Nr. 115 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 18. Mal 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzeiierAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrilck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Stelndrmkerel R. Lange in Stehen. Zchrtftlettung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 % mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Die Flamme. Gedanken zum heiligen Pfingstfest. Von Dr. W. A. Krannhalel. Aufrauscht die Woge des Lebens! 3n tönendem Sang wandelt die Ewnne ihre Dahn, Erfüllung, Sommer — das ist wie ein Ahnen jenes Zauber- gartens, jenes Paradieses in uns. Wolkenlos strahlt der blaue Himmel und in das grüne Wunder des Werdeps, der ewigen Reu- schöpsung, senkt sich einer Taube lichtes Gefieder. Trägt ein grünes Zweiglein, einen Zweig der Hoffnung, daß die Flut, die böse würgende Flut der Welt verebbt, die Flut des Todes, und daß neues Leben grünt, daß unseres Lebens Schiss, unsere Arche, wieder Fuß fassen kann auf den Höhen der Erde, — wenn nur in unserer Seele alles Arge getilgt ist. Wie Roah seine Taube aussandte, so senden wir, die wir suchend wandern im nebligen Tal, unsere Sehnsucht aus, steigen auf zu den Wolken, gehen ein mit ihnen in die Dläue des ewigen Himmels und fühlen täglich, stündlich in immer stürmischerem Sehnen, daß Frühling uns nicht werden kann, wenn sich der Himmel selbst nicht gnadenreich auftut und wiederum die Taube des Hl. Geistes sich niedersenkt. Des Geistes! — — Mit flammendem Schwerte steht der Tod am Eingang zum Paradiese: Rur in der läuternden Flamme, in der Reinigung, in der Tleberwindung dieses Erdenlebens, das ohne Gott ist, können wir zum Daume des Lebens gelangen, zum Daume des Paradieses Gottes, das der Himmel ist, das Reich Gottes; das uns die Liebe Christi neu erschloß, indem er den Tod überwand! „Siehe, ich mache alles neu!" Richts anderes als solches Rcuwerden, als solche Reuschöpfung, nichts anderes als das Erlebnis solcher Schöpfung war die große Stunde, da ein jeder der Jünger zu brennen meinte, wie jener feurige Dusch, vor dem Moses die Stimme des Herrn vernahm. Denn ein Reues war geboren und dieses Reue, das zur Erfüllung, zur Dcsiegelung des Lleberwindcrweges des Menschensohnes not war, das die Jünger in Schmerzen ersehnten, als „Er" zum Himmel fuhr, es ist die Offenbarung des neuen Dundes durch Gott selbst. Das war eine Reuschöpfung von so ungeheurer Gewalt, daß die Menschen, die sie an sich erfuhren, dieses größte und höchste und tiefste Erlebnis nur mit einer gewaltigen Erschütterung erleben konnten, einer Erschütterung, die sich sofort in Degeisterung umsehte, jene flammende Degeisterung, die den tiefen wahren Sinn dieses Wortes in Wirklichkeit erfüllte. Mehr noch! Degeisterung. — ja, in ihr ist Geist, aber es ist jener Geist des Augenblicks, jener köstliche Rauschzustand, so daß Petrus den Richtbegreifenden sagen mußte: „Sie sind nicht ertrunken!" Erfüllt vom Geist waren sie, die Jünger, sie, die als die ersten im neuen Dunde das große Erlebnis in sich hatten, in ihrer Seele, daß in Wahrheit das Reich Gottes in ihnen selbst Platz ergriffen hatte, daß sie selbst durch die Flamme gegangen waren, daß sie selbst in ihnen lohte, daß sie selber, weil sie innerlich dieses Leben überwunden hatten, für wert befunden wurden, vom Baume des Lebens zu essen! Werkzeuge, Künder, Sendboten Gottes selbst durften sie sein, Gottes, der nie aufgehört hatte, seines Wesens Liebe immer wieder über die Erde zu strömen, dem kein Widerhall ward, Gottes, dem sich die Sehnsucht nicht bis zu den Wolken entaegenreckte und der darum wieder aus der Liebe heraus, seinen eigenen Sohn entsenden mußte als ein Deispiel. Run aber war es da! Was die Völker ersehnt, was die tiefsten aller Denker geahnt, was die große Offenbarung, die Offenbarung des Weltwesens, die Offenbarung des Geistes, die mit Flammen sich in aller Herzen senkte, die göttliche Destätigung, die göttliche Antwort auf jene Frage, die schon Euripides, der griechische Dichter, stellte: „Wer aber weih, ob das, was sterben heißt, nicht leben, das Leben aber Sterben ist?" Das war das „2a" auf solche Frage, ein „Ja" freilich, das niemand vernimmt, der nicht schon selbst den Weg zum Geiste beschritten hat, denn nur der geistige Mensch, dem dieser Geist, dessen göttliche Glut er in seinem Inneren brennen fühlt, Richtung wird seines Lebens. Riemals wird der Duchstabenmensch, bcr allein an dem klebt, der nur das für wahr, für wirklich hält, was seine Augen sehen und seine Ohren Horen, dem noch nicht einmal das göttliche Wunder seines eigenen Seins eben als ein Wunder aufgegangen ist, niemals wird der Materialist, der Raturalist dieses Geistes einen Hauch verspüren! Drausen aber war und ein gewaltiger Wind und Flammen züngelten und alle äußere Scheidung war verlöscht und ein jeder sprach und verstand das Wort der Liebe! — War? War das nur? Ist denn nicht unsere ganze Heilige Schrift, die — weil sie mit Men- fchenzungen reden muß — sich der Form von Erzählungen bedient, nicht ein einziges Erlebnis, das wir täglich, stündlich in unserem Lebenswandel in uns neu erleben? Richt getrennt in Jahrtausende, nicht zerlegt in historische Gestaltungen, sondern ein einziges Geschehen in uns selbst, in unserem Leben? Don unserer Geburt, der Schöpfung an, über die Ausstoßung aus dem Paradiese, über die Rot und Flut der Welt bis zum Sehnen, bis zum Reuwerden, bis wir aufgetane Schalen werden, geöffnete Gräber, geheilte Kranke, wiederauferstandene Tote und des Geistes Flamme in uns spüren. Ja, dann, wenn wir Die Notlandung des „Graf Zeppelin". 3m Kamps mit dem Mistral. - Nach Süden abgetrieben. — Gegen abend glatte Landung im Lusthafen von Toulon. - Entgegenkommen der französischen Behörden. Die Tragik, unter der Graf Zeppelin von seinen ersten Anfängen zur Eroberung der Luft zu leiden gehabt hat, bleibt seinem Werke treu. Cs ist, als wenn die Geister der Luft jedesmal wieder alle Anstrengungen machten, ihr Reich gegen den Einbruch des Menschen zu verteidigen. Die Erinnerung an den Tag von Echterdingen steigt hoch, als der alte Graf den Deweis von der Richtigkeit seiner Theorie erbrachte und kurz vor dem heimatlichen Hafen an der Tücke des Objekts scheiterte. Damals aber hat sich auch das Band zwischen dem Werk des Grafen Zeppelin und dem deutschen Volke so eng verknüpft, daß es allem Mißgeschick zum Trotz nicht reiht. Wir haben das Gefühl, daß das Luftschiff für uns ein Stück Kulturgut geworden ist, dah nicht ein Einzelner mit der verbissenen Zähigkeit Dr. Eckeners gegen die Widerstände ankämpft, sondern dah hier alles, was deutsch i st, innerlich beteiligt ist und sich durch Mißerfolge von dem Glauben an die Richtigkeit des Weges nicht abbringen läßt. Merkwürdig genug, dah Dr. Eckener bei allen seinen Fahrten nicht ein einziges Mal vom Wetter begünstigt worden ist. Dei der Ablieferung des Reparationsluftschiffes, bei der ersten Fahrt mit dem „Graf Zeppelin" wie bei der Rückkehr, jedesmal türmte sich eine Fülle von atmosphärischen Widerwärtigkeiten gegen ihn auf, die einen weniger nervenstarken Menschen zur Verzweiflung gebracht hätte. Er hat seine Ruhe und seine Unerschütterlichkeit nie verloren, er hat auch jetzt wieder bewiesen, daß er kein Spieler, sondern ein Kämpfer ist. Welches Mah von Selbstüberwindung gehörte zu dem Entschluß, unmittelbar vor den Toren des Atlantischen Ozeans wieder umzukehrcn, nur weil ihm mit dem Ausfall von zwei Motoren der Sicherheitskoeffizient nicht groß genug mehr erschien. Welche Widerstandsfähigkeit war nötig, um den Kampf mit dem Mistral aufzunehmen, der natürlich gerade in dem Augenblick mit einer Stärke von sechzig Sekunden- Metern einsetzte, wo das Schiff an der Entfaltung seiner vollen Maschinenkräfte behindert war. Trösten wir uns damit, daß eine weltumstürzende Erneuerung nicht von heute auf morgen geschaffen, sondern daß sie erst erobert werden muh. Jedenfalls wird das deutsche Volk un- erschüttert daran festhalten, dah an dem Testament des Grafen Zeppelin weitergearbeitet wird. Cs ist eine selbstverständliche Pflicht, auch in den Zeiten der größten Sparsamkeit für diesen großen Gedanken Mittel zur Verfügung zu stellen. Denn eine solche Idee darf nicht am Mangel an Geld oder an schlechtem Material scheitern. Die Sturmfahrt über Südfrankreich. Paris, 17. Mai. (IDIB. Funkspruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist, nachdem Dr. Eckener den Entschluh gefaßt hatte, den Amerikaflug abzubrechen, auf dem Rückwege über Südfrankreich auf skarkenGegenwlnd gestohen. Der Mistral, ein hier sehr unangenehm austrelender, heftiger Nordwind, behinderte das Luftschiff am vorwärks- kommen. So steuerte der „Graf Zeppelin" bei einer Windstärke von 40 bis 50 Kilometer in der Stunde mit geringer Geschwindigkeit im Zickzackkurs das Rhonetal aufwärts, nachdem die französische Küste bei Les St. Maries de la mfcre überflogen war. Gegen 10 Uhr befand er sich in der Gegend Hirnes, wo er über eineinhalb Stunden gesichtet wurde. Um 12.05 Uhr wurde die Stadt Monte- limar in tausend Meter höhe mit Kurs nach Osten überflogen. Der Gegenwind zeigte Stärken von 60 bis 80 Kilometer. Die ein Passagier drahtet, arbeiteten gegen mittag drei Motore, die meisten Passagiere befanden sich am Fenster und erhielten dauernd von verwandten und Bekannten Radiotelegramme. Um 16.15 Uhr erschien das Luftschiff über Saillans, 14 Kilometer südöstlich von Valence. Das Luftschiff manövrierte sehr schwer. Ls bäumte sich auf und drehte sich, ohne dah es dem winde widerstehen konnte, der das Luftschiff nach Süden und Südosten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von schätzungsweise 30 Kilometer ab trieb. Man nahm an, daß seine Motoren stilleständen. Dr. Eckener hat dann an den Befehlshaber des Luftflotkenstühpunktes Lyon einen Funkspruch gerichtet mit der Bitte, die Garnison von Valence zu alarmieren, damit das Luftschiff dort eine Notlandung versuchen könne. Das Luftfahrtministerium in Paris hat nach Verständigung mit dem Ministerium des Innern und des Krieges, an alle Behörden der Umgegend Anweisung gegeben, dem Luftschiff alle nur denkbare Hilfe zu leislen. So wurden sämtliche Luftschiftableilungen der Garnison von Lyon alarmiert und technisches Personal für die Landung zur Verfügung gestellt. Der „Gras Zeppelin" bat um die sofortige Landungsgenehmigung, .da das Luftschiff sehr ernste Beschädigungen aufweise, die es in Gefahr bringen, während einer halben Stunde versuchte es vergeblich, seinen weg fortzusehen. Nachdem es ungefähr fünf Kilometer zurückgetrieben war, schlug es Kurs nach Süden ein. Die alarmierten Truppen folgten dem Luftschiff auf Transportautos. Der Präfekt hatte in dem ganzen, ihm unterstellten Verwaltungsgebiet angeordnet, die Starkstromleitungen abzuslellen. Auf Rat des Pariser Luftfahrtministeriums nahm der „Graf Zeppelin" gegen 18.20 Uhr Kurs auf den Luftschiffhafen Euers-P ier refeu bei Toulon, wo es ihm glückte, gegen 20 Uhr ohne jeden Zwischenfall zu landen. Die Passagiere wurden sofort ausgeschifft. Sie befinden sich sämtlich bei guter Gesundheit. Der Zeppelin wurde alsdann in die LuftschiffHalle geschafft, die für ihn vorbereitet worden war. Nachdem durch Telegramme und Telephonanrufe die Marinepräfektur und die Unterpräfektur von der Ankunft des Zeppelins tu Kenntnis gefetzt worden waren, begaben sich der Unterpräfekt M a t i o a t und der Kapitän 3 u g e, Chef des Stabes der 5. Marinesektion, sofort zum Marineflughafen, um Dr. Eckener und seine Begleiter zu empfangen. Die Landung. Toulon, 17. Mai. (TU.) „Graf Zeppelin" ist in der Flugzeughalle von Cuers Pierre Feu wohlgeborgen, die früher zur Unterbringung des auf Reparotionskonto an Frankreich gelieferten Zeppelinfchiffes „Dixmuiden" gedient hatte. Schon viele Stunden vorher hatte sich in Toulon die Rach richt wie ein Lauffeuer verbreitet, daß das französische Luftfahrtministerium dem „Graf Zeppelin" den Rat gegeben hatte, eine Landung bei Toulon zu versuchen. Alles, was sich irgendwie in Bewegung sehen konnte, verlieh die Stadt und begab sich zum Flughafen hinaus. Bei dem klaren Abendhimmel konnte man den Zeppelin schon von weitem in langsamer Fahrt herankommen sehen. Die Militärverwaltung hatte eine ausreichende Anzahl von Soldaten zur Verfügung gestellt und auf dem Flugplatz aufgestellt, die genau unterrichtet waren, wie sie sich bei der schwierigen Landung zu verhalten hatten. Rach der glücklichen Landung drängten sich die Schaulustigen an das Luftschiff heran und konnten von den Absper- rungsmannschaften nur mit Mühe zurückgehalten werden. Dr. Eckener zeigte sich beim Verlassen der Führergondel sehr gerührt über den Empfang, der ihm auf französischem Boden bereitet wurde und über das Entgegenkom- m e n, das ihm von allen französischen Stellen, vom Luftfahrtministerium angefangen, bewiesen wurde. Die Teilnehmer an der Sturmfahrt des „Graf Zeppelin" machten aus ihrer Befriedigung keinen Hehl, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Diele waren infolge der Gemütsbewegung und durch die Anstrengungen der abenteuerlichen Fahrt stark mitgenommen, manche von der Seekrankheit befallen. Es wurde für alle noch in später Abendstunde ein Racht- lager bereitgeftellt. Das offizielle Kommunique beglückwünscht das Personal der französischen Luftflotte zu der Geschicklichkeit, die es bei dieser Gelegenheit bewiesen habe. Dr. Eckener hat gleich nach der Landung den Korvettenkapitän Ha - mont, den Leiter des Flughafens, ebenfalls zu dem prachtvollen Manöverieren seiner Leute beglückwünscht. Der Empfang mEuers-pierreseu. Paris, 18. Mai. (W.T.B.-Funlspr.) Heber die näheren Umstände bei der Landung berichtet eine Havasdepesche aus Cuers-Pierrefeu: Da ruhiges Wetter herrschte, konnten die unten ausgestellten Mannschaften das Haltleinen haschen und das Luftschiff vertanen. D r. Eckener stieg als erster aus. Er drückte dem französischen Kommandanten H a in o n t sehr herzlich die Hand und sprach einige deutsche Worte, in denen er sich entschuldigte, sich nicht in französischer Sprache ausdrücken zu können. Er dankte den Truppen und hob mehrfach die Wirksamkeit der von ihnen geleisteten Hilfe hervor. Er gab auch feiner Befriedigung Ausdruck über den herzlichen, ihm zuteil gewordenemE m pfang. Diese Ansprachen wurden von einem Mitreisenden ins Französische übertragen. Sämtliche Passagiere erklärten, daß sie während der Reise nicht gelitten hätten. Die Amerikanerin zeigte sich außerordentlich begeistert und erklärte, daß sie niemals auch nur einen Augenblick in Gefahr gewesen sei. Dr. Eckener lobt die Landungsmanöver. Warum die Amcrikafahrt abgebrochen wurde, Paris, 18. Mai. (W.T.B.-Funkspruch.) Dem Vertreter der Agentur Havas erklärte Dr. Eckener, der in einem Hotel in Toulon abgeftiegen ist, folgendes: Riemals habe ich eine so schwierige Fahrt gehabt. Ich bin außerorden t- lich befriedigt von der tadellosen Landung. Die Anordnungen, die ich in deutscher Sprache gab, wurden unten auf der Erde französisch überseht und mit einer geradezu bewundernswürdigen Präzision ausgeführt. Sie wissen, daß die Landung eines Zeppelins immer ein außerordentlich schwieriges Manöver ist. Ich höre nunmehr, daß das Personal, das uns zu Hilfe gekommen ist, in keiner Weise geschult war. Deshalb bin ich besonders begeistert über die Durchführung der Landung. Sie beweist die technischen Fähigkeiten der Flugplatzleute, der ich besondere Hochachtung zolle. Sagen Sie auch, daß ich der französischen Marine sehr dankbar bin, daß sie uns zu Hilfe kam. Der Vertreter der Agence Havas fragte alsdann nach den H r f ad) en des Abbruchs der Reise. Dr. Eckener, der außerordentlich ermüdet zu sein schien, habe nur ausweichend geantwortet. Einer der Mechaniker jedoch habe ihm, dem Havasvertreter, später erklärt: Als der erste Motor über Spanien aus - setzte, ließ man die übrigen vier Motoren schneller laufen. Bald jedoch stellten sich auch bei einer anderen Maschine Anzeichen der Lieberbeanspruchung ein. In diesem Augenblick wurde beschlossen, umzukehren. Rur ein ein- 3 i g e r Motor ist intakt geblieben. Heute nachmittag hat uns der sehr heftige Sturm abgetrieben. Ich muh ausdrücklich erklären, daß wir niemals in ernster Gefahr waren. Wie Havas aus Toulon berichtet, erwartet Dr. Eckeneö E r s a h st ü ck e, die er in Friedrichshafen ange- sordert hat. Er sei der Ansicht, daß der Zeppelin etwa acht Tage in der Halle von Pierrefeu verbleiben müsse. die Heilige Schrift als die Schilderung unseres eigenen Lebens erlebt haben, dann ist sie uns Besitz geworden, Offenbarung, so daß wir jauchzen und mit Jubel in Einheit mit der paradiesischen Schöpfung Gottes als seine Kinder, begeistert und begeisternd die Gabe des Geistes empfangen. Selbst Sendboten, selbst glühend, gelost von der Starre der Welt, selbst Flamme, überwinden wir den Tod und unseres Sehnen Sehnsucht wandelt sich in jene* rein und stark leuchtende Glut, die wir „Enthusiasmus" nennen. Enthusiasmus aber ist nichts anderes als das griechische Wort für „Jn-Gott-scin"! Solch flammende Begeisterung, solcher Enthusiasmus für das geistige Sein in uns, wann hätte er uns mehr not getan als heute?! Wenn wir in das Grünen der Wälder wandern, wenn wir uns einschmiegen in den warmen Wiesen- gründ, wenn unsere Augen aufstreben zum Fluge der Tauben, wenn wir der Sonne Glanz schauen, wenn wir in uns das tiefe Erlebnis ewigen Wunders spüren, wenn in solch beglückter Stunde alles von uns fällt, was Last heißt, was irdisch ist, wenn unser Geist sich befreit dem Göttlichen nähert und wir die Hand ausstrecken, ihn zu empfangen — wer empfindet da nicht die große Einheit von allem, was ist? Wer spürt da nicht jede Stunde aufs neue dieses Reu werden in sich selbst, wer spürt da nicht die Wandlung seiner Augen, ja den ganzen Wandel seines Seins wie ein Durchglühen, wie ein Verbrennen? „Besser, er wäre nicht geboren!“ sagt Christus von denen, die es nicht verspüren. Den Geist kann man nicht anerziehen, der Geist ist eine Gabe unseres Vaters im Himmel, aber er hat ihn in uns alle gelegt und es ist unsere Schuld, wenn wir es lachend mit tappenden Füßen zertreten, stolz auf unsere Klugheit, stolz auf unsere Taten, stolz auf unser Wissen. Bismarck sagte einmal: „Man kann so llug sein wie die Klugen in der Welt und geht doch jederzeit in die nächste Minute, wie ein Kind ins Dunkle." Rein, nicht Klugheit ist es, nicht Weisheit — aufgetan sein wie eine flammende Blüte, Schale fein, ausgestreckte Hand aus der Arche des Lebens, das Zweiglein der Hoffnung zu erhalten, Flamme sein, möge auch aller Welt Staub sie zu ersticken drohen! Begeistert sein im Geist, das ist Pfingsten! Das ist das Bündnis, das Gott mit seinen Geschöpfen geschlossen hat, den Blumen und den Bäumen, mit den Tieren und mit uns, so wir uns nur immer wieder wie sie vertrauend in seine Vaterhand schmiegen. Darum laßt uns einen Pfingstbund schließen, einen Bund der Freude und des Dekennermutes. damit zwei oder drei unter uns sind, uns und unserem Volke, zwei oder drei, diefer oder jene®, du und ich, damit unsere Lande nicht zerstört werden wie einst nach der Verheißung Sodom und Gomorrha und nach dem anderen liebenden Worte Christi: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Ramen, da bin ich mitten unter ihnen!" Solch flammenden Pfingstbund laßt «ns schließen! Derersiederichteinespassagiers. Bolles Berlrauen zur Führung Eckeners. Reu York, IS.Mai. (WTB. Funkspruch.) 3Xad) einem Telegramm des Zeppclinpassagiers v. ftryh haben sich in den kritischen Stunden der Fahrt die ersten Anzeichen einer 2Notorenstörung ungefähr nach dem verlassen der französischen ft ü ft e gezeigt. 3n der Nähe von Valencia ergab es sich, daß die Hoffnung, den Schaden mit Vordmil- teln heben zu können, nicht in Erfüllung gehen würde, und Dr. Lckener sah sich veranlaßt, die Passagiere zu befragen, ob sie für einen versuch, die Fahrt fortzusehen, oder für die Rückkehr stimmten. Die Mehrzahl entschied sich für die Rückkehr. Dr. Eckener bezeichnete als einzigen Ausweg die langsame Rückkehr rhoneauswäris. Bei dieser Fahrt, während dernurnocheinMolor in Betrieb war, sah sich die vordleitung schließlich gezwungen, das Luftschiff treiben zu lassen, bis man eine stillere Luftzone erreicht halte. Dies erfolgte, nachdem Marignane passiert war. Die Passagiere legten keine übermäßige Besorgnis an den Tag. Die Stimmung an Bord war durchaus gut, zumal man in die Führung Dr. Eckeners volles vertrauen setzte. Die warmen Mahlzeiten mußten allerdings infolge der Lahmlegung der Maschinenanlage unterbleiben. Angesichts des starken Windes und der Tatsache, daß nur noch ein Motor dienstfähig geblieben war, stellte es sich schließlich heraus, daß auch die geplante direkte Rückfahrt nach Friedrichshafen s i ch nicht als durchführbar erweisen würde. Trotzdem herrschte unter den Passagieren kein Zweifel daran, daß Dr. Lckener auch bei einer improvisierten Landung den Zeppelin sicher auf den Boden bringen würde. Starkes Interesse der französischen Oeffentlichkeit Paris, 17. Mai. (TU.) Die französische Oeffentlichkeit hat mit lebhafter Anteilnahme den Verlauf der Fahrt des „Graf Zeppelin" verfolgt. Die Sachverständigenkonferenz, die seit Monaten das öffentliche Interesse ausschließlich in Anspruch nimmt, ist trotz der schweren Krisis, die sie im Augenblick zu überwinden hat, ft a r k in den Hintergrund getreten. In allen öffentlichen Lokalen war das Schicksal des „Graf -Zeppelin" bis zum späten Abend das einzige Unterhaltungsthema. In den Theatern wurden von den Nachrichtenbureaus die neuesten Meldungen auf dem Vorhang in Licht- s ch r i f t gezeigt. Kleber die glückliche Landung in Toulon erfuhr das Pariser Publikum am Freitagabend jedoch keine Einzelheiten mehr, da die Abendblätter längst vorher erschienen waren. Erfreulich war die Feststellung, daß politisches und nationalistisches Empfinden völlig zurücktrat und die rein menschlichen Gefühle für das drohende Schicksal der kühnen deutschen Fahrer durchbrachen. Auf der deutschen Botschaft erhielt man die Mitteilung von der Landung kurz vor 10 Uhr. In der deutschen Kolonie verbreitete sich die Nachricht in der zehnten Abendstunde mit Windeseile. Von Haus zu Haus sprach mqn sich das frohe Ereignis zu. Die deutschen Landsleute empfanden in diesen kritischen Stunden erneut, wie stark sie mit der Heimat in ihren Herzen verbunden waren. — Die Pariser -Presse zeigt in ihrer Berichterstattung über den Abbruch des Amerikafluges des „Graf Zeppelin" eine anerkennenswerte Zurückhaltung. Der „Intransigeant" sieht in dem Unternehmen in der Hauptsache eine bewundernswerte sportliche Leistung und meint, ein Materialbruch, wie er auf der jetzigen Fahrt des deutschen Luftschiffes eingetreten sei, könne nicht immer die Zukunft des Lenkluftschiffes gefährden. Die „Libertö" lobt Dr. Eckener, daß er nicht auS Ruhmsucht versucht habe, den Elementen zu trotzen und mit drei Motoren das gesteckte Ziel zu erreichen. Ersatzteile auf dem Wege nach Toulon. Die rätselhaften Knrbelbrüche. Friedrichshafen, 18. Mai. (WTD.) Wie wir vom Luftschiffbau Zeppelin erfahren, ist bei der hiesigen Reichsbahnstation bereits ein Güterwagen bestellt, der mitvier Er - sahmotoren und weiteren Materialien dem nächsten nach Toulon abgehenden Schnellzug angehängt wird. Es steht zur Stunde noch nicht fest, ob die Fahrt des „Graf Zeppelin" von Toulon aus fortgesetzt werden wird, oder ob eine Rückkehr des Luftschiffes nach dem Heimathafen erfolgt. Weiter verlautet, daß der Schiffskonstrukteur des Luftschiffbaues, Dr. Dürr, zusammen mit Professor Milarch, Bonn, sich im Auto heute nacht nach Toulon begeben wird, um die dortigen Wiederinstand- fetzungsarbeiten zu leiten. Die Kurbelwellenbrüche gleichzeitig bei zwei Motoren werden hier in Fachkreisen als technisches Rät» f e I bezeichnet. Cs müßten vollkommen unbekannte Einwirkungen vorgelegen haben, denn weder von einer übermäßigen Beanspruchung auf der Fahrt, noch von einem Konstruktionsfehler könne hier die Rede fein. Die Motoren hatten eine so strenge Prüfung hinter sich, wie es bei der Abnahme von Luftfahrzeugmotoren noch nie der Fall war. Es müßten bei den jetzt ausgetretenen Störungen Vorgänge mitgewirkt haben, die für den Fachmann vorläufig ganz unerklärlich find. Oie Reform der Arbeitslosenversicherung. DasArbeitSministeriumgcht inCtaPPen vor Berlin, 18. Mai. (Priv.-Tel.) Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, dürfte die heftig umstrittene Reform der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung nicht auf einmal, sondern in Etappen erfolgen. Anscheinend hat das Reichsarbeitsministerium die Absicht, dem Reichskabinett zunächst eine schon in Vorbereitung befindliche kleine Novelle zur Reform der Anstalt zuzuleiten. Nach Ablauf der Pfingsttage und des Magdeburger Parteitages der Sozialdemokraten wird der entsprechende Gesetzentwurf noch Ende deS Monats vom Kabinett verabschiedet werden. Die eigentlichen polt tische U Probleme der Reform der Arbeits- losenversicherung, wie die von den Sozialdemokraten geforderte Erhöhung der Beitragsfähe und die Herausnahme der Saisonarbeiter aus der Versicherung entsprechend dem Vorschlag der Arbeitgeberverbände scheint man demnach für ein zweites und erst später im Kabinett vorzulegendes Gesetz aufsparen zu wollen. Ob sich diese Teilung der Reform in einzelne Etappen wirklich durchhalten läßt, ist noch kaum zu übersehen. Es spielt dabei vor allem der Gedanke eine Rolle, die kleineren und unpolitischen Reformmöglichkeiten m ö g - möglich st schnell auszunuhen, um Zeit für den Abschluß der gründlichen Untersuchungen und der nötigen politischen Verhandlungen zu gewinnen, die als Grundlage für die besonders heftig umkämpften großen Resormproblcme dienen sollen. Oie kommende Zollpolitik. Neue Borstöße der agrarischen Parteien. Berlin, 18. Mai. (Priv.-Tel.) Durch den Ablauf der bestehenden Zollbestimmungen Ende des Jahres, verbunden mit den Abficbten des Reichs- ernährungsminifteriums und den jetzt vorliegenden vier Anträgen der landwirtschaftlichen Oppositionsparteien, ist die Z o l l p o l i t i k stark in den Mittelpunkt aller politischen Erörterungen gekommen. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, werden,sich aber die Antragsteller, nämlich die Deutschnationale Volkspartei, die Christlichnationale Bauernpartei und 'die Deutsche Bauernpartei mit den vorliegenden Anträgen nicht begnügen, sondern zu Beginn des kommenden Monats einen weiteren 23 o t- stoß unternehmen. Auch dann find es wieder Anträge zu Zollfragen, die man beabsichtigt, zu stellen. Einmal soll der Butterzoll auf 60 Mark erhöht werden und weiter soll der K a r t o f f e l z o l l eine Steigerung von 1 Mark auf 2 Mark erfahren. Daneben werden noch andere Zollprobleme eine Rolle spielen. Eine schwierige Aufgabe stellt zunächst die parlamentarischeBehandlung der vorliegenden Anträge dar, die zusammen mit den für Anfang Juni geplanten wohl anläßlich der noch nicht abgeschlossenen Beratungen des Etats des Reichsernährungsministeriums nach den Pfingst- ferlen wahrscheinlich zur Sprache kommen werden. Oas Preußenkonkordat. Das Kabinett verabschiedet den Aufruf. Berlin, 17. Mai. (VDZ.) Das preußische Staatsministerium hat heute nach dreistündigen Beratungen den endgültigen Konkordatsentwurf verabschiedet. Die Vorlage geht nunmehr auf dem gewöhnlichen diplomatischen Wege n a ch R o m. Es dürfte drei bis vier Wochen dauern, ehe die Zwischenberatungen soweit gediehen sind, daß das Konkordat den preußischen parlamentarischen Instanzen zugeleitet werden kann. Sollte der Papst den Konkordatsentwurf ablehnen, so käme eine Vorlage an das Parlament nicht in Frage. Sollte er zustimmen, so wäre für die Verabschiedung in Preußen Zweidrittelmehrheit erforderlich, was aber die Frage der Regierungserweiterung besonders aktuell werden läßt. Verhandlungen mit der evangelischen Kirche über ein ähnliches Abkommen sind bisher offiziell nicht geführt. Der Demokratische Zeitungsdienst weiß aus dem Inhalt des dem Abschluß nahen preußischen Konkordatsentwurfs folgende Einzelheiten mitzuteilen: Der Entwurf regelt u.a. d i e Frage der Bistümer und Erzbistümer. Die preußische Regierung habe sich damit einverstanden erklärt, daß neben Köln Breslau und Paderborn Erzbistümer würden. Das bisherige Kollegiatstift in Aachen werde in ein Bistum umgewandelt werden. Außerdem werde ein Bistum Berlin neu geschaffen werden. Die Neugrün- düng eines Bistums Perlin sei von der Kurie mit dem Hinweis darauf, daß über 500 000 Katholiken in Berlin leben, gewünscht worden. Die Administra- tur Schneidemühl werde in eine Delega - t u r umgewandelt. Die früher geäußerten Wünsche auf Schaffung von neuen Bistümern in Esten, Cammin (Pommern) und Altona seien fallengelassen worden. Der Konkordatsentwurf enthalte weiter Bestimmungen über die Wahl der Bischöfe und über die Zusammensetzung der Domkapitel. Außerdem sei in dem Entwurf die finanzielle Auseinandersetzung zwischen dem Staat und der katholischen Kirche geregelt. Von besonderer Bedeutung für die parla- mentarische Behandlung und für das Schicksal des Konkordats im Preußischen Landtag fei die Tatsache, daß sich in dem vorliegenden Entwurf kein Wort über d i e Schule findet. 2luch ein Hinweis auf die Schulbestimmungen der Weimarer Verfassung sei in dem vorliegenden Entwurf nicht enthalten. Nach der „Germania" sind Meldungen über den Inhalt des Konkordates solange als Kombinationen aufzufassen, als die zuständigen kirchlichen ober staatlichen Stellen sich über den Inhalt der Abmachungen nicht offiziell geäußert hätten. Wirtschastsverhandlungen mit Rußland. Berkehrsprobleme, Zoll und Urheberschutz. Berlin, 18. Mai. (Priv.-Tel.) Nach dem bisher zwischen der deutschen und der russischen Regierung gepflogenen Vorbesprechungen über Fragen der Wirtschaftsverhandlungen scheint es, daß nunmehr nach der unliebsamen Unterbrechung, die diese Angelegenheit seinerzeit durch die Schachtn-Affäre erfuhr, jetzt ein aussichtsooller Anfang für eine Lösung vieler schwierigen Probleme gemacht worden ist. Es handelt sich dabei vor allem um ein Abkommen über den Luftverkehr, an dem Deutschland einmal, im Hinblick auf die wichtige Flugverbindung mit Moskau, aber auch in bezug auf seine Pläne, die nach einer Verbindung nach dem fernen Osten abzielen, und die schon mehrfach in enger Zusammenarbeit mit den Russen besprochen wurden, interessiert ist. Weiter sind Fragen eines Zolltarifabkommens und der sehr wichtige Abschluß einer Urheber- schutzkonoention Thema der kommenden 23er- Handlungen. Es ist zu erwarten, daß der Abschluß einer Urheberschutzkonvention bei der bisher beobachteten Einstellung der Russen auf die allergrößten Schwierigkeiten stoßen wird, während der vierte Punkt, der Abschluß eines Transitpostver« kehrsabkommens, weniger große Schwierigkeiten bereiten dürfte. Burgfriede am Tage von Versailles. Berlin, 18. Mai. (Priv.-Tel.) Olm28.3uni werden eSzehnIahreher fein, daß Deutschland gezwungen wurde, das D e r s a i l l e r D i k- tat zu unterschreiben. AuS diesem Anlaß schlägt der Arbeitsausschuß deutscher Verbände vor, daß für die Veranstaltungen dieses Tages Burgfriede gelten solle, nach dem alle innerpolitischen organisatorischen oder persönlichen Angriffe in Rede und Schrift Derrn ie den werden. Aller innere Streit soll zurücktreten, damit eine einheitliche und überparteiliche Kundgebung gegen das Versailler Diktat zustande kommt. Oie deutschen Vorbehalte. Endkampf auf der Pariser Konferenz. Paris, 17. Mai. (WB.) Havas berichtet: Die Sachverständigen her Gläubigermächte haben in ihrer heutigen Nachmittagssitzung das Studium der Vorbehalte Dr. Schachts, die in dem von Sir Josiah Stamp abgesaßten Bericht ausgenommen sind, fortgesetzt. Sie haben sich vor allem mit dem unbedingten Teil der Annuität der deutschen Schuld und den Bedingungen für ihre Mobilisierung in der Höhe des mobilisierbaren Annuitätenteils beschäftigt. Zwischen den von Owen Poung in feinem Memorandum angegebenen Ziffern (650 Millionen Mark pro Jahr) und denen Dr. Schachts (630 Millionen) besteht immerhin ein bedeutender Unterschied. Die Gläubiger haben auch versucht, untereinander das Risiko der Zahlungen auszugleichen, die aufgeschoben werden in dem Fall, in dem eine Transfermodalität Deutschland für den bedingten Teil seiner Schuld bewilligt werden würde. Die Staaten, die Emissionsoperationen vornehmen und eine dem mobilisierbaren Teil der Annuität entsprechenden Summe an Kapilalweri erhalten würden, würden gegenüber denen begünstigt werden, die mit dem bedingten Teil der Annuität bezahlt werden würden, falls letzterer ein Moratorium genießen würde. Um dieser Lage abzuhelfen, denken die Sachverständigen daran, von den auf diese Weile bevorzugten Staaten zu fordern, in der Bank für internationale Zahlungen eine Summe von Devisen zu deponieren, die der Zahlung eines unbedingten Annui- tätenteils für ein Jahr entspricht. Diese Summe könnte in Mark umgewandelt werden und geeignet sein, von den Gläubigem, die momentan benachteiligt sind, nutzbar gemacht zu werden. Andererseits haben die Sachverständigen wiederum die Vorbehalte Dr. Schachts in der Frage des Zahlungsmoratoriums und der Trans- fermodalitäten diskutiert. Diese Punkte waren bereits gestern geprüft worden und ihr Studium ist noch nicht genug fortgeschritten, um definitiv zu fein. Morgen vormittag wird die Erörterung in einer neuen Sitzung der Vertreter der Gläubigermächte fortgesetzt werden. Man hofft, daß noch nach Schluß dieser Sitzung Owen Poung die Ansicht der Gläubiger hinsichtlich sämtlicher Vorbehalte Dr. Schachts wird bekannt geben können. Es ist wahrscheinlich, daß vor kommenden Montag keine weitere Sitzung stattfinden wird. Keine Abstriche! Berlin. 17. Mai. (Priv.-Tel.) Gegenüber einer Meldung der Agentur Havas, die die Annahme oder Llbänderung gewisser Vorbehalte der deutschen Sachverständigen zum Gegenstand hat, erfahren Berliner Blätter in informierten politischen Kreisen, daß unter keinen Umstän - den damit zu rechnen sein dürfte, daß an Öen Vorbehalten irgendwelche Abstriche vorgenommen werden können. Auch die Forderung des Verschwindens ’ sämtlicher Kontrollpfänder gehört zu den Bedingungen, die als unerläßlich bezeichnet werden müssen. Angesichts der Tatsache, daß die aus den Reparationslasten erwachsenden Ausgaben fast drei Viertel der tatsächlichen Ausgaben des Reiches ausmachen, ergibt sich, wie wenig stichhaltig die von gegnerischer Seite erneut aufgestellte Behauptung ist, daß Deutschland unbestreitbar am wenigsten durch Wiederaufbauarbeiten belastet fei. Derartige Behauptungen verdienen die schärfste Zurückweisung. Die Gerüchte über Unstimmigkeiten innerhalb der deutschen Sachverständigendelegation werden in informierten Kreisen als gänzlich unzutreffend bezeichnet. Das gleiche gilt von der Behauptung, daß Generaldirektor Vögler sein Mandat niedergelegt habe und sich in Berlin befinde. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages. Darmstadt, 17. Mai. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages ist heute mit der ihm vorliegenden Arbeit zu Ende gekommen. — Eine Eingabe des Allgemeinen freien Angestelltenbundes und des Zcntralverbandes der Angestellten auf nachträgliche Gewährung der örtlichen Sonderzulage für die Beamten und Angestellten im besetzten und Grenzgebiet für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1927 wurde gegen eine Stimme bei zwei Stimmenthaltungen a b g e l e h n t, ein gleichlautender Antrag Reiber (D.) wird mit dem gleichen Stimmverhältnis abgelehnt. — Ein Antrag Keller (D. Dp.) und Dr. Best (V. Rp.) auf dreimonati ge Steuerstundung für frost geschädigte Betriebe wird einstimmig durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Der Finanzminister erklärte eine solche allgemeine Steuerstundung für unmöglich, er hat aber die Finanzämter angewiesen, im E inz e lf a ll e bei Anträgen auf Steuerstundung auch auf die durch den strengen Winter hervorgerufenen besonderen Verhältnisse Rücksicht zu nehmen. Mit Rücksicht auf die in der Zeit vom 3. bis 8. Iuni in Darmstadt stattfindende Polizei- w o ch e und die zu gleicher Zeit in München stattfindende große Landwirtschaftliche Ausstellung wird der Landtag erst am 11. Iuni zusammen treten. Ernste Schwierigkeiten für die Nanking Regierung. London, 17. Mai. (WTB.) Die Truppen der Provinz Kwanasi, die sich gegen die Nankingregierung im Aufstand befinden, schließen den Ring um Kanton, das nur schwach verteidigt ist. Es besteht zugleich Aussicht auf größere Feindseligkeiten zwischen dem Präsidenten der Nationalregierung Tschiangkaischek und General Fengyuhsiang, die das Schicksal des ganzen Landes berühren können. Es wird angenommen, daß Fengyuhsiang, dessen Fonds früher aus Nanking stammte, jetzt von Sowjetrußland un• terstutzt wird. Ein neuer Aufstand gegen die Nationalregierung soll ausgebrochen und eine unabhängig« Regierung im Hafen von Swatau errichtet worden fein bunter General Hsukingtong. der dort den Oberbefehl innehatte, bevor er von Tschi- angkaischek verdrängt wurde. Der Eindruck verstärkt sich, daß bald eine große Bewegung gegen Tschiang- kaischek in China entstehen werde. Aus aller Well. Line Werkbund-Ausstellung Film und Photo. In Stuttgart macht der Deutsche Doltsdund zum erstenmal den Versuch, sämtliche Arbeitsgebiete moderner Photographie systematisch zu- sammenzustellen. Das Ausstellungsmaterial ist in folgenden drei Hauptgebieten zusammengestellt: Die Photographie als dol.mentarisches Gestaltungsmittel unserer Zeit, hochwertige Leistungen derjenigen Persönlichkeiten, die als erste ausschließlich mit den Mitteln der Kamera gearbeitet haben, und endlich neue Gestaltungsversuche, sowie Verwendung der Photographie in Verbindung mit Typographie. Zeitungs- und Werbewesen. Besonderes Interesse ist der Photographie im Dien st e des Werbewesens gewidmet. Man sieht außer deutschen Ausnahmen solche aus Kalifornien, Neuhork, London, Paris, Holland, Belgien, Schweiz, Oesterreich, Tschechoslowakei und Sowzetrußland. Es ist der Ausstellungsleitung gelungen, die besten Arbeiten sämtlicher Persönlichkeiten aus aller Welt zusammenzubringen, die auf dem Gebiet moderner Photographie führend sind. Lin Verbrecher flieht durch den Tunnel der Untergrundbahn. Auf dem Berliner Untergrundbahnhof Moritz p l a tz kam es Freitagabend zu einer aufregenden Szene. Eiy Mann, der von zwei Polizeibeamten zur Wache gebracht werden sollte, riß sich plötzlich auf der Straße los und floh in die Halle des Untergrundbahnhofes hinein. Er hielt die Beamten, die ihn verfolgten, durch einen scharfen Schuß in Schach, rannte bann in den Untergrundbahnhof und entfloh durch den Tunnel, durch den die Unter» grundbahngleise zum Bahnhof Neanderstraße führen. Die Beamten nahmen mit einigen Passanten die Verfolgung auf, so daß der Verkehr auf dieser Strecke völlig unterbunden war. Die Beamten stürzten ihm nach. Der Vorsteher des Bahnhofs ließ sofort die Strecke stromlos machen, um ein Unglück zu verhüten. Um Mitternacht war der Flüchtling noch nicht gefaßt. Entlarvung einer polnischen Paßfälscher'oande in Dortmund. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, einer großen wohlorganisierten polnischen Betrügerbande auf die Spur zu kommen, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Polen, die ohne Pässe waren, Aufenthalts- und Besch äftigungsmbglichkelt im Deutschen Reich zu geben. Die Mitglieder der Bande, die in verschiedenen größeren Städten Deutschlands ihren Sitz hatten, besorgten neu- elntreffenden Landsleuten gegen erhebliche Summen Aufenthaltsgenehmigungen. Die Haupt- beteiligte, eine in Dortmund wohnende Polin, stand in Verbindung mit im Freistaat Thüringen amtierenden Bürgermeistern. Cs ist nachgewiesen, daß die Beamten sich schwerer Urkunden- fälschungen — ein Bürgermeister sogar der passiven Bestechung in mehr als vierzig Fällen — schuldig gemacht haben. Der Haupt- beschuldlgte hat sich unter dem Druck des Beweismaterials bereits zu einem Geständnis bequemt. Oie Wetterlage. Tbash. Ibtrd«i Mcverr ^lond. freitao» » » 'rankt Akn 7 o 1b 1/7 Q'^'Varsc o M i10- Owolkenlos. Oneittr. o nalo beocckt ® wolkig. • oedeckt •Ktgtra » Sehnet a Graupeln, s Meoei K iiewitier.(§)wind5tiiie.o-, sehr «eichter Ost massiger Sudsuowesi. q stürmischer «ordwesl Oie Pfene fliegen mit dem Winde. Pie oeioen Stationen stehenden Wahlen geben die Temperatur an. Pie Limen verpindeo Orte mit gleichen^ auf Meeresniveau umoerethneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Besserung der Wetterlage wurde durch den Einfluß der RandftörunAen des östllch«n Tiefdruck- gebietes unterbunden. Mit Ausnahme des Küsten- qebieles regnete es heute morgen fast in ganz Deutschland, und die Morgentemperaturen lagen vielfach unter 10 Grad. Das ausgedehnte Hochdruckgebiet, das sich von Skandinavien in südwestlicher Richtung bis nach Frankreich hin erstreckt, hat in seinem Kerngebiet sich weiter gekräftigt und weist Im Norden Barometerstände von nahezu 780 Millimeter auf. Nach Beendigung des Störungselnflusses wird sich mehr die Herrschaft des hohen D/uckes durchsetzen, so daß sich die Pfingstfeiertage das Wetter etwas freundlicher gestalten wird. Jedoch bleibt es noch kühl, und die später einsetzende Erwärmung geht nur langsam vonstatten. Wettervoraussage für Sonntag: Kühl, anfänglich wolkig, später aufheiternd, meist trocken. W e ttervoraussage für Montag: Leichte Erwärmung, sonst wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 17. Mai: mittags 13,8 Grad Celsius, abends 10,6 Grad; am 18. Mal: morgens 10,2 Grad. Maximum 14,2 Grad, Minimum 7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Mai: abends 18,6 Grad; am 18. Mal: morgens 12,4 Grad. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 6X Stunden. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 18. Mai 1929. Pfingsten. Es gibt heute in Europa nicht mehr viele Könige, aber vor drei Herrschern liegt die europäische Menschheit im Staube. Das ist der König Geld, der König Kultur und der König Technik. Alle Kämpfe politischer Art drehen sich um die Macht, in letzter Linie um das Geld. Trefflich geordnet stehen hier die Heerhaufen einander gegenüber, auf der einen Seite die großen wirtschaftlichen Konzerne, auf der anderen Seite die Derufsverbände aller Art. Trotz eines Krieges, der alle europäischen Völker bis in das Mark getroffen hot, geht die Kultur weiter ihren Siegeszug, sie wandert von den Städten nach den kleinsten Dörfern und nach Industriegebieten, wo die Schlote rauchen und Arbeiterwohnungen zu Tausenden aus der Erde wachsen. Obenan unter diesen Fürsten steht der König Technik. Dor einem Jahre wurde von Versuchen mit dem Raketenautomobil sehr eingehend berichtet, es ist jetzt darüber still geworden, aber die Zeppelinflüge sind Ereignisse, die unsere Zeitgenossen so beschäftigen, wie um das Jahr 1000 der Untergang der Welt unsere Vorfahren. Darüber dürfte bei Einsichtigen kein Zweifel sein, daß die Geltung dieser Könige heute nicht unerschüttert ist. Der König Geld ist es, der unser Volk nach dem Willen seiner Feinde auf lange Jahrzehnte hinaus in Sllavenfesseln schlagen will. Die vielgerühmte Kultur des Abendlandes zeigt viele Erscheinungen des Zerfalls, während die Völker des Ostens, voran die mohammedanischen, jetzt anfangen, sich kräftig zu regen. Gegen die Technik brauchen wir die Giftgase nicht mehr ins Feld zu führen, der letzte Winter hat uns diesen Herrscher in seiner Dichtigkeit gezeigt. Als die Kältewellen monatelang über uns einhergingen, die Rohre platzten, die Schiffahrt stockte, die Menschen dem Froste erlagen, wurden wir um eine Erfahrung reicher. Wir schaffen das Glück der Menschheit nicht mit großen Anlechen, Fortbildungskursen und dem Dau von Apparaten, so nötig dies alles ist. Wahres Heil schafft nach der Llebcrzeugung derer, die auf Jesu Seite stehen, nur der christliche Glaube. Keinem Widerspruch begegnet es, daß von Jesus ein eigentümliches Leben ausgegangen ist, ein Leben, das breit in die Welt wogt, ein Leben, das in Millionen von Seelen zum Vorschein kommt, der Sonne gleich, die sich am Frühlingsmorgen in den Tautropfen spiegelt. Dieses eigentümliche Leben nennt die Christenheit das Leiben im Heiligen Geiste, es ist ganz anderer Art als die Regungen des menschlichen Geistes, die sich im Wirtschaftsleben, im Dildungswesen, in Erfindungen offenbaren. Auf diesen Gegensatz weist Paulus hin, wenn er sagt: „Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist." Die Worte „Essen und Trinken" sind hier nicht buchstäblich zu verstehen, der Apostel denkt an die Mächte der materiellen Welt überhaupt. Ebenso darf man das Wort „Gerechtigkeit" nicht so fassen, wie das heute geschieht. Gerecht werden im Sinne der Bibel heißt mit Gott vereinigt werden. Dem Theologen Albrecht Ritschl, der im vorigen Jahrhundert gelebt hat, gebührt das Verdienst, diesen De- griff klar herausgestellt zu haben. In seinem großangelegten Werke „Die christliche Lehre von der Rechtfertigung und Dersöhnung" zeigt er, daß durch Christus die Scheidewand gefallen ist, die Gott und den sündigenden Menschen trennt. Aus dieser Rechtfertigung quillt der Friede der Seele. Man muß einmal das Duch des Thomas von Kempen „Don der Rachsolge Christi" lesen, um diesen Frieden kennenzulernen. Thomas, der im Augustinerkloster zu Zwolle in Holland sein Leben zugebracht hat und dort zwölf Jahre vor Luthers Geburt im Alter von zweiundneunzig Jahren gestorben ist, predigt wohl das mönchische Ideal, das vornehmlich in der Absonderung von der Welt besteht, aber er findet auch an allen Orten Worte, die von einem tiefen Glaubensleben Kunde geben. „Was kannst du irgend etwas sehen, das bauernd wäre unter der Sonne! Du glaubst vielleicht, dich einmal satt zu sehen, aber das wird nicht dir immer gelingen. Unö wenn du alles sähest, was da ist, was wäre es anders als ein eitler Anblick? Hebe deine Augen auf zu Gott in der Höhe und bete zu chm um deiner Sünden und Dersäumnifse willen. Lleberlah das Eitle den Eitlen und denke vielmehr an das, was dir Gott befohlen hat. Schließe deine Tür hinter dir zu und rufe Jesum, deinen besten Freund, zu dir. Bleibe mit ihm in deinem Kämmerlein, denn nirgends wirst du solchen Frieden finden." Im 18. Jahrhundert lebte am Riederrhein der Dandwirker Gerhard Tersteegen. Er war ein Gottesmann, ein Dichter wirklich von Gottesgnaden. Zur Frühlingszeit mag er den Ders gedichtet haben: „Du durchdringest alles: laß mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte: wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stillehalten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen." Aus diesen Worten leuchtet die Freude im Heiligen Geiste hervor, die Freude in dem Geiste, dessen Ausgießung und Mitteilung die Christenheit aller Konfessionen am Pfingsttage feiert. H. B. Unser neuer Roman. Wir beginnen heute, in der gleichen Rümmer, in welcher der „Roman einer Rächt" von Paul Rosenhahn zum Abschluß kommt, mit der Der- öffentlichung eines neuen großen Romans, der gleich bei seinem ersten Erscheinen im Manuskript Aufsehen erregte und ein ungewöhnlicher Publi- kumserfolg zu werden versprach. Es handelt sich um das Werk einer begabten modernen Autorin: „Wettlauf um Ellinor" von Senta Neckel. Dieser Roman liest sich wie ein Kriminalroman, ohne einer zu sein, und ohne daß es dabei um Mord, Totschlag, Juwelenraub oder Spionage ginge. Es geht hier vielmehr um die Gewinnung eines hohen Preises, der dennoch auf ganz legalem und fast alltäglichem Wege zu erringen ist: und um die Auffindung einer plötzlich spurlos verschwundenen schönen Frau. Es steht dem Leser also auch eine Liebesgeschichte bevor, aber im Tempo, mit der Spannung und den Lieberraschungen des Kriminalromans, in gutem Stil und mit erfrischendem Humor erzählt. Wir denken, daß dieses Werk allen unfern Leserinnen und Lesern als ein pfingstliches Angebinde willkommen sein wird. Das neue Gießener GiudentenhauS. Am 1. Juni wird bei dem Reu bau des Gießener Studentenhauses, das im Auftrage der Gießener Studentenhilfe am Leih» gefterner Weg errichtet wird, in Gegenwart des Staatspräsidenten Dr. Adelung die feierliche Grundsteinlegung vollzogen werden. Der dreigeschossige Dau, an dessen Grundarbeiten und Fundamentierungen seit einigen Wochen eifrig gearbeitet wird, soll bekanntlich Wohnräume für 40 Studenten, ferner für die leitenden Schwestern und das Personal des Hauses enthalten: außerdem sollen in ihm noch Räume für die Sludentenspeisung, Arbeitsräume und Gesell- schafts- und Llnterhaltungszimmer usw. geschaffen werden. Die Inangriffnahme des Baues, der unter der Leitung des Architekten Ernst Schmidt von hier errichtet wird, wurde durch dankenswerte Beihilfen des Reiches, der hessischen Regierung und des Landtages, der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft und durch Spenden von Privaten ermöglicht. Zur weiteren Fortführung des gemeinnützigen Werkes zum Besten unserer wirtschaftlich schwer ringenden Studenten bedarf es aber noch der regen Mithilfe weiter Kreise unserer Bürgerschaft. Borrwtizen. — Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mann, der lacht". — Astoria-Lichtspiele: „Verrat" und „Rod la Rocque, der Bandit". — Tageskalender fürSonntag. (Erster Pfingstfeiertag.) Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mann, der lacht". — Astoria-Lichtspiele: „Verrat" und „Rod la Rocque, der Bandit". — Tageskalender für Montag. (Zwei- ter Pfingstfeiertag.) Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Frau ohne Namen". — Astoria-Lichtspiele: „Der Rächer seiner Mutter" und „Das gefährliche Alter". — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater von 19.30 bis 22.15 Uhr: „Katharina Knie". — Lichtspielbaus, Bahnhofstraße: „Die Frau ohne Namen". —Astoria-Lichtspiele: „Der Rächer seiner Mutter" und „Das gefährliche Alter". — Der Eisenbahner-Heim st ätten- verein hält am 26. Mai, 9 Uhr, im Eifenbahnhotel Hopfeld zu Gießen feine ordentliche General- Versammlung ab. Näheres in der Anzeige vom Dienstag. ** Der Pfingstreisevcrkehr hat schon seit Donnerstagnachmittag stark eingesetzt. Gestern und heute früh wiesen die Züge nach allen Richtungen hin sehr gute, zum Teil starke Besetzung auf. Gestern um 17.45 illjr fuhr ein Sonderzug von 21 Wagen, der aus Darmstadt kam, mit den D.D.A.-Jugendgruppen nach Aufnahme der hiesigen Äi elf obrer unter großen Begeisterungskundgebungen hier ab. Eine gewaltige Menschenmenge hatte sich zu diesem Sonderzuge am Bahnhof eingefunden. Abends um 20.07 Llhr rückten mit dem Zuge nach Fulda zahlreiche Mitglieder des Deutschen Pfadfinderbundes, darunter auch die Angehörigen des Horstes Gießen, zu einem Pfingst-Bundeslager bei Potsdam ab. Möge allen Pfingstreisenden und auch uns gutes Pfingst» toetter beschieden fein! ** D i e Auflösung der Roten Frontkämpfer-Organisation in Gießen auf Grund des gestern erlassenen Derbotes in Hessen förderte hier, wie wir erfahren, kein besonderes Material zutage. Es wurden bei den gestrigen polizeilichen Durchsuchungen weder Geld, noch Mitgliederlisten oder Waffen vorgefunden. Angesichts des großen zeitlichen Llnterschieds, der zwischen dem zuerst ergangenen Verbot in Preu- uen und dem jetzt zuletzt in Hessen ausgesprochenen Verbot besteht, kann dieses Ergebnis der polizeilichen Rachforschungen natürlich niemand überraschen. ** Daudarlehen 1929. Die Stadtverwaltung teilt uns mit, daß auf Grund der Beschlüsse des Stadtrats über das Bauprogramm 1929 eine große Anzahl von Gesuchen um Bewilligung von Baudarlehen eingegangen ist. Die Anträge gehen bereits weit über die vom Stadtrat genehmigten Mittel hinaus. Weiter« Gesuche können deshalb von der Stadtverwaltung nicht mehr entgegengenommen werden. " Oberheffifcher Kun st verein. Die Ausstellung, welche Werke Frankfurter Künstler auf dem Gebiet der Malerei, Graphik und Plastik, darunter zum ersten Male wirkungsvolle Glasmalereien enthält, ist auch während der beiden Pfingstfeiertage von 11 bis 13 Llhr geöffnet und dauert bis Sonntag, 2. Juni. — Die Bilder äu der dann folgenden Gleiberg-Ausstellung sind spätestens am 3. Juni tm Turmhaus am Brandplah einzureichen. *• D i e Museen sind am ersten und zweiten Pfingstfeiertag zwischen 11 und 13 Alpt bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet. Das Maienblasen heute abend 7 Llhr vom Turme der Johanneskirche aus bringt folgendes Programm: 1. O Heil'ger Geist kehr bei uns ein (H. Scheidemann), 2. Abendchor au« „Das Rachtlager von Granada" (Kreuzer), 3. Ich bete an die Macht der Liebe (Bortniansky). ,e Der Autobetrieb Gieße n—W i e - s e ck—A lten-Buseck geht am 21. Mai von dem Gemeindeverband Wieseck-Alten-Buseck auf die Kraftverkehrsgesellschaft „Hessen" über. ** D i e Anmahnung der rückständigen Zahlungen für Elektrizität Betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die hiermit besonders hm- gewiesen sei. ** Straßensperre. Die Friedensstraße ist wegen Vornahme von Erdarbeiten für den Anschluß der dortigen Neubauten an das Kanalisations-, Gas- und Wafserrohrnetz polizeilich gesperrt. *• QIu f ge b d be ne Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzialstraße Holz- h e i m — ® r ü n i n g e n ist ab 15. Mai wieder aufgehoben worden. ** Ein Militär-Großkonzert findet am 26. Mai, nachmittags 4 Uhr, im Schlohpark- theater in Marburg statt. Unter der Leitung de- Heeres-Musifinspizienten Prof.. Hackenberger, Berlin, werden dort mehrere Militärkapellen konzertieren. Näheres im heutigen Anzeigenteil. (TDeifere Lokalnachrichten im 2. Blatt) Gegen Hühnersugen Dl Scholls \ \ ■ Tino~Pads /' \f ■tzsn und brennen nicht Sie sind dünn und tragen nicht auf. Schon das erste Pflaster befreit Sie von Wv U3T den brennenden Schmerzen ^''^3 Zw haben in allen Aoothehen u Drogerien ' 6nise«ungs-Kuren im Frühling sind besonders Erfolg versprechend. Nehmen Sie bei Korpulenz ober Veranlagung zum Starkwerden morgens und abends 2 bis 3 Toluba-Kerne, die Sie in Avotbeken erhalten.____[1460V r”3 Künstliche Augen fert igen n.d. Natur u. passen ein IWI H RAcLMüller Söhne Wiesbaden 1 B In ninfann« Universitäts-Augenklinik, 111 UlKöCll. vom 27. bis 29. Mal 1929. DER 2.HALBJAHR1928 ca18,5MILLI0NEN MARK VERKAUFSWERT TEUSCHER TOI! 3ulg< 1.HALBJ ÄHR 1926 1,42 MILLIONEN M-M2K VEPKAUFSWEQT 1 HALBJAHR 192? ^MILLIONEN MAQK VEQKAUFSWERT 5W' J^ronV SR w >. - z • V : '<■ - t-v. ■ - -H -V-A . *y I 2.HALB3AHR1926 4°5 MILLIONEN MARK VERKAUF5WEDT BEWEIS DER QUALITÄT ZHALßJAHD1927 Ky^MILLIONENMABK VEDkAUFSWEßT 1.HALBJAHB1928 ccU,5MILLiONENMARK VERKAUFSWERT BU LG ARIA KRONE INNERHALB VON 21 JAHREN DREIZEHNFACHE PRODUKTION Theater-Cafe und Konditorei Ernst Ludwig 4338V 03152 HAUPTVERTRETER Blumenkasten Flora 4446V Grolles Geistes! zu Langsdorf RUD. WEBER Unsere Gartenbaubetrieb, Am Nahrungsberg 49, Telephon Nr. 1057 einträgliche Moderne Möbel daselbst. (03154 Arbeitsvergebung 4475C ÄOtlMgt | Verkäufe | [ Mietgesuche la Kupferkessel gesucht. 44 9D sucht. 45010 Stellengesuche 12 6785D Lager. CarlSchunck Glaskontor Gießen Vahnstratze 13 Dienstag, den 21. Mai 1929 SONDER-KONZERT mit verstärkter Hauskapelle Gewähltes Programm Lieferung mit und ohne Bepflanzung Schöner, Heller Laden Echulstrake 5, sehr günstig abzugeben. Auch f.Büro od. dgl. Nah. bei Hanstein Plissearbeiten in allen Mustern und in bester Ausführung bei Färöerei Braubach 6 Fischer ■ - _______________________________________________ --- MMESOHL & SCHM6DT A-G OELDE i.westf. der Amtsstunden vormittags 10 bis Uhr bei uns einzusehen. Gießen, den 15. Mai 1929. Hessisches Ortcgericht. Leo. / ' Dienstmädchen für Hausarbeit und elw. Landwirtschaft sofort aefucht. 03182 Metzgerei Adolf Inng, Kleiu-Liudcn. Sletnstrabe 16. mit guten Erfahrungen im Versicherungsfach gesucht. Angemessen. Einkommen wird garantiert; Altersversorgung ist möglich. Bewerbungen v. angesehenen Persönlichkeiten, d. repräsentieren können, sind zu richten an die Bez.-Dir. d. „Vaterländische“ und „Rhenanla“ Verein. Versicherungs-Ges., A.-G., Frankfurt a.M., Am Eschenheimer Tor 1,111. Vertreter bei Landwirten benenö eingeft gesucht. Flettz., zuverl. Herren bieten wir bei Svesenzuschutz angenehme 44i:,v Dauerstellung m. grotzen Per- dienstmögltch 1 keilen. Ange- 1 boie mit Nefe- renzen erb. an । Dr.Berth. Hoffmann 6.m.b.H.Lelpzlg129a Kramerftr. 5. Bauschloffer und ein Junge als Lehrling 1 Singernähmasch. Ntngschifs für Schneiderin geeignet, billig ab- zugeben.Schriftl. Angeb. u. 4480D an d. Gieß. Anz. 3-5k-Wninw und Küche üu mieten gesucht. Uebernahine Justandhallg. eines Personen-Autoü. Schrlftl. Angeb. unt. 03156 a.d. Gietz.Anz. Asbest- Platten, 1,2,3,4 und 5 mm wieder am Für den Heubau des IHarftlauben- gebäudes sollen unter Zugrundelegung der nachstehende 1000 Mark gegen gute Sicherheit und hohe Zinsen von Geschäftsmann zu leihen gesucht. Schr. Angeb. unter 03170 n. d. Gietz.Anz. Mädchen-Fahrrad zu kaufen gesucht. Schrisil. Angeb. mit VreiS u. 03175 a. den Gien. Anz. erbeten. iSvielabteilung» 2. Feiertag ab 18 ühr Schiitzenhaus Gemütl. Beisammensein mit unseren Gästen (mit Damen) Der SptelauSschutz. ßLLJ HS UlODOl Motten Geb. tüoht.,arbelts!r. Witwe ohne Anhang, Auf. 30, t. g. HauSlv. sow. im Kochen bew., geschäftstüchtig, Metz, franz, sprech., sucht Vertrauensposten in aut flef. Haufe als Stütze zu fltöherein Kinde,trauen l.Haus- halto.Gesch.Kaution f. gest. w. Schr. Ang. u. 03118 a.d.Gtz. Anz. ZMkMM ohn.Auhang wünscht sich wieder zu verheiraten. Schriftl. Angeb. unter 03179 an d. Gietz.Anz. erb. BieneiMetoeiein (ßleßen u. Umgeg. Unsere Mitglieder erbalienKunstwatien sürGanz- und Halb- rahmchen bei Herrn chnscr. (ßienen. Am Nahrungsb. 10. Empsangnahme zw. 10 u. 13 Uhr. ins 10 Leihgestern, 17. Mat 1929. Butz. Warum melken Sie noch mit der Hand? „WESTFALIA“ nacht es Ihnen leichter und bequemer! Privat-Vertreter Anzugstoffe v. leistungsfähig. Cottbuser Tuchversandhaus gebucht Wir bieten: Erstklassige Kollektion. Beste Qualitäten. Billige Preise. Kulanteste Behandlung d. Kundschaft. Groüzüg. Unterstützung seitens d. Geschäftsleitung. Hohe Provision bei promptester Auszahlung. Wir suchen: Tücht.zuverläss. Arbeitskräfte, die bei der einschläg. Kundschaft, insbes. in Beamtenkreisen best. eingeführt sind. Herren, die unser. Anforderungen entsprechen, denen daran liegt, f. ein toroß. Unternehmen tätig zu sein und sich ein hohes, stetiges Einkommen zu sichern, auch geeignete Kräfte aus anderen Branchen, wollen Angebote mit Angabe v. Referenzen u.Nr.25730 a-d.Geschäftes!, d. Cottbuser Anzeigers, Cottbus, richten. 444 IV 1000 II. bis geg. Jahresende von hiesigem Geschäftsmann gegen htzvothekarische Sicherheit zu leihen ges. Schriftl. Anerbieten unter 4485D an den Gie tz.Anzeigererbet. Raum 48 □Dieter grotz, in mitten der Stadt, zum Unterstellen von Möbeln, das. auch kleiner Laden zu vermieten. Schr. Ang. u. 03168 a d. Gietz. Anzeiger. Neuen Bäue Nr. 22 Vornehmes Familiencafe • Vollständig renoviert • Neu eingerichtet • Vorzüglicher Kaifee, Tee, Schokolade usw. • Große Auswahl in feinen Torten, Kuchen und Gebäck, diverses Eis, Erfrischungen ■ Vom Guten das Beste Täglich nachmittags und abends Künstler- Konzert VORANZEIGE: Biete: Schöne 5-Zimmcr- LBobnung, Küche, Mädchenzim^ 1. St. Suche: 4-Zim. Wohnung, i. gut. Zustand, auch Einfamilienhaus. Schrlftl. Angeb. mit MieivreiSangabe u. 03178 a. d. Gietz.Anz. V. f. B. 08 Dienstag,21. Mai abends 8.30 llbr, Bereinöheim Fortsetzung der Hauvi- versainmi. Tagesordnung 1. Entlastung der Wirlsch.- Kommisnon und deö Jiigeudausschusses. 2. Ergänzuiigswahl. 3. Anträge. 4458D 1. Feiertag Frühlch. Cafe Strümer. Ab 8.00 Uhr, Bereinsh. Familienabend. 2. .zetertag, 10.00 Uhr Frühsch. BereinSh. Der Borstand. Gesangverein Heiterkeit l.Psingstfeiertag: Früb'vaziergang nach Annerod bei Mitglied Engelhardt. Abm. 7 Uhr, Ecke Molikestratze — Kaiserallee. 44osu 2. Feiertag, nachm. 4 Uhr: Familtcuzu iammcnk. i. Philo- sopbenwald. Zablr. Beteti. a.d.pass.Mtt- glied.erw. D. Vorstand. eigen. Fabrikat aus bestem Elektrolyt- lupfer, kuvfcrue Stadttheater Dienstag, 21.Mai. ZI.Mnslng-AV.-vrll. von Ul',2 b. 22'/« Uhr fiatiiarina Sale Ein Seillänzernück m vier Altenwon Karl Zuckmaner. Donnerstag, 23. Mai, 31.miitrooMD.-Brn. von 20 bis 22 Uhl: Zum ersten Male: Arn leetifd) Lust!viel in 3 Akten von Karl Sloboda. Am ersten Psingsi- feiertag bleibt die Theaterkasse ge- sch lassen. [44540 Schönste Modelle Größte Auswahl Gießener Radf. Verein 1885 Am 2. Feiertag Ffii'ischoppeii im „Hess. Hof." Reichsverdingungsordnung Arbeiten vergeben werden: 1. Zimmerarbeiten. 2. Dachdeckerarbeiten. 3. Spenglerarbeiten. Freiwillige Versteigerung. Am Donnerstag, dem 6. 3uni 1929, nachmittags 3J4 Ahr, wird auf dem Amtszimmer des Ortsgerichts Gießen, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 16, das im Grundbuch von Gießen, Band 61, Blatt 3528 dem Johannes Vogel und Ehefrau, Elisabeth geb. Kern, in Gießen als Gesamtgut der Errungenschaft zugeschriebene An- wesen Liebiastraße 95 4422V Flur V, ftr. 153M/ioo = 282 qm Grab- garten, Flur V, Nr. 153M/ioo -- 270 qm Hofreite zum Zwecke der Auseinandersetzung versteigert. Die näheren Bedingungen sind während Zu dem am 14. xTnli 1929 stattsinden- den 25. Stiftungsfest de» Zicgcnzucht- vercinS sind die Plätze für [4456D KüMil noö BerlanlsHüöen zu vergeben. Angeb. bis zum 1. Juni 1929 an den Vorsitzenden Heinrich Weder 11., Langsdorf. Oie werte Kundschaft, welche unsere Schwarz- dunt-Margarine bezogen hat und durch unsren früheren äkrfeuer 03132 ®eoioBitWen,BaWlt.35 in irgendeiner Weise geschädigt wurde, wird gebeten, sich umgehend (Porto wird vergütet) an den Unterzeichneten zu wenden. Gustav Ley,Gießen, Ebelstr. 23,Vezirksvertr. d. Ka. Petersen & Johannsen, Wedel (Holst ) Jüngeres Fräulein für feines Geschäft in die Lehre gesucht. Schr. Angeb. u.03181 a. d. Gietz. Anzeiger. Sp.-Äg. 1900 Pfingstsonntag, vormittags 107« llbr, aus unserem Sportplatz Icicbtatbl. Ju- gendklubkampfgeg. „Sporlireunöe“ siegen Den akt.Leichtathlet, wird zur Pflicht gemacht, als Kampf- rtchter zu fung. 4I61D Sellersineg 73 grotze Werkstatt, a. als t'aner mit Bureau für sofort zu vermieten. 4257D 'Jiäberev: A. Becker, Kepleritratze Nr. 9, Telephon Nr. 1043. Garagen zentrale Vqqc, gute Einfahrt, Waichge- IcnenUeit und Vtcbt per Monat 25 Mk.' Wo? sagt die Geschäftsstelle d. Gien. Anzeigers. 41951) SSSMhl tn grötzeren Mengen billigst abzugeben. Sägewerk Rohm, 0318) Meseck. 2-gimmer- Wohnung von einzelner Frau gesucht. Schr. Angebote unter 03159 an den Gietz. Anzeiger 4. Installationsarbeiten. Zeichnungen und sonstige Unterlagen liegen in dem Bureau des Herrn Baurats Pfaff, Gartenstraße Nr. 26, zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind verschlossen und versiegelt sowie mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Verdingungstermin Mittwoch, den 29. Mai 1929 vormittags 10 Ahr bei dem Städtischen Hochbauamt einzureichen. Zuschlags- und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 16. Mai 1929. Städtisches Hochbauamt: Gravert. Verschiedenes! WergibtKurz- und Wollwaren tn Kommission? Laden vorhanden. Schrift- liche Angebote unt. 03184 an den Gietz. Anzeiger erbeten. | Kaufgesuche | Kleines Aus mit Garten i. waldreicher Gegend zu kauten gesucht. Auö- ührliche schr. Angeb. u.44390 a. d. G.Anz. Fahrräder „Diamant" zuverlässig, leicht laufend, elegant. Die neuesten Modelle am Vager 1 Herrenräder 91 Mk. Damenräder 100 Mk. Begueme Teilzahlung! 4436V Reparaturen prompt und sachgemäß! Älug. Lotz, LViesetö. Cbr. Noll, Westanlaae 9. Putzfrau flettzig. ehrlich und sauber für sofort ge- VevNreiev Wettfäliscke Robncsselwcberei sucht für Gießen und Umgegend einen tüchtigen, bet den Großabnehmern gut eingesührten Platzvertreter gegen Provision. Es kommt nur eine allererste Strait in Frage. Ausf. Angeb. unter V 500 J an die Ann.-Erped. B. Vendel 6. m. b. H., Planster 1. W. V Geschäftsstelle südl. Oberhessen istneu zu besetzen. Mit der Stellung sind erhebliche feste Bezüge verbunden. Altersversorgung ist in Aussicht genommen. — Es kommt für diesen Posten nur eine angesehene, höchst vertrauenswürdige u. seit J ahren i. Friedberg, Bad-Nauheim oder Gießen ansässige Persönlichkeit in Betracht, die besondere Begabung u. Neigung für d. Akquisitions- u.OrganisationsaußendienstbesitztTat- kraft und Fleiß sind unerläßliche Voraussetzungen. Wir erb ausführl.Bewerb, mit Angabe v. Referenzen; vertraut Behandlung wird zugesichert. Schweizerische Lebensversicherung- u. Rentenanstalt in Zürich. Bezirksdirehtion Frankfurt/M„ Kaiserstr. 19. 3 möbl. sonn. Zimmer rn. Veranda, Balkon u. Küche an jg.Ehep. (Beamt.» sofort zu vrni.Goetbestr.67l. Krau BZilker, v. 2 b. 4 Uhr best. zu Hause. Gut möbl. Zimmer 2 Bett., el.L., Klavier» benutzg.u.Penf.z.vm. Rordanlagc 1 11. Gr. Helles Zimmer el. V., mit 1 od.2Belt. zu vermieten 03130 Bleichste. 8 H. Tüchtiges Mädchen nicht unter 20 I., für 1. Juni b. hohem Vobn gesucht. 03151 VtMerel wlnkleriin Bruchstr. 20. Carl Stückrath Möbelfabrik, Asterweg 47 Land- und Kassenpraxis in Hessen, alleiniger Arzt am Ort, sofort abzitgeb. Einkomm. 1928 ca. 20000 Mk. brutto. Geräumiges Mtetshaus m. Gart. Zu übernehmen sind neues Auto, Motorrad, Jnstrum. usw. sow.Sprcch-u.Warte- zimmcreinr. f. 12000 Mark, die nur teilw. bar erforderlich sind. Schr. Ang. u. 4499D a. d. Gietz. Anzeiger. Für ein im Rohbau fertiges Wohnhaus in der Nähe von Gießen ca. » Bll. auf I. Hypothek per sofort gesucht. Schr. Angeb. unt. 03119 an den Gietz. Anzeiger. Leistungsfähige Schokoladenfabrik Mitteldeutsch!. sucht einen rührigen, zuverlässigen VERTRETER für d. Bezirk Gießen, b. günst. Provisionssätzen. Herren, die bei der einschlägigen Kundschaft gut eingefübrt sind und entsprechende Verkaufserfolge nachweisen können, werden um ausführliche Angebote mit Angabe der Referenzen gebet, u. U. D. 334 an die Ala. Haaseneteln & Vogler, Magdeburg. Vermietungen") iießenerWohiiDngs- bau-GeoosseDSChan 8,61111. D In unseren Neubauten a. d. Cchu- bertstraßc sind zum 1. Jult 3- u. 4-Zim- mer-Wohnungen zu vermiet. Interessenten erhalten nähere Auskunft d. unsere Geschäftsstelle £itf;er SlrcBe Sport. SaustoKtev 20 Lyzeums- und Frauenschulbtldung, Erfahrung in Haushalt und Nähen, sucht für sofort Stellung beivollcm f>amilienanschluh. Sckr. Angeb. m. Ge- haliSanspr. u. 03146 an d. Gietz.Anz. erb. Suche für meine 18jähr. Tochter, die 5tenntnisse mSteno- gravbte u. Schreibmaschine beL zwecks weitererAusbUdung Stelle als Volontärin in kauim. Betrieb. Schr. Angeb. u. 03188 an d. Gietz.Anz. erb. Slmöetl. Ehep. sucht 4-5-Ziinnier-Woling. mit Bad, auch im 9teubau, cotl. auch EinfamtlienhauS, so- fort zu nueten.SUeme Tauschwohng. vorhanden. Schriftliche Eil -Angebote unter 03148 a. d.Gietz.Anz. Auswart. Beamter sucht schöne, sonnige 4-5-3IHW- Boljniuig Bauzuschutz kann gegeben tverden. Schriftliche Angebote unter 03173 an den Gietzen. Anretg. Gesucht von 2 Pers. 3-4 Zimm.-Wohn, mögl. mit Bad, be- fchlagnahmcsrei, od. gegen 4-Zimmer- Tanfck-Wohnung. Schr. Ang. unt. 03124 a. d. Gietz. Anzeiger. Warta- Sammlung Alt-Europa, Alt- Dcutfchlaud, auch ct zeln, ganz bill. zu erkauf. Schr. Ang . F 2 BI 4011 14144V) g. d. Gietz. Anzeiger. Eintge Zentner Heu und L Haserstroh- sowie Material zur Erbauung einer Garage abzugeben. Neuenweg 50. ■ 5 1. Pfingstsetertag, 11 Uhr: P. Gaab 2. Pfingstfeiertag, 11 Uhr: Li. Bepler nachmitt. Treffpunkt Wellersburg Die Weftfalia Melkmaschine der beste Helfer in der Landwirtschaft besser u. billiger als Holz-, Zink- oder Tonkasten Unbegrenzte Haltbarkeit In jeder Steinimitation und zu jeder Fassade passend lieferbar, empfiehlt 4oi?d Vereine | Liederkranz 11. Feiertag WMMM Badeöfen, Kesscl- öfcn billigst 03161 Euplerscbmlede Verxianerei Petri, Weizatemstraße 42 3u verkaufen: 1 Kindern jea 1 HahnörillißD Zu erfragen in der Geschäfts st.d.G.Anz. Ein Zimmer mit separ. Eingang, für Bureauzwecke geeignet, sofort zu vermieten. Ebenfalls ein gut möbl. Zimmer daselbst. 03172 Ederttr. 5 v. 2 große leere Iimnrev für 1. 6. zu vermiet. Schriftl. Änfr. unter 03145 a. ü. Gietz. Anz. Bnreauräumc Lagerräume Werkstatt und eine Halle zu vermieten^ auch kann eine 5-Zimm. Wobnung mitver« mietet werden. Näh. Hcuchelbcim, Lud- wigttr. 29. [03149 Lehen:: Unfall:: Haftpflicht Alte große Lebensversicherungsbank mit wettbewerbsfähigen Einrichtungen sucht tüchtigen Außenbeamten Erforderlich sind beste und weitreichende Beziehungen. genaue Kenntnis der Bezirksverhältnisse und langjährige und erfolgreiche Erfahrung in Werbung u. Organisation. Fachleute, die eine gutbezahlte Dauerstellung erstreben, wollen sich mit den üblichen Unterlagen melden unt. 4427V a. d. Gieß. Anz. Zagdverpachtung. Die Jagdnutzung des gemeinschaftlichen Jagdbezirks Klein-Rechtenbach soll am Samstag, dem 1. Juni 1929, nachmittags 3 Ahr, im Gemeindesaale Hierselbst, auf einen neunjährigen Zeitraum, und zwar bis zum 31. März 1938, öffentlich meistbietend verpachtet werden. 4426D Der Jagdbezirk umfaßt 302 Hektar, davon 195 Hektar Feld und 107 Hektar Wald. Die Jagd hat einen guten Rehwildbestand. Der Jagdbezirk ist von den Bahnstationen Lang-Göns und Dutenhofen in kurzer Zeit erreichbar. Außerdem bestehen Postautoverbindungen nach Wetzlar und Gießen. Die Pachtbedingungen werden im Verpachtungstermin bekanntgegeben. Nähere Auskunft erteilt der unterzeichnete Jagdvorsteher. Klein-Rechtenbach (Kreis Wetzlar), den 14. Mai 1929. Der Jagdvorsteher: Schmidt. [Stellenangebote] Jüngere weibliche Kraft nicht über 20 Jahre alt, von dies. Großhandlung f. Schreibmaschine und leichte Bureauarbeitcn sofort oder später gef. Schr. Ang. tt. 4501D a. d. Gietz. Anzeiger. 4471V mit der Handl IA* * und bequemer! NDTA-G STF. tfiu hme 'rinder M Mli 29 liattRnbrn« 1 3icßcuMv it I4456D fflWro wm 1. JumM rich Weber ll„ rne iel Modelle jswah! tott. sterweg 47 4-" «g! i t unftrt&fiMH* af unb Junfl un* 03132 MM*.* 4bigt würbe, wirb orto wirb öergukO i tcenben. eäS> MWl js® fM> tadttheater sHB n ÄteDümmste. was mir passieren kann, mich auf der ersten Etappe meiner Reise so restlos zu verlieben." Aber sie lauschte der dunklen, warmen Stimme, die alles vernünftige Denken einlullte. Die Kellner räumten ab. Ein wenig benommen erhoben sich die beiden und tasteten sich zu ihrem Wagen zurück. Sie fanden den Schlafwagen bereits ausgestor- ben, unsäglich düster mit dicht verhangenen Türen und dem trüben Licht der Rachtampeln. Ihre Kupees lagen nebeneinander. Der Mann griff nach Ellinors Hand, die sie ihm willenlos überlieh. „Warum sagst du mir nicht, wer du bist?" Ellinor lächelte. „Was tuen Ramen? Es ist so schön, ohne zu wissen glücklich zu sein!" Der Schlafwagenschaffner streckte den Kopf aus feiner Kabine und murmelte irgend etwas. Erschrocken fuhren die beiden auseinander. In diesem Moment riß Ellinor Georges Kops an sich, preßte ihren Mund auf den seinen im Uebermaß des Gefühls und küßte den Mann heiß und sehnsüchtig. George hielt ganz still. Es war ihm, als verbrenne ihn ein glühender Strom. Jester griff et nach dieser rätselhaften Frau. Plötzlich löste sie sich von ihm. Ehe George etwas sagen konnte, war sie in ihrem Abteil verschwunden, die Riegel schnappten ein. * Der Mann stand allein. Seine Hände krampften sich in die Klinke, fein Mund flüsterte liebestolle Worte. ... Kein Laut, die Tür blieb verschlossen. Grau dämmerte der Morgen herauf. Die Menschen sehen mit übernächtigten, unfreundlichen Gesichtern in den Regentag. Im Korridor des Schlafwagens standen Ellinor und George wortlos nebeneinander. Sie hielten sich bei den Händen. In beider Augen brannte die durchwachte Rächt. Ellinor wußte, sie durfte Öen Mann nicht Wiedersehen, ehe sie nicht ihre Ausgabe erfüllt hatte. Aber sie wußte auch genau, daß sie diesen seltsamen Mann liebte, wie sie noch nie im Leben einen Menschen geliebt hatte, und daß dieser Junge ihr verfallen war mit Haut und Haar, daß er ihren Kuß mit sich nehmen würde, wohin er auch ging, und daß er nicht eher ruhen würde, bis er sie wiedergefunden hatte. „Wir kommen an!" Sie nickte. Die ersten Häuser der Riesenstadt flogen an ihnen vorbei. Die schmutzigen Fenster der Hinterhöfe stierten sie an. wie tote Augen. Die Großstadt hatte sich über ihnen geschlossen. „Und du sagst mir noch immer nicht, wer du bist?" „Ich kann nicht, George!" Behutsam löste sie ihre Hand aus der verzweifelten Umklammerung des Mannes. „Wann sehe ich dich wieder?" „Suche mich, George, wenn du mich liebst, wirst du mich finden. Du weiht und hast es gefühlt, wie ich dich liebe, aber du mußt nicht fragen. Ich darf dir nichts sagen!" Brüsk wandte der Mann sich um und ging in sein Abteil, stellte den Koffer bereit und gab dem Schaffner eine Anweisung. „George, nicht böse fein. Du wirst von mir hören!" Die Bahnhofshalle schloß sich rauschend über ihnen. „Reuyork Central! Alles ausfteigen!“ „Gepäckträger! Porteur! Bos! Here, Here!" Eine zweite Gruppe von Universitäten entstand durch die Initiative einzelner weitschauender Männer, die auf Deutschlands Hochschulen studiert hatten und etwas ihnen Gleichwertiges in Amerika schaffen wollten, wie HopkinS, Cornell, Rockefeller und viele andere. Eine große Anzahl von Universitäten wurde schließlich von den Staaten begründet, besonders im mittleren Westen, wo Michigan führend voranging, und in Kalifornien. In ihrer inneren Organisation ist die amerikanische Universität von der deutschen sehr verschieden. Ihre Grundlage bildet eine „Charter". die der Staat, in dem die Universität liegt, erläßt. Dieses Gesetz schafft eine Korporation, den „Board ot Trustees" (oder „Board ot Rc- gents“ an den Staatsuniversitäten), der sich gewöhnlich durch Zuwahl ergänzt. Diese Körperschaft stellt gesetzmäßig die höchste Macht in der Universität dar. Sie hat die Befugnis. Professoren und Beamte zu ernennen. Vermögen zu haben, das Einkommen zu verwalten, für Bauten, Sportplätze usw. zu sorgen, vor allem also die Finanzen zu leiten. Der Board of Trustees ernennt schließlich auch das Haupt der Universität, den Präsidenten. Er ist nach dem Gesetz selbst ein Mitglied des Board, außerdem Vorsitzender der Komitees z. B. für Bauten, für Finanzen usw.; er ist ferner Vorsitzender des Senats und auch der einzelnen Fakultäten. In der Praxis freilich ist es unmöglich, stets an allen Sitzungen jeder Fakultät teilzunehmen. Daher wird deren Arbeit im wesentlichen den Dekanen (Deans) überlassen. Auf dem Präsidenten der Universität ruht also ein starker Teil der Der- waltungsarbeit. Er kennt feine Universität von außen und innen und ist auch für alles verantwortlich, selbst für Ausschreitungen der Studenten. Schließlich ist er der Repräsentant der Universität nach außen hin. Die Professoren werden gemäß der Charter ernannt durch den Board o! Trustees, aber nach der Vorschlagsliste, die der Präsident im Verein mit den Professoren der betreffenden Fakultät zusammenstellt. Der Board of Trustees wird sich in der Praxis fast stets der Wahl des Präsidenten anschliehen — ein von seinem Vorschlag abweichender Entschluß würde einen Mangel an Vertrauen dem Präsidenten gegenüber bedeuten. So erwuchs die Universität um das College herum, das meist Zentrum blieb. 2m Laufe der Zeit gliederten sich auch andere Abteilungen an. Rechtsschulen und medizinische Institute, die ursprünglich private Einrichtungen und unabhängig waren, wurden nach und nach ein Teil der Universität. Denn sie konnten in der Einrichtung von Laboratorien z. B. mit der Universität nicht Schritt halten, und die von der Universität erteilten Grade erhielten immer höheren Wert. Diese Entwicklung ist noch sehr jung, etwa 25 bis 30 Jahre alt. Sie wurde aber stark beschleunigt durch die reichen Mittel, die weitschauende Männer stets großzügig zur Verfügung stellten. In ähnlicher Weise wurden auch Institute für Landwirtschaft und Technik angegliedert, die ebenfalls zuvor private Einrichtungen waren. Selbst ein so bedeutendes technisches Institut wie das Massa- chusett Institute of Technology arbeitet heute mit der Universität (Harvard) zusammen. Materiell ist also ein gewaltiger Fortschritt zu verzeichnen. Auf geistigem Gebiet ist die Entwicklung noch nicht so weit vorgeschritten. In einigen Fächern, wie Jurisprudenz. Medizin und technischen Wissenschaften haben die amerikanischen Universitäten Hervorragendes geleistet, so daß sich die besten amerikanischen Universitäten darin mit den besten europäischen vergleichen können. Man kann dagegen nicht behaupten, daß die durchschnittlichen amerikanischen Universitäten . .ILIM ..... " TT---1WT»~W~~ Alles wogte durcheinander und drängte nach den Ausgängen. Die Großstadt sog die Menschen auf wie ein trockener Schwamm. Sie verschwammen im Dunst. Unersättlich, wie der Rachen eines Ungeheuers, nahm die Riesenstadt täglich neue Massen in sich auf, unbarmherzig und kalt. „Lebewohl, George — vergiß nie, daß ich dich liebe!" Ellinors schlanke Gestalt verschwand in der Masse. „Ich werde sie finden, und wenn ich die ganze Welt nach ihr absuchen müßte. Aber wo. wie? Roch nicht einmal den Ramen weiß ich von ihr." Im Glanz der unzählig schimmernden und flirrenden Lichter lag Reuyork - die Millionenstadt — geheimnisvoll, drohend und schweigsam. II. Die Vierradbremse kreischte. Der elegante Sportwagen stand zitternd. Menschen schoben sich eilig vorbei, Chauffeure fluchten. Hupensignale bellten. Der Broadway dampfte und zitterte. Die Lust hallte wider vom Atem der Menge. Wie heiseres Seehundsgebell klang die Stimme der Zeitungsjungens, die die Abendblätter aus» tiefen. _ ' Diese Schar von keuchenden, brüllenden Bengels war überall und nirgends. Sie tauchten im Straßenlärm unter wie Insekten. klebten an den fahrenden Autobussen, hingen sich an die Taxis und warfen sich immer wieder schreiend und gestikulierend in den Strudel, kämpfend und siegend. Die lange Reihe der wartenden Automobile tutete nervös. Der riesige Verkehrspolizist an der Straßenkreuzung schwenkte verzweifelt die Arme. Irgendwo hatte sich ein Wagen festgefahren. George Welltvn blickte nervös auf die Armbanduhr. Schon sechs durch! Ein struppiger Bursch schwang sich aufs Trittbrett des eleganten Sportwagens. „Abendblatt! Abendblatt!" Die beinah noch nasse Zeitung wirbelte vor Georges Gesicht. Ein Geldstück flog zurück, von schmutzigen Fingern geschickt aufgefangen. Gelangweilt las George über die ersten Zeilen hinweg. Er kannte sich selbst nicht mehr. Seit der Rachtfahrt im Reuyorker Expreß war er vollkommen verändert. Das schöne Bild der fremden Frau hämmerte in feinem Blut. Er war wild, launenhaft, vollkommen unbe- rechenbar, von entmutigender Unlust zu jeder Arbeit. (Fortsetzung folgt.) t den entsprechenden europäischen an die Seite zu stellen wären. Eine Lleberlegenheit der deutschen älniversitäten über die amerikanischen auf dem Gebiet der Natur- und Geisteswissenschaften ist unbestreitbar. Ich wünsche ernsthaft, daß die amerikanischen Universitäten auch hierin allmählich folgen werden. Die Größe der deutschen ilni» versität in der Forschungsarbeit möchte ich etwas außerhalb der Universität Liegendem zuschreiben: dem deutschen humanistischen Gymnasium, das freilich wie die fesselnden Abschnitte in Willarnowitz-Möllendorfs „Lebenswanderungen" über seine Schulzeit zeigen, eine gewisse Einseitigkeit aufwies, da die Naturwissenschaften in ihm keinen Platz fanden. Aber das alles hat sich gewandelt. Heute werden außer Latein (10 Iahre), Griechisch (8 Iahre), moderne Sprachen, Physik (2 Iahre) und Chemie lzwei Iahre) gelehrt. Hinzu kommt, daß der deutsche Gymnasiast durchschnittlich zwei Iahre in der Ausbildung im Vergleich mit den amerikanischen Verhältnissen gewinnt. Daher beginnt man jetzt an die High-Schools Junior Colleges anaugltebern oder den Kursus der High-Schools auf sechs Iahre auszudehnen. Ich hoffe, daß die Erziehungsarbeit auch fernerhin beim amerikanischen Volk Anterstühung und Verständnis finden wird. Denn der Glaube des Amerikaners an Erziehung ist geradezu rührend und man bringt für sie große Opfer. Bedeutende Aufgaben sind noch zu bewältigen, besonders — wie ich noch einmal unterstreichen möchte — auf dem Gebiet der Natur- und Geisteswissenschaften. Aber wir hoffen, der Enfluß des deutschen Gymnasiums wird uns wieder helfen. Wir sind alle dankbar für das, was Deutschland auf dem Gebiet der Erziehung und Wissenschaft geleistet hat. Aus der provinzialhauptfladt. Gießen, den 18. Mai 1929. Ahndung geringfügigerLlebertretungen Nach § 153 der Strafprozehordnung werden älebertretungen nicht verfolgt, wenn die Schuld des Täters gering ist und die Folgen der Tat unbedeutend sind, es sei denn, daß ein öffentliches Interesse an der gerichtlichen Entscheidung besteht. Ist bei einem Vergehen die Schuld des Täters gering und sind die Folgen der Tat unbedeutend, so kann die Staatsanwaltschaft mit Zustimmung des Amtsrichters von der Erhebung der öffentlichen Klage absehen. Diese gesetzlichen Bestimmungen sind im allgemeinen recht wenig bekannt. Im ersten Satze, der die Llebertretungen, also sog. Bagatellsachen betrifft, werden hauptsächlich Polizeianzeigen bekämpft, die an Stelle einer Verwarnung, die erteilt werden könnte, erhoben werden. In einem an die Kreisämter, die staatlichen Polizeiämter und die Oberbürgermeister von Mainz und Worms gerichteten Ausschreiben macht der hessische Innenminister auf den genannten § 153 der Strafprozehordnung aufmerksam, sowie darauf, daß es die ihm unterstellten Verwaltungsbehörden in der Hand haben, die Verfolgung derartiger geringfügiger Llebertretungen gegebenenfalls zu verhindern, weil der Grundsatz der besagten Gesehesvorschriften nicht nur für die Gerichte, sondern auch für die Polizeibehörden gelte. Der Minister empfiehlt deshalb den Polizeibehörden, vor der Weitergabe der bei ihnen zur Vorlage kommenden polizeilichen Strafanzeigen zunächst zu prüfen, ob die Voraussetzungen des $ 153 Str.-Pr.-O. gegeben sind und ob die Polizeibehörden ein öffentliches Interesse an der Angelegenheit haben und deshalb die Verfolgung der Angelegenheit wünschen. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, so bedarf cs einer Weitergabe derartiger Strafanzeigen nicht: cs genügt vielmehr, wenn in derartigen Fällen eine polizeiliche Verwarnung erteilt wird, die mündlich oder schriftlich gegeben werden kann. Bei der Verwarnung kann noch zum Ausdruck gebracht werden, daß die gerügte Handlungsweise die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdet und daß der älebertreter in Zukunft gehalten sein Lch fliege zum Pfingstfest. Von Friedrich Koch-Wawra. Am Pfingstmorgen stehe ich ganz früh auf. 3ch denke so um drei, halb vier. Ich werde meine Frau nicht Wecken, denn die drei belegten Brote liegen am Abend schpn in der Blechbüchse, und der Kaffee in meiner selbsterfundenen Thermos- flasche dürfte Weihnachten noch warm sein. Weiter brauche ich nichts, außer Gottes Segen, an dem allerlei gelegen, wenn man in die Pfingsten fliegt. Dann gehe ich durch nachtdunkle Vorstadtstraßen zum Flugplatz hinaus. Ich hole meine „Grasmücke" aus dem Schuppen und schmiere den Motor im Morgengrauen. Ich fülle das beste Benzin in ihren Tank, mische ein bißchen Weihes Nizinusöl hinein und lasse den Propeller „im Stand" laufen, erst eine Weile auf Leerlauf, dann mit Vollgas. Ich lege zwei schwere Klötze vor die Räder, damit mir die gute Mücke nicht weghopst und gehe zur Luftpolizeiwache hinein. Der schlaftrunkene Lupo — es ist Otto, der Bayer — blinzelt durch müde Lider und greift zum Journal. „Wohin?" ein bißchen nach Thüringen fliegen. Frühstück vielleicht in Erfurt, einen strammen Schoppen in Bayreuth, zum Mittagessen wieder hier." „Was heißt, ein bißchen nach Thüringen? Wo- hin soll ich abfertigen?" (Jedes Flugzeug muß beim Start irgendwohin abgemeldet werden.) „Also sagen wir Erfurt!" „Schön! — Sportflugzeug Grasmücke D 1139 Type 1928, Pilot siehe oben, ohne Fluggast, betriebsfertig, startet um 4,53 nach Erfurt." Otto, der Bayer, klopft seinem Kollegen von nebenan, und ich bekomme die Wettermeldung: Klare Sicht bis Halle—Leipzig. Weißenfels leichter Tiefnebel. Apolda 300 Meter Sicht. Weimar etwa 250, Erfurt allright... 3ch rolle die Karte auf, schnalle den Höhenmesser um den Schenkel und ziehe die Gurte fest. Otto nimmt die Klötze von den Rädern weg. Start! Die Mücke rollt über den Boden. Immer schneller fegt sie über den Grasteppich. 100 Meter, 150, 200... immer schneller, wie ein Rennwagen von 1000 Pferdestärke. Da nimmt der Luftstrom die Grasmücke auf seine Fittiche und hebt sie himmelan. Die Erde schwindet wie Kielwasser hinter einer jagenden Barkasse. Ich fliege, fliege in den Pfingstmorgen... Auf dem Berliner Kurfürstendamm sehe ich die letzten Nachtomnibusse fahren und erkenne ganz muh, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Ebenso kann für den Fall einer Zuwiderhandlung unnachsichtliche Weiterleitung der Strafanzeige in Aussicht gestellt werden. Jedoch hat die Verwarnung den Umständen des Falles und der beteiligten Personen entsprechend sachgemäß und taktvoll zu erfolgen. Es steht zu erwarten, paß der dankenswerte Erlaß des hessischen Innenministers viele unnötige Anzeigen verhindern wird. Gerade auf den letzteren Satz werden aber die oberen Polizeibehörden besonderes Gewicht zu legen haben, denn mancher wird die Zahlung einer kleinen Buße der Ladung oder gar Abrüffelung durch ein polizeiliches Organ vorziehen. Das Publikum möge sich auch daran gewöhnen, im gegebenen Falle die Polizei selbst zu unterstützen und in ihr einen Helfer, nicht einen Widersacher zu erblicken. Oie Rückstrahler an Fahrrädern und Krastfahrrädern. Eine für die Benutzer von Fahrrädern und Kraftfahrrädern wichtige Verordnung hat der Reichsvcrkehrsminister soeben erlassen, welche die sog. R ü ck st r a hl c r z.ir Einführung bringt. Nach dieser Verordnung m.uß jedes Rad bei Dunkelheit oder starkem Nebel mit einem Hinteren Leuchtzeichen von gelbroter Farbe versehen sein. Dieses Leuchtzeichen, dessen wirksamer Durchmesser nicht größer als 5 Zentinieter sein darf, muß an der Rückseite des Rades angebracht und darf niemals verdeckt sein. Für ein normalsichtiges Auge muß das Hintere Leuchtzeichen bei Dunkelheit auf eine Entfernung von 150 Meter in einem Streuwinkel von je 30 Grad nach beiden Seiten von der Längsrichtung des Rades aus deutlich erkennbar fein; bei einem Rückstrahler wird hierbei vorausgesetzt, daß er nach den technischen Vorschriften beleuchtet wird. Fahrräder der Polizei- und Zollbeamten sind bei dienstlicher Benutzung von den vorstehenden Bestimmungen insoweit befreit, als die Befolgung dieser Bestimmungen die Durchführung besonderer Aufgaben des Dienstes in Frage stellen würde. Als Räder im Sinne dieser Verordnung gelten die zweiräderigen Kraft- und Kleinkrafträder, sowie Fahrräder. Als Hintere Leuchtzeichen im Sinne der Verordnung gelten Schlußlichter und Rückstrahler. Ein Rückstrahler muß mit dem Prüfzeichen und außerdem mit dem Namen und Wohnort (Sih) des Herstellers, bei ausländischen Herstellern der deutschen Hauptvertretung, versehen sein. Für die technische Beschaffenheit und für die Prüfung der Rückstrahler sind besondere technische Vorschriften erlassen. Der Fahrer ist dafür verantwortlich, daß sich das hintere Leuchtzeichen stets in vorschriftsmäßigem Zustande befindet. Er hat den Rückstrahler dem Polizeibeam- ten auf Anfordern zu Ilnterckuchungszwecken auszuhändigen. Für Räder der Wehrmacht und der Reichspost gilt dies nicht. Die neue Verordnung tritt mit dem 1. Juli 19 2 9 inKraft. Die oberste Landesbehörde bestimmt diejenigen Stellen, die für die thpenmäßige Prüfung der Rückstrahler zuständig sind. Zuwiderhandlungen gegen die neue Verordnung werden entsprechend mit Geldstrafe oder mit Haft belegt. Gictzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200, Matte 30 bis 35, Wirsing 20 bis 30, Weißkraut 20 bis 30, Rotkraut 20 bis 30, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 20 bis 25, Spinat 25 bis 35, Spargel 50 bis 120, grüne Erbsen 50 bis 60. Feldsalat 150 bis 200, Tomaten 80 bis 100, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 50 bis 120, Schwarzwurzeln 40 bis 80, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln (alte) 6, Kartoffeln (neue) 30, ausländische Aepfel 40 bis 70, inländische Aepfel 30 bis 40, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 100 bis 120, Erdbeeren 200, Nüsse 70 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130^ Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Tauben 70 bis 90, Eier 12, Blumenkohl 70 bis 150, Salat 20 deutlich ein Häufchen Menschen, die von einer Feier kommen. Gin Grüppchen Wandervögel mar- schiert mit einer blauen Fahne ins Grüne... Ich ziehe mich hoch auf gute 500 Meter und fliege südwärts. Jüterbog, ein Begriff aus dem Militärischen, liegt tief unter mir. Das Schienenband Berlin—Halle bient zur Orientierung. Im Osten glüht der erste Sonnenstrahl und hängt ein rötliches Fahnentuch über die Häuser von Wittenberg. Diese Stadt, von oben gesehen, ist die steingewordene Illustration des deutschen Menschen. In streng gemessener Straffheit stehen klelne Bürgerhäuser Reihe an Reihe in engen Strahenzügen. Alte Linden umgeben niedere Gotteshäuser, deren Türen zu so früher Stunde schon weit offenstehen. Diese Stadt träumt den Traum jenes Mannes weiter, der hier die Freiheit eines Christenmenschen an die Kirchentür heftete... Fehlzündung. Fehlzündung. Der Motor spuckt. Er hustet... Hast du genug Oel, mein braver Dreizylinder? So, da kommt er wieder... und läuft regelmäßig wie auf dem Bremsstand. Das ist gut so. Bliebst du jetzt weg, der Teufel sollte dich holen, am hellen Pfingstmorgen! Denn hier rst das Gelände aufgeteilt in Quadrate der Nutzbarkeit, von Zäunen und Drähten durchzogen, mit Fabriken und Kanälchen beschwert. Zum Notlanden könnte ich mir besseres vorstellen... Dort fließt die Elbe. Auf dem Buckel lauter Frachtkähne, Leichter und Schlepper. Sie schuftet von morgens früh bis abends spät, von der Quelle bis zur Mündung. Die Elbe ist die Musterschülerin unter den Flüssen. Bitterfeld: Häßlich der Name, häßlich der Ort, von oben gesehen, Lind doch ist diese Stadt vielen anderen, großen und schönen, in einem Punkte weit voraus: Bitterfeld hat die Bedürfnisse unserer Zeit erkannt. Wer mit dem Wagen von Berlin nach Leipzig will, braucht nicht durch die Stadt hindurch. Eine breite Verkehrsstrahe führt um sic herum, ilnb die großen, nachts beleuchteten Wegweiser sind schon aus weiter Ferne zu erkennen. Wer nach Süden fliegt, lobt diese Stadt im stillen. Ein weißer Pfeil auf grünem Felde: Dort — nach Halle« In Halle dampft ein v-Zug aus dem Bahnhof, mit mächtig geballten weißen Rauchwolken, die über dem Glasdach in8 Nichts zerfließen... Siet fängt schon Thüringen an, die gemalte Geschichte unseres Reiches (von oben gesehen). Dort drüben der Harz, das trutzige Vorzimmer zur Unendlichkeit; schräg in der Tiefe Eisleben, Europas Doktorhut, geradeaus Sangerhausen mit oem breiten Dom und dem rosa Tüpfchen aus dem göttlichen Pinfelkasten (das Rosarium!). bis 35, Salatgurken 70 bis 100, Ober-Kohlrabi 30 bis 40, Lauch 10 bis 20, Rettich 25 bis 30, Sellerie 20 bis 100 Pf. das Stück; Radieschen 20 bis 25 Pf. das Bund; Kartoffeln 5,50 Mark der Zentner. Daten für Sonntag, 19. Mai. Sonnenaufgang 4.04 Uhr, Sonnenuntergang 19.50 Uhr. — Mondaufgang 15.20 Uhr, Monduntergana 2.48 Uhr. 1762: der Philosoph Johann Gottlieb Fichte in Rammenau geboren. Daten für Montag, 20. Mai. Sonnenaufgang 4.03 Uhr, Sonnenuntergang 19.51 Uhr. — Mondaufgang 16.34 Uhr, Monduntergang 3.01 Uhr. 1798: der Stenograph Wilhelm Stolze in Berlin geboren- — 1799: der Schriftsteller HonorL de Balzac in Tours geboren. ** Vorsicht beim Pilzcsammeln! In der Zeit der Pilzernte werden alljährlich zahlreiche Erkrankungen und Todesfälle durch den Genuß giftiger Pilze verursacht. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um den Genuß selbstgesuchter Pilze. Iedern Pilzsammler kann nicht dringend genug empfohlen werden, nur Pilz- arten zu verwenden, die ihm zweifellos als eßbar bekannt sind. Als Pilzkenner, die den Sammlern mit Rat und Auskunft zur Seite stehen, haben sich zur Verfügung gestellt: Lehrer Sprengel, Bellersheim; Lehrer Keller, Lollar; Dergwerks- direktor i. R. Schiffmann, Hungen; Studienrat Dr. Blank, Gießen; Gartenbauinspektor i. R. R e h n e l t, Gießen. ** Eine Siebzigjährige. Die Pensionsinhaberin Frau L. Grünewald Wwe. kann am 20. Mai in körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag begehen. ** Polizeipersonalien. Ernannt wurden die Polizeihauptwachtmeister Karl D i t t m a r und Friedrich Münch zu Bad-Nauheim, Wilhelm Michel zu Darmstadt und Christel R ü h - mann zu Friedberg zu Kriminalhauptwacht- meistern, sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1929 an. ** Aus dem Gießener Standesamts- register. Es verstarben in der Zeit vom 1. bis 15. Mai: 1. Mai: Elisabeths Weber, geb. Schom- ber, Witwe, 69 Iahre alt, Lahnstraße 3. 3. Mai: Emma Dauernheim, geb. Preuschen, Witwe, 74 Jahre alt, Ludwigstratze 18. 5. Mai: Luise Diehl, geb. Petri, Witwe, 77 Iahre alt, Asterweg 53. Wilfried Müller, 3 Monate alt, Am Kugelberg 75. Marie Lenz, geb. Lyncker, 49 Iahre alt, Bahnhofstraße 91. 6. Mai: Gustav Arnold Mueller, Fabrikant, 69 Iahre alt, Marburger Str. 35. Emma Maria Luise Brunow, Haushälterin, 39 Iahre alt, Liebigstrahe 67. 7. Mai: Franz Martin Heim, Werkhelfer, 56 Iahre alt, Buddestcaße 7. Frieda Karoline Katharine Büttner, ohne Beruf, 26 Iahre alt, Landgraf-Philipp-Platz 10. 10. Mai: Friedrich Karl Blick, Eisenbahnvberfekretär i. R., 61 Iahre alt, Gnauthstraße 20. Eleonore Hannes, Wäscherin, 82 Iahre alt, Asterweg 48. 13. Mai: Katharine Oberhäuser, geb. Lepper, 57 Jahre alt, 3m Gartfeld 7. 14. Mai: Lina Schäfer, geb. Mvm- berger, 36 Iahre alt, Arn Kugelberg 57. Margarete Decker, geb. Zecher, Witwe, 74 Iahre alt, Löwengasse 28. Eine Schweinezwischenzählung findet am 1. Iuni statt. Die Gießener Stadtverwaltung macht die Interessenten in Gießen durch eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigen- teil auf diese Zählung aufmerksam. provinzialausschuß und Kekoga. WSR. Darmstadt, 16. Mai. Der Provinz i a la u s schu ß der Provinz Starkenburg, der sich heute mit der Frage der Ferngasversorgung befaßt hat, beschloß einstimmig, dem Provinzialtag der Provinz zu empfehlen, die Vertreter der Provinz Starkenburg in der Hekvga zu beauftragen, nur einer Lösung der Frage der Gasversorgung zuzustimmen, welche die gemeinwirtschaftliche Dies Land am Pfingstmorgen ist eins der schönsten Erlebnisse (alles das von oben gesehen, versteht sich): Nicht bezaubernd auf den ersten Blick wie der Rheinstrom, nicht gefällig kokett wie die grünen Neckarberge; es hat auch nichts von der weinbekränzten Heiterkeit der Pfalz, nicht diese bräunlichen Schwaden und schieferblauen Florstreifen der Mosel, nicht die lebendigen Feldquadrate von Niederhessen, die gemahnen an Bauernkirmes und erdige Heiterkeit. Es ist auch keine herbe Schöne von so seltenem Reiz wie das wundersam dunkelgrüne Ostpreußen, dieser köstliche Fliegerteppich mit den hellgrünen Wiesenmustern... Es ist Geschichte, hingemalt mit himmlischem Pinsel. Städte, wie lustige Gebilde aus einem Steinbaukasten der Kinder, auffallend rot und grün und fein ziseliert: Dort steht das Rathaus, man erkennt cs auf den ersten Blick, dies hier ist die Kirche, dort wohnt gewiß der Küster und dort, wo die Betten aus den Fenstern hängen, der Herr Lehrer. Dort haust ein reicher Drotgeber, und in jenen kleinen Gäßchen riecht es nach armen Leuten, die aber zufrieden sind. Denn hinter den Häuschen liegen grüne ©arten... Glockenklang in Erfurt. Menschen gehen zur Kirche. Ich nehme das Gas weg, fliege die Gleitbahn aus und sehe die Maschine genau aufs Landekreuz hin. Keine verpönte Radlandung mit fünf, sechs Hopsern hinterher, sondern Schwanzlandung, ideale, weiche, schleifende Spornlandung Die Mücke steht. Ich steige aus, ziehe sie beiseite, klopfe mich ab, trinke den Kaffee und esse das Brot... und mache mich fertig zum Pfingst- gottesdienst in Erfurt... Romanfiguren. Von Max Brod. Geschrieben anläßlich der Vollendung des Romanes „Zauberreich der Liebe". Die abschließenden Seiten eines Romanes — der Dichter nimmt Abschied von seinen Geschöpfen. Es ist ein Augenblick, der mit Abschiednehmen im realen Leben die Traurigkeit gemeinsam, aber außerdem noch etwas besonders älnheimlichcs hat: Menschen, von denen man Abschied nimmt, leben irgendwo in der Ferne weiter, der Tote lebt in der Erinnerung, wo aber werden die erdachten Figuren weiterleben? 3m Nirgendsraum. Vielleicht in einigen Herzen, aber im Moment des Abschieds ist das ja so ungewiß. Dumas konnte die vielen Hunderte, ja Tausende von Figuren seiner vielbändigen Romane Erzeugung und Verteilung sicherstem und die Beteiligung Hessens an der Produktion zur Voraussetzung hat. * WSN. Darmstadt, 17. Mai. Der Landes- vorstand der sozialdemokratischen Partei Hessens befaßte sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Haltung der He k o g a in der Gasfernversorgung Hessens. Der Lan- desvorstand sprach sich in allen Teilen entsprechend der Entschließung, die vor kurzem in einer Konferenz sozialdemokratischer Gemeinde- Vertreter gefaßt wurde, entschieden für eine gemeinwirtschaftliche Lös ung aus, die die Sicherheit der Beteiligung Hessens an der Produktion bietet. Der Landesvorstand verlangt von allen sozialdemokratischen Funktionären in Staat, Gemeinde und Gemeindever- bänbcn, daß sie sich cntschieben gegen jede Auslieferung der Gasfernversorgung an die Ruhr und für die Gemeinwirtschaft einfehen. Wiedereinweihung der paulskirche in Worms. WSN. Worms, 17. Mai. In Anwesenheit der Bischöfe von Mainz und Speyer fand gestern die Weihe der wiederhergerichteten Kirche St. Pauli statt, die seit Iahrzchnten als Museum gedient hatte. Am Abend fand im Theatersaal des Städtischen Festspielhauses die weltliche Feier statt, bei der u. a. Finanzminister Dr. Kirnberger, Ministerialrat Diehl, Oberschulrat Hoffmann (Darmstadt) und Oberbürgermeister Rahn ihre Anerkennung für das geschaffene Werk aussprachen. Preußen. Kreis Marburg. II Marburg, 17. Mai. Gestern fam im chemischen Universitätsinstitut ein Student, der eine Flasche Blausäure trug, dadurch zu F a l l, daß er auf einer am Boden liegenden Apfelsinen- schale a u s r u t s ch t e. Durch die ausftrömenbe Blausäure der bei dem Sturz zerbrochenen Flasche zog er sich so schwere Vergiftungen zu, daß er nach kurzer Zeit in der Medizinischen Klinik st a r b. — Der gestrige Schweine markt brachte steigende Preise. Bei flottem Gesä)äft kosteten vier bis sechs Wochen alte Ferkel 30 bis 40 Mark, sechs dis acht Wochen alte 40 bis 45 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte 45 bis 50 Mark; Läufer 60 bis 90 Mark das Stück. Angefahren waren 540 Stück einschließlich 20 Läufern. Kreis Biedenkopf. JC Wallau, 17. Mai. In vorletzter Nacht entstand im Anwesen des Postinhabers K. Balzer vermutlich infolge Kurzschluß Feuer, das trotz sofortigen Eingreifens der Feuerwehr in kurzer Zeit Wohnhaus und Scheune in Asche legte. Mit großer Mühe konnte man in letzter Minute einen Knecht vorn Feuer- tode retten, der im Schlafe vorn Brand überrascht wurde und bereits bewußtlos war. Das anschließende Postgebäude, dessen Dachstuhl bereits vorn Feuer ergriffen war, konnte gerettet werden. Tumen, Spott und Spiel. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. o. An Stelle des geplanten leichtathletischen Iu- gendklubkampfes gegen „Alemannia" Aachen, der für Pfingsten von den Aachenern abgesagt werden mußte, tragen die 1900er am ersten Feiertag einen Kampf gegen die Iugend von „Sportfreunde" Siegen aus. Die Siegener Iungens dürften der Gießener Leichtathletikgemeinde von ihren früheren Starts bei den nationalen und Iugendwettkämpfen der Spielvcrcinigung noch in bester Erinnerung sein. Inzwischen hat dec Siegener Verein eine weitere große Aufwärtsentwicklung in Leichtathletik und Handball genom- nicht im Kopse behalten. Wer verübelt es ihm? Nun hatte er ein Mittel erdacht, um sein Gedächtnis zu unterstützen. Er ließ sich für jede seiner Romangestalten eine Papierpuppe anfertigen. Die Serie hing an der Wand, über dem Schreibtisch. War einer der Helden tot, flog die Puppe unter den Tisch. Die Gefahr, einen schon gestorbenen Mann in der Romanhandlung wieder auf leben zu lassen, war damit für Dumas gebannt.— Einer seiner Freunde, der diesen Arbeitstrick ' kannte, machte sich den Spaß, fein säuberlich eines der unter den Tisch verdonnerten Papiermännchen auszuheben und wieder in die lange Reihe der Lebenden einzufügen. Sofort ereignete sich das Wunder: In einer der nächsten Fortsetzungen lebte Herr Andr6 oder Charles in luftiger Unbefangenheit, wiewohl ihn die Leser bereits Wochen zuvor beweint hatten. Dumas kam nicht in Verlegenheit. Durch Anfragen aufmerksam gemacht ließ er in der nächsten Fortsetzung den Tod dieses Andrö für einen Scheintod erklären, die Handlung kräuselte sich ein wenig, ehe sie Andre dem vorbestimmten Schicksal bann doch noch zuführte; aber die sogenannte Ryman- Logik (falls es so etwas gibt) war nicht angetastet. Nicht jeder Autor hat dieses beneidenswert leichte, unverbindliche Verhältnis zu seinen Geschöpfen. Flaubert wurde tagelang den Geschmack des Giftes nicht los, mit dem seine Do- vary sich vergiftet hatte. Der Roman ist abgeschlossen, eine imaginäre Welt versinkt, leidenschaftliches Gestammel und erregte Gebärden erlöschen mit einem Schlage, gleichzeitig, wie die vielen elektrischen Lichter eines großen Saales. Durch die Fenster bringt Morgengrauen ein. Wirklichkeit. Aber es ist dieselbe Wirklichkeit, die man verlassen hat, ehe man sich in den dunklen Schacht der Arbet gestürzt hat, besinnungslos Träumen hingegeben? Es könnte licht geschehen, daß man die Kontinuität nicht wiederfindet, wenigstens nicht sofort. Freundlich begrüße ich einen alten Bekannten, er toeufct zurück. Ach so, wir haben uns ja im letzten Moment, ehe ich mich dem Endspurt der Handlung auslieferte, empfindlich gezankt. Ich habe cs vergessen, Pardon. Ich dachte, bah wir zuletzt gut miteinander gestanden sind. Eine Le- benswoche war dem Bewußtsein entschwunden, langsam nur taucht sie wieder auf. Sollte ich nun in überstürzter Weise Schulden zu zahlen beginnen, die in den Büchern meiner Gläubiger bereits gestrichen sind, so werden diese Menschenfreunde hiermit ersucht, mich auf meinen Irrtum aufmerksam zu machen, die doppelte Zahlung redlich zurückzuweisen. men, so bah 19008 Nachwuchs vor eine recht schwere Aufgabe gestellt ist. Wenn die Gießener auch im Wettkampf mll den im Training gezeigten Leistungen aufwaxten können, so darf man ein zufriedenstellendes Abschneiden erwarten. Zeitschriften. — Daß die Krisis des Theaters nicht die unbedeutendste Teilerscheinung der ganzen heutigen Kulturkrisis und Zeitwende ist, davon überzeugt am stärksten eine umfassende Zu- sammenfchau des Theaterproblems von heute, wie sie bisher noch nirgends gegeben war und jetzt im neuesten, hochbedeutsamen Sonderheft der Süddeutschen Monatshefte (München) ..Das Theater" vorliegt. Sowohl die geistige wie die materielle Seite der Theaterkrise wird hier von berufensten Vertretern. von Dichtern und Bühnenleitern in geradezu grundlegender Weise untersucht. Die große kulturelle Rot unserer Zeit wird hier erschütternd offenbart und überraschend stark die ungeheure Bedeutung des Theaters für die Gestaltung der Zukunft gezeigt, aber auch der heute schon begonnene unerschrockene Kampf der Besten um die Hinüberführung des deutschen Theaters aus der Zeitenwende. „Die B ö t t ch e r st r a ß e" (Angelsachsen-Ber- lag G. m. b. H., Bremen), hat ihr 10. Heft dem Thema „Weltyumor und Weltsatire" gewidmet. Oskar Walzel, Bonn, spricht über die ironische Umkehr des Wortsinns, Paul Partes, Kopenhagen. über Ludwig Holberg, den heute xu Anrecht fast vergessenen nordischen Lustspieldichter. Recht unterhaltsam ist eine Groteske von Karel Capek, Prag: „Die seltsame Zelle", und eine Reihe von Schwänken des Abu l'Akl von M. B- Ben Gavriel, Jerusalem. Michail Koljzow, Moskau, gibt interessante Ziffern über die Auflagen satirischer russischer Zeitschriften. Kunst und Wissenschaft. Schreker-Premiere in Main;. Bon Franz Schreker, dem Direktor der Berliner Hochschule für Musik, ging im Mainzer Stadttheater ein wenig bekanntes Werk in Szene. Es handelt sich um das 1913 entstandene, ursprünglich dreiaktige Opern-Mhsterium „Das S p i e l w e r k", das der Dichterkomponist vor etwa zehn Jahren zu einem Einakter umgeformt hat. 3n dieser Form ist es bisher nur ein einziges Mal in München unter Bruno Walter zur Diskussion gestellt worden. Der Versuch des Mainzer Generalmusikdirektors Paul Breisach, das Werk abermals zu szenischem Leben zu erwecken, war von starkem Crfolabegleitet. Der anwesende Autor, dessen Gattin,^Maria Schreker, die weibliche Hauptrolle übernommen hetie, wurde vielmals hervorgerufen und neben den Hauptdarstellern stürmisch gefeiert. Deutscher Tvisfenschofter-Verband. Der Deutsche Wissenschafter-Berband, in dem die Kartelle der wissenschaftlichen Verbindungen zusammengeschlossen sind, zur Zeit etwa 800 Aktive und 9000 Alte Herren, begeht in der Pfingst- Woche in Jena seinen 7. D. W. V.-Tag. Die Tagungsfolge bringt wissenschaftliche Vorträge bedeutender Gelehrter der Jenaer Universi- tät und anderer Jenaer Forschungsstätten, geschäftliche Sitzungen, Festkommers und abschließenden Ausflug nach Dornburg. Vor der Tagung halten die einzelnen D. W. V.-Kartelle ihre Verbandstage ab. Der Arnstadter Verband Mathematischer und Naturwissenschaftlicher Verbindungen tagt in Arnstadt in Thüringen, die beiden theologischen Kartelle kommen in Schmalkalden zusammen und beschließen ihre Verschmelzung: oas Dornburg-Kartell geisteswissenschaftlicher Verbindungen tagt in Dornburg a. d. S. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) LffenerBricf an dieReichsbahnverwaltuug Mit Schaudern liest man täglich in den Zeitungen von Zusammen st ößen zwischen Auto und Eisenbahn, ohne daß eigentlich geeignete Schritte, dies zu verhindern, seitens der Reichsbahn unternommen werden. Gewiß, es heißt an allen Ecken und Enden sparen, damit wir unseren Reparationsverpflichtungen nachkommen können, aber wie viele wertvolle Menschenleben werden durch solche Zusammenstöße vernichtet, die für unser armes Vaterland noch sehr Wertvolles hätten leisten können. Wenn man die Tageszeitungen, die über solche Ereignisse berichten, aufmerksam verfolgt, dann wird man herausfinden, daß die meisten Fälle zur Nachtzeit passieren. Wie ist dem entgegenzutreten. und zwar in der Hauptsache auf solchen Eisenbahnstrecken, wo die Straßenüber- gänge nicht durch Schranken gesichert sind? Ich will gleich mit der Türe ins Haus fallen: „Es liegt an der schlechten Beleuchtung der Lokomotiven." Jeder Kraftfahrer fährt nachts, bzw. bei eintretender Dunkelheit sicherer als am Tage, weil er entgegenkommende Fahrzeuge schon von weitem an dem Lichtkegel der Scheinwerfer erkennt. In diesem Falle fährt er vorsichtiger, stoppt ab, blendet zu gegebener Zeit ab, und kann, wenn sich irgendwie ein Hindernis zeigen sollte, sofort halten. Betrachten wir uns einmal die Beleuchtung der Lokomotiven etwas näher. Bei den älteren oder auch bei kleinen Maschinen haben wir heute noch, wo wir doch eigentlich im Zeichen der Elektrizität stehen, ganz veraltete Petroleumlampen, bei denen weder der Lokomotivführer noch sonst jemand etwas sehen kann. Modernere Maschinen sind mit Gaslämpchen versehen, die aber auch nicht mehr Licht obgeben als die vorerwähnten Petroleumlampen. Könnte sich die Reichsbohnverwaltung nicht entschließen, richtiggehende Scheinwerferlampen bei den Lokomotiven einzuführen, ähnlich denen der Autos? Die Kosten hierfür dürften doch in Anbetracht der sich hierdurch vermindernden Zusammenstöße und deren Folgen für die Reichsbahn zu tragen sein. Nehmen wir an, wir sitzen in einem Auto — und von diesen gibt es alle Tage mehr - und fahren zur Nachtzeit oder bei eintretender Dunkelheit auf einer Landstraße, wir müssen einen Schienenstrang überqueren, der nicht durch eine Schranke gesichert ist, oder der Schrankenwärter hat durch Unachtsamkeit versäumt, die Schranken rechtzeitig herunterzulassen, durch das schlechte Licht der Lokomotive macht sich diese nicht bemerkbar und bums ist das Unglück geschehen. Wenn auch bei den Klein- und Nebenbahnen das Läutewerk der Lokomotive ertönt, so ist dies durch das Motorgeräusch des Autos doch nicht zu hören. Sieht nun der Kraftfahrer von weitem schon den Lichtkegel der Lokomotive, dann ist er gewarnt und stoppt ab. Sollte nun einmal der Schienenstrang mit einer Chaussee parallel laufen, mithin sich ein Zug und ein Auto entgegenkommen, so daß beide Führer durch die Scheinwerfer geblendet werden, dann wird eben beiderseitig abgeblendet. Ebenso kann verfahren werden, wenn sich zwei Züge unterwegs begegnen. Fährt ein Zug in eine Station ein, dann blendet er selbstverständlich auch ab, wie dies die Kraftfahrer bei der Einfahrt in eine Ortschaft oder Stadt auch tun müssen. Ich bin noch nicht auf einer Lokomotive mitgefahren, aber ich glaube bestimmt annehmen zu dürfen, daß der Lokomotivführer, wenn mein Vorschlag zur Durchführung kommt, bei dem moderneren Licht eher ein Hindernis schon von weitem erkennt und so seinen Zug früher anhalten kann, als sonst. Die kleine Mehrbelastung durch die Umschaltungen des Lichtes dürfte dem Lokomotivführer meines Erachtens nichts ausmachen, zumal sich dadurch seine persönliche Sicherheit neben derjenigen der Passagiere wesentlich erhöht. Dor einigen Monaten las ich in der Zeitung, daß die Reichsbahnverwaltung sich entschlossen habe, um Petroleum zu sparen, sog. Kahcnköpfe an den Bahnübergängen anbringen zu lassen. Dies ist sehr zu begrüßen, aber ich hätte auch hierzu, wenn es noch möglich ist. einen Vorschlag zu machen, und zwar: An Stelle eines größeren Kahenkopfcs auf beiden Seiten nehme man lieber drei kleinere. Einen rechts, einen links und einen in der Mitte, dann sind alle Zweifel behoben, ob die Schranke auf oder geschlossen ist. Ich bin an keiner Lampen- oder Kahenkopf- fabrik beteiligt, habe also in dieser Beziehung kein Interesse an der Durchführung meines Vorschla-, gcs, aber freuen würde ich mich, toenn^ dis Reichsbahnverwaltung meinem Vorschläge nähertreten würde, damit die grauenhaften Unglücks- fälle nach Möglichkeit vermieden werden und manches Menschenleben gerettet wird. „Mehr Licht!" und „Unfälle verhüten!" sei die Parole, fort mit dem veralteten System der Petroleumlampen, helft alle mit, denn es heißt Menschenleben retten! Dies ist mein Wunsch, und ich hoffe nicht, daß sich die Reichsbahn»- Verwaltung meinen Ausführungen verschließt. Eduard G o n d n e r. Gießen. Darum mit vr.Thomxsons 5eifenpult>er einweichen unö mit Gzonil kochen Zuckerkrankheit® ist beilb. ohne Diätzwang. Wie, zu ert. v. d. llönigskreuzapotheke Göllheim 69 (Pfalz). Statt Karten! Statt Karten! Gießen, den 19. Mai 1929 Steinbach bei Gießen, Pfingsten 1929 Gießen (Marburger Straße 56), im Mai 1929 Löwengasse 20 03150 4429D 03180 Annerod 03087 03 090 4443D Statt Karten! Gießen (Licher Straße 17), den 18. Mai 1929 Großen-Linden, Pfingsten 1929 03140 03127 03169 Gertrud Hormei Heinrich Freiensehner geben ihre Verlobung bekannt Zohanna Wallenfels Gustav Bergan grüßen als Verlobte Ihre Vermahlung zeigen an Alfred Feuerhoff, Oberpostsekretär Emmi Feuerhoff geb. Ltngner Ihre Vermahlung geben bekannt Dr. Reinhard Rohrbach und Frau Therese geb. Bierau I Kirchenplah 23 Ihre Verlobung geben bekannt Luise Stengel Willi Weigand Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Anna Reuschling Ludwig Walle Ihre Vermählung geben bekannt Alfred Ocker Elisabeth Ocker geb. Schwalb Ihre Vermählung geben bekannt Rudolf Weber und Frau Gretel geb. Zutt Statt Karten! Emma Balser Heinrich Wallbott Verlobte Berlin-Wilmersdorf Lollar Nauheimer Straße 29 III Bahnhofstraße 3 920. Mai 1929 Gießen Hainbach (Kreis Alsfeld) Iohannesstraße 15 Gießen, Ebelstraße 11a Pfingsten 1929 Oppenrod Pfingsten 1929 Frankfurt a. M. Bellersheim Mai 1929 Assenheim Gießen Pfingsten 1929 03134 Freiburg i. Br., Hebelstraße 15 Statt Karten! 03165 Ihre Verlobung geben bekannt Berlin Gießen Darmstadt 18. Mai 1929 1929 03128 Gretel Loh Werner petzold j Verkäufe j Lchönes neues Wohnhaus Nähe der Stabt, mit frei werdender Wohnung, 8 Zimm., Küche, Bad u. schön. Garten, wegzugsh. aus der Hand zu verkauf. Sckr. Ang. u. 03147 a. d. G. A. Oie Verlobung unserer Tochter Erna mit Herrn Forstreferendar Georg Holzel beehren wir uns qnzuzeigen Earl Seibel und Frau Emma geb. Lenz Meine Verlobung mH Fräulein Erna Seibel gebe ich bekannt Georg Hölzel Forstreferendar Unsere am 11. Mai zu Schloßgut Holzhammer- Neunaigen bei Weiden stattgefundene Vermahlung beehren wir uns bekanntzugeben Alexander Ärill Oberstleutnant im Reichswehrministerium, Berlin Gwendoline Elsie Änll geb. Kordon 44320 ................. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und nreiswert die BrGhl'sche Univ.-Druckerei. R. Lang» Liefet Ziegenhain Dr. Frdr. Will). Loh ! Gießen Gießen / Berlin | Emmy Feuerstein Heinrich Steinmeyer Verlobte Motorrad-Garaoe zu verkaufen. 442OD Liebigstraße SSL, 44240 ,1 Bruno Als freudiges Ereignis zeigen wir die Geburt eines kräftigen Iungen freudigst an Hans Labor und Frau Gretel geb. Hormann Gießen, Frankfurter Straße 39 Pfingsten Saus in feiner Lage mit bezielib. 6 Zimmer wobn. zu verkaufen. Sehr. Ang. u. 03104 a. d. Gieß. Anzeiger. IheUrM Fabrikgebäude, föf. beziehbar, für jeden gewerkt. Betrieb geeignet, m. Wohnhaus zu verkaufen oder zu verpachten. Näheres A. Becker, Kepler- strafte 01, Tel. 1043 Tchöner Gavteu am Nahrungsberg mitWasferlenungzu verkaufen. Sclnifil. Anfrag, unter 03158 a. d. Gieß. Anzeiger. Auto 2 sitzig, Mod. Laubfrosch, sehr gut, Mk. 550.- Schr. Angeb. u. ,4e7D an den Gieß. Anz. *4/16 Opel-^ Limousine aut erbalten, infolge Anfchaftg. ein. größer. Wag. zu verkauf. 03049 Diczftratze 6p. Anzuseh. nur am 20. unö 21. Mai. Mk- tieftinwn ’.jto, vollständig neu hergerichtet, in. elektrischer Lichtanlage zu verkaufen. 4494D Ernst Pfaff, __Ain.enbach.____ Zu verkaufen: I Frilsehen Wagen 1 komvl. leichtes Ein- span Bferdegefchirr, 1 Häckiel-Mafchtne,. 1 Dickwurz-Müble. Groftcn-Bufeck, Bahnhoffiraße 37. MW vreisivert abzugeb. Schrtftl. Angeb. unt. I4*D a. d.Gteß. Anz. Eine eiferne Treppe 3,20 m und 3 schwere Gußfenster 85 X 1,27 zu verkaufen. 4466D Stoll, Frankfurter Str. 86 Gebrauchter Gasherd m. Eiiengestell billig abzugeben 03131 Ludwigstr. 33 L Erstklassig geleitete Küche Komplettes Frühstück Uhr 4447D Täglich 4435D Gchützerrverem e. V., Gießen 434ID 447UD Restaurant WMSWMg WMSMiW Ludwtgstrake 6. 4468D Am 2. Pf ingstf eiert a g 4493D 4433V Am 2. Pfingstfeiertag 4474V TANZ Gommeraufenihali! 03143 Sensationell! Humoristisch! Dazu: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt U3133 t Ich halte meine Lokalitäten, Vereinen Wieseck—Alt en-Buseck. 45021) SehiOQ-Cafö Marhurp 44O3C M-.Ä' & 12.45 13.25 19.25 20.05 Kaffee in Kännchen und Tassen Gut gepflegte Weine und Biere U 'S1 Gleichzeitig empfehle ich meine Lokale und Garten - Wirtschaft für Vereine und Ausflügler Heinrich Weller. 14.40 13.20 13.10 14.30 4448V Uhr llhr ausgeführt von den vereinigten Musikkorps des II. (Thür.) Batl. Eisenach, des III. (Jäger) Batl. Kassel, des Ausbild.- (Hess.) Batl. Marburg des 15. Infanterie-Regiments und des Musikkorps des Art.-Regts. Nr. 5 Fulda, unter Mitwirkung des Spielmannszuges des Ausbildungs-Batl. Leitung: Heeres-Musikinspizient Professor Hackenberger, Berlin. Uhr Uhr Uhr Uhr Start in Richtung Frankfurt a. M..... Start in Richtung Kassel............. Ankunft aus Richtung Frankfurt a. M. Ankunft aus Richtung Kassel........ Wieseck 2. pfingstfeiertag: Mittwoch: 5-Uhr-Tee 27,0 Samstag: Gesellschafts-Tanz (schwarz.Anzug) Sonntag: Nachm. Konzert, abds. Abend-Tanz Autozubringerdienst kostenlos zu allen Linien ab Ludwigsplatz, 25 Minuten vor Start Auskunft und Flugscheine : Flugleitung Gießen, Fernr. 2491 Günstige Fracht- und Luftpost-Verbindungen Jeder 500. Gast erhält einen Freiflug! — „i, ,i,nTwi--m-- Sonderzüge: Vuhbach-West ab Muschenheim an Rückfahrt: Muschenheim ab Suhbach-West an Tanznnsik InAWwIi in den Garten-Räumen ElektrolatliilerhallunfisliOHzerl Heute ab 8 Uhr abends und am 2.Pfingstfeiertag ab 5 Uhr nachm. MNUtzlMMl Festredner: Pfarrer Kayser vom Diakonissen. Haus Karlsruhe Pfarrer Tiesmeyer zu Harsleben. Der Vorstand. Karlsruhe Besitzer Karl Dorfeld empfiehlt seine Lokalitäten und seinen Garten 2826V Astoria-Lichtspiele Nur noch heute und morgen: Verrat und Der Bandit Ab Montag: Fred Thomsen in Der Rächer seiner Mutter Ein Wildwest-Abenteuer in 6 spann. Akten. — Fern.: Asta XielHen in: Das gefährliche Alter 6 interessanten Akten. ifebme ab heute in idyllisch am Walde gelegenem Guts- Hause Sommergäste auf. (3 Zimmer 5 Betten), pensions- preis 2R3JL 4.-, Familien Ermäßigung. (Auskunft auch bei Schenck'sche Rentei, Gießen, Asierweg 52). Sitzplätze: I. Platz Mk 2.00, II. Platz Mk. 1.50. — Stehplatz Mk. 0.75. Vorverkauf: Elwert'sche Buchhandlung, Reitgasse, ab Samstag, den 18. Mai, 10-13 Uhr und 15-18 Uhr. WWMW werd, sachgemäss u. preiswert gestimmt h. revar. S.ttttKss GWeo.vlOlkslGl Telephon 2403. Verkant v. neuen ii. gebr. K lav. Ludwigsburg b.Wieseck Am 3. Pfingetfeierlag TANZ-MUSIK Es ladet ein Lodwig Werner Haltestelle, der Auto-Linie Gießen— Einladung zum Lahresfest des ev. Rettungshauses zu Arnsburg bei Lich am pfingstdienstag, 21. Mai, nachm. 2 Uhr. Schlofeparktheater, Marburg Sonntag, den 26. Mai 1929, nachmittags 4 Uhr MiSitär-Grofekonzert GroWnsetk Gastwirtscbalt zum kühlen Grund 2. Pfingstfeiertag, nachmittags: Grete Tanzmusik Hierzu ladet freundlichst ein: Heinrich Brück 03141 XXk Lutherkebr Aktiendefeflküaft Oterhellen-Wau ” ' ’ 1111Hl11111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111)111111U11 Beginn des Sommer-Luftverkehrs 1929 am 21. Mai Gute Verbindungen nach dem In- und Ausland 44470 Telephon Amt Gießen 1423 am 2.Pfingstfeiertag TANZ Telephon 183 WMMsWMlGWüS Vergessen Sie nicht, im Wonnemonat Mat, der schönsten Jahreszeit, nach dem Schlfsenberg zu wandern. Reizender Blick von der herrlich gelegenen Terrasse auf die Baumblüte, den grünen Wald und daS prächtige ^andschaitsbild. Der Autoomntbuö verkehrt täglich um 15.30 Ubr ab Restauration Rbcingold, Aufruf! Für das vom 6. bis 14. Juli stattfindende Verßandsschühenfest benötigen wir eine große Zahl Privatquartiere und Autogaragen Wir bitten entsprechende Anmeldungen mit Preisangabe bis zum 21. Mai bei dem Verkehrsverein Gießen, Seltersweg 93, einzureichen. MiMM 10 Mann starke Jazzkapelle Hch.Vraun, Gastwirt Wilhelm Wagner, Gastwirt Großen-Buseck 4418D Büro Sliileilieri Am 2. Pfingstfeiertag: 6* Hesängs-Koiizerl flesArbeiterfiesanävereinsSiaufenberö Lichtspielhaus Nur noch heute und morgen: Conrad Veidt m Der Mann der lacht Ab Montag (2. Feiertag), nachmittags 3 Uhr: Der große Reise-Roman- Film in 2 Teilen, beide Teile in einem Programm Die Frau ohne Namen In den Hauptrollen: Eign Brink,Georg Alex ander, Jack Trevor Eine abenteuerliche Reise um die ganze Welt über Neuyork, Havanna. Jamaika, Florida. Los Angeles. San Franzisko, Honolulu Tokio, Kobe, Korea, Schanghai, Peking, Ceylon, Port Said, Kairo, Neapel, Berlin Und der Inhalt: gut besetzte Tanzmusik Wieseck Am 2. Feiertag LmtzmrrM bei Gastwirt 03142 Wilhelm Dsrseld eparaturen von Hin schnell und billig. Auf Wunsch Abholung. 4452D Singer Nähmaschinen Aktiengesellschaft Gießen, Marktplatz 22 Telephon 204 Eigene Werkstätte illllllllllllllllllllllllllllllHUl kXk FlngDlaiz-Cafe-Restaurant Fernruf 2491 3 \ XiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiniiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiii Modern und stilvoll eingerichtete Räume besonders geeignet für Gesellschaften und Vereinsfestlichkeiten Große Terrasse mit herrlichem Ausblick Parkplatz für Autos / Autobusverbindung 15.40 Uhr ab Ludwigsplatz - 18 00 Uhr ab Flugplatz Klein-Linien Baslhfiüs„ZürflenlstiienEidie“ Empfehle meine Lokalitäten, Saal usw. für Vereine und Ausflügler, la kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit sowie prima Export- und Pilsener Biere, reine Weine. Gelegenheitzum Tanzen zu jeder Zeit, da elektrisches Orchester vorhanden. Eigene Schlachterei. Um geneigten Zuspruch bittet 4450D Franz Rathenow. Kurhaus Bad-Nauheim/Groher Bühnensaa Abonnements-Einladung für die Deutschen Meister-Fastspiele Mozart* Beethoven Unter Mitwirkung des Staatlichen Kurorchesters. Leitung: Generalmusikdirektor Heinz Bongartz. I. FcstvcranstahnnR: Donnerstag, den 30. Mal 1929. abends 7*/$ Uhr Figaros Hochzeit Oper in 4 Aufzügen von Lorenzo da Ponte. Musik von Wolfgang Amadeus Mozart. Besetzung der Hauptrollen: Gräfin (Kammersängerin E. Feuge-Friederich, Staatsoper München), Graf (Theodor Heran d. Neues Theater. Leipzig), Susanne (Henny Neumann- Knapp. Opernhaus Köln), Figaro (Hubert Mertens. Opernhaus Köln). Cherubin (Kammersängerin Marti Schellenberg, Staatsoper München). II. Festveranstaltung: Sonntag, den 2. Juni 1929, nachmittags 5 Uhr Grobes Orchester-Kouzert / Ladwiß van Beethoven Solist: Professor Frederic Lamond, Berlin (Klavier). 1. Eg- • mont Ouvertüre, 2. Klavierkonzert G-dur. 3. Sinfonie Nr. 5 Cm oll. Orchester: Has verstärkte staatliche Kurorchester. III. Festveranstaltung:: Donnerstag, den G. Juni 1929, abends 71/? Uhr Fidelio Große Oper in 2 Aufzüg. Bearb. nach dem Französischen von Sonnleithner u. Treitschke. Musik L. v. Beethoven. Szenische Leitung: Oberspielkit. Josef Gare-s, Opernhaus Frankfurt-M. Fidelio (Henny Trundt, Kölner Oper und Bayreuther Festspiele). Florestan (Kammersänger Gottheit Pistor, Stildt. Oper Hamburg u. Bayreuther Festspiele). Pizarro (Kammersänger Emil Treskow, Opernhaus Köln), Rocco (Ernst Oslerkamp. Neues Theater Leipzig). Marzelliue (Kammersängerin Marti Schedenberg. Staatsoper München). Änderung in der Besetzung durch Erkrankungen Vorbehalten. Preise der Plätze: Im Abonnement für diese 3 Festveranstaltungen Logen 24.—. I. Saalplatz 20.—. II. Saalplatz und Mittelempore 1. Reihe IG.—, HI. Saalplatz und Mittelempore 2. bis 5. Reihe 12.—. Mittelempore hintere Reihen 9.— Mark. Die Preise dieses Abonnements bringen für die Besucher eine bedeutende Ermäßigung gegenüber den Einzelpreisen einer jeden Veranstaltung. 4488D Der Verkauf der Abonnements findet statt an der Theaterkasse im Kurhaus (10-12'/,. 4—6'/< und 8—9'/« Uhr). Gießen: Musikalienhandlung Chaliieiv Neuenweg 9: Reisebureau S. Loeb (Agentur der Hamburg Amerika Linie) Seltersweg 93. Schrift). Vorbestellungen sind unter Hinzu tügungdes Abonnementsbetrages an die. Hessische Bad- u. Kurverwaltung, Geschäftszimmer Kurhaus, zu richten. Auch erfolgen Zusend unt. Nachm Schluß d. Vorbest, f. d. Abonnement 25. Mai 1929 Adam Lackfisch Hofgut Sorge bei Burg - Gemünden in Oberhessen. Jagdschlößchen Dutenhofen Am 1. Feiertag ist mein Lokal von 2 Uhr nachmittags ab für den ganzen Abend geschlossen V. Loh / Zum Augustiner. Das populäre Bi er-Restaurant Zum Löwes befindet sich Neuenweg 28 von Gastwirt Ludwig Böpp Nutenhokesr! Oeffenllicher Tanz am 2. Pfingstfeiertag. Es ladet ergebenst ein 4473D F^Webcr „ZumGambrinus" Weltersburg 3. Pfingstfeiertag, nachmittags von 4 Uhr ab Tanz-Musik und Gesellschaften bestens empfohlen. ----------------— — --------- Inh. Carl Spangenberg / Schönste Aussicht Marburgs 4497D’______________» SsltshGüeVereiiie.v.Weii tut otöeaii. UWeM-Bettoiihmo am Montag, dem 27. Mai 1929, 17 Uhr, im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstr. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht über das Jahr 1928 2. Rechnungsabschluß s. das Geschäftsjahr 1928 3. Bestimmung zweier Rechnungsprüfer für das Iahr 1929 4. Auslosung oon Anteilscheinen gemäß h 6 der Satzungen! 5. Mitteilungen. 4i»oo Oie Teilnahme an der Mitgliederversammlung ist nur gestattet gegen Vorzeigung der Anteilscheine am Eingang zum Sitzungssaal. Gießen, den 15. Ma, 1929. Oer Vorstand: Dr. Hamm. Narb UMMlMisl verzinnt 03,60 ElMMIiieii u. sonst. Gebrauchsgegenstände Stuvieridimicbc u. Vcrzinucrei Petri,WcUtteinstr. Barihreiiüliölz oienfertig. Anscuer- boU, eichene Gartcnpfosten. 3. Welchöfer, «crnivr.743. ^7P Prima WMi» per Liter 65 Ps. zu verlaufen. 4279D Ludw. Koiilermann lll, Bleichstrasse 12. hält i """"ninniiiii 2l..Mai ,d 'hr Ihr Ihr ■Ihr 25 Knuten 491 dun^n tert 447dl ta Mk. 015. 'Smstag, den kurz & 4 Uhr Wz i 183 *cs H. (Thür.) ies Ausbild., giments und *< unter Mit- Wungs-M Professor RlWkSS im Vonne- iienZabreö- ffenberg zu r Blick von en Terraür den grünen l'anbldiaiibbilb. ckehri täglich um ion Rbrinaold, MV tfeiertag Bi m ten^Räumen MW tt M iciertag. 44730 |USjL.r t eiD^Gie0.60 sburg flSlS yiusik hz6l,,8J«* Wi t. haft Ihr "m'Sww* .rtiJÄ MA ki-WMh SÄ**’ ll^eintn M'2°ig dec |cg^äung0iaoL 10' Nr. U5 Dritter Blatt Oer Gießener Voranschlag für 1929c ii. Neben den Steuervorschlägen im Kapitel »Finanzverwaltung" ist es das Kapitel »De - triebsverwaltun g", dem man bei der Betrachtung des Voranschlages besondere Aufmerksamkeit zuwenden wird. Dieses Kapitel verzeichnet sür das Rechnungsjahr 1929 bei einer Einnahme von 1 101 827,66 Mk. und einer Ausgabe von 490 458,12 Mk. einen Lieberschuß von 6 1 1 369,54 Mk., gegenüber 1928 mit einer Einnahme von 953 210,66 Mk., einer Ausgabe von 437 884,78 Mk. und einem Lleberschuh von 515 325,88 Mk. Die Steigerung des Lleber- schusscs zugunsten der allgemeinen Verwaltung beläuft sich also gegenüber dein Vorjahre auf 96 043,66 Mk. 2m einzelnen sind in diesem Kapitel mit Lieberschüssen für 1929 aufgeführt (die Zahlen des Vorjahres sind in Klammern beigefügt: Elektrizitätswerk 240 000 (235 000) Mk., Gaswerk 210 000 (210 000) Mk., Wasserwerk 210 000 (110 000) Mk., Märkte 11 556 (6146) Mk., Eichanstalten 2922 (2372) Mk., Waaganstalten 8335 (10 130) Mk., Sand-, Kiesgruben, Steinbruch usw. 6000 (6000) Mk., Desinfektionsanstalt usw. 1545 (1575) Mk. Zuschüsse erfordern die Straßenbahn 31 952,34 (25 486) Mk., Friedhöfe 8623,12 (11 640,12) Mk., Feuerlöschanstalten 31 113(23 865) Mark, Beiträge zu sozialen Versicherungen 7300 (4906) Mk. Der Betrieb des Schlachthofes gleicht sich mit 188 710,78 (178 110,78) Mk. aus, ebenso das Volksbad mit 80 000 (71 285) Mk. Besonders bemerkenswert ist bei diesem Zahlenvergleich die Steigerung des Lieberschusses beim Wasserwerk um 100 000 Mark. Die Stadtverwaltung will dieses Ergebnis dadurch herbeiführen, daß sie den im vorigen Jahre von der Stadtverordneten-Versammlung nur teilweise genehmigten Antrag, den Wasserpreis auf 28 Pf. für den Kubikmeter zu erhöhen, dem Stadtrat erneut zur Zustimmung unterbreitet. Die Verwaltung sagt hierzu in ihrer Denkschrift zum Voranschlag: „Die Stodtverordneten-Vers amm- lung hatte dem Antrag der Stadtverwaltung auf Erhöhung des Wasserpreises im Vorjahre nur teilweise entsprochen, indem sie den Preis von 15 Pf. auf 20 Pf. erhöhte, wodurch noch nicht einmal der in der Vorkriegszeit und bis 1919 bestandene Preis von 25 Pf. erzielt wurde. Die Finanzlage und die Notwendigkeit des Ausgleichs des Voranschlags ohne Fehlbetrag zwingt nunmehr unbedingt dazu, durch Festsetzung des Wosscrpreiscs auf 28 Pf. die vorgesehene Mehr- cinnahme herbeizuführen." Man muß den Ausführungen der Stadtverwaltung natürlich ernste Beachtung und volle Würdigung zuteil werden lassen. Für sie dreht es sich bei aller Rücksichtnahme auf die Bürger doch in erster Linie daruin, vor allen Dingen den Voranschlag auszugleichen. Auf der anderen Seite darf man aber auch nicht als geringfügig veranschlagen, daß die geforderte Wasserpreiserhöhung von 20 Pf. auf 28 Pf. eine ansehnliche Mehrbelastung der Einwohnerschaft bedeutet und daß wir bei der Annahme des Antrages der Verwaltung durch den Stadtrat über den Vorkriegspreis von 25 Pf. je Kubikmeter Wasser hinauskämen; allerdings würde letzteres gerade keine Einzelerscheinung sein, sondern nur den allgemeinen Preissteigerungsverhältnissen entsprechen. Die von der Verwaltung vorgcschlagene Wasserpreiserhöhung muß ober auch noch unter einem anderen Ge- üchtswinkcl betrachtet werden. Sie ist ein Weg zur Vergrößerung der städtischen Einnahmen, auf dem nicht nur — wie bei der Gewerbesteuer und der Grundsteuer — einzelne Kreise der Bürgerschaft allein belastet werden, sondern ’ic. nimmt alle Benutzer der Wasserversorgung auch in gleicher Weise nach dem Maßstab einer gerechten Pflichtenverteilung bei gleichen Leistungsforderungen in Anspruch. Leider ist es eben durch den Wegfall der kommunalen Steuerhoheit für die wichtigsten Steuergebiete und die steigende Inanspruchnahme der Gemeindefinanzen dahin gekommen, daß die Verwaltungen immer mehr zu dem Mittel der indirekten Steuererhebung auf dem Wege der Erhöhung der Werktarife Roman einer Nacht Von paul Rosenhayn. (Schluß.) Während sie den Hörer niederlegte, vernahm !ie deutlich das Rattern eines Autos, das sich 1 näherte. Sie ging ans Fenster. Der Wagen hielt vor der Pforte. Behutsam öffnete sie einen Fensterflügel und machte dem Ankömmling ein Zeichen, ins Haus ■ • zu kommen. Er stieg aus und ließ einen prü- i lenden Blick über die Villa gleiten, die im 1 Glanze der jungen Morgensonne vor ihm lag. Dann ging er langsam in den Garten hinein. Sie öffnete selbst die Haustür. „In zehn Minuten bin ich fertig!" „Ich werde warten. Im Auto." Sie schüttelte den Kopf. „Komm herauf!" Er ging ungläubig neben ihr die Treppe R Hinauf; verliebt faßte er nach ihrer Hand. „Wie kalt deine Hände sind!" Sie nickte und stieß die Tür zum Boudoir | «Ulf. Er wollte sie vorangehen lassen; aber sie irängte ihn sanft hinein. Behutsam machte sie die Tür zu. Dann drehte sie den Schlüssel im schloß herum und zog ihn ab. „Warum tust du das?" fragte er unruhig. Sie blickte lauschend zum Fenster. „Wegen h 6er Zofe." „Ist denn die Zofe schon aufgestanden?" Sie antwortete nicht. Sie sah an ihm vorbei I ins Leere. „Du bist so seltsam," sagte er mit einem Unter- r; ton des Argwohns in der Stimme. „Was ist | dir?" Er ging auf sie zu und wollte sie umarmen. | Sie wich vor ihm zurück. „Gereut es dich? I Bringst du den Mut nicht auf, dies Haus zu verlassen?" „Doch," sagte sie tonlos, „ich bringe den Mut 1 zu ganz anderen Dingen auf.“ I Wieder sah er ihr unruhig ins Gesicht. Lind Plötzlich, in einem jähen Erkennen, ging er auf lie zu: Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) greifen müssen, um für ihre Aufgaben Deckungs- mittel zu beschaffen. Der Stadtrat wird zu prüfen haben, ob er zur Deckung des Bedarfs des in feiner Gesamtheit als recht gespannt zu bezeichnenden Voranschlags die Verantwortung für die volle Wasserpreiserhöhung auf 25 Pf. je Kubikmeter übernehmen kann. Er wird dabei, trotz aller Rücksichtnahme auf die Leistungskraft der Bürger, nicht übersehen dürfen, daß einmal der Ausgleich des Voranschlags unter keinen Umständen gefährdet werden darf, daß anderseits aber auch das Gebot der steuerlichen Gerechtigkeit zu beachten ist und seine Erfüllung gegebenenfalls auch zu einer Entscheidung zwingt, die vielleicht bei einem Teile der Bürgerschaft wenig populär sein wird. Der Haushalt der Straßenbahn für 1929 erfordert einen Mehrzuschuß gegen 1928 von 6466,34 Mk. Hier treten erstmals die Zinsen in Höhe von 18 880 Mk. für das Darlehen zur Erweiterung des Wagenparks in Erscheinung. Für die Beschaffung von weiteren sechs Trieb- und einem Anhängewagen hat die Stadtverwaltung bekanntlich im Oktober v. I. einen Kredit von 232 000 Mk. zur Verfügung gestellt, der auf die Rechnungsjahre 1928 und 1929 verteilt werden soll; für 1929 sind hiervon in der Dermögens- rechnung des Betriebs 135 000 Mk. vorgesehen. Daß diese Erweiterung des Wagenparkes nötig war, — viel nötiger als die Gleisschleife hinter dem Schützenhaus, die uns jährlich allein mit 1980 Mk. Zinsen belastet —, kann nicht bezweifelt werden. Man vergegenwärtige sich nur die Inanspruchnahme der Straßenbahn bei großen Veranstaltungen in der Volkshalle, wie erst kürzlich beim Strauß-Konzert und in einigen Wochen beim Schützenfest, und man denke auch an die Erweiterung unseres Strahenbahnnehes nachWieseck, mit der wir in einigen Jahren als Betriebs» faftor zu rechnen haben werden, für den es beizeiten vorzusorgen gilt. Llnter diesen Umständen müssen wir eine erhöhte Zuschuhleistung an die Straßenbahn als wirtschaftlich notwendig übernehmen. Ob dieser Zuschuß aber in voller Höhe zur Wirklichkeit werden wird, erscheint doch etwas fraglich. Man findet nämlich die Kilowattstunde elektrischer Energie für den Antrieb der Straßenbahnwagen mit 17 Pf. (im Vorjahre 20 Pf.) veranschlagt. Dieser Preis erscheint uns noch etwas reichlich bemessen, da es sich beim Straßenbahnbetrieb als einer Abteilung des gesamten städtischen Elektrizitätsunternehmens doch um Eigenverbrauch handelt, für den aber nach früheren Aeußerungen in der Stadtverordneten-Dersamm- lung ein niedrigerer Strorngestehungspreis, als hier angeseht, in Betracht kommen dürfte. Wenn wir auch nicht der Ansicht sind, daß die Rechnung des Straßenbahnbetriebs auf den reinen Selbstkostenpreis aufzubauen ist, so glauben wir aber doch darauf Hinweisen zu müssen, daß unsere Straßenbahn nicht eine so starke Belastung des Stadtsäckels ist, als sie hier nach dem Voranschlag erscheint. Wir werden bei diesem Betrieb zwar keinen Dargewinn erzielen können, aber auf der anderen Seite wird der Zuschuß innerhalb einer Grenze bleiben, die man als erträglich und verkehrswirtschaftlich annehmbar bezeichnen darf. Eröffnungsiagung der hessischen Landwirischastskammer. WSN. Darmstadt, 16. Mai. Heute fand im Sitzungssaals des Landeskirchentages die erste Tagung der neugewählten Hessischen Landwirtschaftskammer statt. Präsident Oeko- nomierat Hensel eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in der er zunächst die Vertreter der hessischen Regierung, Ministerialrat Becker und Ministerialrat Bauer, begrüßte und mit warmen Worten des wegen seines hohen Alters zurückgetretenen Vorstandsmitgliedes Oekonomierat Hahn, sowie der im Jahre 1928 verstorbenen Mitglieder gedachte. Der neue Kammervorstand. Präsident Hensel stellte die Beschlußfähigkeit der neuen Kammer fest. Ohne Debatte wurden Aenderungen der Satzungen angenommen. Zum erstenVorsitzenden wurde einstimmig Präsident Hensel wiedergewählt, zu stellvertretenden Vorsitzenden ebenso einstimmig Glaser (Nordheim) und Mossel (Marienborn). Präsident Dekonomicrat Hensel dankte für seine Wiederwahl und führte dann u. a. aus: Schwer liegt die Hand des Schicksals auf der deutschen und besonders unserer hessischen Landwirtschaft. Die Hoffnung, daß das Jahr 1928 ein Wendepunkt zum Bessern für unsere Landwirtschaft werden möchte, hat sich nicht erfüllt. Die Rot der Landwirtschaft ist riesengroß, sie kann kaum noch größer werden und wird verstärkt durch die Zerrissenheit und Uneinigkeit in unfern eigenen Reihen. Ein weiteres Jahr der schweren Enttäuschung liegt hinter uns. Steuerliche Entlastung, die wir erhofften, blieb aus. Es wurde uns zwar im Reichstag und bei der Reichsregierung versichert, daß ihnen die Notlage der Landwirtschaft bekannt sei, aber dabei blieb es. Unter diesen tieftraurigen Verhältnissen haben sich die Führer der größten deutschen Organisationen zusammengefunden, um der Reichsregierung ein Rentaoilitätsprogramm zu überreichen. Schon seit Wochen ist das Programm überreicht, doch hat die Reichsregierung dazu noch keine Stellung genommen. Die unerträglichen Zinsen» laften bringen Groh-, Mittel- und Kleinbetriebe in allen Teilen Deutschlands, auch bei uns in Hessen, zum Erliegen. Lieber die Umschuldungsakt ion wird berechtigte Klage geführt, daß die Beschaffungskosten zu hoch seien. Die sozialen Lasten steigen ins Unerträgliche. Dazu kommt noch mindestens eine Milliarde für Erwerbslose jährlich. Dabei die innere Zerrissenheit des Volkes, das sich nicht aufraffen kann und mag zu einer Einheitsfront, welche im Hinblick auf die Verhandlungen in Paris, wo uns Sklavenketten für ein ganzes Menschenalter geschmiedet werden, das einzig Richtige wäre. Wir in Hessen empfinden die Schwere der Lage durch unser besetztes Gebiet weit mehr als diejenigen, die weit vom Schuß sind. Wir. die wir nun berufen sind, in der Landwirtschaftskammer für die hessische Landwirtschaft zu wirken, wollen nichts unversucht lassen, das angestrebte Ziel zu erreichen. Wir wollen besonders Hüter und Wahrer der Rechte sein, die uns durch das Selb st verwaltungsrecht in der Landwirtschastskammer gesetzlich zusteht. Glückwünsche der Regierung. Ministerialrat Becker überbrachte für die hessische Regierung und besonders den durch die Verhandlungen im Finanzausschuß verhinderten Minister Korell die Glückwünsche zu der neuen Verhandlungsperiode. Tic weiteren Vorstandsmitglieder. Die Gruppen traten darauf in einer Pause zusammen, um sich über die Wahl der vier weiteren Vorstandsmitglieder schlüssig zu werden. Rach der Pause entspann sich eine längere Debatte über diesen Punkt. Aus der Zettelwahl gingen schließlich als gewählt hervor: Setttoeilcr 44 Stimmen, Korell 45, (Sela r i u 8 44 und Bundschuh ,25 Stimmen. Abg. Blank (Zentr.) beklagte dieses Ergebnis. Zu Ehrenmitgliedern wurden einstimmig Oekonomierat Leidiger, Darmstadt, und Hahn, Heßloch, ernannt. Die Mitglieder der 14 Kommissionen wurden nach Vorschlag berufen. Generaldirektor Dr. Hamann erstattete sodann zu einzelnen Punkten des Geschäftsberichtes mündlich Bericht und behandelte eingehend die Lage der Landwirtschaft „Gib mir den Schlüssel!" „Gib den Schlüssel her! Augenblicklich!" „Rein!" sagte sie. Er packte sie am Arm und entwand ihr den Schlüssel. Sie eilte ans Fenster, mit einem verkrampften Lächeln drehte sie den Kopf zu ihm herum. Man hörte das Knirschen des stoppenden Wagens. „Wer ist das?" „Mein Mann!" „Wußtest du, daß er kommen würde?" „Ich habe ihn gerufen." „Was sind das für Narrenspossen?" „Ich weiß alles, Fedor, es hat keinen Zweck mehr, mich zu belügen. Riedinger hat alles ein» gestanden; Marcelle Krenh hat die Beweise beigebracht, daß du nicht nur ein Spion, sondern auch der Mörder Remisows bist." „Das ist Irrsinn!" Schritte kamen die Treppe herauf. „Mein Mann," sagte Linda, „mit den Beamten." „Du hast mich also verraten?" „Ja, ich habe dich verraten, Fedor!" Er ging auf sie zu. Sie sah ihm in die Augen und schrie auf. Er ging langsam, wie einer, der seines Opfers sicher ist. Sie sah ihm unablässig in die Augen; in diese dunklen, erbarmungslosen, tiefen Augen. Schritt für Schritt wich sie zurück; in immer gleichem Abstande folgte er ihr. Es gelang ihr, die Tür aufzustoßen. 'Blitzschnell schlüpfte sie ins Nebenzimmer und schlug die Tür hinter sich zu. Der Schlüssel fehlte. Sie umklammerte den Drücker mit ihren letzten Kräften und hielt ihn in ihrer Todesangst fest. Gellend schrie sie auf. Aber jene Schritte auf der Treppe waren verstummt; war das alles Spuk gewesen, Täuschung? Spiel ihrer überreizten Nerven? Es hämmerte gegen die Tür. Die Kräfte verließen sie. Langsam ging der Drücker nieder .... In diesem Augenblick sagte eine wohlbekannte ruhige Stimme: „Nun, mein Kind?" Sie schrak auf; verwirrt blickte sie um sich Dort, zu ihren Häupten, brannte die Ständerlampe; ihr tröstliches Licht schimmerte auf den seidenen Kissen. Sie vermochte dies alles noch nicht zu begreifen, so völlig verwirrt und abwesend waren ihre Gedanken. „Nun, mein Kind?" Es war ihr Mann, der mit zärtlichem Lächeln auf sie zuging. „Wo ist — wo ist — ?" „Du bist noch nicht umgezogen?" fragte er kopfschüttelnd. Sie sah an sich nieder. Dabei fiel ihr Blick auf das Magazin, das ihrer Hand entglitten war, und das aufgeschlagen zu ihren Füßen auf dem Teppich lag. Er bückle sich und hob es auf. „Totentanz der Liebe" las er. „Das ist die berühmte Novelle, von der alle Welt spricht!" „Wo ist Fedor Sokoloff?" fragte sie beklommen. „Fedor Sokoloff? Fedor Sokoloff?" wiederholte er erstaunt. „Warte einmal — hier in dieser Novelle sehe ich den Namen: Fedor Sokoloff. Jetzt begreife ich's: du hast dich in diese Novelle so verlieft, Liebling, daß du alles andere darüber vergessen hast: mich — und den Ball — war's denn wirklich so spannend?" Sie nickte matt, mit geschlossenen Augen; er hielt das Buch unter das Licht der Lampe und las die letzten Worte: „Die Kräfte verließen sie; langsam ging der Drücker nieder ....“ Verwirrt sah sie ihm ins Gesicht, immer noch unfähig, dies alles zu begreifen; sie blickte im Raum umher. Dort lag das Buch. „Mein Gott!" Sie atmete schwer, die Hand auf das pochende Herz gepreßt. Und dann begriff sie: ihre Gedanken, ihre Träume hatten sich hinübergesponnen aus den bunten Geschehnissen dieser Novelle in ihr eigenes Schicksal. Verführt durch die Ähnlichkeit der handelnden Personen, durch die entfernte Uebereinstimmung ihrer Beziehungen, war sie restlos eins geworden mit der Linda Andersen jener Novelle, daß sie eine Stunde lang geglaubt halte, alle diese Dinge selbst zu durchleben. Konnte das Ich so verdrängt werden? So völlig übetgefjen in ein Samstag, (8. Mai 1929 und die aktuellen landwirtschaftlichen Fragen. In der sehr ausführlichen Debatte sprachen dann die Abgeordneten Korell, Ministerialrat Becker. Häuser, Hensel, Glaser, Göckel - Langen. Winkler, Lutz und Mossel » Marienborn. Eine Nachprüfung der hessischen Spitzenbetriebe nach der Cinheitsbewertung sei von den zuständigen Stellen zugesagt. Das Ergebnis der Aussprache fand Ausdruck in der einstimmigen Annahme folgender Entschließung: „Die Landwirtschaft hat die Notwendigkeit einer Rationalisierung. Qualitätsverbesserung und Standardisierung ihrer Erzeugnisse erkannt und sucht diese Maßnahmen der landwirtschaftlichen Selbsthilfe mit allen ihr zu Gebote stehenden Kräften durchzu» führen. Sie dankt der Reichs- und Landesregierung für die Bereitstellung der Mittel für diese Zwecke, bittet aber, diese Mittel in größerem Umfange zu gewahren und der Landwirtschaftskammer zu überweisen, weil die Landwirtschaft infolge ihrer Kapitalarmut nicht in der Lage ist, die Schwierigkeiten aus eigener Kraft allein zu meistern. Sie bedarf unbedingt eines ausreichenden lückenlosen Zoll- sch uh es, um wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen, damit der jahrelange Vorsprung der ausländischen Landwirtschaft auf dem Gebiete des Absatzes ihrer Erzeugnisse eingeholt werden kann. Die Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer beauftragt deshalb den Vorstand, bei der Reichs- und Landesregierung dahingehend vorstellig zu werden, daß unverzüglich alle Maßnahmen getroffen werden, die geeignet sind, eine Entlastung der Landwirtschaft herbeizuführen und die wirtschaftlichen Voraussetzungen einer für die deutsche Bevölkerung in Menge und Güte ausreichenden landwirtschaftlichen Erzeugung zu schaffen, insbesondere auch durch Bereitstellung weiterer Mittel für die Landwirtschaftskammer zum Zwecke der Qualitätsverbesserung und Absatzförderung. Die Hauptversammlung schließt sich den Notforderungen der deutschen Landwirtschaft, die von den Spitzenvertretungen der Landwirtschaft am 20. März der Reichsregierung zugeleitet worden sind, in vollem Umfange und mit größtem Nachdruck an. Ein Volk, das seine Landwirtschaft vernachlässigt, beraubt sich selbst feiner wirtschaftlichen und sozialen Grundlage. Deshalb muß die Notlage der Landwirtschaft mit allen Mitteln gehoben werden." Rechnuugsablagc und Haushaltsvoranschlag. Nach kurzer Pause wurde die Iahresrech» nung für 1927 debattelos verabschiedet. Auf Antrag Wolf-Albig wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, die die b a l d i g e R ä u- mung des besetzten Gebietes verlangt. Es folgte die Beratung des Voranschlags sür 1 9 2 9 , der mit 1 491 216 Mk. (i. V. 1 431 085 Mark) balanciert, ohne daß eine Erhöhung her Kammerumlage notwendig wird. Für die Förderung der landwirtschaftlichen Haushaltsschule werden 14 000 Mk., für die Tierzucht 14 000 Mk.. für Gemüse-, Obst- und Weinbau 37 000 Mk.. für die allgemeine Verwaltung 16 000 Mk. mehr verausgabt. Die Regierung wird aufgefordert, sich in Berlin für das allgemeine Derschnittverbot von Weißwein mit ausländischen Weißweinen einzusehen. Riffel-Bodenheim. Wolf- Albig. Dettweiler- Kleinwinternheim, Eybach ° Pfassenschwabenheim, Schönfeld und Schätzet traten für die Streichung der Winzerkredite ein. 4000 Mk. werden drei Jahre lang von der Re- gierung für die Förderung der Leistungsprüfung bei Milchkühen gefordert. Aach mehrstündiger Schatte wurde schließlich der Haushaltsvoranschlag 1929 der Landwirtschaftskammer, der Landwirtschaftlichen Haushaltungsschule in Michelstadt und 6er „Hessischen Landwirtschaftlichen Zeitschrift" angenommen. Der Ankauf des We.degutes Wesck- nihmühle zum Preise von 68 000 Mk. wurde nach sehr lebhafter Debatte schließlich gegen eine Stimme genehmigt. Phantasiegebilde, daß es ihm Blut und Existenz gab? „Ich habe jemanden mitgebracht." sagte ihr Mann lächelnd. „Weißt du. wer in Kopenhagen ist? Mein Neffe. Zufällig treffe ich ihn auf her Straße. Natürlich wieder einmal inkognito hier; fern den trüben Pflichten des Studiums!" „Lind nun. Liebling, kommt die letzte und überraschendste Neuigkeit." Ihr Mann zwinkerte listig mit den Augen. „Du kennst ihn schon, meinen Neffen. Ihr seid im gleichen Abteil gefahren, heute abend mit dem Kontinentalzug." Er ging zur Tür. Fast hätte die junge Frau aufgeschrien: der Eintretende, schwarzhaarig, mit dunklen Augen, in deren Tiefe ein Lächeln zu glimmen schien - - ihr Begleiter aus dem Eisenbahnabteil war fein anderer als der Fedor Sokoloff jener Novelle, ben ihre Träume mit jenem interessanten Begleiter aus der Eisenbahn verschmolzen hatten. Aber nein ... plötzlich kam ihr die Erinnerung: „Du erzähltest mir von einer wichtigen Mission, die dich wahrscheinlich die ganze Nacht in Anspruch nehmen würde!" „Schon erledigt," sagte ihr Mann. „Es hat sich herausgestellt, daß eine Falschmeldung uue- lag. Wahrscheinlich eine Düpierung. Der Gesuchte ist gar nicht nach Kopenhagen gekommen. Lind nun —" er zog die Uhr — „zehn vor elf. Zeit, daß wir auf den Ball kommen. Mein Nefse wird uns begleiten. Wenn es dir recht ist, versteht sich!" Sie sah dem jungen, interessanten Neffen ins Gesicht. Das waren die Augen Sokoloffs, diese schönen, gefährlichen Augen, von denen sie eine Stunde lang geträumt hatte. Das war sein ruhiges und sieghaftes Lächeln. Und hier in der Tiefe seines Blickes glomm jener verwirrende Ausdruck, der sich selbst jetzt noch, da der Bann sich löste, lockend um ihre Sinne legte. Indem sie das weihe Heft nachdenklich schloß, sagte sie mit einem schnellen und lächelnden Blick auf den jungen Gast: „2ch freue mich sehr auf diesen Abend!" Ende. w i Wandern und Reisen • Bader und Sommerfrischen. Dillenburg. Eine Perle des Nassauer Landes. Wer zum ersten Male die kleine Kreisstadt in dem Bergland zwischen Lahn und Sieg aufsucht, wird überrascht sein, in dieser Gegend des Vaterlandes ein so idyllisches Fleckchen Erde vorzufinden. Kaum vergleichlich in seiner Art und Schönheit ist das Bild, das sich dem Auge des Wanderers darbietet. Rings von waldbestandenen, bis zur Höhe von 600 Meter aufsteigenden Bergen umsäumt, überragt von dem stattlichen Wilhelmsturm, der zur Erinnerung an Dillenburgs größten Sohn, Wilhelm den Verschwiegenen von Oranien, auf den Ruinen des einstigen Schlosses errichtet wurde, gruppiert sich die ansehnliche Stadt malerisch um die ilfet des zu trockener Jahreszeit sanft dahingleitenden Dillflusses. Auf Schritt und Tritt begegnen wir den Zeugen einer glanzvollen und bewegten Vergangenheit. Hier die winkligen Gäßchen, unweit der alten Stadtmauer, die prächtige Motive für den Maler abgeben, die einzigartige, fast ausschließlich von Behörden bewoynte Wilhelmstraße in ihrem reinen klassizistischen Baustil, droben die Ruinen der einst gewaltigen Burg mit ihren mächtigen unterirdischen Gewölbekammern und Gängen, die aus mittelalterlicher Zeit stammende evangelische Kirche, in halber Derglage die Stadt überragend, mit dec Grabstätte der Ahnen des brandenburgisch-preußischen und des niederländischen Königshauses, in der Altstadt allenthalben die putzigen Fachwerkhäuser, die sich gegenseitig den Raum streitig machen und dazwischen die stattlichen Bauwerke der neueren Zeit. Ganz dicht tritt der allein im Ämkreis einer Stunde auf 4000 Hektar Fläche verteilte Wald an die Stadt heran, und die herrlichsten Duchen- bestände wechseln ab mit würzig-duftenden Fichten und Kiefern. Fast jedes der nach allen Himmelsrichtungen ausstrahlenden Täler bietet dem Spaziergänger unvergeßliche Eindrücke, zumal für gute, gangbare Wege, Ruhebänke und Schutz- Hütten Sorge getragen ist. Infolge seiner ozonreichen Luft und der trotz der Höhenlage der Stadt (230 bis 270 Meter ü. NN) günstigen klimatischen Verhältnisse ist Dillenburg zum Luftkurort wie geschaffen und wird als solcher auch seit vielen Iahren von den Bewohnern der Industriegegenden in Rheinland und Westfalen, von denen dec Rhein- und Mainebene und besonders von Holländern aufgesucht, die enge Beziehungen zu dem Geburtsort des Befreiers ihres Vaterlandes unterhalten. Dem starken Zuspruch durch Echolungssuchende hat die Stadt mit der Errichtung des städtischen Kurhauses Rechnung getragen, das unmittelbar am Walde gelegen, als die ideale Stätte der Erholung und des gesellschaftlichen Lebens der Stadt anzusehen ist. Eine Reihe guter Hotels und Gasthöfe ist in der Lage, allen Anforderungen des Fremdenverkehrs, zu entsprechen, aber auch eine Anzahl Privathäuser gewähren preiswürdige Unterkunft und Verpflegung. Dillenburg genießt unter den kleineren Städten des Rassauer Landes einen gewissen Vorzug, einmal wegen feiner zentralen Derkehrslage. dann aber auch wegen einer großen Zahl von Behörden, die es in seinen Mauern beherbergt. Die Stadt ist Sitz der Verwaltung des drei Städte und 69 Landgemeinden umfassenden Dillkreises, eines staatlichen Landgestüts mit 160 Hengsten, eines Bergrevieramts und einer staatlichen Berginspektion, hat ferner eine Bcrgschule, staatl. Gymnasium, Handelskammer, Kulturamt, zwei staatl. Dauämter, Domänenrentamt, Gewerbeaussichtsamt, Amtsgericht, Katastcramt, zwei Oberförstereien, Reichsbank, Rassauische Landesbank u. a. Dillenburg ist Schnellzugstation der Cisenbahn- hauptlinie Hagen—Gießen—Frankfurt und hat einen großen, mehr als 2 Kilometer langen Verschiebebahnhof. Eine Anzahl von Rebenbahnen, die nach dem Westerwald und den angrenzenden Gebieten der Kreise Biedenkopf, Marburg und Wittgenstein führen nehmen hier ihren Ausgang. Die Industrie ist mehr auf die Ämgegend der Stadt verteilt, so daß ungünstige Einflüsse auf die Beschaffenheit der Luft durch Rauch und dergleichen vermieden werden. Als besondere Sehenswürdigkeiten sind das Heimatmuseum, die Burg-Jugendherberge in seiner unmittelbaren Rähe, die mächtige Burgmauer krönend, und die Wilhelmslinde zu nennen, unter der Wilhelm der Verschwiegene einstmals die niederländischen Gesandten empfing, die ihn zur Befreiung des Vaterlandes vom Joche spanischer Vorherrschaft aufforderten. Die bevorzugte Verkehrsale macht die Stadt zum Ausgangspunkt für größere Wanderungen besonders geeignet. Als empfehlenswerte Ausflugsziele seien hier vor allem genannt der Heunstein mit altgermanischem Ringwall, das Forsthaus Reuhaus, ein altnassauisches Jagdhaus in schöner Waldlage, Oberscheld als Mittelpunkt des Grubenrevicrs in dem erzreichen romantischen Scheldetal, wo einzelne Gruben unter Führung eines Steigers befahren und besichtigt werden können, und Herborn, eine interessante, alte Stadt, mit altertümlichen Häusern und Toren, sowie einem noch gut erhaltenen Schloß, in dem das theologische Landesseminar untergebracht ist. Bad Pyrmont. Von Otto Buchmann. Don Rom, der ewigen Stadt, geht die Sage, daß, wer in ihren Brunnen ein Geldstück versenkt, von der Sehnsucht nach römischem Himmel und römischer Sonne nie wieder befreit wird! In die Brunnen Bad Pyrmonts kann man schon aus technischen Gründen kein Geldstück werfen, denn sie „brodeln" ihre Wasser aus tiefsten Tiefen unter einer starken Glasbedeckung. Aber trotzdem wird der, der Bad Pyrmont kennenlernte, es immer lieben und nie wieder vergessen! Auf Bad Pyrmont paßt, wie auf keine andere Stadt oder Landschaft in deutschen Landen, das Wort des Dichters Bodenbach: „Jede Stadt ist ein Seelenzustand!" Seit den ältesten Tagen treffen sich die feinsten Geister Deutschlands in diesem gesegneten Erdenwinkel, den weite Waldberge wie mit schützenden Armen umfangen. Von Bad Pyrmont aus schrieb Goethe innige Worte über die Schönheit dieses Tales, das die forellenreiche Emmer durchströmt, ein Humboldt berichtete in schwärmerischen Briefen von der „gewaltigen Lieblichkeit" dieser Berge, unter deren Bäumen — ein Denkstein gibt noch Kunde davon — Friedrich der Große kriegerische Pläne ersann. Der Ruf Bad Pyrmonts reicht bis in graueste Vorzeiten zurück. Als man sich vor Jahren an die Fassung des „Brodelbrunnens" auf dem Drunnenplahe machte, — seit dem Beginn unserer Zeitrechnung wirft dieser Brunnen unversiegbar aus dem Erd- innern seine Wasser ans Tageslicht — fand man römische Spangen und Schmuckstücke, ferner eine Denkmünze, die den Kopf des römischen Cäsaren C a r a c a l l a trug. Dieser Caracalla war ein balneologisches Genie und wird als Schöpfer der römischen Thermen und gewaltigen Wasseranlagen Roms betrachtet. Die Frauenwelt dominiert heute in Bad Pyrmont. Denn dieses Bad gehört immer noch zu den allerersten Frauenbädern Deutschlands. Geschworenen Ehcfeinden, Schopenhauerianern und allen sonstigen Verächtern des langen Haares — heute müßte man allerdings Bubikopf sagen — ist ein Abstecher nach Bad Pyrmont anzuraten. Der ärgste Frauenfeind und grilligste Hypochonder wird bekehrt, wenn er alle diese ein wenig blassen und blutarmen Frauen und Mädchen, in duftigste Farben gekleidet, jede das Glas Stahlwasser mit dem Saugstäbchen, als seien ihnen kleine gläserne Schnäbelchen gewachsen, vor dem Munde, durch die Hauptallee mit ihrem jahrhundertealten Baumbestände wandeln sieht! Diese unbekümmerte Jugend, unter der auch das Alter wieder jung wird, ganz der frohen Stunde des Sonnentages hingegeben, ist ungemein reizvoll! Man denke aber nicht, daß man nur zum Flirten, Tennisspielen und zum Faulenzen in Bad Pyrmont ist. Im Gegenteil, man muß tüchtig arbeiten. Wenn man folgsam das vom strengen Herrn Badearzt ausgestellte Tagesprogramm absolvieren will, ist tatsächlich jede Minute des Tages ausgefüllt. Als ich jüngst auf einer Dank in den „französischen Anlagen" des Kurgartens sitze, wo groh- mächtige Palmen ihre weiten Wedel ausspannen und im Sommer ein sinnverwirrendes Blühen exotischer und heimatlicher Blumen herrscht, daß man meint, sich unter italienischem, nicht aber norddeutschem Himmel zu befinden, — fand ich das liegengebliebene „Memorandumbüchlein" einer mondänen Frau. Che ich es schicklich zurückgab, konnte ich nicht umhin, einen Blick hineinzuwerfen. Cs stand da zu lesen: Um 8 Ähr: Aus stehen! Don 8 bis 9 Ähr: Toilette und gymnastische Hebungen (Mcnsen- dieken). Von 9 bis i/210 Ähr: Frühstück. Von 10 bis 11 Ähr: Spaziergang und Stahlbrunnen- trinken, 3 Gläser kalt. 11 bis 12 Ähr: Solbad. 12 bis 1 Ähr: Ruhe. 1 bis 2 Ähr: Mittagessen. 2 bis 4 Ähr: Ruhe. 4 bis 1/26 Ähr: Tennisspielen, Kaffeetrinken. 1 »6 bis 1'28 Ähr: Ruhe auf der Liegestuhlwiese, dabei 2 Gläser Stahlbrunnen. 8 bis 9 Ähr: Abendessen. 9 bis ? Ähr: freier Herr! Man sieht aus diesen lakonischen Aufzeichnungen, daß man den Willen haben muß, eine Kur durchzuführen. Der Erfolg bleibt aber nicht aus. Die bleichsüchtige Frauen- und Jungmädchenwelt, der überarbeitete Geschäftsmann, den „Verven" und Rheuma plagen, sie alle, die vor Wochen abgespannt, unlustig und pessimistisch in dieses gesegnete Tal der heilenden Quellen kamen, fahren nach beendeter Kur mit strahlenden Augen und roten Backen und mit Sonne im Herzen wieder in die Heimat. Rach der Äeberlieferung ist^ Friedrich der Große der Schöpfer der gewaltigen, am „Bom- berge' in dreifacher Ausstrahlung sich schneidenden Kuralleen, die in ihrer Erhabenheit einen Anblick bilden, den man kaum irgendwo wieder in Deutschland findet. Das ganz ins Grün der Hauptallee eingebettete kleine „Fürstliche Schauspielhaus", ein Miniaturtheater, im Renaissancestil erbaut, gab schon Goethe Anlaß zu erbaulichen Betrachtungen. Hier schwang sieben Jahre lang der „deutscheste der deutschen Komponisten", Albert L 0 r tz i n g, den Taktstock, und heute vermittelt das Ensemble des Meininger Landestheaters dem Pyrmonter Kurgast die neueste Dühnenkunst. Man kann in Bad Pyrmont jede Unterhaltung haben und auch jeden Sport pflegen: der Tennisspieler kann seinem „weißen Sport" auf prächtigen Plätzen huldigen, der Pistolen- und Tonlauben- schühe findet Schießstände mit den modernsten Einrichtungen vor, die allsommerlichen Pyrmonter Rennen sind ein hippologisches und gesellschaftliches Ereignis: wie gesagt, man kann, außer sich in Moor, Sole und Stahl zu legen oder aus langen gläsernen Schnäbeln Sole und Stahl zu schlürfen, reiten, schießen, flirten, forellenfischen, tanzen, fliegen, faulenzen! Was man aber auch tut und wie man feinen Tag hinbringt, abends finden sich alle, der Genießer, der Faulenzer und der pflichtgetreue Kuraspirant im Kurpark vor der weiten, von vielen tausend Kerzen erhellten Kurhausfassade zusammen. Äm das weite Rondell des Konzertplatzes flutet dann ununterbrochen der Strom der Lustwandelnden. Don der Terrasse erklingen die Weisen des Kurorchesters. Das lacht und scherzt und plaudert bis tief in die warme Pyrmonter Rächt hinein! Immer rundherum im bunten Kreise! Rucksack packen! Von Margret Halm Cs ist wesentlich leichter und einfacher, einen luxuriösen Schrankkoffer zweckmäßig zu packen als einen Rucksack. Am schwierigsten ist letzteres wohl dann, wenn man ganz ohne Koffer reisen muh ober möchte, gerne recht viel mitnehmen und doch nicht übermäßig schleppen will. Doch auch dies ist nicht unmöglich für den, der eS versteht, einen Rucksack nach allen Regeln der Kunst vorzubereiten. Die erste Vorbedingung heißt, ein Rucksack muh selber praktisch fein. Wohl die schönsten und modernsten sind die schwedischen Rucksäcke mit Traggestell. Er soll nicht zu groß sein und nicht zu klein, wasserdicht und möglichst außen und innen mit Taschen versehen. Die zweite Bedingung ist peinliche Ordnung innerhalb des Rucksacks, will man etwas herauS- holen, so muh es mit einem Griff zu finden sein. Das Durcheinanderwühlen der einzelnen Gegenstände kann dieselbe Last erheblich erschweren. Darum empfiehlt es sich, leichte aber gleichfalls wasserdichte Säckchen herzustellen, entweder verschiedenfarbig oder bezeichnet, eben so, daß man sofort weih, was sie enthalten. In eines dieser Säckchen kommen die Toilette- gegenstände, in ein anderes Rähzeug, ein drittes dient für die Touristenapotheke, alles möglichst weich, harte Gegenstände find tunlichst zu vermeiden. Die Touristenapotheke enthält Aspirin, Phra- midon, etwas Opium, ein Herz anregendes Mittel« etwas Iod, Verbandmull, Watte, eine Binde zum Wickeln und evtl. Blutstauen, etwas Kognak. Auch ein Säckchen mit Schnur, vielleicht ein Ceberricmen sowie eine elektrische Taschenlaterne oder Windlicht und Feuerzeug sollen nicht fehlen. Ein größerer Sack wird mit Leibwäsche gefüllt, In die Außentaschen kommen Handtücher, Fahrpläne und Karten. Wer sie besitzt, nimmt, zum winzigen Päckchen gefaltet, eine wasserdichte Regenhaut im Rucksack mit. Ein paar leichte Schuhe dienen gleichzeitig als Pantoffeln und auch als Abendschuhe. Steil gepackt kann die Dame außerdem in einem flachen Pappkästchen ein dünnes seidenes Kleid mitnehmen; eine Bluse, einen Iumper wird sie sowieso in einem besonderen Säckchen unterbringen. Strümpfe nicht zu dünn und nicht zu knapp. Als Proviant hat der Tourist stets etwas Tee, Kakao und Zucker dabei; gedörrte Früchte, Schokolade, Cakes und etwas Speck bilden den eisernen Bestand. Eine Feldflasche mit Decher wird außen angehängt. Wer sich zum Abkochen vorsehen will, nimmt selbstverständlich nur Aluminiumgeschirr und Hartspiritus mit. Thermosflasche nach Bedarf. Ob wir nun von Hause weg mit dem Rucksack abfahren oder ihn unterwegs im Hotel zu einer Hoch tour vorbereiten — diese Gegenstände und Art der Verpackung bleiben immer die gleichen. Äeberflüssig zu sagen, daß wir Toilette-, Räh- unb Derbandgegenstänbe nur in kleinsten Mengen mitnchmen werden. Wir brauchen auf einer Wanderung keine ganze Fadenrolle und können mit einem Stückchen Reiseseife ober einigen Büchlein Seifenpapier schon eine Weile auskommen und uns doch sehr gründlich reinigen. Wanderfahrten. Slrahebersbach — Lahnhof — Feudingen. Wir benutzen den Frühzug nach Dillenburg, wo wir gleich Anschluß nach Straßebersbach haben. Von hier folgen wir der Markierung D, die uns gleich hinter dem Ort in kräftigem Anstieg auf die Höhe bringt, wo wir einen prächtigen Ausblick genießen. Indem wir einem Höhenweg, vorwiegend durch Wald, folgen, ermöglichen Lichtungen entzückende Ausblicke auf die umliegenden Berge, auf Täler, friedliche Dörfer und grüne Wälder. Rachdem wir einen kleinen Weiler, Sohl, wo Erfrischungen zu haben sind, durchschritten haben, führt uns das Zeichen nach der Eisenstrahe und auf dieser nach links zum Lahnhof, wo im Gasthof Gegen Gicht«, Stein- u. Stoffwechselleiden! — Ermäßigte pauschal?.: Oie ersten 3 Wochen sMindesid.: Pauschalpr. Mt. 139.— / 4. Woche Ml. 61.25. Bewilligung v. Kreditluren auf Antrag 3m Kurhaus: Wochenpauschalpreis Ml. 80.50; im Badehof: Wochenpauschale Ml. 105.—. Auskunft auch über HauSluren durch die Badeverwaltung.2347V B aie Perle des üilltaies 6300 Einwohner, beliebter Luftkurort u. Sommerirische, Wochenendaufcnthalt u. Ausflugsort, [m waldreichen Berßland zwisdi. Westerwald u. Sauer- land. Sehenswürdigkeiten - Ruine und Gewölbe der Stommbur.’ Wilhelms von Uranien. Wilhelmsturm m.oranisdi. u. Altertumsmuseum. Neueinfierichtete Jugendherberge. Gutgetelt. mod. Hotels. Romant. Umgebung sdißne Aussichtspunkte auf Westerwald und Rothaargeblrce, gute Auto- u. Bahnverblnd. Auskunft durch die Stadt. Verkehrskommission <2 ief'w ein mittelalterliches Burg enstäMen die ideale Sommerfrische für I Ruhebedürftige welche fernab vom Treiben und Hasten der Großstadt Erholung und Stärkung suchen. Herrliche Wälder, reine Luft, unvergleichlich schön im Frühjahr und Sommer Billige und gute Verpllegung ♦ Prospekt doreb den Verkehrsverein nördl■ Schwarzwalds etwnol Erfolgreichster Herz- u. Nervenkurort. Bevorzugte Sommerfrische. Meilenweite Tannenwälder. Alle modernen Einrichtungen. Preiswerte Unterkunft 12000 Kurfremde. Bildführer und Wohnungsverzeichnis gratis durch die Kurverwaltung Kloster Arnsburg! Schönster Pfingstausflug, herrl. Ruine aus dem 12. Jahrhundert, idyllische Umgebung, Bequemer Waldweg von Lieh, beste Verpflegung in der Klostermühle, Zugverbindung: Gießen-Lich 8.11, 1.43. Autoverbindg.: Wochentags 12.45, Sonntags ab 1 Uhr Ludwigsplatz. 4434D Bad-Nauheim Hotel-Restaurant Gaudes Neuer Besitzer Kurt Klenn Gut bürgerliches Haus Gartenwirtschaft 4165D Touristen bestens empfohlen Barliarossastadt Mausen Solsprudelbad Hotel und Pension Kurhaus inmitten des Kurparks. Konzerte. Vorzügliche Verpflegung. Volle Pension v. 6 M. an. Autohalle. Auskunft durch Magistrat Sommerfrische Ruppertenrod (Oberh.) Angenehmer Erholungsaufenthalt in neuem Privathause mit Bad, allen Bequemlichkeiten u. guter Verpflegung. Pension 4.50 RM. Wochenende?.- KM. Anmeld. u. Ausk. b. Verkehrsb. Gießen. Kurhaus Amöneburg Hervorrag. Ausflugsort Terrassen mit Fernsicht Konzertsaal Eigene Konditorei Fernruf 72 *^0 BleBen-Amöneburg 32 km Mine Änssicht Welzlar a. d. Lahn Gast- u. Pensionshaus / Besitzer: H. Thiele/Fernsprecher 2578 Empfehle den verehrten Einwohnern von Gießen und Umg. den Besuch meiner Lokalitäten / Prachtvolle Aussicht auf das Lahn- und Dilltal / Angenehme Aufenthaltsräume, schattiger Garten, Fremdenzimmer mit und ohne Pension / Gute Küche / Reichliche Verpflegung / Zivile Preise! Jeden Samstag ab 4 Uhr Konzert la Kaffee, Torte, Eis, Erfrischungsgetränke / Mein Lokal liegt an der Straße Gießen-Koblenz-Köln / Tankstelle / Prächtiger Ausflugsort für Vereine und Gesellschaften H. Thiele 443ID BAD-SELTERS (Oberhessen) heilt Leber- und Gallenleiden, Magen-, Darm- u. Frauenleiden sowie Rheumatismus, Gicht und Ischias Pauschalkuren im modern und mit allen Bequemlichkeiten ausgestatteten Kurhause mit Pension (einsphließl. Nachmittagskaffee), Bädern,Trinkkur usw. 3 Wodien .... RM. 145.— 2 Wodien .... RM. 100.- 1 Woche.....RM. 55- Die bereits zahlreich vorliegenden Bestellungen machen eine frühzeitige Anmeldung, selbst auch für den Spätsommer erforderlich. Prospekte durch den Pächter JOSEF REITH in Bad-Selters. 368uD en n! m Regeln 1 Wad Gliche Or&mtM ettoai heraus« ru finden sein. Mnen Gegen- ^erschweren. °°er gleichfalls l' entweder der« **M »an M die Toilette. W ein dritter LmaS„ ^glichst iunllchst zu der- Aspirin, Ma« regendes Mttel, ite, eine Binde , etivas Jtognoj^ r, vielleicht ein ■ Taschenlaterne «en nicht fehlen. ^Wäsche Mit. Handtücher, Fahr« oinzigen Wfcn enfjaut im Luck« he dienen gleich« als Abendschu^, uherdem in einem s seidenes Kleid Jumper wird sie ' äckchen untetbtin« id nicht zu knapp, irift stets etwas gedörrte Früchte, Zpeck bilden den lsche mit Decher :fjen will, nimmt iumgeschirr und he nach Dedars, mit dem Luclsack m Hotel zu einer Gegenstände und mcr die gleichen, r Toilette-, Wh- fünften Mengen uchen auf einer -olle und können der einten Düch- Bt\le Mmmen reinigen. rlen. - Jeubingcn. ach Sillcnburg, wo ihebersöuch haben ierung D, die uns iacm Anstieg auf Mjgen Ausblick ihenweg, vorwir« Mn 2W uliegendenDrrgs. ib grüne Walder. fc,6o6l»»»- rchschrittcn habew er Wtf Hof,wo lM BjM ■ßflV .Frau=«lcide0 b’a9 „est»116*60 UM ert taD<ür^lfle irtiH,Tbiele 44310 , eioe pfOSP «5 Hinrich gute Unterkunft ist. 3m nahegelegenen Forsthaus soll sich die Lahnquelle befinden, die gegen ein kleines Entgelt zu besichtigen ist. Alun» mehr folgen wir dem Lauf unseres Heimatflusses, der rechts des Forsthauses über eine Wiese zum Wald führt, überschreiten sogleich einen Holzsteg, die erste Lahnbrücke, und gelangen durch ein liebliches Tal mit einigen zerstreut liegenden Gehöften über Volkholz, das einen ungemein reizvollen Eindruck macht, zu unserem Endziel Feudingen. Dauer der Wanderung 5 Stunden. Geber« — Hirzenhain — Lihbcrg — Orlenberg. Diese Vogelsbergwanderung ist als sehr empfehlenswert zu bezeichnen. Heber Stockheim fahren Dir mit dem Frühzug nach Gedern im lieblichen Niddcrtal. Weifte Dreiecke führen uns von hier über einen Höhenrücken zum schön am Rande von Waldungen gelegenen Großen See. Hier stoßen vir auf rote Dreiecke, die uns in gut zweistündigem Marsche nach Hirzenhain bringen. Vach angemessener Rast wandern wir dem Zeichen wei- ier und kommen durch das schöne Hillersbachtal, nach abermals zwei Stunden am Stauweiher Dorbci zum kleinsten Städtchen Oberhessens, Lift- berg. Dos Städtchen, von einer Burgruine überragt, dessen runder Turm im Dolksmunde »das Butterfaß“ genannt wird, hat, wie schon vorher Hirzenhain, eine überaus reizvolle Lage. Wir »erlassen jetzt das seitherige Wegezeichen, über- schreiten die Ridder und den Bahnkörper und lolgen weiften Ringen, die uns über die Rumpels- lburg, einen großen Gutshof, mit hübschen Blicken in das Riddertal, nach unserem Endziel, dem malerisch gelegenen Ortenberg nach insgesamt 5i stündiger Wanderung bringen. Vor der Heimfahrt betrachten wir uns noch die Sehenswürdig- -leiten des Städtchens, wie Rathaus, Pfarrkirche, Dberpforte, Schloß usw. Reisewinke. Festspielwoche in Oeynhausen. Bad Oeynhausen bereitet für die Zeit zwischen Lern 23. und 30. Juni eine Festspielwoche vor, 5ür die bisher vorgesehen ist an Deranstaltungen im Kurtheater: »Tiefland", Premiere »Herzogin i’on Chicago", „Ballerina des Königs" (mit Ätto Gebühr), „Figaros Hochzeit" (mit Schützen- Lorf, Berlin), „Iphigenie auf Tauris' '(in der Freilichtbühne von ersten hannoverschen Künstlern), „Hoffmanns Erzählungen" (mit Schützen- Lorf und anderen Prominenten): an Konzerten: «öchlusnus-Abend, Konzert des akademischen Pau- linerchors, Leipzig, Militär-Doppelkonzert, Sin- soniekonzert des auf 62 Musiker verstärkten Kur- Mrchesters mit Prof. Havemann, Berlin, als Solisten; an Sport und Spiel: Doxkampftag, Tennisturnier, Städtedreikampf im Schwimmen, Musterturnriege und Florettfechterinnen, Dillard- turnier. Dazu gesellschaftliche Deranstaltungen »md Gartenfeste. — Das Reit- und Fahrturnier ist auf 20./21. Juli verlegt. Bad Salzschlirf. Die neue Einrichtung des Badehof-Sanato- riums in Bad Salzschlirf ist aus zweierlei Hauptgesichtspunkten geschaffen. 3m Kurort soll der Kranke lernen, wie er seine Lebensweise später einzurichten hat. Hm diesen Anforderungen zu genügen, ist seit 1928 im Badehof erstens die Eanatoriumsabteilung mit einer Diätküche im Sinne von Professor Brauer, Hamburg: Strauß, Berlin, u. a., eingerichtet worden. Zweitens gestatten moderne Stoffwechsel- und Röntgenlaboratorien die ständige klinisch-ärztliche Kontrolle, Bie oft so außerordentlich wichtig ist. Denn der Erfolg oder Mifterfolg einer Kur hängt meistens Patron ab, daß nicht schematisch darauflos- getrunken und gebadet wird, sondern daft der mit en Kurmitteln Wohl vertraute Arzt seine Der- crönungen dem Allgemeinbefinden und der be- lonberen Reaktionsweise des einzelnen anzu- Wassen sich bestrebt. Nordseebad Borkum. Borkum bietet seinen Gästen in diesem Jahre etwas Reues. Der Seebadbesucher verlangt nicht ■mr einen genügenden Badestrand, sondern er toill auch außerhalb der Badezeit unbeengt und ungestört den Ausblick auf das unendliche Meer «enicßen können. Borkum hat in Erkenntnis dieser Hauptbedingung für ein Seebad durch Fahrtverbindung sein sogenanntes Muschelfeld — den größten Strand an der Rordsee — seinen Gästen in einigen Minuten bequem zugänglich gemacht. Zugleich hat man einen Teil der Badegelegenheiten dorthin verlegt. Rundfunkprogramm des Frankfurter Senders. lAus der „Radio-Hmschau".) Sonntag. 19. Mai. 8 bis 9 Hhr: Bon der Deutschen Evong.-Ref. Kirche: Morgenfeier. 11 bis 11.30: Stunde der Jugendbewegung: „Jugend und Lebensreform", Bortrag von Dezirksjugendpfleger Grebenstein. 11.30 bis 12: Elternstunde. „Gemeinschaftsarbeit zwischen Schule und Elternhaus", Bortrag von Erich Augenreich. 12.30 bis 13.30: Orgelkonzert. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Märchenborn, vorgetragen von Hanna Längen: Hilfreiche Heinzelmännchen. 16.30 bis 18: Bon Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18 bis 19: Stunde des Landes: 1. Maifeier und Pfingstzeit im Heimatdorf". Dortrog von Rektor Hllius, Freiendiez a. d. Lahn: 2. „Ein Besuch in der schwedischen Saatzuchtanstalt Swa- löf", Dortrag von Dr. Hugo Horny, Wiesbaden. 19 bis 19.30: Stunde des Rhein-Mainischen Der- bandes für Volksbildung — Stunde der Heimat: Alfred Bock, Vorlesung aus eigenen Werken. 20 bis 20.30: Sportnachrichten. 20.30: Musikalisch-Literarische Pfingstveranstaltung. Montag, 20. Mai. 8 bis 9 Hhr: Katholische Morgenfeier. 11.30 bis 12: „Musik im Kindergarten", Vortrag von Heribert ©rüget. 12 bis 13: Konzert der Spielleute der Freien Turnerschaft Eberstadt (Bergstraße). 13.15 bis 14.15: Don Kassel: Ein Gang durch die Staatliche Gemäldegalerie: Franz Hals vor dem Mikrophon. 16 bis 16.30: Stunde der Jugend: Aus Sport und Spiel, vorgetragen von Rektor Schiller: „Wir werden die Leibesübungen durch die Gemeinden gefördert?" 16.30 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters: Operetten. 18 bis 19: Literarische Veranstaltung. 19 bis 19.30: Zither-Konzert. 19.45 bis 20.15: Sportnachrichten. 20.15: Ferdinand Raimund und seine Märchenwelt. Anschließend: Schallplattenkonzert: Koloratursängerinnen. Darauf bis 0.30: Tanzmusik. Dienstag, 21. Mal. 6.30 Hhr: Morgengymnastik. 13.30: Schallplattenkonzert: Studienmusik. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Die schöne Umgebung von Frankfurt a. M. bzw. Kassel. 16.35 bis 18.05: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.40: Von Kassel: Zehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. 18.40 bis 19: Von Kassel: Vortrag von Stadtmedizinalrat Dr. Keding. 19 bis 19.20: 1. „Der Tiermaler W. Kuhnert", Vortrag von Dr. Kurt Prieme!; 2. Vorlesung aus Kuhnerts Buch „3m Land meiner Tiere". 19.20 bis 19.40: Schachstunde. 19.40 bis 19.50: Englische Literaturproben. 19.50 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15: „Die Freier", romantisches Lustspiel von 3osef v. Eichendorff. Anschließend: Von Kassel: Kammermusik. Mittwoch, 22. Mai. 6.30 Hhr: Morgengymnastik. 13.15: Schallplattenkonzert: Aus Opern. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Rübezahlgeschichten, vorgetragen von Lotte Tiedemann, Wiesbaden; für Kinder vom 10. Jahre ab. 16.35 bis 18.05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18.10 bis 18.30: Dücherstunde. 18.30 bis 18.50: „Die Baccalaureus-Szene in Goethes „Faust ll", 2. Akt", Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 18.50 bis 19.10: Funkhochschule: „Arbeiten im Sitzen und Stehen", Vortrag von Kreismedizinalrat Dr. Ascher. 19.10 bis 19.20: Französische Literaturproben. 19.20 bis 19.45: Französischer Sprachunterricht. 19.45 bis 20: Senckenberg- Viertelstunde: „Hnterschied zwischen Pflanze und Tier", Vortrag von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. M. Möbius. 20 bis 20.30: Rach Köln:'Rundfunk-Musik IV: „Das Berliner Requiem". 20.30 bis 21.15: Klavier-Konzert Michael ,,aöora. 21.15 bis 22.15: Konzert des Oberschlesischen Funk- Quartetts. Donnerslag, 23. Mai. 6,30: Morgengymnastik. 12,30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend: Alte Kinderreime und Kinderreigen, Lieder zur Laute mit verbindenden Texten, vorgetragen von Thekla Hartmann, Wiesbaden. 16,35 bis 18,05: Konzert des Rundfunkorchesters: Richard Wagner. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,40 bis 19,15: „Die Geburt der Harmonie", Vortrag von Prof. Dr. Hermann Stephani, Marburg. 20 bis 21,30: Orchester- konzcrt. 21,30: Von Stuttgart: „Vagabunden". Jreifag, 24. Mai. 6,30: Morgengymnastik. 12,15: Schallplatten-. konzert: Buntes Programm. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend: Aus der Technik des Alltags, vorgetragen von Mittelschullehrer Adolf Hering: „Otto Lilienthal, der erste fliegende Mensch", für Kinder vom 12. 3ahre ab. 16,35 bis 17,35: Hausfrauennachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein: „Was die Mutter von der neuen Schule wissen muß", Vortag von Lehrer Karl Stricker. 17,35 bis 18: Konzert des Rundfuntorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 18,45: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs. 18,45 bis 19,05: „Amerika III", Dreigespräch von Wolf v. Dewall, Alphons Pa- quet und Dr. Paul Laven. 19,05 bis 19,25: „Ra- tionalökonomifche Theorien in den letzten zweihundert Jahren", Vortrag von Alfred Conradt. 19,25 bis 19,45: Stenographischer Fortbildungs- kursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 60 Silben aufwärts). 19,45 bis 20,05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und. Technik. 20,05 bis 20,15: Film-Wochenschau. 20,15: „Die Riefenwelle" (Rundfunk-Kabarett). Samstag, 25. Mai. 6,30: Morgengymnastik. 13,15: Schallplattenkonzert: Hnterhaltungsmusik. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranz, Volkslieder, gesungen von Anne Lönholdt, am Klavier: Erich 3tor Kahn. 16,30 bis 18,05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Tanzmusik. 18,10 bis 18.30: Lesestunde. 18,30 bis 18,50: Esperanto-Hnterricht. 18,50 bis 19,10: Der Briefkasten. 19,10 bis 19,30: Funkhochschule: „Mitteleuropa, eine geschichtliche Entwicklung der Begriffe", Bortrag von Prof. Dr. Gg. Künhel. 19,30 bis 20: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Erzählen und Dorlefen", Vortrag von Hniversitätslektor Akademiedozent Roede- meher. 20: Vom Frankfurter Opernhaus: „Madame Butterfly", tragische Oper in drei Akten von Illica und Giacosa, Musik von Giacomo Puccini. Anschließend bis 0,30: Tanzmusik. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 19. Mai, 1930 bis gegen 23 Hhr: Aida. Montag, 20. Mai, 19 bis 22.45 Hhr: Der Rosenkavalier. Dienstag, 21. Mai, 20 bis 22.30 Hhr: Tiefland. Mittwoch, 22. Mai, 20 bis nach 21.30 Hhr: Salome. Donnerstag, 23. Mai, 19.30 bis gegen 23 Hhr: Die Zauberflöte. Freitag, 24. Mai, 18.30 bis gegen 23 Hhr: Tristan und Isolde. Samstag, 25. Mai, 20 bis nach 22.30 Hhr: Madame Butterfly. Sonntag, 26. Mai, 17.30 bis gegen 23 Hhr: Die Meistersinger von Rürnberg. Montag, 27. Mai, 19.30 bis 23 Hhr: Aida. Schauspielhaus. Sonntag, 19. Mai, 20 bis 22.45 Hhr: Was Ihr wollt. Montag, 20. Mai, 20 bis 22.15 Hhr: Katharina Knie. Dienstag, 21. Mai, 20 bis gegen 22.30 Hhr: Helden. Mittwoch. 22. Mai, 20 bis gegen 22.15 Hhr: Kater Lampe. Donnerstag, 23. Mai, 20 bis gegen 22.15 Hhr: Katharina Knie. Freitag, 24. Mai, 20 bis gegen 22.15 Hhr: Die schwarze Kugel. Samstag, 25. Mai, 20 bis gegen 22.15 Hhr: Kater Lampe. Sonntag, 26. Mai, 20 bis gegen 22.15 Hhr: Katharina Knie. Montag, 27. Mai, 20 bis gegen 22.15 Hhr: Katharina Knie. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 19. Mai. 1. Pfingstfeiertag. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Mahr; 9.30: Pfarrer Becker: Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- unb Markusgemeinbe. — Fohanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; 9.30: Pfarrer Ausfeld: 11: Kinberkirche für die Iohannesgemeinbe: Pfarrer Ausfelb. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. — Elifabelh-Kleinkinderfchule. 9.45: Pfarrer Lic. 2ßaas; Beichte und hl. Abendmahl für die Petrusgemclnde. — Klein-Linden. 10: Haupt« gottesbienft; 1.30: Nachmittagsgottesdienst. — wieseck. 9.30; Opfer für die Lutherstiftung: 10.45: Kinberkirche. — Atten-Buseck und Trohe. 10: Alten« Buseck (Gemischter Chor): 1: Trohe. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: hl. Abenbmahl für die jungen Männer und Frauen von Staufenberg; Kollekte für bie Lutherstiftung; 1.30: Kirchberg. — Hausen-Gar- benteich. 10: Hausen; Kirchengesangverein: 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10: Haupt- gottesdienst (Kollekte): 1: Predigtgottesdienst (Kirchenchor). — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Mitwirkung des Posaunen- und Frauenchors und der Chorschule: 11: Pfingstandacht im Spital; 12.45: Kindergottesdienst; 2: Stiftspfarrer Lic. Schor- lemmer. Montag, den 20. Mai. 2. Pfingstfeiertag. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker: 9.30: Pfarrer Mahr; 11: Kinberkirche für bie Matthäusgerneinbe; Pfarrer Mahr. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Aus- felb; 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer: Beichte und hl. Abenbmahl für Lukas- und Johannesgemeinbe; 11.15: Kinberkirche' für bie Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 10.45: Kinberkirche. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas; 11: Kinberkirche. — Klein-Linden. 10: Hauptgottes, dienst; 11: Kindergottesdienst. — Wiefeck. 9.30; Opfer für den Kleinkinderschulfonds. — Allen- Vuseck. 10. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 400-Iahr« feier der Protestation vom Jahre 1529. — fjaufen- Garbentcich. 10: Garbenteich; 1: Hausen. —wahen- born-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinberkirche. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Slistsdechant Kahn; hl. Abenbmahl; 2: Stiftspfarrer Lic. Schor- lemmer. katholische Gemeinden. Samstag, den 18. Mai. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, den 19. Mai. Pfingstsonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2: Vesper mit Segen; 4.30 und 7: Beichte. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt.— Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: in der Turnhalle Hochamt mit Prediat. Montag, den 20. Mai. Pfingstmontag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2: Andacht mit Segen. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Messe, Hoch- amt mit Predigt. — Lich. 7.30: Messe, Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Echzell. 11: im Rathaus Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. Sonntagsdienst v.tterzte u.Rvotbeken am 19.5.29 Pros, vr.^oniamann. S.-R. Dr.Schlievbake. Pelikan- apotheke. Zahnarzt: Dr. Metz. *’D 20. Mai iPfingstmoning): Irl. Dr. Gürtler. Dr. S. Klein. Hirschapolheke. ___________Zahnarzt: Dr. Wertheim. z—Was ist Togal?—s Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- u. Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Eie sich nicht durch minderwertige MitteL Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 5000 Ärzte, darunter viele bedeutende Pro- sesioren, die gute Wirkung des Toggl. Fragen Sie Ihren Arzt In allen Apotheken Mark 1.40 ^0,46 Chln-, 12.6 Uth-, 74,3 Add, acet, aal ad 100 Atnyl^ Kißststopferei König repariert Kleidungsstücke, Seidenstrümpfe und Teppiche in 3—4 Tagen / Arbeit konkurrenzlos! 03185 Walllirslr. 12 s BAD OEYNHAUSEN DIE STADT OHNE STUFEN — DAS CAN ZE JAHR GEÖFFNET HERZ-NERVEN-UK!> GEUtNKLElßEN.LÄHMUNGEN.BHEUNA- . ISCHIAS. FRAUENLEIDEN. D-ZUGSSTATION:BEW.IN-KOLN/DPESDEN-AMSTEROAM - AUSKUNFT DURCH DIE BADEVERWALTUNG. — sner S323 Kurhaus Luginsland liegt bei Schotten g empfiehlt sich: im Vogelsberg a. der Kreis- g als Ferienaufenthalt, zum strabe Schotten-Gedern g Wochenende, t. Auto-Ausmitten in Wald u. Wiesen V flüge, als Touristenstation Pensionspreis 5 RM. Gutbürgerliche Küche, gepflegte 4245D Weine u. Biere, eigene Konditorei Fernruf: Schotten Nr. 10 Besitzer: Paul Lehmann anmutig gelegen aut einem südlichen Ausläufer des Rothaargebirges. Prächtiger Schloß- und Stadtpark. Hochwaldreiche herrliche Umgebung. Sitz des Fürsten zu Sayn-Wittgenstein- Berleburg. Mächtiges sehenswertes Schloß. Beste Unterkunft und Verpflegung in guten Hotels. Gasthäusern und Privat. Mäßige Preise. Nähere Auskunft durch den Vcrkchrsvcrcin, Telephon 51. Prospekt auf Wunsch gratis. Nicht Wattendunst Nicht Küstenluft 60Mi 10 € NORDSEEINSEL BORKUM Prospekte durch die.ßadeverwaltung Werbeschriften durch Hessische Badedlreütion. SMad Kurhaus. Otto Baumgarten, Telephon Nidda 99 I Kurpension Haus Konoid, Telephon Nidda 90 Reichi 11: Pro'ip. durch Verkehrivereiit ^Ausstellung mai-OMobet Jahresschau WM I erfüllt alle Ihre Erholungswünsche. IhreFreunde werden es bestätigen. Bitte lassen Sie sich im Reisebüro unser neues Faltblatt geben. Ausführliche Bilder- Kurschrift schickt auf Verlangen d.Badeverwaltung Nordseebad Westerland. Empfehlen Sie ihre Gaststätte in unserer Bäderbeilage! BAD TÖLZ In den Bayer. Alpen Deutschland« größtes Jod-Bad bei Arterienverkalkung. Nerven-. Stoffwechsel- u- Frauenleid en. Au sic Verkehrs-Bureau. 2629D Schöne Stelle für den Sommer in denkbar größter Auswahl zu meinen bekannt niedrig. Preisen Seidenstoffe Crepe de Chine, Crepe Satin in einfarbig und bedruckt, Crepe Georgette, Veloutine, Ponge- u. Foulardseiden in herrlich, neuen Mustern, Crepe chinette, Bem- bergseide, TravisS-Seide, Toile de soie, Honanseide, deutsche Rohseide u, a. m. Wollstoffe Wollmousseline in 150 schönen Mustern, Wollgeorgette, Woll- Crepe de Chine, Crepe Caid, moderne Travers, Sommermantelstoffe u. a. m. Waschstoffe Seidenbeiderwand. bedruckte und uni Voile, Indanthrenstoffe, Gartenkleiderst., Schilfleinen, B'wollmusseline, Panamas, Zephirs, Kunstseiden u. a. m. 250 Stück Sommerstoffe sind in den letzten Tagen neu hereingekommen.Tägl, Eingang weiterer Neuheiten 0 Große Posten Original-Fabrik-Reste zu fabelhaft niedrigen Preisen L. Bernard Plodkstrafoe 16 Gröhtes Stoffspezialgeschäft am Platze Bayer-Schnitte in größter Auswahl __________________________________________ 44>2A _ Geschäfts-Eröffnung Der verehrten Einwohnerschaft von Gießen und Umgebung zur gefall. Kenntnisnahme, daß ich ab heute das käufl. erworbene Universitäts- Restaurant und Cafe wieder eröffnet habe. Empfehle meine gut gepflegt. Weine und Biere. Mittagstisch im Abonnement. - Kaffee und Gebäck. Saal für Vereine und Gesellschaften. Clubzimmer. Um geneigten Zuspruch bittet: Paul Adler 03l74 Universitäts-Restaurant und Caf6, Plockstraße 5 Qualitäts- Ba • MÖBEL in allen Holz- und Stilarten Eigene Polster- u. Dekorationswerkstätte • Bequeme Teilzahlg. Bei Barzahlung 10% Rabatti ERNST RAU Walltorstraße 37 Fernruf 958 >ic Brülll kche UnlverfltSts-Vruckerei, R. Lange, Sictzcn, Zchulftr. Z. fUljre SPfingft- Slufnatymen werden fdjnell undforgfältig entwickelt kopiert vergrößert im SPfjotO- fpezialgefcfjäft Seltersweg 79a cWilßelm 3til6inger cNadjf. 4421A Gebrauchte Automobile] Ialler Art, nur preiswerte ■ Stücke.findenSiestetsbei Joh. Häusler s Frankfurt/M., Mainzerlandstr. 151/3 Telephon Maingau 76997 dildung eines landwirf- schastlichenFachausschuffes beim Arbeitsamt Gießen. Der Berwaltungsaus schuh des Landes- arbcrtsamtS Hessen bat eine gemeinsame landwtrlschaflliche Fachabtetlung für die Arbeitsämter Giehen, Marburg, Wetzlar und Dillenburg mit dem Sitz in (Liehen ungeordnet. Auf Grund von §27 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung u. Arbeitslosenversicherung iReichsgesetzblatt 1927 18.187> werden die wirtsct aftltchen Bereinigungen der landwirtschaitlichen Zlrbeit- ncber und Arbeitnehmer des Bezirks auf- gefordert, bis z. 6. Juni d. I. Borschlags- listen für die Beisitzer und Stellvertreter des Fachausschusses hierher etnzureichen. Zu besetzen sind je 3 Sitze für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Für jeden Beisitzer ht gleichzeitig em Stellvertreter vorzu- schlngen. Aus §27 des Gesetzes ,vird ver- wleseu. Cid) bitte die ivirlschaftlichenBereinigungen, unter sich je eine Ginhettslisie sür Die Arbeltgeber- und Arbeitnehmervorschläge zu vereinbaren: andernfalls ist für bic Arbeilgebervereinigungen die Zahl der beichcrnigten Arbeitnehmer, für die Arbeit- uehmervereiniguitgen bie der Mitglieder hu Bezirk -der Fachabteiluug anzugeben. Giehen, den 18. Mai 1929. 4479D Arbeitsamt Gichen Der Borntzende: i. P. vr. Kohl Achtung? . Billig! Hcrrcn-Soblcn . . . von Mk. 3.50 an Damen Sohlen . . . von Mk. 2.50 au Schuhe werden zu jedem Kleid passend gefaibt in eigener Werkstatt. [Wlb7 Schubrcparaturfabrik H.Muni,Kirchenplch8 WMDWMlMi Leibgetterncr Weg, Tclevbon 1454 EMüUWMNW. Stärk Mk. 0.80. Stück Mk. 0.30 als Fenster- und Balkonschmuck. I Heizungen aller Art führt preiswert aus Rudolf Rödiger Gießen, Walltorstraße 35 MM an Eitelleiteng einpRehll W.Ml'HrmMemeW Selfetsroeg 34. Kurhaus mit Restauration umständehalb. sofort günstig zu verkaufen. Stallung für Groh- und Kleinvieh, groher Ganen, Weide. Jagd. Bornehme In lLxtst. herrliche, gesunde Vdfle, viele Heilerfolge. Seriöse fcbrtfil. Anfragen umer 4445D an den Giehener Llnzetger erbeten. Adler * Standar d-W^tgen 'n bestätigten ibrenWeltruf bei der Schönbeits- konkurrenz m Wiesbaden auch wieder. FürFormenscbonbeit und Preiswurdigkeit erhielten Adler Standard-und Adler Favorit-Wagen 13 I. Preise --- 6 II. Preise —— 5 IILPreise. Alle ausgestellten Adlee -^Va^en wurden preisgekrönt. «Adler-Standard 6“ 10/45 PS 4—5 s. Limusine RM 6750.— ».Adler-Standard 6 * 12/50 PS 4 — 5 e. Limusine RM 6975 — .Adler-Standard 6" 12/50 PS 6—7 s. Limusine RM 8300.-* ^Adler-Standard 8 15/70 PS 6—7 s. Limusine RM 10500 — -d W.,L ADLE R Vertreter: Oberhessische Auto- und Fahrrad-Industrie Otto Göbel, Gießen, Schiffenberger Weg24.Tel.102 Liegesiühle......^5.90 Korbseffel.......^5.50 wieder in größter Auswahl da. o3i?6 WM. tKohlevmann Neustadt 12 Fernruf 1676 rcona-Pädcr Oie Präzisionsmarke iür Beruf undSport. Motorräder, Zubehörteile, Muilkinstrumente. Geschenk- und Wlrtschaftsartlkel. Kalalog”2rskem:6500,f.b?"di?. Ernst Machnow meisterslr.14 Größtes Fahrradhaus Deutschlands •— Oavtenkies Lahnliesel, perlties, Silberkies 2303 d liefert prompt u.billigst L.Äübsamen,Tel.l6Sy ilijSperrholz in Eiche. Gaboon u. Kiefer 3-25 mm * A ti ö Bretter und Dtelen aller Stärken, 5 “ o ® schwedische und bayerische Hobel- «£ -g breiter, Spalterlatten, Elchen- u. ZoaZ Buchen» Schnittwaren liefern in BQRa allen Stärken [l3;D Ü i s Gugen Sön&ßo., Siebe» SSoS Telephon 149. Lallen In allen Starken prompt lieferbar 15-20000 Uteri als I. Hypothek aus wertvollen Grundbesitz mit Werksanlage in der Nahe Giehens ver sofort bei guten Zinssätzen gesucht. Interessent., die über vorstehende Summe verfügen, wollen nähere Mitteilung geben unter 4409V an den Giehener Anzeiger. Bin unter Stammet* 663 an das Fernsprechnetz anaeschlossen. AatavheUvvaxls LV. tvel, Giebei,, Plockttrafre 2. 4472V WeoäeiifliüefTodesursachen nach I dem 40. Lebensjahre ist die Adernverkalkung. — Wie man dieser gesährlich. Krankbeil vorbeugen und weheres Fortschreneu lSchlaganfalli verhindern kann, sag« eine soeben erschien. Broschüre o. Oeh.ned.-Bat Dr.med. H.Sehröder, die jed. auf Berlangen kostenlos und portofrei durch B. H. Ktthn, Berlln-Eanlador!210zugesandtwird. 4U33V1 100lassen, . aus^PFd. Für SUPty. &'i italis.StaflAistlojjsAlrata in Roßhaar, Kapok u. Wolle fertigen seit 10 Jahren in anerkannter Qualitätsarbeit Gebr.Seelöacii.Polsterwerlfstälten Südanlage 20, Telephon 1627, Bleichstr. 4 __ 03162 billig wflutZ 6 Kreuzplatz 6 m. N5 viertes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) ■na>—t———<■ wm» Samstag, 18. Mai (929 Oie koloniale Frage und der französische Imperialismus. Äon Maurice Duhamel-Paris, Vorsitzendem des Komitees der französischen Minderheiten. Cs ist unmöglich, daß der unparteiische Beobachter nicht von dem Widerspruch betroffen wird, der zwischen den Erklärungen der französischen Staatsmänner und ihren Handlungen besteht. Frankreich vcrlündigt seine pazifistische Gesinnung, und seine Regierungen begaben cs mit dem machtvollsten Heer, das jemals ein Land zu Friedenszeitcn besaß. Es behauptet, der Dor- tämpfer der Dölkerfreiheit zu sein, und Briand ist cs, der sich in Genf bemüht, die Frage der völkischen Minderheiten zu beerdigen. Hin- und hergeworfen zwischen dem, was der französische Staat aus Aeberlieferung sich verpflichtet glaubt zu sagen, und dem, was er aus Interesse sich verpflichtet glaubt zu tun, wissen die Gutgesinnten nicht mehr, was sie denken sollen. Sic würden vielleicht die Sache begreifen, wenn sie den Bezirk der Grundsätze verliehen und das Land der Tatsachen beträten, wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf d i-c koloniale Frage richteten. Die Kolonialpolitik Frankreichs ist der Schlüssel seiner auswärtigen Politik. Mährend das wirtschaftliche Programm der großen Industriestaaten, und besonders Deutschlands, darin besteht, viel zu verkaufen mit jeweils geringem Verdienste, ist es das Frankreichs, einen großen Gewinn aus einer begrenzten Erzeugung zu ziehen. Das nennt man den „wirtschaftlichen Maltusianismus". Daraus geht hervor, daß Frankreich die auswärtigen Märkte dort, wo es sich im Wettbewerb mit Deutschland, England, den Bereinigten Staaten befindet, nicht erobern kann: seine Erzeugnisse sind zu teuer. Frankreich kann noch den Sieg davontragen in Luxusartikeln (Modewaren, „Articles de Paris“), bei denen der Geschmack des Herstellers ein wesentlicher Faktor des Erfolges ist und der Preis nur eine untergeordnete Rolle spielt. Aber auf den übrigen Gebieten, und besonders in der Schwerindustrie, mußte Frankreich auf den Kampf verzichten. Bereits vor dem Kriege übertraf die französische Einfuhr bei weitem die Ausfuhr, die Handelsbilanz war passiv. Aber zu jener Zeit hatte Frankreich, das Land des Sparsinns und der kleinen Rentner, Milliarden ans Ausland ausgelichen. Durch die Zinsen dieser Kapitalien stellte es das Gleichgewicht wieder her und hielt seinen Wechselkurs aufrecht. Der Krieg brachte dies auswärtige Vermögen zum Zusammenbruch. Wie nun den Mangel decken, wo sich alle Länder industrialisiert haben und der Wettbewerb schärfer als jemals ist? Sn dieser Verlegenheit wandte sich Frankreich seinen Kolonien $u. Es hatte sich bis dahin nur mäßig um die- sclben bekümmert. Es sandte den Abhub seiner Beamtenschaft dahin. Cs überließ ihre Reichtümer sich selbst. England war es, welches das Spartgras Algeriens ausbeutete und daraus Papier herstellte, das es wieder an Frankreich verkaufte, zahlbar in Pfund Sterling: Amerika war es. das die Bananen der Guincaküste und Daho- mehs einemtetc und sie Frankreich wieder verkaufte, zahlbar in Dollar. Auf einmal begriff nun Frankreich die Bedeutung dieser Gebiete, der-n Zolltarife für seine Industrie ein ungeheures umfriedetes Jagdgebiet ausmachen konnten. Gegenwärtig schickt Frankreich n a h e z u 1 5 Prozent seiner Ges amtausfuhr nach feinen Besitzungen. Der auswärtige Handel seiner Kolonien, der 1913 noch 1.5 Milliarden erreichte, überschreitet heute 30 Milliarden, was eine Zunahme von 400 Prozent bedeutet, wenn man die Frankenentwertung in Rechnung zieht. 1913 besaß das „überseeische Frankreich" 242 Aktiengesellschaften, heute dagegen beinahe 1300, deren üppige Dividenden von Sahr zu Jahr an- wachsen. 1927 hat Frankreich seinen Kolonien für 8 Milliarden 164 Millionen Waren verkauft, besonders Metall- und Textilerzeugnisse. Cs tätigte daselbst für 6 Milliarden 45 Millionen Einkäufe, hauptsächlich Rohstoffe. Diese Einfuhr wird in ihrer Bedeutung für es dadurch nicht herabgemindert, wenn man weiß, daß sie 99 Prozent des französischen Verbrauchs für die Phosphate. 76 Prozent für die exotischen Hölzer, 48 Prozent für das Rickcl usw. darstellt und wenn man an all die Möglichkeiten denkt, welche Afrika und Sndochina in Baumwolle. Gummi und Erzen darstellen. Aber die wesentliche Tatsache ist folgende: Daß nämlich der Lieberschuß der Ausfuhr nach den Kolonien Frankreich heute erlaubt, den Mangel seiner Handelsbilanz zu decken. Damit begreift sich das Interesse, das es an die Bewahrung seiner Besitzungen knüpft, ferner, warum die Grundlage seiner Außenpolitik die Aufrechterhaltung des Status qua in Europa ist. Tatsächlich müßte eine Reuorganisierung Europas notwendig von einer Reu- einrichtung deS Kolonialwcsens begleitet fein. Eine Vereinigung kann nur in der Gleichheit gedacht werden. An dem Tage, an dem sich die Völker vereinigten. um ihr gegenseitiges Statut zu regeln und ihre Beziehungen nicht mehr nach den Gesetzen der Macht, sondern nach denen der Vernunft festzulegen, könnte Frankreich offenbar nicht mehr den ausschließlichen Genuß des — nach dem englischen — ersten Kolonialreichs der Erde bewahren, das 21mat die Ausdehnung Frankreichs umfaßt und 60 Millionen Einwohner besitzt. Es würde unzulässig erscheinen, dah ein Staat, der in Europa vom 1. Range auf den 5. betreffs feiner Devölkerungsziffer, vom 2. auf den 6. betreffs feiner Handelsflotte gesunken ist, dessen Geburtenmangel sich verschärft, dessen Erzeugung den ausländischen Wettbewerb nur schwer aushält — dah ein solcher Staat fortführe, einen ungeheuren Bezirk zu monopolisieren, den fein Menschen- und Geldmangel ihm nicht einmal ernsthaft in Wert zu setzen erlaubt — während besonders Italien, in dauerndem Aufschwung der Bevölkerungsziffern, nur über einige magere und von der afrikanischen Sonne verbrannte Morgen Sandes verfügt, und Deutschland, mit 60 Millionen Einwohnern im starken industriellen Aufschwung nicht einen einzigen fremdländischen A b s a h m a r k t zu eigen besitzt. Eine Regelung müßte also angenommen werden, vermutlich im Sinne einer allgemeinen Internationalisierung der afrikanischen, asiatischen und ozeanischen Kolonien unter der LIeberwachung des Völkerbundes, mit der Bestimmung des Regimes der offenen Tür, d. h. der zollpolitischen Gleichheit durch Unterdrückung der Vorzugstarife. Das bedeutete den freien Wettbewerb in den Kolonien wie anderwärts. Das bedeutete für Frankreich den Verzicht auf jenes geschlossene „Jagdrevier", von dem wir oben sagten, dah die heutige Organisation der französischen Industrie auf es nicht verzichten kann, sowie die Rötigung, sich den wirtschaftlichen Rotwendigkeiten der Zeit anzupafsen. Lim eine solche Möglichkeit zu vermeiden, verfolgt Frankreich in Europa eine Politik der Vorherrschaft und des Imperialismus: hat es sich ins Schlepptau Englands begeben, dessen Interessen aus ziemlich ähnlichen Gründen mit den feinigen identisch find; liefert es seinen Vasallen von der Kleinen Entente Waffen und Munition, deren Mithilfe ihm bei kommenden Zufammenstöhen unentbehrlich ist, und deren brutale Angleichungspolitik gegenüber ihren Fremd- stämmigen es aus diesem Grunde begünstigt; kehrt es endlich trotz seiner pazifistischen Redensarten allen „europäischen" Lösungen der Gegenwartsprobleme den Rücken. Eine solche Herausforderung gegenüber allem gefunden Menschenverstand kann sich nicht verewigen. Früher oder später wird Frankreich sich damit abfinden müssen, dah seine zu jener Zeit, als es der bevölkertste Staat Europas war, erklärliche Vormacht sich heute nicht mehr rechtfertigt. Cs muh feinen Träumen von Gröhe entsagen und im Konzert der Völker feinen normalen Platz wieder einnehmen, der nicht mehr der erste fein kann. Llebrigens allein schon das Schauspiel seiner abgehenden Bevölkerung sollte Frankreich antreiben, die Gleichheit der Völker anzuerkcnnen und auf eine Gewalt- und Prestigepolitik zu verzichten, die sich notwendigerweise eines Tages gegen es wenden wird. Bereits jetzt sieht es sich, um die Ansprüche seines alten Reichtums zu stützen, genötigt, ein P r ä t o r i a n c r h e e r zu organisieren, in welchem die schwarzen und gelben Truppen 1/3, die Berufssoldaten 3/< und die einberufenen Bürger nur 1/i ausmachen werden. Lind ferner, wieviel werden von diesen letzteren wirkliche Franzosen sein. Die einzigen „französischen" Gebiete, wo die Geburten nennenswert die Todesfälle übersteigen, sind Elsah-Lothringen, die Bretagne, der flämische Rorden, das Baskenland und Korsika, d. h. die Bezirke, die ge- geschichtlich, völkisch, sprachlich in Frankreich fremd sind: Völkische Minderheiten! Die Geschichte des alten Rom sollte lehren, was jenen Reichen widerfährt, welche der Trieb zur Bewahrung ihrer nicht zu verteidigenden Vorrechte dahin bringt, die von ihnen geknechteten Völker aufzurufen. Das Beispiel verdient bedacht zu werden. Aber kann man einige Klarsichtig- keit von dem chauvinistischen Greife erwarten, dem das französische Volk die Betreuung seiner Schicksale überlassen hat? Sind die Minister der „einen und unteilbaren Ration", berauscht durch einen den Umständen und Beihilfen, die sich vielleicht nicht wieder finden werden, verdankten Sieg, imstande, sich Rechenschaft zu geben, dah die Vorteile einer föderierten Europa in weitem Mähe auch für Frankreich selbst die zu seiner Verwirklichung nötigen Opfer bezahlt machen würden? Wirtschaft. Oie Keichsbank Mitte Mai. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Mai hat die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Reichsschahwechscln, Lombards und Effekten in der 2. Maiwoche um 305,2 Millionen auf 2981,8 Millionen Mk. abgenommen. Im einzelnen haben sich die Bestände an Wechseln und Schecks um 215,0 Millionen auf 2568,5 Millionen Mk. und die Bestände an Reichsschahwechfeln um 98,0 Millionen auf 103,9 Millionen Mk. verringert, während die Lombardbestände im Zusammenhang mit den Mediobedürfnissen eine Zunahme um 7,8 Millionen auf 216,5 Millionen Mk. erfahren haben. An Reichstanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 281,9 Millionen Mk. in die Kassen der Dank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknotcn um 275,1 Millionen auf 4167,3 Millionen Mk. und der Umlauf an Rentenbankscheinen um 6,8 Millionen auf 449,0 Millionen Mk. vermindert. Dementsprechend belaufen sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 48,9 Millionen Mk. Die fremden Gelder zeigen eine Zunahme um 63,7 Millionen auf 648,5 Millionen Mark. Die Bestände an Goldund deckungsfähigen Devisen inägefamt haben sich um 1,7 Millionen auf 1820,9 Millionen Mk. erhöht. Im einzelnen zeigen die Goldbestände eine Abnahme um 834 000 Mk. auf 1764,8 Millionen Mk., während die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,5 Millionen auf 56,1 Millionen Mk. angewachfen find. Die Deckung der umlaufenden Roten durch Gold allein besserte sich von 39,7 Prozent in der Vorwoche auf 42,3 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 41,0 Prozent auf 43,7 Prozent. Wochenbericht vom $ronffurfer Effektenmarkt. Die freundliche und optimistische Stimmung, die in der vergangenen Woche an der Börse geherrscht hatte, muhte in der neuen Derichtswoche einer starken Lustlosigkeit und Zurückhaltung Weichen. Es waren aber diesmal andere Gründe, die in Börsenkreisen verstimmten. Die bessere Lage am Devisenmarkt konnte weitere Fortschritte machen. Devisen blieben in der ganzen Woche stark angeboten, und die Mark verzeichnete daher eine kräftige Erholung. Auch die Pariser Verhandlungen wurden wieder günstiger beurteilt, da die immer noch verschiedentlich bestehenden Befürchtungen eines eventuellen Abbruches vollkommen verflogen find. Doch lastete ein gewisser Druck infolge des langsamen Fortschrittes dieser Konferenz auf der Stimmung. Die Reibereien bei den Gläubigerstaaten hinsichtlich der Verteilung der Annuitäten machten einen nachteiligen Eindruck, und es wurde als deprimierend empfunden, dah sich die Verhandlungen hierdurch noch längere Zeit hinaus- ziehen können. Dies alles waren aber noch nicht die Gründe, die in dieser Woche zu einer fast völligen Stagnation des Geschäftes führten. In erster Linie waren es die stark angespannten Geldmarktverhältnisse, Lagesgeld erreichte gegen Ende der Woche einen Höchststand von 9i i Prozent, und die damit verbundenen Kredileinschränkungen im Deiche, die zu der starken Geschäftslähmung beitrugen. Aber auch der immer noch angespannte Ausweis des Reichsbankinstitutes wurde ungünstig ausgenommen. Trotzdem von Rcuyork zumeist eine festere Börsennachricht eintraf, die von den besseren Geldmarkt- Verhältnissen am dortigen Platze verursacht wurden, — Tagesgeld ermäßigte sich von etwa 14 auf 6 Prozent — blieb die Börse hiervon ganz unberührt, da man in Börsenkreisen sehr lustlos und zurückhaltend gestimmt war und nur wenig Reigung bekundete, bei der unklaren Lage — auch inncrpolitisch war man hinsichtlich des neuen Projektes der 500-Millioncn-Anleihe un- unbefriedigt - neue Engagements einzugehen. Das Geschäft war daher sehr gering und schrumpfte später immer mehr zusammen, da diese Gründe nicht angetan waren, eine freundlichere Stimmung aufkommen zu lassen. Es ergaben sich immer mehr Momente, die nachteilig empfunden wurden. So war auch in dieser Woche kaum etwas von einer Beteiligung der Privatkundschaft und des Auslandes am Börsengeschäft zu spüren. Auch die höheren Dividendekombinationen bei der I.-G -Farbenindustrie, die anfangs der Woche für dieses Papier eine gewisse Widerstandsfähigkeit hervorbrachten — man sprach von 14 Prozent gegen 12 Prozent im Vorjahre —. die sich aber bann als nur vage Gerüchte herausstellten, verstimmten stark, so dah hier ein Verlust gegenüber der Vorwoche bis zu etwa 12 Prozent cintrat. Fast alle Märkte hatten ganz erhebliche ÄurSrüdgängc zu verzeichnen, aber auch Gewinnmitnahmen spielten hierbei eine Dolle. Am Elektromartt gingen die Abschläge durchweg bis 10 Prozent, doch war, wie an allen Märkten, das Angebot nicht nenens- toert groh, da die Engagements bei der allgemein gedränten Lage nicht umfangreich waren. Erheblich stärker abgeschwächt waren Deutsche Linoleum mit minus 16 Prozent, hier war der Dividendenabschlag schon berücksichtigt. Auch am Bankenmarkt waren die Umsätze minimal, doch gingen die Verluste nur bis zu etwa 6 Prozent, nur Dcichsbank büßten insgesamt 14 Prozent ein. Kaliwerte verloren bis zu 16 Prozent, hier kam zeitweise Material in etwas groherem Umfange heraus, auch soll das Ausland verschiedentlich als Olbgcber aufgetreten fein. Als der Beschluß der Aufsichtsratssihung bei Wahh & Frehtag bekannt wurde, wonach in der kommenden Generalversammlung trotz erheblicheren Auftragsbestandes nur 8 Prozent statt 10 Prozent Dividende zur Verteilung gelangen fort, kam in diesem Papier Massenangebot heraus; am ersten Tage des Be- kanntwcrdcns dieser Tatsache konnte kein Kurs festgesetzt werden, doch ergab sich nach Taxekurfen ein erheblicherer Verlust, und bis Ende dieser Woche betrug dieser 17 Prozent. Eine Ausnahme machten während der ganzen Woche die AGA.- Akticn, die sich durchweg lebhafterer Rachfrage erfreuten, da hier das Ausland als Interessent auftrat. Auch die Spekulation schritt hierin zu Deckungen, und es war ein Gewinn bis zu 4 Prozent zu verzeichnen. Auch zum Wochen- schluh blieb das Geschäft mit Ausnahme einiger Werte still, die Kurse blieben gut behauptet. Die (Stimmung wurde jedoch wieder etwas zuversichtlicher, da man allgemein annimmt, daß das Ende der Deparationsverhandlungen bald herangenaht sein dürfte. Das Ausland nahm in AEG., Licht & Kraft und Metallgefellschaft Käufe vor, und diese Papiere besserten sich weiter etwas. Auch Kaliwerte lagen infolge günstiger Abfahnachrich- ten etwas höher. Die versteifte Geldmarktlage in Reuyork verstimmte etwas, aber doch hinterließen günstigere Momente ein optimistisches Echo. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Auch in dieser Woche trat am Frankfurter Produktcnmarkt keine Olenderung ein. Das Geschäft blieb nach wie vor ganz gering und beschränkte sich nur auf Dedarfskäufe. Die Stimmung war lustlos, und die Händler sowie die Exportkreife hielten sich weiter im Hintergründe. Das Angebot blieb in fast allen Getreidearten weiter sehr gering, doch ging auch hiervon keine Geschäftsbelebung aus. Richt einmal die zeitweise stark reduzierten Forderungen der Provinz konnten einen Anreiz bieten. Die Gründe der allgemeinen Mißstimmung waren vor allem weiter die schwachen Auslandnoticrungen und günstige Saaienstandsberichte des Auslandes. Das Geschäft stockte zeitweise sogar ganz; auch an den Hauvt- marfttagen waren die Umsätze minimal. Rur für Weizen und Roggen machte sich zeitweise einiges Interesse bemerkbar. Hier schritten die Mühlen in der Hauptsache zu ihren regelmäßigen Deckungen, um ihrem laufenden Geschäft, was aber auch nur geringen Umfang zu verzeichnen hatte, gerecht zu werden. Die Folge davon war, daß sich diese Getreidearten bei der »schlechten Verfassung des Prvdultenmarktcs immer gut behaupten konnten. Das Angebot hierin blieb sehr gering, doch genügte es der Rachfrage vollkommen. Sommergerste und Hafer (inL) Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. 110 111 103,5 402 426 246 53 1 44.5 ! 44 62 66,5 123 113,5 116.5 117 Banknoten. Die hinter den Papieren angeführlen Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 109,5 134,5 205 146 205 145 205 | 145 113,5 135,5 171,5 107,5 51 80,5 50 80 18 11 12 10 , 8 10 51 80 249,5 179 51,5 80 199,5 28,13 89.75 293 66 111 107,5 121 108,13 199 52,75 49 45,75 I 194 ! 25 i 88 , 290 । 110 295.75 236 424.5 335.75 249,75 178.5 109.75 204 54,25 49,65 8 c o 5 10 0 5 r. O 11 , 0 . 4 8 . 8 10 8 . 8 10 . 8 8 63 111.5 108 120 120 I m | 205 ! 145 109,75 290,5 232 408 328.5 245,25 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telcgraphifche Auszahlung. Philipp Holzmann . . . . 6ciDc!bcrflct Gement . . . Gement Karlstadt . . . 23al)6 4 Freitag..... CckultheiS Pakenhoser . . Cfttoecfc........ Ver. Glaujstoss..... Bembcrg........ Hellstoss Laldbos .... Zellstosj Äsckmssenburg . . Eharlottenburger Wasser . Dessauer Gn5...... Daimler Äiotoren .... Deutsche Malchinen-Fabrik vidlerwerke ftleuet .... Ludm. Loewe...... Skat. Automobil..... Crenftein 4 Koppel . . . Leonhard Tiey . . . . Bamag-Meauin . ... . Franks. Maschinen . . . . Gritzner........ Hehliaenstaedt..... Iunghans...... • e Lechterke...... . Majnkrastwerle . . . . . Mag....... . . . Nekarsulmer ...... Peters Union ...... Gebr. Noeder ...... Voigt 4 Haessner . . . . Südd. Zucker...... Franlsurt a. M. Berlin Schluß Kurs Schluß!. Abend- bürse Schluß. Kure Schluß!. Mittag- bärse Datum 16-5. 17-5. 16 5. 17 5. 6% Dt. ReichSanleihe o. 1027 . Di. Anl..Sll>Iös..--chuld mit Au^ los.-Rechten .....• ■ DeSgl. ohne Auklos.-Rechte . . . 7% grants. Hhp.-Bt. Goldps. un- tündbar bis 1932...... <’/s% Rheinische Hyp.-Bonk Ligu.< Goldps............ A.E.G. abg. BorlriegS-Obligation., rückzahlbar 1932 4% Schwer». Bunderb.-Anl.. 4% Oeslerreichische Goldrte.. . . 4,20% Oesterr. Silberrte..... 4% Oesterreich, einheitl. Rte. . . 4% Ungarische Goldrte...... 4% Ungarische StoatSr. v. 1910 . 4!4% deSgl. von 1913..... 4% Ungarische Rronenrte..... 4% Türl. Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie I......... 4% deSgl. Serie 11....... „ Rumänen convert. Rte. . . . Rumänen Goldanl. von 1813 eilig. Deutsche Eisenbahn . . 4y. Hamburg-Amerila Palet ... 8 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 Hansa Tampsschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 eilig. Deutsche Greditanst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelSgesellsch. . . 12 Commerz« und Privat»Bank . n Tarmst. u. Nationalbonk . . 12 Deutsche Bank .....10 Diskonto-Gesellschast Ant.. . 10 Dresdner Bank ... 10 Mitteldeutsch- Ereditbanl ... 8 Metallbau! ..,...«».8 Rcidiööanl . 12 87,25 51,25 9,65 88 72,75 87,5 101,25 29,4 2,65 1,75 22,8 1,75 8,75 9 8 16,5 109,25 181,25 254 160 151 155 297,5 87,25 51,2 9,9 88 74 87,5 29,5 2,65 1,75 1,75 8 16,25 118 111,25 123,75 125 209,5 184.5 257 162 151,5 156,5 304 87,5 51,3 9.6 89 22,75 21,5 1,8 8,8 8,8 8,5 16,4 117 146,5 109,9 124,5 124,75 206.25 181,5 253 160 151,25 155,5 296,5 87,5 51,2 9,75 90 28,75 22,8 21.4 1.85 9 8,7 8,65 16 118,5 147,5 110,5 124,5 125 212,75 184,75 258,25 161,25 151,75 157 304,75 • Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Kure Schluß! Abend böne Schluß- Kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 16-5. 17.5. 16-5. 17-5. A.E.G............8 176 181 177 181,25 Bergmann ........ 9 —— 209 205 209 Elektr. Lieferungen..... 10 — 155,5 153,5 155,5 Licht uny Kraft ...... 10 210 216,5 211,25 217,25 Falten 4 Guilleaume. .... 6 133 135,5 135 137 Ges. s. Elektr. Untern.. ... 10 210.5 212 210,5 216 Hamb. Elektr. Werte .... 10 — — 137,5 — Rhein. Elektr..... 9 — 159,75 159,25 162 Schlei. Elektr........10 — — 180 184,5 Schuckert..........8 — 244.5 239.75 244 Siemen; 4 HalSke ..... 12 370 378 371 378 Tran4radio.........8 — 146 Lahmeyer 4 Go.......10 165 165 164,13 164,5 Buderus..........5 — 71 69,65 70,5 Deutsche Erdöl . ......6 — 111.75 110,13 111,75 Essener Steinkohle ...... 8 — — 110,25 113,5 Gelsenkirchener . . . f. V> I. 4 124,5 128 125,5 129 Harpener..........C 125,75 128 126,5 126,5 Hoesch Eisen.........8 — — 114.5 116 Ilse Bergbau..... 8 212 213,5 212,75 213 klöcknerwerke..... .7 96,75 98,25] 97,75 100 112,75 111,5 114 115 Mannesmann..... 8 110,5 114,5 Mansfelder.........7 — 124 122,25 124 Lberschles. Eisenb. Scharf. . . 5 — Lberschles. KoVwerke.....6 — — 103,4 105.5 Phönix Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen... 10 85 89 86,9 89.13 280 284.5 280,25 284,5 Rheinstahl ... f. % Jahr 4V-. Riebeck Montan......7,2 110 113 109,75 114 — 141 142 Vereinigte Stahlt»......r Otavi Minen.......2 sh — 91 90,65 91,65 — 64.25 64.13 65,25 Kali Aschersleben ..... 10 225 233,5 225 231,5 Kaki Westeregeln...... 10 231.75 237,5 231 237 Kaliwerk Salzdetfurth ... Id 372 382 371,13 381,75 I. ®. Farben-Indusirte ... 12 240,5 243,5 241,5 243,5 Dynamit Nobel ....... 6 — 112,5 113 Scheideanstalt ...... 9 — 162 Goldschmidt . ....... 5 81 82 80,5 81.5 RiUgerZwerke . ....... 6 87,5 87 86.65 88.25 Metallgejellschast. . • • • • 11 128,5 128 128,4 128,5 Berlin 17- Mat Geld Brief Französische Noten..... 16,46 16,52 Holländische Noten...... italienische Noten...... 168,68 22.01 169,36 22,09 Norwegische Noten...... 111,78 112,22 Deutsch-Oesterr, aioo .Kronen 58,99 59,22 Rumänische Noten...... 2,53 9 55 Schwedische Noten...... 112.09 112,53 Schweizer Noten....... Spanische Noten....... 59*48 59.72 Tschechoslowakische Noten .. 12,412 12,492 Ungarische Noten....... 73,05 73.35 Franklurt a. M. Berlin Schluß Kure Schluß!. Abend- bötie Eckiiuß- fluri Schlußl Mittag- bötie Datum 16.5- 17-5. 16-5. 17-5. 16- Mai 17. Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung -ttclb Brief (9c(b Brief Limit-- Nolt. 169.07 169,51 168.90 169.24 Bmn. AirrS 1,768 1.772 1.763 1.767 Brss.-Antw. 53,39 58.51 58,31 58.43 Ehrimania. 112,0U 112.32 111.96 112.18 flopenbaaat 112,08 112.30 111.95 112,17 Stockholm . 112.34 112.56 112,22 112,44 Helstngfors. Italien. . . 10,57 22.025 10.59 22.065 10.56 21,995 10.58 22,035 London. . . 20.49 29,44 20,38 20,42 NetWork . . 4,2065 4,2145 4,2015 4,2095 PariS.... 16,425 16,455 16.415 16.445 Schwei; . . 81,05 81.165 80.91 81.07 Spanien. 59.91 60.03 59.84 59.96 SYapan . . . 1.687 1.891 1.878 1,882 Nio de Ian Wien in T-- 0,4985 0,5005 0,499 0.501 Oest. abget: 59,095 59,250 59,02 59.14 Prag . . . Belgrad . . 12,448 12,463 12,431 12,511 7.398 7.412 7.393 7,407 Budapest. . 73,29 73.43 73.19 73,43 Bulgarien. 3,039 3,045 3,037 3,492 Lissabon 18,87 18,91 18,85 18,89 Danzig. . . 81,54 81.70 81,43 81,59 Konstantin. 2,041 2.045 2,038 2,042 Athen. . . 5,455 5,465 5.455 5,465 Canada 4,178 4,186 1,1765 4.1885 Uruguay. . 4,097 4.104 4.116 4,124 Cairo . . - 20,925 20,965 20,915 20,945 Berlin, 17. Mai Geld Brief Amerikanische Noten..... 4,186 4.206 Belgische Noten........ 58,28 58.52 Dänische Noten ...... 111,81 112,25 Englische Noten........ 20,39 20,47 waren verschiedentlich etwas reichlicher angeboten, und es traten hier auch gaiu$ beträchtliche Qlb- schläge ein. Das Mehlgeschäft war, wie schon seit längerer Zeit, schleppend, besonders Roggen- inehl hatte den stärksten Rückgang zu verzeichnen. Weizenmehl, aber nur niederrheinische Qualitäten, blieben dagegen gut gehalten. Auch in dieser Woche war das Angebot in Futtermitteln weiter ziemlich erheblich, Nachfrage war aber kaum vorhanden, so daß Verluste von einer halben bis zu dreiviertel Mark eintraten. Sie (Stimmung blieb in der ganzen Woche gedrückt und lustlos. Zum Wochenschluh änderte sich an der Haltung nichts, die Tendenz neigte eher erneut zur Schwäche. Anregungen lagen nicht vor. das Ausland meldete unveränderte Kurse. Nachteilig wirkte das zunehmende Angebot von Brotgetreide. Jedoch wurden Weizen und Roggen hiervon nicht berührt. Nur Roggenmehl war erneut erheblich schwächer. Am Futtermittelmarkt waren noch Weizen- und Roggenkleie weiter angeboten und ebenfalls schwächer. Mais für Futterzwecke blieb dagegen behauptet. 3m Vergleich mit den Notierungen der vergangenen Woche waren Weizen, Roggen und Weizenmehl niederrheinischer Qualitäten gut gehalten. Dis zu einer halben Mark niedriger lagen Sommergerste, Mais für Futterzwecke und Rvggenkleie. Weizenmehl und Hafer (tnL) gaben bis zu einer Diertelmark nach. Weizenkleie bis zu dreiviertel Mark abgeschwLcht. Roggenmehl büßte sogar eine Mark ein. Die Wixhe schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 24, Roggen 22,75. Sommergerste 23,50, Hafer (inL) 23,25 bis 23,50, Mais für Futterzwecke 21 bis 21,50, Weizenmehl 32 bis 32,25, nieder- rheinisches Weizenmehl 31,75, Roggenmehl 29 bis 30, Weizenkleie 12 bis 12,15, Roggenkleie 12,75. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Auch in dieser Woche war das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt weiter rege. 3n dieser Woche war fast ausschließlich nur erstklassiges Vieh angetrieben. Bestes Mastvieh erzielte Preise über Notiz, während sonst die Preisgestaltung eine uneinheitliche war. Am Rindermarkt war der Auftrieb fast der gleiche, wie der der Vorwoche. Die Nachfrage konnte jedoch trotz der bevorstehenden Feiertage befriedigt werden, da die auf der Mastviehausstellung gezeigten 500 Tiere bereits vorher restlos im Dersorgungsgebiet untergebracht wurden. Bei regem Handel, aber schwacher Exportbeteiligung, wurde der Markt ausverkauft. Auf dem Kälbermarkt war der Auftrieb erheblich größer, als in der Vorwoche. Bei anfangs regem Geschäft wurde die Stimmung zum Schluß der Woche flauer, und die Preise gaben stärker nach. Infolge der bevorstehenden Feiertage konnte der Markt jedoch geräumt werden. Auch Schafe hatten wieder Leges Geschäft zu verzeichnen, doch mußten die Notierungen infolge des immer noch zu schwachen Auftriebs ausgesetzt werden. Der Schweinemarkt war in dieser Woche sehr stark beschickt, und es konnte sich daher nur schleppendes Geschäft entwickeln. Auch hier war ein größerer Preisverlust festzustellen. Es verblieb geringer Äeberstond. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1578 Rindern, darunter 174 Ochsen, 74 Dullen, 560 Kühe und 320 Färsen, ferner aus 2760 Kälbern, 209 Schafen und 6721 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Woche waren 45 Rinder, 66 Schafe, 1009 Kälber und 1623 Schweine mehr angetrieben. — Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: Klasse -X l 60 bis 64. A II 54 bis 59, BI 48 bis 53; Dullen: A 54 bis 57, B 50 bis 53; Kühe: A 45 bis 50. B 40 bis 44. C 35 bis 39, D 28 bis 34; Färsen: A 60 bis 64, B 55 bis 59, C) 48 bis 54. Kälber: B 73 bis 78, C 66 bis 72, D 58 bis 65. Schafe nicht notiert. Schweine: B 70 bis 72. C 70 bis 74, D 70 bis 74, E 68 bis 72. 3m Vergleich mit den Notierungen der vergangenen Woche konnten Ochsen zwei, Kühe und Färsen je eine Mark anziehen, während Kälber bis fünf Mark und Schweine bis zu vier Mark nachgaben. Bullen blieben gut behauptet. • Odenwälder Hartst ei n-3ndustrie A. - G., Darmstadt. Die Gesellschaft schlägt aus 133 284 (219 505) Mk. Reingewinn eine ermäßigte Dividende von 7 (10) Prozent auf 1,32 Millionen Mark Aktienkapital vor. Die Aussichten für das neue 3ahr seien von der Allgemeinentwicklung des Straßenbaues weitgehend abhängig. • Eirg e r es Zusammenarbeiten in der Walzlagerindustrie. Wie der WTB- Handelsdienst aus der Walzlagerindustrie erfährt, haben die drei größten Firmen dieser Branche, und zwar die Präzisivnskugellagerwerke Fichtel & Sachs, A.°G., Schweinfurt, Fries «> Babenhausen II, 17. Mai. Der hiesige Gesangverein rüstet eifrig zu dem am 1., 2. und 3. Juni hier stattfindenden großen Sänger- f e ft, verbunden mit Fahnenweihe. Da der Verein Mitglied des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes Ht, haben fast sämtliche 28 Bundesvereine ihre Beteili' gung am Feste zugesagt; außerdem nehmen noch verschiedene Gastvereine teil, so daß nm Hauptfesttage etwa 800 Sänger hier anwesend sein dürften. Ofarfenburg. Oer Haushalt der Stadt Offenbach. WSN. Offenbach, 17. Mai. Äei: Stadtrat hat in feiner heutigen Sitzung den Etat für das Jahr 1 929 verabschiedet. Die Kommunisten, die in der Aussprache ausdrücklich erklärt hatten, daß sie den Etat und neue Steuern ablehnen würden, stimmten mit den Sozialdemokraten gegen die bürgerlichen Fraktionen für die Annahme des Etats. Ser Fehlbetrag des Haushaltes beläuft sich aus 669 502 Mk. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) ZRoffronf auch in Hessen verboten. Darmstad1, 17. Mai. (TU. Drahtbericht.) Aus Ersuchen der Reichsregierung hat das hessische Siaatsminisierium den Roten Frontkampserbund und die entsprechenden kommunistischen stamps- organifalionen für das Gebiet des Volksstaate» Hessen mit Wirkung vom 17. Mai verboten. Lilli Lehmann f. Berlin, 17. Mai. (WTB. Funkspruch.) Gestern starb die berühmte Kammersängerin Lilli Lehmann in ihrer Villa im Grünewald im 87. Lebensjahre. — Lilli Lehmann war in den siebziger Jahren als Koloratursängerin ein Stern der figL Bühnen in Berlin. Später ging sie nach Amerika, wo sie als dramatische Sängerin auftrat In Amerika verheiratete sie sich mit dem deutschen Sänger Paul statisch. 1890 kam sie nach Deutschland zurück, wo sie in der Folge, auch wieder in Berlin, als Wagner-Sängerin auftraf. Lilli Lehmann hat ihr stünstlerleben selbst in einem fesselnden Buch „Mein Weg" beschrieben. Auch hat sie ein Buch „Meine Gesangskunst" (1902) versaßt, das in die englische und französische Sprache überfragen wurde. Eewinnauezug 2. Klasse 33. Prenßisch-Süd-enfsche (259. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer au, die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 1. Ziehungstag 17. Mai 1929 3n der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 90 M. gezogen 2 ®etornne zu 10000 M. 167439 2 ©etoinne zu 3000 W. 252886 6 Gewinne ja 1000 W. 3313 97352 162269 8 «etoinne zu 800 M. 83628 170582 308300 395518 30 ©etoinne zu 500 W. 14615 37181 41614 61274 63743 87952 98855 104888 135890 147063 217678 220194 308779 381491 386334 98 Gewinne gu 300 M. 6892 14343 27315 29495 43504 51137 53901 53980 105260 109380 111996 114035 119523 124475 133276 158984 162652 173000 176080 198876 202155 203899 209951 215879 220769 222178 225291 226006 227795 238089 243456 244943 250038 251729 259386 260716 271263 281238 281655 288980 312763 314675 340010 343895 360557 365428 381252 385485 398252 232 Gewinne zu 180 M. 16825 24934 25307 25668 28838 30196 37764 46425 46605 56315 57093 57389 59876 61454 63445 63893 70436 72147 73942 74114 76349 77052 80815 84584 97465 101527 103969 107068 108428 108512 112617 113259 115204 117559 117795 118491 123512 135667 138542 139076 142005 142531 143849 152804 152976 153058 154020 157143 164471 165006 165573 168708 169116 171197 176678 177991 179754 179759 182051 183551 184184 186244 190300 191485 191716 195770 197652 203234 205339 207149 209987 211679 215501 216394 219153 221638 221889 225997 235527 240746 242504 243667 244512 259541 267950 268868 280290 291812 29257' 294820 295981 304667 305859 306271 306646 310088 321507 323016 323267 328452 329640 334952 335418 346719 361687 352332 352576 352598 354964 358066 358821 373418 374443 384710 388396 396896 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 90 M. gezogen 2 ®etoinne au 6000 M. 392782 187987 31222 160499 116767 87850 160346 9.106 19696 83148 93144 20138 49941 70734 99447 120970 136266 152678 173598 186229 199491 233938 273320 289136 309867 322771 342306 372520 397839 165097 189637 241455 272380 350742 106658 122889 139269 169866 181130 188191 224203 242629 274435 290163 311861 330744 350281 377737 157011 189978 249790 272936 369033 392360 115516 126489 144683 161999 182864 191074 226885 258601 275893 292413 315618 832920 365011 377787 115959 130186 160222 164026 184677 196087 232168 267902 286853 306313 322263 340427 371022 397561 151111 172642 226642 269075 347702 222892 258772 329015 375861 41449 122241 161743 225962 266413 334604 387139 157691 221426 255612 286900 369574 396443 115621 128829 148943 162860 184257 193889 231502 266774 283618 305016 321429 337111 365577 385500 8 ©etoinne zu 800 M. 306564 14 ©etoinne zu 500 M. 278062 286839 313509 334288 90 Gewinne zu 300 M. 761 26693 32490 58490 58526 74724 79482 87188 92666 387408 388633 ------ --- 220 Gewinne zu 180 M. 1411 4824 ..... ----- ----- 23037 24630 28750 31631 32804 45227 52224 53750 55259 60920 63677 63945 72541 76254 76313 83132 83148 93144 103675 121352 136581 158199 174297 186461 214436 237626 274322 289203 310226 330449 344864 376195 2 Gewinne ,u 2000 W. 131899 4 ©etoinne zu 1000 M. 194542 290997 _ _ ---- ----- 176368 die wundervolle goldklare Haarwaschseife für jedes Haar, auch als Shampoon PROTOS Hi IM? rf f 5-i ElektrischerWaschautomat Nirgends ist der Waschtag ein Freudeniag. Ueberall bringt er übermäßig viel Arbeit und Unruhe in die Familie. Durch den elektrischen Waschautomaten verliert der Waschtag seine Unannehmlichkeiten vollkommen. Wie überall, wo die Elektroheizung angewendet wird, so ergeben sich auch hier Bequemlichkeit, Reinlichkeit u. Arbeitserleichterung. Der Elektro-Wasch- automat reinigt die Wäsche selbsttätig. Die Bedienung beschränkt sich auf das Einschalten des Waschautomaten am Abend und dasAusschalten am Morgen, machtunabhängig vom Waschhaus, kann in Küche und Wohnraum gebraucht werden, ist wirtschaftlich, braucht nur wenig Strom, spart Zeit. Die Wäsche kann früh morgens sofort getrocknet, da das Waschen in der Nacht erfolgt und der Automat an jede Lichtleitung angeschlossen werden. - Kostenlose Auskunft und Vorführung - Teilzahlung Fachgeschäfte u. Städtische Elektrizitätswerke Gießen Sperrholz Platten anerkannt betlesMatcrial ans tlihrend.Werken Ausl.Hfilzer, Furniere, Schreinereibedarf ■-K Gröbtes Spezialgeschäft in Süddeutschland Reichste Auswahl, billigste Preise, prompte Lieferung LMeiiMLCo. Frankfurt a. M. Hauptbüro u. Centrallager: Eytelweinstr. 5 Stadtverkaufsstelle: Falkengasse 5 Telephon Carolus 42144/45 ______________ 305V fr L l 0) ch hiermit ausdrücklich hin. 4419C Gießen, den 16. Mai 1929. Der Oberbürgermeister. 3. V.: Dr. Rosenberg. „ 3. „ „ 4. „ Kiefer lb=ÄL „ 2a- „ „ 2b- „ ,, 3a- „ _ „ 4a- „ v'ichte la- „ ,, 2a- „ 2 Stück = 7 „ = 2 „ = 1 „ = 3 „ = 4 „ = 3 „ = 1 ,, = 4 „ = 2 „ = 2trbeitsvergebung. Für den Neubau der Pestalozzischule sollen die Zimmerarbeiten unter Zugrundelegung der Reichsverdingnngsord- nung vergeben werden. Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem Baubureau genannter Schule in den Eichgörtcn während der Dicnftstnnden zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum Vcrdingungstermin 4475C Montag, dem 27. Mai 1929 vormittags 10 Uhr an das Städtische Hochbauamt, Astcrweg Nr. 9, cinzureichen. Zuschlags- und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 17. Mai 1929. Städtisches Hachbauamt: Gravert. Abschnitte (Güteklasse N). Eiche 2. Kl. ------ 1. Die Gemeinde Wißmar verkauft einen la fetten Dagelsberger Bullen auf dem Wege des schriftlichen Angebots. Angebote für ein Zentner Lebendgewicht müssen bis zum 22. Mai, abends 9 Uhr, I Bekanntmachung. Betreffend: Schweinezwischenzählung am l.Juni 1929. Am l.Juni 1929 findet eine Schweine» Zwischenzählung in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg statt. Die Schweinebesitzer haben den Zählern die notwendigen Angaben ihrer Schweinebestände bereitwilligst zu erteilen. Auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen, angeschlagen in den Aushängekasten, der Stadt Gießen, wird besonders hinge- wiesen. 4419C Gießen, den 13. Mai 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern nachmittag unseren heißgeliebten, hoffnungsvollen Sohn. Enkel, Neffen und Cousin Helmut nach kurzer, schwerer Krankheit im blühenden Alter von 7 Jahren in die Ewigkeit zu sich zu rufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Peter Jöckel und Fran Tlarlechen geb. Siebert Äug. Siebert und Fran Luise geb. Schleenbäcker Aug. Siebert und Frau Toni geb. Hagemann Herrn. Siebert und Frau Käthe geb. Weber Hildegard Siebert» Gießen (Marburger Straße 40), Westerburg, den 18. Mai 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Mai, nachmittags 2'/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs ans statt. „ .v „ - 1,20 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen. Diesbezügliche Angebote sind, getrennt für jedes einzelne Los pro Fcstm'eter, verschlossen, mit der 'Aufschrift „Holzsubmission" bis ZUM Mittwoch, dem 22. Mai 1929, nachmittags 5 Uhr. auf hiesiger Bürgermeisterei cinzureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen eingesehen werden können. Eröffnung erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Nähere Auskunft erteilt Förster Seipp, Forsthaus Hüttcnberg bei Großen-Linden. Langholz (Güteklasse Los 1. „ 2. „ 3. „ 4. „ 5. „ 6. „ 7. „ 8. „ 9- „ 10. ,, 11. 12. „ 13. „ 14. Heute verschied nach kurzem Leiden ganz unerwartet mein innigst- geliebter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Johannes Kumpf Bäckermeister im 64. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Mathilde Kumpf geb. Mauk. Auto-Ueeb Tel. 1790. ,-,.D ( Verkäufe | Junge schwarzbunte frischmelkende Kuh zuverkauf. Garantie f. 20 Liter Milch. O8171 Ebersiadt, Hnndsgasse Nr. 23 Junge Vogelsberger gute Milch- n. Fahrkuh. in 4 Wochen kalbend, sowie 20Zir. Strah zu verkaufen. Wicicck, Gießener Straße 92. Mod. nut erhaltenes ÖoIMM rin- u. zweisvänntg ui fahren, steht zum Verkauf bet 03157 Christ. Heuchelheim. Mühle, Tel.675, Amt Gießen. Salz: Fernsprecher Freiensteinau 11. Schatten: Fernsprecher 35. Letzte Holzversteigerung Ans den Waldungen der Stadt Allen- dorf a. d. Ldo. wird am Dienstag, dem 21. Ulai 1929, nachstehendes Holz an Ort und Stelle versteigert: 4477D 1. Nutzholz. Stämme: Buchen 4. Kl., A, 3 Stück - 4,35 fm; 5. Kl., A, 3 Stück = 4,37 fm. Derbsianqen: Fichten 1. Kl. 1 Stück = 0,09 fm; 2. Kl. 4 Stück = 0,24 fm. 2. Brennholz. Scheit: Buchen 181 rm; Eichen 4 rm; Kiefern (rund) 3,5 rm; Fichten (rund) 27 rm. Knüppel: Buchen 68 rm; Eichen 16 rm; Kiefern 48,5 rm; Fichten 35,5 rm. Reisig: Buchen 234 rm; Eichen 4 rm; Fichten 10 rm. Stöcke: Bnchen 34,7 rm; Eichen 7,5 rm. Das Dörr- und Ab fall holz wird nicht vorgczeigt. Die Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr im Forstort Fichtewicfe, am Jlfch- häufer Weg. Allendorf a. d. Lda., den 16. Mai 1929 Hessische Bürgermeisterei. Rein. Arbeitsver^ebnng. Für die Gemeinde 2illendorf a. d. Lda. sollen bei der unterzeichneten Behörde die Arbeiten für die Erweiterung des bestehenden Hochbehälters um 100 cbm Fassungsraum vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf dem Bureau des Hessischen Knlturbcw- nmtes Gießen offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungs- termm am Samstag, dem l.Juni 1929, vormittags 10% Uhr, einzureichen find. Zuschlagsfrist drei Wochen. 4442D Gießen, den 15. Mai 1929. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Bekanntmachung. Betr.: Aenderung der Paragraphen 7 und 8 der Stromlieferungsbedingungen für das Stadt- und Ueberland- gebiet. Mit Wirkung vom 15. Mai d. I. erfolgt die monatliche Mahnung des rückftändi- gen Stromgeldes im Stadt- und Ueber- landgebiet nicht mehr durch eine schriftliche Zahlungsaufforderung, sondern durch eine Bekanntmachung in den hiesigen Tageszeitungen. Gießen, den 18. Mai 1929. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. Fürsorge - Sprechstunde für Gemüts- und Seelenleidcnde. Zwecks Beratung bei Erkrankungen an Geistes- und Gemütsstörungen sowie daraus folgenden Fragen betr. Vererbung, Eheeingehung, Versorgung, Unterbringung in Arbeitsstellen, Familicnpflege oder Anstalten bzw. Entlassung aus letzteren u. ä. m. ist von feiten der- staatlichen und städtischenBehörden des Kreises und der Stadt Gießen eine Fürsortzestelle mit Beratungssprechstnnde durch einen Facharzt für Psychatric eingerichtet. Diese Beratungssprechstunde für Gemüts- und Seelenleidende wird vorläufig einmal im Monat, und zwar jeden zweiten Mittwoch, nachmittags 4 bis 5 Uhr, von Medizinalrat Dr. Frank im Gebäude des Wohlfahrtsamtes, Gartenstraße 2 — Zimmer Nr. 12 — abgchalten und steht jedem, der in diesen Fragen für sich oder andere Auskunst und Rat bedarf, unentgeltlich zur Verfügung. 4478D Gießen, den 14. Mai 1929. Der Oberbürgermeister. Wohlfahrtsamt. Abt. Gesundheitsfürsorgeamt. Bekanntmachung Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- und Ueberlanögebiet für den Monat März 1929 können noch bis zum 25. d. M. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin er* olgt Beitreibung ober Stromsperre auf Kosten des Stromabnehmers. 4486D Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. 61 d 11 e. Familie Ernst Grölz. Daubringen, den 17. Mai 1929. Die Beerdigung findet am l.Pfmgstfeiertag.19. Mai.nachm 4 Uhr statt Eiche 3. Kl. 4. „ 3 Stück 1 „ = 3,79 -- 1,52 Kiefer la-Kl. 1 „ = 0,11 1. 1b- „ 26 „ - 9,45 2a- „ 97 „ = 53,22 ■ • 2b- „ 20 „ = 17,17 e ■ 2b- „ 27 „ = ■21,87 3a- „ 10 „ = 10,94 3a- „ 13 „ = 15,40 3b« „ 2 „ = 2,30 ■ . 4a- „ 1 „ = 1,51 Fichte la- „ 404 „ - 63,18 1b- „ 257 „ = 81,64 2a- „ 41 „ r 23,13 2b- „ 5 „ = 4,50 Häuser u. Villen Einiamilienhänser Etagenhäuser mit freim. Wohn. Gescbähhäuser Melzgcreien Wirtschaften Bauplätze n. Gärten alles befand, füll, zu verkauf. 03155 J. Baer, Ostanl. 28.