Nr. 138 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 15. Juni 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für2Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfcnnig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: .Frankfurt am Main 11686. GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vriihl'sche UniverfitStr-Buch- und Ztelndruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. ■ Duell in Madrid. Spanien hat nicht immer eine so biedere Freundschaft für den Genfer Völkerbund bekundet, wie sie nun aus Anlaß der Madrider Tagung des Völkerbundsrats geflissentlich zur Schau getragen wird. Wir erinnern uns, daß sich Spanien schmollend aus Genf zurückzog, als ihm, als der Vormacht des lateinamerikanischen Kulturkreises nicht ebenso willfährig ein ständiger Ratssitz eingeräumt wurde, wie Deutschland. Bei der Reformierung der Ratsverfassung kam man dann Spaniens Aspirationen entgegen und in der ersten Freude über die Rückkehr des „verlorenen Sohns" beschloß der Rat, eine seiner nächsten Tagungen in Madrid abzuhalten. Im Einvernehmen mit der spanischen Regierung hat man die Verwirklichung dieses Plans dann hinausgeschoben bis in diesen Frühsommer, den Spanien mit seinen beiden großen Ausstellungen, der Weltausstellung in Barcelona, und der ioero-amerikanischen in Sevilla zu einer großzügigen und einzigartigen Propaganda für den Fortschritt spanischer Kultur und Wirtschaft unter dem System der Diktatur Primo de Riveras nützt. So hat sich dann das Völkerbundssekretariat, dessen Expansionsfähigkeit offensichtlich mit ältesten Bureaukratien erfolgreich wetteifern kann, mit Sack und Pack, Kisten und Kasten von Genf nach Madrid auf die Beine gemacht, und dabei dem braven Staatsbürger und Steuerzahler, welcher Nation auch immer er angehören möge, recht lehrreich demonstriert, welch umfangreicher und kostspieliger Apparat sich Jahr für Jahr als Organisation des Völkerbunds aus seiner höchst eigenen Tasche durchpäppeln läßt. Ja, wenn noch sichtbare Erfolge als weithin leuchtende Fanale, mahnend und anspornend, den Sieg des Völkerbunds zu seinem aroßartigen Ziel der Befriedung des Erdballs oezeichneten! Aber wie schwach es damit bestellt ist, zeigte ja nichts besser, als grade diese letzte äußerlich so glanzvolle Ratstagung in Madrid. Eine der wesentlichsten Aufgaben, die die Pfuscharbeit der Friedensverträge von Versailles und St. Germain, Neuilly und Trianon mit ihrer willkürlichen Grenzziehung und jedem Selbstbestimmungsrecht hohnsprechenden Konstituierung neuer Staaten dem Völkerbund hinterlassen hat, ist die Regelung der M i n de r h e i t e n f r a g e , die sich in den durch die Friedensverträge gezogenen Grenzen als ein Problem des Ausgleichs zwischen den Souveränitätsrechten des nationale Minderheiten bergenden Staats und den berechtigten Ansprüchen eben dieser nationalen Minderheiten auf Wahrung ihrer sprachlichen, kulturellen, religiösen und ethnischen Eigenart darstellt. So geht vor dem Genfer Forum seit Jahren erbitterter Streit zwischen Deutschland und Polen um die Rechte der deutschen Minderheit in den abgetretenen Gebieten Posen, Westoreußen und namentlich Ostoberschlesien. Stresemann hatte einen besonders heftigen Zusammenstoß mit dem Polen Zaleski dazu benutzt, das Minderheitenproblem als Aufgabe des Völkerbunds einmal grundsätzlich aufzurollen. Das Ergebnis des ersten Anlaufs war damals schon nicht gerade vielversprechend. Der Dölkerbundsrat setzte aus dem Japaner Adatschi, dem spanischen Delegierten Quinones de L6on und dem inzwischen verflossenen britischen Außenminister Chamberlain ein Dreierkomitee ein, das in Verfolg der Strcsemannschen Anregung Denkschriften der interessierten Staaten sowohl wie auch der Minderheiten entgegennehmen und das gesammelte Material zu einem Bericht an eine aus dem Völkerbundsrat gebildete Sonderkommission verarbeiten sollte. Die Beauftragten des Rats waren weder Freunde der Minderheiten noch überhaupt nur Sachverständige. Sie hätten zwar aus dem ihnen in großer Fülle zugegangenen Material sich schon ein sachliches Urteil bilden können, um daraus praktische Folgerungen zu ziel)en. Sie haben es jedoch vorgezogen, grundsätzliche Fragen einfach beiseitezuschieben und ihre Vorschläge auf einige unwesentliche Aenderun- aen im formalen Verfahren der Behandlung von Minderheitenbeschwerden durch den Völkerbund zu beschränken. So wurde der Bericht des Dreierkomitees zu einer schweren Enttäuschung und der deutsche Delegierte auf der vor der Madrider Ratstagung in San Sebastian zusammengetretenen Kommission des Völkerbundsrats, Staatssekretär von Schubert, mußte den Bericht als völlig ungeeignet für eine Diskussionsgrundlage rundweg ab lernen. Gegen heftige Widerstände gelang es, den noh vom Geiste Chamberlains unseligen Angedenkens beeinflußten Bericht des Dreierkomitees durch einen neuen Bericht des japanischen Delegierten und gegenwärtigen Ratspräsidenten Adatschi zu ersetzen, der dann in Madrid dem Dölkerbundsrat zur Beschlußfassung vorgelegt wurde. Deutschlands weitergehende Vorschläge, entweder die Verhandlung über das Minderheitenproblem ganz zu vertagen oder den Internationalen Schiedsgerichtshof im Haag zu einer Auslegung der Pflichten des Völkerbundes als Treuhänder der Minderheiten aufzufordern, drangen nicht durch, da auch die beiden einzigen Mitstreiter Deutschlands in der Minderheitenfrage, der Kanadier Dandurand und der Finne Procope der Ansicht waren, daß es vorteilhafter sei, die kleinen Verbesserungen im Beschwerdeverfahren, die der Bericht bringe, mitzunehmen, als auch diese an der mangelnden Einigung in den grundsätzlichen Fragen scheitern zu lassen. So hatte die deutsche Delegation gewiß keinen leichten Stand, und cs mußte im Hinblick auf die fast hoffnungslose Situation schon als Erfolg gebucht werden, daß für die Tagung des Völkerbundsrats selber der revidierte Bericht Adatschis Verwendung fand, der im Gegensatz zu dem ursprünglichen Bericht des Dreierkomitees wenigstens die Anregungen und Vorschläge Stresemanns und die Denkschriften der Minderheiten insofern berücksichtigte, als er den beschwerdeführenden Minderheiten eine schnellere und ausführlichere Informa- Unterzeichnung desKonkordatszwischenpreußenunddemVatikan Berlin, 14. Juni. (WTB.) Die der amtliche preußische Pressedienst mitteitt, ist am 14. Juni um 11 Uhr vormittags der Slaatsvertrag zwischen dem Freistaat Preußen und der römischen Kurie vom preußischen Minister- präsidenien Dr. Braun und dem päpstlichen Nuntius Pacelll unterzeichnet worden. Dem Unlerzeichnungsakt wohnten ferner die Staatsminister Dr. B e ck e r und Dr. höpker-Aschoff bei. Außerdem waren anwesend der Staatssekretär im Staatsministerium Dr. D e i s m a n n, bet Staatssekretär im Kultusministerium Dr. Lammers, Ministerialdirektor Dr. Rendelenburg, Nuntiaturrat Aloys L e n t o z und P. Eduard Gehrmann. Der Ministerpräsident dankte nach der Unterzeichnung des Vertrages dem apostolischen Nuntius und seinen Mitarbeitern für die große Mühewaltung, die er dem Vertragswert gewidmet hat und sprach auch den Herren auf der preußischen Seite seinen Dank aus. Er sprach die Hoffnung aus, daß das Parlament den Vertrag genehmigen werde und daß damit heute der Grundstein zu dauernd friedlichen Beziehungen zwischen dem preußischen Staat und der Kirche gelegt sei. Der apostolische Nuntius dankte dem Ministerpräsidenten und erklärte, daß das Parlament, wenn es diesen Vertrag genehmigt, eine historische Tat vollzieht, mit der der dauernde kirchliche Friede gesichert sei. Sie wichtigsten Bestimmungen. Berlin, 15. Juni. (WTB.) Das Konkordat wird eingeleitet mit dem Hinweis, daß beide Parteien in dem Wunsche, die Rechtslage der katholischen Kirche in Preußen den veränderten Verhältnissen anzupassen, beschlossen haben, sie in einem förmlichen Vertrag neu und dauernd zu ordnen. Der Vertrag umfaßt 14 Artikel und ein Schluß- Protokoll. Rach Aufzählung der beiderseitigen Bevollmächtigten heißt es in Artikel 1: Der Freiheit des 'Bekenntnisses und der Ausübung der katholischen Religion wird der Preußische Staat den gesetzlichen Schutz gewähren. . Artikel, 2 enthält den Hinweis, daß die gegenwärtige Diözesanvrganisation der katholischen Kirche Preußens bestehen bleibt und in Aachen wieder ein bischöflicher Stuhl errichtet und das Kollegial- in ein Kathedrcll- Kapitel umgewandelt wird. Dem Bistum Osnabrück werden die bisher von seinem Bischof verwalteten Missionsgebiete einverleibt. Dem bischöflichen Stuhle zu Paderborn wird der Metropolitan - Charakter verliehen. Der bischöfliche Stuhl von Breslau wird zum Sitze eines Metropoliten, das Breslauer Kathe- dral- zum Metropolitan-Kapitel erhoben. Der bisher dem Bischof von Breslau mit unterstehende Delegaturbezirk Berlin wird selbständiges Bistum, dessen Bischof und Ka- thedral-Kapitel bei St. Hedwig in Berlin ihren Sih nehmen. Weiter enthält Artikel 2 eine Reihe Einzelheiten über die Ambildung und Reuordnung kirchlicher Kreise. Das Bistum Fulda überläßt den Kreis Grafschaft Schaumburg dem Bistum Hildesheim und den bisher ihm zugehörigen Teil der Stadt Frankfurt a. M. dem Bistum Limburg. Wie Fulda, so wird auch dieses aus seinem bisherigen Metropolitanverband gelöst, aber der Kölner Kirchenprovinz angegliedert. Der Erzbischof von Paderborn und die Bischöfe von Trier, Fulda, Limburg, Hildesheim und tion über den Ausgang ihrer Beschwerde sichert, ferner auch zwischen den Ratstagungen den Zusammentritt des Minderheitenausschusses und seine Erweiterung von bisher drei auf fünf Mitglieder ermöglicht und schließlich durch Bekanntgabe auch der abgelehnten Beschwerden an die Ratsmitglieder und regelmäßige Veröffentlichung einer Statistik über die eingegangenen Beschwerden endlich einmal an= fängt, mit der bisher üblichen, aber gerade in Minderheitenfragen durchaus unangebrachten Geheimniskrämerei aufzuräumen. Das ist wenig genug, gemessen an dem, was gefordert war. Kein Wort von einer Mitbeteiligung der Minderheiten an dem Beschwerdeverfahren, kein Wort von einem ständigen Völkerbundsorgan zur Kontrolle der durch Schutzverträge zugunsten der Minderheiten verpflichteten Staaten, kein Wort schließlich von einer Mitberatung stammverwandter Mächte über die Minderheitenbeschwerde gleicher Nationalität. Trotzdem hat der Völkerbundsrat den Bericht Adatschis angenommen, trotzdem hat Deutschland dem Bericht zugestimmt, in dem vollen Bewußtsein, daß er nur eine Etappe im Kampf um die unverbrüchlichen Rechte der Minderheiten sein wird und daß dieser Kampf durch Abschlagszahlungen, wie der Adatschi-Bericht, sich nicht einschläfern lassen wird. Die Ratstagung hat den beiden Außenministern Deutschlands und Frankreichs Gelegenheit gegeben, ihre Klingen zu messen. Der dritte im Locarnobunde, Sir Austen Chamberlain, dessen Ministersessel dank der imponierenden Mehrheit seiner Partei im britischen Unterhaus am festesten untermauert schien, ist ausgeschieden, vermutlich für immer. Man wird ihm keine Zähre nachzuweinen brauchen, obwohl das Fehlen eines vollwertigen britischen Delegierten die Aussprache in Madrid gewiß nicht günstig beeinflußt hat. Chamberlain war Osnabrück sind berechtigt, in ihren Bistümern ein Seminar zur wissenschaftlichen Vorbildung der Geistlichen zu besitzen. Der Unterricht an diesen Seminaren wird dem deutschen theologischen H o ch s ch u l u n t e rr i ch t entsprechen. Zu Lehrern an den Seminaren werden nur solche Geistliche berufen werden, die für die Lehrtätigkeit in dem zu vertretenden Fach eine den Anforderungen der deutschen wissenschaftlichen Hochschulen entsprechende E i g - nung haben. Artikel 6 und 7 regeln die Reubesetzung eines erzbischöflichen oder bischöflichen Stuhles. Der Heilige Stuhl wird hiernach zum Erzbischof oder Bischof niemand bestellen, von dem nicht das Kapitel nach der Wahl durch Anfrage bei der preußischen Staatsregierung festgestellt hat, daß Bedenken politischer Art gegen sie nicht bestehen. 3n Artikel 8 heißt es u. a.: Die Dignitäten der Metropolitan- und der Kathedral-Kapitel verleiht der Heilige Stuhl. Die Ka- nonifate der Kapitel besetzt der Diözesanbischof abwechselnd nach Anhörung und mit Zustimmung des Kapitels, und die Domvikarien besetzt der Diözesanbischof nach Anhörung des Kapitels. Artllel 9 besagt u. a.: Angesichts der in diesem Vertrag zugesicherten Dotation der Diözesen und Diözesananstalten wird ein Geistlicher zum Ordinarius eines Erzbistums oder Bistums, zum Weihbischof, zum Mitglied eines Domkapitels, zum Domvikar, zum Mitglied einer Diözesanbehörde oder zum Leiter oder Lehrer an einer Diözesanbildungsanstalt nur bestellt werden, wenn er die deutsche Reichsangehörigkeit und das vorgeschriebene Studium erledigt hat. Der kirchlichem und staatlichem Einverständnis kann von den genannten Erfordernissen abgesehen werden. Die Mparaü'onssachverstä'ndigen beim Reichspräsidenten. Berlin, 14. Juni. (WTB.) Der Herr Reichspräsident empfing heute die deutschen Vertreter auf der Pariser Sachverständigenkonferen;, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Dr. Melchior und Geheimrat Dr. k a st l und nahm von ihnen einen Bericht über das Ergebnis der Konferenz entgegen. Auch der Reichskanzler empfing die Sachverständigen im Beiseln der an der Reparationsfrage beteiligten Minister und zuständigen Beamten. Der Reichskanzler sprach den Sachverständigen den aufrichtigen Dank der Reichsregierung für die aufopfernde Arbeit in Paris aus und fügte den Dank an die in erster Linie beteiligten Beamten hinzu. Daran schloß sich eine kurze Erörterung dec an den Sachverständlgen- plan anknüpfenden allgemeinen Fragen. Nie belgische Markforderung. Verhandlungen in Brüssel sind ausgenommen. Brüssel, 14. 3uni. (WTB.) Ministerialdirektor Ritter vom Auswärtigen Amt traf zu den Verhandlungen über die belgische Markfrage heute vormittag hier ein. Die Verhandlungen zwischen Dr. Ritter und dem belgischen Sachverständigen G u 11 begannen heute nachmittag um 3 Tlhr. Sie dürften in Anbetracht der komplizierten Materie einige Zeit in Anspruch nehmen. Wie bekannt, fordert Belgien 2 5 Millionen für 3 7 3ahre, was einem Gegenwartswert von 400 Millionen entspricht, oder mit anderen Worten, es bedeutet eine Aufwertung der seinerzeit von Deutschland in einer Höhe von einer Milliarde ausgegebenen Mark von ungefähr 40 Prozent. Selbstverständlich gehen die deutschen Bemühungen in erster Linie dahin, diese Frage nicht in der Form von Annuitäten zu regeln, und zum andern wird, wie man uns mitteilt, versucht werden, die Aufwertungssumme auch notf) herabzusetzen. Allerdings muh von vornherein berück- sichttgt werden, daß wir seinerzeit die Mark unter Zwangskurs ausgegeben haben, so daß wir, ähnlich wie bei Rumänien, kaum um eine Aufwertung her umkommen werden. Es steht aber zu erwarten, daß eine Vereinbarung gefunden werden wird. Die Einbeziehung der politischen Frage von Eupen und Malmedy ist ja schon in Paris abgelehnt worden; auch nach Ansicht der Berliner politischen Kreise ist es das zweckmäßigste, diese Fragen späteren Derhand- .lungen zu überlassen, die allerdings einmal kommen müssen und kommen werden. Vielleicht wird es aber möglich sein, andere wirtschaftliche Kompensationen von Belgien für ein jetziges deutsches Entgegenkommen zu erzielen. Eine pariser Besprechung zwischenStresemannundBriand? Erst Befehlsempfang bei Poincare. Paris, 15.Juni. (WTB. Funkspruch.) Der Madrider Sonderkorrespondent des „Petit Parisien" berichtet, es sei wahrscheinlich, daß Außenminister Briand am letzten Tage der Session des Völkerbundsrates Reichsaußenrninister Dr. Strese - m a n n einen Abschiedsbesuch machen werde. Die beiden Staatsmänner würden diese Gelegenheit benutzen, um den Tag festzulegen, an dem sie in der nächsten Woche in Paris eine Begegnung haben würden, da Stresemann über Paris nach Deutschland zurückkehren werde. Gegenwärtig könnten sie in der Tat zweckmäßigerweise ihre Unterredung vom Mittwoch nicht weiter verfolgen. Erst wenn Briand mit Poincarö und seinen Kollegen Fühlung genommen habe und über d i e Bedingungen Bescheid wissen werde, unter denen der französische Ministerpräsident die Debatte über die Schulden und über den Bericht der Reparationssachoerständigen vor das Parlament bringen wolle, werde er mit dem Reichsaußen- Minister die logischen Folgen, die der Poung- Plan erhalten werde, ins Auge fassen können. Auch französische Mnöver im Meln'and Köln, 14. Juni. (TU.) Nachdem soeben erst durch den „Manchester Guardian" bekannt geworden ist, daß die Engländer im besetzten Gebiet für den Herbst große Manöver beabsichtigen, wird jetzt zuverlässig berichtet, daß auch der französische General st ab große angelegte Manöver vorgesehen hat, die in der Pfalz, im Hunsrück, dem Moselgebiet bis hinein in die Hocheifel abgehalten werden sollen. An diesen Manövern wird ungefähr die Hälfte der im besetzten Gebiet befindlichen fron* zwar schon lange nicht mehr — vielleicht nie — ein ehrlicher Makler bei dem Versuch eines deutsch-französischen Ausgleichs, aber das Minderheitenproblem wie auch die in den vertraulichen Gesprächen zwischen Stresemann und Briand offenbar gleichfalls angeschnittene Frage der Rheinlandräumung wären vielleicht eher gefördert worden durch die Anwesenheit eines Repräsentanten der neuen englischen Politik, wie sie das Arbeiterkabinett Macdonald-Henderson beabsichtigt. Stresemann hat sich bei feinem Antrag auf Vertagung des Minderheitenproblems auf das Fehlen eines englischen Delegierten berufen, — der britische Botschafter in Madrid war doch nur Staffage. Briand ist die Antwort nicht schuldig geblieben, indem er seinerseits sich weigerte, die Rheinlandräumung als selbstverständliche Folge des Poungplans ohne England zu diskutieren. Das war für den Kommis des Herrn Poincarö natürlich nur ein hochwillkommener Vorwand, irgendwelche verbindliche Aussprache über das in Paris offenbar noch immer nicht aktuelle Thema solange wie irgend möglich hinauszuschieben. Wie überaus töricht es ist, sich hinter das Fehlen der dritten Locarnomacht zu verschanzen, erhellt aus der unleugbaren Tai- sache, daß gerade England und ganz besonders die jetzt am Ruder befindliche Labourparty, sich stets mit einer sofortigen und vollkommenen Räumung de? ganzen besetzten Gebiets einverstanden erklärt hat. Der Abzug der britischen Truppen wurde bisher einzig und allein dadurch verzögert, daß England begreifliche Gründe hatte, die „Wacht am Rhein" nicht Frankreich und Belgien allein zu überlassen. Henderson, der Staatssekretär des Foreign Office im neuen ßabourfabinett, wäre zweifellos der Letzte, der einer Räumung der Rheinlands Hindernisse in den Weg legen wurde. Aber hinter Briands Verschleppungstaktik steht ganz offensichtlich der Wunsch, aus der Rheinlandräumung auf irgendeine Wei e für Frankreich neues Kapital zu schlagen. Unser Anspruch auf Räumung datiert schon vom Ab chluß der Locarno- oerträge her, dann sollte sie eine selbstverständliche Folge unseres Eintritts in den Völkerbund fein, schließlich sollte die Aussicht auf Räumung uns die bittere Pille des Poungplans mit seinem Milliardentribut sechzig lange Jahre hindurch schmackhafter machen. Nun, wo es soweit wäre, für den Abzug der Besatzung die ersten Schritte einzuleiten, beliebt man in Paris wieder eine andere Tonart. Der unheimlich schillernde, stets wandlungs- und anpassungsfähige Briand kramt schnell die famose „F e ft» ft e 11 u n g s -- und Bergleichskommifsion" heraus, die seinerzeit in Genf ins Auge gefaßt worden war, als man dort die Reparationskonferenz der Sachverständigen beschlossen hatte. Briands Ab- sichten, soweit sie bisher aus der Pariser Presse bekannt geworden sind, laufen darauf hinaus, auf unbegrenzte Zeit die entmilitarisierte Zone am Rhein, also ein Gebiet von mehr als 56 000 Quadratkilometern mit rund 15,5 Millionen Einwohnern, mithin nahezu ein Viertel des Reiches zum Gegen- stand einer neuen Kontrolle zu machen, die unabhängig von der Jnvestigationskommission des Völ- kerbundes und der im Locarnopakt zugestandenen Vergleichskommission ein ausschließliches Organ Frankreichs zur dauernden Niederhaltung des deut- schen Volkes fein soll. Deutschland hat nach den furchtbaren Erfahrungen der letzten zehn Jahre allen Grund, die Entwicklung der Dinge, die in den Ministergesprächen zu Madrid berührt wurden, wachsam und mißtrauisch zu verfolgen, will es nicht schließlich neue Fesseln gegen die alten eintauschen. Mischen Truppen teilnehmen; u. a. ist auch die Aufstellung eines besonderen Manöoerkorps in Stärke von 25 000 Mann geplant, sowie die Beteiligung von technischen Truppen aller Art. Oie Arbeitslosenversicherung. Die Bolkspartei lehnt jede Beitragserhöhung ab. Berlin, 14.Juni. (VDZ.) Die Verhandlungen der Regierungsparteien über das SoforlProgramm der Arbeitslosenversicherung sind am Freitognach- miltag erfolglos abgebrochen worden, weil eine Verständigung über die Beitragserhöhung nicht erzielt werden konnte. Die Deutsche volksparlel lehnt nach wie vor jede Beitragserhöhung entschieden a b, während We Sozialdemokraten ihrerseits die Erhöhung unbedingt fordern. Die Haltung der Demokraten hat sich augenscheinlich geändert, fo daß auch diese Partei ebenfalls nicht geschlossen für eine Beitragserhöhung zu haben ist. Rach dem „Vorwärts" dürfte nun auch das Schicksal des Sofort-Programms besiegelt sein; denn die Sozialdemokratie sei nicht geneigt, ein Gesetz zur Beseitigung der Mißstände in der Arbeitslosenversicherung zu verabschieden, ohne datz dec schwerste Mißstand, nämlich die Finanzschwierigkeit der Reichsanstalt, gleichzeiKg behoben werde. — Die „Germania" sagt, der Initiative der Reichsregierung werde jetzt die Ausgabe zufallen, den Parteien Vorschläge zur Durchführung eines Sosort-Programms zu machen. Die Gegensätze, die sich innerhalb der Regierungsparteien zeigten, würden allerdings auch im Kabinett auflauchen. Man dürfe jedoch annehmen, datz sich hier der gebieterische Zwang zu einer Verständigung über die ersten und dringlichsten Maßnahmen günstiger auswirken werde, als es bei einigen Fraktionen der Fall gewesen sei. Der jüngst ergangene Rotruf der Reichs- anslalt, den der Reichsrat mit grötztem Rachdruck unterstützte, zeige, datz diese Ausgabe keinen weiteren Verzug mehr duldet. — Die „D. A. Z." schreibt, bei der Abstimmung über das Sofort-Programm im Reichstage werde es sich zeigen, ob die Sozialdemokratie angesichts des einmütigen Widerstandes der mahgebenden bürgerlichen Parteien weiterhin auf ihrem sachlich und politisch unhaltbaren Zustand beharren könne. — Die „Börfenzeitung sagt, die skandalösen Zustände in der Arbeitslosenversicherung und ihre Nutznießer hatten zumindest für ein weiteres Vierteljahr Garantie gegen jede unliebsame Störung, das sei ein neuer Beweis für die Unhalt- barkeit jedes Regierungsexperiments mit der Sozialdemokratie. Der Jakubowski-Aogensprozeß. Am Montag Nrteilsverkündigung. Neustrelitz, 14.3uni. (WTD.) Oberstaatsanwalt Dr. Weber erklärt in einer längeren Replik, Blöcker und Kreutzfeld schieden als Täter oder Mittäter aus. Vielleicht habe Kreuhseld den Jakubowski a n g e st i f t e t, aber auch das sei nur eine Mutmaßung. Nach wie vor bleibe Jakubowski Mittelpunkt des Unternehmens. Daß die Alimentenfrage ausscheidet, könne er nicht anerkennen. Wie man es drehen und deuteln möge, immer seien für ihn die Kinder ein wesentliches Hindernis bei der beabsichtigten Wiederverheiratung gewesen. Auch Anzeichen einer rohen Gemütsart lägen immerhin vor, und auch darüber könne nicht hinweg täusch en, daß sich Jakubowski als verschlagener Mensch mitunter sogar als ein Mensch von niederträchtigem Charakter gezeigt habe. Der Oberstaatsanwalt zählt dann nochmals eingehend die für eine Anstiftung Jakubowstis positiv sprechenden Fälle auf, deren Zahl bei ihm weit größer sei als bei Kreuhfeld. Er kommt zu der Ansicht, daß Jakubowski, August und Fritz Nogens sich am Tatort befunden hätten. Das stehe für ihn mit hinreichender Sicherheit fest. Der eigentliche Täter sei nach seiner Ansicht August gewesen, dem als Auswärtigen diese Nolle zugewiesen worden sei. Jakubowski habe ähnlich wie Fritz den Aufpasser gespielt. Für eine Affekthandlung lägen bei keinem der Angeklagten und auch nicht bei Jakubowski irgendwelche Anhaltspunkte vor. Der Oberstaatsanwalt hielt hierauf seine Strafanträge voll aufrecht. Nach kurzen Erwiderungen der Verteidiger und dem lebhaften Ausruf des Angeklagten August Nogens: „Wenn ich als Mörder bestraft werde, hat mich der Oberstaatsanwalt auf dem Gewissen", wird die Verhandlung geschlossen und die Llrteilsverkündigung auf Montag m i t t a g festgesetzt. Oer Gtinnes-Prozeß. Berlin, 14. Juni. (WB.) Die Vernehmung des Angeklagten Stinnes wird vorläufig abgeschlossen. Der Angeklagte schildert eine Zusammenkunft mit dem Neichskommissar Heinz- mann, den er bei dem Untersuchungsrichter anläßlich einer Vernehmung vor seiner Verhaftung getroffen habe. Heinzmann, so betonte der Angeklagte, wollte mich unter vier Augen sprechen und erklärte mir, es liege das erdrückendste Material gegen mich vor. Cs liege im Interesse meiner Familie und meiner Firma, wenn ich nicht leugnete. Wenn ich aber nicht alles zugeben würde, dann würde man seitens der Behörde in der Firma Stinnes alles von unter st zu ober st kehren. Man würde also alles das, was ich in den Jahren 1926 und 1927 aufgebaut und von dein Lebenswerk meines Vaters gerettet hatte, durch die Llntersuchungsführung zerstören. Heinzmann sagte mir weiter, auch die Regierung habe den Wunsch, die Angelegenheit möglichst geräuschlos aus der Welt zu bringen, da sie eine Schädigung des deutschen Kredites im Auslande mit sich bringen könnte. Aus der Absicht heraus, alles zu tun, um Schädigungen für Familie und Firma abzuwenden, habe er dann vor dem Untersuchungsrichter die falsche Aussage gemacht, daß ihm im Verlauf des Anleihegeschäfts Bedenken gegen dessen Kor. rektheit gekommen seien. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er die falsche Aussage mit vollem Bewußtsein gemacht habe, erklärte der Angeklagte: „Jawohl, vollkommen bewußt. Zu meinem Verteidiger DerDerkehrsetat vordem Reichstag Berlin, 14. Juni. (V.D.Z.) Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Der- kehrsetats. Der Ausschuß verlangt in Entschließungen die Unterbringung von Kindertransporten in v-Zugswagen, eine Llebersicht über die Auftragsvergebungen der Reichsbahn und die Einstellung aller Zahlungen an den Nürburg- Ring. Reichsverlehrsminlfler Dr. Slegerwald: Heute nachmittag werden Bespsrechungen mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht über die Pariser Konferenz stattfinden. Erst nach ihrem Abschluß werden wir genau übersehen können, wie sich die Verhältnisse bei der Reichsbahn gestalten werden. Das öffentliche Verkehrswesen Deutschlands ist ein Spiegelbild des Leerlaufes, den wir in unserem allgemeinen Wirtschaftsleben finden. Gegenwärtig arbeiten neben - und teilweise gegeneinander Reichsbahn, Reichspost, Wasserstraßen, Kraftwagenvcrkehr, Luftverkehr, Schnellbahnen, Gaswerke, elektrische Ueberlandzentralen. Das vollzieht sich in den verschiedensten Betriebsformen: Reichsbetriebe, Staatsbetriebe^ Kommunalbetriebe, gemischtwirtschaftliche und Privatbetriebe. So kann es auf die Dauer nicht weitergehen. Wir müssen hinarbeiten auf die größere Einheitlichkeit, mindestens auf ein besseres Zusammenwirken der verschiedenen Zweige des Verkehrswesens. Die Reichsbahn war in den letzten Jahren in wenig Ser Lage. Die auf ihr ruhenden schweren en hinderten den wünschenswerten technischen Ausbau und auch die notwendigen Maßnahmen zur Weiterförderung der Betriebssicherheit. Einer Tariferhöhung steht die Reichsregierung in der gegenwärtigen Stunde ablehnend gegenüber. (Beifall.) Es muß abgewartet werden, was im einzelnen aus dem Tarif herausgeholt wird. Für den Fall, daß die Pariser Vorschläge Wirklichkeit werden, wird der Ausgleichsbetrag von fünfhundert Millionen Reichsmark für die Reichsbahn frei werden. Die weitere Entwicklung hängt ob von der Möglichkeit, Anleihen zu bekommen. Solche Anleihen würden in erster Linie dazu dienen, die in Angriff genommenen Betriebsbauten zu vollenden. An den Bau neuer Bahnen aus eigenen Mitteln konnte bisher nicht herangetreten werden. Bei dem weiteren Ausbau der elektrischen Vollbahnen werden wir vor allem die volle Ausnutzung der bayerischen Wasserkräfte versuchen. Der Ausbau unserer Wasserstraßen wird erschwert durch den Geldmangel. In erster Linie müssen die begonnenen Bauten vollendet werden und die Regulierung der Oder. Hierbei darf nicht ein Wirtschaftsgebiet auf Kosten der anderen bevorzugt werden. In anderen Staaten wird die Fortentwickelung des Luftverkehrs aus dem Heeresetat finanziert. Das ist uns verboten. Wir sind zu Reichszuschüssen genötigt, weil niemand aus Privatmitteln so kostspieliae Experimente machen wird. Im Kraftverkehrswesen hat sich eine gewaltige Steigerung entwickelt. Heute entfällt auf jeden sechzigsten Deutschen ein Kraftwagen. Ich habe den Ländern eine Vorlage zum Ausbau des Straßennetzes und zur Anpassung an diese Entwicklung eingereicht. Abg. Hünlich (Soz.) betont, dem Reichsverkehrsminister fehle der entscheidende Einfluß auf das größte Verkehrsunternehmen, die Reichsbahn. Eine Tariferhöhung bei der Reichsbahn lehne die Sozialdemokratie entschieden ab. In der Luftfahrt bestehe noch ein heilloses Durcheinander der Kompetenzen. Eine gewisse Reichshilfe für die Fortentwicklung des Luftverkehrs sei selbstverständlich, aber sie müsse sich in dem Rahmen halten, der dem Reich durch seine Finanzlage gezogen ist. Abg. Groß (Zentr.) führt aus, die Pariser Beschlüsse würden das Reichsverkehrsministerium vor wichtige und schwierige Aufgaben stellen. Am besten wäre es, wenn die Reichsbahn dem Verkehrsminister wieder unterteilt würde. Im Luftverkehr werde es zunächst nicht ohne Reichshilfe gehen. Der Verkehr müsse sich aber auf wenige große Linien beschränken und es müsse der Unfug aufhören, daß jede kleine Stadt sich einen kostspieligen Flugplatz zulegt. Abg. Dr. Q u a a h (Sn.) meint, die Hoffnungen der Eisenbahner auf eine für sie günstige Wirkung der Internationalisierung der Reichsbahn seien vollständig enttäuscht worden. Ebenso unberechtigt seien die Hoffnungen, die die Eisenbahner jetzt an das Ergebnis der Pariser Verhandlungen knüpfen. Zunächst mutz die Eisenbahn ihren Apparat wieder so herstellen, wie er vorher war. Das wird aber außerordentlich schwierig sein, denn die Substanz der Reichsbahn hat hauptsächlich infolge des Druckes von außen einen Verlust von 2,1 bis 2,5 Milliarden erlitten. Die Entente hinterläßt uns ein finanziell ruiniertes Unternehmen, wenn auch die Leitung und Führung dank deutscher Tüchtigkeit ausgezeichnet ist. Der Plan einer Tariferhöhung muß uns mit Schrecken erfüllen, denn es ist nicht wahr, datz unsere Tarife billiger sind als die des Auslandes. Abg. Dr. H u g o (D. V.) bedauert, daß die Reichsbahn den Bedürfnissen der Wirtschaft so wenig Rechnung tragen kann. 70 v.H. der Reichsbahneinnahmen werden durch Ausgaben in Anspruch genommen, die nicht vom Willen der Reichsbahn abhängig sind, sondern politisch beeinflußt sind: Reparationen, Pensionen und Personalausgaben. Bei Reubelastungen der Reichsbahn muß man sehr vorsichtig sein, namentlich bei den Lohnfestsetzungen. Abg. M o l l a t h (Wp.) fordert die volle Unterstellung der Reichsbahn unter das Reichsverkehrs. Ministerium nach der in Paris beschlossenen Aende- rung der Reparationsbedingungen. Die Wirtschaft könne weitere Tariferhöhungen nicht vertragen. Die Bahnhöfe dürften nicht länger zu Warenhäusern gemacht werden, die den Beschränkungen der Verkaufszeit nicht unterliegen. Wenn der Luftverkehr schon vom Reich subventioniert wird, dann muß auch das Reich größeren Einfluß auf die Linien haben. Es ist nicht zu rechtfertigen, daß das Reich 80 v. H. der Kosten dafür zahlt, daß ein reicher Mann ein paar Stunden früher als mit der Eisenbahn im Seebad eintrifft. Die Kraftwagensteuer muß restlos für den Wegebau verwandt werden. Kein Pfennig davon darf solchen Pleiteexperimenten wie dem Nür- burg-Ring zugeführt werden. Abg. Dr. Wieland (Dem.) fragt den Minister, wie die Lohnerhöhung der Reichsbahnarbeiter gedeckt werden soll. Seine Fraktion könne weder einer Tariferhöhung noch einer Deckung aus Steuermitteln zustimmen. Die Notlage der Wirtschaft fordere vielmehr eine Senkung der Tarife. Der Redner fordert eine sparsamere Wirtschaft bei der Lufthansa. Abg. Julier (Chr.-Natl. Dp.) fordert bessere Wartehallen auf den mittleren und kleinen Bahnstationen. Die Beibehaltung der Niveauübergänge habe schon viele Menschenleben gekostet. Damit schließt die Aussprache. • Die Abstimmungen werden auf Montag vertagt. Der von den Regierungsparteien eingebrachte Gesetzentwurf über eine Aenderung der l e x Brüning, wonach das 1300 Millionen übersteigende Auskommen aus der Einkommensteuer für soziale Zwecke verwendet werden soll, geht an den Steuerausschuh. Rechtsanwalt Hoek sagte ich gleich nach meiner Vernehmung: Herr Hoek, ich habe eben eine falsche Aussage gemacht." (Rechtsanwalt Hoek nickt zustimmend.) — Auf die weitere Frage des Vorsitzenden, was ihn dazu bewogen fja&e, diese Aussage zurückzu nehmen, erklärte der Angeklagte, dies seien die Vorstellungen seiner Anwälte gewesen, die ihm vorgeworfen hätten, einem Dauernfang zum Opfer gefallen zu sein. Ueberdies habe er sein Ziel, Familie und Firma vor Weiterungen zu bewahren, nicht erreicht. Ermäßigung -er Vergnügungssteuer für -ie Berliner Kinoiheaier. Berlin, 14. Juni. (WB.) Die städtische Finanz- und Steuerdeputation beschloß, bei der Vergnügungssteuer derNo tlage derKino- theater durch eine individuelle Behandlung der einzelnen Theater Rechnung zu tragen. Die Steuer soll ab 1. Mai bis 15. September bei einem nachgewiesenen Besucher- rü cf gang von 10 bis 20 Prozent um ein Drittel, bei einem Rückgang von mehr als 20 Prozent um die Hälfte herabgesetzt werden. Die herabgesetzten Beträge werden zunächst gestundet. Sie Frage, ob eine ähnliche Regelung auch für die T h e a t e r notwendig ist, soll noch im Unterausschuß geprüft werden. Oeuische kämpfen in Marokko Berlin, 15. Juni. (Priv.-Tel.) Frankreich hat in Marokko durch einige aufrührerische Stämme eine schwere Schlappe erlitten; aus den Derlustziffern, die in der französischen Presse veröffentlicht werden, kann man entnehmen, daß sehr ernste Gefechte stattgesunden haben. Es muß für Frankreich offenbar sehr viel auf dem Spiel gestanden haben, denn sonst hätte es sich nicht veranlaßt gesehen, verschiedene Bombengeschwader und mehrere Tankba- taillone in Bewegung zu setzen, außerdem aber auch tausende von Legionären in Eilmärschen in das Kampfgebiet zu entsenden. Es kann uns ziemlich gleichgültig sein, was sich in Marokko abspielt. Ein Hinweis darauf ist aber doch notwendig, daß auch diesmal wieder d i e Hauptlasten des Wüstenkrieges Deutsche zu tragen haben, die aus Abenteurerlust in die Legion eingetreten sind, oder die durch französische Agenten aus dem besetzten Gebiet am Rhein nach Frankreich verschleppt wurden und die Uniform des Legionärs anziehen mußten. Daß auch die Erzählungen geflüchteter Legionäre über ihre Leiden während des Krieges gegen Abdel Krim auf viele junge Deutsche überhaupt keinen Eindruck gemacht haben, geht am beften aus den Beobachtungen der deutschen Polizeibehörden im Rheinland hervor, die immer wieder Personen abfangen, die von Werbern über bie Grenze geb rächt werden sollten, um in die Legion eingereiht zu werden. Leider haben wir 1871 versäumt, in Paris einen Verzicht auf die Anwerbung von Deutschen durchzudvücken, heute müssen wir uns mit papiemen Protesten begnügen, die natürlich jedesmal von den Franzosen unberücksichtigt zu den Akten gelegt werden. Oie oberschlesischen Minderheitenfragen. Madrid, 14. Juni. (WTB.) Der Völkerbundsrat hatte in feiner vorletzten Sitzung noch einmal eine umfangreiche Tagesordnung zu behandeln, darunter sämtliche auf der gegenwärtigen Tages- ordnung stehenden oberschlesischen Minderheitenfragen. Den wichtigsten Punkt bildete der deutsche Antrag auf Erörterung der L i - quidation von etwa 50 000 Hektar deutschen Grundbesitzes in Polen. Es handelt sich dabei um etwa 1000 Fälle, in denen deutschen Eigentümern im Widers pru ch zu der unter den Auspizien des Völkerbundes im August 1924 abgeschlossenen Wiener Konvention, die Verleihung der polnischen Staatsangehörigkeit verweigert und mit der Verweigerung die Liquidierung ihres Grundbesitzes begründet wird. Nach eingehender Begründung des deutschen Standpunktes durch Dr, Stresemann und nach einer ziemlich gereizten Entgegnung des polnischen Außenministers, der dabei auch den Zwischenfall von Oppeln und andere mit der Angelegenheit nicht zusammenhängende Dinge in die Debatte zog, wurde die weitere Beratung auf die Schlußsitzung vertagt. Die Sowjetunion dementiert. Der angebliche Einfall in die Mongolei. Moskau, 14. Juni. (WB.) Die Telegraphenagentur der Sowjetunion teilt mit: Sie aus Peking verbreiteten Meldungen über einen an- geblichen Einfall von Sowjettruppen in die Mongolei als Gegenmaßnahme gegen die Durchsuchung eines Sowjetkonsulats in China sowie über angebliche Absperrungen chinesischer Kon- sulcckr in der Sowjetunion durch Truppen sind reine Erfindung, die jeglicher Grundlage entbehren. Wie informierte Kreise betonen, wird diese Erfindung aus gewissen Quellen zu provokatorischen Zwecken verbreitet und ist die Auswirkung einer Verleumdungskampagne gegen die Sowjetunion, die in der letzten Zeil im ^Fernen Osten von inter». effierten antisowjetistischen Kreisen energisch | trieben wird. Auch Reuter meldet, daß man in Schanghai und Peking an einen Einfall sowjet- russischer Truppen in der Mongolei und Mandschurei nicht glaube. Aus chinesischer Quelle seien in Peking keine Nachrichten über einen solchen Einfall eingetroffen, noch seien amtliche oder sonstige Berichte ähnlichen Inhalts nach Tokio gelangt. Oie Wahlen in Südafrika. Berlin, 15. Juni. In der Südafrikanischen •Union haben vor einigen Tagen Parlamentswahlen stattaefunden. Ihre Ergebnisse liegen jetzt vor. Danach hat die Nationale'Partei unter der Führung des Generals H e r h o g einen überwältigen Sieg davongetragen, während die sogenannte Südafrikanische Partei des Generals S m u t s unterlegen ist. 2n London wird man über diesen Wahlausfall nicht sonderlich erfreut sein, weil die Nationalisten von jeher für eine größere Selbständigkeit der Südafrikanischen Union im Rahmen des Britischen Reiches eingetreten sind und nun erst recht daraus hinarbeiten werden, sich immer mehr von der englischen Bevormundung zu befreien. General Hertzog gehört übrigens zu jenen südafrikanischen Kreisern die 1914 mit uns sympatisierten, während sein Widersacher Smuts zwar im Durenkrieg gegen die Engländer kämpfte, dann aber aus der Niederlage der Duren in der Weise die Konsequenzen flog, daß er durch Zusammenarbeit mit Den Engländern versuchte, alle Vorteile für die Südafrikaner zu erreichen, die sich unter den neuen Verhältnissen anstreben ließen. Kunst und Wissenschaft. Max Devrienl f. Wien, 14. Juni. (WD.) Der Schauspieler am Durgtheater, Max Devrient, ist im Alter von 71 Jcchven in Chur in der Schweiz gestorben. Max Devrient entstammte einer berühmten deutschen Schauspielerfamilie. Schon ein Großonkel Ludwig, dem Freundeskreise E. T. A. Hoffmanns und anderer Stammgäste der Weinstube Cutter und Wegener in Berlin angehörig, war einer der hervorragendsten Repräsentanten der deutschen Bühne seiner Zeit. Drei seiner Neffen wirkten auf der deutschen Bühne. Karl D., der Vater von Max D., war Hofschaufpieler in Hannover. Ein zweiter Neffe Ludwig D.'s spielte in Dresden, und der dritte, Eduard, starb als berühmter Darsteller und Direktor in Karlsruhe. Auch dessen Sohn Otto war an mehreren Bühnen tätig. Max Devrient, der Sohn des Hannoverschen Hofschauspielers Karl D. debütierte mit 20 Jahren am Dresdener Hoftheater; 1881 kam er an das Ringtheater nach Wien. Der Brand desselben im gleichen Jahre brachte üjn am 1. Januar 1882 ans Durgtheater; 1902 wurde er lebenslängliches Mitglied dieser Dühne, 1910 Regisseur, 1920 Oberreg isfeur. Devrient repräsentierte als einer der alten Garde den vornehmen und klassischen Stil des Burgtheaters. Kein König konnte königlicher wirken, kein Minister mit mehr Würde auftreten, als D. in seinen Rollen. Diese Würde und vornehme Tradition des Durgtheaters hat D. auch sonst immer zu wahren gewußt. Nie hat er sich herbeigelassen, zu filmen, in seichten und Scn- sattonsdarbietungen anderer Bühnen oder gar in Kabaretts aufzutreten, wie das besonders in der Inflationszeit häufig geübt wurde. Oie Wetterlage. □wolkenlos. Q neuer, r» naio Bedeckt 0 wenig. 0 Bedeckt «Kegtti V Schnee cs Graupeln. - Meoci K 6ewitter.(g) Windstille. sehr reichtet Ost massige» Südsüdwest q stürmischer nordwesl oie Pfene fliegen mit dem winde. Die seiden Stationen stehenden /allen geoen die Temperatur an. Pie Linien veromdeo Orte mit gleichen^ •ul MeeresniVeau umatrtxhntttn Luftdruck. -ROst' va 1Z Oslo itoWr Wien O -?^nsS G haparan Freitag, d.1 k. T. L Hofs« >er Weinstube ^gehörig, mar senianten der seiner Dessen Karl D.. der Zielet in Han« D/s spielte in starb als dein Karlsruhe, vieren Bühnen iet der alten chen 6til des öniglichcr toir« röe austreten, rite unb Dot" f>at S. auch e hat er sich en unb 6tn» n ober gar in sonders in der r. Ätt0« in und Dan *Wi. ÄS Sä Seinen Ehrend di- In London ni sonder- von 'ltandjg, ^nion im letalen sind ■‘en tverden, ^ebotmun- Mrt übri« l en, d ie M lern Wider« ■S gegen die der Dieder« "vnsequenzen •eit mit den für die Eüd« er den neuen Aus -er Provinzialhauptfia-t. Gießen, den 15. 3uni 1929. Grüß Gott! Sinen Kriegsgewinn hat unsere deutsche Sprache äu verzeichnen. Das ist das Verschwinden des französischen Wortes „Adieu". Wir hören überall »Guten Tag!", auch beim Weggehen und »Oluf Wiedersehen!". Aber gerade mit dem letzten Gruh wird viel Zlnfug getrieben. Sollen wir zu einem Bettler, der eben eine Gabe erhalten hat, sagen: »Auf Wiedersehn!"? Man sollte sich in den verschiedenen Grußworten nicht gedankenlos gehen lassen. Wenn mir der Kaufmann, bei dem ich zuvorkommend und sehr anständig bedient worden bin, an der Türe sagt: „Auf Wiedersehen!", bin ich gern bereit, diesen Gruß zu erwidern. Din ich aber mit dem Kauf und der ganzen Behandlung nicht zufrieden, so kann ich getrost sagen: „Guten Tag!". Ich habe ja gar kein Bedürfnis, diesen Herrn wiederzusehen. Ins Komische geht es auch, wenn der Strafgefangene, der seine Zeit abgesessen hat, sich mit den Worten: „Auf Wiedersehn!" beim Gefängnisdirektor verabschiedet. Oder soll der Gruß auch dem Gerichtsvollzieher, der hier und da erscheint, gelten? — Wenn wir durch Süddeutschland, etwa Schwaben oder Bayern, wandern, und auf unfern Gruß kommt ein frisches „Grüß Gott!"' zurück, geht uns das Herz auf. Es ist wie ein Zauberfaden, der uns, die fremden Gäste, sofort in Verbindung bringt mit den Einheimischen. Der eine Wunsch „Grüß Gott!" bedeutet uns Willkommen und Freude zugleich. Wir sehen den Tag und die Landschaft mit ganz anderen Augen an, wenn uns freundliche Menschen begegnen, wenn wir fröhlich plaudern oder neckische Reden lauschen können. Und wenn wir am frühen Morgen durch die Felder gehen und sehen die fleißigen Landwirte bei der Arbeit, dürfen wir nicht stumm vorbeistolpern und sie blöde ansehen. Wir, die wir zur Erholung, zum Genuß an Gottes schöner Ratur eine Wanderung unternehmen, wir sind verpflichtet, den Leuten, die vielleicht noch früher — und nicht zur Erholung — draußen sind, einen Gruß zuzurufen, und wenn er nur „Guten Morgen!" heißt. Wir werden in den meisten Fällen eine freudige Antwort erhalten. Natürlich gibt es bei den Landleuten auch Brummer und Ün- leide, die sich ärgern, wenn sie Wanderer, kurz Faulenzer von ihnen genannt, im Felde oder am Waldrand sehen. Dadurch lasse man sich aber nicht irre machen. Kommt kein Gegengruh zurück, ist es nicht unsere Schuld, und wir brauchen nicht überempfindlich auf unhöfliche Leute zu schimpfen. Ich bin einmal als Junge auf einer Radtour mit einem Studenten durch weite Gaue Deutschlands gefahren. Dabei sagte dieser schon im ersten Dorfe: „Ich habe mir angewöhnt, alle Leute zuerst zu grüßen." Ich bin sein folgsamer Schüler geworden. Wenn man auf seinem Rade sitzt und rasch vorüberfährt, ist das Grüßen ja scheinbar lästig. Man muß dann oft seinen Mund auftun. Aber in den allermeisten Fällen sind die Leute dankbar für den Gruß. Auf Fußwanderungen sollte es aber bei Begegnungen nicht nur beim üblichen Morgengruß bleiben. Wir gehen ein Stück zusammen mit dem Landmann, der in der Frühe sein Futter schneiden will. Ist es da nicht das Gegebene, daß wir eine kleine Unterhaltung anfangen? Glauben wir Städter etwa, der einfache Mann könnte uns nichts mehr sagen? Da sind wir stark auf dem Holzweg. Wie manche frohe Stunde haben wir so in Gemeinschaft mit Arbeitern und Landwirten erlebt. Wie viel haben wir gehört und gelernt. Alte Schwänke und Sagen kann man nur hören, wenn wir vertrauensvoll den Leuten begegnen und nicht den Hochmütigen spielen. Besonders wichtig aber ist das Grützen und auch die freundliche Ansprache, wenn wir unsere Kinder bei uns haben. Sie sollen von Jugend an schon lernen, daß jeder Beruf, jeder Stand dem anderen gleich zu achten ist, daß es keine „Vornehme" und „Geringe" gibt. Wir sind alle Menschen. Diel Zwiespalt und ängstliches Getue »wischen Stadt und Land könnte vermieden werden, wenn wir nicht vergessen wollten, alle Landleute, denen wir begegnen, recht herzhaft zu grüßen. Gewiß freuen wir uns — jeder hat es schon erlebt — wenn die Kinder auf der Dorsstratze uns zuerst begrüßen. Das ist in manchen Gegenden üblich und wohl der Wunsch des Lehrers. Ich freue mich auch darüber, halte es aber gar nicht für nötig. Mit dem Grützen den Anfang zu machen, kommt uns, den Wandernden, zu. Hans S^oma erzählt in seinem wundervollen Duche „Im Herbste des Lebens" von einem Wandergesellen, der für jeden Begegnenden ein freundliches Wort hatte. „Jedem Kind, das uns begegnete, sagte er etwas Freundliches, oft auch etwas Reckisches, das ja Kinder so gut verstehen. Wenn Dauersleute auf dem Felde arbeiteten, so rief er weit hinüber: „Seid nur nicht gar zu fleißig l" Wenn sie ihr Vesperbrot verzehrten, ermunterte er: „Laht's euch gut schrnek- ken!" Dem Wanderer, der am Weg im Schatten rastete: „Da tut's cs" — eine Aufmunterung, daß er seine Ruhe genießen möchte. Am Morgen rief er den Arbeitenden gleichsam als Lob: „Schon so früh!" — am Mittag: „Aber jetzt macht's heiß" — wie ein Mitgefühl, am Abend war sein Zuruf: „Machet bald Feierabend!" — Von überall ertönte auch freundliches Echo — es war mir, als ob ein fröhlicher Säemann über das Land ginge, der gute Wunschworte den Degegnenden zuwarf." Halten wir es auch so, und wir werden viel Freude erleben! Grüß Gott! E. T. Gießener Wochcnmarktprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Dutter Pfund 2,00; Matte 30 bis 35; Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Wirsing (grün) 35 bis 45; gelbe Rüben Dund 20 bis 25; Spinat 25 bis 30; Römischkohl 15 bis 20; Dohnen, grüne 45 bis 50, gelbe 70 bis 75; Spargel 50 bis 1,00; Erbsen, grüne, 40 bis 50; Mischgemüse 15 bis 20; Tomaten 70 bis 1,20; Zwiebeln 15 bis 20; Rhabarber 15 bis 20; Kartoffeln, alte 6, neue 20 bis 25; Aepfel, ausl., 45 bis 70; Dörrobst 35 bis 40; Kirschen 40 bis 70; Stachelbeeren 35 bis 40; Erdbeeren 1,00 bis 1,40; Aprikosen 80 bis 1,00; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Rüsse 70 bis 80; Tauben Stück 70 bis 90; Eier 12 bis 13; Blumenkohl 60 bis 1,00; Salat 10 bis 15; Salatgurken 40 bis 70; Ober-Kohlrabi 20 bis 25; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 15; Radieschen Dund 10 bis 15; Kartoffeln Zentner 5 Mk. Vornotizen. — Tageskalender f ü r Samstag. GDA. Monatsversammlung, 8.30 Uhr, Eisenbahnhotel Hopfeld. — Spielvereinigung 1900: Handballspiel gegen Rot-Weiß Darmstadt. 6 Uhr. — Erste Reichskurzschriftgesellschaft: Vereinsabend in der „Stadt Sich". — Lichtspielhaus, Dahnhofstrahe: „Der Weg allen Fleisches". — Tageskalender für Sonntag. Oberhessischer Kunstverein: Eröffnung der Ausstellung „Gleiberg", vorm. 11 Uhr. — Lichtspielhaus, Dahnhofstrahe: „Der Weg allen Fleisches". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am nächsten Dienstag, 18. Juni, wird zum letzten Male Zuck- mayers Seiltänzerstück „Katharina Knie" gegeben. In der männlichen Hauptrolle des alten Knie wird in dieser letzten Aufführung der erste Charakterspieler des Wiesbadener Staatstheaters, Robert Kleinert, gastieren. Der Zirkus Blondini, der in den bisherigen Vorstellungen immer mitgewirkt hat, wird auch dieses Mal wieder sein vorzügliches Artisten- und Luftakt-Programm abrollen. Spielleitung: Oberspielleiter Hans Tannert, Katharina Knie: Jngeborg Scherer, es wirken ferner mit die Damen Brack, Castein, Jüngling, Koch und die Herren Arzdorf, de Castro, Haeser, Linkmann, Ritter, Tannert, Volck, Wesener. * ** Vom Botanischen Garten. Morgen Sonntag, 16. Juni, wird von 11 bis 12 Uhr die Kakteen-Ausstellung geöffnet sein. Außer einer reichhaltigen Sammlung von Kakteen werden zu besichtigen sein: ein umfangreiches Sortiment farbenprächtiger Begonien (Schiefblätter), Ananaspflanzen, Orchideen, Geweihfarne, insektenfressende und andere Warmhauspflanzen. Die Kakteenfreunde werden darauf aufmerksam gemacht, daß in den nächsten Tagen die „Königin der Nacht" ihre Blüten erschließen wird. Die Kakteensammlung wird alsdann auch abends von 20 Uhr ab zugänglich sein (Sencken- bergstraße). Das Blühen der „Königin der Nacht" wird durch Anschlag und Plakat am Botanischen Garten bekanntgemacht werden. ** Die neuen Straßenbahnwagen, über deren Einrichtung wir am Dienstag aus- führUch berichteten, sind gestern von den Vertretern der Aufsichtsbehörde abgenommen und nach jeder Richtung hin als einwandfrei befunden worden. Nunmehr steht der EinsteUung der Wagen in den Verkehr nichts mehr entgegen. Die Wagen werden zunächst vor allem bei starkem Verkehrsandrang zum Dienst mit herangezogen werden. Wir hatten gestern nachmittag Gelegenheit, eine Probefahrt mit einem der neuen Triebwagen und einem Anhänger vorn Strahenbahndepot bis zur Dolkshalle und zurück mitzumachen. Dabei konnten wir die erfreuliche FeststeUung machen, daß die Wagen alle die Vorzüge aufweisen, die man von ihnen erhofft hat. Reben einem sehr ruhigen Lauf, selbst bei scharfem Durchfahren der Kurven, macht sich auch die bessere Bewegungsmöglichkeit im Innern der Wagen, gegenüber den bisherigen Fahrzeugen, sehr vorteilhaft bemerkbar. Bei der Abfahrt in der Licher Straße nach der Moltkestraße zu wurde uns die außerordentlich kräftige und doch zugleich nur wenig erschütternde Bremswirkung praktisch gezeigt. Der Gesamteindruck auf dieser Probefahrt war, daß unsere Stadt mit dieser Erweiterung des Strahenbahnwagenparks eine sehr vorteilhafte Verbesserung des Verkehrswesens erreicht hat, zu der wir uns mit dem Ausdruck der Anerkennung für die städtischen Körperschaften und für die verantwortlichen Dienststellen der Straßenbahn nur beglückwünschen können. * Oberhessischer Kun st verein. Aus Anlaß der Wiederkehr des vor 50 Jahren erfolgten älebergangs der Burg Gleiberg vom preuhi'chrn Staate auf den G leiberg-Ver- e i n veranstaltet dieser im Juni in Gießen und auf Burg Gleiberg eine Jubelfeier, welche mit einer Ausstellung von Gemälden und Bildern aus Gleibergs alter und neuer Zeit beginnt. Die Eröffnung dieser Ausstellung, die von dem Oberhessischen Kunstverein zusammengestellt ist, findet morgen, Sonntag, 16. Juni, 11 Uhr im Turmhaus am Brand- Platz statt. Reben neuzeitlichen Werken kommen insbesondere solche aus den Beständen des Oberhessischen Museums, des Gleiberg-Vereins, sowie aus Privatbesitz zur Schau, unter denen sich manch interessantes altes Stück befindet. Näheres im Anzeigenteil der gestrigen Ausgabe. •• Die Museen sind am morgigen Sonntag zu kleinen Preisen geöffnet. ** Forstpersonalie. Der Oberförster Hans Druchhäuser zu Lorsch wurde zum Forstmeister des Forstamts Eichelsdorf (Kreis Schotten) ernannt. •* Dienstjubiläum. Am nächsten Montag, 17. Juni, kann der Werkmeister Philipp K r ö ck auf eine vierzigjährige Tätigkeit im Dienste des Gießener Braunsteinbergwerles, vormals Fer- nie, zurückblicken. Der Jubilar, der in größtem Pflichteifer und in unermüdlicher Schaffensfreude dem Werk seine Kräfte gewidmet hat, erfreut sich allgemein hoher Wertschätzung. ** Das Fest der Goldenen Hochzeit begehen heute der Schneidermeister Louis Schäfer und Frau Elisabeth, geb. Wenzel, Neuenweg 18 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische. ** Die volkstümliche Rheinfahrt am morgigen Sonntag, die von dem Hapag-Dureau in Gießen veranstaltet ist, hat eine sehr gute Beteiligung gefunden. Der Sonderzug wird, worauf besonders hingewiefen fei, pünktlich um 6,30 üljr vom hiesigen Bahnhof abfahren. ** Billige Sonderzugfahrten in die Alpen und nach Italien, die nach Luzern, dem Vierwaldstätter See, Zürich, Interlaken (Jungfrau), Lugano, Mailand usw. verkehren, organisiert das Hapag.Ririsebureau in Gießen, Seltersweg 93. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ** HeimatoereinigungSchiffenberg. Verschiedene Anfragen geben Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß zur Erinneruir;isfeier an die vor 800 Jahren erfolgte Gründung des Klosters Schis- fenberg am nächsten Montag Wagen vom „Kraftverkehr Hessen" um 4 Uhr von der Ludwigstroße aus zum Schiffenberg fahren, so» daß Gelegenheit gegeben ist, bequem zu Beginn bei Feier (4.30 Uhr) auf dem Schiffenberg xu sein. Die Feier bringt einen Vortrag von Unioersitätäbibliothekar Dr. Walbrach über die Geschichte des Schiffenbergs und daran anschließend geselliges Beisammensein mit allerhand Darbietungen. Im übrigen sei auf die heutige Anzeige hingewiesen. ** Die Ausstellung „® e r* Mensch" in der Volkshalle wird morgen zum letzten Male zur Besichtigung geöffnet fein. Bis zum Donnerstagabend hatten rund 11 000 Besuchen: die sehenswerte Schau in Augenschein genommen, ein Beweis dafür, welch starkem ÖnteritPfe die Veranstaltung in breiten DevölkerunAskreisen begegnet. Heute, Samstag, und morgen nachmittag werden in her Ausstellung eine Reihe von Lehr- und Kulturfilmen ohne weitere Koften für die 'Besucher vorgeführt. Diese Filme, die über die verschiedensten Gebiete der neuzeitlichen Gesundheitspflege berichten, werden sowohl für Erwachsene, wie für Jugendliche sehr interessant und lehrreich fein. Außerdem finden wiederum ärztliche Führungen mit Erklärungen.. statt. Dec Besuch der Ausstellung sei unseren Mitbürgern in Stadt und Land erneut warm empfohlen. *• Die Gießener Studentenschaft veranstaltet am 23. Juni in allen Räumen Ler Volkshalle ein Sommerfest zugunsten der GieHener Studentenhilfe. Die Veranstallung wird in großem Rahmen stattfinden und u. a. neben dem Tanz eine Revue, Kabarett, Schachballett, Tombola unb Wein- borf bieten. Man barf wohl bamit rechnen,, baß auch bei bieser Veranstaltung bie Studentenschaft, wie auch die Bevölkerung unserer Stadt sich scHr zahl- reich beteiligen wird. Man beachte die heutige Anzeige. * Die Alice-Schule beginnt am T. Juli einen Kursus in Bügeln und Kunstwaschem. In der heutigen Anzeige ist hinsichtlich der Anmeldung Näheres gesagt. •• Derkehrsunfall. Ein junger Kraft«« fahver aus Ahbach, der sich gestern auf der ^Fahrt von Gießen in Richtung Wetzlar über Klein- Linden befand, rannte in der Frankfurter Särirtze an der Bahnunterführung bei Klein-Lindew mit seinem Motorrad gegen einen Brückenpfeiler. Bei dem heftigen Anprall wurde der junge Mann am Kopfe erheblich verletzt und die Maschine schwer beschädigt. Rach erster Hilfeleistung toairbe der Verunglückte mit einem Auto nach Hamse gebracht. ** Diebstähle. Der Polizeibericht meldet: In der Nacht vom 12. auf 13. Juni versachten bis jetzt unbekannte Täter zwei Derkcrufshäu s- chen zu erbrechen, wurden aber bei der Arbeit gestört und gingen flüchtig. In der Nacht vorn 10. auf 11. Juni wurde in den Parterrstock einaS studentischen Derbindun gsh aus es eingebrochen und eine braune, mit grünen Streifen versehen« eiserne Geldkassette mit 230 Mk. Bargeld und einem Siegel V.K.D.St. gestohlen Weiter wurden während der letzten Tage verschiedene Hofhund Blechschilder, zwei Fahrradlaternen, cm neuer Schiebkarren und aus einem Neubau verschiedene Schuhe und Kleider entwendet. ** Festnahmen. Der Polizeibericht meldet: Wegen einer Anzahl Diebstähle in Badeanstalten wurde ein hier in der Lehre stehender Kochlehrling, wegen schwerer Körperverletzung ein Händler, wegen Abtreibung ein Ehepaar und zwei weitere Frauen und auf Grund eines Haftbefehls ein Arbeiter festgenommen. Auf Ersuchen auswärtiger Behörden wurden hier ermittelt der Maurer Karl Sänger aus Steinperf und der Schuhmacher Franz Josef Schreiber aus Koblenz-Lühel. Sämtliche Festgenommenen wurden dem Amtsgericht zugeführt. Dem Herrn! Angenehm underträglich wird die Hitze, wenn Sie die Bluse. .. Hemdhose tragen, anstelle von Rock und Weste Nach Maß Mk. 8.50 bis 15.— Die neue zeitgemäße Kleidung C.Röhr&Co. ___________5287A -«SS» , orltp liM Hs •.S-S 't n“fr$arnNl iof'Lilie- - erf tvolNS' * * . Mi-L & o dfl/ e V las4,0 v mc Kraz.sion marxe dir Beruf Pi und Sport Motorräder, Zubehör- Bs teile, Musikinstrumente, Ge- LÄTn schenk- und Wlrtschattsartlkel. f ^talogS.°X65008?:.hlÄ V Ernst Machnow meisterstr 141 Größtes Fahrradhaus Deutschlands — Mäntel in großer Auswahl 528?a C. Röhr & Co. 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An Stelle des Dawesplanes soll nun der von den Sachverständigen am 7.3uni unterzeichnete Voung-Plan treten. Ist er die „Generalliquidation des Krieges", von der in Genf im letzten September gesprochen wurde? Wie man auch zu diesem Plan stehe, ob man ihn wegen der zu hohen Lasten für Deutschland ablehnt oder glaubt ihn annehmen zu müssen, auch von den Anhängern der letzteren Meinung glaubt niemand, daß das schon eine endgültige Regelung sei. Man braucht gar nicht die Frage aufzuwerfen, ob cs überhaupt möglich ist, auf 58 Jahre Jahres- zahlungcn dieser Art festzulegen. Denn darüber besteht kein Streit, dah die deutsche Wirtschaft diese Summen ganz positiv nicht wird auf- bringen können. Auch wer den Plan jetzt annimmt, tut das in der Lieberzeugung, dah ja bald eine Revision nötig, und in der Hoffnung, dah eine solche möglich sein wird. Das Gefährliche ist nur, das) trotz aller Vorbehalte in dieser Beziehung ein wirkliches Re- ^isionsrecht Deutschland nicht eingeräumt ist und dav andererseits formell jedenfalls die Bindung auf 58 Jahre freiwillig von Deutschland übernommen wird, und zwar, worauf aufmerksam zu machen ist, unter Verzicht auf die beiden Sähe des Dawcsplanes, dah Deutschlands Fahlungen nur aus seinen Handelsüberschüssen entrichtet werden sollen und dah die Lebenshaltung seiner Bevölkerung nicht unter ein bestimmtes Mah heruntcrgedrückt werden dürfe. Der Plan legt zugrunde die Verbindung von deutscher Reparationszahlung und interalliierten Schulden. Diese Verbindung ist bekanntlich bisher von Deutschen und Amerikanern unbedingt abgelehnt worden, während die Engländer und Franzosen sie forderten und zu ihrem Programm gemacht hatten. Die letzteren haben den ersteren ihren Willen aufzwingen können. Deutschland hat eine „Totalsumme", die es selbst und auch Herr Gilbert forderten, erhalten, aber nicht bemessen nach seiner wirtfchastlichen Leistungsfähigkeit, sondern nach den feststehenden Sätzen der Schulden, die die europäischen Sieger an die Vereinigten Staaten haben. Auch da kann niemand bestreiten, dah das zum Rach teil Deutschlands ist. Auch da ist nur eine Hoffnung, nämlich, dah in irgendeiner Zeit die Vereinigten Staaten an einen Rachlah oder gar die Streichung dieser ihrer Forderungen gehen werden. 3n einer Anlage zu dem Plan ist nun gewih von dem Falle des Schuldennachlasses die Rede und von der Art, wie ein solcher dann verteilt werden solle. Eine Aussicht, auch nur unbestimmt, ist daraus nicht, während unbestreitbar Deutschland seine Verpflichtungen im ganzen auf 58 Jahre übernommen hat und diese 3ahreszahlungen ihm nach der Gesamtsumme der Verpflichtungen der anderen an Amerika berechnet sind. So ist das Ergebnis ganz gewiß noch keineswegs jene „Generalliquidation des Krieges", von der man spricht. Lind höchst unsicher sind heute noch die Aussichten auf die politischen Schluh- folgerungen. Manche sehen schon in diesem 3ahre das Rheinland geräumt. Wir würden uns herzlich freuen, wenn das der Fall wäre. Aber wir vermögen nicht daran zu glauben! Denn nun schlicht sich ja erst an die Fertigstellung des Plans der innere Kampf in Deutschland um seine Ratifizierung. Dah Frankreich ihn schnell ratifizieren wird, glauben wir gern. Denn dieser Roman von Edgar Wallace. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Das sieht verdächtig aus," sagte er., „Es besteht kein Zweifel, dah er ertrunken ist?" „Richt der geringste," erwiderte der Kommissar, zog ein Schubfach auf und nahm eine kleine Schale heraus, in der verschiedene Gegenstände lagen „Das haben wir in seinen Taschen gesunden. Llhr und Kette, ein Zigarrenetui und dies Stückchen zusammcngerolltes, braunes Pa- ^Carrt) nahm den letzten Gegenstand auf. Er war vielleicht drei Zentimeter lang und noch feucht. Es ist nichts darauf geschrieben," sagte Sir 3ohn. „Als man mir die Sachen gebracht hat, habe ich das Papier aufgcwickelt, habe es aber für besser gehalten, es gleich wieder zusammen- zurollcn, um es für eine genauere LInterfuchung trocknen zu lassen." Larry betrachtete die Llhr, eine einfache, goldene Llhr mit Sprungdeckel. „Richts." sagte er und schnappte den Deckel zu, „ausgenommen, dah sie zwanzig Minuten nach zwölf stehengchlieben ist — höchstwahrscheinlich die Stunde des Todes." Sir 3ohn nickte. „ , „Die Kette ist Gold und Platin, brummte Larry nachdenklich, „und am Ende ist na, was ist das?" _ ..... Am Ende der Kette hing em kleines ungefayr vier Zentimeter langes, goldenes Röhrchen „Aha, die Hülse von einem goldenen BlelstlN . sagte Larry. „Hat man den dazugehörigen Bleistift nicht gefunden?" Sir 3ohn schüttelte den -Kopf. . „Rein, das ist alles, was gefunden wurde. Anscheinend hatte Stuart auch nicht die Gewohnheit, Ringe zu tragen. 3ch lasse alles in dein Bureau schicken. Du wirst doch den Fall übernehmen?" „Was ist denn aber an diesem Fall so besonders?" fragte Larry langsam. „Hältst du die Sache für verdächtig?" Einen Augenblick war der Kommissar schweig- ^„3a und nein", sagte er. „3ch habe die Empfindung, dah hier Anzeichen für ein Verbrechen vorlicgen. Rur allein die Tatsache, dah cr bei steigender Flut auf gefunden wurde, während er doch zweifellos zur Zeit der Ebbe feinen Tod fand, veranlaht mich, die Sache nicht als einen gewöhnlichen Todesfall durch Ertrinken zu betrachten und ich würde dann auch nicht bei der amtlichen Totenschau widersprochen haben, wenn der Fall als Tod durch Unfall abgetan Ware. Abschluß ist ein Sieg Poincarös, dessen bekannte Forderung (in der Rede von Chambery) ja durchgeseht ist. Aber in Deutschland wird ein Plan, der derartige Belastungen und Bindungen bringt, selbstverständlich schwere Kämpfe her- vorrufsn. Der Weg soll auf einer politischen Konferenz der Regierungen festgelegt werden, deren Ort noch nicht bestimmt ist. Möglich, dah da auch von Räumung und dergleichen gesprochen wird. Aber man vergesse nicht, dah diese Frage letztes 3ahr in Genf verknüpft wurde sowohl mit der Reparation, für die also jetzt der neue Plan vorliegt, wie mit jenem neubegründeten „Komitee zur Feststellung und Versöhnung". 3n diesem schönen, wenn auch nicht sehr klaren Titel lauert die Gefahr, mit einem Wort der „st än» digen Kontrollorgane" im Rheinland. Glaubt man, dah die bekanntlich sehr kluge und zähe französische Diplomatie das einfach aus der Hand geben wird? Glaubt man, daß die neue englische Regierung, so sehr sie unzweifelhaft die Räumung wünscht, sofort einen derartigen Druck auf Frankreich ausüben wird, daß die Räumung schnell vor sich geht? Dazu noch ein anderes: der neue Plan sieht in seinen Summen nicht die Desahungs- kosten vor. Darüber soll eine Vereinbarung zwischen den Regierungen getroffen werden. Hier lauert eine andere Gefahr! Es ist nicht gesagt, dah diese Vereinbarung von den Besatzungs- Mächten zu treffen fei, und in manchen Zeitungen wird schon tatsächlich mit der Möglichkeit gerechnet. dah die Vereinbarung darüber a.uch einschließlich Deutschlands getroffen werde und Deutschland zu der schon feststehenden Durchschnittsannuität von 2050 Millionen Mark und den belgischen Markforderungen noch einen Beitrag an den Desahungskosten auf sich nehmen müßte. Auch hier kennt man die französische Diplomatie. Sie wird auch das mit aller Energie benutzen, um die Räumunqsfrage so sehr wie möglich in die Länge zu ziehen. So ist das, was jetzt fertig geworden und von neuem begonnen wird, durchaus nicht eine Lösung, die wirklich den Wiederaufbau Europas zum Ziele gehabt hätte. Das Kompromiß ift nicht erfreulich, es ist hart und faul. Es bringt im ersten Jahrzehnt gewih Erleichterungen, jene Rechte wie Transfer- und Aufbringungsaufschub und vor allem die Freiheit von Kontrollen und Pfändern. Das erkennen wir an! Aber es stützt sich auf Zahlen, die nach unserer ehrlichen Ueber- zeugung z u h o ch sind. Es legt Deutschland statt der 30 3ahre des Versailler Vertrages Verpflichtungen auf 57 3ahre auf. Der Plan, mit dem Deutschland endlich erfahren hat, was es im ganzen zu zahlen habe, ändert an den Ge- famtzahlungen kaum etwas. Er enthält eine förmliche. absolute und freiwillige Vervflichtung und die schwere Verbindung mit den Schulden. So viel ist im Augenblick erst zu sagen. Die politischen Forderungen, namentlich auch von feiten Amerikas, werden erst allmählich hervortreten. Denn das ist allerdings auch richtig: mit dem Dawesplan hatte Amerika lediglich einen Rat, ein Gutachten gegeben. 3m Poung- plan schaltet es sich ganz anders ein, wird es seinerseits durch die Verkoppelung mit den interalliierten Schulden und durch seine Beteiligung an der Reparationsbank mit Europa und seinen finanziellen Fraqen sehr viel stärker verknüpft als bisher. Damit über dieses, allerdings wichtige Ereignis die übrige Welt, die doch auch da ist, nicht ganz vergessen werde, registrieren wir die sonstigen wichtigsten Vorgänge. Wir blicken auf den Abschluh des Versöhnungswerkes zwischen Vatikan und dem Königreich 3 t a l i e n, der am 7. 3uni vollzogen wurde. Seitdem besteht also ein selbständiger Staat der vatikanischen Stadt. Freilich ist für das Papsttum in diese Freude etwas Wermut gegossen worden, weil Mussolini die Rechte des Staates in diesen ganzen Fragen erneut betont hat, und erst die weitere Zukunft wird zeigen, ob der Vatikan nicht nur ein gutes Geschäft gemacht, sondern auch einen in die Ferne wirkenden moralischen und kirchenpolitischen Erfolg davongetragen hat. Am 4. 3uni ist der Vertrag zwischen Chile und Peru unterzeichnet worden, mit dem ein vierzigjähriger Streit zwischen beiden Ländern um die Provinz Takna-Arika beigelegt wurde. Die Lösung entspannt das Verhältnis beider Länder und sichert Frieden und Ruhe im südlichen Amerika. Roch mehr als das: sie hat gezeigt, dah eine unendlich lange hin- gezerrte und für unlösbar gehaltene Frage tatsächlich doch in freundschaftlicher Verständigung und im Sinne des Schiedsgedankens gelöst werden kann. 3n dieser Beziehung also könnte und sollte Südamerika ein Vorbild für Europa sein! Wenn wir den Besuch des Königs von Aegypten in Berlin auch in diese Um» schau hereinziehen, so tun wir das nicht, weil wir an sich die Bedeutung eines solchen höfischen Vorgangs überschätzen möchten. An Aegypten nehmen wir ein großes, in diesen Tagen oft anerkanntes wissenschaftliches 3ntereffe. Wir haben auch in Aegypten erhebliche und vorwärtsgehende wirtschaftliche 3ntere[fen. Aegypten wird für seine Weiterarbeit im Sinne einer europäischen Entwicklung manches aus Deutschland mitnehmen können. Aber uns ist das Wesentliche, daß Aegypten, dessen innenpolitische Zustände ebensowenig völlig gesichert, wie seine sozialen und wirtschaftlichen Zustände nicht völlig gesund sind, um seine nationale Freiheit und Llnabhängigkeit kämpft. Der König, der eben Berlin besucht hat, ist der erste Herrscher Aegyptens, der seit den Tagen der Kleopatra wieder den königlichen Titel trägt und der über ein völkerrechtlich als unabhängig anerkanntes Aegypten herrscht. Aegypten ist noch nicht völlig frei. Englands Hand liegt auf ihm, und noch ist keine Lösung gefunden, die Aegyptens Unabhängigleit sicherstellt und Englands große Reichsinteressen an dieser Stelle des Suezkanals, des oberen Rils und Sudans miteinander versöhnte. Eine mächtige Strömung im Lande selbst ist für volle Llnabhängigkeit und Freiheit. So wie im letzten 3ahre der König von Afghanistan als Herrscher eines freien und unabhängigen Landes, das bisher als Kolonialgebiet behandelt wurde, zu uns kam, so besucht jetzt der König von Aegypten Deutschland. Mit Recht wurde er in Berlin und Deutschland herzlich begrüßt mit dem Wunsche, daß sein Staat recht bald die innere Gesundung und Konsolidation, sowie die Llnabhängigkeit erreichen möge, auf die es nach seiner großen kulturellen Vergangenheit einen Anspruch hat! Aol der Landwirtschaft - Ao! des Volkes. Von Martin Schiele, ehem. Reichsminister, Präsidenten des Reichslandbundes. I. Oie Lage der deutschen Landwirtschaft und die Ursachen der Agrarnot. Die deutsche Landwirtschaft verliert seit 1924 durchschnittlich über hundert Millionen Mark in jedem Monat. Die Neuverschuldung ist seither auf nahezu neun Milliarden Mark gestiegen. Die Tragfähigkeit für weitere Kredite ist teilweise bereits erschöpft. An Stelle des weiteren Anwachsens der Schulden treten dann Verfall der Gebäude, quantitative und qualitative Minderung des lebenden und toten Inventars, allgemeiner Kulturrückgang der Aecker, Wiesen und Weiden. Selbst die Einschränkung der Lebenshaltung in den bäuerlichen Betrieben bis an die Grenze der sozialen Verelendung können den Vermögensverfall in der Landwirtschaft vielfach nicht mehr aufhalten. Das völlige Stagnieren des Gütermarktes ist der Grund, weshalb Zwangsversteigerungen nicht viel zahlreicher oorge- nommen werden. Die Ursachen dieser Notlage liegen: 1. in der Konkurrenz des Auslandes, das teilweise bewußtes Dumping zur Entlastung der eigenen Märkte treibt (z. B. die Vereinigten Staaten, Kanada), z. T. infolge des geringeren Lebensstandards seiner Bevölkerung (z. B. Polen, Litauen) und wegen seiner klimatischen Bevorzugung (z. B. Holland, Dänemark, Italien, Neuseeland) wesentlich billiger erzeugen kann als Deutschland. 2. Ein weiterer Grund für die gegenwärtige Notlage der Landwirtschaft liegt in den Kredit- und Zinsverhältnissen. Die Inflation hat das Betriebskapital der Landwirtschaft vernichtet. Aus naitonalpolitischen Gründen folgte sie nach Stabilisierung der Intensivierungsparole. Die Intensivierung erforderte jedoch erhöhte Betriebsmittel, die nur auf Kredit zu unerträglich hohem Zinssatz be- schafft werden konnten. Bei den langen Umschlagsperioden in der Landwirtschaft wirken diese hohen Zinssätze ganz besonders verteuernd auf die Produktion. 3. Eine weitere Ursache der gegenwärtigen Agrar- krise liegt in den mangelnden Absatzverhält n i s s e n für Agrarprodukte in Deutschland. Vor dem Kriege war eine Absatzkrisis in Deutschland noch völlig unbekannt. Im Kriege und in der Inflationszeit wurden bei der schlechten Dersor- gungslage in Deutschland den Landwirten die höchsten Preise auch für qualitativ nicht erstklassige, mangelhaft sortierte und verpackte Ware bezahlt. Erst seit dem Einströmen der Auslandkredite tritt b ie ausländische Qualitätsstandard- roare auf den deutschen Märkten in unmittelbare Konkurrenz zu unserer heimischen Produktion und verdrängt die deutsche Landwirtschaft von ihren Märkten. 4. Endlich ist noch ein letzter Grund für die gegenwärtige Krisenlage der deutschen Landwirtschaft zu nennen, ich meine damit die in der Politik fast aller in der Weltwirtschaft maßgebenden Staaten zu beobachtende Im Parität zwischen In- dustrie und Landwirtschaft, die in Deutschland durch den Zwang zu hohen Reparationsleistungen noch gefördert worden ist. Unter dem Drucke der Reparationsverpflichtungen war die deutsche Wirtschaftspolitik mit Ausnahme kurzer Epochen bisher bewußt auf die einfeitigeFör- derung der Industrie, des Exportes und des städtischen Lebens schlechthin unter Vernachlässigung der berechtigten Interessen des Binnenmarktes und der Landwirtschaft eingestellt. II. Oie Auswirkung der Agrarkrisis auf die allgemeine Wirtschaftslage. Vor dem Kriege konnte Deutschland seinen Bedarf an Rohstoffen und ausländischen Nahrungs- Mitteln aus den Ueberschüssen seines Industrie- Exportes und den Erträgnissen seiner ausländischen Larry betrachtete von neuem die Uhr. „Merkwürdig", sagte er halb zu sich selbst und fuhr dann fort: „Ich kann doch die Sachen gleich mit in mein Bureau nehmen?" „Selbstverständlich", erwiderte der Kommissar. «„Willst du dir nicht erst den Toten ansehen?" Larry zögerte. „Rein, ich danke. 3ch will erst mal Doktor 3udd aufsuchen. Kannst du mir seine Adressen geben?" Sir 3ohn blickte nach der Uhr auf dem Kaminsims. J$r wird noch in seinem Bureau sein. Er gehört zu den unermüdlichen Personen, die bis spät in die Rächt hinein arbeiten. Rümmer 17, Bloomsbury Pavement: du kannst das Haus nicht verfehlen." Larry nahm die Schale und ging nach der Tür. „Und jetzt wollen wir uns mal den so anziehenden Sekretär ansehen", sagte er, und Sir John lächelte. 3. Zimmer Rr. 47 lag eine Etage höher wie das Bureau von Sir 3ohn am Ende des langen Ganges. Larry trug die Schale in einer Hand, öffnete mit der anderen die Tür und stand auf der Schwelle eines behaglichen kleinen Bureaus. „Hallo!" sagte er überrascht. „Din ich denn falsch gegangen?" Das junge Mädchen, das sich vorn Schreibtisch erhoben hatte, war jung und außerordentlich hübsch. Dichtes dunkelblondes Haar, das über ihre Stirn herabfiel, stand in überraschendem Kontrast mit ihren klaren, grauen Augen, die ihn verwundert betrachteten. Sie war von schlanker, gefälliger Figur, und als sie lächelte, hatte Larry die Empfindung, noch niemals in feinem Leben ein so graziöses und liebenswürdiges weibliches Wesen gesehen zu haben. „Das ist das Bureau von 3nspektor Holt, sagte sie. „Allmächtiger!" sagte Larry, kam langsam in das Bureau und schloß die Tür hinter sich. Er ging zu dem anderen Schreibtisch und setzte die Schale nieder. „Das ist Inspektor Holts Bureau", wiederholte das junge Mädchen erstaunt. „Sind die Sachen für ihn?" Larry nickte und sah das junge Mädchen nachdenklich an. „Was ist das?" fragte cr plötzlich und zeigte auf ein Glas und eine Kanne, die auf einem weißgedeckten Seitentischchen standen. „Das? — Das ist für Inspektor Holt", antwortete sie. Larry blickte in die Kanne. „Milch?" fragte er erstaunt. „Ja," entgegnete sie. „Wissen Sie, Inspektor Holt ist ein ziemlich alter Herr, und als ich den Kommissar fragte, ob Mr. Holt nach feiner langen Reife vielleicht eine Erfrischung nötig hätte, hat er etwas Krankenkost und Milch vorgeschlagen. Krankenkost kann ich ja leider hier nicht machen und —“ Sie hielt inne und starrte Larry verwundert an, der in schallendes Gelächter ausbrach. „Ich bin Inspektor Holt," sagte cr und trocknete seine Augen. „Sie?" stammelte sie. „Ja, ich bin der alte, kranke Mensch," sagte er vergnügt. „John, der Kommissar, hat Ihnen einen Streich gespielt, Miß — ich kenne Ihren Ramcn nicht. Würden Sie vielleicht jetzt so freundlich fein und die bejahrte Miß Ward bitten, zu mir zu kommen?" Ein Lächeln zitterte um ihre Lippen. „Ich bin Miß Ward," sagte sie, und jetzt starrte Larry sie entgeistert an. Dann streckte er lächelnd seine Hand aus. „Miß Ward, wir sind beide Leidensgefährten. Jeder von uns ist das Opfer eines niederträchtigen Polizeitommissars geworden. Ich bin außerordentlich erfreut, Ihre Bekanntschaft zu machen — und erleichtert." „Ich bin auch e^oas erleichtert," lächelte das junge Mädchen, als sie nach ihrem Tisch zurückging. Larry, der jeder ihrer Bewegungen mit den Augen folgte, war von ihrem schwebenden Gang entzückt. „Sir John hat mir gesagt, Sie wären ungefähr sechzig Jahre alt und asthmatisch, und bat mich, darauf zu achten, daß es im Bureau nicht zieht. Ich habe diesen Rachmittag extra Fensterschoner anbringen lassen." Larry dachte einige Augenblicke nach. „Es ist vielleicht ganz gut, daß ich nicht nach Monte Carlo gefahren bin," sagte er und setzte sich an seinen Schreibtisch. „Run wollen wir uns mal an die Arbeit machen. Meinen Sie nicht auch?" Sie öffnete ihr Stenogrammbuch und nahm einen Bleistift zur Hand, während Larry die Schmuckgegenstände untersuchte, die in der Schale lagen. „Schreiben Sie, bitte," begann er. „Uhr von Gildman, Toronto, goldene Kapseluhr, auf Steinen laufend, Rr. X. 778 432. Keine Kratzer auf dem Innendeckel." Er öffnete die Uhr, schnappte sie wieder zu und zog sie dann auf. „War nicht länger als sechs Stunden aufgezogen worden, bevor sie stehenblieb." Sie blickte aus. „Handelt es sich um den Fall Stuart?" fragte sie. „Ja," entgegnete Larry, „ist Ihnen irgend etwas darüber bekannt?" „Rur, was mir der Kommissar erzählt hat," entgegnete sie. „Der Aermstc! Aber ich habe mich schon so an die Schrecken hier gewöhnt. dah ich beinahe abgehärtet bin. Ich glaube, als Student der Medizin wird man auch so. Ich bin zwei Jahre lang Krankenschwester in einer Blindenanstalt gewesen," fügte sie hinzu, „und das hilft auch, einen hart zu machen. Glauben Sie nicht auch?" Sie lächelte. „Sehr leicht möglich," sagte Larry nachdenklich und überlegte, wie jung sie wohl gewesen sein muhte, als sie anfing, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten. Er schätzte ihr Alter auf einundzwanzig Jahre, glaubte aber, damit reichlich hoch gegangen zu sein. „Gefällt Ihnen die Arbeit hier?" Sie nickte. „Sehr gut,“ antwortete sie. „Sir John hat gesagt, daß er aus mir noch einen —" Sie zögerte und suchte nach einem Wort. „Einen Spürhund? Sagen Sie bloß nicht, daß Sie ein Spürhund werden wollen," bat Larry. „Ich dachte, das wäre allein unsere Arbeit. Die weibliche Konkurrenz heutzutage —“ „Eie vernachlässigen Ihre Arbeit. Mr. Holt." sagte sie und schüttelte den Kopf. „Ich bin gerade bis zu der Uhr gekommen." Er kicherte und nahm seine LInterfuchung wieder auf. „Kette aus Platin und Gold, achtundzwanzig Zentimeter lang, Spcrring an einem Ende mit goldener Bleistifthülse — ich nehme wenigstens an, cs ist Gold." diktierte cr weiter. „Der Bleistift ist nicht gefunden worden?" „Rein," sagte sie. „Ich habe den Sergeanten, der die Sachen gebracht hat. noch ganz besonders gefragt, ob man keinen Bleistift gefunden hätte." Larry sah sie überrascht an. „Haben Sie denn das bemerkt?" Ratürlich ist mir das aufgefallen." sagte sie ruhig. „Das Messer ist ja auch verschwunden.' Er sah sie über den Tisch hinweg in ungeheucheltem Erstaunen an. „Was für ein Messer?" „Ich nahm an, es war ein Messer." sagte sie. „Der Spcrring war zu groß, um nur allein einen Bleistift zu halten. Wenn Sie genau Hinsehen, finden Sie noch einen kleinen Ring — wahrscheinlich ist cr mit dem anderen Ring zusammengehakt, der den Bleistift gehalten hat. Cr war offen, als die Sachen hierhergebracht wurden, aber ich habe die Enden zusammengebogen. Es sah aus, als ob jemand das Messer mit Gewalt abgerissen hätte. Ich nehme an. es war ein Messer, weil Herren doch sehr oft ein kleines, goldenes Taschenmesserchen an der Uhrkette tragen." „Oder einen Zi g arrenabschneider?" schlug Larry vor. (Fortsetzung folgt.) Laubacher prämiierungsmarkt. a Laub ach, 13. Sunt. Auf dem hiesigen miierungsmarkt, der gelegentlich des Laubacher Ausschußfestes stattfand, erhielten für hervorragende Lei st ungen in der Tierzucht Auszeichnungen: I. Fleckvieh. Familien: Christian Kircher, Laubach, Ehrenpreis Ar. 1; Konrad Högy III., Ruppertsburg, Ehrenpreis Ar. 2; Heinrich Friedrich Frank- Laubach, Ehrenpreis Ar. 7; Heinrich Schmidt, Laubach, Ehrenpreis Ar. 8 und 10. Kühe in Milch: Heinrich Schmidt, Laubach, Ehrenpreis Ar. 9: Cristian Kircher Laubach, 1. Preis; Christ. Stroh II., Laubach, 2. Preis; Konrad Högy, Laubach, 2. Preis; Heinrich Kreuder II. Laubach, Heinrich Jochem, Laubach, Heinrich Konrad Frank, Laubach, Karl Biedenkopf, Lehnheim, 3. Preis. Aeltere Kühe: Jakob Mengel, Gedern, Ehrenpreis Ar. 4; K. L. Albach, Lich, Ehrenpreis; Friedrich Göbel Witwe, Laubach, und Heinrich Röder, Laubach, 1. Preis; Heinrich Salzmann, Laubach, Friedrich Frank, Laubach, Heinrich Diehl I., Laubach, Konrad Högy IV., Ruppertsburg, 2. Preis; Heinrich Riehl V., Laubach, Georg Friedrich Jochem, Laubach, Ludwig Rühl, Lehnheim, 3. Preis. Junge Kühe, tragend: Karl Ludwig Albach II., Lich, Ehrenpreis Ar. 6; Konrad Högy, Ruppertsburg, 1. Preis; Sakob Mengel, Gedern, WilhelmSemm- ler, Laubach, Wilhelm Krämer, Laubach, und Heinrich Diehl III., Laubach, 2. Preis; Christian Kircher, Laubach, Friedrich Frank, Laubach, Aug. Schmidt, Laubach, 3. Preis. Kalbinnen: Johann Heinrich Frank, Laubach, Ehrenpreis Ar. 5; Heinrich Schomber, Laubach, 1. Preis; August Schmidt, Stockhausen, und Wilhelm Krämer, Lau- bach, 2. Preis. Junge Rinder: Heinrich Friedrich Frank, Laubach, und Heinrich Schmidt, Laubach, 2. Preis; Heinrich Weisel, Laubach, August Schmidt, Stockhausen, Albert Spamer. Kapitalien bezahlen, Heute sind an die Stelle der deutschen Auslandguthaben Schulden getreten und der Industrie-Export reicht nur noch aus, um den industriellen Rohstoffbedarf zu decken. Die Lebensmitteleinfuhr Deutschlands entspricht der Passivität unserer Handelsbilanz. Sie ist nur solange möglich, als Deutschland weiterhin Kredit vom Auslande bekommt. Die Passivität unserer Handelsbilanz ist bei unserer Lage als kapital- und rohstoffarmer, dicht besiedelter Schuldnerstaat auf die Dauer eine Unmöglichkeit. Da der Ausweitung unseres Exportes durch die wirtschaftlichen und politischen Interessen des Auslandes enge Grenzen gezogen sind, läßt sich ein Ausgleich unserer Handels- und Zahlungsbilanz nur durch Ersparung der Lebensmitteleinfuhr, durch Hebung der heimischen Landwirtschaft, durch Erlangung der Nahrung s- freiheit gegenüber dem Auslande erreichen. Je weiter die Produktionskraft der deutschen Landwirtschaft geschwächt wird, desto gefährdeter wird die deutsche Versorgungslage und die allgemeine Wirtschaftsentwicklung, insbesondere, wenn die Auslandkredite versiegen, ein Umstand, der zwangsläufig eintreten muß. Der mangelnde Industrie-Export ist auch die Hauptursache der in Deutschland seit Jahren anhaltenden schweren Arbeitslosigkeit, die eine Erscheinung von wirtschaftlich, moralisch und politisch schwersten Folgen ist. Auch die Arbeitslosigkeit kann nur überwunden werden durch Steigerung der landwirtschaftlichen Kaufkraft. Die deutsche Landwirtschaft kann innerhalb weniger Jahre ihre Produktion um zweieinhalb bis drei Milliarden steigern, wenn ihr die Rentabilität gewährleistet ist. Durch eine derartige Stär- kung der Kaufkraft des Binnenmarktes in Verbindung mit aktiver Siedlungspolitik in dem dünnbevölkerten Osten läßt sich die Arbeitslosigkeit und mit ihr die Ursache schwerster sozialer Spannungen im deutschen Volke beheben. III. Wie kann die Not der deutschen Landwirtschaft behoben werden? Vor mehr als zwei Monaten ist das Programm der vier Führer der wirtschaftspolitischen Organisationen der deutschen Landwirtschaft veröffentlicht worden. Es enthält nur die wichtigsten und dringendsten Forderungen und bedarf noch in Einzelheiten der Ergänzungen. Mit Rücksicht auf die ausführlichen Darlegungen der von uns für erforderlich gehaltenen Maßnahmen zur Behebung der dringendsten Notstände der Landwirtschaft kann ich mich hier nur auf kurze grundsätzliche Ausführungen zur Beantwortung der Frage, wie die Not der Landwirtschaft behoben werden kann, beschränken. Hauptsächlich kommt es darauf an, die ü b e r f l ü s s i - gen Einfuhren zu drosseln. Hierzu bedarf es einer zielbewußten, auf den Schutz de sV in- nenmarktes eingestellten Zoll- und Handelspolitik. Die radikalen protektionistischen und Dumpingmaßnahmen wichtiger Staaten, wie z. B. der Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich, Italien, Spanien, zwingen uns, auch die deutsche Landwirtschaft durch höhere Zölle und andere Maßnahmen zu schützen, wenn nicht die Auswüchse des internationalen Konkurrenzkampfes auf Kosten der deutschen Landwirtschaft gehen sollen. Die Zollpolitik der anderen Länder zwingt auch Deutschland zu einer schleunigen Umstellung seiner Zoll- und Handelspolitik, wenn nicht die deutsche Wirtschaft Schaden erleiden soll. Ferner kommt es zur Beseitigung der Agrarkrise darauf an, die eigenen inländischen Märkte zu regulieren, neue Absatzmethoden durchzuführen, um die Handelsspannen zu verringern und unnötige Preisschwankungen auszugleichen. Die Durchführung dieser Arbeit bedarf längerer Zeit, wenn wirtschaftlich Gesundes geschaffen werden soll, sie muß aus der Selbsthilfe der Landwirtschaft geleistet werden. Der Staat kann hier nur vorübergehend helfen, insbesondere durch Hergabe zinsverbilligender Darlehen. Solange dieses Selbsthilfewerk der Landwirtschaft noch nicht vollendet ist, muß die Regierung nach dem Vorbild der Schweinepreisregulierung 1928 durch zentrale Maßnahmen der Desorganisation der Märkte entgegenwirken. Obwohl auf der Ausgabenseite der Landwirtschaft bei den Steuern, Sozial- und Zinslasten Ersparnisse möglich und auch erforderlich sind, kommt es in erster Linie darauf an, durch Hebung des Preisniveaus der Agrarprodukte die Preisschere zu beseitigen. Letzten Endes ist die Agrarkrisis nicht mit rein agrarpolitischen Methoden zu beseitigen. Es bedarf der grundsätzlichen U m st e l l u n g unserer gesamten Politik auf das Ziel: Schaffung eines neuen Gleichgewichtes innerhalb der deutschen Wirtschaft zwischen Industrie und Landwirtschaft zur Verminderung unserer Abhängigkeit vom Auslände und zur Wiederherstellung eines gesunden Wirtschaftslebens aus eigener Kraft. Wettere Besserung des oberhessischen Arbettsmarktes. Bericht des Arbeitsamts Gießen über den Monat Mai. Die Lage des Arbeitsmarktes hat im Derichtsmonat eine weitere Besserung erfahren, jedoch ist das Tempo der Aufwärtsbewegung in den letzten Wochen ein merklich langsameres geworden. Die Autzenberufe haben teilweise zur Belebung des Marktes beigetragen. Sn den einzelnen Derufsgruppen ist folgendes zu berichten: Der Beschäftigungsgrad des landwirtschaftlichen Arbeitsmarktes ist als günstig zu bezeichnen; obgleich durch die Beendigung der Frühjahrsbestellungen und vor Beginn der Erntearbeiten die Rachfrage nach Arbeitskräften alljährlich abflaut, sind jugendliche Arbeitskräfte gesucht. Der Bergbau konnte mit genügend Arbeitskräften versehen werden. Die Besserung der Arbeitsmarktlage in der Industrie der kräften — stattgefunden. Die Entlastung des Arbettsmarktes im Berkehrsgewerbe hat nachgelassen. Die Einstellung von Zeitarbeitern bei der Reichsbahn ist erheblich zurückgegangen. Das langsame Abgleiten der Arbeitslosenziffer in der Lohnarbeit wechselnder Art ist einerseits auf die schlechte Bautätigkeit und anderseits auf die mangelnde Aufnahmefähigkeit der Fabrikbetriebe zurückzuführen. Die Arbeitsmarktlage für Angestellte hat, abgesehen von einigen Ausnahmen, eine weitere Verschlechterung erfahren, die sowohl durch das Ansteigen der Arbeitsuchendenzahl, als auch durch Rückgang der Stellenangebote zum Ausdruck kommt. Sn dem Schaubild bringen wir eine Zusammenstellung der durch das Arbeitsamt in den Monaten Januar bis Mai getätigten Dermittlun- tur Oesamtvermittlung m °Jo 39’io 29* 20* 32* 27* Marz 669 Mal <477 401 <076 Januar 478 187 291 April 1323 430 893 Februar 482 3 41 Zahl der Oesamtvermltty Zahl der Landwlrtsch.Verm B „ übrigen Verm. Z Verhältnis der landw. Vermittlung cro iw U06 «IM 1000 900 «I TM ' GW sca va 300 ZOO . »00 Zusammenstellung der durch das Arbeitsamt Giessen getätigten Vermittlungen in den Monaten Januar-Mai 1929 Steine und Erden hielt auch im vergangenen Monat an. Sn der Metallindustrie zeigte sich der Arbeitsmarkt wenig aufnahmefähig. Die Einstellung von Arbeitskräften erfolgt nur vereinzelt. Die Lage des Arbeitsmarktes in dem Spinnstoffgewerbe und in der Papierindustrie ist befriedigend geblieben. Das Holz- und Schnitz st offgewerbe war im allgemeinen gut beschäftigt. Die Sägewerksindustrie und das Bauschreinergewerbe forderten eine größere Anzahl von Arbeitskräften an. Der Arbeitsmarkt im Aahrungs - und Genußmittelgewerbe war gegenüber dem Vormonat ziemlich unverändert, nur in der Tabakindustrie sind jüngere weibliche Arbeitskräfte gesucht. Die Deschäftigungsmöglichkeit im Bekleidungsgewerbe hat eine kleine Besserung erfahren. Sm Reinigungsgewerbe hielt die günstige Arbeitsmarktlage — hauptsächlich im Friseurgewerbe — weiter an. Die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe hat auch im Derichtsmonat weiter abgenommen, jedoch ist die Gesamtlage nicht befriedigend. Es scheint, daß durch den Mangel an Daugeld und die geringe Zahl der Bauvorhaben vorläufig eine Besserung der Lage des Arbeitsmarktes nicht zu erhoffen ist. Sm Gastwirtsgewerbe hat mit Eintritt der warmen Witterung ein größerer Abruf von Arbeitskräften — besonders Saison- gen, unter besonderer Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Vermittlungen. Angebot und Rachfrage konnten zum größten Teil ausgeglichen werden. Oie Abteilung Berufsberatung hat, nachdem die allermeisten Schulentlassenen in Lehrstellen untergebracht sind, den erwar- tungsgemähen Rückgang an Beratungen und Vermittlungen zu verzeichnen. Verschiedene Sugendliche kamen zur Beratung, die sich selbst eine Lehrstelle gesucht hatten und während der Probezeit wegen Llntauglichkeit wieder entlassen wurden. Andere haben ihre selbstgesuchte Lehrstelle aus verschiedenen, teils berechtigten Gründen wieder aufgegeben. Es fanden im Monat Mai 111 Beratungen statt (68 für Knaben, 43 für Mädchen), davon 50 erstmalige und 61 wiederholte. 5 Ratsuchende kamen aus höheren Lehranstalten. Verhältnismäßig hatten die meisten Ratsuchenden, wie fast immer, feinen bestimmten Derufswunsch, und der begehrteste Beruf war wiederum der kaufmännische. 6 Ratsuchende stehen unter Sugend- fürsorge. Reue Lehrstellen wurden 31 (21 für Knaben, 10 für Mädchen) angemeldet. 10 Knaben und 4 Mädchen konnten in Lehrstellen vermittelt werden. Villingen, und Sohannes Schombert, Laubach, 3. Preis; Heinrich Diehl III., Laubach, Christian Stroh II., Laubach, Heinrich Sochem III., Laubach, Anerkennung. Aeltere Dullen: Konrad Müller Witwe, Gambach, Ehrenpreis Rr.3; Konrad Walter, Treis-Münzenberg, 1. Preis; Georg Krauß, Wetterfeld, Georg Zimmer VII., Villingen, Heinrich Rürnberger III., Villingen, 2. Preis; Heinrich Keil V., Villingen, Heinrich Friedrich Sochem, Laubach, 3. Preis. II. Vogelsberger Vieh. Aeltere Kühe, tragend: Karl Damb- mann, Rudingshain, Ehrenpreis Rr. 2; Karl Fischer II., Rudingshain, Karl Dölsing, Wohnfeld, und Adam Krämer, Wohnfeld, 1. Preis; Otto Weishaupt, Wohnfeld, August Schmaus, Lindenstruth, Karl Lind, Lardenbach, 2. Preis; Heinrich Frank, Laubach, Karl Keblowski, Rie- der°Dessingen, Kaspar Keil, Grünberg, 3. Preis; Rudolf Schmidt, Weickartshain, Heinrich Dörr, Münster, Otto Hofmann, Klein-Eichen, Anerkennung. Kalbinnen: Karl Herzberger, Queck- born, Ehrenpreis; Karl Hartmann III., Rudingshain, 1. Preis; Theodor Dambmann, Rudingshain, 2. Preis; Otto 'Deishaupt, Wohnfeld, Konrad Dambmann, Rudingshain, 3. Preis; Theodor Dambmann, Rudingshain, Rudolf Schmidt, Weik- kartshain, Anerkennung. Aeltere Kühe in Milch: Theodor Dambmann, Rudingshain, Ehrenpreis Rr. 6; Karl Hartmann III., Rudingshain, Ehrenpreis Rr. 7; Heinrich Thraum, Weik- kartshain, 1. Preis; Karl Ludwig Deubel, Rudingshain. Heinrich Thraum, Weickartshain, Karl Fölsing, Wohnfeld, 2. Preis; Eduard Decker, Rudingshain, Karl Ludwig Deubel, Rudingshain, Karl Graulich, Wohnfeld, 3. Preis; Ernst Zimmer, Dingmühle, Ludwig Görnert V., Queckborn. Heinrich Klös, Weickartshain, Anerkennung. Kühe in Milch: Heinrich Klös, Weickartshain, Ehrenpreis; Karl Keblowski, Rieder-Dessingen, 1. Preis; Karl Graulich, Wohnfeld, Karl Fischer II., Rudingshain, 2. Preis; Ernst Zimmer, Bingmühle, Karl Fischer II., Rudingshain, 3. Preis; Eduard Becker, Rudingshain, Karl Hartmann III., Rudingshain, Prinz zu Solms- Lich, Mühlsachsen, Anerkennung. S u n g e K ü h e, tragend: Karl Ludwig Deubel, Rudingshain, Ehrenpreis Rr. 4; Derselbe 1. Preis; Karl Ri- cole, Lich, Kaspar Keil, Grünberg, 1. Preis; Karl Lind, Lardenbach, Konrad Blum, Wohnfeld, 2. Preis; Karl Dambmann III., Wohnfeld, Otto Keiber, Villingen, Konrad Dambmann, Rudingshain, 3. Preis; Ludwig Görnert V., Queckborn, Karl Hartmann III., Rudingshain, Anerkennung. Sung-Rinder: Karl Fischer, Rudingshain, Ehrenpreis Rr. 8; Karl Ludwig Deubel, Rudingshain, 1. Preis; Kaspar Keil, Grünberg, Karl Ludwig Deubel, Rudingshain, 2. Preis; August Gehringer, Freienseen, Konrad Dambmann, Rudingshain, 3. Preis; Ernst Zimmer, Dingmühle, I Ludwig Görnert V., Queckborn, Anerkennung; Derselbe, Anerkennung. Dullen: Prinz zu Solms-Lich, Mühlsachsen, Ehrenpreis Rr. 1. III. Ziegen, Saaner. Familien: Sakob Raumann, Laubach,Ehrenpreis; Heinrich Münster, Hattenrod, 1. Preis; Wilhelm Keil, Ettingshausen, Chr. Durkhard, Ettingshausen, 2. Preis; Heinrich Stengel, Laubach, Heinrich Bon-Eiff II., Laubach, 3. Preis. Zeitziegen: Karl Säger, Laubach, 1.Preis; Konrad Stein, Ettingshausen, Heinrich Von- Eiff II., Laubach, 2. Preis; Wilhelm Keil, Ettingshausen, Heinrich Münster, Hattenrod, 3. Pr.; Sohannes Dörnis, Laubach, Anerkennung. Aeltere Ziegen (3 Sahre und älter) Sakob Raumann, Laubach, Ehrenpreis Rr.3; Heinrich Alban, Hattenrod, Ehrenpreis Rr. 4; Karl Peter, Laubach, Wilhelm Keil, Ettingshausen, 1. Preis; Karl Münster, Hattenrod, Philipp Schul, Hattenrod, Andreas Durkhard, Ettingshausen, 2. Preis; Karl Säger, Laubach, Valentin Meppler, Harbach, Wilhelm Stengel I., Laubach. Heinrich Stengel I., Laubach, Heinrich Don-Eiff II., Laubach, Sohannes Dörnis, Laubach, Sulius Göbel, Laubach, 3. Preis; Heinrich Pitz, Laubach, Heinrich Poth, Ettingshausen, Georg Ludwig Stengel, Laubach, Anerkennung. Zweijährige Ziegen: Heinrich Rau, Hattenrod, Ehrenpreis Rr. 5; Heinrich Münster, Hattenrod, 1. Preis; derselbe 2. Preis; Otto Fink. Hattenrod, Heinrich Münster, Hattenrod, 2. Preis; Wilhelm Keil, Ettingshausen, Konrad Stein, Ettingshausen, Heinrich Von°Eiff II., Laubach, 3. Preis; Wilhelm Stengel I., Laubach. Anerkennung. Einjährige Ziegen: Heinrich Münster. Hattenrod. 1. Preis; Heinrich Stengel I., Laubach, Sakob Raumann, Laubach, 2. Preis; Valentin Meppler, Harbach, Heinrich Pitz. Laubach, Andreas Durkhard, Ettingshausen. Wilhelm Keil, Ettingshausen, 3.Pr.; Wilhelm Stengel I., Laubach, Heinrich Salzmann II., Laubach, Anerkennung. Döcke, zwei Sahre und älter: Gemeinde Hattenrod 1. Preis; Karl Peter, Laubach, 2. Preis. Dö cke, 1 Sahr: Karl Peter, Laubach, Ehrenpreis Rr. 2; Gemeinde Hattenrod und Gemeinde Ettingshausen 1. Preis; Heinrich Münster, Hattenrod, 2. Preis. Die Stadt Laubach hat den preisgekrönten Simmentaler Dullen (1. Preis) aus Trais-Münzenberg (Konrad Walter) für 650 Mk. gekauft. Aus dem Amtsverkündigungsblaii. • Das Amtsverkündigungsblatt R r. 41 vom 14. Suni enthält. Straßensperre. — Reichssteuerüberweisungen. — Reubau eines Postgebäudes in Lich. — Dienstnachrichten. Berliner Börse. Berlin, 15. Juni. (WTB. Funkspruch. Zum Wochenschluß bleibt das Geschäft weiter außerordentlich still, eine ausgesprochen« Tendenz ist noch nicht erkennbar, es scheint aber nicht unfreundlich zu sein. Kurse sind kaum zu hören. Man taxiert die gestrigen Abendkurse auch heute. So u. a. Siemens 399 bis 400, J.'G.-Farben 255,5 bis 256. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Kabel '484,80, ßonbtnt gegen Madrid 33,90, London gegen Berlin 20,3350 zu 20,3375, Kabel gegen Berlin 4,194750. Oberheffen. Landkreis Gießen. 8 Alten-Buseck, 14. Suni. Während eine hiesige Familie sich gestern ins Feld begeben hatte und ein in Gießen studierender Sohn zu- fällig zu Hai^e anwesend war, hörte er im Keller ein verdächtiges Geräusch. Er begab sich sofort dorthin und fand einen hiesigen Mann im Begriff, von der Kellertreppe aus in die Wohnräume zu gelangen. Der natürlich sehr erschrockene Bursche, der mit der Anwesenheit des Sohnes des Hauses nicht gerechnet hatte, war auf die Frage, was er da zu suchen habe, zuerst sprachlos, dann stotterte er heraus, er habe fragen wollen, ob seine Mutter am nächsten Tag beim Pflanzensetzen mithelfen könne. Warum er zu diesem Zwecke nicht den Weg durch die unverschlossene Haustüre, sondern durch den Garten und den hinteren Kellereingang gewählt hatte, dürfte die gerichtliche Llntersu- chung der Angelegenheit ergeben. Der Betreffende ist schon mehrmals wegen ähnlicher Delikte vorbestraft. chAusderRabenau, 14. Juni. Die zum Teil recht durchweichenden Niederschläge der letzten Tage ermöglichten unseren Landwirten, mit dem Dick - wurzsetzen zu beginnen. Gleichzeitig werden auch die Spätgemüsepflanzen ins freie Feld gebracht. Die Sommerfrucht steht gut. Dasselbe kann von der Winterfrucht berichtet werden. Die Kartoffeln sind bis auf die Sorte „Allerfrüheste Gelbe" gut und vollzählig aufgelaufen und stehen nach dem Regen recht kräftig. — Gegenwärtig herrscht rege Nachfrage nach Ferkeln, da überall infolge der hohen Preise für Jungtiere im Ankauf zurückgehalten wurde. Die meisten kleineren Betriebe haben bis jetzt kaum so viel Schweine im Stall, bas sie ihren Bedarf für die kommenden Hausschlachtungen decken können. Es bleibt ihnen deshalb nichts anderes übrig, als die teuren Einlegeschweine zu kaufen, um noch rechtzeitig geeignetes Material zum Vorwinter zur Hand zu haben. Für Ferkel im Alter von sechs bis sieben Wochen werben 45 bis 48 Mk^ für achtwöchige Tiere 50 Mark befahlt; Einlegeschweine je nach Gewicht bis au 90 Mark. Fette Schweine würben mit 70 Pf. bas Pfunb Lebendgewicht gehanbelt. — Harbach, 13. Suni. Am vorigen Sonntag fand hier das 3 5. Stiftungsfest des Gesangvereins „Germani a“, verbunden mit dem Bundesfest des Volksfängerbundes „Chattia", statt. Das Dorf hatte zu Ehren der Gäste reichen Schmuck angelegt, und auch das Wetter, das zunächst gar nicht festgemäh aussah. entwickelte sich noch zum rechten Festwetter. Mit dem Weckruf der Festkapelle begann das Fest. Am Gefallenendenkmal fand dann eine Gedenkfeier statt, wobei der Ortsgeistliche die Ansprache hielt und neben dem festgebenden Verein mit seinen Chören die Musikkapelle mit* wirkte. Der Empfang der auswärtigen Vereine dauerte länger als im Programm vorgesehen, so daß der Festzug erst nach 2 Ähr sich in Bewegung setzen konnte. Auf dem Festplatz im Wiesgrund am Ortseingang nach Hattenrod zu, fand nach dem Festzug zunächst der Festakt statt. Der fest gebende Verein begrüß te die Sangesbrüder mit einem Willkommen^Lhor. Der Vorsitzende Weiß hielt die Begrüßungsansprache. Rachdem eine neue Fahnenschleife mit Ansprache durch eine Festdame übergeben und vom Fahnenträger übernommen war, folgte die Festrede des Ortspsar- rers. Die Gründer des Vereins, Ludwig A l - b a ch , Karl Döring, Beigeordneter Vieh, Polizeidiener Hartmann, sowie die ehemaligen Präsidenten Hermann Scheid und Heinrich Stark wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Vorsitzende des Chattiabundes, Öppe r (Ettingshausen), überbrachte darauf die Glückwünsche seines Bundes. Darauf sprach der Provinzialvorsitzende des Hessischen Sängerbundes, Lehrer Gengnagel (Grünberg). Das anschließende Singen der Gastvereine zeigte, daß der Chattiabund eifrig die Pflege des Männergesanges betreibt, die Darbietungen fanden wohlverdienten Beifall. Das folgende Volksfest nahm einen ungestörten harmonischen Verlauf, ebenso das Sugend- und Volksfest am zweiten Festtage, das gleichfalls vom Wetter begünstigt war. Linser Dorf darf stolz sein auf sein wohlgelungeneS Fest. + Grünberg, 14. Suni. Sn der jüngsten Gemeinderatssitzung unter dem Vorsitz des Beigeordneten Keller waren 10 Gemeinderäte anwesend. Das Gesuch einiger Anlieger der Barfühergasse, den schmalen Verbindungsweg zwischen Barfühergasse und Renthof auf Kosten der Stadt herzustellen, wurde abgelehnt. Eine vom Beigeordneten in dieser Sache verlesene Protokoll-Abschrift aus der Zeit der Anlegung des hiesigen Grundbuches besagt, daß sich die Anlieger damals zur Pflasterung des Weges verpflichtet haben. Sn einem Schreiben teilt das Landesfinanzamt Darmstadt mit, daß, nachdem im vorigen Sahre die Verhandlungen mit der Stadt über die Errichtung von zwei De- amtenhäusern mit je vier Wphnunaen für Reichsfinanzbeamte zu keinem Ergebnis gelangten, nunmehr Verhandlungen nut den beiden Bauunternehmern Bock, Grünberg, und Säger, Queckborn, zwecks Errichtung der Bauten schweben. Es ersucht die Stadt um Erfüllung folgender Bedingungen: 1. die vorgesehenen Straßen sofort auszubauen; 2. Vorkehrungen für Be- und Entwässerung zu treffen; 3. einen Gehsteig anzuleaen und 4. die Bürgschaft für das Reichsdarleyen bis zur Eintragung der hypothekarischen Sicherheit zu übernehmen. Der Gemeinderat war im Prinzip damit einverstanden und beschloß, das im vorigen Sahr für diesen Zweck angekaufte Grundstück, Ecke Bismarckstraße/Diebsturmstraße in Größe von 1375 Quadratmeter, von dem nach Wegfall als Straßengelände noch 748 Quadratmeter als Baugelände für die beiden Häuser verbleiben, den beiden Unternehmern zum Selbstkostenpreis von 3,54 Mk. für den Quadratmeter anzubieten. Der von der Strahenverwaltung angeregten zweiten Teerung des Stückes der Alsfelder Straße innerhalb der Stadt wurde zugestimmt. Die Kosten hierfür, die 400 bis 500 Mk. betragen sollen, werden zur Hälfte von der Stadt übernommen. Gemeinderat Schmidt regte an, die dringend nötige Herstellung der Bahnhofstraße vorzusehen, und schlug Teerung vor. Der Beigeordnete soll durch einen Sachverständigen über die Höhe der Kosten, welche die Chaussierung mit Teerung betragen würde. Auskunft einholen. — Dieser Tage fand die H aup tdrrjammlitttA bet hiesigen Mittelst andsvere'tni- fl u n g unter dem Vorsitz von Schreinermeister Fritz Gehringer statt. Aus dem Rechenschaftsbericht ging hervor, daß die Vereinigung auch im abgelaufenen Jahre bestrebt war, die Interessen der Allgemeinheit zu vertreten. So wurde bei der ilrnftelhing des Ortsnetzes entschieden gegen das Vorgehen des Lleberland- werkes wegen Umtausch der Glühbirnen gegen Ve- zahlung Stellung genommen. Verkehrsfragen, sowie wichtige städtische Angelegenheiten wurden mit den der Vereinigung angehörenden sechs Mitgliedern des Gemeinderates besprochen und dadurch zu fördern gesucht. Eine Eingabe, die um Abänderung des Ortsbauplans im Heegviertel ersucht, harrt vorläufig noch der Erledigung. Sn der Aussprache wurde von einer Seite diese letztere Angelegenheit bemängelt und bedauert, daß dadurch einem Bauliebhaber sein Bauvorhaben unterbunden worden sei. Der Vorstand begründete sein Vorgehen mit dem Hinweis auf die Interessen der städtischen Steuerzahler: die Mittel der Stadt erlaubten es nicht, wegen vereinzelter Bauten sofort unter schweren Opfern neue Straßen zu erstellen, sondern die zur Zeit angefangenen Straßen hätten noch genügend Baugelände, außerdem müßten eine ganze Anzahl alter Straßen dringend erneuert werden. Die Aussprache über diese Sache war teilweise sehr erregt: mit Zweidrittelmehrheit billigte die Versammlung das Vorgehen des Vorstandes. Bezüglich des Mitglieder-Beitrages wurde es bei dem seitherigen niedrigen Satze von 50 Pf. belassen, um jedem die Mitgliedschaft zu ermöglichen. Etwaige nötige Mittel, um im Herbst erfolgreich in die Gemeinderatswahlen eingreifen zu können, sollen durch eine Listensammlung aufgebracht werden. Die Jahresrechnung ergab einen Liederschatz von etwas über 100 Mk. Der Vorstand wurde in seiner seitherigen Zusammensetzung ohne Widerspruch wiedergewählt. Eingehend besprochen wurde die Frage der Teerung der Ortsdurchfahrten an den Durchgangsstrahen, die von der Etratzenverwal- tung nur unter Beitragsleistung der betreffenden Gemeinden erfolgt. Es wurde dies als eine unbillige Härte gegen die Gemeinden angesehen und bezweifelt, ob eine gesetzliche Grundlage zur Heranziehung der Gemeinden zu den Kosten bestehe, da laut Gesetz nur bei Kleinpflaster oder einem gleichwertigen Verfahren die Gemeinden 50 Prozent der Kosten zu tragen verpflichtet seien. Außerdem könne man ja gute Strahenteile im freien Gelände von der Teerung auslassen und dafür die Ortsdurchfahrten ohne Belastung der Gemeinden teeren. Angeregt wurde, die an dieser Frage interessierten Gemeinden möchten gemeinsame Schritte in dieser Angelegenheit unternehmen und auch bei den Abgeordneten des Provinzialtages aufklärend Wirkern ! Hungen, 14. Juni. Am Mittwochabend ertrank der 23 Jahre alte Schmiedegeselle Heinrich Dotzert aus Zell bei Alsfeld, der bei einem Schmiedemeister in Langd tätig war. beim Baden in der Horloff bei dem Dorfe Langd. Ein Begleiter des bedauernswerten jungen Mannes konnte dem Verunglückten, der als Schwimmer an einer tiefen Stelle plötzlich versunken war, leider keine Hilfe bringen. Anscheinend hat der beöauemdtoerte junge Mann einen Herzschlag erlitten. Die Leiche konnte erst gegen Mitternacht gelänget werden. bekannt niedrigen Preisen. ist eingetroffen. Herrliche neue Druck- StoffspCZialhaUS, Plockstra&C 16 muster in großer Auswahl zu meinen Beyer-Schnitte in großer Auswahl I 5283A Während der Reisezeit empfiehlt sich die Aufbewahrung von Wertpaketen im feuersicheren Panzerraum der Bezirkssparkasse Gießen 5256D Rennschuhe 531UA .8.75, 9.50 der beste deutsche Rennschuh ... 12.50, 13.00,15.00 besonders vorteilhaft gute Qualität....................... Adler-Palmen Sporthaus Schwan Gießen/Mäusburg 16 18 P. 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Juni 1929, und Mittwoch, den 19. 3unl 1929, soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: ' Dienstag, den 18.3uni 1929: vormittags 8)4 Ahr (Zusammenkunft am Schlachthof) von den Wiesen im Neustädter Feld, bei dem Schlachthof, Hohleiche und auf der Insel; vormittags lOl^Ahr (Zusammenkunft in der Restauration von Georg Schrimpf, Kaiserallee 4) die Wiesen an der Throm- schen Fabrik, eine Wiese hinter der Kläranlage, von den Wiesen „Am Weiher", am Ohleberg, im Heegstrauch, am Alten Steinbacher Weg (Rußland) und vom Obstbaumstück an der Licher Straße in acht Abteilungen: nachmittags 2 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration Philosophenwald) von den Wiesen im Wiesecktal, am Fürstenbrunnen, an der Eselswiese und in der Schwarzlach, in neun Abteilllngen. Mittwoch, den 19. 3uni 1929: vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) an der Anneröder Straße von den Wiesen am Allentisch und Utersbrunnen, anschließend an der Röd- ger Straße von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzen Morgen nachmittags 1 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) von den Wiesen in den Gemarkungen Großen-Buseck und Rödgen. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu be- sichtigen wünschen, wollen sich an den städtischen Wiesenmeister Klos, Am Rodtberg 5, wenden. 5167C Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, vorstehendes in ihrer Gemeinde bekanntmachen zu lassen. Gießen, den 10. Juni 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Heugras-Versleigenmg. Das Heugras von den staatlichen Wiesen wird versteigert: 5273D 1. in Gemarkung Wieseck Donnerstag, den 20. 3unt, vormittags 10 Uhr, in der Wirtschaft „Zur Ludwigsburg" an der Straße Wieseck—Alten-Buseck; 2. in Gemarkung Gießen an demselben Tag, nachmittags 2 Uhr, im Philosophenwald; 3. in Gemarkung Alten-vuscck Freitag, den 21. 3uni, vormittags 9 Uhr, in der Otto Rabenauschen Wirtschaft in Alten- Buseck; 4. in Gemarkung Staufenberg-Daubringen (Sorauwiese mit 23 Losen — Los 7 und 8 werden nicht versteigert) an demselben Tag, vormittags 12 Uhr, in der Wirtschaft „Zum blauen Hecht" in Daubrin- gen. Auskunft erteilen zu 1 unb 2 Herr Förster Brück zu Rödgen, zu 3 Herr Förster i. R. Müller in Allen-Buseck, zu 4 Herr Förster Braun in Daubringen, sowie das Forstamt. Gießen, den 9. Juni 1929. Hessisches Forstamt Gießen. Fischerei-Verpachtung. Die städtische Fischereiberechtigung in der Wetter wird am Mittwoch, 19. d. 211., mittags 12 Uhr, auf dem hiesigen Rathaus ab 1. Juli d. I. auf 7 Jahre öffentlich ver- pachtet. Interessenten erhalten Auskunft durch die Bürgermeisterei. Lid), 12. Juni 1929. Hessische Bürgermeisterei Llch. KreiZ Friedverg. pb. Butzbach, 14. 3unL Anläßlich des 75. Geburtstages des hiesigen Fabrikbesitzers A. 3. Tröster, den dieser am Dienstag in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit beging, überbrachten Vertreter der hiesigen und anderer Behörden usw. Glückwünsche. 1L a. hob der Vertreter der Stadt, Bürgermeister Dr. Jansen, die Verdienste hervor, die sich Tröster um die Entwicklung der Stadt in industrieller Hinsicht erworben habe. Aus kleinen Anfängen habe sich im Lause von etwa 50 Jahren eine Fabrik entwickelt, deren Erzeugnisse weithin über Deutschlands Grenzen Absatz fänden. Zur Zeit beschäftige die Fabrik, der eine Gießerei und ein Sägewerk angeschlossen, etwa 250 Beamte und Arbeiter und sei im Begriff, sich weiter zu vergrößern. Auch wirkte Tröster lange Jahre als Gemeinderatsmitglied zum Vorteile der Stadt mit. — Der gestrige Schweinemarkt war mit 284 Ferkeln beschickt. Gezahlt wurden für Ferkel bis zu 6 Wochen 39 bis 44 Mk., von 6 bis 8 Wochen 44 bts 48 Mk., von 8 Wochen und darüber 48 bis 52 Mk. Der Handel war lebhaft. Der Markt wurde nahezu ausverkauft. Kreis Büdingen. * Aidda, 14. Juni. Gegenwärtig läßt die Stadtverwaltung an der Salzhäuser Straße ein großes Deamtenwohnhaus für sechs Familien errichten. Dadurch ist auch eine bedeutende Weiterführung der städtischen Wasserleitung nötig geworden, die durch die neu erschlossene Qkunöe- straße, in der zur Zeit drei neue Wohnhäuser von Privaten erbaut werden, nach dem vorbezeichneten Aeubau führen soll. Das Kulturbauamt hat einen Plan nebst Kostenanschlag übet! diese Erweiterung des Wasserleitungsrohrnetzes aufgestellt, dessen Ausführung etwa 20 000 Mk. kosten wird. Der Stadtvorstand hat den Plan genehmigt. Mit den Arbeiten soll baldigst begonnen werden. Auch in der Hopfengasse läßt die Stadt einen Kleinwohnungsneubau auf» führen, wozu die Rohbauarbeiten kürzlich vergeben wurden. Cs muh anerkannt werden, dah die Stadtverwaltung in den letzten drei Jahren sehr viel zur Linderung der Wohnungsnot getan hat; trotzdem besteht diese hier noch in erheblichem Maße. Darum mit vr.Thomxsons Seifenpulver einweichen und mit Gzonil kochen 02 0 NIL EinkochLS., in grober Auswahl 4745A Edgar Borrmann, Gießen. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet wie folgt statt: 1. 3mpftermin: Mittwoch, 5. Juni, von 14 bis 15 Uhr, Nachschautermin Mittwoch, 12. Juni, von 15 bis 15! Uhr; 2. 3mpftermin: Mittwoch, 12. Juni, von 14 bis 15 Uhr, Nachschautermin Mittwoch, 19. Juni, von 15 bis 15! Uhr; 3. Impftermin: Mittwoch, 19. Juni, von 14 bis 15 Uhr, Nachschautermin Mittwoch, 26. Juni, von 15 bis 15! Uhr. 3mpflokal ist die Turnhalle der Goethe- fchule, Westanlage. 49260 Zu diesen Terminen tonnen alle in 1928 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde, vorgestellt werden. In 1929 geborene Kinder können in diesen Terminen nicht geimpft werden. Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zu- gelassen. Gießen, den 31. Mai 1929. Der Oberbürgermeister. _____________I. B. Klingfpor.____________ Bekanntmachung Laub u. Nadelholzversteigerung der Stadt Gießen. Auf die am Montag, dem 17. 3uni 1929, 10% Uhr, in der Gastwirtschaft „Zur £ie- bigshöhe" in Gießen stattfindende Laubund Radelnuhholzversleigerung wird hingewiesen. 5289C Eine weitere Auhholzversleigerung findet in diesem Wirtschaftsjahr voraussichtlich nicht mehr stakt. Gießen, den 13. Juni 1929. Der Oberbürgermeister. _____I. B.: Dr. Rosenberg.______ Bekanntmachung. Der Serbstmarki in Gießen (Schaumeffel929) findet vom 29. September bis 6. Oktober 1929 statt. Die Plätze für erstklassige Fahr- und Schaugeschäfte, Schieß- und Lerkaufs- buden (letztere in beschränktem Umfange), sind im Wege schriftlichen Angebots zu vergeben. Bedingungen und Augebotsschelne sind bei der Stadtverwaltung (Stadthaus, Bergstr. 20, Zimmer Nr. 12), erhältlich; dort sind auch die Angebote unter Verwendung des vorgeschriebenen Angebotsscheines bis spätestens 10. 3uli 1929 (einschließlich) einzureichen. Der Herbstmarkt ist in der Zulassung von Geschäften kein offener, sondern ein beschränkter Markt. Grundsätzlich werden nur solche Geschäfte (auch Spezialisten) zugelassen, die sich rechtzeitig um Plätze beworben haben und denen die Zulassungsgenehmigung vor Beginn des Marktes schriftlich zugegangen ist. Die Vergebung der Plätze geschieht nur durch die Stadtverwaltung. Glückspielunternehmen jeglicher Art sind verboten. Eine Verlängerung des Marktes aus irgendwelchen Gründen findet auf keinen Fall statt. Gießen, den 15. Juni 1929. (5264C Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingfpor. Lieferungs -Vergebung. Für die Medizinische Klinik, die Frauenklinik und die Klinik für hautkranke zu Gießen soll die Lieferung des Bedarfs an Weißzeug usw. vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen und die Muster können bei der Verwaltung an Werktagen (außer Samstag), nachmittags zwischen 3% und 5% Uhr, eingesehen werden. Bedarfslisten werden gegen Erstattung der Selbkosten abgegeben. Angebote und Proben sind getrennt und verschlossen — mit entsprechender Aufschrift versehen — an die Verwaltung bis spätestens Montag, den 24. 3uni 1929, vormittags 12 Uhr, einzureichen. Zu- jchlagsfrift 6 Tage, 5153D Miwiliolz ofenfertig, Anfeuer- bolz, eichene Gartcnpsosten. 3. Wetthöfer, ffernfbr.743. ^D Vrenenhonls liefere ich als alter Imker, in nur erfttl. naturreiner CXualtt. 10-Pfd.-Postd.l2Mk., ' r-Postdose 6.80 Mk. franko Nachnahme. 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Die für den Monat Mai 1929 zu unserer Kaffe fälligen Krankenkaffen- und Arbeitslosenversicherungs'Beiträge können noch bis zum 20. d.M. ohne Kosten an den bekannten Zahlstellen gezahlt werden. Aach diesem Tage eingehende Zahlungen können nur unter Berechnung der Mahngebühren angenommen werden; außerdem fetzen sich die Rückständigen der Zwangsbeitreibung aus. Besondere Mahnung ergeht nicht. Giehen, den 15. Juni 1929. 5263D Allgemeine Ortskrankenkasse des Landkreises Gießen. Betannrniachnng. Betr.: Die Unfallversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen; hier: Beitragsleistung für das Jahr 1928. Die Heberolle über die Beiträge zur land- und forstwirtschaftlichen Berufs- genossenschaft für das Jahr 1928 liegt von heute an während zwei Wochen beim Der- sicherungsamt der Stadt Gießen, Lony- straße 2, 1. Stock, Zimmer Nr. 5, täglich von VA bis 12% Uhr zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen, nach Ablauf der Dffenlegungs» frist, kann der in der Heberolle als bei- tragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Beitragsberechnung bei dem Vorstand der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt Einspruch erheben (s. §§ 1021 bis 1023 der Reichsversicherungsordnung). Der Einspruch schiebt die vorläufige Zahlungspflicht nicht auf. 52890 Gießen, den 14. Juni 1929. Versicherungsamt der Stadt Gießen. Pr, S e i b, Morgen letzter Tag! | Ausstellung „Oer üensch“ Sondergruppe „Der durchsichtige Mensch“ Gießen, Volkshalle 4491D —a 6 Uhr: Aerztliche Führung —i Ausstellung „Der Mensch Samstag, den 15. Juni, von nachmittags 4 Uhr an Sonntag, den 16. Juni, von vormittags 10 Uhr, und § von nachmittags 3 Uhr an, unentgeltliche S Film-Vorführungen aus dem Gebiete der Gesunderhaltung In der Volkshalle. Die interessanten Filme zeigen den Mensch in Förderung seiner Gesundheit Bennen zn MW n.Wn-Mmns Sonntag, den 16. Juni, nachmittags 3 Itbr U «. a. VevwkungsVSNrre«!! Jeder Rennbahnbesucher, der eine Tageseintrlttskarle gelöst bat, erhält ein Freilos. Gewinn das siegende Pferd oder auf Wunsch 1500 Mark in bar abzüglich Steuer. 3532V Eintritt: Erwachsene von Rm. 1.—, Kinder non Rm. 0.50 an. Gießener Konzertverein Donnerstag, den 20. Juni 1929, 20 Uhr, in der Neuen Aula der Universität Volkskonzert Ausführende: Das Collegium musicum, Leitung: Dr. Stefan Temesvarg. Solistin: Elisabeth Dieffenbach (Violine). Händel: Concerto grosso F-Dur, Bach: Violinkonzert D-Moll, Solostücke von Bach, Tartini u. a. 52md Eintrittskarten 80 Pf., Schülerkarten 50 Pf., bei Ernst Challier, Neuenweg 9 (Telephon 671) und abends an der Kasse. Studentenkarten 50 Pf. bei Herrn Sekretär Ritter. Cafe Astoria Das Gastspiel unserer Kapelle vom Schnelldampfer „Cap Polonio“ wurde auf weitere 14 Tage prolongiert NB. Den regen Zuspruch haben wir zur Umstellung unseres Konditorei-Betriebes benutzt. Durch Engagement eines erstklass. 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Futterarten wählen mag.“ Zu haben in allen durch die Nagut- Emailleschilder gekennzeichnet Verkaufsstellen. Bestimmterhältl.b.: Hch. Hahn, Samen- hdlg., Bahnhofstr., Willi. Hesemann, Samenhandlung, August Noll, Kreuzdrogerie, A. Wallenfels, Kolonialwaren, Eugen Scheel. Prima SW- MW gelbfleisch.Jndustrie, äutzerst billig abzugeben. 5176A Wolkengasse 27. Hildegard Eggers Emst Zullmann Verlobte Gießen, den 16.3uni 1929 Bismarckstraße 10 Westanlage 19 >138)2 Unsere Vermählung beehren wir uns ergebenst anzuzeigen Alfred Denon und Frau Anni geb.Zughardt Düsseldorf, 15.3uni 1929 Erasmusstraße 28 5265 D Für die uns anläßlich unserer Verlobung und Vermählung in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir nur auf diesem Wege herzlichen Dank. Max Lachenheimer und Frau Olga geb. Grünewald 3. Zt. 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Carl Spangenberg / Schönste Aussicht Marburgs Mittwoch: 5-Uhr-Tee 2?id Samstag: Gesellschafts-Tanz (schwarz.Anzug) Sonntag: Nachm. Konzert, abds. Abend-Tanz lillllllllllllllllllllllllllllllllllw ©ie Srüftjaftis- A JoifAurt-Änr " hat begonnen! Alle essen Ar Jhcelrod’8 Joghurt früh u. abends je ein Glas. Alleinige Bezugsquelle: Stampfmalfrevei Gießen Telephon 207 Gebrüder Grieb Telephon 207 Verkaufswagen und Verkaufsstellen in allen Stadtteilen 531 ip| ................. J,. '' Hl................................................................... SeiWlvmlniWg „SMnberg" Montag, den 17. Juni, nachmittags 4'/, Ubr, auf dem Cchiffenberg: Seiet zur Gdaaetofifl an öle ttoen6ig. Weiter find 3500 Quadratmeter Linoleum und etwa 40 000 Stück Platten für Wandbekleidung erforderlich. Der Rohbau wurde in etwa sieben Monaten fertiggeflellt. Der Snnenauäbau erfordert durch die umfangreichen unb schwierigen Einrichtungen etwa zwölf Monate Arbeitszeit. Die Fertigstellung des Baues wird gegen Ende dieses Sahres zu erwarten sein. Die Belegung der Heilstätte mit Patienten dürfte voraussichtlich vom nächsten Frühjahr ab erfolgen. Die ©efamtfoften der Heilstätte belaufen sich auf rynb 1 Million Mark. Davon entfallen etwa 350 000 Mark auf den Rohbau, 500 000 Mark auf den Snnenausbau, 150 000 Mark auf Mobiliar, Wäsche und Snftrumente. Der Entwurf zu 6em monumentalen Bauwerk wurde von bem Architekten, Daurat Hans Meyer (Gießen), angefertigt, dem auch bie Bauausführung obliegt. Die neue Heilstätte, bie in ihrer Art b i s jetzt bie einzige in ganz Deutsch- lanb ist, wirb allen Qlnforberungen in wissenschaftlicher unb therapeutischer Beziehung genügen zum Wohle ber leibenden Menschen mit Tuberkulose ber oberen Luftwege. Der Heilstätten- verein für Hessen vollbringt hier eine segensreiche kulturelle Tat, bie weit über bie Grenzen Deutschlands hinaus ihren Widerhall finben wirb. Aus dem Gesetzgebungsausschuß des Hessischen Landtages. D armstabt, 10.Juni. Der Gesetzgedungsaus- schuß des Hessischen Lanbtages befaßte sich heute erneut mit dem Anträge über bie Aenberung des Notariats in Hessen. Nach längerer Aussprache wurde ber neue Antrag bes Abg. Dr. Best ^RP.) ber Regierung als Material überwiesen. Ein Antrag Dr. Werner (fraktionslos) wurde durch bie bisherige Beschlußfassung bes Ausschusses für erledigt erklärt. Ebenso wurde ein volks- parteilicher Antrag zu dieser Frage ber Regierung als Material überwiesen. Mit 8 zu 4 Stimmen, b. h. mit ben Stimmen ber Regierungsparteien, wurde bie Regierungsvorlage über bie Erhebung bes Verfassungstages (11. August) zum staatlichenFeier- tag in Hessen beschlossen. Sprechstunden der stiedaktion 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Arztes eine wichtige Rolle, sondern auch der weitere Verlauf des Dramas. Wäre Mackenzie nicht gekommen, so hätten die zur baldigen Operation drängenden deutschen Aerzte wohl ihren Willen durchgesetzt. So waren ihnen die Hände gebunden. Für die ersten Wochen seiner Behandlung kann man Mackenzie keine Vorwürfe machen. Von dann aber gibt es vom ärztlichen Standpunkte aus keine Rechtfertigung für einen Mann seiner Autorität und Erfahrung. Bei der rapiden Verschlimmerung des Leidens mußte er entweder sein Amt nie« berlegen oder für die Operation sprechen, deren Gefayr und Größe von Woche zu Woche wuchs. Seine eigene Rechtfertigung ist auch als gänzlich mißlungen anzusehen. Man muß als objektiver Beurteiler Sir Frederick Ponsonby beipflichten, wenn er schreibt: der Patient selbst, seine Gemahliü, bas alte Kaiserpaar unb Bismarck wußten um bie Unstimmigkeit ber Aerzte. Ieber von ihnen hätte Gerharbts unb d. Bergmanns Ansichten unterstützen unb auf eine Operation bestehen können. Keiner tat es. Alle überließen es ben Aerzten, zu entscheiben, was bas Beste sei. Es ist baher gewiß entfchulbbar, baß ber Gemahlin bes Kranken bie Energie versagte, einen immerhin nicht gleichgültig operativen Eingriff zu verlangen, ber nicht einmal von bem Patienten ge« forbert wurde. Man vermißt in ben Briefen ber Kaiserin jeboch eine psychologisch einleuchtenbe B e« gründung ihres unbegreiflichen felsenfesten Vertrauens zu bem englischen Arzt. Es mehren sich da- gegen im weiteren Verlauf ber Korresponbenz bie gehässigen Ausfälle gegen bie beutschen Aerzte und gegen ben Prinzen Wilhelm, ber auf Seiten ber deutschen A?rzte unb mit ihrer Unterstützung Ein- fluß auf bie Ereignisse in San Remo zu gewinnen suchte. Als sicher barf man annehmen, baß roeber burch ehrgeizige Wünsche ber Kronprinzessin selbst, noch burch politische Erwägungen unb Einflüsse bas tra- gische Enbe bes hohen Dulbers herbeigeführt würbe. Nach Ausschaltung der deutschen Aerzte ist der weitere Verlauf ber Katastrophe bis zum Tobe rein medizinisch genau so vor sich gegangen, wie er in jeher Prioatfamilie in einem ähnlichen Falle vor sich gegangen wäre. Wandern und Reifen • Bäder und Sommerfrischen Wir f< Visum - Kragen bei Auslandreisen itt Wan SxuL'Ufli&iungen, §ürMere^.Miae Zur Haustrinkkur: (Hauptb 1928:22000 Badegäste 4460V Besuchen Sie 4864D Gegen Hotel C Afi« ein mittelalteriicHes Burgenstädiclien die ideale Sommerfrische für 4651D 4165D 44300 Billige nnfl fiuie Verufleganfi ♦ Prospekt darcb denVerkehrsrerein Bevorzugen Sie deutsche Bäder u.Sommertrischen! ?il Bad1 | Karpcnalon Haus Hanold, Telephon Nidda 90 -Uhren un Xm j)ii -fit: seinen ( 1929 0« über 300 M eini stein, u fotunbb Immens gebieten, mit eine Sofnni( fceneb Rodhein Mr fi heim. 02778 553 Bad-Nauheim Hotel-Restaurant Gaudes bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker Ruhebedürftige welche fernab vom Treiben und Hasten der Großstadt Erholung und Stärkung suchen. 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Wenn man von Saalfeld aus zu den Höhen und Schluchten von Pr. Mark und Christburg wandert, um die vorgeschichtlichen Durgwälle und die zerfallenen Reste der allerersten Ordensburgen anzusehen, oder wenn man die mehr als fünfzig Kilometer der Alt-Christburger. Fincken- steiner, Schönberger und Raudnitzer Forsten durchwandert, ununterbrochen unter dem Dlätterdach von Schwarztannen, Eichen. Rot- und Weißbuchen, immer wieder überrascht durch die kleinen und großen Waldseen von verschiedenster Form, deren jeder sein Märchen hat; wenn man in der „Dörbecker Schweiz", von Güldenboden nach Ca- dinen wandernd, am Ostwinkel des Frischen Haffs unter den riesenhaften Laubgewölben bei Panklau in die „Heiligen Hallen" eintritt, dann fühlt man einen Hauch unberührter Landschaft. Die Seen sind, wie der Rariensee bei Mvhrungen, noch alte Gletscherspalten aus der Eiszeit, alte Talkreuzungen oder Gletschertöpfe, wie sie sich bildeten, als die Wasser des Diluviums sich schmelzend zersprudelten. Die Wälder sind noch dieselben, wie sie auf der gerade zur Ruhe gekommenen Landschaft emporschossen, kaum die dreißigste oder vierzigste Baumgeneration, die uns heute mit ihrem ewigen Rauschen umfängt. Wenn man ein besonderes Kennzeichen dieses Landstrichs nennen will, so ist es der „Ober- ländische Kanal", der die zahlreichen Seen zwischen Osterode und Elbing miteinander verbindet. Da der Wasserspiegel der Seen verschieden hoch ist, hat man die sogenannten „Geneigten Ebenen" eingebaut, durch die die Schiffe auf einem Wagen empor- oder hinabgewunden werden. Bor etwa fünfzig Jahren wurden diese Ebenen nach dem Borbild des nordamerikanischen Morris-Kanals erbaut. Sie erschließen Durchblicke von überwältigender Großartigkeit. Kohlensäurehaltlge Solquellen. Lithium-, Stahl-, Schwefelquellen; Inhalatorium, Diathermie, Höhensonne, Sonnenbad. Altbewährt bei Herzleiden. Arterienverkalkung. Ischias. Nervenleiden und Kinderkrankheiten. 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Dem Kurfremden bietet sich neben dem Genuß der landschaftlichen Schönheit eine angenehme Abwechselung in der Betrachtung der stummen Zeugenl einer 1200jährigen Tradition des Ortes. Eine gesunde herbe Bergluft, reiche Auswahl in sonnigen und schattigen Plätzen bieten Fremden beste Möglichkeit für Erholung. Die vollkommen staubfreie mittlere Höhenlage des Ortes (365 Meter) bedingt ein gesundes nebelfreies Klima. Eine Spur der großen Vergangenheit des Ortes ist noch heute zu spüren, wenn das Volk sein« kirchlichen und weltlichen Feste feiert. Hier findet man die alten traditionellen Gewänder buntgemischt mit dem großen Trachtenreichtum der umliegenden, früher Amöneburg zugehörigen Ortschaften. Durch die Errichtung einer zeitgemäßen Gaststätte (Kurhaus Amöneburg) sind angenehmer Aufenthalt und gute Verpflegung gewährleistet. Bad-Salzhausen bei Nidda (Oberhessen) (mit der Dahn in zwei Stunden von Frankfurt a. Ulin je einer Stunde von Gießen und Gelnhausen zu erreichen. — Gute Autostraßen.) Magst du auch unter der ungezählten Schar deiner Brüder im Reich der Bäderwelt eine Denjaminsrolle spielen, ein Kleinod bist und bleibst du doch mein wunderholdes Bad Salzhausen. — Deinen Kennern und Gönnern braucht man dich nicht zu lobpreisen, sie finden immer wieder den Weg zu deinen heilspendenden Quellen, deinen friedenatmenden Gefilden, deinem herrlichen Park, deinen gastlichen Stätten. Wer aber deiner Segensfülle, deiner zaubervollen Raturschönheiten noch unkundig, dem seist du hochgepriesen als ein „Dorado" wahrhaften Friedens, als ein Idyll köstlichster Rast, als ein Ort, der wie kaum ein zweiter von Gott geschaffen ist, dem müden Gei 3 und der verhärmten Seele neue Lebenskraft, neuen fröhlichen Lebensmut zu schenken. — Bad Salzhausens wirkungsvolle Quellen heilen Rhe-:- Großen-Buseck. UkAJLAJ rungszeugnis, ein ärztliches Gesundheitsattest und ein Impfschein vorzulegen. — Ferner sei noch bemerkt, daß mit dem Fortfall des Visumzwanges die jeweils in den betreffenden Staaten bestehenden Vorschriften zum Schuh des heimischen Arbeitsmarktes, über die polizelliche Meldung, über den Aufenthalt und die Ausweisung von Ausländern nicht berührt werden. Wer also im Ausland eine Stellung annehmen will, dem kann nur dringend geraten werdest, sich vorher bei dem betreffenden Konsulat über' die Cinreise- möglichkeuen und die etwa zu erfüllenden Bedingungen genau zu erkundigen, um keine unangenehmen lleberraschungen zu erleben. Ebenso verlangen einzelne Staaten, daß Monteure usw., die zur Aufstellung und Ingangbringung von in Deutschland gekauften Maschinen nach einem ausländischen Staat reisen, ein Visum bzw. eine sogenannte Arbeitsbewilligung besitzen. Man kann sich kaum etwas Schöneres dercken als die Stelle, wo der Kanal vom Samrodtsee kommend in den Rötloffsee einmündet und wo die liebliche Zölp liegt. Oder wenn an der geneigten Ebene des Pinnausees die weite Fläche des Drausensees am Weichseldelta, zu dem wir uns durch fünf Zwanzigmeterstufen herabgleiten lassen können, hundert Meter unter unserem Blick liegt. Der Reiz der Ebene verbindet sich mit dem Weitblick einer Derglandschaft. Oder wir staunen am entlegenen Abisgarsee über den Kanal, der, anderthalb Meter über dem Wasserspiegel des Sees, aus einem riesigen Damm den See mitten durchschneidet'. Tagelang kann man auf dem Wasser dahin- fahren, fast ununterbrochen zu beiden Seiten die weiten Wälder; die teils strebsam sich rührenden, teils in verwunschenem Schlummer liegenden Städte und Städtchen anlaufen, in Dörfern mit uralten Holzkirchen rasten. Immer wird man von einem besonderen Zauber eingesponnen sein. Hier hat sich noch so etwas wie die Poesie des Märchendorfes erhalten, etwa in dem herrlich entlegenen Reichertswalde oder dem romantischen Kunzendorf. Hier wandert man noch tagelang durch die Besitzungen der alten preußischen Adelsgeschlechter, der Dohnas von Schlodien und <5d)Io6itten, der Fincken st eins, und wie sie alle heißen. Hier kann man dem verträumten Mühlhausen, wo Luthers Tochter begraben liegt, einen Besuch abstatten, oder Herders Geburtsstadt Mohrungen. Hier in Schlobitten war Schleiermacher Erzieher der jungen Grafen Dohna, in den Wäldern von Schmauch verlebte Max von Schenkendorf Iugend- jahre und fand im Schloß zu Podangen sein erstes Liebesparadies. Hier liegt Arnsdorf, wo Kant beim Grafen Hülfen als Erzieher wirkte. Keine großen Städte und ragenden Kulturdenkmäler birgt das Oberland, aber seine Schönheit ist unerschöpflich, und überall liegt der Schimmer jungfräulicher Llnberührtheit über seinen weiten Wäldern und Seen und all den kleinen Ortschaften, die wir erwandern oder an denen uns der Dampfer von Elbing, Osterode oder Deutsch-Eylau aus vorüberträgt. -—------------- Sanatorium Hohenwaidau Degerloch-Stuttgart ■ Aerztllcher Leiter; Dr. mcd. Katz ■ Northern - 5 mit Au stigt t Schwab plastisch vollen: tembera M, i s-hen A tembergi lchtvaben Nttoo nienw sein, to: emgyei das Einreisevisum zu erlangen. Für die übrigen Länder ist ein Visum nicht erforderlich. Es fei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dah nur Inhaber von Rationalpässen, nicht Inhaber von sogenannten Fremdenpässen (Reisepässe für Ausländer) oder Personalausweise, ohne Visum in diese Länder reisen können. Außerdem darf man nicht immer lediglich auf Grund eines deutschen Reisepasses in diese Länder ungehindert einreisen. So empfiehlt Kanada Geschäftsreisenden die Mitnahme einer Handelskammerbescheinigung, Kuba die Mitnahme eines polizeilichen Führungszeugnisses, eines Gesundheitsattestes und eines Darbetrags von 60 amerikanischen Dollars, und Mexiko verlangt, dah jeder nach dort Reisende das Konsulat aufsucht zwecks Ausfertigung einer unbedingt erforderlichen Identifikationskarte, unter Beibringung von drei Vorderansicht- und drei Seitenansicht-Pahbildern. Außer den Bildern sind mit dem Paß ein polizeiliches Füh- Ein Visum benötigen deutsche Staatsangehörige zu Reisen nach Aegypten, Afghanistan, Albanien, Argentinien (X), Armenien, Australien, Belgien, Bolivien (X), Chile (X), China, Kolumbien (X), Costa Rica, Deutsch-Ostafrika, Deutsch- Südwestasrika, Estland, Frankreich, Französische Kolonien, Georgien. Griechenland (X), Guatemala (X), Honduras, Italienische Kolonien, Liberia (X), Litauen, Memelgebiet, Riederländisch-In- dien, Palästina, Panama, Paraguay (X), Persien (X), Peru, Polen. Portugiesische Kolonien, Rumänien, Rußland, Salvador, Türkei, Likraine, Ungarn, Uruguay, Venezuela, Vereinigte Staaten von Rordamerika und Weißrußland. Die mit X bezeichneten Staaten verlangen ein persönliches Erscheinen auf den betreffenden Konsulaten. Außerdem ist dringend anzuraten, entweder schriftlich oder telephonisch unter Angabe des Zwecks der Reise anzufragen, welche Papiere außer dem Patz sonst noch verlangt werden, um Sommerfrische 4ö3hd Domäne SchiMerg auf waldiger Höhe gelegene histor. Stätte aus 1129, mit herrl. Fernsicht. Angenehmer Ausflugs- und Erholungsort. Penslonspr. RM. 6.-. Eisenbahn-Station Schiffenberg, a. d. Strecke Gießen-Gelnhausen. Autobustäglich ab Rheingold, Ludwigstraße6 um3.30Uhr nachmittags. Fernsprech-Anschluß: Gießen Nr. 183 Reehmühle i. Biebertal Endstation d. Biebertalbahn v.Gießen aus.(Ausgabe v. Sonntagskarten). Herrl. gelegen.Ausflugsort am Fuße d. Dünsberges. Gr., schattig. Garten u.bei ungünstig. Wetter Unterkunft im Hause. Bestgeeignet f. 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Der schillernde Eisvogel steht unbeweglich an den einsamen Llfern der Pillcruker Duchten. Die Silbermöve schwingt sich im Sturm über den Wellen. Allerorten gibt es vielhumdertjährige, oft mehr als tausendjährige Daumröesen, gewaltige Eichen und Buchen von neun und elf Meter Umfang. Roch führt ein Förster oder Waldwärter zu den „Deutekiefern", in die noch vor hundert Jahren die Diener oder Deutner, Waldleute, die von der Bienenwirtschaft lebten, die Bienenwohnungen einstemmten. Alles scheint in dieser Landschaft uralt, zeigt noch die Berührung mit den Urzeiten. Lind dennoch kann man mit bequemem Salondampfer, von Osterode, Elbing oder Deutsch-Eylau ausfahrend, in diese Welt eintauchen und sie durchmessen. Auf eine nicht zu erklärende Werse ist der Zauber dieser Landschaft mit ihrem hohen Alter verbunden. Wenn man sie durchwandert, weih man natürlich nicht, was alles auf diesem Boden zwischen der über 313 Meter hohen Kevnsdorser Höhe — der höchsten Erhebung Ostpreußens — bis zum Frischen Haff, von der Passage bis zur Sorge um den Sorgensee bei Ehristburg und Riesenburg, sich abspielte, und doch nimmt ein unnennbares Etwas gefangen. Hier lag in vorhistorischer Zeit die sagenhafte pruzzische Handelsstadt Truso, mit dem versunkenen Bine^a, mit Hadeby bei Schleswig und Birka im Mölarsee zu dem alten vorgeschichtlichen Kulturkreis um die Ostsee gehörend. Roch heute zeigen die zahlreichen Massengräber und Funde, daß einstmals diese Gegend stark bevölkert war und auf Hoher wirtschaftlicher Stufe stand. Hier liegt das Feld der Schlacht bei Tannenberg 1410, hier fanden die letzten Schlachten zwischen Preuhen und Ra- poleon nach dem Tilsiter Frieden statt, und hier wurde 1914 die zweite Schlacht bei Tannenberg ■ geschlagen. Alles in diesem entlegenen, vergesse- , nen Wellwinkel. Es müssen uralte Gesetze wirksam sein, dah die Weltgeschichte bei ihrem Gang immer wieder dieses stille Land berührt. Man weih und merkt es beim Wandern nicht, acher man fühlt den unentrinnbaren Dann dieser Lwad- schaft. Selbst ein Realpolitiker wie Rapoheon wurde durch den Dlick über die Fläche 8'es Drewenzsees bei Osterode so gefangen genommen, dah er ihn durch einen Maler festhalten lieh. Im Schloß zu Versailles kann man noch heute das große Wandgemälde sehen „Napoleon ä Oste- Kloster Muri Eine Perle des Hessenlandes. Beliebter Ausflugsort mit historischen Baudenkmälern uJdyllischerUmgebung ViedenSovß im oberen Labntal Waldbotel Tannhäuser PenüonshauS t.berriichster Lage. Beliebter Wochenendausenthalt. Bevorzugtes Ziel der Autosvortler. Konzerte. Tanzabende Garagen, Tennisplatz. Prospekte tm 93er» kebrsbnreau, Gleiten, Seltersweg. ,«>, D lachend, Leg wil Gehölz wandet wälis w tief cias Nach gf. 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Auskunft auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung. 2347V 42450 Jeden d,Si»f?“'San>st« j Jahresschau ■ Dresden 1929 ^Varcrqj- nördl-Sdwarzwalds 8 eooenal hier eine gend: 2lus dem deutschen Märchenborn, tragen von Hanna Lungen. 16 bis 17: des Landes. 17 bis 18.30: Konzert des funkorchesters. 18.30 bis 19: Stande des Mainischen Verbandes für Volksbildung. borge» Stunde Rund» Rhein» 19 bis Probedose und Broschüre „Ratschläge eines Arztes" durch: DEUTSCHE A.-G. FÜR NESTLE-ERZEUQNISSE, BERLIN W 57 Pensionspreis 5 RM. Gutbürgerliche Küche, gepflegte Weine u. Biere, eigene Konditorei Si-KllMR Reisen u Ausstellung Kurhaus Amöneburg Hervorrag. Ausflugsort Terrassen mit Fernsicht Konzertsaal Eigene Konditorei Fernruf 72 »«D GleOen-Amöneburg 32km sann fflat-Oktohn Erfolgreichster Herz-u. Nervenkurort. Bevorzugte Sommer- frische. Meilenweite Tannenwälder. Alle modernen Einrichtungen. Preiswerte Unterkunft. 12 000 Kurfremde. 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Dieser Tage fand unter der Leitung von Dekan S c r i b a Sommerfrische Ruppertenrod (Oberh.) Angenehmer Erbo- i lungsaufenthalt in neuem Privathause j. mit Bad, allen Bett quemlichkeiten u. guter Verpflegung. Pension 4.50 RM. , Wochenende?.- KM Anmeld. u. Ausk. b- ri Verkehrsh. (ließen. Konferenz der Geistlichen des Dekanats Ridda statt. Die Konferenz wurde mit Gebet und Schriftlesung durch Pfarrer Kornmann (Rodheim) eröffnet. Aach der Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten sprach Landeskirchenrat Stroh über die außerordentlich ernste Finanzlage unserer hessischen Landeskirche. Die Einnahmequellen (Staatszuschuh, Erträgnisse der Pfarrstellen, Eteuereingänge) reichen bei weitem nicht aus, so führte der Vortragende aus, um die finanziellen Bedürfnisse der Landeskirche zu decken. Solange der Staat den Staatszuschuh nicht erhöhe, mühten neue Einnahmequellen gesucht werden. Von dem vom Landeskirchentag beschlossenen „Kirchnotgeld" dürfe man eine wesentliche Linderung der Finanznot der Landeskirche erhoffen Dte Ausführungen fanden den vollen Beifall der Konferenz, ebenso dankbar wurden die Darlegungen des Aechnunasdirektors Hebermehl über die Ausführungsoestimmun- gen, die die Erhebung des Kirchnotgeldes betreffen, von der Versammlung ausgenommen. Eine längere Aussprache, die von Dekan S c r i b a eröffnet wurde, schloh sich an die beiden Vorträge an. An einem Beispiel zeigte Pfarrer Weidner (Oberlais) die Auswirkungen der neuen Steuer gerade in den ländlichen Dekanaten; hier müsse selbstverständlich den Gemeindegliedern durch aufklärende Torträge die bittere Notwendigkeit des Kirchnotgeldes, das jedes Mitglied der Landeskirche, das am 1. April d. 3. das 25. Lebensjahr vollendet hat, zu entrichten habe, klar gemacht werden. Aach Lage der Verhältnisse sei das keineswegs schwer; jeder, der sachgemäß aufgeklärt werde, werde volles Verständnis für die neue Kopfsteuer bekommen. Da die Zeit sehr Fernruf: Schotten Nr. 10 Besitzer.- Paul Lehmann erfüllt alle Ihre Erholungswünsche. IhreFreunde werden es bestätigen. Bitte lassen Sie sich im Reisebüro unser neues Faltblatt geben. Ausführliche Bilder- Kurschrift schickt aufVerlangen d. Badeverwaltung Nordseebad Westerland. Reiseliieraiur. — Der Verkehrsoerband Nordbayern hat soeben seinen Gaststättenführer Nordbayern 1 929 herausgegeben, der die Gaststätten von weit über 300 Städten und Orten seines Arbeitsgebietes mit genauer Angabe der Einrichtung und der Preise enthält. Dem Verzeichnis der Orte folgt eine Zusammenstellung derselben nach bestimmten Reise- gebieten, nach Bädern usw. Eine gute Karte ist dem mit einem hübschen Titelbild gezierten Heft bcige- [ geben. Das Heft wird zum Preise von 60 Pf. in ; allen Reisebureaus und beim Verkehrsverband Nordbayern, Nürnberg, Hauptbahnhof, abgegeben. — Aeliefkarte von Württemberg mit Autostraßen und Eisenbahnlinien. Die Karte | zeigt die große Mannigfaltigkeit des schönen Schwabenlandes und angrenzender Gebiete in plastischer Darstellung. Sie gibt einen eindrucksvollen Lieberblick über die Gebirgszüge im tourt» tcmbergischen Schwarzwald, in der Schwäbischen Alb, im Schwäbischen Wald, im württembergi- scheu Allgäu, im sonnigen Reckarland, im würt- tembergischen Hohenlohe-Franken, über 06er» schwaben und den Bodensee. Den Benützern von Kraftwagen werden die übersichtlich eingezeichneten wichtigsten Autostraßen ebenso willkommen sein, wie den Reisenden auf der Eisenbahn die eingezeichneten Eisenbahnlinien. Die Karte ist herausgegeben und zu beziehen vom Verkehrsverband Württemberg-Hohenzollern in Stuttgart (Hauptbahnhof). Rundfunkprogramm. Sonntag, 16. Juni. 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein Frankfurt a. M. Anschließend: älebertragung des Glockengeläutes von der Sankt Peterskirche. 11 bis 11.30: Stunde der Jugendbewegung: „Lagerleben deutscher 3ugend", Vortrag von Willi Obländer (Bund deutscher 3u» gendvereine). 11.30 bis 12: Elternstunde:„Wie können die Eltern ihren Kindern bei den Hausaufgaben in der Rechtschreibung helfen?", Vortrag von Lehrer Eugen Köhler. 12 bis 12.30: Von der Festhalle: Funkreportage vom Ballon- Verfolgungsrennen. 15 bis 16: Stunde der 3u- 19.30: Sportnachrichten. 19.30 bis 20.30: „Die Musik der Zigeuner", Vortrag mit Schallplattenbeispielen von Dr. Wilhelm Heinih. 20.30: Konzert. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 17. Juni. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus Sport und Spiel: „Kunstturnen", ein Gespräch zwischen Gg. Pfeiffer und Dr. Paul Laven. 16.35 bis 18.05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 19.10: „Wanderlieder der Völker", Vortrag mit Schallplattenbeispielen von Dr. Wilhelm Heinitz. 19.10 bis 19.40: Max Halbe, Vorlesung aus eigenen Werken. 19.40 bis 19.50: Englische Literaturproben. 19.50 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15: Vom Schloß in Bruchsal: Konzert. 22: Aach Stuttgart: Literarische Veranstaltung. Äienslag, 18. Juni. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 13.30: Schallplattenkonzert: Märsche und Walzer. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 16.35 bis 18.05: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.35 bis 18.55: Von Kassel: „Ausbildungsmöglichkeiten an der Städtischen Haus- Haltungs- und Gewerbeschule für Mädchen mit Lehrerinnenbildungsanstalt zu Kassel", Vortrag von Gewerbeoberlehrerin Adele Meyer. 18.55 bis 19.15: Funkhochschule: „Mitteleuropa, eine geschichtliche Entwicklung des Begriffs", Vortrag von Prof. Dr. Georg Küntzel. 19.15 bis 19.45: „Eid und Meineid", Gespräch zwischen einem Staatsanwalt, einem Rechtsanwalt und Dr. Paul Laven. 19.45 bis 20.15: Schachstunde. 20.15 bis 21.15: Alte und neue Blasmusik. 21.15: Cellokonzert. Anschließend: Schallplattenkonzert: Spanischer Abend. Mittwoch, 19. Juni. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 10.40 bis 11.10: Schulfunk: Englisch, vorgetragen von Elaine East- lake. 13.15: Schallplattenkonzert: Orchestermusik. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte, vorgetragen von Rektor Wehrhan: „Lustige Bauerngeschichten". Für Kinder vom 10. 3ahre ab. 16.35 bis 18.05: Aach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Bücherstunde: Berlin-Paris- London. 18.40 bis 18.50: Von Kassel: Zehn Minuten Ratschläge für Mutter und Kind. 18.50 bis 19: „Die 2. und 3. Helena-Szene im 3. Akt von Goethes .Faust II“', Vortrag von Pfr. Clemens Taesler. 19 bis 19.25: „Reuzeitliche Technik", Vortrag von Dipl.--Jng. Erich Laßwitz. 19.25 bis 19.35: Französische Literaturproben. 19.35 bis 20: Französischer Sprachunterricht. 20 bis 20.15: Senckenberg-Viertelstunde: „Eierlegende Säugetiere", Vortrag von Dr. R. Mertens. 20.15: „Der dreimal tote Peter", Lustspiel von Sling. Donnerstag, 20.3uni. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert. 15.05 bis 15.35: Von Kassel: Stunde der Jugend: Dichterstimmen aus der Heimat, vorgetragen von Mittelschullehrer H. Bückert, Kassel. 16.35 bis 18: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18 bis 18.25: Don der Funkstunde Berlin: Jubiläumskongreß des Weltbundes für Frauenstimmrecht und Staatsbürgerliche Frauenarbeit. 18.25 bis 18.45: Von Kassel: Stunde der Landwirtschaftskammer Kassel: „Die dem Walde drohenden Gefahren", Vortrag von Oberförster Lippitsch. 18.45 bis 19.05: Esperanto- NORDSEEINSEL BORKUM Prospekte durch die ßadeverwältung derlage lenstr. 6 vorgeschritten war, mußte ein noch vorgesehenes Referat von Pfarrer Kornmann über „Reue Wege der Seelsorge: Das Laienapostolat" auf die nächste Konferenz verschoben werden. Spiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 16. Juni, 11 bis gegen 13.30 älhr: 1. Dramatische Ausführung der Frankfurter Opernschule. 19.30 bis 22.45 Uhr: Die Fledermaus. Montag, 17., 20 bis nach 21.30 Mhr: Salome. Dienstag, 18., 19.30 bis 22.15 Uhr: Fidelio. Mittwoch, 19., 19.30 bis gegen 22.30 Ühr: Das Mädchen aus dem goldenen Westen. Donnerstag, 20., 19.30 bis 22.30 Uhr: Pulcinella. Hierauf: Der Jahrmarkt von Sorotschinhi. Freitag, 21., 19.30 bis 23 Uhr: Awa. Samstag, 22., 19.30 bis gegen 22.30 Uhr: Das Mädchen aus dem goldenen Westen. Sonntag, 23., 19 bis nach 22.45 Uhr: Der Rosenkavalier. Schauspielhaus. Sonntag, 16.3uni, 20 bis gegen 22.15 ilfjr: Katharina Knie. Montag, 17., 20 bis gegen 22.15 Uhr: Das Gerücht. Dienstag, 18., 20 bis nach 22 Uhr: Der Mann, der seinen Aamen änderte. Mittwoch, 19., 20 bis nach 22 llfjr: Der Mann, der seinen Aamen änderte. Donnerstag, 20., 20 bis 22.15 Uhr: Katharina Knie. Freitag, 21., 20 bis gegen 22.45 Uhr: Was Ihr wollt. Samstag, 22., 20 bis nach 22 Ufjr: Der Mann, der seinen Aamen änderte. Sonntag, 23., 11 bis gegen 1 Uhr: 2. Dramatische Aufführung der Frankfurter Opernschule. 20 bis 22.15 Uhr: Das Gerücht. Montag, 24., 20 bis nach 22 Uhr: Der Mann, der seinen Aamen änderte. i (CberWfrn) )nJranfiarto.!R., nd Gelnhausen yi frohen.) agezähiien bchar Däderwelt eine tob bi)t und bleibst it> Salzhausen. - braucht man dich jnmer wieder den i Quellen, deinen in herrlichen Park kr aber deiner AawrWnheilcn )od)gepriclen a's lts, als ein Idyll er wir luntn ein tem müden Lei) teue Lebenslraii. . schenken. - $-■1 eilen heilen W’ i / Oberhessen h»»‘ ältoVer»-« preise Barharossasladt Gelnhausen Solsprudelbad Hotel und Pension Kurhaus inmitten des Kurparks. Konzerte. Vorzügliche Verpflegung. VollePension v.6 M.an. Autohalle. Auskunft durch Magistrat #0 Äaten k- G Kieme ufo flörmgung 6Dn Sh»’’? £inern i|um bzw. eine Ichen. tf“*1*,«» Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 16. Juni. 3. Sonntag nach Trinitatis. Stadllirche. 8 Uhr: Pfarrer Mahr; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde; 9.30: Pfarrer Becker; IL Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker. — 3o- hanneskicche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- gemeinde; 9.30: Pfarrer Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfarrer Ausfeld; 8: Bibelbesprechung im Johannessal; Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Müller; Christen- lehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. — Petrusgemeinde. 9.45: Waldgottesdienst im Bergwerkswald; Abmarsch um 9 Uhr Ecke Frankfurter Straße und Klinikstraße. — Reue Aula. 11.15: Universitäts-Gottesdienst; Predigt Prof. Dr. Schumann. — Klein-Linden. 9. — Dieseck. 9.30; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Buseck. 10: Alten-Buseck; 1: Trohe. Kirchberg. 10: Kirchberg; "’l: Christenlehre für die konfirmierte weibliche Jugend; 1.30: Mainzlar. — Haufen-Garbenteich. 9.30: Hausen; Christenlehre; 11: Garbenteich. — Dahenborn-Sieinberg. 9: Kinderkirche; 10: Hauptgottesdienst. -- Lieh. (Kollekte für Ep.-Anstalt Nieder-Ramstadt.) 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 11: Gottesdienst in Nieder-Bes- Wanderfahrten. Dillenburg — Ober-Scheld — Hirzenhain — Eibelshausen. Wir fahren mit Sonntagskarte nack) Dillenburg, gehen oberhalb des Bahnhofs einen Hohlweg hinauf, kommen bald darauf auf einen aussichtsreichen Fahrweg, der uns, mehrere Windungen machend, nach Eibach bringt. Von hier führt ein Deg mit schöner Aussicht über die Höhe an einem Gehölz vorüber nach Obe r-Scheld. Nunmehr wandern wir den kuppenreichen Scheider Wald aufwärts und genießen unterwegs reizvolle Blicke in lief eingefchnittene, schluchtenartige Wiefentälchen. Nach geraumer Zeit treffen wir in der Nähe des Bahnhofs Hirzenhain schwarze Dreiecke, denen wir nach links folgen, um bald darauf den 530 Meter hoch gelegenen Ort Hirzenhain zu erreichen. Nach genügender Rast steigen wir einen Pfad abwärts am Hirschberg vorbei nach Eiershausen, um von hier durch den Schwarzbachgrund, später den Simmersbach, überschreitend', nach unserm Endziel Eibelshausen zu gelangen, lieber Dillenburg fahren wir wieder zurück. Die hübsche Wanderung beansprucht ungefähr 4$ Stunden. Rodheim — Himberg — Kinzenbach — Gießen. Wir fahren mit der Biebertalbahn nach Rodheim. Kurz nach der Bechlholdschen Wirtschaft zweigt von der Hauptstraße nach links eine schmale Gasse ab, in die wir einbiegen. Blaue Dreiecke führen uns über das Tal und den Bahnkörper nach dem Himberg auf die Höhe zum Wald, an dessen Rand wir einen hübschen Rückblick haben. Nach einiger Zeit gelangen wir zum Frauen- ftein, um den die Sage ihre Schleier gewoben hat und bald daraus treffen wir rote Punkte, denen wir nach rechts folgen. Wir kommen an den sog. Schwedenschanzen vorüber zum Gipfel des Himbergs, dem Königsstuhl, einer Gerichtsstätte aus germanischer Zeit. Die starke Bewalduna gestattet nur eine Aussicht nach Westen. Das Zeichen bringt uns hinab zur Grub« Morgenstern, wo wir auf schwarze Dreiecke stoßen, die uns durch den Kinzenbacher Wald (beim Austritt aus dem Wald prachtvoller Fernblick) über K i n z e n b a ch und die Heuchelheimer Mühl« nach Gießen bringen. Dauer der Wanderung 3t Stunden. ^Mittenwald! ■ der höthsfqelegene Luhkurorrd. bayr Alpen . 930-1100m.ü,M. r MM* Keichill.Prosp.durchVerkehrivereinü.alleReisebüros *einlnhofl2?96 -ML eini »»AuchT0^ TInkal Höhen-Luftkurort I I jö ll I im württ. Schwarzwald. 720 m ü. d.M..zwisch.Wildbad u.Baden-Baden in schön.,ruhig. Lage, Inmitten herrl. Tannenhochwald mit prächt. Fernsicht, Höhensonne. 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Jahre ab. 16,35 bis 17,35: Haussrauen-Aach- mittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein. 17.35 bis 18: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.35 bis 18.45: Don Kassel: Zehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. 18.45 bis 19.05: Stunde des Südtoestdeutschen Radio- Clubs. 19.05 bis 19.25: Briefkasten. 19.25 bis 19.45: Stenographischer Fortbildungsunterricht (Diktate von 60 Silben aufwärts). 19.45 bis 20.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.05 bis 20.15: Film-Wochenschau. 20.15 bis 22.30: Die Riesenwelle. 22.30: Aach Stuttgart: Alnterhaltungs-Konzert des Rundfunkorchesters. Samstag, 22. Juni. 6.30: Morgengymnastik. 10.40 bis 11.30: Dom Schweizerhaus: Schulfunk: Gegenwartsstunde, vorgetragen von Mittelschullehrer Heinz Stridde: „Dollfrühling und Dorsommer". 11.50: Von Mannheim: Festakt, öffentliche Huldigung der Schüler vor dem Schillerdenkmal anläßlich des 150jährigen 'Bestehens des Mannheimer Ratio» nal-Theaters. 13.15: Schallplattenkonzert: Aus italienischen Opern. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranz. Schülerkapelle des Staat!. Kaiser-Friedrich- und des Staatl. Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums. 16.35 bis 18.05: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 19.15: Vom Rational» Theater Mannheim: Veranstaltung anläßlich des 150jährigen Bestehens. 19.15 bis 19.30: Gedichte von Schiller. 19.30 bis 20: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Das China- Institut in Frankfurt", Vortrag von Prof. Dr. R. Wilhelm. 20: Von Berlin: „Titus", ernste Oper in zwei Akten von W. A. Mozart. Darauf bis 0.30: Tanzmusik. 0.30 bis 1.30: Rur für Frankfurt: Rachtkonzert. Schönste Sotnmerfreudea Baden am Strand Graben Im Sand Von Weiterlaadt Kurhaus Luginsland liegt bei Schotten B empfiehlt sich: im Vogelsberg a. der Kreis- B als Ferienaufenthalt, zum stra&e Schotten—Gedern B Wochenende, f.Auto-Ausmitten in Wald u. Wiesen flüge, als Touristenstation Samstag, den 15. Juni. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, den 16. Juni. 4. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2: Christenlehre und Segens- andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Pre- digt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schoflen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Co"ntnn.^d,enst ■>. lerxteu. !vn»b?ken am 16.6.29 Or.Neumann-Svengel. Frauvr.Marx. Engelavolb. 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Lieber das Offenhalten der Läden auf dem Lande (Anfrage Dr. Werner) erwidert der Wirtschaftsminister: Im Hinblick auf die zwin- genden Vorschriften der Verordnung über die Regelung der Arbeitszeit der Angestellten, wonach offene Verkaufsstellen von 7 Llhr abends bis 7 Llhr morgens für den geschäftlichen Verkehr geschlossen sein müssen, vermag ich das Offenhalten der Läden auf dem Lande über 7 Llhr abends hinaus allgemein nicht zu gestatten. In dem Entwurf eines Arbeitsschuhgesehes ist jedoch vorgesehen, daß an höchstens 100 Tagen im Jahre das Offenhalten der Läden bis 8 Llhr abends gestattet werden kann. Sollte der Entwurf in dieser Fassung Gesetz werden, dann würde zu prüfen sein, ob in Hessen ein Bedürfnis für den Achtuhr-Ladenschluß auf dem Lande wenigstens in den Sommerinonaten vorliegt. Auf eine Kleine Anfrage des Abg. Lauten- b ach er (Zentr.): „Bei der Vergebung von 400 Kleiderschränken für die Schutzpolizei wurde das Schreinerhandwerk mit der Begründung von dem engeren Wettbewerb ausgeschlossen, daß es nicht leistungsfähig sei. Der Auftrag wurde einer größeren Firma übergeben, die die Erklärung abgeben muhte, dah die Arbeiten im eigenen Betrieb ausgeführt werden. Die Lieferfirma hat aber den Auftrag an einen Handwerks- meister zu bedeutend reduziertem Preis weitergegeben" erklärt Staatsrat Karcher: Die Regierung hat nicht behauptet, dah das Schreinerhandwerk nicht leistungsfähig sei. Die Vergebung erfolgte an eine größere Firma, um hinsichtlich des zu verwendenden Holzes und der Ausführung einheitliche und gleichmäßig tadellose Lieferung zu erzielen. Die Firma hat sich zur teilweisen Ausführung des Auftrages eines lange Jahre im Betriebe der Firma tätig gewesenen Handwerksmeisters bedient, der für die Firma arbeitet und Holz und sonstiges Material der Firma hierbei verwendet. Die Zurücknahme des von uns erteilten Auftrages konnte nicht in Frage kommen, da die Firma bet Eingang der Kleinen Anfrage bereits mit der Ausführung des Auftrages begonnen hatte. Die Beteiligung des hessischen Staates an der Firma Oberhessische Ob st werke, Büdingen, wird um 2000 Mark erhöht. — Ein Bestscher Antrag auf vermehrte Ausschüttung aus der Aufwertungsmasse der Hessischen Landeshypothekenbank wird für erledigt erklärt. In einer persönlichen Bemerkung berichtigt Abg. Dr. Keller, Gießen (Zentr.), eine Darstellung Dr. Bests, daß er nicht gesagt habe, in Gießen könnten die fünf Notare durch einen mittleren Justizbeamten ersetzt werden. — Nach der Einzelabstimmung zu den Notariatsanträgen, die gemäß den Ausschußbeschlüssen abgelehnt oder der Regierung als Material überwiesen werden, findet der Antrag Annahme, die Regierung solle einen Gesetzentwurf ausarbeiten u n t e r S e n - kung der Stempel und Gebühren und Prüfung der Frage nach Abschaffung der staatlichen Pensions - und Hinterbliebenenfürsorge und Ersetzung durch eine selbständige Zwangspensionskasse. Abg. Dr. Werner (fraktionslos) zieht unter Protest seinen wcitergehenden Antrag zurück. Abg. Reiber (Dem.) erstattet Bericht über den Antrag der volksrechtparteilichen und deutschnationalen Abgeordneten sowie des Abg. Dr. Werner auf Aufhebung des Gesetzes über d i e Altersgrenze der Staatsbeamten gegen die sich der Hessische Beamtenbund aus sozialen und beamtenpolitischen Gründen ausgesprochen hat. Abg. Dr. Best plädiert für seinen Antrag, während Abg. Reiber sich scharf dagegen wendet. Um der Jugend Platz zu machen und dem Staat neue positive Kräfte zuzuführen, müsse das Pensionsalter von 65 Jahren beibehalten werden. Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) tritt vor allem aus finanziellen Gründen für die Aufhebung dieser Zwangspcnfionierung ein. Die Angst vor der Jugend sei hier für die Haltung der Regierungsparteien maßgebend. Das Altersgrenzengesetz koste dem Staat jährlich 600 000 Mark bis 1 Million Mark. Gerade die Jugend in allen Lagern erkenne immer mehr, daß mit dem heutigen Staat „kein Staat zu machen" sei. Abg. Dr. Keller (D. Vp.) stellt fest, daß ein Teil seiner Fraktion kein Freund der Zwangspen- fionierung fei, er felbst aber halte das Gesetz zur Zeit noch für notwendig, zumal das Reich und die übrigen Länder an dieser Regelung festhielten. Was Dr. Best glaube am Pensionsetat einsparen zu können, werde bei der Position: Aushilfs- und Stellvertretungskosten erhöht werden. Politische Gründe sollten doch hier ganz ausscheiden. Seine Fraktion lehne den Antrag ab. Abg. Winter (Zentr.) stimmt dem Vorredner zu. Die Not der Anwärter sei doch außerordentlich groß. Die ganze aufgeregte Zeit bringe doch auch einen viel rascheren Verbrauch der Kraft der Beamten mit sich. Abg. Stork (S.) lehnt den Antrag aus sachlichen und politischen Gründen ab. Der Antrag wird gegen Bauernbund, Volksrechtpartei und Deutschnationale abgelehnt. Auf Vorstellungen über bessere Verkehrs- Verhältnisse auf der Strecke Gießen — Fulda und auf dem Bahnhof Friedberg wird die Qtegicrung um nochmalige Verhandlungen mit der Reichsbahnverwaltung ersucht. Abg. Schott (D. D.) verlangt, daß der Par- zellensteinsoh bei Abmarkungen wieder durch die Feldgeschworenen erfolgen dürfe oder Gebührenherabsetzung eintrete. — Abg. Weckler (Z.) wendet sich gegen die Abänderung des Abmar- kungsgesches, während Abg. Glaser (Bbd.) für den ^röhren Teil seiner Freunde Zustimmung zum Ausdruck bringt. — Der Antrag wird gegen die Rechte abgelehnt. Abg. Weckler (Z.) wünscht Prüfung der Möglichkeit, die Kosten der Reuvermessung landwirtschaftlicher Grund st ücke auf die Staatskasse zu übernehmen. Durch Zufallsmehrheit wird der Antrag mit 21 gegen 19 Stimmen angenommen. Ein Antrag G u h m a n n (Bbd.) auf Herabsetzung der Hunde st euer wird abgelehnt. Durch die entgegenkommende Regierungsantwort wird ein Antrag auf dreimonatige I Der neue Bürgerkrieg in China. I Don unserem f-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Bürgerkrieg. unter der CTTthwanqsi- Kommunist. grenzen i x Gruppe ~ Autstendsgeb z Grenze der *<-1 < lo Preffe geographie Tls 36 Tschiam \ < nsm-i Standsgebiete . Provinz .....-X der nebenländ. tninas MQnammeda Grenze IWendung im chinesischen nische Aul- •* (ninas -y- 7tschou ) v;-eT.t£weil!rvg Die letzten Berichte aus China lassen es nunmehr als sicher erscheinen, daß das vielgeprüfte Land vor neuen, und diesmal überaus schweren Kämpfen steht, die praktisch einem Wiederaufleben des Bürgerkrieges gleichzusehen sind. Zwischen den bedeutendsten militärischen Führern der nationalen Bewegung, die China heute aufzuweisen hat und die zugleich als Exponenten der beiden Richtungen gelten müssen, die noch heute innerhalb der Kuomintang um die Herrschaft ringen, zwischen T s ch i - angkaischek und dem sog. christlichen General Feng BüHsiang. sind Streitigkeiten entstanden, die nach menschlichem Ermessen mit Sicherheit zum Kriege zwischen den beiden Machthabern führen müssen. Zwar sind alle Vermittlungsversuche einflußreicher Politiker, die eine Beilegung der Streitigkeiten herbeizu- führen wünschen, noch nicht als endgültig gescheitert anzusehen, aber nach den letzten Erklärungen der beiden Gegner kann man mit Wahrscheinlichkeit, dah diese Bemühungen zu einem Erfolge führen werden, nur noch für sehr gering halten. Der Ausschluß des Generals Feng aus der Kuomintang auf Veranlassung Tschiangkaischeks und die Erklärung Fengs an die ausländischen Mächte, daß Tschiangkaischek ein Usurpator und Rebell sei, brechen praktisch alle Drücken ab, die zwischen den beiden noch bestanden hatten. Damit haben die Dinge in China eine Wendung genommen, die als überaus ernst bezeichnet werden muß, da es sich bet diesen neuen Streitigkeiten um eine Auseinandersetzung handelt, die an Umfang und Bedeutung alles übertrifft, was in letzer Zeit an Unruhen usw. aus China berichtet wurde. Denn bei dem Versuch Tschiangkaischeks, des Staatspräsidenten und Militäroberbefehlshabers der Nankingregierung, der einzigen zur Zeit in China anerkannten Regierung, die Macht der Militärbefehlshaber zu brechen, um damit die Zentralgewalt vor Ueberraschungen sicherzustellen, und endlich das große Reich wieder unter eine einheitliche Führung zu stellen, handelt es sich um nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft des Landes überhaupt. Gelingt es Tschiangkaischek, die vielen Militärgouverneure abzuschaffen, so ist die Zeit des Bürgerkrieges in China vorüber. Siegt aber sein Gegner, so wird man damit rechnen müssen, daß China wieder auf Jahre hinaus von Kämpfen um die Macht zerrissen werden wird, falls es ihm nicht seinerseits gelingen sollte, diese Ausgabe zu bewältigen. Da es Tschiangkaischek bereits gelungen ist, in einem großen Teile Chinas der Unruhen Herr zu werden, die immer wieder von ehrgeizigen Militärmachthabern angezettelt wurden, — die letzten Kämpfe mit der Kwangsi-Gruppe find dafür ein Beweis — hat er die Aussicht, daß es ihm gelingen wird, auch mit den verbliebenen größeren Machthabern, von denen die wichtigsten eben Feng, ferner der Gouverneur der Provinz Schansi Pen und der Sohn des Marschalls Tschangsolin in Mulden, Ifang Hsue Liang find, fertig zu werden, vorausgesetzt, daß diese sich nicht zusammentun, um die Macht der Zentralgewalt zu beseitigen und ihre gefährdeten eigenen Stellungen zu erhalten. Eine Gefahr, die allerdings infolge der Rivalitäten dieser Machthaber untereinander nicht übermäßig groß ist. Abgesehen hiervon hat Tschiangkaischek auch sehr vieles andere für sich, da nicht daran gezweifelt werden kann, daß die große Masse der gebildeten Chinesen und der reichen Kaufleute, ja auch der chinesischen Studentenschaff, auf seiner Seite steht und ihm damit als dem Träger „des Fortschrittes" moralische Stellung gibt, die für das Verhalten der wichtigsten „Neutralen" in China ausschlaggebend ist, und ihm vor allen Dingen die Gefolgschaft seiner etwa 400 000 Mann starken Armee sichern dürfte. Der Gouverneur der Provinz Schansi, Pen, scheint denn auch bereits erklärt zu haben, daß er sich in dem kommenden Kampfe neutral zu verhalten gedenkt. Auf der anderen Seite geht es Tschiangs großem Gegner Feng durchaus nicht so schlecht, obwohl er militärisch an Truppenzahl Tschiangkaischek weit unterlegen sein dürste, da er kaum über 130- bis 140 000 Mann verfügt, und diese Armee obendrein in den Provinzen Honan und Schansi steht, die von einer Hungersnot heimgesucht werden, während in seinem Rücken in Kansu ein Mohamme- baneraufftanb tobt, der seine rückwärtigen Verbindungen nach Rußland hinüber teilweise bedrohen kann. Dafür kann jedoch Feng darauf rechnen, daß ein großer Teil feiner Truppen absolut z u - verlässig ist und durch keinerlei wie immer geartete Manöver zum Abfall gebracht werden kann. Zwar beläuft sich die eigentliche Kerntuppe Fengs nur auf 30- bis 40 000 Mann, diese ist aber so diszipliniert, daß sie sich die ganzen letzten Jahre über als ein „Rocher de Bronce" erwiesen hat, der oft das einzige sichere Element im Chaos des chinesischen Bürgerkrieges war. Feng selbst ist im übrigen ein überaus fähiger militärischer Führer, der sich mit Tschiangkaischek an Feldherrnkunst durchaus messen kann. Dazu kommt, daß Feng im niederen chinesischen Volk überaus populär ist, und daß die Massen der kleinen chinesischen Bauern in vielen Gegenden in ihm geradezu ihren Abgott sehen. Entscheidender als diese Dinge dürfte allerdings noch ein weiterer Faktor sein, der den Kampf zwischen Feng und Tschiangkaischek eigentlich so recht erst bedeutungsvoll macht. Das ist die Tatsache, daß Feng im Gegensatz zu Tschiang stets Wert darauf gelegt hat, die Beziehungen zu den Russen aufrechtzuerhalten und sich in neuester Zeit als Vorkämpfer des linken Flügels der Kuomintang gefühlt hat. Das sichert ihm in dem kommenden Entscheidungskampfe ohne weiteres die Sympathie der Arbeiter- und Bauernorganisationen in ganz China, sowie die selbst- verftändliche Unterstützung des Netzes von Zellen und Geheimorganisationen, die der Bolschewismus über China gelegt hat. Es muß dabei berücksichtigt werden, daß diese Organisationen, die Tschiangkaischek wiederholt mit Gewalt zu unterdrücken versuchte, gerade im Machtbereich Tschiangkaischeks stark verbreitet sind, und insbesondere in den großen Hafenstädten ihre politische Rolle noch lange nicht ausgespielt haben. Ueberraschungen von dieser Seite können somit jederzeit kommen und die Stellung Tschiangkaischeks außerordentlich schwächen. Ein Teil der Mitglieder der Kuomintang sympathisiert überdies zweifellos auch stets nur mit der Seite, die als die stärkere gilt, so daß man keineswegs sagen kann, daß Feng ohne weiteres der Unterlegene wäre. Wenn die englische Presse diesen Kampf zwischen den beiden bisher größten Persönlichkeiten des chinesischen Bürgerkrieges bereits jetzt als einen „Kampf zwischen den Mächten des Bolschewismus und dem liberalen und demokratischen China" bezeichnet, so hat sie zweifellos damit nicht ganz unrecht, obwohl ein Militärbündnis zwischen Feng und Moskau zunächst noch außerhalb des Bereiches des Wahrscheinlichen liegt. Sicher ist jedenfalls, dah in Feng und in Tschiangkaischek d i e radikale und die gemäßigte Richtung der chinesischen Revolutionäre ihre Führer haben, so daß ihrem Kampfe für die weitere Entwicklung der chinesischen Revolution über das Militärische hinaus eine geistesgeschichtliche Bedeutung zukommt. Die kommenden Kämpfe in China haben somit Anspruch darauf, mit größtem Interesse verfolgt zu werden. Steuer st undung für frostgeschädigte Betriebe für erledigt erklärt. — Rächste Sitzung am 19. Iuni. Um die Kinoschließung in Hessen und Hessen-Nassau. WSR. Frankfurt a. M., 14. Iuni. 3n einer gut besuchten Versammlung der Frankfurter Lichtspieltheater-Besitzer wurde zu der Frage der Schließung am l.Iuli Stellung genommen. Wie der Verbandsvorsihende Matter mitteilen konnte, hat der Magistrat, mit dem in erster Linie verhandelt wurde, bisher recht wenig Reigung gezeigt, die Vergnügungssteuer abzubauen bzw. über die Sommermonate ganz zu erlassen. Er ist grundsätzlich bereit, einer Stundung der Steuer näherzutreten, ober damit wäre den Lichtspieltheater-Besitzern nicht gedient. In Köln, München, Berlin, Düsseldorf und vielen anderen Städten im Reiche sind ähnliche Aktionen im Gange. In Frankfurt beschloß man, eine Kommission zu wählen, die unter Vorlage statistischer und anderer ^Unterlagen dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung nochmals die Situation klarlegt. Auch in der Stadtverordnetenversammlung soll nochmals ein Dringlichkeitsantrag eingebracht werden. Das Schumanntheater und das Reue Operettentheater schließen am 1. 3uli. Die Kinotheater in H e s s e n und Hessen-Rassau müssen und werden diesem Beschlüsse Folge leisten, und eventuelle Außenseiter, die ihm vielleicht nicht nachkommen wollen, sollen dazu gezwungen werden. Interessant ist die Tatsache, daß der Derkehrsbund, der Musiker- verband und auch der Filmverleih geschlossen hinter den Lichtspieltheater-Besitzern stehen und daß die Filmverleihe keinem Kinobesiher Filme verleihen werden, der sich nicht mit den Kollegen solidarisch erklärt. Kommerzienrat Gustav Jung t- WSR. Dillenburg, 14. Iuni. Rach einer Operation verstarb in der Llniversitätsklinik zu Gießen im 71. Lebensjahre der Großindustrielle Kommerzienrat Gustav Jung aus Straß- ebersbach bei Dillenburg. Mit ihm ist eine der markantesten Gestalten in der westdeutschen Eisenindustrie aus dem Leben geschieden. Große Verdienste hat sich der Verstorbene insbesondere um die Entwicklung der Amalienhütte im Kreise Biedenkopf erworben, wo er vor 45 Jahren seine leitende Tätigkeit als Hüttenfachmann begonnen hatte. Seiner Initiative entsprang auch der Zusammenschluß der Werke an der oberen Lahn und Dill im Hessen-Rassauischen Hüttenverein. Der Ausbau der Kohlenwerke in Großalmerode bei Kassel, die Erschließung der Kohlensäurebäder in Selters und die Erbauung des dortigen Kurhauses sind ebenfalls das Werk des Verstorbenen. Auch die Industrie des benachbarten Siegerlandes und des weiteren Rheinlandes, sowie von Kurhessen und Oberhessen hat der Verstorbene als Aufsichtsratsmitglied und Teilhaber bedeutender Werke wesentlich beeinflußt. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. An Stelle des in der vergangenen Woche bestehenden starken Optimismus trat in der neuen Berichtswoche wieder eine größere Zurückhaltung. Das Geschäft bewegte sich in den denkbar eng ft en Grenzen: denn die Hauptstütze, die Auslandorders, die schon immer einen ausschlaggebenden Faktor boten, fehlte zeitweise fast vollkommen. Auch zeigte die Spekulation wenig Reigung zu Engagements. Das Publikum war ebenfalls kaum vertreten: man hat schon, nachdem in der vergangenen Woche verschiedentlich Publikumsaufträge erschienen, gehofft, es würde sich auch in Zukunft wieder reger am Geschäft beteiligen, nachdem die jetzt doch geklärte Lage vertrauenerweckend ist. Aber auch hier ist man immer noch zurückhaltend und wartet scheinbar erst einmal die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage und dann die Auswirkung auf das Börsengeschäft ab. Obwohl die Llmsahtätigkeit, mit Ausnahme einiger Spezialitäten, nicht erheblich war, kann man sagen, daß die Börse im Grund ton immer widerstandsfähig und zuversichtlich blieb. Die Stimmung war zumeist freundlich und nach oben gerichtet. Rur das Fehlen von Auslandaufträgen lieh keine regere Geschäftstätigkeit aufkommen. Die weitere Erleichterung am Geldmarkt — Tagesgeld war mit 6 Prozent gegen Ende der Woche reichlich angeboten — erweckte ziemlich Vertrauen, und man zog hieraus Schlüsse, daß wenigstens in dieser Beziehung schon eine fühlbare Auswirkung der Reparationsregelung eingetreten sein dürfte. Auch die Entlastung des Reichsbankinstituts nach dem Ausweis der ersten Juniwoche blieb nicht ohne Einfluß auf die Tendenzgestaltung. Einen günstigen Anklang fanden noch der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit im Reiche, verschiedene zu besseren Hoffnungen berechtigten Geschäftsberichte einiger bedeutender Gesellschaften und die Zunahme der Spareinlagen. Aber diese Momente genügten nicht, eine lebhaftere Geschäftstätigkeit hervorzurufen. Als man einsah, dah diese Rachrichten nicht den gewünschten Erfolg hatten, schritt die Spekulation zu Gewinnmitnahmen und Realisationen. Man begnügte sich, nachdem schon ganz geringe Besserungen eingetreten waren, schnellstens die Gewinne wieder einzuheimsen. Daher kam es, dah im allgemeinen gegenüber der Vorwoche nur teilweise ganz geringe Erhöhungen eintraten. Die schwache Verfassung der ausländischen Börsen und der schlechte Geschäftsgang an den meisten Plätzen lasteten in mancher Dezie- ung auf der Stimmung: aber die Hoffnungen auf bessere Zeiten blieben bestehen. Die Börse war im großen und ganzen immer Schwankungen unterworfen. Der Miherfolg des Zeichnungsergebnisses derReichsan'leihe konnte sich jedoch nur kurze Zeit etwas stärker auswirken, da auf der anderen Seite Gerüchte über eine neue 50-Millionen°Dollar-Anleihe auf» tauchten. Doch blieben diese unbestätigt. Lebhafteres Interesse konzentrierte sich auf vereinzelte Bankwerte und Montanaktien, bei ersteren traten Gewinne bis zu 4 Prozent gegenüber der Vorwoche ein. Montanpapiere dagegen, da sich hier besonders die Realisationen auswirkten, nicht einheitlich, aber zumeist gut behauptet. Rur Rheinische Braunkohlen bis 3 Prozent abgeschwächt. Am Elektromarkt konnten Bergmann 5 Prozent und Siemens 3 Prozent gewinnen, während die übrigen Werte dieses Marktes 1 bis 3 Prozent einbühten. Glanzstoff lagen 5 Prozent höher, Salzdetfurth gewannen 3,5 Prozent und Chadeaktien 6 Mk. Daimler Motoren hatten recht lebhaftes Geschäft bei einem Gewinn bis zu 9 Prozent. Hier gaben die Ausführungen im Geschäftsbericht, wonach der Llmsah dieser Gesellschaft um 10 Millionen und in den ersten vier Monaten des neuen Geschäftsjahres um 12 Prozent gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres gestiegen ist, eine beträchtliche Anregung. Zum Wochenschluh fehlte jegliche Anregung. Das Ausland war kaum am Markte vertreten, und es ergaben sich Abschläge, aber bei kleinstem Angebot, bis zu 3 Prozent. Zum Schluß traten auf Rückdeckungen wieder kleine Besserungen ein. Das Geschäft blieb aber gering. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Zu Beginn der neuen Woche war die Haltung am Frankfurter Produktenmarkt weiterhin freundlich. Die erneut höheren Auslandnotierungen blieben doch nicht ohne Eindruck, und es machten sich schon Anzeichen einer etwas regeren Geschäftstätigkeit geltend. Die Provinz hielt in der. Hoffnung, höhere Preise erzielen zu können, mit ihrem Material zurück. Doch trat bald wieder ein Tendenzumschwung ein, der durch wieder sehr flaue Austandnotierungen und ungünstig lautende überseeische Meldungen hervor- gerufen wurde. Die Stimmung schlug um, und man war wieder lustlos und zurückhaltend, so daß sich das Geschäft wieder stark einschränkte. Die anfangs gehegten Hoffnungen wurden zunichte gemacht. Doch reagierte der hiesige Markt verhältnismäßig wenig auf den erneuten Rückschlag an den Auslandmärkten: wenigstens in der Preisgestaltung. Denn gegenüber der vergangenen Woche waren bei einzelnen Getreidearien noch kleine Gewinne zu verzeichnen. Aber auch mit der neuerlichen Preissenkung und der allgemein schlechten Lage kam wieder etwas mehr Material heraus und konnte nur bei billigeren Preisen untergebracht werden. Etwas lebhafter war die Llmsatztätigkeit, aber auch nur an den Hauptmarkttagen, in Weizen und Roggen. Auch der Mehlabsah hatte eine vorübergehende Vergrößerung zu verzeichnen. Vernachlässigt lagen die ganze Woche hindurch dagegen Weizen- und -Roggenkleie, aber auch Sommergerste und Hafer (inl.) hatten nur mäßigen LImsah. Weizenmehl (niedcrrh.) und Roggenmehl lag späterhin gedrückt. Dagegen konnte Weizenmehl leicht anziehen. Am Futtermittelmarkt bestand für Mais für Futterzwecke verschiedentlich seitens der Landwirtschaft hie und da etwas mehr Rachfrage. Zum Wochenschluß blieb das Geschäft sehr ruhig. Die Llmsähe beschränkren sich auf ein Minimum. Rur für Mais für Futterzwecke konnte sich bei weiter etwas höherem Preis einiges Interesse erhalten. Im Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche waren Weizen, Roggen und Weizenmehl bis zu einer viertel Mark höher. Mais Tag bis dreiviertel fester. Doggenmehl und Sommergerste blieben gut behauptet. Weizen- und Roggenkleie gaben bis zu einer halben Mark nach. Hafer (inl.) und Weizenmehl (niederrh.) büßten je eine viertel Mark ein. Die Woche schloß zu folgenden Dotierungen: Weizen 23.50, Roggen 21.75, Sommergerste 23, Hafer (inl.) 22, Mais für Futterzwecke 20—20.50, Weizenmehl 32-32.50, Riderrh. 31.75-32, Roggenmehl 28 bis 28.50, Weizenkleie 10.75, Roggenkleie 11.50. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche im allgemeinen etwas ruhiger, doch konnten die Preise, mit Ausnahme von Kälbern, stärker anziehen. Die Exportbeteiligung war in dieser Woche etwas geringer. Der Auftrieb am Rindermarkt war wenig verändert. Bei lebhaftem Handel und anziehenden Preisen wurde der Markt geräumt. Kälber hatten bei ruhigem Geschäft uno niedrigeren Preisen etwas größeren Auftrieb aufzuweisen: es konnte jedoch ausverkauft werden. Auf dem Schweinemarkt war die Beschickung geringer, als in der Vorwoche. Vei anfangs regem, zum Schluß aber abflauendem Geschäft wurde nahezu ausverkauft. Hier konnten die Preise stärker anziehen. Fettschweine waren weiter stark vernachlässigt. Schafe wurden infolge des geringen Auftriebs nicht notiert. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1361 Rindern, darunter 260 Ochsen, 73 Bullen, 501 Kühen und 310 Färsen, ferner aus 1892 Kälbern, 156 Schafen und 4989 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Berichtswoche waren 23 Rinder und 88 Kälber mehr, dagegen 284 Schweine und 6 Schafe weniger angetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Klasse AI 63—66, All 56—62, BI 50-55. Dullen: A 56-60, B 52—55. Kühe: A 48—53, B 42—47, C 36—41, D 30—35. Färsen: A 63—66, B 56 bis 63, C 50-55. Kälber: B 79-81, C 71-78, D 60 bis 70. Schafe nicht notiert. Schweine: B 75 bis 78, C 77—80, D 77—80, E 72—75. Im Der- Jleich mit den Preisen der vergangenen Woche onnten Ochsen, Kühe und Färsen je drei Mark, Schweine bis fünf Mark und Bullen zwei Mark anziehen, während Kälber bis zu zwei Mark nachgaben. • • Die Kohlenproduktion in Hes- f e n. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Volksstaates Hessen weist für den Monat Mai 1929 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert: 37 579 Tonnen. Davon wurden verkauft 19 194 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohlen wurde weiterverarbeitet, und zwar 16 014 Tonnen zu Schwelereiprodukten. * Deutsche Erdöl-A. -G., Berlin. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 1928 einen Reingewinn von 6 900135 (i. D. 8 343 150) Mk. Die Verwaltung schlägt vor, eine Dividende von 6 (7) Proz. zur Verteilung zu bringen und 675 335 (630 255) Mk. vorzutragen. . * Gelsenkirchener Bergwerks-A. - G. Der Aufsichtsrat beschloß, der auf den 5. Iuli einzuberufenden G.-D. für das Geschäftsjahr 1928/29 die Verteilung einer Dividende von wieder 8 Proz. vorzuschlagen. Die Bilanz schließt auf beiden Seiten mit 845,73 Mill. Mk. Aus einem zur Verfügung stehenden Reingewinn von 27,32 Mill. Mk. (einschl. 6,24 Mill. Mk. Vortrog aus dem Vorjahre) werden 1.85 Mill. Mk. für Abschreibungen verwendet. Roch Abzug der Dividende und der satzungsgemäßen Aufsichtsrats- tantieme verbleiben 6,38 Mill. Mk. zum Vortrag. Weiter soll der G.-V. eine Fusion mit der Adler-A.-G. für Bergbau in Essen auf der Grundlage des TImtauschs von zwei Adleraktien gegen eine Gelsenkirchenaktie mit Dividendenanspruch für das laufende Geschäftsjahr vorgeschlagen werden. Frankfurter Börse. Frankfurt, 15. Juni. Tendenz lustlos. Auch zum Wochenschluß blieb die U m s a tz t ä t i g k e i t sehr eng begrenzt. Anregungen lagen nicht vor, so daß die Spekulation zu Abgaben schritt. Die weiter bestehenden Orderlosigkeit wurde deprimierend empfunden. Es herrschte Lustlosigkeit, doch blieben bei der geringen Abgabeneigung die Rück- gänae klein. Der angespannte Geldmarkt wirkte ebenfalls geschäftshemmend. Auf allen Märkten waren nennenswerte Umsätze nicht zu verzeichnen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse traten Kurseinbußen bis 2 v. H. ein. Am Elektromarkt waren AEG. gut behauptet, Bergmann verloren 1,5 und Siemens 1 v. H. J.-G.-Farben eröffneten ebenfalls 1 v. H. niedriger. Kaliwerte geringfügig abgeschwächt. Am Montanmarkt war die Kursgestaltung uneinheitlich. Bei etwas lebhafterer Nachfrage konnten Harpener 1 und Mansfelder ungefähr 0,75 v. H. gewinnen; Klöckner und Rheinstahl dagegen bis 1 o. S). schwächer. Aschaffenburger Zellstoff waren gesucht und ungefähr 6 v. H. fester. Banken lagen still. Reichsbank gut behauptet. Com- merz-Bank konnten eine Kleinigkeit anziehen. Renten geschäftslos, nur für Schutzgebiete trat etwas Interesse zutage. Auf Wochenschlußdeckungen wurde es im Verlaufe etwas reger, die Stimmung besserte sich. Die Geschäftsbelebung beschränkte sich jedoch nur auf einzelne Werte. Besonderes Interesse wandte sich Deutsche Linoleum mit plus 3,5, charpener mit plus 1 und Siemens mit plus 2 v. H. zu. Die übrigen Werte lagen bis zu 1 v. H. gebessert. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 v. Sy unverändert. Am Devisenmarkt nannte man: Mark gegen Dollar 4,194250, gegen Pfund 20,3340, London gegen Kabel 4,84775, gegen Paris 124,03, gegen Mailand 92,67, gegen Madrid 33,90, gegen Holland 12,0740. Berliner Börse. Berlin, 15. Iuni. Auch für einen Samstag war das Geschäft an der heutigen Börse ganz außerordentlich gering. Das Ausland war an keinem Markte als Käufer zu beobachten, zumal auch einige Auslandbörsen heute geschlossen sind. Die Spekulation nahm verschiedentlich Glattstellungen vor, die zwar kein großes Ausmaß annahmen, aber das Kursniveau doch um 1 bis 2 Prozent drückten. Es lagen heute eher wieder günstige Momente vor, die bei der herrschenden Lustlosigkeit jedoch keine Wirkung ausüben konnten. Reuyork war gestern unter Schwankungen fest. Die Kreditverhandlungen werden dort günstiger beurteilt, auch Tagesgeld ist etwas leichter. Die Reichsregierung steht einer Tariferhöhung der Reichsbahn jetzt ablehnend gegenüber. Der Waggonbaukredit der Danken an die Reichsbahn dürfte in der nächsten Woche perfekt werden. Die Roheisenerzeugung im Mai hat sich gesteigert. Dei Erdöl verstimmte der Gewinnrückgang. Daimler konnten sich.dagegen auf die Mitteilungen der gestrigen Aufsichtsratssitzung von dem erhöhten Reingewinn behaupten. Schwach lagen Adlerwerke, Schlesische Zement und Deutsche Linoleum. Sessionen von Verhandlungen der Siemens Brothers mit der General Clektric, die natürlich auch für die deutsche Siemensgesellschaft von Bedeutung wären, konnten keine Anregung geben. Schuckert und Draubank waren etwas fester. Am Geldmarkt zeigte sich zum Medio natürlich stärkere Rachfrage. Tagesgeld war mit 6,5 bis 9 Prozent etwas steifer, Monatsgeld blieb mit 9,5 bis 10,5 Proz. unverändert. Rach den ersten Kursen wurde es etwas lebhafter, da neue Kauforders eingetroffen sein sollen. Die Spekulation schritt zu Deckungen. Dor allem regte aber die Kursbehauptung des Glanzstoffmarktes an, an dem 12proz. Kursbesserungen bei Käufen von interessierter Seite zu verzeichnen waren. Im allgemeinen gingen die Kurse 0,5 bis 2 Proz., bei Kaliwerten bis 3 Proz. über das Anfangsnideau. Brrliner Produktenbörse. Berlin, 14. Iuni. Die etwas festeren Meldungen von den überseeischen Terminmärkten machten hier keinerlei Eindruck, da die Cifoffer- ten für Weizen gegenüber gestern kaum nennenswerte Veränderungen aufwiesen und vor allem die schwächeren Liverpooler Rotierungen Verstimmung auslösten. Angesichts des schleppenden Mehlabsahes bekundeten die Mühlen nur wenig Kaufneigung für Weizen, insbesondere das nur knappe Inlandangebot wurde vernachlässigt, die Mühlen decken den vorhandenen Bedarf in der Hauptsache mit Plataweizen. Soweit in deutschem Weizen überhaupt Umsätze stattfanden, erfolgten sie zu etwa 0,50 Mark niedrigeren Preisen als gestern. Roggen ist vom Inlande auch nur spärlich angeboten. Rachfrage besteht namentlich bei den Inlandmühlen nach Waggonmaterial, jedoch auch nur zu etwa 1 Mark niedrigeren Preisen. Am Lieferungsmarkt ergaben sich Preiseinbußen von 1 bis 1,50 Mark. Das Mehlgeschäft stagniert wieder fast gänzlich. Der Konsum deckt lediglich den dringendsten Bedarf. Hafer liegt bei ausreichendem Angebot matter. Gerste weiter vernachlässigt. Cs wurden notiert (1000 Kilo): Weizen, märkischer, 211 bis 212 (prompte ruhige Lieferung befestigt, Iuli 222 bis 223,50, Sept. 233 bis 235; Roggen, märkischer, 187 bis 189, 3uli 201 bis 202,25, Sept. 208,50 bis 209 (stetig); Futtergerste 176 bis 182 (ruhig); Hafer, märt, 178 bis 188, Iuli 187 bis 188,50 Geld, Sept. 188,50 bis 191 (ruhig); (100 Kilo): Weizenmehl 24 bis 28,25 (still); Rogaenmehl 25,10 bis 27,60 (still); Weizenkleie 11,75 bis 12 (ruhig); Roggenkleie 11,75 bis 12 (ruhig); Diktoriaerbsen 40 bis 48; kleine Erbsen 28 bis 34; Futtererbsen 21 bis 23; Peluschken 25 bis 26; Ackerbohnen 21 bis 23; Wicken 27 bis 30; Lupinen (blau) 18,50 bis 19,50; Lupinen (gelb) 27 bis 29; Rapskuchen 18,50; Leinkuchen 21,30 bis 21,60; Trockenschnitzel 11,25; Sojaschrot 18,40 bis 19,30; (50 Kilo): Kartoffelflocken 16,90 bis 17,40 Mart Amtsgericht Gießen. * Gießen, 11. Iuni. Daß auch der Autoverkehr auf dem Dahnhofsplatz den Bestimmungen über den Kraftfahrzeugverkehr in gleicher Weise wie derjenige in den Straßen der Stadt unterliegt, mußte der Lenker eines Autos, der seinen Weg von der Bahnhofstraße über den Platz nach der Bahnhofshalle nahm, erfahren. Er umfuhr die Ecke an dem Cafe Schwarz, hielt sich dann aber nicht rechts, sondern fuhr in nahezu gerader Richtung nach der Halle. Denselben Weg hatten zwei auswärtige Herren vom genannten Caf6 aus genommen. Hinter diesen erschien plötzlich das Auto, dessen Führer sich erst durch wiederholte Hupensignale bemerkbar machen mußte, bis die beiden Fußgänger auf die mittlere Insel des Platzes (Erhöhung des Pflasters, insbesondere zum Schutze der Fußgänger vor Gefährdungen durch Fahrzeuge) aus- wichen. Der Autoführer hatte sich aber nicht wegen Gefährdung der beiden Herren, die selbst nicht vorsichtig gehandelt haben mögen, zumal der eine schwerhörig war und an lebhaften Bahnhöfen auch erhöhte Aufmerksamkeit der Fußgänger geboten ist, zu verantworten, sondern lediglich wegen Llebertretung des Paragraphen 21 der VO. über Kraftfahrzeugverkehr. Der Angeklagte hätte nach seiner Wendung rechts in den Dahnhofsplatz einen weiten Dogen nach Möglichkeit nach derselben Richtung fahren müssen, um dann an die Halle heranzufahren, auch wenn dort lebhafter Verkehr herrschte, dem er durch verlangsamte Fahrt hätte begegnen können. Er erhielt eine geringe G e l d st r a f e. Die lieber-« tretung gewann nun um deswillen besondere De- deutung, weil der eine Zeuge erklärt hat, er habe einzig und allein um deswillen die Anzeige erhoben, weil ihm nach dem Vorkommnis von einem Schwerkriegsbeschädigten mitgeteilt worden sei, er und andere Schicksalsgenossen von ihm hätten bei ihren Gängen nach dem Dersorgungs- amt an gleicher Stelle schon ähnliche Erlebnisse gehabt. Von der Knegsgräberfürsorge. Die Arbeit des Dolksbundes Deutsche Kriegergräberfürsorge schreitet rüstig fort. Die großen Aufgaben, die er sich gestellt und an deren Erfüllung er arbeitet, erfordern aber außer großen Geldmitteln auch praktische Mitarbeit. Die Kriegsgräberfürsorge ist nicht eine Angelegenheit einiger weniger, sondern des ganzen deutschen Volkes. Der Volksbund hat daher „Patenschaften über deutsche Kriegerfriedhöfe im Auslande" eingeführt. Die Paten haben die Aufgabe, unter Mitwirkung des Dolksbundes einen bestimmten Friedhof instandzusehen. oder auch nur seine Pflege nach der Ausgestaltung zu übernehmen. Die Zahl der Paten steigt von Monat zu Monat. Richt nur ein großer Teil der über ganz Deutschland und die Schweiz verbreiteten Verbände und Ortsgruppen des Volksbundes hat Friedhöfe in eigene Betreuung übernommen, sondern auch Provinzen, Kreise, Städte und Vereine aller Art sind Paten im Volksbund geworden. Räheres über das Wesen und die Ausübung einer Patenschaft ist in besonderen Richtlinien zusammengestellt. Im Iuni- heft der Zeitschrift „Kriegsgräberfürsorge" ist diesem Gedanken ein breiter Raum gegeben. Dor allem finden wir hier praktische Vorschläge für die älebernahme von mittleren und kleineren Friedhofsanlagen in Litauen, deren Pflege nicht allzu große Mittel erfordert. Ieder kameradschaftliche Verein, so klein er auch sein mag, und jede sonstige Vereinigung sollte auf diese Weise dazu beitragen, unseren 2 Millionen Gefallenen einen Bruchteil der Ehrenschuld abzutragen. Gerade durch die praktische Mitarbeit möglichst vieler Paten an den kleineren Friedhöfen und der größeren Verbände und Städte an der würdigen Gestaltung unserer großen Sammel- srtedhöfe in Frankreich wird die Erreichung der Aufgaben und der ideellen Ziele des Dolksbundes wirksam gefördert. Daten für Sonntag, 16. Juni. 1851: der Strafrechtslehrer Georg Iellinek in Leipzig geboren; 1922: Teilung Oberschlesiens. Daten für Montag, 17. Juni. 1810: der Dichter Ferdinand Freiligrath in Detmold geboren; 1818: der Komponist Charles Gounod in Paris geboren; 1897: Sebastian Kneipp, Förderer des Wasserheilverfahrens, in Wörrishofen gestorben. Büchertisch. — Hammer st ein, General d. Inf. a, D. Hans Freiherr von, ehern. Vorsitzender der Deutschen Waffen st ill- standskommission — Spa: Der Waffenstillstand 1918/19 und Polen. (1. Aufl.) Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte m. b. H. Einzelschriften zur Politik und Geschichte. 29. Schrift. (Preis kart. 2 Wt) — (274) — Der Verfasser schildert die Vorgeschichte der polnischen Selbständigkeitsbestrebungen seit dem Ausbruche des Weltkrieges und dann dis Entwicklung dieser Frage seit Ausbruch der deutschen Revolution vom Rovember 1918. An der Hand des amtlichen Materials, offiziöser Veröffentlichungen in der Tagespresse, eigener Tagebuchaufzeichnungen und der Erzbergerschen Erinnerungen erhalt der Leser zum ersten Male ein klares Bild über die Verhandlungen, die im Februar 1919 zur Einstellung der Kämpfe in Posen und Westpreußen, zur Schaffung einer Demarkationslinie dort und in Schlesien führten, und über die äleberführung der polnischen, sog. Haller-Divisionen aus Frankreich nach Kongrev- polen. Eewinnauszug 3. Klasse 33. Prevßisch.Süddevtsche (259. Preuß.) Klassen-Lotterte Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich höbe Gewinne gefallen, und zwar je einet auf die Lose gleicher Nummer in den beiden _____________Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 14. Juni 1929 Ön der Vormlttagsziehung wurden Gewinne über 120 M. gezogen 2 «ttotaxe in 100000 W. 265406 2 ©etoinn« 8n 6000 M. 311294 2 Gewinne ju 9000 W. 27041 4 Dewinn« ,u 2000 M. 38050 364968 4 Gewinn, p» 1000 W. 9204 132364 _ 12 Gewinne »u 800 M. 18616 30484 126110 225031 276340 292586 32 Gewinn« ,u 600 M. 13470 26729 37270 62141 67836 69469 126279 164480 171743 183380 186690 197782 207969 304348 316391 316732 108 Gewinn« xu 400 M. 16324 21746 23306 27269 28617 29347 34683 36583 43569 46814 68301 69054 72106 82827 86244 85450 89809 107360 109690 120461 124238 132371 148527 149584 165304 166450 199120 201337 209862 223377 228016 247632 260829 262902 268528 269334 271277 277626 284405 286210 300343 303387 318833 319298 320986 321368 326523 328929 336744 341416 373965 387368 388716 394713 258 Gewinne tu 240 M. 371 4285 7408 12462 13843 16161 21429 21750 24862 28986 31821 35014 36177 44348 46548 61074 61523 63316 66629 67302 66086 69392 71299 73644 74948 78760 78975 81231 85116 89228 96136 103937 108626 114481 114561 114927 117896 119210 120701 123188 125674 130028 132830 136863 140727 146121 148756 162293 156473 161640 163570 163927 164701 165372 165688 170301 170984 178140 178686 181824 183046 185889 190431 196568 207221 216408 219319 222146 223300 223424 225166 229760 232045 235149 245261 254090 268726 264637 265202 266806 269114 271143 271601 277877 280630 281610 282717 286189 286660 292162 292497 292881 303241 304288 320983 320997 321432 321828 322470 326677 329333 330333 332069 335960 336993 336260 339071 339388 342730 344848 345880 346988 349115 349572 360487 363908 365627 361408 369080 371220 371262 372895 380168 387363 388180 388788 389088 392414 399189 Sn der Nachmlttagsziehung wurden Gewinne über 120 M. gezogen 2 Gewinne zu 60000 W. 282946 2 Gewinne zu 3000 M. 211067 2 Dewinn« zu 2000 W. 336711 8 Gewinn, zu 1000 W. 46325 231633 262395 333130 8 Dewinn, zu 800 M. 28161 36281 110360 376296 26 Gewinn« zu 500 M 90866 136363 166300 203470 238102 260669 279006 336416 361913 363463 365681 385020 399623 102 Dewinn« zu 400 M. 8178 10603 24651 26701 33751 41657 46346 46677 49346 49784 66103 70635 73411 76565 87645 92319 119991 121254 140075 165685 178191 182786 188392 193063 195766 197766 200548 215571 216672 218807 221674 230649 235676 237543 262957 282216 310997 313211 329177 329297 331172 333881 334102 346996 348606 364220 370722 381818 382034 393845 396275 230 Gewinn« ,u 240 M. 6311 6437 7509 7618 9464 10051 18428 22027 32181 36641 44940 45693 46722 46766 52839 66167 83644 94784 93767 102343 107092 109656 110084 116345 118190 124593 126545 130459 130824 136639 140192 147959 160519 163011 154811 167643 164728 167438 168201 171288 172864 174601 180685 186750 186923 186338 187165 187301 187770 188613 193416 194309 196607 198314 201473 201997 216902 219076 222317 226754 236377 238944 246378 250420 250785 254151 267372 271753 274270 277310 277798 279938 280955 283173 285768 292663 294879 297001 297130 298847 301701 302221 304083 305664 308420 309347 310062 318114 325320 327769 330005 331388 336047 339209 339541 344927 345581 347414 347458 360190 352207 366168 356267 366319 367659 367895 363072 364180 376473 379560 380301 384202 384916 388612 392649 Die in' der heutigen Vormittagsziehung gezogenen beiden Hauptgewinne von ie 1COOOO M. fielen auf Nr. 255406 in Abteilung I nach Berlin, in Abteilung II nach Berlin. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, LombardzinSfuß 8,5 Prozent. Rranlfurl a.®|. Berlin Frankfurt a M Berlin Schluß. Rute i-Uh» Kurs Schluß- Kurs Anfang Kurs Schluß- Kur« 1 Ub» Kurs Schluß. Kurs Anfang. Datum 14-6. 15.6. 14.6. 15 6. Datum 14.6. 15.6. 14-6. 15.6. 6% Di. RetchScmleihe o. 1927 . . Di. Anl.-Ablös.-Schuld mti Am los.-Rechten......... DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 7% grauff. Hyp.-Bl. Soldpf. unkündbar bis 1032....... 4K% Rheinische Hyp.-Bank Ltqu- Soldpf............ A.E.G. abg. BorkriegS-Obligation.. rückzahlbar 1932....... *% Schweiz. Bunderv^Anl.. . . 4% Oesterreichliche Soldrte.. . - 4,20% Cefterr. Silberrte..... 4% Oesterreich, einheitl. Rte. . - 4% Ungarische Soldrte...... 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 - 4y,% desgl. von 1913..... 4% Ungarische Krönende.. . . . 4% tttrL Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkisch, Bagdadbahn-Anl., Serie 1........... 4% MqL Serie 11....... 4% Rumänen amoert. Rte. . . . 4ft% Rumänen öolbanL von 1918 tnifl. Deutsche Eisenbahn . . iVi Hambura-Amerika Paket . . . 8 6am6.*$übam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampfschiff.....10 Rorddeutscher Lloyd.....8 AUg. Deutsche Creditaust. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelSgesellsch. . . 12 Commerz, und Privat-Banl. 11 Darmst. u. Nattoualbank . . 12 Deutsche Bank......10 Dirkonw-Sesellschast Unt. . 10 Dresdner Bank ....•• 10 Mitteldeutsche ErediÜxml . . . » ....................• RetchSbank * * * * * 12 87,3 50,95 10,65 86,5 79 87,75 29,5 1,90 22,5 1,95 8,25 8,25 9 118,75 1 187,5 279,5 173 157,25 163 328 I II । । । 1 1 1 1 1 1 1 1 1 HU 1 1 1 1 1 1 1 l£l 1 1 1 1 l§ 8-,5 51 10,6 29,65 23,70 20,10 23,25 1,90 8,5 8,25 8^2 16,8 118,75 148,5 110,13 129,25 131,5 225,5 187,5 278 173,25 157,13 162,5 327,5 51,1 10,7 1,95 192 110,25 129,25 131,25 225 188 277,5 172,75 156,6 162,13 327,75 A.1L.S............v Bergmann...... • • . 9 Del». Lieferungen. .... 10 Licht und Kraft ...... 10 Felten 4 Guilleaume. .... 6 Ges. f. Glettr. Untern.» ... 10 Hamb. Elektr. Werke .... io Rhein. Elektr. ........ 9 Schief. Elektr........10 Schuckert..... 8 Siemens 4 HalLk« . • • • • 12 Lahmeyer 4 Co...... . 10 Buderu«..... .... 5 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle......k Gelsenkirchener ... |. ¥* I. 4 Harvener..... 6 Hoesch Eisen. ...... ..8 Ilse Bergbau ..•••••.& Klöcknerwerke ......? Mannesmann........8 ManSfelder.........7 Oberschlel. Eifcnb. Bedarf. . . 6 Oberschles. KokSwerke.....6 Vhdntr Bergbau......bVi Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinslabl . . . s.»/. Jahr 4^ Rtebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlw......6 Olavi Minen.......8 sh Kali Aschersleben ..... 10 Kali Westeregeln...... 10 Kaliwerk Salzdetfurth ... Id 3. ®- Farben-Industri, ... 12 Dynamit Nobel......... Scheideanstalt........ 9 Goldschmidt ........ 6 Rütgerswerke ........ 6 Metallgesellschaft......11 191,25 221,5 219,5 136 224 398,5 169 71,75 135,5 217 116,65 129,25 92,5 292 127 242,5 248 410 256 : 91,9 129 191,25 220,5 397,5 71 111,5 144 103,75 130 92,13 125,75 242 247 255 91,75 191,4 221,9 159,25 219,5 136,5 224 142,65 163 195 241,25 398,75 169 71,5 113 125,4 135,75 143 225,5 215 104,25 124 116 130,5 87,25 110,13 92,5 292 127 148 99 69 242 248 408,5 255,5 119 92,37 129,25 1ÖO,75 221 159,25 135,75 225,5 161 195,25 240,25 397 70,5 112 125,5 135,5 143,5 126,25 103,25 124 131 109,6 91,75 291,5 126,25 98,5 68,75 240 406,5 254,5 76 91,75 Frankfun a. M. Berlin Berlin, 14. Juni Geld Brief 4 Schluß- Kurs l-Uhr- Kure Schluß- Kurs Anfang- Kur« Französische Holländische Noten..... Noten...... ieTJS 167,86 FS,41 ’ 168,54 Datum 14.6. 15.6. 14.6. 15 6. Norwegische Noten. . . 111,38 58,78 2,49 111,83 80,49 111,82 59,02 2,51 112,27 80,81 59,94 12,49 75.15 Phtupp Huizmann......7 Heidelberger Eement.... 10 (Semem Karlstadt ...... 8 Wayß 4 Freitag......10 112 137,5 177 101,75 — — — ^euiiai*^ciierr.,aioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwester Noten ...... 101 — 59,70 Schultheis Patzenhofer ... 15 — — 310,25 250 310 248,5 455 Tschechoslowakische Noten .. 12,43 72,85 rtanffui Bcr. Glanzstoff ...... 18 456 457 457 354 253,5 190,5 113 Devisenmarkt Berlin t a. W. Helisloff Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer GaS........8 Daimler Motoren......0 Deutsche Maschinen-Fabrü . . o — 252,75 193 252,5 Telegraphische Auszahlung. — 111,5 14. Juni 15. Juni 59,25 — 60 51 209,5 59,25 50,6 52,5 205,5 27,75 92,13 284 122,75 Amtliche Notierung Geld । Briet Amtliche 'J Geld totieruna Briet Adlerwerle Kleoer......k> Ludw. Loewe.......10 Rat. Automobil.......0 Orenstein 4 koppel • .... 5 Leon-ard Tietz ....... 6 Bamag-Meguin ....... 0 Franls. Maschinen......6 Griyner ....*•••• 11 Lechwerke. ....... 8 Mainkrastwerk, ....... 8 Mtag..... 10 Nelmsulmer ....... .8 Beiers Union ........ 8 Gebe. Roeder ....... 10 Botgt 4 Haeffner......8 Südd. Zucker........6 Dan 51,25 52 71,65 77,5 107 123 126,5 115,5 222 tnoten 1 1 1 1 M 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 52 207 27,75 92,5 285 53,25 70 77,3 122,75 125,25 221 145 Amil.-Nott. Buen-AireS Brfl.-Antw Christi ania. Kopenhagen Stockholm - Helstngt'orS. Italien. . - London. . . Wcutjor! . . Paris.... Schweiz . . Svanien. Japan . . - Rio de Jan. Wien in D-> Lest, abgest &>•:: Budapest. . Bulgarien. Lissabon . - 163,21 1,753 58,16 111,71 111,63 112,09 10,523 21,915 20,316 4,1935 16,37 80,59 59,91 1,840 0,437 58,855 12,401 7,365 73,07 3,029 18,73 168,55 1,757 58,23 111,93 111,85 112,31 10,543 21,955 20,356 4,2015 16,41 80,75 60,03 1,844 0,499 58,975 12,421 7,379 73,21 3,035 18,77 168,18 1,752 58,14 111,62 111,62 112,13 10,529 21,92 20,313 4,190 16,375 80,57 59,79 1,841 0,496 58,84 12,398 7,363 73,01 3,031 18,73 168,52 1.756 58,26 111,84 111,84 112,35 10,549 21,96 20,353 4,198 16,415 80,73 59,91 1,845 0,498 58,96 12,418 7,374 73,15 3,034 18,77 Berlin. l4. Juni Geld Brief Danzig. . - Konstantia. Athen. . Canada - Uruguay. . Cairo . . - 81,18 2,023 5,44 4,159 4,086 70,85 81,34 2,027 5,45 4,167 4,044 70,89 81,19 2,018 5,415 4,154 4,036 20,838 81,35 2,012 5,425 4,162 4,044 20,878 Lmemkcmi'che Noten ..... Belgische Noten........ Dänische Noten........ Englische Noten........ 4,17 58,08 111.32 20,29 4,19 58,32 111,82 20,37