Nr. 218 Erstes Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 17. September 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monat, vezugspretr: 2.20 Reichsmark und 30 • Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRnmmern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unterSammclnummer225l. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Sronffurt am Main 11686. Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten Druck und Verlag: vrllhl'sche Univerfiläts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klamcanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Die Räumung der zweiten Zone. Tie Interalliierte Rhcinlandkommiftion geht nach Wiesbaden. Varis. 16. Sept, (havas.) Die Interalliierte Kommission für die besetzten Gebiete Hot heute offiziell den Beschluß gefaßt, ihren Sih von Loblenz nach Wiesbaden zu verlegen. In Wiesbaden sollen außer den Dienststellen der Interalliierten Kommission nur sehr beschränkte Truppcn- bcstände bleiben. — Die Räumung der zweiten Zone wird am 20. September beginnen und Ende November beendet fein. In einer Unterredung äußerte sich der Vertreter des Oberkommissars Tirard. der Generaldelegierte Noel bei der Interalliierten Rheinlandkommission. eingehend über die Räu- mungsaklion. Noel dementierte ausdrücklich die Meldungen englischer Blätter, wonach ein großes Truppenkontingent zum Schuhe der Rheinlandkommission nach Wiesbaden gelegt werden solle. — Auf keinen Fall sei an eine Ersetzung der englischen Armee durch französische Truppenteile gedacht. Das französische Bataillon, das sich noch in h ö ch st befindet, werde diese Stadt in Kürze verlassen, ebenso bleiben die Orte 6 ö n i g st e i n und Bad Schmalbach nach dem Abzug der englischen Soldaten von einer! weiteren Truppenbelegung verschont. — Auf die Frage über den Abmarsch der französischen Truppen in der zweiten Zone betonte Noel, daß kein einziger französischer Soldat von dem linken aus das rechte Rheinufer befördert würde. Als auf die Besorgnisse aufmerksam gemacht wurde, die bei der Bevölkerung in der Pfalz darüber entstanden seien, daß die dritte Zone eine stärkere Truppenbelegung in nächster Zeit erfahren würde, erwiderte Noel mit Nachdruck, daß die französischen Truppen, die jetzt aus der zweiten Zone abtransportierl würden, unmittelbar in die französischen Garnisonen zurückgeführt und keinesfalls in die Pfalz verlegt würden. Sie Deutsche Lolkspartei Südwefl- deutschlands zum Sauger Ergebnis. „Ein bedeutsamer Lchritt zur Zurückgewinnung der deutschen Souveränität." Heidelberg, 16. Sept. Eine Sitzung der Südwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Volkspartei nahm nach Referaten der Reichstagsobgeordneten Dr. Calle, Dingel- d e y und Kempkes nachstehende Entschließung an: „Die in der Eüdwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft zusammengesahten Organisationen derDeut- schen Volkspartei in den Wahlkreisen Hessen- R a s s a u, Raden, Hessen, Pfalz und Württemberg entbieten ihrem Parteiführer, dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann, Dank und Gruß. Sn härtestem Kampfe mit äußeren und inneren Widerständen ist ihm mit Abschluß der Verhandlungen im Haag ein bedeutsamer Schritt zur Zurückgewinnung der deutschen Souveränität gelungen. Se mehr die wahren Zusammenhänge bekannt werden, desto stärker wächst die Erkenntnis, daß uns die Haager Verhandlungen politisch einen großen Schritt vorwärts geführt haben, ohne uns wirtschaftlich stärker als bisher zu binden. Die allgemein politischen Folgen des Krieges sind nunmehr in ihren Wirkungen aus das besetzte Gebiet in greifbarem Maße gemildert. Die wirtschaftlichen und finanziellen Kriegsfolgen endgültig zu bereinigen, wird und muß Aufgabe der zukünftigen Zeit sein. Das bisher politisch Geleistete bedeutet Gewaltiges. Der Weg vom Ruhrkampf zur endgültigen 'Befreiung des besetzten Gebietes ist der Weg eines erstarkenden Deutschland. Für alles Erreichte gebührt unseren Änterhändlern, dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann sowie dem Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius unser Dank, gebührt ihnen der Dank des sehend gewordenen deutschen Volkes. Runmehr hat alle Arbeit der geschlossenen deutschen Oeffentlichkeit und der deutschen Regierung der Lösung der noch vorhandenen politischen Kriegsfolgen zu dienen. Von der Reichstogsfraktion wird erwartet, daß sie gemäß ihren Richtlinien vor der Verabschiedung des Vertragswertes durch den Reichstag Sicherheiten dafür schafft, daß die Erleichterungen der nächsten Sahre restlos der .deutschen Volkswirtschaft in allen ih ren Teilen zugute komm t." Knegsschuldlüge und Volksbegehren. Eine Darlegung des Grafen Westarp. Ve r li n, 16. Sept. (TU.) Der Kampf gegen die K r i e g s s ch u l d l ü g e, so führt Graf W e st o r p in Verlin aus, habe durch Pariser Plan und Haager Abkommen neue Gestalt angenommen. Gegen alle bisherigen sogenannten Vertragsabschlüsse über Schuldlüge und Kontributionen vom Versailler Vertrage bis zur Annahme des einseitig festgesetzten Dawes-Plans habe Deutschland die Einrede des Zwanges und der Gewalt. Der Pariser Plan hingegen sei von deutschen Sachverständigen unterzeichnet Freiwillig solle sich Deutschland dadurch, daß es die auf keipen anderen Rechtsgrund gestützten Verpflichtungen übernehme, erneut zur Kriegsschuldlüge bekennen. Freiwillig solle cs Kontributionsvcrpflichtungeiz Das Kompromiß zur Reform der Arbeitslosenversicherung im Reichsrat angenommen. Verlin, 16. Sept. (TU. Funkspruch.) Sn der Vollsitzung des Reichsrates am Montag begann die Beratung des Gesetzentwurfs zur Reform der Arbeitslosenversicherung. Der Berichterstatter der Ausschüsse des Reichsrates teilte zunächst mit, daß der Entwurf gleichzeitig mit dem Reichsrat und dem Reichstag auch dem Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages zur informatorischen Kenntnisnahme zugcleitet worden sei. Sn den Ausschüssen des Reichsrotes sei zum Ausdruck gekommen, daß das von der Reichsregierung eingeschlagene Verfahren insoweit unerwünscht sei, als es ein Abweichen von dem gesetzmäßigen Wege darstelle. Der Berichterstatter der Ausschüsse, württembergischer Bevollmächtigter Dr. Widmann, erklärte weiter, Hauptzweck der Vorlage sei die Sanierung der Reichsanstalt. Der Regierungsentwurf habe dieses Ziel nicht erreicht und es sei eine Lücke entstanden. Rach Auffassung der Ausschüsse wäre die Reichsregierung berufen gewesen, von vornherein Vorschläge zur Ausfüllung dieser Lücke zu machen. Nachdem aber die Führung der Reichsregierung bedauerlicherweise in dieser Frage versagt habe, hätten die Ausschüsse versucht, ihrerseits die Ausfüllung dieser Lücke zu erreichen. Der Entwurf bringe Bestimmungen zur Bekämpfung und Abstellung von Mißbräuchen und Mißständen. Weiter werde das Ziel eines finanziellen Aufbaues der Versicherung ins Auge gefaßt. Daneben sollten das Verfahren und die Vcrwaltungsvorschriften vereinfacht werden. Die Ausschüsse hätten die beabsichtigte Abwälzung des größten Teiles der Kosten der Spruchkammern auf die Länder a b- gelehnt, dagegen im wesentlichen den zur Bekämpfung von Mißbräuchen und Mißständen vor- geschlagenen Bestimmungen zugestimmt. Ferner hätten sie eine Verlängerung der Karrenzzeit in schweren Fällen, wenn die angebotene Arbeit verweigert werde, auf acht Wochen für nötig gehalten, in ganz hartnäckigen Fällen eine Verlängerung auf 13 Wochen. Die Ausschüsse seien auch damit einverstanden, die Durchschnittszahl der Arbeitslosen mit 1,1 Millionen anzunehmen. Eine Beitragserhöhung könne nach Ansicht der Mehrheit der Ausschüsse nur erörtert werden, wenn sich die Unmöglichkeit herausstelle, den Fehlbetrag in anderer Weise zu decken. Von diesen Voraussetzungen ausgehend, hätten die Ausschüsse den Bestimmungen über die Staffelung der Arbeitszeit, über die Zahl der Familienangehörigen und über die Anrechnung des Grundlohnes bei der Krankenversicherung grundsätzlich z u g e st i m m t. Bei der Anrechnung von Wartegeldern seien die ehemaligen Angehörigen des Heeres und der Polizei grundsätzlich gleichgestellt worden. Ferner sei beschlossen worden, die Änterstützung nicht nur für Saisonarbeiter, sondern auch allgemein für die Lohnklassen VII bis XI nach der Dauer der vorangegangenen versicherungspflichtigen Beschäftigung abzustufen. Der Versuch, die außerordentlichen Schwierigkeiten dieser Versicherung zu meistern, sei zweifellos nicht durchweg gelungen. Wenn die Mehrheit der Ausschüsse nochmals versucht habe, mit ihren Beschlüssen Mängel zu beseitigen, so dürfe darin keineswegs der Ausdruck einer sozialreaktionären Gesinnung erblickt werden. Cs sei für die Mehrheit besonders der Gesichtspunkt maßgebend gewesen, daß nach Lage der Dinge das vom sozialpolitischen Standpunkt aus Vertretbare, nämlich der Versicherungsgedanke, mehr als bisher in den Vordergrund gestellt werden müsse. Für die Preußische Regierung gab Staatssekretär Dr. Weißmann eine Erklärung ab, in der er u. a. ausführte, Preußen sehe in diesem Kompromiß nur einen Rotbehelf. Es handle sich ja nur um eine provisorische Lösung, die für eineinhalb Sahre gelten solle. Sn dieser Zeit werde sich voraussichtlich Herausstellen, daß die ganze Berechnung auf falschen Voraussetzungen beruhe. Die Preußische Regierung würde es bei der augenblicklichen Lage in Deutschland für überaus unglücklich halten, wenn durch Ablehnung des Kompromisses und der Regierungsvorlage ein Vakuum und womöglich eine Krise in der Reichsregierung eintreten! würde. Man stehe vor außenpolitischen Entscheidungen von größter Tragweite. Rur eine starke Reichsregierung sei imstande, in diesen außenpolitisch schweren Zeiten die Zügel so zu führen, daß das Volk dahin gelange, wohin es gelangen solle. Wie die Bombenanschläge und andere Vorgänge in der letzten Zeit bewiesen Der Hamburg-Flug des „Gras Zeppelin. Oer 6tart. Friedrichshafen, 17. Sept. (WTB. Funkspruch.- Schon seit geraumer Zeit hat das Luftschiff viel Glück mit dem Wetter bei seinen Unternehmungen. Die Rächt war zwar kühl, doch spannte sich wieder ein wundervoller Sternenhimmel über die Landschaft. Zuschauer gab es diesmal nur wenig. Snfolge der strengen Absperrung stellt sich namentlich bei Rächt nur noch ein spärlicher Publikum ein. Gegen 4 Ähr fanden sich die Passagiere .darunter mehrere Damen, in der hell erleuchteten Luftschiffhalle ein, durch deren geöffnete Tore ein herzlich kühler Luftzug dringt. Das Luftschiff ist klar 3um Abflug, nur die Maschinenanlagen werden noch einmal durchgeprüft, da die Fahrt ja mehr als 24 Stunden dauern soll. Sm Ravi- gationsraum der Gondel hängt e in riesiger Lorbeerkranz, der über dem Dampfer „Reu- york" abgeworfen werden soll, und auf dessen Schleife mit den Zeppelinfarben die Widmung „Unserem Eckener" zu lesen ist. Auch Frau Dr. Eckener hat sich anscheinend noch in letzter Minute entschlossen, an der Fahrt, die der Begrüßung ihres Gemahls gilt, teilzunehmen. Rach- dem das Luftschiff in aller Ruhe ausgewogen ist, bringen es Haltemannschaften einige Minuten nach 4 Uhr mit dem Heck voraus durch das Westtor aus der Halle. Alles klappt wie immer tadellos. Rach dem Verlassen der Halle wird der „Graf Zeppelin" mit der Spitze nach Rordosten in die Windrichtung ein* geschwenkt. Um 4.11 Uhr ist das Schiff in der richtigen Lage. Die Motoren werden angelassen und eine Minute danach erfolgt der glatt verlaufene Aufstieg. Bald sind nur noch die Lichter des Luftschiffes zu erkennen. Entgegen allen Erwartungen verläßt der „Graf Zeppelin" diesmal nicht sofort den Bodensee, sondern umkreist, ehe er sich auf die Reise begibt, zunächst in ziemlicher Höhe die schlafende Stadt, um darauf in nördlicher Richtung dem Württemberger Oberland entgegenzufahren. Auf dem Wege zur Küste. Berlin wird auf dem Rückflug nicht berührt. Friedrichshafen, 17. SepL (WTB. Funkspruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat auf seiner Fahrt nach Hamburg Rottweil (Württemberg) 4.58 Ahr passiert. Es überflog dann um 6.08 Uhr Karlsruhe, um 6.35 Uhr Neustadt a. d. h., um 7 Uhr Alzey, um 7.05 Uhr Kreuznach und um 7.30 Uhr Simmern (Hunsrück). Gegen 0 Uhr wurde die Lifel in Richtung Aachen passiert. Um 8.50 Uhr erschien das Luftschiff über der Stadt Aachen, von einer begeisterten Wenge, die Straßen, Dächer und Fenster füllte, von Sirennengeheul und Glockengeläute begrüßt. Nach einer großen Schleife über der Stadl entschwand das Luftschiff in Richtung Herzogenrath. Für die Weiterfahrt ist folgende Route vorgesehen: Eschweiler, Düren, Iülich, Erkelenz, Geldern, Eleve, Bocholdt, Koesseld, Gronau, Rheine, Osnabrück, Bremen, Oldenburg, Wilhelmshaven, Bremerhaven, Eurhaoen, Hamburg, Lübeck, Wismar, Schwerin und dann zurück nach Friedri hshafen, wo das Luftschiff am Mittwoch, 18.0.217., früh gegen 7 Uhr, wieder zu landen beabsichtigt. Der „Graf Zeppelin" wird in Hamburg anläßlich des Empfanges Dr. Eckeners anwesend sein, jedoch nicht nach Berlin fliegen, sondern von Schwerin aus direkten Kurs auf Friedrichshafen nehmen. Vor der Ankunst Or. Eckeners in Hamburg. Hamburg, 17. Sept. (WB.) Der Hapag- Dampfer „R e w Vor k", mit dem Dr. Eckener nach Deutschland zurückkehrt, wird heute nachmittag 4,30 Ähr in Cuxhaven erwar - t e t. Rach Empfang durch das Vorstandsmitglied der Hapag, Dr. K i e P, wird sich Dr. Eckener sogleich nach Hamburg begeben. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" soll gegen 3 Ähr nachmittags über der Elbmündung eintreffen. Etwa bei dem Feuerschiff „Elbe I“ wird das Luftschiff die „Rew Vork" erwarten und anschließend daran nach Hamburg fahren, wo es zwischen 4 und 5 Ähr nachmittags über der Stadt kreuzen wird. Von besonderen Ehrungen Dr. Eckeners durch die Hapag ist auf Wunsch Dr. Eckeners Abstand genommen worden. Am Mittwochvormittag werden die Verhandlungen zwischen Dr. Eckener und der Hapag stattfinden, an die sich nachmittags um 5Ähr ein Empfang durch den Hamburger Senat anschließt. Am Abend wird Dr. Eckener mit der Dahn nach Friedrichshafen zurückfahrcn. auf 60 Sahre übernehmen, die gerade auf Grund der freiwilligen Annahme mit allem Rachdruck als endgültig und unabänderlich bezeichnet würden. Die neue Lage und die geschichtliche Gröhe der Entscheidung zwinge zu neuen Maßnahmen. Deshalb sei es geboten, von dem in der Verfassung vorgesehenen Rechte Gebrauch zu machen, das Volk s e l b st zur Entscheidung aufzurufen. Zahlreich seien die Fußangeln, die in den Weg zu einer Volksabstimmung eingebaut seien. Sie zu vermeiden, sei ein Kunststück, das leichter zu kritisieren als zu vollbringen sei. Der Widerruf der Kriegsschuldlüge sei erforderlich. weil er bisher nur einmal amtlich den anderen Regierungen als völkerrechtliche Stellungnahme Deutschlands bisher mitgeteilt worden sei. Das sei 1925 von der Regierung geschehen, an der die Deutschnationalen beteiligt gewesen waren. Dieser Anlauf vom Sahre 1925 sei jedoch in Locarno und nach dem Austritt der Deutschnationalen aus der Regierung stecken geblieben. Der allgemeine ausdrückliche amtliche Widerruf des Kriegsschuldanerkenntnisses stehe immer noch aus. Er solle durch den Volksentscheiderzwungen werden. Solange das Volksbegehren schwebe, durch welches das Volk selbst zur Entscheidung aufgerufen werde, hätte die gegenwärtige Koalition und die hinter ihr stehende Mehrheit nicht das Recht, den Plan im Reichstag anzunehmen. Oer Reichspräsident und das Volksbegehren. Ter Landesverratsparagraph. Berlin, 17. Sept. (Priv.-Tel.) Der „Reichs- ausschuß für das deutsche Volksbegehren" teilt mit: Auf einer Tagung der „Christlich-nationalen Bauern- und Landvolkpartei" in Dortmund hat Landrat a.D.Gereke in seiner Stellungnahme zum Vvllsbegehren ausgeführt, gegen den Paragraphen 4 des Gesetzentwurfes beständen beso ndere Bedenken, weil nach Ansicht des Redners auf Grund dieses Paragraphen auch unser gegenwärtiger, allverehrter Reichspräsident von Hindenburg als „Bevollmächtigter" des Deutschen Reiches dem Landesverratsparagraphen unterstellt werden könnte. DerReichs- ausschuh erklärt hierzu: Aus dem Wortlaut geht klar hervor, daß die Bestimmungen des Paragraphen 4 niemals auf den Reichspräsidenten angewendet werden können. Die „D AZ." bemerkt dazu: Ohne uns auf juristische Haarspaltereien einzulassen, müssen wir feststellen, daß Paragraph 4 des Volksbegehrens auch aus den Reichspräsidenten ausgedehnt werden kann. Es ist überaus peinlich, daß diese öffentliche Diskussion überhaupt notwendig geworden ist, und der Reichsausschuß wird sie leider durch seine Erklärungen nicht beenden. Oer Bayrische Bauernbund gegen das Vblksbegehren. München, 16. Sept. (WB.) Der bayerische Landwirtschaftsminister Fehr legte gelegentlich einer Bauernbundzusammenkunft in Niederbayern seine und des Bauernbundes Stellung zu dem Houngplan und zu dem Bolksbegehren dar. Er be- zeichnete das eingeleitete Volksbegehren als Unfug und Verbrechen. Eine so bedeutsame Frage könne niemals auf dem Wege des Volksentscheids geregelt werden, da ein solches Unternehmen z u schwersten Schädigungen für das deutsche Volk ausschlagen müsse. Der Bayerische Bauernbund lehne eine Mitwirkung an dem Volksbegehren entschieden ab und werde sich nie und nimmer an einer solchen Katastrophenpolitik beteiligen. Die Ausführungen des Ministers wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Neue schwere Explosion auf der Eharkes-Grube. Saarbrücken, 16. Sept. (WB.) Infolge d?r gestrigen Explosion auf Schacht II der Eharles- Grubc waren die Ventilatoren des Schachts zerstört worden und die Wetterführung versagte, heule nachmittag hat sich eine neue Explosion ereignet, wie man annimmk, durch schlagende Wetter. Durch diese Explosion, die gewaltiger war als die gestrige, wurden die elektrische Zentrale und das Kesselhaus völlig in Trümmer gelegt. Der Schacht der Eharles- Grube, in dem sich die heutige Explosion ereignete, war nach der gestrigen Explosion, die in demselben Schacht ftaitgesundcn hatte, nicht befahren worden. Es war lediglich eine Gruppe von Handwerkern und Ingenieuren mit den Ausbesserungsarbeiten beschäftigt, als die neue Explofion erfolgte, die wahrscheinlich auf schlagende Welter zurückzuführen ist. Der Förderschacht und der Ventilator wurden forlgerissen, und eine Anzahl Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Man hat bisher 12 Tote geborgen und 30 verletzte in das Krankenhaus gebracht. Es ist aber anzunehmen, daß die Zahl der Verletzten und der Toten sich noch erhöht, da kaum alle Beschäftigten bereits geborgen sein dürsten. Die Bcrgwerksdirektion kennt die Zahl der Beschäftigten nicht genau; man spricht von 60 bis 80 Personen. 3tn Schacht wütet das Feuer weiter, von Zeit zu Zeit hört man noch Detonationen. Heber der Trüm- merstätte liegt tiefer Qualm. Die Rettungsarbeiken werden dadurch erschwert, daß das Elektrizitätswerk des Ortes stark beschädigt worden ist und daß es daher an Licht mangelt. hätten, herrsche im Lande eine Spannung tvie seit Jahren nicht mehr. Auch in dieser Beziehung sei es nötig, daß neben den st arten Länderregierungen auch eine st arte Reichsregierung vorhanden sei. Aach Auffassung der preußischen Regierung stünden daher in diesem Augenblick höhere Güter auf dem Spiel als die Neugestaltung der Arbeitslosenversicherung nach diesem Entwurf. Die preußische Regierung werde daher für den Kompromihentwurf stimmen. Für die preußischen Provinzen Rheinprovinz, Westfalen, Hannover, Oberschlesien, Schleswig- Holstein und für die Stadt Berlin wurden Erklärungen abgegeben, daß diese zwar die st ä r k- sten Bedenken gegen den materiellen Inhalt des Kompromißantrages hätten, aber ihm doch z u st i m m e n würden, angesichts der großen politischen Schwierigkeiten, die eine Ablehnung mit sich bringe. 3n der Gesamtabstimmung der zweiten Lesung wurde nach Annahme der Kompromiß- Sondervorlage die Hauptvorlage mit 42 gegen 21 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Bayern, Württemberg, Mecklenburg-Schwerin, Braunschweig und die preußischen Provinzen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern und Riederschlesien. Hamburg und die Provinz Posen- Westpreußen enthielten sich der Stimme. Alle übrigen Reichsratsvertreter stimmten für die Dorlage. Ungünstige Prognose. Die Entscheidung fällt erst im Reichstag. 1 Berli n, 17. Sept. (Sil.) Ein Teil der Berliner Blätter nimmt zu der Annahme des Arbeitslosenkompromisses durch den Reichsrat Stellung, wobei allgemein auf die Tatsache hingewiesen wird, daß die Annahme mit einer Mehrheit von nur einer Stimme erfolgte. Die „Germania" hebt hervor, daß damit über das endgültige Schicksal der Reform noch nicht entschieden sei. Das Blatt schreibt: Diese Entscheidung fällt im Reichstag, und as ist allem Anscheine nach sehr unsicher, vb die Beschlüsse des Reichsrats auch dort eine Mehrheit finden werden. Seitens der Deutschen Dolkspa rtei werden jedenfalls gegen die vom Reichsrat beschlossene Form der Vorlage schwerste Bedenken geäußert, und auch die Sozialdemokratie ist mit ihr höchst unzufrieden. Am Mittwoch wird sich eine interfraktionelle Sitzung der Regierungsparteien mit der Angelegenheit befassen; und am Donnerstag ist wieder der SozialpoliHsche Ausschuß versammelt, der dann GelegeiHeit haben wird, zu den Beschlüssen des Reichsrats Stellung zu nehmen. — Der „Vorwärts" sagt: Die neue Vorlage stellt in einem Punkte gegenüber der ersten eine Verbesserung dar, denn nach der ersten sollten die Unterstützungssätze für die Saisonarbeiter teilweise unter die Sätze der Krisenfürsorge gesenkt werden. Diese Bestimmung soll jetzt aus der ersten Vorlage gestrichen werden. Die übrigen Punkte bedeuten erhebliche Verschlechterungen. Auch der „Vorwärts" bemerkt, daß die endgültige Entscheidung über die beiden Entwürfe selbstverständlich erst i m R e i ch s- t a g fallen werde. Sie würden noch in sehr weitem Maße geändert werden müssen, wenn sie für die sozialdemokratische Fraktion annehmbar werden sollen. — Die „D A Z." schreibt, da von einer Führung der Reichsregierung nach wie vor nicht das geringste zu merken sei, würden die Aussichten des Kompromisses in parlamentarischen Kreisen sehr ungünstig beurteilt. — Die „B ö r s e n z e i t u n g" betont, daß die Reichsratsabstimmung über das Sondergesetz ein Grund mehr für die Deutsche Volkspartei sei, dieses unzulängliche und auf so unsicherem Boden stehende „Kompromiß" mit aller Macht zu bekämpfen. — Das „B. T." stellt fest, der Reichsrat habe die Arbeitslosenreform in einer Fassung angenommen, die die Zahl der Schwierigkeiten im Reichstag eher noch vermehren werde. Er hat diejenigen Bestimmungen genehmigt, die bisher von der Volkspartei und den Demokraten abgelehnt worden seien. — Nach der „23 off. Z t g." bleiben nach dem Reichsratsbeschluß von dem Defizit in Karl Wolfskehl. 3u seiosm 60. Geburtstage. Von Friedrich Gundolf. Fast jede Bewegung, die durch Führer sichtbar wird und durch Gruppen mehr oder minder unter« ' irdisch weiterdringt, empfängt ihre Macht außer Dofvz oen großen und weithin sichtbaren Werken und 'Taten — ihren „Denkmalen" oder „Marksteinen" > und von Folgern, welche des Führers Werk umsetzen in flachere, faßlichere übertragbare Breiten, in Schulen, Methoden oder wie immer man das kollektive Wohl oder Uebel benenne —, durch rege und reiche Lebensgeister, die schwer faßlich ringsum sprühen oder drängen und ohne persönlichen Ehrgeiz, ohne haftbare Eitelkeit, ja ohne eigentliche Werkziele aus der Fülle eines vorn lieber» schuß erschütterten und ausgeglichenen Wesens die Ströme vor der Erstarrung unwillkürlich schützen und selbst dem bestimmten Willen, dem sie freudig dienen, einen geheimnisvollen Rückhalt verheißen, als Chaos, dessen jede Erscheinung bedarf. Mit der Zeit munkelt oder spricht sich dann bei jedem Sieg und Durchbruch solch ein verborgener Mitwirkender, zumal in unseren lüsternen historischen besser-wissen- wollenden Jahrzehnten als der Eigentliche oder Wirkliche herum. Im Guten wie im Bösen muß er den Dank oder Hohn abnehmen, den ein Meister oder eine Gemeinschaft sich zugezogen haben und die Wissenschaft fängt an hintennach festzustellen, was sich von vornherein geregt habe mit unzulänglichem Kausalitätswerkzeug eine Wachstumeinheit zerreißend und verfälschend. Ein berühmtes Beispiel solch eines gleitenden Kräftewebens vor und mit dem Schöpfer ist Hamann, und neuerdings ahnt man selbst am Ursprung der weltbeherrschenden Hegelei den leisen Hölderlin. Es mag einem Freund erlaubt fein, einem Mann zu seinem 60. Geburtstag öffentlich zu danken, der seit einem Menschenalter wie kein zweiter im Licht und im Schatten Stefan Georges als solch ein Begleiter und Verwandler einer Strahlung gewirkt hat, die heute schon öffentlich genug ist, um ohne Preisgabe ihrer unveräußerlichen Gründe von ihrer Geschichte zu sprechen, zumal dadurch vielleicht der müßige Klatsch um das vieldeutige Bewegte ein wenig beschwichtigt wird Karl Wolfskehl ist zahllosen Menschen durch Gerede jeder Art und Absicht eine Vorstellung, vielen beleuchtet von seiner Zugehörigkeit zum „Georgenkreis" her als ein mystischer Dichter, vielen vom Münchener Faschina, vielen aus Zeitungen als ein Kenner unübersehbarer Wissensgebiete, die er mit einer selbst Facy- der Arbeitslosenversicherung nur noch 6 Millionen 'zu decken, die man durch die übrigen Maßnahmen der Vorlage, die gegen die Mißstände geplant seien, zu tilgen hoffe. — Der „L o k.-A n z." stellt fest, daß eine Prognose für die Abstimmung im Reichstag dem Kabinett nach der Abstimmung im Reichsrat ein erfreuliches Ergebnis kaum zu- billigen könne. Oie Deckung des Defizits. Nach den Beschlüssen des Reichsrats. Berlin, 17. Sept. (Priv.-Tel.) Wie das Rachrichtenbureau des V. D. Z. hört, denkt man sich in Regierungskreisen auf Grund der heutigen Reichsratsbeschlüsse die Beseitigung des Defizits in der Arbeitslosenversicherung wie folgt: Der Regierungsentwurf bietet in unveränderter Gestalt 9 2 Millionen Ersparnisse und läßt damit noch ein Defizit von 47 Millionen offen. Dieser Fehlbetrag wird nach den heutigen Reichsratsbeschlüssen mit 11 M i l l io ne n gedeckt durch die Verkürzung "der Sähe bei den Arbeitslosen ohne Angehörige, die nicht 52 Wochen gearbeitet haben. Weitere sechs Millionen glaubt man aus der Verlängerung der Wartezeit für Saisonarbeiter herausholen zu können, und weitere 24 Millionen selbst bei vorsichtiger Schätzung durch die Iprozent. Beitragserhöhung für Saisonberufe. Voraussetzung ist bei alledem natürlich die auch vom Reichsrat beschlossene allgemeine Beitragserhöhung um V2 Prozent. Danach blieben ziffernmäßig nur noch sechs Millionen Fehlbetrag, die man ohne weiteres durch die übrigen Vorschriften der Reform, die sich vor allem gegen die Mißstände richten, erlangen zu können glaubt. Arbeitgeber und Arbeitslosenversicherung. Berlin, 16. Sept. (WTB.) Die „Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände" und der Reichsver- band der Deutschen Industrie teilen mit, daß sie heute an die für die Reform der Arbeitslosenversicherung zuständigen Regierungsstellen ein Telegramm gerichtet haben, in dem die Verbände nochmals Widerspruch gegen die durch Pressenachrichten bekannt gewordene Absicht erheben, die Sanierung der Reichs - anstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung durch eine allgemeine Beitragserhöhung um 1/s Prozent und eine weitere Beitragserhö- hung um 1 V2 Prozent für die Saisonberufe, insbesondere für die Bauindustrie herbeizuführen. Das Telegramm erklärt, die derzeitige Lage der Wirtschaft verlange eine Reform der Arbeitslosenversicherung ohne Beitragserhöhung. Dies sei bei Durchführung der von den Arbeitgebern gemachten Vorschläge auch unter Wahrung der sozialen Aufgaben der Reichsanstalt möglich. Die Geeabrüstung. Die Kreuzerfrage. — Die Washingtoner Konferenz nicht vor Januar. London, 16. Sept. (WB.) Wie Reuter erfährt, erhebt die Regierung gegen den amerikanischen Wunsch nach einer Parität niit der Polizei und Bombenatieniaie. Auf falscher Fährte. Von unserer Berliner Redaktion. Die Polizei in Altona und Berlin hat bei ihrer Llntersuchung gegen die Bombenattentäter eine Zwischenbilanz gezogen. Sie ist nur zum Teil befriedigend. Es scheint sich zu bestätigen, daß in Schleswig-Holstein in der Tat die Richtigen oder wenigstens eine Gruppe der Richtigen gefaßt sind. Einige der Verbrechen sind aufgedeckt. Bei den meisten freilich liegt noch kein Geständnis vor, und es ist zur Zeit auch noch nicht gelungen, die Stelle zu finden, an der die Höllenmaschinen zusammengesetzt sind. Immerhin, die Altonaer sind auf der rechten Spur gewesen, und wenn sie im Liebereifer bei den Verhaftungen vielleicht einmal daneben gegriffen haben, dann ist das zu verstehen. Die staatliche Sicherheit geht vor, und wer sich so dicht neben eine Granate stellt, darf sich nicht wundern, daß bei der Explosion auch er getroffen wird. Ob allerdings die politischen Führer der Landvolkbewegung in das Verfahren mit Recht hineingezogen werden können, ist eine Frage, die immer noch offen ist. Hier sind die Zusammenhänge noch keineswegs geklärt, das bleibt der weiteren Llntersuchung überlassen. Dagegen ist es wohl ziemlich sicher, dah d i e Berliner Polizei ihre Aktion mit einer schweren Llnterbilanz abschlieht. Sie hat stark daneben gegriffen und bedauerlicherweise in Formen, die kaum zu rechtfertigen sind. Fast die Hälfte der Verhafteten hat wieder freigelassen werden müssen, die andere Hälfte wird dem Llntersuchungsrichter vorgeführt, was aber an Verdachtsmomenten gegen sie vorliegt, ist doch offenbar so dünn, dah es zu einer Verurteilung nicht ausreicht. Polizeiliche Mißgriffe lassen sich natürlich niemals vermeiden, aber die Berliner Polizei hat nachgerade einen gewissen Ruhm in solchen Dingen, und die Art, wie sie sich diesmal aus dev Verlegenheit zu ziehen sucht, berührt recht peinlich. Wenn sie den Irrtum einfach zugegeben leute oft verblüffenden Sicherheit, Gedrungenheit und rnühlosen Freiheit durchschreitet, vielen teils aus privaten Zirkeln, teils aus gelegentlichen Festgaben, teils aus öffentlichen oder halböffentlichen Scherzen als ein Geist von grenzenloser Reichweite und trunkener Einfallfülle, vorn Schlag der Rabelais, Fischart, Jean Paul, vielen als Helfer und Berater in Nöten und Sorgen jeder Art von Wortwahl bis zur Berufswahl, fast immer auch im kleinsten sachkundiger als der Frager und mit einem sechsten Sinn der Wahrnehmung und Durchdringung begabt in fast allen Bereichen, als habe ein Augenleiden seine Sinne gesteigert. Wer ohne bösen Willen, nicht eingenommen durch den üblichen Klatsch, nicht gekränkt durch einen der zahllosen Witze Wolf- kehls (meist schärfer formuliert als spitz gemeint und aus dem Wohlwollen eines selbstsicheren Herzens und oft überlegen-unüberlegten Geistes, der ganz von Hier und Jetzt besessen mit der tausendfältigen Regung seiner Inhalte spielt und gespielt wird, heimgesucht in der Sekunde von Gesichten der Zeiten und Zonen) diesem Mann begegnet mit halbwegs offenem Sinn, den verwirrt, ärgert ober bezaubert eine Exuberanz ohnegleichen — als lieber» schuß von Geist und Leben — und Exuberanz, als Taumel und Schnelle, Spannung von Vitalität und feinster Bildung, Chaos als Geist. Wolfskehl ist, bei aller Weite seiner wissenschaftlichen Teilnahme, zunächst ein Dichter eben vermöge seines Gefühls für die vitalen Ursprünge der Sprache aus den Kräften, des Uebergangs von der Stimme ins Wort, des sinnlichen Klangs in den Bildgeist und wiederum der Heimkehr des feststellbaren Begriffs und Gesichts in den dunklen Wandel. Die viel bespöttelte Dunkelheit feiner Gedichte stammt nicht wie bei seinem Meister George aus der herrischen Verdichtung, die sich jeden intelleftualen Mittlertums zwischen Gesicyt und Ausdruck ent- schlägt, sondern aus dem Ueberschwingen seiner Gesamtnatur — aus dem beständigen Uebergang einer höchst bestimmten und hellen Einzelseele in die vorgestaltlichen, ja vormenschlichen Kräfte und Stoffe. Es ist hier nicht der Ort, Wolfskehls Gedichte anzuzeigen. Sie sind im deutschen Schrifttum einzig durch die Spannung zwischen einem abgefeimt gebildeten Geist, der auch die Gesetze, Mittel, Wege seiner Sprache kennt, und einer chaotische« Vitalität, die für alle Lebenszustände vom pflanzlichen und tierischen bis zur zartesten Seelenklarheit der persönlichen Bildung mächtig oder wenn man will, empfänglich ohnmächtig ist und deshalb bei einem zauberischen Reichtum des Klang- und Sinnwan- bels nicht eigentlich im Gestaltenreich daheim oder haftbar ist, sondern vom sinnlich runden Wort ah über die weit- und tiefsinnigen Sätze bis in die ausgewogenen rhythmischen Gefüge üvergänglich. Überhätte, dann war das für die Betroffenen bedauerlich, aber für die Oeffentlichkeit verständlich. Das ging aber nicht, denn dazu hatte man "Öen Mund vorher viel zu voll genommen. Die ganze Asphaltpresse war in die reinste Amokläuferei verfallen, hatte genaue Angaben über die Ergebnisse der Haussuchungen veröffentlicht, die sich nachträglich als falsch herausgestellt haben. Diese Einzelheiten kann sich die Presse nicht aus den Fingern gesogen haben. Sie müssen aus irgendeiner amtlichen Quelle stammen, deswegen sind die Behörden jetzt gezwungen, die Freilassung mit einem angeblichen Mangel an Beweisen zu begründen. Das ist ein ungeheuerliches Verfahren, weil darin eine Schädigung der Betroffenen beruht, wenn sie nur „wegen mangelnder Beweise" freigelassen werden. Das sind eben Begleiterscheinungen eines Systems, das nicht unbeirrt die Wahrheit sucht, sondern die Wahrheit nur zu politischen Zwecken brauchen kann. Cs ist also nicht zuviel verlangt, wenn wenigstens künftighin die Polizei die Schuldigen verfolgt, ohne jeweils danach zu schielen, inwieweit dadurch gleichzeitig eine Kompromittierung rechtsradikaler Kreise zu erreichen wäre. Haftbefehl gegen plaas und von Salomon. Berlin, 17. Sept. (Priv.-Tel.) Die im Zusammenhang mit den Sprengstoffanschlägen festgenommenen Personen lind gestern laut „Vorwärts" dem Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium mit dem Antrag auf Erlaß eines Haftbefehls vorgeführt worden. — Das Material, das dem Vernehmungsrichter vorliegt, ist so ungeheuer umfangreich, daß die Prüfung am Montag nicht mehr zum Abschluß gelangen konnte. — Der Vernehmungsrichter hat zunächst die Beschuldigungen gegen die verhafteten Plaas und v. Salomon geprüft. Das gegen sie vorliegende Material ist so schwer belastend, dah der Vernehmungsrichter gegen beide Haftbefehl erlassen hat. schwänglich im Strom selbst, im Sturm, im sausenden Wald, in der Wüste, in der Flut, in allem was die Grenzen sprengt, (oft, löscht oder tilgt. Die Wotanstiere (Wolf und Rabe) kehren nicht zufällig als Gleichnisse seines eigenen Schweifens in feinen Gedichten immer wieder. Doch eben dieses verweilende Wandern eines rastlosen Gemüts, worin das was er besitzt oder was ihn besitzt, zugleich als Sehnsuchtsgesickst und als Alp erscheint, das was ihm vorschwebt zugleich Schwall und Schwund meint, und der einzelne Laut zugleich das trächtige Schweigen, dem er entrinnen will, mitträgt als feine eigene Emporhebung und Aufhebung, — kurz der unablässige Kampf zwischen den genauen Zeichen dieses durchgebildeten Individuums und seinen zeichensprengenden Gründen nmcht seine Gedichte zum Trost der bloßen Buchstabenabendeuter und der bloßen Sinnsucher, der romantischen und der rationalen Leser, d. h. der Mehrzahl heutiger Leser. Uebrigens hat er seine Dichtkunst wie seine (auch von äußerer Notdurft) veranlaßte Tagesarbeit mit derselben unbekümmerten Leichtigkeit genommen, die zugleich aus dem Gefühl der persönlichen Sicherheit in allen Stoffen stammt, wie aus dem Gefühl der Vergängnis, d. h. bei ihm eben des Uebergangs, heidnisch gesprochen der Ewigkeit des durchgelebten Nu, christlich gesprochen, der Eitelkeit aller Dinge in Gott. Daß er diese beiden Lebensurgefühle zugleich und in einem aushält als ein leidenschaftlich mitlebiges Kind unserer Tage, — unserer Bildungsvorräte „Schleier", „Kleider" und „Larven", kundig und fähig wie wenige — humanistische Person mit der ganzen Sorgfalt und Besonderung des Goetheschen Jahrhunderts, Zeitteilnehmer mit der ganzen Neugier, Hatz und Witterung der technischen und wirtschaftlichen ßäufte und dabei mit einer echten (nicht romantisch gespielten, nicht hirnlich und nervös differenzierten) Fülle, Breite und Gelassenheit der Natur, der pflanzlichen, tierischen, kindlichen Triebunschuld, macht ihn über seine einzelnen Zufallsleistungen hinaus als Gesamtwesen zu einem beglückenden und verwirrenden Staunen für alle, die sich Mühe geben, ihn wirklich zu kennen, zu einem Rückhalt wider die Ueberzüchtung und Zerfaserung unserer Bildungsorgane und einem Schutz vor dem Rückfall in die nicht nur geistlose, sondern seellose Barbarei. Dem ober jenem, der an beiden Sorgen leidet, wenigstens einen Begriff vom Dasein eines solchen Menschen zu vermitteln, und ihm selbst, dem Vielbekannten ein wenig Dank abzutragen durch ein Zeugnis gleichsam seiner Blld- wirkung — von seinem unterirdischen und ungedankten Wirken nur ein winziger Teil — ist der Zweck dieser notwendig entsagenden Zeilen. britischen Flotte keine Einwendungen, bis ist aber der Meinung, dah die britisch Flotts fähig sein muß, den Bedürfnissen und Verantwortlichkeiten Englands in allen Teilen der Welt gerecht zu werden. Das Bauprogramm der Admiralität nimmt daher nicht hezug auf das amerikanische Programm; es liegen ihm vielmehr einzig und allein die britischen Verpflichtungen zugrunde. Lim diesen Verantwortlichkeiten gerecht zu werden, hat die Admiralität gewisse Flottenstandards vorbereitet, die von der Regierung sorgfältig geprüft worden sind. Die Dominions sind während des ganzen Verlaufs der englisch-amerikanischen Verhandlungen zu Rate gezogen worden. Der Kellogg p a k t ist die Grundlage dieser Verhandlungen. Das Hauptproblem ist die Zahl und der Tonnengehalt der Kreuzer. Cs ist jedoch, obwohl die Meinungsverschiedenheiten nunmehr auf ein enges Maß (nämlich auf drei Kreuzer mit achtzölligen Geschützen) zurückgeführt worden sind, bisher nicht möglich gewesen, ein Abkommen zu erzielen. Die Regierung hat dem Präsidenten Hoover dargelegt, daß jedes englisch-amerikanische Abkommen von einem Abkommen der fünf Seemächte abhängig sein muh. England wird sich mit Llnter- stühung der Vereinigten Staaten für die Abschaffung der Llnterseeboote einsetzen. Wie der amerikanische Staatssekretär Stimson heute mitteilte, hat man sich aus technischen Erwägungen entschlossen, die Seeab- rüstungskonferenz nicht vor Januar einzuberufen. Staatssekretär Stimson erklärte, dah nicht nur die Vorbereitungen aller Details geraume Zeit in Anspruch nähmen, sondern dah man auch mit Rücksicht auf die Weihnachtsfeier in Europa und die Reujahrsfeiertage in Japan den Dezember für ungeeignet halte. Weiter verlautet, dah man zunächst informelle Besprechungen mit Frankreich und Italien abhalten wolle, damit die Konferenz selbst möglichst reibungslos verlaufe. Ein neuer englischer Abrüstungsantrag in Genf. Keine großen Erwartungen. Genf, 16. Sept. (WB.) Lord Robert Cecil hat dem Vorsitzenden des Abrüstungsausschusses der Völkerbundsversammlung .Benesch, einen Entschließungsantrag eingereicht, auf den hin dieser Ausschuß zu den strittigen Hauptpunkten des Abrüstungsproblems wird Stellung nehmen müssen, obwohl in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten hinter den Kulissen versucht worden war, das Arbeitsprogramm des Versammlungsausschusses derart zu beschränken, daß eine kritische Erörterung der Mehrheitsbeschlüsse des vorbereitenden Ausschusses für die Abrüstungskonferenz vom vergangenen Frühjahr, die sich gegen d i e E i n b e ■ ziehung der a u s g e b i l d e t e n Reserven und des gelagerten Kriegsmaterials aussprachen, ausgeschlossen worden wäre. Nach dem jetzt vorliegenden englischen Antrag soll der Abrüstungsausschuß der Völkerbundsversammlung, in dem im Gegensatz zum Vorbereitungsausschuß sämtliche Völ- ferbunbsftaaten vertreten sind, zu folgenden vier Punkten Stellung nehmen: 1. Anwendung der gleichen Grundsätze für die Herabsetzung und Beschränkung der Effektivstärke und des Materials der Land-, See- unb Luftstreitkräfte; 2. Beschränkung der Stärke der Truppeneinheiten entweder der Zahl ober der Ausbildungszeit nach ober nach beiden Methoden; 3. Beschränkung des Materials entweder direkt durch listenmäßige Aufzählung oder indirekt durch Beschränkung des Budgets oder durch Anwendung beider Methoden; 4. Anwendung einer internationalen Autorität zur Ueberwachung und Berichterstattung über die Durchführung der Abrüftungskonvention. „Der König von Eoho." Ein neuer Iannings-Film: „Der König von Soh0". Soho ist bas wüsteste Der- brecher-Viertel von London, der Schlupfwinkel des verkommensten Gesindels der großen Stadt. Iannings ist Dill, dec unbeschränkte und unbestrittene Herrscher über das Lumpenproletariat der Elendsguartiere; er triumphiert kraft der Gewalt feiner Arme — wer wider ihn ist, den schlägt er nieder. Der Film handelt von der Bekehrung Dills durch ein Hallelujah-Mädchen und von seinem Liebertritt zur Heilsarmee, die bis in die verrufensten Winkel von Soho vorzudringen wagt. Der Film und die Rolle, dis Iannings hier zu spielen hat, erinnern stellenweise ein wenig an das, was man vor kurzem im „Weg alles Fleisches" zu sehen bekam; allerdings war dort der Film als solcher besser, und die führende Rolle gab Iannings erheblich mehr Möglichkeiten zur Entfaltung seiner immer wieder — und auch im „König von Soho" — hinreißenden Gestaltungskraft. Hier freilich ist er innerlich und äußerlich begrenzter, die Rolle ist enger und einfacher zugleich, und er kann nicht die ganze imponierende Fülle, die ganze Wucht seiner Männlichkeit und die ganze Tiefe seiner Menschlichkeit hier entfalten. Immerhin bleibt auch dem Menschen, den er hier schildert (und es ist wahrlich ein wenig erfreuliches Mitglied der Gesellschaft), stets auf irgendeine Weise die Sympathie des Zuschauers erhalten, weil der fühlt, daß die Brutalität hier weniger der Roheit des Herzens, als dem Lieberschuß an Kraft entspringt, und weil jede Geste und jede primitive Lebensäuherung soviel Selbstironie, soviel Gutmütigkeit und soviel Humor — mit einem Wort: soviel echte Menschlichkeit verrät. .. was durch die Entwicklung der Rolle und der Ausgang des Films noch gesteigert wird; dieser Ausgang ist ein wenig geflissentlich nicht „happy“ und eigentlich auch in dieser zugespihten Form nicht notwendig. Lieberhaupt ist der Film an sich — wir sagten es schon — nicht in allen Teilen befriedigend gelungen; das Manuskript (Sternberg und Glazer) arbeitet etwas zu deutlich mit groben Kontrasten und streift in seinen durchaus auf populäre Wirkung berechneten Effekten gelegentlich hart den unerträglich-süßlichen Stil gewisser englischer Postkartenbilder. Die Regie von Maurice Stiller ist gut; von der übrigen Darstellung sind vor allem die beiden weiblichen Hauptrollen zu nennen, die mit Fay Wrah uftb Olga Daclanova beseht sind. Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Bahnhofstraße. — I fei SÄ pÄ mi Aaupigru" «nommen B ««l i“ ® .sng k* * ArvolMiu kvnventwn Hebet den auf engW yrvartE Inns.br ö:M des seierlichen - hauptma Vertrages' Zusammens Jahren ge Protestes! tags vom valligung deshauM terfloffen, ift feine: M Tirol engen 1 3' biet leben! wurden, h< rige Er heute, ze? Katostwph ist, unsere auch mit Deutschs, die Kriegs gen des Fr wie Ungc Vertrag vc Für alle E ser Fr.Äev gebende L l ohne Lv blems u i die Abt : quibierung Aefriedun; "Denn der Vision eintreten, auf unser. & Die dem ( l rische X dem Torsi derem die! gliche TBi schen Ge schastlicher ; "merkenswei durch eine Perfönl Lebens ßreigniffen IÖlungen, politischer ' olsMittel- Wt ijienen ^Wlofior ,3n Aetv «inemAb ®ö«e?blt nont einig dutbe. 3n ! die Teil! äjn Perfo ' [wer. Tie wurden auf, "ser gelegt schleudert geschaht. 6,1 einer rSei '«L n ’n" T ® 'chwer bi 7" Mi 'ns ft« ["mochte« In di Oie Weiterlage. ■Jan hayen?- auf unserer Seite. stocim.' tocrdet La Conina Soho. 76« Bootsunglück 4M4MV Eine Mutter schreibt uns Örunbfäfje für bie 'ung her ÜffetliO" bet Land-, See- der ge- Dutter 210 Pfennig das Pfund, Matte 30 35, Wirsing 20 bis 25, Weihkraut 15 bis Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis Römischkohl 10 bis 15, Dohnen (grüne) 25 30, Dohnen (gelbe) 25 bis 30, Feldsalat bis 150, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 10 ilifdjer in Genf. tungen. iobert Tecilhat gsausfdjuffes her ), einen Snt> cht, auf den hin jauptpunttcn des ungnehmen en von verschiede' sucht motten war, mlungsausschusses eine kritische kr< des vorbereitenden onserenz vom Deren die Einheiten Reserven irials oussprochen, re. Rach dem jetzt )ll der Abrüstung-' mlung, in dem im schuß sämtliche Böl- ju folgenden vier ftontaa 6.16. Sept. 1929 7" aPds. boren. Gießener Wochenmarktpreise. -tOi/yDertn 14 O1 bet Itupptnein- , ober bet ilusbil- beiden Methoden: als entweder direkt hlung oder inbirell Bubgets ober burch den: ationalen Auloriläl nidjlerffatlung über irüstungskonvenlloi. Schwerer Vorfbrand Infolge vlihschlags. 3n dem bei Hildburghausen gelegenen Ort Kößlitz schlug der Dlih in eine Scheune. Da durch den Dlih die Fernsprechlei tungen z e r st ö r t wurden, wurde die Heranziehung der auswärtigen Feuerwehren verzögert. Auch herrschte Wassermangel. 3n kurzer Zeit sind fünf Wohnhäuser, mehrere Scheunen und Wirtschaftsgebäude mit dem gesamten 3nhalt eingeäschert worden. ' Auf dem Weg jum Standesamt verunglückt. Am Sonntag stieß ein mit sechs Personen besetzter schwerer Tourenwagen aus Berlin in Drauchitschdorf (Riederschlesien) mit einem leichteren Automobil zusammen, das ein Brautpaar mit den Trauzeugen zum Standesamt bringen wollte. Der Zusammenprall war so heftig, dah der kleinere Wagen umgestürzt und die 3nsassen schwer verletzt wurden. Sowohl das Brautpaar wie auch die Zeugen muhten in das Lübener Krankenhaus gebracht werden. Die D r a u t ist in der Rächt zum Montag ihren Verletzungen erlegen. Auch eine 3nsassin des Derliner Autos wurde bei dem Zusammenstoh erheblich verletzt. Lin hoher Pariser Polizeibeamler ermordet. Der Leiter des Kriminalistischen Erkennungsdienstes, Dahle, ist im Pariser 3ustizpalast auf der zu seinem Dureau führenden Treppe durch drei Revolverschüsse getötet worden. Der Täter wurde auf der Strahe von Polizeibeamten. die die Detonation gehört hatten, nach kurzer Verfolgung festgenommen. Es handelt sich um einen 43jährigen Handelsvertreter, der die Tat als Racheakt wegen eines von Dahle gegen ihn erstatteten Gutachtens verübt haben will. Der Ermordete, der in allen grohen Schwurgerichtsprozessen eine Rolle spielte, galt als Autorität auf dem Gebiete der Anthropometrie sowie der Feststellung der Echtheit von Kunstwerken und Altertümern. storben: — 1786: der Dichter Justinus Kerner in Ludwigshafen geboren; — 1806: der Schriftsteller Heinrich Laube in Sprottau geboren; — 1819: französische Physiker L6on Foucault in Paris (pwoiKtnios. Q neuer. <> nait> Dedecxt. e woixig. • oedeexi eTtegt» V Schnee a Graupeln. e MeDel KGewiiter.@windstine.-O» sehr eienter Ost jS massige# Südsüdwest. 15 stürmiscner -tordwcsl Oie eteiie fliegen mit dem winde. Pie oeiden Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichet^ •al Meeresniveau umoeHthneteo Uiftdruct Wettervoraussage. Unter dem Einfluß hohen Druckes herrscht in ganz Deutschland heiteres Wetter. Die Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht haben sich dabei verschärft, und namentlich im östlichen Deutschland liegen die heutigen Morgentemperaturen unter 10 Grad. Der hohe Druck wandert ostwärts ab, aber trotzdem werden die aus ihm ausfließenden kontinentalen Luftmassen ihren Einfluß noch geltend machen. Jedoch lagert über Frankreich eine flache Störung. Sehr wahrscheinlich wird dadurch Bewölkung auf- treten, wobei gleichzeitig wieder ein Ausgleich der Temperaturen stattfindet. Wettervoraussage für Mittwoch: Stellenweise Frühnebel, zunächst tagsüber noch heiter, dann aufkommende Bewölkung, trocken. Wettervoraussage für Donnerstag: Uebergang zu wolkigem Wetter mit zwischen Tag und Nacht mehr ausgeglichenen Temperaturen. Lufttemperaturen am 16. September: mittags 22,6 Grad Celsius; abends 17,9 Grad; am 17. September: morgens 14,3 Grad. Maximum 22,6 Grad, Minimum 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. September: abends 20,8 Grad; am 17. September: morgens 16 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. 20, 15. 30, bis 120 bis Kelipon! Dies ist bestimmt das günstigste Mittel auch für Ihre Haare. Es verschönert wunderbar, ha,t sicher mehr Vorteile als ähnliche Shampone. Frau Doktor A.S.schrieb: Verschiedene Haarwaschmittel probiert, aber immer reumütig zum Helipon zurück! — Preis 30 Pfg. das Paket, enthält 2 oder 3 abgeteilte Portionen. Ausdrücklich „Helipon“ verlangen! 1646V Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: ....... ' bis 1 Pfund 55 Pfennig Daher nur,,Seeligs kandierten Kornkaffee" das gesunde deutsche Familiengetränk 20, Meerrettich 70 bis 150, Kürbis 5 bis 8, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln 5, Falläpfel 4 bis 5, Aepfel 10 bis 20, Dirnen 10 bis 20, Preiselbeeren 35 bis 40, Pfirsiche 45 bis 70, Brombeeren 60 bis 65, Zwetschen 8 bis 12. Mirabellen 15 bis 20, Reineclauden 15 bis 20 Pf. 3unge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pfennig das Pfund; Käse (zehn Stück) 60 bis 140 Pf.; Tauben 70 bis 90 Pf. das Stück, Gier 15, Blumenkohl 30 bis 80, Salat m unb 8 auf das WZ fr ®»r Jte A.^hlund Ä&äfi W gewesen. hat :lc?' dah jedes einen, ab. 7 $ mitunter, für die Ah. 3°einfetzen, "etar Elimson 7/ «echnifche! ? Eeeab. a 2a. tQT $Mon er. Eungrn aller ? Wien, \w >t aus die Mih. r Lrujahrsseiei. der für Un. W dah man 21 b t € u n g e n nlien abhalten >ft möglichst rei. In Rewburg (Reuhork) ereignete sich in einem Abzugskanal gegen Mittag mehrere Gasexplosionen, durch die die Vorder- ‘ front einiger Rachbarhäuser eingedrückt wurde. 3n vier Läden brachen Brände aus, die die Geschäftsräume in Trümmer legten. Fünfzehn Personen wurden verletzt, einige davon schwer. Vier Personen werden vermißt. Straßen wurden aufgerissen und ganze Gebäude in Trümmer gelegt. 50 Gebäude wurden beschädigt und viele Personen aus Läden auf die Strahe geschleudert. Der in dem Geschäftsviertel angerich- Ifcte Schaden wird auf eine halbe Million Dollar ■ ” Äich ist «J । fr tieW.fi ' ’ ? cr kann ind ct ‘ -Ducht eV seine- 1 anze TE ^,ht (Unf )ier Ä Wölf tt^i^Deise die .endenie und dee rJr dieses .< M && SS- bei einer internationalen Motorbootregatta. Lei der internationalen Motorbootregatta am Lido ist das amerikanische 2000-?8.-Motorrennboot „Miß America VII" im Rennen gegen die bekannte „Miß England" des Majors Segraeoe aus noch nicht aufgeklärten Gründen verunglückt. Das Boot schoß Iim einer Welle plötzlich etwa 6 Meter hoch i» bie Luft und fiel kieloben aufs Wasser, wobei cs schwer beschädigt wurde. Der Führer, der Amerikaner Philip Wood, und sein Mechaniker wurden ins Wasser geschleudert, aber von dem nachfolgenden Konkurrenten gerettet und ins Krankenhaus übergeführt. Das verunglückte Boot vermochte eine Geschwindigkeit von rund 150 Kilo- uieter in der Stunde zu erzielen. Tirol protestiert. Die Forderung nach Revision der Verträge. Innsbruck, 16.Sept. (WB.) Die heutige Sitzung des Tiroler Landtags war bei einer feierlichen Kundgebung des Landeshauptmanns zum zehnjährigen Bestehen des Vertrages von St. Germain gewidmet. Rach einer Zusammenfassung alles dessen, was vor zehn Jahren geschah und nach einer Verlesung des Protestes des verfassungsgebenden Tiroler Landtags vom 23. September 1919 gegen die Vergewaltigung des Landes Tirol, führte der Landeshauptmann u. a. aus: Seither sind zehn Iahre verflossen, aber die brennende Wunde ist keineswegsvernarbt. Denn nicht nur, doh Tirol damals zerrissen wurde, die Befürchtungen, die wegen der nationalen und kulturellen Zukunft unserer im abgetretenen Gebiet lebenden Brüder und Schwestern gehegt wurden, haben leider einemehr als traurige Erfüllung gefunden. Wir erheben heute, zehn Iahre, nachdem diese furchtbare Katastrophe über unsere Heimat hereingebrochen ist, unsere Stimmen neuerdings mit Würde, aber auch mit aller Deutlichkeit, wie es jüngst Deutschland getan hat, als es wieder gegen die Kriegsschuldlüge und gegen die Bestimmungen des Friedensvertrags Einspruch erhob und wie Ungarn immer wieder sein Rein dem Vertrag von Trianon entgegengeschleudert hat. Für alle Ewigkeit kann der surchtbare Druck dieser Friedensverträge nicht auf uns lasten. Maßgebende Männer haben bereits zugegeben, daß ohne Lösung des Min derheitenpro- blemö und ohne klare Antwort auf die Abrüstungsfrage eine endgültige Liquidierung des furchtbaren Weltkrieges und die Defriekxmg Europas lediglich ein Phantom ist. Wenn dem aber so ist, dann muh eine Revision der zur Zeit bestehenden Verhältnisse eintreten. Das unüberwindbare gute Recht ist Der Entschließungsantrag unterstreicht die lleberzeugung, dah eine fortschreitende und allgemeine Herabsetzung der Rüstungen in der ganzen Welt dringend verengt wird. 6t spricht ferner die Erwartung aus, daß der vorbereitende Ausschuß für die Abrüstungskonferenz seine Arbeiten zum frühe st möglichen Zeitpunkt abschließt und erklärt bann, daß bei der Aufstellung des Entwurfs für die Abrüstungskonvention in Erwägung gezogen cverden müsse, inwieweit die erwähnten vier tzauptgrundsähe angenommen wurdexv oder angenommen werden sollten. Die Veröffentlichung des Entschliehungsantrages bildete den Haupt- Pgenstano'des Gesprächs in den Wandelgängen des Dölkerbundsekretariats. Obwohl damit die wichtigsten Punkte des Abrüstungsproblems erteilt zur Diskussion gestellt werden, wird doch allgemein auf die vorsichtige Formulierung der vier Hauptpunkte hingewiesen, die bei Vervollständigung des Entwurfs der Abrüstungs- kvnvention noch berücksichtigt werden sollen. Heber den praktischen Erfolg der Wiederaufnahme dieser Erörterungen gibt man sich auch auf englischer Seite keinen besonders grohen Erwartungen hin. Aus aller Well. „Politische Augenzeugenberichle." Die dem Reichsarchiv angegliederte histo- rische Reichskommission, die sich unter dem Vorsitz Friedrich Meineckes unter anderem die Aufgabe gestellt hat, da sgeschicht- liche Werden der deutschen politischen Gegenwart zum Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntnis zu machen, hat eine bemerkenswerte Reuerung getroffen. Sie befragt !' durch eine historisch-wissenschaftlich geschulte Kraft Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens über ihre Mitwirkung an politischen (Ereignissen und fixiert die Resultate dieser Mitteilungen, um auf diese Weise eine Sammlung politischer Augenzeugenberichte zu erhalten, die a[8 Mittel zur Feststellung der historischen Wahrheit bjenen sollen. Gasexplosionen in einer amerikanischen Stadt. 15 bis 20, Sakatgurken 10 bis 25, Einmach- Sitten 2 bis 4, Endivien 10 bis 20, Ober- ohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 30 Pfennig das Stück; Kartoffeln 4 bis 4,50 Mark der Zentner. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der König von Soho" und „Der Maharadscha von Dvmelanien.". — Asto- ria-Lichtspiele: „Die Frau die nicht nein sagen kann" und „Der Turfkönig". Berliner Börse. Berlin. 17. Sept. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es gestern abend in Frankfurt trotz des ruhigen Geschäftes gut behauptet war, hofft man auch für heute auf eine bessere Stimmung, da in der Zwischenzeit nichts Ungünstiges vorgefallen ist. Die gestrige Neuyorker Börse schloß sogar nach schwankendem Verlauf ziemlich fest. An Kursen nennt man vorläufig nur Farben mit 212 Geld. Am Devisenmarkt hörte man London gegen Paris 123,90, London gegen Mailand 92,69. London gegen Spanien 32,86, London gegen Kabel 4,8466, London gegen Berlin 20,36, Kabel gegen Berlin 4,2010. ** Personalien. In den Ruhestand versetzt wurden der ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität Geh. Hosrat Professor Dr. Karl Elbs auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1.Oktober 1929 an; der ordentliche Professor für organische Chemie an der Technischen Hochschule Darmstadt, Professor Dr. Hermann Finger, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1929 an. ** Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als Nachfolge- rin für Frl. Alix K r a h m e r wurde für die kommende Winterfpielzeit Frl. Marianne Mewes vom Bremer Schauspielhaus für das Fach der ersten jugendlichen Salondame von Intendant Dr. P r a f ch verpflichtet. ** Rundflüge vom hiesigen Flughafen aus finden bis auf weiteres an jedem Tage statt. Man beachte die heutige Anzeige. ** Ausstellung des S t ä d t e - Achter- Preises. Vom Verein Rudersport Gießen 1913 und Akademische Ruderabteilung wird uns mitge- teilt: Der von den Städten Gießen und Wetzlar im Jqhre 1926 gestiftete Achter-Wanderpreis, der am Sonntag auf der Lahn ausgefahren und vom Verein Rudersport Gießen 1913 wieder gewonnen wurde, ist für einige Tage im Schaufenster der Firma C. O. Reuter ausgestellt. •* Abschiedsfeier für den „alten Stei n“. Der Vogelsberger Höhenklub (V. H. C.) hatte für Samstagnachmittag zu einer Ab- schiedsseier für den seitherigen Klubwirt Stein auf dem Hoherodskops eingeladen, und viele Freunde des „Alten vom Berge" waren der Einladung gefolgt. Der erste Vorsitzende des Klubs, Dr. Bruchhäuser, Lllrichstein, würdigte in seiner Ansprache die Verdienste des Klubwirts 3ohs. Stein, der vierzig 3ahre die Bewirtschaftung der Klubhäuser auf dem Hoherodskops gehabt und dabei nie die 3nter- essen des Vereins aus den Augen verlorenl habe. Dem Dank für das treue Ausharren auch in schwierigen Zeitverhältnissen auf dem Posten fügte der Vorsitzende die besten Wünsche an für den Scheidenden und seine Familie, der mit seinem Sohne in Breungeshain eine Gastwirtschaft betreiben wird. Reben verschiedenen anderen Rednern widmete der Mundart- dichter Peter Fuchs, Offenbach a. M., dem alten Freunde Stein ein selbstverfaßtes Gedicht und überbrachte die Grüße des Offenbachef Zweigvereins, der immer gern auf dem Hohe- rodskops Einkehr gehalten hat. Als Rachfolger des Klubwirts Stein wurde der Gastwirt Wilhelm Bender, Besitzer des Hauses „Hubertus" bei Schotten, gewählt, dem die zwei Klubhäuser sowie das neu erworbene „3äger- heim" zu dem verhältnismäßig hohen Betrage von 2600 Mk. verpachtet worden sind. Der neue Pächter wird am 1. Oktober d. 3. seinen Einzug halten. ** Die Opel-Sonderschau, die von der hiesigen Opelvertretung P. 3 ä g e r am Sonntag und gestern in der Volkshalle veranstaltet wurde, fand auch am gestrigen Tage einen außerordentlich lebhaften Besuch, der das starke 3uteresse bekundete, das man in Stadt und Land dieser neuartigen Ausstellung entgegenbrachte. Ein Rundgang durch diese Kraftfahrzeug-Schau war in der Tat außerordentlich fesselnd. Man konnte an den schnittigen Wagen mit ihrer gediegenen Ausstattung und ansprechenden äußeren Herrichtung seine Freude haben. Daß die Fahrzeuge auch beim Publikum starken Anklang gefunden haben, geht aus der Tatsache hervor, daß nach den angebrachten Der- kaufsschildern der Absatz der Ausstellerfirma sehr gut gewesen ist. ** Wildgänsezug. Die Tierpsychologische Beobachtungsstelle schreibt uns zu der Mitteilung über einen Wildgänsezug am Sonntag, 8. September, daß am Dienstag, 3. September, nachmittags gegen 6 Uhr, an der Ostseite des Aulweges an der verlängerten Schubertftraße folgendes beobachtet wurde: „Es kam von Osten ein kleiner Schwarm (ungefähr 5) von Wildgänsen, gleichzeitig von Nordosten ein etwas größerer Schwarm von etwa zehn Stück, die sich alle vereinigten und in westnordwestlicher Richtung über den großen Neubau nahe der Lupusheilstätte weiterflogen. Die Vereinigung und die weitere Richtung des Fluges ist sehr bemerkenswert. Mitteilung von weiteren Beobachtungen ist erwünscht. ** Die Frankfurter Herbstmesse, die vom 22. bis 25. September stattfindet, bringt drei Spezialmärkte für Möbel, Haushaltartikel und Spielwaren. Diese Märkte weisen gegenüber dem bisherigen Umfang im Rahmen der Frankfurter Messen eine sehr beachtliche Erweiterung auf. Man beachte die heutige Anzeige. Aus Der Proviuzialhaupifiadi. Gießen, den 17. September 1929. Oie neue Gebührenordnung für die Arbeiten der Katastervermeffung. Seither regelten sich die Gebühren für die Katastervermcssungsarbeiten nach der Gebührenordnung vom 12.3anuar 1926. Runmehr hat das hessische Finanzministerium eine neue Ge- bührenordnung vom 2 4. 3uli 19 29 erlassen. Das erste, was an dieser neuen Gebührenordnung in die Augen fällt, ist die Tatsache, daß die Gebühren wiederum er - heblicherhöhtwordensind, teilweise sogar bis zu 50 Prozent gegen seither! So betragen z. D. die Gebühren für jeden Hektar Gemarkungsfläche, wenn die Gemarkungsgrenze neu ausgenommen wird, jetzt 18 Mk., seither 12 Mk.! Wenn die Gemarkungsgrenze nicht neu ausgenommen wird, jetzt 18 Mk., seither 11 Mk.! Die Gebühr für jedes Grundstück beträgt nach der neuen Gebührenorduung 1,30 Mk., seither 90 Pf.; für jede Hofreite 20 bis 30 Mk., seither 15 bis 23 Mk. Schon aus dieser kleinen Gegenüberstellung ergibt sich, daß auch hiernach wieder eine erheblichfinanzielleMehr belast ung für die Gemeinden und dieeinzelnen Grundbesitzer eintreten wird. .Für die rheinhessischen Gemeinden ist die neugeschaffene Bestimmung in § 1 der neuen Gebührenordnung von Bedeutung, wonach infolge der besonderen Schwierigkeiten imWein- berggelände die für jedes Hektar Gemarkungsfläche und für jedes Grundstück oben angegebene Gebühr um 60 bis 110 Prozent zu erhöhen ist! Bor Beginn einer Katastervermessung stellt das Landesvermesfungsamt auf Grund dieser Gebührenordnung eine Kostenberechnung auf und teilt sie dem Gemarkungsinhaber mit. Mangels anderer Bestimmungen ist die neue Gebührenordnung am 7. Tage nach Ablauf des Ausgabetages des Regierungsblattes, mithin am 16. Aug. 1929," in Kraft getreten. Die alte Gebührenordnung vom 12. 3anuar 1926 hat nur noch Geltung für die im Betrieb befindlichen Arbeiten. Rückwirkende Kraft besitzt also die neue Gebührenordnung nicht. Die Sähe der neuen Gebührenordnung werden für diejenigen Katastervermessungsarbeiten angewandt, für die eine Kostenberechnung noch nicht aufgestellt ist. Rach Angabe des Landesvermessungsamts sind die Sähe der neuen Gebührenordnung so festgesetzt worden, daß die halben Selbstkosten der Katastervermessungen der Staatskasse durch Gebühreneinnahme ersetzt werden. Oie demokratische Liste für den oberhessischen provinzialiag. Am Samstagnachmittag fand in Friedberg eine von etwa 100 Delegierten aus allen Teilen Oberhessens besuchte Provinzversammlung der Deutschen Demokratischen Partei statt. Die Tagung wurde vom Provinzialvorsitzenden, Schulrat Fischer (Gießen), geleitet, der bei der Eröffnung den Landtagsabgeordneten Oberamtsrichter Schreiber (Vilbel) als Landesvorsitzenden der Demokratischen Partei und Generalsekretär Dr. Kunze (Darmstadt) begrüßen konnte. Nach einem mit Beifall aufgenommenen Referat des Prooinzialausschußmitglieds, Kommerzienrat Langsdorf (Friedberg) über die Aufgaben der Provinzialverwaltung in den letzten vier Jahren wurde nach kurzer Beratung der Wahlvor- schlag für die bevorstehende Provinzial- t a g s w a h l aufgestellt. Die Liste weist 12 Namen aus allen Teilen Der Provinz auf. Die Spitzenkandidaten sind: Kaufmann Hammerschlag (Gießen), Steuerinspektor P l a a g (Bad-Nauheim), Direktor Schanz (Ober-Schmitten). Schulrat Fischer bat, von seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden des Oberhessischen Provinzialverbandes Abstand zu nehmen. Auf eindringliches Bitten der Versammlung ließ er sich aber nochmals bewegen, nach einstimmig erfolgter Wahl das Amt anzunehmen. Zweiter Vorsitzender wurde Amtsgerichtsrat Thurn (Friedberg). Wiedergewählt wurden Frl. Frick (Gießen) als Schriftführer und Weil (Gießen) als Rechner. Ein Referat von Generalsekretär Dr. Kunze über die politische Lage in Hessen bildete den Abschluß der Tagung. Daten für Mittwoch, 18. September. Sonnenaufgang 5.38 Uhr, Sonnenuntergang 18.09 Uhr. — Mondaufgang 18.23 Uhr, Monduntergang 4.31 Uhr. 1426: der Italer Hubert van Eyck in Genf ge- r t «® Ää e, ? “-Aw Um: .Der Kodas wüsteste Dr' de- < der großen 61< Kränkte und un Lumpenprole am S L U- , ,ete schätzt. Ä unb 6* L 3 18 a ©■ Ex ou @K> 1 E i sx hört alß' Ust den 3»1 noch nicht scha [ere ff 08 bezen Heute Eröffnung der Porzellan-Sonderschau Kunstgewerbehaus Jul. Bach in den oberen Räumen des Cafe Astoria. 7b28A 7622D Ullersdorf (Isergebirge), Gießen, Darmstadt, den 16. September 1929. 7617D 76140 TRAGT DIE GUTE SCHMÜCKER-KLEIDUNG Dr. Gerson-Diät Zimmer KUR- UND I NAHRUNGSMITTEL s salzfrei! Kräuterhaus JUNG von iBe- Tauermieler cimter) gesucht. Schr. Angeb. o. 05911 an den Gieß. An-, Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. September 1929, 2 Uhr nachmittags, vom Portale des Neuen Friedhofes aus statt. [ Vermietungen | Schönes Zimmer mit 1 ob. 2 Belten, eleklr. L., sofort au vermieten. 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Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß wir unsere Hebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Frau Mathilde Joseph Seh. Trautwein Witwe des Grofeh. Oberforstmeisters August Joseph nach schwerem, jahrelangem Leiden in aller Stille heute zur ewigen Ruhe bestattet haben. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Forstmeister Hiemenz geb. Joseph. Obstversteigeruvg. Samstag, den 21. >eplember, vormittags 10/« Uhr, wird bas Obst in den fiskalischen Obstgärten in Atten-Duseck (Aepfel, Birnen, Zwetschen) versteigert. 7625D Auskunft durch Herrn Förster i. R. Muller zu Alten-Buseck und das Forstamt. Gießen, den 16. September 1929. _______Hessisches Forstamt Gießen._______ Obstversteigerung. Donnerstag, den 19. September, nachmittags 1 Uhr, soll das Gemeindeobst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft bei der Schule. Dorf-Gill, den 16. September 1929. 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Der englische Handelsminister Graham gehört zwar der Labour-Parth an, ist indessen als Wirtschastspolitiker nichts weniger als Sozialist oder Internationalist. Wenn er in Genf den Vorschlag macht, einen zweijährigen Z o l l f r i e d e n einzurichten, so klingt das zunächst fast paneuropäisch, ist aber in Wirklichkeit nichts anderes als englischer Wirtschaftsimperialismus reinsten Wassers. Englands Wirtschaft geht es nicht gut, was nicht nur die hohe Zahl der Arbeitslosen bezeugt, sondern vor allem auch die Lohnkämpfe in den Schlüsselindustrien, wie im Kohlenbergbau und in der Textilindustrie. Die La- bour-Aegierung hat den großen Erfolg bei den Maiwahlen in der Hauptsache dadurch erzielt, daß sie dem Workman, d. h. dem Arbeiter, zwar nicht das goldene Zeitalter, wohl aber reget- mäßige Arbeit und regelmäßigen Verdienst versprach. Die Labour-Regierung versucht, dies Versprechen einzulösen, nicht dadurch, daß sie sozialistischen Hirngespinsten nachjagt, sondern dadurch, daß sie den wirtschaftlichen und sozialen Tatsachen Rechnung trägt. Sie hat zugelassen, daß die Löhne in der Textilindustrie abgebaut wurden, sie hat aber auf der anderen Seite im Haag durchgeseht, daß dem englischen Bergbau auf Kosten des deutschen Bergbaues ein Teil des italienischen Kohlenbedarfes ausgeliefert wurde. Run läßt sich mit diesen Behelfsmitteln die Krise der englischen Wirtschaft noch nicht lösen, denn um anderthalb Millionen Arbeitslose wieder in den Produktionsprozeß einzureihen, sind Maßnahmen großen Stils erforderlich. Run hat die Labour-Party dem englischen Workman nicht nur Arbeit versprochen, sie hat auch das Erbe oder den Grundsatz des britischen Fr eihandels übernommen, in der durchaus geschichtlichen Auffassung, daß der glänzende Ausstieg der britischen Wirtschaft im 19. Jahrhundert iin wesentlichen ein Werk des Freihandels war. Wir wissen, daß Großbritannien heute kein Freihandelsland mehr im eigentlichen Sinne ist, sondern schon so viel Zollmauern errichtet hat, daß die Verbindung durch einen Generaltarif genügt, um aus dem Freihandelsland von gestern ein Hochschuhzolland von morgen zu machen. Wenn die Labour-Regierung darauf auch verzichtet, so verzichtet sie doch nicht darauf, aus der gegebenen wirtschaftlichen und handelspolitischen Entwicklung alle Vorteile auf die Seite Englands zu ziehen. S o müssen wir den Vorschlag Grahams in Genf auffassen und ausdeuten. Es ist Herrn Graham sicher ernst mit dem Vorschlag, einen zweijährigen Zollfrieden für Europa einzurichten. Wenn sich noch andere Erdteile anschließen, um so besser. Die Labour- Regierung geht davon aus, daß es möglich sein muh, Englands Anteil am Gesamt- Handel der Erde wieder auf D-or- kriegShöhe, wenn es geht, darüber hinaus zu steigern. Soll es möglich sein, so dürfen sich die Märkte nicht gegenseitig durch Zollmauern abschließen. Vor allem nicht gegenüber England. Leider geht die Rechnung nicht so einfach auf, wie das die Labour-Regierung wünscht. Der Versailler Friede hat nicht nur Sieger und Besiegte geschaffen, er hat einen der aufnahmefähigsten Märkte, nämlich den deutschen Markt, in ein A b h ä n g i g k e i t s v e r - hältni 8 gezwungen, das das freie Spiel der Kräfte für die wirtschaftliche Entwicklung einfach aufgehoben hat. Wenn Deutschland Jahr für Jahr zwei Milliarden Mark aus dem Ertrag seiner Wirtschaft ohne Gegenleistung an die Sieger abführen soll, so geht das nur, wenn | die deutsche Wirtschaft über den deutschen Markt sicher und unbedingt verfügen kann. Der Tribut ist ja eine Vorbelastu na der deutschen Wirtschaft, der sich in höheren Gestehungskosten ausdrücken muß. Es ist nicht wirtschaftliche Engherzigkeit, wenn in dieser Zwangslage die deutsche Wirtschaft den Zollschutz nicht preisgeben kann und darf. Deutschland hat erst im Januar 1925 seine handelspolitische Frei- heit zurückgewonnen, ohne aber bisher in der Lage gewesen zu sein, diese Freiheit im Interesse seiner Wirtschaft ausnutzen zu können. Es ist für Deutschland schwer, Handels- und Tarifverträge abzuschließen, hauptsächlich deshalb, weil es gerade mit Rücksicht auf den Tribut nicht die zollpolitischen Zugeständnisse gewähren kann, die sonst das Abc eines Handelsvertrages sind. Ein Schulbeispiel hierfür bieten zur Zeit die deutsch-schwedischen Vertragsverhandlungen, die 1926 sehr wenig glücklich für Deutschland verlaufen find. So wenig Deutschland auf einen Markt verzichten kann, so wenig kann und darf es zugeben, daß einzelne Industrie gruppen ohne Zollschutz bleiben. Wie verhängnisvoll der deutsch-schwedische Vertrag für lebenswichtige deutsche Jndustisiegruppen sich ausgewirkt hat, erleben wir ja heute wieder an den begründeten Eingaben und Vorstellungen der deutschen K l e i n e i f e n - Industrie und die Pflaster- st e i n-Industrie. Wenn Deutschland sich auf den englischen Zollfrieden einläßt, dann muß es beispielsweise die deutsche Steinindustrie Preisgeben, das zu einer Zeit, wo der Ausbau der deutschen Verkehrsstratzen infolge der Motorisierung des Verkehrs einen gewaltigen Bedarf an Wegebaumaterial Hervorrufen muh. Dabei ist das deutsche Material besser als jedes andere Straßenbaumaterial, aber in der Wettbewerbsfähigkeit dadurch beschränkt, daß es mit höheren Gestehungskosten belastet ist. Im deutsch-schwedischen Vertrag ist der unbedingt notwendige Zoll auf die Einfuhr von Pflastersteinen beseitigt worden, so daß nun auch valutaschwache Länder auf dem Hrntoeg über die Meistbegünstigung den deutschen Markt beliefern können! Die deutsche Steinindustrie mutz dafür ihre Arbeiter freisihen und der Erwerbslosenfürsorge überlassen. Aehnlich liegen die Dinge bei der Kleineisenindustrie, die durchweg Qualitätsware liefert, die, weil sie im Schwedenvertrag und damit auch infolge der Meistbegünstigung gegenüber allen anderen eisenerzeugenden Ländern unzulänglich geschützt ist, zusehen mutz, wie der innerdeutsche Bedarf in wachsendem Matze vom Ausland gedeckt wird. Um aber die eigene Produktion, wie z. B. in Bandeisen abzusehen, mutz die deutsche Kleineisenindustrie diese unter Gestehungspreis, also mit Verlust an das Ausland verkaufen. Zollfrieden ist sehr schön, aber er darf nicht auf Deu tschlands Rücken eingerichtet werden. Kalenderreform. Ein amerikanischer Vorschlag. In den Vereinigten Staaten, wo man noch Zeit und Lust hat, sich mit Dingen zu beschäftigen, die mehr an der Peripherie des nackten Daseinskampfes liegen, ist eine neue Bewegung zugunsten einer Kalenderresorm entstanden, die vom Völkerbund die Einberufung eines großen Kalenderkongresses verlangt. Sie wartet auch mit bestimmten Plänen auf. Rach ihren Vorschlägen soll das Jahr in dreizehn Monate von je achtund zwanzig Tagen eingeteilt werden. Stichtag wäre der erste Januar 1 9 3 3, der auf einen Sonntag fällt, so daß nicht nur das Jahr immer mit einem Sonntag begänne, sondern, da dann regelmäßig jeder Monatstag auf den gleichen Wochentag fällt, auch jeder Monat mit einem Sonntag anfängt. Zum Ausgleich wäre ein besonderer Reujahrstag zwischen den letzten Dezember und dem 1. Januar einzuschieben, der also als Wochentag nicht gezählt wird, während alle vier Jahre ein Schalttag zwischen das Ende des Juni und den Beginn des Juli eingefügt werden soll. Wir hätten, falls dieser Plan von der Weltkonferenz angenommen werden sollte, dann auch eine Schematisierung des täglichen Lebens, die zweifellos für das Geschäftsleben von Vorteil wäre. Das wollen die Amerikaner nicht zugeben, sie müssen derartigen Projekte stets mit einem moralischen Mäntelchen umgeben und behaupten deshalb, daß durch eine solche Reuordnung des Kalenderwesens dem einzelnen mehr Zeit zur inneren Sammlung gegeben würde, was natürlich großer Unfug ist. Es hat auch gar keinen Sinn, an eine so ausgesprochen praktische Angelegenheit mit triefenden Phrasen heranzugehen. Hier entscheiden nüchterne Vorteile und Rachteile. Ausgangspunkt der Kalenderreform ist ja schon seit vielen Jahren das wandernde Osterfest, das immer nach dem Reumond festgelegt wird. Rach dem Osterfest wieder bestimmt sich das Schuljahr« das dadurch ganz verschieden lang ist. Für ten Unterricht entstehen daraus schwere Unzuträglichkeiten, die von allen Seiten anerkannt werden. Bisher ist aber der Versuch einer F e st - legung des Ostertermins an den religiösen Bedenken des Vatikans gescheitert, und es sieht nicht danach aus, als ob diese Widerstände sich besiegen lassen. Eine Schematisierung, wie sie jetzt die Amerikaner Vorschlägen, wird in Europa vermutlich auf wenig Gegenliebe stoßen. Die Vorteile, die sich für das Geschäftsleben vielleicht ergeben können, sind so gering, daß sie kaum zu Buch schlagen. Ganz abgesehen davon, daß abergläubischen Raturen ein Jahr mit dreizehn Monaten sicherlich nicht sympathisch wäre. Als unmittelbare Wirkung ergibt sich indessen eine stärkere Schematisierung des bürgerlichen Lebens, das durch eine solche Gleichmäßigkeit viel von seiner Farbigkeit verlieren würde. Das mag den Amerikanern gleichgültig sein, die unter bewußter Aufopferung alles Geistigen im Geschäftlichen ersticken. In Deutschland aber denkt man darüber vorläufig noch anders. Die Et. Hildegard-Feier in Bingen degard, die heilige Frau", wobei die Rednerin vor allem die Selbständigkeit den christlichen Persönlichkeit in den Vordergrund stellte. Rach Begrützungsworten des Ministers Kirnberger sprach der Abt von Maria Laach über „Die heilige Hildegard im Lichte ihrer geschichtlichen Eigen- a r t“. Er würdigte die theologischen und naturwissenschaftlich-medizinischen Schriften Hildegards und feierte Hildegard als die Krönung des deutschen Symbolismus des 12. Jahrhunderts. Rachmittags 3 älhr versammelte sich eine zahlreiche Menschenmenge auf dem Rochusberg zu einer WSN. Bingen, 15. Sept. Mit dem gestrigen Tage nahmen die Feierlichkeiten zu Ehren des 7 5 0. Todestages der h l. Hildegard, der Ä deutschen Frau, die lange Jahre auf dem sberg bei Bingen segensreich wirkte, an der Stätte ihrer Tätigkeit ihren Anfang. An dem Fest, das sich bis zum kommenden Sonntag, 22. September einschließlich, ausdehnt, nehmen alle Bevölkerungskreise der Stadt ohne Rücksicht auf die Konfession regen Anteil. Die Feierlichkeiten wurden am Samstagnachmittag in Bingen eröffnet mit der feierlichen Einholung der Bischofe von Ma inz und Rottenburg. Weiter trafen am Samstag ein der Bischof von Trier, sowie andere hohe kirchliche Würdenträger, Prälaten und Siebte, während am Sonntagvormittag noch der Bischof von Speyer, sowie Prälat D r. Seipel aus Wien eintrafen. An weltlichen Ehrengästen haben in Bingen Wohnung genommen der Vertreter der hessischen Staatsregierung und Ehrenvorsitzende des Festausschusses, Minister Dr. K i r n- b e r g e r (Darmstadt), der hessische Gesandte Nuß (Berlin), der Oberpräsident der Rheinprovinz, Dr. Fuchs (Koblenz), Landeshauptmann Dr. H o r i o n (Düsseldorf) u. a. Mit dem Einbruch der Dunkelheit nm Samstagabend erklang im ganzen Rheingau und in Mainz feierliches Glockengeläute und dröhnten Böllerschüsse. Gleichzeitig erstrahlten die verschiedenen Stätten von Bingen, Rupertsberg und Eibin- gen, an denen die hl. Hildegard wirkte, in elektrischem Licht. In den Räumen des Deutschen Hauses in Bingen veranstalteten der Katholische Akademikeroerband, der Katholische Frauenbund und der Hilde- gardisverein gemeinsam einen Begrüßungsabend. Die Feierlichkeiten des Sonntags wurden um 10.15 älhr vormittags mit einer akademischen Feier in der Binger Festhalle eingeleitet. Dabei sprach als Vertreterin der katholischen Akademikerinnen _ Frau Dr. Schlüter-Hermkes- Berlin über „Si e heilige Hildegard als Meisterin katholischer Geistesarbeit e r". Ihr Vortrag gliederte sich in drei Hauptpunkte, in denen die Rednerin die hl. Hildegard als Meisterin der katholischen Geistesarbeiter durch den Realismus, die Objektivität und die Spiritualität ihres Denkens zeigte. Im Anschluß daran sprach Fräulein Dr. K r a b - b e l vom Katholischen Frauenbund über „5) i l < katholischen Kundgebung, bei der der österreichische Bundeskanzler a. D. Prälat Dr. Ignaz Seipel das Wort zu dem Thema „Die hl. Hildegard im Gei- steisleben unserer Zeit" ergriff. Er führte dabei u. a. aus: Richt an Gebäuden, nicht an Mauern und Türmen haftet das Gedächtnis an die vor 750 Jahren gestorbene Frau. Die hl. Hildegard, die als Kind mit dem gefangenen Heinrich IV. unter demselben Dach gelebt hatte, kam mit Päpsten und Kaisern, mit Fürsten und Bischöfen, mit Weisen und Heiligen zusammen, cber sie verdankt nicht einem von diesen das Fortleben in der Geschichte. Es ist sie selbst, die wunderbar^ Frau, und es ist der Umstand, daß wir glauben können, sie sei gerade uns in unseren Tagen wieder wie einst ihren Zeitgenossen gesandt worden, was gestern die Glocken erklingen ließ am Rhein von Mainz bis Koblenz. Frauenarbeit, geistige Frauenarbeit, Eingreifen der Frauen in die Angelegenheiten des öffentlichen Lebens, das alles hat zu keiner Zeit so viel Bedeutung gehabt, aber auch so viele ernste Fragen aufgeworfen, als in unserer Zeit. Die Aelteren unter uns haben es mit angesehen, wie die Frauen, zuerst einzeln, dann aber in hellen Scharen in die Universitäten einzogen. Die Ausnützung der ^Imsturzzeit, die dem Weltkrieg folgte, brachte in den besiegten und daher vom älmsturz stärker und plötzlicher erfaßten Staaten früher als in den anderen den Frauen das aktive und passive Wahlrecht, führte sie damit in die Parlamente und sogar in die Regierungen ein. Es ist dies gewiß eine Teilerscheinung im allgemeinen Siegeszug der Demokratie, wobei der Dämonen der Zeit. Vornan von Arthur Brausewetter. 32 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Klaus Körbers Tätigkeit in Dettmillers Weinstuben war in mancher Beziehung anders geregelt als in Eltermanns Hotel. Wohl faß er auch hier im Geschäftszimmer, durch dessen auf die Diele ausblickendes, mit durchsichtigem Tüll verhangenes kleines Fenster er die eintretenden Gäste einer genauen Prüfung unterziehen konnte. Seine Haupttätigkeit aber bestand in der „Repräsentation". Er mußte sich möglichst in den Sälen aufhalten, auf alles Obacht geben, jeden Wunsch von den Augen lesen, jedem Wink unverzüglich Gehör geben. Wenn er so zwischen den Tischreihen einherging und nichts zu tun hatte, als in noch höherem Matze als in Eltermanns Hotel „da zu fein", weil der Oberkellner seine Sache gans allein und mit größter älmsicht machte, dann stellte er seine Beobachtungen an. Unter den Gästen war das weibliche Element, besonders in reiferen Jahren, stark vertreten. Er hatte von jeher für alte Damen, die nichts anderes fein wollten, als eben alte feine Damen, eine große Vorliebe gehabt. Diese in lebhafte Farben gekleideten, mit kostbaren Spitzen und blitzenden Juwelen behangenen Frauen aber, die mit allen denkbaren Mitteln eine Jugendlichkeit vortäuschen wollten, die ihren mit dem dicksten gJuber und der rosigsten Schminke nicht fortzu- wischenden Runzeln und Falten Hohn sprach, waren ihm etwas schwer Erträgliches, und es bedurfte der ganzen Disziplin und Gewandtheit seines Postens, immer der liebenswürdige, gefällige Direktor zu bleiben, wenn sie verstohlen mit ihm äugelten und schöntaten. Wunderbarerweise äußerte sich der Oberkellner, mit dem er sich gerne des Abends nach Geschäftsichlutz unterhielt, in ganz ähnlicher Weise zu ihm. Er hatte bald in Erfahrung gebracht, daß auch dieser ein früherer Offizier war, mit dem er ohne irgendwelche Gefahr sich auf kameradschaftlichen Fatz stellen konnte. Ebenso kam er mit dem Portier ausgezeichnet aus, einem schlichten, biederen Mann, der natürlich auch eine offene Hand hatte, aber nur nahm, was ihm an rechtlich verdienten Trinkgeldern zustand. Herr Dettmiller selber war ein in den besten Jahren stehender Lebemann, der über dem Ganzen ichwebte. mit einigen Stammgästen gern ein gutes Glas Bier trank und gelegentlich auch außerhalb seines Hauses sich zu vergnügen wußte. Eines Rachmittags, als es eben zu dunkeln begann unb Klaus die einzige für ihn ruhige Stunde auf dem Sofa des an das Geschäftszimmer angrenzenden kleinen Gemachs in aller Behaglichkeit genießen wollte, erschien der Portier und meldete, daß Herr Doktor Hamann ange- läutct hätte und Herrn Persich, den Oberkellner, zu sprechen wünschte. Der aber wäre im Hause nicht zu finden, und nun wollte der Herr Doktor den Herrn Direktor haben. Klaus begab sich an den Apparat und Herr Hamann kündete an, daß er heute abend nach dem Theater mit einer Richte, die bei ihm zu Defuch wäre, in die Weinstuben kommen und eine der geschlossenen Rischen im Etzsaal Vorbehalten haben möchte. Man möchte alles hübsch bereiten. »Sie kennen den Herrn?" fragte Klaus den Oberkellner, der von einer Besorgung zurück- gekehrt war. „Herrn Doktor Hamann? Was werde ich ihn nicht kennen? Er ist einer der ersten Verteidiger Berlins und kommt ab und zu nach dem Theater zu uns." Run erinnerte sich auch Klaus des Ramens. Er hatte gerade in diesen Tagen die Verteidigung in einem großen Prozesse gehabt. Ganz Berlin hatte von ihm gesprochen, und er war gespannt, ihn nun selber kennenzulernen. Der Besuch am Abend war zahlrei. er als sonst, so daß der Oberkellner Mühe hätte, die bestellten Tische freizuhalten, zumal das Theater, das Herr Hamann mit seiner Richte besuchte, sehr lange spielen mußte, denn die Llhr ging stark auf elf, und noch immer war nichts von ihnen zu sehen. Endlich erschienen sie. Klaus, der sich für kurze Zeit in sein Geschäftszimmer zurückgezogen hatte, um einige Kassenangelegenheiten zu erledigen, sah von seinem Fenster aus einen mit modischer Vornehmheit gekleideten Herrn, der über die besten Jahre bereits hinaus schien, und eine junge Mädchengestalt, der er ritterlich beim Abnehmen der Sachen behilflich war. Er legte seine Bücher fort und begab sich nach draußen, die Gäste zu begrüßen--da sah ör in den Händen des Herrn eine mit dunklem Pelz verbrämte Winterjacke, hörte er ein helles, melodisches Lachen — und blieb wie festgewurzelt stehen. Alles hätte er für möglich gehalten — aber daß er sich auch in diesem Mädchen getäuscht hätte, daß diese liebliche Pfarrerstochter vom Lande, für deren Unschuld er die Hand ins Feuer gelegt hätte — nun hatte aueß sie ihn erkannt. Eine leichte Röte stieg in ihre Wangen, pflanzte sich bis an die Haarwurzeln fort, aber ihre Augen grüßten ihn mit dem alten sonnigen Leuchten Sind Sie jetzt hier ... Herr ... Herr ...? Sehen Sie, ich weiß nicht einmal Ihren Romen," letzte sie in einer -Unbefangenheit hinzu, die Klaus neue Rätsel aufgab. „Körber," ergänzte er. „Welch ein Zufall! Das hätte ich wirklich nicht gedacht, daß ich Sie hier wiederfinden würde, Herr Körber." „Das glaube ich gern.“ Er sprach in jener geschäftlichen Höflichkeit, die ihm seine Stellung zur zweiten Ratur gemacht hatte. Aber ein bitterer Unterton war in seinen Worten. Sie sah ihn mit leisem Befremden an. Ihre Rügen nahmen die graue Färbung an. Aber sie sagte weiter nichts, sondern folgte mit einem kurzen Gruß ihrem Begleiter, der bereits an der geöffneten Rischentür stand und ihre Unterhaltung mit einem Angestellten des Hauses, dem er nur einen flüchtigen guten Abend geboten, etwas reichlich lang zu finden schien. „Wohl ein guter Bekannter von Ihnen?" hörte er ihn noch fragen, indem sie eintraten. Ihre Antwort vernahm er nicht mehr. Es gab für ihn mancherlei zu tun, sowohl im Geschäftszimmer wie auch in den Sälen, zumal Herr Dettmiller seinen Klubabend hatte und nicht im Hause war. Ab und zu nur merkte er auf, wenn der Kellner durch die geöffnete Tür die Speisen in die Rische trug und den Champagner schenkte. Dann blickte er in das fröhlich strahlende Antlitz eines jungen Mädchens, sah, mit welcher Lust es atz, mit welchem unverhohlenen Vergnügen es den schäumenden Wein über die roten Lippen gleiten lietz. Unö sein Herz war traurig, und immer aufs neue stand er vor dem Unbegreiflichen. Was geht es dich an? sagte er sich schließlich. Aber die innere Traurigkeit legte sich nur lastender auf ihn, und feine Arbeit ging ihm schwer von den Händen. Die Zeit schritt vor, die Säle begannen sich zu leeren. Klaus hatte sich eben von einigen Stammgästen verabschiedet. Run gingen auch die letzten, und er wollte in sein Geschäftszimmer zurückkehren — da mit einem Male wurde einer der auf die Diele führenden Rischentüren mit einem heftigen Ruck geöffnet, und kreidebleich, den Ausdruck hilflosen Entsetzens in den ratlos starrenden Augen, stand die Pfarrerstochter vor ihm. „Sie haben mir einmal schon geholfen — helfen Sie mir auch heute!" Es war ein erstickter Schrei, mit dem sie ihm entgegenstürzte, mit unbeschreiblicher Angst seine beiden Hände fassend. „älm Gottes willen ... was ist Ihnen? Was ist geschehen?" Er hatte ihre Hände mit fünftem Druck aus den feinen gelöst und sie zu einem Stuhl geführt. ..Rein ... ich will nicht sitzen ... ich will fort!" Sie sprach immer noch schnell und gehetzt, zugleich ganz leise und eingeschüchtert, als fürchtete sie, daß sie jemand hätte hören können." „So sagen Sie mir doch, ich bitte Sie ..." „Rein ... jetzt nicht ... ich kann nicht ... Sehen Sie denn nicht, daß ich nicht kann! Ein andermal ... Jetzt aber geben Sie mir meine Sachen ... Gleich, daß ich nach Hause komme ... ohne daß der da es merkt!" „Seien Sie ganz ruhig, Sie stehen unter meinem Schuh." Sie hörte ihn gar nicht, wandte sich von ihm ab und machte, am ganzen Leibe zitternd, einige Schritte vorwärts, dem Ablegeraum entgegen. Da trat Doktor Hamann aus der Rische. „Was in aller Welt geht denn hier vor?" fragte er, Klaus mit einem halb verlegenen, halb herausfordernden Blicke musternd. „Ist der jungen Dame schlecht geworden? Haben Sie nicht irgendwelche weibliche Bedienung bei der Hand?" Ohne ein Wort zu erwidern, winkte Klaus dem Kellner, daß er die Sachen der jungen Dame brächte, und beauftragte den Portier, einen Taxameter oder ein Auto zu besorgen. Dann geleitete er sie zu dem Wagen, entlohnte den Führer und gab ihm den entsprechenden Auftrag. Alles das vollzog sich im Laufe einer Minute. Dann erst kehrte er zu dem Rechtsanwalt zurück, der sich in voller Fassung, als ginge ihn die ganze Angelegenheit nichts weiter an, auf seinen Platz zurückbegeben hatte. „Ober, der Herr zahlt!" Er sagte es ruhig und so leise, daß es keiner des übrigen Personals hören konnte, zugleich aber sehr bestimmt. Eine helle Röte ftieg in Dr. Hamanns Antlitz- Ohne sich von seinem Sessel zu erheben, matz er den Direktor mit einem eisigen Blicke. „Wann ich zahle, ist wohl allein meine Angelegenheit." „Entschuldigen Sie, es ist die meine, wir haben Polizeistunde, und wie Sie sehen, sind Sie der letzte Gast." „Ich wünsche den Besitzer Herrn Dettmiller zu sprechen." „Ich bedauere, er ist nicht im Hause anwesend. 2ch bin fein Vertreter und übernehme für meine Handlungsweise die volle Verantwortung." „Sie werden von mir hören." Am nächsten Morgen bat Herr Dettmiller feinen Direktor zu sich. „Ich habe eine Beschwerde über Sie erhalten," fagte er. „Sie ist mir deshalb recht unangenehm. tt>ell sie von einem angesehenen und in der gan- 3en Stadt bekannten Manne, Herrn Rechtsanwalt Doktor Hamann kommt, der noch dazu einer meiner besten Gäste ist." (Fortsetzung folgt.) Vsgriff der Demokratie ständige älmbildung erfuhr. Das; im Zuge dieser Bewegung nicht nur die Standes- und Rassegrenzen abgebaut, sondern schließlich auch die Schranken, die die beiden Geschlechter scheiden, radikal übersprungen wurden, ist durchaus verständlich, weil es dec Ausfluß einer Konsequenz ist, die die Gewalt einer naturgesetzlichen Entwicklung angenommen hat. Es scheint mir bedeutungsvoll zu sein, daß der wichtigste internationale Pakt, die Dölkerbundssahung, in Artikel 7 die feierliche Proklamation enthält: „AlleAemker des Bundes oder seines Verwaltungsdienstes, einschließlich des Sekretariats, sind in gleicher Weise Männern wie Frauen zugänglich." Damit ist die Gleichberechtigung der Geschlechter an hervorragender Stelle als ein Kennzeichen unserer Zeit verkündet. 3n einer solchen Zeit wird unser Blick auf die hl. Hildegard hingelenkt. Die Gnade Gottes hat nicht gewartet, bis der Fortschritt der natürlichen Kultur den Frauen die gleichen Möglichkeiten zu geistiger Arbeit wie den Männern bot. Die wahrhaft großen Seelen finden, wenn sie sich Gott überlassen, KU jeder Zeit ihren Weg. Kein Jahrhundert ist zu dunkel und zu arm für sie, als daß sie nicht in ihm erwachsen könnten, keines zu reich und glänzend, als daß sie von den anderen verdrängt und verdunkelt werden müßten. 3m weiteren Verlauf seiner Rede feierte Dr. Seipel die . hl. Hildegard als Seherin, Beraterin, Raturbelrachterrn und Menschenkennerin und schloß mit dem Wunsche, daß Gott zu jeder Zeit der Menschheit die Seher und Berater, die Ratur- und Menschenkundigen, die Aerzte und die Führer geben möchte, die sie braucht. Wirtschaft. Oie Wirtschaftslage im August. Den Mitteilungen der Frankfurter 3n- dustrie - und Handelskammer entnehmen wir folgendes über die Wirtschaftslage im August: 3n der Automobil- und F a h r r a d i n d u st r i e hat der Geschäftsgang eine Abschwächung erfahren, so daß Betriebseinschränkungen sich als notwendig erwiesen. — 3n der elektrotechnischen 3ndustrie ist gegen den Vormonat keine Veränderung eingetreten: eine Belebung des Geschäftes machte sich bis jetzt nicht bemerkbar. — 3n der Sabri- tation landwirtschaftlicher Maschinen stellte sich die erwartete Geschäftsbelebung nicht in dem erhofften Maße ein. 3n- folge des Saisongeschäftes steigerten sich zwar die LImsätze im 3nlandgeschäft, konnten jedoch das schlechte Frühjahrsgeschäft nicht ausgleichen. 3m Export war dagegen eine regere Geschäftstätigkeit zu verzeichnen. Da die Auslandnach- frooe ziemlich lebhaft blieb, steht auch für die nächsten Monate ein zufriedenstellender Umsatz zu erwarten. — 3n der Scheideindustrie ist der Geschäftsgang erwartungsgemäß außerordentlich ruhig geblieben. — 3n der Hanauer Schmuckwarenindustrie ist eine Belebung des Geschäftsganges im allgemeinen nicht .eingetretcn. Daß die Arbeiterschaft im allgemeinen noch gut beschäftigt werden konnte, ist zum Teil auf ein leidliches Auslandgeschäft und auf die Herstellung von Musterstücken für die Leipziger Herbstmesse zurückzuführen, von der eine Belebung des Geschäftsganges erhofft wird. Auch die einsetzende Reisetätigkeit und das bevorstehende Weihnachtsgeschäft werden für die nächsten Monate von günstigem Einfluß sein. — 3n der Schuhindustrie war der Auftrags-" eingang für den Hochsommer verhältnismäßig befriedigend. Der Ausverkauf hat in vielen Gegenden recht gute Erfolge gebracht, so daß die Läger im Kleinhandel dadurch geräumt wurden. Die Beschäftigung war nicht ungünstig,' verstärkte Feierschichten erwiesen sich nur in Ausnahmefällen als notwendig. — Der Geschäftsgang in der Gummiindustrie ist in Anbetracht der abflauenden Saison etwas ruhiger geworden und den Verhältnissen entsprechend befriedigend. — Gegenüber dem Vormonat hat sich die Lage auf dem Erz markt des Lahn-Dill-Gebiets nicht wesentlich geändert. Zwar stieg die Förderung bei etwa gleich- bleibender Belegschaftszahl, doch hielt sich der Bahnversand in den gleichen Grenzen wie in den Vorwochen. \ * 9)21 o g — mindestens Vorjahrsdivi- d e n d e (10 v. Sy\ Nachdem der Berliner Börsenvorstand die Einführung der Aktien der „T2iag" Miihlenbau und Industrie A.-G., Frankfurt a. 9)2., in "en Terminhandel genehmigt hat und nur noch die formelle Genehmigung des Reichsrats ausfteht, dürfte die Termineinführung zu Ultimo Oktober zu ZorfchiiWinM für Herzkrankheiten in Aanheini. Millionenftiftung eines amerikanischen Kurgastes. WER. Bad-Rauheim, 16. Sept. 3n Gegenwart der Vertreter des hessischen Staates und der Stadt wurde am heutigen Montag von einer dankbaren amerikanischen Patien- tin Bad-Rauheim eine Stiftung in Höhe von 4,5 Millionen Mark gemacht. Davon sind zwei Millionen für einen S tipendien- f o n d s und 2,5 Millionen für ein 3 n ft i t u t zur Erforschung und Bekämpfung der Herzkrankheiten bestimmt. Die Stipendien werden verliehen zur Durchführung wissenschaftlicher Arbeiten und zur wissenschaftlichen Weiterbildung. Das 3nftitut wird von einem Derwaltungsrat geleitet, dem Vertreter des Staates, der Vorsitzende der Landesversicherungsanstalt Hessen, Vertreter der benachbarten Gemeinden und der Aerzteschaft Bad-Rauheims angehören. Das 3nstitut wird vier Abteilungen enthalten, 1. eine Untersuchungsabteilung der erwarten sein. Dem Vernehmen nach sind die bisherigen Monate des Geschäftsjahres 1929 günstig verlaufen, so daß eine Dividende von mindestens Vorjahrshöhe (10 o. H.) erwartet werden dürfe. * Zunehmender Kunstseide-Umsatz. Der mit Spannung erwartete Prospekt der Al- gemeene Kunstzijde Unie R. V. (Enka, Holland, und Glanzstoff, Deutschland) ist jetzt zur Veröffentlichung gelangt. Heber den Geschäftsgang berichtet der Prospekt u. a., daß der Gesamtumsatz von Glanzstoff und Enka im ersten Halbjahr 1929 58,25 Millionen Mark betrug, gegenüber 53,50 Millionen Mark im ersten Halbjahr 1928. Das Geschäftsergebnis werde auch in Zukunft insbesondere von der Entwicklung der Verhältnisse auf dem deutschen Markte abhängig sein. Die Bestrebungen, unter den auf dem deutschen Markt beteiligten Produzenten einen engen kommerziellen Zusammenschluß auf der Grundlage einer Kontingentierung zu erzielen, hätten Fortschritte gemacht. Die im Verlauf der 3 ah re 1928/29 schon eingeleiteten Rationalisierungsmaßnahmen hätten zu einer Verminderung der Selbstkosten beigetragen, wenn auch nicht zu erwarten fei, daß der Preisrückgang durch diese Maßnahmen in diesem 3ahre ausgeglichen werden könne. * Wiederinbetriebnahme der Grube „Pauline" bei Rassau. Die seit einigen Jahren stillgelegte Grube „Pauline" bei Rassau ist aus dem Besitz der Gewerkschaft „Historia" in Köln an einen Pariser Großindustriellen übergegangen. 3n kurzer Zeit soll der Betrieb wieder eröffnet werden, und zwar in Form einer Aktiengesellschaft. Dabei sollen 400 bis 500 Leute Beschäftigung finden, was für die schlechte Arbeitsmarktlage in der Gegend von Rassau eine fühlbare Erleichterung bedeuten würde. Hindermarkt in Gießen Zum heutigen Rindermarkt in Gießen waren 1219 Stück Großvieh und 227 Kälber aufgetrieben. Der Handel war schleppend, so daß Ueberftanb verblieb. Schlachtkühe waren infolge Ueberangebot schlecht verkäuflich, und man merkte auch heute wieder, daß die Märkte in der letzten Zeit stark unter dem Einfluß der trockenen Witterung stehen. Bezahlt wurden für Kühe 1. Qualität 500 bis 600 Mark, 2. Qualität 400 bis 500 Mark, 3. Qualität 150 bis 250 Mark, Schlachtkühe 100 bis 350 Mark, Rinder (ein- bis zweijährig) 100 bis 250 Mark, Kälber, je Pfund Lebendgewicht 55 bis 60 Pf. Bessere Tiere brachten Preise über Notiz. Rekordverlust der Glanzstoffwerte, frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 17. Sept. Tendenz enttäuscht. — 3m Anschluß an die festere Stimmung der gestrigen Abendbörse konnte sich zu Beginn der Börse eine weitere Befestigung durchsetzen. Ungünstige Momente lagen nicht vor, so daß sich eine zunehmende Unternehmungslust bemerkbar machte. Stärkeres 3n» teresse bestand bei anziehendem Kurs für 3.°G.° Farben. Auch die zum Schluß festere gestrige Reuyorker Börse wirkte günstig. Doch war man nach den ersten Kursen stark enttäuscht, als auf einmal Material in größerem Umfang in Glan zstvffaktien an den Markt kam. Eine hierdurch hervorgerufene Verstimmung, die durch die heutige Betrachtung des Unie-Prospektes hervorgerufen wurde, griff im- Patienten, die von Trägern der Sozialversicherung nach Bad-Rauheim geschickt werden, 2. eine Abteilung für statistische Erhebungen über die Ursachen der Herzkrankheiten, 3. eine Abteilung für soziale Aufklärung über Ursachen und Bekämpfung der Herzkrankheiten, 4. eine Abteilung für experimentale Pathologie und Therapie der Herzkrankheiten. Das 3nstitut wird der Dad- Rauheimer Aerzieschaft eine medizinische Bücherei zur Verfügung stellen und allen Bad-Rau- heimer Aerzten die Möglichkeit für Forschungsarbeiten geben. Ein Medizinmuseum wird eingerichtet. Die Bad-Rauheimer Aerzteschaft wird einen Sitzungssaal erhalten. Für den Bau sind 1,5 Millionen Mark ausgeworfen. Das monumentale Gebäude soll gegenüber vom Bade- Haus 8 errichtet werden. Mit dem Dau soll in kürzester Frist begonnen werden. mer mehr um sich, und die allgemeine Tendenz wurde anscheinend hiervon ungünstig beeinflußt. Die Spekulation schritt zu Abgaben, teilweise sogar zu Ang st Verkäufen, und es ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse — man muß auch noch die höheren vorbörslichen Kurse berücksichtigen — Abschwächungen bis zu 2 Proz. An einzelnen Marktgebieten war die Umsatztätigkeit, hervorgerufen durch die starke Bewegung, etwas lebhafter. Später trat jedoch wieder eine Beruhigung ein. Die Spekulation schritt zu einzelnen Rückkäufen, so daß das Kursniveau sich lieber etwas bessern konnte. Später trafen einige Orders für Spezial- werte ein, doch nahm das Geschäft fein wesentliches Ausmaß mehr an. Rur Glanzstoff- Aktien blieben im Angebot und hatten heute wieder, einen Rekordverlust von 21 Prozent' aufzuweisen. 3eht war die Kursgestaltung nicht mehr einheitlich, teilweise waren Besserungen zu verzeichnen. Auch 3.-G.-Farben traten etwas hervor, doch blieb ein Verlust, von 1 Prozent bestehen. Am Clektromarkt zogen Licht und Kraft und Gesfürel bis zu 1 Prozent an. Siemens dagegen lagen 2 Prozent schwächer. Don Montanaktien gaben Buderus, Gelsenkirchen und Mannesmann bis 1,25 Prozent nach. Gut behauptet etöhnelen Klöckner und Phönix. Stahlverein gewannen 1 Proz.: dies war auf einen Auftrag von holländischer Seite für dieses Unternehmen zurückzuführen. Kaliwerte leicht erhöht. Die weitere Entlastung des Reichsbankausweises wurde günstig beurteilt. Renten still, überwiegend etwas schwächer. 3m Verlaufe wurde das Geschäft sehr still, die Tendenz war aber allgemein sehr zuversichtlich. Es trat einiges 3ntereffe für Spezialwerte zutage, das ein Anziehen der Kurse um 1 Prozent zur Folge hatte. Rur bei Glanzstoff hielt das Angebot art, bei einem erneuten Rückgang von 5 Prozent. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Prozent wieder etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1993, gegen Pfund 20,355, London gegen Kabel 4,8468, gegen Paris 123,85, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid 32,85, gegen Holland 12,0913. Heuer Kursrückgang in Kunstseide. Berliner Börse Berlin, 17. Sept. Die freundliche Stimmung, die an der gestrigen Abendbörse und im heutigen Vormittagsverkehr vorherrschte, mußte au Beginn des offiziellen Verkehrs erneuten Abschwächungen Platz machen. Es lagen zwar keine neuen ungünstigen Momente vor, die gestrige Neuyorker Börse hatte sogar nach schwankendem Verlauf einen festen Schluß aufzuweisen, auch zeigte das Ausland wieder kleines Kaufinteresse. Doch hinderte ein neuer Kursrückgang der Kunstseiden- aktien und führte zu einer allgemeinen Verstimmung. Der enttäuschende Inhalt des Unie-Prospekts hatte schon zu den ersten Kursen stärkeres Angebot hervorgerufen, so daß an der Maklerschranke für Glanzstoff das gefürchtete Minus-Minus-Zeichen erschien. Auch an den übrigen Märkten überwog daraufhin die Abgabeneigung. Die Kursbesserungen des Freiverkehrs gingen verloren, und selbst gegen die Mittagskurse von gestern überwogen zirka 1-v. H.-Abschwächungen. Nennenswert schwach eröffneten außer Glanzstoff (minus 19 v. H), auch Bemberg (minus 9 v. fj.) BMW. mit minus 2 v. fj. und Soenska minus 3 Mark. Auch Polyphon büßten 3 v. 5). ein, während Siemens plus 1 v. H., Reichs» bank plus 1,75 o. S). und von Nebenwerten Basaltaktien plus 2 v. $). relativ fest eröffneten. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer weiter etwas fester. Pfandbriefmarkt gut gehalten. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld mit 7 bis 9,5 v. H. eher etwas leichter. Monatsgeld 9 bis 10,5 v. H., Warenwechsel 7,60 v. H. und darüber. Der Verlauf war uneinheitlich. Bemberg, die anfänglich besser gehalten waren als Glanzstoff, glichen dies durch einen neuen 7=o. H.-Verlust aus, BMW. gaben um weitere 1,5 p. 5). -iach und Reichsbank gaben einen Teil ihres anfänglichen Gewinnes wieder her. Lebhafter und fester ging es dagegen am Montanmarkt zu. Auch Salzdetfurth zogen etwas an. Am Siemens-Markt wollte man einige Auslandkäufe beobachten. Der zur Veröffentlichung gekommene Reichsbankausweis per Medio dieses 9J2onats wurde kaum beachtet, obwohl die Entlastung in Höhe von 258 Millionen für Wechsel, Lombards usw., die Abnahme der Noten um 192 Millionen und die Besserung der Deckungen auf 49,5 bzw. 56,9 v. H. als nicht schlecht anzusprechen sind. Später konnte man wieder Angebot in Glanz st off-Aktien beobachten, der Kurs war bis auf fast 300 v. H. gedrückt, und auch an den übrigen Märkten wurde das Anfangsniveau meist um 0,5 bis 1 v. H. unterschritten. Erwäbnenswert ist das anhaltende Interesse für Farbenbezüge, die mit 5 v. H. gesucht blieben. Oberheffen. Landkreis Gietzerr. £ Wiefeck, 16. Sept. 3n der letzten nichtöffentlichen Sitzung befaßte sich der Gemeinde- r a t mit der Festsetzung der Steuersätze für den Umlagen bedarf 1929/30 in Höhe von rund 53 000 Mark. Rach dem Vorschlag des Kreisamts Gießen soll der Hmlagenbedarf wie folgt gedeckt werden: 1. Sondersteuer für Gebäude 39,93 Pf. des staatlichen Sondersteuersolls, 2. für Bauplätze 28 Pf., 3. land- und forstwirtschaftlich genutztes Gelände 69 Pf., 4. für gewerbliches Anlage- und Betriebskapital 92 Ps. für je 100 Mark Steuerwert, 5. vom Gewerbeertrag 270 Pf. vom Gewerbeert^agssoll. Der Vorschlag des Kreisamts fand Annahme. Ferner befaßte sich der Gemeinderat mit dem Dau der 12 Wohnungen, die in diesem Herbst noch begonnen werden sollen. Da die Finanzierung noch auf Schwierigkeiten stößt, weil auf den staatlichen Zuschuß für 1929 nicht mehr zu rechnen ist, soll festgestellt werden, ob 1930 mit diesem Zuschuß bestimmt gerechnet werden kann. Sollte dies der Fall sein, so werden die Wohnungen noch vor Winter im Rohbau fertiggestellt. Der Fe st platz am Ried, der schon öfters Gegenstand der Deratung war, gibt Karl Seibert Veranlassung, ein Angebot zur Fertigstellung einzuteichen. Da nun noch zu gleicher Zeit ein Sport - und Dadeplah geschaffen werden soll, beschloß der Gemeinderat, den Fest- Platz zu besichtigen. h. Ruttershausen, 16. Sept. Gestern abend stürzte der im Elektrizitätswerke in Gießen arbeitende Deamte Karl Schwarz von hier mit seinem Motorrade zwischen Rodheim und Krofdorf. Er trug äußere Verletzungen an Kopf und Schulter davon, die aber hoffentlich nicht lebensgefährlich sein werden. Er wurde der Klinik zu Gießen übergeführt. Der Deisiher kam mit Hautabschürfungen und einem Rervenchok davon. )( Großen-Linden, 17. Sept. Der Zweitälteste Mann Großen-Lindens, Landwirt Philipp Peppler IV., vollendet heute sein 85. Lebensjahr. Kreis Schotten. c. Schotte n, 16. Sept. Die so lange anhaltende Trockenheit hat in den Gärten und im Feld erheblichen Schaden angerichtet. Das Obst fällt vielfach ab, Gemüse ist verdorrt, ebenso viele Pflanzen, Sträucher und Däume. Die Wasserleitung hat bisher noch nicht versagt. Da im vergangenen Herbst die städtischen Quellen zum großen Teil neu gefaßt und neue Quellen zugeleitet wurden, ist der Zulauf noch gut. Die eben herrschende trockene Witterung ist von der Stadt dazu benutzt worden, um einige Strecken der Stadtbach in (Beton zu legen, ein besserer reinlicherer Wasserablauf ist damit erreicht. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Kinzenbach, 16.Sept. In der vorigen Woche wurden auf dem hiesigen Bahnhof die e r st e n Zwetschen im Waggon verladen. Unsere Landwirte verkaufen mit Vorliebe an einen bewährten Händler der Kölner Gegend, der schon seit Jahr- Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lornbardzinsfuß 8,5 Prozent. /.raiilfurt a '.VI Berlin Frankfurt a M. Berlin sd)iuß«| ffiir« | । Uln Kurs Schlug | Kurs | Anfang. Kur Schlug. Kurs 1-Uht Kur Schlichst urs Anfang. Kurs ?ntiim 16-9. | 17- 9. 16 9. 17-9. Dalum 16.9. 17.9. 16.9. 17.9. f>% $t. 8(eld)8ameil> i'.»27 . Tt. Vlnl.-'2lblö|.-Sd|uio mit Au» lo|.«857 — Banknoten 16. September 17. September Amtliche Notierung Geld l Brick Amtliche Notierung Geld | Brief Amst.-Rokt- Buen.-Aires Brss.-AnNv Christiania. Kopenhagen Stockholm . HelsingforS. Italien. . . London. . . Weunort . Paris. . . Schweiz . Spanien. Japan . . Rio de Jan Wien in D. Oeft. abgeft Prag . . . Belgrad . Budapest. Bulgarien Lissabon Danzig - - Konstantin. Athen. . Eanada Uruguay - Cairo - • 168,20 1,759 58,31 111,71 111,75 112,38 10,543 21,94 20,342 4,197 16.415 80,865 61,88 1,984 0,4965 >9,065 12,42 7,378 73,21 3,037 18,76 81,30 2,012 5,425 4,168 4,096 20,866 168,54 1,763 58,43 111,93 111,97 112,60 10,563 21,98 20,382 4,20r 16,455 81,025 62,00 1,988 0,498' 59,185 12,44 7,392 73,35 3,043 18,80 81,46 2,016 5,435 4,176 4,104 20,906 168,18 1,757 58,28 111,69 111,71 112,34 10,541 21,945 20,334 4,196 16,42 80,85 61,86 1,983 0,4965 59,035 12,418 7,380 73,19 3,035 18,76 81,31 2,010 5,42 4,166 4,066 20,86 168,52 1,761 58,40 111,91 111,93 112,56 10,561 21,985 20,374 4,202 16,46 81,01 61,98 1,987 0,4985 59,155 12,438 7,394 73,39 3,038 18,80 81,47 2,014 5,43 4,174 4,074 20,90 Berlin. 16-September Geld Brief Amerikanische Roten..... Belgische Noten........ Dänische Noten ...... Englische Noten........ 4,177 58,15 111,45 20,32 4,197 58,39 111,89 20,40 zehnten hier sämtliche Obstsorten abnimmt und diesmal pro Zentner Zwetschen 5,50 Mark zahlt. Infolge der fortgesetzten Trockenoeriode ist nicht nur die Halste der begehrten Früchte abgefallen, sondern sie sind auch ziemlich klein geblieben. Dazu sterben die älteren Zwetschenbäum merklich ab, so daß der Absatz gegen früher um mehr als die Hälfte zurück- gegangen ist. Auch der Ertrag an Aepfeln und Birnen wird diesmal kaum einer Mittelernte gleichkommen. -L- Lützellinden, 15. Sept. Die diesjährige Grummetgrasvtzrsteigerung unserer Gemeinde erbrachte wegen des sehr schlechten Grasbestandes nur geringe Preise. Für Parzellen in Gröhe von etwa 1500 Quadratmetern, deren Erträgnisse wegen der starken Dodensäure nur als Schaffutter Verwendung finden können, wurden durchschnittlich je 1 bis 3 Mk. geboten. Amtsgericht Gießen. * Giehen, 9. Sept. Der Philosophenwald pflegte jüngst nach Beendigung der Schühenfest- lichkeiten in der Dolkshalle nachts teils als Heimweg, teils aber auch als 2lusruhstätte von infolge des vorhergegangenen Tanzes Ermüdeten, namentlich von Liebespaaren, benutzt zu werden. Insbesondere gilt dies von den am Rande des Waldes nach der Stadt zu aufgestellten Bänken. Auf einer solchen hatte sich ein Pärchen niedergelassen. Das Mädel vernahm plötzlich unter sich ein Geräusch und vermißte gleichzeitig seine Handtasche. Sein Begleiter griff unter die Dank und faßte eine Person an den Haaren, die sich aber unter Zurücklassung eines Haarbüschels losriß und in den Wald eilte. Er nahm mit einem in der Rähe befindlichen Reichswehrsoldaten sofort die Verfolgung auf, stellte sie aber wegen der Dunkelheit wieder ein, um zwecks weiterer Nachforschungen den Tagesanbruch abzuwarten. Beide fanden dann einen jungen Menschen in tiefem Schlafe auf dem Waldboden liegen. Die Hanötasche lag in unmittelbarer Nähe. Ihr Inhalt war zerwühlt und lag z. T. auf der Erde zerstreut. Der Schläfer wurde geweckt, leugnete aber, mit der Bank und der Handtasche irgend etwas zu tun zu haben. Einige Wochen vorher war er schon einmal an einer Bank in einer ähnlichen Situation gesehen worden. Das Gericht gewann die Ueberzeugung, daß fraglos der Schläfer diejenige Person war, die unter der Bank gelegen und in diebischer Absicht sich die Tasche angeeignet, diese aber, als er kein Geld vorfand, achtlos wieder weggeworfen hat. Dahingestellt muß bleiben, ob der Angeklagte es von vornherein auf einen Diebstahl abgesehen hatte, oder es ihm zunächst nur darauf ankam, Pärchen auf der Dank zu belauschen. Er erhielt eine G e - fängnisstrafe von einer Woche, schon mit Rücksicht darauf, daß durch derartige Vorkommnisse die Sicherheit des Philosophenwaldes, mag er auch nachts weniger frequentiert werden, notleiden muh. Tumen, Sport und Spiel. Volkstümlicher Vereinswettkampf in Gießen. Mtv. Gießen gewinnt den volkstümlichen Vereins- Wettkampf mit 193% Punkten vor Tv. 1860 Lad-Nauheim mit 186% und Tv. Wetzlar mit 169 Punkten. Am Sonntag- kam zum erstenmal ein volkstümlicher Vereinswettkampf zwischen den drei in der Leichtathletik stärksten Vereinen des Gaues Hessen der D. T. auf dem Platze des Mtv. Gießen zum Austrag. Wie vorausgesagt, war der Ausgang des Kampfes unbestimmt, da über die Stärke der Schüler- und Altersturnerstufe der Vereine Wetzlar und Dad- Nauheim nichts bekannt war: gerade diese beiden Stufen hatten auf die Gesamtwertung starken Einfluß, da die Schüler dem Mtv. 14l/a Derlustpunkte, die Altersturner 15 Verlustpunkte, insgesamt also 29'/« Minuspunkte einbrachten, und somit den Sieg des Männerturnvereins stark in Frage stellten. Demgegenüber schlugen sich die Turnerinnen, aktiven Turner und die Jugend- Oberstufe sehr wacker, so daß diese drei Stufen die verlorenen Punkte wieder aufholten und den Sieg sicherstellten. Die Ergebnisse in den einzelnen Stufen waren folgende: Turnerinnenstufe. 100-Meter-Lauf: 1. Else Dickekhaupt, 13,5, 2. Erna Althaus 13,8, beide Mtv. Gießen, 3. G. Gaudes, Dad-Nauheim, 14,2, 4. L. Lilin, Wetzlar, 5. M. Arabin, Wetzlar, 6. H. Mühlhausen, Dad-Nauheim. Weitsprung: 1. C. Althaus, Gießen 4,85 Meter, 2. T. Espach, Gießen, 4,79, 3. L. Nöder, Wetzlar, 4,57, 4. G. Gaudes, Dad-Nauheim, 5. M. Arabin, Wetzlar, 6. E. Heck, Dad-Nauheim. Kugelstoßen: 1. A. Mörler, Bad-Nauheim, 9,44 Meter, 2. E. Dickelhaupt, Gießen, 8,96, 3. G. Gaudes, Bad-Nauheim, 8,63, 4. M. Arabin, Wetzlar, 5. M. Wagner, Gießen, 6. L. Nöder, Wetzlar. Speerwurf: 1. P. Hofmann, Gießen, 23,52 Meter, 2. M. Roth, Bad-Nauheim, 23.30 Meter, 3. E. Bickelhaupt, Gießen, 21,48, 4. A. Mörler, Bad-Nauheim, 5. L. Waldschmidt, Wetzlar, 6. L. Ulm, Wetzlar. Sch la gballweitwurf: 1. M. Roth, Bad- Nauheim, 53,50 Meter, 2. A. Mörler, Bad- Nauheim, 50,40, 3. P. Hofmann, Gießen, 49,70, 4. M. Arabin, Wetzlar, 5. E. Althaus, Gießen, 6. L. Nöder, Wetzlar. Aktive Turner (über 18 Jahre alt). 1 00-Meter-Lauf: 1. K. Gerlach, Wetzlar, 11,6, 2. R. Becker, Gießen, 11,8, 3. W. Wei- gand, Gießen, 12, 4. H. Bierwirth, Bad-Nauheim, 5. K. Faah, Bad-Nauheim, 6. W. Philipps, Wetzlar, letztere drei die gleiche Zeit von 12,1. 1500-Meter-Lauf: 1. E. Ploch, Gießen, 4:39, 2. W. Hartmann, Bad-Nauheim, 4:46,1, 3. H. Koch, Gießen, 4:50,3, 4. G. Wolf, Wetzlar, 5. O. Groß, Wetzlar, 6. F. Sprengel, Dad- Nauheim. Weitsprung: 1. K. Faah, Dad-Nauheim, 6,13 Meter, 2. K. Gerlach, Wetzlar, 5,93. 3. L. Malkomesius, Gießen, 5,87, 4. W. Philipps, Wetzlar, 5. H. Bierwirth, Bad-Nauheim, 6. H. Steines, Gießen. Diskus: 1. H. Arndt, Gießen, 33,25 Meter, 2. O. Gugel, Gießen, 30,12, 3. R. Wiener, Bad- Nauheim, 28,92, 4. A. Langsdorf, Bad-Nauheim, 5. W. Philipps, Wetzlar, 6. W. Franz, Wetzlar. Stabhochsprung: 1. W. Sinnwell, Bad- Nauheim, 3 Meter, 2. H. Steines, Gießen, 2,90, 3. L. Malkomesius, Gießen, 2,80, 4. O. Alschwee, Wetzlar, 5. W. Beese, Wetzlar, 6. W. Roth, Bad-Nauheim (letztere drei erzielten die gleiche Höhe von 2,80 Meter). Steinstohen: 1. W. Roth, Bad-Nauheim, 7,84 Meter, 2. H. Arndt, Gießen, 7,72, 3. H. Rothermel, Gießen, 7,60, 4. QL Langsdorf, Bad- Nauheim, 5. K. Ludewig, Wetzlar, 6. W. Franz, Wetzlar. Kugel st ohen: 1. A. Langsdorf, Dad-Nauheim 11,18 Meter, 2. O. Gugel, Gießen, 10,70, 3. W. Roth, Dad-Nauheim, 10,65, 4. H. Nold, Wetzlar, 5. H. Arndt, Gießen, 6. W. Franz, Wetzlar. Speer Wurf: 1. R. Wiener, Dad-Nauheim, 49,28 Meter, 2. H. Arndt, Gießen, 35,60, 3. A. Dierwirth, Dad-Nauheim, 35,30, 4. H. Rothermel, Gießen, 5. C. Wagner, Wetzlar, 6. E. Halgans, Wetzlar. 4x'/2-Runden-Staffel: 1. Mtv. Gießen: 2. Tv. Wetzlar: 3. Tv. 1860 Dad-Nauheim. JugendOberstufe (1911—1912). 10 0-Meter-Lauf: 1. H. Nold, Wehlar, 12,1 Sek.: 2. H. Rothermel, Gießen, 12,2 Sek.: 2. W. Salzmann, Dad-Nauheim, ebenfalls 12,2 Sek.- 3. L. Gernand, Wetzlar und F. Sprengel, Dad-Nauheim, beide 12,4 Sek.: 4. H. Schütz, Gießen (führte bis 5 Meter vor dem Ziel, schied sodann infolge Sehnenzerrung aus). Hochsprung: 1. G. Dott, Wetzlar, 1,55 Meter: 2. H. Rothermel, Gießen, 1,50 Meter: 3. F. Stremmel, Gießen, 1.45 Meter: 4. E. Reeg Wetzlar, K. Mohr, Dad-Nauheim und W. Iehner, Dad-Nauheim, die gleiche Höhe von 1,35 Meter. Kugelstoßen (71/« Kilogramm): 1. H. Rothermel, Gießen, 10,88; 2. H. Nold, Wehlar, 10,83; 3. F. Stremmel, Gießen, 8,84 Meter. 4. E. Wagner, Wehlar: 5. W. Iehner, Dad- Nauheim; 6. K. Mohr, Dad-Nauheim. 4x100 -Meter - Pendel - Staffel: 1. Mtv. Gießen, 51,7; 2. Tv. Wehlar, 52; 3. Tv. 1860, Dad-Nauheim, 54.3 Sek. IugendUnkerstufe (1913 und 1914). 100-Meter-Lauf: 1. W. Salzmann, Dad- Nauheim, 12,5 Sek.; 2. K. Kley, Gießen und K. Müller, Wetzlar, beide 13 Sek.; 3. L. Pausch, Wetzlar; 4. K. Mohr, Bad-Nauheim; 5. E. Eckhardt, Gießen. Weitsprung: 1. W. Salzmann, Bad-Nau- heim, 5,73; 2. K. Kley, Gießen, 5,45, ebenfalls K. Müller, Wetzlar; 3. E. Eckhardt, Gießen, 4,90 Meter: 4. K. Mohr, Dad-Nauheim; 5. L. Pausch, Wehlar. Kugelstoßen (5 Kilogramm): 1. K. Mohr, Bad-Nauheim, 10,75; 2. C. Eckhardt, Gießen, 10,67; 3. H. Denhardt, Wehlar. 10,01 Meter; 4. W. Geck, Dad-Nauheim: 5. K. Müller, Wetzlar; 6. K. Kley, Gießen. Schülerstufe (1915 und jünger). 5 0-MeterLauf: 1. O. Thörner, Dad-Nauheim, 7 Sek.: 2. K. Iehner, Dad-Nauheim und E. Frohme, Wehlar, 7,1 Sek.: 3. P. Wagner, Gießen; 4. H. Waldschmidt, Wetzlar; 5. E. Kley, Gießen. Weitsprung: 1. E. Frohme. Wetzlar, 5,25; 2. O. Thörner, Dad-Nauheim, 4,82; 3. K. Iehner, Dad-Nauheim. 4,78 Meter; 4. H. Waldschmidt, Wetzlar; 5. P. Wagner, Gießen; 6. E. Kley, Gießen. Schlagballweitwurf: 1. E. Frohme, Wetzlar, 72,20; 2. H. Waldschmidt, Wetzlar. 70,30; 3. W. Huske, Gießen und K. Iehner-Dad-Nau- heim, beide 63,20 Meter; 4. F. Mädel, Dad- Nauheim; 5. H. Dauer, Gießen. Alkersturner (über 35 Jahre). 75-Meter-Lauf: 1. E. Denker, Dad-Nauheim, 10,2; 2. P. Müller, Wetzlar, 10,3; 3. H. Schneider, Wetzlar, 10,6 Sek.; 4. H. Daumann, Gießen; 5. E. Dürck, Gießen; 6. Dad-Nauheim nicht angetreten. Weitsprung: 1. H. Schneider, Wetzlar, 5,27; 2. P. Müller, Wehlar, 5,11; 3. E. Denker, Dad-Nauheim, 4,79 Meter; 4. H. Daumann, Gießen; 5. E. Dürck, Gießen; 6. Dad-Nauheim nicht angetreten. Kugelstoßen: 1. H. Schneider. Wetzlar, 8,47; 2. E. Denker, Dad-Nauheim, 8,30; 3. P. Müller, Wetzlar, 8,24 Meter; 4. H. Baumann, Gießen; 5. C. Dürck, Gießen; 6. Dad-Nauheim nicht angetreten. Gesamtbewerkung. In der Gesamtwertung erzielten Mtv. Gießen 193'/«, Tv. 1860 Dad-Nauheim 1861/«. Tv. Wetzlar 169 Purckte. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. 1900 gewinnt den Jugendklubkamps gegen v. f. L. Kurhessen Warburg mit 9314:68% Punkten. ö. Einen würdigen Abschluß der Saison bedeutete für die 1900er Jugend der Rückkampf gegen D. f. D. Kurhessen Marburg. Einerseits konnte sie nochmals ihr gutes Können zeigen, anderseits war Gelegenheit geboten, die guten Beziehungen zu dem Marburger Verein äu erneuern und zu festigen. Die Kämpfe wurden flott abgewickelt. Sie ergaben durchweg spannende Kampfbilder mit ansprechenden Leistungen. Wenn überragende Resultate fehlen, so lag das in der Hauptsache daran, daß verschiedene Spitzen- leute des Plahvereins fehlten und daß oft starker Gegenwind die Wettkämpfer, insbesondere die Sprinter, behinderte. Die Spielvereinigungsleute kamen auf Grund ihres besser durchgebildeten Materials zu einem einwandfreien Sieg über die nur in einzelnen Disziplinen tonangebenden Nachbarstädter. Nachstehend die Ergebnisse: Klasse A (Jahrgang 11/12). 100 Meter: 1. Dalser (1900) 12,7; 2. Schicke- danz (1900) und Schüttler (Marburg) 12,8 S.; 4. Schweizer (Marburg). 400 Meter: 1. Schlarb (1900) 59,5; 2. Jung (1900) 59,7; 3. Dunte (Marburg) 60 S. 1 500 Meter: 1. Koch I. (1900) 4;43,5; 2. Peters (1900) 4:44; 3. Frank (Marburg) 4;44,4 M.; 4. Rueff (Marburg). Weitsprung: 1. Dalser (1900) 5,46; 2. Schütz (1900) 5,37; Schüttler (Marburg) 5,32; 4. Rueff (Marburg) 4,37 Meter. Diskuswerfen: 1. Peters (1900) 30,67; 2. Jung (1900) 29,02 ; 3. Schüttler I. (Marburg) 28,74: 4. Schüttler 11. (Marburg) 27,54 Meter. Speerwerfen: 1. Cchät'ler (Marburg) 41 32; 2. Dalser (1900 ) 40,33 ; 3. Jung (1900) 39,73; 4. Dula (Marburg) 38,81 Meter. Schweden st affe l: 1. Sp. Vg. 1900 Gießen 2;18; 2. V. f. D Kurhessen Marburg 2;24 M. Klasse B (Jahrgav^ 13/14). 100 Meter: 1. Koch II. (1900) 12,7; 2. Gut- Hardt (1900) 12,8; 3. Kraus (Marburg) 13,4; 4. Dula (Marburg) 14 S. 200 Meter: 1. Koch II. (1900) 25,7; 2. Gut- Hardt (1900) 26,3; 3. Koch (Marburg) 26,8 S.; 4. Kraus (Marburg). 80 0 Meter: 1. Mooh (1900) 2; 19,6; 2. Heinzer (Marburg) 2;21 M.; 3. Rohrbach 1. (1900). Hochsprung: 1. Kraus (Marburg) 1,48; 2. Auer (1900) 1,45 ; 3. Starck (Marburg) 1,30; 4. Mooh (1900) 1,25 Meter. Weitsprung: 1. Rodriguez (1900) 5,20; 2. Heinzer (Marburg) 5,15; 3. Guthcrrdt (1900) 5; 4. Kornmann (Marburg) 4,70 Meter. Kugelstoßen: 1. Koch II. (1900) 10,74; 2. Heinzer (Marburg) 10,58; 3. Rodriguez (1900) 10,57; 4. Dula (Marburg) 10,10 Meter. 4xl00°M.e ter staffel: 1. Sp. Vg. 1900 49,2; 2. V. f. D. Kurhessen Marburg 52 S. Jugend C (Jahrgang 15 u.).). 50 Meter: 1. Hoffmann (Marburg) 7,1; 2. Rohrbach II. (1900) 7,8 ; 3. Volk (1900) 7,8 ; 4. Wiese (Marburg). Weitsprung: 1. Wiese (Marburg) 4,29; 2. Hoffmann (Marburg) 4,27; 3. Volk (1900) 4,16; 4. Rohrbach II. (1900) 3,99 Meter. Dallweitwurf: 1. Wiese (Marburg) 72,30; 2. Hoffmann (Marburg) 69,90; 3. Herbert (1900) 66,35; 4. Volk (1900) 55,80 Meter. 4xl00-Meter staffel: 1. D. f. D. Kur- hessen Marburg 57,2; 2. Sp. Vg. 1900 60 S. V. f. B. Während die Ligaelf spielfrei war, trugen die zweite, dritte und vierte Mannschaft die ersten Derbandsspiele aus, die sie sämtlich hoch gewannen. Sie erzielten dabei ein Gesamtver- yältnis von 22:2, ein glänzender Erfolg, der Beweis ist für die derzeitige gute Form und Spielstärke der V. s. D.-Mannschaften. Die zweite Mannschaft übertraf alle Erwartungen und zeigte eine Leistung, die vollste Anerkennung verdient; sie schlug ihren spielstarken Gegner, die zweite des Sportvereins Niedergirmes, nach überlegenem Spiel mit 8:2 und sicherte sich damit die ersten beiden Punkte. Trotz der'hohen Tordifferenz war der Kampf von Anfang bis Ende überaus spannend, da er beiderseits in flottestem Tempo, mit Wucht und Energie, dabei aber stets fair durchgeführt wurde. Was V. f. B. an Zuspiel, Ballbehandlung und Stellungsspiel den Gästen voraus war, versuchten diese durch vermehrten Eifer auszugleichen, hatten jedoch nur wenig Erfolg damit. Die beiden von ihnen erzielten Tore kamen auf das Schuldkonto des rechten Verteidigers der Platzmannschaft, der als einziger etwas aus dem Rahmen fiel und die Tore bei einiger Aufmerksamkeit hätte verhindern können. Auch die dritte Mannschaft erfocht über die erste Garbenteichs einen sicheren Sieg. Dabei entspricht das 5:0 bei weitem nicht dem Spielverlauf, nach dem das Resultat entschieden höher hätte lauten müssen, da sich das Spiel größtenteils in der Hälfte des Gegners abwickelte. Es war ein typischer Punktekampf, bei dem auf beiden Seiten reichlich hart gespielt wurde. Der Sturm der Einheimischen verstand es nicht, die meisten der Chancen zu verwerten, sondern verpatzte sie durch Unentschlossenheit und übertriebene Kombination. Dis zur Pause leistete Garbenteich aufopfernden Widerstand, mit dem Erfolg, datz das Halbzeitresultat noch 0:0 lautete. Nach dem Wechsel vermochte V. f. D. seine Ueber- legenheit durch fünf Tore zum Ausdruck zu bringen. Mit 9:0 schlug die neu zusammengestellte vierte Mannschaft die zweite Steinbachs. Die Gäste kamen troh lobenswerten Eifers gegen die routiniertere Plahelf nicht auf, die gewann, wie sie wollte. Die aus jungen) Kräften, meist Anfängern, bestehende Gästemannschaft hinterlietz troh allem einen guten Eindruck und sollte bei chrem Eifer in der Lage sein, ihre Spielstärke noch bedeutend zu verbessern. Das in der Vorschau angesagte Spiel der 0L H. - E l f gegen die gleiche von V. f. D. - Marburg kam nicht zustande. Gpielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Ligareserve verlor ihr erstes Der- bandsspiel in Wehlar gegen den Wchlarcr Sportverein 3:1 (Halbzeit 2:1 für Wetzlar). Das Spiel war zeitweise sehr hart. Der wuchtigere Sturm des Gastgebers entschied das Spiel, da die Läuferreihe der Blauweihen vor dem Wechsel nicht genügend Widerstand aufbringen koünte. Ein vom Gietzener Torhüter schlecht abgewehrter Dall und ein vom linken Verteidiger verschuldeter Elfmeter ergaben den Sieg des Plahbesihers. 1900s dritte und vierte Senivrenelf probten vor den erst am kommenden Sonntag beginnenden Verbandsspielen gegeneinander. Die favorisierte Dritte hatte Mühe und Not, einen mageren 2:0-Sieg (Halbzeit 1:0) über die starken Widerstand leistende Vierte zu erzielen. Ansprechendes leistete beim Sieger die Läuferreihe nach der Pause und bei den Unterlegenen die drei Schlutzleute. Das angesetzte Pflichtspiel 1900 I. Jugend gegen Lollar I. Jugend kam nicht zum Austrag, da die Lollarer nicht erschienen. Am Samstag standen auf dem 1900-Sport- platz 1 900 I.Iugend und die Fuhballmann- schaft der Oberrealschule in einem Freundschaftstreffen einander gegenüber. Die technisch und körperlich besseren Oberrealschüler gewannen verdient 2:0 (Halbzeit 1:0). Das zweite Tor verschuldete der 1900-Torhüter durch falsche Stellung selbst. Deim Platzverein fehlten einige gute Kräfte, so datz man nicht die gewohnt guten Leistungen sah. 1900s zweite Jugend gewann in Nie- der-Weisel gegen die dortige erste Jugend mit 5:0 Toren. Die dritte Jugend mutzte sich auf eigenem Platz eine knappe 2 ^-Niederlage durch die erste Jugend B ü b l i n g s ha u se ns gefallen lassen. Die erste Schülerelf blieb über die erste Schülermannschaft Garbenteichs mit 4:0 Treffern siegreich, obwohl 1900 nur mit zehn Spielern nach dort gefahren war. Handball im Männerturnverein (O.T). Mtv. Gießen II — Tb. Wetzlar II 3: 7 (2: 5). Dor den leichtathletischen Wettkämpfen fand ein Handballverbandsspiel zwischen den zweiten Mannschaften des Tv. Wetzlar und Mtv. Gießen statt. Troh ausgeglichenen Feldspiels errang die Gästemannschaft einen wohl nicht in dieser Höhe verdienten Sieg, an dem zum Teil auch die Gießener Verteidigung, die wieder einen sehr schlechten Tag hatte, die Schuld trägt. Handball der 2. Kompagnie 15.3.2R. 1. Mannschaft — D. f. L. Wehlari 8:2 (4:0). 2. Mannschaft — D. f. L. Wetzlar II 6:0 (4:0). Am Sonntag weilten die 1. und 2. Mannschaften der 2./15. zu einem Gesellschaftsspiel in Wetzlar und konnten gegen den Lahnmeister zwei eindrucksvolle Siege mit nach Hause bringen. Zum ersten Male trat die neuaufgestellte zweite Mannschaft der 2./15. auf den Plan. Ihr Sieg war während des ganzen Spieles nie gefährdet. Dedeutungsvoll war das Spiel der ersten Mannschaft, stand doch die Partie nach den bereits in letzter Zeit absolvierten beiden Spielen remis. Aus diesem Grunde spielten beide Mannschaften von Anfang bis Schluß auf Sieg. Durch anständige Spielweise und durch das auf hoher Stufe stehende technische Spiel beider Mannschaften bekam es einen besonderen Reiz. I e n t s ch, V. f. D. Gießen, leitete beide Spiele einwandfrei. B. f. B.-Handball. Das Handballspiel der er st en Schülerelf gegen D. f. L. Wetzlar fand nicht, wie am Freitag angegeben, auf hiesigem Platze, sondern in Wetzlar statt. Die kleinen, erstmals zusammenspielenden D. f. D.cr gaben sich alle Mühe, kamen aber gegen die älteren und körperlich kräftigeren Gastgeber nicht auf und mußten sich mit 0:5 geschlagen bekennen. 109,5 Millionen Reichsmark für Eigenheime. Neben diesem großen zahlenmäßigen Erfolg muß vor allen Dingen die kulturell wertvolle Arbeit hervorgehoben werden, die von der Bausparkasse der Gemeinschaft der Freunde, Gemeinnützige G. m. b. H. Wüstenrot (Württ.), Verwaltungssitz Ludwigsburg, im Kampf gegen die Wohnungsnot geleistet wurde. Don der Gemeinschaft der Freunde ging die Dausparbewegung in Deutschland und Oesterreich aus. Sie marschiert damit als älteste und größte Dausparkasse Deutschlands an der Spitze der kontinentalen Dausparbewegung. 7555v Neue Soffittenlampen mit Opalglas. Soffitten- Lampen, d. s. Glühlampen von schlanker Zylinderform, die nicht blenden, bringt die Osram- Gesellschaft auf den Markt. Del diesen Lampen besteht der Glaskörper aus Opalglas. 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Flughafen Bis auf weiteres täglich Rundflüge Preis R M. 8.- tgisd Tonwerke Abendstem G.m.b.H. Morgen abend Sonder-Konzert mit verstärkter Hauskapelle EdeltrautRaab, Pianistin Gießen, Bahnhofstraße 42 II "5427 I