Nr. 270 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 16. November 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugsprelr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» |d)eincn einzelnerNummern infolge höherer (Bemalt Zernsprechanschlüfse nnterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Krankfurl am Main 11686. MehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnkck und Verlag: vrühl'sche Universilülr-Vuch- und Zteindruckerei 8. Lange in Glehen. Schristleitnng und Geschäftsstelle: Zchulsttahe 7. Annahme van Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- Klameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspsennig. Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. o 1^5 P: s s -ZS 4 '• •*. xo v < r. llANZ-W-Z » o „s1, • 9a f ’’ n.5 •>’ d‘j-> »C r. O ti j „51 ? SA, > lMhlW l-MPöK- 222 -77^7-ZM .** *£, < < 0 G *^r 3 S > r> >• r. o 2^5 «ßv/ " v'i55"Zä j u 0 f* G r. < £*0 Der britische Gchatzkanzler gegen eine Rückerstattung des deutschen Privateigentums. Zur zweiten Etappe. Nun stehen wir schon mitten im November und immer noch nicht liegt es ganz eindeutig klar, wann im Haag die zweite Reparationskon- f c r e ua zusammentreten wird, um auf Grund der Ausschußarbeiten endgültige Abmachungen über den Doungplan und die mit ihm zusammenhängenden Fragen zu fixieren, die dann in der Form von Gesetzesvorlagen den Parlamenten der beteiligten Nationen zur letzten Entscheidung unterbreitet werden konnten. Imerhin ein wichtiger Schritt vorwärts scheint getan. Das Organisationskomitee für die internationale Zahlungsbank, das feit Monaten in Baden-Baden tagte, hat seine Arbeiten beendet und das Ergebnis seiner Beratungen in drei Dokumenten niedergelegt, von denen vorerst allerdings nur eines, das Bankstatut der OesfentlichMt bekanntgegeben wurde. Die beiden andern konnten nur im Entwurf umrissen werden, da das Organisationskomitee von sich aus nicht die Befugnis halt-, Endgültiges zu beschließen. Es handelt sich dabei einmal um das sog. Grundgesetz, das die schweizerische Bundesregierung und der Kanton Basel, als die Behörden des Landes, das der Bank Aufnahme gewährt, zu erlassen haben werden, um der Bank die Rechtsfähigkeit zu geben. Da die Bank als ein internationales Finanzinstitut nicht dem schweizerischen Handelsrecht unterworfen werden soll, bedarf es eines besonderen Staatsvertrags zwischen der Schweiz und- den an der Bank beteiligten Nationen. Das zweite, noch nicht veröffentlichte Dokument ist der Entwurf eines Treuhänder- 1 e r t r a g s , der auf der zweiten Haager Konferenz der Entscheidung der Regierungen selber Vorbehalten bleibt. Endgültig dagegen ist das B a n k - st a t u t. Es bestimmt als Sitz der „Dank für den internationalen Zahlungsausgleich", wie der offizielle Titel lautet, die Stadt Basel. Nicht ohne schwere Kämpfe hat man sich auf die Schweiz und Basel als Sitz des neuen internationalen Geldinstituts geeinigt. Die B e I g i e r haben sich mit großer Hartnäckigkeit für Brüssel eingesetzt und, als sie damit gegen den Widerstand Englands, Amerikas und Deutschlands nicht durchdrangen, wenigstens die Wahl Amsterdams, des großen Börsenplatzes des holländischen Rivalen, erfolgreich hintertrieben. Ihre beiden Hauptdelegierten haben dann vor der Schlußabstimmung über den Sitz der Bank Baden-Baden verlassen, um damit vermutlich der über die Ausschaltung Brüsiels entrüsteten Stimmung ihres Landes Rechnung zu tragen. Deutschland kann mit der Wahl Basels zufrieden fein. Wenn schon Berlin oder ein anderer deutscher Platz nicht in Betracht gezogen wurde, mußte uns alles daran liegen, den Sitz der Bank in ein Land zu verlegen, das politischen Einflüflen in denkbar hohem Maße unzugänglich ist. Die politische Atmosphäre Brüssels, die starke politische wie wirtschaftliche Abhängigkeit Belgiens von seinem französischen Nachbarn waren den Arbeiten der Internationalen Dank gewiß nicht förderlich gewesen. Das veröffentlichte Bankstatut läßt sich dann weiter über Zweck, Befugnisse, Organisation und Verwaltung der Bank aus. Besonders wichtig scheint uns die scharfe Trennung ihrer Obliegenheiten als Neparatrvnsbank im Sinne des Houngplans von ihren sonstigen Zwecken. Als solche werden bezeich- nef „die Zusammenarbeit der Zentral banken zu fördern, neue Möglichkeiten für in : ternationale Finanzgeschäfte zu schaffen und als Treuhänder oder Agent bei den ihr auf Grund von Verträgen mit den Beteiligten Parteien übertragenen internationalen Zahlungsgeschäften w wirken". Diese Bestimmung ist immerhin so dehnbar und großzügig gefaßt, daß man eine enge Begrenzung des Tätigkeitsbereiches der Dank etwa lediglich auf die Entgegennahme und Verteilung der deutschen Tributzahlungen — nicht zu befürchten braucht. Ob man sich allerdings die Förderung großer wirtschaftlicher Pläne 3. S. der Hebung des deutschen Exports durch Erschließung wirtschaftlich unentwickelter Länder, um damit die deutsche Zahlungsfähigkeit zu stärken, versprechen darf, wie es die Pariser Sachverständigen, namentlich auch Reichsbankpräsident Dr. Schacht ins Auge gefaßt hatten, wird erst die Zukunft lehren. Aber eine enge Zusammenarbeit der nationalen Zentralnotenbanken wird man mit der neuen Bankgründung zweifellos erreichen. Der Verwalt ungs- rat, das oberste Organ der internationalen Zahlungsbank, ist ja nach den Statuten kaum etwas anderes, als ein Kollegium der Notenbankpräsiden kn, von denen allein sieben schon ex officio Mitglieder des Verwaltungsrats sind. Und auch die Listen die die Notenbankpräsidenten derjenigen anderen'Länder, die sich an der Zahlungsbank mit Kapitalzeichnungen zu beteiligen wünschen, also z. B Schweden, Holland, die Schweiz mit den Namen ihrer Repräsentanten für den Derwaltungsrat ein- zureichen haben, können und werden die Namen dieser Notenbankpräsidenten selber enthalten, so daß vermutlich die Präsidenten aller wichtigeren Notenbanken der Welt in dem Verwaltungsrat vertreten sein werden. Die Bank erhält dadurch den Charakter eines großen Clearinghauses für den internationalen Geldverkehr, das für die Diskont- und Währungspolitik der einzelnen Notenbanken von großer Bedeutung werden kann. Wenn man schließlich als besondere Ausgabe der neuen Bank ihre Tätigkeit als Treuhänder bei den ihr auf Grund von Verträgen mit den beteiligten Parteien übertragenen internationalen Zahlungsgeschäften aufsuhrte, so ist dabei wohl in erster Linie an die Regelung Der interalliierten Kriegsschulden gedacht. Wie sich Amerika allerdings in der Praxis zu einer solchen Zwischenschaltung der Zahlungsbank zwischen sich und seine europäischen Schuldner stellen wird, nt noch nicht abzusehen. Man könnte sich denken, daß die Schuldnerländer bei der Bank ein Depot unterhalten werden, bas aus den deutschen 3teparations= Aus Betreiben des englischen Schahkanzlers Snowden hat das Londoner Kabinett erneut 6e- chlossen, in der Liguidationssrage feinen Zoll zurückzuweichen. England wird also, wenn nicht )ie inzwischen aus dem Parlament heraus eingeleitete Freigabealtion von Erfolg begleitet fein ollte, das noch nicht liquidierte deut che Eigentum behalten. Abg'.fehen von der Tct'ache, daß fast alle anderen Staaten auf das Liquidatiensrecht verzichtet hoben und England ziemlich isoliert dasteht, berührt es doch eigenartig, daß ausgerechnet d ie Labour» regietung in dieser Angelegenheit eine Hartnäckigkeit sondergleichen an den Tag legt, obwohl es in der Vergangenheit namhafte Vertreter dieser Partei waren, die immer wieder für eine Deseit.gur.g der Folgen des W.l friere 3 cintea- ten. Aber auch hier zeigt sich, daß die Praxis anders aussieht als die Theorie. Die Labour- Party will an alle möglichen sozialpolitischen Experimente Herangehen, die viel Geld kosten. Sie scheut sich aber davor, die Steuer» chraube anzuziehen und will den Erlös aus der Versteigerung des deutschen Eigentums ihren Zwecken dienstbar machen. Schon im Haag muhten wir die Feststellung machen, daß die Labour-Minister unter der Führung des Herrn Snowden keinen Pfennig n a ch l a s s e n wollten und sich schließlich auch ast hundertprozentig durchgesctzt haben. Die Reichsregierung bemüht sich zwar fortlaufend. England zu einer Aenderung Liner Haltung zu bewegen. Allzu groß ist allerdings die Hoffnung nicht, daft sie mit ihren Vorstellungen Erfolg haben wird. Snowdens Erklärung. Tie deutschen Forderungen fürdieArbciter« rcgicrung unannehmbar. London, 15. Rov. (D3B.) „Times" meldet: Schahkanzler Snowden teilte dem deutschen Botschafter offiziell mit, daß der Anspruch, den die deutsche Regierung auf die bedingungslose Rücker st attung alten deutschen Privateigentums, das während des Krieges beschlagnahmt wurde und noch nicht liquidiert ist, erhebt, nicht in Erwägung gezogen werden könne. Der Entwurf einer Vereinbarung über den in Frage kommenden Punkt sei bereits im Zusammenhang mit den Besprechungen, die zwischen deut- schen und britischen Sachverständigen im Handelsamt stallgefunden haben, vorbereitet rootDcn, und es liege im Interesse Deutschlands, dasoorgeschlagene Verfahren so bald wie möglich a n z u n e h m e n , um die Durchführung der Empfehlungen der Sachverständigen, die den Poung- plan entworfen haben, zu erleichtern. Sonst müsse die Liquidierung des Eigentums, die a u g e n b l i ck - lich eingestellt fei. um den Regierungen Zeit zu geben, zu einer Vereinbarung zu gelangen, vielleicht wieder ausgenommen werden. Die Forderung der deutschen Regierung nach Rückerstattung aller Ueberschüsse aus der Li- zahlungen gespeist wird und aus dem die Zahlungen an die Vereinigten Staaten geleistet werden. Der Artikel 4 des Bankstatuts enthält die Auf- oaben der neuen Bank in ihrer Eigenschaft alsRepa r a t i 0 n s b a n k auf Grund und für die Dauer Des Voungplans. Sie hat danach „die von Deutschland auf Grund des Plans gezahlten Annuitäten in Empfang zu nehmen, zü verwalten und zu verteilen: die Kommerzialisierung und Mobilisierung bestimm- Ur Teile der genannten Annuitäten zu überwachen und dabei mitzuhelfen: alle Ausgaben zu übernehmen, die mit den deutschen Reparationen und den damit verbundenen internationalen Zahlungen in Zusammenhang stehen und zwischen der Bank und den beteiligten Regierungen vereinbart werden. Das Drganiiationstomitee hat sich also bei der Festlegung der reparationstechnischen Ausgaben eng an Den Plan Der Pariser Sachverständigen gehalten und es vermieden, Der Bank politische Aufgaben zu übertragen wie es befonDers Frankreich gelegentlich stark propagierte. So erhält Die Bank keineswegs Die Befugnisse Des nach Der Annahme Des Youngplans oer- schwindenden Reparationsagenten. — Ihr fallt nicht die Ausgabe zu, Deutschlands Schulden einzutreiben. Deutschland steht vielmehr ihr ohne jede Verpflichtung gegenüber. Die Zahlungsverpflichtungen ergeben sich lediglich aus Dem Haager Abkommen uni) Die Bank hat ausschließlich Die von Deutschland nach Dem Poungplan geleisteten Zahlungen in Empfang zu nehmen. Wohl aber hat Die Bank Die Pflicht, bei Der Verwertung und Verteilung Der Deutschen Zahlungen Die Lage Des internationalen ©elDmarttes zu berücksichtigen unD internationale oDer nationale Währungsschwierigkeiten, Die sich aus Den Deutschen Reparationszahlungen etwa ergeben, zu überroinben helfen. In Anbetracht Der Lockerung Des Transferschutzes, Die Der Poungplan für einen Teil Der deutschen Iahreszahlungen vorsieht, wird Die Sicherung der deutschen Währung eine Ausgabe sein, auf die Die neue Bank ihr Hauptaugenmerk zu richten haben wird. Dank ihrer starken internationalen Der- flechtung und ihrer besonders engen Verbindung mit Den nationalen Zentralnotenbanken wird sie in Der Lage sein, Den Geldmarkt sorgfältig zu beobachten und durch geeignete Maßnahmen Erschalle- quiblerung deutschen Privateigentums nach Deckung der britischen privaten Verluste in Deutschland sei unannehmbar. Die Frage sei bereits bei früheren Gelegenheiten behandelt worden und habe den Gegenstand und Entscheidungen des Haager 3nlcr- pretationsgerichtes. das im Zusammenhang mit dem Dawesplan für deutsche Reparationszahlungen geschaffen wurde, gebildet. Snowdens Schreiben, das vom 11. November datiert ist, bewegt sich in derselben Richtung wie die Mitteilung, die er im Oktober an den deutschen Botschafter gerichtet hat, und wurde nach Beratung mit dem Präsidenten des handetsamtes entworfen. Der Betrag, um den es sich bei der deutschen Forderung handelt, beträgt laut „Times" 23Mitlionenpsund Sterling. Saarbrücken, 15. Nov. (WB.) In einer Zentrumsversammlung sprach gestern abend Der Vor- sitzenDe Der Deutschen Zentrumspartei, Prälat Kaas über Die deutsche Innen- und Außenpolitik. In Der Innenpolitik sei Die große Parteizerrissenheit zu beklagen. Das werde nicht besser, bis Die suchende deutsche Jugend das ganze verkalkte und überlebte kleinliche deutsche Parteisystem über den Hau- fen gerannt habe und Die ewig Gestrigen zu seiner N eu st ruktur zwingt. Kaas bekannte sich grundsätzlich zur bisherigen Außenpolitik, da er und Das Zentrum FreunDe einer ehrlichen Verständigung mit Frankreich seien. IeDoch habe er mehr als einmal Den EinDruck gehabt, als sei Deutschland in seiner Konzessionsbereitschaft,und zwar in Der Prcinumerando- bere: tschaft weiter gegangen als dies notwendig war. Es gäbe eine Grenze des deutschen Entgegenkommens. Es sei jetzt m i n d e st e n s erreicht. Er halte cs auch für einen großen Fehler, von einer Liquidation des Krieges zu sprechen. Dieses Wort habe man etwas voreilig gebraucht. Wenn Die Haager Abkommen schon Die Liquidation Des Krieges beDeu- teten, Dann habe man kein Recht, Weiteres zu verlangen. Der Rhein sei auch nach Der Räumung noch nicht befreit, bestehe Doch nach Dem Versailler Vertrag für gewisse Verfehlungen immer noch Das Reokkupationsrecht. Deutch- lanD habe feine Interesse Daran, Den Rhein eher als befreit zu erklären, als Dies völkerrechtlich richtig ist. Man nehme mit Dieser Befreiungsproklamation Dem Volke den Elan zum Weiterkämpfen und 3 e r ft ö r e Die ©runDlage für eine neue politische Offensive. Der Redner verwies auf die kleinlichen Sicherheitsmaßnahmen im Rheinland. Er sehe zwar keine andere Möglichkeit zur Stabilisierung Des Friedens als durch eine deutsch-französische Verstän- bigung, aber der Weg 3U dieser Verständigung sei Der Des Vertrauens und nicht Der Zerst ö r u n g. Was larDieu für Frankreich in Anspruch genommen, habe, Daß nur ein starkes und rungen der Währung und Angriffen auf die deutsche Reichsmark rechtzeitig oorzubeugen, wenn sie Die ihr übertragenen Funktionen richtig auffaßt. Ob sie allerdings imstande sein wird, Die verheerenDen Wirkungen Der Deutschen Reparationen, dieses Systems der einseitigen Zahlungen ohne Gegenleistung, auf Die Weltwirtschaft zu paralysieren, erscheint höchst zweifelhaft. Wir werden uns also hüten müssen, uns nun einem Optimismus hinzugeben. Der jcDer Berechtigung entbehrt. Die Reparationslast bleibt schwer unD auch in Der durch Den Poungplan gemilDerten Form für Die Deutsche Wirtschaft auf Die Dauer vermutlich untragbar. Mit Der Konstituierung Der Bank für den internationalen Zahlungsausgleich ist die wesentliche Voraussetzung für Den Zusammentritt Der zweiten Haager Konferenz geschaffen. Von Der Arbeit Der an- Deren Drgani|ationsfomitees hat Die Oeffentlichkeit nicht viel vernommen. Immerhin scheint soviel scst- zustehen. Daß auch Die bciDen Ausschüsse, Denen es oblag, Die Verfassungen Der R e i ch s b a n k und Reichsbahn Den Verhältnissen Des Poungplans anzupassen, ihre Arbeiten beendet haben. Weniger befriedigt darf man von Dem fein, was Der Ausschuß für Die LiquiDation Des Krieges geleistet hat. Das Schicksal Des deutschen Privateigentums in Eng 1 and ist auch durch Die letzten Parlaments- Debatten nicht restlos unD AufriebenfteUenb geklärt und Der Vertrag mit Polen, mit Dem das Auswärtige Amt die deutsche Oeffentlichkeit überrascht hat und der dank Der Geheimniskrämerei Der Wilhelm- straße in seinem authentischen Wortlaut immer noch nicht oorlicgt, scheint schwerste BeDenken zu rechtfertigen. Völlig in Der Luft hängen Die Verhandlungen über DieRuckgabedesSaargebiets. Frank- reich hat die letzte Kabinettskrisis zum Anlaß genommen, Die VerhanDlungen, Deren Beginn schon festgelegt war, erneut zu verschleppen. Wie Denkt sich aber Die Reichsrcgierung eigentlich eine Debatte über Die Haager Abmachungen im Parlament, bevor Das Ergebnis Der SaarverhanDlungen vorliegt? Es ist Doch immer roieDer betont worden, daß eine befrie- | DigenDe Lösung des Saarproblems Die conditio sine qua non für Die Annahme Des Doungplans fei. | Hier ist baldige Klarstellung dringend erforderlich. Tie Mitteilungen der ..Times" entsprechen, wie der Vertreter der Telegraphen-Univn hört, den Tatsachen und gehen, wie es den Anschein hat. auf genaue Unterlagen des Schatzamtes zurück, nach Denen das Schatzamt auf dem Wege über die „Times" von der Gepflogenheit der Geheimhaltung eines schwebenden QJtei- nungsaustausches zwischen einer fremden Regie' rung und der britischen Regierung ob gegangen ist. Obwohl man sonst auf englischer Seite auf die strikteste Innehaltung dieser Gepflogenheit größten Mert fegt. Ter amtliche deutsch-englische Meinungsaustausch in der Form von zwei sehr bestimmten deutschen Schritten und zwei ebenso bestimmten englischen Ablehnungen, der sich auf die Zeit vom 17. Oktober bis 11. Ro- vember erstreckt, ist Damit zwar vorläufig ne- r u 1) i g c s Volk für Den Frieden arbeiten könne, gelte auch für Deutschland. Kaas tarn Dann auf die Rückwirkungen zu sprechen, die längst hätten realisiert sein müssen. Die Räumung der 2. Zone fei kein Entgegenkommen. sondern ganz selbstverständ- sich. Was Die Saar anlange, so habe an dem Tage, an dem Deutschland in Gens eingezogen sei, man aus dem Saargebiet ausziehen müssen. ..Das wäre." erklärte der Redner, „lobenswert, völkerrechtlich, gradlinig, staatsmännisch weife gehandelt, europäisch schöpferisch gewesen, und wenn Dann die beiden Rachbarvölker sich an einen Tisch gesetzt hätten, dann wäre dies sicher in einem anderen Geiste geschehen, als in dem Geiste kleinlicher oder — verleihen Sie den Ausdruck — schofler Interessen/ Sicherlich habe niemand in Frankreich den Mut zur Fortsetzung des Saarexperiments, aber weil man vorübergehend Hoffnungen genährt habe, trenne man sich ungern von dem Gebiet. Cs sei leichter, etwas zu schlucken, als es wieder von sich zu geben. Durch die Verzögerung der Saarver- handlungen habe man sich ein tragbares Arrangement erschwert. Als Führer Der Zentrums- Partei erkläre er, Daß Die Lösung Der Saarfrage und die Aussichten, die der Partner zu machen habe, entschei dend seien füt ihr Ia oder Rein zum Boungplan. Ein verfrühtes 3a, das die Verhandlungen zu Deutschlands Hngunften beeinflussen könne, komme nicht in Frage. Das Zentrum keime hier nur den Weg sachlicher Prüfung. Das könne geschehen, wenn das Derhandlungsergebnis vorgelegt werde. Wenn man eine zustimmende Entscheidung erlange, dann wolle man sehen, und zwar zuverlässig sehen, nach welcher Richtung hin sich das Schicksal der deutschen Saar entwickelt, und unter welchen Voraus setzungen Die Gegenseite bereit fei, die Saar zum Daterhause zurückkehren zu lassen. Diese Klärung scheint über Den Termin derRhein- lanbräümung ja Durch Die Rücksprache Des Deutschen Botschafters von Hoefch bei Briand und Tardicu bis zu einem gewissen GraDe wenigstens erfolgt zu sein. Der neue französische Ministerpräsident hatte mit einer Sophiftik, Die seinen großen Vorbildern Poincarö unD Cfemenceau alle Ehre gemacht hätte, in Der Kammer erklärt, daß die Situation sich durch den Tod Stresemanns und die Pariser Kabinettskrisis geändert habe und infolgedessen d i c Sri ft en noch nicht laufen. Er hatte mit dieser völlig unlogischen Erklärung zwar einen Begeisterungssturm auf Dem rechten Flügel seiner Regierungskoalition entfesselt, sein besser orientierter Kollege BrianD wirD ihn aber wohl auf Das Bebenk- liche seiner Auffassung aufmerksam gemacht haben. Denn er korrigierte Den offiziellen Text schnell Dahin um. Daß er nun gesagt haben will, es sei vollkommen klar, daß in der gegenwärtigen Lage, wo noch keine Ratifizierung, keine Ingangsetzung a fortiori erfolgt sei, nichts beginne, wenn man dagegen, wie es Herr Briand sage, nach Erfüllung der Bedingungen räume, so fei kein Interesse verbanden, die Dinge hinschleppen zu lassen. Es ist also klar, daß die Räumung bis zum 30. Juni gebunden ist an die Ratifikation des Youngplans durch die beiderseitigen Parlamente, ferner an Die BegrünDung Der internationalen Bank und die Uebergabe der deutschen Reparations-Bonds an diese, nicht jedoch an Die Kommerzialisierung Der ungeschützten Annuitäten. Dann tritt Der Räumungstermin Des 30. Juni in Kraft unD es ist Frankreichs Sorge, Den Abtransport Der Truppen aus Der Dritten Zone zu beschleunigen, wenn sich Die Zeit zwischen Der Annahme Des Youngplans unD Dem cnDgültigcn Räumungstermin Durch irgendwelche Aerschleppungsmanöver verkürzt. Die Mehrheit, auf die sich das neue Pariser Kabinett stützt, und der für die Räumungsmaßnahmen speziell verantwortliche S^ricgsminifter Maginot sind jedoch beide für die klare und loyale Durchführung Der Haager Abmachungen keine vertrauenerweckenden Garanten. Die deutsche Regierung hat also auch nach den beruhigenden Erklärungen Briands und Tardieus weiter alle Veranlassung, auf dem qui vive zu fein. Zentrum und Verständigungspolitik. Prälat Kaas stellt wichtige Forderungen für die Wetterführung des außenpolitischen Kurses aus. Oie Auswanderung der deutschen Bauern aus Rußland. gativ verlaufen, es bleibt aber abzuwarten, ob die private Initiative namentlich von englischer Seite das gleiche Ergebnis haben wird. In jeden: Falle ist sicher, daß der CB rief Snowdens vom 11.November noch nicht das letzte Wort in der Angelegenheit darstellt. Der erste Teil der inzwischen vorliegenden 11 n - terschrif tensammlung von Mitgliedern des Unterhauses zugunsten einer Aenderung der bisherigen Haltung des Schatzamtes weist die Namen von führenden Persönlichkeiten aus allen drei Parteien auf. Eine peinliche Erinnerung. Ein Brief des Schatzkanzlers aus dem Jahre 1926. Hamburg. 16. Nov. (JJrio.-Iel.) In einem Brief, den der englische Schahkanzler im Jahre 19 2 6 an eine Hamburger Firma geschrieben hat und den das „Hamburger Fremdenblalt" veröffeni- lichl hat. fjeißf es: „Zur Zeit der Schaffung des Versailler Vertrages und bei vielen Gelegenheiten seitdem habe ich öffentlich gegen diese skandalöse Verletzung allen internationalen Rechls — die Beschlagnahme von Privateigentum — und der Gerechtigkeit protestiert. Jät ein derartiges vorgehen gibt eskeinenPrä- zeben; fall. Ich glaube, daß von der Verwaltungsstelle für das feindliche Eigentum etwas getan wird, um die Lasten zu mildern, und ich hege die Hoffnung, daß, wenn die Zeit verstreicht und die Kriegsleidenschasten sich gelegt haben werden, unter Umständen die Bestimmungen des Versailler Vertrages völlig aufgehoben werden. Viel- leicht ist jetzt, seitdem sie im Rate des Völkerbundes sitzt, «die deutsche Regierung in der Lage, in dieser Angelegenheit Hilfe zu schaffen. ge;.: Philip Snowden." Oie Wirkung in Berlin. Englische Blätter über die Erklärung Snowdens. London, 16. Nov. (WTB. Funffpruch.) „Daily Herald" und „Morning Post" berichten über die tiefe Verstimmung, die die Erklärung Snowdens über die Haltung Groß- britanniens in der Frage des liquidierten deutschen Eigentums in Berlin hervorgerufen hat. Während der Korrespondent des „Daily Herald" von der „endgültigen Entscheidung" Snowdens spricht, bemerkt der Korrespondent der „Morning Post", man weise darauf hin, daß die Verhandlungen weiter im Gange seien, und man erwarte nicht, daß sie nunmehr plötzlich zu Ende gehen werden. Beide Blätter führen Stimmen der deutschen Presse, besonders der Linkspresse, an, in denen große Enttäuschung" zum Ausdruck kommt, sowie die Mitteilungen der Blätter über die Aenderung der Haltung Snowdens, der noch vor wenigen Iahren die Beschlagnahme des deutschen Eigentums eine „skandalöse Verletzung des Völkerrechts" nannte. Das Grundgesetz der Lnier- naiionalen Bank. Schweizerische Fühlungnahme mit dem Organisationsausschutz. Bern, 15.Nov. (WTB.) Gestern nachmittag erstattete Professor Bachmann dem Präsidenten des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank in einer Konferenz, an der neben dem Bundespräsidenten Naab die Bundesräte M u s h und Motta sowie der Vorsteher des Finanzdepartements des Kantons Basel-Stadt teilnahmen, Bericht über seine Fühlungnahme mit dem Organisationsaus- schuh in Baden-Baden. Cs fand ein Meinungsaustausch über den Entwurf des Grundgesetzes für die Internationale -Zahlungsbank statt, namentlich über die der Dank durch die Eidgenossenschaft und durch den Kanton Basel-Stadt zu gewährenden Steuergarantien. Die rechtliche und fiskalische Stellung der Bank wird Gegenstand eines Staatsvertrages fein. Oie „Entmilitarisierung" des Eisenbahnnetzes. Berlin, 16. Nov. (TU.) Die Berliner „Dör- senzritung" berichtet aus Kaiserslautern: Mit der Zerstörung von Eisenbahnlinien im besetzten Gebiet, die von der Reichsregierung in dem mit Frankreich über die „Entmilitarisierung im Westen" abgeschlossenen Abkoyi* men zugestanden wurde, ist in der Pfalz bereits begonnen worden. Seit Dienstag wird von etwa 70 Bahnarbeitern das zweite Gleis der Bahnstrecke Münster am Stein — Odernheim abgerissen. Das Gleis ist bereits auf einer Strecke von 400 Meter zerstört. 3m ganzen sollen die Gleisanlagen auf einer Strecke von 15 Kilometer entfernt werden. Der Schotter und das sonstige Material werden Interessenten gegen die Verpflichtung der Abfuhr auf ihre Kosten überlassen. Auch mit der Beseitigung eines Teiles der Verladerampe am Bahnhof Schaidt (Südpfalz) ist bereits der Anfang gemacht worden. Die Ausnahme der Saarverhandlungen. Paris, 16. Nov. (WTB. Funkspruch.) Zur Ausnahme der Saarverhandlungen, die auch den Gegenstand der gestrigen Unterredung des deutschen Botschafters von Hoesch mit dem Auhen- minister Driand bildeten, bemerkt „Iournal": Die französische Delegation hat ihre Arbeiten beendet und war für den auf den 2 8. Oktober festgesetzten Termin bereit. Der Ausbruch der Regierungskrise hat aber alles auf* geschoben. Ietzt ist kein Grund mehr vorhanden, die Angelegenheit weiter zu verschieben, und man kann annehmen, daß die französische und die deutsche Delegation ihre Arbeiten bereits in der kommenden Woche a u f n e h - men werden. „2Hatin“ will wissen, dah die Saarverhandlungen in etwa 10 Tagen ihren Anfang nehmen werden. Oie ^Räumung Oürens. Düren, 15. Nov. (WTB.- Die von der französischen Besatzung belegte Artilleriekaserne mit den Staatsgebäuden und 90 Morgen Land ist nunmehr freigegeben worden. Die Frei« Oie Hilfsaktion des Reichs Berlin. 15.Nov. (Priv.-Tel.) Die private Initiative für eine Hilfsaktion der deutsch-russischen Auswanderer ist bisher noch nicht über das Stadium der Vorbereitungen h.nausgegangen. Insbesondere läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen, welche Wirkung der vom Roten Kreuz in diesen Tagen erlassene Aufruf zur S amm- lung von Mitteln zur Unterstützung der Flüchtlinge gehabt hat. Man nimmt jedoch an, daß der ?H>pell an die Oeffentlichkeit nicht umsonst gewesen ist und dah von allen Seiten des deutschen Volkes, soweit dies irgend möglich ist, geholfen wird. Wie wir zu wissen glauben, hat ich inzwischen auf private Initiative hin eine grobe deutsche Schiffahrtsgesellschaft bereit erklärt, ein gewisses Kontingent der abwandern- den deutschen Bauern ohne Gegenleistungen nachKanada zu beordern. Man spricht von etwa 200 bis 253 Personen, lieber die Höhe der von Reichswegen zur Verfügung gestellten Mittel steht im Augenblick noch nichts fest. Cs wird zunächst eine genaue Prüfung notwendig ein, welche Mittel des Reiches, die für wohltätige Zwecke zur Verfügung stehen, freigemacht werden können. Kür eine Ansiedlung im deutschen Osten. Ein beachtenswerter Vorschlag. Berlin, 16.Nov. (Priv.-Tel.) Angesichts der urchtbaren Notlage der vor Moskau liegenden deutsch-russischen Bauern, mit deren Schicksal sich gestern der Reichskanzler und die Parteiführer eingehend beschäftigten, haben sich auch r i v a t e Kreise zusammengefunden, die neben der amtlichen Hilfsaktion des Reiches eine großzügige Aktion des deutschen Volkes propagieren, um die A n s i e d- lung der deutsch st ämmigen Bauern im deutschen Osten zu ermöglichen. gäbe der CBürgerquartUre macht gute For t- chritte. Auch die Rcichswohnungen sind bis auf eine Ausnahme z urückgeg eben. Das Offizierkasino ist geräumt. Das Militärlazarett in der Heil- und Pflegeanstalt wird in dr kommenden Woche frei. Cs ist damit zu rechnen, daß die Stadt Düren inserierten Novemberwoche vollständig geräumt sein wird. Danzig weist russische Emigranten aus. Eine weitzgardistische Spionage- und Verschwörcrzentralc? Danzig, 15. Nov. (WTD.) Der Senat hat einige in Danzig von ehemaligen russischen Offizieren und Militärpersonen begründete Organisationen, die sich ausdrücklich als Vereinigungen solcher militärischer Kreise bezeichneten, verboten, weil ihre Vereinstätigkeit den Danziger Interessen schädlich sein könnte. Der Polizeipräsident hat ferner die Ausweisung der ehemals russischen Generale Glase- napp, ßebebeto und Djakoff angeordnet. Die „Danziger Volksstimme" berichtet zu der Ausweisung: Die drei Ausgewiesenen sind in der weißgardistischen Bewegung tätig gewesen. Bei der Aufdeckung einer monarchistischen Verschwörung in Moskau im September wurden seinerzeit mehrere Offiziere verhaftet. Sie wurden beschuldigt, im Auftrage einer monarchistischen Organisation, deren Haupt der in Danzig wohnhaft gewesene General G l a s e n a p p war, versucht zu haben, in dem russischen Grenzbezirk Pskoff Auf stände vorzubereiten. Den Verhafteten wurde weiter zum Vorwurf gemacht, dah sie Waffen und falsche Tscherwo- neznoten in großen Mengen nach Ruhland eingeführt hätten. Glasenapp wohnt seit mehr als zehn Iahren in Danzig, verfügte über reiche Geldmittel und soll, wie das Blatt behauptet, mit e st ländischen und lettischen Spionagezentralen in stetiger Verbindung gestanden haben. General Lebedew war, wie das Blatt weiter erklärt, ebenfalls in der weihgardistischen Propaganda tätig und gehörte als ehemaliger russischer General nach der Umwälzung der Armee CEr angel .an. Er hatte insbesondere Fühlung mit Paris und galt a l s Agent französischer Spionage st eilen. Es ist bekannt geworden, dah er in Danzig Leute für seine Zwecke geworben hat, die im besetzten Gebiet mit den französischen Agenten Hand in Hand arbeiteten. Der dritte ausgewiesene General Djakoff war als Mittelsmann zwischen Lebedew und seinen Auftraggebern tätig. Grundstücksgeschäfte der Sklareks. Oberbürgermeister Botz bestreitet jede Beteiligung. Berlin, 15. Nov. (WB.) Da die drei Brüder S klare! nach to.e vor die Kenntnis der von ihrem Buchhalter Lehmann eingestande- nen Fälschungen ableugnen und Oberbürgermeister Böß eine nähere Bekanntschaft mit den Sklareks a b ft r e i t e t, hat Lehmann seinem Verteidiger Dr. Puppe weiteres Material zur Klarstellung der Beziehungen zwischen dem Oberbürgermeister und den Sklareks übergeben. Rechtsanwalt Dr. Puppe hat daraufhin bei der Staatsanwaltschaft die Vernehmung des Oberbürgermeisters und des Stadtrats Neuendorf vom Bezirksamt Mitte beantragt, die Aussagen machen sollen über den Kauf der Pelzjacke und den geplanten Verkauf des Grundstückes Kommandanten st rahe 3 0/81 an öle Sklareks. für das Stadtrat Neuendorf als zuständiger Dezernent 14 000 Mark pro Quadratrute verlangt Hütte, während Oberbürgermeister Döh nach einer Besprechung mit Bürgermeister Schneider und Stadtrat Be° necke ohne Zuziehung Neuendorfs in der Magistratssitzung den Preis auf 10 300 Mark und der privaten Verbände. (Ein Ausschuh, in dem die Professoren Brand und A e r e b o e von der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin, der Präsident der Preußischen Zen- tralgenossenschaftskasse, Klepper, Universilälspro- fessor S e r i n g und andere vertreten sind, veröffentlicht einen Aufruf, in dem es heiht: „Siedlungsfertige» Land ist in Ostpreußen. Grenzmark,Pommernund Schlesien in den Händen der Siedlungsgesellschaften und des Staates ausreichend vorhanden. Es han- handele sich um etwa 2000 bis 2500 Familien, deren Unterhaltung bis zum Frühjahr bei der Bedürfnislosigkeit dieser Leute mit zwei bis drei Millionen Reichsmark zu bestreiten fei. Es müsse erreicht werden, den Bauern Arbeitsmöglichkeit für den Sommer zu sichern und sie im Laufe der nächsten Jahre e n d g ü l t i g im Osten anzusiedeln." Scharlach- und Masernep demie im Auswanderer'.agrr. Berlin, 16.Nov. Unter den mehr als dreihundert deutschrussischen Auswanderern, die in der Nähe von Kiel in einer Waldschule untergebracht wurden, ist eine Scharlach- und Masernepidemie ausgebrochen, die namentlich Frauen und Kinder ersaht hat. Infolgedessen ist nur ein Drittel der ganzen Flüchtlings- schar heute mit der Dahn nach Hamburg transportiert worden, und zwar auf Kosten des Reiches. Sie werden hier in dem weiträumigen Hapaghaus auf der Elbinsel Veddel, das schon von Albert Dallin für die Auswanderer als Uebergangsstation eingerichtet worden war, untergebracht und verpflegt. Als die Leute heute vormittag auf dem Hamburger Hauptbahnhof eintrafen, äußerten sie sich sehr dankbar undanerkennend über die Aufnahme und Gastfreundschaft, die man ihnen in Deutschland gewährte. pro Quadratrute herabsetzte. Stadtrat Neuendorf bestätigte einer Berliner Lokalkorrespondenz gegenüber die Darstellung des Rechtsanwaltes Dr. Puppe von dem Grundstücksgeschäft. Der Verkauf kam jedoch nicht zustande, da Stadtrat Neuendorf wegen alter Mietsdifferenzen den Sklareks die Auflassung versagte. — Wie der Städtische Nachrichtendienst mit teilt, hat Oberbürgermeister Döh niemals mit den Gebrüdern Sklarek über den Verkauf des Grundstückes verhandelt. Er hat sich weder für den Verkauf des Grundstückes an die Gebrüder Sklarek eingesetzt, noch in irgendeiner Weise auf eine Ermäßigung des von den Gebrüdern Sklarek an die Stadt zu zahlenden Kaufpreises eingewirkt. Oer Katt Lampei. Wer war der Täter? Breslau, 15. Nov. (WB.) Die Justizpresie. stelle teilt au den Vernehmungen der Angeschuldigten im Falle Sampel mit: Sampel hat die Tat als eine Notwehrhandlung nicht unterstützt, im Gegenteil ist er dabei stehen geblieben, die Tat auf Befehl ausgeführt zu haben. Die Namen von Vorgesetzten, die für diesen Befehl in Frage kommen, hat er jedoch nicht genannt. Auch die übrigen Angeschuldigten haben bei ihren Vernehmungen diese Darstellung der Tat als eine Notwehrst a n dl u n g nicht oder doch nickt ausdrücklich gegeben. Sediglich in einer schriftlichen Erklärung des Angefchuldigten von Beulwitz sind Andeutungen in dieser Hinsicht vorhanden, v. Beulwitz stellt es überhaupt so hin, als ob er der eigentliche Täter sei und die anderen nur in ganz geringfügiger Weise an der Tat beteiligt waren. Der durch Rundfunk vom Untersuchungsrichter geladene Zeuge, der sich aus München gemeldet hat, kannte sich nicht auf Einzelheiten mehr besinnen. Er erklärte aber, den Eindruck gehabt zu haben, daß man ihn abgeholt habe, damit er von der beabsichtigten Tötung Köhlers nichts erfahre. Die Gastwirtstöchter Seifert aus Nikolstadt (Kreis Siegnitz) haben erklärt, nur Beulwitz und Schweninger gekannt zu haben. Nach dem Verschwinden Köhlers seien Seute gekommen, die regelmäßig die noch eingegangene Po st Köhlers abgeholt haben. Tragödie in Bagdad. Das Schicksal des Irak. Der Ministerpräsident vom Irak T u f i t Bey Suady hat Selostmord verübt. Er hat einen Brief hinterlassen, aus dem. das amtliche englische Telegraphenbureau nur einen verstümmelten Auszug widergibt, der aber doch soviel erkennen läßt, daß der Premierminister das Verhalten Englands für feinen Tod verantwortlich macht. Das muß auffallen, nachdem eben erst bekannt geworden ist, daß die Sabour-fRegierung das Mandat über den Irak im Jahre 1933 als beendet ansieht und dann die Aufnahme dieses Staates in den Völkerbund vorschlagen will. Das Verhalten der Engländer im Irak selbst scheint aber nicht mit dem Beschluß der Sonboner Regierung in Einklang gestanden zu haben, hinzu kommt noch, daß die Parteien jeden Politiker, der es wagte, die Ministerpräsidenschaft zu übernehmen, als Sandesverräter brandmarkten, weil es schließlich zu seinen Aufgaben gehört, auch mit den Engländern zu verkehren. Die Anfeindungen durch die eigenen Volksgenossen dürften Tufik Bey Suady wohl in der Hauptsache veranlaßt haben, demonstratio zur Waffe zu greifen und seinem Seben ein Ende zu machen. Aus aller Wett. Jahrestagung der Nolgemeinfchaft der deutschen Wissenschaft. Die Jahrestagung der Deutschen Wissenschaft, die vorn 15. bis 17. November in Hamburg ftatt- finbet, begann mit der Sitzung des HauPt- a u s s ch u s s e s , die unter Teilnahme des Senators Dr. de Chapeaurouge, von Vertretern der Reichsministerien, der Hochschulverwaltun- gen und der Länder unter dem Vorsitz des Geheimen Rats Dr. Friedrich von Müller (München) abgehalten wurde. Die ‘Beratungen galten im wesentlichen der Vorbereitung der Mitgliederversammlung, zu der die Vertreter der deutschen Hochschulen. Akademien und Wissenschaften am Nachmittag zusammentraten. Abends findet im Rathause etn Empfang durch den Senat statt, zu dem etwa sechzig Wissenschaftler geladen sind. Ein weiteres Opfer des Düsseldorfer Mörder« gefunden. Im Laufe der von der Polizei zur Aufklärung der Frauenmord - Angelegenheit angeordneten Nachgrabungen in der Nähe des Gutes Pappendell bei Gerresheim ist heute die Leiche des seit längerer Zeit vermißten Dienstmädchens Maria Hahn gefunden worden. Der Oluf - findungsort entspricht ungefähr der Stelle, die der angebliche Täter in feinem an die Polizei und die Presse gerichteten Schreiben angegeben hatte. Die Leiche wies auf der 3ruft Stich- und S chlagverlehungen auf. Gerichtliche Vernehmung Zubkofss. Alexander Zubkow wurde zur Vernehmung dem Richter vorgeführt. Nach der Vernehmung wurde er wieder ins Gefängnis zurückgebracht. da eine Freilassung nicht ^in Frage kommt. Die Anklage wird nunmehr nicht wegen fahrlässiger, sondern wegen schwerer Körperverletzung und wegen Dann- b r u ch s erfolgen. Vorlrag eines ehemaligen U-Boot-Kommandanten in England. Der ehemalige H-Boot-Kommandant Kapitän F a ß h a g e n ist in Begleitung des ehemaligen britischen Marineoffiziers Commander Norman Lewis in London eingetroffen. Kapitän Faß- Hagen, der im Iahre 1917 das von Lewis geführte Schiff torpediert und diesen gefangen genommen hatte, wird am Montag in einer Versammlung der Völkerbundsligen in Reading einen Vortrag halten. Winterwetter in Frankreich. Fast sechs Wochen früher als gewöhnlich hat der Winter in Frankreich seinen Einzug gehalten. Abgesehen von der Cöte d'Azur macht sich überall die Kälte bereits stark fühlbar. In verschiedenen Gegenden, so in Sille, Montpellier und vorübergehend in Paris ist bereits derer st eSchnee gefallen. Frecher Raubüberfall. In B u f a 11 o drang eine Räuberbande durch dcrs Fenster in einen Saal ein, wo 18 Personen zu einem Festessen versammelt waren. Die Gäste glaubten zuerst an einen Scherz im Rahmen der Veranstaltung. Sie wurden aber bald eines anderen belehrt, als die Räuber sie an die Wand stellten und ihnen Schmucksachen und Geld abnahmen. Die so gestohlenen Gegenstände werden auf 40 000 Dollar geschätzt. Der Tod im Walzwerk. Im Röhrenwalzwerk des Bochumer Der* eins ereignete sich ein gräßliches Unglück. Beim Abgiehen einer Pfanne wurden -wer Arbec- ter mit flüssigem Stahl überschüttet. Einer wurde sofort getötet, der andere muhte in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhaus übergeführt werden. Oie Wetterlage. ©woixenios. ®neiter. onaib bedtcM. g woirig. © oedtcKt »Schnee a Graupeln. ■ Nebel K Gewitter.(§)WindUiiie.«o-. sei «Knie» Ost «lässiger Südsüdwest <5 siurmtjcner nordwesl Oie »lene fliegen mit dem winde. Die beiden Stationen Menenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden QrU mit gleicht^ eel neeresniveau umoertcnnrlen Luftdruck Fr.eitaa abds idlS<]ory JW *her als Gießen, den 16. November Bürger geht wählen! usw.) stehen. 3m Interesse einer einheitlichen Regelung hat der hessische Innenminister in einem Ausschreiben die Kreis- und Polizeiämter erneut auf die Rechtsprechung der Oberlandesgerichte ^°°^°N"n°nöanien Mandant ÄaDiiän '6Ä",QS pfen. Kapitän Zah, Esen ge. wird am fflnnL Beleuchtung des Fahrzeuges nicht ver- pflichtet, wenn die s.itlich« Begrenzung des Fahr. theater: „Robert Gutskard^ und „Demetrius", 15.30 bis 18 Uhr. — Verein ehem. 116er: Herbstgeneral. Versammlung, 20.15 Uhr, im Postkeller. — Lichtspiel. Oaljwert. I Dvchnmer Der« Mches tin^üd. 'Beim utben jtoei Arbri- tahlüberfchüttet. tet, bet andere muhte tte nach dem Äianfen« r ÄQrn.3n °°rlchiv - Montpellier und von 'wderersteTchnee bübersall. eine Räuberbande n Saal ein, wo 18 Per- !ssen bersammelt bien zuerst an einen eranstaltung. Sie tour» deren belehrt, all and stellten und i-nen Geld abnahmen, inte werden aus ** FremdenvorstellungimGiehener Stadttheater. Man schreibt uns: Morgen, Sonntag, 17. November, geht Ludwig Hirsch, felds Lustspiel „Die Frau, dieiedersuch t", um 18 Dhr als Fremdenvorstellung in Szene. Die Aufführung unter der Regie Peter Fassotts mit Franz Arzdorf als Bertl, der neuen jugend- lichen Salondame Marianne Mewes als Hello, Maria Koch als Gabriele, Frau Schubert-Jüngling als Goschi war einer der heitersten Theaterabende der Spielzeit. Beginn 18 Mr. Ermäßigte Preise. ** D i e Museen sind am morgigen Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet. *• Ernennung. Dem Dorstand des Forst- amts Iaegersburg, Forstmeister Eduard S e l l h e i m aus Gießen, wurde das Forstamt Seligenstadt in gleicher Diensteigenschaft mit Wirkung vom 1.November ab übertragen. **TeilweiseUnterbrechungderelek- irischen Stromlieferung. Die Leitung des Liebe"; abends 23 Uhr: Nachtoorführung J Scham". — Astoria-Lichtspiele: „Der Gaucho — Tageskalender für Sonntag. Stadt- theater: „Die Frau, die jeder sucht", 18 bis 20 Uhr. — Gießener Konzertoerein: Zweites Konzert, 17 Uhr, Universitätsgebäude. — Liebigshöhe: Großes Mili- tär-Streichkonzert, 16.15 Uhr. — Volkshochschule: Ausstellung und Vorführung von Familienspielen, 11 bis 13 Uhr. im Studentenheim, Burggraben 9. — Obst, und Gartenbauverein: Vortrag von Garten- inspektor Rentsch (Friedberg), 15.15 Uhr, im Saale des Kaufmännischen Dereinshauses. — Lichtspiel. Haus, Bahnhofstraße: „Das Grabmal einer großen Liebe", vormittags 11.15 Uhr: Kulturfilm: ,Lu den ergeben noch keine guten Cigaretten, wenn sie nicht zueinander passen und sich in ihrem Aroma vollkommen . ergänzen. DieGeschmacksharmonieistsehrwich- tig, denn die ausgeglichenste Mischung von edlen Spitzentabaken ist auch die bekömmlichste. Schneegiofeln Afrikas". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Nach der ernsten Würde des Klassikerabends (Kleist und Schiller) wird die Muse des leichteren Lustspiels im Stadttheater am Dienstag, 19. November, wieder das Elektrizitätswerks gibt im heutigen Anzclgentell bekannt, daß am morgigen Sonntag von 7 bis 14 Uhr wegen dringender Betriebsarbeiten die Stromzufuhr nach der Sonnenstraße, Brandplatz, Schulstraße und Neuen Baue unterbrochen wird. " Die älnfallversicherung in den hessischen Kommunen. Auf Grund der rcichsgcsehlichcn Rahmcnvorschriften hat der hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft sämtliche hessischen Städte und Gemeinden zu einem hessischen Dnfall-DcrsichcrungLverband für Gemeinden und Städte (öffcntl. recht!. „ Körperschaft) vereinigt. Bekanntlich waren zunächst zwei Gruppen für die Städte und für die Landgemeinden gebildet worden. Auf der ersten Mitgliederversammlung des Verbandes wurde jetzt Bürgermeister und Landtagspräsident Delp zum Vorsitzenden und Verwaltungsamtmann Strauch zum stellv. Vorsitzenden gewählt. Der Verband hat seinen Sih in Darmstadt. Die Städte Mainz, Darmstadt und Offenbach hatten seither eigene Unfallversicherungen, die aber auch in den Korn- munal-Dnfallversicherungsverband übergingen. ** Vortrag über Berufsberatung. Am Donnerstag fand der letzte diesjährig« Vortragsabend der von der Berufsbcratungsftelle des Arbeitsamts Gießen veranstalteten berufskundlichen Vortragsreihe statt, der wiederum drei interessant« Referate brachte. Betriebsleiter Ingenieur Tril- l e r (Heuchelheim) sprach über den noch wenig bekannten Beruf des Werkzeugmachers, der sehr hohe Anforderungen an den Ausübenden stellt und deshalb von dem jungen Berufsanwärter unbedingt eine übermittelmäßige Begabung fordert. Dem gelernten Werkzeugmacher find recht gute Aufstiegsmöglichkeiten gegeben, doch fei cs bei den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen zuweilen mehr anzuraten, beim Handwerk zu bleiben. Das folgende Referat von Schmiedemcister H. Haas (Annerod) behandelte den beute wenig begehrten Beruf des Schmiedes, der sich völlig mit Unrecht einer so geringen Wertschätzung erfreue, da man, wie Herr Haas aussührte, besonders auf dem Lande immer Schmiede nötig haben werde. Auch seien dem Schmied die Möglichkeiten gegeben,-in andere Berufe mit einer gewissen Leichtigkeit überzugehen. Den Schluß bildet« eine sehr ausführliche und eingehende Schilderung des Berufes des „Elektrikers", von Obermeister K. W. Schmidt (Gießen). Während die Berufszweige Elektromechaniker und Elektromaschinenbauer nur kurz gestreift wurden, ging der Referent sehr eingehend auf den sehr viel be- gehrten Beruf des Elektroinstallateurs ein. Da der Beruf sehr vielseitig ist, wird er dem Menschen, der Lust und Liebe und Eignung dazu mitbringe, auch recht viel Befriedigung geben. Gute Lichtbilder über die verschiedenen Arbeiten, die in diesem Beruf nötig sind, sowie auch solche, die auf die Gefahren dieses Berufes aufmerksam machen, ergänzten die Ausführungen des Referenten. weitere Lokalnachrichten im zweiten Blatt. un9 5ubtof|s y.',s£ to€9«n Da° . ** D i e Bekanntgabe der morgigen W a h l r e f u l t a te. Wie bei den früheren Wahlen, werden wir auch am morgigen Sonntag die Ergeb- r-if" h<-r Kommunalwablen durch Aushang an den Fenstern unseres Geschäftslokals bekanntgeben. Mit uem Eintreffen der ersten Resultate dürfte gegen 6 Uhr zu rechnen sein. ** Geänderte Abstimmungsbezirke. — Verlegung zweier Wahllokale. Auf die in unserer heutigen Ausgabe veröffentlichte Bekanntmachung der Stadtverwaltung über die Zuteilung von Straßen zu anderen Abstimmungsbezirken und die Verlegung zweier Wahllokale sei hier besonders hingewiesen. Diese Aenderun- rungen waren, wie man uns mitteUt, erforderlich, um den gesetzlichen Bestimmungen über die Größe der Stimmbezirke hinsichtlich ihrer Einwohnerzahl gerecht zu werden. Durch die starke Bautätigkeit am Kugelberg hatte der 14. Abstimmungsbezirk die für einen Stimmbezirk zulässige Einwohnerzahl weit überschritten. Außerdem waren bei der Neueinteilung des Abstimmungsbezirks — um dauernde Aenderungen zu vermeiden — noch 60 in aller Kürze beziehbare Wohnungen zu berücksichtigen. Es war daher nötig, einige Straßen abzutrennen und einem anderen Bezirk zuzuteilen, dabei wurde versucht, den hinsichtlich der staats- und reichspolitischen Arbeit. Darum sollten in Stadt und Land alle Wählerund Wählerinnen unbedingt zur Wahlurne schreiten, um durch ihre Stimmabgabe nicht nur die Entscheidung für die künftige Gestaltung der kommunalen Dinge zu beeinflussen, sondern darüber hinaus auch richtunggebend m itzuwirken an der allgemeinen Politik. Aber auch aus rein lokalpo litischen Gründen ist es unabweisbar notwen- t» t g, daß alle Wahlberechtigten ihr Stimmrecht ausüben. Cs ist doch kein ordnungsmäßiger Zustand, wenn nur etwa die Hälfte der Stimmberechtigten durch Stimmzettel- abgabe die kommunalpolitische Entwicklung der nächsten vier Jahre bestimmt, während der übrige Teil der Bevölkerung morgen daheim bleibt, aber hinterher am Biertisch oder durch alle Straßen nörgelt und kritisiert, weil die Früchte der kommunalpolitischen Arbeit ihm nicht behagen. Man muß schon sagen, daß alle diejenigen, die morgen der Wahlurne fernbleiben und dadurch die Gelegenheit zum Mitbestimmen versäumen, kein Recht haben, sich hinterher zu beklagen. Ein geflügeltes Wort sagt mit Recht: Wahltag ist Zahltag! An diesem Zahltag soll der Staatsbürger mit der Ausübung seines höchsten Rechtes, der Stimmabgabe, zu Gericht fitzen über die Arbeit der Parteien in den jetzt abtretenden Körperschaften, weiter aber fou er feinen Willen kund tun, wie er in Zukunft die öffentlichen Angelegenheiten geführt sehen will. Wer sich diesen Sinn der Wahl richtig vor Augen hält, kann wohl nicht im Zweifel darüber fein, daß das Wahl recht zugleich auch Wahlpf licht ist, und daß jeder Wahlberechtigte daraus den Schluß ziehen muß, am morgigen Sonntag unbedingt zur Wahlurne zu gehen und durch seine Stimmabgabe mitzuarbeiten im Dienste der Gesamtheit. Es sei noch darauf hingewiesen, daß in den Städten und in größeren Landgemeinden bis 18 Mr (6 Mr nachmittags), im übrigen auf dem Lande bis 17 Mr (5 Mr nachmittags) gewählt wird. Wann dürfen Kraftfahrzeuge unbeleuchtet bleiben? Line Entscheidung des hessischen Innenministers. In weiten Kreisen besteht noch immer Unklarheit darüber, unter welchen Umständen haltende Kraftfahrzeuge unbeleuchtet bleiben können, wenn « ' ! ... (‘XI I X . Samam O« 4/11 e f f An / O ZI Feld behaupten. Besonders interessant als Erst» au.führung in Süöwestdeutichland. T-as Lustspiel von Julius Derstl betitelt sich: »Scribbys Suppen sind die besten"; es ist bereits in Berlin fünfzigmal am Komödienhaus über di« Bretter gegangen und hat in Hannover und Landsberg (Warthe) bei der Erstausführung einen lebhaften Publilumserfolg gehabt. Das Stück eines deutschen Autors, der sein« Handlung in Amerika spielen läßt. — EinDortrag für die Frauenwelt findet am Montagabend im Eafß Leib statt. Es handelt sich dabei um eine Ausstellung und Vorführungen des Thalysia-Systerns am lebenden Modell. Zu dem Vortrag, der bei freiem Eintritt stattfindet, haben nur Frauen Zutritt. Interessentinnen seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. — Baugenossenschaft 1 894. Samstag, 23. November, ordentliche Hauptversammlung. Siehe heutige Anzeige. Am morgigen Sonntag werden die munalwahlen vor sich gehen, deren tung, vor allem hinsichtlich ihres Ausganges, nicht allein auf das Schicksal der Kommunen beschränkt ist. Die morgigen Wahlen sind über ihre Begrenzung auf Stadt, Kreis und Provinz hinaus zu werten als ein Maßstab dafür, wie der politische Wille der Wählerschaft seit den Reichstagswahlen im Mai vorigen Jahres sich gestaltet hat. Aus diesem neugestalteten Bilde müssen über Stadt, Kreis und Provinz hinaus für die allgemeine Politik Schlüsse gezogen toer- zeugeS und das Hintere Kennzeichen des Wagens derart beleuchtet sind, daß die Verkehrssicherheit und die polizeiliche Ueberwachung gewährleistet sind. Daten für Eonntag, 17. November Sonnenaufgang 7.20 Uhr, Sonnenuntergang 16.09 Uhr. — Mondaufgang 16.15 Uhr, Mont^ untergang 7.52 Uhr. 1768: der Buchhändler I. PH. Palm in Schorndorf geboren. Taten für Montag, 18. November. 1836: der Mediziner Cesare Lornbroso in Verona geboren; — 1863: der Dichter Richard Dehmel in Wendisch-Hermsdorf geboren. Gics;cner Wochcnmarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 210 bis 220; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 12 bis 15; Weißkraut 8 bis 10; Rotkraut 12 bis 15; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 25 bis 35; Dnter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feldsalat 100 bis 120; Tomaten 30 bis 50; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kürbes 5 bis 8; Kartoffeln 41/2 bis 5; Aepfel 10 bis 15; Dirnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Gänse 110 bis 130; Nüsse 40 bis 50; das Stück: Tauben 70 bis 90; Eier 17 bis 18; Blumenkohl 30 bis 100; Endivien 10 bis 20; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,50 bis 4; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 10 bis 12; Aepfel 8 bis 12; Dirnen 8 bis 10 Mk. Bornotizen. )WtSi „dtBtudt"1* icaussage, i darunter- vB -'Oss Wh- eben v>r°< M Mal-Ausverkauf 60" Jetzt bis 9468A Solider, kräftiges Junge I Thnoint« MW gonlOfB VS * _ L«flait Ql UVA Alta I» Solides, Conplete in allen Bureau- usw. in großer 9237V Tüchtige Stellenangebote || bote unter 9452D an unter 9452 D an I _ ’.. | Gtek. An», erb. |Empfehlungen| 111 v-i prfnhrPHPÄ vermieten. neuen Farben den cl. V.) ,p. m Gefchtt. Tüchtig., erfahrenes d. Gieti.r'lnr. 91561) 3.45 Mustern p. m Zur Reichs Porzellan-Woche Der Sonder-Ausstellung erstklassiger Große 5.60 Qualitäts - Fabrikate in 8.50 rlne p. m Tafelservicen Kaffeeservicen Teeservicen Kunstporzellane 9479A Steins» 63 Diese Steppdecken sind teils etwas vergriffen, teils nur leicht angeschmutzt Die Qualität und die Ausführung sind erstklassig. 94I3A Schr. Ang. it. 07377 an d. Gieg. 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Man fah aber aus der tun TienStaa. iT.Nov. e $ttb ie iqI ™, S-sX, rli'ä IJIIl lvble chine Turm- Miene, ich, ich es kein eile. cbote i den einer. Out h vor ■Zoz- and Kai- mel- her« c in In diesem Augenblick sprengte eine Kavalkade heran. General Grande-Maison war mit seiner Hauptmacht nachge^ückt; die Kontrahenten wurden getrennt, der General empfing Bericht, schickte den Chevalier in Arrest, schiittelle dem Hauptmann Ca- sella, hingerissen von Bewunderung, beide Hände, und vollzog am Nachmittag Punkt für Punkt die Bedingungen. Auf zwei Wagen wurden die Kanone. Gewehre, Munition, Lebensmittel und Gepäck verladen, und von einer französischen Ehrenwache eskortiert, mit einem auszeichnenden Handschreiben des Generals versehen, ruckte in der Abenddämmerung Hauptmann Casella ab nach Porto Vecchio, Pasquale Paolis Hauptquartier, von wo er sich, in der Suite seines Führers, wenige Tage später nach England einschiffte. die Verständigung mit Amerika, die Macdonald als Vertreter des „englischen Volkes", aus a uf diele Zusammenhänge zu sehen und umgekehrt in ihrem Lichte und in ihren Möglichkeiten die nächsten Aufgaben bc3_ TZoung-Plans und des deutsch-polnischen Verhältnisses anzufassen und zu lösen. Dazu muh man allerdings das Gesamtwcltbild. das sich so ergibt, übersehen und genau erkennen, um es für Deutschlands Interessen wirklich nutzbar zu machen, um aus den groben Veränderungen und Verschiebungen der weltpolitischen Struktur, die wir heute erleben, das Acuherste für Deutschland herauszuhohlen! Debatte, dah die Haager Fragen für England eigentlich schon sehr als erledigt gelten. Anderes steht im Vordergründe. Zunächst weiße Fahne wurde geschwenkt, das Turmtor knirschte und öffnete sich langsam und schwerfällig, und heraus trat mit Degen, Pistolen und einer Wurde." ~ Der Verzicht auf das Mandat im Irak wurde nicht weiter berührt und ist so vom Parlament hingenommen. Die delikateste Frage aber ist 2 n d i e n. Cs ist keine Krise daraus geworden. Alle Parteien sehen, was daran mit einem Streit der Parteien verdorben werden könnte, und so verflog schnell der Schein einer Krise. Man ist einig darin, dah Indien die Erreichung der Stel.ung eines Dominion in Aussicht gestellt wird, aber zu einem Zeitpunkt, den man nid)t bezeichnet und der in weiter Ferne gesucht wird. Erst wird der Bericht der Simon-Kommission abgcwartet. Rur dah auch hier, in der größten Reichsaufgabe, die im nächsten Iahr vor dem Parlament steht, im großen und ganzen auch der „neue Geist" anerkannt wird, von dem die Labourregierung ausgehen will. Er soll gelten für die Besitzungen im vorderen Orient, wie Mesopotamien und Aegypten. Er soll gelten (das ist nun nichts neues) auch im Verhältnis zu den Selbstver- waltungsko onicn, für die die Erklärung von 1926 auch die Grundlage der Lal ourpo.itik ist. Aber das al es ist nicht die Hauptsache, sondern das ist die innere Politik: die Arbeitslosigkeit, für die auch das Ladourkabinett kein rechtes Programm bisher zustande gebracht hat und die Kohlenkrise und natürlich der Kampf um das Budget, der im Februar beginnt. Jedoch: es drängen die auhenpolitischen Aufgaben immer wieder vor: die Vorbereitung für die Marinekonferenz, die am 20. Januar in London oder einem anderen englischen Orte beginnen soll, das Verhältnis zu Frankreich. bas Macdonalds Guildhallrede berührte, auch die ö st e r r e i ch i s ch e Frage, auf deren ernste und besorgniserregende Gefahren Hender- . fon in derselben Debatte hinwies, ilnö schließlich wieder das Verhältnis zu Amerika, das über die gewonnene Verständigung hinaus in ’ einer großen Rede Hoovers zum Waffenstill- slandstag am ll.Rovcmber wieder an einem •: triften Punkt berührt wurde. Hoover stellt die Forderung auf. daß im Kriege ? die Hungerblockade ausgeschlossen sein ? müsse und er stellt sie als einen Teil des riesen- großen englisch-amerikaniichen Problems von der I ..oreiheit der Vteere". Wieder ein Schritt vor- tPärtjl Man sieht Hoovers Gedankengang vom Kcl.ogg-Pakt zur Secobrüstungsverständigung und SM«* n Apo- jgerien akate * W M Aee- Macdonalds Kurs. Außenpolitische Umschau. Äon Dr. L-tto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. ZR. Macdonald hat vor seinem Parlament sich au- icn in ch- m. ne ae- chr an, ob. Hochschulnachrichien. Dr. Hendrik de Man in Frankfurt a. M. ist beauftragt worden, in der Wirtschafts- und sez'alwissenschaftlichen Fakultät der dortigen Uni» rcrfität vom Wintersemester ab die Sozialpsychologie und die Sczialpädagogik in Vorlesungen und Hebungen za vertreten. — Di« Ernennung des Privatdoz?nten Dr. Eduard v on I a n zum ordentlichen Professor der romanischen Philologie an der Universität Greif swald als Dachsolger von <8. Lommatzsch tft erfolgt. „aber ich kann sie im allgemeinen andeuten. Es handelt sich zunächst um die Rheinfrage." Da es mir um eine genaue Feststellung zu ist. lese ich meinen Briefwechsel mit dem Ministerpräsidenten vor. 3m Schreiben des letztern vom 9. April findet sich das Wort „beraten" : dieses Wort ließ mich glauben, es handle sich um eine Besprechung der militärischen Friedensbedingungen in meiner Gegenwart. Außerdem verlangte ich die Anfertigung eines Protokolls, damit kein zur Freiheit der Meere. Vergessen wir nicht in unseren inneren Sorgen und dem Kampf um den Voung-Plan diese großen Fragen -und Auseinandersetzungen! Sie berühren auch uns in der Weiterwirkung, in dem Verhältnis Englands zwischen Amerika und Europa. Diese Forderung der Angelsachsen lausen den deutschen Interessen durchaus gleich. Die deutsche Außenpolitik, an deren Spitze eben ein neuer Herr endgültig ernannt wurde, hat alle Veranlassung, über die nächsten Aufgaben, Voung-Plan und Polen, hin- hne irsweg 20 stücke.Conpleti a*w. in croßer Aaswahl am Lager Helmut Kirchner' Am Nihrugsberg II fcitaÄH nieni *“ ssfers SW «erb- it, mein l Lager gen-A tarnen , höE Der politische Journalist Raymond Re- couly war viel mit Foch zusammen. Die wichtigsten Unterredungen mit ihm aus der Zeit von 1919 bis 1928 hat er zur Veröffentlichung ausgezeichnet und dem Marschall vorgelegt, der sie guthieß und nur geringe Aenderungen vornahm. Uns liegt die deutsche Uebersetz-.ng vor, die unter dem Titel „V o n der Marneschlacht bis zur Ruhr" im Verlag Paul Aretz in Dresden er cheint. W.r veröffentlichen mit Genehmigung des Verlags im fo'genden ein Stück aus der langen Kapitelreihe „Drama des Friedensvertrags". insbesondere den entscheidenden Vorgang: Foch kämpste mit aller Macht für die Rheingrenze und erreichte schließlich auch, daß der M nisterrat ihn anhörte: der Crsolg war aber, daß Clemenceau ihn endgültig fallen ließ. „Am 25. April fand der berühmte M nisterrat statt, zu dem ich mir eine besondere Einladung erbeten hatte. Außer dem Präsidenten der Republik und allen Mitgliedern der Regierung waren -noch die französischen Delegierten, die nicht Minister waren, anwesend: die Herren Jules Cam- bon und Tardieu. Der General Weygand begleitete mich. Rach Eröffnung der Sitzung erklärt Herr Clä- meneeau, daß ich bereits zweimal von den Regierungshäuptern gehört worden. Ich hätte das Verlangen geäußert, vor der endgültigen Be- schlußfassuna dem M.nisterrat beigezogen zu werden. Der M.nisterprä.ident habe die Führer der verbündeten Regierungen verständigt, daß er vor dieser Sitzung dem Vertragsentwurf nicht seine formelle Billigung erteilen werde. Die Frage sei also noch offen, und er lade mich ein, mit meinen Ausführungen zu beginnen. Stets meinem Grundsatz getreu: „Worum handelt es sich eigent.ich?" er,uche ich. man* möge mir den vorläufig von den Regierungschefs angenommenen Entwurf in Gemäßheit des Schreibens des Ministerpräsidenten vom 9. April mit- teilen. Bevor ich darüber sprechen könne, müsse ich ihn zunächst kennen. Richts war loaischcr und natürlicher, das müssen Sie zugeben. Aoer Clemenceau will davon nichts wissen. Der M.nisterrat werde sich darauf beschränken. mich anzuhören. Die Beratung fei Sache der Regierung und werde in meiner Abwesenheit stattfinden. Der Präsident der Republik sei übrigens derselben Ansicht. 2n diesem Augenblick macht Poincare, der. vergessen wir es nicht, nach Pflicht und Gewissen völlig auf niemer Seite ist, die Bemerkung, er habe es nicht begriffen, daß man die vorläufig angenommene Fassung mir nicht mitgeteilt habe, damit ich meine Ansicht darüber äußern könne. „2ch habe nicht das Recht, diese Fassung bekanntzugeben", erwidert sofort Herr Clemenceau: Wort verlorengehe. Herr Clemenceau entgegnet, ein Protokoll laufe den Vorschriften des Ministerrats zuwider. Da mifcht sich der Präsident der Republik zum zweitenmal ein und gibt zu bedenken, daß es sich nicht um einen gewöhnlichen M nisterrat handle, da die Delegierten der Frieoenskonserenz zu- gegen seien. Diese Vorschrift sei also nicht unbedingt anwendbar. Demnach wird entschieden, daß der General Weygand berechtigt sei, Aufzeichnungen zu machen. Herr Clemenceau erklärt, daß er weder eine Besprechung noch Beratung in meiner Gegenwart zulasse. Sollte sie dennoch stattfinden, so würde er sich augenblicklich entfernen. Der Marschall Foch sei hier, um seine Ansicht zu äußern, nichts weiter. Hierauf geht er mit einigen Worten auf die Frage ein. Der Marschall ist der Ansicht, der Rhein müsse dauernd beseht gehalten werden. Herr Clemenceau dagegen meint, Frankreich solle in seinen alten Grenzen bleiben und sich mit dem ihm von England und Amerika angebotenen Bündnis zufriedengeben. Die Besetzung der Rheinlands sei im Prinzip als Garantie für die Zahlungen mit allmählichem Abbau aufrechtzuer- halten, und falls Deutschland säumig sei, hätte man das Recht, die frei gewordenen Gebiete wieder zu besetzen. Der Präsident der Republik ersuchte mich, meine Ansicht kundzugeben und dabei darauf Rücksicht zu nehmen, daß der Ministerrat ohne Kenntnis des Ganzen sei. Hierauf könnten mir Fragen gestellt werden. Run ergriff ich das Wort. Es ist mir unmöglich, sagte ich, den in Vorbereitung befindlichen Vertrag einer Prüfung zu unterziehen, da man es ablehnt, mich mit ihm bekannt zu machen. 2ch will also nur auf die militärischen Bedingungen eingehen, die ich stets als einen unerläßlichen Bestandteil dieses Vertrags angesehen habe. Darauf verlas ich meine Rote vom 10. 2a"uar, von welcher jedem Minister ein Exemplar übergeben worden war. Zugleich wies ich nachdrücklich auf das Gewicht hin, das der Feldmarschall Moltke stets auf den Rhein gelegt hatte, und faßte seine Ansicht in die Worte zusammen: „Zwischen Paris und Berlin ist die Entscheidung am Rhein zu suchen. Wer von den beiden Gegnern den Strom ganz allein!" Für einen jungen, ehrgeizigen Offizier ist sonderlich erhebendes Bewußtsein, an der Spitze zweier ^Regimenter zwei volle Tage lang gegen einen einzelnen Mann gekämpft zu haben: überdies besaß wohl der Chevalier wenig Sinn für Humor — kurz und gut: Scham und Wut rissen ihn zu einer Antwort hin, die er schon im nächsten Augen- blick bereute. Hauptmann Casella jedoch warf seine Flinte zu Bode und zog den Degen, entschlossen, sein Aeußerstes gegen den Beleidiger zu wagen. Der Chevalier zog gleichfalls, versuchte noch, den Streit gütlich bcizulegen, als aber nun Hauptmann Casella seinerseits eine Antwort gab, die an herab- würdigender Grobheit nichts zu wünschen übrig ließ, fiel er aus der Hauptmann parierte, und die Degen klingelten und blitzten lustig im SonnenlichL >n “o Foch verlangt die Rheingrenze. Ein dramatischer Minist rrat vom 25 April 1019. - Das Dur« El6menccau- Foch. - Oes Marschal s Forderung nach der Rheingrenze abgelehnt. Oer Turm von Nonza. Anekdote von Ernst Sander. Der Turm von Nonza, dessen schwärzlich-braune Trümmer unfern des Städtchens Pino an der kor- [iicben Westküste morschen, eins jener Bollwerke, die, im'Mittelalter zum Schutz des Landes gegen Seeräuber errichtet, des häusigeren am gebuchteten Strande dcr Insel anzutresfen sind, ist Zeuge einer Begebenheit gewesen, in welcher Heroismus und Lächerlichkeit sich auf eine nicht eben alltägliche Weise mischen. Sie geschah im Jahre 1768, diese Begebenheit, «egen Ende des großartigen, v.erhundert Jahre wahrenden Freiheitskampfes der Korsen wider Genua, ihre blutsaugerische Schirmherrin. Die Republik Ge- T.ua war alt geworden; des aufreibenden Kleinkriegs, des launischen Wechsels von Sieg und Niederlage müde, hatte sie die Insel Korsika an Frank- icid) versäht chert, und Frankreichs Uebermacht und soldatischer Zucht" gelang überraschend schnell die Niederwerfung der unter dem großen Pasquale vaoli, ihrem letzten Helden, zäh und erbittert um ihre Unabhängigkeit ringenden Inselbewohner: nach ;mei glorreichen Siegen wurden ihre bunt zusammengewürfelten, schlecht ausgerüsteten und unzu- länglich bewaffneten Milizen vernichtend geschlagen. Sie zerstreuten sich In die rauben, schwer zugänglichen Bergwälder der Insel: Pasquale Paoli gelang es, mit einer Handvoll Getreuer Porto Dec- chio zu erreichen und die kleine Hafenstadt für wenige Wochen zu halten. Die übrigen befestigten Mtze ergaben sich einer nach dem andern der die Küste entlang marschierenden französischen Armee, m der lähmenden Erkenntnis, daß alles verloren, daß weiterer Widerstand sinnlos sei. Im Turm von Nonza lag mit zwanzig Miliz- ioldaten, jungen Burschen, Knaben faft, ine kaum dcm Gewicht ihrer achtzehnpfündigen Flinten gewachsen waren, der alte Hauptmann Casella. Sie waren reichlich mit Munition und Lebensmitteln versehen, und überdies besaßen sie eine Kanone. Ohne auf ernsthaften Widerstand zu stoßen, Rotten die Franzosen das Kap von Pino besetzt: im Morgengrauen schickten sie ein Häuflein gegen den -türm vcn? Nonza vor, in der sicheren Erwartung, kmh ihr bloßes Sichnähern hinreichen würde, die Besatzung ;ur Uebergabe zu zwingen. Lebhaftes, verteufelt gut gezieltes Gewehrfeuer empfing sie und 3mang sie zurück, unter Hinterlassung mehrerer -"ter. -sie ; lagerten außer Schußweite, ratlos, um die Vorhut der Armee abzuwarten, die sie unter dem -ö er epi Des Chevalier d'Aubray wenige Marschstunden hinter sich wußten. Gegen Mittag langte sie an, zwei Regimenter stark. Ein Parlamentär wurde oorgeschickt, auf der kl \vonAdw t- Xi MiMeuiHe nittel. | EviauWnma L WW SWll 1 DU VW von öultuö vermin der Hand hat. kann stets sicher sein, den andern zu beherrschen." Dann brachte ich die Rote vom 31. Marz zur Verlesung, in der ich mich gegen bestimmte Punkte des beabsichtigten Vertrags ausgesprochen hatte. Diese Rote wurde von den Führern der verbündeten Regierungen gelesen und blieb unbeantwortet. „Das war ihr gutes Recht", sagte ich. „Daß sich die verbündeten Regierungen für diese Frage nicht interessieren, mag hingehen: aber die sranzösische Regierung darf dies nicht tun.“ Dann fügte ich noch die gewichtigen Worte hinzu: „Angesichts einer durch die Zertrümmerung Rußlands viel drohender gewordenen Lage die offene Grenze von 1914 zu behalten und ürank- reich von neuem den Verwüstungen auszusehen, die es fünf 2ahre lang zu erdulden hatte, daS wäre das Verbrechen des Vaterlandsverrats. Gegen diese Gefahr gibt es nur ein Wittel: Di- Besetzung des Rheins." Der Präsident der Republik unterbrach mich mit der Frage, ob im Falte eines Defensivbünd- nisses mit England und Amerika die sich ergebenden Sicherheiten jene am Rhein ersehen würden. 2ch erwiderte, daß mir die Bedingungen dieser Bündnisse nicht bekannt seien. Vorausgesetzt aber, sie seien noch so vorteilhaft, so würde es immer ein 2ahr wahren, bis England eine Qlrmec in Frankreich hätte. 2ch erinnerte an eine Erklärung Kitcheners, den man vor der Schlacht von Vpcrn um Truppen gebeten hatte, vom 1. Ro- vember 1914. „2m Monat August 1915“, sagte er, „werden wir 800 000 Engländer in Frankreich haben: vorher rechnen Sie auf nichts." älebri- gens werden die militärischen Verhältnisse Englands stets die gleichen bleiben: kein stehendes Heer, ein ungeheures Kolonialreich, aus dem man die Truppen zum Teil abberufen muß. Ilnö was die amerikanische Truppenmacht betrifft, so braucht sie wohl noch eine viel längere Zeit, mindestens zwei 2ahre. . Somit gelangte ich zu dem kategorischen Schluß: Die Bündnisse bieten keine der notwendigen Sicherheiten. Der Präsident der Republik fragte mich, ob Die -Neutralisierung des linken Users die Besetzung des Stromes ersehen könnte. Diese Sicherheit, erwiderte ich. ist gleich Rull zu achten, wie es bereits in der Rote vom 31. Marz angegeben ist. Von den verbündeten Regierungen finde ich es begreiflich, daß sie zunächst auf ihre eignen 2ntereffen bedacht sind. Sie werden sich für die französischen nur insoweit einsehen, als die ihrigen nicht Darunter leiDen. Heute, vor Dem Ministerrat von Frankreich, muß man Die 2nteressen Frankreichs ins Auge fassen. Untre Truppen halten diese Grenze als unumgänglich nötig für unsere Sicherheit. Sie aus Der Hand zu geben, wäre Vaterlandsverrat. Möge der Ministerrat nach seinem Gutdünken diese Verantwortung tragen. 2n meiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber gebe ich klar und bündig meine Ansicht kund: 2ch halte die Ausgabe des Rheins für unzulässig. Ein Minister, Herr Loucheur. warf hierauf die Frage auf, wie ich diese Besetzung des Rheins verstehe. „Worum handelt es sich?" antwortete ich eingedenk meines Leitspruches. , „Um sichere Verteidigungsgrundlagen? Für diesen Fall muh man die Brückenköpfe beseht halten, Um Garantien für die Bezahlung Der deutschen Schuld? Dann muß man an Der Besetzung, solange es nötig ist, festhalten uuD auch noch, bis die ®inge_ in Deutschland so weit geordnet sind, daß wir über seine Absichten beruhigt sein können. Man fragte mich, was nach meiner Meinung Frankreich tun solle, wenn es zwischen einem Bündnis und Der Rheinbesehung zu wählen hätte. Das ist, erwiderte ich, eine hochpolitische Frage. Die Verbündeten können uns doch wohl nicht als ! Feinde behandeln, weil wir feste und dauernde Dunkel. Unangefochten sind sie in ihre Heimatdörfer gelangt. Pünktlich zu der Stunde, die er selbst sich zum Antritt des Wachtdienstes befohlen hatte, schlug Hauptmann Casella die Augen auf. In der nächsten Sekunde war er sich darüber klar, daß er allein sei. Verfluchte Kerls! S.ch heimlich aus dem Staube zu machen! Hätten sie ihn wenigstens geweckt — dann würde Der Turm nicht die halbe Nacht ohne Bewachung gestanden haben. Mochten sie lausen, die jungen Schufte — er würde den Turm allein verteidigen. D.e niedergebrannten Laaerfeuer der Franzosen glommen matt im Frühdunst, ein Hornsignal scholl herüber, als Hauptmann Casella seinen Turm in Verteidigungszustand setzte. Die Kanone war geladen und gerichtet: er legte in jede Schießscharte mehrere Gewehre und erwartete den Angriff. Der ließ auf sich warten. Es ging bereits gegen Mittag, als die Franzosen zum Sturm oorrückten, wie am vorhergegangenen Tage, in ausgerichteten Linien, mit dröhnendem Marschschritt. Wieder donnerte ihnen ein Kanonenschuß entgegen und fegte eine breite Lücke in ihre Reihen, dann knallten in unregelmäßigen Abständen die Flinten. Und Die Franzosen liefen, liefen zurück, trotz des wütenden Geschreis ihrer Offiziere. Derweil lud Hauptmann Casella aufs neue seine Kanone und seine Gewehre und zündete sich mit der Lunte eine Pfeife an. Abermals näherte sich ein Parlamentär und forderte zur Uebergabe auf: in Anbetracht Des Heldenmutes der Besatzung wolle man ihr freien Abzug gewähren: die ganze Insel sei unterworfen und weiteres Blutvergießen sinnlos. Hauptmann Casella, mit wehendem Barte und verwittertem, pulverdampfgeschwärztem Gesicht auf der Zinne, rief zurück, er wolle Kriegsrat halten, und verschwand. Während er in aller Ruhe sein Mittagsmahl verzehrte, sah er durch eine Mauerlücke, wie der Unterhändler, dem die Zeit lang wurde, vom Pferde flieg und sich ins Gras streckte. Hauptmann Casella schmunzelte. Dann erschien er wieder an der Mauerbrüstung und rief hinab, die Besatzung des Turms von Nonza wolle kapitulieren unter folgenden Bedingungen: Abzug mit kriegerischen Ehren, unter Mitnahme von Artillerie und aller Bagage, wozu die Franzosen das Fuhrwerk zu stellen hätten. Der Parlamentär kehrte zur Truppe zurück. Der Chevalier d'Aubray, erbost, daß das elende Mauerwerk ihn fast zwei Tage aufgehalten hatte, aber des strikten Befehls seines Generals eingedenk, alles Blutvergießen tunlichst zu vermeiden, gestand Die Bedingungen zu. Mit wehender weißer Fahne ritt der Parlamentär wieder zum Turm eine Kompagnie und Spielleute folgten, unter dem persönlichen Befehl des Chevalier: sie formierten sich, der Präsentiergriff klirrte. Die Musik schmetterte, Die Flinte Der alte Hauptmann Casella. Der Chevalier ging ihm entgegen, beglückwünschte ihn zu seinem unD Der korsischen Truppen tapferem Widerstande, äußerte etwas belanglos Höfliches vom Kriegsglück, und bat Dann Den Hauptmann, ein wenig beiseite zu treten, Damit Die Turmbesetzung Raum zum Aufmarschieren habe. — „Die ~ besatzung?" Hauptmann Casella verzog keine „Die Besatzung des Turms von Nonza bin Turmbrüstung erschien Hauptmann Casella mit verwittertem Gesicht, wehendem Bart und blitzenden Augen. Was man wolle? — Nun, alle Festungen, alle Warttürme der Küste hätten sich ergeben; man wolle wegen Der Kapitulation des Turms von Nonza unterhandeln. — Was die übrigen getan hätten, gehe ihn nichts an; er habe keinerlei Absicht, zu unterhandeln oder zu kapitulieren... und mit einem gotteslästerlichen Fluche verschwand der Alte. Alsbald begannen Die Franzosen, sich zum Sturm anzusch'cken; Die Glieder traten an und rückten vor wie quf d-m Paradeplatze. Ein Schuß aus der Kanone des Turms riß eine gewaltige Lücke, ein zweiter ließ nicht lange auf sich warten, dann setzte Gewehrfeuer zwischen Die Stürmenden, von unsichtbaren Schützen bravourös gezielt — es half nichts, die Franzosen mußten weichen. Der Turm schien stark besetzt, man hatte Dort Artillerie unD schien zu allem entschlossen — unD so versammelte Der Chevalier D'Aubray, Der erst vor wenigen Tagen auf Korsika eingetroffen war, seine Offiziere unD hielt Kriegsrat Hauptmann Casella, der greife Verteidiger, hielt ebenfalls Kriegsrat. Eine Kanone, zwanzig Gewehre, Munition und Lebens- mittel, zwanzig junge Kerls und ein alter — damit, wetterte er, könne man sich gegen eine ganze Armee verteidigen; unD wenn es aufs Aeußerste ginge, würde man zu sterben wissen und sich in die Lust sprengen. Die Milizsoldaten nickten |chwetgend: sie kannten ihren Führer unD wußten, Daß was er jagte, nicht leeres GereDe war, sondern heiliger Entschluß. Es war ihnen nicht sonderlich wohl zumute. Hauptmann Casella teilte die Wachen ein, behielt sich selbst die gefährlichste und am meisten verantwortungsreiche vor, die ums Morgengrauen und mit dem sinkenden Tage legte er sich neben seiner Kanone zur Ruhe, fest entschlossen, fernen letzten Schlaf auf dieser Erde gehörig auszukosten. Aber es kam anders. Nicht, daß die Franzosen während der Nacht Den Turm überrumpelt hatten. Vielmehr steckten die Milizsoldaten die Kopse zusammen, und je lauter Der wackere Hauptmann Casella jchnarchte, Desto erregter rourDe ihr plustern, ihr Erwägen Des Für und Wider —; bis die noch Schwankenden überzeugt, bis alle sich einig waren, Daß gegenüber einem sicheren Heldentode ein unsicheres künftiges Leben dennoch das Ersprießlichere wäre; daß überdies die Ernte bevorstünde, wo man ihrer bedürfte, und daß es also Das Ratsamste wäre, der Entwicklung Der Dinge vorzugreisen, die Nacht zu nützen, Das französische Lager, dessen Feuer rot- lief) durch Den Ufernebel blinkten, zu umgehen und stillschweigend heimzukehren. Zu ihrer Ehre sei gesagt, daß sie es mit schlechtem Gewißen taten; aber sie lehnten ihre Gewehre an die Turmmauer, fühlten nach ihren Messern und Pistolen, steckten Lebensmittel zu sich, ließen sich dann einer nach dem andern Die Turm mauer hinab und verschwanden im nicht einer Partei, angestrebt und ein großes Stück weiter gebracht hat. Darin fand er unbedingte Zustimmung: Englands Parlament und öffentliche Meinung erkennen, wie sehr diese Regelung den englischen 2nteressen entspricht. Richt ganz so einheitlich war Die Stellung zu Rußland. Aber mit 324 gegen 199 Stimmen billigte dos Unterhaus den Regierungsantrag aus Die Wiederaufnahme Der diplomatischen Beziehungen mit Rußland. Das Blatt der Labourpartei schrieb dazu sogar, „ob es nicht möglich wäre, im Verhältnis zwischen England und Rußland eine neue Atmosphäre zu schaffen, so wie sie zwischen England und den Vereinigten Staaten geschaffen Wan auch Mhn Raten. 9159D 1 KHnüin Gießen Selteraweg 89 Hof 4291 ReparataWerkrtatl tir SdirelbmiMtiliiei aller UP bmobiiL SFSWf? DouurrSiai'' i»en, »w«> G ÄftÄ äS gssfes Moilig ihini, 9 Dir: Königsessen Stadttheater LoMtaa.i7.Nov. Äubkr Abonnement ßnmbennoriidliaii von 18 bis 21) llbr Zum lewen Me KM MM Wiel in 8 Mat von l!b. rJ Slw Garantien fordern. Sie werden ihren Interessen | gemäß handeln und werden uns. wenn diese, wie es 1914 mit England der Fall war, sie dazu veranlassen, auch ohne Bündnis unterstützen. Bündnisse haben an sich tznrner nur einen relativen Wert. Kann man denn überhaupt diese noch mcht vorhandenen Bündnisse mit der uns bereits ge- sicherten Grenzwacht am Rhein auf eine Stufe stellen? Wo sind diese Bündnisse? Was besagen sie? Wer schließt sie? Wer steht dafür ein, daß sie von den Parlamenten ratifiziert werden? Ich sehe in all dem nur, was wir aufgeben. Das allein ist sicher. Was uns aber bleibt, ist die Unsicherheit selbst. „Angenommen, die Bündnisse seien geschlossen", bemerkte einer der Minister, „ist es wohl möglich, daß England und Amerika Garantien bieten, und welche könnte man von ihnen für die Aufgabe des Rheins verlangen?" „Gar keine", erwiderte ich kurz. „Die Verteidigung Englands so gut wie Frankreichs ist am Rhein." Ich wurde gefragt, was ich unter dem Ausdruck: „Besetzung des Rheins bis auf weiteres" verstehe: was ich mir darunter vorstelle? „Es handelt sich um die Sicherheit für eine Zahlung, deren Fristen ich nicht kenne." „Rehmen wir an", fuhr der Minister fort, „es handle sich um dreißig, vierzig, fünfzig Iahre." Worauf ich entgegnete: „Wir arbeiten nicht für die Ewigkeit. Mein Plan wäre, die Besetzung so lange aufrechtzuerhalten, bis die Zahlungen geleistet seien und die Stimmung in Deutschland uns unbedingte Sicherheit biete." „Das war", sagte Foch, „diese dramatische Sitzung, in der ich, ohne mir übrigens besondere Illusionen zu machen, zum letztenmal versuchte, die Mitglieder der Regierung zu überzeugen und von der Annahme der ihnen vom Ministerpräsidenten vorgeschlagcnen Lösung abzuhalten. In meinen Antworten auf die vielfachen Fragen, von denen einige, wie z. B. die betreffs der in einem Iahre zu zahlenden dreihundert Milliarden, wirklich von verblüffender Einfalt zeugten, strebte ich nach möglichster Klarheit und Kürze." „Hoffentlich, Herr Marschall", bemerkte ich, „war es mcht der Finanzminister, der Ihnen diese närrische Frage stellte?" „Daran ist wenig gelegen", erwiderte Foch lachend. „Was sich nach meinem Abgang zutrug, kann ich Ihnen nicht genau sagen, da ich nicht dabei war. Im allgemeinen wissen Sie es, Herr Clemenceau ergriff das Wort, um seine Lösung nach Kräften zu rechtfertigen. Der Präsident der Republik ersuchte hierauf einen jeden Minister um seine Meinungsäußerung. Alle ohne Ausnahme sprachen sich für Clömenceaus Vorschlag aus. Mi ‘j; Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 16. Rovember 1929. Oie neuen Richtlinien für die Kreis- schu'ämter. Der WSN.-Dienst meldet aus Darmstadt: In der Presse hat über eine angebliche neue D i e nstau w e i s u n a für d i e K r e i s s chu l ä m te r eine lebhafte Debatte eingesetzt. Dazu wird uns von amtlicher Seite folgendes mitgeteilt: Das Kultusministerium hat zu dem Inhalt einer 'neuen Dienstanweisung noch keinerlei Stellung genommen, sonoern nur die Neubearbeitung angeregt und die Kreisschulämter zum Bericht auf- gefordrrt. Als Material und zur Erleichterung der Arbeit wurde den Kreisschulämtern ein Vorent- wurf einiger Schulmänner unterbreitet. Nach Eingang der Kreisschulamtsberichte wird sich erst das Ministerium über den Inhalt der neuen Dienstanweisung entscheiden und einen eigenen Entwurf fertigstellen. Dann erst wird Gelegenheit (ein, zu ihm Stellung zu nehmen. Zu der erörterten Frage, ob und in welcher Form künftig außer den Fachmännern auch den übrigen Mitgliedern des Kreisschulamtes, also auch Nichtlehrern, persönlich Einblick in die Schularbeiten gewährt werden soll, steht das Kultusministerium in Uebereinftimmung auch mit den Forderungen der großen Lehrerverbände auf dem Standpunkt, die Oeffentlich- teit b e r Volksschule zu sichern und die Schule nicht zu einer Standesangelegen- heit der Lehrer einschränken zu lassen. An eine Wiedereinführung der beseitigten periodischen Kreisschulkommissionen oder ähnlicher Paradeprüfungen denke keine schulbehördliche Person oder Stelle. Zum Leichensund bei Bernsfeld. Zu dem gestern gemeldeten Leichenfund bei Bernsfeld erfahren wir weiter, daß die sterblichen Lieberreste dieser männlichen Leiche als von dem 16 Iahre alten Karl Hahn aus B e r n s f e l d herrührend sestgestellt wurden. Rachdem am Donnerstagabend die Gendarmerie bereits an Ort und Stelle des Leichenfundes geweilt hatte, war gestern die Gerichtsbehörde anwesend, ferner der Oberstaatsanwalt von Gießen. Das Skelett und die Kleidungsstücke des Toten wurden in einer kanalartigen Unterführung der Landstraße Grünberg — Homberg unweit von Dernsfeld aufgefunden. Bergarbeiter der Eisensteingrube Buderus bei Bernsfeld waren dort damit beschäftigt, ein Rohr der Wasserleitung durch den Straßenkanal hindurchzulegen. Als dabei einer der Arbeiter in den Kanal hineinkroch, stieß er auf das Skelett und die Kleidungsstücke, worauf die Arbeiter den ganzen Fund unberührt ließen und die Behörde benachrichtigten. Im Laufe des gestrigen Tages wurde nun in Gegenwart der Behörden das Skelett samt den Kleidern und Schuhen geborgen. An den Kleidungsstücken wurde dann einwandfrei festgestellt, daß der Tote der oben erwähnte 16jährige Karl Hahn aus Bernsfeld war. Der junge Mensch stand in einem landwirtschaftlichen Betriebe in Hainbach in Stellung. Mitte Dezember vorigen Iahres erhielt er dort eine Vorladung zu einer Vernehmung von dem Amtsgericht Homberg a. d. Ohm. Er machte sich dann von Hainbach auf, angeblich um nach Homberg zu gehen, kam aber nicht dort an und wurde seitdem vermißt. Auf welche Weise der Iunge zu Tode gekommen ist und wie die Leiche in jenen Strahenkanal kam, ist bis zur Stunde nicht bekannt. Man fand in der Hose des Verstorbenen ein offenes Taschenmesser, an dem Flecken vorhanden sind, von denen man nicht weiß, ob sie Blut oder Rost darstellen: die gleiche Feststellung wurde auch an der Wäsche des Toten gemacht. Diese Gegenstände sollen . Aidd A? wurden 36 Gewicht v° schuß von - in< £ uni* dazu ri Laub teiliguug Gagels horte 00 » S ealsie Kl 5*$)L .LuMs' besichtigt 11 L.D-x jain- »i« !i<\J $ schädigt- 7" Esels (als Deickartsha begründet, Täter war die Dauer, durch den Ziegelhutie, nommen toi Ueberblick berg-, So heimwärts, gräflich- 4 NM , gingen am. durch, daß schossen tour § Ulrich vember touri tooche abg' Beuern picll Borträge ui Wort mit 1 sichen und 1 tragende vi christlichen durchweg st zunehmende Hörer zeic verstanden führungcn Filialort § den Dorträ, zusammen Mission gegc kann Obcröi seinen 75. Herr erfreut heit und gti )-( Ru schönen 6t: aktiven und Wännergcsc abend im 5 melt, könnt auf ein 40 Unter den lebenden 2 zwei noch ; jährige Dor Högl; II. 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Turnen, Sport und Spiel FQr den Büchertisch Aus dem Reiche der Frau Aus Natur und Technik Jugend und Hochschule Aus der Welt des Films Das Recht Im täglichen leben Zeltfragen des Mittelstandes Werktäglich Das große Heimat- und Anzeigenblatt die führende Tageszeitung in dem Gebiet zwischen Frankfurt am Main - Kassel und Koblenz-Erfurt Wöchentlich zweimal Gießener Familienbiatter Jährlich zweimal Taschenfahrplan in Heftform Wöchentlich Die Illustrierte des Gießener Anzeigers Heimat Im Bild Die Scholle Jährlich Künstlerischer Wandkalender ruhigk zu haben scheint, rechnet man auch für den hiesigem Platz mit Deckungen und Kurserholungen. Vorläufig taxiert man gestrige Abendkurse. An Kursen hör.e man Siemens 305 Geld, I-G.-Farben 182,5 Geld. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,87; London gegen Mailand 93,15; London gegen Spanien 34,65; London gegen Amsterdam 12,0875 zu 12,09; London gegen Schweiz etwa 25,16; London gegen Kabel 1,8780; London gegen Berlin 20,3950 zu 20,3975; Kabel gegen Berlin 4,1810; Tokio gegen Kabel 48,90 zu 49. Oberheffen. Landkreis Gießen. • Leihgestern, 16. Rov. Am 22. und 23. Rovember wird der hiesige Landwirtschaftliche Konsumverein I in der Wirtschaft .,Zur Krone' sein 40jähriges Bestehen feiern. Diese jahrzehntelange Wirksamkeit des Vereins ist wohl der beste Beweis dafür, daß in dieser Organisation der genossenschaftliche Gedanke schon zu früher Zeit wach wurde und sich bis auf den heutigen Tag ausgezeichnet bewährte. Der Landw. Konsumverein I kann mit Stolz darauf Hinweisen, daß er stets in hervorragender Art seinen Aufgaben nachgekommen ist. Im vori- dem Gerichtschemiker Dr. Popp in Frank- furt a. M. »je chemischen äln.ersuchu.ig übermittelt werden. Im Zusammenhang mit dem Fund wurde am Donnerstagabend in Dernsfeld eine Verhaftung vorgenommen, der Inhaftierte jedoch gestern wieder auf freien Fuß gesetzt. Die behördlichen Ermittlungen werden mit Eifer fortgesetzt. Die Leiche wurde nach Feststellung des Sachbefunds von der Staatsanwaltschaft frei- gegeben. * * * Rindermarkt in Gießen. Arn kommenden Dienstag findet hier Rindvieh- (Nutzvieh.) Markt statt. * * Dormerkungserneuerung schwer- beschädigter Bersorgungsan Wärter. Alljährlich bis zum 1. Dezember müssen Versorgungs- anwärter zur Aufrechterhaltung ihrer Bewerbung den die Bewerbungslisten führenden Behörden Kenntnis davon geben, daß sie ihre Bewerbung ausrechterhalten. Nach Mitteilung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten werden Bewerber, die dies unter- lassen, in den Bewerberlisten gestrichen. Näheres über die in Frage kommende Bestimmung des §29 der Anstellungsgrundsätze sagt ein Merkblatt, das allen Bewerbern bei der erstmaligen Bewerbung zugegangen ist. * * „23 o m kommenden Christentum". Man berichtet uns: Der erste Vortrag der angekündigten Vortragsreihe wurde von Pfarrer Pauli I (München) gehalten zum Thema: „Das Abendmahl in Vergangenheit, Gegenwart u n d Z u k u n f t". Seine Ausführungen wollten aufzeigen, daß mit der Tatsache des Abendmahls das Wesen der christlichen Kirche (Kirche im urchristlichen Sinne als übersinnlicher Leib Christi aufgefaßt) steht und fällt. Die frühen christlichen Jahrhunderte haben dies in der Feier der Messe erfahren. Der Protestantismus führte zwar in einzigartiger Weise das neuzeitliche religiöse and Kulturleben herauf; der Grund seiner Größe (die Durchführung der religiösen Freiheit des Individuums) wies aber notwendigerweise zugleich eine entscheidende Schwäche auf: der Protestantismus hatte keine kirchenbildende Kraft (wieder im urchristlichen Sinne gemeint!), sondern im Gegenteil: mit ihm kam die Spaltung der Konfessionen, die an dem Verständnis des Abendmahls ausein- andergingen (ogl. Luther und Zwingli!). Heute ist die Beziehung zum Abendmahl deswegen nur noch schwach. Eine neue Epoche der christlichen Kirche ist heute deswegen gegeben, weil die Feier eines erneuerten Abendmahls möglich ist. Heute sind Wege gangbar, auf denen es dem Menschen der Gegenwart wieder gegeben ist, sich aus einem geeinigten und spirituellen Denken haraus, das aus religiösen Kräften gespeist wird, von der real verstandenen Gegenwart Christi zu überzeugen. Die Ausführungen des Redners, die sich durch Klarheit und Besonnenheit ouszeichneten, waren aus einer ftc ken Lebensreife heraus gehalten, die am Schluß des Vortrags den ganzen Ernst der behandelten Frage verspüren ließ. — Der zweite Vortrag (von Dr. Johannes Hemleben) wird die Ausführungen durch einen naturwissenschaftlichen Ausblick ergänzen. Das Thema lautet: „Naturerkenntnis und kommendes Christentum". Berliner Börse. Berlin, 16. Aov. (WTD. Funkspruch.) Wie gestern war auch im heutigen Vormittagsverkehr die Grundtendenz freundlich, ohne daß sich nennenswertes Geschäft entwickelte. Rachdem sich an der Reuyorker Börse die Situation weiter be- noch hoch. Es kosteten: Ferkel bis zu 6 Wochen alt, 34 bis 38 Mark, 6 bis 7 Wochen alle 35 bis 43 Mk., 8 Wochen alte und ältere 44 bis 50 Mark, Läufer- schweine 50 bis 60 Mark, je Stück und Qualität Der Handel ging flott, und es wurde fast ausoer- kauft. Der Austrieb an Schafen war, wie nichts an- deres zu erwarten, noch verhältnismäßig gering, da der Schafmarkt jetzt erst wieder ins Leben gern- en worden ist. Immerhin wurden auch hier mehrere Verkäufe getätigt. An Rindvieh waren nur 15 Stück — vorzugsweise Zuchtrinder — zum Markt gebracht. Der Krämermarkt war von Verkäufern, owohl als auch Käufern überaus stark besucht. An Verkaufsständen wurden gegen das Vorjahr fast die doppelte Zahl festgestellt. Auch hier l)errschte ein geschäftiges Treiben, und da das kauflustige Publi- kum ausreichend vorhanden mar, so dürften Verkäufer und Käufer auf ihre Rechnung gekommen ein. Sämtliche Gasthäuser waren bis auf den letzten Platz besetzt. — Die hiesige Gewerbeschau wies heute 702 Besucher auf. Im ganzen wurden eit Eröffnung bis jetzt rund 2000 Besucher gezählt. 3 A11 endorf a. d. Lumda , 14. Nov. Am Dienstag begingen der Handelsmann Josef Stieb el und Ehefrau Frieda, geb. Rosenberg, von hier in seltener geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Stiebet, der noch heute seiner gewohnten Tätigkeit nachgeht, steht im 73., die Ehesrau im 77. Lebensjahr. Rabbiner Dr. Rosenberg aus Thom, der Bru- der der Frau (Stiebei, nahm nach einer zu Herzen gehenden Ansprache in der hiesigen Synagoge die Trauung vor. gck. Grohen-Duseck, 14. Rov. Im Saal« des Gastwirts Drück veranstaltete die Volkshochschule Oberhessen einen Familien- und Llnterhaltungsabend. Infolge reger Werbetätigkeit war dieser zwar gut besucht, er bracht« aber nicht den im Interesse der Sache erwünschten Erfolg. Das Orchester der Volkshochschule brachte drei Musikstücke alter Meister. Seine Dar- bictungen verdienen volles Lob. Herr H e g a r wies in einer kurzen Ansprache auf die Ziele der Volkshochschule hcn und gab die zunächst beabsichtigten Veranstaltungen bekannt. Eine Singschar aus Gießen bot einige Lieder und Tänzs aus der modernen Iugendbewegung. Herr H e - gar rezitierte drei Fabeln bzw. Märchen. Im Schlußwort gab Lehrer O r t w e i n der Hoffnung Ausdruck, daß die nun folgenden Dorträg« lebhaftes Interesse finden möchten. ch Lich, 14.Nov. Die Eheleute Philipp DB< wald und Frau, Helene geb. Dietz, feierten am letzten Mittwoch in geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar, das älteste Mitglied und älteste Ehrenmitglied des Turnvereins 1860 Lich, kann auf eine 60jährige ununterbrochene Mitgliedschaft im hiesigen Turnverein zurückblicken und war in seinen jüngeren Jahren fahr- zehntelang führend in der Vereinsarbeit tätig, vor allem als Turnwart des 23ereins. Für feine großen 23erbienfte um die Turnsache wurde der Jubilar als eines der ersten Mitglieder im Gau Hessen im Jahre 1920 mit der Ueberreichung des Ehrenbriefes des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft aus- gezeichnet. Aber auch auf anderen Gebieten war Philipp Oßwald sehr regsam. So ist er seit 30 Jahren ununterbrochen bis auf den heutigen Tag Mitglied der evang. Kirchengemeindeoertretung unserer Stadt. Auch zählt der Jubilar zu den Mitbegründern der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr und des Roth- schen Männerchors. Daß man die rastlose Tätigt:.t des Jubilars an maßgebenden Stellen dankbar zu schätzen weiß, das beweisen die vielen Ehrungen, die ihm an seinem goldenen Hochzeitsfest zu tc ( wurden. In der Feier am Nachmittag überbran ti Stiftsdechant Kahn mit einer Abordnung des K: - chenvorstandes die Glückwünsche des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeinde und überreichte als äußeres Zeichen der Wertschätzung dem Jubelpanr eine mit Bildern von Rudolf Schäfer ausge,tattc.r kostbare Bibel. Ein Glückwunschschreiben des Ober- Hirten der hessischen Landeskirche, Pralat v. Dr. Diehl, übermittelte deren Glückwünsche. 2m Namen der Stadt Lich sprach Bürgermeister Geil dem goldenen Hochzeitspaar die Glückwünsche aus. Bon den ungezählten weiteren Glückwünschen seien noch erwähnt die Glückwünsche des K re i s b i r e f t o r s des Kreises Gießen und ein Schreiben des Innenministers L e u f ch n e r, Darmstadt, der im Aus- trag der hessischen Staatsregierung gratulierte. Auch von Reichspräsident oon int) en bürg war eine Glückwunschehrenurkunde eingegangen. Der -turn» verein Lich ließ durch eine Abordnung feinem ältesten Ehrenmitglied unter Ueberreichung eines kostbaren Blumengebindes ®I“(fn.mun^cn/ Gau Hessen hatte sich der anxtte ©auoertreter, Redakteur Schneider, Butzbach, persönlich e.nge- funden. Er würdigte in längeren Ausführungen die Verdienste des Jubilars und überbrachte Me Glückwünsche des Gaues Hessen der D. T. Am Abend er- freute der Posaunenchor 2id) das Jubelpaar mit einem Ständchen. Möge dem Jubelpaar, das sich m unserer Stadt allgemeiner Beliebtheit und größter Hochachtung erfreut, im Kreise seiner Kinder und Kindeskinder ein gesegneter Lebensabend belieben |eiw Lich 15.Rov. In dieser Woche haben die kirchlichen Winter-Veranstaltungen wieder ihren Anfang genommen. Der grauen- kranz 2, der wie der andere Frauenkranz für das syrische Waisenhaus arbeitet, kommt wahrend der Vakanz der zweiten Pfarrstelle im Schloß zusammen, die Dibelstunden und der Madchen- kranz werden im Gemeindesaal gehalten, ^er erste Gemeindeabend findet am Donnerstag, 28. Rovember. statt. Missionar L a u f örant- furt, wird dabei einen indischen Missionsfilm vorsühren. _ c . , . I Langd, 15. Rov. Dieser Tage fand bet Gastwirt Ronthaler die diesjährige Generalversammlung des Männe rge f ang* Vereins .Eintracht" statt. Der Vorsitzende R. Heckmann gab in kurzm Worten einen Jahresrückblick. Sowohl die gesanglichen Leistungen des unter der bewährten Leitung genten A. Appel stehenden Vereins, als auch seine zahlenmäßige Stärke, zeigten ein befriedigendes Bild. Die durch den Dereinsrechner R. Steeg vorgelegie Iahresrechnung, $ c falls zufriedenstellend war, wurde durch Forster Büttner geprüft und in ihrer gewissenhaften Führung hervorgehcben. Für den kommenden Winter wurde die Veranstaltung eines Theaterabends und eines Balles, bei dem erstmalig die aus Mitgliedern des Vereins gebildete^unter Leitung von Dirigent Appel stehende Musikkapelle in die Öffentlichkeit treten wird, beschlossen. Vorgesehen ist ferner die Beteiligung an den Sängerfesten in Hungen (6. Iuli) und in Rodheim (20. Iuli) im nächsten Iahre. Kreis Friedberg. L Melbach, 15.Rov. Für die Gießener Studentenhilfe, die Epileptiker-Anstalt in Rieder-Ramstadt und das Elisabethcnstift in schweinen und Ferkeln war im Verhältnis zi hergehenden Märkten ein weit besserer. E 162 Stück zum Verkauf. Die Preise waren immer gen Iahre hat er seinen Mitgliedern 10 v. H. Rückvergütung gewährt, daneben ist noch ein Fonds angesammelt worden, der in besonders dringlichen Fällen im Interesse der Mitglieder Verwendung finden soll. Man darf dem Verein auch weiterhin eine gebeifjliche Aufwärtsentwicke- lung zum Besten seiner Mitglieder wünschen. 1 Watzenbor n-S einberg, 13. Rov. Am Sonntagabend, als an Luthers Geburtstag, fand im dichtbesetzten Saale „Zur Krone" in Steinberg der erste Familienaben b unserer evang. ©emeinbe für biefen Winter statt. In seinem Mittelpunkt ftanb ber sehr geschickt zusammengestellte Film „Die Wunber ber Sternenwelt, ober die Wunder rühmen des Ewigen Ehre", veranstaltet vom Landesverein für Innere Mission. Er hinterließ einen starken Eindruck und wurde in seiner Wirkung erhöht durch exakt vorgetragene ßieber des Kirchengesangoereins, die in feiner Weise auf den Inhalt der Veranstaltung abgestimmt wa- ren, sowie durch Gemeindegesänge. Eingangs- und Schlußwort sprach der Ortspfarrer. Nachmittags wurde der Film vor 120 Kindern vorgefuhrt. (X) Holzheim, 15. Rov. Währeno wir in unserem Dorje, das etwas über 1200 Einwohner zählt, im Sommer nur einige Arbeitslose hatten, beträgt deren Zahl zur Zeit 35. Es handelt sich in der Hauptsache um Maurer, Schlosser und Zimmerleute. Z Allendorf a. d. Lumda, 13.Nov. Dom prächtigsten Herbstwetter begünstigt, fand heute der diesjährige N i k e l s m a r k t statt. Wie in früheren Jahren, so übte auch diesmal der Markt wieder seine alte Anziehungskraft aus. Schon in den frühen Morgenstunden wanderten Verkäufer und Käufer unserer Stadt zu, und es setzte in den Straßen als- bald ein lebhafter Verkehr ein, der sich nach dem Eintreffen der Eisenbahnzüge und Autoomnibusse immer mehr steigerte. Bald herrschte sowohl in der Marktstraße, als auch auf dem Diehmarktplatz ein geschäftiges Treiben. Der Auftrieb an Läuferschweinen und Ferkeln war im Verhältnis zu den vor- -V., Rundfunkprogramm Connri,"Sdienst)."er-reu. Avor'^kon am 17.11.29 'yelifan'Vluütbefe. 'D Babnant: Ur. ftikber. nach 5 9' vor, die sehr gut gefiel. — Am Sonntagvormittag So urteilen unsere Kunden . noch nie ein gleiches Gefühl der Sicherheit und Überlegenheit gehabt . zu dieser Idealtype für den Selbstfahrer kann ich Sie nur beglückwünschen ... ... von meinem Wagen, seiner Leistung und Zuverlässigkeit wirklich begeistert. .. in meiner langen Fahrpraxis noch keinen Wagen gefahren, mit dem ich ohne Anstrengung und Ermüdung so große Strecken angenehm zurücklegen konnte ... PENATEN CKBME Lei Jpröder II und rauher I IciUi über Mercedes-Benz Typ „Stuttgart“ LV Tabletten Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei Rheuma.Giciit, Ischias,Gr. ppe.Nerven- und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten. Liaut notarieller Bestätigung anerkennen üb. 5000Ärzte, darunter viele bedeutende Professoren, die gute Wirkung des Togal. Ein Versuch über« »zeugt! Frag. Sie Ihr. Arzt. In all. Apoth. RM. 1.40. X, 0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet. sal. ad. 100 Arnyl > Bakteriologische Forschung und hämorrhoiden. Welche bedeutende Rolle ne Bakteriologie in der modernen Medizin spielt, zeigt die Entdeckung, daß die Darmbakterien letzten Endes die Ursache für die bekanntlich äußerst schmerzhaften und quälenden hämorrhoidalerkrankungen sind. Der wahre Wert solcher Entdeckungen tritt aber erst dann voll und ganz zutage, wenn diese zum Wohle der leidenden Menschheit brauchbar gemacyt werden können. Das ist geschehen. Das spezifisch wirkende Posterisan enthält das Gegengift gegen die Darmbakterien und bewirkt schon nach kurzer Anwendungsdauer eine wesentliche Besserung des. lästigen Leidens. Wissenschaftliche Aufklärungsschrift über Posterisan ist kostenlos in allen Apotheken erhältlich. — Originalpackung Posterisan-Salbe: RM. 1,75; — Posterisan- Zäpfchen RM. 2,65. 8772v Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 17. November. 25. Sonntag nach Trinitatis. Sladlkirchc. 9.30 Uhr: Pfarrassistcnt Schlaudraff; 11: Äinderkirche für die Matthäusgemeindc: Pfarrassistent Schlaudraff; 5: Pfarrer Becker.— Johannev- kirche. 9.30. Pfarrer Bechtolsheimer: 11: bUndct- kirche für die Lukasgemeinde, Pfarrer Bcchtols- Heimer; 5: Pfarrer Ausfeld; 8: Bibclbefprcchung im Iohannesfaal; Pfarrer Ausfcld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kindcrkirche; Pfarrer Lenz. — Elisabeth klcinkinderfchule. 9.45: Pfarrer Lic. ffinas; 10.45: Kinderkirche für die Pe« trusgemeinde; Pfarrer Lic. Waas. — Neue Aula der Universität. 11.15: Universitäts-Gottesdienst; Prof. 0. Cordier. --- Klein-Linden. 1: Kindcrgottesdienst; 1.30: Hauptgottesdienst. — Wicfcck. 9 45; 11: Kinderkirche. — Alten-vufeck. 10; 1. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Feier des hl. Abendmahls für die Jugend von Mainzlar; 1.30: Mainzlar. — Hausen- Garbenleich. 10: Garbentcich; 1: Hausen. — BJafjcn- born-Sleinberg. 1.30: Hauptgottesdienst. — Lich. 9.30: Pfarrer Staubach (Watzenborn)) 1: Kinder- gottesdienst; 2: Stiftsdechant .Kahn. — Niedet-Lef- fingen. 9.30: Stiftsdechant Kahn. Mittwoch, den 20. November. Lich. 8 Uhr: Bibelstunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 16. November. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 17. November. 26. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6 30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und sakramentalische Bruderschaftsandacht; 20: Elisa- bcthenvereinsabcnd. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich 10: hoch- amt mit Predigt. — Vidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dr. Geyer. Dr. S. Klein. Sonntag, 17. November. 7: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 10.30: .Der Lieber- gang von der Grundschule zur weiterführenden Schule". Vortrag von Stadtrat Dr. Keller. 11: Elternstunde: .Die Odenwaldschule", Dortrag von Rektor Geheb. 11.50: Dr. 3ulian Landau: Dorlesung aus eigenen Schriften. 12.10: Don Kassel: Konzert des Rundfunkorchesters. 13,10: Stunde der Jugend: Wunschstunde. 14: Stunde des Landes. 15: Don Berlin: Die drei Musketiere, ein Spiel aus romantischer Zeit mit Musik von gestern und heute. 18.15: »Fahrt nach Straßburg", Dortrag von Dr. 3acobi. 18.30: Annette Kolb liest aus eigenen, zum Teil unveröffentlichten Werken. 19: Stunde des Rhein-Mainischen Derbandes für Volksbildung: »Die Kunst des Goldmachers", Dortrag von Dr. Robert Kahn, Edenkoben. 19.30: Don Stuttgart: Aus dem Württembergischen Landestheater: »Amcl a" (ein Maskenball), Oper in drei Aufzügen von Giuseppe Derdi. 22.30: Sportnachrichten. 22.45: Don Stuttgart: Heitere Sensf-Georgi-Stunde. Tanzmusik. Lewin-Dorsch. 18.50: Senckenbergviertelstundc: ..Kletterpflanzen", Dortrag von Geh. Reg.-Ral Prof. Dr. R. Möbius. 19.05: Vortragszyklus: „Reuzeitliche Technik", Vortrag von Erich Laß- wih. 19.30: Aus dem großen Saal des Saalbaues Frankfurt a. M.: Deutsches Requiem von Drahms. 21.30: „Dichtung des Herbstes, Dichter des Herbstes", Vortrag von UniversitätSlettor Friedr. K. Roedemeyer. Donnerstag, 21. November. 12.15: Schallplattenkonzert: Unterhaltungsmusik. 15.15 bis 15.45: Stund« der Jugend: Don Lausbuben und Lausmädels. Borge.ragen von Dr. G. F. Gropp, Worms. Für Kinder vom 10. Jahre ab. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Kon'ert. 18: Dücherstunde. 18.20: Vortrag von Stadtverordneten Döbler. 18.40: Don Kassel: Stunde ter Landwirtschaftskammer Kassel: „Chemie im täglichen Leben", Vortrag von Dr. Haum. 19.30 bis 20: Von Stuttgart: Dlasmusik. 20: Aus dem großen Saal des Frankfurter Saalbaues: L e er- und Arienabend. 3an Kiepura. 22.45: Rach Stuttgart: Oesterreichischer Abend. Anschließend: Tanzmusik. Freitag, 22. November. 12.15 Uhr: Schallplattenkonzert: Aus der neuen Lehär-Operette „Das Land des Lächelns", 15.15 bis 15.45: Führung ins Berufsleben: »Die Friseuse und andere Modeberufe", Vortrag von Berufsberaterin Margrit Klüssendorf. (Für Kinder vom 12.3ahre ab.) 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 18.20: Film-Wochenschau, 18.30: Stenographischer Fortbildungskursus (Diktat von 60 Silben aufwärts). 18.50: Schachstunde. 19.10: »Wüsten und Wüstenstädte", Vortrag von Friethjof Kühn. 19.30: Mandolinenkonzert. 20: Von Stuttgart: Aus dem Festsaal der Liederhalle Stuttgart: Shmphonie- konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22: Von Stuttgart: Lustige Hans-Reimann- Stunde. 23.15: Von Stuttgart: Tanzmusik des Rundfunkorchesters. Samstag, 23. November. 11.15 bis 11.45: Schulfunk: Gegenwartsstunde, vorgetragen von Mittelschullehrer W. Klöppel: „Eine Wanderung zum Gornergrat". 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. 15.15 bis 15.45: Stunde der Fugend. Aus dem deutschen Liederkranze: Liedervorträge Frankfurter Schulen. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Eine Viertelstunde Deutsche Reichspost: ,3n welchen Fällen leistet die Deutsche Reichsdost Ersatz für die während der Beförderung beschädigten oder in Verlust geratenen Postsendungen?", Vortrag von Postinspektor Schneider. 18.15 Uhr: Esperanto-Unterricht. 18.30: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: .Sprichwörter", Vortrag von 3rma Drescher. 19: Stunde des Arbeiters: »Berufsschule", eine Unterrichtsstunde. 19.30: Don Stuttgart: Acht Kammergesänge. 20.15 bis 22: Don Stuttgart: Ehe sie berühmt wurden. Zusammengestellt von Karl Köstlin. 22.15: Bon Stuttgart: Populäres Konzert. 23.15: Tanzmusik. haften Beifall fanden. Kreis Alsfeld. Ost Alsfeld, ll.Rvv. Am Samstagabend fand im städt. Saalbau „Deutsches Haus" die zw eite Dorstellung des Gießener Stadttheaters in der diesjährigen Winterspielzeit statt. Zur Aufführung gelangte das Lustspiel „Die Frau, die jeder sucht" von Ludwig Hirschfeld. Das reizende Lustspiel mit seinem flotten Dialog und seinem frischen Humor fand den lebhaften Beifall des gutbe» setzten Hauses. D.e schauspielerischen Leistungen der Darsteller waren hervorragend. Als jugendliche Salondame stellte sich in diesem Stück Marianne Mewes dem Alsfelder Publikum T Lardenbach, 15. Nov. Der hiesige Kri egerverein eröffnete die Reihe der diesjährigen Veranstaltungen mit einem Vortrag des Herrn Hahn aus Beltershain. Der Redner machte interessante Ausführungen über feine Kriegserlebnisse bei dem kühnen Flug des Zeppelin-Luftschiffes „L 5 9" nach Afrika. Ergänzt wurden die Ausführungen durch einen Lichtbildervortrag, der in fast 100 Bildern die Bedeutung der Luftschiffe im Weltkrieg dar- stellte. Reicher und verdienter Beifall belohnte den Redner. Umrahmt wurde der Abend durch Lieder des Männergesangvereins „Eintracht", die sehr gut vorgetragen wurden und ebenfalls leb* Montag, 18. November. 12.15: Schallplattenkonzert: Puccini. 15.15 bis 15.45: Stunde der 3ugend: Vorgetragen von Lehrer Fr. Voigt: »3m Schneesturm durchs unbekannte Tibet, für Kinder vom 12.3ahre ab. 16: Hausfrauen-Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein. 17.10: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: „Wie sahen die Bibliotheken in früheren 3ahrhunder- ten aus!", Vortrag von Dr. Walter Schürmeher, Frankfurt a. M. 1850: Englische Literaturproben. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Aus dem großen Saal des Saalbaues Frankfurt a. M. drittes Montagskonzert. 21.15: Magie, eine phantastische Komödie von Gilbert Heith, Chesterton. Dienstag, 19. November. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Große Geiger. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. Vortrag von Lehrer K. Stricker: Eine unerwünschte Hausgenossin aus dem 3nsektenreich: „Die Stubenfliege". Für Kinder vom 10.3ahre ab. 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Don Kassel: „Spanien und seine Weltausstellung in Barcelona", Dortrag von Prof. Dr. Müllerburg. 18.20: Funkhochschule. 18.40: Französische Literaturproben. 18.55: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Don Stuttgart: Klassische Walzer. 20.15: Don Stuttgart: Russische Musik. 21.15: Liederabend. Friedl Kaan, Wien. 22: Gesichte. 23: Tanzmusik. Mittwoch, 20. November. 8.15 bis 9.15: Katholische Morgenfeier. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Butztags-Konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der 3ugend: „Rot- dische Balladen von Theodor Fontane", vorgetragen von Rektor K. Webthan. 16 bis 17.55: Konzert des Rundfunkorchesters: Bußtags-Kon- zert. 18: Don Mannheim: „D.e Frau im Rechtsleben", Vortrag von Frau Camilla 3eilinek, Heidelberg. 18.30: „Als Zahlme stet auf einem Tankschiff nach Schottland", Vortrag von Eugen fand dahier in der Turnhalle die feierliche lung der Gesellenbriefe durch den Ptüfungsaus- Ueberreichung der Gesellenbriefe schuh des Ortsgewerbevereirrs, durch dessenDor- durch den Prüsungsausschutz des Ortsgewerbe- sitzenden Rohrbach, für di« Gesellen der Vereins Alsfeld statt, zu der zahlreiche Gäste Schneiderinnung durch den Obermeister, Schnei- und die Vertreter der Behörden erschienen waren. 3n der einleitenden Begrüßungsansprache wies der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Gewerbelehrer Rohrbach (Alsfeld), auf die schwierige Lage des Handwerkes hin, das sich in muer ernsten Wirtschaftskrise befinde. Rur bei Leistung wirklicher Qualitätsarbeit könne sich daZ Handwerk aufrechterhalten und vor- wärtskommen. Die Heranbildung von tüchsigen Handwerksmeistern auf Grund einer guten fachlichen Ausbildung sei hierfür eine dringende Rotwendigkeit. Als Vertreter des Kreisamtes übermittelte Kreisschulrat Rausch den Prüflingen mit eindringlich mahnenden Worten für ihre weitere Fortbildung die Glückwünsche der Kreisbehörde; namens der Stadtverwaltung sprach Bürgermeister Dr. D ö l s i n g die Glückwünsche aus und wies auf die große Bedeutung der Gewerbeschulen für die Ausbildung des Handwerker- und Gewerbestandes hin. Für die Handwerkskammer und deren Rebenstelle Gießen gab Syndikus Röhr (Gießen) den jungen Handwerkern beherzigenswerte Mahnungen, sich den organisatorischen Bestrebungen des Handwerks anzuschließen, was für sie eine Existenznotwen- diAeit sei. Für den Ortsgewerbeverein sprach dessen Vorsitzender, Glasermeister Lenth (Alsfeld), und für die gewerbliche Fortbildungsschule Rektor Schindel (Alsield), den Prüflingen 1 Glückwünsche aus. Alsdann erfolgte di« Dertei- Darmstadt wurden von den Schulkindern hier insgesamt rund 35 Zentner Kartoffeln und dazu Obst und Gemüse gesammelt. Kreis Büdingen. i R i d d a, 14. Rov. Bei der von der hiesigen Jagdgesellschaft veranstalteten Treibjagd wurden 36 Hasen und 1 Fuchs, der das stattliche Gewicht von 23 Pfund aus wies, erlegt. Der Abschuß von Rehen unterblieb. Kreis Schotten. □ ßaubad), 12. Nov. Eine genußreiche Wanderung unternahm am Sonntag unter guter Beteiligung der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs. Man wanderte vorerst über den Ramsberg zur Engelburg, deren Entstehung nicht dem Mittelalter, sondern der Mitte des 16.3ahrhunderts (als gräfliches „Lusthaus") angehört. Die Anlage wurde genau besichtigt. Don hier ging es weiter durch prächtige Waldungen zum hochgelegenenW e i ck a r t s- h a i n. Die Aussicht war leider umwölkt, jedoch wurde man durch die ungemein reizvolle herbstliche Färbung der Laubwälder reichlich entschädigt. Die Sage von der Erlegung eines Esels (als vermeintlichen Hirsch) durch die Weickartshainer entstand um 1815 und ist unbegründet, wie Prof. R o « s ch e n mitteilte. Der Täter war ein ilntcrförfter, der die Schuld auf die Dauern abwälzte. Hierauf wanderte man durch den ©rünberger Stadtwald zur Oberen Ziegelhütte, wo gemeinschaftlicher Kaffeetisch genommen wurde. Hier bot Prof. R o e s ch e n einen ■Ueberblid über die Ges chichte von Grün- h e t g. Sodann ging es über Lauter wieder heimwärts. — Auf der Treibjagd in den gräflichen Waldungen wurden 3 Rehe, 4 Hasen, 1 Fuchs geschossen. Gegen 15 Rehe gingen auf. Die geringe Strecke erklärt sich dadurch, daß auf Rehe nur mit der Kugel geschossen wurde. § Ulrichstein, 15. Rov. Vom 3. bis 10. Ro- vember wurde hier eine Evangelisationswoche abgehalten. Missionar Walther von Beuern hielt an jedem 2lbend in unserer Kirche Vorträge und verkündete der Gemeinde Gottes Wort mit dem Ziel der Erneuerung des sittlichen und des Glaubenslebens, wobei der Vortragende vor allem auf eine Krä tigung des christlichen Famil.e..lebens hinaroeitete. Der durchweg starke Besuch der Abende und die stets zunehmende Aufmerksamkeit und Teilnahme der Hörer zeigten, wie Missionar Walther es verstanden hatte, mit' seinen tiefschürfenden Ausführungen die Herzen zu erwärmen. Auch im Filialort Feldkrücken wurden an zwei Abenden Vorträge gehalten. An beiden Orten wurden zusammen 101 Mk. Kollekten für die Volksmission gegeben. — Am Sonntag, 17. Rovember, kann Oberbriefträger i. R. 3ohannes Wassern seinen 7 5. Geburtstag begehen. Der alte Herr erfreut sich noch ausnehmend guter Gesundheit und großer Rüstigkeit. )—( Ruppertsburg, 10. Rov. Zu einer schönen Stiftungsfest feier hatten sich die aktiven und viele passive Mitglieder des hiesigen Männergesangvereins „Sängerbund" gestern abend im Saale des Gastwirts Schlorb versammelt, konnte doch der Verein am 9. Rovember auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken. Unter den Anwesenden befanden sich von 19 noch lebenden Mitbegründern 18. Von ihnen sind zwei noch immer Sänger, und zwar der langjährige Vorsitzende 3afob Döcher und Friedrich Högh II. Rach dem Eröffnungschor „Das Lied" begrüßte ersterer die Versammlung. Daraus hielt der derzeitige Dirigent die Festansprache. Er schilderte die große Bedeutung des Gesanges und der Gesangvereine für unser Volksleben und zeigte, welche hohe, mannigfache Ausgabe^ im Dienste der Allgemeinheit besonders die ländlichen Chöre zu erfüllen haben. Der Gesangverein „Sängerbund" ist allezeit bemüht gewesen, seiner Verpflichtung nachzukommen. Er wollte bei ernsten und heiteren Veranlassungen stets der Gemeinde dienen und hat auch dabei nicht vergessen, daß er im Dienst der Volksbildung zu wirken berufen ist. Ein Rückblick auf die Tätigkeit des Vereins berichtete von 30 öffentlichen Konzerten und Abendunterhaltungen, von mehreren Wertungs- und Diplomsingen, anderen Sängerfesten und von 22 zum teil zweitägigen Ausflügen und Wanderungen. Alle Gründer des Vereins, an deren Spitze der 1924 verstorbene, um unser Dorf sehr verdiente ehrwürdige Bürgermeister Lehr und der damalige eifrige, tüchtige Dirigent Lehrer Ludwig Schmidt, jetzt in Langen, haben den Dank der Gemeinde verdient, der ihnen durch den Redner und Pfarrer l). Ftitsch dargebracht wurde. Besonders der 36 verstorbenen und im Weltkriege gefallenen sieben Mitglieder gedachte man in würdiger Weise. An die offizielle Feier schloß sich ein gemütliches Beisammensein. Viele schöne Chöre, gemeinsam gesungene Lieder und heitere Dellamationen hielten die Anwesenden noch lange beisammen. derme'.ster Welker (Alsfeld), für d.eSchneiber- zwangsinnung durch beten Dorf itzenden Wittich (Rieder-Gemünden) und für die Prüflinge der Wagnerinnung durch deren Vorsitzenden Wagnermeister Schäfer «Alsfeld). Die schlichte, aber eindrucksvolle Seiet wurde umrahmt durch Gedichtvorträge einzelner Prüflinge und musikalische Darbietungen des stud. Zoll und Hofmann. 3m ganzen bestanden 56 Prüfling« die Gesellenprüfung. An die Feiet schloß sich eine Besichtigung der Ausstellung der Gesellenstücke und Arbeitsproben in der Turnhalle an. ou* p toi Asldvieh mty Orinta ®°ten nur u kraus sta!» [c9«n bas ?e ud)t Ä l N^lahr Ä 9 das taufiuu^k ei« 'Äx- ' SÄ teÄ ^u‘bMt, er brachte Äche erwünsch. r Volkshochschule Weister SL i£ob- Arr 4egar *aul die Ziele der M zunächst beob« . Wannt. Eine Sing, W Lieder und Tanz, adbewegung. Herr He, M bztv. Märchen. 3m ötttoein der Hoss, nun folgenden DortrS« n mochten. Eheleute Philipp oz, ü-Dieh, feierten am letzten »körperlicher Frische da» chz e i t. Der Zubilar, do» Ehrenmitglied bes Ium» f eine 60jährige ununter» hiesigen Turnverein zu. m jüngeren Fahren fahr- Vereinsarbeit tätig, vor ereins. Für feine grasten )e wurde der Jubilar als im Tau Hessen im Jahr« na des Ehrenbrieses des utschen Turnerfchaft aus- f anderen Gebieten war am. So ist er seit 30 Zahns den heutigen Zog Mil- temeindevertretung unserer ilar zu den Mitbegründern Feuerwehr und des Nolb- man die rastlose Tätigkeit -nden Stellen dankbar zu ’m bie Dielen Gfjrunocn, nen hochMscst zu k I , Nachmittag überbr-wi: äner Abordnung des w- ünsche des Mcheno°rsten- «nde und überreiche ab udols Schäfer ausgestal jwunschschle'ben des vac ndeskirche, Plakat D. - ren Glückwünsche-3m D h Bürgermeister Ge.l der bie Glückwünsche aus. * - MfiStJ» ** 6«'*" **? 3"S , Sa”|la6Ltf* 'M i chlndend »Iutn, «* rX9 * E^rMich emsf In die uns vorliegenden unzähligen Kundenbriefe geben wir stets gern Einblick! Daimler-Benz A.-G^VerkaufsteUe Giefeen, Bahnhofstrafce 90/92 ‘’ Lich 2 öS lich m rS* UI. „ M# ®Ä'’ r-^eransta ? stnoel pout. MM k »SÄ >ie ^änn^rii^' > ch?ZMlich'.n Jiu» drn z Seater' bcn. ou eines 'oM 6tan» bei ullt? .’S W* ch bai Außergewöhnlich günstige Angebote Auf nebenstehende Preise noch UURM. 4 Proz. 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November 1629 de3 OZseilschaftsvereins „FIOELIO" 1® liSlMI I uyl Tanz und Theater / Anfang 16 Uhr wäjäujblmanLV-BfÄwe Musik wird ausgeführt vo Mitgliede n der Reichsweh kapelle / Es ladet ein 9442D Der Vorstand Für gute Speisen urd Getränke ist bestens aesorpl Franz Rathenow Eine Besichtigung meiner Schaufenster während der Reichsporzellanwoche zeigt Ihnen die Reichhaltigkeit meiner Auswahl in Luxus- und Gebrauchs-Porzellan Ein Besuch meiner ausgedehnten Geschäftsräume überzeugt Sie von der Vielseitigkeit meines Angebots jegl. Art von Beschenken Kunstgewerbehaus Jul. Bach Kristall Porzellan | Kunstgewerbe 9466A Studenten-Kneipe im Cafe Leib Räucher- und Aufbewahrungsapparat Unübertroffen in Konstruktion und Qualität Feuersicheres Räuchern Kühle luftige Aufbewahrung M. Rosenthal • K" 44 90 Fabelhaft billige Preise Günstige Gelegenheit für Weihnachtsgeschenke schöne Räume mit Fechtboden Zentralheizung, separater Eingang per so ort zu vermieten. 94,90 Eignet sich auch als Wohnung. 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Im Ausschank Lauterbacher Burgbräu und Dortmunder Aktienbier. 07384 Gustav Betz undsehebWlg Air leugn' der m beM- reinr nur d fdnter fern aufhöre mermel das Se das) d- Adrehl ausgeh zu t°' übrrge dieser men vier C angczi den ö geist Star Heer memhi Militär finnige daß die ncr 6fl muffe, ' Söldner weigern eine Es ist der mit ei' heißt - . So zissern sein r cum i vbersti tlon lotmer Heeres Treibe hung ..päpstl geschal! Laterw des P wurdet Prunk tiven bunter knecht! schen ^atrij Aicl wohne Zivifche Xatilai Aufenii Bürger halb tx Dauer verläh hat, t da di ®ari römisc Bürg« lanisck -es 3 2 ö. Fort .Diel gelitten er ja meine । Er so und iva H86 T-Sltof lommci Blick und tn L "Nfi ®°yl au Nr. 270 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, 16. November 1929 Wer Hai die größte Militärmacht? Don unserem römischen L-Korresponden'.en. Rom, Rovember. Eine interessante Stadt, das läßt sich nicht leugnen. Wenn der Herr Hauptmann nicht wäre, der mit dem Privileg ausgestattet ist, ein Weib besitzen zu dürfen, könnte man sagen, es sei eine reine Männerstadt. 3a, eine Stadt, in der es nur Junggesellen gibt. Seltsam. Aber noch seltsamer mutet es an, daß diese Stadt mit Brettern vernagelt ist, als ob hier die Welt aufhöre. Ein Landsknecht fordert am Einlaß den Permesso ab. Immerhin ist auch das noch nicht das Seltsamste. Das Wunderliche besteht darin, daß diese Stadt ein Adreßbuch hat und dieses Adreßbuch eine Gleichung ausstellt, die nicht aufgeht. ES verzeichnet nämlich, um zur Sache zu kommen, 518 Einwohner, von denen übrigens die letzten beiden erst seit der Gründung dieser steinalten Reustadt aus die Welt gekommen sind und bei ihrem zarten Alter von vier Monaten noch nicht zar Militärpflicht her- angezogen werden können. Don den verbleibenden 516 Mann sind nun über d i e Hälfte geistlichen, der Re st militärischen Standes, und dennoch zahlt das versammelte Heer 95 Offiziere und 765 Mann. Da man gemeinhin nur 10 Prozent der Bevölkerung für militärdienstpflichtig rechnet, können somit scharfsinnige Mathematiler auf den Schluß kommen, daß dieser phantastische Staat zur Auffüllung seiner Effektivbestände fremde Soldaten anwerben müsse, Söldner. Der Schluß ist richtig und diese Söldner sind stolz aus ihren Dienst, ja sie verweigern zum Teil den Sold und machen sich eine Ehre daraus, denn ihr oberster Kriegsherr ist der Papst. Die seltsame Stadt, das läßt sich mit einem einfachen Kettenschluß ausrechnen, heißt Vatikanstadt. . So arithmetisch einwandfrei nun die Heeres- ziffern im Dcrhältnis zur Einwohnerzahl auch sein mögen, der auffallende Widerspruch muß cum grano salis verstanden werden. Eine- der obersten Gesetze des Datikans ist die Tradition und ihr zuliebe werden nicht nur Uniformen, sondern auch corpi armati, bewaffnete Heereslörper unterhalten, die zu dem modernen Treiben jenseits der Bretterwand leine Beziehung mehr zu haben scheinen. Wohl ist das „päpstliche Heer" als militärischer Faktor aus- geschaltet worden in dem Augenblick, als die Lateranverträge und damit der ewige Verzicht des Papstes auf zeitliche Macht unterschrieben wurden, aber es wird, wie so mancher andere Prunk in der winzigkleinen Stadt, aus dekorativen Gründen beivehalten, angefangen von der bunten, von Michelangelo entworfenen Lands- knechttracht der Schweizer bis hinauf zur spanischen Halskrause der Ehrendienst leistenden Patrizier. Richt alle Angehörigen des päpstlichen Heeres wohnen — und so erklärt sich dos Mißverhältnis zwischen Adreßbuch und Militär — in der Datikanstadt, deren strenges Gesetz nur den Aufenthalt von eingeschriebenen Bürgern zuläßt. Bürger aber wieder kann nur werden, wer innerhalb der Mauern geboren wird und nur auf die Dauer feines Aufenthalts. Wer die Vatikanstadt verläßt, wer feinen Wohnsitz im größeren Rom hat, verliert automatisch das Bürgerrecht. Und da die Robelgarde und die p ä p st l i ch e Garde, die das Gros des Heeres stellen, dem römischen Patriziat oder dem besten römischen Bürgertum angehören, werden sie vom vatikanischen Einwohneramt nicht gezählt. Etwas komplizierter ist das mit den Schweizern, die ja. wie jeder weiß, dicht bei der berühmten Bronzepsorte wohnen. Sie genießen sozusagen doppeltes Bürgerrecht und ihr Kommandant, Oberst Hirschbühl, hat auch, wie wir eingangs gesehen haben, sein eheliches Heim. Die Tätigkeit der hohen Garden ist heute natürlich nur noch eine zeremonielle. Sie geben den feierlichen Empfängen und kirchlichen Ereignissen mit der Masse ihrer Ossizierc den Glanz der schimmernden Wehr, ohne militärischen, geschweige denn kriegerischen Hintergedanken. Wohl wurden die von Pius VII. an Stelle der alten Lance spezzate und her (^avallcggeri einge- sührten Guardie Nobili früher aus den Adels- familien des Kirchenstaates rekrutiert, doch schon Benedikt XV., der Papst des großen Krieges, dehnte dieses Privileg auf den ganzen italienischen Adel aus. dachte also kaum mehr daran, sie zur ernsthaften Verteidigung des Patrimonium Petri oder vielmehr für dessen Rückeroberung einzusehen. Hauptzweck der Einrichtung war es, einer Anzahl Adeliger die Psorten zum päpstlichen Hof zu öffnen und noch heute stellt die Garde täglich eine Abteilung für das Ehrengeleit des Statthalters Christi. Ihr Kommandant hat den Rang eines Generalleutnants. Sie untersteht gegenwärtig dem Fürsten Giuseppe Aldobrandini, der im Range dem erblichen Bannerträger der heiligen römischen Kirche, Don Patrizio Patrizi M o n t o r o , vorangeht. Das Offizierkorps kennt noch zwei Generalleutnants mit dem Grade eines Brigadegenerals, neun Obersten, neun Oberstleutnants, neun Hauptleute, 21 Leutnants, 13 Unterleutnants, vier Chren- garden — kurz, ein nur aus Offizieren bestehendes, das klein st e, aber das vornehmste Heer der Welt. Zu einer solchen Standes- armee gehören natürlich Pferde und bis 1904 konnte man diese zur sichtlichen Erhöhung des Menschen so nützlichen Vierfüßler auch in den vatikanischen Marställen bewundern. Erst Pius X., der von dem malerischen Herumsprengen um seinen Wagen nichts wissen wollte, und lieber zu Fuß ging, schaffte sie ob. Der Hierarchie nach kommen nun die Schweizer, also noch vor den Palastgarden. Aus den schweizerischen Urkantonen rekrutiert, an allen Pforten und Türen des Datikans Wache haltend und nicht gerade sanft mit den Hellebarden umgehend beim Andrang des Volkes, kennt sie jeder Rompilger. Sie haben ihre Geschichte, fie haben ihren blutigen Lorbeer der bedingungslosen Treue, sie haben ihr Denkmal im Vatikan, wie die vom Louvre in Luzrrn. Es ist schon gesagt worden, daß kein Geringerer als Michelangelo ihre bunte Tracht entwarf, die allen Modernisierungsbcstrcbungen bis heute standgehalten hat: bis auf die glänzenden Harnische und den federgeschmückten Helm. Bei Kriegsausbruch und später, beim Liraschwund, kam es za kleinen Palastrevolutionen, nach der Aussöhnung des Heiligen Stuhles mit Italien witterten ängstliche Gemüter schon eine Auflösung. Alles spricht jedoch eher für eine Vermehrung des Kontingents, das jetzt aus 10 Offizieren und 110 Mann besteht, wozu wie bei allen anderen päpstlichen Waffengattungen, ein Kaplan kommt — den so manche Rompilger gerne als Cicerone betrachten. Fast ebenso stark, 100 Mann mit drei Offizieren, sind die päpstlichen Gendarmen, die and) päpstliche Carabinieri genannt werden. Das Erbe -esHerrnvonAnsietten. Vornan von J. Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Vielleicht! — Jedenfalls hat er nicht darunter gelitten, wenigstens damals nicht! Jetzt mag er ja ab und zu die Lücke fühlen, da auch meine Eltern tot sind." Er sah das schwache Dornüberneigen des Arztes und wagte eine Frage. „Halten Sie unser beider Aehnlichkeit für so überzeugend, daß ein Dritter — ich meine ein Dritter, der uns beide seit Jahren kennt, dadurch getäuscht würde?" Alsworth war nicht mitgekommen und hastete nun in Gedanken dieser Frage nach. „Ich bin nicht ganz im Bilde, Herr Baron," sagte er kopfschüttelnd. Hans Peter wiederholte. Günther hatte doch recht gehabt. Das Sprechen machte ihm größere Beschwerde, als er geglaubt hatte. Er mußte satzweise einhalten, um wieder zu Atem zu kommen. Der Arzt hatte einen raschen Blick und ein ebensolch rasches Ohr dafür und wehrte ab. „Lassen Sie mich fragen, Herr Baron. So strengt es weniger an. Sie wollen wissen, ob ein Eingeweihter, das heißt jemand, der sowohl zu Ihrem, als auch zu dem Bekanntenkreise Ihres Detters zählt, es merken würde, wenn man ihm einen Personenwechsel vorzutäuschen suchte." . r . Slaw'lchi'n Rhapsob'e" von Friebemann, bie befonbers gefiel unb mit starkem Beifall ausgenommen wurde. Der Solist des Orchesters, Herr Schwarzlose, konnte in bem Solo ..Die Perlen" von Kling sein virtuoses Können auf seinem Instrument (Trompete) zeigen. Vorzügliches boten auch die Frankfurter Künstler. Herr Fluck fang mit geschultem Bariton das Händelsche Arioso „Dank sei Dir Herr!", das Gebet der Valentia aus Gounods Oper „Margarethe" und das Trinklied aus der Oper „Hamlet" von Thomas. Herr Krengel war ihm ein dezenter, schmiegsamer Begleiter auf dem Klavier. Besonders hervorgehoben zu werden verdienen die Cellovorträge des Herrn Schneider. Sein seelenvolles Spiel wurde wirkungsvoll unterstützt durch feine Begleiterin, der man nur ein besseres Instrument gewünscht hätte. Das Hauptgewicht muß bei dem Konzert eine- Gesangvereins natürlich auf die Chöre gelegt werden. Was hier von dem „Vorwärts" geboten wurde, verdient volle Anerkennung. Die Chöre waren fein ausgearbeitet und wurden gut vorgetragen, ganz besonders gilt dies von den Männerchören. Gleich zu Anfang „Eine Wiese voll weißer Margueriten" fand eine schöne Wiedergabe: der Sttmmungsgehalt dieses schönen lyrischen Kunstchores von Heuser wurde voll ausgeschöpft, und es war erfreulich, zu sehen, mit welchem Eifer die Sänger bei der Sache waren. Allerdings verfügt der Verein auch über ein vorzügliches Stimmenmaterial, und insbesondere wären jedem Männerchor solch leichte, modulationsfähige Tenöre zu wünschen, wie sie hier vorhanden sind. Diese konnten sich besonders zeigen in dem „Spielmann" von Kraemer, der auf stürmisches Verlangen der Zuhörer wiederholt werden mußte. Daneben hatte auch das Volkslied eine Statt. Es wurde u. a. vorgetragen „Die zwei Hasen" von Othegraven, ein Liedchen, das nie feine Wirkung verfehlt. Auch die übrigen Chöre, Frauen- und gemischte Chöre, gelangen recht gut. Besonders beifällig ausgenommen wurde der Männerchor mit Orchesterbegleitung „Die Mühle im Schwarzwald" von Cilenberg: das gefällige Stück mutzte ebenfalls wiederholt werden. Der Abend kann von dem Gesangverein „Vorwärts" als ein schöner Erfolg gebucht werden. »wtrWfflunj. a'rotf' Lollar. i Sonntagabend veralt, itergesangverein hch- Reyer.Meseck) nKonzeri.das einen ifmies. Als Milwirkende länger Otto Fluck aus in), Kapellmeister Otto lavier) und ein mit ersten orchester. An Stelle des Loh konnte in letzter ■ Dom f)od)idjen Äon,er« M. (Setlift) vetpfli^tet neben Instrumentaldar- Mndtt Folge Frauen-, !, mit und ohne Seglet- öffnet wurde das Konzert ir Ouvertüre zu Goethes Beethoven. Das herrliche -isters der Töne sand eine 15 Orchester, dos im um- noch mehrfach seine gute n den Stücken „3mmor- i Lortzings", in ' Komponisten oer|lod)fen r Oper „Die Zigeunerin tarnten Stbapfobre «J s gefiel und mit irie 2er Solist M ’ % tonnte Mem Solo leit! oirtuofe^o-nnen auf n .7 .fjinffem "Bariton : aus Gounvds vp Mi 2eM« n :arbei e ;tt bie5 von den rders gine ODicle -u Anfang -®1" schone Ssäp 2 e«»= e«"81.VT«=in iefc konni^ '^mer, 6 Lfita«®..cjieeärig'’ 3t. >’'! MHZ schöner sM KD n finden tzeunz H«6am Jl$ die n.®tläuktün8'^'len .d-e Nögii^ vor. im für ^n, tooS^amm S'lind LLeil Kzettig Qviu N- °dere AusÄ?^^ Ntn fm'y und “***^** DZ: notwendig 0^ 'Ke ? »-äs”* SES ZM t^ch ein @e|QII2 ® ?°nleitung, ”9erth und ein Ser. »A. alle Ehre macht. L°umspektor Br ückel !llungskoslen ft». Diese wer. **Nn b.r Seut. y W, und der Rest b°dt. 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Peter Schäfer, Schriftsetzer Für Provinz: 1 .Theodor Schröder, Friedberg, Rechtsanwalt 2 . Ewald Brams, Gießen, Eisenbahningenieur Deutsche Demokratische Partei Unsere Stimmzettel tragen die Nummerl3 und beginnen mit den Namen: Ortenberg 943JD Stadtratswahl (Gemeinsam mit der Volksrecht-Partei) 1. Stadtschulrat Fischer 2 Rentner Chr. Reiber 3. Frau Dr. med. Marx 4. Sattlermstr. Chr. Spies Kreistagswahl 1. Rechtsanwalt Dr. Katz, Gießen 2. Maurermeister W. Harbach III., Großen'Buseck 3. Vermessungsoberinspektor Weith, Gießen 4. Gemeinderechner J. Berlin III., Londorf Provinzialtagswahl 1. Fabrikant H. Hammerschlag, Gießen 2. Steuerinsp Plaag, Bad-Nauheim 3. Fabrikdirektor Schanz, Ober' Schmitten 4. Oberamtsrichter Dr. Andrae, Vrovinziattasswahl Oie Liste des hessischen Landvnndes ist die Liste Sie beginnt mit Landtagsabgeordneter Fenchel und Landgerichtsdirektor Gchmahl-Gießen MWUsSiiW (Wirtschastspariei) Körperlich Behinderte werden auf Wunsch mii Auio zur Ausübung des Wahlrechts abgeholt. ahl-Geschäftszimmer Hotel Schütz, Telephon 3141. Daselbst.- 9475D Abends nach der Wahl Zusammenkunft der Mitglieder und Anhänger Bekanntmachung die vahlen der Stadlrals-, Kreis- und Provinziallagsmilglieder am 17. November betreffend. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß für folgende Straßen eine Aenderung hinsichtlich der Wahllokale eingetreten ist: 1- für die Straßen „An der Kaserne" ist letzt das zuständige Wahllokal im Justizgebäude, Ostanlage 15, Eingang von der Südseite, Saal im Erdgeschoß Nr. 18; 2. für die Georg-Phllipp-Gail-Strahe, Landmannslraße. Karl-Vogl-Slraße und wolsstrahe ist jetzt das zuständige Wahllokal im Stadthaus, Bergstraße Nr. 20 (früher Steins Garten), Zimmer Nr. 6, 3. das Wahllokal des 4. Abslimmungs- bezirks (seither in der Turnhalle der Schillerschule) befindet sich jetzt im Städtischen Tiefbauamt, Asterweg 25, Erdgeschoß; 4. das Wahllokal des 14. Abstimmungsbezirks (seither in der Restauration „3ur Stadt Lich") befindet sich jetzt im Verwaltungsgebäude der JJrooin- zläl-Pflegeanslalt. Licher Straße 74, Erdgeschoß. 9418C Gießen, den 16. November 1929. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Seid. ■ Metall- D a44an Stahl- Holz- Dwllvll matratzen «■ Kinderbetten,Polster,Sdilafzimmer.Chalsdongues UJ an Private, Ratenzahlung. Katalog 225 frei 385V Elsenmttbelfabrik Sahl (Th Crippen) Bekanntmachung. Dienstag, den 19. November 1929, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; sämtliches Vieh wird geg«.n Maul- und Klauep- seuche schutzgeimpft. Auftriebszeit am Markttage von 8 bis 9 Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 4. Dezember 1929 statt. 9414C Gießen, den 16. November 1929. Der Oberbürgermeister. _____________J.V.: K l i n g s p o r._____________ Bekanntmachung. Infolge Vornahme dringender Betriebsarbeiten ist am Sonntag, dem 17. November d. I., in der Zeit von 7 bis 14 Uhr die Stromlieferung für nachstehende Straßen unterbrochen: 94780 1. Sonnenstraße, 2. Brandplatz, 3. Schulstraße, 4. Neuen Bäue. Gießen, den 16. November 1929. Direktion der Städtischen Elektrizitätswerk«. Stolte. Deutsche Volkspartei Wahlbureau: Ostanlage 29, Tel. 2437. Parteifreunde, die zur Ausübung der Wahlpflicht ein Auto benötigen, wollen die obiffe Telefonnummer anrufen. 9469b Bflmioiöe herWi-WWe Sonntag, den 47. November, abends 81/, Uhr, im Hindenburg. Deutsche Volkspartei. 9429V (Christi. Volksdienst) Liste 4 für Kreis und Provinz. 9450V Geschäfts - Empfehlung! Hierdurch bringe ich zur gefl. Kenntnis, das; ich Am Kuaelderg Nr. 2 unter der ftirma Fritz Schott. Inh. M. 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Jede Provinz liot ihren ciaenen Zensor, es kommt vor, das; ein bestimmter Film in der einen Provinz verboten, in der anderen erlaubt wird, und der Kampf geht jefct um eine Zentralzensur. Kurzum: das Ratio» wole besteht lediglich darin, daß rein indische Mo» nungenl Wer in Hollywood skalieren will, muh sich Oie „Extras" von Hollywood. Von Rudolf Lothar. Tausende rmd tausende Menschen ziehen all- I jährlich nach Hollywood in der Hoffnung, dort ifhr Glück zu machen. Das Gvldgräberfieoer, das einst Kalifornien beherrschte, ist nichts im vergleich zum Filmsicber. von dem es heute ergriffen ist. Nur daß der Goldgräber tausendmal mehr Chancen hatte, als der „Extra", der es zum Star bringen will. Extra heißen drüben die Statisten. Man kaim aber die jungen Menschen, die auf diese Weise ihr Glück machen wollen nicht genug warnen, denn die Arbeit ist schrecklich, die Bezahlung schlecht und die Chancen minimal. Gewiß kommt es vor, daß dem Regisseur ein Extra auffätlt, daß er dem Statisten im nächsten Film eine kleine Rolle anvertraut und daß aus dem schlecht besoldeten Figuranten von gestern ein, Star von morgen ; sich entwickelt. An diese Gluckszusalle klammert pkf> die Hoffnung aller, die ankommen. Der Ehrgeiz eines jeden ist, bemerkt zu toerben. Aber tuie wenige werden bemerkt und wie unzählige begraben nach harter Arbeit alle ihre Hoff- Der „Vater -es indischen Films" Gespräch mit Mr. Himansu Rai. Von Georg Biesenthal. war in London. Ein junger cand. jur., der reichsten und angesehensten Familien _ — zum Studium nach Europa verfrachtet, wie so viele Landsleute aus seiner Kaste — wirft e eigenen »Filme — ich meine „Die Leuchte Asiens" ' unb das „Grabmal einer großen Liebe" U — in Europa nur deshalb so große Erfolge erz'elt, weil sie von vornherein für unseren Geschmack be- stimmt waren — oder waren sie auch in Indien von Erfolg gekrönt und dem indischen Geschmack zu- ' gonglich?" „Mein erster Film", antwortete Himansu Rai, „läuft noch heute in den Filmtheatern meines Hei- D inatlandes. Während ich an ihm arbeitete, habe ich ! überhaupt nickt daran gedacht, ihn auch für das Ausland schmackhaft zu machen. Ja, ich glaube ge- robe, daß es meine Stärke ist, niemals auch nur für einen Moment nach Hollywood ober Neubabelsberg zu schielen. Gewiß, — auch wir vom indischen Film lernen von Eurova — aber nur das Technische. Wir haben Photographen nach Deutschland geschickt, um sie die Kunst der Kamera studieren zu Iaffen — in allem Uebroen müssen wir national jein, wenn wir uns durchsetzen wollen." ________________ r Corporation wenden, von der alle Filmfabriken' ihren Bedarf an Extras beziehen. Aus dem Register der Central casting Corporation sind ungefähr 4000 Männer eingetragen etwa 7000 Frauen, 3500 Kinder, im ganten etwa 15 000 Menschen. Davon werden tag- Ich ungefähr 700 gebraucht: 500 Männer. 200 Frauen und etwa zwei Dutzend Kinder. Die anderen gehen spazieren und warten, warten. 3n dieser Vermittlungsstelle sind die registrierten Extras nach Charakter, Aussehen und Sonderheiten eingekeilt. Man kann in einer außerordentlich sorgfältig geführten Kartotyek alles finden, was an Menschenrnaierial gebraucht werden kann: Blonde. Brünette, Farbige, Charakter- sHieler (jung, mittel alt), Exoten, dicke Men- Samstag, 16. November 1929 (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Aus der Wett des Films. „Sie wissen, daß diese Motive bei mir immer aus altindifchcn Legenden stammten. Das Bildhaft- Machen solcher Legenden ergreift unser Piiblilum mehr als jeder andere Stoff, weil die Legende noch heute mit dem Leben des Volkes aufs Innigste verknüpft ist. So will ich als Nächstes „V a f a n t a - Jena" verfilmen, das ja auch bei Ihnen in Deutschland durch die Bühne bekannt ist. Ich greife dabei auf die erste Fassung im Sanskrit zurück, die noch den Titel „Mricha-Katik" führt — rechne auch hier wieder auf die erprobte Hilfe meines Regisseurs Franz Osten und des Kameramannes Schünemann — die beiden einzigen Ausländer meines Ensembles: Deutsche." „S chi cksa l s w ü rse l", den Film, der setzt von mir in Deutschland läuft, habe ich ebenfalls unserem Legendenschatz entnommen. Wir haben ihn gedreht in denselben Palästen, in denen die Legende spielt — unb mit denselben Requisiten, von denen sie er» zählt. Wir lassen Elefanten auftreten, die mit Edelsteinen behängt sind im Werte von vielen Hundert- tausenden von Mark, zum Zeichen der Anerkennung haben uns die Maharadschahs diese Kostbarkeiten zur Verfügung gestellt. Ueberhaupt möchte ich bcto= I nen, daß in unseren Filmen alles „echt" ist: von i der Szenerie bis zur Beleuchtung. Bei unserem I Ueberfluß an den herrlichsten alten Bauten sind wir in der glücklichen Lage, keine Atelicrbauien und keine Kulissen zu benötigen — und lächerlich wäre es, unter der indischen Sonne, Jupiterlampen auf» flammen zu lassen. Unsere Schauspieler sind ungeschminkt — unb unsere Komparserie ist das Volk, wie es lacht und weint." „Mit solchen Motiven und solchen Mitteln haben wir es erreicht, daß der Film, der noch vor fünf Jahren zu Beginn meiner Tätigkeit abgelchnt oder gar bekämpft wurde, sich heute de Herzen unseres Volkes erobert hat. Bei unseren Manuskripten bedeutet diese Filmarbeit kulturelle Mission: Erziehung auch der untersten Massen durch die Kunst, durch wirkliche Volkskunst. Jetzt werden wir versuchen, auch de Analphabeten ins Kino zu bringen — der Sprschsilm wird uns dabei helfen und ist deshalb für Indien von größter Bedeutung: gerade als ich vor einigen Wochen Bombay verließ, wurde dort mit den Aufnahmen zum ersten indischen Tonfilm begonnen. Wir werden hierbei dieselben Schwierigkeiten haben wie Europa — denn wir haben ein noch größeres Sprachgewirr — und wir werden erneut Gelegenheit haben zum Lernen: von Europa." Vom sprechenden Film. Von Karl Ammon. Rachdruck verboten 1 Es ist noch in Irischer Erinnerung, daß vor nicht allzulanger Zeit in Berlin ein Filmkrieg wütete, in dem sich die Pa ck eien wegen ihrer Pat?r.tstr iti k cken g-gensutig tie Torstellungen durch gerichtliche Verfügungen verboten— o t im letzten Augsnblick, wenn die Zuschauer schon anwesend waren. Wie aber jeder Krieg einmal ein Ende hat, so hat man auch auf diesem daß die Trompet' schon bläst, eh' sie der Trompeter ang seht h t und daß dec Schuh erst nach dem Absehen des Gewehres knallt. Ulan kann aber auch die Töne in elektrische Stromschwankungen umsetzen und diese entweder einer Lichtquelle — beispielswei e einer Glimmlampe — aufdrücken, oder man kann in den Weg des Lichtes ein mit den Tonschwankungen auf eie.Irischem Wege gesteuertes Hindernis einbauen, so Bild 3. Lichtspielsaal. Links oben Vorführungsgerät, links unten Maschinensatz. Rechts die Leinwand mit dem Mikrophon dah.nter. Gebiete Frieden geschlossen: Die Klangsilm- gesell chaft macht die Apparat? unb vertreibt sie, das Tonbildsyndikat erzeugt die Filme. Damit haben die Pat nistreit gkeiten aufg hört. und es können nun Apparate nach allen den beiden Parteien gehörenden Patenten gebaut werden. Den Dorteil davon haben neben den Gesellschaften die Lichtspielbefucher. Es gibt die verschiedensten Verfahren zur Herstellung von Tonfilmen: Man kann z. B. die Töne mit einer Sprechmaschine und gleichzeitig die Bilder dazu mit einer Filmkammer aufnehmen. Dieses Verfahren ist das älteste, und die Schwierigkeiten, die anfangs in bezug auf den Gleichlauf von Film und Grammophon bei der Wiedergabe bestanden, können heute als ziemlich überwunden gelten; es kommt nicht mehr vor, daß man ebenfalls Lichtschwankungen erhalt. Ein solches Hindernis ist beispielsweise eine Kerr- zelle, wie sie auch in der Dildtelegraphie und beim Fernsehen verwendet wird: Zwischen zwei Kondensatorplatten befindet sich Ritrobenzol, durch das ein mit Kalkspat einebenig gemachter Lichtstrahl hindurchfällt; je nach der Ladung der Kondensatorplalten laßt das Ritrobonzol mehr ober weniger Licht hinburch. Das schwankenbe Licht kann man nun auf einem gleichmäßig durch den Lichtstrahl bewegten Filmstreifen festhalten. In der ersten Zeck mußte man dazu den Firmstrcifen breiter machen. Reucrdings aber hat man das Bild etwas verschmälert und so zwischen ihm und der linken Lochung einen Streifen gewonnen, auf dem die Töne in Gestalt kurzer wagerechter Striche Platz finden (Bild 1 und 2). Die Tonhöhe wird dabei durch die Aufeinanderfolge der Striche, die Lautstärle entweder durch mehr oder minder große Verschiedenhckt ihrer Länge oder durch ihre Färbung auägcörült. Die Klangsilmgesellschaft wendet das zulel,t genannte Verfahren an. Ton unb Bild werden gleichzeitig ausgenommen, indem im Aujnahmcraum - ober auch im Freien— ein Mikrophon ober mehrere Mikrophone ausgcst llt werden. Der Bildstreifen wird in der beim stummen Film üblichen Weise im Aufnahmeraum gedreht, der Ton aber in einem Rebcnraum, in den vom Mikrophon eine Doppelleitung führt, auf einen b.fon.ercn Streifen gebracht. Rachher werden die beiden Filmstreifen auf einen gemeinsamen Film kopiert, und zwar o o c c c O o c c ol d Q o o c o 0 D 0 Z. o c o ‘ D O 9 _ o ’ o 9 o 9 o o o o o o ' o o o _ o ‘ o o o o ’ o o o Bild 1 Bild 2 Links Streifen für den stummen Film, rechts Tonfilmstreifen. Man si.ht den Ton im Bild 2 rechts neben der linken Lochung. so, daß der zu einem Bild gehörende Ton um 19 Bilder nacheilt. Dies ist deshalb nötig, weil sich ja die Bilder bei der Wiedergabe bei den meisten Wiedergabeapparaten ruckweise am Bildfenster vorbcibewegen müssen — beim Tonfilm haben sich die Industrien aller Länder auf 24 Bilder in der Sekunde geeinigt, also auf P/2mal soviel wie beim stummen Film —, während der Film bei der Abnahme des Tones ganz gleichmäßig laufen muß. Die Wiedergabe dieser Tonfilme geschieht genau wie die stummer Filme, nur wird der Tonstreisen in 19 Bildern Abstand vorher von einem Lichtstrahl durchleuchtet; dieser Strahl fällt auf eine lichtempfindliche Zelle, die ihn nun in Stromschwankungen umseht. Die Stromschwankungen werden einem Lautsprecher hinter der Leinwand zugesührt (Bild 3) und so hörbar gemacht. Ratürlich werden die Ströme sowohl bei der Ausnahme wie bei der Wiedergabe verstärkt, und zwar genau in derselben Weise wie beim Rundfunkempsang. Der Technisch-Literarischen Gesellschaft wurde kürzlich Gelegenheit geboten, die Wiedergabe und die Ausnahme von Klangfilmen im Stu- bienatclier und Versuchslaboratorium der Klangfilmgesellschast in Berlin-Reinickendorf zu sehen. Es ist erstaunlich, welche mv geheuren Fortschritt? in der letzten Zeit auf dem Gebiete des Klangsilms gemacht worden sind — nur das S der Sprache trotzt noch allen Bemühungen: Cs will nicht recht herauskommen. Die Übereinstimmung von Bild und Ton ist vollkommen. Ausgenommen wurde ein Klangfilm, in dem ein Künstler in vollendeter Weise die singende Säge zu Klavierbegleitung spielte. Die Säge ist zwar keine Säge, sondern ein zahnloses Stahlband von etwa Armlänge, das mit seinem breiteren Ende in einen Holzklotz eingespannt ist. Den Holzklotz klemmt dcr Spieler zwischen die Schenkel unb biegt das Stahlband nach links. Mit der rechten Hand streicht er dieDand- fante mit einem Geigenbogen. 3e weiter er das freie Ende des Bandes abwärts biegt, desto höher wird der einer klagenden menschlichen Stimme ähnliche Ton. Dieser Ton ist für den Lautsprecher besonders geeignet. Aber auch das Klavier kommt sehr gut heraus, und seiner Wiedergabe hastet nicht mehr der Klang des Holzilaviers an, den wir aus den Anfängen des Rundfunks nur zu gut k'nnen. schen, dünne Menschen. Fechter, Eisläufer, Juden. romanische Menschen (jung, mittel, alt) Langhaarige. Verkümmerte. Plafllker. Schwimmer, Chinesen, Cowboys, Zahnlose, Geheimnisvolle, ilni.ormträgcr, Kellner, Spieler. Gendarmen Hindus. Indianer, Jockey i Maskenmacher (d. h. solche, die sich gute Maske machen können), Mexikaner. Mu ifec, Akrobaten Tier- darsteller, Kahlköpfige, Bärtige usw. Ratur- lich gibt es auch unter den Bärtigen Spezialisten: Kinnbart. Kaiserbart, großer Schnurr- bart langst Bart, Patrarchenbart, Judenbart. Ziegenbart, das alles ist zu haben. Der Regisseur telephoniert an die Agentur, sagt feinen Bedarf an und bekommt alles pünktlich geliefert. Der Laie wird vielleicht verwundert fragen. warum man z. B. Bartfornzen in natura sucht da ja jeder Bart sich künstlich machen läßt. Aber die Ratur ist immer besser als die beste Maske. Unb warum soll man sich b:e Mühe geben. Maske zu machen, wenn man alles echt haben kann? Wenn der Extra Glück hat und engagiert wird, bekommt er sechs biZ zehn Dollar pro urag. Aber kaum einer unter 5030 verdient 25 Dollar die Woche. Ich will hier gleich etwas bemerken, was für die Beurteilung aller amerikanischen Verhältnisfe von Wichtigkeit ist: daß 25 Dollar zwar bei uns 103 Mark bedeuten, aber drüben höchstens die Kaufkraft von 50 Mark haben. Ein gut beschäftigter Extra verdient 20 Dollar die Woche, aber die meisten bringen es nicht über 10 Dollar. Die allerbesten Gesellschaftsdamen. bildschöne Mädchen mit eigenen. oft kostbaren und geschmackvollen Tollsten bringen es höchstens rm Durchschnitt zu 40 Dollar im Monat. Unb dafür müssen sie. wenn sie arbeiten, von acht Uhr morgens bis 8 Uhr abends auf dem Posten sein. Wenn sie arbeiten, betrachten sie das als großen Glückst all, denn jeder Arbeitstag birgt ja die unerhörte Chance in sich, aus dem Meer der Extras aufzutauchen und in die Reihe der Prominenten aufgenommen zu werden. Unb weil dies vorgckommen ist, und immer wieder Vorkommen kann, ist jeder Extra ein leidenschaftlicher Phantast, der unerschütterlich an seine Zukunft glaubt. In früheren Jahren, noch, als ich vor drei Jahren z im erstenmal in Hollywood war, konnte man die Extras in den verschiedensten Kostümen wiederholt auf der Straße und in Restaurants treffen. In der Lunchpaufe dachte keiner daran, sich abzuschminken und umzuziehen, sondern jeder lies so, wie er war, über die Gasse ins Lunch- lokal. Ein Wallensteiner mit Pfundssporen und wehendem Federbusch am breiten Hut sprang auf die Tramway auf. Rokokodamen trippelten über den Fahrweg, Sansculotten sahen reihenweise in einer Dar, Römer in weißer Toga fuhren im Auto vorbei. In sehr vielen Restaurants hingen sogar Tafeln aus: „Schauspieler in Kostüm und Maske willkommen." Jetzt sieht man kaum mehr kostümierte Extras auf der Straße. Alle Studios haben ihre eigenen Kantinen, wo man gut und billig essen kann. Und bei Freiaufnahmen wird sehr oft der Lunch in hübschen Pappkörbchen an die Extras gratis verteilt. L u b i t s ch dreht den Einzug des Erbprinzen in Karlstadt. „Hinter der Front" kampieren schwere Reiter in blitzenden Kürassen, die Musikkapelle wartet auf das Zeichen zum Einzug, die Hofkalesche, in der der Prinz und feine Braut sitzen, ist bereit. Und längs der Straße stehen die Berge von sauberen, weißen Pappschachteln: der Lunch für alle Beteiligten. Ich kann es mir nicht versagen, bei dieser Gelegenheit eine kleine Geschichte zu erzählen, die von einem Zufallswunder handelt. Der Wagen der Fürstlichkeiten soll durch ein großes Tor fahren. Es ist ein mächtiges Stadttor, von einem Turm gekrönt, von dessen Zinnen die Fahnen lustig flattern, Lubiisch als Generalissimus inspiziert jede Kleinigkeit. Auf die dunkle Innenwand des Tores muh ein heller Fleck. Ratürlich gibt es am Hochzeitsabend des jungen Paares Festvorstellung im Hoftheater. Er ruft also einen seiner Getreuen, diesmal ist es der Maler Ali Huber, und sagt: »Kleben Sie mir mal da einen Theaterzettel an!“ In einem Studio gibt es alles. Makulatur nach jedermanns Geschmack, Zeitungen in allen Spra- . chen, Theaterzettel in allen Formaten, kurzum alles, was es auf dem Gebiete gedruckten Pa- pieres nur geben kann. Weiß der Teufel, wo in Europa diese Makulatur aufgetauft wird. Ali Huber gibt also diesen Befehl weiter. Es dauert nicht lange und es wird ihm ein schöner Theaterzettel gebracht, der sofort mit Kleister an die Mauer geklebt wird. Ich bin neugierig und komme heran, um zu sehen, was denn als Festvorstellung im Hofcheater zu Karlstadt zu Ehren der Jungvermählten gegeben werden soll. Und was seh ich? Cs ist ein deutscher Zettel mit einem Stück von mir. Ich habe natürli-h nicht versäumt, mich bei Lubitsch zu bedanken für diese grenzenlose Aufmerksamkeit, deren Zartgefühl schon iirs Märchenhafte geht. Lubitsch, der immer zu jedem Scherz bereit ist, beeilt sich zu erwidern: „So wird eben jeder europäische Dramatiker in Hollywood geehrt!" Aber ich wollte ja nicht von einem Theaterzettel sprechen, sondern von Extras. Alle die Männer, Frauen und Kinder, die die Straße ein» säumten, die Kürassiere hoch zu Roh, die Musikbande mit dem Tambour, alle haben ganz deutsche Gesichter. Die Kürassiere sehen aus wie echte deutsche Reiter, die Männer und Frauen wie urechte Bewohner von Karlstadt, und alles ist Ratur und nicht etwa Kunst der Maske. Man kann eben in der Central casting Corporation alles finden, was man will. Deutsche Kleinstädter und deutsche Soldaten, Weltdamen so gut wie Apachen, Arbeiter und Kavaliere, den Mob und die Creme jeder Großstadt und eines jeden Landes. Rirgends in der Welt ist ein so differenziertes Menschenmaterial vorhanden. Dieses Menschenmaterial erneuert sich fortwährend. Der Zustrom nach Hollywood hört nicht auf. Keine Warnung nutzt, keine Schilderung der schlechten Chancen. Jeder glaubt, daß er, gerade er, oder sie. gerade sie. dazu berufen ist, ein Star zu werden. Die Extras von Hollywood sind eine Armee von unerschütterlichen, fanatischen Optimisten. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten zur Aufzeichnung des Tones. So kann man ihn z. D. auch auf ein laufendes Stahlband bringen, indem man dieses den Tonschwankungen entsprechend fortlaufend in wechselnder Stärke magnetisiert. Diese Erfindung ist schon etwa 30 Oahre alt und stammt von dem Dänen Poulsen: sie konnte sich damals nicht durchsetzen, obwohl die Wiedergabe sehr gut und frei von Rebengeräuschen war: sie war aber zu leise. Seitdem ist nun der Verstärker erfunden, und es ist nicht ausgeschlossen, daß man einmal darauf zurückkommen wird, weil das Verfahren sehr viele gute Seiten hat. Mich stört es noch etwas, dah der Ton nicht immer genau aus der Bildstelle herauskommt, wo er dem Bilde nach Herkommen mühte. Das Ohr ist dagegen sehr empfindlich, da man schon eine Richtungsabwrichung von etwa 3 Grad bemerkt: es gibt sogar For eher auf diesem Gebiet, die schon 1 Grad Abweichung für bemerkbar halten. Es stört auch, dah der Laut'precher dem Zuhörer zugewendet ist, wenn jemand im Bilde nach der Seite spricht: auch diesen Mangel empfindet das Ohr sehr stark. Wenn also auch schon grohe Fortschritte gemacht worden sind, so gibt es für das Forschungslaboratorium noch allerhand Rüsse zu knacken.darunter solche.die wie die vorstehend geschilderten Aufgaben eine recht harte Schale haben. Es ist aber auf dem Gebiete des Klangfilms schon so viel Hervorragendes geschaffen worden, dah wir auch auf weitere Verbesserungen hoffen dürfen, die dereinst in Verbindung mit dem bunten und körperlich wirkenden Laufbild die Wirklichkeit in der Vollendung vortäuschen werden. Wirtschaft. Oie Entwicklung der Goldbestände der Welt. Am 30. Juni 1929 hatten sich die G o l d b e - stände der Rotenbanken Europas auf 19 204 Millionen Reichsmark, der Goldstock der Vereinigten Staaten von Amerika auf 18 154 Mill. RM. gestellt. Im dritten Vierteljahr 1929 haben sich die Goldvorräte beider Gebiete beträchtlich erhöht. Die Goldbestände Europas beliefen sich, laut „Wirtschaft und Statistik", am 30. September auf 19 651 Mill. Reichsmark, das bedeutet einen Zuwachs von rund 450 Mill. RM. im dritten Vierteljahr bzw. eine Erhöhung um 106 Mill. RM. im Laufe des September. Dabei hat sich der Anteil der wichtigsten Roienbanken an dem gesamten Gold- vorrat Europas erheblich verschoben. Die Bank von Frankreich erhöhte ihre Goldreserven um rund 460 Mill. RM. auf 6483 Mill. RM.; zum gröheren Teil stammen diese Golderwerbungen aus Beständen der Bank von England. Diese verlor im ganzen rund 550 Mill. Reichsmark. Darüber hinaus gingen erhebliche Goldbeträge über den freien englischen Goldmarkt, der das neugewonnene südafrikanische Gold aufnimmt, an europäische Rotenbanken und an die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Goldbestände der Deutschen Reichsban. stiegen im dritten Vierteljahr um rund 300 Millionen RM. auf 2278 Mill. RM. Bemerkenswert ist das Anwachsen des Goldfonds der Russischen Staatsbank, der sich um rund 162 Mill. RM. bzw. um 41 v. H. erhöhte. Zum erheblichen Teile waren es jedoch Goldbestände, die 1928 nach den Vereinigten Staaten versandt worden waren, dort aus politischen Gründen einer Annahmesperre unterlegen hatten und nunmehr rückverschifft wurden. Der Goldstock der Vereinigten Staaten von Amerika ist um rund 210 Mill. RM. auf 18 365 Mill. RM. angewachsen, sie liegen damit um 1286,1 Mill. RM. unter den gesamten Goldbeständen Europas. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. In der neuen Woche zeichnete sich die Börse durch besondere Lustlosigkeit und Zurückhaltung aus. Das Geschäft bewegte sich in den denkbar engsten Grenzen, da erstens Aufträge fast nie eingelaufen waren und zweitens fast jegliche Anregung fehlte. War jedoch ein günstiger Moment vorhanden, so konnte dieser infolge der pessimistischen Veranlagung der Börsenbesucher fast gar keinen Eindruck machen. Man hatte in früherer Zeit immer die schwierigen internationalen Geldmarktverhältnisse als geschäftshindernd empfunden. Iedoch als eine merkliche Geldverflüssigung eintrat, hervorgerufen durch die Diskontsenkungen an allen Börsenplätzen der Welt, war von einer Geschäftsbelebung auch nichts zu bemerken. Die Llmsähe schrumpften vielmehr immer mehr zusammen, so daß das Geschäft zeitweise fast völlig stagnierte. Als Hauptgrund für die allgemeine Unlust und Schwäche war in erster Linie die immer noch anhaltende Krise an derReuhorkerBörse zu betrachten. Die gewaltigen Kursstürze, die drüben eintraten, konnten selbstverständlich nicht ohne Einfluß auf die europäischen Märkte bleiben Man befürchtete, daß hierdurch veranlaßt, eine gewisse Panik in ollen Wirtschaftskrisen auftreten würde. Der deutsche Markt blieb aber im allgemeinen hiervon verschont, obwohl die Bedeutung der Krise nicht verkannt werden darf. Aber auf der anderen Seite knüpft man hieran wieder die Hoffnung, dah vor allem das deutsche Kapital sich wieder stärker an den heimischen Märkten beteiligen wird, zumal nach dem gewaltigen Kurssturz in Amerika die Bentz orker Börse für einen besonderen Gewinn keine Chance mehr bieten dürfte. Auch rechnet man damit, daß sich die Verhältnisse in dieser Beziehung in' Deutschland bessern dürften, da im Grundton der deutschen Börsen eine gewisse Widerstandsfähigkeit und Gesundung nicht zu verkennen ist. Ferner dürfte der niedrige Kursstand der deutschen Aktien, die im Ausland ein besonderes Ansehen genießen, einen gewissen Anreiz bieten. 5>iefe Meinung ist überwiegend vorherrschend, aber trotzdem wurde jede Anstrengung, eine Geschäftsbelebung herbeizuführen, im Keime erstickt, da wieder zwischendurch eintreffende ungünstige Faktoren einen deprimierenden Eindruck machten. Die Spekulation, die in der Hauptsache auf sich selbst angewiesen war, war bei ihrer nervösen Stimmung sofort wieder deprimiert. Auch die Danken verhielten sich reserviert und nahmen kaum Stühungskäufe vor. Die st a r k e Zunahme der Arbeitslosigkeit im Reiche wirkte niederschmetternd. Auch der Konjunkturrückgang in allen Zweigen der Wirtschaft ließ keine Besserung aufkommen. Das Angebot nahm aber in der ganzen Woche hindurch kein größeres Ausmaß an, doch traten an manchen Tagen beträchtliche Abschläge ein, die trotzdem im Laufe der Woche keinen allzu großen Ilmfang annahmen, da immer wieder zwischendurch kleine Erholungen zu verzeichnen waren. Eine gewisse Zuversicht war immer vorhanden: wenn auch nur für spätere Zeiten. Einen sehr großen Verlust hatten nur Svenskä auf eine besondere internationale Verflauung aufzuweisen, und zwar trat ein Verlust von 28 Mark ein. Zum Wochenschluß war die Tendenz durch einen erneuten Kurs stürz in Reuyork wieder stärker beeinflußt. Cs ergaben sich jedoch in heimischen Werten nur geringere Verluste, da auf der anderen Seite die Hoffnung einer Ms- kontsenkung in London und Reuyork besteht. Rur Sdenska und Chade waren von Auslandseite stark angeboten und von 12 bis 16 Mark gedrückt. Obwohl der englische Diskontsatz unverändert blieb, trat eine Besserung der Tendenz ein, und es ergaben sich Besserungen bis zu 4 v. H., so daß die anfänglichen Verluste wieder ausgeglichen wurden. Auch Chade und Svenska zogen beträchtlich an. Das Geschäft war allgemein etwas angeregter. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 v. H. leicht. Am Rentenmarkt traten Türken stärker hervor, Deutsche Anleihen lagen dagegen schwächer. Am Devisenmarkt war Spanien weiter etwas schwächer. Auch die Mark lag etwas gedrückt. London konnte sich dagegen international bessern. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die flaue Veranlagung an den Weltgetreidemärkten wirkte sich am Frankfurter Produktenmarkt in dieser Woche stark aus, was schon am Ende der vergangenen Woche in Erscheinung getreten ist. De Geschäftstätigkeit war dabei wieder sehr minimal und führte nur in Bedarfsfällen zu kleinen Umsätzen. Das Angebot von Weizen war wieder geringer. Die Müh en bekundeten trotzdem nur geringe Kauflust, angesichts des unbefriedigenden Mehlabsahes. Es kamen nur kleine Bedarfs- umsähe zustande. Auslandswe'zen vernachlässigt. Roggen ver'eichnete weiter großes Angebot, dem nur ganz "geringe Kaufneigung gegenüberstand. Der Börse fehlte noch eine sichere Beurteilung der Reuorganisation der amtlk’- en Ce° treidepolitik. Das M e h l g e s ch ä f t ist sehr ruhig geworden. De.st.mmend wirite hier die Ansicht, daß der Preis für Mehle im Vergleich zum Weizenpreis viel zu hoch sei. Es erfolgten weiter nur kleine Te arsskäufe des Konsums. Zu größeren Abschlüßen sanden sich die Händler infolge der Unsicherheit am Drotgetrei^emarkk nicht bereit, obwohl die Mühlen die Preise ermäßigt haben. Hafer war ausreichend angeboten und nur in feinen Qualitäten etwas gefragt, während geringere Sorten vernachlässigt waren. Die Preise gingen aber auch hier stärker zurück. Das Angebot von G e r st e hielt unvermindert stark an, dem kaum einige Rachfrage gegenüberstand. Die Brauereien hatten noch große Vorräte von alter Ware und mähen angeblich weniger ein, weil sie Be'orgnisse hegen tozgen der Erledigung der Biersteuerfragen. Hier war der Preisrückgang nicht unerheblich. Mais und Futtermittel gedruckt, obgleich sich für Kleie eher etwas Rachfrage geltend machte, sowohl für prompte, als auch etwas stär er für die Früh- lahrsmonate. Der Wcchenschluß stand weiter unter dem Eindruck der schwachen Haltung der Heber- seemärkte, so daß die Preise bis zu 0,75 Mk. nachgaben. Im einzelnen verloren gegenüber der Vorwoche Weizen, Hafer und Weizen- und Roggenkleie je 0,50 Mk., Roggen- und Weizenmehle je 0,75 Mk., Mais und Roggenmehl je 1 Mk. und Gerste 0,25 Mk. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 24,50 bis 24,75; Roggen 17,75; Gerste 19 bis 19,50; Ha'er 18; Mais 18; Weizenmehl, südd., 37 bis 37,50; Weizenmehl, niederrhe.nisches, 37 bis 37,50; Roggenmehl 25,50 bis 26,50; Weizenkleie 9,25 bis 9,35; Roggenkleie 9,50. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmaickt verzeichnete in dieser Woche sehr ruhiges Geschäft. Die teilweise etwas größere Beschickung des Marktes dürfte hieran nicht ganz schuldlos fein, so daß namentlich bei Rindern größerer Ileber- stand verblieb. Die starke Zunahme der Arbeitslosenziffern drückte naturgemäß stark auf die Geschäftstätigkeit, da die Metzger über schlechten Absatz klagen und somit nur den notwendigsten Bedarf eindecken. Die Preise gingen auf allen Märkten bis zu 2 Mark zurück. Am R i n derma r k t war der Auftrieb erheblich stärker als in der Vorwoche, und es verblieb nach sehr ruhigem Handel größerer Lieberstand. Das angetriebene Vieh war nur von mittlerer Qualität. Der Abtrieb nach auswärts war wiederum recht stark. Am Schweinemarkt war die Beschickung etwas geringer; trotzdem war der Handel schleppend, und bei nachgebenden Preisen verblieb auch hier Ueberstand. Kälber und Schafe hatten ruhiges Geschäft, bei ebenfalls nachgebenden Preisen. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1872 Rindern, darunter befanden sich 412 Ochsen, 86 Dullen, 754 Kühe und 473 Färsen, ferner aus 1504 Kälbern. 1178 Schafen und 5303 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 264 Rinder, 176 Kälber und 128 Schafe mehr aufgetrieben, während 162 Schweine weniger am Marktwaren. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Al 55 bis 59, A 2 50 bis 54, B 46 bis 49; Dullen A 54 bis 57, b 50 bis 53; Kühe A 46 bis 48, B 40 bis 45, C 34 bis 39, D 28 bis 33: Färsen A) 55 bis 59, b 50 bis 54, C 46 bis 49. Kälber B 80 bis 83, C 75 bis 79, D 66 bis 74. Schafe A 1 43 bis 45, B 39 bis 42, C 30 bis 38. Schweine B 83 bis 86, C 83 bis 87, D 83 bis 86, E 82 bis 84. Im Vergleich mit den Preisen der letzten Woche gaben Och'en, Bullen, Färsen, Kälber, Schafe und Schweine bis 2 Mk. und Kühe bis zu 3 Mk. nach. * * Der Auslandsauftrag der AEG. Zu dem indischen Lokomotivauftrag teilt die AEG. mit: Nachdem die AEG. vor zwei Jahren bereits Dampflokomotiven für eine indische Privatbahn zur vollsten Zufriedenheit des Bestellers gebaut hat, erhielt sie nunmehr von einer der bedeutendsten indischen Bahngesellschaften, der Bengal and North-Western Railway, einen Auftrag auf 22 meterspurige Güter- zugslokomotiven mit Tender. • D i e Lage bei der Kieler Dank. Die Kieler Dank hat nach eingehender Prüfung der Tücher einen buchmäßigen Vermögensstand ausgestellt, der in den Aktiven und Passiven mit 8 392 147 Mk. abschlieht. Dieser buchmäßige Status gibt jedoch nach Ansicht des Gläubiger- | ausschusses kein Dild von den wirklich vorhan- I denen Vermögenswerten, da z. B. unter den mit i 841 883 Mk. angegebenen e zenen Wertpapieren f der Bank sich für 559 003 _.lt. Kieler Bankaktien j befinden sollen. Unter den Debitoren für lau- | fende Rechnung mit 5 097 158 Mk. verbergen sich - auch Forderungen der Dank gegen die beiden I entlassenen Direktoren. Wie weit ferner die angeführten Wechsel und Schecks gut sind, bedarf I noch der Klärung. Iedoch empfiehlt der Gläu- i bigerausschuß die Eröffnung des Verglcichsver- | fahrens, nachdem z wor alle anderen Möglich- 1 feiten in Verhandlungen erschöpft sind. * Die Deamtenbanken. Die vom Deut- I schen Beamtengenossenschaftsverband am 2. Ro- | vember 1929 beschlossene Gründung der Reichs- | zentralkasse der Deutschen Deamtenbanken c. G. £ m b. H. wird, wie WTD-Handclsd'.enst erfährt, 1 Anfang Dezember erfolgen, nachdem durch Der- I schmelzung der Zentralkassen der süddeutschen und { der nordwestdeutschen Deamtenbanfen die er- I forderlichen Vorarbeiten durchgeführt worden I sind. Dis zu diesem Zeitpunkt wird die Zentral- I kasse der süddeutschen Deamtenbanken, hinter der I die Dadische Beamtenbank steht, das in Auswir- 1 kung der Berliner Vorfälle eingetretene, vorüber- | gehende Bedürfnis aller Deamtenbanken des | Reiches befriedigen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 16. Nov. Tendenz: lustlos. I Zum Wochenschsuß war die Tendenz an der Frank- I furter Börse wieder l u st l o s. Die Spekulation zeigte fi nur ganz geringe Unternehmungslust, da Aufträge j weiter kaum Vorlagen. Obwohl an der gestrigen I Börse die Besserung der Situation weitere Fort- I schritte machte, ging nur eine geringe Anregung hier- 1 von aus. Die Senkung des Diskontsatzes in Amster- I dam machte auch nur wenig Eindruck, doch hofft ■ man, daß das zur weiteren Entspannung der inter- | nationalen Geldmarktverhältnisse beitragen wird, g Auch nimmt man an, daß Berlin und London eben- , falls zu einer Diskontsenkung in der nächsten Zeit . schreiten werden. Dies würde natürlich eine große 9, Chance für eine bessere Wirtschaftsentwicklung bieten. Das Geschäft blieb aber äußerst gering. Gegenüber i der gestrigen Abendbörse ergaben sich zumeist Rück- gänge, die aber kaum größeres Ausmaß annahmen, '' da im Grundton der Börse eine gewisse Widerstands- i föhigkeit den Verlusten einen Einhalt bot. Am Elek- 1 tromartt verloren Siemens 1,40 v.Sj., AEG. 1 o. H. | Schuckert lagen eine Kleinigkeit höher. Am Chemie- I markt büßten J.-G.-Farben 1,5 v. H. ein. Deutsche I Erdöl behauptet. Montanaktien bis 1 v. ch. ab- ■ geschwächt. Aku lagen gut behauptet. Berger und Dresdner Bank waren je 0,75 v. S). gedrückt. Dagegen gewannen Commerzbank 1 v. H. Renten fast ohne Geschäft. Neubesitzanleihe etwas gebessert. Im Der- 1 Iqufe blieb auch der Geschäftsumfang sehr gering, a Die Kurse waren gegenüber dem Anfang gut be- I hauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 v. S). unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegeit Dollar 4,1810, gegen Pfund 20 3950 (zirka), I London gegen Kabel 4,8782, gegen Paris 123,86, fl gegen Mailand 93,70, gegen Madrid 34,68, gegen Holland 12,0925. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 17. Rcv. D?n 14.30 I bis 17.30: Die Fledermaus. Von 20 bis nach -I 22 Uhr: Orpheus und Eurtzdike. Montag, 18., 1 von 20 bis 22.30: Fra Diavolo. Dienstag. 19., 1 von 20 bis 22.30: Schwanda, der Dudelsack- I Pfeifer. Mittwoch, 20., von 20 bis nach 22 39: 1 Maschinist Hopkins. Donnerstag. 21., von 19 30 ’ bis gegen 22.30: Hoffmanns Erzählungen. Frei- j tag, 22., geschlossen. Samstag, 23.. von 20 bis $ gegen 23: Das Land des Lächelns. Sonntag. 1 24., von 18 bis gegen 22.30: Tristan und Isolde. I Montag, 25., von 20 bis 22.30: Fra Diavolo. Schauspielhaus. Sonntag, 17. Rcv.. von , 15.30 bis 18 Uhr: Katharina Knie. Don 29 bis nach 22.15: Cyankali. Montag, 18., von 20 bis - nach 22.15: Cyankali. Dienstag, 19., von 20 bis gegen 22: Drülle China. Mittwoch. 20., vois 20 bis gegen 22: Brülle China. Donnerstag, 21.fl von 20 bis nach 22.15: Cyankali. Freitag, 22., I von 20 bis gegen 23: Die andere Seite. Samstag, j 23., von 15.30 bis gegen 17 30: Hallo, wir fliegen | um die Welt! Don 20 bis gegen 22.45: Die | Krone Davids. Sonntag. 24., von 15 30 bis gegen 3 18.15: Die Krone Davids. Don 20 bis gegen | 22.45: Die Krone Davids. Montag, 25., von 20 bis gegen 22.45: Der Schah. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 v. H. tranlfurt a 9), Berlin tranktun a -o. Berlin .-rti.uö« ftilfr Ul> Schuch 1 Kur ! An,ang- Kur - dl Ufr flure Ul Kur Schwy 1 Kur | tflniang- Kur Datum 15 11 16 II 15 11 16. 11 Datum 15. 11 16 11 15 11 16. 11 6 cu Idje ordn.. . Hamdurg-Amerita Pale. — 105 • 05,5 105,5 on ........ 87,25 •— 87.5 — Hamb. Südam. Tampfich. . - —— —— 7% Deutsche Rcichöanleihe 99 99 Hanta Dann fs iM..... 1 — — 151 — von 1929 ........ — — Norddeutscher Lloyd .... 101 100 101,13 100,75 T Um., /iblöi -Schuld mil Wu tilllg Deutsche Eredilanst- . . 1 117,5 — 117.75 — ol.-Rechten. . 50 50 50.1 50.1 Barmer Banlverein ... Beumer Handclsgeiellsch. . . 1 119,5 119 119,5 119 T-o' nhn' 9h.*'n> R-ch'- 8.4 —- 8,65 8.5 1 182 — 181,5 180.75 8% $>cf|. BolMaat von 1929 Commerz- und Prioat-Bank. 1 160 161 160 160,5 (rtirfjnhlb. 102%) 89,5 — 89,75 — Tornist. u. Rauonalbanl . . 1 .39,25 — 239 238.5 Oberhessen Provinz - Anleihe mli Deutiche Banl...... 1 153 — 153.25 152,75 Aurtoi.-Rechten . 47,5 — — Dicconlo-Ge,ellschasl, Aat. . 1 153 — 53.25 152.75 Deutsche Komin. Sammelabl. Dresdner Boni...... 1 150,25 149 150 149 Anleihe Serie I 8% lyranff. Hyp.-Bank Goldpfe 46,75 — 46,75 — Reichsbam........ 1 255 255,25 XIII unkündbar bis 1931 . 7% Franks. Hnp.-Bank Goldpse unfünbbar bis 1932..... ttz% Rheinische Hyp.-Bank Ciflii. öulbpte........ 8% Pr. l>iinbrop|anbbrtefanftalt, Pfandbriefe R 17..... 8% Pr. Lonbesplandbriesansiali Komm.-Obl. 01. 16..... 7% Pr. VünDr>'pfanDbrte|anfiaU, Pfandbriefe R. 10 8Ll o> aog *>onnci)»»Obligation rückzahlbar 1932 96,5 85 80,5 98 95 89 - — — — A.E.G........ Bergmann . . . Lickte. LielerungSgeielllchast ^icht und Kcasi 1 1 S 1 1 £ 164.13 165.5 203,5 ,65,25 170,25 163,5 163,25 169,75 - 98 95 89 — gelten 4 Guilleaume .... Ges. f Eleltr. Uniern.. . . . Hamb. Lleklr -Werke .... Rhein. Elektr........ Schlei Dein ..... Schuckert & Go. . • . . . Steinen» & Halske ..... Transradio . ....... Lahmeyer 4 Go....... 1** 10 1 "10 11 10 . 8 10 118 166.75 188,25 301 160 113Sl1111 119.5 170 .31,25 148 160 75 190 304.9 129 161,25 169 130,5 147 159 189 303 160 4% OeNerreichtlche f»oi6tte. 24.75 — 24,8 25,1 Buverus . . . . . . . . f> 65.75 _ 4.?o% Crllcrr Silben- 4% Ocslerrcichilche Einheitlich« — — 2,8 — Deutiche ErdSl ...... Lilener Steinkohle..... . 8 — 98 98 97,6 130,5 Rente........ 4% ungarilche Goldrte.. . . 1.775 — — Geilenkirchener...... . k 127.25 126,75 125.5 21,25 — 21,3 21,4 Harpener......... 0 — 134 135 133 4% Ungarilche SlaatSr. o. 1910 19,5 —— — Hoctck, Eiten........ ev, •— 119.75 a y.% deegl. von 1913 .... — — — — Mte Bergbau....... 1C — — 210,5 210.5 4% Ungarische Kronenrte.. . . 1,85 —- 1,8 —— älö du ciro eite ...... 97 — 96.25 96 75 4% Turl. Zollanleihe v. 1911 . 8,4 8,4 8.4 8,4 *■ — i17.75 117.5 4% Dürkische Bagdadbahn-Aal 8,45 8,45 Mannesmann -Röhren . . . 7 98,25 67,25 98,25 98 Serie 1..... 4% deSgl. Ser«, II — Manescldcl Bergbau . . . . 09.25 — >09 108,5 8,4 — 8,4 - 0berichtet, (hiciueoaet . . . ■■ _ 71,75 6% Rumänisch» vereinb Rente Obertchlei. Kolswerte.... . 7 — — 98,25 97.75 von 1903 .... 4y,% Rumänische vereinb Rente 9 9,1 Phönix Bergbau...... 104 — ,04.65 104,13 14,75 7,3 14,75 7,5 Rhe'nhche Braunkohlen. . . 10 249.5 — 250 248 »on 1913 ....... 4% Rumantich« vereirch. Reute nhelnslate........ Riebeck Montan ...... — 104,5 105,13 105,13 Xranlfutt a 9" Berlin Banknoten. <(1)11'6- Ul' Schlug lüniang- Kurs Kur Kur. | Kur Berlin. 15. November Geld Brief Amerikanische Noten . 4,162 4,182 Datum 15 11. 16 11 15 11 16 11 Belgische Noten ...... Dänische Noten ....... 58.21 58,45 11,65 112,09 Englische Noten..... 30,332 20,412 zranzosischr Noten....... 16,41 16,47 Holländische Noten....... 168,23 168,91 Bereinigte Stahlw >05.d 104,75 105,75 105.25 Olav Minen . 16’/, - — 57.* 57,5 Ka werke -Aschersleben i 200 — 199 — Ka werke Westeregeln ... 1« 206 — 205.75 206,5 Rai.mci e SaliOenurtb - 15 325 — 324 322 S Narben.Inoultrte. . . 16 182,4 — 182,65 181 Dynamit Robel.......6 — — - — Scheideanllalt..... . . >38,5 — ~ — Goldichmidt ....... d 66.5 — 66,75 67 Rüigeiswerte........« 74,25 74 74 75 74 5 Metailgeielltchaft......8 115,5 115.25 114,51 — Norwegische Noten....... Deursch-Oeslcrreich. i 100 Schilling 111,58 112.02 58,48 58,72 Rumänische Noten....... 2,47 2.49 Schwedische Noten ....... 111,93 112.37 Schweizer Noten ....... 80.74 81,06 Spanische Noten ....... 58 20 58.44 Tschechoslowakische Noten. .... 12,325 2.385 Ungarilche Noten ..... 72,80 73,10 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Philipp Hoizmann . < Bo 1 vo öö.zd Gemen werk Heidelberg . . . 1° 121.5 121,51 — — Lemeniwerk 'karlsladl . . . >° 159 —1 — — Wayg« v ag ...» 8 83,5 — I 83 — 15 November 16 November •timllidie No'miung G lk | Br'e' Ümll'iue Nolu rung Geli | iTi- Schultheis Pagenyofer ... 15 — I - 281 281 ,25 Cdmede ........12 ~ - 221 221 Bet. Glanzstoff......18 — — — — Bemberg........." 203 — 202,5 200,25 Beliftuf' Äaldhos .... 13% - 181 197,13 195 Zellklo,> Aichass nbura . . .z 142 — 142 140,6 Charlottenburger Wasser ... 6 - - 96,5 96 Deyauer Gas 9 — — 168,5 167 Daimler M .... u — — — — uuow voero ....!< — — .70,5 — Rat tiuiomobt . ......' — — 20,9 — Ctenflem & Roppä.....« - - 74.5 74.5 vonhnro Tieg......10 — — 160 — SvenSko ........ 323 — 318,5 328 Krankt. Mmchlneu......4 - — 45,5 — G eigner ........ 6 47,4 — 48 — tveqllgenftatDi ......." 4 — - — lungban». - S - — 47 — tiediroette. - .03,25 — - — Maintranwerte Höchst a. M. « — — - - Mag. 10 122,5 - 21,5 120,75 Gebt. Roeder . ......m 104 — - — J’olgi 4 €>ae||na..... ° 222 — 222 — Süds- Zack«....... 10 156,75 i - 155,75 — Bu-n.-Aire- Brff.'Antw Christimim 3top:ni)OQni Stockholm HelsingiorS yiQlkn. . London. - - -Jlcunorf - - Puris - - . Schweiz . . Sva t:n Japan - Hlo de Jan Wien in T Ceft. QbgEfi Prag . Bel irad Vndap.'kt. Bul arten viflobon Tanjia •, Ronft ntln. 9ttLen. . 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste, der uns betroffen, dem Herrn Dr. med. Koch für die sorgfältige Behandlung, den Schwestern des Katholischen Schwesternhauses sowie den Schwestern in Großen-Buseck für die liebevolle Pflege, dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte und für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir allen unseren innigsten Dank. Familie Anton Scheid. tieimiti gesucht. Angeb. unt. 9ir. 14S5 an Annonc.» Crvedifton Germer & Wagner, Neuen- mnfiurtcr Theater. 1 tag. 17. flcö, v'n 14.30 Mus. Don 20 bis nach , tzüMe. MMag, 18., 1 Diavolv. DieMag, 19., bchvcmda, brr Dadnihch von 20 bis nach 223): , Donnerstag. 21., von 193) männl Srätlungcn. Samstag. 23.. wn » * d des Lächelns. Sonntag. 2238' Tristan und 3,oldr. 3- bis 22.33: Fra Diav°l°, z. Sonntaa, ™ ■ itharina Knie. 2on 23 W Montag. 18 von Dienstag, ^" von -0 Aino. Mittwoch. 20, {«f Ile China. Donner s. 21., ?i» N*- 'M- liefert in größter Auswahl bei bekannter Preiswürdigkeit Chr. 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Friedrich Heller, Landwirt, Klein-Rechtenbach: 7. Louis Meslerschmidt, Landwirt, Riederfleen, 8. Karl Mack, Anstreicher, Dornholzhausen: 9. Johannes Reuter V., Landwirt, Oberkleen; 10. Wilhelm Petry, Landwirt, Reiskirchen; 11. Wilhelm Möglich II., Landwirt, Volpertshausen; 12. Johannes Henrich, Landwirt, Ebersgöns; 13. Wilhelm Watz, Landwirt, n e untet t!?Qn' nun9 Ä ®Iäu, W WÄL^uswir. , ^getretene, botüber. et ^knbanlen Ect Börse. Heirat Laiidwirt,39Jabre, evangellscb, wünscht Fräulein ob. DUlwe zwecks ivät. Heirat kennen zu lern. 4»er- niögen siebenfache. Kennintsse b. Lanb- wirifchait erwünscht. SchristUch. Tlngedote unter 07350 an ben Gieß. Anz. erbeien. Die gegen Herrn Fritz Engel Gießen, Weibengasse 5 aus- gesprochene 5eleiöi6nng nehmen wir mit Bebauern als unwahr Weidenhausen; 14. Wilhelm Schmidt I., Landwirt, Vollnkirchen; 15. Friedrich Engel IV., Landwirt, Lützellinden; 16. Wilhelm Lang, Landwirt, Hochelheim, b- Wahlvorschlag .Sozialdemokratische Partei Deutschlands" (SPD.): 1. Anton Engel. Dahnarbeiter, Hochelheim; 2. Hermann Gerhards, Lehrer, Groh-Rechtenbach; 3. Karl Schuchmann, Rangierer, Lützellinden; 4. Karl Depperling. Metallarbeiter. Münchholzhausen; 5. W.lh Im Eckhardt, Arbeiter, Hochelheim; 6. Wilhelm Jung. Weihbinder, Lützellinden; 7. Heinrich Sommeriad, Dahnarbeiter, Münchholzhausen; 8. Johannes Vogt, Arbeiter, Hochelheim, 9. Friedrich Müller, Maschinist,Münchholzhausen. Tie Gemeindevorsteher des Amtes gehören nach den Dc- stimmungen der Landgemcindeordnung kraft Amtes der Amtsvertretung an. — Bel einer hier abgehaltenen Treibjagd wurden 36 Hafen zur Strecke gebracht. co Klein-Rechtenbach, 14. Roo. Bei einer hier abgehaltenen Feld- und Wald-Treib-i I a g d wurden 12 Hafen und 1 Fuchs zur Strecke gebracht. I 1 guies Pierd rocti überzählig, sehr billig zu verk. 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LÄUFER 07347 BETTUMRANDUNGEN Der 1 0>, 0-1. y* TELE FUN 'S MUSIK’JNSTRUMENTEa 9tad)t|1' das vötcrli Ccefafli kchvcij -er MS 2 Hülle der eine Scutp Italiener, taps^islcr die Kühe Later gd scheialich h komplizier der 3ufal' gezogen [ Mimol \ ort Äaga verkaufen, leine Sieb an feinem ben lönnte bcm (Jnria WM tont von Dauernbu die nicht Eltern t> teatcn oh feinen He dauptung einen Sch ^te ging 's1' eryu S ®e|an( ta Drrge Mche» ?*°ment an der sich tot» die ( Ser 5* tm IJ2 0,-il fom« t»s sich * allo wn J flieierjrt jiiffenen e §a er vor schränkung seinen erl stehen uni sein nach zu fein. 2 gelaufene gende k feines 2< verlebt h man ihnr alle drei bringen. ii»” k;f fignng b eben bete erftcn. Hi Mann na lvärtigen - nicht em i man glaub ben, trenn kann. Das ist. -« ' letzte Dietl die Lücke Punkt in J.M’tn mü fein, ben N hörens' Unterricht Ä versue m ° ,cinc Dister in >» n> te; 2°hr'.Sem ’V •11 ' 4. 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Ratzelgletscher 55u0 m Höhe zum Gipfel 6010 m Südafrika: Capstadt Durban Dlezer O*tarrika-FUm bringt in seinem grillten Teil Kunde von dem heutigen Znstandder dem Belebe verloren jegangenen blühenden Kolon e. Emporgeblüht durch deutsche Tatkraft, wird dieser Film ein Knlturdokument bleiben, das wohl ein jeder, der die Hoffnung hegt, daß Deutschland über kurs oder lang seinen ehemaligen Kolonialbesitz znrückerhalten wird, gesehen haben mnß Im Beiprogramm: Kasimir und Hidigeia Eine romantische Ballade aus der Tierwelt Lorenz- Netzempfänger mit 3 Röhren und eingebautem Lautsprecher Bezirks-und Fernempfänger Keine Batterien nötig! LORENZ-RADIO VERTRIEBS-G. M. B.H. Frankfurt a. M., Stiftstraße 29/33 ‘UnsefllooooMk &eisauss(fyeiben^ NÄHERES ?N DER NI ONA TSSCHRiFT j „DIE. STIMME SEINES HERRN" g DIE DEUTSCHE W E L T NT A R I SPEZIAL - n> OLLG.ESG.HKFT Ur. 270 Sechste Blatt GleZener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 16. November 1929 Geschichten aus aller Wett. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten Tas ungültige Lebensjahr. — Paris. Der Finanzdirektor R., ein höherer Beamter im französischen Finanzministerium, fühlte die Seit kommen, in der es selbst dem pflichtg t.cue- ftcn Beamten vergönnt ist, an sich zu denken und sich pensionieren zu lasen. Er verabschiedete sich also von seinen Mitarbeitern und begab sich zur Wiederherstellung seiner im Dienst etwas angegriffenen Gesundheit auf eine lange Auslandreise. Da er von seiner Amtzeit her wußt.', was Einschränkung heißt, bestreit er deren Kosten aus seinen Ersparnis cn, lieh die Pension ruhig an» stehen und kehrte eines Tages mit dem Bewuß t - sein nach Paris »»rück, Gläubiger des Staates zu sein. Als er aber am nächsten Tage seine ausgelaufene Pension abheben wollte, muhte er folgende traurige Erfahrung machen: ein 3ahr seines Lebens, das Jahr, das er im Auslande verlebt halt?, — „rechnete nicht". Denn, so sagte man ihm, er habe cs versäumt, pslichtschuldigst die alle drei Monate fällige Bescheinigung beizubringen, dah er lebe und zum Empfang der Pension berechtigt fei. Den Rachweis seiner Berechtigung konnte er schließlich führen, es fcfj't- aber eben deren Wiederholung an jedem Quartals- erftcn. 11 nb vergebens bemühte fich der arme Mann nachzuweisen, dah, wenn er im gegenwärtigen Augenblick noch lebe, er doch schließlich nicht ein Jahr lang tot gewesen sein kann, — man glaubt es ihm nicht oder will es nicht glauben, wenn er es nicht schwarz auf weih beweisen kann. Das einzige, was ihm doch noch gelungen ist, — er konnte seinen Lebrnsnachweis für das letzte Vierteljahr erbringen; es bleibt aber noch die Lücke von dreiviertel Jahren als dunkler Punkt in seinem Dasein, und es ist fraglich, ob es gelingen wird, die berechtigten Zweifel des Amtsschimmels auch darüber zu beruhigen. Es war einmal ein kleiner Lchwyzcr Kuhhirt... willig zu einer Pariser Reise. Poullin empfing seinen Schützling mit offenen Armen, ließ ihn in der Oper Probe singen, und vierundzwanzig Stunden später war der kleine Schwyzer Kuhhirt engagiertes Mitglied des großen Opernhauses der französischen Hauptstadt. In einem knappen Monat eroberte Enrico di Mazay Presse und Publikum im Fluge und heute gilt er bereit' als ein vielgenannter Anwärter auf die Erbscha t des bisher unübertroffenen Caruso. Tie Nutz gilt nichts in ihrem Batcrlandc. (m) Sao Paulo. Draußen, in anderen Gegenden schätzt und ißt man die brasilianische Ruß, die dreieckige, hartschalige. Aber im eigenen brasilianischen Dater- lande galt sie nichts. Die Veracht.mg dieser Rutz geht soweit, daß die Handelskammer von Sao Paulo sich entschlossen hat, für die Frucht aus dem Staate am Amazonas einen großen Pcopa» gandofeldzug zu veranstalten, um auch im eigenen Lande den Verbrauch anzuregen. Man ficht, es geht mit den Rüssen wie mit den Propheten: sie gelten nichts in ihrem Vat.rlande. Eoldatcnlicbe. B. Sofia. Herr C. ist Direktor einer großen italienischen Dank in Sofia, also angesehener Bürger eines angefehenen Staates. Das h lf ihm aber in einer gefährlichen Lage, wie man sehen wird gar nichts und machte weder auf Polizei noch Militärbehörden den nötigen Eindruck. Herr C. bewohnt im Zentrum Sofias eine Wohnung ßu ebener Erde. Nächtlicherweile hörte der 3laliener, wie sich jemand an einem Fenster zu schaffen machte, um unbefugterweise in die Wohnung einzudringen. C. schlug Lärm, und eine gerade des Weges kommende Polizeistreife nahm den Ruhestörer fest: es war ein Unteroffizier des Sofioter Eisen» bahnregimenls, der seine Liebste, Köchin in Diensten der italienischen Familie, besuchen wollte. Die Polizisten nahmen den Unteroffizier mit sich, und Herr und Frau C. legten sich beruhigt schlafen. Rach einer Viertelstunde schon wurden sie durch das Geräusch zersplitternden Glases aufgeweckt. Der Unteroffizier war wieder da. Polizei Darf Militärperfonen nicht in Haft nehmen, und so hatten die Polizisten den randalierenden Unteroffizier laufen lassen müssen, der nun seine Bemühungen, zu seiner Köchin zu gelangen, zum Entsetzen des Hausherrn fortsehte. Da gab Herr C. ein paar Schreckschüsse ab, und eine schon durch die Polizei alarmierte Militärpatrouille erschien und nahm den Unteroffizier wieder fest. Lang scheinen sie ihn nicht behalten zu haben, — vermutlich hatte er ihnen ein paar Zigaretten spendiert — -denn nach einer halben Stunde erschien der Losgelassene wiederum im Garten des Herrn C., diesmal sichtlich erzürnt und begann aus seinem Dienstrevolver die Wohnung des Italieners zu beschießen. Reun Kugeleinschläge ließen sich in den Wänden der Wohnung feststellen. Der Italiener erwiderte das Feuer, worauf der Unteroffizier auf einen Daum im Garten flüchtete. Die Schießerei hatte w'cder Polizei auf den Plan gerufen, die aber dem ein energisches Einschreiten verlangenden Hausherrn rundweg erklärte, dah erstens der Angreifer ein Soldat fei, gegen den sie nichts unternehmen dürften, und überdies fei der Mann bewaffnet, auf einem Daum in guter Deckung, so daß feine Ergreifung mit erheblicher Gefahr verbunden sei! Mit diesem Bescheid verliehen die Polizeimänner mitten in der Rächt den Kampfplatz: der Italiener und seine Frau wußten keinen anderen Rat, als sich ein Auto kommen zu lassen, um die Rächt im Hotel zu verbringen. In Bulgarien scheinen nunmehr Militärpersonen gegenüber Zivilpersonen völlige Schiebfreibeit zu haben, denn aus die diplomatischen Beschwerden Italien- wurde geantwortet: daß der Fall vor allem die Polizeibehörden nichts angehe, und daß derartige Abenteuer mit liebes» tollen Unteroffizieren nicht tragisch zu nehmen seien, worauf der Bankdirektor fdjleunigft um seine Versetzung in ein anderes Land mit ur- baneren Sitten einkam. Münchcncr Bier an der Goldküste. (f) London. Zu einer geradezu furchtbaren Entdeckung für die englische Branntwein» und Dierprodukiion haben die statistischen Angaben des Kolonialministeriums über einige Kolonien des britischen Reiches geführt. Und wenn cs fich hier auch nur um die mit etwas über zwei Millionen bevölkerte englische Goldküste im 'Westen Afrikas handelt. so find die Zahlen doch so vielsagend^ daß mit einer Reuauslage des alten Kampfes: Hie Freihändler — hie Schutzzöllner gerechnet werden mutz. —Rämlich: an der Goldküste wird deutsches, wird Münchener Bier getrunken! Man bedenke, was diese Entdeckung für das englische Mutterland bedeutet! 3m vergangenen Jahre hat die Alkoholeinfuhr gegenüber dem Vorjahre wieder um die Hälfte zugenommen und nur ein Zehntel davon entfällt auf englischen Wa- choldenschnaps und englisches Bier, während den Löwenanteil dieser .Ratzlegung" der Goldküste Deutschland, in Sonderheit München einheimst. — Was wird England nun tun? Wird es dis bekannten „dringend erforderlichen Maßnahmen" ergreifen? Man Weitz es nicht. 3edenfalls steht fest, datz die Reger der Goldküste keinen schlechten Durst haben müssen und datz sie im übrigen auch gar keinen üblen Geschmack bewiesen haben. „Hände hoch - Kriminalpolizei!" Was ich in ckSjährigem Kampf gegen das internationale Verbrechertum erlebte. (h) Gen f. Scejaplana ist der höchste Berg, der in der Schweiz „Rhätikon" genannten Ostalpen. Untoe’.t der 2869 Meter hohen Spitze stand die bescheidene Hütte der Familie di Mazay. Die Mutter war eine Deutschschweizerin. der Vater ein gebürt ger Italiener. Der älteste Sohn Enrico galt als tapferster Junge der ganzen Gegend. Er hütete die Kühe ,einer Eltern und fang dazu die vom Vater, gel rnten italienischen Volkslieder. Wahrscheinlich hätte er zeitl:bens diese nicht übermäßig komplizierte Tchtlgl.it ausgeübt, wenn ihm nicht der Zufall einen dicken Strich durch die Rechnung gezogen haben würde. Enrico mußte wöchentlich zweimal hinunter nach dem internationalen Badeort Ragaz, um dort Milch, Butter und Käfe zu verkaufen. Unterwegs stimmte er zu seinem Spatz seine Liedchen an und Hetz sich nicht träumen, datz an seinem Gesang auch ein andrer Gefallen finden könnte. Und doch kam es fo; der Kurgast, dem Enricos kristallllarer Tenor auffiel und in helles Entzücken versetzte, war kein anderer als Monsieur Poullin, der Direktor der staatlichen Musikhochschule zu Paris. Der Dollblutmusiker war von der kräftigen Stimme des jungen Dauernburschen restlos begeistert und nahm sich die nicht geringe Mühe, die hoch oben in den Bergen gelegene Hütte der Familie Mazay ausfindig zu machen. Mit dem jugendlichen Sänger konnte sich der Prosessor kaum verständigen, die Eltern verstanden aber etwas Französisch und waren ohne Umstände bereit, ihren Aeltesten dem feinen Herrn anzuvertrauen. Wiewohl die Behauptung des Parisers, die Kehle Enricos berge einen Schah, über die Begriffe der einfachen Leute ging, lockten sie nicht wenig die Versprechungen Poullins, datz der Junge in absehbarer Seit viel Geld verdienen würde. Ohne sich von seinen geliebten Bergen verabschieden zu können, mußte Enrico sehr gegen seinen eigenen Willen das väterliche Hous verlassen. Poullin kleidete seinen Schützling in Ragaz ein, und weiter ging die Reise nach Paris. 3n der Seinestadt angelangt, erhielt der abgebaut.' Kuhhirt Sprach- unb Gefangunterricht. Beides machte dem Sohn der Berge wenig Spaß, er empfand unüberwindliches Heimweh und rückte nach etwa vierwöchigem Großstadtleben in einem unbewachten Moment aus. Poullin war aber nicht der Mann, der fich das hätte gefallen lassen. Gr wußte nur zu gut, wo er den Ausreißer suchen sollte und nahm die Strapazen einer zweiten Reife nach Ragaz mit in Kauf. Er scheute auch die Klctter- partie zur Mazayschen Hütte nicht und fand feinen Schüler, wie angenommen, die braven Kühe betreuend auf der Weidewicfe vor. Auch diesmal vertrieb sich Enrico die Zeit mit Gesang. Allerdings sind die vier Wochen Paris nicht spurlos an ihm vorübergegangen: die Alpen müssen nicht wenig verwundert gewesen fein, den Behüter der Kühe — Tonleitern fingen zu hören I Da wußte Professor Poullin, dah der Unterricht auf fruchtbaren Boden gefallen sei und versuchte, einen Ausweg zu finden. Enrico sollte seine Studien zunächst bei einem Gesangsmeister in Ragaz fortsetzen und sich fo erst Schritt für Schritt an die „Zivilifation" im Singen und im Benehmen gewöhnen, ohne hierbei feine heimatliche Umg bung zu vermißen. Diese Berechnung erwies sich als richtig. Rach einiger Zeit drängte die Macht der Musik die Liebe zu der Ratur in den Hintergrund, und nach ctcoa einjährigem Studium entschloß sich Enrico fret- vi n. Ein Spiel um Leben und Tod. AlS „Arzt" in der Bcrbrccherhöhle. Einige interessantere Kriminalfälle, deren Bearbeitung und Aufklärung mir in der Folgezeit übertragen wurde, verdienen der Erwähnung. 3m Januar 1922 wurde in der Brunnenstraße der Kriminalbeamte Bruder von Verbrechern, die er bei einem Einbruch ertappt hatte, nieder» geschossen. Bruder war spät nachts durch die Brunnenstraße gegangen, als er plötzlich aus einem Kohlenkeller, dessen Tür nur angelehnt war, lautes Klopfen und leise flüsternde Stimmen vernahm. Schnell hatte er feine Dienstpistole fchuhfertig gemacht und beobachtete vom Eingänge bed Kellers her, was b rinnen vor ging. Selbstverständlich waren es Einbrecher, aber ihr nächtlicher Besuch galt natürlich nicht dem Kohlenkeller, sondern dem darüber gelegenen Konfektionsgeschäfte, in das sie mittels Durchbrechens der Decke gelangen wollten. Aber die Einbrecher hatten gemerft, daß oben am Eingänge etwas nicht in Ordnung war, und zogen es vor, sich durch Flucht zu retten, um sich nicht der Gefahr einer Festnahme auszusetzen. Rasch und für den beobachtenden Beamten unerwartet, brachen sie, unter Zurücklassung ihrer ge amten W r&euge. aus dem 5 e ler heraus Der KZmlralbe amte war zwar zuerst überrascht, nahm bann aber sofort die Verfolgung der vier Einbrecher auf, und gab, als die Flüchtigen seiner mehrmaligen Aufforderung, stehenzubleiben, nicht nachkamen, einige Schüsse auf sie ab. An der Ecke der Brunnen- und Rheinsbergerstraße wandte sich aber einer der Verbrecher um und schoß auf den Beamten, der, von zwei Kugeln getroffen, zusammenbrach. Während die Verbrecher entflohen und entkamen, nahmen sich Passanten des Schwerverletzten an und sorgten für feine Lieberführung nach der Rettungswache in der Lothringer Straße. Don dort brachte man ihn nach der Klinik in der Ziegelstraße und benachrichtigte den Chefarzt, der in rührendem Pflichteifer sofort herbeieilte, um die Operation, durch welche allein das Leben des Beamten gerettet werden konnte, vorzunehmen. Der Kriminalbeamte lag vorläufig vernehmungsunfähig in der Klinik. Tie beiden Zeugen, die ihn ausgefunden hatten, wollten nur einige Schüsse gehört und dann einen Mann in einem kurzen, Hellen Raglan-Mantel in eiligen Sprüngen die Rheinsberger Straße hinunterflüchtend, gesehen haben. Feststellungen in der Rachbarschaft hatten wenig Srsolg. Schließlich erschien bei der Kriminalpolizei ein etwas zweifelhafter Geselle, der aber überaus wichtige Angaben machen wollte. Er behauptete, in den frühen Morgenstunden in der Ebcrswalder S.raße einen Schlächtcrwagen beobachtet zu haben, der langsam durch die Eberswalder und die Danziger Straße gefahren und dann in die Schliemann» straße eingebogen sei. Auf dem Wagen habe ein vor Schmerzen stöhnender Mann gelegen, und eine etwas korpulente Frau sei neben dem Wagen hergegangen, habe sich aber noch in der Don Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht. Copyright by Greiner & Co., Berlin NW 6. Eberswalder Straße verabschiedet. Es war als sicher anzunehmen, daß diese Bekundung mit dem Vorfall zusammenhing und dah es sich um einen von den vier Verbrechern handelte, der bei der Verfolgung von dem Kriminalbsamten verwundet toorben war. liniere Aufgabe war zunächst, diese Frau zu ermitteln, und überraschend schnell gelang auch ihre Feststellung. Sie war die Gattin eines ehrbaren Magistratsbeamten, die sich mit dem Vertriebe gestohlener Sachen beschäftigte und, wie fich später herausstellte, die Hauptabnehmerin der Einbrecherbande, die den Kriminalbeamten angeschofsen hatte. Die „Dicke" gestand in ihrer Angst sofort alles ein und erzählte, daß eine ihrem Haus gegenüberwohnende Frau sie um Besorgung eines Wagens gebeten habe, um ihren, bei einem Einbruch schwer verwundeten Mann aus seiner Wohnung fortzuschaffen. Sie habe, um diesem Manne, der ihr schon häufig größere Posten Lebensmittel abgegeben hätte, zu helfen, ihren Vetter, einen Schlachter, um Gestellung eines Fuhrwerks gebeten. Dieser habe auch ifjre Bitte erfüllt und den Verwundeten abgeholt, es entziehe sich aber ihrer Kenntnis, wohin man ihn transportiert habe. Sie nehme an, daß der Verwundete zu seinem Freunde gebracht worden fei, der in der Schliemannstraße wohne. Den Qtamen dieses Freundes und die Rümmer des betreffenden Hauses könne sie aber, obwohl sie vor mehreren Jahren mal dort gewesen fei, nicht angeben. Die Frau deS angeschossenen Einbrechers stritt natürlich die Angaben der „Dicken" ab und behauptete, daß ihr Mann feit einigen Tagen verreist fei. Da der Schlächter, der ben Transport ausgeführt hatte, nicht angetroffen und deshalb bei ihm die fragliche Wohnung nicht festgestellt werden konnte, mußte die Äriminal- polizei versuchen, mit Hilfe der „Dicken" das Haus zu ermitteln. Die Frau wurde mitgenommen und bezeichnete in der Schliemannstraße vier oder fünf Häuser, in denen der betreffende Freund des angeschofsenen Einbrechers wohnen müsse. „Wollmut" oder so ähnlich müsse übrigens der Mann heißen, und fein Rame stehe auch, fo weit sie sich entsinne, an der Eingangstür. Schließlich gelang dem recherchierenden Beamten die Ermittlung, daß in einem der bezeichneten Häuser eine Familie mit ähnlichem Ramen wohnte. Eine Befragung des Hausportiers ergab, daß gerade die Mutter dieses „Wollmut" eben bei ihm gewesen war und ihn um Bestellung eines Arztes gebeten habe, weil einer ihrer Söhne plötzlich erkrankt fei. Die „Dicke" war sichtlich zufrieden, als wir auf ihren weiteren Dienst verzichteten und sie einstweilen entließen. Sie warnte uns aber noch dringend vor den Einbrechern, denn sie wiße bestimmt, daß alle vier Schußwaffen bei sich führten und selbst während der Rächt bei sich behielten. Sie hätten außerdem geschworen, sich niemals festnchmen zu lassen, sondern ihre Freiheit rücksichtslos mit der Schußwaffe zu verteidigen. Um das Leben der Kriminalbeamten nicht unnötig zu gefährden, mutzten wir zu einer List . greifen. Ich beauftragte meine mich begleitenden vier Beamten, vor der Tür der Wohnung zu bleiben und auf meinen Ruf zu warten. 3ch selbst machte die Pistole schußfertig und steckte sie entsichert, die Hand am Abzugsbügel, in die rechte Manteltasche, um erforderlichenfalls durch die Tafche schießen zu können. Mit der Linken öffnete ich die Tür, die In die Küche führte. Eie war unverschlossen. Dom Bette aus schreckte ein Bursche empor, dessen Hand versteckt unter das Kopfkissen griff. „Ich bin der Arzt, Sie haben nach mir geschickt, wo ist der Kranke?" fragte ich ruhig. Die Spannung im Gesicht des Menschen löste sich sofort, er stieg aus dem Bette und öffnete mir die Stubentür. „Der Arzt!" rief er in das Zimmer und ging mir voran. Ein widerlich süßer Geruch nach Jodoform strömte mir entgegen. Im Zimmer selbst drei Betten, und während mir aus zwei Betten die lauernden Augen der Verbrecher entgegenftarr» ten, lag im dritten Bett ein wachsbleicher Mann, der wimmerte und stöhnte, „ach, Herr Doktor, helfen Sie mir, ich habe solche Schmerzen, mir hat jemand in den Rücken geschossen" 1 „Lassen Sie mal sehen!" erwiderte ich, und forderte die drei andern auf, ihrem Freund zu helfen und ihn einmal hochzuheben, damit ich die Wunde im Rücken in Augenschein nehmen konnte. Und alle drei zeigten sich willfährig und griffen sofort hilfsbereit zu. Ich ging scheinbar interessiert auf die andere Seite des Kranken zwischen die Verbrecher und ihre Betten, in denen sie ihre Pistolen verborgen haben sollten, riß dann plötzlich meine Pistole aus der Tasche und donnerte ihnen ein „Kriminalpolizei — Hände hoch!" entgegen. Zwar ließen die überrumpelten Verbrecher sofort ihren Freund fallen und versuchten es, sich auf mich zu stürzen, aber schon waren meine Kriminalbeamlen eingedrungen und überwältigten sie. Die drei wurden gefesselt und dann zusammen mit dem Verwundeten ab transportiert. In allen vier Betten fanden wir, versteckt unter den Kopfkissen, geladene Pistolen, und die weitere Durchsuchung der Wohnung förderte große Mengen Schokolade, Stoffe. Seide, Schuhe und Lebensmittel, die aus Einbrüchen stammten und zu deren Verladung ein besonderes Fuhrwerk erforderlich war, zutage. Als wir einige Stunden später die Festgenommenen in der Klinik dem fast hoffnungslos daniederliegenden Kriminalbeamten gegenüberftell'.en, erkannte dieser alle drei mit Sicherheit wieder. Die weiteren Ermittlungen ergaben, datz die vier Gesellen mit einem fünften, der während unseres Zugriffs gerade auf der eine fjalbe Treppe tiefer gelegenen To leite gefefen hatte und von dort aus in notdürftigster Kleidung geflüchtet war, zu einet Einbrecherbande gehörten, die als der Schrecken des Rordens bekannt und gefürchtet war. Ihre befondere Spezialilät bestand darin, datz sie Mauerwände, Fußböden oder Decken durchbrachen, um in die Läden oder Wohnungen, deren Beraubung sie beabsichtigten, zu gelangen. Sechszehn solche Einbrüche konnten ihnen nachgewiesen werden. Einige Monate svä'.er gelang es auch, das letzte Mitglied der Bande zu ermitteln und festzunehmen. Der pflichttreue Kriminalbeamte kam zwar mit dem Leben davon, verfiel aber, ein Opfer seines Berufes, dauerndem Siechtum Srtw Seelig's Korn-Kaffee * Die hochwertigen Extraktstoffe, welche das Roggenkorn besitzt und die so außerordentlich dazu geeignet sind. Kornkaffee als gesunden Ersatz für echten Kaffee zu verwenden, werden bei „Seeligs Korn-Kaffee" durch die wertvolle Kandierung konserviert 1 Pfund 55 Pfennig Daher nur u Seelig s kandierten Kornkaffee" das gesunde deutsche Familiengetränk „ Verzerrie* Töne durch unvollkommene Aufnahmetechnik' MAGICtWI ra.\ot*w*i SCHMERZ ALGIE -SHNSCHMERZ NWK 3 Kugel Harke NWK Wolle Vi ■ M i *4Ä e^ffurtatn in Berlin, hier im all laufen, vf ter* öas -c Die einzelner sichen llmfsn in Srscheinun ötärfer befla Porten, Oste Linie die rvt der Sozialder rotaoldene 3 mäßig toenb hatten in bei geflaggt Air pagand a in den ftül trupps mit autvs durch auch die öoj und die Tic Propaganda! war von 11 Alarmbei Die 31 Siebener 3 Heimo Die «onav-l 2.20 ^«>4- Üeid)5Pl‘"r *' "1 i «W'X ter Bannmei tafeln aufgef zu der Bann der cchuhpol durch befont Sorge getra, Pflicht nachki Die Dal zelnen Dez'u Dvrmillagsf Degenfah zr überall aienu Hi öurchfchn tigten in Den reinen D-zirk toaren die D * 25 bi stunden und ein störlerrr ^eichspr. der 'Berliner schien um >. sekreiärs A lofol, von e rasch angelai ehrfurchtsvol lokal kamen 1 preußische 3; Pflicht nach, lins genügt« Don Witta wachsende cm so daß fi Aellcn anstell ®^.Q6e hinaus W zur schn ^gerichtet v, in den fe^otte Änj 6ii ÄS, ®ubit der ^ohl von 192 pioor.e Ae bei säst rÄ'Ug in 1 Parker al ^'esozit 6,11 erster 1 n bei IÄ-« S^' r'K W!nöe' D Haft0 Rai da'e । tiborT^. f« licht'^ Var BelNieren-,Blasen-und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß und Zucker / 1928:22000 Badegäste Haupt-Niederlage in Gießen: lean Weisel, Sonneastrahe 6. 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Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz für das Jahr 1928 3. Verfügung über den Reingewinn 4 Bericht der Rechnungsprüfungskommission 5. Entlastung des Vorstandes u. Aufsichtsrates 6. Wahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat 7. Verschiedenes Die verehrlichen Mitglieder werden um zahlreiches Erscheinen gebeten Gießen. 9. November 1929 9446b Mit genossenschaftlichem Gruß Der Vorstand und Aufsichtsrat Montag, den 18. November Praxis geschlossen Dr. men. E. Neckel homöopathischer Arzt Bahnhofskolonnaden. ___<77405 O Graue Haare! G Warum älter erscheinen als ©le sind? Schreiben Sie unS fofort. Eie er .alt. !o tcnioi die Broschüre: »Wie araue Haareobnc an färben, die Naturfarbe schnell wieder erlnnncn' 8251V WUtbcraer & Co, AuaSbura ll 68 Stetten Straße i6, Schließfach. Drei-Kugel Strümpfe & Socken seif Jahrzehnten erprobt und unerreicht CITHOVANILLE GEGEN Gießen lWagengasse 5N), den 16. November 1929 <)<3 5 Wilh.Scheld u.ZrauEmma geb.Harbach Großen'Äuseck, den 16. November 1929 94230 Willy Stroh und Frau Paula geb. Quill Viehsiandes so hervorragend beteiligten. 94600 Heute, Sonnabend Kl 23 Uhr ist die letzte grobe MMülrag Falsche des bedeutendsten Sexualfilms Danksagung Für die dargebrachten Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung danken wir herzlichst Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir allen auf diesem Dege unseren herzlichsten Dank dem so schweren Ärand am 6. November sowie auch nach demselben, bei den ersten Ausräumungs- arbeiten, ist uns zuerst von den drei Feuerwehren wie nachher von allen sich Beteiligenden derartig gute und tatkrästige Hilfe geleistet worden, daß wir gern die Pflicht nachholen, jedem einzelnen dieser treuen Menschen unseren herzlichsten Dank zu sagen. - Ganz besonders muffen wir noch die Männer erwähnen, die sich bei der sehr erschwerten Rettung des Herzliche Cinladung zur VII. Glaubens- u. Mssionskonferenz des Missionsbundes „Licht im Osten" vom 20. bis cinichlicirlich 24. November 1929 in (Steffen Generalchema: Die GeMeswköurrgen im Reiche Gottes Ticnötng, den 19. November. * llbr abeudS: Bcgriikung N.ittwoch. den 20. Nov.: „Im Dicnitc der Provbctcn- Donnerotag. den 21. Nov.: „$in der Wirk nmfeit 3eiu* Freitag, den 22. Nov.: „3in Erleben der Avostel" Lamötag. den 23. Nov.: „Int Wandel dr tVciucinbt** Tountag.den 24. Nov.: „DaS h'ci eswtrkeu in der Heimat und aut bcu MnnonSieldern. MiisionSvortraac. Besonders rvetlen wir auf den Bortraa von Uniu.- brofefiot Dr. Nied. Olpp bin der am Sonntagabend des 24. 'Jloveinber in der Neuen UnioersttatS-Aula "atistnden wird. 9»7jl> November 1929. Müller. Brückmann Äadenburg, den 16. November 1929 07333 Scham | Lichtspielhaus g 1. 2. 3. 4. . . aus dem Tagebuch eines Arztes uuerfahien in die Großstadt. Karten 1.— bis 2.— Mark. VJ4 >c Vorverkauf Vier Lebensschicksale Zwei Schtl er besuchen einen Rummelplatz. Ein junger Student beichtet dem Arzt. Liebes- u. Lebien-geschieht e ein. Kmdersch wester. 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