"‘in >el "7- Bei der konnte man Verben. ’ /iaiunmefer b>s 58 'Start ön fot 44 bis x^n garten Amr Kirche **h ie'l*lid)en, Pfar. 5 waren jufam- rten aus Naul- «S Knaben, kn. * bei deutschen rüber herrscht, ngnahme von gr tm letzten o« ton den gegebene Son« 'tr den Ut« hier gründlich Droschüre ent« ochluhfolgenm« usche Profellar Ursprung des ngen Studiums daß daS Tkt» n werden muh, auswirken und zu nehmender hr unterfangen dthefe als ge« Die Broschüre, , Viehen, eine sn Degerer ft sehr geeignet, den gegenwär« ze in Len Der« zu unterrichten, ib Zugaben- th, Herausgeber inöenj, mit einet 5eÜ) Subers, nlin-Charlatten- - Die Broschüre n Zugabenur.sug fser während der Zeitschriften oer- entsprechende Ve- ebraebt. Sie Dar- n Methoden, wie oendeten Gegen- Industrielle und n Industrie unb tausenden W* t ferner die von Lüders,Md. m Titel „Ginge- hr seine Ent» östlich« * 6 Kartenskizze» n-Kart-5 Dark. Lechz'g- (62) bigkeit und W* L seine h»n Grundlagen. sowie Orgam- MadesLustver- S"** brlH idtcr . v\sW® Wertev0D >0^ \oo Vgp \©o: 0« 2* Ä? Nr. 89 Erstes Blatt 179. Jahrgang Mittwoch, 17. April 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis fiir2wachen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnlverfitSt§-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze Z. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 X mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr.- Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. EinglücklicherManzminister Es handelt sich nicht um Herrn Hilferding, dem selbst der stärkste Byzantinismus dieses Prädikat nicht zubilligen könnte. Wir sprechen vielmehr von dem englischen Finanzminister Churchill, jener merkwürdigen Persönlichkeit des politischen Lebens Englands, die eigentlich als ein großzügiger Dilettant oft genug Fehlschläge erleben mußte, aber doch wegen iyres starken politischen Temperamentes immer wieder an die Oberfläche kam. Churchills Etatsrede im britischen Unterhaus wurde mit großer Spannung erwartet, weil sie gewissermaßen das wirtschaftliche Programm der Konservativen für die kommenden Wahlen enthält. Churchill ist zufrieden. Wenn auch der große Kohlenkonflikt dem englischen Staate über anderthalb Milliarden Mark gekostet hat, so sei nach diesem wirtschaftlichen Unglücksjahre 1926 der Wohlstand des englischen Volke» von Jahr zu Jahr gestiegen. Dafür gibt es untrügliche Anzeichen. Die Spareinlagen haben sich seit 1924 um fast 3,5 Milliarden erhöht. Tee- und Zuckerverbrauch seien stark gestiegen. Die Zahlungsbilanz des englischen Weltreiches, jenes liebel, an dem Deutschland so schwer krankt, habe sich außerordentlich gebessert. Die Kapitalausfuhr Englands fei von 1720 Millionen Mark im Jahre 1924 auf fast drei Milliarden Mark im Jahre 1928 gestiegen. Glückliches Land, das so etwas von sich berichten kann und das gleichzeitig die Kapitalanlagen im Inland um zwei Milliarden vermehren und die Bankguthaben um fast drei Milliarden Mark erhöben konnte, was 8 v. H. der gesamten Bankguthaben ausmacht. Sodann sprach Churchill vom Staatshaushalt. Er erwähnte Ersparnisse von 150 Millionen Mk. bei den Rüstungen, von 120 Millionen Mk. bei der allgemeinen Verwaltung. Hoffnungsvoll war sein Ausblick auf die Finanzgebarung des kommenden Jahres, so daß England mit voller Ruhe der Tatsache ins Gesicht sehen kann, daß es innerhalb der nächsten vier Jahre fast 61/2 Milliarden Mark an auswärtigen Schulden zurück- zahlen muh. Mit großer Spannung erwartete man Churchills Haltung zum Arbeitslosenproblem. Richt öffentliche Arbeiten, wie Lloyd George wolle, seien das Heilmittel. Churchill erfiärtc, hierin keine endgültige Abhilfe zu sehen, sondern nur eine Hinausschiebung des Problems. Die Aufgabe des Staates liege vielmehr in einer starken Unter st utzung der englischen Industrie. Aus dem Wege der Kredithilfe und der Propaganda und anderer Maßnahmen. Man sieht, daß die englischen Konservativen auf ganz anderem Wege den Versuch machen, den wirtschaftlichen Röten ihres Landes zu steuern, als es bei uns geschieht, und der Erfolg dieser Wirtschaftspolitik wird auf die Dauer der Zeit nicht ausbleiben. Insbesondere soll auch die Landwirtschaft durch eine sofortige Steuerentlastung unterstützt werden, während die für die Industrie beabsichtigten Steuerermäßigungen erst im nächsten Jahr in Kraft treten sollen. Der englische Haushalt wird mit einer Summe von etwa I6V2 Milliarden Mark balancieren und mit einem Ueberschuh von 80 Millionen Mark abschließen. Es springt in die Augen, welcher gewaltige Unterschied zu unserer Finanzgebarung hier vorliegt. Er läßt sich einfach in die Feststellung fassen, daß die englischen Finanzen im Grunde gesund sind, während die deutschen Finanzen kranken, weil die ganze deutsche Wirtschaft krank ist. Wir haben eben in Deutschland in den letzten Jahren wirtschaftlich nur auf Grund von Ausländsanleihen leben können, deren Produktivität wahrlich nicht über jeden Zweifel erhaben ist. Hinzu kommt die wachsende Verschuldung durch die Passivität unserer Zahlungsbilanz, die sich, wenn nicht in absehbarer Zeit eine Aenderung eintritt, einmal zu einer Katastrophe auswachsen muß. Man kann in der Oefsentlichkeit gar nicht oft genug betonen, welche grundlegenden Unterschiede zwischen einem gesunden Haushalt wie dem englischen und einem durch und durch kranken wie dem deutschen bestehen, der nur davon leben kann, daß er von der deutschen Wirtschaft Leistungen verlangt, die aus der Substanz genommen werden müssen. Kritik an Churchill. Die Arbeiterpartei greift die Schulden- abkommcn an. London, 16. April (WB.) Im Unterhaus wurde heute die allgemeine Debatte über das gestrige Budget wieder ausgenommen. Der Arbeiter- parteiler Snowden kritisierte scharf die Regelung, die Großbritannien mit seinen Schuldnern auf dem Kontinent getroffen hat und sagte, niemals sei eine skandalösere Transaktion von einem britischen Minister durchgesührt worden. Frankreich hat, so rief er, vier Fünftel seiner Schuld nicht anerkannt. Ohne britische Hilfe an Geld und Menschen wäre Frankreich heute nicht ein unabhängiges Land. Vielleicht der schlimmste Punkt in dem Abkommen, das Churchill abgeschlossen habe, sei, daß, wenn Großbritnn- nien je von diesen Annuitäten und den deutschen Reparationen mehr erhalte, als seine Zahlungen an die Vereinigten Staaten betragen, es dann die Höhe der Annuitäten, die es von seinen kontinentalen Schuldnern erhalte, vermindern müsse. Snowden bezeichnete in diesem Zusammenhang die Balfournote für schändlich, was Churchill zu der Erklärung veranlaßte, daß es sehr Oie Reparationskonferenz dreht sich im Kreise. Oie deutsche Delegation soll ein Memorandum über Deutschlands Wirtschaftslage abfaffen- Abwarten. Die deutsche Delegation in Paris unter Führung des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht kann gar nicht anders, als auch heute noch jeden Tag mit der Rotwendigkeit einer schnellen Abreise aus der französischen Hauptstadt zu rechnen. Wenn auch bemerkenswerterweise die Delegationen der Gläubigerstaaten von dem, soweit man weih, doch recht endgültigen Tone ihres am Samstag überreichten Memorandums zurückgewichen sind, und wenn die französische Presse, die man doch als Sprachrohr mindestens der französischen Delegation wird ansprechen müssen, dies Memorandum seit einigen Tagen nur noch als einen interessanten Beitrag zum Material der Konferenz bezeichnet, wenn also die V e - reitschaft zum weiteren Verhandeln auf der Gegenseite nicht zu verkennen ist, — so sind doch die Unterschiede zwischen den Ziffern der Gläubigerforderung und dem, was Deutschland ohne schwere Zerrüttung seiner Wirtschaft gegebenenfalls leisten kann, noch so groß, daß eigentlich kaum noch die Möglichkeit einer Einigung zu erkennen ist. Es scheint auch mit einem Erfolge dieser Konferenz niemals mehr so recht zu rechnen. Wenn man schon nicht überhaupt ohne jedes Ergebnis auseinandergeht, — wahrscheinlich wird man das dann „Vertagung" nennen —, dann w'rd doch Wohl höchstens e'r Reben- einander ve.s'id.mer ab ch'ießendec Gutachten von dieser Konferenz zu erwarten fein. Wenn die Dinge für Deutschland noch einigermaßen günstig laufen, dann werden sich drei solcher Gutachten gegenüberstehen: eines der europäischen Gläubiger, ein amerikanisches und ein deutsches. Die Dinge können aber auch — und das scheint die größte Gefahr der jetzt kommenden Tage zu sein — so laufen, daß es zwischen den amerikanischen Delegationsmitgliedern und denen der Alliierten zu einem gemeinsamen Kornprornih- gutachten kommt, dem dann ein deutsches Minderheitsgutachten allein gegenüberstehen würde. Cs wird großen taktischen Geschickes bedürfen, um neben dem rein sachlichen Kampf um eine vernünftige Lösung des Reparationsproblems auch den Kampf gegen eine solche Möglichkeit zu führen. Von Deutschland aus kann dieser Kampf kaum unterstützt werden. Die deutsche Delegation hat ihn allein durchzuführen, und sie steht dabei in einer schwierigen und keineswegs beneidenswerten Situation. Die Heimat kann währenddessen nichts als ab« warten. Ein deutsches Memorandum Paris, 16. April. (2D23.) 3n der heule vormii- tag abgehallenen Vollsitzung der Reparaiionskonse- renz wurde die Diskussion über das von den vier Delegationen der hauplgläubigermächte der Konferenz-vorgelegte präzisierte Memorandum begonnen, und zwar handelt es fid; um die Frage, inwieweit die Ziffern des Memorandums der dcutschenLeiftungsfähigkeit entsprechen. Die Agentur chavas berichtet: Dr. Schacht habe die von den Gläubigern vorgcschlagencn Zahlungen mit der Zahlungsfähigkeit Deutschlands verglichen, fo wie Deutschland sie ausfassc, während die Alliierten ihm antworteten unter Zugrundelegung ihrer eigenen Auffassungen von der Zahlungsfähigkeit des Reiches. Die Delegierten hätten auch den 2Bert der verschiedenen Perioden zur Rückzahlung der Sdjulb geprüft, die bekanntlich nach und nach st e i g e, wobei sie die parallele E r - Höhung der deutschen Hilfsquellen ab- schälzken. Die deutsche Delegation habe keinen Gegenvorschlag unterbreitet und keinen Einwand hinsichtlich der Anzahl der Annuitäten vorgebracht. In der Rachmittagsvollsihung Haven die Sachverständigen der reparalionsberechtigten Länder den Standpunkt vertreten, daß die Zahlen, die in dem von ihnen überreichten Memorandum enthalten sind, für die deutsche Wirtschaft tragbar seien. Die hierüber einsehende Aussprache bewegte sich auf der Grundlage, wie sich diese Ansicht begründen lasse. Dr. Schacht hat auf eine Reihe von Bedenken hingewiesen und auseinandergeseht, warum fei- nier Ansicht nach die in dem Memorandum enthaltenen Zahlen für die deutsche Wirtschaft nicht in Frage kämen. Die Verhandlung von heute nachmittag konkretisierte sich schließlich dahin, daß die deutschen Delegierten gebeten wurden und sich hierzu auch bereit erklärten, für eine Vollsitzung, die für Mittwoch nachmittag um 15 Uhr anberaumt worden ist, ein Memorandum c i n 3 u - reichen, das sich mit der gesamten Wirtschaftslage Deutschlands und den damit verbundenen Voraussetzungen befassen wird. In diesem Memorandum werden auch Zahlen enthalten sein. Es wurde jedoch deutscherseits ausdrücklich betont, dah es sich nicht etwa um einen deutschen Vorschlag handele. Die Zahlen, die in dem Memorandum der Alliierten enthalten sind, sind im verlause der heutigen Besprechung als „entsprechend den Erfordernissen ihrer Regierungen" bezeichnet worden. Wollte man den Verlauf der heutigen Beratungen charakterisieren, so könnte man sagen:*Die Reparationskonferen; ist an den Ausgangspunkt ihrer Diskussion zurückgekehrt, da sie heute im wesentlichen die gleichen Probleme behandelte, die in der ersten Woche ihrer Tagung erörtert wurden. Oie Krisis. In Berlin hat man wenig Hoffnung. Berlin, 17. April. (TU.) In den Berichten der Berliner Blätter über die Lage der Pariser Sach- verständigenverhandlungen, die durch das für Mittwoch in Aussicht gestellte Memorandum Dr. Schachts über die deutsche Leistungsfähigkeit in ein neues Stadium getreten find, kommt zum Ausdruck, daß die Krisis der Konferenz noch keineswegs behoben ist. — In der „Germania" wird festgestellt, daß die Möglichkeit eines baldigen Auseinandergehens der Konferenz ohne Erreichung des gesetzten Zieles, nämlich einer endgültigen und definitiven Erledigung der Reparationsfrage, an Wahrscheinlichkeit zugenommen habe. — Die „DAZ" sagt, jede unter Sachverständigen mögliche Diskussion scheitere an den politischen Fesseln, die von den Politikern der Alliierten ihren Sachverständigen auf- erlegt würden. Es werde sid) nach Vorlage des Schächtschcn Gegenmemorandums entscheiden, ob neue Verhandlungen möglich seien oder ob dieses Memorandum den Auftakt zu einem negativen Schlußbericht bilde. — Das „Berliner Tageblatt" spricht von einem Höhepunkt der Krise, und schreibt, die Tatsache, daß man Dr. Schacht zur Vorlegung eines Memorandums aufgefordert habe, sehe bedenklich danach aus, als stehe das Ende der Konferenz, und zwar im Sinne der Erfolglosigkeit, bevor. Der „B ö r s e n - K u r i e r" sagt, die Mittwochberatung werde durch die Vorlage des Memorandums von Schacht ein Markstein der Pariser Konferenz nach der einen oder der anderen Seite sein. Kein Verzicht Amerikas. Owen Uoungs Anregung wird von Washington abgelchnt. Paris, 16. April. (Telun.) Eine Pariser Rachrichtenagentur bringt eine Washingtoner Meldung, der zufolge das Staatsdepartement die Vorschläge Owen Voungs für eine etwaige Verringerung der amerikanischen Ansprüche auf Rückerstattung der amerikanischen Besatzungskosten im Rheinlande beantwortet. Die Antwort der Vereinigten Staaten, die das Ergebnis der Konferenz zwischen Hoover, Stirnson, Mellon und Mills ist. sei verneinend. Stirnson lieh nach der Konferenz durchblicken, Amerika könne die Pariser Vorschläge nicht günstig aufnehmen, da die Vereinigten Staaten bisher im Verhältnis weniger von den Summen erhalten hätten, die Deutschland für die Besatzungskosten schulde, als die Alliierten. Andererseits seien die Vereinigten Staaten in einer wenig beneidenswerten Sage, da sie gegenüber Deutschland nicht die gleiche Stellung hätten, die die Alliierten durch den Dawesplan inne haben. Wenn sich die Alliierten mit den Vereinigten Staaten über einen Verzicht auf die Befahungsausgaben verständigten,, toüäe ^ie Washingtoner Regierung dabei vielem ehr verlieren, als die Alliierten, da die Vereinigten Staaten 217 Millionen Dollar opfern müßten, während Großbritannien und Frankreich zusammen nur auf etwa 68 Millionen verzichten würden. Em Vorstoß Litwinows in der Genfer Aßmstnngskommissmn. Genf, 16. April. (WB.) In der zweiten Sitzung des Vorbereitungsausschusses für die Abrüstungskonferenz erhob Graf Bernstorff Einspruch gegen die provisorische Tagesordnung und verlangte eine kategorische und definitive Antwort auf die Frage, ob der Ausschuß den in seiner letzten Tagung gefaßten Beschluß auf Abhaltung der zweiten Lesung in der jetzigen Tagung u m - st 0 ß e n wolle. Ein Fallenlassen dieser Beschlüsse würde einen Prestigeoerlust mit sich bringen, an > dem auch dadurch nichts geändert werden könne, daß der Ausschuß sein Bedauern über die Unmäg- lichkeit der zweiten Lesung im jetzigen Zeitpunkt j ausspräche. Die vorn Präsidenten Loudon vorgeschlagene provisorische Tagesordnung bedeute de einfache Wiederaufnahme und Fortseh ung der ersten Lesung. Präsident Loudon erwiderte, daß zweifellos ein Mißverständnis vorliege, da tatsächlich die erste Lesung abgeschlossen und das vorgeschlagene Arbeitsprogramm tatsächlich auch eine zweite Lesung, wie vorgesehen, darstelle, da ja die wichtigsten Punkte auf die Tagesordnung gestellt worden seien, die bisher ungelöst blieben. Es handle sich also nicht um Fortsetzung der ersten Lesung, sondern um den Beginn der 2. Lesung. Der sowjetrussische Hauptdelegierte, stellvertretender Volkskommissar für Ae^ßeres, Litwinow unterzog hierauf die vorgeschlagenen Arbeitsmethoden einer eingehenden Kritik und verteidigte das zweite sowjetrussische Abrüstungsprojekt, mit dessen Hilfe man aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten herauskommen könnte. Das sowjetrussische Abrüstungsprojekt enthalte ganz klare Grundsätze, die schon jetzt das Ausmaß der Abrüstung ergäben, während der aus der ersten Lesung stammende Abrüstungsentwurf des Vorbereitungsausschusses nur die Möglichkeit zur Erörterung technischer Fragen biete, aber keine Aussicht auf die Lösung der Grundfrage der Abrüstung eröffne, nämlid) der Feststellung des 2(brüftungsgrabes. Seit einer Reihe ton Tagungen sei der aus der ersten Lesung stammende Abrüstungsentwurf in seinem Embryonalzusta d geblieben. Der schlimmste Fehler der bishencm Arbeitsmethoden bestehe darin, daß man bei der Aufstellung eines allgemein gültigen und vernünftigen Abrüstungskoeffizienten für alle Länder für jedes einzelne Land von Fall zu Fall und unter Berücksichtigung seiner besonderen Bedürfnisse die Abrüstungszahlen festsetzen wolle. Der sowjetrussische Vorschlag zur proportionalen Herabsetzung aller Streitkräfte biete dagcc n die Möglichkeit zur Ueberwindung der bisherigen Schwierigkeiten in allen noch umstrittenen Fragen. Ferner kritisierte Litwinow die Formel „Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen", womit keineswegs gesagt sei, daß die Festsetzung der Rüstungen zu ihrer tatsächlichenHerabsetzung führen würde, sondern sogar die Möglichkeit ihrer Vermehrung bedeuten könne. Unter diesen Umständen verstehe er sehr wohl die Gegnerschaft gegen das sowjetrussische Projekt, das die sofortige Diskussion über die Festsetzung eines allgemeinen Abrüstungskoeffizienten und damit die tatsächliche Vorbereitung einer detröetlichen Abrüstung in naher Zukunft vorsehe. N ch dem Ergebnis des Abwartens des Endes der diplomatischen Verhandlungen besonders interessierter Staaten könne die russische Delegation das einzge Hindernis für den Fortgang der Arbeiten nur darin sehen, daß der g u te 5Ö i 11 e der Regierungen zur Verwirklichung der 21 b« r ü ft u n g fehle, und solange dieser Wille fehle, seien die Arbeiten des Vorbereitungsausschusses zur Unfruchtbarkeit verurteilt. Litwinow nahm schließlich scharf Stellung gegen die Argumente, mit denen, wie er sagte, in 'heuchlerischer Weise die sogenannten nationalen Interessen zur Verh-nderung der Abrüstung in den Vordergrund gestellt werden, und verlangte eine entschlossene Aenderung der bisherigen Arbeiten des Ausschusses. gefährlich fei, wenn Snowden, der erwarte, in der Zukunft ein hohes Regierungsamt zu bekleiden, derartiges über Abmachungen sage, die zwischen Eng- lang und auswärtigen Ländern abgeschlossen worden seien, was Zahlungen gefährden könne, die jetzt erfolgen und auf die England dieses Jahr rechnet. Snowden wies den Gedanken zurück, daß alles, was von der jetzigen britischen Regierung unternommen wird, jede andere Partei verpflichte. Der konservative Abg. Sir Robert Home, der ebenso wie Snowden früher Schatzkanzler war, befaßte sich u. a. mit den herabgesetzten Ausgaben sür Rüstungszwecke. Er sagte, England habe als einziges Land in der Welt in den letzten Jahren feine Heeresausgaben vermindert. Amerika und Frankreich geben heute 20 Millionen mehr für ihre Heere aus als England. Auch für Flottenzwecke gebe England weit weniger aus, als vor dem Kriege, während Amerika, Italien und Japan mehr ausgäben. Zu Ende des Krieges habe England die mädjtigfte Luftmacht der Welt gehabt. Heute stehe es sicher erst an fünfter Stelle. Großbritannien habe mehr Risiko für die Abrüstung übernommen, als jedes andere Land. Em Bausparkassengesetz. Berlin, 16. April. (WB.) Das Reichsarbeitsministerium beschäftigt sich zur Zeit mit der gesetzlichen Regelung des Bausparkassenwesens. Ein Referentenentwurf, der vor dem Abschluß steht, sieht vor, daß die Bausparkassen und ihre Geschäftstätigkeit der Aufsicht einer Behörde unterstellt werden. Für die Bausparkassen und die Rechtsverhältnisse der Dau- sparer werden Vorschriften vorgeschlagen, wie sie für die Hypothekenbanken und die privatenVersicherungsunterneh- m e n gelten. Sobald die Arbeiten an dem Entwurf abgeschlossen sind, soll er der Oefsentlichkeit mitgeteilt werden. Weltpolitischer Utopismus. Von unserer Berliner Redaktion. Der englische Dichter H. G. Wells, der das Weltfriedensproblem in den Mittelpunkt eines Vortrages stellte, den er im Plenarsaal des Reichstages auf Einladung des Komitees für internat.onale Aussprache hielt, hat aller realen Gegebenheiten zum Trotz dennoch den Mut, an einem Idealismus festzuhalten, der, ausgehend von der platonischen Staatsidee, den Weltbundesstaat „U t o p i a" zum Ziele hat. Nun ist es zwar nicht ganz zeitgerecht, gerade im Augenblick entscheidendster Verhandlungen die praktischen Gegebenheiten und deren Bedürfnisse einfach zu negieren, um einem Weltidealismus zu huldigen, der nach menschlichem Ermessen heute und nach lange lange Zeit keine Verwirklichung finden kann. Es soll deshalb auch hier nicht der Versuch unternommen werden, diese dichterische Prophetie, denn um eine solche handelt es sich, als Generalperspektioe der praktischen Politik hinzustellen. Gerade Deutschland hat ja leider und meistens in den wichtigsten Augenblicken daran gekrankt, daß sein Idealismus den Blick für die praktischen Notwendigkeiten trübte. Etwas anderes bildet aber den Anlaß, diese dichterische Intuition einer Betrachtung zu unterziehen. Was nämlich an ihr praktischer Gegenwartswert ist, das ist der Wille, aus dem Dilemma der übersteigerten Rationalstaaten zu einer unter einer Idee stehenden einheitlichen Zusammenfassung zu kommen. Die diesbezüglichen Erwägungen im Gebiete der Wirtschaft, die ihren beredten Ausdruck in der 2dee der europäischen Z o l l u n i on gefunden haben, stehen ganz in der Linie dieser Gedanken. Unö gerade weil die Differenziertheit, die manchmal fast zur Lächerlichkeit wird, im praktischen politischen Leben immer mehr ad absurdum führt, zwingt die Gegenwart mit Notwendigkeit dazu, eine organischere Sy- stembildung in der politischen Welt zu entwickeln. Damit braucht man keineswegs zu einem leeren und phrasenhaften Illusionismus zu kommen, denn schon die Idee des Völkerbundes wäre, wenn sie wirklich in ehrlicher Weise realisiert worden wäre, ein vorzügliches Instrument, um der zurzeit wenigstens noch gar nicht faßbaren Entwicklung der Welt eine bestimmte logische und organische Perspektive zu bieten. Ressentiment, das auf schlechter Erfahrung beruht, Vorurteile und Skepsis lassen aber die Begeisterung für diese Idee mit Recht nicht weiter aufkommen, ja es gibt sogar genugsam Gründe, die das Lächeln über all diese Unternehmungen rechtfertigen, Unb wenn Dernard Shaw, der dichterische Ironiker Englands aus seiner Aversion gegen den Völkerbund kein Hehl macht, so ist dies nur symptomatisch dafür, wie sehr die Skepsis in diese Dinge fortentwickelt ist. Wells sagt deshalb ganz richtig, daß nur ein Kulturkampf größten Stiles zur Verwirklichung seiner Idee führen könnte. Dieser Kulturkampf ist aber schon notwendig, wenn der Völkerbund wirklich zu einem Bund der Völker werden will. And so kann man schon in dieser praktisch so belasteten Zeit mit der Forderung fommen, daß etwas Idealismus am Platze ist, wenn eine gesunde Fortentwicklung der Welt erreicht werden soll. Die Theoretiker, die die Praxis skeptischer ansehen, als die Praktiker selbst, sollten dabei aber viel stärker auf der Praxis aufbauen, als es bisher geschieht. Die Verranntheit der Zeit, die beinahe ohne jede Perspektive ist, bedarf ideeller Belebung, aber nur in einem Maße, das ihr zuträglich ist. Giaai und Wirtschaft. Die Aufgabe des Reichswirtschaftsrats in der wirtschaftspolitischen Gesetzgebung. Berlin, 16. April. (Priv.-Tel.) Das Reichskabinett, das sich heute vor allem mit dem zahlenmäßigen Umfang des Reichswirtschaftsrats beschäftigte, ist, nachdem das Gesetz über den endgültigen Reichswirtschaftsrat dem Reichstag vorliegt, zunächst nicht mehr in der Lage, wesentliche Aenderungen an den Funktionen dieses Gutachterorganes zu erreichen. Trotzdem wollen gerade in letzter Zeit und jetzt erneut im Zusammenhang mit der Vollversammlung des deutschen Industrie- und Handelstages gewichtige Kreise der Wirtschaft den Reichswirtschaftsrat entscheidend um gestalten. Besonderes Interesse verdient ein kürzlich veröffentlichter Vorschlag des Syndikus der Berliner Industrie- und Handelskammer auf eine neuartige Verbindung zwischen Reichswirtschaftsrat und Parlament. Danach sollen wirtschaftspolitische Gesetze i n e r ft e r und zweiter Lesung vom Reichswirtschaftsrat beraten und erledigt werden, während die entscheidende dritte Lesung nach wie vor dem Reichstag ü b e r l a s s e n bliebe. Der Grundgedanke ist, Detailfragen der Wirtschaftspolitik, die ohne entscheidende politische Bedeutung sind, auf diese Weise dem ohnedies überlasteten Reichstag abzunehmen, und sie dem Organ der Wirtschaft dem Reichswirtschaftsrat, zu überlassen. So einfach der Vorschlag auf den ersten Blick wirkt der eine ausgewogene Grundlage für die Erledigung wirtschaftspolitischer Fragen finden will so erscheint es doch zweifelhaft, ob nicht starke parlamentarische Kreise darin eine gewisse Entrechtung des Reichstages sehen werden. Aber m der Diskussion um das Verhältnis zwischen Staat uno Wirtschaft, die erst in ihrem Beginn wird dieser Vorschlag zweifellos noch eine Rolle spielen. Eine Kundgebung derEhnstlich-NaiionalenBauernpartei. Berlin, 17. April. (Priv.-Tel.) Auf der Tagung des Vorstandes und der Abgeordneten der Christlich-Rationalen Bauern- und Landvolkspartei in Eisenach wurde einstimmig eine Kundgebung beschlossen, die jede weitere T r i b u t l e i st u n g a b l e h n t. Die christlich, nationalen Dauern bekämpfen das heutige parlamentarische System, das das Landvolk zu Staatsbürgern letzter Ordnung herunterdrücke. Deshalb stehen |te in bewußter Opposition zu der derzeitigen Reichsregierung. Sie sehen in dem Gemeinschaftsprogramm der landwirtschaftlichen Führer das Mindeste von dem, was die Landwirtschaft zu fordern hat, jedoch vermissen sie in dem Programm eine klare Stellungnahme gu den Sozialgesehen, deren Lasten und Auswirkungen für die Landwirtschaft untrag- b a r seien. Die christlich-nationalen Bauern begrüßen das Gemeinschaftsprogramm, sie betonen 'edoch, daß damit das sehnliche Verlangen nach Der preußische Landtag lehnt die Gewerbesteuer^ Die Besteuerung der freien Berufe. - Schwierigkeiten der Weimarer Koalition. Berlin, 17. April. (Priv.-Tel.) Die preußische Regierung steht wieder einmal vor einem Scherbenhaufen. Der Landtag hat am Dienstag über die Gewerbe- und Berufs st euer, die vom Staatsrat mit einem Einspruch zu- rückgekommen war, abgestimmt und nur eine Mehrheit von 232 gegen 167 Stimmen auf die Beine gebracht. Rach der Verfassung muhte aber die Vorlage, um Gültigkeit zu haben, mit einer Zweidrittelmehrheit angenommen werden. Diese Zahl ist nicht erreicht, also gilt das Gesetz als a b g e l e h n t. Was praktisch bedeutet, daß Preußen nun auch eine gültige Gewerbesteuer nicht hat. Die ganze Steuergesetzgebung ist also ins Stocken geraten. Drei Steuern mußten von der Gesetzgebungs- Maschine vor dem 1. April verabschiedet werden. Bei der Hauszinssteuer und der Grundvermögenssteuer gab die Weimarer Koalition den hoffnungslosen Kampf auf. Sie versuchte gar nicht erst, eine Mehrheit gegen die Obstruktion der Opposition im Landtag zu bekommen, sondern verschob die Entscheidung in den Ständigen Ausschuß, der eigentlich nur in Fällen staatlichen Rotstandes derartige Maßregeln treffen darf. Mit dem Ergebnis, daß dieses Vorgehen vor dem Staatsgerichtshof angefochten wird und einstweilen beide Steuern in der Luft hängen. Bei der Gewerbesteuer hoffte die Regierung, trotz des Einspruchs des Staatsrates, sich im Landtag durchsetzen zu können, weil bei der ersten Abstimmung eine Zweidrittelmehrheit erreicht war. Sie hat sich darin getäuscht und zerbricht sich im Augenblick den Kopf darüber, wie sie über die Schwierigkeiten Hinwegkommen will. Der kritische Punkt in der Gewerbesteuer war die Heranziehung der freien Berufe, also der Aerzte, der Rechtsanwälte usw., die bei einem Einkommen von über 6000 Mark Gewerbesteuer zahlen sollten, obwohl der Charakter ihres Berufes sich für eine solche Steuer nicht eignet. Die Anregung dazu aber ging von der Wirtschaftspartei aus, die durch die Erweiterung die ganze Gewerbesteuer ad absurdum führen will und darin auch bei den Sozialdemokraten sowie bei einzelnen Teilen der bürgerlichen Mittelparteien Unterstützung fand. So ergab sich die merkwürdige Paarung, dah Wirtschaftspartei, Sozialdemokraten und Deutsche Dolkspartei geschlossen für das Gesetz stimmten, geschlossen dagegen die Deutschnationalen, Kommunisten und Völkische Freiheitspartei, während alle anderen Partien auseinanderfielen. Aber die Minderheit genügte, um die Zweidrittelmehrheit zu verhindern, die preußische Regierung hat das Spiel verloren, sie hat durch ihre Taktik nicht nur in den eigenen Haushalt, sondern auch in den Haushalt der Gemeinden, der ja zum großen Teil auf der Gewerbesteuer aufgebaut ist, eine schwere Unruhe hineingetragen. Die Regierungsparteien denken sich den Fall sehr einfach, daß sie jetzt in Form eines Initiativantrags die Gewerbesteuer ohne die Besteuerung der freien Berufe wieder einbringen und mit Hilfe der Opposition auch durchsetzen. Sie übersehen aber dabei, daß nach Artikel 62 der Verfassung Gesetzesvorlagen, die der Landtag a b g e l e h n t hat, in demselben Sihungsabschnitt nicht wieder eingebracht werden können. Diese Bestimmung läßt sich nicht einfach aus- rabieren, jedenfalls nur dann, wenn niemand von dem Recht des Einspruchs Gebrauch macht. Darauf läßt sich aber in diesem Falle kaum rechnen, mindestens wird dann auch die Gültigkeit der Gewerbesteuer vor dem Staatsgerichtsho angefochten. Das ganze Steuersystem Preußens hängt also in der Luft, und das alles nur, weil, wie wir immer gezeigt haben, die Weimarer Koalition zu schwach ist, um allein zu regieren, aber zu stolz, als daß sie das eingestehen möchte. Die preußischen Gtaaistheaier Die Städte Berlin, Wiesbaden und Kassel sollen zuschietzen. Berlin, 16. April. (V. D. Z.) Ein Antrag des Zentrumsabgeordneten Dr. Schwerins im Preußischen Landtag sieht vor, daß vom 1. April 1930 an d i e StädteDerlin, Wie sbaden und Kassel 30 Prozent des Defizits der staatlichen Theater tragen. Ein weiterer Artikel schlägt einen Theaternus- s ch u ß vor, in dem zwei Vertreter der staatlichen Unterrichtsverwaltung, ein Vertreter der Finanz- Verwaltung und je zwei Vertreter der Stadt gemeinden Berlin, Wiesbaden und Kassel sitzen. Vorsitzender des Ausschusses ist der Kultusminister oder fein Stellvertreter. Die Kompetenzen des Theaterausschusses sollen sich unter anderem auf die Aufstellung des Haushaltsplanes der Stadttheater, den Spielplan und die Besetzung der Stelle des Intendanten beziehen. In allen diesen Fragen soll den Stadtgemeinden das Recht der Mitwirkung zustehen, in gewissen Fallen auch das des Einspruches. Die durch die Beiträge der Stadtgemeinden für den Staat erzielten Ersparnisse sollen alljährlich der preußischen Landesbühne zugute kommen. — Von der sozialdemokratischen Fraktion wird ein ähnlicher Antrag eingebracht werden. einer wahren Dauernfront noch nicht erfüllt ist. Sie sehen eine Rettung der Landwirtschaft und damit des deutschen Volkes nur durch die Sammlung des gesamten Landvolkes selbständig und unabhängig von den politischen Parteien auf christlich-nationaler Grundlage. Die Zukunft der deutschen Luftfahrt. Der Vorschlag der Luftfahrtindustrie. Berlin, 16. April. Wie wir erfahren, soll bereits morgen der vom Reichsverband der deutschen Luftfahrtindustrie in Anbetracht der Kürzungen am Luftfahrt e tat ausgearbeitete Vorschlag zur Ausgleichung dieser Streichungen der Mittel veröffentlicht werden. Dieser Vorschlag wird sich nach unseren Informationen im wesentlichen mit der Verbesserung der Absatzmöglich- leiten im Auslande befassen. Er sieht in dieser Hinsicht eine Reihe von Möglichkeiten vor, o u. a. einen Ausbau der Propaganda. Veranstaltung von zu subventionierenden Wettbewerben u. dgl., die nach der Ansicht der Luftfahrtindustrie geeignet sein sollen, den Absatz zu fördern. Weiter ist in dem Vorschlag der Gedanke enthalten, A u s - uhrprämien einzuführen, die allerdings, da man noch nicht klar sehen kann, wie sie im einzelnen gedacht find, sehr leicht zu einem Dumping ühren können. Ein weiterer Punkt des Vor- chlages befaßt sich mit der Aenderung der bestehenden Luftverkehrsorganisationen nach der Richtung hin, daß man durch einen verstärkten Ausbau des Frachtverkehrs den Konsum im Inlande fördern könnte, was allerdings in gewisser Hinsicht die Monopolstellung der Luft- Hansa berühren würde. Da in diesen Tagen auch ein Vorschlag von fetten der Deutschen Luft-Hansa zu erwarten ist, werden die zuständigen Stellen, )ie bereits Ende der Woche die Luftfahrtfragen im Zusammenhang mit den Etatsstreichungen behandeln wollen, ja eingehend über die Ansichten der interessierten Kreise orientiert sein. Es ist aus jeden Fall zu begrüßen, daß diese Kreise von sich aus zu Vorschlägen gelangt sind, wenn man allerdings auch bedauern muß, daß sie sich noch nicht zu einem einheitlichen Vorschlag zusammengefunden haben. Immerhin besteht die Möglichkeit, diese Vorschläge mit den Plänen der zuständigen Stellen auf einen Nenner zu bringen, so daß die Gefahr einer Krise in der deutschen Luftfahrt wohl als beseitigt angesehen werden kann. Regiei-ungskrLsis in Thüringen. Weimar, 16. April. (WB.) Die Verhandlungen der thüringischen Regierungsarteien über den Staatshaushalt und die geplante Rotuinlage haben nicht zur Einigung geführt. Die Wirtschaftspartei schlug vor, den Etat durch Streichungen an den Ausgaben zu verbessern, lehnte aber die vor- aeschlagene Mehrbelastung der Wirtschaft und des Mittelstandes durch Erhöhung der Realsteuern einschließlich der Mietzinssteuer als zu hoch und unerträglich ab. Der Finanzminister erklärte darauf, daß er zurücktreten müsse, wenn die Erhöhung der Mietzinssteuer nicht zu- aestanden werde. Im Anschluß daran erklärte die Gesamtregierung ihren Rücktritt. Das Landtagspräsidium beschloß, die Wirtschastspar- ret zu beauftragen, einen Unterhändler für die ^eublldung einer Regierung zu stellen: außerdem soll der Aeltestenrat am 19. April zu- r^m^ntrct^n' u.m nach der Antwort der Wirt- schaftspartei die Tagesordnung der nächsten Landtagssihung dahin zu ändern, daß entweder die Reubildung der Regierung oder die Auflösung des Landtages beraten wird. I Aus dem Gesetzgebungs-Ausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 16. April. Der Zweite (Ge- fehgebungs-)AuSschuh. des Hessischen Landtages behandelte zunächst einen Antrag der Abgeordneten Dr. Werner (fraktionslos), Dr. Böhm (Du.) und Dr. Best (DRP.) auf Beseitigung der Auswüchse der Immunität der Abgeordneten. Rach eingehender Aussprache kam der Ausschuß dahin überein, in Zukunft Anträge auf Aufhebung der Immunität von Abgeordneten in schärferem Maßstab zu prüfen. Ein halbes Dutzend Eingaben wurde gemäß der Reaierungsantwort als erledigt erklärt. Bei der Gelegenheit einigte sich der Ausschuß dahin, künftig ein abgeändertes Verfahren zur Erledigung der immer mehr anwachsenden Eingaben anzuwenden. Angenommen wurde ein demokratischer Antrag auf Ergänzung des Reichsgesetzes über ansteckende Krankheiten, der praktisch wünscht, daß eine Reihe von Bestimmungen über Anzeigepflicht usw., die bisher durch die Kreisämter erlassen worden sind, in Zukunft auf gesetzlicher Basis erlassen werden. — Am Dienstag kommender Woche wird der Ausschuß einen Anirag Dr. Werner (fraktionslos) wegen Rechtsschutzes des Strafgefangenen Fritz Michel aus Hahn behandeln, der den Ausschuß und das Plenum des Landtages bereits wiederholt beschäftigt hat. Hoovers Agrar- und Zollprogramm. Eine Botschaft des Präsidenten an den Kongreß. Washington, 16. April. (WB.) In einer in beiden Häusern des Kongresses verlesenen Botschaft erklärt Präsident Hoover, er habe die Sondertagung des Kongresses einberufen, um sein Wahlversprechen in der Frage der Unter- stühung für die Farmer und der begrenzten Zollrevision einzulösen. Zur Behebung der Rotlage der Landbevölkerung empfiehlt Hoover die Schaffung eines „Federal Farm Board", dem die Aufgabe obliegen soll, die Lage der einzelnen Landwirlschaftszweige zu studieren und dem ferner ausreichende Geldmittel zur Verfügung stehen, um den Farmern bei der Gründung und dem Ausbau von Verkaufsgenossenschaften, lei der Schaffung von Speichern und bei der Deleihung gelagerter landwirtschaftlicherErzeugnisse Unterstützung zu gewähren. Ferner befürwortet Hoover eine gewisse Zollerhöhung auf inländische Farmerzeugnisse, sofern ihre Produktionskosten hier teurer als im Auslande sind. 3m übrigen solle der Zolltarif nut bezüglich der Industrien geändert werden, die in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen sind und in denen dadurch Arbeitslosigkeit eingetreten ist. Die variablen Bestimmungen des allgemeinen Teiles des^ Zolltarifgesehes hätten sich bewährt, dagegen müsse eine neue Methode für die Wertberechnung gefunden werden, da die Versuche, die ausländischen Preise bei ausländischen Fabrikanten sestzustellen, nicht sehr erfolgreich gewesen seien — Die Volkszählung 1930, die Reueinteilung der Bezirke für die Wahlen zum Revräsen- tantenhaus und der A u f s ck u b (Suspension) der Ursprungsklausel des Einwande- rungsgesehes empfehle er, als im öffentlichen Interesse liegend, in dieser Sondertagung zu erledigen. Aus aller Welt. Schutzbundfahrt nach Oesterreich. Die diesjährige zehnte Pfingsttagung des Deut» scheu Schutzbundes in Salzburg wird von einet mehrtägigen Studienfahrt durch deutschösterreichisches Land eingeleitet. Diese beginnt am Sonnabend, den 11. Mai, in Friedrichshafen mit einer Besichtigung der Zeppelinwerft. Am folgenden Tage: Fahrt mit der Arlbergbahn nach Innsbruck und von dort mit der neuen Rord- kettenbahn auf das Hafelekor, 13. Mai: Fahrt nach Salzburg. Hier wird die eigentliche Tagung mit der Begrüßung durch die österreichischen Behörden und Verbände, DorstandS- sihung und Mitgliederversammlung feierlich eröffnet. Den Festvortrag „Von der Schuharbeit zur volksdeutschen Arbeit" hält Dr. Friedrich König aus Gießen. Aus dem umfangreichen Arbeitsprogramm der Tagung, das sich in Fach- sihungen eines grenzdeutschen, eines siedlungspolitischen und eines kulturpolitischen Ausschusses gliedert, seien noch folgende Redner und Vorträge genannt: Professor Dr. Karl Haushofer, München: „Die Bedeutung der südlichen Grenzzone für die volksdeutsche Arbeit": Dr. Johannes Schmidt-Wodder, Abgeordneter im dänischen Reichstag: „Rordschleswig. Schleswig-Holstein und das skandinavische Pro- Voehm: „Ost- und Westdeutsche Grenzaufgaben": Geheimrat Dr. HanS P o n f i ck : „Der heutige Stand der Siedlungspolitik im Deich": Hauptmann a. D. M aier- Kaibitsch, Klagenfurt: „Siedlungen in Kärnten": Professor Dr. Schönbauer. Wien: „Das Siedlungsproblem im Burgenland". Ferner werden die katholischen und evangelischen Aufgaben in der deutschen Dolkstumsarbeit und die Fragen der Rechtserneuerung in Oftmitteleuropa eingehend behandelt. Die Tagung endet am 15. Mai mit einem Schlußvortrag des Vorsitzenden Dr. von Loesch über die zukünftige Arbeit des Schutzbundes. Festliche Veranstaltungen umrahmen die Fachsihungen. Die deutschen Maberfeeausroanberer. Ueber die deutsche überseeische Auswanderung über deutsche und fremde Häfen für das Kalenderjahr 1928 liegen jetzt die vorläufigen amtlichen Ergebnisse vor, noch denen 5 7 293 Personen ihre Heimat verlassen haben. Gegenüber den Vorjahren bedeutet diese Ziffer einen Rückgang. Im Jahr der höchsten Auswanderung 1926 verließen 65 280 Personen Deutschland mit überseeischem Reiseziel, so daß also die Auswanderung bis Ende Dezember 1928 um 8000 Auswanderer zurückgegangen ist. In dem Rückgang scheint sich neben einer gewissen Besserung der, wirtschaftlichen Lage vor allem die inzwischen in verschiedenen Zielländern verschärften Einwanderungsbestimmungen auszuwirken. Frankreich wehrt sich gegen die Pocken. London, 16. April. (WTB.) Die französische Regierung hat sich durch Pockenfälle in England, die durch einen aus Indien kommenden Dampfer eingeschleppt wurden, veranlaßt gesehen, besondere Maßnahmen gegen die Weiterverschleppung der Krankheit nach Frankreich zu treffen. Von morgen ab müssen alle aus England eintreffenden Schifts- passagiere den französischen Gefundheitsbehörden ihren Damen und ihre Adresse Mitteilen und ein Zeugnis beibringen, daß sie innerhalb der vorangegangenen zwei Monate erfolgreichgeimpft bzw. wieder geimpft worden sind. Bei Nichterfüllung dieser Bedingung wird dem Betreffenden die Landung in Frankreich verweigert. Diese Bestimmungen gelten sowohl für die Mannschaften der Schiffe, als auch für alle Reifenden, gleichviel, ob sie sich zur Durchreise oder zum Aufenthalt nach Frankreich begeben. Oie Wetterlage. Rast- •.Sbtrdeen- ,5 3cmr <0 Hör. \O os*>. O wolkenlos 0 neuer. ®naib Bedeckt. ® wolkig, • oedeckL • Regent * Schnee aGraupeln. »Nebel "KGewit'^r,^windstille.seh# leichte» Ost -nissige» Südsüdwest h stürmische» nordwest Öle bleue fliegen mit dem windt. Die Beiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mH gleichem au> Heeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das skandinavische Hoch hat sich südwärts aus- gebreitet, und der Kern mit Barometerständen von 775 Millimeter liegt über dem nordöstlichen Deutschland. In ganz Deutschland herrscht infolgedessen heiteres und trockenes Frühjahrswetter. Der Herr, chende Witterungscharakter besteht zunächst fort. Nachts gehen immer noch die Temperaturen in Gerierpunktnähe zurück, neigen aber tagsüber infolge der ungehinderten Sonnenstrahlung kräftig an. Wettervoraussage für Donnerstag: Heiteres und trockenes Wetter, nachts kühl, tagsüber ortschreitende Erwärmung. Lufttemperaturen am 16. April: mittags 11,2 Grad Celsius, abends 5,4 Grad: am 17. April: morgens 2,4 Grad. Maximum 11,9 Grad, Minimum —1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. April: abends 10,4 Grad: am 17. April: morgens 3,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4% Stunden. ict dich cfenfalle in indheilSbehörbm -0 5. 3 °?| .7 2 en drucken. VOMAG uJt” Unerreicht 2282\ ibi-umi,. - l iÄiiwiinifj Meilen und ein nerfralb der TSonate er- der geimpft , Wer Dedin- mgen auszuwir« •ie Potfen. 8 t/S w u h; cwJr (£ Die erfahrene THuttec gibt ihrem 6.inde KjjfsRe LL.frifch r höchsten AuS« >280 Personen WM so daß : Dezember 1928 gangen ist. 3n i einer gewissen -age vor allem Ziellöndern der« für das Aa- «rläusigen amb tt2SLPer. affen habe«, in Konstruktion, Material und Leistung Unter schwierigsten Verhältnissen tausendfach bewährt! OroßeVorteile durch das einzig dastehendeVomagfinanzierungssystem VOGTLÄNDISCHE MASCHINENFABRIK A.-G., PLAUEN i.VOGTL General-Vertretung: GEORG KARL REIT, GIESSEN, Marburger Str. 34, Fernsprecher Nr. 298 Ms der provinziawauptstadt. Gießen, den 17. April 1929. Zum Gedächtnis Eduard Ottos. Don Or. Or. Karl Esselborn. fische $ro9; w Bereits im Herbst 1890 war Otto wieder bei dem Lidwig-Georgs-Gyrnnasiurn in Darmstadt verwendet am 9. Juni 1891 wurde er daselbst angestellt. . - Zum 100. Geburtstage Kaiser Wilhelms!. (22. Marz Die französische W97) verfaßte er als Text zu Lichtbildern in ge- ; ';;;t ;lt du nb en er Sprache „Bilder aus dem Leben des aus Indien -^en deutschen Kaisers", die 1898 im Druck er- naefchledvt dienen. Das Schulprogramm von Ostern 1897 «reMahnahrnen tmchte von ihm die Abhandlung „Zur Beurteilung lebbuna du ^nd Würdigung der Staatslehre Spinozas . Im ien. Ton morgen Nebenamt gab er den deutschen Unterricht m der essenden Schisst« »ixrsten Klasse des Mädcheninstituts Kirschbaum. 'It.u.eSLlL pi( Ei-folge, die er hier erzielte, veranlaßten die obere Schulbehörde, ihn für die Stelle des Direk- lors der höheren Mädchenschule in Offenbach a.M. ourzuschlogen. Er erhielt sie und trat am 1. Oktober 1897 dieses Amt an, das er nahezu zwölf Jahre dekleibete. Die Offenbacher Zeit bezeichnete er selbst o(3 die glücklichste Zeit seiner Mannesjahre. Er war lauer471 >gc- •Ä «L-i tl«'* * Erreich, W r Kharbrit „^edrich & r?* S 2ilSschch Brieftasten der Redaktion Ilnler-Seibertenrod. Bisher wurden die hessischen Zeichenlehrer im Zeichenlehrer-Seminar an der Kunstgewerbeschule in Mainz ausgebildet, das aber vor einiger Zeit geschlossen wurde. Die Ausbildung der Zeichenlehrer kann jetzt nur noch an den dafür bestimmten Kunstakademien in Berlin, Kassel, Mün- chen oder Karlsruhe stattfinden. Verlangt wird Ma- turum und eine vierjährige akademische Studienzeit. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 18. April. 6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Zwei Erzählungen von Peter Rosegger, vorgetragen von Rektor Ed. Pabst. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Klassische Operetten. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.45 bis 19.05: Don Kassel: Stunde der Landwirtschastskannner Kassel: „Die Verwendung von Abfallstoffen in der Landwirtschaft", Vortrag von Dr. Schaumburg. 19.05 bis 19.25: „Schallnachahmung und Funksprache", Vortrag von Alfred Auerbach. 19.25 bis 19.45: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 60 Silben aufwärts). 20.15 bis 21.15: Rach Stuttgart: Konzert des Zika-Quartetts. 21.15: Rach Stuttgart: Abend der Gegensätze. Berliner Börse. Berlin, 17. April (WTB. Funkspruch.) Der heutige Vormittagsverkehr zeigt bis jetzt ein sehr ruhiges Bild. Orders liegen kaum vor, und die Spekulation scheint bis zur Börse abzuwarten. Für Spezialwerte, die gestern bereits gefragt waren, scheint auch heute Interesse zu bestehen. So für Polyphon und Lemberg. Die Kurse sind kaum verändert. Schuckert 242,50, Siemens 392, Farben 248,50, Vemberg 360. Sturm gegen Stadtrat May. WSR. Frankfurt a. M., 16. April. Die Reuschaffung der Direktor st eile einer städtischen A.-G., der M i e t h e i m A. - G., hat in den Kreisen der Stadtverordneten und auch der Oeffentlichkeit große Veunruhigung hervorgeru- sen. Früher war diese Gesellschaft in Personalunion mit der A.°G. für Kleinwohnungsbau und wurde von Direktor (Maar bei einem Jahresgehalt von 18 000 Mk. (für beide Unternehmen) geleitet. Für die nun abgetrennte Mietheim QI.-®, hat Stadtrat May, der Vorsitzende des Aussichtsrats, den Vunzlauer Vürgermei- ster Vurmann in Vorschlag gebracht und auch zu dem Anstellungsvertrag die Zustimmung der Aufsichtsratsmitglieder, die von den einzelnen Stadtvcrordnetenparteien delegiert werden, erhalten. Dieser Vertrag sieht ein Jahresgehalt von 24 00 0 Mk. vor, und bereits nach sechsjähriger Tätigkeit soll eine Pension von 9000 M k. eintreten können, die im Todesfall auf die Witwe und die Kinder übergeht. Hierzu hatte nun, der Hauptausschuß Stellung genommen, und auch die heutige Stadtverordnetenversammlung lieh keinen Zweifel darüber, daß sie das Vorgehen des Stadtrats May auf das schärf st e mißbillige, wenn auch der Vertrag heute juristisch nicht mehr unwirksam gemacht werden kann. Von den Rationalsozialisten wurde in konsequenter Weiterführung dieses Gedankens das Ausscheiden von May aus der Miet heim A.-G. verlangt. Recht merkwürdig war, daß auch der Vertreter der Kommuni st en dem Vertrage zu« gestimmt hat und diesen heute nur schwach verteidigte. Stadtrat May war während dieser ganzen Debatte nicht anwesend (er ist dienstlich in Berlin) und sein Stellvertreter, Stadtrat Asch, war klug genug, in der für beide Seiten unangenehmen Affäre das Wort überhaupt nicht zu ergreifen und sich vielsagend auszuschweigen. Der Antrag des Hauptausschusses, den Anstellungsvertrag zu mißbilligen und in Zukunft derartige Stellen auszuschreiben, wurde einstimmig angenommen. zeige verwiesen. — Die Ostlandfahrt der deutschen Kaufmannsjugend soll in einem vom Bund der Kaufmannsjugend im DHD. am morgigen Donnerstag veranstalteten Eltern- und Freundesabend für Jungkaufleute mit einem Vortrage vom Gaujugendführer Kubanke behandelt werden. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. DerDienst der Reichsbetriebe am 1. Mai. Das Reichskabinett hat beschlossen, den Dienst der Reichsbehörden und Reichsbetriebe am 1. Mai wie in den Vorjahren in der Weise zu regeln, daß in den Ländern, in denen der l.Mai als gesetzlicher Feiertag landesrechtlich anerkannt ist (d. h. in den Ländern Sachsen, Hamburg, Braunschweig, Lübeck und Schaumburg-Lippe), auch in den Reichsbehörden und -betrieben auf die Landesgesetzgebung Rücksicht zu nehmen ist. In den Ländern, in denen der 1. Mai nicht als gesetzlicher Feiertag gilt, haben Beamte, Angestellte und Arbeiter zwecks Teilnahme an einer Feier am 1. Mai rechtzeitig bei ihrem Dienst- vorgesetzten um Befreiung vom Dienste nachzusuchen. Solchen Anträgen ist grundsätzlich überall soweit zu entsprechen, als dadurch die notwendige Fortführung des Dienstbetriebes nicht in Frage gestellt wird. Bei der Entscheidung über derartige Gesuche soll nicht engherzig verfahren werden. Freizeit ist auf den Erholungsurlaub anzurechnen, anderenfalls wird für die Dauer der Arbeitsversäumnis Lohn nicht gewährt. Don der Anrechnung auf den Erholungsurlaub oder der Lohnkürzung kann abgesehen werden, wenn die Rachholung der versäumten Arbeitsstunden anderweit sichergestellt ist. *♦ Straßensperre. Wegen Ausführung von Wasserleitungsarbeiten wird die Provinzral- straßen-Ortsdurchfahrt Beuern vom 19. Olpril ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Bersrod — Winnerod — ReinhardS- hain — Beltershain. •• D i e Umgestaltung der We st anlag e, die schon im vorigen Jahre durch geführt werden sollte, dann aber wegen Mangel an Mitteln zurückgestellt wurde, ist nunmehr in Gang gekommen. Die Bäume im Mittelstück der Straße, dessen größter Teil als Fahrbahn her- getichtet werden soll, sind in den letzten Tagen gefällt worden. Die weiteren Arbeiten werden im Laufe des Sommers vorgenommen. Der gegenwärtige Fahrdamm soll bekanntlich als gärtnerische Anlage hergerichtet werden. Zusammen st oh zwischen Auto und Motorrad. Heute morgen kurz vor 8 Uhr erfolgte an der Ecke Marburger Straße Dstanlage ein Zusammenstoß zwischen dem Kraftwagen des Lederhändlers Walz von hier und dem aus seinem Motorrad fahrenden Maurermeister Hardt aus der Schottstrahe. Der Motorradler kam von der Rordanlage her und prallte an der sehr unübersichtlichen Ecke mit dem Auto zusammen, das von der Marburger Straße her in die Walltorstraße einfahren wollte. Bei dem Zusammenstoß erlitt der Motorradler Verletzun- gen am Kopfe, an der Hüfte und an einem Fuß; nach Anlegung eines Rotverbandes wurde er von Mitgliedern der Arbeiter-Samariter- Kolonne der Chirurgischen Klinik zugeführt. Das Motorrad wurde schwer beschädigt. Der Lenker des Qlutos blieb unverletzt, der Kraftwagen unbeschädigt. — Ein zweiter Zusammenstoß zwischen einem Motorrad und einem Auto ereignete sich heute früh gegen 7 Uhr an der Ecke Licher Straße und Kaiserallee. Zuverlässige Mitteilungen über diesen Vorfall konnten wir bis zum Redaktionsschluß nicht erhalten, jedoch soll der Unfall außer der Beschädigung des Motorrades ohne wesentliche Folgen geblieben sein. **ZurSicherungderNauheimerKur- taxe und Badegelder. Wie das Kreisamt Gießen im neuesten Amtsverkündigungsblatt bs- kanntgibt, hat die Kurverwaltung Bad-Nauheim die Wahrnehmung gemacht, daß in den benachbarten Städten und Orten Fremde Wohnung nehmen, von da aus die Kurmittel in Bad-Nauheim gebrauchen, 1 die Konzerte und das Kurhaus besuchen und die ' Zahlung der Kurtaxe auf diese Weise zu umgehen bestrebt sind. Es ist angeordnet worden, daß die — Humorist enaa st spielimLichtspiel- haus, Bahnhofstraße. Im- heutigen Anzeigenteil kündigt das Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ein Gastspiel des Humoristen Ludwig K l e r m o n t an, der in Presseberichten als „zweiter Otto Reuter" bezeichnet wird, lieber sein bisheriges Auftreten liegt uns eine Anzahl günstiger Presseäußerungen vor. Man darf hiernach wohl annehmen, daß auch das hiesige Gastspiel Klermonts den Besuchern angenehme Stunden bereiten wird. Im übrigen sei auf die An- Abgab« von Slfoent in den vadehäusern zu Bad. Nauheim an die Ortsansässigen von Bad-NauheiM und der benachbarten Städte und Orte zukünftia nur noch dann erfolgen soll, wenn von diesen Personen Ausweiskarten dem Aufsichtspersonal in den Bad- Nauheimer Badehäusern vorgezeigt werden. Diese Ausweiskarten werden von den Stadt- bzw. Orts- verwaltungen ausgestellt, und Zwar nur für solche Personen, die mindestens drei Monate in dem bett. Orte wohnen und auch Steuern bezahll haben. ** Der Verkehrsbund Oberhessen wird am kommenden Montag im Sitzungssaals des Gießener Stadthauses seine diesiährige Jahres-Hauptversammlung abhalten. Reben der Erstattung oes Geschäftsberichtes für 1928, der Rechnungsablage und der Genehmigung des Haushaltsvoranschlages für 1929 steht noch eine Aussprache über Verkehrswerbemaßnahmen im Interesse der Provinz Oberhessen (Referate Über Fremdenverkehrsstatistik und über allgemeine Werbung mit anschl. Erörterung) auf der Tagesordnung. Mner der namhaftesten hessischen Schulmänner, lerstudiendirektor i. R. Geh. Schulrat Dr. Eduard t to, ist in der Frühe des 14.Aprils 1929 einem chlaganfall erlegen, der ihn drei Tage zuvor be= offen und ihm das Bewußtsein genommen hatte, .eine beiden Eltern stammten aus dem Bogels- Seine letzte Arbeit war „Bilder und Geschichten aus Alt-Heidelberg und der Kurpfalz" betitelt; sie erschien in dem kurpfälzischen Jahrbuch (1927) und stand im Zusammenhang mit zwei früheren Aufsätzen, den „Beiträgen zur Geschichte des Heidelberger Hofes zur Zeit des Kurfürsten Friedrichs IV." (Historische Vierteljahrsschrift 1901, Seite 34 bis 56), und „Dr. Markus zum Lamm und sein Thesaurus Picturarum" (Zeitschrift für Bücherfreunde, 1900, Seite 404 dis 418). (Eine Arbeit des Verewigten über die Landsmannschaft Konstanzia zu Gießen wird in einer der nächsten Nummern unserer „Heimat im Bild" erscheinen. D. Red.) Deutsche Kulturgeschichte und Literaturgeschichte waren die Felder seiner Forschertätigkeit, und hier verstand er es, wie überhaupt in der Geschichte im weitesten Sinne, seinen Unterricht wahrhaft fesselnd zu gestalten. Als Geschichtsforscher kamen ihm vor allem eine lebhafte Phantasie, eine glänzende Darstellungsgabe und eine nie versagende Beherrschung der Sprache zugute. Seine Geschichtsauffassung stand unter den tiefen Eindrücken der großen Jahre 1870 und 1871. Dieser Anschauung ist er auch sein Leben lang treu geblieben. In dem „tiefen Zug der Seele, die nach ihrem Gotte ringt", erblickte er des Menschen köstlichstes Erbe, in der Wahrung dieses Höhentriebs seine vornehmste Aufgabe und den Endzweck seines Lebens. Neben seiner Witwe und seinen Kindern stehen viele Schüler und Schülerinnen trauernd an der Bahre eines unvergeßlichen Lehrers und eines guten, liebenswürdigen Menschen. Eine Zeniraluhrenanlage in Gießen. Schon seit langer Zeit wurde von weiten Kreisen der Bürgerschast darüber Klage geführt, daß unsere öffentlichen Uhren recht große Abweichungen in der Zeitangabe aufweisen. Es ist jetzt schon so, daß eigentlich jede Uhr ihre eigene Zeit hat und lediglich die Uhr am Bahnhofsgebäude ein zuverlässiger und maßgeblicher Chronometer ist. Um dem Uebelstanoe abzuhelfen, hat die Stadtverwaltung, wie wir zuverlässig erfahren, einen Vertrag mit der Wiesbadener Firma Wagner abgeschlossen, der die Schaffung einer Zentraluhrenanlage i n Gießen zum Gegenstand hat. Rach dieser Abmachung gewährt die Stadt Gießen der Wiesbadener Firma das Recht, eine solche Uhreneinrichtung hier zu schaffen, die Stadt selbst wird aber dadurch in keiner Weise finanziell belastet. Die Stadtverwaltung stellt der Unternehmerin lediglich einen Raum im Alten Rathaus am Marktplatz zur Unterbringung der Zentraluhr, von der aus die einzelnen Uhren in der Stadt mittels elektrischer Ringleitungen betrieben und reguliert werden, zur (Verfügung. Es sind bereits Schritte unternommen worden, die daraus abzielen, alle öffentlichen Uhren an diese Anlage anzuschliehen, darüber hinaus soll aber auch privaten Unternehmungen (z. B. Industrie- und Gewerbebetrieben) die Möglichkeit geboten toerben, sich durch Anschluß die Vorteile dieser Zentraluhr nutzbar zu machen. Als Gegenleistung wird von den angeschlossenen Stellen eine Gebühr erhoben werden, deren Höhe in dem Vertrage zwischen der Stadt und der Unternehmerin auf mäßigem Satze begrenzt ist. Im übrigen sind in der Abmachung die Interessen unserer Stadt in weitgehender Weise gewahrt. Mit dem Bau dieser begrüßenswerten Anlage wird in aller Kürze begonnen werden. Daten für Donnerstag, 18. April. Sonnenaufgang 4.59 Uhr, Sonnenuntergang 19.00 Uhr. — Mondaufgang 12.20 Uhr, Monduntergang 3.33 Uhr. 1521: Luther auf dem Reichstage zu Worms; — 1873: der Chemiker Justus von Liebig in München gestorben (geboren 1803); — 1892: der Dichter Friedrich v. Badenstedt in Wiesbaden gestorben (ge- ANZEIGEN für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahme* fällen nicht gewährleistet werden I VERLAS DES GIESSENER ANZEIGERS : "MW'l "iDmu »iSnF «Mi,t : boren 1819). Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: „Thomas Paine", 20 bis 22,15 Uhr. — Deutsche Bühne für Volkshygiene: „Die weiße Pest", Turnhalle Oswaldsgarten. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die keusche Kokotte". — Astoria-Lichtspiele: „Jahrmarkt des Lebens". — Hallo Theater! Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die künstlerische Oberleitung des bunten Festabends liegt in Händen von Oberspielleiter Hans Tanner t. Die musikalische Leitung hat Franz Arzdorf. Die einzelnen Theateraufsührungen werden durch erstklassige Musikstücke und Schlagerkompositionen verbunden. In der großen Pause konzertiert eine Jazzkapelle im Foyer, wo mit Tänzen, Tombola usw. das Publikum unterhalten wird. Sektausschank, Büfett. Das Festkomitee seht sich zusammen aus: Oberbürgermeister Dr. Keller, Geheimrat Professor Dr. Fromme, Provinzialdirektor Graes, Deigeord. Dr. Ham m, Se. Magnifizenz dem Rektor der Universität Professor Dr. Herzog, Beigeordnetem Kommerzienrat K l i n g s p 0 r , Kommandeur Major L ü t e r s , Landgerichtspräsident Reuenha- gen, Intendant Dr. P rasch, Beigeordnetem Justizrat Dr. Rosenberg, Bürgermeister Dr. Selb. — Gastspiel des Frankfurter Operettentheaters in Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Sonntag, 21. April, findet die vorletzte Vorstellung des Frankfurter Operettentheaters in dieser Spielzeit im Stadttheater statt. Das Gastspiel bringt Friderike" von Lehar. Mit dieser Operette geht gleichzeitig die letzte Sonntagsund Fremdenvorstellung des Frankfurter Ensembles in Szene. ____ >rg. In Rüddingshausen, wo sein Vater, Eduard lt 0, Lehrer war, erblickte er am 4. Juli 1862 das icht der Welt. Seine erste Schulbildung erhielt er seinem Geburtsdorfe und in Großen-Linden, .ol)in sein Vater 1867 versetzt worden war. Don jtern 1875 bis zur Uebersiedlung seiner Eltern md) Darmstadt im Frühjahr 1877 besuchte er das lyunnasium in Gießen und dann das Ludwig- orgs-Gymnasium in Darmstadt. Dort erhielt er n Herbst 1880 das Zeugnis der Reife. Nachdem zunächst bei dem Leibgarde-Jnfanterie-Regiment lr .115 seiner einjährigen Militärpflicht genügt nt!c, bezog er im Herbst 1881 die Universität Gie- m, um Geschichte und neuere Sprachen zu studie- :m. Aus einer Kneipgesellschaft, die er damals be- 1 unden half, ging die heutige Landsmannschaft ;i rmftabtia hervor. Im Herbst 1882 siedelte er auf In Jahr nach Berlin über, kehrte dann nach Gießen nid und bestand hier am 11. Juni 1886 die taatsprüfung. Den meisten Einfluß auf seine Ent- idlung hatten die Geschichtsforscher Wilhelm nielt er eine Verwendung bei der höheren Burse Arbeit 2 cechchule in Butzbach. Dort durch orschte er das fungenTmrS Sinais noch gänzlich ungeordnete städtische Archiv, umrah. |8lL5 dj^n Studien ging eine Abhandlung über ,di« Bevölkerung der Stadt Butzbach (i. d. Wetterau) norrcr vä hrend des Mittelalters" hervor, mit der er im Auswanderung Lahre 1893 in Gießen die philosophische Doktor- ». v.. - virrde erwarb. In demselben Jahre folgte eine ttrielt „Aus dem Volksleben der Stadt Butzbach Archiv für hessische Geschichte, N. F. 1), 1897 er= eine weitere „Zur Geschichte der kleinstädti- idjen Selbstverwaltung und ihre Erfolge im 18. Jahr- iurbert" (Zeitschrift für Sozial- und Wirtschafts- c s lhichte, Band 5, Seite 382 bis 410), und 1922 (leuerte er zu der Festschrift zur Sechsiahrhundert- jtier der Stadt Butzbach das dritte Heft „Butzbach im Mittelalter" bei. Für seine Verdienste um die Erforschung ihrer Geschichte ernannte ihn die Stadt Sugbad) zum Ehrenbürger. \\ 8ä2 V! dort auch vielfach schriftstellerisch tätig. Im Jahre ie Wamchasten 1389 veröffentlichte er eine Schrift über „K.rchen- MftSn W i^cht und Polizei im alten Isenburger Lande Sammlung gemeinverständlicher wisienschaftlicher her zum oeiu ’torträge ^ft 320), im folgenden eine weitere Zur Geschichte und Theorie der allgemeinen Wehr- ; sicht" (ebenda Heft 350), daran schlossen sich die b? wen Bände der Sammlung „Aus Natur und ^sisteswelt", „Das deutsche Handwerk in seiner kul- llMqeschichtlichen Entwicklung" (Band 14, 1900, ■h. Auflage 1920) und „Deutsches Frauenleben un Üßianbel der Jahrhunderte" (ebenda, Band 45, 1903, 3. Auslage 1918). „ r Feier des 50jahr.gen 'Z«stehens der höheren utädchenschule verfaßte er , Festdichtungen", die als Programmbeilage erschiene. Daneben gingen Zeitschriftenaufsätze her wie .Die Hüttenberger Volkstracht" (Zeitschrift des Ver- ki»s für Volkskunde, 1898, Seite 362 bis 379), , Ordnungen des Bürgerdings zu Babenhausen" (fl?it thrift f. Kulturgeschichte, Band 8, S. 28 bis 42), „©orforbnung von Insingen 1620" (ebb., S. 168 bis 185) "«ur Geschichte des deutschen Fürstenlebens im iffi und 17. Jahrhundert" (ebenda, S. 336 bis 353), „Sin fränkisches Dorf zu Anfang des 17.Jahrhun- J berts" (Zeitschrift fürSozial- undWirtschaftsgeschichte, B-md 7, 1899, Seite 331 bis 355). 16. Mai 1909 wurde er zum Direktor der D iktoriaschule und des Lehrerseminars nach Darm- jtaibt berufen. Die Vorbereitung für die im Herbst 1Q11 eröffnete Eleonorenschule fiel in den Anfang je iner neuen Wirksamkeit. Bis Ostern 1925, wo ihn ! Gesundheitsrücksichten zum Rücktritt nötigten, stand er an der Spitze der Diktoriaschule. Seine ichrift- st-llerische Tätigkeit stellte er während dieser Zeit imft ausschließlich in den Dienst seines Amtes. Dahm gehören die seinen Schülerinnen gewidmeten jremvollendeten Gedichte „Deutsche Weihestunden unb das neun Bände umfassenbe deutsche Lesebuch Jur höhere Mäbchenschulen, das 1912 erschien. 2lm z:tz. März 1925 verabschiedete er sich von seinen Schülerinnen, die damals gesprochenen Worte ließ Willi Zörb Anmeldung durch Reisebüro Loeb, Gießen, Selters- Palatiae (x x) weg 93, Telephon 4197 3490A Der C.C. der Starkenburgia HfopaHe Beilweise I. A.: Elchhoff (XXX) 3469D Gießen und Baden-Baden, den 16. April 1929. Goethestrahe 63 III. 02316 GavienAes Statt Karten! 3473D 2303 D L.Riibsamen,Tel.l6Sy Sillige Zischtage 02311 Justus Seuling II., Landwirt am Tage seines 59. Geburtstages. 8/24Loreley(sahrbereit) 3489D ttliiliie Freiin Löw von und zi SleuM Stellengesuche] | Kaufgesuche | 3466D Vereine "| des G. A. 02306 Junges Ehepaar I Zuverläistge [e4**V | Vermietungen | (Verschiedenes 1. Frühjahrs-Modenschau | Mietgesuche | gesucht. 02334 |Stellenangehote| m. Küchenbenutzung. 3284A 20 25 30 50 25 30 40 zum Besuch von Prioatkundschaft (Lebensmittelbranchei gesucht. Gezahlt werden teste Taaesspesen und Provision. Schristl. Angebote nnt. 02295 an den Gieü. Anzeig, erbeten. 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Freiin Löw von und zu Steinfurth August Freiherr Löw von und zu Steinfurth Kammerdirektor Robert Freiherr Löw von und zu Steinfurth Vorsitzender d. 1. u. f. Berufsgenossenschaft Konrad Löhlein Ministerialrat Ludwig Habich Professor a. d. Akademie d. b. Künste Emmy Freifrau Löw von und zu Steinfurth geb. Lorentz und 11 Enkel. Die Beerdigung findet in aller Stille in Nieder-Florstadt statt. Unter gütiger Mitwirkung von: Fräulein Anni Hannewald Neues Theater, Frankfurt a. M. Fräulein Cilii Bauer Wiener Vortragskünstlerin Herrn Müller-Daum Tenor, Staa+stheater Wiesbaden veranstalte ich Donnerstag, den 18. April, nachmittags um 3 Uhr, meine Junges kinderloses Lehrerehevaar sucht 2 srdl. möblierte Zimmer Gebrauchte 02322 Erkerscheibe 268>19v, zu verkaufen. Kirchttrake 13. Gut ausgespielte Vi Geige u. 2 gerr. dunkle Herrenmäntel zu verkaufen. 02314 Stevbanttr. 43 L Friseurlehrling sofort gesucht. 023211 H. Wiilwobl, Sonnenstrabe 7. I Alten-Buseck, Oppenrod, Daubringen, den 16. April 1929. 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Sie ist in Antiqua gedruckt, aber in deutscher Sprache, allerdings in einem schauderhaften Stil, geschrieben. Die Romanbeilage ist eine Liebersetzung aus dem Französischen, die Theaterkritiken behandeln Pariser Stücke. Run in die Stadt hinein. In den Hauptstraßen ist überall mit umflorter Trikolore geflaggt. Ach ia, Fach ist ja gestorben, der 1918 als „Befreier" hoch zu Roß in Straßburg einzog. In den Rebenstraßen die Privatleute und die kleinen Geschäftsleute haben aber kaum eine Fahne herausgehängt. Warum nicht, warum zeigen nur die großen Geschäfte ihren Patriotismus? Run, es sind teils Filialen Pariser Firmen, teilweise Ipelulieren sie sicher auch auf das französische Käuferpublikum. Der Verkehr in den S.rahen, die Auslagen in den Läden, sind fast kleinstädtisch. Es macht alles so den Eindruck, als ob Straßburg durch den Anschluß an Frankreich wirtschaftlich viel verloren hätte und wieder zur Grenz-Provinzstadt wie vor 1870 zurückgesunken wäre, eine Entwicklung, die auch in der zurückgehenden Einwohnerzahl sich deutlich ausprägt. Wenn man zufällig etwas von den Gesprächen der Passanten aufschnappt, so sind es meistens alemannische Worte. Rur ganz vereinzelt hört man Französisch und dann meistens von Leuten unverkennbar romanischen Typs. Plötzlich stehe ich vor dem Münster. Den größten Eindruck soll man ja haben, wenn es bei blauem Himmel wie ein Gebet aus rötlichem Sandstein emporragt in die Höhe. Heute wirkt es mehr durch die Schönheit der Einzelform. „Ckklesia" und „Synagoge", diese frühen Wunder mittelalterlicher deutscher Plastik, tragen ihre schlanken Körper so stolz und keusch, aber auch so lieblich und verheißungsvoll, wie schon vor Jahrhunderten. Im Münster ist es dämmerig und füll. Warm und bunt glühen die altertümlichen Glasbilder in den rötlichgrauen Mauern. Einsam knien ein paar Frauen in den weiten Schiffen. Eine junge Dame in elegantem Trauerkleid verschwindet in einer Seitenkapelle. In der Rähe des Münsters suche ich mir ein Cafö aus, das besonders reich blauweißrot dekoriert worden ist. Als ich deutsch „Guten Tag' sage, bekomme ich die für das Elsaß klassische Antwort „Guten Tag, Monsieur“. Ich ve^ lange einen Kaffee, bekomme ihn aber erst nach Das ist alles andere als Stolz und Freude über den Sieg. Die „Prussiens" haben sich nicht die Herzen der Elsässer gewinnen können, den Franzosen gelingt es ebensowenig. Im Elsaß hat sich einerseits auf Grund der alten deutschen Stammeszugehörigkeit, andrerseits durch den jahrhundertelangen Zusammenhang mit Frankreich eine eigenartige Mischkultur entwickelt. Wir dürfen uns daher keinen Illusionen hingeben. Es ist kein rein deutsches Land mehr, war es schon nicht mehr nach Siebzig, aber — es ist auch kein französisches, will es nicht sein. Ob sich die Franzosen darüber klar sind? Wohl kaum, wohl ebensowenig, wie wir vor 1918 im umgekehrten Sinne. Dann hätte ja auch das Standbild von „Strasbourg“ in Paris seinen Sinn verloren. 4. Allgemeiner a'rZilicher Kongreß für Psychotherapie in Bad-Muheim Der Mops schlaft ein ... Von Christa Hatvany-Winüloe. Wenn der Mops sich zur Ruhe begibt, natürlich im Bett auf seidener Daunendecke, läßt er zuerst mal seinen schweren Bauch fallen und seufzt tief auf. Llngeduldig sucht der Kopf seine Kuhle und wühlt sich hinein. Dann muß er seine Beine erst steif von sich strecken, erschlaffen lassen, irgendwo hinfallen lassen, darf sie vergessen, denn überall ist's ja weich und überall warm. Man schmatzt ein wenig, die lange Zunge hat nicht genügend Raum in der degeneriert kurzen Schnauze — zur Rot läßt man eben ein Stückchen heraushängen. Der feste kleine Ringelschwanz löst sich bequem in die Länge. Das eine Ohr allerdings klemmt sich faltig ans Kissen, aber man ist zu müde, um dies noch! zu ändern, das andere liegt dafür ausgebreitet wie ein welkendes Blatt angeschmiegt am Kopf. Fast verlangt's zuviel Kraft, die Augen zu schließen, halb genügt's ja auch, man blinzelt völlig uninteressiert noch mal auf die Llmwelt — seufzt kurz: „Ach die Llrn- welt lieber nicht.“ Zu. Aus. Tiefschlaf. Ruhe. Darf der Mensch da etwa eine Seite um- blättcrn? Rein. Darf er das eingeschlafene Dein Wegziehen, auf dem der Mops liegt?? Rein. Darf der Mensch niesen oder husten?? Rein, o nein. Aber er darf zusehen. Er darf seinen Atemzug auf gleichen Takt bringen mit dem tief beruhigenden: Ein... aus... ein... aus... Schnaufen eines Mopses. Dann wird auch er langsam seine Glieder vergessen, die Augen halb schließen und einen tiesen Seufzer herauswehen und herausstoßen mit den überflüssigen wachen Gedanken. Roch ein kleiner Rucker und auch bei ihm ist Ruhe: aus. Ruhe auf und unter der Daunendecke. Ruhe im Raum, Ruhe im Haus. Fliege fliegt. Mops zittert mit dem Ohr. Mücke summt. Mensch rümpft die Rase. Eine Tür fliegt zu: Krach. Beide zucken zusammen. Mops bohrt den Kopf tiefer ins Weiche, Mensch drückt die Rase schief ins Kissen. Mops schnarcht. Mensch öffnet den Mund und röchelt zufrieden. Mops bellt im Traum, ohne Schnauze zu öffnen, leise aus dem Bauch, schmerzhaft winselnd. Menschs stöhnt im Schlaf, träumt vom Tiger in der Wüste. Telephoooooo ... n Rrrrrr ... Rrrrrr... Mops bellt, wütend sprüht sein Auge, Maul offen, Zunge raus: Chinesischer Höllenhund. Mensch ist unfrisiert und dumm. der Frage: „Wolle Se en cafe au lait?" Run, so gut wie in Paris ist er nicht, er hat nur den Ramen mit ihm gemeinsam. Zu Mittag esse ich in einem Restaurant, das sich stolz nach der Entscheidungsschlacht des Weltkrieges „La Marne“ nennt. Das Publikum spricht aber alemannisch. Ich rede die Kellnerin deutsch an, bekomme aber prinzipiell nur französische Antwort. Das Essen ist teuer, aber gut, wie in Deutschland. Der Der- kehrsschutzmann, den ich durch das Fenster beobachten kann, hat viel zu tun. Er trägt sein Käppi auf dem Alemannenschädel genau so wie wohl früher die Pickelhaube. Es steht ihm das eine so wenig wie ihm das andere stand. 2lb und zu bekommt er Gelegenheit, den weißen S.ab zu heben, den er wie sein großstädtischer Pariser Kollege in der Hand hält. Es genügt schon, wenn eine Dame mit zwei Kindern die „gefährliche“ Ecke überqueren will, um den Kommandostab in Bewegung zu setzen, der die spärlichen Autos sofort abstoppt. In den Buchhandlungen liegen meist in der einen Hälfte des Schaufensters deutsche, in der anderen französische Bücher. Für Remarque wird viel Propaganda gemacht. Elsäss'.sche Kritiken über ihn kleben ost an den Schaufenstern: „Wir im Elsaß, die wir den Krieg aus nächster Rahe miterlebt haben, wir können am ehesten beurteilen, wie diese Schilderungen nur allzu wahr sind.....Wir Elsässer wollen keinen neuen Krieg mehr. Drum gebt dies Buch allen in die Hand, den Alten, damit sie sich an das Grauenvolle erinnern, und den Iungen, damit sie es kennen lernen.“ Das findet man nicht in einer Buchhandlung, sondern in vielen und in den Hauptstrahen. • Bad-Rauheim, 14. April. Der dritte und letzte Tag der Verhandlungen war hauptsächlich Standes- und Organisationsfragen gewidmet. Insbesondere wurde die Frage der Psychotherapie in der Kassenpraxis eingehenden Erörterungen unterzogen. In Sachen der Gewerbe st euer nahm der Kongreß folgende Entschließung an: „Der 4. Allgemeine ärztliche Kongreß für Psychotherapie wendet sich in letzter Stunde an die Volksvertretung des größten deutschen Landes und bittet dringend, daß der preußische Landtag seinen Beschluß über die Einbeziehung der freien Berufe in die Gewerbesteuer widerrufen möge. Der Kongreß ist um so eher zu dieser Bitte berufen, weil die ausschließlich oder hauptsächlich seelische Behandlung ausübenden Aerzte ein typisches Beispiel dafür sind, daß der ärztliche Beruf kein Gewerbe ist. Auch wenn der Arzt seine Tätigkeit mit Betriebsmitteln ausübt, tut er es in der Hauptsache auf Grund seiner ärztlichen Wissenschaft und mit Einsatz seiner gesamten Persönlichkeit.“ Als nächster Tagungsort wurde Baden- Baden bestimmt. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Prof. Kretschmer (Marburg), Geschäftsführer Dr. Zimbal (A.tona), stellvertretender Vorsitzender Geheimrat Prof. Dr. Sommer (Gießen), Beisitzer Prof. Goldstein (Frankfurt a. M.), Prof. Schultz (Berlin), Prof. Schilder (Wien), Prof. Weizäcker (Heidelberg). Im Verlaufe des Kongresses wurde iDteuet- holt ehrend des Geheimrats. Prof. Dr. Sommer (Gießen) gedacht. Lebhaft bedauert wurde sein Rücktritt von den Geschäften der Gesellschaft für Psychotherapie, die ihren verdienten seitherigen Vorsitzenden zum Ehrenvorsitzenden ernannte. Ein öffentlicher Werbevorirag von Geheimrat Prof. Dr. Sommer beschloß den Kongreß. Der geschätzte Gießener Gelehrte behandelte vor einem großen Hvrer- kreise, darunter auch zahlreichen Richtärzten, sehr anschaulich das Thema „Psychotherapie und Psychohygiene" und erntete bannt lebhaften Beifall. Der Vortragende gab einen Lieberblick über die historische Entwicklung der Psychiatrie, der beschreibenden und experimentellen Psychologie, der verschiedenen psy^o- therapeutischen Richtungen und der Bewegung für Psychische Hygiene. Der Redner führte u. a. aus, wie die Psychotherapie und psychische Hygiene letzten Endes erwachsen seien aus der experimentellen Psychologie, die eine viel ältere Forschung sei, als man gewöhnlich annehme. Der Beginn der psychohygienischen Bewegung sei bis zum Iahre 1903 auf Strasbourg. Bilder aus dem französischen Elsaß. Von Hermann O. Daubel. Im 100-Kilomcter-Tcmvo jagt der „Rapide“ (Schnellzug) Paris—Straßburg zur Rccht'eck über die Schlachtfelder Ostfrankreichs. Friedlich und still, wie eine deutsche Mittelgebirgslandschaft wellt sich das Hügelland sanft im zarten Schimmer des Frühlingsmondes, der in leichten Federwölkchen wie hinter einem dünnen Watteschleier sich versteckt. Ab und zu leuchtet ein spätes Licht aus einem Bauernhof. Lind doch, wieviel Blut und Grauen ist mit dielen paar Stationsnamen verbunden, wo jetzt nichts zu hören ist als wenige Rufe der Eisenbahner und das Zischen des ausströmenden Dampses aus der Lokomotive und den Heizröhren der Waggons, alles aber bald verschluckt durch die tiefe Stille der Rächt — wo nickts »u sehen ist als ein paar spärlich beleuchtete Signale der Bahnhofsgebäude. Zehn Iahre sind es kaum her, daß hier die Holle war. Zehn Iahre gehört nun auch das Elsaß zu Frankreich Seit zehn Iahren ist das Den mal Straßburgs auf 6er „Place de la Concorde“ in Paris nicht mehr ein Zeichen der ..Revanche • J^rn .bed Sieges und des Ruhmes. Ist es das wirklich? Gegen Morgen auf den rauhen Hochflächen Lothringens tauchen die ersten Schiweflecken wieder auf, die ersten noch erstarrten Gewässer. In den tiefen Schluchten am Rande der Vogesen liegt sogar noch eine zusammenhängende Schneedecke. Richt nur die Landschast, auch die Menschen, die einsteigen, werden anders. Der neue Schaffner spricht deutsch. Steckte man ihn in eine andere Uniform, so könnte er gerade so gut ein deutscher Beamter sein. In Zabern („Kaverne“ heißt es jetzt) füllt sich der Wagen mit Leuten, die nach Straßburg wollen. Sie sprechen deutsch, kein Hochdeutsch, aber einen alemannischen Dialekt, der leicht zu verstehen ist. Als ich sie darauf auf deutsch nach der Ankunftszeit des Zuges in Straßburg frage, bekomme ich eine französische Antwort. Llnfreundlich und kalt empfängt mich Straßburg. Ein J'.tner Regen tröpfelt melancholisch und langsam vom grauen Himmel. Aus dem großen Plc he vor dem Bahnhof ist kaum ein Mensch. In weiter Entfernung umstehen ihn die Häuserblocks wie eine tote Mauer. Beim Fri- (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I) Moskau, April 1929. In Moskau herrscht Hochbetrieb. Der Besuch der englischen Wirtschaftsdele- gation, der in monatelangem Pressetrommel- feucr unter Anwendung aller Schlagworte kommunistischer Wirtschaftsideologie „borbereitet“ worden war, geht seinem Ende entgegen; ist praktisch eigentlich schon seit jenem Tage abgeschlossen, an dem den Engländern klar wurde, daß die Sowjetrussen es heute noch genau so gut wie ehedem verstehen, Politik und Handel miteinander zu verquicken. Am Mittwoch ist die Abreise eines Teils der Engländer erfolgt, Ende der Woche soll auch der Rest der britischen „Trustlords“, wie man sie in Moskau vielfach nennt, folgen. — Roch hat man die Frage eigentlich nicht eindeutig beantworten können, ob der Engländerbesuch nun ein Erfolg oder ein Mißerfolg war, als die O st p r e u ß e n in Moskau eintrafen. Lind wenn auch in den Degrühungs- artileln der Blätter jetzt ein ganz anderer Unterton mitschwingt als in den kühlen Worten, die beim Eintreffen der Engländer gesprochen wurden, so werden doch den Deutschen jetzt dieselben Fabriken gezeigt, wie einige Tage zuvor den Engländern, werden ihnen dieselben Zahlen genannt und dieselben „glänzenden Aussichten des Russengeschäftes“ möglichst finnfällig vor Augen geführt. Es ist immer das gleiche in Moskau, ob es Engländer, Deutsche oder — Amerikaner find, denen kurze Zeit nach Abreise der Deutschen noch einmal dasselbe Schauspiel vorgeführt werden soll. Denn: Pfund oder Dollar? — So wird vielleicht sehr bald die Preisfrage lauten, die die Zukunft des Rußland- gefchäfts für alle Welt entscheiden wird. Wer macht das Geschäft? Man kann die zunehmende Bereitschaft Amerikas, mit Rußland zu einem Ausgleich zu gelangen, zu einem Ausgleich vor der Hand Handels- und wirtschaftspolitischer Ratur, als bestehende Tatsache hinnehmen; man muh den Riesenabschluß des General Electric Trust, der der AEG. das Geschäft weggeschnappt hat, die wachsenden Lieferungen Fords, die Begründung von mehreren Filialen des amerikanischen Automobilkönigs in Rußland und schließlich die den Amerikanern nachgesagte Absicht, auf privatwirtschaftlicher Grundlage zu einer Liquidierung der Schuldenfrage zu kommen, als positive Erfolge des Dollars in Rechnung stellen. Zwar wird in Moskau der Frage der Anerkennung der Sowjetregierung durch Amerika und der Aufnahme geregelter diplomatischer Beziehungen nach wie vor entscheidende Bedeutung beigelegt; die Russen geben sich aber ebenso keinem Zweifel darüber hin, daß diese Prinzipienfrage trotz der Einstellung des Senators Borah und seiner Anhänger in absehbarer Zukunft kaum eine Regelung in ihrem Sinne erfahren wird. Und man macht der Weltmacht jenseits des Ozeans die Konzession, diese Frage vorläufig nicht als conditio sine qua non anzusehen. Ganz anders dagegen bei den Engländern. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion infolge der berüchtigten Arcos-An- gelegenheit, eine der umstrittensten außenpolitischen Taten Chamberlains, ist vom Kreml mit einer Herabsetzung des Anteils des russisch- englischen Handels von 23,5 auf 5,8 Millionen Pfund beantwortet worden. Freilich, ganz hat auch die Sowjetunion auf den englischen Markt nicht verzichten können, da sie mit ihrer Holzausfuhr gleichermaßen auf England angewiesen ist, wie sie die englischen Halbfabrikate nicht vollkommen entbehren kann. Ueberdies ist das Fehlen geregelter Beziehungen zu der nächst Amerika größten Finanzmacht der Welt ein moständigungüber denrussischen Ma r kl hinausläuft, kann man freilich gewisse Aussichten ebenfalls nicht absprechen. UnddieMark? Man hat als Angehöriger der nach dem Machtwillen der Versailler Staaten aus dem Weltmarkt in allem benachteiligten und kontrollierten Ration einen bitteren Beigeschmack, wenn man hort, daß die ehemals achtunggebietende Mark trotz aller Beteuerungen der unverbrüchlichen Freundschast im besten Falle an zweiter ober dritter Stelle genannt wird. HÜe oeutschen Handelsbeziehungen sind ja „vertraglich" geregelt. Das bedeutet nach der Interpretation, die dem Vertrag von 1925 in den Verhandlungen vor Weihnachten in Moskau gegeben wurde, daß die deutsche Einfuhr die Höhe der Vorkriegszeit erreichen soll. Darüber hinaus soll zwar alles der deutschen Initiative Vorbehalten bleiben, — aber, so sagt man in Moskau, die Deutschen haben ja kein Geld. Deutschland fei zwar der einzige wirklich ehrliche Freund Rußlands und die deutschen Kredite hätten glänzende Früchte getragen, aber. --Dieses Aber, halb ausgesprochen, aus dem Gefühl der Schonung Deutschlands heraus nur ungern zugegeben, tritt einem überall entgegen. So steht der Besuch der Ostpreußendelegation trotz des herzlicheren Begrühungstones für die wirtschaftlichen Kreise der Sowjets auf einem anderen Blatt, als die riesenhafte Aussichten eröffnenden „Studienreisen" der Engländer und Amerikaner. Gleichwohl werden die deutschen Herren ehrlich bewillkommnet; mit ihnen sollen Fragen mehr technischer und lokaler Ratur, Fragen der Durchfuhr durch Ostpreußen und des Ausbaues Königsbergs als des ersten russischen Handelsplatzes auf westeuropäischem Boden, besprochen werden. Tragen die Verhandlungen die erwarteten Früchte, dann werden sie trotzdem einen Erfolg bedeuten, einen Erfolg, wenn auch nicht auf dem Wege zur Eroberung der führenden Stellung, so doch zur Einschaltung in die kommende Erschließung des russischen Marktes, wo Deutschland nach der Entscheidung der Frage: Pfund oder Dollar? ober ber Frage: Pfund und Dollar? feine reichen Erfahrungen und feine bereits bestehende Handelsorganisation in Dienst stellen kann. seine eigenen Bedürfnisse vollauf bestreiten könne, und schließlich das verlockende Versprechen, im Verlaus der nächsten fünf Iahre nicht weniger als für drei Milliarden Mark Aufträge im Ausland unterzubringen, — dies alles hat wieder bewiesen, daß Rußland nicht um jeden Preis zu einer Verständigung mit England bereit ist. Und schließlich der Erfolg der ganzen Aktion? Wenn die letzten Trustlords aus England abgereift fein werden, bann — so hofft man in Moskau — wirb bort die große Auseinandersetzung um die Ruhlandpolitik Englands einsehen, die jetzt, vor den Wahlen, für die konservative Partei eine kritische Wendung nehmen kann. Und darauf gründen sich die Hoffnungen der Sowjets. Durch alles Gesehene und Gehörte, durch die riesenhaften Zahlen sollen die Gehirne der geschäftstüchtigen Engländer derart umnebelt werden, daß die Konservativen sich nolens volcns einer Verständigung geneigter zeigen oder von einer „aufgeklärteren" Wählerschaft hinweggefegt werden. Ob diese Rechnung sich als richtig erweist, werden die Wahlen zu zeigen haben. In der Tat ist aber in der Moskauer Reise der Engländer unzweifelhaft schon ein gewisser moralischer Erfolg zu erblicken. Das Eis ist geborsten; ob es endgültig zum Schmelzen kommt, wird der englische Frühling zeigen. . Letzten Endes ist man damit aber erst einen winzigen Schritt der Beantwortung der Frage: Pfund oder Dollar? näher gekommen. Denn noch steht der Besuch der Amerikaner aus, der einen Fingerzeig dafür liefern wird, wer in dem neuen Wettrennen der Mächte um das Ruhlandgeschäft, das allem Anschein nach anhebt, Sieger bleiben wird. In den oben gekennzeichneten Erfolgen ber Amerikaner, in beren fast gänzlicher Unberührtheit von den zersetzenden Folgen der bolschewistischen Propaganda und in ihrer größeren Kreditfreudigkeit ist ein Vorsprung des Dollars deutlich erkennbar. Es wird von der Geschicklichkeit der Amerikaner abhängen, wie sich die Dinge weiter entwickeln. Einer neuen Kombination, die jetzt viel erörtert wirb unb die auf die Fragestellung Pfund und Dollar, also aus eine anglo-amerikanische Ver - WermachidasMßlaMeschUWOMrSollar Don unserem dl.-Berichterstatter. ralisches Manko, das die Sowjetunion auch in den Augen der übrigen Welt herabsehen muh. Dies um so mehr, als die notorischen politischen Streitereien bei fehlender diplomatischer Vertretung stets die Gefahr einer ungeahnten Verschärfung bedeuten und die englischen Pfunde den offiziellen russischen Wirtschaftsorganen noch immer als ein außerordentlich begehrenswerter Artikel erscheinen. Aber gerade dieser Gesichtspunkt, nämlich die Frage des Handelsprofits, ist auch für die Einstellung Englands entscheidend, das trotz der offiziellen Sowjetfeindschaft sehr wohl den Unterschied zwischen politischer Freundschaft und kühlem Geschäftsinteresse zu machen versteht. Die Londoner City soll, wie man in Moskau mit konstanter Bosheit feststellt, dem Außenminister Chamberlain recht wenig Freundlichkeiten gesagt haben, als er den Einflüsterungen ber ultrarechten Kreise in der konservativen Partei nad) der Arcos-Angelegenheit nachgab unb ben Abbruch der Beziehungen verkündete. Seine Feststellung, daß die geschäftlichen Beziehungen „zum Wohle beider Länder" nicht darunter zu leiden brauchten, erwies sich sehr bald als ein bitterer Trost. Man hat in London anscheinend nicht damit gerechnet, daß Moskau — auch seinen Stolz hat, einen Stolz, der maßgebend gewesen ist für die seither verkündete Sabotage gegenüber ber englischen Finanz unb der englischen Wirtschaft. Daß diese Politik von Erfolg gewesen ist, steht heute fest. Die bloße Tatsache der Entstehung ber Delegation von hundert führenden Wirtschaftlern unter offizieller Duldung zur Anknüpfung neuer Handelsbeziehungen zu „dem unermeßlichen russischen Absatzmarkt" ist bereits als ein Beweis dafür zu werten. Die ersten Meldungen über diese Reise der englischen Industriellen sind in Moskau mit den größten Hoffnungen Eingenommen worden. Die offizielle Presse pries den endlichen „Sieg der Vernunft" in London und knüpfte an die Beratungen in Moskau Erwartungen, die zumindest bewiesen, daß die „Aushungerungspolitik“ der Sowjets gegenüber England den Sowjets selbst die andere Seite der Medaille gezeigt hat, nämlich die eigene Aushungerung von Kapital und Krediten. In der Erwartung, daß die Hungerperiode vorbei sein und die reichlich fließenden Pfundströme allen russischen Erwartungen gerecht werden würden, wurde auch die Reise der Engländer schon auf Vorschuß als ein glänzender außenpolitischer Sieg der Sowjetregie- rung gepriesen, so, als ob die Engländer das Dokument der diplomatischen Anerkennung, Wohl verwahrt in ihren Koffern, mitbrächten. In dem Hin und Her der Stimmungen in Moskau wirkte die Zurückhaltung der englischen Regierung und die mehrfache Verschiebung der Reise wie eine kalte Dusche. Was dann folgte, von dem unaufhörlichen Ironisieren der Engländer und den bissigen Angriffen gegen Chamberlain und Churchill, in denen man in Moskau die Llrheber dafür ansieht, daß England plötzlich wieder Angst vor der eigenen Courage bekommen hat und bis zur Abreise des ersten Teiles der englischen Delegation, hat sich folgerichtig entwickelt. Die herausfordernde Rede Pjatakows, wonach die Sowjetunion zwar jederzeit zu einer Verständigung mit England bereit fei, diese aber unter den zwei Voraussetzungen unb nur unter diesen Voraussetzungen erfolgen könne, nämlich, daß England Rußland wieder diplomatisch anerkennt und sich zur Gewährung hinreichender Kredite bereit erklärt: der Hinweis Ry- kows auf der Tagung ber Moskauer Sowjets, die Engländer mögen ruhig anerkennen, daß sie und nur sie unter dem jetzigen Zustand der andauernden Spannung litten; die brüske Feststellung der Herren vom Flugzeugbau, daß Rußland, was im Ausland nur wenig bekannt sei, hiesige Nachdruck verboten. 5. Fortsetzung- die Oberheffen. Landkreis Giefzen sitzende weiter, „3a.“ „Hast du sie „Gewiß. Ich und sah ihnen „Ditte, Herr Staatsanwalti" .,3n welcher Sprache unterhielten sich beiden?" weiter beobachtet?" stand in der geöffneten Tür nach. Herr Riedinger geleitete „Auf Dänisch“, gab der 3unge Auskunft. „Dann stiegen die beiden," fragte der Vor- im ersten Stock aus?" klingelt; ich muhte ins Parterre fahren. Ungefähr eine halbe Stunde später sah ich Herrn Riedinger und Fräulein Ermolieff zusammen die Treppe herunterkommen und in den Speisesaal gehen." „Hast du sie später wiedergeschen?" „Ja. Don diesem Augenblick an waren sie immer zusammen. Zweimal hat Herr Riedinger ein Auto bestellt; sie sind zusammen ausgefahren. Einmal nach Skodsborg, dann noch ein zweites Mal; wohin weih ich nicht." „Fräulein Ermolieff," sagte der Vorsitzende mit seiner dunklen Stimme, in deren Tiefe immer eine versteckte Auge zu klingen schien — „Fräulein Ermolieff: Wäre es nicht an der Zeit, dah auch Sie uns ein paar Worte der Erklärung geben?" Schweigen legte sich über den Saal; hundert Köpfe wandten sich der Angeklagten zu, die bleich, fast anteillos auf ihrer Dank sah; nur ihre glänzenden, dunklen Augen verrieten ihre innere Unruhe. Die Aussage des Chauffeurs. „Sie haben von der ersten Stunde an auf alle Anklagen geschwiegen. Glauben Sie im Ernst, dah Ihnen diese Taktik zum Vorteil gereichen wird?“ Die junge Russin blickte an dem Präsidenten vorbei ins Leere und schüttelte langsam den Kopf. „Es ist möglich, dah manches zu Ihren Gunsten sprechen würde — wenn Sie dieses Schweigen brächen. Was soll also dies merkwürdige Verhalten? Wollen Sie sich etwa interessant machen? Eines Tages werden Sie bitter bereuen, dah Sie nicht zur rechten Zeit begriffen haben, um was es ging. Dämlich um Ihren Kopf, Fräulein Ermolieff! Gefallen Sie sich in d^c Dolle der beleidigten Königin, die es unter ihrer Würde hält, sich zu verteidigen? Das wäre eine Torheit, Fräulein Ermolieff! Sie stehen im Kampf mit der Justiz — und die Justiz ist die Stärkere in diesem Kampfe." Die Angeklagte machte eine Handbcwcgung. „Sagen Sie, was Sie auf dem Herzen haben; jedes Wort von Ihnen wird ein williges und freundliches Gehör finden.“ „Ich kann nur sagen," antwortete die junge Angeklagte, mit einem leicht russischen Akzent in ihrer Stimme, dah es mir aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, eine Erklärung zu geben." Dem Präsidenten schwoll die Zornesader. „Ich verlange von Ihnen eine klare Antwort auf die Frage: Bekennen Sie sich schuldig oder nicht?“ Die Angeklagte erhob sich. Mit leiser Stimme sagte sie: „Ich kann auf diese Frage keine Antwort geben, Herr Präsident." Gemurmel erhob sich; der Präsident zuckte resigniert die Achseln; aus den Augenwinkeln AomM einer Mchi Von paul Rosenhayn. „Wissen Sie vielleicht, wie die beiden bekannt geworden sind?" „Ich selbst weih es nicht. Aber ein Boy unseres Hotels hat es zufällig miterlebt." „Er soll hereinkommen." Der junge Page trat an die Schranke, zugleich schüchtern und stolz über die Wichtigkeit seiner Mission, mit den wissenden Augen des Frühreifen. „Du sollst uns Auskunft geben über Herrn Riedinger und über Fräulein Ermolieff. Du warst doch dabei, als die beiden sich kennenlernten?" Der Junge, durch das unerwartete Du ein bihchen gekränkt, schürzte die Lippen. „3a“, sagte er kurz. „Du muht alles erzählen, was du davon weiht. Deine Aussage ist sehr wichtig." 3m Gefühl seiner wiedererlangten Würde richtete sich der Jüngling auf. „Ich bin Liftboy im Grand Hotel." „So, so! Und eines Tages kam vermutlich Herr Riedinger und stieg in den Fahrstuhl." „Vein. Fräulein Ermolieff kam." „Ohne Herrn Riedinger also?" „Sie stieg ein. Wir wollten eben abfahren — oder vielmehr: wir fuhren schon. Ich legte eben den Schalthebel herüber — da kam Herr Rie- dingcr eilends aus der Halle. Der Fahrstuhl war schon in Dewegung; ich bedeutete Herrn Riedinger durch einen Wink, dah ich gleich zurückkommen würde; da sagte Fräulein Ermolieff: „Sie müssen halten. Der Herr soll nicht warten." So dirigierte ich den Fahrstuhl zurück, öffnete die Tür und lieh Herrn Riedinger eintreten.“ „Run bedankte er sich wohl?" „Er hatte gesehen, dah es Fräulein Ermolieff gewesen war, die sich so höflich benommen hatte. Er zog den Hut und sprach ein paar freundliche Worte zu der Dame." Der Staatsanwalt machte ein Zeichen. Der Direktor sah ein wenig unruhig nach der Tür. „Ich muh gestehen, Herr Vorsitzender, dah ich über diesen Punkt nicht so ganz orientiert bin. Ich war zufällig an jenem Abend, als Fräulein Ermolieff einzog, nicht im Hotel." „Wer kann uns darüber Auskunft geben." „Mein Oberkellner Hansen." „Rufen Sie ihn herein, Gerichtsdiener. Uni) Sie können gehen, Herr Poulsen." Durch die sich öffnende Tür trat Herr Hansen ein: mit den kurzen, schnellen und geräuschlosen Schritten des Kellners. „Können Sie uns Näheres über den Einzug des Fräulein Ermolieff ins Grand Hotel sagen?" „Gewiß." „Sie kannte den später ermordeten Herrn Riedinger nicht?" „Rein»" „Woher wissen Sie das?" „Herr Riedinger stand zufällig in der Halle, als Fräulein Ermolieff ins Hotel kam. Ich stand neben der Rezeption. Fräulein Ermolieff ging an Herrn Riedinger vorüber, dem ich eben Briefe reichte. Die beiden kannten sich nicht; sie sahen aneinander vorüber, wie Leute, die sich fremd sind." „Konnte das nicht vielleicht Verstellung gewesen sein?" Der Stellner sah dem Vorsitzenden ins Gesicht. „Das wäre... Ich glaube es zwar nicht, Herr Präsident..., aber unmöglich wäre es natürlich nicht." „Oder, um eine zweite Version zu erwägen: vielleicht kannte Herr Riedinger das Fräulein Ermoliefs nicht — wohl aber Fräulein Er- moliefs den Herrn Riedinger? Vielleicht war sie in dieses Hotel gezogen, um in seiner Rähe zu sein?" „Es wäre möglich." „Welche Zimmer-Rummer hatte Riedinger?" „Rümmer sieben." „ilnb Fräulein Ermolieff?" „Rümmer vierundzwanzig." „Aeuherte sie irgendwelche Wünsche betreffs ihres Zimmers?" „Sie verlangte ein Zimmer im ersten Stock." „Wir kommen jetzt zu der entscheidenden Wendung", sagte der Vorsitzende. „Aus den Akten geht Hervor, daß Herr Riedinger drei Tage, nachdem Fräulein Ermolieff ins Grand Hotel eingezogen war, ihre Bekanntschaft gemacht hat." „Ja, Herr Präsident." CO Klein-Linden, 16.April. Der Evangelische Frauenverein hielt am Sonntagabend im Saale der Kleinkinderschule seine Schlußfeier ab. Einige Mitglieder der Jugendvereinigung eröffneten die Feier mit einem Lied zur Laute. In seiner Ansprache über Epheser 1, Vers 3 ff. wies der Vorsitzende, Pfarrer Bremmer, auf bte Aufgaben und Ziele eines Frauenvereins hin. Viel zur Verschönerung der Feier trugen die Gedichtvorträge von einigen Mädchen und einige mehrstimmige Chöre von Frauen bei. Die Rechnungsablage der Kassiererin zeigte in Einnahme 380,61 Mark, in Ausgabe 309,10 Mark, von welch letzterer der größte Posten auf die Anschaffung eines Harmoniums entfiel. Die allwöchentlich abgehaltenen Vereinsabende fanden im letzten Winter reges Interesse der Mitglieder. An den Abenden wurden die beiden Werke von Erwin Gros „Das Opfer der Maria Bach" und „Das leuchtende Haus" gelesen. Den gestrigen Abend beschloß ein gemütliches Kaffekranzchen und die übliche Verlosung von gestifteten Gegenständen. aL Wieseck, 16. April. Ein Wohltätigkeit skonzert zum Besten der Kriegsblinden fand am Sonntagabend im Saale des Gastwirts Hormann „Zum kühlen Grund" statt. In anerkennenswerter Weise hatten sich für diesen edlen Zweck die hiesigen Gesangvereine, Arbeitergesangverein Sängerkranz, Männerquartett Harmonie, Gcsangsabteilung des Turnvereins, Eintracht und Sängervereinigung, zur Verfügung gestellt; ebenso wirkten die Kapelle Mank und das Mandolinen-Orchester mit. Es war ein genuh- reicher Abend; das Gebotene zeugte davon, dah man in Wieseck bemüht ist, wirklich nur das Beste zu leisten. Hoffentlich gelingt es auch bei anderen Anlässen, wie hier das Trennende gegenüber dem höheren Ziel zum Ruhen aller zurück- zustellen. Kriegsblinder Reallehrer Krantz (Friedberg) dantte im Ramen der Kriegsblinden den Mitwirlenden, sowie dem Gemeindevorstand für die tatkräftige Unterstützung, und hob besonders hervor, dah nur der einen Schatz zu schätzen wisse, der ihn nicht mehr besitze. Er teilte mit, dah die eingegangenen Beträge nur dazu benutzt würden, den Kriegsblinden eine Freude zu bereiten und ihnen ihr hartes Los zu erleichtern. 4- Grünberg, 16. April. An der hiesigen Oberrealschule sind zu Beginn des neuen Schuljahres eine Anzahl Veränderungen eingetreten. Außer Oberstudiendirektor A n gelbe r g e r , der an das Realgymnasium Gießen geht, sind weiterhin versetzt: Studienrat Dr. B u tz an das Realghmn. Gießen, Studienrat Dr. R i t- sert nach Reu-Isenburg, Studienrat Schmidt nach Alzey. Reu treten in den Lehrkörper ein: Studienrat S ch w ö r e r von Wimpfen, Studienrat Stotz von Hungen und die beiden Studienassessoren Roth und Schneider von Darmstadt. — An die Volksschule wurde Schulverwalter Rothermel aus Rodau (Kr. Bensheim) als Gehilfe für die erkrankte Lehrerin Eifert beordert. 4- Grünbera, 16. April. Der hiesige P f e r de - V e rs i ch er u n g s - De re i n (g.- grünbet 1876) hielt am Sonntag in der Wirtschaft Adolf Repp Witwe unter dem Vorsitz von Direktor Karl Schäfer seine 52. ordentliche Mitgliederversammlung ab. Rach dem Geschäftsbericht zählt der Verein 545 Mitglieder. Im Laufe des Jahres traten ihm 52 neue Mitglieder bei, in diesem Jahre sind bis heute bereits 26 Reuaufnahmen erfolgt, so daß die Mitgliederzahl noch weiter zugenommen hat. Der Tätigkeitsbereich des Vereins erstreckt sich außer Grünberg und Umgebung auch auf die Orte des Busecker-Tales, der Rabenau und des Ebsdorfer Grundes, auch in der Gegend von Hungen und sogar von Büdingen sind Mitglieder vorhanden. An Pferden waren 797 im ersten Halbjahr mit 459 350 Mark und im zweiten Halbjahr mit 470 250 Mark versichert. Insgesamt wurde für 48 Tiere mit 13 948,25 Mark entschädigt. Der Verein verfügte am Schlüsse des Geschäftsjahres über ein Vermögen von 9 469,50 Mark, hinzu kommen noch aufgewertete Kapitalien im Werte von ungefähr 2000 Mark. Rach der Rechnungsablage wurde dem Rechner Wilhelm Heinz- mann jun. Entlastung erteilt. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der Herren Direktor Schäfer und Karl Frank Hl. von hier. An Stelle der Herren Adolf Repp,. hier, welcher infolge Tod ausschied, und Ludwig Münch, Wetterfeld, wurden durch Zuruf gewählt: Bier- verleger Sebastian Riedmann, Grünberg, und Johannes Pfeiffer L, Wetterfeld. * Leihgestern, 16. April. Am Samstagabend hielt der Turnverein „Frischauf" im Vereins lokal einen turnerischen Werbe- a b en d ab. Der erste Vorsitzende Wilhelm Will betonte einleitend, daß die Kräfte des Südwestdeutschen Turnverbandes von der regen Arbeit und den hohen Zielen der Turnerei hier Zeugnis ablegen möchten. Sodann begrüßte der zweite Vorsitzende des Turngaues Wetterau, der in seiner Ansprache auf den Wiederaufschwung des Turnvereins „Frischauf" hinwies. Aus den wechselnden Darbietungen der Verbands- und Dereinsriegen an den verschiedenen Geräten sah man, mit welchem Geist und welcher Energie die jungen Turner sich der edlen Turnerei widmen Die Darbietungen waren sehr gut und wurden durch reichen Beifall des Publikums belohnt. Gegen IP/? W schloß der erste Vorsitzende die offizielle Feier, an die sich noch einige gemütliche Stunden anschlossen. — Bei den „Bundes-Waldlauf-Meisterschaften 1 9 2 9“, verbunden mit der Verbands-Waldlauf- Meisterschast des Südwestdeutschen Turnverbandes, errang am Sonntag unser Turner Wilh. Zöller in der 1. Klasse der Verbandsmeister- schaft des S.T.V. den 1. Sieg, Otto Mar - tinl in der S-Klasse den 3. Sieg unb Richard Schaum in der 0-Klasse den 5. Sieg. Bellersheim, 16. April. Mit Schluß des letzten Schuljahres trat unser allgemein beliebter Lehrer Sprengel in den wohlverdienten Ruhestand, nachdem er über 40 Jahre im öffentlichen Schuldienst tätig gewesen war. Da er seinen Lebensabend im Kreise von Verwandten in seinem neuer= bauten Eigenheim verleben will, nahm er in diesen Tagen Abschied von hier. Die Einwohnerschaft brachte ihm unter Vorantritt des hiesigen Musikvereins ein Ständchen dar. Eingeleitet wurde die Feier durch einen Männerchor des Gesangvereins „Germania" unter feinem bewährten Dirigenten A. Göbel. In feiner Abschiedsansprache hob Bürgermeister Müller nochmals die großen Verdienste des Scheidenden um unsere Gemeinde hervor und sprach herzliche Worte des Dankes als Anerkennung für seine segensreiche Wirksamkeit. Allezeit und überall sei er in uneigennützigster Weise hilfreich tätig gewesen. Posthalter Ferdinand Bopp dankte im Namen aller Schüler, die zu Füßen ihres.nun scheidenden Lehrers gesessen hatten — es sind dies während seines fast 30jährigen Schuldienstes am hiesigen Orte etwa zwei Drittel aller hiesigen Einwohner — und wünschte dem gerechten Erzieher und guten Berater einen gesegneten Lebensabend. Im Namen des Kirchenvorstandes feierte Pfarrer Gehrig den Scheidenden. Tiefgerührt dankte Lehrer Sprengel für die Ehrung, lieh seine Amtszeit noch einmal an dem geistigen Auge vorüberziehen und versicherte, daß er Bellersheim als seine zweite Heimat nie vergessen werde. —o— Ober-Bessin gen, 16. April. Am Sonntag feierte der Landwirt und ehemalige Schäfer Johannes Rinker I. mit seiner Ehefrau das Fest der Goldenen Hochzeit. Seit wenigen Jahren ist diese goldene Hochzeit die sechste in unserem kleinen, kaum 400 Einwohner zählenden Dorfe. Das Ehepaar hatte es sich nicht nehmen lassen, sich nochmals kirchlich trauen zu lassen. Der Hochzeitszug bestand aus den 10 Familien von acht Söhnen und zwei Töchtern; sieben Söhne hatten den Weltkrieg mitgemacht und kehrten alle glücklich zurück. Weiter folgten 25 Enkel und sieben Urenfel, so_ daß die ganze Familie schon über 50 Personen zählt. Der siebente Sohn ist ein Pate des ehemaligen Großherzogs von Hessen. Das Jubelpaar erhielt von allen Seiten Ehrungen. Die hessische Regierung, die Landeskirche und der Kreisdirektor hatten Glückwünsche gesandt. Die hessische Regierung hatte mit dem Glückwunschschreiben auch em Geldgeschenk von 25 Mk. überreicht. Die Gemeinschaftsmitglieder brachten durch den Posaunenchor em Ständchen dar. Kreis Büdingen. # Nidda, 16. April. Gestern fand durch Studiendirektor L a u k h a r d t die erste S ch üler- aufnahmeimneuerbautenRealschul- g ebäube statt. Es traten in die unterste Klasse im ganzen 36 Schüler und Schülerinnen ein, von denen der überwiegende Teil von auswärts kommt. Die Anstalt hat nunmehr nahezu 120 Schüler. In der Volksschule kamen durch Rektor Mer- g o 11 66 Abcschützen zur Aufnahme. Davon stammen sieben aus dem Schulbezirk Kohden und drei von Bad Salzhausen. , w # Geiß-Nidda, 16. April. Nachdem im Spätherbst des Vorjahres die Bahnstrecke in Richtung Friedberg von Grund aus umgebaut tourbe, ist jetzt eine Rotte Bahnarbeiter damit beschäftigt, bei Häuserhof Erneue- r u n g s a r b e i t e n am Oberbau des Bahnkörpers vorzunehmen. Es werden neue Schwellen gelegt, und anstatt der früheren neun Meter langen Schienen werden solche von 15 Meter Länge mit stärkerer Krone und größerer Höhe gelegt. Auch das Schottermaterial, das teilweise noch aus Sand und Kieselsteinen besteht, wird durch Basaltgrobschlag erseht, das von dem Haribasaltwerk Nickel von Ober-Widders- heim geliefert wird. Demnächst wird mit dem deutsche Forschung, insbesondere diejenige Sommers. zurückzuführen, der die Ermüdungsursachen in der Entstehung der seelischen und nervösen Erkrankung auffand. Sommer veröffenilichte 1902 seinen ersten epochemachenden Entwurf zur Einrichtung öffentlicher Ruhehallen, insbesondere in den Verkehrszentren der Großstädte, um die überhastete Bevölkerung vor der Erschöpfung zu bewahren. Die ersten Anfänge der Bewegung scheiterten an vielen Widerständen. Die ersten, in großem Umfange nach Sommers Plan gebauten Ruhehallen bei der Dresdener Hygiene- Ausstellung hatten nach dem dort ausgelegten Gästebuch einen ganz außerordentlichen und begeisterten Erfolg. Trotzdem schritt die Dewegung zunächst in Deutschland nicht fort, sondern sprang anläßlich der Internationalen Weltausstellung in Saint Louis 1904 nach Amerika über und kehrte von dort in großzügiger Weise nach Deutschland zurück, wo sie von Sommer mit Unterstützung des Reichsministeriums des Innern und mit lebhafter Beteiligung der deutschen Fach- verbände neu organisiert wurde. Psychotherapie sei erweiterte fortgebildete Psychiatrie. Psychische Hygiene sei Dorbeugungslehre, Lebenskunst zum Kampf gegen die Ermüdung und Entmutigung im Lebenskampf. Die erste große Tagung der Gesellschaft für psychische Hygiene in Hamburg 1928 anläßlich des Naturforscherkongresses habe ein Zusammenarbeiten aller Arbeitsgebiete der psychischen Hygiene gegeben, das in sich schon vorbildlich war. Vorbeugende Lebenshygiene, De- schäsiigungstherapie, Außensürsorge für Geisteskranke, Kinder- und Psychopathenfürsorge und viele andere Bestrebungen greifen zu einem einheitlichen umfassenden System zusammen. Die vier Kongresse für Psychotherapie in Bad- Nauheim und Baden-Baden ergänzten ebenfalls dieses neue und hoffnungsreiche Gebiet zu einem umfassenden System der Heilkunst, des Seelenlebens, des harmonischen Denkens und der Leistungskraft. Fräulein Ermolieff bis ans Zimmer vierundzwanzig. Dort wohnte sie nämlich." „Ging sie gleich hinein?" „Nein, Herr Präsident. Die beiden mußten wohl eine sehr interessante Unterhaltung haben. Fräulein Ermolieff lächelte, einmal hörte ich sie auflachen; an ihrer Tür blieben sie stehen. Ein paar Minuten später wurde von unten ge- Umbau des Streckenteils Beienheim— Friedberg begonnen. -+- Unter-Schmitten, 16. April. Beim Ueberqueren des Schienengleises am Eingang der Staffelschen Papierfabrik stürzte gestern der Betriebsleiter R. mit seinem Motorrad so unglücklich, daß er mit dem Kopf aufdasEisenaufschlug. Neben einem Bruch des Nasenbeines und anderen Kopfwunden dürfte ein Schädelbruch wohl nicht oorliegen, wenn auch eine starkeGehimerschütterung ärztlicherseits festgestellt ist. Man hofft, daß keine inneren Der- letzungen vorliegen. j:[ Gelnhaar, 16. April. Am Samstagabend hielt der hiesige Landwirtschaft l.Konsum- und Kreditverein seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der Direktor Christian Bellinger gedachte zu Anfang der erst kürzlich verstorbenen beiden Mitgliedern Fritz Müller und Karl Landmann. Sodann verlas der Rechner Konrad Henrich die Bilanz vom 31. Dezember 1928. Beanstandungen sind von der Revision nicht gemacht worden. Die Aktiva und Passiva schließen mit einem Reingewinn von 1368 Mark. Besonders begrüßt wurden die Spareinlagen von 1928 in der Höhk von 8000 Mark. Dem Rechner, sowie dem Vorstand wurde Entlastung erteilt Ein gemütliches Zusammensein mit den Frauen schloß die Versammlung. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 16. April. Nachdem am Sonntag 12 Kinder (6 Knaben und 6 Mädchen) unserer Schule konfirmiert worden sind, konnten gestern 12 n e u e S ch ü l e r in die zweite Klasse ausgenommen werden, und zwar 4 Knaben und 8 Mädchen. Unsere zweiklassige Schule zählt im neuen Schuljahre 90 Kinder. Die Schülerzahl wächst in den nächsten Jahren stets und erreicht nach 3 Jahren annähernd 120 Kinder. T Steinberg b. Gedern, 16. April. Durch Feuerlärm wurde unser Dors in der Nacht auf Dienstag aus dem Schlafe geschreckt Es brannten Scheune und Stall deS Bürgermeisters Kaiser. Das Gebäude brannte des Eingreifens der hiesigen und der Glashütter Feuerwehr vollständig nieder. Nur das Vieh konnte mit vieler Mühe aus dem brennenden Stalle gerettet werden. Das Wohnhaus blieb infolge seines größeren Abstandes vom Brande verschont. Kurzschluh scheint als Brandursache nicht in Frage zu kommen. Cs wird Brandstiftung vermutet. wg. Gedern, 16. April. Ihren 80. Geburtstag feierte gestern in völliger körperlicher und geistiger Frische Frau Katharine Karo- line Ober heim, geb. Diehl, Witwe deS im Jahre 1889 verstorbenen hiesigen Bürgermeisters Christian Oberheim V. Die außergewöhnlich rüstige und allgemein beliebte Jubilarin hat somit 40 Jahre, also gerade die Hälfte ihres Lebens, im Witwenstanoe zugebracht. Kreis AlsfeN». Alsfeld, 16. April. Eine sthr beachtenswerte Erweiterung erfährt zur Zeit bas Hei- matmufeum des Geschichts - und Altertumsvereins, das im sog. Hochzeitshause am Marktplatz untergebracht ist. Die Notwendigkeit wurde immer dringender, für die vielen noch nicht zur Aufstellung gebrachten Gegenstände neue Räume zu schaffen. Infolgedessen stellte die Stadt die erforderlichen Mittel zum Ausbau des dritten Stockes des Museumsgebäu- des zur Verfügung. Mit dieser Arbeit ist in den letzten Tagen unter Leitung von Stadtbaumeister Maurer begonnen worden. Die Museumsräume erhalten eine bedeutende Erweiterung durch die Einrichtung von vier großen Zimmern. Infolge liebenswürdigen Entgegenkommens des bekannten Malers Professor Richard Hoelscher in Darmstadt, eines geborenen Alsfelders, wird diesem ein besonderes Zimmer zwecks Errichtung einer G e - —«.um uni—■ ■■■ iwn -i Hin" "—"—j blickte er hinüber zum Staatsanwalt, der, immer mit seinem undurchdringtiPen Lächeln, eine Notiz in seine Akten machte. „Ich kann Sie natürlich nicht zwingen. Aber ich mache Sie daraus aufmerksam, dah Sie die Folgen, die sich aus Ihrer Weigerung ergeben, auf sich nehmen müssen." Wieder blickte er erwartungsvoll zu Marsa Ermolieff hinüber; aber sie neigte nur stumm den Kops. „Ich darf also den Herrn Polizeipräfekten bitten, uns nunmehr mit den Dingen bekannt zu machen, die sich nach seinen Feststellungen um den Mord gruppieren." Der Präfekt erhob sich von der Zeugenbank und trat an die Barriere. Er mochte um die Fünfzig herum sein; obwohl groß und breitschultrig, machte er den Eindruck eines ' Gelehrten. Der Blick der Angeklagten glitt über seine Erscheinung, blieb auf seinem Gesicht haften — in seinen Augen schien sie die Antwort auf eine unausgesprochene Frage zu suchen. „Ich darf um die Erlaubnis bitten, Herr Präsident," begann der Präfekt, und es schien, als ob er mit einer leisen Schüchternheit kämpfte, „in dieser Sache von der Gepflogenheit des reinen Protokollstils abzusehen. Die einzelnen Prämissen der Sache Ermolieff sind, ich kann es unbedenklich sagen, so außerordentlich differenziert, daß ihnen mit Schwarz und Weiß, mit Ja und Nein nicht ohne weiteres beizukommen ist. Ich selbst habe, das muß ich offen gestehen, mir, auch rein privat, bis heute kein abschließendes Urteil bilden können — und gerade, um auch das Gericht in dieser Hinsicht in seinen eigenen Erwägungen völlig unbeeinflußt zu lafsen, halte ich es für das Richtige, wenn in meinen Darlegungen auch sozusagen halbe Töne aufklingen." „Wir wünschen uns nicht Besseres, Herr Präfett", antwortete der Präsident. „Ich darf also kurz rekapitulieren" — die Stimme des Vortragenden Präfekten festigte sich ; „am neunundzwanzigsten August stieg im Grand Hotel ein Gast ab, der sich Bruno Riedinger nannte. Er bezog das Zimmer sieben mit Ausblick nach dem Köngens Nytorv. Er war im Besitze bedeutender Barmittel. Trotz seines deutschen Namens hielt man ihn für einen Russen. Er bekam mehrfach Briefe — wie man sich zu erinnern glaubt, aus Rußland. Er war von höflichen, etwas kühlen Umgangsformen; sichtlich hatte er den Wunsch, ungestört zu sein. Aus verschiedenen Anzeichen durfte der Schluß gezogen werden, daß Herr Riedinger irgendeinen Verfolger fürchtete — oder aber auch der umgekehrte Schluß, daß er irgend jemanden verfolgte und daß er aus diesem Grunde nicht bemerkt zu werden wünschte." (Fortsetzung folgt) mäldegaler ie in Form einer Dauerausstellung zur Verfügung gestellt. Außerdem wird es durch den Erweiterungsbau möglich, die seitherige Ueberfüllung der einzelnen Zimmer mit Museumsgegenständen zu beseitigen und Neugruppierungen mit besserer Uebersichtlichkeit des Ganzen vorzunehmen. Nach der Durchführung dieser Neueinrichtung wird das hiesige Heimatmuseum, das unter der Leitung des Beigeordneten Weitz als Museumswart steht, und sich in Fachkreisen eines großen Ansehens erfreut, eine wesentliche Bereicherung erfahren. Im nächsten Jahre ist auch eine Herstellung des äußeren Verputzes des Hoch- zeits^auses meii auh wie Gel der gen öhe doch Dos Brad aller §55 Zvrl M, cltoi uni srle vor odc obc vor big der zug> feie: tum gese mch ein« ßcn ®r dw sie leb die De DE . 5 Üw dl der sol Sc de> die De toei im fra- ein. II IIW»I IWlUlirs II .........III ....................... um.......I — II ......... W.........Illi Der organisierte Verbrauch regelt die Produktion! ..40 ..35 ..75 ..65 ..65 ..75 280 .50 ..30 ..28 .26 .125 .80 .40 .20 .. 18 Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Abseifbürsten I........ Abseifbürsten, S-Form Schrubber I .......... Schrubber II.......... Aufnehmerschrubber. Klosettbürsten........ Roßhaar-Möbelbürsten Wurzelbürsten........ Waschbürsten......... Waschbürsten......... Waschbürsten......... Glanzbürsten I........ Glanzbürsten II....... Schmutzbürsten...... Auftragbürsten I...... Auftragbürsten........ Borstenbesen................................ 240 Pf. 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Denn mit dieser Unterschrift übernimmt die Frau in gleicher Weise wie der Mann die Verpflichtungen auS dem Mietverträge, das heißt, der Hauswirt kann ebenso wie von dem Mann den Mietzins von ihr verlangen, die Umlagen und eventuelle Schönheitreparaturbeiträge erheben und auch von ihr Schäden, die infolge nicht pfleglicher Behandlung der Bäume durch Familienmitglieder oder Dienstboten entstanden sind, ersetzt verlangen, notfalls im Klagewege. In gesicherten Verhältnissen pflegen aus dieser Verpflichtung Konsequenzen nicht zu erwachsen, weil üblicherweise die gegen Eheleute begründeten Forderungen an den Mann gestellt und von diesem beglichen werden, ob die Frau im Gemeinverhältnis etwas dazu gibt, braucht nach außen ebensowenig in Erscheinung zu treten, wie es von Bedeutung ist, wenn die Frau das Geld absendet oder es überbringt. Anders, wenn der Ehemann in schlechte finanzielle Verhältnisse gerät. Nun Pflegt zwar in diesem Falle die Ehefrau meistens auch kein bares Geld zu haben, doch ist gewöhnlich sie die Eigentümerin der Wohnungseinrichtung, die sie in die Ehe eingebracht hat. Diese Einrichtungsgegenstände, vor allem also die Möbel, die dem Hauswirt nach § 559 BGB. ohne weiteres für seine sämtlichen Forderungen aus dem Mietverträge verpfändet sind, ohne daß zwischen Mieter und Vermieter etwas hätte vereinbart werden müssen, kann der Hauswirt dann vom Gerichtsvollzieher pfänden und versteigern lassen, um sich aus ihnen zu befriedigen. Schafft die Frau ihre Sachen aus Angst vor drohender Vollstreckung fort, zu den Eltern oder sonstigen Angehörigen, macht fie_ sich noch obendrein strafbar. Hatte sie die Möbel etwa vor ihrem Einzüge schon irgendwelchen Gläubigern des Mannes zur Sicherheit für deren Forderungen übereignet und' hat sie bei ihrem Ein°. zuge bei dem Wirt den Eindruck erweckt, als seien die Sachen noch ihr unbeschränktes Eigentum, so kann darin unter Umständen ein Betrug gesehen werden. Hätte sie dagegen den Vertrag nicht unterschrieben gehabt, so könnte sie bei einer Pfändung der Möbel, wenn sie ihr gehören, gemäß § 771 ZPO. intervenieren, d. h. auf Grund ihres Eigentums die Aufhebung der Pfändung beim Gericht verlangen, außer etwa, wenn sie mit ihrem Ehemann in Gütergemeinschaft lebt. In diesem letzteren Falle können nämlich die Gläubiger des Mannes in das gemeinsame Vermögen beider Eheleute vollstrecken (§ 1459 BGB). Für die Rechte aus dem Mietvertrag ist die Unterschrift der Frau insofern ohne Bedeutung, als die Rechtsprechung den vom Ehemann mit dem Hauswirt geschlossenen Vertrag als einen solchen auch zugunsten Dritter, nämlich seiner Familie und seiner Dienstboten, ansieht. Es haben demnach auch die Familienmitglieder, also auch die Frau, einen Anspruch aus dein Vertrage auf Benutzung der Räume, ja auch aus Entschädigung, wenn z. B. die Frau ausgleitet, weil die Teppiche im Hausflur nicht sestgemacht sind, oder weil sie krank wird, weil die Wohnung feucht ist oder aus einer Nebenwohnung Gas ausströmt usw. Trotzdem kann die Frau ein Interesse daran haben, Mieter der Wohnung zu sein, nämlich für den Fall, daß der Mann stirbt, oder daß sie sich mit ihm veruneinigt. Stirbt der Mann, und hätte nur er den Mietvertrag unterschrieben, so konnte der Hauswirt frühe.r einfach zur Räumung zwingen, da sie für ihre Person einen vertraglichen Anspruch auf die Wohnung nicht hat. Er war nur insofern beschränkt, als er unter Einhaltung der gesetzlichen Frist, also zum Schluß eines Kalendervierteljahres, kündigen mußte. Eine Vererbung der Wohnung gibt es noch heute nicht. Doch genießt die Frau gegenwärtig, d. h. während der Geltungsdauer des Mieterschutzgesehes, den Schuh des § 19 MSchG., d. h. sie tritt dann in die Rechte und Pflichten ihres Mannes als Mieterin ein. Doch behält sie das Recht zur Kündigung, und sie wird immer dann davon Gebrauch machen, wenn sie infolge von verschlechterten Vermögensverhältnissen entweder zu Verwandten zieht oder die Wohnung gegen eine kleinere eintauschen will. Es kann aber auch der Fall eintreten, daß sie am Behalten der großen Wohnung ein wirtschaftliches Interesse hat, nämlich, um aus ihr Unterhalt durch Untervermieten, eventuell durch Aufnahme von Pensionären, zu verdienen. Die dazu erforderliche Genehmigung des Hauswirts kann unter Umständen durch das Mieteinigungsamt herbeigeführt werden (§ 29 MSchG.). Auf I Riegel um Riegel war mit machtvoller Willensanspannung zurückgeschoben worden, Tor um Tor, das weibliche Detatigungskraft durch Jaht> hunderte von weiten Gebieten abgeschlossen, auf- gestoßen, ehe die Frau als Schaffende, zögernd und noch immer nur wie in tastendem Vorposten, Einzug hielt in das Reich der Bildhauerkunst. Gering an Zahl ist auch heute noch die Schar der Künstlerinnen, die in plastischem Gestalten ihrer Ideenwelt Ausdruck geben, gemessen an jenen, die auf dem Schwestergebiet der Malerei ihre Kräfte erproben: aber geringer noch die Zahl ihrer Vorgängerinnen, deren Namen und Leistungen uns durch die Jahrhunderte überkommen sind. Denn Schranken, nicht bloß äußerlich aufgetürmt durch Herkommen und Sitte, sondern bedingt durch die physische und psychische Anlage des Weibes, galt es hirr zu überwinden. Zumal die Großplastik stellt Anforderungen an Muskelkraft wie auch an raumhaft wertendes Formgefühl, die dem Weibe nur selten eignen. So waren und sind es zum Teil auch heute noch häufiger die Nebenreiche der Plastik, die Kleinkunst des Steinschnitts, der Medaille, des Wachs- bossicrens, in denen sich der weibliche Gestaltungstrieb auslebt, als in der Monumentalität einer selbständigen oder in den Gesamtwert eines Bauwerkes eingegliederten Skulptur. Daneben haben zu allen Zeiten die feine weibliche Einfühlungskraft. das hingebungsvolle Sichversenken in die seelische Schwingungen widerspiegelnden Züge des Darzustellenden die Künstlerinnen zu bedeutsamen Leistungen in der plastischen Porträtkunst befähigt. Während uns schon aus den frühen Tagen des Mittelalters zuverlässige Kunde von kunstfertigen Frauen überliefert ist, die in der Miniaturmalerei so Herrliches schufen wie die hochbegabte heilige Hildegard von Bingen, ist die Gestalt der lange Zeit als weibliches Bildhauer- genie gefeierten Tochter Meister Erwins von Steinbach, der schönen Sabine, der die wundersam ergreifenden Skulpturen der Kirche und Synagoge am Straßburger Münster zugeschrieben wurden, nur die bald fest im Volksbewußtsein Wurzel schlagende- Erfindung eines unbekannten Frauenlob. Erst aus den Tagen der Renaissance, die ja unter dem glücklichen Himmel Italiens so viele lang zurückgedämmte Kräfte befreite, haben wir sichere Nachrichten vom Leben und Wirken der ersten weiblichen Bildhauerin Pro- perzia de Rossi, der neben einigen Heiligen- I und Engelsgestalten in Bologneser Kirchen auch diese Weise werden dann auch die überflüssig gewordenen Möbel nutzbar gemacht, von denen man sich meist ungern trennt, deren Lagerung auf einem Speicher sehr teuer und d<»ren Veräußerung meist unrentabel ist. Auch Dem eigenen Manne gegenüber kann die Frau ein Interesse daran haben, gleichberechtigter Mieter einer Wohnung zu sein. Solange die Ehe besteht, kann auch auf Uneinigkeit Der Eheleute der Mann sein Recht, den Aufenthalt der Frau zu bestimmen, nie dahin ausüben, daß er sie aus Der Wohnung weist, selbst wenn das Gericht das Getrennt-Leben gestattet hat, es sei denn, daß er für eine andere standesgemäße Unterbringung Der Frau sorgt. Aber nach Trennung Der Ehe könnten Hauswirt unD Ehemann die Frau, Die den Mietvertrag nicht ebenfalls unterschrieben hat, zur Räumung zwingen. Ist die Frau jedoch Mitmieterin, so kann sie wohnen bleiben. Es gibt allerdings meines Wissens Gerichte, die dem nicht schuldig erklärten Teil das Recht geben, von dem anderen Teil, eventuell gegen Zusicherung von Erfahräumen, Die Räumung zu verlangen, weil anders das Scheidungsurteil seinen Zweck nicht würde erfüllen können. mit unendlicher Geduld und Genauigkeit ausgeführte. vielfigurige Passionsreliefs auf — Obstkernen zugeschrieben werden. Aehnlich beschränkten sich andere Künstlerinnen der Folgezeit, diesseits wie jenseits Der Alpen, klug Die Grenzen ihrer Begabung erkennend, auf die Kleinkunst, innerhalb deren mancher von ihnen so Bedeutendes zu schaffen gelang wie der einer römischen Goldschmiede- und Medailleurfamilie angehörenden Beatrice H e r n a n i, Deren ausdrucksvolle Schaumünzen von Goethe in „Winckelmann und sein Jahrhundert" rühmend genannt werden, während zwei Nürnbergerinnen, Esther Barbara S a n D r a r t, die Gattin des „deutschen Va- fari“, und Susanne Dorsch, feine kleine Kunstwerke des Steinschnitts schufen. Doch die erste, als künstlerische wie als menschliche Erscheinung in gleich hohem Maße fesselnde Bildhauerin tritt uns in Marie Anne Faleone t - C o l l o t, der Schülerin und Schwiegertochter des berühmten Rokoko-Künstlers, entgegen. Wie sie mit ihrem Lehrer und väterlichen Förderer die Jahre seines Ruhmes in Petersburg als gleichberechtigte Gefährtin, verwöhnt von der Kaiserin und Der Hofgesellschaft, geteilt hat, mitschaffend und krönend sein geniales Reiterdenkmal Peter des Großen, dessen Kopf ihre kraftvolle Schöpfung ist, so war sie dem gelähmten und durch seine Krankheit launenhaften Greise hingebungsvollste Pflegerin in den langen Jahren seines Siechtums, ihm alles, selbst ihre Kunst opfernd. Aus Den tiefsten Niederungen des Daseins stammend, hindurchgegangen durch die Hölle einer unwürdigen Che, hat sich diese tapfere Frau, deren Kunst soviel männlichen Wirklichkeitssinn und scharfe Beobachtungsgabe wie weibliche Grazie verrät, zu Den Höhen reinen Menschen- unD Künstlertums emporgerungen. Von ihrer Meisterschaft in der Porträtkunst, Die sie auch in Der Wiedergabe der Züge D i d e r o t s und Grimms erfolgreich erprobte, gibt wohl ihre Büste Fal- conets die beredteste Kunde, in der sich diese widerspruchreiche Künstlernatur mit ihrer Mischung aus Güte und Sarkasmus so packend widerspiegelt, daß wir an Houdons feinste Schöpfungen uns gemahnt fühlen. Eine ähnliche Stellung wie Marie Anne Fal- conet sich dank ihrer Begabung am Hofe Katharinas von Rußland errungen, hatte Ann" Sen - m o u r ° D a m e r in d r englis enHocha ist k a i inne, Die sie aber nicht minder ihrer Aostammung als Tochter Des Feldmarschalls Seymour als ihrer nicht immer gleichwertigen, bisweilen jedoch Die Krau als Bildhauerin. Von Or. Hedwig Fischmann. Soll man Kindern Taschengeld geben? Von Lisa Honrokh-Loewe. Nachdruck verboten. Die Frage: Sou man Kindern Taschengeld geben? ließe sich vielleicht besser so stellen: Wann, von welchem Alter an, soll man Kindern Taschengeld geben? Denn irgendwann werden wohl alle Eltern die Kinder aus der Tlnrnündigkeit entlassen, welche Darin sich zeigt, Daß jeDer Pfennig, Den Die KinDer ausgeben wollen, von Den Eltern bezahlt wird. Nur der Zeitpunkt, von Dem aus diese gewisse Selbständigkeit Der Kinder eintreten soll, wird von den Eltern sehr verschieden bestimmt, oft zum Schaden der Entwicklung des Kindes. So klein Der Beginn Der SelbstänDigkeit ist, Der sich im Taschengelde für das Kind dokumentiert, es ist doch eben der Beginn der Selbständigkeit Dem äußeren Leben gegenüber, oder besser der Selbstverantwortlichleit. Hängt es nun auch von der Veranlagung des Kindes ab, ob wir ihm früher oder später Geld in die Hand geben wollen, so ist in den allermeisten Fällen es anzuraten, nicht zu spät mit Der erzieherischen Maßnahme Des TascheiigelDes zu beginnen. Das peu- ‘.ige Leben erfordert so viel praktische Einsicht, jäh.gleit und Einstellung gegenüber dem gegebnen Rahmen, daß wir gerade aus diesem Grunde licht zeitig genug anfangen können, das Kind in Geld und Geldeswert zu gewöhnen. Je nach der Reife der Kinder kann man nach illgerneinen Erfahrungen mit Dem Tascheiigelde eginnen, wenn Die KinDer zehn bis elf Jahre inD. Zuerst beschränkt man sich unD sie zweck- aähig auf sehr geringe Summen, für welche Dann iuch nur sehr geringe Anschaffungen möglich unD geforDert werden, Federn, Löschblätter usw. Von Anbeginn aber bemesse man das Taschengeld so, daß das Kind auch wirklich die Ausgaben befreiten kann, welche nötig sind. Denn wenn das Kind erkennt, daß die Summe unmöglich für irgend etwas hinreichen kann, so wird es unlustig, ängstlich: und man legt hier schon unter Umständen den Keim zu einem späteren Versagen ;n Geldangelegenheiten. Außerdem empfindet das Kind dann auch die Zubilligung des Taschengeldes nicht als Zeichen des Vertrauens in seine wachsende Reife, und das sollen die Eltern dem Kinde gegenüber Damit ausDrücken, sondern als eine Belastung, die weniger erfreut als drückt. Hat man sich also genau berechnet, was man dem Kinde geben will, und was es sich Dafür anschaffen muß. so setze man noch einen kleinen Betrag ein für Wunsche, die sich das Kind gerne erfüllen will, und die im Rahmen Der elterlichen Geldverhältnisse möglich sind. In Den e. f.en Wochen des Taschengeldes überwache man Die Ausgaben, aber nicht, um Das Kind streng zu kontrollieren, sondern nur, um zu sehen, ob es versteht, überhaupt mit Geld umzugehen. Es wird dem Kinde, das Vertrauen zu feinen Eltern hat, zuerst sicherlich lieb sein, von der Erfahrung der Aelteren hierin auch geleitet zu werden. Denn wenn es im Beginn sich verrechnet und nicht auskommt, so ist das ein großer Schreck, allmählich aber wird es einlcUen lernen, und sowie dieser Zeitpunkt erreicht ist, gebe man die Kontrolle auf. Cs gibt Eltern, Die sich, trotz Des bewilligten Taschengeldes, allwöchentlich die Abrechnung ihrer Kinder vorlegen lassen. Eine solche Methode hat keinen Sinn. Der Zweck Des TascheiigelDes soll ja gerade Darin liegen, Das Kind zur Selbstkontrolle zu erziehen und zur Beherrschung gegenüber Wünschen, die man sich aus geldlichen Gründen nicht crf..llen. kann. Eltern, Die das Taschengeld der Kinder argwöhnisch kontrollieren, werden sehr oft von den Kindern bei der Abrechnung belogen werden. UnD statt eines Zuwachses an Autorität werden sie eine Einbuße daran erleiden und eine Einbuße an Wahrhaftigkeit und Zutrauen beim- Kinde. Hat das Kind bei den ersten Selbständigkeitsversuchen wirklich schlecht gewirtschaftet, so ist Das kein Unglück. Man wird ja nur Durch Erfahrung klug. UnD es schaDek Durchaus nicht, wenn man in solchem Falle einmal mit einer kleinen Nachbewilligung einspringt. Allerdings Darf man Das Kind von vornherein nicht darüber im Zweifel lassen, daß Die Nachbewilligung nur für kurze Zeit gewährt wird und es später allein sich heraushelfen muß: Denn ebenso unpädagogisch wie ein zu gering bemessenes TaschengelD ist ein solches, bei Dem Das KinD immer Darauf rechnen kann, Daß es beliebig vergrößert wird. Konsequenz ist hier wie immer in der Erziehung wichtig. Bei besonderen Gelegenheiten, Geburtstag. Weihnachten, guten Zeugnissen, findet sich immer ein Zeitpunkt, wo man dem Kinde durch ein unerwartetes Geldgeschenk Die Erfüllung irgenD- eines Lieblingswunsches möglich machen kann, ebenso können unerwartet größere Ausgaben erleichtert werben. Im allgemeinen aber muß man bei Dem einmal als richtig befundenen Satze bleiben. Hat Das Kind sich so allmählich an das Geld gewöhnt, so setzt man mit seinem fortschreitenden Alter das Taschengeld herauf, verlangt aber Dafür auch mehr Ausgabeleistungen. Oer moderne Arbeitstisch. Während früher das Herrenzimmer zu den einfachsten gutbürgerüchen Wohnungen gehörte, muh heute selbst in solchen Fällen Darauf verzichtet werden, in denen es unbedingt notwendig wäre. Der Lehrer, Der Beamte, Der zu Hause arbeitet, muß aus Sparsamkeitsgründen Darauf verzichten. Seine Bücher, sein Schreibtisch müKen im gemeinsamen Wohnzimmer untergebracht werden. Cs gehört sehr viel Takt, sehr viel Einfühlung von feiten der Hausfrau dazu, all Diese Mißstände zu überbrücken. Die jüngere Frau wird es eher ermöglichen, bei Derartigen Einschränkungen, Deren Last s.Zießlich immer wieder auf sie zurückfällt, ihre gute Laune zu behalten. An Die ältere Frau indessen, die nach vielen Jahren der Entbehrung, Der häuslichen Sorgen, Der Mißhelligkeiten des täglichen Lebens ein wenig Ruhe und Pflege braucht, werden in unserer Zeit die schwersten Anforderungen gestellt: sie muß sich immer ■ nehr einschränken, selbst Dann, wenn sie es schon früher getan hat. Wenn es nun gilt, Die —v.mng nicht nur zu verkleinern, sonDern auch Dafür zu sorgen, daß es Halbwegs gemütlich und kultiviert in Den Räumen aussieht, so wird sie ihren Geschmack zu Hilfe nehmen müssen und mit ihrem oft erprobten guten Willen auch Diese Angelegenheit orDnen. Der Schreibtisch und Der Bücherschrank müssen Den hellsten Platz im Zimmer bekommen. von glücklicher Naturähnlichkeit getragenen Porträtkunst oerDanlte. Ihr war es vergönnt. Die Züge ihrer beDeutenDften Landsleute bildnerisch sesthalten zu Dürfen. So schuf sie eine von den Zeitgenossen hochgerühmte Porlrätskulptur Nelsons, jetzt in Der Londoner Guild Hall, und ein Bildnis des Staatsmannes Fox, das später Napoleon von ihr als Geschenk entgegennahm. Auch auf dem Gebiet der Tierplastik war sie mit Glück tätig, während Die mißlungene Kolossalstatue König Georgs III. Die Grenzen ihrer Kraft zeigt. Später erst, als in Italien und Den westlichen Ländern tritt und in Deutschland, wenn wir von Der Kleinkunst absehen, Die Frau als Schaffende auf Dem Gebiet Der Plastik entgegen. Es ist wohl mehr als ein bloßer Zufall, Daß Die zwei Künstlerinnen, Die hier im 19. Jahrhundert als Bildhauerinnen besonderen Ruhm gewannen, wie verschieden auch Die Wege waren, Die sie wandelten, beide aus der Schule Rauchs hervoraegangen sind: die Hofbildhauerin Angelica Facius und die durch ihre äußere Erscheinung und ihre Lebensschicksale gleichermaßen wie durch ihre ziel- bewußte Energie fesselnde Elisabeth Netz. Angelica Facius gehört als ein Spätling dem Kreise künstlerisch schaffender ujiD dilettierender Frauen am Weimarer Musenhof an. Ihrer ersten bildnerischen Entwicklung hat die liebevoll fördernde Anteilnahme Goethes gegolten; feiner Empfehlung verdankte sie Die Aufnahme In das Atelier Rauchs, und aus einem Briefe des Arztes Vogel wissen wir, Daß er sich noch zwei Tage vor seinem Tode mit ihrem Schicksal beschäftigt und daß ihn die Gewährung Der für sie erbetenen Remuneration durch Den Großherzog mit lebhafter Freude erfüllt hat. Neben Werken Der Kleinkunst. DilDnisgemmen und -Medaillen, darunter eine auf Zelter nach Goethes Entwurf unD andere mit Den Bildnissen Karl Augusts und Goethes, zählen Das lebensgroße MeDaillon Des Dichters und die plastischen Arbeiten in der Goethe-Galerie des Weimarer Schlosses, Szenen aus seinen Dichtungen darstellend, zu ihren bedeutendsten Arbeiten, so daß auch dieses bescheidene Künstlerschaffen Lebensglut von Dem Feuer jenes Großen erhielt. In ganz anDerer Weise, nicht als eine Empfangende, sondern schmerzvoll selbstbestimmend, hat Elisabeth Ney in ein Dichterschicksal eingegriffen. Im Dunckerschen Hause in Berlin war Gottfried Keller das strahlend schöne, viel umworbene Mädchen entgegengetreten, und bald sah er sich aufs neue in Die schon früher erprobte Rolle des unglücklich Liebenden gedrängt. Der er sich Durch schleunige Flucht unter Wahrung seines Geheimnisses zu entziehen suchte. Seiner Schreibunterlage aber, auf der er in Der Zeit Dieser Kämpfe Den Schluß seines „Grünen Heinrich" schrieb, vertraute er in zierlichen Zügen unzähligemal Den Namen Der Geliebten mit Dem Zusatz „la bella trovata" (Schönfund) an, wie ja auch erkennbar Dortchen Schönfunds Gestalt nach Dem Bilde Elisabeths gezeichnet ist. Sie aber, Die Urheberin dieses Leides, ging fest unD selbstsicher Den ihr vom Schicksal vorgeschriebenen Weg, schuf als vielgefeierte Lieblingsschülerin Rauchs zunächst in Dem Atelier ihres Meisters unD ward nach seinem ToDe gleichsam seine Thronsolgerin im Reiche Der Porträtkunst: Die hervorragendsten Zeitgenossen, Darunter Humboldt, Jakob Grimm, Josef Joachim, Varnhagen, saßen der neuen „Pygmalia", und selbst das Herz Des großen Frauenfeindes Schopenhauer gewann sie durch seine genial erfaßte Büste. Auch Bismarck, Der Damals für Künstler noch schwer Zugängliche, gewährte ihr Sitzungen, während er ihre Nachfolger auf das von ihr geschaffene Modell verwies. In Italien durfte sie Papst Pius IX. und Garibaldi, in München König Ludwig 11. porträtieren, den sie während ihrer eifrig geförderten Arbeit durch Die seelenvolle Deklamation Der Iphigenie entzückte. Aber mitten aus Diesem Triumphzug, Der ihr Ruhm und Ehre in reichstem Maße brachte, riß sich die Künstlerin los und folgte, unbekümmert um das Schicksal Der unvollendeten Königsstatue und eines erst zum d. h., sie sollen an der hellsten, von der linken Seite belichteten Stelle stehen. Wer für den „möblierten Herrn" einen alten Schreibtisch wieder gebrauchsfähig gestalten möchte, soll am besten einen Fachmann zu Rate ziehen und ihm die notwendige Arbeit überlassen. Es kommt nichts Dabei heraus, wenn ungeübte Hände mit dem teuren Ardcusmalerial umgehen; nach kurzer Zeit machen sich die alten Mängel wieder bemerkbar. Das grüne Tuch, das früher allgemein als Bezug für die Schreibtischplatte verwendet wurde, wird jetzt vielfach durch Linoleum Zersetzt. Man farm Die unvermeidlichen Tintenflecke aus Diesem Material leichter entfernen, außerdem ist es mottensicher. Alle Schlösser müssen von einem Fachmann nachgesehen und, wenn nötig, in Ordnung gebracht werden. Sollen neue Beschläge angebracht werden, so wähle man die einfachen, geradlinigen, sie lassen sich am leichtesten putzen: in Den Rillen Der Schnörkel, die heute niemand mehr gefallen, setzen sich stets Staub und Grünspan fest. Aus Den Schreibtisch gehört eine Stehlampe, Deren Beleuchtungs- fraft zum Lesen und zum Schreiben ausreichen muß. Der Lampenschirm gibt jedem, auch Dem einfachsten Beleuchtungskörper, eine persönliche Note. Früher waren Die grünen, gefälbelten Seide n s ch i r m e sehr beliebt, jetzt werden die Pergamentschirme bevorzugt. Sie dürfen nur nicht allzusehr gemustert sein, sonst hindern sie bei der Arbeit, eng f leier ein'arbiger Pap er'ampen- schirm eigr.'t siry für Den S prciblisch am besten. Auf das Schreibzeug sollte man stets sehr viel Wert Icqen. Wenn es zu groß ist, verstellt es den Platz; ist es zu klein, wird es leicht üle sehen und umgestohen. Die einzelnen Teile müjen zusammen passen, es wirkt sehr geschmacklos, wenn sie zusammengestückelt sind. Durch solche kleine Aufmerksamleiten gewinnt der einfachste Schreibtisch. Er braucht durchaus nicht der letzten Mode zu entsprechen, er braucht auch nicht aus echten Edelhölzern gebaut zu sein. älnD wenn man zum Lleberfluß noch ein paar frische Blumen in einer hübschen Vase auf die Schreibtischplatte stellt, Dürfte jeder Geistesarbeiter Daran seine Freude haben und Die fürsorgliche HanD Der Hausfrau anerkennen. Else Mie. Teil aus dem mächtigen Steinblock gehauenen „Gefesselten Prometheus" nur dem Zuge ihres Herzens gehorchend, dem Arzte und späteren Pro- feffor M o n g o m e r y als Gattin in die Ar- Wälder des fernen Westens, bis die Wagemutigen nach mancherlei kühner Pionierarbeit in Texas festen Fuß faßten. Künstlerisches Schaffen und segensvolles philanthropisches Wirken erfüllten ihr langes, reiches Leben: auch die Reue Welt kennt und rühmt die Tochter Westfalens unter ihrem deutschen Namen als „Miß Ney". Als eine Pionierin auch unter ihren europäischen Kunstgenossinnen erscheint uns diese tatkräftige, hohen künstlerischen Zielen zustrebende Frau. And wenn sich auch kaum irgendwelche direkte Fäden von ihr zu den heute nicht mehr als vereinzelte Ausnahmeerscheinungen dastehenden Bildhauerinnen spinnen, so ist doch das gleiche Dewußtwerden der erwachten Kräfte, der gleiche, alles beherrschende Wille zum großen Ernst und der monumentalen Strenge, der in unseren Tagen eine Käthe Kollwitz immer wieder zur Bildhauerkunst hinzieht, der — um nur eine oder die andere Künstlerin hier zu nennen — die kraftvollen Skulpturen der Renee S i n t e n i s, Millh Siegers und Emh Roeders, die große Porträtkunst der Russin Orlowa entstehen lieh, während das im Weibe schlummernde ewige Kind, hier gelenkt durch warme Mütterlichkeit, dort durch kapriziös-nervpse Launen, sich auslebt in den Puppenschopfungen Küthe Kruses und Lotte Pritzels. Tapfere Wegbereiterinnen in ein erst langsam dem Weibe sich erschließendes Reuland, das bedeuten uns diese durch äußere und innere Hemmungen, aber getragen von einer festen Willenskraft und dem anspornenden Sehnen nach einem noch unerreichten höchsten Ziel, geschaffen und gestrebt haben im Dienste einer strengen, ernsten ^?ttheit. . Wirtschaft. Jteue Goldabgaben Oer Reichsbank. Die Lage am Devisenmarkt, die auch weiter unter dem Druck des Auslandes steht, hat die Reichsbank gezwungen, erneut durch G o l d a b - gaben in Reuhork zu intervenieren. EZ ist wieder ein Goldaustausch mit der Pariser Rotenbant in Höhe von 8 Mill. Dollar vorgenommen worden, für den ein entsprechender Betrag von Berlin nach Paris überwiesen wird. Da die Devisenansprüche an die Reich ^bank stark bleiben, so dürften weitere Goldabgaben bevor stehen. Die im letzten Reichsbankaus- weis vom 11. d. M. eingetretene Entlastung ist inzwischen wieder vollständig ausgeglichen worden, die Gründe dafür liegen in dem Geldbedarf für Steuerzahlungen und darin, daß die Banken in zunehmendem Maße in der Annahme einer bevorstehenden Diskonterhöhung Wechsel rediskontieren, um sich noch zu dem jetzigen Diskontsatz einzudecken. Hierzu kommt der Geldbedarf des Reiches, welches den bekannten 150-Mi^lionen- Kontokorrentkredit von den Damen mitt erweile zurü^ezahlt hat. Cs wird also zum Ultimo des Monats beim Reich ein großer Kassenbedarf hervortreten. Besprechungen mit den Banken über die Finanzierung dieses Kassendedarss finden bereits statt, jedoch scheint es so, als ob ein neuer Kontokorrentkredit nicht gewährt wird, sondern daß eine Krediterteilung in anderer Form erfolgt. Wie hoch der Betrag ist, den die Reichsfinanzverwaltung braucht, steht noch nicht fest, jedenfalls liegt er aber nicht unter dem Betrage von 150 Mill. Mark. Entlastung des Arbeitsmarktes. Rach den jetzt vorliegenden endgültigen Ergebnissen der Arbeitsmarktstatistik ist die Zahl der Hauptunter st ühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und in der Sonderfürsorge bei berufsüblicher Arbeitslosigkeit in der Zeit vom 15. März bis 31. März um 440 000 Personen, d. i. um rund 19 Prozent gesunken.' Sie belief sich Ende März auf 1 885 000 Personen, wovon 1 456 000 auf die Arbeitslosenversicherung und 428 000 auf die Sonderfürsorge entfielen. 3n der Krisen- unterstühung ist eine kleine Zunahme der Anterstützten — von 177 000 auf 192 000 — eingetreten. Rach den vorläufigen Berichten der Landesarbeitsämter schreitet die Entlastung des Arbeitsmarktes auch seit dem 31. März weiter fort. Bankensusion in Frankfurt. 3n den gestrigen Aussichtsratssitzungcn der Deutschen Effekten- und Wechsel- Dank und der Deutschen Dereinsbank in Frankfurt a. M. wurde beschlossen, daß in den auf den 14. Mai einzuberufenden Generalversammlungen die F u s i o n der beiden Institute auf folgender Basis beantragt werden soll: Die Deutsche Dereinsbank K.G. a. A. wird von derDeutschenCffekten-undWech- s e l - D a n k in der Weise übernommen, daß den Anteilseignern der Dereinsbank auf nom. 3000 Mk. Anteile der Dereinsbank exkl. Dividende nom. 2000 Mk. Aktien der Cffektenbank extl. Dividende gewährt werden. Die Anteilseigner der Dereinsbank haben aber auch das Recht, ihre Anteile exkl. Dividende gegen eine Barabfindung von 100 Prozent bei der Effektenbank einzulic- fern. Zur Durchführung der Transaktion erhöht die Effektenbank ihr Kapital um nom. 5 Mill. Mark. Tie darüber hinaus zum Amtausch notwendigen Aktien werden der Dank von befreundeter Seite xuc Verfügung gestellt. Der anläßlich der Transattivn bei der Effektenbank entstehende Buchgewinn von 4.825 Mill. Mk. wird den offenen Reserven zugefühct. Diese steigen zuzüglich einer aus dem Dortrag entnommenen Spitze auf 7 Mill. Mk., so daß die insgesamt offen ausgewiesenen Mittel der Bank 22 Mill. Mk. betragen. Cs ist vereinbart, daß die Mitglieder des Aufsichtsrats der Verein-bank zur Zuwahl in den Aufsichtsrat der Effektenbank vorgefchla- gen werden mit der Maßgabe, daß die seither in beiden Aufsichtsräten vertretenen Firmen nur durch ein Mitglied vertreten sein sollen. Der bisherige Aufsichtsratsvvrsitzende der Vereinsbank, Julius Wertheimber, soll zum stellvertretenden Aufsichlscatsvorfitzenden der Effektenbank gewählt werden. Die bisherigen Geschäftsinhaber der Vereinsbank treten als ordentliche Mitglieder in den Vorstand der Effektenbank ein. Der Abbau der Angestellten wird, soweit notwendig, unter tunlichster Vermeidung von Härten vorgenommen werden. * Deutsche Vereinsbank K. G. a. A., Frankfurt a. M. Rach dem Bericht hat das Kontokorrentgeschäft im Iahre 1928 durch Aufnahme neuer Verbindungen wesentlich an Ausdehnung zugenommen, während das Emissionsgeschäft sich etwa auf Vorjahcshöhe hielt. Vereinnahmt wurden (alles in Mill. Mark) aus Zinsen 1.10 (0.94), aus Provisionen 0.89 (0.87) und aus Effekten 0.31 (0.29). Andererseits stiegen Ankosten trotz weiteren Abbaues infolge Zahlung von Abfindungen an ausscheidende langjährige Mitarbeiter auf 1.44 (138) und Steuern auf 0.278 (0.235). Durch Vornahme innerer Abschreibungen und Rückstellungen habe man der kritischen Wirtschaftslage Rechnung getragen. Aus dem Reingewinn von 689119 (670 262) Mark sollen wieder 5 Prozent Dividende verteilt, wieder 100 000 Mk. der Reserve zugeführt, 15 000 (20 239) Mark an Tantiemen ausgeschüttet und 124119 (100 222) Mark vor- getragen werden. * OrensteinL Koppel-A.-G. Der Aufsichtsrat beschloß, die Generalversammlung auf den 14. Mai einzuberufen. Laut Bilanz für 1928 betragen die Abschreibungen auf Anlagen 3 637 965 (im Vorjahre 930 512) Mark. In diesem Betrage ist eine Sonderabschreibung auf Maschinenkonto von 3 Millionen Mark (herrührend aus im Jahre 1928 der Gesellschaft aus der amerikanischen Freigabeforderung zugeflossenen, sich auf rund 3,3 Millionen Mark belaufenden Betröge) enthalten. Einschließlich 167 927 Mark Bortraq steht ein Reingewinn von 2 727 525 (2 024 506) Mark zur Verfügung, woraus 7 v. H. Dividende auf 480 000 Mark Vorzugsaktien, 6 (5) v. H. auf 36 Millionen Stammaktien verteilt, 300 000 (—) Mark der Benno-Orenstein-Stiftung zugesährt und 187 967 Mark vorgetragen werden sollen. * Vereinigte Glanz st offabriken- A. - G., Elberfeld schlagen nach 6,9 Millionen Mark Abschreibungen (im Vorjahre 4,7 Millionen) wiederum 18 v. H. Dividende vor. * Bayerische Staatsbank München. Im Geschäftsjahr 1928 wurde ein Reingewinn von 5,36 Millionen Mark erzielt. An Zinsen wurden in laufender Rechnung 17,74 Millionen, an Provisionen 4,56 Millionen vereinnahmt. Im Wechselver- kehr hat sich ein Gewinn von 7,46 Millionen, aus Wertpapieren ein solcher von 1,76 Millionen Mark ergeben. In laufender Rechnung wurden Zinsen mit 19,09 Millionen vergütet. Die Verwaltungsunkosten erforderten 6,88 Millionen Mark. * Bayerische Motorenwerke A.-G., München. In der Aufsichtsratssihung der Bayerischen Motorenwerke A.-G. München wurde die Bilanz für 1928 genehmigt. Diese umfaßt erstmalig auch die Zweigniederlassung Eisenach (vormals Fahrzeugfabrik Eisenach), welche sich seit dem 1. Oktober 1928 im Besitz der Gesellschaft befindet, und zeigt demzufolge durchweg erhöhte Zahlen. Der für den 22. Mai nach München ein- zuberufendcn G.-V. soll vorgeschlagen werden, aus dem nach 1 848 302 (i. D. 925 899) Mark Abschreibungen verbleibenden Reingewinn von 2 809 385 (i. V. 1 911 926) Mark einschließlich Vortrag dem ordentlichen Reservefonds 300 000 Mark zuzuweisen, wodurch dieser auf 2 700 000 Mark steigt, und eine Dividende von 14 Prozent auf das erhöhte Aktienkapital von 16 Millionen Mark (i. V. 14 Prozent auf 10 Millionen) aus- zuschütten. Der Rest von 159 384 (i. V. 156 662) Mark soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. * Commerz- und Privat-Bank A.-G., Hamburg. In der G.-V. entwickelte sich die übliche, recht ausgedehnte sozialpolitische Debatte. Der Angestelltenvertreter Marx formulierte seine Forderungen in zwei Anträgen, wonach aus dem Gewinn von 1928 dem Reservefonds nur 1,5 Mill, statt 2,5 Mill. Mk. überwiesen und der so gewonnene Betrag von 1 Mill. Mk. als Abschlußgratifikation an die Angestellten verteilt werden solle. Ferner solle zur Vermeidung von Härten aus eventuell nötig werdendem weiteren Abbau 1 Mill. Mk. zwecks Abfindungen bereitgestellt werden. Beide Anträge wurden abgelchnt. Der Geschäftsgang im neuen Iah re sei einigermaßen befriedigend. Die Dividende wurde auf 11 Prozent festgesetzt. Frankfurter Börse. Frankfurt, 17. April. (Eigner Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Tendenz: freundlich. Rachdem noch im heutigen Vormittagsverkehr im Anschluß an die gedrückte Stimmung der gestrigen Abendbörse die Haltung weiter lustlos war, machte sich zu Beginn der heutigen Börse eine allgemeine Beruhigung bemerkbar. Hinsichtlich der Pariser Verhandlungen war man optimistischer gestimmt, da bei der heutigen Vollsitzung endlich ein d e u t- schesMemorandum vorgelegt werden wird, und man hofft, daß auf dieser Grundlage die Verhandlungen weitergesührt und zu einem erträglichen Abschluß gelangen werden. Auch nahm das Geschäft in Spezi al werten wieder lebhaftere Formen an, da sich infolge der günstigeren Auffassung der allgemeinen Situation die Spekulation, sowie das Ausland etwas reger am Geschäft beteiligten. Zur zuversichtlicheren Stimmung trug noch der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit im Reiche bei. Auch machen sich Anzeichen, wenn auch nur in bescheidenem Maße, einer internationalen Geld- markterleichterung bemerkbar. Dem schwankenden Verlauf der gestrigen Reuyorler Börse wurde auf der anderen Seite kaum Beachtung beigemessen. Die Tendenz war freundlich, und es traten gegenüber der gestrigen Abendbörse Besserungen bis zu 2 Proz. ein, für bevorzugte Werte darüber. Im Vordergründe des Interesses standen Elektrowerte. Bei lebhafterem Umsätze gewannen Siemens 3,75, Schuckert 3,5, Licht und Kraft 3 und Bergmann 2,5 Proz. Vernachlässigt lagen dagegen Chade-A't'.en mit minus 1 Mk. Rachsrage bestand noch für Laurahätte mit plus 3 Proz.: sonst waren die Umsätze am Montanmarkt sehr bescheiden, nur Mannesmann und Ilse Bergbau, die bis 1.5 Proz. höher eröffneten, waren noch gesucht. Kaliaktien bis 3 Proz. höher. Der Farbenmarkt schloß sich nur z"aernd der Aufwärtsbewegung an. Farben gaben zur ersten Rotiz 3 und Schei'oeanstalt 1,5 P.oz. nach. Dankwerte waren zumeist bis 1,5 Proz. gebessert. Eine Ausnahme machten hier Reichsbankanteile, die bei lebhafter Rachfrage mit einem Gewinn von 3,5 Prozent aus dem Markt genommen wurden. Schiffahrtsaktien uneinheitlich. Am Automarkt waren Daimler leichter gedrückt. Von internationalen Werten bestand noch für Svenska mit plus 6 Mark etwas regere Rachfrage. Auch Kupferwerte waren auf höhere Londoner Kupferpreise gesucht, und Mansfelder gewannen etwa 2,5 Prozent. Zellstoffpapiere bis 1,5 Prozent abgeschwächt. Renten still. Deutsche Anleihen eher angeboten und leicht gedrückt. Im Verlaufe wurde das Geschäft im großen und ganzen wieder ruhiger, doch bestand für Spzialwerte weiter Interesse. Das Kursnivcau konnte sich bei diesen Papieren weiter bis zu 1,5 Prozent heben. Bergmann plus 3 Prozent. Später traten auf Gewinnsicherungen verschiedentlich Schwankungen ein, die Kursgestaltung war daher uneinheitlich. Am Geldmarkt trat für Tagesgeld mit 6,25 Prozent eine Erleichterung ein. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2175, gegen Pfund 20,476, London-Kabel 4,8540, gegen Paris 124,26, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 32,75, gegen Holland 11,0825. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. April. Infolge der schwächeren Auslandsnotierungen, die allgemein auf die Stimmung drückten, verkehrte der heutige Produktenmarkt in schwacher Haltung. Das Angebot wurde infolge dieser Lage größer und die Provinz gab in ihren Forderungen beträchtlich nach. So waren besonders Brotgetreide bei stärkerem Angebot bis 0,25 Mk. niedriger. Auch am Futtermittelmarkt zeigte sich größeres Angebot, so daß auch hier Abschwächungen im Ausmaße bis zu 0,25 Mk. eintraten. Das Mehlgeschäft war schleppend, doch blieben die Preise des wenig vorhandenen Materials gut behauptet. Es wurden notiert: Weizen 1, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 23,75; Roggen 22,75, Sommergerste für Brauzwecke 24; Hafer, inländischer, 24,00—24,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50 bis 22,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 33,00—33,50; Roggenmehl 30,00—31,00; Weizcn- kleie 13,50; Roggenkleie 14,25—14,50. Tendenz: schwach. Frankfurter Pserdemarkt. Frankfurt a. M., 16. April. Der heutige Pferdemarkt war mit 627 Pferden und 67 Wagen befahren. Der Handel setzte bereits in aller Frühe ein, und der erzielte Umsatz war größer als aus den Märkten in den Vormonaten. Die Preise bewegten sich etwa in den folgenden Grenzen: mittelschwere Arbeitspferde belgischen Schlages 1100 bis 1300 Mk., leichtere Arbeitspferde 750 bis 950 Mk. und Laufpferde 400 bis 600 Mk. Einzelne Tiere wurden auch zu Preisen über Rotiz gehandelt. Gesucht waren Schlachtpferde, besonders junge fette Ware. Bezahlt wurde für erste Qualität 42,50 Mk. je 50 Kilo und für zweite Qualität 37,50 Mk. Der nächste Pferdemarkt findet am 13. Mai statt. Frankfurter Eiergrotzhandelspreise. Frankfurt a. M., 16. April. Die kalte Witterung, in deren Zusammenhang die Preise für Gemüse, daS für Eiermahlzeiten in Betracht kommt, ziemlich hoch sind, blieb nicht ohne Einfluß auf den Eierabsatz. Obwohl sich die Eierpreise weiter senken konnten, erfuhr das Geschäft keine besondere Belebung. Die Großabnehmer sind daher sehr zurückhaltend, und die Stimmung ist flau. Das Angebot von Inland- sowie von Auslandseite ist sehr stark. Preise waren wie folgt zu hören: Deutsche Sier: 1. Vollfrische Trinkeier von 52 bis 58 Gramm 8,5 bis 9,25, von 59 bis 65 Gramm 10,75 bis 11, 2. aassortierte, kleine und Schmutzeier 71/2 bis 8 Pf. Aus land ei er: Holländer, Belgier, Italiener und Memelländer von 57 bis 62 Gramm 8,25 bis 9,75, von 63 bis 68 Gramm 10 bis 10,75 Pf. das Stück. Büchertisch. — Deutsches Eherecht. Von Rechtsanwalt Dr. A. Marx. Verlag W. Stollfuß, Bonn. Mk. 1,25. (142.). In der volkstümlichen Sammlung „Hilf dir selbst" wird hier von autoritativer Stelle über Verlöbnis, Eingehung der Ehe, Richtigkeit und Anfechtbarkeit, Wirkungen der Ehe, Güterrecht und Ehescheidung in gemeinverständlicher Weise alles gesagt, was jeder wissen sollte, gleichviel ob Verlobung bzw. Heirat bevorsteht oder letztere bereits erfolgt ist. Eine übersichtliche und klare Darstellung der reichsgesetzlichen Bestimmungen. — Fritz Cronheim, Erweckung und Gefolgschaft im Urchristentum. Band 325 der Weltgeist-Dücher Verlags-Gesellschaft m. b. H., Berlin - Charlottenburg 2 (151). — Richt um der theologischen oder historischen Problematik willen betrachtet und untersucht Cronheim die Vorgänge religiöser Erweckung und Gefolgschaft im frühesten Christentum, sondern, weil er bereits im Akt der Bekehrung das neue Din- dungsprinzip als Keim neuen, staatlichen Lebens erkennt. So erfaßt er — durchweg auf das Wort der Evangelien, der Aprokryphen und der apostolischen Briese gestützt — mit der Gründlichkeit des Philosophen und der Darstellungskraft eines Künstlers Wesen und Werk des Religionsstifters und seiner das christliche Reich entwickelnden nahen und fernen Folger. Letzte Nachrichten. Schweres Eisenbahnunglück in Belgien. B r ü f f e (, 17. April. (TU. Drahtbericht.) Auf der Strecke Brüssel — Mons, dle der Pariser Schnellzug am Mittwochmorgen durchfuhr, ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. Der Schnellzug fuhr in einen Gülerzug hinein und schob sich durch den Harken Anprall ineinander. Bisher wurden lOToteundZOBerlehte aus den Trümmern geborgen. Bei den verletzten ist der Zustand einer großen Anzahl besorgniserregend. Der belgische Lisenbahnminister ist sofort nach Bekanntgabe des Unglücks an die Unfallstclle, die sich bei h a l (Provinz Brabant) befindet, abgereist. KurszeiieL der BerSmsr und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. Frankfurt a M. Berlin Schluß- Kure 1 Uhr- Kure Schluß-!Ansang> Stur? I Kurs Datum 16-4. 17-4. 16 4. 17 4. 6% Dt. Relchsauleihe o. itiz, 87,13 — 87,5 - Dl. MnL«IMblöL«r ffinlhrtf*. . 24 9 4% Ungarische Staatür. v. 1910 _ 2b25 <■/>% desgl. von 1913 . . — — 22,13 _ 4% Ungansche Kronenrte.. . 2,13 2,1 2,15 2,13 4% Türk. Zollanlethe v. 1911 . . 4% TürNsche Bagdadbahu-Anl.. 10,3 10,5 Serie l........ — — 10,25 10 4% desgl. Serie 11..... 10 _ 10 10,25 4% Rumänen convert. Mte. . 8,65 _ l¥*% Rumänen QSolbanL von 1913 17,75 — 17,9 — Lllg. Deunche Eisenbahn . . 4% _ _ _ Hamburg-Amerika Paket . . . b 120,25 120,75 120,5 120,5 Hamb.-Südam. Dampssch. . . b Hansa Dampsschiss..... 10 — — 155,75 155 Rorddeulscher Lloyd .... . b — 114,5 114,25 114,25 Allg. Deutsche Creditanlk. . . 10 131 130,9 130,9 Barmer Bankverein ... 10 134 ___ 134,4 Berliner Handelkgeselisch. . . 12 226,5 227 227,75 227,5 Commerz, und Privat-Bank . 11 201 202,5 200,5 201,75 Darmst. u.Rationalbank . . 12 272,65 270,5 270,25 Deutsche Bonk . . . 10 167 168,25 167,5 168,3 Ditkonto-Gesellschost AM.. . 10 160,25 160,5 160,5 161 Dresdner Bonk - . 10 163 164.25 163 95 164 5 Mitteldeutsche Erebtrdauk . . . 9 191.25 Melallbank ...... . . 8 _ 12 315 318,25 316,25 318,5 Frankfurt o M. Ber-in Schluß. l-Ubt- Schluß- Anfang fln re Kurs Kurs Kurs Tatum 16.4. 17.4. 16.4. 17-4. A.E.tÄ.......... . b 174 175,25 "iTTjT 174 Bergmann........ . 1) 225 227,5 226,5 226,75 Elcktr. Lieferungen ..... 10 — — 168,5 169 Licht und Kraft...... 10 217,25 220,25 217,5 220,25 Felten L Guilleaume. » . . . 6 140 141,75 138,65 141,25 Ges. s. Elektt. Untern..... 10 230 233 231,5 233,75 Hamb. Elektt. Werke .... 10 —- — — — Lihciii. Elektt........ . 9 — — 170 210,5 Schlei. Elektt........ 10 — — 211,5 — Schuckert......... . 8 242,5 246 242,75 246 Siemens 4 Halske ..... 1'2 392 395,75 392,25 393 Transradio . . ...... . 8 — — 152 152,75 Lahmeyer 4 Co...... . 10 171 170,75 171,25 Buderus...... . . . 5 — — 77 — Deutsche Erdöl ...... . C 124 124,5 124,9 124,5 — — 123,25 — Gelsenkirchener ... t. 'A 3. 4 131,5 131,6 132,13 131,6 Harpcner ........ . 6 138 — 138,5 138,75 Hoesch Eisen. ....... . 8 — 124,65 — 3>je Bergbau....... . 8 214 216 215 — Klöcknermcrkc ....... — 105,5 106,75 106,13 Köln-Neuessen. ...... . 9 — 123,75 124,5 Mannesmann....... . b 119 120,25 119 120,5 Mansfelder ........ 132,25 134 132,25 132,75 L berfchles. Eifcnb. Bedarf . . . 'j — 88,65 88,5 Oberschlef. Koküwerke. . . . . c — — 104,C5 104,5 Phönix Bergbau...... d'/r 94,5 — 95,13 95,25 Rheinische Braunkohlen. . . 10 287 — 287 286,5 Rheinstabl . . s. % Jahr VA 124 124 124 122,75 Riebcck Montan...... 7/2 Bereinigte Stahlw. .... . C — — 92,4 _ Olavi Minen . . ..... 2 sh — —— 66,65 67,4 Kali Aschersleben ..... 10 242 244,75 243,75 244,25 Statt Westeregeln...... 10 248 248 04 g Kaliwerk Salzdetfurth ... 1b 376 378 377 377 3 G. Farben-Jnbusttie . . . 12 248 248,75 248,75 248 Dynamit Nobel ...... . 6 116 ScheioeanstaU. ...... . 9 — 166,5 Goldschmidt . ...... . 6 90 90,65 90,75 Nütgerswerke . ...... . 6 93,13 — 93,25 93 MelallgcleUlchaft. . . . . . 11 135 136 135,5 136 Banknoten. Franlfuri a. M. Berlin Schluß- Kurs 1-Unr- Kurs Schluß. Kur« Anfang Kurs Datum 16.4. 17.4. 16.4. 17 4- Phuipn voizmann......7 125 125 — — Heidelberger Gement .... 10 150,75 — —- — Gement Karlstadt ...... 8 179 — — — Waob & Freitag......10 132,25 132 133 — Schultheis Pahenhofer ... 15 — — 305,13 304,25 — — 253 253.5 3er. Glanzstoss......18 463 463 464 462 Bemberg.........14 — — 361 359,5 Zellstoff Waldhos.....12 —— 268,25 269,25 268 Icllslojf Aschaffenburg ... 12 — 189,5 188,75 Eharlottcnbnrgcr Wasser ... 7 — — 115,75 115,25 Schauer Gas........8 — — 212 213,75 Daimler Motoren......0 61 60,75 61,25 60,75 Deutsche Maschinen-Fabrik . . 0 54,9 55 Adlcrwerke Ktever......ö 52,25 — 52,75 52,25 Lubw. Loewe..... . 10 — — 216,5 218,75 Nat. Automobil.......0 — — 31,25 Orenstein & Koppel.....6 — — 97,65 96 Leonhard Tiey . ...... 6 — — 293,5 297,75 Bamag-Meguin ....... 0 _ —— Franlf. Maschinen......6 — — 61,13 - 0) rinnet...... 11 86,5 _ 86,5 _ Heyligenstaedt ....... 0 — — — Fnnghans..........4 70,75 _ 71 __- Lechwerkc....... 8 114 _ _ Mainkraftwerke ...... 8 117 —- — Mag........ io 130 _ 130 129,5 Nekarfulmer ........ 8 18 _ 18,9 Peters Union ........ 8 119 119,25 117,5 _ Gebr. Roeder ....... 10 116,5 _ Voigt & Haesfner......8 213 _ 213 Sübd. Zucker...... . 8 152 153 152,5 — Berlin, 16. April (Selb Brief Ameritani'che 'Jioten..... 4,218 4,238 Belgische Noten........ 58,42 58,66 Tonische Noten ........ 112,05 112,49 Englische Noten........ 20,46 20,54 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Berlin 16. April Geld «rief französische 'Jioteii..... 16,43 16,49 Holländische Noten...... 168,86 169,54 Italienische Noten ...... 22; 08 22,16 Norwegische Noten...... 112,16 112,60 Deutsch-Oesterr., 4100 Kronen 59,09 59,33 Rumänische Noten...... 2,49 2,51 Schwedische Noten...... 112,40 112,84 Schweizer Noten....... 81,15 81,47 Spanische Noten....... 63,46 63,74 Tschechoslowakische Noten .. 12,43 12,49 Ungarische Noten....... 73,20 73;50 16. April 17. April Amtliche Notierung Amtliche Notierung ' Well» «ncr (Selb Brief Amtt-.Rott. 169,15 169,49 169,22 169,56 ' Bue 11. Aires 1,771 . 1,775 58,625 1.772 1.776 Brff-Antw- 58,505 58,52 58,62 Chrirtiania. 112,56 112,34 112,35 112,57 Kopenhagen 112,32 112,54 112,35 112,57 Stockholm - 112,55 112,77 112,54 112,76 Helnngfors. 10,594 10,614 10,59 10,61 Italien. . . 22,065 22,105 22,06 22,10 London. . . 20,449 20,489 20,452 20,492 WcuDort . . 4,2130 4,2210 4,2130 4,2210 Paris... 16,46 16,50 16,45 16,49 Schweiz . . 81,11 81,27 81,10 81,26 Spanien. 62,74 62,86 62,44 62,56 Japan .. . Rio de Jan 1,875 1,879 1,871 1,875 0,4995 0,5015 0,500 0,502 Wien in D-- Ceft. abgcst 59,02 59,18 59,14 59,26 Prag . . . . Belgrad . . 12,446 7,421 12,466 12,46 12,48 7,407 7,407 7,421 Budapest. . 73,51 73,37 73,37 73:ä Bulgarien . 3,053 3,047 3,04 Lissabon . . Danzig. . . 18,87 18,91 18,85 18,89 81,74 81,90 81,73 81,89 Konst.nlin- 2,074 2,078 2,078 2,082 Athen. . - 5,48 5,49 5,455 5,465 Canada 4,180 4,181 4,177 4,185 Uru uat). . 4,176 4,134 4,166 4,174 Cairo ■ . • 21,02 20,98 20,98 21,02