Nr. 245 Erstes Blatt U9. Jahrgang Zreitag, '8. Dttober 1929 Eriche in (.glich,außer ronnlQQs und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholle monots:Be$ugsptel$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger- iphn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt, ^ernsorechanschlüffe anterSammelnummer2251. Anschrift |ür Drahtnach- richten Anzeiger Gießen. PostschecHonlo: .SranlfUTtam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche Univerfilülr-Vnch- und Zteindnickerei B. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe Z. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20" . mehr. Chefredakteur Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Oie Finanzlage .icr Arbeitslosenversicherung. Bis 25V Millionen Darlehen notwendig. Berlin, 17. Oft. (WB.) 3m Derwal- tungsrat der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung gab der Präsident der Anstalt ein Bild von ihrer finanziellen Lage. Danach werden sich Einnahmen und Ausgaben etwa bis Anfang R 0 - vember d. 3. die Waage halten, und der in den Scmmrrmona en angesammelte Rötst 0 cf von nur 23 Millionen Mark dürfte voraussichtlich bis Mitte Dezember ausreichen. Das Aufkommen an Beiträgen hat sich günstiger entwickelt, als bei der Borbereitung des geltenden Gesetzes angenommen wurde so daß die Reichsanstalt hinsort 850 0 0 0 Hauptunter st ühungsempfänger im Jahresdurchschnitt aus eigenen Einnahmen tragen kann; doch hat sich wegen der sehr ungünstigen Monate April und Mai die Durchschnittszahl für das letzte halbe 3ahr aus 928 000 Hauptunter st ühungsemp- fänger erhöht, so daß eine sichere Voraussage für den bevorstehenden Winter kaum möglich ist. 3mmerhin wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß die Zahl der unterstühungsberech- tigten Arbeitslosen im Durchschnitt der Wintermonate auf 1,65, wahrscheinlich sogar auf 1,8 Millionen steigen wird. 3n diesem Falle würde der Betrag von 68 Millionen Mark, der im Reichshaushalt für Darlehen an die Reichsanstalt zur Verfügung steht, bei weitem nicht ausreichen. Es muh mit der Rotwendigkeit von Darlehen in Höhe von 200 b is 250 Millionen Mark gerechnet werden. Präsident Syrup richtete unter Zustimmung des Verwaltungsrates an die Vertreter des Reichsarbeitsministeriums den Appell, dahin zu wirken, dah die Reichsregierung bei ihren Beschlüssen der schweren Lage der Reichsanstalt Rechnung tragen mögd. Bayern und die Jinanzrefonn. Befürchtungen dcrBayerifchenBolkspartei. München, 17. Oft. (TU.) Der Kreisverband München der Bayerischen Volkspartei veranstaltete eine große politische Kundgebung. Der Parteivorsitzende, Abg. Schaeffer, wandte sich gegen das Volksbegehren, bezeichnete es als einen ungeheuerlichen Fehler und als den schwersten Schaden, der dem deutschen Volk angetan werden könne. Das Volksbegehren gefährde die Aufgabe, das deutsche Volk national zu einigen. Po'izeiverbote jedoch, noch dazu wenn sie sich aus die entwürdigendste Bestimmung des Versailler Diktats bezögen, seien abzuleh-nen, ebenso der Mißbrauch des Rundfunks für einseitige politische Beeinflussung, und der amtliche Druck auf die freie Willensbestimmung des Staatsbürgers. Der bayerische Finanzminister Dr. Schmelzle erklärte, daß der Doungplan nicht so schlecht sei wie die politische Opposition ihn mache, aber auch nicht so gut, wie die Regierung ihn gezwungenermaßen hinstelle. Das Ergebnis der Konferenzen von Paris und Haag bleibe weit hinter dem Notwendigen zurück, wenn auch ein Fortschritt gegenüber dem Dawesplan nicht zu leugnen sei. Auch der Poungplan, der auf die Dauer nicht zu erfüllen sei, stelle keine End - l ö s u n g der Reparationsfrage dar. Es erhebe sich die Frage, wie es möglich sein solle, im Zusammenhang mit dem Poungplan eine allgemeine Steuersenkung durchzuführen. Vielmehr handele es sich um eine Steuerlastenverschiebung. Wenn ein Reichsfinanzausgleich komme, wie er verschiedentlich in der Presse angekündigt sei, so würde dies den letzten Axt hieb auf d i e Selbständigkeit der Länder bedeuten. Der § 35 bilde die Grundlage der Existenz einer Reihe kleinerer Länder. Werde er beseitigt, so sei es um sie geschehen und sie müßten sich, ob sie wollten oder nicht, an Preußen anschließen. Auch für Bayern sei der §35 eine L e - bensfrage. Würde er verschwinden und käme dazu gar noch die Kürzung des Anteils von 75 auf 60 Prozent bei gleichzeitiger Herabsetzung des Steuersatzes der hohen Einkommen und die Erhöhung des Existenzminimums, so entstünde für Bayern e i n Ausfall von 12 2 Millionen Reichsmark. Das Land Bayern würde sich in kurzer Zeit vor die Unmöglichkeit gestellt sehen, seinen Staatshaushalt auf- rechtziierhalten. Der Minister schloß unter Beifall, daß Bayern vom Reich nichts Unrechtes wolle, aber es verlange, daß das Reich feine Verpflichtungen Bayern gegenüber erfülle Niemals werde man es erreichen, daß Bayern auf seine staatliche Selbstan- digkeit verzichte und in einen großpreußischen Ein- hntsstsat aufgehe. Eine deuischnationale Feststellungsklage. Berlin. 17.Oft. (WTB.) Wie die Pressestelle der Deutschnationalen Volksparter nntteilt, hat die deutschnationale Landtags- f r a f 11 0 n gemäß ihrer Ankündigung tn der Landtagssihung vom 16. Oktober den Staatsgerichtshof angerufen, um ein 3 e st stel l u n g s- urteil über das Recht der Beamten zu erwirken, sich an dem Volksbegehren zu beteiligen. Mit dem Anträge hat die LandtagsfrcÄtion den Antrag auf sofortigen Erlaß einer einstweiligen V e r f u - g u n g verbunden, durch die dem preußischen Die Abrüstungskonferenz der Seemächte. Frankreichs und Italiens Antwort auf die Einladung hat in London nicht befriedigt. London, 17.Oft. (TU.) Die italienischen und französischen Antworten auf die englische Einladung zur Fünfmächte-Flollen- konserenz, 001: denen die erstere bereits veröffentlicht wurde, während die letztere dem Inhalt nach bekannt ist, haben in nichtamtlichen Londoner Kreisen keinen übermäßig günstigen Eindruck gemacht. Schwierigkeiten werden insbesondere daraus erwartet, daß Italien und Frankreich, wie die italienische Antwort bereits klar erkennen läßt, die Bestimmung der Flottenkonferenz mehr oder weniger darin sehen, etwaige Vereinbarungen für die vorbereitende Abrüst ungskommifsion des Völkerbünde s zu treffen. Das würde bedeuten, daß ein festes und verbindliches Abkommen 'ich! abgeschlossen werden könnte, sondern die Vereinbarungen die Form von Empfehlungen an den Völkerbund anzunehmen hatten. Das wird nicht nur von den vereinigten Staaten a< gelehnt, sondern bei aller völkerbundsfreul.dlichkeit auch auf englischer Seite als unzweckmäßig erachtet, weitere Schwierigkeiten sind in sachlicher Hinsicht zu erwarten, da weder Italien noch Frankreich an einer Begten- zungderGrohkampsschiffe interessiert sind, beide gegen eine Beschränkung der Kreuzer und Zerstörer Stellung nehmen und jede Verminderung der Unterseeboote entschieden ab- lehnen. pariser Vorbehalte. Frankreichs Berhandlungsmethode auf der Flottenkonfercnz. Paris, 17. Oft. (TU.) Das „Echo de Pari s", das Blatt des französischen General- stabes, schreibt im Zusammenhang mit der Annahme der Einladung zur Fünfmächte-Konferenz durch Franfreich, daß jetzt nachgeprüft werden müsse, welches die Grenze sei, unter die Franfreich feine Flottenstärke nicht herabsetzen dürfe. Die französische Flotte müsse in erster Linie in der Lage sein, gegen die Flotte Front zu machen, die Deutschland, dem gegenüber noch einiges Mißtrauen berechtigt sei, sich auf Grund des Versailler Vertrages leisten fönne. Man dürfe nicht vergessen, daß zu dieser Flotte sechs Panzerkreuzer von besonderer Stärfe gehören, wenn auch die 10 000-Tonnen-Grenze nicht überschritten werde. 3n zweiter Linie habe Frankreich die unbedingte Pflicht, für die allgemeine Sicherheit seiner gesamten Seeküste, die so ausgedehnt und so verwundbar sei, zu sorgen und nicht zu vergessen, dah vier französische Departements vom Kontinent getrennt sind. Das „3 0 u r n a V' schreibt: Es ist klar, daß man sich zu einer Konferenz, die eine so heikle Frage behandeln soll, nicht begeben kann, ohne sich von vornherein über d i e Grundlagen verständigt zu haben. Die Engländer haben das ja durch ihre vorbereitenden Verhandlungen mit den Amerikanern anerkannt. Die Einladungsnote ist damit einverstanden, daß die anderen Mächte ein Gleiches tun, und kündigt sogar Vorschläge zur Erleichterung der Diskussion an. Ist es schließlich nicht am klügsten, die Einwendungen, die zu machen sind, für den Augenblick aufzusparen, in dem die Diskussion beginnt? Dieses Verfahren ist von der französischen Regierung und auch von der italienischen und der japanischen Regierung angenommen worden. Man macht in der Tat gerade soviel Vorbehalte, als unerläßlich sind, um anzu- deuten, daß die grundsätzliche Annahme der Einladung keineswegs die Einnahme der in der englischen Note angeregten Grundlagen bedeutet. Der „Figaro" fragt: Soll die Seeabrüstungskonferenz eine neue Etappe in der Ge - schichte der Konzessionen werden? Man hat allen Anlaß, das zu befürchten. Die französische Regierung hätte klug daran getan, wenn sie sofort ihre Vorbehalte zum Ausdruck gebracht hätte. Wenn sie nicht entschlossen ist, in London i h r Programm energisch zu verteidigen und nicht davon abzugehen, dann wird sie von den Ereignissen mitgerissen werden und Gefahr laufen, unter dem Vorwand des internationalen Pazifismus sich auf nicht zu rechtfertigende Bedingungen einzulassen. Die Annahme der Einladung wird auch vom „Temps" dahin ausgelegt, daß die bisher von Frankreich vertretene These restlos ihre Gültigkeit behalten soll, und daß die Grundsätze, die für die Politik der französischen Regierung in der Frage der allgemeinen Rüstungsbeschränkung und in der Frage der Einschränkung der Seestreitkräfte maßgebend waren, nach wie vor Geltung hätten. Die Annahme der englischen Einladung, so erklärt das Blatt, bedeute auch nichtdengeringstenVer- z i ch t französischerseits. Wenn hinsichtlich bestimmter Fragen keine ausdrücklichen Vorbehalte in der französischen Antwort gemacht worden seien, so heiße das nicht, daß man darauf verzichtet habe, sie vorzubringen. Italienisch-südslawische Spannung Ein kroatischer Faszistengegner in pola zum Tode verurteilt und erschossen. P 0 l a, 17. Ott. (WTB.) Fünf Kroaten, die Gegner des Faszismus find, haben bei Wahlhandlungen in Istrien auf eine Gruppe von Wählern geschossen, wobei ein wann getötet wurde, von den Angeklagten ist einer von dem Sondergericht zum Schuh des Staates in Pola zum Tode durch Erschießen, und die übrigen vier zu je 30 Jahren Kerker verurteilt worden. Das Urteil mit genauer Beschreibung der Hinrichtung des zum Tode verurteilten soll in allen Gemeinden Italiens angeschlagen werden. Das Todesurteil ist am Donnerstag in den frühen worgenstunden vollstreckt worden. Wie nicht anders zu erwarten war, hat dis Hinrichtung in Südslawien einen Sturm der Empörung ausgelöst; man darf Wohl an» nehmen, daß damit der Auftakt zu einer neuen sehr ernsten jugoslawisch-italienischen Spannung gegeben ist. Die Ausführung des Todesurteils hätte sich 3talien natürlich ersparen können, zumal es sich bei dem Vergehen des Hingerichteten Kroaten lediglich um eine Wahlausschreitung gehandelt hat. Die Entrüstung der 3ugoslawen können wir durchaus begreifen, weil 3talien seine Bürger kroatischer Rationalität genau so entrechtet hat und verfolgt, wie das mit der deutschen Bevölkerung in S ü d t i r 0 l der Fall ist. Aber hat 3ugo- slawien eigentlich ein Recht, sich mehr, als nötig ist, auszuregen? Ganz Europa weiß doch, daß die Bulgaren, die durch die Friedensverträge gegen ihren Willen Angehörige des südslawischen Staates geworden sind, überhaupt nicht mehr ihres Lebens froh werden, dah an der bulgarischen Grenze dauernd das Blut bulgarischer Bauern durch die jugoslawischen Grenzwachen vergossen wird und daß in den bulgarischen Gebieten Südslawiens der schlimmst« Terror herrscht. Wäre es da nicht besser, zunächst mit dieser Art „Minderheitenpoli tik* zu brechen, um dann mit gutem Recht die moralische Unterstützung der ganzen Welt in dem Kampfe gegen 3talien verlangen zu können? Protestkundgebung in Agram. Agram, 17. Oft. (Telun.) Das Urteil von Pola hatte neue italienfeindliche Kundgebungen zur Folge. Eine Studentengruppe hielt in der Aula der Universität eine Pr 0 te st 0 ersamm - l u n g ab, wobei die jugoslawische Fayne mit Trauerflor umwunden wurde. Die Demonstranten versammelten sich dann wieder vor dem französischen Konsulat, wo die Staatshymne und die Marseillaise gesungen wurden. Die Polizei trieb die Demonstranten wieder auseinander, doch konnten sie sich vor dem deutschen Konsu- l a t neuerlich ansammeln. Dort wurde die Wacht am Rhein gesungen und ein Jstricmer-Student drückte in einer Rede die Sympathien für Südtirol aus. Dann ging es zum österreichi - schen Konsulat, wo sich die Sympathie-Kundgebungen wiederholten. Die Polizei ging neuerlich vor und verhaftete 47 Studenten. Als die Menge zum italienischen Konsulat ziehen wollte, warf sich ihr berittene Polizei entgegen. Mehrere Studentengruppen waren inzwischen in die Lichtspiel-Theater eingedrungen, um die Vorstellung zu unterbrechen. Auch in das Theater wollten die Studenten eindringen, wurden ledoch von der Polizei aufgehalten. Nach 9 Uhr gelang es den Studenten aber trotzdem in das Theater zu gelangen und die Vorstellung gewaltsam zu unterbrechen, obwohl die Direktion eine Trauerpause von fünf Minuten hatte einschalten lassen. Staatsministerium ausdrücklich untersagt werden soll, Beamten, die sich in die Listen für das Volksbegehren eintragen, irgendwelche R a ch - teile anzudrohen. Wegen itnlerze chnung einer Dotlsbegehr- Ansrnsr seiner Amtes enthoben. Berlin, 18. Okl. (TU.) wie der „vorwärts" berichtet, ist Regierungsrat B i e r b a ch bei der Regierung in Düsseldorf feines Amtes enthoben worden, weil er einen Aufruf zur Teilnahme an dem Volksbegehren unterzeichnet hat. Das Disziplinarverfahren gegen Bierbach fei bereits eingeleitet worden. Oer Werbefilm der Volksbegehrler. Berlin, 17. Okt. (WTB.) Reichspräsident von Hindenburg hatte, wie bekannt, gestern ein Schreiben an Reichskanzler Müller gerichtet, in dem er die Anhänger und die Gegner des Volksbegehrens aufforderte, seine Person mit der Frage des Volksbegehrens nicht in Zusammenhang zu bringen. Wie verlautet, hat nunmehr der Reichsausschuh für das Volksbegehren aus seinem We rbe- film, in dem auch Bilder aus dem Leben des Reichspräsidenten enthalten sind, diese zurückgezogen. Diese Maßnahme dürste ein erster Erfolg des Schreibens des Reichspräsidenten an den Reichskanzler fein. Oie politischen Gespräche. Eine Erklärung der deutschnationaten Parteileitung. Berlin, 17. Oft. Wie uns mitgeteilt wird, ver- öffentliche die Parteileitung der Deutschnationalen Dolkspartei zu den Angriffen der „N. L. C." eine längere Erflärung, in der es u. a. heißt: „Die politischen Pläne des Herrn Arnold R e ch b e r g gehen nach Zeitungsmeldungen darauf hinaus, ein M i l i- tärbünbnis mit Franfreich unter Aende- rung des Versailler Vertrages zu schließen. Derartige Pläne müssen nach Lage der Verhältnisse und nach den Erflärungen der verantwortlichen französischen Staatsmänner als Phantastereien gewertet werden. So wenig sich die Deutsch- nationale Volkspartei dagegen wendet, daß deutsche nationale Politiker ihre privaten und geschäftlichen D ' chungen im Auslande zu politischen Gesprächen und zu politischer Unterrichtung benutzen, so sehr lehnt sie es ab, derartigen unverbindlichen Gesprächen die Bedeutung politischer Schritte beimessen zu lassen. Nach wie vor bleibt die Behauptung der „Nationalliberalen Korrespondenz", daß „Männer, die mit der Hugendergsront in Zusammenhang gebracht werden", in Paris noch sehr viel weitgehendere, ja sogar viel gefährlichere Angebote gemacht haben, als die von Hugenberg bekämpfte Politik der Verständigung, eine ungewöhnlich dreiste Verleumdung. Desgleichen die Behauptung, „die deutschen Nationalisten hätten sich bereits Mühe gegeben, der französischen Regierung klarzumachen, daß sie, falls sie ans Ruder kämen, die gegenwärtige deutsche Außenpolitik nicht ändern würden". Für die Deutschnationale Volkspartei hat bisher keinerlei Veranlassung Vorgelegen, sich gegenüber irgendeiner amtlichen französischen Stelle über die politische Haltung einer künftigen deutschen Rechtsregierung auszusprechen." Oie Außenpolitik der französischen Radikalen. Tcr Voung-Plan. — Paneuropa. Paris, 17. Oft. (WTB.) Der von der Radikalen Partei eingesetzte Ausschuß zur Behandlung allgemeiner politischer Fragen hat im Hinblick auf den am 21. Oktober stattfindenden Parteitag eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Die Radikale Partei beteuert ihre Treue zum Völkerbund und zum Genfer Protokoll von 1924. Sie hält an der Ueberzeugung fest, daß bis zur 3nkraftsetzung dieses Protokolls der Frieden in Europa vor allem garantiert werden muh durch die Aufrechterhaltung einer freundschaftlichen Entente mit Großbritannien und die deutsch- französische Annäheru n g. Die Radikale Partei stellt fest, dah die Zugehörigkeit rechtsstehender Elemente zur Regierungsmehrheit und zur Regierung die außenpolitische Aktion Briands behindert und hemmt. Die Radikale Partei nimmt ohne Einschränkung den Plan einer bundes staatlichen Organisierung der Staaten Europas an. Sie betont ihre Entschlossenheit, die Liquidierung der durch den Krieg hinterlassenen Probleme zu verfolgen, um zu einer endgültigen Regelung der Re p a r a t i 0 n s f r a g e n und der Räumung des Rheinlandes zu gelangen. Die Radikale Partei erklärt ihre Bereitwilligkeit, die Haager Abkommen zu billigen unter der Bedingung, dah die Statuten der Bank für internationale Zahlungen ein Kontrollrecht zugunsten der Regierungen enthalten und vorbehaltlos die allgemeine Schiedsgerichtsverpflichtung angenommen wird. Rußland lehnt den deutschen Vorschlag im Ostchinabahn-Konflikt ab. Moskau, 17. Oft. (Funfspruch. Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Das Außenkommissariat übergab heute der deutschen Botschaft die Antwort auf den deutschen Vorschlag gegenseitiger Aufhebung der im Zusammenhang mit dem Konflikt wegen der Ostchinabahn getroffenen Re - preffalien der Sowjetunion und Chinas. Die Antwort spricht der deutschen Regierung Dank für die Anregung aus und teilt mit, die Sowjetreaie- rung habe es nicht für möglich erachtet, den deutschen Vorschlag anzunehmen, der nicht zum Ziele führe, da die Nankinger Regierung ihren Verpflichtungen und Versprechungen nicht n ach- ko m m e und sich bisher weigert, guten Willen und Bereitschaft zu loyaler Einhaltung der Abmachungen zu zeigen. „Dictoire" befaßt sich besonders mit dem schon auf der Washingtoner Konferenz befaßten Beschluß, nachdem die französische und italienische Flotte gleich sein sollten. Frankreich habe aber viel umfangreichere Kolonialgebiete zu verteidigen, als Italien und es sei deshalb nicht mehr als recht, daß seine Flotte entsprechend größer sei. Außerdem habe man nicht nötig, sich über die auf dem Pachter stehende Flottengleichheit Kopfschmerzen zu machen. Man brauche nur an den deutschen 10 000-Tonnen-Kreuzer zu denken, um die Feststellung zu machen, daß diese kleinen Schiffe ebenso wirksam seien, wie die größten Panzerkreuzer. — Der „Excelsior" betont, daß Frankreich es vorgezogen habe, noch nicht auf die in der englischen Rote aufgeworfenen Fragen einzugehen, sondern erst zu Beginn der Kon- ferenz mit der Besprechung aller Einzelheiten beginnen werde. Cs sei dies eine vorsichtige Methode, denn die französischen Unterhändler könnten dann die Schritte unternehmen, die sie je nach den Uebereinkommen zwischen Amerika und England für notwendig hielten. Macdonald in Kanada. 2cr britische Premier gesundheitlich stark abgespannt. Ottawa, 18. Oft. (WTB. Funkspruch.) Premierminister Macdvnald, der von Washington zum Besuch der kanadischen Regierung in Ottawa eingetroffen ist, sieht abgespannt aus und seine Gesundheit verursacht den ihm Nächststehen- den viel Besorgnis. Nachdem er bei dem vorgestrigen öffentlichen Empfang etwa 2500 Menschen die Hand geschüttelt hatte, sank er müde in einen Stuhl zurück und es wurde mitgeteilt, daß es ihm nicht möglich sei, den übrigen Erschienenen die Hand zu geben. Wegen seiner Gesundheit wurden weitere Empfänge in Ottawa und Montreal abgesagt. Macdonald hat dem kanadischen Premierminister Mackenzie King die bestimmte Versicherung gegeben, daß eine Washingtoner Meldung, er habe der Schleifung der brifi- schen Befestigungen auf den westindischen Inseln, sowie der Aufgabe der Flotten st ation Halifax zugestimmt, jeder Grundlage entbehre. Der Sonderberichterstatter des »Daily Herald", der sich im Gefolge Macdonalds befindet, meldet, daß Macdonald und Mackenzie King die Möglichkeit erörtert hätten, die nächstjährige britische Reichskonferenz in Kanada abzuhalteru Aller Voraussicht nach würden die Regierungen der übrigen Dominions zustimmen. Bürgermeister Schneider vom Amt suspendiert. Berlin, 17. Oft (Privatmeldung.) Bürgermeister Scholz hat dem Leiter des Bezirksamtes Mitte Bürgermeister Schneider wegen der in der Sklarek - Angelegenheit gegen ihn erhobenen Vorwürfe die Ausübung der Amtsgeschäfte auf Grund des Disziplinargesetzes vorläufig untersagt. Bürgermeister Schneider soll auch von großen Firmen, mit denen er geschäftlich zu tun hatte, Geschenke angenommen, ferner von'Künstlern, denen er als Bezirksbürgermeister Aufträge gab, Bilder und Statuen als Geschenke erhalten haben. Nach allen diesen Vorfällen wird nicht daran zu zweifeln zu sein, daß gegen Bürgermeister Schneider ähnlich, wie es bei den Stadtbankdirektoren bereits gescyehen ist, das Verfahren mit dem Ziel auf Dienstentlassung eingeleitet wird. Die durch die Angelegenheit Sklarek kompromittierten Direktoren der Berliner Stadtbank, Schmitt, Hoffmann und S ch r ö d e r werden, wie das „B. T." zu wissen glaubt, ohne Rücksicht darauf, welchen Ausgang die Disziplinarunter- suchung nehmen wird, nicht mehr in ihr Amt zurückkehren, sondern ihrer Stellung enthoben werden. Die drei Stellen der Stadtbankdirektoren sind, wie das Tageblatt meldet, bereits heute zur Neubesetzung ausgeschrieben worden. Z_____ Nadir Khan König von Afghanistan. Kabul von den flüchtenden Truppen Habib Uttahs geplündert. London, 17. Oft. (WB.) Wie Reuter aus Kabul meldet, hat die Rationalversammlung mit Stimmenmehrheit Radir Khan trotz seines Widerstrebens z u m König von Afgha- nistan gewählt. Die Wahl erfolgte in Anerkennung seiner persönlichen Verdienste um die nationale Sache. In einem Telegramm der französischen Journalistin Frau. Andree Viellis aus Kabul, wohin sie nach Einnahme der Stadt durch Nadir Khans Truppen geflohen ist, heißt -Dali Khans Truppen haben die Zitadelle nach heftiger Beschießung eingenommen und halten jetzt Kabulvolständigbe- JjbL Cnnr Habib Allah ist geflüchtet. Nadrr Khan zog am Mittwoch an der Spitze von 12 000 Mann ein. Habib Allahs Truppen hatten dre britische Gesandtschaft an- gegriffen, waren jedoch mit Verlusten ab- worden. Die französische Ge- s a n d t s ch a f t ist teilweise geplündert wor- den. D:e Stadt selbst wurde vollkommen geplündert. Jetzt ist wieder verhältnismäßige Ruhe eingetreten. u Estenkinder wollen deutsche Schulen besuchen. die deutsche Schule im Ausland auch auf Nlchtdeutsche eine große kulturelle Anziehungs- °usubt einmal wegen der vorbildlichen deutschen Lehrmethoden, dann aber auch weaen des Deutschen als Weltverkehrs- Drache, ist besannt. Diese Vorzüge der deutschen Schule machen sich in der Welt als eine sebr ectoünfäte kulturelle Werbung geltend; in den gemischtsprachigen Gebieten pflegt die deutsche Schule ohne gewaltsame höhere Einwirkung, in Ostoberschlesien sogar trotz eines ausgesprochenen Schulterrors der Polen, eine starke AnziehunoS- kraft auszuüben. Auch in den baltischen Staaten haben sich die deutschen Schulen dank des erschütternden Opfersinnes der deutschen Bevölkerung wieder einen ehrenvollen Play zu sichern gewußt. Aus Fellin wird als ein Beispiel der Werbekraft der deutschen Schule Oie politischen Ziele -es Zentrums. Prälat Kaas zur Sagt. Dortmund, 17. Oft (WTB.) Der Vorsitzende der Deutschen Zentrumspartei, Professor Dr. Kaas, sprach in Dortmund über die auhen- und innenpolitische Lage. Das Charakteristische der gegenwärtigen Lage und einer ihrer bedrohlichsten Passivposten sei der Mangel einer innerlich ausgeglichenen, durch einen einheitlichen Willen zusammengeschweißten, koalitions- mäßig f e st gebundenen Regierung. Anbedingtes Erfordernis sei es, in Zukunft Sicherungen dafür zu schaffen, daß eine durch das Vertrauen des Parlaments bestätigte Regierung nicht durch jeden Stimmungsumschwung innerhalb der Regierungsparteien gehemmt werde, und daß ihr eine größere Anabhängigkeit gegenüber den unberechenbaren Zufälligkeiten des parlamentarischen Wetterwechsels garantiert werde. Dr. Kaas kündigte die Bereitwilligkeit des Zentrums zu planvollen Reformen im Innern an. Außenpolitisch wiederholte Dr. Kaas den bekannten Standpunkt des Zentrums, daß eine endgültige und verantwortliche Stellungnahme zum Poung-Plan und seinen Auswirkungen noch nicht in Frage kommen könne. Dr. Kaas beklagte das Schneckentempo der Verständigungsbereitschaft auf der Gegenseite. Die Liquidation des Krieges ist im Gange, aber noch nicht zu Ende. Die Form der Liquidation war niemals weniger gleichgültig, als im gegenwärtigen Augenblick. Ich denke da vor allem an d i e deutsche Saar. Es kann kein Zweifel darüber sein, daß Deutschland zu jedem Entgegenkommen bereit ist, das mit der Idee der bedingungslosen politischen Rückkehr und dem Gedanken der wirtschaftlichen Zusammengehörigkeit zwischen Saar und Gesamtdeutschland vereinbar ist. Wir verneinen nicht die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die sich aus der geographischen Nachbarschaft mit Frankreich ergeben, und wir sind bereit, diesen Notwendigkeiten inf Rahmen unseres nationalen Interesses und unserer nationalen Würde Rechnung zu tragen. Der sachliche Inhalt und das Tempo der Erledigung der Saarabmachungen wird von wesentlichem Einfluß auf die Weiterentwicklung der politischen Verhältnisse fein. Kaas bedauerte das Fehlen einer ihrer Verantwortung bewußten, bei aller sachlichen Schärfe die ungeschriebenen Gesetze ritterlichen Kampfes und die Gegebenheiten der Realpolitik respektierenden Opposition. Ganz anders würden sich die Dinge gestalten, wenn wir eine Rechtsopposition hätten die mit beiden Füßen auf dem Boden des republikanischen Staatswesens stünde und alle ihre Kräfte einsetzte gegen das unorganische Entwicklungstempo, wie es vielen sozialistischen Vertretern des republikanischen Gedankens vorschwebt. Ein Kreuzweg ist dieses Jahrzehnt gewesen, aber fein Irrweg. Der Aufstieg Deutschlands kann sich nicht in frontalem und aggressivem Kampf gegen die Willkürbestimmungen der Friedensverträge vollziehen, sondern nur in geduldiger moralischer Offensive und in stufenweiser Geltendmachung unserer wiedererstarkenden Kräfte für die Erringung eines ausgeglicheneren und gerechteren Friedenszustandes, als Versailles uns ihn beschert hat. ,,ElasZeppe>in"von-erZa>kaiifahttzmüügekehlt Am Donnerstag früh um 9.35 Ahr teilte der „Graf Zeppelin" über Namslau funken telegraphisch mit, daß er Kurs in Richtung Kreuzburg— Oppeln—Deuthen nehme. Am 10.10 Ahr war das Luftschiff über Oppeln. Am 10.35 Ahr überflog das Luftschiff Groß-Strelitz, um 11 Ahr Deuthen, um 11.15 Ahr ©leite iß. Nach Aeberfliegen von R a t i 6 o r hat „Graf Zeppelin" kurz nach 12 Ahr den Kurs geändert und ist in Richtung auf Oderberg — Wien weitergeslogen. Linz wurde mit Kurs donauaufwärts um 16.30 Ahr überflogen und abends um 18.30 Ahr zum zweitenmal München passiert. Obwohl Abendnebel über der Stadt lagen, zeichneten sich die Konturen des Luftriesen deutlich am Horizont ab. Das Surren und Brummen der Motoren, das das Luftschiff schon von weither ankünöigte, lockte auch diesmal zahlreiche Personen auf die Straßen. Das Lustschifs machte über der Stadt mehrere Schleifen uni) wurde wieder jubelnd begrüßt. Gegen 18.45 Ahr nahm das Luftschiff scharfen Kurs nach Südwest. Friedrichshafen wurde um 20.15 Ahr wieder erreicht. Das Luftschiff bot im Vollmond- fchein wieder einen phantastischen Anblick, zumal um diese Zeit noch gute Sicht vorhanden war. Trotz des immer stärker werdenden Bodennebels konnte um 21 Ahr die Landung glatt durchgeführt werden. Die Fahrgäste sind von der Reise sehr befriedigt, wenn auch hin und wieder die Sicht behindert war. Einen besonders nachhaltigen Eindruck auf die Passagiere hat die Begrüßung des „Graf Zeppelin" durch die Bevölkerung des oberschlesischen Industriegebiets gemacht. Enttäuschung in Breslau. 3n Breslau war die Enttäuschung groß, als es immer augenscheinlicher wurde, daß der „Graf Zeppelin" feine Absicht, auf dem Breslauer Flughafen zu landen und einen Passagierwechsel vorzunehmen, der schlechten Witterung wegen aufgeben muhte. Da die Erregung des Publikums einen Grad erreicht hatte, daß es schien, als wollte es das Flughafenkasino stürmen, wurde ein starkes Polizeiaufgebot eingesetzt, um den Platz vor dem Flughafen zu räumen. Gleichzeitig sandte der Polizeipräsident an den Zeppelin folgendes Funktelegramm: „Gebet Antwort, ob mit Landung des Schiffes in Breslau heute noch zu rechnen ist, da Publikum unruhig. Polizeipräsident." Kurz nach 1 Ahr ging die Antwort ein: „*21 ein. Befinden uns bereits auf Heimfahrt kurz vor Brünn." Auch unter denjenigen, die im Breslauer Flughafen stundenlang warteten, um mitzufliegen, herrschte eine sehr erregte Stimmung. An den Oberbürgermeister von Breslau funkte Dr.- Eckener: Keiner bedauert mehr als die Besatzung und ich, daß wir die Landung in Breslau und das ganze Don uns geplante schlesische Programm nicht durchführen können. Wir sehen unseren lebhaften Wunsch, in Schlesien unseren weltgefahrenen ..Graf Zeppelin" vorzuführen, wie auch unseren Beschluß und Versuch, nach der anstrengenden Balkanfahrt zu Ihnen zu kommen, zerstört. Es muh leider bei der teilweisen Ausführung unserer geplanten Visite bleiben. Nebel und tiefhä ngende Wolken spielen im Herbst eine Hauptrolle, namentlich in gebirgigen Gebieten, jetzt kommt es sehr schlecht von Nordwesten herein; wir müssen noch die gute Sicht benutzen, um auf südlichem Wege alsbald den heimischen Hafen zuzusteuern. Auf ein andermalI Ergebenen Gruß — Dr. Eckener. dem V. D. A. mitgeteilt, daß von Jahr zu Jahr die Zahl derjenigen Eltern estnischerNatio- nalität steigt, die, bisher allerdings meistenteils vergeblich, ihren Kindern den Besuch der deutschen Grund- oder Mittelschule zu ermöglichen versuchen. Das Städtische Schulamt stellt den Erlaubnisschein in der Regel nicht aus, da ja Voraussetzung für den Besuch einer deutschen Schule die Ausnahme der Eltern in das Nationalregister, also das Bekenntnis zur deutschen Nationalität ist. Das Felliner Schulamt gibt in einer Ortszeitung zu, daß der Andrang estnischer Kin- der zur deutschen Schule seinen Grund einmal in der Aeberlegenheit der deutschen Schule im allgemeinen hat, dann aber auch in dem Bestreben, die Kinder wenigstens eine Fremdsprache gründlich erlernen zu lassen. Das Schulamt stellt fest, daß in den estnischen Mittelschulen die Kinder häufig nicht einmal ihre eigene Muttersprache richtig schreiben lernen, geschweige denn, daß sie die Kenntnisse erwerben, die zu der im öffentlichen Leben Estlands geforderten Beherrschung dreier Sprachen nötig sind. Aus aller Welt. „l)o X“ fliegt mit voller Belegung. Das neue deutsche Riesenflugboot „Do X" wird am Freitag zum erstenmal mit voller Belegung auf- steigen und auch 15 0 Passagiere mit an Bord nehmen. Damit wird zum erstenmal das große deutsche Riesenflugboot seine volle Trag, fähig kett ausnutzen. Es soll ein längerer Flug über dem Bodensee durchaesührt werden. Die Konstruktionspläne der „Do X" sehen bekanntlich vor, daß 100 Passagiere, 15 Mann Besatzung samt allem Gepäck sowie Betriebsstoff für etwa 1000 Kilometer Flug mit an Bord genommen werden können. Mit der Belastung durch das Gewicht von 150 Passagieren dürfte ungefähr die Leistungsfähigkeit nach den Konstruktionsplänen voll ausgenutzt werden. Silbermünzen zur (Erinnerung an den Weltflug des Zeppelins. Der Reichsrat gab seins Zustimmung zu einer Vorlage, die die Ausprägung von Silbermünzen aus Anlaß Les ersten Weltfluges des Lust- schrffes „Graf Zeppelin" bezweckt. Es sollen drei QMnonen Mark Drei-Markstücke und zwei Mrlltonen Mark Fünf-Mark-Stücke als Ermnerungsmünzen auf allen deutschen Münz- statten geprägt werden. In der Begründung hecht es. day der erste Weltflug des Gras Zeppelin" em Ereignis von derart überragender Dedeutung d-L gere<6tfertiflt erfchcim. Tat durch dre Ausgabe einer Erirmerungs- mun^e auch für die Nachwe 11 festzuhalten. Die Schauseite wird die durch Langs- und Breitengrade veranschaulichten nördlichen und südlichen Teile der Weltkugel zeigen, in der freien Mittelfläche ist das Luftschiff dargestellt. Aeber ihm das Wort „Zeppelin", darunter das Wort „Weltflug". Der Leichensund in der höhle bei Uftrungen. Die Leiche des in der Diebeshöhle bei Uftrungen gefundenen Mannes konnte als die des etwa fünfzig Jahre alten Bäckermeisters Ludwig aus Windehausen bei Nordhausen identifiziert werden. Die genaue Todesursache wird erst durch die behördliche Untersuchung der Leiche festgestellt werden können. Zu der Bergung der Leiche waren zehn Mann er- forderlich, die mehrere Stunden mit Ketten und Hebebäumen zu arbeiten hatten. Die Anklage gegen Graf Christian zu Stolberg. Gegen Graf Christian zu Stolberg-Wernigerode ist von dem Erweiterten Schöffengericht Hirschberg Anklage wegen fahrlässigerTö- tung erhoben worden. Graf Stolberg steht bekanntlich im Verdacht, seinen Vater in dessen Wohnzimmer durch unvorsichtiges Handhaben des Jagdgewehrs erschossen zu haben. Graf Bernstorff in London schwer bestohlen. Der Vertreter Deutschlands bei den Seeabru- stungsverhandlunaen in Genf, Botschafter Graf Bernstorfs, der sich einige Tage in London aufhielt, ist das Opfer eines Diebstahls geworden. Graf Bernstorfs wollte vom Liverpoolstreet-Bahnhos nach Dänemark reisen und händigte fein Gepäck einem Träger aus, der es nicht unmittelbar in den Zug brachte, sondern zunächst beiseite legte. Kurz vor Abgang des Zuges wurde festgestellt, daß e i n kleiner Koffer fehlte, der persönliche Pa- piere, Juwelen und andere Gegenstände im Werte von rund 2000 Mark enthielt. Die Untersuchung war bisher ergebnislos. Sieben Tote bei einem Hotelbrand in U. 5. A. InSeattle wurde das Portland-Hotel durch Feuer zerstört. Aus dem niedergebrannten Hotel sind bisher sieben Personen als Leichen aeborgen worden. Mehrere Personen haben lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Das Hotel war ein Dacksteinbau. Es war innerhalb einer Stunde ein einziger Trümmerhaufen. Schweres Verkehrsunglück in Reval. In der Nähe des Risti-Bahnhofs der Eisenbahnlinie Reval—Hapsal wurde ein Omnibus beim Kreuzen eines Bahnüberganges von einem Güterzug erfaßt. Drei Personen wurden qe - tötet, eine schwer verletzt. Todesurteil gegen einen Vatermörder. Ota# zweitägiger Sitzung verurteilte das Schwurgerrcht Ravensburg den 25 Jahre alten ledigen Landwirtssohn Julius ZeN wegen erms Verbrechens des vollendeten mit Vorsatz und Aeberlegung ausgeführten Mordes zum Tode T und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Wegen einer Anterschla- gung erhielt er außerdem eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten. Der Angeklagte hatte seinen Vater, den 64 Jahre alten Gemeindepfleger Franz Zell, aus dem Hinterhalt mit einem M ili tärgew ehr erschossen und die Leiche im Hof verscharrt. Der Täter leugnete zwar hartnäckig den Mord ab und behauptete, sein Vater habe Selb st mord begangen, nachdem er zuerst erklärt hatte, fein Vater sei feit drei Wochen vermißt. Dann aber wollte et seinen Vater in Notwehr erschossen haben. Durch Indizienbeweis wurde er jedoch des vorsätzlichen und mit Aeberlegung ausgeführten Mordes überführt. Das neue mexikanische Strafrecht. Der neue Strafgesehentwurf, den Präsident Portes G i l auf Grund der ihm vom Kongreß verliehenen besonderen Machtbefugnisse verfaßt, sieht u. a. vor, daß der Vater das Recht hat, seine Tochter und ihren Verführer zu töten, wenn die Tochter sich freiwillig preisgegeben hat. Im Falle von Ehebruch darf der geschädigte Teil den anderen t'ö t e n, ohne bestraft zu werden. Das Strafgesetzbuch, das am 15. Dezember in Kraft tritt, schafft die Geschworenengerichte ab und erseht sie durch Gerichtshöfe, die aus Irrenärzten und anderen Sachverständigen bestehen. Tragischer Tod einer Greisin. Die 90jährige Lady Paget, Witwe des früheren englischen Botschafters, ist das Opfer eines tragischen Unglücksfalles aeworden. Ihre Kleider fingen, als sie vor dem Kamin saß, Feuer. Bevor sie die Klingel erreichen konnte, um Hilfe herbeizurufen, hatte sie bereits schwere Brandwunden erlitten, denen sie im Krankenhaus erlegen ist. Lady Paget war eine geborene Gräfin Walburga von Hohenthal, ihre Großonkel war der preußische Kriegsminister der Befreiungskriege, General Scharnhorst. Lady Paget war seinerzeit von der Königin Victoria nach Dänemark gesandt worden, um die Prinzessin Alexandra, die spätere Gemahlin Eduards VII., kennen zu lernen. Erst nachdem Lady Paget einen günstigen Bericht erstattet hatte, gab Königin Victoria ihre formelle Zustimmung zur H e i r a t des damaligen Prinzen von Wales, späteren Königs Eduards VII., mit der Prinzessin Alexandra. Der erste Berliner Wolkenkratzer ferliggestellk. In einer Rekordzeit von fünf Monaten ist soeben der erste Wolkenkratzer der Reichshauptstadt in der Potsdamer Straße fertig- gestellt worden. Das Gebäude ist nach einem amerikanischen Verfahren von Prof. Bruno Paul errichtet worden und gehört einem großen Konzern der Kaffeebranche. DaS Gebäude, das das städtebauliche Gesicht der Um* gegenö grundlegend verändert, erhebt sich in seinem mittleren Teil bis zu zwölf Stockwerken in einer Gesamthöhe von 43 Olle'em. Die Genehmigung für den T. 1929 7- at>d5. ©womtnios. onriter oeuecKt. ® woiKig ® otdtcKl «Ktgen »Sehnte a graupeln, s Hebet K Gewitter,® windstille. sehe «icnte' Ost y massiger Südsüdwest q stürmischer nordwesfc Oie Pfeift fliegen mit dem Winde. Die oeiden Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichem —' Meeresniveau umoerrthnelen Luftdruck 5 —= : X *50— 5^7 o i. Para s Wettervoraussage. .Der Einfluß der nördlichen Störung wird weiter keine Wirkung auf unsere Wetterlage ausüben. An ihrer Rückseite werden die vordringenden kalten Luftmassen wohl zu etwas veränderlichem Wetter führen. Dabei herrscht wechselnde Bewölkung, und es besteht die Neigung zu einzelnen Schauern, jedoch kommt es morgen bereits wieder zur Auflösung der Wolkendecke, so daß vorübergehende Atifheiterung eintritt. Die Temperaturen gehen zunächst tagsüber zurück. Wettervoraussage für Samstag: Kühler, wechselnd wolkig und vorübergehend aufheiternd, nur vereinzelt leichte Schauer. Witterungsaussichten für Sonntag: Teils wolkig, teils aufheiternd, kühl, meist trocken. Lufttemperaturen am 17. Oktober: mittags 14,2 Grad Celsius, abends 11 Grab; am 18. Oktober: morgens 10 Grad. Maximum 14,3 Grad, Minimum 9,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Oktober: abends 10,1 Grad Celsius; am 18. Okto- der: morgens 10,8 Grad Celsius. -webr "terN^r W 7er Täter s!, und 5 (l ab uni) ^te te&tirtt toutbe er?°Ä^ h°b^ ’tfe<1’la* ^Mührten ^! O w{ und etfeht S'\.lle De- Srrenäqk kJ"*> Jen. und anbeten Ä/'"kr Srdfm. F*f&äL Barnin sak Tlöir k°"nte, K »SB L^°d" >t m? (S: b. ?on.,9,n Bictotia ihre for- £*?eiy bes damaligen Paaren Königs Eduards VII exandra. U1' Dolkenkraher fetfiggqMl jt von fünf Monaten ist so, l enlraher der Aeichshau-t« eiMh s Gebäude ist nach einem W von Pros. Bruno cden und gehört einem gro« t Kasfeebranche. Das ädtebauliche Gesicht dec Um« verändert, »hebt sich in sei, bis zu zwölf Etockwerien in w 43 Me'.ern. Sie Genehmi, cnötigte zum Durchlaufen bet M ein vo'.leS Jahr, also das len Bauzeit. iner Sörfe. ML. Funkspruch.) 3m Heu- en fid} nach den wenigen ge- teilen fäarben zirka 188 e$!L 229 unb Sdjudert zirka 189) anifurtcr Slbenbnotierunaen wrchsehe« ju tonnen. Dir blieb aber weiter bestehen, te man London gegen Paris Blailanb 93,02, London gegen 8, London gegen Kabel zirka ihn zirka 20,40, Kabel gegen 0. Wetterlage. T M sudwesl6 5IÄkM» mirb oeiler 1 " Störung airo Bn lörhfiSetterto6e kalten inf%iMprörinrÄ®fttet b bald links, den Kopf über ihre Vordermänner hinweg, wechselten nervös ihre Fußstellung, zückten die Taschenuhr und suchten auf jede nur erdenkliche Weise ihre Unruhe und Eile zu bekunden. Aber die den Platz vor ihnen behaupteten, stellten sich dickfellig und taub. Sie hatten Zeit. Was lag ihnen daran, wenn andere ihren Zug versäumten?! Der aber zeigte sich rücksichtsvoller wie die Menschen und wartete, bis die letzten die Unterführungs- trcppe Heraufhetzenden in seinen Abteilen geborgen waren. Mit etlichen kurz aufeinanderfolgenden Rauchauswürfen stieß er dann aus der Halle hinaus und entschwand rasch in einer Kurve. Niemand auf dem Bahnsteig sah ihm noch. Er trug wohl nur Menschen davon, denen der Abschied eine alltägliche und darum überlebte Sache geworden war Auf einer unbesetzten Bank, an der ich vorüber- kam, ließ sich ein junges Paar nieder. Als sie ihre Koffer Dorjid) hinstellten, sah man, daß es mit einer Geste der Erleichterung geschah. Beide hatten schwer getragen. Ihre Blicke gingen starr geradeaus, durch Menschen und Dinge wie durch Glas. Mit einem nicht zu verleugnenden Ausdruck der Wehmut. Er sprach in langen hastigen Sähen. Sie setzte nur ab und zu einzelne Worte dazwischen, knappe Zustimmungen, wie es schien. Auch dabei sahen sie einander kaum an, um nicht mit ihren umflorten Augen einander das Herz noch schwerer zu machen. Es war die bevorstehende Trennung, die auf chnen lastete. Lille Beobachtungen ließen erkennen, daß der Mann reiste. Daß er eine große, längere Reise unternahm. Die schlanke, blonde Frau würde bald allein sein. Ihre schmalen ruhlosen Finger drückten sich einen Schlüssel, den sie mit einem weißen Tüchelchen in Händen hielt, ins zarte Fleisch. Sie hätte sich lächelnd verwunden mögen, um in einem äußeren Schmerz das Weh ihrer Seele zu ersticken. Nach einer Weile würde der Schlüssel ins Türschloß klirren, und die Leere der Wohnung sie überfallen wie eine Gefangene die Stille einer Zelle. Aufgeschreckt erhoben sich beide. Der D-Zug von- nerte ein. Knirschend und schrillend warfen sich die Bremsen auf die Räder. Türen schlugen auf und Menschen entquollen den Wagen. Zeitungen, warme Würstchen. Zigarren, Zigaretten, Bier boten vorüberflitzende Verkäufer den Weiterreisenden an, die teils mit, teils ohne Reisemütze breit in den heruntergelassenen Gangfenstern räkelten. Türen klappten zu. Zugführer und Schaffner mahnten zum Einstciaen. Die junge Frau half hastig ihrem Manne die Koffer auf die Plattform schaffen. Er schleppte sie weiter in den Hßagengantj und stürzte zurück. Zu spät! Die Tür war zu. Die Maschine hatte schon angezogen, lieber ein offenes Fenster griffen sich ihre Hände zu einem letzten innigen Druck. Sie lief einige Schritte mit. Dann stand sie allein und winkte mit matter Gebärde. Sie härte und sah nichts, als den weißen Punkt auf dem schwarzen Feld, die beide immer kleiner wurden. Den verwehenden Gruß ihres Mannes ... Ein elektrischer Gepäckwagen, dessen Führer auf der vordersten Kante stand und rief, mußte einen Bogen um sie rollen. Ein Bahnbeamter, der ihr den entfallenen Schlüssel aufgehoben hatte, mußte sie leise auf den Arm tippen. Da erst zuckte sie zusammen und sah, wo sie war. Errötend dankte sie dem Aufmerksamen und schritt die Unterführungstreppe hinab, so unsicher, als tappe sie ins Bodenlose. P. B. Vornotizerr. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Herzog Hansel" und „Der Befehl zur Ehe": auf der Bühne: Inge Rana, der berühmte Star der Moulin-Rouge und Falles Vergöre, Paris. — Astoria-Lichlfpiele: „Schmeling-Pao- lino Weltmeisterschaft" und „Zirkus Pat und Pata- chon". -- Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Samstag, 19. Oktober, findet (im Freitagabonnement) abends 8.15 Uhr die Uraufführung von Georg Kaisers „Hellseherei" statt. Die Spielleitung (Intendant Dr. P r a s ch) hat die Rollen folgendermaßen besetzt: Viktor: Hais, Vera: Mewes, Die Dame: Koch, Sneederhan: Arzdorf, Zofe: Doering. Bühnenbild: Löffler. Die Regie versucht dem Wort, der Eigenart des Kaiserschen Theaters, sowie dem modernen Tempo gerecht zu werden. — In Vorbereitung „Der arme Heinrich" von Gerhart Hauptmann. Erstaufführung: Mitt- woch, 23. Oktober. — Der Goethebund hat, wie man uns schreibt, zu feinem zweiten Vortragsabend am kommenden Montagabend Dr. Oskar Schürer aus Prag zu einem Lichtbildervortrag über Prag gewonnen. Der Redner wird den baulichen Entwicklungsgang dieser Stadt schildern. Ein interessanter Vortragsabend ist zu erwarten, der allseitigen Besuch verdient. (Siehe heutige Anzeige.) * ** Die Eröffnungs- unb Zehnj ähre s f e i e r be r Volkshochschule findet am Samstag, 26. Oktober, 20 Ufjr, in bet Neuen Aula statt. Außer dem Kctmmerorchestcr der Volkshochschule unb bem Gießener Singkreis wirkt eine Frankfurter 3ugendspielschar mit, die einen Epilog zu Leo Tolstois „Unb bas Licht scheinet in ber Finsternis": „Die Flucht zu Gott" von Stefan Zweig zur Aufführung bringt. Dr. Hans Werner, der frühere Leiter ber Dolks- Axhschule, wirb über die Anfänge brr Gießener Oer Aufmarsch zur Wahl. Oie deutschnationale Liste zum Provinzialtag. 1. Dr. Otto Lenz, Stud.-Rat, Gießen 2. Franz Kissel, Beigeordneter, Oberbademeister i. R., Bad-Nauheim 3. Georg Knecht, Landwirt und Altbürgermei- ster, Mittel-Gründau 4. Dr. Eduard Zehntgraf, Forstrat, Lauterbach 5. Christian Schlabach, Direktor der Oberhessi- schen Kornhausgenossenschaft Alsfeld 6. Adolf Noll, Fabrikant, Gießen 7. Carl Link, Lehrer i. R., Schotten 8. Karl Huber, Landwirt, Großen-Buseck 9. Dr. Adam Nuppel, Stud.-Rat, Friedberg 10. Theodor ©ernannt, Kaufmann, Heuchelheim 11. Karl Listberqer, Landwirt, Hopfmannsfeld 12. Adolf Schilling, Buchhalter, Hirzenhain 13. Georg Riedefel, Frh. zu Eisenbach, Gutsbesitzer, Landrat a. D. 14. Frau Antonie Bähr, geb. Ritzel, Tierarzt- Wwe., Gießen 15. Dr. Caspar Schmidt, Bürgermeister i. R., Butzbach 16. Karl Repp, Fabrikant, Grünberg 17. Zacharias Bloch, Zimmermeister, Landenhausen 18. Wilhelm Wetter, Kaufmann, Gießen. Provinzialtagslisten der Deutschen Dottspartei. Deullche Volkspartei im fireife Gießen: 1. Ludwig Reuenhagen, Präsident bes Landgerichts ber Provinz Obevhessen, Gießen. 2. Ludwig 3 b r i n g , Bäckermeister, Lich. 3. Karl R ö h r sen., Kaufmann, Gießen. 4. Heinrich Schmidt II., Drahtgeflechtfabrikant, ©rünberg. 5. Ernst Pfeiffer, Bauunternehmer, Gießen. 6. Hch. Leopold M o n n a r b, Dr., Obervet.-Rat, Kreisveterinärarzt für den Kreis Gießen, Gießen. Deutsche Volkspartei in den fireifen Friedberg und Bübingen: 1. Louis 3 outz, Kaufmann, Butzbach. 2. Ewald M o r h e n n, Fabrikbirektor, Hirzenhain. 3. Heinrich Etzel, Elektro-Installateurmeister, Bad-Rauheim. 4. Adolf Lupp, Maurermeister, Ridda. 5. Peter Dick le r, Gewerbelehrer. Friedberg. 6. Gg. P. 3alob Marburger, Weißbinder- meister, Vilbel. 7. Gustav Sprengel, Schlossermeister, Reichelsheim i. W. Deutsche Volkspartei in den fireifen Alsfeld, Lauterbach, Schotten: 1. Dr. Friedrich Riepoth, Bürgermeister, Schlitz. 2. Ludwig Rohrbach, Dorfihenber ber Ge- Werbevereine des Dezirksverbanbes Alsfeld unb Mitglied des Landesausschusse? für den Verband Hess. Handwerker und Gewerbetreibender, Alsfeld. 3. Friedrich Kopp, Schmiedemeistsr, Larckach. 4. W.lhelm Heiliger, Schlosserrnstr., Lauterbach. 5. Carl © u n t r u m , Oberamtsrichter, Homberg a. d. Ohm. 6. Theodor S c r i b a , Apotheker, Schotten. Die Deutsche Volkspartei zur Gießener Kreistagswahl. 1. Richard Schudt, Landgerichtsdirektor, Gießen. 2. Hermann Schelm, Zimmermeister, Lollar. 3. Ludwig Wagner/ Landwirt und Bürgermeister, Geilshausen. 4. Adolf Steller, Obersteuersekretär, Hungen. 5. Heinrich Schmidt II., Drahtgeflechtfabrikant, Grünberg. 6. Karl Wilhelm Poppe, Fabrikant, Gießen. 7. Ludwig I h r i n g , Bäckermeister, Lich. 8. Fräulein Marie Fischer, Telegraphenassistentin i. R., Gießen. 9. Dr. Christian Müller, Studienrat, Gießen. 10. Fritz Wenzel, Dreher i. 9t., Gießen. 11. Richard Appel, Oberreallehrer, Gießen. W ^Vorschläge der Mittelstands- Vereinigung (Wirtschastspartei). Für die Gießener fireistagswahl: 1. Adolf Schmidt Kaufmann, Gießen. 2. Jul. Don - Eiff, Jnstallationsmeister, Grünberg. 3. Heinrich Matheis, Stadtbauinspektor, Gießen. 4. Christian Fey, Bauunternehmer, Lich. 5. Rudolf Pfaff. Regierungsbaurat a. D., Architekt, Gießen. 6. Heinrich R e i n f ch m i d t, Generalagent, Gießen. 7. August Balzer, Weinhändler, Gießen. 8. Friedrich Warner, Wäschereibesitzer, Gießen. Für die Vrovinziallagswahl: 1. Dr. Willi Wämser, Rechtsanwalt, Gießen. 2. Georg Waldschmidt, Telegrapheninspektor, Bad-Nauheim. 3. Heinrich Weimer jun., Bauunternehmer, Gießen. 4. Jul. Von-Eiss, Jnstallationsmeister, Grün- berg. 5. Christian Fey, Bauunternehmer, Lich. 6. Dr. Hans van Bentheim, praktischer Arzt, Gießen. 7. Wilhelm Märker, Landwirt, Bad-Nauheim. 8. Adolf Kurz, Oberingenieur, Gießen. Eine weitere Grünberger Liste. bt. Grünberg, 17. Oft. Der W ahlv vr- schlag ber „Volksliste" zur Gerneinde- r a t s w a h l bringt folgende Ramen: 1. Wilhelm Schmidt, Angestellter: 2. Heinr. Schmidt IV., Steinhauer: 3. Heinrich Stock, Weber: 4. Philipp S ch o m b e r, EiseTchahn-Vorarbeiter a. D.; 5. Georg Klöh. Weißbinder: 6. Wilhelm Segen, Schneidmüller: 7. Otto Dörr, Packmeister: 8. Hermann Gehringer, Heizer. Von diesen Kandidaten gehört dem jetzigen Gemeinderat Herr Schomber an, während die beiden ersten Kandidaten bereits im vorhergehenden Gemeinderat mitwirkten. Volkshochschule und zu den ehemaligen Hörern sprechen. (Siehe heutuge Anzeige.) ** Grober Unfug. Der Wächter Reuter von der Rheinischen Wach- und Schlietzgesell- schaft ertappte dieser Tage einen jungen Mann, der in der Rächt gegen 2 Uhr am Marktplatz den Feuermelder eingeschlagen hatte und im Begriff war, die Feuerwache zu alarmieren. Der Wächter kam so rechtzeitig, daß die Alarmierung der Feuerwache noch verhindert werden konnte. Der Täter wurde der Polizei gemeldet und sieht seiner Bestrafung entgegen. •• Deutsche Volkspartei. Die am vergangenen Dienstag im Gasthaus „Hindenburg" tagende Gei eralversammlung der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Dolkspartei billigte einstimmig die vom Wahlausschuß vorgeleg.e Liste zur Stadtratswahl in Gießen. Nachdem Oberreallehrer Appel den Rechnungsbericht für das 3ahr 1928 erstattet hatte, wurde ihm Entlastung erteilt und wärmster Dank für seine mühevolle Arbeit ausgesprochen. Der Geschäftsbericht, erstattet von Provinzial-Geschäftssührer Dr. Weißer, zeigte, daß auch im vergangenen 3ahre die Organisation ber Deutschen Volkspartei in Oberhessen sich bewährt hat und an ihrem weiteren Ausbau unermüdlich weitergearbeitet wurde. •• Tanzgast spiel im Lichtspielhaus. Das im Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße gegenwärtig laufende Film-Doppelprogramm wird durch eine varietämätzige Attrattion aus der Bühne unterbrochen und wirkungsvoll bereichert. 3nge Rana, Revuestar von Moulin Rouge und Folies DergLre in Paris, gibt zur Zeit ein mehrtägiges Tanzgastspiel in Gießen. 3nge Rana, die u. a. in der vor kurzem viel besprochenen 3nszenierung der „Artisten" von Max Reinhardt mit großem Erfolge mittomte, zeigt in ihrem Programm zunächst einen „Sterbenden Strauß", der an berühmte Vorbilder der älteren Ballettschule ein wenig erinnert, dann einen modernen Excentrictanz: beide Darbietungen erweisen sich als eine interessante Verbindung von revuemäßigem Dühnentanz und einer oft erstaunlichen Parterreakrobatik: in diesem Programm findet 3nge Rana Gelegenheit zur wirkungsvollen Entfaltung sowohl ihrer aparten Mistinguette-Kostüme wie ihres tadellos ausge- bildeten und durchtrainierten Körpers: sie exekutiert hier u. a. mit scheinbar spielender Leicht g- keit Tanzpas und Salti, die zu den schwierigsten und anstrengendstes Aktionen auf der Dariete- bühne zu zählen sind, und die man in so sicherer Beherrschung zum mindesten von einer Frau sehr selten vorgeführt bekommen dürfte. Es ist anzunehmen, daß diese recht sehenswerte Gastspieleinlage ihre Anziehungskraft auf das Publikum nicht verfehlen wird. ** V. H. C. Bei einer Beteiligung von über 50 Personen stattete der V.H.C. Gießen am Sonntag gelegentlich feiner planmäßigen Oktober-Wanderung der goldenen Wetterau einen Besuch ab. Das Dampfroß brachte die Teilnehmer über Friedberg nach Assenheim, dem 2Iusc|angspunft der Wanderung. Don hier aus ging es über Wickstadt herrliche Waldwege entlang bis zur Stern bacher Kirche, einer an Alter und Vergangenheit ehrwürdigen Wallfahrtskirche, die außerordentlich idyllisch mitten im Walde gelegen ist. In einem ausführlich gehaltenen Dortrage, dem der Aufsatz in Nr. 37/1928 .Heimat im Bild (der Beilage des „Gießener Anzeigers") über die Sternbacher Kirche zu Grunde lag, brachte ber Dorfitzende die geschichtliche Entwicklung und die Sehenswürdigkeiten der Wallfahrtskirche zu Gehör. Nach einer längeren Frühstückspause, die dank des prächtigen Herbsttages — es herrschte wieder einmal das bereits sprichwörtlich gewordene schöne D.H.C.-Wetter — im Freien gehalten werden konnte, wurde die Wanderung auf schönen Waldpfaden fortgesetzt, vorbei an der abseits vom Wege stehenden Hesseneiche, über deren Geschichte leider kein Führer Aufschluß gibt, nach dem ehemaligen Kloster Engelthal. Hier galt es die ebenfalls sehr alte Klosterkirche zu besichtigen. Unter der Führung des sich in dankenswerter Weife bereitwilligst zur Verfügung stellenden Pfarrers konnten viele kostbare Schätze der Kirche in Augenschein genommen werden. Bei Sonnenschein wurde dann noch ein Ruhestündchen im Freien gehalten, und weiter ging es hierauf dem Endziele der Wanderung, dem Ausgangspunkte Assenheim, zu, wo die Schlußraft mit ber einzigen Einkehr bes Tages gehalten würbe. Mit Gesang wurde noch der "kurze Weg zur Bahnstation Bruchenbrücken zurückgelegt, von wo aus die Heimfahrt erfolgte. Erweitertes Schöffengericht. • Gießen. 17. Olt. 3n der Strafsache gegen den Bankier L. von Butzbach und drei Mitangeklagte wegen Konkursverbrechcns und Verbrechens gegen das Depotgeseh wurde heute in der Vernehmung der Zeugen fortgefahren, meistens Zeugen, mit denen L. in den letzten Monaten vor der Konkurseröffnung wegen Geldbeschaffung Verhandlungen geführt hatte. Aus der Aussage des Konkursverwalters ergab sich, daß zur Zeit die Konkursmasse 18 000 Mk. beträgt, welcher Forderungen in Höhe von 221000 Mk. gegenüberstehen. Darauf erstatteten die Bücher- sachverständigen ihr Gutachten, das sie dahin zusammenfatzten, bah im 3ahre 1927 die Bücher zum Teil unrichtig geführt waren und auch die BÄanz für 1927 falsch auf gestellt war. Rach ihrer eingehend begründeten Ansicht war L. bereits im Oktober bzw. Rovember 1927 zahlungsunfähig und sich auch dessen bewuht. Darauf wurde dem Staatsanwalt zur Begründung der Anklage bas Wort erteilt. Nachdem er sich mit ber Person bes Hauptangeklagten L. näher befaßt hatte, untersuchte er die Ursachen unb Folgen des Zusammenbruchs des Bankhauses L. Er wies nach, daß L. zweifellos übermäßigen Aufwand getrieben habe, unb zeigte an Hand des Zahlenmate- rials, wie L. in demselben Maße, in dem sich feine finanziellen Verhältnisse verschlechterten, seine Entnahme aus dem Geschäft erhöhte. L. habe nur bes- halb die Bücher unrichtig geführt unb die Bilanz für 1927 falsch ausgestellt, um seine schlechte Jinan- zielte Lage zu verschleiern, was nur geschehen sei in der Absicht, seine Gläubiger zu benachteiligen. Im übrigen habe L. als Gerneinschuldner im Bewußt- fein feiner Zahlungsunfähigkeit bas Wertpapieren- bepot „B" feiner Kundschaft unterschlagen, wobei ihm fein Prokurist H. unb ber Angestellte W. durch Rat bzw. Tat wissentlich Beihilfe geleistet hätten. Mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit feines Tuns beantragte er gegen L. eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren, gegen H. eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten unb gegen W. eine Gefängnis- Koon 3 Monaten. Bezüglich ber der Hehlerei klagten stellte er die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Der Verteidiger des Angeklagten L. bestritt, datz L. gegen die strafrechtlichen Bestimmungen der Konkursordnung verstohen habe. Er gab die Möglichkeit zu, daß objektiv eine Zahlungsunfähigkeit des L. vorhanden gewesen sein mag, stellte aber entschieden in Abrede, datz L. sich bei Verpfändung der Wertpapiere dessen bewußt war, so datz nur eine Bestrafung des L. wegen ungetreuer Depotverfügung in Frage komme. Der Verteidiger des Angeklagten H. bestritt Überhaupt die Zahlungsunfähigkeit des L., jedenfalls habe sie H. nicht gekannt. 3m übrigen liege keine älnterschlagung vor, weil L. bei Verpfändung der Papiere gar nicht den Eigentumserwerbswillen gehabt habe. H. könne nur wegen Beihilfe zu der ungetreuen Depotverfügung bestraft werden. Der Verteidiger des Angeklagten W. beantragte dessen Freisprechung, weil die Tättgkeit des W. erst in die Zeit nach Vollendung der Tat des L. falle. Der Verteidiger des der Hehlerei Angeklagten beantragte Freisprechung, weil weder rechtlich noch tatsächlich eine Hehlerei vorliege. Rach geheimer Beratung verkündete das Gericht das Urteil. L. wurde wegen Verbrechens gegen das Depotgeseh in Tateinheit mit einem Konkursvergehen unter Zubilligung mildernder Umstände zu drei 3ahren Gefängnis verurteilt. Wegen Beihilfe zu dem Verbrechen gegen das Depotgeseh wurde H. zu zwei 3 ähren Gefängnis und W. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Den Angeklagten L. und H. wurde die erlittene UntersuchungZhast in vollem Umfang aus die Strafe ungerechnet. Wegen Hehlerei erfolgte mangels ausreichenden Beweises Freisprechung. \\\wxxx ch 1 Das Wohl Ihres Kindes geht Ihnen gewiß über alles! 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Wie finden im W Ueberlandpolit europäisch-asial Kultursyncheses Man sieht s nende Probien richte von Qhu Dedeutel es RasseangeW ben Drachen, schreibt: .Der gegen Deutsch am hervorrrn Westens unt Gegensatz y. uns nichts i beiden Leiter »mittlere" beiden Kultur, bin otogen? < großen Säume Berge aus Et des bedingten schen und liebt heil des Geist« eint und vcrn futses, nur d was uns schai türliche gigai Asien sind i sich unsere ne das Tun Pet des Fensters n .Die aber fi nierten Wahlx lcher 3ourna[: Darauf genaue Von Dor rund fü steinreiche, hoch ^aler war ein ivesen, der abc T man möchte Emes enormen berühmten Da iQtoägcrt tourö A Labou Sauton a Da es« rauenswürdig Ugen Sendung V« UemsrisL Achluh des y er es sj ihn in tci -pMieren'- . "Wenn In Be ßaboud m l rum Kc machen." d-d tag*«* S"tur ör®« sich- 'Snen D Ä^unc PL ..Das hnon h nö?tt NT6»« tz, - sr=* Mil hui w eil- W ixt ein », ütta «5* leteit01 nolvb- iiM r Ni»i' b. oller erSetl- jegeben. m-Ctfi-' können ,Muna Oneri. r. 14061 in den leifltr. 18 *ss Mklk fl®__ IW Sanivtng, 1£ft» S llbt ountil HC6H2 Suibonl. , «amstag, den 1«. Cfiobcr ^^Ubrnb isitilD NeWveMs, Ächtung! Komme LamSiag, den 19. Cliober, mit fatal au! den Marli. 6i3D Lang! Roienviianretl. 224er LamSiag. 19. Lkt, Nr. 2^5 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhesien)Hreitag, 18. Oktober 1929 sei ^Deutschlands in der Welt wiederherzustellen, dem deutschen Volke die Kriegslasten zu erleichtern und die besetzten Gebiete wieder zu befreien. In seiner sechsjährigen Ministertätigkeit habe er das Menschenmögliche erreicht, leider sei es ihm nicht vergönnt gewesen, die Krönung seines Werkes zu erleben, wenn der letzte fremde Soldat das deutsche Gebiet verlasse. Sein Streben sei längst über seine Partei hinausgewachsen, sein Bemühen und seine Liebe galten dem deutschen Volke und Staate, für die er seine Gesundheit und sein Leben geopfert habe. Für die Beamten habe Dr. Strelemann aber noch eine besondere Bedeu- „®in Mann, ein Wort!" sagte Peter Labou- chere, schrieb an Hope, daß ihm Daring seine Tochter zugesagt habe. Als dann Hopes Antwort mit Bestätigung als Kompagnon einging, eilte Peter Labouchere zu Daring und holte sich die Hand der Tochter. Labouchöres einziger Sohn wurde im Jahre 1859 unter dem Titel Daron Taunton geadelt und ins Oberhaus berufen. Auch er heiratete eine Daring, die Tochter des Bruders seiner Mutter. Rückeroberung des russischen Ansehens und damit der weihen Rasse in der Rordmandschurei ..kraft der von der russischen Mi sion überzeugten kulturellen Ueberlegcnheit" läht sich aber mit Emissären in Kanton nicht erreichen, um so weniger, als dem Chinesen Rußland heute noch als ein Hindernis seiner Verbindung mit Deutschland erscheint, Und doch käme es in der großen Linie der Politik darauf hinaus, daß Rußland sich als der einzige unmittelbar angrenzende Repräsentant Europas in Rordostasien fühlt und in schiedlicher Abgrenzung mit den Ehinesen als der gelben Vormacht den transkontinentalen Mittler zwischen den Kulturkreisen des Fernen Ostens und Europas spielt, wie Deutschland zum Mittler zwischen den Kulturen Ost- und Westeuropas berufen ist. Von China nach Mitteleuropa wäre eine einheitliche Front über den gewaltigen Länderkomplex: Deutschland hätte das Gesicht nach dem Westen, Rußland das Gesicht nach dem Osten, beide nicht zur Abwehr, sondern zur Verbindung. Der Ferne Osten ist weit und bietet genug Raum für die gelbe Rasse, auch wenn sie sich weiter stark vermehrt. Lind Asien kann dann sicher sein, daß die nördliche Landverbindung es verhindert, daß rein kolonial und händlerisch eingestellte Völker der westlichen Auffassung» Welt eine europäische Hegemonialstcllung am Stillen Ozean etablieren, die sich mit unserem Jahrhundert nicht mehr verträgt. Letzten Endes würden auch diese Westmächte im Lause der Jahrhunderte die Früchte der so freundschaftlich auf sicherem Fundament gegründeten Zusammenarbeit über dem Kontinent ernten. Damit ist das Ziel der kulturschöpferischen Synthese im Sinne des deutsch-russisch-chine- siischen Lleberland-Zusammenschlusses im Rahmen gemeinsamer geopolitischer Bindungen freilich nur ganz allgemein umrissen. Aber es wird trotz seiner großen zeitlichen Entfernung um so eher erreichbar sein, je schärfer diese Bindungen herausgearbeitet, erkannt und in der praktischen Politik angewandt werden. Als Mitglied einer wissenschaftlichen Expedition vermeidet Melzer es verständlicherweife, das ganze Thema in seiner staats-, kultur- und rassepolitischen Konsequenz zu Ende zu führen, obwohl seine Ruhanwendung vonnöten Ware. Trotzdem ist jetzt auch der Deutsche Anders scheinen die Verhältnisse beim Q ue ck- silbe r zu liegen. Es dürfte vielleicht nicht ausgeschlossen sein, daß einmal eine Zeit kommt, wo man unter Dampf nicht mehr allein Wasser- l ampf, sondern auch Quecksilberdampf versteh t. Das Quecksilber gehört nicht gerade zu den leicht siedenden Flüssigkeiten. Es siedet sogar bei viel höherer Temperatur als das Wasser, nämlich bei 357 Grad. Cs hat aber eine Eigenschaft, die sehr wertvoll ist. Seine Verdampfung setzt bereits bei 40 Grad ein. Dieser Umstand hat dazu geführt, daß man auch mit Quecksilber Versuche machte, für die gleichfalls der Gedanke maßgebend war, durch Dampferzeugung bei niedriger Temperatur an Brennstoff z u sparen. Diese Versuche haben aber eine ganz merkwürdige Richtung genommen, die weit über das hinausführte, was man ursprünglich beabsichtigte. Wohin der Weg geht, erkennt man am besten, wenn man erfährt, daß gegenwärtig bereits das erste Quecksilberdampf-Kraftwerk in Betrieb geletzt wurde, das in ständiger Arbeit ununterbrochen einen elektrischen Strom von 15 000 Pferdekräften lie ert. Der Schöpfer dieses Kraftwerkes ist der Ingenieur Emmet, der es zusammen mit einer der größten amerikanischen Clektrizitatsgesellschaften erbaute. Das Werk selbst befindet sich in Hartford im Staate Connecticut. In bezug auf seine Einrichtung gleicht dieses Elektrizitätswerk den gewöhnlichen mit Wasserdampf betriebenen. Sein hauptsächlichster Bestandteil ist, abgesehen vom Stromerzeuger, eine Tur- bine, die geräuschlos läuft. Steht man daneben und legt man das Ohr an ihr Gehäuse, so ist es unmöglich zu erkennen, ob sie in Betrieb ift oder ob sie stillsteht. Gegen ihre Schaufelräder strömt anstatt gewöhnlichen Wasserdampses der Dampf des Quecksilbers, bei dem es sich ebenfalls um einen hoch erhitzten und hoch gespannten Dampf handelt. Seine Temperatur beläuft sich auf ungefähr 470 Grad. Das ist also viel mehr, als beim aufs höchste Maß gespannten Wasserdampf. In dieser hohen Temperatur liegt der Vorteil des Verfahrens. Der Wasserdamps kühlt sich rascher ab als der Quecksilberdampf. Er kann deshalb nicht bis zu dem Grade ausgenuht werden wie dieser. Der Quecksilberdampf strömt, nachdem er einmal durch die Turbine gegangen ist, immer und immer wieder durch sie hindurch, und es dauert lange, bis er soweit abgekühlt ist, daß er wieder erhitzt werden muß. Aber ehe dies geschieht, gibt er einen Teil seiner Hitze noch an Wasser ab, das er in Dampf verwandelt. Wit dem so erzeugten Wasserdampf wird eine Gestern abend fand im Saale des Safe Leib eine öffentliche B e a m t e n v e r f a m m- lang statt, zu der das Ortskartell Gießen des Deutschen Dramtenbundes eingeladen halle. Der Besuch der Versammlung war außerordentlich stark, ihr Verlauf und sachlicher Gehalt sehr eindrucksvoll. Der erste Vorsitzende des Ortskartells Gießen, Reichsbahnobersekretär Althaus, leitete die Kundgebung mit einem warmen Nachruf für den verewigten Reichsautzenministcr Dr. Slrcfeinann 2luch wer die mandschurischen Kriegsberichte nur flüchtig liest, erkennt den russisch-chinesischen Konflikt als den Ausdruck des Dauerkampfes zweier Staaten, zweier Völker, ja zweier Erdteile und Rassen. Es ist eben so, daß auch eine gerissene interkontinentale Sowjetideologie trotz ihrer „genialen" Rationalitätenpolitik noch nicht den großen eurasischen Ausgleich zu verwirklichen gewußt hat, obwohl er einer ihrer vornehmsten Programmpunkte ist, wie das bei einem letztlich doch national-bolschewistischen Regime nur verständlich sein kann. Den richtigen Weg zu diesem Ausgleich lassen, darüber besteht kein Zweifel, nur kulturpolitische Ziele einschlagen, also nicht etwa staa.s-, Volks- oder gar parteipolitische allein, sondern darüber hinaus vielmehr ihre kulturschöpserische Synthese im Sinne des Lleberland-Zusammenschlusses einer „wieder gesundenden deutschen, russischen und vstasiatischen Lebensform, der sie alle aus der .Zwangsjacke' herausführt" (Pros. Haushofer, 1924). Das erkennt man sowohl in China als auch in Rußland und Deutschland, denen der Weltkrieg im besonderen ihre gemeinsamen geopolitischen Bindungen offenbart hat. Aber gerade darum wollen auch alle seine Aus- und Rachwirkungen unter diesem Gesichtswinkel beurteilt werden. Zwar kann die geopolitische Betrachtungsweise, die den Menschen aus seiner Umgebung erklärt, gewiß „nur etwa ein Viertel der Fragen menschlicher Entwicklung aus erd- bestimmten Ursachen ableiten", wie es der oben genannte Gelehrte einmal betont hat. Jedoch eben diese Betrachtungsweise führt auch wiederum mit besonderem Zwang zur kulturdhilosophi- schen Bewertung der „anderen drei Viertel, die aus dem Menschen und seiner Rasse, seinem sittlichen Willen und dem bewußten, zwingenden Gegensatz zu seiner Umwelt erklärt werden müssen". Wie anders sollte man denn zurechtfinden im Wirrwarr der Fragen: eurasische Ueberlandpolitik oder gelb-weißer Rassekrieg, europäisch-asiatischer Kulturbrei oder eurasische Kultursynthese? . Man sieht sich sofort mitten in dieses brennende Problem hineingestellt, liest man die Berichte von Augenzeugen seines Alltagsprozesses, bedeutet cs nicht schon ein Erliegen weißer Rasseangehöriger in den Umarmungen des gelben Drachen, wenn ein europamüder Russe schreibt: „Der Weltkrieg war für uns ein Krieg gegen Deutschland, das die europäische Arroganz am hervorragendsten vertrat. Die Kulturen des Westens und Ostens stehen in einem gewissen Gegensatz zueinander. Im realen Leben bleibt uns nichts anderes übrig, als uns einer der beiden Seiten anzuschließcn. Wir dürfen keine .mittlere" Linie suchen. Zu welchem der beiden Kulturherde fühlen wir uns aber lebendig hinqezogen? Zum asiatischen! Rur dort, in den großen Räumen der Wüsten und Steppen, der Berge aus Edelgestein und der Wunderstadte, des bedingten und gemessenen Seins, der Praktischen und liebreichen Weisheit, wo die Gespanntheit des Geistes sich im buddhistischen Flug vereint und vermählt mit dem Praktizismus Kon- futses, nur dort erfaßt uns der Atem dessen, was uns schon immer gefangennahm — der natürliche gigantische Reichtum des Lebens. In Asien sind wir zuhause. Hin'e m Ural wird sich unsere neue grandiose Zivilisa.ion entfallen, das Tun Peters des Großen bc: der „Oeffnung des Fensters nach Europa" zehnfach übertretend . Wie aber sicht die Alltagspraxis dieser resignierten Wahlverwandtschaft aus? Run, ein deutscher Journalist, Frithjof Melzer gibt uns darauf genaue Antwort und. darüber hinaus, Statt Wasserdamps: Quecksilber. Don Dr. Franz Kittler. Wenn wir von einem „Zeitalter des Dampfes" sprechen, so war darunter bisher stets der Wasserdampf gemeint. Der Dampf des Wassers Hal unsere Maschinen in Bewegung gesetzt, er hat unsere Schiffe über den Ozean ge.ührt, hat unseren Lokomotiven ihre Geschwindigkeit verliehen. Mit verhältnismäßig niedrigem Druck dieses Dampfes hat man angefangen Später hat man Liesen Druck mehr und mehr gesteigert. Jetzt ist man schon dabei, den höchsten für Wasserdampf möglichem Druck, nämlich den Druck von 224 Atmosphären anzustreben. Dabei müssen auch sehr hohe Dampftemperaturen in Anwendung kommen. Temperaturen von 3 7 4 Grad. Die Erreichung dieses höchsten Druckes wird die Dampfmaschine befähigen, bei verhältnismäßig geringem Aufwand an Brennstoff ganz außerordentliche Leistungen zu vollbringen. Das Streben nach einem Ziel wirkt anregend, wirkt in vielseitiger Weise schöpferisch. Während man sich auf der einen Seite mit der Frage des „Höchstdruckdampses" abquälte, während man nach Stoffen suchte, die sich den genannten Temperaturen und Drucken gegenüber als widerstandsfähig erwiesen, hat man sich auf der anderen Seite die Frage vorgelegt, ob es denn durchaus immer Wasserdampf sein müsse. Es gibt ja noch andere Flüssigkeiten genug, die sich leicht in Dampf umwandeln lassen und die dem Wasser gegenüber vor allem den Vorzug besitzen, daß sie bei viel niedrigerer Temperatur sieden. Versuche der verschiedensten Art wurden angestellt. Aus allen möglichen leicht siedenden Flüssigkeiteni also aus Aether. Benzin, Benzol und noch eine Reihe weiterer wurde Dampf erzeugt. Es entstanden die Aethcrdampfmaschinen und Aehnliches. Greifbare Ergebnisse haben diese Versuche bis jetzt noch nicht gezeigt. ein. Das Streben dieses großen Deutschen . immer davon beseelt gewesen, das Ansehen Gelb-weißer Raffekrieg oder eurasische Kultursynthese? Von Georg 6>. Löbsack. Neuaufbau des Zerussbeamlentulns. Oer hessische Beamtensührer Or. Maß spricht in Gießen über neuzeitlichen Dienst der Beamten am Volk. Aufstieg. Von Karl Alexander Pruß. Dor rund fünfzig Jahren starb in Londonder steinreiche, hochangesehene Lord Taunton. Dessen Baler war ein ganz, ganz armer Schlucker ge- wesen der aber durch einen wahren Geniestreich — man möchte fast sagen über Rächt — Besitzer eines enormen Vermögens und mit dem weltberühmten Bankhause Daring Brothers verschwägert wurde. . _ , . _ Peter Labouchöre — so hieß ber Baier des Lord Sauton — war junger Angestellter bei der Firma Daring. Damals verkehrten die Angestellten noch im Hause des Chefs, und da Peter Labouchere nicht nur tüchtig, sondern auch vertrauenswürdig war. wurde er öfters mit wichtigen Sendungen beauftragt, die eigentlich Jonit nur dem ergrauten Bureauchef anvertraut wurden. , . Ein derartiger Auftrag führte ihn einmal nach Amsterdam zu dem Bankier Hope, der Gefallen an dem frischen, jungen Mann fand und ihm nach Abschluß des Geschäftes die Versicherung gab, daß er es sich als Vergnügen rechnen wurde, ibn in seiner Laufbahn nach Kräften zu "^Äenm "Ihnen dies ernst ist." bemerkte der junge Labouchere darauf, „dann bitte ich Sie. mich zum Kompagnon in Ihrem Geschäft zu m Set"alte Hope war über diese Unverschämtheit verdutzt und hielt es für seine Pflicht, den jungen Md«, „„»«nn ich der Schwiegersohn von Daring wäre? „Schwiegersohn von Daring? Das viurde freilich die Sache ändern! Als solcher sind Sie in meinem Geschäft natürlich herzlich willkommen. „Ein Mann, ein Wort!" sagte Peter 2a- bouchere und reiste nach England zurück. Einige Lage darauf überraschte er seinen Ches, indem er um die Hand dessen einziger rochier anhielt: er liebe sie und schmeichle sich mit der Hoffnung, ihre Zuneigung gewinnen zu können. „Junger Mann," sagte der alte Daring stolz zu dem kühnen Dewerber, „ich achte Ihre geschäftliche Begabung — aber Sie sind verrückt. „Würden Sie," entgegnete Labouch>.re unerschütterlich, „mir auch dann die Hand Ihrer Tochter verweigern, wenn ich Teilhaber Der Firma Hope u. Cie. in Amsterdam Ware? „Das ändert allerdings die Sache, vis Kimi- pagnon von Hope, junger Mann, würde ich Sie von Herzen als Schwiegersohn begrüßen. tung gehabt. Er fei nicht nur der Leiter der deutsck^n Außenpolitik gewesen, sondern er habe auch regen Anteil an den inneren Geschehnissen des deutschen Vaterlandes genommen. Den Vertretern der Deamtenorganisationen habe er stets ein williges Ohr geliehen, er sei ihren Wünschen entgegengekommen und habe immer betont, daß er das Berussbeamtentum als eine Staats Notwendigkeit ansehe. Als der Deutsche Deamtenbund am 4. Dezember 1928 fein zehnjähriges Bestehen feierte, habe Strefemann in dem Bundesorgan prächtige Worte über die Bedeutung des Derussbeamtentums geschrieben und sich dabei nachdrücklich für die Erhaltung des Berufsbeamtentums ausgesprochen. Rur seinem starken Einfluß dürfte es zu danken sein, daß die Beamten bei den verschiedenen Verwaltungen nicht noch größere Abstriche als bisher geschehen erlebt hätten. Die Derussbeamten hätten berechtigten Anlaß, dieses großen Mannes dankbar zu gedenken und sein Andenken zu ehren. Die Versammlung hörte diesen Rachruf von den ersten Worten ab stehend an und ehrte dadurch den allzu früh verstorbenen Staatsmann. Bei der Heberlcitung zu dem Hauptpunkt des Abends verwies der Vorsitzende auf die vielfachen Angriffe gegen die Beamtenschaft. Gegenüber diesen Vorwürsen betonte er, die Beamtenschaft auch Einblick in die großen politischen Fragen, die im Interesse eines „eurasischen Ausgleichs" und im einzelnen der weihen Rasse so oder anders zur Lösung drängen*. Die Russen haben es zur gegebenen Zeit verabsäumt, die Rordmandschurei, wo ihnen die Chinesische Ostbahn doch die Vorherrschaft sicherte, zu kolonisieren, im Gegensatz zu den Chinesen, die sich hier feit Jahrzehnten systematisch ansiedeln. Heute ist die russische Stellung um so hoffnungsloser, als die „roten“ Russen macht- politisch interessiert, also unversöhnliche Gegner sind, und als die „Weißen" im politischen und rassiscl en Opportunismus ver'umdsen oder bloßen chinesischen Kulturdünger darstcllen. Je näher man vom Süden her zum Amur kommt, um so öfter trifft man mit Chinesen verheiratete Russinnen. „Die chinesischen Ehemänner sind stolz daraus. Sie haben eine Weiße zur Frau! Sie wissen die andere Rasse zu schätzen. Sie freuen sich an der Arbeitskraft, die sie an einer Chinesin nicht haben würden, und sie loben die Sauberkeit, die ihre Häuser vor den andern auszeichnet. Dabei sind die Russinnen noch billiger als Chinesinnen! Meist kosten sie gar nichts, weil die Russin froh ist, wenn sie durch die Heirat mit einem Chinesen von der Landstraße, Hunger und Elend, aus dem ekligen Freudenhaus erlöst wird. Die Russinnen haben, im Gegensatz zu ihren Männern, gar kein Gefühl für den Rasseuntcrschicd." Aus ihre Kinder haben sie nicht den geringsten Einfluß. Fragt man sie, ob sie Russen sind, so sind sie beleidigt. Sie lernen nur chinesisch, weil die Mütter mit ihnen kein russisches Wort sprechen dürfen und selbst „fast wie Gefangene" gehalten werden. „Mutter und Kind können sich also nicht einmal unterhalten und sich nur durch Gebärden oder unter Vermittlung des Mannes verständigen", weil die Frau nicht chinesisch spricht, der Mann aber einige russische Bruchstücke beherrscht „für die wichtigsten Erklärungen". Die Mutter führt das Leben eines „vielleicht hochgeschätzten Haustieres, aber eben doch nicht das menschenwürdige Dasein, das auch für die Chinesin selbstverständlich ist. Sie ist — kraß und nüchtern gesprochen — eine Maschine zur Befriedigung der Begierden des chinesischen Mannes und zum Gebären von Kindern, hat dabei noch die angenehme Eigenschaft, eine Dienerin zu ersehen, die sonst die chinesische Frau beansprucht: und sie ist zufrieden, still und glücklich. Weih sie Überhaupt, was Glück ist??" Aber eine Chinesin heiratet feinen Russen, und „es würde ja auch für den Russen keine positive Blutmischung dabei herauskommen." , , Des staatlichen Rückhaltes seines früher nur künstlich geschürten Rationalbewußtseins beraubt, geht das Russentum in Ostafien im Asiatismus, in de r gelben Rasse auf, in der das Rationalbewußtscin zum revolutionären Reformelement geworden ist. Beschleunigt wird dieser Prozeß der Rassemischung durch die Rückzug- stellung der russischen Staatsmacht. Ihre Chancen sind unwiederbringlich vorbei. Jetzt steht nur noch der augenblickliche Besitz in Frage. Die * Wir folgen hier mit besonderer Erlaubnis Dem soeben erscheinenden Reisebuch Melzers Malaria, Gold, Opium" (Verlag E. Haberland, Leipzig), das als erster völkerkundlicher Bericht ber deutschen Hcilungkiang-Expedition unter Führung Walter Stöhners und unter Mitwirkung Melzers im Sommer 1928 aufzufassen ist. Es ist ein äußerst stimmungsvolles Expeditionsbuch mit einer überwältigenden geopolitischen „eurasischen" Quintessenz. _________________ Hochschulnackrichten. In der philosophischen Fakultät der Universität Marburg ist der Privatdozent für Dau- sorschung Dr.°2ng., Dr. ph.L Friedrich W ach ts - muth zum nichtbeamtctcn außerordentlichen Professor ernannt worden. Wachtsmuths Sonder- gcbiet ist Backsteinbaukunst. 1915 promovierte Wachtsmuth in Berlin zum Dr.-Jng., setzte dann seine Siu Ken der mittelalterlichen und neueren Kunstgeschichte in Marburg fort und erwarb dort den Dr. phil. 2m Sommer 1923 erwirkte er seine Zulassung als Privatdozent für Baugeschichte und Kunstwissenschaft an der Technischen Hochschule in Darmstadt, von wo er später nach Marburg übersiedelte. — Der durch die Emeritierung von Professor M. Apfselstaedt in der medizinischen Fakultät der Universität Mün st e r erledigte Lehrstuhl der Zahnheilkunde ist dem Privatdozenten ebenda, Vorsteher der konservierenden Abteilung und Leiter der Abteilungs- schulzahnklinik am dortigen Zahnärztlichen Institut Dr. med. dent. Rudolf Müller an geboten worden. in der Lage, sich die Antwort auf die Frage Sprech tzulegcn: Rassekrieg vier Kultursynthese? Di» kulturpolltischc Seite mit ihren volkskundiichen Dest and teilen dieses Problems ist ja der Haup^ inhall des neuen Rcllebuches. „Wir, auch noch unsere Kinder, vielleicht sogar unsere Kindeskinder," saßt Melzer seine Eindrücke einmal zusammen," werden die Wucht der Entscheidungen im Rorden des europäischen Kontinents nicht am eigenen Leibe spüren. Aber sollten wir nicht gerade das Denken in Jahrhunderten von den Chinesen lernen können, wenn es um mehr als um kleinen Einzellchicksale, wenn es sich :m Leben der Völker und Ralfen darum handelt, ob die Völker, unsere europäischen Völker, vor ber Erreichung des vollen Mannesalters zum Absterbcn verurteilt werden sollen? Wann wird die Rasse, die bisher noch stets das gering ft e Solidaritätsgesühl aufgebracht hat, die weihe Rasse, begreifen, daß es bei jedem Vorgang im Fernen Osten um die weiße Rasse in ihrer Gesamtheit geht? Daß die kleinen europäischen Rivalitäten ausgeschaltet werden müssen — mögen sie uns als das Hemd auf dem Leibe auch noch so wichtig sein —. wenn im Fernen Osten Fragen der Geltung und des Ansehens entschieden werden, wenn gar geopolitische Entscheidungen getroffen werden sollen? Gewiß sind wir Deutschen dabei nicht in der glücklichen Lage, den Ton angeben zu können: noch besteht das Versailler Diktat mit all seinen Folgewirkungen, das, aus dem von der Entente mit gelben Hilfs- volkern geführten Krieg hervorgegangen, auch im Fernen Osten das weiße Volk _ der Deutschen unmöglich machen sollte. Jetzt rächt s i ch das am bi.tcrsten an dem mit Deutschland naturgemäß am engsten verbundenen Volk, dem russi - s ch e n.“ . . Aber der eurasische Echmelzprozeß ist in Gang gekommen. Soll er der Willkür des elementaren Geschehens, dem Zufall, überlassen bleiben oder von dem Organisationsgenie des kulturschöpferischen Menschen in die Cntwicklungsbahnen des sich selbst erkennenden eurasischen Geschichtsgeistes übergeleitet werden? Es gibt nur eine Antwort, will man den Rassekrieg oder den Rassebrei vermeiden. gewöhnliche Wasserturbine in Betrieb gesetzt, die gleichfalls elektrischen Strom erzeugt. Wir haben hier also eine stufenweise Ausnützung des Dampfes und damit des Brennstofses, wie sie bisher noch nicht dagewesen ist. Rach den Berechnungen der Ingenieure ergibt sich bei dieser ersten Anlage gegenüber der Verwendung von Wasserdampf eine jährliche Ersparnis von rund einer Million Mark. Der Quecksilber dampf ist bekanntlich sehr giftig, doch hat sich gezeigt, daß alle Maschinenteile verhältnismäßig leicht hinreichend gedichtet werden können, um sein Entweichen zu verhüten. Aber eine andere noch nicht geloste Frage taucht auf. Die Turbine bedarf zu ihrem Betrieb 70 000 Kilogramm Quecksilber. Von diesem geht allerdings kein Atom verloren, da es immer und immer wieder Verwendung findet. Wieviel Quecksilber gibt es in der Welt? Wird es ausreichen, um in Zukunft größere elektrische Kraftwerke aufzustellen, die mit Queck- silberdamps-Turbinen arbeiten? Auf diese Frage weiß man vorerst noch keine Antwort, weil man eben die Qnecksilbervorräte unserer Erde noch nicht hinreichend genau lennt. Erst wenn der Statistiker gesprochen hat, werden sich die Zukunftsaussichten der neuen technisch und wirt- scha-tlich so vorzüglich arbeitenden Turbine beurteilen lassen. Auf Fachi Kissen, Kissen, Kissen Kissen Mittel« Mittel Ovald Küche tert Samt In Baur Neif NeitHi moppen u Welsen. 1 mut. fiys* hiitul $1130? L7,° "•««lli, N'k! .8,awap. »ofen fo, ^tiegg dau Sämtl werdet verhau Einkau Wäsc Inh.: ff Samstag, 12. 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Vielleicht würden Sie schreien und ärztliche Hilfe anrufen. Aber Ihrer Wäsche muten Sie nicht nur flüchtige Berührung zu; nein. Sie kochen sie sogar mit minderwertigen Waschmitteln. Nun ja. sie kann ja nicht schreien: aber sie stirbt, geht in FetzenI-Wollen Sie nicht vernünftig handeln und fortan nur noch ..Naumann’s Kernseife" nehmen? genannt Kreis Alsfelv Jean Weisel, Gieften, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. 388S Oberhessischer Adreßbuchverlag Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei, R. Lange in Gießen Daten für Samstag 19. Oktober. 1693: Gründung der Universität Halle; — 1795: der englische Satiriker Jonathan Swift in Dublin gestorben; — 1812: Napoleon tritt den Rückzug aus Moskau an. I Ober» Gleen, 16. Oft. Die der hiesigen israelitischen Gemeinde gehörige Synagoge wurde in den letzten Wochen innen und außen neu hergerichtet. Die Arbeiten konnten rechtzeitig zu Ende geführt werden, so daß das Gotteshaus an den hohen israelitischen Feiertagen schon in seinem schönen, neuen Gewände benutzt werden konnte. Die zur Wiederherstellung notwendigen Farben wurden von einem in Gießen wohnhaften früheren Ober- Gleener Gemeindeglied gestiftet. Kirche und Schule. Dekanalsmtfjionsfkft in Beuern. : Beuern, 13. Oft. Heute fand in unserer Gemeinde das diesjährige De kanats- rn i s s i o n s f e st statt. 3m dicht besetzten Gotteshause fand vormittags der Festgottesdienst statt, in dem Missionar Lauf von Frankfurt am Main über das Schriftwort Matth. 5, 13.—16. predigte. Er führte die Not der Heidenwelt recht anschaulich vor Augen und zeig'.e unsere Christenpflicht, das Licht der Welt den Heiden zu bringen Umrahmt wurde der eindrucksvolle Gottesdienst durch passende Gesänge des Kirchengesangvereins und der Schulkinder. Nachdem sich von auswärts noch zahlreiche Missionslreunde eingefunden hatten und der Posaunenchor Bersrod auf dem Ehrenhain für unsere Gefallenen einige Weisen hatte erklingen lassen, versammelte sich die Festgemeinde am Nachmittag zur Nach- vers ammlung in der Kirche. Unter Zugrundelegung von 3oh. 4, 35 sprach Missionar Lauf über seine eigene Tätigkeit in China. Er sprach von den Mühen und Gefahren, die besonders in diesem Lande mit dem Berufe des Missionars verbunden sind. Neisen zu Pferde bis 100 Kilometer durch Tropensonne und überschwemmtes Gebiet sind oft erforderlich, um zu den einzelnen Stationen zu gelangen. Er spra 1) aber auch von den Erfolgen, die immer wieder alle Gefahren und Mühen vergessen lassen. C m Anschluß daran sprach Dekan Guhmann zu der Gemeinde und gab in kernigen Wor en einen Ueberblick über den 3ahresbericht der Mission im Dekanat. Das Schlußwort sprach unser Ortsgeistlicher, Pfarrer Schmitt. Er forderte die Gemeinde auf, das heute Gehörte in den Herzen nachwirken zu lassen und sich noch mehr wie seither an dem Werke der Mission zu beteiligen. Auch dieser Gottesdienst wurde durch Choräle des Kirchengesangvereins und der Schulkinder noch verschönt. Die Kollekte und der Berkaus von Missionsschriften ergaben den schönen Betrag von 109,50 Mk. Soeben erschienen: Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen 1929 Verkaufspreis 10 RM. Natürliches M-AM Mirarahesse _ ,ort"*ni1 Sinn und Inhalt habe. Jetzt frage es sich, ob die Beamten bereit seien, das Berufsbeamtentum zu verteidigen durch Neuaufbau. Die Beamtenschaft dürfe sich nicht isolieren, sie sei nur etwas in und mit dem Bolke, dessen Schicksal sei auch ihr Schicksal. Die Beamtenverbände müßten sich jetzt mehr mit allgemeinen Bolksfragen beschäftigen z B. auch mit der Außenpolitik, der Kulturpolitik, der Sozialpolitik usw.; das sei auch em Siück Neuaufbau des Derufsbeamtentums. Man könne sich mit diesen Fragen beschäftigen auch unter Aufrechterhaltung der Neutralität. Sie Beamtenverbände müßten an die Grund- und Lebensfragen des deutschen Bolkes heran und diese mit dem Volke gemeinsam zu lösen versuchen. Der Beamte brauche das Vertrauen der Bevölkerung wie das tägliche Brot. (Rufe: Sehr richtig.) Es sei verkehrt, wenn in Neden von Beamtenführern Vorwurfe des Volkes gegen das Beamtentum ohne weiteres von vornherein zurück- gewie en und „niedergeschmettcrt" würden. Auch in diesen Vorwürfen stecke ein Körnchen Wahrheit. Es gebe in der Beamtenschaft hier und da auch noch Schlendrian. Es komme gelegentlich immer noch vor, daß auf einem Amt das Publikum von einer Tür zur andern, von „Pontius zu Pilatus" geschickt werde, anstatt ihm mit Aufklärung an die Hand zu gehen. Es gebe noch vereinzelt Beamte. die hinter ihren Schaltern säßen und glaubten. sie seien Vorgesetzte der Bevölkerung. Das seien erfreulicherweise nur wenige, aber diese wenigen schadeten der Deamtengesamtheit. Diener des Volkes müsse der Veamle fein, helfen müsse er dem Publikum, freundlich und liebenswürdig müsse er sein, entgegenkommend und nicht lmreaukratisch. Ernste Selbstprüsung müsse bei allen Beamten herrschen, die Beamtenorganisationen müßten dafür sorgen, daß der Geist des Dünkels und Schlendrians überall da, wo er sich noch bemerkbar mache, radikal ausgetrieben werde. Das könne das Volk mit Necht verlangen, und das müsse in allen Verwaltungen durchgeführt werden. Die Bevölkerung müsse von der Neueinstellung des Beamten überzeugt werden, die Beamten müßten sich innerlich und äußerlich der neuen Zeit anpassen. Das sei zu verstehen unter Neuaufbau des Berufsbeamtentums! Mit der Aufforderung an die Beamtenschaft, in Treue festzuhalten an den Fachvereinen und an den Verbänden, immer zu der großen Spitzen- otganifalion zu stehen, den Geist der Kleinlichkeit abzulegen und den Geist der Brüderlichkeit und wahren Menschlichkeit anzunehmen, dem Vaterland, dem Volisstaat mit allen Krä tcn zu bknen und mit der Treue des alten Deruss- beamtentums im neuen Geiste Dienst am Volke zu tun, um dadurch wieder einen Platz im Herzen des Volkes und die Wertschätzung, wenn möglich die Liebe des freien Mannes zu erwerben, schloß Dr. Clah seine etwa IVistündige Rede, die mit anhaltendem starken Beifall ausgenommen wurde. 3n der Aussprache kam ein Vertreter der sozialistischen Auffassung zu Wort, der dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck gab, daß das P:r issbmmt ntum erhalten bl ib n und der Beamte den Arbeiter und Angestellten als gleichberechtigten Faktor der Wirtschaft ansehen möge. 3m übrigen stimmte der Redner dem Referenten in vielen Punkten zu. Sodann Brachte der Vorsitzende, Reichsbahnobersekretär Altha us, ein Schreiben von Prof. 5jo r ne ff er zur Verlesung, in dem dieser sich für die Aufrechterhaltung des Berufsbeamtentums ausspricht, al3 Berussbeamte aber nicht die Beamten anerkennt, die erst nach dem Llmsturz 1918 in die Beamtenschaft hineingekommen und für deren Ernennung lediglich parteipolitische Gründe maßgebend gewesen seien. Als Deruss- beamte erkenne Homesfer nur solche Beamte an, die von Jugend auf im öffentlichen Dienst tätig seien und für ihr Amt die gehörige Vorbildung, Erfahrung und Sachkenntnis hatten. Hieraus wurde nach kurzer Begründung durch einen Vertreter der Reichsbahnbeamtenschaft die nachstehende Entschließung zum Uoung-Plan einstimmig und mit Beifall angenommen: „Die heute in Gießen im Cafö Leib zahlreich versammelten Mitglieder des Deutschen Deamten- bundes erkennen mit banger Sorge die Gefahren, die dem Berufsbeamtentum drohen. Insbesondere sind die Blicke nach Paris gerichtet, wo zur Zeit über die künftige Gestaltung der De utschen Reichsbahn und ihres Personals verhandelt wird. Wir fordern mit allem Nachdruck: Die Deutsche Reich s - bahn zurück zum Reiche, Anwendung der Reichsbeamtengesetze auch auf die Reichsbahnbeamten und damit gleichzeitig auch die Erhaltung seines, in langer uno schwerer Zeit anerkannt bewährten Derufsbeamtentums. Der weiteren Loslösung der Reichsbahn vom Deutschen Reiche muß mit allen Mitteln gesteuert werden, dies ist eine Dolksfrage und nicht eine Frage eines einzelnen Standes. Wir bitten deshalb alle in Frage kommenden Stellen, um die habe den aufrichtigen Willen, mit allen Burgern und Schichten in Eintracht und Frieden zu leben und auf dieser Grundlage Dienst an der Volksgesamtheit zu leisten. Trotz dieser Friedensliebe sei die Beamtenschaft aber nicht gewillt, sich alle Angriffe gefallen zu lassen, sie werde auch für ihren Standpunkt einzutreten wissen. Hierauf sprach der bekannte hessische Deamten- führer Dr. Clah, Darmstadt, nachdem er die Versammlung namens des Landeskartells Hessen des Deutschen Beamtenbundes und in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Deutschen Deamtenbundes begrüßt hatte, in großzügigen und überlegenswerten Gedankengängen über das Thema: Neuaufbau des Berufsbcamtentums als Dienst am Volk. Der Redner erklärte, er wolle damit dem deutschen Berufsbeamtentum und feinen Verbänden eine neue Aufgabe für die nächsten Lahre stellen. Emen Rückolick auf die historisch« Entwicklung, ebenso Betrachtungen über die Verteidigung und Erhaltung des Berufsbeamtentums schalte er hier bewußt aus. Er erinnerte dann an die schwere Belastung, die wir durch den verlorenen Krieg zu tragen haben und die uns auf 58 Lahre drücken werden. Die Beamtenschaft werde bei der Laslenvertei- lung aus dem youngplan sicher nicht zu kurz kommen. Di« große Teuerung sei schon da. Dazu kamen noch die Auswirkungen der Kapitalflucht, der Ausländsanleihen und die Ueberfremdung des deutschen Eigentums. Nachdem die außenpolitischen Kämpfen notdürftig zum Abschluß gekommen seien, beginne jetzt der innerpolitische Kampf. Hierbei werde die Beamtenschaft mancherlei Reibungen und Druck beim wirtschaftlichen Jnteressenkampf ausgesetzt sein. Werde die Beamtenorganisation stark genug sein, um bei den verschiedenen widerstreitenden Kräften das Berufsbeamtentum schützen zu können? Zu beklagen sei die Zersplitterung in der Beamtenschaft, und zu wünschen sei ein engeres Zusammen- rücken aller Beamten. Redner beschäftigte sich dann kritisch mit den mancherlei Vorwürfen geaen das Berufsbeamtentum, beleuchtete kurz di« verschiedenartigsten Vorschläge, die als Ersatz für das Berufsbeamtentum vorgebracht worden seien, erwähnte sehr ernsthafte Bestrebungen in den letzten Monaten, die Beamtengehälter etwa um 10 v. H. herabzusetzen, ging auf wenig beamtenfreundliche Stimmen aus christlichen Gewerkschaftskreisen und von angesehener sozialistischer Seite ein und verweilte dann in kritischer Betrachtung einiger Stellen aus der Broschüre „Frevel am Volk" von dem Gießener Universitätsprofessor Dr. S) o r n e f f e r. Er nahm hierbei nachdrücklich Stellung gegen verschiedene Thesen Horneffers, die sich im Rahmen einer kritischen Betrachtung über die deutsche Sozialpolitik mit Arbeitszeitfragen und mit der Beamtenschaft beschäftigen, gab aber auch seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß Professor Horneffer sich in einem Schreiben an den Deutschen Beamtenbund als Anhänger des Berufsbeamtentums bekannt habe. Der Redner betonte in diesem Zusammenhänge, er sei überzeugter Anhänger des Achtstundentages, und er werde sich niemals davon abbringen lassen, höchstens zu einer Herabsetzung dieser Arbeitszeit, denn es dürfe nicht so sein, ,Mß ein Mensch lediglich nur zum Essen, Schuften und Schlafen da ist." Der Beamte sehe, daß er überhaupt keine Freunde habe. Die Wirtschaft sei gegen das Berufsbeamtentum, weil sie im Staate dieselbe Struktur durchführen wolle, die sie bei sich habe. Der Mittelstand fühle sich am Versinken und sei verärgert gegen alle Welt, aber am meisten gegen di Beamten. Die Arbeiterschaft und die Gewerkschaften sagten sich, wenn der Beamte den gleichen Risiken unterworfen sei wie sie, bann denke und handle er auch so wie sie. Das Berufsbcamfenfum dürfe man nlchk als dn politisches Dogma aufstellen mit absoluten, unveränderlichen, mit Ewigkeitswerten. Deshalb sei die Aufgabe: nicht Erhaltung, nicht Konservierung, sondern Neuaufbau des verufs- beamlentums. 3m heutigen Staat fei die Beamtenschaft gezwungen, das Volk von der Nützlichkeit, der Notwendigkeit und der Unentbehrlichkeit des Derufsbeamtentums zu überzeugen. Mit dem Pochen auf die Verfassung und auf die wohlerworbenen Rechte sei heute nichts getan. Die Gegnerschaft müsse mit einem unausgesetzten geistigen Ringen und mit tiefer, aufrichtiger Selbstprüfung überwunden werden. Das Verständnis und die Bundesgenossenschaft der großen Arbeiter- und Angestelltenverbände dürften sich die Beamten nicht achtlos und leichtfertig verscherzen. Die Wirtschaft müsse davon überzeugt werden, daß die Beamten beste produktive Kräfte im Staate feien. Die gesamten geistig gerichteten Führer im Volke müßten überzeugt werden, daß der Berufsbeamte Kulturbringer und Kulturträger sein wolle. In bezug auf die Besoldung kämen jetzt magere Jahre, die Besoldungsfrage sei vorläufig abgeschlossen. Jetzt frage es sich, ob die Be- amtenbewcgung auch ohne die materielle Seite weiterkomme, ob sie auch wirklich einen idealen Bei einer Feier aus diesem Anlaß, die dem Ge- denken an die Entschlafenen gewidmet war, betonte Pfarrer Thorn in seiner Ansprache, daß der Friedhof stets das Bild der Kultur eines Dorfes sei. Die Gemeinde Rüddingshausen habe immer mit besonderer Sorgfalt ihren Friedhof gepflegt, im treuen Gedenken an die Entschlafenen. Mit der Ermahnung, auch weiterhin auf das würdige Aussehen des Friedhofs bedacht zu sein, schloß der Geistliche seine zu Herzen gehenden Worte. Der neue Friedhof wurde bereits im vorigen Jahre am Westausgang unseres Ortes angelegt. Er umfaßt eine Fläche von über zwei Morgen und kann später nach der einen Seite hin beliebig vergrößert werden. Rund um den Friedhof sind junge Fichten und in größerem Abstande Kastanienbäumchen angepflanzt worden. An den Seiten der Wege innerhalb des Friedhofs werden im kommenden Frühjahr Weißdornbäumchen gepflanzt. ™ Hungen, 17. Oft. Seit einiger Zeit tritt hier Scharlach auf, der epidemischen Charakter zeigt. Hauptsächlich werden Kinder von dieser ansteckenden Krankheit befallen, doch liegen auch zwei Frauen scharlachkrank darnieder. Dis jetzt zeigt die Krankheit erfreulicherweise einen gutartigen Verlauf. Einige Nebenerscheinungen, wie Gelenkrheumatismus und Nierenerkrankungen, sind jedoch dabei aufgetreten. Offenbar ist die Krankheit eingeschleppt und anfangs von den Eltern erkrankter Kinder verkannt worden, wodurch ihrer Verbreitung Vorschub geleistet wurde. Todesfälle sind infolge, Scharlacherkrankung glücklicherweise noch nicht vorgekommen. Es scheint jetzt ein gewisser Stillstand in der Verbreitung eingetreten zu fein. — Die Bautätigkeit in unserer Stadt war in diesem Jahre gering. Einen Neubau errichtete in der Dismarckstrahe Lehrer Jockel. Der Dau, ein Einfamilienhaus, geht seiner Vollendung entgegen und wird in den nächsten Tagen bezugsfertig. Finanzsekretär Müller hat in der Bellersheimer Straße mit feinem Neubau begonnen, der noch vor Winter im Rohbau fertig werden soll. Auch der vom Gesangverein „Eintracht" begonnene Singsaa l ist bereits aufgeschlagen und dürfte in nächster Zeit im Rohbau vollendet fein. Kreis Büdingen. # Geiß-Nidda, 15. Oft. Die für Sonntag vorgesehene Wahl eines Bürgermeisters für unsere Gemeinde braucht nicht abgehalten zu werden, da nur ein Wahlvorschlag eingereicht worden war. Mithin gilt unser seitheriger Bürgermeister Lind als wiedergewählt. Es ist dies sowohl für den Gewählten, als auch für die ganze Gemeinde eine Ehre. Bürgermeister Ludwig Lind hat sich während seiner Amtszeit das Wohlwollen und Vertrauen des ganzen Dorfes erworben und durch feinen Gerechtigkeitssinn und bereitwilliges Entgegenkommen einen Wahlkampf verhindert. Am Sonntagabend wurde dem Gewählten von sämtlichen Ortseinwohnern ein Ständchen dargebracht. Wie immer stellten sich die hiesigen Vereine in den Zurückgewinnung der Deutschen Reichsbahn besorgt zu fein.“ Mit einem packenden Schlußwort des Referenten und ermahnenden Worten des Vorsitzen- den fand dann die Versammlung ihren Abschluß. Oberhessen. Landkreis Gießen. ----- Daubringen, 17. Oft. Der hiesige O b stund Gartenbauverein veranstaltet am kommenden Sonntag eine Ausstellung der Erzeugnisse des Obst- und Gartenbaues. Die Ausstellungsgegenstände werden bewertet. Der Landwirtschaftskammerausschuh für die Provinz Oberhessen, der Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Gießen und die Gemeinde haben je einen Zuschuß bewilligt, um die Ausgaben für die Prämiierung zu decken. ch Rüddingshausen, 17. Ott. Dieser Tage wurde mit der Beisetzuntz des 60 Jahre alten Peter Margots von hier die letzte Beerdigung auf unserem alten Friedhof vorgenom- men und damit der Friedhof geschlossen. Dienst 6er Sache. Nach einem BegrüßungSchvr durch den Gesangverein „Orpheus" würdigte der Dirigent, Lehrer O. Lenh, die Verdienste des Bürgermeisters um das Eemeindewohl. Der Turnverein stellte eine Pyramide und überbrachte durch seinen ersten Sprecher Reinhardt die Dereinsglückwünsche. Der Bürgermeister dankte für die Ehrung, versprach, auch weiterhin seine ganze Kraft der Gemeinde zur Verfügung zu stellen, und lud alle Wähler zu einer Feier in die Wirtschaften ein. — In den letzten Jahren herrschte hier eine verhältnismäßig rege Bautätigkeit. Fast sämtliche Neubauten sind an der Straße nach Bad Salzhausen zu errichtet worden. Neben einigen Pri- vathäusern ist hier in diesem Jahre zur Behebung der Wohnungsnot ein Sechsfamilienhaus durch die Gemeinde erstanden, das mit seinem Aeuheren und der inneren Einrichtung einen mehr städtischen Charakter besitzt. — Gegenwärtig herrscht auf unserem Dahnhos Hochbetrieb. Täglich werden große Mengen Pflück- und Schüttelobst verladen und hauptsächlich nach dem Industriegebiet verfrachtet. Der Preis für Kelterobst ist in den letzten Tagen von 2,75 Mk. über 2,50 Mk. auf 2,30 Mk. gefallen, als Folge des starken Angebots. Für Tafelobst werden je Zentner 9 bis 12 Mk., für Wirtschaftsobst 5 bis 8 Mk. bezahlt. Obwohl hier eine ausgesprochene Kartoffelgegend ist, sind bisher Speisekartoffeln kaum verladen worden. Als Preis werden 3 Mk. 3 Schm Ücker-Kleidung 7086A MARGARINE Einkaufs-Gelegenheit! 06672 doppelt so gut Handarbeiten WS 1 Pfd 50 Pfg 1.25, 0 95 Kissen, schwarz Rips, unfertig Bitte bedenken Sie, daß der 1 Plockstraße 14 8101A G/E5SEN*MMU6ßURG ICT 8605 A 50 RM 86J0A Großes Lager In Junker » Ruh. und Esch-Oe f en. Kein Laden. Eingang Ecke VolkSbad. 8331A Wegen Ersparnis Mahar Ladonmtoto 1 Trappe Mach I Miele-Staubsauaer werderrhicht durch Hausierer verknüft, sonderg.sipdnuEin den:gut^n Fdchge5ctTaffen-zu raten. x ■ Kissen, schwarzTuch. mod. Zeichnung 3.00, 1.90 Kissen, schwarz Rips, farbig gezeichnet 2 75, 1.50 DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'sche Drucr.erei Kissen, weife Linon, gezeichnet Mitteldecke, gezeichnet, 60/60. 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Dali"Abaco, Concerto da chiesa op.2 Nr. 4 A-Moll — für Streichorchester und Cembalo, Aria Allegro — Largo — Presto. Lieder: 1. Das Herz tut mir aufspringen, 2.Jungfrau, dein schön'Gestalt, 3. Kanon: Nu. nu, nu, nu (Prätorius), 4. Nun fanget an, 5. Es ist ein Schnee gefallen, 6. An hellenTagen. Rezitation! Karl Bröger: Dunkler Bruder; Friedr. Nietzsche: Dem unbekannten Gotte. Spiel: Die Flucht zu Gott Epilog zu Leo Tolstojs Und das Licht scheinet in der Finsternis von Stefan Zweig Die Eintrittskarte zu 50 Pf. berechtigt den Teilnehmer zugleich in der folgenden Woche diejenigen Kurse zur Probe zu besuchen, unter denen er seine Auswahl zu treffen gedenkt. Das Kursverzeichnis ist bei Keißner (Schulstraße) für Zum Löwen Samstag, den 19. Oktober, ab 8 Llhr abends WeWUmsiWll Ausgeführt von Mitgliedern d. Kapelle des i.Hess. Grenadier-Battls. Gießen. 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Die Spielvereinigung 1900 ist diesmal Platzverein in dem Lokaltrcf ° f e n zwischen S p. V g g. 1900 und 23. f. 23. Mit der Spielleitung ist der wohl zur Zeit beste Schiedsrichter des Bezirks Hessen-Hannover, Win- g c n f e l d, Fulda, betraut, der dem Gießenei» Publikum kein Neuling ist. Wingenfeld leitete erst am vergangenen Sonntag auf dem 2Valdsportplatz 23. f. B. Gießen gegen Germania Marburg ganz ausgezeichnet Der 23. f. 23. hat eine stabile, gut kombinierende Mannschaft, die — wie der letzte Sonntag lehrte — das Spiel auch sehr wuchtig gestalten kann. Dabei ist diese Elf eminent eifrig. Mit welcher endgültigen Mannschaftsaufstellung der Platzvcrein 1900 herauskommen wird, ist bei Niederschrift dieser Zeilen noch nicht bekannt. Vom Spiel in Herborn laborieren Mittelstürmer Heilmann und Mittelläufer Langsdorf noch an Verletzungen, die ihre Mitwirkung in Frage stellen, dagegen wird Hohmann wieder mit von'der Partie sein, wozu der vorzügliche Halbrechte Zeilcr kommt, der erstmals verbandsspielberechtigt ist. Aller Voraussicht nach wird der Gastgeber im Torwart und in der Läuferreihe ein kleines Plus haben, aber sonst kann für gewöhnlich die blauweiße Els nicht allzuviel Kampfesgeist aufbringen. Wenn man den Gang der seitherigen Tressen in Betracht zieht, so ist auffallend, daß der Gast immer besser abschnitt, als der Platzverein. Vor dem Ligaspicl steigt das Spiel der Reserven 1900 — Butzbach. Dabei dürfte wohl ein knapper Sieg des Platzvcreins herauskommen. Voraussetzung ist natürlich, daß 1900 einigermaßen komplett antritt. Die 1. Fugend spielt auf dem Woldsportplatz gegen die 1. Jugend der Bewegungsspieler. Die 2. Jugend hat auf eigenem Platz Aßlars 2. Jugend als Gegner. B. f. D. Während die zweite, dritte und vierte Mannschaft wegen des Ligaspiels pausieren, tragen die drei Jugend- und zwei Schülermannschaften Pflichtspiele aus. Auf dem Waldsportplah kommt ebenfalls ein Lokaltreffen zum Austrag. Hier stehen sich die er st en Jugendmannschaften der Spiel- vcreinigung und des V. f. B. im fälligen Pflichtspiel gegenüber. Die Platzmannschaft hat in letzter Zeit etwas nachgelassen und eine recht unbeständige Form gezeigt. Dor allem läßt die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Mannschafts- teilen sehr zu wünschen übrig. Aber auch die Spielvereinigung hat von ihrer früheren Spielstärke eingebüht. Der Ausgang des Spiels ist ungewiß. Auch die zweite Jugendmannschaft hat im Pflichtspiel gegen Grünbergs erste den Vorteil des eigenen Platzes. Hier sollte V. s. B., wenn er sich sehr zusammennimmt, einen knappen Sieg erringen können. Die dritte Jugend empfängt die erste Garbenteichs auf hiesigem Platz und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn Garbenteich den Sieg nicht mit nach Hause nehmen soll. Die erste Schülerin an n schäft muß zum Pflichtspiel nach Steinberg und sollte dort, wenn sie nicht wesentlich bessere Leistungen aufbringt wie am vergangenen Sonntag, kaum ein ansprechendes Resultat herausholcn. Die zweite ist Gegner der ersten Schülerelf der Spielvereinigung auf deren Platz. Dom vergangenen Sonntag ist von der Jugend noch folgendes nochzuberichtcn: Die erste war spielfrei. Während die zweite in Leihgestern gegen die dortige erste nach schwachem Spiel hoch mit 2: 7 verlor, machte die dritte Iugendelf ihre Sache wesentlich besser, indem sie gegen die erste Jugend des V. f. R. Duhbach ein 0:0 erzwang. Dagegen muß das O.O-Resultat der ersten Schülermannschaft, das diese auf eigenem Platz bei mäßigen Leistungen gegen Garbenteichs Schüler erzielte, als schlecht bezeichnet werden. Dc- deutend mehr Eifer zeigte die zweite Schülermannschaft. Sie gewann gegen die Schüler von Burgsolms knapp, aber verdient, mit 1:0. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Allmählich gehen die Serienspiele ihrem Ende entgegen. Das entscheidende Spiel um die Spitzenfüh- runa der 1.Klasse s.ndet am kommenden Sonntag in Naunheim statt. Naunheim I und W i e s e ck I stehen sich dort gegenüber; zwei gleichwertige Gegner werden um die Spitzenführung der Tabelle ihre Kräfte messen Naunheim, das den Vorteil des eigenen Platzes hat, wird alles daran setzen, um den Sieg zu erringen. Wieseck ist sich bewußt, daß in Naunheim schwer Punkte zu holen sind, es wird seinerseits ebenfalls alles aufbieten, um ehrenvoll abzuschneiden. In der 2. Bezirksklasse treffen sich in Klein-Linden die dortige 1. Mannschaft und die 2. Mannschaft Wiesecks. Wenn sich die Gäste mit den unzulänglichen Platzoerhältnissen ahfinden, dürfte ihnen der Sieg nicht zu nehmen sein. Rödgen I geht nach Kinzenbach und wird wohl eine Niederlage mit nach Hause nehmen müssen. Watzenborn hat Beilstein zu Gast. Zwei gleichwertige Gegner stehen sich dort gegenüber, der Ausgang muß offengelassen werden. Waldgirmes geht nach Leun. Hier wird der Glücklichere Sieger bleiben. Hachborn hat Treis zu Gast. Wer Sieger bleiben wird, kann erst der Ausgang des Spiels lehren. Beuern wird in Daubringen sein. Die Gäste werden gegen die auf eigenem Platze gefürchteten Einheimischen eine Niederlage hinnehmen müssen. In einem Lokaltreffen stehen sich Burkhardsfelden und Oppenrod gegenüber. Zwei gleichwertige Mannschaften werden hier um den Sieg ringen, den der Glücklichere davontragen wird. In der Jugendklasse treffen sich: Naunheim Jugend gegen Heuchelheim Jugend, Watzenborn Jugend gegen Gießen Jugend, Wieseck 1. Jugend gegen Großen-Linden Jugend, Wieseck 2. Jugend gegen Klein-Linden Jugend, Wißmar Jugend gegen Treis Jugend, jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins. Die Leichtathleten des Bezirks treffen sich am Sonntagvormittag in Gießen zur ersten Hallentrainingsstunde mit anschließender Sitzung der Uebungswarte. Handball im Männerturnverein (O.T). Am kommenden Sonntag treffen sich auf dem M.T.V.-Platze die ersten Mannschaften des Turnvereins Großen-Duseck und des M.T.D. Gießen. Die Dusecker Mannschaft konnte in der vergangenen Verbandsrunde die Meisterschaft in der Meisterklasse erringen und in den Aufstieg- spie/en cire.i sehr guten Platz einnehmen. Da die Gießener Mannschaft am Sonntag noch immer mit Ersah antreten muß, wird sie alle Seiten ihres Könnens aufziehen müssen, wenn sie ein gutes Resultat herausholen will. Liebe in Ketten. Roman von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 15 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Käthe ging die nächsten Tage wie im Traum umher; wie in einem Traum sah sie am Dett des Geliebten und hörte seine leisen Worte, und wie im Trau.n erlebte sie das große, unglaublich große Glück, das ihr nun doch beschieden ward. Wenn die Dergangenheit drohend vor ihr auftauchen wollte, dann lächelte Käthe nur. „Er wird es nie erfahren," sagte sie sich dann. „Wenn er nur wieder ganz gesund wird! Habe ich diese Gewißheit, dann kann ich cu3 seinem Leben verschwinden und untertauchen in dem Strom der Menschheit; er wird vergessen lernen, wie ich es lernen muß." In schlaflosen Rächten, während sie bitter mit sich gerungen hatte, war sie zu diesem Entschluß gekommen. Sobald sie die Gewißheit erlangt hatte, daß Felix der völligen Genesung entgegenging und sein Leben nicht mehr gefährdet war, wollte sie verschwinden, wollte alles aufgeben, was sie kaum erst errungen hatte, und wieder das arme Mädchen werden von einst. Für sie stand fest, daß sie ihn nicht heiraten durfte, da sie noch die Frau eines anderen Mannes war. Sie kannte die Strafen für Doppelehe nicht; aber sie wußte, daß diese ein Derbrechen war. Und nie hätte sie dem geliebten Manne mit einer Lüge vor den Altar folgen können. Rie! Freilich, all das schmerzte sehr. Sie wußte kaum, wie sie es würde tragen können; aber sie dachte daran, daß die Erinnerung an dieses große, selige Glück ihr helfen würde. Richt ein einziges Mal kam ihr der Gedanke an den Tod. Rur manchmal dachte sie noch, ob sie nicht Dodenstein zu Hilfe rufen sollte. Sie konnte sich jedoch nie entschließen, es zu tun. So verstrichen die Tage. Felix war außer Lebensgefahr und versicherte ihr immer von neuem, daß er als ganz gesunder Mann aufstehen würde. Auch der Arzt versicherte, daß keine Folgen des Unfalls zu befürchten sein würden. Eines Tages sah Käthe in der großen Halle des Schlosses, das sie nun genau kannte. Auf dem Tische vor ihr lagen die neuesten Tageszeitungen. Käthe ergriff halb unbewußt eine davon, überlas dies und jenes — ihre Gedanken waren weit ab. Plötzlich aber war ihr, als würden ihre Dlicke durch eine geheimnisvolle magische Gewalt nach einer bestimmten Stelle gelenkt. Sie sah eine fette Ueberschrist und las: „Erfinderschicksal! Seit längerer Zeit hatte, wie auch wir meldeten, ein ’ungcr Techniker mit Ramen Berndt Klausen durch eine große Erfindung von sich reden gemacht, die ihm geglückt war. Es handelt sich u ii ein neues Sprengstofsverfahren, über das jedoch nichts weiter bekannt geworden ist. Jedenfalls hat Klauen seine Erfindung noch aurbauen wollen, ehe er sie der Oeffent- lichkeit vorführte, und dabei hat ihn ein tragisches Geschick ereilt. Eine gewaltige Explosion sprengte säst das ganze Haus in die Luft, in dem sich sein Laboratorium befand. Cs gelang zwar, den unglücklichen Erfinder noch lebend aus den Trümmern hervorzuholen, doch mit derartig schweren Verletzungen, daß sein Ableben ruc noch eine Frage weniger Stunden sein dürfte. ...“ Regungslos saß Käthe da und starrte wie entgeistert auf diese Zeilen. Sie wußte nicht, ob das wirklich dort gedruckt stand oder nicht; aber in ihr hämmerte eine Stimme immer wieder drei Silben eines Ramens: „Berndt Klau—sen! Berndt Klau—sen! Berndt Klau—sen I" War denn das möglich? Er lebte — oder hatte noch bis vor kurzem gelebt. Er war damals in London nicht verunglückt — erst jetzt. Warum hatte er sie allein gelassen in der fremden Stadt? Wozu hatte er sie überhaupt dorthin geführt und sie geheiratet? Oder war es ein anderer, der nur den gleichen Ramen und den gleichen Beruf hatte? Sollte es so etwas geben können? ilnö schon meldete sich in Käthe eine innere Stimme, die ihr zuraunte: „Er ist es! Ganz bestimmt ist er es! Und er ist schon tot, wenn du das liest. Run bist du frei! Run darfst du nach dem großen Glück greifen, das sich dir bietet. Sei kein Tor! Quäle dich nicht länger mit unnützen Sorgen! Du bist wirklich frei — frei für ihn, für -Felix!" Wie gelähmt saß Käthe lange, lange, willenlos dem Sturm der Gedanken preisgegeben, der in ihr tobte. Sie hätte so gern die Nachricht glauben mögen und konnte es doch noch nicht. Ohne daß sie wußte, was sie tat, riß sie die Rotiz aus der Zeitung und schob sie in den Ausschnitt ihres Kleides. Run würde sie wohl doch Dodenstein bitten müssen, Erkundigungen einzuziehen. Oder war das überhaupt nicht mehr nötig? „Sie lesen die „Wiener Reue Presse", Fräulein von Bernsbruck?" erklang da dicht hinter ihr eine Stimme. Rach dem Spiel der Meislerklasse empfängt die zweite Mannschaft des M.T.D. die erste des T.D. Wetzlar-Riedergirmes zum fälligen Derbands- Rückspiel. Das Dorspiel konnten die Rieder- girmefer auf eigenem Platze hoch gewinnen, doch haben die letzten Spielergebnisse gezeigt, daß die M.T.V.-Mannschaft sich in aufste gender Form befindet. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Zum letzten Derbandsspiel der Dorrunde fährt am nächsten Sonntag die 1. Mannschaft nach Friedberg. Die Plahbesiher sind erst in diesem Jahre in die Gaumeisterklasse aufgestiegen. Sie besitzen einen sehr gefährlichen Jnnensturm und einen ausgezeichneten Torwart. 1846 muß alles daransehen, um zu gewinnen, was auch nach den letzten Spielen, die nur durch viel Pech verlorengingen, durchaus möglich ist. Da Krämer wieder den Sturm führt, sind auch Erfolge zu erwarten. Handball der Sp.-Vg. 1900. Sportfreunde Siegen 1. Jugend in Gießen. ö. Die Spielvereinigung 1900 hat für kommenden Sonntag für ihre erste Handballjugendelf einen ganz besonderen Gegner ausersehen: zum Freundschaftsspiel tritt. die erste Jugendmannschaft des diesjährigen westdeutsches Meisters, Sportfreunde Siegen, an. Es ist bekannt, daß sich Siegen in den letzten Jahren zur westdeutschen Handballhochburg entwickelt hat, und es bedarf daher keiner besonderen Erwähnung, daß auch der Rachwuchs nur erste Klasse dar- stellt. Die 1900er Jugend, die zwar — an den hiesigen Verhältnissen gemessen — zur Zeit recht spielstark ist, hat natürlich gegen einen solchen Gegner keine Gewinnaussichten. Sie wird sich bemühen müssen, — und das sollte ihr auch bei gutem Willen gelingen —, den Torunterschied möglichst niedrig zu halten. Dor allem sollte sie darauf bedacht fein, etwas bei dem Spiel zu lernen. V. f. B.-Handbatt. Die Handballmannschaft war am vergangenen Sonntag in Leun, um der Handballelf der dortigen Turngemeinde ein Gesellschaftsspiel zu liefern. Sie verlor dieses nach flottem, schönem Kampf mit 1:3. Für kommenden Sonntag hat sie sich eine bedeutend schwerere, vielleicht sogar zu schwere Ausgabe gestellt. Sie hat die zweite Mannschaft der 2. Kompagnie zu einem Gesellschaftsspiel auf dem Waldsportplah verpflichtet. D. f. B. wird alles daransehen müssen, wenn die unvermeidbare Riederlage gegen die spielstarken Soldaten nicht allzu hoch ausfallen soll. Deutsche Lebeusrettungs-Gesettschast. Der Lehrgang zur Ausbildung von Rettungsschwimmern. den die Bezirksstelle Oberhefsen der D. L. R. G. in der letzten Zeit abgehalten hat. ist nun beendet. In den letzten Stunden des Lehrganges unterzogen sich sämtliche Teilnehmer einer Prüfung, die alle bestehen konnten. Rach bestandener Prüfung 1 der D. L. R. G. erhielten als Auszeichnung den sog. Grundschein: Pokizeiwachtmeister Otto Friedrich L a u ch t, Pokizeiwachtmeister Leo Krämer. die Sanitäter Karl Schnecko, Rudolf Weder. Karl Viertelhausen, Heinrich Diertelhausen und Karl Schäfer; Theodor Loh. Karl Marth und Karl Geld- machen vom Mtv.. Karl Boller vom Tv. von 1846, Gießen, und Ernst Stuhl. Gießen. Für Prüfung II der D. L. R. G. erhielten den Prüfungsschein: Polizei-Oberwachtmeister Balthasar Rordmann, Hugo Baumann und Willi Roth vom Mtv. Gießen, Karl Schaum und Frih M o ß n c r vo G. S. D. Gießen, Otto Jüngst und Heinz Theisebach vom Tv. v. 1846 Gießen und Karl Emst Seiler vom Realgymnasium Gießen. Da sich der Laie unter Prüfung I und II der D. L. R. G. nichts vorstellen kann, seien hier die Prüfungsbedingungen für den sog. Grundschein und den sog. Prüfungsschein der D. L. R. G. angeführt. Für Prüfung I (zur Erlangung des Grund- scheines der D. L.R. G.) wird verlangt: 1. 15 Minuten im stehenden, oder 600 Meter Schwimmen im fließenden Wasser, davon 5 Minuten oder 200 Meter in Rückenlage ohne Arme; 2. 50 Meter Schwimmen in Kleidern ohne Schuhe, daran anschließend: 3. Auslleiden im Wasser (Schwimmlage oder Wassertreten); 4. 15 Meter St.ecken- tauchen mit Kopfsprung aus 1 bis 2 Dieter Hohe; 5. zweimal 2 bis 3 Meter Tief tauchen von der Wassersläche aus und Herausholen eines ungefähr 5 Pfund schweren Gegenstandes; 6. Dorführung der Rettungs- und Besreiungsgrisfe an Land und im Walser; 7. 20 Meter Retten, Achsel- und Kopfgriff; 8. Erllärung und Anwendung der Wiederbelebung nach Schäfer. Die Bedingungen für Prüfung II zur Erwerbung des Prüfungsscheines sind etwas schwieriger und vielseitiger. Hier wird folgendes verlangt: 1. ’/? Stunde im stehenden oder 1 Kilometer im fließenden Wasser Schtpimmen. 2. 300 Meter Schwimmen in Kleidern mit Schuhen, daran anschließend: 3. Auskleiden im Wasser (Schwimmlage oder Wassertreten); 4. 25 Meter Streckentauchen mit Kopfsprung aus 1 bis 2 Meter Höhe; 5. innerhalb 2 Minuten 2 bis 3 Meter Tieftauchen von der Wasserfläche aus und Heraufholen eines 5 Pfund schweren Gegenstandes; 6. 25 Meter Retten, beide bekleidet (mitSchuhen), Racken- und Achselgriff; 7. Erklärung und Dor- sührung sämtlicher Rettungs» und Befreiungsgriffe im Wasser; 8. Erklärung und Anwendung der Wiederbelebungsarten nach Schäfer und Silvester-Brosch-Meyer; 9. Erklärung der wichtigsten Hilfsmittel bei Bade-, Bocts- und Eis- unsällen; 10. Kenntnis der wichtigsten Rothelser- Diejenigen Prüfungsscheininhaber, die das 20. Lebensjahr überschritten haben, sind berechtigt, selbst Prüfungen abzunehmen. Deutsches Turn- und Sportabzeichen. Am kommenden Sonntag findet vormittags 10 Uhr auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe eine letzte Prüfung in allen Leichtathlet.n-Kon- kurrenzen statt. Handball in Heuchelheim. Rach langer Unterbrechung tritt die Erste des Tv. Heuchelheim am Sonntag auf eigenem Platze zu einem Gesellschaftsspiel an: Gegner ist die 1. Mannschaft des Tv. Lich. Da über die Spielstärke der Gäste nichts bekannt ist, ist der Ausgang des Spiels ungewiß, jedoch wird bei Heuchelheim der Dorteil des eigenen Platzes ins Gewicht fallen. Dormittags stehen sich die Jugendmannschaften beider Vereine gegenüber. Erblassend wandte sie sich um und sah nun Isolde von Kletten vor sich stehen, sah die härnisch-blickenden Augen, die lauernd bald auf ihr, bald auf der Zeitung ruhten, und unwillkürlich zog sie diese an sich und knüllte sie zusammen, um sie dann gleich wieder glattzu- streichen. „Sie kam mir eben in die Hand", murmelte sie, ohne ihre Verwirrung verbergen zu können. „Konnte ich das Blatt vielleicht einen Augenblick haben?" fragte die andere. Käthe erschrak. Isolde durfte doch nicht wissen, welche Rotiz hier herausgerissen worden war. Es war Käthe, als müßte die Feindin dann das furchtbare Geheimnis sofort erraten, und sie erwiderte schon etwas gefaßter als vorher: „Ich werde Ihnen die Zeitung nachher schicken, Fräulein von Kletten." „Danke! Ich will Ihnen nicht vorgreisen." Käthe verlieh die Halle und begab sich in ihr Zimmer. Vollkommen erschöpft sank sie in einen Stuhl und wollte ihre Gedanken ordnen und konnte und konnte es nicht, und wieder hämmerte in ihr die Stimme: „Berndt Klausen! Berndt Klausen!" Es war schrecklich. Währenddesfen stand Isolde schon am Telephon ihres Zimmers und rief einen Zeitungshändler in der Stadt an, ihr sofort die heutige Rümmer der „Wiener Reuen Presse" zu senden. Und als Käthe ihr die Zeitung schickte, warf sie sie achtlos beiseite. Dagegen suchte sie sofort, als sie vom Händler das Blatt erhielt, die betreffende Seite, die sie sich wohlgemerkt hatte, und überlas jede Zeile mit gespanntester Aufmerksamkeit. Käthe ahnte nicht, daß Isolde sie schon eine ganze Zeit beobachtet und genau gesehen hatte, wie sie erschrak und dann eine Rotiz herausriß. Aber welche war es gewesen? Sic sand es nicht heraus. Sie las zwar von Berndt Klausens Unfall; aber sie ahnte nicht, was er für Käthe bedeutete. Sie kam zu keiner Klarheit, behielt indes trotzdem die Zeitungsseite zurück. Kätye brauchte lange, lange, um sich von ihrem Schreck zu erholen, und jeden Tag suchte sie fortan in der Zeitung nach der Rachricht, die sie so sehr ersehnte: nach der Todesanzeige Bemdt Klausens. Sie kam sich grausam und herzlos vor, weil sie auf fein Ende wartete, und doch konnte sie nicht anders. Sah sie doch alle Tage von neuem, wie innig Felix sie liebte, und immer schwächer und schwächer wurde ihr Vorsatz, ihn zu verlassen. Wenn sie in seine Augen sah, wenn sie seine Stimme hörte, dann versank alles andere in ihr; , dann wußte sie nur das eine: daß er sie liebte und sie ihn, und daß sich beide nach dem großen, großen Glück sehnten, das diese Liebe ihnen bescheren sollte. Felix Turnau war schon außer Bett; er durfte stundenweise umhergehen. Und endlich erlaubte ihm Professor Mainwald, in den Park hinaus- zugehen — natürlich an der Seite Käthes, auf ihren Arm gestützt. Und als sie dann auf einer von der Sonne beschienenen Bank nebeneinander saßen, die Hände ineinander geschlungen wie immer, wenn sie beieinander waren, einander in die Augen schauend, da sagte er: „Käthe, du siehst nun, daß ich den Unfall überstanden habe, ohne ein Krüppel geworden zu sein. Das danke ich nächst Gott nur dir und deinen Liebe. Du hast mich unbeschreiblich glücklich gemacht. Aber noch kann ich nicht faff'n. daß du mein sein willst — nicht eher, als bis du vor dem Altar mit mir stehst und ich dort das Ja vom deinen Lippen höre. — Käthe, wann, wann wird das fein?“ Regungslos sah sie neben ihm. Das war die Frage, die Bitte, die sie gefürchtet hatte in allen den Tagen. Was sollte sie ihm antworten? Was durfte sie antworten? Sie senkte die Augen, um seinen flehenden Blick nicht sehen zu müssen. Er sah sie erbeben; er zog sie an sich. „Käthe, liebe, liebe Käthe, du schweigst? Wenn du wüßtest, wie ich mich ängstige, daß du mir abermals entschlüpfen könntest wie damals^ Ich bin wieder gesund; aber ich weiß, ich konnte das Leben nicht ertragen ohne dich, ohne dein« Liebe." „Meine Liebe wird dir immer und immer gehören, Felix", erwiderte sie leise. „Und du — du selbst, Käthe?“ Da schaute sie zu ihm auf. Fest und groß blickten ihre blauen Augen ihn an, und fest klang ihre Stimme, als sie nun fragte: „Felix, wirst du mich wirllich immer liebbehal- ten, was auch geschehen mag?“ „Käthe, das fragst du noch?" „Richt so. Liebster! Sage ja oder nein! Richts anderes will ich in dieser Minute von dir Horen.“ „Ja, Käthe, tausendmal ja! Immer und ewig werde ich dich lieben müssen, und nichts auf Erden soll uns mehr trennen dürfen!" „Richts, Felix? Gar nichts, was es auch sei?" Verwundert schaute er sie an. Er verstand die Feierlichkeit nicht, mit der sie sprach; aber ohne Zögern erwiderte er: „Richts, mar nichts wird mich von dir trennen können, Käthe, als der Tod!" „Willst du mir das schworen, Felix?" (Fortsetzung folgt.) Letzte Nachrichten. Oer Reichspräsident gegen den ß 4 des Volksbegehrens. Berlin, 18. OtL (WTB. Drahlmeldung.) 3m Laufe des heutigen Vortrages des Reichskanzlers nahm der Herr Reichspräsident Gelegenheit, den § 4 des Volksbegehrens, welcher Reichskanzler und Reichsrnlnister, die den Voungpian oder ähnliche Verträge abschliehen, unter die Anklage des Landesverrats stellt, als einen persönlichen politischen Angriff zu bezeichnen, den er bedauere und verurteile. Der Herr Reichspräsident ersuchte den Herrn Reichskanzler, hiervon den Mitgliedern des Reichskabinetts Kenntnis zu geben. Wirtschaft. Oie Reichsbank Mitte Oktober. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Oktober hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der zweiten Oktober- woche um 361 Millionen auf 2319,1 Millionen Mk. verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 326,5 Millionen auf 2082,4 Millionen Mk., die Bestände an Reichsfchatz- wcchseln um 92 Millionen auf 10 Millionen Mk. abgenommen, während die Lombardbestande um 57,5 Millionen auf 134,2 Millionen Mk. angewach- An^Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 353,5 Millionen Mk. in die Kassen der Bank zurückgestossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 337,3 Millionen auf 4349,5 Millionen Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 16,2 Millionen auf 384,9 Millionen Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichs- bank an Rentenbankscheinen auf 38,9 Millionen Mk. erhöht. Die- fremden Gelder zeigen mit 452,6 Millionen Mk. eine Zunahme um 7,9 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 2,6 Millionen auf 2564,1 Millionen Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 141000 Mk. auf 2211,8 Millionen Mk. abgenommen, während die. Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,7 Mill, auf 352,3 Millionen angewachsen sind. Die Deckung durch Gold allein ist von 47,2 v.H. auf 50,9 v.H., diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 54,7 v. h. auf 59 v. H. gestiegen. * 5) r.-3ng. Georg Wolf. Generaldirektor der C. Lorenz QI.-©., Derlin-Tempelhof, beging das Jubiläum einer 25jährigen Tätigleit im Hause der Firma. Dr. Wolf hat in den Rach- kriegsjahren nicht allein die schwierige Aufgabe zu lösen gehabt, das Lorenzsche Weltunternehmen bei völlig veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen umzugestalten, er hat darüber hinaus auch in vielen Verbänden, u. a. als Vorstandsmitglied des Zentralverbandes der deutschen elektrotechnischen Industrie, als zweiter Vorsitzender des Verbandes deutscher Schwachstrom-Industrieller und Mitglied der Internationalen Handelskammer an dem mühsamen Wiederaufbau und an der Weiterentwicklung der elektrotechnischen Industrie auf das tätigste mitgearbeitet. Wolf studierte an der Technischen Hochschule Charlotten- bürg. Es folgte eine praktische Ausbildung von 1901 bis 1904 in einer Telephonfabrik in Chi- kago. 1904 trat er als Ingenieur in die Firma Lorenz ein. die von seinem Stiefvater Robert Held als Offene Handelsgesellschaft geführt wurde. Rach einem weiteren Jahre in Amerika ernannte ihn die Firma Lorenz, die im Jahre 1906 mit einem Kapital von 1,4 Millionen Mark in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, zum Prokuristen, machte ihn im Jahre 1908 zum stellvertretenden und im Jahre 1910 zum ordentlichen Vorstandsmitglied. Rach dem Tode seines Stiefvaters erfolgte dann feine Ernennung zum Generaldirektor. 1927 verlieh ihm die Technische Hochschü-le Braunschweig die Würde eines Dr.- Ing. ehrenhalber. * Reuer Direktor b ei Opel. Bei Gelegenheit eines zu Ehren des Präsidenten der General Motors Corporation, Sloan, und seiner in Deutschland weilenden Mitarbeiter von der Adam-Opel°A.°G. gegebenen Frühstücks wurde bekanntgegeben, daß auf Wunsch der Brüder Opel Herr I. I. Reuter, ein Deutschamerikaner, als verantwortlicher Lecker frei der Adam-Opel-A.-©. tätig sein wird. Herr Reuter war bisher leitender Direktor mehrerer General Motors-Gesellschaften. * Preußische Erntevorschätzung für Spätkartoffeln, Rüben und Zwiebeln. Die Statistische Korrespondenz veröffentlicht eine Borschätzung zu Anfang Oktober für Hackfrüchte. Danach ergeben sich für Preußen folgende Gesamtmengen in tausend Tonnen (in Klammern sind die Erträge nach der Novemberschätzung v. I. und der Unterschied hiergegen in Prozenten beigefügy: Spat- kartoffeln 23 495 (26 593, weniger 11,6), Zuckerrüben 7738 (8490, weniger 8,9), Futterrüben 11674 (12 427, weniger 6,1). Die Statistische Korrespondenz macht dazu folgende Bemerkungen: Die Kartoffelernte wird besser ausfallen, als man anfänglich aufgrund der Wachstumsbedingungen annahm. Die geschätzten Erträge für Futterrüben und Zwiebeln deuten auf ein leidliches Ergebnis dieser Feldfrüchte hin. Die Kohlrüben scheinen für die kommende Ernte wenig ertrag zu versprechen. Die Zuckerrüben versprachen gerade in den Rübengegenden (mit Ausnahme von Niederschlesien) am wenigsten. . Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18.Okt. Tendenz: teilweise etwas erholt. — Nachdem an der gestrigen Abenü- börse zumeist weitere enorme Abschwächungen eingetreten waren, machte sich im heutigen Frühoerkehr einiges Rückdeckungsbedürfnis bemerkbar, doch wurde es zum offiziellen Beginn wieder eher etwas schwächer. Aber eine einsetzende Inter- oentionstätigkeit der Banken veranlaßte die Spekulation, in Spezialwerten zu einigen Deckungen zu schreiten, so daß in diesen Werten gegenüber der gestrigen Abendbörse vereinzelt Besserungen zu verzeichnen waren. Das Geschäft nahm aber im großen und ganzen wieder kein größeres Ausmaß an, denn die Verstimmung der letzten Tage ließ sich nicht so rasch verwischen. Man konnte aber trotzdem eine allgemeine Besserung bemerken, zumal Abgaben heute kaum vorgenommen wurden. Im Grundton war die Tendenz allgemein etwas zuversichtlicher und freundlicher gestimmt, denn der gestern zur Veröffentlichung gekommene Reichsbankausweis wirkte vorteilhaft nach. Auch wurde die Erholung der gestrigen Neuyorker Börse und die wieder eingetretene leichte Geldmarktentspannung an den internationalen Plätzen begrüßt. Die nicht besonders günstigen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt im Reiche traten mehr in den Hintergrund. Etwas lebhafter gehandelt wurden Deutsche Linoleum, die 3 v. H. anziehen konnten. Siemens gewannen 2 o. H. Besonderes Interesse wandte sich den Chadeaktien mit plus 9 RM. zu. Von Elektrowerten lagen AEG. 1,25 v. H. fester, während die übrigen Werte durchweg bis zu 1,5 v. H. schwächer eröffneten. Chemiewerte lagen bis 1,25 v. H. niedriger. In Glanzstoffaktien hielt auch heute das Angebot unvermindert an, doch war der Verlust mit minus 3,5 v. H. relativ gering. Am Montanmarkt lagen Mansfelder minus 2 v. H. vernachlässigt. Gelsenkirchen gewannen dagegen 1 v. H. Phönix gut behauptet. Stahlverein leicht erholt. Banken uneinheitlich. Am Rentenmarkt waren deutsche Anleihen bei kleinstem Geschäft zumeist etwas gedrückt. Im Verlaufe hielt das Dcckungsbedürfnis weiter an, und b i e Kursbesserungen machten erneut Fortschritte. Licht & Kraft gewannen insgesamt 4,5 v.H. Sonst betrugen die Erholungen im allgemeinen bis zu 1,5 v. H., so daß auch die anfangs etwas schwächeren Werte einen Ausgleich aufwiesen. Anregend wirkten höhere Londoner Notierungen der Anfangsbörse. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 6,5 v. H. beträchtlich erleichtert Am Devisenmarkt hielt die Dollarbaisse an. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1880, gegen Pfund 20,40, London gegen Kabel 4,87, gegen Paris 123,87. gegen Mailand 93,02, gegen Madrid 33,95, gegen Holland 12,0960. Berliner Börse. Berlin, 18. Okt. Nachdem im heutigen Vor- mittagsoerkehr im Einklang mit den Meldungen vom Auslande eine allgemeine Beruhigung und teilweise Kurserholung eingetreten war, eröffnete die heutige offizielle Börse in gewisiem Sinne allerdings wiederenttäuschend. Man hatte wohl nicht damit gerechnet, daß noch in nennenswertem Umfange Ware an den Markt kommen könne, und in der Tat hat auch das starke Angebot, besonders seitens des Auslandes, nachgelassen. Von inländischen Effekteninhabern wurden aber noch Glattstellungen, wie man uns sagt teilweise auch bezahlte Engagements, vorgenommen, da die gestrigen Kursrückgänge zu einem Nachrechnen der Konten Anlaß gegeben zu haben scheinen. Es gelang aber den stützenden Großbanken, die herauskommende Ware ohne allzu große Kursverluste aufzunehmen. Nur festen betrugen die Rückgänge mehr als 1 bis 3 v.H. Reichsbank minus 4 v.H.. Schubert & Salzer minus 6,5 v.H., Polyphän minus 4 v. H. und Spritwerte bis 4,5 v. H. niedriger. Ausgesprochen schwach lagen eigentlich nur Glanzslosf, die mit 240 v. H. einen neuen Tiefstand erreichten. Farben-ktien wurden heute exklusive Bezug notiert. Kräftig erholt lagen Chadeaktien mit plus 8 RM. Auch Ilse Bergbau 3 v.H. hoher. Deutsche Anleihen gehalten. Ausländer wenig verändert. Pfandbriefmarkt still. Der Geldmarkt war immer noch ziemlich angespannt. Tagesgeld 8 bis 10 v.H.. Monatsgeld 9,25 bis 10,5 v.H., Warenwechsel zirka 7,70. Im Verlaufe war die Kursentwicklung zwar keine einheitliche, doch ging später eine erneute Beruhigung von den festeren Londoner Anfangsnotierungen aus. Zu den Interventionen der Banken kamen Deckungen der Spekulation, so daß später 1- bis 2-o. H.- und für Spezialwerte wie Siemens, Ludwig Löwe bis 3-v. H.-Erholungen erzielt wurden. Karstadt konnten wohl im Zusammenhang mit dem neuen Kommunique der Verwaltung 2,25 v. H. anziehen. Frankfurter Getreidebörse. Die süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Preis für Weizenmehl per 100 kg mit sofortiger Wirkung um 0,25 RM. ermäßigt. Gchach-Ccke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachvedaktion des „Gießener Anzeigers" Problem Nr. 234. Don G. Schüller. 1. Preis, „Brisbane Courier". 1927. 8 7 6 5 4 3 2 1 b 8 6 5 4 3 2 1 Weiß. Schwarz, d e ß h Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 6 Steine. Ka8; Ddl; Tg7, h3; Lf8, h5. Schwarz: 12 Steine. Kh6; Da3; Tc6, f2; La7, e6; Sb8; Ba5, b2, d7, e4, g5. Partie Nr. 163. Durch den Sieg in der nachfolgenden, sehr interessanten Partie sicherte sich der Führer der weihen Steine den 1. Preis. Gespielt in der letzten Runde zu Karlsbad. Indische DerteidigllLg. Weih: Aimzowitsch. Schwarz: Tartakower. 1. d2-d4 1. Sg8-f6 2. c2-c4 2. g7-g6 3. f2 — f3 Rimzowitsch gibt wie gewöhnlich der Partie gleich zu Beginn ein neues Gepräge, er will sich ein starkes Zentrum auf bauen; sonst geschah hier immer Sf3. 3. ... 3. Lf8-g7 4. e2-e4 4. d7 —d6 5. Sbl-c3 6. Lcl-e3 7. Sgl-h3 8. d4-d5 9- Sh3-f2 2n Frage kam hier nach 10. Dd2 mit 10. . 10. Ddl — d2 5. 0-0 6. Sb8-d7 7. e7-e5 8. a7-a5 9. b7-b6 Wohl 9.....H6, um sich .Kh7 aufzubauen. 10. Sd7-c5 11. Le3-g5 11. Lc8-d7 12. g2-g4 12. Dd8-c8 13. H2-h4 13. Kg8-h8 13..... Se8 14. Le7. 14. h4-h5 14. g6xh5 15. Lg5xf6! Sehr gut gespielt. Ein zweifelhaftes Spiel hätte 15. gXh, Sg8 16. h6, Lf6 17. Lxf6, Sxf6 18. Dg5, Se8 19. De7, Tg8 20. Dxf7, Dd8 usw. ergeben. 15... . 15. Lg7xf6 16. Thlxh5 Weih erlangt nun mächtigen Druck auf der h-ßinie. 16. ... 16. Lf6-g7 19. Txh6 + fämtliche Geschütze zum ent- Führt zu einem eleganten Schluß. Lösung des Problems Ar. 230. 17. H-f6 18. H7-H6 17. Sf2 — hl! 18. Dd2-h2 29. Kh7-g8 30. Kg8-f8 31. Th8-g8 32. . .. 33. TH4-H2 34. b2-b3 35. a2-a3 36. Dd2-cl 33. Kf8-e8 34. Ke8-d8 35. Tc8-a8 36. Le7-f8? 37. Dg6-h7 38. Dh7-h8 39. Dh8xg8 28. ... 29. Kg2 —hl 30. Se2-g3 31 Sg3-f5 32. Dh2-d2 20. Tf8-g8 21. Tg8-h8 22. Dc8-e8 23. Lg7-f8 24. Sc5-b7 25. De8 - g6 26. Sb7-d8 27. Sd8-f7 Widerstand leisten. 37. Sf5-h4 38. Sh5xf6 39. Sf6Xg8 40. g4-g5 40. e5xf4 41. Dg8-h7 42. Lf8xh6 43. Kd8-c8 44. Ld7xf5 45. Kc8-b7 46. Ta8-h8 47. Th8xh7 48. Kb7 - c8 49. Th7-h8 50 Kc8-d8 51. Kd8-e8 52. Ke8xl7 Aufgegeben. 40. ... 41. g5xh6 42. Dclxf4 43. Df4-164- 44. Sh4-f5 45. e4xf5 46. Df6-g6 47. DgöXh7 48. Tgl — g6 49. f5-f6 50. Lf3-g4+ 51. Lg4-e6 52. Le6xf7+ 53. Th2xh6 Ein grober Fehler, der Rimzowitsch nun den Sieg etwas leicht macht. Mit 36.....Dh7 nebst Dh8 und dann Lf8 konnte Tartakower längeren 19. ... 20. Lfl-e2 21. Kel-f2 22. Th5-h4 23. Tal-gl 24. Kf2-g2 25. Sg3-h5 26. f3-f4 27. Le2 - f3 28. Sc3-e2 Rimzowitsch holt . scheidenden Schlußangriff heran. 28 Lf8-e7 Weiß manöveriert sehr geschickt. Rach Feststellung des Königsflügels wendet er feine Aufmerksamkeit dem Damenflügel zu. 32. Fa8 —c8 19. Shl-g3 19. Txh6 + Ergäbe nur Remis durch ewiges Schach. - 19. Kh8-h7 Don Dr. QL W. Galihkh. 1. Kel-fl!, Kd5-e6 2. Dd3-b5 usw 1. ..., Kd5-c6 2. Dd3-f5 usw. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Konjunktur. Dor dem Warenhaus knufft und drängelt sich ein Rudel Straßenjungen. Dicht am Portal geschieht das. Die Hintenstehenden drängeln nach vorne, die Vornestehenden wollen zurück und andere oor- drängen. Bis schließlich ein Passant fragt: „Was spielt ihr da eigentlich, Jungens?" „Was heißt spielen?^ sagt einer. „Hier kriegt jeder fünfundzwanzigste Besucher eine Düte Bonbons gratis! Und wir find grade fünfundzwanzig!" (Lust. Bl.) „Spiel." Die Kinder spielen Kaufmann. Plötzlich packt Herbert alles zusammen. „Warum spielst du nicht mehr?" „Schlechte Zeiten, Sanierung mißlungen. Ich melde Konkurs an!" Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. itranlfurt a M Berlin -chluß. Kur» •Uh- Stur Schluh 1 Rur. | tlnsang. Rur? Datum 17- 10. 18. 10- 17. 10. 18. 10. 6 eu fite Ji. idieamein on ........ 87,5 — 87,5 — 7% Deutsche Reichsanlethe von 1929 ......... Dl. Am.-Äblös.-Schuld mit Aus 99 — 99 — Ich.-Rechten..... 50,10 50,13 9,1 50,25 50,25 De^ni nfin" 9I»e>ch. Recht.- 8% Hess. SolHflaat von 1929 9,2 9,13 9,13 trbckjahlb. 102%) .... Ober!,essen Provinz - Anleihe mit 90,25 — 90 — Auelof.-Rechten...... - _ _ Deutfche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hnv -Banl Goldpse. 52,25 — 52 — X I >1 unkündbar bis 1934 . 94,75 — —— 7% Franks. Hnp.-Bank Goldpse. unkündbar bis 1988..... *¥*% Rbeinische Hyp.-Bank Liqu. Goldpse........ 85,5 — — — 76,2 — _ 8% Pr. Lande«psandbriesanstalt, Psandbriesc R. 17..... 8% Pr. LandeSpsandbrtesanstalt, 98 — 98 — Romm.-Lbl. R. 16..... 95 -- 95 7% Pr. Landespsandbrtesanstalt, Psmidbricse DL 10 . . . 89 — 89 _ A->. G % t*4fll. von 1913 .... 4% Ungarische Kronenrtr.. . . 2 _ 14,25 2 1,95 4% Xüd. Aollanl-ihe v. 1911 . 7,5 — ,,65 7,6 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. Serie I....... 7,5 — 7,7 7,55 4% dedgl. Serie II. 5% Rumänische vereinh. Rente 7,5 — 7,55 7,5 von 1903 . . . . Rnmänische vereinh. Rente 8,7 — 8,75 — von 1913 ....... 4% Rumänische vereinh. Nerve 14,13 —— 14,25 7,25 — 7,15 — Frankfurt a M Berlin Schlusi- Rurs Ub> Rur. Schluß 1 Rur; | Ansang. Kur> Tatum 17. 10. 18. 10. 17. 10. 18. 10. Hamburg-Amerika Palet . Hamb.-Südam. Dampssch. . 115 114,5 115,25 114,25 . r- — — 17o,75 172,5 Hansa Damt sschiss..... in — — 153,5 154 Norddeutscher Lloyd .... . b 107 106,5 107,4 106 Atlg. Deutsche Ereditanst. . - li 122,25 —— 122,65 122 Barmer Bankverein .... Berliner HandelSgeiellsch. . . Commerz- und Privat-Bank. 1( 122,5 122 122,9 122,5 li 11 192 171 171 193 171 190,75 171 Lärmst, u. Nalionalbanl . 1L 256,5 255 256,75 '.55,5 Deuliche Bank...... Dieconw-Schellschaft, Ant. . 11 160,25 160 160,25 160 1-' 160,25 — 160,25 160 Dresdner Bant...... 11 154 152,25 154 152.75 ReichLbank........ 1: 281,5 283 286 282,5 A.E.G.......... 73,5 174,75 175,5 175 Bergmann . . Elektr. LleserungSgesellschast 200 —- 201,5 200 1- 159 — 159,5 160,25 Licht und SIraft H 164,5 — 166 166,75 Nellen & Guilleaume .... 7 V, -18,5 117 118,5 117,9 Gei. s Elektr. Untern..... 10 — 164 164,25 162,5 Hamb. Elektr -Werte .... 1 — — 129,25 Rhein. Elektr........ — 140,75 142,5 141 Schlei. Elekn ...... 10 — — 161,5 158 Schlickert & Co. ..... 11 187,25 187 189 186,25 Siemens s yalste ..... IC 325 327 129,5 326 Transradio........ . 8 — — 130 128,25 168,5 1- 170 170 Buderus........ . 6 65,25 — 65,5 64,4 Deutsche ErdA...... . 6 — — 02,5 101,75 vstencr Steinkohle..... . L — —— 130 128,6 Geilenkirchener...... . 8 130 131 131,75 131 Harpener......... . O • 34,5 — 134,5 133,75 Hoesch Eilen........ cy. — — 115,25 115 Ille Bergbau....... 10 210 — 210,25 213 Rlödncrroerfe ...... 107 — 106,5 105,5 Söln Ncuellen . . . . 7 — — 112,65 111 Mannesmann -Röhren . . . 100 101,13 100,25 Mansselde- Bergbau . . . . —— 125 127 126 Cbcndi'ei iMien eoni . . . <— 127 70 Lberschlkt floWmerfe. - . . 95 98.25 Phönix Bergbau...... Rbe-nllch- Braunkohl«». . . Rheinstahi........ Riebeck Mouran...... 10 . 7,2 104,4 253,5 104,4 105,13 254 106 111 104,25 252,25 105 .Xranlhirt a M Berlir idjiuö» Rure ■Ub Rur €d)lu6' Rute Ansang- Kure Datum 17. 1u. 18. 10. 17. 10. 18. 10 Bereinigte Stahlw 108,13 108,25 109,25 108,5 Otav Minen . 16'/. — — 63,75 63,6 Rai werke Aschersleben . IV 209 — 212 211 Rai werke Westeregeln . 10 13,5 — 218 218 Katiwer c Salzdenurth . 16 340 — 345 383 I. G Farben.Invustrie . 12 — 185,5 193 185,75 Dynamit Nebel . . . . . 6 — —— 90,75 — . . y 141 —— —— — Goidichmidt .... . . 6 66,5 — 66,75 65,5 RsttgerSwcrke .... * * . . 6 73,5 72,5 73,75 71,5 Meiallgeiellichakt- . . . . 8 119,5 119,25 119,75 119 PHUipp Hofmann . - 1 88 87,25 86,75 Seinen werk Heidelberg e e . 1U 125 125,25 — Eemeniwcrk Rarlftabt • ■ . 10 176 — iffiaoB>4 -irry'ag - • . . 8 84,5 85 — SchMthetS Patzenhoser - - . 16 — — 280 276 Ostwerke...... . 12 216,5 212 vet. Glanzstosf . . . Bemberg...... . 18 14 244 208 240,5 209 256,75 210 240 205 ßellftoli Waldhos . . e ■ 13 y. 11,5 210,75 212,5 210,5 gellftoii Aschassenbura Charlottenburger Waste e . . 12 — 133 137 130 ! . . . 8 — — 93 93,4 Desiauer Gar . . V — — 172,5 171 Daimler Motoren . . . . 0 — — 35,65 34,9 Deutsche Linoleum . 257 260 262 260 Maschincirbau A.-G. . . • . . 0 — — 45,5 43 A " tro tte «l y c e e . . U 38 38 33 38 tiuoro. Loew . . • • . io —— — 164,5 161,5 Nai. Automobil . . . • e . . 0 —• — 20,5 20,13 Ctenftein s Koppel . e e . . 6 — — 74,5 73 L onbard Tietz ■ . . . 10 — 172,5 170,5 SvcnSka ..... -60 359 360,5 359 Krankt. Maschinen . . - . . . 4 42 _ — — Griyner...... . . 6 47 —— — —- Heyligenstaedr . . . • • . . 0 ,75 — -- — IunghanS..... Lech werke. 49 — —— -- - . 8 104 103,5 — Mainkrattwerb- Höchst a. M. 6 107 — —— Mag. 10 121,75 121,5 Gebr. Roeder . . . 1t 106 — Botgt 4 Haessner . . e e . . 9 222 — 222 Südv. Buda . . . • • • . 10 146 —- 148 — Banknoten. Berlin, 17. Oktober Geld Bries Amerikanische Noten . . . 4,168 4,188 Belgische Noten ...... 58,28 58,52 Dänische Noten ....... 111,73 112,17 Englische Noten...... . 20,352 20,432 flranzösische Noten....... 16,43 16,49 Holländische Noten....... 168,21 168,89 Italienische Noten........ Norwegische Noten....... 21,88 111,75 21.96 112,19 Dcursch-Oesterreich, ä 100 Schilling 58,72 58.96 Rumänische Noten....... 2,477 2,497 Schwedische Noten....... 112,13 12,57 Schweizer Noten........ 80,80 81,12 Spanische Noten........ 59,96 60,20 Tschechoslowakische Noten..... 12,35 12,41 Ungarische Noten........ 72,85 73,15 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2N. 17. Oktober 18. Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld «rief Amst.-Non 168,45 168,79 168,47 168,81 Buen-AireS 1,751 1,755 1,753 1,757 Brss.-Antw 58,44 58,56 58,43 58,55 Lhristiania. 111,91 112,13 111,91 112,13 Kopenhagen 111,94 112,16 111,93 112,15 Stockholm - 112,35 112,56 112,33 112,55 HclsingforS. Italien. . . London. . . 10,511 21,915 10,536 21,995 10,511 21,915 10,531 21.955 20,382 20,422 20,379 20,419 Neunork . . 4,1860 4,1941 4,1860 4,1920 Paris.... 16,45 80,955 16,46 16,45 16,49 Schweiz . . 81,115 80,93 31,09 Spanien. 60,02 60,14 60,00 60,12 Japan . . . 2,003 2,007 2,004 2,008 '»io de Jan ,497o 0,499s 0,497 0,499 Wien in D-° Cefl. abgesl .8,82 58,92 58,79 58,91 Prag . . . - Bclirad . 12,39 12,41 12,386 12,406 7,391 7,405 7.391 7,405 Budapest. . 73,08 73,22 73,04 73,18 Bul mrien 3,030 3,036 3,032 3,038 Lissabon . 18,8u 18,84 18,76 18,80 Danzig. . . 81,44 81,66 81,43 81,59 .Ronftaiidn. 1,995 1,999 1,993 1.997 Athen. . 5,435 5,445 5,435 5,445 Canada .. 1,150 4,158 4,146 4,154 Uni uay. 4,091 4,099 4,086 4,054 Tatro - . 20,90 20,94 20,90 20,95