprut ziemlich unbemerkt ein Drittel der Aktien Der Berliner Han- Delsgesellschaft auftaufte und Das Paket Dann Fürftenberg anbot, um einen lieber preis zu erzielen. Fürstenberg lehnte ab, weil er nicht wollte. Daß Die Spekulation glücke, aber S t i n n c s erwarb die Aktien, unt> zog nun in Den Aufsichtsrat der Berliner Handelsgesellschaft ein. Fürftenberg hat Sünnes in doppeltem Sinne überlebt, ob sich das Unternehmen gegen Fusionsvorschläge, die gerade in der letzten Zeit oft gemacht worden sind, auch nach bem Ausscheiden seines leitenden Mannes lang sperren können wird, ist freilich zweifelhaft. Linier fremder Flagge. Deutsche Krieasschisfc bei der Entente. Schießscheiben und Bombenziele. Unter fremDer Flagge fahren heute noch eine ganze Reihe deutscher Kriegsschiffe, dir mit 6cm unglückseligen Ende des Krieges an Die Ententemächte abgeliefert werden mußten. Das Gros der Flotte ist zwar in Scapa Flow versenkt tooröen, aber immerhin kam noch eine Reihe wertvoller Schiffe der alten deutschen Kriegsmarine zur Verteilung an die anderen Mächte. Aber wenige tragen heute noch die Flagge, die nach der Ablieferung bei ihnen hoch ging. Die Vereinigten Staaten haben das Linienschiff „Ostfries- land" als Zielscheibe für Luftbombenanariffe verwendet und zerstört, während das gleiche Schicksal den an England abgelieferten Linie- schiffen „Helgoland" und „Pose n" beschicden gestraft die Schlingensteller. Der Baschlik ist von Den Herren neu entdeckt worden. Ein (teibe des Schals ziehen sie über den Kopf, tragen die Mütze Darüber und winden den Rest um die untere Cte° fichtshäkfte unb ben Hals, bis er endlich als Brust- warmer unter dem Mantel verschwindet. Etwas all- weibisch sehen die Männerköpfe Darm ans — a(m- die Mode tft praktisch. Kaffee- unb Bierstuben sind in Reval sehr spärlich anzutreften, unb Die vorhandenen stöbert metff nur der Einheimische auf, da nicht selten die Schü> Der unkenntlich sind. Kaffeedurst und Kälte hatten mich von der eisigen Gaste zu einer gläsernen La denttir getrieben, an Der eine golDene Brezel verblassen wollte. Einige Tischchen standen im Raum, nicht sehr sauber gedeckt, teils mit Familien gut be legt Auf einem Klapptisch neben einem Brotkorb säuselte es aus einer kochenden Kaffeemaschine. Ich si^te mich unb fragte ein kopftuchtragenöens Wsfen, ob ich eine Taste Kaffee unb etwas Backwerk bekommen könne. Die Entgegnung auf diese höfliche Bestellung fiel zögernd und etwas „privat" aus; Auf ein Glas Kaffee kam es bei dieser Rordpoft kälte nicht an. Doch eine Kaffeestube befindet sich am Ausgang der Straße. Die russische Kathedrale rntt allen ihren schnec- flirnmernden Kuppeln und Kreuzen, um die alte Raben ziehen, steht vielleicht in Ihrem letzten präch- Hgen Winterkleide. Von estnischer Seite ist beschloi sen worden, sie abzutragen. Eine Riesenarbeit, eine Riefenausgabe... Neuer Schneeflockentanz unu die alte Stadt; es wird kälter unb kälter. Die Holzhäuser in Den verschneiten Höfen und Gärten ver-, schwinden fast vollständig im weißen Tage, Dom Meer herauf wimmern Hilfssignale. Eisbrecher und Bergungsdampfer haben harte 2frbeü. Reichsdeutsche Bühnenkünstler unb Musiter haben es in diesem Winter endlich eingestellt, Esttand zu bereisen, Da sie fast immer teere Säle und leere Kassen erlebten. Dafür finden sich jetzt vorttagende Frauen ein; sie hinterlassen oft Enttäuschung, weil sie den Glauben mitbrachten, daß den Frauen hier oben die einfachsten Wissensgebiete fremd geblieben seien. Ein Irrtum. Die Deutsch-Battin kauft nacft weislich mehr gute Bücher als die Durchfchnttts- beutsche. Sie ist Mitglied von Lesevereinen und hAt deutsche Zeitschriften. Rur Onganisationsbetzabung hat sie noch nicht. Es kann geschehen, daß eine bekannte ausländische Vortragende in einen leeren, ungeheizten Saal tritt, weil die Dvrstanbsdamen es einfach nicht verstanden haben, den Bortrag anHü- zeigen und das Lokal oorzubereitsr. gewesen tfl. Auch das Linienschiff hei Island", das den Engländern überladen werden mußte, ist von diesen abgrwrackt und in Holland verlauft worden, ebenso wie die „Das sau", die die Japaner verschrottet haben. Es ist eben bei der Eigenart des Kriegsschiffbaues in jeder Marine fast gänzlich unmöglich, fremde Schiffe in die eigenen Verbände einzustellen. Sie passen mit Geschwind.g ei', A tionSradu S in)Te'tückurg selten in eine der bestehenden Größenklassen und Formationen herein und zudem stoßen Reparaturen auf fast unüberwindliche Schwierigkeiten, da nicht nur die pa'senden Werkzeuge, sondern auch die kleinsten Er ayteile fehlen und für jeden Fall erst extra angefertigt werden müßten. Aus diesen Schwierigkeiten erklärt sich wohl auch, daß immerhin so neue Schiffe wie die „OstfrieSland" und die „Helgoland" zum Studium von Geschoß- und Bombenwirkungen verwendet und dabei im Lauf« der letzten Jahre zerstört wurden. Im größeren Maßstab haben nur die Franzosen und zum Steil auch die Italiener deutsche Schiffe in ihre Flotte eingestellt. Bei den Franzosen fahren nach den neuesten Angaben noch die ehemaligen deutschen kleinen Kreu^rr „Stralsund", Regensburg" und „K o - nigsber g", jetzt unter den Ramen „Mülhuse", „Straßbourg" und „Metz", während die Italiener den kleinen Kreuzer „PiHau", dann „Dari", durch einen Unfall verloren haben und heute -nur noch die ehemalige „S t r a ß b u r g", jetzt „Taranto", in Dienst haben. Auch von den Torpedobooten ist der größt« Teil heute vernichtet. Rur die beiden ganz neuen Schiffe, die Doote S 113 und V 116, die erst mit Kriegsende fertig wurden, und als schönste Schiffe unserer Torpedobootswaffe mit 2100 Tonnen, vier Fünf- zehn-Zentimeter-Geschützen und einer Geschwindigkeit von annähernd 34 Knoten, galten, sind heute noch unter fremder Flagge aktiv, Slic», die nach dem Kriege zu der berühmten sog. „eisernen Torpedoboots-Flotille" gehörte, trägt unter dem Ramen „Admiral Dem" die französische Flagge, während V 116 unter dem Ramen „Premuda" Italien gehört. Auch die abgeliefer- ten Unterseeboote sind größtenteils inzwischen vernichtet worden. Rur einzelne dienen Frankreich und Italien noch heute unter der aufgezwungenen fremden Flagge. Oberhefsen. Landkreis Gießen. Lollar. 18. Febr. Die ordentliche Jahreshauptversammlung des Turnvereins Lollar fand am Sonntagnachmittag bei starker Beteiligung statt. Im Anschluß an die Begrüßung konnte der 1. Borsihende, Bürger- meister Schmidt, darauf Hinweisen, daß das verflossene Dereinsjahr, das u. a. das Gauturnfest des Turngaues Lahn-Dünsberg in Verbindung mit dem 45jährigen Bestehen des Vereins gebracht hatte, ein Iahr reicher Arbeit, aber auch stattlicher Erfolge war uird als eins der besten Iahre in der Dereinsgeschichte zu werten sei. Der Verein konnte auch in diesem Iahre einen Witgliederzuwachs aufweisen, und er nimmt mit seinen rund 300 Mitgliedern eine achtunggebietende Stellung im örtlichen Dereinsleben, wie bei den übergeordneten Turnverbänden ein. Der Tod hat dem Verein fünf rührige Mitglieder, darunter zwei Mitgründer, Fabrikant Weinvich und Bauunternehmer Heinrich Deibel, entrissen. Das Andenken wurde in üblicher Weise geehrt. Aus dem Turnbericht, erstattet von dem 1. Turnwart Karl Agel, war zu entnehmen, daß die turnerische Betätigung auf allen Gebieten gut und erfolgreich war. Neunzig Preise konnten gebucht werden, darunter viele erste Preise. Hervorgehoben zu werden verdienen der Ehrensieg des Turners Wilhelm Hofmann und der erste Sieg des Turners Ludwig H e t t ch e bei dem Gauturnfest, der erste Sieg des Turners Ludwig H e t t ch e und der zweite Sieg beS Turners Albert Drescher bet den Gaugerätewettkämpfen, und ganz besonders der den siegreichen Turner, wie den Verein gleich ehrende Erfolg bei den Derbandsmeisterschaftskämpfen des südwestdeutfchen Turnerverbandes (A.D.T.) in Stuttgart, bei den in der Meisterklasse der Turner Wilhelm Hofmann die sechste Stelle einnehmen konnte. Einundachtzig Turnstunden sanden bei ke'riedigender Beteiligung statt. Ueber die Tätigkeit der Sportabteilung berichtete deren Schriftführer Otto Dietz. Es bestehen eine erste Gießener Konzertverein. VIII. Konzert: Franz Schubert. Als Rachklang deS Schubert-Gedenkjahres hatte das Gewandhaus-Quartett Schubertsche Kammermusilwerke ausgewählt und damit das durch die zahlreichen Schubertseiern gewonnene Bild des Schaffenden in wertvoller Weise ergänzt. Mit Schuberts kammermufikalischem Schaffen hat es eine ähnliche Bewandtnis wie mit seinen Symphonien: auch hier ergeben sich ähnliche Erkenntnisse wie seinerzeit bei der Betrachtung der symphonischen Werke. Der innere Gegensatz seiner Persönlichkeit im Vergleich zu Beethoven als dem Vollender der klassischen Formen, mußte ihn, sofern er echt im Sinne seiner Persönlichkeit schuf, zu einem anderen Formprinzip hinführen, als es in den klassischen Werken zur Gipfelleistung gebracht worden war. Richt Zielstrebigkeit, Formung des Erlebten unter der Einwirkung beabsichtigter Tendenzen, sondern ein AuS- schöpfen, Dahingeben im musikalischen Erleben, ein Erschließen der augenblicklichen musikalischen Zuständlichkeit und ihrer Wandlungen: kurzum, das. was man gern mit dem Begriff Romantik in Verbindung zu setzen geneigt ist. Es lag vielleicht für Schubert eine gewisse unbewußte Tragik darin, daß er, in der klassischen Umwelt auf» gewachsen, an seine Werke den klassischen Maßstab anlegte und sich in Beziehung zu Beethovens Werken stellte: andererseits daß die zeitgenössische Kritit seinen Werken nicht recht nahe zu kommen vermochte, weil sie noch nicht den Schlüssel für ielne Persönlichkeit hatte finden können. Wenn Schubert selbst noch kurz vor feinem Tode sich der straffen unterrichtlichen Disziplin Simon Sechters unterwerfen will, so erkennen wir darin, daß er gern gewisse Schwächen der For- nung in seinen Werken, in Hinsicht auf die Klassiker, überwinden wollte. Ob er aber mit der Erwerbung sogenannter schulgerechtcr For- nunasfertlgkeit ein Stück persönlicher Eigenart In seinen Werken ertötet hätte, die Frage können wir zwar jetzt nicht mehr entscheiden. Um so stärker aber mögen wir die aus seinen Werken sprechende Unmittelbarkeit miterleben und und eine zweite Mannschaft, dazu eine Iugenb- mannschaft, die, angeschlossen dem Südwestüeut- schen Sportverband, fünfundvierzig Fußballspiele durchführten: außerdem beteiligte sich die Sport- abtcilung mit besten Erfolgen an einer leicht- athletischen Veranstaltung. Die von dem ersten Rechner Heinrich Rohrbach vorgetragene Rechnung schließt ab mit einem Darvermögen von 2383 Mk. Die Vorstandswahl ergab folgende Zusammensetzung: erster Vorsitzender Bürgermeister Schmidt, der bereits seit 1901 dieses Amt inne hat, zweiter Vorsitzender Ludwig Wagner, erster Schriftführer Hermann Schwalm, zweiter Schriftführer Otto Klippel, erster Rechner Heinrich Rohrbach IX., zweiter Rechner Philipp D r u s t u s , erster Turnwart Heinrich D o d e s, zweiter Turnwart Heinrich Zecher, Zeugwart Heinrich D i e r a u , Leiter der Spvrtabwilung Bruno Grote, Schriftführer der Spv-ctabteilung Ludwig Agel. Die Leitung des gesamten Turnbetriebes wurde dem zweiten Vorsitzenden üb.rtragen. Ein von der Sportabteilung eingereichter Antrag, der den besseren Ausbau dieser Sportgebiete zum Ziele hat, fand Annahme: es wurden demzufolge Otto D i e tz zum Obmann für Sportathletik und Heinrich Schneider zum Leiter der Iugendabtellung mit Sih und Stimme im Vorstand gewählt. Die Tätigkeit als Vereinsbote übernahm der Zögling Willi Rohrbach. In der anschließenden Aussprache wurden die Wege, die eine noch regere Tätigkeit im Turn- und Sportbetrieb ermöglichen sollen, eingehend besprochen. Weller beschäftigte sich die Derfammlung mit einigen für die Förderung der Körperpflege bedeutsamen Fragen. So wurde lebhaft bedauert, daß in Lollar bis heute noch keinerlei Gelegenheit zum sicheren Baden und Schwimmen in der Lahn sich bietet, so daß dem Schwimmsport leider nicht die Stelle eingeräumt werden kann, die ihm zukommt. Auch wurde darauf hingewiesen, daß für die Ausübung des Wintersportes sich wenig gute Gelegenheit bietet. Insbesondere trifft dies für das Rodeln zu; es wird angenommen, daß die Anlegung einer Rodelbahn bei den künftigen Geländeverhältnissen nahe beim Ort stch ohne erheblich« Kosten feilens der Gemeinde im Interesse der gesamten Bürgerschaft, nicht zuletzt der Schuljugend, ermöglichen lassen dürste. Rach mehr als dreistündiger Dauer wurden die Verhandlungen mit einem dreifachen s.Gut Hell" auf die weitere ersprießliche Entwickelung des Vereins durch den ersten Vorsitzenden geschlossen. O Allertshausen, 18. Febr. Vorigen Samstag wurde die hiesige Gemeindejagd, bestehend aus 110 Hektar Feld und 60 Hektar Wald, auf weitere 6 Iahre verpachtet. Höchst» bietender blieb mit 705 Mark Tierarzt Dr. Hardt, Allendorf a. d. Lumda. Der sellherige Pächter, Rittmeister a. D. Freiherr Rohrer von Diersburg, Londorf, bezahlte 500 Mark. + Grünberg, 18. Febr. Am Montag fand in der Hachschen Wirtschaft zu Beltershain die Holzversteigerung der fiskalischen Forstwartei Reinhardshain statt. Dabei wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheitholz 15 Mk., Buchenknüppel 11 bis 12 Mk.. Reiser 3 Mk., j« für 1 Raummeter. Buchen- stöcke kamen nicht zum Verkauf. DaS Holz in Lieser Försterei, deren Waldungen sich zwischen den Orten Beltershain, Reinhardshain, Bersrod und Geilshausen erstrecken, wird nicht nur von den Bewohnern dieser Gemeinden gekauft, sondern alle Iahre erscheint eine große Zahl Kaufliebhaber aus den Ortschaften des Dusecker TaleS, die hier ihren Holzbedars deckt. ch ©rüningen, 18. Febr. Am Sonntagnachmittag sand in der Gastwirtschaft Bender ein Lichtbildervortrag über „Erste Hilfe bei äl n g l ü ck s f ä ll e n" statt, veransta'tet von der Arbeiter-Sanitäter-Kolonne in Steinberg. Dr. Heil (Steinberg) zeigte die Bilder und gab in sachlicher Weise die Erllärung hierzu. Die Veranstaltung war gut besucht. — Wie in vielen umliegenden Dörfern, so find auch in unserem Orte viele Kartoffeln und Dickwurz erfroren. > Holzheim, 18. Febr. Die hiesige 720 Hektar umfassende Gemeindejagd wurde wie vor 6 Iahren in 2 Teilen verpachtet. Jagd- bezirk I, seither in Händen der hiesigen Jagd- gcfellschaft, wurde wieder von der glichen Gesellschaft auf weitere 6 Iahre zum Preise von 650 Mark jährlich erworben. Jagdbezirk II (seitheriger Pächttr: Mühlenbesitzer Christ. Griedel- ging gleichfalls zum Preise von 500 Mark an die schätzen, besonders wenn sie uns in solcher Vollendung dargeboten werden wie durch das Gewandhaus-Quartett. Durch di.r Wttk.amkett an traditioneller Stätte hat diese Vereinigung ihr besonderes Gepräge erhalten. Die Berührung in der Leipziger Tätigkeit mit den bedeutendsten Dirigenten hat auf das Stilempfinden sich besonders anregend und befruchtend ausgewirit und dieses Quartett in seiner Anpassungsfähigkeit an die einzelnen Schaffenden gesteigert. Immer wird seinen Darbietungen ein gewilser Zug vornehmer und durch- geiftig.er Aufsagung zu eigen sein, der vielleicht zuweilen öem impulsiven Mllgehen des Einzelnen «ine gewisse Zurückhaltung auferlegt. Zwar führt die erste Ge.ge, aber sie drängt sich nicht hervor und läßt so einen ideal ausgeglichenen cuammenfiang erstehen. Die thematische Durcharbeitung beweist ein hohes Maß von Abgewogenheit und organischer Durchdringung des Werkes. Mehr das Bestreben nach Ausdruck a.s eine gewiise sinnliche Freud« am Jnstru- mentallang gibt dem Musizieren des Quartet.s ein« besondere Eigenheit. So werden seine Darbietungen stets frei sein von irgendwelchen Ber» sälschungen durch persönliche Eigenwilligkeit. Schuberts .4°Moll-Ouartett (on. 29) fällt in jene Zell, wo er als Mufiklehrer im chaule des Grafen Esterhazy nach zermürbender Krankheit und allerlei Mißgeschicken in Zelecz in Ungarn das Landleben in seiner wohltuenden Ruhe und mit voller Hingegebenhell an die Natur auf sich einwir- fen lassen kann. Die elegische Stimmung des Grundthemas im Kopfsatze wendet sich nach Dur, die Schatten einer Zwischenepisode vermögen aber das rentable Seitenthema nicht zu verdunkeln. Eine Fülle des Gefühls prägt sich im ersten Satze aus, ohne jedoch die Gebärde der großen Leidenschaft zu zeigen. Das Grundthema des Andantes hatte Schubert schon im Entre-Akt aus „Rosamunde" angeschlagen, später ließ er es noch einmal in einem „Impromptu" anklingen; es ist ein Auskosten dieses schmicafamen Themas in edelster musikalischer Haltung. Der Mcnuettsatz weist eine eigenartige Rhythmik und überraschende Feinheit der Durcharbeitung aus, durchzogen von leiser Versonnenheit. Der Schlußsatz nimmt melodische Elemente der ungarischen Volksmusik, mit der Schubert in Zelecz in Berührung kam, in sich auf und ist mit sprühender hiesige Jagdgesellschaft Über. Der bisherige Pacht reis betrug für beide Teile 720 Mk. — Wie allgemein in diesem Jahre, wurden bei der diesjährigen Holzversteigerung im hiesigen Gemeinde- und Markwald ziemlich hohe Preise erzielt. Dies zeigte sich besonders beim Brennholz. So wurden für 2 Meter Duchenscheii bis 40 Mk. und darüber bezahll. ri. L i ch, 18. Febr. Der „Bund für christliche Erziehung in Haus und Sch u le", der in unserer Stadt seit Jahren viele Mitglieder zählt, hiell ge.cern abend im Gemeindesaal sein« Winterversammlung ab, b't von Stiftspsarrec Lic. Schor! em mer geleitet wurde. Pfarrer Ausfeld von Gießen hielt einen Vortrag über die bleibende Bedeutung des Kleinen Ka.echis- mus Luthers für Kirche, Schule und Haus, in dem er nach einer lichtvollen Darstellung der Entstehung des Katechismus und seiner Verwendung in der alten hestisch.m Kirche zeigte, welch« religiös kirchlichen Wer.e in dem kleinen Büchlein, das die bekannteste Becenntn.sschrift der lutherischen Kirche ist, gegeben sind. s. D i l l i n g e n , 17. Febr. Gestern vormittag tagte in der hiesigen Schule die Pädagogische Arbeitsgemeinschaft Lich- Hungen. In einer älnterrichtsprobe in der Oberklasse zeigte die Lehrerin Frl. D ö t t g e (Arnsburg) die Anwendung der Tonlla-Do- Methode im Gesangunterricht. Diese neuere Methode verwendet außer den bekannten Solmisationssllben bestimmte sinnvolle Hand- zeichen für jede Stufe der Tonleller. Infolgedessen konnte die Klasse in kurzer Zeit die wichtigsten Intervalle erfassen In der ausgedehnten Besprechung wurde von verschiedenen Seiten betont, daß bei aller Würdigung der modernen Gesangsmethoden doch nie die Technik die Hauptsache werden dürfe, sondern daß Ziel und Zweck dieses ^Unterrichts bleiben müsse, dem Schüler einen möglichst reichen Schatz von Liedern, besonders von guten Volksliedern, mit ins Leben zu geben. Ergänzend wiesen die Lehrer Arnold (Utphe) und Dietrich (Rod- Heim) daraus hin, daß außer dem Gesang recht woh? auch in der Volksschule Jnstrumentalmufll getrieben werden könne, wenn auch mit bescheidensten Mitteln. Es kämen hier besonders eine neukonstruierte Schulflöte, sowie die Schulhar- monika in Frage, da beide nur geringe, technische Schulung erfordern. Rach einer Pause reihte sich ein Dortrag Über literarische Kunsterziehung an, worin hauptsächlich die Behandlung von Gedichten und allgemein die Erziehung zum guten Buch geschildert wurde. Räch der Mittagspause schloß sich eine Konferenz des Bezirkslehrervereins Hungen in der Wirtschaft Heßler an, wobei im wesentlichen innere Vereinsangelegenheiten besprochen wurden. Kreis Friedberg. 2$. Dad-Rauheim, 18. Febr. Wie vor einiger Zeit schon mitgeteilt, sind es vor kurzrm 2 5 Jahre gewesen, daß Kaufmann PH. Weiß ununterbrochen als erster Vorsitzender an der Spitze des Turnvereins 1 860 steht, eines der größten und füfce.tSen Verein" des Turngaues Hessen. Die Verdienste des Iuöllars um Verein, Gau und deutsche Turnsache .anden die gebührende Würdigung bei der am Samstagabend ftattgehablen sehr stark besuchten 6g. Hauptversammlung des Turnre.-eins 1860. Die Turner holten ihren Dorfitzenden mit Musik von der Wohnung nach der Turnhalle, die festlich geschmückt war. Rach kurzer Begrüßung durch den zweiten Vorsitzenden übermittelten dann in längeren Ausführungen die Vertreter der turne .i- schm Organisation dem Jubilar und seinem Verein Glückwünsche. ES sprachen Fabrikant 2L Pfeiffer, Wetzlar, für den Mittelrheinkreis der Deutschen Turnerschaft, Redakteur K. Schneider, Butzbach, für den Turngau Hessen, Studienrat Thierolf, Friedberg, für den fünfen Gau« bezirk. Alle Redner feierten die Verdienste des Jubilars für die Turnerei, und gedachten ehrend auch dessen Gattin, ohne deren Verständnis für die Arbeit ihres Mannes eine sola-nge, aufopfernde Tätigkeit im Dienste der Allgemeinheit nicht möglich gewesen wäre. Kreisvertreter Pfeiffer entwickelte dabei recht beachtliche allgemeine Gedanken über die Aufgaben der Frau in der Deutschen Tumerschaft, Der Mittelrheinkreis der Deutschen Turnerschaft ehrte Philipp Weih durch äleberreichung des Kreis-Ehre nbriefes, auch die Bad- Musikalität erfüllt, die stellenweise zu impulsiven Ausbrüchen drängt. Das Gewandhaus-Quartett nahm fich dieses Der^ kes mit besonderer Liebe an und gab oen einzelnen Stimmungen vollkommensten Ausdruck. Besonders dem Menuettsatz wußte es eigenartige Züge abzugewinnen und erfüllte den letzten Satz mll treibender Lebendigkeit. Paula Regner spielte des Meisters Fantasie in C-Sur, Op. 15 (als Wanderer-Fantasie benannt nach dem im Adagio auftretenden Thema aus dem Liede „Der Wanderer"). Trotz der Bezeichnung als Fantasie ist gerade dieses Werk organisch aus einem einfachen, rhythmischen Molw entwickelt, das sich je nach dem Charakter der einzelnen Sätze eigenartig entfaltet Verträumtheit, elegisches Aufwallen im Adagio. Der Scherzosatz schließt sich an den Kopfsatz an und läßt eine walzerartige Melodie «nporblühen, er steigert sich auf zum Finale, das sich au5 einem Fugato heraus zu grandiosen Älangenifaltungen entwickelt Den eminenten technischen Anforderungen des Werkes zeigte sich Paula Hegner durchaus voll gewachsen. Wan hätte sich an einzelnen Stellen noch mehr Ausgeglichenheit in der Dynamik deS Anschlages wünschen mögen und stellenwcte eine noch schärfere Präzision im Artikulieren. Den mgantischen Aufbau des Werkes arbeitete sie klar und geschickt heraus und der starke Bei- sclll konnte ihr den errungenen Erfolg be- 3m Schlußteil vereinte sie sich mit dem Quartett (ergänzt durch Albin Findeisen, Kontra« baß) zur schwungvollen Durchführung des Forellenquintetts. Hier konnte man eitel Freude haben an dec Feinheit in ter Durch» aiJeitung des Thematischen, an dem «Süraenten des Andintesatzes. dem Point',erten des Scherzos und der SpiLlfveude deS Finales. Die RaihensÄge der Variationen über das Liedthema erschien wi« ein Prozeß des Werdens, der das Thema im Drechungslichte der einzelnen Instrumente und ihrer klanglichen Möglichkeiten sah und in der Fassung des Liedes gipfelte. Hier hatten die einzalnen Spieler ganz besondere Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in das rechte Licht zu stellen, unö hier gab jeder zu seinem Teile Großes, Ausgezeichnetes. Da mußte jeder begeistert sein Rauhem«« Tumerschaft und Turnverein T863 beglückwünschten ten Jubilar mit sinnigen Geschenkgaben. Sichtlich gerührt dantte PH. Weih für die ihm erwiesenen Ehrungen. Das er getan habe, sei nur seine Turnerpflicht gewesen. In der an die eindrucksvolle Ehrenseier sich anschließenden Hauptversammlung wurde die umfangreiche Tagesordnung flott erledigt. Aus der Berichterstattung sei hervorgchoben, daß der leistungsfähige Te.etn am 1. Januar die Zahl von 981 Mitgliedern aafw.es und daß bei dem Veranstaltungen im Te'irt, ©au, Kreis und beim Deutschen Turnfest in Köln insgesamt 167 Einzelsiege im vergangenen Jahr errungen wurden, darunter mehrere Meisterschaften. Die Turn* stunden hatten sollenden Ge'antbe.uch: Männer 47(2 (Durchschnitt eines llesungsadends 44). Frauen 1700 (Durchschnitt 40), Turnerinnen 2-150 (Durchschnitt 60), Schülerinnen 69.2 (Duechschnitt 90), Schüler 4023 (Durchschnitt 60>.- Fech.er 777 (Durchschnitt 73), Spieler 75?. Die Rechnung des Vereins schließt mit 31010 Mark in Einnahme und Ausgabe ab. Sa3 Vermögen beläuft sich auf_ 71 652 Mark. Für 50jährige, 35jährige und 25jährige Mitgliedsch^.t wur.e.r Mitglieder in größerer Zahl geehrt. WS2. S t e i n f u t h. 18. Febr. Bei der gestrigen Dürgermeisterwahl wurde Gemeinderechner Karl Schwegler mit überwiegend cr Stimnrenme.s-rhe.t zum Bürgermeister gewählt. Er erhielt 528 Stmrmen, Konrad Phtlippi III. erhielt 153 und Ludwig Huber I. 51 Stimmen. Von 821 Wahcherechtigten machten 733 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Kreis Büdingen. n Büdingen, 16. Febr. Die yferdeprä- miierung des Petrimarktes hatte fnl- gendes Ergebnis: A. Händlerpferde: Kl. L Schwere Arbeitspferde: L Preis: Ferd. Stern. Meerholz. 2. Gebr. Meyer, Himbach. 2. M. Grünebaum. Schlüchtern: ferner einen L Preis für ein einzelnes Pferd: M. Grünebaum, Schlüchtern- Kl. IP. Leichte Arbeitspferde: 1. Preis: Gebr. Meyer, Himbach. 2- Gebr. Meyer, Himbach. 1. Preis für Einspänner: Stern, Weerholz. Kl. III. Schwere Wagenpferde. 2. Preis: Ford. Stern. Meerholz. 2. Gebr. Meyer, Himbach. 1. Preis für Einspänner: M. Grünebaum, Schlüchtern. 2. Preis für Einspänner: Ferd. Slern, Weerholz. Kl. IV. Leichte Wagenpferde: 1. Preis: Gebr. Meyer, Himbach. 1. Kuck». Stern. Meerholz. 2. und 3. Ferd. Siern. QLoct- holz. 3. Isidor Heß, Hüttengesäh. 3. Preis für Einspänner: M Grünebaum. Schlüchtern. 6. Landwirtspferbe: ÄL I. Schwere Arbeitspferde: 1. Preis: Schudt. Mittelgrün bau. 2. Knvß, Babenhausen. 2. Dreß.er. Lindhelm. 2. Gutmann, Büdingen. 2. A. Tender, Dorn- assenheim. 3. Otto Henrrch. Bleichenbach. 3. L. Hillerich, Lorbach. 3. H. Eifert II., WeningS. 3. L. Kehrn, Dindsachsen. Anerlrnnung: A. Ten« der Dvrnassenhettn. O. Bolitsch, AulLn-Diebach. L. Hillerich, Lorbach Kl. II. Leichte Arbeits« Pferde. 1. Preis: Karl Wolf, Bonhausen. 1. H. Meisinger, Tübingen. 2. Landwirt Regel, Lorbach 2- H Meisinger. Büdingen. 2. Landwirt Höchsten. Düdelsheim. 2. Landwirt Höchst:iu. Düdelsheim. 3. Pächter Bär, Rohrbach. 3. Landwirt Ragel, Loch ach. 3. Landwirt Ganz, Bindfachsen. 3. derselbe. 3- Landwirt KaufmLm, Büdingen. Kl. III. Schwere Wagenpferde: 1. Preis: R. Lenz. Lorbach. j. K. Kratz. Lindheim. 1. A Wo.f. Effolderbach. 1. derselbe 2. Karl Wolf. Ter.-* hausen. 2. K. Kratz, Lindheim 2. L. Hillerich, Lorbach. 2. derselbe. ÄL IV. Leichte Wagenpferde : 1. Preis: R. Lenz, Lorbach. L Pächter Flemming, Büdingen. 2. W. Leo IL, Rinder bügen. 2. K. Methsessel, Büdingen. 2. derselbe 2. Landwirt Gasche, Langenselbold. 3. W. Leo II.. Rinderbügen. 3. Landwirt Gasche. Langenselbold. Anerkennung: derselbe. Äk V. Fohlen, mindestens 2 Jahre alt. 1. Preis: Fv Gaul. Büdingen. 2. L. Hillerich, Lorbach. 2. Derselbe. 3. Pächter Bähr. Rohrbach. 3. Landwirt Ganz, Vjndsachsen. 3. O. Bolitsch. Aulen-Diebach. Klasse VI. Familien. 1. Preis: Landw. A. Ganz, Dindsach'en. 1. Landwirt chcb. Meisinger, Büdingen. 2. Landw. Georg Galche. Langenselbold. 2. Landw. Otto Bolitsch, Aulen-- Diebach. Die Rindvieh- und Schweineprämiierung mußte Irenen der großen Kälte ausfallen und soll gelegentlich deS Johannis- marktes im Juni stattsinden. Die Derlo,ung ist bis zum 30. März verschoben toor'.e.i — Sie enorme Kälte hat Dem Gas- und Wasser- und hingerissen non der klanglichen JdsalitB des Werkes und seiner Ausführung. Dr. H. (Siner blies die Hirtenflöte ... Victor Auburtin hieß der panische Musr- zierer. Er war ein Meister auf dem vecscholleuen Instrument. Eine kleine, leis«, zi.erl.che Melodie blies er zeitlebens. Aber sie wurde nur selten gehört im Lärm unserer aufgeregten, maschinentätigen, robusten Zeit. Dce Melodie hatte hundert und aber hundert Variationen: sie Hang wehmütig und verträumt, scharf und spitz und spöttisch, in Dur und Moll, schnörllig und witzig ... uni> war immer von einer längst selten gewordenen Airmut beschwing^ Der Flötenspieler ist tot: vvi. kurzem ist er gestorben, und öS hat Wetter kein Aufsehen gegeben. Däe kleinen Melodien seines st.llen. gesegneten Lebens s'md mercwürdicertocKc auch nicht in Roten aufgezelchnet, sondern in Buchstaben. Denn er war ein Musizierer mit Worten. Sein letztes Buch ist überschrieben „Einer bläst die Hirtenflöte" und erschien letzthin bet Akbert Langen in München. (158 Setten 8°. Umschlag- und Einbandzeichnung von Prof. Dr. W. Tiemann. Geh, 3, in Leinen 5 MarL — 14) Auburtin war im Grunde seines Herzens ein Dichter und ein Philosoph: eines Tages wurde er aber ein Journaftst — daZ kommt vor — und kam bis an fein Ende nicht mehr von der Zeilung los. He5tigen5 war er — nebrnbri — ein sehr auter Journalist. And das kommt selten vor: hie mellten Dichter werden schlechte Journallstrn. Auburtin war ein Meister des Feuilletons: er beherrschte das Handwerk und maH.e eine Kunst daraus. Gr war ein Weister der Skizze, der 3m* Pression, des Stiliebens. Seiire Stärke waren — wenn der Vergleich erlaubt ist — Pastell, Aquarell und Siloerstift. Er sah, was andere nicht sahen. Woran die anderen vorbeisahen. Gr na)m ein Ding in die Hand, wendet« e3 hin und her, betrachtete eS aufmerksam und nachdenklich von allen (Seiten — und siehe, das Ang, unscheinbar wie es wart begann zu leuchten, empfing einen Abglanz von der fleinen. zärtlichen Pansmu.ik deS Betrachters. Der wußte immer für alles eine Melodie... Sb *416"* *9 »Utiic M? ®1' ttiebS um. «K* ■ 3onuQt v? ter Ä^ati @«H M' k, iUijJ?11 unj Nlen. ^,Äy» °s-« i W??LK it 60k. äQ^'-f ^^°Sen Mäu? Kde. 35® Dut-tl wU «Sri. Ä«! ’»ü-.-«d äStitreoligti, ’-W Srbrauch. lgen. ^Dlerbrhk-, urktej hauev. ^Pferde: All M: Frrü. ylmM. 2. i xr «nen L M eiruncbainn, Mz. Jg“te 1 M ®efc. Leyer Ahn- wl«: ZÄ Ser« Nectfabc; teroct: N. QtüRC. $ für ßintymer. IV. Leichte Daaea- r. 4'wboch. 1. &rj. W Stern. Lca. Ä 3. Acks für iawn. SchWern. RL I. SchvM Ar» WtelgrünLau. Steuer, ßtnb^jn. QL Tender. ®o:n* Tletchmbach. 3. 2, iftti U„ DeamA crknmmg: A. Ten« itfch, Aulw-ÄiLbcch 11. Leichte Arbeit If. Donhaufen. 1. ft dlvirt Hegel, ßorfied). . 2. Landvilt irt ZlMia. SüM> chrbach. 3. Öantmd t Ganz, DWÄM 2nzfmn der gwhcn W ich d:s SvhMÄ- Lie D-rkv'M » in wor'-en. - >uitb TSajj»* Ormlg^ Uf'n* ftenßöie... ije. W*L, ftlifl SÄ-»- er! uni,ÄrSS ch. «SS«'* ;; Sw?’ L ler jJL Wen. & ftV 3 plß-'i — 141 • sekAAWr« ind Tsg« _ und v>nvnt y Zeitung iw^ai*** tl r _ ftie g alten «J KM netz unserer Stabt schlimm mitgespiell 2Dehr- tach stad Royrbcüch« vorgekommen. DaS- Gas- Verl hat einen Bereitschaftsdienst eingei! ichtet, der bereits mehrfach nachts alarmiert Yiurde. Die Straßenlaternen sind fast alle eingellcoren. In der Dorstadt platzte ein starkes TDa'jierlei- tungSrvhr, und das QBafier drang in dst: anliegenden Keller, die biS zu den Fensteri^fnun- gen vollicfen. Kartoffeln und Gemüse» sind natürlich verdorben. Es friert selbst in den besten Kellern. Der Seemenbach ist mit einer 12 bi« 15 Zentimeter starken Eisdecho bedeckt,' eine willkommene Eisbahn für die^ Tu- dinger Buben. r !! Büdingen. 18. Febr. 3n der justigsten SemeinderatSsitzung nahm derGcmq.nde- rat yinä^ft die vom QMiniiier des Innern UDterm 3. Januar 1929 erlassene Verfügung übest: die Grundsätze für die Anstellung von BersorgstmgS- antDärtcrn bett. Anerkennung der Abschälprüfungen der Heeressachschulen und der Hessischen DereitschaftSpolizei zur Kenntnis. Das Gesuch des D. H. E. um Gewährung eine« Zuschusses resp. BellragS zur Datec-Beirderheim-Gerirc'inde muhte mit Rücksicht auf die finanzielle Sage der Stadt abgelehnt werden, zumal bei Errichtung des Heims die Stadt Büdingen bereits einejv, ansehnlichen Detrag geleistet hat. Ein Antrag, der LandwirtschastS- und Gewerbekasse Büdingen, aus Genehmigung der Ausnahme einer Bankverbindung mit der Stadlkasse wurde abgelehnt. 'Der Gemeinderat erachtet daS bestehende KonMor- renlbnto bei der BezirkSsparkasie Büdingen,bei dec sie als Garantiegemeinde in Frage tofchmt, für ausreichend. Die zur Zeit provisorisch verwaltete Betriebsleiterstelle im städtischen Gaswerk soll unter Berücksichtigung der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen zur definitiven tDe- sehung ausgeschrieben werden. Rach dem jneu erlassenen Gesetz vom 14. Dezember 1928 Bett, die öffentlichen Unterrichtsanstallen ist a!8 Präger der betreffenden UnterrichtSanstalt die politische Gemeinde anzusehen. Für Büdingen kchtimt u. a. die Gewerbeschule in Frage. Die Dcr»s al- tungS- und Dechtskommission wurde damit b«uf» tragt, auf Grund des erlassenen Gesetze- die A^r- hällnisse einer Prüfung zu unterziehen und Ebern Demeinderat Vorschläge zu machen, wie eine Verringerung der Ausgaben für die Gewerbes.Zule eintreten kann, damit eine Mehrbelastung ver Steuern unterbunden wird. Einigen Gesuchen fwe- gen Biudarlehens wurde entsprochen. J: [ SB en Ings, 16. Febr. Gestern fand im mefi» gen Schulhaus die S ch l u ß f e i e r des sechswüct/f-nt- lichen Kursus der Wanderhaushaltun^s-- schule des Kreises Büdingen statt. Itimit nerbunden war eine Ausstellung der angcher- tigten Kleider, Wäsche und Backwerk. Letzttlres durfte allerdings nicht angeschnitten und veracht werden. Schon lange vor der Eröffnung hatte Dich eine grohe Anzahl von Angehörigen der Schülerinnen — es waren 22 — versammelt. Bürgermeister Reuhel sprach in anerkennender Weiserer Lehrerin, Fräulein Streckhard, für ihr Ue- mühen im Namen der Gemeinde besten Dank 17^2. Ferner waren erschienen die Mitglieder des Gciyub Vorstandes, in deren Namen Lehrer ch e u s o»D n (Wenings), sprach. Diese Kurse, in denen die MädLen viel lernen können, sind hauptsächlich für das butte Mädchensortbildungsschuljahr eingerichtet. Sffchs Wochen lang ist von morgens 8 Uhr bis abcjn.ds 5 Uhr Unterricht. Die Teilnahme an diesem Kuch'us befreit die Mädchen von der übrigen FortbilduWs- schule. Der Kursus ist ein vollwertiger Ersatz für'Jbie m unserm Kreise Büdingen eingegangene chaucKal- tung-schule zu Lindheim. ]:[ Gelnhaar, 18. Febr. Haute morgen gdien 5 Hbr wurden unsere Einwohner durch signale plötzlich aus dem Schlafe geweckt. ^Die Scheune des Gastwirts Deck stand in helÜen Flammen. Der Chauffeur des in der Scherer untergestellten Autos wollte den Motor erwärmen, um mit dem Kraftwagen die C tr- beiter nach Hirzenhain zu fahren. Kaum hc tte er die Scheuer verfassen, als sie auch Ä on brannte. Die Feuerwehr war anfangs machigsos, da alles fest zugefroren war. Erst später, 4al6 Löcher in das Cis gehackt waren, konnte Die Feuerspritze in Tätigkeit treten. Das Heu «nb S!roh ist verbrannt und nicht durch Dersicher>tng gedeckt. Die herbeigerusene Feuerwehr von Bwd- sachsen konnte gegen 8 llhr wieder abrücken. Kreis Schotten. V Gedern. 18. Febr. Dieser Tage sand Ä'le diesjährige Hauptversammlung des '(ife» ttgen Zweigvereins vom D. H. C. fhqtt. Rach Bsc^rühungSworten des Vorsitzenden, xo- chekc»; Veesenmeyer, erstattete dieser .gen Jahresbericht, aus dem zu ersehen war, datz Aas VereinLleben etwas basser war als vorher. Alter immer noch nicht auf der Höhe ist. Von gen vorZeschriebenen Wanderungen wurden alle spis auf eine Tac,«swanderung durchgeführt, auchf die Beteiligung war zufriedenstellend. TesonderS' Betont wurde die kulturelle Aufgabe des Dereks. Wenn der Vo;elSbarg heute nicht mehr als lVas .hessische Sibirien" zu bezeichnen rst, fontutim als durchaus gleichberechtigtes Glied in der Ke'fte der deutschen Wandergebiete gilt, ist diese Tüt- lache tn hervorragender Weise der rührigen rheb ztelbewustten Arbeit des V.H.E. zu vrrdanijein. Auch in diesem Jahre wurden die Ttarfietun^m in unserem Bezirk nachgesehen und die Strechim Gedern—Hoherodskopf (grünes Kreuz), Gede^» - Hercherchain (gelbcS Kreuz) sowie Gedern—Schps.- teuer Fußpfad—Eschenrod vollständig erneuert. Eine Eingabe des Vor.itzenden an die Reichsbann bete, eines Zuschusses zu den Markierungsvül. losten wurde trotz Anerkennung und Würdigi^g der Leistungen abgeschlagen. Wenn auch fcr innere Betrieb in unserem Zweigverein nicht Id rege ist, wie es wünschenswert wäre, so hat b>r Verein doch ersprießliches für die Allgemeinhtznt geleistet. Reben den mustergültigen Marlierunck^- arbeiten wurde das Badehaus am Großen gehoben, mit Roberii gedeckt und gründlich res tariert. Wie im verflogenen, so sollen auch fcn lausenden Jahre an landschaftlich schön gelegenen mitten Bänke auf.«stellt werden. Zunächst sMd hierfür die Annahö'he und der Kreuzungsps^t der Wcninger Straße mit dem Kutscherweg «n Aussicht genommen. V. H. C.-Bruder Rage l -xr- ftattete die Aechnungsablage. Danach steht eurer Einnahme von 264,65 Wk. eine Ausgabe 246,15 M. gegenüber, so daß ein Guthaben vtzvr 1852 Wl. auf daS lausende Zrahr übeenomrahn werden kann. Der Rechner wurde entlastet. der Wahl wurden Apot^er Beesenmetz^r 1,Dor-sitzender, Qchrer Häusel 2. Vorsitzender. Lstlo Sage! Rechner, Karl R u h l Schriftführer. Hofprediger Widmann und Lehrer Riedeßl Beisitzer. — 3a der am Samstag stattgehabtefn Bez.irkslehrerkonferen.-H sprach nach Erledigung etnigec geschäftlicher Angrlegenheillj- Lehrer Sauer ^OberlaiS) über Episkopie urid lastet ist. Obne Gewahr Nachdruck verdstetz 9. giebunflstflfl 1R. Februar 1929 in 27264? 276852 277970 316288 316813 332501 im daneben!! 228 @?tplnne *u 300 M 96964 100738 103329 104701 106526 107743 6178 211618 run< met1 164073 214882 243209 6791 23889 67704 67293 80284 22790 53369 64176 75380 160235 213252 241039 23692 86122 65731 77437 315411 117357 7453? 321268 10489 33320 58511 71593 88763 819981 263956 101573 346811 193501 234697 270538 314308 12491 33801 58848 73252 90322 168168 169486 215546 21271 47668 64157 74581 92469 1 11140? 155062 179078 199031 212850 239553 261792 274326 288716 300330 324531 347525 368296 9491? 38960 4614? 306406 121798 151904 167747 I88269 207216 248851 271723 287596 312328 337713 353899 384780 122761 153861 169869 190122 207961 248736 272161 289152 319919 340I00 358209 387438 105402 139974 157128 177946 192282 226179 255364 280106 292164 32M47 344812 383067 116680 149964 161378 180755 197881 245702 257392 285066 304'216 329321 347850 383414 120416 151612 162610 181987 198417 248526 258610 286268 309768 334376 353721 383686 150908 175687 196679 211835 238674 263348 273678 287323 293904 320581 343053 385213 104773 124318 154039 177255 190844 208239 248939 273270 290939 320083 344729 369408 399095 135714 155307 180035 200410 Q13025 241967 264501 274339 290966 303.336 326965 358753 392489 137814 165153 185785 30493? 215644 243717 266543 274436 291708 308575 334950 374707 392559 6871 23914 68059 67516 82435 175086 218590 249990 279153 373568 148474 169733 188613 210000 235977 245326 272741 284899 295112 315218 338822 378933 187807 259'>6S 287123 381199 en Fort- Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer In den beiden Abteilungen I und II Gewinnauszng ß. Klosse 32. Preußisch-Süddeutsche (25b. Prcuß.) Klassen Louerie 141718 167986 187674 207081 235695 245022 272683 276226 293290 31084.3 335365 376981 Lützellinden. 18, Febr. Der Kreis- verband der Evangelischen Zünglings- vereine des Kreises Wetzlar veranstaltete dieser Tage im Svangellschen Vereins- Hause Hierselbst eine Winterfreizeit für Leiter und Helfer, die von BundeSgauwart Dornemann, Sechshelden. geleitet wurde. Die Teilnehmer versammelten sich täglich zweimal rm Evangelischen Dereinshaus, woselbst Bundes- gauwart Dornemann Anleitung zur Auslegung 4 •rtrinne *u 10000 M- 8 »etoinn« p, 3000 W. 388772 12 Oetotnn« tu 2000 W. 301271 373654 384616 22 •etmnnv .u 1000 'M 160191 210631 256806 889947 398281 Gemlnnrade verblieben 2 Prämien zu 5(MJO00 2 Aemmne zu 5" ... 2000 91L 19989 28717 93073 31407? 329.368 376892 28 »ttoiun«. .U 1000 ®. 1473 7793 24618 134599 180758 180851 186017 234875 275395 291657 356504 373761 384021 395'264 94 ich um einen Preis bewirbt, muß mindestens in einem der beiden auf dir Stellung d-rr Aufgabe folgenden Semester an der llnivrrsität Gießen rmmatritulieit gewesen sein. Jede Dewerbungsschrist darf nur einen Verfasser haben. Die Dewerbungsschrist ist in der Sprache ab» zusa,1en. in der die Aufgabe gestellt ist. Auf dem Titel ist ein Kennwort anzubringen. Die Dewerbungs.chrift ist vor dem 1. April 1930 einzusenden unter Beifügung eines verschlossen-rn. mit dem Kennwort der Arbeit versehenen Drief» umschiags, der die Aufgabe des Verfassers und sein« Adresse enthält. Die Sendung ist an dir Fakultät zu richten. Beim Zahressest der llniversität am 1. Juli 1930 verliest der Rektor die Urteile und verkündigt die Ramen der preisgekrönten Bewerber. im daneben liegend en Haus ebenfalls starken Gasgeruch. Die Bewohner wurden sofort alarmiert. Sin im Erdgeschoß wohnendes Ehepaar wurde bewußtlos aufgesunden und inS Krankenhaus übergesührt. wo der Mann noch lebensgefährlich erkrankt darniederliegt. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 20. JebruaL 6.30 Albt: Morgengymnastik. 12.45 bis 13-15: Schulfunk: Deutsch, borge tragen von Adalbert Reumann und Otto Fluck: Balladen in Worten und Musik. 13.15: Schallplattenkonzert: AuS Opern. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte, vorgetragen von Rektor Wehrhan: .Der westfälische Schulze. Die ersten Kartpf sein". 1555 biS 16.05: Haus- frauendienst. 16.35 bis 16.45: Don Kassel: Zehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. 16.45 biS 17.15: .Der letzte Kaiser", Erzählungen aus Für das Jahr 1929/30 werden folgende Preisaufg aben gestellt: Don der Theologischen Fakultät: 1. Für den akademischen Preis: Schrifttum und Wirkung des pro.estantischen Mystikers Da.«ntin Weigel. 2. Für den Leydhecker- preis: D.« Entstehungsgeschichte der ältesten Anstalten der Inneren Miision in Hessen. Don der Juristischen Fakultät: Steht dem Reiche oder deutschen Ländern daS Eigentum am Festungsgrlände der infolge des Friedens- Vertrages von Versailles ausgelassenen deutschen Festungen zu? Don der Medizinischen Fakultät: Die Speicherungsoorgängen in der Milz sollen vergleichsweise bei verschiedenen Tie-arsm untersucht werden. Von der VeterinärmedizinischenFa- kultät: Vergleichende Untersuchung der Entwicklung des Zungenbeinapparates von älngu- laten. Von der Philosophischen Fakultät: 1. Aus der Kunstgeschichte: Der Maler Wilhelm Tiautschold (1815 bis 1877). - Es soll der Werdegang und die künstlerische Entwicklung dieses Malers, der im wesentlichen in Hessen tätig war, dargestellt werden, an der Hand seiner Werk«, die nach Möglichkeit vollständig aufzusuchen und festzustellen sind. 2. AuS der Archäologie Die hetttonige, scharf profiliert«, vielfach mit blutroter Farbe bemalte Tonware der frühen römischen Kaiserzeit bn römischen Germanien ist zu sammeln, ihr Formenschatz ist festzustellen und ihre besonderen Formen gegenüber der gleichzeitigen Terra sigillata und anderen verwandten Gattungen sind hervorzuheben. Dies« Formen sind in ihrem Abhängigkeitsver- dungSschulen abzulehnen. Die Eaifüh- rung der Schulzahnpflege in der Bürgermeisterei wurde bis 1930 zurückgestell teEenfo die Errichtung von gewerblich b i k d u n g s s ch u l« n. epislopisches Bildmaterial. Der Redner verstaird es auf Grund seiner praktischen Ersahrungen wertvoll« Anregungen zu geben. Wenn der Dortrag auch in erster Linie nur für diejenigen Schulen eine besondere Bedeutung hatte, di« mit einem Lichtbildgerät ausgestattet sind, so wurde vielleicht doch in manchem der Wunsch nach einem neuzeitlichen Dildwerser wach. V Gedern. 18. Februar. Deim Skifahren verunglückte gestern der 13 jährige Schüler Ern st Hermann von hier. In voller Fahrt vom Gelmer Berg herunter, stieß er gegen eine hervorstebende Erdscholle, di« ihn mit edler Wucht zu Fall brachte. Er wurde sofort ins hiesige Krankenhaus «ingeliefert, wo er sich einer Operation unterziehen mußte. Es ist dies binnen vierzehn Tagen der zweite Unglücksfall beim Skiläufen in unserer Gemarkung. )—( Ruppertsburg. 18. Febr. Der hiesige Gesangverein Sängerbund hielt am Sonntag bei Gastwirt Schtörb seinen Familienabend ab, der sehr gut besucht war. Das Programm, wies sechs Shöre, ein heiteres Terzett, einen humoristischen Sologesang, ein sehr zeitgemäßes vaterländisches Volksstuck _unö ein lustiges Militärstückchen aus. Die Chöre, darunter zwei von Rektor Schaad in Hungen, waren zumeist Volkslieder und wurden durchweg gut vorgetragen. Dei den Aufführungen gaben sich alle Mitspielenden große Mühe, ihren Qüifgaben gerecht zu werden. Kreis Alsseld, v Bleidenrod, 18.Febr. Das 7jährige Söhnchen des Landwirts Maus zog sich infolge nicht passender Schuhe eine Fußwunde zu. Die Folge davon war eine Blutvergiftung, on deren Folgen der Kleine noch qualvollen Schmerzen in der Gießener Klinik verstarb. v M a u 1 b a ch , 18. Febr. Dieser Tage sand hier die erste H o l z v e r ft e i g e r u n g in hiesiger Gegend statt. Die große Kälte wirkt sich auch stark auf die Brennholzpreise aus. Für vier Raummeter Buchenscheiter wurden durchschnittlich 55 Mark geboten. Bier Raummeter Buchenknüppel konnte man kaum unter 44 Mk. bekommen. Für Eichenknüppel wurde Preußen. Kreis Wetzlar. WSN. Wetzlar, 16. Febr. In der Nacht zum Freitag glitt auf dem Gelände des Bahnhofs Wetzlar der in den 20er Jahren stehende Ram gierer ©untler aus Garbenheim auf einer Schiene aus und kam über das Gleis zu liegen. Ehe er sich erheben konnte, wurde er von einem rangierenden Zuge überfahren. Ein Fuß und ein Dein wurden dem Unglücklichen vom Körper getrennt, so daß er sich bis zum Morgen verblutet hatte. Er hinwrläßt Frau und zwei unmündige Kinder. <5 Krofdorf, 16. Febr. Di« Vertretung des Amts Atzoacy hielt ty.er unter dem Vorsitz d«S Dürgerrneisters Drockmeier ein« Sitzung ab, an der auch Landrat Dr. Sartorius und Re« gierungsassefsor Molfen aus Wetzlar teil» nahmen. Unter anderem beschloß die Vertretung, die Errichtung von Wädchenfortbil- dem Chinesischen von Kiabund, vorgetragen von Charlotte Christann. 17.15 bis 17.45. Von Stuttgart: RachmittagSkonzcrt. 17.45 biS 18.3-: Don Köln: Jugoslawische Stunde. 18.30 bis 19: Dor- tragszvkluS der Handwerkskammer Kassel, Re- benstclle Hanau: .Der Lehr lag und die Gewer e- ordnung", Dortrag von W. Ulrich. 19 bis 19.15: Französische Literaturproke.r. 19.15 blS 19.45: Französischer Sprachunterricht. 19.45 bis 20: Senckenberg-VierteTtunle: Aktuelle Ta urwifsen» schalt. .DaS Auftauchen ausgestorle.'.er Tiere unter den lebenden", Vortrag von Professor Dr. R. Richter. 20: Aus dem Staatsthealer Kassel: .UndineRomantische Zauberoper in vier Aufzügen von Albert Lortzing. Buntes Allerlei. Der Rulldfurck-Regenschirm. Die Radio-Industrie, die einen so großen Aufschwung genommen hat, wartet mit immer neuen Ueberrascyungen auf, und besonders sind die Amerikaner groß im Erfinden von seltsamen Apparaten, die als Empfänger benutzt werden können. Da gibt es z. D. einen Fingerring, mit dem man den Rundfunk hören kann: es gibt einen Spazierstock, der ebenfalls als Empfangsapparat ausgebildet ist, und sogar ein« Kokosnuß, auf der ein Kristall angebracht ist. Das neueste aber für den Radiolieb hader in den Vereinigten Staaten ist der Rundfunk-Regenschirm. Kauft man einen solchen Apparat, so erhält man einen Schirm, der sich zunächst in nichts von einem gewöhnlichen Regenschirm unterscheidet. Aöer spannt man ihn auf. so bemerkt man am Handgriff einen zierlichen Hörer, der mit einem Draht an die Krücke anqeschlossen ist, und in den Rippen deS Schirmdaches befindet sich ein Empfänger, durch Den ma.i den Rundfunt vortrefflich hören kann, zumal die Spitz« des Stock.'s als Antenne auSgestaltet ist. Die Vorzüge dieses Rundfunk- Regenschirmes werden uns in den glühendsten Farben geschildert, und was kann es wohl schöneres geben, als wenn man sich den unangenehmen Gang im strömenden Regen dadurch verschönert, daß man zugleich mit diesem nützlichen Apparat alle möglichen Darbietungen ausnimmt, die das Tromme.n der Tropfen übertönen und den eine Erkältung fürchtenden Geist auf angenehmere Vorstellungen hin lenken? . Ein UeberfetzungSrelv'd. Der englische Schrift,teller und Ueberseher F. S. Flint hat bei der Uebcrtragung des deutschen Anastajia-Duches von Rathlef- K e i l m a n n eine Schnelligkeitsleistung aufgestellt, die sobald wohl nicht Überboten werden wird. Wie in der „Literarischen Welt" mitgeteilt wird, sandte ihm der Verleger Putnam das deutsche Manuskript an einem Donnerstagmittag: am Freitag um 9.30 Uhr früh lagen bereits 25 Schreibmaschinenseiten von der Ueberfet)ung vor. und in Wochenfrist war sie vollendet. ‘3aboi ist Flint in feiner Arbeit seh: gewissenhaft und im Hauptberuf höherer Beamter in einem englischen Ministerium, das mit Arbeet über» von Dibeistellen gab. Während der Dauer der Freizeit h e t Tundesgauwart Dorncmann abends Evangelisationsvorträge über wichtige religiöse Themen, die von hiestgen und auswärtigen Gemeinschastskreisen gut besucht waren. 3 Groß-Rechtenbach, 16. Febr. Die kom- miliarilcheBerwaltungderDurger- rn e i st « r st e l l« des Amtes Rechtenbach ist durch Erlaß des Oberpräsidenten der Rheinprovinz dem Volkswirt Dr. Reumann, Wetzlar, übertragen worden. Di« Amtseinführung wird vorauSsichr- lich in den nächsten Tagen durch den Landrat zu Wetzlar erfolgen. <7> Hochelheim, 16. Febr. Dei der ersten diesjährigen Holzversteigerung der hie- sigen Gemeinde wurden folgende Preise erzielt: Duchenscheitholz 21 Mk., Duchenknüppel 18 Mk. je Raummeter, Duchenwellen 20 Mk. je 50 Stück, Fichtenstangen 3. Klasse 1 Mk., Fichtenstangen 4. und 5. Klasse 0,30 Mk. je Stück, Fichtennuh- knüppel 10 Mk. je Rm. — Am Sonntagabend sand int VereinShaus der hiesigen Evangeli- schenGemeinschast ein llnterhaltungsabend statt, der sich eines sehr zahlreichen Besuches erfreute. Di« Leitung der Veranstaltung lag in Händen deS Ortsgeistlichcm. Pfarrer Schneider, Hochelheim. Mit einem Posaunenvortrage nahm die Feier ihren Ansang. Es folgten Dann Schriftverlesung unD Gebet Durch Pfarrer Schneider. Orgelvvrträge des 5!ehrers Messer» s ch m i d t, Grvßrechtenbach. und «in Tenvrsvlo von Albert Kuhl, Hörnsheim. Den Höhepunkt des Abends bildete Di« Aufführung Des Stückes „Mirjam", durch Mitglieder DeS hiesigen Jung- frauenvereins. Ein Chvrgesang DeS Jungfrauen» Vereins unter Leitung von Frau Pfarrer Schneider schloß diesen Teil Der Veranstaltung. Aus Den weiteren Darbietungen sinD erwähnenswert Posaunenvorträge deS hiesigen PosauncnchorS unter Leitung von Karl Doller, Lang-Göns, Gesangvorträg« Des hiesigen Gemischten Chors unter Leitung von Albert Kuhl, HörnSheim, Sologesänge von Frau Pfarrer S ch n e i D e r , Hochelheim, unD Orgelvorträge von Lehrer MesserschmiDt, Großrechtenbach. Di« Schluh- ansprach« hielt PreDiger Trippler, Großrechtenbach. Die am Schluß erhobene Kollekte war zur Destreitung der zur Deschaffung einer neuen Saalorgel cnlftanbenen Kosten bestimmt. Niederkleen. 16. Febr. Der hiesige Gesangverein „Liederlranz" veranstaltete am Dienstagabend in der Gastwirtschaft Ohly einen Hnterhaliungsabend, mit Dem er fein diesjähriges Stiftungsfest verband. Die Veranstaltung erfreute sich eines außer» ordentlich zahlreichen Besuches. Rach einer Begrüßungsansprache des Dereinsvorsitzenden Wilhelm Rühl wechselten mufrkalische Darbietungen und Gesangsvorträge her Deretnsmitglie» der unter Leitung des Dirigenten Lehrer E ch u » ler- Oberlleen einander ab. Reichen Beifall fand ein Theaterstück, das von den Darstellern gut gespielt wurde. Maingau WSR. Frankfurt a. HL. 18. Febr. Ser Tod hüll gegenwärtig in Frankfurt reiche Ernte. In den Leichenhäusern des Haupt- sriedhoss lagen Samstagabend über 90 Leichen. Richt nur di« Grippe fordert reichliche Opfer, sondern auch Die ungewöhnliche Kälte verursacht viele ToDessälle. Es starben in Den letzten Tagen vorwiegenD ältere Personen. Die Bestaltungstätigkeit mutz mit allem Hochdruck betrieben werden. Dreißig Bauhandwerker sind neu eingestellt worden, Damit die Ausschachtungen flotter vonstatten gehen. Don morgens früh bis in Den Spätnachmittag erfolgen Beisetzungen. Am Samstag versagte bet einer Trauerfeierftch» leit plötzlich Die elektrische Lichtleitung unD Die TrauergemeinDe war in Finsternis gefüllt. Die Stromunterbrechung soll auf einen Wafserrohr- bruch zurückzuführen sein, llebrigens befand sich her ganz« nördliche Stadtteil eine Zeitlang ohne eleÜrifchen Strom. Kircklicke Nachrichten. Lvangelische Gemeinden. Mittwoch, den 20. Februar. Johanneskirche. 6 Uhr: Passionsandacht. Pfarrer Ausfell». Freitag, den 22. Februar. Kapelle des Allen Friedhofs. 6 Uhr: Pafsions- andacht; Pfarrer Lenz. Orchester-Verein Biehen (1908) NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN .......................................................................................... U93D 847V Gesunden Schlaf Verlosung wertvoller Apparate. — Eintritt frei. I227D Reicbsverband d.deutschen Elehlrn-Inslallallons-Bewerltes e.V„ Ortsfir. Biehen. NSU VEREINIGTE FAHRZEUGWERKEAG. NECKARSULM(wräj| Los 9. Los 10. 2. Gemeinde Launsbach. Los 12. Klosse la Los 15. Klasse bleibt vorbehalten und Vertretung: Linker & Sohn, Gießen (Hessen) liuarloren bringt Gewinn N 0648 Metzetzuvve Barzahlung: 18O3D 1497V kauft: Bequemste Zahlungsbedingungen Alleinverkauf für Gießen und Umg. 219 84 19 Fl. 1.75 ft.FI.3.— 13. 14. 6. 7. 8. 1 2 3 4 89 2ö 15 1 1 2 1 1 1 48 33 19 4 0,45 tni 1,63 „ 1,34 fe 15,55 w 19,90 „ 15,64 „ 5,17 „ 1b 2a 2b 3a 3b Morgens Ochtveinslopf mit Kraut. Abends von 6 Uhr ab veriekt flero.tm Beikebr mit Rui o. fof. ob. 1.3. nef. Alter 19-253i Schr. Anaeb. mit Bild u. Zeuar, unt. 14471) an den Gieß. An», e^Üet. 90,89 56,64 15,93 25,76 14.00 14,23 0,40 1,13 Eintrittspreis auf allen Plätzen: Vorverkauf 80 Pf, Abendkasse 1 Hk Vorverkauf bei E. Challier und der Geschäftsstelle der Volkshochschule für deren Mitglieder. als Gastdirigent Beethoven: Ouvertüre zu Egmont Mozart: Violin - Konzert Nr. 3 (Solist: Herr Franz Bauer jr., Gießen) Beethoven: U. Symphonie das Wachstum, kräftigt die Knochen und beugt gegen Rachitis und Skrofulose vor. SCOTT ist als Nähr- und Kräftigungsmittel Kindern und Erwachsenen bestens zu empfehlen und wird in allen Erdteilen von Millionen genommen. Verlange nur Original-SCOTT mit dem Garantiestreifen in allen Apotheken und Drogerien. Konkursverfahren. Die Bekanntmachung vom 11. Februar 1929 in Nr. 39 des „Gießener Anzeigers" bezieht sich auf das Konkursverfahren über das Vermögen der Karl Zimmermann Eheleute in Gießen, Frankfurter Straße 113. 1498V Gießen, den 18. Februar 1929. Hessisches Amtsgericht. lb 2a 2b 3a geröucner. Bekanntmachung, die Offenlegung der Wählerlisten für die Wahl zur Landwirtschaftskammer betr. (§3 der Wahlordnung.) Während der Zeit vom 19. bis einschl. 21. Februar 1929, vormittags von 8 bis 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 6j Uhr siegt die Liste der in der Gemeinde Gie- tzen zur Wahl der Mitglieder der Land- wirtschaftskommer und deren Vertrauens- Männerwahl wahlberechtigten Verbandsangehörigen, die zugleich die Angaben über die Wählbarkeit der Verbandsangehörigen enthält^ in dem Stadthaus, Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 12 — zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist können bei der genannten Stelle Einwendungen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. 1505C Gießen, am 18. Februar 1929. Der Oberbürgermeister. Dr. Keller. Iisch s. 1,03 1,05 1,29 0,67 Liefern. 4 Stück, 0,97 lm Kontoristin in «Sienoni- Scbreibm.» rec Distrikt 48. Fichte: Stangen 3. Klasse 617 Stück, 4. Masse 405 Stück. 5. Klaffe 50 Stück. Distrikt 52. Eiche: Nutzscheit 17 na. «MW 2 W versteigere ich Neuenweg 28 (im Löwen) dahier, zwangsweise gegen Fichten. 9 Stück, Jn jedem Winter sollte jedes Kind 6 Flaschen SCOTT» EMULSION nehmen. SCOTT fördert Pfaff unübertroffen! Stammholz-Verkauf. Die Gemeinde Krofdorf und Launsbach (Kreis Wetzlar) verkaufen im Wege des schriftlichen Angebots: 1. Gemeinde Krofdorf. lb 2a 2b 3a 4a Der. Zuschlag ------ Bieter zwei Wacken, vom Eroffnungster- min an gerechnet, an sein Gebot gebunden. Zahlung vor der Abfuhr XA beim Zuschlag, bis 1. Juni 1929, Rest bis 15. Juli 1929 an die Gemeindekasse in Krofdorf. Nadelbolz muß bis zum 1. Mai entrindet sein. Nähere Auskunft durch Förster Möller in Krofdorf bei Gießen. An. geböte je Festmeter, nach Klaffen getrennt, sind bis zum 1. März d. 3-, vormittags 10 Uhr, an den Gemeindevorsteher der bete. Gemeinde einzureichen.__ Distrikt 7a. Eichen. Los 11. Klaffe 3 1 Stück, 6 1 „ Mode- Alben Ullstein. Bteyer, Lyon u. Wiener Frühjahr und Sommer* 29 soeben eingjetroff. PieiiWe BNühaNW WalHorsirafiß 21. ■ 4910 Philosophenwald Morgen Mittwoch Schlachtfest Depots: F-nisfeb Apotheke Hirsch-Apotheke Peljk an- Apotheke Liefen-Drogerie, Kllbincer Xacht. Dros. Hane Soll, Ludwigspiatz u.Neustedt. Sankhardt. 1. Brennholz. Distrikt 43. Eiche: Scheck 4 rm, Knüppel 1 rm; Buche: Scheit 11 rm, Knüppel 36 rm; ichte: Scheit 1 rm. Distrikt 44. Eiche: Knüppel 4 rm, Wellen 770 Stück; Buche: Scheit 36 rm, Wellen 710 Stück. Distrikt 48. Fichte: Knüppel 15 rm. Gönsrod. Distrikt 50. Eiche: Scheit 13 rm, Knüppel 10 rm; Buche: Scheit 3 rm, Knüppel 140 rm. Distrikt 52. Eiche: Scheit 8 rm, Knüppel 8 rm- Buche: Scheit 129 rm, Knüppel 33 rm, Wellen 5270 Stück; Fichte: Knüppel 1 rm. Los 1. Klaffe „ 2. „ h 3. „ „ 4. „ Eichen. Diststrikte 6, 12a, 13b, 14a, 21b, 25b: _ . . 21 Stück, 5,65 fm Gpeise-mn- Galat- kartoMln m vrima dkinlitöt emvnehlk biMtzir W. Handel, Reuen Bäkie 7, Telcvb. 6)2- 4~>D Donnerstag, den 21. Februar. 8 Uhr abends Neue Aula der Universität: m. volkstümliches Symphonie-Konzert Orchester; Der Gießener Orchester'Verein 1908 (Mitglied d es Bun des deutscher Orch ester'V ©reine) Dirigent: Professor Oscar Brückner, Wiesbaden drei Schreibmaschinen, eine Auspuhma- schine, zwei Kroupons Sohlleder, Grammophon mit Schrank, 11 Me er Moleskm, 14 Meter Kammgarn, ein Klavier, einen Trumeau, ein Oelgemäide, eine Kiste Meli drei Singer «Nähmaschinen, zwei Büfetts, zwei Kredenzen, zwei Ledersiühls, drei Sofas, vier Chaiselongues, einen Tisch, vier Stühle, vier Kleiderschränke, einen Operaiionöstuhl, einen Warenschrank, e n Herrenfahrrad, ein Konsolschränkchen, drei Kiefernstämme, einen Pholoapporat, ein »rismenalas, ein Danen-Aohrrad, ;fen, einen Dauerbrenner, einen Parallelschraubstock, zwei Labentheken, eine Registrierkaffe, einen elektrischen Sohner, drei große Waschtöpse, einen Bücherschrank, eine Felbschmiede, einen Lötapvarat mit Schlauch u. Kolben, zwei Fahrräder, sieben Kochtöpfe, zwei Zentner Halzstifte, Gamaschen, Hosenträger, Holzstifte, Sohlnägel. Lunker Gerichtsvollzieher in (Biegen. f Hygienische ÄlllkelX sämtliche Gomnihraren löroßerle WlntiWJ \ KreuzplaU* ,0 f X XQt rfy^eiM Z IrischeIische Mittwoch ttnb Donnerstag taüb eintreffenü: Frische große Sckcllft cke lui Ausschnitt *L. Kavital 5 — 6000 Mark kann evtl, vorgeschollen werden gegen Sickcnpctien. Schristl. Angeb. unt. 1502ü n. d. Gücy. Anz. schmeckt Wurst und Schinken noch einmal so gut. /der welche Nachteile hat In der Räucherung der alle gemauerte Räucherschrank, wie er zum Schaden seines Besitzers noch oft verwendet wird. Er bietet nicht genügend Schulz gegen Ungeziefer, hat selten genügend Luftzirkulation und wird leicht feucht Wie schön ist dagegen ein eiserner Fleisch-Räucher- und Aufbewahrung»- apparat, den Sie hinstellen können, wo Sie wollen, in Flur, Zimmer oder Keller, er gewährt unbedingten Schutz gegen teghehes Ungeziefer, hat stets genügend .uftzirkulntion, räuchert Fleisch und Wurst viel besser und hält ole länger frisch. Dabei ist der Anschaffungspreis für jeden Haushalt Ident zu eisenwlngen. Sehen Sie eich unverbindlich an meinem Lager einige Ausführungen an. I.B.Hänser.AmOswaldsfiarten sichten. Distrikte 4, 5, 7 bis 13. 19, 20, 23- Los 5. Klaffe la 124 Stück, 19,66 fm Nutz- und Brennholzversteigerung Montag, den 25. Februar 1929, vormit- tags 8 Ryr, kommt in der Zöllschen Wirtschaft zu Elpenrod aus den Forstorten Brückerwald 1 bis 12, Eisenmannsberg 1 bis 18, Kahlosen 2 bis 22b, Hainzenberg 3 bis 14 der Försterei Elpenrod nachstehendes Holz zur Versteigerung l./luhhol): Stämme (sämtlich Güteklasse N): Eiche 1. Klasse 1 Stück, 1,16; 2. Klasse 35 Stück, 12,57; 3. Klasse 12 Stück, 7,26; 4. Klasse 2-Stück, 2,33. Budjho6m hmbtia u^ngim. iwftm/nfin fr*- Med.-Drogerie Han|i»HinilOT- dar- H. Elies. Mech Drogerie Wlnlerhon, Ktfcüzpiatz 9/10. Germania -mrotierle. Frankfurter Str. 3f>j Kreuz- Droöerle. Bahnhof;pr 51, Löwen Drojerie, Sfcitv»- weg 79 a 1074V H. Kraft, Neuenweg 46 Gegründet 1879 14920 Fernruf 1297 RaiiAharvähnA^ Spezlallonstruktionder naUGnci 24■■ BIC Chlorodont-Zahnbürsteer« möglicht das Reinigen und Weitzputzen der Zähne auch an den Seitenslüchcn. Nur echt in blau« weih-grüner Originalpackung in allen Chlorodont« Verkaufsstellen. Brennholzversteigerung Donnerstag, den 21. Februar L 3. wird in den Waldungen der Stadt Allendorf an der Lumda (Försterei I) nachstehendes Holz aus den Forstorten „Schulbards- grab", ^Dachsbau" und „Wand^ ver- teigert: 1495D Scheit: Buchen 144 rm, Eichen 5 rm; Knüppel: Buchen 115 rm, Eichen 14,5 rm; Reisig: Buchen 178 rm, Eichen 32 rm; Stöcke: Buchen 14 rm, Eichen 6 rm. Die Zusammenkunft ist vormittags zehn Uhr im Forstort Wand, am Eingang des Waldes, oberhalb des Treffer Steinbruchs. Mendorf a. d. Lda., 15. Februar 1929. Heff. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. __________Rein.____________ Rutz- und Brennhotzversteigerung Oberförffetd Brandoberndorf. Mittwoch, den 27. Jcbruor 1929, vormittag« 10 Uhr, werden im Gasthaus »Deutsche« Hous". Brandvberndarf, ver- Nr. 42 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Oer Frostschaden in Oberheffen. Wafferrohrbrüche. - Erfrorene Kartoffeln. - Sterbende Vögel. — Oie Grippe. Geschloffene Schulen. Landkreis Gießen. M Lollar, 18. Febr. Die st a r k e n Gert ran- fangen unter dec Schuljugend machten heute die Schließung der Schule notwendig. In manchen Klassen, insbesonDere bei drn jüngeren Jahrgängen, blieben zuletzt die Halste und mehr der Schüler vom Unterricht fern. Der starke Frost bewirkt auch hier viele Schäden an der Wasserleitung. 11. a. ist der südliche Teil unseres Dorfes ohne Wasser. Das in diesem Ort8tcil liegende Dampssägewerk Nuhn mußte daher den 'Betrieb einstellen. Die Bewohner müssen in weiter gelegenen Häusern ober auch am Weiherbrunnen am Lollarer Kopf daS Wasser holen. gck. Großen-Buseck. 18. Febr. Seit heute ist die hiesige Schule auf einige Tage geschlossen. Heben einigen Lehrkräften muhten auS allen Klassen 50 bis 75 Prozent aller Kinder toegen Erkältungskrankheiten dem Unterricht fern- bleiben. — Auch in unserer Gemeinde sieht man allenthalben Leute unterwegs, die das in ihren Haushaltungen benötigte Wasser oft von weither herbeischleppen, oder auf Handschlitten heranfahren. Seit mehreren Tagen vermag unsere Wasserleitung, die auch in den trockensten Jahren bei zweckmäßiger Regelung nicht versagte, den Ansorderungen nicht mehr gerecht zu werden. Hochgelegene Zapfstellen sind oft ganz ohne Wasser. Aach Instandsetzung einiger Rohrbrücke, an denen sogar nachtsüber gearbeitet wurde, sind die Zustände zwar besser geworden, doch macht sich noch weiterhin Mangel an Druck bemerkbar. Heber die Ursachen gehen die Meinungen auseinander. 4- Gründern, 18. Febr. Nachdem hier am Donnerstag, verursacht durch die strenge Kälte, der erste Bruck eines Hydranten sich ereignete, kamen im Lause des Sonntags nicht weniger als drei derartige Brüche vor. Der eine war in der Rosengasse, dicht vor dem Anwesen des Weinhändlers Stammler. Sofort nach dem Vorüberfahren eines Autos ergoß sich ein Wasserstrahl aus der Bruchstelle, und die Wasiermasien drangen in den anliegenden Weinkeller, dessen Besitzer alsbald die Weinoorräte in Sicherheit bringen mußte. Der zweite Bruch ist in der Marktgasse vor der Robert- schen Druckerei, und der dritte in der Bahnhofstraße; in beiden letzteren suchte sich das Wasser oberirdisch feinen Abfluß. Die Wiederherstellungsarbeiten werden bei den Bewohnern der von den Bruchstellen betroffenen Straßen schwierige Wasserbeschaffung verursachen, besonders trifft dies die in der Bahnhofstraße gelegene Weberei Allmendinger, die zur Durchführung ihres Betriebes das Wasser für ihren Dampfkessel herbeifahren muh. aL Allendors a. d. L ahn, 18. Febr. Der anhaltende starke Frost hat in unserem Dorfe erheblichen Schaden angerichtet. Durch zwei Rohrbrüche im Hauptstrcrng der hiesigen Wasserleitung ist die Gemeinde schon seit Mittwoch von der Wasserzufuhr abgeschnitten. An der Auffindung der Bruchstellen wird eifrig gearbeitet. Die 3nstandsehungs- arbetten gestalten sich äußerst schwierig, da der Boden 80 bis 90 Zentimeter tief gefroren ift Der Frost bringt auch in die Keller ein. Zahlreiche Hauswasserleitun^en sind eingefroren. Um die Kartoffeln, Dickwurz und sonstigen Borrate vor dem Erfrieren zu schützen, heizen dieDe- wohner die Keller Tag und Rächt mit einem mäßig brennenden Holzkohlenfeuer. Man befürchtet auch großen Frostschaden an den im Felde vielfach in Mieten eingevrachten Dickwurz, weil die etwa 50 Zentimeter hohe Erddecke der außergewöhnliche Kälte nicht widerstehen kann. Trotzdem hier die Bogel fleißig gefüttert werden, findet man doch hier und da tote Bogel. Sie fallen der Kälte zum Opfer. Tote Hasen hat man auch schon gefunden; ihnen ist eS nicht möglich, etwas Grünes unter der harten Schneedecke hervorzuscharren. Soweit die Hasen die Rinde der Bäume erreichen Formen, haben sie sie vollständig abgenagt. —r. Lang-Göns, 18. Febr. Auch in unserer Gemeinde hat der starke Frost allerlei Unheil angericht.t. Seit einigen Tagen sind die hoher gelegenen Ortsteile f a ft ganz ohne Wasser. 3n einer Nebenstraße brach das Rohr der Hauptleitung, so daß das Wasser in die angrenzenden Scheunen eindrang. Auch an andern Stellen scheinen Rohrbrüche zu sein. Der Frost hat in den Kellern ebenfalls, besonders bei den Kartoffelvorraten, ziemlichen Schaden angerichtet. Die oberen Schichten der Knollen sind meistens — hauptsächlich an den äußeren Mauern — erfroren. Manche Landwirte versuchen durch Aufstellen von Koksöfen die Temperatur wieder zu heben. Hier und da werden auch elektrische Heizsonnen in Betrieb genommen, doch ist der Stromverbrauch zu groß. — /$He Grippe tritt hier sehr start auf. Fast in jedem Hause liegen mehrere Personen krank darnieder. U Rodheim a. d. H 0 r10 ff, 18. Febr. Recht beträchtlicher Schaden an der Wasserleitung unseres Ortes ist durch den Frost hervorgerufen worden. Schon seit Wochen ist der untere Straßenteil der Obergasse infolge eines kleineren Rohrbruches der Wasserleitung mit einer etwa 30 bis 40 Zentimeter dicken Eisschicht überzogen. Ein zweiter Bruch ist in der H a u p t l e i t u n g der ilntergaffe eingetre en. An mehreren Stellen kam das Wasser in großer Stärke aus Erde und Mauerwerk. Nachdem Die Leitung aögesteltt worden ist, müssen die Anwohner der llntergasse ihr Wasser wieder aus Brunnen und Pumpen, die glücklicherweise in unserem Orte noch in größerer Zahl vorhanden sind, holen. s. Aus dem Horlofftal, 18. Febr. Immer mehr häufen sich die Schäden, die durch das anhaltende strenge Frost Wetter verurfachi sind. Täglich mehrmals hört man die Ortsschelle in den Dörfern das Abstellen der Wasserleitung verkünden, da Rohrbrüche ausgebessert werden müssen. 3n den meisten Häusern ist nd b f'r r. fte ich unter f ührur.g von Montanektien nur auf einige Spezialpapiere. Eine gewisse Vorsicht war immer noch zu erkmnen, was sich besonders an den Rebenmarkten auswirkte, aber auch bei verschiedenen Hauptwerten stärker fühlbar machte. Im Vordergründe des Interesses standen vor allem Rheinische Braunkohlen mit plus 3,5 Prozent, Rheinstahl mit plus 1,75 Prozent und Harpener plus etwa 2.5 Proz., die verschiedentlich von rhrinifchen Interessenten, sowie auch von der Berliner Arbitrage aus dem Markt genommen worden fein sollen. Am Eiektro- rnarkt blieben die Veränderungen äußerst gering, nur für Siemens mit plus 1,5 Prozent bestand etwas lebhaftere Rachfrage, während Gesfürel angeboten waren und etwas niedriger eröffneten. Interesse bestand sonst noch für Deutsche Linoleum mit plus 2 Prozent, am variablen Markt für Iunghans mit plus 1 Proz. Vernachlässigt und angeboten waren dagegen am Ehemiemarkt I.-G.-Farben mit minus 0,5 Prozent und Scheideanstack mit minus 0,25 Prozent. Auch Ze.lstoff Waldyof. Rorddeutscher Lloyd. Commerzbank lagen bis etwa 1 Prozent schwächer. Renten still. Deutsche Anleihen eine Kleinigkeit gebessert. Im Verlaufe hielt das Interesse für Spezialwerte und besonders für Kohlenaktien weiter an. Bei etwas lebhafterer Rachfrage konnten Harpener, Rheinische Braunkohlen und Gelsenkirchen erneut bis 1,5 Prozent gewinnen. An ben übrigen Märkten blieb das Geschäft äußerst ruhig, die Kurse waren nur behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Prozent unverändert und ziemlich flüssig. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2120, gegen Pfund 20,437, London gegen Kabel 4,8530, gegen Paris 124,26, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid 31,70, lag schwach, gegen Holland 12,1160. Berlins Börse. Berlin, 19. Febr. Rachdem der Dvrmittags- verkehr noch eine ziemliche Unsicherheit gezeigt hatte, machte sich zu Beginn des offtziellen Verkehrs eine Beruhigung bemerkbar. Das Geschäft war zwar auch heute nur sehr gering, und die Orderlosigkeit bei den Danken hielt an. Die Spekulation schritt aber zu Deckungen, da sie glaubte, nunmehr mit keiner Erhöhung der Reu- Yorker Diskontrate für heute mehr rechnen zu brauchen. Eine gewisse Anregung ging von dem heute erschienenen Reichsbankausweis aus, der entgegen der Lage des Geldmarktes eine weitere Entspannung brachte. 3m allgemeinen hielten sich die Veränderungen in engen Grenzen, nur einige Spezialwerte waren stärker befestigt. Kohlenwerte (Ilse (Bergbau und Rheinische Braunkohlen) standen im Vordergründe des Interesses, sowie Kunstseidenwerle auf die Zusammenkunft der europäischen Kunstseidenindustriellen in Paris, und tagen bis zu 9 Prozent erhöht. Bei der Danatbank. Licht & Kraft, Schlesische Gas. D. M. W., Schubert & Salzer, Berger, Norddeutscher Lloyd, Iunghans betrugen die Gewinne bis zu 3 Prozent, während später C.hade- Aktien, Waldhof, R. A. G., Wiking Zement und Löwe in demselben Ausmaße verloren. Bayerische Hypotheken- und Wech'el-Bank wurden heute exklusive Dividende gehandelt. Anleihen freundlich, Ausländer ruhig. Ausländische Städte etwas freundlicher. Pfandbriefe uneinheitlich. Geld blieb auch heute noch ziemlich anze^oten, obw.hl der Satz für Tagesgeld eine geringe Ermäßigung bei 5,75 bis 8 Prozent erfuhr. Monatsgeld 7 bis 8 Prozent, Warenwechsel 6.25 und darüber. Auch der Verlauf brachte nur für Spezialwerte Geschäft. Fest lagen nur Schiffahrtsaktien, Feldmühle, Ilse Bergbau und die übrigen Montan- papiere. Dagegen konnte sich bei den meisten Elektropapieren, Reichsbank, Svencka und Salzdetfurth der Kurs nicht immer voll behaupten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Febr. Am heutigen Produktenmarkt war die Grundstimmung fester, da höhere Auslandnotierungen eine gewisse Anregung boten. Das Geschäft blieb jedoch nach wie vor sehr gering, da die Händler weiter Zurückhaltung übten. Das wieder etwas größere Angebot von Inlandsware konnte ebenfalls keine Belebung des Geschäftes Hervorrufen, da die Kaufneigung bei den Händlern und den beteiligten Kreisen äußerst gering blieb. Die Forderungen der Provinz wurden nicht immer bewilligt. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs, 24—24.25; Roggen 23.75; Sommergerste für Brauzwecke 24.50; Hafer, inländischer, 24.25 bis 24.50; Mais (gelb) für Futterzwecke 24; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 34—34.75; Roggenmehl 31—31.75; Weizenkleie 14.25; Roggen- fleie 15.00. Eingesandt. (i ir Form und Inhalt alle- unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Das Thermometer in der Südanlage. Warum wird das Thermometer für Höchst- und Tiefststand am Wetterhäuschen in der Sudan läge so unregelmäßig eingestellt? E« dürfte sich empfehlen, das Einstellen eist nachmittags vorzunehmen, damit man auch noch tagsüber die Temperatur der Nacht zuvor ablesen kann. Büchertisch. — HermannSudermann: DerHasen» f e l l h ä n d l e r. Schauspiel in vier Akten. 103 Seiten 8°. In Büttenumschlag 2 Mk., in Ganzleinen 3,50 Mk. Verlag der I. G. Cottafchen Buchhandlung Aachfolger, Stuttgart und Berlin. (751) — Dies ist Sudermanns letztes Schauspiel, das erst vor kurzem in Hamburg uraufgesührt wurde. — Baron von Ockhardt hat sich gegen Recht und Billigkeit gewaltsam zum Herren des Fide'.kom» mi.fes auf dem alt n Ockhardischen Gut: Rowayen gemacht, fein Re, fe Magnus, der eigentliche Erbe des Fideikommisses, steht entrechte mit aller Gier nach dem Besitz, mit allem Willen, die Macht zurückzugewinnen, abseits. In dem Kamvfe, den die beiden aus gleichem Blute stammenden Vertreter ihres Standes miteinander führen, in dem der Mittellose gegen den Reichen, der Beiseitegestoßene gegen den Anerkannten anrennt, verkommt der Reffe, er verkommt bis in die letzten Tiefen sozialer Rot und wird schließlich dadurch, daß er seinen Tiefstand skrupellos gegen die in ihren Standesvorurteilen verharrenden Mitglieder seiner Sippe auöspielt, der gefährliche Gegner. Als er aber endlich wider Erwarten nach bitterstem Kampfe zur Macht gelangt, fühlt er die Kräfte, mit denen er einst wirken wollte, in sich zerbrochen und das Ziel entwertet. — „Die Kun ft", Monatshefte für zeitgenössische Kunst (Malerei, Plastik, Wohnungskunst, Dekoration, Kunstaewerbe, Architektur usw.). Verlag F. Bruckmann A.-©., München. Mit dem Januar- und Februarheft gibt der Verlag wiederum eine Darbietung von ausgezeichneter Qualität, gleich im» . panierend und erfreuend durch die Fülle und den reichen Wechsel, wie durch die mit sicherstem Geschmack getroffene Auswahl und die außerordentliche Schönheit jeder einzelnen Abbildung. Aus dem Inhalt nennen wir: Aus dem Gebiet der Malerei die Aufsätze über „Moderne Frauenbildnisse" (anläßlich des Wettbewerbes des Reichsverbandes der bildenden Kunst), über die Maler Otto Mueller, Robert Sterl, Max Beckmann, dazu ein höchst reizvoll illustrierter Aufsatz über alte Almanache und Taschenbücher. Ausgezeichnet ist die Plastik mit einem prachtvollen Aufsatz über den französischen Plastiker Lourdelle vertreten. Aus dem Gebiet der Wohnungskunst und der dekorativen Kunst sind hecoor- zuheben die illustrierten Aufsätze über den Ausbau der Böttcherstraße in Bremen durch Runge & Scotland, ferner über die Werkstätten Theophil Müller in Dresden, schließlich sehr schöne Gläser aus der Berliner ©lasausstellung, Silberarbeiten des dänischen Silberschmiedes Jensen, Porzellane der Manufaktur in Kopenhagen, Textllarbeiten der Schule Reimann in Berlin. — Im Februarheft der ^Ze i t we n d e" (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung in München) sprechen ein schöpleriicher Soziologe — Euren Roien» stock — und ein bedeutender junger Dramatiker — Hanns Iohst — zu uns Über die Rot des gegenwärtigen Menschen. Eugen Rosenstock hat ein feines Ohr und einen offenen Blick für die wirklichen Bewegungen und Forderungen der Zeit. Hier redet er davon, daß die Begründer der Sozialpolitik und des Sozialismus Träger alter geistiger .Erbämter" Ware» — jene nicht selten evangelische Pfarrer und katholische Priester, diese als Gelehrte ebenfalls in g wi fern Sinne „Slerici“ — und daß die Qlutorität, mit der sie zu den Massen f)rachen, auf der Autorität jener aus einer vorkapitalistischen Gescft- schastiordnung stammenden Erbämter beruhte. Diese Erbämter haben sie um der Rot der Massen willen aufgegeben — mit vollem Rechte. Die Sozialpolitik wurde so geschaffen und kann heute nicht mehr entbehrt werden. Run aber erhebt sich die dringliche Forderung in einer Gefellschaft, in der der Mensch selbst und seine Arbeitskraft zur Ware erniedrigt wurde und sch'echthin jede Leistung nur noch mit Geld gemessen wird, das wieder aufzurichten, was seinerzeit der Sozialpolitik geopfert werden mußte: eine organische Dolksordnung mit geistiger Führung, geistiger Autorität und geistigen Werten. — Hanns Iohst spricht in seinem Aufsatz .Die Tragödie und die Gestalt" über die Krisis deS Theaters. Er sieht sie begründet in einer KrisiS des Menschen selbst und feiner Weltanschauung. Seine Ausführungen, die den fortreißenden Charakter des persönlichen Bekenntnisses tragen, führen weit über Dichtung und Theater hinaus und rühren an die innere Rot des modernen Menschen überhaupt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. _____________________2)ie hinter den Papieren angelübrten Zistern geben die Höhe der auleftt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskvni 6,5 Prozent, Lombardzinsfuh 7,5 Prozent. auhfurt a. TI Berlin F ouksurt a. M Berlin 3 ai>6iurt a. M Berkin Berlin. 14. Februar <»ei& iHnef >6,43 168,21 22.04 111,98 59.04 2,50 112.18 80,8 C .5,41 12.445 2.1 20 —Frankfurt ,6.49 ' 168,89 22.12 112.42 59,28 2.53 112,62 81.15 35.29 12,505 73.50 O.M. lschlug K"r« l-Uhr- ft'ire Sch Ul) ÄT« Ln,ang flut* iöchiuh | l'Uhr. «'•re Sch uu Anfang Aur» Schlug S’ire bUDt- fiure Sch usj ft'ir. Ln,ano Kur'- tioüänbifdje at.-.Iicnifcbe Norweaische ®entfc6»Ceft Noten...... Noten...... ■Datum 18 2. 19. 2. 18 r. i»e« Tatnm i8.2. ; 19. 4. 1 1 19. 2. Datum: 18 2 19 2. 18 2 1 19. 2 Noten...... err.Lioo Kronen 5% St. meidpaiueiix' >. iUz< . Sf. ’2lnl,.>jlblö!.««d)ulö mit AuL los.-Rechien......... Desgl. ohne Auslv^Rcchte . . . 7% öraitff. Hyp.-Bk. ©olbpf. un kündbar bk 1932...... 4%% Rheinische Huv.-Bank ßiqu (MülOpf............ 90 80,5 86 — dl,4 • 24,8 2,225 10.75 11 10,1 19 124,5 ■ 2.» 75 139,5 244 1.9 .78,25 170 105 16J 129 308 1 |fi 1 | | i i 1 l | 1 1 | 1 Söll 1 »J 1 1S 1 13 1 II O O >0 87,5 al.l Id,75 5,15 24.9 21,1, 2,25 10.75 10,8 10,75 19,"r 124.S 162,5 125,5 140 140,25- 2-4.5 199 277,75 I60,o 1 i,5 169 128,Id .08,5 Z 1 VSt O-O. = ’ao» Mil« 1 1 1 . -<-L 1 A.iL.G............e Bergmann ......... 9 Cleftr. Lieferungen.....10 Lichl und Straft......10 Pellen 4 Guilleaume.....6 Gei- f. Elekrr. Untern.....10 Hamb. Cleftr. Werke .... 10 Schein. Elettr.........9 Schief. Crleltr...... . 10 Schocken...... 8 Siemens & Halske ..... Yt TranSradio..... . . Lahmeyer 4 Co.......Iv Buverns..........b Deutsche Erdöl.......6 Eilener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ... f. Y» 3- 1 Harpener..........6 Hoesch Eisen.........8 Ilse Bergbon..... 8 fliuthterroetfe........< .-töln-Neuessen........8 Mannesmann..... 8 Manösekder.........7 fbevfd'W. Ersenb Bedarf... 6 Cberldilei. KokSwerke.....C Phönix Bergbau......ö'/z Schetnische Braunkohlen. . . 10 Vchems.abl . . f. % W 4y; d-iebeck Montan......7,2 Bereinigte Ctahlw......6 £i(TOi?/Hnei(.......2 sh Sali Aschersleben.....1* Sali Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 15 3- G. Farben.JnduKrie... 12 TchiamU 9h>hti.......5 Scheide ansralt........0 Goldschmidt ........5 Rütgerswerke ........ 6 Metallgesellschasi. ..... 11 r*.~ £ ~ j ® Ci — , S ,, •— — - 1c •— Ö r- — iOU «Ci * - atM» 1 S Ö'Äcb I KS 1 äy* ' 1 äs 1 2 1 1 1 1 7 | O'*. j i i a i g • i 15* i i-r s i ■ 11 • i 11 • «2« • * 1211 ' 2111 - r? s 2 5 . _5 - 175,5 413,25 164,75 414 140.75 436,5 147,75 lob,7, 410,2. 229.5 .»8 153,75 165 84,25 12b,<5 123 i:w,5 1.18.2. 124.75 213,75 I07,2ü 124.5 126,5 115 :5 105,25 97.45 48.5,25 130,5 98,75 .8,2 .'21.0 227 27, 45 117.7c •5,2. 176 213,5 216 140 ü 436,25 166,75 2H, 5 4.,0.6 'llhillpu 4)oizmann....... Heidelberger Sement .... 10 Gement Karlstadt ...... 8 Woyb & Freitag ...... 10 Schulrbels Patzenhofer ... 15 Cftmcrlc.........12 Ver. Glanzstoff......18 Bemberg.........11 Zellstols Waldhof.....12 Zellslofs R'chaffcnburg ... 12 Lharlorienburger Wasser ... 7 Dessauer GaS........8 Daimler Motoren......0 Demag ..........o Adlerwerke Rlener......5 L'u6ro. Loewe.......10 Rat. Automobil.......y Orensiein & ftopyd . .... 5 Leonhard Tietz ..... S Bamag-Meguin.......C Franks. Maschinen......6 Grttznor .........11 Heyliaensiaedt.......0 Funghoni..........4 Lechwerke..........8 Äiainkraftwerke.......k Miag..... io Nekarsulmer........8 PelerS Union........8 Gebr. Roeder.......10 Boigt & Haeffner......k Eüdd. Zucker........8 Boni .........-uns'»" isjseanisiagj d - — — - ad »i wo 4 J __- - ~ " g 1 1 1 1 i « i 1 1 1 l » l । 1 l LI 1 i I 1 Z’\ 1 1 1 I II 126 130,24 290,5 i4->,5 4 8,3 39.» 2vü,ö 191 120,25 41h,25 67,5 52.5 54.75 37,13 90,65 263 63,5 105 72 142 25, U k0,5 212 144,5 L?il| | 155 1 172 1 1 1 1 1 1 19 1 1 • |u» g ”2 3* SS Numünische Noten...... Schwedische Noten...... Schwerer Noten....... Spanisch: Noten....... Tschechoilowakische Noten . . Ungarische Noten Deoifcnmarfl Berlin A.E.G. ab«. Porfrkg^Cbltflatünt. rückzahlbar 1932 ...... 4% Schweiz. Bunve-N-.-Anl.. . ■1% £cftencld)l|die ttzoldrio.. . 4,20% teilen. Silberne. . . ■1% Ceiterrcid). einlieitl. Rke. . 4% Ungarische Goiürte..... 4% Ungariiche Staatst. v. 1910 4?-:% oon 1913 .... •i% Ungariiche Mtmienric.. . - Türk. Zollanlethe v. 1911 . v<. TüMIche Bagdadbahn-Aul. Serie I.......... 4% desgl. Serie II...... i% Rumänen converi. Rke. . . . l’,j% Rumänen Goldmil. von 191: Aüg. Deutsche Eilenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 8 .vamb.-Südam. $amyf|d). . . S .'"-cnia Samoffdiiff . ... 10 'Xoibbeulldier Hionb.....8 >u!g. Deutsche Eredilanv. . . lu . kamt er Bankverein .... tu berliner Handelsgeselllch. . • ' - Commerz- und Prloat-Bank • 11 Lärmst, u. Rationalbank . . 1- Irjtfdjc Bonk......’0 TiSkonto-GescUschaft Ant.. . V) IreSdner Bank......w '.'rUreldeuiio^EredUbank... 9 "i.tallbank Keitftfbcmf ...... e e 12 Tetegra, bild)». Auszahlung. 382,25 84 127 143,5 1 o 1.5 139 12) 215,75 107,25 12.» 126,75 115,26 9. ,5 105,25 97.25 488.2j 1.11,75 -8.25 "8,5 2-40. u 42«,7j ■29 451,25 18- F bruar 19. Februar Amtliche Non runa Äeld ' Brie' Amtliche Notierung tielB | Briet üint'i.-iHon Bu?n.-Aire Brsf.'Antw Christiania -skop.'nhag.ni Stockholm Helsingfors. lallen. . London. . . *?;eunort . . 'LoriS. . . Schweiz . . Sva ün . Japan .. • •Hip de Jan «Steil tu D-> r'eft. abgesi 'Prag . . . Belirad . Budap-'il. Bul arten Lissabon Danz'«. . . ntin. Atven. . . irchnada . . Ilrn nat) - - Gatro . . . 168.61 1.771 o8.48 112,26 112,26 112,47 10,587 42.015 40.43 4.2100 16,43.5 öü.95 ■5,i8 1,903 '.501 59,14 12,4b 7,ub8 <3.37 ,038 18,38 1 4,086 5,435 4.19. 4.311 20.945 168.95 1.775 o8,6U 114.48 112.18 114,69 10,67 22.055 40,47 I.21BO 16.475 61,11 u5.o2 1,907 o.öOj o9,24 12.50 7,40.' 73,51 .,044 18.64 Bl,80 2.090 5,445 4.201 4.319 91.985 168.50 1,768 □8.43 112.18 112.18 1(2,42 10.o82 22.02 -0.414 4.2070 16.425 80,83 64,16 1.904 0.561 □9,08j 12,4.5 7.385 73,32 .038 18.d8 8-.58 2,i»76 5,4.5 4.186 4,316 20.93 168.81 1,772 o8,55 112.40 1,2.40 112.64 10.662 22.06 20.454 4.2150 16.465 61,<-5 64,28 1.908 0.503 äo.205 12,465 73,10 ,044 18,62 01.74 2.080 5.445 4.194 4.336 •20.97 S»7ü Berlin, iS Februar ■»eit» •drie 2uncEtianu