Nr. 40 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 16. Zebruar 1929 9er Ausständigenverband übernimmt die Herrschaft in Sberschlesien 81 * $ an- *ii A v*-k cS ä * s 2 S f. u ft v e ist be- 5 d S A I® S 1 Hoover gegen die Nrsprunghklausel. Washington, 15. Febr. (WTD.) Senator Rye brachte heute von neuem im Senat eine Entschließung ein, die das Hinausschieben des für den 1, Juli dieses Jahres vorgesehenen Inkrafttretens der nationalen ^Irsprungsllausel fordert, und verlas sie im Plenum. Der republikanische Senator Reed (Pennsylvania), der gegen den Aufschub ist, stellte sofort den Antrag auf Tleberwcisung der Entschließung an den Einwanderungsausschuß. Senator Rhe setzte jedoch durch, daß dir Resolution vor dem Plenum verbleibt und von ihm jederzeit zur Drba-tt« und zur Abstimmung gestellt werden kann, sobald er genügend Stimmen für ihre Annahme zusammenbringt. Der Senator wird hiermit jedoch bis nach Hoovers Rückkehr warten, da dieser, wie die Matter übereinstimmend melden, seine Hilfe in Aussicht gestellt hat, um das Inkrafttreten der neuen für Deutschland und die skandinavischen Länder ungünstigen Einwande- rungsquoten zu verhindern. rS 0 üanayme von Snjeigtw für die lagesnammer bi» zum Nachmittag vorher, Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspiennig: für Reklameanzeigen von 7011.m Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh Lang«. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Dießen. Erscheint täglich,nutzer sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Diehenei Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsnkirk und 15 Reichspiennig für Träger» lohn, auch bei Richter- L5 G» h $ r*Gl> nächsten Tagen endgültig festgelegt bzw. daß noch gewisse Aenderungen gemacht werden sollen. pariser Kommentare. Eine verspätete Antwort an Slrcsemann. Paris, 15. Febr. (541.) Don der Press« nehmen bis jetzt nur zwei linksgerichtete Blätter zu der Verhaftung des Minderheitenführers Ulitz Stellung. Der „Q u 0 t i d i e n" schreibt il a.: Diese Verhaftung und die leidenschaftlichen Kommentare, die sie hervorries, sind nur ein Zwischen st ück im großen Minder- heitenbrama, das in Europa sich abspielt und daS auf der kommenden Tagung des Völle». bundsrateS aufgeworfen werden soll. Die Ve» Haftung von Ulitz ist zweifellos eine verspan tete Antwort Zaleskis an Strefe- m a n n. Es scheint, bah der Rationalismus dee Minderheiten sich verschärft und sie noch mehr dazu führt, chre Rechte zu behaupten, als daran zu denken , ihre Pflichten zu erfüllen. — Gerechter urteilt das „Peuple", das von einem unüberlegten Streich Polens spricht. Die polnischen Srllärungen könnten nicht die Red« Zaleskis vergessen lassen, daß er Dr. Stresemann nicht allein die Sorge überlassen werde, die Minderheitenfrage aufzuwerfen. -1 8 5- s W ständifchen und das nationale polnische Element eine entscheidende Stimme haben mühten. Da» schlesische Volk solle von solchen voikroersührern und Schmarotzern, wie sie im bisherigen Sejm gewesen seien, befreit werden. Den Arbeitern und Bauern solle endlich das gegeben werden, was ihnen während der Volksabstimmung versprochen worden sei. Schliehlich wird dem Wojwoden nochmals für die Auslösung de» Sejm gedankt. Der Aufruf, der selbst in national-polnischen Kreisen als eine unglaubliche Anmahung der Auf- ständischen zurückgewiesen wird, bedeutet, dah die Aufständischen die Aussicht über die ässen,- llchen Gelder und die Regierung». g e s ch S f t e übernehmen. Sie sehen dabei voraus, dah sie im neuen Sejm so viele Mandate haben werden, dah sie eine Mehrheit besitzen, um die Ausgaben, die sie seht machen, nachher einfach zu rechtfertigen. Bisher muhte sich der verband der Aufständischen, der von jeher al» Rebenregie- r u n g bezeichnet wurde, und in seinem geistigen Führer, dem Wojwoden, jegliche Unlerstühung sand, noch eine gewisse Zurückhaltung auferlegen. einen Haftentlafsungsantragei.rcichen. Vorbereitung der Diktatur in Warschau. Ter Plan einer absolutistischen Berfasjung. Warschau, 15. Febr. (Tel.) Wie in politischen Kreisen verlautet, soll der neue Der- fassungscntwurs des polnischen Re- gierungSblockS ein« so Wei gehende Erwei- terung der Rechte und Vollmachten desStaats- präfidenten vorsehen, dah feine Machtbefugnis,« denen eines absoluten M 0 nar - chen gleichkommen würden. So fall der StaatSpr^f.deut u. a. das Recht genießen, ohne Gegenzeichnung durch einen verantwortlichen Minister außenpolftsche Verträge abzu- schliehen, Ernennungen uni) Veränderungen im He eres bestand vorzunehmen, einen Krieg zu erklären, das Parlament aufzulöfen und schließlich sogar die Parlaments wah- len nach eigenem Ermeßen für unnötig zu erllären Ter Derfasfungsplan liegt bis zur Stunde noch nicht gedruckt vor und ist daher auch den Mitgliedern der verschiedenen Fraktionen in allen seinen Einzelheiten noch nicht bekannt. In den oppofi.ionellen Aageordnetenkreisen wird daher angenommen, daß sein Wortlaut erst in den 9er Kamps -er Schimggler-anden in Mag» Schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Neu York, 15. Febr. (XU.) In Chikago ist die Bevölkerung noch in größter Aufregung. Die Polizei nimmt an, dah die Detroiter Alkohol- schmugglet für die Mordtat verantwortlich feien, denn die überfallene und ermordete Schmuggiertruppe hatte ihnen Zwei Ladungen Whisky nicht bezahlt. Nach einer anderen Ansicht steht hinter der Mordtat Chikago» be- rüchtigster Verbrecher, der sog. „Capone" mit dem Narbengesicht. Die zwei Kraftwagen, die den Ueberfall ausführten, waren als Polizei, autos hergerichtet. Zwei von den Infaffen waren sogar als P 0 l i z i st e n verkleidet. Dadurch scheinen die Uebersallenen getäuscht worden zu fein. Die Mordtat spielte sich an der Wand einer Garage und auf einem Baumwea mit einer 6a- binterliegenden Wand ab. Die Stelle bot einen ent- setzlichen Anblick: Sie war voller Blutfpritzer, Spuren von Hunderten von Maschinengewehrkugeln waren in den Wänden. Die Gesichter der Toten waren verzerrt. Der Führer der Uebersallenen, Mo- ran, loll blutüberströmt entführt worden sein. Die Toten hatten große Geldbeträge in d e n T a s ch e n. Die Ueberfallenen und getöteten Banditen waren in der ganzen Gegend berüchtigt, sie hatten dort eine regelrechte Schreckensherrschaft errichtet. Der stellvertretende Vorsteher der Prohibitions- behörde, S i l l 0 w a y, vertritt den Standpunkt, dah P 0 l i z i ft e n an der gestrigen Erschießung von Mitgliedern einer Alkoholschmugglerbande b e - teiligt gewesen seien. Nach feiner Ansicht habe die Bande Polizisten Schweigegelder gezahlt, diese Zahlungen aber e i n g e st e l l t, nach- S a k t 0 w i h, 15. Jcbr. (TU.) Der verband der , nehmungen hat «S den Anschein, daß sich die Aufständischen hat am Freitag einen Ansrns an Verhaftung allein auf diesenPunkt stützt, die schlesische Bevölkerung erlassen, in | Die Verteidiger des Verhafteten werden morgen dem die Aussländ.schen ausgesordert werden, nach der Auslösung des schlesischen Sejms die Führung in Schlesien zu übernehmen, um zur Besserung der Verhältnisse beizutragen. Die polnische Ein- heitssronl, die unter Führung des Wojwoden G r e c; y n s k i geschasfen sei, solle die Ausgabe haben, den Sejm zu wählen, in dem die Ans- Der polnische Aufständischen-Verband in Ost- Oberschlesien hält nun also seine Zeit für gekommen. Tatsächlich hat er schon seit langem aus die Gestaltung der Ding« in Oberschlesien einen maßgebenden Einfluß auSgeübt. In der Verwaltung sitzen überall Angehörige dieses Verbandes, jeder Schritt deS Wojwoden wird im Einvernehmen mit den Aufständischen ausge- gesührt, wie ja wohl auch die Auflösung deS Sejm in der Hauptsache das Werk dieser Organisation ist, die es verstanden hat, die Zustimmung P j l s u d s k i s zur Beseitigung Les Provinzparlaments zu erlangen. Gibt Marschall Pilsudski dem Drängen der Aufständischen nach und überläßt ihnen restlos Ost-Oberschlesien, dann wird sich die Bevölkerung in dieser Provinz auf schwere Zeiten gefaßt machen müssen. Der Verband der Aufständischen hat vor und während der Volksabstimmung gezeigt, daß Menschenleben für ihn völlig wertlos find, er hat auch in den Jahren danach beinahe für jedes Attentat auf deutsche Zeitungen, deutsche Unternehmungen, deutsche Beamte und deutsche Bürger verantwortlich gezeichnet und wird, wenn es ihm gelingen sollte, eine Ausständischen-Herrschaft aufzurichten, den Kampf gegen das ostoberschlesische Deutschtum mit Handgranaten und Bomben sofort wieder aufnehmen. Lllih vor dem Untersuchungsrichter. K a t t 0 w i tz . 15. Febr. (WB.) Der Geschäftsführer des Deutschen Dolksoundes, Lllih. ist heute vom Untersuchungsrichter zu wiederholten Malen wegen des gefälschten Dokument» vernommen worden. Rach den bisherigen Der- Der Kall illih. Seit der Geburtsstunde des Dölkerbundes dem eine andere Bande ihr vor sechs Wochen am hellenlichten Tage 500 Kisten Whisky g e. raubt habe. Die gestrigen Erschießungen stellten einen Dergeltungsakt rochen der Einstellung der Geldzahlungen dar. Der Polizeikommissar Rüssel bezeichnete die Ansicht S.lloways als Unsinn. Die Einwanderungsfrage und mundtot zu machen und den Führer des Deutschtums in Oberschlesien durch einen Hochoer. ratsprozeß zu diskreditieren. Der Oberschlesifche Sejm ist kurzerhand aufgelöst worden mit der lächerlichen Begründung, er sei in seiner jetzigen Zusammensetzung nicht in der Lage, die ihm verfassungsmäßig gestellten Aufgaben zu bewältigen. Damit fiel der Schutz der Immunität, und der bisherige Abgeordnete Ulitz wanderte in die Untersuchungshaft. So wird also nach dem Willen der Warschauer Machthaber die Sensation dieses Hoch- verratsverfahrens gegen den ober,chteji>chen Deutschenführer die Welt erfüllen, wenn Polen in Genf als Angeklagter Rede und Antwort stehen soll. Das Ergebnis dieses Prozesses wird niemanden in Erstaunen sehen, der die in Polen gegen Staatsangehörige deutscher Zunge übliche politische Rechtsprechung kennt. Ob die Warschauer Regierung ihrer Sache in Genf durch diesen Gewaltstreich gegen den Deutschen Dolksbun) wirklich genützt hat, erscheint allerdings höchst zweifelhaft Deutschland jedenfalls muh die Verhaftung des Mannes, der erst vor wenigen Wochen die warme Verteidigung des deutschen Außcnmini- "vt Freundes Zaleski und die temperamentvolle Parade Stresemanns höchst peinlich, um so peinlicher, als er selbst gerade auf dieser Ratstagung den Vorsitz führte. So mußte er sich beeilen, dem unbequemen Antrag Stresemanns beizupflichten. Aber inzwischen hat auch Frankreich seine Minderheitendebatte gehabt. Die Pariser Kammer war wieder einmal genötigt, sich mit E l s a ß - L 0 t h r i n g e n , den „erlösten Provinzen", heute der offenen Wunde am französischen Staatskörper, zu beschäftigen. Es scheint, daß die Pariser Regierung in der Behandlung Elsaß-Lothringens nicht weniger Fehler mache, als sich in den Jahrzehnten der Zugehörigkeit zum Reich Deutschland geleistet Hot. Der Gedanke der Autonomie, der Seibstverroaltung im Rahmen der französischen Republik, ist im elsaß-lothringischen Volke zu stark, als dah die zentralistischen Bestrebungen der Pariser Regierung mit ihrem Endziel einer Vernichtung der bodenständigen deutschen Kultur und Ausrottung der deutschen Sprache auf die Dauer Aussicht auf Erfolg hätten. Darüber kann auch Poincaräs Abstimmungssieg in der Kammer nicht täuschen, den der Ministerpräsident in Dieb tündiger Redeschlacht erzwungen hat. Der Clou einer Rede sollte der Hinweis auf die Unterstützung ein, die die elsaß-lothringische Heimatbewegung aus dem Reiche empfange. Aber fein so siegesbewußt ausgespielter Trumpf stach nicht. Die Beweisführung war zu dürftig. Was er über rieftnhafte g e - e l me deutsche Propagandafonds zu- ammenfabulierte, trug allzusehr den Stempel mangelhafter Unterrichtung an der Stirn, als daß es nicht sehr schnell durch deutsche Veröffentlichungen ad absurdum geführt werden konnte. Und das war zweifellos gut fo, denn dieser Hinweis auf die deutsche Auslandpropaganda war sicher auch schon als Entlastungsmaterial für Genf gedacht, wo man vermutlich zeigen wollte, wie Deutschland mit Hilfe ungeheurer Gelder Unzufriedenheit und Widerstand unter den deutschen Minderheiten im Auslande Zucht«^ höriger des Rates war, kümmerte man sich in Genf nicht viel um diese deutschen Beschwerden, es gab andere Sorgen, die den Dersculler Kriegsgewinnlern dringender am Herzen tagen, als diese steten „Quengeleien" der Oberschlesier, die, wie Polen laut beschwor, jeder tatsächlichen Grundlage entbehrten. Unbequemer wurde die Lage in Genf, als den deutschen Minderheiten im Auslande durch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und die Zuerteilung eines ständigen Ratssitzes an das Reich in dem neuen Ratsmitglied ein beredter und tätiger Anwalt erwuchs. In den tatsächlichen Verhältnissen der Minderheiten, namentlich der Deutschen in Polen, yat sich seitdem auch bis heute noch leider sehr wenig zum Besseren gewandt, aber die von den deutschen Vertretern in Gens, besonders von dem Reichsaußenmin.ster Dr. Stresemann immer wieder betonte und herausgehobene Diskussion der Minderheitenfragen hat doch ganz wesentlich dazu beigetragen, wenn dieses zwar sehr heikle, aber für das Schicksal Europas und seiner Völker vielleicht entscheidende Problem so leicht nicht wieder von der Tagesordnung verschwinden wird, ja jetzt geradezu in den Mittelpunkt der poli- tischen Erörterung überhaupt zu rücken scheint. Wie sich bei diesem Kampf um das Recht der Minderheiten vor dem Völkerbundsforum die Fron- ten stellen werden, hat die letzte Ratstagung in Lugano schon in scharfen Umrissen erkennen lasten. Wieder einmal lag dem Rat als dem (Garanten des deutsch, polnischen Minderheitenabkommens über Ostoberschlesien eine Beschwerde des »n Dolksbundes, des Wortsührers der beut- evölkerung in dem vom Reich abgetrennten und zu Polen geschlagenen Teil Oberschlesiens, vor, die sich wie ja meist gegen polnische Anschläge auf die deutsche Schule in Oftoberfchlesien richtete. Der polnische Außenminister Zaleski glaubte nun bei Dem Versuch, seine Ausrottungspolitik in Ober- fchlesien zu rechtfertigen, in begreiflicher Nervosität ungestraft den Deutschen Dolksbund der gegen den Bestand Polens gerichteten staatsfeindlichen Umtriebe beschuldigen und feinen Geschäftsführer Ulitz einen Hochverräter nennen zu dürfen, den nur seine Immunität als Abgeordneter vor der Strafver- solgung schütze. Noch in aller Erinnerung ist die scharfe Zurechtweisung, die der Pole sich auf seine unbegründeten Anwürfe von Dr. Stresemann zuzog, der als spontanes Ergebnis dieser erregten Auseinandersetzung sofort den Antrag einbrachte, auf der nächsten Ratssitzung das Minder- heitenproblem in (einem Verhältnis zum Völkerbund grundsätzlich zu behandeln. Am 4. März wird der Völkerbundsrat zu feiner regelmäßigen Frühjahrstagung wieder zusammentreten. Es find also nur noch drei kurze Wochen, bis auf Antrag Stresemanns der Rat sich mit der grundsätzlichen Seite der Minderheitenfrage befassen wird. Polen scheint gewillt, diesmal nicht ohne umfangreiches Material zur Verteidigung feiner Min- derheitenpolitik in Genf zu erscheinen. Ihm schwant nichts Gutes von diesem deutschen Generalangriff, und es trifft offenbar alle Vorbereitungen, rechtzeitig seine Gegenminen zu legen. Anders darf man wohl die aufsehenerregende Auflösung des oberschlesischen Sejms und die ihr auf dem Fuße folgende Verhaftung des Ge- schäftssülaers des Deutschen Dolksbundes, des bisher durch seine Immunität geschützten Abgeordneten Ulitz nicht deuten. Der Adgeordnekr Ulitz war schon lange des Landesverrates und der Beihilfe zur Fahnenflucht be- schuldigt. Er soll sich dadurch strafbar gemacht haben, daß er einem Deutschen polnischer Staats- angehörigkeit durch die Ausstellung eines Empfehlungsschreibens dazu oerholfen habe, sich feiner Dienstpflicht im polnischen Heere durch die Flucht in das Ausland zu entziehen. Der Staatsanwalt hatte seinerzeit den Antrag auf Entziehung der Abgeordnetenimmunität gestellt und als einziges Beweismaterial einen angeblich von dem Abgeordneten Ulitz geschriebenen Brief vorgelegt, in dem dieser erklärte, daß der Inhaber dieses Schreibens Sroar polnischer Abstammung aber deutsch gesinnt ci, sich auf der Flucht vor den polnischen Militärbehörden befinde und Unterstützung verdiene. Man will dieses belastende Dokument bei der noch in aller Erinnerung stehenden Haussuchung in den Geschäftsräumen des Deutschen Dolksbundes im Februar 1926 grfun^pn haben. Der zuständige Ge- fchäftsordnungsaussdHiß des schlesischen Sejms, dem dieser Antrag des Staatsanwaltes mit den Akten zur Erledigung vorlag, hatte sich sehr ein- gehend mit der Angelegenheit befaßt. Der Prü- fungsbesund war für die polnische Regierung niederschmetternd. Der Ausschuß wies nämlich in feinem Bericht an das Plenum des Sejm nach, daß das belastende Schriftstück aller Wahrscheinlichkeit nach gefälscht sei. Abgesehen von dem dem Abgeordneten Ulitz gerade bei dem Gebrauch der deutschen Sprache nicht zuzutrauenden ungelenken Stil enthalte der fragliche Brief so zahlreiche Sprachfehler, daß vermutlich ein Pole als Verfasser in Frage komme Der Sejm hatte auf Grund dieses Berichts die Aufhebung der Abgeordnetenimmuni- töt für Ulitz abgelehnt. Nun hat Herr Zaleski zu einem schärferen Mittel gegriffen, um den Deut- schen Dolksbund rechtzeitig vor Genf aktionsunfähig Doch Herr Zaleski wird sich kaum darauf beschränken, durch Hochverratsprozesie sichEntlastungs- material zu verschaffen. Polen sucht Verbündete zur Abwehr der deutschen Offensive, und es ist nicht schwer zu erraten, wo er sie finden wird. Einer hat sich schon selbst in empfehlende Erinnerung, Frankreich, der große Protektor. Seinem Außenminister B r i a n d war der Zwischenfall von Lugano, die ausfallenden Steuerungen seines Neben Frankreich rechnet der polnische Außenminister aber gewiß auch auf seine in der kleinen Entente vereinigten Freunde, besonders Rumänien und die Tschechoslowakei, die gerade eben in Bukarest zu einer Wirtschaftskonferenz zusammentreten. Beide haben ihre Minderheitenpolitik in den vergangenen Jahren mit einem recht ansehnlichen Sündenregister belastet. Wenn auch in Prag Deutsche Mitglieder des Kabinetts sind, so ist doch diese Tatsache fast ohne Einfluß auf den Fortgang der gewaltsamen Unterdrückung der Deutschen in Böhmen geblieben, ja sie hat vielleicht die deutsche Abwehrfront eher geschwächt. Wie in Rumänien sich nach Beseitigung der liberalen Klüngelwirtschaft der Dynastie Bratianu durch den Dauernsührer Maniu die Lage der Deutschen in Siebenbürgen, Bessarabien, der Bukowina und Dobrudscha gestalten wird, und welche Haltung die neue Bukarester Regierung zur Minderheitenfrage einnehmen wird, wenn diese in Genf zur Sprache kommt, ist heute kaum zu übersehen. Schließlich durfte man in Warschau auch noch auf Italien als Sekundanten rechnen, dessen Minderheitenpolitik gegenüber den Deutschen in Südtirol und den Slovenen im Alpen- und Küstengebiet an gewaltsamer Unterdrückung von Kultur und Sprache bis zum Ziel einer völligen Entnationalisierung die Warschauer Methoden aus der ganzen Linie schlägt. Ob Italien allerdings besonderen Wert darauf legt, sich an der Genfer Minderheitendebatte zu beteiligen, und eine Lanze für Polen zu brechen, erscheint bei der bekannten Grundeinstellung des Duce zum Völkerbund einigermaßen zweifelhaft. Mussolini wird vermutlich der erste sein, der auf Genfer Ratschläge pfeift Aber sei dem, wie ihm wolle. Deutschland wird bei seiner Genfer Aktion zugunsten der Minderheiten mit einer starken Fronde zu rechnen haben, die unter Führung Polens alle Hebel in Bewegung setzen wird, um den Völkerbund auch in Zukunft in seiner selbst- gewollten Lechargir gegenüber den Minderheiten zu halten. fterd fand, als eine gewollte Brüskierung empfinden, die gewiß nicht zur Besserung des ohnehin durch die wieder und wieder verschleppten Handelsoertragsverhandlungen gescannten deutsch-polnischen Verhältnis'es beiträgt, das — aeblich der polnischen Regierung so sehr am Herzen liegt. GietzenerAnzeiger scheinen einzelnerNummem ’Cr infolge höher» Gewalt. ■ < G * SS /<▲ < < ** General-Anzeiger für Oberhessen richten Anzeiger chiehea. V I • ' • pobfcheckkonto: grantfurtam matn liess, vrnil und verlos: vrühl'sche Universitätr-Vuch» und Stelnöniderci v. Lanze in Lietzen. Zchrlftleltung und Geschäftsstelle: Zchnfllratze 7. Polen in der Rolle des Angeklagten eine kannte Erscheinung in Gens Besonders seit der gewaltsamen und willkürlichen Abtrennung stoberschlesiens vom Reich erscheinen die Klagen der Deutschen Oberschlesiens gegen Rcchts- drechung und Willkürakte des polnischen Staates mit größter Regelmäßigkeit auf der Tagesordnung fast jeder Sitzung des Pölkerbundsrats. Bevor das Reich selbst Mitglied des Völkerbundes und Ange- Llm die Nachfolge Gasparn's. Ein Nichtitaliener Aardinalstaalssekretar- Rom. 14 Febr. (Sil.) Eine Meldung ausländischer blätter über eine bevorstehende Reise deS Erzbischofs von Grau und Fürstprimas von Ungarn, F c r e b i, nach Rom, der zum Rach - solger des Kardinalstaatssekretärs Gasparrl ausersehen sein soll, hat hier großes Aufsehen erregt. Wenn auch an der Richtigkeit dieser Meldung zunächst noch gezweifelt wird, ist es wahrscheinlich, daß Gas""- i nach ileberschreitung eines welthistorischen Abs hnitts in der vatikanischen Politik das Verla..gcn hat, sich in seinem hohen Alter — er ist 77 Iahre alt — von der Politik zurückzuziehen. Doch würde sein Rücktritt nicht vor der Ratifizierung des Vertrages, also kaum vor dem Sommer erwartet, wenn nicht der Gesundheitszustand des Kardinals eine frühere Aen- derung erfordert. Fürstprimas S e r e d i. der die Freundschaft des Papstes und des Kardinal- lekretärs genießt. hat sich wahrend seiner lan- jährigen Wirksamkeit in Rom — auch als Ausländer während des Krieges — viele Freunde erworben, und es dürfte die Wahl des Papstes als Rachfolger des Staatssekretärs auf ihn sollen. Hinzu kommt, bah durch eine Ernennung SerediS, also eines Richtitalieners auf diesen Posten, die Entnationalisierung der Zentralverwaltung der katholischen Kirche nach Abschluß des Meistbegünstigungskonkordats als Ausgleich zu erwarten ist. SieArbett der Sachverständigen. Autzlandskredite und Zahlungsbilanz. Paris, 15. Febr. (WD.) Die Reparations- sachverständigen haben heute vormittag eine Sitzung abgehalten, die von 11 ilhr bis 12 Min. vor 1 ilhr dauerte. Ein Kommunique wurde nicht ausgegeben. Wie verlautet, erstreckte sich die Diskussion auf die Auswirkung der Ausland- r'redite aus die deutsche Wirtschast im Zusammenhang mit der Zahlungsbilanz und i.)rer Wirkung auf die Weltwir schaftsla.e seit 1924. Reichs- bampräsldent Dr. Schacht hat die deutsche Ansicht vorgetragen. Ron der anderen Seite wurden nur ein paar Fragen gestellt. Dr. Schacht hat hervorgehoben. wir stark die Verschuldung der Landwirtschaft zugenommen hat, und eS wurde gefragt, ob diese Verschuldung der Landwir.schaft durch neue Investierun- ?en entstanden ist oder ob eS sich um Der- uste handelt. Eine in Deutschland unternommene Enquete hat bekanntlich zu der Feststellung geführt, dah von der 7,5 Milliarden Mark betragenden Verschuldung der Landwirtschaft seit 1924 etw« li/4 Milliarden auf Investierungen, die anderen auf Verluste zurückzuführen sind. Dr. Melchior hat über den deutschen Standpunkt in Der Frage der Zahlungsbilanz gesprochen, wobei er die Ansicht deS Statistischen Reichsamtes vertrat. Die Agentur HavaS erklärt, dah geprüst worden sei, in welchem Mähe die eingeführten Kapitalien produktiv oder unproduktiv seien, und ob der Ertrag der Anleihen geringer oder höher alS der Zinssatz sei, den Deutschland zahlen müsse. Die Diskussion erstreckte sich also aus die Frage, ob die deutsch« Wirtschaft tatsächlich auS den im Auslande ausgenommenen Anleihen Ruhen gezogen hat. Rach dem „Iournal deS Debüts" soll Dr. Schacht den Vetrag der aufgenommenen Kapitalien abgeschäht und sich über die Verteilung auf die verschiedenen Industrie- und Handelszweige ausgesprochen haben. Auch sei daS Problem des in Deutschland besonders hohen Zinssatzes gestellt worden. woraus sich die Frage ergebe, ob es sich nur um einen spezifisch deutschen Fall handele oder um eine allgemeine Zinsbewegung in der Welt. Rach dem „Ternps" soll Dr. Schacht den jährlichen Z i n s e n d i e n st für die im Auslande in der Zeit von 1924 bis 1928 aufgenommenen Anleihen auf ungefähr eine Milliarde Goldmark geschätzt haben, also eine Summe, deren Transfer man zu dem der 2,5 Milliarden der normalen Dawes-Annuität h i n * zurechnen müsse. Zeichen der Zeit? Berlin, 15. Febr. (Priv.°Tel.) Haben wir nicht zwei Millionen Arbeitslose in Deutschland? Man sollte meinen, daß jede Gelegenheit zur Arbeit begierig aufgegriffen würde. Denn Arbeitslosigkeit wird von jedem ehrlichen Arbe.ter als etwas Demoralisierendes empfunden. Vielleicht wäre das auch so, denn jeder von uns hält den deutschen Arbeiter in seiner Gesamtheit für einen unverbrauchten und tüchtigen Menschen. Aber wir haben nebenbei eine Arbeitslosenversicherung, deren Folgeerscheinungen gelegentlich zu geradezu katastrophalen Auswüchsen führen. Wie wäre es sonst zu erklären, daß jetzt am Schwarzen Brett der Berliner Universität ein Anschlag erscheint, auf dem zu lesen steht, dah für 36 Mark Wochenlohn Studenten nach dem Senftenberger Bergbaugebiet gesucht werden. Es ist bekannt, dah die Stadt Berlin infolge der strengen Kälte erhöhte Anforderungen an Briketts stellt. An sich ist also die Maßnahme der Grubenverwaltungen, mehr Arbeiter einzu stellen, durchaus berechtig! und begrüßenswert. Unverständlich aber ist eine staatliche Gesetzgebung, die es ermöglicht, daß sich unter den Millionen von Arbeitslosen n i s m a n d s i n d e t, der für 36 Mark Wochcnlohn diese Arbeit annehmen will. Bezeichnend ist, daß eine gewisse Berliner Prasse selbst diele traurije Erscheinung benutzt, um die tatsächlichen Mißstände unserer Arbeitslosenversicherung zu bemänteln. Daß die Kälte augenblicklich unangenehm ist, darüber besteht lein Zweifel, aber es gibt genug beru'sfreudig« und pflichlgetreue Menschen, die trotzdem ihre Schuldigkeit tun. Man henke an das Heer der Verkehrsbeamten, insbesondere bei der Reichsbahn, die unter den jetzigen erschwerten Llmstän- den für die Aufrechterhaltung eines einigermaßen geordneten Verkehr- Sorge tragen müssen. Werden sie nicht mit Erbitterung vernehmen, daß staatliche Unterstützungen an Arbeitslose aus- gezahlt werden, die sich weigern, eine normal bezahlte Aotarbeit in der Vraunkvhlenindustrie anzunehmen. Man redet heute so viel von Sparsamkeit, der Staat hätte jede Veranlassung, von sich auS dazu zu helfen, daß die allgemeinen HandlungSunkosten der großen Firma Deutsch- sand auf ein Mindestmaß herabgesetzt werden. Dazu gehört allerdings etwas Mut zur Der. antwortuna und der Wille, auch einmal den Masseninstrnkten zuwider zu handeln. Schneestürme in Güdosteuropa. Berlin, 15. Febr. (TU.) Der starke Schneefall, der in Wien seit mehr als 24 Stunden andauert, hat besonders im Straßenverkehr große Störungen verursacht. Auch am Freitag hielt der Schneefall an und behinderte vor allem die Kohlenzufuhr. In zahlreichen Betrieben mußte bereits die Arbeit eingestellt werden. Durch die Einstellung des Betriebes in der Eisenindustrie sind 2000 Arbeiter brotlos ge- worden. Bon Budapest ging am Freitag kein einziger Zug ab. In P r a g wurden die Schulen geschlossen. Der Minister für nationale Verteidigung hat den Landesmilitärkommandos Befehl gegeben, Verkehrshindernisse auf Straßen und Eisen- bahnstrecken durch militärische Hilfe beseitigen zu lassen. Es wird die vorläufige Einführung der Kohlenzwangswirtschaft geplant. In Süd- slawien ist die Lage noch katastrophaler. Man befürchtet, daß der Verkehr in einigen Teilen des Landes völlig stillgelegt werden muß. Zwischen Agram und Belgrad verkehren nur noch drei Züge. Die Telephonleitungen sind zum Teil gestört. Kohlennot wird überall verzeichnet. Die Negierung kündigt strenge Maßnahmen gegen Preistreibereien an. Italien, das auf einen starken Frost am wenigsten eingestellt ist, hat demgemäß am meisten zu leiden. Post-, Telegraphen-, Telephon- und Eisenbahnverkehr ruhen streckenweise vollständig. In den meisten Städten sind die Schulen geschlossen. In der Lebensmittelversorgung treten ernste Schwierigkeiten auf. Der Personenverkehr von Rom nach Bologna mußte eingestellt werden, um die Lebensmittelversorgung der Hauptstadt sicherzu- stellen. 3m Hafen von Neapel hat der eistge Sturm großen Schaden anaerichtet. In R o m selbst hat sich das Wetter in den Abendstunden etwas ausgeklart. In Mailand wurden heute 14 Grad Kälte gemessen. In Dal d'Aosta betrug die Temperatur 22 Grad. Zahlreiche Soldaten mußten mit erfrorenen Gliedmaßen in di« Krankenhäuser gebracht werden. Großes Wildsterben in Schlesien. Aus Schlesien kommen fortgesetzt erschütternde Nachrichten über das große Wildsterben infolge der Kälte. In einzelnen ferneren, in denen für die Not- fütterung des Wildes nichts geschehen ist, ist mit Verlusten bis zu 50 Prozent zu rechnen. Die Zahl der erfrorenen Rehe geht im Licgnitzer Bezirk allein in die Hunderte. Die Bestände an Rebhühnern sind erschreckend dezimiert worben. Die völlig ermatteten Völker sind oft mühelose Beute der Raubtiere, die sich auf diese Weise selbst retten. Große, ermattete Rehe sind von Füchsen angefallen und getötet worden. Die Wildnot hat einen derartigen Umfang angenommen, daß in der niederschlesischen Heide sogar Schwarzwild in die Dörfer kommt. Hasen, Rebhühner und Fasanen werden in Massen Beute des Raubzeuges und der Raubvögel. Es ist schon jetzt fcstzu- stellen, daß mindestens bis auf zwei Jahre eine weitgehende Schonung aller Wildbeftände nötig fein wird, um die Frostschäden dieses Winters wieder auszugleichen. Severing Über Schuisragen. Magere Aussichten für das Ncichsfchul- gefctz Berlin, 16. Febr. (Prio.-Tel.) Reichsminister des Inneren, Severing, empfing zu einer Besprechung Vertreter der deutschen Lehrerschaft. Bei dem Empfang wurden die Fragen der Grundschule, des Reichsschulgesetzes, der Lehrerbildung, der Schulpflicht und der Zuschüsse des Reiches zu Einrichtungen auf dem Gebiete des Schul- und Erziehungswesens, besprochen. — Der Minister betonte, daß d i e Schwierigkeiten des Reichsschulgesetzes eine Folge der unsicheren politischen Lage sei und des fortwährenden Wechsels in der Reichsregierung und im Reichsinnenministerium. Zu einem Reichsschulgesetz, das gegen seine Ueberzeugung sei, werde er sich nicht drangen lassen. — Die Lehrervertreter bedauerten, daß Die Regelung Der Schul- pflicht durch ein Reich:gesetz noch nicht voran» gekommen sei. Ferner wurde die Notwendigkeit der Durchführung der Verfassung im Hinblick auf Die Lehrerbildung betont. Severing erklärte, daß er im Hinblick auf diese Fragen auf Dem Verwaltungswege vielleicht einiges erreichen könne. Das hessische Gemeinde- beamiengesetz In erster Lesung verabschiedet. DHP. Darmstadt. 15. Febr. Drr Gesetz- gebungsausschuh des Hessischen Landtages erledigte heute die restlichen Artikel 7, 9. 10, 12, 14, 35 und 33 des Gemeindeäeamten-cs.tzes. Die zu diesen Artikeln gestellten Anträge der verschiedenen Parteien wurden abgelehm und das Gesetz in der Fassung dec Regierungsvorlage angenommen. Rur Artikel 12 erhielt folgende Fassung: l. Die Gemeindebeamten haben bei Erkrankung und während des üblichen Erholungsurlaubs Anspruch auf Weitrrge- Währung ihrer Besoldung. 2. Unbeschadet dec Bestimmungen in AÖsth 1 wird den Gemeindr- beamten, die nach den Vo.schriften der Reichs- Versicherungs - Ordnung kranlenveriiche- rungspflichtig wären, für den Fall der Erkrankung ein Darbezug im eineinhalbfachen Del rag des Krankengeldes der zuständigen Kran- tanfef'e für die Dauer der Regelleistungen der Kramenkc.sie gewährleistet. Auf diese Leistungen wird der Betrag angecechnet, Der dem Beamten für dieselbe Zeit an Besoldung, Ruhegebalt oder Wartegeld zusteht. Damit war die erste Lesung des Gesetzentwurfes beendet. Einstimmig wurde eine En.schließung der Demokraten angenommen, in Der d.e Regierung e.sucht w rd b l igst die Dienst- r nbDrchtg- verhältn.sse der Beamten von Gemeinde- Verbänden — namentlich Bezirks- und Kreis- sgarkassen — entsprechend Den Bestimmungen des Gemeindebeamtengesetzes gesetzlich zu regeln. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages. Ein Protest an den Neichsarbcitsnrinistcr. Die Zuschüsse an die Kirche bleiben unverändert. Darmstadt, 15. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags behandelte heute zunächst das Kap. 88 (W ohlfahrtspslege und Arbeitsnachweis) des Aröeits- und Wirtschaftsministeriums. Es entspann sich eine längere Debatte über die Rücksetzung des hessischen Schlichters Dr. Bernheim auf Bestellung als Schlichter für Hessen und Hesien- Rassau. Der Ausschuß nahm einstimmig folgende Protestentschließung an: „Der Finanzausschuß erhebt energischen Protest ge- 'gen die Behandlung Hessens bei der Ernennung des Schlichters für Hessen und Hessen-Rassau. Er erblickt in der Ablehnung Der ursprünglich festgesetzten gemeinschaftlichen Vereinbarung zwischen Reich, Hessen und Preußen, wonach Dr. Bernheim zum Schlichter bestellt werden sollte, eine gegen Die getroffene Vereinbarung verstoßende Behandlung des Landes Hessen, um so mehr, als die Beteiligten die langjährigen Verdienste des Dr. Bernheim anerlannt haben. — Wie wir dazu hören, hat Staatspräsident Adelung diese Entschließung sofort an Den ReichsarbeitSminister weitergegeben. Der Ausschuß genehmigte Dann die restlichen Kapitel deS Etatb deS WirtschastSministeriums und kam noch au dem Kapitel 33 (Kirche n). DaS Kapitel selbst wurde genehmigt. Abgeleßnt wurde ein Antrag der Frau H e r ä u S (Sn.), Der die Regierung ersucht, eine endgültige Regelung der Beziehungen zwischen dem Staat und der evangelischen Landeskirche zu schaffen. Gegen zwei Stimmen a b g e l e h n t wurde ein zweiter Antrag Fran HeräuS: ,11m der unzweifelhaft bestehenden Rot der evangelischen Kirche vorläufig zu steuern, sollen 303 000 Mk. mehr als im Vorjahre in den Haushaltsplan 1929 eingestellt werden." Mit 9 gegen 4 Stimmen abgelehnt wurde ein Antrag Haurh (D.Vp.). Axt (Vp.): »Die Staatsbeiträge zur Landeskirche werden um 50 Pro;, erhöht, ohne daß dadurch die Gewährung eines Darlehens von 600 000 Mk. an Die Kirche zu Den bisherigen Bedingungen auch im Rechnungsjahr 1929 beeinträchtigt wird. Angenommen bei Stimmenthaltung Der Sozialdemokraten wurde ein Antrag Heinstadt (Zentr.), In Dem Die Regierung ermächtigt wird, den Kirchen ein Darlehen zu gewähren in derselben Höhe und zu den,"eiben Bedingungen wie im Rechnungsjahr 1929. — Wie wir hören, ist zwischen den beteiligten Kirchen und dem Staat alsbald mit einer interimistischen Erledigung ihrer Beziehungen zu rechnen. Parteitag der hessischen Demokraten. Die Demokratische Landespartei wird ihren Parteitag am 2. und 3. März in Worms in den „Zwölf Aposteln" abhalten. Am Degrü- ßungsabend wird Reichstagsabzevrdneter Prof. Dr. H e l l p a ch über das Thema „Weniger Staat" sprechen. Am Sonntag wird nach dem üblichen Gefchäfisbericht und dem Bericht Der CanD- tagsfraltion. Den Abg. Seiber erstatten wird, Der Paete'.vorsitzenDe, Rcichsjufti-Minister Koch- Weser, über Den Einheitsstaat einen Vortrag halten. Luftfahrt ist not. Gin Werberuf des Deutschen Luflfahrt- verbandes. Berlin. 15. Febr. (WB) Der Deutsche Luftfahrt-Verband veranstaltete einen Sresseempfang, auf welchem dar Vorsitzende des erbandes. Staatsminister a. D. Domini- cus. ausführle: Der Deutsche Luft'ahriverband wurde 1902 gegründet und bildet als behördlich anerkannte Spitzenorganisation den Zusammenschluß und die gemeinsame Interessenvertretung aller Luftsport treibenden Vereine des Reiches. Während alle übrigen Sportarten durch Reich, Länder und Gemeinden von Amts wegen gefördert werden, darf der kostspieligste Sportzweig, der Motorflugsport, infolge der auf uns lastenden Vestimmung internationaler Verträge von den öffentlichen Behörden des Reiches keinerlei Unter- st ü tz u n g erhalten. Ganz anders liegen die Verhältnisse im Auslande. Wie traurig es bei uns mit dem Flugzeugbau aussieht, illustrieren am besten folgende Zahlen: an flugbereiten Verkehrs-. Sport- und Militärflugzeugen sind vorhanden in der Tschechoslowakei 550. in Polen 600, in Spanien 700. in Italien 1500. in England 2103, in Frankreich 3200. Deutschland dagegen hat nur trotz der größten Einwohnerzahl 450 Verkehrs- und Sportflugzeuge. Wenn sich alle Freunde und Gönner unserer Bewegung durch Beitritt und Mitarbeit zu uns bekennen, wird auch die Entwicklung unserer Luftfahrt eine Auswärtsbewegung nehmen, die dem technischen Stande und der wir schaftspo i ischen Bedeutung dieser großen deutschen Sache Rechnung trägt. Oer neue Präsident des Reichsgerichts. Berlin, 15. Febr. (WD.) Der Reichspräsident hat den Präsidenten des Reichsgerichtes, Prof. D. Dr. h. c. Walter Simons, auf dessen Antrag zum 1. April d. 3. in den Ruhestand verseht und auf Vorschlag des Reichsrates den Ministerialdirektor im Reichsjustizministerium, Dr. Erwin Dumke, zum Präsidenten des Reichsgerichtes ernannt. Aus aller Welt. Reue Ehrenmitglieder der Akademie der Wissenschaften der 1L D. S. S. R. Die in Den Abteilungen Der russischen AkaDemie Der Wissenschaften ausgestellten Ehrenmitglieder unD korresponDierenden MitglieDer sind nunmehr in Der Generalversammlung Der MitglieDer Der AkaDemie einstimmig bestätigt roorDen. Zu EhrenmitglieDern mürben u. a. gewählt: M a x v. Laue, ArnolD SommerselD, Ulrich v. Wilamowitz- MoellenDorf (DeutschlanD), Jacques ADamar, Paul Kangevin unD Joseph Douoille (Frankreich), ferner Riels Dor (Dänemark). Reue Auvstellongspläne Der Stahl Köln. In Der Kölner StaDtverorDnetenversammlung teilte Oberbürgermeister Adenauer mit, daß in Der Aoteilung Des Völkerbundes für intellektuell- Zrsirnmenaroeit der DSchluß gefaßt worden sei, eine internationale Ausstel- (ung unter Dem Protektorat DeSVöl- kerbundeS cinzu richten. ES hätten sich Dafür Fraickreich sür P a r l S und Belgien für 2 rüs - s e l beworben. Von dem deutschen Vertret« wurde vor geschlagen, sie in Köln ftaffftnDen zu las,em Daraus tour De von der Aoteilung ein» stimmig Der Beschluß gefaßt, an Die Stadt Köln heranzutreten. Ferner seien Vorbereitungen für die große internationale Ausstellung des IahreS 1932 ,D i e neue Zeit" in Köln im Gange, hinter der die Reichsregierung, Der Deusche Werkbund. die Messe, dos Ausstellungsamt und man könne sagen. Die gesamte deutsche Wirtschaft stände. Auch im Ausland, besonders wieder i n Rußland, vegegne dieser Ausstellungsplan regstem Interese. Gefängnis für den Dersicherungsbrtrüger Eckhvss. Der kanadische Staatsangehörige Alexander E ck h o f f wurde nach zweitägiger Verhandlung von dem Erwcittrten Schö,f:ngcricht in Meseritz wegen vollendeten und versuchten Versicherungsbetruges sowie wegen Aufforderung zur Degehung eines Verbrechens nach Paragraphen 265, 263, 257, 49a, 74 Slr.G.2. zu einer Gesamtstrafe von einem I-r fficrsfii !xkh. '»5r> U «tum Genf Freitag, dl5.Fel>4929. 7"aMs. OwoiKtn.os owe. ona» » «roieig. ® oeown •rrecew • lehnet 6 Graupeln i Rebel K Gr»n|tn^)windiiille.«O stir «nie* 01« jf nat$ige» fudsodwejt Q ttumocnci iord»esl •«e »teilt Riegen mn atm umoe Pie eeioen Stationen stenenatn li» en geren die Temperatur an Pie Urnen reromdea Orte mit giciOlc* e»? n-eresoieeav umo/f-rawtae lurtdrute Wettervoraussage. Wettervorhersage für Sonnt a g: Rückgang der Kälte, vielfach nebelig-wollig, stellenweise leichter Schneefall. W i 11 e r u n g s a u s s i ch t e n für Montag: Roch Frost, wahrscheinlich weiter zurückgehend, sonst wenig Aenderuag Der Wetterlage. Lufttemperaturen am 15. Februar: mit ags — 10,5 G.od Celsius, abends — 17,2 Grad Celsius: am 16. Februar: morgens 21,5 Grad Celsius, Ma-imum — 9,0 Grad Celsius, Minimum — 23,4 Grad Celsius. — ScDtemprrakurrn m 10 Zen time, er T'.efe: am 15. Februar: abends — 6,1 Grad Celsius: am 16. Februar: morgens — 6,8 Gead Celsius. — SonnenscheinDauer: 6®/< Stunden. Dintersporlmeldungen der hesi. Dclierdleustslelle. Vogelsberg (Hoherodslopf): Heiter, —14 Grad Celsius. 35 Zentimeter Schnee, gekörnt. S.i und Rodel sehr gut. Herchenhainer Hö ,-e: Heiler, — 14 Grad Celsius. 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Odenwald (Tromm): Heiter, —22 Grad Celsius, 40 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel gut. Reunkirchen: Heiter. — 18 Grad Celsius, 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel gut Taunus (Kleiner Feldberg): Heller, — 11 Grad Celsius. 43 Zentimeter Pulverschnee, Stt und Rodel gut. Sauerland (Winterberg): Wolkig. —13 Grad Ce.s.us. 45 Zentimeter Pulverschnee. Oft unD Rodel gut Schwarzwald (Luhestein): Heiter. —16 Grad Celsius. 73 Zentimeter Pulverschnee. Oft und Rodel sehr gut Alpen (Garm sch-Partenkirchen): Hci er. —14 Grad Celsius. 42 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel s:hr gut — BerchteSgadrn: Wollig. —13 Grad CelfiuS. 49 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel gut / a VS Lebensfragen sagen, nicht zuletzt aber bei Ser W. B. Nürnberg M 613. 104D 3U8V Daimler-Benz A--G», Verkaufstelle Giefeen, Bahnhofstraße 90/92 aber auch zum Fallobst Alle Kinder wollen sind. Merkwürdig, und Abwarten nicht für gibt Augenblicke, da anpacken, sonst geht verloren und kehrt rechnen. — älter erscheinen, als sie wir Alten? Die Jugend bis sie „an die Reihe Die Regel ist das aber nicht. Aon selbst kommt nichts. Alles muh erst reifen. Auch bei uns Menschen, und bis die ersten Früchte erscheinen, vergeht oft eine lange Zeit. — ES sei mit gestattet, aus meinem eigenen Leben ein kleines Ereignis hier anzufügen. Es war um die Weihnachtszeit. Ich mochte damals etwa acht Jahre zählen und war bei einer befreundeten Famlli«, um beim Christbaumschmücken zu helfen. Die Leute hatten eine wunderbare Krone, die auf die Spitze des Baumes sollte. Leider er- wieS sich der Daum als zu hoch, die Krone konnte nicht mehr aufgesetzt werden. Sie wurde mir gescheickt! Ich war wie im Himmel, bankte und rannte, so schnell ich konnte, nach Hause. Bor der Tür, beim Oeffnen. stieh ich aber an den Drücker, und die 5trone brach in hundert Stücke. Mein Schmerz damals war grenzenlos. Ich hatte an dem ganzen Weihnachtsfeft keine rechte Freude. 11 nb wenn ich im Leben vor einer ähnlichen Lage stehe, bann benke ich immer an die Erziehung unserer Kinder. Natürlich gilt das Wort alle Fälle des Lebens. Es beißt eä; Zugrelfen, rasch zerbrochene Weihnachtskrone. Man muh warten können! Bornotizen. iltNö. ü au, der bald n, als die Nam« cif,en, das eine ortälen ent» le und etiro :o die gM etaöt toini) hielt die n ab, in denen d etloi 6 Mi.'« trf waren, doch lglische und 82 irßört die ar« Präsident Irr« tglieder verwei- rcharen. nnrv Lei. n iich trauen;u ^reizte es sich, "froren kialhausbranh Mercedes-Benz-Achtzylinder Typ „Nürburg” Dieses Urteil wird uns von allen Seiten bestätigt Fahreigenschaften, Zuverlässigkeit und Fahrsicherheit werden als ideal bezeichnet Mercedes-Benz baut seit dem Jahre 1911 Achtzylindermotoren. Im großen Preis von Deutschland 1926 und anderen internationalen Wettbewerben waren Achtzylinder Mercedes-Benz-Sportwagen siegreich. Wir verfugen damit über Erfahrungen auch im Achtzylinderbau, wie sie keiner anderen Marke zu Gebote stehen, und unser Typ »Nürburg" ist das Ergebnis dieser unvergleichlichen Erfahrungen. Es ist deshalb kein Wunder, daß er im In- und Auslande so rasch und begeistert Aufnahme gefunden hat Fahren Sie diesen Wagen, vergleichen Sie seine überragende Qualität mit seinem günstigen Preis und Ihre Wahl wird nicht mehr zweifelhaft sein! IhrHusten quält 5.e immernoch, darum mni-en Sie fotort einen versuch mir .r aun o t n. Diebmen (Sie von diesem ost geradezu ve.-> ulünenb schnell n rrtenoen Lveztnlminet dretmal läallch einen bnlbm Eßlöffel voll. Faauviu erhalt n St- in Avocheken. .voll» Ivie Avoideke .Vanuottt noch wcht ’übiL lassen Sie eS stch durch äbre Avotbeke soiorl besorgen. Bestandleiie sind aut der Packung angegeben. [1 Togal-Tabletten find ein hervorragendes Mittel bei Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- u. Kopfschmer*, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie stch nickt durch minderwertige Mittel. Laut notarieller Vestäligung anerkennen über 5C00 Arzte, darunter viele bedeutende Pro- sc stören, die gute Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt In allen Apotheken Mark 1.40 0.46 Chin.. 12,6 Lud . 74.3 Add acet sal ad 100 Amy) »•** eine günstige Gelegenheit nie wieder. Man kann dabei sein Glück machen. ult«9*'“ , "SÄ*“ '«'tu»!? ii kJ®?1 nir *ü«t> Wta hhit h.. " t Zz-L «« !* ^teii Muff. Auc rm v-u er bichcr Aus der provinzialbauptstadt. Diehen, den 16. Februar 1929. Warten können! Mein Freund Ludwig ist ein großer Blumenliebhaber. Aber ihm fehlt die Geduld. To hatte er «inst von einem Bekannten eine neue Blume als junges Pflänzchen erhalten. Sie wuchs und gedieh prächtig. Eines Tages zeigte er mir freudestrahlend die erste Knospe. Als ich aber nach einiger Zeit nach dem Stöckchen fragte, schüttelte er den Kopf, „gs war nichts damit! Die Knospe ist abgefallen." „Schade!" sagte ich, „aber es gibt wieder andere." Etwas hatte mein Freund aber verschwiegen. Da es ihm nämlich zu lang gedauert hatte, bis die Stnofpe aufging, glaubte er, die Erde wäre nicht in Ordnung und hob das Pflänzcken vorsichtig heraus. Natürlich war nichts an den Wurzeln. Trotzdem er die Blume sofort wieder einsetzte, trauerte sie doch und ließ die Knospe fallen. Er hatte nicht warten können. Aber Ludwig ist auch ein Licbhaberphotograph. Er hatte unlängst sein kleines Mädel beim Schlitten- fahren geknipst, es war eine prächtige Aufnahme geworden. Schnee, Gesicht, das weiße Pelzchen, alles hob sich auf dem Negativ ticfschwarz ab. Man sah, daß das kleine Ding lachte. Ludwig hätte gern gleich «inen Abzug gemacht. Die Platte wollte und wollte aber nicht trocknen. Er trug sie aus dem Eßzimmer in die Küche, von da in die Wohnstube. Als sie gar keine Fortschritte zeigte, stellte er sie auf den Ofen. Nach einer halben Stunde war die Platte erledigt, das heißt, die Schicht war durch die große Wärme flüssig geworden, und das DUd fah einfach schändlich aus. Ludwig hatte wieder einmal nicht warten können. Wer weiß, wann er sein Mädchen wieder so gut trifft. E» ging ihm wie den Kindern, wenn lang ersehnter Besuch kommen soll. Dann rennen sie den ganzen Tag herum und können nur das eine sagen: „Ach, wenn sie doch schon da wären!" Bei jedem Klingelzeichen sausen sie hinaus, um nachzuschauen. Ja, es will gelernt fein, das Warten. Aber man kann hier mit einiger Selbstzucht fehr viel nachhelfen. Was wäre ein Jäger auf dem Anstand, wenn er nicht warten könnte, bis das Wild kommt! Wie erginge es dem Angler, wenn er die Geduld verlöre! Das Warten auf etwas Schönes hat auch seine Reize, und es wird tausendfach belohnt. Wenn man sagen kann: „So, jetzt ist es Zeit!" und es ist wirk- lich auch Zeit, dann fällt uns die reife Frucht von selbst in den Schoß. Bei den natürlichen Früchten ist es genau so. Die Olatur erzieht uns einfach zum Warten. Der da glaubt, daß feine Früchte eher reisen, wenn er sie abpflückt und in das warme Zimmer bringt, der ist in einem großen Irrtum. Es wird dann höchstens eine „Olotreife" daraus. Aber es hängen im Sommer doch schon so schöne, goldgelbe Aepiel am Daum, vor der Reifezeit? Wenn der Wind weht, fallen sie ab. Wir teuren sie alle. Sie find wurmstichig, oder haben sonst einen Fehler. .Frühreif" tagt der Obstzüchter und wirft sie zum Fallobst. Gehts mit manchen Menschen nicht auch so? Gewiß, die Frühreife einzelner kann geheilt werden, sie können immer noch brauchbare Mitglieder der Menschheit werden. Wie oft muffen wir sie * eonnM V g?er m;t.aai 7 21Ä Grad öe> -22 M N-LZ . soiW'/et ranns nicht erwarten, kommt." Sie wissen ja meist gar nicht, daß sie noch die schönsten Tage ifjreS Lebens in voller Sorglosigkeit verbringen. Wir sollen deshalb bei unfern Kindern nichts „ Frühreifes" künstlich züchten. Danken wir Gott, wenn wir keine Wun- deäinder haben! Wir sollen sie gewähren lassen, vor allem aber nicht den Spieltrieb unterbinden, auch wenn dein Mädchen, das als erwachsen gilt, noch gern mit Puppen umgeht. Laß sie! Das muß dir lieber fein, als wenn sie zweifelhafte Bücher liest. Auch die ganz Kleinen soll man nicht zu Treibhauspflanzen abrichten. Wir bekommen dann höchstens lleine Papageien, die wohl von der Verwandtschaft (besonders von den Tanten!) bewundert und gefeiert werden. Aber im Leben, manchmal fchon in der Schule, enttäuschen solche Wunderkinder stets. Das Schlimmste dabei ist aber, daß ihnen ein gewisser Hochmut anerzogen wird, der sich selten ganz im späteren Leben verliert. Niemand wirkt lächer- sicher als solche greisenhafte Jünglinge oder „über dem Leben stehende", alles wissende Dämchen. „Abwarten!" sagte unser 'Baier, wenn wir die beiße Suppe in aller Hast hinunterlöffeln wollten. Abwarten! müssen auch wir in sehr vielen — Tageskalender für Samstag. Stadt» theater: „Nathan der Weife", 16 bis 18,45 Uhr. — Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer, Ortsgruppe Gießen: Stiftungsfest, 20 Uhr, im Cafs Leib. — 1878—1928: Generalversammlung, 8 Uhr, bei Mit» glich Peter Gaub, Bahnhofstraße. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das gööttliche Weib". — Astoria» Lichtspiele: „Tom, der Racher". — Tageskalender für Sonntag. Stabt» theater: „Der Mikado", 18 bis 21 Uhr. — Kirchen- musikalische Feierstunde der Matthausgerneinte, 8 Uhr, in der Stadtkirche. — Gießener Konzcrtver- ein: Paula chegnrr, 17 Uhr, in der Universitätsaula. — Oberhessischer Kunstverein, Eröffnung der Aus» stellung. — Obst» und Gartenbauverein: Hauptver- samlung, 3.30 Uhr im Kaufmännischen Vereinshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 11.15 Uhr, Früh- vorstellung „Chang"; abends: „Das göttliche Weib". — Astoria-Lichtspiele: „Tom, der Rächer". — Stadttyeater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau ttirö uns geschrieben: In der morgen, Sonntag, den 17. Februar stattfindenden Operettenpremiere (Fremdenvorstellung zu ermäßigten Operettenpreisen) sind beschäftigt die Damen 6tefi Domes-Orlh, Käthe Itter. Elle Milberg, Ruschi Wiesner und die Solotänzerin Elle Herleh. Tie Herren Diestel, Hanschmann, Rador, Reul. Schreiner, Detter. Spielleitung hat Direktor Hans Baars als Gast. Am Dienstag, 19., geht zum letztenmal im Abonnement Otto Ernsts Lustspiel „Flachsmann als Erzieher" in Szene. Am Mittwoch, 20., Erstausführung deS Lustspiels „Das Geld auf der Straße", von Dernauer und Oestreicher. Die Spielleitung hat Rudolf Goll, der auch eine der Hauptrollen übernommen hat. In tragenden Rollen sind außerdem Alix Krahmer und Hans Tannert beschäftigt. — In der heutigen Schüler- vorstelluna von „Rathan der Weise" spielt Herr B i b e r 11 vom Frankfurter Schauspielhaus die Rolle des Tempelherrn. — Der Konzertverein veranstaltet morgen, Sonntag, in der Reuen Aula ein weiteres Konzert. Es ist - wie man uns schreibt — die erste Kammermusik in diesem Winter, für die das Leipziger Gewand ha usquar- t e 11 gewonnen worden ist. Auf 6;e Bedeutung dieser Bereinigung erübrigt sich näher cinzu- gehen, da sie hinlänglich bekannt ist und sich in den langen Jahren ihres Bestehens überall einmütige Anerkennung erworben hat. Den vier Quartcttgenos en gesellt sich für unser Konzert der Kontrabassist, Herr Albin Findeisen, zu. Das von ihnen vorgeschlagene Schubert- Programm wird sicherlich allen Freunden der Kammermusik willkommen fein, so das berühmte Forellen-Quintett, so genannt, weil dem langsamen Satz das Thema des Liedes „5>ie Forelle" zugrunde liegt. UeirlgenS ist seit mehreren Jahren hier lein Streichquintett zu Gehör gebrach' worden: um so mehr Dürfte gerate dieses Werk, eins der schönsten feiner Gattung, zünden: auch die ^Wanderer-Phantasie" gehört ju den bevorzugten und besonters beliebten Kompositionen Schuberts: sie wird uns vermittelt durch die pianistische Kunst Paula Hegners, einer ehemaligen Schülerin des Leipziger Konsecva- toriums7 die bereits mit sechs Jahren In Wien, *® Teilweiser Schulschluß infolge der Grippe, linier den Schülern der Dolks- schule haben die Grippe-Erkrankungen sich so stark ausgedehnt, daß etwa 40 Prozent der Schüler toecen Krankheit dem Unterricht fernbleiben mußten. Im Hinblick auf diese Sachlage und in besonderer Würdigung des Umstandes, bah in der Schillerschule infolge der baulichen Veränderungen die Gefahr für den Gesundheitszustand der Kinder befonders groß ist, tourte auf Anordnung der Schulaufsichtsbehörde der Unterricht in der Schillerschule von heute ab bis Mittwoch nächster Woche einschl. eingeftetIL Ferner sind in der ganzen Volksschule die beiden unteren Klagen, in denen die jüngsten Jahrgänge unterrichtet werden, bis einschließlich nächsten Mittwoch geschloßen worden. •* Reifeprüfungen. Im Gvmncf.um, In der Studienanstalt und in der Oberrealschule sanden in den lehien Tagen die Reifeprüfungen statt. Im ®t)mncf.um bestanden sämtliche 25 Abiturienten, in der Studienanstalt testandm von 12 Abiturientinnen 11, in der Oberrealfchule konnten die 59 Abiturienten der drei Oberprimen ebenfalls sämtlich bestehen. Den Vorsitz in den Prüfungskomm s ionen führten in allen drei Anstallen Die DireUoven der Instünte. °* Oberhessischer Kunstverein. Bon Sonntag. 17. Februar, an stellen im Turmhaus am Drandplah neu aus: Otto Jung, Stuttgart, Oelgemälde und Aquarelle, darunter Familienporträts aus hiesigem Privatbefitz und Landschaften aus hiesiger Gegend, Conrad Felixmüller, Dresden, Zeichnungen, Aquarelle, Holz- l ch n i 11 c. Jung ist dem Gießener Publikum aus früheren Ausstellungen bereits bekannt, war jedoch eine längere Reite von Jahren hier nicht vertreten. F e l i x in ü l l e r bringt seine Werke im Gießener Kunstverein zum erstenmal zur Schau, er ist ein Künstler moderner Richtung, dessen Bilder in allen größeren Städten gezeigt werden und auch hier Interesse finden dürften. Die Künstler', welche bisher auägeftellt hatten, find zunächst auch iwch durch einzelne Werke vertreten. (Siehe heutige Anzeige.) ** DieMuseen sind bei kleinen Eintrittspreisen am Sonntag non 11 bis 1 Uhr geöffn.t. *• Biehmarkt in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet in Gießen Rindvieh-(Rutz- Vieh)-Markt statt. Näheres in der heutigen Anzeige. •• Wichtiger Zeuge gesucht! Der heutige Poii'eibericht meldet: In einer SrmittlungS- sache wird ein Kraftwagenführer. der am Fast- nachtsdienSlag zwischen 22 und 24 Uhr vor dem „Cafö Astoria" oder Restaurant „r. bischer.'ll) | Braves. ffeiftigeS Bau®tto rür das bekannte fleaen hoben Vobn imi gei dH werden tüchtige, bei der Land-Kundschaft Frau Elisabeth Schönhals W eWMtö Vertreter geb. ^Veitzel Gießen. Weserstr. 1 (Ecke NordanJage), den 16. Februar 1929. Wilhelm Menz, Lehreri.R gesucht. 14"6D Kräftiger Stammhalter angelommen im 83. Lebensjahre, In tiefster Trauer: Otto Grümer und Frau Emmy geb. Weeg Gießen ( kamen. Beuern. Schetbengasse 11. 26|öi)t. IWüLkN iBeamienioch^er) das 3 Fahre den mutier:oien vanSb. tuUnc, ud)t für io kort Ltcllc in kl. Hess. Hausb m.öi)ll.fytuni* tteuamchl- o. I. n ch nu3iu.Mnufm.Stenni> Nisse oorh. Schr. Ang. u.i 632 a. d. tote ft. Anr. w.Zlmmer, Gmv.Y. DleioUfttefeerci Gi fteit. Babnb oiitrnne 12. rüchitgeS. gesundes Mädchen für fofon ob. spä er '21 elf. Trauerdut n.b.tVCQ. Vicher^ itv Ostanl, ülarb. Str. ocrL geg. Bel. adA'f geben. Baurn «n, LanLgr--PtztL.PL 10. E G. F. Montag. 18. Aebr- abcndS 8'/, Uhr. Monats- Versammlung bei Kamerad Dippel. Anzug: ArbettSroL 'Dlüuc. Zahle. Beteiligung C l ID. 1 “D C’.'od Koiuinando. Möbi.Zimmer mit eietir. Vicht für 1. MarH a. vrm. 063'» Kat e allee 8 v. Mädchen a. liebst, vom Vande, ntch. unter 17 H, für einen Haushalt mit 2 Kindern A»m 1. 3. 1929 gesucht. Bit exfr in der toefdrit. des Gien. Anr. («38 Handballspiel gegen PoliAkisvo . t- vere n < ut»oa7N, V.wnamhnfcDof, nut Sonniag. dein 17. IL, findet bcitimmt statt. Svtelbeg.nn 2'11 Ubr nachmt.t. 1900-Lvoriviav. ,.ür 1. *l)(ärA 1 ob. 2 schön mödl. Zimmer Schlaf- und Wohn- Aimmer, auchSchlas- At i.mer allein ifitr BnteauZwecke sehr ne.’tnnen. elefn. V., Tel.phon, an Dauer- mici.r obAimcb.'Jiob. Marktstr. 4 ll.l in Oberhessen gesucht Versand ab Fabrik laßer in der Nähe von Gießen. Schriftliche Angebote unter 1033D an den Gießener Anzeiger. I Gesunden Schlaf JsidLtigfiJiemQ verschafft bei/engerer Km Heuer Slettri« Grammophon iReiieaovarai) nut inod. Planen, gegen Kassa Au verkamen. L'udwiqstr.341.1 (Sehr, gut erbaUen. 9’nea- omt 5ßeiL’ji»r gegen 'J arAabUmg AU kaufen gesucht. .räfnger, intellti. Junge von auSw. tonn au Cneru als Schreiner- lehriing eintre en bet 13 7V Gustav Seibert. Schreiner meister, Wieierk. tohaiDiiDika au taufen oder au tnteien gesucht. I«m Herzog Friedrichiirane 30. Naass Häuschen L.chla trtseil Montag bend. ,<„v ISaus mit Laben beite Vage in Lollar zu verkaufen. Schr. Angeboie um. 0610 an den G. AnA. Bweifi-Beiiutter „Sigma 50cv Damen- Vereinigung 1873—1929. TonncrStag. d. 2L ßcbrv abds. 8 Ubr: 3aftuoaitnltin t im Eisenbahn - Lo.el iHovieidi drteb idi« 9 Schneidermstr. S u. sonstig. Refli-ktanten, die mit Herren- II. Knaben-Kteiderfabrik Verbind, suchen «Ein- lührunu fertiger Konfekt.) wollen (in. An- crnl»n ihrer V erhä.t nisee) »C reiben an: B.H.E.8107, Ala-flnnonc.-Exp. Berlin WS5. 1450V TndjL emroanbfrete Provinz- Vertreter welche über einen In rab uiigsfälügen Kundenkreis uer- fügen, gegen höbe Provtsten gesucht. ft Gb. Weder. Higarrenfabrik Igegrundet 18« 0) Schotten, lOberheffeu). 1400V Meine liebe, herzensgute Frau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Mül® toi. Becher Äh Msuiag ebcßb» wird in gu.c Pflege genomiueu. Säir inl. Angebot, u. 0656 Q. d. Gieft. Anr. Herren, die diesen Ansprüchen genügen können, bitten wir um Einsendung ihres Werdeganges, Angabe des Alters, Referenzen und Lichtbild unter 145„V an die Geschäftstelle des Gießener Anzeigers. freitags frei. Cais Veto. [i«".O In tiefer Trauer: Marcarefe Sehubecker ceb. Händler Familie OHo Bechthold Faml>ie Karl Kreuts Fand le W I beim ßchubecker Familie fcrnet Moos. Krofdorf. Kinzenbach, den 16. Febi uar 19-9. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 17. Februar, nachmittags 8 Uhr statt. Stadttheater Sonntag, 17.Fcbr. tauftet Abonnement! ixiemöenüoriicllr.na von 18 bis 21 Ubr Bum er len Diale Der MM oder Ein Tag tn TU pu £pci€t:e in 2 Ak e.r <14 vSiDcim von W. SGuberi. laufif vonArl.ur LulUvan Tieustaa NLfrcdr. 20.0I.Ü51J8-M Liff. von 20 vis 22' 4 u i : Fl Ghsmanoa tErz eher Komödie tn 6 Aiifz. von Cito Erilü. Nltttwo ti/20.5 cur. 20. uiiitrootn-lio.-Bni. von 2 ) vis 22'. Ubr: 3um eruen '.Male: Bas 6?IO oel Ott iitiße Vn -find in 3 Ak en von ih’nb. Binauer u.Riid Cester reicher Freitag, 22. Itcbr., langer Wbuiineuii'iii) ivolksvorsteUuug von 20 bis 22'/« Uhr BerProzeßMarybucaa Ein Stück in 3 211 ich von Bayard Bctller, für d. deuische otiime bearbeitet o. Rudolf Voibnt. , ml» Sonntag,rr4 Fcbr. «au;ei Yluonuemcnd ^remdenvoi uellniig von l8 vis 20' «Ubr; Sunt letzten Diole fioti uno llnr,a Sch inipielin4Akiett von Veonbarö Arant 1 Hajöensprechappar. fast neu. iu.30Scha!i. vlaiien. mfort billig au vei kauft n. l«s« 21. Rausch Margarelenhiiite66. Herren-Ueberzielier und Schlafrock billig ah verfaulen. Zner'r.t.d.GeschäftS' stelle d. G. An;. 0631 Kontoristin in Sienogr^ Schreibt», rechnerisch vei ieft gern.im Be.fe v mit Sh nben. v. so> ob. 1.3. gef. Alter 19-2öFnlne. Schr. '.'Ingeb. nut Bild n. ^eunniFen nnt. 1447D an den Gieft. ÄNA. erbet. Mdchen verseki i. allen HauS« a» «eiten, das auch seldiian). koch«, gute lan iabr. Zeugnisse besitzt, für l. 3. ge- iuch. SborAitfieUcn Wer übernimmt das Verlegen von 100U qm Fußboden int Voufe des r>rnh- jabrS in 21kkord,eotl, auch einen ictl? Loui* Vv ter '« D Kaiseralles 15. Augui't Deibel, meiner. Neuenweg.0. Suche tüchtiges Mädchen das forbut fann, für Amang 'JliarA in ll. Haush. nach rZrank- luit a. 'UL 3» ertragen 142'»- Vicbiqftr. 3 I. SamStia. 23. Ttfebr., abends 8', Ubr: aunerordentl. Generalversammlung i. d Stadt LZetziar. TegeSordnnng: Voritandswabi. D»in rendes Erfchei» nen aller alt.ueu u. vnifivcn uidtoliebcr erforderlich Ul,u RirchfienDonnerslaa Ling runde. Der Ebren orntiende. hb-Earageo an vermieten. B.V. Tankanlaie Speise-und Salai- karioffeln IN vinun Qualität, e.nonebli dilligu W. Hanke!, Reuc:t Baue 7, Televb. 6i2. 4 >D Metall- Formerlelirlinge Gute Schulzeugnisse Bedingung. Gründ- Uche Ausbildung im Elektromaschinenbau gewährleistet. Elektromotorenbau Guhr L Fackiner (Biegen, Marburger Ltratze 34 Lehrling a.iS achib.rrer Üa» mtlie gesnchi. Schriiti. Angebote inner »398u an den (Äieiz. Anr. erbeten. Statt besonderer Anzeige. Heute früh entschlief sanft und unerwartet mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Großvater und Onkel Drogerie sucht Au Ostern Lehrling oder Lehrsräulein Schr.Anaeb. ii.131i>D an d. (6ieft. Anr. erb. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 19. Februar, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt 1424D BOtlil möilichst grob r.nb lraftig. nicht über 40 ^a re, au älterem Eheoaar gesucht. Es b.ndeh sich um leid) e Daiieroslege mi Utbcinnbme von etwas Hausarbeit, füll. Ve enofteiimm geboten. Qnei te um. V. Z. 0. 6S6 durch BndcltMoßSt.Fran't- Inrt a. H. 1401V WIN der das Schreiner- bandwrrk erlernen will, au Ostern ge- Wir suchen■ Tüchtige Herren, erstklassige Verkäufer, zur Uebernahme der Generalvertretung eines bedeutenden deutschen Werkes. Fleiß und zielbewußtes Arbeiten Bedingung. Auguste Meni geb. Ruppert Wilhelm Menz, Lehrer Dr. Hartmann Menz, Siudienrat und Fran Lina geb. Hanson und Frau Emma geb. Peters Dr. med. August Menz und 6 Enkel. Gießen, Wiesbaden, Eschenhahn, den 15. Februar 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Februar 1929, nachmittags 2*/, Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt 0674 WZ y>2MlÄ!en «hfteuf Veo fee. fesch Namen. 2oMm gpatbda aJnymm. hesnmm’infrr Med -Droßerk Bau» llUllINI bürg EL Eides. Med.-Drogerie Wlnlerboff. Kreuzpietz 9/io. Cemaula ■ Dro^erta, Frankluiter Str. 39, Krem- DrofleilB, Bahnhofstr. 51, LAwen - Droßerle, Selters mit geräumiger Wohnung in Gvüttbevs zum 1. April zu vermieten. Gute Geschästslage. Für dlle Zwecke geeignet Auskunft erteilt Rud. Römer, Grünberg Frankfurter Straße 6. 2-310.- Walin an flct ic. ruh. Familie Alt rermteicn. Schr. Angeb. u. 0670 an den Gieft. An ei r. 2 gr. schöne, leere K U u m e mit Küche u. >jiibeh. foiort od. snä er au vrm. Schr. Angeb. u. 0629 an d. Gte,:.Anr. PensTBrandl B” «e?B Sann. möbl. Z.mmcr, pute Kttc >tz. Tel. 1085 Wir bieten■ Festbegrenzten Bezirk, vornehme Tätigkeit, Wochenrimessen. Ausbildung In der Branche durch uns. Arbeitsfreudi'en Herren ist Gelegenheit gegeben, sich eine gute Existenz zu gründen. L'icbiaftrake 83 v. Suche auui I. MärA tiichi . ehrl. u. solides liMfl nicht unter 23 \)M.D 3tau v. ükemsienk. TiUenburg. .$>tnbenbarnür 17 I. Kaufmännifcher WW nut guter Schulbildung au Ofiern gesucht. Lelbstgeschr. Bew. rbun en nnier >41913 an den Gieg. AnAeiger erbeten. Für ein hiesiges Droren-n. Kolonial» maren-Gefchäsi wird A i Ostern ein Danksagung. Für die uns beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen bewiesene wohituendeTeilnahme danken wir von Herzen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Hieran IV., Sgenälermelsler. Gesanijfefßia e. I Morgen So rnrag. den 17. ocbr- vor- intim '0 10*/t Ul t. im Tingiaal der CLcrrcalidjulc: LSonntage- probe! Erscheinen allerLän- g r iit niibedin n ei- sordcrltch. 1446L> Tee Worita o. Betiänftria sucht Stellung IN der ^ebenSin'itei- brandie. Schr. Lina. nm. 06 »7 q.d.G. AnA. Suche lür meine Tochter <17^3, die f tsher im eitert. LOetdiän und vaucbalt imig war Stelle in einem besser. Geichä't als Betifiüleiia Vertraiienr uelie be- vorziiat. Schr.Angc» boie unt. 0662 an den blich. Anrcir. erbet. Fch suche für einen kleinen Haushalt in Marnr ein auvctL kinderliebes 0665 Mädchen Frau Llnnaüleorgi ib-eseiuraire 2. Tüchitgeo Mädchen Verkaufskaoonen gesucht Ainu Vertrieb eines ncuAeiil. sehr begehrt Slttifclö werden von Iciuungsf. Werke geeignete tiaufleme ob. dnncnieure gefuchi. Gro:e Verdienstnigglichfeit. Kein Priuai- besiich. Herr en in. Auto beuorAugt. Evt <;est- anitelliing fvät. bei Geetgueiheit. Cff. unt. fr. B. U. 324 durch S.udolt Masse. u;ef cht für foiort oder 1. MärA 3» od 2-zimmer- Wohnung von kinderl. Edeo. Schr. Angeb. unter 0652 a. d Gieft. Anr. Möbl. Z.mmer 'Jialjc St ufcroUce ob. sicher Ltr.A. 1.3. von Daiiernueier ges. Schrtnl. Angeb. unt. 0157 a. b. (4ten. Anr | Verschiedsnes| Büötoger 5 tlßlRttO! Oa lilötswaie versendet UOtOD Frz. Göckel, Biidinacn. Tepvüne WeiHMnicfio. n. noch Sluuben an in und au ft. d. Hanie. Nieaclp.'ad 98IL WoliniHgmc'1. Ich biete: geräiiuiige trfer- Zttniner - Wobng, von beitem ^ufiand und ru.uger. schöner Vane, Ballon. (Äar- >en. niedrige Mieie. Fch f die gegen ifccr» gütung für Avril od. tväier: Elegante Sechs- bis Sicht- Zimmer - Wobng.. mit < ab. Zentral bei ung angenebin. Schr. Angeb. n. 05?J au den Gieft. Anr. Tüchtiges Mädchen nicht un;et 18 $Y. lür alöb Ib gesucht. Schrtstl. Angeb. tu 13821) a. b. Gieft. An i. Braves, ehrliches Mädchen baS schon in bess. vmifc tn Stellung w..r. a. 1. 8. gesucht Neuer GrEimäher iTee i tug). 2 Stb. ge- biv P c degeschtrre. 2 Blitteriafs. ('Dltclei ninAugShalber billig abAunebcn. Robb.imcr Str.50 Lelterswea 40. 3i;il^lHflößieD nicht unter 22 bem es vor allein auieineielbitänbine Stellung, gute Behandlung u. aut.Vohn nnfommi.f. fofon ob. 1. Marr in Emfaini» lienbauS a. b. Vanöe 'Bahnstanon, LtvetS Gieftenigefiicht. Verlangt wird' Selbst, bürgerliches Kochen Hausarb. n.' etwas Gartenarbeit ikeine Feioarb.i. Schitfil. Angc>>. unter 14521) an o. Kien.Anr. erb. Alletnitedenbe alte, kranke Tarne fucht älteres, oerieltee Mädchen Zu erfr, L b. ©efdift. b. Gieft. Anr. 1671 Pferd mit Wagen it. Geschirr u. 1 Bren- nab.-Ktnberw. a. ut. Wo. srgl b Mef;Läf:fr» stelle b.G.Anr. 0>14 Ein mit elschwercS Pf erb 12 Fabre, ein Fohlen 3 Fal,r.- aü. foiort Au veik nfeu. n«u Wettcrseld Licher Strane 17. bkzsevvüre Btnen ü.£anöl)ötißcion)i? GLgeoßüufer nut bcAieubaicn Wohni-ngen, inner se. r glin>.tgen Be» bingiingen au verk. Näheres burch *** G. Katz. Liibiutgurafte 45. wurde uns gestern früh nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im 73. Lebensjahre durch den Tod entrissen. Im Namen der Hinterbliebenen: Christian Schönhals. Todes-Anzeige Am 14. Februar, abends 7.30 Uhr, entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein Heber Mann, uns^r KUter Vater, Schwiegervater, Großvater. Bruder. Schwager und Onkel Landwirt Ernst Schubecker Kellner der seine Vehre beenden will, »'n cFt LtcUung am liebst, im t'o el oder Ca'6 Sdir. Angebote unt. 0668an die G eschäftsstelle des tote ;ener Anzeigers erbeten. Soön Gdiiö C lern der auf «iiter Kass» b'c Lehre be ndet ha-, sucht z. 1.4lvril eine S elle in Gieften o>er Um« gegeiid. ntögl. auch auf einer Stoffe. Schr. Ang. unt. 0659 a.d. Gieft. AnA. er bet. Suche iur m. Soon AU Oiiern Lehrstelle in Metzgerei. Schr. Ang. unt. 0654 an d. Gieft. AitAetg. AeltercS, auvctL Mädchen mit guten Einofeh- lunneit das kochen kann u. HauSarbeti gründlich verficht wegen Bcrhelraiung des fetzigen au all. Ehevaar a.*f. ,^0 €>. Wrnu, Frankfurter 2tr. Für kinderl. HauS« hall ein tu Küche u. HauSarb. penekieS Mädchen bei gutem Lohn ium 1. y)lärr gesucht. Wäscherin u.Bllg» lerm 'm t aufe.»D SvettaulLse 6» Allendorf a. d. La'rn, 16. Februar 1929i DankHasang. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres lieben Vateis, Großvaters. Bruders. Schwagers uud Onkels Wilhelm Weigel IU. sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank, insbesondere «danken wir Herrn Pfarrer Becker für die trostreichen Worte am Grabe sowie allen Vereinskollejxen. Katharine Welpel geb. Jonsc nebst ulten Anceböricen. • Muhr, „ eMl eines fteil und at|. *« W«n I ™ ier Branche «Wit Gelege,, «eniagranieü, ,|r M Einsendung htbild Hier H5,| ebener fcnzeigen, "iririiun-r, .|||~~ igetommen . Mg Stbruai 1929 iw 50er Damen« Vereinigung 1813-1929. L 3 b6 ei' u. >et *U iaa Staditlieater M vo" * 1’rün »ialt ' Kis- NZtz.« SW ä SSBy»S von u*torn'. ial«: """WSs 0111 »SSiflSS sä S'iSftd 'ÄÄ>¥ MÖ’SbW TonncrStag, b. 21 ö-cbt, ab)». 8 Utt: ZOWkM! im ElEiibihn-Eo.il lHavieidi dneb iö' iiifli;e (■ 'M WV tapnl Manitu sonH/.'/t, 'den li. örbr, --k' i miM 'S lö'itV't- Hm Zinaiaal «r I Cteirtnlidjult: 1.SWW- Pbe! ' fotbfUif- M \f lllflrilfl :b' , Spg. * * i«D 1 Handballspiel tewss Lon"iaLdemU.U, tinbct beuimwt Lvicidc^" Wubx nadjmit. i900>Spoj1®!5JL—- Nr. 40 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)Samstag, {6. Zebruar (929 Außenpolitische Umschau. Don Or.OttoHoehsch, o. ö. prof.^erGeschichte an der Univetfitdf Berlin, M. b. X Drei wichtige Ereignisse, olle am selben Tag, dem g. Februar: die Versöhnung zwischen dem Papst und dem italienischen Staat , die Zeichnung des L'twmow- Paktes; der Beginn der Reparat.onstonferenz. Die Versöhnung zwischen Staat und Kirche in Italien, d.e einen beinahe 60 Fahre langen Konflikt beendet, ist eine außerordentliche geschichtliche Tatsache. Welche von beiden Seiten energischer vorwärts gdrängl hat, können wir nicht sagen. In jedem Falle ist der Abschluß eingroßcrstaatsman. n i s ch e r Erfolg Mussolinis. Er macht Italien frei von den Vorwürfen, kirchcn-, weil papst- feindlich zu sein, und nimmt Frankreich einen von diesem oft gern benutzten Trumps aus der Hand. Er hat fert.g gebracht, was eine Generation von liberalen Staatsmännern nicht zustande brachte. Er hat, was uns das wichtigste scheint, damit Hindernisse im Kampf um die Fugend beseitigt, die ihm doch unbequem waren. Für die Sicherung des Faszismus ist es entscheidend, ob er die Heranwachsende Fugend gewinnt. Stand der Papst feindlich. und hielt er die von der Kirche geführten Fugendorqanisationen dem Faszismus fern, so war das für Mussolini aufs höchste erschwerend. Hat er dafür besonders große Opfer gebracht? In den Fragen der Souveränität und Unabhängigkeit des Vatikans und in geldlicher Beziehung zweifellos nicht: auch ein souveränes Papsttum und ein neuer Kirchenstaat liegen so, daß sie Italien etwa ge Un- bequemlichkeiten kaum bringen können. Dagegen scheint doch das Konkordat, das zugleich ge- schlossen wurde, erhebliche Zugeständnisse des Staates an die Kirche zu enthalten. Und man fragt, ob nicht vielleicht dieses Entgegenkommen dem Papst den Entschluß zu der Endlösung gab. Denn die Frage, was der Vatikan mit der Versöhnung gewinnt, ist n'cht so leicht beantwortet. Gewinnt er etwas durch die Souveränität und das winzig kleine Territorium, das als solches zweifellos nicht ausrcicht, wenn die Frage eines Beitritts zum Völkerbünde erörtert werden sollte? Gewinnt er viel durch diese Anerken- nung seiner Souveränität, die eigentl'ch bisher schon überall anerkannt war? Welche Position hat doch überall im diplomatischen Korps der Vertreter des Papstes, der Nuntius! Unzweifelhaft gewinnt er durch die Geldzahlungen und noch mehr eben durch das Konkordat: Eherecht, Rückgabe des kirchlichen Eigentums, Einführung des Religwnsuaterrichts usw. Der erste Eindruck ist natürlich auch für den Va- tikan großartig: ein gewaltiger Erfolg, der das Gefängnis des Vatikans öffnet, gerade im Jubeljahr des gegenwärtigen Panstes. Sogleich aber erheben sich von draußen die Fragen: der Pa oft ist Italiener, er versöhnt sich mit Italien und löscht in der kirchlichen Welt alles Unanaenehme an der Einiaung Italiens aus. Gesichert ist im Konfliktsfall seine Souveränität im neuen Kirchenstaate indes nicht. 1915 haben doch die bei dem Vorgänger des setziaen Vavstes bralaubiafcn Botschafter der Zentralmächie Rom verlassen müsien. In Frankreich fraat man. wie eg jetzt im Falle eines französisch-italienischen Konflikts sein würde? Würde dann Italien diese neue So"verönitöt reformieren? Dann, fn acht die fron- zöfilche P-esse weiter, müßte die Unabhängigkeit auch insofern sich^rgestellt sein, daß nicht .das Starbtna(s- kolleaium Ht ganz italienisch wäre, wie heute, und daß schließlich einmal auch ein französischer oder deutscher Kardinal zum Varste gewählt werden könnte. Dad'"-ch würde die Unahhängia'eit der ober- sten Kirchenführung von dem italienischen Staat ja ar* >«>,,»Ochsten bekundet Man sis-dt, w-lch weittroaende Gedanken sich so- fv'-t an diese ßöfura her römischen Frage knüvsen. Für Italien und M"Nolin1 ist sie ein oemafHaer und ganz aroßer Erlola. der erste Erlolg großen Stils, der nb^hauot Mussolini in der Außenpolitik oeluram ist. Für den Vatikan scheint uns das nicht so unbedingt sicher aber wir stellen das letzte Urteil darüber der Weiterentwicklung anheim. In jedem Falle aber scheint es uns übertrieben, nun anzunehmen, daß der Erfolg Mussolinis eine ungeheure Wirkung in die Welt hinein, bei den Ka- tholiken der Erde Haden würde, oder gar, daß etwa unmittelbare Rückwirkungen auf die Mittelmeerfrage die Balkanverhältnisie und dergleichen eintreten könnten. Wir unterschätzen wahrhaftig nicht die ungeheure Bedeutung, die auch für die Außenpolitik dem Vatikan und der so gewaltig organisierten ka- tholischen Kirche zukommt. Aber wer heute alle, mit dieser Lösung zusammenhängenden Fragen sorgsam abwägt, der wird bei aller Würdigung dieses großen geschichtlichen Vorgangs vielleicht zu dem Urteil kommen, daß er mehr der Vergangenheit zu- gewendet ist, als der Zukunft. * Die zähe und geschickte Politik Litwinows hat es dazu gebracht, daß in Moskau wirklich Polen, Rumänien, Estland und Lettland mit Rußland das Protokoll unterzeichneten, das den Kellogg-Pakt unter diesen Staaten in Kraft setzt, noch bevor er sonst in Kraft getreten ist. Freilich fehlten Finnland und namentlich L i - tauen, so daß also dieser Akt eine Wirkung gerade auf den gefährlichsten Konflikt im Osten, den litauischpolnischen, nicht ausübt. Dafür hat R u m ä n i e n unterzeichnet, womit Rußland ausdrücklich darauf verzichtet, die von ihm nicht anerkannten Grenz- Verhältnisse mit Rumänien kriegerisch ändern zu wollen: somit ist vielleicht die Bahn zu einem Friedensschluß und einer Verständigung über Bessara- bien eröffnet. Man hat diese Politik Litwinows als Überslüssig bezeichnet. Aber sie ist doch ohne Zweifel der Ausfluß einer Friedenspolitik, die der amerikanischen bewußt parallel gehen will und mit der Sowjet-Rußland sich bindet. Mit ihr sagt es auch zugleich, daß es fick an der Weiterbildung dieser Pakte beteiligen will, wie es auf anderem (Bebtet, im Schlichtungsabkommen mit Deutschland, das kürzlich auch getan hat. Und fragt man. ob Rußland bei dieser Politik „ehrlich" sei, so ist die Antwort darauf, daß sie es macht in dem Gefühl der eigenen inneren Schwäche. Man kann einfach in Rußland einen Krieg nicht führen, man braucht den Frieden auf das äußerste, um die bekannten großen wirtfck-aftlichen Schwierigkeiten und politischen Gärungen zu über- winden und einen Ausweg aus den Parteikämpfen zu finden, die ja nur äußerer Ausdruck tiefer innerer Schwierigkeiten sind. In diesem Sinn und s o ist allerdings die Politik Litwinows und dieser Ostpakt ehrlich. Er ist ein Beitrag zur Beruhigung in Osteuropa und ein Erfolg der Sowjetpolitik. Denn mit geschickter Benutzung des Kellogg-Pakt-Gedankens hat sie es fertiggebracht, worum jahrelang vergeblich verhandelt wurde, und roogeaen sich Polen und die anderen Randstaaten immer sträubten: nämlich, daß ein solcher Nichtangriffspakt in Moskau mit den Randstaaten einzeln geschlossen werde. Polens Absicht war immer, wenn überhaupt, dann an der Spitze eines Randstaatenblocks zu unterzeichnen, und Polen hat sich mit der von Litwinow sehr ge- schickt herbeigeführten Lage, die Zaleski offenbar nicht voll übersehen hat, gefangen. Der Eindruck in der Welt ist bei diesem Abschluß, daß Rußland den Frieden will, daß aber Polen doch allerlei Hintergedanken gegen eine Friedensordnung in Europa habe. Wie lange die Reparationskonferenz in Paris jetzt dauert, weiß niemand. Sicher aber wird die Geduld Europas ziemlich auf die Probe gestellt. Namentlich, wenn, wie zu erwarten ist, die Teilnehmer der Konferenz, wie damals beim Dawes-Komitee, während der Verhandlungen absolut verschwiegen sind. Die langatmigen Berichte aus Paris sagen daher auch dem aufmerksamen Leser nicht viel. Die Standpunkte der Nächstbeteiligten, Frankreichs, Englands, Deutschlands, sind begannt. Am meisten interessiert daran, daß die Konferenz gelingt, ist Frankreich. Auch wir wünschen eine Endlösung, aber sie muß erträglich sein, darf unsere Währung nicht gefährden und muß uns von den Fesseln, die unsere Souveränität binden, frei machen. Wir haben keine Veranlassung, irgendwie zu drängen oder uns drängen zu lasten! Wir halten auch die Derhandlunasgegenstände auseinander. Die deutschen Sachverständigen werden in Paris die Frage der Rheinlandräumung höchstens gelegentlich heranziehen. Eine Verbindung mit ihr im Sinne deutscher Mehr• leistung für die Räumung lehnen wir ab. Was Frankreich dazu meint, wissen wir auch: es wünscht schnell und viel bar Geld lind stellt dafür die Räumung des Rheinlandes in Aussicht, die es dann abermals hinauszuschieben, schon wieder Aus- flüchte finden würde. England hat durch Cham- berlains Mund im Parlament deutlich gesagt, daß eine Erlösung der Rheinlandfrage ohne Endlösung der Reparation keine Aussichten habe. Da kann man fragen, ob auch, wenn wider alles Erwarten jetzt eine Endlosung der Reparationsfrage gelänge, damit nach Englands Meinung nun wirklich die Rheinlandfrage spruchreif würde. Das ist ziemlich akademisch. Nicht aber ist es das, daß auf a m e ri(an i• scher Seite immerhin Vorstellungen und Absichten — vielleicht auch schon schärfer betont — dahin vorhanden sind, es müsse die Räumung des Rheinlandes in dem Augenblick erfolgen, in dem ein erster Teil der großen Reparationsanleihe begebert würde. Es werde eine Endlösung der ^Reparation«- frage, die ja letzten Endes auch die Lösung der Frags der interalliierten Schulden berührt, erft denkbar [ein, wenn die Rheinlandräumung bestimmt sei. Das sind nur allgemeine Andeutungen und Linien; wir wissen nicht, ob sie eine Rolle spielen. Und wie gesagt: Deutschland hat weder in diesem besonderen Punkte, noch allgemein Grund, zu drängen ober sich drängen zu lassen! Was Deutschland verlangt, ist eine gründliche Prüfung der Erfahrungen aus den vier ersten Jahren, bei der der Schleier von den Derhältnisten weggezvgen werden muß, der durch die Anleihen aus dem Auslande vor sie gezogen ist. Darauf hat es zu bestehen! Darum haben seine Sachverständigen zu kämpfen! Dafür muß man in der Regierung, in den Parteien und in der öffentlichen Meinung die Nerven behalten! Krauenpartei oder Krauenlisten? Don Katharina von Kardorff'Oheimb. Der Vorschlag, eine Frauenpartei inS Leben zu rufen, eine Sonderpartei neben bm bestehenden Parteien, wird immer wieder von Frauen gemacht und auf Frauentagungen lebhaft diskutiert. Wenn der Gedanke, der seit 1918 in den Kopsen herumspukt, noch immer nicht beiseitegelegt worden ist, so lohnt eS sich, den Gründen nachzugehen, die für ihn sprechen. Vorübergehend war auch von einem „Frauenparlament" die Rede, aber dieser Plan wurde batd fallen gelassen. 6a die Erkenntnis nahe lag, daß eine Isoüerung der Frauen für sie selbst nur schädlich sein könnt«. Die Frage der Frauenpartei ist jedoch insofern akut, als der Ausfall der letzten Reichstagswahlen bewiesen hat, daß die Interessen der Frauen bei dem jetzigen System nicht genügend gewahrt werden und man sie bei den nächsten Konimunalwahlen besser vertreten sehen möchte. Es herrscht bei den Wählerinnen ztreife.loS eine starke Derdro.senheit, ja Unzusriecenhet und Verbitterung: sie sind sich des Uebergewichts durch ihre numerische Stärke bewußt und mü.fen von Tag zu Tag klarer erkennen. daß sich ihr Einfluß immer stärker abschwächt. Dem jetzigen Reichstag gehören 33 Frauen an oder 6 Prozent der Abgeordneten. In der Nationalversammlung gab es unter 423 Abgeordneten 41 Frauen, das sind 9,6 Prozent. Demnach f)at sich d.e Zahl der weiblichen Abgeordneten absolut und relativ vermindert. Alle Parteien sind, wenn auch nicht gleichmäßig, daran beteiligt. Für die Frauen ist dies niederschmetternd, weil in den zehn Jahren, die seitdem vergangen sind, die Entwicklung nicht vorwärts, sondern rückwärts gegangen ist. Warum ist die Willfährigkeit der Parteien, Frauen aufzustellen, jetzt geringer als vor einem Jahrzehnt? Weil ter erste Impuls, die erste (Begeiferung, mitzuschaffen an dem "Heuen, das durch bie Gleichberechtigung der Frauen entstand, verflog, weil Männeregoismus sich wieder breit machte, der Wunsch, an den Errungenschaften sestzu- halten, größer war als jede Opferwilligkeit. Die heutige Frauenwelt, soweit sie wahlfähig ist, wählt zu 94 Prozent Männer, welche den Frauen- int:re;f«n ablehnend oder gleichgültig gegenüber- stehen: wenn Wohlwollen bei den männlichen Volksvertretern überhaupt vorhanden ist, so ist cs nie so stark, daß eS befruchtend wirkt, Anlaß zu Reformen gibt Für die Frauen liegt die Hauptschwierigkeit darin, sich mit der männlichen Rechts- und1 Wirtschaftsordnung abzufinden, sich in ihr durchzusetzen. Die Geschichte der weiblichen Parla- mentSarbeit beweist, daß noch immer in Frauen- ange egen heiter» männliche Vorurteile. GelchlechtS- egolsmus oder auch nur Gedankenlosigkeit herrschen. Selbstverständliche Forderungen wie bla Verleihung deS passiven Wahlrechts an dia Frauen bet den Kaufmanns- und Gewerbegerichten. die Veseitigung des Verbots des Dörsen- befuchS für Frauen mußten wiederholt gestellt werden, ehe sie erfüllt wurden. We cher Äämfjfe bedurfte es. das Grrichtsvers fach auSzuschließen: für dre selbständigen Handwerkerinnen war es ein unhaltbarer Zustand« daß sie zum Beitritt zu einer Zwangsinnung und damit zu DeltragSleistungen gezwungen waren, ohne baß ihnen gestattet war. an der Dcv- walrung teilzur.ehmen. Erst durch die Verleihung der Schöslenfähigleit im Iah re 1922 besitzen die Frauen das volle aktive und passive Wahlrecht bei Innungen, Handwerks- und Handelskammern. Die Frauen, die in daS politische Leben eintraten, wußten von vornheretn, daß Kampf bie Losung sein würbe, aber sie mußten erst hinzu- lernen, bah auch gegen die eigenen Fraktions- geno.sen der Kampf ging, wenn es sich^unr Fraueninteressen handelte. Die weiblichen Abgeordneten waren so in der Minorität, daß fio nur bann nicht unterdrückt wurden, wenn sie starke und widerstandsfähige Raturen waren. Gerade innerhalb der Parte». Abweichende Meinungen werden gern als Verstoß gegen die Parteidisziplin bezeichnet. Wenn gerade das Götzenbild der Partei, die Parteidisziplin, beit Frauen das Leben erschwert, so liegt es sicherlich nicht in einem Mangel an Sachlichkeit, denn die männliche Objektivität zu erreichen, war in den letzten Iahrzehnten ein weibliches Ibeal. nach dem nur a.lzubrav gestrebt wurde. Auch liegt es uns Frauen noch immer in Fleisch und Blut« wahre Autorität gern anzuerkennen. Aber bie Parteitiflip.in wirkt, wenn übertrieben, lähmend und erstickt die persönliche Bote, ist ein Feind der individualistischen Frauennatur. Stellt men Enttäuschung auf beiden Seiten fest, bei den weiblichen Wählern und bei den weiblichen Abgeordneten, hinsichtlich deS Verhaltens der bestehenden Parteien, so nimmt es nicht Wunder, bah als Ausweg bie Bildung einer eigenen Frauenpartei auf tauchte. Tatsächlich hat bie Iber etwas Bestechendes und Verlockendes, aber gerade wir Frauen müssen unS hüten, uns Der Dichter Hermann Stehr. Don Hans Martin Elster. Während die Mode der Heimatkunst, wie bei allen Moden üblich, den leichteren Erzählwerken die große Popularität brachte, wuchs aus Heimatboden und geistiger Weltweite, aus dem engsten Zu- fammenhang von Erde und Golt das Werk Hermann Stehrs. Richt als vorüberfliehende .Heimat- fünft", sondern als deutsche, ostdeutsche Menschhens- Offenbarung für die Dauer. Wie Wilhelm Raabes, des protestantischen Braunschweigers, Epik stets den Ruch niedersächsischer Erde trägt und geistig, menschlich, ethisch, religiös doch Weltwerk, Menschhelts- werk ist, so auch Hermann Stehrs, des katholischen Schlesiers, Dichtung. Sie atmet das Wesen eines deutschen Dolk^teils aus, der mit der Mystik seines Innenlebens und der Realistik seines Bauerntums von Angelus Sclisius bis Jakob Böhme, von Eichen- bo.-ff bis Earl Hauptmann stets der Uebergang zum erhabenen Reiche Osteuropas gewesen ist. Man hat darum n cht mit Unrecht Hermann Stehr neben Dostojewski gestellt, nur daß, nach einem guten Worte Arnold Zweigs, Stehr „den Goldglanz über dem Irdischen" „herrlich'' eingefangen hat und nicht im Dunkeln hängen geblieben ist. Dies ist gegenüber dem Slawischen Dostojewskis das besondere Germanische Stehrs: er bringt durch die Nachte und Abgründe des menschlichen Seins hindurch zum Lichte, zur Sonne der Liebe, zum Strahlenglanze Gottes und ist fo in unferm tiefsten Leiden unser seeleerhebender Tröster. , Hermann Stehr wurde am 16. Februar 1864 als der dritte von sechs Kindern des Sattlermeisters Robert Stehr geboren: mit dem Totenkranzlein gezeichnet, rang er sich durch die Liebe der Mutter zum fiebern als Säugling schon unbeirrbare Willenskraft des Vaters, die ihm treu geblieben, beweisend-, von der Mutter empfing er die Gemütsfülle, die den dreizehnjährigen Knaben zu den ersten Geschichten brachte. Zu Habelschwerdt, dem fiand- städtchen der Grafschaft Glatz, mitten unter katholischem Volk, stand die Wiege: hier vergingen auch die zwei ersten Lebensjahrzchnte, die über Volksschule und Seminar zum Dolkrschullchreramt führ- len. Es war ein hartes Brot, das sich der geistig schwer Ringende in den einsamen Dörfern feiner ersten Stellungen erwarb, feit 1889 im weltverlorenen Pohldors (Kreis Habelsckwerdt) mit 120, später 95 Schulkindern, in steten Kämpfen mit den Aufsichtsbehörden, mit engherzigem Spießertum. Eine düstere Welt schuf den Dichter, der jung eine gütige Frau heiratete und Jein Heim mit eigenen Kindern verschönt«. 1896 trat er erstmalig mit zwei Novellen „Auf Leben und Tod" vor bie Oeffent- lichtest, sofort von Berufenen anerkannt. Die Unberufenen freilich nahmen wieder Anstoß, doch diesmal zu seinem Heile: er ward 1900 nach dem größeren Dittersbach versetzt, wo er bis 1911, als ein Gehörleiden ihn zum Verzicht aufs Lehramt zwang, wirkte. Er zog nun nach Warmbrunn ins „Mandelhaus", das er erst 1927 mit seinem jetzigen „Faberhaus" in Oderschreiberhau vertausclfle. Die West hatte ihm endlich ihr Sonnenantlitz zugekehrt: um seiner Werke willen. In langsamer Folge, aus innerer Notwendigkeit waren sie ihm zugewachfen. Heute gehören sie zum bleibenden Besitz großer deutscher Epik. Hermann Stehr ward auch als einer der ersten zum Mitglied der Dichtersektion in der preußischen Akademie der Künste berufen. Die Zukunft wird ihm gewiß auch endlich, spät genug, die Ehren der Heimat bringen. Stehr ist Schlesier in seinem fieflten Wesen. Ein Bruder des Angelus Silesius, Jakob Böhmes. Ein Grübler, Gottsucher, Gottliebender. Sein Weltbild gründet sich auf der unbedingten Wahrhaftigkeit vor dem Unendlichen und Ewigen, Elementaren und Wesentlichen. Dieser Dichter weiß, daß der Mensch aus dem gätllichen Urschoß kommt und in ihm ein- geht, daß er der Gestalter seines Schicksales ist, wenn er nur ganz dem Göttlichen in seinem Innern sich hingibt. Der Mensch gehört zutiefst seiner In- nenwelt, seiner Seele, und lebt um des Seelischen, das ist des Göttlichen willen. Das wahre Leben bo- steht nicht im bewußten Leben der Außenwelt, sondern in der Verbundenheit mit dem Göttlichen. Es spielt sich ab als ein „Gottes-, Welt- und Menschen- gewicht", als eine Seelewerden der Welt, als ein ständiges Innewerden Gottes in dir und um dich. Der Weise und das Kind, „die bewußte sind die unbewußte Göttlichkeit halten Gericht über unser Dasein". Dies ist Stehrs reinste Schau, gewonnen in einem durch alle Himmel und Höllen des Geistes stürmenden Leben, in dem er sich von Eckhart und Laotsche, Buddha und Spinoza, Kant und Jakob Böhme führen, stets und immer aber von Christus erfüllen ließ. Stehr ist zuletzt ein katholischer Mensch: um Gott und sein Geheimnis wissend, die Liebe Christi in Tat und Denken, Sinnen und Sagen als letzte Lebensaufgabe anerkennend. Der Dichter schaute diese geistige Well in festen Gestatten. Heute, da wir sein Gesamtwert von mehr als dreizehn Bänden überblicken, sehen wir dies epische Werk (sämtliche Werke im Horen-Berlag, Berlin-Grunewald), nur durch ein Drama „Meta Äon egen" mit dem Motto eine- Eheirrung und einen . Pers- und Aphorismenband, das „Lebensbuch" neben manchen Essais erweitert um den großen zweibändigen Roman „Der Heiligenhof" gruppiert Die erste Gruppe mit den Novellen „Auf Leben und Tod" (1898), „Dem Schindelmacher" (1899), den Romanen „Leonore Griebel" (1900), „Das letzte Kind" (1900), „Der begrabene Gott" (1905) und „Drei Nächte" (1909) bringt die klare Erkenntnis der Wirklichkeit: sie macht den geistig Gestörten halb gegen, halb mit seinem W.llen zum Mörder, treibt den Trunkenbold in Verzweiflung, befreit den Sch n- delmacher vom Joch falscher Liebe, löst die Frauensehnsucht, die Tragik der Ehe und rechnet allen Erdenjammer auf, gegen den keine Vernunft, kein freier Wille helfen, sondern nur die Liebe. Mit diesem Durchdringen zur Kraft der Liebe ist Stehrs Weg frei zum „Heillgenhof" (1917): das Schicksal eines blinden Kindes, das nach inn-n sehend ist und seinen Vater „sehend" im Sinne Gottes macht, ist der Inhatt dieser wunderbaren Prosadichtung: sie klingt aus im Abschlußroman von „Peter Drind- eisener" (1924): hier führt die himmlische und irdische Liebe ihr teuflich-englisches Spiel zu seliger Erlösung vor. „Menschen binden uns und Menschen lösen uns. Wir werden von einigen gerichtet, von anderen erhoben", sagt der Lehrer Faber im Roman „Drei Nächte", aber, enthüllt der „Heiligenhof", Gottes Licht leutet über die Glücklichen und Unglücklichen. Ucber die Kinderwett der „Gesch'chten aus dem Man- delhause" (1913), wie die Märchen-, Mythen- und Gegenwartsschicksale der Novellenbände „Abendrot" (1915), „Die Krähen" (1922), „Wendelin Heinelt" (1923), „Geigenmacher" (1926): „Don Grund aus ist die Seele aut. Alle Sünde ist Krankheit. Krankheit bedarf der Liebe". — „Es gibt keine Sünder, es gib* nur Unglückliche, das heißt Menschen, die im Innern in die Irre gestoßen sind" und „Steig' auf und kämpfe! Ganz zerschellt wird keinem Mensch und Gott unh Well". So erhebt sich Stehrs Leben und Wesen, Werk und Dichten, Weltanschauung und Wir- funa in die herrlichste Verklärung göttlicher L'ebe. Dafür bringen ihm alle Wißenden Dank und Verehrung dar. Heute erkennen auch weitere Kreise, daß die Stunde der größeren Wirkung Hermann Stehrs gekommen ist. Im innerlichen Entwicklungsgang des deutschen Volkes auf seinem Leidensweg ist es heute dahin- gekommen, wo der junge Stehr vor dreißig Jahren begann: in der Seele des Volkes ist der Wille zur lauteren Wah-haftigkeit im Angesichte des Ewigen wieder Lebenskraft geworden. Hermar n Stehrs D?rk entspricht diesem W llen mit seelenaufbauendem Dichten. Darum wird sich jetzt, wie vor einem Menschen- aller bei Wilhelm Raabe, nun auch bei Stehr das deutsche Schicksal gegenüber feinen schöpferischen Geistern erfüllen: die Liebe der Ration wird ihm von Jahr zu Jahr stärker Zuströmen, bis er in absehbarer Zeit im Herzen des Kolkes neben Gottfried Keller, Storm, Raabe wohnen wird. D'r Deutschen erhallen bei der Entwicklung den besten Teil: die Vermensche lichung, Verinnerlichung, Beseelung unseres Lebens in einer seelenfeindlichen Zell. Literarische Kunde in Amerika. Verschiedene Aufsehen erregende literarische Funde sind jetzt in Amerika gemacht worden. Der Historiker Prof. Albert Vushnell Hart entdeckte in einem alten Koffer, der mit Familienpapieren angefullt war, mehr als 2030 Dokumente. die der Schwester von George Washington, Frau Betty Washington Lewis, gehörten. Der Fund wurde zu Scalston in Virginia gemacht: die Papiere stammen von einer Frau Sadler, die zu Öen Nachkommen von Detty Washington zählt. Nach dem Urteil von Prof. Hart ist es oer größte Fund von Washington-Papieren, dec lemals gemacht wurde, und man wird darin nicht nur neue Aufschlüsse über daS Leben des ersten Präsidenten, sondern auch über die Geschichte des späteren 13. Jahrhunderts in Amerika ftnben. Sodann wurden 150 Gedichte der amerikanischen bedeutenden Dichterin Emily D i ck i n s o n aufgefunden, die von ihrer Schwester nach ihrem Tode unterdrückt worden waren. Man hielt diese Gedichte bisher für verloren, nun sind sie von ihrer Nichte in Doston entdeckt worden und werden von Kritikern für ihre besten Schöpfungen gehalten. Was für Kostbarkeiten man in Amerika noch finden kann, zeigt ter Fall eines Neuhorkcr Händlers mit alten Büchern, der einen Haufen von Büchern für ein Butterbrot erstand. Er sand darunter eine der größten Seltenheiten des amerikanischen Büchermarktes. nämlich die Erstausgabe von E. QL Poes Novelle »Der Mord in der Nue Morgue", von der bisher nur zwei Exemplare bekannt waren. Er hat das Buch für 25 000 Dollar an den jetzt wieder durch die Neparationsver- handlungen allgemein genannten Finanzmann Owen D. Voung verkauft. Lochschnlnachrichien. Der a. o. Professor Dr. Otto Maull in Frankfurt a. Q2L hat den an ihn ergangenen Auf auf das Ordinariat der Wirtschaftsgeographie an der Handelshochschule in Königsberg abgelehnt. Dagegen hat er den Ivetten Ruf auf die ordentliche Professur der Geographie an der Universität Graz als Nachfolger Nobert Siegers angenommen und wird dem Nufr zum kommenden Sommersemester Folge leiste«. , phantastischen Vorstellungen hinzugeben. baS Gefühl mit uns durchgehen zu lassen. Täten Vir dies, so könnten tote davon träumen, daß di« Frauenpartei d.e stärkste Partei sein würde, denn wir Frauen haben in Deutschland durch den Zweirni lionenüberschuh die numerische lieber- legenheit. Es ist auch zweifellos, daß, wenn wir die Ge olgschaft erringen, die Führe rinn en da sind. Wir hätten auch ein Wahlprogramm, das wie kein anderes geeignet wäre. Begeisterung hervorzuru'en, das an die weib iche Solidarität appellieren könnte, im Sinne des Rechts, der Ge- rechtigle'.t, zum Zwecke der Beseitigung von Jahr- tausende altem Unrecht, das man den Frauen angetan hat. Die Frage ist nur: auf welche Gefolgschaft wäre, küh.en Bluts, zu rechnen? Die proletarischen Frauen blieben in ihrer großen Mehrzahl fern. Roch immer ist die Frauenwelt in zwei große Heerscharen eingeteilt: in die bürgerliche und in die proletarische. Die Millionen weiblicher Industriearbeiter erkennen Wohl die Solidarität aller Arbeitnehmer an, aber nicht die aller Frauen. Unter dem Einfluß der Klassenkampftheorie der Sozialdemokratie steht für sie nicht daS, was die Frauen verbindet, sondern was sie trennt, im Vordergrund. Würden aber die übrigen, die bürgerlichen Frauen. Anhängerinnen der Frauenpartei werden? Für die große Mebrheit ist die Frage zu verneinen. Weltanschauungsmäßig fühlen sie sich zu einer der bestehenden Parteien hingezogen. Lautet doch ein Paragraph der zehn Gebote zum Frauenwahlrecht: „Du sollst dich für eine Partei entscheiden und sie nicht ohne Rot verlassen: über ihre Schwächen sollst du hinwegsehen, wenn du mit ihrer Grundstimmung einverstanden bist!" Damit wird von feiten der offiziellen Frauenbewegung, von der die Gebote ausqingen, der Grundsatz proklamiert, daß die Stellung einer Partei zur Frauenfrage nicht ausschlaggebend für die Zugehörigkeit der Fragen sein dürfe, daß vielmehr der gesamte Komplex von Weltanschauungs- und Interessengemeinschaft. der bei einer Partei zum Ausdruck kommt, das Entscheidende sein sollte. So ist es tatsächlich gekommen. Wenn die weiblichen Mitglieder einer Partei — man kann sagen: jeder Partei — unter sich sind, so gestehen sie ganz unverblümt ein, daß die Stellung ihrer Partei zu Frauenforderun- gen ganz und gar nicht ihren berechtigten Wünschen entspricht. Cs wird dann weidlich auf die Bonzen geschimpft, die den weiblichen Einfluß nicht stärken wollen, die die weiblichen Kan- bidaten recht ungünstig auf der Wahlliste anbringen. aber es wird dann nicht die Konsequenz gezogen, sich eine andere Partei, welche besser für Fraueninteressen eintritt, zu suchen. 2m Gegenteil: nach außen hin wird den Wählerinnen in den öffentlichen Versammlungen auseinandergesetzt, daß gerade die Partei (welche die Versammlung einberufen hat) in erfreulichster Weise frauenfreundlich ist. Bei dieser Sachlage gelangt man zu der Folgerung, daß die Gründung einer Frauenpartei letzt verfrüht erscheint. Erst wenn die Solidarität der Frauen eine tatsächliche geworden ist, ist die Zeit der Frauenpartei gekommen. Roch ist es nicht so weit, noch ist dos gegenseitige Mißtrauen. die gegenseitige Eifersucht nicht ausgestorben, die für alle Unterdrückten charakteristisch ist. Cs wäre zweifellos ein verhängnisvoller Fehler, die Frauenpartei früher zu inaugurieren, ehe die Zeit hierfür reif ist. Eine Frauenpartei, die völlig bedeutungslos bliebe, würde von den zahlreichen Gegnern der Frauensache zu ihren Zwecken ausgenützt werden, würde ein sa.sches B'.ld des Umfangs der Anhängev- sthaft der Frauengleichberechtigung geben. Will man ein Fiasko vermeiden — und gerade die Politik ist die Kunst, das Möglich« zu er- reichen —. aber doch den weiblichen Einfluß stärken, so stelle man innerhalb der Parteien besondere Frauen listen aus. Es ist töricht, daß dieser Idee seitens der Männer Widerstand entgegengebracht wird, denn es gibt kein besseres Mittel, die Frauen bei der Slang« zu halten. Die Listen mit weiblichen Abgeordnetenkandidaten werden Helle Begeisterung auslösen, weil durch sie mancher Frau ein Konflikt erspart bleibt: die Wählerinnen können ihrer Partei und zugleich der Frauenfache treu bleiben. Selbstverständlich muh man fordern, daß keine verstümmelten Frauenlisten aufgestellt werden, sondern daß sie den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen, daß durch sie der Frauenwille doll zum Ausdruck gelangt. „Schafft Frauenlisten!" sollte der Weckruf sein, der gleichgültige oder resignierte Frauengeister zu neuem Leben, zu neuer Tätigkeit anspornt! „Schafft Frauenlisten!" und der Fortschritt der Frauensache ist gewihi Gießener Wohlfahrtsarbeit im Jahre 1928. Die Dargeldunterstützungen für S t a d t a r m e machten im Iahre 1928 in der Arbeit des städtischen Wohlfahrtsamtes wieder- um einen wichtigen Teil aus. wenn auch die Zahl der llnterstühungsfälle und die Höhe der Geldaufwendungen gegenüber dem Vorjahre eine rückläufige Bewegung aufweist. Im Kalenderjahre 1928 wurden insgesamt 2310 lausende Unter« stützungssälle (im Kalenderjahr 192? ----- 2846). sowie 310 einmalig« Fälle (1135 im Iahre 192?) behandelt. Der Monatsdurchschnitt bezifferte sich 1928 aus 192 laufende (221 im Vorjahre) und 26 einmalige (94 im Vorjahre) älnterstühungs- fälle. Der geldliche Gesamtaufwand belief sich im Kalenderjahre 1928 aus 89 799.20 Mk. (Mo- natsdurchschnitt 7483.27 Mk.), gegen 101 066,60 Mark (Monatsdurchschnitt 842221 Mk.). In der Zeit vorn 1. Ianuar bis 31. Oktober 1928 wurde die Klinikspslege gewahrt an S t a d t a r m e in 459 Fällen (192? = 488) unter Aufwand von 30 911.63 Mk. Klinikskosten (30 019,44 Mk.) und 9095,71 Mk. für Verband- und Derbrauchsmaterial (8202,42 Mk.): anO r t s- fremde in 505 (439) Fällen unter Aufwand von 39 785.33 Mk. Klinikskosten (38 380,75 Mk.) und 9152,66 Mk. für Verband- und Verbrauchs- matcrial (9226,68 Mk.). Der Pcovinzial-Pslegeanstolt waren vom Wohlfahrtsamt in dec Zeit vorn 1. Ianuar bis 31. Dezember 1928 insgesamt 30 (im Vorjahre 37) Pfleglinge überw.esrn unter Aufwand von 11 892.30 Mk. (7753,40 Mk.) Pflegekosten. In der Heil - undPflegeanstalt brachte das Wohlfahrtsamt im Kalenderjahr 1928 insgesamt 67 (65) Pfleglinge unter, wofür 69131,14 Geschichten aus aller Wett. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Der doppelt gestohlene Säugling. (!) London. Um Mißverständnisse zu vermeiden: in England gehört der Äinderraub, insbesondere aber das Stehlen von Säuglingen, zu den größten Seltenheiten. Großbritannien ist ein kultiviertes Land und Scotland Vard hätte auch ohne die Reklame, die ihm Edgar Wallace in feinen Kriminalromanen macht, einen guten Ruf. Trotzdem spricht man jetzt in der Londoner Gesellschaft sehr viel von dem „doppelt gestohlenen Säugling" und zwar aus folgendem Grunde: Ladn Hilton Äsung. die Gattin des bekannten englischen Bildhauers, hatte in ihrem Garten eine Statue ausgestellt, die den Namen „der gestohlene Säugling" trug. Das Bildnis stellte einen Mann dar, in desten Armen ein Baby lag. Vor einigen Tagen war der steinerne Säugling nun spurlos verschwunden — gestohlen, und der marmorne „Dieb" stand mit leeren Händen do. So wurde denn das Baby zweimal gestohlen, einmal in der Phantasie eines Künstlers und dann zum zweitenmal wirklich. Scotland Dard hat dos Wort. Ein Nachspiel. (b) Sofia. Man wird sich vielleicht noch daran erinnern, daß sich im Sommer des vergangenen Jahres auf dem Flugplatz von Kazanlik ein besonders eigenartiger Unfall ereignete. Der Kommandant des Flugplatzes hatte einen ihm befreundeten jungen Kaufmann, den Sohn eines reichen Rosenölhändlers zu einem Flug über der Stabt Kazanlik mitgenommen. Das Flugzeug stürzt« in einer scharf geflogenen Kurve mitten über der Stadt ab, der Flieger war tot, während der Fluggast mit schweren Verletzungen davonkam. Er gab spater Aufklärung über die Ursache des Unfalles: der Pilot hatte ihm, dem des Fliegens völlig unkundigen Kaufmann, in der Luft das Steuer überlasten ... wenig« Minuten später schon rutschte der Apparat in einer scharfen Kurve ab. Die Verwandten des toten Piloten stellten nun an den Vater des unvorsichtigen „Fliegers" Scha- denersatzansprüche. Obwohl ein steinreicher Monn, wies der Rosenölhänlller alle Ansprüche ab. In einer der letzten Nächte wurde nun Sofias Innen- viertel durch eine heftige Explosion aus dem Schlafe gerissen. Da am nämlichen Abend im Palais großer Diplomatenempfang war, dachte man im ersten Augenblick an ein politisches Attentat. Die Sache war aber viel harmloser. Freunde des verunglückten Fliegeroffiziers hatten beschlvsten, sich an der hart- herzigen Familie dessen, der das Unglück mitver- schuldet hatte, zu rächen und hatten im Hof der Sofioter Villa des Rosenölhändlers eine Bombe gelegt, die viel Lärm machte, aber nur geringen Schoden anrichtete. Ob sich der Gewarnte nun doch zu einem Schadenersatz bequemen wird, ist sehr fraglich, denn Bomben gehören in Bulgarien schon nicht mehr zu Dingen, vor denen man übermäßigen Respekt hat. Frau Räuberin. (sk) Bukarest. Seit ungefähr einem Iahre werden in gewissen Abständen von einer geheimnisvollen Frau — es kann sich auch um ein Mädchen handeln — Raubüberfälle aus alleingehende Frauen oder Mädchen verübt, ohne daß es bisher gelungen wäre, die Täterin zu eruieren. Dieser Tage ereignete sich wieder in Galah ein derartiger Üe6erfüll. Als eine Lehrerin namenS Economu eines 2ll>enüs über die Straße ging, wurde sie von einer gutgekleideten Frau angesprochen. Che sie wußte, was die Fremde von ihr wollte, wurde ihr ein mit Aether getränktes Tuch vor das Gesicht gehalten, so daß di« Lehrerin das Dewußt- lein verlor. Der weibliche Räuber nahm hierauf die Geldtasche der Lehrerin an sich und verschwand. Ein Mietwogenkutscher sand die Bewußtlose bald darauf und alarmierte die Polizei, die nach der Täterin fahndet. Man nimmt an, daß es sich bei dieser seltsamen Räuberin um eine Dame der ersten Gesellschaftskreise handelt, di« aus einem übermächtigen krankhaften Triebe heraus solche in regelmäßigen Zeitabständen wiederkehrenden äleberfälle unternimmt. Ordnung mutz sein! (g) Rom. Die neuen italienischen Gesetze bieten dem geistigen Eigentum einen geradezu vorbildlichen Schutz. Der Verband italienischer Autoren sorgt mit echt italienischem Temperament dafür, daß die Tantiemen für öffentliche Aufführungen musikalischer Werke in jedem Falle bezahlt werden: sogar bann, wenn es sich um Aufführungen im Rahmen von staatlichen oder gar kirchlichen Veranstaltungen handelt. So mußte sich der ita- lienische Organist Gaetano Moschettino neulich vor Gericht verantworten: er spielte in der St. Giorgio-Kirche zu Reapel das „Credo" aus der Gounodschen „Missa solemnis“ und vergaß dabei, diese Aufführung bei dem Autorenverband anzumelden. Der Organist argumentierte damit, daß Gounod seit 1893 tot und andererseits das Orgelsbiel in der Kirche nicht als „öffentliche Aufführung" angesehen werden kann. Das Gericht war anderer Meinung und stellt« fest, daß di« Kirch« ein öffentliches Gebäude sei, dessen Besuch dem großen Publikum freisteht. Folglich sind hier aufgeführte Musikstücke zweifelsfrei tantiemepflichtig. Wohl sei Gounod seit fünfund- dreißig Iahren tot, doch bestünde ein Abkommen zwischen Italien und Frankreich, wonach die geistig« Produktion erst fünfzig Iahre nach dem Tod« des Verfaffecs frei, d. h. ohne Tantieme aufführbar werde. Maestro Moschettino wurde rechtskräftig zur Zahlung von 500 Lire Strafe und überdies der „unterschlagenen Tantieme" an die Erben Gounods verurteilt. — Aber auch dem Staate gegenüber erfahren die Autoren einen ausreichenden Schutz. Rach den neulich abgehaltenen Manövern hatte der Gouverneur von Alessandrien. Enrico Delvi, die ausländischen Militärattaches zu einem Abschiedsbaillett gebeten. Auch die Honoratioren waren eingeladen, unter ihnen ein Vertreter deS Autorenverbandes. Wan stelle sich di« Verwunderung des Gouverneurs vor. als ihm sein Gast vorhielt, daß für die von der Militärkapelle im Laufe deS Abends gezielten Musikstücke eine Tantieme zu entrichten fei. „Wo denken Sie hin," meinte der große Herr, „das ist hier doch eine staatlich« Veranstaltung!?" „Der Staat ist auch tantiemepflichtig, Exzellenz," erwiderte der Gast, „und muß mit gutem Beispiel vorangehen. Hier, lesen Sie selbst! „Gouverneur Selvi las zwischen Fisch und Braten die Verordnungen, sah ein, daß er aus dem Wege dazu war, eine „älnterschlagung" zu begehen (Unkenntnis des Gesetzes ist bekanntlich kein mildernder Umstand!), und bezahlte alsbald an Ort und Stelle die Tantiemen für den Abend. Weiblicher Nachtwächter. (v) Budapest. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist eine feine Sache, solange man's mit den aus gleichen Rechten entstandenen gleichen Pflichten nicht allzu genau nimmt. In Ungarn hat man nie das rechte Verständnis für die politischen Rechte der Frau gehabt, und bei bet Respektierung dieser neuen Errungenschaft hat es oft wahre Komödien gegeben. DaS netteste Geschichtchen aber ereignete sich doch in dem Städtchen Hajdusam im Komitat Debrezin. Die dortige Stadtverordnetenversammlung beschloß nämllch in einer ihrer letzten Sitzungen, daß jeder Bürger und jede Bürgerin verpslichtet wäre, abwechselnd den Dienst des Rachtwächters zu versehen. Darob großer Protest der weiblichen Mitbürger bei der Komitatsverwaltung, die denn auch die Stadtväter von Hajdusam sogleich antoieS, die betreffende Verfügung nicht auf Frauen und Mädchen anzuwenden. Aber Hajdusam weigert sich, und zwar mit folgender Begründung: „Die Frauen behaupten, sie hätten die gleichen Bürgerrechte wie die Männer. Wer die Vorzüge des Wahlrechts genießen will, muß ober auch bereit fein, den Dienst eines Racht- wächters zu übernehmen." Was fangen die Hajdusamerinnen nun mit ihren politischen Rechten an? Wird die Stadt nachts unter weiblicher Obhut stehen — oder werden Väter, Gatten, Brüder und Bräutigame zum Schutze der lieben Rachtwächterinnen doppelten Dienst tun? Mark (39 925,50 Mk.) Pflegekosten aufzubringen waren. Der Aufwand der Wanderarmensür- sorge im Kalenderjahre 1928 belief sich insgesamt auf 9173,90 Mk.. der monatliche Durchschnitt betrug 912,15 Mark. Verpflegt wurden 7585 Wanderer, von denen 5893 Erwachsene und 1690 Jugendliche waren. (Monatsdurchschnitt 632 Wanderer, davon 491 Erwachsene und 141 Jugendliche.) An diese Leute wurden verabreicht 2054 Mittagessen, 7569 Abendessen, 7570 Frühstück, ferner wurden 6150 Rachtlager gewährt. Für Mietunter st ühungen (Gebäude- fonberfteuermittel) wurden im Jahre 1928 insgesamt 169 687,88 Mark (Monatsdurchschnitt 14 140,66 Mk.) verausgabt. Davon entfallen auf allgemeine Fürsorgefälle 36 205,70 Mk. für insgesamt 3756 Parteien, auf Erwerbslose 28 110,90 Mark für 2806 Parteien, auf Kapitalrentner 25 780.35 Mk. für 2352 Parteien, auf Sozialrentner 31 914,25 Mk. für 3987 Parteien, auf Vorzugsrentner 6795,30 Mk. für 583 Parteien, auf Stadtarme 18 921,43 Mk. für 1840 Parteien, auf Kriegsbeschädigte usw. 21 953,95 Mk. für 2915 Parteien. Im Monatsdurchschnitt nahmen 1520 Parteien von diesen Fürsorgeberechtigten das Wohlfahrtsamt in Anspruch. Von besonderer Bedeutung für die Wohlfahrtsarbeit unserer Stadt wurde das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, das seit dem 1. Oktober 1927 in Kraft ist. Die von diesem Gesetz geforderte Gesundheitsbehörde ist beim Wohlfahrtsamt (Bezirks ürforge- stelle) errichtet worden. Zur Zeit stehen in Gießen 124 Geschlechtskranke in gesundheitSsürsor- gerischer ilebertoadjunq. und zwar 53 männlich« und 51 weibliche Personen. Obwohl sich der Staat, die Landesversicherungsanstalt Hessen und die Krankenkassen an den älntersuchungS- und Behandlungskosten beteiligen, bedeutet die Arbeit des Wohlfahrtsamtes auf diesem Gebiete eine starke finanzielle Belastung unserer Stadt, zumal die Dezirkslürsorgestelle ein beträchtliches Maß an Derwaltungsarbeit und dementsprechenden Kostenaufwand notwendig macht, den die Stadt endgültig trägt. Der Äreidant wirkt als ärztlicher Berater bei dieser Stelle mit, ferner sind die von der LandesverficherunqSanstalt Hessen eingerichtete Beratungsstelle für Geschlechtskranke, die hiesigen Aerzte und die Polizei bei der Durchführung dieses Gesetzes behilflich. 3m Kalenderjahr 1923 gingen bei der BezirkS- lürforgeftclle im D o r z u gs r e n t e nv erfaß r e n 17 Anträge auf Gewährung einer einfachen oder erhöhten BorzugSrente ein; einschließlich der aus dem Iahre 1927 noch unerledigten Anträge wurden insgesamt 22 beraten, von denen bei 20 die Voraussetzungen für die Gewährung der Vorzugsrente als gegeben anerkannt wurden. Heber die Tätigkeit der Deputationen und Ausschüsse im Bereiche deSWohlfahrtsamtes sei schließlich noch berichtet: Im Kalenderjahr 1928 fanden folgende Sitzungen statt: Wohlfahrtsdeputalion 2 Sitzungen mit 25 Gegenständen, Jugendwohlfahrtsdeputa.ten drei Sitzungen mit 33 Gegenständen, Wohlfahrtsausschuß 2 Sitzungen mit 4 Gegenständen, Jugend- fürsorgeauSschuh 12 Sitzungen mit 221 Gegenständen, RentnerfürsorgeauSschuß 14 Sitzungen mit 598 Gegenständen, Kriegerfürsorgeausfchuß 18 Sitzungen mit 424 Gegenständen, Beirat für Kriegersürsorge 1 Sitzung mit 1 Gegenstand. MietunterstützungsauSschuh 13 Sitzungen mit 662 Gegenständen, Beschwerdeausschuh 5 Sitzungen mit ICO Gegenständen. Ausschuß für Vorzugsrenten 5 Sitzungen mit 22 Gegenständem Der Deschwerdeausschuß hatte nach dieser Lieber, icht in 5 Sitzungen über 100 Beschwerden zu entscheiden. Lies« entfielen auf das Kriegerfürsorgeamt mit 24. ba3 Dentnerfürforgeamt mit 40. das Armenamt mit 15, das Jugendamt mit 3, und Angelegenheiten der Wietunterstützung infolge Erhebung der Sondergebäudesteuer mit 18 Fällen. Don den Beschwerden wurden 55 ab» gelehnt, in 32 Fällen wurde der Beschwerde stattgegeben, bei 9 Beschwerden wurde die Beschlußfassung Aurüdgeftellt und bei 4 Fällen wurde die Beschwerde durch die Beschwerdeführer vor der Entscheidung zurückgezogen. Turnen, (Sport und Spiel. Westdeutscher Spielverband. Gau Gietzcn-Wctzkar. Wit Rücksicht auf die herrschende Witterung und die schlechten Aussichten für nächsten Sonntag (17. Febr.) hat der ©au Gießen-Weh- lat sämtliche auf diesen Lag angesetzten Der- bandSspiele abgesagt. Aus der Provinzialhaupisiadk. Gießen, den 16. Februar 1929» Die eingefrorene Wasserleitung. Geehrte Redaktion! Aich mutz Ihne vrrzehle, woas mir bäi Burigt Woch' baf iert iS. Ewe aus dem Bett gekrawwelt, bumst das Dienst- mädche an bäi Tier un streit: Herr Müller, däi Wc s erlciring ctz Ingesrore. aich kann faan Kaffi nett roch«. Ra, denk aich. es werd' immer schenner. nach deS noch. Rix wäi «raus aus bem Schlof- zimmer un in de Keller. Wäi aich de Krohn« uffdreh. tröbbelt nor p Diel Wasser erauS, wäi mer zou em Kobbche Kaffi braucht. .Bettche," saht aich, »ra'ch däi zwaa Wenn* flasche uff de Owe. mer nüffe Haast Wasser hawwe. aach noch e paar Labbe un Dotzlicher warm mache, daß mer däi Rohre uff taue kenne." Dann hawwe mer in der Kich un im Heller haaß« Llnschläg um däi Rohre gewickelt und mit brennend« Kerzestumle nachgehoife, aber alles hott nix gebatt. .Ra." saht aich, .Wasser misse mer haww«, daß mer sch Wäsche un aach K'.fsi koche kann. Gebb emol r.sch e Aamerche her. aich giehn zum Rachber un letzne mer e Aainerche Wesier." Gedacht, gethaan. Wäi aich zum Rach* 5er, der aach e scht aus m Bett gehibbt iS, himme bin, hatt er gcsaht: „Hff e Aamerche Wasser soll meifdj nett aakumme," er geht mit mer in be Kich, aber er Irieht en Schreie, wäi er be Kröhne uffgedreht hott, es aach nix eräug ge* lumme, «S hott nor gepiff« un gegorjelt. _Ge* wirrer noch erunn/' hott der Rachler gesaht, „mei Kränche iS auch ingefrorn". Wäi aich nu mit dem leere Aamerche Haarn fumm, hun aich zu meint Dettche gesaht, „etzt rasch d^ Biggelcise ebbei, vielleicht könne mer den Frost auS'm Rohr erausbig^ete": aber krieht mer nett be Kränk, kaa Drebbchr könnt mer zarpe. Etzt giehn aich zum Doppler, der hott e Lötlamb un al'er- hand Schrauwcschlissel. däi lehn aich mer. Der Deppler is glei srlwer mit furnme, hott an be Rohre geflobbt un von owe bis unnehie ndf feiner SpirituSlamb geheeriz Feuer beb inner gemacht, aber Was er krooche mer kaans. .DeS Zu- laafrohr iS ve.schtobbt." meint Dehpler, .da mußte schon bad Wasserwerk eäbrischaffe." Ru nix wäi fort im Wams und Schlabb: inS Dcs er* werk. Aich braucht nett wett ze laaf«, um zu she. wäi f' ebbe an der nächst Straßeeck des Piaster uffger s e und e grüß Loch gegrabe hawwe: Leut," saht aich, „mci Wasser iS iniefrorei“ »Da, warte sr noch aa odder zwaa Schtunn. dann lääfts Widder, mer hawwe bäi ganz Schtrooh alschberre müsse, well des Hauptrohr vrrblatzt iS." „6d," saht aich, „do schtellt mer aaf-ach ab un f:gqt ni>, do hott' aich bis Annotuwack haoße Hwschläg mache und bäi Rohre auSbizgele kenne. Aich wem dem Wenk e SchreiweS inS Hau) schicke, des sich gewäfche hott. Hun aich nett reecht?" GuHencr Wochcnmarktpreise. CS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 63 bis 1,40; Butter Pfund 1/0 bis 1,70; matte 33 bi« 35; Wirsing 25 bis 30; Weißkraut 20 bis 25; Rotkraut 25 bis 33: gelbe Rüben 20 bis 25; rote Räben 15 bis 23; Spinat 50 bis 63; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 30 biS 35; Rosenkohl 63 bis 65; Feldsalat 2,C0; Tomaten 83 bis 93; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 50 bis 1,23; Schwarzwurzeln 50 bis 70; Kartoffeln 5'/- b:« 6; Aepfel 20 bi« 40; Dörr- obst 35 bis 40: Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,00 b.S 1,10; Suppenhühner 1 00 bis 1,20; Tauben 83 bis 85; Rüsse 70 bis 80: Eier Stück 18 bis 20; Blumenkohl 70 bis 1,40; Salat 40 bis 45; Endivien 40 bis 63; Lauch 15 bis 25; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 50; Kartoffeln Zentner 5,00. e — Justiz "ersvnalie. D:r geschästcl i n‘ c Iustizu s etter Ludwig Steller beim Amtsgericht Vilbel, der bis zum 15. September 1928 am Amtsgericht Gießen tä n war. wurde zum Oberjustizii'.s-ekter beim Amtsgericht in Vilbel befördert. •• Reichswettkochen. Im ganzen Reiche finden augenblicklich Wettkochen auf Gasherden statt. Es sind zunächst örtlich« Wettbewerbe zu veranstalten, deren Siegerinnen im April oder Mai zu einem Dezirkswettkochen zugelassen werden. um. wenn sie sich auch durch dieses siegreich „durchgekocht" haben, im Iuni gelegentlich der Ausstellung „Gas und Wasser' an dem Reichswettkochen in Berlin teilzunehmen. Hier wird die Meisterin von Deutschland in der GaS- kochkunft erkürt, deren Ehemann bzw. zukünftiger Ehemann immerhin die Gewißhell h«tt, daß hn Gasverbrauch. Zeitaufwand und in der Schmackhaftig^it der Speisen feine ’5:&l 3m Men 2kci-c >n auf Sash^rden . Lettbrlverbe p n in April oder MugMenW butd) btdeS lieg Juni gelegenjii (Ballet* °n J» Muaehmen. »SeSlil "Öd. •*“ [nitSS M «*?“£ rnü ds 13. M 1 w [nm< .Jimcn. ff **$3 tÜ®?3 eis» •«"‘E 5*' «g M fi lägrb^r Unit1' pieilger jajutä Miet- s-«T , ilnt«1 • e «i an. ich komne foiort besser sch äsen und auch der Nachtichivet i ha« schon Atcmlich nachgelassen. gex. Kran Ka er. 'Dl.... Zeile nut.bah eö mir vouTag A»Tag bess r gebt. Trinke c* st die Aiücue Tenbima nnb kann K .nett mit» teilen, bah >ch von der Vandesoerncher ng nnierkticht io rbennbinmc.nem inSiourfIctnetlaAtUeiimebrne- innöcn warben. geA.d.Zrruiew)U,Kxiediichdhan.b.B. Slnr: 6- 12 nnb mehr V kete. Tret? vro Tafel 'Dlf. 3.—. Na a'innnnci’ b. te Anrück ,»weisen, nut die Maile „Herbana" bürat tiir Echtaei.! *21 U c i n i o c r Hersteller: BertJaria-Kräuterparaillas, Uh lippsbarß L 542 (Baden) H.rbax>a»reeS sind in allen durch unser Plalat gekeniiAeichneien Slvoibeken crlidlthd) benimmt tn (dienen: tu bei En,ilavotlieke, NicuAvlatz2. Friedberg: En lel'Auuiheke. Nidda: »ipotoetc Nidda 142 ID IDergröBteSciilaOer REISEBEAMTE Moderne Beleuchtung 23 TD Bestelle Gefütterte la Seidenschirme • Piatt». I4Z2A 7721- 9/5V empfehle ich in großer Auswahl empfehle ich in großer Auswahl Handschuhe Konfirmationstücher Taschentücher Haarbänder Reformröcke Reformleibchen Serviteurs Hemdhosen Krawatten Hemden 1492V Badolf Kosse. PraBklnri a. BL Oberhemden Hosen Einsatzhemden Strümpfe K an.furt a. NI. 1403 V Gl ESSEN* MAUÖ&URG ICT GlEbSEN*MAU'SZU&G IO* I4I6A Beste deutsche Vezugequelle. Hosenträger Stehkragen Schillerkragen Manschetten unentbehrliche WefKieuge»* V.llige böhmische Settsederu nur e stklaisigste Qualitäten: IViiind arauc.gefculissene M.o.dOunb 1.—. balbwetne ui.1.20, tociuc.flaumige Dl. 2.-, 2J5) und 3.—, Hcrrichastsichleist Di.4.—. beiter Halbrlaum Di.5.— ilH.—. imgcfcbl. flaumige :Hnyh‘cbctn 'DL2.2O280imb3,25 Klauuirnvi M.4.—. Daunen grau M. 4. an allen Orlen flciniae. fticbfuinc Ter fcneit aut Itcucinahme einer IribslsSeii ll.llniinsiMcherei auf imfexet Aeniinaitridinaf.i.inc.'/cid)» irr und bober Lex dien n. Günstig? Be- bimnmen. Boikenntnlssr nicht ertoi» derlich. Tiofoeti gratis und txanlo. Trikotagen- und Strumpifabrib Neber dc Fohlen, Saarbrücken 3 ä. Reisender weich, um der Ä rv n. Wo iwarenbxanche vextxa it u. ctu solider u. Aiivexlassta. Bei- länter iit. wird fui l.viortt gesucht. Herren, welche Hessen n. Hessen-Niistati tu t Eriolg bei eilt haben und im Benve eines Kühxe>- schews stad, wer cn b vonngt Lchrtnl. | Vlnaebote mit 'Li d u. (9eua!t»anfvrtidicn unter 14420 an die Geschästsst. b. G. Anz. 3. B. HAUSER. GIESSEN AM OSWALDSCAPTEN Gut eingeführten Vertreter sucht alias'«sehens ferner Weberei von Datnenkleidexn nnd Herlenanzngnofsen .legen 3>xoviston AOblung lür ga x Fessenlan 1 od:r a.c> Teile ßa*on. k.euorArgt werden Herren, die m t eigenem Vlnio die Siinöfdjnt in den X io- i itizplävcn belnchen und die Aur (Stnfü irung jentand von der Kinn i mit OciVei en kann. Slngcbo.e unter K. I7st an „Ala“ tii.a*cn8:ein und 4 oster Gern. i4j.V Wir suchen für mehrexe Bezirke tü^hticro, in unseren Hauptzweigeu (H. U. L.-Kasko) erfahrene, bisher erfolgi eiche gegen Gehalt. Spesen und Piovision. Bezirksdirektion C. Bartholomes Frankfurt am Main HohenzollernstraO® Vfc I2"SV Ky fniäuser-Teclinikuin Frankenhauxcn. ÄS-Ab! für Masch.-u. Automobilbau. Schwach- u.Stark- s romtcchn. Aelt. SonderabL für landm. nnd Flugt. tnge-üroniiiiaPallillen reneugena uno undorndi werden feit Satiren mit bestem Ariola bei allen irrfranfunjcii ' dnniiia5orxait?. JcfoaD.*r» b.-i .Ii3lei, flsliiui, elc. nttö icdcr (irtJlmiig mit bc.tcm Err oll anx:iuaitdt. Ldahtel !,5 > ranko bei Äorciniendunx oeS detraae» au Äo tfcheckkouto »'m. liW7 rfe tellea -sie ueute noch bei der :n1i-111)11313 rraifflll 41. Beleuchtungshaus Abmann Bismarckstrabe - Ecke Ludwißstrafce «t»* 1392 A Der moderne ..Ulmla*4 • Foumlereehraabbock mit ausechwtng. barem Seitenteil, die „Ulmla^Spannslge mit der VcrstetfunR im Gestell and der „LJIrn a“ - Reform - Putzhobel für alle vor- kommenden Putz* und Poumlerarbelten. Wenn Sie sie noch nicht kennen, werfen Sie nur einen Blick In mem Schaufenster, treten Sie aber auch ruhig Ine Geschäft ein und betrachten Sie sich mein großes Lager In allen Holz* und Metallbearbeltungswerkzeugcm c’amlt Sie bei Bedarf wissen, wo Sie sofort den notwendigen Gegenstand kaufen können. Adreßbuch Eiadiplau und Einwohner, und Geschöfisverzeichnislen von 7 Städten und 74 Ortsgemeinden mit etwa lOOOüo Einwohnern nebst wertvollem D-rt- schgfts. und kulturqeschichtlichen Sonderabstbnitt / Preis 10 Reichsmark OderhesMer Adreßbuchverlag, Gießen. SKulftr Z iiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiiii LudwU Lozarus, Bieken Tel. 1505 Asterweg 53 Empfehle zu äußersten Engrospreisen mein gr. Laßer in nur la Qualitäten Bindfaden. Padtkordel. Wurstgarn, Sackband und son- zu nebenstehenden Formen: 35 0 . Mk. 0.75 40 0... Hk. 0.80 50 0 ... Mk. 1.00 55 0 ... Mk. 1.10 Sämtl. Zubehör znrXelbrtnnlertlßnni und 5.-. Daunen weist M. 7.—. tzochiem 'Dl. 10.- AoUtrii gegen 'Nachnahme von 10 Pinn'» an poitixet. Nichivassende- um- getauscht odet lÄeld Ai>rück.- Ausiüdrliche 'Preisliste und Muster koitenloZ. RudolfLlahut WM Deschenih 98 «L" Auto-Oelfachmann als Bextxeter von iützrender Ceb Rainnerie gesucht. On. u. F. M. 1154 an ALA Haa cnitciu L 'öoalcr. ■ vid Gewinn • • ’?> . ,/ BergiicA«!, • 'Rnap/üHir-iuefKV- Samt und Waschsamt Köpervelvet 70 cm brt.. schöne Ware für Konfirmanden-Kleider 4 Rft p. m. Mk. Lindener Köpervelvet 70 cm brt. nur gute und beste Qualitäten • ■ A Qfl p. m. Mk. 6.80. 5.90 Lindener Köpervelvet 90 cm brt. la Kleiderware Q Qfl p. m. Mk. 0 LV Ein Posten Original Lindener bedruckte Heliovel-Waschsamt-Reste Regulärer Wert Mk. 5. — p. m. für Mk. 2.25 und 1.95 p. m. Ferner einfarbige und gemusterte Waschsamte in großer Auswahl zu meinen bekannt niedrigen Preisen. L. Bernard Plockstrabe 16 Größtes Stoffspezialgeschält am Führender Versicherungs - Konzern mit allen Branchen ■ acht für Gießen und tmgebang liitW.Bezirksverireler gegen Fixum Mi acirelckende Frovlslonea. Bewerbungen unter 14L0D an den Gieß. Anzeiger. UO<3 7- 4010.- 450 11.- 350 7.50 50 - 9.- 5013.- 55° 1L- 40- 9» Knochenkrankheiten kann nur eine phhstolo- nnr mti gisch vollkommene, jodhaltige Olähtlaiz- Mischung wie ,3u>erg<51arfe-' sicher verhüten — Der- buxgt schnelle Ma > und schnelles WachSium. - Ma Man verlange unseren ^Aatgeber" gratis. Bedeutende Kaffee« und Geireide«Großröffe ei sucht für Gießen und Umgebung einen bei der einschlägigen Kundschaft gut eingeführten Vtestrrtee sdee Reifends« Es wird nur auf eine wirklich erste Kraft rcstektiert, die die Kund- schäft regelmäßig besucht und an intensives Arbeiten gewöhnt Ist. Äevorzugt wird eine Kraft, die vor allen Dingen das Gebiet zw.schen Gießen und Kastel genau kennt. Gehalt bzw. Provision nach Uebereinkunst. Aussührliche schriftliche Angebote unter 1406V an den Gießener Anzeiger erbeten. RinlaHimA! Au( vielseitigen Wunsch unserer sehr geehrten ßlulüUUuK i Kundschaft sehen wir uns veranlaßt, einen zweiten kosleolosen Dnternchtskiirsns in der neuen künstlerischen Handarbeit Stoff-Malerei Sticken ohne Nadel mit d. weltbekannten Deka-Farben zu veranstalten. Die Stoffmalerei ist die billigste und reizvollste Art der Stoffveredlung. Vorkenntnisse im Malen oder Zeichnen sind nicht notwendig. - Alle Auskünfte erteilt bereitwilligst und Anmeldungen .nimmt entgegen: OtteM) 4 Co.. G.m.b.H., Bieten Farben Spezialgescuait. Sc&aistr.6 Der Unterricht findet vom 21. bis elnschl. 23. Februar 1929 im »Hotel Schütz«, jeweils nachm. 3—5 und abends 8—10 Uhr statt Zur ersten hl. Kommunion Zur Konfirmation für jedes Schokoladengeschäft sind: „Trio“ eWreBlufflenföple mit köstlich. Fruchtfüllungen und farbenprächtiger Aufmachung ; lür 40 u. 65 Pfennig- Verkauf. Der entzückendste Geschenkartikel für alle Gelegenheiten Lassen Sie sich Muster vorlegen. Alleinvertriebsrecht: Ernst Muth, Mm Schokoladen -Großhandlung Ludwigstraße 42. Fernruf 721 stige Seilerwaren. Gesucht sofort Musk ator-Erzeugnisse zu haben d.' . Dort, BImc loflen „al > führend.Untern d.Bxanche sucht k.(Diesten, Cbeib. und dessen- 'iastau täoliUgen Alle.n- Vertreter geg.S;esenzneo^n3 u. ho^e . rov„ die lei Aus ragSetna. ausgeA. wird, Aiim Zerkau' eines v. Beböro^ Industrie u Gc- schnire-weli gläm. anerk. Sveü ilariikels. ttiute Simbfd). bereit: uorb.'Lreive. b. wüsten in öerVage sein. ev. iof. tlcin. Tomen nach uu.'w. nmeiu.hin. An tonn. Hexxen, die üv. laöell. ?Hur uetr. u. fi , ohne .-achkcnnin. n. o ine Statut, eine dauernde Er stenxaiündeii wall., woll. sich meld. nnt. F.A.S. 7135 burdi hndwirisciiaSliißje Verlrniuno mit honknirenzlosen Verdienst- mößlichlieiteD (600 BM und meär monatlich} Ist an Herren zu vergeben, die bei Landwirten gut eingeführt sind. Bewerbg. an • P. Brrdew. Berlin W 57. Bölowslr. 66. Kommunionkränze Handschuhe Kerzenranken Taschentücher Kerzentücher Hosenträger Haarbänder Stehkragen Reformrecke Schillerkragen Hemdhosen Serviteurs Hemden, Strümpfe Krawatten Leibchen Oberhemden EINGETRAGENE SCHUTZMARKEN ft'eueSanxsc^lagerau| rr < fragen Sie/idch diesen (Platten in unseren öffixiellenVerKd ufssi e Her} deutsche yfrämrnoj^vn- ftKuengesellscficift SCHACHMEISTER. MASGLA-BUBUCZKI FOXTROT-BEST:NR.21951 BEN BERLIN RAQU EL-WALZER BE5T.NR.21946 HARRY JACKSON FOR EVER-WALZER BEST.NR.2W9 PAUL GO WIN ER IST NUR BARSRI EIER FOXTROT-BE5T.NR.21990 10U2C frnd Mjffl MWZUM Kgygßmd 9 ill g rO fe e r A U S W a h 1 JMÄ ÄÄftjl Deutsch. Grammophon-Aktiengesellschaft W® -r Mainzer Pferde-, und Geld-Lotterie'; -Zicbung ‘9 Mär^’j ,e 9Gespanne H .£ L -4 Pferde " J LWjV.dd.JORM ^. O /7 Pkrde, s .-Fo^k-n "und .» Cu. Sachwerte <> = zu RM.6100.J* IC ■ sowie- “ä 600 Geld-Gewinno ohne. Abzug, zusänr. 6öS Ge-w --12000 RM Losei MW Liste 3t) Pfg^in,il)cb Stadt.Lotl.-tinnkLm. « ' .Loieverkaufs'iolL Verlosung wertvoller Apparate. — Eintritt frei. 12270 - _____________. Beldsferhand d.deuisden Elekiro-lnslailaiions-Gewerbes e.V, Orlsgr. GleHen. । -°-° °°«- Hausfrauen und Haushaffunüs-Vorsfände! Am 20. Februar 1929. abends 8 Uhr, findet in der Aula der Universität ein Vortrag der Frau von NetteJbladt statt — Thema: „Wie gestaltet die Elektrizität Ihren Haushalt gesünder sowie angenehmer?“Kochen, Braten, Backen, Waschen, Wohnungsreinigen. Gesundheitspflege usw. durch den elektrischen Strom wird im Vortrag erläutert und an Musterapparaten demonstriert Wir laden alle, die sich für die Verwertung der elektrischen Kratt im Haushalt interessieren, zu diesem Vortrag freundlichst ein. Die Mitglieder der Hausfrauenvereine werden außerdem besonders eingeladen. — Filmvorführung, Gießener Konzertverein Sonntag, 17. Februar 1929,17 Uhr, Universitätsaula: ACHTES KONZERT Paula Hayner (Klavier) DasGewandhaus-Quartett Kontrabaß: Albin Findeisen vom Gewandhaus-Orch., Leipzig Franz Schubert: Streichquartett A-Moll op. 29 — Wanderer- Fantasie op. 15(für Klavier) — Forellenquintett A-Dur op. 114 Eintrittekarten: RM 4.-, 3 - und 2.- bei Emst Challier (Tel. 671) und abends an der Kasse. Studentenkanen RM. 1.- bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis.iamd Oherhessisiter Kuislvereiu Von Sonntag, den 17. Februar, an im Turmhaus am Brandplatz: Oelgemfilde und Aquarelle von Otto lang, Stuttgart Aquarelle, Zeichnungen, Holzschnitte v. Conrad Fellimüller, Dresden Besuchszeiten: Sonntags, Montags, Mittwochs, Freitags, von 11 bis 1 Uhr, Mittwochs auch von 3 bis 5 Uhr. Eintritt: Für Mitglieder frei, für Nichtmitglieder 30 Pfennig. Die ordentliche Mitglieder-Versammlung findet am Montag, dem 11. März, nachmittags 6 Uhr, im Stadthaus, in der Lergstraße, Zimmer 6, mit folg. Tagesordnung statt: 1. JahresgeSchäftsbencht 1928, 2. Jahresrechnung u. Entlastung des Rechners, 3. Neuwahl des Ausschusses, 4. Verschiedenes. r«3v________________________Der Vorsitzende: Bücking. Gesetzliche VmllüWiiliiM E-ä Lid» Die Frühjahrsgesellenprülungen finden anfangs April statt. Anmeldungen zur obigen Prüfung werden unter Vorlage eines Lehrvertrages, mit Eintragungsnmnnier der Handwerks- kammerncbenstelle u. Entrichtung der Gebühren von Mk. 7.50. bei dem Unterzeichneten b. zum 15. A.flrz entgegengenommen. Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins Lieh Friedrich Schmidt, Schleier eister. 1441" Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 Einmalige Früh - Vorstellung 11.15 UHR Sonntag,17. Februar 1929 CHANG Der gr|Bte aller Dschungel • Filme I Jugendliche haben Zutritt Großes Orchester Der gewaltigste Kunst-und Kultur- Film aller Zeiten I Eineinhalb Jahre im siamesischen Urwald Ständig dem Tod ins Auge sehend, haben die Regisseure das harte Schicksal einer siamesischen Familie mit der Kamera testgehalten. - Vorverkauf an der Tageskasse des Lichtspielhauses sowie in der Fecbei'scheu Universitäts- buchhandlunß, Zeltersweg 87. l3aJA OGOGOGOOGOOOGO»OS»»»OOOGO»O»GGGGGGGGG« Ml WIM Set WlttWl KMMW spricht auf Ginlabunn der Direkfon des Deutschen Seminars der Univ.rsitar Dr. Kar) Ritter, Dramaturg nun am StadttHeater am Donnerstag, t>- m 21. Rebrnar, 8', Udr abends, m Höriaal 4 4. (Eintritt: 50 Ufa- für Studenten frei. Gießener Theater-Vereinigung L Voranzeige! Sonntag, den 24. Februar, abends 8“ Uhr. im Katholischen Vereimhaus: Der Glockenguß zu Breslau Volksstück in 3 Akten, 9Verwandlungen. Eintritt: Vorverkauf 0.50 Mk. 0847 Abendkasse 0.80 Mk. Vorverkauf: Kaufhaus Eisofter. Friseur Wahl. Bucbhdlg. Balser. Schuhmacher- meister Pfeiffer n. bei sä-> tl Mitgliedern, iiiiiüiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiß Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Einmalige VorlütirunQ des GroBlilms vom OeiMenTirtest in Köln am Sonntag,dem 24.Februar vormittags 11 Uhr Länge des Films über 3000 Meter Ble rltisfleld: Rangplätze 1 Mk.. 3.. 2. u. 1. l'iatz*»0 Pf., für die schulpflichtige Jugend auf dem 3.. 2. n. 1 Pia z 30 Pf. Wir laden alle Freunde der Turn- und Sportsuehe von Gießen und Umgehend herzlich ein. 14180. Die Giehener Turnerschafl. mNNMIIIIIIIIIIIIiIIIINIIIIIII!IIIIIIIII!IIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIim Hessische Dniverstals-tibliothek ßieäeo. Sämtliche aus der Universitäts-Bibliv- ihek vor dem 20. Januar 1929 entliehenen Buchet (mit Ausnahme der von imma- trikulierten Studierenden entliehenen) sind bis fpc testens S.März 1929 zurückzugeben. Die Direktion: Dr. EbeL Gießen, den 9. Februar 1929. 1250 Amerikaner Dauerbrenner Junker & Ruh Juno. Oranier Irische Deien Germanen. Oranier. Cora. Petring Oefen sowie Eschöfen •Original Musgraves), Hirzenhainer usw. Ferner liefere ich sämtliche Ereatz eile und Feuergeräte Edgar Borrmann, Giefeen. Qflhlnß Pda RSarhüS0« Herd. Aussicht Marburgs. Qualitäten vlsIliUsPuilllJg IliBI jJUi !j allererster Güte. — Auto-Haitep atz Das Hshr. Zimmermann- Piano vereinigt Tonscbönheit Haltbarkeit Prelswürdigkeit Es ist das meistgekaufte deutsche Klavier Alleinverkauf für Oberhessen: Pianohaus Schönau Seltersweg 91. Lieferung frei Haus. 1357A— Asbest- Platten. 1.2.3,4 und 5 mm wieder am Lager. 6785D CarlSchunck nSeteT öotmoniums | werd fahnemäfo r tu uretSrocit ge- | stimmt u. cevar. G.ESM^ I ©lesen, piodfiui | ZcleuDou 2403 1 Verkauf v. neuen | u. nebi. Silan. ßanerscher GesoBörereiii e.V., Kietze» Beörflndel 1864 / Mitglied des Deutschen and des Hessischen Sänuertjundes 1. Sonntag, 3. März 1929, nadim. 4 Uhr in der Aula der Universität IKOM ZIERT Leitung: Chormeister Otto Görlach Mitwirkende: Musikkorps des L (Hess.) Grenadier-Bataillons 15. Inf.-Regts. / Leitung: Obermusikmeister Wilhelm Löber Es gelangen zum Vortrag: Chöre von E. Kremser, C. Weidt, W. Kienzl. H. Marschner- Laugs, W. v. Möllendorff, W. Moldenhauer, G. Weber. H. Heinrichs und V. Keldorfer Ordiesterstücke vonC. M.v.Weber. Fr. Schubert F.Mendelssohn Eintrittskarten im Vorverkauf bei E. Challier, Neuenweg, und nachmittags an der Kasse Eintrittspreise: 1.Platz RM.2.00. 2. Platz RM. 1.50,3.PlatzRM. 1 00 II. Samstag, 2. März 1929, abds. 8 Uhr in der Aula der Universität .. KONZERT EUR MITGLIEDER mit gleichem Programm Die Mitglieder erhalten für das Konzert am Samstag, dem 2. März, 3 Karten zum Vorzugspreise von RM. —.75 je Karte. — Ausgabe dieser Karten bei Mitglied Fritz Lotz, Friseurgeschätt, Bahnhofstraße gegen Vorlegen der blauen Mitgliedskarte Bedingungen für die Teilnahme an dem Heidi!)-Motten veranstaltet von Günstige (WM 4X5 ^immeibinS ic'.ir rentabel, beziehbare Wobnn-» Anzahl. i"00o j*. 3X5 ßimnierbaiid und Bad, veziebb. Wobna-. Anzahlg. 10 ODO -A. 4x5 ZuninerhauS u. Bad nahe Bahn» hos. 2m,hl. 10OOP Jt. 4x5 ^nnuierdans und Bad, nahe Um- nctiitrtt. Anzahlung 15 0(k) tmmerbau5 und (Karten, nahe Universita. Anzahl. 8-lOUOO Ji. Geschäsishauo, beste Vnae. nröketcr tfnbeit und Va.er- tänme bald treu eid 55000 Ji. An- »ahlnng 20000 Jt. GuiaebcnoeS Xc* ben6initcelflcicbäit mit van«, gute (Äe> schäusiaae, and) iür anüete landicn geeignet. Anzahlung 10000 Ji. Nähere Auskunft erteilen “6I Schaumberger & Sohn Ludwigftrakre 36. Svrechzett 8—10» 1-3, 7-9 Ubr. dem Gtädü'fchen Gaswerk Gießen unter Mitwirkung der Frauenvereine Gießens. 1. Zur Tellnahme sind die Angehörigen aller Haushaltungen berechtigt, die Gas aus dem Gaswerk Gießen beziehen. 2. Die Meldung zur Tellnahme hat im Gaswerk Gießen, Gartenftraße 3, zu erfolgen. Die Anmeldung verpflichtet zur Teilnahme. Melden sich mehr als 20 Teilnehmer, so entscheidet das Los. 3. Die Anmeldungen müssen bis zum 1. März d. Z., 18 Uhr, erfolgt sein. 4. Derufsköchinnen dürfen an dem Wettkochen nicht teilnehmen. 5. Die Benutzung der einzelnen Kochstände wird ausgelost. 6. Die erforderlichen gleichartigen Zwcllochkocher, die Kochtöpfe und die erforderlichen Zutaten zu den Speisen stellt das Gaswerk. Etwaige Hilfseinrichtungen, wie Dampfhauben, haben die Teilnehme- rinnen mitzubringen. 7. Der Küchenzettel für das Wetttochen wird den Teilnehmerinnen bis zum 3. März d. Z. zugestellt. Es ist der Morgenkaffee, eine einfache Mittagsmahlzeit und der Nachmittagskaffee herzustellen. Zwischen den einzelnen Mahlzeiten ist eine Pause von 5 Minuten zum Auskühlen der Kocher und Töpfe einzulegen. 8. Bei dem Wettkochen entscheiden der Gasverbrauch und der Zeitaufwand vom Ankochen bis zur Fertigstellung, sowie die Schmackhaftigkeit der Mittagsmahlzeit. Bei gleichwertigen Ergebnissen ent- scheidet das Los. 9. Jede Tellnehmerin an dem Wettkochen erhält einen Preis entsprechend der Deurtellung durch die Preisrichter. Das Urtell ist endgülttg. 10. Die Siegerin nimmt an dem im Aprll oder Mai d. Z. startfindenden Dezrrkswetttochen auf Kosten des Gaswerks Gießen teil. 6m De- Hinderungsfalle der Siegerin wird der Reihenfolge entsprechender Ersatz ausgewählt. 11. Die Siegerin beim Dezirkswettkochen nimmt auf Kosten des betreffenden Gaswerks am Reichswettkochen in Berlin teil. Ui1d Nr. 40 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, f6 Abruar (929 Für den Büchertisch. „Lm Westen nichts Neues." Ein Kriegsbuch von Erich Maria Remarque. Wir haben schon deS öfteren darauf hin. gewiesen, wie merkwürdig und auffallend eS fei, bah daS Erlebnis des großen Krieges etwa ein 3ayrzeyn1 nach seinem Ende zum vielfach aus- gegriffenen literarischen Stofs herangereist ist: in der jüngsten Zeil haben sich — wenn man von einzelnen, minder bedeutsamen Vorläufern absehen will — die mannigfachen, mehr oder weniger künstlerisch ausgereiften Dokumente dieses Erlebnisses gehäuft. Heben den Filmen, neben den Dramen — wir erinnern an .Loboggan" und »Karl und Anna" — sind vor allem die großen Romane ..Sokdat Duhren" von Georg von der Dring, „Der Streit um den Sergeanten Grischa" von Arnold Zweig. „Krieg" von Ludwig Renn. „Ginster" (..von ihm selbst geschrieben"). „Jahrgang 1902" von Ernst Glaeser, „Fahnenjunker Vollenborn" von Georg Grabenhorst zu nennen: diese Auszählung sott um so weniger einen Anspruch aus Vollständigkeit erheben, als wir glauben. daß seither — auch angesichts dieser neuen Werke — noch immer „Le feu" von Henri Darbusse auch für unS als d a S Buch vom großen Kriege haben gelten müssen. Erst in der allerletzten Zeit ist ein Werk ausgetaucht. daS weit stärker und wesentlicher erscheint, als die eben genannten . . ., ein deutsches KriegSbuch endlich vom Range des „Feuers" von Darbusse: eS heißt „3m Westen nichts ReueS" von Erich Maria Remarque. (284 Seiten 8°. 3m Propyläen-Verlag, Derlin 1929.) — 50. —) Stärker noch und mit tieferer Dedeutung als jene frühere und schnell berühmt gewordene Schilderung deS Franzosen wirkt dieses Buch aus uns ein und geht uns an — uns 3unge und 3üngere zumal, die wir im eigentlichen Sinne alS die Generation des Krieges zu gelten haben. Stärker und tiefer: weil eS ganz von unS aus gesehen, erlebt und geschrieben ist. Und weil es jegliche Tendenz vermeidet — obwohl jedes ehrliche Duch über den Krieg zugleich ein Buch gegen den Krieg sein muh. Dies galt auch von Darbusse, dessen Schilderung vielleicht ausdrücklicher und gettissentlicher „tendenziös" wirkte, als viele ähnliche Darstellungen: aber Darbusse blieb trotzdem in jedem Kapitel, ja In jedem Satze seine- „Tagebuches einer Korporalschaft" bewußt und leidenschafllich der nationale Franzose. Hier, bei Remarque, hat die sachliche Gesinnung unserer Zeit einmal eine würdige und bleibende Tat geschaffen. Hier ist das Werk eines (jungen) Dichters, der mit einer erstaunlichen Reife und einem unanfechtbaren Ernst aus dem Dunkel der Ramenlosigkeit tritt: ein Duch vom Kriege, das etwas vom Sill großer Welthistorie in sich trägt, das die Rankesche Forderung in einem neuen Sinne sich zu eigen macht: man muß schreiben, wie eS wirklich gewesen ist. So ist es gewesen — wie es hier ausgesagt wird. So und nicht anders. So müßte jeder von uns, jeder der wirklich „draußen" war, „sein" Buch über den Krieg schreiben, wenn er ein Dichter wä-e wie dieser hier, dessen Hamen man vor wenigen Wochen noch nicht kannte. ES ist einem, wenn man dies Duch liest — man liest rs atemlos, ohne aufzusehen, bis ans Ende —. alS ob die vielen Tausende, Lebende und Tote, hier noch einmal gemeinsam ihre Stimme erhöben zu einem riesigen Chor, zu einem einzigen Schrei: seht her, das sind wir gewesen, und so war der Krieg. Heben die Kriegsbriefe der gefallenen deutschen Studenten (von denen jetzt ein zweiter Band vorbereitet wird) stellt sich das Werk von Remarque als ein menschliches Dokument, als eine zeitlose Chronik: hier — und bis aus weiteres: hier allein — ist unser Denkmal des unbelannien Soldaten. So hat der gemeine Mann all die 3ahre hindurch gelebt und gelitten, so hat er gesprochen und so hat er gedacht, so hat er gekämpft und gehungert. so ist er marschiert und so ist er gefallen. DieS eben erscheint uns bedeutsam und wichtig an der Schilderung von Remarque: daß sie sich nicht an irgendeine Besonderheit, eine Begebenheit. einen Ginzelfatt klammert, sondern daß sie ein großes. gemeinschaftliches Erleben, das Kam^adschastsschicttal unzähliger Menschen in einfachen, gültigen Sätzen zu gestalten wagt. Remarque schreibt einen klaren, schlichten, schmucklosen €♦.[; eindringlich, unmißverständlich, wahrhaftig: ohne Schminke, ohne „Richtung", ohne Tendenz — aber scharf, zupackend. unbcft^hlich und zuweilen mit dem grimmigen Humor des Frontsoldaten, der sich nicht gewählt ausdrückt, aber ins Schwarze trifft. Kein Wort der Anklage, des Aufruhrs, der Hetze. Dies Duch ist lein Leitartikel, sondern ein Bericht. Der Schreiber weih, worauf eS anlommt und vergreift sich niemals im Ton. Der Inhalt? Gibt es denn hier einen „3t> hall"? Es ist ja kein Roman. Es ist — ähnlich wie bei Barbusse — etwa das Tagebuch einer Korporalschaft. „Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur der Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde auch wenn sie seinen Granaten entkam" Wir wollen hier nicht mit herausgerissenen Zitaten den schweren Eindruck deS Ganzen zerstören. Wir möchten, daß dieses Buch gelesen werde — von vielen, von allen, die den Krieg noch nicht vergessen haben, denen das deutsche Schicksal am Herzen liegt, und die wissen oder sich daran erinnern wollen, was ein Geschlecht vier lange 3ahre hindurch Tag für Tag und Rächt für Rächt hat auf sich nehmen müssen. Wan mutz das alles selber lesen und in seiner ganzen grausamen Wirklichkeit inS Helle Bewußt- fein bringen lassen — waS da etwa über die militärische Ausbildung und die seelische Bereitschaft und Vorbereitung der jungen Menschen im Kriege geschrieben steht, was über die Kameradschaft zu lesen ist, über Gefühl. Gesinnung und Witterung des Frontsoldaten, und über den Zufall: über den Angriff und den Rückzug. über die verwundeten Pferde und über das GaS. Wan muh das lesen, wie sie auf dem zerwühllen Friedhof mit Granaten eingedeckt werden, und wie sie einen. zwei Tage lang zwischen den Linien sterben hören und ihn nicht holen können .... auch wie sie die Läuse töten und eine GanS stehlen. . . . was chnen im Urlaub begegnet, in der Etappe, im Gefangenenlager, im Lazarett. Das ist nur einiges; alles muh man lesen. Vollkommen beurteilen kann dieses Buch nur. wer auch (und wirklich) draußen gewesen ist. Tausende und aber Tausende werden daS Urteil sprechen. Die Stimmen, die man bisher gehört hat. haben alle einhellig für Erich Maria Remarque und sein Buch gebeugt Wahrscheinlich ist es ja überhaupt für einen Einzelnen unmöglich, „den Krieg" in der schrecklichen Totalität seiner Erscheinungen künstlerisch und menschlich ganz zu erfassen und zu gestallen: das Werk wird — ähnlich wie fast jedes, vor allem jedes lyrische Kunstwerk — immer sozusagen ein Ungefähr und ein Annäherungswert bleiben: aber soweit einem Einzelnen die Gestaltung deS Wesentlichen gelingen kann und sein Erlebnis als beispielhaft und innerlich Der- wandt mit vielen, vielen anderen Schicksalen empfunden wird: so ist es Remarque vollkom- mener und gültiger gelungen, als denen, die vor ihm vom Kriege geschrieben haben. — Wan muh nicht dauernd mit den großen Worten um sich werfen. Es wird bei uns gemeinhin noch immer zu wichtig und großspurig und überschwänglich von Erlebnissen, Menschen und Dingen geredet. Aber für dieses Buch finde ich — in voller Erkenntnis des verpflichtenden Gewichtes und Wertes der Begriffe — mir die beiden Worte: erschütternd und unvergeßlich. Dr. Hans Tny riot. Schriften zur Literaturgeschichte. — Dr. Ella Mensch: Er lebt noch immer! Sin Spielhagen-Brevier. 83 Sellen 8" mit einem Porträt. L. Staackmann Verlag, Leipzig 1929. (53) — Die vorliegende Zusammen- tellung von Auszügen aus Spielhagens Romanen und Erzählungen wird als lebendes Zeugnis für das Weltbild des Dichters besonders im Hinblick auf die bevorstehende 100. Wiederkehr von SpiethagenS Geburtstag (am 24. Februar) Literaturfreunden und Laienlesern gleichermaßen willkommen fein. — D i e Familie im Puritanismus. Studien über Familie und Literatur in England im 16.. 17. und 18. 3ahrhundert. Don Prof. Dr. Levin L. Schücking. Geh. 8 Mk.. geb. 10 ML Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. (57) — Mit Freude begrüßt die Kulturkunde jedes Werk, daS ihr bisher unbebautes Reuland zugänglich macht, mit Freude um so mehr das vorliegende Werk des berühmten Forschers, als es eines der wichtigsten kulturellen Probleme zum Gegenstand hat. die Familie. ^Insbesondere für die Eigenart des Angelsachsentums ist keine Lebensgemeinschaft wichtiger geworden als die religiös-ethische Gemeinschaft der Familie; kaum eine Geistesrichtung hat das moderne England tiefer beeinflußt als der Puritanismus. Eine reiche, bisher fast ungenützte Literatur ermöglicht es dem Verfasser mit den Ursprüngen des englischen Familienlebens zug'eich auch Quellen des Purita- ri:m s a fz decken, der ja feinem innersten Wesen nach (Samilienreligion ist. Die oft überraschenden Ergebnisse über die Herausbildung der charakteristischen Formen des häuslichen Lebens, Ehe. Verhältnis von Eltern und Kindern, Herrschaft und Dienstboten fesseln um so tiefer, als sie durch Beispiele aus dem Leben wie der geradezu idealen Ehe Cromwells beleuchtet werden. Der Literarhistoriker verwertet sodann die gewonnenen Ausschlüsse zur Erklärung einiger klassi'cher Dichtungen, die der puritanischen Bewegung nahe stehen. — Das englische Renaissancedrama. Von Pros. Dr. H. Aronstein. X u. 336 Seiten 8°. Geh. 12 ML, geb. 14 ML Ver- lag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1929. (58) — Das vorliegende Werk, dessen Autor feit 3ahrzehnten seine Studien der eng- | lischen Renaissance widmet, saht die bisherigen Forschungsergebnisse zusammen. Die Darstellung behandelt nicht nur Dichter und Werke, sondern alle, die mit dem Drama zu tun_ haben, die herrschenden Gewalten, die es begünstigen oder bekämpfen, die Unternehmer und Kapitalisten, die daL Theater aufbauen und finanzieren, die Schauspielergesellschaften und nicht zuletzt das vielgestaltige Publikum selbst, dessen Geschmack und geistige Bedürfnisse die Stücke bestimmen, in einer großen Einheit. Ramentlich dem Lehrer wird das Werk ein gutes Hilfsmittel werden zur Erkenntnis nicht nur des englischen Dramas, sondern der ganzen Epoche von 1570—1642, die Kern und Angelpunkt jedes Wissens um die englische Kultur bleiben muh. — Sic moderne französische Lyrik von 1870 biö zur Gegenwart. Studie. Erläuterte Texte. Don Pros. Dr. V. Klempe- rer. VIII u. 261 Seiten 8". Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1929. (60) — Klemperers neues Werk ist die willkommene Ergänzung zu seiner „Modernen französischen Prosa". Die einleitende Studie keuchtet zunächst hinein in die Entwicklung des französischen Verses, in die Bedeutung namentlich, die der Musikalität in der modernen französischen Dichtung zukommt. Der 2. Teil der Studie weist die einander ablösenden Strömungen der modernen fran- zöfischen Lyrik auf. vom übernommenen zum reinen und aus steigenden Symbolismus zu Akti- vismus, Auflösung und neuer Festigung. Dann kommen die französischen Dichter selbst zu Wort in einer Auswahl, die um so willkommener sein muh, als sie dem Deutschen die schwer erreichbaren Schätze der neuen französischen Lyrik zugänglich macht. Dom dichterischen Hachempfin- den des Herausgebers bestimmt, bestätigt sie dessen Urteil. Auch das neue Werk Klemperers zeigt die bekannten Vorzüge des Verfassers. Mit glänzender Beherrschung des Stoffes verbindet er die Kraft, überall die große Linie der Entwicklung klarzulegen. Er durchdringt ein Kunstwerk in schärfster Gedankenarbeit und weih doch dabei in der eigenen Darstellung den ganzen Zauber, Ton und Rhythmus des Werkes nachklingen zu lassen. Politik und — Paul Wiegler: Der Antichrist, eine! Chronik des 13. Jahrhunderts. Mit 32 Bildtafeln, Leinen, Mk. 15, Avalun-Verlag Hellerau bei Dres» den. (647) Nach dem Eindruck der ersten zweihundert Seiten mochte man das neue dickleibige Werk Paul Wieglers enttäuscht und verärgert aus der Hand legen, entmutigt und erschöpft von dieser verwirrenden Anhäufung von belanglosen Namen, kaum interessierender Einzeltatsachen, die von dem im Titel versprochenen Großen, dem Bllde des Hohenstaufenkaifers Friedrichs II. im Milieu seines Jahrhunderts ablenken. Erst sehr peu ä peu und mit einem großen Aufgebot guten Willens und Pflichtgefühls lieft man sich fest, blättert weiter Seite um Seite, um dann endlich doch belohnt zu werden durch fein gezeichnete und in byzantinisch prächtigen Farben wunderbar leuchtende Einzelbilder, die sich, schiebt man erst einmal das überflüssige und den Blick verdunkelnde Rankenwerk entschlossen beiseite, zu einem grandiosen Mosaik dieses seltsamen Jahrhunderts zusammenfügen, in dessen Mitte das Bild des Kaisers als kostbarster Stein funkelt und leuch- tet Eine „Chronik" geben zu wollen, ohne nun tatsächlich auch zeitgenössische Quellen selber sprechen zu laßen und statt dessen nur in der verwirrenden Vielheit zusammenhanglos aneinandergereihte Tatsachen den alten Chronikstil kopieren zu wollen, war eine absurde Idee, die in der Durchführung fehlschlagen mußte. Aber trotz dieser ossenfichtlichen Mängel in der Anlage des Werks hat es feinen großen Reiz. Dem Bering fei Dank für die vielen Bildbeilagen, die das geschriebene Wort illustrieren. — Bismarck, Ausgewählte Werke. Herausgegeben von Hermann Granier. Dritte (Schluß-) Abteilung: Briese. Zwei Bände. Ganzleinen 12 Mk. 3. G. Cottasche Buchhandlung Rachfolger. Stuttgart. (52) — Wit dieser Abteilung Bismarck-Briefe wird eine Auswahl abgeschlossen, die alles Wesentliche und Wichtige aus Bismarcks gesamten literarischen Werken enthält und so ein fest umrittenes Bild des Wollens und Wirkens unseres größten Deutschen ter letzten hundert 3ahre bietet Während die früher erschienenen Abteilungen den großen Staatsmann in feiner weltgeschichtlichen Stellung zeigen, bringen uns diese beiden Briefbände den Menschen Bismarck nahe, wie er sich int persönlichen Verkehr mit den nächsten Angehörigen und Freunden offenbarte. Kerne andere Feder könnte ihn uns von dem neunzehnjährigen, ins Leben hinausstürmenden 3üngling an bis zu dem, seiner eigentlichen Sphäre als Staatsmann entrissenen Achtzigjährigen eindringlicher und anschaulicher schlldern. Geschichte. — Parlaments-Album des Kladderadatsch von 1 848 bis zur Gegenwart, mit 300 Illustrationen, herausgegeben und mit erläuterndem Text versehen von Dr. Wolffang Hofmann. Preis in Halbleinen 12 M., in Ganzleinen 14 Mark. Verlag A. Hofmann & Co. G. m. b. H., Berlin SW 48. (777) Im Spiegel des Humors und der Satire, den der Kladderadatsch seit nun mehr als achtzig Jahren dem deutschen Volke treu und unbeirrt vor Augen hält, das Werden des preußisch-deutschen Parlamentarismus aus der Bewegung der 48er Jahre, sein Wachsen und Kämpfen in der Bismarcksck)en und Wilhelminischen Aera bis zum Geburtstage der parlamentarischen Republik und dann die ersten schweren Kinderkrankheiten in unseren Tagen zu schauen, wie es feinen Niederschlag in dem Empfinden des Volkes gesunden hat, dies einmal geschlossen vor Augen zu führen, ist das Programm des vorliegenden Bandes, in den sich zu vertiefen nicht bloß Aufgabe des Politikers von Beruf fein sollte. Es wird uns allen etwas geben, Belehrung und Erheiterung, je nach Laune und Neigung. — csbmund von G la i f e - H 0 r st e n a u: Die Katastrophe. Die Zertrümmerung Oesterreich-Ungarns uhb das Werden der Rachfolgestaaten. Mit 96 Bildtafeln. Geb. 15 ML Amalthea-Verlag, Wien (783). — Dies reichillustrierte Werk des bekannten Direktors des österreichischen Kriegsarchivs enthüllt das Gewirr von 3mpulfen und Geschehnissen, deren Ergebnis dec Riederbruch Altösterreichs und die in Schmerzen geborene Reuordnung Mitteleuropas geworden ist. Oesterreich-Ungarns Schick'al er üllte sich nicht nur innerhalb der schwarzgelben und tote weißgrünen Grenzpsähle, nicht nur in Wien, Budapest und P-ag, sondern ebenso am Quai d'Orsay, in d:r Downi.igstreet, auf dem römischen Kapitol, im Weißen Hause zu Washmg- ton. Liegt das Schwergewicht der Darstellung wohl auf den Geschehnissen von 1918. so ist auch den Zusammenhängen aus der näheren und weiteren Vergangenheit und vor allem den folgeschweren Auswirkungen in der jüngsten Zeit der entsprechende Raum eingeräumt- Dies rüd- schauende, historische Duch ist nichtsdestoweniger auch hochaktuell für jeden, der mit offenen Augen durch unfere Gegenwart schreitet und übet die weltgeschichtlichen Folgen der gewattigen Umwälzung nachtenkt. — Das werdende VolL Gegen ßibera- lismus und Reaktion. Von Hermann Ullstein. Kartoniert 4 ML 3n Ganzleinen geb. 5.50 ML Hanseatische Vetlagsanstalt, Hamburg 36. (812) Neue deutsche Romane. — Das Ende des Grafen Krall. Roman von Herrn. Stegemann. (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart. Gebd. 7,50 ML (730). — Dieser Roman ist eine geschichtliche Erzählung von hinreißender Kraft und vollendeter Kunst der Gestaltung, die durch den Schwung des dichterischen Genies blutechte Menschlichkeit aus der bilderreichen Handlung vor dem Leset erstehen läßt. Durch einen Ehestreit geht das Glück von Krall zugrunde, die Burg Krall fällt dem Der- wüstungsfeldzug der Truppen Ludwigs XIV. in der Pfalz zum Opfer. Hermann Stegemann ist es gelungen. Dichtung und Wahrheit zu verschmelzen. indem er seine genaue Kenntnis der geschichtlichen Wirklichkeit (aus dem Leben des Heidelberger Hofes» in eine neue Form- und Menschengebung einbettete und den historischen Roman in solcher Weise neu faßte. Der letzte Gras Krall, die Gräfin Blandine. die Hofdame Obernau und der Hofjunker von Lauterecken, die vier von dem Zwist der Liebe unb der Leidenschaft Verschlungenen, fmb _ treue Menschenkinder des Tarock, doch erhöht zu Sinnbildern der Menschheit als Träger eines geschichtlich bedeutenden, wahrhaft tragischen Schicksals. Der Leser sühlt sein Herz Mitschwingen bei dieser packenden Erzählung, die ihm köstliche Feierstunden bereitet. Diesem geschichtlichen Roman wird der wohlverdiente starke Widerhall bei allen Freunden einer guten Unterhaltungs- literatur sicher sein. — Vicki Baum: „stud. ehern. Helena Willf üer". Verlag Ullstein. Berlin. Broschiert 3 ML. Ganzleinen 4,53 OHL (6) — Bicki Baums Liebe, ihr Interesse gehören den jungen Menschen von heute, die sie im Kern ihres Wesens und ihrer Probleme erfaßt. 3n diesem neuen Buch stellt sie den Typ des geifti 1 arbeitenden, jungen Mädchens, der Chcnniestudrntin, hinten in das Univcrsitätsmilieu des schönen, allen Heldeiberg, und verknüpft sie und ihr Schicksal mit dem Problem des unehelichen Kindes. Ernst und verantwortungsbewußt greift Vicki Baum au dem Thema, ernst und verantwor.ungsaewußt durch- kämpft Helene Willsüer ihr drohendes Schicksal und ringt sich durch zum Erfolg ihrer Hroeit. zur Erfüllung ihres kraftvollen, gesunden Frauen^ tunte. — Der Mann im feurigen Ofen. Ro- n an von Fedor v. Z 0 b e l t i tz. (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, gebd. 7.50 ML (689). — Dieser Roman ist eine freudig begrüßte Gabe des bekannten Dichters an feüte große Lesergemeinde. Packend und mit feinster Gestaltungskunst geschaffen, belebt von wunderbaren Schilderungen der südamerikanischen Landschaft und der dortigen Lebensformen, läßt der Autor die Fahrt des Lebensschiffleins zweier deutscher Familien in zwei Generationen und in beiden Erdteilen, Europa und Südamerika, vor dem gei-j fügen Auge des Lesers vorüberziehen. Fein- gezeichnet in der Schilderung der Menschen dieser Handlung, bilderreich in der Milieumalerei, formvollendet in der Sprache und gewürzt mit ständig steigender Spannung bis zum Endpunkt, so stellt dieser Roman ein neues Zobeltitzsches Meisterwerk dar, dem ein bevorzugter Platz tut gut ausgestatteten Bücherschrank gebührt. — Melchior. Ein Hanseatenroman von Käst ein. (Friesen-Verlag, Bremen) (114). — Ein Duch, das den Leser vom Anfang bis zum Ende mit starkec Spannung erfüllt. Die alte Hansestadt Bremen mit ihren auf ehrwürdiger Kaufmannstradition fußenden, weltumspannenden Hande.shäusern, die königlichen Kaufleute selbst mit ihren Vorzügen und ihren Schattenseilen, mit ihrer geschält.ichen Groß ügigkeit und ihrem starken Fami. ensinn. der .ei den Personen dieser Erzählung allerdings mehrfach e.r.e unheimliche Starrheit ze gt, das Getriebe in den gewa.tigeu Hasenanlagen, der Zauber oes üherseeischen Landes, all das wird hier von dem Autor in aulzeo- orbent.id) reizvoller Weise in die Erzählung de^ Lebensschicksais des Kaufmannssohnes Melchior eingespannt. Der Roman, in feingesch.ttfener Sp.ache geschrieben, ist so mitreißend gestaltet, daß man ihn trotz seines starken Umfanges in einem Zuge durch.escn möchte. Er gehört in die Rcihe der besten Erzählungen von der Wasserkante, und er verdient in jeden guten Bücherschrank ausgenommen zu werden. — Das heilige. Donnerwetter. Ein Blücher-Roman r>6n Adolf Paul. (Verlag Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berten.) (742] — „Der hohe Grad von Adolf Pauls Fähigkeit historischen Ein.ü^lens verblüfft nicht me ;r wir kennen ihn genugsam aus früheren Werken Ss ist ausgeschlossen, mit ein paar Zitaten ein auch nur annähernd richtiges Bild von der glitzernden Vielgestaltigkeit des Werkes zu geben, von dieser geistreichen sprühenden Fülle, die ein einheitliches Wollen mit leichter Eleganz zu- fammengefügt hat." Dieses Leben des großen Felbmarschatts Blücher, das abenteuerlich, abwechslungsreich und dennoch in einer einzigen graben Linie verläuft, im ganzen gestaltet zu haben, ist das hohe Verdienst Adolf Pauls, des Meisters des Geschichtsromans. Da) ganze ist meisterhaft geformt, zusammengelaßt und aufgebaut, daß es eine Freude und ein Genuß ist. sich in das Werk zu versenken. Mit außerordentlicher Spannung, die zu tiefster und reinster Freude über die lebendige Schilderung eines kostbaren Stückes vaterlänöischer Geschichte führt, liest man bi s:n prächtigen Blücher, den man hier von feiner 3ugrnd an bis zum Abend seines Lebens kennenlernt und mit dem man im Geiste die Zeit der tiefsten preußisch-deutschen Erniedrigung und der begcisterungsvollen Befreiungskriege erlebt. Ein Buch, bad jung und alt zu erheben vermag, das vor allem in die Hand e nte je er j ng n De.:Ischen körn ren sol U. Diesem Buche soll.en alle u.n die Wiederaufrichtung unserer nationalen Willensstärke und um die Stärkung unseres Dollsbewußtseins bemühten Männer und Frauen den Weg zu den breitesten Dolksmassen ebnen! - „Onkel Ferdinand". Eire absonber- ttche Geschichte von Wilhelm Wie 1 ebach, („Rosenstock". Band 18.) 1927. 8°. 120 Seiten. 1,50 Mk. Verlag: Franz Borgmeyer, Hildesheim. (764) Oberheffen. Landkreis Gichcn. ' Wiese ck. 15. Febr. DerWeißbinder Karl Schmidt von hier kam vor einigen Tagen a u f tragische Weise u ms Leben. Ter Mann befand sich in der Nacht auf dem Heimwege nach seiner Wohnung und kam dabei auf der glatten Strohe zu Fall. Er wurde später von jungen Leuten mit einer Kopfwunde aus der Strafte liegend aufgefunden und nach seiner Wohnung verbracht. Hier wurde er von seinen Angehörigen in Empfang genommen, er verblieb jedoch, während seine Familie sich schlafen legte, in dem Parterrewohnraum zurück. Am andern Morgen fand man ihn in sehr ernstem Zustande vor, und auch ärztliche Hilfe vermochte nicht, den be- dauernswcrten Mann zu retten. Er verstarb, anscheinend an den Folgen des Sturzes vom Abend vorher, bei dem er jedenfalls einen Schä- delbrnch davongctragcn hat. • Allendorf a. d. Lumda, 15. Febr. Der Eifenbahnverein Londorf hielt hier im Saale des Gastwirts Ranft seine Generalversammlung ab, mit der er die Feier dcö 25- jührigen bestehens des Vereins verknüpfte. Die Mitglieder mit ihren Angehörigen fjat.cn sich dazu recht zahlreich eingefunden. Aach Vegrü- ßungswor'en des Schri t ühr rs. der debei auch kurz die Gründung des Vereins erwähnte, schilderte der Vorsitzende in einer Ansprache die Tätigkeit des Vereins in den verflossenen 25 Jahren. Der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes folgte dieser Rückschau. Die Mitglieder Wallenfels und Mais, beide aus Allen- dorf, wurden für 25jährige Mitgliedschaft mit Diplomen ausgezeichnet. Der Schriftführer feierte hierauf tu Verdienste des ersten Vorsitzenden um den Verein, der die Organisation bis jetzt in glücklicher Weise geführt hat. Rach herzlichen Dankcsworten des Vorsitzenden trat frohe Geselligkeit in ihr Recht, die die Mitglieder noch einige Stunden in bester Harmonie beisammen- hielt. 5 Saasen, 15. Febr. Seit dem heutigen Tatze ist ui.ferc Gemeinde ohneWasser. Infolge der groftem Kälte entstanden einige Rohr- brüche. f> daft die ganze Wasserleitung abgestellt tixnxn muhte. Das W. sser muh nun, da es im Dorfe keine Brunnen mehr gibt, im Quellhaufe der Wasserleitung geholt werden, was bei der herrschenden Kälte besonders unangenehm ist, auch sind die Entfernungen, z.D. vom Veits- berg bis zur Wasserstelle, sehr graft. + Grünberg, 15. Febr. An der hiesigen Oberrealschule fand am Donnerstag und Freitag die mündliche Reifeprüfung statt. In Verhinderung des Staatsrats Block hielt Oberstudiendirektor .Angelberger die Prüfung ab. Sämtliche 31 Prüflinge, darunter 3 Damen, haben bestanden. Eine beträchtliche Anzahl der Abiturienten will sich dem Studium als Volksschullehrer am Pädagogischen Institut in Darmstadt widmen. — Auch in unserer Stadt verursachte der? harte Frost einen Schaden an der städtischen Wasserlei tung , indem in der Rosengafse ein Hydrant einfror. Diese Strafte, die im Zuge der Hauptstrahe Gießen— Alsfeld liegt, trägt den gesamten durchgehenden Autoverkehr. Man nimmt an, dah durch ein schweres Lastauto, das über den Hydranten ging, die Beschädigung verursacht wurde. Hm das Ausdringen des Wassers, das den anliegenden Besitzern die Keller füllte, aufzuhalten, muhten die Aufräumungsarbeiten erst durch stundenlanges Auftauen des etwa 1 Meter tief gefrorenen Erdbodens mittels eines grohen Kokefeuers mög^ lich gemacht werden. 15. Steinbach. 15. Febr. Der starke Frost der letzten Tage hat die Holzhauerarbei- ten zur Einstellung gebracht. Auch die hiesigen Basalt st einbrüche haben die Arbeit eingestellt, so dah die'e Arbeiter ebenfalls der Fürsorge zur Last fallen. Manchem Landwirt sind die Dickwurz $um Teil im Keller erfroren, auch die im Feld eingemieteten sind sicher verloren. Es ist dies um so schlimmer, weil durch den trockenen Äachsammer im letzten Jahre die Grummelernte sehr mäftig ausfiel und durch den Mangel an Grünfut'er die Heuvorräte schon stark angegriffen waren, so dah für manche Viehbestände die Futteraues.chten für das Frühjahr sehr trübe sind. Rach alter Bauernregel soll der ßanbtoirt auf Petri Stuhlfeier, 22. Februar, noch das halbe Winterfutter haben, das dürfte in diesem Jahre ganz und -ar nid)* zutreffen. ch (3 r ün i n g en, 15. Febr. Am Dienstag wurde die i).€iige Gemeindeiago, umfas «end 503 Hektar Feld und 5 Hektar Wald, auf neun Jahre verpachtet. Es wurde der ansehnliche Preis von SSO (bisher 400) Ml. erzielt. Der Pächter ist Herr Balser aus Gießen. — Die W a l d j a g d der Markgenossenschaft Grüningen-Dorf- Gill kam am gleichen Tage zum Ausgebot. Höchstbietender mit 900 Mk. blieb Herr Fritz Wetz von Manzenberg. Der Zuschlag wurde aber nicht erteilt, so dah sie kommenden Dienstag nochma S zur Verpachtung kommt. — In den letzten Tagen haben verschiedene Tauben- zücht er eine üble Erfahrung machen müssen. Hungrige Steinkäuze sind schon am späten Rachmlltag in die Schläge eingedrungen und haben unter dem Taubenbestand gehörig auf» ?«räumt: mancher Züchter ist so u m a l l e T a u - en gekommen. Einen Räuber hat auf frischer Tat fein Schicksal (mit einem Schürhaken) ereilt. 6 Birklar, 15. Febr. Der hiesige Frauen- verein hielt unter der Leitung seiner Vorsitzenden Frieda Koch seine Generalversammlung ab, zu welcher der Bürgermeister und der Gemeinderat als Gäste erschienen waren. Die Vorsitzende erstattete ausführ.ichen Bericht über das verflossene Geschäftsjahr, anschliehend berichtete die Kassiererin Marie Engel über den Stand der Vereintlas.e. Dem gesamten Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die Vorsitzende stattete dem Bürgermeister und dem Gemeinde- rat für die Gewährung eines Zuschusses seitens der Gemeinde an den Verein Dank ab, ebenso wurde der Schwester Anna für ihre aufopfernde Tätigkeit zum Wohle der Gemeinde herzlicher Dank gesagt. Mit der Ermahnung der Vorsitzenden, stets in treuer Zusammenarbeit an den Aufgaben des Vereins zu wirken, fand die Versammlung ihren Abschluh. 4 Bellersheim. 15. Febr Der hiesige Gesangverein „Germania" hiell sein diesjähriges Wintervergnügen bei sehr gutem Besuche im Saale der Gastwirtschaft von Anger- müller ab. Rach der EröffnungSans wache deS Vorsitzenden, der als Gast u. a. den Gesangverein „Loreley" (Utphe) begrüßen konnte, kam ein drei» aktiges Theaterstück zur Auf üjrung. das all» gemeinen Beifall fand. Die Einstudterung hatte Wie kann man fein Schachspiel verbessern? Einige Ratschläge von Ios6 Capablanca, ehemaligem Schachweltmeister. Obwohl ich stets größtes Interesse an der Theorie des Schachspicis genommen und zahlreiche Arbeiten über diese Theorie veröffentlicht habe, bin ich mir heute noch nicht ganz klar darüber, ob man das Schachspiel als eine Kunst, eine Wissenschaft oder als einen Sport bezeichnen soll. Diese meine Ungewißheit zeigt bereits deutlich wie schwierig es ist, eine richtige Antwort auf diese Frage zu geben. Ich möchte in den nachstehenden Ausführungen diese Frage nicht zu klären suchen, sondern dem deutschen Schachspieler nur einig« Wink« aus meiner langjährigen Praxis geben, wie er seine Form verbessern kann. Ich sehe im Schachspiel vor allem eine edle geistige Zerstreuung, eine reizvoll« Ablenkung, rote sie uns etwa das Reisen mit all seinen neuen Eindrücken vermittelt. Manchmal habe ich allerdings das Schachbrett lange Zeit unberührt gelassen, aber das geschah nur dann, wenn mich irgendeine Arbeit allzu stark in Anspruch nahm. Physische Anstrengung verlangt stets als Ausgleich eine geistige Ablenkung, nur auf diese Weise können roir die innere Harmonie in uns roiederhcrstellen. Umgekehrt bedarf man nach starker geistiger Anspannung begreiflicher- weife nicht so sehr der geistigen Zerstreuung. Das trifft besonders dann zu, wenn diese Art der Zerstreuung wieder mit starker geistiger Konzentration verbunden ist. Vor meinem Wettkampf um die Weltmeisterschaft mit Dr. Alechin in Buenos Aires glaubte ich meines Sieges völlig sicher zu fein, und hoffte, meine Stellung als Weltchampion zu verstärken und zu verbessern. Ich spielte ein gewissenhaftes und ernstes Spiel, denn ich wußte, daß ich einem würdigen Gegner gegenüberfaß. Ich muß aber ehrlich gestehen, daß ich Dr. Alechin trotz allem etwas unterschätzt hatte. Noch während des Spieles rechnete ich fest mit meinem Siege und vielleicht gerade deshalb habe ich eine Reihe von Fehlern begangen. Vor allem aber fehlte mir eines, was für einen Schachspieler das Wichtigste ist: ein sorgfältiges Training. Darin liegt auch das Geheimnis des Erfolges-, denn Training ist tatsächlich die einzige Möglichkeit für den Schachspieler, seine Form zu verbessern. Er muß stets in der Hebung bleiben; er darf nie so handeln, wie ich es getan habe. Ich hatte zwei bis drei Jahre lang kaum gespielt und unterließ «s, stetigem geistigen Training nachzugehen. Die Folgen meiner Nachlässigkeit bekam ich damals zu spüren, ich bezahlte für meinen Fehler mit dem Preis meiner Niederlage. Schon im gewöhnlichen Leben wird der Mann, der sich zu lange ausruht und nicht dauernd darauf bedacht ist. Körper und Geist wach zu erhalten, schwerfällig. Er verliert seine Elastizität, seine körperliche und geistige Beweglichkeit. Seine Fähigkeit, sich gegen plötzlich auftretende Schwierigkeiten zur Wehr zu setzen, wird immer geringer; er büßt seinen Kampfinstinkt ein. In einem weit höheren Maße ist dieses bei dem Schachspieler der Fall. Ein solcher muß nicht nur die Regeln des Spieles völlig beherrschen, sondern vor allem muß er ein unbeirrbarer Kämpfer fein. Nur steter Kampf erhöht die Kampfesfähigkeit und sichert die völlige Beherrschung der Kampfesmethoden. die beim Schachspiel bekanntlich eine besondere Wissenschaft bilden. Unbesiegbarkeit gibt es im Sckfachspiel wie im Leben nicht. Auch unser Tagewerk ist ein dauernder Kampf gegen Irrtum und Fehler. Der Schachspieler spielt, verliert und sucht die Ursache seiner Niederlage zu ergründen. Dann geht er daran, seine Form zu verbessern, um damit seine früheren Fehler wieder gutzumachen. Der einzige Weg. der zum Ziele führt, ist ein dauerndes Ringen um die bessere Form. Jedes Spiel bietet in der Eröffnung, im Mittel- und im Endspiel eine Unmenge versteckter Feinheiten. Sieg und Niederlage hängen oft von einem einzigen Zuge ab. Ein überraschender Zug oder eine glänzende Kombination kann manchmal die scheinbar schon verloren« Partie retten und einen Sieg erzwingen. Eine andere unumgänglich« Vorbedingung für die Hebung der Form ist die Pflege des Selbstbewußtseins. Jede Niederlage ist im allgemeinen von dem Gefühl einer seelischen Depression begleitet Diese ganz natürliche Reaktion geht indessen vorüber rote eine leichte Erkrankung oder ein Fieber. Allmählich lebt in der Seele des Schachkämpfers wieder die Kampfesfreud« auf, die Lust, sich mit einem G.g- ner zu messen, und das Bestreben, den Sieg zu erringen. Sobald es erst einmal so weit ist, hat er die Herrschaft über sich selbst zurückgewonnen, und das erstarkte Selbstbewußtsein öffnet ihm den Weg zum neuen Aufstieg. Ohne das starke und unerschütterliche Vertrauen in die eigene Kraft ist jeder Erfolg unmöglich. Nicht nur der Schachmeister, sondern auch der Liebhaber des Schachspieles, der in dem Spiel nur ein geistiges Vergnügen sieht, muß kämpfen. Er muß ein temperamentvoller Angriffsfpieler fein, er muß die fo vielseitige Spielstrategie zu meistern suchen. Er muß alle Züge zu verhindern wissen, die zu einer Schwächung seiner Position führen könnten, und stets bestrebt sein, durch überraschenden Angriff dem Gegner die Initiative zu nehmen. Schneller Ueberblick. klare Erkenntnis der Einzelheiten und Entwicklungsmöglichkeiten und eine starke Phantasie sind die grundlegenden Voraus- setzungen für ein erfolgreiches Schachspiel. Kühl und klar muß man das Ziel — den Sieg — im Auge behalten und sich in jedem neuen Kampf zu ver- bessern suchen. Die Verbesierung der Form kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Wie roir durch eigenes Spiel unseren Stil vervollkommnen können, so vermag man auch aus Büchern und aus der Beobachtung anderer Spielmethoden viel zu lernen. Eins darf der Schachspieler nie außer Acht lassen: selbst das zum Vergnügen gepflegte Schachspiel sollte stets in einen Kampf ausarten, in einen Kampf der Gehirne. Nur wenn man unter Einsatz oller geistigen Kräfte ringt, kann man wirklich eine Bereicherung seiner Kenntnisse im Schach erhoffen. der Dirigent Adolf Göbel übernommen. 7>rr ebenso wie die Mitwirkendrn mit Befriedigung auf diesen Erfolg des gemeinsamen Schaffens zuruckblicken kann. # Hungen, 15. Febr. Das diesjährige Schäferfest des Oberhess. Schäferverbandes fand dieser Tage hier statt. Es war das vierte Mal, daft sich die Schäfer Ober- Hessens und der Aachbargebiete hier ihr Stelldichein gaben. Wenn auch der Besuch infolge des harten Frostes nicht den Umfang des Vorjahres erreichte, so nahm das Fest unter Teilnahme der hiesigen Bevölkerung doch einen glänzenden Verlauf. Die VormittagSzüge brachten Die auswärtigen Festteilnehmer, unter denen besonders die Schäfer in ihrer traditionellen Kleidung (Schäferschippe, Pelzmütze und Schäferumhang) auffielen. Unter den Klängen der Feuerwehrtapelle Laubach ging es zum ..Darmstädter Hof", wo nach Begrüßung durch Bürgermeister Fendt dahier der Vorsitzende des Ober- hessischen Schäferverbandes, Philipp Wirth (Wetterfeld), die Verhandlungen des geschäft- lüften Teils leitete. Als Vertreter des Land- wirtschaftskammer-Ausschusfes für Oberheffen war K. Philipp von Watzenborn-Steiwberg anwesend. Aus dem Geschäftsbericht ist u. a. zu berichten, daß der Verein finanziell gesichert dasteht. Die Schafzucht befindet sich nicht mehr auf der stolzen Höhe der Kriegs- und Rachkriegszeit. Die Zufuhr ausländischer Wolle, die billigeren künstlichen Düngemittel, die weiteren Durchführungen der Feldbereinigungsverfahren und nicht zuletzt die Verhältnisse auf dem Schlachtviehmarkt bewirkten einen dauernden Rückgang der Schafzucht. Auch die hier und da auftretenden Seuchen (Räude, Leberegelkrankheit) tun das ihre. Die Rechnungsablage durch Schäfer Köhler (Laubach) ergab einen äleberschuß von 232 Mk.. der auf der Sparkasse Laubach zinstragend angelegt ist. Rach Abschluß der Verhandlungen bewegte sich der F e st z u g mit der Reitergruppe Hungen und Umgegeno an der Spitze durch die Straßen der Stadt. Viel Interesse wurde dem S ch ä f e r - to e 111 a u f in der ..Pfanne" entgegengebracht, wobei Emi.ie P f a n n k u ch (Ridda) den 1. Preis, ein Jährlingsschaf, und Fr. Wentzel (Ulfa) den 2. Preis, ein Schafbocklamm, errang. In der Schäferklasse erhielt Schäfer Wacker von Boben- hausen bei Ridda den 1. Sieg. Der gemütliche Teil bei Gesang und Tanz fand im „Darmstädter Hof" statt, wobei auch der S ch ä f e r f i l m vorgeführt wurde, der allgemeinen Beifall fand. Den Abschluß der diesjährigen Veranstaltungen des Schäfervereins bildet ein Preishüten, das im Spätfrühjahr unter Verwendung des deutschen Schäferhundes und unter Mitwirkung des Vereins der Züchter deutscher Schäferhunde hier vorgenommen wird. • Mufchenheirn. 15. Febr. Am vorigen Sonntagnachmittag versammelten sich die evangelisch-kirchlichen Frauenvereine von Mufchenheirn und Birklar mit Vertreterinnen aus Münzenberg und Eberstadt in der hiesigen Kirche, wo nach einem gemeinsamen Lied und Begrüßungsansprache durch den OrtSgcistlichen, Pfarrer Döring, die Schriftführerin des Verbandes. Frl. Wahrendorf von Alsbach, einen gewisfenschärsenden Vortrag hielt über: „Zweck und Ziel der Arbeit der evangelisch-kirchlichen grauen- vereine'. In der sogenden Aussprache wurde insbesondere das Verhallen einer christlichen Frau und Mutter gegenüber manchen üblen Sitten der Gegenwart behandelt. Rach einem ernsten Schlußwort durch den Pfarrer von Tberstadt, Lied und Gebet wurde noch eine herzliche Gast- freundscha't allen auswärtigen Besucherinnen zuteil. Wir hoffen, daß auch durch diese Veranstaltung das kirchliche Leben unserer Gemeinden gefördert wurde. Kreis Büdingen. • Büdingen. 15. Febr. Einen anregenden LlnterhaltungSabend veranstaltete dieser Tage die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Volks- Partei für i^re Mitglieder und für die Freunde ter Partei. Bei seiner Begrüßung konnte Oberstudiendirektor Dr. Keller. W. d. L.. mit Freude feststellen, daß eine so große Anzahl der Einladung gefolgt fei, daß der Saal sich fast alS zu klein erwies. Im Mittelpunkt der Vorführungen standen zwei Filmvorführungen. Erstens: „Historische Stätten im Hessenland." Manches bekannte und vertraute Städtebild tauchte auf. Es war wohl selbstverständlich, daft auch Büdingen mit einigen herrlichen Bildern vertreten war. Anschließend kam die letzte Zeppelinfahrt über den Atlantik und die große Deutschlandfahrt des „Grafen Zeppelin" zur Vorführung. Wundervolle Raturaufnahmen ließen die Herrlichkeit einer solchen Fahrt nicht nur ahnen, sondern miterleben. Die Aufnahmen waren klar und deutlich. Der Film rollte glatt ab. Zahlreiche musikalische und deklamatorische Darbietungen einiger Damen und Herren bereicherten den Abend in schönster Weise. # Llnter-Widdersheim, 15. Febr. Die früher dem Radfahrerverein „Wanderlust" an- gegliederte Gesangsab'.eilung hat sich fei einiger Zeit vom Mutterverein getrennt und den Gesangverein „Eintracht" gebildet, der schon nahezu 33 altive und ein Dutzend passive Mitglieder zählt. Am Sonntag veranstaltete er fein diesjähriges WintervergnÜZen in Saale des Ferdinand Michel. Als Hauptstück ging ein Sechs- atter über die Bühne. Daneben wurden noch kleinere Theaterstücke und Singspiele gegeben. Die Darsteller meisterten die Rollen in bester Weise. Mehrere ausgezeichnet vorgetragene Chöre, in der Hauptsache aufführungs reie Volkslieder, verschönten den Abend. Der Gesangverein steht unter Leitung unseres Lehrers PH. Daffinger, und er beabsichtigt, sich einem in hiesiger Gegend bestehenden Sängerbund anzuschließen. Kreis Schotten. ld. Lardenbach, 15. Febr. 2m dichtbesetzten Schulsaal wurde gestern zweimal der Film „Glaube und Heimat" vorgeführt, um 4.30 illjr für Schüler und um 8 Hftr für Erwachsene. — Der Frost hat an unserer Wasserleitung enormen Schaden angerichtet. Man führt hier buchstäblich einen Kampf mit Wasser und EiS. -s- Ober-Schmitten. 15. Febr. Sein goldenes Arbeitsjubiläum kann am 18. Februar der hier gebürtige Bäcker Peter Spangenberger begehen. Dor 50 Jahren trat er als Lehrling in die Rank sche Bäckerei zu Ridda (damals Lupp) ein und ist feit dieser Zeit ununterbrochen darin tätig. Der Jubilar, der durch feine Arbeitstreue, fein still- bescheidenes Wesen sich nicht nur der Wertschätzung seines Arbeitgebers, sondern auch all derer erfreut, die ihn kennen, wurde feiten- der Bäckerinnung de- Kreises mit einem ehrenden Schreiben bedacht. Kreis Lauterbach. 4 Lauterbach, 14.Febr. Aus der jüngften Sitzung des Stadtvorstandes ift u.a. zu berichten: Der Prämienmarkt für 19 29 soll, wie in vergangenen Jahren, mit einem Pserde-.arkt verbunden abgefta.ten werden. Es sollen wiederum 10 003 Lose ä 0,80 Mk. zum Verkauf gelangen. Mit den Vorarbeiten und der Aussührung wird die vorjährige Kommission unter dem Vorsitz d:s Bürgermeisters Walz beauftragt. Für Prämiierungszwecke werden, wie in früheren Jahren, 600 Ml. aus der Verlosung, die am 13. Juni im Rathaus stattfindet, zur Verfügung gestellt. — Weiter beschäftigt sich der Stakttvorstar.d mit verschiedenen Arbeitsvergebun- gen für die diesjährigen S t r a ß e n h e r st c - l u ng en. Dereits in einer früheren Sitzung war beschlossen worden, in der Alexander-Swpler- Strafte, Schille.- und Goethestrafte erhöhte Fußsteige her^ustellen. Die hierfür erforderlichen Randsteine, etwa 1000 Meter, sollen von der Kasseler Basaltindustrie zum Angebotspreis bezogen üxrben. Die für den WüllerSwrg. der ebenfalls mit erftöfttm Fußsteigen Verse)en werden soll, erforderlichen Randsteine sind von der Firma Sern in Gießen zu beziehen. ES kommen etwa 300 Meter in Frage. — Der Bürgermeister gibt davon Kenntnis, daß die Provinz beschlossen habe, auch in diesem Jahre im Kreise Lauterbach wieler Kleinpflasterungen vornehmen. So soll z.D. die Alsfelder Strafte von der Cent aus und die Bahnhofstraße vom Hotel Schmidt bis zum Bahnübergang Schützer Strafe mit Kleinpslaster versehen werden. Der Gemeinderat beschließt, daß sich dir Stadt in beiden Fällen an den Kosten der beabsichtigten Pflasterung in einer Breite von 2 50 Meter beteiligt. — Rach den Aussührungen deS Bürgermeisters beabsichtigt die Provinz die Lin den st raße in der Gegend des Spar- kassenhau'es geradezulegen. Die Stadt hat in diesem Falle das erforderllche Geländr kostenlos zu stellen und sich mit einem Achtel an den entstehenden Kosten zu beteiligen. ES wird beschlossen, das in Frage kommende Gelände von den Eigentümern vorerst zu pachten, während die endgültige Regelung der Eigentumsverhällnisss im Feldberei-igungsverfahren erledigt werden soll. — Der S.adt'oorstand Halle in der vorigen Sitzung beschlosen, der Einrichtung eines Selbstanschlußamtes im hiesigen Postamt zuzustimmen unter der Voraussetzung, daß sich jeder Teilnehmer verpflichtet, den auf ihn entfallenden Betrag von 60 Mc. zu übernehmen. Rach den Aussührungen des Bürgermeisters haben sich etwa 200 Fernsprechteilnehmer für das Selbstanschlußamt unter eichnet. Es wird beschloßen, mit den noch restlichen 50 Teilnehmern bezüglich der Unterzeichnung des De.träges zu verhandeln, um den von der Post geforderten Betrag von 15 000 Mk. restlos auforingen zu tonnen. — Die in der letzten Gemeinderatssitzung beschlossen« außerordentliche Beihilfe an Arbeitslose wird dahin erweitert, daß pro Familie nochmals 2 Zentner Kohlen zur Verausgabung kommen sollen. Die M.lchbeihilfe für kleine Kinder wird bis zum l.März verlängert. Rundfunkprogramm. Sonntag, 17. Februar. 8.30 bis 9.30: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangel. Landeskirche Frankfurt a. M. 11.CO bis 12: Elternstunde: „Das faule Kind", Vortrag von Mittelschullehrer P. Krupp. 12 bis 13: Zitherkonzerl des Vereins zur Pflege des Sai-- tenspiels Frankfurt a. M.-Rjed. 13.15 bis 14.15: Don Kassel: Ein Gang durch die staatliche Gemäldegalerie zu Kassel, „Rembrandt vor dem Mikrophon", ein Dialog. 14.30 bis 15: Der deutsche Rundfunkjournalismus II — .Die journalistischen Aufgaben und Ziele. Die Funllritil", Vortrag von Hans o. von Heister. 15 bis 16: Stunde der Jugend. „Aus dem deutschen Wär- chenborn", vorgetragen von Hanna Sängern 16 bis 17: Konzert des Rundfunkorchesters: „T.eue Operetten". 17 bis 18: Stunde des Landes. 18 bis 19.30: Gedanken zur Zeit. 13 bis 18.30: „Einkommen, Kaufkraft und WirtschafllentLick- lung in der Landwirtschaft", Vortrag von Prof. Dr. Sagave, Kiel. 18.30 bis 19: „Löhne und Wirtschaftslonjunktur vom Gesichtspunkt b:r Arbeitgeberschaft", Vortrag von Dr. Lemmer. Berlin. 19 bis 19.30: „Löhne und Kaufkraft der Arbeiterschaft", Vortrag von F. Tarnow, M. d. R. 19.30 bis 20: „Neuzeitliche Wohnungsgestal- tung", Vortrag zur Wanderausstellung „Wie wohnen?" des Rhein-Mc-i. ischen Verbandes für Volksbildung von Friedr. Koepp. 20 bis 20.15: Sportnachrichten. 20.15: Bunter Abend. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 13. Februar. 6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Cinfoniekonzert. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend, „Von fremden Ländern und Völkern". vorgetragen von Lehrer Fr. Voigt. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: „Opernmusik". 18.10 bis 13.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Viertelstunde der Deutschen Reichs- Post: „Wie kann der Postschalterbesucher zu fei- 'ner schnellen Abfertigung betragen?" Vortrag von Postinspettor Schumacher. 18.45 bis 19: Englische Literaturproben. 19 bis 19.30: Englischer Sprachunterricht. 19.30 bis 20.15: Schallplattenkonzert: Fortsetzung des Wunschabends. 20.15 bis 21.15: Von Kassel: Von der Friedenskirche Kassel: „Kirchenmusik im 16. bis 18. Jahr- hundert". 21.15: Rach Stuttgart: Devdi-Abend. Dienstag, 19. Februar. 6.30 Ahr: Morgengymnastik. 13.30: Schallplattenkonzert: Buntes Programml 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Unser Senckenbcrg- Museum. — Vorträge von Prof. Dr. Fr. Dre- vermann: „Tiere der Vorzeit: Die Zeit der Riesentiere'. 15.55 bis 16.05: Zaussrauendienst. 16.35 bis 18.35: Ton Stuttgart: Balle.tmusic und Tanzlieder. 18.30 bis 18.45: Don Kassel: 15 Minuten Ratschläge für Mutter und Kind. 18.45 bis 19.15: Von Kassel: Fabeln und L eder von Gotthold Ephraim Lessing, uorgetrace.x von Ilse Fi cher- Ramin. 19.15 biS 19.45: Funlhochschule: „Vitamine". Vortrag von Oberarzc Dr. Spiro. 19.45 bis 20.15: Bert Brecht: Vorlesung aus eigenen Werken. 20.15 bis 21.30: Militär kokett deS Trompeterchors ter fünften Rachrichtenabteilung. 21.30: „Oedipus", von Sophokles. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 10 vom 15. Februar enthält: Denammlung des Obst- und GartenbaurereinS. — Attchs- steucrüberweisungen. — Wiesenrundgänge im Frühjahr 1929. — Die zur Entlastung kommenden Schüler, die ein Handwerk erlerne» wollen. — Rachrichtenblatt ter Deutschen Wissenschaft und Technik. — Dienstnachrichten. 1449* Modehaus (Verschiedenes Kl. 2 Stück mit 1,19 fm Abschnitte 3. öS 1393V n 12 n 1 3. 5. N. Kiefer 2a- Langholz n N. Fichte la- M 2 5 be- der 1Q12A Wollene aller Art, für Damen, Herren u. Kinder nur im Spezial- Wollgeschäft 1389* N. N. N. N. 6 52 Beisein die Landen- sr. 'nle Knnzelmzaa 254 90 16 4 2 144,80 81,33 18,06 4,74 3,61 Langholz Abschnitte 3 1 2 15 6 1 2 3 4 6 6 7 8 9 10 11 2b* 3a* 1 2 3,11 1,04 1,51 2,18 20,30 25,23 10,14 7,14 3,35 2a 2b 3a 3b 4a 2 2 5 4 1 1 10 36 10 11 2 5 2 lb* 2a* 4 1 1 2 48 35 10 11 3 13 19 ö 23 15 2 Beniner Schneiderin für eleganteste Garderobe übernimm: noch Ans« träne, aurti auticrm •*0.111 ie. ©dir. Sinn. n. 0649 an den G. An r. Klasse 7A ,, 6A „ 5N „ 4N „ 3N w 2N N- „ N. „ N- „ N. „ N. „ N. Fichte 2b> 3a- 3a- 3a- 3b- 4a« 3b- in hübscher Ausmusterung, Stück durchweg zum Preise von ... IrdvtmPauck QruJiundJ^ijßx Ohne. Sdilackz,öhne Griti- viezr.ne WeTzeugnä..erin nimmt nocü einige Miinben in u. auircr dem vlinie an. Tckr. Angebote uni. 06 7 n. d. (Mich. Situ Sie sparen Zett u. Geld wenn 9bie Oie- icbäiiSbiicher in Orjn.inn achalien werden. Mann in mittleren Indien mit anter > and- ichrl't und guten MicieretiAcn. eniv- ncljli iid) biiAn bei billig. Vieicdjn ini. Lmr.Ansi.n. 13960 in den Gien. A.t . Nutzholzversteigerung Dienstag den 19. L ZU-, sollen im Staufenberger Gemeindcwald nachstehende Holzsortimente versteigert werden: 8,40 2,05 1,84 10,50 2,05 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Das Langholz. Stück Eiche 2. und 3. Klasse, 4,19 fm. Stück F.chte la-, lb-, 2a-, 2b-, Za-Klasse, 19,80 fm. Abschnitte. Stück Buche, A-Stämme 5. und 6. Kl-, 2,89 fm. Stück Eiche, A-Stamm 5. Kl., 1,90 fm. Stück Buche, N-Stömme 3. und 5. Kl., 1,24 fm. Stück Eiche, N«Stämme 4. und 5. Kl., Summa 307,01 fm 18 rm Nutzscheit Kiefer. Bedingungen werden beim Berkaus kanntgeaeben. Das Holz liegt an guter Abfahrt an Landstraße Frankenbach—Eisernhandt. Jrantenbad), den 15. Februar 1929. Der Bürgermeister. Walk. 1,21 1,80 3,94 2,55 0,89 0,80 3,74 17,55 5,77 6,55 1,30 3,69 1,28 1,— 7,12 13,68 4,52 3,84 4,03 1,50 A. A. A. A. N. N. ramm. nur. vrranstaltet von nifutt a. A 11X0 mir Tcp ?ru|>?. 12 frü 13: Wiege -es Lai« . 13.15 61514.15: dir ftaaW De- ibranbt vor dein bis 15: Der teil' - .Tie M Vau- und Äuhholzversteigerung Im Butzbacher Stadtwalde. Mittwoch, den 20. Februar 1929, wird in den Forstorten Sommerberg, Zipfen und Pfingstweide nachstehendes Nutzholz versteigert: 1438v Kiefernstamme: lb-Kl. 1 Stück, 0,32 fm; 2a-Kl. 3 Stück, 1,77 fm; 2b-Kl. 6 Stück, 3,99 fm; 3a-Kl. 11 Stück, 11,11 fm; 4a-Kl. 1 Stück, 0,73 fm; 1 Lärche 3a-Kl. 1,06 fm; 2 Weißt. 0,63 fm. Fichtenstämme: la-Stl. 115 Stück, 19 67 fm; lb-Kl. 273 Stück, 97,21 fm; 2a-Kl. 151 Stück, 101,32 fm; 2b-Kl. 28 Stück, 28,1lfm; 3a-Kl. 10 Stück, 16,05 fm; 3h-Kl. 4 Stück 9,21 fm. Ferner: 21 rm Kiefernnutzscheiter, 3 m lang; 11 F chtenderbstangen 1. Kl., 12 Stück 2. Kl. und 7 Stück 3. Kl. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr an der Schützenhalle. Butzbach, den 14. Februar 1929. Der Bürgermeister. ö*. »II In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde heute bei der F.rma JUco.au» & Pappe, Orgel- und t)armoniumbau- anslalt G. m. b. h. In Cid) folgender Eintrag vollzogen: Die Firma ist erloschen. Lich, den 11. Februar 1929. 1428V Hessisches Amtsgericht. putz. Z.rko 600 qm Rabitzwände und Decken- Verkleidungen. Zirka 2000 qm Fasiaüenputz. Zirka 9000 qm Mineralfarbenanftriche. Zirka 3500 qm Oclfarbenanftriche auf Else Dittmar / Gießen Löwengasse 20, Fernsprecher 2423 Strümpfe in größter Auswahl! SlriJCitsuerßcbiiitß. Nachstehende Arbeiten zum Neubau der Heilstätte „Sellersbcrg14 in Gießen sollen an hiesige Meister auf Grund der Reichs- Verdingungsordnung in öffentlichem Wettbewerb im ganzen oder geteilt vergeben werden. 1427V weißdinderarbeilen. L Zirka 12500 qm Wand- und Decken- Nadelholz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. Tie Verkaufsbedingungen liegen aus hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Diesbezügliche Angebote sind pro Festmeter, getrennt für jedes Los, einzureichen. EröffnungStermin SamS* , tag, den 23. Februar 1929, vormittags 11 Nhr, in Gegenwart etwa erschienener Bieter. 1433V Wieseck, den 15. Februar 1929. Hess. Bürgermeisterei Vieseck. S ch o m b e r. Sanna iwMws-W Md- leit 13 6ü M w» )r. Leimcr -«r- i) Kauskrasl bce 2arnoto._^ n BeroaMS b5 2) bü 2015: )lt> Sierbekuse ces Deutschen Werkmeister erbendes In Düsseldorf zahlt !<•/. Aütwerturu iaf alle Forderungen, die aal Grund des Atif- «enangsße?etzos au nie zu sieden sind. Die B» rage werden In bar zur Auszahlung gebracht Soweit die Versicherten noch leben und MltgHedei les Deutschen Werkmeister-Verbandes sind, ist ilne Anmeldung der Ansprüche nicht erforderlich fagegen müssen diejenigen früheren Versicherten ler Sterbekssse. die nach dem 15. Juni 1922 Ihre dlCglledschaft In der Sterhek'i'se sowohl als and m Deutschen Werkmeister-Verband »ufgCL-ehei iahen. Ihre Forderung bei der Geschäftsstelle dei Sternekasbe In Düsseldorf bis zum 81. Marz 192! -eilend machen. Dasselbe trifft zn für die Hinter .llcbencn «on Versicherten, die nach obigem Datun -eslorhcn sind. Auch hier muß der Anspruch an tnfwertunu schriftlich elngcrelchi werden Sie vauen Ihr Liqenhe m läf.n Ihre lenevcn Hypotheken ob mit :l°.. ucn. Geld, v vöm inn- ncn und nähere Ansuinfi H. Schön Niaibmaer Str. olzsortimente im Siibmisiionswcge vergeben werden. " ‘ ...... """ “ ‘ Eiche " z'"" Lichen-Abschnitte. 1 Stück, 1,10 fm Bekanntmachung. Dienstag, den 19. Februar 1929, findet Rindvieh- (Nutzvieh ) Markt statt, sämtliches B.eh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpst Auftriebszeil am Markttage von 8 bis 9% Uhr. Beim Kauf der Impfscheine sind gleichzeitig auch die erforderlichen Marklstandzcichen zu losen. Der nächste Schwcinemarkt findet am v. März 1929 statt 1395C Gießen, den 16. Februar 1929. Der Oberbürgermeister. I. B.: Klingspor. Uflt. Cänbem »«d Ä 'SM ): LeseM^ L i-k« HU IS- es is« t?, (jW- «X ”5 le E i von .Tt.d* T.aW^ olles- Sfammholzvertteigerung der Gemeinde Mihmar. Samstag, den 23. d. M^ von 2 Uhr nachmittag» an, bei Wirt Leib. 1. Luche: Distr. 25 und 27: 16 St. 3. Kl., 10,61 fm, 2 St. Kl. 4, 2,25 fm. 2. Eiche. Distrikt 8, Nr 1-8: 8 St. Kl. 3 dis 6 mit 6,53 fm; Distr. 11, Nr. 656: 1 St. Kl. 4, 1,04 fm; Distr. 9 Wcgauf- hieb Nr. 2506 8: 3 St. Kl. 2, 1,18 fm; Diftr. 22b, Nr. 2449 50: 2 St. Kl. 4, 3,14 fm; Diftr. 4, Nr. 1983: 1 St. Kl. 4, 0,42 fm; Diftr. 25, Nr. 2493 98: 6 St. Kl. 2—4 mit 4,16 fm; Diftr. 27. Nr. 158 bis 193: 36 St. Kl. 2—4 mit 27,70 fm. 3. Fichte und Kiefer, Diftr. 21, 24 und 25: 13 St., 7,52 fm. 1426V Wißmar, den 14. Februar 1929. ________Der Gemeindevorsteher._________ Oberförsterei Krofdorf. Vrennholzversteigerung am Dienstag, dem 26. Februar 1929, 10 Uhr, bei Freund in Krofdorf aus Distrikt Kreuzschläge, und zwar: 1431V 13a: 7 rm Eichenknüppel, 600 rm Ei.- und Bu.-Stamrnreiser. 14b: 65 rm Eichenscheit, 24 rm Ei -Knüppel, 400 Eü-Reis III; 760 rm Buchen- schett, 30 rm Bu.-Knüppel, 2400 rm Bu.-Reis III. » 4- n 4. » 5. » 2. ,, 3. n 4. „ 2. „ 3. Kiefer 4a» ii. 4b- „ 3a- „ 3b- „ 3b- .. 4a- Fichte 4b- Kiefer 2a- Men bo.i T. be. “«greife LtaVld) dir JRtt bet bcab. Ä dvn 250 “ß.uprunflcn des dir des SiMt» n. Sie etüM Erliche vrlänte «inwi Achtel an y. er nxtb nde Gelände Don >ten, während die ntunisdechältniisr erMzt werte, ( in der vstM W eines Selbß, i Postawt ziuu* ‘8. teß 04 jeder ign echlladm hmen. Aich den slers ha'xn sich sär dis Lelbsb« WÄ brschlojsen. xfynem b^üg.lch -= ju verhandeln, ten Äelrog dm zu können. - tzunz dÄtzlollene ilfc an 2t* :ti, dah drv uat auch der Erzherzog Leopold Salvator immer drin g'wohnt, wenn er zur Jagd nach Kerefz°Crdö kam. Du, heut' Abend führst d' die Frau von Molnar zu Tifch. hast schon an Stein bei ihr im Brett von wegen die Rosen: sie is Woltern auf der älteren Seiten, will aber bereuet fein wie an jung's Madel." .Wird prompt besorgt!" Arm in Arm schlenderten wir den Gang hinab, traten in den Salon. — Mitten unter dem Kronleuchter, dessen Kerzenlicht sich in hohen Pfeiler» spiegeln und schimmernden Prismen brach, stand die Gräfin d'Harancourt in einem ganz schlichten, weihen Hauskleid, als einzige Schmuclstücke eine Hirfchhalenbro'che und eine mit Auerhahnsteinen besetzte Gürtelschnalle. Gleich einer Schale von Bernstein legte sich das wundervolle, seidenweiche Haar um die Schläfen, die weihe, klassisch geformte Stirn, jede Bewegung der tannenschlanken Gestalt verriet sedernde Kraft, schmiegsame Rasse. Doch da trat auch schon der Ritter von Molnar auf mich zu: »Erlauben S', Baron — Graf Andrassy! Graf Schönborn I" Ein paar verbindliche Redensarten, dann öffneten die Diener die nach dem Speisesaal führenden Türen. Rasch bot ich der Dame des Hauses den Arm' »Gnädigste gestatten?" Strahlender Lichterglanz, hohe, steiflchnige Stühle und an den Wänden Geweih neben Geweih. urige, klobige Beutestücke von fast grotesk wirkenden Ausmaßen. Ich muhte mich erst zurechtfinden in der neuen Umgebung, die so fremdartig wirkte. Aber dann kam rasch eine gemüt.iche Stimmung aus. und ich entsann mich meiner Pflichten als Tischherr, zog alle Register der Liebenswürdigkeit, obwohl ich todmüde war. Der Vinzenz mochte es mir an- sehen und beugte sich zu mir hinüber: »Weiht d', Alterle. nacha drückst' di auf französisch, lang bleiben ma heunt auch nimmer auf, wird morgen a anstrengender Tag. de ersten Gäst kommen schon früh." Die Diener beten den Rächt sch an, Butter und Käse, Obst, dann hob Frau von Molnar die Tafel aus. Gräfin Soch.) kam auf mich zu: »Wollen Sie mal meinen Sechzehnender fehen und die beiden Zwölfer vom Vinzenz? Die Geweihe stehen drüben in Onkels Zimmer..Sie schlug eine Portiere zurück: »Run?" 3m ersten Augenblick war ich sprachlos — lieber Himmel, was war dagegen meine Schädelstätte daheim! Rehkronen bis zum Virrzehner, mit Stangen wie ein schwacher Hirsch, Keilerwaffen von urweltlichen Dimensionen und Geweihe — — meine Müdigkeit war wie toeggeb'a cn! Aber alle diese Beutestücke reichten doch nicht an den hoch- kapitalen Sechzehnender heran, dessen über und über geperlte und gerillte, tiefschwarze Stangen mit den schneeig blitzenden Endenspitzen und prachtvollen Decherkronen sich von dem dunilen Hir tergrund abhoben wie Kerzen an einem Weih- nachtsbaum. »Und den haben Sie geschossen, Gräfin?" ,3a, ich!" 3n den dunklen Augensternen blitzte es seltsam auf. die feinen Rüstern blähten sich wie bet einem Rassepferd. »3ch möchte nicht leben, wenn ich nicht mehr jagen könnte!" 3n dem Ton der Stimme lag etwas, das mich aufblicken lieh: »So passioniert sind Sie?!" »Die 3agd ist mir alles, alles..." »Grad wie mir!" Plötzlich stand mein Freund neben und: »Hab' mir's eh g dacht, daß es der Sopherl koa Ruah laßt, l glaub’, für an starken Hirsch gäb's ihre ewige Seligkeit hin." »Wenn er so ist wie der Sech'.ehnender." — Das sollte ein Scherz sein, natürlich und doch — ich fröstelte unwillkürlich. »Was hast d' denn?" fragte mich Vinzenz. »Richts weiter, vielleicht ist ein Schnupfen im Anzug!" .Wär' net schlecht! Dann aber marsch, ins Bett, wirst am End' gar noch krank? Komm', trink' a Schaler! Mokka!" Das junge Mädchen bot mir eine blattdünne Sevrestasse an: .Ein oder zwei Stückchen Zucker?" »Wenn ich bitten darf. zwei. 3n dieser Beziehung halte ich es mit den Türken: süh wie die Liebe, schwarz wie die Rächt und heiß wie die Hölle." Der Ritter von Molnar gähnte verstohlen, und fünf Minuten später wurde zum Aufbruch geblasen. Mein Freund begleitete mich bis zur Tür meines Zimmers: »Schlaf schön, Alterle, Frühstück kannst d' zu jeder Zeit haben und träum' guat...“ Roch ein Huschen, Flüstern drauhen auf dem Flur, dann Stille, nur die kleine Douleuhr auf dem Kaminsims tickte leise und teilte bje verrinnende Zeit in rieselnde Sekunden... • Helles Sonnengold flutete in zitternden Wellen durch die hl>hen Fenster, als ich erwachte. Von dem nach der anderen Seite des Schlosses gelegenen Hofe her llang Räderrollen. Ein rascher Blick auf die Uhr. — gerechter Himmel, zwanzig Minuten nach zehn! QIdct wie neugeboren fühlte ich mich, keine Spur von Ueoernächtigkeit. Drau- hen lag der tief verschneite Park in all der zauberhaften Pracht eines strahlend schönen Wintertages: Laubengänge aus bixarr verschnittenen Koniferen mannshohe Hecken. Der glitzernde Eisspiegel eines Sers. Und aus der Halle klang helles Lachen. Stimmengewirr wie das Surren und Summen eines aufgestörten Bienenschwarms. 3ch lieh mir Zeit: hatte ich einmal verschlafen, so kam es auf ein halacs oder ganzes Stündchen mehr auch nicht an, und bei dem allgemeinen Trubel würde mein Fehlen kaum auffallen. 3n aller Ruhe beendete ich meine Toilette, dann machte ich mich an das Auspacken der Koffer, der Kiste und klingelte. Ein Diener trat ein: »Ew. Gnaden befehlen?" »Sagen Sie mal, lieber Freund, haben Sie eine Ahnung, wo die Hochzeitsgeschenke für das Brautpaar untergebracht werden?"" »Sehr wohl, im fogenannien »weihen Saal", gleich neben dem Wintergarten..." »Schön, dann befördern Sie doch, bitte, mal diese Kiste dorthin und packen Sie vollends aus, aber vorsichtig, damit nichts entzwei geht!" 3ch hob den Deckel ab und entfernte d'.e oberste Watteschicht — Go.t sei Dank, alles war noch heil und unversehrt. .Und wo wird gefrühstückt?" »3m alten 3agdzimmer. Wenn ich Ew. Gnaden geleiten darf?" Mir war 's recht, und ich folgte dem Bedienten über eine Wendeltreppe in das obere Stockwerk. Das sogenannte »alte 3agdzimmer" war gedrängt voller Menschen, etwas hilflos sah ich mich um, aber da stand plötzlich die schlanke Rcitergcstalt des Grasen Pernegg vor mir: »3essas!. Baron! Ra, so an Wiederschau n! Und der Poldi Pürkstein is auch da! Sagen S' bloh, wann san S' denn angekomm’n?" »Gestern abend, doch... ich kenne noch niemanden, wenn Sie mich, bitte, den Herrschaften vorstellen wollen?" Der Rittmeister von Pernegg lachte, dah die festen, weihen Zähne in dem hageren braungebrannten Gesicht blitzten: »3 kenn' selber niemanden, is ja auch egal, die Ramen vergiht man eh wieder, kommen S' nur, jetzt trinken ma erst an Schaleri Haut...“ Ueberafl waren kleine Tische gedeckt, Mädels in ungarischer Rationaltracht servierten, magyarische 2aute klangen auf... »Poldi! - Poldi!" Das Einglas im Auge, schob sich Graf Pürk- stein durch das Gedränge, ein Kettchm mit Miniaturvrden auf der feibengefütterlen Klappe des Smokings: »Servus. Baron, ist riesig nett, daß S' auch gekommen sind, setzen wir uns gleich z samm?" 3ch war hrilssroh. wenigstens ein paar Bekannte entdeckt zu haben: denn der Vinzenz blieb unsichtbar. — natürlich, wenn einer vor dem Honigtopf sitzt... ! Aber dafür tauchte der Ritter von Molnar auf. erhitzt, schwitzend, ruderte mit weit aus» holenden Armbewegun en auf uns zu: »Servus! Ausgezeichnet! Wann l bitten dürst'. Baron. Sie führen die Sophy zu Tifch, um drei. Uhr wird diniert." Da war er schon einen Tisch weiter: »Servus! Servus! Freit mich uagebeierf' »Auch gut, frühstück'n ma gleich durch!" schlug der Rittmeister vor. »Halt, Madel!" Damit hielt er eine niedliche Kleine an. tätschelte ihr wohlwollend den Arm und stellte einrn mit Eis gefüllten Kübel, aus dem der vergo.drte Hals einer Schaumweinfiasche ragte, neben seinen Stuhl: »S,'iel'n ma 'ne Partie Tarock, ja? 38 recht ?" 3s recht?" Erst wollte ich protestieren, doch dann gab ich nach, es war wirklich das beste Mittel, um die Zeit tv zuschlagen, und h.er kümmerte sich ohne- hin kein Mensch um den anderen. Ein Heller, schmetternder Fanfarenton. der Poldi Pürlstein warf die Karten zusammen. »3essas. unsere Tischdamen!" Rebenan im »weihen Saal" waren Wohl an hundertsünfzig Menschen versammelt. 3ch muhte sanfte Gewalt anwenden. um mir den Weg zu dem Brautpaar zu bahnen, das neben dem Gabentisch stand: »Tinzenz!" . ' »Alterle! Endlich! lind sei mir net Harb, i könnt inich net freimachen..." Ein Händedrnck, dann trat ich auf die Gräfin d'Harancourt äu: »Wie mir 3hr Herr Oiuel sagte, habe ich di« Ehre..Sie lachte mich an. „O bitte, ganz auf meiner Seite!" ilnb dazu machte sie einen richtigen Schuimädelknix: »Schauen S' nur, is das nit prachtvoll, und der Tafelaufsatz...“ »Gefällt er 3hnen, Gräfin? 3ch fürchtete schon, 3hren Geschmack nicht getroffen zu haben... »Der... der ist von 3hnen?" »3 hab g'meint vom Leopold Salvator...?" »»3 hab g'meint vom Leopold Salvator... ?" »Rein." Frau von Molnar bot mir lächelnd die Hand: »Der Erzherzog hat das Drachew- mustcrservice geschickt..." Mein Freu:rd tonnte sich noch immer nicht von seinem Staunen erholen: »Du! Also das is unrecht, so an G'schenk, der 3agdzug der Diana. Allmeihener Porzellan..." »Schluh! Schluh! Wenn es dir und der Gräfin nur etwas Freude macht, übrigens — es ist ein uralles Erbstück..." kFottsetzuna folgt.) ________ ™ 81 jjfl f * MM. 8 wa **V, 5 MM Fr feil« ' - £>/• $<£'.2 *:-V. W I MM WM. WWW WWWWWDWWWMWMWWWWMWWWWMMD^WW^MDMMDWWWWWWWWW AlksWollne schon) Persil! - - ' .y'H mit weißen Tüchern oder Seidenpapier aus. Direkte HitzeundOfennähe meiden! Farbenpracht und mollige Weichheit Persil verdient es, daß Sie sich von seiner unvergleichlichen Eignung für die Wollwäsche überzeugen. Der milde Persilschaum ist das rechte Reinigungsbad für alles, was Wolle heißt. Kurzes Waschen in einfacher kalter Lauge und richtiges Trodcnen-damit ist es getan! Durch wiederholtes Einrollen in feuchtigkeitaufsaugende weiße Tücher wird das gewaschene und gespülte Stück von der anhaftenden Nässe befreit und zum Schluß, in Form gezogen, auf tuchbedecktem Tisch zum Trocknen ausgebreitet. Innenteile und Ärmel legt man bei farbigen Sachen .■v'äh Nur in Originalpackung — niemals lose! Hersteller auch von Henko — Henkels Wasch- und Bleichsoda. Ipi Sperrholz in Etcbe. (Änboon u. Stierer 3-2-1 mm • ö ai ° Breuer und Dielen aller Tiärken. ü " g • ictiwediiche rnö boinrifctie ^obei- • £ o btciicr. Lvaiierlauen. Uidien« u gaay tbudicn* Sdmit moren liefern in w” b.q allen Ltarken iis71j s-isGooea Btin & ßo„ SleSeu LZL» Telephon 149. Latlea Im alias Starken prampt lleZarbar iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin rnoostovttteeu das beite und diu taste ixinitreiiintttel lüt (titon'i'iebitäiie. MoosjovfmnU das bene '-botienvcrbcfieuinaaim tel die beste Ein.reu für SUeiiutbieljftalk, das buitaite 3'ol ernuiiel. 1391D Qualitätsware des De ifchen Totlstreu- Beroandes liefern zu billigsten Preisen. (Sehr. Kahl, Tel. Nr. 87 miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiuiiiiuiiiu Briefmarken -Verkauf! Am 17. April, naohiu. 3 ühr beginnend. sollen in Köln 30 M) Kilo irarantlert unsor h-rie Missionsbriefmarken von Missionen. Klöstern usw.. seit langen Jahren in der ganzen Welt ie- sammelt, mit vielen allen und seltener) Margen durcii die IJnteizeichnete ohne Unterschied des Wer'es nach Gewicht verkauft werden. Iniere.-se.den er alten vorher (jetzti versiegelte Ormlnal Probepnkete von 1 bis 10 Klio, hin Oriffiuni Probekilo brutto itOuüU bis 200X) btücki kostet 2l.- M.,2 Kilo <0.- M.» 4 Kilo äO. M» 10 i- ilo 100. M., Kasse voraus, norto.rei. sonst Nachnahme. Ausland nur Kasse voiaus. Fernspr. Hansa 9:147.-). Postscheckkonto Köln 53!06. Bankkonio Kreissnark saju bekennt, daß dem Gießener und zugleich oberhe,fischen Theater nun endlich das Maß von staatlicher Fürsorge zuteil wird, um das Gießen sich nun schon seit Jahren bemüht und daS auch nach einer Reuordnung noch auher- schon vollkommen die geistige Blickweite. Wie die Erfahrung lehrt, ist die Etatarbeit im Finan'ausschuß in den allermeisten Fällen entscleidend für die Stellungnahme des Plenums. T.otzdem mach'.en wir wünschen, daß der Versuch, für das Gießener Stadttheater eine ordentlich weit hinter den staatlichen Zuwendungen an die Darmstädter Bühne zurücksteht. Das Stiefkind des Hessischen Landtags Taten für Sonntag. 17. Februar. Sonnenaufgang 7.11 Uhr: Sonnenuntergang 17.18 Uhr. — Mondausgang 10.21 Uhr; Mondunter- gang 1.43 Uhr. 1600: der Philosoph Giordano Bruno aus Nola wird in Rom verbrannt: — 1854: der Großindustrielle Friedrich Alfred Krupp in Esten geboren; — 1856: der Dichter Heinrich Heine in Paris gestorben. Taten für Montag. 18 Februar. 1546: Martin Luther in Eicleben «starben; — 1561: der Bildhauer und Maler Michelangelo Bvo- narotti in Rom gestorben: — 1857: der Waler. Radierer und Bildhauer Max Klinge jn Leipzig geboren. ___ Der neue Wetzlarer Etat. IZ Wetzlar, 14. Febr. Früher als in den letzten Jahren hac unsere eo.avtverwallung den Voranschlag zum städtischen Etat für 1 929 der Oefsentlichkeit zugänglich gemacht. Die Beratungen in den Ausschüssen und im Plenum der Stadtverordnetenversammlung sollen noch im Lause dieses Monats beendet werden. Ob hier- bei schon die Ergebnisse der von der Regierung eingesetzten Prüfungskommission ausgewertet worden sind, ist nicht bekannt. Der Etat für 1929 sieht — wie dieser Tage schon kurz berichtet — in seinen Endsummen eine Einnahme von 4 845 000 Mark und eine Ausgabe in gleicher Höhe vor. Er ist um 145 000 Mark höher als sein Vorgänger, bei dessen Verabschiedung im vorigen Jahre bekanntlich größere Meinungsverschieden, heilen in bezug auf das Sollaufkommen an Real- struern und deren beabsichtigte Erhöhung entstanden waren. Reu an dem diesjährigen Etatsvoranschlag ist die vorgeschlagcne Erhöhung der Grundvermögenssteuer von 250 aus 350 Prozent, was eine Mehreinnahme von rund 100 000 Mark bedeutet. Die Gewerbesteuer ist mit 625 Prozent vom Ertrag und 2500 Prozent von der Lohnsumme gleich geblieben: der Soll- ertrag der letzteren ist mit 700 000 Mark veranschlagt. Der Anteil der Wohngemeinden an der Gewerbesteuer ist mit 80 000 Mark etatisiert. Dies bedeutet, daß die Stadt mehr als 11 Prozent ihres Ertrags an Gewerbesteuer an die umliegenden Gemeinden ab.ühren muß. Reu ist ferner im diesjährigen Etat eine erhebliche Stei- :hin namentlich im leicht. Tagesgeld Bei 20 Grad minus im Flugzeug von Berlin nach Frankfurt am Main Don einem Gießener. ..Einsteigen nach Halle, Erfurt, Stuttgart, nach Frankfurt a. M. in Erfurt umsteigen." Wintermantel angezogen, Kranen hoch und aus dem angenehm warmen Wartesaal hinaus auf das Tempelhofer Feld, über das ein eisiger Oststurm hinwegbraust. Das Großflugzeug stehl gefesselt, mit zitternden ihren berechtig.en Anforderungen an den Staat um etwas mehr Hilseteistung als bisher für ein ihnen wichtiges Kunstinstitut Geltung zu ver- schaffen. Das Ge ühl kann man in Gießen nicht loswerdcn, daß für gewisse Landtagsmilglieder Oberhessen . samt seiner Hauptstadt auch heute noch nur „Sibirien' ist, daß diese Vo.ksbotcn sich nicht als Abgeordnete des ganzen Landes Hessen fühlen, sondern nur als Bezirksinteressen. Vertreter, und diese merkwürdige Einstellung dann so soltsame Ergebni.se zei.igt, wie die jetzige tft- nanzausschuß.Bcschlußfassung über die Anträge Birnbaum und Storck. Die Herren der dinar.5. ausschuß-Mchrhcit haben sich anscheinend auch Wei.er leine Eedanlen darüber gemacht, in welche Lage sie ihre Landtagskol'egen aus Ober- Hessen und Gießen durch den jetzigen Mehrheitsbeschluß gebracht Haden. ÜI. E. kann man von den oberhessischcn. insbesondere aber von den Gießener Landtagsmitgliedern doch w.rk ich nicht verlangen, daß sie nun für den gewaltigen Staatszuschuß an das Landestheater in Darm- stadt, von dem das Land so gut wie gar nichts hat, sondern das doch nur als Darmstädter Stadtth:a er anzusehen ist, stinmen werden, nachdem sie eben die stiefmütterliche, ungerechte Behandlung des eigenen oberhessischen und Gießener Theaters in neuer Auflage erlebt haben. Irgendeine mora.ische Eroberung in Oberhe,sen hat o‘- fensichtlich für die Mehrheit des Finanzausschusses des Landtages keinerlei Bedeutung, bei ihr beherrscht anscheinend die rhein-mainische Gruppierung um Franlfurt und Darmstadt herum smaragdgrün, rosa und geht in wundervollem Farbenspiel über in den schneeweißen Nebel, der unter uns alles zudeckt. Ein tiefes, wohliges Gefühl der Einsamkeit, des engen Derbundenfeins mit der Allmutter Natur erfaßt die Menschenseele, die sich I vollkommen losgelöst, freischwebend zwischen Himmel und Erde befindet. In tiefer Andacht geniest man dieses Bild, das an Einfachheit und Erhaben- I heil seinesgleichen sucht. Der Mo.or vermindert feine Tourenzahl. Das Schild „Achtung, Landung, Anschnallen" leuchtet auf, unser Flugzeug senkt sich langsam, es geht hinein in den weißen Rebel und in wenigen Augenblicken landen wir glatt auf dem Flugplatz Halle-Leipzig. Rach 10 Minuten, die gerade zu einem „Schälchen Heeßen" langen, gehts wieder weiter nach Erfurt. Da unten auf der I Erde ist nichts von der Pracht zu erkennen, die uns über dem Rebelmeer erwartet. Unser menschliches Auge kann die graue Dunstschicht ebenso- wenig durchdringen, wie die Sonnenstrahlen, denen der Weg zur Erde versperrt ist. „Hoffentlich kommen wir durch", meinte unser Pilot. In wenigen Minuten sind wir durch den Rebel durchgestoßen und schweben wiednr über dem weißen Meere, über dem als Orientierungspunkte wieder Harz und Thüringerwild hervortreten. Als wir uns kurz hinter Halle-Leipzig der Stadt Merseburg an der Saale nähern, traten aus dem weißen Rebel ganz gewaltige Dampf- Wolken heraus, als wenn da unten ein mächtiger Krater sich aufgetan hätte. Immer in neuen Ballen treten die Dampf Wolken aus dem Rebel hervor und ziehen langsam in unserer Flugrich- tung über der Rebeloberfläche dahin, Leuna, das große Ammoniakwerk mit fei :en gewaltigen Schornsteinen liegt unter uns. Hinter Erfurt, wo Flugzeug und Führer wechseln, wird es wieder lichter unter uns. Die bewaldeten Höhen des Thüringer Waldes liegen unter uns. Die Rächtnebel haben die Bäume mit einem entzückenden Raureif überzogen. Hie und da sieht man die Spuren eifriger Skiläufer, auch Wild- spuren sind deutlich zu erkennen, dmn mir schweben nur '200 bis 300 Meter über den Höhen dahin. Rechts sieht man die Wartburg auf- tauchen und erkennt einige Häuser vonG i's e n a ch. Es ist merkwürdig, wie ruhig und ohne das ge- | ringfte Schwanken unser Riesenvozel mil seinen , 170 Stundenkilometer dahinrast, mann kann ruhig schreiben: auch hat man sich an den Lärm des Motors so gewöhnt, daß dieser den Genuß in keiner Weise beeinträchtigt. Der Thüringer Wald neigt sich dem Ende zu, die Rhön mit der W a s s e r k u v p e tritt links hervor. Der Unterschied dieser beiden Gebirge tritt einem von hier oben besonders deutlich entgegen. Die lieblichen sanften Höhen des Thüringer Waldes kontrastieren stark mit denRhbn- lüppel, die ihren vulkanischen Ursprung auch in der Form nicht verleugnen können. Fulda, die alle Dischvfsstadt. wird in 800 Meter überflogen und dann gehts in gerader Linie nach dem Kinzigtal. das seiner ganzen Länge nach in wenigen Minuten überflogen wird. In unendlich vielen Windungen schlängelt sich dieser vollkommen zugefrorene Bach durch die bewaldeten Höhen. Links unter uns liegt die alte Kaiserpfalz Gelnhausen, deren Ko turen unter ter Schneedecke besonders scharf hervortreten. Das Sisberband des vereisten Maines taucht auf, und nun hören die Städte und Dörfer des reichbesiedelten Maintals nicht mehr auf. Der Main ist teilweise ganz zugefroren, und an einzelnen Stellen ziehen langsam Eisschollen talabwärts, um sich an der nächsten Ei sperre festzusetzen. Die tausende von Fabriken in und um Frankfurt senden ihre Rauchwolken in die klare Luft und geben dem Bild da unten einen grauen, finsteren Anstrich. Der „Parrtorm" lugt mit seiner Seitz« aus Häufermeer und Dunst empor, die Dreikönigskirche „dribb der Bach" ragt mit ihrem feinen Turm wie ein seingesvihtes Bleistift gen Himmel. Zeil, Kaiserstraße, Dahn of sauste 1 wie ein Film unter uns weg. zwei große Schleifen „Achtung. Landung. Anschnallen" und wir rollen über den Boden nach dem Flughafengebäude. In drei Stunden reiner Flugzeit von Berlin nach Frankfurt! Eine ganze Tagesfahrt im Auto und in der Eisenbahn kann das nicht im entferntesten bieten, was diese wenigen Stunden dem Auge u nd der Seele zu geben vermögen. Solche Eindrücke bleiben ewig. Tleberstand vcrblieo. Auch Monatsgeld war an* geboten, die Rach,rage blieb jedoch gering. Die Rückzahl ngen von kurz ristigcn Auslanl. sgeldern setzten sich in größerem Umfange fort, so daß die Devifenkurse wieder eine ansehnliche Höhe erreichten und die Reichsbank tägstch Devisen abgeben mußte, um ein weiteres Steigen der Kurse zu verhindern. Allgemein geschästs* hemmend wirkte der Beginn der Reparationsverhandlungen in Paris wenn auch die Börse hinsichtlich des Ergebnisfes dieser Der- hondlungen nicht gerade peffimiftisch gestimmt war. Aus den meisten Mark en wurden zunächst kleine Abgaben vorgenommen, dir bei der geringen Aufnahmelust des Marktes meist zu Kursrückgängen führten. Etwas st'rler im Angebot lagen Schiffahrtswerte, da üher die voraussichtliche Dividende der Hapag Ungewißheit behandelt zu werden, hat durch diesen unglückseligen Beschluß in Gießen erneut eine bedeutende Verstärkung erfahren. Man erinnert sich hierbei der un,reundlich:n Haltung der maßgebenden Stellen im Staate gegenüber Gießen in der Frage der Studienanstalt vor einigen Jahren, wo man in Darmstadt Gießen auch als fünftes Rad a.n Staalswagen ansah. Man sagt sich, daß die Regierung und der Landtag die Gießener Steuerzahler bei der Leistung des Steuertributs sehr wohl zu finden wissen, sich ihrer aber nicht erinnern wollen, wenn es sich darum handelt. gerung der Zinsenlast bei einzelnen Abteilungen, besonders bei der Dauverwaltung für Str aßen - bauten und bei der Friedhof «Verwaltung für das Krematorium usw. Wie wir hören, find zur Zeit die Derussvertretungen, tote Handelskammer und Handwerkskammer, ferner auch der Haus- und Grundbesiherverein mit der Prüfung des Etats und der Steuervorschläge beschäftigt. Hier werden zuerst die Stampfe um die Steuern auSgetreqen, und es ist damit zu rechnen, daß besonders die beabsichtigte Erhöhung der Grundvermögensueuer auf den entschiedenen Widerstand des Haus- und Grundbesitzes stoßen wird. Rach den Vorgängen, im vorigen Jahre zu schließen, wird auch im Stadtverordneten- kollegium wenig Reigung für eine solche Höhung vorhanden sein, besonders da hierdurch auch eine Erhöhung der Mieten um etwa 2 Prozent eintreten wird. Eine gerechte Lösung dec Steuerfrage ist für die Stadtverwaltung, wie auch für die Stadtverordneten schwierig, besonders da den Städten andere Ausgleichsmöglich* kei.ten als die wenigen für sie noch offettgehaltenen Steuerquellen nicht zur Verfügung stehen. Inwieweit eine wesentliche Herabsetzung der Ausgabepositionen oder eine stärkere Schätzung dec Einnahmen möglich sein wird, um die beabsichtigte Vermehrung der GrundvermögenSsteucr zu verhindern, muß den Beratungen der Stadtverordneten und der Stadtverwaltung überlassen bleiben. Wirtschaft. Sinkende Unternehmungslust. Mit finkender Geschäftstätigkeit vermindern sich naturgemäß auch die Ars-räche der Wirtschaft an dem Geldmarkt. 3m Januar wird z. D. allein in den ausges rochenen Saisonberufen (ohne Landwir.schäft) nach einer überschlägigen Schätzung des Instituts für Konjunkturforschung ein um rund 140 bis 139 Millionen Mark geringerer Betrag für Lohnzahlungen benötigt, als im Oktober, dem saisonmäßigen Höhepunkt des wir.schaftlichen Tätigk i sgrades. In den Monaten Rovrmber und Dezember wird dies: Abnahme des Geldbedarfs noch durch die gesteigerten Ai s. räche der Konfumwirtschaft (Weihnachtsgeschäft) überdeckt. Im Januar und Februar dagegen läßt mit dem starken Rückgang der Einzelhandel-Zähe die Geldnachfrage stark nach: der Geldumlauf pflegte in den letzten Jahren im Durchschnitt der Monate Januar und Februar um etwa 150 Mill. Mk. niedriger zu sein als im Durchschnitt des vovausgegangenen vierten Kalendervier. elj ahreS. Die saisonmäßige Stagnation, die den Rückgang von Beschäftigung und Umsätzen in den letzten Wochen bef^leunigt hat, hat somit auf dem Geldmarkt die (Snlf.xnmung gefördert. Bis Ende Februar ist noch damit zu rechnen, daß saisonmäßige Momente die Entspannung auf dem Geldmarit fördern können. Dagegen wird in den FrühjahrSmonaten, in denen 'Beschäftigung und Umsätze in der Gesamtwirtschast wieder zunehmen, die Saisontendenz einer Entspannung entgegen" wirken. Wenn sich auch die Erleichterung in den nächsten Monaten vielleicht wieder etwas langsamer sortsetzen wird, so ist doch anzunehmen, daß fie im Vergleich mit den entsprechenden Monaten des Vorjahres anhält, denn die Erhöhung der Beschäftigung in den Saisongewerben setzt zu ci.J/.n Zeitpunkt ein, zu dem in den übrigen Wirtschaftszweigen der Geschäftsumfang geringer ist als im Vorjahr. Das heißt mit anderen Worten, daß der ©cf amt umfang der Wirtschaftstäti zkeit bei der augenblicklichen Konjunkturlage geringes bleiben wird. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. An der Börse kam in dieser Woche die Hm* satztä.iglcit fast ganz ich ins Stockem Die allgemeine Geschäfts stille und L u st - losigteit erreichte ein kaum noch zu über* bictenoeS Ausmaß. Das private Publikum fehlte wieder vollkommen am Markte, nur aus dem Auslande sollen hier und da kleine Kauforders eingetrofsen sein. Die Spekulation verhielt sich pasiiv, da verschiedene Momente starke Zurückhaltung verursachtem Man hegte vor allem Be* sorgniste. daß die amerikanischen Federal Reserve-Banken dem Betspiel der Bank von England folgen und ebenfalls eine Erhöhung de» Diskontrate vornehmen würdem E.enso erwartete man eine Heraufsetzung des Diskontsatz in j Amsterdam, deren Einwirkungen auf die deutschen Geldmarktvcrhältnisse allerdings nicht so einschneidend wie eine Veränderung des amerikani* fchen Satzes fein dürsten. Der deutsche Geld- boden. Havel und Havelseen sind in Eisfesseln geschlagen, glänzend weiß fchimmern die beschneiten Felder, wie kleine, mit Zucker bestreute Hexen- Häuschen lugen Gehöfte und Dörfer herauf, dunkel heben sich die zahlreichen Waldparzellen aus dem weißen Tischtuch. Die noch tiefstehende Morgen- sonne wirst herrliche Lichtreflexe von den zahlreichen Flächen der Docke und Seen. Jede, auch die geringste Bodenwelle, ist zu erkennen. Das Auge ist oft geblendet von dem glitzernden Bilde, das sich uns einsamen Menschlein hier oben in dem sausen- handeltl I den Flugzeug bietet. Hie und da keucht ein Güter- Dor wenigen Tagen hat nun die Abg. Frau zug oder ein V-Zug von und nach der Hauptstadt. Birnbaum erneut den Versuch unternommen, Es macht manchmal den Eindruck, als wollten diefe den Landtag zu einer für Gießen günstigeren Zu- Züge mit uns da oben Schritt halten, aber olle An- schußregelung zu gewinnem Sie beantragte im ftrengungen nutzen nichts: in wenigen Sekunden Fina:.zau^fa)uß, in dem zur Zeit die entscheidende sind die Eisenbahnzüge überholt und verschwinden Etatarbeit geleistet wird, dem Gießener Stadt- schnell im Dunstkreis des Bodens. Die sonst von theuter einen StaatZzuschuh von etwa 25 000 Mk. Autos und Radfahrern bevölkerten Landstraßen zu gewähren. Dieser Antrag wurde, wie wir am sind tot und menschenleer, die eisige Kalte treibt die Donnerstag berichteten, vom Finanzausschuß mit Menschen hinein in de schützenden Hauser. _ alten gegen zwei Stimmen abgllehat. Ein Antrag Wir haben 1200 Meter überschritten. Merkwur- Dcs Abg. Storck (Soz.) in weniger präzisierter digerwcise ist die Außentemperatur aus 9 Grad Fassung, der tu Regierung ermächtigt sehen minus gestiegen, die Temperatur in der Kabine »ft wollte, den Zuschuß für das Stadttheater zu Eie- langsam gesunken, so daß die mitgebrockte Rcise- ßen entsprechend zu erhöhen, verfiel mit 8 gegen 4 decke sehr angenehm empfunden wird. Man ver- etimn.cn ebenfalls der Ablehnung. Mit dieser spürt aber de Kälte rar nicht so schw weil die Beschlußfassung hat der Finanzausschuß des märchenhaft schönen Bilder Auge und Seele ganz Landtages das bisherige schwere Unrecht, die erfüllen. Ganz in der Ferne Halbrechts der ülug= Verletzung des bescheidensten An,pruchs auf float- ricktung Wucht dos Drockenmassio wie eine lichc Gerechtigkeit erneut und weithin sichtbar Insel aus dem Meere des weißen Dodenmontels bekundet. In Gießen, aber auch darüber hinaus, auf# hie Brockenhäuser sind deutlich zu enennen. wo man für die kulturelle und künstlerische Be- gjnfe vor uns tritt die lange dunkle Wellenlinie Deutung unseres Stadltheaters, wie auch für das des Thüringer Waldes hervor. Wahrend Gerechtlgleicsgebot mehr Sinn hat als im Finanz» sich die Konturen dieser beiden Dergzuge scharf von au^schuß deü hessischen Landtages, hat man diesen dem tiefbunfclblauen Himmel obheben, hat sich der Beschluß mit Bitterkeit zur Kenntnis genommen. Boden unter uns mit einer dünnen weißen Dunst- Das Gefühl, von Darmstadt aus stiefmütterlich schicht überzogen, die langsam an Dichte zunimmt, - - ...K.H ... .—s— it-infiirf- I QyC5 unter uns von einer nahezu undurchsichtigen alatten schneeweißen Nebelschicht überzogen ist. Nur hie und da kann man eine Landstraße an der parallel verlausenden Linie der Dbftbäume erkennen Dörfer und Städte sind nur noch an der etwas dunkleren Rauchschicht zu erkennen, die über ihnen lagert. Auf der weißen Nebelschickt zieht der Schatten unseres Flugzeugs dahin. Der Himmel über uns ist tiefblau, nur in unendlichen Höhen, vielleicht 8000 bis 10 000 Meter über uns find feine Eis-Strichwolken zu erkennen. Das tiefe Blau des Zeniths verblaßt langsam noch dem Horizont, wird Seit Jahren läßt sich der hessische Staat die Förderung der Kunst seh* angelegen sein. Er gewährt durch die Bewilligungen des Landtages umfangreiche Mittel für daS Theater, die schaffenden Künstle:, das schöngeistige Schrifttum u,w. Der Hauptteil der staatlichen Fürsorge aus diesem Gebiete kommt dem Theater zugute. Mit Recht, denn gerade durch dies« AuSdruckssorm der Kunst wird der stärkste Einfluß auf das geistige Leuen des Volkes und die Hebung des .............. 0........... allgemeine.l Bildungsniveaus ausgeübt. So sehr Flügeln, wie ein Urwelttier, zum Abflug bereit, wir einverstanden sind mit dieser grundsätzlichen Der Propeller läuft schon auf hohe Tourenzahl und Stellungnahme der Regierung und des Land- mirbelt in mächtigen Wolken den glitzernden Schneetages, so nachdrücklich haben wir al er De» ftaub über die spiegelglatte vereiste Bodenfläche, so- fchwerde zu führen über die Anwendung dieses ^ß man nur mit Mühe zur (Eingangstür des Flug- Grundsatzes in der Praxis. Schon vor zwei ^ugs gelangen kann. Außer dem Bordfunker ist Jahren haben wir es als ein schweres Unrecht niemand in der Kabine, die angenehm erwärmt ist. bezrichnet, daß bei der Verteilung des Die Handtasche wird verstaut, die übrigen Formali- Staatszuschusses sür die mahgeben- löten sind schnell erledigt. den hessischen Theater entgegen je,liebem Gin Händedruck mit dem Piloten, von dem man Gerechtigleitsgebot verfahren wird. Für das ,aum die Nase sieht, den man aber schon von frü- Landestheater in Darmstadt, das doch Flügen kennt, ein fröhliches „Olücfab" des nichts anderes ist als das Darmstädter Stadt- H^^„ „Stationsvorstehers" und des „Lupo- theater und während der Landtagsarbeiten das Cannes", bie Haltestangen werden gelöst und die Thrater ter Parlamentarier, gibt der hessische Bremssäcke entfernt. Donnernd rast das Untier Staat jährlich rund 500 000 Mark Zu- über die glatte Fläche, biegt in kurzem Dogen gegen schuß, und bei Neuanschaffungen sür dieses bie Windrichtung ein und hinaus gehts, der Sonne Institut werden oelondert noch weitere Mittel entgegen. Zahllose Spuren von Spornen und bewilligt. Dem Stadttheater in Ti a i n a Rädern der Flugzeuge sind in die Schneedecke des hilft der Staat mit einen Jahreszuschuß von Flugplatzes eingegraben. Die Gebäulichkeiten des rund 30 0 0 0 M k. Schon ein gewaltiger Ab- Flughafens werden kleiner, wir wenden der stand von Darmstadtl f,ür taZ S t a d 11 he a t e r Reichshaupt ft adt den Rücken und schrauben in Gießen hat ter Staat a 11 j ä h r l 1 ch n u r un5 ^inauf auf ctma 1000 bis 1200 Meter. Wenn 5000 M k. gleich 1 Prozent der Beihilfe für die mQn bie schwarzbraune schmutzige Rauch, und Darmstädter Bühne übrig! Die geradezu Hane- Dunstschicht über dem gewaltigen Häusermeer der büchenes Terhältnis! Reiche Hauptstadt erblickt, die wie eine große Käse- Veranlaßt durch die angespannte Finanzlage glocke über das Ganze gestürzt ist, und dagegen die der Stadt Gießen, zu der das alljährliche er- wundervoll klare reine Luft sieht, die über der hebliche Theaterdefizit toefentlieh mit beigetragen weiten Ebene des Brandenburger Landes liegt, da hat, find schon seit mehreren Jahren von Eie- wird die Seele frei und man bedauert nur die nutz en aus wiederholt Anstrengungen gemacht wor- gezählten Menschenmassen, die in diesem entsetzlichen den. die Verteilung des Staatszuschusses für die Dunst atmen und arbeiten müssen, und darin sogar 23)eatcr aus eine andere Grundlage zu stellen, vielfach noch ein Vergnügen erblicken. Einzelheiten ohne dadurch aber die Höhe der staatlichen Ge- finb diesem Dunstkreis nicht mehr zu erblicken, samtbeihllle auch nur um einen Pfennig an- Der Oststurm treibt die Dunstschicht wie eine Rauch- wachsen zu lassen. Das Ziel war, bei dieser sahne weit in die Lande hinaus. Erst südlich von P 01s - Reuorduung für das (Siebener Stadttheater etwa | t»a m wird es wieder etwas lichter über dem Erd- 25 000 bis 30 000 Mk. Zuschuß zu erlangen. Die Gießener Landtagsabgeordnete Frau Birnbaum hat sich für diese durchaus gerechtfertigte Forderung in anerkennenswerter Weise wiederholt im Landtage eingesetzt: sie hat mit Unterstützung ihrer Fraktion mehrfach entsprechende Anträge gestellt, die aber stets von den Mehrheitspartcien des Parlaments abgelehnt wurden. Die oberhessische Provinzial- hauplstadt Gießen wurde in dieser Frage von Regierung und Landtag als Stiefkind be- herrschte imb verschiedentlich eine Deduzierung LeS Divldmöenfatzes iü: mög ich g-ha te.i wur.e. In größeren Posten tarnen außerdem vor allem ÄaltaKien an den Markt auf die niedrigen 216- fatföäjungen. Auch verstimmte, das; die 2a^)’ frage nach Len DezugZrech^en der Salzdetfurth- gruppe nicht so stark war. wie man es vielfach erwartet hatte. Als sich jedoch die erwähnten Befürchtungen nicht erfüllten und sowohl in Amerika, a ß auch in Hol'and der Diskont ah zunächst unverändert blieb, konnte sich d e Haltung allgemein ettoaß erholen, und die Kulisse schritt zu Deckungen. Das Geschäft blieb aber untrer- ändert klein, und eine gewisse Unsicherheit lieh sich auch weiterhin nicht verkennen. Günstig angenommen wurden die Ansangsver Handlungen in Paris und die Schacht sche Rede, trotzdem nichts Genaueres darüber verlautete. Etwas regeres Interesse mach'.« sich für Montanwer e. nament- lich für Braunkohlenaktien, bemerkbar, angeregt Lurch die Dividendenerhöhung der Ilse Bergbau A.-T. "Rheinische Braunkohlen. Ilse Bergbau. Gelsenkirchen und Harpener konnten mehrere Prczent anz'ehen. Bei Harpener stimulierte auch der Erfolg der 10-Millionen-Dollar-Anleihe. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Auch in dieser Woche trat keine besondere Geschäftsbelebung ein. Die Grundstimmung blieb jedoch freundlich, da die zumeist höheren Aus- landnotierungen einen günstigen Eindruck machten. Trotzdem hielten sich die Händler im Hintergründe und schritten nur in Bedarfsfällen zu Deckungen. Die Beteiligung der Mühlen und des Exports war ziemlich gering, so dah auch von dieser Seite keine wesentliche GeschästZbelebung eintrat. Der weiter starke Frost, der jede Tranö- portm'glichkeit unterbindet, hatte jedoch im Laufe der Woche eine etwas lebhaftere Geschäftstätigkeit zur Folge, was sich aber in der Hauptsache nur am Terminmarkt auswirkte. Infolge der vereisten Flüsse konnten die fälligen Lieferungen nicht eingehalten werden, so dah sich auch hiervon ausgehend etwas verstärkte Nachfrage nach prompte Ware geltend machte. Das Angebot von Inlandware war infolgedessen ebenfalls sehr minimal, da die Provinz nur spärlich mit Ware an den Markt kam, da in diesen Kreisen Befürchtungen infolge des kalten Wetters — Transportschäden — gehegt werden. Nur an den Hauptmarkttagen erfuhr 6aß_ Geschäft eine De- kbung, während an den übrigen Tagen die Besucherzahl sehr gering war, so dah auch aus diesem Grunde nur sehr wenig Abschlüsse zustande fernen. Weizen und Roggen konnten bei etwas lebhafterer Nachfrage bis je eine viertel Mark anziehen. Hier schritten vor allem die Mühlen, obwohl der Wehlabsatz sehr gering war, zu Deckungen. Auch wurden verschiedentlich von Exportseite Interessenkäufe vorgenommen. In Sommergerste kam etwas mehr Ware an den Markt, und es bestand kaum Nachfrage für diesen Artikel, was ein Nachgeben bis zu einer viertel Mark zur Folge hatte. Dagegen war Hafer, inländ., im Gegensatz zu den vergangenen Wochen etwas reger begehrt. Auch war nicht viel Ware vorhanden, und der Preis hierfür muhte ebenfalls erhöht werden. Das Mehl- geschäft war im großen und ganzen schleppend. Weizenmehle waren vorübergehend gefragt, doch erfuhr der Preis keine Erhöhung, da die Interesselosigkeit allgemein auf die Stimmung drückte. Nur Noggenmchl war gegen Ende der Woche etwas lebhafter verlangt und konnte nach vorübergehendem Verlust von einer viertel Man wieder etwas anzieh:n. Auch Las Futtermittelgeschäft entwickelte sich nur tang'am. Nach Weizen- und Roggenkleie bestand kaum Nachfrage, dagegen machte sich von feiten der Landwirtschaft nach Mais für Futlerzwecke etwas lebhafteres Interesse geltend. Bei anziehendem Preis nahmen die Umsätze zeitwe.se etwas größeres Ausmaß an. Am Lieferungsmarkt bestand für März- und Aprilabladung für fast alle Ge- treidearten recht reges Interesse. Hier konnten oft Preise über Notiz erzielt werden. Zum Wochenschlutz erfuhr die Tendenz infolge höherlautender Auslandmeldungen eine allgemeine Befestigung. Das Geschäft blieb jedoch Nein, da das Nachlassen des Frostes eine etwas stärkere Beschickung der Märkte zulieh. Die Preise erfuhren durchfchnittlich eine weitere Erhöhung. Für Meh'e bestand etwas lebhaftere Nachfrage. Verglichen mit den Notierungen der vergangenen Woche konnten Weizen, Roggen, Hafer, inländ., Mais für Futterzwecke, Weizenmehl, do. Nieder- rheinische Qualität, und Doggenmehl j,e eine viertel Mark anziehen. Weizen- und Roggenkleie blieben unverändert. Sommergerste gab sogar eine viertel Mark nach. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 24, Roggen 23,75, Sommergerste 24,50, Hafer, inländ. 24.25 bis 24 50, Mais für Futterzwecke 23.75 bis 21, Weizenmehl 33.75 bU 34 25. niederrh. 33.50 bis 34, Rcggcnmehl 31,25 bis 31,75, Weizenklcie 14,25, Roggenkleie 15. e * Indischer Auftrag für Henschel. Die Henschel & Sohn A.-G. in Kassel hat von der Indischen Staatseisenbahngeselt.chast einen Auftrag auf Lieferung von 57 Lokomolivkesseln erhalten, die im Lause des Sommers bis zum Herbst zur Ablieferung gelangen. ' Deutsche Grundiredit-Bank, Gotha, Berlin. Der Aufsichtsrat beschloß, die Verteilung einer Dividende von 10 (L V. 9) Prozent vorzuschlagen und ferner von einer Einziehung der Vorzugsaktien abzusehen. * Deutsche Hypothekenbank, Berlin. Das Institut schlägt ein? erhöhte Dividende von 11 (i. V. 10) Prozent vor. Fran. urtcr Börse. Frankfurt, 16. Febr. Tendenz etwas schwächer. Der schwache Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse und die Versteifung der internatwnalen Geldmärkte, sowie das Fehlen jeglicher Orders mahnten zu Beginn der heutigen Samstagbörse zur Zurückhaltung und hatten einen Tendenzumschwung zur Folge. Das Geschäft blieb daher äußerst gering und wickelte sich zumeist nur bei der Spekulation ab, die jedoch auch sehr vorsichtig zu Werke geht. In der Grundstimmung war jedoch eine gewisse Freundlichkeit und Zuversicht, die durch optimistische Mutmaßungen gestützt wurden, die mit Meldungen aus Paris in Zusammenhang gebracht wurden, nicht zu verkennen. Die Kursverluste gegen gestern blieben klein und gingen nur vereinzelt über 1 v. H. hin- aus, da sich auch verschiedentlich Aufnahmeneigung geltend machte. Stärker vernach.ässigt waren I -G.- Farben mit minus 2,75 v. H. Zur ersten Notierung kam nur eine geringe Anzahl von Abschlüssen zustande. Am Elektromarkt eröffneten AEG., Licht und Kraft und Siemens um 1 v.H. niedriger. Montan markt hatten nur Gelsenkirchen mit plus 0,75 o. H. ein'ges Geschäft zu verzeichnen. Hapag minus 1 v. H., Norddeutscher Lloyd behauptet. Banken gehasten und nur vereinzelt bis 0,5 v.H. niedriger. Auto- werte eine Kleinigkeit abgeschwächt. Vermehrtes Interesse bestand für Zellstoff Aschaff en. bürg mit plus 3,90 v. H. Renten still, aber gut behauptet. Im Verlaufe konnten sich das Niveau auf Deckungen der Spekulation und einige eintreffende Orders etwas heben und die Tendenz erfuhr eine Befestigung. Bei bevorzugten Werten gingen die Besserungen bis zu 2 v. H. Besonders I.-G.-Far- b e n und Siemens standen auf Intercfscnkäufe im Vordergründe. Später machte sich jedoch wieder Realisationsneigung bemerkbar, so daß sich die Kurse in den meisten Fällen n'cht halten konnten, doch blieben die Abbröckelungen klein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5,5 v. H etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,214550, gegen Pfund 20.4590, London gegen Kabel 4,8538, gegen Paris 124 29, gegen Mailand 92,74, gegen Madrid 31,05, gegen Holland 12,12. Bcrlmc Börse. Berlin, 16. Febr. Die heutige Samstagsbörse eröffnete relativ widerstandsfäh g. Der Ordereingang blieb allerdings vorläufig noch sehr gering, und die Spekulation, die gestern etwas stärker gekauft hatte, zeigte heute zum Wochensch'.uß eher wieder Neigung zu Glattstellungcn. Die Kursabschwächungen gegen gestern Mittag hielten sich in engen Grenzen, und nur in wenigen Papieren gingen diese über 1 v. H. hinaus. Die schwachen Auslandbörsen hatten wie erwartet, keine große Wirkung gehabt. Man argumentierte, daß das schwache Ncuyork nur eine der Maßnahmen gegen die Spekulation sei und daß man auch noch weitere Kreditrestriktionen erwarten könne. Einerseits befriedigte, daß die Generaldebatte in Paris zum Abschluß gekommen ist, andererseits scheint man jetzt aber eine gewisse Angst vor den separaten Besprechungen zu haben. Ziemlich feste Haltung zeigten A.-G. für Verkehrswesen, Reichsbank, Kaliwerte, bei denen heute der Bezugsrechtabschlag zu berücksichtigen ist, Bergmann, L cht und Kraft, Schubert & Salzer, Hacke- thol-Draht, Stöhr usw. Stärker gefestigt waren Aschaffenburger Zellstoff mit plus 4.75 v. H. und P ge mit plus 5,75 v. H. Dagegen RWE. und Rheinische Braunkohlen je 1,5 v. H schwächer. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer gesch'iftslos. Der Pfandbriefmarkt hatte stilles Geschäft. Interesse bestand besonders für Rheinisch-W.stfälische Liquidations- Pfandbriefe und Anteile. Der Geldmarkt war ziemlich angespannt. Tage-geld war mit 5,75 bis 7,75 o. H. weiter gefragt Sonst blieben die Geldsätze unverändert. Auch im Verlaufe konnte sich keine einheitliche Tendenz durchsetzen. Die Spekulation blieb, im Hinblick auf Paris, zurückhaltend und unsicher. Die allgemeine Geschäftsstille drückte weiter auf das Kursniveau, so daß bei einigen Werten Kursrückgänge bis zu 1 v. H. eintraten. Deutsche Linoleum verloren 2 o. H. Eingesandt. (s är Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Anfrage an die Stadtverwaltung. Die Stadt Gießen hat vor einigen Wochen die A n - forderungsze11 e l für Straßenreini- aung und Müllabfuhr herauegcgcben. Dabei hat sie auch den Eigentümern unbewohnter, nur gewerblichen Zwecken d.enender Grundstücke, bei denen eine Müllabfuhr nicht in Frage kommt, die Müllabfuhrlosten und den Eigentümern unbebauter Grundstücke die Straßenreinigungskosten berechnet. Ich bitte nun die zuständige städtische Dienststelle, doch einmal öffentlich mitzuteilen, ob die Stadt zu s dieser Berechnung berechtigt ist, urd weiterhin, ob sie einen Bürger, der seinen Müll selbst fortschaffen läßt, weil dieser zu Duno-wccken gebraucht wird, zwingen kann, die städtische Müllabfuhr zu benutzen, und, falls nicht, doch zu zahlen. E. Z. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkest der Schristleitung) Aufwertung. Die Zinsen l etragen zur Zeit 5 v. H. Zinseszinsen sind unzulässig. Der Zinsendienst begann m t sich allmählich erhöhendem Zinsfuß am 1. April 1924. In Ihrem Falle wäre wohl eine besondere Entscheidung bzw. eine vergleichsweise Erledigung am Platze gewesen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 17. Februar, von 19,30 bis gesen 22 älhr: D'.e Sache Makropulos. Montag, 18.. von 19,33 bis gegm 22,30 stlhr: Sarnfon und Dalrla. Dienstag, 19., von 19,33 bis gegen 23 Hijt: Die Zaubers löte. Mittwoch. 20.. von 19,30 bis gegen 23 Uhr: Die Fledermaus. Donnerstag, 21., vom 19,33 bis nach 22,30 älhr: Manon. Freitag, 22., von 19.33 bis 22,15 Ähr: Fidelio. Samstag, 23., von 23 bis gegen 22,30 älhr: Die Sache Makrvpulos. Sonntag, 24., von 19,30 bis 22,30 Ahr: Othello. Montag, 25.. von 19,30 bis gegen 23 Uhr: Die Fledermaus. — Schauspielhaus. Sonntag, 17. Februar, von 14,30 bis 17,15 Uhr: Minna von Darnhelm: von 20 bis 22,33 älhr: D'.e Prtroleurn-Irfrln. Montag, 18., von 23 bis nach 22 Uhr: Stein unter Steinen. Dienstag, 19., von 23 bis 22 Uhr: Schluck und Iau. Mittwoch, 23., von 23 bis nach 22 Uhr: Stein uni er Steinen. Donnerstag, 21., von 20 bis 22.33 Uhr: Der brave Soldat Schwejk. Freitag. 22., von 23 bis nach 22 Uhr: Schwengel. Samstag, 23.. von 23 bis gegen 22 Uhr: Wir wollen träumen. Sonntag, 24., von 19,33 bis 23 Uhr: Don Karlos. Montag, 25., von 23 bis nach 22 Uhr: Ehen werden im Himmel geschlossen. Kunst und Wissenschaft. Deutsche Grönland-Expedition. Im Kreise der deutschen Wissenschaft wird eine Expedition nach Grönland zwecks Forschungen über das Inlandeis und sein Klima geplant. Auf Schlittenreisen längs einer auf 71 Grad Breite gelegenen Durchquerungsroute soll mit seismischen Methoden die Dicke des Inlandeises zu messen versucht werden. Ferner sollen die Seehöhen exakt auf trigonometrischem Wege bestimmt werden! auch wäre es wertvoll, durch Schweremessungen festzustellen, ob die Erdrinde unter dem Inlandeise sich im Tauchgleichgewicht (Isostasie) befindet. Dieser letztgenannte Teil der Untersuchungen soll im Einvernehmen mit dem Dänischen Geodätischen Institut durch- ?esührt werden, dessen Direktor, Professor N ö r - and, mit solchen Schweremefsungen an der Küste bereits begonnen hat. Es besteht die Absicht. auf dieser Route drei Winterstationen einzurichten. die eine auf der westlichen Randzone des Inlandeises, die zweite im zentralen Firngebiet in 3030 Meter Seehöhe und die dritte an der Ostküste. An diesen Stationen, wo eine größere Zahl von Gelehrten überwintern soll, werden einerseits die höheren Luftschichten durch Drachen- und Ballon-Aufstiege, und andererseits das Innere des Inlandeises durch Schacht- und Bohranlagen erforscht werden. Für die Schlittentransporte würden neben Zugtieren auch Luftpropeller-Schlitten zu verwenden fein. Tie Expedition kann erst 1933/31 stattfinden, da im Sommer 1929 zunächst durch eine kleinere Dorexpedition die günstigste Aufstiegstelle auf das Inlandeis gefunden und die Durchführbarkeit deS Unternehmens erprobt werden muß. Für diese hat die Notgemeinschaft der Deutschen W.s- senscha-t Mcktel zur Verfügung gestel t. Auch von dieser Dor- und Probee:pe^ition sind berci.s wesentliche selbständige Ergebnisfe zu erhoffen. Leiter der Expedition ist der Grazer Universi- tätsprofesivr Dr. Al red Wegener, der 1903 bis 1938 an M)lius-Erichfen3 »Danmark-E.:pe- ti.ion" nach Nordoft-Drön and und 1)12/13 an I. P. Kochs Durchquerung Grönlands teilgenommen hat. Tie Dänische Regierung, mit der Professor Wegener soeben in Kopenhagen verhandelt hat, hat reges Interesfe für den Plan gezeigt und der Expedition ihre Unterstützung zugesichert. „Der Patriot*4 im Film. Alfred Neumanns bekanntes Drama „Der Patrivt** (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart) wurde von der Paramount-Gesellschaft verfilmt und erz'.elte in Amerika großen Erfolg. Der Film wird Ende Februar zum istenmal in Berlin gezeigt, im dann später seinen Weg durch ganz Deutschland zu nehmen. Sprechstunden der '.h’c'tnftion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen Anzeigenauftrage sind lediglich an d'.r Geschäftsstelle ru richten Für unverlangt eingcsandle Manuskripte ohne beigesügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Vewinnauszng Nachdruck verboten Ohne Gewähr 14 Rrbrum 1929 6. 8iebunfl9flmte ju 2 (SrtDinn* id 8 tSetoinnt »n 367675 16 ®*toinne ro 257406 334015 38 ®OTn-nn» m 5 Klass, 32 Plkubisch.Lilddevstch- <255. Picutz ) Rldflen-VoUcrie 367595 379277 86 S-w.nn« ,1. 500 M. 9318 12360 17059 27315 ----- ----- ----- ----- ------ H1571 4 v etptune tu 5000 -DL 1 8 Gewinn« in 3000 TL 358860 10 -Setninn« in 2000 M. 199125 271016 26 Ötmimie in 1000 M. 137248 157937 179218 237236 317430 32033' 144 «etuiun» iu 300 M 1622 2070 2247 14257 22895 26278 300,8 33387 43291 47941 54837 58(i(i9 62409 67869 79873 «'>528 86035 92917 Gfifii'iniinibr verblieben 2 Prämien zu 500000 2 (fleiiHiiiif zu 500000. 2 zu 300000. 2 zu 2nuo"0, 2 zu 100000. 4 zu 75000. 4 zu 50000, ö zu 250'0, 72 zu 10000, 140 zu 5ooo, 148 zu 3oOO, vZ2 zu 2üü0, 13o8 zu 1000, 3044 zu 500, 9b56 zu 300 Mk. über 150 Pi. «cAnnen 2 »etoinne tu lUOOü M 37'430 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich bobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose glei.l;cr Nummer in den deioru Abteilungen 1 und II In bei VormiNagszlebiing wurden Gewinne über 150 Ni. gezogen 10930 334.-8 64'64 95748 131721 157291 180899 227493 295310 33. ivz < . Du Anl.-Wlös..Lchuld mü Lu» 87.3 64 87.5 — 64 — $eeal. ohne Au-Ios.-Rechte . . - 7% tfiantf. Hpp.-Bk. Goldps. un 14 14 14 13.9 fünßbai bi« 1932...... 9. 97.75 — — ■re 4% Oeiierreickische Golvrle.. . — • — — 4.20% teilen. Silberne. . . 3 — — — 4% telicneich. einbcitL Rte. r.L, — - — 4% Ungarische Solvrre..... .4.95 25 — 4% Ungariidie Staalsr. v. 1910 — 21 2a — 4Vt% besgl- von 1913 .... 4% Ungarische Ilronenrie.. . . 2,2 _ 22,3 .,2 —- 4% lürt ^ollonieihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl i« — 11.8 11.1 Serie I.......... ii — 10,9 _ 4% beegl. Serie 11...... 11,1 — 11 4% Rumänen conoert. Rte. . . 9,15 ■ - 4J4% Rumänen öolbanl. von 191: 19.1 — 19,1 — «Dfl. Deutsche Eisenbahn . . 4Yt 125.5 124,5 Hamburg-Amerika Pale» . . . b Harnb.-Südom. Lampssch. • - * 125.25 125 173 — Hansa DampsschÜI.....l'? Norddeutscher Lloyd.....* 21.12 124.13 163.a 1.4,5 123.9 8ülfl. Deutsche Urebüanft . . 1" L» — ' i. . a 14 J Barmer Bankverein ... 1° - 14'1,12 l4u,0 Berliner Hanoelsgesellsch. - . 1- — .99 4 6.5 23 ■ Commerz« und Prioai-Bank . '1 IU9 199 IdH Darms', u. Nationalbank . . ' 28',25 -80 279,5 279.75 Deutsche Bant......>' i«o,5 >7» I7U,5 17" 25 Distonio-SleleUschasl Anl.. . 1' 1115,75 U5.25 1 »,7o l uijd Dresdner Bank . . . . . 1* 170 v9,5 • 70 Io9,5 Miueldeutschc Crevitdaul . . • • — 130 19'i - Metallbau! .........* 1X0 129,25 — Reichsbant........1* 10,25 4309.25 309.6 gr',7<> i7u 174,0 । i76 Bergmann....... • 21J 213.fi 2'5 (Sleftr. Lieferungen.... 11 — 166 Iii6,5 1 1'16 Üicht und Straft..... 10 415 214,75 414.5 215 75 Reiten & Guilleaume . . . . 6 14: — 142 141 5 Ges. s. Eleltr. Untern.. . . 10 441 238.5 237,5 238,7a Hamb. Glcltt. Werke . . . 10 — - *49 5 — Sihein. Slektr....... . fl IÖ0.5 — U>6 166 Lchles. Eleltr....... 10 — 210 25 2'0.13 Gdnidctt........ . ? 230 — 429.4 428.9 Siemens & Halske .... 12 .82,5 i8L5 -8..5 o84 Transradlo....... . 8 — — 15 .Li — Labmever L Lo...... 10 166 — tuL — ............... . 5 84,5 | — 84,5 84,7o Deutsche Erdöl..... . 6 128, । — 126 uU 476 1 U0 tz. ffl. Raiben6,25 —— -5.75 Melallgeseltschast. . . . 11 187 — J’avfcrurt a. M | Berlin • So)iuB : l-Uh.. 1 Sd) Uu •An ang fi r» 1 ft'ir^ 1 li r x finr Darum 14 2 1 15 2. "s Uitjüu'P ^o.zmann .... 125 | «39 145 — Heidelberger (Sement . . . . 10 139 — — — (£cment fiutlftabi .... . . 8 178,5 * - _ Wayß L ."rreUifl..... . 10 U4 | — 130 — Schultheis Patzen böser . . . K — — 290,12 290, r Cftrocrte........ . 12 •— — 245.2-. 444 Ber. Glanzftoss..... . 18 — — «41 4.8 Bemberg........ . 14 — — 41» — geUi'loss Äaldbol .... . 12 260 192,5 459,2.-. 359 ZeUNoss Aschassenburg . . . 12 I88.--1 — 185 191 Charlottenburger Wasser . • . « — — 130,4« 130 Dessauer Gar...... . . 8 — — 218.9 218.75 Daimler Motoren .... . . o 59,5 — 59.75 — Demag ........ . . 0 — — 13.11 52,5 Adlerwerke Klcver .... . . 5 55.7a 65,5 5» Lubw. tioeroe...... . 10 — — 221 — Nat. Automobil..... . . 0 — — •J 39,5 Ctcnliein & flopuel . . . . . J * — u0,5 yü Leonhard Tietz..... . . 6 — — 26 t 2bl Bamag-Meguin..... . . 0 — — — — Franks. Maschtnen . . . . . . fi - — 63,5 — Kritzner ....... . 11 — — 105.4 — Heyligenltaedt..... . . 0 — — — IungbanS........ . . 4 — — 73,5 —1 Leckwerke........ . . 8 — — — — Mainkraklwetle..... - , ? — — — — M>og.......... . 10 — 142.5 «43 Nckarlutmer...... . . 8 45.90 25,9 4.1.13 — Peters Union...... . . 8 — i 125 • 00.5 — Gebr. Roebcr...... . 10 —- 21- - • Botgt & Haeksncr . . . . . S — - — Südb. Zucker...... . . 6 145 i 144/ 1 144.25 — Banknoten. ffcrlrn. U ft-ebruar ; | esric .im.rirmtiiac 'Jio.cn ..... j 1.1:0 l 1.211 Hcfgifcbe Noten ....... | o8.36 | 58,60 Tanuche Waren ........ | 112,"3 | 112.4? Englische Koten........ | 20,44 I 20,43 Berlin, 14. ^ebrntt Meld Brek iyiu juim.u. u eil...... .holländische Noten...... ..t lientschr Noten...... Norwegische Noten..... S.'infd) Cefkrr ,5100 Rroncn Nutnänikche Noten...... schwedische Noli-n...... iZdjmeiier Noten....... Spanisch.- Noten....... Tschechoilowakllche Noten . . Ungarische Noten Deoifenmarfl Berlin I e l e q r a । h f 1 d) t Ifis/o 22,01 Hl,"8 59,05 2,51 112,23 89,811 5,91 12,43 7.1 ZU —Frankfurt Ausza -1 in,51a 169,,4 22.09 112.42 59.29 - 2.53 112,1.7 81.13 •t',29 12,49 T3.50 a Bl. u n g. 15. F Lruar 16 ^-.bruar Lvttiiwe -Jiott runu Auuu.De Vioticruiin ^clo frici Heid oru- 21 IN t.»?HOti 1 tt.S.bl 168 ‘Ja tW.5, 168..2 Bu n -Ater | 1.774 l,77a I, < «2 ."rll/'inrw 1 ob.495 uS,öoä »ö 4ha ü8,voa Christians 112,31 1 <4,Du II4.:9 iit.al lop.-nhag.-n 112...1 H2.5. 112.29 1'2.01 Stockliolm 114,54 114.74 1.2,46 112.<0 Heising iorS 10,59 tu,Ul lü,a8 iO.tbO xliulten . . 22,1.15 22.1)53 24.U.5 22,675 London. . . «0.47a .0.4.4 et.4,4 -.'itunort . . 1.4105 I.41.X» I.2K4 4.21 50 P. ris. - . 16,44 16,43 10.94a 16.435 §chweiz . - öO,97 bl.L. au.uaa bi, - 5 Sva t.-n. 5,8i 05,95 ob, 7 6 bO.'iü ^apan - - 1,905 1,90a l.Uu4 1.968 KiO de flan ■ .yi)l 0.503 o,5vl5 -.50-5 Wi-"' in T <~eft. abgeft a9,16 u9.28 a'J. 15 aa.27 Prag - . . 12.40 12.4. 12.47 12.49 Bel;rad . i.-bb 7.402 7...88 «,»u2 Buoav"'t - <3.4u 73, .4 « u , u J ,U15 bl. 79 .»ouß ntin- 4,t.8u 2,o87 4,bbl 2.UX5 •Jititelt. . - 5,135 5,44u 5,4 5 a.445 Canaoa . 4,198 I.-4ÜU 4.195 4.202 l'rn uat) • - 1. II 4.319 4,316 4.326 ttuuo . . - 20,9550 21.9950 20.955 20.995