Donnerstag, 18. Zull (929 179. Jahrgang Rr. 166 Erster Blatt vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfitütr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspfennig- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20 mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange,- für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezugrpreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Briand über die Regierungskonferenz. Blums Räumungsantrag von der Kammer mit 112 Stimmen Mehrheit abgelehnt. - Herriot greift in die Debatte ein. Paris. 17.3uli. (WTB.) Die Kammer hat in Fortsetzung der allgemeinen Aussprache über die Ratifizierung der Schulden- abkommen heute vormittag sich weiterhin mit dem Vertagungsantrag des sozialistischen Abgeordneten Leon Blum beschäftigt, wonach vor der Ratifizierung der Schuldenabkommen Klarheit über eine entschlossene Friedenspolitik Frankreichs geschaffen werden soll. Leon Blum ergriff zunächst das Wort, um auf die gestrige Rede B r i a n d s zu erwidern. Er erklärte, daß der bekannte Zauber, der von Briands Worten ausginge, schon Lloyd George nicht genügt habe und auch gestern nicht genügen konnte. Briand habe vielleicht zum Ausdruck gebracht, daß Frankreich auf die Vorbehalte gegenüber dem Schiedsgerichtsverfahren verzichte, aber auf alle anderen Fragen habe er keine Antwort erteilt. Wenn die Regierung daran sesthalte, daß sie vor den Verhandlungen keine Verpflichtungen übernehme, so sei dies ein Zeichen der Schwäche. Leon Blum erwähnte dann die ausweichenden Erklärungen Hendersons über die Saar- frage, wobei er betonte, daß der englische Minister sich nicht in dem Maße, wie Vriand behauptet, hinter das Verhandlungsgeheimnis verschanzt habe. Er habe nur, um Frankreich zu schonen, über die Saarfrage nicht mehr sagen wollen. Hier warf Briand ein, ob es denn kein Mangel an Rücksichtnahme aus England und die Alliierten sei. wenn die französische Regierung in einer Frage, die nicht Frankreich ganz allein interessiert, eine kategorische Stellung einnähme. Blum erwiderte: Sie kennen die Gefühle unserer Alliierten,' sie sind offenkundig. Zum letztenmal sagen wir der Regierung-uud der Kammer, daß eine unheilvolle Tendenz besteht. Es ist der Chauvinismus. Wir glauben im Rainen eines aufrichtigen Patriotismus zu sprechen, dessen Ehrgeiz darin besteht, sein Land auf dem Wege der Gerechtigkeit und dem Frieden der Welt vorwärtszubringen. In der Nachmittagssitzung der Kammer ergriff nochmals Briand das Wort zu einer längeren, großenteils improvisierten Rede. Er führte u. a. aus: Wenn wir vor einer Konferenz mit einem fest bestimmten Programm stehen, so ist es die französische Regierung, die diese neue Friedensgelegenheit in Genf vorbereitet hat. Es wäre in Gen^ leicht gewesen, eine negative Haltung einzuneh -"n. Aber als Reichskanzler Müller nach eine , hr lebhaften Erörterung die Beunruhigung .^rvorhob und mich fragte, ob ich eine Besprechung zu sechs annehme, habe ich sofort mein Einverständnis erklärt. Wir waren schließlich alle darüber einig, eine Tagesordnung anzunehmen, die der Presse im Interesse des internationalen Friedens mitgeteilt wurde. Ich habe Reichskanzler Müller gesagt: „F r a n k r e i eh will von Ihnen nichts Unmögliches verlangen. In Thoiry haben Dr. S t r e f e m a n n und ich die Möglichkeit, alle Schwierigkeiten zwischen den beiden Ländern zu zerstreuen, ins Auge gefaßt," Briand fuhr fort: Ich bin mit Blum einverstanden: zwischen Deutschland und Frankreich müssen alle Anlässe, jedenfalls möglichst viele Anlässe der Verstimmung verschwinden (lebhafter Beifall auf fast allen Bänken). Die Lage muh geklärt werden; sie muh entgiftet werden. Alle Anlässe, die Frankreich Deutschland gegenüberstellen wie einen Gläubiger, der sein Recht verlangt, und einen Schuldner, der dieses Recht hartnäckig bestreitet,, müssen verschwinden. Ich-sagte zu Reichskanzler Müller: „Es ist nicht zulässig, daß die französische Oeffentlichkeit, die sich dem Frieden zuwendet, jedes Jahr, 62 Jahre lang, ihren Gläubigern aus dem Kriege kolossale Summen zahlen muß, während Sie es absichtlich unterlassen würden, die notwendigen Anstrengungen für die Zahlungen zu machen, die die Einigung ermöglichen müssen. Es ist notwendig, daß diese Anstrengungen gemacht werden. Sie müssen ein für allemal gemacht werden, damit die aufreizende und verärgernde Reparativ ns frage von der Tagesordnung unserer Konferenz verschwindet. Solange Frankreich zu Deutschland in Drohungen spricht und Deutschland zu Frankreich in Ablehnungen, ist kein Frieden da." Briand erklärte weiter: Wir haben uns vollkommen verstanden. Reichskanzler Müller war mit den drei Punkten ein- verstanden, die auf unserer Tagesordnung stehen. Ich habe mit Bedauern in englischen Zeitungen gelesen, daß in Genf keine Vereinbarung getroffen worden sei. Gewiß haben wir kein Abkommen unterzeichnet, aber wenn man sich nach diesen Tagen ehrlicher Auseinandersetzung über die Abfassung eines Textes geeinigt hatte, wenn dieser Text der Presse mitgeteilt wurde und wenn niemals ein Protest gegen den Text laut geworden ist, so wäre es eine erbärmliche Schikane, seinen vertraglichen Charakter für Frankreich in Frage stellen zu wollen. Dieser Charakter besteht auch für England und für die anderen alliierten Signatarmächte. Eine Vereinbarung dieser Art findet ihre Auslegung in den Besprechungen, die ihr oorausgegangen sind. Wir wollen Elemente des Friedens einsetzen. Wenn wir das Rheinland sofort räumen, ist der Friede dann da? Rein! Werden wir die Konferenz dann zum Frieden geführt haben? Rein! Sie wäre vielmehr mit einem Fehler Im Prinzip behaftet. Wenn ich als künftiger Unterhändler unvorsich- tigertoeife eine Erklärung abgebe, um die Opposition zu befriedigen, so wäre die Konferenz gleichfalls in ihrem Ursprung behaftet und in chren Ergebnisfen erschwert. Cs handelt sich um die Rheinlandräumung und den Vvungplan. Wenn eine Einigung über den Boungplan besteht, der nach allen zum größten Teil bon der Regierung in seinen wesentlichen Bestimmungen angenommen worden ist, wenn dieser Plan Wirklichkeit annimmt, wenn er von den Parlamenten ratifiziert wird, wenn er lebendig wird, wenn er eine endgültige Regelung der Reparationen bringt, in diesem Augenblick wird zwischen Frankreich und Deutschland alles möglich! Es ist nicht möglich, Dinge zu tun, die nicht im Vertrag stehen. Es gibt im Vertrag einen Artikel, der besagt, daß das Rheinland beseht wird. Die Oeffentlichkeit muß aufgeklärt werden. — Briand erinnerte an seine gestrigen Ausführungen über der Bestimmungen der Räumung der ver« schiedenen Rheinlandzonen und fuhr dann fort: Es ist unter den gegenwärtigen Umständen für Frankreich unmöglich, die Kommerzialisierung seiner Forderungen an Deutschland auch nur zu versuchen. Der Frieden liegt in den gemeinsamen ehrlichen Bestrebungen der beiden Länder. Ich ziehe den Wunsch der Reichsregierung, zum Resultat zu gelangen, nicht in Zweifel. Sie hat im Reichstag eine Mehrheit gefunden. Der Abgeordnete Blum hat von Rationalismus gesprochen. Wir haben ihn alle mehr oder weniger in uns. Der Chauvinismus, der nichts gegen den Frieden sprechen will, der aber alle Gelegenheiten sucht, um ihn zu diskreditieren, dieser Chauvinismus ist das Schlimmste für die Völker. Cr ist es, der sie in blutige Kriege verstrickt, noch eße sie darüber nachgedacht haben. Gegen Rußland bricht mit China. £d\^^Chdbdrowsk MONGOLEI DlS Ostcbioesfecbe Bahn. ~6T jetzt in der real-historischen Welt, die sie in ihrer Iugend schon liebte, mit den zwei Bänden der herrlichen Städtebilder „Im alten Reich" (1927 bis 1929). Heberzeugen wird sie uns erst vom Organischen ihrer bisher nur konstruktiven neuen Entwicklung, wenn ihre erreichte Harmonie, die im starken Gegensatz zur Dichtergeneration unserer Zeit steht, im Kunstwerk Gestalt geworden sein wird. Das erhoffen wir von der Weisheit ihres Alters mit frohem Mut. — Hochschulnachrichten. Als Rachfolger des zurücktretenden bekannten Internisten Prof. H. Sahli ist vom Bernischen Regierungsrat Prof. Dr. mcd. Walther Frey, Direktor der inneren Abteilung des Katharinen- Hospitals in <3 t u 11 g a r t, zum ordentlichen Professor für innere Medizin an der Universität Bern und zum Direktor der Medizinischen Universitätsklinik im Inselspital gewählt worden. Dr. Frey, dessen Sondergebiet Herzpathologie ist, ist 1884 zu Bern (Schweiz) geboren. Der ordentliche Professor der Philosophie Dr. Max Wundt in Jena hat einen Ruf an die Universität Tübingen als Nachfolger von Prof. K. Groos erhalten. Prof. Wundt, Rudolf Euckens Nachfolger auf dem Jenaer Lehrstuhl, ein Sohn des Leipziger Philosophen Wilhelm Wundt, ist 1879 geboren, studierte unter Leitung seines berühmten Vaters sowie in Freiburg, Berlin und München und begann im Jahre 1907 seine akademische Laufbahn als Prioatdozent in Straßburg. Anfang 1918 folgte er einem Rufe als a. o. Professor nach Marburg als Nachfolger von Georg Misch. Seit Ostern 1920 wirkt Wundt als Ordinarius und Nachfolger des Geheimen Rates Rudolf Eucken in Jena. Eine Berufung nach Gießen als Nachfolger Siebecks hat der Gelehrte abgelehnt. Seine Arbeiten bewegen sich vorwiegend auf dem Gebiete der griechischen Philosophie. j)ie b Lrklarw lentis Hier de seinem gebung 'M < Sieben Ais ein «j schnell^ geteuft Säume Saum; auf die wo sie i vier Pe ten die ten 2e den * Lloy^ nkanO iibernv" rr*pr% der ''gtrffW VL BttllM In Kaiser Jacht war er st oh! Frau, in Kc ein 2 einer vemu gelvan einem gesehen Koffer Polizei am M teils dr Ve den bei Bibliotl rich ui dem lo eignet Ürdrich auS d entw Firma gab e' 3m Banke! letzten ten gi trag de auf 23 Tach deutsch land: Ägar denmi Don gefähr währe! wendu! d.i7, 3uöetule,n Muy. 6 ineme^i'/ie 6 der KJl^e Leiter der zW^" «Ä 60" %r. Kit tzer &toJc ivert. tQ4 Äunb ist. müsse die Qu'* ^finden ,on England. »Ä»ft a®j £' J° M) kein %ai« mmg kommen konnte. -önigsbesuch rsleben. Ali- (DTR) Die aui Idet wird, sind der nlgin von Däne- in Bord der königliche, der Stadt und des De- An dem Empfang Hal che Fraktion bei *mal seit 1920 be> er Welt. ch des „Abtao". iuli. MB.) Bon der Je ie bereits gemeldet, ir e n chilenischen Truppen io“ sind, wie auf (Brun! m zur Hilfeleistung herbei llt werden tonnte, im qar argen toorben. Die Zot alfo um eine tyr/oi er- «eit fünf Sd)iffe,to n der UnMcheüe cir. mhr vor als treib ent. en 41 Mann der Besatzm ch von dem Schiss i worden zu sein. Der Stun die man je an der chilern )ie Rettungsdampfer tömui er anhaltenden stürmisch? > Fischerboote leinen Hasa en auf offener See bleibt:. rfflinger“ an Land gebracht inßtau berichtet, sind K ij ein Riff aufgelaufenr Menschen auszugleichen, p tpersönlichen, zu typisiere., schon in den drei Bände: -auf Siefen iwick-N- «ich * niftficn. vom üubjetnoe* S zum Äntikcm W d r Romantik zur k afs^ torerft 9M K ■ w .Rf.*'« «*%. K'S i Organs^ 'M •.•ÖEXS&e e im staue" jm Aunsi ^-^wird Das erhoff^ -KÄe-kn»^ Inadi*"; inrüätreken «iernifd)ti & y Dr. med. Ktharl"^ -f*ei i *,*»5 vfe'Fs nl5i ®tcf »«“pselet1*‘/A * ff**** um 5ren-ln>. Li (orvna. 165 ** Eine Serie von Gewittern entlud sich heute in den frühesten Morgenstunden über unserer Stadt und in der näheren Umgebung. Die Gewitter setzten etwa zwischen 3 und 3,30 Ufjr ein und dauerten in ziemlich ununterbrochener Folge bis gegen 7 ilfjr an; sie brachten neben reichlichen Niederschlagsmengen, die der Land- wirtschast nach der starken Hitze und der anhaltenden Trockenheit der letzten Tage gutgetan haben dürften, zum Teil sehr heftige elektrische Entladungen, die sich besonders gegen 5 Nyr m rascher Folge und großer Stärke austobten. Wie wir von zuständiger Seite ersahren. sind einige durch Blitzschläge verursachte, unwesentliche Storungen in der Lichtleitung zu verzeichnen gewesen. welche in der Hauptsache die ackeber- landanlage betrafen, und wodurch die Meldeapparate automatisch in Tätigkeit gebracht wurden. Die Störungen, welche im Stadtgebiet kaum nennenswert waren, konnten sofort behoben werden. Auch bei der Reichsbahn traten Storungen im Fernsprechbetrieb ein und zwar in der Richtung Limburg, Aschaffenburg und Friedrichsdvrf- MlttVCKh, d.17,Juli, 1929.7h aDd$. 1 Uhr Greenwicher Zeit a u f g e st i e g e n, aber nach einer Stunde wieder hierher zurückge- k e h r t, da seine Anlage gestört war. Der neue Aufstieg wird voraussichtlich heute erfolgen. Deutsches Flugzeug in Island gelandet. 26 <>0^ J 2Q Q 1819: der Dichter Gottfried Keller in Zürich geboren (gestorben 1890); — 1834: der französische Maler E. Degas in Paris geboren; — 1859: der Mediziner und Schriftsteller K. L. Schleich in Stettin geboren; — 1917: Friedensresolution des Deutschen Reichstags. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190 bis 200; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 30 bis 35; Weißkraut 30 bis 35; gelbe Rüben 20 bis 25; rote Rüben 20 bis 25; Spinat 30; Römischkohl 15 bis 20; grüne Bohnen 35 bis 50; gelbe Dohnen 40 bis 50; dicke Bohnen 20 bis 25; Erbsen 25 bis 30; Mischgemüse 10 bis 15; Tomaten 30 bis 60; Zwiebeln 10 bis 25; Rhabarber 10 bis 15; alte Kartoffeln 5i/2; neue Kartoffeln 9 bis 10; Frühäpfel 40 bis 50; ausl. Acvfel 45 bis 70; Dirnen 20 bis 50; Dörrobst 30 bis 35; Kirschen 45 bis 70; Sauerkirschen 45 bis 50; Heidelbeeren 40 bis 50; Stachelbeeren 20 bis 35; Johannisbeeren 25 bis 30; Erdbeeren 70 bis 100; "Walderdbeeren (der Schoppen) 50 bis 55; Himbeeren 70 bis 80; Aprikosen 55 bis 60; Pfirsiche 75 bis 80; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Tauben 70 bis 90; Eier 13; Blumenkohl 30 bis 90; Salat 10 bis 15; Salatgurken 25 bis 50; Einmachgurken 5 bis 10; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 10 bis 15; Rettich 20 bis 30; Sellerie 10 bis 15; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pf.; der Zentner: alte Kartoffeln 4,50; neue Kartoffeln 8 Mark. Bornotizcn. — Tageskalender f ü r Donnerstag. 6. Abonnements-Konzert, Liebigshöhe, 20.15 älhr. — Derein Oberhessisches Damenheim c. CD.: Mitgliederversammlung. 18 Uhr, im Lukassaal (Lie- bigstraße 56). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Verirrte Jugend", ..Man soll kein Kavalier fein 1“ und „Der Farmerlehrling". — Abonnementskonzert. Für das tun Donnerstag, 18. Juli, abends 8£ Uhr auf der Lie- bigshöhs stattfindende VI. Abonnementskonzert der Militärkapelle hat Obermusikmeister L ö b e r ein sorgfältig zusainmengestelltes Programm vorbereitet. An Ouvertüren sind „Egmont" und „Die Entführung" vorgesehen, denen die Fantasie: „Boris Godunow", sowie „Die Zirkusprinzessln" folgen werden. Ein Solo für zwei Pikkoloflöten und em Charakterstück „Zug der Gnomen" bilden den Abschluß des I. Teils. Außer einer großen Fantaste aus „Tristan und Isolde" und der neuesten Erscheinung: „Johann Strauß spielt auf", nimmt das Konzert mit einem Studentenliederpotpourri seinen Abschluß. Auch für.Nichtabonnenten kann der Besuch dieser Konzerte empfohlen werden. — Ein Rosenfest mit Rosenball und Wahl der Rosenkönigin findet in ,B a d - Nauheim am Samstagabend im großen Bühnensaal des Kurhauses statt. Als besondere Üeberraschung ist eine Gratisverlosung vorgesehen, bei der die Nummern der Eintrittskarten als Losnummern gelten. Das Rosenmaterial für das Fest wird von der bekannten Firma Gebrüder Schuck- Heis, Steinfurth, geliefert. (Siehe heutige Anzeige.) Amenkafahrl und Wellslug des Zeppelin Vefriedigender Abschluß der Mtorenprüsung. Lloyddampfers „De rfflin ge r" von dem ame- rikanischen Torpedobootszerstorer „Paul Jones übernommen und in Tsingtau an L an d gebracht worden. Ebenso landete die „Blackauk einen Teck der Besatzung. Das amerikanische Kanonenboot Beaver" bleibt zur Hilfeleistung in der Nahe des „Derfflinger". Außer von Schanghai sind auch von Dairen Bergungsdampfer nach der Unfallstelle unterwegs. Das Eigentum am Ewsee. Die bayerische Regierung hat eine halbamtliche Erklärung herausgegeben, die besagt, daß keine we- jeniliche Gefahr für den Eibsee beftunta, ta to Ufer des Sees Eigentum des bayerischen Staates feien. Der bayerische Staat wurde von seinem Standpunkt, daß er allem über die Umgebung des Eibsees zu verfugen habe, in keiner Weise abgehen. Lieben Personen bei einem Autounglück verletzt. Auf der Straße zwischen Münstermaiseld und Raunheim bei Polch (Reg.-Bez -Koblenz) fuhr ein aus Boppard stammender Kraftwagen in schneller Fahrt die Straße entlang, geriet ms Schleudern, riß drei an der Straße stehende Bäume um und verfing sich an einem vierten Daum. Die sieben Insassen des Autos wurden auf die Straße und in die Felder geschleudert, wo sie verletzt ausgefunden wurden. Wahrend tat vier Personen die Berletzungen leichter sind, muß- ten die übrigen mit schweren inneren und äußeren Berletzungen ins Krankenhaus gebracht wer. den. Der Wagen wurde schwer beschädigt. Schwerer Einbruch in Karlsruhe. 3n das Pelzwarengeschäft 2 onas in der Kaiserpassage in Karlsruhe wurde m der Rächt zum Dienstag eingebrvchen und Petzwaren im Werte von über 28 000 Mr. g e- stöhlen. Die Diebe, drei Männer und eine Frau, hatten in aller Ruhe die gestohlenen Pelze in Kvsfern aus dem Geschäft getragen und in ein Auto verladen. Die Diebin war sogar nut einer Taxe vor der Passage vorgefahren. Man vermutet, daß sich die Diebe nach der Schweiz gewandt haben. Augenzeugen wollen auch an einem anderen Eingang der Passage em Auto gesehen haben mit zwei Männern, die einen Kvsfer trugen. Auch diese Spur toufbe von der Polizei ausgenommen und führt nach Frankfurt am Main. Der entstandene Schaden ist größtenteils durch Versicherung gedeckt. Verhaftung eines Dibliothekaranwärters. Rach einer Meldung aus Graz hat die Polizei den bei der Grazer Universitätsbibliothek als Dibliothekaranwärter beschäftigten Dr. 5. Urd- rich unter der Beschuldigung verhaftet, verschiedene wertvolle Werke der Bibliothek sich angeeignet und an das Ausland verkauft zu haben, älrdrich gestand, im Laufe des letzten Jahres aus der Universitätsbibliothek mehrere Werke entwendet und vier davon einer Leipziger Firma verkauft zu haben. Als Motiv der Tat gab er mißliche finanzielle Verhältnisse an. Schließung von Banken in Florida. Jm Staate Florida haben am Mittwoch 14 Banken ihre Tore geschlossen. Die Zahl der in den letzten 14 Tagen in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Banken beläuft sich auf 22. Der Betrag der in Mitleidenschaft gezogenen Depots wird auf 23 Millionen Dollars geschätzt. Deutschlands Zigarrenkonsum. Rach den Berichten und Statistiken über den deutschen Konsum an Tabakwaren sind in Deutschland im vergangenen Jahre- sieben Milliarden Zigarren hergestellt worden. Die Erzeugung ist demnach um rund eine Milliarde gestiegen. Von diesen 7 Milliarden Zigarren wurde ungefähr die Hälfte in Deutschland verbraucht, während die andere Hälfte für den Export Verwendung fand. Oie Wetterlage. Friedrichshafen, 17. Juli. (WTD.) Der Luftschiffbau Zeppelin teilt mit: Die Erprobungen der nach den neu gewonnenen Erfahrungen verbesserten Maschinenanlagen des Luftschiffes „Graf Zeppelin“, insbesondere einer neuen Maschinenkuppelung, ind nunmehr nach einem mehrtägigen Dauer- lausen der Motoren auf dem Prüfstand zu einem voll befriedigenden Abschluß gelangt. Man ist zur Zeit damit beschäftigt, die ünf Motoren des Luftschiffes und alle übrigen Teile fertigzustellen und einzubauen. Rach dem gegenwärtigen Stand der Arbeiten darf damit gerechnet werden, daß das Luftschiff in den letzten Tagen des Suli die erforderliche größere Probefahrt ausführen wird. Mit wenigen Tagen Abstand, also etwa in den ersten August tagen, wird darauf die Amerikafahrt folgen. Auch an dem Termin für den Antritt der Weltreise, nämlich Mitte August, wird bestimmt festgehalten werden. Gin neuer Start der „Sverige". I t i g t u t (Grönland), 17. Juli. (WTB. Funkspruch.) Das schwedische Flugzeug „Sve- r i g e", mit dem Kapitän Ahrenberg nach Amerika zu fliegen beabsichtigt, ist Mittwoch nachmittag Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 18. 3uü 1929. Etwas vom Starffechen. Don Dr. med. Frih Hermann. Einem den Star stechen..., wie oftmals finden wir im Dolksgebrauch diesen Ausspruch angewendet, ohne daß sich der Betreffende des Sinns oder Unsinns feiner Phrase bewußt wird. Das Starstechen, also einen Erblindeten durch Starstechen sehend machen, ist heutzutage eine gleich überholte Angelegenheit wie im Jahrhundert des Autos und Flugzeugs noch mit Siebenmeilenstiefeln zu marschieren. , .. lieber das Wesen des Stars waren sich die Aerzte des Altertums etwa so unklar wie es heute im Durchschnitt nur noch die blutigsten Laien sind. Der Gebildete weiß sogar etwas vom grünen und schwarzen Star, und daß man unter dem grauen Star die harmloseste Form des sogenannten Altersstars versteht. Kein Vorwurf sei damit gegen die berühmten Aerzte vergangener Zeit erhoben. Sie sind völlig unschuldig an ihrer Unwissenheit, denn damals war jede Sektion des menschlichen Körpers streng ver- boten. Nur mit größter Heimlichkeit wagten es Vermessene, in die Geheimnisse der Anatomie einzudringen. ,. . Nur so ist es verständlich, daß man bis ms Mittelalter hinein das Wesen der Erblindung an eine falsche Stelle dachte. Die Aerzte dieser Zeck nahmen an, daß die graue Trübung, die sie sahen, nicht in der Linse, sondern vor ihr ihren Sitz hatte und so stachen sie den Star, indem sie mit einer spitzen Nadel die Hornhaut durchbohrten und unbewußt doch etwas Gutes leisteten, indem sie die getrübte Linse nach hinten in den Glaskörperraum, der den hinteren Augenteil ausfüllt, versenkten. Ihr Irrtum entstand dadurch, daß sie in der ßinje, diesem klaren, durchsichtigen Körper, den Sitz des Sehens überhaupt vermuteten. Von der physiologischen Tätigkeit der Netzhaut, der Leitungsbahn des Sehnervs, den Gehirnsphären und Sinnes,zentren hatten sie begreiflicherweise keine Ahnung. _ . _ , Wenn die Linse das Hauptorgan des oebens war, dann mußte ihr Verlust oder auch nur ihre teilweise Vernichtung Erblindung zur Folge haben. Da sie aber durch das Starstechen das erblindete Auge wieder sehtüchtig machten, konnte nach ihrer Logik die Linse selbst nicht betroffen worden sein und die festgestellte Trübung mußte vor ihr liegen. So erst entstand die Auffassung, daß es sich bei der Katarakt, wie der Fachausdruck lautet, um einen Schleier handelte, der sich hinter der Hornhaut herabsenkte. Katareo bedeutet ja herabfließen, wahrend das Wort Star vom alten starr abgeleitet ist. Erst dem achtzehnten Jahrhundert sollte die Entdeckung vorbehalten bleiben, in das Wesen der Erblindung Klarheit zu tragen. Ein französischer Arzt namens B r i s s e a u war es der zum ersten Mal an einem Soldaten, tarn er' den Star gestochen hatte, nach dem Tode des Operierten feststellen konnte, daß der Star mit der getrübten Linse zusammenhing. Für moderne ärztliche Begriffe ist das Starstechen eine völlig überholte Operation. Mag sie auch in vielen Fällen den betroffenen Rettung vor dem Blindfein gebracht haben, mehr Unheil hat sie durch ihre Unzulänglichkeit angerichtet, indem vermittels schmutzigen Instrumentariums die (Eitererreger geradezu auf idealen Nährboden übertragen wurden. Selbstverständlich waren es an erster Stelle geschäftstüchtige Kurpfuscher, die sofort wie noch heute den Aerzten ins Handwerk pfuschten und die Möglichkeit gewinnbringend ausnutzten, Geld zu machen indem sie erprobte Methoden sich zu eigen machten, von Stadt zu Stadt zogen und auf tan Jahrmärkten Patienten anlockten. Der augenblickliche Erfolg des Starstechens mußte immer wieder verblüffen. Mystizismus und Wunderglaube der Zeit taten das ihre, solche Pfufcl>?r zu Gottbegnadeten zu stempeln und ihnen Ruhm wie Reichtum 3 Der> Zusammenhang der Spätfolgen mit der Leichtsinnigkeit der Operation wurde meistens niemals begriffen oder zu spät ertannt __ So ist es ein Segen, daß das Starstechen der Vergangenheit angehört. Die moderne Augenchirurgie findet gerade in der Staroperahon ihr dankbarstes Feld, denn nichts ist schöner als einem Erblindeten das Sehvermögen wiedergeben zu können. Technisch genial erdachte Schnitte ermöglichen im Zeitalter der Anti- und Asepsis eine em- wandfreie „Entbindung" der Linse aus ihrer Kapsel und ihren Aufhängebändern. Die fehlende Linse ersetzt für Ferne und Nähe spater die Starbrille. In nicht zu ferner Zeit ist auch mit der Möglichkeit zu rechnen, daß es gelingen könnte, den Alters- yUMtWn die wundervolle goldklare Haarwaachßeife für jedes Haar, auch als Shampoon yvmburg, Me aver tm Laufe des Vormittags ebenfalls vollkonmien behoben werden konnten. ** Personalien. Ernannt wurden: der Gendarmeriehauptwachtmeister auf Probe Wilhelm Becker zu Laubach zum Gendarmeriehauptwachtmeister mit Wirkung vom 1. Juli 1929; die Gendarmeriehauptwachtmeister auf Probe Karl Lang zu Darmstadt und Hugo Heinrich zu Gedern zu Gentarmeriehauptwachttneistern, beide mit Wirkung vom 1. Juli 1929; Georg Pfeiff aus Kesselbach zum Pfleger an der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen mit Wirkung vom 1. Juli 1929. — Verfitzt wurde: der Förster Konrad Oestreich zu Feldkrücken in gleicher Dienfteigenschaft in die Försterei Ehringshausen, Forstamt Romrod. ** Viehmarkt in Gießen. Der nächste Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen findet am Dienstag, 23. Juli statt. Der nächste Schweine- markt ist für den 7. August vorgesehen. (Näheres in der heutigen Bekanntmachung.) *• Liebig-Museum. Auf den öffentlichen Vortrag von Dr. H i l d e b r a n d t (Hannover), über die Liebig-Briefe im Liebig-Museum mit Vorlesung einzelner Briefe, der am Sonntag, dem 21.2uli. vormittags 11.15 iUjr, im Liebig- Museum stattfindet, sei besonders hingewiesen. Dr. Hildebrandt arbeitet wissenschaftlich im Museum, um den umfangreichen Bestand von Briefen und anderen Stücken des Museums zu regiftrie- ren. Der interessante Besitzstand soll dadurch immer mehr der Kenntnis und dem Jnteress« weiterer Kreise zugeführt werden. *• Die Volkshochschule veranstaltetchren Schlußnachmittag am kommenden Sonntag. 21. Iuli. im großen Saal der Wirtschaft Philo- I sophenwald. (Siehe heutige Anzeige.) Fortbildungskursus am Landwirtschaftlichen Institut der Landesuniversität Gießen. In der Zeit vom 17. Iunr bis 13. Juli wurde auf Verfügung des hessischen Kultusministeriums am Landwirtschaftlichen Institut der Universität ein Fort- bildvngskursus durchgeführt, an dem insgesamt 32 Herren teilnahmen, von denen 25 nebenamtlich und 7 hauptamtlich in der Fortbildungsschule im Amt stehen. Die Teilnehmer waren ziemlich gleichmäßig aus den drei Provinzen ausgewählt. Cingeleitet wurde der Lehrgang durch einen Begrühungsabend im Hotel Schütz, wobei Stadtschulrat Fischer. Gießen, im Auftrage des Ministerialrats Diehl über den Zweck der Reueinrichtung referierte. Während. der Dauer I von 4 Wochen fanden dann täglich im Agrikulturchemischen und Landwirtschastlichen Institut durch Prof. Dr. Sessous, Prof. Dr. Krae- mer, Prof. Dr. Kleeberger, Dr. Pfaff, Prof. Dr. Mombert. Prof. Dr. Köttgen und Dr. Appel Vorlesungen über landwirtschaftliche Betriebslehre und andere Gebiete der Landwirtschaft statt. Hand in Hand damit liefen praktische Uebungen. Exkursionen und Lehrfahrten. Zwecks Studiums des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens wurde dem Obstmarkte Finthen ein Besuch abgestattet. Auch in Obstund Gartenbau, landwirtschaftliche Maschinenkunde und Kulturtechnik, insbesondere Meliorationen und Wiesenbau wurden die Kursteilnehmer eingesührt. Am Samstagabend fand auf der Hardtterrasse eine in allen Teilen wohlgelungene Abschiedsfeier statt, zu der sich neben den Kur- sisten fast alle Dozenten eingefunden hatten. Im offiziellen Teil des Abends wies der Leiter des Kursus. Schulrat Fis cher, darauf hin, welches große Opfer die Dozenten gerade in der arbeitsschweren Zeit des Sommersemesters durch diese Vorlesungen gebracht hätten. Prof. Dr. Sessous. der Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts, führte u. a. aus. daß es eine besondere Freude gewesen sei. eine stets aufmerksam folgende Zrchörerschaft und ein immer vollbesetztes Haus vor sich zu haben. Ramens der Teilnehmer sprach Lehrer D e p p l e r. Steinheim, der Leitung und den Dozenten herzliche Worte des Dankes für die hingebende, wissenschaftliche Arbeit aus. Anschließend ging bei Rede, Gesang und Humor der Abend schnell ftar der Menschen ohne Operation zu heilen. Die Fortschritte in der Erkenntnis vom Wesen des Stars bieten dafür die beste Gewähr. Daten für Freitag, 19. Juli. WSR. Sonnenaufgang 4.05 Uhr. Sonnenuntergang 20.07 Uhr. — Mondaufgang 19.09 il$r, Monduntergang 1.20 Tlhr; Mond in Erdferne. Reykjavik. 17. Iuli. (WB.) Die isländische Fliegergesellschaft erhielt ein Telegramm aus Tveraan auf den Färöern, wonach das deutsche Dornier-Wal-Flugzeug um 14 Uhr von Tveraan ab geflogen ist. Der Vorsteher Grogau der deutschen Verkehrsfliegerschule als Passagier will Island für einige Zeit besuchen. Reykjavik. 17. Juli. (WB.) Das Dor- nier-Wal-Flugzeug ist hier glücklich um 20.35 Uhr gelandet. London, 17. Juli. (WB) Reuter meldet, die schottische Funkstation Dick habe aus Thorshavn auf den F a röe r--I n s e l n heute 14,10 älhr Greenwicher Zeit einen Funkspruch erhalten, wonach ein deutsches Flugzeug aus dem Wege nach R e y k j a v i k die Farber-Änseln überfliege. Reuter bemerkt, es handele sich wahrscheinlich um ein deutsches Flugzeug mit der Bezeichnung D. 1422, das bereits heute vormittag gehört worden sei. Rach einer um 15,11 Uhr aus Thorshavn bei der Funkstation Dick eingelaufenen Meldung befindet sich das Flugzeug bei Tveraan, besseres Wetter abzuwarten. ©Wolkenlos.o neuer. O naiD veaecni. »wolkig. ©Gedeckt. «Regen. * Schnee a draupem e neOel K <>cwitter.(§)Windstiiie. sehr leichter Ost «nissiger Südsüdwest Q stürmischer nordwesl Oie Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeinen Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichem auf neeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. In der lohten Rächt ging in unserein Bezirk ein starkes Gewitter nieder, wobei auch ergiebige Regcnfälle auftraten. In Gießen regnete es 22 Millimeter. Der Luftdruck hat eben wieder steigende Tendeirz. Don Frankreich her scheint sich hoher Druck nach Deutschland hin vorzuschieben. Die Wetterlage dürfte sich daher wieder günstig gestalten. Jedoch sind lokale Gewitterstörungen nicht ausgeschlossen, denn Ausläufer des atlantischen Tiefs greifen bis nach Deutschland vor. Wettervoraussage für Freitag: Teils heiter, teils wolkig, schwül, vereinzelt Gewitterstörungen wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 17. Juli: mittags 29,0 Grad Celsius; abends 22,0 Grad Celsius; am 18. Juli morgens: 19,2 Grad Celsius; Maximum 31,5 Grad Celsius, Minimum 16,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 17. Juli: abends 30,8 Grüd Celsius; am 18. Juli: morgens 21,2 Grad Celsius. — Niederschlag 21,0 Millimeter. — Son- nenscheindauer 13 Stunden. dahin. Kreislehrerversammlung in Gießen. Gießen, 17. Juli. Rach jahrelanger Pause fanden sich heute nachmittag im Caf6 Leib die Mitglieder des Kreislehrervereins Gießen zu einer rein geschäftlichen Tagung zusammen. Der erste Dor- sihende, Lehrer Sommer (Grohen-Linden), leitete die vollzählig besuchte Versammlung mit herzlichen Begrüßungsworten ein und widmete dem wegen Krankheit aus dem Vorstand ausscheidenden Vorstandsmitglied Rektor Da ab (Lollar), herzliche Worte des Dankes für seine rege OTiitarbcit im Vereinsleben. Rektor Daab dankte gerührt für die Ehrung und gelobte, auch fernerhin ein treues Glied der Organisatton zu bleiben. Sodann erstattete Lehrer Sommer (Grohen-Linden) den Tätigkeitsbericht aus den verflossenen Jahren. Den Vorstand beschäftigten die Fragen des Abbaus, die Pesta- lozzifeier, Berufsberatung, Besoldungsfragen, Regelung der Mieten in Dienstwohnungen und vieles andere mehr. Die Rechnung des Cßer» eins, von einigen Mitgliedern aus dem Bezirkslehrerverein Großen-Duseck geprüft und für richtig befunden, wurde mit einem Einnahme- Überschuß von 267,33 Mk. genehmigt und dem derzeitigen Rechner, Lehrer Müller (Annerod), Entlastung erteilt. Die Dorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Wiedergewählt wurden als erster Vorsitzender Lehrer Sommer (Grohen- Linden) und als zweiter Vorsitzender Lehrer Keller (Lollar). Für das infolge definitiver Anstellung freiwillig ausscheidende Vorstandsmitglied Lehrer Böcher (Grünberg) wurde als Vertreter der Junglehrer durch Zuruf Schul- verwalter Stumpf (Garbenteich) als Aach- solger bestimmt. Ferner entsendet jeder ^Bezirks- lehrerverein seinen Obmackn, bzw. dessen Stellvertreter, in den Vorstand des Kreislehrervereins. Der erste Vorsitzende, Lehrer Sommer (Grohen- Linden) schloß um 6 Tlhr die Versammlung. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein. L -Röst- vz' M •Nordoyi ’ln 3 Spezialitäten meiner Firma: MMee in vollendeter Qualität Mark 3.60, 4.-, 4.40, 4.80 Lee von Meßmer, Lipton, Ronnefelbt usw. zu Origlnalpreisen, sowie feinster loser Tee */4 Pfund Mark 4.25 und 1.50 1 Masao von Nelchardt, van Houten, Walbbaur usw., sowie lose, gute Haushaltsorte per Pfund Mark 1.50 Heinrich Driesch Geltersweg 70 Telephon 781 6U77A Ortsbausahung. Auf Grund der Bestimmungen in Artikel 2, 29, 37 und 59 des Gesetzes vom 30. April 1881, die Allgemeine Bauordnung betr. und §§ 3—5,7,9 und 78 der Verordnung vom 1. Febr. 1882, die Ausfüh- rung der Allgemeinen Bauordnung betr., wird auf Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 13. Juli 1928 nach Begutachtung durch den Herrn Oberbürgermeister und den Kreisausschuß mit Genehmigung des Herrn Hess. Ministers des Innern vom 28. Juni 1929 zu Nr. M. d. I. 23 959 zu dem Bebauungsplan für das Eichgärtengebiet zwischen Kaiserallee und Wteseimelände einerseits und Moltkestraße und Philosophenwald andererseits folgende Ortsbausatzung erlassen: Zu Art. 29 Allg. Bauordnung. § 1- Gewerbebetriebe, die unter § 16 der RGO. fallen, oder die durch schädliche Dünste,'starken Rauch oder lästiges Geräusch Nachteiliges, Gefahren oder Be- sästigungen für die Anwohner herbei- führen, sind grundsätzlich verboten. Zu Art. 37, 59 Allg. Bauordnung und § 78 Ausführungsverordnung zur Allg. Bauordnung. » § 2 Für die Bebauung wird die zweige- fchossige offene Bauweise oorgeschrieben. Doppelhäuser und Baugruppen bis zu drei (Einheiten können genehmigt werden. Die Wohnfläche in einem Geschoß soll mindestens 75 qm groß sein. Die Entfernung der Gebäude bzw. Ge- bäudegruppen von der Nachbargrenze muß mindestens 4 m betragen. Bei der Anlage von seitlichen Freitreppen, Bal- konen und Erkern in diesem Zwischen- raum muß ein freier Abstand von 4 m innegehalten werden. Alle Gebäude müssen einen landhausmäßigen Charakter haben. Bis ' zum Hauptgesims sind nur zwei volle Stockwerke über dem Kellergeschoß zugelas- sen. Bei Gebäuden mit flachem Dach kann ein Bodenraum darüber so angelegt wer- den, daß ein von der Vorderkante Haupt- gesims angenommener Dachneigungs- winkel von 60° nicht überschritten wird. § 3 Grundstücke von weniger als 600 qm dürfen bei freistehenden Wohnhäusern nicht bebaut werden. Die Grundstücks- breite in der Straßenflucht muh mindestens 16 m für ein Haus betragen. Die Erbauung von Seiten- oder Hinterge- bäuden bedarf der besonderen Genehmi- Kber städtischen Baudeputation. Stal- _m oder Kraftwagenschupoen, sofern sie dem eigenen Bedarf der Wohnungs- inhaber dienen, dürfen errichtet werden; ihre Ausführung muß jedoch in der glei- chen Bauweise wie in der des Hauptgebäudes erfolgen. Die Grundstücke dürfen nur bis zu einem Drittel ihrer Gesamtfläche bebaut werden. § 4. Die Randbebauung der Baublöcke 3 und 4 nach der voraesehenen, der Schule gelagerten Grünfläche zu, hat genau i der im Bebauungsplan angegebenen se zu erfolgen. Der Baublock 5 wird iur Schulhausbauten vorbehalten. .....§ 5. Die Gebäude müssen allseitig gut durchgebildet sein und ein gefälliges architektonisches Aeußere erhalten. 6138C § 6. Vorstehende Ortsbausatzung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Gießen, den 17. Juli 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Ham m. Statt besonderer Anzeige. Gestern abend 12 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Johannes Müller 11., Landwirt im Alter von 67 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Ferdinand Engel nebst Angehörigen. Hörnsheim, den 18. Juli 1929. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 19. Juli, nachmittags 2 Uhr, in Hörnsheim statt. __61560 Heute nacht entschlief sanft nach langem schweren mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Julianna Schäfer geb. Schäfer im Alter von 60 Jahren. Im Namen der tieltrauemden Hinterbliebenen: Johann Emil Schäfer, Weißbindermeister und Gastwirt, und Kinder Familie Wilhelm Schäfer VIII. Familie Karl Schäfer Familie Ernst Schäfer Familie Wilhelm Schlienbecker Ludwig Schäfer und Braut Willy Rudolf und Braut. 6149D Daubringen (Hauptstraße 26), am 17. Juli 1929. Die Beerdigung findet Freitag, den 19. Juli, nachmittags 4 Uhr statt. Krofdorf, den 18. Juli 1929. 01387 & Danksagung. Für die vielen Beweise der Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Mutter Frau Katharine Weil geb. Mandler sagen wir allen herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Bekanntmachung. Dienstag, den 23. Juli 1929, findet Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt stall: sämtliches Vieh wird gcaen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Auftriebszeit am Markttage von 7 bis 8.30 Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 7. August 1929 statt. 61410 Gießen, den 20. Juli 1929. Stellenangebote Jüngerer WMsA für sofort gesucht. Ilan* Noll Ludwigsplatz- Drogcrle. fllMD I tiwläss.l’M für dort. Bezirks- fillale al^Beneral- Verlr. ges. Hob. dauernder Verd. Berus gl. Gehring & Co.410 Benrath (Rhein). ■ <5.47 L> IVür kleine Bier wirtschaft wird geeigneie Nerrsorr gesetzten Alters sesrseht. Schrillt. Angebote unter 3151D an den Gieß. An», erbeten. Ordentliches, nicht zu junges Mädchen mit gut. Zeugnissen zum bald. Eimr. ges. Zu erfr. t. d. Geschst. d. Gies;. Anz. 04529 Der Oberbürgermeister. ________I. V.: Klings p oj\________ Freitag,den 19.M nachmittags ab 2 Uhr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28: 61500 1 Büfett (eiche), 2 Küchenschränke, zwei Schreibmaschinen (Urania und Mignon), 2 Chaiselongues (neu und gebraucht), 6 Sofas, 2 Sekretäre, 1 Vertiko, einen Trumeauspiegel, 2 Kleiderschränke, einen Küchentisch, 2 Ausziehtische, Stühle, 2 Kinderwagen, Gas- und Backöfen (gut erhalten), 1 Grammophon mit Platten, Letten mit und ohne Feberzeug, 2 Kinder- betten, 1 Waschmaschine, 1 Kinderbade' tisch, 1 Kronleuchter (modern), Schuhe, Zigarren, Herren- u. Damenräder u. n. v. a Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmeh Auktionator und Taxator Neuenweg 28 Telephon L4L4 Gelegenheitskäufe! v 30 P. 8. Fafnlr, mit Aufsatz. 7»Sttzer, in erstkl. Zustande, vass. für Vieler-, Vers.- Wagen u. Autovermieiung Mk. 1800.—. 3 15 P. h. Dixi, VorftibrungSwagen. uerft„ febr wenig gefahren, Mk. 1500.—. 11/40 P. 8, Ford-IjimouHine. 6sach bereist, in gutem Zustande, Mk. 1300.—. 4'16 P. 8. Opel, offener 4-Sitzer, mit neuer Maschine............Mk. 1300.—. Kraftfahrzeug - Verkaufs - Ges. __________Hanau a. M. 6136V nur von „Osco11 Ständig frische Ware am Lager 0sco-@ummiw.-6es. Goothestraßo 34 — Telephon 352 Licher Gommermarkt. Mittwoch, den 24. Juli 1929: Zuchtvieh-, handelvvieh-, Schweine- und Prämienmarkt. Bullen- und Schafbockversteigerung. Zum Markt zugelassen sind Tiere au- unverseuchten Gemeinden der Kreise ®ie ßen, Friedberg, Büdingen und Schotten. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr. Zur Prämiierung zugelassen ist hessisches Fleckvieh und Vogelsberger Vieh. Anmeldungen zur Prämiierung werden nock) bis Samstag, den 20. Juli, entaegengenommen. Es werden nur solche Tiere prämiiert, die ordnungsmäßig angemcldet find. 61430 Anschließend an die Prämiierung Bullen- und Schasbockverstcigerung. Infolge des großen Auftriebs günstige Kaufge- legenhcit für Gemeinden, Private und Händler. Große Tombolaverloiung. Nachmittags volksbelnsligung. Umzug der prämiierten Tiere, Konzert und Tanz auf dem Adlerplatz. Sich, den 17. Juli 1929. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. Bitte aufmerksam lesen: Billiger und besser ä Auktion Y........... der u. a. der Allgemeinen Spar- und Kreditbank übereigneten Perser '"S“' Teppiche Ihre Reise nach Frankfurt am Main ist bestimmt lohnend 5935V Aerav 1U filück Frankfurt a. Main, tieuc Mainzer Straße 56-58 M5ay <* Teleph. Hanta 5540 / Vle-A-vl* der Sparkasse Äisleimjler jüngerer, für Maschine u. Hand, der evtl, auch Fournier schneiden kann, für fofort gesucht. 04535 Holztvarensabrik E. £>. Müller, Abtgi Zigarrenkisten junges Mdödien teml. Kindcrgärt- neriu) zu zwei Kindern für 4 Wochen gesnchi. 04528 Fr. Dr. Bothenberoer Bahnhofftr. 76. Stellengesuche Tüchtiger, solider Kraftfahrer langjährig. Fahrer, mit Reparaturen vertraut, sucht Stellung für später. Schr. Angeb. unter 04531 an d. GH. Anz. Aclterer, selvständ. LeilereiiMilllereii HandelsiDülilß miterstenZeugnissen wünscht alS Müller Stellung. Schrtftl. Angeb. unt. 61341» g. d. Gff.Anz. beimacbeit gefußt. Bessere, vcrtzeir. Dame sucht tägliche Heimarbeit auf die Dauer von 3 btS 4 Stunden, evtl, auch mehr. In frage kommen Arbeiten f. Maschinenschreiben und Stenogr. Entlohng. nach Bereinb. Angeb. sind zu richten au da- Lrdsttaamt vlaSDU. | Mietgesuche [ In bester Vane der Stadt wird s. sofort oder später ein LataM möglichst mit Wob nuno, für Südfruchi- Geschäst gesucht. Würde auch evtl, schon bestehendes Ge- schäft übernehmen. Schriftl. Angebote unter 06135 an den Gieß. Anz. erbeten. [ Verkäufe Verkaufe in, Vliiftrag einen 10 30 billig, als Lieser- wagen sehr gut geeignet. (04542 Selteröweg 50IIr. 6/25 FS.-Brennabor 6/20 PS.-Aga sowie Buick-Limon- sine und ein Lieferwagen im Auftrag au verkaufen. 04538 O. Faber, Fahrzeuge, Mllblftraße 22. ÜPS.- Dinliolor uesteS, stehendes odell, fabrikneu, Garantie preis- wert und zu günstigen ZablungSbe- dingungen abzugeb. Schriftl. Angebote unter 6152k) an den Gieß. Anz. erbeten. Zwangsversteigerung. Am Dor neretag, dem 1. August 1929, vormittags 9 llhr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmic 112, das im Grundbuche von Gießen der Katharina Zick geb. Wehrum, Ehefrau des Franz lauer Zick in Watzenborn, zugefchriebenc Anwesen Kaplansgasse ln 5190D Flur 1, Nr. 680 = 116 qm Hosreite, Flur 1, Nr. 681 = 19 qm Grabgarten daselbst, geschätzt auf 9050 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den ^1. Juni 1929. I. A. des Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Wilhelm Haug Elisabeth Haug geb. Lorentz Darmstadt 18- Zull 1929 Lauterbach i. H. Lich 04534 Strümpfe - Socken kaufen Sie gut und billig im Spezialgeschäft M.G.Grode 5782a Frankfurter Straße 19 Volkshochschulei Bitte Am Lonntag, dem 21. Juli, V,3 Nbr, ifirtilnitim MWM Am Lonntag, dem 21. Juli, im großen Saal Mahagoni poliert, erstklassiges Modell, nur etwas leicht beschädigt, jed. sabrik- neu, spottbill. abzug. Betten'Bär der Wirtschaft Philojovbenwald Gchlutznachmtttag Vorbesprechung der geplanten Konzert- und Theaterbesuchs. Zlünftlerischer und unterhaltender Teil: Musik für Violine u. Klavier, Volkslieder, Volkstanz, Hanö- SachS-Spiel. Mitwirkende: Frau Elfriede Fischer, Fräulein Hildegard BayerSdorf, Herr Franz Bauer jr., Herr Helmuth Bayersdorf, einige Jugendgruppen. Geselliges Beisammensein. Unkostenbeitrag 30 Pfennig. 6146D Kurhaus Bad-Nauheim Samstag, 20. Juli, abends von 8'/, Uhr ab Rosen-Fest mit Rosen-Ball Gießen,Marktltr.29 Telephons! [6140D Wenig gebrauchter Schrankkoffer 1 Handkoffer 1 Hutschachtel im Auftrag pretSw. zu verkaufen MU» Heller, Sattlermat. Seltersweg 63 Mehrere gebraucht« üilenhetnieflen Wahl Bad-Nauheims Rosenhönigin Herren: Dunkler Anzug. Damen: Abendkleid. Die Rosen sind von der Rosenfirma Gebr. Schultheis, Steinfurth, gestiftet. Gratisverlosung. Tanzorchester Fr. Schmidt. Eintritt: 2 RM., für Besitzer von Kur- und Dauerkarten 1.50 RM. 6144D * in einfachster bis feinster Ausführung Teppiche/ Dekorationen Bequeme i Teiljahlung__r MoiMnk OH.BRÜCK. INH. TH.WEINERT giessen, Brandplats $ (ALTES SCHLQSS) * mit Einlagen. 2 Vertikos, 4 Waschtische, 6 Nachttische, 1 Steg- tisch, 6 Schreibtische, 1 Schlafzimm. eichen usw. zu verk. [04541 H. Benner II. Xordanlagc 7. Fast neuer Eih- Ltegewagen ».Preise von28RM. zu verkaufen 04530 Vöberftr. 26 II. Ein Acker Korn auf dem Halm zu verkaufen 04536 In den Eichgärten. Näheres Kaida- rinengasse 8. 4 Morgen prima ö* ii. Korn auf dem Halm zu verkaufen. 04533 Fritz Euler, Hammstraße 16. yenen-Anzüge mmoiaifen. Solen. ©ummlmdniel.Belt' roöfiije. Seleirooren aller Art bei 104540 H. Benner IL Nordaelage 7, | Kaufgesuche Dauerbrandofen iFüllosen» zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote mit Preis unter 6153D an den Gieß. Anz. erbeten. [Verschiedenes, Suche aus Prtvalh. Wir suchen per 22. Full 1929 perfekte jjjgl (1. Kraft) Sei zufriedenstellenden Leistungen wirb Dauerstellung gewährleistet. Schriftliche Äewerbungen bitten wir uns bis spätestens 20. b. M., vormittags einzureichen. ei48D Bfltmet WM WtlMtwallM (hießen. 1000-2090 Mark gegen hyv. Sicherheit au leihen. Swr. Angeb. unter 04502 an den Gieß. Anz. Kanarienvogel am Sonntag entflogen. Abzugeben geg. Belohng. 04532 Franks. Str. 73. Deurfdie Bau- und öleOeluuflsgemein- slvofk, e. G. m. ü. ö, Darmstadt, Ortsgruppe Gießen. Morgen abend, d. 19. ultl. 8.00 Uhr Versammlung im Hessischen Hof. Interessenten will- kommen.______04490 Morgen Freitag, 207t Ubr l.u,D Treffpunkt Aftoria GemlttMes Beifanunenfein. 3io Sttf Aas s M-h Z den, n*.e; jinanä 2teiaragraj, Derhalbs t^de Mein, Linien. FJ'en qi Wn 6c Kdein Jfunb: Uni» nu. ?arM lei vorgeleg AA^tüi| xndes a S b< feg tote S°r C Rr. 166 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejjeu) Donnerstag, 18. Juli (929 Der finanzpolitische Sommer Don Dr. Eremer, Mitglied des Reichstags. Das mühsam zustande gekommene Finanz- kvrnpromiß ist noch eben vor dem 1. Suli 1929 durch Reichstag und Reichsrat verabschiedet worden, niemand aber darf glauben, daß damit nun vorläufig die Sorgen um die Reichs- f i n a n z e n behoben seien. 2rn EtegenteU. Die Reichseinnahmen im April und Mai sind hinter den Verschätzungen zurückgeblieben, der auf d e beiden Monate entfallende Ausgabeanteil ist mehrfach überschritten worden: die Schwierigkeiten, welche sich um die endgültige Regelung der Reparationssrage Hausen, lassen die Verwirklichung des Voung-Plans noch keineswegs als gesichert erscheinen, so dah der erhoffte Re- parationsnachlah im laufenden Fahre vorläufig durchaus im Ungewissen steht, tim so notwendiger ist es, sich in der Beurteilung der weiteren Entwicklung der Reichsfinanzen an die zur Zeit vorliegenden Tatsachen zu halten, und nicht, wie es leider von verschiedenen Seiten während der letzten Beratungen des Reichstags geschehen ist, sich mit der Verteilung des Fells des noch keineswegs erlegten Bären zu beschäftigen. Angesichts dieser Lage beginnt nunmehr im Schoße der Ministerien die Vorbereitung des Haushaltsplans für das nächste Fahr. Es ist gewiß richtig, daß durch die tingewihheit über Ausmaß und Zeitpunkt der Reparationserleichterungen die Aufgabe noch schwieriger ist, als im Vorjahr: auch wird man billigerweife heute noch nicht verlangen dürfen, dah das Haushaltsbild bereits jene Reichsfinanzreform widergibt, welche die notwendige Konsequenz der Reparationserlelch- terung fein wird. Da aber nach den Vorgängen dieses Fahres auf keinen Fall damit gerechnet werden kann, dah neue Steuerquellen erschlossen, oder langfristige Anleihen größeren timfangs begehen werden können so ergibt sich als das Gebot der Stunde von selbst, daß das notwendige Gleichgewicht grundsätzlich und vor allem durch eine erneute tieber- prüfung der Ausgabenseite herbeigeführt werden muh. Der Finanzminister darf in diefer Richtung nach den gemachten Erfahrungen der Zustimmung einer starken Mehrheit der Bevölkerung, wie des Reichstags gewiß sein, wenn er hier mit unnachgiebiger Strenge in die Anforderungen der Ressorts hineinleuchtet und das im Frühjahr 1929 begonnene Werk der Haushalts- bercinigung zum Abschluß bringt. Schon deshalb ist das notwendig, weil auf gewissen Gebieten zwangsläufig Mehrausgaben erwartet werden müssen, die durch Minderausgaben auszugleichen sind. Cs sei nur an die Rotwendigkeit erinnert, in den bedrängten Grenzprovinzen das begonnene Hilsswerk fortzusehen, die Kleinrentnerfrage endlich befriedigend zu lösen und anderes mehr. Gegen manche der im Frühjahr durchgesehten Ausgabenverminderungen haben sich die betroffenen Ressorts ebenso wie die beteiligten Kreise der Bevölkerung wie die Verzweifelten gewehrt. Es hat fich dann gezeigt, dah man schließlich gegenüber dem Zwang der Lage dennoch Auswege gefunden hat, sich zu behelfen, und daß die an die Wand gemalten Schädigungen wichtiger öffentlicher Aufgaben vermieden werden konnten oder mindestens nicht in dem prophezeiten Mähe eintraten. In einen je früheren Zeitraum der unmittelbare Druck auf die Herbeiführung weiterer Ersparnisse verlegt wird, um so leichter sind sie durchzusehen, da die Amtsstellen der Bureaukratie selbst naturgemäß? am leichtesten die Mittel und Wege kennen, mit denen sie ohne Schädigung ihrer lebenswichtigen Aufgaben an minder wichtigen Punkten Ersparnisse erzielen können. Daher kommt es bereits jetzt wesentlich darauf an, dah die Sommermonate nicht ungenutzt verstreichen, sondern das R e i ch s k a b i n e 11 die entsprechenden Vorschläge des Finanzmim- sters sanktioniert, deren Ergebnis nur sein darf, das gegenwärtigeMah derAusgaben unter keinen tim ständen z u über- „Wille wau wau wau." Zigeuner in der Reichshauptstadt. Berlin, im Sommer 1929. Ein Zigeunerwagen auf dem Kurfürstendamm, Ecke der Foachimsthalerstraße ... ja, das ist schon eine Sensation! tind sogar in die Augen und in die Winkarme des Derkehrsschuhmannes tritt diese Ablenkung jäh. In die neue Sachlichkeit der Fassaden und des abendlichen Bummels, zwischen den „schnieken" Schnitt der rassigen Automobile ist mit aller Romantik, der ältesten, das Parten eines klapprigen Zigeunerwagens hinelngerutscht, — soweit so ein Zigeunerwagen überhaupt parken kann — versteht sich. Weshalb parkt dieser Zigeunerwagen hier? Darf er überhaupt — ?, überlegt sichtlich sekundenlang der Herr Verkehrsschuhmann, sucht in seinem Hirn aber vergeblich nach einem diesbezüglichen Paragraphen in der neuen Verkehrsordnung. Weshalb? Eine der Zigeunerfrauen ist in ein Feinkostgeschäft eingetreten und kauft zum Abendbrot ein. Darf sie nicht, wenn sie kann? tind sie scheint in der Tat zu dürfen. Denn was kauft sie alles ein? Ein Pfund vom leckersten, noch warmen Prager Schinken, tind ein Viertel Salami, von der ganz guten aus Ungarn. Fa — und von dem italienischen Salat „Darf" es auch ein halbes sein, tind von dem Räucherlachs — ja, auch ein Viertel. Ein Pfund Butter. Zwei Brote, englische Kastenbrote, tind nun der Käse — ja, da ist die Wahl nicht ganz leicht, wenn einem eine solche Auswahl vor gelegt wird. Also ... Fnzwischen hat sich im Laden aber auch folgendes abgespielt: Eine andere Zigeunerfrau hat den Angestellten gegenüber, die gerade niemanden zu bedienen haben, die Künste ihrer großen Wahrsagekunst entfaltet. Seltsame und überaus beglückende Sachen werden da prophezeit: „Fa — mit dem Herrn, mit dem Sie gehen, das endet mit einem goldenen Ring! Ganz bestimmt — der Himmel segnet Sie!" — „tind hier — da sehe ich eine große Erbschaft, eine ganz unverhoffte, in Ihrer Hand! Schon übermorgen muß der Brief aus Amerika kommen!" Ein Ladenjüngling, der bislang gar keine Ahnung hatte, wer ihm, ausgerechnet ihm, aus Amerika schreiben und ihn gar beerben sollte, taumelt und überhört ganz den Ruf des schneidigen Geschäftsführers: „Hier DerKampfum das „Blaue Band". Bremen, 17. 3ull(IBB.) Der Schnelldampfer „Bremen“ des Norddeutschen Lloyd ist heule nachmittag um 1525 Uhr vor Southampton angekommen. Run hat die „Bremen", Deutschlands neuester Schnelldampfer, zum ersten Vorstoß angeseht, um das „Blaue Dand des Ozeans" zu erringen. Rach ganz ausgezeichnet verlaufenen Probefahrten begann die Jungfernfahrt, die der „Bremen" den Siegespreis bringen soll. Alle Vorbedingungen für einen erfolgreichen Kampf sind gegeben. Deutsche Schiffsbaukunst hat einen Dampfer geschaffen, der in jeder Beziehung die Schiffe des Rordatlantikverkehrs übertrifft. Richt nur in seiner räumlichen Ausdehnung, die bei tieberspannung des Rahmens leicht die Wirtschaftlichkeit gefährdet — die Amerikaner können sich das wohl leisten, unsere durch die Auslieferung ihres wertvollen S.chiffsbestandes schwer geschädigten Linien vermögen da nicht mitzutun —, aber was die Antriebskraft der „Bremen" betrifft, ist dafür gesorgt, daß sie wirklich entscheidend in den Kampf um das „Blaue Band" eingreifen kann. Die Maschinenleistung des neuen Schnelldampfers liegt erheblich über den Leistungen der Konkurrenten, es istd qdurch möglich geworden, die bisher erreichte Spitzengeschwindigkeit zur Durchschnitts geschwindigkeit zu machen, tind diese Höchstleistung des deutschen Maschinen- baus wird das Rennen übet die Wogen des Atlantischen Ozeans entscheiden. Denn der einzig ernsthafte Gegner auf dem Weltmeere, die „M a u* retania“, die den Amerikanern gehört und jetzt Inhaberin des „Blauen Bandes" ist, führt zwar immer noch die Gruppe der schnellsten Schiffe, mit ihren zweiundzwanzig Dienstjahren kommt sie aber schon hart an die Grenze der Auherdienststellung. Sie ist in den Rachkriegsjahren mehrfach in ihrer Maschinenleistung durch Reueinbauten erheblich verbessert worden, doch vermag sie gegen die „Bremen" nicht ernsthaft anzukämpfen. Richt immer war sie die Herrscherin auf den Wogen des Ozeans, schon einmal hatten die letzten deutschen Schiffsbauten vor dem Kriege vom Range des „Bismarck" und der „Vaterland" ihr den Ehrenpreis entrissen. Das Versailler Diktat raubte uns diese beiden Schnelldampfer, so dah wir in der Rachkriegszeit in den letzten Reihen der schiffahrttreibenden Rationen standen. Das wird durch den Eintritt der „Bremen" in den regelmäßigen Dienst anders. Deutschland hat seinen Platz in der ersten Reihe wieder erobert und wird ihn durch die im nächsten Fahre erfclgcnde Indienststellung der ,E u r o p a" noch befestigen. Allerdings ruhen auch die Gegner nicht. Amerika, Frankreich, England, die mit unseren früheren Ozeanschnelldampfern prunken, bereiten unter dem Eindruck der neuesten deutschen Großtat umfassende Bauvorhaben vor. Sie sind in einer glücklicheren Lage als wir: ihren Schifssgesellschasten stehen fast unbeschränkte Geldmittel zur Verfügung, was sich von den deutschen Schiffsbauern nicht behaupten läßt. Dann aber verfügen die konkurrierenden Gesellschaften über einen besonderen Rückhalt: die zum großzügigen Bau von Schnelldampfern fehlenden Mittel leistet der Staat, der die Schiffe für den Kriegsfall sofort als Hilfskreuzer chartert. Von diesem Gesichtspunkte aus sollte man den Kampf der „Bremen" um das „Blaue Band" betrachten, um die wirkliche Leistung Deutschlands ermessen zu können. schreiten, vielmehr es soweit zurückzu- führen, dah es mit sicher zu erwartenden Einnahmen zu bedecken ist. Aber auch auf der Einnahmeseite wird der Finanzminister nicht umhin können, noch schärfer als bisher zum Rechten zu sehen. Es muh erreicht werden, dah sämtliche, den einzelnen Ressorts zufliehenden Einnahmen und Rückeinnahmen restlos in das gesamte Finanzbild einbezogen werden, und nicht, wie bisher, immer noch in einem großen timfang ohne weiteres zur Finanzierung von Mehrausgaben des betreffenden Haushaltstitels benutzt werden dürfen. Die letzten Haushaltsberatungen mußten sich mit einer solchen Beschleunigung vollziehen, daß es nicht möglich war, in diesem Punkt schon jetzt völlige Klarheit und Ordnung zu schaffen. Es liegen hier noch allerlei Reserven, die sich der einheitlichen Zusammenfassung der öffentlichen Finanzwirtschaft entziehen. Weiter mutz es die Aufgabe der Finanzbehörden selbst sein, bei aller Rücksicht auf die vielfach sehr schwierige Lage der Steuerpflichtigen zu erreichen, daß die vielen Hunderte von Millionen an Steuerrückständen aller Art nicht weiter anschwellen, sondern auf ein erträgliches Maß zurückgeführt werden. Diese Aufgabe ist ohne Zweifel sehr schwierig und erfordert ein hohes Mah enger Fühlung mit dem Wirtschaftsleben und von Menschenkenntnis. Daß sie bisher nicht mit genügendem Erfolg gelöst worden ist, beweist der Vergleich der ungünstigen Wirtschaftslage auf der einen Seite mit dem immer noch wachsenden Aufwand weiterer Devölkerungsgruppen auf der anderen Seite, der sich nicht nur in dem wachsenden Erträgnis gewisser Konsumsteuern, sondern auch in manchen Erscheinungen des Reiseverkehrs und der öffentlichen und privaten Lustbarkeiten ausdrückt. Wenn in der Gegenwart trotz der weiteren Steigerung des Reiseverkehrs in den deutschen Kur- und Badeorten großenteils über wenig befriedigende Desucherziffem geklagt wird, während anderseits die Reisen nach ausländischen Erholungsstätten erheblich weiter angewachsen sind, so geben diese Tatsachen ein eigentümliches Gegenstück zu den Klagen über unerschwingliche öffentliche Lasten. Gewih sollen und können die Finanzämter nicht das Privatleben der Steuerzahler einer unerträglichen tieberwachung unterwerfen, aber besonders auffallende Fälle krassen Widerspruchs zwischen den Kosten privater Lebensführung und der steuerlichen Leistung müssen im Fnteresse der Allgemeinheit und der Steuer- moral den Finanzbehörden Anlaß bieten, die in Betracht kommenden Personen wirksam an ihre Staatsbürgerpflichten zu erinnern. Schließlich gehört es zu den wichtigsten Gegenwartsaufgaben des Finanzministeriums, die laufende Verwendung der bewilligten Mittel durch die Ressorts noch viel schärfer zu kontrollieren, als dies bis in die letzte Zeit hinein geschehen ist. tinzweifel- haft hat die Arbeit des Rechnungshofs und die für die beteiligten Ressorts vielfach beschämende Veröffentlichung seiner Arbeitsergebnisse schon jetzt dazu beigetragen, das Verantwortlichkeitsgefühl aller Dienststellen zu schärfen, die über öffentliche Mittel verfügen dürfen. Aber auch heute noch bringen im großen und im kleinen manche bezeichnende Einzelheiten an das Ohr des aufmerksamen Beobachters, die zeigen, daß die Ausgabenwirtschaft bis ins Kleinste einer weit schärferen Kontrolle bedarf, als sie bisher bestand. Diese Kontrolle, die für die abgeschlossenen Rechnungsabschnitte vom Rechnungshof ausgeübt wird, muh für die laufenden Geschäfte durch die Finanzreferenten der einzelnen Ressorts und durch die R e s s o r t m i n i st e r selbst gehandhabt werden, und zwar ähnlich dem amerikanischen System unter ständiger Durchführung des auch im deutschen Haushaltsrecht festgelegten Rechtsgrundsahes, dah der Beamte oder Angestellte des Reichs, der eine nicht genehmigte Ausgabe anordnet oder vollzieht, oder den billigsten Weg zur Deckung eines notwendigen Ausgabezwecks versäumt, sich persönlich sür den Schaden des Reichs verantwortlich macht. Würde diese Bestimmung bei uns in der Praxis so energisch angewandt werden, wie in Amerika, wo rücksichtslos Monat für Monat — Bedienung!" tind weitere Worte quellen über von allem Guten, Schönen, Entrückenden, was man nur einem kleinen Angestellten wünschen kann: inzwischen ist die erste Zigeunersche mit ihrem großen Einkauf endlich fertig geworden, ohne die geringste Bewegung zur Kasse machen zu wollen. Sie greift schon nach dem mächtigen, sauber einpapierten und verschnürten Paket und möchte damit den Laden verlassen, und kann es gar nicht verstehen, daß der Herr Geschäftsführer ziemlich energisch auffordert, zunächst einmal zur Kasse zu gehen und dort die obligate Dezahlungs- arie zu fingen. Da fährt aber auch schon die zweite Zigeunersche, die eben so vielen Angestellten gegenüber ihre bewundernswerte Weissagekunst hat spielen lassen, dazwischen: von keinem Menschen hier habe sie Geld verlangt und verlange es auch nicht, wenngleich das Aus-der-Hand-tesen sonst immer je eine Mark koste: und da sollten sie bezahlen? So viel für so ein kleines Paket, für das bißchen Abendbrot des ganzen Wagens? tind schon verwandelt sich das eben noch so friedlich romantische Fdhll des seinen Ladens in eine theatralische, gar nicht sehr feine Szene voll augenrollendem, giftsprühendem Temperament. tind Laute gurgeln auf wie aus Goethes Zigeunerlied: „Ich hörte der Wölfe Hungergeheul, Fch hörte der Eulen Geschrei: Wille wau wau wau! Wille wo wo wo! Wito hu!" Ein Ringkampf um das Paket hebt an. Sieh da — der schmucke Gehrock des Herrn Geschäftsführers, noch eben geschniegelt, verbindlich, höflich und dienerisch — so ruppig kann er werden? Hat gar kein Verständnis für die vorgeschlagene Aufrechnung Zug um Zug? Trällert nicht in ihm Bizets Carmen-Refrain auf: „Die Liebe von Zigeunern stammt ..." ? Was — er ruft nach der Polizei? Da ist es wohl besser, zu fliehen und das gute Abendbrot im Stich zu lassen! Aber nicht, ohne daß all die guten und schönen Prophezeiungen schleunigst zurückgenommen werden und sich in das Gegenteil, in schlimmste Verwünschungen und Verfluchungen verwandeln müssen. Einer Erbschaft ach schon so nahe Wirklichkeit verblaßt: es ist wieder einmal nichts mit dem sehnsuchtsvollen Ruf: „Komm mit deinem Scheine, süßes Engelsbild!" tind das Fdyll zerteilt sich jäh viel schneller, als es heranschwebte, in die Schluß- strophe des Goethe-Liedes: „Da rüttelten sie sich. Da schüttelten sie sich tind liefen und heulten davon. Wille wau wau wau! Wille wo wo wo! Wito hu!" , Da der Zigeunerwagen bereits nach Halensee wegklappert, kommt es noch einmal von der tih^ landstcaße bis zur Foachimsthalerstraße zurück, sehr unheimlich: „Wito hu!" Vielleicht, daß sich diese schreckhafte Prophezeiung nun bald erfüllt! Dann dürfte der Kur- fürstendamm nichts zu lachen haben. A. Thurandt. Zch, der Regenspender. Im alten Oesterreich gab es einen Verein, der führte den schönen Namen: „Verein der ehemaligen Kecskemeter (es können auch Debrecziner gewesen sein, ich weiß es nicht mehr so genau) in Wien". Und von diesem Verein existiert eine lustige Legende. Er pflegte die Geselligkeit. Und wie das nun mal so ist, wenn man eine Zeit lang immer im Kaffeehaus Geselligkeit gepflegt und Karten gespielt hat, man bekommt einmal Sehnsucht danach, das auch in der freien Natur zu tun: Also wurde ein Vereinsaus- flug beschlossen. Das ging dann folgendermaßen vor sich. Man wartete schönstes, anhaltendes Sommerwetter ab, dann wurde der Tag festgesetzt. Und an dem bestimmten Morgen erschienen die ehemaligen Kecskemeter oder Debrecziner bei strahlendster Sonne am Bahnhof. Wenn sich der Zug in Bewegung setzte, begann sich der Himmel zu bewölken. Sobald das Ziel der Fahrt erreicht war, setzte der Regen ein. Und er hörte erst dann auf, aber genau dann, wenn die Ausflugsgesellschaft mit etwas geröteten Backen den Waggon zur Rückreise bestieg. Bei ihrer Ankunft in Wien aber strahlte der Himmel im klarsten Blau. Das war so sicher wie das Einmaleins, so unum- stößlich, daß man bei anhaltender Hitze in Gebieten, die von der Dürre bedroht wurden, einfach die Debrecziner einlud. Und damit war die Ernte gerettet. Soweit die Legende. Mir will es aber scheinen, daß nicht nur dieser Verein eine solche regenspendende Fähigkei besessen hat. Ich glaube wenigstens, ich habe jetzt jein Erbe angetreten. Als ich vor die betreffenden Beträge von den Verantwortlichen eingezogen werden, so würde das deutsche Volk jahraus jahrein in seiner öffentlichen Verwaltung erhebliche Beträge sparen können, da schon die bloße Möglichkeit, persönlich in Anspruch genommen zu werden, fast durchweg das höchste Matz der möglichen Sparsamkeit erzwingen würde. Die Ruhepause, welche die Sommerzeit dem Finanzministerium und den übrigen Ressorts dadurch beschert, daß die Parlamente vertagt sind, darf also in diesem Sommer noch weniger als in anderen Fahren zugleich eine Ruhepause für diese Behörde bedeuten: sie ist vielmehr unbedingt erforderlich, um eine sachgemäße Finanzgebarung für das laufende und das nächste Haushaltsjahr vorzubereiten. Die hier zwar nicht auf der Bühne der Oeffentlichkeit, aber um so emsiger in der Amtsstube sich voll- ziehende Tätigkeit steht an Bedeutung nicht hinter jener zurück, die im gegebenen Augenblick aufzuwenden ist, um die Gesetze zu vertreten und durchzusetzen, die die kommende Finanzpolitik des Reichs tragen sollen. So gut für die Außenpolitik schon seit einem Fahrzehnt die Saure-Gurken-Zeit abgeschafft worden ist und gerade der Sommer einen der wichtigsten Arbeitsabschnitte darstellt, so gut ist dies heute unter dem Druck der Rot für die deutsche Finanzpolitik der Fall. 6000 junge Kaufleute in Danzig. Man schreibt uns: Zum 4. Reichsjugendtage des Deutschnationalen Hand- lungsgehilfen-Derbandes, der vom 6. bis 8. Juli in Danzig stattfand, waren 6000 junge Kaufleute aus allen Teilen des Reiches — darunter 340 aus Hessen und Hessen-Rassau — versammelt. Die Tagung nahm unter starker Anteilnahme der gesamten Bevölkerung einen glänzenden Verlauf, sie gestaltete sich zu einem machtvollen, nationalen Bekenntnis deutscher Schicksalsverbundenheit mit dem abgetrennten Osten. Fn einer reichen FüUe von Veranstaltungen wurden 6000 jungen Kaufleuten anschaulich Bilder der großen nationalen und wirtschaftlichen Röte des von den Polen bedrängten deutschen Ostens gegeben, wurden hohe berufliche und nationale Bildungsziele vor ihnen aufgerichtet. Beim Empfange durch den Senat im Arthurs- hof sagte Präsident S a h m, dah Danzig vieles in seiner 700jährigen Geschichte erlebt habe, aber eine solche gewaltige Tagung habe es noch nie in seinen Mauern gesehen. Die Tagung sei eine Großtat deutschen Gemeinsinnes und deutschen Volksgefühls. Beim Festgottesdienst in der altehrwürdigen St. Marienkirche fanden die Tausende mit ihren vielen Hunderten von farbenprächtigen Wimpeln kaum Platz. Aus dem Be- grüßungsabend in der Messehalle sprach Der- bandsvvrsteher Dechlh über „Die beruflichen Ziele und Aufgaben der deutschen Fungkauf- mannschaft", auf der Schluhfeier Max Habermann über „Der deutsche Osten als Schicksalsfrage". Der große Fackelzug am Sonntagabend brachte ganz Danzig auf die Beine. Reichstagsabgeordneter Walter Lambach riß in seiner Ansprache „Dies Land bleibt deutsch" die Zehntausende zu einem Treuebekenntnis zum deutschen Gedanken empor. An den beruflichen Wettkämpfen beteiligten sich über 800 Lehrlinge und Funggehilfen. Am Staffellauf durch Danzig nahmen 14 Gaue teil. Die Ausstellung der Scheinfirmen, deren Zahl jetzt etwa 500 beträgt, gab einen guten Einblick in die steigende Bedeutung dieser kaufmännischen tiebungskontore für die berufliche Ausbildung der jungen Kaufleute. Fm Anschluß an die Tagung zogen in etwa 100 Gruppen 5000 der Teilnehmer zu kürzeren oder längeren, wohlvorbereiteten Wanderfahrten ins weite vstpreußische Land. Mit dieser Tagung hat der D. H. D. eine national- und kulturpolitische Tat vollbracht, die ihre reichen Früchte erst dann richtig tragen wird, vierzehn Tagen bei herrlichstem Wetter an die See fuhr, erholungssüchtig, wie nur ein Großstädter sein kann, da ahnte ich noch nichts davon. Aber wie ich ankam, regnete es seit Wocyen zum erstenmal. Und es regnete bis heute. Eben packe ich meine Koffer und siehe da, der Himmel klärt sich langsam auf. Morgen wird wieder die Sonne scheinen. Meine verehrten Mitbadegäste, haben Sie keine Wettersorgen mehr: ich reise ab. Aber ich habe noch eine Probe aufs Exempel gemacht. Ich habe neulich von hier aus einen Freund besucht, der zwei Stunden Bahnfahrt weiter fein Einsiedlerleben führt. Als ich zurückkam, hörte ich, daß an diesem einen Tage der Versuch, nun endlich das sommerliche Badeleben zu beginnen, fast gelungen sei. Für diesen einen Tag hatte der Regen aufgehört. Glauben Sie nicht auch, daß ich Grund genug zu der Annahme habe, jene seltsame Fähigkeit der ehemaligen Debrecziner ober Kecskemeter habe sich auf mich vererbt? Sehr glücklich bin ich mit diesem Erbe nicht gerade. Hustend und verschnupft steige ich in den Zug. Aber mir bleibt ein Trost: Ich will mich in den Dienst einer guten Sache stellen. Landwirte Europas, so ihr unter Dürre leidet: ich stehe zur Verfügung. Michael Geyer. Oer Knopf im Kaffee. Auf einen ganz neuen Trick ist ein Wann in Warschau gekommen, um sich von den Kaffeehäusern, die er mit seinem Besuch beehrte, seine Zeche bezahlen zu lassen. Er trug nämlich in der linken Rocktasche zehn Hosenknöpfe und in der rechten zehn ausgebrannte Streichhölzer. Sobald er irgendwo den Kaffee ausgetrunken hatte, warf er einen Knopf in die Tasse, steckte rasch ein Streichholz in den Kuchenrest, schrie laut nach dem Geschäftsführer und machte einen solchen Skandal, daß man, nur um den Schreier loszuwerden, ihn ohne Bezahlung zu verlangen, zum Lokal hinauskomplimentierte. Es ging ihm aber schließlich doch genau so, wie hundert anderen Betrügern ähnlichen Kalibers. Er führte zwar genau Buch über alle Lokale, die er ab* klapperte, doch dachte er nicht daran, daß auch die Kellner ihre Arbeitsstätten wechseln. Einer von ihnen kannte den Trick bereits und lieh den Betrüger verhaften, der mehr als 200 gelungene Manöver zugab. wenn Vie 6000 3ungTaufTeufc in ihren Heimatorten von deutscher Grenzlandnot im Osten sprechen und an ihrer äleberwindung durch Arbeit an sich selbst und für die deutsche Volksgemeinschaft mithelfen werden. Die Anfahrt der 6000 jungen Menschen erfolgte in sieben Sonderzügen, durch Sonder- schiffe, Lastkraftwagen usw. Sie erforderte hohe organisatorische Leistungen, weil den polnischen Behörden naturgemäß nichts daran lag. irgendwelche Erleichterungen bei der Durchfahrt durch den polnischen Korridor zu gewähren. Oberheffen. Lanvkreis Gießen. § Daubringen. 17. Juli. Linser Dorf leidet gegenwärtig unter einem sehr großen Wassermangel, wie er seit Anlage der Wasserleitung nicht beobachtet wurde. Wohl hat sich in der Zwischenzeit die Einwohner- und Haushaltungenzahl sehr stark vermehrt, auch mag die anhaltende Trockenheit und mangelnde Winterfeuchtigkeit der Grund zum Rachlassen der Wasserzufuhr sein. Doch ist auch in der letzten Zeit des oftern festgestellt worden, daß die Kammern des Wasserbehälters zum Heber lauf en gefüllt sind, so daß auf einen Mißbrauch in dem Wasserverbrauch geschlossen werden mutz. Deshalb ist täglich nur noch in einer Stunde am Morgen und am Abend die Entnahme von Wasser aus der Leitung möglich, in allen übrigen Zeiten die Wasserleitung abgestellt. 5 Bersrod, 17. Juli. Linser Cvang. kirchlicher Frauenverein machte am letzten Sonntag einen Ausflug nach Södel. Lehrer Keller, der mit dem Weggang des langjährigen Vorsitzenden und ßeiterö Pfarrer M a r - g u t h (Winnerod) die Leitung des Vereins übernommen hat, hatte das Auto von Deuem gemietet. An dem Ausflug beteiligten sich rund 40 Mitglieder. Vach einer schonen Fahrt wurde in dem Pfarrhaus in Södel Einkehr gehalten. Im Pfarrgarten wurde der Verein von der gastlichen Pfarrfamilie Marguth mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Allzu rasch gingen die Einkehrstunden im Kreise der Familie des früheren Vorsitzenden herum. Vach glücklicher Heimkehr freuten sich alle Mitglieder des wohlgelungenen Ausfluges nach der neuen Heimat ihres Pfarrers Marguth. J) Cid), 17.Juli. Der Stadtvorstand beriet in seiner jüngsten Sitzung den Voranschlag für das Rechnungsjahr 1 9 2 9, der einstimmige Genehmigung fand. Die Gesamtsumme aller Einnahmen und Ausgaben beträgt 395 525,57 Mark. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung 285 500 Mk. und auf die Vermögensrechnung 110 025,57 Mark. Bemerkenswert ist, daß es gelang, die Umlage trotz den höheren Ausgaben um 6000 Mk. gegenüber dem Vorjahre zu senken. Wir werden über die Sitzung noch eingehend berichten. * L i ch, 18. Juli. Der auf den 24. Juli verlegte Sommermarkt verspricht 'ein großes Ereignis für unsere Stadt zu werden. Bis jetzt ist schon eine über Erwarten große Zahl Zuchttiere der Simmentaler- und Vogelsberger Rasse zur Prämiierung, für die über 800 Mark zur Verfügung stehen, angemeldet. Da immer noch neue Anmeldungen einlaufen, hat sich die Bürgermeisterei veranlaßt gesehen, die Anmeldefrist bis Samstag, den 20. d. M. zu ver ängern. Zur D u l - lenverstei gerung sind 3d ^erc angemeldet, die Schafbockversteigerung umfaßt etwa 40 Tiere. Viele der zur Prämiierung angemeldeten Rinder und Kühe sind als verkäafli'ch bezeichnet. Wie verlautet, sollen auch eine Anzahl erstklassiger Eber zum Verkauf kommen. Für Gemeinden, Handelsleute und sonstige Interessenten bietet sich also eine äußerst günstige Gelegenheit, zum Erwerb hochwertigen Zuchtmaterials. Ist hiernach mit einem großen Besuch des Marktes zu rechnen, WlMWüMM. Roman von Edgar Wallace. 30. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Sein Bruder", sagte Fred. „Lind auf diese Weise habe ich den Doktor kennengelernt. Ich habe Judd immer gesagt, daß ich ihn in der Straße wiedeverkannt hätte, in Wirklichkeit aber war es der arme Teufel auf dem Platz in Montpellier, der ihn verraten hat. Ich versuchte immer noch herauszubekommen, warum man ihn angefallen hatte, als er unter meinen Händen starb. Ich wußte natürlich sehr gut, dah ich nichts dabei gewinnen konnte, bei einem ermordeten Menschen gefunden zu werden, obwohl ich glücklicherweise keinen Revolver bei mir hatte und ai'.ch nachweisen konnte, wo ich gewesen war. Dann hörte ich den schweren Fußtritt von einem Polizisten in der Nebenstraße, und machte, dah ich so schnell wie möglich fortkam. Aber der Schweinehund hatte mich doch gesehen, und ich mußte vor dem Llntersuchungs- richter erscheinen und nachweisen, daß ich mit dem Mord gar nichts zu tun hatte und daß ich auf die Suche nach einem Arzt ging, als ich gesehen wurde. Ich hatte nämlich den vernünftigen Einfall," fügte er hinzu, „sofort nach einem Arzt zu laufen, als es mir klar war, daß die Polente mich gesehen hatte." Er machte eine Pause, weil er selbst es ziemlich schwierig sand, für seine nachfolgenden Handlungen Worte zu finden, die ihn in ein nicht zu schlechtes Licht stellen würden. „Als ich nach London zurückkam, hielt ich es für meine Pflicht, Mr. David Judd aufzusuchen," sagte er. „Er war nicht in seinem Bureau — er hatte damals einen Privaträum in der Greenwich-Versicherungs-Gesellschaft —, aber ich sprach mit seinem Bruder und schüttete ihm mein Herz aus." „Mit .Herz ausschütten' meinen Sie natürlich, Sie wollten herausbekommen, wieviel er zahlen würde, damit Sie Ihren Mund hielten. Ist es nicht so?" „Stimmt ganz genau, Mr. Holt. Was Sie für ’n Kopf haben!" sagte Fred bewundernd. „Er war furchtbar aufgeregt, Doktor Judd meine ich. und sagte, er würde mit seinem Bruder sprechen, sobald er von seiner Reise zurück- getommen fein würde. Lind dann passierte was, daS zuerst so aussah, als ob es alle meine schönen Aussichten ruinieren wollte. Doktor David starb. Auf seiner Rückreise von Schottland erkältete er sich und starb innerhalb vierundzwanzig Stunden. Ich bin beim Begräbnis gewesen," sagte Fred, „als Leidtragender, und ich wette, dah keiner mehr Kummer gehabt hat als ich' so ist auf her anderen Seite auch für Llnterhal- tung der Marktbesucher durch Llmzug der prämi. ierten Tiere, eine groß aufgezogene Tombola- Verlosung mit wertvollen Gewinnen, Volksbelustigung, Konzert und Tanz auf dem Adlerplatz bestens gesorgt. Llnsere bekannt guten Wirtschaften werden ihrerseits alles auf bieten, die leiblichen Bedürfnisse der Besucher zu befriedigen. (Siehe heutige Anzeige!) Kreis Büdingen. !! Büdingen, 16. Juli. Der Gemeinde rat konnte in seiner jüngsten Sitzung eine umfangreiche Tagesordnung erledigen. Die Volksbank Büdingen hatte beantragt, das Bacbufer des Seemon- b ad) s im Garten der Volksbank herzustellen, weil sonst infolge Unterspülung die Stützmauer einzustürzen drohe. Der Gemeinderat konnte sich von der Dringlichkeit überzeugen und stimmte dem Anträge zu. Die Baukommission wurde beauftragt, die zweckmäßige Befestigung anzuordnen. — Im nächsten Punkt wurde über die Verpachtung des Jagdanteils der Stadt Büdingen in der Gemarkung Hardegg (Distrikt Leuchte und Hohen- stangen) beraten. Die beiden Distrikte wurden seither mit der Lorbacher Jagd gemeinsam verpachtet. Der Gemeinderat lehnte jedoch eine weitere Verbindung für die Zukunft ab und beauftragte den Bürgermeister, die Jagd zur Verpachtung auszuschreiben. — Anschließend wurde nochmals über die Derbrei» | terung der Provinzial st raßen in der s Gemarkung Büdingen beraten. Das Gelände soll nunmehr durch die Feldbereinigung ausgeschieden und auf den Namen der Provinz Oberhessen überschrieben werden. — lieber den Punkt „B a h n b a u B ü d i n g e n—L angenbergheim, hier Verteilung der Projektierungskosten", konnte eine Einigung im Sinne des von dem Kreisamt Büdingen am 25. Juni d. I. getroffenen Abkommens nicht erzielt werden. Das Projekt kann nur dann die Zustimmung des Gemeinderats finden, wenn die Bahn bis nach Hanau durchgebaut wird. — Die Freiwillige Feuerwehr hat beantragt, vier neue Hydran - t e n einzubauen. Der Gemeinderat konnte dem Antrag stattgeben. — Auch das Gesuch des Badevereins um Bewilligung eines verbilligten Darlehns zum Zwecke derErweiterungderBadeanftalt, fand wohlwollende Behandlung. Der Gemeinderat genehmigte ein Darlehn in Höhe von 700 Mark. Das Kapital ist zu 6 o. H. zu verzinsen und in jährlichen Raten von je 100 Mark zurückzuzahlen. — Sodann wurde über den Erwerb des Lohsteggra- b e n s verhandelt. Die Stadt bemüht sich schon längere Zeit, die für den Schmuck der Stadt so außerordentlich wichtigen Gräben in die Hand zu bekommen. Der Bürgermeister wurde beauftragt, im Feldbereinigungsverfahren Antrag auf Zuziehung des Geländes zur Masse zu stellen, bamtl das Gelände der Stadt zugeteilt werden kann. — Die Trinkwasserversorgung der Stadt ist trotz Erbauung der Hochdruckleitung vollständig unzu- reichend. Es hat sich nunmehr herausgestellt, daß die alte Sandbornleitung von der Quelle bis zum Hoch- behälter derart versandet ist, daß nur wenig Wasser hindurchgeht. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, eine neue Zuleitung legen zu lassen, damit endlich die städtische Wasserversorgung geregelt wird. — Der zur Zeit aufliegende Gaswerksvoran- schlag schließt mit einer Einnahme und Ausgabe von 73 321,22 Mark ab. In der Gaswerkdeputation hat der Voranschlag bereits Annahme gefunden. — In den Straßen der Stadt haben nunmehr überall die neuen Straßenschilder Aufstellung gefunden. Dies wird besonders dankbar von den zahlreichen Besuchern der Stadt anerkannt. -r- V i b b a, 17. Juli. Die große Trocken- h e i t, die in der Hauptsache eine Folge der fehlenden Winterfeuchtigkeit ist, wirkt sich bereits allgemein in beginnender Futterknappheit aus. Der zweite Klee liefert nur geringen Gr- trag. Die Regentage regten wohl das Wachstum an, waren aber nicht von durchgreifender Wirkung. Viele Landwirte sehen sich bereits gezwungen, Heu zu verfüttern. Man sieht den kommenden Monaten mit großer Dersorgnis entgegen, zumal die Ställe in den letzten Jahren dicht gefüllt sind. Die Roggenernte wird in der nächsten Woche erwartet. ♦ Nidda, 17. Juli. Die Syrerin an der hiesigen Kleinkinderschule, Christin« Rühle, ist nach 44jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand getreten. 20 Jahre hat sie an der Kleinkinderschule hier mit großer Hingabe und Treue gewirkt. Gelegentlich des 50. Jubiläums der Schule, das am letzten Sonntag hier in würdiger Weise gefeiert wurde, fand nach dem Festgottes- dienst eine Ehrung der Kinderschwester in der Kirche statt. Im Namen der Stadt überreichte ihr Bürgermeister Ringshausen ein schönes Bild der Kleinkinderschule unter herzlichem Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für ihre segensreiche Tätigkeit. Pfarrer Laut richtete im Auftrag« der Vorstandsdamen der Kleinkinderschule ehrende Worte an die Gefeierte und übergab ihr einen Ruhesessel, den di« Damen gestiftet hatten. Bis zur endgültigen Besetzung der erledigten Stelle, di« im Herbste erfolgen soll, wird Schwester Marie Markstahler den Dienst versehen. ß A Vidda, 17. Juli. Dec heute hcer abgehaltene Sommermarkt zeigte einen Auftrieb von 340 Schweinen und Ferkeln und etwa 50 Pferden und Fohlen. Der Handel in letzteren war sehr still, dagegen in Ferkeln bei der großen Zahl von Kauflustigen lebhaft. Die Preise für Ferkel waren sehr hoch, sogar wieder etwas höher als auf den Märkten voriger Woche in den anderen Marktorten. Für fünf bis sechs Wochen alte Ferkel wurden durchschnittlich 45 Mark, für etwa acht Wochen alte 55 Mark und für zwölf Wochen alte Springer 75 bis 80 Mark bezahlt. Dabei verhielten sich noch viele Kauflustige zurückhaltend. Vachmittags fand auf dem Marktplatz in der Stadt Krämermarkt statt, der einen mäßigen Besuch von Käufern aus der Llmgegend zu verzeichnen hatte, die vorwiegend Haushaltungs- und Küchengeräte einkauften. ]:[ Dinosachsen, 17. Juli. Schon feit dem letzten Samstagnachmittag stand unsere Gemeinde unter dem festlichen Eindruck des Bezirks- kriegerfestes, verbunden mit Fahnenweihe. Die gesamte Einwohnerschaft war auf den Beinen, und jeder tat sein Möglichstes, um das Fest verschönern zu helfen. Am Samstagabend war ein kleiner Kommers, zu dem die hiesigen Gesangvereine und der Turnverein ihre Kräfte in den Dienst des hiesigen Kriegervereins stellten. Am Sonntagmorgen fand an dem Gefallenendenkmal in erhebender Weise die Ehrung für die Gefallenen statt. Der Präsident, Förster Reifschneider, sowie Se. Durchlaucht, der Fürst v o n B i r st e i n, der persönlich erschienen Oie Arbeitsmarktlage in Oberheffen Aus dem Juni-Bericht des Arbeitsamtes Gießen. Der oberh«ssische Arbeitsmarkt hat im Berichtsmonat Juni eine weitere Entspannung erfahren. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist von 1966 auf 1614 Personen zurückgegangen. Von diesen 1614 Personen entfallen auf die Arbeitslosenversicherung 1042 und auf die Krisenfürsorg« 124 Personen. 382 Personen führten Notstandsarbeiten aus. Am 15. Juni entfielen im Bezirk des Arbeitsamts Gießen auf 1000 Einwohner 3,1 Hauptunter, ftützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung, auf die gleiche Einwohnerzahl entfielen im Bezirk des Landrsarbeisamts Hessen im Durchschnitt 11,8 Hauptunterstützungsempfänger. Im Reichsdurchschnitt wurden am 15. Juni 11,9 Hauptunterstützungsempfänger auf 1000 Einwohner gezählt. Von der wirtschaftlichen Seite aus gesehen, zeigte sich folgende Eigenart der gegenwärtigen Arbetts- marttlage. Die Fluktuationen treten stark hervor. Auftragseingang und -erlcdigungcn laufen mit Arbeitseinstellungen und -entlassungen Parallel. Der Bedarf der Landwirtschaft an Arbeitskräften stellt für das Arbeitsamt zur Zeit die wichtigste Aufgabe bar. In der Industrie der Steine und Erden war die Lage im allgemeinen günftig. aber ohne nennenswerte Aufnahmefähigkeit. Die Zahl der Arbeitsuchenden senkte sich von 131 auf 104 Personen. In der Metallindustrie setzte sich eine leichte Belebung durch; es wurden 146 arbeitsuchende Personen gegen 220 im Vormonat gezählt. Die Lederindustrie hat ein leichtes Anziehen der Beschäftigung zu verzeichnen. Der Stand von 26 Arbeitsuchenden senkte sich auf 18 arbeitsuchende Personen. 3m Holz- und Schnitz st offgewerbe verminderte sich die Zahl der Arbeitsuchenden um 26 Personen, so daß noch 69 Personen dieser Derufsgruppe Arbeit suchen, ein Zeichen, daß die saisonmäßige Belebung des Marktes noch wenig zum Durchbruch gekommen ist. Die Lage des Arbeitsmarktes in dem Rah - rungs- und Genuß mittelgewerbe ist im Verhältnis zum Gesamtmarkt als günstig zu bezeichnen. 69 arbeitsuchende Personen gegen 137 des Vormonats sind vorhanden. Die Besserung ist hauptsächlich auf Einstellung von weiblichen Arbeitskräften durch eine Zigarrenfabrik zurückzuführen. Der Beschäftigungsgrad im Bekleidungsgewerbe ist im Ansteigen begriffen, und zwar für männliche Arbeitsuchende. Hier beträgt die Zahl der Arbeitsuchenden 48 (Vormonat 78), während sich die Lage des Marktes für weibliche Arbeitsuchende verschlechtert hat; die Arbeit- suchenden-Zahl flieg von 17 auf 24 Personen. Die Aufwärtsbewegung im Baugewerbe scheint nahezu zum Stillstand gekommen zu sein. Der Mangel an Daukapital und die geringen Bauvorhaben machen sich immer mehr bemerkbar. Das geht schon aus der Zahl der Arbeitsuchenden hervor, die sich zwar von 260 auf 230 gesenkt hat, aber für die jetzige Jahreszeit als ein hoher Stand zu bezeichnen ist. Im Verkehrsgewerbe sind die Unter» bringungsmöglichkeiten als schlecht zu bezeichnen, zumal die Reichsbahn mit Einstellung von Arbeitskräften zurückhält. Teilweise wurden Einstellungen vorgenommen, die aber durch Entlassungen wieder ausgeglichen wurden. Am Ende des Monats Mai standen im Verkehrsgewerbe 57 Personen und am Ende des Berichtsmonats 54 Personen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Die Arbeitsmarktlage in der Lohnarbei t wechselnder Art war wenig befriedigend, zumal die meisten Arbeitsverhältnisse von kurzer Dauer sind. Die Arbeitsuchendenzahl betrag 555 gegen 612 Personen des Vormonats. Oie Abteilung Berufsberatung hatte im Äkonat Juni 98 Beratungen (56 für Knaben und 42 für Mädchen) zu verzeichnen. Davon kamen 48 Ratsuchende zum ersten, 50 zu wiederholtem Male. Ein verhältnismäßig großer Prozentsatz der Ratsuchenden hatte bereits vor Ostern 1929 die Schule verlassen und sucht nun Rat bezüglich des zu ergreifenden Berufes. 4 Schüler und 3 Schülerinnen kamen aus höheren Lehranstalten, die übrigen aus der Volksschule. Auch in diesem Monat waren bei Knaben und Mädchen die kaufmännischen Berufe (Bureau und Verkauf) die begehrtesten. Trotzdem muß ich aber sagen, dah Doktor Judd sich mir gegenüber als Kavalier gezeigt hat. Rach dem Begräbnis seines Bruders ließ er mich zu sich kommen, sagte, daß er das Gedächtnis seines Bruders von jeder schlechten Rachrede frei halten wollte und bot mir eine regelmäßige jährliche Summe an, falls ich meinen Mund halten würde." „Der Mann, der erschossen worden war, war doch ein Bureaubeamter?" fragte Larry. „Er war Angestellter," sagte Fred sehr langsam, „und zwar Angestellter der Greenwich-Versicherungs-Gesellschaft, der gegen David Judd Erpressungen versuchte." Larry stieß einen leisen Pfiff aus. „Der Greenwich-Verficherungs-Gesellschaft," erwiderte er;'„Erpressungen gegen David! — Was für ein Verbrechen hatte denn David begangen?“ . Fred schüttelte den Kopf. „Das kann ich Ihnen nicht sagen, Mr. Holt. Wenn ich es wüßte, würde ich es Ihnen sofort erzählen. Aber es muß eine ziemlich faule Sache gewesen sein. Doktor Judd sagte aber, daß sein Angestellter eine ganze Masse Geld unterschlagen hätte, und da muß auch was Wahres dran gewesen sein, denn ich erinnere mich, daß er bei Floquart viel und sehr hoch gespielt hat." „Also, um die Geschichte kurz zu machen, ich habe dann vier Jahre lang ein ganz gutes Einkommen von Doktor Judd bezogen. Ich will mich gar nicht entschuldigen oder versuchen, Ihnen zu beweisen, daß ich wie ein kleiner Kavalier gehandelt habe — das würde Sie ja auch gar nicht interessieren. Vor ein paar Tagen traf ich den Doktor bei einer Hochzeit. Er war eingeladen, aber ich nicht," erllärre Fred schamlos, „aber das war ja auch das wenigste: ich ging jedenfalls hin. Er lud mich dann ein, gestern abend in feinem Hause in Chelsea mit ihm zu essen. Doktor Judd hat da ein pikfeines Haus, bis oben ran voll mit Gemälden und Schmucksachen. Lind da er mir eine schöne runde Summe angeboten hatte, um mich ein für allemal loszuwerden, entschloß ich mich denn auch hinzugehen." „Da ist ein Kerl beim Doktor, fuhr er nach kurzer tieberlcgung fort, „so ’ne Art Kammerdiener. Ich will ja keinen verraten, Mr. Holt, aber er ist ein alter Sträfling und hat in Portland in der Zelle neben mir gesessen." „Er heißt Strauß," sagte Larry, „hat eine Vorliebe für ,Koks' und ist dreimal verurteilt." „Ach, das wissen Sie schon?" sagte Fred überrascht. „Ich kenne ihn also auch und traf ihn neulich ganz zufällig im Piccadilly. Er wollte gerade ein paar Kleinigkeiten unterbringen, die er seinem Herrn gemaust hatte, und da blieb ihm nichts anderes übrig, als auch mir etwas von seinem Lleberfluß abzugeben: ein Paar Man- schettenknöpse —" Larry fuhr hoch. „Da kamen sie also her? — Sie gehörten Doktor Judd?" „Ich bin nicht ganz sicher, ob sie wirklich Doktor Judd gehörten," sagte Fred. „Wie ich von Strauß gehört habe, waren oft Wochenendgäste da, und vielleicht hat er die Knöpfe einem von diesen geklaut. Jedenfalls," sagte er zögernd — er fand es schwierig, seine Pläne in Worte zu bringen, ohne sich selbst in einem zu schlechten Lichte erscheinen zu lassen — „hatte ich so die Idee, mir ein paar kleine Andenken mitzu- nehmen, bevor ich abreifte, und ich hatte mit Strauß verabredet, dah ich mir nur mal das Haus ansehen und einige Kleinigkeiten aussuchen wollte, die mich an meinen guten, alten Freund erinnern sollten. Als ich nun zum Essen eingeladen wurde, griff ich natürlich mit beiden Händen zu. Damit will ich nun nicht sagen, dah ich allein zu dem Diner gegangen wäre, denn so große Busenfreunde sind der Doktor und ich nun doch noch nicht; aber er erzählte mir, es würden noch eine Menge anderer Gäste kommen, und so ging ich dann hin. Ich war ja eigentlich um acht eingeladen, um die Zeit ist es schon stockdunkel, aber ich ging schon um sieben, und auch nicht direkt nach seinem Hause, sondern gegenüber nach der anderen Seite der Straße. Ich wollte nämlich lieber erst mal Doktor Judds Gäste an» kommen sehen, bevor ich selbst auf der Bildfläche erschien. Ich wartete bis acht Llhr. Niemand kam. Ich wartete bis halb neun, und dann sah ich den Doktor herauskommen und die Straße aus- und abblicken. So hungrig war ich mittler» weile geworden, daß ich beinahe zu ihm hin» übergegangen wäre, aber ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich allein, verstehen ©je, ganz allein mit einem Menschen speiste, den ich beschwindelt hatte. So wartete ich weiter und wartete und wartete, bis auf einmal ein Auto ankam und direkt auf das Einfahrtstor an der Seite des Hauses losfuhr. Ich dachte schon, das Auto würde die Tore eindrücken, als sie sich im Augenblick, wo die Scheinwerfer sie zu berühren schienen, öffneten. Das ist aber komisch, sagte ich mir, ging über die Straße und sah mir mal die Geschichte über das Tor hinweg an. Das bedeutete natürlich ein bißchen Klettern für mich, aber das ging ganz leicht und ohne alles Geräusch. Lind wissen Sie, was ich sah? Der erste Mensch, der aus dem Wagen stieg, war das dicke Riesenvieh, der in der Iermyn Street versucht hatte, mir die Luft abzudrehen." „Der blinde Jake?" warf Larry ein. „Ich bin ihm niemals voraestellt worden," sagte der andere bitter. „Jedenfalls sah ich ihn ganz deutlich, als er vor den Scheinwerfern vorbeiging; dann gingen die Lichter aus, und ich konnte nichts mehr sehen. Lim zehn Llhr öffneten sich die Tore wieder — es war wie Zauberei, denn niemand war in der Nähe — und der Wagen fuhr heraus. Als er langsam an mir vorbeifuhr, rannte ich hinterher und sprang auf den Gepäckträger, der glücklicherweise heruntergeklappt war. In der Kings Road in Chel-' sea sprang ich ab, weil es da zu hell ist und ich von einem Polizisten gesehen werden konnte, der dann den Führer auf mich aufmerksam gemacht hätte. Aber es gab ’ne Masse Taxis, ich nahm eine und sagte dem Chauffeur, er sollt« hinter dem anderen Wagen herfahren. Ich wollte herausbekommen, wo der blinde Jake, so heißt er doch wohl?, wohnte, und es macht« keine große Schwierigkeit, dem Wagen zu folgen. Wir fuhren am Viktoria-Bahnhof vorbei, dann durch Grosvenor Place nach Park Lane zu. Ich befürchtete, das Auto würde in den Park einbiegen, und dann hätte ich es verloren, denn die Parkwege sind ja nur für Privatwagen offen, aber nicht für Taxis. Aber glücklicherweise oder leider, wie man's nehmen will, fuhr der Wagen nicht durch den Park, sondern durch die Edgware Road — der Thburn Tree, wo man in alten Zeiten die Leute aufhängte, hat da gestanden," sagte er gänzlich zusammenhanglos. „Ich hab' das mal in einem Buch gelesen, als ich mich — hm — erholte." „Wollen wir nicht lieber die Erinnerungen an Alt-London beiseite lassen?" bat Larry. „Ich fuhr also dicht hinter ihnen, und dann bogen sie auf einmal in eine ©eitenftrafje ein,“ fuhr Larry fort, „und ich riskierte es, meinen Kutscher zu bezahlen und ihnen zu Fuß nachzufolgen. Das Viertel war mir sehr gut bekannt, und ich hatte noch nicht mal zehn Minuten zu suchen, bis ich den Wagen vor einem Torweg in einer hohen Mauer anhalten sah. Der Fahrer mußte sich jedenfalls Verfahren haben, denn ich war beinahe in demselben Augenblick da wie der Doktor." „Dr. Judd? — War der auch da?" Fred nickte und bedauerte unendlich, seinen schmerzenden Kopf bewegt zu haben, und es vergingen einige Augenblicke, bis er wieder fähig war, zu sprechen. „Wenn ich meinen dämlichen Schädel nicht stillhalte," sagte er, sich selbst verspottend, „werde ich ihn noch verlieren. Ja, der Doktor war auch da. Ich war ganz dicht in ihrer Rähe — als sie alle drei ausstiegen, stand ich schon hinter dem Wagen. Der blinde Jake, ein anderer Kerl, den ich nicht kannte, und dann der Doktor. Einer hatte eine Tasche in der Hand und schien in schlechter Laune zu fein. „Ich protestiere, zu so später Stunde auf eine solche Weise geholt zu werden," sagte er. „Der Doktor, nicht der blinde Jake, sagte etwas mit leiser Stimme, was ich nicht verstehen konnte." (Fortsetzung folgt) wohl geW ^prechs 11.30 bis 12. najmidag M Adrigen unoeti °> Mgefüg uoetnommen. i betPiflti i M Ott^' allen Ä eröffnet« S-S«! Ortsdurchsahr forderliche K wird bewillig wird sich der etwa 5800 Mi Reibung Öfter Dinj ju treffen. sitzende bemerkt nad) Mieilum langen tonnet jchassung. Die jahr 1929 er wird der Firr traaen; die st verschiedenen! und Kleinpfli Nickel in Ob. tragen. — Ei 06 Alsfeld gäbe wurde c langende Gebt fertigt anerkan tischen Sportpb lli'tsgeld erheb lch'n Miethäuse iilion wurdi arbeiten gemäß genehmigt. ^Alsfe Vorstands anschlag d nungsjahr iJ dazu bemerkt über die Gei rechtliche Irm schlag schließt Mark ab, -Vorgaben und 2L entfallen, zu i schuß leistet, ! Träger der 5d wurde in der Beschlüsse der ■ Besuch der Eec xw» fämpfung der der Provin buta bildete Die yautomm verfahren herg dieser Besicht, erklärt sich b( Alsfeld-Mer 4 ÄAÄ Ä'K Ks Äfrw* 27 L alt? beia. Der D HW iSÄ rUberQÜbi,nbtn " *4.^ :6fe- S«t& r#£ 9cw“n- 2^""°enden j*«? Kenn an btt Kh ln< ^ühlt A w Ahnten JLW sie an ^r K ®h * w. Jubiläum? der Hur in würdiger tfr 8AW5. yiw in der Kirche J«We ihr Bu>. kn IW Bild der hem AuLdruck des m ihre segensreiche ' 7 Auftraoe der ^rschule ehrende "bergab ihr einen tet halten. Bis zur !ten Stelle, die im -chMster Marie riehen. heute hier abge, Jtc einen Austrieb -klein und etzva - Der Handel in m in Ferkeln bei sigen lebhaft. Die )vch. sogar wieder ten voriger Woche inr fünf bis sechs durchschnittlich 45 alte 55 Aar! und rr T5 bis 80 Mark noch viele Kauf« lag- fand auf dem imermarktstolt, n Käufern aus der tte, die vorwiegend :ätc einkauften. ufi. Schon seit dem rd unsere Gemeinde 1 des Bezirks« mit Sahnen» nerschast war auf x Möglichstes, um n. Arn Samstag« iners, zu dem die er Turnverein ihre igen Kriegervereins , fand an dem ®e« t Weise die Ehrung - Präsident. Förster e. Durchlaucht, der persönlich erschienen r in der Aähe — M er langsam an interher und sprang glücklicherweise Herlings Aoad in 6peU' Ja 8u he« W ,hen werden konnte, iich aufmerksam fle* e Masse Taxis, >4 chausseur, er M n herfahren. M der blinde M ntc. und es mach« 1 Wagen zu soW. hnhof vorder, dann Park Lane zu M .VdenP°rkm- -Priv-üMMtz wo man 1* u ft»' * k Erinnerungen an nachzu' icn«ß aut bekannt. » ftn Minuten zu 1 Torweg vor elnem 2^rcr ■Un ti&et denn >ch ÄS 60 W * bis her SE-7 als ^Än S>s ßs- war. legten mit echt deutschen Worten Kränze nieder. Gesangverein „Eintracht" und der „Gemischte Chor", Bindsachscn. halfen die Feier verschönern. Don 11 bis 1 Ahr war Empfang der auswärtigen Dcreine, die sich — 32 an der Zahl — vollzählig eingefunden hatten. Am 14 il&r bewegte sich ein Festzug durch die Straßen des Ortes, wie ihn Dindsachfen noch niemals sah. Reiter in alten Uniformen unseres ruhmreichen Heeres eröffneten den Zug. Der Musik folgten die Ehrenjungfrauen mit der noch verhüllten Fahne. 16 Altveteranen von 1870 wurden in vier Droschken gefahren, anschließend die Vereine mit einem „Vater«2ahn-Wagen". Auf dem Fcst- plah angekommen, sang „Eintracht" das Lied „Trompeter an der Kahbach". Frl. L. Ganz sprach einen schönen Prolog „Deutschland erwache". Sodann folgte die Begrüßung durch den Präsidenten Reifschneider und den Bürger- meister Kleer. Rach der Weihe durch den Orts- geiftlichen sprach Kreisdirektor Dr. Gähner im Austrage der Behörde und brachte das Hoch auf das Vaterland aus. Aus beinahe 3000 Kehlen erscholl das Deutschlandlied. 3m Rainen des Hessischen Hassiaverbandes und des Kriegerbezirks Büdingen sprach Major a. D. Pohl und überreichte einen Fahncnnagel. Frl. Kätchen Kehrn überreichte für die Frauen und Jungfrauen Dindsachsens eine Schleife. Die kernige Festrede hielt Major a.D. Wichert. Köln, der in begeisterten Worten zur Einigkeit und zur Tilgung des Kriegsschuldlügenparagraphen ermahnte. Rach der Aebergabe und Aebcrnahme der Fahne war der offizielle Teil beendet. Die Musik stellte die Freiwillige Feuerwehr Friedberg. Der Wettergott war gnädig, und das Fest (seit dem Kriege das erste in unserer Gemeinde) wohl gelungen. Kreis Alsfeld. x Alsfeld, 17. Juli. In der gestrigen Stadt- vorstandsfitzung gelangte zunächst der Voranschlag der Gewerbeschule für das Rechnungsjahr 1930 zur Vorlage. Wie der Vorsitzende dazu bemerkte, ist auf Grund des neuen Gesetzes über die Gewerbeschulen die Stadt als solche der rechtliche Träger der Schule geworden. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 28 814 Mark ab, wovon 6934 Mark auf die sachlichen Ausgaben und 21 880 Mark auf die persönlichen Kosten entfallen, zu denen der Staat die Hälfte als Zuschuß leistet, während die sachlichen Kosten dem Träger der Schule allein zufallen. Der Voranschlag wurde in der oorgelegten Form entsprechend dem Beschlüsse der Finanzkommission angenommen. Der Besuch der Gewerbeschule ist in dauerndem Steigen begriffen. Die Schülerzahl war im letzten Winter auf 112 gestiegen. — Die von der Stadt zur Bekämpfung der Staubplage gewünschte Teerung der Provinzial st raße Alsfeld —Altenburg bildete den nächsten Verhandlungsgegenstand. Die Baukommission hat mehrere nach dem Teerverfahren hergestellte Straßen besichtigt, auf Grund dieser Besichtigung wurde beschlossen, die Stadt erklärt sich bereit, bei einer Teerung der Straße Alsfeld—Altenburg durch die Provinzialverwaltung den gesetzlich ihr obliegenden Kostenanteil für die Ortsdurchfahrt Alsfeld zu tragen. Der dafür erforderliche Kredit im Wege der .Kapitalausnahme wird bewilligt. Je nach der Art der Ausführung wird sich der Anteil der Stadt an den Kosten auf etwa 5800 Mark bzw. 5100 Mark stellen. Die Entscheidung über die Art der Ausführung hat die Pro- vmz zu treffen. Es ist noch ungewiß, wie der Dor- sitzende bemerkt, ob die Arbeiten in diesem Jahre nach Mitteilung der Provinz zur Ausführung gelangen können infolge der schwierigen Kapitalbeschaffung. Die Anschaffung der für das Rechnungsjahr 1929 erforderlich werdenden Randsteine wird der Firma Jean Dcrn & Co. in Gießen übertragen: die für die Pflasterung der Bürgersteige in verschiedenen Straßen notwendig werdenden Mosaik- und Kleinpflastersteine werden der Firma Johs. Nickel in Ober-Widdersheim zur Lieferung übertragen. — Ein Gesuch des Sportvereins 0 6 Alsfeld um Befreiung von der Spielplatzabgabe wurde abgelehnt, da die zur Erhebung gelangende Gebühr von 10 bis 20 Mark als gerechtfertigt anerkannt wird, sobald der Verein den städtischen Sportplatz bei Wettspielen absperrt und Eintrittsgeld erhebt. — Für den Anschluß der städtischen Miethäuser an die allgemeine Kanalisation wurde die Vergebung der Jnstallations- arbeiten gemäß den Beschlüssen der Baukommission genehmigt. _______________________________ Lprechstrindcn der Nedaktiorr 11.30 bis 12.30 llhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenauftrage sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Für unverlangt eingefandle Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Wirtschaft. Oie deutsche Eisenindustrie im Jahre 1928. Der Jahresbericht des Stahlwerksverbandes für 1928, der jetzt vorliegt, schÜdert die Lage des deutschen Eifenmarkts und des Weltmarktes. Danach bot der deutsche Eifenmarkt ein wesentlich anderes Bild als im Jahre 1927. Während sich das 3ahr 1927 durch eine überaus kräftige Aufnahmefähigkeit des Inlandmarktes auszeichnete, die Verhältnisse dagegen auf dem Auslandmarkte ungünstig lagen, stand das 3ahr 1928 unter dem Drucke einer verminderten Rachfrage aus dem deutschen Inlandmarkte und gleichzeitig einer besseren Absatzmöglichkeit am Weltmärkte. Die rückläufige Konjunktur des Jnlandmarktes fand deutlichen Ausdruck in dem Sinken sowohl der Erzeugung von Roheisen, Rohstahl und Walzerzeugnissen, als auch des Versandes der syndizierten Werkstoffe. Die Roheisenerzeugung fiel gegenüber dem Vorjahre um 1,3 Millionen Tonnen oder 9,90 Prozent, die von Rohstahl um 1,8 Millionen Tonnen oder 11 Prozent, und die der Walzerzeugnisse (ohne Halbzeug) um 1,4 Millionen Tonnen oder 11,53 Prozent. Ebenso erfuhr der 3nlandversand des Stahlwerksverbandes eine Abnahme um rund 1,37 Millionen Tonnen Fertiggewicht oder 19,27 Prozent. Mangel an erforderlichen Geldmitteln gestattete der deutschen Reichsbahnverwaltung die Durchführung notwendiger Umbauten und Reubauten nicht: die Bestellungen wurden von ihr empfindlich stark eingeschränkt. Der Beschäftigungsgrad einer Reihe eisenverarbeitender Industrien lieh infolgedessen ebenfalls nach. Hinzu trat stellenweise ein Mangel an ausreichender Beschäftigung in der Masch inen- und Schiffbauindustrie, und nicht zuletzt verschlechterte sich die an sich schon ungünstige Lage der deutschen Landwirtschaft weiter. Die von den Werken angestrebte Verbilligung der Selbstkosten wurde durch Lohnerhöhungen und Steigerung der Transportkosten vereitelt. Auf dem Weltmärkte gestaltete sich das Geschäft wesentlich freundlicher als im Jahre 1927. Richt nur wurde die Rachfrage lebhafter, auch die Preise entwickelten sich langsam nach oben. Der Preisfortschritt war aber nicht gleichmäßig: infolgedessen konnten auch nicht alle Erzeugnisse geldlich den gleichen Ruhen aus der Besserung ziehen. Der B e s ch ä f t i g u n g s a u s f a l l im Inlande konnte nur zum Teil durch verstärkte Hereinnahme von Auslandaufträgen wieder ausgeglichen werden. Insgesamt wurden in den syndizierten Erzeugnissen des Stahlwerksverbandes rund 571 000 Tonnen mehr ausgeführt. Der Auslandversand betrug 30,96 Prozent des Gesamtversandes (gegen 21,98 Proz. i. V.). Es wird weiter gesagt, daß in der Bildung von zwischenstaatlichen Verkaufsverbände wesentliche Fortschritte nicht erzielt worden sind. Einer Verlängerung der internationalen Rohstahlgemeinschaft über die gegenwärtige Dauer (bis 31. Oktober 1929) hinaus würde sich die deutsche Eisen- und Stahlindustrie nicht widersetzen, wenn die berechtigten Wünsche der deutschen Gruppe in bezug auf ihre mengen- mäßige Beteiligung ausreichende Berücksichtigung finden. • Deutsch-russische Kupferexport- Verhandlungen. Die Sowjetregierung verhandelt mit einer deutschen Gruppe zwecks Export von Kupfer. Die Werke von Kaskstal-Spaßkoje, die größten Kupferschmelzen Rußlands, mit einer Jahresproduktion von 6—7000 To. Kupfer, die leicht auf 9—10 000 To. erhöht werden kann, werden in Betrieb gesetzt. Die deutsche Gruppe hat den Exportverkauf eines Teils der Produktions- Überschusses dieses Werkes erhalten, und zwar zum niedrigsten Preise, der auf dem amerikanischen Markt durch Copper-Export Association angegeben wird. * Keine Be t r i e b s v e rle g un g der Raab - Katzen st ein - Flugzeugwerke. Die Rachricht, wonach die Raab-Katzenstein- Flugzeugwerke, G. m. b. H., eine Verlegung des gesamten Fabrikationsbetriebes nach dem Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim beabsichtigen, wird nach Anfrage bei der Verwaltung als nicht den Tatsachen entsprechend bezeichnet. Die Gesellschaft sei mit der durch die Interessennahme des amerikanischen Flugzeugkonzerns bedingten 11m- stellung des Unternehmens beschäftigt und habe keine llmzugspläne. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18. Juli. Tendenz lustlos. — Anregungen lagen heute wieder nicht vor, so daß die Börse in lustloser Haltung eröffnete. Der anhaltende Ordermangel verstimmte, und die Spekulation schritt verschiedentlich zu Abgaben, so daß die Tendenz erst zur Schwäche neigte und kleine Rückgänge nicht zu vermeiden waren. Aber die Grundstim- mung zeigte weiterhin eine nicht zu verkennende Widerstandsfähigkeit, da die belferen Geldmarktverhältnifse in Reritz o r k eine Stühe boten. Die llmsähe blieben aber minimal und beschränkten sich nur auf einige Werte. Stärker angeboten waren vor allem Chade-Aktien mit minus 4 Mk. Glanzstoff, die anfangs behauptet waren, mußten später 7 Proz. nachgeben und waren nun stärker angeboten. Am Elektromarlt eröffneten AEG. gut behauptet, während Schuckert, stark vernachlässigt, etwa 2 Proz. einbüßten. Am Chemiemarkt waren auch Farben mit minus 1,5 Prozent mehr angeboten, da die lange Laufzeit des Bezugsrechtes enttäuschend wirkte. Am Montanmarkt verloren Buderus 2,5 Prozent, Mannesmann, Mansfelder, Phönix und Rhemstahl von 1 bis 2 Prozent. Kaliwerte bis 2 Prozent schwächer. Banken geschäftslos und wenig verändert. Renten still. Deutsche Anleihen leicht gebessert. Rur Schutzgebiete erneut etwas abflauend. 3m Verlaufe neigte die Tendenz weiter zur Schwäche. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwi- schenRußland und China wirkte sich jetzt erst empfindlich aus. Das Geschäft kam zeitweise ins Stocken. Farben lagen erneut etwa 2 Prozent und Siemens bis zu 2,5 Prozent niedriger. Auch die übrigen Märkte hatten unter der allgemeinen Lustlosigkeit zu leiden. Es traten erneut Rückgänge bis zu 2 Prozent ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Prozent wieder etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1955, gegen Pfund 20.361, gegen Paris 123,82, London gegen Kabel 4,8580, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 33,25, Holland 12,0890. Berliner Börse Berlin, 18. Juli. Nachdem ganz unerwartet die diplomatischen Beziehungen zwischen Rußland und China nun doch abgebrochen sein sollen, machte sich zu Beginn der Börje eine begreifliche Zurückhaltung fühlbar. Die Geschäftslosigkeit war kaum noch zu überbieten, und die ersten offiziellen Notierungen lagen bei der geringen Unternehmungslust der Spekula- tion meist schwächer. Anscheinend macht die Börse auch diesmal einen frühen Ultimo, denn der hiesige Geldmarkt zeigte im Gegensatz zu Neuyork eine unverändert angespannte Lage. Die anhaltenden Goldabgaben der Bank von England hatten am heutigen Donnerstag wieder Befürchtungen hinsichtlich des englischen Bankdiskonts hervorgerufen, dieser blieb jedoch unverändert. Wieder lagen einige Märkte besonders schwach und verstauten auch die übrigen Märkte. So gingen Farben unter 230 zurück. Kunstseidenwerte waren wieder angeboten, und auch Montanpapiere enttäuschten. Nur Elektrowerte konnten sich einigermaßen behaupten. Von sonstigen Papieren lagen.' schon zu Beginn Reichsbank, Berger, Wiking Zement, Buderus, Polyphon. Stolberger Zink, Schubert & Salzer und Chade-Aktien bemerkenswert schwach. Pfandbriefmarkt uneinheitlich. Die llmsatztätigkeit an diesem Markte war wieder klein. Die Geldsätze blieben unverändert. Tagesgeld 8,5 bis 10,5, Monatsgeld 9,5 bis 10,5, Warenwechsel 8 bis 7,75 v. h. Auch nach den ersten Surfen blieb die Stimmung lustlos und schwächer. Im allgemeinen betrugen die erneuten Verluste bis 1 v. H. Bei Polyphon, Glanzstoff, Salz- detsurth, Rheinische Braunkohlen, Schubert und Salzer, Karstadt usw. bis zu 2 v. h. Für russische Anleihen waren heute kaum zuverlässige Kurse zu hören, da man von einem Dazwischentre- ten Englands Komplikationen in dem russisch-chinesischen Konflikt befürchtete. Später änderte sich an der schwachen Stimmung wenig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. Juli. Der Probukten- marft verkehrte in freundlicher Haltung. Das Geschäft nahm aber ttoh der höheren Auslandnotierungen kein größeres Ausmaß an. Das reichliche Angebot von Auslandgetreide konnte nur schwer untergebracht werden. Es wurden notiert: Roggen 22,75; Hafer, inländischer, 23.25 bis 23,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 23,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. 39 bis 41,25; Roggenmehl 31,25 bis 32: Weizenkleie 11,75 bis 12; Roggenkleie 13 Mark. — Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 18. Juli. Auftrieb: 102 Stück Rinder, 980 Kälber, 94 Schafe, 449 Schweine. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 72 bis 77 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71 Mark, geringe Kälber 56 bis 64 Mark. Schweine: vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 86 bis 89 Mark, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 87 bis 90 Mark, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 87 bis 90 Mark, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund Lebend- aewicht 86 bis 89 Mark. — Markmerlauf: Bei allen Gattungen schleppend, ausoerimift. Letzte Nachrichten. Anschlag auf den österreichischen Bundeskanzler. Wien, 18. Juli. (WTV. Lig. Drahtbericht.) Als Bundeskanzler Streeruwitz heute vormittag im Auto feine Amtsräume am Ballhansplah verließ, kam es zu einem Auftritt, dessen Hintergründe noch nicht geklärt sind. Ein Mann, der vor dem nächsten Hause gewartet hatte, zog einen Revolver hervor und wollte abdrücken. In seiner unmittelbaren Nähe stand ein Polizist. der ihm die Waffe noch rechtzeitig entriß und ihn fest na hm. Der verhaftete behauptet, er habe lediglich beabsichtigt, in die Lust zu feuern, um auf diese weise Ausmerksamkeil zu erregen. Die Begründung der Sowjetrussischen Note. Moskau, 18. Juli. (WTV. Eig. Drahtbericht.) Zu der Rote der Sowjetregierung, die den Abbruch der vczie Hungen zu China ankündigt, ist noch eine Begründung erfolgt, aus der die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion folgendes bekanntgibt: In dem wunfä-e, die durch die chinesischen Behörden verletzten Rechte bezüglich der Beziehungen zwischen der Sowjetunion und China wiederherzustellen, hat die Sowjet- regierung in ihrer ersten Rote drei als das Minimum des Rotwendigen bezeichnete und durchaus gemäßigte Vorschläge gemacht. Die chinesische Regierung hat diese Vorschläge in vollem Umfange abgelehnt. Anstatt die Wiederherstellung der Abmachungen von Peking und Mukden zu bringen, sanktionierte die chinesische Rote die einseitige Ausführung dieser Abmachungen und zerstörte dadurch die Möglichkeit normaler Beziehungen zwischen beiden Staaten. Anstalt der Aushebung der von dem Kupon gegen die Ostbahn getroffenen Maßnahmen sanktioniert die chinesische Rote Gegenmaßnahmen und billigt somit die Besetzung der Osichinabahn. Ebenso sanktioniert die Rote der chinesischen Regierung die unrechtmäßigen Repressalien gegen Sowjetbürger und Sowjetinstitutionen und sucht sich in heuchlerischer weise durch einen den Tatsachen nicht entsprechenden Hinweis aus angebliche Massenreprc> a- lien gegen chinesische Staatsbürger in der Sowjetunion zu rechtfertigen, obwohl hinreichend bekannt ist, daß in der Sowjetunion Zwangsmaßnahmen nur gegen eine kleine Anzahl von Spionen, Opium- schmugglern, Spelunkenbesihern und sonstige kriminelle Elemente angewendet werden. Die chinesische Rote üb er geht die Frage der unverzüglichen Einberufung einer Konferenz und weist damit den dahingehenden Vorschlag der Sowjetunion zurück und zerstört damit die Möglichkeit einer Regelung des Konfliktes durch eine Verständigung der Parteien, wenn die Rote der chinesischen Regierung russischePropaganda als Ursache der unrechtmäßigen Schritte der chinesischen Behörden bezeichnet, so ist das gelogen und heuchlerisch, denn die chinesischen Behörden verfügen über hinreichende Mittel, um eine derartige Tätigkeit nicht zuzulassen und ihre Einstellung zu erzwingen, wenn sie wirklich vorhanden wäre, ohne sich der Ostchinabahn zu bemächtigen und die zwischen China und der Sowjetunion bestehenden vertraglichen Beziehungen abzubrechen. Die wirklichen Hintergründe des gewaltsamen vorgehens an der Ostchinabahn erhellen besonders aus einer in der Presse veröffentlichten offiziellen Erklärung Tschiankeischeks. Tschiankeischek rechtfertigt darin das unrechtmäßige Vorgehen an bet Ostchinabahn und erklärt direkt: „Unsere Schritte, die darauf gerichtet sind, die O st ch i n a b a h n in unsere Hände zu nehmen, enthalten nichts außergewöhnliches, wir wollen zunächst die Ostchinabahn in unsere Hände nehmen und sodann zur Erörterung anderer Fragen schreiten." Diese Aeuhernng Tschiankeischeks läßt hinsichtlich der wahren Hintergründe der chinesischen Role vom 17. Juli keine Zweifel hegen. Auf diese Begründung folgt dann die bereits bekannte Ankündigung der von russifcher Seite be- fchlosfenen Maßnahmen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern 'geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Frankfurts. M. Berlin Schluß- Kurs I-Uhr. Kurs Schluh-jAnsang Kurs Kur« Saturn 17-7. ' 18.7. 17 7. 18 7- 5% Dt. «eichsaiUelhe ». 19«? 87,25 — 87,5 —— DL «nl^Ab'.Ss.-Lchuld mü 51.55 51,4 —— veeal. ohne AuSlos.-Rechte . — 9,8 io 9,9 , ftrantf. Hvp.-Bl. Eoldps. un 05,5 _ _ iV.% Rheinische Hyp.-Banl Ligu > Moldps........ 79 — — — S.tz.K. abg. BortriegS-Obllgation., tüdjablbat 1932 87 — — — 4% Schweiz. Bundetb^Ani.. 98 — _ — 4% Defteneidjifdje (9o(brte.. 29,5 — 29,6 — 4,20% Cefterr. Sllbcrrle. . . 2,3 — 2,6 — 4% Oesterreich, einheitl. Otte. 1,75 — — 4% Ungarische Goldrte.. 23,15 —— 23,13 23,13 4% Ungarische SlaatSr. v. 1910 . — — 20 V/.% betgl.von 1913 . . — — 22,1 — 4% Ungarische Kronenrte.. . 1,825 — 1,75 1,8 4% Türk. Hollanleihe v. 1911 8,2 — 7,9 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie l 7,9 — 8,13 — 4% deSgl. Serie II..... 7,9 — 7,75 —— 4% Rumänen entwert. Otte. . 8,25 — — *H% Rumänen Gold am. von 1913 — — 17,25 — Mg. Deutsche Eisenbadn . . ot 1 1 1 K> des besetzten ( der Annahme Man kann auc feststellen, da Triand Wiel Frankreich Fragen müßten nigt werden, deutschen Ausfas sranMchen Al drückt, dost sür S'ssnet sind. Poincare schieden. Diese legenheiten aus Havas" zurücks gesagt haben so men Doutschl werde. Dekann artiges gesagt, tagsrede ertoäl sachverständige! Adlung eines! höchstens 10 Ja ist selbstverständ falsche Darstellu ^lachrichtenagenti ln-mn selbst den neuen Austauchei Unrichtigkeit d< den Das hat ■ A aus einen K Etresemani N°wentger ha! drn, zweimal ai ^achdeni aus Innere ■ Abaratior ^stellt vor ^b^rständljch y6 trenn die MW und ffi M erst r 5 VS Md ii>w !?“" ZL- Ke auch ’JJ Üben. M J Knahnie LQ SW 0’2*5 Mr® Achen t>’*! ®Iei alten . Ma . WDefen ^n9CT u len. qr. Und