Nr. 296 Erstes Blatt 179. Zahrgang Mittwoch, 18. Dezember 1929 Eriche in« löglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienbläller Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. ZernfprechanschUifie unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Universitätr-Vuch' und Steinbrntferei 8. Lange in Sietzen. Lchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° , mehr. Chefredakteur: Dr Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Terl Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Oie Rheinlandbahnen. Die Reichsregierung hat den Rotenwechsel veröffentlicht, den die Dotschafterlonferenz mit dem deutschen Botschafter über die Bahnanlagen in der entmilitarisierten Jone gepflogen hat. Der Eindruck ist peinlich, denn dieser Schriftwechsel bestätigt, dah Tardieu -wohl Ursache hatte, am 9. November triumphierend in der Kammer darauf hinzuweisen, daß es der französischen Negierung gelungen sei, den Grundsatz der Heber- wachungin der entmilitarisierten Zone aufrecht zu e halten. Dieser Grundsatz der Heberte ad) ung ist im Artilel 43 des Versailler Vertrages formuliert, indem er im Zusammenhang mit Artikel 42 ausdrückt, dah es Deutschland untersagt sei, auf dem linken Rheinufer irgendwelche materiellen Vorlehrungen für eine Mobilmachung beizubehalten. Das ist ein so kautschukartiger Begriff, dah fchliehlich jeder Feldweg als geeignet bezeichnet werden kann, einer Mobilmachung Vorschub zu leisten. Es kommt nicht darauf an, dah die französische Regierung und ihre Verbündeten darauf verzichtet haben, nicht alle ursprünglichen Forderungen auf Zerstörung von festen Bahnbau'.en durchzudrücken, sondern darauf, dah die Franzosen offenbar das Recht beanspruchen, auch künftig durch die Dergleichsausschusse her Haager Konferenz die Entwicklung des Verkehrswesens auf dem linken Rheinufer überwachen zu lassen. Einen Erfolg darin zu sehen, dah die Franzosen auf geradezu törichte Forderungen verzichtet haben, ist nicht gut möglich, denn diese und andere Forderungen trugen allzu sehr das Gepräge einer kopflosen und gerade darum Niedertracht'gen Quälerei. Trotzdem ist immerhin genug zugestanden worden, wie die Zerstörung eines Geleises von Münster am Stein nach Obernheim, also auf einer Strecke, die den Hauptverkehr zwischen der nördlichen Rheinpfalz mit den Ausstrahlungen in das Saargebiet und dem Rheinland vermittelt. Auch das ist nicht als Erfolg zu buchen, dah der Oberbau der Kurve Odernheim—Staudernheim geschwächt worden ist, um angeblich schwere Militärzüge nicht darüberlassen zu können. Solche Züge haben hier auch früher nicht verkehrt, Wohl aber schwere und schwerste Güterzüge, die auch .in Zukunst für die Saarwirtschaft unentbehrlich fein werden. Völlig unverständlich ist es, wie die Reichs- regierung sich darauf sestlegen konnte, auf alle Brückenbauten über den Rhein zu Verzicht ten. Tatsache ist doch nun, dah von der elsässischpfälzischen Grenze, also von Maxau ab bis zur holländischen Grenze neue Brücken nicht gebaut werden dürfen. Dah zugestanden sein soll, die längst baufälligen Drücken von Speyer und Ludwigshafen umzubauen, ist ebensowenig ein Erfolg wie der Ausbau einer zweigleisigen Linie über den Rhein nördlich Kölns. Die Drücken von Speyer und Ludwigshafen waren schon vor dem Kriege erneuerungsbedürftig, denn sie konn- ten nicht entfernt den gewaltig angewachsenen Verkehr bewältigen. Endgültig ist aber für absehbare Zeit der Dau der Eifenbahnbrücke zwischenRüdesheim u n dB i n g c r b r ü d erledigt, die bestimmt war, die Drücken von Mainz und Koblenz zu entlasten. Der Trost, dah alle anderen Pläne der Reichsbahn in den nächsten zwölf Jahren und erst recht später aus- gebaut werden können, ruht auf sehr schwachen Füßen. Mit der Frist von zwölf Jahren hat es nämlich die Bewandtnis, dah innerhalb dieses Zeitraums die großen Verkehrs- und Durchfahrtsstrecken Düren—Köln unb_ Tier—Koblenz nicht ausgebaut werden dürfen, wie auch alle anderen Baupläne zu ruhen haben. Allein selbst wenn die Reichsbahn trotzdem den engen Spielraum ausnützt, so muh sie doch damit rechnen, dah die französische Regierung die V e r - gleichsausschüsse veranlaßt, auf Grund des Artikels 43 des Versailler Vertrages Einspruch zu erheben. Die Dergleichsaussd)üsse sind berufen, bei Streitfragen politischer Art zu entscheiden, wozu wohl in der Regel d'e angebliche Verletzung der Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages durch Deutschland gehört. Solche Streitfragen können sich aber nur einseitig zum Nachteil Deutschlands mit den Westmächten ergeben, denn die Einrichtung einer ■’nhnUitarifierten Zone besteht ja nur für eutschland, nicht aber für Frankreich und Belgien. Diese Länder können ausgesprochene Militär- ei'enbahnen mit schwerstem Oberbau mehrgleisig bis zu jedem Grenzort führen, ohne dah Deutschland deshalb den Völkerbundsrat oder gar den 23er- gleichsausschuh anrufen kann. Wenn aber die deutsche Reichsbahn den Ausbau von Eisenbahnstrahen in der deutschen entmilitarisierten Zone plant und aus- führt, so hat Frankreich das Recht, jederzeit Einspruch zu erheben. Es genügt in diesem Falle, jede neue ^rkchrsstraße als materielle Vorkehrung für eine Mobilmachung zu bezeichnen. Gerade die Eisenbahnstrccken, deren 2lbbau Deutschland zugesagt hat, sind mit offenbarer Bosheit ausgesucht worden, um dem deutschen Volke recht eindeutig kkarmmachen, dah es das unbeschränkte Hoheitsrecht über das Rheinland nicht besitzt. Wie lächerlich diese Zerstörungen anmuten, geht ja auch daraus hervor, daß bei der Entwicklung der Luftfahrt und bei der wachsenden Motorisierung des Verkehrs die Eisenbahnstraßen bei einer künftigen Mobilmachung nicht entfernt mehr die Rolle spielen werden wie 1914. Im übrigen kündigt die „Germania" schon an, daß es das Zentrum bei diesem Abkommen nicht bewenden lassen werde, zu- mal die Gefahr darin enchalten sei, dah über das Rheinland eine dauernde Wirtschafts- und Verkehrskontrolle erlichtet werden solle. Lleber-rückungskredii und (Sofortprogramm. Was will Schacht? Don unserer Berliner Redaktion. Die Beziehungen zwischen der Reichsregierung und dem Reichsbankpräsidenten haben unter den öffentlichen Auseinandersetzungen der letzten Wochen schwer gelitten. Von Herzlichkeit ist schon längst keine Spur mehr, auf beiden Seiten besteht eine kaum noch verkappte Feindschaft, die sich hinter den Kulissen in offenen Feindseligkeiten austobt. Wer schuld daran ist, dah die Dinge so weit gediehen sind, darüber braucht man sich nicht den Kopf zu zerbrechen. Formell hat die Reichsregierung recht, wenn sie sich darüber beklagt, dah Dr. Schacht durch seine Flucht in die Oeffentlichkeit ange- sangcn hat. Aber doch nur formell. Denn schließlich ist der Reichsbankpräsident der Wächter der deutschen Währung. Er kann sich nicht darauf beschränken, am Schreibtisch zu sitzen und Devisen anzusammeln oder abzustohen, er muß vorsichtig auf jede Erschütterung unserer Finanzlage achten, um zu verhindern, daß auch nur durch die Anfänge einer neuen Inflation die ganze Wirtschaft — und mit ihr das Reich — ins Verderben gerissen wird. Wenn er also in klarer Erkenntnis der bevorstehenden Katastrophe die Regierung warnte, so tat er nur seine Pflicht. Er hätte das nicht öffentlich zu tun brauchen; gewiß, aber er hat doch zunächst das Menschenmögliche versucht, um im kleineren Kreise die Regierung aus ihrer Lethargie herauszureihen, er hat gewarnt und gewarnt, zum mindesten ohne jeden sichtbaren Erfolg. Herr Dr. Hilserding kam aus seiner Entfchluß- losigkeit nicht heraus und hat doch bis Anfang Dezember überhaupt den Ernst der ganzen Lage geleugnet. Wer auch nur das Geringste von wirtschaftlichen Dingen verstand, sah die Entwicklung kommen, nur Herr Hilserdmg wollte nicht sehen. Er hat sich nicht gerührt, als seit dem vergangenen Ultimo unsere schwebenden Schulden um eine halbe Milliarde anwuchsen. Er hat seine Hoffnung darauf gesetzt, daß im letzten Augenblick doch wieder irgendein Bankenkonsörtium sich finden würde, das ihm aus den peinlichsten Verlegenheiten half. Und wenn nicht der Reichsbankpräsident öffentlid) Alarm geschlagen hätte, wer weiß, ob wir heute so weit wären, daß wenigstens etwas geschieht. Allerdings will uns scheinen, als ob Herr Dr. Schacht den Bogen jetzt etwas überspannt. Er hat in wiederholten Besprechungen zum mindesten den Eindruck entstehen lassen, als ob er in dem Sofortprogramm der Regierung eine genügende Entlastung erblicke. Wir erleben es jetzt aber schon zum zweiten Mal, daß er nachträglich doch wieder mit Beden- k e n kommt und die Erschließung weiterer Steuerquellen verlangt. Das ist nickst möglich. Mit den Mehreinnahmen von 350 Millionen, die jetzt beschlossen werden sollen, läßt sich aber schon allerlei anfangen, zumal wenn als notwendiges Gegenstück dazu auch noch auf der Ausgabenseite stark gestrichen wird. Dann ist das Gleichgewicht im Haushalt erreicht, und es wäre mehr als bedauerlich, wenn Herr Dr. Schacht diesen seinen Erfolg wieder gefährden wollte, nur um seiner Abneigung gegen die Reichsregierung recht sichtbaren Ausdruck zu geben. Die Schuldentilgung des Reichs. Neue Forderungen des Reichsbankpräsidenten ? Berlin, 17. Dez. (VDZ.) Bei der Beratung des Kreditermächtigungsgesetzes im Haushaltsausschuh des Reichstags richtete am Dienstag der Abg. Dr. Cremer (D.V.) an den Reichsfinanzminister die Frage, ob sich die Zeitungsnachrichten bestätigen, nach denen der Reichsbankpräf ident verlangt haben soll, daß aus den ordentlichen Etatsmitteln des nächsten Jahres zum Zwecke der Tilgung der schwebenden Schulden des Reiches 500 Millionen Mark zurückge- stellt werden sollten, und ob das Kabinett und der Reichsfinanzminister die Absicht hätten, ihre Vorschläge für die Finanzreform dieser Forderung entsprechend umzubilden. Darauf erwiderte Re i ch s f i n a n z m i n i st e r D r. Hilserding: Die Reichsregierung hat nicht die Absicht, von dem Vorschläge a b z u w e i - chen, den sie dem Reichstag im Finanzprogramm unterbreitet hat. Abg. Ke i l (Soz.) erklärte, daß seine Freunde für den Finanzplan der Regierung ft i m m e n würden. Er persönlich halte aber den Vorschlag jener außerhalb der Regierung stehenden Stelle für prinzipiell beachtenswert. Die Ausgaben des außerordentlichen Etats hätten in der letzten Zeit vielfach einen Charakter getragen, der es verständlich mache, wenn man zu feiner Deckung auch Mittel des ordentlichen Etats heranziehe. Abg. Bernhard (Dem.) hielt es für sehr bedauerlich, daß jetzt nach der Festlegung des Kom- promiffes eine derartige Debatte im Ausschuß überhaupt geführt würde. Der Vorschlag, Mittel des ordentlichen Etats zur Deckung des außerordenllichen Etats heranzuziehen, laufe auf den früher schon von ihm bekämpften Plan hinaus, aus Steuerüberhebungen dem ReichBetriebsmittel^u beschaffen. Der Vorschlag des Reichsbankpräsidenten fei gerade das (Gegenteil von dem, was Industrie und Handel in der letzten Zett immer wieder gefordert hätten, nämlich Steuererleichterungen aus den U e b e r s ch ü s s e n. Es sei notwendig, diesen Unterschied in der Auffassung von Industrie und Handel einerseits und des Reichsbankpräsidenten anderseits hier einmal festzustellen, well dieser Unterschied von den Industrie- und Handelskreisen selbst anscheinend noch nicht recht begriffen worden sei. Ein Znlandkredit auch für das Reich? Berlin, 18. Dez. (TH.) Da die Verhandlungen des Reiches mit Dillon Read und Kompagnie noch nicht zum Abschluß gekommen sind, liegt es nach Auffassung des „Börsen-Couriers" der bei den letzten Auseinandersetzungen zwischen dem Reichsbankpräsidenten und der Reichsregierung in ziemlich ausgesprochener Form für Dr. Schacht Stellung genommen hat, nahe, dah man, wie im Falle Berlin, versuchen werde, eine bessere Regelung zu treffen, die sowohl den Bedürfnissen des Reiches als auch dem Wunsche des Reichsbankpräsidenten gerecht werde. Hierbei dürfte das Bemühen im Vordergründe stehen, dem Reiche einen Heberbrückungskredit flüssig zu machen, der von einer deutschen Banken gruppe unter gleichzeitiger Rediskont- zusage der Reichsbank verfügbar gemacht werde. Man könnte von dem Gesichtspunkt ausgehen, daß die erhöhten Steuereinnahmen des Ianuar im Verein mit den durch das Sofortprogramm eingeleiteten Maßnahmen dem Reiche alsbald nach Beginn des neuen Iahres größereMit- tel zuleiten, aus denen sich die Abdeckung eines kurzen I n l a n d z w i s ch e n k r e- d i t s bewerkstelligen liehe. Die Lage scheine im Augenblick auch deswegen nicht ungünstig zu sein, als sich einige Banken in ihren Dispositionen schon auf Eventualanfprüche größeren Umfanges eingestellt hätten. Die Stellungnahme des Reichsban^räsidenten und der Banken zu dieser Begebung sei am Dienstag nicht mehr zu erlangen gewesen, doch dürfe man nach dem Präzedenzfalle Berlin vermuten, daß Herr Dr. Schacht auch zur Behebung der Reichskassennot über Hltirno dem Weg inländischer Geldbeschaffung vor der Heranziehung von Auslandkapital den Vorzug geben könnte. Einigung über die Agrarzölle. Berlin, 18.Dez. (VDZ.) Die Besprechung der Zollsachverskändlgen der Regierungsparteien mit der Regierung dauerte bis gegen Mitternacht und führte im allgemeinen zu einer (Einigung in den Hauptfragen. Die viel umstrittenen Gleit- Zölle sind beseitigt worden, und an ihre Stelle wird ein Sicherheitsfaktor eingeschoben werden. Die Regierungsparteien wollen nämlich durch einen Antrag erreichen, daß ein Weizenpreis von 260 Mark, ein Roggenpreis von 230 Mark als angemessen für die Landwirtschaft festgesetzt wird. Wenn dieser Preis im viermonatlichen Durchschnitt unterschritten wird, soll der Zoll von 9,50 Mark für Weizen und 9 Mark für Roggen gelten. Dieser Zollsatz kann bis auf 3,50 Mark für weizen, 3 Mark für Roggen ermäßigt werden, wenn im viermonatigen Durchschnitt die Preise ü b e t f ü) r i t- t e n werden. (Es wird also vom 1. Januar ab der Weizenzoll 9,50 Mark, der Roggenzoll 9 Mark betragen. Bel der Braugerste soll ein Festzoll von 9 Mark, bei Hafer ein Festzoll von 7 Mark gelten. Bei der Futtergerste ist eine Bindung noch nicht erfolgt; doch glaubt man, daß diese Frage keine Schwierigkeiten machen wird. Die Einfuhr- scheine werden festgesetzt für Weizen auf 6,50 Mark, für Roggen und Hafer auf 6 Mark, für Braugerste auf 6,50 Mark. Sie sollen bei Roggen und weizen heruntergeseht werden, wenn der Zoll sinkt, liebet den Mehl; o11 ist eine Verständigung noch nicht erfolgt; doch fürchtet man in dieser Frage keine besonderen Schwierigkeiten. (Es dürste voraussichtlich eine (Einigung dahin Zustandekommen, dah dec dop- ■n: pelle Gelreidezoll mit einem Zuschläge von 1,50 Mark festgesetzt wird. Bei den Vieh- und Fleischzöllen ist eine Festlegung noch nicht erfolgt; doch werden auch hier keine Schwierigkeiten befürchtet. 3n parlamentarischen Kreisen wird damit gerechnet, daß der Ausschuß in den frühen Nachmittags, stunden des Mittwoch die Vorlage erledigt haben wird, so dah sie am Donnerstag vom Plenum beraten werden kann. Das Milchgeseh. Berlin, 17. Dez. (VDZ.) Irn vorläufigen Rsichswirtschaftsrat behandelte der Wirt- fchaftspolitifche Ausschuß den Entwurf eines Gesetzes über den Verkehr mit Milch, Milchzubereitungen und Milchcrzeugnissen (Milchgesetz). Der Entwurf will eine einheitliche reichsrechtliche Grundlage für das Gebiet der Milchwirtschaft schaffen. Seine Ziele sind einmal, die Milchwirtschaft- 1 iche Produktion zu heben und auf einen Stand zu bringen, den agrarische Nachbarländer schon erreicht haben, und andererseits die Milchoer- forgung besonders der städtischen Bevölkerung quantitativ und qualitativ zu verbessern und zu heben. Eine Anregung, die im Entwurf vorgesehene Konzessionierung des Milchhandels auch vorn Vorliegen eines Bedürfnisses abhängig zu machen, wurde abgelehnt. Die Vertreter der Landwirtschaft im Ausschuß stimmten dem Gesetzentwurf zu mit dem Vorbehalt, daß bei der Durchführung des Gesetzes den Berufsvertretungen der Landwirtschaft die notwendige Einflußnahme zum Schutze der Produktion zugesichert wird. Sie MMiWnien für das Wohnungswesen. Deutscher Reichstag. Berlin, 17. Dez. (VDZ.) Im Reichstag wird die Aussprache über die Reichsrichtlinien für das Wohnungswes en fortgesetzt. Reichsarbeitsmini st er Wissell betont, eine Bese' gung des bestehenden Wohnungs- elends lafie sich nur durch eine umfassende Reubautätigkeit erreichen. Der Wohnungsbau muh das letzte sein, bei dem bei uns in Deutschland gespart werden sollte. Cs handelt sich hier keineswegs um die Einführung neuer Zwangsgesetze, sondern darum, bereits besteheirde Gesetze und Verordnungen wieder in vollem Hm- fange durchzusühren und, wo es nötig ist, den bestehenden Verhältnissen anzupassen. Bei den Einzelpersonen mit eigener Wohnung handelt es sich meist um ältere Witwen und Witwer, die lange Zeit einen größeren Haushalt geführt haben. Die Hausbesitzer werden kaum toünfd)en, dah diese alten Leute herausgesetzt und ihre Wohnungen mit kinderreichen Familien besetzt werden. Das Ministerium beschäftigt sich gegenwärtig mit dem Reichs- heimstättene twurf. Das Ziel aller Wohnungspolilik muß es fein, Wohnungen zu erstellen, die auch der breiten Masse der arbeitenden Bevölkerung mit geringem Einkommen erreichbar sind. Von 1926 bis 1928 sind etwa 700 000 Wohnungen neu gebaut worden. Die Bautätigkeit im Jahre 1929 ist in den Groß- und Mittelstädten im allgemeinen befriedigend. Bis Anfang November sind in diesen Städten 116 000 Wohnungen gebaut worden. 1928 betrug der Anteil der privaten Unternehmer an den Bauten 72 Prozent, 20,4 Prozent waren von gemeinnützigen Ballgesellschaften, 7,6 Prozent von öffentlichen Körperschaften errichtet. Der Bau lag aber auch bei diesen letzteren 28 Prozent meist in der Hand privater Baufirmen. Leider drohen im nächsten Jahre die Neubauten zurückzugehen aus Mangel auf dem Kapitalmarkt. Ohne Hauszinssteuer, ohne die Länder und Kommunen und die sozialen Versicherungsträger würde die Bautätigkeit wohl zum Erliegen kommen. Das sollte auch bei der kommenden Finanzreform berücksichtigt werden. Eine Verminderung der Haus zins steuermittel für den Wohnungsbau würde unerträglich fein. 9e besser unsere Wohnungen, desto gesünder unser Volk, desto geringer die Ausgaben für Krankheits- und Erwerbsunfähigkeit. Dem notleidenden Hausbefitz soll ntoglidjft durch Reparaturhypotheken ge- holfen werden. Mietwucher ist durch das Mieter- fchutzgefetz unter Strafe gefetzt. ' Abg. Frau Hertwig-Bünger (D. D.) wünscht die Beschränkung des Enteignungsrechts auf die allerdringendsten Fälle. Die Entschädigungspflicht müsse bestimmter geregelt werden als es in den Richtlinien geschieht. Die Rednerin beantragt eine Entschließung, auf Länder und Gemeinden dahin einzuwirlen, dah die besonderen Wohnungsämter aufge- hoben und die nach dem Wohnungsmangel- gcseh nock) notwendigen Arbeiten den bestehenden Behörden der allgemeinen Gemeindeverwaltung übertragen werden. Abg. Wendt (Soz.) erklärt, von einer Aufhebung der Zwangswirtschaft könne nicht die Rede fein, solange das Wohnungselend im jetzigen Umfang fortbesteht. Die Reubau- mieten mühten gesenkt werden. — Der Redner tritt dann für einen Antrag der Regierungsparteien ein, in dem verlangt wird, daß die Rückflüsse aus den Hauszinssteuerhypotheken wieder in vollem Umfange dem Wohnungsbau und der ländlichen Bevölkerung zugeführt werden sötte. Abg. T r o h m a n n (Dayr. Bp.) führt aus, die Zwangswirtschaft kann nicht ohne weiteres beseitigt werden, es müssen aber die Einrichtungen verschwinden, die den Wohnungsbau hemmen und die znr Ausbeutung der Wohnungssuchenden führen. Notwendig ist vor ollem ein Abbau des Bureou- kratismus im Wohnungswesen. Wir sind gegen die in der Ausschußentschließung enthaltene Forderung eine; Reich srahmengesehes über baupolizeiliche Vorschriften. Abg. Dr. Steiniger (Dnt.) erkennt an, bah die Richtlinien wertvolle Gedanken enthal- ten. Ausgezeichnet ist z.D. der Gedanke d«i Wohnungspflege in den Altwohnungen. Es kommt nur darauf an, daß diese Gedanken richtig durchgeführt werden. Eine größere Einheitlichkeit im Wohnungsund Siedlungswesen ist dringend notwendig. Hüten mutz man sich vor über.riebenen Schätzungen des künftigen Wohnungsbedarfs. Die Groß- städte haben keinen Geburtenüberschuß. Der Zuzug vorn flachen Lande wird einmal abnehmen, dann bekommen wir eines Tagei im Wohnungswesen den großen Kladderadatsch. Die Deutsch- nationalen müßten bei aller Aner.ennung einzelner Teile die Richtlinien im ganzen ablehnen. Abg. Tremmel (Z.) erklärt, an sich sei es überhaupt nicht Au gäbe der Gemci..den, Wohnungen zu errichten. Solange aber das Wohnungselend noch so groß sei wie jetzt, müsse durch Reich, Länder und Gemeinden für die Abstellung dieses Elends gesorgt werden. Es dürfe nicht zugclassen werden, daß Länder und Gemeinden auf äämwegen einen weiteren Teil der für den Wohnungsbau bestimmten Hauszinslleuer zur Deckung des . allgemeinen Finanzbedarfs verwenden, nämlich die Rückflüsse aus den Hauszinssteuerhypotheken. Abg. Lucke (Wirtsch.) bekämpft die Richtlinien, deren Zweck die Verewigung der Zwangswirtschaft fei. Die Wohnungsnot sei nur die Folge der Zwangswirtscha.t. Auf Antrag oes Zentrums wird unter den in den Richtlinien angeführten Aufgaben die Wohnungsaufsicht gestrichen. Gestrichen wird auch auf Zentrumsantrag die Ermächtigung an die Gemeinden, das im Gemeinde- bezirk gelegene Grundeigentum zu übernehmen und umzulegen. Weiter wird die Bestimmung gestrichen, dah grötzere Dauvor - haben tunlichst geschloßen einheitlich vergeben werden sollen. 3m übrigen werden die Richtlinien in der Ausschußfassung angenommen. Dafür haben die Regierungsparteien, mit Ausnahme der Deutschen Bolkspartei, gestimmt. Angenommen wird in zweiter Lesung auch der Antrag der Regierungsparteien, wonach die Rückflüsse aus den Hauszins st euer- hypotheken in vollem Umfange wieder für Wohnungsbau und Siedlung verwandt werden sollen. Rach Annahme der Ausschutzentschlietzungen vertagt sich das Haus auf Mittwoch. — Mi- nisterpensionsgefeh und kleinere Vorlagen. Beamte und Volksbegehren. Verhandlung vor dem Ttaatsgerichtshof. Leipzig, 17. Dez. (WB.) Vor dem Slaats- gerichtshof für das Deutsche Reich begann unter dem Vorsitz des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Vumke die Verhandlung in der Streitsache der Fraktion der Deutschnationalen Volkspartei des Preußischen Landtags gegen das Land Preußen über die Frage, ob die Eintragung in die Listen für das Volksbegehren und die T e i l n a h m e am Volksentscheid „Freiheitsgesetz" für die preußischen Beamten mit ihren Dienstpflichten vereinbar ist und ob demgemäß die Stellungnahme der preußischen Regierung iq dieser Frage verfassungswidrig ist oder nicht. 3n sachlich-rechtlicher Beziehung handelt es sich zunächst darum, ob überhaupt die Stimmabgabe bei einem Volksbegehren Gegenstand disziplinarischer Verfolgung bilden kann. Ministerialdirektor Dr. 'Darbt erklärte, daß kein einziger Fall eines Verbotes durch eine Nachgeordnete Behörde der Staatsregierung bekannt geworden sei. Dagegen hätten die Behörden vielfach in der Weise Stellung genommen, daß sie erklärt haben, selbstverständlich sei jedermann völlig ungehindert, sich einzuzeichnen. Es werde aber gehofft, dah jeder nach sorgfältiger Prüfung selbst wisse, was er zu tun habe. Eine Zusammenstellung der angeblichen Verbote in einer Broschüre des Reichstagsabgeordneten Everling zeige, daß 99 Prozent aller Fälle völlig aus der Luft gegriffen oder unrichtig dargestellt seien. Das Staatsministerium werde in jedem einzelnen Falle prüfen, ob das Eintreten für das Volksbegehren eine disziplinarische Ahndung zu finden habe oder nicht. Zweifellos sei, auch nach dem Urteil von anerkannten Autoritäten, zu bejahen, dah das Eintreten für das Volksbegehren unter das Diszi- plinarrccht falle. Rach den bisherigen vorläufigen Schätzungen hatten sich 8000 bis 10 003 Staat > und Reichsbeamte trotz der Warnung in die Listen eingetragen, ebenso 30 000 bis 40 000 Kommunalbeamte. Der Paragraph 4 des F.'eifeitsgesehcs habe sogar den Anlaß zu einer Spaltung in der deutschnalionalen Partei gegeben. Das beweise die Richtigkeit der Anschauungen der preußischen Staatsregierung. Keinem "iß? amten solle das Recht verwehrt werden, sachliche Kritik an den Maßnahmen der Regierung zu üben. Hier handele es sich aber nicht um eine Beschränkung des Rechtes der freien Meinungsäußerung, sondern um eine Reinigung des politischen Leben';. Dr. Seelmann-Eggebert erilär e für die Antragsteller, wenn grundsätzlich den Beam e.r das Recht zur Eintragung für jedes Doltsbegeh- ten zustehe, so müsse das auch für die e l Volksbegehren gelten. Zu dem Paragraphen 4 des Volksbegehrens sei zu sagen, daß er nur eine zukünftige Strafandrohung darstelle, worin leine Herabsetzung der gegenwärtigen M i n i st e r zu erolicken sei. Ministerialdirektor B a d t erklärte in längeren Ausführungen unter Überreichung einer Reihe von Zeitungsartikeln, daß der Paragraph 4 des Volksbegehrens nur den Abschluß einer Entwicklung darstelle, die dahin gehe, den politischen Gegner nichts als solchen zu bekämpfen, s'ndern als Landesverräter. Selbst dem Volksbegehren freundliche Bl..t e: hätten sich gegen den Paragraphen 4 erklärt. Gerade der Umstand, daß das Rireau des politischen Kampses so tie gesunken fei, habe die preußische Regierung zum Eingrci,en gezwungen. Wirischastspartet und Volksentsche d. Berlin, 17. Dez. (DDZ.) Die Führerkonferenz der Wirtschaftspartei nahm am Dienstag einstimmig eine Entschließung an, in der sie den Boungplan auch weiterhin adle hnt, aber eine Teilnahme am Volks- ents cheid nicht empfehlen kann. Die Wirtschaftspartei begrüßt den Vorstoß des Reichsbankpräsidenten zur Gesundung der deutschen Wirtschaft. Als einzig mögliche Lösung aller schwebenden Lebensfragen der deut'chen Gesamtpolitik erscheint ihr jedoch nach wie vor die Auflösung des Reichs tags. Die „Sanierung" Berlins. Berlin, 18. Dez. (Priv.-Tel.) Roch ist der Sklarek-Standal in aller Munde. 3n langatmigen Untersuchungen soll festgestellt werden, wen die Schuld an den ungeheuerlichen Vorgängen trifft, die in der Reichshauptstadt ein unglaubliches Maß von Korruption hinterlassen haben. Sicher ist nur soviel, dah der Berliner Steuerzahler die Kosten dieser Luderwirtschaft zu bezahlen ffat. Einstweilen ist der Schaden auf 10 Millionen Mark beziffert worden. Wieviel an anderen Stellen durch unsachgemäße Wirtschaft verpulvert worden ist, wissen wir nicht. Es steht aber fest, daß die Stadt Berlin zum großen Teil durch das forcierte Tempo ihrer Dauwirt- chaft in die gegenwärtige Finanzmisere hineingetrieben worden ist. Die Bezirke wetteifern ärmlich, den größten und teuersten Schulpalast ihr eigen zu nennen. Die Gebäude werden in einer Weise ausgestattet, die man unter den heutigen Verhältnissen als verschwenderisch bezeichnen muß, und die jedenfalls weit das hinter sich lassen, was sich Deutschland in den Zeiten früherer wirtschaftlicher Blüte leisten konnte. Anstatt Wohnungen zu bauen, errichtet man kostspielige Planetarien, Stadien, Schwimmhallen ufto. Inzwischen hatte die schwebende Schuld der Stadt Berlin eine bedrohliche Höhe erreicht. Der Oberbürgermeister versuchte, durch eine kost- pielige Amerikareise den Weg za einer Aus- landanleihe z t bereiten. Man war soweit gekommen, daß ein kurz ristiger Kredit von 63 Millionen Mark in Amerika flüssig gemacht werden sollte, der die Vorstufe z t einer lang- ristigen Anleihe bilden sollte. Da kam — der Einspruch des R e i c > s ba n kp r ä s i de n- ten. Richt er al.ein £ DeaecKt 0 voixig. G oedetM «Reget * Schnee a Graupeln e Meoet K GetfHter.@WinastilieO 5eW oentt' Ost nissige' Sudsuöwesi Q sturmiscnei »tordv/esl Oie Pfeile fliegen mit gern Winde Die oei den Stationen stehenden Zähe len geben die Temperatur an Die Linien verbinden Orte mit gleichem «ef Meeresniveau umoereeeneien i utldruck Durch die neuerdings im Südwesten heranziehende Warmluft fetzt Barometerfall ein. Das gesamte Hochdruckgebiet wird mehr südöstlich verlagert, namentlich das Kerngebiet, das zufammenschrumpft, wandert nach Frankreich ab. Wir verbleiben jedoch zunächst unter dem Einfluß des Hochs, das den herrschenden Witterungscharalter fortbeftehen läßt. Wettervoraussage für Donners La g : Trockenes, stellenweise nebliges, sonst wolkiges Wetter mit Aufheiterung, Nachtfrost. Wettervoraussage für Freitag: Mehr wolkiges Wetter, Temperaturen schwankend. Lufttemperaturen am 17. Dezember: mittags 5 Grad Celsius, abends — 0,1 Grad; am 18. Dezember: morgens —3,4 Grad. Maximum 5 Grad, Minimum — 4.3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Dezember: abends 3 6 Grad; am 18. Dezember: morgens 1,6 Grad Celsius. — Niederschlag 1,7 mm. — Sonnenscheindauer 1 Stunde. Amtliche Winterfportnachrichten. Vogelsberg (Hoherodskops): —5 Grad, 3 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglid)keit: keine. Sauerland (Wintcrbcrg): Heiter, — 5 Grad, 15 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel vorhanden. Schwarzwald (Feldberg): Bewölkt, — 8 Gr., 30 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit: für Sli. — (Ruhestein): Heiter —8 Grad, 30 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Sli vorhanden. — (Reustadt): Bewölkt, —4 Grad, 25 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Thüringerwald (3nsels>rg): Rebel, —5 Grad Celsius, 20 Zentimeter Pulverschnee, Ski gut, Rodel mäßig. Alpen (Garmisch-Partenkirchen): — 4 Grad. 23 Zentimeter Schnee, gekörnt, Spor^möglichkeit für Sli und Rodel vorhanden. — 3200 e Werl* Weitaus-Geschenke von bleibendem Wert finden Sie im neu eröffneten Spezial-Geschäft für Sprechmaschinen und Schallplatte» (Dr. Wolfgang Meyer) iuwöd Seltersweg 89, neben der Frees'schen Univ.-Buchhandlung Reise; und AutosDedcen Diwans und TisdisDedcen Teppichhaus Hochstätter _____________________________________!■___________________________________________9577A ticiireitaschinsn von 20 RM. an auch in Raten. 98361) AEGCchrcibmas binen Gießen Seltersweg: 89 Kul 4291 Reparatur Werkstatt für Schreibmaschinen aller Systeme □33XOCCC3XKXXXXX SUWU groß. o. 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Die Ausgabe der amtlichen Stimmzettel erfolgt am Abstimmungstage nur im Abstimmungsraum unter gleichzeitiger Aushändigung eines amtlichen Abstimmungs-Umschlags. Stimmscheine, die nach § 9 der Reichsstimmordnung für besondere Anlässe ausgestellt werden, z. B. wenn sich ein Stimmberechtigter, der in der Stimmkartei eingetragen ist, aus zwingenden Gründen am Abstimmungstage außerhalb seines Stimmbezirks aufhält, können bis einschließlich Freitag, den 20. Dezember 1929, 18 Uhr, beim städtischen Wahlamt — Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13 — beantragt werden. Die Entgegennahme der Stimmscheine hat durch die Stimmberechtigten selbst zu geschehen, die sich über ihre Person genügend auszuweisen haben. Sind dritte Personen mit der Entgegennahme eines Stimmscheines beauftragt, so haben diese sich durch Vorlage einer Vollmacht des Stimmbereckstigten auszuweisen. Bei der Abstimmung hilft ber Stimmberechtigte das Wahlgeschäft erleichtern, wenn er beim Aufsuchen seines Namens in der Stimmkartei zuerst Straße und Hausnummer seiner Wohnung und dann Familien- und Vorname nennt Es ist untersagt, daß im Abstimmungsraum oder in dessen Zu- und Eingängen Plakate irgendwelcher Art lWahlaufrufe usw.) ausgehängt werden. Eine Mel UW mM mit Glus IM und WeMMl rastend für Bureaus, Läden ufw^ UwnD billig ja oetlaüleo. Wilhelm Grün Navlsurler sira e29. Warnung Ich warne jedermann. meiner Frau Erna Kahle geb. Hemel etwas zu leihen. da ich für nichts veejtehen jich aufs Heizen denkt Onkel Mollig. Und wenn er auch b «her Immer Sodom und Gomorrha tür ein Ehepaar und Sokrates für einen neuen Staubsauger hielt, was Oefen anbclangt, da kennt er sich aus. Darum hat er auch eine : „Dränier“ nach irischem Dauer brand-System angeschafit. Da kann der Raum noch so groß sein, das Thermometer noch so tief sinken, im Nu ist es schön warm. 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’Kief nach w>? vor im West' 1 Hügel, auch während der Wochen seiner Krank- toaltung allen StadtratZmitgliedern herzlichen Dank. Wenn es auch manchmal bei Den Beratungen etwas lebhafter zugegangen fei. so habe doch immer wieder Die anständige Form des Kampfes und die Achtung vor Der Uebergeugung des Gegners versöhnt. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit sämtlicher Mitglieder des Stadtrates fei heute dringender notwendig als je zuvor. Aus Dem Gedanken heraus, daß dies auch in Zukunft die Richtschnur fein solle, danke er nochmals Dem Stadtrat von Herzen für seine wertvolle Mitarbeit. Ferner danke er aber auch den Herren von Der Presse, Die stets bis zum Schluß mit ausgehalten hätten. Den Stadtrats- mitglieDem und Den Pressevertretern wünsche er ein frohes Weihnacht-fest. Als Dienstältestes Stadtratsmitglied dankt Frau Oberst Naumann im Namen des Hauses dem Vorredner herzlich für die freundlichen Worte des Dankes und Der Verabschiedung. Die Mitglieder des Hauses hätten immer gerne mitgearbeitet. Gerade Die Frauen habe weder Ehrgeiz noch Eitelkeit zu dieser Arbeit getrieben, 'onbern nur der Wunfch, daß auch die Frauen Mitarbeiten möchten an den Aufgaben der Allgemeinheit. Diese Iahre der Stadtratsarbeit seien für die Frauen eine innere Bereicherung gewesen. Die Rednerin gibt am Schlüsse Dem Wunsche Ausdruck, daß es unserer Stadt auch fernerhin gut gehen möchte. Stadtratsmitgl. K r a i I i n g betont, daß er immer gerne für die Allgemeinheit und auch zum Besten des Handwerks tätig gewesen sei, und er bittet die Verwaltung, auch in Zukunft dem Mittelstand und dem Handwerk helfend beizustehen. Insbesondere möge nach Mitteln und Wegen gesucht werden, daß die ftillgelegtcn Bauten bald wieder in Angriff genommen werden könnten und dort dem Handwerk und seinen Helfern wieder Arbeit geboten werde. Dem kommenden Stadtrat wünsche er für seine Arbeit alles Gute. Frau P/of. Kramer bittet in dieser Stunde, auch in Zukunft im Stadtrat die Helden des Weltkrieges nicht zu vergessen. Bisher fei es noch nicht möglich gewesen, für diese teuren Toten eine würdige Gedenkstätte zu schassen, da die Zeiten bisher zu kritisch waren. Vielleicht könne aber der neue Stadtrat Den Heldenfriedhof aus- bauen und zu einer Weihestätte für die Helden des Weltkrieges gestalten lassen. Schluß der öffentlichen Sitzung; nach Beendigung Der geheimen Beratung Schluß der Legislaturperiode. Zeitschriften. — Die Kunst. Dezemberheft 1929. Verlag F. Bruckmann A.-G., München. — „Das Plakat als Kunstwerk", eines der den Besuchern Der Internationalen Plakat-Ausstellung in München vorgesetzten Schlagworte, gibt im neuen Heft der „Kunst' Anlaß zu einer Betrachtung, Die sich mit der künstlerischen Bedeutung der Plakatkunst auseinander’ setzt. Wir finden eine Anzahl Entwürfe bedeutender deutscher und ausländischer Plakatkünstler, die auf der vorerwähnten Ausstellung vertreten waren und eine lehrreiche Anschauung zu den durcl)aus einleuchtenden kritischen Worten geben. — In der neuesten Nummer 4421 Der Illustrierten Zeitung (Verlag 3. I. Weber, Leipzig) schildert u. a. eine Plauderei „Aus tausend Mikrophonen" von Hans Natonek das Wunder des Rundfunks und des Grammophons. Die Hausmusik heute und einst wird in zwei lebens' vollen Bildern zur Darstellung gebracht. Wesen und Zweck Der Karikatur erläutert Dr. Fritz Nemitz in einem interessanten Aufsatz, und Die vi:r farbigen Pastelle von Garetto sind treffen De Beispiele Der künstlerischen Karikatur. Von kulturgeschichtlichem Interesse sind zwei bebilderte D:i- träge, Die unter dem Titel „Leben mit den Lappen' zusammengefaht sind. Kunst und Wissenschaft. „Dunle Reihe." Die volkstümliche Orchester-Suite „Bunte Reihe", ein Werk des Gießener Komponisten Willi von Mo eilen Dorf, wird am 25. Dezember im Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig, dem das Werk gewidmet ist, zur Uraufführung gelangen und gleichzeitig auch von den Sendern in Berlin, Königsberg, Breslau, Hamburg, Frankfurt, Köln und Stuttgart gebrächt werden. _______________ heit hatte er keinen Wechsel gewollt. Friedrich hatte das Bett bereits zurechtge.nacht und em paar Bücher auf Den Nachttisch gelegt. Da Der Baron noch so wenig schlief. BrunhilDe griff danach und legte sie ohne weiteres auf Den kleinen Tisch in Der Fensternische. „Laß!" bat er. „Die Nächte sinD so furchtbar lang." , „Du sollst aber nicht lesen!' warnte sie. „Dr. Röhl hat es verboten." Sie schlug Den Deckel Des einen Buches zurück unD sah nach ihm hin. „Die Sachen finD wohl Günthers Eigentum?" „3a!“ Er hatte Den Rock abgelegt unD hängte ihn über Den brocatbezogenen Stuhl, der am Fußende des Dettcs stand. „Weißt du. was ich mir schon ab und zu gedacht habe?" ..Was hast Du gedacht." stieß er hervor und fühlte sein Blut in Den Adern rauschen. „Wie ähnlich Du ihm gctoorDen bist." „Das war ich Doch schon immer! ‘ Sein Kopf hämmerte. Er ging nach Der offenen Balkontüre. Damit sie fein Gesicht für Den Moment nicht zu sehen vermochte. «Aeußerlich,“ hörte sie sagen. „UnD da bis an Die Nagelränder. Aber jetzt ähnelst du ihm auch sonst. Warum erzählst du eigentlich nie etwas von ihm?" „Ich wußte nicht, daß du dich für ihn interessierst." „Mein Gott. Hans Peter! Ich hoffe nicht, daß Du so kleinlich bist. Ich will natürlich nicht Damit gesagt haben, daß ich etwas für ihn empfinde. Dazu steht er mir viel zu fern. Aber willst du ihn nicht einmal einladen, zu uns zu kommen? Ich wollte Dir das schon einmal Vorschlägen." „Ich glaube nicht, daß er von Indien wegzu- bringen ist." „Vielleicht doch," lächelte sie zu ihm hin. „Aber du sollst jetzt schlafen!" Sie kniete schon am Boden und löste ihm Die Bänder feiner Schuhe. „Sei gut. Hans Pet r!" Drängte sie. als er den Fuß nicht hob. von Dem sie bereits den Seidensocken zur Hälfte abgestreift hatte. Als sie das Gesicht hob. sah sie ein Flimmern in seinen Augen. „Ich hole dir nur noch das Selterswasser," sprach sie und war schon aus seinem Zimmer gehuscht. (Fortsetzung folgt.) 72T7A Bis Weihnachten gewähre ich 5% Rabatt! jden fcüerpn M V V, DM 7)Ze m. ft 1929. Lech 5 - „Das JM als ichcrn kr lstilerm- Münch volgefetz- t Heft ixr „finnit“ sich mit der lünft» tunst auscinanbcr-- toürk bedeutender 'attünititt, die auf 'dreien toaren und i durchau; rinleuch-- ■ 4421 der 3Uu- lag 3. 2. Debcr, lutferei .Aus fflU' Monet baä Wun- anunoirfonä. ®t‘e । in zwei ledm.s' aAiatjl teil Dr.M De« llfah. und die vier tto sind tress^ ■itahir. Cßon tulhir* toti bebilderte en mitdenLa-pen senschast. .®“n‘e S6cn« w»n* wird am K.M- undsunkmW AUt Urauff»y »iHa auch von ken e g „ii, 661«««" «' ZZ-N k8 6h^,ani' als - 6 di-s an8?01- Mr Ltn Wunsche er K>kt $tau 7'L"L: d^g. Die £ gerne mit. weder Chr. J getrieben SbMtauen ^lgaben der 2n< Areich^ung ® WG dem >^r Stadt auch .betont, daß er ;tngeit und auch ^>g gewesen sei, N in Zukunst Werk helfend bei- ft Mitteln und umgelcgien Dau« enommen werden werk und seinen werde. 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D a u s ch Angewiesen, welches unter dem Titel »Die Welt der Do se" von der weithin bekannten hessischen Rosenfirma Gebrüder Schultheis in Steinfurth herausgegeben und verlegt wurde (527); wir wiederholen dies heute nachdrücklich, jetzt, kurz vor Weihnachten, in der Zeit, da man gemeinhin am häufigsten an Bücher denkt, Tücher erwirbt und Tücher verschenkt. And dieses Tuch scheint uns wie wenige als Geschenkt geeignet zu sein, insofern man cs schlechthin in die Hände eines jeden Menschen legen und wünschen kann: nicht etwa nur des Dotanikers oder Gärtners, des Blumenfreundes oder Künstlers, vielmehr eines jeden, dem noch nicht aller Sinn für die lebendige Schönheit einer unendlich vielfältig schöpferischen Datur abhanden gekommen ist. Dies ist begründet nicht sowohl im großartigen Stoff an sich, als vielmehr in der Art, wie dieser Stoff gesehen, empfangen und gestaltet wurde, — so nämlich, daß der Titel keineswegs zufällig, sondern mit einer tiefen inneren Berechtigung und Sinngebung über dem Ganzen steht: die Welt der Rose. Imponierend ist hier die Weite und die absolute, aus humanistischem Geiste hervorgehende Geschlossenheit Les Weltbildes, welches sich in der Abwandlung des einmaligen und in sich be- grenz'en Themas spiegelt. Bestechend die Universalität der Tetrachtung, welche die Welt der Rose als eine in sich ruhende Einheit aus Datur und Kultur, aus Tradition und Gegenwart erfaßt, mit einer unübertresilichen Lückenlosigkeit der Beziehungen entwickelt und ans Licht stellt. Hier ereignete sich der wegen sei:. : Seltenheit merkwürdige Fall, daß ein Buch z:» gleich von einem Künstler und einem Gelehrten geschrieben wurde und dabei auf jeder Seite die vollkommene Einheit der schöpferischen Persönlichkeit seines Verfassers bezeugt: darin begründet sich seine Ausnahmestellung im Kreise der modernen künstlerischen Daturbeschreibung; (man denkt etwa an die Tücher von Maeterlinck. Friedrich Schnack oder Bengt Berg.) Wer dieses Buch in sich ausgenommen hat, dem wird — um einmal vom geistigen Eindruck und trom aesthetischen Genuß ganz zu schweigen — keine Frage mehr offen sein, die mit der Welt der Dose im weitesten Sinne irgend in Verbindung gebracht werden kann; er findet darin die wundervollen Terse Dainer Maria Rilkes so gut wie die sehr übersichtliche Einteilung der Arten nach der Cccpinschen Ordnung. Er erfährt alles, was man wissen kann über Damen, Heimat und Herkunft der Rose, über ihre Zucht, Veredlung und Kreuzung, über ihre Pflanzung und Pflege; er verfolgt die Geschichte der Rose und ihren weiten und verzweigten Weg durch Länder und Zeiten; er begegnet den Sängern der Dose von Theokrit und Anakreon bis zu Dille, den Dosenmalern von Schongauer und Van E.)ck bis zu Manet. And der edle und ungemein zücht» volle Stil, den man aus allen Büchern Rauschs kennt und liebt, wird auf eine unvergleichliche Art und Weise belebt durch die Fülle der Lichtbilder, welche in sehr nobler Form eine Porträtgalerie der edelsten Rosensorten darstellen. — y — Deutsche Erzähler. — Hermann Bahr: Oe st erreich in Ewigkeit. Roman. 164 Seiten. Drosch. 2,50., Ganzleinen 4. Verlag Franz Dorgmeher, Hildesheim. (715) — Innerhalb der auf zwölf Bände berechneten Reihe romanhafter deutsch-österreichischer Kulturbilder, in denen Hermann Bahr ein objektiviertes Abbild der Menschheit und der Lebensmächte seines Zeitalters entrollen will, stößt der Dichter mit seinem neuesten (siebenten) Roman jener Domanfolge, »Oesterreich in Ewigkeit", bis mitten in die politische Problematik des seit dem Frieden von St. Germain von einer Krise in die andere stürzenden Donaustaates vor. Doch nie zuvor war Bahr so sehr politischer Dichter wie in diesem Werk, das gar kein „Roman" im üblichen Sinne genannt werden kann. Bahr bedient sich hier seiner Gestalten nur als Vermittler seiner Gedanken über .das österreichische Problem und die ihm vorschwebenden Möglichkeiten seiner Lösung. — Das Volk am Meer. Roman von August Hinrichs. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig. Geb. 6 Mk. (546) — Der Autor legt hier einen Roman aus deutscher Vergangenheit vor. Dem Untergang geweihtes Land, die Stätte des heutigen Iadebusens, bildet den Schauplatz, auf dem sich der dramatische Derzweiflungskampf eines kleines Volkes freier Dauern gegen Datur- getoalt und Menschenübermacht abspielt. Alle Farben des Mittelalters leuchten aus diesem Roman, im bunten Tanz von Figuren und Schicksalen zieht das Leben der friesischen Dauern und Schiffer, der abenteuernden Eroberer, Seeräuber und Landsknechte in ihrer ursprünglichen und ungezügelten Derbheit an uns vorüber. Wuchtig und kernig wie das Volk an der Waterkant ist des Dichters mit derbem Humor gewü-z «Sprache. Dichts Weichliches, nichts Rührseliges. Die ganze Dichtung wirkt so naturwahr und echt, so zwingend und überzeugend, daß der ßefer bis zum Schluß gepackt bleibt. — Theodor Obermeher. Roman von Wilhelm C n g e lk e. In Ganzleinen 10 Mark. (Verlag Georg Westermann, Braunschweig. 483). — Dieses Duch ist der Roman des rheinisch- westsätischen Zcchcngcbictes und seines märchenhaften Aufstiegs vor den neunziger Jahren bis zur Zehzeit. Cs ist die glänzend gelungene Typisierung der schwierigsten deutschen Arbe.tsland- schast in der phrasenlosen Persönlichkeit des Helden. Hier wird kein Leben vorgespiegelt, sondern Wirklichkeit gezeigt. Wilhelm Engelke wurde in Höxter im Westsalenlande geboren und lebt seit 1907 in Hamburg, zur Zeit als Lehrer an der Gewerbeschule. Er fand früh Interesse an der Industrie seiner Heimatprovinz, das noch gesteigert wurde, als sich ihm nach dem Kriege Gelegenheit bot, an der Hamburger Uni- versität Rechts- und Staatswissenschaften zu studieren und damit seine Kenntnis vollswirtschaft- licket Dinge zu vertiefen. In seinem Roman hat es der Verfasser mit Geschick verstanden, die schwierigsten Wirtschaftsprobleme nicht nur allgemeinverständlich, sondern auch spannend zu gestalten. — Dux. Ein Zirkusroman von Hans P o s s e n d o r f. 208 Seiten. Verlag der Münchner Illustrierten, Knorr & Hirth G. m. b. H., München. Geh. 3 Mt.. geb. 4 Mk. (722) - »Dux" ist ein Roman von ungewöhnlicher Spannung. Der Verfasser, der schon als Fünfzehnjähriger mit einem Zirkus gereift ist und auch später noch im Zusammenleben mit Clown, Dompteur und Artisten Herz und Leben des Zirkusmenschen stu- 'diert hat, zeigt uns das Leben rund um die Manege, wie es wirklich ist, führt uns in die Wohnwagen, in die Ställe und bringt uns das Artistenvolk menschlich näh r. Im Mittelpunkt der Handlung steht Bux, der berühmte Clown mit der Tiernummer. — Konrad Beste: März. Roman. 310 Seiten 8°. Ganzleinen 7 Mk. — Georg Müller Verlag, München. (732.) — Beste, bekannt geworden durch die Erzählungen „Preisroman" und „Grummet", bietet hier die bisher reifste Frucht seines Schassens. In einer geläuterten Sprache gestaltet er aus der Fülle einer ungewöhnlichen Umwelt die Entwicklungskrise eines jungen Menschen. — Hermann Wiedmer: Die Verwandlungen des Walter von Tillo. Roman. 479 Seiten 8°. Ganzleinen 9 Mark. — Georg Müller Verlag, München (731). — Dieser Roman behandelt ein schwieriges und heikles Thema; zwei Probleme laufen in der Erzählung zusammen, das des Hermaphroditismus und das der Wiedergeburt. Der Maler Daumier. — Eduard Fuchs: Der Maler Daumier. Zweite, durch einen umfangreichen Nachtrag vermehrte Auflage. Format Großfolio. 72 Seiten Text. 108 Textillustrationen. 6 Bildbeilagen und 560 Abbildungen auf 352 Tafeln, im ganzen also 674 Abbildungen nach Gemälden, Aquarellen. Plastiken und Handzeichnungen Ho- nor<5 Daumiers. Preis, vornehm in Leinen gebunden, 70 Mark, mit der Hand in Halbpergament gebunden 100 Mark. — Sonderausgabe des Dachtrags (Amfang 100 Seiten mit 158 Abbildungen), Preis in Pappband gebunden 20 Mark. Verlag STbert Langen in München. (723) — Das Werk „Der Maler Daumier" von Eduard Fuchs, das im Herbst 1927 erschien und seinerzeit ausführlich von uns gewürdigt wurde, hat einen in Deutschland ganz einzigartigen Erfolg gehabt. Während der Absatz von Kunstbüchern aller Art in Deutschland sonst seit Jahren völlig darniederliegt, ist die Erstauflage dieses Werkes nach knapp zwei Jahren schon vergriffen, so daß die zweite Auflage notwendig wird. Dieser große Erfolg wiegt um so schwerer, weil ein Buch von dieser Art natürlich nicht zu den ganz billigen gehören kann, und weil es nur ein begrenzter Kreis ist, für den sein Besitz eine unumgängliche Dotwendigkeit bedeutet. Trotzdem ist dieser Erfolg im Grunde nichts weniger als erstaunlich. Vor allem hat Fuchs hier als erster den unwiderleglichen dokumentarischen Beweis geliefert, daß Daumiers malerisches Werk ebenso reich wie vielseitig genannt werden darf. Der ungeheure neue Besitz, um den so die Kunstgeschichte bereichert wurde, ist aber außerdem noch durch den Text von Fuchs zu einem ganz starken Erlebnis für alle die geworden, denen Kunst das Lebendigwerden der großen Ideen und Kräfte bedeutet, darauf sich Fortschritt und Kultur der Menschheit aufbauen. 2 m Schlüsse des Vorwortes zur ersten Auslage sagte der Verfasser: „Ich werde weiter forschen und suchen, und ich hoffe, dieser ersten Auflage recht bald eine zweite erweiterte folgen lassen zu können." Dies Versprechen hat nun seine Erfüllung gefunden, die wiederum eine neue Offenbarung über die gewaltige Gröhe des Daumierschen Werkes ist, und die zugleich erneut Zeugnis von dem Sammler- und Cntdeckeringenium gibt, das sich in Eduard Fuchs verkörpert. Am nicht weniger als rund 160 Dummern hat sich diese zweite Auslage gegen die erste vermehrt. Welch erstaunliche 2Henge von neuen Funden! And darunter welch große Zahl hervorragender, bisher unbekannter Meisterwerke! Daran reihen sich wichtige Wiederholungen und Variationen der Hauptwerke aus der ersten Auslage und eine ganze Anzahl Kompositionsentwürfe zu teils ausgesührten. teils im Entwurf steckengebliebenen Dildideen. So rundet sich durch diesen Dachtrag unser Begriff von Daumiers Schöpferkraft in aufschlußreichster Weise. Fuchs enthüllt uns ferner, daß das, was er allmählich an neuem Material zutage gefordert hat. zu einem Hauptteil aus den Werken besteht, die von Daumier selbst 1878 und von seinen nächsten Freunden 1901 in Paris der Oesfentlichkeit gezeigt worden sind. Ist schon der ersten Auflage dieses Buches der Ehrentitel eines Standardwerkes beigelegt worden, so wird der erweiterten zweiten Auflage wohl niemand diesen Ehrentitel streitig machen können. Schon der Dachtrag allein ist eine Leistung höchsten Ranges. And weil erst durch ihn das Werk von Fuchs über den Maler Daumier seine große Abrundung erhält, gibt der Verlag auch eine Sonderausgabe dieses Dachtrages heraus, die auf Wunsch zu mäßigem Preis an die Besitzer der ersten Qluf- läge abgegeben wird, soweit sie das Bedürfnis spüren, sich diesen Gesamteindruck gleichfalls zu eigen zu machen. Politik und Geschichte. — Georg Steinhaufen: Geschichte der Deutschen Kultur, III. gänzlich neu bearbeitete Auflage mit 151 Abbildungen im Text, 4 Tafeln im Farbendruck und 11 Tafeln in Aetzung. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig. (542) — Das berühmte Standardwerk deutscher Kulturgeschichte in neuer Auflage, ist «in Ereignis, das hei der lleberflutung des Büchermarkts mit ähnlichen, anspruchsvoll auftretenden, aber nur wenig Hoffnungen erfüllenden Erzeugnissen besonders hervor- gehobett zu werden verdient. Steinhaufens Kulturgeschichte ist eine Geschichte des deutschen Menschen in der Entwicklung der Jahrhunderte und in der Wechselwirkung mit fremden Kulturen. Bei der außerordentlichen Fülle der historischen Details bleibt bei Steinhaufen doch immer der große Zusammenhang gewahrt und grade das macht das Werk auch für Laien zu einer Fundgrube der Erkenntnis, zumal auch die zahlreichen Abbildungen gut ausgewählt sind und das ganze Werk bis in die neueste Zeit fortgeführt wurde. — Erich Koch-Weser, Deutschlands Außenpolitik in der Dachkriegszeit. Preis 2,50 Mk., Verlag Kurt Vowinckel, Berlin- Grunewald. (584) — Der Führer der demokratischen Partei widmet hier dem Andenken Stresemanns eine sehr klare, sehr nüchtern-reale Darstellung unserer Außenpolitik von Versailles bis zum Voungplan. Ohne falsche Aebertreibung, die zum Widerspruch reizen müßte, ohne gehässige Angriffe auf Andersdenkende, die nichts bessern würden, wird zurückgeschaut auf die wenigen Jahre, die uns von Versailles, dem Ruhreinfall und der Inflation trennen, und fest- gestellt. was erreicht wurde und was für die Zukunft noch zu tun bleibt. — Kjell6n-H aushof er: D i e Großmächte vor und nach dem Weltkrieg. 22. Auflage der „Großmächte" Rudolf Kjellens, neu herausgegeben von Prof. Dr. K. Haushofer in Verbindung mit Prof. Dr. E. Obst. Prof. Dr. H. Hassinger und Prof. Dr. O. Maull. Mit 80 Kartenskizzen. Geh. 10 Mk., geb. 12 Mk. Verlag von D. G.-Teubner in Leipzig. (669.) — Die „Großmächte" Rudolf Kjellens sind von einem deutschen Forscherkreise für den 1922 verstorbenen großen schwedischen Gelehrten in der vorliegenden Fassung erneuert. Für die schwierige Aufgabe sind die besten Kenner der einzelnen Länder zugewonnen, die wir in Deutschland gegenwärtig haben. Professor Haushofer, der auch als Herausgeber des Gesamtwerles zeichnet, für Deutschland und Ostasien; Professor Hassinger für Oesterreich und seine Dachfolgestaaten, Italien und Frankreich; Professor Obst für England und Rußland; Professor Maull für Dord- und Südamerika. Soviel irgend von Kjellens Werk erhalten bleiben konnte, ist unverändert übernommen. Aber höher als der Buchstabe stand seinen Dachfolgern sein Geist. So mußte vieles anders gesetzt werden, damit Kjellöns Weltbild" seinem Geiste nach dargestellt und das Weiterentwickelte auf seinen Grundmauern gezeigt werden konnte. Besonders gilt das naturgemäß für die die Dachkriegszeit behandelnden Abschnitte, denen auch ein ausführlicher Abschnitt über Südamerika neu hinzugefügt ist. 80 sehr anschauliche Kartenskizzen und ein ausführlicher statistischer Anhang sind beigegeben. So ist es gelungen, das bedeutungsvolle Werk dem gegenwärtigen Stand der Dinge in jeder Beziehung anzupassen. — Joseph Bernhart: Der Vatikan als Thron der Welt. Mit vielen Bildtafeln. In Leinen 12 Mark. Verlag Paul List, Leipzig. (711) — In der Stunde lebhaften Anteils der ganzen Welt an dem Ereignis zwischen Vatikan und Quirinal erscheint dieses Buch über das Papsttum. Es erzählt vom Werden und Wirken einer Weltmacht, der seltsamsten und dauerndsten in der Geschichte der Menschheit. Von den Tagen Jesu und seines erwählten Felsen Petrus bis zu den Lateranverträgen dieses Jahres entrollt sich Tat und Schicksal der geistigen Roma. Das logische Wachstum der kirchlichen Monarchie im Frieden und im Kampfe mit der Amwelt zweier Jahrtausende ist der Hintergrund des Kommens und Gehens. Segnens und Fluchens, Schaffens und Zerstörens der dritthalb hundert Männer, die den Römischen Stuhl verwaltet haben. Gleich einer Deltamündung verbreitet sich die Darstellung in die Gegenwart hinein und zeichnet in geschlossenen Kapiteln den Qluffcau der heutigen Kurie, ihre Aemter und Funllio en, Kard.nal->kollegium, Dapstwahl u. a. Der Schluß überblickt die weltpolliische Stellung des Römischen Stuhles in unserer Zeit. — Zeitgenossen von M. - A. Albano v. Aus dem Russischen übertragen von R. Frhr. von Campenhausen. Mit 8 Vollblldern. Ganzleinen Mk. 9,50. Schlieffen-Verlag, Berlin W 35. (570) — In geistvollen Essays beschäftigt sich Aldanov, ein in Paris lebender bedeutender moderner russischer Schriftsteller, mit einer Reihe von Staatsmännern Frankreichs. Englands, Deutschlands und Ruhlands. Er schreibt keine Biographien, sondern versteht es, von jeder Persönlichkeit (behandelt werden u. a. noch Churchill, Ludendorff, Driand und Stalin) die hervorstechendsten Züge dem Leser plastisch vor Augen zu führen. Ob er Clemenceaus erstes Auf- treten auf den Barrikaden der Kommune, seine Rolle im Panamaskandal oder sein kraftvolles Handeln während und nach dem Weltkriege schildert, ob er den politischen Werdegang von Lloyd George oder die schrecklichen Greueltaten russischer Volkskommissare erzählt, stets ist der Leser gefangen von der scharfsinnigen Beobachtungsgabe und der Fülle charakteristischer Tatsachen, welche Aldanov mit feinem literarischen Geschmack niederzuschreiben versteht. — Eduard Engel: Menschen und Dinge. Leipzig 1929. Koehler & Amelang, G. m. b. H. Ganzleinen 10 Mk. (682.) — In diesem Erinnerungswerk versucht Eduard Engel einen Querschnitt durch fünf Jahrzehnte deutscher Politik und deutschen Geisteslebens zu geben. In 90 Kapiteln befaßt er sich mit Kaisern und Königen, Staatsmännern, Gelehrten und Künstlern. Manches interessiert, anderes wird ebenso zum Widerspruch herausfordern, wie so vieles, was Engel früher geschrieben hat. Aus fremden Literaturen. — Gustave Flaubert: Dovember. Roman. Aebertragung und Dachwort von Ernst Sander. (Europa-Bücher) Elite-Verlag, Leipzig. (681) — In dem ausgezeichneten Nachwort zu seiner Aebertragung von Flauberts „Dovember", dem Erstlingswerk des großen französischen Realisten, das 1916 zuerst in deutscher Sprache erschien und begeistert ausgenommen wurde, seht Ernst Sander die Gründe für eine Deubearbeitung des Romans auseinander. Damals. 1916, ging der Erfolg vor allem vom Stil des Werkes aus; es war der Expressionismus. der in dem Pathos, dem rücksichtslosen Bekenntnis des jungen Menschen, seinen Klagen und Anklagen — sich selbst Wiedersand; der den jungen Flaubert gegen den alten Meister, welcher das eigene Ich in dem Werk völlig bei- seiteseht, ausspielen konnte. Heute gilt das Interesse nicht lo sehr dem Stil wie dem Inhalt: ein junger Mensch legt hier seine erste Entwicklung nieder, er schildert die Wunschträume des Halberwachten, das erste erotische Erlebnis, die Enttäuschung daran und seinen Diederbruch. Heute, wo gerade diese Probleme der Jungen im Vordergründe stehen, scheint die Zeit für Flau- berts „Dovember" besonders günstig. Sander weist in einer ebenso klar wie eindringlich geschriebenen Würdigung dem Iugendwerk seinen Platz im Schaffen Flauberts zu und gelangt an ihm zu tiefer Erkenntnis des Künstlers und Menschen Flaubert. Die Aebertragung ist sprachlich und in der Durchdringung des Stosses durchaus gelungen. G. Th. — Hansine. Roman von Peter Egge. Aus dem Dorweg'schen übertragen von H. Goebel. (Geb. 6 Mk., Verlag von Quelle L Meyer in Leipzig. 650). — In „Hansine" hat der Autor einen ergreifenden Frauenkdman geschaffen, dessen hohes Ethos zur stärksten Anteilnahme zwingt. Das Leitmotiv ist der tapfere Kampf einer eilen Frauenseele gegen eine Welt von Verdächt'gung und Verleumdung, ein lebenslängliches Ringen um die Ehre, das die Heldin immer reicher und größer werden läßt, bis sie schließlich den Sieg davonträgt. Reben der feinen Gestaltung der Personen fesseln auch die anschaulichen Schilderungen der nordischen Landschaft, des Bauern- und des Stadtlebens. Das Buch, das in hohem Maße packt, wird mit Recht bei allen Lesern starken Anklang finden. Man kann ihm eine gute Empfehlung mitgeben. Reisen und Abenteuer. — China. Eine Landes-und Volkskunde. Von Professor Dr. G. Wegener. Mit 30 Abbildungen auf 16 Täfeln und 22 Textskizzen. Geb, 12 Mark. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. (789). Das außerordentliche Interesse der gegenwärtigen Vorgänge in China läßt eine Zusammenfassung unlerer Kenntnisse von Land und Volk der Chinesen dringend ersorderich erscheinen. Landesnatur, Werdegang und Wesensart des Volkes, seine Kultur und seine Wirtschaft, seine Beziehungen zum Abend- land. endlich die gegenwärtigen Wirren werden in dem Dorliegenben Werk des bekannten Geographen ausführlich geschildert und dunch zahlreiche Abbildungen und Kartenskizzen veranschaulicht. So ist das Duch ein ausgezeichnetes Hilfsmittel zur besseren Deutung und zum weiteren verstehenden Verfolgen der Ereignisse im fernen Osten, deren Bedeutung für Deutschland und die Welt gar nicht zu überschätzen ist. — Pfizenmayer, E. W., Jagd- und Volks bilder aus dem Kaukasus. Mit 75 Textabbildungen und einem Kupfertiefdruck. Verlag von Adolf Bonz & Comp. in Stuttgart. Geheftet 5.50 Mark. (540) — Der Verfasser war elf Jahre als Kustos am Landesmuseum in Tiflis beschäftigt und hat auf Jagd- und Studienfahrten Land und -Leute gründlich kennen gelernt. Schlicht und anschaulich schildert er seine Erlebnisse und Begegnungen, und an Hand eines reichen Bilderschatzes erlebt'ber Leser packende Reiseeindrücke. Längst versunkene gewaltige Städte erstehen wieder neu. Uralte noch heute besuchte Opferstätten werden gezeigt und die berühmten Jagden des Großfürsten Nikolaus Michajlowitsch miterlebt. — Wladimir von Hartlieb: Das Antlitz der Provence. Reise durch Südsrankreich. Verlag von Georg Müller, München. (675) — Der Titel ist irreführend, Landschaft, Kultur und Kunst der Provence sind fast zur Staffage degradiert, vor der der Verfasser in Aphorismen über sich und das Leben plaudert, gelegentlich deplaciert, oft zum Widerspruch reizend, aber wer die Provence kennt und in dem Buch nicht sucht, was der Verfasser nicht geben will, wird mit dem Buch einige besinnliche und amüsante Stunden haben. — CamilloTeltz: ZurSee. Erlebnisse eines Seeoffiziers auf Schiffen und Meeren. 312 Seiten 8°. Ganzleinen 6 Mark. Wilhelm Kähler Verlag, Minden i. W. (662.) — Ein Seeoffizier von echtem Schrot und Korn und ein guter Deutscher erzählt hier seine bewegte und interessante Laufbahn. Der Verfasser gibt hier ein Bild des Lebens in der alten Kaiserlichen Marine. Wir erleben das Werden und mächtige Heranwachsen der deutschen Flotte mit, mir begleiten den Verfasser in Flottenmanöver und auf landsreisen der Flotte. Die Friedenszeit führt ihn in die ganze Welt. Bei Kriegsausbruch finden wir ihn in Ostasien auf wichtigem Posten. Unter abenteuerlichen Umständen schlägt er sich über Amerika in die Heimat durch. Neun Bildtafeln mit 30 wirkungsvollen Bildern sind dem Buche beigegeben. — Joses Magnus Wehner: Das Land ohne Schatten. Tagebuch einer griechischen Reise. Verlag Georg Müller, München. (676) — Der Spaziergang eines Deutschen durch das antike, mittelalterliche und moderne Griechenland. Bildnisse und Architektur, Landschaft und Menschen, Tempel, Klöster, Meer und Licht werden dem Leser nohe- gerückt. — Burghard Breitner: Mormonen und Medizinmänner. Amalthea Verlag in Wien. (579) — Der Verfasser berichtet fesselnd über eine ärztliche Informationsreise nach den Vereinigten Staaten. Die bunten Erlebnisse geben ein interessantes Bild des modernen Amerika im Spiegel eines modernen Europäers. Bürgermeister Fendt in Hungen. Am morgigen 19. Dezember kann Bürgermeister Julius Fendt zu Hungen auf eine 25jährige Tätigkeit als Bürgermeister dieser Stadt zurückblicken. Der Jubilar wurde am 17. September 1869 zu Hungen geboren, besuchte dort zunächst die Volksschule und die höhere Bürgerschule, anschließend das Realgymnasium zu Gießen. Aach dem Schulbesuch trat er in den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb ein, machte dann von 1886 bis 1889 die kaufmännische Lehre im Großhandel in Frankfurt durch, war hierauf als Kaufmann in Frankfurt a. Ak., in Wien und in Berlin tätig und übernahm im Jahre 1896 den elterlichen Geschäftsbetrieb in Hungen. 2lm 19. Dezember 1904 wurde er durch das Vertrauen seiner Mitbürger zum Bürgermeister der Stadt Hungen gewählt. Seit dieser Zeit ist Bürgermeister Fendt in vorbildlicher Weise an der Spitze der Verwaltung der Stadt Hungen, daneben aber auch in einer großen Reihe von Ehrenämtern im Dienste der Allgemeinheit tätig. Unter seiner Amtsführung wurde in Hungen die Wasserleitung gebaut, die Feldbererm- gung vorgenommen, neue Bauquartiere geschaffen, Strahenaiklagen und Straßendurchbruche zwecks Schaffung von Licht und Luft in der Stadt durchgeführt, ein vom Schularzt und von Schulmännern als mustergültig anerkannter Schulhausneubau mit Badecinrichtung für Schüler und Erwachsene geschaffen, ein Volksfreibad eingerichtet, die Kanalisation der Stadt teilweise durchgeführt, ein neuer Marktplatz hergerichtet, ehemalige Wüstungen zu Parkanlagen umge- staltct, Gemeindeneubauten zur Linderung der Wohnungsnot geschaffen, ein Gefallenendenknial aufgestellt und den neuzeitlichen Verkehrserfordernissen in weitgehender Weise Rechnung getragen. Als weiteres bedeutsames Vorhaben wird zur Zeit unter seiner Amtsführung der Aeu- bau eine« Krankenhauses projektiert. Von der großen Fülle von Ehrenämtern, die der Zubilar auf sich genommen hat und die er in vorbildlicher Weise ausfüllt, sei hier hervor- aehoben die Tätigkeit im Vorstand des Hessischen Landgemeindetages, des Oberhessischen Provin- ziollandgemeindetages, des Landesverbandes hessischer Bürgermeister, .der Vorsitz im Kreisverein der Bürgermeister des Kreises Gießen, der Vorsitz des Ausschusses der Ortskrankenkasse Giehen- Land, weiter die Mitarbeit im Evangelischen Dekanat Hungen, im Hungener Kirchenvorstand, daneben noch die Arbeit in zahlreichen weiteren Gremien. Den Jubilar zeichnet reiches Wissen und große verwaltungsfachliche Erfahrung aus, ferner sind ihm ein außerordentlich liebenswürdiges Wesen und eine unermüdliche Arbeitskraft, gepaart mit großem Weitblick eigen. Durch seine hohen menschlichen Qualitäten und durch seine ersprießliche, der Förderung der Stadt Hungen und der von ihm verwalteten Aemter in bester Weise dienende Arbeit hat sich Bürgermeister Fendt große Verdienste um seine Vaterstadt und darüber hinaus um weite Kreise der Allgemeinheit erworben. Mit Recht wird diesem Sohne Oberhessens, von dem einige Vorfahren auch in anderen Städten der Provinz, wie Schotten und Büdingen, als Bürgermeister wirkten, in weiten Kreisen höchste persönliche und berufliche Wertschätzung zuteil. Man darf der Stadt Hungen wünschen, daß es ihr vergönnt sein möge, diesen verdienstvollen Mann noch lange Zahre an der Spitze ihrer Verwaltung wirken zu sehen. Schwere Erwerbslosenunruhen in Frankfurt. WSA. Frankfurt a. M., 17. Dez. Die Erwerbslosenunruhen, die bereits am Montagvormittag eingesetzt hatten, fandeir heute in verstärktem Maße ihre Fortsetzung. Gleichzeitig mit dem Beginn der Stadtverordnetenversammlung, in der endgültig über die Weihnacht s b e i h i l f e für die Unterstützungsempfänger Beschluß gefaßt werden sollte, versammelten sich mehrere Tausend Erwerbslose auf dem Börsenplatz und auf dem Börneplah zu einer Kundgebung. 3m Anschluß an diese Kundgebungen zogen die Demonstranten, die heute aus der Umgebung Frankfurts, namentlich aus Höchst und Offenbach, Zuzug erhalten hatten, nach verschiedenen Richtungen mit dem Ziel: Rathaus. Die zu dem Rathaus führenden Altstadtstraßen waren jedoch von der Polizei abgeriegelt, so daß die Demonstranten nach dem Schauspielhaus hin abgedrängt tourfreiu Hier versuchten sie, die polizeiliche Ab- fperrungskette zu durchbrechen. 'Als dabei die Demonstranten mit Steinen und sonstige n G e g e n st ä n d e n gegen d i e P o l i z e i- be amten toarfen. löste die Polizei, die in außerordentlicher Stärke zu Fuß und zu Pferde aufgeboten worden war, den ganzen Zug auf und zerstreute die Teilnehmer unter Zuhilfenahme des Gummiknüppels. Bei der wilden Flucht wurden viele Personen verletzt. Run bildeten sich in den verschiedensten Straßen der Altstadt, sowie auf der Zeil bis zur Hauptwache Trupps, die immer wieder versuchten, in die Gegend des Rathauses zu gelangen. Die Polizisten mußten von Straße zu Straße eilen, da die A n g r i f f e g l e i ch z e i t ig von verschiedenen Stellen aus erfolgten. Bei den Säuberungsaktionen gab es auf beiden Seiten Verletzte. So wurde in der Bethmannstrahe aus einem Hause auf die Polizei mit Backsteinen geworfen. Die den Beamten zugedachten Steinwürfe verfehlten aber ihr Ziel und trafen zwei völlig unbeteiligte Passanten, die mit klaffenden Kopfwunden von den Sanitätern weggeschafft werden mußten. QIn der Hauptpost geriet eine Polizeistreife in Bedrängnis, so daß sie von der S ch u ß- waffe Gebrauch machen muhte. Ob es hierbei Verletzte gegeben hat, konnte noch nicht sestgestellt werden. Auch am Römerberg wurde mit Steinen gegen die Polizei geworfen. An der Liebfrauenstraße wurden die fünf großen Schaufen st e r- sch eiben der Konfektionsfirma Car sch durch Steinwürfe zertrümmert. Roch in den späten Abendstunden kam es fortgesetzt zu Zusammen- rottungen, bei deren Zerstreuung die Polizei des öfteren Schreckschüsse abgab. Bis jetzt sind etwa 20 Personen wegen Widerstandes und Beleidigung der Polizeibeamten vorläufig fest- genommen worden. Oie Frankfurter Wcihnachtsbeihilse. WSA. Frankfurt a. TR., 17. Dez. Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung befaßte sich in ihrer Sitzung am Dienstagabend erneut mit der Weihnachtsbeihilfe für d i e Erwerbslosen. Auf den Beschluß in der vorigen Woche, 5 0 M a r k an jeden Erwerbslosen zur Auszahlung zu bringen, hatte der Magistrat erwidert, daß für die Beihilfe im Gesamtbeträge von 2,3 Millionen weder Deckung noch Mittel vorhanden feien. Aach tumultuösen Szenen auf der Zuhörertribüne und außerordentlich erregten Debatten wurde die Sitzung schließlich auf anderthalb Stunden aufgehoben, um dem Hauptausschuh Gelegenheit zu geben, zu der Magistratsvorlage und den neuen Anträgen Stellung zu nehmen. — Aach Wiederzusammentritt beantragte der Haupt-' ausschuh, nunmehr endgültig vor Weihnachten an jeden Erwerbslosen und Unterstützungsberechtigten 2 0 Mark und an dessen Frau 5 Mark auszuzahlen. Die Versammlung stimmte nach erregten Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Aationalsozialisten dem Antrag des Hauptausschusses zu und genehmigte ferner einen kommunistischen Antrag auf Brenn st off- ünd Mietbeihilfe während der Wintermonate, sowie auf Schwanger.mbeihilfe und Schulkinder- speisung. Die Gesamthöhe der beschlossenen Mittel beträgt etwa 900 000 Mk., die mit 400 000 Mk. aus dem Sozialetat und mit 500 000 Mk. aus dem Voranschlag für den Bau eines Hallenschwimmbades gedeckt werden sollen. Wirtschaft. Oie Neichsbank Mitte Dezember. Aach dem Ausweis der Reichsbank vom 14. Dezember hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der zweiten Dezemberwoche um 137,6 Millionen auf 2301,9 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Reichsschahwechseln um 16,8 Millionen auf 10,0 Mill. Mk., die Bestände an sonstigen Wechseln und Schecks um 172,3 Millionen auf 2090,8 Mill. Mk. abgenommen, während die, Lombardbestände um 51,5 Mill, auf 108,6 Mill. Mk. angewachsen sind. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 87,2 Mill. Mk. in hje Kassen der Bank zuruckgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 95,1 Mill, auf 4588,9 Mill, verringert, derjenige an Rentenbankscheinen um 7,9 Mill, auf 376,7 Millionen Mark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 33,6 Mill. Mk. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 402,1 Mill. Mk. eine Abnahme um 36,7 Mill. Mk. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 5,5 Mill, auf 2637,9 Mill. Mk. ermäßigt. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 2,5 Mill, auf 2247,1 Millionen Mark zugenommen, während sich die Bestände an deckunasfähigen Devisen um 8,0 Millionen auf 390,8 Mill. Mk. verringert haben. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 47,9 Proz. in der Vorwoche aus 49,0 Proz., diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 56,4 Proz. auf 57,5 Prozent. * Deutsche Gold- undSilberscheide- anstalt vorm. Roeßler, Frankfurt a. M. Der Aufsichtsrat beschlo hin seiner gestrigen Sitzung, der auf den 7.3anuar 1930 ein- zuberufenden G.-V. die Verteilung einer Dividende von 10 (103.9) v. H. auf das erhöhte Aktienkapital vorzuschlagen. Aach dem Bericht über das Geschäftsjahr 1928'29 unterschied sich die allgemeine wirtschaftliche Lage nicht wesentlich von der des vorhergehenden 3ahres. Die Gesellschaft blieb von Debitorenverlusten nicht verschont und baute bei dieser Gelegenheit einige notleidende Konti radikal ab. Das an und für sich günstige 3ahresergebnis schuf dazu die Mittel. Von der im Vorjahre vorgenommenen Kapitalerhöhung um 6,6 auf 29 Mill. Mk. wurden 5,6 Mill. Mk. den alten Aktionären angeboten. Eine Verwertung der restlichen 1 Mill. Mk. Dorrats- aktien hat bisher nicht stattgefunden. Aus der Kapitalerhöhung flössen der Gesellschaft nach Abzug der Spesen Barmittel von 8,983 Mill. Mk. zu, wovon 2,38 Mill. Mk. der Rücklage zugeführt wurden. Vom amerikanischen Treuhänder wurden für die Vorkriegsbeteiligungen 1,499 Mill. Dollar ausbezahlt. Der Betrag zourde einer neu gebildeten Sonderrücklage überwiesen. Aus den verschiedenen Geschäftszweigen wurden (in Mill. Mark) 11,22, aus Beteiligungen 0,75 (i. 03. zusammen 9,96) vereinnahmt. Unkosten erforderten dagegen 5,56 und Steuern 1,29 (zuf. 6,47). Aach 1,73 (1,02) Abschreibungen verbleibt einschließlich 109 763 (105 721) Mk. Vortrag ein Reingewinn von 3 503 653 (2 573 025) Mk., woraus 10 (9) v. H. Dividende auf das erhöhte Stammkapital und wieder 6 v. H. auf die Vorzugsaktien verteilt werden sollen. Aach Lieberweisung von 250 000 (175 000) auf das Wohlfahrtskonto und 309 000 (202 000) Mk. Vergütung für den Aufsichtsrat verbleiben 108 653 (109 763) Mk. zum Vortrag. • Metallgesellschaft 21.®., Frankfurt a. M. 3n der gestrigen Aufsichtsrats- fitzung wurde beschlossen, der G.-V. vorzuschlagen, aus einem nach den laufenden Abschrei- bungen von 1 950 049 (1 921 141, Mk. verbleibenden Reingewinn von 6 030 931 (6 352 097) Mk. eine Dividende von wieder 8 Proz. auf 55 Mill. Mark Stammaktien zu verteilen. Die im Portefeuille der Gesellschaft befindlichen 10 Mill. Mark Stammaktien bleiben, wie im Vorjahre, ohne Dividende. Die vom amerikanischen Alien Property Custodian eingegangene Entschädigung für Guthaben der früheren Metallbank im Betrage von 959 220 Mark fließt vorweg in die gesetzliche Reserve. Der Versorgungskasse der Beamten sollen wieder 150 000 Mark zu- gewiesen und 441 683 (438 437- Mark sollen vorgetragen werden. * Bayerische Hypotheken- und Wechsel b a n t, München. Das Institut glaubt für 1929 die gleiche Dividende wie im Borjahre (10 v. H.) in Aussicht stellen zu können. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18. Dez. Tendenz: Lustlos. Auch heute bot die Börse wieder ein sehr unsicheres Bild. Die Spekulation bekundete große Zurückhaltung, obwohl nachteilige Momente heute nicht vorgelegen haben dürften. Die zum Schluß festere Aeuyorker Börse machte gar keinen Eindruck. Das Geschäft war bei Festsetzung der ersten Kurse gleich Aull. Die Kursabschläge nahmen kein größeres Ausmaß an. 3m Grundton der Börse war heute eine gewisse Widerstandsfähigkeit zu erkennen; da auf der anderen Seite Hoffnungen bestehen, daß die Verhandlungen zwecks Erlangung eines Lleber- brückungskredites für Berlin zur Dleberwindung des 3ahresultimos zum Abschluß gelangen werden und somit die Befürchtungen hinsichtlich der 3ahresliguidation geschwunden sind, konnte eine gewisse Zuversicht mehr an Boden gewinnen. Das Geschäft blieb aber weiter gering, da die Or - derlosigkeit anhielt. Auch die Unterbrechung des Börsengeschäftes durch die Wcitz^ nachtsfeiertage verstimmte, ferner die weiter ansteigende Arbeitslosenzifser im Reiche. Die Entlastung des Reichsbankinstituts in dem gestern veröffentlichten Ausweis fand kaum Beachtung. Eine Ausnahme machten dagegen am Kunstseidemarkt AKU., die auf vermehrtes 3nteresse von Auslandseite 2 Proz. gewannen. Ferner mach'.e sich noch für Scheideanstalt einige Aachsrage geltend; die Dividendeerhöhung wirkte erst heute nach, und dieses Papier konnte 1,5 Proz. höher eröffnen. Am Chemiemarkt lagen Farben knapp gehalten, Deutsche Erdöl und Goldschmidt gaben je 2 Proz. nach. Am Cletlromarkt tagen AEG. wenig verändert, Gessürel und Siemens büßten 2,5 Proz. bzw. 1 Proz. ein. Stärker angeboren waren am Bankenmarkt Reichsbankanteile, die einen Spihenverlust von 6 Prcz. hinnehmen muhten. Die übrigen Werte dieses Marktes lagen unverändert. Montanaktien hatten bei kleinstem Geschäft Rückgänge bis zu 1 Proz. aufzuweisen. Schwächere Veranlagung hatten Schiffahrtswerte, die bis 2,5 Proz. niedriger eröffneten. Renten still und nachgebend. 3m Verlaufe kam wieder Material heraus. Die Geschäftslosigkeit drückte auf die Stimmung, so daß bei der bestehenden Aufnahmeunlust Rückgänge von 1 bis 3 Proz. eintraten. Die Tendenz war schwächer. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 Proz. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1767, gegen Pfund 20.379, London gegen Kabel 4.881250, gegen Paris 123.9250, gegen Mailand 93.27, gegen Madrid 35.21, gegen Holland 12.0950. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. TR., 18. Dez. Am Produktenmarkt war das Geschäft immer noch sehr klein. Die Gruiidstimmung war aber allgemein etwas freundlicher, da die höheren Auslandnotierungen eine Anregung boten. Profitieren konnte Weizen hiervon, der um 0,75 Mk. anzog. Schwächer veranlagt war der Futtermittelmarkt. Aur Weizenkleie hätte einen Verlust aufzuweisen, während Roggenkleie und Mais für Futterzwecke behauptet blieben. Etwas gebessert lagen noch Roggen- und Weizenmehl, die bis 0,50 Mk. anzogen. Es wurden notiert: Weizen 23,25 Mk., Roggen 19, Sommergerste (für Brauzwecke) 19,50 bis 20, Hafer (inländischer) 18, Mais (gelb, für Futterzwecke) 18, Weizenmehl (süddeutsches, Spezias 0) 38,75 bis 39,50, Roggenmehl 27,50 bis 28,75, Weizenkleie 9,50 bis 9.60, Roggenkleie 10 Mk. — Tendenz: Weizen fest, Futtermittel schwach, sonst ruhig. Daten für Donnerstag, 19. Dezember. 1909: die Tragödin Klar.. Ziegler in München gestorben (geboten 1844). Letzte Nachrichten. Oie Volkspariei zum Wechsel im Gießener Kreisamt. Darmstadt, 18. Dezember. (WTB. Drahtnachricht.) Die Ernennung des sozialdemokratischen Bürgermeisters Rihel (Michelstadt) zum Oberregierungsrat bei der Provinzialdirektion Oberhe^sen hat der Fraktion der Deutschen volkspar- t ei Veranlassung gegeben, folgenden Antrag im hessischen Landtag zu stellen: „wir beantragen, der Landtag wolle beschließen, daß die von der Regierung verhängte vorläufige v e f ö r d c - rungssperre ausnahmslos für alle Beamten ft eilen gelten s o l l.“ In der Begründung wird gesagt: „Es wird in der Bevölkerung nicht verstanden und erregt das lebhafteste Befremden, daß die höchstbezahlten Veamlcn- stellen im Lande zur selben Zeit neu v e r g e b e n werden, indessen überalterte Anwärter vergeblich auf Anstellung warten und die Regierung selber äußerste Sparsamkeit für das Gebot der Stunde erklärt hat. Besonders peinlich berührt in den weitesten Kreisen die unbestrittene Tatsache, daß Fälle vorliegen, bei denen nicht sachliche, sondern rein parteipolitische (fcrroä- gungen für die Ernennungen ausschlaggebend ge- wesen sind." Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 o. H. Frankfurt a M löerlln cchlutz- Rur» i-UDi fttir? Schlug Kure Anjana» Kur.« Datum 17 12 18 12 17. 12 18. 12 6% ieu |d>e Uh tajeamw 87,5 on r-, ..... —- — — ?% Deutsch» Rcichranleihe von 1929 ......... Di. Vlni.-ti6Id|..®4ulD mit Au» 99 99 50,1 50,1 Ivs.-Nechten..... 50 50 rbn- -lu^Iol. Rechts 6% Heg. Bolkksiaat von 1929 7,65 7,4 7.7 7,5 (rückzahlb. 102%) Cbcrlicllcn Provinz-Anleihe mit 89,25 46 — 89,25 — LluSlos.-Rechlen . ... — —— Deutsche Komm. Eammelabl. 46,25 Anleihe Serie 1 ..... —- 46,25 —- 6% 5ran!|. Hnp.-Bank Goldpse. XIll unkündbar bis 1931. V% iZrany. Hnp.-Bank Koldplc 96,5 — - — unkündbar bld 1933 ..... 4'4% Rheinische Hyp.-Bank yiqu. Golvpse........ 6% Pr. Landeepsaudbriesaitiiatt. 85 —- — 79,5 — — — Psandbricle 01. 17..... 6% Pr. Lanbespsanddrielanllalt, 98 — 98 — Somm.-t.di öl. u'<..... 95 95 —— 7% Pr. L'anDceplanDbttelanftaU, Psandbricse R. 10..... vi.< ,i.i. aufl. vormvjo-IjbltgattDn 89 — 89 — rückzahlbar 1932 — — — 4% Oefteiwdnw csoidrie.. 24 - 24,7 4,20% Oelterr Silbe rr" <% OcskerrrichiiLe Einheitlich» 2,7 — - diente......... — -— 2,05 — 4% Ungarische Soldric.. . - - 21.25 21.3 — 4% Ungarische Slaatör. v. 1910 — — 19.4 — 4y,% brtfll. von 1913 .... 4% UnfiarW SVronenttf.. . . — — 20.9 1 1.95 — 2 I 2 4% Türk. Hollanleihe .1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Änl. 7.13 7,1 7.1 Serie ........... 7 —- 7,1 - 4% deSgl. Serie ll. . . b% Rumänische vereinh. Rent 7 6,85 — 8,75 — von 1993 ' - - - - 41/,% R.imünilchr verrinh. «ent — 14,35 — U — i% Äumanfl* * «rrinh. Diente F 7,13 — Frankfurt a M Berlin ^chluh-i Kurs | 'Uhr Kur-. Schluß-l Kurs | illniang- Kurs Datum 17. 12 18 12- 17. 12. 18. 12. Hamburg-Amerika Pate, . Hamb.-Südam. Dampssch. 94 92 94 1 93 I- — — — Hansa Dampsschiss..... ll — —- 142,5 — Norddeutscher Llohd .... Allg. Deutsche Creditanst. . . ! 93,5 91,13 93 91,75 10 116 —— 116,75 116,5 Barmer Banlveretn .... IC 116 116,5 116 116.5 Berliner Handelegesellsch. . . 11 — — 172 171 Commerz» und Privat-Banl. 11 151 151 151 151 Darms«, u. Nattonalbank . . 1: 231.5 231 231,5 231 Deutsche Bank...... Ditconto-Gesellschast, An!. . ll 145 — 145 145 ll -- 145 — Dresdner Baut...... 1< 145 145 145 145 Reichtibant ..... 1 284 278 283 278,25 H.e.a..... 152,5 152,25 153 152,5 Bergmann . . —— 159.4 200 — Elektr. Lieferung rgelellschast 1 — — 161 160,25 Licht und Straft ... 1< 152,5 — 152,5 151,25 Fetten & Guilleaume.... 7W 114,5 — 115,5 114,5 Ges. s. Elektr. Untern.. . . . 10 152,5 — 152,5 150 Hamb. Elektr -Werke .... 1 — — 127,25 126,9 Rhein. Elektr........ . V —- — — — Schlei. Elektr....... 10 — —— — 145.25 Schuckert 4 60....... 11 177 — 177,9 176,25 Siemens 4 Halske..... 16 280.5 279,5 281.25 280.25 TronSradio....... . 8 117,5 — Lahmeyer 4 Co....... 10 161 — 161 — SudenO.......- . . 6 59,75 — 60 60,25 Deutsche Erbot ...... . 6 — 89,75 91.25 90.25 Essener Steinkohle..... . » — 128 126.5 Gelsenkirchener ...... . 124.5 124,25 125 | 125,25 Harpener......... . ( 133 — 134 134 Hoesch Eisen........ 6'/, — 108,25 — alle Bergbau....... Rlödncrroerfe....... 1(J 90 215 91,75 - 91,4 Koln SIeuelsen . . . . 1 — 106,25 1 106,5 Mannesmann -Rühre» . . . • 91,5 — 92 ! 91.25 BIan»seldcr Bergbau . . . . • 108,5 —— 108,5 107,5 Obersch'es. Snenveoars . . . —- 1 66.25 65 Oberschles. Ikoksiverkr.... . — 93,5 92,13 Phönir Bergbau...... Rheinisch'! Braunkohlen. . . ll 101,5 234,5 101 101.9 236 101.5 Rbeinstalv..... • • — i 103 103.75 103,5 Sitedeck Monts» ...... 4. —• 1 - —— ,'ranlinrt a M Berlin cdjiutt- Kur- i-um Kur «chluv 1 Kurs | Uniaiig- Kur Datum 17 12 18 12 17 ll 18 12. Bereinigte Stahlw . . - Claoi Minen . ... 16'/, Rar werfe SljcherÄebe« ... 1 Rai werfe Westeregeln ... 10 Kaliwer e Salzdeiiurth ... 16 fl. ®. Farden-Induskrie ... 12 Dynamit Nobel ....... 6 Echeideanstalt ....... v Goldschmidt........b RülgerSwerfe ........ 6 Metallgeiellschaft......8 Philipp Hofmann . ... 1 lernen werk Heidelberg ... 10 Cementwerk Karlstadt ... 10 Waytz 4 nu t) oft .... 8 Schultbei» Pavenhofer ... is ONwerke.........J® Bet. Glanzstoss...... Bemberg.........•« Beimoh Waldbos .... 18 >1 ZeUslos, «jchassenburg . - Charlottenburger Wasser . . . Deiiauer Gas . .....6 Daimler Motoren . . • • • • 0 Deutsche Linoleum..... A.'ierw'rre Kl tj t ..•••• 0 L'upm. «otro- ..... 10 Rat. Automobil.......r CtenOetn ft Koppel ..... 1 L-onbnrd Tietz ...... IC Yranks. Maschine» ...... Gritzner.......... Heyligenftaedi ....... Iunghan». . • ......1 Lechwerke. - Malnkrastwerke Hvchsl a. BL Mlag. . . IC Gebe. Roeder.......1< iSotat ft Haeff«« ...... - 103,5 181 187 312 m 140 63 68,75 113,5 3 81 116,25 79 147 179,5 36.5 233 — — 39 44 6,4 50 104 — 122.5 108 222,5 — ■—------—~ _ _ —! | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | 1 1 1 1 1 1 Ilm! 1 Ln—'v 1 In llllä 103,9 51,5 181,5 188 313,5 176,25 62,65 68,75 113,75 - 79 271,5 211 — 147 180 134 91,75 151,75 36.25 232 39,13 151,5 69 147 320,5 38,5 43,5 50,5 120,5 222 160 5 103.75 51 179,25 313,5 175 62,75 80 271 209,5 123 146,25 179.25 134,5 93,13 151,13 36,13 228,25 38,25 — - 67,6 320 ' 120,5 l - Vanknc len. iperiin, 1 /. Amerikanische Noten . . 4,168 4,188 Belattche Noten........ 58,27 58,51 Dänische Noten .... 111,73 112,17 / Englische Noten . . . . * M * 20,345 20,425 firaniulUcbe Noten ....... 16,40 16,46 Holländische Violen . . . 168,01 168,69 Italienische Noten.... « . « 21,82 21,90 Norwegische Noten . . . 111,58 112,02 Deuttch-Oesterreich, ä 100 Schilling 58,63 58.87 Rumänische Noten . . . 2,48 2,50 Schwedische Noten . . . 12,30 112.74 Schweizer Noten .... 81.22 81,54 Svanische Noten .... Tschechoslowakische Noten. > • • . 57.48 12,345 58,72 12,405 Ungarisch» Noten . . . • • • 72,85 73,15 Devifenmarkk Berlin — Frankfurt a. ITC. 17 Dezembet 18 Dezember Ämtliche Notierung lUnitltdic 'Notierung Geld Vrles lyeld B, e 2lmlt.» Non 168,33 168.67 168,28 168,62 Buen.-Aireö 1,701 1,705 1,725 1,729 Brss.'Nntw 58,385. 58,505 58,39 58,51 Cbristiania. 111,83 112,05 111,83 112.05 .Qovenbagen 111,96 112,18 111.95 112,17 Stockholm 112,50 112,72 112 54 112,76 HelsingforS- Italien. . 10,485 21,84 10,505 21,88 10,485 21,83 10,505 21.87 London. - < 20.362 20,402 20,358 20,398 Neuyork . . 4,1715 4,1795 4,1705 4,1785 PartS.... 16,425 16.465 16.425 16,465 Schweiz . . 81,13 81,29 81,11 81,27 Spanien • 57,82 57,94 57,76 57,88 Japan . . . 2,043 2,047 2,048 2,052 Nio d» Im, 0.459 0.461 0.458 0.460 Wien in D-- 58,71 58.83 £?eft. aboeft 58,71 58,83 Prag . . ■ ■ 12,384 12,404 12,383 12.403 lßelirad . 7.406 7,420 7,406 7,420 vudapeti - 73,07 73,21 73,07 73,21 Buloarieu 3.022 3.028 3,022 3,028 Lissabon 18,83 18,87 18,81 18.85 Dqnzig. - 81,41 81,57 81,41 81 57 Konstantin. 1,998 2,002 1.986 1,990 Sitten. . 5,437 5,445 5.43 5.44 ffanaba - 4,135 4,143 4.139 4.147 Nrn uay 3,926 3.934 3,886 3.894 Cairo . . 20,88 20,92 20,88 20,92