Dienstag, 16. April 1929 179. Jahrgang Nr. 88 Erster Blatt 3 c u n- tionsanfprüche erörtere. G) Z- 5 D 3 a «i ,6 v e c 2 a 3 B S ö Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,auher Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für2wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686. 3 s 2 ! 3 I ö Zusammentritt der Vorbereitenden Abrüstungskonferenz Fliegerprotest gegen -en Lustkrieg. Paris, 15. April. (1DB.) 3n der heutigen Voll- fihung der Reparationskonferenz, die von 11 bis 12.30 Uhr dauerte, wurde über Charakter und Bedeutung des am Samstag von den Delegationen der vier hauptreparationsberechtigten Länder der Konferenz übergebenen Memorandums diskutiert. Dabei hat die Konferenz festgestellt, daß es sich weder um ein Ultimatum, noch um eine Diskussionsgrundlage handelt, sondern nur um einen interessanten Beitrag zum Konferenz t h e m a. Cs ist zu erwarten, dah n o ch w e i - teres Material zur Lösung des Problems der Konferenz übermittelt wird. 3n der heutigen Sitzung hat die deutsche Delegation darüber keinen Zweifel gelassen, dah die in dem Memorandum der vier haupkgläubigerdelegationen aufgeführten Ziffern als solche für sie nicht annehmbar sind. Cs ist im Laufe der Sitzung eine Reihe von Fragen gestellt worden, auf die im Laufe des Nachmittags eine schriftliche Antwort ausgearbeitet werden soll, die als Unterlage für die weitere Diskussion in der morgen vormittag statt- sindenden nächsten Vollsitzung dienen soll. Von dem Plan einer Veröffentlichung des Memoran- dums ist vorläufig Ab st and genommen worden. „Götzendämmerung". Die Berliner Presse hegt nur noch geringe Hoffnung. Berlin, 15. April. (TU.) Die einmütigen Zurückweisungen der Forderungen der Repa- rationsgläubiger und der einheitlich ernsten Beurteilung der Pariser Sachverständigenverhand- lungen in der gesamten deutschen Oeffentlichkeit schließt sich auch der Pariser Berichterstatter der linksdemokratischen „B ossischen Zeitung vollinhaltlich an. Unter der Überschrift „Göhen- dämmerung" schreibt er u. a.: Cs wäre Dogel- Strauh-Politik, es länger leugnen zu wollen: Die Pariser Reparationskonferenz droht mit einem Fiasko zu enden. Der Dawesplan, den seine Autoren selbst als ein Experiment bezeichnet haben, hatte vier Icchre lang funktionieren können, weil Deutschland sich bis über die Ohren verschuldet hat. Auch in Paris, . London und Brüssel wußte man, dah Deutschland .diese Politik nicht bis in alle Ewigkeit fortsehen könnte. Um aus den schwierigen Verhandlungen die Politik auszuschalten, war man in Genf übereingekommen, sie durch unabhängige Sachverständige führen zu lassen. Diese aber haben bisher kläglich versagt. Sie haben sich zu Advokaten der politischen Forderungen und Interessengegensätze gemacht und sich dabei der wirtschaftlichen Vernunft unzugänglicher erwiesen, als ihre Auftraggeber selbst. Wenn das die ganze Weisheit der Sachverständigen ist dann hätte man wirklich besser daran getan, sie nicht erst zu bemühen. Es gibt auf der einen Seite Leute, die glauben, daß Deutschland bei I einer Rückkehr zum Dawesplan nichts zu verlieren habe und es gibt auf der Gegenseite andere, die behaupten, daß die Gläubiger auch ohne politische Sanktionen im Besitze ausreichender Zwangsmittel seien, um Deutschland gefügig zu machen. Das wäre die Rückkehr zu der Katastrophenpolitik der Jahre vor 1 924. Und selbst wenn es den Alliierten gelänge, die deutsche Wirtschaft, die durch die Katastrophe des Krieges, der Inflation, der Ruhr- und Deflationspolitik hin- wirtschaft abzubauen. Präsident Lobe teilt mit, daß gegenwärtig ohne Zuschuß nicht auszukommen sei. So hoch könnten die Preise nicht geschraubt werden, daß ein Pächter diese Kosten allein tragen könne. Versucht würden neue Verträge, die für das Personal auch Arbeitsgelegenheit für den Sommer sichern sollten. Vorschläge werden für Ersparnisse an den Fahrgeldern gemacht. Versucht wird ein Abkommen mit der Reichsbahn, ein bestimmtes Pauschquantum festzusehen. Angeregt werden weitere Mittel für das „Fliegen der Abgeordneten. — Erwägung wird zugesagt. Von den 450 000 Mk. zu Vorarbeiten für den Reubau der Reichstagsverwaltung werden 250 000 Mk. gestrichen. Genehmigt wird schließlich der Haushalt mit den vorgeschlagenen Streichungen. Es folgt der Haushalt des Reichsministeriums, des Reichskanzlers und t>er Reichskanzlei. Auch der Haushalt des Rechnungshofes und des Reickssparkommissars wird mit den beantragten Stre. Hungen angenommen. Gnigung in Mecklenburg Strelih. deren Mitglieder nach Millionen zählen, tn denen der beschleunigte Abschluß der Vorarbeiten und die Einberufung der Abrüstungskonferenz schon in diesem Jahre verlangt werden, damit durch die Aufstellung einer allgemeinen Ab- rüstungskonoention die allen Völkern der Erde gegebenen feierlichen Abrüstungsoersprechen endlich ihre Verwirklichung finden. Loudon sieht in dieser Stellungnahme der öffentlichen Meinung einen wertvollen Faktor für die Tätigkeit der Regierungen auf dem Abrüstungsgebiet. Am Schluß der Sitzung verlas Loudon einen Brief des Amerikaners C l i f f o r d Hormon, des Präsidenten des internationalen Fliegerverbandes, die in der Alten und Neuen Welt über 32 Sektionen verfügt. Unter Hinweis auf die furchtbaren Schrecken eines künftigen Luftkrieges wiederholt Hormon in dem Brief seine bekannte Forderung, die Anwendung derartiger barbarischer Kriegsmittel durch einen internationalen Pakt zu verbieten. Die große Mehrzahl der Flieger, die Vermittler zwischen den Völkern und nicht deren Schlächter sein wollen, un- terstützte diese Forderung. Gegen die Verlesung dieses Briefes erhob der englische Delegierte Lord Cushendun Einspruch, indem er an den Präsi- denten die Frage richtete, auf Grund welcher Be- stimmungen er diesen Brief verlesen habe. Loudon rechtfertigte sein Vorgehen mit dem Hinweis auf das ungemein großes Interest« des von chm verlesenen | Vorschlages. Genf, 15. April. (WTB.) Der Vorbereitungs- ausschuß für die Abrüstungskonferenz ist heute vormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten Loudon (Holland) zu seiner sechsten Tagung zusammengetreten. Der Präsident erklärte, wenn er den Vorbereitungsausschuß zu einer neuen Tagung einberufen habe, so sei das gewiß n i ch t in der Annahme geschehen, daß nunmehr endlich der Zeitpunkt für die Abhaltung der z w e i t e n L e s u n g und für die Aufstellung eines endgültigen Textes d e s Abrüstungsentwurfes gekommen sei. Das könne zur Zeit noch nicht verwirklicht werden und er sage das ohne jegliche Umschweife, um die öffentliche Meinung vor Enttäuschungen z u b e w o h r e n. Bei den bisherigen diplomatischen Verhandlungen zwischen den interessierten Regierungen fei man nicht zu einem Punkt gelangt, wo gemeinsame Lösungen schon heute den Enderfolg der Arbeiten des Dorbereitungsausschusses voraussehen lassen. Seine Auffassung bleibe unverändert, wonach die Verständigung im Vorbereitungsausschuß über die Gesamtheit des Abrüstungsentwurfes erst möglich fei, wenn sich b i e interessierten Mächte in bestimmten Punkten von ausschlaggebender Bedeutung, über die noch immer Meinungsverschiedenheiten bestehen, sich verständigt haben werden. Er fasse schon heute die Einberufung einer nächsten Tagung ins Auge, sobald die Verständigung zwischen den interessierten Mächten erreicht worden sei. Loudon erinnert dann an nach Tausenden zählende Kundgebungen der Arbeiterpartei der verschiedensten Länder und von Verbänden, erklärt ihr „Unannehmbar". durchgegangen ist, ein drittes oder viertes Mal kaputtzuschlagen, s i e w ä ren die letzt en. die davon einen Gewinn hätten. Wir denken nicht an die Rheinlandräumung, die eines Tages doch erfolgen muß, und für die niemand mehr in Deutschland auch nur einen Pfennig zu bezahlen bereit wäre. Es steht viel mehr auf dem Spiel: Die Zukunft Europas." Die „DAZ" schreibt, wenn sich die deutsche Delegation in vollstem Bewußtsein ihrer großen Verantwortung daran begebe, die Frage zu klären, ob die Vorschläge der Alliierten wirklich noch Spielraum für fruchtbare Verhandlungen lassen, so werde sie sich der Tatsache nicht verschließen können, daß die deutschen Bemühungen dazu benutzt werden könnten, eine Situation, für die die Alliierten allein verantwortlich seien, zu verschieben, daß schließlich die Last der Verantwortung nicht mehr allein auf den Schultern der Alliierten ruhe, sondern zum Teil wenigstens auf die Schultern der deutschen Delegation ab gewälzt werde. Die „Germania" stellt fest, daß die Lage der Konferenz äußerst gespannt bleibe. Die „Deutsche Tageszeitung" spricht von einem neuenDerschleie- rungsversuch in Paris. Der „Lokalanz. bezeichnet es als einen Erfolg des deutschen Festbleibens, dah das Memorandum der Alli- ierten morgen oder übermorgen ein ehrenvolles Begräbnis bekomme. Das „Berliner Tageblatt" sagt, es sei heute noch so fraglich wie in den kritischsten Stunden der letzten Tage, ob überhaupt eine Aussicht bestehe, die ungeheure Kluft zwischen Gläubiger- schen und der Kommunisten sämtliche Parteien des Landtages umfaßt. Die sozialdemokratische Fraktion wird den Staatsmini st er stellen, die übrigen unter der Führung der Volkspartei und der Demokraten zufammengeschlossenen Parteien werden dem Minister zwei parlamentarische Mini st e- rialdirektoren beiordnen. Wirtschaftlichkeit im Wohnungsbau. Berlin, 15. April. (WTB.) Die von der Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen gemeinsam mit 45 Verbänden veranstaltete große technische Tagung begann mit einem Vortrag des Staatssekretärs a. D. Professor Dr. Julius Hirsch über das Thema „Der Rationalisierungsgedanke in der Wirt- schaf t". Der Redner zeigte die beispiellose Entwicklung, die durch die Freigabe der Wirtschaft und der Konkurrenz im letzten Jahrhundert geschaffen worden ist und die, obwohl in Deutschland mehr als die doppelte Menschenzahl von damals lebt, nicht nur weit höhere Daseins- und Lebensgenußmöglichkeit für diese Volksmassen geschaffen habe, sondern zugleich größere Kapitalmassen, als Jahrtausende vorher. Der Fehlbetrag an W oh n ungen sei von sachverständiger Seite auf eine Million geschätzt worden. Nehme man nur zwei Drittel davon an, so würde das allein an Kosten 6§ Milliarden Reichsmark ergeben. Der notwendige Straßenneubau werde für ein Jahrzehnt auf etwa vier Milliarden Reichsmark geschätzt, und dazu komme der meistens unterschätzte Industriebau. Großzügige Planung, weitblickende Kapitaldisposition und weitgehende Ausgleichung des Beschäftigungsgrades könnten die Massenlebenshaltung weitgehend bessern und zugleich die Not der Arbeitslosigkeit in wirkende Kraft für die Zukunft verwandeln. Professor Dr.-Ing. h. c. Walter Gropius sprach über das Thema „Der Gedanke der R a - tionalisierung inder Bauwirts cha f t". Der Begriff der Rationalisierung dürfe nicht, so führte der Redner aus, mit dem Begriff der Rentabilität verwechselt werden. Er umfasse außer den Fragen deS materiellen Zwecks auch die sozialen Grundlagen des Volkslebens. Das Heil der Wohnungsverbesserung liege nicht, wie der Vortragende an einer Reihe von Lichtbildern veranschaulichte, in einer Vergrößerung der Grundrisse und Räume, sondern in einer vorzüglichen Planung. Der Redner besprach weiterhin die modernen Baumaterialien, die Arbeitsvorbereitung und Daubetriebsorganisation. Die Bauwirtschaft leide an dem schleppenden Instanzenweg bei den prüfenden Behörden. Die Nettunüsmedaille für einen französischen Offizier. Das preußischeStaatsministeriumhat dem Adjutanten des 23. französischen Infanterie- Regiments, L i f f 6, die Rettungsmedaille am Bande verliehen. Der Offizier hatte einen fünfjährigen Kna bebn aus Pfaffendorf bei Koblenz im September v.I. unter Lebensgefahr aus dem Rhein gerettet. Der Regierungspräsident Dr. Brandt von Koblenz überreichte Lissö die Rettungsmedaille. forderung und deutscher Leistungsfähigkeit zu überbrücken, die jetzt in vollem Tageslicht aller Welt erkennbar geworden fet Wie stellt sich Amerika. Wenig Aussicht für eine Herabsetzung der Reparatio^sansprüche. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Auf der Suche nach einer neuen BerhandlungSWNdlage. Das Gläubigermemorandum ist lediglich schätzbares Material. - Oie deutsche Delegation Der Reichsetat im Haushaltsausschuß. Berlin, 15. April. (V. D. Z.) 3m Haushalts- - ausschuß des Reichstages stand auf der Tagesordnung der Reichshaushalt 1929. Die allgemeine Aussprache über den Etat leitete ein Reichsfinanzminister Dr. Hilferding: Durch die Vorschläge der Parteien ist eine ©en-’ Jung der Ausgaben um 180 Millionen gegenüber dem Regierungsentwurf erreicht I worden, so daß die Erhöhung der Bier- und Erbschaftssteuer fallengelassen und die Schaf- ; fung neuer Einnahmen auf die Erhebung von 40 Millionen Rachtragszahlungen auf b ie Vermögenssteuer und auf die Erhöhung der Branntweinmonopol- einnahmen um 90 Millionen beschränkt werden können. Ich habe der Reichsregierung empfohlen, sich diese Vorschläge zu eigen zu machen, obwohl ich die ursprünglichen Etatsvorschläge unter dem Gesichtspunkt einer Fliianz- politik auf weite Sicht durchaus für vertretbar halte. Ich war fest entschlossen, bei einer Erleichterung unserer Reparationszahlungen die Gesamtsteuerlast systematisch zu senken. Die beiden Hauptprobleme unserer Finanzpolitik sind die Erlerch- terung unserer Kassenlage, insbesondere aber eine Minderung des Steuerdrucks durch Senkung der Einkommensteuer und der Zuckersteuer, stets unter dem obersten Leitgedanken, daß der Etat kein Defizit aufweisen darf. Dieser Gesichtspunkt bleibt auch bei den Vorschlägen der Parteien gewahrt. Ich habe sie dem Kabinett auch deshalb empfohlen, weil neben der Rotwendiakeit der beschleunigten Verabschiedung des Etats angesichts der Möglichkeit, dah wir in naher Zukunft vor außenpolitischen Entscheidungen von größter Tragweite stehen können, die Bildungei nerfe st enRegierungs- m e h r h e i t von überragender Bedeutung zu sein schien. Das Kabinett ist meiner Meinung tm Hinblick auf die gesamtpolitische Lage teigetreten. Die Reichsregierung wird mit allen Mitteln auf die Durchführung des Etats hinwirken. Ich bitte, den Etat so bald wie möglich zu verabschieden. Abg. T o r g I e r (Kommunist) wünschte Auskunst über die Art der Streichungen. Er kritisierte namentlich die Beschränkung desSozial- e t a t s und die Aufhebung der Lex Brüning, die wieder höhere Lohnsteuern zur Folge haben werde. (Widerspruch.) Abg Schmidt-Stettin (Sn.) erklärte, daß auch feine Partei trotz ihrer Oppositionsstellung an der schnellen Verabschiedung des Etats mit- wirlen wolle. Er fragte nach der Stellung des Sparkommissars zu den Streichungen und beschwerte sich darüber, daß der Entwurf dem Reichstag geheimgehalten worden fei, wahrend der Hansa-Bund ihn schon zur Ausarbeitung seiner Vorschläge habe benutzen können. Abg. Dr'. Hertz (Soz.) erwiderte dem Abg. Torgler, die Senkung der Lohnsteuer sei früher von den Kommunisten selbst als nicht erstrebenswert hingestellt worden. Der Redner empfahl die Kompromißvorschläge der Parteien und eine | Entschließung, die Klarheit über die Finanz- Verhältnisse der öffentlichen Betriebe fordert. Clbg. Dr. Cremer (St. Dpt.) hoffte, daß die Erspamisaktion, die hier vorliege nur der Anfang fei, nicht das Ende. Ser Reoner führte Gründe für die Entschließung über die Besteuerung der öffentlichen B e - triebe an. Sie solle volle Klarheit über die Frage der öffentlichen und der privaten Be- trieosführung schaffen. Sie Aufhebung der Lex Brüning finde gewiß manche Bedenken, aber diese Aufhebung erleichtere doch die Steuerlast des Reiches und damit auch die Zustimmung seiner Freunde dazu. Preußischer Ministerialdirektor Dr. Brecht erklärt, daß der Reichsrat zwar im einzelnen noch keine Stellung genommen habe, den Ausgabestreichungen aber sicherlich grundsätzlich und vorbehaltlich der Einzelheiten zu stimme. Von den 179 Millionen Abstrichen feien etwa 25 Millionen reale Ersparnisse, 60 Millionen Verschiebung der Ausgabe^ 10 Millionen Verschiebung der Buchung, 5 Millionen Ab- schiebung der Ausgabe auf andere. Bei den übrigen 79 Millionen könne man noch nicht wissen, ob es sich um reale Ersparnisse ooer Verschiebung der Ausgaben oder bei 28 Millionen davon auch nur um Verschiebung der Buchung handle. Es folgt die Einzelberatung, und zwar zunächst der Haushalt des e i chs p r a f i d e n- t e n. Der Kompromiß antrag der hinter der Regierung stehenden Parteien beantragt dabei einen Gesamtabstrich von 8750 Mark. 2lbg. D. M u mm (Dntl.) hält es für mehr als kleinlich, hier solche geringfügigen Abstriche vorzunehmen. Ser Redner spricht die Hoffnung auf baldige G e ne - fung des Reichspräsidenten aus. Staatssekretär Dr. Meißner dankt dem Vorredner für feine Teilnahme. Der Reichspräsident fet a u s dem Wege der vollen Besserung. Eine Ausnahmebehandlung werde aber der Reichspräsident für feinen Etat trotz aller sparsamen Aufstellung nicht wünschen, um nicht das Korn- SS.® SÄS® IÄMJWE &Ä» Es folgt £r Haushalt des Reichstages. Dr. Häntzschel haben heute zu dem Ergebnis ge° Reickstaasvräfid^t Löbe erklärt er habe schon führt, daß sich die Sozialdemokratische Partei, die erwogen eventuell die telegraphische Einladung Demokratische Partei, die Deutsche Volkspartei der be? Malier ihreu Frak°i°nkn ,7lbst zu über- Deutsche Bauernbund, die Balkerech,Partei und tue lasse?°der sse brleslich zu bewirken. Ferner Partei sür Handwerk und Gewerbe zu einer n>urte gefordert durch etwaige Erhöhungen der | Koalition d u f a mm e n g e f u n b e n haben, Preise den Z u s ch u ß f ü r d i e R e i ch s t a g s - die mit Ausnahme der Deutschnationalen, der Volki- Washington, 15. April. (WTB.) In dem Staatsdepartement wurde heute erklärt, eine Aenderung der bekannten Politik der Vereinigten Staaten in der Reparationsfrage sei nicht beabsichtigt, insbesondere werde nach wie vor daran festgehalten, dah Reparationen .und Kriegsschulden zwei getrennte Fragen seien. Wie weiter hierzu verlautet, wird eine Herabsetzung der amerikanischen Forderungen für die Besahungskosten als durchführbar bezeichnet. Der Pariser „In- tranfigeant“ will dagegen erfahren haben, daß der ehemalige amerikanische Staatssekretär Kellogg sofort nach seiner Ankunft in Paris mit dem Vorsitzenden der Reparationskonferenz, Owen Voung, eine lange Unterredung gehabt habe. Owen Voung habe, wenn die vom „In- tranfigeant“ erhaltenen Informationen richtig sind, erklärt, daß iiach seiner Ansicht und nach der Ansicht von Morgan ebenfalls es notwendig sei, dahAmerikaetwast u e. Kellogg dürfte in dieser Beziehung einen Bericht an die Vereinigten Staaten erstatten, um durchzusehen, daß man in Washington die Möglichkeit der Herabsetzung der amerikanischen Depara- II I'- 1 1 tragt. RLtfelhafter Todesfall. übergroßer Liebe im EisersuchtSwahn ausgeführt habe, der seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen hätte. Die VcJcfahrensrüge wurde als nicht durchgreifend angesehen, so daß das Todesurteil rechtskräftig geworden ist. 12 Jahre Zuchthaus für einen Raubmörder. In dem Prozeß gegen den 25jährigen Kuhmelker Aloisius Becker, der in der Nacht zum 24. Oktober o. I. bei Lübars den Maler Michalzik nach erbittertem Kampfe getötet und beraubt hatte, wurde das Urteil gefällt. Das Gericht nahm zu Gunsten des Angeklagten nicht Mord, sondern Totschlag in Verbindung mit schwerem Raub mit Todeserfolg als erwiesen an und verurteilte den Angeklagten zu zwölf Jahren Zuchthaus. Daneben wurde nach verbüßter Strafe die Zuläsfigkeit der Stellung unter Polizeiaufsicht ausgesprochen. Becker wurde außer- dem zu zehn Jahren Ehrverlust verurteilt Aerzteboykott im Lichterfelder Krankenhaus. Mit der Angelegenheit des Stubenrauch-Kranken- Hauses in Lichterfeld hat sich auch die Freie ärztliche Organisation befaßt. Sie wird in ihrer Fachpresse die Aerzte auffordern, fid) so lange nicht um die Rautenbergschc Stelle im Lichterfelder Kran- kenhaus zu bewerben, bis die Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Konfliktes er. folgt ist. Zur Spanienreife ausgelaufen. Zum Antritt der Frübiahrsreise nach Spanien sind die beiden Linienschiffe „Schleswig-Hok- stein" und „Schlesien" sowie die neuen Boote der Zweiten Torpedoboots-Halbflottille, „W o l f", „Albatros", „Grei f", „M ö o e" und „Kondor" von Wilhelmshaven ausgelaufen. Die Schiffe werden voraussichtlich Dienstag früh beim Weser- feuerschiff, dos sich bekanntlich in der Jade- und Wesermünduna befindet, mit den von Kiel kommen- den Linienschiffen Hessen" und „Elsa ß" sowie der Vierten Toroedoboots-Halbflottille vereinigen und bann die Reise gemeinsam fortsetzen. Die Kotonoer „Äonfa“ zur Ruhe gegangen. Am Montag hat die Kownoer Pferdebahn, die Wohl einer der letzten in einer europäischen Hauptstadt sein dürfte, ihren Betrieb eingestellt. Die Außerbetriebsetzung erfolgte in feierlicher Weise. Sämtliche Wagen wurden in einer langen Reihe durch die Stadt gefahren, umringt von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge, die in Hochrufe auf die „Konka" ausbrach. Auf dem vordersten Wagen hatte eine Musikkapelle Aufstellung genommen, die Trauerweisen ertönen lieh. Der Wagen, den die Kownoer Studenten kürzlich als Protest umgestürzt hatten, wgr von diesen besetzt. An den Wagen befanden sich Aufschriften des Inhalts: „36 Jahre, zehn Monate und 21 Tage haben wir der Oesfentlich- keit treu gedient, matt und müde gehen wir jetzt zur Ruhe." oolitische W Führer ist au°) des äcl Erweite aktiven. yoat ni ccrantn ihre P ft Heil, alle!' und &6i entere CH nicht o rc t ss fofl in dankt n er mit' im 0 eteen licht' sassM es un yreffit aus di den d die G eine nerlan ben, ü schär Wird ir len. Si auch if land ir Sorgen deutsch DeW Unti ' den £ Jan Mayetr '1 ■**!? “’5V j '^S W f <‘<* v -EnoL^L «. a <£ E ifyfcanltn- eieärzt- M in ihrer । lange nicht selber drangen um eine msllkter er- 'nöct, cuOft Mörder, ^uhmelker m 24,D!to: rlzik nach beraubt 'richt nahm 'd, sondern ’ schwe- 5 erwiesen »lf Zähren ter Strafe r Pali. >rdr ach»« itll ^Qt er, Minder Aa ach! ;1 üsttc u.r,J Gu-; HD hm», fSefe! Ku« eü. Ltettoarf ^holt Wrüst lrkhc, toiüar.r-. ’e Ve7° ’fr’SCIjic;i ’ngctfcßi öchtrur «tn a^ geführt l9 ausgr. M» ad Tvdrr- wig'yos« fieuen Boote le, „SB oir. and,Kon - , Die Schisse beim Weser- c 2ade> und Riel lornmen- ljah" sowie t meinigen 'N. gegangen, pfetie' einer emv- >ren De« Mckiehmg liche Wagen ch die Stadt ; Tausenden SD sS A,., $etl' CM.„ »um WS Wi !tot ^tlich en. f u plan' in £* 8an' tüt » g,(M ^""«beiharb &e5 rSs f. «W 1 »#, b«i 6 alles vistenschsstl^ lite -u $-5 i eines W Äf*S ;ng hat # 4 Dan vv»' ittapelle eisen ertönen r Studenten hatten. W rescmden sich t, zehn Wv' ^OeßenÜich' -hen vir seht ANZEIGEN Oie die wundervolle goldklare Haarwaflchseife für jedes Haar, auch als Shampoon 3 & S^eewL^- antritts ab. ♦* Geschäftsjubiläum. Der Dachdeckermeister Wilhelm Röhrig, Mühlstraße 29, kann heute auf das 25jährige Bestehen seines Geschäftes zurückblickcn. *• »Die weihe Pe st" heißt das,Tendenzschauspiel, das die deutsche Bühne für Bolks- hygiene Kassel — wie man uns schreibt — seit zwei Jahren aufführt und das der Bekämpfung einer der scheußlichsten Dolksseuchen dient' der Geschlechtskrankheit. „Die weiße Pest" zeigt in Erschütternder Weise den Untergang einer Familie, der durch die Unwissenheit eines Erkrankten herausbeschworen wurde. Das heikle Thema ist dezent bearbeitet, starte ethische Momente sind in dem Werk enthalten, die zur seelischen Stärkung nicht unerheblich beitragen. Die Aufführung findet morgen. Mittwoch, in der Turnhalle des Turnvereins 1846 auf Veranlassung der Krankenkassen in Stadt und Kreis Gießen statt. Wem das gesundheitliche Wohl unseres Volks- körpers am Herzen liegt, der versäume nicht, diese Vorstellung zu besuchen. Besonders Müttern, die Heranwachsende Kinder haben und sie vor den Gefahren des Lebens schützen wollen, sei der Besuch der Aufführung empfohlen. Man beachte die heutige Anzeige. einem Haken gerettet wurde, werden zwei Mann und das Mädchen vermißt. Die sofort von der Polizei eingeleiteten Maßnahmen waren bei der herrschenden Dunkelheit und der Strömung der Oder erfolglos. Das plötzliche Sinken des Bootes ist zweifellos auf Lleberlastung zurückzuführen. Das Zentrum und die Außenpolitik Prälat Kaas auf dem Breslauer Ostparieitag. — Kritik an Stresemann. Daten für Mittwoch, 17. April. (Sonnenaufgang 5.01 Uhr, Sonnenuntergang 18.59 Uhr. — Monaufgang 10.57 Uhr, Monduntergang türm. Unter Wegs wurde die sog. Weinstraße überschritten, die schon in uralten -Zeiten die Der- bindung zwischen Mainz und Kassel, also zwischen Süden und Rorden, herstellte. Der etwa Berlin, 16. April. Ein Ostparteitag war die Tagung, die das Zentrum am Sonntag in Breslau abgehalten hat. Und Probleme der Ostpolitik standen dementsprechend im Mittelpunkt der großen politischen Rede, die dabei der Parteivorsitzende, Prälat Kaas, gehalten hat. Kaas ist nicht nur Führer der gesamten Parteiorganisation, sondern er ist auch praktisch der Führer der Reichstagsfraktion des Zentrums, aus der mit der kürzlich erfolgten Erweiterung des Reichskabinetts die drei besonders aktiven Köpfe Wirth, Stegerwald und von Guörard zwar nicht ausgeschieden, aber doch auf einen anderen verantwortlichen Posten geschoben sind, der sie nötigt, ihre Barteimannseigenschaft eine Zeitlang zurückzu- st llen. Prälat Kaas ist also praktisch heute d e r allein maßgebendeMannim Zentrum, und deshalb verdienen seine Ausführungen stets besondere politische Beachtung. Es gibt in seiner Breslauer Bede vieles, was nicht offen ausgesprochen wurde, was sich aber rc t gut zwischen den Zeilen lesen läßt. Davon feil in diesem Augenblick abgesehen werden. Gedankt muß es dem Prälaten Kaas werden, daß er mit deutlichen Worten die Grenzziehung im Osten als einen Unfinn und als einen Versuch mit explosiven Möglichkeiten bezeichnet hat. „Ich bin der Auffassung" — so erklärte Kaas weiter —, „daß man es uns auch jenseits der Grenze nicht als aggressive Geste auslegen darf, wenn wir die Hand auf die Wunde legen und lagen: Entweder finden die Staatsmänner der Welt den Mut und die Gröhe, ihren Völkern zu sagen, daß hier eine W unde blutet, die nach Heilung verlangt, ober sie haben es sich selbst zuzuschreiben, wenn an Stelle der Heilung nur Verschärfung der Gegensätze eintritt." Das wird man in vollem Umfang unterschreiben müssen. So selbstverständlich eine solche Auffassung auch ist, so lehr muß sie doch auch in Deutschland immer wieder betont werden. Es gibt viele Sorgen für jeden Deutschen, und man hat im Deutschen Osten manchmal ein wenig das bittere Gefühl, als ließen sie dem Reichsangehörigen links von Oder und Elbe keine rechte Zeit, an Den Osten zu denken. Eine Klage, die aus allen Teilen deutschen Landes von der Ostgrenze immer wieder ertönt und die, man muß es leider erklären, chren berechtigten Kern hat. Prälat Kaas ist in seiner Rebe über die Ostpolitik auch eingegangen auf die Frage der Minderheiten. Auch hier wird man ihm zustimmen können, wenn er sie geradezu als den Angelpunkt des europäischen Friedens bezeichnete. Mit Recht forderte er, daß zum mindesten dem Buchstaben, wenn schon nicht dem Geiste nach die internationalen Abmachungen mit ihren Verpflichtungen über die Minderheitenbehandlung überall erfüllt würden. Er hat diesen Satz geprägt im Anschluß an Sätze, die eine sehr deutliche Kritik an der Politik enthielten, wie sie der Reichsaußenminister Dr. Stresemann in Genf hinsichtlich der deutschen Minderheit im polnisch gewordenen Oberschlesien vertreten hat. Daß hier manches Kompromiß zustande gekommen ist, das von der deutschen Minderheit selbst als unbefriedigend angesehen wurde, das ist bekannt, und Presseäußerungen haben an solcher Kritik niemals Zweifel aufkommen lassen. Aber daß heute der Führer einer Partei, die mit Dr. Stresemann zusammen in ein und demselben R e i ch s k a b i n e t t vertreten ist, diese Kritik aufgreift und sich in aller Oeffentlichkeit zu eigen macht, das ist politisch sehr bemerkenswert. Hier spielt der seit langem latente Gegensatz des Außenpolitikers Kaas gegen den Außenpolitiker Stresemann seine Rolle, ein Gegensatz, der nach außen hin bisher stets in verbindlichen Formen und einigen schärferen, dafür aber anonymen Leitartikeln der Germania ausgepaukt worden ist, der aber eine weit größere Rolle in der deutschen Gesamtpolitik — der äußeren wie der inneren — spielt als das der deutschen Oeffentlichkeit im allgemeinen zum Bewußtsein kommt. Man verrät kein Geheimnis, wenn man ausspricht, daß auch über den Verhandlungen der letzten Wochen über Etat und Koalition diese Gegensätze zwar unsichtbar, aber für den Eingeweihten doch fühlbar geschwebt haben, und daß insbesondere die Nominierung des früheren Reichskanzlers Dr. Joseph Wirth zum Minister für die besetzten Gebiete, die durch die Zentrumsfraktion erfolgt ist, hier ihre letzten Ursachen findet. an einem Schlaganfall verstorben. Der Verewigte, der aus Oberhessen stammte, war Ehrenbürger unserer Rachbarstadt Butzbach. Der „Heimat im < , - Bild" des Gießener Anzeigers war Geheimrat DaUVtVefsaMMMNQ Otto ein geschätzter Mitarbeiter, aus dessen r & Feder in einer der nächsten Nummern der -§6 MtchefZeUgerVerSaNKeS. „Heimat im Bild" em Aufsatz erscheinen werd. v ö Auf die Persönlichkeit des Heimgegangenen und WSR. Frankfurt a. M., 15. April. Der sein verdienstvolles Wirken werden wir morgen Mjlcherzeugeroerband E. V. hielt gestern zurückkommen. im „Ratskeller" unter der Leitung des Landtagc- •• Schulpersonalien. Ernannt wurden abgeortmeten Fenchel (Ober-Hörgern) bei flor- bet provisorische Gewerbelehrer Johannes tem Besuch non Interessenten seine erste Haupt- Neumann zum Gewerbelehrer an der Versammlung ab, die den Teilnehmern Klar» gewerblichen Abteilung der Fortbildungsschule heit über Arbeit und Endziele des Verbandes oer- im Bezirk Gießen mit Wirkung vom Tage des miltelte. Als Vertreter der Kreisbauernschaft Hanau Dienstantritts an; die Lehrer: Fritz Dötti - nahmen Landwirtschastsrat Gielen und Schmidt ch e r, zu Stockhausen, Kreis Lauterbach, zum (Wachenbuchen), für die Landfrauenbewegung Frl. Lehrer an der Volksschule zu Utphe. Kreis B o p p an der Veranstaltung teil, deren Hauptrefe- Gießen. Adolf Frisier zu Schannenbach. Kreis rat Geschäftsführer Dr. Sauer (FrielHerg) über Bensheim, zum Lehrer an der Volksschule zu Das Thema „Die Mttchversprguny der Städte im Ober-Schmitten, Kreis Schotten, Heinrich G i m - Spiegel des kommenden Reichsmllchgesetzes" hielt, b e l zu Rixfeld, Kreis Lauterbach, zum Lehrer und besonders die Auswirkungen des fraglichen an der Volksschule zu Rieder-Ingelheim, Kreis Gesetzes für den Frankfurter Milchmarkt barlegte. Dingen, Peter Rausch zu Schadges, Kr. Lauter- Seiner Ansicht nach muh es für Frankfurt, um die bach, zum Lehrer an bet Volksschule zu Stock- Interessen der Milch liefernden Landwirte in gebauten, Kreis Lauterbach; die Studienräte: Dr. rechter Weise zu wahren, zur Gründung eines Heinrich Haun an der Augustinerschule (Ghm- Milch-Syndikates für Groß-Frank- nasium und Oberrealschule) Friedberg zum Stu- surt unb zu einer unbedingten Abgrenzung dienrat an der Oberrealschule in Mainz; Wilhelm pes Frankfurter Lieferbezirkes kom- R ö d e r e r an der Weidig-Oberrealschule in Butz- men. Namens der Kreisbauernschaft Frankfurt a. M. bach zum Studienrat an der Oberrealschule in ergriff deren Geschäftsführer, Döbler, das Wort Alsfeld; Eugen Eckes an der Augustinerschule und nahm zu den Ausführungen des Hauptredners (Gymnasium unb Oberrealschule) in Friedberg dahingehend Stellung, daß an den jetzigen, für die zum Studienrat an der Oberrealschule in Mainz; Landwirtschaft nicht günstigen Verhältnissen die Konrad von der Schmitt an der Oberreal- Landwirte vielfach selber die Schuld trügen. Nachschule in Alsfeld zum Studienrat an der Goethe- dem der Redner noch die Wege zur Abhilfe klar- schule (Realschule) in Reu-Isenburg; Erich gelegt hatte, betonte er, daß der für Frankfurt a. M. Schwörer an der Realschule in Wimpfen zum in Aussickst stehende „M ilchhof eine Möglichkeit Studienrat an der Oberrealschule in Grünberg, zur Begrenzung des Frankfurter Milchkontingents sämtlich mit Wirkung vorn Tage des Dienst- bringe. Die derzeitigen Verhältnisse im Frankfurter Milchhandel seien, was den Einzelabsatz anbelange, unhaltbar. Das RMG. (Reichsmilchgesetz) verspreche eine gründliche Reinigimg. 3m Verlause der Tagesordnung wurde die Neuwahl des Verbandsausschusses vollzogen; für die Verhandlungen mit der Osthafen-Molkerei Frankfurt a. M. werden Landwirt Hoffmann (Ranstadt, Kr. Büdingen), mit dem Frankfurter und Offenbacher Milchhandel die Landwirte K o h l h a g e (Büdesheim) undF ritsch (Wallernhausen, Kreis Büdingen); für die mit dem Franksiirter Konsum, Geschäftsführer Döbler (Frankfurt a. M.) delegiert. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15. April 1929. Oie perfekte Stenotypistin. Wenn ftüh der Chef noch ruht in süßen Träumen, ist sie schon lange tätig im Bureau. Es gibt ja immer etwas aufzuräumcn, zu richten irgendwie und irgendwo. Was selber sie zur Schönheit braucht hingegen, birgt sie diskret in ihrem säubern Tisch; sie ist bemüht, die Haare gut zu pflegen, unb ihre Blusen sind stets weiß und ftisch. Nie wird sie schwatzen, niemals intrigieren, unb was sie hört, bewegt die Zunge nicht. Sie fragt und zögert niemals beim Diktieren, selbst dann nicht, wenn der Chef sich mal verspricht. Den Kunden wickelt sie in weiche Watte, Des Lehrlings Herz ihr heiß entgegenschlägt; sie lobt sogar die scheußliche Krawatte, die der Kassierer voller Freude trägt. Sie lacht geduldig, wenn der Chef den Kunden den gleichen Witz zum achtenmal erzählt; sie paßt sich an der Stimmung ernster ©tunben und suhlt, wenn Sorge seine Sinne quält. In dem Bureau kennt sie nicht Flirt noch Liebe, sie lebt der Pflicht, und damit ist ee gut, und sie betrachtet das Geschäftsgetriebe nicht immer gleich als Heiratsinstitut. Ihr Tun und Denken zeigt sich mathematisch und dennoch auch in wechselnder Gestalt; unb taktvoll kann sie sein unb diplomatisch, wie ein ersahr'ner Scheidungs-Rechtsanwalt. Mit Argusaugen und Chirurgennerven eilt im Bureau sie lautlos hin und her, und muß sie sich auf etwas Neues werfen, so gebt es schnell, wie bei der Feuerwehr. Und scheidet sie zwecks Heirat vom Betriebe, wohin der Weg bei solcher Perle führt, dann folgen ihr die Achtung und die Liebe, unb selbst der Chef ist traurig unb gerührt. Puck Gegen wildernde Hunde. Vom Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, wird uns mitgeteilt: Zahlreiche beim Allgemeinen Deutschen Iagdschutzverein eingegangene Meldungen besagen, daß unsere Wilbstände durch wildernde Hunde in ernste Gefahr geraten sind. Nachdem der strenge Winter ohnehin Verluste 3ur Folge hatte, die das Wild in manchen Gegenden fast vernichteten, haben unbeaufsichttgt umherlau- fenbe Hunde das geschwächte Wild noch mehr ge- ztzhittet. Besonders der deutsche Schäserhund, jener ausgesprochene Modehund unserer Tage, zeigte sich als unerträgliche Geißel unserer Wildstände, unb ganz besonders Rehwild fiel ihm in großen Mengen zum Opfer. Die Arbeitsgemeinschaft des Allgemeinen Deutschen Iagdschutzvereins und des Preußischen Landesjagdverbandes ist deshalb bei den zuständigen Regierungsstellen um den Erlaß einer Polizeiverordnung eingekommen, die das unange- leinte Laufenlassen von Hunden außerhalb der Ortschaften verbieten und unter Strafe stellen soll. Ausnahmen sollen nur für polizeiliche Diensthunde bei der Ausübung des Dienstes, bei der Abführung und Prüfung, für Hirtenhunde bei der Ueber- wachung der Herde und für Jagdhunde bei der Ausübung der Jagd und bei Abhaltung von Prüfungen und Suchen zulässig fein. Am wichtigsten ist die strenge Durchführung einer solchen Verordnung während der Brut- und Satzzeit des Wildes, also während der Frühjahrs- und Sommermonate. Es ist zu hoffen, daß jeder Hundebesitzer einsichtig und tierliebend genug ist, dafür zu sorgen, daß die Hunde unsere gezehnteten Wildstände nicht noch mehr schädigen. Also, .Hundebesitzer! .Haltet eure Hunde an der Seine! Zeigt, daß ihr auch der frei lebenden Tierwelt Verständnis entgegenbringt und beteiligt euch nicht aus Unachtsamkeit an der Vernichtung unwiederbringlichen Volksgutes! ** Geh. Schulrat Dr. Eduard Otto (Darmstadt) f. Am Montag früh ist in Darmstadt der Oberstudienbirektor t. R., Geh. Schulrat Dr. (Sbuarb Otto, im 67. Lebensjahre (Sine volksparteiliche Reichsfrauentagung. 3n diesem Jahre werden fick die volkparteilichen Frauen aus dem ganzen Reich am 9. bis 12. Mai in B r e m e n treffen. Am Haupttage find große politische Vorträge vorgesehen über weltwirtschaftliche Fragen sowie über kulturpolitische Belange. Die Arbeit des zweiten Tages wird auf drei Studienkreise verteilt, bei denen besonderer Wert darauf gelegt wird, bas in den einleitenden Vorträgen Gehörte in der Aussprache zu verarbeiten und zu abschließenden Ergebnissen zu kommen. Erörtert werden Voraussicht- lich folgende Themen: 1. Wahlrechtsreform; 2. Die neuen Arbeitsgesetze in ihren Auswirkungen auf das Frauenleben; 3. Die Beziehungen von Staat und Gesellschaft zur Familie. Schweres Boolsunglück in Stettin. Sechs Mann ber Besatzung des Hamburger Dampfers „Karl Rehder" sowie ein junges Mädchen wollten abends um 10 älhr zu dem zwischen Psahlgruppen festgemachten Dampfer m 11 einem Boot übersetzen. 15 Meter vom Ufer entfernt begann das Boot plötzlich zu sin- k e n. Während drei Mann das Land schwimmend erreichen konnten unb ein Wann von dem Steuermann eines in der Rähe liegenden Kahnes mit QS1 d massiger soosodwest tz, Hormone Nordwest S X SSS ;ut rvrrrsmVtiu umaereOineten Luftdruck Wettervoraussage Die sich gestern über Frankreich erstreckende Störung Hai sich sehr rasch südöstlich verlagert, dabei unfevem Gebiet nur regendrohende Bewölkung gebrach!, in Süddeutschland dagegen Niederschlage. Gleichzeitig hat unter ihrem Einfluß — besonders i - Südwest- und Süddeutschland — Temperatui-an- sk .g eingesetzt, ber heute morgen Werte bis zu acht v. uh erreichte. Dagegen hat sich im nördlichen und eft ichen Deutschland der Einfluß des skandinavisch' . Hochs durchgesetzt. Während der klaren Nacht gingen dort die Temperaturen bis in Gefrierpunktnähe zurück, ja sogar stellenweise auch darunter. Auch in unserem Gebiet wird der hohe Druck wieder eine Besserung und erneuten Temperaturrückgang bringen. Wettervoraussage für Mittwoch: Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen nachts in Gefrierpunktnähe, auch tagsüber wieder etwas kühler, keine ober nur vereinzelt geringe Rieberschläge. Lufttemperaturen am 15. April: mittags 12,6 Grad Celsius, abends 8,2 Grad; am 16. April: morgens 6,5 Grad. Maximum 12,9 Grad, Minimum 3,2 Grad. ** Barmer Ersatzkafse. Dieser Tage fand im „Hessischen Hof" eine Mitgliederversammlung der Barmer Ersatzkasse statt. Nach einem kurzen Lor . •- - , trage des 1. Vorsitzenden Gischler über „Die vor d U4 u9r- „ beugende Gesundheitsfürsorge" ging man zur Tages 1774: der Erfinder der Buchdruckschnellpresse, orbnung über, die als besonderen Zweck die Wahl Friedrich König, in Eisleben geboren (gestorben eines Delegierten zur Hauptversammlung am 2. Juni 1833); — 1790: der nordamerikanische Staatsmann jn München hatte. Mit großer Mehrheit wurde ber und Schriftsteller Benjamin Franklin gestorven (ge- i, Vorsitzende als Delegierter unb Wilhelm Schmitt boren 1706); — 1852: die Schriftstellerin Ida Boy-Ed als Ersatzmann gewählt. Von der Versammlung in Bergedorf geboren (gestorben 1928). wurden verschiedene Anträge zur Hauptversammlung Gicsrcncr Wochenmarktprcise. 611 bcr ScIceierfc in münd,cn vm Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das V. H. E. Die Aprilwanderung des V.H.E.. »•’VnÖ/iÄ5 19°: tc 3° bis 3o; ließen am vergangenen Sonntag erfreute sich, Asse (10 bls 140. Wirfmg 20 bis 52, einer Beteiligung von nahezu 80 Personen. Wechkraut 20 hcs 30, Rotkraut 20 bls 3o gelbe abgesehen von einigen Aprilschauern, sehr gün- Auben 25 bis 30; rote Ruben 25 bisi 30^ ®Vinat fttgcn Wander Wetters. Das Ziel war der Dor- 50 bis 60, Ilnter-Kohlrabi 10 bis 15, 2tofcnjobl taunudj un£ hier besonders die historischen Stät- 70; Feldsalat 200 bis 300; Tomaten 80 bis 100, Limesturm und Kapersburg. In liebens- Zwiebeln 25 bis 30; Meerrettich 50 bis 150; ^ürdiaer Weise hatte sich Prof Heimle, der 60 T6 or bM £:nr?nbh Wiederhersteller Ar Kapersburg und Erbauer 3WK ?a6180-’ Ä Ä ** Limesturmes, zur Verfügung gestellt und 4£’ A011!;9- ^40 a 9^ den Teilnehmern hochinteressante Auslla- OA* l3^’ 'er inn ms hiä rung aus alten Zeiten. So schilderte er btc ?0: das Stuck Tauber 100 bis 110, Eier 10 bis Dcmtoeise und den Lauf des Pfahlgrabens, fototc 12, Blumenkohl 50 bis 120. Salat bis 50, Anlage und den Zweck der römischen Wehr- Salatgurken 100 b.ls 120 Lauch 15 bis 30 ReMch und der Kastelle. Der Ausgangspimkt der 20 bis 30, Oe(lerce 20 bis 100, das Bund. Ra Wanderung war Bad-Rauheirn. Heber den Io- dieschen 25 bis 30; Endwren 150 brs 200 Pf.; hannisberg, wo an dem vor mehreren Iahren der Zentner: Kartoffeln 5,50 Mark. I entdeckten unb frei gelegten Wachtturm bie erste Nornotiren Erläuterung erfolgte, ging es auf guter Straße __ „ , . c ? * , an Hof Hasselheck vorüber zunächst zu bem vor — lägestalcnbcr für Dienstag. Stabt- 3^^ mit finanzieller Unterstützung eines theater: „Oktobertag , 20 bis 22 Uhr. —"„Lichtspiel- pautsch-amerikanischen Mäzen erbauten Limeshaus, Bahnhofstraße: „Die keusche Kokotte . — Asto- ’ ria-Lichtspiele: „Jahrmarkt des Lebens". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung von „Oktobertag" beginnt um 20 Uhr. — In ber morgigen Erstaufführung von Hanns Iohsts „Thomas Paine" spielt die Titelrolle Hans Tanner©s wirken ferner mit för die Taqesnummer des Gießener bie Herren Arzborf, Bastö, be Castro, Ebert- - . Grassow, Gareis, Gehre, Haeser, Linkmann, Knur, Anzeigers Werden ZWeCkm&ßig SiH Volck, Wesener. Die Bühnenbilder sinb von Karl ilaphmittfln vnrher aufnpüphpn Nach Löffler, entworfen. Spielleitung Intendant Dr. Hacnmittag VOHier auigegeaen. HdCfi Prasch. Die Bilder, die eigentlich auf einer tz (Jjtr Vormittags kann die Aufnahme mShoÄ der Anzeigen auch in Ausnahme- — Hallo Theater I Aus dem Stadithea- fällen nicht gewährleistet werden! lerbuteau wird uns geschrieben: Das Programm des bunten Festabends enthält außer Tanz, Iazz- urni ac n» RIFQQFMFR AMZFifiFRS muftf, Vorträgen folgende Einakter: „Rachtbe- itKIJiO UEy HR&XIwfc 1 leuchtung", Groteske von Curt Goetz, „Bobby" (The clever boy), Uraufführung von Karl Ritter, „Die Mücke", ein lustiger Dialog von Rudolf Presber, „Ein ruhiges Heim", Burleske in einem Akt von Georges Eourteline aus dem Zyklus „Alltagskomödien". — Urauffüh- KVr?R?t°ter ? Diese/ amVrikcmische Tanzsk?tch I ^muS^^üHfe^&ergcfFell? geilt von Ludwig Dreyfuh komponiert, der am ^i^fe her gelt eilt, gc Flügel selbst bie musikalische Leitung feiner Kom- ^präch^n Mcsbsia bmsofifcnen g«f»r»d,Cn. Söfflet. | » Heimka^t erfolgte. Bei der Schlußrast nahm der Vorsitzende Qkranlaffung, neben dem Dank an die Führer auch Herrn Prof. Helmke für seine bereittotntge Führung drwch die geschichtlichen Stätten und die wirklich lehrreichen und interessanten Ausführungen herzlichst zu danken. 3451D Pfarrer in Grofeen-Linden akt S. S. 93 3435V 3348D Tonika Do 02276 Giefeen, Kreuzplatz 8, Tel. 1796 o Bahnhofstr. 27 Fernfpr. 1631 («tfine gerinne Fisdikoteletts mit Polack- Reifen Musikalischer Anfangsunterricht in Kursen für Kinder (6—10 Jahre) Pfund 25 4 Pfund 40 3, Wir betrauern das Ableben unseres lieben A. H. Gut möbl., gcmütl. Zimmer mit ei. V. an berusst. Herrn z. vrm. Wo? sagt die Geschäsisst. d, Gieff. Anz. 02282 Schöner Laden in bester zentr. Lane ab 1. Mai preiswert zu vermieten mit ob. ohne Einrichtung. Wo? sagt die Geschst. d. Giest. Anz. 02288 Der Akad. Theol. Verein Giefeen I. A. Fr. Morneweg F. V. Zimmer mit 2 Betten von zwei Studenten iBrtider» gesucht. 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Znteten&tteA'D aJngmcn. btirimrorin die Widerstandskraft der Wirtschaft gegenüber den Einflüssen des Konjunkturrückgangs sich als ziemlich groß erwiesen bat, und daß demzufolge von einer Krise der Wirtschaft bzw. krisenhaften Erscheinungen nicht gesprochen werden kann. Für den Arbeitsmarkt steht mit dem Einsetzen und Anhalten wärmerer Witterung eine Verringerung der Arbeitslosenziffer um etwa 1,5 Millionen Kopfe in Aussicht, bei denen es sich um solche Arbeitslose handelt, die aus saisonrnähiaen Gründen beschäftigungslos geworden sind. Die Landwirtschaft und vor allem das Baugewerbe werden erhebliche Arbeitskräfte wieder aufnehmen. Die Nachfrage nach Baukapital ist groß, und die Beschäftigung der Baustoffindustrie ist zur Zeit schon lebhafter geworden. Für die Textilindustrie ist mit einer größeren Zunahme des Äeschäftigungsgrades zu rechnen, vornehmlich in der Bekleidungsindustrie und im Schuhaewerbe. Die Wäsche-, Leinen- und Kunstseideindustrien berichten von einer Besserung des Geschäftsganges, desgleichen die Hutindustrie und die Tuchfabrikation. Die Lage der Baumwollindustrie, der Spinnerei und Weberei ist allerdings nach wie vor schlecht, und die Möglichkeit größerer Betriebseinschränkungen in dieser Jndustriegruppe mit ihren 100° bis 120 000 Arbeitern bleibt bestehen. Für den Bergbau ist der lang anhaltende Winter von Vorteil gewesen. Noch im Monat März, der bereits wärmere Witterung gebracht hat, brauchten Feierschichten wegen Absatzmangels nicht eingelegt zu werden; die arbeitstäglicbe Forderung hat sogar eine weitere Steigerung erfahren. Besonders günstig ist die Lage des Koksmarktes. Da es sich heute noch nicht übersehen läßt, in welchem Umfang der verstärkte Verbrauch, besonders in Koks, auf die Witterung oder auf die industrielle Belebung zurückzuzuführen ist, ift die Frage der Einwirkung der besseren Konjunktur des Bergbaus in den ersten bald wieder abzufallen. Die Platzmannschaft . zeigte viel mehr Verständnis untereinander und s legte einen bedeutend größeren Kampfeseifer an den Tag. — Der Spielverlauf war folgender: Sofort vom Anstoß an kommt Marburg । vor das Gießener Tor und kann auch überraschend ■ schnell durch einen Schuh von Fischer in Führung < gehen. Die Platzmannschaft drückt mächtig aufs , Tempo. Ein äußerst scharf geschossener BaN springt dem Gießener Tormann von den Händen ab über ihn hinweg und wird von ihm < beim Bemühen, ihn abzuschlagen, ins Tor befördert, Eigentor. 2:0 für Marburg. Erst jetzt findet sich Gießen langsam zusammen und vermag dem Gegner eine einigermaßen gleichwertige Partie zu liefern. Bei einer gut hereingegebenen Flanke des Gießener Rechtsaußen passiert einem Marburger Verteidiger dasselbe Mißgeschick, wie vorher dem V. f. D.-Tormann; von seinem Knie springt der Ball ins Veh, der jedoch auch ohnehin Öen Weg dorthin genommen hätte. Vach dem Wechsel fällt D. f. B. Gießen gänzlich ab und führt das zerfahrenste Spiel der Saison vor, ohne dies auch durch Umstellungen wesentlich ändern zu können. Der Plahelf gelingt es in dieser Zeit auf 4:1 zu erhöhen. Dann erst rafft sich V. f. D. auf, um seinerseits das Kommando zu übernehmen und das Tor des Gegners zu belagern, dabei das Resultat auf 4:2 verbessernd. Bei etwas weniger Pech (Lattenschuß) wäre ein drittes Tor fällig gewesen. Dis zum Schluß war das Spiel im allgemeinen verteilt. Die Ligareserve machte ihre Sache entschieden besser. Sie zeigte sich ihrem Gegner in jeder Weise überlegen und gewann nach spannendem Kamps verdient mit dem umgekehrten Resultat wie die Liga. Die Dritte erhielt von der gleichen Mar- burgs eine Absage und lieferte dafür der Heuchelheims auf dortigem Platz ein Gesellschaftsspiel, das sie mit 3:1 gewinnen konnte. Die A. H.-M a n n s ch a f t mußte gleich zu Beginn ihrer Spielsaison von den Alten Herren des Wetzlarer Sportvereins eine Viederlage hinneh- men. Entscheidend für den Ausgang des Treffens war das Mitwirken von Paulus einerseits und die schwache Ausstellung der V. f. D.-Elf anderseits. Den Umständen entsprechend darf das 7:3- Resultat noch als recht günstig bezeichnet werden. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Sportverein Vanzenbach (Diügruppe) I gegen F. L. 1926 Grohen-Duseck (kombiniert). Mit geringer Verstärkung von Spielern aus der 1. Mannschaft holte sich die 2. Elf des Klubs am Sonntag einen 4:2-Sieg. Durch gutes Verständnis in der Besetzung konnten die F. Cer von Anfang an die Führung übernehmen und während der Spieldauer das Feld beherrschen. A l b a ch im Tor zeigte gutes Ballfangen und war ganz bei der Sache, so daß es den Gastgebern nicht möglich war, auszugleichen. Auch die übrigen Mannschaftsteile, Läufer und Angreifer konnten genügen, wenn es auch hier und da manchmal haperte. Die 2. Mannschaft kann mit dem errungenen Siege zufrieden fein. Sportverein 1921 Ettingshausen. Am Sonntag weilte die 1. Mannschaft des Kußballvereins Grünberg in EttingS- Hausen, um ein noch rückständiges Verbandsspiel ui erledigen. Das Spiel wurde von Anfang bis Ende mit der größten Fairnih ausgetragen, was in der Hauptsache wohl auch auf die gute Leitung durch Schiri Beck, V.f.B. Gießen, zurück- zuführen sein dürfte. Beide Mannschaften lieferten sich ein fast gleichwertiges Spiel, doch verstand eS Ettingshausen besser, aus den heraus- gearbeiteten Torchancen etwas zählbares zu erreichen. Ergebnis 4:2 (2:1) für Ettingshausen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Alsfeld I — Lollar l 0:2. Lollars erste Mannschaft weilte in Alsfeld, um gegen die dortige erste Mannschaft xum Serienspiel anzutreten. Der Spielbeginn brachte ein flottes Feldspiel, doch wurden auf beiden Seiten die sichersten Sachen vermasselt. Die Gäste setzten sich aber allmählich durch und konnten in Führung gehen. Alsfeld versuchte zum Ausgleichtore zu kommen, das ihm aber versagt blieb. Lollar konnte seine Torzahl auf zwei erhöhen und mit diesem Resultat als sicherer Sieger den Platz verlassen. Grotzen-Linden I — Wetzlar! 2:0. Eine Ueberraschung brachte das Spiel dieser Mannschaften in Großen-Linden. Großen-Linden, das als Neuling der ersten Klasse sein erstes Serien- spiel austrug, bewies, daß es ein nicht zu verachtender Gegner wird. Wetzlar, das nur mit zehn Mann antrat, konnte sich auf dem ungewohnten Platze nicht finden. Großen-Linden ging bald in Führung. Die Gäste gaben sich alle Mühe, zum Ausgleich zu kommen, konnten jedoch nichts erreichen. Dis zum Schluß konnten die Einheimischen Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. v - --- - ---- — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, LombardzmSfuß 7,5 Prozent. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- pure 1 I-Uhr- Shire Schiub-IAnsang Kurs । Kurs Datum 15.4. | 16.4. 15-4. 16.4. irr 775725" 171,75 172,4 Dektr. Ltesenmgen..... 9 10 10 221,5 164,5 217,5 222,5 217,25 221,5 166,5 216,5 223,75 217,5 Reiten 6 Guilleaume. . . . ®ef. f. (Hettr. Untern.. . . . . 6 10 137 136 237,5 | 133 229,75 Hamb. DeM. Wer!« . • • • Rhein. .............. 10 . 9 168,5 169 145,75 169 170 Schlei, .............. Schuckert...... 10 . 8 241,5 242,50 208 239,13 216 241,75 Siemen- & Halste . • • • • 12 391,5 393,25 389 392 TranSradto . ..••••• . 8 — —— 151 10 170 — 170,25 171 .............. • • J Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle • • . • • • 8 Gelsenkirchener ... L Vt y-4 Harpener......... -6 Hoesch Eisen. ....... .8 76,5 123,5 132 136,5 11 Illi 76,5 123 122,4 132 137,4 123,25 76 123,91 123,25 132 137,5 125 Ilse Bergbau ....... Klöcknerwerke ....... . 8 . 7 213 106 214 105,5 106 Köln-Reuessen. ...... . 9 — — 123,25 124 ManneSmann..... • . 8 116,5 117,75 116,5 117,75 ManSfelder........ . 7 133,5 132,5 132,5 133,25 Lberschles. Eisenb. Schari. . . 6 — — 87,25 88,4 Lberschlcs. Kok-werke . . - - . 6 — — 104,13 104.75 Phönix Bergbau...... 6y, — 94,5 94,75 94.5 Rbeiniickie Braunkohlen. . . 10 285,5 — 284,5 287,25 Rbeinltahl - - ■ 1.Jahr 4>/- 123,75 124 123,65 123,25 Rlcbeck Montan...... 7,2 — —— 144,25 — Vereinigte Stahlw. . • • • Otavi Minen..... • Kali Aschersleben..... . 6 2 sh 92 92 92 67 92 66,75 10 240 241,25 237,5 241 KaN Westeregeln. . . . . . 10 246 247,25 242,5 247,4 Kaliwerk Salzdetfurth . . . Id 375,5 380 373,75 378,4 3. (9. Farben-Industrie . . . 12 249 248.25 246.75 248,25 Dynamit Nobel-...... . 5 —— — — — Scheideanstalt....... . $ 165 — . r 90 89,5 93 90,4 ■ — RütgerSwerke ....... Metallgeiestschaft. - . . . . 92,5 92,4 92,50 11 135 — 135 — Frankfurt a.M. Beüin Schluß. Kur» l-UYr- Kur« Schiust» Kurs Anfang Kurs 15-4- 16.4. 15 4. 16 4. 87,25 — 87,4 — 53,7 — 53,75 53,8 12,10 — 12 12 89 — — — 80,5 — — — 88,5 — — — —- — __- —— —• — 2,9 — 2,9 — - __ — 24,9 — _ —— 21,4 21,25 _ — 22,13 — — — 2,15 2,15 10,3 — 10,5 — _ 10,3 10,25 10 — 10,3 10,13 8,65 — — — 18,1 — 17,9 Schluß- Kurs i Utir- Sure Schlust-IAnfang. Kur« 1 Kurs Datum 15.4. 16.4- 15.4. 16-4. 15. April 16. Avril Amtliche Nokienina Geld i Brief Amtliche Notierung Meld J Brief iimit.« Nott. 169,19 169,53 169,15 169,43 Bne». AireS 1,772 1.776 1.771 1,775 Brss.-Antw- 58.515 58.635 53.505 58,625 Christiania - 112,36 112,58 112,56 112,34 Kopenhagen 112,35 112,57 112,32 112,54 Stockholm . 112,53 112,75 112,55 112,77 HelnngforS. Italien. . . 10,595 10.615 10,594 10.614 22,09 22,13 22,065 22.105 London - .. 20,456 20,496 20.449 26,489 Neuvork . . 4,2130 4,2210 4.2130 4,2210 Baris.... 16,465 16,505 16,46 16.50 Sckwei; .. 81,115 81,275 81,11 81,27 Spanien. 62.59 62,71 62,74 62.86 5kapan - - - 1,876 1,880 1,875 1 .879 Wo de Ian. 0.500 0,502 0,4995 0.5015 Wien in D-- Ceft. abgcst 59,17 59,29 12,486 59,02 59,18 Prag - - - - 12,466 12,446 12.466 Bel irad .. 7,407 7,421 7,421 7,407 Budapest. . Bulgarien. 73,38 3,042 73,52 1,048 73,51 3,053 73,37 3,047 Lissabon - 18,85 18,89 18,87 18,91 Danzig. - 81,73 81,89 81.74 81,90 ikonstontin. 2,078 2,082 2,074 2,078 Athen. . 5,465 5,475 5,48 5,49 Canada . 4,180 4,188 4,180 4,181 Urn.'uay. 4,186 4,194 4,176 4,184 Cairo . - 20,98 21,02 21,02 20,98 Berlin, 15. April Geld «rief yimeritnniime Noten ..... 4.219 4,239 Belgische Noten ........ 53,33 58,57 sj?oten .*..**•• 112,08 112,52 italische Noten. ....... 20.49 20,57 Oberheffen. Süpgermeister-Tagung in Schotten. HL Schotten, 15. April. 3m hiesigen Rathaussaal fand unter Leitung des neuen Kreisdirektors des Kreises Schotten, Dr. 3 a n n, eine Bürgermeisterversammlung des Kreises statt. Rach den einleitenden Be- grühungsworten des Kreisdirektors entbot der Borsitzende des Bürgermeistervereins, Bürgermeister M e n g e l, Schotten, dem neuen Kreisdirektor den Willkommensgruß und gab die Versicherung ab, daß alle Bürgermeister vom besten, ehrlichsten Willen beseelt seien, im besten Einvernehmen mit dem neuen Kreisdirektor zum Wohl des Kreises und des Vogelsberges zu wirken. Dr. 3 a n n verbreitete sich alsdann näher über das derzeitig im Vogelsberg sehr aktuelle Thema: „Generalkulturplan und wirtschaftliche Umstellung\ Es sind 26 Gemeinden im Kreise Schotten und 19 Gemeinden im Kreise Lauterbach vorgesehen, in denen die Umstellung erprobt wird, Meliorationen vorgenommen, Weiden verbessert werden u. dgl. Auch einige Beispielswirtschaften sollen eingerichtet werden. Der hessische Staat hat größere Mittel zur Verfügung gestellt, um die Rot im hohen Vogelsberg zu lindern. Aus der Versammlung heraus wurden lebhafte Klagen über die außerordentlich hohen Kosten (kultur- technische Kosten und solche der Dermessungs- ämter) geführt. Die Feldbereinigungen werden dadurch gegen früher für die Gemeinden außerordentlich verteuert. Regierungsrat Dr. Helm- reich erstattete Bericht über die Wohnungsbaudarlehen in 192 9. Leider ist nur eine geringe Summe, etwa für 20 Wohnungen reichend, vom Staate zur Verfügung gestellt worden. Lieber den Verkehr und den Viehtrieb auf den Provinzialstraßen wurde näher gesprochen. Auf Erhaltung der Hecken zum Zwecke des Vogelschutzes soll hingewirkt werden. Bedauert wurde, daß den Gemeinden für ihre umfangreiche, undankbare Arbeit in der Erwerbslofenfürforge von dem Arbeitsamt nur die geringe Summe von 2 Prozent der gezahlten Llnterstühungen bewilligt wird. Die Gemeinden werden nach Einrichtung der Rebenstellen des Arbeitsamtes von diesen Ar- bekten entbunden werden. Die Stellen sollen spätestens bis Mai 1.3. eingerichtet sein. Eine Reihe anderer Punkte, Marktordnung, Erwerbs- lvsenbeiträge der Gemeindebediensteten u. dgl., wurden besprochen. 3m Anschluß an die Versammlung fand im „Hess. Haus" ein Essen statt, zugleich eine Abschiedsfeier für den nach Gießen versetzten Schulrat Kinkel und den nach Heppenheim versetzten Kreisveterinärrat Dr. Schmidt. 3n gebührenden Worten wurde der beiden scheidenden Herren seitens des Kreisdirektors Dr. 3 a n n und namens der Bürgermeister durch Bürgermeister M e n g e l gedacht. Groh sind ihre Verdienste auf ihren Arbeitsgebieten, dem Schulwesen bzw. der Tierzucht. Wenn die Vogelsberger Rotviehzucht, wie die Erfolge auf den letzten großen Ausstellungen gezeigt haben, so großen Aufschwung in den letzten Jahren genommen hat, Jo ist dies ein großes Verdienst von Dr. Schmidt, der sich gerade für dieses Gebiet, für die Weidewirtschaft, die 3ungviehwei- den stets sehr energisch eingesetzt hat. Die beiden scheibenden Herren sprachen Dankesworte für die Ehrung aus und wünschten dem Vogelsberg und dem Kreis Schotten weitere glückliche Fortentwicklung. Der frühere Kreisdirektor, Geh. RegierungSrat Doeckmann, wohnte der Versammlung bei und überreichte als Abschiedsgeschenk allen Teilnehmern ein eigens gedrucktes Liederbuch, eine Sammlung auserwählter schöner Lieder, die nach ernster Beratung bei dem gemütlichen Beisammensein der Bürgermeister jeweils gesungen werden möchten. Besonders gefiel das Dürgermeisterlied, das treffend Freud und mehr noch Leid des Bürgermeisters schildert. Landkreis Gießen. A Klein-Linden, 14. April. Der hiesige Männergesangverein „Eintracht" hielt am Samstagabend im Vereinslokal „Zum Deutschen Hof" seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Zunächst gab der Vorsitzende, August Docking, einen Rückblick auf das verflossene Geschäftsjahr. Er gedachte einleitend der verstorbenen Mitglieder Kaspar Klein, Philipp Lenz, Wilhelm Weigel und Wilhelm Weber. Die Mitglieder ehrten ihre verstorbenen Vereinsbrüder durch Erheben von ihren Plätzen. Der Verein wurde am 12. März 1865 gegründet, von den Gründern ist heute nur noch der Landwirt Philipp Jung am Leben. Der Verein hot 156 Mitglieder, darunter 60 Ehrenmitglieder, die 25 und mehr Jahre dem Verein angehören. Anschließend wurde der seitherige Vorstandd mit Ausnahme des stellv. Vorsitzenden, FriedrichKlein II., der wegen dienstlicher Verhinderung sein Amt nieder- legen mußte, einstimmig wiedergewählt. Für Friedr. Klein wurde Anton Weller gewählt. Sodann wurde beschlossen, dem hiesigen Radfahrerverein zu feinem diesjährigen Jubelfest einen Preis zu stiften. Der Verein beschloß weiter, außer der Teilnahme am diesjährigen Gesangswettstreit in Nidda nur noch ein auswärtiges Gesangsfest, und zwar in Großen- Linden, zu besuchen. Z Alten-Buseck, 15. April. Am Samstag wurde die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Fräulein Margarete Decker, im hohen Alter von nahezu 92 3ahren zur letzten Ruhe gebracht. Die Verstorbene konnte sich bis in ihre letzten Lebensjahre hinein einer seltenen geistigen und körperlichen Rüstigkeit erfreuen, die es ihr ermöglichte, bis vor nicht allzulanger Zeit ihr kleines Hauswesen ohne fremde Hilfe zu führen. Don Jugend an beruflich als Dienstmädchen tätig, hat sie in ihrer letzten Stelle bei einer verwitweten Dame in Gießen über 40 3ahre ununterbrochen in treuer Anhänglichkeit gewirkt. Als sie dann ihres hohen Alters wegen während des Krieges in den wohlverdienten Ruhestand trat, wurden ihre treuen Dienste in hochherziger Weise von ihrer Dienstherrin durch Aussetzung einer namhaften, lebenslänglichen Rente vergolten, die jedoch durch die alsbald einsehende Inflation nach kurzer Zeit wirkungslos wurde. y. Lollar, 14. April. Heute feierten Weißbindermeister Franz T a u b e r t und seine Gattin Katharina, geb. Schupp das Fest der goldenen Hochzeit. Bei dem leidenden Zustand des Jubilars fand nur eine häusliche Feier statt, zu der die Familienglieder und Freunde des Hauses erschienen waren. Dekan G u ß m a n n überreichte nach längerer Ansprache im Namen des Landeskirchenamtes einen geschmackvoll ausgestatteten Gedenkschein. Bürgermeister Schmidt überbrachte die Glückwünsche des Ministeriums und der Kreisoer- waltung Gießen und betonte die Verdienste der Jubilarin, die 40 Jahre lang mit großer Treue das Amt einer Hebamme in der Gemeinde versehen hat. Da der Jubilar zugleich sein goldenes Ge- schäftsjubiläum begehen konnte, wurden ihm herzliche Glückwünsche mit Ueberreichung einer Ehrenurkunde von Baunternehmer Becker (Gießen) im Namen der Handelskammer ausgesprochen, denen sich der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins Lollar und Umgegend, Spenglermeister Bernhard Fuchs, anschloß. Als äußeres Zeichen der Anerkennung wurde von ihm ein eingerahmtes, geschmackvolles Ehrendiplom überreicht. Auch die Freiwillige Feuerwehr Lollar ließ ihren Glückwunsch übermitteln. Mögen alle ausgesprochenen guten Wünsche in Erfüllung gehen! — Gestern verließ unsere Kranken- und Gemeindeschwester Marie S a x e r ihr hiesiges Arbeitsfeld, um ein anderes in Darmstadt zu übernehmen. Zehn Jahre lang hat sie mit Sachkenntnis und vor allem mit hingebender »rung bei Tag und Nacht den Kranken un= emeinde gedient, so daß ihr der bleibende Dank weitester Kreise gewiß ist. (p Lollar, 15. April. Gestern fand im hiesigen Gewerbeverein unter dem Vorsitz von Spengler- meister Fuchs durch den Prüfungsleiter, Rektor Daab, die mündliche Prüfung der Jung- Gesellen statt. Ihre schriftliche Prüfung hatten sie bereits im Anschluß an die Fortbildungsschule abgelegt, und das Gesellenstück wurde am Samstag im Deisein von Meistern und Prü- fungsgesellen heraestellt. Die 18 Prüflinge gliederten sich nach folgenden Berufen: 4 Schreiner, 6 Schlosser, 4 Weißbinder, 1 Zimmermann, ein Sattler und 1 Schneider. Die Prüfung haben alle bestanden, und zwar 5 mit der Rote gut; 6 mit »im ganzen gut“; der Rest mit „bestanden". Rach Lieberreichung der Gesellenbriefe durch den Vorsitzenden wurden von diesem, von Rektor D a a b, und Bürgermeister Schmidt ermahnende Worte an die Jung-Gesellen gerichtet, die ihnen das Weiterstreben und die Vervollkommnung im gewählten Berufe warm ans Herz legten. — Gestern konnten die beiden Weihbindermeister Franz Tauber und Christoph Ringleb von hier das seltene Jubiläum der fünfzigjährigen Meisterschaft in ihrem Handwerk feiern. Die Handwerkskammer ließ ihnen zu diesem Ehrentag durch einen Vertreter Diplome überreichen. + Grünberg, 15. April. Am Samstagabend fand die Generalversammlung des Vorschuhvereins (e. G. m. b. H.) statt. Aus dem vom Rechner Möller vorgetragenen 3ahresbericht über das verflossene 66. Geschäftsjahr ist folgendes zu entnehmen: Der Geschäftsbetrieb hat sich im Jahre 1928 in erfreulicher Weise weiter entwickelt. Die Llmsähe haben sich auf allen Konten erhöht und stiegen von 7 232 964 Mk. auf 9 568 463 Mk., ebenso erhöhte sich die Bilanzsumme von 507 555 Mk. auf 596 804 Mark, das eigene Vermögen, bestehend in Rücklagen und Geschäftsguthaben, stieg von 52 012 Mark auf 63135 Mk. Die Spareinlagen weisen eine langsame, aber stetige Zunahme auf und haben den Stand von 386 455 Mk. erreicht. Die Rachfrage nach Krediten war im ganzen Jahre lebhaft; die Kasse konnte begründeten Ansprüchen genügen, außerdem war es ihr möglich, die aufgenommenen Bankkredite von 80 545 Mk. Ende 1927 auf 42 943 Mk. Ende 1928 herabzumindern. Die Zahl der Mitglieder stieg von 438 auf 456. Die Kasse ist Mitglied des von Schulze-Delitzsch gegründeten Deutschen Genossenschaftsverbandes. Der Jahresbericht, lotete die vorgetragene Bilanz wurden ohne Widerspruch genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt. Der vom Vorstand vorgeschlagene Verteilungsplan des 5456 Mark betragenden Iahresgewinnes wurde gutgc- heißen. Danach gelangen auf 32161 Mk. eingezahlte Geschäftsguthaben 9 vom Hundert mit 2894 Mk. zur Verteilung, während 2562 Mk. zur Rücklage geschrieben werden. Die drei ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, Schlossermeister Heinrich Schmidt II., Schuhmachermeister Gottlieb Frank und Spenglermeister Julius V o n - E i f f wurden wiedergewählt. Ferner wurde beschlossen, die durch die Inflation entwerteten alten Geschäftsguthaben mit 14 Prozent zu entschädigen, soweit es sich dabei um Mitglieder handelt, die der Kasse treu geblieben sind, während bei den ausgetretenen Mitgliedern nur dann eine entsprechende Entschädigung stattfinden soll, wenn es sich um ältere, bedürftige Mitglieder handelt, worüber Vorstand und Aufsichtsrat entscheiden sollen. Als Grundlage der Entschädigung soll der Stand des Geschäftsguthabens vom 31. Dezember 1918 maßgebend fern. y Lich, 15. April. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der S t a d t v o r st a n d mit der Vergebung der Rohbauarbeiten für den R e u - bau eines Postgebäudes in Lich. Das Gebäude wird bekanntlich seitens der Stadt errichtet und der Reichspost mietweise überlassen. Die Bauleitung liegt in den Händen des Hessischen Hochbauamtes Gießen. Die Vergebung der Dau- arbeiten war zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Auf Grund der eingereichten Angebote wurden durch Beschluß des Stadtvorstandes die Bauarbeiten wie folgt vergeben: Erd-, Maurer- und Betonarbeiten der Firma Karl und Christian Feh in Lich, Steinhauerarbeiten dem H. Schmiedeknecht in Londorf, Kunststeinlieferung dem Phil. Hch. Scheid in Bellersheim, Zimmerarbeiten dem Heinrich S ch m i d t XI. in Lich, Grobschlosserarbeiten dem Friedrich Schmidt in Lich, Dachdeckerarbeiten dem Christian Vater in Lich, Spenglerarbeiten dem Jonny Möhring in Lich, Dlitzableiteranlage dem Philipp Volkmann in Heuchelheim. Auf Anfrage teilte der anwesende Vertreter des Hess. Hochbauamtes Gießen mit, daß mit den Sauarbeiten im Laufe der kommenden Woche begonnen würde. — Im Anschluß hieran gab der Bürgermeister von einer Verfügung des Kreisamts Gießen Kenntnis, daß der Finanzminister zur Wiederbelebung der Bauwirtschaft durch steuerliche Begünstigungen folgende Anordnung erlassen habe: Wohnungsbauten, die im Kalenderjahr 1929 begonnen werden, bleiben für das zur Zeit der Fertigstellung laufende und für die nächstfolgenden fünf Rechnungsjahre auf Antrag grundsteuerfrei; entsprechendes gilt für den verhältnismäßigen Teil der Grundsteuer von solchen Reubauten, die nur zum Teil Wohnzwecken bienen. Ein Bau gilt in diesem Sinne als begonnen, wenn mit der Aufführung des Mauerwerkes angefangen wurde. Das bebaute Grundstück wird während der Dauer der Steuerfreiheit des Reubaues zur Grundsteuer so herangezogen, als ob es unbebaut geblieben wäre. Der Stadtvorstand beschloß, dem Vorgehen des Staates zu folgen und in gleicher Weise den Rachlaß der allgemeinen Gebäudesteuer der Stadt Lich zu bewilligen. — Weiter gab der Bürgermeister bekannt, daß es sich als notwendig erwiesen habe, den Schlauchschacht des Feuerwehrgeräteraumes in der Landwirtschaftlichen Schule bis zum Dach zu erhöhen. Rach dem von der städtischen Bauleitung vorgelegten Voranschlag ist hierfür ein Kostenaufwand von 150 Mk. erforderlich. Die Ausführung wurde genehmigt und weiterhin beschlossen, in dem Gebäude noch zwei Türschließer anzubringen. — Mit dem diesjährigen Pfingstmarkt am 21. Mai ist, wie in den Vorjahren, eine Ziege n sch a u des Kreisziegenzuchtvereins Gießen verbunden. Der Stadtvorstand beschloß, seitens der Stadt Lich für diese Schau für Ehrenpreise einen Geldbetrag von 200 Mk. und außerdem für die beste Leistung eines Licher Mitgliedes des Kreisziegenzuchtvereins einen Wertgegenstand in der Preislage von 20 Mk. zur Verfügung zu stellen. Kreis Büdingen. △ Blofeld, 15. April. Hm ein Hinübertee ch s e l n des Wildes nach der hiesigen Feld* und Waldgemarkung zu verhindern, läßt der Pächter der Dauernheimer, Reichelsheimer und Leidhecker Waldjagd einen etwa 4 Kilometer langen und zwei Meter hohen Drahtzaun errichten. An den Wegen werden bewegliche Tore angebracht. Kreis Schotten. tog. Gedern, 15. April. Der hiesige Schütz en verein (gegründet 1876) hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Der 1. Schühenmeister Reinhard Diehl erstattete zunächst den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr 1928; er konnte einen erfreulichen Aufschwung des Dereinslebens feftstellen, wenn auch mehrfach beklagt wurde, daß das Interesse für den Schießsport in der Bevölkerung noch viel zu wünschen übrig lasse; auch wurde es als dringend erforderlich bezeichnet, bah die Teilnahme der hiesigen Vereinsmitglieder an den Veranstaltungen der benachbarten Vereine in Büdingen, Ridda und Ortenberg noch viel stärker als bisher fein müsse. Rach der Rechnungsablage durch den Vereinsrechner Karl Limpert, die ebenfalls ein günstiges Bild zeigte, wurde der Geländeerwerb des Schießplatzes endgültig genehmigt und im Anschluß daran die im Laufe des kommenden Dereinsjahres vorzunehmende Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beschlossen. Die Rechnung wurde darnach geprüft und dem Rechner unter Ausdruck des Dankes für seine gewissenhafte Arbeit Entlastung erteilt. Außerdem wurde beschlossen, den Vorstand in Zukunft auf drei Jahre zu wählen und die Satzung entsprechend zu ändern. Der Vorstand wurde beauftragt, einen neuen Sahungs- enttourf auszuarbeiten und diesen einer außerordentlichen Generalversammlung vorzulegen. Die dann vorgenommene Vorstandswahl ergab die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Kreis Alsfeld. „ ’c» Homberg a. d. Ohm, 15. April. Bei der jüngsten Holzversteigerung konnte man Holz zu wesentlich billigeren Preisen erwerben. Während man noch vor kurzem 4 Raummeter Buchenscheiter mit durchschnittlich 55 bis 58 Mark bezahlte, konnte man dieses jetzt schon für 44 bis 46 Mark bekommen. Auch die übrigen Holzarten waren billiger. <5 Maulbach, 15. April. In unserer Kirche fand die Konfirmation der Schulentlassenen unseres Kirchspiels durch den Ortsgeistlichen, Pfarrer Kalb Henn, dahier, statt. Es waren zusam- men 13 Konfirmanden; davon stammten aus Maulbach 1 Knabe, 3 Mädchen, aus Appenrod 3 Knaben 3 Mädchen, aus Dannenrod 3 Knaben. Zeitschriften. — Wenn in weiten Kreisen des deutschen Volkes noch vielfache Llnkenntnis darüber herrscht, welche Wandlungen die Stellungnahme von Amerikanern zur Kriegsschuldfrage im letzten Jahrzehnt erfahren hat, so wird der von den „Berliner Monatsheften" herausgegebene Sonderdruck „Sidney D. Fay über den Ursprung des Weltkrieges" hier gründlich Wandel schassen. Die vorliegende Broschüre enthält die deutsche Wiedergabe der Schlußfolgerungen, die der namhafte amerikanische Professor Fay in seinem Werk über den Ursprung des Weltkrieges auf Grund jahrelangen Studiums gezogen hat. Sein Bekenntnis, daß das Versailler Schuldurteil fallen gelassen werden muh. wird sich in allen Kulturländern auswirken un6 zur Folge haben, daß kein ernst zu nehmender Historiker oder Politiker sich mehr unterfangen wird, die Versailler Kriegsschuldthese als geschichtliche Wahrheit darzustellen. Die Broschüre, zu der Professor Dr. Roloff, Gießen, eine Einführung und Dr. Alfred von Wegerer ein Vorwort geschrieben haben, ist sehr geeignet, weite Kreise unseres Volkes über den gegenwärtigen Stand der Kriegsschuldfrage in den Vereinigten Staaten von Amerika zu unterrichten. — Gutschein-Sy st em und Zugaben- Unwesen. Von Friedrich Huth, Herausgeber der Industrie- und Handels-Korrespondenz, mit einer Einleitung von Dr. Marie-Elisab eth Lüders, M. d. R. (Friedrich Huths Verlag, Berlin-Charlottenburg. Preis 1.20 Mark. — 117.) — Die Broschüre enthält eine Auswahl der gegen den Zugabenunfug gerichteten Aufsätze, die der Verfasser während der letzten Jahre in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht hat; sie sind durch zweckentsprechende Bearbeitung in engere Verbindung gebracht. Die Darstellung der in Betracht kommenden Methoden, wie der im In- und Auslande angewendeten Gegenmaßregeln ist instruktiv sowohl für Industrielle und Kaufleute, für die Angestellten von Industrie und Gewerbe, wie für alle Kreise des kaufenden Publikums. Besonders beachtenswert ist ferner die von Frau Dr. Marie-Elisabeth Lüders, M.d. R., verfaßte Einleitung unter dem Titel „Eingewickelte Käufer". — Der Weltluftverkehr, seine Entwicklung, Geographie und wirtschaftliche Bedeutung. Von Dr. C. Pollog. Mit 6 Kartenskizzen und 12 Abbildungen auf 6 Tafeln. Kart. 5 Mark. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. (62) — Das Buch untersucht Eristenzfähigkeit und Existenzberechtigung des Flugwesens, seine physisch- geographischen und wirtschaftlichen Grundlagen, seine Ausbreitung über die Erde, sowie Organisation, Auswirkung und Bedeutung des Luftverkehrs für wirtschaftliche und politische Tendenzen der einzelnen Völker. Das Buch regt zu selbständiger Beschäftigung mit den Problemen der Luftfahrt an und ermöglicht dadurch dem Einzelnen verständnisvolle Anteilnahme an der Weiterentwicklung des Weltluftverkehrs. — Ernst Lissauer: Die dritte Tafel. Legenden. 38 S., 8°. Band 304 der Weltgeist-Bücher Verlags-Gesellschaft m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. —150. — Mittwoch, den 17. 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