Dienstag, 18. Juni 1929 179. Jahrgang Nr. HO Erstes Blatt Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: Briihl'fche UniverfitS1§-vuch- und Slelndruckerel K Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchnlftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzooüfchrist 20°,a mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686. Wilhelm Kahls achtzigster Gehuristag. Der Reichspräsident verleiht dem großen Rechtsgelehrten den Adlerschild des Reichs. Wien promoviert Kahl zum Ehrendoktor. Berlin, 17.Juni. (WB.) Geheimrat Kahl ist anläßlich seines 80. Geburtstages heute der Gegenstand so großer Ehrungen, wie sie nur wenigen Menschen zuteil werden. Bereits um 9.30 Uhr vormittags ci|d).enen als offizielle Gratulanten für den Reichspräsidenten und die Reichsregicrung Reichsjustizminister v. Guärard und Reichs- innenminister Severing in der Wohnung Dr. Kahls. Sie überreichten dem berühmten Rechtsgelehrten den Adlerschild des Reiches mit der Inschrift: „Dem Hüter und Gestalter des Rechts." Gleichzeitig überbrachten sie ein Bild des Reichspräsidenten mit Widmung und folgendes Handschreiben: „Sehr geehrter Herr Geheimrat! Zur Vollendung des 80. Lebensjahres spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. 3n einem an Arbeit reichen Leben haben Sie als Lehrer, Forscher und Verfasser wertvoller wissenschaftlicher Veröffentlichungen auf dem Gebiete des Kirchen-, Staats-, verwaltungs- und Strafrechtes sich um die Förderung der deutschen Rechtswissenschaft besondere Verdienste erworben. Darüber hinaus haben Sie, durch das vertrauen Ihrer Mitbürger in den Reichstag berufen, an den Arbeiten der Volksvertretung als Hüter des bestehenden und Gestalter des neuen Rechts besonders wertvollen Anteil genommen. Dem Dank des deutschen Volkes hierfür gebe ich Ausdruck, indem ich Ihnen den Adlerfchild des Reiches zuerkenne, der für Sie die Widmung trägt „Dem Hüter und Gestalter des Rechts". Zugleich bitte ich Sie, als Zeichen meiner persönlichen Verehrung mein anliegendes Bild entgegenzunehmen. — Möge Ihre Mitarbeit dem valerlande und der deutschen Wissenschaft noch lange erhallen bleiben. — Mit den besten Grüßen bin ich 3hr ergebener (gez.) v. Hindenburg." Nach der offiziellen Gratulation der Vertreter des Reichspräsidenten und der Reichsregierung folgten von 11 Uhr ab Deputationen, zunächst der kirchlichen Verbände mit ihrem Sprecher, Oberkirchenrat Duste, der Vertreter des Syrischen Waisenhauses in Jerusalem, Vertreter des Juri st e n t a g s , an der Spitze Präsident v. Staff, der Internationalen Kriminalistischen Vereinigung mit Oberreichsanwalt Ebermayer, die Deputation vom Roten Kreuz, die den Roten- Kreuz-Orden 1. Kl ässe überreichte, die Her- ousgeber der Deutschen Juristenzeitung, in deren Namen Dr. Liebmann eine Adresse verlas. Darauf folgte die lange Reihe der Gratulanten aus dem Kreise der U n i v e r s i t ä t e n: der Rektor der Universität Rostock, Dr. G i e s e k e, der Dekan der juristischen Fakultät der Universität Bonn, Graf Dohna, der Dekan der juristischen Fakultät bei Universität Berlin, Geheimrat Stutz, und sämtliche Mitglieder der Fakultät mit ihren Damen, ferner der Rektor der Wiener Universität, I u n i tz e n, und der Dekan der juristischen Fakultät der Universität Wien, Graf v. G l e i s p a ch , die Dr. Kahl den Ehrendoktortitel der staatsrechtlichen Fakultät der Universität Wien überreichten, die Vertretung der Universitäten bot ein buntes Bild, weil auch Vertreter der Korporation Wingolf in Wichs den Alten Herrn begrüßten. Dann folgte der Ehrenausschuß, der zur Kahlspende aufgerufen hatte, bestehend aus Reichsminister a. D. Dr. Koch, Reichsminister a. D. Scholz und Geh. Rat Stotz, die eine Plakette aus Bronze überreichten und eine Stiftung von über 22 000 Mark zur freien Verfügung übergaben. Besonders herzliche Grückwünsche überbrachten die Vertreter der Deutschen Volkspartei, für deren Reichstagsfraktion Dr. Scholz und Dr. Zapf und für deren Parteivorstand Dr. Kemp- k e s und Frau v. K u l e s z a bei dem ehrwürdigen Jubilar erschienen. Die Reichstagsausschüsse für die Strafrechtsreform und für die Rechtspflege, deren Vorsitz der Abg. Dr. Kahl (D.Vp.) fuhrt, haben dem Subilar neben einem Korb prachtvoller Hortensien folgende Adresse überreichen lassen: „Unserem hochverehrten langjährigen Vorsitzenden Dr. Wichelm Kahl bringen wir im Ramen der Ausschüsse des Reichstages für Rechtspflege und für den Entwurf eines Allgemeinen Deutschen Strafgesetzbuches die wärmsten Glückwünsche zur Vollendung des 80. Lebensjahres entgegen. 3n a uf - opfernder Tätigkeit haben Sie, hochverehrter Herr Geheimrat, viele Jahre hindurch sich dem Wohl des Vaterlandes, der Wissenschaft und den Arbeiten des Reichstags gewidmet. Wir sprechen den Wunsch und die Hoffnung aus. daß Sie in gleicher Frische wie bisher uns noch viele Jahre hindurch erhalten bleiben. Berlin, 17. Juni 1929. (gez.) Dr. Bell, Landsberg." Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hat an Professor Dr. Kahl das folgende Telegramm gerichtet: „Zu Ihrem 80. Geburtstage sende ich Ihnen zugleich im Ramen des preußischenSty^atsministeriums herzlichste Glückwünsche. Mögen Sie sich noch viele Jahre bester Gesundheit erfreuen, und möge Ihrem für die Entwicklung des deutschen Rechtslebens so verdienstvollen Wirken auch weiterhin reicher Erfolg beschieden sein." Die Reihe der Ehrungen wurde heute abend durch ein ungewöhnlich glanzvolles Bankett abgeschlossen. Begrüßt von Reichsminister Dr. v. Guerard im Ramen der Reichsjustizverwaltung wurde der Jubilar von dem preußischen Tlnterrichtsminister D r. Decker als Mensch in außerordentlich herzlichen Worten geehrt. Als dritter Redner sprach der Rektor der Berliner Universität, Professor H i h. Der Vizepräsident des Evangelischen Oberkirchenrats, Dr. Duske. widmete der kirchenrechtlichen Wirksamkeit Kahls warme und tiefempfundene Worte. Schließlich sprach Reichsminister a. D. Dr. Scholz im Ramen der Partei und der Fraktion. Geheimrat Kahl antwortete mit erstaunlicher Frische und tiefem Gedankenreichtum. Die Rechnungslegung seiner ganzen Laufbahn, die von den zahlreichen Gästen angesichts des tiefen Ethos der Persönlichkeit des ehrwürdigen Mannes mit sichtlicher Bewegung ausgenommen wurde, tour- zelte in der Darstellung feiner parlamentarischen Arbeit. Mit einer Aufforderung, die ihm zu- gedachten Ehren zu übertragen in einen Wunsch für Volk, Staat und Vaterland schloß Kahl seine formvollendete und von Herzenswärme getragene Rede unter donnerndem Beifall der Zuhörer. Unter den Gästen befanden sich neben den Obengenannten die Reichsminister Dr. Groe - ne r , Dr. Cur tius und Dietrich, der preußische Justizminister Schmid, der österreichische Gesandte Dr. Frank, der Rektor der Wiener Universität Professor Dr. I n n i tz e r. die Präsidenten des Reichsgerichts B u m k e und des Kammergerichts T i g g e s , Mitglieder des Reichsrats und des Reichstags und zahlreiche Gelehrte und Angehörige der Reichs- und Staatsbehörden. Der Reichstag feiert Kahl. Berlin, 17. Juni. (DDZ.) Der Platz des Abg. D r. Kahl (D. Vp.). der heute seinen 80. Geburtstag feiert, ist mit einem riesigen Rosenstrauß geschmückt. Abg. Dr. Kahl ist bei Beginn der Sitzung noch nicht anwesend. Die zweite Beratung des Wehretats wird fortgesetzt. Abg. E r s i n g (Ztr.) stimmt dem Minister zu in seinen Ausführungen über die Abrüstungsfrage. Deutschland, das seine Pflichten aus dem Versailler Vertrag erfüllt, habe ein Recht, die anderen an ihre vertragliche Abrüstungspflicht zu erinnern. Die Reichswehr muh als Instrument des Staates von allen entgegengesetzten Einflüssen femgchalten werden. Die gute Tradition der Reichswehr ist die Pflichterfüllung im Dienste für Volk und Vaterland und Heilighaltung des der Republik geschworenen Eides. Trotz des ehrlichen Friedenswillens ist es Pflicht aller Republikaner, jedem Versuch, Teile von Deutschland abzureißen, mit größter Entschiedenheit, auch mit den Waffen in der Hand, entgegenzutreten. Wir sind im allgemeinen mit der Sprung unserer Reichswehr einverstanden und danken den Männern, die sie vor zehn Jahren geschaffen haben. Abg. Dr. Leber (Soz.): Aus das Instrument der Landesverteidigung können wir nicht verzichten, solange ringsum die Staaten trotz aller Abrüstungsversprechungen noch in Waffen starren. Wir bedauern, daß in Frankreich auch Parteigenossen von uns nicht für Abrüstung, sondern für Aufrüstung gewirkt haben. Wir verlangen, daß ein bestimmter Prozentsatz des Offizierkorps aus dem Unteroffizier- stande hervorgegangen sein muh. Abg. Schmidt- Hannover (Dtnl.) nennt die Streichungen am Pferdeetat Wirtschafts- und wehrpolitisch verhängnisvoll. Die Edelzucht in Hannover und Ostpreußen sei jetzt schon aufs schwerste gefährdet. Hinter allen Maßnahmen des Wehrministeriums muß das Ziel stehen: Lockerung der Fesseln von Versailles. Die schamlose Heuchelei der Genfer Abrüstungskomödie gibt uns das Recht, die Forderung auf Rüstungseinschränkung abzulehnen und unsere Einstellung zum Völkerbund abzuändern. Abg. Brüninghaus (D.Vp.) rühmt den guten Geist, der in unserer kleinen Marine herrsche. Die Auslandreisen unserer Kriegsschiffe hätten dem deutschen Ramen Ehre gemacht. Die Kieler Werft sollte aufrechterhalten, der Bau eines eigenen Eisbrechers erwogen werden. Angesichts des negativen Ergebnisses der Abrüstungskonferenzen könne Deutschland auf feine Marine nicht verzichten. Es fei zu wünschen, daß in unserer neuen Marine die Tradition der alten kaiserlichen Marine gepflegt werde, jener Geist, der sich in der Versenkung der Flotte bei Scapa Flow zeigte. Das Haus unterbricht dann die Beratung für eine Seiet aus Anlaß des 80. Geburtstages des Abg. Dr. Kahl. Präsident Löbe spricht unter lebhaftem Beifall des Hauses dem Abgeordneten Dr. Kahl die Glückwünsche des Reichstags aus: Der Reichstag ist stolz und erfreut, Sie in solcher Rüstigkeit und Frische an unserem Werke mit* arbeiten zu sehen. Er ist einig in dem Wunsche, Sie noch lange mitschaffen zu sehen an dem rechtlichen Ausbau des neuen Deutschlands. Die Spuren Ihrer Mitarbeit trägt die Verfassung von Weimar und trägt eine lange Reihe von Gesetzen und Rechtsnormen, die ein unruhiges Jahrzehnt uns abnötigte. Und jetzt, 80 Jahre alt, sind Sie Tag um Tag bemüht, a l s Führer des Strafrechtsausschusses Ihre Lebensarbeit zu krönen durch das große Werk des Strafgesetzbuches. Wenn wir Ihnen heute die Hand reichen, dann in der gewissen Hoffnung, es bald wieder tun zu können, nämlich wenn ich die Vollendung dieses gesetzgeberischen Werkes von diesem Platze aus verkünden darf, das dann für immer mit Ihrem Ramen verknüpft fein wird. Zunächst also bis dahin, hochverehrter Herr Kollege, Rüstigkeit, Frohsinn und warme Abendsonne. Das winkt unser Blumengruß Ihnen zu. (Lebhafter Beifall auf allen Seiten des Hauses.) Rach der Glückwunschrede des Reichstagspräsidenten, die von den Anwesenden stehend (die Kommunisten sind nicht anwesend) angehört wird, geht Dr. Kahl die Rednertribüne hinauf. Präsident Löbe schüttelt ihm gratulierend die Hand. Abg. Dr. Kahl dankt dem Reichstagspräsidenten und dem Reichstag in einer Ansprache, in der er ausführt: Den Gmiß und den Glückwunsch, den ich von der deutschen Volksvertretung heute entgegennehmen darf, muß ich neben dem Gruß und Glückwunsch des Herrn Reichspräsidenten und der Reichsregierung als die Höch ste Auszeichnung erkennen und bekennen, die ich auf diesem Höhepunkt meines Lebens überhaupt erfahren kann. Von Verdiensten sollte aber nicht gesprochen werden. Der Dienst, den ich hier leisten kann, verhilft mir zu meinem größten Lebensglück gerade in der ernstesten Zeit des Vaterlandes. Ich bin nicht eingetreten in die Rationalversammlung und den Reichstag aus Liebhaberei zur Politik oder aus dem Gedanken, als ob mir auf politischem Gebiet ein besonderer Beruf oder eine besondere Befähigung zukommt. O nein, was mich getrieben hat, das ist die heilige Liebe zum Vaterlande. Sie hat mich in die Ra- tionalversammlung und in den Deutschen Reichstag getrieben. Das war das höchste und vornehmste Organ, das berufen war und ist und sein wird zur Aufrichtung, zum Wiederaufbau unseres geliebten Vaterlandes. Lediglich in diesem Sinne habe ich hier meine Tätigkeit ausgeübt, um kleine Bausteine beitragen zu können zu diesem Wiederausbau. Das ist auch mein Vorsatz für die Zukunft. Wahlreformen allein werden nicht einen Reichstag schaffen, der das deutsche Volk wieder auf die Höhe führen kann. Ich lebe und sterbe der Hoffnung, daß es dem Deutschen Reichstag, der deutschen Volksvertretung beschieden fein wird, das deutsche Volk wieder auf die Höhe des Glückes zu tragen und zu bringen, in dem wir dann mit tieferem Emst, mit größerer Zuversicht als heute sagen können: Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland! Mit lebhaftem Beifall wurden diese Worte ausgenommen. Die Frattionsführer beglückwünschten Dr. Kahl noch persönlich. In der dann folgenden Fortsetzung der Aussprache über den M a r i n e e t a t erklärt Abg. Treviranus (Dn.), die an diesem Etat vorgenommenen Abstriche würden verhängnisvolle Wirkungen haben. Von allen kleinen und mittleren Rationen werde jetzt die Rotwendigkeit der Marine anerkannt. Die Aufbauarbeit unserer neuen kleinen Marine verdiene die höchste Anerkennung. Das Panzerschiff A sei eine Meisterleistung des modernen Schiffsbaues, was auch die ausländische Fachkritik anerkenne. Offiziere und Mannschaften der Marine fänden nicht immer in der Oeffentlichkeit die Anerkennung, die sie verdienten. Abg. Tantzen (Dem.) bemängelt den Der* waltungsapparat der Marine, der viel zu umfangreich sei. Don der Reichswehr und von der Reichsmarine müsse ein offenes Bekenntnis zur Republik verlangt werden durch Feier des Derfassungstages. Oie Kommerzialisierung der deutschen Schuld. Poincares Bedingung für die Nhcinlandräumung. London, 17. Juni. (WB.) Pertinax meldet dem „Daily Telegraph" aus Paris: In der Frage des Versöhnungsausschusses, der über die Entmilitarisierung der Rheinlande Wache halten soll, beharrt die ftanzösische Regierung nach wie vor auf ihrer Ansicht, daß er permanent sein müsse. Ei i schwieriges Problem wird sich im Zusammenhang mit der Kammer- zialisierung eines Teils der deutschen Schuld ergeben. Neuerdings ist hier ein ungün- tiger Eindruck durch die Tatsache hervorgerufen wor- den, daß die deutsche 8-v. H.°A n l e i h e von 500 Millionen Mark nur einen Teilerfolg hatte. Dies bedeute, daß eine Zeit werde verstreichen müssen, bevor es praktisch möglich sein werde, die deutschen Obligationen auf den Markt zu bringen. Andererseits habe Poincarä, der sich auf Parker Gilbert stütze, immer erklärt, daß eine Räumung nicht erfolgen könne, bevor der Prozeß der Kommerzialisierung beträchtlich ortgeschritten sei. In welchem Maße Poincars seine Ansicht unter den neuen Umständen geändert habe, ist nicht bekannt. Poincarä und Briand scheinen jetzt in engerem Einvernehmen zu sein, als sie es jemals waren. Nur durch ihre Zusammenarbeit können sie hoffen, die Hindernisse zu überbrücken, die einer Ratifizierung des französischen Schuldenreglements im Wege stehen. MiläumstaMg des Weltbundes für staatsbürgerliche Irauenarbeit. Berlin, 17. Juni. (WTD.) Heute vormittag fand in den Krollschen Festsälen die feierliche Eröffnung des Jubiläumskongresses des Weltbundes für staatsbürgerliche Frauenarbeit statt. Frau Sorbett Ashby, Vorsitzende des Weltbundes, gedachte in ihrer Eröffnungsrede der Frauen, deren Mut und Opferbereitschaft die Arbeit des Frauen-Weltbundes ermöglicht habe. Reichsminister Severing überbrachte dem Kongreß in einer Begrüßungsansprache die Glückwünsche der Reichsregierung und dankte dem Weltbund, daß er seine Tagung gerade in der deutschen Reichshauptstadt abgehal*' ten hat, w o die organisatorische Grundlage gelegt worden ist. Der Minister führte dann etwa folgendes aus: Es ist notwendig, die Erfolge der Frauenarbeit in den letzten 25 Jahren der Oeffentlichkeit deutlich zu machen. Der Weltbund hat die Fenster geöffnet, um die frische Lust der neuen Zeit hereinzulassen. Mit der Erbringung der Waffe des Frauen- stimrnr«hts ist aber das Ziel noch bei weitem nicht erreicht. Deshalb hat der Weltbund seine Weltmission noch lange nicht beendet. Severing forderte die Frauen auf, sich an der Ausgestaltung des heutigen unvollkommenen Staats zu beteiligen, für Freiheit und Gleichheit weiter einzutreten. Als Deutscher sage ich Ihnen, so schloß Minister Severing seine Begrüßungsansprache, daß wir auf den G e r e ch t i g k e i t s s i n n der hier versammelten Frauen bauen und glauben, daß sie ihren Männern sagen werden, wie sehr Deutschland unter der Anklage der Alleinschuld am Kriege leidet. Richt auf das formale, sondern auf das tatsächliche Recht müssen die Frauen Wert legen, und zur Erringung dieses Rechts in allen Ländern wird der heufige Kongreß bestimmt beitragen. Die Rede /des Minstiers wurde mit großem Beifall ausgenommen. Die Ehrenoizepräsioentin Frau C h a p m a n-E a t t beglückwünschte ihre Mitarbeiterinnen zu den vielen bereits gewonnenen Rechten. Ihre Bitte ging ferner dahin, unverzagt und kühn weiter zu schaffen, wo immer ein menschliches Problem nach Lösung drängt. Darauf ergriff die Bor- sitzende des Deutschen Staatsbürgerinnenoerbandes, D o r o t h e e v. Ve l s e n, das Wort zur Begrüßung aller Kongreßteilnehmer und insbesondere der Vertreterinnen der Minderheiten. Anschließend sprachen Rachel Erowdy, Vertreterin des Völkerbundes und Frau Mundt, Vertreterin des Internationalen Arbeitsamtes. Nach erfolgter Aufnahme neuer Verbände und Ueberreichung der gestifteten Fahnen hielt Annie Furnhjelm, Mitglied des finnischen Parlaments, einen Vortrag über „25 Jahre Frauenstimmrechtsarbeit". Den Abschluß des ersten Kongreßtages bildete ein Rückblick von Adele Schreiber-Krüger, M. d. R., 1. Vizepräsidentin des Weltbundes auf dem ersten Kongreß im Jahre 1914. Um 1 Uhr mittags folgten die Teilnehmerinnen am Weltkongreß einer Einladung der Stadt Berlin zu einem Frühstück im Berliner Rathaus. Oberbürgermeister Böß erinnerte daran, daß vor 25 Jahren an derselben Stelle der Bürgermeister Georg Reicke gestanden und zu den vielen Frauen gesprochen hat, die damals aus allen Tellen der Welt zu dem Kongreß des Jnternattonalen Frauenweltbundes hier versammelt waren. Seit damals habe sich die Rolle der Frau im öffentlichen Leben entscheidend geändert. Die Frau nehme gleichberechtigt teil an der Arbeit der Welt. Man verstehe es nicht, daß es heute noch Völker gebe, die den Frauen diejenigen Rechte vorenthalten, die als selbstverständlich auf dem größten Teil der Erde ihnen bereits gewährt toorben sind, nicht zuletzt in Deutschland. Der Oberbürgermeister erhob dann fein Glas, um auf die Losung zu trinken, die geeignet fei, Frau und Mann auf dieser Erde zusammenzuführen: Freiheit und Recht für Frau und für Mann, Frieden in dieser Welt und Freiheit der Arbeit zum Vorteil der Menschheit, zum Vorteil der Kultur, zur Aufwärtsbewegung in der Richtung, die wir brauchen. Die Vorsitzende des Weltbundes, Mrs. Sorbe 11 - A s h b h, London, dankte in deutscher Sprache mit einer Rede, in der sie u. a. auL- führte: Berlin ist die Stadt, welche die meisten Frauen als Abgeordnete in den Parlamenten zu verzeichnen hat, diejenige Stadt, in der die Frau am meisten Gelegenheit hat, in ollen sozialen Angelegenheiten mitzuarbeiten. So kann Berlin den Hunderten von Frauen, die augenblicklich aus 45 Ländern der ganzen Welt hierher zusammengeströmt sind, als Beispiel geltem Hier können wir sehen, wie weit es die Frau in Deutschland gebracht hat. 3ch danke namens aller Frauen nicht nur für die großzügige Gastfreundschaft der Stadt Berlin, sondern auch für das Mitgefühl und die Sympathie, die ihre Männer und Frauen, ja die ganze Bevölkerung Berlins, uns gezeigt haben. Keine sofortige Reform der Arbeitslosenversicherung. Beschlüsse des Neichskabinetts. Berlin, 17. 3uni. (WTD.) 3n der heutigen Ministerbesprechung beschäftigte sich das Reichskabinett zunächst mit den landwirtschaftlichen Fragen. Staatssekretär Heu- kamp vom Reichsernährungsministerium wurde beauftragt, nach Stockholm zu fahren, um angesichts der Notlage der deutschen Landwirtschaft mit der schwedischen Negierung wegen Beseitigung der Schwierig!eiten zu verhandeln, die sich aus dem deutsch-schwedischen Handelsverträge für eine Neuregelung der deutschen Agrarwirtschaft ergeben. Weiterhin nahm das Kabinett zur der Frage der Arbeitslosenversicherung Stellung. Es war der Meinung, daß mit Rücksicht auf die gesamte politische Lage, die eine Spätsommertagung des Neichstages erfordert, von einer zweimalige Gesetzesvorlage über die Arbeitslosenversicherung innerhalb so kurzer Zeit abzusehen ist und die endgültige Reform in dieser Sommertagung zur Berabschiedung gelangen soll. Der vom Reichsarbeitsminister einberufene Ausschuß soll bis Ende 3uli seine Arbeiten beendet haben, so daß für die Spätsommertagung der abschließende Gesetzentwurf vorliegen wird. Verschiedene Berliner Blätter nehmen zu dem Beschluß der Reichsregierung Stellung, in dem auf die Vorlage des Sofortprogramms verzichtet wird. Die „Germania" sagt, die nun eintretende Verzögerung der Reformarbeit sei bei der ernsten finanziellen Lage der Reichsanstalt, die noch kürzlich mit größtem Nachdruck sofortige Maßnahmen verlangte, außerordentlich bedauerlich. Die „D. - A Z." weist darauf hin, daß noch Ende September die geltende Regelung der Saisonarbeiterfürsorge abläuft. Dis zu dem Zeitpunkt müßten Regierung und Parlament Klarheit über die Behandlung der Saisonarbeitslosigkeit vom 1. Oktober ab zu befassen haben. Man könne also die Dinge betrachten, wie man wolle. Soviel sei sicher, daß dieses Mal die traurigen Verschleppungskünste der Sozialdemokratie keinen Erfolg haben würden, denn die Verhältnisse seien in diesem Falle starker als die Menschen, die sie nicht zu meistern vermöchten. Die „D ö rse n ze i tun g" schreibt, der Verzicht auf das Sofortprogramm sei wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß man sich im Kabinett überden 3nhaltnichthabeeini- g e n können, weil die sozialdemokratischen Minister auf der Beitragserhöhung bestanden hätten. Da man einen Bruch befürchtete, habe man sich einer Entscheidung durch die Vertagung entzogen. Die „D o s s i s ch e Zeitung" sagt, der Beschluß des Reichskabinetts komme nicht unerwartet, nachdem die interfraktionellen Besprechungen gescheitert seien. Todesurteil im Bonner Gistmord-prozeß. Bonn, 17. 3uni. 3m Donner Giftmord- Prozeß wurde der Angeklagte Dr. Richter wegen Mordes zum Tode und wegen Meineids zu einem 3ahr Gefängnis verurteilt. Der praktische Arzt Dr. Richter war beschuldigt, die von chrem Ehemann, einem Architekten, geschiedene Frau Mertens durch Einführung von Strophantin ermordet zu haben, um sie sich Dorkkassische Musik. Zum bevorstehenden Bolkskonzert des Gießener Konzertvereins. Das bevorstehende Konzert des Gießener Konzertvereins wendet sich der vorklassischen Periode der 3nstrumentalmusik zu und gibt damit wertvolle Einblicke in die Höhepunkte instrumentalen Schaffens vor dem Anbruch der großen Stilwende um 1750. Der Gebrauch des Basso continuo im 17. 3ahr- hundert hatte zu einem konzertanten Stil hin- geführt. Da durch die Bezifferung des Generalbasses die Mittelstimmen in ihrer Weiterführung festgelegt werden, konnten sich um so mehr die Oberstimmen in freier Beweglichkeit und Ausgeprägtheit ausbreiten. Galt die Bezeichnung concerto zunächst für kirchliche Dolal- sätze mit 3nstrumenten, so entwickelte sich später das reine 3nstrumentalkonzert. Zu seiner Entfaltung trug besonders der Fortschritt im Streichinstrumentenbau bei. Den Typus des Concerto grosse bildete Corelli aus. Drei konzertierenden 3nstrumenten (zwei Violinen und einem Cello) stellte er einen verstärkten Orchesterkörper entgegen: das „Grosso". 3n dem Rivalisieren dieser beiden Klangkörper, Concertino und Grosso prägt sich der Charakter dieser musikalischen Form aus. Händel folgt in seinen Concerti grossi durchaus dem Vorbilde Corellis, wenngleich auch hier eine persönliche Durchdringung der Form ersichtlich ist. Das Concerto grosse in ?-Dur ist sicherlich unter die Reihe der schönsten Äonaerte von Händel zu zählen. Ein ganz besonderes Ereignis wird die Aufführung einer im Jahre 1928 neu aufgefundenen Sonate für Violine und Klavier bedeuten. Dieses Werk befand sich im Privatbesitz von Herrn Manfred (Borte in Eisenach. Der Urgroßvater des jetzigen Besitzers hatte u. a. eine kleine Musikaliensammlung angelegt: die Bestände hatten sich in der Familie fortgeerbt, und lange Zeit waren sie, n Kisten verpackt, unbe- achtet geblieben. Nach vorgefundenen Briefen läßt sich vermuten, daß der Begründer der Sammlung musikalische Handschriften aus dem Nachlaß des Göttinger Musikdirektors und Bach-Biographen Johann Nikolaus Forkel (t 1818) erworben hat. Die Vorderseite der Handsck rist war durch einen Um- Mag verklebt; eine Durchleuchtung mit Jupiter- Todesurteil im Neustrelitz, 17. 3uni. (WB.) Unter großer Spannung und starkem Andrang des Publikums begann heute mittag 12,20 Hfjr die letzte Sitzung im Nogens-Prozeß. Die Angeklagten unterhielten sich vor Beginn der Verhandlung lebhaft und aufgeregt mit ihren Verteidigern. Der Vorsitzende erteilte nach Eröffnung der Sitzung den Angeklagten das Schlußwort. Frau Kähler (weinend): 3ch habe der Wahrheit die Ehre gegeben, und mein letztes Geständnis stimmt. 3ch kann es vor Gott verantworten, daß ich nicht die Mörderin und Anstifterin bin. 3ch hätte mein Leben für den kleinen Ewald eingesetzt, wenn ich im Augenblick des Mordes dagewesen wäre. Was ich von der Tat weiß, habe ich im Lokaltermin und in der Hauptverhandlung gesagt. Meine Söhne August und Fritz sowie der Angeklagte Dlöker und auch der Zeuge Kreuzfeldt können nach meiner Meinung die Mörder nicht gewesen sein. Frau Kähler erstickt schließlich im Weinen, so daß der letzte Teil ihrer Ausführungen unverständlich bleibt. — Angeklagter August Nogens: 3ch muß erklären, daß, wenn ich zum Tode verurteilt werde, mein Bruder Fritz mein Mörder ist. 3ch bin am Mordtage nicht in Palingen gewesen. — Fritz Nogens: 3ch halte meine Angaben aufrecht und bitte um Anrechnung der Hntersuchungshaft. Das Gericht zog sich dann zu einer ganz kurzen Beratung zurück. Darauf verkündete der Vorsitzende das bereits in einem Teil der gestrigen Auflage gemeldete Urteil: Dec Angeklagte August Nagens wird wegen Mordes zum Tode und wegen schweren Meineides zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus verurteilt; der Angeklagte $ r i h Rogens erhält wegen Beihilfe zum IRorbe und wegen Meineids unter Berücksichtigung des Jugendgeckchlsgesehes vier Jahre und d r e i M o n a te G e f ä n g n i s ; er hat zwei Jahre Gefängnis zu verbüßen und erhält dann eine fünfjährige Bewährungsfrist; die Angeklagte Frau Kähler wird wegen Beihilfe zum Morde und wegen schweren Meineides zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt (starke Bewegung im Zuhörerraum): der Angeklagte B l ö k e r wird wegen Meineids zu einer Zuchthaus st rase von einem Jahr sechs Monaten verurkeilt. 3n der Begründung des Urteils im Rogens-Prozeß HÄHt es u. a.: Die Geständnisse der Angeklagten seien im wesentlichen als glaubhaft zu betrachten, mindestens soweit sie sich selber bezichtigen, da es ernstlich wohl niemand einfällt, sich ohne Grund der Teilnahme oder der Beihilfe zum Morde zu bezichtigen. Die Behauptung des Angeklagten August Rogens, sein Geständnis sei von dem Kriminalrat Gennat und dessen Gehilfen erschlichen, werde durch die Aussagen dieser Beamten widerlegt, sei auch nicht zu vereinbaren mit der Tatsache, daß August Rogens vor dem Untersuchungsrichter nicht nur ein, sondern mehrere Male sein Geständnis wiederholt hat und daß Fritz Rogens und Frau Kähler in einem selbstgeschriebenen Lebenslauf freiwillig und völlig uiGeeinflutzt sich freimütig zu dieser Tat bekannt hätten. Das Schwurgericht habe daher auch dem Widerruf des Geständnisses seitens des August Rogens keinerlei Bedeutung beimessen tonnen. Die Glaubwürdigkeit der Geständnisse werde aber noch erheblich verstärkt durch die sonstigen Ergebnisse der Untersuchung. Vor allem komme hier u. a. der verräterische Brief des August Rogens an seinen Bruder Fritz vom 23. 3uli 1928 in Betracht und die dadurch veranlaßte Zusammenkunft der beiden Brüder in Lübeck. Einer be- vom Halse zu schaffen. Dr. Richter hatte im Laufe der Verhandlung gestanden, einen Mein - e i d geschworen zu haben, als er als Zeuge im Ehescheidungsprozeh Mertens einen Verkehr mit der Frau Mertens geleugnet hatte. Es steht einwandfrei fest, heißt es In der Urteilsbegründung, daß der Tod der Frau Mertens auf unnatürliche Weise, und zwar lampen ergab Teile der ursprünglichen Titelangabe und eine Notiz des späteren Besitzers, der sich als Schüler Bachs bezeichnet, und die vermutlich von Kirnberger herrühren könnte. Aus mannigfachen Kriterien, insbesondere aber aus dem von Bach verwandten Notenpapier, tonnte auf eine unbedingte Echtheit der Handschrift ge- schloffen werden. Eigenartig ist, daß die Generalbahstimme dieses Werkes bis auf eine Reihe von Abweichungen mit der continuo-ötimme eines schon bekannten Trios in G-Dur für Flöte, Violine und continuo übereinstimmt. Ein Vergleich dieser beiden Werke miteinander fällt bei weitem zugunsten der Sonate aus, die in dem Verlauf ihrer musikalischen Entwicklung Bachschen Geist in seiner barocken Eigenheit zeigt: ja, typische Stellen in der Sonate erscheinen weit ausgeprägter als im Trio. 3n welcher Beziehung die beiden Werke zueinander stehen, läht sich zur Zeit noch nicht völlig entscheiden. Die eine Ansicht geht dahin, die Sonate als eine spätere Bearbeitung unter Zugrundelegung desselben Basses anzusehen: während eine andere Meinung den Standpunkt vertritt, daß die neu aufgefundene Sonate das Bachsche Originalwerk darstellt und die Fassung als Trio von späterer Hand gegeben wurde. Einige thematische Wendungen, die auf die Berliner Schule verweisen, geben der zweiten Ansicht eine gewisse Berechtigung. Damit hätte das Auffinden eines Bachschen Originalwerkes die Echtheit eines bis dahin unbezweifelten Bachschen Werkes in Frage gestellt. Kommende eingehende Untersuchungen werden vielleicht noch Licht in diese Angelegenheit bringen. An uns ist es, das neu entdeckte Originalwerk voll und ganz auf uns wirken zu lassen und ihm mit berechtigtem Verständnis zu begegnen. Dr. H. Die Freuden des Stranblebens. Von Sling *t. Nachdruck verboten. Das Meer aeigt sich vor dem Gebirge vielfach aus. 3m Gebirge muh man immerzu unterwegs sein, um eine andere Landschaft zu sehen. Das Meer selbst ist kontrakllich verpflichtet, für Abwechselung zu sorgen. Man bleibt einfach da- Mgens-prozeß. sonderen Prüfung, heißt es dann in der Begründung weiter, bedürfe die Behauptung des August Rogens, daß er am 9. Rovember nicht in Palingen gewesen sein könne. Das Gericht geht in dieser Beziehung von dem aus, was August Rogens bei Ablegung seines Geständnisses selber angegeben hat, dah nämlich die Kartofsel- fahrt nach Mechow nicht am 9. Rovember, sondern acht Tage später, also am 16. Rovember 1924, stattgefunden hat. Aber selbst wenn man dies als zweifelhaft ansehen wollte, würde damit Die Teilnahme des August Rogens an dem Morde nicht ausgeschlossen fein. August Rogens könnte auch am 9. Rovember nachmittags nach Rückkehr von Mechow per Rad noch sehr gut, nämlich in 45 Minuten, rechtzeitig nach Palingen gelangt sein. Heber die Beteiligung Jakubowskis an dec Ermordung des Ewald Rogens endgültig zu entscheiden, ist, so sagte die Begründung weiter, in diesem Verfahren nicht bie Aufgabe b e 5 Schwurgerichts gewesen. Heber biesen Punkt Klarheit zu schaffen, soweit bies überhaupt möglich ist, wird die Aufgabe des zur Zeit ruhenden Wiederaufnahmeverfahrens in der Strafsache gegen Jakubowski wegen Mordes sein müssen. Ohne einer solchen Entscheidung irgendwie vorgreifen zu wollen, ist das Schwurgericht aber weit davon entfernt, anzuerkennen, dah Jakubowski unschuldig verurteilt ist. Es ist im Gegenteil der Ansicht, dah durch die Ergebnisse des gegen- roärfigen Verfahrens Jakubowski schwer belastet und der Tat dringend verdächtig ist. Das Schwurgericht glaubt aber wenigstens insoweit zur Schuldfrage des Jakubowski Stellung nehmen zu sollen, als es annimmt, dah, wenn Jakubowski an dem Morde beteiligt ist, er a u f k e i n e n F a l l Alleintäter gewesen ist und dah sich beim Gericht gewisse Zweifel an der Schuld Jakubowskis geregt haben. Es muß davon ausgegangen werden, daß Frau Kähler auf wiederholtes Drängen Jakubowskis eine Reife In Kenntnis der Absicht, Ewald Nogens zu töten und um dadurch die Ausführung der Tat zu erleichtern, unternommen hat. Ihre Behauptung, daß sie dies erzwungenermaßen, nämlich durch die Drohungen Jakubowskis getrieben, getan habe, erscheint dem Gericht als unglaubwürdig, denn sie ist mit dieser Behauptung erst nach Erhebung der Anklage hervorgetreten, während sie in früheren Stadien des Verfahrens ganz offen zugegeben hat, daß sie zwar den Wünschen Jakubowskis nachgab, im übrigen aber freiwillig die Reise angetreten habe, weil ihr eine Erleichterung ihrer Lage durch Beseitigung eines der Kin- der willkommen gewesen sei. August N'o g e n 5 ist als Mittäter zu bestrafen. Zwar hat das Gericht Bedenken getragen, lediglich auf Grund der Angaben seines Bruders Fritz die Feststellung zu treffen, daß August Nogens selbst derjenige ist, der den Ewald erwürgt oder erdrosselt hat. Vielmehr sieht das Gericht die eigene frühere Darstellung des August Nogens, daß er zwar selbst den Ewald aus der Kate herausgeholt, während der Tötung des Kindes aber nur den Aufpasser gespielt und nach der Tötung angeblich die Leiche nach der Tanne gebracht habe, zu seinen Gunsten als unwiderlegt an. Dem Schwurgericht : es aber nicht zweifelhaft, daß August die durch i-ine Tätigkeit geförderte Tat als seine eigene gewollt hat. Da er, wie aus seinem Verhalten vor und nach der Tat zu schließen ist, diese selbst mit Heber le gung ausgeführt hat, ist er wegen Mordes zu bestrafen. Durch ein Herzgift erfolgt ist. Es blieb für das Gericht noch die Frage zu klären: Wie ist das Gift der Frau Mertens beigebracht worden? Entweder ist Frau Mertens durch Selbstmord gestorben, oder der Angeklagte hat ihr das Gift beigebracht. Durch die Beweisaufnahme ist die Schuld des Angeklagten vollkommen erwiesen. Es ist ausgeschlossen. vor sitzen. Kommt das Meer seinen Verpflichtungen nicht nach, so bleibt man auch sitzen. Außerdem ist die Meereslandschaft nicht so aufregend. Das Meer ist eine Wüste, und der es umsäumende sandige Strand ebenfalls eine. Es ist die große Sehnsucht des Menschengeschlechts, sich in peinlich gepflegtem Zustand in Wüsten zu ergehen. Hier wird sie erfüllt. Heberhaupt Sand. 3n den Großstädten legt man Steine oder Asphalt auf den Sand, um besser vorwärtszukommen. Auch ist das reinlicher. Trotzdem wird es selbst auf ärztliche Anordnung keinem Menschen einfallen, auf dem weißen Asphalt oder auf den Granitplatten der Bürgersteige eine Liegekur zu unternehmen, obgleich man da sicher ist, daß weder Asphalt in die Locken, noch Granit in die Halbschuhe dringt. Aber nichts ist sympathischer als Sand im Kopf und in den Strümpfen. Wenn man im Gebirge um die Ecke biegt und plötzlich einen Bekannten vor sich sieht, bekommt man einen Schreck und sagt: „Man kann doch nicht drei Schritte gehen, ohne auf ein bekanntes Gesicht zu stoßen." 3m Seebad ist man über denselben Bekannten hocherfreut und schreibt auf Ansichtskarten: „Denkt mal, der ist auch da." Die Geselligkeit ist der besondere Reiz des einsamen Meeresstrandes. Es gibt Leute, die zu Hause selbst bei Trennung der Schlafzimmer nicht schlafen können, denen aber sofort die Augen zufallen, wenn sie sich am Strande in Gegenwart von zweitausend Personen in ihren Korb sehen. Vorbedingung dafür ist allerdings, dah sie dabei einen Roman von mindestens dreihundert Seiten in der Hand haben. Da ein einziger solcher Band zumeist für einen mehrwöchigen Seeaufenthalt genügt, um womöglich auch dann noch halb gelesen wieder nach Hause geschafft zu werden, sei auf eins aufmerksam gemacht: Richts ruiniert ein Buch mehr als dies dauernde Richtlesen. Es empfiehlt sich daher, das eine Buch dauerhaft einbinden zu lassen und mit einem Papierumschlag zu versehen. Auch ist es gut, den Band durch einen Bindfaden an dem Verdeck des Strandkorbes so zu befestigen, daß es nicht bei jedem Augenzuklappen auf die Erde fällt. Von der Strandkorbindustrie ist zu sagen, dah sie dauernd Fortschritte macht und in ihren neuesten Typs Formen annimmt, die eine Veränderung deS menschlichen Körpers erfordern. daß Frau Wertens Selbstmord verübt hat, weil sie sehr am Sieben hing und außerordentlich lebenslustig war. Das Motiv zur Tat ist leicht erklärlich. Dr. Richter sei wohl zunächst der werbende Teil des Liebesverhältnisses gewesen, fei aber höchstwahrscheinlich schuld an der Krankheit der Frau Mertens gewesen. Diese habe ihm dann dauernd zur Last gelegen. Er habe versucht, sich von ihr ganz zu befreien, aber Frau Mertens habe ihn nicht losgelassen, sondern ihm zu verstehen gegeben, daß sie niemals eine andere Frau neben sich dulden werde. Auf Grund aller dieser Tatsachen habe das Schwurgericht keine Bedenken festzustellen, dah der An- geflagte derVerstorbenen das Gift beigebracht habe in der Absicht, fie zu töten, und zwar mit voller-Heber- legung. Der QlngeSagte fei außerordentlich geistesgegenwärtig und überlegt und habe die Tat von langer Hand vorbereitet. Er habe sich auch das Strophantin wissentlich in der Dinger Apotheke verschafft und sicher rwch am Abend der Tat die Gründe erwogen, die ihn von der Tat vielleicht noch hätten abhalten können. Trotzdem habe er es für richtig gehalten, die Frau zu beseitigen. Aus allen diesen Gründen fei das Schwurgericht zu der Heber- Beugung gekommen, daß der Angeklagte schuldig sei. Das Schwurgericht habe aber beschlossen, alle Mittel anzuwenden, um eine Milderung der Strafe herbeizuführen. Das Problem derRasse in ll.S.A. Frau Hoover lädt eine Negerin zum Tee. Washington, 17. Juni. (Reuter. Funkspruch.) Die Tatsache, daß die Frau des Präsidenten Hoover, die Frau eines Negerdeputierten indasWeißeHauszumTeeeingeladen hat, hat im ganzen Süden der Vereinigten Staaten lebhafteProtefte hervorgerufen, die i n E n t - fchließungen der gesetzge benden Kör- perschaftenvonTexasund Florida zum Ausdruck kommen. Die Bewegung hat jetzt auch auf Wa shington übergegriffen, und der Senator D lease (Demokrat) hat eine Entschließung eingebracht wird, in der die Präsidentin aufgefordert wird, daran zu denken, daß ihr „zeitweiliger Aufenthalt im Weißen Hause" auch den südlichen Staaten zu verdanken sei. Aus aller Wett. Die Darmstädter Ausstellung „Der schöne Mensch". In Darmstadt wurde aufderMathildenhöh« die internationale Ausstellung „Der schöne Mensch in der europäischen Kunst" eröffnet. Nach Ansprachen des Staatspräsidenten Dr. Adelung und des Darmstädter Oberbürgermeisters Mueller erklärte der Maler Hermann Keil die Ausstellung für eröffnet. Die von der Darmstädter Gruppe der Sezession veranstaltete Kunstschau gibt ein Bild über den Stand des gegenwärtigen Kunst- schaffens, soweit es die D a r st e l l u n g des nackten Menschen zum Gegenstand hat. Außer den Künsllern aus fast allen Ländern Europas — besonders Paris ist stark vertreten — sind auch Werke aus China, Japan und Rußland ausgestellt. Die Ausstellung dauert bis zum 6. Oktober. Große hihe in Reuyork. Durch die feit mehreren Tagen wieder herrschende große Hitze sind im Distrikt Reuyork wieder sechs Todesfälle verursacht worden. Außerdem sind fünf Personen, die im Wasser Kühlung suchten, ertrunken. Die Erkrankungen infolge Hihschlags sind ungewöhnlich zahlreich. Etwa zwei Millionen Reuyorker flüchteten aufs Land und an die See. Der dadurch verursachte starke Autoverkehr hat zahlreiche Unfälle veranlaßt, bei denen sechs Personen ums Leben kamen, während eine ganze Reihe anderer verletzt wurden. Hier Höfe niebergebrannt 3n dem Schwerin (Meckl.) benachbarten Dorse Suckow brannten in der letzten Rächt vier mit Strohdächern versehene Düdnereien mit den dazu gehörigen Wirtschaftsgebäuden und Stallungen nieder. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Mitvernichtet sind sämtliche Maschinen der Büdnereien, die Futtervvrräte, drei Kühe und eine größere Anzahl Schweine. 3n vielen Fällen dürfte es genügen, die Sitzfläche um die Hälfte zu reduzieren, um wirklich bequem in diesem Möbel zu ruhen. Man darf hinzufügen, dah die Strandkorbindustrie dieses Entgegenkommen verdient. Die damit verbundene Erneuerung des Hofenbestandes ist sowieso notwendig, da die in den Strandkörben befindlichen Rägel die am Meeresstrande angebrachte, in der Großstadt entbehrliche Anzahl von Luftlöchern automatisch hergestellt haben. Eines der größten Vergnügen am Meeresstrande besteht in einem Segelausflug. Wer sich während der ersten vierzehn Tage den Magen noch nicht sowieso verdorben hat, sollte nicht zögern, eine Kur zu gebrauchen, die, ohne dieselben Ursachen, dieselben Wirkungen eraiclt 3mmerhin ist es von Vorteil, vorher eine tüchtige Mahlzeit einzunehmen. Ein Schuft, wer mehr gibt, als er hat. Dies eigentlich Rette am Segeln in das Angstgefühl, zu dem man auf dem Lande nicht kommt. (Wer noch mehr Angst haben will, kann auch Flugzeug gondeln.) Macht einem die Angst keinen Spaß mehr, so wendet man sich der Frage zu, ob es einem schlecht wird oder nicht. Man legt sich die Frage so lange vor, bis einem schlecht wird. Hier ist die ersehnte Gelegenheit gegeben, sich auch in Gegenwart von Personen anderen Geschlechts in voller Ratürlichkeit geben zu können. Die letzte Pose schwindet, und der wahre menschliche Gehalt tritt zum Vorschein. Man kann auch baden. Das hat den Vorteil, dah im Badeanzug nur immer die anderen komisch aussehen. Beim Baden kommt es darauf art, alles zu zeigen, was man hat, und nichts zu verheimlichen, was man nicht hat. Geht man wirklich ins Wasser, so begegnet man den Wellen am besten, indem man einen wilden Schrei ausstoht. Heberhaupt ist lautes Rufen, Kreischen, Brüllen außerordentlich gesund. Hier kann man alles loswerden, was sich an Stimmenkraft den Winter über angesammelt hat. Das Quietschen hat überdies das Gute, dah man unter dem wilden Wogenanprall nicht so sehr leidet. Kinder, wenn sie schreien, haut man durch. 3n der Wahl des Bademantels kann man nicht vorsichtig genug sein, namentlich, wenn er einem nicht gehört. 3n diesen Fällen sucht man sich ruhige marktgängige Muster aus, die nicht so ohne weiteres unterschieden werden können. Ä L« 5® an der gelegen /Massen niemals W Auf 3 >ur! An. 9t> sie iu ,t--^eber. Ordentlich vabe die Tot Ji g.r tot "4 m der en, die ihn n abhalten \9 gehalten, Jen diesen der Leber. l9*e schuldig . Mlvssen, uderung lAA. ll zumree. > Funkspruch.) öentcn Sjoo. Pu fierten ingeladen iglen Staaten bieinSnt- nden Kür- ■ oriba jum jetzt auch aus der Senator Setzung ein. l ausgejoidert taeiüger Aus- n südlichen I. llung II hildenhöh« schöne Mensch Nach Anspra- [ungunbbes el lererklärte iellung für er- nippe der Se> ein Bild über gen Kunst. ellung des ind hat. Außer m Europas - n — sind auch and ausgestellt, ltober. wieder fcrr. Aeuyork wie- acht worden. ie im W )ic Srltanlun« wohnlich zahl' Otter flüchteten c dadurch W ■ Hal zahlreiche Personen ums Leihe anderer hbarien Dorfe iacht vier nnt ’ mit den dazu rd Stallungen ,ut das nadle sämtliche ^ervorräte, drei chweine.___ & »’m J-SS r SÄ JÄ* 111 Ä 'S foffie * Hr, Kr y t hust, ^Segeln Ä* acht der ^^7de nicht- nrd °£g einem nie Personen : von Z geben utn Jocte^ er J*. darau «#* ,rt'° 7-' l°«"' ;Ag I ®u&fo fT jl nicht ' hnc-h- ÄS Macdonald und die Minderheiten LL ’r? £_-ThOf RS 2L die Blumen und Gräser. Wenn wir abends an den dann strömt uns der Duft Hub wer kann die Freude Die Ernte beginnt. Wiesen Vorbeigehen, des Heues entgegen, ermessen, die unsere sie im Heu liegen, heute morgen 18 Grad, Nordwestwind, heiter. — (Borkum): Gestern der Jahreszeit angemessene Temperatur, teils heiter, teils wolkig; heute morgen 13 Grad, Südwestwind, heiter. RöntägT" rf.17.Jun1 1929,7" at)ds. QWoiKtmos. o neuer. oeoeact ® woikiq. • oeaecxt •Reoen, V Sehnet a Graupeln, s Neoel R Qe*fitier.^)Wind$tilit.O* sehr «unter Ost -nissiger tudsuawest, q stürmischer nordwtsl Oie Pfeile niegen mit dem winde. Die oeiden Stationen stenenden Zahlen oeöen die Temperatur an. Die Linien veromdco Orte mit gleichca Md Meeresniveau umgertthneuo Lultdruck Aus der Provinzialhaupifiadi. Gießen, den 18. Suni 1929. Wenn das Heu düstet. „3m schönsten Wiesengrunde" singt das Volkslied, und wirklich ist's nirgends schöner als da, wo die Erde ihr grünes Kleid angezogen hat. Das frische, erquickende Grün, vermischt mit Lausenden von Blumen, ist ein Bild des äleber- flusses, ein Zeichen der Hoffnung. Hier erglänzen die Lautropfen am schönsten, hier herrscht überall Leben. Käfer und Schmetterlinge besuchen die Blumen, hängen schaukelnd an den langen Halmen. Welch wundervolles Bild, wenn die schlanken Blätter im Sonnenlichte leuchten! Wie bewegen sich ihre schmalen Schatten im leichten Sommerwind! Einzelne hohe Blumen überragen die Gräser, tragen stolze Blüten. Wie lädt ein solcher Wiesenteppich ein, zu rasten! Den Kindern ist er ein Tummelplatz, dem müden Wanderer eine Ruhestätte. Hast du schon einmal auf dem zarten Rasen gelegen und hinaufgeschaut nach den fliehenden Wolken, nach dem dunklen Blau des Himmels? Ringsumhörtest du das Summen und Brummen der kleinen Tiere, das Zirpen der Grillen. Die Fülle des Lebens umgab dich! ilnb nun kommen bie Schnitter, nun fallen Oie Wetterlage. Ein ausgedehntes Hochdruckgebiet, dessen Kern sich über das nördliche Deutschland erstreckt, beherrscht die Wetterlage. Fast wolkenloser Himmel und trockenes sommerliches Wetter herrschen in ganz Deutschland. Wenn auch mit dem Vorüberzug der nördlichen Fallgebiete die Randstörungen wieder auf die Hochdruckwetterlage einwirken, so hält doch zunächst das schöne sommerliche Wetter an, wobei tagsüber die Temperaturen weiter ansteigen. Wettervoraussage für Mittwoch: Meist heiter, tagsüber weitere Erwärmung, trocken. Wettervoraussage für Donnerstag: Zunächst wenig Aenderung, jedoch später Neigung zu lokalen Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 17. Juni: mittags 22,1 Grad Celsius abends 15 Grad; am 18. Juni: morgens 16,8 Grad. — Maximum 25,1 Grad. Minimum 11 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Juni: abends 25,9 Grad; am 18. Juni: morgens 18,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8 Stunden. Amtlicher Reisewetterdienst der öffentlichen Wetterdienststelle Gießen. Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern warmer Tag, teils heiter, teils wolkig; heute morgen 16 Grad, Südwestwind, heiter. — (Berchtesgaden): Gestern warmer Tag, regnerisch; heute morgen 16 Grad, Nordwestwind, heiter. Baden (Baden-Baden): Gestern warmer Tag, teils heiter, teils wolkig; heute morgen 16 Grad, Südostwind, heiter. Rheingebiet (Köln): Gestern kühle Rächt, teils heiter, teils wolkig; heute morgen 17 Grad, Südwestwind, heiter. Schlesien (Schreiberhau): Gestern der Jahreszeit angemessene Temperatur, meist trübe; heute morgen 13 Grad, Windstille, wolkig. Küste (Westerland auf Sylt): Gestern der Jahreszeit angemessene Temperatur, teils heiter, teils wolkig; heute morgen 12 Grad, Südwestwind, wolkig. — (Swinemünde): Gestern der Jahreszeit angemessene Temperatur, teils heiter, teils wolkig; Dohnen (grüne) 40 bis 50, (gelbe) 60 bis 70, Spargel 50 bis 90, Erbsen 30 bis 40, Mischgemüse 15 bis 20, Tomaten 60 bis 100, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln (alte) 6, (neue) 20 bis 25, (alte pro Zentner 5 Mk). Aepfel (ausl.) 45 bis 70, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 40 bis 60, Stachelbeeren 30 bis 35, Johannisbeeren 35 bis 40, Aprikosen 80 bis 100, Erdbeeren 70 b.S 100, Rüsse 70 bis 80, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund; Tauben 70 bis 90, Eier 12 bis 13, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 60, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 15 pro Stück; gelbe Rüben 15 bis 25, Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadt, theater: „Katharine Knie", 19.30 bis 22.15 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Totentanz der Liebe". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige letzte Aufführung „Katharina Knie" von Zuckmaher beginnt um 19.30 Ähr. Gastspiel von Robert Kleinert (Staatstheater Wiesbaden) als Dater Knie. — Englisches Seminar an der Universität Gießen. Morgen, Mittwoch, 19. 3uni, 20.15 Uhr. wird Miß Martha 2. Root, eine namhafte amerikanische 3ournalistin, auf Einladung des Englischen Seminars der Landesuniversität im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße 34, einen Vortrag in englischer Sprache über „Der neue Internationalismus" halten. (Siehe heutige Anzeige.) Scharfe Kritik. London, 17. Juni. (WB.) Zu dem gestern in der Sundah Times veröffentlichten Artikel des Premierministers Macdonald über die Minderheitenfrage bemerkt der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph: Ein energischer Protest Mussolinis gegen die Aeuherung über die Behandlung der Minderheiten in Italien ist nahezu unvermeidlich und werde jeden Augenblick erwartet. Belgrad werde sich sicher anschließen, denn Macdonald habe die außerordentliche Leistung vollbracht, Die beiden Rivalen am Adriatischen Meere gleichzeitig zu kränken. Der Korrespondent sagt, es werde allgemein zugegeben, daß der Artikel des Premierministers in seiner Unbeachtlassung aller offizieller Konventionen und aller Zurückhaltung noch über die früheren Zeitungsartikel LlohdGeorges hinaus, gehe die Macdonald im Unterhaus selbst ver. schiedentlich als schädlich bezeichnet habe. Wenn Macdonald sich darauf beschränkt hatte, m allgemeinen Ausdrücken eine gründliche Reform des jetzigen Verfahrens des Völkerbundes bezüglich der Beschwerden von Minderheiten zu verlangen, dann wurde er von der Mehrheit der öffentlichen Meinung in England und in den Dominions unter st üht worden sein. Paris ist beunruhigt. Die französische Preise zum Artikel Macdonalds. Paris, 18.Juni. (TU.) Die Veröffentlichung des Artikels von Ramsay Macdonald „Die Bedrohung Europas" in der „Sunday Times" hat in Pariser politischen Kreisen viel Staub aufge- wirbelt. Die allgemeine Entrüstung ist dadurch kaum gemindert worden, daß Macdonald darauf verwies, der Artikel sei von ihm schon vor mehreren Monaten abgefaßt worden. Auch habe er seine Veröffentlichung nicht angeordnet. Die Pariser Presse befürchtet eine Erkaltung der französisch-englischen Beziehungen und Schwierigkeiten für die bisher von Frankreich in der euro- Kleinen empfinden, wenn , _ _ . wenn sie sich damit bewerfen und Purzelbäume schlagen! Unb wie stolz sitzen sie auf den hoch beladenen Wagen, ducken sich, wenn sie unter tief hängenden Aesten der Obstbäume vorbeifahren; daheim aber sind sie fleißig und helfen, das duftende Heu recht fest einzutrampeln, damit der Vorratsraum die Menge fassen kann. ** Städtische Holzversteigerung. Bei der gestrigen Laub- und Nadelnutzholzoersteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen wurden im Durchschnitt folgende Preise erzüelt: Eichen-Ab- schnitte 2. bis 5. Klasse (A) 45 bis 96 Mark je Festmeter, 2. bis 5. Klasse (N) 23 bis 60 Mark; Fichten- Abschnitte 3b-, 4a- und 4b-Klasse (A) 38,50 bis 55 Mark; Fichten-Langholz (N) la- und Ib-Klasse 27,50, 2a- und 2b-Klasse 28 bis 33, 3a- und 3b-Klasse 35, 4a- und 4b-Klasse 38 Mark; Kiefern-AbsHnitte (N) 2a° und 2b-Klasse 22 3a. und 3b-Klasse 25 bis 35,50, 4a° und 4b-Klasse 48 Mark; Käefern-Lanaholz (N) la- und Ib-Klasse 18,50, 2a. ueb 2b-Klaste 20 bis 24, 3a- und 3b-Klasse 25 bis 29,50 Mark; Kiefern- scheiter 18,50 je Raummeter; Fichtenscheiter 12 Mark je Raummeter. ** Zusammen st oß zwischen Auto und V! o t o r r a b. Gestern vormittag kurz nach 11 Uhr ereignete sich an der Ecke Marburger Straße-Lich- tenauer Weg der Wiesecker ©emartuny ein Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Motorrad, dem leicht Menschenleben hätten zum Opfer fallen können. Von Lollar her kam ein Auto mit zwei Insassen, die ein krankes Kind der Gießener Minik zuführen wollten. Zur gleichen Zeit tarnten von Wie- seck herauf zwei Motorradfahrer mit ihren Frauen auf dem Soziussitz (Ferienreisende aus Leipzig!, alle Fahrer in mäßigem Tempo. Während her eine Motorradfahrer noch kurz vor dem Auto bie Kurve richtig nehmen konnte, stieß der zweite Fahrer mit dem Auto zusammen. Ein großes Unglück wurde nur durch die Geistesgegenwart der beiden Fahrer verhütet. Während die Insassen des Autos mit dem Schrecken davonkamen, wurde der Motorradfahrer, sowie seine Frau leicht verletzt. Das Auto wurde nicht beschädigt und konnte die Fahrt alsbald fortsetzen. Das Motorrad erlitt kleine Beschädigungen an der Bremsvorrichtung. Nacb Inanspruchnahme ärzllicher Hilfe konnten auch die Motorradfahrer ihre Fahrt nach Diez fortsetzen. Das Unglück ist nur darauf zurückzuführen, daß der nach der Marburger Straße zu gelegene Ausgang der Straße die auf beiden Seiten bebaut ist, keine Warnuugs- und Wegekreuztafeln aufweist. Hoffentlich erpolgt nun endlich Abhilfe, denn bei der Unübersichtlichkeit dieses Weges, der an einer so verkehrsreiche, Straße liegt, muß im Interesse der Sicherheit der Beoölke- ung alles geschehen, um derartigen Unglücksfällen weitestgehend vorzubeugen. ** Nicht bie erste Fünfziger-Fahne. Zu dem gestrigen Bericht über die diesjährige Fünf- ziger-Feier wird uns von einem 1878/1928er Fünf- ziger mitgeteilt, daß den vorjährigen Fünfzigern ebenfalls eine, wenn auch weniger prunkvolle Fahne gestiftet und dem Zuge vorangetragen wurde. Wir nehmen von dieser Mitteilung gern Notiz und hoffen, daß die nächsten Fünfziger mit der dritten Fahne aufmarschieren. päischen Politik verfolgten Linie. Der „Jntransi- geant" sieht in den Ausführungen Macdonalds sogar eine unmittelbare Bedrohung des Friedens, da sie auf eine Abänderung der Friedensverträge abzielen. Man könne nunmehr nicht vergessen, daß in einer der Fragen, die sowohl die Lebensinteressen Frankreichs als auch seine Empfindlichkeit berühren, der Gedanke des britischen Ministerpräsidenten der französischen Auffassung scharf entgegensetzt sei. Das „Journal des Debats" behauptet ebenfalls, Macdonald werde dem Fristen den ersten Schlag feit 1919 versetzen, wenn er wirklich die Absicht habe, im September in Genf die Auffassung zu vertreten, die er in der „Sunday Times" dargelcgt habe. Wenn Macdonald die Welt im Sinne der Arbeiterpartei ändern wolle, würde die Welt in Abenteuer gestürzt werden. Oer Eindruck in Italien. Rom, 18. Iuni. (WTD. Funkspruch.) Die Blätter drucken den in der „Sunday Times" veröffentlichten Artikel Macdonalds über die Minderheitenfrage ab, ohne eine aufgeregte Sprache zu führen. „P op olo bi Roma" sagt, man könne angesichts bes Llrnstandes, daß Macbonalb bas Elsaß als deutsches Land betrachte und auf eine Stufe mit dem Saargebiet stelle, die Aufregung der öffentlichen Meinung in Frankreich begreifen. Alle diese Aeußerungen Macdonalds lägen im Grunde genommen nicht im Interesse Deutschlands. Außerdem werde durch sie ein Geist des Mißtraueuns, der Besorgnis und des Unbehagens in die Diplomatie Europas hin- eingetragen. Was Italien betreffe, so gebe es hier keine Minderheitenfrage, ilebrigens werde durch solche Artikel die Behandlung der Minderheiten nur verschlimmert, weil jede Regierung aus Gründen der Selbstachtung und Prestigerücksichten sich in diese Fragen vom Auslände nicht hineinreden lasse. Am besten wäre es, meint das Blatt, wenn Macdonald seinen guten Willen dadurch bekundete, daß er seine Tyeorien zunächst auf Malta, Transvaal und Indien anwenden würde. Es sind die reichsten Tage des Jahres. Langsam ansteigend gewann die Sonne ihre Macht. Langsam kam auch in uns das Gefühl der Stärke, und wie gern möchten- wir sagen: Verweilet! Diese Tage, an denen sich Abend- und Morgenrot fast berühren, wir möchten sie fesseln und festhalten. Wenn im Morgentau die Wiesen wie Diamanten glänzen, und die Vögel wie trunken von den Zweigen herab singen, und alles ringsum duftet und blüht, dann schwlllt das Herz vor Freude und Lebenskraft. Doch bald kommt der Tag der Sommersonnenwende (21. Iuni). Hnfere Vorfahren, aber auch unsere Jugend, sie wollen die reichsten Tage des Jahres noch einmal zusammenfassen, ein Bild von ihnen haben. Auf Bergeshöhe, am Waldesrande erglühen bie Sonnwendfeuer. Dürres, gestorbenes Holz wird zusammengetragen. Es muß vergehen, damit Raum geschaffen wird für das Junge, für das Werdende. Unb wie im Winter das Sonnwendfeuer als wärmende Quelle hinwies auf kommende, warme Frühlingstage, so ist uns die Sommersonnwendflamme ein Gleichnis des Lebens, weithin leuchtend in die Sommernacht. Unter Sang und Spiel und Tanz erleben wir diese Tage. Doch beim Zusammenfallen der Glut erwacht bie leise Wehmut im Herzen. Die schönen Tage, auch sie gehen bahin! Sie schwinben, wie alles auf Erben. Wenn erst bie Sensen, unb heutzutage die Mähmaschinen, das Gras niedergelegt haben, wenn der Wind über bie Stoppeln der Gräser weht, geht das Jahr langsam, aber sicher abwärts. Die Tage werden kürzer, wenn auch kaum bemerkbar. Die Sonne täuscht uns noch. Die Sommerhitze steigt wohl, noch einmal ergrünen bie Wiesen, aber die Blumen werden fehlen. Es geht abwärts. 2m innersten Herzen aber trösten uns bie Worte bes Dichters: Wenn es beginnt zu tagen, bie Erbe dampft unb blinkt, bie Vögel lustig schlagen, bah bir dein Herz erklingt: Da mag vergeh'n, verwehen das trübe Erdenleib, ba sollst du auferstehen in junger Herrlichkeit! (Eichendorff.) R. M. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing (grün) 30 bis 40, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 15 bis 20, ■UlaibiiayerT ------------------Röst /O 15 ’8 _NordoyanJj II II ll ll ll ii 1! ll H IkJi ii ZQBERBIER Können Sie sieltwirMieli denluxus leisten, kein. Automobil zubesitzen? Wieviel Stunden des Tages arbeiten Sie tatsächlich produktiv —und wieviel Stunden sind Sie „unterwegs“? Ist Zeit nicht Geld!? Wie oft leiden Sie unter den Unbilden der Witterung und unter den Mängeln der öffentlichen Verkehrsmittel? Ist Ihre Gesundheit nicht Ihr wertvollstes Gut!? Wie oft beurteilen Sie nicht selbst die Tüchtigkeit und die Erfolge Ihrer Mitmenschen danach,ob sie ein Auto haben oder nicht? Bringen Ansehen und Kredit nicht auch IHNEN Zinsen!? Wie oft haben Sie schon jene Glücklichen beneidend ie nachdesTages Mühen am Steuer ihres OPEL mit Frau und Kind ins Grüne fahren?Brauchen nicht auch SIEsoVdie Stunden der Erholung'^ Die Opel 8 PS sind nicht nur die preiswürdigsten, sondern auch die absolut billigsten Sechszylinder-Wagen auf dem Deutschen Markt I Die zweitürige Limousine ist das ideale Fahrzeug für Beruf, Reise und Vergnügen! Eine erprobte Konstruktion! Praktisch und schön! Sie kostet nur 4200RM. ab Werk. Antostener Mk. 23.— pro Monat! OPEL ADAM OPEL A.-Q, RÜSSELSHEIM A. M. 3 Serien Taöe in Sommer-Kleidern N staunend billigen Preisen/nur Miitwotii. Donnerstag imfl Freitag in Toile, Voile, Waschseide, Wollmousseline und Crepe de Chine ein geteilt in 3 Serien Serie IMk. 9.75 Serie II Mk. 14.75 Serie III Mk. 19.75 J. 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Egmont Zechlin. 3n seinem Buche über „Staatsstreichpläne Bismarcks und WilhelmII. 1 890 bis 1 8 9 4“ gibt Privatdozent Dr. Egmont Zechlin im ersten Teil eine Darstellung der Entlassungsgeschichte, die insbesondere auf Grund der von ihm entdeckten Geheimdokumente zeigt.-wie Bismarck durch einen Gewaltstreich sich vom Reichstage zu befreien und die sozialdemokratische Bewegung niederzuschlagen beabsichtigte. Er schildert dann, wie die zahlreichen persönlichen Feinde Bismarcks sich darüber verständigten, daß der Kanzler zu Fall gebracht werden müsse. Am Abend des 14. März ist es ihnen gelungen, den Kaiser von der großen Militärvorlage abzubringen, die Bismarck benutzen wollte, um den Konflikt mit dem Reichstage zu provozieren. Nachstehend geben wir mit Erlaubnis des Cottaschen Berlages einen Abschnitt wieder, der Die letzte Phase des dramatischen Ringens zwischen Kaiser und Kanzler darstellt (179). 3n dem Augenblick, als sich die Kampfesleiden- schast des fünsundsiebzigjährigen Kanzlers aufs höchste steigerte, weil er in dem Zusammenklang seiner Wünsche mit denen des Kaisers in der Militärvorlage, im Zerfall des Kartells und schließlich in der Unmöglichkeit einer konservativ- klerikalen Regierungsmehrheit die Schicksalszeichen dafür zu sehen meinte, daß er mit seinen Gewaltplänen auf richtiger Bahn sei, und als er sich schon auf dem Wege zu einem Regierungs- system sah, in dem alles — Kaiser, Parlament, Minister sich seinem Willen hätte fügen müssen, wurde ihm das wichtigste Glied seines Aktionsplanes aus der Hand geschlagen, eben das, das er für besonders sicher hielt, weil der Kaiser selbst es eingefügt hatte. Denn was bei dem Zusammenstoß am Morgen des 15. März im Vordergründe stand, sind Verlegenheits- Maskierungen und Ablenkungsmanöver oder bildet nur einen äußeren Konfliktsstoff. Das Bedeutsamste, was WilhelmII. zu sagen hatte und was den Zorn Bismarcks um so gewaltiger erregen mußte, als es kein sachliches Argument dagegen gab, war nicht die Beschwerde über den Empfang Windthorsts und auch nicht der Widerspruch gegen die Kabinettsorder. „3m Verlaufe des Vortroges erklärte der Kaiser ganz unvermittelt,“ so wird in Bismarcks Darstellung dieser entscheidende Punkt berührt, „er wolle eine Auflösung des Reichstags jedenfalls vermeiden und deshalb die Militärforderungen auf dos Maß herabsehen, welches mit Sicherheit eine Majorität finden werde." Hnd Bismarck zeigte auch selbst, worum es bei diesem Zusammenstoß am 15. März vor allem ging; auf des Kaisers Frage, daß es doch nicht in seiner Absicht liegen könne, durch die Verhandlungen mit Windthorst die Aufregung im Volke zu steigern, polterte er in v Harte , Wg.; duf den hervorra Spielen doch toi' hiesige bürg, v fälliger« Bieber menarb' zeitweise haperte durch lo. geglichen des Stui Spick vl pon Ton srn. Sie fchung ui führten weift sek die Du« krmanii schwere fens sei beginn mülonw lagen, I durch de Angriffe suchen di binaiion einige 3 bis es, m I Ausgleii vor der Kührunx Tieften i duft sein botltäg' Terteid bonügl ttrfiinte Tieften kritische einer 1 eine zi zu buch Kurz t bermefji Kampf dem Er Die L wng tne "ften -bgeschll schäft Äichinn Aach Manr Su fchla Die < len Tao ler in wußte i verdient pugenö Auch "reis Otiebl 4:0 zu D»t neu Ette H..S8Ü‘ t-MnuK iw ft,»---«. St ÄS. und o. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Berlin. 15. Juni! Berlin 17.6. | 18.6. 112 101,25 480 479 197 62 53 278,25 123 121,25 122 130 112,75 187 Banknoten. 162,5 331,5 333,25 330,5 333 angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, LombardzinSfuh 8,5 Prozent. Die den 8,25 16,75 129 221,5 144,5 52,75 i 207,5 27,5 92,5 277 52,75 67,25 76,5 122 125,5 221,5 143 121,65 150,5 112,25 129,25 131,25 226 187,25 279 173,5 157,4 161,75 121,9 152,75 112,4 129,25 131,5 226,25 186,9 278,25 173 157,25 162,5 61,25 52 50 69 76 105,5 111,75 128,5 226 187,5 278,5 173 157,5 162 213,5 62 54,5 206 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. DO Sichen. M-vffeiibacha.U «y* . B . 8 io . 8 10 10 u 11 12 10 io 10 . 9 . 8 12 137,5 103,35 Daten für Mittwoch, 19. Juni. Sonnenaufgang 3.43 Uhr, Sonnenuntergang 20.19 Uhr. — Mondaufgang 18.01 Uhr, Monduntergang 1.54 Uhr. 1623: der Philosoph Blaise Pascal in Clermont- Ferrand geboren; — 1792: der Dichter Gustav Schwab in Stuttgart geboren; — 1884: der Maler Ludwig Richter in Dresden gestorben. 29,65 2,5 23,4 20,5 23,13 1,95 8,4 8,3 8J 16,75 10 . 8 10 15 12 18 14 12 12 . 7 fl 0 c . 5 10 . 0 . 5 . 6 . 0 . 6 11 . 0 * 8 . 8 10 . 8 . 8 1" . 8 . 8 m a verloren nach Kampf ihre 29,75 2,5 1,9 23,5 Wirtschaft. Die Reichsbank Mitte Zum. Aach dem Ausweis der Reichsbank v o m 1 5. 2 u n i hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Reichsschahwechseln, Lombards und Effekten in der verflossenen Bankwoche um 211,7 Mill, auf 2851,1 Mill. Mt. verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 203,2 Mill, auf 255,5 Mill. Mk. und die Bestände an Reichsschahwechseln um 20,9 Mill, auf 76,9 Mill. Mk. abgenommen, während die Lombardbestände um 12,4 Mill, auf 125,8 Mill. Mk. angewachsen sind. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 185,1 Mill. Mk. in die Kassen der Dank zurückgeflossen; der Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 180,7 Mill, auf 4191,8 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 4,4 Mill, auf 452,5 Mill. Mk. verringert. 26,3 Mill. Mk. in Rentenbankscheinen sind in der Derichtswoche getilgt worden. Dementsprechend haben die Bestände der Reichsbank an diesen Scheinen auf 19,0 Mill. Mk. abgenommen. Die fremden Gelder zeigen mit 602,6 Mill. Mk. eine Abnahme um 29,5 Mill. Mk. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen insgesamt sind um 9,9 Mill, auf 2082,9 Mill. Mk. angewachsen, und zwar haben sich die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 10,0 Mill, auf 318,5 Mill. Mk. erhöht, während sich die Goldbestände um 42 000 Mill. Mk. auf 1764,4 Mill. Mk. vermindert haben. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 40,4 Prozent in der Vorwoche auf 42,1 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 47,4 Prozent auf 49,7 Prozent. 4% Schweiz. BundeSb.-Ani.. . • 4% Cefteneidjtfdie Goldrte.. . - 4,20% Gelten. Cilbente 4°o Oe(tenttd). einijeitL Wte. . 4% Ungarische Goldrte 4 o Ungarische Sioarir. v. 1910 . 4Vt% deLgt. von 1913 4% Ungarische fttonentte 4% lütt. Hollanleihe v. 1911 - • 4% Türtische Bagvadbahn-Ani. Serie I 4% desgl. Serie II 4% Rumänen convert. Rte. . . - 411% Rumänen CiolbonL von 1913 Französische N neu Holländische Noten ..... Italienische Noten ..... Norwegische Noten...... Deutsch Gestrrr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... $1900. Volten 1 Verein, MD PZ » mürb,, 3 । .71 Depper, tat öntröe 2:05 Ä besser ge° "W, §nt)lar die 800^1«. ft gewesen Sperling, Strecke imb cn Meister 1927 ' größere Routine fV16 M. und Ostung bot out !"ges, indem « Wt durch einen :J« 54,5 Sek) schönsten Aamps. hier gab zi 'Enrn Mstzen und hopsen- rer gewann mit lelativ guten Zeit war E. Schäfer wenn auch seine ■ hinter dem De° - durchaus be> i500»Meter.8tafsel iürchtet, der vierte ar, keinessalls den Mannschaft kam ch lsicherer Sieger nicht hinaus. Sine Jaul, 1900, üöcr belegte mit dieser hinter öcheyhing, ach, A.S.C.M« ferGästehüter vollbrachte famose Abwehrleistungen. Iie Offenbacher ließen nach dem Wechsel beim Spiel gegen den Wind sehr nach und erleichterten die Gießener Abwehr. Beim Stande von 1:0 für Gießen kamen die Süddeutschen zum Ehrentor, da ein Gießener Verteidiger eine Flanke von rechts verfehlte. Der Torwart war zu früh herausgelaufen, so daß der Gäste Linksaußen mühelos ins leere Tor schießen konnte. Das Spiel, das sehr fair war, stand bereits bei der Pause 2:1. Die Ligareseroe fuhr vergebens nach Braunfels, da Braunfels noch eine Mannschaft verpflichtet hatte. 1900s dritte Mannschaft wartete auf Steindorfs erste Elf abermals vergebens, eben- so die erste Jugend auf die erste Jugend Dillen- burgs. Qllp. Deutsche (Stlenbatjn . Hamburg.Amerika Paket . Hamb.-Südam. Dampssch. Hansa Dampfschiss ... Norddeutscher Lloyd . . . Mg. Deutsche Creditanlk. . Barmer Bankverein . . Berliner HandelSgesellsch. . Lvmmerz. und Privat-Bank Darm», u. Notionalbanl . Deutsche Bank .... DiSkonto-Gesellschaft Ank.. Dresdner Bank . . • • • Mitteldeutsche ltredübaru . Metallbau! • • KeichSbank .«••••• Ftanksuna.M. Schluß 1 I-Udr. Kur« j Kure Spiele, letzterer knapp in drei Sätzen, während der gut veranlagte Sack seinen Gegner zur Strecke brachte. Bei den Damen spielte Frau Dumur für Gießen und erster Stelle zegc.-i Frl. Kuhlmann. Nach gewonnenem 1. Satz gab es einen heißen Kampf um den 2., der schließlich 7:9 an Frl. Kuhl- mann ging. Frau Dumur hatte sich zu sehr verausgabt, sie konnte nicht verhindern, daß der Entscheidungssatz von Kassel auf Grund besseren Stehvermögens gewonnen wurde. Frl. Berg und Frau D ü t t m a n n hatten in Frau Strack und Frl. Eckhardt Spielerinnen von Format, ihre Niederlage war nicht zu verhindern. Frl. S t ü ck r a t h und Frl. Stark blieb es vorbehalten, die Pluspunkte für Gießen zu erringen. Beide Leistungen verdienen volle Anerkennung. Frl. Kuhlmann gab sich erst in 3 Sätzen geschlagen. Stolz kann Gießen auf die Herren-Doppelspiele fein! Kirchner-Noll siegten sicher und unangefochten über Hunning I. -Hunnin g II., Dr. Schopper-Scriba nach anfänglichem Kamp in spannendem Spiel über Groos-Sittig. Die beiden anderen erfogreichen Kombinationen waren Dr. Fischer-Müller und o. Grolman- Engisch. * 21.= (9. für Zellstoff, und Papier- fabrikation, Aschaffenburg. Die Gene- raloersammlung genehmigte den bekannten Abschluß mit wieder 12 o. H. Dividende und die vor- aeschlagene Kapitalserhöhung um 8,6 auf 23 Mill. Mark. Wie bereits mitgeteilt, werden von den neuen Stammaktien 4,8 Mill. Mark den alten Aktionären 3:1 zu 130 v. H. angeboten. Der Rest von 3,8 Mill. Mark wird von einem Bankenkonsortium unter Führung der Disconto-Gesellschaft, Filiale Frankfurt (Main), der Gesellschaft zur Verfügung gehalten. Er dient zur Uebernahme eine« größeren Paketes Aktien der A.-G. für Zellstoff- und Papierfabrikation Memel, wobei der Aktienumtausch im Verhältnis 1:1 erfolgen soll. Die neuen Aktien sind ab 1. Januar 1929 dividendenberechtigt. Wie mitgeteilt wurde, seien die Aussichten im neuen Geschäftsjahr durchaus zufriedenstellend. Die Zellstofffabrikation sei bis Ende des Jahres, die Papierfabrikation für längere Zeit ausverkauft. * Rheinische Stahlwerke, Essen. Der A. R. beschloß, der auf den 6. 3uli einberufenen G.-V. die Verteilung einer Dividende von wieder 6 Prozent in Vorschlag zu bringen. • Motorenwerke Mannheim QI.*©., vorm. Benz A. - G. Mannheim. Die gestrige G.-D. genehmigte einstimmig die vorgelegte Bilanz per 31. 12. 1928. Das abgelaufene Geschäftsjahr brachte trotz rückläufiger Konjunktur im 3nlande durch den Gewinn neuer ausländischer Märkte einen erhöhten Auftragsbestand, der am Iahresschluh doppelt so hoch war wie im Vorjahre. Die Bilanz schließt mit einem Reingewinn von 59 061 Mk. ab, der dazu benutzt wird, den Derluswortrag aus dem Jahre 1927 in Höhe von 955 633 Mk. zu mindern. Der verbleibende Verlust von 896 571 Mk. wird auf neue Rechnung vorgetragen. 3n dem begonnenen Geschäftsjahr ist der Auftragseingang und der Umsatz gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres nennenswert gestiegen. Mit das schönste Spiel des Tages war das Mixed Frau D u m u r - N o l l gegen Frl. Kuhlmann- Groos. Beide Parteien waren gleichwertig, Frau Dumur glänzte mit ihrem Netzspiel, Kassel war zum Schlüsse jedoch glücklicher Sieger. Erfolgreich waren Frau Düttmann-Sack und Frl. S t a r k - K. Fischer. Gießen siegt knapp mit 13:11 Punkten, 32:28 Sätzen und 303:281 Spielen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18.’3uni. Tendenz freundlicher. — Zum Börsenbeginn war die Haltung reundlich, da verschiedene günstige Momente wieder einen gewissen Optimismus aufkommen ließen. Das Geschäft konnte aber keine große Belebung erfahren, da der immer noch anhaltende Ordermangel geschäftsstörend wirkte. Die freundliche Stimmung wurde vor allem durch den esten gestrigen Schluß der Reuyorker Börse, den erleichterten Geldmarkt und die Besserung des deutschen Maschinenmarktes auf Ausland- aufträge hcrvorgerufen. Rur in einzelnen Werten konnte die Geschäftstätigkeit etwas lebhaftere Formen annehmen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren auf allen Marktgebieten Besserungen bis zu 1,5 Prozent zu verzeichnen. Etwas größeres Interesse bestand ür Siemens-Schuckert und AEG., die bis zu 1,75 Prozent gewinnen konnten. Felten dagegen leicht gedrückt. Am Chemiemarkt lagen 3.-G.-Farben auf Realisationen um 1 Prozent schwächer. Rüt- gerswörke ebenfalls geschäftslos. Am Montan- markt war die Umsahtätigkeit wieder äußerst minimal, doch überwogen auch hier die Besserungen. Interesse bestand für Autowerte, vereinzelte Danken, Deutsche Linoleum und vor allem für Zellstoff Aschaffenburg; letztere auf die schon belannte engere Zusammenarbeit mit der Memeler Zellstoff abrik. 3n Erwartung einer Erklärung der Glanzstoffver- toaltung hinsichtlich der Verschmelzung dieses Unternehmens mit der holländischen Gnke-Gesell- schaft kam hier Material heraus, und diese- Papier lag bei Eröffnung 1 Proz., später aber bis zu 3 Prozent schwächer. Die Grundstimmung blieb auch im Verlaufe freundlich. Deutsche Anleihen still, aber weiter gut behauptet. Rach den ersten Kursen war die Ilmsatztätigkeit zeitweise etwas reger, doch machte sich später wieder Zurückhaltung bemerkbar. ES traten hierauf teilweise Rückgänge um Bruchteile eines Prozentes ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Proz. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1910, gegen Pfund 20.322, London gegen Kabel 4.8468, gegen Paris 123.88, gegen Madrid 34.30, gegen Mailand 92.67, gegen Holland 12.0750. Berliner Börse. Berlin, 18. Juni. Während man im Dormit- tagsverkehr noch Gründe fand für eine freundliche Stimmung, versuchte man di« enttäuschende Eröffnung des offiziellen Verkehrs durch die vorhandenen ungünstigen Moment« zu erklären. Zur Anregung dienten die gestrige feste Neu- yorker Börse mit ihrem leichteren Geldmarkt, gute Ernteaussichten, die gebesserte Lage des Maschinenmarktes (es find verschiedene Auslandaufträge für diesen Industriezweig vorhanden), ein normal guter Reichsbankausweis, der Abschluß eines 200-Millio« nenkredites für das Reich, mit dem spätestens für morgen ober übermorgen zu rechnen ist und der gute Glanzstoff-Markt auf die Meldungen über eine Enka-Transaktion. Dagegen verstimmten der Geldbedarf der Reichsbahn, die auf morgen vertagten Lvhnverhandlungen im Ruhrbergbau und die in Brüssel abgebrochenen Mark-Derhandlungen Bei mäßigem Geschäft tarnen Orders nur in geringem Umfange an den Markt. Etwas fester eröffneten Hansa Dampfschiff, Siemens, Karstadt, Westeregeln, Bembexg, Glanzstoff, Aschaffenburger Zellstoff, Feldmühle, Spritwerte, Schubert 8c Salzer usw. Dagegen fielen Goldschmidt, Stöhr, Soenska durch schwächere Haltung auf. Auch Augsburg-Nürnberg erschienen mit Plus-Plus-Zeichen an der Makler- täfel und wurden auf etwa 89 tariert. Deutsche Anleihen ruhig. Von Ausländern Mexikaner erholt. Pfandbriefe geschäftslos und nur knapp gehalten. Geldmarkt unverändert. Die Sätze erfuhren keine Erleichterung. Tagesgeld 1 bis 9,5 v. H., Monatsgeld 9,5 bis 10,5 v. H. Auck der Verlauf blieb unsicher, ebenso die Kursentwicklung. Weder konnte von den Zahlen der Reichsbank, noch von der Erklärung der Glanzstoffverwaltung eine starke Wirkung ausgehen, dagegen boten Spezialbewegungen in Mansfelder (plus 3 v. H.) und Kaliindustrie (259 nach 256 v. H.) eine gute Stütze und führten im Verlaufe auch an den übrigen Märkten zu Kurserholungen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 18.Juni. Tendenz ruhig. Der Produktenmarkt verkehrte heute in ruhiger Haltung. Das Geschäft war sehr klein. Die schwachen Auslandmeldungen verstimmten wieder. Auch das günstige Wetter drückte auf die Stimmung und mahnte zur Zurückhaltung. Die Preise wurden jedoch infolge des geringen Geschäftsumfanges hiervon nicht berührt. Es wurden notiert: Weizen 23,50; Roggen 21,75; Sommergerste für Brauzwecke 23; Hafer, inländischer 22; Mais (gelb) für Futterzwecke 20; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 32 bis 32,50; Roggenmehl 28 dis 28,75; Weizenkleie 10,50; Rogenkleie 11,50 Mark. 316,5 1 318,9 255,25 256,75 471 I 476 — | 368 Die zweite und dritte I u a e n b kombiniert verlor gegen Steinborfs erste Jugend nach wenig interessantem Spiel 0:2. Die erste Schüler elf bezwang Steinbergs Schüler und Jugend kombiniert mit 1:0 Toren. V. f. B. Die Ligamannschaft gestaltete am Sonntag ihr letztes Spiel auf eigenem Platz zu einem guten Erfolg, indem sie ihren Gegner, die spielstarke „Viktoria" Ecken heim, mit 3:2 schlug. Der Sieg war zwar knapp, aber vollauf verdient. Wenn die Platzeis auch nicht die hervorragenden Leistungen aufbrachte, wie in den Spielen vor ihrem Formrückgang, so konnte sie doch wieder weit besser gefallen als gegen b;e hiesige Spielvereinigung und Germania Marburg, weniger wegen des Sieges als der gefälligeren Spielweife. Man sah vor allen Dingen wieder ein einigermaßen ansprechendes Zusammenarbeiten der einzelnen Mannschaststeile und zeitweise eine recht flüssige Kombination. Wohl haperte es noch öfters in manchem, was i«doch durch lobenswerten Eifer zum Teil wieder aus- geglichen wurde. Bei größerer Schuhsicherhett des Sturmes hätte D. f. B., der meist das bessere Spiel vorsührte und die weitaus größere Zahl von Torgelegenheiten hatte, höher gewinnen müssen. Die Gäste waren in bezug aus Körperbeherrschung und Schnelligkeit dem Gastgeber überlegen, führten aber im übrigen ein ziemlich primitives, meist sehr hohes Spiel vor, das allerdings durch die Wucht und Schnelligkeit der Akteure die Hintermannschaft des Plahvereins stets vor eine schwere Aufgabe stellte. Der Verlauf des Treffens fei kurz skizziert: Eckenheim foricert von Anbeginn das Tempo, in dem Gießen vorerst nicht mitkommt. Während die Gäste sich weiter Vor- lagen, besonders auf die Flügel, bedienen und durch deren forsch vorgetragene durchbruchartigen Angriffe zum Erfolg zu kommen streben, ver- suchen die Einheimischen durch engmaschige Kombination ihr Ziel zu erzielen, scheitern aber beide einige Zeit an den aufmerksamen Verteidigungen, bis es „Viktoria" gelingt, in Führung zu gehen. V.s.B. kämpft mit verdoppelter Energie um den Ausgleich, den es bald darauf auch erzielt. Roch vor der Pause vermag der Gegner erneut die Führung zu übernehmen. Rach dem Wechsel hat Gießen eine Kleinigkeit mehr vom Spiel. Dadurch, daß sein Sturm seine Angriffe in breiterer Front vorträgt und das Spiel vor der gegnerischen Verteidigung auseinanderzieht, kann diese trotz vorzüglicher Abwehr den erneuten Ausgleich nicht verhindern. Durch diesen Erfolg angefeuert, geht Gießen noch mehr aus sich heraus und schafft kritisch« Situationen vor Eckenheims Tor. Don einer Reihe sicherster Chancen vermag es nur eine zu verwerten und einen dritten Treffer zu buchen, somit das Resultat auf 3:2 stellend. Kurz vor Schluß versucht die Gästeelf durch vermehrten Energie- und Kräfteaufwand dem Kampf eine Wendung zu geben, kann jedoch an dem Ergebnis nichts mehr ändern. Die Ligareserve mußte infolge Verhinderung mehrerer Spieler ihre Begegnung mit der ersten Wetters absagen. Ein reichlich spät abgeschlossenes Spiel der dritten Mannschaft mit der ersten von L i ch kam durch Richtantreten Lichs ebenfalls nicht zustande. Rach forschem Kampf gelang es der A. H- Mannschaft die gleiche Wetters mit 4:1 zu schlagen. Die Jugendabteilung hatte einen schlechten Tag. Während die erste Äugend von W e t - t e r in letzter Stunde noch eine Absage erhielt, wußte die zweite von der ersten Burgs eine verdiente 0:2-Riederlage hinnehmen. Die dritte Jugend verlor gegen die körperlich stärkere Collar c r erste trotz eifrigem Spiel mit 2: 5. Auch die stark ersatzgeschwächte erste Schäle r e l f brachte, nachdem sie am Vorsonntag in Riedergirmes auf hiesigem Platz noch mit 4:0 zu schlagen vermochte, eine 0:2-Riederlage mit nach Hause. Allerdings litt ihr Spiel unter <9c (b 4,167 58,06 112,35 20,28 am Sonntag aber- ertreter her Tlaini* j)au[e Men. Je- Niederlage noch «i> ommen, was M , guten Tor- SM fast MM i vor tem WA)V' i tjr ®’nil I war aber diesmal te mit ihrem flacher erfolgversprechender orchancen zur N1 er nur verwertend- < u mit dem abM > e Me der zweiter erstich besser, jedoch .ünschen iibrGunö Bries 4,187 58,30 112,79 20,36 den nicht einwandfreien Enissteidungen des Spielleiters, der Mitglied des Platzvereins war. Arbeiter-Turn- und Sportbunb. Wetzlar I — Lollar I 1:3. Lollar, das in letzter Zeit feine Stärke wieder öfters unter Beweis stellte, war am Sonntag in Wetzlar zu Gast. Auch dieses Spiel konnte Lollar mit einem einwandfreien Siege beenden. Seine drei Tore erzielte es bis zur Halbzeit. Rach dem Wechsel wurden aber die Einheimischen in ihren Leistungen besser und konnten mit viel Glück weitere Erfolge der Gäste verhindern. Alsfeld I — wieseck I 1:3. Wieseck war in Alsfeld zu Gast. Dem Schiedsrichter stellte sich Alsfeld komplett, Wieseck mit Ersatz. Rach Anstoß entwickelte sich ein flottes Spiel, in dem beide Tore öfters in gefährliche Bedrängnis kamen. Bis zur Halbzeit konnte keine Partei einen Erfolg erzielen. Rach Seitenwechsel wurden die Gäste mehr und mehr überlegen. Dreimal gaben sie dem Hüter der Einheimischen das Rachsehen, während diese nur ihr Ehrentor erzielen konnten. Daubringen I — Hungen I 4:0. "3n Daubringen standen sich diese Mannschaften gegenüber. 3n einem flotten Spiel gelang es keiner Partei, in der ersten Hälfte etwas Zählbares zu erzielen. Rach dem Wechsel konnten die Einheimischen mehr und mehr drücken. Bald gelang es ihnen, das Führungstor zu erzielen, dem sie bis Schluß noch drei Erfolge beifügten, während die Gäste zu keinem Erfolg kamen. wieseck II — Beilflein I 2:2. Auf dem Wiesecker Sportplätze stände sich diese Gegner gegenüber. Leider fand das etwas scharf durchgeführte Spiel ein vorzeitiges Ende, da die Gäste es kurz vor Schluß abbrachen. Tennis. Gießen — „Rok-weiß" Kassel 13:11. Durchweg spannende Kämpfe waren die Ausbeute dieses Klubwettkampfes. Kassel stellte eine äußerst ausgeglichene Mannschaft, die dem Gießener Klub den Sieg nicht leicht machte, und die bewies, wie sehr sich die Spielstärke des Kasseler Tennis gehoben hat. Sogar Altmeister S e e b o h m, in der Vorkriegszeit einer der besten deutschen Spieler und seit Jahren „Erster" im Kasseler Tennis, hat kürzlich Niederlagen sowohl von Groos (Rot-Weiß Kassel), wie von Tüscher (Blau-Weiß Kassel) ein« stecken müssen, hat also ernstlich Konkurrenz in Kassel bekommen. Gießen verdankt feinen Sieg vor allem seiner Herrenmannschaft, die von acht Einzelspielern fünf und alle Herren-Doppels in großer Manier gewinnen konnte. Die Kasseler Damen waren den Gießenern um etwas voraus, im Damen-Einzel und Mixed dominierte daher Kassel. Kirchner hatte in Groos einen „großen" Gegner. Aeußerst verdeckt spielend wehrte der Kasseler im 1. Satz kaltblütig ungefähr ein halbes Dutzend Satzbälle von Kirchner ab, um den 1. Satz nur ganz knapp mit großem Glück, den 2. dann jedoch leichter zu gewinnen. Noll hatte Mühe, den fleißigen Krumschmidt in drei Sätzen zu bezwingen. Die Zähigkeit des Gießeners gab den Ausschlag. <5 i 11 i g (Kassel) zerschellte an dem Sicher- beitsspiel von Dr. Fischer. Eine gute Partie lieferten Dr. Schopper, der H u n n i n g I. glatt niebertantertc, sowie H. Müller, der in variiertem Spiel Strack das Nachsehen gab. Scriba Berlin, 17- Juni «imeritanifdic Noten . , Belgische Noten . . . . , Dänische Norrn..... Englische Noten. . . . Datum Phücpv Holzmann...... Heidelberger Gement .... : Gement Karlstadt ..... SBatifi 4 Freitag......1 Schultheis Patzenhoser . . . Ostwerte......... Bet. Glanzslofs : Bembeifl.........: Zellstoff Waldhos : Zellstoff Aschaffenburg . . . : Charlottenburger Wasser . . . Dessauer Ga4 Daimler Motoren Deutsche Maschinen-Fabrik . . Adlerwerte Kieoer Ludw. Loewe Rat. Automobil Ctenftctn 4 Koppel . . . . . Leonhard Tietz Barnag-Meguin ...... Franks. Maschinen ...... Britzner...... • • « Heyliaensiaedt ...... Zunghans..... • • ■ . Lechwerke..... • • • . Mainkraslwerke ...... Miag......... Relaisulmer ........ Beteri Union ........ Gebt. Roeder . ...... Voigt & Haessner...... Südd. Zucker........ 254,75 254,5 196,5 199 113 112,25 212,25 | 61,4 I bevor Sie veg' ' ;t“ antwortete vorgestern aW ater. Er war ein > vor atz Mann, dellen Macht habe. M" zusammen, und 4 :e ü6“1 kann berlege^-2 mit- er «wnlagt.j «danA um drei | !«(IC in du! enu, • * um wr MA' Ausnahme ft *”6 L * 0® Anfang Kurs 18 6. Schluß. Kurs 17.6. Geld 16,35 Brief 16,41 167,86 168,54 21,895 21,975 111,38 111,82 58,80 59,04 2,51 2,53 111,90 112,34 80,46 80,78 59,43 59,67 12,39 12,45 72,80 73,10 Hrantfurt a. M. Berlin Schluß» Rute 1-Uhr- Kure Schlub- Kur, Anfang. Kurs Datum 17.6. 186. 17 6. 18 6. 5X> Dt. Meichsanleihe o. 192 < - $L Ach.-ALIös.-Schuld mit Citri- 87,3 — 87,5 — los.-Rechten......... 50,95 — 50,9 50,9 Seüfll. ohne AuSlos.-Rechle . ■ • 10,65 10,65 10,7 10,7 7% grants. Hyp.-Bt. Doldps. un- 86,5 4y.% Rheinische Hyp^Vanl Ligu.- ....... . ■■ A.E.G- aba. Bortriegr-Obligatton. rückzahlLar 1932 ....... 87,25 — — — Frankfurt a. M. Berlin Schlub- flut« 1 Ubr- Kurs Schlub- Kurs Anjang- fluri Datum 17-6. | 18-6. 17.6. 18.6. A.S.G.......... . B 192 192,5 192 191,75 Bergmann....... e . 9 — — 223,5 222,75 Cleftt. Lieferungen.... e 10 — —— 159 159,75 Licht und Kraft ..... ■ 10 219 — 219 219 Felten & Guilleaume. • • Ges. f. Elektr. Untern.. . . . 6 135 134,75 135,5 135,75 e 10 225 — 225,5 226 Hamb. Clettx. Werte ... e 10 — — 142,25 141,25 Rhein. Elekir....... . 9 — — 162,5 162 Schlei. Elettr....... • 10 - — 196 195,5 Schuckert...... • . 8 242,5 242 243,5 Siemens 4 Halske .... 12 398,5 400 397,75 400 TranSradio ....... . 8 — — — —— Lahmeper 4 Co.. .... 10 170 — 170,65 171,5 Buderus........ . 5 72,5 — 71,75 — Deutsche Trvöl..... • . 6 — — 113,75 114,25 (Offener Steinkohle • • • • . 8 — — 126,13 125,5 Gelsenkirchener ... |. ¥i 3- * ..................6 136,5 137,25 146,5 136,75 145,5 136,5 145,5 Hoesch Eilen. ...... . 8 — — 127,5 128 Ilse Bergbau ...... . 8 217 — 215,5 — ................... . 7 104 — 104,9 105 KSln-Reuessen...... . 9 — — 125,25 125,5 ManneSmonn ...... . 8 117 117,5 117,13 117,25 ManSselder....... . 7 133,5 — 133,65 87 134,5 Oberschles. Blenb. Bedarf. ■ . b — — — cberschles. KokSwerle . . . . 6 — — 111,5 111,75 Phöntz Bergbau..... Rbein«ck>e Braunkohlen. . 6% 10 93 293,5 — 93.75 293,5 93,9 293 RbeinNabi . . . f.'/« Jahr 126,5 126,75 126,75 126,75 Riebeck Montan..... 7,2 — —- 147,5 — Bereinigte Siahlw. . . . . i> 99,5 — 99,75 100 Otavi Minen...... 2 sh 70,25 — 70 70,25 Kali Aschersleben . . . . e 10 245 — 246,5 246,5 Kali Westeregeln..... 10 254 —— 253,75 255,75 Kaliwerk Salzdetfurth . . • Id 417 — 415 415,5 I. G. Farben-Jnduürte . . 12 255,75 254,75 256 255,25 Dynamit Nobel . . . . . . b — — — —• Scheideansialt...... • . 9 — — — — . 6 77 — 77-5 75 Kütgeriwerke ...... . 6 92,5 93,25 92,75 94,13 Metallgesellschaft. • . • • 11 129,5 — — — 17. Juni 18. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Brief Limit.- Non. 168,19 168,53 168,14 168.48 Buen.-AireS 1,749 1,753 1,746 1,752 Brff.-Arttw. 58,12 58,24 58,14 58,26 Chriftiania. 111,59 111,31 111,57 111,79 .Kopetchagin 111,53 111,80 111,53 111,75 Stockholm . 112,17 112,39 112,18 112,40 Hclnngfors. Italien. . . 10,527 21,915 10,547 21,955 10,523 21,92 10,548 21,96 London. . . 20,308 20,348 20,30 20,34 Neuvort . . 4,1935 4,2015 4,188 4,196 Paris. . . . 16,37 16,41 16,39 16,43 Schwei; . . 80,56 80,72 80,525 80,685 Spanien . • 59,64 59,76 59,41 59,53 Japan . . . 1,840 1,844 1,841 1,845 Nio de Jan 0,437 0,499 0,496 0,498 Wien in D-- Ceft- abgest 58,845 58,965 58,84 58,96 Prag . . . 12,401 12,421 7,371 12,395 12,415 Lelzrad . 7,357 73,07 7,363 7,374 Budapest. . 73,21 72,97 73,11 Buloarieu. 3,027 3,033 3,031 3.034 Lissabon . 13,73 18,77 18,73 18,77 Danzig. . 81,18 81,34 81,14 81,30 Konftanttu. 2,023 2,027 2,008 2,012 Athen. . 5,44 5,45 5,435 5,445 Canada . 4,153 4,161 4,151 4,159 Uruguay. 4,086 4,044 4,036 4,044 Larro • • 20,832 20,872 20,82 20,86 Sberhessischer Besuch am Rhein. Der Vater Rhein hatte am Sonntag zahlreichen Besuch aus Oberhessen und aus der preußischen Rachbarschaft. Rund 600 Personen aus Gießen, aus der Grünberger und Älsfelder Gegend, aus Lang-Göns, Butzbach, Bad-Rau- heim, Wetzlar, Braunfels, Herborn und Marburg hatten die von dem Hapag-Reisebureau Loeb in Gießen veranstaltete erste Volks- tümlicheRheinfahrt zu einem Besuche Des deutschen Stromes und seiner herrlichen Landschaft benutzt. Kurz nach 6.30 Uhr erfolgte in einem Sondcrzug die Abfahrt von Gießen über Bad-Rauhcim, Homburg v. d. Sy, Höchst a. M. nach Mainz-Kastel, wo man gegen 8.30 Uhr ankam. Bei herrlichem Sommerwetter von Gießen abgefahren, traf man die gleiche wunderbare Sommcrwitterung auch am Rheine an. Um 9 Uhr ging es auf dem Dampfer „Rheintreue" der Köln-Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgcsellschaft von Kastel aus an der alten, wunderbaren Bischofsstadt Mainz vorbei den Rhein' hinunter. Bon herrlichstem Sonnenschein überflutet lagen die reizenden Orte des Rheingaues mit ihren prächtigen Weinbergsanlagen rechts und links des gewaltigen Stromes da, der auf seiner Flut eine Unmenge von Dampfern der verschiedensten Art und Boote trug und Tausenden von Badelustigen Erquickung zuteil werden lieh. Eine Anzahl Musiker der Kapelle Topp von Gießen, die unter Leitung von Hermann Topp bereits auf der Fahrt nach Kastel mit musikalischen Darbietungen erfreut hatte, sorgte auch auf dem Dampfer durch flotte Konzertdarbietungen für eine Erhöhung der ohnehin schon sehr freudigen Stimmung. Gar bald traf man in Rüdesheim ein, wo ein längerer Aufenthalt den Fahrtteilnehmern Gelegenheit bot, einen Spaziergang zum Riederwalddenkmal zu machen und von dort aus nach Ahmannshausen herunter zu pilgern, oder die kostbaren Tropfen des Rüdesheimer und des Aßmannshäuser bei schneidiger Musik und frohem Gesang zu genießen. Der Damvfer hatte noch einmal längeren Aufenthalt in Ahmannshausen, wo man sich bei Speise und Trank stärken konnte, und dann ging es von Ahmannshausen aus in flotter Fahrt durch die Stromenge an den zahlreichen reizenden Städtchen und Dörfern mit ihren steil ansteigenden Weinbergen und den ausgedehnten Obstanlagen vorbei hinunter nach Koblenz. Alle die hohen Etimmungswerte, die im deutschen Volke für den alten Vater Rhein vorhanden sind, wurden auch bei dieser Fahrt lebendig und kamen sowohl in den Darbietungen der Musiker Hermann Topps, wie auch in Gesangsvorträgen eines Gesangvereins und in den gemeinsamen Liedern der Fahrtteilnehmer zum Ausdruck. Dazu kam, daß schönes Sommerwetter der genuhreichen Fahrt bis in die Gegend von Oberspey und Oberlahnstein beschieden war; als es zwischen Oberlahnstein und Koblenz vorübergehend etwas zu regnen anfing, konnte das die Stimmung in keiner Weise trüben. Gegen i/27 Ufjr langte man in Koblenz an, von wo aus nach einem kurzen Gang durch die Stadt um 8 Uhr die Rückfahrt mit einem Sonderzug über Bad Ems und Limburg nach Gießen erfolgte. Diese erste Rheinfahrt des Hapag-Bureaus. die in sorgfältiger Weise bis in alle Einzelheiten organisiert war, wurde dank dieser ausgezeichneten Umsicht der Reiseleitung und der hohen Gunst des Wetters zu einem starken Erlebnis aller Fahrtteilnehmer und zu einem guten Auftakt zu der für Mitte Juli vorgesehenen zweiten Rheinfahrt, die in Fortsetzung der vorgestrigen Reise von Gießen aus über Koblenz nach Königswinter und dem Siebengebirge führen soll. Oberheffen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 18. Juni. Die Bautätigkeit in unserer Gemeinde ist nun in vollem Gange. An der Marburger Straße erstehen zwei Wohnhäuser, wei- tere Wohnhäuser sind in den neuen Straßen in Angriff genommen. Wie verlautet, sollen zehn neue Däuser gebaut werden, von denen die größere Anzahl den Wohnungsbauzuschuß von der Gemeinde erhält, während ein Haus von einer Bau- und Siedlungsgesellschaft erstellt wird. Ferner sind im Dorf eine ganze Anzahl An- und Umbauten vorgenommen worden. Auch ein kleiner Festsaal in der Rabenauerstraße erbaut. Der Konsumverein Gießen und Umgegend erweitert seine Verkaufsstelle in der Aliccstraßc durch einen großen Anbau. Das Transformatorenhaus an der Marburger Straße ist in Angriff genommen. Dieser Bau wurde notwendig, weil das alte Transformatorenhaus an dem Lichtenauer Weg entfernt werden muß. ch Lollar, 17. Juni. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr beging am gestrigen Sonntag ihr 53. Stiftungsfest mit einem Gartenkonzerl bei dem Gastwirt Otto Nuhn. Die Musik wurde ausgeführt von der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr unter Leitung ihres Musikmeisters Deines. Erst vor wenigen Jahren ist das Musikkorps gegründet und der Wehr angegliedert worden. Neben einer Reihe Märsche kamen gestern Ouvertüren, Charakterstücke, Walzer, Potpourris usw. zum Bortrag. Lebhafter Beifall wurde der eifrigen Kapelle von den zahlreich erschienenen Besuchern gespendet. o Wirberg, 17. Juni. Begünstigt von einem herrlichen Sommertag fand gestern hier die Wiedersehcnsfeier der früheren Konfirmanden des Kirchspiels — Beltershain. Göbelnrod, Harbach, Lumda, Lindenstruth, Reinhardshain und Saasen mit Bolln- bach — der Jahre 1883, 1889 und 1893 statt. Der Festgottesdienst fand in unserem Gotteshause statt, das die zahlreiche Festgemeinde beinahe nicht fassen konnte. Reben dem Posaunenchor Bersrod wirkten der Gesangverein Reinhardshain (Leitung: Lehrer und Organist Müller) und der Gesangverein „Eintracht" Saasen unter Leitung des Ehrendirigenten (Lehrer und Organist Herber) mit, den Organistendienst versah Lehrer und Organist Allendörfer, Göbelnrod. In dem Festgottesdienst predigte der Ortspfarrer und hielt im Anschluß an die Predigt noch eine Gedächtnisrede für, den verstorbenen Pfarrer A h l h e i m, der als früherer Pfarrer von Wir- berg die Konfirmation im Jahre 1889 und 1893 auf dem Wirberg und Veitsberg gehalten hatte. Die Rachfeier fand auf unserem gewohnten Fest- plah neben der Kirche im sogenannten Sand- garten statt, der Stelle, wo früher das Kloster gestanden hat und die wegen d^x schattenspendenden Obstbäume sehr geeignet zum Feiern ist. Der Vertreter der Konfirmanden. Peter S ch e p p, Saasen, eröffnete die Rachfeier mit einem kurzen Gruß, und der Ortspfarrer sprach nach einem gemeinsamen Gesang einige Begrühungsworte. Die beiden Gesangvereine trugen abwechselnd ihre Heimatslieder vor. Herr Schepp übergab hierauf dem Vertreter der Familie Ahlheim ein Gemälde des Wirberg und ein weiteres Bild vom Wirberg mit einer Photographie von Pfarrer Ahlheim an der Kirche Wirberg zur Erinnerung an ihren Heimgegangenen Pfarrer. Als Vertreter der Familie Ahlheim sprach Professor Dr. Koch, Gießen, den Dank der Familie aus und brachte in seiner Ansprache viele Erinnerungen aus der Wirberger Zeit seines Heimgegangenen Schwagers. Dekan Schmidt. Grünberg, sprach hierauf für das Dekanat Grünberg, und überbrachte nicht nur einen Gruß dem Kirchspiel und seiner Festgemeinde, sondern mahnte gegenüber dem Zeitgeist und dem Ansturm der Sekten zur Treue an der evangelischen Kirche. Der O r t s p f a r - r e r sprach in seinem Schlußwort den Dank aus an alle, die beim Feste mitgewirkt hatten, dem Posaunenchor Bersrod mit seinem Dirigenten Stroh, den beiden Gesangvereinen, dem Vertreter der Konfirmanden, Herrn Schepp, und dem Dekan, während Prof. Dr. Koch noch ein Dankeswort an die Gemeinden und. ihren Pfarrer richtete. Die erhebende Feier, die ein Treuegelöbnis zu der Kirche und ihrem Herrn war, schloß mit dem Segen und den Klängen des Posaunenchors. Daß nebenher auch eine kameradschaftliche Kaffeetafel auf dem Wirberg stattfand, soll der Vollständigkeit wegen nicht unerwähnt bleiben. Kreis Büdingen. * Nidda, 17. Juni. In der vergangenen Woche führte die hiesige Realschule ihren großen Jahresausflug aus. Die obersten Klassen unternahmen eine viertägige Reise an den Boden- s e e und widmeten dem Besuch der denkwürdigen Stadt Konstanz längere Zeit. Die anderen Klassen machten zweitägige Ausflüge teils nach Amorbach, Miltenberg und in den Spessart, teils an die Edertalsperre. Alle Schüler kehrten hochbefriedigt über ihre Erlebnisse, wieder wohlbehalten zurück. △ <5 t o rf t) e i in , 17. Juni. Am Samstagnachmit- tag hielt hier derK re islehrervereinBüdin- g e n eine Versammlung ab, die von etwa achtzig Lehrern und Lehrerinnen aus den sieben Bezirksvereinen des Kreises besucht war. Der bisherige Kreisvertreter, Rektor i. R. G a tz e r t aus Nidda, trat infolge seiner Ruhestandsversetzung von seinem Posten, den er fast zehn Jahre mit großer Hingabe, Umsicht und Sachlichkeit versehen hat, freiwillig zu- rück. Die dadurch notwendig gewordene Neuwahl bestimmte Lehrer Vierheller in Düdelsheim zum künftigen Kreisvertreter der Lehrerschaft des Kreises Büdingen. Dieser wurde vor einiger Zeit schon zum Nachfolger von Rektor Gatzert als Vertreter der Lehrer beim Kreisschulamt Büdingen gewählt. In der Versammlung hielt dann der zweite Vorsitzende des hessischen Landeslehrervereins, Lehrer Kaufmann aus Gießen, einen aufklärenden Vortrag über die schulpolitische Lage in der Gegenwart, wobei er einen Ueberblick über den Stand der Lehrerbildung und der Titelfrage und anderer wichtigen Standesangelegenheiten gab. Der Redner erntete für seine Ausführungen großen Beifall. Kreis Schotten. l Laubach, 17. Juni. Am Freitag wurde hier die älteste Bewohnerin unsers Städtchens, Frau Marie Katharina M ö - b u s, eine geb. Franciscus, beerdigt. Sie war die Witwe des gräfl. solms-laubachischen Rentmeisters Konrad Möbus und stand im 91. Lebensjahre. — Das Sehen der Dickwurzel und der Spätgemüsepflanzen wurde durch die letzten Regengüsse sehr gefördert und ist nun schon nahezu beendet. Die Sommer- frucht steht sehr gut, ebenso die Winterfrucht. Dasselbe ist von den Kartoffeln zu sagen. Auch der Klee hat sich recht gedeihlich entwickelt. Ebenso kann das Aussehen der Wiesen im allgemeinen befriedigen. Es fehlen jedoch stellenweise die Grundgräser. Die O b st - bäume haben im Durchschnitt gut angeseht. Die Gartengewächse zeigen einen fast durchgängig erfreulichen Stand. Jedoch sind diese Gewächse, z. B. die Gurken, durch die Erdflöhe schwer geschädigt. *!* Ulrichstein, 17. Juni. Auf der Rückfahrt vom Motorradrennen „Rund um Schotten" ereignete sich zwischen hier und der Poppen- struth ein Motorradunglück. Ein Fuldaer Motorradfahrer, der seinen Schwiegervater, einen älteren, ergrauten Herrn, auf dem Soziussitz mit sich führte, kam etwa mit 60 Kilometer Geschwindigkeit die Straße daher und wollte gerade an einem Lastwagen vorbei, als hinter diesem plötzlich ein Lauterbacher Radfahrer quer über die Straße auf deren linken Rand fuhr. Beide Fahrer rannten zusammen und kamen zum Sturz. Der Motorradfahrer erlitt kaum wesentliche Verletzungen, aber der ältere Herr wurde mit schweren Kopfverletzungen besinnungslos nach Schotten gebracht. Der Radfahrer trug Verletzungen am Kopf und Bein davon und wurde mit einem Auto heimgebracht. Das Motorrad erlitt schweren Schaden. Kreis Alsfeld. M- Alsfeld, 17. Juni. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die Sache des Vogelsberger Höhenklubs gestaltete sich das auf Veranlassung des Zweigvereins Alsfeld am gestrigen Sonntag stattgefundene Treffen der Zweigvereine Alsfeld, Burg-Rieder- Gemünden-Elpenrod, Groß» Felda, Mücke und Umgebung, Ulrichstein und Grünberg am sog. „Dackofenhausteich", einem idyllisch gelegenen Plätzchen im Walde zwischen Ehringshausen und Groß-Felda. Außer einer großen Anzahl Mitglieder des V. H. C. waren noch viele Besucher aus den benachbarten Ortschaften erschienen. In einer Begrüßungsansprache wurde dem V. H. C.°Gedanken, seinen Bestrebungen und Zielen von dem Vorsitzenden des Alsfelder Zweigvereins, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g, gedacht. Alsdann gelangte ein von Lehrer Schmoll (Elpenrod) einstudiertes Freilichtspiel „Wieland der Schmied und die Zwerge von Kalowa" auf der sehr günstig gelegenen Freilichtbühne im ansteigenden Walde in recht hübscher Ausstattung zur Aufführung, Vas der Schuljugend von Elpenrod, die es aufführte, Ehre machte. Verfasser des ansprechenden Stückes ist Regierungsrat a. D. Möbus. Die Aufführung fand lebhaften Beifall. Einen sehr stimmungsvollen Rahmen gaben der heimatlichen Veranstaltung die gesanglichen Darbietungen der gut geschulten Gesangsobteilung des Alsfelder V. H. C. und der Gesangvereine von Ehringshausen und Elpenrod. Beifall fanden die Darbietungen eines Mundharmonikaorchesters der Schule in Ermenrod unter Leitung von Lehrer Müller. Die noch vorgesehenen Gruppenspiele mußten infolge plötzlich eingetretener Verhinderung des Leiters ausfallen. Am Schlüsse der von herrlichem Wetter begünstigten und wohlgelungenen Veranstaltung sprach Schulrat Haff (Alsfeld) den Dank an alle Mitwirkenden aus. Mit stürmischem Beifall wurde eine Ansprache eines anwesenden Vertreters des V. H. C. Mainz begrüßt, der in herzlichen Worten den V. H. C. zur Hauptversammlung nach Mainz ein- lud, die im nächsten Jahre gemäß Beschluß der Hauptversammlung dort stattfindet. Schweres Sieinbruchunglück bei Schotten. Zwei Tote. WSR. Schotten, 17. Juni. In einem dem Freiherrn von Günderode gehörenden Stein- bruch wurden heute nachmittag durch herab stürzende Gest eins massen drei Arbeiter verschüttet. Während ein Arbeiter mit einer klaffenden Kopfwunde dem Krankenhaus zugeführt werden konnte, wurden die anderen beiden Verschütteten leider nur als Leichen geborgen. Oeutschnationale Zrauentagung in Bensheim. Der Landes-Frauenausschuß der Deutschnationalen Volkspartei hielt dieser Tage in Bensheim seine dritte diesjährige Sitzung ab. Die außergewöhnlich starke Beteiligung der Frauen-Ausschüsse aus dem ganzen Lande, sowie auswärtiger Landes-Frauen- Ausschüsse machten die Sitzung zu einer arbeitsreichen und fruchtbaren Zusammenkunft, bei der wichtige, die vaterländische Frauenarbeit fördernde Fragen besprochen und erledigt werden konnten. Rach der Begrüßung durch die Landes- Vorsitzende, Frau Reinhart, und Erledigung geschäftlicher Punkte nahm — wie man uns bc> richtet — Frau Abgeordnete Heraeus das Wort zu Konkordats- und Schulfragen, sowie zu den Pariser Abnrachun- gen, die trotz des Schleiers, der sie bis jetzt den Augen des Volkes noch verhülle, doch schon deutlich die weitere Versklavung Deutschlands auf Generationen hinaus erkennen ließen. Auch des Tages — 28. Juni — wurde gedacht, an dem vor 10 Jahren die durch Gewalt und Drohungen erpreßte Unterschrift unter den Schandvertrag von Versailles vollzogen und die Lüge von der alleinigen Schuld Deutschlands am Kriege anerkannt worden sei. Die diesjährige Wiederkehr dieses traurigsten Tages deutscher Geschichte solle durch machtvolle Kundgebungen aller Rational gesinnten einen flammenden Protest gegen den Vertrag und seine für das deutsche Volk so verheerenden Folgen bringen. Die Vertreterin des oaargc- bietes, lebhaft begrüßt, berichtete sodann über die deutschnationale Frauenarbeit an der Saar, die von gutem Erfolg und sichtbaren Fortschritten begünstigt sei. Eine Gntscblie- ßung, die dem festen Glauben an die Führerschaft Geh. Rat Hugenbergs und der Treue zu ihm lebendigen Ausdruck gab, beschloß die ergebnisreiche Sitzung. Rach einem gemeinschaftlichen Mittagessen begaben sich die Teilnehmerinnen teils direkt, teils, um die Schönheiten der näheren Umgebung Bensheims kennen zu lernen, über das Furstenlager nach Auerbach in das „Auerbacher Haus", wo der Frauenausschuß Auerbach sie in dem schön geschmückten Saal empfing und die Vorsitzende des Frauenausschusses, Frau R o s - senbeck (Auerbach), in launigen Worten und mit großer Freude die zahlreich Erschienenen, Auswärtige wie Einheimische, begrüßte. Im Mittelpunkt dieses geselligen Zusammenseins stand ein interessanter Vortrag der Vorsitzenden des Kreisvereins Stadt und Land Wiesbaden der Deutschnationalen Dolkspartei, Frau Therese Wagner, über „Die Zusammenarbeit der Stadt- und Landfrauen zum Schutze unserer deutschen Produktion gegen di e undeutsche Einfuhr", der lebhaften Beifall fand. Rach schön gesungenen Liedern der Sängerin Frl. Hilde Groß, (Darmstadt), Rezitationen aus Gedichten Bogis- lav von Selchovs und anderen vaterländischen Dichtungen schloß die zu unermüdlicher Weiterarbeit im Dienste des Vaterlandes stärkende und aufrufende Tagung mit dem Gesang des Deutschlandliedes. Berliner Börse. B e r l i n, 18. Juni. (WTB. Funkspruch.) Nachdem die Tendenz schon gestern abend in Frankfurt, von Spezialwerten ausgehend, eher freundlicher geworden war, taxiert man1 auch im heutigen Frühverkehr, ohne daß sich Geschäft entwickeln konnte, höhere Kurse. Man nennt Farben 265,25, Siemens 400, Glanzstoff 480 (Geld), Deutsche Linoleum 253 (Geld), Salzdetfurth 417. Am Devisenmarkt hört man Lon- don gegen Paris 123,93, London gegen Mailand 92,66 zu 92,68, London gegen Spanien 34,25, Lon- don gegen Kabel 4,8478 zu 4,8480, Kabel gegen Berlin 4,1925. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. 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Pläne und Bedingungen liegen zur Ein- fichtnahme auf unserem Amt offen, die Leistungsverzeichnisse können, soweit vorrätig, von uns kostenlos bezogen werden. Eröffnungstermin Mittwoch, den 3. Juli 1929, vormittags 11 Uhr, auf unserem Amt. Zuschlagsfrist drei Wochen. Freie Auswahl unter den Bewerbern bleibt aus- drücklich Vorbehalten. Lauterbach, den 17. Juni 1929. Hessisches Kulturbauamt Gießen. Nebenstelle Lauterbach. ______I. V.: Steinbrecher.______ Vieh- und firämermartf Mittwoch, den 19. Juni 1929 zu Allendorf a. d. Lumda. Auf den Viehmarkt dürfen nur aus eigener Zucht gezüchtete Tiere aufgetrieben werden, was auf den von den Ortspolizeibehörden auf den Ursprungszeugnissen ausdrücklich zu vermerken ist. '5333V Allendorf a. d. Lumda, 17. Juni 1929. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. Bequeme Ratenzahlung NSV Qftzif tut, l Föhren Sie unser neues Modell 3OO ccm. 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