Nr. 2°4 Erstes Blatt ITO. Jahrgang Montag, 16 Dezember 1929 GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Das Vertrauensvotum für das Kabinett Hermann Mller Befreiungsfeiern im Lahntal V des > äci*1'", «rt V H ■ f. Er da- poftschecklonto: Frankfurt am Main 11686. Druck unö Verlag: Vrühl'sche Univerfitäts-Buch- nnö Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. tralvorstandes. — In der Nachmittagssitzung Zentraloorstandes sprach Reichswirlschasksminisker Dr. Moldenhauer Ausgaben ohne Deckungen. Diese Warnungen sind in den Wind geschlagen worden. Das Ende war ein immer größeres Defizit. Dem Minister ist daraus kein Dorwurf zu machen, der verantwortliche Chauffeur unserer Finanzpolitik ist immer der Staatssekretär Popih, wie auch der Minister heißen mag. Jeder Minister hat den Grundsatz verkündete „Keine Ausgabe ohne Deckung," aber jede Regierung hat diesem Grundsatz zuwidergehandelt. Die größte Steigerung der Ausgaben hatten wir 1927, als die D e u t sch- nationalen in der Regierung waren. Das vorliegende Programm wird nicht ausreichen, um die Finanznot zu überwunden. Reue Schulden dürfen nicht mehr gemacht werden. Sch ick en Sie diesen Reichstag nach Hause und lassen Sie das Volk über die Steuerpolitik entscheiden. Inzwischen ist von den Christlich-Rationalen Dauern und von der Deutschnationalen Arbeitsgemeinschaft gemeinsam ein Mißtrauens- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Liehen. Berlin, 14. Dez. (VDZ.) Der Zentralvor- st a n d der Deutschen Volkspartei wählte heute den Abg. Dr. Scholzzum Parteivorsitzenden. Die Wahl erfolgte bei gänzlicher Abwesenheit der durch die politischen Verhältnisse im Reichstag fest- gehaltenen Mitglieder der Reichstagsfraktion m i t 153 Stimmen von 181 abgegebenen Stimmen. 25 Abgeordnete enthielten sich der Stimme, drei Stimmen waren zersplittert. Es wurde beschlossen, daß Dr. Scholz gleichzeitig weiter Führer der Reichstagsfraktion sein soll. Der Zentralvorstal.d wählle sodann noch Reichskanzler a. D. Dr. Luther zum Mitglied des ZenWn. ^ariden Votum. Tlebm Abemotuten ch die Deutsche lehrheil bet Bet- ml. !l der DH. Bad Ems, 15. Dez. (Wolff.) Bad Ems beging heute in würdiger Weise die Feier der Befreiung von lljähriger Besetzung. Die Stadt hatte reichen Flaggenschmuck angelegt, als heute morgen die Glocken aller Kirchen zum feierlichen Dankgottesdienst einluden, die sich eines starken Besuches erfreuten. Unter den Klängen des Deutschlandliedes erfolgte mittags 12 Uhr das Hissen der Reichsflagge auf der Kaserne durch die Reichsvermögensstelle, woran sich eine Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges durch Kranzniederlegung am Ehrenmal anschloß. Den Höhepunkt der Feier bildete am Abend ein F a ck e l z u g sämtlicher Emser Vereine mit anschließender Dankfeier im Kurhof bei Fackelbeleuchtung. Hier schilderte der Bürgermeister die Leiden der Besatzungszeit und stellte mit Genugtuung fest, daß die Emser Bevölkerung tapfer und treudeutsch diese Leiden ertragen hat. Oberpräsident Dr. Schwände r überbrachte den Dank der Reichs- und preußischen Regierung an die Bevölkerung. Er führte u. a. aus: »Ich bin stolz, in Ihnen die Volkspartei und Finanzreform. - Kein Vertrauen zu Hilferding. - Oer Wechsel der Sozialdemokratie. Ä 112.« 112- 112-B 10,5« A !! s L-'l M ,1655 58,26 11-3 10,359 16,4 168,08 21,1 111,63 58,65 2,47 112,35 81.16 57,68 12.^ 72,85 ^saktion. 1? Uhr. Samitcg vorausgegangen, in denen die Ultimoschwierigkeiten eine große Rolle gespielt hätten. Man habe in diesen Tagen vielfach gesagt: „Stürzt d i e s e R e g i e r u n g !" Ob die reue Regierung nun hätte mit Artikel 48 arbeiten sollen, oder ob sie irgendeine Mehrheit gefunden haben würde, immer wäre es dasselbe gewesen; sie hätte, um über den Ultimo zu kommen, nichts anderes tun können, als sie jetzt tat, vielleicht sogar stärker neue Steuern beschließen müssen. Die zuerst kommenden Gesetze könnten nur ein Te il der ganzen Finanzreform fein. Im nächsten Etat mühten Mittel frei werden, um die Einkommensteuer um 25 v. H . die Grundsteuer um 10 v. H.. die Realsteuern sofort um 20 v. H. zu ermäßigen und weiter die Kapitalverkehrssteuer zu senken, die Vermögenssteuer zu erleichtern und die Rentenbankzinsen, die mit 86 Millionen die Landwirtschaft belasten, sofort zu beseitigen. Man dürfe im übrigen nicht übersehen, daß es leicht ist, ein schönes Finanzprogramm aufzustellen, aber bei weitem nicht so leicht, auch eine Mehrheit dafür zu finden. Es ist so oft nach einer Regierung gerufen worden, die wirkliche Führerinitiative gebe. Wir zwölf im Kabinett wollten einmal zeigen, daß es noch Regierungen in Deutschland geben kann, die einen festen Willen haben und versuchen, ihn durch- zusetzen. (Beifall.) Geben Sie uns die Möglichkeit, unsere Ziele zu erreichen. Wir haben die Sozialdemokratie verpflichtet, das Steuersenkungsprogramm mitz - machen. Sollten wir darin aetäuscht werden, dann ist noch immer Zeit zu Konsequenzen. 3n der Aussprache ergriff auch Reichsaußenminister Dr. Curtius das Wort. Er sagte u. a.: Ich habe für das Sofortprogramm gestimmt, damit wir im Haag anders da- stehen, als wenn wir uns einseitig auf Steuersenkungen einstellen. Wenn wir in die drohenden Ultimoschwierigkeiten hineingeschliddert wären, dann wären uns alle Grundlagen für jegliche Lastensen- kung vollkommen zerschlagen worden. Auf Zwischen- rufe erwiderte der Minister: Die Sozialdemo, kratie hat sich verpflichtet, mit uns positiv an diesem S t e u e r s e n k u n g s - Programm zu arbeiten. Solange der Kampf um dieses Programm nicht beendet ist, haben wir die Pflicht, die Regierung zu halten. Ich bedauere, daß Mitglieder der Fraktion rote Starten abgegeben haben, erkenne aber die dieser Kartenabgabe zugrunde liegenden Auffassungen an. Es braucht deshalb kein Riß durch die Partei zu gehen. Nach Schluß der Aussprache wurde einmütig folgende Entschließung angenommen: Der Zentralvorstand stellt fest, daß das Vertrauen zu der -Geschäftsführung des Reichsfinanzmini ft eriums im Lande auf das schwerste erschüttert ist. Er hat daher bei aller Anerkennung der gewichtigen Gründe, die für eine Vermeidung der Krise zum jetzigen Zeitpunkt sprachen, Verständnis für d i e Bedenken, die verschiedene Mitglieder der Reichslagsfraktion veranlaßt haben, dem Programm der Regierung ihre Billigung zu versagen. Der Zentralvorstand ist nach eingehender Aussprache zu der einmütigen Auffassung gelangt, daß die heute der Reichsregierung ausgesprochene Billigung von der Partei nur dann verantwortet werden kann, wenn die v o l l st ä n d i g e Durchführung des Finanzprogramms nicht nur versprochen, sondern m l t jedem parlamentarischen Mittel verfolgt wird. Der Zentralvorstand hält an der Forderung der Umgestaltung der Arbeitslosenversicherung fest. 3m Kamps für diese Forderung versichert er die Fraktion seiner vollen Zustimmung und Unterstützung. 168Z A 111-8' 111-88 112-5 10.484 21-83 20,356 4-178 16,4‘ 2,043 0,466 58,72 IM« ,403 73,01 ll-g ,435, 20,175 würdigen Volksgenossen jenes Großen zu begrüßen, der als erster unter den deutschen Staats« männern die Idee des Deutschtums, des großen einigen deutschen Vaterlandes, praktisch und gedanklich geistig erfaßte, des Freiherrn vom St Lin. Wir können die Freude dieser Befreiungsfeier nicht würdiger zum Ausdruck bringen, als indem wir diesem Geiste Ihres großen Landsmannes in Ehrfurcht huldigen und geloben, seiner allezeit wert zu sein." Auch im ganzen Unterlahnkreis wurde das Ereignis des Abzuges der Franzosen festlich begangen. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die Befreiungsfeier in der Kreisstadt Diez. Als sich die Dunkelheit über die festlich geschmückte Stadt senkte, flammten allenthalben an den Häusern zahllose bunte Lämpchen auf. Ein mächtiger Fackelzug setzte sich in Bewegung. Ein riesiges Freudenfeuer flammte auf den Höhen auf. Die Rezeptur und das Schloß auf dem hohen Felsen erstrahlten im grellen Licht der Scheinwerfer und zum erstenmal seit 10 Jahren wehte vom Schloß- türm herab wieder die deutsche Flagge. JnnMe bei'fqut ""verändert S legen °-Sc"®QilQnb hEond 12,0940 (jtmelbang.) 3" Jet nbesbetBeul- msiagvorniW a- । die politische Cny ifgliebet der * die Wahl bts on 181 abgegeben» |um^r;r»8r ende e°M° W über „Wirtschaftsnot und Finanzreform", führte u. a. aus, er habe sich im Kabinett _ für eingesetzt, die Frage der Finanzreform möglichst umgehend zu erledigen, um der Öffentlichkeit zu zeigen, daß die Reichsregierung ernstlich entschlossen ist, die Steuern in starkem Maße zu feitlen. Dem Memorandum des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht seien Besprechungen zwischen dem Kabinett und Dr. Schacht antrag gegen die Reichsregierung eingegangen- Die Regierungsparteien mit Ausnahme dec Bayerischen Volkspartei haben inzwischen folgendes Vertrauensvotum eingebrachl: Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung und verlrauldarauf, daß das Finanzreformprogramm vorbehaltlich der endgültigen Gestaltung der Gesetze im einzelnen in Wahrung der von der Reichsregierung bekanntgegebenen Grundzüge dieser Finanzreform durchgeführl wird. Der Reichstag spricht der Reichsregierung für ihre Gesamtpolitik das vertrauen aus. Die namentliche Abstimmung über das Vertrauensvotum ergibt die Annahme mit 222 gegen 156 Stimmen bei 22 Stimmenthaltungen. Dadurch sind die Mißtrauensanträge erledigt. Das Kreditermächtigungsgejetz wird dem Haushaltungsausschuß überwiesen. Montag Zolltarifnovelle. und die Regierung genau dastehen, wo sie heule stehen. Vielleicht wäre es deshalb klüger gewesen, schon jetzt reinen Tisch zu machen, anstatt den Schrecken ins Endlose zu verlängern. Das Eingreifen des Reichsbankpräsidenten hat dazu beigetragen, die Fraktionen gefügig zu machen. Das nächste Mal wird aber auch dieses Mittel versagen. Dann steht, da die Bayerische Volkspartei sich abseits hält und die Hälfte der Deutschen Voltspartei in die Opposition gegangen ist, das Kabinett Müller ohne jede Reserve da und wird kaum imstande fein, die taktischen Fehler gut zu machen, die es diesmal begangen hat. Sitzungsbericht. Berlin. 14. Dez. (DDZ.) Auf der Tages-' ordnung des Reichstags steht die Fortsetzung der Besprechung der Erklärung der Reichsregierung. Abg. Dr. Oberfohren (Dnt) führt aus. die Erklärung verschiedener Regierungsparteien bedeute eine knappe Absage und ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung. Praktisch fei der Zusammenbruch des Kabinetts Hermann Müller da. Selbst wenn jetzt ein kümmerlicher Ausweg gefunden werde, sei das Kabinett moralisch erledigt. Hier gelte das Wort des Abgeordneten Quaatz: Sie sind längst tot. Sie wissen es nur nicht. Die offene Fe Id schlacht, in der die Regierung siegen wollte, ist von der Regierung verloren worden. Der einzige Finanzminister, der eine vorsorgliche Finanzgebahrung übte, war der deutschnationale Minister v. Schließen. Der von ihm angehäufte Schah ist von seinen Rachfolgern vertan worden, vor allem durch den Minister Reinhold. Die Ultirnoschwierigkeiten haben sich zu einem Krisenmoment der deutschen Politik überhaupt entwickelt. Wir haben jetzt keine Staatsführung, sondern eine Methode, die das Volk mit verbundenen Augen in den Abg rund führt. Wir haben einen unehrlichen Etat. Von einer umfassenden Finanz- und Steuerreform ist feine Rede. Den von der Regierung vorgelegten kümmerlichen Vorschlägen fehlt jeder schöpferische Gedanke. Die deutschnationale Fraktion lehnt die Verantwortung für jede Reubelastung der deutschen Wirtschaft ab. Wenn diese Regierung die Vollmacht für die Haager Konferenz erhält, so wäre das ein Verrat nationaler Interessen, für die das Volk die Quittung geben wird. Reichsfinanzminister Hilferding: Ich bin einigermaßen erstaunt, wenn hier manche Redner die Darlegungen über das Defizit als eine überraschende Offenbarung bezeichnet haben. Ich selbst habe doch unter früheren Regierungen wiederholt auf die bedenkliche Kassenlage hingewiesen. Als die jetzige Regierung ihr Amt antrat, mußte sie ein Kassendefiz'it von mehr als einer Milliarde übernehmen. In den Jahren 1926 und 1927 wurden alle früheren Reserven auf gezehrt. Wenn die Kreuger-Anleihe eingegangen ist, wird das Kassendefizit am 1. April noch 900 Millionen betragen, denen 400 Millionen an Deckungsmitteln gegenüberstehen. Um das Defizit zu beseitigen, brauchen wir die schleunige Durchführung der Beitragserhöhung zur Arbeitslosenversicherung. Von einer katastrophalen Finanzlage Deutschlands kann man nicht sprechen. Wer das tut, erschüttert den deutschen Kredit in der Welt. Wir arbeiten daran, für die Zukunft das Finanzwesen dadurch zur Gesundung zu bringen, daß feine Ausgabe mehr ohne Deckung beschlossen werden kann. Ich habe für den letzten Etat Steuerhöhunqen vorgeschlagen. Der Reichstag war dagegen. Er hat die Einnahmen zu hoch, die Ausgaben zu niedrig angesetzt. Was der Reichstag damals von meinen Forderungen ab gestrichen hat, das ist der Betrag des Defizits, vor dem wir jetzt stehen. Ich hätte damals die Konsequenz des Rücktritts ziehen sollen, aber bei der schwierigen politischen Lage hielten mir es damals für unsere Pflicht, dem Reich eine stabile Regierung zu erhalten. Die Deutschnationalen haben durch ihre Forderungen die Ausgaben wesentlich erhöht. Bei der Aufstellung des nächsten Etats müssen wir mit aller Sparsamkeit, aber auch mit aller Sorgfalt vorgehen. Wir erwarten von der Steuersenkung einen Auftrieb der Wirtschaft, eine Verminderung der Arbeitslosigkeit und dadurch weitere Ersparnisse. Die Steuersenkung wird uns auch eine Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung ermöglichen. Die Beseitigung der in der Kommunaloerwaltung vorhandenen Schäden muß im Einverständnis mit den Kommunen möglich sein. Die Finanzen der Länder und des Reiches werden von unabhängigen Instanzen geprüft. Das muß sich auch für die Städte erreichen lassen. Der Minister geht dann auf die einzelnen Punkte des Finanzprogramms ein. Dieses Programm sei wirtschaftlich und sozial tragbar. Es werde seinen Zweck erreichen, wenn der Reichstag die Regierung unterstützt. Abg. Drewitz (W.p.) betont, die jetzige Finanztatastrophe wäre vermieden worden, wenn die Regierungsparteien auch die Ratschläge derjenigen Parteien beachten würden, die nicht in der Regierung sitzen. Wir haben schon vor Jahren immer wieder gewarnt vor der Steigerung der IC. sÄ *" Wen herunter kute Dormittag '^ung durch-, te,Mrer in letzter ""den hatten und Rieben werben ^Mginan- as Reich gesichert ^nbes Moment, säst allen Rör/ten '"95 war bas @e, ’ftigen Momente lifumsbeteiligung e kleinen Umsätze ation bar. lieber 'Sen bie Besserun- A Tastbetsurth Siemens (je plus ibuftrie (plus 2,25 3 o.j). Sie Mon- AbsaWern für 2 v'h. anjieben. naba, bie mit Mi- llertafel erschienen WW wurden, minus 2,75 v.H. en anscheinend bie altung ctritimmle. Ausländer itiO uni) noch uiwfoiifell, larkt hielt bie Mc- lageweß 6,5 bis i.j)., Worenwechsel ufe machte sich bie fls.Wcit wieder ilgebefien Rursab- $ei Siemens und bis zu 2 v.h. Die abgeblasene KeWschlocht. Von unserer Berliner Redaktion. Die Krise hätten wir also wieder einmal glücklich überwunden. Aber Mühe genug hat es gekostet. Drei Tage und — im wahrsten Sinne des Wortes — drei Rächte wurden hin und her gezerrt, alle möglichen nur denkbaren Kombinationen wurden erörtert und wieder verworfen. Schließlich gelang es, fünf Minuten vor Toresschluß, doch noch zu einer Verständigung zu kommen, wodurch dem Kabinett eine Mehrheit gesichert ist, die zwar gegenüber dem Vollbestand der hinter der Koalition stehenden Parteien ein Manko von mehr als fünfzig Stimmen aufweist, aber doch noch stark genug ist, um dem Kabinett das Leben verlängern zu helfen. Rein äußerlich gesehen, hat daher die Sozialdemokratie recht behalten, als sie schon zu Beginn der Woche von der „Konkordien- forme!" sprach, die alle Schwierigkeiten lösen sollte. Sachlich aber steht hinter dem Ausgang der Krise noch sehr viel mehr, steht ein grundsätzlicher Umfall der Sozialdemokratischen Partei. Durch das verwirrende Drum und Dran ist die große Linie der innerpdlitischen Entwicklung einigermaßen verwischt worden. Jin Ergebnis aber muß sie doch noch einmal unterstrichen werden: der Reichskanzler hat sich dazu bekannt, daß die sozialistischen Methoden der Steuerpolitik, die in der Deutschen Republik seit der Revolution verfolgt worden sind, einen Zusammenbruch erlitten haben. Er hat zugeben müssen, daß die Rettung allein in einer kapitalistischen Steuerpolitik liegen kann. Und die sozialdemokratische Fraktion hat sich dieser Anschauung an geschlossen. Die Sozialdemokraten haben damit die Grundsätze, nach denen sie feit einem halben Jahrhundert arbeiteten, geopfert und einen Teil der Irrtümer ihres Parteiprogramms anerkannt. Das ist für sie bitter gewesen. Wir verstehen es durchaus, wenn ihnen dieses Zugeständnis nicht leicht fiel. Gerade vom bürgerlichen Standpunkt aus muh aber der prinzipielle Umfall der Sozialdemokratie unterstrichen werden: selbst solange noch die Gefahr besteht, daß in der praktischen Auswirkung der Erkenntnisse die Sozial- dernokralie im nächsten Vierteljahr wieder ausbricht. An dem, was geschehen ist, kann sie nichts mehr ändern, darauf liegt sie fest. Wir verstehen es aber ebenso, wenn ein Teil der Deutschen Volkspartei sich trotzdem nicht dazu entschließen konnte, der Regierung das Vertrauen zu votieren. Ein Vertrauensvotum ist an sich nur ein politisches Instrument, im Augenblick aber war es doch noch etwas mehr, und dieses Mehr wollte die Minderheit der volksparteilichen Fraktion nicht geben, weil sie nach den bisherigen Erfahrungen von tiefstem , Mißtrauen gegen die Person des Finanzministers Dr. Hilferding erfüllt ist, der anderthalb Jahre nichts getan hat und nun mit dem Mut der Verzweiflung im Handumdrehen nachholen wollte, was er durch Monate hindurch versäumt hatte. Die Volkspartei hat eine gewisse Vorleistung geben müssen mit der befürchteten Zustimmung zu der Erhöhung der Arbeitslosenbeiträge. Sie hat aber dafür von den Sozialdemokraten zum mindesten eine protokollarische Festlegung auch auf die Senkung der direkten Steuern erhalten, die nicht nur die sozialdemokratische Fraktion, sondern auch das Kabinett auf die Erfüllung dieser Zusagen festlegt, über das Maß dessen, was in der Vertrauenskundgebung des Reichstags gesagt ist. Denn diese Kundgebung, die schließlich kurz vor der Abstimmung eingebracht wurde, erfüllt die Forderungen, die der Kanzler namens des Kabinetts gestellt hat, nicht. Sie beschränkt sich auf 'eine Billigung der Regierungserklärung und auf das Vertrauen darauf, daß das Programm durchgeführt wird. Sie enthält dem Buchstaben nach nur die Bindung der Regierung, nicht aber die Bindung der einzelnen Parteien. Die sozialdemokratische Fraktion hat also nach wie vor die Möglichkeit, bei der Cinzelberatung durch eine Hintertür zu entweichen. Hat diese Möglichkeit dank ihrem Kanzler, der mit der Faust auf den Tisch schlagen wollte, plötzlich aber den erhobenen Arm sinken ließ und mit einer bescheidenen Bitte kam, die ihm feine Fraktion nicht verweigern wollte. Aus der offenen Feldschlacht ist nichts geworden. Sie wurde, als es darauf ankam, abgeblafen und durch ein harmloses Manöver erseht. Unvermeidlich deshalb, daß die Regierung trotz des Vertrauensvotums mit einem wieder verminderten Restbestand an Autorität aus diesem Kampf hervorgeht. Sie hat zwar den Erfolg, daß die lose Bindung, die seit dem Sommer das Kabinett zusammenhielt, etwas verstärkt worden ist, sie wird aber damit nicht allzu viel anfangen können, weil unschwer vorauszusehen ist, daß bei der nächsten Gelegenheit schon die Krise, die diesmal mühsam verkleistert wurde, erneut ausbricht. Das kann schon in dieser Woche fein, wenn im Reichstag um die Zollvorlage gekämpft Ivird, die auch vor Weihnachten noch unter Dach gebracht werden soll: das kann sich aber noch hinziehen bis über den Januar hinaus, bis die Sozialdemokratie den Wechsel ein- lösen soll, den sie am Samstag im Reichstag ausgefüllt hat. Wir glauben trotz allem nicht, daß sie dazu imstande fein wird. Wir sehen kommen, daß spätestens im Februar der Reichstag Dr. Scholz zum Parteiführer der Deutschen Volkspartei gewählt iS Ä 168-1» 21,§ 112,07 58,V 2,18 112-3 81,48 57,92 12,39 73,15 rranffD^l-' i—ÄjJL- (Er|d)€ in ; glich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monats:Be$ugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfse unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Hießen. sK fcÄT, lohnten^ die «fahrt -fak |QQh ypnotii (jxl., timmhn*Qn' -ssfi? bestand noch fü" en still, I Wunschzettel. Von Ernst Lrffauer. 01(6 ich ein Knabe war, durfte ich zum Geburis- tag und zu Weihnachten einen „Wunschzettel" schreiben' mit aufgeklebtem Zierat popierner Blüten und Danken geschmückt: „sah gar hold und jugendlich aus ü Die Worte „Geburtstag" und „Weihnachten" strahlten in einem starken, bunten Lichtschein, dos Wort „Wunschzettel" dämmerte in einem sanften, einem Borweihnachtsglanz. Damals wünschte ich mir den „Dreißigjährigen Krieg", dargestellt in zinnernen Soldaten: bläulich gepanzerte Kaiserliche Hellebardiere und hellgelbes schwedisches Fußvolk: Gustav Adolf, in flachem Belief gebildet, ritt über den toten Trommler hinweg und wurde eben von einer Kugel getroffen. — ich spielte damit und ahnte nicht, was Schlacht und Tod ist. Sväter wünschte ich mir die Erzählungen aus der deutschen Ge- schichte von Otto Spanier und Oscar Höcker. „Der große König und sein Rekrut" und „Das Ahnenschloß": ich las sie, wie ich mit den Soldaten spielte, nicht ahnend, was notvoll große Geschichte ist. Dann stand aus dem Wunschzettel die Sammlung deutscher Gedichte von Theodor Echtermeher, die Gedichte von Storm, von Karl Busse, zahlreiche Reelams, lauter Dramen: Potpourris aus Opern, Wagner. Berdi. Das Rütz- liche. Handschuhe, Kragen, Krawatten, wurden nicht gewürdigt, aus dem Wunschzettel zu erscheinen. und wenn es auf dem Tische der Gaben lag. ward es nicht beachtet. Der zinnerne Kampf deutscher Kolonialtruppen gegen die Schwarzen, mit kleinen aufstellbaren Zelten aus Leinwand und massiven Palmenbäumen, die leicht umfielen, weil Stamm und Krone zu schwer waren im Verhältnis zu dein schmalen tragenden Untersah; Hauffs Werke und Andersens Märchen das waren Geschenke: Manschettentnöpfe oder gar Strümpfe, dos galt nicht. Heute wäre ich nicht abgeneigt, dos Nützliche auf einem weihnachtlichen Tischleindeckdich zu erblicken, und die Bücher, nun das Metier bringt es mit sich, daß die Verleger die Wünsche erfüllen oder ihnen gar zuvorkommen Freilich. man empfängt auch etliches, was man nicht wünscht; aber manches Buch erfüllt mich mitten im Alltag des Jahres mit weihnachtlicher Freude 3a sogar Bücher, die aus einer Bibliothek entliehen werden, um einer Arbeit zu dienen !ön° nen das Haus mit einer festlichen Lust erfüllen wir feiern dann „Bibliotheksgeburtstag" oder „Rezensionsweihnachten". Die Bücher also sind nicht mehr dem weihnachtlichen Tisch Vorbehalten Oie Abstimmung. Die volksparteiliche Opposition. Berlin, 14. Dez. (DdZ.) Bei der Abstimmung im Reichstag haben f ü r das Vertrauensvotum gestimmt gesch lasse n die drei Regierungsparteien der Sozialdemokraten, les Zentrums und der Demokraten sowie von der Deutschen Volkspartei 24 Mitglieder: dagegen hoben gestimmt geschlossen die Parteien der Deutschnalionolen, der Kommunisten, der Wirtschcn.s-ariei. der Deutsch- nationalen Arbeitsgemeinschaft, der Christlichen Bauernpartei, der Rolionalsozialisten und von der Deutschen Dollspartei 14 Mitglieder, von den vier Deutsch-Hannoveranern drei Mitglieder, ferner die beiden Mitglieder der Dolksrechtpartei Best und Lobe, und die keiner Partei angehörenden Abgeordneten Bruhn und Frölich (Leipzig). Die Gegenstimmen aus der Deutschen Dolkspartei wurden abgegeben von den Abgeordneten Becker (EssenX Gramm, Dauch, v. Gilsa, Havemann, Hinymann, Hueck, Dr. Hugo, 3onson, Köngeter, Dr. Pfeffer, Schmid (Düsseldorf), Dr. Schnee und Winnefeld. Die 22 Stimmen der Enthaltung wurden abgegeben von der Bayerischen Bolkspartei mit 12 Stimmen, von drei Mitgliedern der Deutschen Dolkspartei (Albrecht, Cremer und Leutheußer), sechs Mitgliedern der Deutschen Bauernpartei und dem Deutsch-Hannoveraner Abgeordneten Dr. Alpers. Don der Deutschen Dclispartei entschuldigt fehlten die Abgeordne en Dr. Scholz. Beythien und Günther. Don der Kommunistischen Partei sind zurück noch ausgeschlossen die Abgeordneten Koenen, Jadasch, Papke und Deutling. Urteil her Presse. Nach dem Vertrauensvotum. Berlin, 15. Dez. (TU.) Die Berliner Blätter nehmen zu dem Abschluß der Regierungskrise durch Annahme der Vertrauensformel eingehend Stellung. Dabei wird von einem Teil der Blätter den Vorgängen in der volkspartei- lichen Reichstagsfraktion besondere Beachtung geschenkt. Der „Vorwärts" schreibt, der schwerindustrielle Flügel in der Volkspartei habe gesiegt, er wolle die Krise, und zwar spätestens nach der Haager Konferenz. Für alle anderen Regierungsparteien sei also Zeit, sich zu überlegen, wie sie sich zu dem Krisenwillen der Deutschen Volkspartei stellen wollten. S p ä - testens nach der Haager Konferenz werde über die Zusammensetzung der Reichsregierung und ihren künftigen Kurs neu z u entscheiden fein. Komme es über kurz oder lang zur Krise, dann gebe es für die Sozialdemokratische Partei nur zweierlei: Entweder sie kehre stärker in die Regierung zurück oder gar nicht. — Das „Berliner Tageblatt" sagt, daß die Bayerische Volkspartei sich der dimme enthalten habe, sei vorgesehen gewesen, und man nehme den Bayern eine Extratour dieser Art nicht übel. Ernster sei es. daß eine große Anzahl volksparteilicher Abgeordneter gegen ihre eigenen Minister gestimmt habe.^- Die „D. A. Z." schreibt, daß der Reichstag einer Regierung, unter der das Deutsche Reich an den Rand des Bankers tts gekommen sei, das Vertrauen aus- gespröchen habe, sei ein furchtbarer Beweis dafür, daß das Parlament mit den lebendigen Kräften des Volles und mit dem wirklichen Willen des Volkes so gut wie feine Fühlung m e ha: habe. Rur das sei ein klarer Lichtblick, daß von der Deutschen Vollspartei 14 Abgeordnete diesen Hohn auf das parlamentarische System nicht mitgemacht hätten. Die „Börsenzeitung" beschräE sich auf Iden Hinweis, daß in der Zentralvor- st a n d s s i tz u n g der D. V. P. der Wind gegen das Kabinett Müller-Hilferding, gegen die Finanzreform und gegen die Derttauensformel für' das Reichskabinett noch erheblich schärfer geweht habe als in der Reichstagsfraktion. - Die „Germania" hält es für zweckmäßig, Kommunalwahleu in Ostoberschlesien. Kattowih, 16. Dez. (TU. Funkspruch.) 3n Ostoberschlefien wurden am 3. Advents-Sonntag mehrere Stadtverordnetenversammlungen neu gewählt. Unter anderem sanden Stadtverordnetenwahlen statt in der Wojwob- schaftshauptstadt Kattowitz, in Bielih und mehreren Landstädten, wie Lublinih, Pleß, Soh-rau und Loslau. 3n Kattowitz fetzte der Wahl- karnpf bei trübem regnerischem Wetter bereits in der Rächt zum oonntag zwischen den einzelnen Plakatkleberkolonnen ein, wobei eine Kolonne der deutschen Wahlgemeinschaft am früheren Dlücherplatz von einer Kolonne der Regierungspartei, die mit Revolvern bewaffnet war, überfallen wurde. Ein deutscher Plakatkleber wurde in Gegenwart eines Polizeibeamten so schwer verletzt, daß er blutüberströmt zusammenbrach und ins Lazarett geschafft werden mußte. 3n den Wahllokalen herrschte tagsüber starker Andrang, da die Wahlbeteiligung infolge des Wahlzwanges mindestens 94 Prozent beträgt. Gegen 4 Uhr morgens lag das vorläufige amtliche -Wahlergebnis für Groß-Kattowitz üor: Unter Berücksichtigung der Listenverbindungen entfallen auf die Deutsche W a h l gern e i n s ch a f t 22 Mandate, auf die Rationale Arbeiterpartei und Korfantypartei zusammen 18 Mandate, auf die Sanacjapartei 13 Mandate, auf die Liste der deutschen und polnischen Sozialisten 5 Mandate, auf die Liste der Juden 2 Mandate. Dieses Ergebnis bedeutet, daß die Sanacjapartei in Kattowitz in der kommenden Stadtverordnetenversammlung trotz der Aufstellung verschiedener Listen nicht den erwarteten Erfolg gehabt hat. Die Deutsche Wahlgemeinschast und die Korfantypartei, die zu der Sanacjapartei in Opposition stehen, haben das Uebergewicht mit 27 Mandaten. Bei den letzten Kommunalwahlen entfielen auf die deutsche Liste 34 Mandate, in die jedoch auch die deutschen Sozialisten mit einbegriffen sind, so daß sich ein Verlust von 9 Mandaten ergibt. Der Verlust der deutschen Wahlgemeinschast gegenüber 1926 beträgt aber genau gerechnet nur 7 Mandate, da die Deutsche Wahlgemein- schaft ohne die deutschen Sozialdemokraten 1926 29 Mandate hatte. Pleß: Deutsche Wahlgemeinschaft 1379 (1926 1525), auf die polnischen Listen 1583 (1201). Die Mandatszahlen verteilen sich wie folgt: Deutsche 12 (14) und Polen 12 (10). Lublinitz: deutsche Listen 763 (806) Stimmen, polnische Listen 1617 (1165). Mandate: Deutsche Wahlgemeinschast 6 (7), auf die polnischen Listen 12 (11) Mandate. Bielih: Sanierungspartei (polnische Regierungspartei) 6 Mandate (1926: 5 Mandate), die deutschen und polnischen Sozialisten 10 (8), die Deutsche Wahlgemeinschaft 14 (17), die Ostjuden 6 (6) Mandate. Tesch en: Sanierungspartei 14 Mandate, polnische und deutsche Sozialisten 3 Mandate, Ostjuden 2. Deutsche Wahlgemeinschaft 10 (bisher 14), polnische Juden 2, Deutsche Schnitterpartei 2, Korfantypartei 3 Mandate. Bei einer kritischen Betrachtung des Gesamtergebnisses der ostoberschlesifchen Kommunalwahlen muh man berücksichtigen, daß d i e Zahl der Wahlberechtigten gegenüber 1926 eine starke Vergrößerung erfahren hat, die sich aus rein polnischen Kreisen zusammen- seht, während wiederum auf der anderen Seite eine starke Abwanderung Deutsch- gesinnter nach auswärts zu verzeichnen ist. daraus hinzuweisen, daß der Abstimmungserfolg der Regierung weniger in der finanzpolitischen Vergangenheit des Kabinetts begründet liege, in der eine allzugroße Passivität und ein allzu geduldiges Mwarten gegenüber der wachsenden Finanznot des Reiches schwere Versäumnisse verschuldet habe, der Sinn des Vertrauensvotums liege vielmehr darin, daß die Regierungsmehrheit nach den offenen Darlegungen des Reichskanzlers für die drückenden Ausgaben der Gegenwart und die finanzpolitischen Arbeiten der Zukunft eine aktive und entschiedene Führung der Reichsregierung erwarte. — Der „Börsen-Cou-- r i e r“ kommt zu dem Schluß, daß die bürgerlichen Parteien nicht dulden werden, daß das Finanzministerium abermals in Lethargie verfalle. Sie würden von der Sozialdemokratie die Erfüllung der Pflichten der Loyalität unmittelbar einfordern, ohne die keine Koalition weiterleben könne. Alle Kräfte müßten jetzt auf die Haager Verhandlungen konzentriert werden. Rach dem Haag beginne eine neue Phase. — Die „Deutsche Tageszeitung" sagt, die dreitägigen Reichstagsdebatten hätten die Klärung der Lage, die die Reichsregierung in ihrer Entgegnung auf das Memorandum Dr. Schachts angekündigt habe, in Wirklichkeit nicht gebracht. Finanz- und koalitionspolitisch handele es sich vielmehr zunächst nur um eine Art 311 * timo» Reg ierung. - Der „Sa g“ sagt, das Kabinett Müller habe sich mit schwacher Mehrheit für die Ausgabe gerettet, Deutschland auf der zweiten Haager Konferenz mit dem Voungplan zu beglücken, der schon in Wirklichkeit die Staatskrise des Deutschen Reiches herbeigeführt habe. Baden und die Tabaksteuer. Karlsruhe, 14. Dcz. (WB.) Auf Grund einer im Ministerium des Innern stattgehabten Besprechung mit Vertretern der Tabakindustrie wurde die badische Gesandtschaft in Berlin telegraphisch beauftragt, nachdrücklichst dafür einzutreten, daß bei einer Neuregelung der Tabaksteuer die heutige.Spanne für den steuerbegünstigten Feinschni11, echten Feinschnitt (Pfeifentabak) und Zigaretten beibehalten wird. Eine entsprechende Steuerbegünstigung wurde auch für Zigarrentabake als unerläßlich erklärt, da es sich um eine Lebensfrage des badischen Tabakbaues handelt. Oie Auseinandersetzung in der O. X B. p. in Hamburg. Hamburg, 14. Dez. (WB.) Der Landesverband der Deutschnationalen Volkspartei Hamburg veröffentlicht eine Erklärung, in der es heißt, daß die vor einigen Tagen veröffentlichte Entschließung des Angestelltenansschuf- s e s der Deutschnationalen Volkspartei von drei Vorstandsmitgliedern des Ausschusses gefaßt worden sei, ohne den Angestelltenausschuß überhaupt zu hören. „Die Angestellten im Landesverband Hamburg der Deutschnationalen Volkspartei", so heißt es in der Mitteilung weiter, „denken n i ch t d a r a n, sich in politischen Fragen hinter Herrn Lambach zu stellen, dessen disziplinlose und grundsatzlose Haltung sie schon seit langem verurteilt haben. Sie stehen fest hinter der klaren, gradlinigen Haltung des Parteiführers." — Der V o r s i tz e n d e des Angestelltenausschusses der Deutschnationalen Volkspartei, Landesverband Hamburg, Heinz Stange, hat feinen Austritt aus der Deutschnationalen Volkspartei und damit auch aus dem Vorstand des Landesverbandes Hamburg erklärt. Einigung der Ehristlichsozialen. Frankfurt a. M., 15. Dez. (WTB.) Die am 15. Dezember in Frankfurt o. M. versammelten Vertreter der ChristlichfozialenReichs- bereinigung und des Reichsverbandes des Christlichen Volksdienstes haben nach offener und vertrauensvoller Aussprache die einmütige Ueberzeugung gewonnen, daß ein m ö g- l i ch st rascher Zusammenschluß dieser beiden Gruppen notwendig und möglich ist. Zur Vorbereitung der entscheidenden Beschlüsse der Dertrcterkagungen dieser beiden Gruppen, die am 27. Dezember in Berlin stattfinden, wurde ein iiiiynui im Roten kauft man sich, wenn man selten von einem inneren Erlebnis unaufhaltsam gezwungen wird, und das Rützliche empfinde ich auch heute im tiefsten Herzensgründe als nicht geburtstäglich und nicht weihnachtlich. Was also schreibe ich heute auf meinen Wunschzettel? Bücher, die es nicht gibt: ich selbst habe sie ersonnen, aber ich kann sie nicht schreiben, teils aus Mangel an Zeit, beim ich schreibe andere, oder aus Mangel an Kenntnissen. 3ch wünsche mir also: Erstens: eine Geschichte des menschlichen Glückes. Vor Jahren, in Zeiten öffentlicher und persönlicher Kümmernis, tarn mir der Wunsch, daß jemand darstelle, welche Erlebnisse und Ereignisse, welche Beziehungen und Verbindungen die Menschen im Laufe der Jahrtausende beglückt haben: die Liebe, die Ehe, die Familie. Freundschaft und Kameradschaft: Arbeit des einzelnen, gemeinsame Arbeit: Gefühl der Verbundenheit in Stammes- und Schicksalsgemeinschaft, in Gau und Heimat, in Städten und Ländern: das Erlebnis der Ratur: das Erlebnis der Gottheit. Und das Glück des Menschen, dem gegeben ist, sich auszuzeichnen. die rettende, die befreiende Tat: das Erlebnis des Staatsmannes, des Erfinders, des Entdeckers, des Gelehrten, des Philosophen, des Künstlers, des schöpferischen Menschen von jeder Art und Gestalt: das Glück des Beginnens und das Glück des Endens. Das Glück jener Menschen, die eines frühen und jener, die eines leichten Todes sterben: das Glück des Todes nach einem in Wahrheit vollendeten Leben. All dies, wie es sich durch die Jahrtausende in den wechselnden Zeiten, in den vielfältigen Zonen gemäß der Artung der Völker und den Tnpen der Menschen gewandelt, wie es sich abgebilbet hat in Sitten und Bräuchen, in Kulten und Festen, in bauten und Bildwerken, in Musiken und Dichtungen, in Gesetzen. Lehren. Verkündigungen. Und so müßte es dargestellt, so erzählt und gestaltet fein, das Glück aus den Sätzen und Buchseiten leuchtete und ein Mensch, der darin blätterte, Trost gewänne in aller Rotzeit seines Volkes ober seines eigenen Leben, da er erführe, von dem immerwährenden Glück, bas über bie Menschheit geschienen hat, als Gegenkraft des immerwährenden Leides, das über der Menschheit gedunkelt hat. Zweitens: Ein Bilderatlas zur Geschichte der Religion und der Religionen. Ein Kreis des Lebens, der in jenem Werk nur ein Kapitel beschriebe. und nur in seinen freudigen und glücklichen Auswirkungen spiegelt sich hier in der Folge der Bilder: bie Figuren und Statuen, in denen sich die Menschen aller Zeiten und Länder die Gottheit vorgestellt und dargestellt haben: die Sinnbilder, die Riten, in denen diese ihre Verehrung formten, bie Bauten, in benen sie anbeteten unb bienten; die Trachten, Tempel und Synagogen: Moscheen unb Münster; Gebetsteppiche und Gebetsmühlen; der fiebenarmige Leuchter unb ber Kelch; Götter- und Heiligenbilder; Athena und Istra: Zeus unb Janus, Buddha unb Christus, die mexikanische Mutter mit dem Kind und die europäische, die italienische, die deutsche, die russische —: eine sichtbare Geschichte der menschlichen Seele in ihrem Verhältnis zum Unendlichen. Die unabsehbare Vielfalt würde ausgebreitet, und die Fülle der Gemeinsamkeit würde erkannt. Zum Dritten: „Die Wasserspeier". Abermals ein Bildwerk hohen Formats; viele Tafeln im Umfange ganzer Seiten unb eingestreut viele Einzelheiten, Teile, Ausschnitte. „Wasserspeier": ursprünglich nur Röhren unb Rinnen an ben gotischen Domen, aus benen bas Regen und Schneewasser absloß, aber von dem Reichtum miticlalterlicher Phantasie gewandelt unb gelt-' zu geflügelten Drachen unb gefieberten <\i die in wagrechter Wucht aus Dächern u::.> .oanden stürzen unb schnellen, Fabelwesen, Märchentiere, in Stein gedichtet, sichtbar gewordene Domsagen und Gemäuerträume, geformter Rachtalb des Baumeisters; später, in reformatorischer Zeit, auch Spottlieder auf Rönne unb Mönch Unb in ber geleitenben Prosa mürber die schönsten Sagen von allen Domen und Munstern erzählt, die noch nirgends gesammelt wurden. Ein tiefschauender Blick würde aus manchem Spuk- unb Zaubergebilde die verhüllte Wesenheit ber oft namenlos verschollenen großen Gotile,- beuten. Die Wasserspeier finb das Satyrsviei an ber Steintragödie ber Dombauten. Viertens. Eine Geschichte ber alten Reit- und Fahrpost. Ein heiteres Buch, fröhlich gebunden in postkutschengelb, mit postillionblauen Lettern ber Ausdruck Es erzählte, wie die Aegypter, die Perser, bie Römer ihr Postwefen ordneten, ein Weniges von dem Postwesen unserer Zeitrechnung in den europäischen Ländern und des längeren unb breiteren von der Thurn und Taxisschen Post des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Ration. Darin stünden Geschichten unb Schwänke von Postillionen unb Posthaltern, Post- häusern und Postgästen, Postillionlieder und, in Roten gesetzt, Signale; Kinderreime von der Post und Gedichte kunsthafter Poeten. Und wiederum Bilder: Posthäuser, reich gezierte und schlichte Chaisen und Beiwagen; Uniformen und Zaum- zeuge; Posthalterwappen und -siegel, Fahrscheine und Marken. Ein großes Stück Dölker- wesen, ein breitgespanntes Bild aus dem Bereich deutscher Volksgeschichte. Ausschuß eingesetzt. 3n diesen Ausschuß entsendet der Christliche Volksdienst die Herren Bausch, M. d. L., Kling, M. d. L. und Sitzendörfer, sämtlich aus Stuttgart, sowie Theophil Mann (Frankfurt a. M.), die Christlichsoziale Reichsvereinigung Professor Pfarrer Dei th (Franlfurt). Hülse r (Spandau), M. d. R. K lisch (Breslau), M. d. L. und Dudeh (Duisburg). Oie Haager Konferenz. Tas Juristenkomtlec hat seine Arbeiten beendet. Brüssel. 14. Dez. (WB.) Die Arbeiten des Juristenkomitees zur Vorbereitung des Haager Schlußabkommens sind zu Ende geführt worden. Das Komitee hat die Skizze eines Rahmenvertra ges hergestellt, der ben Voungplan und bie Kommissionsberichte als Anlagen enthält. Die Juristen sind einstimmig der Ansicht, daß bie technischen Voraussetzungen für die Einberufung der zweiten Haager Konferenz nunmehr gegeben sind. Man erwartet hier, daß Ministerpräsident 3a - spar bie Konferenz für ben 3. Januar nach dem Haag einberufen wirb. — Der ,,Daily Telegraph" schreibt: In biplomatischen Kreisen herrscht jetzt der Eindruck, daß die zweite Haager Konferenz, wie geplant, am 3. Januar zusammentreten unb imstande sein werde, ihre Aufgabe, abgesehen vielleicht von ber Frage der nichtdeutschen Reparationen, in verhältnismäßig kurzer Zeit zu erledigen. In ber Frage der Sachlieferungen bestehe noch eine beträchtliche Meinungsverschiedenheit zwi- < scheu Großbritannien und einigen Gläubigermächten. Was aber die Internationale Dank betrifft, so scheinen die Meinungsverschiedenheiten zwischen Großbritannien, Frankreich und Deutschland nur noch ganz unbeträchtlich $u fein. England und der Krieg. Ein Wort hätte den Kriegsausbruch verhindern können London, 16. Dez. (WTB. Funhspruch.) General Sir John Hamilton sagte in einer Rede bei der Enthüllung eines Denkmals für die Gefallenen: Die englischen Staatsmänner hätten den Krieg mit einem Wort verhindern können; aber f.e waren durch bie feit acht Jahren geführten und vor Parlament und Volk unb sogar vor einigen Ka- » binettSmitgliebem geheimgehaltenen m i - litärischen unb maritimen Besprechungen in verhängnisvoller Weise behindert und gebunden. Diese Besprechungen wurden von einer kleinen Gruppe Personen dazu beirutzt, um der Regierung die Hande zu binden unb sie daran zu verhindern, im letzten Augenblick zu erklären: „Wer zuerst mobil macht, muß daraus gefaßt sein, mit uns zu tun zu bekommen!" Im letzten Augenblick versuchte unser Staatssekretär des Aeuhern diesen Trumps auszuspielen, aber es gelang ihm nicht, weil die alliierten Mächte wußten, daß wir durch die militärischen Besprechungen ehrenhalber verpflichtet waren, an ihrer Seite zu kämpfen. Die Sprengstoffaiieniaie in Norddeutschland. Berlin, 14. Dez. (WB.) In ber Voruntersuchung ber Sprengstoffattentate ist es den Unter- suchungsbehörden gelungen, aufzuklärcn, woher ber Sprengstoff stammt. Es ist festgestellt worben, baß er aus dem Steinbruch bes Mülheimer Steinbruchbesitzers Karl W c y a n b entwendet worden ist, unb zwar durch Einbruch in die Pulverkammer. Des Diebstahls bringenb verdächtig finb die 'Angeschuldigten Hans Nickels aus Heide unb der Juwelier Fritz Rehling aus Weiter wünschte ich mir eine ganze Folge von Anekbotenbüchern. Wie eine einzige Bewegung * zuweilen das Innere eines Menschen auftut. so unter Umständen eine Anekdote. Anekdoten sind oft gesammelt worden: von Musikern, Dichtem, Malern, Parlamentariern, Mimen. Aber noch niemand hat die vielen trefflichen Geschichten gesammelt. die aus dem Leben von Hochschullehrern berichtet werden. Richt törichte Witze über Zerstreutheit, deren tiefe produktive Ursache der Philister nicht erkennt, sondern Begebnisse, und nicht ben trovato, sondern vero: Anekdoten von Kuno Fischer, dem Heidelberger Philosophen, Michael Dernays, dem Münchener Literarhistoriker, von Virchow, dem Mediziner, und Mommsen, dem Historiker in Berlin. Von Güte unb Bosheit, Energie unb Lässigkeit. Demut unb Eitelkeit; aus dem Kolleg, dem Seminar, dem Examen, wie sic zu Dutzenden umlaufen. Und das Buch hieße. ..Fröhliche Katheder". Und so sollte man überhaupt Akademikeranekdoten zusammentragen. Von Richtern. Staatsanwälten, Advokaten; von Pfarrern, von Chirurgen. Frauendoktoren. Land- ärzten. von Zoologen und Physikern, von Forstleuten; von Ingenieuren; lustige Juristerei; heitere Theologie; vergnügte Medizin und so weiter. Da gäbe es Geschichten von Justizrat Staub, bem Kommentator des Deutschen Handelsgesetzbuches; von dem rheinischen Domkapitular Schnüttgen; von; „alten Heyne", der vor hundert Jahren in Berlin ein bexühmter Arzt war. Salomonische Urteile, kluge Vergleichungen, kuriose Predigten und seltsame Beichten; ergötzliche Kuren und derbe Heilungen; all dergleichen stünde hier beisammen. und das Ganze hieße: „Die lachenden Fakultäten". Und so wünsche ich mir auch Anekdoten von Bankiers und Börsianern, Fabrikanten und -Kaufleuten, von Baulustigen, Bauunter- t nehmern und Baumeistern; von Verbrechern, Dirnen und Bettlern. Ein Band aber sammelte Geschichten von den Leuten der seltenen und abseitigen Berufe: von weißen Männern, die als einzelne unter Schwarzen leben; von reisenden Forschern, von Kaufleuten unb Missionaren; von Astronomen, die ihr Geben lang auf einem Berggipfel in ihrer Sternwarte. Hausen; von Wärtern der Leuchttürme auf abgeschiedenen Inseln; von Tauchern und Bergleuten. Mutterwitz unb Schicksal. scharfer und sanfter Humor, pathetische Satire — alles zusammen ein Speculum generis humani, ein Spiegel des menschlichen Geschlechts in Zügen unb Szenen, Worten und Gebärden. Ein Lehrbuch der Erfahrung, kurzum: eine Art Menschen-Brehm. Und so wünsche ich mir noch mancherlei, Heiteres und Ernstes, Schweres und Leichtes: übers Jahr schreibe ich einen neuen Wunschzettel. DerJ bruchv suchen tßtrbti1 tiusrei W Zu Dr. ■ vom orbnti Mm« 10. M „86g H ö- schickten schreit glaubt« müssen Den Lehau halt n habe noch - glückt nen u rechts Du daß ei dacht verüb von i polizi May Dar JJroje gdlag gen bi 5ud)i T auf de: heb Irin« auf 6te, 60 flun( ihre. Der schw rung -kerl reich All Hrj «Mi Mi X bon N Durd könnt ber: fein . raten hat ei nem feinen Mr Magi ist, s Aus flerir bebe1 rourl Egei gelec errei (efile trug cerbri \\\ irr §otr Hobe In Aei anti mit r in *5 ben Sie Ar früh ?snt ottir neue der frei h D der 3urir noch n°h hji hasst Calk N ben. Jein bett- die $tai Loti S feit Ichl Mukhenn. Rehling ist erneut verhaftet worden. Der Beihilfe verdächtig ist der Bruder des Stein- bruchbesitzers Robert Weyand, der vom Untersuchungsrichter wieder freigelassen wurde, weil die Derdachtsgründe zum Erlaß eines Haftbefehls nicht ausreichten. Aus dem Hessischen Landtag. Zu der Darstellung des Landtogsabgeordneten D r. Werner (parteilos) in Nr. 291 des „G. A." vom 12. Dezember schreibt uns der Landtagsabgeordnete Schreiber (Dem.): Der Abgeordnete Werner (Butzbach) hat in Nr. 291 Ihres geschätzten Blattes «ine Ergänzung zum Ländtagsbericht vom 10. Dezember 1929 veröffentlicht, in dem es u. a. heißt: „Abg. Dr. Werner (parteilos) hot nicht daran Anstoß genommen, daß die Demokraten in Sachen „Evangelische Landeskirche" einen Katholiken vor- schickten, sondern daran, daß dieser Redner (Abg. Schreiber) die evangelische Geistlichkeit kritisierte und glaubte, ifcr gute politische Lehren erteilen zu müssen." Demgegenüber stelle ich fest, daß die vorstehende Behauptung des Herrn Abg. Werner über den Inhalt meiner Rede den Tatsachen nicht entspricht. Ich l)abe weder die evangelische Geistlichkeit „kritisiert" noch „ihr gute politische Lehren erteilt". Damit mißglückt auch der Versuch des Herrn Abg. Werner, seinen unsachlichen, persönlichen Angriff nachträglich zu rechtfertigen. Aus aller Wett. Das Urteil gegen die Szotnoker Giftmischerinnen. Der Szolnoker Gerichtshof fällte das Urteil in dem £ro}ef$ gegen die vier Giftmischerinnen. Die Angeklagte Jrau Lipka wurde zum Tode, die übrigen drei Angeklagten zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Die Verhaftung in (Eger. Düsseldorf, 15. Dez. (WB.) Zu der Nachricht, daß ein Chauffeur Mayer in Eger unter dem Verdacht fe st genommen sei, mit den in Düsseldorf verübten Niördtaten in Verbindung zu stehen, wird von der Kriminalpolizei mitgeteilt: Die hiesigen polizeilichen Ermittelungen haben ergeben, daß Mayer vor Jahren in Düsseldorf ansässig war, aber ausgewiesen worden ist. Durch Briefe, die er seiner Mutter geschrieben hat, konnte festgestellt werden, daß Mayer zur Zeit der Mvrdekaum in Düsseldorfgewesen sein kann. Zuletzt erschien er vor mehreren Monaten bei seinen hier wohnenden Angehörigen und hat einige Nächte bei seinem Bruder und bei seinem Freunde geschlafen. Er begab sich dann zu feinen Verwandten nach (Eger, wo er mehrere Briefe geschrieben hat. Hier ist nichts bekannt, daß Mayer wegen schwerer Verbrechen vorbestraft ist, seine Eltern erfreuen sich eines guten Rufes. Auf seinen Wanderungen habe sich Mayer lediglich geringfügige Strafen wegen Landstreicherei und un bedeutender kleiner Diebstähle zugezogen. Außerdem wurde festgestellt, daß Mayer, der die Reise nach Eger von Düsseldorf aus mit einem Fahrrad zurückgelegt hat, die Tschechoslowakei zu einem Zeitpunkt erreicht hat, der es a u s s ch l i e ß t, daß er für die letzte Bluttat des Düsseldorfer Mörders, das an Ger- trug Albermann am 8. November verübte Kapitalverbrechen, in Frage kommt. Die Mutter Mayers ist infolge der Beschuldigungen, die in so bestimmter Form gegen ihren Sohn in aller Öffentlichkeit erhoben wurden, ganz zusammengebrochen. Neue Landverluste auf Sylt. Wie von amtlicher Seite zu den Sturmschäden auf der Insel Sylt noch mitgeteilt wird, sind a n der Steilküste bei Wenningstedt erhebliche Landverluste eingetreten. Vor der Wen- mngstedter Vadeanlage wurde der Landverlust auf 12 Meter beziffert und zwar an derselben Stelle, wo in den letzten beiden Jahren bereits 60 Meter verlorengegangen sind. Die Llbbrin- gung der drei gestrandeten Motorleichter mit ihrer umfangreichen Maschinenanlage, die einen Werk von je 160 000 Mark darstellt, wird sich schwierig gestalten und hängt nach den Erfahrungen völlig vom Weiter ab. Durch Starkstrom gelötet. 3n der Heimstättensiedlung in Dresden- Reick wollten zwei junge Männer eine Hochantenne ziehen. Dabei kam der Antennendraht mit einer 220-Volt-Starkstrornleitung in Berührung. Die beiden jungen Männer wurden durch den elektrischen Schlag auf der Stelle getötet. Mittelholzer zu einem neuen Afrikaflug aufgestiegen. Oluf dem Flugplatz Dübendorf ist Sonntagfrüh um 7.42 LIHr der bekannte schweizerische Afrikaflieger Walter Mittelholzer mit dem breünotorigen Fokker „Switzerland 3“ zu einem neuen Qlfrifaflug gestartet, den er im Auftrage des Wiener Barons Rothschild als Iagdex - pedition ausführt. Haftbefehl gegen den mexikanischen Lrpräsidcnt Calles. Der frühere Präsident Calles erfuhr, als er mit der „Bremen" von feiner Europareise nach Neuyork zurückkehrte, daß die Behörden von Laredo im nordamerikanischen Staate Texas wegen Teilnahme an der Ermordung zweier Offiziere der mexikanischen Armee einen Haftbefehl gegen ihn erlassen haben. Danach soll Calles bei seiner Durchfahrt durch die auf dein Wege nach Mexiko liegende Stadt Laredo verhaftet werden. Der' Haftbefehl bezieht sich auf den Tod des General Blanko und des Obersten Martinez deren Leichen mjt Handfesseln im Jahre 1922 in dem die Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten bildenden Rio Grande in der Nähe von Laredo gefunden wurden. Aus Washington wird hierzu gemeldet, daß Calles sich i m B e s i tz e i n e s Diplomatenpasses befindet, der jede Möglichkeit der Verhaftung auf amerikanischem Boden a u s- schlie ße. Der Storch im Straßenbahnwagen. Ein nicht alltäglicher Vorfall hat sich in einem Berliner Straßenbahnwagen zugetragen. Wäh- 'rend der Fahrt durch die Schönhauser Allee wurde plötzlich eine Insassin, eine 24- jährige junge Frau, von einem Mädchen entbunden. Der ungewöhnliche Vorgang rief natürlich unter den übrigen Fahrgästen lebhafte Bewegung hervor. Kind und Mutter wurden von einem Schupobecunten mittels Droschke in das Virchow-Krankenhaus gebracht. Aus der Pwvinzialhauptstadi. Dießen, den 16. Dezember 1929. Prälat i. R. Walz f. Prälat i. R. Geheimerat Dr. Karl Walz ist in der Rächt zum Samstag in Darmstadl im 8 3. Lebensjahr einem Herzschlag erlegen. Damit ist eine in Hessen weithin bekannte evangelische Persönlichkeit von hervorragenden Eigenschaften und nachhaltiger Wirksamkeit aus dem Leben geschieden. Reben der hessischen Landeskirche, deren Oberkonsistorialrat, Superintendent und Prälat er gewesen ist, werden weite Kreise des Hessenlandes das Hinscheiden dieses klugen und liebenswürdigen Mannes betrauern. Dr. Karl Walz war am 17. März 1847 in L i ch geboren. Er war 1870 Pfarrassistent in L i ch und Ei eßen, 1871 Dirigent der Höheren Bürgerschule zu Groß-Gerau, seit 1873 Hof- kaplan in Schonberg, bann Religionslehrer am Gymnasium zu Darmstadt, seit 1. November 1879 Pfarrer in Bad-Nauheim, seit 1. Juli 1892 Oberkonsistorialrat und Superin e rdenk von Rheinhessen, wo er, der geistvolle und feinsinnige Mensch, seine besondere Fürsorge der Pflege der evangelischen Interessen in Mainz und in der Mainzer Diaspora zuwandte. Später wurde ihm die Würde eines Prälaten der hessischen evangelischen Landeslirche Anerkannt, die , er bis zu feinem lieber tritt in den Ruhest au.u im Jahre 1907 beibehielt. Seinen Ruhestand verlebte er in Darmstadt. Aus seiner literarischen Tätigkeit ist zu erwähnen, daß er durch die Herausgabe eines Katechismus für die evangelisch-unierten Gemeinden in Hessen und eines Handbuches dazu den in diesem Jahr wieder aufgenommenen brennenden Fragen der Kate- chismus-Vereinheiilichung große Dienste geleistet hat. Eine Reihe von größeren und kleineren Aufsätzen theologischen und geschichtlichen Inhalts sind aus seiner Feder in verschiedenen Zeitschriften und Blättern erschienen. Besonders aber wurde er bekannt, seitdem er 1907 die Weltumschau des „Hessischen Evangelischen Sonntagsblattes' übernahm, die er bis zuletzt Woche für Woche durchgeführt hat. Er nerftanb es, das Wesen der großen weltgeschichtlichen Ereignisse klar zu erfassen und unter den Blickpunkt des Christentums zu rücken. Seine Umschau ist namentlich in der Desehungszeit, wo keine anderen Zeitungen in das besetzte Gebiet kommen durften, vielen im besetzten Gebiet ein starker Halt gewesen. Als Prälat hat er die Evangelische Landeskirche lange Jahre in kluger und geschickter Weise in der Ersten Kammer vertreten. Auch seine Reden in der Landessynode haben immer überzeugend gechirkc. Während seiner Dad-Rau- heirner Täkigteit ist er zusammen mit Dr. Abe Begründer des Kinderhospitals gewesen. Dem Charakter des Verstorbenen entspricht es, wenn auf seinen besonderen Wunsch die heute in Darmstadt erfolgte Beerdigung in aller Einfachheit stattfand. Das Wirken des nach eurem arbeitsreichen Leben Heimgegangenen wird über das Grab hinaus unvergessen bleiben. Laten für Dienstag. 17. Dezember. Sonnenaufgang 8 Uhr, Sonnenuntergang 15.52 Uhr. — Mondausganq 16.30 Uhr, Monduntergang 9.31 Uhr. 1493: der Naturforscher Philippus Paracelsus von Hohenheim in Maria-Einsiedeln geboren (gestorben 1541). Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Gießener Konzertverein: Weihnachtskonzert, 19.30 Uhr, in der Stadtkirche. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Jacht der sieben Sünden" und „Grand Hotel". — Astoria-Lichtspiele: „Vorsicht! Zwangsjacke!" und „Ein schwerer Fall". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben.: Morgen findet die erste Wiederholung des Lustspiels „Der Veilchen- srefser" statt, das vom Publikum mit starkem Beifall ausgenommen wurde. Das Stück wird kostümlich in seine Zeit zurückgespielt. — Einer der größten Erfolge der Operettengastspiele Frankfurt a. M. in dieser Spielzeit war „Die lustige Witwe", Operette von Franz Lehar, die von Direktor Baars vollkommen mojem in o^enc gesetzt wurde. Der k-azzrhythmus spricht sehr stark an. „Die luftige Witwe" in dieser aparten Aufmachung geht das letzte Mal am Mittwoch, 18. Dezember, in Szene. Beginn 19.30 Uhr. — Für Gießen war die Aufführung von Werfels „Die Troerinnen" (nach Euripides) ein Ereignis. Richt nur die hiesigen Blätter, sondern auch auswärtige Zeitungen äußerten sich begeistert über die Gießener Inszenierung. Die von Intendant Dr. Prasch in Szene gesetzte Aufführung findet am Freitag, 20. Dezember, zum letzten Mal statt. — Der Sonntag, 22. Dezember, bringt wieder zwei Vorstellungen: Rachmittags 15 Ahr: „Das tapfere Schneiderlein", abends 19 Ahr: „Scribbys Suppen sind die besten!", von Julius Berstl. Die Weihnachtspremiere wird Ortners dramatische Legende 'Tobias Wunderlich" sein. Operettenpremiere am 2. Feiertag: „Die keusche Susanne". — „Hessische Bauern an der Wolga und der Bolschewismus", lieber dieses Thema spricht auf Einladung der theologischen Fachschaft Gießen am morgigen Dienstagabend im Großen Hörsaal der Universität Pfarrer Wagner von Bensheim. Der Vortrag wird durch Lichtbilder bereichert. Man beachte die heutige Anzeige. L. A. Von dar Landes-Universität. Dr. med. Friedrich Bernhard, der sich für das Fach der Chirurgie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wird Dienstag, 17. Dezember, 17 Ahr, in der kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: „Die aktuellen Probleme in der Chirurgie der akuten Pankreaserkrankungen". 3* Der'Silberne Sonntag. Statt Schnee und Eis, die nun einmal zur Romantik der Weihnachtszeit gehören, brachte uns auch der gestrige Sil berne Sonntag ein Wetter, mit dcm man herzlich wenig zufrieden war. Ununterbrochen bis in den Abend hinein strömte der Regen hernieder und machte den Aufenthalt in den Straßen alles andere, nur nicht angenehm. Trotzdem war der Fremdenzustrom aus der Umgegend nach Gießen und die Wanderung der Einheimischen nach den Geschäftsstraßen recht rege. Die Reichsbahn hatte Hochbetrieb, ebenso wurden die Kraftomnibuslinien sehr stark in Anspruch genommen. Aus der Bahn brachten die mit Höchstbelastungsstärke gefahrenen Mittagszüge aus allen Richtungen Menschenmassen an, deren Einmarsch in die Stadt die obere Bahnhofstraße riesig anfüllte. Der Besucherstrom verteilte sich bann in die verschiedensten Geschäftsstraßen, wo sich alsbald in den meisten Geschäften ein reger Verkehr entwickelte. Wenn auch da« Kaufgeschäft am gestrigen Sonntag nicht im entferntesten an den Silbernen Sonntag des vorigen Jahres heranreichte, da im Vorjahre bekanntlich die große Lichtwoche stattfand und diese mit dem Silbernen Sonntag als Abschluß ihren Höhepunkt erreichte, so war der Geschäftsgang dies- mal doch annähernd so lebhaft, wie am Silbernen Sonntag des Jahres 1927. Im Gegensatz zum Llup- fernen Sonntag, an dem sich die meisten Besucher nur aufs Schauen verlegten, wurde gestern vor allem Sefauft, so daß sich der Silberne Sonntag gegenüber em Vorsonntag vorteilhaft im Sinne unserer Geschäftswelt auszeichnete. Man sah denn auch eine Unmenge Leute mit Paketen beladen durch die Straßen wandern, wobei namentlich in den Abendstunden der starke Marsch nach dem Bahnhof auffiel. Etwa von 17 Uhr ob hatten die Abendzüge der Reichsbahn wieder Großbetrieb. Der gesamte Verkehr, bei dem im Bahnhofsgebäude die Erweiterung der Wartehalle sehr vorteilhaft war, wickelte sich glatt und reibungslos und ohne Unfall ab. ** D i e Post inErwartung desWeih - nachts-Paketverkehrs. Am den gesteigerten Anforderungen des Weihnachts-Paket- Verkehrs gerecht zu werden, hat die Post, gestützt auf die Erfahrungen der früheren Jahre, umfassende Vorkehrungen getroffen, die eine schnelle und pünktliche Zuführung der Sendungen in die Hand des Empfängers erwarten lassen. Die Annahmeschalter werden dem Bedürfnis entsprechend vermehrt, neben den bestehenden Post- verbindungen sind zahlreiche außergewöhnliche Beförderungsgelegenheiten auf der Bahn und auf Landwegen vorgesehen. Soweit die Pakete vom Empfänger nicht abgeholk werden, erfolgt ihre Zustellung unter Vermehrung der Betriebsmittel und der Zustellkräfte ohne besondere Kosten mit der gewohnten Pünktlichkeit. Wer seine Pakete rechtzeitig bei der Post aufliefert, kann sicher sein, daß sie zu der gewünschten Zeit den Empfänger erreichen. Wer verhindert ist, seine Pakete persönlich bei der Post aufzu- liefcm, oder sich den Weg zum Postamt sparen will, gebe sie dem Paketzusteller mit. Das kann überall geschehen, wo die Paketzustellung mit Fuhrwerk ausgeführt wird. Die Gebühr für die Mitnahme beträgt 20 Pfennig für ein Paket. ' D i e Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei, Ortsgruppe Gießen, hielt am Donnerstagabend im „Post- keller" eine gutbesuchte öffentliche Versammlung ab. Nach kurzer Einleitung des Versammlungsleiters sprach Reichstagsabgeordneter Dipl.-Jng. Feder über das Thema: „Die deutsche Wirtschaftskrise unter dem Schatten des Voungplans". Der Redner beschäftigte sich zunächst mit dem Finanzsanierungsprogramm der Reichsregierung und besprach die geplanten Steuersenkungen und die vorgesehenen Steuererhöhungen. Er kam dann auf die Verhältnisse in der Zeit vor dem Kriege zu sprechen, wies auf unsere damalige starke Wehrmacht und die günstige wirtschaftliche Entwicklung hin und zeigte die vor dem Kriege herrschende außenpolitische Spannung. Redner erwähnte dann den Ausgang des Krieges, der eine Versklavung der deutschen Arbeit gebracht habe. Er beschäftigte sich hierauf eingehend mit dem Dawesplan und seiner Auswirkung, behandelte in diesem Zusammenhang das Reichsbank- geseh, wobei er den geringen Einfluß des Deutschen Reiches auf die Reichsbank und die Krediteinschränkungen dieser Bank bemängelte. Er kam dann auf die Verpfändung und die derzeitige Verwaltung der Reichsbahn zu sprechen, beschäftigte sich weiter mit der Anleihepolitik des Reiches, der Länder und der Kommunen, und der Aufnahme von Krediten der deutschen Landwirtschaft, Industrie, Handel und Gewerbe. Er besprach eingehend den Reichsetat vor dem Kriege gegenüber der Jetztzeit, um dann zu den einzelnen Bestimmungen des Voungplans besonders Stellung zu nehmen. Er versuchte dabei nachzuweisen, daß der QSoungblan gegenüber dem Datcnsplan keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung bedeute, wozu insbesondere die Beseitigung der Transferschuhklausel gehöre. Der Redner bespricht sodann die Frage: „Was geschieht, wenn wir nicht bezahlen können?" Er behandelte dabei die Finanznot des Reiches, die Auswirkungen der Reparationszahlungen. sowie der ungeheuren Zinsenlast und übte Kritik an den Maßnahmen der Regierung. Weiter kam er auf die Schaffung einer Weltbank zu sprechen und erwähnte in diesem Zusammenhang die finanzielle und wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands vom Ausland, um sich zum Schluß noch mit dem Memorandum des Reichsbankpräsidenten Schacht zu befassen. An das Referat schloß sich eine Aussprache. Oberheffen. Landkreis Gießen. ' Wieseck, 16. Dez. Ain gestrigen dritten Advent jährte sich zum 2 5. RM l e der Tag. an dem unser seit November 1918 hier amtierender Ortsgeistlicher. Pfarrer Sattler, in der Kirche zu Rüsselsheim ordiniert wurde. Die evangelische Gemeinde wollte sich den Tag nicht entgehen lassen, ohne dem Jubilar ein Zeichen ihrer Anhänglichkeit und Dankbarkeit zu erweisen. Der von ihm seinerzeit gegründete Frauenchor unter Leitung seines Dirigenten Philipp Groß begrüßte ihn im Gottesdienst mit dem Psalm- wort „Herr deine Güte reicht so weit der Himmel ist und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehn". Der von allem überraschte Pfarrer predigte auf Grund von Losung und Lehrtext des Tages (3er. 2,13 und Joh. 4,14) über das Thema „Adventsfreude Freude an Licht und Leben", und zeigte den Helden des Advents als den Einzigbleibenden im Wechsel der Zeiten. Nach Beendigung des Gottesdienstes traten der Kirchenvorstand und Herren der Gemeindevertretung angesichts der Gemeinde an den Altar. Mit herzlichen Worten würdigte das aussührende weltliche Mitglied des Kirchen- Vorstandes. Dr. W. Kling, die Arbeit des Pfarrers und überreichte ihm eine in Eiche gerahmte Ehrenurkunde. Der Frauenverein überbrachte seine Wünsche durch Frau Anna S chä - f e r und erfreute seinen Vorsitzenden durch einen schonen Blumenkorb und eine wertvolle Arbeit aus der Keßlerschen Kunsttöpferei. Sichtlich bewegt dankte der Gefeierte mit herzlichen Worten in der Hoffnung auf weitere gedeihliche Zusammenarbeit in Kirche und Gemeinde. Bg. Grohen-Duseck, 15. Dez. Heute wurde unter großer Teilnahme der älteste Bürger unseres Dorfes begraben. Konrad Bona- rius Hl. hatte ein Alter von etwas mehr als 91 Jahren erreicht. Er ist nie in seinem Leben krank gewesen, obwohl er einen Tag nach seiner Geburt, doch wohl aus Sorge um das Leben des Neugeborenen, getauft wurde. Dis in seine l letzten Stunden war er im Besitze seiner Geisteskräfte und hak vor eMgen Wochen noch km tieft Feld- und Hausarbeiten tätigen Anteil ge» nommen. Kreis Friedberg. 4 Bad-Nauheim. 14. Dez. Die gestrige Stadtratssihung beschloß u. a.: Die Hundesteuer für 1930 wird in denselben Sätzen wie 1929 erhoben (für den ersten Hund 12 Mk., für den zweiten 24 Mk., für den dritten 36 Mk., für den vierten und jeden weiteren Hund ein Zuschlag von je 8 Mk.). — Der Vertrag mit den Holzhauern sieht einen Stundenlohn von 1.03 Mk. für Holzarbeiten im Wirtschaftsjahr 1930 vor; in dem Lohn ist die Vergütung für Werkzeug enthalten; Weihnachtsfeiertage und Neujahrstag werden mitbezahlt. Für die Instandsetzung des Sitzungssaales im Stadthause, der vergrößert wird, werden 13 000 Mk. bewilligt (einschließlich Inventar). — Den Saal des ehemaligen Gasthauses zum „Ritter" hat die Stadt Herrichten lassen; er soll Vereinen usw. zur Verfügung gestellt werden: nach längerer Aussprache über die Benuhungsbedlngungen wird ein Vorschlag des Bürgermeisters gutgeheißen, wonach Jugendverbände für den Abend (einschließlich Heizung und Beleuchtung) 1 Mk., gemeinnützige Vereine zwei Mark zu entrichten haben. — Für Verstärkung der Speisekabel des städtischen Stromnetzes werden 70000 Mk. bewilligt. Die Vorlage berücksichtigt gleichzeitig die zukünftige teilweise llmftellung von Gleichstrom auf Starkstrom. — Der schon begonnene Bau des Kerck - h o f f - I n st i t u t s , der außerhalb des Orts- bauplans liegt, wird nachträglich noch vom Stadt- rat genehmigt. Der von Stadtratsmitglied I. Schäfer (Komm.) gestellte Antrag auf Erhöhung und Erweiterung der Winterbei- Hilfe an Arbeitslose, Wohlfahrts- und Krisen- unterstühte, Sozialrentner usw. wurde gegen die Stimme des Kommunisten und der Sozialdemokraten abgelehnt, da bei Nichtbeachtung der Richtlinien der staatliche und der Kreiszuschuh in Wegfall kämen. Die Mehrheit des StadtratS ermächtigte die Verwaltung, den in Frage kommenden älnterstützungsempfängem eine Winterbeihilfe unter Zugrundelegung der staatlichen Richtlinien auszuzahlen. In der nichtöffentlichen Sitzung wurde ein Betrag für äln« terstühungen an städtische Arbeiter zur Verfügung gestellt. Ferner wurde die Gründung eines B a u f o n d s für den Krankenhausneubau beschlossen. — Der Erlös aus dem Verkauf eines städtischen Hauses an die Reichs- versorgungskuranstalt in Hohe von 75 000 Mk. bildet den Grundstock dieses wichtigen Fonds. — üebernommen wurde vom Stadtrat die Hälfte des Fehlbetrags aus dem im Jahre 1928 veranstalteten Reit- und Fahrturnier. Kreis Büdingen. • Ortenberg, 15. Dez. Zufolge Gemeinderatsbeschlusses ist die Wahl des Bürgermeisters der Stadt Ortenberg auf den 29. tfd. Mts. bestimmt worden. Als Kandidaten treten auf der bisherige Bürgermeister Friedrich Pfeiffer III. und der Kaufmann Otto d e Oroote; dem Vernehmen nach ist ferner mit einer Kandidatur des Arbeiters Michel, der von der Sozialdemokratie präsentiert wird, zu rechnen. Qdler Voraussicht nach ist eine Stichwahl zwischen Pfeiffer und de Groote wahrscheinlich. Oie Wetterlage. 5onntaa ES 8 Vier WS—। "La (oruna Z——?^yO 7 e 'o X Das 10 nunt Herr $ alles to 'ich iw 3og de, lelnd f ..3$ viertel primier Ker, !Z°n to mnqer «Ntj 2."Das luchter ^ton. L"! 8? 8 falle? t^Qurr M dj 6en $fi Nröe. b-nab n 6,e tzen naK? «fe V? 'r° 9trflil6t6lBlflÖllig Gießener Konzertverein Viertes Konzert im Alter \on 63 fahren infolge eines Schlaganfalles heimgerufen. halten. MUMM 901 morgen, Dienst«« I .2920 Ktt dem Vortrag (mit Lichtbildern): >»><70 NkWlDßSk AWeMNISßilMW Gießen (Krofdorfer Str. 32), Saarbrücken, den 15. Dezember 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, 18. d. M, nachmittags 2.30 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. OS05 4 3m MW: MitWWW. Kreuzplatz 10. 9791 Gäste willkommen 1'2350 Waschgarnituren Damenfahrrad, finden Sie im Fachgeschäft Lang & Wiederstein Mäusburg Gießen Schreibmaschine. 102930 10141 A Großen-Buseck, den 16. Dezember 1929. IU249D Tüchtiged IVermietungen I 4673»-1 Uradchen für kleinen Haushalt 12 Vers.» z. 15. Jan. R6gr. 1864 Zeil 10*1. gesucht. 081)47 Heilwirkend 10279V vlatz. 6 Uhr i.CafSAstorta anderenfalls erfolgt Ludwig Savtmetz Auktionator und Taxator Telephon 3414. Neuenweg 28 [11294 Tel. 4071. 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Heute früh 3 Uhr wurde mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater und Großvater In tiefer Trauer: Frau Lina Rühl Familie H. Westecker Willi Rühl. Dienstag, den 47. Dezember 1929, nachmittags 2 Lthr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: ein Schreibpult, ein Plüschsofa, einen Plüschsessel, zwei Waschtische mit Spiegelaufsatz, fünf Schreibtische, sechs Büfetts, vier Kredenzen, eine Gehrungschneidmaschine, einen Bücherschrank, zwei Bohrmaschinen, drei Nähmaschinen, eine Standuhr, zwo). Klaviere, drei Diwane, eine Chaiselongue, einen Eistransformator, einen Ledersessel, ein Heute vormittag entschlief sanft nach vierwöchigem Krankenlager unser lieber Vater und Großvater Herr Philipp Böcher im 73. Lebensjahre. zu Grosso-Preisen durch direkte Käufe im Erzeugerland, Drogerie Winterhofi Bei Katarrh, Husten Asthma wirkt auch in veral teten Fällen der auf: fallend schleimlösende Kemni Asthma Tee. 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Dezember, 3 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt. 1'12830 Vinter Verdienst! Wir suchen Lehrer und Zrennde der Nlufik als (io2tioD Mitarbeiter für den Verkauf uns. Pianos! Muster-Instrumente am Platze. BerlangenSte sofort unsere Bedingunnen L. Llchlenskein & Co.. Frankfurt a. Zeil 104. Gegr. 1804. Verkäufe | Ein fettes Lchlachtfchwein fow. ein 14 Pion. alt. Limmcrttal.Rind Au verkaufen. (08042 Steinbach, Hauvt- strahe 40. Wohnung mit Küche, Parterre, iofort beziehbar, zu vermieten. Wo? fagt dte ÄeschäsiSst. des Gies;. Anz. 08035 Eine kleine schöne, freundliche 2-ZiiDmer-Wohöüng nut Bad u. Damvi- hetzungtnbess. Haufe in der ^iaheGiestenö ist sofort od. 1. 1. 30 ah vermieten. Schr. Angeb. unter 10280D an den Gies;. Anz. Schönes, möbl. Zimmer nut Zentralheizung, elektr. z. 1. Jan. zu vcrm. 10285D Lchanzenttr. 12. flöbl. Zimmer auch f. kürzere Zeit, z.vm. Moltkestr. 2 a, Gartenh. 11. Bahnhofstr. 60 iit das Erdgefchost, 5-6 Räume für Prarts oder ge- luetbl. 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Es ist eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen^haben. Klein-Linden, den 13. Dezember 1929. 10286D Hessische Bürgermeisterei. Jung. Einige eleganie Nachmittags- Kleiber billig zu verk. (>033 Schtitzenstr. 5, I. St. Anzuf.zwtsch.3—6N. Wanino Mt-.E— umstandshalber sos. verfällst. Schristl. Angeb. mit. QkQlN a.d. Gies;. Anz. 4 Stück 3teil. ctf. Ar« beit.-.Klciderfchr. 2 Stück Trandnnss. Weltcn,M7mlang. Dnrchin.Mnmnint Lageibocken 2 Druckbänkc 1 elektr. Hammer IFrikt. Sviudelvr. 1 Exzenterpresse zu verkaufen. 08032 Wilbclmstrastc 45 Hinieraebäude Nr. 294 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Montag, 16. Dezember (929 Sängertagung in Gießen. Der seitherige Lahngau des Hessischen Sängerbundes hielt am gestrigen Sonntag im Schippkapaß zu Gießen eine stark besuchte Delegiertenversammlung ab. Had? der Begrüßung der Erschienenen durch den Gauvor- sitzenden E. Koch (Gießen) teilte dieser mit, daß eine Teilung des Gaues sich wegen dessen Große erforderlich mache. Zu diesem Zwecke habe bereits im Oktober in Grünberg eine Gauvorstandssihung stattgefun- den mit folgendem Ergebnis: Der Bezirk 2 (Lahntalsängerbund) und der B e z i r k 3 (Ohm-Lumdatalsängerbund) lösen sich von dem Gau los und bilden je einen Gau für sich. Der Bezirk 7 (Solmser Sängerbund) schließt sich mit den Wetzlarer Vereinen Mnionklub, Lahngruh und Musikalischer Verein zusammen und bilden den GauSolms- Wehlar. Die Bezirke 1, 4 (Lumdatalsängerbund). 5 (Oberhessischer Sängerbund) und wahrscheinlich der Bund 6 (Chattia-Sängerbund) schließen sich zu einem Gau mit 4 Bezirken zusammen und bilden so den Gau Gießen Stadt und Land. Diese Veueinteilung sei notwendig, um die Schwierigkeiten in der Verwaltung zu verringern und eine st ä r k e r e Vertretung Oberhessens im Vorstand des Hessischen Sängerb.undes zu erreichen. Vach diesem Bericht des Vorsitzenden gab zunächst ein Mitglied des Lumdatalsänger- b u n d e s davon Kenntnis, daß dieser vor wenigen Tagen einen eigenen Gau (Lumdatalgau) gegründet habe, was in der Versammlung Erstaunen auslöste. Der inzwischen erschienene Vorsitzende des Lumdatalsängerbundes, Lehrer Eberle (Lollar), rechtfertigte die Haltung seines Bundes in dieser Frage. Der Vorsitzende bedauerte den vom Lumdatalbund gefaßten Beschluß, zumal der Bund nur sieben Vereine mit 300 bis 400 Mitglieder zahle und mit einer Genehmigung dieser Gründung durch den Hessischen Sängerbund nicht zu rechnen sei. Der Vorsitzende des Provinzialverbandes, Gengnagel (®rün* berg), wies darauf hin, daß den besonderen Verhältnissen in den einzelnen Bünden weitgehend Rechnung getragen werden müsse. Es sei auch durchaus verständlich, wenn diese Bünde an den alten Traditionen festhalten. Es werde die Zeit kommen, wo eine einheitliche Organisation sich auch in Oberhessen durchringc. Die jetzt vorgeschlagene Regelung, der alle Beteiligten zustimmen müßten, sei nichts endgültiges, man wolle nur dem Ziele zustreben, eine große Organisation zu schaffen. 3n der weiteren Aussprache wurde die Haltung des Lumdatal-Sängerbundes bedauert und versucht, ihn zur Aenderung seiner Stellungnahme zu bewegen, was aber nicht gelang. Weitere Redner vertraten die Auffassung, daß eine geographische Einteilung des Gaues besser zum Ziele führe, die Aussprache ergab aber, dcrß dies nicht möglich ist, solange noch die einzelnen Bünde bestehen. Ley (Gießen) beidauerte, daß die Hauptziele zu sehr in den Hintergrund gedrängt würden, die Sonderinter- essen der Bünde sollten doch etwas zurückgestellt werden. Was in Starkenburg und Rheinhessen bezüglich der Schaffung einer einheitlichen Organisation möglich gewesen sei, müsse doch auch in Oberhessen durchführbar sein. Auch Becker (Treis) hält einheitliche Organisation für notwendig, die nach der Auffassung von Eberle (Lollar) erst nach Auflösung aller Bünde zu erwarten ist. 3m weiteren Verlauf der Aussprache wurde von Ley (Gießen) der Vorschlag gemacht, einen Gau Gießen Stadt und nähere Umgebung und einen Gau Giehen-Land zu errichten. Dieser Vorschlag wurde insofern erweitert, als außer dem Gau Gießen-Stadt (mit näherer Umgebung) zwei weitere Gaue nördlich und südlich von Gießen errichtet werden sollen. Schließlich wurde noch ein Gau Grünberg-Lich verlangt. Vach weiterer Aussprache, in der von einem Vertreter des Lumdatalsängerbundes nochmals mitgeteilt wurde, daß dieser seine Haltung nicht aufgebe, wurde schließlich bei Stimmenenthaltung des Lumdatal- sängerbundes die vom Gauvorstand vor- geschlagcneEinteilunggutgeheihen. Es wird sodann in die Besprechung der vom Vorsitzenden vvrgetragenen Richtlinien eingetreten, deren Hauptpunkte wir nachstehend wiedergeben: Der Gau Gießen Stadt und Land ist ein Bestandteil des H. S. B. und ist den Satzungen dieses voll und ganz unterstellt. Der Gau Gießen Stadt und Land seht sich zusammen aus: a) den Männergesangvereinen der Stadt Gießen und deren nächster Umgebung, b) dem Bezirk 1 (Oberhessischer S. B), c) dem Bezirk 2 (Chattia-Sängerbund). Alle Vereine unter a) unterstehen dem Gauvorstand direkt, die Vereine unter b) und c) sind durch ihren Bezirksvorstand dem Gauvorstand unterstellt. Der Gauvorsihende hat in den Bezirksvorständen beratende Stimme. Er ist zu allen Sitzungen dieser einzuladen. Der Gauvorstand setzt sich zusammen aus: dem Gauvorsihenden, dessen Stellvertreter, dem Schriftführer, dessen Stellvertreter, dem Rechner, je einem Beisitzer aus den angegliederten Bezirken und dem Gauchormeister. Der Gauchormeister wird von den Dirigenten des Gaues gewählt. Zur fachmännischen Beratung der musikalischen Angelegenheiten, sowie zur Beratung der Dirigenten innerhalb des Gaues wird ein Musik- und Fachausschuß gebildet. Dieser setzt sich zusammen aus dem Gauchormeister als Vorsitzenden, je einem Chormeister aus den angegliederten Bezirken, einem Chormeister aus den Männergesangvereinen der Stadt Gießen und deren nächster Umgebung, dem Gauvorsihenden und Gauschriftführer. Die Höhe der Beiträge wird auf dem jährlichen Gausängertag festgesetzt. Die Rückvergütungen des H. S. B. fließen in die Gaukasse und werden, soweit notwendig, zu Verwaltungszwecken verwandt. Ueber jede weitere Verwendung beschließt der Gausängertag. Die Männergesangvereine der Stadt Gießen und deren nächster Umgebung halten in jedem 3ahre einen Gauliedertag, die übrigen Vereine einen Bezirkslieder- tag ab. Alle Vereine sind verpflichtet, an dem für sie bestimmten Liedertag teilzunehmen. Die Liedertage werden, damit diese nicht zusammen- faFIen, auf dem Gausängertag festgelegt. Vach kurzer Aussprache wurden die Richtlinien angenommen. Die Wahl de» Gauvorstandes hatte folgendes Ergebnis: E. Koch, Gießen, 1. Vorsitzender, Lehrer Eberle, Lollar, 2.Vorsitzender, H. Rinn, Klein-Linden, Rechner. Der Schriftführer soll vom Bauerschen Gesangverein, sein Stertvertreter vom Gesangverein Concordia (Gießen) gestellt werden. Außerdem sollen die Vorsitzenden der Bezirke, sowie Wilh. Becker, Treis, als Beisitzer des Gauvorstandes fungieren. Der Gauchormeister soll gelegentlich einer Das Erbe -es Herrn von Anstetten. Zftoman von J. Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Würz?" Anstettens Gesicht hob sich leichenfarben von den geblümten Kissen. „Reg'ns Ihnen net so auf. Herr Baron! Das schad Ihnen wieder! Er is einfach nimmer da- g'wes'n." „Würz." — Anstetten wollte den Fuß aus dem Bette setzen, aber Stefan hielt ihn kräftig zurück. „Das hat jetzt gar keinen Zweck, wann's Ihnen so nunter tun, Herr Baron. Morgen in aller Früh geh ich nunter und kundschaft aus, ob der Herr Bernd z'rückkommen is und was sonst noch alles wiss'n woll'n. Jetzt, bei der Stockfinster laßt sich nix mehr rnach'n. Rixa, halt's Maul!" Er zog den Hund von der Türe, vor welcher er winselnd stand, zurück. „Ich glaube, du kannst sie ruhig für eine Viertelstunde fortlassen," sagte Anstetten deprimiert. „Wann's meinen, Herr Baron! Ich glaub selber, daß net lang ausbleibt! — Komm aber schön wieder, Madam!" Er drohte Rixa mit dem Finger, als sie mit freudigem Gebell durch die Hüttentüre sprang. „Was nun," sagte Anstetten, als Würz, ins Zimmer zurücktretend, eine neue Kerze in den Leuchter steckte. „Das hab ich mich auch schon g'fragt, Herr Baron. Ich find keine Luck'n nimmer zum Vauskommen. Is eh ein Wunder, daß noch keiner in der Hütten g'sucht hat. — Herrgott, jetzt gibt das Vieh Standlaut!" Er sprang nach der Türe und lieh sie hinter sich ins Schloß fallen. Daumen und Zeigefinger jeder Hand zwischen die Lippen nehmend, stieß er einen gellenden Pfiff aus, der von Rixas Gekläff übertönt wurde. Wit langen Sähen sprang er den Hang hinab nach der Stelle, wo die Hündin Laut gab. Sie hetzte ihm ein Stück entgegen, riß ihn beinahe über den Haufen und jagte wieder zurück. Hoffentlich hat sie keine Geiß zerrissen, dachte Würz. Er sah sie in einer Höhle verschwinden und wieder herauskommen. Vachsehen konnte er ja, was sie so sehr in Harnisch brachte. Vielleicht ein Dachs, oder sonst ein Tier, das ihr fremd war. Er holte Zündholz aus der Tasche seines Beinkleides, bückte sich, um durch den Spalt zu schlüpfen und fuhr zurück, denn die Stimme, die von innen kam, war ihm merkwürdig bekannt. „Rixa, komm doch - so komm doch, Rixa?" Der Hund drängte sich durch die Lücke und brach in ein Freudengeheul aus. Würz ließ im Knien ein Streichholz aufflammen. Zwei Augenpaare senkten sich vor der momentanen Grelle des Lichtscheins und suchten ineinander. „Stefan!" „Iesfas, der Herr Baron!" „Mein Gott, Stefan, ist denn die Rixa jetzt bei dir?" Der Jäger nickte. „Seit wann?" „Seit — feit —“ „Vater verschwunden ist," ergänzte Bernd. „Ja!" Eine Sekunde des Schweigens. „Lassen Sie mir den Hund, Stefan." Bernd hielt Rixa am Halsbande fest. „Er muß mir suchen helfen! Zu zweien ist es leichter. Er hat eine so vorzügliche Vase! Stefan, warum haben Sie die Rixa nicht auf Vaters Spur gesetzt?" Würz hatte keine Antwort. „Sie hätte ihn totsicher gefunden. Jetzt ist es natürlich viel, viel schwerer, aber ich gebe trotzdem das Hoffen nicht aus. Haben Sie irgenbtoo Unterschlupf gefunden bei dem Wetter?" Er sah nach Stefans trockenen Kleidern und dessen sorgfältig gezogenem Scheitel. Der Gefragte fand auch jetzt nur noch ein stummes Bejahen und dann Tagte er etwas, das nicht mehr gutzumachen war. „Das Jagdhaus liegt keine hundert Schritt weiter oben. Woll'ns net lieber in der Hütt'n nächtigen, Herr Baron?" Bernd nickte zustimmend. „Es ist sehr dumpf hier. — Vielleicht habe ich deshalb auch so fürchterlich schwer geträumt.“ 3m Aufwärtssteigen hatte Würz nur den einen Gedanken: Wie mache ich's, daß der junge Baron nichts von der Anwesenheit seines Vaters erfährt! Er bückte sich und warf der Rixa, welche sich wie toll gebärdete, einen Tannenzapfen nach. Beim Eintreten in den Flur sagte er leise, aber bestimmt: „Der Herr Baron schlaf'n am besten oben in dem Giebelzimmer. Da is es luftig und alles in Ordnung. Das Gewand nehm ich mit runter und schür in aller Früh ein kleines Feuer, damit's trocken wird. — Schlaf'ns 3hnen nur tüchtig aus, Herr Baron! Sie werden net wenig müd sein." Er ging, das Licht hochhaltend, die Stufen voran und wandte ab und zu den Kopf, ob ihm der junge Gebieter auch folgte. Der mittelgroße aber behaglich möblierte Raum, den er öffnete, warf ihnen eine modrig eingeschlossene Luft entgegen, daß Bernd eilig nach dem Fenster sprang und es aufrih. Würz deckte das Bett ab und steckte die Kerze demnächst stattfindenden Dirigententagung gewählt werdem Der Beitrag soll einheitlich auf 1 Mark festgesetzt werden. Die Festsetzung des Gauliedertages bleibt dem Gauvorstand überlassen. Zu Punkt „Verschiedenes" besprach Becker, Kesselbach, noch Deitragsangelegenheiten, während Leh, Gießen, dem Vorsitzenden für seine ersprießliche Tätigkeit den Dank der Versammlung zum Ausdruck bringt. 3n einem kurzen Schlußwort dankte der Vorsitzende den Delegierten für die rege Mitarbeit. Er sprach die Hoffnung aus, daß es bald gelingen möge, auch in Oberhessen zu einer einheitlichen Organisation zu kommen, im 3nteresse des deutschen Männergesangs. Mit dein eindrucksvoll vorgetragenen Deutschen Sängergruß fand die Tagung ihren Abschluß. Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Friedberg. Die 3ndustrie - und Handelskammer Friedberg hielt am Donnerstag in ihren neuen Dureauräumen in Friedberg (Ludwig- straße 27) eine Vollversammlung ab, die sehr gut besucht war. Die Verhandlungen standen unter der Leitung von Kommerzienrat Langsdorf, der den Beigeordneten Dr. Leucht- gens als Vertreter der Stadt Friedberg begrüßen konnte. Der Vorsitzende gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kammer auch in den neuen Räumen zum Wohle der bezirkseingesessenen Wirtschaft und der Gesamtwirtschaft gedeihliche Arbeit leisten möge. Für die Stadt Friedberg sprach Beigeordneter Dr. Leucht gens, der die guten Beziehungen zwischen Stadtverwaltung und 3ndustrie- und Handelskammer besonder- betonte. 3m Mittelpunkt der Beratungen stand ein Referat von Syndikus Dr. Göbel über die Steuer- und Finanzrcform. Der Redner behandelte zunächst die verschiedenen Reformvorschläge und ging vor allem auf den Stolperschen Finanzplan näher ein, den er besonders bezüglich der Veugestaltung der Verbrauchssteuern einer Kritik unterzog. Weiter brachte der Referent die Richtlinien der Spihenverbände der deutschen Wirtschaft, unö zwar diejenigen des Deutschen 3ndustrie- und Handelstags und des Reichsverbandes der Deutschen 3ndustrie, zum Vortrag. Grundsätzlich wird hiernach verlangt, daß die für die nächsten 3ahre eintretende Minderleistung gegenüber dem Dawesplan der Wirtschaft tatsächlich zugute kommt und nicht etwa zu Erhöhungen der öffentlichen Ausgaben Verwendung findet. Mit allergrößter Deutlichkeit wird hervorgehoben, daß die Erfüllung des Voungplans nur im Bereich der Möglichkeit liegt, wenn eine grundlegende Aenderung unserer Steuer- und Wirtschaftspolitik erfolgt. Das von der Reichsregierung dieser Tage vorgelegte Finanzpro- gramm läßt den systematischen Zusammenhang vermissen, die vorgesehene Realsteuersenkung ist völlig unzureichend. 3m weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde der heutige Stand der Gasfernversorgung besprochen und Richtlinien für die Eintragungen ins Handelsregister erörtert. Schließlich nahm die Vollversammlung einen Bericht über die Eröffnungssitzung der Verbindungsstelle Frarckfurt des Deutschen Landwirtschaftsrats entgegen. Tumen, Sport und Spiel. Kußball in Hessen-Hannover. Die gestrigen Fußballspiele im Bezirk Hessen- Hannover hatten folgendes Ergebnis: S. C. Kassel — Borussia Fulda 3:2 Hermannia Kassel — Hessen 09 7:0 abg. Göttingen 05 — Kurhessen Kassel 1:5. Fußball in Süddeuischland. Am gestrigen Sonntag, an dem die süddeutschen Fuhball-Verbandsspiele mit Ausnahme einiger weniger rückständiger Kämpfe ihrem Ende zugeführt wurden, gab es noch einmal zahlreiche überraschende Ergebnisse. Der Bezirk Main-Hessen hatte in der Gruppe Main zwei Treffen zwischen den Spitzenvereinen, bei denen es sich um die Ermittlung der beiden Teilnehmer an der Trostrunde handelte. Union Viederrad brachte hierbei dem seither ungeschstagenen Gruppenmeister. Eintracht Frankfurt, mit 3:2 Toren die erste Vieder- lage bei. Auch F. Sp. D. Frankfurt siegte auf eigenem Matze gegen den 1. F. C. 1893 Hanau mit dem gleichen 3:2. Da die beiden Sieger dieser Spiele und Lotweiß Frankfurt nunmähr punktgleich sind, sind Ausscheidungsspiele erforderlich. — In oer Gruppe Hessen holte sich der neue Gruppenmeister, Wormatia Worms, beim S. V. Wiesbaden mit 1:6 eine schwere Vie- derlaae. Der S. V. 98 Darmstadt spielte gegen den V. f. L. Veu-Isenburg 2:2 und entrann durch Den Gewinn dieses einen Punktes für diesmal dem Abstieg, denn die seither mit ihm punktgleiche Hassia Dingen wurde auf fremdem Boden von F. Sp. V. 05 Mainz mit 0:2 geschlagen. Hassia steigt also ab. 3m Bezirk Bayern konnte in der Gruppe Vordbahern die Sp.Vgg. Fürth gegen Bayern Hof, die auch dem 1. F. C. Vürn- berg bekanntlich zwei Niederlagen beibringen: konnte, nur 1:1 spielen. Auch der F. V. 04 Würzburg enttäuschte ungeheuer, denn er lieh sich auf eigenem Platze von der absteigenden Sp. Vgg. Hof mit 1:5 Toren schlagen. — Der Gruppe Südbayern gelang auch nicht alles nach Erwartung. So siegte Schwaben Augsburg mit 5:0 über den Zweiten der Liste, S. V. 1860 München- Teutonia München gegen Wacker München endete 2:4, F. V. 94 Mim verschlechterte seine Lage durch fein 1:4 gegen 3ahn Regensburg. 3ahn belegte durch diesen Sieg nunmehr den zweiten Platz der Tabelle. Ein Turnergau Groß-Frankfuri? Wie wir erfahren, planen die durch die Eingemeindung zu Groß-Frankfurt zählenden Turnvereine demnächst dem Gau Frankfurt der D. T. beizutreten, dessen Mitgliederzcchl sich dadurch auf etwa 30 000 erhöhen würde. In Verbindung mit diesem Zusammenschluß soll dann dem Gedanken nähergetreten werden, einen Gau Groß-Frankfurt zu bilden. Saven-TeWiS-KampsRhelnland-Saden. Dav Rheinland siegt mit 4:3. Ihrem Siege über Hamburg und Bremen reihten die rheinländischen Tennisspieler ihren dritten Erfolg in der neuen Hallensaison an und schlugen dies- mal Baden, allerdings nur mit 4:3 Siegen. Die ohne Cohn spielenden Rheinländer brachten 4:3 Siege, 13:10 Sätze und 129:113 Spiele. Der Erfolg der Rheinländer wurde ziemlich sicher erfochten. in den Leuchter, der auf dem Vachttisch stand. „Waschwasser stell ich 3hnen morgen früh vor die Tür, Herr Baron. Wann's etwa noch Durst hab'n jetzt?" — „Sehr!" Bernd fühlte die Zunge am Gaumen kleben. „Legen's Ihnen nur einstweilen zu Bett, Herr Baron. 3ch mach noch schnell eine Limonad und bring's Ihnen herauf. Ein bissel was zu essen hätt ich auch." „Vein, danke, Stefan." Bernd hörte den Jäger die Treppe hinabgehen und wie dieser etwas vor sich hinsagte. Vielleicht war es ihm unangenehm, daß er ihm so hereingeschneit kam. Er horte Rixa vor der Türe um Einlaß bitten und öffnete. Sie sprang an ihm in die Höhe und legte den Kopf gegen seine Brust. Dann rannte sie wieder nach dem Ausgang und heulte auf, als er ihr stille zu sein gebot. „Morgen, kleines Mädchen — morgen! Heute können wir nicht mehr fort.“ Ehe er sich's versah, war sie selbst nach dem Drücker gesprungen und setzte die Stufen hinab. Würz stand vor Anstettens Bett und kratzte sich hinter den Ohren. „Habens uns reingeh'n hör'n, Herr Baron? — Ölet?“ „3ch habe gemeint, du wärst allein'" Ein verlegenes Spiel des Mundes: „Ich hab den Herrn Bernd mitbracht.“ „Wen?" „Den Herrn Bernd!" Hans Peter maß ihn von oben nach unten: „Du hast ihn geholt!" „Bewahre, Herr Baron! Die Rixa hat ihn gestellt. Er hat unten in der großen Höhle vor dem Wetter Zuflucht gesucht und ist dort einge- schlaf'n und da hat's ihn halt aufg'stöbert. Der Akab ist ein Depp. Aber ich bin ein zwiefacher: Ich hab ihn eing'lad'n, daß er heroben ein Bett hab'n kann, da is er halt mitkomm'n." „ Aber Stefan!" ..3a —" er schüttelte über sich selbst den Kopf und trug ein verlegenes Lächeln im Gesicht: »3etzt is schon wie's is, Herr Baron. - - Eine Limonad muß ich ihm noch bringen, weil er soviel Durst hat." „Wie kommt denn .Bernd überhaupt hier herauf?" „Sein Vater geht er such'n — und die Rixa soll ihm helfen. Pudelnah is er bis auf die Haut. Ein frisches Hemd dürft ich ihm auch geb’n, daß er sich nicht Verkält." „Dann bringst du ihm besser einen Tee als eine Limonade! — Hörst du, Stefan?" „3a, Herr Baron. — Aber wann einer Durst hat, hilft ihm der Tee nix.“ Er entfernte sich und Günther hörte ihn in der kleinen Küche rumoren und dann die Treppe hinaufgehen. Was nun? — Das ganze, so sorgfältig ausgedachte und durchgeführte System der Verheimlichung brach kläglich in sich zusammen. Brun- Hilde war zurück, mit ihr der General und Bernd. Der Forstmeister wußte darum und wie Stefan sagte, schon die halbe Welt. Er konnte und durfte feinen Aufenthalt nicht länger mehr verschleiern, wenn er nicht den Schein des Theatralischen auf sich laden wollte und nichts war ihm ferner gelegen als das. Er hatte gehofft, daß niemand etwas von der Sache erfahren und er selbst bis zu Drunhildes Rückkdhr längst wieder genesen war und seinen Posten auf Anstetten wieder ausfüllen würde. Das beste war, darüber zu schlafen. Bis morgen früh hatte sich vielleicht doch ein Weg gefunden, der sich als gangbar erwies. Auf keinen Fall durfte der arme 3unge länger in der Mn- gewißheit der folternden Angst um fein Schicksal gelassen werden. Als Stefan zurückkam, fand er feinen Herrn eingeschlummert, mit einem friedlichen, sorglosen Ausdruck des seitwärts geneigten Gesichtes. Auf den Zehenspitzen ging er nach seiner kleinen Stube nebenan und streckte sich ebenfalls auf der Matratze aus. Sein Schlummer war so tief, daß er es gar nicht horte, wie sich gegen sechs Mhr früh eine Türe öffnete und Anstetten die Treppe hinauf- ging. Er war noch etwas schwach auf den Füßen und ein Gefühl des Schwindels ließ ihn mehr als einmal nach dem Holzgeländer greifen. Als er oben stand, hatte er das Empfinden, eine schwierige Klettertour gemacht zu haben. Aus der Stube, welche in die Westseite des Giebels eingemauert war, kam kein Laut. Bernd schlief also noch. Er drückte auf die Klinke und gewahrte den Kopf des 3ungen, auf dem Roh- haarkissen liegend. Vähertretend, neigte er sich beschauend darüber und bog das Gesicht herab, bis es auf die gebräunte Knabenstirne zu liegen kam. Zwei Hände tasteten traumverloren ins Leere. „Such, Rixa, such!“ „Bernd!" Dessen Augen öffneten sich und umfaßten ihn mit ungläubigem Staunen. Der noch schlaftrunkene Körper schob sich zu halber Hohe hoch. „Vaterl" „Mein guter 3unge!“ „Vater!“ Das Knabengesicht siel in den Ann. der sich auf das Kissen stemmte, und ein heißes mühsam verhaltenes Schluchzen klang durch den Raum. Anstetten sah auf dem Bettrand und strich über Bernds zuckenden Rücken. „3ch konnte nicht ahnen, daß es so kommen würde, mein Bub. Cs lag nicht im entferntesten in meinem Willen, dir Leid zu bringen. Ich hoffte, bis zu eurer Rückkehr würde wieder alles im Geleise fein. Daß die Mama so früh davon erfuhr, stand außer meiner Berechnung.“ (Fortsetzung folgt) Schwierigkeiten bei der Hausrat 4ur- 16. 12. Dalum Lchtutz-1 Kure I 14 12- ''Uhr | Rur» | 16. 12- Schliß Rute 14. 12- Anfang. ftur? 16. 12. 6 'v eu (che iKeid)3.in:eiiK o:i ■ ' ........ 1% Deutsche NeichSanIeihe von 1929 ........ Dl. «ni.-ÄV ol. Lchnlv mit »ufr los.-Rechleu. . .... T-ir’ nl;n* 9% Heil. BoMstaal von 1929 (rücvahlb. 102%) Obetliriieii Provinz »Lnleihe oiü Auelol^Rechten...... Tonische Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 ... 8% ritanff. Hup.-Bank Golbpic XI ll unkündbar bis 1991. ?% i)ran!f. Hnp-Bank Koldpse. unfünbbqj bis 1938 ..... «!'-% Sibeinische Hyp.-Bank tilqu. (Solbpte........ 8% Pr. Landespsandbrtelanstall, Pfandbriefe M. 1?..... 6% Pr. LandeSpfandbrtesanüaN, Komm.-Lbl. R. 16..... 7% Pr. LandcSpfandbrtefanüall, Pfandbriefe R. 10..... ei.u.iy. BortriegS-Obligation, rückzahlbar 1932..... 4% Oelkcrreichllche cpolvne.. 4.20% Oeftcrr. Silbern- 4% Oesierretchiscke Einheitlich« aiemc......... 4% Ungarische öolbtte..... 4% Ungarische Etaaitr. ö. 1910 dcegl. von 1918 .... 4% Ungarische Sronenrte.. . . 4% 2ürt. Hollanleihe »-19“ _• 4% Türfische Bagdadbahn-Anl. Serie I..... • • 4% rrffll. Serie 11. 5% NumSoisch» vereint). Renü von 1903 • . - • ■ > Darms!, u. Nationalbank . . > Deutsche Bank...... 11 Ditconto.Gcleilschaft.Nnt. . 1< Dresdner Bank......11 Neichrbanl ' A.E.G....... Bergmann ... Elelkr. Lieserungsgelcllschast i' Licht und Kraft......1( gelten L Guilleaume. . . . 7H Ges.f.Äellc. Untern.. ... 10 Hamb. Eleltt.Lerke .... 1 Rhein. Elektr.........? Schlei. Elekn ......K> Schucker, L Co......." Sie men Z L HakSle.....1« Transradio....... • 8 Lahmeycr S6o.......1° Buderus..... . »» b Deutsche Erdbl ....... k Essener Steinkohle......* Geilenkirchener ....... Harpenei.......... Hoesch Bien........6'A ni(e Bergbau.......1« «löcknerwerke....... • KSin-Ncueiien ..... Mannesmann-Röhren . . . . Manescldcr Bergbau .... Obersch'ei. Eiienoedarf . . . - ' Oberschles. Koiswcrle..... Phönir Bergbau......6¥ Rheinische Braunkohlen... tc Rheins,ahl......... Riebeck Montan...... 96.5 Z i 95,95 ' 116,5 117 174 | 152 । 233 147 147 146,25 288 157,25 200.5 158 151,5 115 153 180,75 281 61 92 124.25 133,5 220 91 108,5 101,75 239 104.75 102,5 93,6 117 152 145,5 154,5 152 153.25 178 279 - 91 123.13 95,5 i 163 । 94,5 117 117,5 1 174,5 152 232,5 147 — 146,25 287,5 155.25 202 159,5 152-75 114 152 128 MO 149 178.25 280,13 160.5 32,25 127.5 123,4 133 108 91,75 107.25, 91 109 66.75 94,13 101.13 237,5 103.5 95,5 143,5 94,25 117 117 174 152 233,5 146 288,5 155,25 162 154.5 115 152,75 139 147,25 178,13 278,5 60.13 92.25 124,25 134 107.75 215,5 91,6 106.5 ' 91.13 109.25 1 101.75 ! 237 103,5 Frankfurt a M Berlin Banknoten. ___ schlug-, fturS I i-Utjr ffur? Lchluv-1 Kurv I Anjang. Sure Berlin, 14. Dezember Geld Brief Amerikanische Noten . . 4,166 58,23 4,186 58,47 Belgische Nölen ... 14 12. i 16. 12 14 12. 16 12- Dänische Noten .... 111,73 1I2,I< Englische Noten .... e e e 20,357 iS,397 168,05 20,43, 16,457 168,73 Bereinigte Stahlw. . . - Olavi Minen . . . - 103.5 53.25 । 52,25 193,25 52,5 103,7!) 52.4 granzösische Noten ... Holländische Noten ... Kaliwerke Aschersleben . . . lu 184 183 185 Italienische Noten.... 21,83 21,31 fial werke Westeregeln . . Kal'wer e Salzdetiurth . 10 15 19!) 315 1 191,5 188 314 192 316,75 Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten..... . 11,63 58,63 2,47 12,25 81,19 57.42 2,337 72,82 112,07 53,87 2,49 I. G. Fardcn-Industris . . Dynamit Nobel..... Scheideanftalt...... Goldschmidt...... Sfitgerfroertc...... MetallgeleUichast..... . 12 . . 6 . . !> . . 6 . . 6 178,5 j — 1 141 63,5 69,5 177.25 139,75 64,5 177,75 64,13 69,13 178,25 64,75 69 Schwedische Noten . . . Schweizer Noten .... Spanische Noien .... Ttchechosloivakische Noten. Ungarische Note» . . • • • • 112,69 81,51 57,66 12,397 73.12 . . 8 114 । 115 112,75 81,25 113,75 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. PhilippHolzmann . . . Jemen werk Heidelberg . . . . 1 . 10 82 ; im — — 14 Dezember 16 Dezembcl Jemen! werk ttarlstadt . . Wayv & ,rre t) ag - • . 10 . . S soTsl — 7» — Amtliche Nolierun Geld j Brie ? AmUiche Not'enin,- (Seid । yr e Schultheiß Patzenholer . . ONwerke.......- Ber. Glaiustofs..... . ia . 11 . 18 . 14 - 154 — 272 210 152 272,25 211 125.5 150 Amst.-Nokl. Buen.^AireH Brft.-Antw tlbriftiania ■ 168,28 1,723 58,38 111,81 168,62 1.724 58,50 112,03 168,25 1,725 53,38 111,80 168,39 1,729 58,50 112,02 ZcUsloss Waldhol .... 18 V, 181 179 180 182 Kopenhagen 111,96 112,18 111,96 112,13 gellslosi Aschaffenburg . . Charlotienburger Wasser . . >i 13?.75 135.6 134.25 134.5 ©todbolui 112.49 112,71 112,51 112,73 . . 8 — — 92 92,25 HclsingforS- 10,484 10,504 10,434 10,504 Dessauer Ga4...... . . S — 153,25 152 Italien. . 21,83 21,87 21,835 21,875 Daimler Motoren .... . - t 37 37 37,5 Vonbon. . • '0,356 20,396 20,354 20,394 Deutsche Linoleum . . . .'33 —- 230,5 235 T^nnort . . 4,1705 4,1785 4,1695 4,1735 Maschinenbau 21-G. . - • . . 0 40 39,13 Pori-5 ... 16,42 16,46 16,42 16,46 Äoierw'rle 4U öit . - . • • . ’ — — —— — Stbiveiz . . 81,05 57,68 81,52 81,055 81,215 t'uoro. t'oero: .... . 10 — — 151,25 152,25 Spauicn . 57,80 57,89 58,01 Rat. Automobll..... . . ( — — 18,5 — Japan - - - ■2.043 2,047 2,043 2,047 Ctcnfleht & üoppel . • . . . « — — 67,4 — ««io de Ian 0.466 0.468 0,466 0,468 tieonbard Tieh..... . Ifi — 147 147,5 Ulen in D-- 58,69 58,81 Söcnifo . . . . . • 323 — 323 323 C 2)1- abfleft 53,72 58,84 Prag . . . 12,38? 12.402 12,378 12,393 Rrcntf. Maichlnen . . . . . . 40 __ 39.5 I — Äelirad . 7,403 7,417 7,399 7,414 . . 46,5 —- 46 — Budapest - 73,03 73,17 3,023 73,04 73,13 Heyligeniiaedt ..... Iungqanl. . . - - Sachwerte. 6.25 — — - Bulaarien 3,018 18,80 3,017 3,023 . . 50 — 50.5 — yiffabon 18,84 13.80 18,84 102.5 — — Daniici. - 81,37 81, 52 81,38 81 54 Mainlrajiwertr tzöchn a PI. — —- — — Konst.ntin. 1.980 1,984 1,973 1,932 5,445 Mag. ... K 121 121.5 120 121,5 Athen. . 5,435 5,445 4,143 5,435 Gtbr. Roeder...... . K 108 — — — Canada 4,135 4,134 4,142 Äeigl t Haeff »er . . ■ . 222 222 — llrn uaN 3.046 3,954 3,956 1.964 Jucker ...... . 1< 160.5 1 — Gtifro . . 20,875 1 20.95 20,875 20,915