Zs 22 50 Mo arkt. «45 froher Q[» xrZ KL " wurde für A und für Hlte Pferd«, Preise. L Ae kalte ^Detracht ohne tzin- M dre Eier. Hr das tzr, >;. Die Droh, iiteno, und die von Inland« ,'lche Sier: * 58 Gramm 10,75 bis 11, wer ?/, bis Delgin, ^62 ©tomn LMM 10 bi- Son 'RrchtSm- 'Bonn, nichen 8amn» >n autoritativer der Ehe. Dich, mgcn der Ehe, zemeinverständ« er wissen sollte, trat bevorstehl Line Übersicht« eichSgesehlichen edung und ntum. Dand -Drirüfchaft m. 151). - Mt rischen Pröble« rfucht Ervcheiin ng und Gesolg« andern, veil er das neue Sin» staatlichen Le« 'chweg auf das yphen und der it der Gründ« : Dacheüungs« wd Der! des christliche Leich Folger. len. irricht.) Muf der > bet Pariser chsuhr, ereignete Der Schnellzug In und schob t Sirher routben l9 t«n Irünimeca «i«»«11,* d. Der belgische Aelaanlgabe der chbeihallp^ 13,"50 ittutt a^' ahlun^. — 10 *. 16 09 19 10 5 6 3 Knet 'S s 2,51 112-84 81,47 63,74 12,49 s l?2,35 112,3 12- 10,59 22,06 20.452 1,2'3° 16.» «1. 62,44 fl »41 Ä J;5 £S i:l 20,9° 1,7/6 58,62 112-5 11-5 11 - 10,61 22,1° 20,462 j,221° 81-2° 62,56 1.M 0,502 59-2° $ ”:ä ii.g «1,89 052 5, das. Wort „u nanneh ni 6 a r" ausgesprochen wird, so wird anderseits die Bereitwilligkeit der Reparationskonferenz, das deutsche Memorandum zu erörtern, festgestellt. „Echo de Paris" schreibt, französischcrscits hält man die Konferenz für so gut wie beendet. Aber Amerikaner und Engländer wollen noch einen letzten Rettungsversuch machen. Ist das Angebot Dr. Schachts übrigens nicht von der Steigerung der Sachlieferungen und der Beibehaltung der Lransferklau- s e l zum wenigsten für einen Teil der Annuitäten abhängig gemocht? "Denn die erstere Bedingung gestellt worden ist, wird sie von der englischen Delegation abgelehnt werden und die zweite steht in Widerspruch zu der Hauptaufgabe der Sachverständigen: Kommerzialisierung der deutschen Schuld. — „Petit Parisien" bezeichnet das Angebot Dr. Schachts als d e r a r t a u h e r- halb des Bereichs der Möglichkeit liegend, daß man glauben möchte, dre deutsche Delegation wolle die Konferenz bewußt zum Scheitern bringen. Oie KsrhsrMgm des Dmifchen Industrie- Mh Handelsiages. Wirischafissreiheii und Gemeinschaft der VsrariiWoriung. Minister GurLLus zur GachVsrftändigemonssrenz. Die 49. Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelstages, die soeben unter zahlreicher Beteiligung aller beteiligten Wirtschaftskreise, der Regierungen, der Behörden und der Parlamente stattgefunden hat, muhte in diesem Jahre im Brennpunkt des öffentlichen Interesses stehen, weil sie in eine Zeit fällt, in der die deutsche Wirtschaft starke innere Schwächen und außenpolitische Schwierigkeiten aufzuwcisen Hut. Deutschland ist wirtschaftlich gesehen an einem Abschnitt angetangt, der zu einer Wende werden kann, das Ergebnis der Pariser Reparationsbesprechungen, gleichgültig ab es abgelehnt werden muß oder angenommen werden kann, wird Deutschland vor neue wirtschaftspolitische Aufgaben stellen, die wahrscheinlich eine grundlegende Aenderüng der staatlichen und privaten Wirtschaftsführung zur Folge haben werden. Das alle anderen überschattende Problem der Reparationen fand daher auch eingehende Würdigung auf der Tagung und es ist gerade bezeichnend für die Verantwortung, die die berufenen Führer der Wirtschaft in der Reparationsfrage sehen und fühlen, daß der Reichswirtschaftsminister Dr. C u r t i u s es abgelehnt hat, und zwar mit Rücksicht auf die Pariser Verhandlungen, und auf die schwierige Lage der deutschen Sachverständigen, irgendwie zur Deparationsfrage als Vertreter des Staates Stellung zu nehmen. Die großen Programmpunkte des Industrie- und chandelstages gehen in zweierlei Richtung, einmal dex Weg zur W i r t f ch a f t s f r e i l; e i t und zur Wiederherstellung und Bevorzugung des persönlichen Unternehmertums, andererseits die Gemeinschaft der Verantwortung, die die Wirtschaft mit ihren vielseitigen Zweigen zu tragen Hot. Es gilt die Persönlichkeit des selbständigen Unternehmers zu verteidigen gegen den sich in K a r - tellen und Trusten ausdrückenden kollektivistischen Zug und gegen den Kommunal, und Staatskapitalismus, der die freie Betätigung in der Wirtschaft einschränkt. Die wachsende Erkenntnis von der Verbundenheit des Schicksals von Kapital und Arbeit als einer natürlichen Gegebenheit setzt sich allmählich in stärkerem Maße durch und mit ihr die Anerkennung der besonderen Notwendigkeit, der deutschen Wirt schäft Kapitalkraft zuzrtleiten. Der Industrie- und Handelstag lehnt den Burcaukratismus und Schematismus als den Feind des Kaufmanns ab und sieht in dem Wettbewerb und dem Risiko den Freund des Kaufmanns, wie überhaupt die Llntemehrnerpersön- lichkeit die allein belebende Seele auch innerhalb neuer Organisationsformen der Wirtschaft bleiben wird. Für die Wirtschast selbst besteht die Pflicht, deren Erfüllung zugleich eine Vorarbeit für den Staat bedeutet, innerhalb ihrer gesetzlichen Berufsvertretung die Interessen abzuwägen, um sie dann gemeinsam wahrzunehmen. Die Wirtschaft muß sich eben bei dem Druck, der auf allen ihren Teilen liegt, auf die Gesamtinteressen einstellen und die Interessen der einzelnen Beruse in diese Gesamtinterelfen einordnen und sich bewußt sein, daß alle wirtschaftlichen Einzelinteresfen miteinander verbunden sind. Darin liegt der Gemeinschaftsgeöanke der Verantwortung, der aus allen Reden auf der Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelstages herausklang. Berlin, 17. April. (WTB.) Der Deutsche Industrie- und Handelstag hielt unter starker Beteiligung aller Wirtschastskreise seine 49. Vollversammlung ab. Der Vorsitzende Präsident Franz von Mendelssohn begrüßte die Gäste, die zahlreich erschienen waren, u. a. den Reichswirlschastsminister, den Reichswchrminister, den preußischen Handelsminister, Vertreter des Reichsrates und des Reichswirtschaftsrates, der Reichsministerien und Behörden, der Landesregierungen, der Parlamente, der Reichsbank sowie der Deutschen Reichsbahngesellschast und die Vertreter der Spihenvcrbändc der Wirtschaft. Er hob den Geist der Gemeinschaft hervor, der in Verbandstagungen zum Ausdruck komme und der bei den inneren Schwächen und den außenpolitischen Schwierigkeiten unserer Wirtschaft ganz besonders walten müsse. Die Grüße und Glückwünsche der Reichsregierung übermittelte Reichswirischafismimster Dr. Curiius, der zugleich namens aller Regierungsvertreter einschließlich des preußischen Handelsministers erklärte: Es wird von Ihnen wohl verstanden werden, daß ich in diesem Augenblick nicht in der La g e bin, zu der Reparationsfrage, die unser aller Denken beschäftigt, sachliche Ausführungen zu machen. Ich weiß mich eins mit Ihnen in der Auffassung, daß es sich bei den gegenwärtigen Verhandlungen um die Lösung eines für das deutsche Volk und die deutsche Wirtschaft, darüber hinaus für die europäische Wirtschast und den Wirtschoftsfrieden der Welt auf lange Zeit entscheidenden Problems handelt. Alles hängt davon ab. daß die in Paris vereinigten Sachverständigen ihre Aufgabe als eine wirtschaftliche mit unpolitischer Sachlichkeit durchführen. Selbst das, was Deutschland unter eigener Verantwortung in der Grenze seiner Wirt- schastslrast in Zukunft zu zahlen übernimmt, wird letzten Endes unter der Verantwortung derer stehen, die heute in Paris über diese Fragen zu Rate sitzen. In Paris darf es nicht darum gehen, nach Art eines Handelsgeschäftes über die Höhe von Forderungen und Schulden zu markten, sondern um die gemeinsame Behebung einer die ganze WeltbedrückendenWirtschaftssorge durch dazu berufene Sachverständige. Ich beschränke mich auf diese wenigen Worte, verzichte insbesondere auch auf nähere Darlegung des ungeheuren Ernstes der Loge. Ich setze mit der gesamten deutschen Wirtschast in die Sachkunde, Unerschrockenheit und Besonnenheit der Vertreter Deutschlands in diesen Sachverständigenausschuß das größte Vertrauen und sende in diesem Sinne unseren Sachverständigen einen Gruß hinüber. Präsident Kranz von Mendelssohn gab dann ein Bild der Lage der deutschen Volkswirtschaft. Die Kapitalarmut verlangsame die Rationalisierung, beenge die besonders für die Ausfuhr notwendigen Kreditierungsmöglichkeiten und führe zu einer außerordentlichen Zinsenhöhe. In der Kapitalarmut und Zins- überlastung liege mehr oder weniger der Gießener Gtadttheater. Hanns Johst: „Thomas Paine". Ein Stück Sturm und Drang im zwanzigsten Jahrhundert. In der Geniezeit würde man dem Autor vielleicht nachgesagt haben, sein Werk sei „groß geahndet" gewesen. Man kann das vielleicht auch heute noch zugeben. Aber es genügt nicht ohne weiteres, den guten Willen für die Tat zu nehmen. Ist cs ein Drama? Kaum. Eine Tragödie? Rein. Ein Theaterstück? Teilweise. Lind zwar im Stil des historisch-biographischen Bilderbogens. Andeutend, skizzenhaft, sprunghaft. Das waren andere Stücke auch, sogar vor dem Expressionismus; und nicht die schlechtesten. Was aber hier fehlt, ist die große Linie; ist der dramatische Kern. Die unausweichliche Rotwendig- keit des inneren Ablaufs, dieses So-- und- nicht- anders, das aus dem echten tragischen Drama niemals wcgzudenken ist. Der Stoff hätte eine ausgezeichnete Rovelle, vielleicht sogar einen brauchbaren Roman ergeben. Aber I o h st zielte auf das wortgeschwellte, pathetische Szenarium mit großem Auftritt und pomphaftem Bild. Die Fabel ist so dürftig wie die Lieberlieferung. Leben und Untergang Thomas Paines, der zu seiner Zeit ein höchst einflußreicher amerikanischer Publizist war und mit seiner Schrift „Der gesunde Menschenverstand" (1776) einen außerordentlichen Erfolg hatte. Die einzelnen Bilder zeigen ihn an den wichtigsten Stationen seines Wirkens. 2lls Wegbereiter der amerikanischen Llnabhängigkeitsbewegung. Als genialen Adjutanten Washingtons im Felde. Als Llnterhändler gegen England in Philadelphia und als Schrittmacher Amerikas in Paris, wo die Revolution tobt. Hier hat er das Pech, als begeisterter Republikaner wegen royalistischer Gesinnung ins Gefängnis gesteckt zu werden, weil er sich für Ludwig XVI. cinseht. Damit ist man eigentlich schon zu Ende: was nachher kommt, ist —- dramatisch gesehen — Episode und Bild, Ausschmückung und Stimmungsmalerei; nichts weiter. Paines Kerkerhaft, seine Begnadigung, seine Verschollenheit, seine glanzlose Heimkehr. Die historischen Grundlagen sind nicht so wichtig. Es ist das gute Recht jedes Autors, abzuweichen, wegzulasscn, zuzufügen und zu stilisieren. (Obwohl man öfters den Eindruck hat, Johst habe von der bekannten Lizenz etwas reichlich Gebrauch gemacht.) Sehr vieles von dem, was hier gezeigt wird, bleibt nur Episode, nur Bild, nur Schau-Stück, ohne die große, zündende Suggestivkraft, die aus inneren Gesetzen, aus einer zwingenden Rotwendigkeit entspringt. Entscheidende Ereignisse in diesem Lebenslauf wirken nicht wie vom Schicksal, sondern wie vom Zufall geboren. Mußte gerade Paine nach Paris? Mußte er ausgerechnet in die entscheidende Konvents- sihung in den Tuilerien hineinplatzen? War es unabwendbar für diesen Vollblutamerikaner, die Sache Frankreichs zu der seinen zu machen? War es Schicksal oder Verstocktheit, daß er sich einmischen muhte in Dinge, die ihn nichts an- gingen? (Zum mindesten solange nicht, als sein eigenes Werk noch kaum vollendet stand, eben aus der Taufe gehoben, aus der Feuertaufe des Befreiungskrieges.) Gewiß: es geht hier nicht, wie eingewendet wurde, um die Persönlichkeit, sondern um die Idee. Die tragische Idee: wie der Einzelne, groß, klar, begabt, über alle Mitwelt hinausragend, an seiner Zeit zerbricht und in der dumpfen, unreifen Masse versinkt. Dann freilich muß gesagt werden, daß diese Idee schon ost — früher und besser, was entscheidend ist — gestaltet wurde. Von Grabbe, urn nur ein Beispiel zu nennen, im „Hannibal"; und von Johst selber, als er in seinem „Einsamen eben diesem Grabbe ein Denkmal setzte. Eine gewisse derbe Theatralik ist einigen von den neun Bildern im Stück durchaus nicht abSchlüssel zur Erklärung aller -inneren Erscheinungen der Wirtschaft. Das Bild der Wirtschaft sei trübe, aber nicht hoffnungslos. Rach Ausführungen für freie Wirtschaft hob der Redner noch die Rachteile hervor, die die unablässigen Erhöhungen der öffentlichen Lasten. Kapitalabgaben und Heber« Neuerungen für alle Teile der an der Wirtschaft beteiligten Bevölkerung, insbesondere auch für die Arbeitnehmer bringen. Zur Finanz- und Steuerpolitik sprach Dr. Grund, Präsident der Industrie- und Handelskammer Breslau. Dr. August Weber, Mitglied der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, hielt einen Vortrag über „Persönliches Unternehmertum, seine Rotwendigkeit und Verantwortung für die Volkswirtschaft". Der Vorsitzende des Vereins Hamburger Exporteure, Rudolf H. Petersen, sprach über „Ziele und Wege der Weltmarkterweiterung". Er ging davon aus. daß alle Bestrebungen zur Hebung des deutschen Exportes mit einem Abbau der Staatsausgaben und damit der Beseitigung des Steuerdruckes beginnen müßten. Die Wirtschaft müsse an die deutsche- Regierung den Appell richten, mit allen Mitteln der Verhandlung die wirtschaftliche Gleichberechtigung Deutschlands in den Kolonialgebieten der europäischen Mächte und der Vereinigten Staaten (Philippinen) zu erstreben. Oie Verlängerung der Gewerbesteuer in Preußen. Nichlbesteuerung der freien Berufe. Berlin, 18. April. (V.D.Z.) Die preußische Regierung hat dem Staatsrat die in Aussicht genommene Vorlage über die Verlängerung der Gewerbesteuer zugeleitet unter Herauslassung der Besteuerung der freien Berufe. Der Staatsrat hat schlossen, Einspruch gegen dasVerlängerungs? gesetz nicht zu erheben. Damit ist die Möglichkeit gegeben, daß der Landtag seine Absicht, das Gesetz am Freitag zur ersten Beratung zu stellen, durchführen kann. Es könnte das al- lerdings daran scheitern, daß eine Fraktionsstärke, nämlich 15 Abgeordnete widerspre- chen und die Beachtung der Bestimmung deo Geschäftsordnung fordern, wonach ein Gesetzentwurf erst am dritten Tage nach der Verteilung der Vorlage zur Beratung gestellt werden kann, daß also die in der Geschäftsordnung vorgesehene Möglichkeit einer beschleunigten Erledigung durch den erhobenen Widerspruch unmöglich gemacht wird. — Finanzminister Dr. Höpkec-Aschoff erklärte u. a.: Die ursprüngliche Vorlage der preußischen Staatsregierung sah die unveränderte Verlängerung der Gewerbesteuer, und zwar ohne Ausdehnung aus die freien (Behufe, vor. Diese'Ausdehnung ist erst durch einen Antrag aus dev Mitte des Landtages herbeigeführt worden. Don einer Riederlage der Regierung kann also nicht die Rede sein. Es bestanden im Landtage und im Staatsrat lediglich Meinungsverschiedenheiten darüber, ob die freien Berufe in das Gesetz einbezogen werden sollten. Es kann indessen kein Zweifel bestehen, daß sowohl int Staatsrat wie im Landtage eine Mehrheit füv die Verlängerung der Gewerbesteuer in der ursprünglichen Form der Regierungsvorlage vorhanden ist. Die Richtverlängerung der Gewerbesteuer würde zu einer finanziellen Katastrophe in den Gemeinden führen und die Gemeinden zwingen, die gesamten Fehlbeträge durch Erhöhung den Werktarife und gewaltige Erhöhung der Ge- meindevermögenssteuerzuschläge zu decken. Kein verantwortungsbewußter Politiker wird die Verantwortung für solche Maßnahmen auf sich nehmen wollen. Me Vchmdwiz der «Uchen BsrMge in ®tnf. Man wünscht zur Tagesordnung irberzu gehen. - Rußland, die Türkei und Deutschland widersprechen. Genf, 17. April. (WB.) Der Vorbereitungsausschuß für die Abrüstungskonferenz trat in die Beratung des Teilabrüstungsprojektes der Sowjetunion ein. Das Mitglied der russischen Delegation, General Langovoi, trat für Vernichtung der starken und ausgesprochenen Angrisss- roaffen ein. Vor allem soll das rasche Anwachsen der Rüstungen derjenigen Großmächte, verhindert werden, die am meisten den Gedanken^ängen des Militarismus huldigen. Zn erster Linie verlangt die Delegation der Sowjetunion oie vollkammene A b - fchaffung der Tanksund der schweren weittragenden Artillerie, ebenso der Flugzeugmutterschiffe und der großen Linienschiffe. Das sowjetrussische Projekt besteht auch auf der im Versailler Vertrag Deutschland auferlegten Begrenzung der Kreuzer auf lOOOOXonnen. Die U-Boottonnage soll auf 600 Tonnen begrenzt und gleichzeitig die Stärke der gesamten U-Bootwaffe herabgesetzt werden. General Langovoi verlangte ferner den Verzicht aller Staaten auf den chemischen und bakteriologischen Krieg, sowie die Zerstörung der militärischen Zwecken dienenden chemischen Industrien. — Sato (Japan) vertrat gegenüber der russischen These zur Abrüstung den Standpunkt der individuellen Abrüstung unter Berücksichtigung der geographischen, militärischen und wirtschaftlichen sowie der allgemeinen Bedürfnisse jedes einzelnen Landes. Auch der französische Delegierte M a s s i g l i sprach sich grundsätzlich gegen die Typisierung de^, Abrüstung und gegen eine mathematische und automatische Rüstungsoerminderung aus, da für jedes einzelne Land die besonderen Bedürfnisse berücksichtigt werden müßten. Graf Bernstorff sagte, er betrachte es als einen Vorteil, daß angesichts der geringen Ergebnisse der bisherigen Beratungen nunmehr Vorschläge mit bisher unerörterten neuen Gedanken unterbreitet worden seien. Die unerläßlichen Elemente für einen ersten Abrüstungsschritt habe der dentscheReichskanzler vor sechs Monaten in Genf angegeben, indem er u. a. sagte, dir erste Etappe könne und müsse eine fühlbars Herabsetzung des gegenwärtigen! R ü st u n g s st a n d e s herbeiführen, die sich auf alle Elemente der Rüstungen zu Lande, zur See und in der Luft erstrecken und die Garantie der vollständigsten Oeffentlichkeit aller Rü- ftungskategorien einbcziehen müsse. In der Methode, die die russischen Vorschläge angeben, liege wohl ein neuer Gedanke; aber niemand könne bezweifeln, daß in den hierfür ^erforderlichen Verhandlungen sehr beträchtliche Schwierigkeiten entstehen würden. Die Durcharbeitung werde sich auch daraus zu erstrecken haben, ob das in dein Vorschläge enthaltene, vielleicht etwas zu starre System nicht zu verfeinern und elastischer zu machen wäre, damit ein besseres Gleichgewicht unter den Rüstungen ermöglicht würde. Der Kommission sei bekannt, daß er. Graf Bernstorff, sich bisher auf den Boden der Arbeitsmethoden der Kommission an den Genfer Beratungen beteiligt habe. Wenn er es trotzdem für richtig halte, für eingehende Prüfung des russischen Vorschlages eiu- zutreten, so geschehe dies, weil wir alle förderlichen Gedanken, die sich bieten, aufgreifen sollten; es komme nach seiner Ansicht weniger aufs die Methode an als auf das Ziel, nämlich eine fühlbare Herabsetzung der Rüstungen. Am Nachmittag erwiderte Litwinow auf die Darlegungen, mit denen der japanische Delegierte die These der individuellen Abrüstung verfochen^ hotte, deren Ausmaß von jedem einzelnenStaat unter Berücksichtigung s e i n e r Sicherheit und anderer Faktoren abzuschätzen wäre. Er betonte, daß nach russischer Auffassung gerade bei Berücksichtigung der Cicherheitsoerhaltnisse, die im wesentlichen durch die Streitkräfte der Nachbarstaaten bedingt seien, nur eine proportionelle Abrüstung möglich sei und die heutigen Sicherheitsverhältnisse nicht störe. Wenn, der Ausschuß vorwärtskommen wolle, so müsse er über die russischen Grundsätze und Vorschläge eine unzweideutige Antwort geben. Diese zusprechen. Vielleicht ist es eben die an manchen Stellen unverkennbare Bühnenwirksamkeit gewesen, die den Intendanten Dr. P r a s ch zur Inszenierung gereizt hat. Immerhin erschienen gerade die drei ersten, wichtigsten Szenen merkwürdig matt und äußerlich. Der HöApunkt der Aufführung lag in dem Pariser Revolutionsbilde in den Tuilerien; dies war reglemäßig außerordentlich geschickt gelöst und wirkte in seiner Turbulenz und dem lärmenden Widerspiel von Rednerstimmen und Pöbelchor eindringlich und echt. Gut auch die gespenstig verwischte erste Kerkerszene. Die letzten Bilder waren mit richtigem Instinkt stark gekürzt und zusammengerafft; gleichwohl gelang es nicht, über die empfindlichen Schwächen, den dramatischen Leerlauf gerade der Schlußbilder hinwegzutäuschen. Gut war die Bühnenmusik von Eigl, gut auch die einfachen Dekorationen, die Löffler entworfen hat. Sehr zu loben der überaus schnelle Llmbau. * Tanne rt gab den Paine; stimmlich nicht recht disponiert, aber mit viel Hingabe und der jugendlich-stürmischen Begeisterung, auf die seine Rolle in den ersten, entscheidenden Szenen gestimmt ist. Rach dem Konventsbilde, wo auch er den besten Eindruck hinterlieh, ist die Rolle dramatisch ausgepumpt. Theatralisch läuft sie weiter, monologisch, eintönig versickernd. Tannert fand sich mit Takt und anerkennenswertem Bemühen auch in die wenig dankbare Aufgabe, fast ganz auf sich selber gestellt, das Stück zu Ende zu spielen. * Aus dem vielköpfigen, übrigens ausschließlich männlichen Personal schoben sich eine Reihe schärfer umrissener Gestalten in den Vordergrund der Ereignisse: Ebert-Grassow als der bieder polternde (General Green; Gareis, der geistiger angelegte Washington, nicht immer frei von theatralischen Gebärden; in der Konventsszene bemerkenswert der fanatische Jakobiner Ehabot: Knyr; Ludwig Capet, von Arzdorf nobel in eine kurze Szene gestellt; de Caftrd (englischer General Tornay), H a e s e r (Stone) und Volck (Adams) seien noch genannt. — Im Parkett herrschte viel Llnruhe; doch gab es zuletzt anhaltenden Beifall: Tannert und Dr. P rasch muhten sich mehrfach zeigen. Dr.Th. Lebende Schachfiguren. Bei den großen Schachtongressen hat man jetzk wieder das merkwürdige Schauspiel eingeführt, daß menschliche Personen, als Schachfiguren gekleidet, die Stelle der Steine einnehmen und auf den Befehl berühmter Spieler die Schritte und" Sprünge der Figuren vollziehen. In England wird letzt bei dem Schachkongreß eine solche „lebendige Partie" gespielt, an der sich auch der frühere Weltschachmeister C a p l a n c a beteiligt. Diese Verwendung lebender Schachfiguren ist aber nichts Reues, sondern man greift damit auf Vorbilder zurück, die bis in die älteste Geschichte des „königlichen Spiels" zurückführen. Schon die persischen Könige, von denen das Schach seinen Ra- men hat, hatten ihre Höflinge zu Spielfiguren ausgebildet, und in der Renaissancezeit berauschte sich wenigstens die Phantasie an dem „lebendigen Schach". So beschreibt der französische Dichter Francois Rabelais drei Spiele, die durch Männer und Frauen dargestellt wurden, und das Vorbild dieser Schilderung waren Schachspiele. die auf diese Weise am französischen Hofe ausgeführt wurden. Ebenso berichtet ein Zeitgenosse von Rabelais, der Italiener Marco Giro- lamo Vida, in feinem lateinischen Gedicht über das Schachspiel von Partien, bet denen „menschliche Geschwader" auf dem tarierten Feld gegen* einander kämpfen. Sogar die Bühne machte sich diesen Gedanken zunutze, und im Jahre 1610 wurde in Shakespeares Globe-Theater zu London eine Komödie „Das Schachspiel" aufgeführt. in der Personen, die als Figuren des Schachs auftraten, in mannigfache Verwicklungen gerieten. Das Stück wurde aber nur neunmal gegeben, denn dann wurde es verboten, well man herausbekommen hatte, daß der „biete Bischof" als eine Verspottung der Kirche und bet „schwarze Ritter" als eine Satire auf den spanischen Gesandten gedacht waren. Der unglückliche Versal'» sev wurde gefangen gesetzt. Die Wetterlage >xV TEUSCHEft jedoch erklärt, daß der Senat sich bei Annahme der Anträge seine weiters Stellungnahme Vorbehalten würde. ir haben der breiten Öffentlichkeit kürzlich bekannt gemacht, daß für unsere 5-Pfg.- $ Zigarette „Bulgaria Krone“ solch hochwertige Edel- Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held wurde vonPapstPiusXl. seierlichempfangen. Der Papst führte die Unterhaltung mit dem Ministerd e C h apeaurougc, hatte sich persönlich g g e n die Annahme dieser Anträge ausgesproch« iM Türkei M a. sagte, dir ae fühlbare cntoürtigeit en, die sich auf Lande, zur Her ie Garantie tec :it aller $ü< e. 3n der M- Hläge angeben, aber niemand icrfür ersorder- tliche Schwie- die Iurcharbri- rstteclen haben, iltene, vielleicht verfeinern und damit ein beit* iftungen ermbg- bekannt, daß er, den Boden dec : an den Genfer i er es trotzdem sende Drü« chlageS ehv oft alte svrder- aufgreisen soll« Bei den Tnrisverhandlungcn im B a n k g e - werbe ist zwischen den Parteien eine Einigung in der Weise erzielt worden, daß der Gehalts- und Tarifvertrag bis zum 30. Dezember 1930 verlängert wird mit einer Verbesserung der Ueberstunden- bezahlung und der Verpflichtung, jeweils zum 2(b= schluß und zu Weihnachten eine Gratifikation in Höhe eines halben Monatseinkommens zu zahlen. ^»'■^tabake Verwendung finden, aus denen normaler* weise 8-Pfg.-Zigaretten hergestellt werden kön- nen. Sie brauchen deshalb als denkender Raucher ihr Geld nicht auf die Straße zu werfen, denn Sie Berliner Börse. Berlin, 18. April. (WTB. Funkspcuch.) 3ni heutigen Dormittagsverkehr ist das Hauptgesprächs» thema natürlich der Vorschlag des Reichsbankpräsl» denken in Paris. Die Stimmung ist nicht unfreund« lich, das Geschäft bis jetzt allerdings junbedeutend. Dem heute zur Veröffentlichung gelangenden Reichs- bankousweis sieht man mit Spannung »entgegen. Dis Kurse sind gut behauptet. Schuckert 20,5, Siemens 394,5, Polyphon 440. Am Devisenmarkt hört man London gegen Paris 124,28, London«gegen Madrid 32,78, London gegen Berlin 20,4713, London gegen Kabel 4,8540, Kabel gegen Berlin 4,2173. den Genuss einer 8-Pfg.Zigarette Die Verdreizehnfachung unseres Umsatzes in einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren ist der beste Beweis dafür, daß der Raucher die Qualität unserer Zigarette „Bulgaria Krone“ erkannt hat und sie zu schätzen weiß. "scat U t, ’Vi!".*- r ? bee ^SSLHtnt »Bi «btrte- auf IS au? bet ''3?iührt toor« Uerung kann £n. 'm Land, «leinullgsver» Berufe in ?’•. Es kann int Mehrheit fHc mn in der einer -'»dentze. * zwingen, Erhöhung bet Yung der tze« 1 decken. Sein wird die Bri- 1 ^f sich neh. König Boris von Bulgarien ist in Brüssel eingetroffen. Er wurde am Bahnhof von König A l b e r t begrüßt und begab sich mit ihm nach Schloß Laeken, wo er auf zwei Tage Wohnung nehmen wird. Nach amtlichen Mitteilungen hat die H u n g e r s - not in Belgisch-Ruanda seit Anfang März 15 000 Todesopfer gefordert. Ungefähr 75 000 Eingeborene seien nach Uganda geflüchtet. Infolge der vollkommenen Mißernte in Ruanda, die durch die Trockenheit im Februar verursacht wurde, seien die weiteren Auswirkungen der Hungersnot noch gar nicht zu übersehen. Aus aller Well. Das Eisenbahnunglück bei Brüssel. »rüffel, 17.April. (XU.) Der Schnellzug Paris — »rüffel, der, wie gestern schon kurz gemeldet wurde, bei hal verunglückte, hatte infolge starken Nebels eine ungewöhnliche Verspätung. 6ur; vor Hal, das nur etwa 15 Kilometer von Brüssel entfernt liegt, st e i g e r l e der Lokomotivführer die Zuggeschwindigkeit überaus stark. Das überschnelle Fahren führte dazu, daß er das Haltesignal übersah und einem aus Lille kommenden Gülerzug in die Flanke fuhr. Der Zusammenstoß war so heftig, daß der » o st w a g e n des Zuges Paris—Brüssel, der als erster hinter der Maschine fuhr, vor die Lokomotive geworfen wurde. Der darauf folgende Postwagen stellte sich senkrecht auf die Gleise. Zwei weitere Wogen dritter Klasse wurden vollständig ineinandergeschoben. Auch einige Wagen des Güterzuges find völlig zertrümmert. Die Leichen der tödlich Verunglückten — es handelt sich zum größten um Postbeamte, die in den beiden ersten Wagen Dienst taten — sind in einem fürchterlichen Zustande. Während die Zahl der Todesopfer bereits mit 11 angegeben worden ist, sprechen die neuesten Meldungen von 1 0 Toten und 15 verletzten. Der Untersuchungsrichter ließ den Lokomotivführer des V-Zuges Paris—Brüssel verhaften. Diese Verhaftung wird damit begründet, daß der Lokomotivführer die Haltsignale überfahren hat, da er sie n i ch t bemerkt haben will. Dei lebendigem Leibe verbrannt. Sn Mallnitz bei Sprottau fiel der 67 Jahre alten Witwe Ernestine Schmidt beim Plätten ein glühender Bolzen herab, der ihre Kleider in Brand setzte. Die Frau lief, einer Feuersäule gleich, auf die Straße. Den herbeieilenden Hausbewohnern gelang es jedoch nicht, die Flammen zu ersticken. Die Frau verbrannte bei lebendigem Leibe. Grundsätze feien: f. tatsächliche Abrüstung, nicht nur Begrenzung der Rüstungen, 2. proportionale Abrüstung und 3. Festsetzung der Abrüstungskoeffizienten. Der Vorsitzende Loudon (Holland) erklärte, er habe den starken Eindruck, daß der Ausschuß nicht zur Annahme des russischen Projektes als Grundlage seiner weiteren Arbeiten bereit sei. Der Ausschuß werde daher ohne eigentliche Abstimmung über die sowjetrussischen'Vorschlüge zur Tagesordnung übergehen, die als nächsten Punkt den deutschen Vorschlag zur vollständigen Offenlegung aller Rüstungszahlen enthalte, und mit dessen Beratung Donnerstagvormittag begonnen werden solle. Litwinow widersprach diesem Vorgehen, ebenso der alsdann vom Präsidenten vorgeschlagenen namentlichen A b - st tmmung mit einfachem Ja oder Nein über die Frage, ob der Ausschuß bereit sei, die russischen Vorschläge als Diskussionsgrundlage für seine weiteren Arbeiten anstelle seines Abkommensentwurfes von 1927 anzunehmen. Auf die Bemerkungen des türkischen Militärsachverständigen Oberst Tewfik, der sich für eine gründliche Prüfung der russischen Vorschläge aussprach, und einer kurzen Erklärung des Grafen B e r n st o r f f, der auf die vielen wertvollen Grundzüge der russischen Vorschläge hiuwics, die er nicht mit Ja oder Nein annehmen oder ab- lehnen wolle, verlangte Litwinow schließlich eine ausdrückliche u n b getrennte A b stim - m u n g über jeden der drei Hauptgrundsätze der russischen Vorschläge. Schließlich schlug der Vorsitzende vor, diese Abstimmung am Donnerstag vorzunehmen. Kleine politische Nachrichten. Berhandlungen zwischen dem Reich und den »Banken haben zu dem Ergebnis geführt, daß der vor wenigen Lagen zurückgezahlte 1 5 0 M i l -- lionen-Kredit dem Reich erneut zur Verfügung gestellt wird. Es handelt sich diesmal um einen Kredit, den nicht allein die vier seinerzeit beteiligten O-Banken geben, sondern an dem die sämtlichen im Reichsanleihe- ionsortium vereinigten Banken beteiligt sind. goren. U Diel eiiMuv unS •% gfte w 6*65. -tzL tfl Äater MA- aUfj£ ©Wölftenioj. ötiener. anaro oedecKr, 9 wolkig, © oedecki • Regen) -X-Schnee graupeln eNebel K Gc wit'/r.® Windstille. *O> seht leichte» 051 massiger Südsüdwest q stürmischer dordwest öle Pfene fliegen mit dem Winde. Die bei den Stationen stenenoen Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit.gleichem r„l Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das Hochdruckgebiet wandert südostwärts ab, beherrscht aber immer noch die Wetterlage. Während der klaren Rächt gingen in unserem Bezirk die Temperaturen wieder vielfach bis unter den Gefrierpunkt zurück. Dagegen haben im nördlichen Deutschland die Randstörungen des im Borden vorüberziehenden Tiefdruckgebietes zu Rebelbildung und Bewölkung geführt. Gleichzeitig haben dort die milden ozeanischen Luftmassen in den heutigen Morgenstunden eine Erwärmung bis zu 8 und 9 Grad gebracht. Der Einfluß der Randstörungen wird sich noch weiter südwärts durchsetzen und auch unserem Gebiet Erwärmung bringen, die besonders auch nachts in Erscheinung treten wird. Außerdem kommt es zu Rebelbildung und leichter Bewölkung. Wettervoraussage für Freitag: Stellenweise neblig, tagsüber leicht bewölkt, trocken, wärmer, Temperaturen auch nachts ansteigend. Wettervoraussage für Samstag: Wolkiges Wetter, wieder kühler. Lufttemperaturen am 17. April: mittags 13 Grad Celsius, abends 3,5 Grad: am 18. April: morgens 1,3 Grad. Maximum 13,1 Grad, Minimum — 2,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 17. April: abends 13 Grad, am 18. April: morgens 4,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 12 Stunden. Die hamburgische Bürgerschaft bestätigte den Beschluß, wonach der hamburgischen Studentenschaft die Zugehörigkeit zur Deutschen Studentenschaft untersagt wird. Dieser Antrag war von sozialdemokratischer und demokratischer Seite gestellt worden. Der Präses der Hamburger Hochschulbehörde, Senator Dr. Rundfunkprogramm. Freitag, 19. April. 6.30: Morgengymnastik. 12.15: Schallplatte lonzert: Populäre Musik. 15.05 bis 15.35: Stunks der Jugend: Aus der Technik des Alltags, tipt* getragen von Studienrat Dr. G. Glage: „6tüv zcnde Wasser". 15.55 bis 16.05: HauSfraue^ dienst. 16.35 bis 17.15: Hausfrauennachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenvereul. 17.15 bis 17.45: Vortragszyklus des Frauen-« Verbandes Hessen-Rassau und Waldeck: „Was sollen wir von unseren heutigen Schriftstelle« rinnen lesen?", Vortrag von Dr. Dora Edinger, 17.45 bis 18: Von Stuttgart: Konzert desRund-- funkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.10 bis 18.50: Stunde des Südwestdeutschen Radio- klubs. 18.50 bis 19.10: „Astrologie", Vortrag Dort Erwin Kurt Baumgart. 19.10 bis 19.30: „WaÄ ist Theosophie?". Vortrog von Walter Einbeck, Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaf.8 Deutschlands. 19.30 bis 19.50: Zwanzig Minut-H Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 19.50 bis 20: Film-Wochenschau. 20: Don der 0tufi> garter Liederhalle: Sinfonie-Konzert. Anschlktpe hend: Von Kassel: Operetten-Ouvertüren. Samstag, 20. April 6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplatte^« konzert: Reuestes. 12.45 bis 13.15: Scbulfunckr Vom Zoologischen Garten: GegenwartssturL»e, vorgetragen von Mittelschullehrer H. Stridde inö Richard Wieschke: „Schlangen", Vortrag auSaeml Zoologischen Garten. 15.05 bis 15.35: Stander der Jugend: Aus dem deutschen Liederlranz. Efsur Roediger singt Kinderlieder. 15.55 bis 116.05t Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Konzert? de4 Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 18.10 biH 18.30: Lesestunde. 13.30 bis 18.45: Der Briefs tasten. 18.45 bis 19.05: Esperanto-Unterricht. 19.05 bis 19.45: „Die Musik der Araber", Vortrag miQ Schallplattenvorführungen von Dr. Wilhestm Heb- nitz. 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter) Bundes für Volksbildung. 20.15: Aufführung eines Schwanks von Toni Impekoven. Anschlie'w tzend: Saxophon-Musik. Darauf bis 0.^0: Vog Berlin: Tanzmusik. Präsidenten in deutscher Sprache. Der Ministerpräsident überbrachte die Glückwllnscbe zum Goldenen Priesterjubiläum des Papstes und zum Abschlüsse der Lateran-Verträge und bat, als Jubiläumsgeschenk eine von Münchener Künstlern gefertigte Kopie eines Seitenaltars der Schloßkapelle von Blutenburg ent- oegenzunehmen. Im Anschluß besuchte der bayrische Ministerpräsident den Kardinalstaatssekretär. haben tatsächlich für nur 5 Pfennige in unserer BULGARIA ingen. ,oV auf t Mtgierte die vmochen hatte, elnenStaat !nccSicher- Wt w°re-» jung, gerade der MP, die m Kräfte dcr feien, nur eine ÖQüd) fei und die störe. Wen» ’olle fo müffetü annt. - Tcninä. ■P-GSt- r niuwoch. ff7. flprö1929,7b abds. o o j r r,„ * 44 n. ffor.l o x Wien O 3m Kurhaus: Wochenpauschalpreis Ml. 80.50; im Badehof: Wochenpauschale Mt. 105.-. Auskunft auch über Haustüren durch die Äadeverwaliung. 2347V Kinderwagen Klapp-Sportwagen 5 4 3504V Gebr.Weil 2. Rang (Reihe 4 und 5) 3522A Am Freitag, dem 18. April d. J. kann der neae Adler-Favorit s/35 P.s 02336 Lovetsch (Bulgarien). an den Vertreter 3525V |Vermietungen! WW, ZjlBF laScHtnad 18970 Fernsprecher 1659 Haus i jäÄu Linsabri ».Neben Apotheker E. 6uth. 262V »«.Einfahrt ».Neben- Nähe Weserstrane-» * Mäusburg 17 02333 02359 nisten. Gießen. 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Am 30. Mär; 1929 bei der Firma Max Marum, Gießener Lazar, in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 9. April 1929 bei der Firma August Törffer, Pianoforte- und harmoniumlager, Zweigniederlassung zu Gießen: Die seither in Gießen bestehende Zweigniederlassung ist zur Hauptniederlassung erhoben und demgemäß der Sitz der Firma nach Gießen verlegt worden. Am 10. April 1929 bei der Firma Fr. harries & Co. in Wieseck: Ludwig Bramm Witwe zu Gießen ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1928 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden. Der Teilhaber Friedrich Harries ist am 28. Juni 1928 verstorben, seine Erben Adolf Harries in Gießen und Marie Harries in Gießen setzen die offene Handelsgesellschaft unter Beibehaltung der seitherigen Firma fort. Firmenvertretung und Zeichnung kann nur gemeinschaftlich erfolgen. Gießen, den 16. April 1929. Hessisches Amtsgericht. Haus m. flutg. Wirtschaft in Gissten ».in einem Vorort prSiv. z.verk. J. Baer, Dfton L 29. llkves MMte billig A» verkaufen. Stud. Eble. 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Die schon lange schwebenden Verhandlungen über die Chescheidungsreform haben durch die im Anfang dieses Monats stattgesundene Beratung des Rechtsausschusscs des Reichstages neue Anregungen erfahren. Der Rechtsausschuh besahte sich einmal mit verschiedenen Anträgen, die insbesondere von feiten der Demokraten und Sozialdemokraten ausgcgangen waren, ferner beriet er über einen vom Reichsjustizministerium vorgelegten Entwurf. Dieser neue Gesetzentwurf will die im Bürgerlichen Gesetzbuch aufgeführten Scheidungsgründe dahin ergänzen, daß auch die objektive Ehczerrüttung als Scheidungsgrund zu gelten habe, wenn eben diese derartig sei, daß dem klagenden Ehegatten die Fortsetzung der Ehe nicht mehr zugemutet werden könne. Voraussetzung für das Klagerecht ist dabei, dah der klagende Ehegatte Nji ch t etwa s e l b st einen Scheidungsgrund gegeben hat, oder dah die Zerrüttung der Ehe vorwiegend durch sein schuldhaftes Verhalten herbeigeführt worden ist. Als weiterer Schcidungsgrund soll in Ergänzung der schon jetzt bestehenden Bestimmung Geisteskrankheit gelten, und zwar kann ein Ehegatte nach dem Wortlaut der neuen Fassung auf Scheidung klagen, wenn der andere Ehegatte in Geisteskrankheit verfallen und der Krankheitszustand einen solchen Grad erreicht hat, dah die geistige Gemeinschaft zwischen den Ehegatten aufgehoben ist und kein Anhalt dafür besteht, dah sie wiederhergestellt werden wird. Die Frage, ob die Geisteskrankheit als Scheidungsgrund gelten solle, wie fie der eben genannte Wortlaut des Entwurfes zum Ausdruck bringt, hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit weniger erregt, als die bedeutungsvolle Frage, ob man als Scheidungsgrund die objektive Zerrüttung, der Ehe anerkennen soll. Bei den Beratungen des Reichstagsausschusses zeigte sich, dah die deutschnationalen Abgeordneten eine möglichst scharfe Fassung des Zerrüttungsprinzips verlangten, etwa in der Art, dah an Stelle der Zerrüttung ein gewisses, wenn auch leichtes Verschulden eines der Ehegatten vorliegen muh. Demokraten und Sozialdemokraten stellten sich im großen ganzen hinter den Regierungsentwurf. Das Zentrum lehnt naturgemäß aus naheliegenden Gründen eine Reform der Ehescheidung ab, während der Dolksparteiler Dr. Kahl sich im allgemeinen mit dem Rcgierungsentwurf einverstanden erklärte. ES soll hier nicht die politische Seite der Reform betrachtet werden und ebensowenig soll an dieser Stelle entschieden werden, welche Geseh- formulierung die bessere oder die beste ist und wie weit überhaupt eine Reform durchgeführt werden muh. Das ganze Problem der Ehescheidung liegt ja überhaupt weniger auf rechtlichem wie auf ethischem Gebiet und das Ideal wäre es deshalb, wenn der Gesetzgeber sich überhaupt diesen Problemen fernhalten könnte. Die gesetzliche Regelung des ganzen Gebietes des Ehcrechts sollte praktisch ja überhaupt nur sekundärer Ratur sein, nur da, wo eben die ethischen und moralischen Bestimmungen nicht ausreichend sind, muh der Gesetzgeber von sich aus eingreifen. Der Scheidung geht nun leider meistens ein Zustand voraus, der eben das Eingreifen des Gesetzgebers verlangt. Die Entscheidung, ob und in welcher Weise die Reform des Eherechts durchgeführt werden soll, wird für den einzelnen nicht leicht zu treffen sein, denn alle die Kreise, die sich ernstlich mit dem Gedanken der Reform besaht haben, führen für ihre Stellungnahme wichtige Ansichten an, mit denen sich zu beschäftigen dem ernstlich Rachdenkenden wohl lohnenswert erscheinen muh. Es ist durchaus anzuerkcnnen, wenn von der einen Seite angeführt wird, dah die heutige Zeit in ihrer Schnell- und Leichtlebigkeit eine Erleichterung der Ehescheidung in einer der Einrichtung der Ehe durchaus widersprechenden Weise Gebrauch machen könnte. Reibungen und Streitigkeiten, die sich, ohne die Ehe in ihrem Bestände zu gefährden, beseitigen liehen, könnten als Grund zu ihrer Auflösung herangezogen werden. Auf der anderen Seite ist es richtig, dah es dem Wesen der Ehe ebensowenig entspricht, wenn diese nur durch den Machtspruch der Gerichte ausrecht erhalten wird, obwohl von einem ehelichen Gemeinschaftsleben wegen völliger Entfremdung der Ehegatten und der dadurch bedingten Zerrüttung der Ehe nicht mehr gesprochen werden kann. Unsittlicher vielleicht als eine Auflösung der Ehe wäre in solchem Falle die zwangsweise Zusammenkettung zweier Menschen. Man wird bei ernster Ueberlegung der hier von den Befürwortern der Ehescheidungsreform ausgesprochenen Grundsätze an diesen nicht ohne weiteres vorübergehen können. Das Problem ist fast von allen Seiten richtig erkannt. Die Schwierigkeit seiner Lösung .liegt aber nur darin, der geschlichen Formulierung einen solchen Wortlaut zu geben, dah eben ein Mißbrauch der Reform ausgeschlossen ist. Andererseits wird es fast immer Möglichkeiten geben, selbst genau formulierte gesetzliche Tatbestände zu umgehen. Die Praxis der Gerichte zeigt ja heute schon, wie vielfach die zur Zeit so scharf umrittenen Tatbestände, deren Dorliegen zur Begründung einer Ehescheidung verlangt wird, umgangen werden. Voraussetzung ist nur, dah sich beide Ehegatten i n ihrem Willen, die Scheidung durchzusühren, einig sind, und dah einer von ihnen sich bereit erklärt, die Schuld auf sich zu nehmen. In dieser Beziehung spielt ja in den Scheidungsprozessen der bekannte fingierte Ehebruch eine auherordentliche Rolle. Bei ihm gibt der eine Ehegatte einen Ehebruch zu, den er nie begangen hat. Zeuge oder Zeugin, mit denen dies geschehen sein soll, verweigern unter Hinweis auf die evtl, strafrechtlichen Folgen die Aussage und schon spricht das Gericht die Scheidung aus. Rur wenn die Eheleute sich nicht einig sind, versagt naturgemäß diese Umgebung des Gesetzes. Gerade das sind aber nicht selten solche Fälle, die besonders ernst liegen und bei denen eine Scheidung gerechtfertigt wäre, jedoch an dem Widerstand des einen der Ehegatten scheitert. Ein wichtiger Punkt, der weiter im Zusammenhang mit der Ehescheidung betrachtet werden muh, ist die Frage nach der gegenseitigen Unterhaltspflicht der Ehegatten. Trotz aller Gleichheit zwischen Mann und Frau liegen die Verhältnisse in den meisten Ehen so, dah die Frau die wirtschaftlich schwächere ist und daher naturnotwendig die Stellung des Mannes im Scheidungsprozch die stärkere sein wird. Auch hier ist es Sache des Gesetzgebers in Verbindung mit einer evtl. Ehescheidungsreform den nötigen Interessenausgleich zu suchen. Ihn zu finden ist außerordentlich schwierig. Bei der Betrachtung der finanziellen Auseinandersetzung im Falle der Ehescheidung ist auch die derzeitige Rechtsprechung unserer Gerichte zu beachten, die Verträge zwischen Ehegatten jeder Art als unsittlich bezeichnet, wenn sie den Zweck haben, die beabsichtigte Scheidung zu erleichtern. Betroffen werden dabei insbesondere alle die Verträge, die v or der Scheidung zwischen den Ehegatten über die gegenseitige Unterhaltungspflicht für den Fall der Scheidung geschlossen werden. Gewiß ist cd richtig, dah man sich nicht ohne weiteres mit allen solchen Verträgen einverstanden erklären kann. Auf der anderen Seite muß man aber beachten, dah diese Verträge es vielfach gerade sind, die der wirtschaftlich schwächeren Ehefrau eine gewisse Sicher- stellung bieten, eine Sicherstellung, die ihr der Richterspruch in derselben Weise oft genug nicht geben kann. Die zur Zeit geltenden Gesetzesbestimmungen verbieten es unseren Gerichten, anders als in der bisherigen Art zu urteilen. Es wäre Sache der gesetzgebenden Parteien, durch gesetzliche Bestimmungen einen Ausgleich zu schaffen, der begründet anerkannten Lagen gerecht wird. Das wenige, was in bezug auf die Probleme, die bei Erörterung der Reform der Ehescheidung aufgerollt werden, hier gesagt werden konnte, beweist schon die Schwierigkeiten, denen der Rechtsausschuh des Reichstages sich bei seinen Beratungen gegenüber sieht. Hoffentlich gelingt es ihm, einen sowohl im Interesse des Staates wie auch im Interesse der unmittelbar Beteiligten liegenden Ausgleich zu finden. Krach um Andorra. Von den sechs europäischen Zwergstaaten: Andorra, Danzig, Liechtenstein, Luxemburg. San Marino, Monaco ist Andorra zwar nicht der kleinste — das ist Monaco —, aber der am wenigsten bevölkerte. Rur 5200 Menschen leben in der pyrenäischen Liliputrepublik. Dafür hat sie aber den Ruhm, dah sie seit mehr als tausend Jahren ohne Krieg ausgekommen ist. Beinahe so lange sie besteht, lebt sie in Frieden mit ihren Rachbarn. Der Sage nach ist Andorra von Karl dem Großen gegründet worden. Von seiner Kricgslust ist aber nichts auf die Männer von Andorra übergegangen. Militärdienst war und ist dort unbekannt. Das Ländchen hat sich schon im 13. Jahrhundert unter den Schutz des spanischen Bischofs von Urgel und der Könige von Bearn-Ravarra gestellt, und es blieb auch so, als die Bourbonen mit Heinrich IV. vom Thron von Ravarra auf den von Frankreich avancierten. Rapoleon, als Rechtsnachfolger der Bourbonen, hat stets die Freiheit von Andorra respektiert, und weder das 3uli- königtum noch das zweite Kaiserreich, noch die zweite oder dritte Republik haben an den Beziehungen zu Andorra etwas geändert. So kommt es. dah noch heute der Präsident der französischen Republik den Titel eines „Fürsten von Andorra" führt, und er sowohl wie der Bischof von Urgel in Spanien beziehen jährlich einige hundert Franken Tribut dafür, dah sie Andorras Freiheit nicht antasten und gegen andere Mächte zu schützen sich verpflichtet haben. Auch auf spanischer Seite hat man nie etwas gegen das Gebirgsländchen unternommen, gleichviel, ob in Spanien absolute oder konstitutionelle Monarchie oder Republik bestand. Erst der Diktator Primo de Rivera fand eine Aenderung nötig. Es geht ihm wie dem altgewordenen Faust: „Die wenigen Bäume nicht mein eigen, verderlwn mir den Weltbesih." Also dekretierte er, dah die waffenfähige Bevölkerung Andorras — insgefamt 540 Mann — jiim spanischen Heeresdienst einzuziehen fei. Daraufhin beschloß der Generalrat von Andorra am 1. April — aber es ist kein Aprilscherz — die Mobilmachung dieser 540 Mann gegen Spanien und rief den Bischof von Urgel und gleichzeitig den protestantischen Präsidenten von Frankreich, den guten, alten Papa Dou- merguc, um Hilfe an. Was Herr Doumergue oder vielmehr: was die Herren Poincare und Briand zu tun gedenken, ist noch nicht bekannt. Immerhin weih man, dah Briand Sinn für Humor hat. In Andorra wird nicht spanisch gesprochen, sondern katalanisch. Da Spanien einen Der- nichtungskampf gegen die katalanische Sprache schon im eigenen Lande führt, so ist es schließlich nicht wunderbar, dah man nun diesen Kampf über die Grenzen hinausträgt. Es wird aus dem Krach um Andorra kein europäischer Krieg entstehen: aber Svanien ist auf dem besten Wege, sich mit Frankreich gründlich zu verzanken. Hoffentlich bedenkt Primo de Rivera, dah vom Erhabenen zum Lächerlichen nur ein Schritt ist. Und Lächerlichkeit untergräbt auch die stärkste Stellung. Aus der provinzialhaupistadt. Gießen, den 18. April 1929. Mutter Grün. Man gebraucht den Ausdruck meist scherzhaft, aber birgt einen tiefen Ernst, der eben jetzt nahetritt, wo sich die Natur anschickt, ihr Grün zu entfalten. Nur noch eine kurze Weile brauchen wir zu warten, und das erste zarte Grün wird uns erfreuen, die Bäume werden durchsichtig sein wie ein dünnes grünes Schleiergewebe, die Wiesen werden in saftigen Farben leuchten, wenn die helle Sonne die ersten Hälmchen liebkost. Und an uns wird es dann wohl nicht fehlen, das alles mit Bewußtsein zu genießen, es auszuwerten zu unserer Freude. Eben da können uns aber auch manche Sünden einfallen, die wir an anderen gesehen haben, als sie in Mutter Grüns Garten roanbelten. Die eigenen Sünden werden wir vielleicht nicht so stark merken, und wenn wir von unserer Vollkommenheit sogar ganz überzeugt sind, merken wir gar nichts davon, daß auch wir nicht immer rücksichtsvolle und dankbare Gäste in diesem schönen, unübertrefflichen Garten waren. Oder gibt es einen, der von sich sagen kann: Ich habe nie gegen die ungeschriebenen Gesetze, die die Natur anbefiehlt, gefehlt? Wohl kaum. Der eine sündigt mehr, der andere weniger, der eine hat Verständnis für die Schönheit der Natur, der andere bringt weniger Verständnis dafür auf. Aber ganz ohne Fehl sind wir alle nicht, auch der Natur gegenüber nicht. Und wie nicht jeder, der seinen „Knigge" zu beherrschen glaubt, dafür bürgen kann, stets in seinem Sinne zu handeln, so auch dem „Knigge" der Natur gegenüber nicht. Ganz abgesehen davon, daß ein Vergehen gegen Mutter Grüns Kinder nicht immer so unmitelbar gerügt wird, wie ein Vergehen gegen die andern Kinder dieser Erde. Daß es aber nicht von ungefähr erforderlich ist, sich dieser Pflicht der Rücksicht zu erinnern, das muß jedem klar werden, der sich nur einmal die Frage vorlegt: Was wäre das Dasein ohne den Segen aus Mutter Grüns freundlicher Hand? Unendlich viel Freuden gingen uns verloren, viele der reinsten Freuden, die uns auf unferm Wege durchs Leben zuteil werden können. Ein armseliges Dasein führten wir, dem etwas Kostbares fehlte, daß durch nichts anderes zu ersetzen ist. Und wenn man das weiß, so ergibt sich von selbst, daß man auch zu Rücksichten gegenüber den Gaben ber Mutter Grün verpflichtet ist. Schon oft find von berufener Seite Warnungen und Ratschläge erteilt worden, und vieles ist auch besser geworden als es früher war. Setzten sich die Schutzbestrebungen und die Erkenntnis von der Notwendigkeit des Schutzes der vom Menschen der Technik bedrohtten Natur nicht immer mehr durch, unsere Natur würde in kurzer Zeit ganz arm werden an vielem, was wir heute bereits als Seltenheit schätzen gelernt haben. Allerdings muß manches noch mehr in Fleisch und Blut übergehen. Gerade der von Technik und hastendem Leben eingepferchte und in vieler Hinsicht gehetzte Mensch von heute braucht die Mutter Grün zur Erholung und Entspannung, braucht sie dringender als je eine Zeit sie gebraucht hat. Was läge da also näher als der Wunsch aller Einsichtigen, den Gaben der Natur mit aller Ehrerbietung und aller Rücksicht gegen- überzutreten? $. Daten für Freitag, 19. April. (Sonnenaufgang 4.57 Uhr, Sonnenuntergang 19.02 Uhr. — Mondaufgang 13.42 Uhr, Monduntergang 3.55 Uhr. 1529: Reichstag zu Speyer, — 1560: der Reformator Philipp Melanchthon in Wittenberg gestorben: — 1759: der Schauspieler und Dramatiker August Wilhelm Jfflcmd in Hannover geboren; — 1824 der englische Dichter Lord Byron in Missolunghi ge- Rübenacker. Don Hans Friedrich Blunck. Da war einmal ein alter Unterirdischer, der quälte seine Frau solange mit seiner Eifersucht, bis sie zuletzt nicht mehr ein noch aus wußte. Run war zu der Zeit bei den Menschen auch ein kleiner Däumling gewachsen, der hatte nicht viel Hoffnung, über der Erde je eine Braut zu finden, er muhte schon zu den Wichtelleuten gehen, um dort zu suchen. Aber er war sehr traurig, er wußte ja nicht den Weg dorthin. Endlich erblickte er die. Frau des Unterirdischen, die als Rübenmutter durch ihr Kraut raschelte und sich nach ihm umsah, und schließlich durch ein Loch wieder in ihr Haus niederging. Auf solch ein Abenteuer hatte der kleine Däumling ja nur gewartet, er stapfte gleich hinterher, besuchte die Frau und klagte ihr sein Leid. Und das arme Weib, das selbst Sorge genug hatte, war gutmütig und versprach ihm, eine Braut für ihn in ihrer Verwandtschaft zu suchen. Gerade wie sie noch darüber reden, kommt der Mann heim, der Däumling muh Hals über Kopf in den Schrank, der andere ist ja ein schlimmer Griesgram und ohne Gnade gegen jeden Fremden in seinem Haus. Run ist der Schrank, in den der Däumling hat kriechen müssen, sehr eng gewesen, kaum auszuhalten für ihn, der die Luft über der Erde gewohnt ist. Er war aber doppelt knapp an. Raum, weil sich, gerade vordem Frau und Däumling nach Hause gekommen waren, ein Dieb der Unterirdischen darin verkrochen hatte. Der Dieb hat ja eine Äappe aufgehabt, der Däumling hat ihn nicht gesehen, wie er in den Schrank mußte, aber er bekommt ihn jetzt zu spüren, er tritt ja mit den Füßen immer auf dem anderen herum und merkt langsam, warum er so wenig Platz hat, für zwei ist der Schrank nicht gebaut. Das -treten läßt sich der Untere aber auch nicht gefallen, der Dieb und der Däumling kommen sich am Ende, ohne an ihre Vorsicht zu denken, wie Schuljungen in die Haare, obschon der Däumling immer noch nicht weih, wer es ist. Er hat den anderen aber schließlich gut beim Schopf gekriegt und hat ihm dabei die Kappe abgerissen — die unsichtbar macht; das ist sein Glück gewesen, er wäre mit dem Leben wohl sonst nicht davongekommen. Der Zwergalte hat nämlich auch den Lärm im Schrank gehört, und weil er längst seinen bösen Verdacht hatte, ist er beigegangen, hat den Schlüssel abgezogen und gleich nach den drei Schöffen geschickt, die stehen im Rathaus der Unterirdischen zu jeder Zeit bereit, wenn irgendwo Gericht abgehalten werden soll. Wie diese drei Herren nun eintreten, hat der Alte sie eingeladen, den Schrank aufzuschliehen. Und er hat kaltblütig danebengestanden und hat ein großes Messer bereitgehalten, er war ja selbst zum Borsten neugierig, wer da nun zum Vorschein käme. Aber er und die arme Frau, die auch zusehen mußte, haben sich baß erstaunt: es ist nur ein alter zerlumpter Dieb gewesen, der da leibhaftig und kopfüber zum Schrank herauspurzelte, mehr ist nicht zu sehen gewesen. Die unsichtbare Mühe hat ja der Däumling aufgehabt, lautlos hat er sie sich über die Ohren gezogen und gewartet, was kommen würde. Wie sie den Dieb nun gehängt hatten — er hat die drei Schöffen nicht lange aufgehalten, weil er seine Mühe verloren hatte — da hat der mißtrauische Hausherr erst den Schrank noch einmal gründlich mit der Lampe abgeleuchtet. Es ist aber wirklich gar nichts zu sehen gewesen, der Däumling hat sich ja mäuschenstill gehalten. Der Alte hat das Gepolter indes nicht aus dem Kopf verloren, recht geheuer ist es ihm nicht gewesen, er hat ja zudem nur die halbe Freude gehabt, daß er fein Weib nun nicht mit ihrer Untreue quälen konnte. Er ist deshalb beigegangen und hat, gerade als der Kleine mit einem Schwung bei ihm vorbei nach draußen wollte, die Tür wieder abgeriegelt. Und er hat den Schlüssel umgedreht und in die Tasche gesteckt und barsch zu der Frau gesagt, was da noch drinnen fei, das könne verhungern, da wolle er selbst darauf warten. Und dann hat er sich, das blanke Messer in der Faust, auf den Küchenstuhl gesetzt, hat immer nur den Schrank angestarrt und sich vorgenommen, vierzehn Tage im Zimmer zu warten, ob in dem Schrank nicht doch noch etwas vor sich ging. Und der kleine Däumling wäre wohl wirklich verhungert und verdurstet zwischen seinen vier Wänden, wenn nicht glücklicherweise die Kammer gerade unter dem Rübenfeld gelegen wäre. Die Frau des Unterirdischen, das ist ja die Rübenmutter gewesen, hat nämlich genau gewußt, was über ihrer Kammer wuchs, gut hat sie's abgepaßt und der überm Schrank aufgegeben, eine riefenfange Wurzel nach unten bis in ihre Wohn- nung niederzutreiben. Ja, als der Däumling noch so trübsinnig dasaß und nicht wußte, was aus ihm werden sollte, hat sich auf einmal eine dünne Wurzel von oben in feinen Schrank hineingestohlen und ist in einigen Stunden schon herrlich dick und seist gewesen. Da hatte der Kleine ja erst einmal zu essen und konnte ein wenig neue Hoffnung fassen. Es ist auch wohl an dem gewesen, daß die kleine Frau des Unterirdischen über ihren verrannten Mann sehr erbost war, sie hat alles, was sie an Gutem hatte, der Rübe über dem Schrank geschenkt und sie ohne Aufhören morgens und abends begossen. Der kleine Däumling hat es zuletzt ganz gut gehabt, das gelbe Fleisch hat ihm herrlich gemundet, ja, er hat sich schließlich an der Wurzel hochgezogen und von unten eine richtige kleine Kammer in die Rübe hineinge- fressen. Und er hat das arme Ding immer weiter und weiter ausgehöhlt und hat schon Hoffnung gehabt, sich bis oben durchzuarbeiten und auf diese Weise auf- und davonzukommen. Da ist eines Tages der Mann über den Acker gegangen, dem die Rüben gehörten. Der hat ja auch die eine gesehen, die, weil der Däumling sich nun schon eine gute Kammer darin gehöhlt hatte, oben lauter gelbe Blätter trug. Und der Mann ist böse geworden und hat sie heraus- gezogen um nachzusehen, was für ein Wurm sie angefressen hätte. Und er hat die Rübe in seinem Zorn mit solchem Ruck hochgerissen, der Däumling ist in weitem Bogen aus der hohlen Wurzel herausgeflogen, er hat Mühe gehabt, seine Mütze festzuhalten. Wie der Dauer aber die Rübe kopfschüttelnd umdrehte — schwupp — ist er hinter seinem Rücken auf- und davongesprungen. Und wahrscheinlich ist er heil nach Haus gekommen, ich weiß es nicht genau, ich bin nämlich der Mann, der die hohle Rübe noch immer dumm angudt und gar nicht begreift, wer das Riesen» loch hineingefressen hat. Spielereien des Cäsarenwahns. Keine andere archäologische Unternehmung der letzten Zeit hat so großes Aufsehen erregt toie die Hebung der aus dem Grunde des Remisees bei Rom ruhenden altrömischen Galeeren. Eins dieser Schiffe ist jetzt bereits an die Oberfläche gelangt, und man wird nun die Wunder bestaunen können, die diese Prunkschisfe darstellen. Die Fahrzeuge, die auf Befehl Caligulas erbaut wurden, hatten nämlich keinen praktischen Wert, sondern muten an wie Spielereien des Cäsarenwahns. Wie F. M Fe Id Haus in der Leipziger „Illustrierten Zeitung" hervorhebt, hatte Caligula, der eine gewisse Aehnlichkcit mit König Ludwig II. von Bayern besaß, eine Vorliebe für technische Bauten, auf die er ungeheure Summen verwendete. Schon vor seiner Thronbesteigung ließ er zwischen Bajä und Molo auf eine Entfernung non 5.3 Kilometer zwei Reihen von Luftschiffen nebeneinander verankern; die Schiffe wurden mit Bohlen belegt und diese mit Erde bedeckt. Dann zog Caligula an einem Tag hoch zu Roß, am andern als Wagenlenker auf dieser Schiffbrücke hin und her, und das alles nur deswegen, weil sein Vorgänger Tiberius gesagt hatte: „Gajus Caligula wird ebensowenig Kaiser werden, wie über den Meerbusen von Bajä die Rosse seines Rennwagens lausen." Während seiner Regierung begann dieser Kaiser den Bau der zehnten Wasserleitung nach Rom, die aber erst unter Claudius fertig wurde und noch heute Wa'ser nach Rom befördert. Diese Anlage, die alle andern derartigen Bauten an Großartigkeit übertraf, kostete die Riefensumme von 1.2 Millionen Mark. Caligula hat in feinen technischen Bauten binnen eines Jahres über 587 Millionen Mart verbraucht. Ihn reizte nicht der Ruhen dieser Bauten, sondern die Ueberwin- bung des Unmöglichen. ,. Gerade da. wo das Meer unruhig war und tief, wurden Dämme gelegt, Felsen des härtesten Gesteins ausgchauen, Ebenen zu Bergen umgeschaffen. Derg:shänge durch Abtragung geebnetschreibt sein Biograph Sueton. „Und alles geschah in größter Hast, ^ede Verzögerung wurde mit dem Leben gebüßt.' Caligula ließ auch ein Schiff bauen, das die besondere Aufgabe hatte, einen großen Obelisken von Aegypten nach Rom zu bringen; es galt als ein Wunderwert der Technik, denn der Obelisk war 25'/. Meter hoch und 487 Tonnen schwer. Wie der Transvort über See geschah, wißen wir nicht aber das Schiff muß ganz ungewöhnliche Vorrichtungen gehabt haben. Der Obelisk, den Caligula nach Rom bringen ließ, und zu dessen Aufrichtung 20 C00 Menschen notwendig waren, stand bis 1586 an seinem Platz, da die Vandalen, die alle Obelisken vernichteten, ihn nicht Umstürzen konnten. Jetzt erhebt er sich in der Mittz des Petersplahes. Um es den Göttern gleich zu tun. ließ Caligula während eines Gewitters mit Maschinen donnern und blitzen. Von solchen Spielereien des Cäsarenwahns werden uns jetzt die Wunderschiffc des Remisees neue Kunde bringen. Hochschulnachrichten. Dem Privatdozenten in der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Marburg, Dr. jur. et phil. Gustav Adolf Walz, ist ein Lehrauftrag für Völkerrecht und Steuerrecht erteilt worden. storben; — 1882: der Naturforscher Charles Darwin lj in Down bei Beckenham gestorben; — 1895: der Äfrikareisende Gustav Nachtigall bei Kap Palmas in Westafrika gestorben; — 1906: der französische Physiker Pierre Curie, Entdecker des Radiums, in Paris gestorben. Kursus zur Förderung der Musik- und Sprecherziehung. Sn der letzten Ferienwoche veranstaltete Las Hessische Ministerium für Kultus und Bildungs- wesen gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Musik - und Sprecherziehung Hessens in Gießen einen Einführungskursus für die an der Erfüllung der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft interessierten, im Dienste hessischer Schulen stehenden Lehrpersonen. Das Physiologische Institut und die Ohren- Aasen- und Halsklinik mit ihren herrlichen Einrichtungen sind in hohem Maße dazu berufen, in das Wunder des menschlichen Organismus einzuführen, und hier insbesondere in das den Musikerzieher besonders interessierende Teilgebiet der Physiologie: Ohr und Kehlkopf und deren Funktionen, Hören, Sprechen und Singen — Akustik und Phonetik. Der Direktor des Physiologischen Instituts, Professor Dr. D ü r k e r, führte in die wissenschaftlichen Grundlagen und Methoden der Akustik und Phonetik ein, und Professor Brügge- mann, der Direktor der Universitäts-Ohren-, Aasen- und Halsklinik, dozierte über Hygiene der Stimme und Stimmstörungen. Bei den sich anschließenden praktischen Uebungen fanden die Hörer reichlich Gelegenheit, das Gehörte durch Experimentieren zu erproben. Ergänzt wurden diese Borträge und Hebungen, welche die physiologische Seite der Musikerziehung behandelten, durch Dorträge, welche mehr das psychologische und philosophische Moment der Musikpflege zum Gegenstand hatten. Universitäts-Musikdirektor Dr. Temesvarh sprach in einem einleitenden Dortrag über den Sinn der Musik als einer „selbständigen Geistessprache, die ihre stärkste Wirkung dann entfaltet, wenn ihre Eigengesetzlichkeit von keinem außermusika- lischcn Element beeinträchtigt wird." In mehreren Vorlesungen wurde an Werken Beethovens, Bachs und Mozarts gezeigt, wie große Meister der deutschen Musik dem Gemüt und dem Verständnis der Schüler nähergebracht und jugendliche Seelen zum Erlebnis absoluter Musik hingeführt werden können. Die von großer Liebe und Hingabe zur Sache zeugenden Dorlesungen der Dozenten riefen größtes Interesse hervor und lösten oft rege Aussprachen aus. Ein gemütliches Zusammensein im Hotel „Hindenburg" lieh Dozenten und Kursusteilnehmer in anregender Unterhaltung einander persönlich näherkommen. Sm. Gausängeriaa des Gaues Lahn im Hessischen Sängerbund. Am Sonntag fand in Gießen im Saale der „Stadt Wetzlar" der Gausängertag des Gaus Lahn im Hess. Sängerbund statt. Vertreten waren dabei die Gießener Vereine, drei Wetzlarer, Liederkranz (Weilburg), Kirchhain, Marburg, Homberg a. d. Ohm, Grünberg, Butzbach, Aieder-Ohmen, Freienseen, Atzenhain u. o., ferner die Sängerbünde: Chattia (Sih Ettingshausen), Oberhefstscher Sängerbund, Lahntalsängerbund, Lumdabund und Ohm-Lumda- bund. Den Degrüßungschor trug „Frohsinn" (Gießen) vor. Der Gauvorsitzende, Emil Koch (Gießen), begrüßte die Vertreter, darunter den Provinzialvorsitzenden, Derufslehrer Gengnagel (Grünberg), und dankte für den überaus starken Besuch am ersten ®au‘-~. Sodann erstattete er den Jahresbericht und behandelte die im Jahre 1928 vollzogene Organisation der Gesangvereine in der Provinz Oberhessen. Am 25. März 1928 wurde der Lahngau mit 64 Vereinen gegründet. Zum Gauchormeister wurde Musiklehrer K a st e n (Gießen) gewählt. Nachdem noch der Oberhessische Sängerbund und die „Chattia" beigetreten sind, zählt der Gau Lahn jetzt in sechs Bezirken 95 Männergesangvereine, so daß er der stärkste Gau des Hessischen Sängerbundes ist. Der Lahntalsängerbund ist als zweiter Bezirk mit seinen 22 hessischen und preußischen Vereinen und 1050 Sängern der größte Bezirk des Gaues. Die Gesamtsängerzahl des Gaues beträgt 3681. Der Gauvorsihende nahm im ersten Geschäftsjahr als Vertreter an Sängerfesten teil in Kirchhain, Lahntalsängerfest, Gießen (50jähriges Jubiläum der „Heiterkeit"), Homberg, Nordeck, Lardenbach. Gaurechner Decker (Kesselbach) erstattete den Nechnungsbericht. Darnach betrugen die Iahreseinnahmen 1215,79 Mk., die Ausgaben 1055,79 Mk., so daß ein Kassenbestand von 160 Mark verblieb. Auf Antrag der Rechnungsprüfer erteilte der Gauvorsihende Koch mit Dankesworten dem Rechner für seine mühevolle Arbeit Entlastung. Das zweite Hessische Sängerbundesfest zu Darmstadt rief eine sehr rege Aussprache hervor. Gauvorsteher Koch bedauerte, daß die Deranstaltung eines Gaukonzertes wegen geringer Beteiligung der Gauvereine nicht möglich sei; es solle aber wenigstens eine Kundgebung in Darmstadt stattfinden. Mehrere Redner, darunter Gemeinderechner Karl Jung (Klein-Linden), B r o d t (Daubringen), traten für die Beteiligung am Fahneneinzug und an der Gaukundgebung ein. Neben den großen Gesangvereinen aus Gießen, Wetzlar, Grünberg, Butzbach wollen auch zahlreiche Landvereine teilnehmen. Die Gaukundgebung soll im Herrengarten stattfinden. 40 Vereine mit 800 Sangern haben sich dazu gemeldet. Das Programm sieht vor: 1. Deutscher Sängergruß, 2. Schenkenbachs ..Reiterlied", 3. „Wie's daheim war" von Wohl- gemuth, 4. Ansprache des Gauvorsitzenden, 5. „Wo gen Fimmel Eichen ragen" von Heinrichs. Am Fohneneinzug in Darmstadt nehmen 750 Vereins- fahnen teil. Der Punkt Gauveranstaltungen wurde in längerer Aussprache erschöpfend erörtert. Cs soll vorerst von Gaufesten abgesehen werden. Die großen Feste sollen zeitlich möglichst weit hinausgeschoben werden, so daß größere Zeitabschnitte dazwischen liegen. Zu zahlreichem Besuch des 100jährigen Jubiläums des „Liederkranz", Weilburg lud dessen Vertreter für 22. bis 24. Juni ein. Der Gauvorsihende Koch empfahl, am Jubiläum dieses Veterans der Männerchöre mit Fahnen teilzunehmen. Der Schriftführer, Klein, Gießen, legte sein Amt als Schriftführer nieder, bis zur nächsten Vorstandssitzung will er noch das Amt führen. Zum Schluß der arbeitsreichen Tagung wurde unter Leitung von Gauchormeister Kasten, Gießen, der „Sängergruß" vorgetragen. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 50, Weißkraut 20 bis 30, Rotkraut 20 bis 35. gelbe Rüben 25 bis 30. rote Rüben 25 bis 30, Spinat 50 bis 60. Unterkohlrabi 10 bis 15. Rosenkohl 70 bis 75, Feldsalat 200 bis 300, Tomaten 80 bis 100, Endivien 150 bis 300, Zwiebeln 25 bis 30, Meerrettich 50 bis 120, Schwarzwurzeln 60 bis 90. Kartoffeln 6 (pro Zentner 5.50 Wk.), Aepfel (inländ.) 30 bis 40. (ausländ.) 50 bis 80, Dörrobst 35 bis 40, Nüsse 70 bis 80. Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130. Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund; Tauben 90 bis 100, Eier 11 bis 12. Blumenkohl 50 bis 120, Salat 30 bis 60. Salatgurken 100 bis 120, Lauch 15 bis 30. Rettich 20 bis 30. Sellerie 20 bis 100 pro Stck.; Radieschen 25 bis 30 Pfennig pro Bd. Bornotizen. — Tageskolender f ü r Donnerstag. Bund der Kaufmannsjugend im DHV.: Ettern- und Freundesabend, 8 Uhr, im DHD.-Heirn. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Geschlecht in Fesseln". — Astoria-Lichtsviele: „Rache für Eddy". — „Hallo Theaterl" Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Der bunte Theaterabend, ein Mimen-Nachtspuk, zugunsten der Wohlfahrtskassen der Mitglieder des Stadttheaters, beginnt um 20,30 Uhr. Es werden aufgeführt „Äachtbeleuchtung" von Curt Goetz, „Bobby", Uraufführung, von Dr. Karl Ritter, Dramaturg am Stadtth«ater, „Die Mücke", lustiger Dialog von Rudolf Presber, „Ein ruhiges Heim", Burleske in einem Akt von Georges Courteline. Die Uraufführung von Dr. Karl Ritter ist von Ludwig Dreyfuß vertont. Der Komponist wird vom Flügel aus die Uraufführung selbst leiten. Karl Ritter hat die Spielleitung seines Sketches selbst übernommen. Die vorkommenden Tänze find von dem Tanzinstitut E. Bäulke ein* studiert. E. Bäulke und seine Partnerin werden selbst im Rahmen des Stückes auftreten. Die künstlerische Oberleitung an dem Abend liegt in Händen von OberspieUeiter Hans Tannert. Die musikalische Leitung hat Franz Arzdorf übernommen. Im Foyer: Tanz, Tombola, Jazzmusik, Sektauss^ank, Büfett. — Der Evangelische Arbeiterverein Gießen veranstaltet am kommenden Samstag einen Familienabend. Näheres in der heutigen An» zeige. * ** Jahresabschluß der Feuerwache. Ueber die Tätigkeit der städtischen Feuerwache in der Zeit vom 1. April 1928 bis 31. März d. I. liegt jetzt der Bericht vor. Danach mußte die Feuerwache insgesamt in 178 Fällen in Tätigkeit treten. Davon entfallen auf Kellerbrände 4 Fälle, Zimmerbrände 7, Dachstuhlbrände 3, Kaminbrände 12, Wald- und Rasenbränbe 3, sonstige Brände 27, auswärtige Brände 2, auf sonstige Inanspruchnahme (Kellerauspumpen. Einsetzen von Schachtdeckeln, Beseitigung von Erdsenkungen, Heben von Grohtieren, Hilfeleistung gegen Eisganggefahr, Rohrbrüche usw.) 59, blinder Alarm 13, Unfug 47, Probealarm 1. Am auffälligsten bei diesem Jahresbericht ist die große Zahl der Unfugfälle. Kürzlich sind wieder einmal zwei solcher „Helden" zum Glück gefaßt worden. Hoffentlich klopft das Gericht ihnen ganz kräftig auf die Finger, damit andere übermütige Nachtschwärmer oder Schabernacke eine eindringliche Warnung erhalten. ** Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am nächsten Samstag, vormittags 8,30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: Gesuch des Heinrich Baumann zu Gießen um Erteilung eines Wandergewerbescheines. Antrag des Kreisamts Alsfeld auf Entziehung des Führerscheines des Artur Schmidt von Altenburg. Beschwerde des Heinrich Volk in Nieder-Ohmen gegen den Bescheid des Kreisamts Alsfeld vom 13. November 1928 wegen Heranziehung zu den Beiträgen der SHneiderzwcngs nnung für den K eis QIL fei). ** Dienstjubiläum. Der Institutsgehilfe Karl G r ü g e r kann heute, am 18. April, auf eine 25jährige Tätigkeit in der Medizinischen Veterinärklinik der Universität Gießen zurückblicken. Aus Anlaß dieses Tages wurden dem Jubilar zahlreiche Ehrungen erwiesen. Auch der Tierschutzverein Gießen hat dem liebe- und verständnisvollen Tierpfleger zur Erinnerung an fein Jubiläum ein geschmackvolles Diplom überreicht. *• Aus dem Gießener Standesamt s r e g i st e r. Cs verstarben in der Zeit vom 1. bis 15. April: 4. April: Hanna Eva Boden- Heimer, 3 Jahre alt, Lanografenstr. 6; Mathilde Wissendorf, geb. Erfurt, Wwe., 69 Jahre alt, Gartenstr. 14; Elise Margarete Becker, geb. Schmidt, Wwe., 52 Jahre alt. Krofdorfer Str. 2; 5. April: Karl Kraus, Kraftfahrer, 44 Jahre alt, Friedrichstr. 18; Hans Robert Karl Diehl, 4 Monate alt, Mäusburg 5; 8. April: Chaimas Fai- vusinski, Student, 27 Jahre alt, Hillebrandstr. 6; Elisabeth Ruppel, geb. Gerresheim, 63 Jahre alt, Lindengasse 10; 9. April. Elisabethe Holbricher, geb. Bingel, Wwe., 79 Jahre alt, Krofdorfer Straße 16; 10. April: Babette Henrich, geb. Beck, 51 Jahre alt, Liebigstr. 101; Johann Heinrich Berg, Dreher, 79 Jahre alt, Schillerftr. 19; 11. April: Juliane Köhler, geb. Schüßler, Wwe., 82 Jahre alt, Westanlage 35; Christian Kruse, Musiklehrer, 90 Jahre alt, Weserstrahe 16; Johanna Schäffer, geb. Schmidtborn, Wwe., 80 Jahre alt, Iohannesstr. 15; 12. April: Johannes Hofmann, Bahnarbeiter, 64 Jahre alt, Bruch- strahe 22; 13. April: Margarete Petri, geb. Jost, 61 Jahre alt, Wehsteinstr. 42; 15. April: Peter Aliendorf, Bureaudirektor i. R., 72 Jahre alt, Wilhelmftrahe 63. ** Stadttheaterabonnement. Die Einlösung des 8. (letzten) Abschnitts des Stadttheater- abonnements muß von kommenden Montag ab erfolgen. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. ** Zirkus Hagenbeck besucht Gießen. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, wird der Original-Zirkus Willy Hagenbeck, der eine große Raubtierschau mit sich führt, nach Gießen kommen. Sein Gastspiel wird in aller Kürze beginnen. Auf Oswaldsgarten wird sich eine Riesenzeltftadt erheben, in der eine große Zahl Artisten ihr Können zeigen werden. Der Tierpark mit etwa 200 Tieren dürfte für unsere Stadt und die Umgegend eine ganz besondere Sehenswürdigkeit sein. Wie uns aus vorgelegten Presseurteilen über die zahlreichen Gastspiele dieses Unternehmens in allen Gegenden des Reiches bargelegt wurde, hat der Zirkus Hagenbeck überall in vollem Maße die Erwartungen der Besucher erfüllt und für seine Leistungen starken Beifall gefunden. ** D i e „Bereinigung ehemaliger hes- sischer Artilleristen in Fulda" — Mitglied des Artilleriebundes in Hessen — begeht am 11. und 12. Mai in Fulda die Einweihung eines Gedenksteins für die im Weltkriege gefallenen Kameraden des Großherzoglichen Artilleriekorps. Der Gedenkstein wird in der Kaserne des 5. Artillerie- rcgiments in Fulda errichtet. Zu dieser Feier wer- den alle ehemaligen Angehörigen der beiden Ar- tillerieregimenter 25 und 61, sowie ihrer Reserve- und Kriegsformationen eingeladen. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 17. April. Ein Obergefreiter des hiesigen Bataillons stand heute unter der Anklage des militärischen Ungehorsams in Tateinheit mit Verrat militärischer Geheimnisse. Als Angehöriger der Funkstation war ihm zur Last gelegt worden, Anfang vorigen Jahres einen von einer anderen Funkstation aufgefangenen Funkspruch den hierfür ausdrücklich bestehenden Vorschriften zuwider gefunkt und dadurch die Schlagfertigkeit, bzw. Ausbildung der Truppe erheblich gefährdet zu haben. Wegen Gefährdung der Staatssicherheit sand die ganze Verhandlung, zu der eine große Zahl Zeugen und ein militärischer Sachverständiger geladen waren, unter Ausschluß der Oef- sentlichkeit statt. Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit wurde das auf Freisprechung lautende Urteil verkündet und zur Begründung angeführt, daß das Gericht trotz erheblicher Verdachtsmomente von der Schuld des Angellagten sich nicht in einer zur Verurteilung ausreichenden Weise überzeugen konnte. Das Defizit im Darmstädter Haushalt. WSN. Darmstadt, 17. April. Der Vo r - anschlag der Stadt Darmstadt für 1929/30 sieht einen Fehlbetrag von rund 3 Mill. M k. vor. Das Defizit wird durch Abstriche der Ausgaben, Mehrablieferungen der Betriebe, Mehreingang an Reichssteuerüberweisungen und sonstige Abstriche auf die Hälfte vermindert. Oberheffen. Brandstiftung im Licher Krankenhaus. D L i ch, 17. April. Gestern abend brach int städt. Krankenhaus in verschiedenen Räumen Feuer aus. Durch die Rauchentwicklung wurde es zum Gluck zeitig bemerkt. Es liegt zweifellos vorsätzlicheBrandftiftung durch ein in dem Krankenhaus beschäftigtes Dienstnrädchen aus Gießen vor. Das Mädchen steht in Fürsorgeerziehung und hatte gestern von berufener Seite einen Verweis über tadelhaftes Betragen erhalten. Abends gegen 7.30 Uhr entfernte sie sich aus ihrer Dienststelle. Gegen 9 Uhr abends machte sich in dem Gebäude starker Brandgeruch bemerkbar. Bei der von dem Pfleger R o 11 h a u s vorgenommenen Durchsuchung des Gebäudes fand er die Tür des Mansardenstockes verschlossen vor. Kurz entschlossen öffnete er gewaltsam die Türe und ebenfalls gewaltsam die verschlossene Tür des Mädchenzim- m e r s. Das in dem Zimmer befindliche Bett brannte lichterloh. Hinzueilenden beherzten Mannern gelang es, die F l a m m e n i m K e i m e 3 u e r sticken. Bei der sofort vorgenommenen Untersuchung des Bodenraumes fand man in einem bcr dort abgestellten Betten einen weiteren angelegten Brandherd mit zerkleinertem dürren Holz überdeckt. Das Federdeckbett und die Matratze waren bereits angebrannt. Auch dieses Feuer konnte noch leicht erstickt werden. Jede Minute Zeitverlust hätte einen Dachstuhlbrand zur Folge haben müssen. Hiermit glaubte man, das aus« gebrochene Feuer bekämpft zu haben. Erst gegen 12 Uhr nachts wurde in einem gleichfalls abgeschlossenen, zur Zeit unbenutzten Krankenzimmer des ersten Stockes Feuer bemerkt. Auch hier mußte die Zimmertüre gewaltsam geöffnet werden. Das Bett, die Tapetenwand, ein -Leit des Fußbodens und aufbewahrte Wäschestücke' standen in hellen Flammen. Durch die Hitze war bereits ein Fenster zersprungen. Nur bem Umftanb, daß das Feuer feine Zugluft hatte, und frühzeitig entdeckt wurde, ist es zuzuschreiben, daß das ganz aus Holzfachwerk befteheirde Gebäude nicht ein Raub der Flammen wurde. Auch dieser Zimmerbrand konnte nach längeren Bemühungen erstickt werden. Feueralarm fand nicht statt. Die Feuerwehr brauchte nicht in Tätigkeit zu treten. Soweit inzwischen bekannt geworden, ist der Mobiliar- und Wäscheschaden durch Versicherung gedeckt. Die Brandstifterin, die offenbar aus Rache gehandelt hat, wurde heute in Gießen ei> mittest und verhaftet. Landkreis Gießen. — G roß en-Linden, 16. April. Für den» unerwartet und für seine Gemeinden und Angehörigen viel zu früh Heimgegangenen Pfarrer Becker fand gestern nachmittag in unserer stimmungsvollen Kirche eine erhebende Trauer- feier statt. Das große Gotteshaus war bis zum. letzten Platz gefüllt, vor dem Altar hatten zu beiden Seiten der Bahre die Chargierten des Akademisch-Theologischen Vereins Gießen mit der Fahne die Totenwache übernommen. Pfarrer Schultheis (Großen-Linden) sprach im Anschluß an die Iesusworte Ev. Ioh. Kap. 9, Vers 4 herzliche Abschieds- und Trostesworte und zeichnete ein treffendes Charakterbild des in Treue bewährten Pfarrers, Seelsorgers und Familienvaters. Die Srauerfeter war von Gemeindegesang und zwei Chören des Kirchengesangvereins Allendorf a. d. Lahn umrahmt. Ein langer Trauerzug bewegte sich dann zum Friedhof. Die zahlreichen Kranzniederlegungen, die nach der Einsegnung erfolgten, legten Zeugnis ab von der allseitigen Verehrung, die Pfarrer Becker entgegengebracht wurde. Cs sprachen u. a. die Vertreter der Dekanate Gießen unb Lauterbach, der Gemeinden Allendorf, Großen-Linden, Mörfelden, Herbstein, Hopfgarten, des Akademisch- Theologischen Vereins Gießen und seines Alt- herrenbundes, des Kirchengesangvereins Allendorf, auch die Konfirmanden und Schulkinder ließen es sich nicht nehmen, noch einmal ihres Seelsorgers zu gedenken. Mit einem Chor des Gesangvereins Allendorf und dem Segen fand die erhebende Feier ihren Abschluß. Pfarrer Becker war am 12. April 1874 in Worms geboren, wurde nach bestandenen Prüfungen am 29. Oktober 1899 als Pfarrvikar in Okarben ordiniert und wirkte in großem Segen in den Gemeinden Hopfgarten, Mörfelden, Herbstein und feit Jahresfrist in reinigt V1M -3Ö Ihre Töpfe/ Eins Fülle von praktUdv Backrezepten bieten „Dr. Oetker-Rezepte” Aezgabe F (Piels IS Pfennig) and „Dr. Oetkers Schal-Koch- . buch” (SO Pfennig), eu haben in den Lebensmittelgeschäften, ' sonst gegen Einsendung (n Marken von Dr. August Oetker,Bielefeld, y Kuchen haben die deutschen Hausfrauen im Laufe von 30 Jahren in immer noch steigender Zahl nach Dr. Oetker-Rezepten gebacken. Wieviel Freude haben sie damit sich selbst und ihren Familien bereitet! Wieviel Genuß finden sie immer wieder in den feinen und appetitlichen Oetker- GebädCen. Zur Freude am Werk gehört die Sicherheit, daß es gelingt - und die bietet nur Dr.Oetkers Backpulver Großen-Linöcn und Allendorf (Lahn). 3n all seinen Wirkungsorten genoß er die allgemeine Liebe und Verehrung der ganzen Gemeinden. ' Lollar, 17. April. In unserem Bericht in der Dienstagausgabo über die Ehrung des Weißbinder- meisters Franz T a u b e r t war zu lesen, daß der Vorsitzende des Ortsgewerbeoereins, Spenglermeister BernhardFuchs, die Glückwünsche der Handels- rammet übermittelt habe. Berichtigend ist hierzu zu bcmerten, haß es sich dabei selbstverständlich um die Handwerkskammer Handelle, und die Glückwünsche nicht von Bernhard Fuchs, sondern von Spenglermeistet Gerhar'd Fuchs ausgesprochen wurden. V Mainzlar, 17. April. Vei der dieser Tage stattgehabten Holzsubmission von Fichten-Stammholz wurden pro Festmeter folgende Preise erzielt: Klasse la 24,65 Mk., Klasse 1b 25,15 Mk., Klasse 2a 27.15 Mk., Klasse 2b 30,15 Mark, Klasse 3a 31,85 Mk.. Klasse 4a 36,00 Mk. Die Zahlungsbedingungen sehen bei genügender VürgschoftSleistung zinslose Stundung der Kaufsumme bis 1. November d. 3. vor. — Die jüngste Sitzung des Gemeinderates hatte nur eine kurze Tagesordnung. Für das Anfahren von Deckmaterial auf die neuchaussierte Teilstrecke der Hachborner Straße im hiesigen Gemeindewald waren zwei Angebote eingegangen. Der Zuschlag wurde dem Wenigstnehmenden, W. S p a a r, mit 2,70 Mk. für den Kubikmeter erteilt. Die am 12. d. M. stattgehabte Holzsubmission wurde genehmigt und den Zimmergeschäften L e m m e r, Mainzlar, Rohm, Wieseck, und K r ö ck, Abendstern, die Zuschläge erteilt. Alten-Duseck, 17. April. Einen inter- essanten Lichtbildervortrag veranstaltete am Sonntagabend im Saale von Phllipp Einhauser der ehemalige Stabsphotograph des 26. Ref.-Armeekorps W. 3. Becker aus Marburg. Zur Vorführung gelangten zahlreiche Originalaufnahmen von allen Kämpfen unö_ Vorkommnissen, an denen das Armeekorps während der Kriegsjahre beteiligt war. Der Vortrag war gut besucht und bot besonders denen, die an den Kämpfen des Weltkrieges nicht persönlich beteiligt gewesen waren, ein anschauliches Bild von den Vorgängen im westlichen Kampfgebiet. 1 Oppenrod, 17. April. Am Sonntag wurde der über die Grenzen seines Heimatortes hinaus bekannte Strahenwart Kaspar Koch zu Grabe getragen. Etwa 40 Jahre lang versah der Verstorbene mit großer Gewissenhaftigkeit seinen Dienst an der Straße Oppenrod Hanseburg— Annerod. Gr war Veteran des Krieges 1870/71, und gern erzählte er von den Erlebnissen aus dieser großen Zeit. Seine Ehefrau Elisabeth war ihm 14 Tage im Tode vorausgegangen, so daß beide, die gleiches Geburtsjahr (1849) und gleiches Sterbejahr hallen, nun auch zur letzten Ruhe nebeneinandergebettet wurden. 4- Grünberg, 17. April. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden dem Musikverein für den Winter 1929/30 zwei Raummeter Kiefernscheitholz zum Heizen seines älebunas- lokales bewllligt. Infolge Reubauten in der Gartenstraße und in der Färbgrabengasse ist es nötig, Wasserleitung und Kanalisation in beiden Straßen weiterzuführen. Es wurde beschlossen, in der Gartenstraße bis zum Reubau Rahn und in der Färbgrabengasse bis zum Reubau Seib dies ausführen zu lassen und die Arbeiten hierzu auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung zu vergeben. Rach Mitteilung des Kreisamts hat der Finonzminister zur Wiederbelebung der Bauwirtschaft durch steuerliche Begünstigungen auch in diesem Jahre die Befreiung der in 1929 erstellten Wohnungsneubauten für die folgenden fünf Jahre von der staatlichen Grundsteuer angeordnet, und ersucht darum, daß die Gemeinden in gleicher Weise eine Befreiung von der gemeindlichen Grundsteuer beschließen. Der Gemeinderat beschloß, es wie seither bei einer dreijährigen Befreiung zu belassen. Der Beigeordnete teilte mit, daß er einem ihm in der vorigen Sitzung erteilten Auftrage zufolge von einem Privatbesitzer ein am Tannenkopf gelegenes Grundstück in der Gröhe von 2113 Quadratmeter für 220 Mark für die Stadt erworben hat. Daß die Kälteperiode auch finanzielle Rachwirkungen für die Stadt hat, zeigen zwei weitere Beschlüsse, wonach für das Auftauen der Spritzen 20 Mark bewilligt wurden und weiterhin ein Anwohner der Rosengasse, der durch einen Rohrbruch einen größeren Schaden erlitten hat, aus Dilligkeits- gründen eine Beihilfe von 80 Mark zugesprochen erhält. df Langsdorf, 17. April. Am Sonntag fand im Gasthaus „Zur Traube" die ordentliche Generalversammlung der Bezugs- und Absatzgenossenschaft statt, die zur Zeit 84 Mitglieder zählt. Das Geschäftsjahr 1928 ergab einen Reingewinn von etwas über 300 Mk., der zur Abtragung der im vorigen 3ahre angeschafften Saatgutreinigungsanlage benutzt werden soll. Der seitherige Direktor Wilhelm Roth IV. trat aus Gesundheitsrücksichten von seinem Amte zurück. An seine Stelle wurde einstimmig Emil Bausch gewählt. Für diesen kam Adolf Klein!urt neu in den Vorstand. Sonst blieb eS bei der seitherigen Zusammensetzung. Rach Erledigung des geschäftlichen Teiles befaßte man sich mit den Fragen der E i e r - und Viehverwertung auf genossenschaftlichem Wege. Man war der Ansicht, daß hier, wie überhaupt in der Absahreaelung, eine wichtige Aufgabe der landwirtschaftlichen Genossenschaft liege. Der Vorstand soll daher die Entwicklung aufmerksam verfolgen und die nötigen Schritte unternehmen. Damit soll der Handel nicht verdrängt werden, sondern man denkt ihn allmählich dahin zu bekommen, daß er. angeregt durch die Konkurrenz der Genossenschaft, höhere Preise bezahlt, die aber keine höheren Verbraucherpreise bedingen. ! Hungen, 17. April. Am Sonntag fand im „Solmsec Hof" dahier eine Dertreterversamm- lung des Hessischen Landjugendbundes und des Landbundes statt, die sich mit den Vorarbeiten zu dem am 2. und 3. Juni hier stattfindenden Landvolktag beschäftigte. Der Vorsitzende des Hessischen Landjugendbundes, Robert Schmidt«Steinheim, begrüßte die recht zahlreiche Versammlung, besonders die zum Teil von weither gekommenen Vertreter des Altlandbundes. und wandte sich dann zum wichtigsten Punkte der Tagesordnung: Festsetzung des Festprogramms. Man einigte sich auf folgende Festfolge: Samstagabend: Begrüßung mit Bannerweihe des Landjugendbundes Hungen und Vorführungen des Turn- und Radfahrervereins. Sonntagmorgen: 6 Llhr Weckruf, 9 Ugt Feier am Kriegerdenkmal mit Kranzniederlegung, 10 Llhr gemeinsamer Kirchgang; nachmittags 1 Uhr historischer Festzug mit Festwagen und bärge» stellten Gruppen, wozu sich die Ortsgruppen Hungen, Echzell, Lich, Langsdorf. Steinbach, Laubach, Holzheim, Rodheim a. d. Horloff, Steinheim, Langd, Gettenau, Inheiden, Oberhörgern und Ober-Bessingen bereits gemeldet haben. Um 2 Uhr wird auf dem Festplatz eine Quadrille der Reitergruppe Hungen geritten, anschließend folgt die Festrede, gehalten von Reichsminister a. D. Schiele. Am Montag wird ein zweiter Festzug statlfinden mit darauffolgenden reiterischen Spielen der Reitergruppe Hungen. Die übrige Zeit der beiden Nachmittage wird durch Tanz- und Volksbelustigung ausgefüllt werden. Als Musikkapelle hat man die Feuerwehrkapelle Friedberg gewonnen. Der Antrag des Versammlungsleiters, Anschaffung einer Bundesfahne zum Landvolktag fand aus wirtschaftlichen Gründen keinen Anklang und wurde für einen späteren Zeitpunkt zurückgestellt. Kreis Friedberg. 2i Bad-Rauheim. 17. April. Nächsten Samstag und Sonntag hält hier der Bezirksverb a n d Hessen im Bunde deutscher Reichssteuerbeamten seinen diesjährigen Verbandstag ab. Der hessische Dezirksver- band zählt an 37 Finanzämtern etwa 1300 Mitglieder; davon werden zur hiesigen Tagung 120 Delegierte erwartet. Außerdem nehmen eine Anzahl Gäste aus dem Reiche an den Verhandlungen teil. Ein Degrüßungsobend wirb am Samstag geboten. Kreis Büdingen. * Ridda. 17. April. Der Hausmeister der hiesigen Volksschule, Schuhmachermeister Wilhelm Luft, ist nach 23 Jahre langer gewissenhafter und treuer Dienstführung am 1. 2Q>ril in den Ruhestand getreten, ilm die ausgeschriebene Stelle hatten sich zehn Bewerber gemeldet. Der Stodlvorstand wählte den Weißbinder KarlW a l- therll. zum neuen Hausmeister der Schule, der mit Beginn des neuen Schuljahres seinen Dienst angetreten hat. g. Ober-Mockstadt, 17. April. Wit dem neuen Schuljahr wurde unsere Schule wieder zweiklassig, nachdem sie drei Jahre als einklassig geführt werden mußte. Die Schülerzahl weist eine stetige Steigerung auf, in drei Jahren sind es sogar weit über 100 Schüler. Mit der Verwaltung der Schulstelle ist Schulverwalter Karl Fich aus Rieder-Mockstadt — seither in Groß-Felda — beauftragt worden. — Am 4. Mai werden es 40 Jahre, daß Lehrer Jung die zweite Schulstelle dahier übernahm. Kreis Schotten. |j Laubach, 17. April. Es zeigt sich jetzt, datz der Winter doch nicht ohne gewisse Schädigungen der Landwirtschaft vorübergegangen ist. Wenn auch das Korn im ganzen hier recht gut steht, ebenso wie der Klee, so hat der Weizen teilweise stark gelitten. Unter der hohen, mit einer Eiskruste überzogenen Schneedecke ist er verschiedentlich erstickt ober ausgefault. Ebenso haben hier einzelne weniger widerstandsfähige Ob st bäume (vornehmlich feineres Kernobst) durch den Frost gelitten; man sieht häufig Risse in der Rinde. — Am Sonntag sah man einen starken Zug von Kranichen (gegen 30 Stück) aus dem Horlofftal, von der Gegend von DUlingen und Ruppertsburg aus an unserem Städtchen vorüber, gegen Rorden eilen. Die Schnepfen sind noch hier, der Strich ist jedoch schlecht. In den letzten Tagen hat man hier zahlreiche Bekassinen seftgestellt. Sie treten sonst hier selten aus; sie halten sich in den sumpfigen Wiesen des oberen Lautertals auf. Heute zeigten sich hier die ersten Schwalben. I Ober-Lais. 17. April. Infolge dringender Reparaturarbeiten am Wagen müssen die Autobusfahrten auf der Rundstrecke Nidda-Ober-Lais für einige Tage eingestellt werden. Das Fehlen des gewohnten Verkehrsmittels wird von jedermann schmerzlich empfunden. — Verhandlungen, die kürzlich zwischen den Betriebsgemeinden Nidda und Ulfa und den übrigen beteiligten Gemeinden gepflogen wurden und die älmwandlung des bestehenden, von Anfang an als vorläufig geschaffenen Garantievertrages in einen Zweckverbandsvertrag zum Ziele hatten, führten bis jetzt nicht zu einem Abschluß, da einige Gemeinden sich zu diesem Schritte noch nicht entschließen konnten. Kreis Alsfeld. 3 Homberg a. b. Ohm, 17. April. Am Sonntag hielt derBienenzüchtervereinHom- berg (Zweigverein des Oberhessischen Bienenzüchtervereins Gießen) im Gasthofe „Frankfurter Hof" dahier seine erste diesjährige Versammlung ab, die guten Besuch zeigte. Der Vorsitzende, Lehrer Appel, Büßfeld, trug zunächst feinen Bericht über die Ausschuhsitzung des Oberhessischen Bienenzüchtervereins zu Gießen vor. Die Rechnungsablage über das Jahr 1928 wurde von dem seitherigen Rechner, Bahnvvrsteher Kloß, Neuhaus, vorgetragen, der als Rechner einstimmig wiedergewählt wurde. Bemängelt wurde die verspätete Beitragszahlung mancher Mitglieder, die auch im Dersammlungsbesuch zurückstehen. Der Beitrag für 1929 mit 4 Mk. wurde erhoben. Sodann wurden Einheitshoniggläser und Einheitshonigversandbüchsen des Deutschen Imkerbundes bestellt, die durch das Mitglied Förster Christ verteilt werden sollen. Die Bestellung und Verteilung von Kunstwaben (künstlichen Mittelwänden) wird durch das Mitglied Briefträger Seih, hier, erfolgen. Rach Erörterung einiger bienenwirtschaftlicher Fragen wurde beschlafen, die nächste Versammlung bei Gastwirt K. Fleischhauer, Düßfeld, Ende Mai abzuhalten. r. Ober-Ohmen, 16. April. Bei der gestern und heute stattgehabten Holzverstei- g e r « n g in den Gemeindewaldungen wurden Preise erzielt, die weit über der Taxe lagen. So erreichten 4 Meter Reisig 4 Mk., 4 Meter Buchenscheit 74 Mk. Auch für Brennholz bewegten fich die Preise in entsprechender Höhe. Fichtennuhholz erreichte 30 Mk. pro Festmeter. Am zweiten Tage lagen die Preise niedriger, da sich Kauflustige nur in geringer Anzahl einge- funden hatten. — Die hiesige Hartstein - inbuftrie hat ihren Betrieb wieder aufgenommen. Dadurch ist die Zahl der hiesigen Arbeitslosen etwas geringer geworden. Preußen. Großer Waldbrand bei Marburg. ][ Marburg. 17. April. An einem mit jungen Kiefern bepflanzten Dteilhang im sog. Gefälle (östlich deS neuen Stadtviertels Elsaß- Hausen) entstand heute nachmittag gegen 4 Uhr ein Waldbrand. der sich trotz sofortigen Eingreifens der Anlieger infolge des herrschenden Windes mit großer Geschwindigkeit ausbreitete. Innerhalb kurzer Zeit stand eine Flache von etwa 300 Meter Breite und 400 Metyr Länge in Flammen. 3n dem teilweise zehn- bis fünfzehnjährigen Kiefembestande auf der Höhe des Berges schlugen die Flammen haushoch empor. Der in Autos herbeigeeilten gesamten Marburger Freiwllligen Feuerwehr, sowie sämtlichen verfügbaren Mannschaften des hiesigen Reichswehr- batalllons gelang es. nach etwa zweistündiger schwieriger Arbeit dem Brand Einhalt zu gebieten. Der Schaden ist beträchtlich. Kreis Wetzlar. 4 Groß-Rechtenbach, 16. April. Am Sonn- tagnachmittag fand im Gemeindesaal im neuen Schulhause eine Versammlung statt, in der eine Sanitätskolonne vom Roten Kreuz gegründet wurde. Die Kolonne hat ihren Sih in Groh-Rechtenbach. Ihr Geschäftsbereich erstreckt sich auf die Gemeinden des Amtes Rechtenbach. Die kostenfreie Ausbildung der Mitglieder hat Dr. mcd. Erler. Hörnsheim, übernommen. Der Erfolg der Ausbildung wird durch eine Prüfung festgestellt, die der unterrichtende Arzt abhält. Der Mitgliederbeitrag wurde für die ordentlichen Mitglieder auf 50 Pf. monatlich festgesetzt, außerordentliche Mitglieder haben einen Jahresbeitrag von mindestens 6 Mark zu bezahlen. In den Vorstand wurden gewählt: als Vorsitzender kommissarischer Bürgermeister Dr. Reumann. Groß-Rechtenbach, als dessen Stell« Vertreter Lehrer Messerschmidt, Groh« Rechtenbach, als Kolonnenführer Gemeindevor« steher Schmidt, Klein-Rechtenbach, als dessen Stellvertreter Landwirt Wilhelm Langsdorf, Groß-Rechtenbach, als Kolonnenarzt Dr. med. Erler. Hörnsheim, als Schriftführer Heinrich Bonn. Groß-Rechtenbach, als dessen Stellvertreter Wilhelm L u h. Lützellinden, als Kassenführer Polizeihauptwachtmeister Langsdorf, Groß-Rechtenbach, als dessen Stellvertreter Albert Ohly, Hörnsheim, ferner als Beisitzer Wilhelm G l a u m . Oberkleen, und Eduard Wenzel, Lützellinden. Als Gruppenführer wurden gewählt Heinrich Volk. Hörnsheim, August Hofmann. Klein-Rechtenbach, und Friedrich Kuhl. Groß-Rechtenbach. Der Kolonne sind bis jetzt als Mitglieder beigetreten: aus Groh-Rechtenbach 16. aus Klein-Rechtenbach 5, aus Hörnsheim 3, aus Lützellinden 6 und aus Oberkleen 5 Personen. — Groß-Rechtenbach. 15. April. Bei einer G r u n d st ü ck v e r p a ch t u n g wurden hier gute Preise erzielt. Es wurden, je nach der Güte des Landes, bezahlt: für den Morgen Wiesen bis zu 80 Mk. und für den Morgen Acker 50 bis 60 Mk. <> Hochelheim, 15. April. Dieser Tage hat Lehrer Drescher von hier die hiesige Gemeinde verlassen, um die Stelle eines Konrektors an der Volksschule zu Krofdorf anzutreten. Zu einer würdigen Abschieds feier hatte sich die Gemeinde im Saale der Gastwirtschaft Philipp Jung cingefunben. Lehrer Drescher hat 32 Jahre lang segensreich an der hiesigen Volksschule gewirkt, darüber hinaus sich auch außerhalb seines Berufes vielseitig in den Dienst bet Oeffentlichkcit gestellt. So hat er den Gesangverein „Frohsinn" 23 Jahre geleitet, ferner dem hiesigen Kriegerverein und dem Frauenchor seit einer Reihe von Jahren vorgestanden, und schließlich hat er lange Jahre das Amt des Organisten der hiesigen Kirchengemeinde versehen. All dieser Tätigkeit, der er sich stets mit voller Kraft hingab, wurde bei der Abschiedsfeier mit warmen Dankesworten gedacht. Den Dank der Gemeinde sprach dem Scheidenden Gemeindevorsteher Jung aus. namens der Kirchengemeinde sprach Pfarrer Schneider, für den Gesangverein „Frohsinn" dessen Vorsitzender Fritz Nack und für den Frauenchor die Vorsitzende Frau Emma H e p p e r t. Mehrere Geschenke wurden Lehrer Drescher als äußeres Zeichen des Dankes überreicht. Mit bewegten Worten dankte Lehrer Drescher für die ihm zuteil gewordenen Ehrungen, ilnfere Gemeinde wird diesen Mann nicht vergessen. Kreis Marburg. H Marburg, 17. April. Als heute vormittag die Frau des Garagebesitzers Schmidt an der Tankstelle Cappeler Straße Benzin in ein Auto pumpen wollte, sprang plötzlich aus dem Motor des Autos ein Funke und setzte das Benzin in Brand. Die Kleider der Frau standen sofort in Flamme n. Ihr schnell herbeispringender Mann konnte die Flammen ersticken, doch erlitt die Frau schwere Brandwunden, die ihre llcberfiihrung in die Klinik notwendig mochten. Dillkreis 3ß6')L Dillenburg, 17. April. Als heute morgen gegen 7 Uhr der Einwohner Oskar Dorndorf aus R o t h im Dillkreis mit seinem Motorrad in schneller Fahrt den s ch r a n k c n l o s e n S t r o ß e n Übergang bei Steinbrüchen passieren wollte, wurde er von dem Personenzug Straßebersbach—Dillenburg erfaßt »nd auf der Stelle g c - tötet. Wahrsche lich hat der Motorradfahrer infolge des Nebels das Herannahen des Zuges nicht bemerkt. Maingan. WSR. Frankfurt a. M., 17. April. Wie der Vorstand der AllgemeinenOrtskranken- lasse Frankfurt mitteilt, hat die letzte Grippeepidemie der Ortskrankenkasse in drei Monaten Mehrausgaben in Höhe von mindestens 2 256 000 Mk. verursacht. Am 28. Februar 1929 zeigte der Krankenstand die außergewöhnliche Höhe von 20 833 Arbeitsunfähigen, gleich 10.44 Prozent der gesamten Mitgliederzahl. Segen Hühneraugen Dl Scholls r \ ■ Zino-Pads r \I Ätze-' und brennen nicht Sie eind dünn und tragen nicht auf Schon de» erste Pflaster befreit Sie von den brennende" Schmerzen J Zo hißen 'n tuen Apotheken u Qrogtr.en Drogerien: Kreuzplntz 9/10. Drogerie Winterhoff Lindenplatz 5. Emet Noll Selters weg 68a. H. Elges. 3505V Minuten Kochzeit Minuten Kochzeit Hochzeit «j fc verschieden ist die Hochzeit 6ei MAGGI5Suppenwürfeln, beachten Jie deshalb genau, die Jfochanweisung, < die übrigens ganz einfach ist. y MflGGPSUPPEM MAGGI SUPPEN i Bin unter Nummer 807 and.Telephonnetz angeschlossen Jobs. 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Amerikanischer Rhythmus von Karl Ritter • „Die Mücke“ Lustiger Dialog von Rudolf Presber • „Ein ruhiges Heim“ Burleske in 1 Akt von Georges Courteline, aus dem Zyklus „Alltagskomödien“ • Musik,Tänze, Lieder zur Laute usw. 3495D 2O.April 20,30 Uhr Lichtspielhaus Bahnhofstrabe 34 Sonntag, den 21. April 1929, vorm.11.15 Uhr einmalige Frühvorstellung Mit Sven Hedin durch Asiens Wüsten Ein Filmbericht von der größten Expedition, die je nach Innerasien aufgebrochen ist, unter Mitwirkung des vollen Orchesters. Quer durch die Wüste Gobi Paoto der Ausgangspunkt der Expedition. Teilnehmer: Deutsche, Schweden, Chinesen Schande Miso das große Lama- Kloster u. Tempelfest der Lamas Maskentänze B&zftklik die uralte Felsentempelstadt Sänglm-Schlncht berühmt durch die Ausgrabungen des Herl. Museums für Völkerkunde Chara-choto (Die schwarze Stadt), bedeutend. Ausgrabungen des russischen Forschers Kosloff Das Karlig- Tag-Geblrge (4800 m üb. d. Meer) die Leidensstraße der Kamele Kogdo ola 6000 m üb. d. Meer Dawantschin- Paß Urumtschi. die Hauptst.Sinkings Chinesischer Sport und Spiel, Mongolon-Ringkämpfo Wassersport, Kamel-Revolte, Kämpfende Eidechsen Ferner: Alpine Majestäten Im Banne der Zermatter Eisriesen Monte Rosa, Breithorn, Lyskainm, Pollux, Castor Preise der Plätze: Von Mk. 2.50 bis 1.00, Kinder auf allen Plätzen die Hälfte. Vorverkauf: Ferber’sche Universitäts-Buchhandlung, Seltersweg 87, und an der Tageskasse. Jugendliche haben Zutritt. 3507C Preis nur 85 Pf. das Pfund. DIE MARGARINE FÜR ALF Besser kochen mit weniger Geld? Kochen Sie mit „Alma*- der Margarine für Alle! „Alma, die Margarine für Alle" wird hergestcllt in den berühmten Blauband -Werken. »Alma* wird grundsätzlich ohne Geschenkbons und ohne Wertreklame verkauft und kostet deshalb nur 85 Pfennig. Was man doch alles von Ihnen verlangtl Sie sollen gut und nahrhaft kochen, die Fleischportion soll grösser sein.und das Essen soll nicht viel kosten. Lassen Sie sich von .Alma' helfen. 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Thams&Garfs Mäusburg 3 / Walltorstrabe 12 Schürzen 3496A bei neueste Muster besonders billig M.G.Grode Frankfurter Straße 19 TEIE FUN KEN Nr. 90 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen) Donnerstag. (8. April (929 Oie Gasfernversorgung von Hessen. Bei der Versorgung eines Landes mit Gas für Haushalt, Gewerbe und Industrie ist zwischen der Beschaffung und der Verteilung des Gases zu unterscheiden. Wir beschäftigen uns heute nur mit der Beschaffung, nicht mit der Verteilung des Gases, weil zunächst erst einmal das Problem der Beschaffung in Hessen gelöst sein muh, bevor man an die Verteilung Herangehen kann. Das Gas kann man sich dadurch beschossen, dah man es im Lande an einer oder an mehreren Stellen in Gaswerken oder Kokereien erzeugt und in Rohren unter Druck im Lande verteilt, oder man kann das Gas von auswärts beziehen von einer großen Erzeugerzentrole, und es dann im Lande verteilen. Von welcher der beiden Möglichkeiten ein Land Gebrauch macht, hängt von wirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen, kommunalpolitischen und politischen Erwägungen ab. Schließlich spielen auch technische Dinge eine entscheidende Rolle dabei. Da in Hessen die Gefahr drohte, daß in einem zusammengehörigen politischen und einem wirt- schastlich zusammenhängenden, über die Landesgrenzen hinausgchenden Versorgungsgebiet unter dem Druck außerhalb dieses Gebietes stehender Erzeuger den einzelnen Verbrauchern (Gemeinden, Kreisen, Provinzen) in gegenseitiger Ausspielung ungünstige Verträge aufgedrängt werden könnten, haben sich in Hessen Staat, Provinzen und die größeren Städte zu einer Hessischen kommunalen Gasfernversor- g u n g s g e s e l l s ch a f t (H ck o g a) vereinigt, um als geschlossene Einheit das Gas zu möglichst günstigen Bedingungen entweder selbst zu erzeugen oder zu beziehen. Nachdem also die Hekoga zum ausschlaggebenden Machtfaltor in der Gasfernversorgungsfrage in Hessen geworden ist, empfiehlt es sich, über die Tätigkeit der Hekoga, insoweit sie in der Öffentlichkeit bekannt geworden ist, zusammenhängend zu berichten. Oie Hekoga bat sich bisher in erster Linie mit der Beschaffung des Gases beschäftigt. Es standen ihr dafür zwei Möglichkeiten offen: Eigen- crzeugung oder Fernbezug. Darauf konzentrierte sich ihre Untersuchung. Für die Eigen erzeugung kam nur eine verkehrsgeographisch günstig gelegene zentrale Produktionsstätte in Betracht. Die leitenden Herren des Gaswerkes in Mainz, welches als nahezu ideale Erzeugerstätte durch seine Lage im gesamten Wirtschaftsgebiet mit Umschlags- möglichkeit usw. anzusprcchen ist, haben einen Entwurf ausgearbeitet, welcher technisch eine Mittelstellung zwischen Gaswerk und Kokerei darstellt. (Der Unterschied zwischen Gaswerk und Kokerei besteht darin, daß in dem Gaswerk das Hauptprodukt Gas ist und der Koks als Nebenprodukt anfällt, während es in der Kokerei gerade umgekehrt ist.) Dem Vorstand der Hekoga lag noch ein Projekt vom Direktor des Städtischen Gaswerkes in Darmstadt vor, welcher eine Eigcnkokerei für die Gasversorgung Hessens vorgeschlagen hatte. Reben der Prüfung der Eigenerzeugung an Hand der vorliegenden Entwürfe hatte der Vorstand der Hekoga noch den Fernbezug zu prüfen, weil ihm die Rentabilität und die Beschaffung eines so großen Kapitals, wie es für eine Eigenerzeugungsstätte erforderlich ist, nicht gesichert schien. Der Vorstand hat deshalb mit der Frankfurter G a s - A. - G., der Ruhr- g a s - 2l. - G. und der Saargas-A. -G. verhandelt. Oie Sranffurfcr Gas-A.-G., welche eine moderne Kokerei mit besonderen: Hasen und einer betriebsgünstigsten Erzeugungsmöglichkeit von 250 Mill. Kubikmeter Gas/Iahr besitzt, wovon zur Zeit aber nur etwa 80 Mill. Kubikmeter/Iahr gebraucht und erzeugt werben, und die deshalb allen Grund hat, ihren Absatz zu steigern, hat zwei Angebote gemacht. Das eine beruht auf einem reinen Gaslieferungsvertrag, das andere auf der E i n b e z i e h u ng des Mainzer Gaswerkes in eine gemeinsame Gaserzeugung. 3m Gaslieferungsvertrag ist vorgesehen, das Gas der Hekoga aus einem geplanten Rohrstrang zwischen Frankfurt und Mannheim abzugeben. Die Hekoga mühte von sich aus das Gas mit erhöhtem Druck durch ihre Derteilungsleitung durchdrücken. 3n Oberhessen soll die Hekoga entweder auf eigene Kosten eine Leitung ab Frankfurt bauen, oder eine Mindestabnohme von 20 Mill. Kubikmeter aus einer von der Frankfurter Gas-A.-G. von Frankfurt nach den oberhessisschen Draunkohlengebieten zu verlegenden Leitung garantieren. Sollte es der Frankfurter Gas-A.-G. gelingen, aus ihrer oberhessischen Braunkohle ein brauchbares Gas zu erzeugen, dann könnte die Mindestabnahme Wegfällen. Ein Nachteil des Frankfurter Angebotes besteht noch darin, daß die in den einzelnen von Frankfurt erbauten Rohrsträngen beförderten Gas- mengen nicht für den von Frankfurt vorgeschlagenen Staffeltarif von 20, 40 und 50 Mill. Kubikmeter Gasabnahme pro 3ahr zusammengerechnet werden dürfen. Für die Einbeziehung des Mainzer Gaswerkes wurden von Frankfurt zwei Wege vorgeschlagen: a) Mainz und Frankfurter Gas- A.-G. schließen sich zu einer neuen A.-G. zusammen mit einem Stammkapital von 3 Mill. Mark. 51 Proz. der Aktien soll Frankfurt,. 49 Prozent soll Mainz bekommen. Mainz, das jetzt schon fast 30 Mill. Kubikmeter Gas erzeugt, soll zunächst nur 23 Mill. Kubikmeter erzeugen dürfen. Das Gas soll der Hekoga von Frankfurt und Mainz geliefert werden, der Preis des von Mainz gelieferten Gases soll aber teurer fein, als der des von Frankfurt gelieferten Gases! b) Hekoga oder Mainz beteiligen sich an der Frankfurter Gas-A.-G. mit 5 Mill. Mark als Kapitalserhöhung, wobei das Gaswerk Mainz — wie übrigens auch im andern Vorschlag beabsichtigt wurde — mit zwei Mill. Mark angerechnet werden soll. Dieser Vorschlag müßte angesichts der geringen Dividende der Frankfurter Gas-A.-G. und der hohen, von der Hekoga oder Mainz aufzubringenden Zinsen für das i nvestierte Kapital zu Verlusten für Mainz oder die Hekoga führen, welche noch der Frankfurter Gas-A.-G. für Anrechnung des Mainzer Gaswerkes in Höhe von 2 Mill. Mark Zinsen zu zahlen hätte. Oie Ruhrgas-A.-G. hat den Bau einer Leitung auf ihre Kosten von Siegen durch Oberhessen nach Starkenburg mit Anschluß nach Mainz angeboten. Der Gasdruck in diesem Rohr soll so bemessen fein, dah er auch für Verteilungs- und Zweigleitungen genügt. Für das Gas wird ein weit über eine Abnahme von 50 Millionen Kubikmeter hinausgehender Staffeltarif gewährt. Für Großabnehmer wird ein noch billigerer Tarif an- geboten. Zur Berechnung des Staffeltarifs werden — im Gegensatz zu Frankfurt — alle abgenommenen Mengen zusammengerechnet. Wie beim Frankfurter Angebot, was hier nachzuholen ist, seht sich der GaspreiS auS einem festen und einem beweglichen Teil zusammen (entsprechend einer Kohlenpreis- und Lohnschwankung). Hm eine unbedingte Sicherheit des Gasbezugs zu gewährleisten, schlägt die Ruhrgas-A.-G. vor, das Gaswerk Mainz als Stützpunkt auszubauen, dah es in einem Versagungsfalle den ganzen Kommunalbedars befriedigen kann. Die Hekoga würde mit dieser intern zwischen Mainz und Ruhrgas-A.-G. zu treffenden Regelung nicht belastet werden. Oie GaargaS-A.-G. (Hüttenbetriebe-Saargebiet. Stadt Saarbrücken und Saarländer Kreise) ist bereit, eine Rohrleitung vorn Saargebiet aus eigene Kosten bis noch Hessen zu verlegen. Die Hekoga müßte dann die Hauptverteilungsleitungen (etwa von Mainz ab) nach Starkenburg und Oberhessen selbst bauen, wodurch bei sonst gleichen Bedingungen das Angebot ungünstiger wird als das der Ruhrgos- A.-G. Oer gegenwärtige Stand. Soweit die Verhandlungen über Fernbezug. Nach unseren 3nformationen hat der Vorstand der Hekoga über Einzelheiten der Vorschläge und Angebote dem Aufsichtsrat noch nicht berichtet. Alle Zahlenangaben, die über Gaspreise oder dgl. in der auswärtigen Presse bisher erschienen sind, dürften deshalb aus der Luft gegriffen sein, oder auf reinen Kombinattonen beruhen. Der Vorstand der Hekoga hatte nun die Angebote auf Fernbezug mit den Projekten einer Eigenerzeugungsstätte in Beziehung gebracht und dabei doch soviel Beachtenswertes gefunden, daß er dem Aufsichtsrat vorschlug, einen Sonderausschuß mit der Prüfung derProjekteeinerEigenerzeugungs- stätte zu betrauen. Der Ausschuß beschloß, bei der Wichtigkeit der Sache neutrale Sachverständige heranzuziehen. Das ganze vorliegende Material wurde deshalb drei Gutachtern: Prof. Eberle und Professor Heidebroek in Darmstadt und Dr. G i e s e k i n g in Leipzig zugestellt. Die Gutachten sind inzwischen erstattet worden. Die einzelnen Gutachter errechnen danach die Kosten einer Eigenerzeugungsanlage einschl. Betriebskapital und Geldbeschaffungskosten zwischen 13,5 und 16,6 Mill. Mk. Ein Gutachter geht von einer gestaffelten Erzeugung aus:' 50-, ICO-, 150-Mill. Kubikmeter/3ahr und berechnet die entsprechenden Kosten mit 12,1, 18,2, 21,5 Mill. Mk. Die Gaspreise stellen fich bei einer Erzeugung von 80 Mill. Kubikmeter/3ahr auf 2,23, 3,02, 3,618 Pf./Kubikmeter. Die Unterschiede beruhen auf gewissen angenommenen technischen Voraussetzungen, Löhnen, Kohlensorten u. dgl. und besonders der vermuteten Art und dem Absatz des Koks. Die Gutachten gehen von Schwachgasbetrieb aus. Durch Starkgasbetrieb (Unterfeuerung der Oesen mit Steinkohle(gas) liehen sich bessere Detriebsergebnisse erreichen, es mühten aber vielmehr Kohlen verwendet werden, wodurch der Anfall von Koks entsprechend gesteigert würde. Die Mengen, um die es sich dabei handelt, wären aber nicht abzusehen. Eine Eigenkokerei ist in hohem Mähe abhängig vom Kohlenpreis und der Absatzmöglichkeit ihres erzeugten Kokses zu günstigen Preisen. Dazu kommt noch die Investierung von Kapital, das mit rund 24 Mill. Mk. angegeben und dessen Beschaffung zur Zeit bezweifelt wurde, so dah das Risiko einer Cigenerzeugungsstätte sehr erheblich erscheinen muh. Nach unfern Informationen wird der Vorstand der Hekoga in allernächster Zeit dem Auf- sichtsrat eine eingehende, sehr umfangreiche, mit Roman einer Nacht Von paul Nosenhayn. Nachdruck verboten. 6 Fortsetzung ,,Sehr gut“, sagte der Präsident. „Da in der Zeit zwischen Neun und Zehn weder ein Cisenbahnzug noch ein Schiff in Kopenhagen ankam — da er außerdem in einer Droschke vorfuhr, so liegt die Möglichkeit, ich darf wohl sagen, die Wahrscheinlichkeit vor, daß er vorher an anderer Stelle in Kopenhagen gewohnt hat — und daß er aus irgendeinem Grunde, der ein wichtiger, der aber auch ein belangloser sein kann, das Domizil gewechselt hat. Wir haben alles versucht, um seine frühere Wohnung festzustellen — es ist uns nicht gelungen, darüber Näheres zu erfahren.“ „Und der Chauffeur der Autodroschke?“ fragte der Präsident. „Wir haben selbstverständlich nach ihm gesucht — und haben ihn gesunden. Er wartet draußen." „Er soll hereinkommen.“ Ein Mann in der Mitte der Dreißig, in Chauffeurlivree, trat an die Schranke. „Ich heiße Alf Stenersen und bin Bescher einer Autodroschke, die ich selbst fahre.“ „Sie wissen, um was es sich handelt, Herr Stenersen. Können Sie sich entsinnen, daß Sie am neunundzwanzigsten August einen Passagier in der Zeit zwischen neun und zehn Uhr abends zum Grand Hotel gefahren haben?" „Gewiß", antwortete der Gefragte. „Sie wissen vielleicht, daß Ihr Fahrgast im Grand Hotel ermordet worden ist und daß wir nicht wissen, wer er eigentlich war und woher er kam. Cs ist daher von Wichtigkeit, von Ihnen zu erfahren, wo Ihr Fahrgast eingestiegen ist." „Er rief mich an. /Fahren Sie die Gothers- gade hinauf/ Ich fuhr bis zur Dronning Louise Brücke und sah mich nach meinem Passagier um. .Fahren Sie geradeaus weiter? Ich fuhr also die Rorrebrogade hinauf. Wieder hielt ich: am Assistents Kirkegaard. Dann bedeutete er mir, ich falle zur Rechten einbiegen; wir fuhren also an den Gebäuden des Altersheims vorbei, immer weiter bis zum Blegdamsfeld. Als wir das Triangle erreicht hatten, gleich hinter der Razarethttrche, stoppte ich den Wagen; mein Passagier wurde mir ein bißchen unheimlich. Er wies zur Rechten, und ich fuhr die Oester- brogade hinunter. Dann ging das Spiel von neuem los; am Boulevard erkundigte ich mich, wohin die Fahrt werter gehen solle — er bedeutete mir: geradeaus — endlich befahl er mir, durch die Bredgahe nach dem Grand Hotel zu fahren." „Was haben Sie sich bei diesen Kreuz- und Querfahrten gedacht? War das ein reicher Herr, der eine Laune hatte?" „Ich glaube nicht, Herr Präsident," sagte der Chauffeur und schüttelte den Kopf. „Wenn ich ganz offen sagen darf: eher glaube ich, dah der Herr seine Spur verwischen wollte — dah vielleicht irgendwo ein Verfolger hinter ihm war." „Und woraus schließen Sie das? Es kommt doch wohl öfter vor, dah Freunde eine Rundfahrt um Kopenhagen machen." „Er hat sich während der Fahrt ein duhend- mal umgesehen — ich bemerkte, daß in seinen Augen ein ängstlicher Ausdruck war.“ „Die Hauptfrage haben Sie noch nicht beantwortet: Wo stieg Ihr Fahrgast ein?" „Ja —“ der Chauffeur blickte vor sich hm und sagte nachdenklich: „Das ist nun das Merkwürdigste von allem Cingestiegen ist er vor dem Grand-Hotel." Im Zuhörerraum entstand eine deutlich fühlbare Bewegung. „Haben Sie noch etwas zu bemerken?" „Rein, S)ert Präsident." „Führte Ihr Passagier Gepäck mit sich?" „Rein, Herr Präsident." „Also, Herr Präfekt," wandte sich der Vorsitzende wieder zur Rechten, „wir wissen nun — zum mindesten können wir es annehmen —. daß Herr Riedinger gewichtige Gründe hatte, niemanden wissen zu lassen, woher er kam." „Ober,“ sagte bet Präfekt mit einer Verbeugung, „vielleicht liegen bie Dinge so: er wollte niemanden wissen lassen, dah er in Kopenhagen war.“ „Ausgezeichnet. Konnten Sie etwas über jenen Besucher mit den fanatischen Augen in Erfahrung bringen?" „Ja." Interessiert blickten die Richter aus. „Sie haben Näheres darüber erfahren können? Das ist außerordentlich günstig." „Leider kann ich die Hauptfrage, nämlich die nach seinem Namen, nicht beantworten. Ich weih nur. dah er am Rathausplatz eine möblierte Wohnung innehatte, die sehr vornehm und kostspielig eingerichtet war. Er zahlte pro Tag dreißig Kronen." Kapitän Chrhsander „Alle Wetter!" „Er leistete eine Anzahlung von 300 Kronen und gab dem Vize ein Trinkgeld von 100 Kronen: als Gegenleistung für seine Generosität stellte er die Bedingung, dah man ihn mit allen Fragen verschone. Der Vize, um den noblen Gast nicht zu erzürnen, beschrankte sich darauf, seinem Mieter ein ausgefülltes Vertragsformular in den Briefkasten zu stecken — in der Hoffnung, dah er es ihm untertrieben zurückgeben werde. Er wartete Tag für Tag — als er endlich hinaufging, um an den Vertrag zu erinnern, hatte bet Mieter die Wohnung verlassen." „Ein merttoürbiger Herr! Sie wissen vielleicht, Herr Präfekt, bah von feiten der Verteidigung behauptet wird, dieser Fremde sei der Mörder." „Darauf muh ich antworten," erwiderte der Präfekt mit einem Blick auf den Rechtsanwalt, der sich schweigend Notizen machte, „daß der Fremde als Mörder nicht in Frage kommt." Der Verteidiger erhob sich. „Ich darf den Herrn Zeugen bitten, diese Behauptung zu begründen. Da niemand weih, wer er war — da niemand weih, wann er ausgezogen ist, so ist die Behauptung, er habe mit dem Mord nichts zu tun, zum mindesten kühn." Der Präfekt zog das Notizbuch. „Rach den eidlich bekundeten Zeugenaussagen ist der unbekannte Mieter am 8. September, nachmittags 4 Uhr, mit dem Flugzeug nach Berlin gefahren. Der Mord im Grand Hotel ist in der Rächt vom 8. auf den 9. September geschehen." „Ich nehme an, Herr Präfekt," sagte der Verteidiger, „daß Sie diese Darlegungen durch Beweise unterstützen tonnen." „Ja, Herr Doktor. Ich kann sie unterstützen. Leider. Der Kutscher, der jenen Fremden zum Flugplatz gefahren bat. ist von mir vernommen worden — bie Beamten des Flugplatzes können ebenfalls genau Auskunft geben; der Fahrzeugführer endlich wird bestätigen, daß er seinen Passagier in Berlin-Temvelhof abgeseht hat." „Die Beamten des Flugplatzes," wiederholte der Verteidiger, unverkennbaren Triumph in der Stimme. „Ist es Ihnen bekannt, Herr Präfekt, dah niemand eine Auslandreife im Aeroplan antreten kann, ohne sich zu legitimieren?" „Gewiß, Herr Doktor. Sie sagten vorhin, der Raine jenes Unbekannten sei nicht festzustellen gewesen. Sollte das Bureau des Flugplatzes keine Eintragung über ihn haben?" „Der Fremde hat einen Pah vorgewiesen. Der darin angegebene Rame wurde in bie Bücher eingetragen." Er öffnete bie Aktentasche, die vor ihm auf dem Tische lag. „Hier ist das Buch." Der Vorsitzende nahm mit unverkennbarem Interesse den Kalikoband in die Hände; der Verteidiger beugte sich über die Barriere — von rechts und links blickten die Richter dem Lesenden über die Schulter. „Das ist ja ...". sagte der Präsident erstaunt. „Ja, Herr Vorsitzender." „Der Unbekannte hat danach einen Paß mit sich geführt, der auf den Rainen Bruno Riedinger lautete." „So ist es. Auf den Namen des Ermordeten." „Wir stehen also von neuem vor einer verschlossenen Tür." „Alle Wege, bie wir in dieser merkwürdigen Sache gegangen sind," nickte der Präfekt, „führen zahlreichen Berechnungen versehene Denkschrift über den gesamten Fragenkomplex (Eigenerzeugung u. Fernbezug) zugehen lassen. Der Auf- sichtsrat und dann die Generalversammlung haben bie Entscheidung zu treffen, die sicher den einzelnen Mitgliedern nicht leicht fein wird, handelt es sich doch um Dinge von schwerwiegendster Bedeutung für die Zukunft unseres ganzen Wirttchastsgebietes. Die Stärke der Hekoga besteht bei dieser Entscheidung darin, daß sowohl die Ruhrgas-A.-G.« als auch die Südwestdeuttchc Gas-A.-G. (Frankfurt-Mannheim) zur Verwirklichung ihrer 2tbfichten das Durchgangsrecht durch Hessen für ihre Leitungen brauchen, die Hekoga also npch völlig freie Hand für bie Entschei- bung hat, ob sie eine Eigenproduktion dem Fernbezug vvrziehen mochte oder umgekehrt, und, falls bie Entscheidung für Fernbezug fallen sollte, von wem sie das Gas beziehen will. Gchiffenberg-Zubiläumsfeier? Man schreibt uns: Achthundert Jahre sind demnächst verflossen, seit Gräfin Glemcntia von Gleiberg durch ihren Gemahl, den Grafen Gerhard von Geldern, den Augustinern ein Stück Land auf der „Skephenburg" im Wiefecker Wald übergeben ließ, „dah sie sich dort anbauten und Gott und der heiligen Jungfrau bieneten," kurz, dah sie den Anlaß zur Gründung des früheren Klosters, der heutigen Domäne Schiffenberg gab. Rechtfertigt dieser Umstand eine Erinnerungsfeier in größerem Stil und Ausmaß? Bei aller Ehrfurcht und Achtung vor dem Alter: Rein! Wenigstens nicht allein! Aber es kommt noch etwas hinzu: In der Folge wurde die Schiffenberger Klosterkirche zur Pfarrkirche erhoben und das Kloster zum kirchlich-kulturellen Mittelpunkt der sechs auf Reubruch in der Nähe entstandenen Dörfer Steinbach, Watzenborn, Garbenteich, Erlebach, Drone- bach und Lotthen oder Cathen, von denen die drei letztgenannten allerdings wieder ausgegangen sind. Wenn nun auch das Verhältnis dieser „Schiffenbergdorfer" §u dem Kloster nicht immer ungetrübt war, so strahlte doch von ihrem klösterlichen Mittelpunkt reicher Segen auf die ganze Umgegend aus durch Seelsorge. Krankenpflege, Pflege und Veredelung der Ackerwirtschaft, des Obstbaues usw. Und noch ein zweites hatte jene Schenkung zur Folge: Die Gleiberger legten die Wasserburg „zu den Gyezen" in der Mitte zwischen Gleiberg und Schiffenberg an, da die große Entfernung beider voneinander und häufige Ueberschwemmung des Lahntals einen Schutz des Klosters von Gleiberg aus vielfach unmöglich machten. Bei dieser neuen Burg aber entstand dann eine Stadt, die sich im Lause der Zeit zu dem heutigen Gießen auswuchs. Und durch all die Jahrhunderte hindurch waren die Geschicke nicht nur der oben genannten Schifsenbergdörfer. sondern auch der ganzen Umgegend und vor allen Dingen der Stadt und Universität Giehen aufs engste mit denen des Schissenbergs verbunden. Und man kann Wohl sagen: Ebensowenig .toie man sich Heidelberg ohne sein Schloß, ebensowenig kann man sich Gießen ohne seinen Schiffenberg denken. Und gerade in unserer heutigen Zeit mit ihrem hastigen, Nerven und Gesundheit zerrüttendem Verkehr, ist der Schiffenberg für unsere Stadt und die nächste Umgebung geradezu ein gesundheitlicher Faktor von nicht zu unterschätzender Bedeutung geworden. Zieht er doch durch seine anmutige Lage, seine liebliche Fernsicht und die ihn rings umgebenden herrlichen Wälder jährlich Tausende von Natur- und Wan- dersreunden, Tausende der immer zahlreicher werdenden Leute, die sich weder Wochenend-, noch irgendwo auf eine Tür, die fich nicht öffnen läßt. Alles verläuft ins Dunkel. Entweder ist dieser Mord von vornherein mit einer Umsicht vorbereitet, die geradezu beispiellos ist — das wäre die eine Erklärung —, oder aber: er ist in seinen Motiven so abwegig, so verschleiert, daß aus diesem Grunde alle Schlußfolgerungen, die von einer Prämisse zur anderen führen konnten, versagen." „Welches ist Ihre Meinung, Herr Präfekt?" fragte der Vorsitzende. „Ich glaube, dah die zweite Erklärung zutrifst: verschleierte Motive." „Wollen Sie weiter referieren." „Am 2. September hat Fräulein Crmolieff im Grand Hotel Wohnung genommen. Die Eintragung ins Fremdenbuch lautet: Marfa (Srmolicff - 27 Jahre alt Journalistin Wohnort: Berlin." „Journalistin -- Berlin ", wiederholte der Vorsitzende. „Mit diesen Faktoren sollte sich etwas anfangen lassen." ..Wir haben uns eingehend in Berlin erkundigt. Eine Marsa Ermolieff ist in den amtlichen Melde- regiftern der Stadt Berlin nicht aufzufinden. Dann haben wir uns bei den Zeitungen erkundigt; keine Redattion hat mit einer Journalistin Marfa Ermolieff gearbeitet.“ „Alle Menschen in dieser Tragödie sind andere, als sie zu sein vorgeben.'' sagte der Präsident grollend. „Ich glaube," warf der Polizeipräfett ein, „daß der Zufall in dieser Angelegenheit eine entscheidende Rotte gespielt hat. Das Drama hat sich sozusagen versehentlich in Kopenhagen abgespielt - sozusagen zwischen zwei Zügen. Seine Wurzeln liegen in andern Ländern — die Menschen. die um die Tat gruppiert sind, haben nichts mit Dänemark zu tun. nur durch einen Zufall haben sich ihre Wege in Kopenhagen gekreuzt." „Da die Tat in Kopenhagen geschehen ist, da sie sonach der dänischen Justiz untersteht, wird uns nichts anderes übrig bleiben als ihre Wurzeln bloßzulegen." „Fräulein Ermolieff also." fuhr der Präsekt fort, „die vielleicht aus Berlin kam. wo sie unangemeldet gewohnt hatte, zog am 2. September ins Grand Hotel ein. Am 4. September machte sie die Bekanntschaft des Herrn Riedinger." „Die Behauptung ist erhoben worden. Riedinger und Fräulein Ermolieff hätten sich bereits vorher gekannt — sie hätten lediglich aus einem Grunde, der dem Gericht genau so unbekannt ist wie atte andern Details dieser Sache, so getan, als ob sie einander fremd seien. Besteht nach Ihrer Meinung die Wahrscheinlichkeit, daß die beiden sich kannten?" (Fortsetzung folgt.) Erholungsreise ober gar eine Sommerfrische leisten können, von den staubigen gefahrbringenden Landstraßen hinweg in seinen Zauberbann, der Lungen und Rervcn l-rquickung und neue Kräfte spendet. 3n der Tat was gäbe manche Stadt darum, hätte sie in unmittelbarer Rähe, sozusagen vor ihren Toren, ein solches Kleinod wie 'unseren Schiffenberg! Also darf min die oben aufgeworfene Frage doch wohl mit Fug und Recht bejahen; und es ist daher wohl begreiflich, daß es in weitesten Kreisen lebhaften Widerhall und freudige Zustimmung gefunden hat, als sich kürzlich ein Ausschuß bildete, der es sich zur Aufgabe macht, die Feier vorzubereiten und gegebenen Falles — unter entsprechender Erweiterung — die einschlägigen Beerben auch in Zukunft zu unterstützen in dem Bestreben, den Schiffenberg zu erhalten als das, was er unserer Bevölkerung war, ist und bleiben soll. M. Der Abschluß -er Frankfurter Frühjahrsmesse. WEN. Frankfurt a. M., 17. April. Die Frankfurter Frühjahrsmesse ist heute zu Ende gegangen, während die Sonderoeranstaltungen „Elemente des neuen Bauens", „Verkehrs-Ausstellung" und „Das deutsche Bier" noch bis zum Sonntag geöffnet fein werden. Trotzdem bereits viele Stände geräumt resp. in der Räumung begriffen waren, hatte sich heute doch noch eine ganze Anzahl von Nachzüglern eingefunden, die sich noch in letzter Stunde zur Erteilung von Aufträgen entschlossen. Wenn man das Gesamtergebnis der diesjährigen Frühjahrsmesse beurteilen will, so muß man sich vor allen Dingen den schweren Druck vor Augen führen, der auf der deutschen Wirtschaft lastet. Der seriöse Kaufmann ist hierdurch gezwungen, eine äußerst vorsichtige Einkaufspolitik zu treiben, denn einmal verfügt er nicht über das nötige Kapital, um ein großes Warenlager zu unterhalten, und dann fehlt es an einem raschen Absatz, um bis zum Erscheinen von Neuheiten das Lager geräumt zu haben. Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, kann dos Gesamtergebnis der Frühjahrsmesse als immerhin befriedigend bezeichnet werden. Die T e x t i l a u s st e l - l e r haben zwar, und das ist bei der besonders schwierigen Lage dieses Marktes erklärlich, schlecht abgeschnitten, dafür haben aber andere Zweige, wie Galanterie- und Lederwaren, Sommer- Spielwaren, Gardinen, Metallwarcn, Haushaltungsartikel, Möbel und Holzbearbeitungsmaschinen einen um so besseren Absatz gefunden. Das drückt sich deutlich darin aus, daß verschiedene Abteilungen schon heute für die n ä ch st c Messe ausverkauft sind. Von der Lebensmittelmesse ist diesmal nicht viel zu sagen, zumal die Jahreszeit einer solchen Messe nicht günstig ist. Die Kollektivausstellungen von Spanien, Frankreich, Italien und Belgien dienten wohl auch nur rein propagandistischen Zwecken; nur in der österreichischen Abteilung trat das mehr Geschäftliche in Erscheinung. Auf alle Fälle hat sich die Frankfurter Messe auch diesmal wieder als ein gewichtiger Faktor im Wirtschaftsleben von Südwest- und Süddeutschland, der Pfalz und des Saargebiets, aber auch von West- und Mitteldeutschland erwiesen, dessen Erhaltung nur zu begrüßen wäre. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 12. April. 3m vorigen Winter unternahm ein Gewerbetreibender aus der Umgegend mit einem Begleiter eine Schlittenfahrt. Sein Schlitten war mit einem Pferd bespannt, das an sich widerspenstig gewesen sein mag. Es ging plötzlich nicht weiter, der Angeklagte und sein Begleiter schlugen deshalb, der eine mit einer Peitsche, der andere mit einem Stock, unbarmherzig längere Zeit auf das Tier ein. Sie spannten es schließlich aus und schlugen dann weiter oder vielmehr, der eine hielt das Pferd am Kopf und der andere schlug derart darauf los, daß vorübergehende 17jährige Jungen, wie sie sich ausdrückten, es nicht länger mehr anzusehen vermochten. Ramentlich in der letzterwähnten Handlungsweise erblickte das Gericht eine nur schwer zu überbietende rohe Mißhandlung eines hilflosen Tieres und erkannte gegen den offensichtlich leicht reizbaren Eigentümer des Pferdes auf eine Geldstrafe von 40 Mk. Sein Begleiter kam im Strafbefehlsverfahren mit einer geringeren Strafe davon. Auf der Südanlage erfolgte vor einiger Zeit wiederum ein Zusammenstoß zweier Personenkraftwagen, diesmal an der Kreuzung der Dis- marckstraße und der genannten Anlage. Die Beweisaufnahme ergab, daß der aus ersterer kommende, der fahrlässigen Körperverletzung beschuldigte Autoführer, der links in die Südanlage einbiegen wollte, sein von einem unbeteiligten Zeugen als rasch bezeichnetes Tempo vor der Einmündung in die Anlage in keiner Weise, wie es seine Pflicht gewesen wäre, vermindert und es unterlassen hat, nach links in weitem Dogen auf die rechte Seite der Anlage zu fahren, wie dies Borschrift ist. Er schnitt vielmehr kurz die Kurve an der Ecke des Gymnasiums und hat dadurch den Zusammenstoß mit einem anderen Auto, das in der Richtung Ostanlage auf der rechten Seite der Südanlage fuhr, und gerade vor der Einmündung in die Dismarck- straße angekommen war, veranlaßt. Die 3n- sassen des letzterwähnten Autos erlitten nur geringe Verletzungen. Der Angeklagte erhielt eine Geldstrafe. Ganz an der nämlichen Stelle ereignete sich übrigens ein weiterer Autounfall, über den demnächst zu verhandeln sein wird. Wirtschaft. Oie Reichsbank Mitte April. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. April hat sich die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der zweiten April- Woche um 70,0 Millionen auf 2411,9 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 27,5 Millionen auf 2120,9 Millionen Mk., die Bestände an Reichsschahwechseln um 66,9 Millionen auf 76,9 Millionen Mk. abgenommen, während die Lombardbestände um 24,5 Millionen auf 121,1 Millionen Mk. angewachsen sind. Die Effektenbestände sind mit 93,0 Millionen Mk. weiterhin annähernd unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbanffcheinen zusammen sind 311,3 Millionen Mk. aus dem Verkehr zurückgeflosscn, und zwar ist der Umlauf an Reichsbanknoten um 301,5 Millionen auf 4145,2 Millionen Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 9,9 Millionen auf 455,6 Millionen Mark zurückgegangen. 2,5 Millionen Mk. an Rentenbanffcheinen wurden getilgt. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen auf 44,7 Millionen Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 670,3 Millionen Mk. eine Zunahme um 1,8 Millionen Mk. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devise nzusammen haben um 159,7 Millionen auf 2453,5 Millionen Mk., im einzelnen die Goldbestände um 149,7 Millionen auf 2429,9 Millionen Mk. und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 10,0 Millionen auf 23,7 Millionen Mk. abgenommen. Trotz der anhaltenden Goldabgaben besserte sich im Zusammenhang mit dem Rotenrückfluß die Deckung der Roten durch Gold allein von 58,0 Prozent in der Vorwoche auf 58,6 Prozent, die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen von 58,8 auf 59,2 Prozent. * We st deutscher Rundfunk A.-G., Köln. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 1928 einschließlich 15 359 Mark Vortrag Einnahmen aus Ge- bühren von 7 723 740 Mark. Nach Abzug der Unkosten von 7 074 032 Mark und der Abschreibungen von 383 453 Mark verbleibt ein Reingewinn von 281614 Mark, über dessen Verwendung Angaben nicht gemacht werden. * Aachener und Münchener Feuer- Versicherungs-Gesellschaft in Aachen. In der gestern in Aachen abgehaltenen Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, der zum 8. Mai einzuberufenden Generalversammlung für das Geschäftsjahr 1928 die Verteilung einer Dividende von 20 Mk. auf die Aktie (wie im Vorjahre) vorzuschlagen. Der Gesamt-Reingewinn beträgt 2 479 766 Mqrk. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18. April. Tendenz befestigt. — Die Pariser Verhandlungen und das deutsche Angebot werden gün- st i g beurteilt. Man war daraufhin heute in Börsenkreifen optimistisch gestimmt. Da auch die Wahrscheinlichkeit einer Diskonterhöhung der Dank von England heute weniger gegeben ist, machte die Beruhigung weitere Fortschritte, und die freundlichere Stimmung, die schon gestern geherrscht hatte, konnte weiter an Doden gewinnen. Die weitere Klärung der internationalen Geldmarktverhältnifse, die überwiegend festere gestrige Reuyorker Dörse und das Zurückfließen ausländischen Kapitals an die deutschen Märkte trug ebenfalls beträchtlich zur Aufmunterung bei. Die Tendenz war aus diesen Gründen zu Beginn der heutigen Börse f e ft. Sogar der heute erschienene Reichsbankausweis, der infolge der ziemlich großen Goldabflüsse Besorgnis vor Beginn der Börse hervorgerufen hatte, wurde jetzt günstiger beurteilt. 3n Spezialwerten konnte sich, da das Ausland mit Kaufaufträgen an den Markt kam, zeitweise recht lebhaftes Geschäft entwickeln. Auch die Kulisse schritt unter diesen Verhältnissen aus ihrer Reserve heraus. 3m Vordergründe des 3ntereffes standen Elektroaktien und Kaliwerte. AEG. eröffneten 3, Schuckert 5, Siemens 3,5 Proz. höher. Licht u. Kraft und Lahmeyer bis 1 Proz. gebessert. Chadeaktien waren nur behauptet. Salzdetfurth gewannen 9 Prozent, Westeregeln 4,5 und Aschersleben 2,5 Prozent. Auch heute waren die Umsätze am Farbenmarkt nicht besonders groß. Z.-G.-Farben lagen 1,25 Prozent höher. Der Montanmarkt hatte lebhaftere Umsätze. Besonders Mansfelder blieben gesucht und konnten bis 3 Proz. anziehen. Banken ohne nennenswertes Geschäft, nur Reichsbankanteile waren mit plus 3 Prozent gefragter. Schiffahrtsaktien uneinheitlich. Hapag plus 2 Prozent, Rord- deuffcher Lloyd vernachlässigt. Glanzstoff plus 5 Prozent. Autowerte leicht nachgebend. Zell- stoffuntemehmungen bis 2 Prozent fester. Renten still. Deutsche Anleihen leicht erholt. 3m Verlaufe schränkte sich die älrnsatztätigkeit um ein Beträchtliches ein, da Orders vollkommen aus- blieben. 3nfolge der Geschäftsstille bröckelten die Kurse, da auch verschiedentlich die Spekulation zu Gewinnmitnahmen schritt, leicht ab. 3.-G.- Farben konnten sich um zirka 0,5 Prozent weiter erholen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5,5 Prozent weiter leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2170, gegen Pfund 20.476, London-Kabel 4.8540, gegen Paris 124.28, gegen Madrid 92.68, gegen Mailand 32.78, gegen Holland 12.0850. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. April. Bei ruhigem Geschäft war am heutigen Produktenmarkt auf höhere Auslandnotierungen die Stimmung etwas freundlicher. Aber trotzdem blieb das Geschäft klein und älmsätze kamen nur im Bedarfsfälle zustande. Rur für Doggenmehl bestand bei etwas höherem Kurse einiges 3nteresse. Es wurden notiert: Weizen 23,75, Roggen 22,75, Sommergerste für Drauzwecke 24, Hafer, inländischer 24 bis 24,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50 bis 22,75, Weizenmehl, südd. Spezial 0 33 bis 33,50, Roggenmehl 30,50 bis 31,25, Weizenkleie 13,50, Roggenkleie 14,25 bis 14,40. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 18. April. Auftrieb: 100 Rinder, 1233 Kälber, 189 Schafe, 554 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 73 bis 78 Mk.: mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 72; geringe Kälber 60 bis 67. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 60 bis 65; mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 50 bis 59. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 72 bis 75; von etwa 200 bis 240 Pfund 73 bis 76; von etwa 160 bis 200 Pfund 73 bis 77; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 71 bis 74 Mk. — Marktverlauf: Schweine schleppend, ausverkauft. Kälber ruhig. Schafe lebhaft, geräumt. Ginaesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Vriefmarkenautomaten, die ihren Beruf verfehlen! Gießen wird Großstadt!, doch die Neichspostverwaltung scheint dies Immer noch nicht einsehen zu wollen. Offenbar glaubt sie, eine gewisse Lässigkeit gegenüber dem Gießener Publikum sei im Interesse einer besseren Erziehung durchaus angebracht. Es mag sich die Freimarken am Tage während der Schalterstunden kaufen. Und in genügender Menge! Im übrigen sind ja eine Anzahl Briefmarkenautomaten vorhanden. Sie funktionieren zwar z. T. nicht oder sind leer, aber das macht weiter nichts. Am 14. d. M., abends kurz vor 10 Uhr, benötigte ich dringend einige Briefmarken. Aus Erfahrung gewitzigt, ging ich nicht gleich zu dem meiner Wohnung am nächsten liegenden Automaten am Selterstor, da dieser des Abends fast immer leer ist, sondern zur Schulstraße. Nichts zu machen! Der Einwurfschlitz war mit einer Schraube verschlossen. Weiter zum Standesamt am Markt. Der Apparat war leer. Mußte ich also doch noch zum Derkehrs- verein am Selterstor, aber auch hier war der Schlitz des Automaten durch eine Scheibe verschlossen. Weiter also zum Bahnsteig. O Schreck! Der Apparat war entzwei. An der Stelle des Geldeinwurfs ein mit einem Stückchen Tuch zugestopftes Loch. „Der Automat ist schon mehrere Tage nicht gebrauchsfähig", wurde mir versichert. Zu allem Unglück konnte ich auch anderweitig die notwendige« Freimarken nicht rechtzeitig erhalten, so daß die Briefe an dem Abend nicht mehr fortkamen. Sicherlich wird die Postoerwaltung alle möglichen Entschuldigungen vorzubringen wissen. Technische Schwierigkeiten, außergewöhnlich große Entnahmen aus dem Automaten, die dessen vorzeitiges Leerwerden bedingten, abgenutzte Geldstücke usw. usw. Aber das sind alles keine stichhaltigen Gründe. Die Apparate sind in gebrauchsfähigem Zustande zu erhalten, notfalls abends nochmal zu prüfen und nachzufüllen, gegebenenfalls aber auszuwechseln. Es darf einfach nicht Vorkommen, das sämtliche Frei- marken-Automaten in Gießen unbenutzbar sind. Warum steht nicht wenigstens auch in der Vorhalle desBahnhofes ein größerer Automat? Wie ein schlechter Witz mutet es an, daß der Briefkasten am Selterstor nicht am Gebäude des Verkehrsvereins neben den Automaten angebracht ist, sondern ausgerechnet gegenüber auf der anderen Straßenseite. „Dienst am Publikum" nennt man das. Einer für viele. Bücheriisch. — „Das geschichtliche Recht der hessischen Landschaf t.“ Auf Veranlassung amtlicher Stellen im Regierungsbezirk Kassel von Prof. Dr. Edmund Stengel, Marburg 1929, R. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung (126). — Diese Abhandlung will nicht in den politischen Meinungskampf eingreifen, wenngleich sie ihre Anregung einer Entschließung des Kasseler Be- zirksverbandeö zur Frage der Reugliederung deS Reichs und der Länder verdankt. Die Derwal- tungsreforin t'"i durch nichts besser vorbereitet werden als durch die sachliche und wissenschaftliche Durchleu,—ng aller jener Probleme, die mit der Reuabgrenzung der Verwaltungsbezirke verbunden sind. Dabei ist es notwendig, daß neben den heute mehr denn je im Vordergrund stehenden wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch alle jene im Volkstum wurzelnden Imponderabilien berücksichtigt werden. Es ist das Verdienst der vorliegenden Schrift, die stammesmäßigen Besonderheiten Hessens aus der Geschichte und der Landschaft heraus in vorbildlich knapper und klarer Form entwickelt zu haben. — Müller-3abusch. Handbuch de« öffentlichen Lebens. (5. Ausgabe des Politischen Almanachs.) Leipzig K. F. Koehler- Verlag. Ganzleinenband Mk. 28.—. Seit der letzten Ausgabe seines Handbuches hat Müller» 3abusch 2 Zähre verstreichen lassen. Dafür legi er uns aber jetzt einen Band auf den Tisch, der diese Pause rechtfertigt. 3nhaltlich schließt sich die neue Ausgabe an die früheren an, aber sie ist gewaltig ausgebaut worden. Richt jede der alten Ausgaben enthielt alle Abschnitte; das ist anders geworden, diese Ausgabe weist keine Verweisungen auf die früheren Jahrgänge auf, und das ist gut, denn nun hat man in diesem einen handlichen Bande eine ungeheure Fülle von Material vereinigt, und man kann ruhig behaupten, daß das Buch jedem, der mit dem öffentlichen Leben im weitesten Sinne zu tun hat, auf viele 1000 Fragen der täglichen Arbeit Antwort geben kann. — Aerzte und Krankenkassen III. Auslage unter Zugrundelegung der amtlichen Fassung vom 14. Rovember 1928 R. A. Bl. 36 der neuen Richtlinien, die seit 1.3anuar 1929 gültig sind, von Krug von Ridda, Präsident des Oberversicherungsamtes in Darmstadt. Verlagsbuchhandlung 3. Diemer, Mainz. Preis 9 Mk. (46) — Die neuen Richtlinien für das immer umfangreicher und komplizierter werdende Rechtsgebiet Aerzte und Krankenkassen haben die III. Auslage erforderlich gemacht, in welcher bezüglich der Stoffanordnung die guten Erfahrungen mit den früheren Auflagen zugrunde gelegt wurden. Wieder sind Erläuterungen in stark erweitertem Umfange beigefügt, aber auch diesesmal nur, soweit es der Zweck der Broschüre, der Praxis zu dienen, erforderlich machte. Auch hier wieder wird ein rasch und leicht Auskunft gebendes Buch, ergänzt durch ein ausführliches Sachregister, über die so schwierige und umfangreiche Materie geboten. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 20. April. Vorabend 7.15 Uhr; morgens 9; abends 7.35 und 8.15. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 20. April. Freitag abend 7 Uhr; Samstag vormittag 830; Predigt; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 8.15; Wochengottesdienst morgens 6.45; abends 7. Sprechstunden der Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. Frankfurt a.M. Berlin Schluß- Shiro 1-Uh» Kurs Schlub- Kurs Anfang Kurs Datum 17.4. 18.4. 17 4. 18 4. 6% Dt. Rcichsanleihe o. 1027 87,25 — 87,5 - Dl. Anl..Mlös^Schuld mit Aus los.-Rechten 53,65 -- 53,7 53,9 Desai, ohne AuZlos.-Rechts . 11,95 12,1 11,8 12,13 -<% Franlf. Hyp.-Bl. Goldps. Ufr kündbar bis 1932 ... 89 _ _ _ <¥,% Rhetnilche Hyp.-Bank Liqu^ Goldpf...... 80,5 _ _ — S.E.G. abg. DorkriegS-Ovligation., rückzahlbar 1932 87,75 — — <% Schweiz. BundeLb.-Anl.. 100,5 — — _ 4% L österreichische Goldrte.. 31,25 — 31,3 — 4,20% Lesterr. Gilbente. . 2,9 -__ 2,9 —- 4% Oesterreich, einheitl. Rie. — —— — 4% Unaarilche Goldrte.. . . 24,9 _ 24,9 — - d% Ungarische StaatSr. v. 1910 . — — 21,13 —— 4!4% deSgl.tion 1913 . —— —— 22,13 —— 4% Ungarische Kroncnrte.. . 2,1 — 2,1 _ 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 10,25 —— 10,3 _ 4% Türkische Lagdadbahn-Anl., Serie I. —— 9,9 _ 4% deLgl. Serie I I. . . . in i 4% Rumänen amtiert. Rke. . 8^6 _ 4%% Rumänen Goldaul. tion 1913 17,8 — 17,8 — Allg. Deutsche Eisenbahn . . _ _ _ _ Hamburg-Amerika Paket . . . 8 120,5 122,5 120,5 121,25 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampsschiss . . . 10 — — 156 155,75 Norddeutscher Lloyd ... . 8 115,5 115,5 114,5 115 Astg. Deutsche Crcditanst. . . 10 130,5 130,9 130,9 Barmer Bankverein . . 10 134,5 - - 134,25 Berliner Handelsgescllsch. . 12 — 228,25 229 Kommers» und Privat-Blwk U 202,5 193 202,5 193 Dannst. u. Natioualbcmk 12 272 272 271,5 273,5 Deutsche Bank 10 168,5 169,25 168,75 169,5 Ttekonw-Gesellschaft eint.. 10 161 160,75 Dresdner Bank . - - 10 164,75 165 164,75 165 Mitteloeutiche Credilbau! . . . 9 Metallbau!...... • . e — —r _ _ Reichsbank ........ 12 318 320,5 318,25 320 Frankfurt a M. Berlin Schluß- Kurs l-Uhr Kurs Schluß- Kurs Anfang Kurs Datum 17.4. 18.4. 17.4. 18. 4. A.E.G.. t* Bergmann ........ 9 Elektr. Lieferungen. .... 10 Licht und Kraft ...... 10 Felten 4 Guilleaume. .... 6 Ges. f. Elektr. Untern.....10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr...... . S Echlef. Elektr........10 Schuckert..... S Siemens 4 Halske ..... 12 Lahmeyer 4 Co....... 10 Buderus..... 6 Deutsche Erdöl ...... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ... f. H 3. i Harpencr.......... 6 Hoesch Eisen. ...... 8 Ilse Bergbau ........ 8 Köln-Neuessen. ....... 9 Manne-mann........ 8 ManZsekder...... 7 Lberschles. Eisenb. Bedarf. . . 5 Oberschlei. KokSwerke.....C Phönix Bergbau......6Vi Rheinische Braunkohlen. . . 10 Rheinstahl f. »4 Jahr 4?, Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlw......6 Olavi Minen.......2 sh Kali Aschersleben.....10 fialt Westeregeln...... 10 Kaliwerk Salzdetfurth ... U> g ®- Farben.Indusrrt» ... 12 Dynamit Nobel . ...... 6 Scheideanstall. ....... 9 Goldschmidt ........ b RülgerSwerke ........ 6 Melallgeiellschast. ..... 11 iTT 228,75 221 142 233,5 245 394,5 170 77 132 139 216 106 119,5 135 94,75 287 124,5 92 244,5 249 378 249,5 i 93,5 137 iTa" 173 222 249,5 391 170,5 133 141 216 106,75 120,75 137,25 68,5 247 253,25 38? 250,75 93,5 138 irr 228,75 170,13 220,75 142 233,75 168,5 211 245,25 394,25 153 170,75 77,25 124,65 123 132 139,5 126 216,25 106,13 125,25 120,25 135,5 88,5 104,75 94,9 286,75 124,5 145,75 92,4 67,9 243,75 249 378,75 249 90,75 93.5 137 ~~Vn 231,75 171,75 222 143 236 147,13 169,5 213 248,4 397,25 170,75 125 130 140 127 215,5 105,5 125 121,6 '137,5 89,5 106,5 95,75 290 125 92,75 68,4 246,25 253,25 584,9 250,75 91 93,5 137,5 Frankfurt a M. | Berlin Schluß iLWir Schluß-IAnsang Kurs Kure Kurs Kurs Datum 17.4. 18.4. 17.4. 184. 'Philipp Hotzmaun..... 125,5 — 125,25 — Heidelberger Cement.... 10 — 149,75 — — Gement Karlstadt ..... . 8 — — — ■- Wanb 4 Freitag .... 10 132,25 133 132,75 — Schultheis Pahenhoser . . . 15 — — 307,5 310 Ostwerke......... 12 —— —— 253,5 257,5 Ber. Glanzstoss...... 18 463 468 463 468 Bemberg......... 14 — — 359,9 364,75 Bemioil Waldhof..... 12 270,5 272 270 271,5 .'„llftojs Aschaffenburg . . . 12 — — 187,5 190 Eharlottenburger Wasser . . ; — — 117,5 117,9 Dessauer Gao....... . 8 — — 214 215 Daimler Motoren..... . 0 61 60,75 60,75 61,5 Deutsche Maschtnea-Jabrsk . . 0 — — 55 55 Adlerwerte Llever..... . 6 52 52,1 52,25 52,25 Luvw. Locwe..... . 10 — — 219 219,5 Rat. Automobil ...... . 0 — —- 33 Orenstein & Koppel .... . 6 — — 95,75 L95 Leonhard Tietz . ■ • • • . 6 — — 298 299,5 Bamag-Mcgum . ..... . 0 _ — Franks. Maschinen..... . 6 60 60 61,13 — Gritzner ...... 11 86,5 86,5 — Heylioenstaedt ...... . 0 12,5 — — IunghanS. . ....... . 4 70 — 70,25 _ Lechwerke. . ....... . 8 114 _ - 116 — — — Miag. ....... 10 130 — 129,5 130 Nekarsulmcr ...... . 8 18 18,5 Peters Union ....... . 8 119,25 — 120 — Gebr. Roeder ....... 10 117 _ _ Boigt 4 Haessner..... . 8 213 —— 213 _ Südd. Zucker..... . . 8 154 — 152,5 — Banknoten Berlin, 17. April (Selb fr rief Ärnerttam'che Noten..... Belgische Noten ....... Dänische Noten........ Englische Noten........ 4,221 58,38 112,05 20,46 4,241 58,62 112,49 20,64 Berlin 17- Avril Geld Brief französische 'Noten. . . 16,43 16,49 Holländisch« Noten . . . 168,88 169,56 Italienische Noten . . . 22,09 22,17 112,13 112,57 Deutsch-Oesterr, -i 100 Kronen 59,06 59,30 2,505 2,525 J12,77 81,46 112,33 81,14 Schweizer Noten ... Spanische Noten .... Tschechoslowakische Noten . . 63,06 63,34 .. 2,425 12,485 Ungarische Noten • e 73,20 73,50 Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a M. Telegraphische Auszahlung. 17. 'e.pril 18. April Amtliche Notierung (Äeld 1 Brier Amtliche Notierung (Selb Briet «mst.-Rott. 169,22 169,56 169,25 169.59 Buen.-AireS 1,772 1,776 1,771 1,775 Brff. Antw- 58,52 58,62 58,485 58,605 Christiania. 112,35 112,57 112,34 112,56 Kopenhagen 112,35 112,57 112,30 112,52 Stockholm . 112,54 112,76 112,55 112,77 HelfingforS. Statten . . . London. . . 10,59 22,06 10,61 22,10 10,594 22,065 10,614 22,105 20,452 20,492 20,449 20,489 Network . . 1,2130 4,2210 4,2131 4,2210 Paris. . . . 16,45 16,49 16,455 16,495 Schwei; .. 81,10 81,26 81,11 81,27 Spanten. 62,44 62,56 62,24 62,36 Japan .. . 1,871 1,875 1,870 1,874 Nio de Jan. 0,500 0,502 0,4995 4,5015 Wien in D- Oest. abgcst 59,14 59,26 59,145 59,265 Prag . . . . 12,46 12,48 12,471 12,491 Belgrad - - 7,407 7,421 7,405 7,419 Budapest - - 73,37 73,51 73,38 73,52 Bul arten >,04 ,04 3,047 3,053 Lissabon 8,85 18,89 18,87 18,91 Danzig . 11,73 81,89 81,74 81,90 Konst rrttn. .,073 2,082 2,075 2,079 Athen. . 5,455 5,465 5,465 5,475 Canada 4,177 4,185 4,180 4,181 Urn uay ■ 4,166 4,174 4,156 4,164 Cairo . . 20,98 21,02 20,98 21,02