»- cä- iS B ' ta ^8 »as> &: ■ «'s 2 --. £§«S '-,°o^c = V = e« 5&§*S5 In n hs^’ü« ®* a—.«■ fä^ä 2 2. 5« 2 _ C - 3»~o> 5 - 'S T2 V2 - 1 n = S= 0 CT3 - 0'1 t ns s >s T C n'berraschungcn, um der Welt täglich seine Tln- chehrlichkeit von neuem beweisen zu können ib vor sich selbst das stolze Bewuhtsein zu leben, mit am Rade der Weltgeschichte zu chen. Je länger die Konferenz dauert, je an- ibfamer macht sich dieses Drum und Dran j it seinem ständigen Bedürfnis nach irgend- ' Hdbem Rervenlitzel bemerkbar. Man hatte eben ti) im Grunde mit einer mehr formalen Cr- 'igung des Konferenzprogramms gerechnet und '~'ct nun Schwierigkeiten und Gegensätze, die '■!) kaum überbrücken zu lassen scheinen. 3»n Vordergrund steht der Kampf um die t otenverteilung. Seine Ursprünge gehen Ion auf die Pariser Sachverständigenkonserenz iLck, auf der sich der englische Delegierte einer binberung des in Spaa seiner Zeit festgesetzten bcleilungsschlüssels, der für England einen Anil von 22 Prozent vorsieht, entschieden wider- i $te Hieran knüpft nun Snowdens Forderung i, diesen Verteilungsschlüssel sowohl auf den -geschützten Teil der deutschen Jahreszahlungen -auch auf die Gesamtleistung Deutschlands zur htucnbung zu bringen. Jeder der beteiligten ip-irationdgläubiger hat demgegenüber mit ut-tr Emphase von den „Opfern' gesprochen, b tr für den gemeinsamen Sieg gebracht habe ii) für die der ihm im Voungplan zugebilligte tzt-eil nur eine sehr geringfügige Entschädigung irsielle. Aber Snowden beharrt unbeirrt auf iicrn Standpunkt und läht sich — da man im •teile der Alliierten sich von einer Reise Mac- n«lds zum Haag eine entgegenkommendere » Bilting Englands verspricht — in einem Tele- J mm des Premiers ausdrücklich bestätigen, h Kabinett. Parteien und öffentliche Meinung tn<8 Landes in wahrhaft beneidenswerter Ge- lolsenheit hinter seiner Forderung stehen. Das t immerhin die Wirkung gehabt, dah bie an- rn Gläubiger sich hinter verschlossenen Türen '«nmensetzten, um einmal durchzurechnen, wie- :l sie durch Streichungen auf ihrem eigenen pirationskonto zusammenbekommen, um dem »tztnden Albion die berühmte Geste des guten Mens zu machen. Es scheint aber Herrn Snow- ii doch nicht genug gewesen zu sein. Italien itulbigt man neuerdings, durch mangelndes tsegentommen den Weg zu einem Kompromiß ier Quotenfrage zu versperren. , Reichlich naiv mutet die in diesen Tagen oft teerte Auffassung an, als ob Deutschland i. diesem Streit der Gläubiger um die Verteidig der Reparationszahlungen die Rolle des riius gaudens zufalle. Für diesen Optlmcs- tid fehlt aber auch jede Grundlage. Wir haben ^luehr alle älrsache, zu befürchten, dah, wie ” ungezählten Präzedenzfällen, der Streit au 6lerem Rücken ausgetragen wird, und, wenn keinem Kompromiß kommt, durch Entgegen- lenDen von beiden Seiten, man sich über- vlHend schnell wieder zu der ja sattsam betann- «i Gläubigerfront zusammenf indet, die in der -riei oder anderen Form Deutschland die Kosten Ur eine ausreichend Derücksichttgung der bri- Haag, 16. Aug. (TU. Funkfpruch.) Die für Samstag einberufene Sitzung des Finanz- ausschusses der Konferenz ist im Hinblick auf die zur Zeit noch völlige Ungcklärtheit der Lage auf unbestimmte Zeil vertagt worden. Ls ist dem Präsidenten des Ausschusses, dem belgi- chen Finanzminister h o u t a r d , überlassen worden, den Ausschuß zu einem gegebenen Zeitpunkt wieder zusammenzuberufen. Frankreich, Belgien, Italien und Japan hatten in den Freilagnachmitlagsstunden der englischen Abordnung ihre Vorschläge übermittelt. Die Vorschläge waren in einer Role zufammenge- faht worden. Obwohl über ihren Inhalt Stillschweigen bewahrt wird, kann mit ziemlicher Sicherheit festgestellt werden, dah sie nicht viel von den Vorschlägen abweicht, die F r a n c q u i bei seiner gestrigen Unterredung mit Snowden bereits mündlich vorbrachte, und die bekanntlich von Snowden energisch zurückgewiesen wurden. Zisfern- mähig sollen die angebotenen Konzessionen darauf hinauskommen, dah Englands Forderungen ; u mindest zu zwei Dritteln bewilligt werden, d. h. , dah England eine Erhöhung seiner Poung-Annuität um über 30 Millionen Reichsmark zugesichert erhält. Die vier genannten Mächte behaupten allerdings, dah ihre Vorschläge b i s Zeitschriften unterstützen in Leitartikeln mit Wärme die Haltung der britischen Delegation. Die unabhängige Zeitschrist „7lew Statesman" sagt, Snowden brauche nur seine Stellung zu behaupten und er werde nicht nur seine unmittelbaren Ziele erreichen, sondern auch das schwindende Ansehen Groh- britanniens in der Welt der europäischen Diplomatie wiederherstellen. Die neue Loge. Italien als Tündenbock. London, 17. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Haager Korrespondent der „Times" meldet: Da die vier Mächte es fertiggebracht haben, ihre Oer Ireiiag. Hamburg, 16. Aug. (WB.) Rach einem bei der Hamburg-Amerika-Linie eingegangenen Funkspruch befand sich bas Luftschiff „Gras Zeppelin" heute früh 5 Uhr MEZ. etwa 100 Kilometer östlich der Stadt Wologda im nordrussischen Gouvernement Wologda. Um 9.30 Uhr überflog der „Graf Zeppelin" Antwort bis unmittelbar vor den geplanten Zusammentritt des Finanzausschusses hinauszuzögern, war natürlich die für heute anberaumte Sitzung des Ausschusses zwecklos. Die Denkschrift der vier Mächte ist vorsätzlich in unbestimmten Ausdrücken gehalten, so daß eine klare, entschiedene Annahme oder Ablehnung ihrer Denkschrist unmöglich ist. Genaue Zahlenangaben sind vermieden worden. Eine Revision der Prozentsätze scheint überhaupt nidjt erwähnt zu werden. Wenn die Italiener veranlaßt werden könnten, etwas preiszugeben, dann würden wohl auch die Belgier und die Franzosen bereit lein, Zugeständnisse zu machen, die ausreichen würden, um zum mindesten einen wesentlichen Teil der britischen Erfordernisse zu 62 Grad nördlicher Breite und 80 Grad östlicher Länge. Segen 17.30 Uhr nachmittags russischer Lan- deszeit warf das Luftschiff über Kiselowfkij ein Paket mit Posttarten an führende Persönlichkeiten des Sowjetflugwesens und an Verwandte des Sowjetpiloten Karlin ab. Jede Postkarte trägt folgende Aufschrift: „Die Windrichtung nötigte Dr. Eckener, von der Ueberfliegung Mos- „Graf Zeppelin" über Asien. auf 80 Prozent an die englische Forderung herankommen, von englischer Seite wird dagegen ihr Ausmaß nur auf etwa 50 Prozent beziffert, weil hierbei die Beträge angerechnet feien, auf die die Engländer ohnehin nach dem Poung- Plan Anspruch zu haben glauben. Ebenso gehen die Ansichten auseinander, inwieweit Englands Ansprüche auf eine höhere Beteiligung an der ungeschützten Annuität in diesem Rahmen teilweise Berücksichtigung erfahren haben sollen. Snowden Hal nach kurzer prüsuNg der Totschläge mit seinen Finanzsachverständigen eine Antwort erteilt, die im wesentlichen eine Ablehnung der Vorschläge bedeutet. Daher mußte der Finanzausschuß vertagt werden, da er sonst am Samstag lediglich einen Abbruch der Verhandlungen hätte feststellen können. Ls wird erklärt, daß der Schahkanzler durchaus fest bleibt, aber dringend wünscht, den vier Mächten jede Möglichkeit zu geben, befriedigende vorfchläge zu formulieren. Neuerdings sei er bereit, ein paar Tage lang z u warten, um zu fehen, ob es dazu kommt. Aus diesem Grunde hat er einer Vertagung der Finanz- fommiffion bis zu irgendeinem Zeitpunkte in der nächsten Woche zugestimmt. Die englischen Wochen- ifen Lakehürst "ÖZEIXN ue YFW ZEPPEL-irM- WELTFAHQT 1Q29. Flugroute o ioy looo scop rriedrichst ei Wjatka in Richtung Usisyssolsk, um 13 Uhr MEZ. Pojewska, nördlich Perm. Um 16 Uhr MEZ. befand sich das Luftschiff auf 60 Grad nördlicher Breite und 64 Grad östlicher Länge. An Bord war alles wohl. Der „Graf Zeppelin" hatte somit den Ural bereits überflogen und befand sich über Sibirien, etwa 200 Kilometer vom Ob entfernt. Um 21 Uhr wurde der „Gras Zeppelin" nördlich der Stadt Tara am Jrtysch gesichtet. Das Luftschiff richtete an die Sowjetsunkstationen, die ihm regelmäßig die Wettermeldungen zustellen, Funk- sprüche, in denen die gute Verständigung bestätigt wird. Um Mitternacht befand es sich auf etwa faus ab ; usehen , da dies eine Fahrtve - zögerung von acht bis zehn Stunden nach sich ziehen würde." Lieber Sibirien. N e u y o r k, 17. Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach hier um 10 Uhr MEZ. vorliegenden Meldungen be- sindet sich „Gras Zeppelin" etwa 4 5 0 Kilometer nordöstlich von Tomsk und hat somit die Hälfte der Strecke Friedrichshafen—Tokio zurückgclegt. Man nimmt an, daß das Luftschiff das nördliche Ende des Baikalsees überfliegen wird. tischen Ansprüche bei der Verteilung der Quoten aufbrummt. Einen Weg dazu hat ja schon Snowdens verbindlicherer Kollege vom Foreign Office. Arthur Henderson gezeigt. Er fuhrt zwar sehr hinten herum, würde aber das gleiche Ziel erreichen: mehr Geld zur Verteilung unter die Gläubiger. Henderson knüpft an dem Punkt an, wo Rheinlandräumung und Voungplan sich berühren, den Besahungskostcn. Hier hat das Gutachten der Pariser Sachverständigen eine Lücke gelassen, indem es bestimmte, daß die gegenwärtig geltende Regelung, wonach für den Unterhalt der alliierten Truppen am Rhein monatlich elf Millionen Mark den deutschen Daweszahlungen entnommen werden und Deutschland selber noch einen Zuschuß von weiteren drei Millionen zu leisten hat, am 31. August durch ein Abkommen abzulösen sei, das in direkten Verhandlungen der an der Besetzung interessierten Mächte mit Deutschland für den Rest der Besatzungszeit getroffen werden müsse. Eine offiziöse Verlautbarung der Wil- helmstrahe legt dar, dah man deutscherseits bis zum 1. September mit Entschädigungsansprüchen von mehr als 40 Millionen Mark rechnet, die nach dem den Dawesplan ergänzenden Pariser Abkommen vom Jahre 1925 über die Ve- sahungskosten, Deutschland den Besatzungsmächten aus Haushaltsmitteln vorgestreckt hat, deren Anrechnung auf die Daweszahlungen das Reich jedoch fordern kann. Hier seht nun der britische Außenminister mit seiner Anregung ein, Deutschland solle sich doch für das Zugeständnis einer früheren Räumung durch eine großzügige „Geste" in dieser Frage der Besahungskosten erkenntlich zeigen. Ebenfalls nach der oben erwähnten Verlautbarung des Auswärtigen Amts hat Deutschland nun im Haag den Vorschlag gemacht, für Vereinfachung des Verfahrens seine Forderung an die Besatzungsmächte durch eine Pauschalsumme abzugelten. Aber darauf wird Henderson kaum besonderen Wert legen, wenn bei dieser Pauschalzahlung nicht finanziell etwas für die Gläubiger herausspringt. Der springende Punkt für die Anregung des Briten dürfte doch wohl der Hintergedanke sein, durch die „Geste" der Deutschen in der Frage der Besahungskosten soviel herauszuschlagen, daß daraus Englands Quote bei der Verteilung der Voungannuität erhöht werden kann. Durch diese natürlich sehr verschleierten und positiv nicht nachweisbaren Gedankengänge bekommt Hendersons anerkennenswerte Offensive in der R ä u m u n g s s r a g e einen recht unangenehmen Beigeschmack. England ist entschlossen, ensiprechend dem Wahlprogramm der Labourpartei, ohne Rücksicht auf seine Verbündeten oder das Inkrafttreten des Voung-Plans, das Rheinland s o - fort zu räumen. Sofort, das heißt, die britischen Truppen sollen bis Weihnachten wieder daheim sein, also weit genug hat sich auch England die Spanne gesteckt, die es für einen Rücktransport seiner Rheinarmee aus dem Raum von Wiesbaden benötigen zu müssen glaubt. Immerhin hat es einen bestimmten Termin vor Augen, während B r i a n d alle Anstalten macht, sich um die datumsmäßige Festlegung der Räumungsfristen wieder einmal herumzudrücken und seinen deutschen Verhandlungspartner mit leeren Phrasen abzuspeisen. Deutschlands vertragliches Recht auf sofortige Befreiung der Rhcinlande von der Last der fremden Besahungstruppen möchte Frankreich auch jetzt noch von Voraussetzungen abhängig machen, für die jede rechtliche Vegründung fehlt. Der sonst so agile Ministerpräsident besteht mit einer Hartnäckigkeit, die seinem Vorgänger Poincare alle Ehre machen würde, auf der unhaltbaren These daß vor dem Inkrafttreten des Voung-Plans von der Räumung keine Rede sein könne. Das ist für Deutschland besonders untragbar, wenn man überdies hort, was Briand unter „Inkrafttreten des Voung-Plans" versteht: Ratifizierung des neuen Zahlungsabkommens, Annahme der erforderlichen Gesetze durch den Reichstag, und wenn möglich auch noch die Mobilisierung der Teilannuität von 660 Millionen, für die Deutschland nach dem Voung-Plan auf jeden Transfer- und Aufbringungsschuy verzichten soll. Rach langem Hin und Her hat Briand dann endlich sich unter Vermittlung Hendersons bereitfinden lassen, am kommenden Montag die frühestmöglichen Termine für die Räumung der einzelnen Zonen bekanntzugeben. Es bedurfte dazu angeblich noch der Rückfragen bei den militärischen Stellen über die technischen Möglichkeiten der Auflösung und Rückbeförderung der französischen Rheinarmee. Wer erlebt hat, wie fchnell derartige Aufgaben im Kriege gelöst | werden muhten mit weit größeren Truppenkörpern als die Franzosen sie zur Zeit noch am Rhein halten, und unter viel schwierigeren technischen Verhältnissen, weiß auch, daß dies für Briand nur ein willkommener Vorwand war, die Räumungsdebatte hinauszuzögern. 2hm siegt alles daran, erst im Finanzausschuß über die Quotenverteilung und die außerdem mit England noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten über Höhe und Dauer der Sachlieferungen ins Reine zu kommen, ehe die Räumungsfrage von ihm ernsthaft behandelt wird. Vielleicht hofft er, durch eine plötzliche Abreise nach Paris, die in den gegenwärtigen Verhandlungen schon gelegentlich drohend hineinspielt, sich jeder Festlegung auf ein bestimmtes Räumungsprogramm, wie es Deutschland fordert und auch England wünscht, im letzten Augenblick entziehen zu können. Man darf also einigermaßen gespannt sein, was der Montag im Haag bringen wird. Jedenfalls dürfen wir uns keiner übertriebenen Hoffnung hingebrn, als ob nun Frankreich sich endlich zu der großzügigen Geste bereitfinden würde, auf die Deutschland und mit ihm alle, die eine aufrichtige Gesamtliquidation des Krieges wünschen, seit den Tagen von Locarno vergeblich warten. Die Zwischenbilanz, die wir nach den ersten beiden Wochen der Haager Konferenz zu ziehen berechtigt sind, sieht also nicht übermäßig rosig aus. Spukt doch neben den eben gestreiften finanziellen Problemen auch noch der berüchtigte Feststellungsausschuß, der nach dem Willen Frankreichs entgegen den klaren Bestimmungen des Derfailler Vertrages nach der Räumung der Rheinlande im ehemals besetzten Gebiet eine dauernde Kontrolle der Alliierten ausüben soll. Die Reichsregierung hat sich auf die Ablehnung jeder Art von Kontrolle über das Jahr 1935 hinaus feierlich festgelegt. Es ist jedoch äußerst fraglich, ob Briand bei der sehr laxen Haltung, die sein britischer Kollege in dieser Frage einnimmt, auf die Einsetzung eines besonderen Kontrollorgans verzichten wird. Man berät im Augenblick hierüber noch in einem aus den juristischen Sachverständigen gebildeten besonderen Tlntcrausschuß. Aber die Hoffnung ist gering, daß nicht auch dieser Punkt noch zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Hauptdelegierten führen wird. befriedigen. Angeblich hat die italienische Delegation Rom um neue Instruktionen ersucht. Der „Daily Telegraph" meldet: Die Aussichten auf Erfolg oder Mißerfolg der Konferenz dürfte 50 zu 50 stehen. Die italienische Hartnäckigkeit bleibt einstweilen ein wichtiger Faktor. Die Rote der vier Machte an Srwwden endet mit dem Vorschlag, einen britischen Sachverständigen zu ernennen, der die Lage gemeinsam mit ihren eigenen Sachverständigen prüfen soll. Ob Snowden sich dazu bereitfindet, ist noch nicht bekannt. Veröffentliche Kraflwagenöerlehr Einigung zwischen Reichspost und Reichsbahn. Berlin, 17. Aug. (Priv.-Tel.) Rach langwie- eigen Verhandlungen ist zwischen der Reichsbahn und der Reichspost ein Vertrag über den gemeinsamen Betrieb von Kraftwagen l i n i e n unterzeichnet worden. Der Vertrag, dessen finanzielle Abmachungen sich auf die nach dem 1. April eingerichteten und auf olle künftig neu zu betreibenden Linien beziehen, ist zunächst bis zum Jahre 1934 abgeschlossen worden und soll die unwirtschaftliche Konkurrenz zwischen den beiden öffentlichen Verkehrsgesellschaften a u s s ch a l t e n. Der Reichspost wird vor allem der Omnibusverkehr Vorbehalten, während die Güterbeförderung im Ueberlandverkehr grundsätzlich von der Reichsbahn durchgeführt werden soll. An dem Omnibusverkehr ist die Post mit 65 Prozent, an der Güterbeförderung die Reichsbahn mit 65 Prozent beteiligt. Die Tankanlagen, Garagen und Werkstätten werden gemeinsam benutzt. * Reichsbahn und Reichspost haben in den letzten Jahren in aller Heimlichkeit einen ziemlich erbitterten Kampf um die Herrschaft im öffentlichen Kraftwagenvcrkehr geführt, von dem man nur gelegentlich durch etwas gereizte Auslassungen erfuhr Vernünftigerweise haben beide Teile jetzt aber eingesehen, daß sie wichtigere Aufgaben zu erfüllen haben, als einen Konkurrenzkampf gegeneinander aufzuführen, und haben sich deshalb verständigt. Künftighin werden sie also nach dem jetzt unterzeichneten Friedensprotokoll gemeinsam arbeiten, was natürlich nur den Sinn haben kann, ein rentables Kraftverkehrsneh über ganz Deutschland auszubreiten, das in gleicher Weise das Ziel verfolgt, Zubringerdienste für die Eisenbahn zu leisten und die Aufgaben der Post zu erleichtern. Es ist nur ganz logisch, daß dabei die Post federführend ist und mit einem höheren Prozentsatz beteiligt wird. Rur bei solchen Linien, die ausgesprochene Wetibewerbs- ft reden zur Eisenbahn sind, kehrt sich das Verhältnis der Beteiligung um. Das wird aber hoffentlich die Ausnahme sein und nur da ge- schehen, wo sehr starke wirtschaftliche Gründe eine solche Konkurrenz rechtfertigen. Im allgemeinen sollte sich der Kraftverkehr auf gebirgige und dünner besiedelte Gegenden beschränken, in denen die Eisenbahn sich nicht amortisieren kann. Hier aber ist er für die Bevölkerung lebenswichtig und wird damit zur Erschließung des slachen Landes beitragen können. polen liquidiert weiter deutsche Güter. Warschau, 16. Aug. (WTB.) Wie der 'polnische Reichsanzeiger Monitor Polski meldet, yat die polnische Regierung die Liquidation des Rittergutes Alttomischel des Max von Poncet beschlossen. Der Besitz, der einen Umfang von 2073 Hektar hat, ist auf einen Entschädigungswert von 2 054 500 Zloty geschäht worden. Von der Entschädigung werden noch 564 000 Zloty als sogenannte Liqui- Dationskosten und als vom Staatsschatz übernommene Hypothek abgezogen. Das Gut geht nach einer Verfügung des Liquidationskomitees in den Besitz des polnischen Staates über. Der Beschluß ist nach dem Wortlaut der Verfügung endgültig. Die Abrüstungskonferenz der Seemächte. Washington, 16. Aug. (WB.) In den amtlichen Kreisen der Bundeshauptstadt herrschte gestern abend die Meinung vor. daß die Besprechungen zwischen Macdonald und Dawes zu einer noch stärkeren Verminderung der Kreuzerflotten führen tonnen, als dies m der Konferenz von 1927 vorgesehen war. Angesichts der bevorstehenden Flottenkonferenz zwischen Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien und Japan, die wahrscheinlich im Dezember in London stattfindet, wird die Lage zur Zeit auf Anordnung des Präsidenten von den amerikanischen Marinesachverständigen eingehend geprüft. Man glaubt hier, daß sich die englische Regierung in der Frage einer Verminderung der Kreuzerflotten in einer nicht ganz angenehmen Lage befindet, und zwar infolge der wenig entgegenkommenden Haltung Frankreichs und Italiens^ Italien verlangt seinen Anteil an der Beute. Washington, 16. Aug. (Reuter.) In diplomatischen Kreisen hört man, daß die italienische Regierung gewillt sei, die Frage einer endgültigen Verteilung der früheren deutschen Ueberseekabel aufzuwerfen, und beabsichtige, eine Botschaft«! rkonse- renz nach Washington einzuberufen, um diese Angelegenheit zu regeln. Die italienische Regierung weise darauf hin, daß die Kabel gemeinsames Eigentum der Alliierten seien, daß aber Italien bislang von der Ruhbar- machung dieser Kabel ausgeschlossen worden sei. Rumänien duldetkeineAuöländermehr. B u d a p e st. 16. Aug. (WB.) Nach einer Bukarester Meldung hat das rumänische Landes- freindenkontrollamt beschlossen, die Aufent- Haltsbewilligung von Ausländern vom 4. September ab ni ch t mehr zu verlängern. Unter den Auszuweisenden befinden sich bereits seit zehn Jahren in Rumänien wohnende Personen, die um Bewilli- gung der Staatsbürgerschaft eingekommen sind. Das Blatt „Adeoerul" beschäftigt sich in längeren Artikeln mit dieser Angelegenheit und gibt der Ansicht Aus- druck, daß dieser Beschluß im Auslande viel böses Blut erregen werde. Die Mniungsbesprechungen erneut verschoben. Briands Verschleppungstaktik. Erst am Montag Nennung der Räumungstermine. Haag, 16. Aug. (WB.) Der französische Ministerpräsident B r i a n d hatte heute mit Reichsminister Dr. Strefemann im Hotel d'Orange eine Unterredung, die 1K Stunden dauerte. Die beiden Delegierten besprachen die Konferenz, ihren Stand und alle damit zusammenhängenden, auch finanziellen Fragen, das weitere Verfahren bei den Verhandlungen und die evtl. Rotwendigkeit ihrer Fortsetzung. Vriand teilte mit, daß er sich in technischen Besprechungen mit seinen Herren bezüglich der Festsetzung des Endtermins der Räumung befinde und sich bemühe, möglich st bald einen Termin mitzu- teilen. Bezüglich der Räumung der zweiten Zone wird bereits angedeuelet, daß diese voraussichtlich früher als erwartet erfolgen werde. Die für Samstag vorgesehene Bekanntgabe des Räumungstermins der drei Besatzungs- Mächte England, Frankreich und Belgien ist zunächst auf Montag verschoben worden. Für Montag ist eine neue Vier-Minister-Besprechung von Deutschland, Frankreich, England und Belgien über die Räumungstermine vorgesehen. 3n maßgebenden Kreisen der Konferenz meint man, daß die endgültige Entscheidung über die politischen Fragen erst während der Septemberversammlung des Völkerbundes in Genf erfolgen wird. Die „Information" berichtet: Es fei offiziös eine Einigung zwischen Frankreich und Deutschland über die Räumung der drillen Zone erzieht worden. Die Deutschen wünschten zwar, daß sie rascher erfolge, hätten aber grundsätzlich a l s äußersten Termin den 3 u 11 1 930 angenommen. — „yel vaderland" will von deutscher Seite erfahren haben, daß Deutschland es eher vorziehen würde, mit der Räumung der dritten Zone bis zum hierfür im Versailler Vertrag vorgesehenen 3ahr 1935 zu warten, als sich mit der Errichtung einer ständigen Kon- trolle in der gesamten entmilitarisierten Zone einverstanden zu erklären. Auch eine Unterkommission des völkerbundsrals fei vom deutschen Standpunkt aus unannehmbar. Dagegen werde Deutschland gegebenenfalls mit einer besonderen Einrichtung einverstanden sein, die allein für die dritte Zone gedacht wäre, und die nicht länger aufrechterhalten bleiben dürste alsbiszum3ahre 1935. Oie Besahungskosten. Eine Besprechung Ltresemann—Henderson. Haag, 16. Aug. (WB.) Eine Besprechung Stresemann—Henderson galt insbesondere einer Klärung der komplizierten Fragen, die mit der englischen Anregung auf einen deutschen Verzicht in der Frage der Desatzungsschäden zusammenhängen. Es ergab sich, daß Gegenstand und Umfang dieses Wunsches der bereits bekannten Auslegung entsprechen. Henderson legte bei dieser Gelegenheit im Hinblick auf die in Umlauf gesetzten Pressemeldungen Wert auf die Feststellung, daß es keineswegs den Tatsachen entspreche, daß er die Anregung gemacht habe, Deutschland solle sich zur Zahlung der Desatzungskosten Frankreich, England und Belgien gegenüber bereit erklären. Henderson betonte nochmals mit Rachdruck, daß die britische Regierung bereit sei, das Rheinland innerhalb sehr kurzer Zeit und bedingungslos zu räumen. England und der Feststellungsausschuß. London, 17. Aug. (WTB. Funkspruch.) In einem Leitartikel der „Times" heißt es: Eine lange Zeit für das Räumungsverfahren macht weniger Unkosten, als eine schnelle Räumung, weil sie es ermöglicht, den Rhein als Was- s e r w e g zur Abbeförderung von Vorräten und schwerem Kriegsmaterial zu benutzen. Zu dem von den Franzosen gewünschten Feststellungsausschuß bemerkt „Times": Der praktische Wert eines solchen Ausschusses muß sehr zweifelhaft sein, denn es kann nicht abgeleugnet werden, daß die nötige Gewähr für die deutsche Abrüstung nach Zurückziehung der militärischen Kontrolle in derdeutschenEhr- lichkeit und in der Berücksichtigung des Kel- l o g g p a k t e s durch Deutschland besteht. Die Hauptsache ist, daß die Räumung ohne unnötige Verzögerung in möglichst engem Zusammenwirken der Besatzungsmächte und unter möglichster Rücksichtnahme aus die Gefühle aller ^Beteiligten durchgeführt wird. Einigung über die Reform der Arheiislosenversicherung. Das Ergebnis der interfraktionellen Besprechungen. — Das Kabinett entscheidet über die Beitragserhöhung. — Am Montag neue Regierungsvorlage. Berlin, 17. Aug. (Priv.-Tel.) Die interfraktionellen Besprechungen über die Arbeitslosenreform, die gestern vormittag begannen, haben in den Rachmittagsstunden, wie die „Voss. Ztg." meldet, zu einer Verständigung der Parteivertreter in den wesentlichen Punkten geführt. Der Reichsarbeiksminister wurde aufgefordert, nach deni Resultat dieser Besprechungen eine Vortage auszuarbeiten, die bann an den Sozialpolitischen Ausschuß gehen wird. Die Hauptstreitfrage sei, ob und in welcher höhe eine B e i tr a g s e r h ö h u n g durchzusühren wäre, lieber die Beitragserhöhung werde das Kabinett die Entscheidung treffen. Man dürfe aber wohl nicht daran zweifeln, daß die Fraktionen sich dem Beschluß der Regierung fügen werden. Ebenso könne man mit Sicherheit annehmen, daß die Erhöhung der Beiträge auf ein halbes Prozent beschrankt wird, mit dem das interfraktionelle Kompromiß bereits rechne. Das Reichskabinett wird Montag, den 19. August, Beschluß fassen und die Vorlage dem Reichsrat und dem Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages alsbald überweisen. Wie die „G e r m a n i a“ schreibt sind die getroffenen Vereinbarungen zunächst nur als eine Rotbrücke zu werten, die dem Kabinett die Möglichkeit geben soll, die Einzelheiten des Ge- fehentwurfes nochmals zu überprüfen und seine endgültige Fassung unter Berücksichtigung der in den interfraktionellen Verhandlungen erzielten Ergebnisse zu beschließen. Hierzu wird es notwendig sein, mit den im Haag weilenden Ministern nochmals Fühlung zu nehmen, von denen der Reichsfinanzmini st er und der Reichsarbeitsminister an der Frage der Arbeitslosenversicherung ressortmäßig stark interessiert sind. Um eine einheitliche Beratung im Kabinett zu ermöglichen, soll der Gedanke erwogen werden, auf halbem Wege nach dem Haag, etwa in Münster oder Osnabrück am Sonntag eine K a b i n e 11 s s i h u n g abzuhalten, falls die Lage der Konferenz dies gestattet. Als ein möglichst positives Ergebnis der interfraktionellen Besprechungen darf man jedenfalls die Tatsache verzeichnen, daß bereits für die allernächsten Tage eine Verabschiedung der Vorlage durch das Reichskabinett und ihre Ueberweisung an den Reichsrat und den Sozialpolitischen Ausschuß zu erwarten ist. Die nächste Sitzung des Sozialpolitischen Ausschusses ist für Dienstag einberufen. Er wird dann hoffentlich Gelegenheit haben, die Vorlage der Reichsregierung zu beraten: seine Ausgabe wird es dann sein, im Rahmen dieser Vorlage auch eine Einigung der Parteien zu erzielen. Wie das „B.T." mitteilt, beabsichtigt der Reichsarbeitsminister, die Reuregelung aus c i n- einhalb Jahre — Oktober 1929 bis 31.März 1931 — zu erstrecken. Die Demokraten wollen sie nur auf ein Jahr bewilligen. Heute vormittag werden die drei gewerkschaftlichen Spihenverbände sich in gemeinsamer Beratung mit dem neuen Stand der Dinge beschäftigen. Wie die „Voss. Ztg." u. a. glaubt mitteilen zu können, bedeutet die Einigung im wesentlichen eine Rückkehrzu dem Sachverständigengutachten. Allerdings hat man an den Vorschlägen der Sachverständigen verschiedene Verbesserungen vorgenommen. Aus demokratische Initiative ist zum Beispiel die Verlängerung der Wartezeit für die Saisonarbeiter auf zwei oder drei Wochen und die Kürzung der Unterstützungssätze für die Höch st bezahlten Saisonarbeitergruppen über die Vorschläge der Sachverständigen hinaus auf etwa die Hälfte zurückzuführen. Dafür hat man anderseits die von den Sozialdemokraten am heftigsten bekämpfte schematische Verknüpfung von Unterst ü tz u n g s h ö he und Anwartschaftsdauer, gegen die auch die Demokraten erhebliche Bedenken hatten, mildern können. Diese Verkoppelung soll nur noch für die bestbezahlten Saisonarbeiterkategorien für die Erwerbslosen eintreten, die erst eine kurze Versicherungszeit hinter sich haben. Eine weitere Ersparnis wurde dadurch erzielt, daß man den Beitrag, den die Arbeitslosenversicherung für die Erwerbslosen an die Krankenkassen zahlen, um 30 Millionen herabsetzte. Die Ersparnisse, die durch Verwaltungsmaßnahmen herbeigeführt werden sollen, werden auf 15 Millionen geschäht. Aus aller Well. Schwere Mordtat in Berlin. Eine furchtbare Aufklärung fand das Verschwinden der 11 Jahre alten Lyzeumsschülerin Hildegard Zepernick aus der Westend-Allee in Berlin. Unweit des Sachsen-Platzes, auf dem die Kleine zulehtbeim Spielgesehen wurde, befindet sich ein ausgedehnter Reubaublock. Zu diesem Block gehören weitverzweigte laby- rinthartige Keller. Vorläufig waren dort Schalbretter, die zur Dachbedeckung gebraucht werden, gelagert. Run stiegen zwei Bauarbeiter in den Keller hinab, um einige Bretter zu holen. An einer Stelle sahen sie Steine in einem Kreise zusammengelegt, als ob dort etwas besonderes gekennzeichnet werden sollte. Sie benachrichtigten den Polier, und als man nachgrub, entdeckte man die Leiche der Hildegard Zepernick. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Rach dem Befund ist das Kind basOpfereinesSitt- lichkeitsverbrechens geworden. Der Täter muh fein Opfer unter irgendeiner Vorspielung auf den Reubau und in den Keller hinabgelockt und hier das Verbrechen verübt haben. Zur Klärung des schweren Verbrechens wurde mit eingehenden Vernehmungen begonnen. Der Kre^s der Befragten ist sehr groß. Zu ihnen gehört auch einer der Reubauwächter, dessen Dienst bis 11 Uhr nachts läuft. Dieser Wächter ist aus den Kreisen des Publikums heraus verdächtigt worden. Der Wächter erklärte bei feiner Vernehmung, daß er die kleine Zepernick am Montagabend überhaupt nicht gesehen habe. Zur mutmaßlichen Tatzeit will er sich am entgegengesetzten Ende des Blockes aufgehalten haben. Dieser Bekundung stehen Aussagen von Arbeitskollegen widerspruchsvoll gegenüber. Bis zu ihrer Klärung wird der Wächter auf dem Polizeipräsidium bleiben. Der Bankräuber gefaßt. Landjägern aus der Muskauer Umgegend ist es in der letzten Racbt nach aufregender Verfolgung gelungen, den Täter des Ueberfalls auf die Muskauer Reichsbankzentrale festzunehmen. Cs ist ein 23jähriger Schlosser Böhler, der vor wen igen Wochen aus der Erziehungsanstalt Buch bei Berlin entlassen worden ist. Die Beamten ermittelten ihn in einem Hotel in Wisau (Kreis Sagan). Der Räuber hat bei dem Feuerkampf mit dem Reichsbankrat Doehui zwei Bauchschüsse davongetragen. Er wurde zunächst in das PolizeigefängnkS von Weihwasser gebracht. Wegen seiner schweren Der- lehungen konnte er noch nicht vernommen werden. Raubüberfall auf einen Gelbtransport. 2n Mechernich (Kreis Schleiden) wurde ein Geldtransport der Grube, der von dem Grubcn- förster, einem Sicherheitsbeamten des Werks und zwei Angestellten begleitet wurde, von vier maskierten Räubern überfallen, die sogleich zu schießen begannen. Der Sicherste- beamte wurde sofort getötet; der Grube n- forster so schwer verletzt, daß er später starb. Die beiden anderen Begleiter blieben unverletzt. Rachdem die Räuber 8—10 000 Mk. geraubt hatten, flüchteten sie auf Fahrrädern in der Richtung nach Ahr. Die Verfolgung wurde sofort ausgenommen. 3n den Alpen verunglückt. Die Gattin des Chefredakteurs Richard Mießner aus Berlin glitt auf einer Wanderung mit ihrem Manne nach Uhmhaufen bei Innsbruck, während fie hinter ihm ging, an einer Steinstiege aus, fiel über einen 40 Meter hohen Felsen ab, und verletzte sich hierbei so schwer, daß sie bereits eine halbe Stunde danach starb. Schweres Boolsunglück auf dem St.-Lorenz-Strom. Das dem in Syracuse anfäffigen Millionär Charles Live gehörende Motorboot „Giggle' stieß auf dem St.-Lorenz-Strom mit einem Touristendampfer zus ammen und sank sofort. Der Besitzer, seine Frau und der Kapitän des Motorbootes ertranken. Der Touristendampfer war durch den Zusammenstoß gleichfalls schwer beschädigt worden und sank zehn Minuten später. Unter den vierzig Passagieren brach e i r. Panik aus, da die meisten sich fürchteten, den sinkenden Dampfer zu verlassen. Sie konnten jedoch anscheinend alle gerettet werden. Ein Vergessener. Am 17. Juni 1915 starb in Berlin an den Folgen eines Verkehrsunfalls ein 21 Jahre alter türkisch er Student aus Konstantinopel. Man übergab seine Leiche einem Beerdigungsinstitut. Der Tote wurde einbalsamiert, in einen Zinksarg gelegt und sollte nun nach der Heimat transportiert werden. Im Keller des Beerdigungsinstituts hat man dieser Tage einen Zinksarg gefunden: man schaffte ihn ans Tageslicht, öffnete ihn und fand darin einen völlig mumi-sizierten Toten. Die Polizei untersuchte den Fall, und es ergab sich, daß dieser Tote der im Jahre 1915 verstorbene Student war, den man damals einfach vergessen hatte. Das Wohlfahrtsamt hat sich des vergessenen Toten angenommen und ihn auf dem Friedhof in Marzahn zur ewigen Ruhe geleitet. Oie Wetterlage. ■Seydlst W- Csio rior. XO 1^23 ' 2, Oeztin , 2* n freitaa 16'.fiuaüst,19297n_at>d5. .Mren-Ins.. Q wolkenlos. ® neuer, o naib bedeckt. ® wolkig, © oeaeckt o negea * Schnee es Graupeln, s Nebel K 6ewitter.(§)Wind$til!e.O- sehr «icnter Ost massiger Sudsodwesu q stürmischer Nordwesl Oie Pfeile fliegen mit dem winde. Die oeiden Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleidtt® •ul Meeresniveau umaereebneten Luftdruck. Wettervoraussage. Der Abbau des hohen Druckes wurde bereits durch die neuen Störungen von Westen her eingeleitet. Der Kem des umfangreichen Fallgebietes erstreckt sich heute morgen über die britischen Inseln und die Rordsee. Schon in den heutigen Morgenstunden führte die zugeströmte feuchtwarme ßuft in unserem Bezirk zu Gewitterstörungen. Der eingeleitete Witterungsumschlag wird mit dem Vordringen der ozeanischen Luft zunächst noch keine Beständigkeit erhalten. Die Luftmassen werden, da sie allmählich aus höheren Breiten zufliehen, wieder Abkühlung bringen und außerdem neben Bewölkung auch zu strichweisen Schauem führen, wobei gelegentliche Gewitterstörungen nicht aus- geschloffen sind. Wettervoraussage für Sonntag: Wechselnde Bewölkung mit vorübergehender Aufheiterung, leichte Abkühlung, strichweise Regenschauer, teilweise gewitterhafter Art. Lufttemperaturen am 16. August: mittags 26,9 Grad Celsius, abends 18,5 Grad: -am 17. 2Iu- guft: morgens 18,8 Grad. Maximum 27,2 Grad, Minimum 15,5 Grad. Reisewetterdienst der amtlichen Wetterdienststelle Gießen. Rheingebiet (Köln): Gestern heißer Tag, meist heiter: heute morgen. 20 Grad, Südwind, halb bis ganz bedeckt. Baden (Baden-Baden): Gestern heißer Tag, meist heiter; heute morgen 19 Grad, Güdwest- toinb, nach Gewittern halb bis ganz bedeckter Himmel. Bayern (Garmisch-Partenkirchen)': Gestern heißer Tag, meist heiter; heute morgen 17 Grad, Südwestwind, heiter bis bedeckt. Thüringer Wald: Gestern milde Rächt, meist heiter; heute morgen 20 Grad, Westwind, heiter bis bedeckt. Helgoland: Gestern milde Rächt, veränderlich mit Schauem; heute morgen 19 Grad, Südwind, halb bis ganz bedeckt. W wämSSSSSE Ejsssssss'ir1 Z 4/ /e- ' -A« £&■ Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen. Der Abschnitt III mit den Einträgen der Buchstaben A bis $ in das alphabetische Einwohner« und Zirmenverzeich- nis der Stadt Gießen liegt 3 Tage, vom Montag, dem 19. bis einschließlich Mittwoch, dem 21. August zu jedermanns Einsichtnahme in unserer Geschäftsstelle offen. Oie zuständige Einwohnerschast Gießens sowohl als die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und Unrichtigkeiten kann keine Haftung übernommen werden. Oberhessischer Adreßbuchvertag Gießen Schulstraße 7 Eingang von der Kaplaneigaffe aus. Titel »Drei Mal Rußland". 3n drei Einaktern von Anton Tschechow sollen drei verschiedene Ausdrucksformen der russischen Schauspielkunst gezeigt werden. Zur Aufführung kommen: „Der Heiratsantrag", „Jubiläum" und „Der Dar". • * Neuwahlen fü r die Gemeinden und Gemeindeverbände. Als Wahltag für die allgemeinen Neuwahlen der Stadtrats-, Gmneinderats-, Kreistags- und Provinzialtagsmitglieder im Zähre 1929 ist von der Provinzialdirektion der Provinz Oberhessen der 17. November d. 3. festgesetzt worden. Am 23. September soll mit der Offenlegung der Wählerlisten begonnen werden. Als Endtermin für die Einreichung der Wahlvorschläge ist der 18. Oktober bestimmt. ** Provinzial st rahensperrungen. Wegen Ausführung von Walzarbe'iten wird die Provinzialstraße Daubringen—Mainzlar vom 19. August 1929 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Staufenberg. — Die Straßensperre auf der Provinzialstraße Gießen—Marburg von Stadtgrenze Gießen bis Kilometer 2,000 ist ab 15. August 1929 aufgehoben. ** Schulpersonalie. Ernannt wurde die Iugendleiterin Pauline N e u h aus Steinbocken- heim zur technischen Lehrerin an der Schillerschule (Lyzeum und Frauenschule) in Friedberg mit Wirkung vom 1. Juli 1929 ab. ** Gin Fünfundachtzigjähriger. Mor- gen, Sonntag, wird der am 18. August 1844 in Her- zogwaldau geborene Gendarmerie-Ooerwachtmeister und Leutnant d. L. Herrn. Knobel, Kl. Mühlgasse Nr. 10 wohnhaft, 85 Jahre alt. Herr Knobel trat mit 20 Jahren als Freiwilliger beim Leibhusaren-Regt. Nr. 2 in Lissa ein und hat in diesem Regiment den Feldzug gegen Oesterreich mitgemacht. Bei Beginn des Krieges 1870 wurde er zur Feldgendarmerie kommandiert; bei der Kaiserproklamation in Versailles war er zum Dienst befohlen. Nach Auflösung der Feldgendarmerie wurde er wieder seinem alten Truppenteil in Colmar (Elsaß) zugeteilt. 1872 trat er zur Landgendarmerie im Elsaß über und wurde dort 1876 zum Oberwachtmeister und bei seiner Pensionierung 1906 zum Leutnant d. L. befördert. Nach seiner Verdrängung aus dem ihm zur zweiten Heimat gewordenen Elsaß, in der der Jubilar sich das Vertrauen der Bevölkerung und die Achtung seiner Kameraden erworben hatte, hat er hier seinen Wohnste genommen. ** Gin Schau, und Kun st fliegen, ausgeführt von den auf dem Durchflug hier befindlichen Piloten Lapp und Gauß (letzterer ist der jüngste deutsche Kunstfliege^) findet morgen, Sonntag, auf dem hiesigen Flugplatz statt. Geschwaderfliegen, Loopings, Ballonrammen u. a. sollen gezeigt werden. Auch werden Passagierflüge über der Stadt und der näheren Umgebung ausgeführt. Ergänzt wird das Programm durch Geschicklichkeitsfahren des bekannten Rennfahrers Kratz. (Man beachte die heutige Anzeige.) ** D i e Museen sind am Sonntag von 11 bis 13 Uhr zu kleinen Preisen geöffnet. ** Eommerfest des älnteroffizier- Korps des Standortes Gießen. Heute und morgen veranstaltet das älnteroffizier-Korps 3nf.-Regts. 15 des Standortes Gießen sein diesjähriges Sommerfest, verbunden mit der ersten Wiedersehensfeier und der Abschiedsfeier für den Jahrgang 1929. Die Festfolge sieht u. a. für heute einen Bierabend auf der Liebigshohe, für morgen ein Kinderfest und ein Reiterfest auf dem Wald- sportplah, sowie abends einen Festakt mit Feuerwerk auf der Liebigshohe vor. (Siehe heutige Anzeige.) ** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag, 20. d. M., findet Rindvieh- (Nutzvieh.) Markt statt; der nächste Schweinemarkt wird am 4. September abgehalten. " Die Lehrlingshaltung im Wagnergewerbe. Im Einvernehmen mit dem Wagnergewerbe und mit Genehmigung des hessischen Ministers für Arbeit und Wirtschaft werden die seither geltenden Höchstzahlvorschriften im hessischen Wagncrgewcrbe wie folgt geändert: Ein Meister, der in der Regel keine Gesellen beschäftigt, darf nur einen Lehrling halten und einen zweiten erst dann einstellen, wenn sich der zuerst angenommene Lehrling im zweiten Lehrjahr befindet. 3n Betrieben, in denen Gesellen beschäftigt werden, kann auf je zwei Gesellen ein Lehrling mehr eingestellt werden. Die Höchstzahl ist drei Lehrlinge. ” Der Verband der evangelischen weiblichen 3ugend in Hessen wird am 1. September sein 3ahresfest in Mainz obhalten. Er kommt seit seinem Bestehen zum erstenmal in die hessische Großstadt und wird von der ganzen Mainzer evangelischen Bevölkerung freudig ausgenommen werden. Am Abend des 31. August wird ein Degrüßungsgottes- dienst gehalten. Der Fcstgottcsdienst am 1. September wird schon frühzeitig beginnen, da sich darauf eine große Rheinfahrt anschlietzen soll. Nach der Rückkehr nach Mainz wird ein feierlicher Ausklang in der Kirche den Tag beschließen. " Eine Mahnung an die Kraftfahrer. Di« Kreisbauernkammer Llnterfranken erläßt folgende Mahnung an die Kraftfahrer, die auch anderwärts befolgt werden sollte: Kraftfahrer, nehmt Rücksicht auf den starken Verkehr auf den Landstraßen und in den Ortschaften zur Zeit der Ernte. Die Bergung der Ernte drängt sich auf wenige Tage zusammen; eine starke Häufung des Verkehrs ist die Folge. Die hochbelade- nen Erntefuhren verlangen besonderes Fahr- geschick, sie beengen die Fahrbahn, erschweren die Derkehrsübersicht und sind dem rechtzeitigen und genügenden Ausweichen ost sehr hinderlich. Dazu sind Menschen und Tiere, die um diese Zeit von früh bis spät schwer arbeiten müssen, stark übermüdet. Auf diese Verhältnisse Rücksicht zu nehmen, sollte für jeden Kraftfahrer eine Selbstverständlichkeit sein. Die erschreckende Zunahme der Derkehrsunfälle durch Kraftfahrzeuge gemahnt zur Vorsicht und Rücksicht. ** Sonderfahrt nach Berlin-Potsdam. Die Reichsbahndi ktion Frankfurt a. M. wird vom 30. August bis einschließlich 3. September eine fünftägige Sonderfahrt nach Berlin und Potsdam zu ermäßigtem Preise veranstalten. Autorundfahrten in Berlin und eine Dampferfahrt auf dem Wannsee sind vorgesehen. Einsteigestationen sind Frankfurt a. M. (Hbf.), Friedberg, Bad-Nauheim und Gießen. ** Verwahrungsgebühren für Fundsachen. Nach einem Runderlaß des preußischen Innenministers an die Polizeibehörden ist von jetzt ab für Aufbewahrung und pflegliche Behandlung von Fundsachen von dem Verlierer oder Eigentümer eine Gebühr zu erheben, und zwar für Fundsachen im Werte bis 20 Mark eine Gebühr von 50 Pf., die bei verhältnismäßig geringem Wert gänzlich erlassen werden kann, für Fundsachen im Werte von 21 bis 50 Mk. eine Gebühr von 1 Mk., im Werte von 51 bis 100 Mk. eine Gebühr von 2 Mk.. 101 bis 300 Mk. eine Gebühr von 3 Proz. und für Fundsachen im Werte über 300 Mk. dazu für den Mehrwert noch 1 Proz. Die Gebühr flieht, soweit sie von den staatlichen Polizeibehörden erhoben wird, in die Staatskasse. •* Einheitskurzschrift. Am Montag, 2. September, beginnt in der Goetheschule (Westanlage) ein Anfängerlehrgang des Kurzschriftvereins von 1861 und des Damenvereins „Gabelsberger". Zur Weiterbildung geben die ebenfalls beginnenden Fortbildungs-, Diktat- und Redeschrift-Kurse ausgiebig Gelegenheit. (Man beachte die heutige Anzeige.) ** Keine Maul- und Klauenseuche. Sämtliche Kreise des Landes waren, wie amtlich mitgeteilt wird, am 1. August d. 3. frei von Maul- und Klauenseuche. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenauftrage sind lediglich an die Geschäfts st etle zu richten. Für unverlangt eingesandle Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. T h y r i o t. Gehen Sie zur Kunststopfem König IBaltforfTr.l 2 / Tel.2236 wennIhreGarderoben und Teppiche beschädigt sind. O5H4 Reparaturen aller Art wer« den fachmännisch ausgesührt. la Referenzen. 2-ZifflDL-Wohjig. S. 1. 10. ob. spät. ges. von kinderl. Ebev., Dauermieter in sich. Position. Schnitt, Angeb. unt. 05213 an den Gieß. Anzeiger. Ehepaar s. sofort möbl. Zimmer mit Kochgelegenheit. Off. unter Nr. 1121 an Blliteld. Annonc.- Expedition, Flock- straBe 5. 05216 Freundlich möbl. Zimmer ei. 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Das WMa-rtsomt .oten angenommen undl Marzahn zur ewigen 2>a läßt sich die Eule fallen, greift mit ihren dolchbewehrten Fängen das winzige Mäuschen und rudert damit nach der Scheune. Still ist es ringsum, nur der Nachtwind raschelt reife in den Blättern. 3eht wird es da drüben hell. Langsam steigt der Mond über die düsteren sichten am Hang und überflutet den einsamen ©arten mit feinem märchenhaften Silberglanz. Träumerisch leuchten die weißen Blüten aus dem schwarzgrauen Dunkel. Leuchtkäfer taumeln um die betäubend duftenden Skabiosen, und große Nachtfalter schweben in unstetem Fluge dahin. Eben turnen wieder zwei Mäuschen auf dem G'ebälF der Laube und jagen sich quiekend in wildem Spiel. So laut treiben es die beiden, d-aß die Amsel ängstlich zeternd davonstiebt und der Zaunkönig in feiner Schwarzdomhecke über die Störenfriede Lärm schlägt. Nun sind die beiden verschwunden, alles ist still, dann tauchen sie zwischen dem dichten Blattwerk des Geißblattes wieder auf, um gleich b-arauf abermals zu verschwinden. Jetzt verstummt das Rascheln und Zirpen all- lniihlich gänzlich. Ein kalter Wind weht vom Walde herüber, und Tau bedeckt Gräser und Qalme. Da gehen die Zwergmäuse schläfern a. ber morgen abend, wenn die aschgraue Dämme- r ng herabsinkt, der Kauz heult, die Unten lauten, dann regt sich von neuem das geheim- n svolle Treiben in der alten, verfallenen Gartenlaube. Oie Blumen in der Vase. Es gibt Menschen, welche im Abknicken oder ALschneiden von Blumen eine Gewalttätigkeit carbliden und Blumen lieber am Stengel als in tot Vase sehen. Auch gibt es andere, deren Hände ftr.ne Blume stehen lassen können, selbst teerm sie miit ihnen nichts anzufangen wissen, und die in .Hotte U: !Ntra5 ^ubt önWü(f( r'b16 * 48 g W Ichnn. rcmssage. SrJ*____ rYerm..,ungen | werfen. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden beim Heimgang unseres lieben Sohnes Erich sowie für die Trostworte des Herrn Pfarrers, für die Kranzniederlegung und lieben Worte des Herrn Lehrers Kimmel, ebenfalls für den Gesang der Schulkameraden und Kameradinnen, sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Friedrich Müller 1 und Frau Luise Seh. Volk. Allendorf a. d. Lahn, den 17. August 1929. 6840D a Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir innigsten Dank, Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Marie Dietz geb. Petri 6851D Der Oberhessische Bienenzüchterverein Run k, 2. Vorsitzender. Nachruf. Tief erschüttert werden die hessischen Imker sein, wenn sie von dem plötzlichen Ableben des Herrn Lehrer i. R. Heinrich Bub zuLeihgestern hören. Wer diese stolze Persönlichkeit gekannt hat, hätte nicht geahnt, daß sie der Tod sobald dahinraffen könnte. lieber 40 Jahre war er Bienenzüchter, 20 Jahre v ersitzender des Oberhessischen Bienenzüchtervereins und in den letzten Jahren auch Vorsitzender des Verbandes der hessischen Imker und Vorstandsmitglied des Deutschen Imkerbundes. Sachlich und fein wahrte er die Vereinsinteressen, und befriedigt gingen alle von den Versammlungen nach Hause. I^un ist er dahingegangen, der liebenswürdige und lebensfrohe Mensch, in ein besseres Jenseits. Wir hessischen Imker werden seiner stets in Liebe und Achtung gedenken. Der Verband der hessischen Imker N o r w i g. 2. Vorsitzender. Beamter sucht zwei gut (Möllerte Simmet m. Küchenbenutzung. Johannesviercel bevorzugt. Schrift!. Angebote u 68670a. d.Giest.Anz. Lieh, den 16. August 1929. 05215 6850V Nachruf Unerwartet und deshalb um so schmerzlicher traf uns die Nachricht vom Ableben unseies verehrten Vorsitzenden und Imkerfreundes, des Lehrers i. R. Heinrich Buh in Leihgestern Ueber ein Vierteliahrhundert war er uns Führer im Verein und sachverständiger Berater in allen Imkerfragen. Seit 30 Jahren gehörte er bereits unserem Vorstande an. Er war ein begeisterter Förderer unserer Sache von hoher Warte au», ein warmherziger Naturfreund und liebenswerter Mensch, dessen Andenken bei uns unvergänglich sein wird. Bienenzüchterverein Gießen und Umgegend Bodenbender, 2. Vorsitzender. 3- F. G 2. 1. Gießen (Asterweg 45), 17. August 1929. 68680 Wir danken allen für die Beweise herz- licher Teilnahme und Blumenspenden bei dem Heimgang unserer lieben Schwe' ster und Tante. Frau Anna Dahmer den 14. August 1929. 6778V Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und treuen Gedenkens anläßlich des Hinscheidens meines geliebten Mannes, unseres treusorgenden Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders und Onkels sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus. Frau Eberhard Ranft Wwe. und Angehörige. Allendorf a. 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Friedrich Hertz im Bundeskanzleramt in Wien angebo- ten worden. — Der Privatdozent Dr. Walter Bj ör kmann in Hamburg ist als Rachsolger von Prof. G. Kampffmeyer zum Lehrer und Pro- feNor des Arabischen am Seminar für orienta* lifcße Sprachen in CB er I i n berufen worden.» 3ch führte Amalthea, die süße Hirtin, aus den Ställen der Lämmer und Ziegen, über das feilte Geröll tief in den Traum und die Stille der Wälder ein, da wußte ich eine Oedung, die vielleicht der Fuchs durchpirschte und das Reh durchäugte, aber kein Mensch betrat. Ich hatte olesen Platz in meiner guten Knabenzeit gefunden, gegen Abend, als ich einen ganzen glühenden Rachmittag durch die sonnenlohcnden Kiefer- Jn den letzten Jahren, als der Dawes-Plan durchgeführt wurde, wurden technische Schwierigkeiten des Transfers regelmäßig durch Aus- sbr?Hen gelöst, die zwischen den Gouverneuren, Präsidenten und Leitern der großen Rotcn- banfen und dem Generalagenten für Reparationszahlungen stattfanden. Es ist durchaus erklärlich, daß es den Urhebern des Voung-Plans wünschenswert erschienen sein mag, diese Verbindung der Banken in ihrem Charakter dauernder zu gestalten. Dieser Wunsch konnte jedoch in einer etwas weniger ehrgeizigen Form durchgeführt werden. Ein Bureau für internationale Zahlungen, das mit der Reichsbank, der Bank von England, der Bank von Frankreich usw. alle nötigen Informationen austauscht und im Einklang mit diesen Stellen die Transferierungen, die sie vorzunehmeii haben, vorbereitet, würde ausgereicht haben, um diese Aufgabe zu erfüllen. Tatsächlich ist die Aufgabe der Bank in der bisher vorgeschlagenen Form weit bedeutungsvoller. Sie geht weit darüber hinaus, etwa die Rolle des Generalagenten für Reparationszahlungen zu übernehmen. Gerade ihre überragende Wichtigkeit bildet ein nicht zu unterschätzendes Gefahren- Moment. Die Experten befanden sich seinerzeit bekanntlich in Paris in einer Zwickmühle. Zwischen den Summen, die von Deutschland angeboten wurden und den Summen, die gefordert wurden, klaffte ein gewaltiger Abstand. Das Voung-Komitec dachte nun, daß die Weltbank die Möglichkeit bieten würde, diesen Abstand zu überbrücken, indem sie ihrerseits die Beträge aufbringen könnte, die von Deutschland nicht zu erhalten sind. Während der letzten 22 Jahre des Zahlungsschemas sollen die Gewinne der Internationalen Bank zur Begleichung der amerikanischen Annuitäten dienen. Don Deutsck)land verlangt man allerdings, daß es einen etwa fehlenden Rest zuschießen soll. Ich möchte hier die Frage ganz unberührt lassen, ob man die Derdienstmöglichkeiten der Weltbank etwa überschätzt hat. Meiner persönlichen Ansicht nach sind die Schöpfer des Plans als anerkannte internationale Fachleute in ihren Schätzungen durchaus korrekt vorgegangen. Alsdann ist es klar, daß, falls das vorschlagende Institut in der Lage ist, die Rückzahlung der europäischen Schulden an Amerika durchzuführen, dies nur deshalb der Fall fein kann, toeil ihm eine ungeheure bisher beispiellos dastehende Einflußsphäre reserviert wurde. Man darf vielleicht ebensogut behaupten, daß dieser Bank eine unein- g e s ch r ä n k te Hegemonie über das f i - toätter streifte, hoffnungslos, unsäglich verbrannt, unter den Sohlen die Marter der Radeln und spitzen Brombeerdornen. Hundert blühende Kerzen durchflammten plötzlich die halbe Dämmerung. Ich trat scheu hinein, zaghaft, mit einer zitternden Grgriffenheit im Herzen, denn ich glaubte, hier ten Thron des großen und verborgenen Waldkönigs entdeckt zu haben. Und ich warf mich daher ■auf die Erde, als eine blaue Elster in den Fichtenwipseln auffuhr und mit lärmendem Flug sich durch den Wald schwang. Zu diesem verschollenen Ort führte ich die dunkelblickende Hirtin und gab ihr alles, was hier wuchs, den feurigen gelben Samt, der hier im scheuen Halbdunkel aufloderte, die grünen hochgeschossenen Schäfte, die größer waren als ich und ihre zierliche zigeunerhafte Gestalt. Und an die größte Blume trat sie heran und küßte ihre schönste Blüte, die ins Orangenhafte gedunkelt war und wie kostbarer Meerbernstein funkelte. Und diese brach sie heraus und gab sie mir und ich war einen Sommer lang darüber beglückt und froh. Ich hob diese Blüte in d-m Buch von der schönen Melusine auf und legte es in das Dunkel und die Rauchverschwärztheit des Bodens im alten Vaterhaufe. Ich fand das alte Buch wieder, verstaubt, und von Spinngeweben überzogen, nach langen und schmerzverbrannten Jahren, das Blatt war weiß gebleicht und zerfiel in meiner Hand, und ich sah dabei vom Fenster des Bodens in ten blühenden und flimmernden Juligarten, wo eine riesenhafte und wunderbare Königskerze am Rande der alten Mauer mit goldenem Schein blühte. Aber Amalthea, die süße Hirtin, war gestorben, und ich wußte nicht, wo ihr Grab war Gefahren der Weltbank. Von Joseph Eaillaux, Senator und ehem. Premier- und Finanzminister der französischen Republik. Amerikanische EuropapoM. Außenpolitische Umschau. Von Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. "5V Der Haager Konferenz sehen die Vereinig- 'tcn «Staaten nur durch einen neutralen, also unbeteiligten Beobachter zu. Sie sind an der politischen Auseinandersetzung nicht beteiligt und glauben an der Auseinandersetzung über den Cyoung-Plan offiziell nicht beteiligt zu fein. Diese Fiktion wird in den kommenden lAuseinandersehungcn des amerikanischen Kongresses im Winter über den Plan, über die Schuldenfrage und alles damit Zusammenhängende unbedingt zerrissen werden. Ein Vorspiel dazu ist schon die Art, in dcr an einem anderen Punkte die Frage: Amerika und Europa, jetzt zur Diskussion gestellt ist. Kein geringerer als Mussolini hat kürzlich unter diesem Titel bas Problem in der europäischen Presse erörtert! Ausgangspunkt ist dcr neue amerikanische Zolltarif mit seinen außerordentlichen Erhöhungen. Richt weniger als 38 Staaten haben dagegen schon Stellung genommen, 25 davon in Form eines Protestes. England, Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Spanien, Oesterreich, die Schweiz, Skandinavien, Holland, Kanada, Argentinien und fast alle anderen süd- amerikanischen Staaten sind an dieser Protestaktion beteiligt. Richt nur eine Einheitsfront der europäischen Staaten ist gegen diese neue amerikanische Zollpolitik entstanden, sondern beinahe schon eine solche der Welt. Und selbst aus Freihandelskreisen, aus den Kreisen des Außenhandels kommt die Forderung, daß einem Siege des Hochschuhzolles in Amerika antworten müsse die Kündigung der Handelsverträge, der bestehenden Meistbegünstigungsverträge mit ihm. Roch ist der Kampf nicht entschieden. Denn die Hawley - Tarif-Bill ist erst im Repräscn- tantenhause angenommen. Der Senat, der in den Weltfragen wichtigere Faktor, kämpft noch darum. Ihm sind jene Einsprüche dcr 38 Staaten immerhin als Material überwiesen worden, was beweist, daß die Protestaktion auf die amerikanische Regierung Eindruck gemacht hat. Ein Mann, nicht unumstritten, aber von Weitblick, wie Senator B o r a h, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Senat, erkennt die Gefahren dieser Hochschuhzollbewegung, und es ist auch kein Geheimnis, daß sie weit über das geht, was Präsident Hoover für richtig und möglich hält. In den Vereinigten Staaten ist heute wohl der Kampf zwischen Schutzzoll und Freihandel für den ersteren entschieden. Die jetzt umstrittene Hawley-Tarif-Bill will das abschlicßen, den Grundsatz bis zum äußersten durchführen, daß der eigene Markt Dor dem Auslande geschützt werden muß. Aber bas weitere ist doch nun, daß die Vereinigten Staaten von diesem gegen das Ausland beschützten und beinahe abgeschlossenen Markte aus den Kampf auf dem Meltmarkte beginnen wollen. Roch schärfer gesagt: daß die Vereinigten «Staaten diesen Kampf heute beginnen müssen. Sicherlich ist die Aufnahmefähigkeit des amerikanischen Binnenmarktes noch gewaltig groß. Man muß in Europa immer darauf Hinweisen, daß es so ist, namentlich im mittleren und besonders im fernen Westen. Diesen Binnenmarkt wollen die Interessenten und auch die Konsumenten Amerikas gegen den Wettbewerb der europäischen Industrie gesichert sehen. Aber niemand in den Vereinigten «Staaten wird bestreiten, daß die Grenzen in der Ferne zu sehen sind. An nicht wenigen «Stellen drängt heute schon die Industrie Amerikas über die Grenzen hinaus. Sie braucht in einer nicht zu fernen Zeit neue große Absatzgebiete. An tausend Bahngleisen geht sie mit, in aufgeschossenen Rudeln und ihre Fackel brennt, als hätte sie die Sommerfreiheit zur Freude ango- zündct. Und wo sie wachsen, möchte ich manchmal liegen, wenn ich vorüberfahre, im Angesicht den Wald und das Rehgcstrüpp, die leichte duftige Hügellinie, die die Wanderstraße ter «Sehnsucht in die Ferne ist. Und wo sie wachsen, möchte ich sitzen eine Stunde im Grillenlärm, der wie ein Choral aus den hundert Ackerrainen steigt in den blauen Rachmittag hinträumen, in wre gelben Schwerter blitzen und funkeln ... gen an das Ausland zu verkaufen — vom Aus- lante, d. h. Europa riesige Zinssummen für die geliehenen Kapitalien eiiizutrcibcn und — den europäischen Wettbewerb auf dem amerikanischen Markte auszuschließcn? Das ist fast das Gleiche, was Moulton an- teutctc, aber cs ist ergänzt durch ten entscheidenden Punkt. Der Zusammenhang ist möglich. daß ein Land seinen eigenen Markt durch hohe Zölle abschließt und draußen erfolgreich im Kampf um die Absatzgebiete konkurrieren will; das ist durch Kartell und Preisunterbietung denkbar. Dieser Zusammenhang ist aber nicht möglich, wenn diese selben Länder dann durch ein Kreditproblem. wie es heute bestehl, mit jenem Lande verbunden sind und als Schuldner dem Gläubiger gegenüberstchen. Dieser Zusammenhang von Zollpolitik und internationaler Kredit- frage besteht. Man kann ihn nicht dadurch beseitigen, daß man ihn nicht sehen will. Ist nicht damit erwiesen, daß ein „unbe- mag. er befindet sich in einer prekären Lage, Vie zu Konflikten führen kann. Dom Standpunkte des sozialen und moralischen Gleichgewichts Europas aus betrachtet, ist es keineswegs wünschenswert, daß ein Bankier- komitee offen erklären sollte, das wirtschaftliche Wohlergehen der Nationen über die Kopfe der Negierungen hinweg in seine Hand nehmen zu wollen. Auf lange Zeit würde diese Finanzherrschaft den europäischen Nationen als Fremd- Herrschaft erscheinen. Möglicherweise kommt einmal der Tag. an dem der Gedanke, daß die Nationen von Staatsmännern geführt werden sollten, als Illusion abgetan wird. Dorläufig erscheint es mir besser, diese Illusion noch aufrecht zu erhalten und die traditionellen Formen zu wahren. Diese Formen haben sich vorläufig keineswegs in allen ihren Möglichkeiten erschöpft. Durch politische Mittel versucht man, das im Zwiespalt mit sich selbst befindliche Europa wieder zu sich zurückfinden zu lassen und geht damit ganz im Einklang mit den früheren historischen Versuchen vor. Die Einheit im Bank- und Geldwesen ergab sich stets als Folge politischer Einheit. Im Augenblick, wo sie versucht, eine Dank von Europa zu werden, befindet sich die Weltbank in einem Konflikt mit der logischen Ordnung der Tatsachen. Sie unterliegt auch einem inneren Zwiespalt infolge des Hmstandes, daß sie, obwohl es — mit Ausnahme der Aufgabe, Zahlungen an Amerika zu leisten — nicht in ihrem Aufgabenkreis liegt, sich mit amerikanischen Der- hältnissen zu befassen, trotzdem dem ameri- kanischenKaPitaleinepriveligierte Stellung zuweist, indem sie Dertreter der Kapitalistengruppe in ihre Geschäftsleitung aufnimmt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß sich erhebliche Komplikationen und innere Konflikte auf Grund der verschiedenartigen Auffassung ergeben können, die bezüglich der Geldpolitik und der Verwendung des Kredits zwischen den Bankiers diesseits und jenseits des Atlantic herrscht, die sich in der internationalen Bank zusammenfindcn. Augenblicklich, wo die Negierungen im Haag noch die Möglichkeit haben, etwas über die Umwandlung des Poung-Planes und seine Einzelheiten zu sagen, ist es keineswegs zu spät, Modifikationen einzuführen, welche die Bank für internationale Zahlungen zu ihrer nützlichen Nolle als Bindeglied und Verwaltungsstelle zurückführen, ohne ihr durch Heber» lassung gewaltiger Mittel eine souveräne Macht einzuräumen, deren Schaffung einer revolutionären Umwälzung der politischen und wirtschaftlichen Grundlagen Europas aleichkommen würde. Stets sollte man daran denken, daß Ncvolutio- nen in den oberen Schichten sich in Form von Nevolutionen in den unteren Negionen auszuwirken pflegen. Oberheffen. EmSynagogeneubau in Bad-Nauheim. Zl Bad-Nauheim, 16. Aug. Die hiesige jüdische Kultusgemeinde ist etwa 160 Iahre alt. Die seitherige Synagoge, die 1867 geweiht wurde, genügte den Ansprüchen des Weltbades schon lange nicht mehr, sie ist für 20 000 Mark verkauft worden und wird nunmehr weltlichen Zwecken dienen. Seitdem im ersten Iahr- zehnt dieses Iahrhunderts die evangelische und die katholische Religionsgemeinde zeitgemäße neue Gotteshäuser erstellt, trug man sich auch mit dem Gedanken eines Synagogenneubaus. Pläne und aufgesparte Gelder fielen aber der Inflation zum Opfer. Durch die großherzige Tat eines Kurgastes, der 40 000 Mk. auf 5 Iahre zinslos darlieh, und durch den Opfersinn der aufstrebenden israelitischen Gemeinde konnte man jetzt endlich den seit 20 Iahren gehegten Wunsch ersüllen und in der Karlstrahe, in bester Lage der Stadt, das neue Gotteshaus errichten. Am 3. Oktober vorigen Iahres wurde mit einer Weiherede des Provinzialrabbiners Dr. H i r s ch f e l d (Gießen) der Grundstein gesetzt, und heute steht die Synagoge fertig da als ein neuer baulicher Schmuck unserer Badestadt. Die Ausführung des Baues erfolgte nach Plänen des Frcmkfurter Architekten Nichard Kaufmann, der in glücklicher Verbindung von Zweck- und Kultbau etwas ganz Neuartiges schuf, das abweicht von dem üblichen Synagogenstil und in schlichter Sachlichkeit den künstlerischen Forderungen unserer Zeit gerecht wird. Einfach in den Maßen, schlicht in der Form, ober edel in der Harmonie, stellt die neue Synagoge einen Gotteshaus typ dar, wie er im weiten Umkreise hier erstmalig zur Ausführung kam. Unter geschickter Auswertung des Vorbaus, eines hochgezogenen Kubus ohne Dach, und der Erdgeschosse konnten außer dem eigentlichen Synagogenraum mit 250 Sitzplätzen und dem Almenvr und der heiligen Lade für die Thorarollen noch Räume geschaffen werden für eine Wintersynagoge, für das rituelle Bad, die Lehrerwohnung, ein Sitzungszimmer und einen Dortragsraum. Heute fand bei zahlreicher Beteiligung der Gemeinde, her Kurgäste und der Vertreter städtischer, staatlicher und kirchlicher Behörden die Einweihung des neuen Gotteshauses statt, nachdem in feierlicher Handlung die Thorarollen aus der alten Synagoge abgeholt worden waren. Der Schlüfiel des neuen Gebäudes ging aus den Händen der staatlichen (Kreisdirektor N e ch t h i e n) und städtischen (Bürgermeister Dr. Ahl) Behörden mit herzlichen Ansprachen über in die Hand des Gemeindevorstehers Stadtrat Emil Rosenthal, der ihn dann Provinzial- robbwer Dr. Hirschfcld (Gießen) übergab. Er öffnete die Tore, und nun vollzog sich in feierlichen Bräuchen der eindrucksvolle Weiheakt. Oie lohten Tage Ludwigs II. Eine ungewöhnlich große Anzahl von Neuerscheinungen der letzten Monate beschäftigt sich mit der Geschichte Ludwigs II., als sollte das Wort Ostinis immer neue Wahrheit werden: 2lls Dämm'rung schon in seine Seele zog und ihm des Willens Herrschaft war geraubt, ging noch ein Leuchten aus von diesem Haupt. Gewiß haben die Archive und private Indiskretion in der letzten Zeit manches Geheimnis enthüllt, das pietätvoll gewahrt worden war, aber diese Neuerscheinungen, die alle nicht von Zeitgenossen oder Kennern der intimen Vorgänge jener erregten Tage stammen, scheinen den Wert dieser Veröffentlichungen vielfach zu überschätzen. Sie sind jedem, der Einblick in das Geschehen hat, vielleicht formal neu, in Wirklichkeit aber nur Bestätigungen dessen, was sie schon längst wußten. Die Sensation hascht nach der tragischsten Königsgestalt der neueren Zeit. Da ist es gut, ihre Phantasie zurückzuführen auf den Boden des Tatsächlichen, gut, einmal, weil in der Geschichte nur die Wahrheit einen Wert besitzt, dann aber auch für den Toten selbst und für fein Andenken. Die „Süddeutschen Monatshefte" haben sich ein großes Verdienst erworben, als sie für ihr Augustheft den Sohn des letzten Begleiters des Königs, des Irrenarztes Dr. Franz Carl Müller, dazu bewogen. ihnen die Aufzeichnungslisten seines Vaters über die letzten Lebenstage des Königs zu geben. Diese Auszeichnungen, die ihr Herausgeber mit einer textkritischen Einleitung versehen hat, sind bruchstückweise von allen, die sich mit dem Rätsel dieser Tage beschäftigten, längst als die wichtigste Quelle erkannt worden, die uns für diese Zeit zur Verfügung steht. Ihre Veröffentlichung in der ersten, sehr bald nach der Katastrophe hergestellten Niederschrift, in der noch viel von der Erregung der Stunde und von manchem kleineren Aerger nachzittert, bedeutet in der Ludwig-Literatur die wertvollste Grundlage, die sich benien läßt. In ihrer tendenzlosen Sachlichkeit, man möchte sagen in ihrer ärztlichen Grausamkeit, sind diese Ausführungen ergreifender als jede der so beliebten psychologischen Deutungen des Phänomens Ludwigs II. Cs ist hier gleichgültig, ob die Kritik finden wird, daß der Verfasser und sein verehrter Lehrer Gudden in allem richtig und glücklich gehandelt haben. Lins will es diesem Patienten gegenüber nicht immer so scheinen. Wichtig ist vor allem, daß die Diagnose, in der Müller so weit geht, daß er Ludwig bereits als Kronprinzen für geisteskrank erklärt, und die ihn auch vor dem Wort „moralisches Irresein" nicht zurückschrecken läßt, dem irrenärztlichen Verfasser so sehr festzustehen scheint, daß er gar nicht auf den Gedanken kommt, sie könnte je angezweifelt und mühte daher verteidigt werden. Als Müller, der den König nie gesehen hatte, am frühen Morgen des 12. Iuni zum ersten Male dem hünenhaften Herrscher gegenübersteht, ist sein erster Gedanke, daß er sich den König nicht so schwer krank vorgestellt habe, als er in Wirklichkeit war. Lind dieser Eindruck befestigt sich trotz der durchaus vernünftigen Gespräche, die Müller mit dem König hatte, in den folgenden 42 Stunden immer mehr, d. h. bis zu dem Zeitpunkt, an dem Müller am Abend des Pfingsttages den König allein mit Gudden den Weg gehen sieht, von dem es für beide keine Heimkehr mehr gab. Lieber die Vorgänge, die zum Tode der beiden führten, stellt Müller keine Mutmaßungen an. Die Frage Selbstmord oder Flucht wird nicht gestellt. Streng beschränkt sich der Verfasser auf das, was er selbst erlebte, bis zur Auffindung und Aufbahrung der Leichen. In dieser klugen Beschränkung liegt der Hauptwert dieser verdienstvollen Veröffentlichung. In der Festpredigt pries Provinzialrabbiner Dr. H i r s ch f e l d in gedankenreichen Ausführungen die Majestät des einen Weltengottes. Mit freudiger Genugtuung begrüßte der Redner die Vertreter der anderen Konfessionen, der Stadt und des Staates. Im Gebet gab er dem Wunsche Ausdruck, daß das neue Gotteshaus dem Frieden diene und daß das Deutsche Vaterland in neuem Aufschwung seinen alten Platz im Rate der Völker wiedergewinnen möge. Stadtrat Rosenthal gab als Vorsteher der israelitischen Gemeinde einen Rückblick auf die Baugeschichte der Synagoge und sprach allen herzlichen Dank aus, die das Werk fördern halfen. Glückwünsche zum gelungenen Dau, der der Gemeinde zur Ehre, der der ganzen Stadt zur Zierde gereiche, überbrachten dann noch: Kommerzienrat Kronenberger (Mainz) für den hessischen Landesverband der israelitischen Religionsgemeinden, Dr. Marx iFrankfurt a. M.) für den Zentralverband deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Redakteur Schachnowih (Frankfurt a. M.) für die israelitische Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. — Rechtsanwalt Dr. Rudolf Stahl hat in einer sehr gründlichen Festschrift die Geschichte der Nauheimer Iuden behandelt. Landkreis Gießen. § ®aubringcn, 16. Aug. Am kommenden Sonntag wird auf dem hiesigen Schiehstand des Kriegervereins das erste Preisschiehen des Bezirks Gießen der Kriegskameradschaft H a s - s i a abgehalten und zwar für die Krregervereine her Dörfer Allendorf a. d. 2ha., Allertshausen, Lollar, Lonhorf, Mainzlar, Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. b. Lha. und Daubringen. Cs wird auf die Kleinkaliber-Einheits-Zwölferscheibe geschossen und zwar in einer Entfernung von 50 Meter. Wertvolle Preise — silberne Becher mit dem Hassia-Verbandsabzeichen und entsprechenden Eingravierungen — sind vorgesehen; ebenso werden Ehrenurkunden verteilt. * Großen-Buseck, 14. Aug. Schon feit einiger Zeit machte sich eine Abnahme unserer Wasserleitung bemerkbar, und eine Messung ergab leider, daß die Schüttung der Quellen bedenklich zurückgegangen ist. Auf den Vorschlag des Kulturbauamts wurden die Fassungen freigelegt und festgestellt, daß die seinerzeit angelegten Sicherungen mit Wurzelwerk („Fuchsschwanz") verwoben und mit eingeflößtem Letten und Ton verschlammt waren. Eine gründliche N a ch f a s s u n g und Abdeckung mit Beton ist unter der Leitung des Reg.-Daurats Steinbach vom Kulturbauamt in den letzten Wochen durchgeführt worden mit dem Erfolg, daß das ausgezeichnete Quellwasser wieder so stark zugenommen hat, daß reichlicher Heberlauf vorhanden fein wird. Zur Zeit ist man damit beschäftigt, einen seitlichen Stollen ebenfalls freizulegen und die verschlammte Fassung wieder gründlich in Ordnung zu bringen. Hm der Bevölkerungszunahme und dem ständig wachsenden Wasserverbrauch Rechnung zu tragen, wird wohl in absehbarer Zeit eine Verstärkung der Zuführung von den Quellen zum Hochbehälter und eine Vergrößerung des Hochbehälters notwendig werden. 3 .. 16. Aug. Die hiesige Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sitzung folgendes beschlossen: Der Schulhausanbau soll mit einer Blitzschutzanlage versehen werden. Die Ausführung ist der Firma W. Hermes in Braunfels übertragen. — Die Wirtschaftspläne des G e me i n de wa fhe 5 für das kommende Betriebsjahr wurden geprüft und ohne Beanstandung angenommen. — Die Finna Bu° derussche Eisenwerke hat in unserer Feldmark eine Zuschuß. Kreis Alsfeld Sandgrube, deren fortschreitende Abgrabung in letzter Zeit den vorbeiführenden Wirtschaftsweg stark gefährdet. Nachdem nun die Firma mit den anderen Anliegern des Weges durch Geländetausch bzw. in anderer Weise sich geeinigt hat, kann der betreffende Teil des Wirtschaftsweges eingezogen werden. Die Gemeinde wird diesen Wegeteil an die Firma Buderus daher verkaufen. Der Kaufpreis beträgt 500 Mark. Gleichzeitig leistet die Firma für die Instandsetzung des durch die Sandfuhren stark sich abnutzenden Bahnhofswcges einen H- Alsfeld, 15. Aug. Bei den gegenwärtig in der Stadt vorgenommenen Kanalbauarbeiten wurden wieder mehrfach Funde gemacht, die aus der Zeit der Freiheitskriege herrühren. In der Straße vor hem Finanzamt stieß man auf einen quadratisch mit Eichenpfosten abgegrenzten Raum, darinnen Pferdeschädel, eine Anzahl Hufeisen, eine eiserne Speerspitze, ein Schaftring und eine Anzahl Knochen vorgefunden wurden. Die Hufeisen sind ziemlich klein und stammen wahrscheinlich von hen kleinen Kosakenpferden aus der Zeit her Russendurchzüge durch unsere Gegend. Aehnliche Funde wurden an anderen Stellen in her Stadt bei Kanalbauarbeiten schon mehrfach, insbesondere am Mainzertor, gemacht. In her Nähe der Fundstelle wurde eine etwa 60 Zentimeter starke Torpfanne aus Eichenholz entdeckt, die den Schluß zuläßt, daß hier einmal am Ende des äußeren Stadtwalls eine Drücke gewesen ist. Eine genaue Darstellung des Fundes mit Ortsangabe und die Metallstücke selbst wurden dem hiesigen Heimatmuseum des Geschichts- und Ältertumsvereins überwiesen. — Der Ne ubau des Post- gebäudes auf dem Ludwigsplatz, der einen sehr stattlichen Eindruck macht, ist soweit gefördert, daß denmächst mit der Inneneinrichtung begonnen wird. Mit dem Einbau des Selbstanschlußamtes, das eine sehr komplizierte Anlage ist, wird bereits in den nächsten Tagen angefangen werden. Die Hebergabe des neuen Post- gebäudes für den De trieb soll am 1. Oktober d. I. erfolgen. Im Hose des alten Postgebäudes, das in das Eigentum der hiesigen Bezirkssparkasse übergeht und für deren Zwecke umgebaut wird, ist bereits mit dem Anbau begonnen wor- hen, der noch in diesem Herbst im Rohbau fertiggestellt werden soll. mr. Grebenau, 16. Aug. Dieser Tage wurde in unferm Ort der zurückgestellte sportliche Teil des diesjährigen Iugendfestes nachgeholt. Der Hnterhaltungsteil war bereits im Iuni d. I. in dem benachbarten Hdenhausen abgehalten worden. Wegen ungünstiger Witterung war es damals nicht möglich, den zweiten Teil sogleich folgen zu lassen. Das Programm sah für sämtliche Schuljahre dem Alter her Schüler entsprechende Wettkämpfe vor. Mit großer Spannung sah man dem Ausgang des Stafettenlaufes um den Wanderpreis entgegen. Die Läufer her Schule Schwarz erreichten zwar zuerst das Ziel, aber es muß festgestellt werden, daß infolge der Hnvorsichtigkeit eines Läufers die Entscheidung nicht einwandfrei war. Beim Tauziehen erwies sich die Grebenauer Mannschaft als hie stärkste. Nach der Brezel- itnh Preisverteilung trat man gemeinsam den Heimweg an. « Ober-Ohmen, 16. Aug. Der hiesige Turnverein beschloß in seiner jüngsten Generalversammlung dieErdauung einer Turnhalle: gleichzeitig ist die Herrichtung eines geeigneten Sportplatzes geplant, damit der sommerliche Turn-, Sport-, und Spielbetrieb nicht mehr wie seither zu großen Einschränkungen unterliegt. Mit der Durchführung des Beschlusses wurde ein Ausschuß beauftragt. Kreis LauterVach. Lauterbach, 16. Aug. Beim Baden im großen Nieder-Mooser Teich ertrank der beim Ueberlandwerk beschäftigte Bezirksmonteur Her- chenröder, ein Sohn des Gastwirts Herchenröder in Nieder-Moos. Der hoffnungsvolle junge Mann, der ein guter Schwimmer war, hatte sich wahrscheinlich bevor er ins Wasser ging, nicht genügend abgekühlt, so daß der Tod, wie ärztlicherseits festgestcllt ist, infolge eines Herzschlags eintrat. (Starkenburg. WSN. Darmstadt, 15. Aug. Dic Verhandlungen wegen des Baues einer elektrischen Straßenbahn von Darmstadt nach Ingen he im sind nunmehr wieder aufgenommen worden. Mit den Vorarbeiten wird demnächst begonnen werden. Man hofft, daß die Dahn im Juli nächsten Iahres dem Betrieb übergeben werden kann. Preußen. Oie Kommunalwahlen in Preußen. Am Sonntag, 17. Nov. d. 3., finden in 'Preußen die Wahlen zu den Provinziallandtagen (Kommunallandtagen), zu den Kreistagen, zu den Amtsvertretungen und zu den Gemeindevertretungen statt. Für alle vier Wahlen gilt eine Wählerliste, die der Gemeindevorstand aufzustellen und in der Zeit vom 12. Oktober bis 25. Oktober 1929 nach vorheriger ortsüblicher Bekanntmachung offenzulegen hat. Die Stimmzettel und die Wahlumschläge werden amtlich geliefert und im Wahllokal ausgegeben. Eine Umlegung der Beschaffungskosten hierfür auf die Parteien oder Bereinigungen findet nicht statt. Die Stimmzettel sind für die Gemeinde wählen auf weißlichem, für die Wahlen zur Amtsvertretung auf grünlichem, für die zu in Kreistag auf bläulichem und für die Provinziallandtagswahlen auf rötlichem Papier herzustellen und mit entsprechendem Aufdruck („Gemeindewähl" usw.) zu versehen. Sie müssen sich also in Farbe und Ausdruck voneinander unterscheiden. An Stelle des Ausdrucks „Gemeindewahl" ist in Städten der Aufdruck „Stadtoerordnetenwahl" zulässig. Die Stimmabgabe für die Kreis- und Provin- ziallandtagswahl einerseits und für die Wahlen zur Amts- und Gemeindevertretung anderseits erfolgt Gewinnauszug Nachdruck verboten Ohne Gewähr 16. August 1929 8. Ziehungstag ön der Vormittagsziebung wurden Gewinne 350107 262 ©etoinne ,u 300 M. 98584 102073 102329 103813 106743 86898 350385 109554 175188 242341 301583 378282 27931 44004 74383 82473 14484 327536 108617 390645 25512 41609 70322 81702 96168 I 121514 140642 165196 169461 200269 210507 219847 236330 248188 260452 272352 288512 327914 340551 368190 395354 128643 193533 250498 303249 391220 130666 368924 9691 34892 66998 76570 92901 139636 370670 173495 221266 300288 374341 24994 39492 68390 77224 95977 111645 138216 153340 167765 196693 208722 216602 233965 247303 2d6(jj2 270078 286889 327750 339538 363610 393118 127287 143116 157080 171856 201523 213175 222672 237423 248645 263875 272614 297394 331519 343855 370423 399992 129191 195795 257154 331500 392673 127815 145159 157124 175269 206619 213317 225189 239941 248888 265495 278391 299063 331895 348616 373686 150164 220604 290786 367142 28959 49079 74739 83559 133728 208239 277865 340081 8792 31042 64 388 75883 89768 136479 148192 159632 191994 208090 216410 233210 246188 249581 268549 285274 304637 334040 358836 388969 131706 147466 157990 181327 206748 213628 226457 240198 249133 265670 283420 302765 333667 354365 386025 1447 29327 62712 76572 83875 20 ®etohtne xu 3000 M. 269722 283677 319845 376671 18 Gewinn, gu 2000 M. 183815 214266 230768 40 Gewinn, xu 1000 M. 46601 50141 64162 98364 100657 119952 227425 227827 266843 266624 270373 271767 277269 285197 319764 35027» 2 «Betohme ju 5000 M. 166252 ----- 37868 6. Klasse 33. Preußisch-Süddeutsche (259. Preuß.) Klasjen-Lotterte Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in dcn beiden Abteilungen I und II 352776 356327 362377 376892 62 Gewinn. n 10000 M. 254999 3n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 G«wtnn, jo 50000 M. 268625 8 Gewinn« zu 3000 W. 124128 144742 224468 201117 177313 364930 340253 271929 323096 139837 220099 289823 123882 136800 159285 189851 216858 228774 251849 280984 299547 329266 369069 392818 160926 229567 298312 124513 139776 161922 193979 217368 233724 256149 286521 301046 341249 374795 395992 166370 267135 311730 127429 148918 163839 196956 221093 240254 261664 288116 301625 348750 377728 399766 269884 316189 387538 149827 170678 199743 223905 241048 270238 289040 303007 349527 377911 162209 174741 207711 224426 246499 277087 291288 322076 356921 381168 166892 177391 213187 226767 248373 279957 292128 324160 361318 390209 288946 327857 310233 364930 365077 ------ 188 Gewinn, ,u 300 M. 6661 24262 26785 30743 35502 48399 49586 65366 58985 60214 60924 69359 69668 71690 72023 81389 81998 90810 91999 93191 96894 100072 101252 103838 116597 ------ ------ ------ 127942 135508 135919 295477 6 Gewinn« zu 2000 W. 38008 101366 320636 46 Gewinne ju 1000 W. 2033 4545 60866 54682 69801 60265 64008 116143 133399 162641 162876 169758 176830 242746 254559 291131 322355 329798 330997 332923 382402 384120 397565 78 Gewinne zu 600 M. 6652 10857 17780 18828 27208 28684 29273 85623 89942 90050 91690 93143 100446 116747 122570 130846 136208 ------ ------ ------ ------ - - 207858 Im Ocrotnntabe verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 600000, 2 zu je 800000, 2 ju je 200000, 2 zu je 100000, 4 zu je 76000, 4 zu je 50000, 4 zu je 25000, 74 zu je 10000, 114 zu je 6000, 816 zu je 8000, 692 zu je 2000, 1526 zu je 1000, 8452 zu je 500, 8430 zu. je 800 M. 4MT AVHV Eine Mutter schreibt unst 1 Pfund 55 Pfennig Daher nur „SeellQ s kandierten KOmkaffßß" das gesunde deutsche Familiengetränk in Je einem gemeinsamen Umschlag. Es sind daher in. jedem Wahllokal zwei gegen Sicht obgetrennte Räume herzustellen, einer für die Kreis- und Provinzialwahl, der andere für Amts- und Gemeindewohl. Der Wähler erhält im Wahllokal zunächst einen Umschlag und zu den Wahlen für Provinz und Kreis je einen Stimmzettel. Hiermit begibt er sich in den bestimmten, abgetrennten Rebenraum, kennzeichnet die zwei Stimmzettel und legt sie in den Umschlag. Erst nachdem so der erste Teil des Wahlaktes erledigt ist, bekommt der Wähler für die Wahlen in Amt und Gemeinde den Umschlag und je einen Stimmzettel, mit denen er in dem zweiten Nebenraum ebenso verfährt. Die beiden Umschläge werden dann nach Prüfung der Wahlberechtigung an der Wahlurne abgegeben. Befinden sich in einem für die Kreis- und Provinziallandtagswahlen bestimmten Umschlag Stimmzettel für Amts- oder Gemeinde wähl, so sind diese Stimmzettel ungültig, desgleichen im umgekehrten Falle, wenn also ein Umschlag für Kreis- und Provinz Stimmzettel für Amts- und Gemeinde wählen enthält. Die amtlich zugelassenen Wahlvorschläge, auf welche die Stimmzettel sich auch nur beziehen, werden vor der Wahl noch bekanntgegeben. Eine Verbindung von Wahlvorschlägen ist für die Provinziallandtagswahlen nur unter bestimmten Voraussetzungen, für Kreis-, Amts- und Gemeinde, wählen überhaupt nicht zulässig. Für die Wahl der Amtsoertreter war bisher für jede einzelne Gemeinde festgelegt, wieviel Vertreter ihr zukamen. Diese Unterverteilung der Verordneten auf die einzelnen Gemeinden ist jetzt weggefallen. Das ganze Amt bildet einen Wahlbezirk.. Wenn bei der dies- iährigcn Wahl jede Gemeinde einen oder größere Gemeinden mehrere Sitze in der Amtsvertretung hoben wollen, dann wird dies bei den Wahlvorschlägen der einzelnen Parteien oder Vereinigungen in der Reihenfolge der vorgeschlagenen Wahlkan- didoten berücksichtigt werden müssen. Kreis Biedenkopf. * Rodheim a. b. S., 15. Aug. Dieser Tage fon- den auf dem hiesigen Waldsportplatz die Reichs- Fugendwettkämpfe für den Kreis Biedenkopf statt. Die Feier wurde mit einer Ansprache des Kreis-Jugendpflegers eröffnet. Die Turn- und Sport- gemeindc Rodheim führte ein reichhaltiges Programm, u. a. einen Schnitterreigen und Reifreigen vor, ferner brachte der Jungfrauenverein einen Reigen zur Aufführung, die übrigen Turnvereine zeigten turnerische Uebungen. Sämtliche Darbietungen fanden ebenso wie die von den Gesangvereinen Dorgetragenen Lieder starken Beifall. Oie Kleinanzeige und der Werbemann. Die Kostenfrage spielt meistens bei der Aufgabe von Anzeigen die ausschlaggebende Rolle. Alan muß sagen leider; denn in den wenigsten Fällen wird zielbewuht die kleine Anzeige, kurz Kleinanzeige genannt, aus werbetechnischen Gründen gewählt. In den weitaus meisten Fällen steht die Menge des Textes oder der Wert der ongebotenen Ware in keinem rechten Verhältnis zu der beabsichtigten geringen Größe der „Kleinanzeige". Wenn z. B. eine Lokomotiv- fabrik Kleinanzeigen von 50x30 Millimeter einrücken läßt, dann kann hier wohl kaum von „Werben" im Sinne des Wortes gesprochen werden. Aber ich könnte mir sehr wohl denken, daß eine modern geleitete Bank trotz ihres Hundert» Millionen-Kopitals für ihre Sparkassen-Abtei- lung in solchen Kleinanzeigen würbe — und dann wäre es wirklich „Werbung". Soviel Anzeigen, so viele Appelle. Ich kann eine mittelgroße Anzeige ins Blatt sehen — und muß mich dann im Blickfang oder in der Schlagzeile entweder an die Allgemeinheit meiner Eventualabnehmer wenden, dann aber dieser allgemeinen Zielung wegen nur mit einem Allerweltsargument; oder an eine Teilschicht dieser Abnehmerschaft, aber dann eben nur an diese eine. Ich kann denselben Inseratraum in zehn Teilstucken abnehmen und auf jedem dieser Kleinfelder (die wohlverstanden nicht unter eine gewisse Größe, etwa 50X30 Millimeter, hinuntergehen sollten) an eine andere Teilschicht meiner Abnehmerschaft mich wenden — an jede mit verstärkt wirksamer, weil auf ihre Sonderverhältnisse zugeschnittener Appellierung. Selbst Warenhäuser, sonst und im allgemeinen doch Hochburgen der Halb-, der Ganz- und der Doppelseite, haben schon mit Erfolg diesen Weg der Kleinanzeige beschritten. Kleinanzeige heißt eben: Einzelargument für Einzelobjekt. . Es ist ein Fehler, der sich stets, und immer bitter, rächt, mit der Kleinanzeige zwanzig Artikel zugleich anbieten oder zwanzig Interessentenkreise zugleich erreichen zu wollen. Erst in der Beschränkung kann die Kleinanzeige zeigen, daß sie Meister ist. — Der Werbemann übrigens auch ...I Läßt sich also die Kleinanzeige einmal zur individuellen Erfassung von Käuferschafts-Teil- schichten wirkungsvoll verwenden — indem man statt einer einzigen Mittel- oder Grohanzeige jeweils eine entsprechende Anzahl Kleinanzeigen arbeiten läßt, so gestattet sie andererseits auch Buntes Die Delle um den Blinddarm. Das „Iournal des Däbats" erzählt folgende Geschichte, die eine gute Satire auf die Manie birgt, mit der in der angelsächsischen Welt über alles und jedes gewettet wird. Ein amerikanischer Bankier fuhr in seinem Auto spazieren, als er ein verdächtiges Geräusch hörte, das ihm von dem Motor seines Wagens auszugehen schien. Er ließ im ersten Dorfe anhalten, um einen Monteur zu Rate zu ziehen. Als dieser das Geräusch gehört hatte, erklärte er, daß es nicht von dem Motor komme, sondern von der Feder. Rachdem sie eine Zeitlang über den Streitfall diskutiert hatten, schlug der Bankier vor, sie wollten um 10 Dollar wetten. „Das ist zu teuer für mich," antwortete der Monteur, der aber nicht weniger erpicht auf eine Wette war und schließlich vorschlug, sie wollten wie Shhlock wetten: ein Pfund vom eigenen Fleisch gegen dasselbe von dem Bankier. Dieser war wiederum von einem solchen Vorschlag nicht entzückt, aber schließlich einigte man sich: man wollte um den Blinddarm des Verlierers wetten, wozu zu bemerken ist, daß der Bankier schon länger einen leichten Schmerz an der fraglichen rechten Seite seines Körpers fühlte und der Gedanke an eine Operation ihm nicht mehr ganz fremd war. Ein Vertrag, mit Gegenzeichnung eines Zeugen war schnell geschlossen, und vor demselben Zeugen öffnet der Monteur den Wagen. Zu seinem äln- glück mußte er selbst feststellen, daß er sich geirrt hatte, denn das Geräusch kam tatsächlich von dem Motor, und daß der Bankier Sieger war. Am nächsten Morgen erhielt der Bankier in einer kleinen, mit Alkohol gefüllten Flasche, den — Blinddarm des Monteurs, der als echter Pankee natürlich auch bei der verrücktesten Wette sein Wort halten zu müssen geglaubt hatte. Sicher hatte ihn die Operation erheblich mehr gekostet als die 10 Dollar, die er nicht ausgeben wollte... Die Memoiren des Clowns. G r o ck, der weltbekannte Grotesk-Clown, der auch in Deutschland Tausende durch seine Komik begeisterte, beabsichtigt, sich Ende des Iahres von seinem Berufe zurückzuziehen und eventuell zum Film überzutreten. Es wurde bereits davon gesprochen, daß er sich mit dem Gedanken trägt, eine eigene Filmgesellschaft zu gründen, in der er nach dem Dorbilde Chaplins als Industrieller, Regisseur und Darsteller gleichzeitig wirken will. Roch bevor er sich jedoch von der Bühne zurückziehen will, ist er damit beschäftigt, seine Memoiren zu schreiben, in denen er die Geschichte seines Aufstiegs zu behandeln beabsichtigt. Grock, der aus Biel in der Schweiz stammt, begann seine Laufbahn als Privatlehrer in einem französischen Pensionat. Seine Memoiren sollen zuerst Anfang 1930 in einem deutschen Verlage erscheinen. Ein spanischer Hauptmann von Köpenick. Die sprichwörtlich gewordene Tat des Schusters Wilhelm Voigt, des „Hauptmanns von Köpenick" ist jetzt von einem spanischen Deserteur aus der Fremdenlegion, Iose Abad Helices, wiederholt worden und hat nicht weniger Aufsehen und Gelächter erregt. Helices erschien, begleitet von zwei Soldaten, denen er unterwegs eine nachhaltige Folgebearbeitung. Gewiß: eine Kleinanzeige ist nur ein Tropfen — aber auch Tropfen können, in steter Folge, den Stein höhlen, sicherer foejar als der einmalige Sturzbach I Um wieder Bei unserem Beispiele der Zehnteilung einer mittelgroßen Anzeige zu bleiben: es ist durchaus möglich, jede dieser zehntelgrohen Kleinanzeigen so ausdrucks- und eindrucksvoll zu gestalten, daß sie die gleiche Auffall-Wahrscheinlichkeit hat, wie die zehnmal größere erste Anzeige. Aber mit dieser Kleinanzeigenreihe kann ich dann eben zehnmal da anllopfen, wo die andere nur ein einziges Mal zu wirken ver- suchte; und zehnmalige Werbung bedeutet auch eine Verzehnfachung der Crfolgsmöglichkeiten und eine von Mal zu Mal steigende Erfolgs-Wahrscheinlichkeit! Denn die „Erinnerungsbrücken", die in Gestalt von gleichartiger Aufmachung, Schrift, Text- anordnung, Einfassung, Bebilderung, Schutzmarke usw. von einer Anzeiae zur vorhergehenden und zur nachfolgenden führen — sie sind ja nicht Vorrecht der größeren Anzeigen. Typisch, charakteristisch, einprägsam — das alles können auch die Kleinanzeigen der Kleinanzeigen-Reihe sein, so geizig der Werbemann auch, angesichts der Enge des Raumes, mit schmückendem Beiwerk und mit weihen Sperrflächen sein muß. Und noch ein Fingerzeig dürfte willkommen fein: niemals eine Kleinanzeige in „Ueberlebens- grötze" entwerfen! Mit der verkleinerten Wiedergabe schmelzen Einzelheiten zu grauen Flecken zusammen, Lesbarkeit wird zu Augenpulver, und Plastizität verflacht. Was auf den paar Quadratzentimetern im Blatte wirken soll, muß auch auf der gleichen Anzahl von Quadratzentimetern auf dem Skizzenblocke entstehen — und wirken. Allerlei. den Befehl zum Mitkommen erteilt hatte, in der Uniform eines Infanteriehauptmanncs in einem Heeresdepot in der Stadt Dillarejo de Fuentes, die in der Provinz Cuenca liegt. Er erklärte, daß er beauftragt sei, eine Prüfung und Besichtigung der Bestände vorzunehmen, und die Militärbeamten leisteten ihm unverzüglich Gehorsam. Er beschlagnahmte eine Anzahl von Dokumenten und eine Summe von etwa 1000 Mark, die er in einen Kasten schloß und auf dem Rathaus niederlegte; einen der Soldaten ließ er zur Bewachung zurück. Dann ging er fort, indem er erklärte, er werde die Besichtigung am nächsten Tage fortsetzen. Aber nachdem er das Depot verlassen hatte, schöpfte man Mißtrauen und benachrichtigte die Polizei, die ihn verfolgte und gefangen nahm. Er wurde dann in das Militärgefängnis zu Madrid eingeliefert. Die deutsche Sprache in Amerika. An den Schulen R e u y o r l s wird die deutsche Sprache immer mehr eingeführt. In den zwei Iahren von 1927 bis 1929 beträgt ihr Zuwachs nicht weniger als 41 Prozent, und in den sogenannten höheren Schulen für Junioren, die ungefähr den deutschen Progymnasien entsprechen, beträgt dieser Zuwachs sogar 60,5 Prozent. Die Gründe für dieses lebhafte Interesse sind in der starken Unterstützung des Deutschunterrichts durch die Schulbehörden und Lehrer zu suchen. Dem wachsenden Bedürfnis entsprechend haben die meisten höheren Schulen eine größere Anzahl deutscher Sprachlehrer angestellt. Die schwimmenden Flugplätze im Atlantik. Man hofft, daß bereits im August nächsten Iahres der erste schwimmende Flugplatz auf dem Atlantischen Ozean dem Verkehr übergeben werden kann. Diese Flugplätze werden schwimmenden Inseln gleichen. Sie werden etwa 370 Meter lang und 120 Meter breit sein und eine 20 Meter über dem Meeresspiegel liegende Landungsbrücke haben. Ieder dieser Flugplätze wird mit Ha l l e n und Werkstä11en ausgerüstet sein. Außerdem wird eine Gastwirtschaft und ein Hotel auf den Flugplätzen errichtet werden. Leucht- und Heulbojen werden um den Flugplatz herum ausgelegt werden. Ein lustiges Begräbnis. Ein eigenartiges Leichenbegängnis fand in Gron- tarbo, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Cremona statt. Ein 72jähriger Landwirt hatte in feinem vor zehn Jahren ahgefaßten T e ft a - ment bestimmt, daß während seiner Beisetzung Volkslieder und lustige Weisen gespielt werden und daß seine Mitbürger um den Sarg tanzen und singen sollten. Alle Einwohner der Gemeinde und der umliegenden Dörfer wurden zum Totenschmaus eingeladen, der in dem Gasthaus des Ortes auf Kosten der Erben gegeben wurde. Der Verstorbene Halle auch verfügt,' daß seine Leiche auf demselben Feldkarren zur Ruhe gebracht werde, den er jahrzehntelang zum Felde hinausgeschoben hatte. Das Leichenbegängnis gestaltete sich zu einem wahren Volksfest', so daß am Abend viele Teilnehmer nicht mehr nach Hause fanden. Die Kleinanzeige mag aus der Rot geboren sein — ein Rotbehelf jedoch darf sie niemals werden. Auch von ihr gilt das „Gut — oder gar nicht!", das für jede Werbung gilt. Büchertisch. — Alfred Mombert: Aiglas Herabkunft. Drama. Insel-Verlag, Leipzig. (180) — Das Werk eines ganz Großen, durchströmt von wundervoller Wärme dichterischer Gestaltungskraft. Ie höher sich Mombert kultiviert, desto mehr vergeistigt sich seine Kunst. Eine Welt fortreißender Bilder tut sich auf, Lichtmeere fluten über ferne Gestade. Tiefe Verbindung mit dem Kosmischen wird offenbar. Dieses Drama wird zum Ausdruck unbegrenzter Deutbarkeit. Man erlebt darin die Aufhebung persönlicher Schranken. Das undefinierbare Etwas im Weltgeschehen personifiziert des Dichters Phantasie. Immer aufs neue fesselt die Wiedergabe der feinsten und tiefsten inneren Regungen. Ahnendes Gefühl der älnsterblichkeit gibt dem Drama seine Weite. „Es ist heiliger Morgen, ganz göttlich sind die Welten — nicht ein Stäubchen Finsternis haftet ihnen an. Durch den Aether schwimmen die Strahlen. Mich werdet ihr wiederhaben, wie ich euch verließ!" A. B. — „Pantheon", Monatsschrift für Freunde und Sammler der Kunst. (Verlag F. Druckmann, A.-G., München. Preis vierteljährlich 7,50 AM.). 3m Augustheft schreibt über die Porträtkunst des Veroneser Malers Francesco Donsignore der Herausgeber August L. Mayer; fünfzehn vorzügliche Reproduktionen sind beigegeben. Die Werke von Antoine. Louis und Mathieu Le Rain erfahren eine Würdigung durch Paul Iamot, während als Mitherausgeber der Zeitschrift O. von Falke über Majoliken aus Dcrula und Siena referiert. Ein plastisches Frühwerk des Andrea Orcagria bespricht Heinrich Bodmer, anschließend finden wir eine Abhandlung von Iu- lius Baum über den im Dom zu Trier befindlichen frühchristlichen Bischofsstuhl. Weitere reich- illustrierte Beiträge und Berichte aus den internationalen Kunstzentren ergänzen das Heft. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Hausordnung. Wenn der Hausherr sich um die Regelung der Angelegenheit nicht kümmert, dürfte es sich empfehlen, dem Mieteinigungsamt den Fall oorzutragen. Ans dem Amisverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt N r. 58 vom 16. August enthält: Die Einfuhr von Einhufern aus dem Freistaat Danzig. — Die allgemeinen Neuwahlen der Stadtrats, Gemeinderats-, Kreistags- und ProvinHialtagsmitalieder tm Jahre 1929. — Straßensperren. — 20-KV-Kabel Gießen— Wetzlar. — Erlaß einer Polizeioerordnung für die Ein- und Durchfuhr von frischem Fleisch. — Tagung des Vereinsverbanbes deutscher Äuslandlehrer. — Dienstnachrichten. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 18. August. 12. Sonntag nach Irinitatis. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; zugleich Chri- ftenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Pfarrer Mahr; feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Matthäusgemeinde; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr. — Johanneskirche. 8: Pfarrassiftent Schlaud- raff; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarrer Bechtolshei- mer; feierliche Eröffnung des Koiifirmandenunter- richts der Lukasgemeinde; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrassistent Schlaud- raff. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarr- assistent Schlaudraff; Christenlehre für Dtt Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kindergottesdienst. — Elisabeth-Kleinkindcrschule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfarrer llie. Waas; 10.45 Uhr: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst; 10: Kindergottesdienst. — Wiefeck. 9.30. — Allen-Buscck. 10; 2: Pfarrer Sattler (Wieseck). — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte für die Innere Mission; 11: Christenlehre für die männliche Jugend; 1.30: Lollar. — Hausen-Garbenkeich. 6.30: Hausen Feldgottesdienst; 11: Garbenteich. — Watzenborn- Steinberg. Eröffnung des Konfirmandenunterrichts. 10: Hauptgottesdienst (Kollekte); 11: Kinderkirche. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst. — Rieder-Befjingcn. 2: Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinden. Samstag, den 17. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 18. August. 13. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: satramentalische Bruderschaftsandacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Scholten. 10.30: f)oti)afnt mit Predigt. Eonntansdienst d.Aerzte u. Apotheken am 18.8.29 Dr. Geyer. Dr. S. Klein. Engelapotheke. Zalinarzt: Dr. Adam. ‘D Seelig's kandierter Kornkaffee wird aus deutschem Roggen nach einer besonderen Fabrikationsart hergestellt. So wird Seelig's Kornkaffee zum besten Ersatz für echten Kaffee, der für Kinder und Erwachsene für Herz, Magen und Nerven das Gesündeste ist, was es gibt. Mit ziemlicher Bestimmtheit kann man durch regelmäßigen Genuß des Gesundheitswassers „Staatl. Fachingen" in Verbindung mit einer vom Arzt bestimmten Diät Erkrankungen an Gicht und Diabetes verhüten. 272 Probedoee und Broschüre „Ratschläge eines Arztes" durch: DEUTSCHE A.-G. FÜR NESTLEERZEUGNISSE BERLIN W57 weil eine kleine Menge eine Extra-Reinigungslelstung schafft! Nur 1 Eßlöffel Q auf 10 Liter heißes Wasser (entspricht dem Inhalt eines Eimers) — und Sie staunen, welche Reinigungskraft© entwickelt, mit welcher Leichtigkeit und Sicherheit Q die fettigsten Geschirre, wie Saucieren.Teller. Pfannen. Milch-und Ölflaschen, Schmortöpfe. Fischbestecke und so vieles mehr, im Augenblick vom Fett befreit, wie 0 den Gegenständen silberhelle Sauberkeit verleiht! Es macht Freude, in der halben Zeit die Abwasch-, Spül- und Reinigungsarbeit zu bewältigen I Es macht Freude, mit solch einem vielseitigen, flinken Helfer zu arbeiten! Heute noch muß 0, die schnellste aller Reinigungshilfen, die je für Sie erdacht wurde, in Ihrer Küche sein- In allen Geschäften gibts 0 ist sparsam, ■mi) Henkels Aufwasch-Spül-und Reinigungsmittel < für Haus- und Küchengerät aller Art Hergestellt in den persilwerken s>"' 4* Evangelische Volksgemeinschaft (Landesverband Hessen des Christi. Volksdienst) Montag, 19. August 1929, abends 3 Uhr, spricht im Saale d. Inneren Mission, Hinter der Westanlage, Herr Rektor Kling, Stuttgart, M. d. L., Reichsgeschäfts- 6835D führer des ChristLVolksdienstes über: Die Aufgaben des evangelischen Christen im öffentlichen Leben Alle Evangelischen sind dazu herzlichst eingeladen. Letzte diesjährige Rheinfahrt! Gießen — Mainz — Rüdesheim — Aßmannshausen — Koblenz — Gießen Sonntag, des 25. August 1929: Sonderzug und Sonder Salondamnter 2 Musikkapellen. Tanz und Unterhaltung an Bord. Gesamtpreis RM. 12.50. Anzahlung RM. 6.—. Auskunft und Anmeldung durch: 6679a Hapag-Reisebüro, Giefoen, Seltersweg 93. Fernspr. 4197 Alle ehemaligen Angehörigen Freunde und Gönner des Ünieroffi'zier-Korps des Standortes Gießen werden nochmals auf das am Samstag, den 17., und Sonntag, den 18. August, stattfindende Sommerfest, verbunden mit der i.Wiederfehensfeier und der Ab- fchiedsfeier für denFahrgang 1929, hingewiesen. Festfolge: Samstag,den 17.8.,20.30 Uhr, Äierabend in derLiebigshöhe (nur für Herren). 'Sonntag, den 18.8.,1O.OOUhr,Frühschoppen im Schuhenhaus. ab 14.30 Uhr, wetterfest, Kinderfest, Quadrille auf dem Wald- sportplah des V.f.Ä. 6874D ab 20.30 Uhr, Großer Festakt in der Liebigshöhe. Feuerwerk. Sonntag, 18., und Montag, 19. August 1929 Kirms V der Turnhalle zu Heuchelheim Lichtspielhaus______ Nur noch heute und morgen Sonntag I. Kameradschaftsehe Das brennendste Thema der Gegenwart II. Richard Talmadge in Chicagos Polizei in derUnterwelt Sensationsfilm mit unerhörter Spannung III. Der große Lacherfolg Auf der Bühne Fritz Tachauer Eine halbe Stunde voll Frohsinn und Laune Publikum begeistert! Stürmischer Beifall! • Niemand versäume dieses Programm 6858 C NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Mit der SIERRA«. •KLASSE nach IZ D. „Sierra Cördoba" ab Bremen 26. August 6824V Tanzkarte für Herren nur 1 Mark / Damen tanzen frei 6854D 682 ID Sch W-Cafd Marburg Inh. Carl Spangenberg / Schönste Aussicht Marburgs Mittwoch: 5-Uhr-Tee 271D Jazzmusik der Kapelle Weller-Einbrodt Neue und alteTänze / Große, spiegelglatte Tanzfläche / Schöne Gartenwirtschaft Anerkannt gute und billige Bedienung! 16. September 7. Oktober 28. Oktober Ky ff h äuser-Technikuni Frankenhausen. für Masch.-u. Automobilbau. Schwach- u.Stark- stromtcchn. fielt. Sonderabt. für Landm. und Flugt. Ventana" Morena" Cördoba' D. „Siena D. „Sierra D. „Sierra Stimmungen und [e-jisnD Reparaturen aller Art an Pianos u. 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Maingau 75803). 9i einer u. verivenöt fläfyntoc brauchte Es m Decken i strömt t fliehen namentl schon jt Zur i ist auf fürforgl kosten 1 Fällen stehen. Wald i meisten haben, c Die Hauptnu besonder edtlieter schen üb' sein büi au8tomr Leuten, Ein r Quelle slächent Teichen 2er hessisc vieler richt sollen chmioe I'cheN- Deutsc in ge° ist?° w.e dr Hecken cigenl: na len tungen bildete bringt auf der losen! und u firma schon quenz sicht g' Lommk Stadt, Marsch gleicher srischur ft AFoch .Das ®e habe, 'ch lvar s nant Körk ®in mal trewz bk gern Did del k'Tat^ Ss So Nr. 192 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 17. August 1929 Offene Eommerschwimmbäder. Von Hans Bergen, Frankfurt am Main. Veranlaßt durch die Bauvorhaben einiger ober- hessischer Städte und durch die Tatsache, daß vielerorts sehr berechtigte Wünsche nach Errichtung von Dadean st alten bestehen, sollen diese Zeilen Anregungen und praktische Hinweise für derartige Bauten bieten. Erfreulicherweise seht sich diese Hebungsstätte auch in Deutschland mehr und mehr durch, die in Amerika in gewissen Kreisen bereits so heimisch geworden ist, daß man sagen kann, sie gehört zum Komfort wie die Autogarage. Bildet das Sommerschwimmbecken in der neuen Welt also häufig Privateigentum, so schreiten in Deutschland die kommunalen Verwaltungen zuitt Bau solcher Einrichtungen. Die Erstellung einer derartigen Anlage bildete schon für manche Gemeinde eine fruchtbringende Tätigkeit und eine praktische Schöpfung auf dem Gebiete der produktiven Erwerbslosenfürsorge, und es ist sehr bemerkenswert. dah gerade kleine Städte auf diese Weise zu einer schönen und zweckmäßigen Badeanlage gekommen sind. -Zur finanziellen Lösung des Problems ist auf die Mittel der produktiven Erwerbslosenfürsorge bereits hingewiesen worden. Die Gesamtkosten für ein Bad nach folgender Beschreibung sind mit 60 000 Mk. richtig gegriffen, wobei allerdings der Geländeerwerb unberücksichtigt blieb. Bei der Auswahl des Geländes muh weitsichtig und unter Mitwirkung einer beratenden Fachfirma zu Werke gegangen werden, die anhand schon ausgeführter Anlagen Hinweise auf Frequenz und Rentabilität, sowie in technischer Hinsicht geben kann. Es ist nicht richtig, ein offenes Sommerschwimmbecken soweit vor die Tore der Stadt zu legen, dah erst ein weiter, zeitraubender Marsch notwendig wird, der sich durch den gleichen Rückweg so gestaltet, dah jedwede Erfrischung und Erholung durch das Bad zunichte gemacht wird. Auf der anderen Seite dürfte innerhalb der Siedlung nur- in den wenigsten Fällen das erforderliche Gelände zur Verfügung stehen. Eine parkartige Wiesenlandschaft oder der Wald ist zwar das Ideal, dürfte jedoch in den meisten Fällen den Mangel rascher Erreichbarkeit haben, auf die es hier sehr ankommt. Die Wasserversorgung bildet das Hauptmoment, und es scheint angebracht, darüber besondere Ausführungen zu machen, da Anlagen existieren, die in dieser Hinsicht manches zu wünschen übrig lassen, woran aber die Tatsache schuld sein dürfte, dah man glaubte, ohne Beratung auskommen zu können oder man bediente sich Leuten, die im Badefache nicht tätig gewesen sind. Ein Dach- oder Fluhlauf, ein See oder eine Quelle wird immer zur Verfügung stehen. Oberflächenwasser, also solches aus Bächen, Flüssen, Teichen oder Seen hat den Vorzug, dah es eine gewisse Temperatur hat, die es ohne weiteren Wärmezusatz oder wenigstens ohne einen wesentlichen, zum Baden geeignet macht, wohingegen Grundwasser, also solches aus einer Quelle oder einer unterirdischen Ader nicht ohne weiteres verwendet werden kann. Heberdies hat das Oberflächenwasser noch Öen Vorteil, dah es das gebrauchte Badewasser leicht wegführt, ohne dah eine große Entwässerungsanlage mit teuerer Rohrführung verlegt zu werden braucht. Cs muh nur darauf geachtet werden, dah dem Decken das Wasser mit genügendem Gefälle zuströmt und dah es mit natürlichem Gefälle ab- fliehen kann. Eine nicht genügende Beachtung namentlich dieses letzteren Erfordernisses hat schon zu umständlichsten, verwickeltsten und sehr teueren Lösungen geführt, die einfach genommen werden muhten, um eine Anlage überhaupt zum Arbeiten zu bringen. Reben der eigentlichen Bauausführung bildet die Wasserförderung und Wassererwärmung den wichtigsten Punkt der Kostenfrage. Cs sind nicht allein die Anschaffungskosten sondern auch die Betriebskosten, die auf einer solchen Anlage ruhen. Deshalb muß ihnen die größte Beachtung beigemessen werden. Im Rahmen dieser Ausführungen soll hauptsächlich die technische Seite eines Badeprojektes behandelt werden. Als billige Wärmequelle steht uns die Sonnenbestrahlung zur Verfügung, und auf dieser Grundlage muß man arbeiten, da eine Kesselanlage die Anlage zu sehr verteuert und auch dauernd belastet. Oberflächenwasser aus stehenden Gewässern hat an sich schon die notwendige Temperatur. Fließendes Wasser, sowie Grundwasser bedarf der Rachwärmung. Man leitet diese Wässer in flache, große Teiche, in denen 1ie sich lau erwärmen und auch gleichzeitig belüften können. Auf eine gute Belüftung des Wassers muß sehr großer Wert gelegt werden, was leider noch viel zu wenig beachtet wird. Deswegen führe man es aus den flachen Teichen mit großer Oberfläche über stufenförmige, kaskadenartige Aufbauten dem Decken zu. Es muß dies wenigstens mit dem Wasser der Fall sein, das dem dauernden Zufluß als Ausgleich des Heberlaufes dient. Eine regelrechte Füllung geht auf diese Weise etwas sehr langsam. Diese muß vermittelst einiger Derteilerrohre erfolgen, Röhren von recht großen Weiten, die auf der Deckensohle montiert werden, damit das ausfallende Wasser mit seinem Druck den Schmutz auf dem Beckenboden vor sich her drückt. Ferner erreicht man dadurch, daß das warme Wasser vermöge seines leichteren spezifischen Gewichtes nach oben steigt, die Wasserk^cke gewissermaßen aufbricht und die oberste, schmutzige Schicht nach den Seiten zu in die Hc&erlaufrinne abdrückt. Die Wasseroberfläche wird auf diese Weise ständig in Bewegung gehalten und dauernd erneuert. Rings um das Becken ist eine sogenannte Spei- unö He&erlaufrinnc anzuordnen, die das überschüssige Wasser aufnimmt und wcgführt. Ein Handlauf sollte aus hygienischen Gründen lediglich an den tiefen Seiten in der Beckenwand angebracht werden. Aus diesen Gründen sind die Heberlauflöcher gänzlich zu verwerfen. Der gesamte Abfluß soll unbedingt auf natürlichem Wege erfolgen, denn eine Pumpenanlage, zu der auch noch die Reserve mit dem Antrieb kommt, verteuert eine derartige Anlage zu sehr. Die Abflußleitung führe man dem nächstgelegenen Bache zu. Das Becken selbst ist'in Gröhe 50X20 Meter anzulegen. Es wird am zweckmäßigsten aus Beton gemacht und zwar von einer Firma, die etwas derartiges bereits ausgeführt hat, denn es ist bei einer solchen Anlage sehr vieles zu beachten, was bei anderen Bauten nicht vorkommt. Der Kies für den Beton kann mitunter am Ort gewonnen werden, vielleicht besitzt die Gemeinde auch eine eigene Kiesgrube, von der sie das Material billig bekommen kann. Das Decken muh geteilt fein in eine Abteilung für Schwimmer und in eine solche für Richtschwimmer. Die Tiefe soll in der Richtschwimmerabteilung mit 80 Zentimeter niedrigst beginnen und in ihr auf 1 Meter bis 1,20 Meier ansteigen. Don da an soll die Deckensohle mit stärkerem Gefälle zu verlegt werden. Innerhalb der Sohle der Schwimmerabteilung muß eine sogenannte Sprunggrube betoniert werden, die eine Tiefe von etwa sechs Meter vom Wasserspiegel ab hat, damit so die nottocnöige Tiefe für eine Sprunghöhe bis zu 10 Meter erreicht wird. Die Wände der Beckensohlen nach der Grube sind etwas abgeschrägt herzustellen. Im übrigen grenzt man die Richtschwimmerabteilung von der für Schwimmer durch ein Trennseil oder eine Kette ab, an der entsprechend beschriftete Schilder befestigt sind. Die Zugangstreppen sind außerhalb des eigentlichen Beckenrechtects zu verlegen, damit bei Festen und Sportveranstaltungen die Schwimmer beim Wenden in der Bahn unbehindert sind. Aus dem gleichen Grunde lege man die Einsteigeleitern in Wandnischen. Das Gelände um das Becken herum ist bis auf Höhe des llmgangö mit Erde anzufüllen und mit Rasen anzusäen. Es soll sich eine dichte und feste Grasnarbe bilden, welche verhindert, dah die Badenden Erde mit in das Wasser nehmen, oder daß der Wind Erde in das Decken weht. Die Rasenfläche dient überdies ideal als Spielwiese. Ein kurzes Wort noch den Einrichtungs- gegen ständen. An den Zugangstreppen sind Regenbrausen inzubringen, die den in das Wasser Steigenden den nötigen Temperaturausgleich vermitteln sdllen. Heberdies wirkt eine Brause auch nach Verlassen des Deckens äußerst erfrischend. Richt zu verwechseln mit diesen Uranien sind die Reinigungsbäder, Drausen, die ganz getrennt vom Decken angebracht werden müssen. Sprungbretter sind in verschiedenen Höhen über dem Wasserspiegel anzuordnen. Der Sprungturm aus Deton ober Rohr, wegen Windanfall usw. jedenfalls nicht aus Profileisen, dient zur Aufnahme der Dretter auf verschieden hohen Plattformen. Man hat gewöhnlich Sprungbretter in 1, 3, 5 und 10 Meter Höhe. Die Einsteigeleitern sind in genügender Zahl an den Langseiten des Deckens anzubringen, und zwar auf jeder Seite drei Leitern für verschiedene Beckentiefen. Mancherorts wird hier an der falschen Stelle gespart, indem man Holme und Stufen einfach aus Rohr zusammenschweißt. Das rächt sich oft, denn man steht mit nackten Füßen auf einer runden Fläche sehr schlecht. Zum anderen wird diese Fläche glatt durch den Einfluß der Algenbildung, und die Badenden rutschen aus, was zu den schlimmsten Stürzen und Knochenbrüchen führen kann. Man verwende deshalb Spezialleitern mit geriffeltem Gußeisen. Schw.mmlehrgalgen, Sprungbarrieren und Vorrichtungen für den Massenschwimmunterricht, Wasserballspieleinrichtungen usw. vervollständigen die Ausrüstung neben den Sicherheitseinrichtungen für ein offenes Sommerschwimmbecken. Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sih Gießen. Der Augustversammlung des Hubertus, die am 14. August stattfand, kam diesmal eine besondere Bedeutung zu. Wurden doch an diesem Tage die neuen Iagdschießstände des Vereins zum erstenmal in praktischen Gebrauch genommen. Auf Grund eines Hebereinfommen3 mit bem Schühenverein Gießen sind diese Stände aus dessen Schiehgelände, wo der Verein früher schon auf z. T. stark behelfsmäßigen Ständen schoß, entstanden. Sowohl jagdliches Kugel- wie Schrotschiehen sollen hier eine Pflegstätte finden, und zwar nicht als sportliches Schießen, sondern als Vorbereitung für die Ausübung der Jagd. Es ist eine besondere Eigenart des Weidmannes der jetzigen Zeit, daß er seinem Wild, bem Gegenstanb seiner Liebe und Hege, beim Abschuß nach Möglichkeit Leiden zu ersparen sucht. Voraussetzung dafür aber ist Vertrautheit mit der Handhabung der Waffe und Hebung im Beschuß jagdlicher Ziele. Cs ist unverantwortlich, wenn junge Jäger ohne diese Grundlage die Waffe führen und das Wild als Hebungsziel benutzen. Aber auch dem alten Jäger schadet die Hebung nichts, in der auch die Voraussetzung des jagdlichen Erfolges liegt. So fühlte sich der Verein verpflichtet, diese Anlagen zu schaffen, wenn er seinen Ausgaben gerecht werden wollte. Rach- dcm in den vorhergehenden Jahren die finanzielle Grundlage geschaffen war, tonnte nach Beendigung des großen Dcrbandsschiehcns der Ausbau beginnen. Aus den Kugelständcn kann stehendes wie flüchtiges Wild beschossen werden. Die Schrotstände bestehen in einer einfachen, aber soliden Wurftauvenschießanlage, während daneben ein Hase über die schmale Schneise flitzt und dem Schützen seine Verbeugung macht, wenn er vorschriftsmäßig getroffen wurde. Auch eine Fa- sanenscheibe steht zur Verfügung. Für Zuschauer und ungünstige Witterung wurde eine freundliche Hnterkunstshalle geschaffen, wo die „Kritik" ihren Sih hat. Alles in allem mit einfachen Mitteln eine Anlage, die eifrige Benutzung verdient im Interesse einer weidgerechten IagdauSübung. An das Schießen schloß sich die Mitgliederversammlung an. Dor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung gedachte der erste Vorsitzende, Pascoe, Dutenhofen, des Ablebens zweier treuer Mitglieder, des Buch- druckereibesihers Beck, Herborn und des Apothekers Köhler, Braunfels, deren Andenken die Versammlung ehrte. Sein besonderer Gruß galt einem der bekanntesten deutschen 3äflcr, dem Mitglied Eberhard Graf von D ernst or ff, Angenrod, der den Weg hierher nicht gescheut hatte. Besonderen Gruß auch und Glückwunsch verband et mit dem Dank des Vereins für treue Mitarbeit im Vorstand an Kaufmann Louis Benner, Gießen anläßlich seines 70. Geburtstages. Ein Bild des greifen Reichspräsidenten vor dem gestreckten Hirsch brachte den Dank des Vereins äußerlich zum Ausdruck. Schließlich fand Herr Pascoe noch warme Worte des Dankes an den Schöpfer unserer Schleßstände, August K i l b i n g e r, der feine Mühe gescheut hat, um eine zweckmäßige und schöne Anlage ohne Luxus zu schassen. Aus den geschäftlichen Verhandlungen sei noch folgendes hervorgehoben: Ein Mitglied wurde neu ausgenommen, drei Reuanmeldungen wurden bekanntgegeben. — Seitens verschiedener Gemeinden wurden die Iagdpächter aufgeforöert, sich damit einverstanden zu erklären, daß die Flurschühen mit Jagdgewehr Krähen „und anderes Raubzeug" abschießen. Es wurde von dem Schriftführer, Studienrat H ö l z e l, dringend davor gewarnt, eine derartige Erklärung zu unterschreiben, da der Begriff „Raubzeug" durchaus unklar sei und u. H. auch FuchL. Dachs, Marder, seltene Raubvögel darunter verstanden würden. Die Versammlung stimmte dem zu und stellte fest, daß nur ein Abschuß von Krähen und Krähenartigen in Frage kommen könne. — Ein guter Gebrauchshund stellt heute einen Gegenstand von hohem materiellen und ideellem Wert dar, während die Verlustgefahr durch den zunehmenden Krastfahrverkehr dauernd wächst. Die Mitglieder wurden daher auf eine Iagdhunde-Hnfallver- sicherung aufmerksam gemacht. Bezüglich der Ausnutzung der Schießstände wurde beschlossen: Dis zum 'Beginn der Hühnerjagd finden jeden Mittwoch Hebungsschieben statt. An diesen Tagen ist auch der Stammtisch auf dem Schühenhaus. Ein Preisschießen findet nicht statt. Rur wird an einem besonderen Schieß tag die Hubertusjagdmeisterschaft wie alljährlich ausgeschossen werden. — Die diesjährige Hubertusfeier wird am Samstag, 2. Rovember, stattfinden. Dämonen der Zeit. Vornan von Arthur Brausewetter. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Was für ein Gedächtnis Sie haben! Aber Sie haben recht, es war mein erster Ball, und ich war sehr stolz, daß der umschwärmte Leutnant Körber säst alle Tänze mit mir tanzte." Ein mattes Lächeln glitt über die zarten, ein wewg bleichen Lippen, huschte mit wehmütigem Widerschein über ihr Antlitz. Er sah sie eine Zeitlang wieder versunken an. Alles Kindliche an ihr schien einem klar durchschauenden Ernste gewichen, und in ihren Zügen war ein Hauch ton Traurigkeit, der ihn fremd anmutete und doch anzog. Die Hnterhaltung, die ihr Eintritt unterbrochen hatte, stockte eine Weile und wandte sich dann allgemeinen Bahnen zu. Schließlich erhob er sich. „Sie werden müde nach der langen Reise sein und nach all dem Mißgeschick, das Sie auf ihr erduldet haben," sagte Frau Reichenbach. „Ja, es ist heute nicht so einfach, nach Danzig zu reisen. Ihr Zimmer ist bereit Marieke wird Eie hinausbegleiten." Er sah sie verwundert an. Er hatte mit Absicht kein Wort davon lautwerden lassen, daß er in den verschiedenen Gasthäusern kein Unter» kommen gefunden hatte. „Aber es ist selbstverständlich, dah Sie bei uns wohnen, bis Sie sich in aller Ruhe eine Ihnen zusagende Wohnung besorgt haben. In unserem Hause ist Platz genug, wie Sie sich vielleicht schon überzeugt haben. Mein Mann hat es mir auf die Seele gebunden, Sie unter keinen Umständen fortzulassen." „Ihre Güte befreit mich von einer großen Sorge," bekannte er jetzt offen — „ich hätte in der Tat nicht gewußt, wo ich diese Rächt mein Haupt hätte hinlegen sollen. Aber der Herr Oberst selber — werde ich keine Gelegenheit haben, ihn zu begrüßen?" Ein Zucken glitt über die feinen Mädchenlippen ihm gegenüber und entging ihm nicht, so leise und beherrscht es war. „Mein Mann ist leider verhindert, Sie zu begrüßen," erwiderte Frau Reichenbach, „er hat des Abends oft Sitzungen und muh auch mit Geschäftsfreunden, die von außerhalb kommen, Zusammensein." In dem niedrigen, aber geräumigen und behaglich eingerichteten Zimmer, auf das ihn die alte Marieke geleitet, standen die Fenster weit geöffnet und liehen die weiche Maienluft tief in die Stube strömen. Ein erfrischender Zug Ivar in ihr, der von dem nahen Wasser zu kommen schien, vielleicht war es auch ein Hauch vom ferneren Meere her. Die Mondessichel hatte jetzt ihren vollen leuchtenden Glanz erhalten, schwamm wie eine leichte Barke über das Himmelsblau; einige Sterne funkelten bereits. Aus einem hohen Giebel drüben grüßte ein einsames, spätes Licht zu ihm hinüber, und von dem Glockenspiel des Rathauses, das gerade den ehernen Mund öffnete, klang es in die abendliche Stille: „So nimm denn meine Hände und führe mich." Der Pulsschlag des Lebens schwieg. Das alte Danzig, wie er es einmal gekannt und geliebt hatte, schlich auf nachtwandelnden Füßen durch die menschenleere Straße. Eine lange Zeit stand er, ohne sich zu regen, an dem weitgeöffneten Fenster, lehnte sich dann hinaus, sog den Atem der märchendurchwirkten Maiennacht tief in sich hinein. Run war er wieder daheim und doch —was alles lag zwischen dem Einst und Jetzt! So müde er auch war, so weich und wohlig das frische Bett ihn auch umfing, er vernahm noch mehreremal die mit der Stunde wechselnde, dann sich wiederholende Melodie des Glockenspiels und fand erst nach Mitternacht den Schlaf. Plötzlich aber fuhr er aus ihm empor. Ein seltsames Geräusch hatte ihn geweckt. Ohne sich besinnen zu können, wo er war, richtete er sich zwischen Schlaf und Wachen in feinem Bett auf. Er glaubte, es müßte noch tiefe Rächt sein, und sah seine Stube tageshell erleuchtet, ja, durch die Vorhänge der Fenster zwängte sich bereits ein Eingang suchender Strahl der ausgehenden Sonne. Hatte er geträumt? Aber nein — da hörte er es wieder: ein dumpfhallendes, manchmal unterbrochenes, dann wieder neu anhebendes Stampfen die Treppe hinauf, ein kurzes Aechzen, ein hartes Zuschlägen einer Tür — dann war wieder alles tiefes Schweigen. * Am Frühstücks tische erwartete ihn Frau Reichenbach, dann erschien auch Edith, die bereits von einem Ausgange zurückkehrte. Die Unterhaltung spielte sich fast ausschließlich zwischen ihm und der Hausfrau ab. Edith saß still und in sich gekehrt, und noch mehr als gestern fiel ihm der leidende Zug in ihrem Gesichte auf. Während er wahllos von diesem und jenem sprach, wartete er immer, daß der Hausherr eintreten sollte. Aber der kam nicht, und ein unbestimmtes Gefühl hielt ihn ab, nach ihm zu fragen. »Wir elfen um zwei Uhr," sagte Frau Reichenbach, als er sich verabschiedete. „Sie werden dann auch Ediths Bräutigam feimenlernen.“ -Das gnädige Fräulein ist verlobt?" Ein großes Erstaunen war in seinen Worten, und es verdroß ihn, dah er es nicht zu unterdrücken vermochte. „Ja, haben Sie es gar nicht gewußt?" fragte jetzt Edith, die bisher kaum gesprochen hatte, „und auch gar nicht den Goldreif an meinem Finger bemerkt?" »Ich habe nichts gewußt... und nichts gemerkt." Gr wollte ihr Glück wünschen. Aber die Worte kamen ihm nicht von der Zunge, und ihre Augen gingen an ihm und seinem Blick vorbei. „Hub... teer?“ »Herr Faßbender, der Prokurist unseres Hauses," antwortete statt ihrer Tochter Frau Reichenbach. „Es ist eine ältere Liebe. Sie lernten sich kennen, als mein Schwager noch lebte. Aber die Hnsicherheit der Verhältnisse und unsere eigene Lage, die damals — Ihnen darf ich es ja sagen — recht traurig war, schoben die Hochzeit noch hinaus. Run aber steht sie vor der Tür." Weich und warm lag die Sonne wie ein Riesenfächer über die Mottlau und die Lange Drücke gebreitet. Müde und träge blickte der Fluh mit Augen, in denen etwas Totes war, zu dem alten Krantor empor, was sich schwer und schwarz über die Wasser neigte. Es waren andere Zeiten gekommen und andere Menschen. Eine Weile wanderte er, vorbei an den beiseite geschobenen großen Derkaufstischen und den alten Holzgestühlen, aus denen ein beizender Fischgeruch herüberdrang, vorbei auch an den dickbauchigen Weichselkähnen, in denen man Obst feilhielt, heute aber nur leer aufgestapelte Körbe sichtbar waren, über die zum Teil schon recht rissigen Holzbohlen und sah gedarckenlos den Möven nach, die in schläfrigem Silberflug über die teeren, müßigen Wasser dahinschwebten und hier und da mit lautem Gekreische nach einem Bissen Drotes schnappten, das ihnen eine mitleidige Hand zuwarf. Dann Hub das Glockenspiel vom Rathausturm an, schwamm dumpf und schleppend über Hf er und Fluh, als paßte es sich der bleiernen Stimmung an, die über diesem einsamen Sonntags- Vormittag lag. Run war es höchste Zeit, durch das Drotbänkentor nach Hause zu gehen. Mit eigenartiger Erwartung betrat er das Haus, schritt durch die eichene Pforte, die die treue Türhüterin auf fein Schellen ihm öffnete, die gewundene Treppe hinauf. Sollte er doch Ediths Bräutigam kennenlernen und endlich seinen Oberst begrüßen dürfen, den er eine lange Reiye von Jahren nicht gesehen hatte. Aber als er in den Empfangssaal trat, fand er die beiden Damen allein vor, und in dem Eßzimmer blieben zwei Gedecke an dem schweren runden Tisch frei. „Mein Bräutigam bedauert sehr, heute nicht mit Ihnen speisen zu können," sagte Edith, als sie sich auf den hochlehnigen, ledergepolsterten Stühlen niedergelassen hatten, „er muhte auf die Holzfelder fahren, einen größeren Posten Holz abzunehmen, der eben avertiert wurde und keinen Aufschub duldete." „Am Sonntag sogar?" „Für ihn gibt es keinen Sonntag. Das bringt das Geschäft nun einmal mit sich. Besonders in dieser Zeit. Hnö er ist Kaufmann mit Leib und Seele." „Leider viel zu sehr," warf Frau Reichenbach ein. „Zuerst kommt die Firma. Hnd dann erst alles andere. Sie werden es ja bald selber kennenlernen. Da unten steht fein Rädchen stille... vom frühen Morgen bis zum späten Abend." „Meinen Sonntag werde ich mir trotzdem nie nehmen lassen." Cs llang weder hart noch scharf. Aber Edith sah ihn mit erschreckten Augen an. Er ließ sich nicht beirren. Arbeiten wollte und mußte er... sollte es sein, bis in die Rächt hinein... Er hatte es sich fest vorgenommen. Aber seine Seele wollte er nicht verkaufen. Das war ihm ebenso ausgemachte Sache. „Hnd Ihr Herr Gemahl?" fragte er nach einer längeren Pause, in der man schweigend die Suppe löffelte. Er hatte eigentlich tticht nach ihm fragen wollen. Aber es lag doch zu nahe, und es fühlte sich ein wenig verletzt, daß der Oberst nicht einmal heute Gelegenheit nachm, ihn in seinem Hause zu begrüßen. »Er hatte ebenfalls eine geschäftliche Sache mit den auswärtigen Herren zu ordnen, die ihn schon gestern abend in Anspruch nahmen und heute nacht nach Berlin zurückmüssen." Frau Reichenbach sagte es, über ihren Teller gebeugt, und er merkte sofort, daß sie nicht die Wahrheit sprach. Ein tiefes Mitleid mit dieser Frau erfaßte ihn, über deren reine Lippen, solange er sie kannte, nie ein unwahres Wort gekommen. Zugleich aber wurde eine unbeschreibliche Empfindung in ihm wach, ließ ihn nicht mehr, schnürte ihm Herz und Kehle zu. Was ging in diesem Hause vor, in dem früher ein so unbefangener Frohsinn lebte, das von so viel Reichtum erfüllt, mit so wohligem Behagen durchwärmt war — durch das unsichtbar düstere Gestalten geisterten und ihre Schatten auf den Gesichtern der beiden Frauen spiegelten, die ihm, eine jede wohl von ihren eigenen Gedanken bewegt, in deren matten Beleuchtung des nach Alt-Danziger Bauart auf einen engen Hof hinunterblickenden Zimmers gegenübersaßen?! (Fortsetzung folgt.) Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen Besuchen Sie 4864D Hotel 4651D 4165D Bad Bad-Nauheim Hotel-Restaurant Gaudes Neuer Besitzer Kurt Klenn Gut bürgerliches Haus Gartenwirtschaft Touristen bestens empfohlen Lieber die dörfliche Straße schleichen sich tote die begossenen Pudel zwei Sommergäste. Da sie weihe Kostüme tragen, in denen ehemals Plisseefalten waren, nennen wir sie besser Sommergastinnen. Sie patzten in ihrer Aufmachung eher an den Strand von Binz, Borkum oder Westerland. Auch bei gutem Wetter. Cs ist nun einmal so. In diesen Bergen Oesterreichs ist Berlin-W- Eleganz nicht recht am Platz. Wien-W-Elegmiz müßte man besser sagen. (Ich weiß nur nicht, wie dort die feudalen Viertel heißen.) Cs sitzen hier naturgemäß viel mehr Wiener — jeder Oesterreicher ist ein Wiener — als Berliner. Aur die Sachsen sind in allen Sommerfrischen der Erden in gleichmäßig starken Abordnungen vertreten, * Aber die im Lande vorherrschende Sprache (die Zugereisten machen aus dem Dorf, von 2000 Einwohnern eine kleine Stadt), ist jener Jargon, um den sich reichsdeutsche Operettensänger und -sängerinnen stets vergeblich bemühen. Man sagt im Strandbad, im Hotel, auf der Straße, im Kaffeehaus und überall: „Kütz die Hand, gnä Frau" oder „Ich habe dre Aehre", wo der Berliner, nicht nur laut Witzblatt „Lach" brummt. Man sagt das in einem Tonfall, mit einer weichen Musik im Gaumen^ mit einer süßen Grazie, die so recht österreichisch ist wie die Melange. Melange ist Bohnenkaffee mit Schlag. Auf die Dauer nicht jedermanns Sache. Wir nördlichen Menschen sind härter. Ikfolll 5000 Einw. (Strecke Gießen- reldluiU Fulda), die Heimstätte hervorragend schöner altertüml. Bauten (darunter das einzigartige Rathaus, eine Perle gotischer Baukunst) u. eines hochinteressanten Heimat- Museums. — Anmutige Umgebung, gute Verpflegungsgelegenheiten. Prospekte durch den Ver- kehrs- und Verschönerungsverein. 4642D Herrl. Erholungsaufenthalt /Täglich 3 Konzerte / Jeden Donnerstag.wöchentlich abwechselnd, Sinfoniekonzerte Opern- oder Operettenvorstellungen / Jeden Samstag abend Tanz oder Ball / Sonntag, Dienstag und Freitag nachm. Tanztee / Parkbeleuchtungen, Feuerwerke usw. Siehe Sonderanzeigen, Plakate und die Wochenprogramme in (Hieben. Die Zuschauer in den Logen, nämlich auf den Balkons ihrer „Sommerwohnungen mit See- blick", sind über die kleine Abkühlung, die das Wetterchen bringt, nicht böse. Denn es gibt auch sonst allerlei zu sehen. Drüben, über die Straße weg, im Garten des Gemeindespitals, haben die frommen Schwestern rote Betten gesonnt. Wie die Wiesel huschen dunkelblaue, kuttenförmige Kleider, unter denen wohl flinke Füßchen sitzen müssen — man sieht sie nur nicht — über den grünen Rasen. Oben auf den Kutten bewegen sich breite, weiße Niederländer Hauben emsig hin und her. Lind wenn man Glück hat, sieht man hin und wieder ein Stückchen der Gesichter. Gesunder, ländlicher Gesichter, denen nur die Bräune der Haut fehlt. Sie sind zu sehr vor den Strahlen des) Berglichtes geschützt. Die frommen Schwestern, die in der Hast ihrer Bergungsarbeiten beinahe rote Backen bekommen haben, werfen sich zwischendurch ein paar Scherzworte zu. Sie können also doch ganz lustig sein. Bald haben sie Berge von roten Kissen, Decken und Plumeaus unter Dach und Fach. Llebrigens: Diese frommen Schwestern erinnern als einzige an die geistliche Gründung des Dörfchens. Denn der Name „Zell" stammt von Mönchszellen her. Natürlich steht auf dem Stadtplatz auch eine Kirche. Und am Seeufer ist ein kleiner Kalvarienberg. Ein paar Schritte davon steht ein Kapellchen. Doch das alles findet man südlich von München schließlich überall. (Bod-Jkm heim Der Mitlelpanlü aller sommerlichen Veranstaltungen der weiteren Umgegend Zum Wochenende schnell u. bequem auf Sonntagskarte zu erreichen. Auch wochentags vielseitige Anregung u. bequeme Rückfahrt nach den abendl. Veranstaltungen. Zell am See, im August. Es regnet. Doch dieser Negen bedeutet nichts Böses. Nach einem glutheißen Tag zieht ein Gewitterchen von Gipfel zu Gipfel. Erst saß es auf der Schnittenhöhe. Hüllte eine dicke Wolke um die BerZstation der Schwebebahn, die den ganzen Morgen über weiß und lustig in die Sonne geblinkert hatte. Dann donnert es vom 5)i. :iigfogel, dessen dicht bewaldeter Gipfel nun ebenfalls in graue Schleier gewickelt ist. Plötzlich ballert es in der Gegend, wo sonst das Kitzsteinhorn laut Fremdenführer in den Himmel ragt. Und als wiederum nach wenigen Minuten das Steinerne Meer Schauplatz des nachmittäglichen Brillantfeuerwerks mit Kanonenschüssen, Leuchtraketen, Flächen- und Kugelblitzen — prima naturell — geworden ist, beginnt der Zeller See niedliche Wellen zu schlagen. Die Motorbootchen hängen sich an ihre Landungsbrücken. Die Ruderer und Paddler, die drüben nach Thumersbach geplätschert waren, arbeiten fieberhaft, damit sie das Zeller User und das Cafe am Strand erreichen. Ganz kleine, kurze, aber heftige Wellen fitschen an den Strand. Schwarze Wolken jagen ziemlich niedrig über das Wasser. Und das schönste Naturschauspiel, in dieser Hitze improvisiert, daher besonders schlagkräftig und wirkungsvoll, ist im Gang. c* -4- ein mittelalterliches Buräensiaflitiien die ideale Sommerfrische für Ruhebedürftige welche fernab vom Treiben und Hasten der Großstadt Erholung und Stärkung suchen. 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Das Rathaus dürfte zu den geschichtlich bedeutsamsten gezählt werden. Wer diese Städte der Heide ganz verstehen will muß durch das Land ringsum wandern, durch die Heide, Täler auf Täler ab, weihschimmernden Birkenstrahen entlang, an Moore vorbei und über die weite Flucht der Ebene. Richt nur im hohen Sommer ist das Land hier schön. Wer Augen hat, zu sehen, wird gerade im Verbrennen des goldenen Herbstes Wunder an Wunder entdecken, wird die dunkle Ballade dieses Landes erkennen und die Städte der Heide lieben lernen. Böhenlnftoort Herbstein 455 Meter ft. M. Kennen Sie schon die schönen Spaziergänge und Ausflugsorte in den herrlichen Wäldern mit 2 Seen in Herbstein? Kommen Sie, Sie werden sich freuen und erholen. Prosp. b.Bflrgermeisterai Herbstein Während dieser sprach- und völkerkundlichen Meditationen hat es sich glücklicherweise abgc- reanet. lind die Ferienbesatzung Zells rüstet sich zum Abendbummel. Rings um den See herum tauchen der Reihe nach die Bergkuppen aus dem Wolkennebel heraus. Die ganze graue Suppe zieht über die Kalkselsen des Steinernen Meeres in das Berchtesgadener Land. Vielleicht haben die Leute rund um den Königssee und in Berchtesgaden selbst jetzt ein feuchtes und donnerndes Intermezzo. Der Pinzgau, unsere Sommerresidenz, erglänzt schon wieder im milden Lichte der Abendsonne. Auf dem Stadtplah rollen die Postautos und die Privatwagen, mit hochgeschlagenem Verdeck aus allen Himmelsrichtungen ein. Vom Kesselfall und Moserboden, aus Salzburg, aus Reichenhall, von den Krimmler Wasserfällen, aus Gastein. Bergsteiger mit Lederhosen, Rasierpinseln am Hut und Eispickeln in der Hand, klettern über die Trittbretter. Ein Autobus befördert die letzten Gäste dieses Tages, die die Schmittenhöhe auf dem bequemsten Weg, nämlich mit der Seilschwebebahn, erreichen wollen, zur Talstation. Zeitungsverkäufer rufen, zwischen 6 und 7 Uhr, die — Morgenblätter der großen Städte aus. Beim „Fischerwirt" im „Braustüberl", im „Hirschen", bei „Lebzelter und überall in den Gasthöfen versammeln sich hungrige Scharen um weihe Tische zum „Nachtmahl". Wer es vorzieht, sein Abendbrot in der Erinnerung an selige Iunggesellenzeiten, aus Pergamentpapier zu wickeln, und auf dem Balkon seiner Bude einzunehmcn, holt sich Butter, Eier und Käse in der „Milchhandlung des Xaver Lumpi", das übrige in der „Gemischtwarenhandlung des Alois Pimpl", allwo es von der Salamiwurst bis zum Badeanzug und Reiseandenken so ungefähr alle Dinge sommerlichen Bedarfs zu kaufen gibt. Wit eherner Gleichgültigkeit schauen Hoher Hundsstein, Schwalbcnwand, Hohe Tauern, Ronachköpfe, Honigkogel, Kitzsteinhorn und wie die Riesen mit und ohne Schnee-noch heißen, dem bunten Treiben zu, das sich im Dörfchen Zell und an den Ufern seines Sees abspielt. Der weihe Sand des Strandbades, der den ganzen Tag über durch bunte Schirme und noch buntere Badeanzüge belebt war, hat jetzt einen fahlen, abendlichen Schimmer. Es riecht im Dorf nach gebratenen Zwiebeln, Knoblauch und Fah- sohe. Am See nach grünem, unergründlichem Bergwasser. , ' lieber den Honigkogel klettert langsam und bedächtig der Mond. Am „drübenen" Ufer, in den Gaststätten von Thumersbach, werden, dicht am Wasser, ganze Perlenketten von Glühbirnen angeknipst. Ruderbootchen begeben sich zur Mondscheinpartie auf das leise gurgelnde, dunlle Wasser. Im Strandcafe beginnt die Jazzband. Sehr dezent und gar nicht aufdringlich. Tanz gehört hier nur für ein paar Unentwegte zum Programm. Die übrigen sitzen irgendwo, im „Feinschmeckstüberl" bei Linzertorte und Gugelhupf, oder in der „Post" beim „Alpinen Abend" Wir trinken schwarzen Kaffee (mit Milch). Hier sagt man „Schwaazen". Und statt Hörnchen sagt man „Kipferl". Statt Brötchen „Möllspeis". Und gar zur Durchquerung der ganzen Speisekarte braucht der Mitteldeutsche oder Norddeutsche einen freundlichen Lotsen in Gestalt einer netten Kellnerin, die ihm das viele „Geselchte", die „Kalbsstelzen", die Rehschlägel", das „Iungschweinskarree" ins Reichsdeutsche überseht. Selbst die schlichten Gurken sind mit der Diminutivform „Gurkerl" bedacht; und grüner Dlattsalat. unsere Salatköpfe, heißen „Häuperl". . _ . Ein überaus freundliches und zärtliches Land, die Wiener selbst behaupten, die Zeller Eingeborenensprache nicht zu verstehen. Die Zeller Bürger behaupten von dem Wienerisch ihrer Gäste dasselbe. Kein Wunder, wenn wir von jenseits der Alpen die Wiener zur Rot, die Zeller manchmal überhaupt nicht verstehen. Bad Vilbel 6000 E. (Strecke Frankfurt - Gießen, 7 km nördlich von Frankfurt (gute Omnibusverbindung), 700 Morgen Laub- u. Nadelwald, 10 Minuten vom Ort, mit schön angelegten Spazierwegen, zahlreichen Ruhepunkten an besonders schönen Punkten. Abwechslungsreiche Umgebg. m. schönen Rundgängen. Viele kohlensäurehalt. Mineralbrunnen zu Trinkkuren. Brodscher Heil- zuastrecke Berlin—Bremen zum Zentrum eines ausgedehnten Gebietes geworden ist. Von Dem alten Stadtbild, das größtenteils durch den 30- jährigen Krieg und eine Feuersbrunst zerstört wurde, sind sehenswert die Marienkirche, St Gertrud-Kapelle, einige .alte Bürgerhäuser und der Stadtmauerrest. Helzen beherbergte wahrend seines berühmten Pferdemarktes Händler aus Frankreich und Dänemark. Die Umgegend reich an prähistorischen Denkmälern, weist noch imposante Steingräber (Kahlstorf und Lehmke) auf. Alte Heerstraßen führen von Uelzen in das Land hinaus, das rosenrot im Sommer von den Hügeln brennt und das mit alten Wacholdern, Kiefern- forslen, ginsterurnlohten Dirkenwegen, mit romantischen Wiesentälern und Heidebächen und stoben Niedersachsenhöfen wohl das abwechselungsreichste Gebiet der Lüneburger Heide ist Um Soltau, einen bedeutenden Kreuzungs- Punkt alter Straßen und rührigen Industrieort, dehnt sich breit und tief das braune Land. Die Landschaft, die um Soltau ihren Charakter am reinsten noch bewahrt hat, hat seit der Entdeckung der Heide die Künstler immer wieder anqezogen. Manches schöne Heidebild ist hier gemalt worden. Soltau selbst, ein behaglicher und gastlicher Ort, ist den Soldaten durch das nahegelegene Munsterlager in mehr oder minder guter Erinnerung. Von Soltau aus kann man günstige Wanderungen unternehmen in den bekannten WilsederNaturschuhParkmit der hoch- r-Mif[6e3fl9ööfl059nbertü5 Post Ostheim-Butzbach. Tel. Butzbach 8. Städte der Heide. Don Heinrich Oroege. Die deutsche Heide, heute noch allein zwischen Elbe und Weser als ein einheitliches Landschaftsbild erhalten, einst als die trostloseste Gegend verschrien, ist von Hermann Löns für das Naturempsinden des 20. Jahrhunderts als typisch deutsche Landschaft entdeckt. Die deutsche Heide ist für die deutsche Landschaft ebenso charakteristisch wie die Rheinberge mit ihren Burgen und Städten. Und wie diese Städte und Städtchen als schöne, verträumte, viel besungene Stätten von allen gekannt und geliebt sind, so warten die Städte der Heide auf ihre Entdeckung. Sie stehen und wachsen in der Weite horizontloser Ferne, unter dem Licht des endlosen norddeutschen Himmels, vielen noch unbekannt. vielen aber schon eine jährliche Wallfahrt. Vi^leicht werden wir in 100 Jahren kaum noch von Heidelandschaften sprechen können, vielleicht wird uns von dieser verwunschenen Naturschönheit nur noch ein Schutzgebiet erzählen. Dann werden die Städte andere sein. Heute aber, wo noch die ofme der Heidehügel und »täler lockt, sind sie die Rast und die Ruhe aller Heidewanderer, typisch nord- deutsche Stadtbilder mit ursprünglichem und selbständigem Leben, ernst und gemütlich schwerblütig-verschlossen und wieder ganz behaglich warm. „ _ .. Da ist im südlichen Teil der Lüneburger Heide die verträumte und unerweckte Dornröschenherrlichkeit Gifhorns, bunt und hinter dunkeln Wäldern, satten Allerwiesen und Seen verborgen. Diese niedersächsische Kleinstadt, eine uralte Zwingburg an der Slawengrenze, ein wichtiger Verkehrsplatz des Heerweges Rhein—Elbe, beute an der Eisenbahnstrecke Berlin—Hannover—Köln gelegen, gilt als Eingangspforte zur südlichen Heide und bietet in feinem Welfenschlosse eine vorzügliche prähistorische Sammlung und kostbare Werke der Zunft- und Gildenzeit. Löns verbrachte hier die letzten Jahre seines Schaffens und besang immer wieder das wunderschöne Land ringsum, den Wechsel von Heidehügeln, Wäldern, Seen, Dünen, Birkenstrahen, die einsame Klaus- moorheide, das verschwiegene Tal der Fahlenheide und den Wohlenberg, eine altgermanische Opferstätte. Von Gifhorn wandert man über die Dunen der Allertäler nach Müden und dem Schmuckkästchen Wienhausen, einem alten fürstlichen Aebtissinnenstift. bekannt durch die Wienhausener Teppiche, — das schon allein wegen seiner Architektur einen Besuch verdient. Wienhausen ist sehr schnell von der alten Fürstenstadt Celle zu erreichen. Die ehemalige brounschweigisch-lüneburgische Residenz ist die Gartenstadt der Lüneburger Heide. Heute berühmt durch Trüller-Zwieback und modernste Architektur. Im Mai erwacht diese Stadt. Da tommen aus der endlosen Heide die Autos, irgendwo tönt Musik, aus abseits gelegenen Gassen duften Flieder und Linden in alten Gärten, auf der Aller leuchten blanke Boote. Die schattigen Wege des Schlohparkes dienen den zahlreichen Referendaren zum Meditieren. Celle ist die Stadt der Gärten, Parks, fürst- licher Romantik. Hier begann die berühmte Liebestragödie zwischen Sophie Dorothea und Königs m ar ck, dem letzten Sproß des schwedischen Grafengeschlechts und der Stammutter des hannoverschen und preußischen Königshauses. Hier starb die verbannte Königin Karoline Mathilde von Dänemark nach ihrer tragischen Affäre mit S t r u e n s e e. Das herzogliche Schloß, die Schloßkapelle, »ein kunstgeschichtliches Unifum in Deutschland", wie der Maler Prinz Eugen von Schweden sie nannte, der edle Renaissancebau des Rathauses, die Stadtkirche, das Bomann-Museum, das Hoppener Haus, die Adelshöfe in schattigen Gärten und die imposante Barockanlage (heute Strafanstalt) sind bedeutsame Stätten niedersächsischer Kunst und Geschichte. Heinrich der Löwe baute im alten Gar- denbau eine Burg, um die sich die Heidestadt äl e l z e n entwickelte, die heute an der SchnellPeneion Hospiz Bad-Nauhelm Intel (Sritsa) diePerled. Ohmtales Auskunft: Der Verkehrs'Verein ALSFELD/Oberhessen Hotel Deutsches Haus Inh. Hermann Schwall Wochenende. Erstkl. Verpflegung Großer u. kleiner Saal für Vereine Mäßige Preise anmutig gelegen aut einem südlichen Ausläufer des Rothaar- i cblrges. Prächtiger Schloß- und Stadtpark. Hochwaldreiche herrliche Umgebung. Sitz des Fürsten zu Sayn-Wlttgenstein- Berleburg. Mächtiges sehenswertes Schloß. Beste Unterkunft und Verpflegung in guten Hotels. Gasthäusern und Privat. Mäßige Preise. Nähere Auskunft durch den Vcrkehrsvcrcin, Telephon 51. Prospekt auf Wunsch gratis. Sommerfrische 46830 Domäne Schiffenbero auf waldiger Höhe gelegene histor. Stätte aus 1129, mit herrl. Fernsicht. Angenehmer Ausflugs- und Erholungsort. Pensionspr. RM. 6.-. Eisenbahn station Schiffenberg, an der Strecke Gießen-Gelnhausen. 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Ausflugsort Hotel und Pensen Kurhaus inmitten Terrassen mit Fernsicht Terraesen mit Fernsicht 3ähte$schau ach, werben, dicht n von Glühbirnen begeben sich i**r ■ ourgelnbe, bunüe int bie Jazzband, ulfdringlich. -rM Unentwegte zum en irgendwo, >m :torte und Gug-b .Mmen Aveno Zum Schluß noch ein grober Fehler, aber die Partie war natürlich auf die Dauer unhaltbar 25. Sg5xe6 25. Sf8xe6 Tartakower übersah hier, daß 25..... Dc8 wegen 26. Dxg7 matt nicht geht. 26. Dg4xe64- 26. Kg8-h8 27. Tdl-d7 und Schwarz gab auf. Losung des Problems Ar. 221. Don OH. Habel. 1. Db6 — b7! usw. fünf. 13.15 bis 14.15: Schallplattenkonzert. 14.45 bis 16: Leichtathletik-Länderkampf Deutschland — England. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30: Briefkasten. 18.45: Esperanto- Unterricht. 19.05: Vortrag. 19.25: „Dersiche- rungdbetrieb der deutschen Arbeitnehmerschaft". 19.45: „Wie der Philosoph John Locke das Privateigentum rechtfertigte". 20.15 bis 22.15: Die Aetherflasche". Anschließend: Tanzmusik. Weiß. Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 12 Steine. Kh8: Dg8: Tc3, f6: Lb4 f3: Sa7, c5; Bb5, d2, d3, f4. Schwarz: 8 Steine. Kd4; Tc2, d8: Le8: Sei, g2; Bb6, f7. * 6 ' Eine sehr gute, preisgekrönte Aufgabe. Partie Nr. 147. Sie folgende interessante Partie wurde in der zweiten Bunde des internationalen Schachmeisterturniers zu Karlsbad am 1. August 1929 gespielt: Anregelmäßig. Weiß: Mattison. Schwarz: Dr. Tartakoder. Ausbau von Schwarz zeigt mancherlei Schwächen: der Textzug ermöglicht Weiß einen scharfen Königsangriff einzuleiten. 10. h2-h4 10. Lf8-e7 bit fcee" i»i ^'chten Tur, Te balatköpst, SjP Land, n 1?” Eia- 5)16 Mr enerischchi >enn wir p »ur Avt, die t verstehen. : tr.Tmi '.fTT-L-V n-T!-Y) 'Sommerfrische IRip|8rtenrod(0berh.) :1ipenehmer Erho- .lioKsaufenthalt in Privathause mt Bad, allen Be- Kjie nlicbkeiten u •Mochenende?.- RM ;iAirr.eld. tt Ansk. b. wrtehrsIxGi e ß en. beS Pin-gauer Dolkstrachtenvereins und trinken, -u Suhu und Schuhgeplattel ein Viertel odev einen halben Muskateller. Ober sie laufen auf der Promenade hin und her und wundern sich, daß die weißgoldene Straße, die der Vollmond über den See gebaut hat, immer geradewegs von ihren Füßen bis zum anderen Ufer reicht. Sie wandert mit ihnen, vorwärts, rückwärts. Sie probieren es aus. Sie bleibt mit ihnen stehen. Unb sie bewegt sich, glitzernd und schimmernd, ganz leicht auf dem Wasser hin und her. Die großen Menschen erinnern sich plötzlich, daß sie in grauer Vergangenheit nachts an einem See an einem ähnlichen Abend wißbegierig fragten: „Mutti, kann man auf dieser goldenen Straße laufen?“ Die großen Menschen haben das Rätsel solcher Dollmondnächte bis heute nicht gelöst. eiifl ichen-Auch^60' dl Verans^L- —' penei°D ipto hSKSU* richte*' Hinauf zu der chrwürd'gen Burg. — Doch jetzt oerftäntert ist alles. Schwaden durchziehen die Lüfte Des gelblich gefärbten Rauches, liebel ergeht cs dem Menschen, Der in die Schwaden hineinkommt. Ekel werden erreget und hest'gcs Erbrechen. Unb der Geruchsinn wird gräßlich beleidigt. Haben wir darum gewährt dir die Kosten Der Müllabfuhr in hohen Prozenten, Daß es zurück wieder komme Zn die Straßen der Stadt 9n Form von üblen Gerüchen, So die Gesundheit gefährden Unb das Wohlsein der Menschen? — Drum, o Verwaltung der Stadt, Laß dich solang nicht mehr bitten. Gibt's doch hinfort keine Ruh' mehr Als bis dort das Uebel beseitigt. H. Spielplan -er Frankfurter Theater. Opernhaus: Geschloffen w^gen Freien bis 31. August. Schauspielhaus. Don Samstag, 17. Aug.. bis Montag, 26. August, täglich von 20 bis 22,30 -Uljr: „Die lustige Sünderin". rinllAl Höhen-Luftkurort JLX VF RJ vl Lm1,wtir.tt- Schwarzwald. 720 m ü. d.M.,z wisch. Wildbad u.Baden-Baden .. ui schön„ ruhig. Lage, inmitten herrl. lannenhochwald mit prächt. Fernsicht, Höhensonne. Heilkr. Gebir2skhma.beB.geeignet f.Wervöse, Hen-, Nieren- o. Asthma- leidende. Kurarzt. Lesezimmer. Gute Gasthöfe, zahlreiche rnvatwohnungen. ^-V Prospekte durch die Kur Verwaltung. n'J'S ieüsta^efkeu5fl' Nonlag, 19. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht unb Zeitangabe. 12.30 bis 13.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunbe der In- genb. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunbe. 18.40: „Wie sieht es in ber Heil- unb Pflegeanstalt Klingenmünster aus?" 19: Die Hauptströmungen ber mobemen Musik in Deutschlanb unb im Auslanb, Vortrag von Dr. Paul A. Pisk, Wien. 19.20: Deutschlanb und Amerika. Vortrag von Dr. F. Berthold. 19.40: Englische Literatur- Proben. 20.05: Englischer Sprachunterricht. 20.15: Sinfonie-Konzert. 21.45 bis 22.45: Militärmusik. Dienstag, 20. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunbe ber Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunbe. 18.30: „3um 60. Geburtstag von Arthur Hollitscher", Vortrag von Will Scheller. 18.45: „Die Entwicklung ber Harmonie im letzten Jahrtausenb", Vor- OKIe für bie Aebaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachrebaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 225. Don H. Jonfson. Schwarz. Diese Vortaunuswanderung ist namentlich in ihrem mittleren Teil von hohem Reiz, erfordert jedoch sechs Stunden Marschzeit. Von unserem Ausgangspunkt Lstheim gehen wir zunächst ohne Wegezeichen auf der Kreisstraße über Hochweisel und Münster nach dem anmutig gelegenen Jagdhaus Hubertus mit guter Gastwirtschaft. Von hier wenden wir uns links nach dem freundlichen Dörfchen Maibach, wo wir schwarze Dreiecke treffen, denen wir folgen, um nach etroa einem Kilomete zum reizenden Michelbachtal mit mächtigen Felspartien zu gelangen. Nachdem mir das Tälchen durchschritten haben, erreichen wir das Usatal, folgen dem Bache und gelangen alsbald aach dem malerisch gelegenen Cransberg, einem der schönsten Taunusdörfer. Auf der anderen Seite des Ufatales gehen wir nunmehr auf schönen Waldwegen (grüne Striche) nach dem durch Goethe berühmten Ziegenberg, dessen hochragendes Schloß uns schon von weitem grüßt (Gasthaus „Zur Linde"). Dljne Zeichen wandern wir jetzt wieder über Fauerbach nach Ostheim, unferm Endziel, zurück. ®te erwartete Fortsetzung, welche den schwarzen Königsflügel etwas in Anordnung bringt. 11...., 11. Le7*P5 Kurhaus Luginsland liegt bei Schotten ■ empfiehlt sich: im Vogelsberg a. der Kreis- E als Ferienaufenthalt, zum Straße Schotten—Gedern ■ Wochenende, f.Auto-Aus- mitten in Wald u. Wiesen flüge, als Touristenstation Pensionspreis 5 RM. Gutbürgerliche Küche, gepflegte 424 5D Weine u. 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August 1929. Der Oberbürgermeister. 5.23.: Klingspor. Bullenverkauf. Die Gemeinde Treis a. d. Lda. beabsichtigt, einen fetten, schweren Bullen zu verkaufen. Schriftliche Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum Dienstag, dem 20. August 1929, nachmittags 7 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können. 68550 Treis a. d. Lda., den 17. August 1929. Hessische Bürgermeisterei. Bollen Sie neu-.nm- 6to «MN? _ ein Wohn- oder Geschäftshaus kaufen? oder eine hochverzinsliche Hypothek durch eine billige ablösen oder haben Sie 1932 eine Auiwertungshypolhek auszuzahlen, dann wenden Sie sich wegen Finanzierung dieser Angelegenheit aus alle Fälle an Karl Seibert, Gießen, Stevbanttr.l7S. 4236D Hassia Drillmaschinen Hackmaschinen Schrotmühlen Rübenschneider Düngerstreuer ferner alle Maschinen f. d. Landwirtschaft Mähmaschinen Ulmer Pflüge Häckselmaschin. 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Bei K r a f t m a s ch in en überwogen im Auslandgeschäft die ungünstigen Meldungen, im 3n- landgeschäft hielten sich die günstigen und die ungünstigen Meldungen etwa die Waage. .Un- zureichende Auslandaufträge bei ziemlich befriedigenden 3nlandaufträgen waren bei Pumpen und Kompressoren festzustellen. Bei den Hütten-, Stahl- und Walzwerksanlagen war das Inlandgeschäft weiter schwach, das Ausfuhrgeschäft einigermaßen zufriedenstellend. 3n mechanischen Fördermitteln liefen in befriedigendem Umfang Bestellungen aus dem 3n» und Auslande ein. Ungünstig war das Geschäft im Apparatebau. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Alle guten Hoffnungen, die man hinsichtlich ber zukünftigen Börsenentwicklung gegen Ende der vergangenen Woche gehegt hatte, wurden zu Beginn der neuen Woche durch eine plötzliche und unerwartete Erhöhung des Diskontsatzes der F e d e r a I Reserve Bank von 5 aus 6 Prozent zunichte gemacht. Man war daraufhin sehr pessimistisch gestimmt, da man durch die so neugeschaffene Lage schlimmere Rach- wirkungen auf die internationale Geldmorktgestal- tung erwartet. Als gleich daraus von der Rcu- yorker Börse ganz gewaltige Kursverluste gemeldet wurden, und zwar gingen diese bis zu 26 Dollar, bot die Börse ein trostloses Bild. Die Folge davon waren hier Rückschläge bis zu etwa acht Prozent, für Spezlalwerte sogar bis zu 14 Prozent. 3m Zusammenhang mit diesem Vorkommnis traten auch wieder starke Befürchtungen einer nicht mehr zu vermeidenden Londoner Diskonterhöhung auf. 2lber doch änderte sich die allgemeine Situation bald wieder. Die Reuyorker Börse hatte nämlich im nächsten Moment wieder kleinere Erholungen zu verzeichnen, was eine allgemeine Beruhigung auslöste. Zwar war die Spekulation immer noch zurückhaltend und schritt weiter zu einigen 2lb- gaben, doch nahmen die Verluste kein besonders großes Ausmaß mehr an, da sich auf der anderen Seite eine gewisse Bereitwilligkeit zur Aufnahme des aij den Markt kommenden Materials einstellte. Die Derkaufsaufträge wurden aber immer weniger, so daß einer freundlichen Börsengestaltung nichts mehr im Wege stand. Die Erhöhung der Reuyorker Diskontrate konnte keine Verstimmung von längerer Dauer Hervorrufen; denn es waren doch wieder einige Momente vorhanden, die einen günstigen Eindruck hinterließen. Vor allem stimulierte eine geringfügige Entspannung im Haag. Das Geschäft blieb aber unverändert klein, nur einige Spezialwerte traten etwas mehr in den Vordergrund. Hier spielte aber vor allen Dingen einiges Auslandinteresse eine gewisse Rolle. Doch konnte man auch an den Rebenmäirkten ein leichtes Anziehen der Kurse bemerken. Eine schon bestehende Freundlichkeit konnte im Laufe der Woche immer mehr an Boden gewinnen, zumal aus Reuyork recht feste Börsen gemeldet wurden. Auch das übrige Ausland trug mit einer Befestigung seiner Börsen dazu bei. Die Geld» marktverfassung war überall besser; die Befürchtungen einer Londoner Diskonterhöhung trat jetzt ganz in den Hintergrund, da die Goldabflüsse der Bank von England zumeist ganz eingestellt wurden. Zeitweise war eine regere Umsahtätigkeit zu verzeichnen. Eine Anregung bot die Kohlenpreiserhöhung inEng° land, der gesteigerte Kohlenabsah im Ruhrgebiet und das Ausfallen jeglicher Feierschicht daselbst. Selbstverständlich wurden in erster Linie Montanwerte hiervon berührt. Bei lebhafterem Geschäft traten diese Werte besonders hervor, bei teilweise ganz beträchtlichen Besserungen gegenüber der vergangenen Woche. Die Aussichten einer baldigen Rheinlandräumung verstärkten das 3nteresse für Montanaktien immer mehr, so daß die Spekulation andere Werte gegen Montanpapiere eintauschte. Dies trug aber zur Vernachlässigung der hierdurch betroffenen Märkte bei. Als Käufer traten besonders das Rheinland sowie Holland auf, aber auch das übrige Ausland nahm Material aus dem Markte. Glanz st offaktien setzten ihre Aufwärtsbewegung weiter fort. Eick- t r o a f t i e n , die in dieser Woche nur zwischendurch etwas in den Vordergrund rückten, lagen bis zu drei Prozent fester, Siemens und Felten gewannen je 5 Prozent. Montanwerte hatten Gewinne bis zu 7 Prozent zu verzeichnen. An der Spitze standen hier Phönix, Harpe- n e r und Gelsenkirchen. Rur Reichsbankanteile logen auf verschiedene Baisser- vorstöße 7 Prozent schwächer, doch trat auch hier gegen Ende der Woche eine Erholung ein. Der Verlust wurde fast ganz ausgeglichen. 3m allgemeinen gingen die Erhöhungen bis zu vier Prozent. Zum Wochenschluß wurde dos günstige Bild jedoch durch überraschend große Goldabgaben der Bank von England wieder getrübt, und es trat eine allgemeine Unsicherheit zutage. Auch die in den Hintergrund getretenen Diskonterhöhungsbefürchtungen der Ban! von England traten wieder in Erscheinung. Größere Kurscin- brüche waren bei Abgaben nicht zu vermeiden. Doch konnte sich die so unerwartet eingetretene Unlust keiner längeren Lebensdauer erfreuen; denn c s waren genügend Vorkehrungen getroffen, daß eine Erhöhung der Londoner Diskontrate nicht erforderlich sein dürfte. Auf eine Meldung, wonach von amerikanischer Seite zur Stützung des Sterlingkurses oder zur Stärkung der Goldreserve ein Kredit von 250 Millionen Dollar bereitständen, wurde die Stimmung allgemein wieder freundlicher, und die Verluste wurden zumeist wieder eingeholt. Der unverändert belassene Diskontsatz der Bank förderte die günstigere Stimmung noch erheblich. Besonders hervor traten Montanwerte, aber auch 3. -G. - Farben waren gesuchter. Das Geschäft war aber nur in Spezialwerten lebhafter. Deutsche L i no leum konnten am letzten Tage 7 Prozent gewinnen; höhere Dividendekombinationen lenkten das Interesse auf dieses Papier. Starkes' Angebot lag in Frankfurter Allgemeine Versicherungsaktien vor. die nach 885 Mark auf etwa 8ÖO Mark nachgaben. Am Renten markt waren Deutsche Anleihen gesuchter und fester. Ausländer ruhig. Am Devisenmarkt lag die Mark wieder fester. Auch das Pfund konnte sich international etwas erholen. Tagesgeld war mit acht Prozent gegen Ende der Wou,c wieder gesuchter. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt, Arn Frankfurter Schlachtvichrnarkt war die Geschäftstätigkeit in dieser Woche wieder etwas ruhiger, was in der Hauptsache auf den wieder etwas größeren Auftrieb in Rindern zurückzuführen war. Das angetriebene Vieh war mittlerer Qualität. Der Export war auch in dieser Woche am Geschäft wieder stark beteiligt. Kühe fanden etwas stärkere Beachtung und konnten geringfügig anziehen, während alle übrigen Gattungen gut behauptet blieben. Kälber und Schafe wurden bei weiter ruhigem Geschäft und etwas nachgebenden Preisen geräumt. Am Schweine markt war das Geschäft anfangs der Woche ziemlich rege, flaute jedoch am Rebenmarkte trotz des geringeren Austriebs wieder ab. Der Markt wurde ausverkauft. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1643 Rindern, darunter befanden sich 290 Ochsen, 106 Bullen, 633 Kühe und 422 Färsen, ferner aus 1680 Kälbern. 196 Schafen und 4615 Schweinen. Verglichen mit dem Austrieb der vergangenen Woche waren 220 Rinder und 65 Kälber mehr angetrieben, während 21 Schafe und 300 Schweine weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen AI 60 bis 63, II 55 bis 59, BI 50 bis 54. Bullen A 54 bis 58, B 49 bis 53. Kühe A 48 bis 51, B 43 bis 47, C 35 bis 42, D 30 bis 34. Färsen A 60 bis 63, B 55 bis 59. C 50 bis 54. Kälber B 74 bis 78. C 70 bis 73. D 63 bis 69. Schafe AI 50 bis 58. B 42 bis 49. Schweine B 87 bis 90. C 88 bis 91. D 88 bis 91. E 86 bis 89. 3m Vergleich mit den Preisen der letzten Derichtswvche konnten Kühe eine Mark gewinnen, während Kälber und Schafe je eine Mark nachgaben und Ochsen, Bullen, Färsen und Schweine behauptet blieben. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die zumeist schwächeren Auslandnotierungen verstimmten in dieser Woche in großem Ausmaße, was sich allgemein ungünstig auf die Gestaltung des Geschäftes auswirkte. Umsätze kamen nur wenig zustande. Die Händler blieben äußerst zurückhaltend, es fehlten Anregungen und eint Beteiligung der sonst intereffierten Kreise. Das Angebot war nie besonders groß, auch hiervon ging kein Anreiz aus. Gegen Schluß der Woche wurden jedoch wieder von Ucbcrfee etwas höhere Rotierungen gemeldet, so daß eine leichte Erhöhung eintreten konnte. Aber trotzdem überwogen gegenüber der vergangenen Woche die Verluste; etwas stärker angeboten war Roggen neuer Ernte, der auch den empfindlichsten Verlust aufzuweisen hatte, dagegen bestand Rachfrage nach Weizen neuer Ernte, der in dieser Woche nach längerer Aussetzung wieder erstmalig notiert wurde bei etwas vermehrtem 3nteresse und anziehendem Preis. Die Provinz war zurückhaltend, und kam nur mit wenig Angebot an den Markt, doch richteten sich hier die Preise überwiegend nach den Schwankungen der Liverpooler und amerikanischen Börsen. Zum Wochenschluß war die Stimmung etwas zuversichtlicher und fester, aber nur Roggen konnte einen Teil seines Verlustes aufholen, während die übrigen Märkte infolge der Geschäftslosigkeit hiervon nicht berührt wurden. 3m Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche lag inländischer Hafer und Mais um eine 1 _• Mark schwächer. Weizen- und Roggenmehl sowie Roggenkleie büßten ' j Mark ein. Weizenkleie schloß die Woche gut behauptet. Bei Weizen war ein Vergleich schwer festzustellen, da die Rotierungen der vergangenen Woche ausgesetzt waren. Aber im Laufe dieser Woche war eine allgemeine Anspannung zu bemerken. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen neuer Ernte 26,35 bis 26,50, Roggen neuer Ernte 20,75 bis 20,90, inländ. Hafer 21,50, Mais 21,50, Weizenmehl, südd. 0, 38,25 bis 41, Niederrhein. 0 38,25 bis 41, Roggenmehl 29,75 bis 31, Roggenkleie 11,75 Mark. * D i e Beilegung des englischen Daumwollkonflikts. Die Rachricht von der Lösung des Konfliktes in der BaumWollindustrie wurde mit allgemeiner Freude ausgenommen." Ueberall in Midlands werden Vorbereitungen für die Wiederaufnahme der Arbeit am nächsten Montag getroffen. Der Streik, der drei Wocden dauerte, kostete schon die drei beteiligten Gewerkschaften 250 000 Pfund Sterling Streikgelder. Er brachte ihnen jede Woche einen Verlust von Löhnen, der auf eine Million Pfund geschäht wird. * D i e Tieftemperaturverkokung in England. Rach langem Zögern und kostspieligen Versuchen ist die Ticftsinperaturverkokung der Kohle in England Wirklichkeit geworden und wird industriell und kommerziell ausgebeutet. Die Benzinhausse hat zum Schluß noch zur Verwirklichung beigetragen. Mehrere Werke sind im Bau, andere schon in Betrieb. Dor drei Wochen wurde eines dieser Werke in Doncaster in Betrieb genommen. Die Einrichtung übernahm die Low Temperature Crabonisation Ltd. für ihre Filiale, die Doncaster Coalite Ltd. auf den Zechen von Askern. Die Arbeitsweise dieser Gesellschaft ist bekannt und wurde schon in den Werken von Bransley angewandt. Die Werke von Doncaster haben augenblicklich eine Produktionskapazität von 90000 Tonnen pro 3ahr; eine ähnliche Einrichtung befindet sich im Bau und wird ebenfalls bald in Betrieb genommen, so daß die Gesamtproduktion pro 3ahr sich auf 127 000 Tonen rauchlosen Brennstoff Coalite und ungefähr 3 750 000 Gallonen Teer, Oel und Benzin beläuft. Dieser rauchlose Brennstoff Coalite ist auf dem Kohlenmarkt der größeren Städte, hauptsächlich in London, schon gut eingeführt. Das Werk verbraucht seine Kohlen und Abfallprodukte der Zechen von Askem, und die ausbeutende Gesellschaft hat mit diesen Zechen einen Vertrag auf lange Dauer abgeschlossen. 3n verschiedenen Fällen, wenn z. B. feine Kohlen verwandt werden, brikettiert man mittels Pech vor der Verschwelung. * D i e Preisindexzisfer der „OH c • tallwirtschas t". Die Preisindexziffer der „Metallwirtschafl" stellte sich am 14. August auf 125,3 gegen 125,5 am 7. August (Durchschnitt 1909 13 gleich 100), siel also um 0,2 Prozent. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisstande vom 14. August folgende Einzelinderziffern errechnet: Kupfer 128,1 (am 7. August: 127,9), Blei 146,1 (146,9), Zink 104,7 (104,7), Zinn 111,6 (114,0), Aluminium 132,0 (132,0), Ricke! 107,7 (107,7), Antimon 101,6 (101,6). • D i e deutsche Zinker zeugung. Die deutsche Rohzinkproduktion, einschließlich Zini- ftaub, betrug, wie der Gesamtausschuß zur Wahrung der Interessen der deutschen Metallwirtschaft. Berlin, auf Grund der Berechnungen des statistischen Bureaus der Metallgefellschast-A.-G., Frankfurt ä. M.. mitteilt, im Monat Juli d. I. 9092 Tonnen gegen 8975 Tonnen im Juni 1929. * Frankfurter Allgemeine Dcr - s i ch e r u n g s - A.-G. Zu den Rachrichten über die Absatzfinanzierungsgeschäste der Frankfurter Allgemeinen Derfichcrungs-A.-G. erklärt die zum Konzern gehörende Allgemeine Betriebskredit G. m. b. H., Berlin, daß der Schadensverlauf in der Automobil-Finanzierung bei ihr günstig sei und unter dem Crfahrungssatz liege. Die übrigen Kreditgeschäfte der Gesellschaft seien zum weitaus überwiegenden Teil mit führenden alten, gut fundierten Firmen der Teilzahlungsbranche und ersten Spezialgeschäften getätigt worden. Bei diesen Geschäften seien bisher weder Verluste eingetreten, noch zu erwarten. Auch diese Kredite seien ausschließlich auf gedeckter Basis gegeben. Die Frankfurter Allgemeine sei aus dem der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Aval bisher nicht in Anspruch genommen worden. Rotleidende Geschäfte, aus denen eine Inanspruchnahme ein- treten könnte, lägen nicht vor. Eine Liquidation der Gesellschaft sei nicht beschlossen und auch keine Gesellschafterversammlung einberufen worden, um einen derartigen Beschluß zu fassen. * Von der Frankfurter Börse. Auf Grund von § 39 des Börsengesehes ist zum Börsenhandel zugelassen: 7proz. Anleihe bcS Deutschen Reiches von 1929, Buchstabe A bis F. Die Zinsscheine sind am 2. Januar und 1. Juli jedes Jahres, erstmalig am 2. Januar 1930, fällig. Die Anleihe wird ab 19. August notiert. • Siegmund Strauß jun. Spitzen- h a n d e 1 s - A. - G., Frankfurt a. M. Unter dieser Firma ist unter Mitwirkung der offenen Handelsgesellschaft Siegmund Strauß jun.. Frankfurt a. 'M., und der holländischen Textil Export Comv. I. L. Lassen, Den Haag, eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 250 000 Mk. gegründet worden. * Vom Norddeutschen Lloyd. Zu den Meldungen aus Amsterdam, wonach zwischen dem Rorddeutschen Lloyd und dem Königlich Holländischen Lloyd Verhandlungen über ein Zusammengehen schweben sollen, wird von der Verwaltung des Rorddeutschen Lloyd mitgeteilt: Vor Wochen haben lose Besprechungen mit dem Holländischen Lloyd stattgefunden, die den Fahrplan für die Dampfer der beiden Gesellschaften, hauptfächlich in Südamcrila, betrafen. Es handelte sich um Besprechungen, die regelmäßig zwischen den interessierten Linien geflogen werden und die jedenfalls keinen besonderen Vorgang darstellen. Frankfurter -tbcnvbörse. Frankfurt, 16. 2Iug. An der Äbcndbörse herrschte im Hinblick auf die bevorstehende zweitägige Unterbrechung des Verkehrs und die ungünstigen Nachrichten aus dem Haag Zurückhal- und große Geschäftsstille. Die fturfe waren gegen den Bec^i-n-r Schluß etwa behauptet, wobei bie Veränderungen nur Bruchteile eines Prozentes betrugen. In den Aktien der Frankfurter Allgeniei- nen Versicherung bestand weiter Angebot zu einem Kurs von etwa 665 bis 670 Mark. Deutsche Anleihen gaben leicht nach. Ablösung 11z, Schutzgebiete 4,75, Barmer Bankverein 128,75, Commerzbank 182, Danatbank 277, Reichsbank 300, Gelsenkirchen 139, Mannesmann 119,75, Phönix 107,75, Rhein. Braunkohlen 284, Stahlverein 117, AE G. 200, Deutsche Linoleum 310,50, Licht und Kraft 210,50, I.-G.-Farben 223,50, Felten 143,50, Gesfü- rel 211, Holzmann 106, Metallgesellschaft 125,25, Rheag 151,50, Rütgerswerke 83, Siemens 382 50, Glanzstoff 405, Zellstoff Aschaffenburg 155,75, Süddeutsche Zucker 153,75, Hapag 121^50, Norddeutscher Lloyd 113,50. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinssuh 8,5 Prozent. ______________Datum 5% Di. Retchsanleihe v. lihli . . Dl. Anl.--U>lös..Schuld mit AuL- loj.-Rechten......... Tesgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bk. Goldps. un- kündbar bi« 1932....... *yt% Rheinische Hyp.-Bank Liga- Goldps............ AEG. adg. Borkriegs-Lbligation., rückzahlbar 1932 ....... 4% Schweiz. Bundesb.-Anl.. . . 4% Oesterreichische Goldrte.. . . 4,2^ Lesterr. Silberne 4% LÖsterreich, emheill. Rte. . . 4% Ungarische Goldrle 4% Ungarische Staatsr. V. 1910 . 4'r°/<> desgl. von 1913 4% Ungarische Kronenrte 4% Türk. Hollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl,, Serie I 4% dcsgl. Serie II 4% Rumänen convcrt. Rte. . . - 4/i°o Rumänen Goldanl.von 1913 AUg. Deutsche Eisenbahn . . 4' Hamburg-Amerika Paket . . . b Hamb.-Südam. Dampssch. . . b Hansa Tampsschiss.....10 Rorddculjcher Lloyd 8 AUg. Deutsche Ereditanst. . . 1*> Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handclsgcjellsch. . . 12 Commerz- und Privat-Banl. 11 Darms,, u. Nationalbank . . 12 Deutsche Bank io Diekonto-Geiellschasl Ant.. . 10 Dresdner Bank io Metallbau k * Reichkbank ....... 12 Frankfurt a. M- Berlin Schluß- Kurs Schluhk. Abendbörse Schluß» Kurs Schiuhk. Avend- börse 15.8. 16.8. 15 8. 16.8. 87,5 87,5 87,5 52 52,25 52 52,25 11,95 11,65 11.6 11,9 85,5 85,5 — — 77 77,9 — — 88 88 — — 98,75 98,75 — — 29,1 29,1 29,3 29,1 2.4 2,4 — — 1,775 1,77 — — 22,5 22,25 22,25 22,4 — — 19,7 19,7 21,65 21,25 21,5 21,25 1,75 1,75 1,75 1,75 7,5 7,45 7,45 7,75 7,5 7,4 7,5 7,4 7,5 7,4 7,45 7,4 8 8 — — — — — — _ _ _ 122,5 121,5 122,25 121,25 — — — — 163 162,5 114.65 113,5 114,9 113,25 126,5 126,5 126,4 126,4 128,75 128,75 128,75 128,13 209 — 210,5 208 182,5 182 182,5 182 279 277 278,5 276,5 168 167,5 168 167,25 153 153,5 153,75 153,4 159 158,75 159 158,5 — — — 298,5 300 299,65 300 granksurt a. M Berlin Schluß- Kurs Schlubk. Abend- börle Schluss- Kurs Schlutzk. Abendbörse Datum 15.8. 16.8. 15.8. 16-8. A.E.G......... . 8 202,75 200 202,5 200,25 Bergmann...... . 9 —— — 230 228,25 Eleklr. Lieserungen. . . 10 170 —— 170 168 Licht und Kraft ...» 10 210 210,5 — 210 Felten & Guilleaume. . . 6 144,25 143,5 143,25 143,5 Ges. s. Elektr. Unten,.. . 10 — 211 214 212 Hamb, Elektr. Werke . . 10 — — — 142,25 Rhein. Gleftr...... — 151,5 152 152,5 Schlei. Elektr...... 10 — — — 184 Schuckerl....... . 8 230 — 230 227,5 Siemens & Halske . • • 12 — 382,5 386 381,5 . 8 — — 145,5 146 Lahmeyer 6 Co.. . • . 10 — 172,75 173,75 173,5 BudeniS....... . 5 77 76,5 76,75 76 Deutsche Erdöl .... . 6 — 115,5 114,13 Essener Steinkohle . . . . t — — 142 139 Gelsenkirchener ... f I 4 139,75 139 139,65 138,75 Harpe .......... . fi 150,5 149,5 150,9 150 Hoesch Eisen...... . 8 — — 135,25 134,25 File Bergbau..... . 8 216,5 215 216 — Alöcknerwerke..... . 7 115,25 115,5 115,5 KölnReuessen..... . 9 — —— 132,13 130,75 Mannesmann..... . 8 121 119,75 121,25 120,5 Mansfelder...... . 7 — 138 137 Lberschles. Eisenb. Scharf . 5 — 85 88 Oberschles. Kokswerke. . . 6 _ - 108 107 Phönir Bergbau.... 6'/r 108,25 107,75 108,4 107,5 Rheinische Braunkohlen . 10 287 284 287 285 Rheinstahl . . . s.Jahr 4'- 126,5 — 127,13 126,25 Riebeck Monian .... 7,2 — Vereinigte Stahlw. . . . r 118 117 118,65 117,4 Llavi Minen..... Lsh 65.4 65 Kali Aschersleben . . . 10 234 232 234 232,25 Kali Westeregeln.... 10 239 238 239 238 Kaliwerk «alzbetsurth . 15 396 391 396 391 F. G. Farben-Industrie . 12 225,5 223,5 225 223,75 Dyuamtt Nobel .... . 5 — - 107,25 106,5 Scheideanstatt..... . 9 154,5 - Goldlchmidt ..... . d 75,75 75,75 76 75,75 RüigerSwerte..... . 6 84 83 84,5 83,75 MetäUgescllschast. . . . U 125,5 125,25 125,5 125,5 Datum Philipp Holzmann < Heidelberger Eement .... 10 Gement Karlstadt ...... 8 Wayb 4 Freitag 10 SchultbeiS Patzenhoser ... 15 L »werke.........12 Der. Glanzstoss 18 Bemberg.........14 Zellstoss Waldhos 12 Zellstojs Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser . . . Dessauer Gai........8 Daimler Motoren ..... 0 Deuttche Maschinen-Fabnk . . 0 Adlerwerle Stleocc......5 Luvw. Loewe 10 Rat. Automobil 0 Orenstein & Koppel 5 Leonhard Tietz'.......6 Bamag-Meguin 0 Franks. Maschinen 6 Gripner 11 Heyligenstaedt 0 Iungbans..........4 Lechwerle. 8 Maintraslwerke 8 Miog 10 Nekarsulmer........8 Peters Union 8 Gebe. Roeder 10 Boigl 4 Haessner 8 Süd» Zucker........8 Frankfurt a. M Berlin Schlup- Kurs Schluß!. Abendbörse Schlup- Kurs Schlußk. Abendbörse 15.8. 16.8. 15.8. 16 8- 107 106 — 106 134 133 —— — 189 186 — — 100,5 — 102 101 — — 301 299 — — 236,5 234 408 405 409 405,13 — — 323 318,5 — — 238,25 239,5 156,5 155,75 156,75 156 — — 107,25 107 — — 195,13 194 54 53,5 55,9 52,5 — — 56,25 55,65 49,5 49 49 50 — — 202,5 200,5 — — 25,75 27 — — 90 89 — — 213,75 211,5 — — — 54,5 55,5 55,25 56 59 60 60 60,75 9,3 — — — 63 64 63,5 63,5 _ 107.5 — — 107 107 — — 128,5 128,5 129 — — — 125 — 125 126 111,5 111,5 — — 222 222 222 222 155 153,75 154,5 154,5 Danknoten. Berlin, 16. August iv,eld Brief Amerikanische Noten..... 4 175 4.195 Belgische Noten..... . . 58,25 58,49 Tonische Noren ... . . . . , 111.46 111.90 Englische Noten........ 20,302 20,382 Berlin, 16. August Geld Brief französische Noten..... 16,412 16,472 Holländische Noten...... 167,71 163,39 Italienische Noten...... 21,98 22,06 Norwegische Noten...... 111,51 111.95 Deutsch Lesierr .Lioo Kronen 59,18 59.42 Rumänische Noten...... 2,47 2.49 Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... 80,54 80,86 Spanische Noten....... 61,38 61,62 Tschechoslowakische Noten . . 12,375 12.435 Ungarische Noten....... 73,00 73,30 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 15. August 16. August Amtliche Notierung Amtliche Notierung (»elt> Briet Geld Brief ’.'lmft.« Rott- 163,01 168,25 168,06 168.40 Buen.-Aires 1,759 1,763 1,758 1,762 Brff-Antw .>8,305 58,425 58,325 58,445 Christiania. 111,69 111,91 111,76 111,93 .Kopenhagen 111,67 111,89 111,67 111,39 Stockholm . 112,34 112.56 112,36 112,58 Selsingfors. 10,543 10,563 10,54 10,56 Italien. . . 21,933 21,975 21,93 21,97 London. . . 20,338 20,378 20,336 20,376 Neuyork . . 4,1945 4,2025 4,195 4,203 Paris.... 16,40 16,44 16,41 19,45 Schwei; .. 80,67 80,83 80,675 80,835 Spanien. . 61,53 61,65 61,51 62,63 Japan . . . 1.958 1,962 1,964 1,963 Ria de Jan. 0,4975 0,4995 0.497 0,499 Aicn in D-- Ccft. abgeit 59,07 59,16 59,08 59.20 Prag . . . . 12,411 12,431 12,413 12,444 Belgrad . . 7,365 7,379 7,364 7,378 Budapest. . 73,17 73,31 73,18 73,32 Bulgarien . 3,034 3,040 3,034 3,040 Lissabon . . 13,77 18,81 18,76 18,80 Danzig. . . 81,32 81,53 81,30 81.49 Konstantin. ,005 2,009 1,998 2,002 Athen. . . 5,425 5,435 5,43 5,45 Canada . . 4,171 4,179 4,166 4,174 Uru uay. . 4.106 4,114 4.116 4.124 Cairo . . . 20,86 20,96 30,87 20,91 □ Sperrholz 1A. 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