Nr. 14 Erstes Blatt Vonnerstag, 17. Januar 1929 179. Jahrgang j|d)t Brauns S Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorfchrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den An» zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Minister Brauns zur Lage Gcgeri den unumschränkten Parlamentarismus. s» $ M 4*. 'i zj ß $ Der schlesische Sejm fordert sofortige AusVeisung der deutschen Ingenieure Ein dahintautender Antrag der Regierungspartei angenommen. 9»-n » '<« £ « 9<Ä ’.«50, Z N°dchA''S «örk. 168,16 -- Ä 112,15 Poung in den Sachverständlgenausschutz zu berufen. Der Botschafter werde, sobald Washington zugestimmt hat, nach Beuyork fahren, um Morgan und Boung persönlich ein» zuladen. Morgan beabsichtigt, Owen Boung als K o nf e ren z v or s i h end en vorzuschlagen, um so dem Wunsche der europäischen Mächte entgegenzukommen. Es heißt, daß die Washingtoner Regierung diesen Wunsch kaum ablehnen werde. 36.M ur.r» iv-f. "«'S i Jfi io M,39) "«.Z fll Ä l.** I.4W ii,^ *s Ä tg Jfl,* denjenigen, der hier sein Derantwortungsbewuht- sein in einem recht merkwürdigen Lichte zeigte — ist doch die Denkschrift nur einem ganz engen Kreise von Personen zugänglich gemacht worden --, ausfindig zu machen. Die Denkschrift besagt ja nichts Neues. Sie deckt sich beinahe wörtlich mit jener R e v e , die der Reichswehrminister anläßlich des sozialdemokratischen Antrages auf Einstellung des Panzerkrcuzerbaus im Reichstag hielt. Die einzelnen Gründe, die General Groener dabei für die Erhaltung unserer Marine anführt, sind nach keiner Richtung hin neu. Sa, man kann beinahe sagen, daß sie jedes Kind im Schlafe hersagen kann. Ob die Gründe in militärischer Hinsicht überzeugen können, muß dahingestellt bleiben, auf jeden Fall wird der englische Marineminister lächeln, wenn ec sie liest, da er nur zu gut weiß, daß nur ein englisches Llnterseebvot genügt, um die paar deutschen Panzerkreuzer sang- und klanglos in die Luft zu sprengen. Auf jeden Fall aber können die Worte Groe- ners auch heute nur in jeder Beziehung unterstrichen werden, sind doch seine Gedanken getragen von dem 'Bewußtsein, wie es die Mehrheit des deutschen Volkes hat. daß das friedliche deutsche Volk zumindest alles tun muß, um seine Existenz verteidigen zu können, und seine Neutralität zu erhallen. Diese Worte bedeuten nach keiner Richtung hin eine Abweichung von der deutschen Friedens- und Verständigungspolitik. 3a, im Grunde genommen sind sie vorzüglich geeignet, den aufrichtigen Leser dieser Worte, wenn er wirklich den Mut hat, sich zu seiner Aufrichtigkeit zu bekennen, von der unerschütterlichen Friedensabsicht Deutschlands zu überzeugen. Die nächsten Tage werden das oben zitierte ausländische Pressegeschrei bringen. Dann wird es sicher wieder ruhig um diese Frage werden. Eins aber sollte der Verrat der Denkschrift zu lehren geben, daß wir in Zukunft lieber alles laut sagen, um den anderen keine Veranlassung zu einer Hetzkampagne zu geben. Freiburg i.D., 16. San. (WB.) Sn einer Zentrumsversammlung bezeichnete es der frühere Reichsarbeitsminister Dr. ~______5 als zweifelhaft, ob gerade jetzt der günstigste Zeitpunkt für die Aufrollung der R e- p„a r a t i o n s f r a g e sei. Die durch den ausländischen Kapitalzufluh in Gang gebrachte deutsche Wirtschaft werde erst in der kommenden Zeit beweisen müssen, ob sie von sich aus der Schwierigkeiten Herr werden könne. Lleberhaupt sei jeder Optimismus in der Frage der Reparationen unangebracht. Sn der Snnenpolitik sei die Verfassungsreform die wichtigste. Das Zentrum sei nicht nur Bürger, sondern auch Bürge des Dolksstaates, das bedeute aber nicht, dah i I g Ä I.'l Ü.I8 i .,#t ft! Eine geheime Denkschrift Eroeners in England veröffentlicht. Ein vertrauliches Memorandum des Reichswehrministers über die Notwendigkeit des Panzerkreuzerbaus erscheint in einer britischen Zeitschrift. -mWes. « heiliges M , Vertreter der ÄS* IIL jolgend. lur de" « , verordnet, im- W y oilegien dieser öiw r.» 5ladt Verlia- * be begründen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für2wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrankfurtam Main 11686. kattowih, 16. Ian. (IIL) Nach dem Zusammenstoß zw.schcn Stresemann und Zaleski aus der letzten Völkerbundstagung in Lugano wird von der polnischen Presse und den polnischen Verbänden eine wüste Hetze gegen die deutschen 3 n - genieure in der O st oberschlesischen Schwerindustrie getrieben. 3n der Mittwoch- sihung des Schlesischen Sejms ist von der Regierungspartei ein Dringlichkeitsantrag eingebracht worden, der den Wojwoden auffordert, Feststellungen zu treffen, wieviel deutsche Kräfte in der ostoberschlesischen Industrie noch vorhanden sind. Weiter verlangt der Antrag sofortige Ausweisung aller Ingenieure und Direktoren deutscher Staatsangehörigkeit. Vor allem sei der Nachweis zu erbringen, daß Polen keineswegs von deutschen Fachkräften abhängig ist. Namens des Deutschen Klubs wandte sich Ehesredakteur Dr. Pont gegen diesen Antrag und betonte, daß die oberschlesische Bevölkerung keine nationalen Phrasen, sondern Arbeit und Brot wolle. Aber Arbeit und Brot würden in Oberschlesien nur dann vorhanden sein, wenn der Friede herrsche. In namentlicher Abstim- mung wurde der Antrag mit 16 gegen 13 Stimmen bei 19 Enthaltungen angenommen. Echo der Zaleskr-Nede. Berlin. 16. San. (Sil.) Sn politischen Krei- fen Bertens ist nicht unbemerkt geblieben, baß Zaleski in seiner Rede, die er gestern im Auswärtigen Ausschuß des Sejm gehalten hat, einen milderen Son anschlug, als in seiner letzten Vede über die ‘Begebungen mit Deutschland. Trotzdem kann man nicht umhin, auf einige Punkte hinzuweisen, die der Richtigstellung bedürfen. Dabei handelt es sich vor allem um die Behauptung, Deutschland betreibe eine Revision spropa- ganda. Es wird darauf hingewiesen, daß angesichts dec unerträglichen Grenzverhältnisse die Frage einer Grenzregulierung zu einem späteren Zeitpunkt, natürlich auf Grund des Versailler Vertrages, im Auge behalten werden müsse, daß aber von einer Revisionspropa- ganda durchaus nicht die Rede sein könne. Auch die Behauptungen Zaleskis in dec Minderheitenfrage bedürfen der Richtigstellung. Zaleski hat behauptet, daß ebensoviele Polen in Deutschland lebten, wie Deutsche in Polen. Tatsache ist, daß in Polen 1 200 000 Deutsche leben, während sich in Deutschland — ein sch l. der Wanderarbeiter — nur 600000 Polen aufhalten. Was die Erklärungen Zale- Owen Young Vorsitzender des Sachverftändigenkomitees? Keine Nücktrillsabsichien Parker Gilberts. Deuyork, 16. San. (Sil.) Parker Gilbert erklärte zu den Gerüchten über seine angeblichen Rücktrittsabsichten: „Das ist das erste- mal, daß ich davon höre. Sch glaube, diese Erklärung genügt!“ Trotzdem wird hier erneut davon gesprochen, daß Parker Gilbert in das Bankhaus Morgan eintreten werde, falls die Sachverständigen eine Lösung der Reparationsfrage finden sollten. Man weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß der Posten des Reparationsagenten zu einem reinen Derwaltungsposten werden würde, falls _ es gelingen sollte, die Reparationsfrage endgültig zu lösen. Sn Washington erwartet man am Dienstag den Besuch des englischen Botschafters im Staatsdepartement zur Unterbreitung der Vorschläge, Morgan und T^. z:.6 Ä im U « -UZ Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Druck und Verlag: vriihl'sche Universitäts-Buch- und Vtekndruckerel R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. ""ehr ein W® l\M bei » stampf ;n x«*001 LM tot wÄÄ । ist uberbamif S abJMrtfr- WZ _12 v-h. uni Tiamstois .bier die Jturje reiht mih- hier non lauft ^"eiz wissen, die EIM Ungeklärte Lage in Kabul. Wird der neue König des Aufstandes Herr werden? Kairo, 16. San. (Sei.) Wie aus Kabul berichtet wird, verlangen die Aufständischen von dem neuen König, daß Amanu llah vor ein Kriegsgericht gestellt wird. Batscha-S- Sakau verlangt seine Beförderung zum General sowie die gerichtliche Verfolgung aller Mitarbeiter der Refonn Amanullahs. Das Flugzeug. mit dem Amanullah nach Kandahar fliegen wollte, soll im letzten Augenblick von den Aufstcnrdischen geraubt worden fein. Englische Nachrichten besagen, daß Amanullah sich zusammen mit seinem Bruder im Schlosse auf* hält und daß Königin Suraja sich bei ihm befindet. Die türkifche Mission, die kürzlich in Afghanistan eintraf, wird sich wieder nach ihrer Heimat zurückbegeben. Englische Meldungen bestätigen, daß die Abdankung Amanullahs die Aufstände in Afghanistan nicht beendet hat. Amanullah habe in der letzten Zeit zahlreiche Warnungen erhalten, daß fein Leben in Gefahr fei. Obwohl ein beherrschter Mann, habe er persönlich eine Entscheidung getroffen, die Afghanistan in weiteres Unglück stürzen fönne. Englische Kreise in Sndien feien der Auffassung, daß sich auch der britische Gesandte in großer GefaHr befinde, nachdem der Einfluß Amanullahs beseitigt sei. Ser neue Herrscher sei anscheinend nicht die starke Persönlichkeit wie sein Bruder. Sn Sndien fei bereits die Rede davon, daß während der nächsten zwei Sahre keinem Europäer das 'Betreten Afghani st ans erlaubt werde. Der Vertreter der afghanischen Regierung in Karatschi, ein persönlicher Freund des neuen Königs, habe erklärt, die Thronbesteigung Snayat- ullahs stelle wahrscheinlich den Versuch dar. die Aufständischen zur Niederlegung der Waffen zu veranlassen. Nach den bis znm Spätabend des Mittwoch ein- aegangenen Mitteilungen aus Afghanistan ist die Lage in Kabul nach wie vor sehr unklar. Für die Sicherheit der europäischen diplomatischen Vertretungen in Kabul besteht vorläufig keine Besorg- nis, doch wird betont, daß für alle Fälle von den englischen Behörden in Indien die Lage sehr aufmerksam verfolgt wird. Zwischen den maßgebenden Stellen in Indien und der Londoner Regierung ist ein ständiger Meinungsaustausch im Gange, offenbar, um etwa notwendig werdende wichtige Entscheidungen ohne Verzögerung treffen zu können. Sowohl die afghanische Gesandtschaft wie das britische Außenministerium sind vorläufig noch in direkter Verbindung mit Kabul. Die afghanische Gesandtschaft erklärt, daß die Abschaffung der Verfassung oder die Auflösung des Parlaments wenig wahrscheinlich seien. In Neu- Delhi sind Berichte eingegangen, wonach die Rebellen Iagdalak etwa in der Mitte zwischen Iallalabad und Kabul angegriffen und eingenommen haben sollen. Die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion veröffentlicht Nachrichten aus Kabul, wonach um bie Stadt scharfe Kämpfe im Gange seien. Die Aufständischen sollen erklärt haben, den Zusagen des Königs Amanullah und dessen Bruder nicht zu trauen. Sie verlangen, bie englische Gesandschaft in Kabul solle bie Garantie dafür übernehmen, daß Amanullah und sein Bruder bie Reformen a u f h e b e n. Die Funkoer» binbung zwischen Kabul und Taschkent ist bisher noch nicht wieberhergestellt. Auch bie Flugzeugver» binbung kann infolge hohen Schnees nicht aufrechterhalten werben. skis zu den deutsch-polnischen Handelsvertrags- Verhandlungen angeht, so hat Polen bis aus den heutigen Tag noch nicht in genauer Form seine Forderungen dacgelegt, obwohl es immer das Gegenteil behauptet. polnische Minderheilenpoliiik. Illustration zur Zaleski-Rede. Berlin, 16. San. (SH.) Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" beschäftigt sich mit den zahlreichen Uebergriffen der polnischen Verwaltung gegenüber der deutschen Minderheit in Polen und erwähnt dabei u. a. folgenden neuesten Fall: Was die Polen bei ihrer Liquidierungswut gerade an den zahlreichen Heimen der deutschen Frauenvereine. an den Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen gesündigt hätten, sei der Welt meist unbekannt. Bisher verschont geblieben sei das evangelische Diakonissen Haus in Thorn, ein Muster an Sauberkeit und Ordnung. Wörtlich schreibt die Zeitung: „Sn seinen 'Betten werden zu 90 v.H. polnische Kranke von acht deutschen evangelischen Schwestern des Königsberger Diakonissenhauses musterhaft verpflegt, von denen sieben die polnische Staatsangehörigkeit besitzen. Nachdem bereits im Herbst eine reichsdeutsche 'Schwester zur Abwanderung gedrängt wurde, soll jetzt auch die letzte reichsdeutsche Pflegerin, die Schwester Amalie Block, ihre Arbeit verlassen.'' Bosnier unb Wfwr ch, duesmattt mar Äfi^ heute iiriZusMiM Arminen Gefragter, ber & »eranbert. Lagergeld 4 bis | 5 bis 8^ o.fj., NaniuvM iertaf zeigte lein einheitlich« Wonbers stark gedrückten 2 v.h. erholen, bo bk eile Deckungen vomhin. 3 -G.-Farben und am Dorn eidenwerten (äpm "den. Die Kurse waren hi« ungen ausgesetzt. r tzetrcir:vorje. Ü, 16. 3cm. Der Produkte te in Wer Haltung. Lö ' in kleinsten TrenM, da k rnvtierungen etwas verstürv i zur Zurückhaltung mdr? en jedoch im allgemeinen er iachstage bestand weiter fi .trar von feiten der M 2m MhlmarÜ r tut für April- und Mai euw Zntensst. 64 W 2350; Logzen 23; Svmn- e 2425 bis 2450; inL^ dä (gelb) für SW-, uM süddeutsches Lpez^ Oie Oenkschrist. London, 16. Ian. (WTB.) In der Januarnummer der Zeitschrift „Review o f Reviews" veröffentlicht „Nauticus" die Ueber- setzuna einer angeblichen Denkschrift des Reichswehr mini st ers Gr. oener, durch die er die deutschen Parteifiihrer davon zu überzeugen gesucht habe, daß der Panzerkreuzers gebaut werden müßte. In der Einleitung sagt „Nauticus": „Die Denkschrift wirft ein Helles Licht auf die deutsche Seepolitik. Sie enthüllt auch die Ansichten des Reichswehrministeriums über die jetzige internationale Lage und ist daher eines der mtereffanteften Dokumente der Nachkriegsjahre. Offenbar sollte bie Erklärung General Groeners die beutschen politischen Führer für bie Bewilligung bes Voranschlags des Panzerkreuzers günstig stimmen. Gewichtige Einwendungen könnten gegen feine Argumente erhoben werden, ich halte es aber für bas Beste, von jeber Bemerkung ober Kritik abzusehen unb bie Denkschrift, bie bisher geheim- gehalten würbe, für sich selbst sprechen zu lassen". Die Uebersetzung beginnt: „Vertraulich. Der Reichswehrminister. Be.lin, November 1928. Das Panzerschiff." In dem Text wird u. a. ausgeführt, völlige Verteidig ungslosigkeit eines Landes bedeute geradezu eine Einladung an Mächte, die deutsches Gebiet begehren. „Würden nicht die Polen geradezu nach Ostpreußen I) i n e i n g e l o d t werden, wenn sie nicht mehr fürchten müßten, ihren Weg durch Verteidigungs- Mittel gesperrt zu finden? Wenn unsere Grenzen wirklich sicher sind, dann ist dies der Fall, weil der Staat seine Kräfte, und vor allem bie Verteidi- gungsftreitfräfte, in die Hand genommen und sie entwickelt hat. Er schuf ein Risiko für A n - greifen, bas wirksam sein wirb, wenn unb so lange der Staat seine Waffen scharf hält. Die bewaffneten Streitkräfte haben einen Einfall auf deutsches Gebiet zu verhindern unb die Grenzen zu schützen, bis entweder der Völkerbund oder eine Großmacht zugunsten Deutschlands interveniert." Die DenF^-ri,. erinnert an die Bei Vergreifung von Fiume durch Stallen, von Wilna durch Polen und von Memcl durch Litauen und sagt: „Sn jedem dieser Fälle war der Zweck des Cin» lalls, eine vollendete Tatsache zu schaffen, und feine Wirkung war, bdfo Die Besitzergreifung des Gebietes zu einer gesicherten Sn« Besitznahme wurde. Das Verhalten Polens ist ein weiterer Beweis dafür, daß dieser Fall tatsächlich eintreten (ann. Polnischer Hunger nach deutschem Gebiet in Ostpreußen oder Ober- ichlesien und polnische polick!che Betätigung sind leine Geheimnisse." Weiter wird unter anderem die militärische Ausbildung polnischer ziviler Vereine im Grenzgebiet erwähnt und gesagt: „Die Zeichen deuten an, daß sowohl wirtschaftlich als auch durch Bearbeitung der Einwohner die Polen ein Sprungbrett für einen Einfall schaffen." Dann wird als Aufgabe der Verteibigungsstreit- Iräfte der Schutz der Neutralität im Falle eines Konfliktes zwischen fremden Mächten erwähnt. Ls wird hingewiesen auf bie Gegensätze zwischen der Tschechoslowakei unb Italien, Italien unb Jugoslawien, Polen unb Litauen mit Rußland im Hintergrund, England und Rußland sowie England unb Frankreich einerseits unb Amerika andererseits. ,Es ist bloß eine Frage der Zeit, daß diese Gegen- ätze ausgefochten werden." Hierauf wird bie Ver - : e i b i g u n g Ostpreußens gegen einen polnischen Einbruch ausgeführt, in einem solchen Falle würde eine Versorgung Ostpreußens mit Mannschaften und Munition nur auf betn Seewege möglich fein. Die deutsche Kriegsflotte werde hierzu wr in der Lage sein, wenn sie in der Ostsee gegenüber Polen bas Uebergewicht habe. Gegenwärtig besitze sie es, werde es aber in Zukunft vielleicht acht mehr besitzen, wenn sie mit einer polnischen, duich französische Schiffe verstärkten Flotte zu rechnen haben werde. Am Schlüsse wird noch unter möerem gesagt, der Bau der Schiffe sei auch notwendig für bie Ausbildung und Erhal - iung des Kampfgeistes der deutschen Flotte unb sei aus wirtschaftlichen G r ü n- d e n erforderlich, weil bie Instandhaltung der völlig veralteten Linienschiffe immer teurer werde. Indiskretion oder Diebstahl? Berlin, 16. Ian. (TU.) Die von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist die in der „Review of Ileviews" veröffentliche vertrauliche Denksä)rift des 2eichswehrministers außer den Kabinetts- Mitgliedern auch auf besonderen Dunsch einigen Länderregierungen sowie einigen Leichstagsabgeordneten, die an der Aussprache über die Panzerkreuzerfrage beson - 1>e rs beteiligt waren, zugestellt worden. Die Untersuchung, a u f w e l ch c w e i s e die Denkschrift ober eine Abschrift dieser Denkschrift von irgend- eInem Inhaber dieser Denkschrift in englische Hände geraten ist, dauert noch an. Im Gegen- I°h zu einet Blättermeldung handelt es sich nicht um eine Denkschrift der Reichsregierung, sondern des Reichswehr Ministers. Im übrigen oer- biene hinzugefügt zu werden, daß in der englischen au — Veröffentlichung, die sich ziemlich wörtlich mit der deutschen Denkschrift deckt, irgend etwas sensationelles, das über das bekannte und in den Aussprachen des Reeichstages Gesagte hinausgeht, nicht enthalten ist. Verpuffte Gensation. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 17. San. Wickham Steeb, der Herausgeber der englischen Zeitschrift „Review of Reviews", der so gern der König der Reporter sein möchte, und auf eine bisher noch nicht aufgeklärte Weise, die ihm vielleicht manches Pfund Sterling gekostet hat, wenn nicht andere politische Machinationen im Spiele gewesen sind, die vertrauliche Denkschrift des Reichswehrmini- sters über den Panzerkreuzer A zu veröffentlichen- in der Lage war, wird sicherlich wenig Freude mit seiner Publikation erleben können. Mag sein, daß er auch noch manches Pfund Sterling zur Finarczierung des nunmehr zu erwartenden Echos in der Presse verwandt hat, wobei man schon int voraus fast wörtlich die einzelnen Kommentare zitieren könnte, die wieder etwas von Deutschlands geheimen Rüstungen, von der deutschen älnehr- lichkeit und dergleichen wissen wollen, um immer wieder ihre alten reichlich abgegriffenen Phrasen geistlos ins Feld zu führen. Vielleicht wird er auch noch andere derartige „Sensationen" in Reserve haben, ist man es doch bei ihm gewöhnt, daß er in solchen Fällen zumeist mit einem Mitrailleusen- Feuer aufwartet, das gewissen Auslandskreisen eine angenehme Anregung zur Hetzkampagne stumpfsinnigster Art gegen Deutschland bietet. Das spielt int gegenwärtigen Augenblick eigentlich keine große Rolle. Die Veröffentlichung selbst kann aller Wahr- sckteiulichkeit nach nur durch eine geradezu beispiellose Sndiskretion ermöglicht worden sein, doch wird es wohl kaum jemals gelingen, da« P arlamenl unk' die von ihm abhängige Regierung unumschränkte Macht haben müsse. Man brauche nicht zu Stahlhelm-Mitteln zu greifen, um das Verantwortungsbewußtsein des Parlaments zu stärken. Es genüge schon, wenn gegen die schrankenlosen Agitationsanträge ein Damm durch dos Vetorecht der Regierung geschaffen werd«. Oie Kleinrentnerfürsorge. Stellungnahme der Reichsregierung. Berlin, 16. Ian. (WB.) In der heutigen Sitzung des Sozialpolitischen Ausschusses des Reichstages gab ein Vertreter der Reichsregierung folgende Erklärung ab: »Die Reichsregic- rung wird sich dafür einsetzen, daß die Dorfristen und Reichsgrundsähe für Kleinrentnerfürsorge überall so durchgeführt werden, wie es das soziale Bedürfnis der von der Geldentwertung betroffenen Personen verlangt. Für die Beteiligung des Reiches an der Kleinrentnerfürsorge wird die Reichsregierung den Betrag von 3 5 Millionen Mark in den Entwurf des Haushaltsplanes 1929 einstellen: diese Beihilfe hat in der Hauptsache den Zweck, den Fürsorgeverbänden die Anwendung der Grundsätze zu erleichtern. Die Reichsregierung wird ferner erwägen, ob der Einbau neuer Sicherungen in die Vor- fristen und Reichsgrundsätze zugunsten der Klcin- und Sozialrentner erforderlich und möglich ist. Die Entscheidung über eine reich sgesehliche Regelung, die einen allgemeinen Rechtsanspruch begründet, ist der Reichsregierung so lange nicht möglich, als die Haushaltsverhandlungen und Beratungen über die Deckuirgs- v o r l a g e n der Reichsregierung nicht verabschiedet sind und die gegenwärtige schlechte finanzielle Lage anhält. Auch die früheren Regierungen haben bei besserer und klarerer Finanzlage nicht geglaubt, ein dahingehendes Gesetz vorlegen zu können. Die Reichsregierung wird allerdings einen Rechtsanspruch, der sich lediglich auf früheren Kapitalbesih gründet, schon aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit nicht anerkennen können. Abg. Frau T e u s ch (Z.) brachte einen Abänderungsantrag zu dem deutschnationalen Entwurf ein, nach welchem Rentner im Sinne des Gesetzes ist, wer am 31. Dezember 1917 ein Kapitalvermögen von mindestens 5000 Mark besäst oder ein regelmäßiges Renteneinkommen von 250 Mark bezog, ferner, wer für die Ausbildung der Existenzbegründung seiner Kinder mindestens 5000 Mark aufg^- wandt hat, falls infolge Tod oder Verarmung der Kinder eine Unterhaltspflicht nicht gegeben ist. Abg. Frau Matz (D. Vp.) will neben dem Nachweis eines Zinseinkommens von 500 Mark auch den Nachweis eines früheren Kapitalvermögens von 10 000 Mark zulassen. Ministerialdirektor G r i e s e r bat zum Schluß nochmals, von dem Begriff des privilegierten Ka- vitalrentners abzukommen und den allgemeinen Rentnerbegriff nach der Fürsorgepflichtverordnung zu nehmen. Der Gesetzgebungsausschuß des Hessischen Landtages. WHP. Darmstadt. 16. Ian. Der Gesetz- gebungsausschuh des Hessischen Landtages setzte heute seine Beratungen mit der Behandlung eines Antrages der Aufwertungspartei, die Regierung möge ein Gesetz über die Ablösung der Markanleihen der hessischen Gemeinden und Gemeindeverbände vorlegen, fort. Da der Antrag nur drei Unterschriften trug, die Geschäftsordnung aber fünf vorschreibt, setzten die Abgeordneten Dr. R i e - poth und Keller (D. Dp.) ihre Ramen unter den Antrag, jedoch nur, um seine Beratung im Ausschuh zu ermöglichen. In der Beratung wurden dann von sämtlichen Parteien die Bedenken geltend gemacht, die gegen den dem Antrag beigegebenen Gesetzentwurf Dr. Best sprechen, wenn auch zum Teil die angeführte Begründung gut- geheißen wurde. Bei der Abstimmung wurde jedoch der Antrag gegen die Antragsteller ab- gelehnt. — Der Ausschuß ging dann in der Beratung des Zigeunergesetzes weiter. Es entstand zunächst eine Debatte über den Begriff „Zigeuner", gegen den sich besonders der Abg. Sturmfels (Soz.) wandte, der diese Bezeichnung aus dem Gesetz ausgemerzt sehen wollte. Von der Regierung wurde jedoch erklärt, daß diese Bezeichnung auch in andere Reichsgesehe ausgenommen worden sei. Der Ausschuß nahm dann auch den Artikel 1 des Gesetzes in der Fassung der Regierungsvorlage an. Der Ausschuß wird morgen die Beratung des Zigeunergesetzes fortsehen und wenn möglich in die Beratung des Gemeindebeamtengesehes eintreten. Aus aller Wett. Schweres Dampferunglück an der chinesischen Küste. Der Dampfer „Hsinwah" ist zwischen Schanghai und Honglong auf einen Felsen gelaufen und gesunken. 20 Passagiere konnten in einem Rettungsboot die Küste erreichen, sechs weitere Personen, darunter der zweite Offizier des Schiffes, wurden von einer Fischerdschunke ausgenommen. Mit dem Dampfer, unter dessen Passagieren sich etwa 30 Frauen und zahlreiche Kinder, jedoch keine Europäer befanden, sind wahrscheinlich über 3 5 0 Personen untergegangen. Unter den 26 Geretteten befinden sich vier Passagiere. Man rechnet mit der Möglichkeit, daß einige Ueberlebende sich an die Küste der benachbarten Inseln retten konnten. Die Rachforschungen werden durch das stürmische Meer erschwert. Ein Passagier habe ausgesagt, dah der Dampfer nach der Ausfahrt aus Swa- tau mit schwerer See zu kämpfen hatte. Es habe nur ein Rettungsboot ausgesetzt werden können. Der Dampfer sei sofort gesunken. Der Dampfer ..Majestic" schwer beschädigt in Reuyork eingelaufen. Der Ozeandampfer »Majestic" ist am Mittwoch schwer beschädigt in den Reuyorker Hafen eingelaufen. Am Montag ist im schweren Sturm eine riesige Sturzsee über das Schiff hinweggegangen, die das gesamte Dorschifs, die Räume der 3. Klasse und die Mannschaftsräume unter Wasser setzte. Ein Toter und mehrere Verwundete sind zu beklagen. Im Augenblick der Katastrophe waren die Gesellschaftsräume der 3. Klasse mit Frauen und Kindern gefüllt. Die von oben eindringenden Wassermassen drückten Türen zu. Es entstand eine P a - n i k, die erst behoben wurde, als man die Türen mit Aexten aufgeschlagen hatte. In den Mannschaftsräumen stand das Wasser im Augenblick sechs Fuh hoch. Das Licht erlosch und die i Nachtrags- und Personaletat. Der Kinanzminister zur OeckungSfrage. Der Haushaltsausschuß des Reichstages fetzte die Beratung des Nachtragsetats für 1928 fort mit einer allgemeinen Aussprache. Sie wurde eingeleitet von dem Reichsfinanzminister Or. Hilferding, der erklärte, der Personaletat für 1929 umfasse 50 Millionen. Für 1928 sei diese Summe geringer. weil die höheren Aufwendungen für Besoldungen frühestens am 1. Oktober 1928 in Kraft treten und bei den neuen Stellen erst am 1. April 1929 besetzt werden. Der wirkliche Betrag für 1928 fei 42 Millionen. Von den 50 Millionen für 1929 seien 36 Millionen zwangsläufig. Von dem Rest dienten 2,75 Millionen der Durchführung der Re i ch s t a g s re f o l u t i o n e n. 5,5 Millionen entfallen auf die Stellenvermehrungen bei den Nachgeordneten Behörden und 3 Millionen bei den obersten Reichsbehörden zur Bewältigung der zahlreichen Aufgaben. Der Nachtrag für 1928- ist gedeckt. Das Steueraufkommen in den Monaten April bis November 1928 habe insgesamt 6811,7 Millionen ergeben. Hiervon entfallen auf den Länderanteil 2639,6 und auf den Reichsanteil 4272,1 Millionen. Die Entwicklung des Steueraufkommens bat durchaus den Erwartungen entsprochen. Keinesfalls wird das Fahr 1928 mit einem Ueberschuß abfchließen. Zur Finanzlage 1929 führte der Minister weiter aus, dah er in der Deckungsfrage noch keine bestimmten Angaben machen könne, da das Kabinett noch nicht endgültig Stellung genommen habe. Rach meinen Vorschlägen wird der Etat jedoch vollkommen ausgeglichen sein. Zusammen mit der Erhöhung der Reparationslast um 312 Millionen Mark beläuft sich das Defizit für 1 929 auf ungefähr 600 Millionen Mark. Rach den Anforderungen der Ressorts würde sich das Defizit auf rund 850 Millionen Mark belaufen. Ich habe mich bemüht, diese Anforderungen stark herabzumindern. Der Betrag, der durch neuen Steuerbedarf zu decken ist, wird sich auf rund 350 Millionen Mark belaufen. Der Etat wird bei den starken Einschränkungen, die ich vorgenommen habe, in sich stabil fein. Ich hoste, dah es noch möglich fein wird, den Etat rechtzeitig vor dem 1. April zu verabschieden. Abg. Graf Westarp (Dn.) äußerte erhebliche Bedenken gegen die Aufwandsentschädigung einzelner höherer Stellen. In einer Rotzeit sei übergroße Repräsentation nicht am Platze. Abg. Dr. Hertz (Soz.) betonte, daß 1928 mit einem Lieberschuh wie in den früheren Etatsjahren nicht zu rechnen wäre. Daher müsse der Reichstag sich st a r ke R e se r v e bei der Durchführung der Ministerialverfassung, der Erhöhung — Oie Parteien fordern Einsparungen. der Ministerialzulagen auserlegen. Man müsse also die Beratung dieser Dinge zurück stellen. Weiter wünschte der Redner eine Slellenver- mehrung beim Reichsentschädigungsamt. 2lbg. Dr. Cremer (D. Vp.) war dec Ansicht, daß gerade die Zentralressorts eine Herabsetzung des Personal st andes durchführen mühten. Im Buchprüfungsdienst mühten im wesentlichen nur Beamte beschäftigt werden. Cs würde von der Gesamtheit der Beamten nicht verstanden werden, wenn gerade nur für die Ministerialinstanzen bessere Beförderungsmöglichkeiten geschaffen werden. Aehnliches gelte noch mehr hinsichtlich der Ministerialzulagen. Was die Repräsentationsverpflichtungen betreffe, so fei der Redner kein Freund ihres Ausbaues. In diesem Zusammenhang glossierte der Redner die Repräsentationslosten, die das Reich gelegentlich der Anwesenhut des ehemaligen Königs von Afghanistan ausgegeben hatte. Man müsse ganz entschieden gegen feöen Repräsentationsfimmel auftreten. Abg. Dr. Reinhold (D.) wär der Ansicht, die Deckungsfrage des Etats 1929 könne durch kleinliche Abstriche nicht erledigt werden. Man muh schon den Weg groher genereller Abstriche gehen. Dabei muh man damit rechnen, dah dos Steueraufkommen sich gegenüber 1928 vermindern wird und dah der Zoll für Getreide herabgesetzt werden soll. Bei all diesen Erwägungen darf also der Reich tag nicht bewilligungsfreudig sein. An Repräsentationen geschehe tn Deutschland viel z u viel. Er wolle nur Hinweisen auf die Energievergeudung der führenden deutschen Männer durch die Repräsentationspflichten. Abg. Er sing (Z.) erklärte, seine Freunde hätten gerade in den früheren Iahren vor der Vermehrung der Ausgaben und der Aufzehrung der Kassenmittel gewarnt, aher Leute von der anderen Seite hätten diese Warner als Sparsamkeitsfanatiker abgetan, und nun fei das Defizit und neue Steuern d a. Ohne Herabminderung der Verwaltung s k o st e n sei nichts mehr zu erreichen. Seine Freunde wurden dos Rötige bewilligen, über der Sparkommissar müsse die Rotwendigkeit ernst prüfen, sonst sei er überflüssig. Reichs- und Länderregierungen mühten zusammen einheitliche Grundsätze für Besoldungen und Beamtengrupven fest'ehen. Wie ihm gesagt werde, hätten 80 Prozent aller Erwerb'tätigen weniger als 3000 Mark Einkommen. Vielleicht könnte die Regierung einmal fest-- stellen, wieviele Beamte unter 3000 Mark Einkommen haben. Die Begründung für die Erhöhung der Ministerialzulagen sei für ihn noch nicht stichhaltig. DerGchneesturm überOeuffchland Schwerer Schneesturm im Schwarzwald. Freiburg, 17. Ian. (WB.) Dienstagnach- mittag und die ganze Rächt hindurch tobte auf dem Schwarzwald und in den Tälern ein w ü - lende r Rordwe st sturm, dessen Stärke auf dem Feldbergobservatorium mit 14 Sekundenmetern gemessen wurde. Bei groher Kälte bis zu 11 Grad unter Rull fiel fortgesetzt Schnee. Durch den Sturm sind umfangreiche Störungen im Telephonverkehr eingetreten. Auch haben Schneeverwehungen eine Störung des Verkehrs auf den Straßen verursacht. Auch die Rocht zum Donnerstag brachte dem Schwarzwold und der Rheinebene einen sehr heftigen, eisigen S Ü d w e ft sturm mit Schnee. Das Thermometer ist in den Höhenlagen bis auf minus 20 Grad und in den Tälern bis auf minus 11 Grad gesunken. Die Schneeverwehungen sind infolge des Sturmes außerordentlich umfangreich. Die Züge der Höllentolbahn und der Schwarzwaldbahn Offenburg—Donaueschingen erleiden erhebliche Verspätungen. Auf der Höllentalbahn muhten für die Frühzüge stellenweise die Geleise erst f r e i g e m a ch t werden. Der Verkehr auf den Höhenstraßen ruht vollständig, der Postkraftverkehr ist größtenteils eingestellt. Der Schneesturm hält auch in den Morgenstunden des Donnerstag mit unverminderter Heftigkeit an. Schneeverwehungen in Thüringen. Erfurt, 16. Ian. (WTB.) Ein starker gestern nachmittag einsetzender Schneesturm, der tn den einzelnen Teilen Thüringens bis in die Rächt» und Morgenstunden andauerte, hat überall erneute Schneeverwehungen zur Folge gehabt. So steckt die Landstrahe von Erfurt nach Gotha wieder tief im Schnee. Der regelmäßige Kraftpostverkehr mußte stellenweise unterbrochen und ein Rotverkehr eingerichtet werden. Auf den Reichsbahnstrecken in Thüringen blieben mehrfach Züge stecken, u. a. ein Personenzug von Weimar noch Erfurt, der erst nach längerem Aufenthalt seine Fahrt fortsetzen konnte. Auf den großen Staatsstraßen müssen Personen- und Lastkraftwagen von Arbeiterkolonnen aus den Schneemassen herausgegraben werden. Auf der Staatsstraße Weimar—Berka liegt der Schnee stellenweise zwei Meter hoch. Die Schneepflüge arbeiten in angespannter Tätigkeit. Auch in der Greizer Gegend sind die Verkehrsstockungen sehr erheblich. Aus den Wäldern auf den Thüringer Bergen wird allgemein großer Schneebruch gemeldet. Verkehrsstörungen in Pommern und Mecklenburg. Stralsund, 16. Ion. (WB.) Infolge des Schneesturmes, der seit gestern aus nordwestlicher Richtung weht, sind starke Schneeverwehungen eingetreten. Fast alle vorpommerschen Kleinbo hnen liegen still. Bei der Stoatsbahn Saben die Schweden-Züge zwei- bis dreistündige Verspätungen. Auch im Fernsprechverkehr sind starkeStörungen aufgetreten. Der Schiffsverkehr von Stralsund nach Rügen ruht vollständig. Dos gestern und heute anhaltende Schneetreiben hat auch in Mecklenburg zahlreiche Zugverspätungen und sonstige Verkehrsstörungen hervorgerufen. Die O-Züge Warnemünde—Berlin und Warnemünde —Hamburg hatten größere Verspätungen, weil die deutsch-dänische Fähre infolge Schneesturmes mit 35 Minuten Verspätung im Wamemün- der Hafen eintraf. Heute früh kam die dänische Fähre infolge des Schneesturmes mit 30 Minuten Verspätung in Warnemünde an. Rach den gestrigen starken Schneefällen brachte der heutige Schneesturm im ganzen Lande Schneemengen, wie man sie seit Iahren nicht erlebt hat. Die Verkehrsstockungen nehmen immer größeren Umfang an. In Schwerin mußte heute jeglicher Straßenbahnverkehr eingestellt werden. Der Schneesturm dauert mit unverminderter Heftigkeit an. Schwerer Sturm auf Rügen. Tie Insel von jedem Verkehr abgeschnitten. Saßnitz, 16. Jan. (WB.) Nachdem der feit gestern über Rügen wehende, von schweren Schneeböen begleitete orkanartige Sturm aus Südwest sich heute morgen gelegt hatte, sprang gegen Mittag der Wind noch Norden um. Der Sturm setzte mit großer Gewalt wieder ein und trieb große Schneemassen daher. Die Insel Rügen ist augenblicklich von jedem verkehr abge- schnitten. Alle Straßen sind unpassierbar. Der nachmittags gegen 2.30 Ahr hier fällige Personenzug, in dem sich etwa hundert die Realschule in Bergen besuchende Kinder befinden, geriet ungefähr zehn Kilometer vor Saßnitz im Schnee s e st. Der gegen 4 Ahr hier fällige Schwedenzug ist auf dem Trajektschiff zwischen Stralsund und Rügen im Eise fferfengeblieben. «Er war bis acht Ahr abends noch nicht eingelroffen, und es liegt noch keine Nachricht vor, ob und wann er eintrifft Schweden. Stockholm, 16. Ion. (Tel.) Der furchtbare Schneesturm, der über Stockholm und den größten Teil Schwedens hinwegtvbt, hat viele Unglück s f ä l l e im Gefolge gehabt. Zur Zeit hält die Stärke des Sturmes nvch unvermindert an. Die Stadt W e st e r v i k ist von den Schneemassen fast zugedeckt. Der Schnee reicht bis zum 2. Stockwerk hinaus. Der Eisenbahnverkehr kann in ganz Schweden nur unter den größten Schwierigkeiten auch nur teilweise auf- rechterha lten werden. Dampfer, die in Stockholm eintrafen, glichen riesigen Eisbergen. Der Dampfer „Ella" aus Trelleborg strandete vor den Aaland-Inseln. Mannschaften mußten in den dunklen Räumen solange schwimmen, bis auch hier die Türen auf- geschlagen wurden. Ein Teil der Ladung wurde schwer beschädigt, die Post vollständig durchnäßt. 289 Passagiere der 3. Klasse mußten in anderen Räumen untergebracht werden. 2llS her Dampfer eintraf, war die Mannschaft immer noch damit beschäftigt, das Wasser tonnenweise aus dem Innern des Dampfes auszupumpen. Die „Majestic", die jetzt der Londoner „White Star Line" gehört, ist der frühere deutsche Riesendampfer „Fürst Bismarck". Katastrophe eines holländischen Rettungsbootes. Wie aus Hoek van Holland gemeldet wird, traf von dem südöstlich von Hoek van Holland gestrandeten lettischen Dampfer „B a l k a" die sunkentele- graphische Nachricht ein, daß das Motorret° tungsboot „Prinz der Niederlande", das, auf die Hilferufe der „Balta" ausgelaufen war, in der Nähe des Dampfers umgeschlagen sei, daß es aber der „Balta" infolge des hohen'Wellen- ganges unmöglich sei, ein Boot zur Hilfeleistung auszusetzen. Daraufhin wurde von Stollendamm ein Rettungsboot abgelassen, das später berichtete, daß man das verunglückte Rettungsboot mit dem Kiel nach oben treibend gesehen habe, und daß von der Besatzung jede Spur fehle, lieber das Schicksal der „Balta" laßt sich zur Zeit nichts Genaues sagen. Zwei Schleppdampfer versuchen, trotz der heftigen Brandung den Dampfer von der Seeseite aus zu erreichen. Schlägerei zwischen Hamburger Zimmerleuten in Dresden. In Dresden wurden etwa fünfzehn zugereiste Angehörige der Bereinigung „F r e i e B o g t l ä n d e r", die im Boltshause eine Unterstützung abgeholt hatten, auf der Straße von etwa vierzig bis fünfzig Angehörigen der Bereinigung „Rot-Schlipse und Schwarz-Schlipse^ mit Aexten und an deren Werkzeugen angegriffen, wobei zwei Vogtländer Stichwunden im Genick und Rucken davontrugen. Die „Freien Vogtländer" flüchteten vor der Uebermacht über die Marienbrücke nach dem rechten Elbufer und wurden von den Angrei- fern oerfolgt. Die Fortsetzung der Schlägerei in der Neustadt tonnte jedoch durch inzwischen herbeigerufene P o l i z e i b e a m t e verhindert werden. Die Angreifer konnten bisher nicht f e ft genommen werden. Oie Wetterlage. "Grün? ’-O p tpr ■Jan rtayen- deen- Hordoyi .-8 frankt LXs R0: WarScr itorth. Mlttv/och, dJ6.Jan.1929, 7h abds. —-X »iöflfr XWffienfok <3 wne». c>naro oeoecut ® wuikio. • oeat(*i • ntgoa Sthiree a »raneeln. ® HeDti KQtwiucr.(g)win8$tilie.O-< etetn Oy ^5 «aiyoe» sod$uowc$i q itarmacM* nordwt* e* »lent fiteren mn dem winde, ptt deinen Stationen dienenden ZaBj «en oe»en die Temperatur an. Pic Linien Veromden Orte mit gleiche» *»f n*ettsoWtao umoererhfieue Luftdruck Wettervoraussage. Das Ostseedruckfallgebiet füllt sich weiter auf. Sein« Kaltluftmassen an der Rückseite führten im Laufe des gestrigen Tages und in den Abendstunden zu Frostverschärfung. Iedoch wurde während dec Rächt durch den Vorstoß milder Lustmassen von Westen her Temperaturanstieg und vorübergehender Schneefall verursacht. Gießen gestern abend — 10 Grad Celsius, heute morgen — 6 Grad Celsius. Da noch weitere leichtere Störungsbildungen nicht ausgeschlossen sind, ist bei zeitweisem wolkigen Wetter noch mit stellen- weisem Schneetreiben zu rechnen. Der Frost hält weiter an.' Wettervoraussage für Freitag: Teils wolliges, teils aufheiterndes Wetter, Frost, noch vereinzelte Schneefälle. W itt e r un g s a us s ich t en für Samstag: Wenig Aenderung der Wetterlage wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 16. Januar: mittags —6,2 Grad Celsius, abends —9,9 Grad Celsius; am 17. Januar: morgens — 6,3 Grad Celsius. Maximum — 4,9 Grad Celsius, Minimum —11,2 Grad Celsius. — Crdtemperaturen tn 10 Zentimeter Tiefe am 16. Januar: abends —1,9 Grad Celsius: am 17. Januar: morgens —2,8 Grad Celsius. — Sonnen- scheindauer 6 Stunden. Wintersporlnachrichten der Hess. Wetterdienststelle. Vogelsberg (Hoherodskops): Schneetreiben, Temperatur minus 12 Grad Celsius, Neuschnee 15 Zentimeter, Gesamtschneehöhe 30 Zentimeter, Pulverschnee, Sportmöglichteit gut. Odenwald (Tromm): Schneefall, 30 Centime ter Pulverschnee, minus 10 Grad Celsius, .Sportmöglichteit für Ski und Rodel sehr gut. Neukirchen: Sckneefall, 30 Zentimeter Pulverschnee, minus, 7 Grad Celsius, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Taunus: Kleiner Feldberg: Leichter Schnee-s fall, 12 Grad Celsius, 29 Zentimeter Schnee, 3 ( bis 5 Zentimeter Reuschnce, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Sauerland: Winterberg: Heiter, — 18 Grad Celsius, 40 Zentimeter Schnee. 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee. Ski und Rodel gut. Schwarzwald: Feldberg: Leichter Schneefall. — 15 Grad Celsius, 125 Zentimeter Schnee, 11 bis 15 Zentimeter Reuschnee, Pulverschi^e, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Ruhestein: Leichter Schneefall, —12 Grad Celsius, 83 Zentimeter Schnee. 11 bis 15 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Alpen (Garmisch-Partenkirchen): Heiter, 7- 17 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee, 6 tnS 10 Zentimeter Reuschnee. Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Berchtesgaden: Wolkig, — 12 Grad Celsius. 26 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee. Pulverschnee, Sportmöglichteit für Ski und Rodel gut. c rreM-N.,A t TeOer Sluftülf! Frische Fische Rtorgen oderSamSiagetntrestend Kröne Heringe .... Pfund 20 4 Norwcg. Schellfische ohne Kopf . Pfund 50 4 *-: J’Ä*l gut. _ 1! sg*^ |iul.. ru,i , ; V"Ä<: $ rKGA Sie Gießener yolizei im neuen Keim. Mit dem heutigen Tage sind die Amtsräume des Polizeiamts Giehen aus dem alten Hause in der Weidengasse nach dem neuen Polizeiamtsgebäude am Land- qraf-Philipp-Plah verlegt worden. Bekanntlich wurde dieses neue Heim unserer Gießener Polizei durch den Umbau der früheren Zehntscheuer geschaffen. Nahezu zwei Jahre sind seit dem Tage der Inangriffnahme dieses Um« baues verflossen. Ein Vergleich der neuen Diensträume mit der bisherigen Unterkunft in der Weidengasse ist wie das Verhältnis des Tages zur Nacht. Unsere Polizeibeamten find geradezu zu beglückwünschen, daß sie nun endlich nach jahrzehntelanger ungenügender, in den letzten Jahren sogar direkt unwürdiger Unterkunft aus dem alten Hause herauskommen und ihren schweren Dienstpflichten nun in Räumen nachgehcn können, in denen die Schaffensfreudigkeit auch durch die bessere Umgebung angeregt wird. Sämtliche Zimmer in dem neuen Heim sind sowohl in der Auswahl der Tapete, wie in der Vestimmung des Türen- und Deckenanstrichs in warmem Tone gehalten, so daß sie durchweg einen sehr freundlichen Eindruck machen. Für die Einrichtung der Zimmer wurden zahlreiche neue Möbel benötigt, die mit Ausnahme einiger Spezialstücke erfreulicherweise nur von ortsansässigen Geschäften bezogen wurden. In den einzelnen Stockwerken befinden sich neuzeitliche Toilettenanlagcn. ferner sind auf den Korridoren kleine Waschbecken angebracht, die auch dem Publikum zur Verfügung stehen. Eine breite und bequeme Treppe führt vom Parterre au den Obergeschossen. Der Feuersicherheit in dem Hause dient auf jedem Korridor eine längere Schlauchleitung, die in einer Nische in der Wand aufgerollt verwahrt wird: ferner sind für diesen Zweck noch einige Feuerlöschapparate vorgesehen. Mit dem Auszug aus dem alten Hause in der Weidengasse hat ein trübes Kapitel in der Geschichte unserer Polizei seinen Abschluß gefunden und ein neuer, günstigerer Abschnitt in der Raumzuteilung für Polizeizwecke seinen Anfang genommen. Allerdings wird dieser Ausblick in die Zukunft etwas beeinträchtigt durch die Tatsache, daß in dem neuen Polizeiamtsgedäude sich jetzt schon ein gewisser Platzmangel fühlbar macht. Das Bauobjekt wurde vor zwei Jahren, als die Aufgaben der Polizei noch nicht so weit ausgedehnt waren wie heute, ausgewählt. Es konnte nach dem damaligen Stande der Dinge auch als ausreichend angesehen werden. Mittlerweile hat aber die Entwickelung auf dein Gebiete des Polizeidienstes auch nicht stillgestanden und zur Inangriffnahme von Aufgaben geführt, die zwangs- läusig einen größeren Raumbedarf mit sich bringen. Immerhin ist wenigstens heute den unbedingten Notwendigkeiten auch räumlich die erforderliche Erfüllung zuteil geworden. Die frühere Gendarmcriekaserne am Landgraf«Philipp-Platz, Ecke Drandgasse, wurde für Polizeizwecke mit in Anspruch genommen. Hier hat das I. P 0 l i z e i - revier. das bisher in der Senckenbergstrahe ebenfalls unzulänglich untergebracht war. seine neuen Diensträume erhalten. Im Erdgeschoß befindet sich auf der rechten Seite die Wachtstube mit den Garderobeschränken der Polizeibeamten, auf der gegenüberliegenden Seite hat der Polizeimeister dieses Reviers sein Dienstzimmer. Im Obergeschoß befindet sich das Zimmer des Reviervorstandes. ferner sind hier die Räume für die Nahrungsmittel- und die Gewekbepolizei, sowie die Toiletten. Ein Waschrauin für die Beamtenschaft dieses Reviers ist ebenfalls im Obergeschoß eingerichtet worden, dieser Raunr ist so groß, daß er noch die Schaffung einer Badegelegenheit ermöglicht. für die ja die Beamten des polizeilichen Außendienstes unter Umständen nach sehr starker dienstlicher Inanspruchnahme ein Bedürfnis haben werden. Betritt man nach dem Durchschreiten eines noch anzulegenden Vorgartens des neue Polizeiamtsgebäude, so bemerkt man im Parterre auf der linken Seite zunächst die Amtswache, an deren Schalterfenster ein Beamter dem Publikum die erforderlichen Auskünfte zur raschen Orientierung bei der Inanspruchnahme der Bureaus gibt; in diesem Raume ist auch die Telephonzentrale untergebracht; hier ist Tag und Nacht ununterbrochen Dienst. In den daneben liegenden Räumen sind das Fund- bureau und die Registratur eingerostet. Das Fund- bureau hat in seinem Zimmer eine große Anzahl von Schränken erhalten, in denen die Fundgcgcn- ständc sicher verwahrt werden können, ferner ist hier ein Stahlfach geschaffen worden, das der Aufbewahrung von gefundenen Geldern und Schmuck- fachen dienen wird Eine große Anzahl Regale bis zur Zimmerdecke hinauf kann man in den drei Zimmern der Registratur bemerken. Auf der rechten Seite des Parterregeschosses hat das Einwohnermeldeamt weite und hohe Räume erhalten. Hier ist jetzt das Einwohnermeldewesen in zweckmäßiger Weise zusammengefaßt worden. Um die Registraturarbeiten dieser Abteilung in rascher und rationellster Weise erledigen zu können, sind hier sog. Kartenschreibtische ausgestellt, an denen sich der Arbeitsgang in vorteilhaftester Weise erledigen läßt. Nebenan befindet sich das Arbeitszimmer des Vorstehers des Einwohnermeldeamtes. Schließlich find im Parterre noch zwei Räume für die Kriminalpolizei bestimmt. Das erste Obergeschoß enthält die Diensträume des Amtsvorstandes, das Dienstzimmer des Außendienstleiters und die Räumlichkeiten der übrigen Zweige der Derwaltungspolizei, zu der auch die Bureaus im Parterregeschoh gehören. Neben den erwähnten Diensträumen im Obergeschoß sind in diesem Stockwerk noch untergebracht: der Polizeiverwaltungsoberinspektor, die Gewerbeabteilung, die Kanzlei. ' das Rechnungsbureau, die Abteilung für Paßwesen und Stempelangelegenheiten, die Schreibstube des Außendienstes und ein Unterrichtssaal für polizeiliche Unterrichtszwecke. Das zweite Obergeschoß dient vollständig der Kriminalabteilung. Hier befinden sich: das Dienstzimmer des Kriminalkommissars, die Räume für den Erkennungsdienst, in denen die eingelieferten Häftlinge photographiert und von ihnen Fingerabdrücke genommen werden (ferner sind hier die Schränke mit den Platten der Photos und der Registratur der angefertigten Bilder aufgestellt): anschließend ist die Dunkelkammer für die Zwecke der Bildentwicklung des Erkennungsdienstes: weiter befinden sich hier die von mehreren Beamten bearbeitete Fahndungskartothek, die Fahndungsabteilung, die Abteilung für Nachrichtenwesen, das Ressort für Fahrrad- und Auto- diebstähle und Verkehrsunfälle, die Sittenpolizei, die Abteilung zur Verfolgung von Betrugs- fällen und Urkundenfälschungen, schließlich noch eine Wohnung für den Hausmeister. Das Kellergeschoß birgt auf der linken Seite fünf Arrestzellen und eine große Reservezelle, ferner den Akkumulatorenraum für die Telephonzentrale und Toiletteanlagen. In der Mitte ist ein großer Abstellraum für gefundene Fahrräder und andere große Fundstücke hergerichtet. Auf der rechten Kellerseite befindet sich die Zentralheizungsanlage, durch die sämtliche Räume des Hauses und das dem Polizei- amtsgcbäude vorgelagerte Haus des 1. Polizeireviers beheizt werden. Der Speicher weist viel Raum aus zur Unterbringung von alten Akten und dergleichen, ferner sind dort an den beiden Giebelseiten zwei Zimmer ausgebaut, für die im Laufe der Zeit sicherlich auch noch Zweckbestimmung getroffen wird. Aus der provmzialhauptsiadt Gießen, den 17. Januar 1929. Stoßseufzer der Straßenbahn. Ich bitte Sie. Herr Redaktor, Für kurze Zeit nur um Gehör! Das hab' ich arme Straßenbahn Dem hiesigen Verkehr getan? Warum auf einmal solche Klagen? Darf mal ich selbst ein Wörtchen sagen? Ich möcht' bei Ihnen mich verteidigen, Ohn' jemand zu kränken und zu beleidigen. Ich weiß, daß nur die Wahrheit gilt — Wir führen sie beide in uns'rem Schild Stör' ich denn wirklich den Verkehr. Wie das behauptet Irgendwer, In Seltersweg und Bahnhofstraß', Wie jüngst ich ganz erstaunt es las? Din ich wahrhaftig das Karnickel. Gibt'S nicht ganz andere Vehikel, Die, ganz unglaublich rücksichtsvoll, Durch unsere Straßen fahr'n wie toll? Gellt denn das Lärmen der Motore Nicht oft in Ihrem eignen Ohre. Wenn einer durch die Gassen rattert Und es wie in der Feldschlacht knattert? Ob es sei Tag, ob es sei Nacht —. Hab' ich es ähnlich je gemacht? Der Bürger — läßt sich nicht erbittern. Wenn auch bei ihm die Fenster zittern! Doch will ich's ihm ganz offen sagen: Manch Auto liegt auch ihm im Magen I ch fahr' seit Jahren ruhiger Weise Stets höchst solid im alten Gleise. Und fährt mir einer an den Wagen. Hat er den Schaden selbst zu tragen, Denn meistens endet die Geschichte Bei dem beliebten Strafgerichte. „Verkehrssünder" werden jene genannt. Die täglich gefährden Stadt und Land. Sie all« sollte das Mäuschen beißen: Die Radler, die auf den Reifen, den leisen, Durchs Dunkel der Nacht ohneLichter rasen Und die. die teuflisch die Luft vergasen! Oder, wenn solch ein rücksichtsloser Schlingel Di« Leute anfährt, weil er ohne Klingel Durch die Mäusburg oder die Marktstraße fährt, Weil kein Schupo dort steht, der 's ihm verwehrt. Und da ich gar oft durch den „SelterS" kam, Sah ich, daß ausgerechnet der Straßendamm Benutzt wird als Poussierpromenade Don Jüngling und Jungfrau — selbst hoch zu Rode! Die Losung lautet Du schreibst 's oft — „Geht rech ts!", Doch beachte die Kinder des Kurzrockgeschlechts: Die trippeln in ihrer, Bembergseide Doch allermeist auf der linken Seite. Die Ursache läßt sich gar leicht begreifen: „Sie" kann dann „Ihn" besser am Aermel streifen, „Sie" kann sich „Ihn" so auch besser beseh'n Und bleibt drum gleich auf dem Trottoir steh'n — —. Und um solch ein Pärchen — ungelogen — Machen die andern noch einen Bogen, „Sie" — quietschvergnügt und lebensfroh, Der Schupomann — steht anderswo. Das alles seh ich. die Straßenbahn, Ohn' daß ich etwas ändern kann. Din i ch nun schuld am gestörten Verkehr? Wer mvcht'S behaupten, frag ich. wer? Ich bin für allesamt ein Muster, Für die Studenten und die jungen Schuster. Doch gab's von jeher Kanne-Gießer Und Neuerer und Desierwisier. Ich frage wirklich ganz bescheiden: Warum mag man auf einmal mich nicht leiden? Hab' ich nicht einstens viel Geld gekostet, War ich schon jemals eingerostet? Fährt mit mir nicht Freund Jedermann, Der sich fein Auto leisten kann? Vom Selters- bis zum Rodberg gar Fahr' ich schon manches liebe Jahr, Vom Bahnhof bis zum Schühenhaus Fahr' a u ch ich schon jahrein — jahraus — Und störte nie und nimmermehr Allhier in Gießen den Verkehr. Ich habe ihm g e b i en e t — immer! (Wer and res sogt, hat keinen Schimmer.) Die Stadt setzt zu bei mir kein Geld, Wie man so da und dort erzählt. Und wenn man jetzo im Rat der Allen Des Verkehrs wegen will etwas verkehrt gehalten, So sag ich den Herren (mit und ohne Titeln), Seht euch doch um nach den richtigen Mitteln. Nichts wird erreicht mit Theorien: Dieböhe Menschheit muß man z i e h n! Du besserst oftmals nur den Toren, So du ihn ziehst an seinen Ohren! Ihr Herrn „verordnet": „Links geh'n ist verboten", Der Frevler — wird geknaßt nach Noten! Wandle nicht auf dem Straßendamm. Du alter Junge, du junges Lamm! „Geht rechts" stets puf den Bürgersteigen, Sonst müßt ein' Geldstraf Ihr begleichen!" — Nun frage ich zum Schluß noch frei, Wofür ist da uns're Stadtpolizei? Doch wohl zu ganz bestimmten Zwecken: Darum an den richtigen Straßenecken Drei Wochen lang ein Schupo steh Und auf die richtige Ordnung seh'! Zwar macht er sich oft unbeliebt, Dieweil er seinen Dienst ausübt -- Allein ein Ordnungsmann muß fechten Stets mit dem Bösen und dem Schlechten! Und nimmt das p. p. Publikum, Das dreimal heil'ge, etwas krumm. Und will sich nicht erziehen lassen, Im engen Selters und anderen Gasten, So sollst, Su)upo, du solches verachten. Als Ordnungshüter nach dem rechten trachten, W i r tun doch uns'ren Dienst hier an der Lahn! Die unverdrossene Gießener Straßenbahn. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf Dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 170; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Rüben 15 bis 20; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 35 bis 40; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 25 bis 30; Rosenkohl 40 bis 60; Feldsalat 120 bis 150; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 15 bis 20; Meerrettich 50 bis 150; Schwarzwurzeln 50 bs 70: Kartoffeln 5; Aepfel 20 bis 40; Dirnen 10 bis 30; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 120; Nüsse 60 bis 80; das Stück: Eier 18 bis 20; Blumenkohl 60 bis 120; Salat 40 bis 45: Endivien 25 bis 35; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 50 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3.80 bis 4,50 Mark. v— Bornotizeir. — Tageskalender f ü r vonnerskag. Gießener Konzertvercin: Symphoniekonzert im Stadttheater, 7.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhof' straße „G'schichten aus dem Wiener Wald". — Astoria-Lichtspiele: „Dos Verbrechen auf her Teu- felsburg". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 18. Januar, 20 Uhr. findet die Uraufführung von Leonhard Franks „Äart und Anna", statt. Das Schauspiel — das erste Leonhard Franks, dessen Romane „®ie Räuberbande" und »Das Ochsenfurter Männerquartett" großen Erfolg hatten — wird gleichzeitig in Frankfurt a. M. und Paris urausgesührt. Spielleitung: der Intendant. Bühnenbild: Karl Löffler. Mitwirkende. die Damen Fuhrmann, Scherer. Krahmer, die Herren: Arzdorf, de Tastro, GareiS. Gehre, Ritter, Wesener. — Am Sonntag, 20 Januar, findet als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen die fünfte Ausführung von „Der Prozeß Martz Dugan" statt. — Als nächste Vorstellung im Dienstag-Abonnement geht am Dienstag 22. Januar, die erste Wiederholung von Franks Schauspiel „Karl und Anna" in Szene. — Deutscher Republikanischer Lehre r b u n d. Kommenden Samstagnachmittag 61 , Uhr findet im Festsaal des Landgraf-Lud- wig-Gymnasiums eine Lessing-Erinnerungsfeier statt. Universitätsprofessor Dr. v. Aster wird die Gedenkrede halten. (Siehe heutige Anzeige.) — Naturheilverein Gießen. Heute abend im Hotel Prinz Carl Vortrag über das Thema „Atem ist Leben!". Rednerin ist Frau Maria Gerwig, Heidelberg-Luzern. Anschließend an den Vortrag wird ein dreitägiger Vokal-Atem-Kursus stattfinden. Näheres in der heutigen Anzeige. * ** Reichlicher Schneefall ist nach dem tagelangen trockenen Frost im Verlaufe der letzten Nacht nun auch in unserer Gegend nieder» gegangen. Zum Schutze der Saat vor den Wirkungen des Frostes wird die dichte Schneedecke von den Landwirten sicherlich begrüßt werden. Weniger zufrieden ist aber der Eisverein, der sich nach dem reichlichen Schneefall veranlaßt sah, das für heute abend angefetzte Eisfest abzusagen, zum großen Leidwesen aller Freunde des Schlittschuhspotts. ** Zum 400jährige n Bestehen des K l e i n e n K a t e ch i s m u s hat die Hessische Evangelische Kirchenregierung eine Dankseier in den Kirchen im Rahmen des Hauptgottesdienstes für nächsten Sonntag angeordnet. Außerdem soll in den Rsligionsstiinden den Schulern die Bedeutung dieses kostbaren Besitzes der evangelischen Kirche eindringlich dargelegt werden. Ferner wird die Veranstaltung von entsprechenden Familienabenden und sonstigen Gemeindcfeiern empfohlen. ** Gründung^iner Vereinigung hessischer Pflanzenzüchter. Anläßlich der Landwirtschaftlichen Woche in Darmstadt wurde auf Anregung der Landwirtschaftskammer die „Vereinigung hessischer Pflanzenzüchter" gegründet, in der sämtliche hessischen Pflanzenzüchter sich Zusammen- geschlossen haben. Die großen Probleme, die Zur Zeit und wohl auch in Zukunft die Pflanzenzucht beschäftigen, erfordern einen engeren Zusammenschluß der Pflanzenzüchter. Insbesondere unsere kleinen heft fischen Pflanzenzuchter bedürfen zur nachhaltigen Verttetung ihrer Interesten eines engen Zusammenschlusses. ' Keine Einschränkung der deutschen Einwanderung in Kanada. In den letzten Tagen wurden in manchen Zeitungen Meldungen verbreitet, wonach die Einwanoe- rung in Kanada durch die kanadische Regierung erheblich eingeschränkt worden sei. Wie wir von der Hamburg-Amerika Linie (in Gießen Der« treten durch das Reisebureau Loeb) hören, bezieht sich nach der Verordnung des kanadischen Einwanderungsministers, deren Wortlaut nunmehr vorliegt, diese Einschränkung lediglich auf die nicht bevorzugten Länder, zu denen in der Hauptsache die östlichen Staaten gehören. Die Einwanderung deutscher Staatsangehöriger in Kanada wird durch diese Verordnung nicht getroffen und kann ungehindert, wie bisher, erfolgen. Im Hinblick auf das große Interesse. das für Kanada in Deutschland besteht, ist diese Tatsache sehr zu begrüßen. ** Auftrieb auf dem heutigen Frank- furterSchlachtviehmarkt: 519 .Kälber, 346 Schafe und 439 Schweine. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellfchast. Sabbatfeier den 19. Januar. Freitag abend 4.35 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 5.50. Wochengottesdienst morgens 7; abends 4.30 Uhr. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 19. Januar. Vorabend 4.45 Uhr, morgens 9; abends 5.10 und 5.50 Uhr. Haushalfungs- und Fortbildungsschule Karlsruhe, B., Otto SachSftr. 5, Ecke Mathystr, Lntevnat. 5U4D Grünbl.llnterweisung in der Hauswirtschaft, im Kochen sowie in Handarbeiten (Vorstufe zur häuslichen Berufsausbildung), Weiterbildung in Schulfächern, Handelsschulunterricht (Buchführung, Stenographie u. Maschinenschreiben). ZahreSkurse in 2 Klaffen. Klaffe A für 14» bis 17jährige, Klaffe B für junge Mädchen über 17 Jahre. Die Schülerinnen sind vom Besuch der allgemeinen FottbilbungSschule befreit. Beginn des neuen Schuljahres Ende April 1929. Satzungen und Auskunft gegen Ein» fenbung von 30 pf. durch die Anftaltsleitung. Badischer Krauenverein vom Roten Kreuz Karlsruhe (Landesvorfiand) Sule Suppen ßer eiten Sie aus MAGGI* $uvvenMürfe(h Hoch fertig • Wahrhaft • (Heiner, natürlicher §eichmach • 26 verschiedene Sorten. Verkäufer und Lagerist für Kolonial- u. Porzellanwaren - Deiail- geschätt nach Friedberg für sofort ober zum 1. Februar gesucht. Nur von best- empfohlenen Bewerbern mit la Zeug- nlsten sind Angebote unter 016 an den Gießener Anzeiger erbeten. Hiesige Weingroßbandlg.u.Likörsabrikstellt em. Dchrtsiliche Angebote erbeten unter 013 an den Gießener Anzeiger. HHMHMHHWHHtHH 48UV In jedem Crt wird eine Filiale er» richtet. Hierfür wird eine zuverlässige Person «Berus einerlei) als SMattettevlin) gesucht. Monail. 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Die trauernden Hinterbliebenen: rür die vielen wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer innigstgellebten unvergeßlichen Frau Lina Kraft sprechen wir hiermit unsern innigsten Dank aus. Die tieftrauem den Hinterbliebenen. 477A 930 3 Nr. 14 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 17. Januar 1929 Europas Abenteurer als Drahtzieher in Wen. Oberst Lawrence, der „ungekrönte König von Arabien" als Regisseur des Afghanenaufstands. - Trebitsch Lincoln, Quäker, Mandarii und Spion. Russische Organisatoren der chinesischen Armee. - „Der Generalissimus des lebenden Buodha". Von Dr. Franz Herbach. Ein Kronz von Anekdoten und Legenden hat sich schon jetzt um einen noch ziemlich jungen Mann gerankt, den seine Gegner mit einer gewissen Bewunderung den größten Spion der Welt nennen; es ist Oberst E. T. Lawrence, der den Aufstand in Afghanistan angestiftet haben soll. Wer den Lebenslauf des früheren englischen Offiziers kennt, wird nicht daran zweifeln, daß ihm ein solches Unternehmen Huzutrauen ist. Zwar behaupten die Engländer, Lawrence sei seines militärischen Ranges entdeibet worden und diene jetzt als einfacher Soldat im indischen Heer. Die Eingeweihten aber lächeln, denn sie wissen, daß England nie einen Mann fallen lassen wird, der ihm so wichtige und wertvolle Dienste geleistet hat. Als Student der orientalischen Sprachen hat Lawrence längere Zeit in Arabien gelebt, um die Dialekte der Eingeborenen an Ort und Stelle zu studieren. Im Jahre 1914 kehrte er nach London zurück, um ein umfangreiches Werk über die Ergebnisse seiner Reise zu schreiben. Da brach der Krieg aus, und als noch einigen Jahren der Kriegsschauplatz im Orient immer wichtiger wurde, forderte das britische Hauptquartier in Kairo dringend Mitarbeiter an, die die arabische Sprache beherrschten. Man wurde auf Lawrence aufmerksam, und stellte ihn an die Spitze einer Dolmetscherschule, die in Kairo errichtet worden war. Dieser Posten genügte aber dem Ehrgeiz des jungen Gelehrten nicht. Eines Tages verschwand er spurlos, und erst später hörte man, daß er sich in Die arabische Wüste zum Emir F e i s u l i begeben hatte, den er von feinem Studienaufenthalt her kannte. Mit ungeheurer Zähigkeit und Energie gelang es Lawrence, die arabischen Stämme gegen die Türken aufzuwiegeln und ste zu veranlassen, einen Kleinkrieg gegen die Mittelmächte zu führen. Das war keine leichte Aufgabe, denn die einzelnen Führer waren sehr eifersüchtig aufeinander, und es bedurfte großer Geschicklichkeit, um sie alle zu einem Kampfblock zusammenzuschweißen. Lawrence hatte dennoch Erfolg; als er als Sieger in Damaskus einzog, nannte man ihn den „u »gekrönten König von Arabien". Es spricht für den Menschen Lawrence, daß er für feine Gegner, die er mit aller Energie bekämpft hatte, später in seinem Buch „Aufruhr in der W ü ft e" Worte höchsten Lobes fand. ,Lum erstenmal war ich stolz auf den Feind, der meine Brüder getötet hatte", schrieb er über die deutschen Truppen an der türkischen Front. Mit großem Idealismus letzte er sich während der Friedensverhandlungen für die Araber ein. Er schuf feinen arabischen Freunden Königreiche und verfocht fanatisch die Interessen der Wüstensöhne. Durch seine ungeheure Kenntnis in allen Dingen, die den Orient betrafen, wurde Lawrence der englischen Regierung unentbehrlich. Während der Friedensverhandlungen wurde er sogar zu den Sitzungen des englischen Kabinetts zugezogen, und er benutze diese Gelegenheit, einzelne konservative Minister durch sein burschikoses Wesen in Aufregung zu versetzen. Als es in Europa wieder ruhiger geworden war, verließ der Abenteurer wieder seine Heimat, wo er durch die orientalische Tracht, die er oft anzulegen pflegte, viel Aufsehen erregt hatte. Er verschwand aus England, tauchte bald darauf in Indien auf, und zuletzt hat man ihn in A f > gh an ist an beobachtet. In diesem Abenteurer, der zugleich Gelehrter, Soldat und Diplomat ist, besitzt England einen Agenten von unschätzbarem Wert, den es gern ein setzt, wenn es sich um eine besonders schwierige Mission im Orient handelt. Während Lawrence stets aus Idealismus gehandelt haben soll, waren bei einem anderen großen Abenteurer zweifellos immer sehr egoistische Motive ausschlaggebend. T r e b i-t s ch - L i n c o l n half denen, die den größeren Geldbeutel haben, und kümmerte sich wenig darum, welche idealistischen Ziele seine Brotherren verfolgten. Ignaz Trebitsch, ein geborener Ungar, ging frühzeitig nach Amerika und war dort Schuhputzer und Kellner. Seine aroße Intelligenz und seine nicht geringere Skrupellosigkeit führten ihn bald in soziale Höhen. Eines Tages hielt es der geschäftstüchtige Mann für vorteilhaft, Quäker zu werden, doch hatte er sich verspekuliert, da er auf diesem Weg nicht die erhofften Erfolge errang. Nun wurde Trebitsch protestantischer Seelsorger, nannte sich Trebitsch-Lincoln, bekam Eingang in die vornehme Gesellschaft, mußte aber schließlich wegen einer Skandalgeschichte fliehen. Er wandte sich nach England, wo er als analikani- scher Priester die Gunst des Erzbischofs von Canterbury gewann. Im Jahre 1912 wurde er ins U n ° terhaus gewählt, und damals prophezeite man dem Ungarn, das er in absehbarer Zeit die Peerswürde erlangen würde. Der zukünftige Lord konnte aber von feinen alten Gewohnheiten nicht lassen; er verübte umfangreiche Schwindeleien und entging der gerichtlichen Verfolgung nur dadurch, daß er als Feldprediger bei Ausbruch des Krieges an die Front ging. Trebitsch war ein Genie in der Verknüpfung vielseitiger Geschäfte; er nutzte sein Amt zu (Spionage« zwecken aus, ohne sich darauf zu beschränken, die Aufträge seiner englischen Vorgesetzten auszuführen. Als man feinen Machenschaften auf die Spur kam, floh er nach Amerika, wo er als Kaufmann lebte. Wechselfälschungen brachten ihn ins Gefängnis; dann wurde er an England ausgeliefert, wo er wegen Spionage nochmals eine längere Strafe verbüßen mußte. Kaum wieder in Freiheit gefetzt, entwarf der Abenteurer einen neuen Schlachtplan. Er reiste nach Deutschland, verschaffte sich Zugang zu umstürzlerischen Kreisen und half den K a p p u t s ch vorzubereiten. Die Würde eines Pressechefs der neuen Regierung verlor er aber bald wieder, und als der Staatsstreich zusammengebrochen war, floh er mit Oberst Bauer nach Süddeutschland. Zwischendurch verschaffte er sich wieder einige Mittel, indem er gefälschte Dokumente an das Ausland verkaufte. Nun wurde Trebitsch-Lincoln der deutsche Boden zu heiß; er ging nach B u d a p est, wo es ihm aber auch nicht gefiel, und eines Tages erfuhr Europa, daß der Abenteurer — chinesischer Mandarin und Vertrauter des Diktators der Mandschurei, des Generals W u - P e i - F u , geworden war. Nachdem er eine Artikelserie zu hohen Preisen an einen amerikanischen Zeitungskonzern verkauft hatte, floh er in ein Buddhistenklo st er und lebte dort als Mönch, bis ihn die Nachricht erreichte, daß sein Sohn in London hingerichtet werden sollte. Unverzüglich reifte er nach England, die englische Regierung gestattete ihm aber nicht, das Land zu betreten. Er mußte wieder umkehren, und seitdem hat man nichts mehr von ihm gehört. Ueberragenben Einfluß auf die chinesische Politik besaß lange Zeit Michael Borodin, der russische Berater der Hankau-Regierung. Er war nicht nur ein besonders befähigter Diplomat, sondern auch ein Organisator großen Stils. Die Kuomintang befolgte fast alle seine Ratschläge, und schon glaubte man in Europa, daß die kommunistische Idee in China siegen würde — als Borodin plötzlich von den Chinesen, denen er in ihrer schwersten Zeit begestanden hatte, ausgewiesen wurde. Mit Borodin zugleich ging der russische General Galen, der die militärischen Operationen der Südarmee erfolgreich durchgesührt hatte. Galen war nach dem Weltkrieg nach Rußland gekommen, hatte in der Roten Armee gedient und war nach Orenburg entsandt worden, um gegen den weißrussischen General Dutow zu kämpfen. Bald darauf erhielt er als Offizier, der behauptet, ein Nachkomme des Fürsten Blücher zu sein, das Kommando über eine Division. 1921 kam er nach dem Fernen Osten, wo er gegen Koltschak kämpfte. Seine Energie und Gießener Gtadttheater. Lessing: „Nathan der Weise". 3n wenigen Tagen wird ba3 gesamte geistige Deutschland jener tiefbedeutsamen Stunde gedenken. da vor zwei Jahrhunderten im Pfarrhause zu Kamenz in Sachsen als Sohn des Pastor primarius Gotthold Ephraim Lessing in die Welt kam. Und im kommenden Frühling werden anderthalb Jahrhunderte vergangen fein, seit dieser Pastorensohn dem deutschen Volke sein vollkommenstes Vermächtnis, zugleich die wunderlichste Derschwisterung zwischen Theologie und Theater in die Hände gelegt hat: „Ratyan den Weisen". Zwei Jahve nach der Vollendung des Werkes war der Dichter schon tot; 51 Jahre ist er alt geworden. Die Hellhörigen und Weitblickenden in der Ration haoen damals bereits erkannt, was fein Hingang für die deutsche Kultur und Geistesgeschichte bedeutete. E.ise Reimarus klagte: „Es soll Finsternis bleiben." Und Herder: „Es ist, als ob dem Wanderer alle Sterne untergingen und nur der dunkle wolkige Himmel bliebe." Und Goethe: „Wir verlieren viel, viel an ihm, mehr als wir glauben." Wer war gestorben? Der Ahnherr des großen deutschen Lustspiels, der Bahnbrecher unseres neuen Dramas und seiner edelsten, antikem Maße nachgebi-deten Verssorm; Dichter. K.i.iker, klassischer Lehrmeister eines Jahrhunderts, aus dem noch heute unsere geistige Kultur ihre besten Kräfte zieht; Schöpfer kristallener Wortkunst — wie er seit Luthers Hingang in Deutschland nicht mehr gefunden wurde — und einer bis dahin unerhörten szenischen Architektur; unbestech.ich klarer Kopf, sittliches Gewißen deutscher Ra.ion, immer gewärtig und gerüstet zum Kampf gegen alles Veraltete, Fremde und Enge, gegen das dumpf und staubig üeberlommene, in Formeln Erstarrte und morsch Gewordene, gegen die Trägheit des Herzens und die verbohrte und verbissene Rück- ständigkeit kleiner Geister; ein allezeit ausfall- bere t r, m.islerlichcr Fecht r für Deutschh it und Wahrheit, (e.u.enfter Sachwa.ter der Au.klärung, Erleuchtung und Derirenschlichung — seinem Jahrhundert und weit darüber hinaus. Der schöpferische Sinn einer jeden Lessing- Gedenkfeier in unseren Tagen muß wohl darin gefunden werden, daß der Blick der heutigen Menschen, der ja doch gemeinhin in ganz andere Dichtungen zu schweifen gewohnt ist, wiederum, wenn auch nur für ein paar weiterwirkende Herzschläge der Besinnung, jenen Sternen zugelenkt werde, von deren Untergang am wolkenverhängten Himmel nach Lessings Tode Herder gesprochen hatte. Die hellsten unter ihnen leuchten noch immer, auch heute noch, auch uns. In elf Fechtergängen hatte Lessing seinen berühmten Meinungskampf mit dem Pastor Go:ze scharfgeistig auZgetragen; der zwölfte. auf anderem, weiteren Felde, mit mächtigeren Waffen geführt, entschied nicht allein gegen jenen plumpen und eigentlich von Anfang an unterlegenen Widerpart, sondern wurde in ganz Deutschland mit Aufhorchen vernommen und hallt bis heute nach, soll funkeln als ein sehr helles, versöhnendes, Frieden bringendes Gestirn auch über der gegenwärtigen Menschheit, die von Goeze nicht 1 mehr weiß, an Lessing nur noch an seltenen Kalendertagen denkt und in den Geist seiner Zeit sich schwerlich zurückversetzen kann. Wie von ungefähr — der Dichter nennt es selbst einen - närrischen Einfall" — gerät ihm von seinen zah reichen Fragmenten. Planen und Szenenarien seiner literarischen Werkstatt jenes wieder in die Hände, das sich in Boecaceios „Dekamerone" vorgebildet fand und berufen war. der mittlere Pfeiler — zwischen „Iphigenie" und „Carlos" — des dreifach gespannten und getragenen Bog:ns einer k.'assiichen Humanität> idee zu werden. Uns kommt es. hier und heute, auf die formmäßigen Errungenschaften, die der Entstehungszeit des Werkes vorauseilten, so wenig an wie auf gewiße dramatische Schwächen, die besonders gegen Ende sich bemerkbar machen und öfters getadelt worden sind. Sondern auf die Gesinnung allein, die dieses Schauspiel bewegt, den neuen Geist und den Adel des Herzens, der hier zum erstenmal wirkende Worte fand, auf das Vermächtnis und große Bekenntnis zu jenem weltumspannenden Gedanken, wie er in der Ringparabel des dritten Aktes, dem Kernstück der Dichtung, sich kundgibt als ein zeitloses Gleichnis schönen und reifen Menschentums. seine militärifchen Kenntnisse kamen den Chinesen zugute; als mllitärischer Beirat des Generals Tjchiangkaifchek besaß Galen großen Einfluß, bis er zusammen mit Borodin China verlassen mußte. Dem bolschewistischen General Galen stand ein anderer Abenteurer gegenüber, der weißrussische General Baron Ungern-Sternberg, der die russischen weißen Truppen in der Mongolei beseh, ligte. „Generalissimus des lebenden Buddha", nannte sich dieser baltische Baron, der an alle asiatischen Völker ein Manifest erließ, und sie im Namen Buddhas gegen die „schlimmen Bolschewistenteufel" aufrief. Sogar mit dem Dalai-Lama in Tibet hatte er sich in Verbindung gesetzt, um sich von diesem bestätigen zu lassen, daß er für die Sache der Menschlichkeit kämpfe. Nach einigen Erfolgen wurde Ungern-Sternberg von seinen eigenen Offizieren verraten und an die Sowjetregierung ausgeliefert. Er fand einige Zeit darauf in Transbaikalien den Tod, ohne daß sich feine Träume erfüllt hatten, in denen er sich bereits als „Dizekönig des Fernen Ostens" gesehen hatte. Volkskundliche Gesellschaftsreisen nach Siebenbürgen. Das Deutsche Kulturamt in Hermann stabt, die kulturelle Zentralste l'e des Deutschtums in 2tum n;:n, veran,ta t:t altjährlich Fahrten nach den deutschen Siedlungsgebieten Rumäniens, namendich nach Siebenbürgen, um rmchsdeutfchen Bolksge- nofsen Gelegenheit zum K.nnen ernen ausland- deutfcher Le.enLverh^l n.fie zu g: ei. Die Fahrten bieten überdies den Reiz der in Tracht, Brauch und Sitte urfprünglichen Volfskultur. der wundervollen Karpaihenlandschaft, der schönen rnittelackrrlichen Bauern- und Bürgerarchiteltur der Siebenbürger Sachfen. Der große Erfolg der vorjährigen Fahrten gehl aus den zah^ reichen, begeisterten Berichten der Teilnehmer hervor, die übereinstimmend beton.n daß „durch die Reise sich alle Vorstellungen über das Aus- landdeutschtum gewandelt und verlieft haben, und daß der Gewinn im allgemeinen für jeden politisch denkenden Menschen, für jeden deutschen Staatsbürger unermeßlich fei. Es werde der Stolz, ein Deutscher zu sein, neu geweckt'. Im Jahre 1929 werden drei Reisen unternommen, die alle innerhalb des Landes mit Auto por sich gehen und so einen überaus unmittelbaren Eindruck von Land und Leuten vermitteln. Der neue Landeskirchentag. Wie wir von zuständiger Seite hören, ist der neugewählte L a n d e s k i r ch e n t a g b er Hessischen Evangelischen Landeskirche zu einer konstituierenden Sitzung zum 29. Januar einberufen. Der neutzewählte Landeskirchentag hat trotz des erstmalig in Erscheinung tretenden Wahlkampfes und des Auftretens einer neuen Gruppe (Bund für lebendige Kirche) keine wesentliche Aende- r u n g der Stärkeoerhältnifse der Grup- pen im Vergleich zu den Wahlen von 1922 gebracht. Die 54 aus der Wahl hervorgehenden Abgeordneten verteilen füb auf die nunmehr bestehenden vier Gruppen des Landeskirchentages wie folgt: Hessische Evangelische Vereinigung (Friedberger Konferenz) 20 (1922: 19), Positive Vereinigung 19 (22), Freie oolkskirchliche Vereinigung 14 (13), Bund für lebendige Kirche 1 (0). Durch die Berufung von weiteren sechs Abgeordneten wird sich das Stärkeverhältnis der Gruppen kaum verschieben. Jedoch ist infolge der Ausstellung von Kandidaten der drei erstgenannten Gruppen in fast allen Dekanaten des Landes mancher Bewerber unterlegen, der in früheren Jahren einem Gegner gegenüber siegreich blieb. Der neue Landeslirchentag weist daher eine ganze Reihe erstmalig gewählter Abgeordneter auf. Daten für Freitag. 18. Januar. 1689: der philosophische Schriftsteller Montesquieu in La Brede bei Bordeaux geboren (gestorben 1755); — 1701: der Staatsmann und Schriftsteller Johann Jakob Moser in Stuttgart geboren (gestorben 1785); — 1873: der englische Schriftsteller Edward Bullwer (Lord Lytton) in Torquay gestorben (geboren 1803); Im Mittelpunkt der Jubiläumsaufsührung stand die Gestaltung Ludwig Wüllners, der als Gast den weisen Rathan spielte; bewundernswert, schon wein man die rein physische Leistung beie.ikt, die hier ein über Siebzigjäh', i- ger mit der Formung der ausladenden Rolle vollbrachte. Heber alle Lobrede erhabm aber die geistige Beherrschung und Durchdr.ngung. d e 'Abgcklä.t- heit und menschliche Würde, die sich hier an einem vollkomn enen Gegenstände e.it, al'.eie. Wüllner spiel erntet) nafe und < u . or und, nebenbei, mit einer Ro. t.ne, d.e ih.n er.au&t, te.n „schwimmenden" Partner, der Soufdeuse zuvorkommend, einzuhcl en. Aber der stärkste Eindruck haftet nicht am reinen „Spiel', sondern, wie in diesem Falle vorauszufehen war, an ter sprachlichen Gestaltung. Sie war vorbildlich. Jede Szene, jeder Vers, ja jedes kleine Wort durchdacht, erfühlt und empfunden, lebendig gemacht und in überzeugende Bewegung umgeseht. Die Derfe rein, klingend, fließend, rhythmisch und doch ohne den Zwang der strengen Form gesprochen, eine schlichte, ih.eü Cew.^. t) b:wuf,te m.n.chl che Rede. Die große Ringerzählunz war ein Meisterstück in Aufbau, Gliederung und Vergeistigung ihres Gehaltes. Wir erinnern uns nicht, sie in gleicher Vollendung gehört zu haben. Eine bis auf einige Einzelheiten recht gute, durchgearbeite'.e Auftühr-nz unter Dolcks verständnisvoller Regie zeichnete sich vornehmlich durch ftllhinde Verwandlungen und stllvolle Dekorationen aus; die sehr begabten Entwürfe von Löffler verdienen nachdrückliche Anerkennung. Insbesondere die Bilder vor und in Ralhans Hause, auch der Klosterhof waren räumlich und farbig ausgezeichnet bewältigt. Die übrige Besetzung. Knur gab den Tempelherren — wenig befriedigend; er hat feit dem Carlos nichts hinzugelemt; die Rolle braucht mehr Ruhe und — trotz aller Jugendlichkeit — mehr Reife; das übersprudelnde, hitzig: Sprechen muß gemäßigt werden; Temperament ist auch auf der Bühne nicht mit Temposteigerung zu verwechseln. Wo er sich Zeit ließ für seine Verse, war seine Eignung für die Rolle nicht zu verkennen. Die tedlichen Unsicherheiten werden sich in späteren Aufführungen verlieren. Aus der provinzialdauptstadi. Gießen, den 17. Januar 1929. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Dieser Tage sprach Pros. Dr. A. B u r ch a r d (Jena) über das Land Bulgarien und seine Bewohner. Anknüpfend an die einführenden Worte des Vorsitzenden der Gesellschaft. Prof. Dr. K l u t 0 , betonte der Vortragende eingangs, daß Bulgarien zwar ein europäisches Land ist. daß es jedoch in vielen Zügen seines Kulturbildes infolge der Jahrhunderte langen Türkenherrjchaft heute noch recht europa- fremd anmutet, sich aber ehrlich bemüht, zu Europa zu kommen, und hofft. Europa werde ebenso zu ihm kommen. Das Rückgrat seines die Hörerschaft durchweg stark fesselnden Votrages bildeten 90 technisch und typisch meist ausgezeichnete Lichtbilder. Die erste Hälfte war nach landschaftlichen Ge- sichtspuillten geordnet. Don den malerischen, aus Jungter.iär auf gebauten Steilufern der Schwarz- meerküste bei Varna führten sie über die alte bulgarische Krönungs- und Hauptstadt Trnowo zu dem durch den heldenhaften Verteidigungs- kampf der Türken 1878 berühmt gewordenen Schipkapaß. Der Balkan zeigt sich hier als.'ein Gebirge aus runden Rücken mit Hochweiden und schönen Wcißbuchenwäldem. Viel wilder ist das Durchbruchstal des Jskerflus'es durch das gleiche Gebirge nördlich von Sofia. Dann ging die Reife hinab in die thrakische Ebene mit ihren Auwäldern längs der Martha bei Tatar-Pazardschik und mit den Spuren der Erdbebenzerstörungen von 1927 an ihrem Südrand. Es folgte ein längerer Ausflug in das mächtige, aus kristallinen Gesteinen aufgebaute Viereck der Rhodopen, einer Gebirgsgruppe, deren tektonischer Dau mit den eingeschalteten, von Tertiär ausgekleideten Einbruchsbecken deutlich die nördliche übermeerische Fortsetzung der Gitterstruktur des Aegäischen Raumes offenbart. Aus dem noch zu Thrakien gehörenden Mittel'ebirgsland um den Ardafluh ging es nach Ro.'dwesten über den aus lristal Lum Kalk aufgebauten Höhenzug Persenk in die hohen Rhodopen hinein, zum Berge Belmelen (2700 Meter), dessen Rordhänge schon von eiszeitlichen Karen zerfressen sind, und zu dem landschaftlich- großartigen mächtigen Rord Westende der Rho" dopen, dem Rirageoirge, mit seinem typischen Gtazialrelief (Kare, Höchsten, Endmoränen), seinen Lawinenschneekegeln, seinen der Almwirtschaft dienenden Hochweiden und seinen schönen Fichtenwäldern in den Taltiefen. Einige Bilder aus dem Westflügel der Rhodopen, dem Piringelirge, mit den warmen Quellen von Banjsko bildeten den Schluß des ersten Teils. Die zweite Hälfte feiner Ausführungen widmete der Redner einem anthropogeographischen Gesamtüberblick über Bulgarien. Er zei'te zunächst an der Hand einer Kartenskizze die Wanderwege der zahlreichen Völker, die im Laufe der Geschichte in das Bereich des jetzigen Bulgarien! eingedrungen sind und ihre Spuren tm Blut, im Bild der Kulturlandschaft, in der religiösen und sprachlichen Gliederung des Landes hinterlassen haben: der Griechen. Byzantiner, Römer, Germanen, Slawen, Bulgaren und Türken Die Bulgaren sind als ein wenige Zehntaufende zählendes mongolisches Hirtenvolk von Rordosten gekommen und haben sich die slawische Ackerbaubevölkerung südlich der Donau unterworfen. Sie haben dem Gesamtvolk den Qlamen ge 'eben, sind aber bald sprachlich im slawischen Volkstum aufgegangen Es folgten bann Bilder alter Bauwerke, von der byzantinischen Stadtmauer in Philippovel bis zur Moschee von Tatar-Pazardschik. den Türkenfriedhösen und dem zeitweilig von 6000 Pilgern besetzten Rilakloster, sowie Ansichten von Volksthpen: von bulgarischen Männern und Frauen in ihrer charakteristischen Tracht, von Türken, von den im Mestatal siedelnden mohammedanischen Bulgaren, den Pomalen» von den Zigeunern sowie den Wanderhirten dec Rho- dopen, die im Winter mit ihren Herden in die gastliche Türkei zur Halbinsel Gallipoli ziehen, während ihnen Griechenland den Zutritt zu den näheren Gestaden des Aegäischen Meeres zwischien Kavala und Dedeagatsch t erwehrt. Daran schlossen Als Rechn war für Frl. Heß, die erkrankt ist. Jngeborg Scherer eingesprungen und fand sich, vor allem in den ersten Bildern, recht löblich mit der Rolle ab, die ihr Wohl nicht besonders entgegenkommt; doch sprach sie im Schlußakt so leise, daß sie nicht immer zu verstehen war. Eine ' liebevoll ausgefeilte Chargenstudie bot Volck in der stets dankbaren Partie des biedern Klosterbruders. Sehr beweglich und lebendig der Derwisch H a e s e r s und die Daja der Jüngling. Ebert-Grassow war ein würdiger, verstehender Sultan, Maria Koch eine heiter-anmutige Slltah, Schubert der Patriarch: „ein dicker, roter, freundlicher Prälat". — Das Haus war. wenn wir rech' a-sthen haben, a.svcrla f:; Wüllncr wurde zusttzt imm.r wieder herausgeklatscht. Dr Th. Kunst und Geschmack. „Die Welt der Kunst ist nicht die Welt der „schönen formen", ästhetisch genommen; deren Ebene ist die Ebene des Geschmackes. In der Welt des Geschmacks genieße ich. Kunst genieße ich nicht; sie faßt mich. Es ist finnlos, in der Kunst das Genießen zu suchen, das Hinaufgreifen in das Leichte. Ich genieße auch nicht Religion. Oder wenn ich angeblich „Religion" genieße, so bin ich nicht mehr im Bereiche der Religion. — Geschmack ist der Kunst dienstbar; aber Geschmack ist noch nicht Kunstner« mögen, und die feinste Sensibilität für Reiz und Anmut ist noch nicht Kunstvermögen; beide machen den Künsller nicht aus. Die Kunstwelt eines Watteau, eines Terborch, ' die Welt der graziösen Kunst, die eine ganz andere ist als die Welt großer Stupft, lebt nicht von Anmut und Ge chmack. Sondern die Fähigkeit zur Gestaltung konstituiert das Werk, ein Vermögen, zum Ganzen zu ormen. das in der Seele des Künstlers lebt, das nicht weiter definierbar ist und das das eigentliche fünft- ler.sche Vermögen ist — ist etwas ganz anderes als Geschmack und immer ein Seltenes unter Mem scheu. Der Mensch des nur ästhetischen Sinnes macht keine Kunstwerke; hier liegt der Irrtum der Dilettanten; er macht nicht einmal .Kunstgewerbe. — auch ein Dilettanten-Jrrtum." (Marie Luise Enckendorff: Aphorismen über Kunst, Januarheft des „Kunstworts"; München. Verlag Callwey.) ftd> Ansichten von dörflichen Siedlungen und Städten (Lrnowo, Philippo-el, S-fia) und Ausführungen über die Wirtschaft und den Verkehr Bulgariens (Tabak, Sier, Wein. Seesalz. Düffel, Schiffsmühlen, Getreideausfuhr und Einfuhrland- lvirtschaUlicher Maschiiren in den Donauhäsen). Das Schlußwort wies auf die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien hin und forderte deren weiteren Ausbau. H. L Briefserrdungen an Behörden. Man schreibt uns: Es wurde schon öfters daraus hingewiesen, daß Sendungen an B Hörden (auch an die Redaktion! D. Red.) niemals an ein Mitglied der betreffenden Dienststelle persönlich zu richten sind. Geschieht dieses doch, so erreicht der Absender in d.r Regel das Gegenteil von dem. was er erstrebt. Abgesehen davon, daß es für den Empfänger eines solch n Schreibens eine unangen hme Sache ist. dienstliche Schreiben in der Privattasche mit sich umhrr- -ulragen, kommen derarti-e Schreib.n stets später an die betreffende Behörde, als wenn sie unmittelbar cn sie gerichtet worden war n. Auch ist die Gefahr des Verlustes nicht ausg schlossen. Der persönliche Adressat kann beispi lswn e auch gerade verreist oder krank od:r auf einem auswärtigen Dienst eschäste sein. Ec kann vielleicht den Brief in seine Tasche st den und — vergessen. Das ist menschlich und jedenfalls nicht ausgeschlossen. Dann gibt es später nur älnannehm- lichkellen. Also man richte Schreiben dienstlicher Ratur — Privatschreiben in dienst- lrchen Angelegenheiten sollten grundsätzlich niemals an einen Beamten g 'richtet werden — an die betreffende Dienststelle s e l b st. beispielsweise an das Landratsamt in T, an das Kreisamt in V. an das Amtsgericht in T. an das Landgericht in B. niemals aber an einen Cinzelbeamten der betreffenden Dienststelle. Don der KnegSgraberfürsorge. Ein Jahr rastloser Arbett an seinem Werke, die deutschen Kriegersriedhöfe in allen Teilen der Erde schlicht aber würdig ausz. g stillen hat dem Volksbund Deursche Kriegsgräberfürsorge befriedigende Erfolge gebracht. Reben dem Ausbau von deutschen Ehrenstätten in den östlichen Ländern, in Belgien, England und aus dem Balkan, hat er in Frankreich die Ausaestaltungsarbeiten auf 49 deutschen Kriegerfriedhöfen begonnen und zum Teil schon beendet. Damit ist fast die Hälfte der Gräber aller in französischer Erde ruhenden deutschen Gefallenen erfaßt. Selbstverständlich bieten die gewaltigen Sammelfriedhöfe mit bis zu 35 000 Lwten noch nicht den von uns allen gewünschten Anblick, doch zeigt das bisher Geleistete schon jetzt deutlich, wie ein solcher Friedhof in einigen 3ahren ausfieht. und daß er, unserer teuren Totön würdig, vor aller Welt Zeugnis davon ablegt, daß Deutschland seine gefallenen Söhne nicht vergessen hat. Alle Arbeiten wurden in .engstem Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt durchgeführt. Darüber hinaus hat der Dolks- bund tausend und aber tausend Angehörigen Auskünfte über die ihnen teuren Grabstätten in fremden Landen erteilt und im Auftrage zahlreicher Hinterbliebener an den allgemeinen Totengedenktagen. besonders dem Boltstrauer- tag. und an bestimmten Tagen Kränze auf den Gräbern niederlegen lassen. Wenn auch die Zahl derjenigen, die sich um die ferne letzte Ruhestätte eines Familienmitgliedes kümmern, im vergangenen 3ahr wieder erheblich gewachsen ist, so ist sie doch immer noch gering im Vergleich zu dem gewaltigen Opfer an Menschenleben, das Deutschland im Weltkri g: b achte. D e Wucht und Würde der Feiern am Volkstrauertage 1928 im Deutschen Reiche, im stammverwandten Oesterreich und im Auslände haben bewiesen, daß der dem Andenken unserer Gefallenen aus dem Weltkriege gewidmete Gedenktag zu einer schönen Sitte des deutschen Volkes geworden ist. 3n feinem Streben, diesem geistigen deutschen Ehrenmal für die Opfer des Krieges den gesetzlichen Schutz zu verschaffen, wird der Dolksbund nicht erlahmen. 3n erfreulichem Umfange ist die Zahl der Leser der Bundeszeitschrift „Kriegsgräberfürsorge" gewachsen. Die mit Bildern geschmückte Zeitschrift berichtet fortlaufend über die Arbeiten des Volksbundes, sie ist das Bindeglied zwischen der deutschen Heimat und dem kostbaren deutschen Gut, das fremder Erde anver- traut ist. Trommeln im Gchneesturm. Don Sigismund von Nadecki. Cs ist die große Straße von Smolensk nach Moskau. Es ist dieser entsetzlich heiße 3uli 1812. Zwei ungeheure Heeresraupen kriechen langsam auf ihr vorwärts. Sie kriechen schon wochenlang hintereinander her: in einem einzigen erstickenden Staube, der vom Himmel nichts sehen läßt als den braunroten Sonnenball, welcher ewig wie eine glühende Kanonenkugel heranfliegt. Hnb in der Rächt steht ein silberner Komet am Himmel. Die größere Raupe will die kleinere einholen. Die kleinere will der größeren entkommen. 3m staubigen Zwischenraum zwischen ihnen blitzt der Scharlachdolman des Königs von Reapel auf: er schlägt sich mit den Kosaken herum. Die Franzosen haben nur einen Schrei auf den Lippen, Den Schrei eines Verdurstenden: „Moskwa, Mo kwcu" älnd die Kos.'k n antworten dämonisch- frech, wie es nur Kosaken können: „Parish, Paris h!" — was, wie man erkennen wird, „Paris, Paris!" heißt. 3n diesen beiden Schreien ist der ganze Völkerkamps von 1812 enthalten. Ein einziger Mensch in Rußland we tz, daß der Feldzug für die Franzosen bereits verloren ist. Strategisch verloren, und zwar schon in den ersten zehn Tagen: seitdem können die Russen Wohl noch geschlagen, aber nicht mehr besiegt werden. Dieser eine Mensch heißt Barclay de Tolly, und er wird wegen seines fremden Ramens von den Russen gehaßt, iUnd noch ein anderer Mensch weiß es. doch er will es nicht wahrhaben: Rapo- leon. Barclay wird abgesetzt. Er begräbt seinen großen Gedanken hinter der kahlen Stirn. Und es kommt zur Schlacht von Borodino. „Don der Kanone in Borodino hat die Erde unter Mo: kau gezittert" — so erzählt noch heute Der russische Bauer. Er ist der erschöpfendste Bericht, den es von dieser Schlacht geben kann, älnd noch einen anderen Bericht gibt es, der das Grauenhafte ahnen läßt, was sich dort ^getragen hat, ich habe ihn in den Aufzeichnungen eine' schwäbischen FeldaiItts gefunden. Er spricht zuerst von dem, was auch sonst sämtliche Augenzeugen, wie auf Verabredung, hervorh.b.n: von ** Keine Gasvergiftung. Von ter Direktion des städtischen Gas- und Wasserwerks wird uns mitgetciü: 3n 3hrer gestrigen Zeitung teilten Sie unter der Überschrift „Vergiftung bei einem Brande? ' mit, daß mit aösolulec Sicherheit >wch nicht festgestellt sei. ob es sich bei dem erlrantten Willi Eichenauer, Wall- torstratzc 48, (SLicfsohn des Herrn Fuhrmann Sauer), um eine Rauch- oder Gasvergiftung handele. Wir haben heute frü') die Gasanlage im Hause Walltorstraße untersuchen lassen und festgestellt, daß die Anlage in allen Teilen intakt und vollkommen dicht ist. Herr Sauer war bei der Untersuchung zugegen und erklärte, daß vor, während und nach dem Brande an der Gasleitung nichts geändert oder repariert worden und die Gasanlage während des Brandes in Betrieb gewesen sei. Gasgeruch fei während des Brandes von niemand wahrgenommen. Es kann daher in diesem Falle von einer Gasvergiftung keine Rede sein. Der Erkrankte hat sich nach dem Brande mit der Instandsetzung der Kohlenöfen, Reinigung der Ofenrohre usw. beschäftigt,' es liegt somit die Vermutung nahe, daß hier eine Oxydgas- vcrgiftung vorliegt. " Die li Reichskurzschriftgesell- fchaft „Gabelsberger" und Damenabteilung e. V. hielt dieser Tage ihre ordentliche ®encralDcrfani.nhir.g ab. 21u3 dem Verwaltung i bericht über daä 3ahr 1923 ist zu ersehen, daß der Verein innerhalb be3 3ahres gute Fortschritte und glänzende Leistu g:n erzielt hat. Es wurden drei Anfänger-, drei Fortbil- dungs-, drei Redeschrist- und zwei Praktikerlehrgänge, sowie sechZ Dickatturse zur Durchführung gebracht mit einer Gesamttcilnehmer- zahl von 450 Personen. An Wett.chreiben fanden statt: ein Vereiirtwettschreiben, zwei Bezirks- wctlschreiben, ein Verband wett chreiben, ein Stenvtypistenwcttschrciben und ein 3u6Uäum:- wcttschreiben des Vereins Büdingen. An sämtlichen Wettkämpfen beteiligten sich Mitglieder des Vereins: es konnten folgende Preise errungen werden: a) Schnellschreiben (80 bi3 240 Silben): 47 1. und Ehrenpreise, 93 1. Preise, 33 2. Preise, 10 3. Preise: b) Schön- und Richtig- schreiben: 6 1. und Ehrenpreise, 2 1. Preise, 12 2. Preise, 11 3. Prei e, c) Stenotypistenwettschreiben: 2 1. und Ehrenpreise, 1 2. Preis: insgesamt 220 Preise. Hierzu kommen noch die Erfolge dcr Mannschafts- und Staffelkämpfe im Bezirk. Die errungenen Preise konnten um 57 gegenüber dem Vorjahre erhöht werden. Die Handelskammerprüfung legten 5 Mitg i der mit Erfolg ab. Auch der Mitgliederbestana hat eine erfreuliche Zunahme von 59 erfahren. Bei der Dorstandswah! wurden die a'ten Dorsta. dsmit- glieder einstimmig wiedcrgewählt. ** Wilhelm Reeb f. Man berichtet uns aus Mainz: Am 8. 3anuar erlag der 06er- studienrat i. R. Professor Dr. Wilhelm Aeeb in Mainz im 63. Lebensjahr einem Schlaganfall. Damit ist ein Leben erloschen, das von einem unermüdlichen und ein lußreichen Wirken erfüllt war. Dom Abschluß seines älniversi.ätsstudiums im 3ahre 1833 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1927 wirkte er als Lehrer und Erzieher am Gymnasium, in den letzten 3obren am Realgymnasium in Mainz. Sein Unterricht wurde durch jeine ausgedehnte wissenschaftliche Tätigkeit ergänzt und befruchtet. Die Wissenschaft und die höhere Schule verdanken seinem nie erlahmenden Forscherdrang eine Reihe anerkannter Werke. Er war Mitherausgeber eines lateinischen Wörterbuches uni) wurde durch eine Ausgabe der Germania des Tacitus besonders bekannt. Die wissenschaftliche Durchforschung und Deutung dieses Quellenwerkes war ihm Lebensaufgabe, der er bis in feine letzten Tage mit aufopferndem Eifer oblag. So riß ihn der Tod mitten aus der Arbeit an einem mit Spannung erwarteten Kommentar zur Germania. 3n feiner Wahl zum Vorsitzenden im Vorstand des Römisch-Germanischen Zentralmuseums fanden feine wissenschaftlichen Verdienste eine sichtbare Anerkennung. 3n seltener Arbeitskraft konnte Reeb mit der angestrengtesten Tätigkeit als Lehrer und Wissenschaftler noch eine lebhafte Tätigkeit für das höhere Schulwesen Hessens und für den Philologenstand vereinen. 15 3ahre lang gehörte er dem Vorstand des Hessischen Philologenvereins an: in den für die hessische höhere Schule besonders schwierigen Jahren 1921/26 leitete er ziel- bewußt als Vorsitzender den Verein. 3n dankbarer Würdigung feiner Verdienste um die höhere Schule und den Philologenstand ernannte ihn die Hauptversammlung des Hessischen Philologen- dem ununterbrochen knallenden Kanonendonner, der zu einem einzigen Gebrüll anschwoll, wie man es bis dahin nie gehört hatte, und zweitens von der drückenden Majestät des Todes, die hier stumm und schrecklich schien wie nie zuvor. Er war sozusagen persönlich anwesend. Und nun lagerte die grande armee auf dem Leichenfelde, uno es kam der Morgen. „Da fing, in einem Knäuel von Kadavern, ein tot daliegen- der russischer Soldat plötzlich an, sich zu bewegen. Sei es, daß die ersten Sonnenstrahlen ihn belebten, oder daß irgendeine Erschütterung ihm das Bewußtsein wiedergab, — genug, er hob mitten unter den Leichen den Kops, rieb sich die Augen, stand langsam auf und sah sich verwundert um. Er - sah sich in der Mitte der grande armee stehen!... Run machte er zögernd einen Schritt, zwei, drei, weitere — und marschierte endlich aufrecht, langsam und militärisch in der Richtung der abgezogenen Russen davon. Keiner von Den vielen tausend Soldaten, die ihn müde anblickten, dachte nur daran, ihn zu hindern." Ein russischer Soldat ist also glatt durch die grande armee hindnrchmarschiert. sozusagen nach Haufe gegangen! Und das eben ist der Sinn von Borodino: man war furchtbar müde. Man konnte nicht mehr kämpfen, weil man es nicht mehr wollte. Kämpfen hatte auf einmal feinen Sinn mehr. Diese Armee hatte im An- rennen einen so betäubenden Schlag vor die Stirn bekommen, daß sich ihre Wucht gerade noch bis Moskau totlaufen konnte — aber dann war es zu Ende. Von dort aus konnte man sich zwar mit unerhörtem Elan einen Weg bahnen, aber eben nur nach „Pari.h, Parisb!" „Stall- mutig" nennt man das bei den Pferden. Bekanntlich haben die Franzosen „Moskwa" nicht vorgefunden. Moskwa war nicht da — es standen bloß leere Häuser. Und nun scheint eS, als ob die Elementarmächte, die schon längst in dieser Kampagne alles Einzelmenschliche zur Winzigkeit herabdrückten, — als ob sie jetzt zu einer tobenden Orgie von Sturm und Feuerbrand zusammenfchlügen! Wir sehen das noch heute durch ein 3ahrhundert herüberscheinen: eine (Riefenflamme züngelt gegen den Racht- himmel, und feurig überläuft sie den Schnee da draußen, der schon stumm bereit steht für alles, was sich retten will. Die Straßen sind Vereins im 3ahre 1926 einstimmig zum Ehrenmitglied des Vereins. Sv betrauern Schule und Wissenschaft, Amtsgenosfen und ehemalige Schüler den Tod dieses vorbildlichen Mannes. Oberheffen. Landkreis Giesten. is. Steinbach, 15. Jan. Aehnliche Beobachtungen, wie sie in Rr. 8 des „Gieß. Anz." in dem Artikel „Raben und Krähen" befdjrieften werden, kann man im Nachsommer und Herbst auch an dem Hinteren der drei T.iche, dem sog. großen Teiche, zwischen hier und Lich, machen. Abends nach Sonnenuntergang kommen aus allen Himmelsrichtungen größere Schwärme von Staren und lassen sich zu gemeinschaftlichem Rächt- quartier im Schilf nieder. Stundenlang hört man das Zwitschern. Morgens bei Sonnenaufgang erhebt sich wie auf Kommando der nach vielen Tausenden zählende Schwarm gleich einer schwarzen Wolke, umkreist den Se:, um sich dann in kleinere Gruppen aufzulösen. die, wie abends, wieder nach allen Richtungen abzieh n. Diesen Vorgang kann man täglich beobachten, bis der Winter dem Spiel ein Ende macht. 5>:r Größe des Schwarmes nach zu urteilen, müsfen die Stare aus sehr werter Entfernung sich hier v rsamm-eln. 3nteressant ist, daß man im Frühling immer nur wenige dieser Vögel si.ht, obwohl sie sich im Sommer gut vermehren. Vielt.ächt können Beobachter hierüber Aufschluß geben. T L i ch. 15. Ian. Der Kriegerverein L i ch der Kriegerkameradschaft „Hassia" hatte am Sonntag die K a p e l l e d e s l.Datl.l5.3nf.- D e g t ö. zu Gaste. Das Konzert, von dieser Kapelle veranstaltet, übte — wie alljährlich — eine große Anziehungskraft auf die Mitglieder des Vereins aus. die vollzählig erschienen waren. Aber auch viele Kameraden aus d.n benachbarten Kriegervereir.en waren zugegen, so daß die sehr geräumige Turnhalle recht gut besetzt war. Die Kapelle unter der persönlich n Leitung von Ober- Musikmeister W. Löeer erösf e : mi dem Mr rsch „Alte Kameraden' die reichliche Vortragsfol^e. Sämtliche Musikstücke wurden mit großem Beifall ausgenommen und nötiften die Kaf.elle des öfteren zu Beigaben. Besond.ren Dank erntete die Kapelle mit dem Vortrag des großen Ton- gemäldes „Ein Morgen in Sanssouei" von O. Kollert. Die Solisten, älnteroffizier Meyer und Grenadier Glöckner, die in dem Konzertstück „Rachtigcul und Drossel" ihre Pikkoloflöten spielten, zeigten sich als Künstler auf ihren Instrumenten. Auch der von Obermufikmeister L ö - der komponierte „Rheinwellen-Walzer" fand adfeitigen Beifall. Den dritten Teil des Programmes leitete ein Marsch für Heroldtrompeten und Kesselpauken von Henrion ein. Dm Höhepunkt des Konzertes bildeten die „Historischen Märsche", ein großes chronologisches Potpourri für Militärmusik mit Fanfarentrvmpeten, Spiel- mannspseifen und SpielmannStrommeln, neu bearbeitet von Oskar Hallenberger. Stadtrcchner Ludwig Häuser, der erste Vorsitzende des Kriegervereins, widmete dem. Kapellmeister und der Kapelle herzliche Worte des Dankes für die vortrefflichen Darbietungen. Hoffentlich ist der finanzielle Erfolg des Konzertes nicht ausgeblieben, denn es war als Wohltätigkellskonzert zum Besten bedürftiger Kameradm gedacht. Abends fand der beliebte Kriegerball statt, bei dem alt und jung sich noch einige Stunden erfreuten. Kreis Friedberg. 2l Bad -R auhe im , 16. Jan. Wie vor einiger Zeit schon mitgeteilt werden konnte, beabsichtigt die Bad- und Kurdirektion eine verstärkte Propaganda in Berlin zu entfalten, das seither nur eine verhältnismäßig kleine Zahl von Kurgästen und sonstigen Besuchern stellte. Es wurde daher in diesem Monat in der Deichshauptstadt eine Auskunft s - und Werbestelle für unser hessisches Staatsbad eröffnet, und zwar in der Kankstratze nächst dem Stadt- und llnlergrunb» bahnhof Zoologischer Garten. S’e Auskunftsstelle wird ergänzt durch zwei weitere Stützpunkte „Unter den Linden", von denen sich der eine im Reisebureau der Ostseebäder befindet. Der Pressechef der Bad- und Kurverwaltung. Dr. Ricklinger, wellt zur Zeit zwecks Einrichtung der Auskunftsstelle in Berlin. Die geplante Verkehrswerbung für unser Bad in Berlin, die übrigens auch die Bestrebungen des Der- kehrsbundes Oberhessen und des Hessischen Verlehrsverbandes (deren Werbeschriften zahnlose, schwarz-vermorschte Kiefer, in denen noch ein paar Häuser wackeln. Was nachbleibt, ist Asche und ganze Berge von zerplatztem Glas, während in den Gossen irrisierende Bächlein abfließen: ein Gemisch von Blei, Kupfer, Silber und Gold. Wehe dem, der es in der Hitze des Plünderns für Schmutzwasser hielt und seinen Fuß nicht in acht nahm! An den verbliebenen Palästen werden die großen Lettern „Liberte, tgalite, Fraternit^" angebracht. Rapoleon schreibt seine nächtlichen Befehle ohne Kerze: die Stadt da hält ihm das Licht, Ilnö es fällt einem das Wort „heimgeleuchtet" ein. 3m Russischen gibt eS heute einen Ausdruck „Schantrapä." — das bedeutet Pack, Lumpengesindel. 3ch kann zufällig sagen, wie dieses Wort entstanden ist. Die grande armee eröffnete nämlich damals in Moskau ein französisches Theater. Aus dem herumstreifenden russischen Gesindel griff man ftch Statisten heraus. Die wurden auf ihre Stimmen geprüft und eingeteilt in Chorsänger und stumme Statisten. So ein Kerl mußte was vorkrähen, und dann entschied die Kommission: „chanteta“ (er singt) — ab nach links, und „chantera pas" (er singt nicht) — ab nach rechts. So standen die beiden Haufen einander gegenüber. Ratiirlich haben die Chantera die Chanterapas grenzenlos veracht:!, ilnö in diesem Augenblick ward ein neues russisches Schimpfwort geboren: Schantrapä. — Mittlerweile ist allerhand passiert: die grande arm^e, Rapoleon, die Zaren, sie sind längst den Weg alles 3rdischen gegangen, kein Hahn kräht mehr danach, — und was ist am Leben geblieben? Ein Schimpfwort — Schantrapa! ilnö nun der Schluß: eine endlose Schnee- wüste und zwei erfrierenöe Heeresraupen, die über diesen Schnee zurück auf SmolenZk zu kriechen. Die größere folgt der anderen, die ihr zu entkommen sucht. Ein elementarer Wille hält beide lebendig: Trommeln im Schneesturm! Links und rechts vom Wege sind Krähen, Leichen, aufgcflogcne Pulverwcgrn, eingeschneite Kanonen. So ein paar eingeschneite Kanonen, die ohne Bedeckung am W:ge l.g:n. wurden einmal von einem russischen General geschnappt. Er ist hocherfreut und kommt wegen dieser Heldentat sofort um einen Orden ein. Doch die Sache spricht sich herum, und er wird belächelt! Da könnten dort auch zur Verlegung kommen), toirfr sam unterstützen wird, ist leöhaft zu begrüßen. Auch andere Bade- und Kurorte (vor allem Kissingen) und Vertehrsverbände setzen alles daran, um das Reisepublikum der Reichhauptstadt für sich zu gewinnen. — Eine Gefahr für den Autoverkehr auf der Strecke Gießen— Frankfurt birgt, wie in letzter Zeit einige nächtliche ilnglüdäfälte bewiesen haben, die Blockstelle Ober-Mörlen am lieber- gang dieser Verkehrsstraße über die Main- Wefer-Tahn in sich. Wie bestimmt verlautet, ist die Eisenbahnverwaltung bemüht, die Gefahrenquelle durch zweckmäßige Derkehrssiche- rungen zu befestigen. Sie prüft zur Zeit die Verhältnisse und wird voraussichtlich durch Einführung einer stark und weithin wirkenden Beleuchtung den s.esährlichen Kreuzungspunkt aus der Ferne kenntlich machen. Dazu wäre allerdings die Anlage einer elektrischen Hochspannungsleitung von Rieler-Mörlen aus notwendig. Kreis Büdingen. _L Ridda, 16. 3an. Dis E v a"ng e l i s ch e Volksgemeinschaft b grnn ihre Winter- arbcit in unterer Stadt, too sie beträchtliche Anhänger hat, mit einer öffrnt ichen Versammlung in der ^Krone". Pfarrer Schreiber-Mainz sprach über die Aufgaben einer evangelischen Partei gegenüber dem schassenden Doll. Die Aussprache nach dem Vortrag zeigte, wie die Gedanken der Evangelischen Doll gemeinschaft im Voll immer mehr Boden gewinnen. Reue Mitglieder wurden ausgenommen. Kreis Schotten. r! Laubach. 16. 3an. 3n der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde zunächst die Frage erörtert, oa in diesem 3ahre wieder ein Prämien markt aftzuhalten fei. Rach eingehender Besprechung wurde beschlossen, diesen Martt wieder zu veranstallen und damit eine Verlosung zu verbinden. Als Termin des Marktes wurde der dritte Tag des sog. Ausschußfestes bestimmt, der zwecke Dienstag vor Johanni. Die Bewohner der an der L i ch e r Straße gelesenen Gemeindehäuser hatten eine Eingabe um Ermäßigung der Miete eingereicht. Der Gemeiirderat entschied sich, bei seinem Beschlüsse der Erhöhung der Miete zu bleiben. Eine Eingabe der Wagner um die Abgabe von R u tz h o l z wurde genehmigt. Weller wurde der Gewährung einer Winterbeihilfe an Bedürftige zugestimmt. Verschiedene Mitglieder der Gemeindr- rats wurden mll der Aufstellung einer Liste der betreffenden Personen betraut. — Die Hasenjagd, die gestern zu Ende ging, war im ganzen nicht schlecht. Auch die Rehjagd konnte im aügemeinen befried! 'en. Schlecht war dagegen die Hühnerjagd. Die Raben und Krähen haben zu sehr überhand genommen. Sehr gemindert hat sich der Bestand der Füchse. Hiervon werden zuaiele vergiftet. Die Dächse haben auch sehr abgenommen. An der Wetter, in der sog. „Au", wurden in letzter Zeit verschiedene Wildenten zur Strecke gebracht. Eine Kette von ge;en 30 Stück dieser geschätzten Wasservögel wechselt regelmäßig zwischen der Wetter und der Eschersbach bei Münster. — Wie wir meldeten, wurde zum erftenmal am 8.3a- nuar in der hiesigen Römheldschen Fabrik am Bahnhof mit gutem Erfolg gegossen. Seitdem ist wiederholt gegossen worden, und der Guß ist jedesmal wohlgelungen. Während die Eisengießerei und Formerei schon in der neuen Fabrik ist. befindet sich die Schlosserei und Dreherei auf der „Friedrichshütte" im Horlofftal. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkell der Schriftleitung.) st. h. Junae Leute unterstehen bis zum vollendeten 21. Leftensjayre der Autorität des Laters bzw. des Vormundes. Erst mit dem vollendeten 21. Lebensjahr tritt die Volljährigkeit ein. Rein juristisch gesehen haben Sie sich also an den Willen Ihres Vaters zu halten. Aber davon abgesehen gehört es sich auch für einen jungen Menschen, daß er nicht gegen Öen väterlichen Willen handelt. Das ist ein selbstverständliches Gebot der Ehrerbietung des Äin» des gegenüber seinen Eltern._______________________ Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschloffen. trifft et mit dem klugen General Rajewski zusammen. Er kennt dessen beißenden Witz, er will dem zuvorkommen und stürzt daher auf Rajewski zu, um ihn kordial zu umarmen. Doch Rajewski weicht eisig zurück und sagt: „Mein General, Sie scheinen mich für eine Kanone ohne Bedeckung zu halten.. Fliegende Fische. Die Verwendungsmöglichkellen des Flugzeuges wachsen immer mehr. Zwar hat kürzlich eine Diskussion in der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt ergeben, daß zur Zeit ein Lustdroschtenvertehr praktisch noch nccht einführbar ist. Aber der „Luftpaketdienst" kommt für besonders wertvolle und geeignete Objekte immer mehr in Gebrauch. Wie gemeldet wird, hat man jetzt in Amerika — natürlich in Amerika, wo denn sonst? — das Flugzeug in de i Dienst des Fischtransportes gestellt. Bereits Dui Apparate sind mit besonderen Gefrieranlagen a>as- gerüstet worden, und die Fische fliegen nun schnell von der Küste bis in das "3nnere des weiten Kontinents. Für den Transport mit Blumen hat man schon mehrfach Versuche gemacht, wie z. B. zwischen Holland und Deutscy- land. 3eht ist in 3talien eine Gesellschaft gegründet worden, die mittels Flugzeug Blumen von der Riviera nach Deutschland bringen toill und damit den Holländern Konkurrenz zu machen versucht. Der Transport im Flugzeug lohnt sich natürlich nur für sehr hochwertige und schnell verderbliche Ware. 3m allgemeinen dürfte sich ein solcher Trampverkehr nicht lohnen, da die Eisenbahn, wenigstens in Deutschland, sich gerade für den Transport solcher Ware immer mehr umgestellt hat und in der Zusammenarbeit mit der Luft-Hansa schon alle gegebenen Möglichkeiten ausfilllt. Man Darf nicht vergessen, daß die Luft-Hansa im letzten 3ahr etwa eine Gütermenge in ilmfang der Tragfähigkeit von 2000 Eisenbahnwaggons transportierte. Solche Sonderli i;n kommen also nur im Verkehr mit dem Ausland und in Amerika, wir vor allem auch in Australien, wo sie eine große Rolle spielen, in Frage. der Reboffion ohne SerbWfttl ta Weitung.) .erfteben bis zum vollendet» toriiol des Suters bzw. der 7m vollendeten tlW fetr ein. R-in juristisch .,jg an den Dillen Äl» ooon abgelehen geholt» aen Mensjen, daß « «J Villen hondeU. D°s ist« t Ehrerbietung des M Ilern. —- n öfr AedMon o blj 7 Uhr naNIW •»‘t'nfffTL___ ____- .Ätfr* M " N L®'’«5i RZ h.M ?3»tiSS h£ ?«6> „e MS ?*, ®ah. “ahuna PW in sÄHr SKs ?>d-L elektrisch^ ?e *, WÄ- rchotten. »uJ’lNfa Sv. s-ZU-r * ® &.Z 'Sä ■ö’tD°5ner der an der 5«a .SemeinÜMln t stmaölgung öec r Gmemdrut entschied der Smgckder-Dagne- a ^utzhvlz touröe g£, * ®“ ©elMNnfl einer ^?edurftige zu;e- -tl.oiieder der Temrmdr- Äußellimg einer Liste tonen betraut. - U, iern gu Ende ging, toar Auch die LehjogS besriedi'en. Schlecht uw iagb. Die Raben mb Hr üfcrjanD gmornnrn. der Restand der Ziichie. ? dergis.et. Die Dachse Diraien. An der ÄeLer, lden in letzter Zeit bei- n zur Ltreöe gebracht. 30 Stück dieser geschätzten regelmäßig zwischen der -bach bei Aünslei. - Die ginn erstenmal am 8.3a- ömhelbschen Fabrik n Srfol? Hoffen. Seit« Jen worden, und der Guß n Dähreaö die Gisen« tret schon in der neuen die Schlosserei und ZnÄrWMr" im tzor« *J*MI •* •r ^E,,Äasltich^ ®* der ew :jLi-4 JJ$eJ lonunt M uf^Ädte ün®; d g^lZve- wir6, p SU gZ-Kn - vaturM r r stel b.t o,'(T1Ä Innere J talie» < "weu? ® gil "'Ächland JjC i» !°LMSP°L^hoch^ - ; für WL* allg< ■V Vore- 4 i^< rrjDiP®‘ •- Still* 'Äö .. Aan*4 b«l umtang ,re^ Wirtschaft. OerEmission6mar.iimNovember^9r8 Nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtes hie.t sich im November 1 928 die Emission-tätigkeit im Inland« auf der Höhe des Vormonats. Der Rückgang bei den EmiHonen von Inlandanleihen wurde durch die erhöhte E:r.i fiorstätigkeit auf dem Aktienmärkte ausgeglichen. Im Inlands wurden Wertpapiere im Gc amtvetrage von 315 Millionen Mark aus- gegeben, von denen rund 14 Millionen Mark auf die Emission von 2 Millionen Kronen fünf- pro^entige Schuldvrr.chreilungen der Actiebolaget Kreuger & Toll. Stockholm, entfielen. Die Emission wurde in dec Statistik mit dem Kurswerte berück,ichtigt, dec sich unter Zugrundelegung des Zeichnungspreiies von 710 Warr für 100 Kronen aus 14.2 Millionen Mark stellt. Ron den öffentlich-rechtlichen Körperschaften wurden nur zwei Anleihen auf- genommen, und zwar wurden von dek Stadt Elberfeld und der Provinz Schleswig-Holstein achtpro entige Anleihen im Betrage von 7,5 und 7 Millionen Mark aufgelegt. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen öffentlich - rechtlicher Kreditinstitut und von Hypothekenbanken ging erheblich zurück. Don privaten Unternehmungen wurden nur geringe Betrage aufge- nommen, die zusammen noch nicht den Betrag von I Million Mark erreichten. Die Aufnahme von AuSlandanleihen hat wieder erheblich zugenommen. Die Stadt München nahm eine sechs pro'en läge Anleihe von 1.625 Millionen Pfund St-erling in England auf, banon wurde ein Teilbetrag von 0,3 Millionen Pfund erst im Dezember in Holland aufgelegt ind daher in der Statistik noch nicht berücksichtigt. Sine weitere Anleihe wurde in England von der preußischen E.eltrizitats-A.-G.. Berlin, im Betrage von 1,2 Millionen Pfund ausgenommen, davon wurden 0.2 Millionen Pfund in Holland imtergebracht. Don der sechsprozentigen Aus- iandanleihe der Rudolf Karstadt A.-G. im De- :rage von 15 Millionen Dollar dienten rund 1,26 Mi.lionen Dollar zur Konvertierung des roch ausstehenden Betrages der im Jahre 1925 ausgenomn.e icn siebenpro eurigen Aust and anlrihe. die Ruhrgas-A.-G.. Essen, nahm eine sechsein- jalbpro entige Auslandanleihe im Betrage von 12 Millionen Dollar auf. davon wurden 8,9 Mil- ionen Dollar in den Bereinigten Staaten. 1,5 Nillionen Dollar in Holland, 1 Million Dollar n Schweden und der Rest in der Schweiz aufgelegt. In den Vereinigten Staaten wurde fermer Ruhrverband Essen eine sechseinhalbprozen- ige Anleihe im Betrage von 3 Mlllionm Dollar «aufgelegt. Leder-Handel und -Industrie im Jahre 1928. Die Frankfurter Handelskammer berichtet mber die Lage der Lederindustrie und des Uederhandels im Jahre 1928 u. a.: Der Hohe Preisstand für rohe Häute und Felle Ende '927 hielt noch in den ersten Monaten 1928 an. dann trat eine Stockung im Geschäft ein, die ein Deichen der Preise mit sich brachte. Den Schuh- fabrilen fehlte es an genügender Beschäftigung, 16 daß sie sich zu Betriebseinschränkungen gezwungen sahen, und bei den Lederwaren- und ^reibriemenfabriken zeigte sich dasselbe Bild, -diese Entwicklung fetzte sich bis zum Ende deS Berichtsjahres fort. Auch das Lederkleinhändler- geschäst war unbefriedigend', der sonst im Herbst snsetzende gröbere Bedarf blieb infolge der mil- iien Witterung aus. Da die lederverarbeitenden Industrien infolge des schlechten Geschäftsganges Hrhr vorsichtig disponierten, sind ihre Dorräte am Leder unbedeutend, so daß sie bei Besserung kies Geschäftsganges, in den Ledermarkt stark roerben eingreifen müssen. Die Rohwarenpreise gingen erheblich zurück. Im Gerbstosfgeschäft traten die Ilmsätze ebenfalls unbefriedigend. Die 'greife hielten sich zum Teck, zum Teil gingen sie ffiarf zurück. Die Lederpreise paßten sich dem je>- radligen Stand der Rohstoffe an. In bezug auf Kin- und Ausfuhr für Häute und Leder sind wesentliche Deränderungen nicht in Erscheinung ettreten. Die Einfuhr von Sohlleder aus der Tschechoslowakei und aus Frankreich, welche in faireren Jahren die einheimische Herstellung stark beeinträchtigte, ist in diesem Jahre hauptsächlich infolge der Stabilisierung der Währungen weiter fiurüdgegangen. Oie Wirtschaftslage im OillkreiS. Rach dem Bericht der Industrie- und Handelskammer Dillenburg für 1928 trat im Eisen- «rzbergbau nach anfänglicher Besserung ein lveträchtlicher Rückschlag ein. Die Lage des Braunkohlenbergbaues im Oberwesterwald ist nach wie vor gespannt. Don den Hochofenwerken wurde die Haigerer Hütte, 2l.-G.. endgüllig stillgelegt. Es ist jetzt nur noch ein Ofen des Werkes Oberscheld der Hessen-Rassaui- schen Hültenvereins, G. m. b. H, in Betrieb. Die Puddel» und Walzwerke hatten zunächst befriedigenden Auftragsbestand: die Beschäfti- gung ging dann aber rasch zurück. Die Absatzverhältnisse der Handelsgußgießereien waren 1928 im allgemeinen zufriedenstellend. Die Industrie der Erden und Steine ist vom Geschäftsgang in 1928 nicht befriedigt. » s‘ Weitere Zunahme der Llrdeits- l o s i g k e i t. Nach den Berichten der Landesardeits- ämter ist die Kurve der Arbeitslofigteit immer noch in steilem Anst.eg begriffen. Nach den letzten Stichtagszählungen nahm die -Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Ärbeitslosenverficherung vom 15. bis 31. Dezember um 402 858 Personen zu. Am 31. Dezember belasteten bereits rund 1,7 Millionen Hauptunterftutzungsempfänger den Markt. * D i e Kun ft feide - Konvention. Zu der Meldung, daß die deutsche Kunstseide-Konvention nicht verlängert worden sei, und zu den daran geknüpften Folgerungen, erfährt W.T.B.- Handelsdienst von zuständiger Stelle, daß die Kunstscide-Konven ion auch weiterhin besteht. Don einer Differenz zwischen der I.-G.-Facben-Indu-- strie und den Dereinigten Glanzstofsabriken könne nicht die Rede fein. Die deutsche Kunstseideindustrie befinde sich gegenwärtig in einer Abwehrstellung gegen die ausländische Konkurrenz, besonders gegen die italienische und französische Kunstseideindustrie. Um den Kampf mit der ausländischen Konkurrenz durchführen zu können, habe man sich entschlossen, den einzelnen Mitgliedern der Kunstseide-Konvention eine gewisse Elastizität in der Preisgestaltung zu geben. Man hoffe also, durch Ausgabe der bisherigen stabilen Preispolitik der ausländischen Konkurrenz am besten begegnen zu können. An eine Einbeziehung der Soie de Chalillon in die Kunstseide-Konvention sei zunächst überhaupt nicht gedacht. Ob durch die neue Preispolitik ein Druck auf De» ständigungsverhandlungen mit der ausländischen Industrie ausgeübt werde, bleibe abzuwarten. Jedenfalls sei jeder OplimiZmus hinsichtlich solcher Derständigungsverhandlungen vorerst verfrüht. * Bankensusion. Die Verhandlungen der Commerz- und Privatbank A.-G. Hamburg-Berlin und der Braunschweigischen Staatsbank haben zu Deteinbarungen geführt, wonach eine Fusion der Braunschweigischen Bank unb Kreditanstalt A.-G. mit der Commerzbank in Aussicht genommen worden ist. Rebenher erwirbt die Braunschweigische Staatsbank einen größeren Posten der Aktien der Braunschweig-Hannoverschen Hypothekenbank. Die Ucbernahme dieser Aktien erfolgt, da der Staatsbank aus Ra.ionalisierungs- gründen die weitere Aufrechterhaltung eines doppelten Dcrwaltungskörpers am selben Platze mit dem sich daraus ergebenden doppellen Spesenapparat nicht zweckmäßig erschien. Den Aktionären der Braunschweigischen Bank und Strebilanftatt sollen gegen 8000 Mk. ihrer Aktien 5000 Mk. Aktien der Commerzbank gewährt werden. Die braunschweigischen Interessen werden von der Commerzbank durch die Bildung eines Landes- ausschusses gewährt werden, zu dem die Staatsbank den Dorsitzenden und ein weiteres Mitglied stellt und dem mehrere Mitglieder des bisherigen Aufsichtsrates der Braunschweigischen Bank und Kreditanstalt angehöreaa fotlen. Der Präsident der Staatsbank soll in den Aufsichtsrat der Commerzbank gewählt werden. Der Erwerb eines Aktienpakets der Braunschweig-Hannoverschen HypothekeTTbank durch die Braunschweigische Staatsbank ist erfolgt, um einer Abwanderung der Interessen nach außerhalb vorzubeugen und um die Beziehungen der Braunschweigisch-Hannoverschen Hypothekenbank zum Lande Braunschweig zu f estigen. * Amerikanische Holding-Gesellschaft für die Auslandinteressen der I.-G.-Farbenindustrie. Rach der „Franks. Ztg." beabsichtigt die I.-G.-Farbenindustrie A- G., eine amerikanische Holding-Gesellschast für die Auslandinteressen des Konzerns zu gründen, bei der amerikanische Finanzinstituse beteiligt sein sollerr. Der Plan befindet sich noch im Anfangsstadium. Eine u. a. in Betracht kommende Form sieht vor, daß der Anteil der I.-G.-Farben an dem amerikanischen Unternehmen in die Internationale Gesellschaft für chemische älnternehmun- gen A.-G., Basel, eingebracht wird. Auf die Basler Aktien solle eventuell den I.-G.-Äktio- nären ein Bezugs recht eingeräumt werden Die Durchführung der Transaktion fei noch nicht unmittelbar bevorftehend. Wie WTD.-Handttsdienst auf Anfrage an zuständiger Stelle bestätigt wird, befindet sich die Angelegenheit noch vollkommen im Anfangsstadium. * Konzentration inderMühlenindu- st r i e. Zu den Gerüchten über eine Interessengemeinschaft zwischen der Deutschen MühlenvereiniAung A..G. (Scheuergruppe) und der Schlesischen Muhlenwerke A.-G. erfährt WTB.-Handelsdienst, daß es sich hierbei nicht um Verhandlungen zwecks Bildung einer Interesiengerneinschaft zwischen den beiden genannten Gesellschaften, sondern um die Bildung einer Interessengemeinschaft mit den sch'esischen Mühlen handelt, wobei es selbstverständlich ist, daß die zu den Schlesischen Mühlenwerken A.-G. gehörigen Betriebe beteiligt sind. Der Abschluß der Verhandlungen soll nahe veoorstehen. frankfurter Börse Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzeigers"'. Fran kfurt a. M., 17. Ian. Tendenz: sreund- lich. — Die sich schon zum Schluß der gestrigen Abendbörse bemerkbar madyenbe freundliche Haltung konnte sich auch heute zu Beginn des offiziellen Marktes erhalten. Der feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und die weiter bestehende Preiskonvention in der Kunstseidenindustrie hatten eine allgemeine Beruhigung zur Folge, da hierdurch ein stärkerer Konkurrenzkampf auf diesem Gebiete ausgeschaltet wird. Auch die beabsichtigte Transaktion bei der I. -G. - Farbe nindu st rie wirkte stimulierend, und besonders für dieses Papier machte sich regere Nachfrage geltend. Hiervon ausgehend zeigten auch die übrigen Märkte eine Aufwärtsbewegung. Das Geschäft blieb jedoch immer noch ziemlich klein, und nur bevorzugte Werte hatten etwas lebhaftere Umsätze zu verzeichnen, da die weiter bestehende Orderslosigkeit nachteilig wirkte. Die Spekulation hielt sich stark im Hintergründe, da man auf die weiter ansteigende Kurve der Arbeitslosenziffer verwies. Gegenüber der gestrigen Abendbörse gingen die Kursbesfe- rungen zumeist bis zu 1,5 v. H. Lebhafteres Interesse bestand für J.-G.-Farben mit plus 1 v. H. Am Elektromarkt Schuckert plus 1,75 v. H., Siemens plus 1,5 v. H. und ebenfalls für Chade-Aktien, die 6,50 Mark höher eröffneten. Am Montanmarkt bestand für Eisenwerte weiter einige Nachfrage, die Besserungen gingen hier dis zu 1 v. H. Don Kaliaktien lagen Salzdetsurch im Angebot und 3 v. H. schwächer. Westeregeln dagegen gut behauptet. Banken uneinheitlich. Danatbank 2 v. H. niedriger. Reichsbank 1 v. H. gebessert. Bernachlässigt waren noch A. E. G. mit minus 0,5 v. H., sowie Holzverkohlung mit minus 1,75 v. H. Renten still. $)eutfd;e Anleihen behauptet. Von Ausländern Türken eher etwas sd)wächer. Nach den ersten Kursen blieb die Tendenz sreundlid) und die Erholung konnte weitere Fortschritte machen. J.-G.-Farben und vereinzelte Montanwerte waren weiter ziemlich rege gefragt. Die genannten Kurse lagen bis 1 v. H. über Anfang. Am Geldmarkt machte sich für Tages- geld mit 5 v. H. wieder eine Erleichterung bemerkbar. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2075, gegen Psund 20,408, London gegen Kabel 4,8500, Paris 124,14, gegen Madrid 29,72, gegen Mailand 92,72, gegen Holland 12,0950. Bc uer Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". B e r li n, 17. Ian. Wie erwartet, war zu Beginn der heutigen Börse die Stimmung etwas g e - bessert. Die feste Haltung der gestrigen Neuyorker Börse bot eine gewisse Anregung. Besonders aber beschäftigte man sich weiter mit der Farben-Transaktion, über deren Entwicklungsmöglichkeit man noch nicht im Klaren ist. Anderseits verstimmte etwas die Ablehnung der Tarife in der rheinischen Textilindustrie seitens der Arbeitgeber und der unbefriedigende Bericht der Ma- ichinenbauindustrie. Die etwas freundlichere Tendenz kam in den Kursen nur vereinzelt zum Ausdruck. Im allgemeinen waren diese behauptet und wichen gegen gestern kaum ab. Das Geschäft war recht gering. Orders trafen nur spärlich bei den Banken ein. Eine Enttäuschung brachte der erste Kurs für Reichsbank mit 318,60, da sie vorbörslich mit 321 taxiert morden waren. Svenska waren um 3 Mark gebessert. Polyphon plus 3 v. H., Ehade- Aktien plus 8 Mark. Letztere profitierten angeblich von einer festen Tendenz der Schweizer Börse, da die Arbitrage hier als Käufer auftrat. Sonst bestand noch einiges Interesse für I.-G.-Farben und Siemens, während Bemberg 4,75 v. H. und N. A. G. 2,25 v. H. niedriger lagen. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer zumeist behauptet. Nur Mexikaner bis 1 d. H. niedriger und zur Schwäche neigend. Der Pfandbriefmarkt war geschäftslos, doch zum Teil etwas freundlicher. Geld war heute weiter eher angespannt. Der Satz für Tagesgeld stellte sich auf 4,5 bis 6,5 v. H. und lag nur vereinzelt darunter. Trotzdem waren Beträge heute besser placierbar. Monatsgeld 7,25 bis 8,5 o. H., Warenwechsel etwa 6,25 v. H. Der Verlauf brachte einige Bewegung in Spezialwerten. Svenska konnten um 4 Mark anziehen. Karstadt, R. W. E., Polyphon und einige Montanwerte waren bis 2 v. H. gebessert. Lebhafter war das Geschäft aber nur am Pfandbriefmarkt, da eine amerikanische Meldung über die Gründung einer Internationalen Holdinggci.il- fdjaft der Chemieindustrie mit 75 Millionen Dollar Gesamtkapital mit den gestrigen Transaktionen der J.-G.-Farbenindisstrie in Zusammenhang gebracht wurde. Unterstützt wurde diese Version wahrscheinlich dadurch, daß die Führung des amerikanischen Bankensyndikats der neugegründeten Gesellschaft die Schröder-Bank hat, die auch der deutschen Kali- und Chemieindustrie durch die Auflegung der Anleihe des Deutschen Kalisyndikates nahestehe. Im weiteren Verlaufe blieb der Farben und Montanmarkt lebhafter und fest. Sonst bröckelten die Kurse von ihrem Höchststand eher wieder ab. Frankfurter Gctrcivc(?örse Frankfurt a. M., 17. Ian. Der Produkten- markt verkehrte heute auf die weiter erhöhten Auslcnrdnotierungen ebenfalls in etwas fester Haltung, jedoch waren die Umsätze nach wie vor äußerst gering und die offizielle Preisgestaltung erfuhr keine wesentliche Renderungcn. Das Mehlgeschäft beleble sich heute c was und namentlich für Roggenmehl bestand weiter etwas Rachfrage, so daß die Rotierung um 0,25 Mk. herabgesetzt ist. Es wurden notiert: Weizen 23,50; Roggen 23; Sommergerste für Brauzwecke 24,25 bis 24,50; inL Hafer 23.25 bis 23,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 23 bis 23,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 32,75 bis 33,25; Roggenmehl 29,75 bis 30.50; Weizenkleie 13,70 bis 13,75; Roggenkleie 14.25 bis 14,50 Mk. Tendenz: stetig. Frankfurter Lchlachtvieftmarrt. Frankfurt a. M., 17. Ian. Auftrieb: 93 Rinder, 1219 Kälber. 346 Schafe, 439 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: Beste Mast-- und Saugkälber 70 bis 74 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 66 bis 69; geringe Kälber 58 bis 65. — Scha f e: Mastlämmer und jüngere Wasb- hämmel (Wttdemast) 50 bis 55; mittlere Mastlämmer. ältere Wasthämmel und gut genährte Schafe 45 bis 49. — S ch we i n e: Bollfleifchigc Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 72 bis 7j; von etwa 200 bis 240 Pfund 74 dis 76; von etwa 160 bis 200 Pfund 74 bis77, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 71 bis 74 Mk. — Marktverkauf: Schweine ' schleppend, ausverkaust. Kälber ruhig. Schafe rege, geräumt. Norddeutsche Mastkälber über Rotiz. Amtsgericht Gießen. Eine voraussichtlich umfangreiche Verhandlung, die Verstöße gegen die Verordnung über die Arbeitszeit zum Gegenstand haben sollte, fiel wegen Erkrantung des Arbeitgebers aus. so daß sich die Satzung auf Verhandlungen iw er Einsprüche gegenStras- befehle wegen Hebert retungen beschränkte. Interesse bot eine Zuwiderhandlung gegen die Straßenverkehrsordnung. Ein Mann aus O. hat in den heißen Monaten vorigen: Jahres zweimal verbotswidrig unweit der Straßengabelung Rödgen—Ann:rod in der Rahe des sog. Profefsorenecks mit seinem Pferdefuhrwerk den erhöhten Fußsteig befahren, und zwar fast vor den Äugen der Straßenpoliz^i. Er verteidigte sich damit, dort sei die frisch geteerte Straßendecke durch den überaus starken Auto- mobilverkehr — und zwar vorzugsweise in den heißen Monaten — derart glatt, daß einem vorsichtigen Fuhrmann, der nur einigermaßen ein Herz für seine an weichen Boden gewöhnten Pferde habe, unmöglich zugemutet werden könne, den Fahrdamm einzu^alten; arrdernfcrlls sei stets zu bejürchten. daß ein P^crd zu Fall komme; Unfälle hätten an besagter Stelle sich auch schon in Menge zugetragen. Die Straßenpoli'eibeMNten erklärten zwar als Zeugen, ein vorsichtir.er Fuhrmann sei, falls er die i.t derartigen Fällen gebotenen Maßnahmen ergreife, recht wohl in der Lage, ohne Schaden für die Pferde die fraglichen SteUeri zu passieren, ohne den Fahrdamm zu verlassen, aber das Gericht vermochte sich zunächst nicht von der bollen Schuld des Angeklagten zu überzeugen, nameirtlich um deswillen nicht, weil festgeste/lt wurde, daß in gleicher Angelegenheit auch schon von anderer Seite Eingaben an die Prövinzialdirettion mit der Ditte um Abhilfe der dortigen Mißstände gemacht worden sind, namentlich von dem Lierschutzverein. Eine Aussetzung der Verhandlung, deren Aus- gang immerhin in Interesse eines sicheren Etra- ßenverkehres bedeutsam ist, schien daher g:6oten, um u. a. in den Eingaben Material für das noch weiter auszudehnendr Drweisverfahren zu iin« Len. Auch ist eine Sachverständigenvernehmung und ein Augenschein in Aussicht genommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — RsichZbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. 3rr32 90 — — — «4% Hvv.-Bant Sau ®ulbpf abg SortrlegS-OdligaMm. cückzadlbm 1939 82.4 - - - — U‘o Sdituttg iäunt>eeb.-iaxL. 96,75 — 33.65 3.65 — «4 üeftenetchtjrtir (öolbrte.. . Wt)% Gelten Gilbente. . . 3,5 — 1'1, Cefteneld) einbeit! Site. k*\ Unganfdte Äowrte 2,2 — - 26,6 26.7 C‘, Ungariiche Liaatsr n. 1910 <:S% öeigl oun 1913 21,9 25,13 Ungarijifre SronenNe. 8,175 2 ^»2 2,3 1”, turt Büllanleibe v 191! Li, 4 13,25 Xurtifae Bagdaobabn-Lnl., - 12 — vesgl Gerte I! 12.35 — 13.1 12,13 Rumänen conoett Site. . . 15% Rumänen ®o!b 172 tfctontu.WefeUldiafi ilnL . . IO 167 — 1.6.25 166,0 iMhnei Bant ■ ■ 1° i<1.5 171 5 17: .2 rc telbeutfcbe U«Mt»ed . . • • BUeilbont . . .... 8 133.75 133,5 210.5 133.75 ;09.2.. 153 •takWeJ .... tt 47.5 18,« 17.5 >18.« graiikfurt a. M «Berlin Schiutz- Ruts 1-Uhr- Hur» Sch uh K"r» Aniang flut* Tatnnv. | 16. 1. 17. 1. 16. 1. 17.1. 11LI6.IS / .......8 178.75 178 178, j 178.5 Bergmann . ...... ‘-1 230 - 230 230.75 ®eftt. yiefnungee..... 10 - 172.75 173 172.25 Licht und Kraft ..... lo 238 238 238.25 — .Zelten 4 Guilleaume. .... 6 Gei. f. Klette. Untern. ... 10 141.5 — .40,75 139.6 258 — 2uS,5 259 Hamb. (Siehr. Werte .... 10 — — 151.5 töt 25 Sihetn. (Sletx..... 8 — — I69.o 169,5 Seb lei. Eie Ur. ...... 10 -• 223,5 2'23.5 242.6 242 242.o Siemens 4 Halkte ..... 18 404,5 406 406 •107.5 Iiandtcbio ....... 8 — — 159 Ladmevei 4 <«..•••• . 10 177 176,5 176 176 Buverur .......6 86.5 — 86,65 87.25 — 136.9 136.4 136 Essener ©teintobie ...... 8 • — 128 Geilenkirchener ... H 3- < 127.75 128 127.5 Harpeaer ....... 6 135.5 135,5 135.5 135.5 Hoesch Eilen. ....... .8 223 — 122.75 — aife Bergbau ........ 8 22l.o 223 fflddnetroerte ........ 7 Bdln-Seneiien. ....... 106.7a 107,5 IU7.5 121.75 108.5 121.1 Manneemaao ....... 8 129,5 129.75 i29.9 130,25 Manstelder .......7 — — Il3.7o 113.9 Cberi&lei Gttenb. Bebel... & — 110.5 — Cberi<6lel. fiot<®erte .8 — — Hl.4 ltl.75 Pboair Bergbau 5^ Rheinische Broun tobte* 10 -3,5 -81.5 -4,5 93.9 28».75 u4,6 281.75 Äbeinftabl f. % 3^1 tk 135,5 134.75 135.5 iXiebed iUontan ... 7,2 — — - Bereinige gtabto. . .... 8 97.75 98.25 o7.?5 98 Dkroi Minen .....t sh - 68,25 8.25 68 »ali Sicher «leben .... 10 288 — 287.75 287. ftatt Westeregeln . . . . W 291 491 -92. 192.5 ttaitoerf Saüoethrrtl ... 16 o22 519 >20.65 o20 3 4 zarVen-UabuM» . . . U 259 259,9 258.5 25v.7o Stheifteanftoll . ...... 9 - — — 186 <86,75 93.75 iNolbfdimiDi .•••••. 6 94 - 93.75 tRütflererorrte ... o ... • 102 — 101,75 lvl,25 ..... U — - - Frankfurt a. M Berlin Schluh-! fi"TS | t-Uhr- K"r, Sch uis fturs Aniong kur» Datum: 16. 1 17. I. 16. I. 1 ‘7- Bvuwv 9 l.UJ 1.770 i.;?< Brss.-Äutw 58.393 59.515 J8.39 08.51 LbriManio 112.03 112.25 112.02 112,24 Kovcndagen 114.12 112,34 112.11 112.33 Stockbolm 112.38 112.60 112.36 113.58 pelnngtorS. 10,57 41,99 10,59 10,57 10,59 Italien. . 12.09 2i,9!) 22.03 London. . . 20.„94 .0,434 2u,.,79 20.4.S Nerwort . 1,2055 1.2135 4.2030 »,2H0 Darts. . • . l '.42 10,46 16.425 16.465 Schtvet» . . 80,84 81,00 80.83 0.09 Svantea . '8,62 J8.76 08.60 -8.74 Jovan . . Rio de San Wien (n D-- 1.906 1.910 i.liü8 1.913 1.4985 0,'>005 0.5015 0.5025 Cefl abeeü 59,06.5 59,185 59,055 59,175 &>: 14.438 12,458 12,436 12,456 7.383 7,-97 7,»73 -.392 Dnvavcft. 73,304 73.445 «3,48 73,43 Bul orten .637 -.u4« ,.034 .040 t'iffabon 18.u3 18,57 18,48 18.u2 TanUo . 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Es ist ganz ausgeschlossen, daß er der Täter ist! — Er hat damals im Sudan Kurt das Leben gerettet mit völliger Autzeracht- lassung des eigenen. Mein Bruder hat mir erzählt, er habe in Wien ein Kind von den Schienen der Südbahn gefloßen und sei mit knapper Bot selbst vor der Zermalmung durch die Loko- Fritz Spira Alfons Fryland Franz Katnmauf Willi Hubert Ferry Lukacs Erna Morena Maly Delschaft LenJ Rief en stahl der Wwe. 8. Sammet 6ießen, Bahnhofstraße 81 befinden sieb noch gr&flare Mengen nieder gelassen und nehme noch Kunden an. Schrisiliche Angebote unter 04 an den Gießener Anzeiger erbeten. Kaiser Franz Josef....... Kronprinz Rudolf....... Bratfisch, sein Leibfiaker Franz Ferdinand........ Kaiser Karl............. Kaiserin Elisabeth....... Kronprinzessin Stefanie . Mary Vertsera .......... »Hast ihn?" .,Bichl lose." „Kann Kommerzienrat Jankes sah seinem Freunde, dem Staatsanwalt Brand, in dessen Privat- wohnung gegenüber und zerrte erregt an seinen geblieben. Als er den ersten hat er die Worte gebraucht: Bier dumpse, weitschallende Schläge kamen von dem Bierecksturm des Gefängnishofes. Dann zitterte ein einzig dröhnend Heller den vieren nach. An Hettingens Zellentüre rasselte der Schlüssel. Zwei Aufseher traten über die Schwelle und postierten sich an derselben. Auf dem Leinen Tische an der Wand stand das noch völlig unberührte Mittagessen, das man Joachim gebracht hatte. Als die 'Beamten auf ihn zutraten, erhob er sich mechanisch und lieh sich die Handschellen anlegen. Zwischen ihnen, ging er schleppenden Schrittes über den Korridor, eine Treppe hinab, dann wiederum einen endlos langen Gang zurück, um schließlich auf dem kleinen Hof zu landen, über dem die lachende Sonne des Nachmittags lag. Ein geschlossener Kraftwagen wartete am Tore. OH an nahm den Weg dorthin und forderte Joachim auf, einzusteigen. Einer der Polizisten stützte ihn unter dem Arm, da er seine Hände „Die letzte Station", flüsterte der Richter dem Arzte zu, der an seiner Seite sch.it. Laut rief er einem der Polizisten zu, dem Verhafteten ein Glas Wasser zu bringen. Joachim schüttelte den Kopf und setzte die Füße wieder in Bewegung. Eine Türe tat sich auf — fahles Dammer lag über dem kleinen Raum, in dessen Mi.te eine dunkle, schmucklose Bahre stand. (Fortsetzung folgt.) „Ich kann nicht mehr!" Es war nur noch Röcheln, das aus Hettingens Mund kam. Zwischen Spannu Gebilde ge> nicht durO bau, die P klaren, beg zuaeben. Biele me bereit zu \v Mimglich. Deranii nungen |d macht der gongszeit, kraft mehr gung noch M in der aus der I' den Ideen verdunkeln etaatsgeban: Ideen überh co mutz m jüngeren ®i den Idealer an Idealisn ob der gefesselten Gelenke nicht zu gebrauche« vermochte. Er dankte mit einem Bicken. Als der Wagen sich in Bewegung setzte, lehnte er sich zurück und schloß die Augen — Wenn nur das noch überstanden war! — Bur das! — Der Schweiß drang ihm aus allen Poren. Marias verstümmelten Körper sehen, dos konnte er nicht. Er konnte es nicht. Man würde ihn nicht lebendig zu ihrer Bahre bringen. Er öffnete die Lider und lieh den Blick ver> zweifelt an den geschlossenen Wänden des Kraft- wagens entlanggleiten! Er starrte nach den milchigweißen Fenstern, durch das der Schimmer des Sonnentages draußen kam. Mit einem tierischen, unverständlich klingenden Laut reckte sich sein Körper zur Höhe und wurde in derselben Sekunde von vier Händen wieder zurückgedrängt. Die beiden Polizisten hielten die Gewehre schußbereit zwischen den Knien. Bach fünf Minuten schweigender Fahrt war das Leichenhaus erreicht. Als Hettingen ausstieg, fühlte- er, daß seine Füße ihn keine zehn Meter weit mehr zu tra- „Jedes andere Leben ist mir so heilig, wie das meine selbst!" Und nun soll er sich an einem wehrlosen Weibe vergriffen haben! — Heinrich, bedenke doch, wie widersinnig eine solche Annahme ist. Direkt absurd!" Der Staatsanwalt zuckte die Achseln. „Er mag das schattenloseste Borleben gehabt haben! Er mag meinetwegen bis jetzt sogar ein in jeder Hinsicht ehrenvoller Charakter gewesen sein! Aber heute! Heute, mein Lieber, ist er schuldig. Was ihn zum Mörder gemacht hat, ob Eifersucht oder irgendein anderes Motiv, dos weiß ich nicht zu sagen. Cs ist keinerlei Geständnis von ihm zu erwarten. 2lber er wird auch ohne ein solches verurteilt werden." Svw GveMO Metzgerei und «Kteinstratze 23 Lache Naiarro r Vornan von 3- Gchneider-Foerstl. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister. Werdau i. Sa. ™ , gegründet 1846 Glas wein 28er Samstag, 19. Januar 1929, Nicht durch Schlagworte, sondern durch noch nicht erreichte Preise werde ich meine Kunden von meiner Leistungsfähigkeit überzeugen. 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An der Seite des Anwaltes ging er die breite Treppe hinab und fand in der Erregung kaum das Trittbrett des Wagens, der vor dem Portal auf ihn wartete. „Darf ich zugegen sein, wenn die Gegenüberstellung mit der Leiche stallfindet?" bat er mit trockenem Räuspern. Seine Zunge klebte ihm förmlich am Gaumen. „Bein! — Bur die Herren vom Gericht sowie ein Arzt sind zugelassen." „Wirst du mich verständigen, sobald es vorüber ist — — wenn ich dich recht von Herzen bitte?" „Sofort! — Och hoffe, daß ihm der Anblick der Ermordeten derart zu Herzen geht, daß es ihm endlich die Zunge löst. Cs wäre das beste für ihn." Dann setzte sich Jonkes' Wagen in Bewegung. fir.15 t>i»< Die ÖJ Die! „Jetzt nicht! Um ein Uhr ist die Gegenüberstellung mit seinem Opfer. Dann vielleicht. Ich möchte dich bitten, dah du deinen ganzen Einfluß aufbietcst, ihn zu bewegen, zu gestehen. Cs ist das einzige, was ihm möglicherweise noch irgendwie nutzen kann." „Du rechnest doch nicht mit seiner Berur- teilung?" „Aber ohne jeden Zweifel, mein Lieber! Unter zehn Jahren kommt er gar nicht weg — vorausgesetzt, dah es ihn nicht überhaupt den Kopf kostet! So, wie sich die Sache bisher ansieht, lautet die Anllage aus Mord. Er darf den besten Berteidiger haben, wenn er sich aus- Damen-und Kinder- Mäntel und-Kleider 454D Für die kille lalresiell W Ferner: Der tapfere Schwiegersohn Lustspiel in 2 Akten. — Sowie: Die neuesten Filmberichte aus aller Welt Heute letzter Tagt G’schichten aus dem Wiener Wald empfehle ich SteppMen Bellkoller Beiseöecken Fenslemnlellries i ! Rabatt 10 /o Rabatt Habsburg Die Tragödie eines Kaiserreiches in 7 spannenden Akten Personen des Spiels.- i W5m< lohn, auch leinen ein? iW 1)0 Anschrift ' zranftvrll In Vofl?r Edenkobener Heide, QA Hf flinriAUeU uno reimömi......... Iuv AufSISvung! Mil der in der Samsiags-Bummer des Gießener Arv zeigerS vom 12. Januar 1929 veröffentlichten Zwangs-Versteigerung des Anwesens des P. Sommer. Steinstraße 2d. habe ich tiWd zu tun. Ich habe das Anwesen einschließlich Metzgerei und Restau- rationsbetrieb käuflich erworben und bin rechtmäßigek I: . .4 h : Gin zorniges Aufblitzen der schwarzen Augen des Mannes, der am Tisd)e saß, dann legte sich dessen Körper weit in den Stuhl zurück. Seine Stimme war nun ganz Buhe. „Boron! Was Sie auch vorbringen mögen. Ihr Leugnen wird Sie nichts nützen. Sie haben nach der Ermordung der jungen Dame Ihr Opfer in diesen Mantel hier gewickelt. die Leiche in die leere Kiste geworfen und dann zur Bachtzeit, als Herr Dtcbow schlief, sie an die Stelle geschleppt, wo unsre Beamten sie am Morgen gefunden haben. — Herr Wachtmeister: Legen Sie dem Herrn die Fesseln wieder an!" gebot er schroff. Joachim hob seine Gelenke ohne Widerstand den Eisen entgegen, die sich gleich darauf um seine Hände schnürten. ES war ja doch alles eins jetzt! — Maria war tot! — Wozu sich noch verteidigen? Das Leben war zwecklos für ihn geworden! Er sehnte sich der Stunde entgegen, in der es zu Ende ging. „Um ein Uhr ist die Konfrontation mit Ihrem Opfer!" sprach der Anwalt. „Führen Sie den Gefangenen wieder In seine Zette zurück!" wandte er sich an die beiden Polizisten an der Türe. Hettingens Füße hoben sich schwer, als er kie 'n Bewegung setzte und zwischen den Beamten dem Ausgange zuschritt. „Geht ruhig heim! — Das Spiel ist aus!" Diese Schlußworte aus „Bajazzo" fielen ihm ein, als er den endlos langen Korridor hinunterging, der nach den Untersuchungsräumen führte. Süßmost/Mssiges Obst! Alkoholfreier unvergorener Apfelsast mit vollem Fruchtgeschmack, garantiert naturrein, ohne (Chemikalien. Nährstoff von 1 Liter = 3 pfd. frisch. Aepfel. Die Lieferung kann von jetzt ab jederzeit erfolgen. 1)1 in- destabgabe 20 Flaschen. 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