Nr. 59 Erstes Blaff 179. Jahrgang 8reitag,(5. Abruar 1929 (Er|d)eint täglich,außer Sonntags und Feierlago. Beilagen Die Illustrierte Gießener FamilienblLtler Heimat im BUD Die Scholle Vezvgrprei» für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummem infolge höherer Gewalt. Fernfprechanichlüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten. Anzeiger Siebe«, pobscheakonto: granlfurt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrve vnr vrühl'Iche Unlverfitittr-Vuch. und Stetnöruierei R. tätige tu Sieben. Schriftleitun, und S-schäftsitelle: SltnitrnZe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bi« zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. ausroärts 10 Reichspsennig: für Re- klamean-etgen von 70 n m Brette 35 Reichspsennig, Platzoorschrist 20“ , mehr. Thesredakteur Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Leuschners Vorschlag zur Reichsreform. Eine Absage der preußischen Lozialdemokralie. 2tt a I n $, 14. Jeb. 3n der „Mainzer Bolte- Zeitung" äußerl sich der preußische Landtagsabge- orduete Dr Ernst Hamburger (Breslau) zu den bekannten vorfchlägen des hessischen Innenminister» L e u f ch n e r über die Reichsreform Im Rhein-Maln-Geblet. Dr. Hamburger, dessen Ausführungen, wie das Blatt bemerkt, wohl im weiteren Sinne al» die Stellungnahme der preußischen sozialdemokratischen Landlagsfraktion gelten können, schreibt, gerade die forgfälllge Durcharbeitung de» Leufchnerfchen planes liefere den Beweis für die Schwierigkeit, ja für die Unlösbarkeit de» Problems, neben die bisherigen Der- «allungskonstrukllonen ein Reichsland in der von ihm (Leufchner) umschriebenen Form a l s weiteres Mufter eines verwaltungsorganis- mus zu sehen. Starke Komplikationen lägen In der Häufung von Zuständigkeiten und Abhängigkeiten von den verschiedenen Organen bei dem Leiter einer Behörde (des vorgefchlagenen Landesprästdenten), ebenso In der parlamentarischen Vertretung de» neuen Reichslandes. Mebet die von Leuschner vorgefchtagene Lostrennung von finanziell und wirtschaftlich überaus wichtigen preußischen Gebieten schreibt Hamburger: Würde ein solches Opfer Preußens wirklich dem Fortschritt de» Reichsgedankens dienen, so würde es nur unter dem Gesichtspunkt Reich und Länder betrachtet, tragbar erscheinen. Unter den politischen Verhältnissen aber, die nunmehr feit etwa acht Iahten im Reich und in Preußen bestehen und die man daher nicht mehr al» schnell vorübergehend naschen kann, würde sich Preußens Sozialdemokratie dazu nicht verstehen können. In Preußen habe — und das ist der Unterschied zu den kleineren Ländern — die Sozialdemokratie nicht not eine verwaitungspoMifche, sondern eine all- gemeinpoli tische Mission zu erfüllen und daraus bei ihren En'scheidungen Rücksicht zu nehmen. ---------------- i Die Wirkung der Ursprungsklausel. Die deutsche und nordische Einwanderung zugunstenJtaiicnH und 4-olenS benachteiligt (Berlin, 15. Febr. (Priv -Tel.) Die Berechnungen, die der letzt vom Einwanderungsaus- schuu veS am€rüaniie Anscht vertr.tt. ist an zuständigen 6LeL* len noch nicht bekannt. Der Papst über das neue Konkordat. Bersöhnungcseicr in Palermo. Rom. 14 Februar. (WB.) Die die Blätter melden, führte der P a p st beim Empfang von Professoren und Studenten der katholischen Universität Mailand aus: Der Vertrag zwischen dem Päpstlichen Stuhl und Italien bedarf nicht allzu vieler äußerer ober innerer Rechtfertigung, denn feine Hauptbedeutung beruht auf dem Konkordat, das den Vertrag nicht nur erklärlich macht und rechtfertigt, son- dem auch empfiehlt. Der Papst sch Iberte dann aus- ühtkich die Tragweite des Konkordats, das die Stell ung der Kirche in Italien r ch so vielen Konflikts- ahren regelt, und fügte hinzu: Der Päpstliche Stuhl and hinsichtlich seiner Wünsche in der Konkordats- rage ein edles Entgegenkommen auf der unteren Seite. Vielleicht war auch ein M a n n dazu DerDeuischeVolksbundklagtvordemVölkerbundsrai Genf. 14. Febr. (DIB.) 3m Generalsekretariat de» Völkerbundes Ist heute vormittag die telegraphische Petition de» Deutschen volksbunde» in Oberschiesien eingetroffen, in der gegen die Verhaftung feine» Leiter»U 11h protestiert und feine Jrellaf jung gefordert wird. 3n dem pro- tcfllelegramm wird ausgeführt, die Verhaftung e n t- bchre sachlicher Grundlage und ermangele jeder formalen strafprozessualen Voraussetzung, da weder Verdunkelungsgefahr noch Fluchtverdacht bestehe. Sie sei nur dadurch zu erklären, daß Ulih der deutschen Minderheit angehöre und die Minderheit in ihrer kulturellen Orgaal- fallen getroffen werden solle, wie sich schon au» den Ratsverhandlungen im Dezember 1928 ergebe. Der Völkerbund wird gebeten, die nötigen Maßnahmen zu treffen, damit Ulih au» der haft entlassen werde. Auf jeden Fall solle auch nach der hostenNastung ein Kommissar mit der Prüfung des weiteren Verfahren» beauftragt werden. Schließlich seien die nötigen Maßnahmen zn treffen, um Ulih gegen die völlig unbegründete Strafverfolgung zu schützen. Da» Sekretariat hat den Fall al» D r i n g l i ch k e i t » o e r f a h r e n al» gegeben erachtet. Für diesen Fall liegt folgende Entschließung de» Rate» vor: 3n Fällen äußerster Dringlichkeit teilt der Generalsekretär die petiNon den RatemltgUeöern mit, sobald sie im Sekretariat eingetroffen ist. und läßt die Frage a u f die Tagesordnung der unmittelbar folgenden Ratstagung eintragen. Gleichzeitig sendet er die Petition der interessierten Regierung, damit sie ihre Bemerkungen dazu erteilen kann. Diese» Verfahren ist eingeschla- gen worden. Damit ist die Besprechung dieses Falle» auf der kommenden Tagung de» Völkerbundsrate» gesichert, der allerdings erst am 4. März, also drei Wochen nach der Verhaftung de» Herrn UNH zusammentreten wird. Erstaunen in Genf. Polen verschlechtert seine Situation vor dem Rat. Genf, 14. Febr. (XU.) Das Dorgehen der polnischen Negierung hat in maßgebenden Kreisen des Völkerbundes außerordentliches De» fremden und Erstaunen hervorgerufen. Aach dem Zusammenstoß zwischen Dr. Strese- mann und Zalefki in Lugano war man bereits allgemein auf neue Zwangsmaßnahmen Polens gegen den Deutschen Dolksbund in Oberschlesien gefaßt, hielt es jedoch bisher nicht für wahrscheinlich, daß die polni'che Aegierung als Anstalt für die bevorstehenden Minderheitenverhandlungen auf der Märztagung zu einer derartigen Maßnahme greisen würde 3m Sekretariat des Völkerbundes besteht der Eindruck, daß die polnische Regierung durch die Ausrollung der Minderheitenfrage vor dem Dölkerbund völlig den Kops verloren hat und jetzt Schritte ergreift, die sich letzten Endes nur gegen Polen selbst richten können. Ferner nimmt man h er an, daß die Verhaftung des Abg. UNtz als ein unmittelbarer Ausfluß der polnischen Verärgerung über die aus starken französischen Druck hin erfolgte Zurückziehung des kürzlichen polnischen Minderheitsantrages beim Dölkerbund aufzufassen ist. Es ist jedenfalls höchst bedauerlich, daß diejenigen Kreise, die Polen veranlaßt haben, im letzten Augenblick noch seinen MinderheitZantrag über die Ausdehnung der Minderheiten- Ichutzbestimmungen auf alle Staaten zurückzuziehen, nicht auch darauf gewirkt haben, daß die polnische Aegierung jetzt von einem derartigen Schritt, wie die Verhaftung des Präsidenten des Deutschen Volksbundes in Ober» schlefien absieht. Vielfach wird jedoch auch angenommen, daß Polen ein derartiger Schritt a l s Zugeständnis für die Zurückziehung des Antrages unter der Hand zugegeben worden war. Die Verhaftung des Abgeordneten Lllitz. Anklage auf Hochverrat. Kattowitz, 14. Febr. (TOD.) Die Verhaftung Ulih' erfolgte, wie die „Kattowiher Zeitung" heute ergänzend berichtet, durch einen Polizei- oberkommissar in Zivil in Begleitung eines weiteren Oberlommissars In Uniform. De Poli- zeibeamten bestiegen mit dem Verhafteten ein Auto und führten ihn in seine Wohnung, die einer Un e.suchung un.erworfen wurde. Dem von dem Rechtsbeistand des Abgeordneten Ulih. Dr. Dej, gestellten Antrag, der Durchsuchung beiwohnen $u dürfen, gab der Ume.suchungsrich- ter statt. Einige Aktenstücke, darunter auch dasjenige. das sich Ulitz zu seiner Verteidigung angelegt hatte, wurden oeif egelt und mitgenommen. Die Durchsuchung dauerte bis in den Aachmittag, woraus der Abgeordnete in daS Uhterfu* chungsgeiängnis Überg e', ührt wurde. Von oeu scher Seite wird der Versuch gemacht werden, die Freilassung des Abgeordneten: Ulitz gegen eine Kaution ya erwirken, da auch seinerzeit der verhaftete S^-ulrat Dudek gegen Stellung einer Kaution in Höhe von 40 000 Schweizer Franken auf freien Fuß gesetzt worden ist. Die Polnische Lelezravhenagentur erklärt, daß der Vcrhaf.e e angellagt sei, gegen 0 i e vicherhc , r oes Staates tätig gewesen zu'ein. Ferner werde er neben einer Reihe weiterer staatsfeindlicher Handlungen auch der Begünstigung von Fahnenflucht durch Dokumentenfälschung beschuldigt. Wie „Expreß Poranny" aus Kattowitz meldet, soll man das Ulih angeblich kv.npromit:irrende Material bet der im Februar 1926 in den Räumen des Deutschen Volksbundes durchgeführten Haussuchung gefunden haben. Reichshaushalt und Gemeinden. Gegen die Kürzung der Ueberweisungen. — Oer Städtetag droht die JRcafr steuern zu erhöhen. D e r l i n, 14. Febr. (LU.) Der Vorstand des Deutschen Städtelages brschäf.igte sich in feiner Sitzung in Berlin mit den aktuellen fuianz- unD kommunalpolitischen Fragen. Zur Deckung des Feh.betrages im Reuchshaushaltsplan für 1929 wurde so.gen de Entschließung gefaßt: „Der Vorsta d des Deutschen S.ädtetages hat mit äußerster Beunruhigung von den Absichten der Reichsceg erung Kenntnis genommen, dir zur Deckung des Fehlbetrages im Reichshaushalt des Rechnungsjahres 1929 die Ueberweisungen an Die Länder und Gemein den auS Dem Aufkommen Der Reichs,reuern um 1 20 Millionen Mark kurzen will Diese Maßnahme deS Leichs wird sich auf Die Finanzgebarung Der Gemeinden in drückendster Weise auswirken, Da die krisenhafte Lage des Arbeitsmarktes den Gemeinden in Gestalt Der Wohlfahrtserwerbs- toi'en eine neue schwere Last gebracht hat. Die deutschen Gemeinden haben immer wieder daraus hingew efen, daß Die ihnen von Reich und Ländern In ständig steigendem Maße übertragenen Ausgaben auch eine entsprechende Steigerung der Einnahmequellen finden mü.sen. die im übrigen auch reichs- und landes- gesctzlich Den Städten verbürgt worden ist. Die Wegnahme einer Den Gerne in den ge etzfich zu- gesicher.en Steuer, wie Der GrunDerwerbs- steuer der toten HanD hat Den Gemeinden einen weiteren empfindlichen Ausfall gebracht. Eine Verkürzung des Aufkommens aus den Ueberweisungen oder ein Abbau Derjenigen Steuern, die zu einem wesentlichen Teile Den Gemeinden zufliehen, ist ohne gleichzeitigen Ersatz unmögli ch. Sie müßte notwendigerweise zu einer stärkeren Anspannung der Realste u e r n führen, deren Senkung bisher unter dem Zwang der von Der Reichsgesehgebung getroffenen Maßnahmen leider nicht gelingen konnte. Die Städte richten daher an den Reichsrat und den Reichstag die dringende Ditte, den Ausgleich des ReichshauShalts unter keinen Umständen in einer Verminderung Der Ueberweisungen an die Gemeinden zu suchen. Bei Der vorgesehenen Erhöhung Der Getränke steuern muh Den Gemeinden Die Beteiligung eingeräumt wer- Den. Sollte Die vorgesehene Kürzung Der Anteile Der Länder und GemeinDen Tatsache werden, so hieße das nichts anderes, als das Defizit des Reichs auf Kosten Der sozialen Ausgaben, Der Erziehung und Bildung des deutschen Volkes zu decken. Dabei lehnt Der Vorstand des Deutschen Städtetages mit größtem Rachdruck den Gedanken ab, die Belastung der öffentlichen Gemeindebetriebe mit öffentlichen Abgaben durch Heranziehung zu den Reichs st euern noch weiter zu erhöhen. Als Folge des ungünstigen Finanzausgleichs sind die Gemeinden genötigt, ihren Betrieben bedeutende Ablieferungen zum Ausgleich ihres Haushalts aufzuerlegen. Eine Heranziehung zu weiteren Steuern würde eine Schlechterstellung Dct öffentlichen Betriebe, deren allgemeine Rutzung durch die Bevölkerung im dringendsten Desaml- interesse siegt, gegenüber Der Privatwirtschaft bedeuten. Sie müßte zu weiteren Tariferhöhungen, zu einer ©Weigerung Der Belastung Der breiten Schichten Der Bevölkerung unD der Wirtschaft führen und würde die angespannte Finanzlage Der StäDte noch weiter erschweren." _ Hugeuberg zur Krisis des deutschen Mittelstandes. Berlin. 14. Febr. Bei einer Mitelstandskund» gebung der Beutfd)nationalen Volkspartei ergriff Geheimrat Hugenberg das Wort. Nach einem kurzen Hinweis Darauf, daß zum Mittelstände auch Die fünf Millionen bäuerliche BetriebsInhaber auf Dem Lande gehören, die nach An- ficht des Redners infolge nsudeutfcher Wirtschcsts- und Dawe-politik bereits am Boden lägen, erklärte er: Der heutige Staat, wie er wirkt und fick gibt, ist mittelstanDsfeinDlich. Denn Der heutige Staat ist vom marxistischen Geiste erfüllt. Jede selbständige wirtschaftliche Existenz zwischen Großbetrieb und Arbeiter müsse zu Fall gebracht werden, sei es durch Daweslast und unaufdringliche Steuern, sei es durcy unerträglichen Zinsfuß, sei es durch Verletzung aller mittelstandssreundlichen und vom Mittelstand geschaffenen Einrichtungen oder auf anderem Wege. Nach dem Willen der marxistischen Lehre und Der daraus entspringenden Politik müsse das deutsche Volk aus einer großen einheitlichen Masse vonProletariern bestehen, die durch eine bevorzugte St a ft e von Agitatoren, Gewerkschafts- und Konsumbeamten, sowie Krankenkassen und sonstigen Sozialangestellten geleitet werde und aus verhältnismäßig wenigen Großbetrieben. Am Ende stehe Die dann angeblich sehr leiche „Sozialisierung" auch dieser Großbetriebe. Das Schlimme sei nur, daß diese Großbetriebe inzwischen nach und nach ein Raub des wirklichen „internationalen Großkapitals" würden. Das immer mehr an die Stelle Des von Der Sozialdemokratie zerstörten nationalen Kapitals trete. Der Staat selbst muß wieder ein anderer werden, ein fruchtbarer Staat, Der die Straft seiner Bürger nicht in Leerlauf und toter Organisation vergeudet, ein Staat, Der Die lebendigen Kräfte anspornt. Der Den heimischen Boden sozusagen zum Treibhaus macht, ein Staat, der den Arbeitsertrag Der menschlichen Hand vervielfältigt, statt ringsum Die Welt auf Arbeitslosigkeit und Stempeln einzustellen. Die neue aufsteigende Zeit muß mit der alten Das eine gemein haben: Einen Karten gesunden Mi11e 1 stand, Der Den Kern des Staates bildet. ------------------- j nötig wie derjenige, Den uns die Vorsehung sandte, ein Mann, Der nicht Die Vorurteile Der liberalen Schule hatte. Durch Die Gnade Gottes und durch viel Arbeit ist es gelungen, ein Konkordat abzuschlleßen, das zweifellos zu den besten gehört. Mit tiefer Freude haben wir wieder Gott Italien und Italien Gott gegeben. Zur Feier der Aussöhnung zwischen Quirlnal und Vatikan wurde, wie in allen Städten Italiens auch in Palermo im Dom ein lebeum gesungen, das dadurch besondere Bedeutung bekam, daß der Kronprinz mit Gefolge an der heiligen Handlung teilnahm. An der Tür der Kathedrale wurde der Kronprinz vom Erzbischof und vom Bischof empfangen, während Die Kapitelherren und die übrigen Geistlichen bis zum Chor Spalier bildeten. Als Der Kronprinz die Kathedrale betrat, spielte die Orgel den Königsmarsch. Im Ehor wurde der Kronprinz vom Herzog von Genua, vom Prinzen und der Prinzessin Konrad von Bayern, Dem Herzogspaar von Pistoia und Dem Herzog von Pergamo empfangen. In der ersten Reihe des Mit- telsch.ffes sahen Die Spitzen Der Militär- und Zivil- behörden, Senatoren, Abgeordnete und Die Vorsteher religiöser Orden. Neben dem Hauptaltar stand die italienische Flagge. Nach Dem leDeum hielt D-. Erzbischof eine kurze Ansprache, in Der er vom Höchsten alles Glück für Italien, Den König, Den Kronprinzen, Das ganze Haus Savoyen und Den Duce erflehte. Als der Kronprinz die Kathedrale verließ, wurde erneut Der Königsmarsch intoniert. Der Kronprinz wurde von Der Menge begeistert begrüßt. Neues über die italienischen Verträge mit dem Vatikan. Rom, 15. Febr. (WTD. Funkspruch.) Messa- aero veröffentlicht Einzelheiten über den Inhall der verschiedenen am Montag unterzeichneten Verträge, die. wie das Blatt meint. Ende Mai ratifiziert werden können. Die Kardi - n ä I e würden nach den neuen Abmachungen weiter gleich Prinzen königlichen Geblüts angesehen werden. Sämtliche Kurien- krbinäle würden als vatikanische Bürger betrachtet werden, mit allen Freiheiten und allem Schutz, die diesen neuen Bürgern zukommen werden. Die vatikanische Staatsangehörigkeit werde noch geregelt, wahrscheinlich werde man d i e doppelte Staatsangehörigkeit an* erkennen. Die Ernennung der Bischöfe erfolge nach vorherigem Einvernehmen mit der Staats- regierung durch den Papst. Die standesamtliche Ehe sei nicht gänzlich abgeschafst, bestehe vielmehr weiter für Richtkatholiken, sowie für ungläubige Katholiken. Die vor dem Standesamt geschlossenen Ehen fielen bezüglich der Richtigkeitserklärungen und Dispense mcht unter daS kanonische Recht. Das Regalienrecht des Staats, wonach der Staat In Italien während der Vakanz von Dene- fizien deren Einkünfte einzog. l't aufgehoben. Eine Reih« von Steuern, mit denen der KleruS bisher belastet war, ist aufgehoben. Die Verwaltung der palatinischen Kirchen, 6. 6t. derjenigen Kirchen, die dem königlichrn Hau> unterstellt waren, tritt der König an den Papst ab. Die einzige Ausnahme bildet das Pantheon in Rom, wo bekanntlich die König« und Königinnen Italiens be.gefetzt werden. Te- kckglich dieser Kirche behält sich der König die Ernennung deS Kapitels vor. DaS Heilig« Haus von Loreto mit seiner gesamten Der- toalhmg wir- der geistllchon Behörde unterstellt. Las Blatt bemerkt dazu, bat) d.eZ In Anbetracht &er Hunderte von Millionen, die dort jährlich kingehen. von großer Bedeutung sei. Ferner werde die Autorität der Bischöfe durch die neuen Terträge durch deit Staat derartig geschützt werden, daß zum Beispiel der Staat solchen Geistlichen, die von ihren Dorgesetzten suspendiert worden sind, das Tragen der geistlichen Kleidung verbiete. Cs werde jetzt untersucht, welche überflüssigen Diözesen auszu- schalten seien, jedoch nehme man dabei Rücklicht auf uralte Bistümer. Die'e Maßnahme dürfe sich in der Weise abwicleln, daß beim Tode von Bischöfen fktr.cc Diözesen kein Nachfolger mehr ernannt würde. — Das Blatt weist auch darauf hin, daß nach den neuen Vertrügen Attentate gegen den Pap st in Italien bestraft würden, wie Attentate gegen die Sicherheit Les Staates. Das Geheimnis um Trohki. Wird der Oppositionsführer in Angora * interniert ? Konstantinopel, 14. Febr. (Deuter.) Eine geheimnisvolle Atmosphäre umcibt hier die Bewegungen Trotzkis. Die türkischen Behörden nehmen eine sptzinxhafte Haltung ein, und die Presse schweigt. Trotz Gerüchten, daß Trohki in der Dacht nach Angora gesandt werden wird, war das Sowjetkonsulat heute vormittag noch geschlossen und von Geheimagenten bewacht. Dec Sowjelbotschas.er in Angora besuchte gestern den türkischen Außenminister und hatte, wie man annimmt, mit ihm eine lange Besprechung über Trotzkis Unterbringung in Angora. Man vermutet allgemein, daß er in einem kleinen Gebäude neben der dortigen Sowjetbotschast interniert wird. Während seines Aufenthaltes in Konstantinopel wird Trotzki scharf von einem Offiz er und drei Unterbcamten der G. P. II. bewacht. Die türkischen Zeitungen haben Weisung erhalten, von der Anwe enhsit Trotzkis keine D o t i z zu nehmen, die türkische Polizei bestätigt jedoch, daß Seipoff (Trotzki) in Begleitung von vier Männern, einer Frau und zwei Kindern (vermutlich Defektive, seine Frau und seine Kinder/ aus dem Dampfer „Zllitsch' eingetroffen ist, und als seine Wohnung das Sowjetkonsulat angegeben hat, ein Grund, ihn sorgfältig zu bewachen ist der Umstand, daß ein Mordanfall auf ihn nicht unmöglich ist. Massenmord in der Unterwelt von Chicago. Alloholschmugglcr öeseitiqcn die Konkurrenz. Lhlkago, 14. Jebr. (DD.) Line Anzahl TTTän- net, die sich als Polizeibeamle ausgaben, drangen in das Hauptquartier einer Alkohols chmugglerbande im Norden der Stabt ein und trieben die dort Anwesenden in einem hinterzimmer zusammen, wo sie sie zwangen, sich an der wand auszustellen und sie bann mit Gewehren und Maschinengewehren kurzerhcmb niederschossen. Sechs ber lleberfallenen würben getötet, zwei schwer oerrounbet Die ZHötbcr waren in zwei Lastautos vorgesahren. Line Nachbarsfrau, offenbar die einzige Person, wctche die Schießerei vernahm, alarmierte die Polizei, die die sechs Leichen von kugeln buchstäblich durchlöchert, anjsand. Jedes der Opfer, einschließlich der Der- ronnbelen, hatte sechs bis zehn Schußwunden erhalten. Das Blutbad ereignete sich in einer Garage, die offenbar nur dem Alkoholschmuggel bient Ls handelt sich nach Ansicht der Polizei um den Racheakt einer rivalisierenden Schmugglerbande, welche die Gelegenheit wahrnehmen wollte, die Gegner, die sich zu einer Sitzung versammelt hatten, auf einmal auszu - rotten. Der heutige llebersall stellt in den Lhlkagoer Banbenfriegcn eine Neuheit dar. Bisher war es üblich, die Rivalen zu einerAutosahrt zu verleiten, um sie bei dieser Gelegenheit zu beseitigen. Zu einem derartigen kaltblütigen Blaffenmorben war es noch nie gekommen. Bon den Mördern, die in ihren Autos entkamen, fehlt bisher jede Spur. Oie Arbeit der Sachverständigen. Paris, 14. Febr. (WTB.) Wie Havas berichtet, war der grüßte Teil der heutigen Bormittags- sitzung des Sachverständigenausfchusses durch ein sehr vollständiges Expose des stellvertretenden deutschen Delegierten Dr. Melchior über die Handelsbilanz Deutschlands ausgefüllt. „Journal des Debets" glaubt in ber Lage zu (ein, mitteilcn -u können, daß die Delegierten in der morgigen Sitzung die Kapltalbewegung auf den internationalen Märkten, insbesondere die in Deutschland, zu studieren haben werden. Sie würden dabei die Faktoren der Zahlungsbilanz im einzelnen auseinandersetzen, also Kapitaleinfuhr durch Touristen und Kapitalflucht, und sie werden außerdem den Wert dieser Fak- toren abzuschätzen haben. WLffensuO im sozialdemokratischen Patteihaus in Wien. Wien, 15. Febr. (WTB. Funks iruch.) 3m sozialdemokratischen Part ei Hause wurden burd> «ine Poklzeikommisf o r neben dem Bereinsver- mögen eines behördlich genehmigten 3agd° und Schützenvereins Waffen und Munition beschlagnahmt. Dazu melden die Blätter, daß e t to a 3 0 0 Gewehre verschiedener S y st e m e mit der dazu gehörigen Munition. 30 003 neue Infanteriepatronen, eine große Anzahl von Ae - v olvern sowie mehrere Kisten mit Ma schi - nengewchr - Bestandteilen beschlag- nahmt wurden. Auch Feldiclephonansagen wurden beschlagnahmt, alle Waffen ins Gericht gebracht. Die Dorgeschichte der Beschlagnahme wird in den Blättern folgendermaßen dar estellt: 3n allen Wiener Bezirken wurden Arbeiterschühen- beweine geschaffen, um einen Deckmantel für die Aufrichtung des Aepublikschutzbun- deS zu bilden. Jeder dieser Vereine be'aß Schieß stände. Geschäftsführer des Ar- bsitcr-Iagd- und Schützenverbandcs. der S^itzen- organis ttionen der einzelnen Schützender, ine war zugleich Wassenreferent des LepublU- schußbundes. Deutschlands Steuerlast und das Ausland. Ein schwieriger Vergleich. Von unserer Berliner Redaktion. Berlin. 14. Febr. W e man aus den indirekten Informationen über den Verlauf der Pariser Sachverständigen-Berhandlungen er,ä;rt, ist gestern neben dec allgemeinen Wirtschaftslage, dem Stand der deutschen Industrie, der Handelsbilanz und dem Lebenshaltungsniveau Deutschlands, das bekanntlich nach dem Dawes- Plan nicht unter dasjenige anderer Kulturvölker herabgedrückt werden soll, der Vergleich der deutschen Steuern mit denjenigen der Lasten ausländischer Steuerzahler angeschnitten worden. Die Berichte bezeichnen selbst diese Frage al- heikel, verwickelt und spröde. Tatsächlich ist eine Vergleichung der Steuerbelastung ungefähr die schwierigste Detailaufgabe, mit der sich die Sachverständigenkonfo- renz zu befassen haben wird. Denn die Steuersysteme oller Länder weichen außerordentlich voneinander ab. 3n Frankreich gibt es die Hauptquelle unserer Steuereinnahmen, die allgemeine Einkommensteuer, nicht, dagegen eine viel größere Zahl indirekter Steuern aller Art. besonders Stempelsteuern von beträchtlicher Höhe, die z. B. auch bei Abschluß von Hypotheken und dergleichen bezahlt werden müssen. 3n England bildet wieder die Vermögenssteuer eine Hauptgrundlage der fiskalischen Einnahmen: alle andern Länder aber haben nicht die Verschachtelung der Belastungen, die bei uns trotz der Erzbergerschen Finanzresorm noch in weitem Umfang durch das Bestehen von Deichs-, Landes- und Kommunallasten nebeneinander vorliegt. Auch bezüglich der indirekten Steuern gibt es kaum zuverlässige Der- gleichsmaßstäbe: denn z. D. der höhere oder geringere Grad von Verstaatlichung, Kommunalisierung und Sozialisierung der großen öffentlichen Betriebe verwischt vollkommen die Grenzen zwischen dem Leistungsentgelt, etwa für Versorgung mit Gas, Walser und elektrischem Strom, für Cisenbahnfahrten und für sonstige Transport- leistungen, und zwischen der indirekten Steuer, die in dieser Form doch auch gezahlt wird, wenn bei vergleichsweise höheren Preisen die Einnahmen an den FiskuS gelangen. So schwierig also die 93ergleid)ungen auch sind, ist ober nicht das, fonbern ein ganz anderer Gesichtspunkt maßgebend, wenn man ein objektives Urteil über die Belastungen der Bevölkerung durch die öffentliche Hand gewinnen will. Und hierauf muß besonders Gewicht gelegt werden, wenn man diese Vergleichung im Sinne der Dawes- beftimmungen durchfuhren will. Denn selbst wenn das deutsche Volk nur die gleich« oder sogar eine etwas geringere Steuerlast trüge, als die Völker feiner Gläubigermächte, und selbst wenn diese Last auf den Kopf der Bevölkerung errechnet, im Verhältnis zum Volkseinkommen nicht größer oder gar geringer wäre als etwa in Amerika, England ober Frankreich, würde es sich trotzdem um eine schwerer« Belastung handeln. Und zwar aus dem cinfa'd)cn Grunde, weil die wichtigsten Teile des deutschen Dokksvermögens durch den Krieg, die Abtretungen, die Beschlagnahme von Kolonien, Handelsflotte und Auslandguthaben und schließlich durch die vollkommene Vernichtung der Mittelstandsoermägen im Wege der Inflation, kurz, well die Kapitalgrundlage aus ein Minimum reduziert worden ist, auf welcher sich die Ein- kommen aufbauen. Wenn aber jemand, wie das bet den Gläubigervölkern fast überall der Fall ist, noch ein entsprechendes Vermögen hat, auf das er entweder zur Deckung seiner Steuerverpslichtungen oder aber als Notbehelf dann zurückgreifen kann, wenn ihm die Steuerlasten zeitweilig mehr von seinem Einkommen wegnehmen, als er zu ertragen vermag, so ist das ein gänzlich anderer Sachverhalt, als wenn die gesamte Steuerlast bei fehlender Ver- Mögensgrundlage ausschließlich aus dem laufenden Einkommen bestritten und auch bei dessen Rückgang oder zeitweiligem Ausfall aufgebracht werden muß. 9n dieser Lage befinden sich aber mehr als 90 o. H. aller deutschen Steuerzahler, und wenn sie deshalb in der Tat ebensoviel oder mehr aufbringen als andere, so leisten sie viel mehr als diese. Don sozialdemokratischer Seite wird betont, daß zwischen dem aufgelösten Jagd- und Schützenverband und dem Depubli.schuhbund kein Zusammenhang bestehe und daß es sich nicht um ein geheimes Dafsenla^.er handelt, sondern um Waffen, die aufbewahrt wurden zum Schuhe der Druckerei und des Parteihauses, was nach den Ersahrungm, die in den letzten 10 Jahren in Deutschland und Station in sozialdemokratischen Dedakt'onen gemacht wurden, nicht verwunderlich erscheine. A'ch wird betont, daß sich die Heimwehrleute selbst wiederholt ganz offen mit Maschinengewehren photographieren ließen. Oie LcmdwirischafiskrislS in Krankreich. Poincars über ein srotagrarprogramm. Paris. 14. Febr. (WTB) 3m Senat sand heute eine große Aussprach« über die Landwirt- schastspoliiit der Dcgierung statt, zu der Ministerpräsident Potncars in längeren Ausführungen Stellung nahm. Tie französische Landwirtschaft leide unter einer latenten Krise; zurückzuführen sei sie auf wirtschaftliche und soziale Ursachen und vor allem auf die Konkurrenz, dir die 3 n d u st r i e der Landwirtschaft mache. Tiefes Phänomen nehme einen bedrohlichen Charakter an. Tie bebaute Fläche in Frankreich fei um fast zwei Millionen Hektar zurückgegangen. An ihre Stelle seien Weide und sogar Brachland getreten. Als eine der Hauptursachen der Krise bezeichnete Poin- (arö den Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitern. Besonders im südwestlichen Frankreich mache sich die Landflucht stark bemerkbar. Alle bisher angewandten Maßnahmen zur Behebung der Krise könnten jedoch nur als Bchelfsmittel angesehen werden. Pcin- cate entwickelte alsdann ein toci gehendes landwirtschaftliches Wicderaufdaupro- g r a m m ; u. a. trat er ein für die Wieoerher- stellung der 3 o 11 ft a b i t i t ä t. Sollte diese Maßnahme nicht genügen, dann würde die Ae- gierung eines Tages untersuchen müssen, ob der Zollschutz für landtrittschast.i.^e Produkte ausreiche. Der Senat sprach der Regierung das Der- traucn für diese in dieser Hinsicht betriebene Politik aus. Lockerung der Wohnungszwangswiri- schast in den hessischen Landgemeinden. Darmstadt, 14. Febr. Der Gesetzgebungsaus- schuß des Hessischen Landtags behandttte eine Eingabe des Vorsitzenden des Hessischen Landgemeinde- tages betreffend Lockerung der Wohnungszwangs- wirtschaft in den Landgemeinden. MinisterK o re 11 erklärte, die Aushebung der Zwangswirtschaft sei zurzeit noch nicht möglich, in der Praxis würden aber die kritisierten Zwangsbestimmunacn fast garniert angewandt. Auf der formellen Beibehaltung der Bestimmungen müsse er jedoch bestehen, um bei Uebergriffen lokaler Stellen eingreifen zu können. Der Minister stellte eine Lockerung der Zwangswirtschaft für größere und teuere Wohnungen sowie für Läden in Aussicht. Aus der Debatte ging hervor, daß mit Ausnahme der Sozialdemokraten, die auf Beibehaltung der Bestimmungen bestanden, der größte Teil des Ausschusses eine allmähliche und teilweise Aushebung der Zwangswirtschaft für dringend notwendig hält. Die Regierung wurde ersucht, sie möge allmählich mit der Lockerung der Zwangswirtschaft «inen Anfang machen. Oie Etatberatungen im Finanzausschuß des Hessischen Lanotags. Darmstadt, 14. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags erledigte in seiner heut.gen Sitzung zunächst die restlichen Kapitel des Ministeriums für Kultus und Bildungs- wesen. Kapitel 68 (Technische Hochschule Darm- stadt) wurde einschließlich der im Nachtragsetat an- geforderten Beträge für bauliche und innere Aus- geftaltungen angenommen, ebenso Kap 69 (Landes- bibliotM), wozu von der Regierung eine neue Vorlage angekündiat wurde, Kap. 70 (Landes- museum), Kap. 71 (Förderung der Landesgeschichte), Kap. 73 (Hochbauwesen) einschließlich der im Nach- tragsetat vorgesehenen Forderungen und Kap. 74 (Denkmalpflege). — Der Ausschuß behandelte dann die Kapitel des Justizministeriums (100 bis 107), die ohne wesentliche Debatte angenommen wurden. — Zn gleicher Weise wurden die Kapitel des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft angenommen, so zunächst Kap. 75 bis 82. Bei Kap. 83 (Vodenverbesserung und Wasserversorgung) sand ein Antrag Dr. Niepoth (D. 23p.), Best (Vrp.) und Fenchel (Bbd.) Annahme, der den Staatszuschuß zu den Ko ft en der Feldbereinigung von 30000 auf 50000 Mark jährlich erhöhen will; der Zuschuß soll in Form von Zinszuschüssen gegeben werden. Die Regierung wird ersucht, eine Nachweisung vorzulegen, aus der hervorgeht, in welchen Gemeinden und in welcher Höhe Zuschüsse in den Rechnungsjahren 1924 28 gemacht worden sind. Genehmigt werden ferner Kap 84 bis 87. Bei Beratung des Kap. 88 (Arbeitsnachweise, Wohlfahrtspflege ufw.) entfpinnt sich eine lebhafte Debatte über StaatsZuschüsse zu gemeinnützigen Rechtsaus- funfts ft eilen, wofür 25 000 Mark eingesetzt sind. Auf Antrag Houry, diesen Betrag zu streichen, wurde das Kapitel vorläufig zurückgcstellt Aus aller Wett. Auf einer treibenden Eisscholle erfroren. Lindau, 14. Febr. (WB.) Bei Wasserburg am Bodensee wurden heut' früh gegen acht Ahr acht Personen bemerkt, die mit einer Eisscholle ine offene Wasser des Sees hinausgetrieben worden waren. Mit großen Schwierigkeiten gelang es, fünf der Treibenden im bedenklichen Zustand zu retten, wobei es sich her- ausstellle, daß sie sich schon seit gestern nachmittag auf der Scholle befanden. Sie hatten sich auf das See-Eis gewagt, das mit ihnen ins Treiben gekommen war. Ihre Hilferufe wurden nicht gehört. Es handelte sich um f ü n f ft n a b e n im Alter von 8 bis 13 Jahren und um drei Erwachsene, die sich später auf die Suche nach dcn ftin- dern begeben haben und mit ihnen zusammen abgetrieben worden sind. Die drei Erwachsenen und zwei finaben sind gerettet worden. 3m Lause des Nachmittags bemühten sich der Schraubendampfer „Ocfferrcid)“ und die Wasserpolizei Lindau, zu den drei finaben zu gelangen, die auf der zweiten Eisscholle abgetrieben waren. Der Lindauer Wasserpolizei gelang es, bis zu den finaben oor- »ubrinnen. Sie färb zwei erfroren auf der Eisscholle, während der dritte nicht aufzufinden war und vermutlich ertrunken ist. Den den am Bormittag geretteten fünf Personen mußten drei mit schweren Erfrierungen ins Spital nach Hoyren gebracht werden, während die anderen beiden mit leichteren Erfrierungen baoongefommen sind. D Kölner fiarneual ein geschäftlicher Mißerfolg. Eine Umfrage der „Kölnischen Zeitung" bei den maßgebenden Stellen des Kölner karnevalistischen Lelens (bei KarnevalS^esell^chaften, Dallo.'alen, Kaf ce', Vesta:rart). Dergnü^ungs- Palästen und Dekorationsfirn e i) hat die Tatsache er;e;en, daß der diesmalige Karneval infolge des großen Geldmangels ein starker geschäftlicher Mißerfolg gewesen ist. Bei fast allen Karnevalsgesellscha'ten ist die Mitgliederzahl teilweise bis zur Halste zurück gegangen, wodurch die Go'ellschas ten selbst in große Ge.dschwierigk iten geraten sind. Bei allen Teranftaltungen (Sitzungen, Kostümfesten^ und Maskenbällen) ist der Verzehr sehr z u r ü ck g e g a n g c n . dagegen der Verbrauch an Mineralwasser stark gestiegen. Sekt wurde fast überhaupt nicht getrunken. Es wurde in zahlreichen Fällen auch versucht, Weine und Butterbrote von zuhause in d i e Balllokale ein zu schmuggeln, was in einigen Fällen zu „ Zollrevisionen" durch Wirte und Kellner - auch bei den weiblichen Besuchern — führte. Ein Umsatz von 4,53 Mk. pro Person auf einem Ball soll eine Diefenausnabe gewesen fein. 3n einem der größten Säle setzten 620 Personen insgesamt 839 Mk. um. 3n den DergnügungSpalästen, Kas eeS und Restaurants wird der Rückgang der Einnahme» auf 30 bis 40 Prozent geschätzt. Unter Anklage des Versicherungsbetrugs. Dor dem Erweiterten Schöffengericht Meferitz begann heute der Prozeß gegen, den kanadischen Staatsangehörigen Eckoff. Dem Angeklagten wird Versicherungsbetrug zur Last gelegt, Verleitung zur falschen Aussage, um eine Versicherungssumme zu erhalten und Erdichtung eines Staub- Überfalls, um sich in den Besitz einer Versicherungssumme zu setzen. Der Angeklagte ist 1896 im Kaukasus geboren und hieß ursprünglich Ikajesf. Mit 16 3ahren wanderte er mit Verwandten nach Kanada aus. Er hatte in seiner amerikanischen Heimat verschiedene Berufe, wie Artist, Barbier, Hotelbeü^er, Farmer, Dentist und Photograph. S.in großes Vermögen will er sich durch Pelzhandel erworben haben. 1927 kam Eckoff in Bremerhaven mit seinem in Kanada erworbenen Auto an in der Absicht, über Deutschland^ nach seiner Heimat zu fahren. 3n Berlin brgao er sich zu einer Versicherungsgesellschaft, um aus Geheiß eines Unbekannten fein Auto versichern zu lassen. Auf dem Wege nach Polen hatte er zwei Autounfälle. Beim zweiten brannte sein Auto aus, und er selbst wurde verletzt. Als er geheilt war, fingierte er am 23. 3uni v. 3. den Aaubüberfall bei Bodelwitz, um sich in den Besitz der Llnfallversicherungssumme in Höhe von 200 000 Mk. zu sehen. Die von der Kriminalpolizei aufgenommenen Ermittlungen ergaben, daß Eckoff sämtliche Llnglücksfäli« nur hervorgerufen hatte, um sich In den Besitz der abgeschlossenen Versicherungen zu setzen. Ein Chauffeur sagte aus, bah Eckoff ihm 20 Mk. gegeben habe, damit er auf der Berliner Chaussee an einer verabredeten Stell« warten sollte, an der Eckoff seinen Wagen zur Explosion bringen wollte. Der Zeuge sollte bann vor Gericht bezeugen, daß Eckoff verunglückt sei. Der Angellagte habe ihm 1503 ML. als Belohnung angeboten. fturzschluh. In der nordspanischen E.adt Cuenca geriet in einem Hause der Transformator der elektrischen Lichtanlage i.t Brand, der auf das gesamte Gebäude Übergriff. Als der Besitzer und seine Frau versuchten, die Leitung zu durchschneiden, wurden sie von dem elektrischen Schlage tödlich getroffen. Ch Hausangestell.er. der den Körper eines Ge töteten berührte erhielt ebenfalls einen Schlag und wurde schwer verletzt Todesopfer einer fiohlenoxtzd^asvergiflung. In Düsseldorf wurden vier zu einem Haushalt gehörige Personen durch Kohlenoxydgas vergiftet besinnungslos aufgefunden. Der Feuerwehr gelang es, drei von ihnen wieder ins Leben zurückzurufcn. Das Hausmädchen der Familie war bereits tot. Die Kohlengase waren durch eine undichte Stelle in der Rohrzuführung der Zentralheizung in die Zimmer gedrungen. Die Wetterkaae. La torui we Nördoyi R»$l nüa Jan Nchkn— Ponnerstaa. - d.14.Feb.1929,7h ahdS. xT.,v . — BÄren-tns --- Ovcixemes GWfttr 9 woimg. q orotiei • Schere a Oraoorin « neeci RGew-nec ©wiwwiic«^ «Kntr» O$i jS na»iot' Sinjtvevest q Murmacne« sordwcsl »ie »teile m«een mit otm wmoe Pit otieen Stationen sttntndcn Zt» »n geicn dH Temperatur an Pie Linien rerDifideo Orte mit ent n»eresfli y. ■ bl« Gefahr einer bonernben Schädigung besteht. 3m Gegenteil — zunächst muh das erfrorene Glied mit Schnee oder mit möglichst kaltem Wasser abgeriebrn und frottiert werden, bis bet Dlulumlaus wieder einzusehen beginnt. Dann erst dars dem erfrorenen Teil allmählich steigend Wärme zugeführt werden. Alle weiteren Maßnahmen — Tinkturen, Dal- fame, Salben, Strahlen- und sonstige physikalische Behandlungsmethoden — gehören in das Aufgabengebiet deS Arztes; hähstenS kann man bis zum Eintreffen der ärztlichen Hilfe, nachdem das erfrorene Glied aufgetaut ist, einen Daseline- verband auf legen. Taten für LamStag, 16. Februar. Sonnenaufgang 7.13 Uhr, Sonnenuntergang 17.16 Uhr. — Mondaufgana 955 Uhr, Monduntergang 0.20 Uhr. 1497: Philipp Melanchton in Bretten geboren; — 1826: der Dichter Victor von Scheffel in Karlsruhe geboren; 1834: der Naturforscher Ernst Haeckel in Potsdam geboren; — 1891: der Rassenforscher Hans Günther in Freiburg geboren. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stabt- theater: „Olympia", 20 bis 22 Uhr. — Elektrizitätswerk: Vortrag mit praktischen Kochvorführungen, 8 Uhr, im Saale des früheren Hotels Einhorn, Lindenplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das göttliche Weib". — Astoria-Lichtspiele: „Tom der Rächer". — Stadttheater Gießen. AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadtlheaters teilt mit. daß aus Wunsch einiger auswärtiger Schulen die Schülervorstellung .Nathan der Weife" am Samstag, 16. Februar, nicht um 16 Uhr sondern schon 1 5 '/; il b t beginnt. — Das nächste Gastspiel des Neuen Operettentheaters Frankfurt bringt an diesem Sonntag. 18 Uhr. als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Operettenpreisen in moderner Neuinszenierung die klassische Operette .Der Mikado , Musik von Artur Sullivan. Die neue Kostümausstattung stammt auS den Ateliers der Firma Friedrich Löw, Frankfurt. 3n den Hauptrollen und Partien find br- fchäftigt die Damen Steffi Domes-Or'.h. Nufchi Wiesner, Käthe Itter und Else Milberg, sowie die Heren Jenö Nador, Karl Reul. Fritz Diestel. Hermann Hanschwann. Josef Detter und Edi Schreiner. — Als nächste Premiere ist Oest- reicher und Bernauers Lustspiel .Geld auf der Straße" vorgesehen. Das Stück wird in Berlin allabendlich mit großem Erfolg aufge'ührt. — Ob ft- und Gartenbauverein. Am kommenden Sonntag Hauptversammlung mit Vortrag. (Siehe heutige Anzeige.) — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Am nächsten Sonnta Uhr vor dem Amtsgericht in Gießen — Zimmer Rr. 101 — anberaumt. 1385V Der Dergle.chsvorfchlog und die Erklärung des Gläub.gerausschusfes sind auf der Geschäftsstelle des Konkursgerichts zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 11. Februar 1929. ______________Amtsgericht._______________ Zwangsversteigerung. Am Donnerstag, dem 7. Mär; 1929, vormittags 9 Ahr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen den August Körbel Eheleuten in Rauschenberg zugeschriebene Anwesen Krosdorfer Straße 75 296V Fl. 33, Nr. 29 = 74 qm Hofreite, geschätzt 13 150 RM. Fl. 33, Nr. 30 = 2306 qm Grad garten, geschätzt 4610 RM. v. .-steigert Die amtsgerichlliche Verfügung tft an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 8. Januar 1929. 3. 2L des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Aus der Provinriakhauptstadt. Gießen, den 15. Februar 1929. Wie schütze ich mich vor Erfrierungen? Don Dr. med. Q. MoSßacher. Während bisher der Kreis der Frostbeulen- träger und -trägerinnen immerhin ein beschränkter war, ist ihr« Zahl in diesem ungewöhnlich strengen Winier ganz außerordentlich gestiegen. Und selbst gesunde, kräftige Menschen, di« sonst ganz und gar nicht zu Frosterscheinungen neigen, geraten in Gefahr, sich die Ohren, die Nase, die Finger und die Zehen zu erfrieren. Denn gerade di« vom Herzen am weitesten entfernt liegenden „Körperenden" sind ganz besonders dem Erfrieren ausgesetzt. Di« Kältv- schäden aus der Haut ähneln übrigens stark den Derbrennungserscheinungen. Bei beiden unter- scheidet man drei Grade. Bei der ersten und mildesten Form der Erfrierung zeigt sich eine lebhaft« Rötung — oftmals auch mit bläulichem Ton — die in der Wärme zu jucken und zu kribbeln, zu brennen und zu schmerzen pflegt. Der zweite Grad der örtlichen Erfrierung ist durch Rötung und Dlalenbildung gekennzeichnet. Beim dr-tten und schwersten Grade kommt «S zum Absterben deS Gewebes. Die Derhütung von Erf rierungSerscheinun- gen auf der Haut ist im großen und ganzen recht einfach. Dor allem gilt eS. für warme Kleidung zu sorgen; insbesondere sür ausreichende Bedeckung der gefährdeten Körperenden durch Ohrenschützer, warmha.tende Strümpfe. Stiefel und Handschuhe; es ist jedoch darauf zu achten, daß der Dlutumlaus dadurch nicht gehemmt wird. Der zweite Grad der Erfrierung, der mit Blasenbildung einhergeht, wird vorzugsweise an den Füßen beobachtet. Denn der verdunstend« Schweiß oder die verdampfende Flü,s.gkeit naßgewordener Füße entzieht der Haut noch in höherem Maße und noch schneller die Wärme, als es schon die kalt« Außentemperatur an und für sich tut. Kein Wunder, wenn eS dann im „Fußundrehen" tu schmerzhaften Frostblasen kommt, die nicht selten platzen und sich dann au hartnäckigen Frostg«schwür«n entwickeln — dank dem Eindringen von EntzündungS» und Eitererregern in die entstandenen Risse. Es versteht sich von leibst, daß Personen, die an übermäßiger Schweißabsonderung der Füße leiden, knappes Schuh- toerf vermeiden mü.sen und nur bequem fitzende Strümpfe und Schuhe tragen bürfen. Bei grimmiger Kälte wird man das Aus- Shen auf daS Allernotwendigste befchränken; ufgabe der Derkehrsunternchmungeu ist eS, für oute Beheizung der elektrischen Dahnwagen, der Autobusse und der Eisenbahnwagen zu sorgen. Anscheinend ist eS bisher noch nicht möglich Swesen, besriedigende Heizvorrichtungen in den utos anzubringen. Wenn man schon gezwungen ist, sich im Freien aufzuhalten, soll man bei der uiherordentltch niedrigen Temperatur möglichst nicht reden und nur durch die Nase atmen. Denn hierbei wird die eingeatmete Luft erst Lngewärmt. bevor Ne in die empfindlichen tie- seren Luftweg« gelangt; diese Dorwärmung fehlt aber, wenn dt« Lust durch den Mund eingeatmet wird. Bei allen schwereren örtlichen Erfrierungen soll man sich davor hüten, die befallene Partie sofort der Wärme auszufetzen, da bann — Deutsche Dolksparter. Am Montag sand im .Hindenburg" die allmonatliche Zusammenkunft der Frauengruppe der Deutschen Dotts» Partei statt. Der trotz der schneidenden Kälte außer» ordenttich gute Besuch sprach von dem Interesse unb der Freude der oolksparteilichen Frauen an diesen Zusammenkünften. In ihrer Begrüßungsansprache gedachte die Vorsitzende, Frau Emma S ch u d t, m warmen Worten des so früh verstorbenen Mitglio- des der Frauengrupoe, Fräulein Marie Meyer, die trotz häuslicher Pflichten jederzeit ein reges Interesse an der Arbeit der Frauengrupve genommen hatte. Die Anwesenden ehrten das Andenken bet Verstorbenen, indem sie sich von den Sitzen erhoben. Frau Schudt wies auf die von 9. bis 12. Mai in Bremen stattfindende Tagung oolkspar- tcilicher Frauen hin, die durch die Wahl der Redner, wie durch die zur Behandlung stehenden Themen eine Fülle von Anregungen für alle Teilnehmer verspricht, und sich der vor zwei Jahren stattgehabten Frauentagung in Jena ohne Zweifel würdig an die Seite stellen wird. Der Bedeutung Bremens entsprechend sollen die Themen des ersten Tages unter weltwirtschaftlichen Gesichtspunkten stehen, während die Studienkreise des zweiten Tages Fragen behandeln, die in ganz besonderem Maße in das Gebiet der Frau fallen, wie di« De- Ziehungen von Staat und Gesellschaft zur Familie, die verschiedenen Arbeitsgesetze usw Eine Fahrt nach Helgoland auf einem Dampfer des Norddeutschen Lloyd soll den Ausklang bilden. Es steht zn hoffen, daß aus allen Teilen Deutschlands die Tagung reich beschickt werden wird. Nachdem Frau Schudt noch kurz auf einige Gesetze hingewiesen hatte, wie das Schanlstättengesetz und das Rentner- versorgungsgesetz, gab sie das Wort der Frau Landtagsabgeordneten Birnbaum. In Anknüpfung an einen Bericht über eine lagung, die am 22. Januar die weiblichen Abgeordneten der Deutschen Dolkspartei in Berlin zusammengeführt hatte, behandelte die Rednerin in großen Umrissen da» schwierige Problem der Derwaltungsreform und Der damit zusammenhängenden Fragen und gab einen kurzen Ueberblick über die brennenden Fragen der Tagespolitik. Zum Schlüsse erläuterte sie eingehend das Rentneroerforgungsgesetz und die Gründe, die es im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages zum Scheitern gebracht hatten. Die Anwesenden folgten mit regster Aufmerksamkeit den sach'.ichen und klaren Ausführungen, und erst zu vorgerückter Nachmittagsstunde trennte man sich, nachdem die Vorsitzende der Rednerin den Dank der Versammlung ausgesprochen hatte. Har lianmrnn’s Seife Deumen nie ber erlabte« nen Wäscherin. Raiche. gründliche Reinigung. Schnee« weiße Wäiche. Kein rorzettigeS tbeddilctnen. WaS i eile ober Wa chmittel Gutes nur e en leisten könn n. schafft Idnen verbürgt Naumann'- weiße flerntene „Gritafctite Oualt ät". s 07 V Fagdverpachlung. Die Verpachtung der Jagd der Gemar- tang Eberstadt ist nicht genehmigt. Nochmalige Verpachtung findet statt am Montag, bem 18. d. 2H„ nachmittags 3 Ahr, Ira Rathaus zu Eberstadt. 137vv ffbcrftatrt, den 14. Februar 1029. Hessisch« Bürgermeisterei Eberstadt. Görlach. WW Uüf. stad -g j Ei und •KOl ig^ -schne«."" ,, ,1T SÄ |i, 6» * $<«■' 6,$ m .ra-faagooh - 5nöm)ffion. Unter den für die Holzsubmission im Ltaatswall gültigen Bedingungen werden aus dem Grüuingen-Vors-Glller THgrtroalb KUf dem Wege des schriftlichen Angebots 01,74 fm IL, 74,64 fm 2a, 86,4lfm 2d, §3,3 fm 3a, 2,60 fm 3b Kiefern-di Lang- stolz in vier Losen oder auch im ganzen -erkauft. Nähere 33erzeichnisse durch den Unterzeichneten. 1378V Doj Holz wird übernommen, wie es im Walde lieg.: es ist mit Rinde gemessen und nicht geschält. Es wird durch Forst^iart Schäfer in Dorf-Gill vorgezeigt. Die ”ebote sind, durch entsprechende Dufschrift kenntlich gemacht, bis zum Samstag, 2. März l. 3-, vormittags 83 Ahr, beim Forstamt Schiffenberg in Gießen, Goethcstraß" 42 (Fernruf 2578) snzureichen. Eröffnung daselbst um 1014 ! Uhr vormittags. Gießen, den 14. Februar 1929. Der Markvorstand. Rscolaus, Forftrat. Speise-und (Salah kartoffeln IN oiimn Qualität, empfiehlt billigst W. Hankel, Neue r Baue 7, Televb. 6i2. 45D Olfip besonders auch kränkt.che, -C4UV Z>U)lVClllC, aurüdtgebliebene unb ivlche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln fich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL ZS mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffo! in Origmalflafchen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel» apolheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken. Bekmintmachnng. Am Freitag, dem 15. Februar d. X, 20 Ahr, finden im Saale des früheren Hotel Einhorn, am Lindenplatz 1, praktische Kochvorführungen statt. Sie Stromabnehmer, Hausangestellten werden zu diesem Dortrage höflichst ein- geladen. 1340V Anschließend erfolgt eine Gratisver- losung elektrischer Apparate. Direktion der ftäbt Elektrizitätswerke Gießen. S t o 11 e. Platzvergebung. Zu dem am 23. und 24. Juni ftotifin- denden Vejiekskriegersest und 53jährf. gern Sliftungsfeft des Kriegervereins Muschenhelm soll der Juxploh (Karusiell, Schiffrschaukel, Schau- und Zuckerbuden usw.) vergeben werden. 1360V Angebote sind bis zum 16. März 1929 an den Vorstand zu richten. firitgetettein Moschenhei». LÄküMMelWllvüM von Hoiavord. Schaeier. gegen Lchuvoen. Haarauosaä ».Jucken derK^vfoaut, bestens betüäbri. nein uarfiimtert! »Vlaftticii mit- bringen;' - Vi ex 0.75 Mk.Liier 1.25 Mk. All. Berkau I: llasw. Ldt. llazel-LpotbeX». Laden mit geräumiger Wohnung in Gründers zum i. April zu vermieten. Gute Geschäftslage. Für alle Zweck geeignet Auskunft erteilt Rud. 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Kultur- Film aller Zeiten! Kamp! der Dseanniel-L oa mH den wilden Beit en des ürwa ds l'riuenkcli im I rilxchunffel Aus den Geheimnissen des wilden Ostens Jugendliche haben Zutritt! Zerlrfltnmernun eines ganzen» ans mehreren hundert Pfahlbauten bestehenden Blngeboreuendorfes durch eine w de Lla antenlurde D ia nördliche •' lam Im fo’an-l>l*l rikt Westen riuuetu vieioivürbtg. Ein Versnch lohnt! Mr zeigen hocherfreut die glückliche Geburt unserer Tochter Edith an Gießen, den 14. Februar 1929. (-cliunnei > Elefanten / Tiger / Leoparden / Schlangen / Affen / Bären / Wasserbüffel und Vögel in Gießen: Theodor Loos, Kirchenpl. 13 in Wetzlar: Dornbusch & Binder, Lahnstrafee 12/14 1374V Gestern entschlief sanft nach kurzem Krankenlager mein lieber Bruder, unser unvergeßlicher Schwager und Onkel Herr Hermann Kann im 76. Lebensjahre. Im Nameu der trauernden Hinterbliebenen: Berthold Kann, Gießen, den 15 Februar 1929. Die Beerdigung findet Montag, den 18 Febr., nachm. 3*/» Uhr, aul dem Neuen israelitischen Friedhof statt Von Blumenspenden bitten wir absehen zu wollen. 3810 Gesangverein Concordia, gegr. 1864. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres langjährigen E renmiiuliedes Herrn Friedrich Magnus geziemend In Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet morgen Samstag, den 16.Febr., vorm. 11 Uhr.uuf dem Alten Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 586D Stadttheater LamSiag Ki.tfcbt- ismulciuoiiiciiun-i. uon 16 bi.' 1 Nv'- 8»in levren^ a» nütiifln ter well! £ia.untiidKt bi .in in 6 rt n i^. vor: Gottd.ovbr. Pelnu^. Dan nur ”er Llabifl Manche ffan l ^°lder b;t an di? ? Arbeitsamt Wetzlar Wir mttjeii für iunn. Mmirseg feilen d. lo ben teilte Vrbt» ach beende« bai, ßc« c miete Stelle m t voller Bervflcauns. vinttan. find an bno Arbetdam LVeg- lar. •i'anicrnniie 28 aii iLiren. 13791 > [Verschiedenes Besnchi die Eandtl» solialo Knnxelmasi I Cand. phil. erteilt HaaiileiiBDM in nUcn ftödie u oet unteren Gvtnnau u Hoffen. Lchr. Anai K u.Otilii n. d. (3. an» Tüclitiocö Mädchen nicht un;-'r 18 ft, iür alsb ib nefiid)«. Schrifil. 2lnncb. u. 13821) a.b.Giei«. An i. Im Alter von fast 4 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Julius Rosenbaum und Familie. In allen arbeiten erfahrenes liüti Aum 1. 3. ob. früher gesucht. Mit Zeugnissen au LViv warmen G!e Jtiriftaroerbungen auf Anzeigen ohne Flamen 3cugnffft, Urhm&en od fonff wichtig« Papiere btljufügen, genügen jur Sinl ifung v Amlellungsverhand- unacn Off Ifl und der Vustragaceer unbcfanni und In biefenSälltn tön» ntn wir nichts tun für d. 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Februar, 8 Uhr abends Neue Aula der Universität: HL volkstümliches Sympfeonie-KoBzerl Orchester: Der Gießener Orchester-Verein 1908 (Mitglied des Bundes deutscher Orchester-Vereine) Dirigent: Prof Oscar Brückner, Wiesbaden Beethoven: Ouvertüre zu Egmont Mozart: Violin - Konzert Nr. 3 (Solist: Herr Franz Bauer jr, Gießen) Beethoven: II Symphonie Eintrittspreis aut allen Plätzen: Vorverkauf 80 P£ Abendkasse 1 Mk. Vorverkauf bei E. Challier und der Geschäftsstelle der Volkshochschule tür Am 14. Februar 1929, morgens */,10 Uhr, verschied plötzlich nach langem schweren Leiden unser geliebtes Kind und Brüderchen Manfredchen H mal _ MV' postaM faol 1- l dem aegeMvar ®ir fhiU> ni«n aroße, M nun tV in einen l bar veplac mir haften lern ein tw8 ix einen M nur gla g prach wolle i stellend! S ! kommt es wirkt aul Hauptfach« Man ha ! die ganze gebiet a u 1 ' mel als H Der Has quellen 1 der ja ft« mit sich b Auftrischu Holzink -er Hokzst Serben ge- Memelstror Maltet, litauifch'pol tien nächste Don dem l M Löllerl rf besteht ' Mldemaro bwllte, nän unb die D obzubringei Arf dief in Memel lang begi des Debie ^entralreg toirb mit die erftau Icheinf: in entstanden begriffen, , Rverk unt Fimen so Kühl« i tzwott [an unb zu bt benutzt wer mit Hilfe st Auch die Sängern’ 'n Betrieb Vlatten« cen stillieg erheblich v 'chiedenheit * eine „durck bergleichlicl kttoa noch lder Tat d 'fchtvindelnd *8 unnwgli Memelg gu geben: e 8 Pfennige (25 (i| -Dein, für Restaurant Lit, Q ^«thode wi noch das Politiker, bt Gestern abend entschlief sanft an den Folgen eines Unglücksfalles unsere liebe Schwägerin und Tante Fräulein Julie Franz im 88. Lebensjahr. Für die trauernd Hinterbliebenen: Carl Franz. Fittings Für mittlere Gießerei und Fittirgsfabrik wird für sofort, späfestens bis zum 1. 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Wieshia zu Egmont mzert Nr. 3 ' jr, Gießen1) nie Vorverkauf 80 Pl bei E. Challier Ikshochschule tüi !T. m imhslm ßjale f.Mascbmenb» off-chnik. FlmiM Ufirnoblli'Ä'i, W Aemelstromfrage ist vorläufig vollständig aus- geschaltet, da man keine Möglichkeit sieht, den litauisch-polnischen Konflikt bezüglich Wilna in ten nächsten Jahren aus der Welt zu schaffen. Ben dem letzten Beschluß der Transitkommission tef Dölkerbundes erwartet man in Memel nichts, et; besteht vielmehr allgemein der Eindruck, daß Voldemaras das erreicht hat, was er erreichen wollte, nämlich: die Angelegenheit zu begraben und die Bevölkerung von diesem heiklen Thema okzubringen. Aus dieser Erkenntnis heraus hat man nun in Memel eine zwangsläufige Umstellung begonnen. Die wirtschaftliche Entwicklung be< Gebietes versucht mit Hilfe der Kownoer Zentralregierung neue Wege einzuschlagen. Es wird mit einer Fixigkeit ans Werk gegangen, r die erstaunlich ist und nicht gerade gesund er- § scheint: in kurzer Zeit ist eine Textilfabrik entstanden, eine zweite ist bereits im Entstehen begriffen, ein großes neues Elektrizitäts- " werk unter finanzieller Beteiligung Frankfurter Firmen soll errichtet werben, der Bau moderner iiühl- und Schlachtanlagen, die den ökport landwirtschaftlicher Produkte heben sollen iniiniiiiffliiiiniiNW® irrholt EmpWi 'M Hb. lab. *;v Moon ii nd Delta aller ie end l avriMe lM ipaiicdatirn. (riWi vdjntiironren M>° ’ flUcn r rrlepbon llriia ttW «* GripP6 Tee Z jjkeibülll ir. 1 6en in. SW61:,* 8 Ubr all ot' ffll in#- >di* o. an W't rßii' ifirtf lill- dt Krautet *w ft'Jl nnt) zu deren Transport der ruhende Hafen benutzt werden wird, ist vor einigen Monaten mit Hilfe staatlicher Mittel fertiggestcllt worden. Auch die seit der Borkriegszeit stilliegende -llngemittel-Fabrik „Union" soll wieder in Betrieb gesetzt werden und die Sperrholz» hl a 1 t e n - F a b r i k hat ihr ebenfalls seit Jah- teit stilliegendes zweites Werk erneuern und icheblich vergrößern lassen. Es wird mit Entschiedenheit versichert, daß die wirtschaftliche Lage ' tin< „durchaus günstige" sei und daß man un- lergleichlich besser und gefestigter dastehe als titoa noch vor einem Jahre. Wodurch aber in kc Tat die Lage gehalten wird, das sind die schwindelnd hochgeschraubten Schutzzölle, die ti unmöglich machen, etwa deutsche Erzeugnisse in Memelgebiet zu erwerben. Um ein Beispiel p geben: eine deutsche Zigarette, die im Reich J Pfennige kostet, wird in Memel für das Dop- teile (25 litauische Eents) verkauft, eine Flasche Dein, für die man in einem guten deutschen 2cftaurard vielleicht 8 Mark bezahlt, kostet dort N— Lit, also 20 Mark. Wie man mit dieser Dechode weiterzukommen gedenkt, ist vorläufig rod! das Geheimnis der litauischen Wirtschafts- plitiker, denn es wird ja wohl nicht aus- Aus den Berliner Theatem. Der größte Theatertrust der Welt. Berlin, Mitte Februar. Man mutz ein wenig ausholen. Als sich nach ittr Stabilisierung der Währung allenthalben ein «np'indlichcr Geldmangel bemerkbar machte, auch fin Lheatcrleben, war es die aus ganz anderer Lunche stammende Firma Rüden und Scheerer, Lr Gelder zu normalem Zinsfuß aufnahm und |t an die Berliner Bühnen unter der Bedin- mnz weitergab, daß diese ihr einen Teil der »ntrittSlarten zu sehr ermaß g en Preisen kommissionsweise überließen. Das gclang ihnen bei eher beträchtlichen Anzahl von Theatern, und es äst niemand dabei schlecht gefahren. Die Bühnen erhalten ihr Geld und konnten in einer ge- tmifen Sicherheit arbeiten, das Publ kum^ durch 5iz Aussicht verlockt, Karten zu sehr ermäßigten Krisen zu erhallen, bestürmte Rüden und 1 wfcecrcr, die bald eine Art Warenhaus für Billige Billetts auftun konnten und dabei doch i üirauf halten mußten, daß dos Niveau der ^slährungen und die Wahl der Stücke sich -vis einer sehr anständigen Höhe hielt, denn »ei stellte sich bald heraus, daß sich dieses gute ' 3kbif um durchaus um die Qualität der Thea- llte lümmerte und sich Wertlofes nicht aufreden 1% So ist also Rüden und Scheerer zu einem iniijt geringen Teile die Festigung und Beru- ! Di|u ng deS Berliner Theaterbetriebs zu danken. Inti, zunächst vom Finanziellen herkommend, auch die künstlerische Seite der Unternehmungen iiittjtiff. Rur sieben Bühnen — außer den 'Idristheatern und der Volksbühne — waren »»tn der Firma unabhängig geblieben, die sieben. Mi den Direktoren Reinhardt, Bar- «niwskh und Robert gehlrtcn. Diese holten »nrn vor zwei Jahren zu einem kräftigen Gegen- Mage aus. Aus Grund der gesammelten Er- öxljrungen boten sie selbst ein billiges Abonne- aus und der Erfolg konnte diesem an» stxfnlchen Unternehmen — es legte sich den lLmren Reibaro zu — nicht fehlen. Rüden und ÖDteeter merkten ihn. auch der Rückgang der Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag. (5. Februar 1929 bleiben, datz man bei Beibehaltung dieser maßlos hohen Schutzzölle auch dem litauischen Export Schwierigkeiten machen wird. Obwohl man es litauischerseits nie unterläßt, yu betonen, daß nun alles herrlich und in Freuden vorwärts gehe und daß die Arbeitsmöglich- keiten int Gebiet sogar größer seien als in der Vorkriegszeit, beträgt die Arbeitslosen- ziffer zur Zeit etwa 1000. DaS ist eine Zahl, Die in diesem kleinen Ländchen zu denken gibt. Der Grund hierfür ist in der Tatsache zu suchen, daß daS Gebiet von billigeren Arbeitskräften auS Großütauen überlaufen wird, die namentlich in kten landwirtschaftlichen Betrieben Beschäftigung finden. Die Landwirtschaft wiederum kann d.esen Zulaus nicht unterbinden, indem sie einheimische Arbeiter bevorzugt, da sie genug damit zu tun hat, sich bei dem billigen Absatz ihrer Produkte und den teueren ausländischen landwirtschaftlichen Maschinen über Wasser zu halten. Die Ueverschwemmung des Gebietes mit groß- litauischen Elementen aller Stände ist überhaupt ein Kapitel für sich. Hauvtsäc^ich hat darunter das Bäckereigewerbe zu leiden, dem daS Geschäft durch die litauischen Brothändler voll- kommen genommen wird. Zu Hunderten stehen die litauischen Dackwarenhändler auf dem Martt, verkaufen bedeutend billiger als der einheimische Bäcker, und fast täglich eröffnen Kownoer Groh- betriebe Filialen im Memelgebiet. Die Innung kann nichts dagegen machen, ja, junge Meister erhalten vom Gouverneur nicht einmal die Konzession, einen neuen Betrieb zu eröffnen. ES wird in Memel keinen Menschen überraschen, wenn bald in jedem Haus eine Niederlage großlitauischer Bäckereien entsteht, wie das in den kleinen Provinzstädtchen Litauens gang und gäbe ist. Man steht all diesen Dingen machtlos gegenüber. Der Gouverneur ist unbeschränkter Herrscher des Gebietes, hat aber für die .kleinlichen Röte" seiner Untertanen nichts übrig. Er repräsentiert würdig feine Regierung, und zu diesem Zweck ist ihm jedes Mittel recht. Ein Memeler Kino muhte ihm extra eine abgeschlossene Gouverneursloge einbauen, weil es an einem Sonntag so besetzt war, daß der Inhaber den Herrschaften nur mit einigen eingeschobenen Stühlen dienen konnte! Die Bevölkerung? Sie. die im Januar 1923 mit einem erstaunten Kopfschütteln dem Einbruch der litauischen Freischärler zusah. die keine Ahnung davon hatte, daß dieser Att nur die Verwirklichung xines vertraglich besiegelten Planes war, ist in das schlimmste Stadium getreten: sie resigniert. Fragt man jemand, wie er sich denn unter den Litauern fühle und ob er sich nicht nach den alten Zeiten der Zugehörigkeit zu Deutschland zurücksehne, so bekommt man als Antwort ein Achselzucken und die Worte: »Was sollen wir brachen? Die deutsche Regierung tut doch nichts für uns!" Diese Erkenntnis scheint sich sehr eingebürgert zu haben, und das Bewußtsein, daß das Memelgebiet gar nicht mehr deutsch ist, kommt am besten dadurch zum Ausdruck, daß man von Deutschland immer als vom Ausland spricht. Man sagt nicht: ich fahre nach Königsberg, Berlin oder so, sondern man sagt: i ch fahre nach Deutschland! Man ist wohl ein wenig verbittert und auf sich gestellt und das Gros der Bevölkerung glaubt ebensowenig an einen Wiede ranschluß an Deutschland, wie an ein Aufblühen ihres Handels. Aber die Liebe zum Deutschen Reich, zum deutschen Mutterland lebt tief in allen Hergen. Wie wenig selbst litauische Staatsangehörige, Leute, die seit Generationen mitten in litauischem Gebiet wohnen. Liebe für ihr Vaterland hegen, beleuchtet ein köstlicher Vorfall, der sich vor kurzer Zeit abspielte. Drei animierte Memeler junge Männer risien in einer Rächt das Firmenschild einer litauischen Versicherungsgesellschaft ab und wurden angezeigt. Der Gouverneur bestrafte sie mit einem dreiwöchigen Zwangsaufenthalt in Telschi, einem kleinen litauischen Städtchen westlich von Kowno, wo sie auf ihre Kosten frei leben konnten, sich allerdings zweimal wöchentlich der Polizei vorstellen muhten. Ihr Eintreffen in Telschi war ein ein- ziger Triumph. Der ganze Ort war auf den Deinen, um sie mit Blumen am Bahnhof zu empfangen. Sie wurden gefeiert to i e Märtyrer und konnten sich vor Einladungen bet ansässigen Familien kaum r tten. Volksbühne mag zu einem Teil auf die wachsende Beliebtheit der Reibaro-Abonneme t; zurückzuführen sein. Die Firma kam in eine schwierige Lage und tat nun das Verkehrteste, was geschehen konnte: hatte sie bis dahin Theater und Geschäft reinlich geschieden, so begann sie jetzt beides zusammenzuwerfen, sie lieh noch vor einigen Wochen die berüchtigte Revue mit Jvsefine Baker spielen, es gab einen Theaterskandal, und das Ganze endete mit einer enormen Pleite. Jetzt ist die Reibaro in ein neues Stadium gekommen. Dr. Klein, der Direktor des Deutschen Theaters (zum Reinhardt-Konzern gehörig) ist mit einem sehr milden Krach von Reinhardt gegangen und übernimmt die Leitung des Berliner Theaters, des Deutschen Künstlertheaters und tritt mit diesen beiden Bühnen der Reibaro bei. Auch strebt er die Herrschaft über das jetzt noch unter Saltenburg stehende Lessing- theater an, und sollte ©aLenbutg wirkich daran denken, diese Bühne aufzugeben, so würde auch sie natürlich dem Reibarv-Abonnement eingefügt werden. Damit ist ein beispielloser Konzern zur systematischen Heranziehung des Publikums geschaffen worden. Die Bühnen erflären zwar, daß sie nicht die Absicht haben, einen Trust oder einen Konzern zu bilden, sondern sich nur zusammengefunden hätten, um das Publikum »zu erfassen". Dabei wollen sie sich weiter gegenseitig Konkurrenz machen, so daß also dieses beleben be Moment nicht ausgeschaltet würde. Aber es liegt doch so nahe, daß solche Geschäftsgemeinschaften auch bald zu Kunstgemeinschaf- t e n werden. Die Herren werden einander nicht die Qlugen aushacken, trotz aller Versprechungen wird das Feld des Konkurrenzkampfes bedeutend verengt werden, man wird sich über ein Stück ober einen Darsteller nicht lange streiten, sondern sich wohl in allen Fällen gütlich einigen. Man erwäge also, welche Macht in diesem Konzern vereinigt werden wird. Wer sich bei Reinhardt als ScAiuspieler oder als Autor mißliebig machte, wird wahrscheinlich auch von Robert ober Klein nicht eben freundlich betrachtet werden und umgekehrt. DaS Schicksal bei MemelgebieteS liegt völlig In Dunkel. Nachdem auch die letzten beul- schen Beamten, die noch etwas für das Memelgebiet gesagt und gewagt haben, des Landes verwiesen worden sind, liegt Schule und Gerichtsbarkeit fast völlig in den Händen der Litauer. Im Jahre 1930 beginnt die im Memelstaiut vorgesehene Militärdienst» Pflicht derjenigen jungen Leute, die nicht für Deutschland opt.ert haben, und der Gouverneur hat schon jetzt bekanntgegeben, daß im Falle der Entziehung aus der Dienstpflicht durch Flucht aus dem Memelgebiet die Eltern der De- treffenden empfindlich bestraft werden würden. Soll es wirklich dahin kommen, daß die Bevölkerung Memels systematisch litauisiert wird und daß das Memetgebiet für immer dem Mutterlande Deutschland entzogen wird? Das erwachende Asien. In Bombay hat es in der vergangenen Woche ernsthafte Straßenkämpfe gegeben, bei denen weit über hundert Personen getötet und mehrere hundert schwer verletzt wurden. Der Anlaß liegt auf wirtschaftlichem Gebiet, Infolge eines Streiks waren aus Afghanistan fremde Arbeiter herangeholt worden, die mit der einheimischen Bevölkerung in schwere Differenzen gerieten, so daß zuletzt das Militär eingreifen mußte, um die Ordnung wieder herzustellen. Aber die Ursache ist doch sehr viel tiefer zu suchen. Sie berührt das ganze indische Problem, das wieder nur zu verstehen ist im Zusammenhang mit dem Erwachen des Nationalismus in ganz Asien, das von Arabien über Persien. Afghanistan und Indien bis nach China sich vollzieht: in seinen Wirkungen am gefährlichsten voraussichtlich — neben China — ist Indien, weil hier die Schlüsselstellung der englischen Weltherrschaft ist. Der Verlust Indiens würde für England das Herabsinken auf eine Macht mittlerer Größe bedeuten. DaS wissen die Engländer I natürlich genau, und deswegen waren sie immer klug genug, zu verhindern, daß sich in diesem I Riesengebiet Ansätze einer Selbständigkeitsbestre^ bung zeigen, die im Handumdrehen die englische Herrschaft einfach wegblafen würden. Das ist ihnen bisher gelungen, und wird ihnen vermutlich auch noch auf lange Zeit hinaus gelingen, weil sie das Prinzip des »Teile und herrsche" glänzend verstoßen und die einzelnen Rassen gegeneinander ausspielen. Denn Indien ist ja eigentlich nur ein geographischer, kein völkischer Begriff. Die über dreihundert Millionen, die dort sitzen, zerfallen ungefähr in ebensoviel Rassen wie Europa. Wozu noch die starken ReligionS- gegensähe treten, hauptsächlich die Todfeindschaft zwischen den Hindus und den Mohammedanern, von denen die Hindus mit über 216 Millionen die große Mehrheit auSmachen. während aus die Mohammedaner etwa 70 Millionen und aus die Buddhisten beinahe zwölf Millionen entfallen. Solange aber Hindus und Mohammedaner sich nicht einig werden, ist an eine Gefährdung der britischen Herrschaft kaum zu denken, weil die Kolonialverwaltung sich immer b eidereinen Partei eine Stütze gegen die andere schafft. Deshalb kommt auch die Freiheitsbewegung nicht recht vorwärts. Ghandi hat zwar die Gemüter bis zur Siedeglut erhitzt, aber die Extremen gingen über ihn hinweg, und während er noch eine Kompromißlösung suchen wollte, auf der Grundlage, daß Jndienein britisches Dominion würde, gingen die eigentlichen Nationalisten schon sehr viel weiter und verlangen ihre volle Unabhängigkeit. Was England dagegen bot, den Schein einer Selbstverwaltung, die nach den Vorschlägen der gerade jetzt in Indien tagenden englischen Kommission noch ausgebaut werden soll, reicht nicht entfernt so weit. Aber die Uneinigkeit unter den Bewohnern sorgt dafür, daß — vorläufig wenigstens — EngfendS Machtstellung noch nicht gefährdet ist, obwohl vom Norden her Rußland und vom Osten her Japan sich eifrige Mühe geben, einen anti- englischen Einheitsblock im Lande zu schaffen. Turnen, Spott und Spiel. Tumwari Fritz Engel f. ----- Aus Wiesbaden kommt die Nachricht, daß der Verbandsturnwart F r i h E n g e l, einer der bekanntesten und verdientesten Turner des Mittelrhcinkreises, nach kurzem Äran'fein im Alter von 64 Jahren verstorben ist. Er war Vorsitzender der Mittelrheinischen Dorturnervereinigung, Mitglied des Kreisturnausschusses und Derbandsoberturnwart des dritten Gauverbandes. Populär geworden ist er vor allem als Obmann des Feldbergfestausschusses. Der Verstorbene, dessen große Verdienste um die D.T. wiederholt getoüröigt wurden, u. a. auch durch den Ehrenbrief der D.T., wurde beim 75. Feldbergfest im vergangenen Jahre mit der Ehrenurkunde der D.T., der höchsten turnerischen Auszeichnung, beließen und dadurch Ehrenmitglied der D.T. Handball im Gau Hessen. Von W. Mohr, Handballobmann im Gau Hessen. Mit Befriedigung kann der Gauspielausschuß auf die verflossene Derbanosrunde zurückblicken. Trotzdem sich die Anzahl der Mannschaften gegenüber dem Vorjahre verdoppelt hatte (12 gegen 25) und mit Schwierigkeiten aller Art, bedingt in erster ßinie durch Schiedsrichtermangel und räumliche Verhältnisse, gekämpft werden mußte, sind die Spiele glücklich beendet worden. Es soll nicht verhehlt werden, daß nicht alles so klappte, wie es jeder gern hoben wollte, doch muh man da erwidern: „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schalten." Neues ist hinzugekommen, es muhten darüber erst Erfahrungen gefammelt werden. Wan hofft, dah in der nächsten Derbandsrunde auf Grund dieser Erfahrungen vieles besser wird. Die Meisterklasse beschickten die Vereine: T.V. Wetzlar, M.T.V. Gießen. T.D. von 1846 Gießen, T.D. Bad-Rauheim, T. u. Sp. 1860 Marburg und T.D. Großen-Buseck. welcher erst mit der Rückrunde eihtrat. Die Spiele brachten insofern eine Ueberraschung. als der Neuling Großen-Buseck glücklicher Sieger wurde. Ich sage „glücklicher Sieger", denn jeder der frl- aenden Vereine hätte genau so gut Meister werden können. In erster Linie wohl T.D. Wetzlar der Duieck im Dor- und Rückspiel schlagen konnte und nur durch viel Pech mit einem Punkte ins Hintertreffen kam. Ich wünsche dem neuen Meister des Gaues Hessen alle« Gute und hoffe, daß er den ©au in den Aufstiegspielen würdig ver- der M.-Klasfe zeigt folgenden Dchlußstand: Vereine Spiele Tv. Großen-Buseck 10 Tv. Wetzlar 10 Mto. Gießen 10 Tv. 1846 Gießen 10 Tv. Bad-Nauheim 10 T.u.Sp.1860 l" .rburg 10 gern, unentsch. 7 1 6 2 5 3 3 2 3 1 1 1 verl. Pkt, 2 15 2 14 2 13 5 8 6 7 8 3 ®ie A • Klasse spielte in zwei Gruppen. ®te A-Klasse 1 sah als Gegner: Turngemeinde Friedberg, Turn» und Sportverein Dutzbach, T D Nidda, M.T.D. Gießen II. M.. TD v 1846 Gießen II. M, TD. Wetzlar II. M., und T.D Heuchelheim. Die beiden besten Mannschaften waren Friedberg und Butzbach. Gegen Schluß der Spielrunde war Friedberg überlegen und wurde mit gutem Punktvorsprung Gruppen- meifter. Der Tabellenstand ist folgender: Vereine Tgde. Friedberg T. u. Sp. Butzbach Tv. Wetzlar Tv. W.-N.-Girmes Tv. Nidda Mtv. Gießen Tv. Heuchelheim Tv. 1846 Gießen Spiele gern, unentsch. verl. 14 13 1 0 14 10 0 4 14 7 3 4 14 6 1 7 14 5 2 7 14 4 2 8 14 3 3 8 14 2 0 12 Pkt. 27 20 17 13 12 10 9 4 Welche Lage wird durch diese neue Situation geschaffen? Das Publikum wird also nun freffen müssen, was ihm geboten wird, denn außer der erweiterten Reibaro und bm Opern bleibt nur noch das StaatStheater als letzte beachtens- werte Erscheinung übrig. Hat der Konzern einen schlechten Geschmack und das Publikum einen guten, bann ist der Trust ein Unheil. Steht es umgekehrt, kann der Konzern fegensvoll werden. Aber man kann wohl — nach der erprobten theatralischen Dergangenheit der BeteUigtcn — erwarten, dah die Trustgewalttgen immer dessen eingedenk bleiben werden, dah Macht auch Der- antwortung bedeutet, dah sie „das Niveau" nicht senken werden, und wenn man nun noch hört, dah Reinhardt künfttghin wirklich ganze acht Monate in Berlin bleiben und sich den tünft- lerischen Dingen feiner Bühnen widmen wird, ist sogar au hoffen, dah die aufgeschwemmte Rei- baro-Erscheinung eine weitere Gesundung des Berliner T he a t e r l eb e n s herbeiführen wird. Denn Reinhardt hat noch neulich bewiesen, dah er den Griff auch für die neuen Erscheinungen des Tages hat, und so können wir Berliner uns eigentlich nur dazu beglückwünschen, daß Reinhardts amerikanische llnfeTnehmunaen nun endgüllig fehlschlugen. — Die Leidtragenden aber dürften die Dolksbühne sein und das Staatstheater Jehners (mit dem dazu gehörigen Schillertheater in Charlottenburg). Der Ge- danke eines Anschlusses dieser Bühnen an die Reibaro wird für diese Theater von vornherein ausscheiden müssen, denn dis bedeutete Kapi- tulation vor dem großen Konzern. Sie werden daraus bedacht sein müssen, andere Mittel zu erdenken. Es stehen ihnen die tüchtigsten und gewandtesten Berliner Theatermänner gegenüber. B. D. Aligöttinger Sirrdentenleben. Rus dem Nachlaß des verstorbenen englischen Staatsmannes Lord H a l d a n e. der bekanntlich vor dem Kriege der Hauptträger des englischen Derständigungswillens mit Deutschland war, werben jetzt in der .Times" seine Memoiren ver- offentlicht. die einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der längsten Dergangenheit bilden werden. In einem dieser Kapitel erzählt er von seinen „Sagen in Göttingen". Er ging nach Göttingen um dort unter der Leitung deS Philosophen Lohe die deutsche Philc.'ovhie zu studieren. Dabei entwirft er ein hübsches Bild von dem damaligen Studentenleben in der alten Alma mater: „Das Leben der Studenten in Göttingen to9r /m Jahre 1874 noch ziemlich roh. Cs schien mir seltsam, als ich an der Universität immatriku- liert wurde daß ich mich verpflichten sollte, auf der Straße nicht in Schlafrock und Pantoffeln zu erscheinen, aber bald fand ich, dah die'es Aniversitätsgeseh, das von der Llniversitäts- polizei gefordert worden war, durchaus nicht unnötig erlassen war. Die Sitten der Studenten waren bisweilen eigenartig. Ich lebte in Zim- merrt, die auf eine Treppe hinausgingen, die wieder auf die Strohe führte: daS Untergeschoß das Hauses m der Zindelstrahe nahe beim Ratskeller wurde von einem Kürschner bewohnt Alle „Studentenbuden" befanden sich in solchen Räumen, die von der Treppe her nach der Straße führten, und um in das Haus zu gelangen, waren wir mit etnem ungeheueren Schlüssel ausgerüstet, dem sog. .Hausknochen", den wir an unseren Westen befestigt trugen und herauszogen, toenn ed nötig war. Die Schlüssel öffneten aber mele Haustüren, und so war man in seinen Zimmern nicht immer ungestört, denn andere Kommititonen konnten zu einem eindringen und he benutzten ihre Schlüisel des nachts nicht selten, um einem einen überraschenden Besuch abzu- fetten- Die Zimmer waren ziemlich schmutzig und die Waschgclegenh.iten spärlich: deshalb pflegten tan\. ^°rg.en In der Leine zu baden, in dem (jluD, den Bismarck in feinen Studententagen berühmt gemacht haben soll, indem er hineinsprang, um den Gläubigem zu entgehen. Dieses Bad in der Leine war die einzige wirksame Badegelegenheit, aber die Leine war durchaus kein sauberer Fluß, denn in der Stadt befanden sich damals viele Gerbereien." Die Ä-Stlaffe 2 umfaßte Vereine deS Bogels- bergs. und zwar: T.D. Lauterbach, T-D. Schlitz. T.D. Alsfeld. TD. Gedern und T-D. Burg- Gemünden. Lauterbach wurde Meister und muß nun mit Friedberg um den Aufstieg in die Meisterklasse kämpfen. Die Tabelle der A-Älaffe 2 hat folgenden Schlußstand: unentsch. verl. Pkt. 14 11 6 5 4 2 3 0 1 0 0 1 5 5 6 gern. 6 4 3 2 2 Spiele 8 8 8 8 i 8 Vereine Tv. Lauterbach Id. Alsfeld Id. Gedern Id. Schlitz Id. Burg-Gemünden Die Meisterschaft der Jugendklasse errang ungeschlagen als unstreitbar beste Mannschaft M.TD. Gießen vor T.G. Friedberg. T. u.Sp. Dutzbach und T.D. Treis. Tabellenschlußstand: Vereine Mtv. Gießen Ig. Friedberg I. r Sp. Butzbach Id. Ireis Spiele gern, unentsch. 6 6 0 6 4 0 6 2 0 6 0 0 verl. 0 2 4 6 Pkt. 12 8 4 0 Handball der Sp.-Dg. 1900. ö. Nächsten Sonntag ist die erste Handball- Mannschaft der Spielvereinigung 1922 erneut vor eine schwere Ausgabe gestellt. Sie empfängt zum Freundschaftsspiel die bestens bekannte Elf des Dolizeisportvereins Dutzbach. Die Duhbacher Mannschaft weilte am Schluß der vorjährigen Saison schon einmal als Gast bei den 1902cm und konnte damals durch einen ll:4-Sieg ihre Svielstärke unter Beweis stellen. Daß die Polizisten zur Zeit ein nicht minder gefährlicher Gegner sind, erhellt aus dem guten Mittelplah tn der Tabelle der Frankfurt-Darmstädter Handballliga. Die Spielvereinigungsleute, die man in den letzten Spielen nicht immer sehr glücklich kämpfen sah, müssen jetzt einmal zeigen, ob sie imstande sind, ihren Heimatbezirk würdig zu vertreten. Da man sich jetzt über die Ausstellung der Hinter- mannschast wieder im Klaren sein dürste, wird die Zusammensetzung des Sturms die entscheidende Rolle spielen, wenn man auch selbst bet kompletter Fünserreihe tarn um eine Niederlage herumkommen wird. Anschließend an daS Spiel der ersten aktiven Garnituren werden, wenn es die Witterung erlaubt. die erste Jugend- und Schülermannschaft der beiden genannten Dereine sich gegcnüber- tretcn. Der Spielausgang ist hier schlecht vor- auszusagen, höchstens, daß man den Platzbesitzern ein kleines Plus einräumen könnte. Lahn-Oünsberg-Gau. Am Sonntag sand in Wieseck die erste diesjährige Gauausfchußsihung des Lahn- Dünsberg-Ganes statt. Nachdem Gauvor- sitzcndcr D a u p e r t. Wieseck. die Tagesordnung bekanntgcgeben hatte, wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Die Austragung des G a u s e st e s hat Tv. Wißmar übernommen, als Termin kommt der 30. Juni oder 7. Juli in Frage. Am 13. August führt das Bergfest die Turner in Hausen zusammen. Die Austragung der Schülerwett- kämpfe hat Tv. Londorf übernommen. Bei dem am 14. April zum Austrag kommenden Dundeswaldlauf in den Wä'dern um den Schisfcnbcrg. durch Tv. Hausen, wird der Gauwaldlauf mit ausgetragen. Das G a u Wettschwimmen übernahm Garbenheim auf den 28. Juli. Die Leichtathletik-Meisterschaften wurden auf den 15. September sest- gclcgt Dereine. welche diese übernehmen wollen, müssen sich auf Grund einer späteren Ausschreibung darum bewerben. Das Gau-Gerätewett u r n e n findet am 12. März in Lollar statt. Zu einer am 17. Februar stattsindendcn Derbandsspiel - Ausschußsihung in Frankfurt a. M. wird neben dem Spielwart Winter. Launsbach, und Cpi.lausichußmitglied Das große Grauen. Vornan von H. A. von Byern. Urheber-Rechtsschutz d -rch Derlag Oskar Meister. Werdau. 8 Fortsetzung. Nachdruck verboten Nichts war zu sehen, als ein langgestrecktes Dacksteingebäude, zwei Holzschuppen, neben denen ein Schlitten hielt, aber da — da — mitten auf dem Bahnhof stand, die Hände in den Taschen vergraben, eine wohlbekannte Gestalt, neben ihm eine junge Dame. — „Dinzenz! He, Dinzenzl" „3effa8, Allerlei" Wie ein Schraubstock umschlossen mich die Arme, ein Kuß rechts, einer links: „Alterle, hier, die SopherlI" Ich beugte mich über die kleine, schmale Hand: „Gnädigste Gräfin, es ist zu gütig, daß Sie persönlich..." „Aber, ich bitt’ Sie, den besten Freund meines Derlobten wollte ich doch so bald wie möglich kennenlernen, — oh — ich glaube gar — — Rosen!" Ein Aufleuchten der dunklen Augensterne. „Wie lieb von Ihnen, vielen, vielen Dank!" Langsam gingen wir auf den Schlitten zu, hinter uns karrte ein Dahnarbciter auf einem Schicbbock meine beiden Koffer, eine riesige Kiste: „Vorsicht! Warten Cie mal!“ Ich griff mit zu, Verstaute das Ungetüm glücklich auf dem Bock, während die Jucker unruhig hin und her tänzelten. „Was in aller Welt hast d' denn da drin?" „Ein silbernes Rixchen und ein goldenes Warteinwcilchenl" Dann hals ich der Komtesse beim Cinsteigen, lohnte den Gepäckträger ab und klappte den Mantelkragen hoch: denn vom Gebirge her pfiff ein eisiger Wind, trieb mir seine, nadelspitze Schneekristalle ins Gesicht. Der Dtnzenz von Andrian lachte: „So geht das fei net, Alterle, da mußt noch an Pelz drüberzieh'n und an Fußsack bis an die Ras n, sonst kommst du als Eiszapfen in Keresz-Erdö an!" Ich konnte mich kaum rühren, wurde eingemummelt wie ein Wickelkind. „Los!" „Hej! Hejl" Die Peitschenschmitze sauste, kerzengerade stiegen die beiden Stangenpferde in die Lust, prefchten los. — „Hej, Hej!" und nun stiebte der pulvernde Schnee unter den blanken Schlittenkufen, klirrten die Silberplättchen. klangen die Glöckchen an dem rotjuchtenen Geschirr. Das war kein Fahren mehr, ein dämmerndes Dahinglcilcn, ein Märchen- träum — — —1 Glasklar wölbte sich der Winterhimmel als ungeheure Kuppel über der Pußta. klatschend prasselten die von bt.u Pferde- Hufen emporgeschleuderten Schneekluinpen gegen Drolsbach, Garbenteich noch als SchiebSrich«' ter Leib, Kinzenbach, entsandt. Für Sportwart Winter soll die Prüfungsberechtigung für das Reichsfportabzeichen beim Deutschen ReichSauS« schuß erwirkt werden. Gpielvereinigung 1900 Gießen. S. 1922 s Ligamannschast trägt am kommenden Sonntag ihr drittletztes Derbandsspiel in Dillenburg aus, das zugleich das letzte auswärtige Spiel in dieser Meisterschaftssaison ist. Man verfolgt die letzten Spiele der Blauweißen mit gemischten Gefühlen, denn die Els verliert selbst gegen recht spielschwache Gegner, trotz Feldüberlegenheit, Punkte, die der Gesamtwerlung. der Tabelle ein ganz andere- Aussehen geben würden. Ob die 1922er noch über ihren zur Zeit vierten Tabellenplatz hinauSkommen. ist zu bezweifeln. Rur beim Eintritt ganz glücklicher Umstände kann die dritte Stelle erreicht werden. Dorher müssen die Gießener aber auS den ausstehenden Spielen noch mindesten- drei Punkte gewinnen. Daß dies mit der zur Zeit sehr schwachen Mannschaft nicht leicht ist, haben die letzten Spiele gelehrt. Krankheit. Besetzung und Sperre durchsetzen die Ligaelf der Dereinigten zu sehr mit Ersah, worunter naturgemäß das Zusammenspiel und die Durchschlagskraft leiden. Auch am kommenden Sonntag werden die 1922er auf dem kleinen Dillenburger Platz vor eine schwere Aufgabe gestellt, bei der es fraglich ist, ob sie diese zur Zufriedenheit ihres Dereins lösen. Auch diesmal werden die Gießener ersatzgeschwächt einem eifrigen, energisch spielenden Gegner gc- genüberfteben. Das Dorspiel sah 1922 mit 2:1 siegreich, leicht kann aber diesmal da- Resultat umgekehrt lauten. Mit der ersten Els fährt die Ligareservemannschaft 1902’6 nach Frohnhausen an der Dill, um dort das seinerzeit ausgefallene Meisterschaftsspiel zu wiederholen. Im Dorspiel in Gießen siegte der Platzvercin überraschend hoch. Auf dem gefährlichen Frohnhäufer Sportplatz werden die Blauweißen froh fein, einen knappen Sieg zu landen. 19008 dritte Elf empfängt auf eigenem Platz die zweite Mannschaft vom Verein für Dasen- fpiele Lich und dürfte erwartungsgemäß Sieger bleiben, wie im Vorspiel. Alle Jugendspiele wurden der schlechten Witterung wegen erneut abgesetzt. V. f. B. Am kommenden Sonntag trägt die Ligamannschaft ihr drittletztes und damit ihr letztes Verbands- spiel auf eigenem Platz aus. Ähr Gegner ist die Liga des Sportvereins Burg. Das Vorspiel auf dortigem Platze gewann V. f. D. mit 5:1. Die Gäste haben durch ihre beiden Siege gegen Herborn und Dillenburg am vergangenen bzw. vorvergangenen Sonntag nicht allein ihre labellenftellung, sondern auch ihren Ruf bedeutend verbessert, da Herborn, das sich mit 2:6 geschlagen bekennen mußte, doch zu den stärkeren Vereinen des Gaues zu zählen ist und auch ein 3:2-Sieg auf dem gefürchteten Dillenburger Platz hoch gewertet werden muß. Burg hat sich damit vor Frohnhausen an die fünfte Stelle geschoben. Burg darf mit seinem bisherigen Abschnei, den zufrieden sein, das für einen Liga-Neuling als sehr gut bezeichnet werden kann. Was der Gäste- Elf an Spielreife noch fehlt, versteht sie dank der guten körperlichen Verfassung ihrer sämtlichen Spieler durch Härte und Ausdauer zu ersetzen. Sie wird wohl, ermutigt durch den unerwarteten Erfolg der Niedergirmeser gegen V. f. B., mit aller Energie versuchen, es diesen gleichzutun. Unter normalen Voraussetzungen sollte sie jedoch hierzu wenig Aussicht haben, da doch wohl anzunehmen ist, daß es der V. f. B.'Elf auf eignem Platz gelingt, ihre alte Form zurückzugewinnen und di? Scharte vom Dor- fonntag auszuwetzen. Ob sie in der bisherigen oder in veränderter Aufstellung antreten wird, steht noch nicht fest. In beiden Fällen sollt« sie in der Lage die Sprihleder, und dampfender Brodern stieg von den Pferdelcibern auf. verwandelte sich in winzige, stlberblitzende Sternchen.--- Mein Freund lachte: „Nulla vita extra Hungaria! So fährt man bei uns daheim net, gelt 7* Ich konnte nur nicken, war wie betäubt In der Ferne taud)te eine dunkle Wand auf, — Wolken? nein, Wald, niedrige Hügelletten, dahinter massige Gipfel. — — — „Sind das die Karpathen?" „Aberfreilich," GräfinSophtzlachte, einsilber- helles, klingendes Lachen: „Warten Sie nur, in einer Stunde kommen wir nach Kis-Srdö, da lernen Cie gleich unseren Winterwald kennen." — — — Der fauchende Ostwind machte jede Unterhaltung unmöglich, riß einem das Wort tom Munde. Und noch immer jagte das Diergefpann querfeldein, ohne Weg, ohne Steg, über Felder, Steppe, malchinenmäßtg gingen die Rücken der Pferde bei jedem Galoppf-rung auf und nieder. Verstohlen musterte ich das junge Mädchen, aber da war nicht viel zu sehen, nur eine Flut goldblonden Haares, das unter dem Mützchen au8 Taucherpelz hervorquoll. nachtschwarze Augen und ein kleiner, kirschroter Mund, hinter dessen kurzer Obcr.ippe schlohweiße Zähnchen blitzten. Sie Sonne fent Blutroter Widerschein ließ den Schnee purpurn ausglühen, ging über in ein mattes, violettes Dämmern, durch da- goldene Lichter flirrten. In flacher Kurve bog der Schlitten nach links ab, gerade auf ein Dorf zu, desfen niedrige, strohgedeckte Hütten sich wie eine ängstliche Herde um das Herrenhaus drängten. Gräfin Sophtz wies mit der Hand nach vom: „Kis-Erdö, früher gehörte es meinem Dater, dann hat Onkel Franz das Gut gekauft." Wie ausgestorben lag die Ansiedlung da, ein paar kümmerliche Oaftbäumc, Halbaffen.« Scheunen, daneben ein Tümpel.--Doröei.--Der Wald begann, die Jucker fielen in eine abgekürzte Gangart, und wie mit einem Schlag« war Stille ringsum, nur droben, in den Kronen der viel- hundertjährigen Steineichen, Harste noch der Wind. Der Dinzenz holt« feine Zigarrentasche hervor: „Du erlaubst doch, Sopherl? Na also, wie g'fallen dir do Däumerl, ganz nett, gelt?*4 Gleich himmelanragenden Säulen standen tne knorrigen Stämme. RauhrÄf spann fein silbernes Ney von Zweig zu Zweig, und auf den breiten Aesten der Schirmfi^en, die am Wegrand standen, lagen weiße, weiche Schneelasten gleich Watteflöckchen. Aus dem Unterholz leuchtet« «8 brandrot auf. da faßen, dicht aufgeplustert, schwarzköpfige Dompfaffen in beschaulicher Ruh«. Sannenmcifcn nestelten an den braunroten Zapfen, Goldhähnchen und Seidenschwänze. sein, t^n Gegner schlagen Xtt können. Man darf gespannt sein, inwieweit es Der Platzmannschaft gelingt, sich zu rehabilitieren und ihr Gesamtoerhäll- nis (62:13) weiter zu erhöhen. Die Ligareserve hat die gleiche Burgs im fälligen Punktspiel zu.n Gegner und sollte erwartungsgemäß einen glatten Sieg landen können. Die „Dritte” hat sich Garbenteichs erste Mann- schäft zu einem Gesellschaftsspiel nach hier einge» laden. Aller Voraussicht nach werden die Jugend- und Schülerspiele des Wetters wegen vom Gau verschoben werden. Arbeiter-Tunr- und Sporibund. Am nächsten Sonntag kommen die Delegierten der Fußballvereine und Abteilungen des Ul. Bezirkes in Gießen zum diesjährigen ordentlichen DezirkS-Fußballtag zusammen. Nach Entgegennahme der Berichte über das abgelaufene Geschäftsjahr wird ein Dortrag des Tech- nischen Kreisfeiters über Fragen der Spielkultur die Tagung beschäftigen. Unter Anträgen werden die Wünsche der einzelnen Abteilungen und Dereine behandelt werden. Nach den Wahlen werden unter Punkt „Verschiedenes" die dies^ jährigen Deranstaltungen, insbesondere das 2. Dundessest in Nürnberg, eine eingehende De- sprechung erfahren. In Wieseck treffen sich im Lokal des Freien Turn- und Sportvereins die Dorturner und Hebungsleiter zur B e z i r k s t u r n st u n d e. Hier werden nach Musik die Massenübungen zum diesjährigen Bezirks- und zum 2. Dundcs- fest durchgenommen. Das diesjährige Bezirks- fest findet am 29. und 30. Juni in Heuchelheim statt. Anschließend werden die Geräteübungen zum Bundesfest (zwei Klassen „Heber 18 Jahre" und „16 bis 18 Jahre alt“) und zum Tezirksfcst in vier Klassen belanntgegeben und durchgeturnt. Am Nachmittag werden die Uebungslciter für das Frauenturnen in demselben Lokale ihre Hebungen für beide Deranstaltungen ebenfalls praktisch durchnehmen. Nachdem der Termin für die Aufstlegspiele zur Kreisklasse endgültig auf den 24. Februar festgesetzt ist, hat sich die erste Mannschaft W i e - seck 8 für ihren letzten spielfreien Tag am kommenden Sonntag Gr. -Linden zum Freünd- schastsspiel verpflichtet. Wieseck wird wohl in diesem Spiel Sieger bleiben, jedoch muß die Mannschast ein fetteres Gefüge erhalten, wenn sie am folgenden Sonntag in ihrem ersten Auf- stiegspiele auf eigenem Platze gegen den Vertreter de- vierten Bezirkes keine empfindliche Niederlage erleiden will. Rademacher erhält die Reichsplakette. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen hat jetzt dem Magdeburger „Hellas" die Plakette der Reichsregierung zur Weitergabe an Erich Rademacher für feinen Amsterdamer Erfolg übersandt. Als seinerzeit Reichspräsident von Hindenburg die Olympiasieger emp'ing und erfolgreiche Kämpfer mit der Shrenplakette auszeichnete, war Erich Rademacher schon auf dem Wege nach Japan, so daß er damals nicht die ihm zugedachte Auszeichnung empfangen konnte. Trainingsunfall Engelhardts. Beim Dortraining in der Deutschen Hochschule für Leibesübungen erlitt der bekannte Leichtathlet Engelhardt (prüfet Darmstadt) einen schweren HnfalL Er wurde von seinem Partner k.o. geschlagen und fiel so unglücklich auf den Hinterkopf, daß er sofort ins Krankenhaus geschafft werden mußte, wo ein schwerer Schädelbruch festgestellt wurde. „Dor verzauberte Wald!" sagte bas junge Mädchen träumerisch: „Danach werde ich mich oft sehnens" Mir war nicht nach einer Hnterhattung zumute: die lange Cisenbaynfahrt hatte mich doch ziemlich ermüdet, dazu all die neue Eindrücke, und auch mein Freund schwieg. In dem ungewiisen Zwielicht konnte ich seine Züge kaum erkennen, nun trabten auch die Pferde wieder an: „Hej — Hejl" Der Bestand lichtete sich, Kulturen und Dickungen wechselten mit Schlagflächen, raumem Stangenholz und Dauerwald, in dem vielleicht noch niemals eine Axt geEfun -en hatte. Irgendwo knackte es. die Stangenpferde p eilten zur Seite, und im nächsten Augenblick flüchtete eine Rotte Schwarzwild über den Weg. Das machte mich munter! „Donnerwetter! Der letzte schien ein grober Keiler zu fein!“ Gräfin Sophy sah mich lächelnd von bet Seite an. »Sind Sie auch so passioniert wie Dinzenz?" „Wir werden uns nicht viel nehmen, nur, er schießt eine bessere Kugel--" „Hnd du hast den größeren Anlauf, Alterle. aber d’ Sopherl steckt uns alle beide in die Tasche, Ich sag' dir. der Sechzehnender is a Hirsch, wie er selbst in den Karpathen nur alle 3ubel- jahp amal vorkommt, da wirst d’ schau'n!" „Dafür hast du aber zwei Zwölfer_ und eine Braut obendrein," frozzelte ich: „möchtest du lieber tauschen?" „Ret um de Welt, und du, Alterle, d’ Sopherl hat mir’S erst später verzählt, zwei guate Hirsch’ hat s' laufen lassen, damit i meine Wett’ g Winnen sollt!" „Willst du gleich stil. fein7* Das junge Mäd- eßen griff nach dem Ohrwaschel meines Freundes: „Du großer, lieber Bär du, freu’ dich, wenn wir erst in Terofal sind, dann gewöhn’ ich dir das Dummelleben ab. — er hat's wohl mitunter arg getrieben, Baron?" „Nicht, daß ich wüßte, Gräfin, mein guter Einfluß wirkte entschieden wohltuend und fänf- tigend..." „3a. so schauen S' auS... Sie Junggefell', aber ich werd' dem Dinzenz schon noch hinter seine Schliche kommen!" Das Eis war gebrochen und die Reckereien flogen herüber und hinüber: „Alterle, unser Hochzeitsreis' machen wir nach Indien, im Frühjahr (an ma wieder z'ruck, dann kommst d’ zu uns." — Durch die Stämme blinkte flirrender Lichtschein, irgendwo schlug ein Hund an. „Keresz-Erdö!" Ein riesiger Gebäudekomplex wurde sichtbar, ein Schloß mit klobigem, viereckigem Turm, hell- Oberhessen. Landkreis Gießen. X Klein -Linden, 14. Febr. In der Gastwirtschaft von Fr. Rinn Ijielt dieser Tage dic hiesige Spar- und Darlehnskasse ihre dies- lährige Generalversammlung ab. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats erstattete der Rechner Bericht über den Geschäftsverkehr und fiab die Jahresrechnung für 1928 bekannt, die eine ehr starke Aufwärtsentwicklung der Raffe darlegte. Der Sparverkehr ift von 95 000 Mk. am 1. Januar 1928 auf 134 000 Mark bis zum 31. Dezember 1928 gestiegen. Im Kleinsparmarkenoer>ehr wurden im Jahre 10 000 Mark erreicht. An Krediten wurden 121000 Mark gewährt, davon 55 000 Mark im Wechselkredit. Der Gesamtumsatz stieg von 750000 Mark im Jahre 1927 auf 1 330 000.Mark im Jahre 1928. An Reingewinn wurde die Summe von 2379 Mark nach-gewiesen, die zum Teil dem Reservefonds und der Betriebsrücklage zugeschrieden wurde. Das Eintrittsgeld für neu beitretenbe Mitglieder wurde von 3 auf 5 Mark, d.e Höhe der Spareinlagen auf 300 000 Mark festgesetzt. Der Geschäftsanteil der Mitglieder wird mit 10 Prozent Dividende verzinst. Die satzungsgemäß aus dem Vorstand undAufsichts- rat ausscheidenden Mitglieder A. Langsdorf, R. Klein und H. Jung wurden einstimmig wiedergewählt. Für den verstorbenen Kassenboten K. Müller wurde D. Deibel gewählt. Nach wertvollen Erläuterungen zu dem Geschäftsbericht durch Direktor Fey wurde dem Vorstand (Entlüftung erteilt und der Dank für die umsichtige Lei- tung der Geschäfte ausgesprochen. X W i e i e ck, 14. Feor. Leheer i. R. Friedrich Müller. Kirchenvorsteher und Organist, kann am 18. b. QU , zugleich am 72. Geburtstag seiner Gattin mit dieser. K tharina g?b. Zulauf, auf 50 Jahre eines glücklichen, reich gesegneten Eh> stands zurückblicken. Infolge einer gut verlaufenen Operation der Jubilarin, der sie sich in letzter Woche im Evangelischen Schwesternhaus zu Gießen unterziehen mußte, wird dar Ehrentag unserer beiden in hohem A sehen stehendm Mitbürger still verlaufen: an treuem Gedenlen wird es ihnen aber nicht fehlen. Z Ql ö ö g e n, 14. Febr. Trotzdem hier die Dögcl fleißig gefüttert werden, findet man öfter tote Buchfinken. Sie fallen der Kälte zum Opfer. Tote Hasen hat man auch schon gesunden: ihnen ist es nicht möglich, etwas Grünes unter der harten Schneedecke hervorzuscharren. An der Straße nach Großen-Buseck ist ein Apfelbaum umgedrückt, so daß feine Qlcfte aus dem Boden aufliegen. Soweit die Hasen die Rinde erreichen können, haben sie sie pollständig ab- genagt. — Die Wildgans, von der in Nr. CI ceZ „Gießener Anzeiger" bericht ! tour'.e, ist schon abgeschossen worden. Sie hatt eine Flügel- spanntocite von 1,22 Meter. s Grünberg, 14. Febr. Mit Defriedi ung kann die hiesige Bezirkssparkasse auf bi abgelaufene Eeschästssa' r 1923 zurückblicken. d:nn es brachte eine erhebliche Dermehrung der Bestände. Ganz besonders ist eine erfreuliche Weierentwickelung der Spareinlagen sestzustellen. Diese erhöhten sich von 943 850 Mk. Ende 1927 auf 1215152 Mk.. mithin um 271 320 Mk. Cs wurden im Laufe des Jadrel eingelegt 532 418 Mk.. denen 321118 Mk. Rückzahlungen gegenüberstehen. Qteae Svarbüch.r gelangten 411 Stück zur Ausgabe. Die Zahl der Spareinlagen Ende 1928 betrug 1915. 3m Giro- und Kontokorrentvettehr beliefen sich die Guthaben der Kunden am Jajresschluß auf 123 873 Mk. Infolge dieser günstigen Entwicklunz konnte die Kasse den Wünsch-en der Darledns- suchenden, in'oaeelt die satzungsmä^i e Sichr es geleistet werden konnte, fast ausnahmslos entsprechen, und es sieben auch tD*teer_ für Ausleihungen genügend Mittel zur Verfügung. Te- sonders konnte das Hyfevthecen'e'chäst gepflegt werden. Die Darlesen ge*en Hypotheken erhöhe erleuchtete Fensterreihen. An der Freitreppe standen Diener, h'el en rotbeschirmte Windlichter hoch, und nun drohte uns der Daß des Ritter- von Molnar entge en: „Servus! Servus! Freit mich! Freit mich un- geheier!" Es dauerte ein Weilchen. bis ich mich, von den verschiedenen Umhüllungen befreit hatte, dann küßte ich der Dame des Hauses die Hand, tour£< den zweiten, sorgfältig in Wat.'e und Seiden- Papier eingewickelten Rosenstrauß los und W mich in der riesigen Halle um. Aber der Dinzenz ließ mir keine Zeit: „Komm’. Alterle. ganz durchfroren bist, na da laßt sich Aohilf’ sHaf>en, i führ' di erst amal auf dei Zimmer... Eigentlich war es ein Saal, zu ebener Erd< gele en, mit verschwenderischer Pracht cingeri^et: Perserietepiche, zwei Kamine, ein fast bis zul Decke reichendes Holz'gancel. Mit feinen dirze» dicken Deinch-en stapfte der Ritter von MolnS hinter uns drein: . „Wollen S’ eine Wärmflasch’ ins Bett, Darvni Nicht? Ader wenigstens ein GlaSl — — — wu'?pdich. war er zur Tür draußen, kam gfctf darauf mit einem Ta'llett und einem W:inglcll zurück: „Trinken S nur, das bringt das Süd wieder durcheinander!" Ahnungslos kippte ich den Inhalt hinunter „Donnerwetter — das — das . war doü Kognal!" „Benediktiner is sehr a gut's Schnapserl, w.v Ihnen schon warm machen, bitt’ schön." „Sixt, Alterle, hierzuland is dös not anders.' mein Freund grinste: ..Mles großzügig: QKeiv scheu, Hir?chg.w:ihe. selbst die Kognalgli s.ri" Meine beiden Koffer wurden georacht, or Kiste: „In ancr halben Stund' nachtmahlen wir. ’ hol di ab. Wenns d’ an Wunsch hast, de Klingt is neben der Tür!" Och hatte aber nur cir.n Wunsch: mir erste einmal gründlich den Qtetc' staub abzuspülen, und das besorgte ich dew- auch so gründlich, daß mich der Dinze^i zwanzig Miauten tratet noch in einem durchao^ nicht gefellscha't -fähigem An'.ug antraf. „No, wie g’sallt tut die So')herl?" Natürlich, diese Frage hatte ich erwartet: „Glückspilz! Hnd noch einmal, meinen aßet* allerherzlichsten Glückwunsch!" Er schüttelte meine Hände, daß die Gelen» knackten: - „Weißt d'. wann i denk', daß übermorgen w® Hochzeitätag is', also mit iS das alles noch V» a Traum — “ .. Mit Derliebten ist nicht zu reden, ich ließ schwärmen und zwängte mich in den Smoling: „Sind schon Gäste da?" (Fortsetzung folgt) aber nicht mehr hiesige Klein- hiclt N:serTage seine diesjährige t»rischen Märsche mit Fanfarentrompeten" und ..Zapfenstreich" ritz die Zuhörer zu wahren L«ifallsstürmen hin. Dem Gesangverein Liederkranz" lann man zu dem Erfolg *lef€< Abends gratulieren, und dem Dank des “ ~ ‘ an alle Mitwirkenden d. Trais-Horloff. 14. Febr. Der Der- iteier deS Superintendenten der Provinz Ober- jcflen, Dekan Guhmann, Kirchberg, nahm Meier Tage Einsicht in den Religions- interrlcht der Schulen unseres Kirchspiels. ilmn. Gefrorene Dickwurz sind iti Futter verwendbar. m Echzell. 14. Febr. Der Ifilliber-Schützcnverein lh Dasthaus _3ur Eisenbahn" efjett. febr. «l . bic,Cr^4W' ib. m'V M bi.«. Ät£r?tseSSl gS? EZ »cNtonteii y ‘ Jioibenbe otaH ^nbunb^g JJ» Stimmig t ■*btl ««wählt, fc rm ®cl^iisbtrii btm üorfianb fc '!lr Wsichlig^ sich von 350 000 ML auf 570 000 ML. mithin un 220 000 ML Weitere erbebliche Mittel • lei dm G.me n en und Fel ber ini ung (Mb Ichasten des Bcz.r.S zur Qk.|uganj geitell. - ‘ea. Sie Bestände der ÄGf,e waren am JnhreS- itlub wie folgt angelegt: auf Hypotheken 570 473 ?BarI. an Gemeinden und Feldoereinigungsgeslll- iHaften 427 428 ML. Kredit« in lausender Rech- rmng 240 484 ML. gegen Schuldschein an Private 127 558 ML. Wechsel 10 658 Wk. eigene Wert- lepiere 54 087 ML. Guthaben bei der Giro- murale 40 000 Mk. Der Gesamtumsatz im Jahre 1928 betrug 10 116 000 ML gegen 9 540 000 Mk. :tn Dorjahre. Das Aufwertungsvermö^en und die llüifwertungL schulden sind in vorstehenden Zahlen n.Ht enthalten. • Leihgestern. 14. Febr. Am SamStag- aöenb versammelte sich eine recht stattliche Zu- ! ckrerschaft im Saale ..Zum Löwen" zu einem :cm Gesangverein ..Liederkranz" ver- .5 st allsten Konzert, bei dem die (Siebener Militärkapelle mitwirkte Dei den wunderbar orgetragcnen Ehören (besonders sind hier zu rennen „Rudolf von Werdenberg" und „Muh !| kenn") fiel bei dem ausgezeichneten Ehorklang |blt gute Schulung deS 90 Sanger starken Chores Aus; der reiche Beifall galt vor allem dem be- 2«chrten Ehorleiter, Reallehrer Blaß. Gießen. Sttiirmischer Beifall belohnte auch Obermusik- nmster Löber und seine Kapelle, die sich immer pitber zu Zugnben bereitfinden liehen. Herrliche Opernmusik, Tylophon- und Dioltnsolos tzerr Waniheck) wechselten mit Marschmusik jmb gaben den Zuhörern ein Bild von der Dir- awsität der einzelnen Musiker, alS auch dem bchneid der ganzen Kapelle. Besonders die „Hi- .en. rohdm hier bk fr niet man öfter blt :n der fialha man auch schsnpir, öslich, etwas bÄü ede H:iv2lzuschmm n*3u'cd iß ch feine 2kßt aus ta Me Hafen die ?.ti 1 sie -ollsländig 6 3, von ber in Är.' ichill tout'.t, ist \ifi ö'.e Hali eine W bt. M Drsriedi i^ ilbatlallt aus bl 923 intüdbliden, da che 2ßermtbta;| besonders ist eint 6 ng der öparti." e erwhten sch » [ 1215150 XiLfir \ im Lause H r en 321118 OHL 15 Sna'.bichr:? ; 4* WZ »au.es d.e J n DL- fenstraub u» w : um. ... । mit feine v« ■ v jiine.Jf .j’L So“ ein Sl-^l # t fruu-rN' 25^ und einem ■» j das «t 1,13 . n Inhalt ben .war» [3 " Schna-^' »lei •sW* .. natbtmö^ iSÄ"4 ,s&., 5.2 < 1.6 y.«> Itdimtliche Mitaliedcrvcrsammlung ab. Aach den il'lihcn Begrühungsworten erstattete der Bor- ssycide 2ohs. Lreusch den Jahresbericht, aus Id» u. a. folgendes zu entnehmen war: Die 15:e smeisterfcha^t im Cinzelsch'eLea errang Wil- shlir. Rückert, während Rud. O st h e i m Be- lj:!iimeister wurde und die Silberne Medaille »«chiiilt. Die Mitglieder Gustav Hofmann, Hch. ibing, Willi Rückert und Adolf RooS Halten die bronzene Medaille. Die finanziellen Illerchältnisse dcS Vereins zeigen einen erfreu- Ilchsn Stand. Die DorstanLSwahl hatte folgendes ^g-kbnis: 1. Vorsitzender 2ohS. Treusch. !2Vsrs. Wikh. R e u h. Echiestleiter Hch. M o g k L, ■ tlCf). Wcihelund Rudolf Ostheim, Schrift- sschLer Wilh. Rückert, Rechner W. Heller iirb H. B i n d i n g. Der Arbeitsplan für das ll!ch i 1929 sieht ein großes Preisschieben vor. das ' 'Ucng Mai beginnen soll. Das KreiZschieben ’lfhbet in diesem 2ahre auf dem mustergültig an- Ifk-iten DercinSschiebstand statL wo auch das 'Silben deS Oberhessischen Landjugendbundes l Xligchalten wird. KreiS Schotten. f Sehern, 14. Fedr. Die Finanzierung Krankenhausneubaues ist jetzt er- Ifltfll 3n den nächsten Tagen werden die Arbeiten vormittags besuchte er die beiden hiesigen Klas- km, sowie die Schule zu ältphe. nachmittags die juxi Klassen in Inheiden. Aach der neuen Reibung hat diese Einsichtnahme alle drei Iahre u erfolgen. L LItphe, 14. Febr. Eine nachahmenswerte Neuerung hat die Laubacher Bezirks- Iv ar lasse eingeführt. Laut einer Bekannt- naHuna durch die Ortsschelle sollen alle Dienst- toten, die am 31. Januar 1928 mindestens S Jahre lang bei derselben Dienst- Mse rrschast beschäftigt waren, als Prämie ti n Sparbuch mit fünf Mark Einlage irtzalten. Solche, di« mindestens zehn 3a ,-re im gleichen Dienste standen, erhalten zehn Mark rinlaae. Diese Einrichtung dürfte ein Anreiz |um Längeren Aushalten in einer Dienststelle so- Die zur Spartätigkeit sein. — Wegen Llcberhand- «5men8 der Krähen hat die Gemeindever- ca ttung eine AbschustPrämie von 60 Pf. j-: Stück ausgesctzL Das anhaltende harte Frost- tdter dürfte ohnedies die Reihen dieser Tiere tief lichten. KreiS Friedberg. WSN. Friedberg, 14. Febr. In der gestrigen Atzung der Stadtverordnetenversammlung wurde irr ein großzügiges W hnungsbau- .Programm Beschluß gefaßt. Danach sollen 137 «u.t Wohnungen mit einem Gesomtkostenaufwand sDit.1 785 000 RM. errichtet werden. An dem Projekt fr le beteiligt: „er Bauverein „Eigner Herd ist Goldes oert“ mit zwölf Zweizimmerwohnungen, die Ge- n?i nnützige Aktienaesellschaft für Angestellten.Heim- tilden mit 22 Einfamilicn-Reihenhäusern, die Hes- fldjK Gemeinnützige Aktiengesellschaft für kleine Lo-Hnungen mit 60 Wohnungen und die Bauvor- Mb in Privater mit zusammen 43 Wohnungen. Kreis Büdingen. A i d d a, 14. Febr. Der anhaltende starke st ost hat am Rohrnetz der Wasserleitung in itr Stadt an vier Stellen Schaden durch «layen der Rohre angerichtet.. Zahlreiche MuiitoaUcric turg.n sind eingefroren. Der Frost dingt auch in die Keller der Häuser in den am ncDrigfien gelegenen Stadtteilen, well dort wegen lii hoben Grundwasserstandes die meisten Keller ib t r der Erde ausgeführt sind und das Mauer- teci ber Keller bei den aus Fachwerk erbauten D«hnhäusern nicht so stark ist, wie bei den mi-rtcn, massiv erbauten Häusern. Hm die Kar- dss'ckn. Dickwurz und sonstigen Vorräte vor dem tLTcrcn zu schützen. Heizen die Bewohner solcher säuser die Keller. Tag und Aacht unterhalten fr ein mäbiges Feuer mit Holzkohlen, weil sich citereä Brennmaterial nicht dazu eignet. Dieser Aand stellt sich aber verhältnismäßig teuer, kn i das Plund Holzsohlen kostet 15 Pfennig und ,«r Erhaltung der Temperatur eines Heinen .Hiera auf etwa +5 Grad Celsius benötgt man sizlich 10 bis 15 Pfund Holzkohlen. Man befürch- |i> auch großen Frostschaden an den im Felde bi letzten Herbste vielfach in Mieten eingebrach- h Dickwurz, weil die etwa 50 Zentimeter hohe 1 Cctoiede der abnormen Kälte nicht widerstehen Wib Otjaniil, b ‘J.®t3ut:iaa fe n« 3u.auf,. le;? flelegnel«.i { ^.«2« gut Dctlt - inn, sie sjö - sch« Schtresterch' blitzenden W. Jung an alle ite, w.tb b't ß* vLrd sich jeöer angeschlossen haben. J ...... ...... «.» an treuem zur Einrichtung ber Dampfheizung, sowie ber Röntgenanlage vergeben, 20 000 ML, verzinslich zu 6 Prozent, gibt die Hefsi,che Landesverllche- rungSanstalt, während 10 000 ML, verzinslich zu 9 Prozent, die BezirkSsparkasse Ortenberg zur Verfügung stellt. Kreis Alsfeld. >♦ Alsfeld, 14. Febr. Stadtvorstanbs- fitjung: In der am Mittwoch abgeholtenen Sitzung gelangte zunächst die Rechnung der Stadt-, Hospital- und Armenkasse, sowie des städtischen Schlochthofes vo:n Rechnungsjahr 1927 zur Vorlage. Die Rechnung der StabtfaH« für den Betrieb weist in Einnahme 646 666 Mk. auf. in Ausgabe 553 627 ML. so das; sich ein Heberschuß von 93 038 Mk. ergibt. Für die Vermöaensrechnung betragen die Einnahmen 285 243 ML. die Ausgaben 169 366 ML, so dab ein Rechnungsrest von 115 877 ML verbleibt, aus welchem allerdings noch Ausgaben für die DcrmögenSrechnung des Rj. 1928 zu übertragen sind. Für den Schlachthof betragen für den Jäger, gedenke des hungernden Wildes! Betrieb die Einnahmen 33 345 ML. die Ausgaben 27 467 ML. so daß ein Rechnungsrest von 10 878 Mark für Abschreibungen verbleiot. Die Rechnungen wurden auf Grund der von ber Finanzkom- mission borgendmmenen Vorprüfung ohne Beanstandungen genehmigt. — D'.e vorn Schulvorstand beantragte Errichtung einer 1 3. Sch ulklasse an der Volksschule wurde genehmigt und ber für bie sachlichen Ausgaben erforderliche Kredit bewilligt. Der Cßorf-öenbe bemerkte dazu, dab im Jahre 1932 ein Erweiterungsbau der Volksschule mit sechs neuen Schul- fälcn notwendig werde. — Für die Aeupflast e r u n g der in 1 9 2 8 kanalisierten Straßen am Roßmarkt und am Ludwigsplatz wurde bie Anschaffung von 35 000 Stück Pflastersteinen bei der Mansfelder A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb in Eisleben zum Preise von 14 000 ML einschL Fracht genehmigt. Der Betrag soll durch Kapitalaufnahme gedeckt werden. — Der vorgelegte Vertrag mit dem Rad- sport-Derein 1 9 26 wegen Denutzun] ber Festhalle an zwei Abenden in der Woche zu Hebungszwecken gegen eine jährliche Abgabe von 40 Mk. wurde genehmigt. — Die Miete für die Heberlassung der Fe st halle und des Fest Platzes an die evangelische Slad> mission für das Jugend- und Posaunen'est am 1. September 1929 wurde auf 75 ML festgesetzt, zuzüglich der üblichen Aebenlosten. — Auf eine Eingabe des Vogelsberger Höhenclubs wurde beschloss en. zur Unterhaltung und weiteren Ausstattung Les Jugendheims auf der Her- chenhainer Höhe einen einmaligen Beitrag von 50 ML zu bewilligen. — Hnter Mitteilungen gab der Vorsitzende bekannt, daß die LandwirischaftSkommission beschso.sen habe, Dom Jahre 1929 ab keinen Schäfereibetrieb mehr in der Gemarkung Alsfeld zuzu- lassen, mit Rücksicht daraus, daß eine größere Anzahl Landwirie sich darüber beschwert haben, daß ihre Grundstücks durch den Schäsereibet-rieb in erheblichem Maße beschädigt würden. Die seither der Schäfereiger.ossenschaft überladenen Wege und Tristen sollen künftig öffentlich verpachtet werden. Q Alsfeld, 14. Febr. Der andauernde strenge Frost hat auch in der hiesigen Stadt erheblichen Schaden a~g.'ri.,t.t. In ber Rächt vom Sonntag auf Montag zeigte das Thermometer am Schlachthaus — 23 Grad Celsius. Infolge eines Bruchei am Rohrstrang der Hochdruckwasserleitung mußte die'e während mehreren Tagen von abends 10 bis morgens 8 Hhr a b g c Jl c 111 werden. Auch werden täg.ich zahlreicye Wasserleitungs- anschlußvrüche gerne ö.t. w d r ) ne.rah erhebliche Wasserschäden entstanden. Da die Erde fast 80 Zentimeter tief gefroren ist, besteht bei weiterem Anhalten des strengen Frostes die Gefahr, daß der Zufluß zu den Behältern der Wasserleitung einfriert. In vielen Häusern ist die Wasserleitung sogar noch innerhalb dec Keller zugefroren. L Aus dem Ohmtal, 14. Febr. Gestern brach in Ober-Ohmen ein Hauptrohr der Wasserleitung. Sofort strömten die Wassermassen durch die Ortsstraße. Selbst in die Diehställe drang das Wasser ein. Zwei Stunden hatten die Anwohner der Stelle des Rohrbruchs in der grimmigen Kälte Arbeit, die Wassermengen mit Eimern auszuschöpfen und dem Kanal zuzu'ühren. Ein weiterer Rohrbruch entstand in der unteren Hauptstraße neben dem Pfarrhaus. In zwei Ko'onnm sind Aetftands- arbeitcr beschä'tigt, die Stellen der Rohrbrüche freizulegen. Wa'fserrohrbrüche in den Häusern sind keine Seltenheit. Sogar in den Kellern friert die Leitung oft trotz aller Vorsichtsmaßregeln ein. Aatürlich bekommen Kariof ein und Dick- wurzeln ihr Teil ab. Die gefrorenen Rückwur- zeln werden in der Wohnstube unter dem Ofen aufgetaut, ehe sie verfüttert werden können. In Ruppertenrod brach in verschiedenen Häusern die erst im Jahre 1927 erbaute Wasserleitung. Die Wasserma'sen ergos en sich über die Vorräte an Kartoffeln. In Hlrich stein froren in der Dierniederlage der Freiherrlich Riedeselschen Brauerei Lauterbach 4 0 Faß Bier ein. Selbst in den gutgeheizten Wirtschaften fror während der Aacht das Bier in der Vierleitung. Aatür'ich mußte unter der Kälte auch der Kraftpostverkehr leiden. Durch Einfrieren der Kühler an den Automobilen traten starke Verspätungen e.n. Preußen. Kreis Wetzlar. O Oberkleen, 14. Febr. Der von der Firma Gläßner. Küchel & C o. zu Butzbach betriebene, in der hiesigen Gemarkung gelegene Kalksteinbruch ist infolge des starken Frostes st i l l g e l e g t worden. Kirche und Schule. • Grünberg, 14. Febr. Der Dekanats- tag des Dekanats Grünberg ist auf den 14. März nach Grünberg einberufen. Tei dem Gottesdienst in der Stadtkirche predigt Pfarrer Thorn (Odenhausen). Die Tagung bringt im übrigen neben den Jahresberichten des Deka- natSausschusses und des. Dekanats-Erziehungs- vereinS, Leiter Pfarrer AieS (Ettingshausen), unZr der 'Beratung des Voranschlags der Deka- Schach-Ecke. Gearbeitet von W Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion deS „Gießener Anzeigers". Problem Nr 200. Don T. ManSfltld. Preisgekrönt im Meredith-Turnier des Falkirk Herald 1927. Schwarz. Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. •Keife: 6 Steine. Kbö; Dd7; Ff4; Lei; Se4; Bf6. Schwarz: 6 Steine. Kc4; Df3; Ldl; Sg3; Bb3, c5. 8 6 5 2 4 3 c h 8 7 6 5 3 4 2 g h a b d e I ß a b c u e Weih. Partie Nr. 130 Die folgende sehr in ter eff ante Partie wurde in der ersten Runde des internationalen Meister- turnierS zu Trentschin (Tep.Itz) gespielt, Indisch. Weiß: Samisch. Schwarz: Räll. 1. 62-64 1. Sg8-f6 2. c2-c4 2. ei -eG 3. Sgl-f3 3. b7-b6 4. Lei -g5 4. h7-h6 Eine unnötige Schwächung des schwarzen Königsflügels, da g5 doch nicht folgen soll. 5. Lg5-h4 D. Lc8 - b/ 6 Sbl-c3 6. Lf8-b4 Sofort 6 Le7 ist besser, da derselbe doch spater mit Tempoverlust zurückgetrieben wird. 7 Dd 1 - c2 7 <7-o Hiernach wird der Punkt 66 schwach; Schwarz sollte hier wohl ober üöel 7 63 ziehen und auf 8. a3, Lxc3 + 9. Dxc3, 66 nebst Sbd7 folgen lasen. 8. 1 al — dl! Am besten. 8 , 8. c5xd4 9. Sf3xd4 9. Dd8-c8 Ein etwas kurioser Plan; vorzuziehen war sofort Le7. IU. a.’-a3 10. Lb4-b7 11. e2-e4 11. Sb8-c6 12 Sd4 - h5 Kennzeichnet die Schwäche 66. 12 12. u-0 13. Sb5-d6 13. Le7xd6 14. Id I xd6 14. Sc6-e5 Räti sucht hierdurch unter Aufreihung deS Königsf.ügels einen Angriff zu formieren. 15. Lii4xi0 15 2/XIO Id. Dc2-d2 16. Kg8-g7 17. 12-f4! Energisch und weitblickend gespielt. 20. Kcl -f2 SelbstverständlichI 20. Fa8-c8 Birgt eine Tücke in sich. Ke?xf7 28. 21. 22. 23. 24 25. 26 1 1 1. I 1 Tc7x67 Lb7-c6 17. Sc5Xcl 18 Dc8x c4 19. Lb7-a6 Td7-d4 Dd2-c3 764-67 Kf2xe3 Sc3-b5 17. ... , 18. Lfl*c4 19. Td6xd7 29. Kf7-c7 30. Ke7-d8 31. Lc6-a4 Aufgegeben. 22. Dc4-c5 23. La6-b7 24. Dc5-e3+ 25. Tfd-c8 28 29. SO5-66+ 30. Sd6xc84- 31. Sc8xa7 32. Ke3-d4 Eine gule Partie! 28. 167x17-4-1 Das hat Rett übersehen. Dc7 —c8! Lb3-c4 ... „ Ta7-a8 ...., L beliebig ...., sd-15 K beliebig 26 27 Id 1x67 20 21 Tbl-dl Lösung deS Problems Ar. 197. Don Dr. F. Schindler. 2. Ld7-c6-{- ufto. 2. I )c8x b7 - ulw. 2. Dc8-g84 ul®. 2. Dc8-h8 ul®. 2. Dc8-c5(+)ufto. Die d-Cinie ist wichtiger als der Dauer aZ ' 21. Ic8-c7 26. 27. Lösung deS EnOfPiels Ur. 68. Don H. Rinck. 1. La3-b2, Dalxb2. 2. Dn3-c8*, Lh7-p8. 3.DcS-18 fföxfS 4 Se5Xg6matt. 1. ... Dal-fl. 2. Dh3-c8*. Tf6 — fS. 3. Se5 + g6++. Kh8-g8. 4.DcS-e6+,Tf8-f7. 5 De6-e8-^ ,T17-f8.6 Sg6- e7 malt. 1.....gb-g5 + . 2. So-gö-f-, 017x^6. 3. Lb2xal, L beliebig. 4. Lalxf6+ und getoinnt l Dal-ab. 2. Dh3-d7 usw. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStlsch. Das Hütchen. Horn bat ein Hütchen. Horn hat das Hütchen schon zehn Jahre. Hnd noch länger. Eines Tages aber weht der Wind die Krempe weg. Latscht Horn zum Hütchenmacher, bei dem er vor zehn Jahren seinen Einkauf tätigte. „Grüß Gott, da bin ich wieder," tritt er ein, „waS sagen Sie, ich brauche schon wieder einen neuen Hut!" (Lust. DL) Pudding. Die M:hers waren regelmäßige Wintergäste in Pontresina. Sie beteiligten sich zwar nicht persönlich am Sport, es genügte ihnen, die gute Kost einzunehmen und auf der Veranda die erquickliche Winterluft zu schnappen. Als sie in dieser Saison wiederkehrten, meinte Weyer zum Herbergsvater: „Ich habe gelesen« es ist Dor läufig Schneemangel bei Ihnen. „Ach, das kann Ihnen doch egal sein; soviel Schnee wie Sie brauchen, wird bei mir immer noch in der Küche geschlagen!" (Lust. DL) DaS Sluck. Runkel hat ein Stück geschrieben. Reicht es einem Theater ein. Schreibt Darunter stolz: „Tristan Dernard hat eS gelesen." Schickt der Direktor das S.ück zurück. Hnd bemerkt: „Mir wäre eS lieber, er hätte es geschrieben." (Lust. Dl.) na'.slasse die fälligen Wahlen. Die Wahl von vier welllichen Mitgliedern des Dekanatstagcs und ihrer (öle Joerl re.er findet durch Verhältniswahl statt, die Wahi des DekaneS und des Dekanstellvertreters und des Vertreters für beide geschieht direkt. Falls nach den Wahlen noch Zeit verbleibt, wird noch über die Verhältnisse der Landeskirche in den Jahren 1323/27 berichtet nd. Aidda, 12. Febr. Das ©bang. Dekanat Aidda halle gestern zu einer Religionslehrerkonferenz in das Gasthaus „Zur Krone" hier Einladung ergehen lassen, der etwa 90 Geistliche, Lehrer und Lehrerinnen der Schulen des Dekanates Aidda und Büdingen Folge geleistet hatten. Von der obersten Kirchenbehörde waren Prälat D. Dr. Diehl aus Darmstadt und der Superintendent Oberkirchenrat Wagner aus Gießen erschienen. Der Vorsitzende der Versammlung, Dekan S c r i b a von hier, begrüßte die zahlreich Erschienenen, insbesondere die beiden Vertreter des Landes- kirchenamts und dir beiden Kreisschulräte G ö ck e L (Tübingen) und Kinkel (Schotten) in herzlichen Worten. Pfarrer Kornmann aus Rodheim a. d. Horloff eröffnete mit Gebet und Schrift- lesung die Verhandlungen. Zuerst wurden als die drei Vertreter der Religionslehrer und Organisten für den neuen Dekanatstaz die seitherigen Vertrauensleute Lehrer i. R. Hensel (^)ir- zenhain), Stemm (Teestadt) und Ganz (Lber-WidderSheirn) wiedrrgewählt. Hierauf ergriff Prälat D. Dr. Diehl das Wort zu einem einstündigen, mit auherordentllcher Begeisterung erfüllten, wisfenfchaftlich tiefgründigen und fesselnven Vortrag über „Die Behandlung des lutherischen Katechismus in der V o l k S s ch u 1 e“. Einleitend begründete der Redner, daß der Katechismus kein Schu.buch, sondern ein Volksbuch und eine Laienbibel sein sollte, und zeigte dann Wege, wie der Inhalt dieses Buches den Kindern nahezubringen ist. In methodisch gewandter Weise erläuterte dec Vortragende die Behandlung des Glaubensbekenntnisses, der zehn Gebote und des Gebets des Herrn. Reicher Beifall lohnte den Redner, und Dekan E c r i b a dankte im Aamen aller Zuhörer dem Prälaten für den so unendlich reichen Vortrag. In der folgenden Aussprache gaben alle Redner, besonders Lehrer Hildebrand (Gettenau), Kreisschulrat G ö ck e l (Büdingen). Lehrer Link (Eckartsborn) und Pfarrer Weidner (Ober-Lais), ihren gewärtigen Eindrücken in warmen Worten Ausdruck und machten noch weitere Vorschläge, wodurch die Schule zur Hebung und Linderung der geistigen und sittlichen Rot 6eitraget kann. Schließlich wurden noch über die Derreilung des Religionsunterrichts zwischen Pfarrer und Lehrer Wünsche den anwesenden Vertretern der Kirchenbehörde unter» breitet Bingen ohne Wasser. WSA. Dingen, 14. Febr. Heute nacht ist In der Mainzer Straße ein W a s f e r l e i t u n g s - rohr gebrochen. Man hat sofort die Arbeiten ausgenommen, die sich bei dem gefrorenen Boden äußerst schwierig gestalten. Tie Leitung des Wasserwerks sieht |ich veranlaßt, solange die Bruchstelle noch nicht gesunden ist, die Wasserzufuhr für Tilgen, Büdesheim, Kemplen und Gaulshcim einzu st eilen. Das Pumpwerk Gaulsheim ift abgestellt. Wan weiß noch nicht, ob dte Bruchstelle in der Hauptleitung oder in einem Ae'oenstrang liegt fortwährend bringt noch Wasser an dre Erdoberfläche, um gleich zu vereisen. (Sasrohrbrüche in Fulda. WSA. Fulda, 14. Febr. Auch in Fulda Hai die große Kälte Gasrohrbrüche zur Folge gehabt. Vor einigen Tagen tourcea Lie Bewohner eines Hauses in der Tränke mit Ter* gii tungäer Meinungen ins Landeskrankenhaus gebracht. Zunächst wurde bei den Erkrankten Fischv.rgifturg, dann Kohlenoxtzdocrgi t-ng vermutet Schließlich ist einwandfrei feslgestellt worden daß Gasvergiftung vorliegt. Da die Bruchstelle des Gasrohres nocy nicht aufg.fanden werden konnte, wurde das betreffende Haus auf polizeiliche Anordnung geräumt Sestern mittag drang plötzlich ®a.s in zwei Häuser in der Löherstraße ein. Eine Frau und zwei Kinder erlitten Gasvergiftungen und tourücn in das LandeSkrarkenhaus üoerzefährt. Man vermutet, daß ein Gashauptrvhrstrang gebrochen ist. An der Auffindung der Bruchstelle wird eifrig gearbeitet Auch die beiden Häuser in der Loherstraße mußten von den Bewohnern geräumt werden. Die Bergt, tungssälle sind in beiden Fällen glücklicherweise nicht allzu schwer. Tie Erkrankten, von denen einige bereits wieder aus dem Krankenhaus entlaßen werden konnten, befinden sich sämtlich außer Lebensgefahr. (Sasrohrbruch in Eschwege. Ein Ehepaar vergiftet aufgefunden. WSA. E s ch w e g e . 14. Febr. Eine Leuchtgasvergiftung ereignete sich in e.nem Hause im Brühl. Dort drang in der letzten Rächt durch den Bruch eines Anschlußgasrohres Gas in das Schlafzimmer der Eycleute Karl Seifen» r o t h. Beide Eheleute wurden heute mittag in ihrem Schla zimmer aufge.unben. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Ter Ehemann ist offenbar noch aulgewacht und hatte versucht, nach dem Fenster zu gelangen, um es zu öffnen, brach aber zusammen und zog sich dabei noch Kopfverletzungen zu. Er wurde auf dem Boden des Schlafzimmers liegend aufgefuiv den, während feine Frau tot im Bette lag. Wirtschaft. Oie Lage des ^uhrbergbaueS. Der Verein für die bergbaulichen Interessen hat die Erörterungen zwischen Regierung und Ruhrbergbau zum Anlaß genommen, eine ausführliche Denkschrift über die wirtschaftliche Lage des Ruhrbergbaues herauszugeben. -^ach kurzer Darlegung der Verhältnisse während des Krieges und der darauf folgenden schweren Krisis, von der der Ruhrkohlenbergbau am heftigsten betroffen worden sei, wird erklärt, der deutsche Bergbau trage die gleichen Lasten, die die deutsche Industrie in Form von Steuern und sozialpolitischen Lasten auf sich zu nehmen habe, darüber hinaus beanspruche die Sozialversicherung insgesamt 30 Prozent des Lohnes, das sei doppelt so viel, wie der für die ganze deutsche Industrie ermittelte Durchschnittssah. Während andere Industrien in guten Zeiten Kraft sammeln, um die schlechten Zeiten durchhalten zu können, sei dies dem Kohlenbergbau versagt geblieben. Rachdem die Denkschrift dann die notwendig gewordene weitgehende Rationalisierung erörtert hat, seht lie sich kritisch mit den Feststellungen des Schmalenbach-Gutachtens auseinander, wobei besonders die Frage der Abschreibungen geprüft wird, die in den letzten fünf Jahren pro Tonne absatzfähige Förderung schätzungsweise jährlich um eine Mark zu niedrig bemessen seien, da man die niedrigen Werte der Goldmarkbilanz und nicht den Wiederbeschaffungspreis berücksichtigt habe. Vom reparationspolitischen Standpunkt aus seien die Anlagen nach ihrem objektiven Wert eingesetzt und belastet. Da aber ungenügende Abschreibung und Verzinsung die kapitalmäßige Regeneration verhindere, müsse man die Repara- tionSlasten tatsächlich aus der Substanz bezahlen. Die Zukunftsaussichten unter Berücksichtigung des ausländischen Wettbewerbes seien u n g ü n st i g. England sei in mancherlei Hinsicht Deutschland gegenüber im Vorteil: es verfüge noch über zwei Reserven, die wir schon ausgeschöpst haben: Die Rationalisierung und die Syndikatsbildung. Polen, Belgien und Frankreich hätten günstigere Lohnverhältnisse: ihre Förderung steige. Auf der ganzen Linie nehme der Wettbewerb nicht ab, sondern zu. Auf der ErlöS- seite sei in absehbarer Zeit eine Besserung nicht zu erwarten. Auf der Selbstkostenseite sei durch die Rationalisierung das Mögliche geschehen. Der Rtedergang des Ruhrbergbaues habe sich dadurch nicht aushalten lassen. Zusammenschluß in der Elektrizitäiswirtschaft. Zur Förderung btt deutschen Elektrizitätswirt- schaft haben 7ich nunmehr auch die großen westund südwest deutschen Elektrizitäts- unternehmungen zu einer gemeinsamen Gesellschaft, der ^Westdeutschen Elektrizi- tätswirtschaft A.-G." mit dem Sitz in Frankfurts. M. und mit einem Kapital, von zunächst nom. 1 Mill. Mk. zusammengeschlossen. Zu den Gründern gehören das Dadenwerk, die Draunkohleir-Industrie A.-G. Zukunft, das Kommunale Elektrizitätswerk Mark, die Mainkraftwerke, das R. W. E. und die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen. Ter Beitritt einer tourt» lembergischen Gesellschaft ist in Aussicht genommen. Die älrüernehmungen sind gleichmäßig an der Gesellschaft beteiligt und auch im Aufsichtsrat entsprechend vertreten. Zweck der Gesellschaft ist, die Zusammenarbeit auf den Energietoirtschafts- gebieten der genannten Unternehmungen durch Lösung gemeinsamer Aufgaben zu fördern. Cs ist außerdem durch diesen Zusammenschluß möglich, nunmehr auch den Westen an die von den Eleltrowerken der Preußen-Elektra und dem Bayerntoert seinerzeit gegründeten A.-G. für deutsche Elektrizitätswirtfchaft zu beteiligen. Welche Bedeutung diesem Zusammenschluß gerade im Hinblick auf die Förderung der von der genannten A.-G. für deutsche Eletrizitätswirtschaft verfolgten Ziele zukommt, geht daraus hervor, daß in den genannten Llnternehmungen allein an dauernd investierten Kapitalien (Kapital und Anleihen) bis zu 750 Millionen Mk. arbeiten. Die zusammengeschlossenen west- und südwestdrulschen Unternehmungen besitzen auch das wesentlichste Arbeitsgebiet Deutschlands und sind durch große Höchstspannungsleitun en un'ereinander von den Alpen bis nach Rvrdwestdrutschland zusammen- geschlosfen. Sie stellen sich daher als ein einheitliches, großes, zusammenarbeitendrs Ganges dar, während dies im übrigen Deutschland noch erreicht werden mutz. Der Zweck der Berbandswirt- schaft. den die in der A.-G. für 'deutsche Elektri- zitätswirtschaft bisher zufammengeschlo'senen älnternehmungen durch diese Gesellschaft für ihr Gebiet noch erstreben, ist also in der westdeutschen Gesellschaft bereits in vorbildlicher Weise erfüllt. Man kann daher den Zusammenschluß als eine glückliche Fortsetzung der Mrgebahnten Bestrebungen, die ganze deutsch« Slektrizitätswirtschaft zur friedlichen gemeinsamen Arbeit zusammenzuschlie- ßen, begrüßen. * Allgemeine Spar- und Kreditbank e. G. m. b.H.» Frankfurt o.M. Gestern fand eine Sitzung von Genossenschaften des rhein-maini- scheu Bezirks statt. Durch diese Genossenschaften (ollen alle Sparer der Allgemeinen Spar- und Kreditbank mit Forderungen von 1 bis 100 Mark ausge- zahlt werden. Dies erfordert einen Betrag von etwa 160 000 Mark. Die noch ausstehenden Zustimmungen für diese Maßnahme hofft man bis Freitag zu erhalten. Der bei dem Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens eingeräumte erste Ausstand läuft am gleichen Tage ab. Die Allgemeine Spar- und Kreditbank bemüht sich nun, den Ausstand auf 14 Tage zu verlängern. Ferner versucht sie, ein ein- jähriges Moratorium zu erreichen. • Vorübergehende Betriebseinstellung bei den Dunlopwerken. Durch empfindliche Störungen in der Fabrikation, her- voraerufen durch zunehmenden Wafserni derschlag in der Fabrik als Folge des Frostes, sieht sich die Betriebsleitung der Dunlopwerke in Hanau genötigt, mit sofortiger Wirkung die gesamte Fabrikation vorübergehend stillzulegen und die Belegschaft zu beurlauben. Von der Maßnahme werden etwa 1400 Arbeiter betroffen. • Keine Einstellung der Fabrikation der R.S.äl.-Wagen. Alle Gerüchte über «ine Einstellung der Fabrikation der R. S. äl.-Wagen als Folg« der Kombination Fiat-R. S. H., beruhen auf irrigen Informationen und Annahmen. Tatsache ist, dah der Zweck der Interessengemeinschaft die forcierte Durchführung der R. S. 11. - Motorwagenfabrikation ist. Da auch die Herstellung von Ersatzteilen für die neuen 6-Zylinder R. S. 11. ’/m P- 8-Typen wie bisher fortgesetzt wirb, entbehren alle Befürchtungen über Schwierigkeiten späterer Ersatzbeschaffung jeder Grundlage. * 15-Millionen-Anleihe der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke A.-G. Der Vertrag über die 15-Millionen.Dollar- Anleihe der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke A.-G. mit dem Neuyorker Bankhaus Dillon Read & Co. ist unterzeichnet worden. Die Auflegung der Anleihe erfolgt heute, Freitag. • Ermäßigung derHapagdividende auf 7 (i. V. 8) Prozent. Der Aufsichtsrat der Hamburg-Am: rika-P a etfahrt-A.-G. besch oß gestern auf Vorschlag des Vorstandes, bei befriedigenden Abschreibungen der auf den 23. März einzuberufenden G.-V. eine Dividende von 7 (i. V. 8) Prozent vorzuschlagen.' • Interessengemeinschaft Thürin - gi scher Mühlen A.-G. Rachdem vor einigen Wochen unter Mitwirkung der Deutschen Mühlenvereinigung A.-G. der Zusammenschluß der schlesischen Mühlen stattgefunden hat, wurde gestern eine ^Interessengemeinschaft Thüringischer Mühlen Aktiengesellschaft" errichtet. Von dem Aktienkapital von 100 000 Mk. übernahmen die thüringischen Mühlen mit einer Leistungsfähigkeit von rund 1100 Tonnen täglich die Hälfte, die Deutsche Mühlenvereinigung A.-G. die andere Hälfte. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 15. Febr. (Gig. Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Tendenz: eher etwas freundlicher. — Infolge der Richterhöhung der Diskontrate der BundeS-Reserve-Dank in Reuhork konnte fich auch heute zu Beginn deL offiziellen Marktes die freundliche Grundstimmung erhalten. Das Geschäft blieb jedoch immer noch sehr klein, da auf der anderen Seite der schwache Verlauf der gestrigen Reu- Yorker Börse und die saisonmäßige Stagnation, die den Rückgang in der Industrie beschleunigt, was in dem Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung zum Ausdruck kam, zur Zurückhaltung mahnten. Auch ging von der dadurch bedingten Entspannung des Geldmarktes keine besondere Anregung aus. Das Geschäft beschränkte sich zumeist nur auf bevorzugte Werte, in denen aber auch nur die Spekulation zu Interessenkäufen schritt. Gegenüber der gestrigen Abendböise gingen die Besserungen bei den im Vordergrunds stehenden Aktien bis zu 3 Prozent. Die Rebenmärkte waren dagegen eher vernachlässigt, doch meist behauptet. 2hif bas Bestreben einer engeren Zusammenarbeit der Clektrizitätsgesell- schäften waren von Clektrowerten A.E.G. mit plus 1,5 Prozent. Licht & Kraft mit plus 2 Prozent, Schuckert mit plus 1.75 Prozent etwas lebhafter begehrt. Siemens konnten sogar 3,5 Prozent anziehen, doch blieben hier die Umsätze ziemlich beschränkt. Auch in Kaliwerken bestand, wie schon an der gestrigen Abendbörse, für Aschersleben und Westeregeln weiter Interesse bei Erholungen bis zu 3 Prozent. I.-G.-Farben waren eher angeboten. Mon!antorrte still, doch bestand für Kohlenwerte einige Rachfrage. Gefragt waren noch Deutsche Linoleum mit plus 3,5 Prozent. Etwas angeboten und vernachlässigt waren Karstadt mit minus 2 Prozent und Sven- ska mit minus 1 Mark. Danken ohne nennenswertes Geschäft. Schiffahrtswerte lebhafter. Hapag in Rachwirkung der Dividendereduzierung dieser Gesellschaft angebotrn und erneut bis etwa 2 Prozent niedriger. Renten still. Eintrefsend« Orders hatten im Verlaufe rin« weitere Geschäftsbelebung, aber nur in dm bevorzugten Werten, zur Folge. Kallwerte gewannen erneut bis 1,25 Prozent, Elektrowerte bis 1 Prozent. Auch di« anfänglich vernachlässigten Farbentoerte waren etwas gefragter und 2 Prozent höher. Hier hat scheinbar die Verstimmung nachgelassen. Am Geldmarkt war Tagesgeld auf 6 Prozent erhöht, doch war kurzfristiges Kapital reichlich vorhanden. Am Devisenmarkt lag London — Kabel fest. Wan nannte Mark gegen Dollar 4.2147, gegen Pfund 20,463, London — Kabel 4.8545, gegen Paris 124,31, gegen Mailand 92.75, gegen Madrid 30,2750, gegen Holland 12,1213. Berlinc Börse. Berlin, 15.Febr. Zu Beginn der heutigen Börse trat eine merkliche Beruhigung ein, und die ersten Notierungen zeigten recht widerstandsfähige Tendenz. Das Kaufinteresse bei den Banken war zwar weiterhin noch klein, die Nichterhöhung der Neuyorker Diskontrate und optimistische Meldungen aus Paris veranlaßten aber die Spekulation zu Deckungen und Meinungskäufen, zu- mal die Engagements als solche stark abgebaut zu sein scheinen. Spezialwerte konnten entgegen den Vormittagserwartungen 1- bis 2-v. H. Gewinne er- zielen. Pöae lagen 2 v. H. höher, Kaliwerte bis zu 5 v. H. gebessert. Nur Schiffahrtswerte waren angeboten. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer überwiegend befestigt. Pfandbriefe vernachlässigt, aber im allgemeinen gehalten. Die bereits gestern zu erkennende Versteifung am Geldmarkt machte heute weitere Fortschritte. Tagesyeld stellte fich auf 5,5 bis 7,5 v. H. Die übrigen Sätze blieben unverändert. Monatsgeld 7 bis 8 v. $)., Warenwechsel etwa 6,13 o. H. Nach den ersten Kursen stellten sich bei den Banken kleine Kauforders, angeblich auch seitens des Auslandes ein, und die nicht verwöhnte Börse benutzte diese Anregungen, um sich weiter nach oben zu engagieren. Die Stimmung wurde allgemein fester, und die Kurse besserten sich um 1 bis 2 o. Sy Siemens gingen über 3v. H. über Anfang. Polyphon plus 3 v. Sy, Deutsche Linoleum plus 2,5 v. Sy, Löwe plus 3 v. Sy, R. W. E. plus 2.5 o. Sy, Reichsbank ebenfalls plus 2,5 v. Sy (Amsterdam soll wieder kaufen). Am Kalimarkt beunruhigte die dritte Bezugsrechtnotiz für Salzdetfurth nach etwas. Aber auch hier fetzten sich weitere Kurs- befferungen durch. Am Rentenmarkt war das Geschäft in Ablösung für Neubesitz etwas lebhafter. Franksurrcr Geircivrvor,e. Frankfurt a. M., 15. Febr. Der heutig« Produktenmarkt verkehrt« auf die weiter etwas erhöhten Auslandmeldungen in fester Haltung. Die Umfahtätigkeit war jedoch nach wie vor sehr gering. Brotgetreide, namentlich Weizen, hatte etwas regere Rachfrag« zu verzeichnen. Der Preis konnte um 0,25 Mk. heraufgesetzt werden. Auch Futtermittel waren etwas reger verlangt. Das Mehlgeschäft war auch heute etwas größer, die Preis: erfuhren hier allgemein eine Erhöhung um 0,25 Mk. Es wurden notiert: Weizen 24 bis 24,25; Roggen 23,75; Sommergerste für Drau- zwecke 24,50; int Hafer 24,25 bis 24,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 24 bis 24,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 34 bis 34,75; Rog- genmehl 31,50 bis 32; Weizenkleie 14,25; Roggen- kleie 15 Mark. Tendenz: fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 14. Febr. Mit dem Eintreten milderen Wetters hat hier ein Tendrnzumschwung Platz gegriffen. Die festen Meldungen von den überseeischen Terminmärkten machten kaum irgendwelchen Eindruck, zumal auch Liverpool nicht entsprechend reagierte. Am Lieferungsmarkte stellte sich Märzweizen zwar noch etwas höher, aber die späteren Sichten und Roggen eröffneten schwächer. Vom Jnlande ist verschiedentlich eher reichlicheres Angebot zur Hand, die Forderungen lauten sowohl für Weizen als auch für Roggen höher. Selbst gestrige Preise sind aber bei den Mühlen kaum durchzuholen. Das Exportgeschäft beschränkt sich auf ganz vereinzelte Abschlüsse; überhaupt hielt sich die Umsatztätigkeit infolge der herrschenden Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Wetters In engsten Grenzen. Wei- zen- und Roggenmehle haben bei gestrigen Preisen ruhiges Geschäft. Für Hafer fordern die Lbgebek heute beträchllich höhere Preise als gestern, beim Konsum sind aber nur etwa gestrige Preise burd^ zuholen. Gerste liegt weiter still. Kunst und Wissenschaft. A Professor rurnau-Breslau wird Frankfurter LPern.Fntendant. Die Frankfurter Theater-Deputation hat als Nachfolger von Professor Krauß, der bekanntlich die Leitung der Wiener Staatsoper übernimmt, zum Intendanten der Städtischen Oper den Intendanten des Stadttheaters Breslau, Professor Dr. T u r n a u , berufen. Professor Turnau wird voraussichtlich im Monat März in Frankfurt anwesend fein und mit den Vorbereitungen für die neue Theaterspielzeit beginnen. Während des Amerika-Urlaubs von Professor Krauß im Monat März wird Dr. Waller st ein als Intendanten-Stelloertreter und Generalmusikdirektor Krips (Karlsruhe) als Kapellmeister anwesend sein. Um das Niveau des Frankfurter Opernhauses zu halten, hat Professor Krauß, der seinen Urlaub unter Verzicht auf seine Gage nimmt, der Theaterdeputation den Wunsch übermittelt, drei der prominentesten deutschen Dirigenten während dieser Zeit auf feine Kosten zu seiner Stellvertretung bet drei festlichen Aufführungen zu berufen. Die Theater- Deputation hat Lefes Anerbieten mit Dank angenommen. Von Anfang April bis Ende der Spielzeit wird Professor Krauß wieder in Frankfurt tätig fein. Gewfnnavszvg 6. Klaffe 32. Preubifch-SÜbdevlfch« (258. Preutz.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 5. Ziehungstag 13. Februar 1929 8n der Vormlttagszlebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 10 ®ttoitine ro 3000 TL 18852 1 20379 263519 284834 360182 10 •eto-nne >u 2000 OL 47973 63629 143117 223443 356172 36 »ttoinnt ,u 1000 M. 16485 21447 45934 58441 64320 109061 111674 154436 172959 184443 214357 220453 304821 311890 312149 313747 314102 359237 84 ©»to.nn» |u 500 1828 7411 13102 21 '87 27855 32816 65427 66344 67524 80308 84)21 89797 115286 117043 134884 148325 184023 189110 193878 197865 209464 215974 216208 235106 239156 279245 279393 283582 287842 295522 308472 310186 316110 316887 333220 333379 340331 364266 374920 375294 381220 399447 208 ®«t»lnn» in 300 M 185 1973 3788 4491 4732 12545 15364 17017 21899 26103 27220 28490 31372 33191 33457 49256 51568 64099 54552 64690 55598 56379 58574 60312 61802 62827 70528 94867 103643 106576 112158 118804 126794 127225 128247 150848 155422 159678 167047 168549 168997 170394 173738 175227 179167 181509 188807 195123 195494 1997'6 2070'8 213999 215836 216703 220433 221372 222884 227429 232207 233602 239380 24'590 242575 243262 244576 246373 249048 250705 254144 256286 256797 2682'2 262128 267392 269409 277133 278329 282886 284073 287883 294279 296685 301425 302412 305635 306377 307221 3'3544 314374 321139 323604 347518 364980 366559 367475 37'637 373016 380093 384522 387725 390561 394859 394979 395737 8n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 15U M. gezogen 2 •eto'nne n 60000 TL 65690 2 «tblant »v 25000 M 24472 6 öeemne m 5000 TL 356439 360089 379495 10 ectninn» m 3000 TL 18947 168700 17'357 194098 356011 10 ®etHnne m 2000 TL 10883 49100 71234 93832 398492 38 Ttteinnt *u 1000 TI. 91 13835 56829 96013 108547 129709 132233 161056 173885 204228 205159 224072 272186 281765 283350 328190 338965 361340 372931 74 ra 600 TL 628 669 2461 29189 43258 65576 67298 57783 59264 84751 97:358 98913 102559 102698 103595 125191 158078 163.383 164346 166951 166972 168151 200285 246431 270231 277911 302390 308305 317480 340176 346880 385051 366634 368579 373317 39690» 397326 154 ertrtnn» «e 300 TI. 1075 2941 6567 21630 30035 31098 38640 51070 67522 62401 64563 76468 80999 81147 84693 85726 87667 96795 100728 103091 103170 103289 105840 108788 127629 129844 131448 133671 138777 140648 140979 144162 145032 147872 151286 15'751 154753 155982 159065 159873 170287 182380 194849 196'99 198585 206000 2'5898 222602 225309 226908 228450 235531 24I284 248123 254106 269411 263865 271605 272682 283981 317855 322987 337047 342'74 361385 364"69 366711 366867 3699'9 372941 377927 383168 387806 388415 388820 390592 392'70 Im (Äerolniirabe verblieben 2 Prämien zu 500000 2 Gewinne zu 500000, 2 zu 300000. 2 zu 200000, 2 zu 100000, 4 zu 75000, 4 zu 50000, 6 zu 25000, 76 zu 10000, 146 All $000, 364 zu 3000. 638 zu 2UU0k 1432 zu 1000. 3802 zu 500, 10016 zu 300 Mk. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. 14. 2 | 15 2. | 14. 2 | 15. 2. Darum: Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. HL Telegraf h t s ch r A u s z a h l u n g. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befehl offenen Dividende an. — ReichSbankdiSkont 6,5 Prozent. LombardzinSfuh 7,5 Prozent. Fravblurt a. M | Berlin FraudluN a. M Berlin Schtutz fl"te I-Uhr- flnrs Sch ufo ft"r« •An ;ang Kur» Schluh- fl'ir* 1-Uhr- flnrs 2ch uh fl'ir« üiniang flur> 2)ntum 14 2 15.1. 14 2. 15. 2 Tamm: 14. 2 15. 4- <4. 2 15.2. 6% Dl. ÄetdjsanieüK >■ • 87.4 - 87.5 — A.Ü.G............b 174 175,25 174,25 174,5 DL Anl.-Ablöl.-Schuld mit Aus 53.9 64.1 Bergmann.........9 210 2,0 209.9 los.-Rechten......... — 64 Elektr. Lieferungen.....10 — 165,75 164.75 164,25 Desgl. ohne ÄuSiol.-Rechte . . . 13.7 — 13,6 13. <5 Licht und Kraft......10 212 214 211 212 7% Franks. Hyp.-Bk. Goldpf. un so Reiten 4 Guilleaume.....6 141 — — — kündbar bti 1932...... — —— ®e|. f. Gleftr. Untern.....10 235.5 236,5 235.5 236 4J4% Rheinische Hyp.-Bank fiiqu Mvldpf............ 81,6 — — Hamb. Elektr. Werte .... 10 Rhein. Elektr.........9 Schlei. Elektr........10 — 147 103.75 208 164,25 208.5 A.E.G. abfl. BorkriegS-Lbligation. rückzahlbar 1932 ...... — — 86 — — — Schuckert..........8 — 227.25 226 22o,5 4% Schweiz. Bunderb.-AnL. . 4% Leslerreichtichc Goldrte.. . — Siemen« 4 Halske.....12 375 „80,50 377 378.25 31,75 153,5 152 Lahmeyer 4 Co.......10 164 4,20% £ eiten, (silberne. . . . 3 — 3.2 — 164,5 — 4%-Cefteneid). einheiU. Rte. . 2.225 — — — 84 84.5 4% Ungarijche Goidrle..... 4% Ungarijche StaalSr. v. 1910 25 24,9 21.25 —— Deutsche Erdöl.......6 Cijenet Steinkohle......8 — — 126 124.25 4V,% deSgl. von 1913 .... 22,75 — — Geilenkirchener . . . f Vi I. 4 1.30,5 131 130.5 — 4% Unflarildie Kronenrte.. . - 4,2 — 2,2 2,25 Harpener..........6 135.5 131,5 136,25 136.5 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. Serie I.......... ■ 11.25 — Hoejch Eilen.........8 Ilse Bergbau........8 212,5 122,75 214,5 — • 10,9 10,9 Klocknerwerke........' 106,5 107 106,75 106,5 4% de«gl. Serie 11....... 4% Rumänen convert. Rie. . . - 4'/,% Rumänen Goldanl. von 19K 19 11,2 19,8 — >tdht-4,5 Slllg. Deutsche Eilenbahn . . 4’/2 - Lberfchlel. Kokswerke.....6 — 105,4 105,4 Hainburg-Amerila Paket . . . k Hamb.-Sübam. Tampfsch. . . 8 124 123.13 i2i>,75 124.75 Dhonir Bergbau......5*/i 97 97 97.12 97.25 - 173.0 Rheinische Braunkohlen... 10 281 282 280.5 282 Hausg Dampflchiss.....1° — 100.23 122,4 RbeinNahl . . . s-Jahr 4 V, 123 — 129,5 129,5 Norddeutscher Lloyd.....8 123.5 123 123,75 Riebeck Montan......7,2 — — —- — Deutjche (SrebitanfL . . W 135.6 1-9.25 13H,5 Bereinigte Stahlw......1 ■8,5 • 38,6 98.9 Bcümer.Bankverein .... 10 — — 140.25 Otavi Minen.......8 eh 97 — 08,8 68,75 Berliner Han beleg efeUjch. . . 12 — —• 233 232,75 Kali AicherSleben.....V 251 25.1,25 249 25.) Commerz- undLrtval-Bank . li 198 196 198.9 198,25 Sait -ILefteregeln......K 261 26u,5 25 j 262 Darmst. u. Rationalbank . . 12 278.75 <■> 270 17b Kaliwerk Sahdetfurch ... 15 470 • 1(19,25 174,5 Deutsche Bank......tr' IlMonto-OleieUidjaft Änt. . 10 l7u 11.5,25 170 .„T 17o 105,75 170 tb • ,5 I. S>. fforben.Induftrie ... 12 Dunamrt Nobel.......5 251.12 250,75 250,25 250 TreSdner Bank......* * * * * * * * 10 Mitteldeutsche Lreditbank . . . 0 iUV 169.5 109 109 171 171,75 - 195.25 — Goldschmidt...... . 5 86.5 86.5 87 Metallbank.........k 128 1Z8»23 128 — RütgerS werke........6 94,7 95 94,75 95 ReichLbank 12 — 304.25 -08,75 Metallgelellfchaft. ..... 11 186 Berlin. 14. .tebrunr '!»elb Brief i^ra..)uiii.uL ..oten...... 16,45 Holländische Noten...... 168. 1 168.99 at iliemfcbe Noten...... 22,05 22,13 Norwegische Noten...... 112,15 112.59 Deutsch.Oesterr. i 100 Kronen 59.05 59,29 Numänische Noten...... 2,51 2.53 Schwedische Noten...... 112,3:1 112,57 Schweizer Noten....... 8u 87 Spanische Noten....... 6b,00 66^28 Tschechoilowakische Noten . . 12.425 12,485 Ungarische Noten ... 73 20 73,56 J-nuäfurt 0. M Berlin Schlutz I 1-Uhr- fl"r» 1 fl'ir» Sd).uij | Ln(ang fl'r» flut* PhiNpv Hotzmann .... Heidelberger llement . . . Gement Karlstadt .... Waytz 4 Freitag..... . 10 . . c . 10 124 1 8.25 178,5 131 1 1 IS 124,5 Schultheis Patzenhvfer . . . 15 — — 289 287 Ostwerke........ . 12 —— — 243.5 — 8er. Glanzstoff..... . 18 — • <41 437 . 14 _ 406.5 Zellstoff"Waldhos .... . 12 _ — 255.75 258 Zellstoff Aschaffenburg . . . 12 186 —— 184 184 Charlottenburger Waller . . . 7 — — 130 129,5 Telsauer Gas...... . . 8 — — 214,25 215,5 Daimler Motoren . . . . . . 0 58,5 58,5 58.25 — Demag ........ . . 0 o3 52.5 Adlerwerke Klever .... . . 5 56 — 56.5 56 Ludw. Loewe...... . 10 — — 221 219 Rat. Automobil..... . . 0 — — -9,4 Lrenstein 4 Koppel . . . . . 5 — — 91 90 Leonhard Tietz..... . . 6 — — 2bO 259,5 Bamag-Meguin..... . . 0 — —— — — Frankf. Maschinen . . . . . . 6 62 — 62,25 — Gritzner........ . 11 106 —— I0o,5 -d Heyligenstaebt ..... . . 0 — — —— FunglwnS........ . . 4 70 —— 70 — Lechwerke........ . . 8 — — — — Mainkrastwerke..... . . 8 117,75 — — — Miag.......... . 10 — — 41.25 — Rekarfulmer...... . . b 25,5 25,90 25 — Beters Union...... . . 8 lOt.a — lüu,5 — Gebr. Roeder...... . 10 126 — ■* Boigt 4 Haessner .... . . 8 ZU 212 * Südd. Zucker...... . . ö 143.5 145 144,5 — Banf not en. Berlm. U. Februar »CIO Brie- rtwcrtlanttche Noten . 4.198 4.218 Belgische Noten..... - - - 58.56 58.60 Dänische Noten..... 11 2.14 11 2.58 EngUfchr Sloten. • • • e e • 20.399 20,476 14. F bruar 15. Februar Amtliche Not, rung Amtliche Notierung i»clb ortet «Held Briet AM't.<9ioti 168.65 168.19 168.61 1.774 16«. »r* Bu n.'Atre< 1,175 1,779 1,778 Bn7. Antw 58.„05 58,625 58.495 58,61'5 Ehrisriania 112,31 112,5.1 112,31 iU.53 Koprnbag.'n 112.31 H2.53 112,31 112.53 Stockholm 1*2,54 112,<6 112.52 H:,74 HelsingforS. Jtalien . . 10,59 22.02 10.61 22,06 10,59 22,1.15 10,61 22.055 London. . . 2Ü.4-.9 20.479 ZU.438 20,478 Neunork . . 4,2110 4.2190 4,2105 4.21&5 PoriS. . . 16,435 16.475 16,44 16,48 Schweiz . . 8O.U75 81,i36 80,97 81,13 Sva ten . 66,10 66,24 t>5.8t 65,9.5 Japan . . «io be Ian 1.905 1.909 1,905 1,009 u.501 6.503 J.5UI 0.503 tiieu in D - 59.165 f'eft. abgeit 59,285 59,16 09.28 Prag . . . 13.4. 12.48 12,46 12.44 Bel irad . 7,390 7.404 7..88 7,402 73,54 «ubaDtft . Bul orten <3.39 73.54 73.40 ».037 -,04j >,Ü.»8 -.044 Lissabon 18,59 18,63 18,58 18.63 81.785 Tonztg. . . 8..63 81.79 81,(25 -ssonit ntin- 2.U77 2,081 2,683 2.087 Sltneu. . . 5.44 5,45 5,435 5.445 Lanada . . 4,203 4.208 4.198 4.206 Um uat) . . 4,311 4.319 4.31t 4.319 tarro •. . 20,»6 31,00 20.9550 ^9950