i das Beste nde! srca, 1 zwei JoßejL iteiiti attet! MI r Schnelder- « Stofflager mein Name LSD u Ihrem :n-Lastwagen :elswert ehah® 1U Oiebeo -92* Tel. 4121 iVdieron ]Q& b.aasbe?-. idier ,o -LOttBPie Montag, 15. April 1929 179. Jahrgang Nr. 87 Erstes Blatt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dntd und Verlag: vrühl'sche Universitats-Buch- und öteindruckerei R. Lanze in Gießen. Lchnftleitung und Sefchäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 wachen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. IüMemoMdumderMierienGläMgerliegidrrKonferenzvor Entwicklung zu größerer Freiheit des Richters sei. wie die Strafgesetzentwürfc zeigten. nod> nicht abgeschlossen. Dem Gericht falle mehr denn je die Aufgabe zu. die tiefen seelischen Röte des Volkes zu erkennen und in ihm das Gefühl für die Notwendigkeit einer festen Rechtsordnung, den Glauben an die Ge- rechtigkeit wieder zu erwecken und zu befestigen. Der Entschluß, zu seinem Teil an dieser Verantwortung teilzunehmen, würde ihm durch die Ge- witzheit erleichtert, daß alle, die an dem höchsten Gerichtshof wirkten, einheitlich VZahrheitunc Gerechtigkeit und nichts als Wahrheit unk Gerechtigkeit erstrebten. beugsamen Willens vereint. Ein gerechter Richter; Iveder im Alten beharren, noch das Alte gewaltsam brechen, sondern im Wege der Entwicklung Welt und Recht einander anzupassen, scheint mir die Aufgabe des Richters zu sein. Die alten Gesetze mit aus neuer Erkenntnis geschöpftem, lebendigem Geist zu erfüllen. das ist die Mission, die dem Richter und gerade dem höchsten Gerichtshof zufällt. Als dienstältester Richter des Reichsgerichts sprach Senatspräsident Dr. Struckmann dem neuen Präsidenten vollstes Vertrauen aus. Oberreichsanwalt Dr. Werner sprach im Rainen der Reichsanwaltschaft. Für die beim Reichsgericht zugelossenen Rechtsanwälte sprach Geheimer Iustizrat Dr. Sund herzliche Worte der De- Oie Ernennung der neuen Reichsminister. Berlin, 13.April. (ÖJIB.) Der Reichspra f i b e n t hat heule auf Vorschlag des Reichskanzlei den Reichsmlnisler 6 och. Wes er auf seinen An trag aus dem Amte des Reichsmlnislers der 3uffl'; entlassen und den Reichsminifier o.D. vor (Buerarb, 2H.b.B., zum Relchsminisler der 3u filz ernannt. Ferner hat der Reichspräfidenl au Vorschlag des Reichskanzlers den preußischen 2Hi nislerpräsidenlen a. D. Dr. S t e g e r w o l d, M. d. R. zum Reichsverkehrsminister, und den Reichskan; ler a. D. Dr. Wirth, 2TL b. zum Minister ffii die befehlen Gebiete ernannt. aller Deutschen und, wir glauben sagen zu können, aller unvoreingenommenen Experten, tragbar ist. — Die ,®2I3•“ spricht von dem T o d e s st o h für die Tributkonserenz. Es wäre grenzenlos optimistisch, wenn man heute noch an einen Erfolg der deutschen Bemühungen glauben wollte. Der Sachverständigcncharak- tcr der Konferenz sei restlos untergegangen, und es habe sich der Block der Alliierten herausgeschält. — Der „Lokal a n z." nennt die Forderungen ebenfalls indiskutabel. Man habe nicht sehen wollen, was die deutschen Delegierten pflichtgemäß an ernsten Einwürfen gegen den Bericht des Reparationsagenten einbrachten. — Die „Kr e u z z e i t u n g" überschreibt ihre Rachricht „Pariser Milliarden- Markt", die „Deutsche Tageszeitung" „Die Maske Geld". Der „Tag" weist darauf hin. daß es nicht auf den Gegenwartswert von 38 Milliarden ankomme, sondern darauf, daß Deutschland mit Zins und Zinseszins in zwei Menschenaltern das Dreifache dieser Summe zahlen soll. Vertreter der „Voss. Ztg.", der ebenso wie die anderen Berichterstatter, darauf hinweist, daß die bisher veröffentlichten Zahlen noch hinter der Wirklichkeit zurückzub leiben scheinen, bezeichnet es als den einzigen Lichtblick, daß das Memorandum nicht die Unterschrift des Konferenzvorsihenden V o u n g trägt und glaubt daraus den Schluß ziehen zu dürfen, daß Voung es abgelehnt hat, sich mit den Forderungen der Gläubiger-Lander zu identifizieren, die für Deutschland nicht nur unannehmbar, sondern auch indiskutabel sind. — Auch der „Vorwärts" bezeichnet die Forderungen als schlimmer, als alle vorhersahen und weist ebenfalls auf das Fehlen der amerikanischen Unterschrift hin. — Die „G e r - mania“ schreibt: Was die Höhe der Forderungen anbelangt, so liegt sie weit jenseits dessen, was nach übereinstimmender Meinung Berlin, 14. April. (WTB.) Die Blätter nehmen bisher nur zum Teil Stellung zu den von den Alliierten in Form eines Memorandums in Paris aufgestellten Forderungen, aber alle Zeitungen, ganz gleich welcher Parteirichtung, bringen in den Ueberschriften und in den Ausführungen ihrer Pariser Berichterstatter in schärfster Form zum Ausdruck, daß die bisher genannten Zahlen für Deutschland unannehmbar sind. Das „Berliner Tageblatt gebraucht die äleberschrift: „Die maßlosen Forderungen der Gläubigermächte" und schreibt: Daß ein 3a für eine derartige Zahl vollkom- , - ... - - _. - - men ausgeschlossen ist. braucht nicht noch Tätigkeit sei ihm die hohe Bedeutung einmal begründet zu werden. - Der Pariser I sprechung besonders klar vor Augen getreten. Die Einweisung des neuen Reichsgenchlspräsidenien Iieichsmimster Koch-Weser über die Aufgaben des deutschen Richters. grüßung. Hierauf führte Reichsgerichtspräsident Dr. Bumke u. a. aus: 3n seiner gesetzgeberischen )m die hohe Bedeutung der Recht- Leipzig. 13. April. (WTB.) Heute mittag fand in der Dienstwohnung des Reichsgerichts- Präsidenten die feierliche Einweisung des neuen Präsidenten Dr. Bumke in sein Amt statt. Reichsminisier Dr. Koch-Weser war, begleitet von Staatssekretär Ioel und Ministerialdirektor Schlegelberger, persönlich erschienen, um als letzte Amtshandlung die Einführung vorzunehmen. In seiner Einführungsrede führte der Minister u. a. aus: „Ich habe im Reichskabl- nett an der Seite des scheidendenPrä- s i d c n t e n gestanden, als er mit Mut und Geschick als Außenminister die ersten mühseligen und fast hoffnungslosen Schritte im Kampfe Deutschlands um sein Recht gegen eine Welt von Siegern unternahm. Dem ungleichen Kampfe gegen internationales Tlnrecht sind fast sieben Iahre gefolgt, in denen er an dieser Stelle tätig gewesen ist und in denen er als unermüdlicher uni) unerschrockener Wahrer des Rechts und der Gerechtigkeit gelebt und gewirkt hat. Linser aller Dank ist seiner vorbildlichen Arbeit im Dienste des Reichs und des Rechts gewiß. Für Ihre Ernennung, hochverehrter Herr Prä- sident, trage ich die Verantwortung. Ich trage sie nicht schweren Herzens; denn Sie entlasten mich durch das tiefe Verantwortungsgefühl, mit dem Sie selbst Ihr neues Amt übernehmen als Krönung eines Lebens, das in Jahrzehnten treuer und erfolgreicher Pflichterfüllung dem Gedanken des Rechts gedient hat. Die Erfahrung, die Sie bei der Gestaltung von Gesetzen gewonnen haben, wird Sie bei ihrer Auslegung und Anwendung leiten. Wir alle, die wir Ihre Person und Ihr Wirken kennen, sind davon überzeugt. Sie werden ein deutscher, ein unabhängiger und ein gerechter Richter sein. Ein deutscher Richter sind Sie. weil Sie sich als Glied unseres Volkes mit seiner tausend- । jährigen Geschichte der Größe und des Leidens fühlen, weil Sie klopfenden Herzens die unsäglichen Bemühungen der letzten zehn Iahre um seine Wiederaufrichtung miterlebt haben und weil Sie den deutschen Menschen lieben, der mit seinem Geist, seiner Disziplin und seiner Arbeitskraft für unser armes Land das b e st e Gut und der wertvollste Besitz ist. — Ein unabhängiger Richter; die Unabhängigkeit des Richters entspricht dem Geist der Weimarer Verfassung. Wir leben in einem Staate, der aus den Ideen entstanden ist, die das 19. Iahrhunöert beherrscht haben und deren vornehmste der Schutz der Freiheit des Bürgers ist. Die Freiheit des Bürgers aber beruht auf der Unabhängigkeit des Rich- I ters und diese wiederum auf dem Prinzip der Gewaltenteilung. Bei der Ernennung des I höchsten Richters des Reiches ist von keiner Seite auch nur die leiseste Anregung zu einer parteipolitischen Besetzung dieses Amtes gekommen. Was wir gesucht haben, war ein Mann, der I Verständnis für die Bedürfnisse und Empfindungen einer mit äußeren Röten und inneren Problemen der schwer ringenden Zeit besitzt, der I frei- ist von Dünkel und Vorurteilen und der mit I der äußeren Unabhängigkeit, die ihm der Staat garantieren muß, die innere Unabhängigkeit eines I freien und überlegenen Geistes und eines un- fitjung zusammengelrelen ist, wurde wiederum wie vor acht Tagen Beschwerde über das verhalten eines Teiles der französischen Presse geführt. Deutscherseits ist darauf hingewiesen worden, daß die Pressekampagne der letzten Tage den Charakter der Reparalionskonferenz dadurch entwertet hat, daß man von Parteien, die einander gegenüberstehen, gefprodjen Hal, während in Wirklichkeit eine Konferenz tagt, die ein die All- । gemeinheit interessierendes Problem ohne Rücksicht auf politische Fragen zu lösen hat. Die Arbeit der Sachverständigen ist begründet auf ihrer Kenntnis von den finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenhängen in der Well und ihrer Verbindung mil dem Reparationsproblem. Die Aufgabe der Sachverständigen besteht darin, in gründlicher gemeinsamer Untersuchung zu erforfdjen, wieviel Deutschland im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit bezahlen darf, ohne ans dem Rahmen der Weltwirtschaft auszufcheiden. und was die reparationsberechtigten Länder an Zahlungen und Leistungen im normalen Wirlschafts- auskausch erhalten können. Die Tatsache, daß der Vorsitzende OwenPoung das Memorandum der Delegationen der vier haupt- reparationsberechtiglen Länder enlgegengenommen Hal. ist nicht in dem Sinne auszulegen, daß er sich selbst mil diesem Memorandum identifizierl. Wassagt die deutscheDelegation? Abänderung der Modalitäten und der Ziffern. Paris. 14. April. (WTB.) Der ..Matin" will in verantwortlichen deutschen Kreisen gestern erfahren haben, daß man dort das Memorandum der alliierten Sachverständigen als unannehmbar bezeichnet habe. Man habe in diesen Kreisen diese Stellungnahme tote folgt erläutert: Rach unseren Berechnungen haben wir endgültig nur einen Nachlaß von 2 0 0 Millionen gegenüber den Datoesannut- täten erzielt; zwar unter Verzicht au f d e n Wohlstandsindex, aber auch unterVer- lust der sehr wertvollen Garantie des Transferschutzes. Wir denken gewiß nicht daran, lediglich wegen eines Nachlasses von jährlich 200 Millionen eine politische § Schuld in eine Handelsschuldumzu- wandeln, unbedingte Verpflichtungen zu übernehmen und auf jede Garantie zu verz ichten. In Wirklichkeit, so fügt der „Matin" hinzu, schicke sich die deutsche Delegation an, am Montag eine Frist zu verlangen, um Zeit für die sorgfältige Prüfung der Anregungen der Gläubiger zu gewinnen. Schließlich würden die deutschen Delegierten auch ihrerseits Llnterredungen mit dem Vorsitzenden Owen Voung haben und vielleicht alsdann ihrer Regierung berichten. Iedenfalls würden sie gewiß nicht das Memorandum annehmen, ohne längere und energischste Bemühungen unternommen zu haben, ohne eine Abänderung nicht nur der Modalitäten, sondern auch der Ziffern durch- zusetzen. Oie amerikanischen Neparationsansprüche. Eine Konferenz in Washington. London. 15. April. (WTB. Funkspruch.) Moringpost meldet aus Washington: Man nimmt an. daß sowohl Morgan, als auch Owen D. Boung der Ansicht sind, daß ihre Kollegen im Sachverständigenausschuß eine zu h o h e Gesamtreparationssumme festgesetzt haben. Nach Eintreffen ihrer Berichte in Washington wurde vorgestern abend eiligst eine KonferenzimWeißenHause zusammenberufen. auf der die Haltung der Regierung Hoover in der Frage einer Verminderung der amerikanischen Reparationsansvrüche erörtert worden ist. An der Konferenz nahmen teil Staatssekretär Stimson, Schatzsekretär Mellon und der Vizesekretär des Schatzamtes Ogden Mills. Es ist nicht bekannt.' ob die Vereinigten Staaten durch die Lage veranlaßt worden sind, einen endgültigen Standpunkt in der Frage der Gesamtannul- täten einzunehmen. Man nimmt an, daß es Hoover schwer sein wird, die amerikanischen Ansprüche zu vermindern. Berliner Presseecho. Einmütige Ablehnung der alliierten Forderungen. Der Herr Reichspräsident hat an den scheidende! Reichsminister der Justiz Koch-Weser das nach stehende Schreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr Reichsminister! Ihrem An frage um Entlassung aus dem Amte des Reichs Ministers der Justiz, das Sie im Juni v.I., um eilt aufgetretene Lücke auszufüllen, übernommen habetz habe ich in Würdigung Ihrer Gründe durch den bei folgenden Erlaß entsprochen. Ich möchte Sie abe nicht aus der Reichsregierung scheiden lassen, ahn Ihnen im Namen des Reiches für die wert vollen und umfassenden Dienste z' danken, die Sie als Reichsjustizminister wie al Mitglied der Reichsregierung während Ihrer Amts zeit geleistet haben. Ich gedenke hierbei besonder, der großen Förderung, die die Strafrechts reform durch Sie erfahren hat. Mit meiner Danke für Ihre Arbeit verbinde ich meine aufrich tigen Wünsche für Ähr persönliches Wohlergehv wie für Ihr weiteres Wirken. Mit freundliche! Grüßen bin ich Ihr ergebener (gez.) v. Hinden bur g." Oie Zungdemokraten zur politischen Krisis. Berlin, 14. April. (Telun.) Der jung demokratische Verband Berlin-Brandenburg hiel eine ordentliche Verbandstagung ab. Als Gast waren zahlreiche Reichstags- und Landtagsabge ordnete sowie der preußische Staatssekretär Abegs erschienen. Den Hauptvortrag hielt Hans K a l ti mann über das Thema „Die Krise des Parla mentarismus und die junge Generation''. Er be jahte das Vorhandensein einer offenen Krise del Parlamentarismus, allerdings nicht einer Krik der Idee, sondern der politischenPraxtä Es handele sich im Grunde um eine Krise bei liberalen Parlamentarismus. Die Führer a u s l e s e habe versagt. Bedauerlich fet aud der Mangel an Verantwortungsgefühl, so das man die Krise des Parlamentarismus in weiter Maße als eine Krise des Verantwvr tungsbewußtseins bezeichnen föime. Einer erhebliche Teil seiner Ausführungen widmete de Redner den Bestrebungen der Front 1929 uni des Iungdeutschen Ordens. Er lehnte den Zu sammenschluß weiterer Kreise der jimgen Genera fion nicht grundsätzlich ab, allerdings in der Vor auösetzung, daß wirklich neue Ideen Vorhand« seien, was er bei den genannten Verbänden abe vermisse. Zum Schluß skizzierte er kurz die Ziel der jungdemokratischen Bewegung, wobei er be sonders die Führerauslese und eine stärkere Poli lisierung des Volkes hervorhob. Die vorhanden« Schwierigkeiten dürften nicht zur Hoffnungslofig Oas Zahlenrätsel. Seit zwei Tagen nennt die französische und eng lische Presse Ziffern, auf die sich angeblich die vier Hauptgläubigcr, Frankreich, England, Italien und Belgien geeinigt hätten. Dabei wird betont, daß ihre 'Nennung leinen ultimativen Charakter trage, und daß — wenigstens deuten das einige Blätter an — sich wohl nach etwas abhandeln lassen würde. Aber zunächst rnüsstn wir einmal versuchen, diese Ziffern als Ausgangspunkt zu nehmen. Dabei gelangen wir zu dem überraschenden Resul- tai, daß die im allgemeinen gut unterrichteten und hier dock) offenbar gleichzeitig und gemeinsam für eine Stimmungsmache zugunsten der bevorstehenden Nennung solcher Ziffern angefetzten Blätter unter sich außerordentlich ft art abweichen , daß es insbesondere in Frankreich mit der Arithmetik recht schiecht bestellt sein muß. Nehmen wir einmal den Temps, das im allgemeinen maßgebendste Regierungsorgan: da steht von einer veränderlichen Annuität, die sich über 37 Jahre erstrecken und von 1,7 bis 2,4 Milliarden ansteigen soll, gefolgt von einer f c ft e n für weitere 21 Jahre in Hohe von je 1700 Millionen; in Alternative damit sollte ein Borschlag mit nur festen Jahres- zahlungen erfolgen, und zwar über 2,1 bis 2,2 Milliarden für 37 Jahre, 1,7 Milliarden für weitere 21 Jahre. Es kommen alfo in beiden Fällen 80 Milliarden für die 37 Jahre, 3 5,7 für die 21 Jahre, oder insgesamt rund 116 Milliarden heraus. Abgesehen davon, daß das keine diskutablen Ziffern find, weichen sie von denjenigen anderer Blätter erheblich ab. Der „Petit Pari- f i e n", häufig auch inspiriert, spricht von einen' Durchschnitt zwischen 1,7 und 2,3 Milliarden, also rund 2 Milliarden jährlich, das „Echo d e Pari s" aber von einem Durchschnitt von 2,2 bis 2,3 Milliarden. Wie dem aber auch fei, scheint man sich die 37 + 21 Jahre und eine Höhe der Annuitäten in den Kops gesetzt zu haben, die in der ersten Periode zwischen 2 und 2,4 Milliarden im Durchschnitt, in der zweiten um 1,7 Milliarden herum liegt. Man kann also inindestens ungefähr den Gegenwartswert, die K a p i t a l f u in m e dieser Leistung errechnen. Nimmt man die A m o r t i f a t i o n innerhalb der oben genannten Zeiträume und den, durch den Dawesplan festgelegten Zinsfuß von 5 v.H., so erhält man einen Gegenwartswert der Kapitalsumme von etwas über fünfzig Milliarden GoIdin a.r k. Die Pariser Blättsr behaupten demgegenüber— z.B. das„Echo'de Paris" — es handle sich um einen Gegenwartswert von 36 bis 38 Milliarden, wovon 26 Milliarden Amerika znfließen würden; übereinstimmend berechnet dieses Blatt und der „Petit Parifien" den Ueberfchuß für die sogenannten eigentlichen Reparationsansprüche auf 12 Milliarden, der /.Matin" spricht von 13 Milliarden, das „Journal" von 8 Milliarden für Frankreich allein, der „Avenir" nur von 7 Milliarden. An einer Stelle wird daraus verwiesen, daß die Dawes- annuitäten von der Annahme eines Gegenwartswertes von 47 Milliarden ausgegangen fei. Richtig gerechnet hat keiner, obwohl die Aufgabe gar nicht sehr schwer mar. (5s ist natürlich ausgeschlossen, daß sich Deutschland auf derartige Ziffern cinlaffen kann und für einen anfänglidjen 'Nachlaß von je einigen hundert Millionen im Jahr eine mehr als entsprechende Verlängerung der Zahlungsdauer, einen weitgehenden Verzicht auf den Transferschutz und eine Kommerzialisierung zuläßt, die man in Höhe der mehrerwähnten 12 Milliarden erreichen möchte, und die mindestens diesen Teil der Riefensumme in eine unwandelbare mit dem deutschen Kredit für ihre ganze Laufzeit verbundene Privat schuld umändern würde. Aber es ist notwendig, über diese ziffernmäßigen Ansprüche der Gegenseite i m kl a - r e n zu sein, wenn man mit der notwendigen Sachkenntnis und Objektivität die weitere Diskussion verfolgen will, die sich an diese Nennung der Glau- bigermün|'d;e nunmehr anschließen durfte. Noch keine Oiskufsion -es Memorandums. Ter Charakter der Eachvcrständiqen- komcrcnz. Paris, 13.April. (WTB.) Die heutige Voll- fitzung der Reparationskonseren; dauerte von 11.30 bis 12.40 Uhr französischer Zeit. Seitens der vier hauptglaubigerdelegationen wurde, wie angekundigt, das Memorandum dem Sachverftandi- genausfchuß als solchem und nicht etwa der deutschen Delegation übergeben. Das Dokument soll als Beitrag zur Erleichterung und Klärung der Diskussion über die Ziffern dienen. Das Memorandum, das als Vorschlag zu gelten hat, nicht aber als ein Beschluß der Hauptgläubiger, wurde in der heutigen Sitzung zur Verlesung gebracht. Die nächste Vollsitzung findet am Montag, 11 Ahr, statt. Sie wird darüber zu entscheiden haben, ob eine Veröffentlichung des Textes des Memorandums erfolgen soll oder nicht. Eine Diskussion über den 3«halt des Dokumentes fand heute nicht statt, jedoch eine Besprechung über die Zweckmäßigkeit der Veröffentlichung. Heber die Ziffern ist amtlich nichts m i t g e l e i l t worden. 3m Laufe der Besprechung des Presseausschusses, der aus je einem Mitglied der sieben vertretenen Delegationen besteht, und der nach Sd)tuß der Voll feit fuhren. — An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache in der Reichstagsabgeordneter Professor Bernhard für eine Ergänzung des politischen Parlaments durch eine wirtschaftliche Kammer eintrat und diese von verschiedenen Jugendbewegungen erhobene Forderung als eine Wc fruchtbarsten und lebendigsten bezeichnete. Der Fall Strelitz und die Reichsreform. Eine bedenkliche Entwicklung. Berlin. 14. April (Priv.-Tcl.) 2n dem kleinen deutschen Lande Mecklenburg-Strelitz ist gegenwärtig eine Krisis im Gange, die in ihrer Bedeutung weit über die üblichen Regierungskrisen in deutschen Ländern herausreicyt, die durch die unklaren Mehrheitsverhaltniffe in den Landesparlamenteri hervorgerufen werden. In Mecklenburg-Strelitz sind seit den letzten Wahlen die Zustände um so verworrener, als dort persönliche (Stimmungen und Ver- stimmunoen eine noch ausschlaggebendere Rolle spielen als anderswo. So ist es gekommen, daß eine Zeit lang der vollsparteiliche Vertreter im Strelitzer Parlament sich politisch mit den Sozialdemokraten verband, während die Demokraten mit den Deutschnationalen zusammengingen. Reuerdings aber haben Demokraten und Hand- werlcr sich doch ben Sozialdemolraten genähert, man konnte sich aber über die Person des zu ernenrtenben Staatsrats mit den Sozialdemokraten nicht einigen. Während nämlich die Demokraten den T e l e g r a p h e n - I n s p e k t o r Gundlach zu dieser Würde verhelfen wollten, verlangten die Handwerker, daß der Schneidermeister Frömke an diesen Platz ruac. Da sich nun die beiden Gruppen über den Personenstreit Gundlach-Frömke nicht einigen konnten, brach in Mecklenburg-Strelitz eine Krise aus, indem nämlich dem einzigen Staatsminister, dem Sozialdemokraten F r e i h e r r n v. R e i b - n i h sein Haushalt abgelcynt wurde. Die Sozialdemolraten gehen nun aufs Ganze und wollen in einer neuen Abstimmung Herrn von Reibnitz die vorläufige Weiterführung seines Amtes verbieten. Das hätte zur tfolge einen Zustand der Regierungslosigkeit und damit ein Eingreifen des Reiches. Schon Jeu Tagen befindet sich vom Reichsinnenministerium Ministerialrat H ü n h f ch e l. der Leiter der Vcr- sassungsableilung im Reichsinnenministerium in Reu-Strelitz, um die Entwicklung dieser weltbewegenden Krise zu beobachten, und dabei im besonderen den verantwortlichen politischen Kreisen den kritischen Charakter ihrer . innerpolitischen . Situation tlarzumachen. Sollte die Einigung am < Montag nicht zustande kommen, so würde die ' Reichsregierung auf Grund der Deichsverfassung eine kommissarische Verwaltung ein- sehen müssen. In Strelitz muß man sich habet klar sein, daß das Reich im Falle der Unmpge tichkeit der Lösung dieser Krise gezwungen wäre, auch die Mecklenburg-Strelitz zustehenden Landerüberweisungen zu sperren, da doch bei dem jetzigen regierungslosen Zustande keine verantwortliche Person vorhanden ist, die die äleberweifungen in Empfang nehmen kann. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Sozialdemokratie des Deiches und Preußens mit der von Mecklenburg-Strelitz hier einträchtig zu dem Ziel zusammenarbeiter, den Anschluß von Mecklenburg-Strelitz an Preußen zu erreichen. Man wurde damit die Entwicklung fortsehen, die jetzt durch den Anschluß von Waldeck begonnen hat und die zu der Bildung des groß- preußischen Reichs in Rorddeutschland fuhren soll. Für die Gesamtentwicklung Deutschlands und für jede gesunde Reichsreform wäre eine solche Ausdehnung Preußens verhängnisvoll. Auf der Ländevkonserenz war man sich darüber einig, daß der Weg zu einer organischen Reichs- resorm niemals über ein Groß-Preu- V en führen dürfe, weil dadurch die Gefahr einer neuen Mainlinie entstehe. Aber was nützen die schönsten gemeinsamen Entschließungen, wenn die politische Praxis so ganz anders aussieht. Es liegt auf der Hand, daß die gegenwärtigen Zustände sich nicht mehr lange halten lassen, weil aus diesen oder jenen Gründen, meist aus finanziellen Schwierigkeiten auch noch in anderen kleineren und mittleren Ländern Krisen ausbrechen werden, die durch ein'ähnliches Zusammenwirken der sozialdemokratischen Regierungen wie im Falle Strelitz leicht eine verhängnisvolle Lösung finden könnten. Auch aus diesem Grunde wirb man eine schleunige Förderung einer gesunden und organischen Reichsresorm mit allen Kräften anstreben müssen. Ergebnislose Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau. Essen, 13. April. (WB.) In den Verhandlungen zwischen dem Zcchenverband und den Bergarbciter- verbänden forderten die Gewerkschaften eine allgemeine Lohnerhöhung von einer Mark j e S ch i ch t, was vom Zcchenverband a b g e l e h n t wurde. Dieser schlug wegen des engen Zusammenhanges zwischen Lohn-, Arbeitszeit- und Manteltarif, die von ihm zum 30. Juni gekündigt sind, eine Hinausschiebung auch der Lohnregelung bis zu diesem Termin vor. Gleichzeitig erklärte der Zechenverband, daß er mit Rücksicht auf die Lage des Ruhrbergbaues eine Verlängern n g d e r Schichtzeit unter Tage um eine halbe Stunde, also wie in der Vorkriegszeit, oder eine Lohnherabsetzung von 5 v. H. verlangen müsse. Da d>e Gewertschasten dies a b l e h n t e n , wurden di Verhandlungen abgebrochen. Sie werden voraussichtlich am 22. April vor dem Schlichter fortgesetzt werden. Die BsinebsraLswahlen auf den Kieler Wersten. Kiel, 13. April. (WTB.) Auf den großen Kieler Werften, der Germania-Werft und den Deutschen Werten, sanden die Betriebsratswahlen statt, die im Hinblick auf die starken gewerkschaftlichen Gegensätze innerhalb der Arbeiterschaft als Stimmungsbarometer zu bewerten sind. Die Kommunisten, die bei zahlreichen Wahlen der letzten Zeit Gewinne verzeichnen konnten, haben auch bei den heutigen Betriebsratswahlen Stimmen und Sitze erringen können. So erhielten sie bei den Wahlen zum Betriebsrat auf der Germani a-Werft vier Sitze, während sie bisher hier überhaupt nicht vertreten waren. Die freien Gewerk- Lchen Pfingsttagungen bedeuten als einzige Veranstaltungen des Schutzbundes in der Oeffentlichkeit, Etappen der wachsenden Volksdeutschen Bewegung. Die Jubiläumstagung dieses Jahres findet in der Woche vor Pfingsten auf Einladung von Stadt und Land in Salzburg statt. Sie sieht im Zeichen der verantwortungsvollen Rückschau auf zehn Jahre Dienst am Grenz- und Auslanddeutschtum. Heidelberger Rekord-Fremdenverkehr. Der Besuch von Fremden in Heidelberg hat im Jahre 1928 einen Rekordstand erreicht. Zum ersten Male wurde die Ziffer 2 0 0 0 0 0 überschritten, denn es übernachteten in Heidelberg 202 464 Fremde gegen 188 473 im Jahre 1927. Die Vereinigten Staaten stehen an der Spitze der Besucher mit 16 500; in weitem Abstand folgen England (nur 4838), Holland, die Schweiz, Oesterreich, Dänemark und die Tschechoslowakei. Den großen Besuch von Amerikanern erklärt eine Aeuherung des Direktors Der Reichszentrale für den deutschen Reiseverkehr, Geheimrat Kraus, der feststellte, Heidelberg sei für den Amerikaner das Schlagwort unter der gesamten deutschen Fremdenwerbung. Interessant ist auch, daß bei 80 000 Heidelberger Einwohnern auf deren 1000 2530 Fremde entfallen. Die Gssamtbefucherzahl berechnet man mit etwa 1,5 Millionen! Die Reichsforschungsgesellschosl für Bau und Wohnung. Vom 15. bis 17. April tagt in Berlin die Reichsforfchungsgesellschast für wirtschaftliches Dau- und Wohnungswesen. An der Tagung werden 46 Fachvcrbände der deutschen Bauwirtschaft teil- nefjmen, und in fünf Hauptgruppen sollen 50 Fachreferate über die bisherigen Forschungen und Studienarbeiten und über die neuen und neu zu schaffenden Wohnungen gehalten werden. Dieser Tagung kommt für die ganze deutsche Dauwirt- schaft eine überragende Bedeutung zu, da auf ihr erstmalig die bisherigen Ergebnisse der Arbeiten der Reichsforschungsgesellschaft auch der breiteren Oeffentlichkeit unterbreitet werden dürften. Die Reichsforschungsgesellschaft, die erst auf ein kurzes Bestehen zurückblicken kann, vereinigt alle Jntercssensragen des Bauwesens und alle Fragen der Baupolitik in sich. Bis zu ihrer Gründung, die noch nicht allzuweit zurückliegt, beschäftigte sich lediglich die private Dauwirtschaft mit den aKgemeinen Rational» sierungsfragen. Die Mannigfaltigkeit der privaten wirtschaftlichen . Interessen hat jedoch eine Normte- rung unv Typisierung, die der ganzen Bauwirtschaft zugutekommt, unterbunden, so daß sich das Reich ins Mittel legte, die Forschungsgesellschaft ins Leben rief und ihr alle Zweige der Bauwirtschaft systematisch angliederte. Der Aufbau des Instituts ist gegenwärtig noch nicht ganz durchgeführt. Trotzdem ist aber schon ein beträchtliches Stück Arbeit geleistet worden, über die die kommende Tagung Rechenschaft ablegen soll. Es sind mit Unterstützung und Förderung dieser Reichsanstalt z. B. in Dessau, Frankfurt a. M., München, Stuttgart, mehrere Versuchssiedlungen errichtet worden, die nach den bisherigen Rationalisierungsergebnissen der Forschungsgesellschaft aufgestellt worden sind. Die Erfahrungen, die mit diesen Versuchssiedlungen gemacht worden sind, lassen die Hoffnung auf eine weitere günstige, die Bautätigkeit befruchtende Arbeit der Forschungsanstalt zu. Wenn es bereits gelungen ist, bei den neuen Siedlungen eine erhebliche Senkung der Baukosten und damit die Verbilligung der Mieten für die Volkswohnung durchzuführen, wenn fernerhin dis Qualität der Wohnungen den Anforderungen der modernen Bedürfnisse entsprechen, so hat die Reichsforschungs- anstalt die Aufgaben und Ziele, die sie sich gesteckt l)at, zum Nutzen der deutschen Bauwirtschaft erfüllt. (Entgiftung des Leuchtgases. Bei den Berliner städtischen Gaswerken sind seit Jahresfrist chemische Versuche im Gange, die den Zweck verfolgen, daS Leuchtgas nach Möglichkeit zu entgiften und auf diese Weife die zahlreichen Unfälle unmöglich zu machen, die durch Llnvorfichtigkeit usw. sich ereignen. Lieber die technischen und chemischen Einzelheiten wird vorläufig strengstes Stillschweigen gewahrt, weil die Entgiftungsmethodcn, sofern sie sich in der Praxis bewähren sollten, patentiert werden sollen. Der Aeczlekonflikl im Lichlerfelder Kreiskrankenhaus. Zur Beilegung des Konfliktes im Lichterfelder Kreiskrankenhaus fanden zwischen dem Dezernenten der Aerztekammcr und dem Vorsitzenden des Arbeitsausschusses Verhandlungen über die Beilegung des Konfliktes im Lichlerfelder Kreiskrankenhaus statt, die darauf hinzielten, eine friedliche Verständigung zwischen dem Kreisausschuß und dem so plötzlich seines Amtes enthobenen Professor Raut en b e r g^ zu schaffen. Nach mehrstündigen Bemühungen des Vertreters der Aerztekammcr wurden die Verhandlungen abgebrochen, da die Vertreter des Kreises sich nicht dazu verstehen konnten, den Beschluß über die Entlassung Professor Rautenbergs zurückzunchmen. Wie eine Berliner Korrespondenz erfährt, wird die Angelegenheit d i e ordentlichen Gerichte beschäftigen. Professor Rautenberg klagt gegen den Kreis mit der Begründung, daß die pi tzlicho Kündigung aus den bekannten Gründen unzulässig sei. Im Gegensatz zu der Auffassung des Kreisausschusses vertritt Prof. Rautenberg auch die Auffassung, daß seine Anstellung durch den Kreis auf Lebenszeit erfolgt sei. Der „Sekretär der Kaiserin" gefleht seine Schwindeleien. Der auf Ersuchen der Staatsanwaltschaften Köln und Honnef verhaftete 29jährige Erich Har t u n g, der als angeblicher Sohn der Gattin des früheren Soifers in ganz Deutschland nach dem Muster Domelos zahllose Schwindeleien und Betrügereien verübt hatte, hat jetzt zugegeben, daß er in vielen Fällen mit plumpen Mitteln Unterstützungen und finanzielle Zuwendungen erschwindelt hat. Er erklärte seine Betrügereien mit seiner vollständigen Mittellosigkeit, die dadurch entstanden sei, daß seine Gönnerin infolge von Intrigen ihn plötzlich habe fallen lassen. Seitens der Polizei werden diese Angaben jetzt bis ins einzelne nochgeprüft. Man will vor allen Dingen die Akten hcranzichen, die v o m H a u s m i n ist erium des früheren Kaisers über Hartung angelegt sind und aus denen auch die Höhe der Zuwendungen heroorgeht, die Hartung er-, halten hat. 3n einem Bergwerk 1400 Arbeitern die Kleider verbrannt. In Wiebelskirchen (Saargebiet) entstand in der Badeanstalt des Anna-Schachtes ein Groß- feuer, das der Feuerwehr zwei Stunden lang zu tun gab. Die Flammen hätten leicht auf das mit Benzin, Fett und Ocl gefüllte Probemagozin übcrgreisen können. In der Badeanstalt sind die Arbeitsanzüge der etwa tausend Mann zählenden Früh- und Mittagsschicht sowie die Straßenkleidung der etwa 400 Mann starken Nacht- schicht verbrannt. Der Gesamtschaden dürfte recht erheblich sein, zumal den Arbeitern der Nachtschicht mit den Kleidern auch ihre Ausweise, Fahrkarten und mitgeführten Geldbeträge verbrannt sind. Schweres Brandunglück in einem dänischen Hafen. Nachts gegen 2 Llhr entstand im Mannschaftsraum des 4000 Tonnen großen, im Hafen Hör- sens vor Anker liegenden schwedischen Dampfers ..Etna" Feuer. Von den 14 Mann der Besatzung gelang es nur 11, die steile Treppe hinaufzu- t omni en. Die übrigen drei wurden von den Feuerwehrleuten, als cs diesen nach etwa zweistündigem Kampfe mit den Flammen gelang, des Feuers Herr zu werden, im Mannfchaftsraum als stark verkohlte Leichen gefunden. Sämtliche Verbrannten sind Schweden. Ein Heizer hat schwere Brandwunden erlitten und liegt im Städtischen Krankenhaus in bedenklichem Zustande darnieder. Razzia nach Wilddieben. Das Lkebcrhandnehmen großangelegter, regelrecht organisierter Wilddiebereien im Arnsberger Revier (Westfalen) veranlaßte die zuständigen Behörden, den Jagdschutz in Münster zu beauftragen, eine umfassende Aktion zur Beseitigung dieser unerträglich gewordenen Zustände durchzuführen. 65Beamte der Land jäge- rei führten gleichzeitig Haussuchungen durch. Lieber 100 der Wilddieberei verdächtige Personen wurden fest genommen und mit Lastwagen dem Polizeirevier in Plettenberg und Förde bei Grewenbrück zugeführt. Beschlagnahmt wurde ein ganzes Arsenal von Jnfanteriegewehr- ren, Karabinern, Armeepistolen,Schlingen, Tellereisen und Sprengstoffen. Jin Verlaus der Vernehmungen legten 50 Personen ein volles Geständnis ab. Ein transsibirischer Luxuszug Kanton—Stolpe. Die Agentur Jndo Pacific meldet aus Peking, die Ostchinesische Eifenbahngesellschaft werde versuchsweise am 3. Mai in Kanton einen transsibirischen Luxuszug ablassen mit dem direkten Endziel Stvlpe ander polnischenGrenze. Dieser Zug, der ausschließlich für Westeuropa- reisende bestimmt sei, fei mit allen modern nen Komfort versehen und werde Speisewagen, Salonwagen mit Plattform, einen Rauchwagen, einen Schlafwagen mit Bedienung, einen Wagen für Tanz und Spiel und einen Wagen mit Frisierräumen enthalten. Er werde in Char- b i n und Moskau anhalten, um die Besichtigung dieser Städte zu ermöglichen. Bon einem steinernen Löwenkops erschlagen. In Halber st adt löste sich von einem alten Sandsteinbau am Holzmarkt ein 350 Jahre alter steinerner Löwenkopf und traf zwei Männer. Einem Bierkutscher wurde der Schädel zweimal gebrochen. In hoffnungslosem Zustande brachte man den Verletzten ins Krankenhaus. Der Begleiter erlitt ebenfalls schwere Verletzungen. Eine Draisine von einem Schnellzug überrannt. Der Schnellzug Mailand — Rom überrannte in der Nähe von Castelfranco eine Draisine, auf der sich sechs Arbeiter befanden. Vier Arbeiter wurden get öte t, einer verletzt, während der sechste unverletzt blieb. Kunst und Wissenschaft. Willem Mengelberg verläßt Amsterdam? In der Versammlung des Konzerthauses von Amsterdam reichte Dr. Willem Mengelberg, der Dirigent des Amsterdamer Orchesters, seinen Rücktritt zum 1.September ein. Die Ursache dieses Entschlusses, der einen außerordentlich schweren Verlust für das Amsterdamer Musikleben be deuten würde, ist finanzieller Art. Mengelberg, der einen großen Teil des Jahres in Amerika verbringt, muß für die Gage seiner amerikanischen Konzerte auch in Holland Steuern bezahlen. Diese doppelte Besteuerung, die er jahrelang leistete, veranlaßte ihn, Holland zu verlassen und kein fest es Engagement in Holland als Dirigent einzugehen. Wie perlautet, soll die Leitung des Konzerthaufcs versuchen, die Regierung zu einer Ausnahmemaßnahme zu veranlassen, um diesen für dos Amsterdamer Musikleben unersetzlichen Verlust zu verhindern. Willem Mengelberg, einer der gefeiertsten Dirigenten der Welt, hat viele Jahre neben dem Amsterdamer Konzertgehouse auch die Konzerte des Frankfurter Museums betreut. Lärmszenen in der Berliner Volksbühne. In der Volksbühne am Bülow-Platz kam es am Sonntag bei der von der Liga für Menschenrechte veranstalteten Aufführung des Dramas „Josef" von Eleonore Kalkowska, in dem gegen die Todesstrafe protestiert wird, zu Skandalszenen. Am Schluß der Vorstellung beklagte sich die Verfasserin, daß die Regie das Stück zu stark gekürzt habe. Das Publikum nahm lebhaft für und wider die Verfasserin Stellung. Einzelne forderten, daß die gestrichenen Szenen n a ch g e s p i e l t werden sollten, andere verlangten Schluß der Vorstellung. Der Verleger Wreede sagte zu, daß bei der nächsten Ausführung das Stück ohne Streichungen gespielt werden soll. Der Roman eines Kriegsgefangenen. Georg von derVring hat soeben einen neuen Roman „Camp L ä f a y e t t e" vollendet, der im Laufe des Sommers im Verlag Carl Schünemann, Bremen, erscheint. Der Roman, der das Schicksal eines deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich gestaltet, ist auf Grund eigener Erlebnisse und Beobachtungen des Dichters geschaffen worden, der selbst 1918 in amerikanische Kriegsgefangenschaft fiel. Die Handlung spielt zum Schluß in Deutschland zur Zeit der Revolution. Der Verlag Schünemann hat gleichzeitig die früheren Werke oon ber Örings übernommen: „Soldat Sichren" und „Adrian Dehls". ■en-In’ - 5 3« g 40kiScrt flat F—L *,sX « jf ‘ Sonntag |d.!4,fiprü1929,8ftmQS. 1tanh-yZ........ r* —- —TVfr O O wollt emos ö neuer, a nart> veaerxr o wertig, O vesecn. e Herr'n * Schnee Graupeln. e Nebel 7» Gewißer,© Windstille. K>-> sehr leichte' Osi massige' Südsüdwest Q stormijche« «ordWest Vie Piene fliegen mit dem winde. Die beiden Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden.Orte mit.gleichem, aut-NceresnlVeao umaerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Unter dem Einfluß kontinentaler Luskmasfen hat stärkere Bewölkungsabnahme eingesetzt, so daß während der klaren Nacht in unserem Gebiet die Temperaturen vielfach um Null lagen. Das nördliche Hochdruckgebiet hat sich mit seinem Kern über Skandinavien ausgebreitet. Gleichzeitig dringt das westlich von Irland gelegene Tief nach Frankreich vor. Temperaturanstieg und Niederschläge treten iM nördlichen Teile auf. Da sein Einfluß wahrscheinlich bis in unser Gebiet »erbringen bürste, so sinb unter zeitweise stärkerer Bewölkung bei ansteigenden Temperaturen im Laufe des morgigen Tages einzelne Niederschläge nicht ausgeschlossen. Wettervoraussage für Dienstag: Teils neblig-wolkiges Weiler mit Neigung zu Niederschlägen, nach kühler Nacht wieder Anstieg der Temperaturen. Wettervoraussage für Mittwoch: Unter wechselnder Bewölkung und schwankenden Temperaturen strichweise Niederschläge wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 14. April: mittags 8,2 Grab Celsius, abends 2,7 Grab; am 15. April: morgens 0,7 Grab. Maximum 10,1 Grab, Minimum 0,6 Grob. — Erbtemperoturen in 10 an Tiefe am 14. April: abends 9,1 Grab; am 13. April: morgens 3,8 Grab Celsius. Die Wetterlage. Götz, Rudolf Presber, Karl Ritter, außerdem wird ein bunter Querschnitt durch die Winterspielzeit, Tänze, Lieder und Unterhaltungsmusik gegeben. Die Veranstaltung beginnt 20.30 Uhr,,der Vorverkauf hat bereits begonnen. * *• 2> i e Konfirmanden in der evang. Gemeinde Gießen. Sn der evangelischen Eesamtgemeinde Gießen wurden in diesem Sahre 414 Kinder konfirmiert. Sie verteilen ftch m folgender Weise auf die Einzelgemeinden: Mat- thäusgemeinde 84, Markusgcmeinöe 67, Lukas- gemeinde (mit Einschluß der a^wärtrgen Konfirmanden) 108, Sohannesgemeinde 67, Luther- gemcinde 39, Pctrusgemeinde 48. " Der älteste GießenerBürgerver. storben. Am Donnerstag ist der älteste Gießener Bürger, der Musikdirektor i. R. Christian Kruse, sonst entschlafen. Noch vor kurzem konnte er im Kreise seiner Familie seinen 90. Geburtstag in voller Rüstigkeit erleben. Gratulationen und huldvolle Worte konnte er da ent- gegennehmen, u. a vom Reichspräsidenten von Hindenburg mit Bildnis und eigener älnter- schrift, vom Für st en von Waldeek, von der Stadt Gießen durch Oberbürgermeister Dr. Kel» l e r Christian Kruse war 1839 in Wreken im Waldeckschen geboren. Sn jüngeren Sahren nahm er schon Geigenstunden bei Meister Louis Spohn in Kassel. 25 Sahre war er Mitglied der Pal- mengartenkapeUe in Frankfurt a. M. 1890 kam er nach Gießen und war hier lange Sahre Sn- Haber des bekannten Konzerthauses Lahnstein, wo heute noch bei den alten Giehernern von Papa Kruse mit seinen 3 Söhnen (der älteste Sohn Heinrich bedeutender Cellist in Hamburg, der Sohn Georg MusiUehrer hier und der jüngste Sohn Willy am Staatstheatcr in Kassel, und von den wundervollen Quartettabenden erzählt wird. ** Die Vertilgung der R a u p e n n e st e r wird den Garten- und Feldbesitzern durch eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen An- zeigenteil in Erinnerung gebracht. Auf die Bekanntmachung sei hiermit besonders hingewiesen. ** tragischer Tod eines jungen Mannes. Ein rasches Ende fand gestern nachmittag das Leben des 17 Sahre alten Weiß- binderlehrlings Ern st Hupfeld aus Wahen- born, der in Begleitung eines Freundes den Ber- gnügungsplatz der Gießener Frühjahrsmesse auf Oswaldsgarten besuchte. Der junge Mensch hatte die Absicht, sich dort in einem Fahrgeschäft auf dem Platze zu belustigen. Kaum hatte er sein Eintrittsgeld bezahlt und den Stand des Schaustellers betreten, als er ohnmächtig zu Boden sank und wenige Augenblicke später an einem Herzschlag verstarb^ Der bedauernswerte Süng- ling ist anscheinend schon seit einiger Zeit herzkrank gewesen. Nachdem ein Arzt den Tod festgestellt hatte, wurde die Leiche zum Neuen Friedhof gebracht und von dort heute früh nach dem Heimatsorte des auf so jähe Weise aus dem Leben geschiedenen Jünglings übergeführt. ** For st personali e. Der forsttechnische Beamte bei dem Forstwirtschaftsamt, Oberförster Dr. Hermann K ü n o n z in Darmstadt, wurde mit Wirkung vom 1. Mai ab zum Forstmeister des Forstamts Konradsdorf ernannt. *" Vo m R e i ch s b u n d d e r K r i e g s b e s ch a - digten und Hinterbliebenen in Gießen wird uns mitgeteilt, daß bei der Feier des zehnjährigen Bestehens der Gießener Ortsgruppe nicht die Militärkapelle konzertierte, sondern die Kapelle des Reichsbanners mitwirkte. S p e r r z e i t d e r Ta u b e n wird im heutigen Anzeigenteil durch eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung für die Zeit vom 15. April bis 15. Mai verkündet. Die Taubenhalter mögen die Veröffentlichung beachten. ~ ."Auftrieb aufdemheutigen frankfurter Schlachtviehmarkt: 429 Ochsen, 87 Bullen, 690 Kühe, 488 Färsen, 564 Kälber, 45 Schafe, 4424 Schweine. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15. April 1929. Schulanfang. Mit dem scheidenden Winter haben viele tausend Kinder die Schule verlassen. Lieber einem solchen Entlassungstag liegt wohl immer ein wenig Wehmut, erfüllt die Herzen der Eltern und Lehrer: löst aber bei den Schillern stolze Freude aus. Der heutige Tag der Schul aufnahm e ist aber sicher ein reiner Freudentag für Eltern und Kinder. Ost doch auch die Sahreszeit wie geschaffen für den Eintritt in die Schule. Rings in der Natur sehen wir knospendes, schwellendes Leben, erwachende Blumen und jubilierende Bügel. Licht, Wärme und sprossendes Grün begleiten die Schulanfänger in ihrem neuen Lebensabschnitt. Es ist ein Tag voll erwartender, freudiger Hoffnung. — Sch weiß noch genau, wie es bei meiner Schul- aufnahme war. Dicht zusammengedrängt wie Schäfchen standen wir da, hielten uns fest an dem Rock der Mutter und schauten immer wieder nach dem „Herrn Lehrer", vor dem wir einen Heidenrespekt hatten,' denn die größeren Kinder hatten dafür gesorgt, daß wir mit der nötigen Angst diesen ersten Gang antraten. Wir bekamen unsere Plätze angewiesen, einige Kinder weinten. Andere folgten ihrem Beispiel, als die Mütter das Schulzimmer verlassen hatten. Der Lehrer entpuppte sich aber als ein ganz freundlicher Mann. Wir faßten schnell Zutrauen. Allerdings wurde dieses etwas erschüttert, als wir die Schule an diesem Tage verließen. Es erhielt nämlich jedes Kind ein Geschenk vom Lehrer. Die meisten wohl einen Weck, damals noch ein Leckerbissen für uns Dorsiinder. Sn einigen Wecken steckten Geldstücke. in meinem fünf Pfennig Mein Nachbar aber hatte eine schöne runde Griffelbüchse vom Lehrer erhalten. Sn unserer kindlichen Llnschuld nahmen wir natürlich an, daß diese Gaben vom Lehrer stammten. Zum erstenmal im Leben trat hier ganz deutlich die LIngerechtigkeit in meinen Gesichtskreis. Sch habe immer noch daran gedacht, so lange ich zu diesem Lehrer in die Schule ging, und habe es nie so ganz verschmerzt, daß wir so ungleich behandelt wurden. Daß die Geschenke von unseren Eltern dem Lehrer überreicht worden waren, wußten wir damals noch nicht. Gott sei Dani, diese Sitte herrscht heute nicht mehr. Wohl aber gibt es noch Gemeinden, die den Schulneulingen Brezeln, Sternwecke oder eine Tafel Schokolade schenken lassen. Das ist eine schöne Einrichtung und sollte möglichst erhalten bleiben. Denn letzten Endes freuen sich die Kinder in diesem Alter doch noch mehr mit dem Munde als mit dem Herzen. Lind wenn sie dann strahlend zurückkommen mit dem erhaltenen Gebäck, ist die Freude doppelt groß. — Die Herzen der Eltern erfüllt wohl etwas Besorgnis. Die bange Frage: „Wie wird es ihm ergeben?" stürmt an diesem Tage auf viele ein. Seither gehörten die Kinder ihnen ganz allein, nun tritt die Schule heran und fordert ihr Teil. Man kann sagen, daß hier das Leben fordert: denn die Schule bereitet ja für das Leben vor. Mit vielen Kameraden — wie im späteren Leben — kommt das Kind zusammen, muß sich anpassen, unterordnen. Es ist nicht mehr Mittelpunkt wie im Elternhaus, es muß lernen, in der Gemeinschaft ö’J leben. Kindesspiel wird übergeleitet zu : ernster Arbeit. Wer will bestreiten, daß die Schule diese wichtigen Erziehungsaufgaben übernimmt? Deshalb soll 'dieser Tag nicht voll ängstlicher Sorge sein, sondern voll Vertrauen auf die Schule, die ja nur das Wohl des Kindes im Auge hat. Schauen wir nach dem Frühling, . nach dem Leben draußen, und freuen wir uns mit der erwachenden Natur! An solchen Tagen soll man sich das Herz nicht schwer machen. Cs mutz ein Tag der Hoffnung fein. Nehmen wir teü an dem Stolz und an der Freude unserer Kinder, und vertrauen wir hoffnungsvoll auf die Zukunft! B. parctLyphvs-FMe m Gießen. Bon maßgebender Seite wird uns mitgeteilt: Sn der letzten Zeit sind in der Stadt Gieße n ei nigeParaiyphus» Fälle vorgekommen. Eine gemeinsame Quelle für die Ansteckungen könnte bis jetzt nicht festgestellt werden. Die Ermittlungen sind noch im Gange: sie deuten für einen Teil der Fälle auf Zusammenhänge mit der Gegend von Lauterbach hin, wo seit.dem vorigen Herbst häufig Paratyphus vorgekommen ist. Sn ernsteren Formen ist die Krankheit bisher hier erfreulicherweise nicht aufgc- trefen. Die erkrankten Personen wurden fast sämtlich den Kliniken zur Behandlung zugeführt. Daten für Dienstag, 16. April Sonnenaufgang 5.03 Uhr, Sonnenuntergang 18.57 Uhr. — Mondaufgang 9.37 Uhr, Monduntergang 2.21 Uhr. 1786: der Seefahrer Sir John Franklin in Spilsby geboren; — 1844: der französische Dichter Anatole France in Paris geboren. Bor notizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die keusche Kokotte". — Astoria-Lichlsviele: „Jahrmarkt de- Lebens". — S t a d t t h e n t c r Sieben. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Dienstag, den !(i. April findet die erste Wiederholung von Georg Kaisers „Oktobertag" statt. — Für Mittwoch den 17. April, ist sie Premiere von Hanns Johsts „Thomas Paine" angesetzt. — Am Freitag, dem 19. April, wird zum letztenmal „Ottobertag" gegeben. (Regie Intendant Dr. Präs ch.) , L — Halloh! Theater! Man schreibt uns: Am Samstag, 20. April, findet ein Vorswllungsabend zugunsten der Wohlfahrtskasse des Stadttheaters statt. Zur Aufführung gelangen Einakter von Eurt Landesverbandslag des hessischen Sekoraleur-, Sattler- und Tapeziergewerbes. Am Samstag und Sonntag fand kn Gießen der 7. Verbandstag des Hess. Landesverbandes für das Dekorateur-, Sattler- und Tapeziergewerbe statt, verbunden mit einer Ausstellung für diese Gewerbe. Rach einer am Samstagvormittag stattgehabten Vorstandssitzung fand nachmittags die Eröffnung der im kleinen und teilweise auch im großen Saale der „Liebigshöhe" untergebrachten Ausstellung durch den Verbandsvorsitzenden Fr. Schütz (Darmstadt) statt. Hieran schloß sich eine Tagung der Ober tn ei ft er derJnnungen, in welcher die Tagesordnung für die Verhandlungen am Sonntag durchgesprochen wurde. Der Samstagabend vereinigte die Teilnehmer mit ihren Damen zu einem Vegriißungsabend aus der „Liebigshöhe", der bei gutem Besuch in bester Weise verlief. Die Begrüßungsansprache hielt Obermeister M a l körn e s i u s (Gießen). Bürgermeister Dr. S e i b übermittelte die Grüße der Stadt, dabei besonders betonend, daß Handwerk und Städte in ihrem Schicksal aufs engste verbunden seien. Verbandsvorsitzender Schütz (Darmstadt) sprach für den Hess. Landesverband. Er wies auf die Aufgaben des Verbandes hin, der das Handwerk in feiner Not unterstützen wolle. Den musikalischen Teil des Abends hatte die Kapelle Weller übernommen, die sich ihrer Aufgabe in ausgezeichneter Werfe entledigte. Der Bauerfche Gesangverein, unter Leitung seines Dirigenten G ö r l a ch , erfreute durch den Vortrag mehrerer Lieder. Der Turnverein 1 846 zeigte schöne turnerische Leistungen. Frl. Goetz trug einen Prolog wirkungsvoll vor. Recht nett waren die von Tanzlehrer B ä u l k e und Partnerin (Frl. Spies) dargebotenen Tanzvorfüh- rungen, ebenso der von fünf Damen der Innung aufgeführte Rokokotanz. Kurt Richter wartete mit zwei recht beifällig aufgenommenen Liedern auf, ein Mitglied des Verbandes aus Darmstadt trug humoristische Vorträge zur Verschönerung des Abends bei. Die Verhandlungen des ÄerbandslagS begannen am Sonntagvormittag im großen Saale der „Liebigshöhe". Rach kurzen Begrützungsworten durch Obermeister M a l t o m e s i u s namens der Gießener Innung eröffnete Verbandsvorsitzender Schütz (Darmstadt) die Verhandlungen mit der Begrüßung der erschienenen Vertreter der Handwerkskammer, des Ortsgewerbevereins, des Hess. Hochbauamts, des Reichsverbandes Deutscher Sattler-, Polsterer- und Tapeziermeister, des Bundes deutscher Tapezierer und Dekorateure und der Presse. Stadtv. Becker (Gießen) übermittelte die Grüße der Handwerkskammer und deren Vorsitzenden, Stadtv. Prof. Dr. Kraus Müller wünschte den Verhandlungen namens des Ortsgewerbevereins, unter Hinweis auf die Aufgaben der Innungen und Ortsgewerbevereine, guten Verlauf. Für den Reichsfachverband deutscher Sattler-, Palsterer- und Tapeziermeister sprach dessen Vorsitzender, Obermeister Paul Scholz (Berlin), für den Bund deutscher Tapezierer und Dekorateure Bundesvorstandsmitglied B a n o w s k y (Berlin). Geschäftsführer Schwerer (Darmstadt) gab zunächst das Ergebnis der Erhebungen über die wirtschaftliche Lage des Handwerks bekannt, und erstattete dann den Jahresbericht für 1928, aus dem hervorgeht, daß der Verband im abgelaufenen Jahre eine rege Tätigkeit zur Besserung der Lage der Verbandsmitglieder entfaltet hat. Rach dem vom Verbandsrechner erstatteten Rechenschaftsbericht betrugen die Einnahmen im abgelaufenen Jahre 1384,20 Mk., die Ausgaben 1045,64 Mk. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen zwei interessante Vorträge. Zunächst sprach Obermeister P. Scholz (Berlin) über „Praktische Organisationsarbeiten im SatHer- unb Tapezierhandwerk". Er wies auf die Bedeutung der Spitzenverbände der Handwerker-Organisationen hin, besprach die geplante Rcgeluna der Lehrlingsausbildung innerhalb des Reichsfachverbandes und hält auch eine einheitliche Regelung des Prüfungswesens für notwendig. Der Redner nahm dann entschieden Stellung gegen die dos Handwerk schwer schädigende Schwarzarbeit uns wies darauf hin, daß Aussicht bestehe, die Ausführung von Schwarzarbeit durch gesetzliche Bestimmungen zu verbieten. Er behandelte weiter die bis jetzt sehr geringe Beteiligung des Sattlerhandwerkes an Heeresarbeiten. und berichtete über die vom Reichsfachverband in dieser Hinsicht getroffenen Maßnahmen. Er besprach dann eine Reihe sonstiger handwerklicher Fragen (Kalkulation, Linker- bietungen, Reichsfachschule usw.), um sich schließlich noch eingehend mit der Notwendigkeit geschäftlicher Reklame, besonders im Sattlergcwerbe, zu beschäftigen, die sowohl von dem Handwerker selbst, wie durch die Organisation erfolgen müsse. Das zweite Referat hielt Syndikus Röhr von der Handwerkskammer-Nebenstelle (Gießen) über „Die neue handwerkernovelle und deren Auswirkung auf das Handwerk". Der Redner erwähnte zunächst, daß durch die am 1. April 1929 in Kraft getretene Novelle nicht alle Wünsche des Handwerks erfüllt worden seien; immerhin sei mit der Schaffung dieser neuen gesetzlichen Bestimmungen ein großer Fortschritt erzielt worden. Der Referent besprach sodann die durch die Novelle eingetretenen Aende- rungen und Neubestimmungen, wonach die Bildung von Zwangsinnungen aus anderer Grundlage geregelt und eine Erweiterung der Gesellen» ausschüsse vorgesehen ist. Auch die Wahlen zur Handwerkskammer sind grundlegend geändert worden. Neu ist die Bestimmung, daß die Handwerkskammern das Recht haben, eigene beeidigte Sachverständige anzustellen. Auch das Aufsichtsrecht ist geändert, während mit der Schaffung der Handwerksrollen einem langgehegten Wunsch des Handwerks entsprochen wurde. An die beiden Dorträge schloß sich nach einer Mittagspause eine Aussprache, an der sich die Herren Mottscheller (Offenbach) und Herbert (Darmstadt) beteiligten. Syndikus Röhr machte in seinem Schlußwort interessante Ausführungen hinsichtlich eines tüchtigen Nachwuchses, und empfahl dringend die Heranziehung der Iungmeister zur Mitarbeit. Die vorgeschlagenen Satzungsänderungen wurden genehmigt. Eine Reihe von Anträgen wurde, dem Vorschlag der Obermeister- Versammlung entsprechend, nach teilweise lebhafter Aussprache dem Vorstand zur weiteren Bearbeitung üibevtoiefen. Bei den Vorstan d s- Wahlen wurden die ausscheidenden Herren toie- dergcwählt, nur tritt an Stelle von Horn (Worms) Trautmann (Worms). Außerdem wurde beschlossen, Obermeister Malkomesius (Gießen) als beratendes Vorstandsmitglied zuzuziehen. Als Ort für die n ä ch st j ä h r i g e T a - g un g wurde einstimmig Bingen bestimmt. Sattlermeister Donnert (Oppenheim) wurde in Anbetracht seiner 50jährigen Zugehörigkeit zur Innung bzw. zum Handwerk durch die Lieber» reichung eines Diploms geehrt. Zum Schluß fand noch eine Besprechung allgemeiner Derufsfragen statt. Hessische V. O. A.-Tagung. (Eigenbericht des „Gießener Anzeigers".) * Am Samstag fand in Frankfurt a. 501. die diesjährige Hauptversammlung des Landesverbandes Hessen des V. D. A. statt. Der Tagung ging eine Sitzung des Hauptvorstandes voraus. Gegen 11 Uhr eröffnete' der gefchaftsfüh- renbo Vorsitzende, Studienrat Dr. Diemer (Darmstadt), die Versammlung und begrüßt« die zahlreich Erschienenen, vor allem den Redner des Tages. Dr. Steinacher (Frankfurt a. M.), zugleich als Vertreter der österreichischen Arbeitsemeinschaft, Schulrat H a s s i n g e r vom Kultusministerium, den Leiter des Heimatdienstes, Dr. S t e u b e r, die Gäste aus Hessen-Nassau, mit denen der Landesverband in enger Fühlung steht, sowie die Vertreter der Verbände und Gruppen. Er gab sodann das Wort Dr. Steinacher zu seinem Vortrag: Oer Stand der Minderheitenfragen. Nach einigen geschichtlichen Rückblicken kam der Redner auf Einzelausführungen über die Oststaaten, die ja fast alle Minderheiten von anderen Dolks- teilen in ihren Ländern haben. Für Deutschland und auch für die neu geschaffenen Staaten wurde die ganze Minderheitenfrage aktuell im Jahre 1919, nach dem unglücklichen Ausgang des Strieges. Gar mancher Staat möchte die Minderheiten assimilieren. Es wurden deshalb die sogenannten Minder- heitenoertäge geschaffen. Sie sind eigentlich nicht neu, sondern im Jahre 1878, auf dem Berliner Kongreß, wurden ähnliche Bestimmungen über die Balkanstaaten getroffen. Die neue Grenzziehung nach dem Kriege hat nötig gemacht, daß wieder solche Verträge abgeschlossen werden mußten, da große Teile von Deutschland abgetrennt, wurden. Italien war damals gegen diese Verträge. Auf Drängen der anderen Staaten hat es bann aber mündlich erklärt, die neu eingegliederten Volksteile zu sckstitzen. Aber alle diese Verträge sind reformbedürftig. Sie fußen zu sehr auf der französischen Staatsaufsassung. Es ist eigentlich nur der Schutz des einzelnen garantiert, Körper» schaftsrechte fehlen vollkommen. Für Deutschland wurden diese Verträge wichtig im Jahre 1921 bei Oberschlesien. Daß solche Abkommen meistens nur auf dem Papier stehen, zeigte der Redner in einem Beispiel aus Polen. Zur Schulaufnahme in die deutschen Minderheitenschulen haten die Polen mit der Zahl 2000 gerechnet. Es meldeten sich aber 11000. Mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln versuchten nun die Polen, diese Zahl herabzudrücken. Und es ist bekannt, daß dies auch erreicht wurde, und nur etwa 3000 Kinder in die deutschen Schulen kamen. Die Deutschen im Ausland haben durch diese Kämpfe viel zu leiden. In ganz wenig Fällen werden die Klageverfahren vom Völkerbund überhaupt angenommen. 28 Klagen sind von Deutschland eingereicht roor- den, nur zwei wurden im Rat behandelt. Die Bestimmungen über das Klageverfahren sind zu umständlich und werden willkürlich ausgelegt. So reichte Polen nur «i n Klageverfahren ein, und das wurde auch behandelt. Der Redner forderte deshalb als erstes, daß das Klageverfahren verbessert werden muß. Außerdem müssen wirksame Garantien geschaffen werden für die Schutzverträge. (Internationales Recht.) Besonders müssen Körperschaftsrechte in bezug auf kulturellem Gebiet (Schule und Kirche) gewährt werden. In seinen weiteren Ausführungen berührte der Vortragende sodann die bevorstehenden Verhandlungen in Genf. Deutschland steht ziemlich isoliert da. Holland und vielleicht die nordischen Staaten unterstützen es. Aber im allgemeinen besteht wenig Aussicht auf Erfolg. Die hauptsächlichen Entscheidungen hängen letzten Endes von den einzelnen Volksgrupven selber ab, wenn sie genügend Lebenskraft haben. Ein internationaler Schutz allein tut es nicht, er lähmt vielleicht nur die Entwicklung. Deshalb ist die Selbsthilfe der einzelnen Gruppen das beste. Wir Deutschen sind das Kernvolk von Europa, und gerade mir sind an der Minderheitenfrage stark interessiert und wollen deshalb helfen und dafür sorgen, daß Verständigung und Frieden zwischen den Volksteilen in den Staaten ihren Einzug halten. Der Vortrag sand lebhaften Beifall. Nach Dankes- roorten des Vorsitzenden übernahm der knzwifchen eingetroffene erste Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Staatsrat Block (Darmstadt), die Leitung der Verhandlungen. Aus dem Jahresbericht ist folgendes zu erwähnen: Der Landesverband zählt 65 körperschaftliche Mitglieder, 42 Ortsgruppen, 58 Schulariippen an höheren Schulen, 12 an Volksschulen, 5 Jugendgruppen. Besonders gefördert werden die Bestrebungen des Verbandes durch den Kultusminister Dr. Adelung. In den Ehrenausschuß wurden neu gewählt: Studienrat Monj 6 (Darmstadt) als Vertreter des Philologenvereins, die Minister K o - reit und Stirnberger, Kreisrat Rechthien (Friedberg) und Dr. Levi (Mainz). , Für die außerordentlichen Verdienste, die sich tfrau Dr. Köpke (Darmstadt) um die Sache des Landesverbandes erworben hat, wurde ihr die silberne Ehrenbrosche überreicht. Für die Werbearbeit wurde im vergangenen Jahre der Goslarsilm kn vielen Städten gezeigt, außerdem hielten Dr. Gast er» Dr. König (Gießen) u. a. Vorträge. Die Pfingstfahrten des V. D. A. werden von Hessen stark unterstützt. Die besonders rührigen Ortsgruppen, darunter auch (Stehen, wurden lobend hervorgehoben. In der nächsten Zeit besteht die Möglichkeit, daß auch Veranstaltungen von Gruppen im Südwesldeutschen Rundfunk übertragen werden können. Die hessische Presse hat in zunehmendem Maße der Arbeit des V.D.A. Beachtung geschenkt. Der Schatzmeister des Verbandes, Bankbeamter Philipps (Friedberg) erstattete sodann den Kassenbericht. Die Rechnung war geprüft und für richtig befunden worden. Die Versammlung ermächtigte den Vorstand, aus dem besetzten Gebiete noch drei Mitglieder in den Hauptvorstand zu wählen. _____________________ W M , 1 PWI I WW 1 W Wk UsW Zßtox'A riRllx \ nlop der Elfte, der Befte! Gießen (Wetzsteinstraße 42), den 14. April 1929. 3426D 3326 V ler, Wllh. Weber. M^Kriegerverem * Stoffel ES Schulbücher für alle Schulen 3342D 3405D a Ziehung garant un widerruf lieh 23. April 1929. Oie Beerdigung unseres Kameraden Johannes Hofmann findet Dienstag,16.2lpril,nachmitiags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Oer Vorstand. 3423L Bequeme Teilgahlung Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 16 April 1929, nachmittags 27, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Pfeiffersche Schulbuchhandlung Walltorstraße Nr« 21 Besonders preiswerte Seiden Ab heute bis einschließlich Mittwoch: 2 grolle Schlager: Jahrmarkt des Lebens nach der bekannten Novelle „Drei Wünsche“ von Bela v. Balogh. In den Hauptrollen: Gust. Froehlich. Hans Mierendorf, Alfred Abel, Eva Speyer, V£ra Schniterlüf, Hermann Piecha. — Ferner: Der Sprung in den Tod Sensationsdrama in 6 Akten. Ab heute bis einschließlich Mittwoch wieder ein große* Doppelprogramm! 1. Schlager: Die keusche Kokotte Gesellschafts-Komödie in 7 Akten In den Hauptrollen: Lia Eibeaachttlx, Otto Gebühr, Kaly Dolsc'iail, Allons FrylanA 2. Schlager: Monty Hank* in: Monty, der Wüstling Sensations Lustpielschlager in 6 Akten Ferner: Die neueste Ufa -Wochenschau Ab Montag, den 22. April: Elisabeth Bergner in „Fräulein Else“ Astoria-Lichtspiele Gestern morgen 2 Uhr verschied sanft nach langem, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, meine liebe Schwester, unsere gute Schwägerin und Tante Frau Margarete Petri geb. Jost im Alter von 62 Jahren. ' Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Ludwig Petri. Lichtspielhaus Bahnhofstrabe 34 Mahnung. Die für den Monat März 1929 zu unserer Kaffe fälligen Krankenkaffen- und Arbeitslosenversicherungs'Beiträge können noch bis zum 20. D.M. ohne Kosten an den bekannten Zahlstellen gezahlt werden. Nach diesem Tage eingehende Zahlungen können nur unter Berechnung der Mahngebühren angenommen werden: außerdem sehen sich die Rückständigen der Zwangsbeitreibung aus. Besondere Mahnung ergeht nicht. Gießen, den 15. April 1929. 34)40 Allgemeine Ortskrankenkasse des Landkreises Gieken. 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I.A.d.C.: Karl Rudolf Fischer, X a.i.F.V. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. April, um 4 Uhr nachmittags, in Darmstadt, Alter Fried- Franz Neumeier Gießen, Sonnenstraße 20 das Haus der guten Qualitäten Die glückliche Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an Moritz Loeb und Frau Garle geb. Levinger Gießen, den 14. April 1929 ■34”P. Schulbücher für alle Gießener Schulen in der Goethe - Buchhandlung Ein DfaMzau* SW Ein Drahtzaon nm den Stall fallt das Geflügel zusammen, etaDraht zaun am» Grundstück fallt Schädlinge von Pflanzen n. BÄomen fefn. Drabtzlone sind am praktischsten, sie sind schnell anlxueteilen, sie werfen keinen Schatten, ata aind sehr haltbar, Inftdarchllvstj, und billig. Drabtiiane für alle Zwecke, Stachel draht, Bindedraht, Gittergeflechte, Baumadifltzer nrw. und alle Hilfsmittel ran Auf stellen dazu, habe ich in reicher Auswahl stets vorrätig. Jetzt Ist Früh fahr, jetzt lat die rechte Zeit ran Auf» teilen von Drahtzltmen. Besorgen Sie sltfi den Draht bei mir. 3. 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April 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GberheM alten agyp- Dlitte 3d) fühle Ihre Hand, Madame... Warum Herr Obersteiger eigentlich in dieses langweilige Konzert gegangen war, wußte er später nicht mehr zu feigen; Tatsache war jedenfalls, daß er sich bodenlos mopste und daß er nicht schlecht erschrak, als sich ihm während des meter kommen und Paris die größte Bevölkerungsdichte aller Großstädte aufweist. Amerikas zweitgrößte Stadt C h i k a g o brachte es von 1848 (20 000) bis 1929 aus 3,2 Millionen und ist berühmt dadurch, daß in den Schlächtereien jährlich 15 Millionen Schweine, 7 Mill. Schafe, 5,2 Mill. Rinder und 200 000 Pferde geschlachtet werden. Die Stadt der ewigen Erdbeben, Tokio, weist heute 2,4 Mill, auf, etwas mehr als das 300 Glasfabriken enthaltende Osaka (2,1) und die mit ebensoviel Bewohnern gesegnete längste Stadt der Welt, Philadelphia, die sich nur deshalb über 40 Kilometer erstreckt, weil sie fast nur Einfamilienhäuser enthält. Damit ist die Zahl der Städte mit mehr als zwei Millionen erschöpft, doch folgen Wien und das zur Hälfte von Eingeborenen bewohnte Buenos Aires mit je 1,9 Mill, auf dem Fuße. Moskau, berühmt durch 527 Kirchen, hatte 1812 schon 400 000 Bewohner und hat heute mit 1,8 Millionen Leningrad weit überflügelt. Sehr stark zurückgegangen ist H a n k a u, das 1850 vor dem Taipingkrieg fast 3 Millionen aufweisen konnte und sich heute mit 1,7 Mill, begnügen muß. Trotzdem ist es immer noch Chinas größte Stadt, denn Peking folgt mit 1,6 Mill. Allerdings beruhen diese Zahlen auf Schätzungen, da in China niemals Volkszählungen durchführbar waren. Peking dürfte, da es 1121 v. Chr. schon bestand, die älteste aller heutigen Millionenstädte sein. Ebenso groß ist übrigens K a l - k u t t a, während Bombay, das oft für größer gehalten wird, nur 1,4 Mill. Bewohner besitzt. Vollkommen auf Schätzungen angewiesen ist man bei K o n st a n t i n o p e l, wo die Bevölkerung nach dem Brotverbrauch errechnet wird. Sie soll heute 1,3 Mill, betragen, ebensoviel wie in Rio de Janeiro, der einzigen Weltstadt, die dritten Musikstücks plötzlich eine Hand auf die rechte Taille legte. Eine weiche, warme, kleine Hand, eine Damenhand, wie er bald bemerkte. Es mußte die Hand einer Dame sein, die hinter ihm sah, denn er war zwischen zwei ältere Semester eingeklemmt, die nicht mehr über derart zarte, kleine Pfötchen verfügen konnten. Ms die Hand längere Zeit über seinen Anzug gestreichelt hatte und Herr Obersteiger ein Taschentuch zu Hilfe nehmen mußte, um vor Kitzelgefühl nicht laut in den Saal zu prusten, wurde es fyell, und auf dem Programm stand „Pause". Da stand er auf, sah sich um und entdeckte ein entzückendes junges Mädchen, das mit hochrotem Kopf sich abwandte und dem Ausgang zustrebte, wo man draußen am Büfett sich vielleicht Wiedersehen konnte. Obersteiger stieg also nach, langte sich am Büfett einige Stullen und ein Münchener Spatenbräu und wartete auf die Schöne, die leider ebenso verschwunden blieb wie seine Brieftasche, als er zahlen wollte. Run wußte er, was die Hand gewollt hatte. „Eigentlich hätten Sie das doch schon vorher merken müssen", meinte der Richter kopfschüttelnd. „Hätte ich auch", gab Obersteiger zu, „aber im Grunde genommen war mir die Hand ganz a n g e n e h m." Aus dein nun folgenden befreienden Gelächter des ganzen Saales rekrutierte sich dann die Wirkung auf das milde Urteil für das schöne Kind mit der streichelnden Hand . . . nen Stimmen mit knapp 40 Mandaten wirklich recht schwach repräsentiert sind. Wiederum liegt aber in dem liberalen Vorstoß bei den bevorstehenden Wahlen eine unmittelbare Gefahr für — die Liberalen selbst. Das ergibt sich eben aus dem Wahlverfahren. Dreieckige Wahlen ergeben keine runden Resultate. Es kann sehr wohl sein, daß die Arbeiter wie bisher das Fett von der liberalen Suppe abschöpfen werden. Zweck dieser Betrachtung ist indessen zunächst nicht eine Prognose, sondern der Rachweis, daß eine Prognose außerordentlich schwierig ist. Cs kommt bei englischen Wahlen, sagte einmal ein sehr kluger Beobachter und Politiker, gar nicht auf die Massen an. sondern auf die Entscheidung von ein paar Millionen interessierter Wähler. Gehen sie nach Links, gibt's eine Linksmehrheit, gehen sie nach Rechts, eine Rechtsmehrheit. Zweifellos könnten sie diesmal einen leisen Linksdrall zeigen. Sie würden es bestimmt tun, wenn die Oppositionsparteien ansehnlicher und besser geführt wären, als sie es in Wahrheit sind. Aber Lloyd George ist ein „Wirbelwind" und Ramsay Salonsozialist mit einer imposanten Löwenmähne. Ihre Vorschläge zur Behebung der Arbeitslosigkeit, sagten die „Times" neulich ganz richtig, gleichen einander wie ein Ci dem anderen und beruhen auf der Ausbeutung des Steuerzahlers und staatssozialistischer Vorstellungen. Ueberdies hat sich Stanley B a l d- w i n, der, wie ein Kommunist vor Jahren einmal sagte, nicht so dumm ist, wie seine Gegner meinen, und nicht so bieder, wie seine Freunde denken, auch ein massenpsychologisches Experiment gestaltet: die Ausdehnung des Frauenstimmrechts, das nicht nur die erlesenen Vertreter der Wählerelite, sondern auch Massen an seine Fahnen fesseln könnte. Auch ist er selbst eine politische Zugkraft von nicht geringer Bedeutung. Seine nur einen einzigen Exportartikel kennt, den Kaffee, von dem allerdings jährlich 4,8 Mill. Zentner ausgeführt werden. Glasgow, um das Zahr 1000 gegründet, hält mit 1,2 Millionen Bewohnern immer noch den zweiten Platz in England. Ebenso groß ist Detroit, die Stadt, die im Zähre 1830 genau 2222 Einwohner besah und in welcher heute jeder dritte Bewohner bei Ford engagiert ist und jeder zweite Bewohner durch den Autohandel lebt. Auch Leningrad, das 1910 schon mol 1,5 Millionen hatte, registriert heute 1,2 Millionen. Hamburg hat bekanntlich 1,12 Millionen Einwohner, genau so viel wie Budapest und Los Angeles, die Stadt mit dem unerhörtesten Wachstum, das es je gab. Roch 1870 hatte die Stadt 5000 Einwohner, 1900 waren es schon 102 000, 1914 300 000, und heute unternimmt es bereits einen „Angriff" auf Detroit. Genau eine Million weisen auf San- Hochschulnachrichten. An der Berliner Technischen Hochschule ist der außerordentliche Professor für Luftfahrtwesen Dr.-Zng. Georg Madelung zmn ordentlichen Professor ernannt worden. Ernannt wurde der ao. Professor und Oberarzt an der Medizinischen Klinik der Universität Sönigs= berg Dr. Felix Klewitz zum ordentlichen Professor der inneren Medizin sowie zum Leiter der Medizinischen Poliklinik in M a r b u r g als Nachfolger von Professor Eduard Müller. — Der Privatdozent in der M ü n d) e n c r Theologischen Fakultät Dr. Karl Staab ist zum etatsmäßigen ordentlichen Pro-- fessor für neutestamentliche Exegese an der Univer fität Würzburg als Nachfolger von Professor A. Wikenhauser ernannt worden. — Dem Zeichner und Maler Olaf Gulbransson in München ist, dem einstimmigen Vorschläge des Akademischen Kollegiums entsprechend, eine ordentliche. Professur für Zeichnen und Malen an der Mün chener Akademie der bildenden Künste vom l.Mai 1929 an übertragen worden. Gisst! Von Hans Siemsen. Mein Hott, hab' ich mich erschrocken! Als ick) abends nach Hause komme, klebt ein handgeschriebener Zettel an meiner fiaüstür: „Vorsicht! Hier im Haus liegt Gisst." „Gifft!" Mit ff und dick unterstrichen. Wie unheimlich das klingt! Als ob die Gesche Gottfried oder sonst eine der berühmten Giftmischerinnen sich „hier im Hause" etabliert hätte. Als ob ein furchtbares Drama in aller Oeffentlichkeit und doch heimlich hier vorbereitet würde. Ein Drama ist es auch, was hier vorbereitet wird. Aber es handelt sich nur um Ratten. Was heißt „nur"? Für die Ratten ist das kein „nur". Nur für uns Menschen. Aber davon wollte ich ja gar nicht reden. Sondern von dem Worte „Gifft". Wieviel giftiger als. ton, dessen uralte Tempel zum Teil 250 v. Chr. erbaut sind, Warschau, das in den Rach- kriegsjahren enorm gewachsen ist, Sydney, das im Zahre 1800 noch mit 2600 Menschen registriert war. und Birmingham, das Liverpool und M a n ch e st e r überholte und wo auf jedes Haus nur 5 Bewohner kommen, so weit ist es auseinandergebaut. Zukünftige Millionenstädte sind in erster Linie Liverpool, Reapel, Melbourne, Rom, Madrid, Barcelona, Manchester. Ehemalige Millionenstädte waren Rom, das zur Zeit des jüngeren Plinius 2 Millionen Einwohner hatte, Reapel, das um Christi Geburt anderthalb Millionen aufwies, Athen, das 404 v. Chr. eine Millionenstadt war, und Karthago. Aber es ist möglich, daß sich auch schon im Babylon, in Memphis oder dem tischen Theben zur Zeit ihrer höchsten Millionen zusammengedrängt haben. Lieber Hüte und Stöcke. Von Franz Blei. Der Spazierstock wird immer seltener. Nächstens wird er völlig aus der Hand des Elegants verschwunden (ein. Da sie auf dem Volant des Autos ruht, paßt er nicht mehr re äst zu ihr. Einen Grund seines Daseins hatte er ja schon längst verloren; der schlechte Zustand der Straßen ließ zu der Stütze greifen. Aber auch noch dieses andere, daß man spielerisch der Notwendigkeit, sein Alter darauf zu stützen, zuvorkam. Es war wie mit dem weißgepuderten Haar. Eine Liebenswürdigkeit der jungen Herren gegenüber den alten Herren, damit sich diese weniger genieren, grau zu werden und eines Stockes zu bedürfen. Und da auch junge Herren einmal alt werden, markierte man das gewissermaßen zum Spaß schon lange vor dem Eintritt des fatalen Ereignisses, damit dieses dann nicht zu kraß von heute auf morgen sichtbar werde. Und ein bißchen war der Spazierstock auch so etwas wie die Gerte des Reiters geweien. So eine Art Herrenabzeichen. Auch damit ist s nun vorbei. Der Reiter markiert sich nicht mehr m Zetten des Automobils. Das bekommt nicht nur der Spazierstock zu inerten. Auch anderes noch in der Herreneleganz. Der Hut zum Beispiel. Dieser gesteifte runde tfiti, den man Melone nannte. Es hat ihn galoppierende Schwindsucht ergriffen. Er beginnt bereits aufzufallen, wenn man ihm, selten genug, begegnet. Und alles, was tn der Form ausfällt, fällt aus der Eleganz heraus. Der weiche Filzstift erobert sich von England aus die Männerköpfe. Aber er behauptet lernen Sitz nicht immer ganz glücklich. Weil er groß oder klein, behaart oder beglatzt ist, wird der Kopf zum wunden Punkt, was den Hut betrifft. Aus dem schmalen englischen Pferdekovf fitzt der weiche M HE 1 Ä-ldh ist den, 3 die s-ur lintf icn Sieg leute M E-hr i-n Ser D Eaarbru^ ßaar 0 treuem beiierung ziert nur 5 der Dessen i findet sic d^ len mit 5:4 lonntc. öluttgar der Ar Juch die Pla gebniö l) lieferte 1 seiende den W< Jage Frei! nicht v vor bi 1:3 D Die dritter 0 Spieü 4:3 (3:3 bei i flotten z» har liche T belonbi orbent ?ur 5 erzielt« Strafti Tore ( brachte Etrafv basier. Kickers In! ein t Die S gangen, vechsel für Pru Tie zu mäyigw vorgem Aechfr Berich! Priv den o hat t ist trol für Sa, non, vo a»slä minbt den Er markte,- erst ni vilensit andere: ttnsichc ist der, Gold' Setviesc Es i Es V » * rtfc» W* ar im die loche Jw“ tote ihn mit oer' Kar büchte IortraS' s ,n,e.L Mn- ^'Liebc-abeN' Ä/' L°'S icma^L «“ i l-> Ä niemand . ^w1' Sm « on chroA - 11 [N‘ Wesen fein, iHv Innensturm verschuldete durch Llnprodicktivität die Niederlage. Da gleichzeitig der D. f. R. Mannheim trotz Vorteil des eigenen Platzes gegen den S. D. Waldhof Mannheim mit 2: 3 Toren verlor, ist den Frankfurtern in dem nunmehr mit ihnen punktgleichen S. V. Waldhof ein Nebenbuhler um die Gruppenmeifterfchaft entstanden. Llnion Niederrad erfocht einen verdienten Sieg von 2:1 Toren über den 1. F. E. 07 Idar. Vach den Torchancen hätten die .Unionleute höher gewinnen können, und es erscheint nunmehr rätselhaft, wie sich die Niederräder im Vorspiel 0:6 schlagen lassen konnten. Der V. f. L. 'N e u - 2 f e n b u r g enttäuschte in Saarbrücken aufs schwerste. Er ließ sich von Saar 0 5 mit 6:1 Toren vernichtend schlagen, trotzdem er in feinem letzten Tressen Formver- befserung hatte vermuten lassen. Neu-Isenburg ziert nunmehr das Ende der Tabelle. In der Gruppe Süd gab es in allen drei Treffen die erwarteten Sieger. Unter ihnen befindet sich allerdings in der S p. V g g. Fürth der Tabellenerste, der gegen den auf dem siebenten Platze rangierenden V. f. V. Stuttgart mit 5:4 Toren nur unerwartet knapp gewinnen konnte. Fast erscheint es unerklärlich, daß die Stuttgarter gegen die erprobte Hintermannschaft der Fürther 4 Tore erzielen konnten. Qlud) in den beiden anderen Treffen verloren die Plahvereine, beide mit dem gleichen Ergebnis von 1: 3 Toren. Phönix Karlsruhe lieferte den Stuttgarter K i ct e r s zwar ein fesselndes Spiel, tonnte den besseren Gästen aber den Weg zum Siege nicht verlegen. Dagegen war bas Treffen zwischen dem F. C. Freiburg und dem QI. S. V. Nürnberg nicht besonders begeisterungsfäh.g. Freiburg war vor dem Tore unentschlossen und verlor mit 1:3 Toren. Die Stuttgarter Kickers liegen nunmehr an dritter Stelle. Die Handballmeisterschast von Güddeutschland. Gruppe Süd. Tpielvereinigung Fürth — Stuttgarter Kickers 4:3 (3:3). ' _ . , . Bei mittelstarkem Besuch nahm das Spiel cmen flotten Verlauf, bot jedoch wegen der vielfach zu harten Spielweise nicht die erwartete sportliche Musterleistung. In der ersten Halbzeit spielte besonders die Stuttgarter Hintermannschaft außer- ordentlich hart, was eine Reihe von vtrafwürfen zur Folge hatte. Die Spielvereinigung Fürth erzielte bis zur Pause drei Tore, sämtlich durch Strafwürfe, denen die Stuttgarter ebenfalls drei Tore entgegensetzen konnten. Die zweite Halbzeit brachte den Fürthern ein 4. Tor, gleichfalls durch Strafwurs. Gegen Schluß entwickelte sich ein lebhafter Kampf vor dem Fürther Tor, der aber den Kickers den ersehnten Olusgleich nicht mehr brachte. Wirtschaft. Oie Lage des Geldmarktes. In der Berichtswoche hatte der Geldmarkt ein etwas günstigeres Ql n s s e h e n. Die Sätze für Tagesgeld sind etwas zurückgegangen, dagegen blieben die Sätze für Monatswechsel vollkommen unverändert, und am Markte für Privatdistonten war die Loge nicht einheitlich. Die zu Beginn der Berichtswoche erwartete Ermäßigung des Privatdiskontsatzes konnte nicht vorgeuommen werden, beträchtliches Qlngebot von QDechselmaterial zwang schließlich am Schluß der Berichtslvoche zu einer Heraufsetzung des Privatdiskontsatzes. der nunmehr wieder den offiziellen Satz von 6,5 Prozent erreicht hat. Die Grundtendenz des Geldmarttes iß trotz der etwas günstiger gewordenen Lage für Tagesgeld nach wie vor als f e st zu bezeichnen, vor allem deswegen, weil der Druck der ausländischen Geldmärkte unter- mindertstark anhält. Mit einer durchgreifenden Erleichterung an den internationalen Geld- Märkten, vornehmlich in Neuyork, ist Wohl vorerst nicht zu rechnen. Oluf die schwierige Devisensituation der Reichsbank, in der sich auch die anderen europäischen Notenbanken infolge der Unsicherheit des amerikanischen Marktes befinden, ist bereits von uns bei Erörterung des starken Gold- und Devisenverlustes der Neichsbank hin- qetoiefen worden. . .. . Es ist nicht zu verkennen, baß sich aus dieser Es ist nicht zu verkennen, da ßfich aus biefer Situation ernfte Besorgnisse am G e l kirn a r k t ergeben haben. Man kann sogar Zweifel hegen, ob eine Diskonterhöhung um nur 1 ? Proz. eine Beseitigung der Schwierigkeiten herbeiführen Die hinter den S Zapieren ang Hiranksuri a. M. Berlin -Lchlutz- Ansoug Kurs Karr Kure : «urs Tahun 13.4. 1 15-4. 13 4- 15 4. 6% Dt. Reich§e v. iWi - 87,5 —• 87,5 — Lt. Anl.-ALWl.-SchuIV uiti s!UU> lol.-Rechtcn ,, «t tiftl. ohne Luslo,^Rechte - • • 53.9 12,35 12,15 53,75 12,23 | 53,9 12,1 5% Franks. Hyp -Bk. Gi’lbDf. UN kündbar bis 1932 - - *:/,% Römische Hyp^Banl SUHL- 89 80,5 Goldps. ■ • V.E.G. abfl. Sodricgs-Obligatton. rückzahlbar 1933 88,5 4% Llhwekz. Bunderv^Anl- 100,25 — d% Oasterreichische Goldrte. 4.20% Ocftcn. Silberne. — — - - 4% Oesterreich, einheitl. 3ÜC. — 4% Ungarische öutöric. — — 2ö 4% Ungarische Slaalür. v. 1910 4'/t% dergl. von 1913 21,05 — 21,25 22.5 2,2 4% Ungarische Krönende.. 2,2 4"0 Türk. Zoll anleihe v. 1011 10,4 10,3 10,25 4% Türkische Aagdadbahn-Anl. Serie l 10,5 — 4% vesgl. Serie ll 4% Rumäne« cimuetl. Rie. . . • —— —* 10,5 —* **/i% Rumänen Woldanl. vou 1913 18,9 Wlg. Demiche Etlendadn . *ya — — — 119,9 Hamburg-Amerika Bakel ... 8 Hamb.-Südam. Damvttciu . . 8 120,5 120,5 — —■- 195 — Hansa Damvlichisl . . lt -— — — 155,5 Rorddeullchrr Lloyd . . . . ä 115 115 115 114.5 DUg. Deutsche Creditanst. . . lt 132 — 132 131.75 Narmer Qantoerein . . IC 134,5 135 135 berliner Handel«geseIIsch. . . 12 225 224 228 224 Commerz- und Peivat-Banl 11 201,5 200 202.75 200 Lärmst, u. Natlonalba-uk 12 274,75 — ''74 271,5 Leutschc Bank .11 167,75 167 168,5 167,5 DiSkonto-viesellschast Lut.. . 10 160,25 160,25 161,25 160,5 Dresdner Bank . . 10 164 163,5 165 163,25 Mitteldeutsche CieditLcmI . . . 8 — — — - KeWbcmf.......... 318 316,5 317,75 315,25 werde, und hälk, wenn der Neparakionsdruck auf die Neichsbank bzw. auf den deutschen Devifen- marlt anhält, die Notwendigkeit einer Diskonterhöhung um c in volles Prozent für gegeben. Dabei muß betont werden, daß infolge des erhöhten Transfers, den der Neparotions- agent feit einiger Zeit vornimmt, wie überhaupt der Ausbringung der Neparationslasten die ökonomischen Gesche (Geldübersluh infolge Konjunk- tiirrückgang und steigender Geschäftsunlust, diskontpolitische Nücksicht auf den Konjunkturrückgang) außer Kraft sind. Die Blicke richten sich daher nach Paris. Eine Qlenderung durchgreifender QIrt am deutschen Geldmarkt mit seinen hohen Sätzen ist, wenn man von dem Einfluß der Neuyorler Geldmarktversteifung abfieht. nur denkbar. wenn die Pariser Verhandlungen zu einem günstigen Ergebnis führen. Qluch die Aussichten auf dem Kapitalmarkt, der gegenwärtig einen Tiefstand erreicht hat. sind recht ungünstig. Die Kapit^nachfrage ist nach wie vor größer, als das Qlngebot, obgleich sich die Emissionstätigkeit in der letzten Zeit in einem sehr bescheidenen Nahmen hält. Man wird also für den Geldmarkt und den Kapitalmarkt erst klarer sehen können, wenn das Ergebnis der Pariser Neparationsbesprechungen vorliegt. Von ihm hängt auch die Diskontfrage ab. * Die amtliche Großhandelsindex- z i s f e r. Die auf den Stichtag des 10. April berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Neichsamtes ist mit 137,4 gegenüber der Vorwoche (138,4) um 0,7 Prozent gesunken. Don den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Ngrar- stosse um 1,4 Prozent auf 128,6 (130,4) und die Indexziffer für Kolonialwaren um 0,7 Prozent auf 125,7 (126.6) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe unb_ Halbwaren hat um 0,6 Prozent auf 133,7 (134,5), diejenige für industrielle Fertigwaren um 0,1 Prozent auf 157,7 (157,9) nachgegeben. ’ Mainkraftwerke QI.-®., Frankfurt a. M. - Höch st. Nach dem Bericht hat sich im Jahre 1928 die Abgabe elektrischer Arbeit infolge Gewinnung neuer Abnehmer und Erweiterung bestehender Anschlüsse von 73 558 634 Kilowattstunden im Vorjahr aus 87 776 742 Kilowattstunden gesteigert, d. h. um 19,3 Prozent. Erzeugt und bezogen wurden 100 442 828 (84 316 596) Kilowattstunden. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung sei das Ergebnis ungünstig beeinflußt worden durch die Steigerung der Unkosten und die erhöhten Zinslasten für die umfangreichen Bauten. Hinzu komme, daß der nach dem am 1. Januar 1928 eingesührte Grundgebührentarif für Kleinabnehmer entstandene Ausfall durch den Mehrverbrauch bei weitern nicht gedeckt werden konnte. Don den wenigen von der Gesellschaft noch nicht belieferten Ortschaften des Versorgungsgebieies wurden drei Gemeinden neu angeschlossen. Die Anschlüsse an kleingewerblichen Anlagen und Großabnehmern haben eine Zunahme erfahren. Unter den neuen Großabnehmern sind die I. G. Farben- industrie Ql. G.. Werk Frankfurt a. Ml-Höchst und die A.-G. für Bergbau, Blei- und Zinn- fabrikation zu Stolberg und tn Westfalen für deren Betriebe in Ems und Holzappel. Mit denr R. W. E. wurde ein langjähriger Stromliefe- rungsvertrag abgeschlossen. Die nahestehenden Gesellschaften entwickelten sich weiter befriedigend. Es wurde ein erhöhter Rohgewinn von (alles in Mill. Mk.) 5,602 (5,294) erzielt. Andererseits erforderten ilntoftcn 0,788 (0,698), Steuern 1,016 (1,024), Abgaben und Vertragsabga- b'en 0,146 (0,125), Darlehenszinsen 0,345 (0.161), Zinsen für die Goldmarkanleihe v. 1926 0,555 (0,560). Der Anlagekapital-Tilgungs- und Erneuerungsrücklage werden 0,861 (0,831) überwiesen, so daß ein Neingewinn von 1,906 (1.909) verbleibt, woraus bekanntlich eine Dividende von wieder 8 Prozent auf 22,4 Mill. A.-K. vorge- schlagen wird. Qln den Qlufsichtsrat werden 0,099 (0,100) Tantiemen abgeführt, so daß 14 221 (15 309) zum Vortrag aus neue Rechnung verbleiben. Deutsche Effekten- u nd Wechsel - B a n t. Frankfurt a. M. Der Gesamtumsatz des Instituts erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 1928 aus 5.997 (4.775) Milliarden Mk. Der Nohgewinn beträgt (alles in Mill. Mark) 3.59 (3.14). Provisionen erbrachten 1.17 (1.13). Das größere Kontokorrentgeschäst glich hier den Rückgang des Kunden-Effektengeschäftes ans. Die Zinseinnahmen betrugen 1.50 (1.15) trotz des starken Rückganges der Zinsspanne. Aus dem Effekten-, Devisen- und Konsortialgeschäst wurden 0.66 (0.74) vereinnahmt. Andererseits erforderten ilnfoften 1.67 (1.59), wovon 77.6 (72.7) Prozent auf Personalausgaben entfallen. Steuern und Abgaben beanspruchten 0.54 (0.47). Das Verhältnis der ilnfoften zum Bruttogewinn stellt Kurszettel der Berliner ührten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlösse flronksuna. M. Bcttiu Sii'iUB« i-Uhr . Cberfdjlci. KokSwerke.... . 6 Phönir IBetflbau......6V- zihcinilche BrauiUohIen... lu Rhein stahl k- ’/i Jaljr RtLbeck Montau......7,2 vereinigte Stahlw. ..... 6 OtaviMinen..... .2sh ftali AscherLleben . • • • • U flali Westeregeln ...... 10 Rallwerf SatzdetsurtL ... Id I. G. garbeTt-Zuduftrie. . . 12 Tqnamil Nobel ....... Scheide anstatt ..••••••- Goldschmidt ..••••*• 0 RiUgerrioerke ..•«•••• € Metallgesellschast. ..... 11 sich auf zirka 45 (50) Prozent, mit Steuern auf zirka 61 (65) Prozent. Aus dem Reingewinn von 1.38 (1.08) werden bekanntlich 9 (8) Prozent Dividende auf das diesmal voll dividendeberechtigte Kapital von 10 Mill, vorgeschlagen. Tantiemen betragen 0.25 (0.18), so daß 0.22 (0.18) zum Vortrag auf neue Rechnung verbleiben. * Hartmann & Brann, A.-K., 3 r a n t = furt a.M. In der Aufsichtsratssitzung am Samstag wurde beschlossen, der Generalversammlung (27. Mai) für das Geschäftsjahr 1928 die Verkeilung einer Dividende von wieder 10 v. H. vorzuschlagen. ' Faber & Schleicher QI.-®., Offenbach a. M. Die Nachfrage nach den Erzeugnissen der Gesellschaft war im abgelaufenen Jahre weiterhin lebhaft und führte zu einer wesentlichen Erhöhung des Absatzes. Durch den Bau einer neuen Montagehalle und stärkere Ausnutzung der vorhandenen Detriebseinrichtungen konnte die erhöhte Nachfrage befriedigt werden. Das für den gesteigerten Umsatz notwendige Betriebskapital wurde durch eine im Herbst beschlossene, inzwischen vollständig durchgeführte Kapitalerhöhung um 408 000 Mark auf 1,4 Mill. Marl beschafft. Der vergrößerte Reingewinn ermöglicht es, eine erhöhte Dividende von 10 (i. D. 8) Prozent vorzuschlagen. Der in das neue Jahr herübergenommene Auftragsbestand und die weiter ausreichend eingehenden Aufträge lassen unter dem üblichen Vorbehalt wieder ein befriedigendes Ergebnis erwarten. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 15. April. Tendenz: schwach. Die wenig günstigen Nachrichten aus Paris führten zu Beginn der neuen Woche zu einer erneuten Unsicherheit. Neranlaßt hiervon schritt die Spekulation zu Abgaben, und es traten gegenüber den Samstagschlußkursen auf allen Märkten Verluste bis zu 3 v. H. ein. Im Zusammenhang mit der allgemein schlechten Verfassung der Börse schritt die Baissespekulation zu Blankoabgaben und die Kursbewegung nahm später größeres Aus m a ß an. Die wieder ungünstigeren Geldmarktverhältnisse, der uneinheitliche Schluß der Neuyorker Börse vom Samstag und der Rückgang der Kohlenförderung im Ruhrgebiet waren alles Momente, die zur weiteren Verstimmung beitrugen. Die Tendenz war aus diesem Grunde a u s g e s p r o ch e n s ch w a ch. Besonders stark angeboten waren am Eleltromarkt Bergmann mit minus 5 v. $)., Chade-Aktien minus 4 Mk., Licht & Kraft und Siemens mit je 3,5 und Schuckcrt und Elektrische Lieferungen mit je minus 3,75 v. ch- Bis 3,5 v. 5). schwächer lagen noch am Montanmarkt Mausfelder, Rheinische Braunkohlen, Harpener und von Kaliwerten Aschersleben und Westeregeln. Zellstoff Waldhof hatten einen Verlust von 5,5 v. h. aus zuweisen. Der Bankenmarkt war entgegen der allge meinen Tendenz gut gehalten. Die Verluste gingen selten über 1 v. h. hinaus. Bon Schifsahrtsaktten waren Norddeutscher Lloyd gut behauptet. Renten ohne besonderes Geschäst. Deutsche und Ausländer etwas schwächer. Im Verlause traten bei weiterem Angebot erneute Rückgänge, bis zu 1,25 v. j). ein. Die Ausnahmelust war äußerst gering. Schuckert verloren sogar erneut 2 v. ch. Harpener Bergbau waren gut bc Häuptel. Von Kupferwerten konnten Mansselder einiges Zuteresse auf sich lenken, bei leicht anziehen dem Kurse. Farben verloren insgesamt 3 v. ch. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,7a v. S). an gesinnter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen London mit 20,482 schwach, Mark gegen Dollar 4,2175, London gegen Kabel 4,8550, gegen Paris 124,25, gegen Mailand 92,57, gegen Madrid 32,58 gegen Holland 12,09. Berliner Börse Berlin, 15. Avril. Bereits am Vormittag herrschte an der Börse dine starke A n f i ch er - heil, und die Ordereingänge bei den Banken waren gleich QiuIL Diese nervöse Stimmung übertrug sich auch auf den Beginn der Börse, der ein ausgesprochen schwaches A usseh e n zeigte. Die Verhandlungen "in Paris Haden bis jetzt einen für Deutschland wenig günstige Silua- ticn gebracht, die neuen Zahlen stehen nur unwesentlich hinter den augenblicklichen Leistungen zurück, und erschwerend kommt b'mzu. daß die Leistungen eine wett größere Zahl von Jahren nach diesem neuen Vorschlag in Anspruch nehmen werden. Die Börse hegte in Anbetracht dieser Situation wieder die Befürchtung, daß die Konferenz ergebnislos abgebrochen werden könnte. Eine 'etwas bessere Qlussicht eröffnete sich bei der Nachricht, daß Owen D. B du n g eventuell einen neuen Vorschlag auf gemäßigterer Basis machen wird. Neben diesen Meldungen aus Paris verstinunte in der Hauptsache die weitere Entwicklung des Geld- m a i-11 e s. wobei die Qlnficht herrscht, daß eine neue Diskonterhöhung nur n o ch eine Frage der Zeit sei. Die internationalen Geldmärkte waren allgemein versteift. Qluch hier war die Nachfrage wieder stärker. Lagesund Frankfurter Börse. n Dividende an. —- Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, fftanfrurt a. 9JL Berlin f(......18 ftkiitbny..... u ZeUstosf Talddo».....12 Mstvss ttschaiteaövcft - - - l- (loitotteuburger 5Baiiec - - - ' Dcklauer Gas........8 Daimler A'.otorsu ...... n Deutsche Maschiueu-Fastrik . . 0 Adlerwerte Kleoer......6 Ludw. Loews . .»•••« 10 Wat. Automobil ....... 0 Crcnftetn ungho-ld. . ..»•••••* Lechwerle. ...«>••••- Mamkrastwerke Mag..... 1' Oiefähilmet .... Gebr. Roeder ...... 1° Soigt 4 Haessner ...... 8 EüSd. 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Mai 1929 ein- chließlich, einzuhalten, andernfalls die Taubenhalter zu gewärtigen haben, daß ie bestraft und die Tauben von dem Feld- chutzperfonal abgeschossen werden. (3418C Gießen, den 13. April 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. m. Betonböden (Neubauten) i. Wetzlar geschlossen odergeteilt zu vermieten. Eignen sich für En-gros- Geschäft jeder Art, Niederlassungen, Warenverteilungsstelle. Bureauräume vorhanden. Schriftliche Angebote unter 3415D an den Gieß. Anzeiger erbeten. Bekanntmachung. Betr.: Die Vertilgung der Raupennester. Die Garten- und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, bis zum 1. Juni 1929 ihre Bäume, Sträucher und Hecken von den Raupen- Junges Fräulein 169nbrealf,i.©teno: flravbie und Schreibmaschine bewandert, sucht Stellung auf kausm. Bureau. Schristltch.Anflebote unter 02264 an den Gießener Anzeiger. 30. MsllMN 18*/e I. alt, gelernt inZigarrensabrik.m. sämtl.Bureauarbeit. vertraut, W Stellung. Schr.Anfl.unt. 02235 an den Gieß. Anz. Zweigverein Gießen vom Roten Kreuz. Einladung zur Hauptversammlung auf Montag, den 29. Avril 1929, abends 8'.Ubr pünktlich, lSartcnttr. 2, Zimmer 16. 3402 D Tagesordnung: 1. Iahresberlcht, 2. Nech- nungsablage, 3. Verschiedenes. Für den Vorstand: Dr. Baar, erster Vorsitzender. l,2Kup!erpolen B. R. 28, Hennen am Legen, abzugeb. 02261] Neustadt 55. Ab heute sind meine Sprechstunden wieder regelmäßig 9—12 u. 2—7 Uhr außer Samstag und Sonntag J. Honig staatlich gepr. Dentist Heuchelheim Mi* liir htitia iür bekanntes Markenfabrikat gesucht. ES ivoüen sich nur Herren melden, die für große Umsätze aus zahlungsfähiger Schub- inacherkundschast Gewähr leisten. Ansf. Anerblelen mit Reser, unt. E 146 an Ann.- Erv. Carl Ludewig, Hannover. [3429V Dienstag, den U6. 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