Familie nur Q> über V ÖQn' GW t " "*Äfc u%en. ^N. Mt diiÄ^Ffalt ft? «m VSjun» ?a® Qrlehn ??■*££?* 11 ^üchgh, -. Pwzen, ;°ch ra JSh >"' •? N?»°» Ner für htn hS°hntn' -LÄ?» -rZDZr xää tleit», Z'unet otem 6ie 'tcn die letzten Grütze 'an . ^re'ns Deutscher Zej, in feinem Sinne beiter* ^n deL MWn * batte, ichlvh b:e W Anfchliehend er- mg der Leiche nach Tie. ng am Mittwoch ftattfinbet. iar, das macht nur Helipoa ir. Dieses milde Kopfwasch- 'n kluge Eltern nicht nur auch für den kleinsten ihrer reinen, duftigen, seidenwei- en dann immer freudige Ke- Beim Einkauf ausdrücklich gen. Preis 30 Pf. d. P., enth. ■ilte Waschungen. [444 V Für die Geiundbeit Mtnitri'ie 6, Telephon Nr. M all gefunden. weitere Hunderte nd Preiswüidigkeit iauses überzeugt ultes Fachpersonal uns Hunderte von e, -Brokate, -Atlas, Kopfbedeckungen, 477A h-,Bb fild^ Ji*'* |jlt #1 flii Nr. ?3 Erstes Blatt 1T9. Jahrgang Mittwoch, [6. Januar [929 (Er|d)eini täglich,außer sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienbiälter Heimat im Bild Die Scholle, vezligspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686. GietzeimAMgn General-Anzeiger für Oberheffen vruck vnö Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Ztekndruckerei R. Sanje in Gletzen. Zchriftleltung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klamean'eigen von 70 r m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Eietzen. Der Umschwung in Afghanistan. Oer abgeschnittene Bart. Amanullahs übereilte Reformen. Ls ist eine seltsame Erfahrung, daß die weitest- tragenden politischen 5tonsequenzen oft nicht von grundlegenden Maßnahmen, sondern von irgendeinem zunächst kaum beachteten Beiwerk ausgelöst werden. Bei dem Sturz der Stuarts und der englischen Staatsumwälzung durch Oliver Cromwell war die Haartracht der sog. Rundköpfe ein mindestens so starker Faktor des Hasses und Blutvergießens, wie der Umsturz der bestehenden politischen Ordnung; in der französischen Revolution hat die Tracht und die Bezeichnung der Sansculotten (Ohnchoscn) entscheidend mitgewirkt, und bei der 48er Revolution unterschieden sich die Weltanschauungen durch Zylinder und Hecker- Hut. Wenn König Amanullah bei feinem fleißigen Studium europäischer Einrichtungen auf diesen Sachverhalt aufmerksam geworden wäre, so würde er es vielleicht vermieden haben, seinem abgeschlossenen, rückständigen und mit den Begriffen des Westens noch gar nicht vertrauten Volkes rein äußerliche Veränderungen zuzumuten, die mit der inneren Aufgabe der Reorganisation und der technischen Erneuerung wenig oder gar nichts zu tun hatten. Er hätte vielleicht die Einehe durchsetzen können, zu der er selbst mit seiner eleganten und auch für westliche Begriffe schönen Frau das Beispiel gegeben hat; ober er hätte den Frauen nicht von vornherein nach dem türkischen Beispiel, das doch auch erst nach jahrelangen anderweitigen Vorbereitungen auf einen völligen Gesinnungswandel zu diesem Schritt gekommen war, den frommen Muselmaninnen ihren Gesichtsschleier abgenommen; und er hätte vor allen Dingen nicht feinen Afghanen, deren klassischer Typus durch einen in der Mitte geteilten mächtiaen Bart mit einem langen, bis hinter die Ohren gezogenen Schnurrbart ausgezeichnet ist, das A b s ch e r e n der Bärte befohlen. Vielleicht hätten sie die europäischen Hüte noch auf sich genommen und dann von selbst herausgefunden, daß zu dieser, im Vergleich zum malerischen Turban sehr nüchternen Kopfbedeckung der gepflegte Vollbart nicht patzt. Aber jeder, der die Mentalität d s Orients kennt, wird es als eine Torheit empfunden haben, daß Amanullah rasierte Gesichter anbefahl, einem Volke gegenüber, das aus der ganzen persischen und arabischen Literatur das Scheren des Bartes als ein Zeichen des Schimpfs anzusehen gewohnt war. Lind so ist vielleicht letzten Endes der reformfreudige und fortschrittliche König Amanullah an einer Barbierfrage gescheitert. Denn sie ist das sichtbarste Symbol für die Ueber cilung seiner . Deformen gewesen und von jedem einzelnen, der mangels geeigneter Vorbildung noch nicht das nötige Verständnis für die Vorteile westlicher Kultur und Technik aufbringen konnte — sind es überhaupt Vorteile für ein abgeschlossenes innerasiatisches Volk? — an der eigenen Person empfunden werden. Kleine Ursachen haben oft die größten Wirkungen. Die Afghanen werden sich, soweit sie sie schon abgeschnitten hatten, ihre Bärte unter der Herrschaft Inajatullahs wieder wachsen lassen und ifm dafür als den treuen Wächter der Tradition feiner Väter und der Religion preisen. Aber die forschrittlichen Gedanken und die technischen Errungen,chaf.en Amanullahs werden nicht ganz wieder verschwinden, und vielleicht werden sie in einer Reihe von Jahren als letzte Konsequenz auch dazu führen, datz dann freiwillig die Bärte aus der Zeit Akbar des Großen und Schah Zeh ans dem Schermesser zum Opfer fallen. Dann aber wird das Volk schon reif dafür sein, dessen Entwicklungsfähigkeit Amanullah überschätzt hatte. Oer Sieg der Aufständischen. Die letzte Phase der Nevolniion. R e w Delhi, 15. 3an. (WTB.) Heber die Ereignisse, die der Abdankung Amanullahs vorausgingen, werden folgende Einzelheiten berichtet: Die Truppen Amanullahs wurden am Sonntag von den Rebellen hart bedrängt und gezwungen, das Tal von Kohe- human zu räumen. 3m Laufe der Rächt drang der Befehlshaber der Rebellen Baschasakao in das Tal von Kabul ein und umzingelte die ungefähr fünf Kilometer westlich von Kabul gelegene wichtige Ortschaft Dehkopek. Diese Ortschaft, in der sich das Hauptquartier der Truppen des Königs, eine starke Besatzung und einige Geschütze befanden, wurde von den Aufständischen genommen. Die Aufständischen setzten gestern ihren Vormarsch auf Kabul fort und besetzten nach vorhergehender Beschießung die die Hauptstadt beherrschenden Hügel. Runmehr faßte Amanullah den Beschluß, -u b z u d a n k e n, und sein Bruder wurde- in ber üblichen feierlichen Weise zum König gekrönt. 5>ie Parteigänger Amanullahs und die religiösen Führer in Kabul begaben sich zu den Aufständischen, mit denen sie einen Waffen- stillstand abschlossen. Amanullah befand sich gestern noch in Kabul. Der afghanische Generalkonsul in Delhi teilt mit, daß zwischen Amanullah und feinem zum König gekrönten Bruder Inayat Allah ein freundschaftliches Verhält- I i s herrsche. Der neue König habe während der Regierung Amanullahs das Leben eines Privatmannes geführt und sich mit den Regierungsangelegenheiten nicht beschäftigt. Er bZihe das Vertrauen der mohammedanischen Geistlichkeit. Lieber die persönliche Sicherheit der in Kabul weilenden Auslän der hegt man dort nach den letzten hier eingegangenen Rachrichten keine Besorgnis. Wie der Amtliche Englische Funkdienst meldet, hat sich Amanullah gestern nachmittag im Flugzeug nach Kandahar begeben, wo et von seiner Gattin Surat) a erwartet wird. Oer Thronwechsel. Der afghanische Gesandte beim Außenminister Stresemann. Berlin, 15. Jan. (TU.) Amtlich wird gemeldet: Der königlich Afghanische Gesandte stattete Montag mittag dem Reichsauhen- minifter Dr. Stresemann einen Besuch ab, um ihm im Auftrage seiner Regierung von der Abdankung des Königs Amanullah zugunsten Seiner Majestät S ä rbar Enajatu l- lah in Kenntnis zu sehen. Der Königlich Afghanische Gesandte gab dem Reichsauhenminister Kenntnis von einem Telegramm des afghanischen Außenministeriums, das folgenden Wortlaut hat: „Um dem Bürgerkrieg in Afghanistan, der durch bedauerliche Unklarheit entstanden war, ein Ende zu bereiten, hat seine Majestät König Amanullah freiwillig und auf eigenen Wunsch sein Amt als König von Afghanistan niedergelegt, und seinen älteren Bruder, SärbarEnaja- tullah, als Herrscher Afghanistans in Vorschlag gebracht. Das afghanische Volk und die maßgebenden Regierunsstellen sowie die hohe Geistlichkeit und der afghanische Adel haben diesen Vorschlag angenommen und Seine Majestät Ena- jatullah als König von Afghanistan anerkannt. Sehen Sie die deutsche Regierung davon in Kenntnis und versichern Sie, daß die Beziehungen Afghanistans mit den befreundeten Mächten die gleichen bleiben werden." Die in politischen Kreisen verlautet, hak König Enajatullah aus seiner deutschfreundlichen Gesinnung nie ein hehl gemacht. Die Versicherung, die der afghanische Gesandte im Auswärtigen Amt abgegeben hat, erhält dadurch besondere Bedeutung. Unter diesen Umständen besteht für die Deutschen in Kabul unter dem neuen Regime keine Gefahr, und es ist auch anzunehmen, daß die deutsche Schule weitergeführt wird. König Enajatullah hak dieser Schule viel Interesse entgegengebrachk, und der älteste seiner Söhne hat die Schule auch besucht. Der König erfreut sich übrigens der Sympathie der Geistlichkeit und der Bergbevölke- rung, obgleich auch er fortschrittlich gesonnen ist. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß Deutschland in König Amanullah einen aufrichtigen Freund gehabt hat. England stürzt Amanullah! Oer Pufferstaat zwischen Sowjetunion und englischer Kronkolonie. Von Or. Kranz Herbach. Großbritannien hat^ eine Schlächl gewonnen. Es ist ihm gelungen, wenigstens vorläufig die indische Rordwestgrenze stärker als bisher zu scheren und Rußlands strategische Lage in einem Krieg der Zukunft zu verschlechtern. Die Sowjet-Union hat vor einem 3afjr den jetzt flüchtigen Amanullah in Moskau gefeiert, wie man sonst in dieser Stadt nur Revolutionshelden zu huldigen pflegt, und es wurde vier darüber gespöttelt, datz die Bolschewisten mit einem absoluten Monarchen, einem Autokraten von nicht einmal einwandfreiem Ruf, innige Freundschaft schlossen. Aber die Russen waren ebenso gern bereit, mit dem reformfreundlichen, englandfeindlichen König der afghanischen Hirten ein Bündnis abzuschließen, wie sich Großbritannien nicht gescheut hat, gegen die Modernisierung und Europäisierung des dunkelsten Orientstaates orthodoxe Mohammedaner aufzuwiegeln und einen Glaubenskrieg des Islam gegen westliche Kultur zu entfachen. Denn seit dem Auftreten des Oberst Lawrence ist klar, was in Afghanistan gespielt wird: die Leidenschaften eines exotischen Romadenvolkes, der religiöse Fanatismus kriegerischer Bergstämme werden geweckt, um die Geschäfte einer Macht zu besorgen, die sich im Hintergrund hält und deren Ziel es ist, Afghanistan als Staatswesen zu schwächen, um dann als Vermittler einzugreifen und dieses Land unter fremde Souveränität zu bringen. Vorläufig geht es noch nicht um d i e Bodenschätze des Landes, das mit seinen 731 000 Quadratkilometern Oberfläche ungefähr so grotz ist wie Deutschland mit feinen Rachbarstaaten Holland. Oesterreich und der Tschechoslowakei. Die natürlichen Reichtümer des Landes sind beträchtlich, aber nicht leicht nutzbar zu machen. Bei Dschebel-us°Seradfch besteht ein ganzer Berg aus Roteisenstein; es gibt Mangan, im Hindukusch haben deutsche Geologen Eisen, Blei und Küpser festgestellt, sogar Gold ist in vielen Teilen des Landes und besonders an der Grenze zw.sehen Afghanistan und Rusftsch-Turkestan sest- aestellt worden, wo übrigens auch Petroleumlager und Kohlenschätze vorhanden sind. Aber das gebirgige, unwegsame Land ist noch zu unerschlossen und die Bevölkerung ist zu dünn gesät, zu sehr an das Romadenleoen gewöhnt, um die Bodenschätze in absehbarer Zeit zur Grundlage einer modernen Industrie im europäischen Sinn werden zu lassen. In dem großen Gebiet wohnen acht Millionen Menschen, die den verschiedensten Rationalitäten angehören. Rur die Hälfte gehört zu den fünf großen afghanischen Stämmen, während im Rorden und Rordosten des Landes Kirgisen und Usbeken, also Mongolen, ihre Weideplätze haben. Daß dieses Bevölkerung'gcmisch schwer zu regieren und jedenfalls nicht leicht für die Modernisierung des Landes zu gewinnen ist, haben die Ereignisse bewiesen. Die Europäer, die mittelbar an dem Staatsstreich in Afghanistan beteiligt sind, müssen also andere als wirtschaftliche Pläne verfolgen. Würde es sich nur um die Unabhängigkeit von acht Millionen Menschen in einer verschlossenen Gegend Asiens handeln, so wäre die Spannung unerklärlich, mit der die Welt die Ereignisse in Afghanistan beobachtet. Zu oft haben europäische Eroberer einen orientalischen Staat zur Kolonie gemacht, zu ost setzen britische Gouverneure indische Fürsten ab oder greifen japanische Machthaber in chinesische Hoheitsrechte ein. Afghanistan spielt nicht wegen seiner eigenen politischen oder wirtschaftlichen Bedeutung eine so große Rolle in der Weltpolitik, sondern weil es seit mehr als einem halben Jahrhundert e i n wichtiger Pufferstaat zwischen russischen und britischen Interessensphären ist. Die Feindschaft der Afghanen gegen England ist längst zur Tradition geworden. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unterwarf ein Afghanenfürst Rordindien und herrschte in Delhi. Das Reich zerfiel, nicht zuletzt durch die Eroberungskriege, die die Engländer in Indien führten; aber noch heute träumt auch der letzte afghanische Bauer oder Hirt von dem mächtigen Staatswesen, das damals furchtgebietend bestanden hat. Als in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Thronstreitigkeiten in Afghanistan entstanden, tief ein Kronprätendent englische Hilfe ins Land, die nicht leicht wieder zu entfernen war. In einem großen Aufstand des Jahres 1841 wurde der englische Gesandte ermordet, und ebenso erging es einem englischen Gesandten im Jahre 1879. Rach beiden Zwischenfällen rückten anglo-indische Heere in Afghanistan ein und zerstörten zweimal Kabul. Im Abstand von wenigen Jahren brach seitdem der Krieg zwischen dem britischen Indien und dem abwechselnd unabhängigen oder um seine ihm geraubte Freiheit kämpfenden Afghanistan von neuem aus. Amanullahs Vater Habi- b u l l a h , der im Jahre 1901 Emir wurde, war den Engländern gefügiger als feine Vorgänger und schloß mit ihnen einen Vertrag, durch den er außenpolitisch völlig von der indischen Regierung abhängig wurde. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß diese Politik die eigentliche Ursache für den Mordanschlag geworden ist. dem Habibullah am 20. Februar 1919 zum Opfer fiel. Amanullah begann seine Laufbahn mit einem Krieg gegen England, der ihn sofort bei feinen Untertanen volkstümlich machte. Unter ihm ist Afghanistan wieder unabhängig geworden. Es war bekannt, daß Amanullah mit Öen indischen Revolutionären sympathisierte, und man behauptet sogar, daß er verkleidet im letzten Jahr bei den Feinden Englands in Indien geweilt haben soll. Mit der Sowjetunion, deren Freundschaft ihm der sicherste Schutz gegen die gefährlichen Engländer im Süden zu sein schien, schloß Amanullah im Herbst 1926 eine Art Bündnis und dieses Abkommen wurde Anfang August 1928 durch einen russischafghanischen Handelsvertrag ergänzt. Fast unmittelbar darauf berichtete man über „beunruhigende militärische Operationen Englands an der afghanischen Grenze". Amanullahs Reformen waren den Engländern in doppelter Hinsicht unangenehm: sie konnten das antibritische Afghanistan zu einem gefährlichen Rachbar machen, und sie milderten den religiösen Fanatismus der Mohammedaner. Englands Herrschaft über Indien beruht aber zum großen Teil auf der Uneinigkeit des indischen Volkes und auf der Möglichkeit, Indiens Mohammedaner gegen die Hindus auszuspi'len. Englands strategische Sicherung seiner Kronkolonie kann im Osten, Süden und Westen durch die Flotte erfolgen; im Rorden müssen die britischen Politiker versuchen, die gebirgige Grenze möglichste unzugänglich zu machen, schon um zu verhindern, daß der für die Kolonialvolitik vernichtende Kommunismus über die Pässe des Himalaya und des Hindukusch in das unterdrückte Indien einzieht. Man wende nicht ein, daß die Völker des Orients und besonders die Stämme, die sich zum Islam bekennen, ihre religiöse Weltanschauung unmöglich nut einem kommunistischen Wirtschaftssystem in Einklang zu bringen vermöchten. Zum Staatensystem der Sowjetunion gehört das große mohammedanische Reich der Tataren mit der Hauptstadt Kasan, und im Süden des mächtigen Sowjetreiches wohnen mohamme- danische Kirgisen, Kalmülen, Turkmenen. Völker, die mit der Hälfte der afghanischen Bevölkerung blutsverwandt sind. Ein Anschluß Afghanistans an Rußland liegt also nicht außerhalb aller politischen Möglichkeiten, und der Gedanke an eine solche Entwickelung hat den Engländern zweifellos schlaflose Rächte bereitet. Denn Afghanistan ist ein Hochland, das sich über den Riederungen Indiens wie eine natürliche Burg erhebt und bei richtiger Verteidigung fast nidyt zu erstürmen ist. Andererseits hat die Geschichte gelehrt, daß es ziemlich leicht ist, von dieser Burg überraschend in die indischen Ebenen vor- zustvßen. Der Sieg der Reaktion in Afghanistan ist eine wichtige Etappe in dem zähen Ringen zwischen Großbritannien und der Sowjet-Union, einem Wettstreit, der in allen Teilen der Welt erbittert geführt wird. Die Sowjet-Union befindet sich dabei zurzeit sicherlich in der Defensive. Sie hat Polen und Rumänien Friedenspakte vorgeschlagen und versucht, auch im Orient eine Sperrkette unabhängiger Staaten zwischen sich und den agressiven britischen Gegner zu legen. Freilich darf man nicht verkennen, daß auch Englands Angriffslust einem Derteidi- gungstrieb entspringt. Man will von London aus die Sotoiet-Unton niederzwingen bevor die Kolonialvöller einen Aufstand versuchen. Keiner der mohammedanischen Mullahs, die jetzt einen Kreuzzug gegen Amanullah geführt haben, ist sich wohl bewußt geworden, datz er nur eine Schachfigur in dem großen Turnier zwischen Rußland und England ist, ein Bauer, der erbarmungslos geopfert werden wird, sobald man in London der Ansicht ist, daß mit der Bekämpfung des Islams bessere politische Geschäfte zu machen sind. Was steht zwischen polen und Oeutschland? W a rschau, 15. Ian. (WB.) Minister des Auswärtigen, 3 a I e f t i, gab heute vor dem Auswärtigen Ausschuß des Sejm über die auswärige Politik Polens einen Ueberblirf. Er ging im Laufe feiner Rede auch auf die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland ein und erklärte, daß diese in eine Phase der „Normalisierung" eingetreten feien. Die Annäherung ginge trotzdem schwer vorwärts, denn bedeutende Hindernisse stünden im Wege. Wenn diese Hindernisse auf polnischer Seite vorhanden seien, so seien sie durch die Erinnerung an die Beteiligung Preußens an den Teilungen Polens und durch die Haltung Deutschlands nach der Wiederauferstehung Polens zu erklären, was zu Mißtrauen gegenüber Deutschland, aber zu keinem Haß geführt habe. Auch die deutsche Propaganda für die Revision der Ost grenzen des Reiches bilde ein Hindernis für die deutsch-polnifche Annäherung. Diese Propaganda erwecke bei Der deutschen öffentlichen Meinung die Illusion, daß eine friedliche Aende- rung der Grenze möglich fei, eine Illusion, die unter gewissen Umständen ernste internationale Komplikationen verursachen könne. Weitere Schwierigkeiten feien dadurch verursacht worden, daß die öffentliche Meinung In Deutschland ungenügend oder falsch über die wirkliche Lage der deutschen Minder- beit in polen unterrichtet sei und zu vergessen scheine, daß eine polnische Minderheit in Deutschland lebe, die mindestens ebenso zahlreich wie die deutsche Minderheit in polen sei, deren Schicksal weit besser als das Los der polen in Deutschland sei. „Ich bin der Meinung," so erklärte der Minister, „daß die sachliche Besprechung der Minderheitenfrage vor dem Völkerbund dazu beitragen wird, die Mißverständnisse zwischen polen und Deutschland auf diesem Gebiete zu beseitigen. Darum freue ich mich, daß Herr Stresemann in Lugano versprochen hat, das Minderheilenproblem im allgemeinen einer Prüfung zu unterziehen. Ich hoffe, daß Herr Stresemann sein versprechen halten wird." Der Haß gewisser deutscher Kreise gegen Polen! ist eine psychologische Wirkung des verlorenen Krieges und wird mit der Festigung des deutschen politsichen und wirtschaftlichen Lebens an Heftigkeit verlieren. Augenblicklich kommen die Ausbrüche des Uebclwollcns gegen Polen in Deutschland sehr ost vor, wie z. D. bei den zahlreichen Mißverständnissen, die die Handelsvertragsver- handlungen zwischen Polen und Derckschland begleiten. Polen wünscht einen Vertrag abzuschließen, der die gegenseitigen Interessen sichert. Trotz der Wichtigkeit des Vertrages für Deutschland, die durch die Tatsache erwiesen wird, daß die deutsche Ausfuhr nach polnischen Märkten ungefähr 3/r> der deutschen Vorkriegsausfuhr nach dem ehemaligen Zarenreich ausmacht, hort Deutschland nicht auf, unbegründete Forderungen auUu&eUen. Jan rtayen- 5tydi$f. Rap®. thorjfi. TJTcSJnT Dienstag, d.15.Jan.1929,7n aDds. j fran*t Wien etn^A fcF* olfll iE ober unse L du ' bleibt M, ®u geh' -u. was i Sah "®a, IM W 1 ten, von Zu kann! Ma dtz euch. > Ob er 1 s aÄ5 taF ®®r4e «he’ ’tltn einigen 5't-t »ft brenne. Dt mit jemM aelvicchen Meviel Wen ha Zar mar.d perl. OetDio 1 mir »verti Aber es Gerüchte, ieibstvechl Zeit gekc Cßotlaufi£ Innern, ( können ei Verso ben sollen eine Lawi vächst von den schon tragende ei keil. Er gel leicht der öigsie, mH Es würd' Auf der 6 unterhalten so in chre merken, tote werter Hai ihnen stillst zwischen tn< dah ich tau Es war c schimpften' er war schi chen. ES bedu witzigen S; hatte... L geflüstert t Set oder munfet Helf unsere Scha soll ein Lch> Oie Wetterlage. Abg. Frau Dr. Watz (D. Vp.) bedauerte der Mark- e m e i n b e n Nach den Besprechungen zwischen Kellogg, Mellon und Parker Gilbert wurde erklärt, daß Dor« erst nur ein kleinerTeil der Reparationen durch Verkauf deutscher Eisenbahn-- und Onbustriebonds kommerzialisiert werden könne, well die Lage des amerikanischen Geldmarktes im Augenblick nicht günstig sei. Parker Gilbert glaube, dah eine Flüssigmachung non Vonds in Höhe von nicht mehr als 100 Millionen Dollars wahrscheinlich der Sachverständigenkommission empfohlen werden wird. Er fei und Schuldenverwaltung des Reiches und der Länder weifen einen verhältnismäßig hohen Mehrbedor von 275,1 Millionen Mark auf. Die Steig2rung der genannten drei Aufgabengebiete macht zusammen mit 1637,2 Mill. Mk. rund 8/9 der Gesamtsteigerung des Zuschußbedarfs aus Die Gesamtsteigerung entfällt somit im wesentlichen auf die im Rahmen des Dawesplans gestiegenen äußeren Kriegs la st en sowie auf den durch die Ablösung der Markanleihen vermehrten Schulde n d i e n st und nicht zuletzt auf die infolge der wirtschaftlichen Krise in 1926/27 entstandenen Mehraufwendungen für die Erwerbslosenfürsorge und für die übrigen Zweige des Wohlsahrtswesens. An der Steigerung des Gesamtzuschußbedarfs sind die einzelnen Verwaltungsträger nicht gleichmäßig beteiligt. Rund 2,/s der Steigerungen insgesamt entfallen auf das Reich, auch prozentual ist somit die Steigerung des Zu- schußbedarfs beim Reich mit 25,0 Prozent stärker als bei den Ländern und Gemeinden. Es entfallen in Prozent des Gesamtzuschußbedarfs der öffentlichen Verwaltung auf das Reich 41,1, auf die Länder 23,3, auf die Gemeinden 32,9, der Rest auf die Hansastädte. Mithin ist in der Verteilung des Gesamtzuschußbedarfs eine merkliche Verschiebung zu La st en des Reichs eingetreten. Diese Verschiebung ist in der Hauptsache durch die Aufgabengebiete Wirtschastssörderung, Erwerbslosen.ürsorge und durch die Kriegslasten verursachr. Während die letzteren ganz zu Lasten des Reichs gehen, ist der Reichsanteil an Zuschußbedarf der Wirtschaftsförderung von 13 auf 43,2 und bei der Erwerbslosenfürsorge von 35,7 auf 47,1 Prozent gestiegen. Der Zuschußbedarf der öffentlichen Verwaltung für 1926/27. Die Kleinrentnerfürsorge. Die Forderung nach einem Rentnerfürsorgegesetz. Berlin, 15. Ian. (DDZ.) Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages beriet die Anträge über KlLinrenterfürsorge. Abg. Dr. Külz (Dem.) erklärte, seine Freunde würden auf Anträge verzichten, wenn die Regierung ihre Zusage einlöse, di« Kleinrenterhilfe auf eine von dem Ermessen der örtlichen Fürsorgestellen unabhängige gesetzliche Grundlage zu stellen. 2lbg. Her gl (Dn.) fordert einen Rechtsanspruch auf Versorgung und ein dementsprechendes Rentnerfürsorgegesetz. Er gehe nicht soweit, alle mit einem Rechtsanspruch aus- stalten zu wollen, die der Wohlfahrtspflege auch vor dem Kriege anheimgefallen wären. Die Rentner sollen bedacht werden, bei denen der Rückgang des Einkommens auf weniger als 500 Mark aus einem durch den Krieg veranlaßten Kapitalverbrauch zurückzuführen sei. Ohne eine schematische Grenze gehe es leider nicht, jedenfalls dürfe man nicht warten, bis das neue Reparationsproblem die Möglichkeit zu dieser Gesetzgebung störe oder verhindere. Das Fürsorgever- fahren bleibe unberührt bestehen, so weit der Rechtsanspruch nicht zutreffe. Der amerikanische Senat stimmt dem Kellogg-Pakt zu. LandcSverteidigunq und MonioedoNrin. Washington, 15. Ian. (WTD.) Der amerikanische Bundesienat hat heute seine Zustimmung zur Ratifizierung deS Kelloggpaits gegeben. Dor der Abstimmung brachte Senator Dorah zum Ausdruck, dah der Pakt in keiner Weise das Recht der Selbstverteidi- g u n g irgendeiner Ration beeinträchtige. Der Senat nimmt ferner an, daß die Monroedoktrin als ein Teil der Sicherheit des Landes und als ein Teil des Systems der Weltverteidigung betrachtet werde, jedoch wird ausdrücklich festgestellt, dah dies nicht als Vorbehalt zum Kellogpakt zu betrachten sei. Die neun Senatoren, die der Sitzung nicht beiwohnten, hatten vorher angekündigt, daß sie für den Pakt stimmen würden. Don den 96 Bundessenatoren hat demnach Senator Dla ine (DiSconsin) als einziger gegen die Ratifizierung des Paktes gestimmt. Dec entscheidende Faktor. Die Abgeordneten Wirth und Rheinbaben zu den Reparatiousverhandlungen. ©ntiiti <>nai6 oedtem.» -uuov.» w Schnee a Orauoein. e fteDel K Grwiiter ,(§) Windstille. sei» eicnte« osi uassioe- Sudsuowesi q sturmoene* tordwesk Oie »feil« tiicfltn mn dem wmot Pie oeiaen Stationen stehenden le» wn gesen die Temperatur en Pie Linien Veromden Ort« fliit QiertlCM e*f n»rrew>iveau »moerernnetee nitdrure Wettervoraussage. Der Dänemarkwirbel hat sich etwas vertieft und nach der Ostsee hin verlagert. Unter seinem Einfluß kam es auch in unserem Gebiet während des gestri- gen Tages und in der vergangenen Nacht zu Schneefällen. Dabei haben die Temperaturen zellweise den Gefrierpunkt etwas überschritten. Aber bereits während der Nacht erfolgte durch erneute Kaltluftzufuhr Temperaturrückgang. Da der Zustrom kaller Luft zunächst sortdauert unb außerdem viel- fast wolkenloser Himmel herrscht, so nimmt der Frost stark zu. Mit einzelnen Schneeschauern ist vorerst dabei noch zu rechnen. Wettervoraussage für Donnerstag. Zunahme des Frostes, zeitweise etwas beroölft, sonst meist heiter und vorwiegend trocken. Witterungsaussichten für Freitag. Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 15. Januar: mittags + 0,1 Grad Celsius, abends —1 Grad Celsius: am 16. Januar: morgens — 7,1 Grad Celsius. Maximum 4- 0,1 Grad Celsius, Minimum — 7,1 Grad Celsius. — Erd- temperoturen in 10 Zentimeter Tiefe am 15. Januar: abends — 1,6 Grad Celsius: am 16. Januar: morgen» —1,7 Grad Celsius. — Niederschlag 1,6 Millimeter. — Schneedecke 4 Zentimeter. Die gemütlicheren wiener. Nach Feststellungen des „Tag" hat Gaberl den Versuch, heiratslustige Männer durch Bestellung ins Konzert seiner Frau, Lisa Mayer, zu locken, schon vor etwa einem halben Fahre auch in Wien mit Erfolg ange- wendet. Damals leisteten der Aufforderung etwa 100 heiratslustige Herren Folge. Nach der ersten Pause verließen viele den Konzertsaol, doch ohne daß es zu einem Skandal kam. Clne Stiftung Rockefcllers für die Heilsarmee. Amerikanische Mitglieder der Hellsarmee in London erhielten eine Mitteilung, wonach John Rockefeller jr. eine Stiftung von einer Million Dollar für die Heilsarmee gemacht hat. die ein jährliches Einkommen von 55 000 Dollar ergibt. General Looth lehnt seinen Rücktritt ab. General Bramwell B o o t h hat durch seine Gattin dem in Sunbury tagenden hohen Rat der Heilsarmee seine Antwort auf die an ihn ergangene Aufforderung zum Rücktritt überbringen lassen. Wie verlautet, lehnt der General die Forderung rundweg ab. Schweres Automobllunglück. 2n Italien ist ein Automobil, das eine Fußballmannschaft transportierte, in einen Slufj gestürzt. Zwei Personen toitrben getötet, etwa 15 schwer verletzt. Ein Auto von einem Zuge überfahren. Während eines Schneegestöbers wurde ein mit drer Personen besetzter Kraftwagen auf einem Bahnübergang, etwa 20 Meter vom Stationsgebäude Immensen-Aple bei Lehrte (Hannover) von einem Güterzug erfaßt. Don den Insassen wurde der Fahrradhändler Ahlborn aus Lehrte getötet, während der Viehhändler Bode jr. aus Evern schwer verletzt wurde. Der dritte Insasse des Kraftwagens, der Viehhändler Bode sen. kam mit leichteren Verletzungen davon. Der Kraftwagen wurde zertrümmert. Sechs Personen bei einer Bootsfahrt ertrunken. Nach einer Meldung aus Rosmuck (britische Grafschaft Galway) sind drei junge Mädchen und drei junge Männer, die in zwei Ruderbooten über die Bucht fuhren, ertrunken. Sie wurden seit Sonntag abend vermißt. Nun wurden die sechs Leichen geborgen. Bluttat zweier Einbrecher. In Breslau traten nachts in eine Gastwirtschaft Zwei mit weißen Gesichtsmasken ver- sehene Männer unb gaben unter den Rufen .Hände hoch!" aus vier Pistolen blindlings auf die Gäste eine Anzahl Schüsse ab. Von den anwesenden drei Gästen wurden zwei Viehhändler getroffen. Während der eine sofort tot war, verstarb der andere nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Der dritte Gast sowie die Wirtin und ihre Tochter konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Nach der Bluttat nahmen die Räuber eine Geldkassette mit 420 Mark an sich. Ferner raubten sie drei kleine Blechsparbüchsen und zwei Geldbrieftaschen, in denen sich ein Pachtvertrag und Papiere auf den Namen Fritz Großer lautend befanden. Der Regierungspräsident hat für die Ermittlung der Raubmörder eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Heuschreckenplage in Palästina. Die Heuschreckenplage in Palästina nimmt einen sehr bedrohlichen Umfang an. Die Heuschreckenschwärme haben Maan und Ke-- rat erreicht. Am meisten in Mitleidenschaft gezogen wurde Akaba, wo jede Spur von Grün verschwunden Ist. Reichsetat und Regierungskoalition. Ein Borstotz Graf Westarps im Haushaltsausfchutz. Berlin, 15. Ian. (D. D. Z.) Der Haus- haltsausschuß des Reichstages begann die Beratungen über den Rachtraasetat für 1928, der gleichzeitig auxb der Personaletat des Reiches für 1929 sein soll. Abg. Graf Westarp (Dn.) führt aus, es müsse zunächst klargestellt werden, wie sich die Regierung und die Regierungsparteien die Wcitcrbehandliprg des Hauptetas dächten, insbesondere, cch der Finanzminister wiicklich' noch die Verabschiedung des Etats und der Steuergesehe xum 1. April für möglich halte. Auch müsse man erfahren, wer denn elgsnllich für Rachtrags-. Personal- und Hauptetat sowie für dessen steuerliche Deckungen die Verantwortung übernehme und sie zu vertreten gedenke, da die Fraktionen, deren Mitglieder das Kabinett bilden, sich jede Opposition und Agitation vorbehielten. Seine Freunde hätten keine Veranlassung, ein derartiges Verfahren auch nur mittelbar zu unterstützen. Die Lage sei durch den Bericht des Re- parationsagenten verschärft, der dringend der Widerlegung bedürfe, zumal der Reparationsagent mit besonderem Rachdruck auf Besoldung und Pensionen Hinweise. Seine Freunde toürben darauf bringen, daß ohne Verzögerung die ReparationSsrage im Auswärtigen Ausschuß behandelt werde, wobei eine gemeinsame Tagung des Auswärtigen und des Haushaltsausschusses zu erwägen sei. Jinarizminister Or. Hilferding teilt mit, der Etat 1929 werde in den nächsten Tage vom Reichskabinett verabschiedet unb bann dem Reichsrat zugehen. Bevor der Etat nicht vom Kabinett verabschiedet sei, könne er Einzelheiten nicht mitteilen. Infolgedessen halte er es für praktisch, eine allgemeine Etatdebatte 1929 hier nicht zu entfachen, sondern sich auf den Nachtragsetat zu j beschränken. Für ben Etat verantwortlich sei nach der Verfassung die Reichsregierung, nicht aber einzelne Parteien oder Fraktionen, sodann die Mehrheit des Reichstages. Den Zeitpunkt, die Reparationsfragen zu behandeln, müsse sich bei dem Ernst dieser Frage die Reichsregierung vorbehalten. Im Interesse der Erledigung des Nachtragsetats bitte er auf die Erörterung der darüber hinausgehenden Fragen jetzt zu verzichten. Abg. Graf Westarp (Dn.) formuliert seinen Antrag dahin, eine allgemeine finanzpolitische Aussprache mit der Aussprache über ben Nachtragsetat zu verbinben. Dieser Antrag wird abgelehnt. Am Mittwoch wird die Beratung fortgesetzt mit einer allgemeinen Aussprache über ben Nachtragsetat. Möglichst vorweg soll der Etat des Justizministeriums erledigt werden. Don unserer Berliner Redaktion Berlin, 16. Jan. Das Statistische Reichsamt veröffentlicht jetzt in „Wirtschaft unb Statistik'^ seine Dorläufiaen Ergebnisse der Reichsfinanzstatistik für bas Rechnungsjahr 1926/27. Es gelangt in drei Abschnitten ber Zuschußbedarf des Reichs, der Länder und der Gemeinden (Gemcindeverbände) getrennt zur Darstellung. Im letzten Abschnitt wird zusammensassend der gesamte Zuschußbedarf ber öffentlichen Lerwaltuna im Deutschen Reich sowie die Verteilung des Zuschußbedarfs auf Reich, Länder unb Gemeinden (Gemeindeoerbände) bargestellt. Danach betrug ber gesamte Zuschußbedarf ber öffentlichen Verwaltung im Rechnungsjahr 1926 27 rund 13,5 Milliarden gegenüber rund 11,7 im Rechnungsjahr 1925 26. Er ist mithin um rund 1,8 Milliarden ober um 15,6 Prozent g e - stiegen. Je Kopf der Bevölkerung ist der Gesamtzuschußbedarf in den beiden Vergleichsjahren von 187,8 auf 215,60 Mark ober um 14,8 Prozent angewachsen. Vergleicht man die Veränderungen des Zuschußbedarfs bei ben einzelnen Verwaltungszweigen, so finden sich Minderungen des Zuschuß- bebarfs von geringer Höhe, nur bei der Finanz- unb Steuerverwaltung, unb bei dem Posten Jon- fiige Ausgaben und Einnahmen"; ber Zuschußbedarf aller übrigen Aufgabengebiete, insbesondere auf dem Gebiete des Schuldendienstes und der Schuldenoerwaltung, ber Kriegslasten (äußere) und bes Wohlfohrtswesens (besonders Erwerbslosenfür- sorge, wirtschaftliche Fürsorge) ist gewachsen. In ber Reihe ber Zuschußbedarfssteigerung steht das Wohlfahrtswesen mit einer Steigerung von insgesamt 893,3 Millionen Mark an erster Stelle. Davon entfallen mehr als die Hälfte auf die Erwerbslose nfürsorge. Der Zuschuß- bebarf ber Kriegslasten ist um 468,8 Mill. Mark höher als in 1925/26. Schuldendien ft zent der Ausgabe in den Bereinigten Staaten, 30 Prozent in England und 30 Prozent in Deutschland flüssig gemacht werden würden. Rach der .,Rew Bork Herald Tribüne" soll Parker Gilbert beabsichtigen, seinen Posten als Generalagent für die Reparationszahlungen niederzulegen, sobald er dem Sachver- ständigenausschuß sämtliche ihm zur Derfügung stehenden /Unterlagen übergeben habe. Das Blatt erklärt, der Rücktritt würde ein ziemlich ernstes Problem darstellen, denn Parker Gilbert verdanke seinen Posten Owen V o u n g , der seinerzeit sich das Vorrecht Vorbehalten habe, Parker. Gilberts Rachfolger zu ernennen. Aus aller Welt. Gasexplosionen und Gasvergiftungen. Die Meldungen über Gasexplosionen Haufen sich in den letzten Wochen auffallend. Erft die große Londoner Katastrophe, bann kommt aus Duisburg eine ähnliche Nachricht, und jetzt treffen Meldungen aus Breslau, Gelsenkirchen-Buer, Wien und Prag über Gasexplosionen in diesen Städten ein. Duplizität der Fälle? In diesem Umfange sicherlich nicht. Auch an zuständigen Stellen der Baupolizei und der Gas- und Wasserwerke beschäftigt man sich bereits mit diesem eigenartigen Phänomen. Don unterrichteter Seite wird dabei aus zwei mögliche Gründe vor allem hingewiefen. Einmal spielt bei dem Brüchigwerden der unterirdischen Gasleitungen zweifellos die ständige Steigerung des Wagenoerkehrs in allen Groß, stabten eine Rolle, besonders aber die Zunahme ganz großer und neuartiger Lastkraftwagen. Die Gasleitungen werden von diesen Erschütterungen des Wagenverkehrs zweifellos getroffen und es bildet eine schwierige Aufgabe, wie man bei künftigen Neukon'^ruktionen dieser Gefahr entgegenwirlen will. Hinzu kommt noch in vielen Fällen als zweiter Grund die kalte Witterung, die zu einer Erstarrung der Erde führt. Diele ist dann lange nicht so elastisch wie der normale Boden und übermittelt die Erschütterungen bes Straßenverkehrs wesentlich härter den Gasleitungen. Die Sachverständigen vertreten also die Ansicht, daß durch die Erschütterungen des Straßenverkehrs, vor allem auf die Dauer, darunter liegende Gasleitungen u n - dicht werden können. Als weiteres Gefahren- moment kommt im Winter noch hinzu, daß das ausftrömenbe Gas nicht durch das gefrorene Erdreich hindurchdringen kann, unb, wie z. B. in diesen Tagen in Bad-Nauheim durch alle etwa bestehenden Hohlräume weiterkriecht, auf diese Weise bis an die Keller der Häuser gelangt unb bei einer eventuellen Explosion einen um so größeren Schaden anrichtet. In manchen Städten versucht man dieser Erscheinung beizukommen, indem besondere Gaskolonnen die gefrorene Erde u n - bohren, um festzustellen, ob irgendwelches Gas ausgeströmt ist, das im Sommer feinen Weg durch die Erde an die Oberfläche findet und seine An- wesenhett schon durch seinen Geruch verrät. Stra- ßenbau und Gaswerke werden sich zusammensetzen müssen, um diesen Gefahren gemeinsam zu begegnen. Dies ist um so nötiger, als in vielen Städten die Gasleitungen schon ein beträchtliches Alter haben und der Wagenverkehr ständig zunimmt. Schweres Gasunglück In Breslau. Im Hause Schießwerderplatz 25 wurden neun Personen der Familien Zelbroba unb Rüster durch Gas vergiftet bewußtlos aufgefun- Öen. Den Bemühungen ber Feuerwehr ist es bisher gelungen, ein Kind wieder ins Leben zurückzurufen. Die anderen Personen find ins Krankenhaus ge- schafft worden. Das Unglück ist durch den Bruch eines 2,5 Meter von der Hauswand entfernten gußeisernen Rohres der Gasrohrleitung verursacht worden. Der Bruch der Leitung ist wahrscheinlich ber Einwirkung des F r o ft e s zuzuschreiben. Die Verunglückten befinden sich sämtlich auf dem Wege der Besserung. Sechstagerennen. Rach der Wertung um 2 Uhr nachts kam es beim Leipziger Sechstagerennen zu einem großen Skandal. Das ausverkaulte Haus war mit dem ruhigen Tempo, das die Fahrer innehielten, unzufrieden pnd suchte diese zu schärferer Fahrt anzuspornen. Als die Fahrer das ruhige Tempo weiter innehielten, bemächtigte sich des Publikums eine starke Erregung. Die Fahrer wurden beschimpft und mit Obstresten und anderen Gegenständen beworfen. Schließlich muhte das ücberfall- kommando herbeigerufen werden. Die Leitung des Rennens ist in Verhandlung mit den Fah- rem eingetreten. Paris, 16. Januar. (WTD. Funkspruch.) .Oeuvre" veröffentlicht Aeußerungen des ehemaligen Reichskanzlers Dr. Wir t h und des Reichstagsabgeordnc ten v. Rheinbaben zu .den bevorstehenden Rcpcrationsvcrh^n lungern Der ehern. Reichskanzler Dr. Wirth erklärt: Deutschland hft nachgewiesen, dah es bezahlen will. Ist es aber sein Fehler, wenn sein Außenhandel ein jährliches Defizit von zwei Milliarden ausweist? Um bezahlen zu können, mühte Deutschland seine Ausfuhr erhöhen. Biele bisher noch Landwirtschaft treibende Länder sind jetzt i n du st r i a l i s i e r t worden, was bedeut:! daß sie ihrenCharak- ter als Absatzgebiete verloren haben. Wenn es bisher alle vorgesehenen Zahlungen beglichen hat, so ist damit nicht gesagt, dah es in Zukunft der amerikanischen Hilfe entbehren kann. Die Finanzsachverständigen mühten also die Zahlungsfähigkeit Deutsch- ,nc“en D°n1- Der Reich.tag3abgcotbnci= v. Ahetnbaben ™nun^um^ D;- leyten erklärt, bei einem 21u e:nanbett)ta7en d-r Thesen Aenderungen in den Grundsätzen der Fürsorge werde die Haltung Amerikas für die ofra C erxre en\ ®nöIölunÖ ausschlaggebend fein. Die amerika- Ee nur ^n Gesetz. Als grundlegeicktes (Sic nische Wirtschaft müsse darüber wachen, daß die oörie.'Ci8 ^^tzes uer/unge der Volkspartei, finanziel.en Lasten Deutschland; nicht dessen Segen wirtschaftlichen Aufschwung bedroh- » 1H U"k> die Herausnahme aus der t e n. Die internationalen Bankiers würden sich ™ ■ r besser untereinander verständigen, al; Politiker, nrfm-ft-rtl\or " (Reichs- Es sei mithin ein sehr glückliches Zeichen für arbcügminiftcrium erflatt: ®ie Regierung werde Deutschland, daß dos amerikanische Kapital sich C aHLcine von dem Ermessen weiterhin für die Angelegenheit und den wirt- unabhängige gesetz- schastlichen Wiederaufbau Europas interessiere, liche Grundlage stellen. Durch die Verordnung vom 29 März 1928 seien neue Reichsgrundsätze ÖIC SMeNkaNNche AUsjMUNa. aufgestellt worden, deren Durchführuna aber «k, « - .... bei einzelnen Landern auf Schwie ° ÄdINMkrztalifikvUNst der «Reparationen, ri gleiten gestoßen fei. Auch sonst sei die Reuhork, 15. Ian. (Reuter.) Der Washing- Kleinrentnerfürsorge nicht überall im Geiste und Inner Korrespondent des Journal of Commerce Sinn der Jürsorgepflichtordnung entsprechend berichtet, daß Kellogg noch nicht von der durchgeführt worden. Die Erklärung der Reichs- Ernennung ,I. Pierpont Morgans regietung habe im Auge gehabt, die Durch- zum Mitglied des Sachverständigenausschusses in führung der Verordnung und damit die Gleich- ! Kenntnis gesetzt worden sei, aber ange* beit im Gesetzeswege zu erzwingen. deutet habe, daß die amerikanische Regierung - feine Wahl billigen würde. Die Zustim-^ '«US oem Gesehgevungsausschuß mung der Regierung zu einer Ernennung Owen des Hessischen £otthfaa^ Aoungs sei bereits bekanntgegeben worden. n i r ni ft n t 1= et * Wie verlautet, sind weder Kellogg, noch Mellon ft"!,. o.l, 15. Jan. Der Gesetzgebungsaus- darüber unterrichtet worden, ob von der Repa- Sntht Är-eiü,c ^'"gabe rationskommisjil.n und den europäischen Regie- SCr UnÖ dsass- Amtlich tn Gießen, auf rungen bereits Einladungen an die gmann- G e n e y m i g u n g s v e r s a g u na eines Kauf ten amerikanischen Sachverständigen ergangen Vertrages mit einem Ausländer bis sind. Es wurde darauf hingewiejen, daß diese morgen zurück. Die Regierung wollte ihre Ge- Einladungen durch den englischen Botschafter Sir nehmigung erklären. Die Abg. Fenchel unb Mül- Esme Howard übermittelt werden würden. ler (Bbb.) verlangten jebod), die Reaierung zu er- ~ ‘ " suchen, daß nach Feststellung der Genehmigungspflicht durch die ordentlichen Gerichte die Interessen der betroffenen deutschen Staatsbürger gewahrt werden mögen. Ein Teil der Ausschußmitglieder steht auf ablehnendem Standpunkt. „Morgen tritt der Ausschuß in die Beratung des Gesetzentwurfes über die A b l ö s u n ' anleihen ber hessischen ............. unb Gemeindeverbände und in die Beratung des Gemeinde beamtengesetzes ein. Der Aus- , n1IlM|U™ wwvyiw weiuen wirv. *er ie !?uß wird wahrscheinlich zur Erledigung seiner jedoch der Meinung, daß zum mindesten inner Tagesordnung diese und den Anfang ber nächsten halb dieses Jahres keine Bondsausgabe zu et -Ißorfje m Anspruch nehmen müssen. 1 warten sei. Es heißt, daß ungefähr 40 Pro !|9p $®aber| v n 3 e r ♦ r n n e r K bf« lon D°r emlnet Fr»? ,n >nit ff rQfe’nchi ho».“' >en btt 9r n» n * 5«1Ai"*«L s*?~. Ulf" Dollar ble Qn ihn er2Lber ^'ls- “sSF 8 lb' S£i^ '7 $-6. 00 3u9e ibttfabten Vbe-s vmd^ .. » StaT ”1 <ä Sfiy® 3* Wjt ZZLS ■Utric^ungen haben. Dn jruntmetL " atrunten v. No« stritt^ kas. M*W JJ ^rbooten über bit wurden seit Sonn, wurden bit «Hs &id)tn in (inbeechn. in eine Tastwirtschaft Gesichtsmasken oer. en unter ben Kufen „jjänbe ^blindlings auf bie Säfte 11 c ob, Von den anroefen^ M> Viehhändler getroffen. I tot war, verstarb der an- ning ins Krankenhaus. Der W'.rtin und ihre Tochter fitig in Sicherheit bringen, en bk Räuber eine Geld- m sich. Ferner raubten sie chfen unb zwei Geldbrief- i Vachlvertrog und Papiere roher lautend befanden. Der t für die Ermittlung der inung von 1000 Mark aus- jgt In JtaföfHna. 'c in Palästina nimmt )li -Philipp- Platz 1 gelegenen Amtsgebäude. Gleichfalls befinden sich die Amtsräume des 1. Polizeireviers, früher Senckenbergstraße 7, nunmehr in der früheren alten Gendarmeriekaserne am Landgraf-Philipp-Platz Nr. 1. Die Dienststunden bleiben die gleichen wie seither. •* Ernennung. Polizein.eister Johannes Fleischhauer beim Polizeiamt Dad-Nauheim wurde zum Polizeikommissar ernannt. Städtische Brennholzver steig e- t u n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Gießener Stadtwald (Bezirk des Försters Arft/ wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 18, Eichenscheiter 13,20, Buchenlnüppel 13,50, Eichenknüppel 8,60, Buchenstöcke 8,50, Cichenstocke 7 Mk. je Raummeter: Buchenreiser 30. Eichenreiser 14, Afpenreiser 13 Mk. je 100 Wellen. •• Vergiftung bei einem Brande? Nach dem kleinen Brande am SamStagnachmittag in der Wohnung des Herrn Sauer in der Walltorstrahe zeigten sich bei dem Fuhrmann Willi Eichenauer in der Walltorstraß 48 Krankhellserscheinungen, die auf eine Rauchvergiftung schließen ließen. Der Mann wurde bewußtlos und mußte schließlich gestern vormittag der Medizinischen Klinik zugeführt werden. wo er schon wieder halbwegs bei Bewußtsein anlangte, jedoch noch stark benommen war. 3m Laufe des gestrigen Tages unb der letzten Nacht hat sich sein Befinden weiter gebeßert, so daß es ihm heute den Umftänben entsprechend gut geht. Bisher konnte noch nicht mit absoluter Sicherheit sestgestellt werden, ob es sich tatsächlich um eine Rauch- oder Gasvergiftung handelte. “ E i n starker Sturmwirbel von etwa breiviertelstünbiger Dauer brauste heute früh von kurz vor 6 Uhr an bis gegen 6.45 Uhr über unsere Gegend. Bon Schäden ist uns bis zur Stunde nichts bekannt geworden. •* Zwecklose Anträge. In der letzten Zell sind an den Hess. Minister für Arbeit und Wirtschaft eine größere Anzahl von Gesuchen gerichtet worden, in denen unter Hinweis auf irgendwelche nicht bestehenden gesetzlichen Bestimmungen Antrag auf Zahlung einer einmaligen Beihilfe für den Mittelstand und Versetzung in eine niedrigere Steuerklasse gestellt wird. Beide Anträge sind nach einer Mitteilung der Hess. Amtlichen Pressestelle gegenstandslos, da eine Deichsmittelstandsordnung, auf die sich in den Gesuchen berufen wird, nicht existiert, Mittel für Unter ftütjungen auch nicht vorhanden sind unb Anträge wegen Herabsetzung der Steuer nur durch Die hierfür in Frage kommenden Instanzen der Reichs inanzverwaltung erledigt werden können. Der fast überall gewählte gleiche Wortlaut der Gesuche legt die Vermutung nahe, daß jemand, um sich einen Vorteil zu verschaffen, sich zur Abfassung derartiger Anträge anbietet. Die Gesuchsteller sind meist In Gastwirte-, aber auch in Handwerkerkreisen zu suchen. Es wird deswegen hiermit öffentlich zur Vermeidung von Schädigungen auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht. Eine Gießener Wanderfahrt am Bodensee. Am Montagabend hatten viele unsever'Mitbürger — schätzungsweise etwa 900 — Gelegenheit, eine wunderbare Wanderfahrt in dem Lande am Schwäbischen Meere, dem Bodensee, mitzumachen. Wenn diese Fahrt auch nur in Worten und in zahlreichen Bildern erlebt wurde, so war sie dennoch von außerordentlichem Interesse. Die Gelegenheit zu diesem hohen landschaftlichen Genuß bot in anerkennenswerter Weise die Vortrags-Vereinigung mit einem Vortrage der hier bestens bekannten Erzählerin von süddeutscher Landschaften, Frau Emma Kottmann, Stuttgart, die uns im vorigen Winter schon reizvoll über den Schwarzwald zu berichten wußte und nun am Montagabend Führerin ihrer großen Zuhörergemeinde durch die herrliche Landschaft am Bodensee war. Diese Heimatliebe und feinstes Empfinden für die unvergänglichen Schönheiten Der Natur klangen aus den Worten der Rednerin heraus, die mit Begeisterung vorn Bodensee und seinen unendlich reizvollen Städtchen und Dörfern zu erzählen wußte, dabei das gesprochene Wort durch eine große Fülle schönster Lichtbilder illustrierend. Die Reise im Bild ging von Lindau aus nach Bregenz und dann an dem bayerischen, dem würt- tembergischen und badischen Ufer des Sees entlang bis Konstanz. Jedes der schönen Fleckchen Erde in dieser gottbegnadeten Landschaft wurde in fesselnder Weise unter Hervorhebung der wichtigsten Punkte geschildert und so den Zuhörern ein fein abgerundetes Bild von Land und Leuten gegeben. Der Vortrag währte etwa l3/< Stunden, man wurde aber nicht müde, der fesselnd plaudernden Vortragenden zu lauschen und sich immer Wenn Nre Gmvfeblungsanzeige in derSamstagsnummer desGießenerAnzeigers durch sorgfältige und wirksame Satzausstattung werden soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Donnerstag in der Geschäftsstelle auf! ■■■■■■■■■■■■■■■■■Dl wieder aufs neue zu erfreuen an den mit geübtem Blick für die landschaftlichen Schönheiten von der Rednerin selbst aufgenommenen Bildern. Es war eine köstliche Unterhaltung, die dem Publikum an diesem Abend bereitet wurde. Anhaltender lebhafter Beifall brachte der Vortragenden unb auch der Vortrags-Vereinigung den herzlichen Dank der Zuhörer gebührend zum Ausdruck. Weitere Lokalnachrichten im zweiten Blatt. Eingesandt. (Für Form unb 3nyau ailer unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion dem Publikum gegenüber keine e V^ nnkwortung.) Zum Eingesandt »^tochmals die Mülleimer". Dem Einsender ein „Bravo!" Den treffenden Einwendungen möchten wir noch eine Frage bin» zufügen: Wo sollen die überschweren Eimer untergebracht werden von Leuten, die in den oberen Stockwerken wohnen und keine Möglichkeit haben, sie im Keller oder Hof unterzustellen? Schon für einen Mann ist es eine ftarfe Zumutung, einen nur halbgefüllten Eimer vom 3 oder 4. Stock hinunterzuschleppen, für Frauen aber ganz unmöglich. Eine Beobachtung sei hieran anschließend mttgeteilt. Auf einet Reise sahen wir in einer mittelgroßen Stadt am Rhein noch nachmittags um 4 Ähr dieselben Mülleimer kilometerweit in allen Straßen am Fuß st ergründ aufgepflanzt stehen. Sollte man diese Möglichkeit in Gießen auch ins Auge gefaßt haben zur Verschönerung des Städtebildes? I. K. Berliner Börse. Der lin, 16. Ian. (WTB.) Bei ruhigem Geschäft bleibt die Tendenz im heutigen Frühverkehr noch abwartend, da der Schluß der gestrigen Neuyorker Börse wieder recht schwache Kurse gebracht hatte und man nicht weiß, ob dieser Llmstand nicht wieder zu Glattstellungen führen wird. Rur für Montanpapiere scheint weiter einiges Interesse zu bestehen. Man taxiert Gelfenkirchen auf 128,75 zu 129 und Stahlverein auf 97,50 etwa. Oer Dinier begünstigt den Zettansah. Erfahrungsgemäß rinbet nn Winter eine vermebrie .ietlavlagerung tm Körper statt, sodaß Sie gerade in der jetzigen Iahres^eii gegen vorhandene ober 8u befürchtende Korpulenz etwas ordentliches tun müßen. Wir raten Ihnen jetzt einige Wochen hindurch morgens, mittags und abends 2 Toluba-Kerne au nehmen. [1O5V Beginn: Donnerstag, den 17. Januar - Motto: Wenig sagen, viel leisten Ißüchi&nde iton (kdeut Lesen Sie die folgende Anzeige Beachten Sie unsere acht Schaufenster 493A iuamenrieioeritoff • ;sapnr (etreiajgarngenre) sucht für Hessen-Nassau unb Oberhessen rührigen bei den Oetailgeschästen des Bezirks gut eingeführten Prov.-Vertreter (Autobesiher bevorzugt). Schriftliche Angebote unter 405D an d. Gießener Anzeiger erbeten. Brennholzversteigerung aus dem IHarfroalb Gruningen Dorf-Gill am Mittwoch, dem 23. b. 2R., vormittag» 9^ Ahr, in der Turnhalle zu ©rüningen, inb zwar aus den Forstorten Fliegenstall, 3i mwäldchen, Weißedriesch unb Hard- rokje: Scheiter rm: 171,7 Buche 1. Klasse, 2,2 2- Klasse, 10 Eiche 1. Klasse, 2,6 2. Klasse, 1'?.. Kiefer 1. Klasse, 5 Fichte 2. Klasse; Knüppel rm: 35,3 Buche, 15,4 Eiche, 18,9 Kiefer, 1 Lärche, 2,6 Fichte; Reisig 2. Klasse (Sfammrelfig) rm: 13 Buche, 36 Hainbuche, 55 Eiche, 10 Lärche, 20 Weymouths- !iefer, 10 Fichte , Reisig 3. Klasse (Astreisig) •m: 176,8 Buche, 51 Eiche, 169 Kiefer, 39 ftchte; Stöcke rm: 61F Buche, 24,4 Eiche, 27,3 Kiefer, 9,5 Fichte. Die blau unterstrichenen Nummern werden nicht versteigert. Es wirb empfohlen, dos Holz vorher einzusehen. 489V Tiehen, den 15. Januar 1929. Der Dorsitzende bes Martvorstandes. Nicolaus, Forftrat. Betgeöung oon BonotDeiten. Für den Neubau oon 18 Wohnungen an der Liebigftraße sollen bie inneren unb äußeren Tüncher- unb Anstreicherarbeiten unb bie Schlosser, unb Anschlagearbeiten vergeben werben. 484D Angebotsformulare unb Näheres burch Architekt B. D. A. Hamann, Bergstraße 11, Gießen. Angebote finb verschlossen unb mit entsprechender Aufschrift versehen bis Don- nerstag, ben 24. Januar b. 3.. 17 Uhr, daselbst einzureichen. Gießen, den 15. Januar 1929. Baugenossenschaft 1894 e. G. m. b. H. Gießen. _____Fourier. Wölfer._____ Bekanntmachung. Mittwoch, den 6. Februar 1929, nachmittags Ahr, soll auf dem Rathaus, dahier, die der Gemeinde Watzenborn- Steinberg zustehende 3agb, 800 Hektar Wald und Feld, auf weitere neun Jahre verpachtet werden unter ben bei der Verpachtung bekanntzugebenben Bedingungen. Das Jagdgebiet beginnt an der Station Schisfenberg und ist auch oon der Bahnstation Großen-Linden In 25 Minuten zu erreichen.. Watzenborn-Steinberg bei Gießen, ben 10. Januar 1929. 481D Hessische Bürgermeisterei. Schäfer. (Slcnante Masken frifin reu iniederAns'ührnng. ftovitvnirhcn, ent- nass. Ondulation, Bnbikovsichnctden, Damen-.v.aöken- foitüme und Pe riicfcnvcrlcib. Svezal-Damen- Frisier-Salon K. Stehllng, o98i*i Gnauthstr. 34. Schellfische o. Pfund 8S Kabeljau Seelachs o. St.. Pfund 35 Zisch-Mel Pfund 45 Heinrich Kalbfleisch Trlevb. 1685. 34 D Drucksachen aller Art liefert Bit Stuhl l»t Dtatferei Arbeitsverqebnng. Unter Zugrundelegung der Reichsverdin- gungsorbnungen sollen die Zimmer-, Dachdecker.. Klempner- unb Grobschlosser- arbeiten für ben Neubau bes Sludenten- hauses für bie Gießener Studentenhilse e. v. vergeben werben. 4870 Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem Bureau des unterzeichneten Ar- chitekten offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum Eröffnungstermin am Montag, dem 28.3a- nuar, vormittags 10 Ahr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, ein- zureichen. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 16. Januar 1929. Ernst Schmidt, Architekt B. D. A. Bismarckstraße 38. Holzversteigerungen bes finden Sie sofort rf K den echten Suchard» Kakao heraus. Nur Sudiard fiat dieses volle, würzige Aroma, diese Feinheit des Geschmacks. Die hundertjährige Erfahrung machts. Graf zu Solms-Loubachschen Forslamls. 1. Montag, den 21. Danuat, 10^ 1 Hr vormittags, in der Turnhalle zu Freien- feen aus ben Distrikten Ziegenberg, Tränk- bad), Herrnzipfen, Weibenau, Wetterauer- berg unb Kreuzseenerberg der Försterei Glashütten, rm Scheiter: 650 I., 40 II. Buche, 11 Esche unb Ahorn, 50 Eiche und Birke I. unb II.; Knüppel: 350 1., 10 II. Buche, 8 Eiche unb Ahorn, 48 Eiche unb Birte, 35 Nabel- unb Weichholz; Stöcke: 185 Buche, 2 Eiche; Reisertnüppel: 150 Buche; Astreiser: 530 Buche, wertscheil: 8 Buche. Blau unterstrichene Nummern werben nicht ausgeboten. Kohlreiser unb Lesholz flächenweise. Das Holz lagert größtenteils 1—2 km von ber Berlabeftation Freienseen entfernt. Auskunft erteilt Förster Krautwurst, Glashütte bei Freienseen (Telephon Laubach 69). 462V 2. Dienstag, ben 22. Januar, 10¥■» Ahr vormittags, in der Turnhalle zu Freienseen aus den Distrikten Baumkircherwald la, 1b, Peterswaid, Kendelrain, Wintersberg, Hoherain 3, Schömberg, Wenzelskopf der Försterei Oberseen: rm Scheiter: 415 I., 70 II. Buche, 5 Esche, 15 Eiche II., 4 Ahorn, Ulme, Kirschbaum, 13 Aspe, Erle, Weide, Fichte I. und II.; Knüppel: 270 Buche, 24 Esche, 33 Eiche, Ahorn, Ulme, Kirschbaum I. unb II., 14 Erle, Aspe, Weibe Fichte I. unb II.; Stöcke: 158 Buche; Stammreiferknüppel: 189 Buche; Astreiserknüppel: 316 Buche, 5 Eiche, 1 Erle, werkscheiter: 3,4 Buche (Peterswalb Id). Kohlreifer unb Lesholz flächenweise. Die Buchenscheiter I. Klasse aus Baumkircherwald 1b, bie Buchenscheiter unb -knüppel I. Klasse aus Wintersberg, Schömberg und Wenzelskopf unL blau unterstrichene Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilen Förster Schreiner zu Altenhain unb Forstgehilfe Flick zu Freienseen. •■'n. bULrlAnL> (J.M.ti.H IN LUtnnALrl'bALlcN KAKAO UND SCHOKOLADE la Schelliisdie o. K. „ Kabeljaa o. K. ,, Seehecht Mangen Portionsscheilflsch frische ßrüne Beringe Fischfilet Fischkotelett RBacherwaren lebende Karpfen und Schleien, eio l.G. hintan Lahnhosftraße 59 Telephon 66. tlebermorgen Ziehung bei eine Art Sonder inzwischen auf Weiterung. Auf 1922 kamen vor desselben Jahres nau'Wörder zur gegriffene ÄeM iint Jahren aber Verfahren gesühi ■über das Aerboi iai preußische 2 ■yktbot wurde al Mrde ein Aerbc schoben. Ler L Sen vergangenen Stbiet zu verzeic 'M die Reichs sitze, 1926 mus VrMchen Flo renb im Di iter F schlage Heiner yen gegen Deck Hessen vechande Anrecht gegeben i am 17. Aovemb Diersteuerg der Kampf ur 'Reichsbahn bra ßiebli in ^2uf der Lu iur deutsch« an Telle der Afrikas, an s an ander, Länder, ohne 2er deutsch« Sante Steieimi Landwir e Mögi 6 e ermari Oesterreichs, M ^ugoflatien. ■War groß UrtJ wzntoDfre.; ßtanwe ist konservative 4!L Es ^k.scha'^g y ^laatgut ist na Zuf.ViUtd ihrer '^ldunguch^ Gießener H Aast der uL- lnl ^ren Ä' Elchen Mch »nu9 Nabt tj 3Qu»l der Vte A gelangt n «often ? ^egeS^^nb iUtud KN-n 6i® ' We, eidern <®A 3dniidr 1929 ern^j lanuar igU, Stadttheater nzert •Konzert onle-Orchesters ist: Martha Linz (Violine) Tiden", Goldmark Vlolin« Symphonie D-Dur i 2L) bei Ernst Challier Studentenkarten: Mk. 1.50 gen Ausweis. aeo ements Ist abzuholen M MM 464D Verein La Ruder- W M ä uni e 1*5JJ! t i#»** JB 9®®®'* Giele" 1913 et 14<* abtei|unfl‘ izugebsn. 5 . U W Bitzer.....L'flw ■ ■■■■. /NW. 1000 .....flM.3000 6W ' RM.24ÜÖ ÄfeSS *bl W »M.5N8 oiisine-• ■ oü 8500 wusine • • • ■ pu M er ••.....[;M. Bl> ......' ‘fahrbereite® • I« 3’** -__ llr. 13 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. |6. Januar 1929 famleit können deutsche Landwirte als Pioniere vorbildlich wirten. Die Bevölkerung ist vorwiegend katholisch, eZ gibt aber in einer Reihe von Cc.cn evangelische Gemeinden. Aber von irgendwelchen te igiösen Segensätzen ist nichis zu bemerken. Das landschaftlich außerordentlich schöne Steiermark zeichnet sich in allgemeinen auch durch eine recht günstige Bodenverteilung aus. Li.le.'guter int deu scheu Sinne fehlen, der Grvßgrundiesih ist fast nur forstwirtschaftlicher Betrieb, während der bäuerliche Besitz mit rund 70 COO Hektar weitaus überwiegt, ü uch der Boden ist im allgemeinen gut, meistens ist eZ ein schwerer humöser Lehmboden, in Ost- steiermark gibt es sogar ausgezeichnete Weizru- bölen. Dazwischeir ist meist an den Hängen des geiirgigen Tells ein kalkhaltiger, milt.erer Lehmboden. das Berwii.erungdproiust des glimmer» haltigen Tonmergels als gut geeignetes Wein- land zu finiet. Die Terteilurg der landwirt- schafllnchen Flächen ergibt, daß rund 224 COO He.'tar Aecker sind, rund 203 OOO Wiesen, 236 000 Alpenweiden, 837 COO Walduncen u ib der Rest von 153 COO Hektar unproduktives Land sind. Beben dem Ackerland, von dem rund 123 COO Hektar für den Anbau von Körnerfrüch- t e n verwendet werden und neben dem recht wichtigen O b st b a u liegt der Hau>tr'ichtum des Lanres in der Viehzucht und in den Wäldern. Landwir.sch-aftliche Grundstücke stehen in jeder Preislage zurBerügurrg. 3m allgemeinen rechnete man zum Beispiel i < dieftm So.nmer für 112 Pr. Morgen (davon 85 Wald) 12000 Mark, oder für 528 Pr. Morgen (davon 330 Wald) 108 000 Mark. Aalürlicherweife rich en sich die Preise nach Derkehrslabe. Güte des Bodens und dem Zustand der Wir schaftsgrbäude. Eie schwarlen zwischen 150 und 350 Marc pro Morg:'. Leider ist Pachtland kaum zu bekommen. Die Steuer- belastung ergibt etwa folgende Zif.ern: Für ein Hektar Acker oder Wirse 4,80 Mark Grundsteuer jährlich und für einen Hektar Wald 2 Mk. Die Warrn Umsatzsteuer beträgt etwa 2 Prozent aller verkauften Produkte, während bei der Einkommensteuer von 840 Mark an bis zu 2040 Mark 1,5 Proz. berechnet werden. Eine Gewerbe- oder Gebchrdrsteuer gibt es übe.Haupt nicht. Detrirbs- kredite sind durch die RaLsieisen-Danlen, die in Steiermark sehe verbrri et sind, zu haben. Bei Ankauf ist eine älebertragungsgebühr zu zahlen, und zwar bei ei em Kaufpreis bis zu 7200 Mark 6 Prozent und bis 28 003 M rrk 8 Prv->ent usw. Damit Gü erschlächte.eien und S-eL-llatioasläuse verhindert werden, bedürfen die Kaufverträge über l ndwirischaftttche Besitzungen der Geney- migung der Grundverkehrs.ommistion. Heber die Derhäl misse in Steiermark ist ei re besondere Organisation, dir Vereinigung für deu sche Siedlung und Wanle.ung in Berlin N 30, Martnn- Luther-Straße 97, genau unterrichetz Im Krachidampser auf dem Atlantik. Don (Sofie von llhde. 3edes Ding hat zweierlei Angesicht. Wenn Sie im behaglichen Hausrock auf dem Sofa liegen, den Lautsprecher vor sich, und stillvergnügt irgendeiner ansprechenden Tanzmusik lauschen — la — la — lalala — so werden Sie weiter keine Betrachtungen anftrllen über diesen Zuwachs an Annehmlichleit in Ihrem täglichen Leben, sondern Sie werden eS so selbstverständlich hinnehmen, wie Ihre Zeitung und wie Ihre Zigarre. Aber seien Sir erst einmal losgelöst vom -gewohnten Sein, erkämpfen Sie sich, beispielsweise so wie wir soeben tun, auf einem “ Reue Formblätter des Post» und Postscheckverkehrs. Don der Deutschen Leichspost sind die Postanweisungen und Zahlkarten, sowie die Lachnahme- und Postauftragsformblätter mit anhängender Postanweisung oder Zahlkarte wesentlich geändert worden, il. a. haben die Formblätter zum leichteren Ausfüllen mit Schreibmaschine Rormalzellenabstand erhalten: gleichartige An 'en auf den verschiedenen Teilen der Fprmblät^. sind möglichst auf gleiche Zeilenhöhen gebracht worden. Ferner sind Vereinfachungen für die Detragsangabe vorgesehen. Lach den Vorschriften müssen die nicht von der Post bezogenen Zahlkarten und Postanweisungen in der Größe, Farbe und Papierftärke, sowie im Aufdruck mit den amtlichen genau übereinstimmen. Gleichwohl werden noch immer vielfach Zahlkarten und Postanweisungen aufgeliefert, die in den Abmessungen, namentlich des Empfängerabschnitts, wesentlich von den amtlichen abweichen Die Bearbeitung solcher Zahlkarten usw. verursacht besonders bet den Postscheckämtern erhebliche Betriebsschwierigkeiten. Zur Abstellung dieser Unzuträglich leiten hat daher die Deutsche Reichspost angeordnet, daß Zahllarten und Postanweisungen, die in den Ausmessungen mit den amtlichen nicht genau übereinstimmen, nur noch bis Ende Juni 1 929 verwendet werden dürfen. Die Postanstalten sind angewiesen worden, nach Ablauf der erwähnten endgültig letzten Aus der provinzialhaupistadt. Gießen, den 16. Januar 1929. Aus der Hess. Sängerbundbewegung. Am SamLtagnachmittag tagte in Darmstadt hn Städtischen Saalbau unter dem Bundesvorsitzenden Ministerialrat Dr. S i e g e r t der Hauptvorstand des Hess. Sängerbundes. der sich hauptsächlich mit der Abhaltung der Sonderkonzerte und der Beteiligung der einzelnen Gaue beim 2. Hess. Sängerbundesseft in Darmstadt im Juli 1929 befaßte. Zu diesem Zwecke waren aus allen Teilen des Kreisgebietes die Vorsitzenden der einzelnen Gaue erschienen. Es wurden angemel- Let: etwa 15 Sonderkonzerte, 6 Gaukonzerte und mehrere Gaukonzerte, die an öffentlichen Plätzen in Darmstadt abgehalten werden., Das Bundesfest eröffnet der ©au Darmstadt mit einem großen Sonderkonzert in der Festhalle am Freitag, 12. Juli. Die Aussprache hat gezeigt, daß mit einer außerordentlichen Beteiligung aus dem gan» zen Bundesgebiet zu rechnen ist. Hierauf wurden von dem Bundesgeschäftsführer Roth die einzelnen Gaue an Hand des im vorigen Jahre von ihm herausgegebenen Führers durch den Hessischen Sängerbund hn Bestand erneut festgestellt, so daß der Reudruck kleinen Frachtdampfer den Weg durch die Stürme des Atlantik, nichts um sich als Wasser und Himmel, die sich in Raterei umarmen — und dies kleine tönende Kästchen wird zum rätselvollen Herz dec Welt. Seit sieben Tagen Haber wir Sturm, Hnb die Seen stürzen krachend über unser Schiff. Seit sieben Tagen besteht meine Tätigkeit vornehmlich Larin, mit kümmerliche n Erfolge die Gesetze des Gleichgewichts zu studieren und mit ruxf) kümmerlicherem Erfolgs mich vor den Sturzseen in Siche heit zu bringen, welche stets schneller zu fein pflegen als man selbst ist. Und des Rachts liege ich geschaukelt in der Koje und höre zwischen Traum und Wachen das gewaltige Donnern von Meer und Wind. Ein einsames, ein ganz auf sich selbst gestelltes Dasein. Was wissen wir von den Städten und Küsten der Menschen? Wir wissen nur vom Auf un Ab des Ozeans. Biber da steht dieser kleine schwarze Kasten oben im Ravigationsraum. Ein paar Hebel werden gestellt, ein Licht scheint auf — und in die Abgeschiedeirheit der Mcere dringt — unglaubhafter und unwirklicher Spuk — der freundllch-geschästige Widerhall bewohnter Erde. Jeden Abend, wenn die hauptsächlichsten Funk- zeiten dec Schiffe vorüber sind und der Verkehr ein wenig nachläßt auf Len himmlischen Wellen- psaden, erklimme ich, zwischen jagenden Wassersahnen und brüllenden Böen den Weg zum Ravigationsraum, den Weg ins Land moderner Hexenkünste, ilnb immer neu und reizvoll bleibt dies Spiel: man steckt wahllos irgendeine Welle ein, man dreht den Zeiger langsam und ganz ziellos übers Zifferblatt, ein Jäger auf der Pirsch, lagend nach dem flüchtigen Wild der Töne. Stille — ein Schiff funkt — ein fernes Summen im Apparat — wieder funkt ein Schiff — und wieder Stille. Aber nun hat der Zeiger den rechten Teilstrich erreicht und auf einmal kommt ein Liedchen gezogen, ein kleines, leichtes, tänzelndes Geigenliedchen, fremdartig hold zieht cs durch diesen sachliche,! Raum voll Schifsskarten und Logbücher. Gott weiß, woher es kommt, vielleicht aus Kairo oder Madrid oder vom Donau- OerRechtswächier deslsieiches In der Versafsung verstreut finden sich die entscheidenden und grundlegenden Deslinunungen, iuf denen sich bann ba3 Gesetz über den endgültigen Staatsgerichtshof vom 9. Juli 1921 aufbaut. Damit war n»ch den Aevoluftons- •üirren und nachdem die Rexchsverfassung zwei )ahre vorher beschlossen worden war, der erste Abschnitt der innerdeutschen Konsolidierung nach item Kriege abgeschlossen. Für alle Ausei.'.an- Sersetzungen zwischen dem Reich und den La/- «rn, den Ländern untereinander, für alle diese Hoheitsrechtlichen Fragen war ein oberster Ge- uichtshos beim Reichsgericht geschahen worden, Bet als letzte Instanz entscheidet. Die Kompetenzen des Staatsgerichtsho'es si id für lie Sicherheit des Staatsgefüges von allergröl-ter und entscheidender Bedeutung. Wie groß diese Bedeutung ist, zeigt der wenig bekannte Arti.el 59 der Reichsverfassung. nach dem der Reichstag berechtigt ist, den Rcichspräsidenten, den Reichs- fcn^ler und die Reichsminister vor dem StaatS- gkemchtshof für das Deutsche Reich anzullagen, baß Ite schuldhafter W)rDiegend mit dem Problem der Materie. Die rtprfftagoräer vertreten bie Anschauung: bie Märta!« ist Zahl. Die monadische Theorie hatte für Mb auch mathematische Bedeutung. Zwar sind ilt pythagoräischen Tatsachen (des bekannten iLchrsatzes) an sich sehr alt, aber der Beweis Ifcurbe durch Pythagoras erbracht. Auch die •6-rt7edung des Inkommensurablen geht auf seine tkchule zurück. Die Kritik der pythagoräischen rtühie gaben bte sog. Eleaten (Pannenides und ^iu>). Parmenides hat ein Poem über bie Ra- stv geschrieben, von bem einige Fragmente er» litten sind. Parmenides nimmt eine primitive, «Sßiedehnle, existente Materie an; ein leerer Raum kann nicht existieren. Der Vortragende entwickelte hier eigene Hypothesen über bie Auslegung bet überlieferten Fragmente. Er hat ben Rachweis erbracht, daß Parmenides sich mit mathematischen Begriffen befaßt hat. Parmenides hat bie absolute Bewegung verneint. Auf ihn gehen bie ersten Versuche einer rationellen Physik zurück. Empedokles und Anaxagoras setzten eine Mehrzahl von Materien voraus. Die Theorie des Empedokles trägt eklektischen Charakter. Anaxa- goras nahm unendlich viele Elemente an. Mit ber pluralistischen Theorie begegnet zum ersten Male bas Problem ber Kraft. Empedokles zerlegt sie in die gegensätzlichen Elemente Haß unb Liebe. Anaxagoras nimmt eine vernünftige Kraft als Impuls an. Demokrit vertritt im Gegensatz zu ben Eleaten bie Theorie einer absoluten Bewegung. Der von Demokrll entwickelten atomifti- schen Theorie wurde eine ausführliche Betrachtung gewidmet, deren Wiedergabe ben Rahmen dieses Referats sprengen würde. Mit Demokrit und Plato kommt bie Reaktion gegen die So- Phisti k. Eine ausführliche Hillersuchung des von Demokrit vertretenen Rationalismus und ein kurzer Rückblick auf die platonische Ideenlehre beschloß bie Vorträge, die sich eines sehr regen Besuches zu erfreuen hatten. Giedlungsmöglichkeite» in Steiermark. 2luf ter Suche nach Stedlungsmöglichkeiten für deutsche Aulwanderer denkt man meistens lM Teile ber ehemaligen deutschen Kolonien AfrÄas, an süban'.erllanische Siedlungsgebiete i ober an andere weit entfernte und abgelegene Sinter, ohne zu ahnen, bah relattv nahe I; b e r deutschen Heimat, in Oesterreich, im Stinte Steiermark, für deutsche Bau.rn und Sanbtoirte Möglichkeilen ber Ansiedlung gegeben fiitb. S e ermar?, ber zweitgrößte Bundesstaat Ce|terrekf;£, grenzt im Süden an Kärnten und 3ixgoflatirien. Das Land ist u rgesähr 1637 000 feäar groß und zählt beinahe eine Million frrtoobre:, die durchweg Deufche sind, meist ton Stamn e der Bajuwaren. Der Grund, weshalb reichsdeullche Landwrle dort ^ul vor- därts komn e ist in erster Linie der, daß der feitr konservallre Bauernstamm dort r ü ck - fänblg ist. Es 'e>It ihm der Weitblick, der e zur Modern.s eruig der Betriebe, intensive Tewirifchasiung, Düngung und Derwe.rdung von Cie faatgut ist noch lange nicht au, der Höhe. Aus Grund ihrer beferen landwirtschaftlichen 5i>tbtlbung u ib vor al en ihrer größeren Rcg- —I IT» ■■ I ......... O-erhessen. Landkreis Gieren. K Wieseck, 16. San. Gestern abend fand im 0ac.b tot Wi.heln DorsÄd e ne öfr-Tt i )eBür gerversammlung statt, die sich mi. cer V e t- kehrsfrage Wieseck — Dietzen (Autoverkehr und Straßenbahn beschäftigte. Reue Gesichls- punkte traten trotz der regen Aussprache nicht in die Erscheinung. Die gewünschten Auskünfte über den Stand der zur Zeit schwebenden Verhandlungen wurden von einem Mitglied d:s Dor- staiDes des Zweckverbandes erteilt. Eine Entschließung. die an die Regierung wntergeleitet werden sollte, fand keine Annahme, da sich die Versammlung davon nichts versprach. Ein Redner des Abends warf die Frage der Gasversorgung Wiesecks noch in die Aussprache und verlangte von der Gemeindevertretung vor so wichtigen Entscheidungen das Anhören der Bürgerschaft. Eine in. 'diesem Sinne gefallene Entschließung an den Gemeindevorstand fand einstimmige Annahme. X Wieseck, 15. San. Der vorige Sonntag brachte in unserem Orte zwei Lichtbild- Missionsstunden. von denen die erste für die Schuljugend bestimmt war. „Chinas Röte und unsere Hilfe" war der Titel einer Reihe von 62 trefflichen Lichtbildern der Ostasien- Mission: in sechs Abschnitten, zu denen der Ortsgeistliche Erläuterungen gab, handelten sie von Chinas Abgeschlossenheit, seinen alten und neuen Verkehrsmitteln, der Revolution von 1911, dem chinesischen Gegensatz reich und arm, der chinesischen Religion und unserer Christenhilfe. ck. Heuchelheim, 15. San. Am Samstagabend hielt das Arbeiter-Kulturkartell Heuchelheim in der Turnhalle sein diesjähriges Wintervrranügen ab. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und nahm einen harmonischen Verlaus. Der Arbeitergesangverein trug nach Degrützungsworlen des Vorsitzenden Denner einige Chöre unter Leitung seines Dirigenten H. Rikolai sehr gut vor. Die Arbeiterjugend beteiligte sich durch eine kleine Theaterauffüh- rung, während die Freie Turnerschaft durch turnerische Vorführungen ihrer Damen- und 221 inner Abteilung an Darren und Reck, sowie Freiübungen die Feier verschönern half. Eine gut aufgesührte Operette sorgte für Humor und brachte die richtige Feststimmung. Zum Schluß spielte die Kapelle Pauly. Marburg, zum Tanz auf. X Klein-Linden. 15. Jan. Im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" hielt der hiesige Krieger- verein dieser Tage seine diesjährige Generalversammlung ab. Der erste Vorsitzende Schimmel erstattete den Jahresbericht und stellte dabei fest, daß das Dereinsinteresse bei der zahlreichen M'.tqliederzahl als sehr gut bezeichnet werden kann. Die Iahresrechnung wurde bekanntgege- ben, geprüft und als richtig anerkannt. Der seit- herige Schriftführer Kamerad Fischer, legte wegen anderweitiger Inanspruchnahme das Amt nieder, an seine Stelle wurde Kamerad Loh zum Schriftführer gewählt. Zum Wohltätigkeitskonzert am 19. d. M. wurden die Kameraden ersucht, für die Verlosung recht zahlreich Gegenstände zu stiften, da erhebliche Mittel erforderlich sind, zur wirksamen Unterstützung der Kriegsbeschädigten und Krieaerhinterbliebenen. Dem Dereinsdiener wurde in Anbetracht seines vorbildlichen, unermüdlichen Eifers für die Dereinsfache ein Geldgeschenk bewilligt. • Leihgestern. 15. Jan. Am Samstag der- lietz ein Sohn unseres Dorfes, Wilhelm Heß. feine Heimat, um nach Amerika auszuwandern. Der Gesangverein „Eintracht" brachte seinem scheidenden Sangesfreunve einen Fackelzug und veranstaltete anschließend hieran bei der elterlichen Wohnung eine kleine Abschieds- feier. Rach dem Vortrag eines Heimatliedes gedachte der erste Vorsitzende des Gesangvereins in einer Ansprache des Scheidenden und wünschte die'em alles Gute in seiner neuen Heimat. - Wichelm Heß dankte sichtlich bewegt für die ihm erwie'ene Aufmerksamkeit und versprach, auch in der Fremde seine deutsche Heimat nicht zu vergessen. Rachdem der Verein noch zwei weitere Lieder vorgttragsn hatte, war die Feier beendet und Heß schloß sich den Sängern an. die ihn im Fackelzug zum Bahnhof geleiteten. Mit dem Liede „Run ade, du mein lieb Heimatland" verließ die große Schar derer, die sich inzwischen ange'ammett hatten, das Elternhaus des Auswandernden. 's Trei s a.d. Lda. 15.Jan. Der Turnverein „G u t H e i l", Mitglied der Deutschen Tur- .nerschaft, hielt am Sonntagabend bei Mitglied Lache Bajazzo! Roman von J. EchnelderrFoerfil. Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau L Sa 46 Fortsetzung Nachdruck verboten. Die Antwort kam prompt und entlockte dem Kommerzienrat ein verächtliches Lächeln. — „Lieber Baron, geben Sie Ihr Ehrenwort, daß Sie sich ohne werteres dem Gerichte zur Verfügung stellen. — Werden Sie meinem Chefingenieur dann die Eisendinger abnehmen?" Ein kurzes Zögern. „Ich kann die Verantwortung nicht auf mich laden!" „Auch dann nicht, wenn ich Ihnen für die Sicherheit meines Gastes bürge?" Der Beamte wurde schwankend. Jankes war eine der bekanntesten Persönlichkeiten in Bellinzona und mit einer Reihe erster Familien verschwägert, in seinem Hause gingen die obersten Kreise aus und ein. Wenn er für feinen Chefingenieur Bürgschaft leistete, war das soviel als neunundneunzig Prozent Sicherheit. Man konnte es also, ohne zu viel zu riskieren, wagen, diesem Baron die Kette abzunehmen. Joachims Hände fielen wie aus Dlei gegossen herab. ..Ich danke Ihnen, Herr Kommerzienrat!" Drei Minuten spater fuhr Jankes mit Kurt und dem Polizeibeamten, Hettingen in die Mitte nehmend, dem Gerichtsgebäude zu. „Herr Baron Hettingen!" Die Stimme des Staatsanwaltes, der als Untersuchungsrichter fungierte, schraubte sich verärgert hoch. „Wenn Sie sich durchaus das Genick brechen wollen, dann brauchen Sie sich nur weiter in das Schweigen zu hüllen, wie Sie es bisher geübt haben. Dann ersparen wir uns möglicherweise ein paar Ver- handlungsstunden. Cs gibt nichts, das Sie retten könnte, als ein ehrlich offen->s Geständnis — So Die Gtraßenrermgungs- und Müllabfuhrgebühren der Siadi Gießen. Don juristischer Seite wird uns geschrieben'. Rach der Ortssahung vom 16. März 1922. betr. die Erhebung von Gebühren für die Reinigung der Straßen und Fußsteige und für die Abfuhr von H a u s k e h r i ch t in der Stadt Gießen, war jeder Eigentümer eines bebauten Grundstückes oder ein.'s unbebauten, an einer Straße gelegenen Grundstückes, oder eines selbständigen Teiles verpflichtet, eine Gebühr für die seitens des Stadtbauamtes^ erfolgende Reinigung der Straßen und Fußstttge, sowie für die Abholung von Haus'ehricht zu entrichten. Der Grundstückseigentümer sollte diese Gebühr anteilmäßig von seinem Mieter oder Pächter einziehen. An Stelle dieserOrts- satzung sollten wohl die Geaührenordnunzen für die Benutzung der städtischen Stratzenreinigung und für die Benutzung der städtischen Müllabfuhr vom 21. Dez. 1922, die am 1. Juli 1923 in Kraft getreten sino. tre en. In ihn.n wird der für das Grundstück errechnete Betrag auf dir Mieter, Pächter und anderen Besitzer nmgttegt, und der Eigentümer wiederum ist verpflichtet, die Beträge einzuziehen. Sie sind am 19. April 1924 auf Goldmarl umgestellt. Man hat also von der ausdrücklichen 'Bezeichnung als Ortssatzung abgesehen. In ihnen fehlt dir grundlegende Bestimmung der Ortssatzung vom 16. März 1922. wonach der Grundstückseigentümer „verpflichtet ist, eine Gebühr... zu entrichten", ist vielmehr einfach bestlmmt. daß „Die Gebühr für die Benutzung her städtischen Müllabfuhr" beziehungsweise „hie Reinigungsgebühr..soundsoviel Pfennige beträgt. Eine Ergänzung fanden allerdings diese Gebührenordnungen durch die Posizeivcrordnung vom 21. Dezember 1922. bttr. die Reinigung der Straßen und Bürgerst.ige uns) die Abfuhr des Hausmülls in der Stadt Gisßeir, die am 15. April 1923 in Kraft getreten war. Danach ist jeder Eigentümer eines bebauten oder Will seinen diesjährigen Famisienabend ab. der ganz im Zeichen Jahns stand. Der Vorspruch von stuck. H e d r i ch, die packende Festansprache des ersten Vorsitzenden, Lehrer Walter, und das bierattige Festspiel: „Friedrich Ludwig Jahn, der Alle im Barte", das von Turnern und Turnerinnen flott und mit sichtlicher Begeisterung gespielt wurde, führten in die Gedanken Jahns ein. Turnerische Vorführungen an Pferd und Darren, die von vorzüglicher Schulung zeugten, Volkstänze der Turnschülerinnen und einige Turner-Pyramiden gaben dem ganzen einen schönen Rahmen. Den Höhepunkt erreichte die Feststimmung, als der zweite Sprecher, Heinrich Rabenau !., dem ersten Dorsitzendm, Lehrer Walter, mit längerer, die Verdienste Wallers um die Förderung der Turnsache anerkennender Rede den ihm verliehenen Kreisehr-rnbrief des Wittetrheinkreises. die zweithöchste Ehrung, welche die Deutsche Turnerfchast verleiht, überreichte. 0 Allertshausen, 15. Ian. Der (Befangner- ein irß i e b e r t r a n 3" feierte am Samstag im Saale des Gastwirts Bormann feinen dieswinterlichen, in allen Teilen wohlgelungenen Unterhaltungsabend. Nach einem Musikstück der Kapelle Sommerlad (fßeuern) und nach einem Begrüßungschor des Vereins unter der Leitung des langjährigen Dirigenten Sommerlad, hielt der Vereinsvorsitzende Nachtigall eine Begrüßungsansprache, in der er eine befriedigende Entwicklung des Vereins feststellen konnte. Zur Ausführung gelangte dann Anzengrubers „Gewissenswurrn", der mit großem Beifall aufgenommen wurde. Anschließend folgten noch einige humoristische Stücke, alle mit großem Geschick vorgetragen-, Konzertstücke der Kapelle und Liedoorträge des Vereins brachten mannigfaltige Abwechslung. In einem Schlußwort dankte der Vorsitzende besonders Lehrer Hechler für seine Arbeit und Mübe beim Einstudieren der Theatherstücke und ehrte den Dirigenten in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein durch Ueberreichung eines Geschenks. s) L i ch. 14. 3an. Der Stadtvorstand befestigte sich in seiner j ün-sten dringend'n Sit- zung mit der städtischen Kanalisationsanlage. In einer Seitengasse der Ooerstadt ist der Kanalrohrstrang in einer Länge von etwa 35 Meter vollkommen mit Schlamm verstopft. Die Leitung besteht aus einer 15-Zentimeter-Tonrohr- unbebauten Grundstückes, das an die Straße grenzt, verpflichtet, dafür zu sorgen, daß die Bürgersteige und Straßen gereinigt werden, sowie den entstehenden Milll weaschaffen zu lassen, beides unter Benutzung der städtische Einrichtungen. Rur unter Zuhilfenahme dieser Polizeiverordnung kann man allenfalls zu einer Zahlungspflicht der Grundstückseigentümer kommen. Unter diesem Gesich tspunkt erscheint es daher zweifelhaft, ob Mieter, Pächter und andere Besitzer zur anteilsmäßigen Tragung der Gebühren verpflichtet sind. Um so mehr, als nach Artikel 193 der Städteordnung Gebühren nur von den „Beteiligten" erhoben werden können, als Beteiligte aber nach der Polizeiverordnung nut die Grundstückseigentümer airgesehen werden können. Der von dem Eigentümer in Anspruch genommene Mieter od'.r Pächter wird diese Einwendungen im ordentlichen Gerichtsverfahren gellend machen fönncn — wobei es hier dahingestellt bleiben muß, ob er etwa auf Grund des Rdchsmietenges.hes dem Eigentümer gegenüber hastet —, oder aber er kann binnin zwei Monaten seit der Zustellung Klage int D.rwal- tungsstreitvcrsahren bei dem Provinzialausschuß erheben, wem? ihm nämlich die Stadtverwaltung auf seine Weigerunz hin unmittelbar eine Anforderung zugehen läßt. Eine Erklärung der Stadtverwaltung. Wir haben den vorstehenden Artikel vor Drucklegung der Stadtverwaltung zur Stellungnahme übermittelt und daraufhin folgende Mitteilung erhalten: Die Prüfung der Ausführungen des vorstehenden Artikels gibt der Stadtverwaltung keine Veranlassung, von der Erhebung der Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren in der in Durchführung begriffenen Art und Weise abzusehen. leitung ohne jeden Revisionsschacht. Während diese Leitung in früheren Jahrm nur zur Entwässerung einiger Hosreiten di-nte und ihre Aus- sührung zweckentsprechend war, hat sie vor etwa zwei Jahren einen Anschluß von einer größeren Schlachthausanlage erhallen. Damals wurden bereits Bedenken gegen den neuen Anschluß an diese nunmehr nicht mehr ausreichende Kanal- rohrleituna geäußert, und auch der Stadtvorstand befaßte sich mit der Angeleg:nheit. Lediglich mit Rücksicht aus den hoy-en Kostenaufwand unterblieb bis auf weiteres eine Umänderung der Anlage. Auch wegen der Wasserversorgung dieser Rebengasse bestanden Bedenken, weil nur eine einfache Bleirohrleitung verlegt und der Wasserverbrauch der gleichfalls angeschlossenenMetzgerei- anlage bekanntermaßen groß ist. Der Stadtvorstand sah sich nunmehr vor die Frage gestellt, ob er den bestehenden Zustand durch eine Reinigung der Kanalrohrleitung belassen, oder ob gelegentlich des StratzenaufbrucheS nicht doch eine zweckentsprechende Anlage geschaffen werden soll. Rach einem Gutachten der städtischen Bauleitung wird die letztere Anlage einen voraussichtlichen Kostenaufwand von 1330 Wk. ohne Rohrlieferung erfordern. Die Rohre sind größtenteils auf dem städtischen Lager vorhanden. Der Stadtvorstand entschloß sich zu letzterer Maßnahme. Cs soll eine 80°Millimeter-Gußrvhrwasserl itung mit Absperrschieber und eine 300-Millimtter-Zement> rohrkanalleitung mit xwei Revisionsschächten zur Verlegung kommen. Gellend gemachte Bedenken, daß durch diesen Anschluß ein Aufbruch der erst vor Jahresfrist neu gepflasterten Ortsdurchfahrt notwendig würde und dieser Teil Schaden leiden könnte, wurden durch die Bauleitung zerstreut. Kreis Büdingen. r Nidda, 15. Jan. Die hier tagende Konferenz der Dirigenten des „M ittleren Nioda- tal-Sängerbundes" beschäftigte sich mit der Auswahl der Lieder für das Wertungs singen, das in Dauernhelrn ftatfindet. Von Chören, deren Aufführung erst nach Genehmigung der „Gema" ober „Asina" gegen Entrichtung eines bettächtlichen Honorars möglich ist, wurde abgesehen und nur Volkslieder ober aufführungsfreie Lieder gewählt. Als Pflichtchor wurde das Volkslied „So viel der Mai auch Blümlein baut", als Bundesmasfenchor „Das deutsche Lied" beftimmt Der von jebem ober so! Sind Sie der Mörder der jungen Dame oder find Sie es nicht! Eine Frau spielt unter allen Umständen eine Dolle in der Sache, entweder die Tote, oder eine andere, di>? Sie durch Ihr Schweigen schonen wollen." Cs kam keine Antwort. Richt einmal den Kopf hatte Hettingen während dieser Worte des Staatsanwalles gehoben. Die Hände des Richters lagen zu Fäusten geballt auf der grünen Filzplatte des großen Dier- eckstisches. „Wollen Sie erzählen. Herr Baron, oder soll ich fragen!" „Fragen Sie," kam es gequält. „Rührt die Schramme in Ihrem Gesicht von irgendeiner zufälligen Verletzung oder von dem Kampfe mit Ihrem Opfer her?^ HetttngenS weißes Gesicht hob sich etwas. Di-r Augen lagen ruhig auf denen des Staatsanwaltes. „Als ich von einem Gang durch den Tunnel in das Freie kam, warf mich ein plötzlicher Schwindel gegen einen Felsen. Die Wunde rührt davon her." Ein Schreiber notierte hastig. „Und das^ Blut an Ihrem Dockärmel und an Ihren Hemdaufschlägen? — Kommt das auch von dieser Verletzung?" „Es ist möglich!" Der Dichter horchte auf. „Gewiß können Sie das nicht sagen?" „Rein! — Es war schon Dacht! — Ich hatte kein Licht, als meine Taschenlampe!" „Wer war die junge Dame, die so ungefähr gegen neun Uhr in Ihre 'Baracke kam?" Schweigen! — „Es nützt Sie nichts, Baron, wenn Sie sich hinter Trotz verstecken, oder zum Leugnen greifen wollen Einer der Arbeiter hatte sein Stemmeis-en vergessen, das er zu Hause hatte schleifen wollen. Und als er sichs holte, sah er das Mädchen zu Ihnen hineingehen, aber nicht wieder herauL- kommen." Auch diesmal feine Antwort Richts sollte die Tote 6eLatten! Richts die Ehre des geliebten I Weibes in den Schmutz ziehen „Dauerte die Blutung an Ihrer Wange längere Zeit?" Der Staatsanwalt kniss die Augen zusammen und hielt den Atem an. „Sie war kaum nennenswert!" „Wahrscheinlich schon wieder gestillt, als Sie in die Baracke kamen." „Längst!" „Und das Blut daS dort in einer kleinen Lache am Boden steht und unter die Kisten rann, weil es infolge des Zementbelages der Dielen nicht einsickern konnte? — Wissen Sie vielleicht, woher das kommt?" Schweigen! „Von Ihrem Opfer!" rief der Staatsanwalt triumphierend. Gr vermochte im Eifer kaum mehr die Stimme des Frohlockens zu dämpfen. „Ich will Sie der Mühe des Dedens überhrben. Baron, und Ihnen selbst erzählen, wie sich alles abgespielt hat: Die junge Dame kam zu Ihnen. Es gab Tränen! Eine Aseuinandersetzung! Vorwürfe! — Sie sind erst in Zorn geraten! — Dann in Wut! Haben sich bann hin reißen lassen und sie gewürgt. Sie zeigt deutliche Merkmale von Strangulierung am Halse. Sie wird Widerstand geleistet haben und dabei haben Sie bann bie Schramme im Gesichte davongetragen. Zuletzt haben Sie ihr mit Ihrem Knickermesfer die Kehle durchschnitten." Schweigen! Rur die Uhr auf dem Holzsims der Wandtäfelung tickte unentwegt in die Stille. „Ist es so, wie ich gesagt habe, Baron?" Keine Antwort! „Bringen Sie die Sachen, die als Belastungsmaterial in der Baracke gefunden worden find!" gebot der Staatsanwalt einem Polizeibeamten. der Wache haltend an der Tür stand. — Dieser kam nach wenigen Augenblicken wieder zurück. „Kennen Sie das Taschentuch?" Hettingen hob das Gesicht und bejahte: „ES ist das meine." Rah und blutbefleckt lag es vor ihm auf dem Tische. Das verschlungene Monogramm in weißer Großseuer bei Gaffel. Kassel. 15. Jan. (WB.) Gestern abend.brach aus noch unbekannter Ursache in Hessisch- Lichten au im Hause des Schuhmachermeisters Kiel ein Großfeuer aus. das sich so schnell ausbreitete, daß die Kasseler Feuerwehr zu Hllse gerufen werden muhte. Die Bemühungen der Feuerwehrleute muhten sich jedoch darauf beschrLinsen, den Brandherd abzuriegrln. Erst in den frühen Morgenstunden war die Gewalt deS Feuers gebrochen, so Laß die Kasseler Feuerwehr wieder abrücken konnte. Bei Tagesbegiua nahm jedoch der Brand zeitweise wieder einen bedrohlichen Charakter an, der ein erneutes Sin- greifen erforderlich mach'e. Fünf Scheunen find vollständig niedergebrannt und vier Wohnhäuser ausgebrannt. Die Löscharbeiten wurden durch die Kälte sehr erschwert. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag» Samstag nachmittag geschlossen mV* ÄW I ftw. die M j i an deM lN " 1 lann. W? W hinein «3- £ tunte ~ “ manche Sllu W - lang k™ gel ft&Äsorg : Men. ’ Lc Würm WS 6»n Ä test. W Verein außerdem noch selbst zu wählende Thor muß ein Volks- ober volkstümliches Lied fein, lieber bie Frage bes Wertungsrichters soll noch verhandelt rverdsn. Kreis Schotten. n Laubach, 15. Jan. Erne für hiesige Theaterfreunde nULtommene Einrichtung ist rn unserer Stadt getroffen worden. Die hiesige Autovernsictung Gg. Friedr. E ch w ö r e r veranstaltet regelmäßige Fahrten zum Stadttheater Gießen. Der Fahrpreis beträgt vier Mark je Person. Tie Abfahrt erfolgt jeweils eine Stunde vor Beginn der Theatervorstellung, die Rückfahrt unmittelbar nach Ende der Vorstellung. Rege Beteiligung an der Fahrt ist erwünscht, damit die Einrichtung aufrechterhalleif traben kann. Kreis Alsfeld. tzo Als selb, 14. Jarr. Di Zer Tage eröffnete bie hi.siige Dürer gesellsch af t i;re Vortragsreihe im neuen Jahre i n Physiksaal der Oberrealfchule mit einem hecvocragendrn Vortrag des Univerfitätsproesftrs Dr. Mom« b e r t, Gießen, über „Das Repacations- prob lern". In allgemein verständ.icher, überaus klarer und logisch gut durchgedachter Frrm verstand es der Redner, das schwierige Thema in einer tv Zuhörer bis zuletzt fesselnder W.ise zu l^ebanb lr. Er gini von den Grundgedanken aus, daß die Repaeationslvsten, die Deutschland auf Grund des Dawes-Gutachtens aufedegt feien, auf die Dauer nur dann zu erfüllen seien, wenn Deutschland eine aktive Handelstiftrnz in Höhe ' der jährlich zu zahlende Abgabe von 2Vg Milliarden Reichsmark aufzuwttsen habe, was bis jetzt noch nicht der Fall sei. Ei.-.e Aktivierung der Handelsbilanz fd aber nur zu erlTeichen durch eine Steigerung der deutschen Ansfuhr durch Eroberung neuer Absatzgebiete in fremden Ländern, was wi:dnnlm todtt.agents iri.tscha'tlichs Folgen für bi? anderen dadurch in iprem Abscch betroffenen Länder zur F: lge haben müsse. In überzeugender Weise toi?J dec R:dner nach, daß int Zeichen der Weltwirtschaft die Lösung des Deparationsproblems voM zwangSlärr i^en Zu- samme-rhä rgen des allg^meiiren Wirischa tsleberts aller beteiligten Staaten abhängig sei und sich nicht von politischen Erwägungen oder dem Willen der Gläubiger oder Schuldner bestimmen lasse. Er erläuterte sodann den Begriff des TransserschutzcS und dessen Bedeutung für die Weltwirtschaft. Frarckrsich habe ein Interesse daran, den Deutschland gewährten Dawesschutz beseitigt zu sehen. Rach Ansicht des Redners ist dessen Beseitigung ohne Ge'ährdung der deutsch.n WirZchafi nur bann möglich wenn die Aepara- tionsiasten auf ein erträgliches Maß herabgesetzt werden. Der Kernpunkt der Schwierigkeiten 6d den kommenden Derhcurdlungen der Sachverständigen liege an der Verschuldung Fra -kreichs an Amed a. Es sei möglich, daß die kommenden Verhandlungen an dem Widerstand Ame.ikas, seine Kriegsschuld'orderuncen gegenütec den Siegerstaaten hecabzus tzm, scheitern würden. Angesichts dieser Sachlage seien unter Llmständen weittragende, poutische Auswirkungen zu erwarten, die vielleicht un’.er Um* ständen dazu führen könnten, daß sich eine internationale Interessengemeinschaft aller eur.npätschen Staaten gegenüber dem Westgläubiger Amerika bilden könnte. Tie zahlreichen Zuhörer dankten für den ausgezeichnetsn Vortrag dem Redner mit lebhaftem Beifall. Seide zeigt eine kleine siebenzackig? Krone übet dem I. H. in der Ecke. „Unö dieses hier?" riß ihn die SÜmme des Anwaltes auS seinem Betrachten. Ein winzig zierllches Spitzentüchlem. ebenfalls vollgesogen von Blut und Rässe, legte sich zu dem seinen. „Wissen Sie, wo es gefunden wurde. Baron» Ein kaum merkliches Verneinen des Kopfes. «In einer leeren Kiste, die zwischen den übrig» stand und größer ist, als alte anderen!" Hettingen begriff nun, wo Maria sich versteckt gehalten hatte. Er selbst hatte teilte Ahnung vom Vorhandensein dieser Kiste gehabt. Die Stimme des Richters konnte nur unschwer den Jubel des Erfolges verbergen, alÄ-sie jetzt zu sprechen begann. „Richt wahr, die. Beweise sind lückenlos! Bringen Sie nun auch noch den Mantel!" forderte er den Polizeibeamten auf. Joachims Wetterkragen, zerknüllt, beschmutzt, von Blut verunreinigt, wurde hereingebracht und vom Beamten auseinandergefaltet. „Erkennen Sie Ihr Eigentum?" frug ber An' walt mit leichtem Spott. „Ja!" „Wissen Sie mir zu sagen, wozu Sie ihn benützt haben und wieso er in diesem häßlichen Zustande gesunden wurde?" Hetttngen gab keine Antwort. Er hatte ihn Maria unter das blutende Haupt gelegt, damu sie etwas weicher lag. Als Diebow Dann herein* kam, hatte er ihn achtlos in eine Ecke geschoben „Die Tatsachen reihen sich, wie Hie sehen, ohm viele Jrrschlüsse ziehen zu muffen, als einwandfreier Schuldbeweis für Sie aneinander," faß» der Richter. „Hier an Dem einen Knopfe ha> sich das Haar Ihres Opfers verwickelt. D" blonde Locke ist dieselbe, wie sie die Tote tragt Wollen Sie nun gestehen, wie alles zuqegan- gen ist?" „Ich habe nichts zu gestehen." (Fortsetzung folgt.) Hehrer, der in seiner eigenen Schulzeit noch : nig oder nichts von der Lust'ahrt lernen konnte, ai>t jetzt vor der nicht immer ganz leichten Aus- oje. sich selbst in dies verwickelte Gebiet hinein- uarbcitcn; will er doch nicht bloß in der Lage . n, die Fragen seiner Zöglinge richtig zu beant- j: orten; hat er doch auch erkannt, daß das Flug* ■ g. das Luftschiff, der Freiballon für ihn vor* tosiiche Mitte! zum Zweck sind, vortreffliche Lehr- i ttel, Dinge, für die sich der Schüler interessiert, ?n denen man ihm mancherlei spielend beibringen arm, was sonst gar zu schwer In seinen Kopf win will: Physik, Mechanik, Chemie, Erd- uride — die weit anschauücheve Beispiele für i^mche Erscheinung liefern als die oft weit hei> lecholten unserer Lehrbücher. So lefen wir in irrem Physikbuch zur Erläuterung der Massen* r«gheit bei Aendemng eines Dewegungszustan- wenn ein Schiff auf eine Sandbank läuft, 'rechen die Masten nach vorn ab. Diese Tat- |i>che lernt der Schüler, und vielleicht auch der Lehrer, erst aus dem Buche selbst kennen im ljuisammenhang mit dem allgemeinen Naturgesetz, att er aus einem ihm vertrauten Beispiel Hersräten sollte. Diel anschaulicher und unmittel* toter wirkt da das dem Schüler geläufige Bild Luftfahrt und Schule. Von Professor Or. E. (Knerling, Äerlin. Wer die 2 u g e n d hat, dem gehört die Zu* limft--wenn das alte Wort noch Wahrheit ift hat die Luftfahrt die besten Hoffnungen. Denn i>ü? Kinder auf der Schulbank hören und sehen ja, so gerne etwas von Luftschiffen und Flug- iengen, die Knaben möchten Modelle bauen, am obsten selber fliegen, und die Jünglinge dränge^ cd) den Motor- und Segelflugschulen. Der jtd.m«** ^ottey. San. güoährten Dawrsschuj lach Ansicht drs iß >ne De'ährdMz der deutsch', möz'.ich. wenn die Letoa« itr fett (-31.) Sestern abend brot ler Ursache in Hessisch' lule des SchuhmachiM-W ,Uer ffltS. das sch 1° Wf jf.llelet Je««»«’! „ta rn* tot muSicn M !** S In»-» ’ilS1'ÄS -- 6>*J” iMtsra Ä?«f» . »i-de-S-b--«»' ; i'Uf'A»** rirnes Flugzeuges, das bei der Notlandung auf kirn Hindernis gestoben ist und „Bruch gemacht" hiut — ein Bild, wie «. (Übrigens als ein recht -»-geeignetes Werbemittel für das Fliegen) in urclern Zeitschriften oft zu finden ist. UnD um hei der Mechanik und bei ihm Trägheitöwirkungen p bleiben: Die Fliehkraftwirkung. die Schräglage i der Kurve, läßt sich nicht schöner verdeutlichen alS durch einen Besuch des Flugplatzes, auf dem jenes Musterbeispiel eines „Körpers mit sechs toeiheitsgraden", jene Spitzenleistung der Leicht- a ftcchnik. der Festigkeit mit geringem Gewicht", :nec Erfolg neuzeitlicher Strömungstechnik, der Setstaltung „vorne rund und hinten spitz" am toben zu betrachten und in der Luft zu be- tumdern ist. Len Schüler zieht es immer dorthin, und auch t>* Lehrer sammelt gerne Anregungen, Aufklä- rawg, Belehrung auf dem grünen Nasen des "I nghafens für sein eigenes Schaffen an der ^Darzen Tafel. Das konnten wir vor einiger eit auf dem Flugplatz Tempelhof sehen, wohin hie Preußische Staatliche Hauptstelle für natur» in jlenschaftlichen Unterricht 150 Teilnehmer und le ilnehmerinnen eines Fortbildungskurses für iiAdienräte geführt hatte: die Einrichtungen des togplatzes vom Funkturm bis zu den Hallen- cccn wurden genau besichtigt, die Bauweise der tockehrsflug^euge und die Organisationen des Ctxcden betriebet unter sachkundiger Führung ein* «itzrnd studiert: wer nicht für einen Freiflug ^gelöst war oder selbst einen billigen Rund- r. gschein erworben hatte, konnte den unermüd- c§en Kunstfliegern zusehen. Ich glaube, dah ' i rct der Besucher heimgefahren ist, ohne feinen iMIern etwas Wertvolles mitzunehmen; und hoffe, es war nicht das einzige Mal, dah to Staatliche Hauptstelle oder andere Unter- rlHisinstitute eine solche Führung veranstaltet ' faßen. Gilt es doch, die Luftfahrt in die Schule hin- ''!Ni;utragen nicht bloß als Lehrmittel, als will- ßbavmene Hilfe beim Unterricht, sondern noch re hr als Kulturgut. Mag man auch ein» j traten, ßuftfa^rt sei „nur Zivilisation"; mag man !rtzaupten, daß sich der Mensch vom Kulturideal fea K assiker mehr und mehr zum Chauffeurtyp aititoicEIe: das Fliegen, die Verwirklichung des croalten Menschheitstraumes, die dritte Dimension, 1?it ganzen Raum zu beherrschen, das Fliegen '-Mft neue Kulturwerte, und sei es auch mittels nnier Maschine der aufs höchste gesteigerten Zi* Oer ©inn der Kindheit. Von Dr. Phil, et meb. Erich Siern, o. Professor an der Universität Gießen. Las eben aus dem ®t geschlüpfte Hühnchen :evmag sofort Körner aufzuprden und seine Nah- nmg zu suchen. Nicht lange, so ist es der Obhut st« Henne ganz entwachsen. Auch die Säugetiere («mögen sehr bald selbständig zu existieren, iiü sie bedürfen nur ganz kurzer Zeit der etter- ,'äen Pflege. Lediglich der Mensch durchlebt im sichren Sinne des Wortes eine Kindheit: tage Jahre hiirdurch ist er auf Schutz und Für* orige angewiesen, und etwa zwei Jahrzehnte — -iiro Zeit, welche die Lebensdauer vieler Tiere :rn ein Erhebliches überschreitet — sind notwendig. damit er „erwachsen" ist. Zur vollen Reife DiurDe er nie gelangen, wenn nicht andere jahre- Oirg für ihn sorgen würben. Diese ganze Lebens- tvche kann doch nicht ohne jede Bedeutung für hn sein, sie muh einen ganz bestimmten Sinn :a!6en. fragen wir uns, welchen Sinn die Kindheit hat, j b wird die Antwort ganz verschieden lauten, " nachdem, von welchen allgemeinpsychologischen ! mbanschauungen aus man dieses Problem !e- achtet. Die einen gehen davon aus, dah jedes • !ö#cr organisierte Tier Gattungs- und Einzelnlügen besitzt. Die Gattungsanlagen sind der anzen Gattung gemeinsam und führen zu einem ilcrchen Verhalten bei allen Individuen der , itochen Art. Diese Anlagen sind in weitem Um* iirgc fixiert, d. h. nicht umbildungsfähig, nicht luich äußere Einwirkungen zu verändern. Hierher sttzören vor allem die angeborenen Triebe und totinfte. Wenn nun ein Individuum vorwie- !emt> Gattungseigenschaften besitzt, so kann es sich röhrend des individuellen Lebens nicht mehr ceßrntlich entwickeln. Was über das in diesen irs-hlosseuen Funktionen hinausginge, würde es bum lernen; käme es in Verhältnisse, welche von !?mm, unter denen die Gattung im allgemeinen ifa, abweichen, so würde es völlig hilflos sein. Demgegenüber muh ein Individuum, welches «riger feste Anlagen besitzt, das dafür aber ibs eine große Reihe von Anlagen, verfügt, erträzlichrs Naj heiab- Kentzurm ter Schlvim;» netten IsrhanLlmM ter ge an LrtschMMo ■.i a. Si sri mvzüch. daß lanblungtn an ten Lie AriLgsschlild'ordernn^ -rftaakn hr.aözus tjJi. schci- fufcti diesrr Sacblass scir >:ittraqaib.', Iro'itif^ M ten. di: vlrlle'cht unfer Ito ton, dah sich eine inkt- igemeiaichaft aller ewpcv ■mlter tat Deltglänbig« le. 2i: zaZtoichen Zuhörs ggevi&teta Sortraa ta st Ici.all. MU A hlreingeola-V «55» * Jugend und Hochschule. vilisation. Der Fliegermensch im besten Sinne, den der Kampf mit den Qufttoogen Entschluß» Skeit und Verantwortungsgefühl, WillenS- : und sittlichen Wert gegeben hat, ist die Veredelung deS Chauffeurtyps. Die Luftfahrt ist gerade für unser Land, das als DurchgangS- flughafen im Herzen Europas liegt, für unsere Technik, die weniger auf Massenfertigung als auf das Schaffen neuer Edelware innerlich eingestellt ist, eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Ausbreitung des Luftverkehrs, die Ausnutzung des Luftbiwes, die Förderung des edlen Flugsportes sind nächste Ausgaben der technischen Entwidlung auf diesem Gebiet. Und deshalb gehört die Luftfahrt in den Unterricht. Die Schule soll Bildung vermitteln. Bildung ist die Fähigkeit, am Kulturleben seines Volkes teilzunehmen. Das Kulturleben der nächsten Jahrzehnte wird durch diese Veredelung technischen Schaffens maßgebend bestimmt. Daher dürfen die Dildungsanstalten ihre Jünger nicht ohne Verständnis für diesen wichttgen Zweig unserer Wirtschaft und Technik ins Leben hinaus- senden. Die moderne Engländerin. Das Frauenstudium in England. Von Erich Brandt. Wenn man als deutscher Student eine englische Universität zum erste:lmal betritt ist man sehr überrascht, dort so viele wcib.iche Studierende anzutrefsen. Es wird einem hier am deutlichsten klar, mit welcher Energie sich die moderne Engländerin dem Manne gleichzustellen sucht. Obwohl der Anstoß zu dieser Bewegung ursprünglich auf dem Kontinent gegeben wurde, findet man heute bei den Frauen bet b^i ischeu Inseln die größte Zähigkeit im Gleichberechti- gungskampf, vielleicht w,il sie in diesem Lande des Konservativismus die meisten Schwierigkeiten zu überwinden haben. An den englischen Universitäten erobern sich die englischen Frauen i.)ren Platz Schritt für Schritt Ihr jetziger Anteil an der Besucherzahl beträgt etwa 30 bis 40 Prozent, ein sehr hoher Prozentsatz, wenn man bedenkt, daß sich die Durchschnittszisser der w.i)lichen Studierenden an den deutschen Hochschulen auf nur 13 Pro- zent beläuft. Als Kuriosum fei erwähnt daß an dem Univerfity-College zu Reading die Zahl der Studentinnen die der männlichen Kommilitonen übersteigt. Sie bilden dort mehr als 60 Prozent der gesamten Studentenschaft Doch auch an den beiden alten Universitäten Oxford und Cambridge haben sie sich wenigstens zahlenmäßig durchgescht. In Oxford ist z. B. nicht weniger als ein Viertel der ganzen Studentenschaft weiblich. Dabei muß man berücksichtigen, daß an den großen Universitäten der starke Prozentsatz der weiblichen Studierenden gar nicht so sehr in Erscheinung tritt, to.it an den meisten dieser Hochschulen noch 10 bis 20 Prozent ..Farbige" sind, d. h. Asiaten und Neger, zum allergrößteii Teil aber Inder. Unter diesen finden sich jedoch nur sehr wenig Frauen, so daß sie eigentlich nur den Prozentsatz der männlichen Studierenden erhöhen. Dadurch entsteht oft ein falsches Bild über die wirkliche Beteiligung der englischen Frau am Hochschulstudium. Es ist deshalb auch mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die Zahl der weiblichen Studierenden die der männlichen rein englischer Abstammung schon heute überwiegt, so daß die Verteilung der Geschlechter an den Hochschulen der bevöllerungsstatisttschen entspräche. Es kann sich aber bei den gegenwärtigen Verhältnissen nicht um vorübergehende Zustande handeln, da die Zahl der Mädchenschulen noch beständig im Wachsen begriffen ist. So konnten die englischen höheren Mädchenschulen in den letzten 23 Jahren ihre Besucherzahlen mehr als verfünffachen. Aus diesem Grunde ist für die kommenden Jahre eher ein noch stärkerer Andrang als ein Zurückgehen des Fcauenstudiums zu erwarten. Begünstigt wird die rapide Entwicklung der englischen höheren Mädchenschulen, die ja wie alle Erziehungsanstalten und Universitäten in England vrivate Unternehmen sind, durch zahlreiche staatliche Unterstützungen, wofür wiederum Freistellen gescha fen werd n müssen, die einen großen Anreiz auf die mittleren und ärmeren Kreise ausüben. Die Zahl der Freistellen beläuft sich jedoch auf etwa 25 Prozent aller Plätze. Das ättefte Frauen-College, also die erste Studienanstall mit Hochschulcharaller, das heute iwch besteht, ist das Bedsord-C'llege in London. Es wurde 1846 von Mr8. Reid gegründet und konnte schon im ersten Jahre seines Bestehens die stattliche Besucherzahl von 191 Studentinnen aufweisen. Heute studieren über 600 Frauen dort, von denen 230 im College direkt oder in dessen Internaten wohnen. Diese Frauen-Colleges sind aber die interessanteste und charakteristischste Ersch.i.rung des ganzen englischen Frauenstudiums. Ta es im vorigen Jahrhundert nur Universitäten mit Männer-Colleges gab, halfen sich die Frauenrechtlerinnen einfach dadurch, daß sie neue Colleges gründeten, die den gleichen Aufbau wie die alten zeigten, aber nur für Frauen bestimmt waren. Dadurch wurde es der englischen Frau schon verhällnismäßig früh ermögliHt, sich eine akademische Bildung zu verschaften, wenngleich es ihr auch noch lange versagt bleiben sollte, auf Grund ihrer erworbenen Kenntnisse die entsprechenden Univerfitätsexamen abzulegen. Dies wurde ihr i?n London erst 18Z8 gestattet. Das Leben an einem solchen Frauen-College unterscheidet sich richt wesentlich von dem an den bekannten Männer-Colleges in Oxford und Cambridge. Das ist auch richt anders zu erwarten, da sie säst durchweg nach diesen Mustern aus- gebaut sind. Die Gründerinneir haben es zu ihrer Zeit leider versäumt, einen neuen Typ d:r englischen Hochschule zu schaffen, der in diesem Falle dem besonderen Charakter seiner wciblichrn Hörerschaft hätte angepa'ft werden müssen. Man hat sich vielmehr darauf beschränkt, in den neu» errichteten F.auen-Colleges den mittelalterlichen telniversitätslyp der altenglifchen Hochschulen nachzuahmen, der in unserer Zeit in mancher Beziehung reichlich überholl erscheint. Man spürt in den Rämnen eines Frauen- College nichts von akademischer Freiheit. Der Betrieb ist im Gegenteil eher schulmäßig zu nennen. Es bestehen feste Studienpläne, bta den Studmtinnen alle Vorlesungen vorschreiben, die sie hören müssen. Außerdem wird die Anwesenheit In den einzelnen älnterrichtsstunden meist sehr streng kontrolliert. Daireben gibt es so viele kleine und unnötige Examen, daß den fortgeschrittenen Studentinnen oft keine ruhige Strmde bleibt. Eigenartig berührt es uns auch, wenn wir hören, daß die Bewohnerinnen eines College vorher Erlaubnis einholen müssen, toerut sie abends einmal ins Theater gehen trollen, oder daß es ihnen am Sonntagabend nach I Llhr überhaupt nicht gestattet ist, das College zu verlassen. Die Gebäude und wissenschaftlicheit Ettrrich- tungen sind jedoch größtenteils moderner als die der Männer-Colleges. Die Hörsäle sind groß und geräumig, di: Institute enthalten neuzeitliche Einrichtungen und die Bibliotheken weisen eine Auslese der modernen schönen und wissen- schaftlichen Literatur auf. Nur die Wohn räume für die Studmttnnen reichen nicht aus. Der Andrang ist in der Aachkri^szeit so gewachsen, daß die meisten F.'auen-Colleges daran denken müffen, sich zu vergrößern. Auch in Oxford und Cambridge haben die Frauen mit ihren Colleges festen Fuß gefaßt. Allerdings gibt es i 1 Cambridge unter insgesamt 19 Colleges nur zwei, die für Frauen bestimmt die unter dem Einfluß der SImtoelt umbildungs- und entwickelungsfähig sind, im Vorteil fein. So ausgestattete Wesen können während des individuellen Lebens manches lernen, sie können sich in höherem Maße den wechselnden Bedingungen der Umgebung anpaffen. Die Entwicklung her Anlagen braucht aber Zeit, und damit ist die Aufgabe der Kindheit als Zeit des Lernens bestimmt. Die Dildungsfähickeit der Anlagen eröffnet für die Detätigungsmöglich* feiten des Individuums einen sehr viel bretteren Spielraum, erst dadurch wird jede höhere Entwicklung überhaupt möglich. Diese Auffassung mtthäll zweifellos etwas Rich- ttges, allein sie scheint höchst unvollkommen zu sein, solange über das, was gelernt werden soll, noch nichts gesagt ist. Cs wäre immer noch ein Wesen denkbar, welches irgendeine neue Fähigkeit des Jagens, oder des Kletterns, der Art des Spinnens oder des NestbaumS erwirbt, und das sich dadurch von anderen Tieren der gleichen Art unterscheidet, ohne dah man von einer Höherentwicklung zu sprechen vermag. Aber wir alle fühlen doch die Wahrheit der Nietzschescherx Forderung, daß sich der Mensch nicht fort-, sondern hinaufpflanzen solle. Betrachten wir den Menschen einmal in seiner Eigenart als Mensch, so werden wir das Besondere nicht in d?m aufrechten Gang, und in dem Vorhandensein der Hände sehen können, auch nicht in einer komplizierten Organisation des Körperbaues. Das macht gewiß sein Anderssein aus, begründet aber noch nicht feine eigentümliche Stellung in der Welt. Und hier versagt die oben angedeutete Betrachtungsweise, die nur ein Anderssein kennt, aber kein Höhersein. Was den Menscherr fundamental vom Tier unterscheidet, ist nicht die Tatsache, daß sein Körper anders beschaffen ist als der Körper des Tieres, auch nicht die Tatsache, daß er ein Seelenleben besitzt, denn auch das Tier hat ein, zum Teil sogar recht hochentwickeltes Seelenleben. All das zeigt nur, daß der Mensch auch in den Zusammenhang mit der Natur gehört. Allein in diesem naturhasten Sein ist das Wesen des Menschen doch in keiner Weise erschöpft, wir müssen vielmehr Den Menschen auch als geistiges Wesen auffassen und ihn als solches betrachten. Nur Der Mensch hat es fertiggebracht, eine Kultur zu schaffen, er allein vermag seinem Leben einen Sinn, einen Wert zu geben, Werke zu schaffen, Die von anderen verstanden und ge» noffen werden können. Der Mensch allein ist Kulturwesen, er allein hat eine Geschichte, er allein kennt einen Fortschritt. Das Tier muß in seinem individuellen Leben gleichsam immer wieder von vorn anfangen, es kann von den Erwerbungen Der vergangenen Generation nichts übernehmen, es hat nichts, woran es an» Aulnüfcfen vermag. Sein Leben erschöpft sich im Nahrungsuchen, im Verzehren, Verdauen und Schlafen, während Der Mensch Leistungen vollbringt, Die mit Der Selbsterhaltung nichts zu tun haben, eben jene Leistungen, Die eine Kill- tur aus sich hervorgehen lassen. Die Bedingungen für das Kulturschaffen müssen im Menschen selbst vorhanden sein, aber es wäre völlig undenkbar, daß er über sie vom ersten Moment seines Eintritts in Die Welt ab verfügt; Diese Anlagen müssen sich während des individuellen Lebens erst entwickeln und entfalten. Der Mensch ist bildsam, Die Anlage zur Leistung, zum Erleben und Schassen der Kultur ist in ihm gegeben, sie muh entwickelt, „gebildet" werden. Dem Menschen steht bei seinem Eintritt in Die Welt eine ganze Kultur gegenüber, die er sich langsam und allmählich aneignen, in Die er hineinwachsen muß. Er ist so in Der Sage, Die Arbeit vergangener Generationen in sich aufzunehmen; und nur so kommt er in Die Lage, diese Arbeit fortzuführen. Auch Der ärmste und verlassenste Mensch unserer Tage hat noch Anteil an Der Kultur: Wohnung und Kleidung, Heizung und Beleuchtung. Zubereitung Der Nahrung, Zeitung, Verkehr, all das erscheint auch ihm als Delbstverständlichkeit, und er ist sich nicht llar Darüber, welche Unsumme von Arbeit und Geist in all dem steckt. Denken wir nur daran, wie selbstverständlich eS Den meisten von wrs ist, das elettrische Licht einzuschalten, während Goethe noch bitter darüber klagt, daß man die Kerzen ewig putzen müsse. Indem nun der Mensch die bereits geschaffene Kultur kennenlernt und in sich aufnimmt, gewinnt er Anteil an ihr, zugleich aber enttoidelt sich auch feine Persönlichkeit, denn wenn die sind. Günstiger ist das DerhällniS kn Oxford, wo sich unter 26 schon vier Frauen-Colleges finden. Sie beherbergen durchschnittlich 150 Studentinnen, die meist alle im College selbst wohnen können. Die Studienkosten betragen für das Jahr etwa 3000 Mark, wobei während der 6monatigen Dauer Der Vorlesungen die Kosten für Wohnung und Verpflegung mit einbegriffen sind. Trotz dieser für unsere Verhältnisse recht hohen Studienkosten ist aber Die Finanzlage der meisten: Frauen-Colleges Die denkbar schlechteste. So Hai z. B. das St.-Hugh’s-Collcge in Oxford bei nicht viel mehr als 100 Studentinnen eine Schuldenlast von 700 000 Mart abzutragen, die durch Neubauten hervorgerufen wurde. Aehnlich geht es aber auch den anderen Frauen-Colleges in Oxford und Cambridge. An den anderen englischen Hnioerfitäten, die keine Colleges Haven und daher mehr unseren deutschen Hochschulen gleichen, unterscheidet sich das Studium der Frau laum von Dem ihres männlichen Kommilitonen. Hier hören wie in Deutschland Studmten und Studentinnen gleich- zeisig di.selben Vorlesungen und nehmen auch sonst an allen Veranstaltungen gemeinsam teil. Nur die Klub räume, sowie die Schreib- und Lesezimmer sind überall streng nach Geschlechtern getrennt Es bleibt noch einiges über das Derufsziel der englischen Studentinnen zu fegen. Ein sehr großer Teil wendet sich naturgemäß Dem Lehrberuf zu, zumal in England an den MädcheTr- schulen ausschließlich w illiche Lehrkräfte tätig sind. Aber ungefähr gleich viele haben überhaupt nicht die Absicht, später einmal einen festen Beruf zu ergreifen. Sie hei.aten meist kurz nach Beendigung ihres Studiums, dem sie lediglich deshalb oblagen, um dem Manne in bezug auf Wissen und Bildung nicht unterlegen zu sein. Dieser feste Wille, mit Dem Manne auch geistig unbedingt auf gleicher Stufe stehen zu wollen, ist überhauvt Dir Triebfeder der englischen akademischen Frauenbewegung. Deutsches akademisches Leben in Riga. Von Percy Dockrodi, Iftiga. Es dürfte noch nicht in allen deutschen akademischen Kreisen bekannt sein, daß den vielen in Deutschland und in Oesterreich, in Der Schweiz und in Böhmen bestehenden deutschen Hochschulen sich vor einigen Jahren auch eine Neugründung in Riga beigesellt hat — das aus privaten deutschbaltischen und reichsdeutschen Mitteln unterhaltene ^Herderinstitu t". Zwar wird diese Hochschule auf absehbare Zeit hinaus aus Mangel an Mitteln nicht in der Lage sein, ihren Studenten eine abgeschlossene Universitäts- bildung zu vermitteln, und es fehlt ihr auch die eine Der vier klassischen Fakultäten — die medizinische. Ferner ist das Herderinstitut laut dem Spezialgeseh, durch das es im vorigen Jahre als eine private deutsche Hochschule staatlich bestätigt wurde, nicht berechtigt seinen Absolven'.en akademische Grade oder Derufsrechte zu verleihen- 3m Rahmen des Möglichen wird indessen alles getan, um den am Herderinstitut Immatrikulierten durch Vorlesungen und Seminarübungen eine recht gründliche Hochschulbildung zu vermitteln. Die sie dann entweder in der staatlichen lettländischen älniberfität oder auf einer Hochschule im Reich zum Abschluß bringen können. Die reichsdeutschen Hochschulen rechnen die am Rigaer Herderinstitut verbrachte Studienzeit im ilmfang bis zu vier Semestern an, so daß ein Hebertritt vom Herderinstitut zu einer reichsdeutschen Universität ohne Semesterverlust möglich ist. Außer einer Reihe von in Riga seßhaften deutfchbaltischen Gelehrten dozieren am Herderinstsiut ständig auch einige aus Deutschland berufene Lehrkräfte. Ferner finden in jedem Herbst mehrwöchige Serien* h och sch ulkurse statt, deren Programm jeweils von einer ganzen Reihe namhafter Gelehrter aus Deutschland und Dem übrigen Ausland bestritten wird. Forscher vom Rufe eines Oncken, Meinecke, Süden, Scheier, Helsritz, Kraus, Schüßler und viele andere haben Fähigkett zum Kulturverstehen und Kulturschaffen auch im Menschen angelegt ist, so muh diese Anlage sich doch immer erst entwickeln. Sie kann sich aber nur entwickeln, indem Der Mensch Die bereits geschaffenen Kulturgebilde in sich aufnimmt, nur an ihnen vermag er sich selbst zu bilden, nur so vermag er am Leben Der Kultur mitzuschaffen. Die Aufnahme Der Kulturgüter hat also nicht Den Zweck, daß das Jn* Dividuum sie hat, sie „besitzt", sondern vor allem Den. dah seine Seele sich an ihnen bildet. Diesem Prozeß Der Aufnahme Der Kulturgüter unD der Bildung Der Seele des Individuums Dient Die Epoche des Lebens, welche wir als Jugendzeit im weitesten Sinne des Wortes bezeichnen. Der Sinn Der Jugendzeit liegt Darin, dah sich in diesem Lebensabschnitt Die Aufnahme Der Kulturgüter vollziehen. Die Individualität sich zu deren Erleben und Gestalten entwickeln soll. Damit ist Die Dem Menschen eigentümliche Funktion Der JugenDzeit bestimmt, und es ist zugleich auch gezeigt, weshalb nur Der Mensch eine Jugend im eigentlichen Sinne hat. Denn dieser Prozeß Der Aneignung Der Kultur, Der auch als Prozeß Der MenschwerDung bezeichnet werden kann, vollzieht sich nur langsam und allmählich, nur unter der ständigen Einwirkung der erwachsenen Generation auf die werdende, und es sei angemerkt, Daß in dieser eigenartigen Tatsache Der Kultur auch die Erziehung ihre letzte Begründung findet. Denn Das hat Kant schon mit Recht hervorgehoben: Der Mensch ist auch Das einzige Wesen, welches erzogen toerDen muh. In diesem so sich vollziehenden Bildungsprozeß können wir nun zwei Stufen unterscheiden: die Kindheit und Die Reifezeit. In Der KinDheit ist das JnDividuum vorwiegend Der Eroberung Der äußeren Welt zu- gewandt, Dem Sammeln von Tatsachen, während in Den Reifejahren Die Wendung nach innen eintritt, das Individuum ist mit sich selbst beschäftigt, es will sich feEbft erkennen, feine Stellung im Leben finden; jetzt erst erwacht auch daS Bewußtsein Der Werte In ihm, und erst am Ende Dieser Periode ist die Entwicklung abgeschlossen, der Mensch ist „reif" getooröen. 'I I? ' . i* cs sich nicht nehmen lassen, diese Kurse durch ihre Mitwirkung zu bereichern. Neben seiner großen geistigen Mission, deutscher Forschung und Lehre hier Im Baltikum eine Pflanzstätte zu bieten, hat das Herderinstitut auch eine fast noch wichtigere nationalpolitische Ausgabe zu erfüllen. Es gilt, den deutschbaltischen Studenten die Mög'ichkeit zu geben, wenigstens einen Teil ihres Studiums in der Heimat in ihrer Muttersprache zu betreiben, wodurch auch diejenigen, die später zur Beendigung ihres Studienganges ins Ausland gehen, die Gelegenheit erhalten, einige Semester in engen Wechselbeziehungen untereinander wie auch mit den führenden Kreisen des deutschbalti.chen Volks- tums in die besonderen nationalen Probleme und Aufgaben ihres Landes einzudringen. So wird in diesen jungen Menschen das Verständnis geweckt und der Wille gestärkt für die Aufgabe, nach Beendigung ihres Studiums w'e)er in die Heimat zurückzukehren und einzurücken in die Front derjenigen, die auf dem gen Rordosten vorgeschobenen Posten des Deutschtums standhalten und unter viel ach schwierigen. Entsagung heischenden Verhältnis en die nationale Sache vertreten. Ein großer Teil der am Herderinstltut Studierenden ist gleichzeitig auch an der staatlichen Universität immatrikuliert, und ihre Mehrzahl gehört einer der sechs an der Universität bestehenden sarbentragenden und schlafenden deutschen Korporationen an. deren älteste bereits auf ein mehr als hundertjähriges Bestehen zurückblicken können. Seit ihrer Gründung, die zum Teil in Dorpat erfolgte, sind dese deutschen Korporationen immer die Stätten gewesen, an denen deutschbaltische nationale Ge Innung bewußt und nachdrücklich gepflegt wurde, und auch heute unter den völlig veränderten Verhältnissen sind diese Verbindungen dazu berufen, in der deutschbaltischen Jugend den aufrechten, ehrbewußten nationalen Geist der Väter lebendig zu erhalten. So sind das Herderinstitut und die deutschen Korporationen die Träger und Pslanzstä'ten deutschen akademischen Geistes im neuen Lettland, und der Fortbestand einer geistig führenden deutschen Schicht im Baltikum ist aufs engste mit dem Gedeihen dieser Institutionen verknüpft. Wirtschaft. 3. G Karbemndustrie im Jahre 1928. Im Jahresbericht 1928 der Frankfurter Handelskammer veröffentlicht die I. - G. - Farbenindustrie, A. - G.. Frankfurt a. M. einen Bericht, dem wir folgendes entnehmen: Auf dem Farbengebiet ist die Entwicklung im Laufe des Berichtsjahres 1928 weiter ansteigend gewesen. Insbesondere hat auch die fortschreitende Festigung der politischen Verhältnisse im fernen Osten zu einer Steigerung der Farbenausfuhr geführt. Dabei ist die allenthalben sich mehr und mehr durchsetzende Umstellung des Verbrauchs auf wertvollere Farbstoffe mit besseren Echtheitseigenschaften bemerkenswert. Am 15. August 1928 ist die durch das Londoner Abkommen von 1924 Deutschland auf» erlegte Sonderverpflichtung zur Lieferung von Farbstoffen unter Reparation fortgefallen, wodurch in einer Reihe von Ländern eine bessere Bewegungsfreiheit erzielt wurde. In C h e m i k a l i e n hat sich der Absatz weiterhin gut entwickelt. Insbesondere ist zu erwähnen, daß Leichtmetall lebhaftes Interesse bei der Automobil- und Flugzeugindustrie findet. Es ist gelungen, den Herstellungsprozeh weiter zu vereinfachen. Reuanlagen zur Anpassung der Produktion an den wachsenden Bedarf sind in Dau. Auch das Losungsmittelgeschäft hat einen guten Aufschwung genommen. Der Absatz der Ritrozelluloselacke ist erheblich gestiegen. Auf dem Gebiete der Pharrnazeutika sind wiederum eine Reihe neuer wertvoller Präparate herausgebracht worden, die gute Aufnahme gefunden haben. Auf dem photographischen Gebiet ist die Rachfrage derart gestiegen, daß eine Erweiterung der Fabrikationsanlagen für alle Produkte vorgenommen werden muhte, älm auch in Amerika eine gesicherte Produktionsbasis zu schaffen, ist mit der Firma Ansco PhotoproductS Inc., Reuhork, ein Zusammenschluh erfolgt; unter der Firma Agfa-Ansco Corporation in Ding- hamton wird dort die Fabrikation von photographischen Artikeln aller Art betrieben. Trotz der rückläufigen Konjunktur in Textilien gelang cs, den Absatz in Kunstseide- Produkten weiter zu steigern. Im Laufe des Jahres wurde die Anlage für Kupferammoniakseide in Dormagen auf eine Kavazität von 5000 Kilogramm täglich ausgebaut. Des weiteren hat die Gesellschaft durch UeBernafjmc einer Minderheitsbeteiligung an der British Breda Silk Limited in London Interesse genommen. Die der I. G. nahestehende Firma Kalle & C o., A.-G., Biebrich betreibt die Fabrikation von Cellophan und Lichtpauspapier Ozalid und hat bei gleichzeitiger Senkung der Selbstkosten Produktion und Absatz erheblich steigern können. Der Absatz in Stickstoffdüngemitteln und technischen Stick st offprodukten hat sich befriedigend toeiterenltoidelt. Insbesondere erstreckt sich der Zuwachs auf Leunasalpeter, Kalksalpeter und Ritrophoska. Vor allem hat Ritrophska in 6en verschiedenen Zusammensetzungen den Erwartungen entsprechend gute Aufnahme gefunden. In den letzten Wochen konnte mitgeteilt werden, dah nunmehr der Landwirtschaft unter Dem 01 amen „Kalkammonsalpeter I. G." ein neues Düngemittel angeboten wird, dos ungefähr 20,5 Prozent Stickstoff und außerdem 36 bis 40 Prozent kohlensauren Kalk enthält. Auch Der AuslanDabsah in Den Stlck- stoffproDukten entwickelte sich weiterhin zu- frieDenftellenD. Die I. ©. ist im Laufe des letzten Jahres mit Der norwegischen Gesellschaft Rorsk HyDro-elektrisk Kvaelstofaktielselskak, Oslo, in engere Beziehung getreten. Die ein Zusammenarbeiten in Produktion und Berkaus bezweckt. Diese Gesellschaft wird ihre Anlagen auf eine Leistungsfähigkeit von rund 80 000 Tonnen Stickstoff ausbauen. Die Arbeiten auf Dem Gebiete Der Kohleverflüssigung haben nach HebertoinDung Der bei einem solchen Prozeß naturgemäß anfänglich auftrctenDcn Schwierigkeiten einen befriedigenden Verlauf genommen und gehen programmäßig weiter. Irn Einklang mit dem allgemein befriedigen- Den Geschäftsgang stehen auch die erzielten G e - winnergebniffe, Die im Jahre 1927 einen günstigen Abschluß bewirkten und auch in diesem Jahre Entsprechendes erwarten lassen. Oie Kohlenprodukiion in Hessen. Die monatliche Statistik Der KohlenproDuklion des Volksstaates Hessen weist für Den Monat Dezember 1 9 28 unD das Jahr 1 928 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert im Dezember 1928 : 44 554 Tonnen, im Jahre 1928: 457 137,72 Tonnen; verkauft wurden davon im Dezember 1923: 13 683 Tonnen und im Jahre 1928: 152417,5 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet. Aus Den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten erzeugt: itn Dezember: 116 Tonnen Braunkohlenbriketts, im Jahre 1928: 1120 Tonnen; im Dezember: — Tonnen Raßpreßsteine, im Jahre 1923: 989 Tonnen. Unter Berücksichtigung Der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluh absatzfähig: 8886 Tonnen Rohkohlen, 307 Tonnen Briketts, 66 Tonnen Raßprehsteine, zusammen 9259 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwerte von 51 012 Mk. • • 6proz. Hessische Br aunkohlen- Roggen-Anleihe. In Anwendung Der Anleihebedingungen für Die 6proz. Hessische Draun- kohlen-Roggen-Anlelhe hat Die hessische Staatsschuldenverwaltung die am 1. Februar 1929 fälligen Zinsen unter Zugrundelegung des Durchschnittspreises für eine Tonne gesiebte Förderkohle und einem Zentner Roggen in Den Monaten Oktober 1927 bis einschueßlich März 1928 auf 50 Pf. nach Abzug der Kachitalertrags- fteuer für eine Einheit festgesetzt. Da Die Schuldverschreibungen der Anleihe auf 1/4, Vs« 1. 2 und 5 Einheiten lauten, so entfallen auf Den fällig werdenden Zinsschein fünf Beträge von 0,13, 0.25, 050, 1 und 2,50 Mk. * Um Die Kunstseide-Konvention. Wie Die ,. Franks.- Ztg." erfährt, ist die deutsche Kunstseidc-KonrentiLn kürzlich ab cai auf en und zunächst nicht verlängert worden, weil Die I.-G.- FarbeninDustrie crüärt hat, sie erk.mne keine Preisbindung an, solange Die ausländischen Unterbietungen fort heftet) m. Die Vereinigten Glanz- stoffabriken haben Demgegenüber in Der Konven- tionssihung angekündigt, daß sie bereit seien, jeden Preis zu unterbieten, wenn er auch noch so billig sei. Es wird versucht, bis zu einer weiteren Sitzung am 30. Januar Die Konvention erneut zustande zu bringen unter Einbeziehung Der Soie De Chatillon als Der wichtigsten Aus» landkonkurrentin. Dis Dahin bestehen keine Preisbindungen. * Rumänische Anleihe in Deutschland. Tie Verhandlungen Der DresDner Dank unD Der Firma Kampffmeyer mit Der Rumänischen Dank wegen eines Kredites von 530 000 Pfund Sterling in Verbindung mit Den ©e- trelDelicferungen für Die Roestandsgebiete sind zum Abschluß gelangt Damit toirD Die gestrige Bukarester Meldung auch «von deutscher Seite bestätigt. * Keine Preisermäß i gung für Chilesalpeter. Das Komitee für Chilesalpeter in Berlin teilt mit: Während des am 30. Juni 1929 endenden Sal^eterjahr s wird unter keinen Umständen eine Veränderung Des Chilesalpeterpreifes für Das lauf mde SUpeter- jahr fcorgenommen werden. Wie sich Die Lage nach Dem 30. Juni 1929 gestalten wird, und ob Dann irgendwelche Schritte erfolgen, wird zur gegebenen Zeit erwogen werden, ohne dah bis jetzt irgendwelche Beschlüsse seitens der Verkaufs- organifation oder Der chilenischen Regierung hierüber vorliegen. Rur eins steht jetzt schon fest, Daß Die chilenische Regierung ihr? Politik entschlossen fortfetzen wird mit Dem Ziele, Die chilenische Salpeter-Industrie zu stärken, die ein von Der Landwirtschaft der ganzen Welt benötigtes Produtt liefert. * Brauerei Henninger-Kempff- Stern A.-G., Frankfurt a. M. Die gestrige G.-D. fetzte die Dividende auf wieder 10 Proz. fest Aus Anfrage von Aktionärfelle, warum Die Gesellschaft im Gegensatz $u Den meisten anderen Brauereien kein günstigeres Ergebnis als im Vorjahre erzielt habe, wurde vom Vorstand auigeführt. daß Die Gesellschaft sich stets einer sehr vorsichtigen Dividendepolitik bedient habe, wobei es Grundsatz war. Die Rücklagen zu stärken, um für evtl, schlechtere Jahre gerüstet zu fein. Von diesem Grundsatz fei Die Gesellschaft auch in diesem Jahre ausgegangen und riet deshalb im Interesse Der Aktionäre und des Unternehmens von einer Dividendenerhöhung ab. Der momentane Au'blick für die Brauereien zeige verschiedene zur Vorsicht mahnende Momente. Die Verwaltung bezweifle, ob durch Die in Aussicht stehende neue Diersteuer- crhohung Die erwartete Wirkung, dem Staate neue Mittel in erheblichem Maße zuzuführen, erreicht werde. In Frankfurt a. M. sei Der Dierabsatz noch nicht auf die Hälfte des durchschnittlichen Vorkrieg'ab'atzes gekommen. Bei Dem zur Zeit langsam steigenden Absatz würde bei den heutigen Steuersätzen die Diersteuer mehr ein» bringen, als eine Steuererhöhung bei voraussichtlich sinkendem Absatz. Die geplante Dier- steuererhchung, die nicht von den Brauereien und ebenfalls nicht von Dem bereits feit langem sehr notleidenden Wirtestand getragen werden könne, bedinge eine weitere Erhöhung des Ausschankpreises und einen voraussichtlich recht fühlbaren Konsumrückgang. Ein verminderter Bier- konsum und dadurch bedingter Wenigerbedarf Der Rohmaterialien würde auch die notleidende Landwirtschaft empfindlich treffen. Die Gesellschaft habe sich bei der Goldbilanz-Zusammenlegung auf das äußerst notwendige Maß von 10:6 beschränkt. Auch aus diesem Grunde sei eine Dividendenerhöhung nicht opportun. $yrant?urtcr Börse. Frankfurt a. M., 16. Jan. Tendenz: schwach. Zu Beginn der heutigen Börse machte sich infolge ungünstig lautender Meldungen eine große Lust- losigkeit und Zurückhaltung bemerkbar. Der schwache Verlaus der gestrigen Neuyorker Börse, hervorgerufen durch die verschlechterte Geldmarktlage am dortigen Platze, und der jetzt beginnende Preiskampf in der Kunstseidenin- d u st r i e veranlaßte die Spekulation zu Glattste!» lungen und zu größeren Abgaben. Das herauslom- mende Material fand bei der Aufnahmeunlust des Marktes nur mit Verlusten bis zu 4,5 v. H. gegenüber der gestrigen Abendbörse Unterkunft. Die Tendenz war ausgesprochen schwach. Der weiter flüssige Geldmarkt bot kaum eine Anregung. Es herrschte fast völlige Geschäftsstagnation. da die Orderlosigkeit verstimmend wirkte. Besonders stark angeboten waren am Elektromarkt Siemens mit minus 4,25 v. H., Licht & Kraft mit minus 4 bis 5 v. S). und Schuckert mit minus 5,5 v. $)., Gesfürel minus 3 v.H., Chade-Aktien minus 2,50 Mark; A. E. G. dagegen knapp gehalten. Farben-Aktien bei wenigen Umsätzen 2,5 v. H. und Scheideanstalt 1,25 d. Sy niedriger. Kaliwerte durchweg bis 4 v. S). gedrückt. Am Montanmarkt waren Mannesmann mit minus 2,25 v. H. und Klöckner minus 1 v. ch. stärker angeboten. Einige Nachfrage bestand dagegen weiter für Eisenwerte, die Kurse vlieben jedoch knapp behauptet. Bankwerte lagen meist knapp ae- halten, und die Verluste gingen hier kaum über 1 d. Sy hinaus. Reichsbank stark vernachlässigt mit 4,5 v. H. angeboten. Von Autowerten lagen Adlerwerke minus 05 v. H., Daimler minus 1,25 v H.; Schiffahrtswerte bis 0,75 v.ch. niedriger. Deutsche Linoleum bei größerem Angebot 5 v. H. schwächer. Renten ebenfalls ohne Umsatz. Deutsche Anleihen und Ausländer eher etwas niedriger. Im Freiverkehr nannte man Glanzstoff mit 490 v. H. minus 10 v. $). Von amerikanischen Kunstseidenwerketz waren Bemberg mit 100 Dollar und Glanzstoff mit 76 Dollar besonders schwach. Im Verlaufe trat eine allgemeine Beruhigung ein, und die Tendenz zeigte ein fceudlicheres Aussehen. Die Grün« düng einer amerikanischen Holdinggesellschaft der I.-G.-Farben und die vereinzelten Deckungen der Baissespekulation führten zu Kurserholungen bis zu 2 v. H. I.-G.-Farben mit plus 2,5 v. H. stark im Vordergrund. Auch Schuckert konnten bis 5 v. H. zurückgewinnen. Das Geschäft blieb jedoch re la üd klein. Der Geldmarkt erfuhr mit 5,5 v. H. eine Versteifung. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2075, gegen Pfund 20,4050, gegen Paris 124,13, London gegen Kabel 4,85, gegen Mailand 92,71, gegen Madrid 29,71, gegen Holland 12,0960. Berliner Börse. Berlin, 16. Jan. Nach der freundlichen Tendenz der gestrigen Abendbörse machte sich schon im heutigen Vormittaasoerkehr ein ft ä r t e r e r Stimmungsumschwung bemerkoar. Dieser war auf schwaches Neuyork und steifes Tagesgeld drüben (bis zu 9 v.H.) zurückzuführen. Es lagen aber noch einige andere Momente vor, die zur Zurückhaltung mahnten. Das Anwachsen der A r - beitslosenziffer verstimmte, ferner der an- haltende Ordersmangel bei den Banken; vor allem aber der Preiskampf in Der K u n st - feibeninDuftrie. Angeblich für belgische Rech, nung bestand auf den führenden Kunstseidenmärkten stärkeres Angebot, das auch die übrigen Märkte verstaute. Die Börse selbst oerhielt sich abwartend. Die große Spekulation ist überhaupt schon seit einiger Zeit in Berlin recht uninteressiert und hat ihr Tätigkeitsfeld nach Paris verlegt. Die Widerstandsfähigkeit war nur sehr gering, so daß relativ kleine Angebote Kursrückgänge bis zu 3 v.H. und bei den schwereren Werten bis zu 7 v. H. zur Folge hatten. Den stärksten Verlust hatten naturgemäß Bemberg mit minus 12 v.H. und Glanzstoff mit minus 17 v. H. Für Montanwerte erhielt sich einiges Interesse, so daß hier die Kurse recht wider» standsfähig lagen. Man wollte hier von Tauschoperationen seitens der Schweiz wissen, die Eleltro- werte gegen Montane gebe. Deutsche Anleihen behauptet. Ausländer ruhig. Alte Prioritäten zum Teil etwas befestigt. Bosnier und Mexikaner eher schwächer. Der Pfandbriefmarkt war geschäftslos und nicht einheitlich. Geld war heute im Zusammenhang mit den Steuerterminen gefragter, Der Satz blieb jedoch noch unverändert. Tagesgeld 4 bis v v. H., Monatsgeld 7,25 bis 8,5 v. H., Warenwechsel etwa 6 25 v. Sy Der Verlauf zeigte kein einheitliches Bild. Die anfänglich besonders stark gedrückten Pa- piere konnten sich bis zu 2 v. Sy erholen, da Die Baissespekulation teilweise Deckungen vornahm. Lebhafter blieb es mir in I.-G.-Farben unD am Montanmarkt. In KunstseiDenwerten schien wieder interveniert zu werden. Die Äurfe waren hier großen Schwankungen ausgesetzt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. 3art Der Produkten- markt verkehrte heute in, stiller Haltung. Das Geschäft bewegte sich in kleinsten Grenzen, Da die schwächeren Auslandnotierungen etwas verstimmten unD Die Händler zur Zurückhaltung mahnten. Die Preise blieben jedoch int allgemeinen gut behauptet. Einige Rachfrage bestand weiter für Sommergerste. unD zwar von feiten der Brauereien bei plus 0,25 Mk. Am Wehlmarkt war Das Geschäft still, nur für April- unD Mai- Abladungen bestand einiges Interesse. Es wurden notiert: Weizen 23,50; Roggen 23, Sommergerste für Brauzwecke 24,25 bis 24,50; int Hafer 23,25 bis 23,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 23 bis 23,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 32,75 bis 33,25; Roggenmehl 29,50 bis 30,25; Weizewlleie 13,65 bis 13,75; Roggenkleie 14,25 bis 14,50 Oliatf. Tendcnz: stetig. Vermischtes. (Ein neues heiliges Iohr. Wie der römische Vertreter Der „Kölnischen Volksztg." melDet, t)ai Pius XI. anläßlich des Gedenkjahres seines goldenen Priesterjubiläums soeben eine bedeutsame apostolische Konstitution erlassen, in der ein annum sanctum extra ordinem, Dem Beispiel Leos XIII. folgend, für den ganzen katholischen Erdkreis verordnet, und die besonderen geistlichen Gnadenprioilegien dieses Iubilaumsjah- res festgelegt werden. Milliardenhaushalt der Stadt Berlin. Der Entwurf des Stadthaushaltsplanes für 1929 ist jetzt vom Magistrat fertiggestellt und geht nun Den Stadtverordneten zu. Er schließt in Annahme und Ausgabe mit 1 120 948 620 Mark ab. In der nächsten StaDtverorDnetensitzung am 17. Januar wirb Der StaDtkämmerer Den Entwurf vorlegen und in längerer Rede begründen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben Die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent. LombarDzinsfuß 8 Prozent. grmikluH a- M Berlin Franlsun a. M Berlin Frandiun a. M Berlin Berlin L. ftannnr (8eld iHrtei ^ranzoiitche Jiotcn Holländtschc Noten...... 5tolienlsche Noten ...... Norwegische Noten . ... ‘Demfdhüefterr . i 100 Aroma Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ....... Svanische Noten....... Tschccho'Iowatische Noten . . Ungarische Noten Devisenmarkt Berlin Telegraphische ICTC 168,16 41.9.) 111.78 58.96 2.51 112.13 80.80 68.36 12.393 73.10 —Frank' rt Auszahl 16.46> 168,84 21,03 112,23 59,20 2,53 112,57 81,13 8.64 12.455 73.40 1.-Scd)tcn Lesgl obnt Suslol.-Rechte . . ?% Ärantf. Hyp.-Bt »oldvt- lm tünDbai bis 1932 4%% «betnilck» Hyo.-BaiU Stau. fllolBDf. abg $ortrteg«-CbHgattmi. rüttiablbar 1932 4% Schwn, löunOeib.-Awi.. . 4% CrftrnrldiffttK WolDrtt.. . 4,20% Crürn Silberne. ... 4% Crftenetd) einbeiU fRte. . 4% Ungarische QfolDrte. . - 4% Ungarische StaatSt e. 1810 t V, % vesgl von 1913 . . 4% Ungarilche LronenN«.. . - 87,Ä 53,8 14,9 90 82,4 96,75 33.5 3,3 26,7 24.9 2,06 53,76 26^7 2,15 *.® 1 t 1 13 i IS 82 * 32 K 5 8" 1 1 i < Illi“*' 5 3 K -7 .........8 Bergmann . ........ 0 fclettr ytefenmgee..... 10 Licht une (haft . . • • • 10 »gelten 4 ®uUleaume. • • • . 6 f. Stein. Untrem. • • • 10 Hamb. Sletn. Werte .... -10 Schlei. Stetn. . ...... 10 «Siemen» 4 Hallt».....12 Ztanleabto . ..... - 8 Ladmever 4 QU»...... . 10 Buvern« . ....... 6 Deutsche ttrtU.......6 Essener SreinloW» ...... 8 Gelsenlirchener ... t H 9- * Harvener ........ 6 180 333.7a 241,5 142.5 261 247.5 408 178,5 88 128.5 136 □ • । *. 1 g • I i gS 1 1 । 1 । ”3 K 1 | 28 180.6 234,25 175 241 142,5 460,5 152 171,5 226 346. u 109. .5 159.5 l78 87.26 137.25 122 128 136 178,75 430 173,6 238 142,5 258 154 169 223 242,6 404 156,6 177 86,5 136 127,6 Bduwv »otzmann......7 Heidelberger Cemenl . • • • 10 ®aü6 4 Freitag ...••• 10 SchuUdell Batzenhofa . . . 15 Cftaetfe ...»•• 12 Set. OlaniftoM......18 Bemberg ...... • • 14 Bellftoff Waldbos.....12 ZeUNoss «schassendura ... 12 (lbarlorienburger Was!« ... 7 Dessauer ®ae . ..... 8 Daimler Mowreu ...... 0 Demag . .♦•••. 0 Lvlerwerke Aleve» ...... 5 Ludw. Loewe ....... 10 Rai. Automobil . .••••. 0 Oren stein 4 ftopüd . .... 6 Leonhard Tietz ...... 0 Bamog-Megutn ....... 0 -Zranks. Praschin« . • • • • . 6 Britzner .••••• 11 heyliaenstaedt ....... 0 zungban» ........ 4 Lechwerte . ....... 8 Maintroitwerll.......8 Mag ...... 10 Retarsulme» ........ 8 Beter» Union . ....... 8 Gebr. Roeder . ...... 10 Boigi 4 Harssn« ...... 8 Küdd. Bildet . ....... 8 Bank Id6 133,3 206 61,25 61,5 205.25 uO 61 136 133 308 265,5 504 440 285 20. ,5 133 426.25 61 45 61,25 237 48,75 100 490 67.25 114.5 80,5 ,5 26 104 211 148.13 - ■4)3,5 262 487 428 284 201 131,73 223,25 60 60,75 231 47,75 100 288 148,5 15. Januar 16. Januar Anit.ittie Vtori.rung (Xcl6 1 Briet amtliche Nonerumi iSeld 1 tirtc __ Hmit-iHon. Bucn^-SireS «rfT.-flntro. CdriMania 168751 1,770 J8.42 112.04 112,14 112,39 10,57 2 t. 995 4y.. 83 4,2035 16.415 80.845 i>8,60 i.915 0.500 59,06 12,435 7,o? 3 <3,29 0,034 18.78 81,45 2,04u 5,4'45 4.192 4.496 20,906 166,85 1.774 63,64 112,26 112,31 112,61 10.59 22,035 20,423 -.2115 1ö.45j 0.985 j8.74 1,919 0.502 59,18 12,455 7.392 73.43 -,040 18.84 81.61 2,047 5.4.)Z 4,200 4.304 20,146 168,52 1,7.9 58.395 112.03 169,80 1.773 59.515 112.25 112.34 112,60 10,59 42.03 20,434 4,2135 lu. «6 81.00 u8.76 1,910 1.5005 89,185 12,458 i.j97 73,445 .,»43 18.57 1.64 ..650 u.45 4.203 4.804 20,945 4% Türk Hollanleibe o 1911 . 4% lurfiTcbr Bagdobbalm-Aul.. Serie 1 4% dcsgl Serie II 4% Rumänen ronveri iRte. . . Äumänen önlBonl m 1913 afl . -v 10 Dreadner Bant . . 10 Uhneioeutidy ... 9 DtetaJibanl....... , . 8 MHlaJ ....... U 12 11,5 2O,to 136 131,75 140,75 '.«5,75 288 172 106,5 172 &> 134 320 12,25 135,13 1-1.5 140.75 194.5 171,25 170,6 315,5 12 11,9 12 20.9 136 169,5 1.4. L 141 144 236.5 195,75 X87.25 . «2.2.5 .66.5 71.75 eil 135.1. 319,5 13,4 13M 169 •31,13 140,75 143,25 Z3.J 194-5 486 •71.5 1'4,75 171 210 134.lu 315 hoesch Eilen. ........ 8 3Ue Bergbau........8 »IMnerroerte ....... .7 fföln-Seuefleo. •••••.* ■mmtneemane ........ 8 ManSselder .......7 Lberschies «send Hebel... 6 cderichles »oftoerfe ... 6 Bdönir Bergbau ... 5% Rheinische Broun kohlen .10 Rbetnkohl k. % 3* iS tRiebed Montan ..... 7^ Bereinigte Stahl®. .... 6 GtarH Minen ..... 9 ah »all Sscherlebe« ..... 10 toll Westeregeln ..... 10 fdheed Soübetfet® ... U 3 » tiartten.JwNiMl. . . U Dynamit Rodel . ...... 5 Goldschmidt .•••••. B Sütfiertmertr . .•••••.< ......................11 223 106,6 131.75 J3,75 284 136 97,25 -92.5 526 358.1. 186,75 94,5 102.5 105,5 129,6 v8 136 67.5 286 356,13 185.5 102 — 123 222.5 106.9 122,25 131,5 115 111 112,4 93.1o 24.75 136.5 96,85 68,25 290 <94 526,5 259,6 121,5 94,13 102 122,75 106,5 130 114.5 110.5 111,13 93 281.25 134,.. 96,9 67,6 291 521 266.5 94 101,6 65^ 114.5 81.25 1.9.75 118,75 149 26,3 104 125 149,25 noteu. 80,25 149 .6elt> töne- Ämerikaniiche Rote» . . . Belgtlche ‘.Roten ..... Dänische 'Roten ..... Englische Äcua ...... • • 08.43 111.88 20,85 "1.207 68.47 112,32 20,43 Ein w ■ Htichslno," sttichsM'" lohn, auch ijvirten emze infolge hoh Anschrift p ächten: 2W q poPfd SÄ Hit 30* 0t -riM Die 5 London uummer d views setzuna ein Äeichsw> er die deut gesucht hab baut wert „Noulicus": tiuf Die deu 3n[id)ien i> jetzige intern interessanteste Offenbar sol bic deutschen Des Mansch men. ®emid feine Arguuii für das N abzusehen ur fallen mur Die liebe Mchswehrmi Panzerschiff." völlige 2 Landes beim Möchte, die nicht die P l In n e i n g e fürchten mü mittel gespei wirklich siche Staat seine gungsslreillo entwickelt ha greiser, i lange der St maffnekn Sl deutsches schützen, bis Trotzmachi? <-ie Verv ■ung von £ Polen und •.3n jedem lalls, eine leine Wirr des Gebiete besfhnah ist ein weite tatsächlich c nach deutsche! Mllen und ieme Gehcini militarif, "seine im l?e Mn W) als auch J»? Am e ®infan sä , wird 'laste der St (c2es .^onflitti Ä 'sawien, ^'ergründ, u"b Flankrci r?s ,fl bloß ^OUggefo, *lö,9ung ft eint>ruc eine A 5 and U», des s Jniiefre, N^kill ^e'ch^öss ^l9l> gen rreich>r ^sprach e tg -.7 tbe obet’U,S.a H ,ö ,^ra Sefüg