Nr. 12 Erstes Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 15. Januar 1929 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche llniverfitätr-Vuch- und steindruderek TL Lange in Sietzen. Zchriftleitung und Geschäftrstelle: Zchnlftratze 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. (Er|d)e tnt tägliH,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. 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Die deutsche Regierung wird ähnliche Einladungen versenden." Ob die „Times" mit dieser Meldung von der Ernennung des Pariser Teilhabers des Bankhauses Morgan an Stelle des Firmeninhabers selber das Richtige getroffen hak, ist im Augenblick noch unentschieden. * Nachdem man noch in den letzten Tagen der vergangenen Woche nicht sicher überblicken konnte, wer endgültig Amerika in der Sachverständigenkommission für die Reparation r?gelung vertreten würde, ist dieses Problem im Lause des Sonntags endgültig gelöst worden. Owen Voung und Pierpont Morgan, der weltbekannte Bankier, sind als amerikanische Mitglieder nominiert worden. Ihre Ernennung, die gemeinsam von Deutschland und der Reparationskommission erfolgen wird, steht aller Wahrscheinlichkeit nach noch in diesen Tagen zu erwarten. Während der Rame QJoung ja schon bisher feststand, ist Pierpont Morgan zu aller Tlebcr- raschung erst im letzten Augenblick dazu ans- ersehen worden. Seine Wahl bedeutet für die Arbeiten der Kommission vielleicht den entscheidendsten Faktor. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß der Verlaus dieser Arbeiten von Morgan abhängig fein wird. Morgan hat das Geld. Er ist der Mann, der am besten in der Lage ist. zu beurteilen, in welcher Höhe die Kommerzialisierung vorgenommen werden kann. Andererseits ist er aber auch der Mann, dem die anderen Reparationsmächte recht beträchtliche Summen schulden, die sie von ihm geliehen haben. Morgan ist Republikaner, Boung Demokrat. Wälrend Qjoung der Theoretischere von beiden ist, ist Morgan der Praktiker. Auf jeden Fall muh unsererseits feine Nominierung begrüßt werden, wenn es auch verfehlt ist, daraus schon übereilte Schlüsse zu ziehen, nach der Richtung hin, daß nun der Geldsegen für Deutschland gekommen sei. Morgan bietet die Garantie dafür, daß die Arbeiten des Sachverständige Ausschusses unter d:m Gesichtspunkt der internationalen Finanzpoli.ik geleitet werden. Die rein politischen Gesicht Punkte dürften damit kaum allzu stark in den Vordergrund treten. Owen Boung, von Haus aus Advo'at, hat sich schon in seiner frühen Jugend der Finanz- Wirtschaft zucewandt und in enger Verbindung mit den größten sinanzi llen und industriellen Unternehmungen Amerikas gestanden. Er wurde im Herbst 1923 neben General Dawes zum ame- rika.nschen Mitglied der sogenannten Dawes- Kommis,' ion ernannt und führte den Vorsitz in dem Unterausschuß für die Stabilisierung der Währung. Auf der Lo..d>ner Konerenz spielte er späterhin neben dem damaligen amerilani- schen Botschafter Kellogg eine bedeutsame Rolle. John Pierpont Morgan, der Jüngere, Sohn und Erbe des am 31. März 1913 verstorbenen I. P. Morgan des Aelteren, hat ganz die Eigenschaften seines Vaters übernommen. Während des Weltkrieges übernahm er die Vertretung der finanziellen Interessen Englands in Amerika, entwickelte die amerikanische Muni- tionsindustrie und brachte schließlich die Entente- Anleihe in fii.iem Lande unter, wofür er persönlich ebenfalls große Summen gab. Morgan ist heute der Finanzmann der Welt. Seine Wa.^l zeigt auch, welch starkes Interesse Amerika trotz incf.izieller Beteiligung an der endgültigen Reparationsregelung nimmt. Es ist zu hoffen, daß die aktive Teilnahme dieses Mannes an der Reparationsarbeit auch dem zweiten Da-wes- Komitee den Erfolg bringen wird. Der Eindruck in Berlin. Geschäftsmätzige Behandlung der Neparationsfrage Berlin, 15. Jan. (TU.) Die bevorstehende Ernennung Morgans zum Mitglied der Sachverständigenkommission gibt verschiedenen Berliner Blät- lern Veranlassung zu eingehender Stellungnahme. Oie „Germania" weist daraufhin, daß im Zusammenhang mit der sog. Kommerzialisierung der Reparationsschuld der Name Morgan geradezu ein Programm bedeute und dieses Programm heiße geschäftsmäßige Behandlung der Reparationsfragc von kaufmän- rischen Gesichtspunkten aus und möglichst unbeschwert durch Rücksichtnahme der internationalen Politik. — Die „Deutsche Tageszeitung" sagt, Morgan habe bisher alscifrigerParteigänger oerEntente gegolten. So bestehe zweifellos eine gewiffcGefahr, daß Morgans Entschlüsse und Entscheidungen in der Sachverständigenkonferenz von dem Wunsch bestimmt würden, Deutschland i n möglichst großem Umfange zahlen zu lassen, wozu ja der Bericht Parker Gilberts einen guten Vorwand zu liefern geeignet sei. — Das „B. T." sagt, in einer Würdigung der Bedeutung Morgans als Weltbankiers obwohl man in ihm eine durchaus objektive geschäftlich nüchtern denkende Persönlichkeit erblicken könne, dürfe nicht verschwiegen werden, daß Morgan auch persönlich an dem Ausgang der Pariser Konferenz interessiert ist, da England, Frankreich, Italien und Belgien einen erheblichen Teil der von ihm in den Vereinigten Staaten untergebrachten Anleihen noch nicht getilgt hätten, dies aber mit Hilfe des Erlöses der deutschen Reparationsbonds in mehr oder minder großem Umfange zu tun beabsichtigten. — Die „DAZ." sieht darin eine überraschende Wendung, daß der Neuyorker Finanzmagnat aus seiner sonst mehr zentraldirigierenden Tätigkeit heraus a u f d i e allgemein sichtbare Bühne der großen Politik tritt. Das Blatt meint, daß ihm die Tatsache, daß er als eine der größten 'Finanzautoritäten der Welt gelte, hohe Verpflichtungen in seiner Stellungnahme auferlege. EmMillionengeschäst siirMrgan Die Auffassung in London. London, 14. Jan. (TU.) Die Nachricht von der wahrscheinlichen Ernennung Morgans zum amerikanischen Vertreter im Reparationskomitee hat i n London einen gutenEindruck gemacht. Die von amerikanischer Seite an die Ernennung Jeknüpften Dermuttmgen, daß damit die Aussichten ür die Auflegung einer großen beut» chen Reparationsanleihe in den Vereinigten Staaten außerordentlich gestiegen seien, — in englischen Berichten aus Washington wird eine Summe von zwanzig Millionen genannt — werden in London nicht re ft los g e • teilt. Man glaubt vielmehr nach wie vor, daß eine Reparattonsanleihe von etwa fünf bis acht Milliarden Mark im Anschluß an eine Regelung des Reparationsproblems erreichbar wäre. Für die Durchführung einer solchen Anleihe und in noch stärkerem Maße für die Unterbringung eines großen Betrages wäre das Bankhaus Morgan unentbehrlich. Vom rein gesä-äftlichen Stand- punkt aus sei es kaum sehr unnatürlich, daß Morgan sich aus erster Hand diejenigen Unterlagen verschaffe, die für eine mögliche, spätere Finanzierung der deutschen Reparations schuld wesentlich seien, einer Handelsoperation, die für das Bankhaus Morgan in jedem Falle ein Geschäft von vielen Millionen bedeutet. Wenn daher die Teilnahme Morgans nicht unbedingt als ein Beweis für die große Bereitwilligkeit Amerikas aus Finanzierung der Reparattons- bonds angesehen werden darf, |o sei auf der anderen Seite in der Teilnahme Morgans doch ein Anzeichen dafür au sehen, daß die amerikanische Hochfinanz sich ihr eigenes Urteil zu bilden wünsche. Die keineswegs optimistische Beurteilung der Arbeiten des Reparationskomitees in weiteren Finanzkreisen Londons wird durch die Teilnahme Morgans nicht geändert. lohn pierpont Morgan jun., der Weltbankier. Von Fred (£. Dillinger. Rur hinter den Kulissen hat Morgan junior bisher in das Schicksal der Völker einbegriffen, denn ihm lag nichts daran, in der OeffentlichkeU hervorzutreten. Nie ist er von seinem Grundsatz abgewichen, daß ein Morgan die erste Rolle spielen muß, wenn er auf der politischen Bühne aufzutreten wünscht. Schon einmal wollte Morgan freilich auf dieses Prinzip verzichten; als die erste Dawcskonferenz stattfand, wünschte er, sein' Land im Rat der Sachverständigen zu vertreten. Die amerikanische Regierung war aber damals der Ansicht, daß I.P. Morgan persönlich zu stark an dem Zustandekommen der Anleihe für Deutschland interessiert wäre. Deshalb gab man dem Finanz gewaltigen zu verstehen, daß er fein politisches Debüt aufschieben müsse. Morgan begnügte sich also mit dem finanziellen Erfolg, den ihm die Dawesanleihe gebracht hat. Es genügte seinem Ehrgeiz zu wissen, daß er auch ohne persönliches Hervortreten maßgebend in der amerikanischen Innenpolitik war und z. D. seinerzeit den Präsidenten Eoolidge eingesetzt hat; denn ohne Morgans Wahlhilfe wäre der schweigsame „Cal" nie in das Weiße Haus in Washington eingezogen. Endlich haben die Vereinigten Staaten für ihren mächtigsten Mann auch eine politische Mission gefunden, die seinem Ehrgeiz entspricht. Zugleich haben sich die Tl. S. A. durch die Entsendung dieses Bankiers ein Heber gewicht für die Reparationskonferenz geschaffen; denn wer wird es wagen, einen Plan durchzusehen, dem ein Morgan seine Zustimmung verweigert! W iß doch jeder Sachverständige, daß keine Anleihe ohne seine Zustimmung finanziert, kein Papier gegen seinen Willen in den Vereinigten Staaten ab gesetzt werden kann. Wenn sich Morgan an der Emission einer großen europäischen Anltihe nicht beteiligt, ist ihr Schicksal besiegelt. Die Unterschrift des Bankhauses Morgan unter dem Projekt eines Konsortiums bedeutet dagegen, daß die neue Anleihe überzeichnet werden wird. Was Morgan empfiehlt, kauft das amerikanische Publikum — für ein Geschäft, das er mißbilligt, gibt fein amerikanischer Bürger einen Dollar h?r. 3. P. der Jüngere, wie Morgan in den Vereinigten Staaten genannt wird, hat es stets verstanden, die richtigen Männer zu finden. General Dawes war einer der Repräsentanten des Mor- ganschen Bankhauses in Ehikago Er „machte" die Wahl des Präsidenten Eoolidge; er war auch dazu ausersehen, einem Finanzplan seinen Namen zu geben, der in gewisser Weise bas Werk seines großen Chefs sein soll. Es bleibt abzuwarten, wie sich Morgan in den Kreis der diplomatischen Sachverständigen einfügen und einem Widerspruch der Delegierten begegnen wird. Denn John Pierpont verträgt es schlecht, wenn jemand anderer Meinung ist. Seit Jahren hat ihn die Presse „den undiplomatischsten Menschen in Amerika" genannt, dem es völlig gleichgültig sei, wie die Oeffentlichkeit über ihn denke. Nie lag ihm etwas an der Gunst der Zeitungen, und nie hat er aus seinem Hochmut einen Hehl gemacht. Vergebens haben sich in den letzten Jahren übereifrige Sekretäre des Autokraten bemüht, feine eisige Ablehnung der Volkstümlichkeit und feine Verachtung der öffentlichen Meinung byrch kleine, gut erfundene Anekdoten geschickt zu mildern. Das amerikanische Publikum glaubte nicht an die rührende Erzählung von dem König der Hochfinanz, der mit großem Eifer als Schösse den Gerichtssitzungen beiwohnte, um bann längere Zeit geduldig auf seine Entschädigung an der Gerichtskasse zu warten. Weshalb sollte sich auch John Pierpont Morgan jr. um die Gunst der Presse bemühen ober auf I bie Sympathien des Volkes Wert legen? Die | Machtstellung des Einunbfechzigjährtgen ist so über- ragend und unangreifbar, baß keine der üblichen Gewalten sie vernichten, ja nicht einmal schmälern könnte. Er herrscht über Stahl, Eisen und Kupfer, ihm gehören Eisenbahnlinien und riesige Automobilfabriken. Morgans Konzern ist heute der größte und stärkste der Welt, er übertrifft sogar bie Truste der Rockefeller. Harriman oder Ford. 2,2 Milliarden Dollars, also fast neun Milliarden Mark beträgt bas Kapital ber Unternehmungen, bie von Morgan direkt kontrolliert werden; außerdem herrscht der Bankier noch über 134 Tochtergesellschaften, die mit einem Kapital von ungefähr vier Milliarden Dollars arbeiten. Die Banken, die zur Morgangruppe gehören, verfügen über ein Kapital von ungefähr 1,6 Milliarden Mark. Seine überrageuöe Stellung hat Morgan erst während des Weltkrieges gewonnen. Er hatte damals auf die Karte der Alliierten gefetzt, und die Ereignisse haben ihm leider recht gegeben. Keine Anleihe der Entente wurde in den Vereinigten Staaten untergebracht, ohne daß Morgan feine Hand im Spiele gehabt hat: nur einmal hat er falsch disponiert: als er zu Kriegsbeginn 12 Millionen Dollars an Rußland auslieh. Ein Jahr später erhielt Frankreich durch ihn einen Kredit von 50 Millionen Dollars. Don den Anleihen, die England, Frankreich, Italien und Belgien seit Kriegsausbruch bei Morgan ausgenommen haben, sind 7 0 0 Millionen Dollars noch nicht getilgt. Nicht nur an diesen Finanztransaktionen hat das Bankhaus viel verdient. Morgan stellte auch seine Schiffahrtsgesellschaften vollkommen auf den Munitionstransport nach Europa um. Rechtzeitig erkannte er die Gewinnchance für die Munitionslieferanten. die er gründlich ausgenüht hat. Durch seine Beziehungen verstand er es. sich umfangreiche englische, russische und französische Aufträge zu beschaffen. Die englische Regierung ernannte ihn zu ihrem offiziellen Agenten und ließ ihm freie Hand in der Verteilung der Aufträge. Als tüchtiger Geschäftsmann hat Morgan dieses Monopol gehörig ausgenutzt, und natürlich ließ er sich für alle Aufträge, die er in den Vereinigten Staaten weiterleitete, hohe Provisionen zahlen, so daß er allein an feinen Vermittlungsgeschäften über 150 Millionen Mark verdient haben soll. Den Stahltrust baute er ständig aus, und es ist selbstverständlich, daß er seine Unternehmungen nicht vergaß, wenn er Aufträge der Entente zu vergeben hatte. Das Ende des Krieges hat den Geschäften des Finanzmannes keinen Abbruch getan; er stellte sich um und erwarb eine maßgebende Beteiligung an der größten amerikanischen Automobilfabrik, der General Motors Company. In den letzten Jahren hat sich Morgan anscheinend weniger um feine industriellen Unternehmungen gekümmert und das Hauptgewicht auf seine Bankiertätigkeit gelegt, die ihm im Frühjahr 1924 einen außerordentlichen Erfolg brachte. Die ganze Welt glaubte damals, baß der Franken den Weg ber Mark gehen werde, und die französische Hauptstadt wurde daher der Sammelpunkt für die Großspekulanten aller Länder. In diesem kritischen Augenblick, als die französische Währung unrettbar verloren schien, genügte die Nachricht, daß Morgan an ein Steigen des Franken glaube, um eine Revolution auf dem Devisenmarkt hervorzurusen. Der Franken stieg sprungweise, eine Panik brach unter den Spekulanten aus. Als gar bekannt wurde, daß Morgan der französischen Regierung eine größere Summe zur Ver» 1 fügung gestellt habe, war bie französische Währung gerettet. Vor ber Annahme des Dawesplones soll Morgan große Beträge französischer Renten auf- gekauft haben, die er später mit beträchtlichem Gewinn wieder veräußerte, so daß sich bas französische Geschäft für ihn wohl gelohnt hat. Morgan ist nicht der reichste, sondern auch vielleicht der unsozialste Mann der Vereinigten Staaten. Nicht einmal große Stiftungen, wie sie seit Carnegie und Rockefeller in den Vereinigten Staaten bei den Geldfürsten zum guten Ton gehören, hat er gemacht; er hat der Stadt Reuhork nur bie kostbare Bibliothek seines Vaters geschenkt, und auch diese große Geste erfolgte nicht ganz freiwillig. I. P. der Jüngere wollte dadurch einen Schritt wiedergutmachen, den er kurz nach dem Tode seines Vaters, des großen Kunstsammlers, getan hatte. Damals hatte er skrupellos die Kunstschähe feines Vaters versteigern lassen, obwohl man angenommen hatte, daß er diese ihm nebensächlichen Sammlungen der Stadt Reuhork schenken würde. Da die Gefahr bestand, daß wertvolle Kunstgegenstände nach Europa verkauft werden würden, galt es bei den Amerikanern als patriotisch, die europäischen Kunsthändler zu überbieten. Aus dem Patriotismus seiner Mitbürger hat John Pierpont Morgan jr. damals erheblichen Nutzen gezogen, so daß sein Geschenk an die Stadt Neuhork keine finanzielle Einbuße für ihn bedeutete. Wenn dieser Mann, den man eine menschliche Rechenmaschine nennen karm, jetzt an den Reparationsberatungen teilnehmen wird, wird er kaum ein unparteiischer Sachverständiger fein. Selbstverständlich ist John Pierpont der Jüngere lebhaft daran inlerefflert, daß die Entente ihre Schulden zurück^ahlt, und deshalb wird Deutschland, das wiederum die nötigen Zahlungen an die Alliierten leisten soll, nicht auf allzugroßes Entgegenkommen rechnen dürfen. Stresemann für einen gesunden sozialpolitischen Ausgleich. Berlin. 15. Jan. (D. D. Z.) Im Rahmen einer Tagung des Angestelltenausschuffes der Deutschen Volks Partei hielt der Parteivorfitzende, Reichsaußenmmister Dr. Strefemann, eine Rede, worin er bedauerte, daß gegenwärtig die Entwickelung zum Spezialistentum im Parlament sich so ausbreite. Auch der Wirtschaftler, und zwar der Gewerkschaftsvertreter sowohl wie der Syndikus, werde um so mehr wirken können, wenn er verstehe, das Allgemeine zu überschauen. Lebhaft bedauere er, daß d i e Zahl ber Lohn- und Gehaltsempfän- ger heute bereits 70 Prozent unseres ganzen Volkes ausmache. Wenn ein Land, das, wie das unsere, neben den größten außenpolitischen Schwierigkeiten auch noch wirtschaftliche und finanzielle hat, schließlich sogar durch Differenzen im Innern zwischen ber sehr klein gewordenen Schicht der Arbeitgeber und der großen Schicht der Angestellten und Arbeiter in seiner Entwickelung gehindert werden farm, dann sei es die größte Aufgabe ber Staatskunst und der Partei, einen Ausgleich im Interesse des sozialen Friedens und der nationalen Aufwärt sentwickelung herbeizuführen. Deshalb müsse man in den bestehenden Gremien beiden Teilen Gelegenheit geben, diesen Ausgleich zu finden. Er bedauere, daß sich bie volksparteiliche Fraktion nicht stärker stützen könne auf eine größere Mehrheit von Arbeitnehmerver- tretem. Er empfehle allen jungen Kräften und Ständen, die Ellenbogenzu gebrauchen, um sich durchzusetzen, und erklärte, die Partei- lettung müfte in verstärktem Maße bie Möglichkeit erhalten, auf der Reichsliste bie erwünschten Persönlichkeiten ins Parlament zu bringen. 2luch mit Rücksicht auf seine innenpolitische Einstellung könne er nicht mit ansehen, daß die Deutsche Volkspartei, wenn auch absolut fälschlich, so hin- gestellt werde, als haste ihr antisoziales Gepräge an. Gegen das Steuervereinheitlichungsgesetz Berlin, 15. Jan. (V.D.Z.) Der Vorstand des über 180 000 Mitglieder zählenden Reichs- bundes der Ko m m unalbea m t en und -Angestellten Deutschlands beschäftigte sich mit dem Steuervereinheitlichungsgesch und seinen Auswirkungen auf die Beamtenschaft. Der Vorstand beschloß einstimmig, sich gegen das mit dem Entwurf vorgelegte Gesetz über den Ue&ertritt von Länder- und Gemeindebeamten in den Reichsdienst zu wenden, da keine Veranlassung vorliege, die verfassungsmäßig garantierten Rechte der Beamten aus diesem Grunde zu verletzen. Annahme fand ferner eine Entschließung zu der beabsichtigten neuen Steuerbelastung, in der die Absicht abgelehnt wird, die Steuerüberweisungen an d i e Länder und Gemeinden zu kürzen. In einer weiteren Entschließung zum eigentlichen Steuervereinheit- lichungsgeseh wird die vorgcschlagene Regelung als nicht geeigneter Weg zur Erzielung einer Veveinsachung der Verwaltung bezeichnet. MM DMahlsiegderelsMschenAutonomisien f '■ ; r V 3 London, 14. Ian. (TU.) wie au» Kabul amt- l Die Wetterlage. * frwsK -8 La (onina laasFi o Sto seine Reformen zu vervollkommnen, unternahm der König 1928 eine Studienreise durch Europa, die ihn u. a. auch nach Deutschland führte. Nach seiner Rückkehr nach Kabul im Iahre 1928 kündigt« er ein g r o ß e s R e f o r m- Programm an, das u.a. die Einführung einer Nationalv^sammlung. der allgemeinen Wehrpflicht, zahlreicher neuer Steuern sowie der allgemeinen Schulpflicht für Kinder beiderlei Geschlechts vorsah. Ein Teil dieser Maßnahmen rief jedoch innerhalb seiner Anhängerschaft lebhaften Widerspruch hervor, weil man glaubte, daß seine Maßnahmen im Gegensatz zu Bestimmungen des Korans standen. Der König vermochte den Widerstand gegen seine Reformen zunächst zu unterdrücken. 3m Laufe weniger Monate erregten weitere Maßnahmen, insbesondere die Abschaffung des Purdah (Schleier) für die Frauen unter der orthodoxen Geistlichkeit stärksten Anstoß, der schließlich, als die Schinwaris an der Rordwestecke Afghanistans aufstanden, zu legen ihn führte. auch ein Beweis, wie vollständig dank der Politik Poincares die Lage in Elsaß-Lothringen durch, einanderläuft. Der Autonomismus hat sich jedenfalls jetzt entscheidend durchgeseht und wird bei den nächsten Wahlen wahrscheinlich das Feld restlos beherrschen. Der Ruf nach -er Diktatur. sich in dem Hause Bittendorfer Straße 257 ein dort wohnender Stellwerksmeister in die am Keller ge* legen« Waschküche begeben und den W a s ch o f e n angezündet. Das Feuer brannte bereits längere Zeit, als der Mann zu seinem Schrecken plötzl.ch eine blaue Flamme wahrnahm, die sich über begründet feinen Schritt mit einer Erklärung, der zufolge er hofft, daß sein Rücktritt seinem Lande den Frieden und die Innere Einigkeit wiedergeben möge. Sein älterer Bruder, genannt TNuin Ls Saltanet) hat die Regierung übernommen. Inayat Ullah Ist am 20.Oktober 1888 geboren und mit einer Schwester der Königin verheiratet, wie es scheint, haben die Banden habib Allahs, genannt Badschai-Sakau zuletzt mit Inayat Ullah in Verbindung gestanden. Der Rücktritt des Königs Aman Ullah dürfte das Ende der Kämpfe in der Nähe der Stadt Kabul bringen. Welchen Einfluß der Rücktritt des Königs auf die Schinwarlstämme haben dürste, ist noch ungewiß. — Der Rücktritt König Aman Ullahs wird von der Berliner afghanischenGesandtschastamtlichbe. (tätigt. Tonern verfälscht toorben, die auf etwas ganz anderes als auf einen Regionalismus hinaus wollten. Die Wahlen seien das beste Merkmal für die geistige Verwirrung im Elsaß. Die Kammerdebatte müßte den gerechtfertigter, Bestrebungen der wiedererlangten Gebiete, wie z. D. den materiellen Steuerforderungen Ge- nugtuung geben und eine feste uird vernünftige elsässische Po'itik einleiten. „Paris Midi" spricht von der „Eiterbeule" in der Flanke Frankreichs" und gibt zu, die elsässische Krise zeige sich noch tiefer und hart- nackiger als man habe glauben können. Es klingt aber ziemlich gewunden, wenn das Pariser Mittagblatt für die Krise folgende Entschuldigung findet: „Die Elsässer sind in ihrem sentimentalen und leidenschaftlichen Ländchen große Kinder mit kindlicher Seele gebli:ben. zur Aufregung geneigt und krank an Heimweh nach einer idealen, unbegrenzten Freiheit." 3m w3oumal“ sieht Edouard Helsey, der recht viel zur Vergiftung der Beziehungen zwischen Elsaß und Frankreich beitrug, in dem au'-onomistischen Erfolge eine Antwort auf den Kammerbeschluß. der Ricklin und -w.se chrer Mandate für verlustig erklärte. Er glaubt aber an Anzeichen — allerdings ohne diese zu nennen — für das baldige Ende der Autonomiebewegung. Das „Echo de Paris" weih kein anderes Heilmittel gegen die elsässische Krise als eine Ausschaltung des Parlaments für elsässische Dinge und eine „kleine Diktatur Poincares". der allein die elsässische Frage regeln solle. Entscheidung erfolgte aber erst während de- ! Aufenthaltes des Kronprinzen von Norwegen und der Prinzessin Martha zu den Olympischen Spielen in Amsterdam. Truppenmengen, darunter auch Anhänger seines Bruders 3nayat Ullah. zu den Auf st ä n di - schen übergegangen, so daß der König sich zum Rücktritt gezwungen sah. obgleich er durch weitgehenden Verzicht auf seine Reformen noch in letzter Stunde versucht hatte, seine Stellung wiederherzustellen. Der Eindruck in Berlin. Berlin, 15. 3an. ($11.) Der Rücktritt Aman Ullahs wird von den meisten Berliner Blättern eingehend besprochen. Allgemein wird daraus hingewiesen, daß Aman Ullah das Opfer der unpsychologischen Art geworden sei, mit der er sein noch tief in mittelalterlicher Geistesverfassung befangenes Volk ohne jeglichen Uebergang mitten in die jüngste westliche Kultur habe hineinzwingen wollen, die er auf seiner Europareise studierte. Es wird daran erinnert, daß ihm bei seinen Reformen Kemal Pascha alsVorbild gedient habe und darauf hingewiesen, daß Kemal Pascha für sein Reformwerk ganz andere Voraussetzungen und Grundlagen zur Verfügung hatte. 3n einigen Blättern wird auch angedeutet, daß es sich heute noch nicht übersehen lasse, wieweit außenpolitische 3nter- essen einer fremden Großmacht es gewesen seien, die die Unzufriedenheit mit den Reformplänen zum Sturz Les Herrschers an- feuerten. Moskau wittert England als Drahtzieher. Kowno, 15. 3an. (Telun.) Wie aus Moskau berichtet wird, haben die Nachrichten von der Abdankung Aman Ullahs in Moskauer politischen Kreisen große Erregung hervorgwufen. Man erklärt, daß die Abdankung eine Folge der englischen Politik sei, die einen politischen Kampf gegen Aman Ullah führte, wcil seine Politik den englischen 3nteressen in 3ndien nicht genehm war. Die russische Gesandtschaft i.i Kabul bencrch- richligte die russische Regieiung über d'.e Abdankung des Königs und teilte mit, daß in Kabul und in anderen Provinzen Asghm.i'tans bis jetzt Ruhe herrscht. Die Deitreter der auf» stäuoischen Truppen sind Sonntagabend in Kabul feierlich eingezogen. Thronverzicht König Arnanullahs. Oer Sieg der Reaktion in Afghanistan. - OerMformkönig dankt ab zu gunsten seines Bruders. Aus aller Wett. Explosion in der Stratzenkarialisatiou in Gelsenkirchen. 5 ^7° .■=S* Verlobung des Kronprinzen von Norwegen. Kopenhagen, 14. 3an. (LU.) Wie aus Stockholm gemeldet wird, hat König Gustav von Schweden seine Einwilligung zu der Verlobung des Kronprinzen Olaf von Norwegen mit Prinzessin Martha, der Tochter des Prinzen Karl und der Prinzessin 3ngeborg von Schweden und der Schwester der Kronprinzessin Astrid von Belgien gegeben. Der Kronprinz steht im 26., die Prinzestin im 28. Lebensjahre. Der Kronprinz ist am Sonntagabend von Oslo nach Stockholm abgereist, wo er inkognito zu einem achttägigen Aufenthalt eintrifft. 3n Begleitung der Eltern der Braut wurde die Verlobte am Vormittag vom König von Schweden empfangen. Die Hochzeit soll bereits im Frühjahr stattfinden. 3n Stockholmer Hofkreisen war diese Verlobung bereit! lange erwartet. Man hatte gehofft, daß sie bereit; im letzten Sommer bekanntgegeben wurde, als der Kronprinz an einem Wettsegeln bei Sandhamm teilnahm Die Celsius. — Sonnenscheindauer l? - Lage Stadtthrater: 22,15 Uhr. - trag wnPro die Geschichte den Griechen sack der üi Tchneiderinn daS Thema amerikanisch« Hotels.Hi, Woche: „I -Moria-Li -Stabt t^aterbureai Uhr. Gaftspie thrckers Du hardten tn 1 - Morgen, ©aitWi vo si-iiB' «V gleiche' Ä bnefe I ji i <21 13w 1161 lM Zs- M im tack' im täglich^ läglichen De 3citung«num lungiuumnerr verkehrw fierSriej t unö Hinsicht! Zehnfache Gietz' tzs lostet, Mter 140- Käse 10 61 bis 20 Ps Aotkrack 20 ben 15-20, bü 10. Grün fckck 120-15 20, Meerretii 10, Kartossel! 30, Dörrobst Pfmd. 3uns 100-120, Hü kohl 60-120 Rettich 10-< Kartossein p zugunsten Inayat Ullah auf den afghanischen Königsthron verzichtet. König Aman Ullah i ch berichtet wird, hat König Aman Ullah feines älteren Bruders Früh gegen 8 Uhr erfolgten im südlichen Stadtteil Ueckendorf zwischen dem Bahnhof Gelsen- , kirchen—Wattenscheid bis hinauf zur Stadt Watten- Parifer Preffekommenlare. scheid kurz hintereinander drei heftige Ex- Paris, 14. 3an. (Telun.) Die französische plosionen durch die die Bevölkerung in großen Abendpresse widmet den Wahlen im Elsaß lange Schrecken versetzt wurde. W.e sich herausstellte, hatte Kommmtare. Resigniert erklärt der „Temps", 1 «'"-ndarl-r Gfra&e 257 em dort daß die Leidenschaften noch nicht erloschen feien. Man müsse sich vor jedem Pesfirnismus hüten, selbst wem, die Stichwahlen in Kalmar am kommenden Sonntag zu einem weiteren Sieg der Autonomisten führten. Man müsse erkennen, daß der elsässische P a r t i k ul a r i s in u s durchaus berechtigt sei und eine geistige Bereicherung für die Ra t i o n darstellen könne. Der Partikularismus sei jedoch von Pereiner größeren Erhebung gegen ihn führte. Obgleich es ihm glückte, durch Verhandlungen und Einsatz starker Truppenmassen mit den Schinwaris zu einem Waffenstillstand zu kommen, gelang es ihm nicht, größere Banden in der Nähe seiner Hauptstadt Kabul zu schlagen, denen sich im Lause der Zeit allmählich auch aktive Truppen des Königs anschlossen. Anscheinend sind in den letzten Tagen, m denen die telegraphische Der- bindung mit Kabul unterbrochen war, größere den ganzen Boden der Waschküche ausbreitete. Kaum hatte er sich in Sicherheit gebracht, als eine heftige Explosion erfolgte, der bald darauf zwei weitere folgten. Das Feuer hatte sich durch das Abflußrohr in den Kanal fortgesetzt und dort hatten die Explosionen stattgefunden. Mit gewaltigem Krachen sprangen sämtliche Kellertüren auf und die Fensterscheiben gingen in Trümmer. Auf der ganzen Bittendorfer Straße flogen die gußeisernen schweren Kanaldeckel haushoch in die Luft, und aus den freigewordenen Kanalöffnungen schlugen gleichzeitig etwa 40 Meter hohe Stichflammen empor. Bon dem gewaltigen Luftdruck zersprangen sämtliche Fensterscheiben der angrenzenden Häuser. Die städtische Feuerwehr und die Polizei waren bald an der Unglüdsftätte und nahmen die Hessens Besatzungsnöte. Darmstadt, 15.3ar. (Amtlich.) Die wirt- schaftlichen und kulturellen Nöte des besetzten Gebiets haben den Reichstag veranlaßt, von der Reichsregierung die Vorlage einer Denkschrift über den Rückgang der Wirtschaft und die kulturellen Notstände, zugleich aber auch Vorschläge für Hilfsmaßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Wirtschaft und zur Behebung der kulturellen Not im besetzten Gebiet zu fordern. Zu diesem Zwecke haben die an der Besetzung beteiligten Länder chrer- seits Denkschriften ausarbeiten lassen, die der Notlage ihrer besetzten Gebiete gewidmet sind und Vorschläge für Hilfsmaßnahmen enthalten. Die hessische Denkschrift ist vor mehreren Wochen der Reichsregierung übergeben worden. Sie wird dem Reichstag nach seinem Wiederzusammentritt zugehen. Dieser hessischen Denkschrift diente eine Besprechung, die in diesen Tagen auf Einladung des Staatspräsidenten Dr. Adelung zwischen den in Hessen gewählten Reichstagsabgeordneten, den Vertretern der Landtagsfraktionen und den Regierungsstellen stattfand. 3n voller Liebereinstimmung zeigte die Besprechung den Willen der Parteien, mit allen Kräften auf eine möglichst umfassende Hilfsaktion des Reiches für die besetzten Gebiete hinzuwirken, damit insbesondere dem unter den Folgen der Besetzung am meisten leidenden hessischen besetzten Gebiet eine ausreichende Unterstützung zuteil wird. Oie hessischen Landtagsausschüffe. Darmstadt, 14. 3an. (WHP.) Durch die Personenvereinigung der V o l k s p a r t e i mit der Volksrechtspartei und das Ausscheiden der Abgeordneten Galin und Angermeier aus der kommunistischen Fraktion, wodurch diese ihre Fraktionsstärie verloren hat. war eine Neufest setzung der Ausschuß mitglie- der notwendig geworden. Der Aeltestenrat hat sich nun mit der Lage befaßt. Da der Versuch des Abgeordneten ©ahn, mit den Kommunisten eine Mitgliedervereinigung zu bilden, von diesen abgelehnt wurde, scheiden die Kommunisten aus den Ausschüssen und auch aus dem Aeltestenrat aus. Volkspartei und Volksrechtspartei haben sich auf die Entsendung folgender Abgeordneten in die Ausschüsse geeinigt. Finanzausschuß: Abg. Haury (DVP.), Stellvertreter Dr. Keller (DVP.)) Dr. Best (VRP.), Stellvertreter Prof. Axt (VRP.). Gesehgebungsausschuh: Dr. Keller (DVP.). Stellvertreter Schott (DVP.); Dr. Rie» poth (DVP.), Stellvertreter Dr. Best (VRP.). Petitionsausschuß: Frl. Birnbaum (DVP.), Stellvertr. Schott (DVP.): Dr. Wolf (VRP.), Stellvertr. Prof. Axt (VRP.). Aeltestenrat: Dr. Keller (DVP.) und Prof. Axt (VRP.). Die freigewordenen übrigen Sitze der Ausschüsse werden von den Fraktionen noch benannt werden. Das haben sich Herr Poincarä und seine nationalistischen Freunde doch offenbar ganz anders gedacht: mit formalistischen Gewaltmethoden haben sie den elsässischen Autonomisten zweimal Mandate abgesagt, indem sie deren Anhänger durch das Gericht als mandatsunwürdig erklären ließen, und arbeiten nun mit Hochdruck daran, dem Autonomismus eine entscheidende Niederlage beizubringen, die nach vorsichtigen Andeutungen bis zum Zusammenbruch gehen sollte. Das Attentat eines Metzgerburschen auf den Generalstaatsanwalt war selbstverständlich Wasser auf die Mühle der Nationa listen: sie haben eine Propaganda betrieben, die vor nichts zurückschreckte, die mit unbegrenzten Mitteln arbeitet. Und trotzdem, wenn sie heute die Bilanz ziehen, müssen sie ehrlich zugeben, daß sie bei diesen beiden Nachwahlen die Leidtragenden gewesen sind. 3n Altkirch hat es nicht einmal zu einem zweiten Mandat gelangt. Obwohl die Gegner des Autonomismus sich von vornherein auf ein Mandat verständigt hatten, ist der Autonomist fast mit Zweidrittel-Mehrheit ge- wählt worden. Nicht ganz so ungünstig sind die Dinge in Colmar gelaufen, das von Anfang an das eigentliche Streitobjekt war. Hier herrscht ja noch aus deutschen Zeiten, aus den Tagen der Wllterle und Blumenthal, die maßgebende Leute waren, scharfe p) itische Luft. Die Nationallsten glaubten einen besonders geschickten Schachzug zu tun. wenn sie gegen den Autonomisten einen katholischen Geistlichen aufstellten, der bisher politisch noch nicht hervorgetreten war, der sich aber der offenen Unter- stützung des foanzöfischen Bischofs von Strastburg zu erfreuen hatte. Dafür stand freilich die katholische Presse und die niedere Geistlichkeit fast hundertprozentig auf fei.en des Autonomisten, der denn auch mit über 8000 Stimmen seinen Gegner weit überflügelt und in eine Stichwahl hineinkommt, die nur durch ein Wunder für ihn verloren gehen kann. Die beiden Nationalisten werden also, wenn Ende 3anuar in der Kammer die große Aussprache über die elsaß-lothringische Politik beginnt. zur Stelle sein und die Verlegenheiten Poincares erhöhen. Aber nicht nur die Poin- cares. sondern noch viel mehr die der Sozialisten, die in ihrer Verbohrtheit sich vollkommen auf die Seite der Nationalisten haben drangen lassen, obwohl sie innerpolitisch deren tiefste Feinde sind, die aber jetzt gegen den katholischen Geistlichen den Wahlkampf nicht führen durften, weil sie im Zweifelsfalle für ihn die Parole ausgeben wollten. Der internationale Crumbach Arm in Arm mit den Herren vorn Bloc national, das ist ein Bild von unvergleichlicher Komik, aber Untersuchung auf. Man vermutet, daß die Explosionen auf die Benzolabwässer der Zeche .Holland" in Gelsenkirchen, die in die Kanalisation abgeleitet werden, zurückzuführen sind. Da die Straße in den frühen Morgenstunden noch wenig belebt war, sind wie durch ein Wunder keine Menschen zu Schaden gekommen. Der vorsorgliche Lhemann. Die Untersuchung gegen den Gatten der Wiener Dirigentin Lisa Mayer, Gaberl, wird Weiter» gesührt. da sich inzwi chen beim Polizeiamt mehrere Konzertbesucherinnen gemeldet haben, die gleichfalls auf Grund einer ähnlich formulierten Heiratsannonce ihren ^Zukünftigen" bei dem Konzert in der Philharmonie in Augenschein nehmen wollten. Gaberl wird über die Anzeige der Heirat kandidatinnen gehört werden. Für die Entschädigung der ..Rosen-Kavoliere" und ihrer Leidensgenossinnen find inzwischen 500 Mark deponiert worden. Frau Lisa Mayer behauptet nach wie vor, daß sie von dem Streich ihres Mannes nichts gewußt habe. Während sie zunächst an eine Scheidung von ihrem Manne gedacht habe, beurteile sie jetzt die Angelegenheit milder, denn chr Ehemann sei nur auf diese verrückte 3dee" gelommen, um ihr ein volles Haus zu sichern und ihre Besorgnisse auf diesem Gebiete zu zerstreuen. Die ganze Angelegenheit sei auch nur durch das Versehen entstanden, daß ein Stoß der Antwortschreiben ohne Freikarten abgegangen sei, während die übrigen Briefe mit beiliegendem Freibillett versandt worden seien. emntm ©ne«te» ©naro wwcn» wortia e • Sehnte atrauprln ■ MtOti R Gewitter.(§)Windstille. <>. sete «lentr* Ost massia^’ tudsudwesu stwmijcne» lordwesi Ote Pfeile fliegen mn dem Winde Die Beiden Stationen Menenden Zahlen geien die Temperatur an Oie Linien veromden Orte mit gleitbu» nf iMtrtwVtlu umoerernnrlre letldruci Wettervoraussage. Während gestern abend die Luftdruckverteilung im Norden noch keinerlei wesentliche Unterschiede zeigte, hat sich im Lause von zwölf Stunden, also heute morgen, über Dänemark ein ktäftiger Tiefdruckwirbel herausgebildet. Die Winde haben im Küstengebiet bis zur Sturmesstürke zugenommen und über ganz Deutschland nach Südwesten zu gedreht. Die Temperaturen liegen dort teils unter Null, teils wieder darüber, und Niederschläge treten in Form von Schnee und Regen auf. Auch unser Gebiet dürfte durch die Störung bei zeitweiser lebhafter Luftbewegung veränderliches Wetter, ver« bunden mit Niederschlägen, bekommen. Die Temperaturen verhalten sich schwankend. Wettervorhersage für Mittwoch: Unbeständiges Wetter, Temperaturen schwankend, teila um Null, teils etwas darunter, zeitweise Nieder- schlüge, lebhafte Luftbewegung. Witterungsausfichten für Donnerstag: Wechselnd wolkig mit vorübergehendem Auf- klaren, Temperaturen vielfach um Null und barunter, noch strichweise Niederschläge. Lufttemperaturen am 14. Januar: mittags + 2,d Grad Celsius, abends — 1,5 Grad Celsius: am Der ehemalige König Aman Ullah folgte seinem Vater Habib Ullah, der in Dschellcllabad ermordet wurde, am 20. Februar 1919 auf den afghanischen Königsthron. Er erzwang in einem Feldzuge gegen die Engländer im Frieden von Rawalpindi die Anerkennung der Unabhängigkeit Afghanistans und nahm im 3ahre 1925 an Stelle des bisherigen Emir» titels den Titel eines Königs von Afghanistan an. Aman Ullah war von Anbeginn seiner Regierung von der Notwendigkeit der Einführung europäischer Reformen in seinem Land überzeugt und versuchte durch zahlreiche Maßnahmen Afghanistan zu modernisieren. Er berief zu diesem Zwecke zahlreiche ausländische Spezialisten, darunter auch zahlreiche Deutsche, in jein Land, die insbesondere die Wirtschaft und die Kultur des Landes heben sollten. UiH Oie Koalition. Don unferer Berliner Redaktion. Berlin, 15. Jan. Die vor Wochenfrist etwas voreilig verbreiteten Meldungen von einem Z u = itanbefommen der formellen Großen Koalition bis zum 2L d. M. mußten inzwischen stark eingeschränkt werben. Nachdem es feststeht, daß der Reichstag am 24. d. M. seine Arbeiten wieder aufnimmt, scheint es ebenso sicher, daß bis dahin eine Umbildung der Reichsregierung bzw. eine Lösung der Koalitionsfrage nicht zu erreichen ist. v .... . Der Schlüssel zur Lage liegt tn den Händen der Zentrumspartei. Sie hat sich bisher nach den inneren Kämpfen um ihre Führung noch nicht bis zu einer Klarheit und Beschlußfähigkeit durch- gerungen, die ihr eine endgültige Stellungnahme zu der Koalitionsfrage gestatten würde. Der Kampf derGewerkfchaften um stärkere Geltung und stärkeren Einfluß auf die Parteileitung ist feines- wegs abgeschlossen; die Kompromißlösung, an die Spitze der Partei einen in dieser Hinsicht ausgezeichneten Repräsentanten des weltanschaulichen Charakters dieser starken politischen Mittelgruppe zu stellen, beseitigt nicht die politischen Tendenzen der Gewerkschaften, die in dem Auftreten S t e g e r - walds einen zwar vielfach mißbilligten und sicher nicht von persönlichen Elementen freien, aber doch auch sehr starken Ausdruck fanden. Entgegen den lange aufrechterhaltenen und immer wieder proklamierten Parteiidealen spiegelt sich in diesem Vorstoß des Gewerkschaftsflügels doch in etwa der Klaffenkampf, der sich hier zwar nn Rahmen einer geschloffenen, durch das Weltanschau liehe noch immer gebundenen Volksgruppe, aber darum nicht minder scharf vollzieht und der über die Grenzen der Partei hinausgreift, weil er mindestens auf der einen Seite in der allgemeinen gewerkschaftlichen Bewegung, in dem Streben der Arbeiterklasse nach Verbesserung ihrer Lebenshaltung verankert ist. Die Wirtschastskonjunktur ist der Erfüllung dieses Strebens nicht günstig, weite Teile der Wirtschaft sind notleidend. Deshalb kann in absehbarer Zeit ein Erfolg dieses Vorstoßes nur auf Kosten der anderen Bevölkerung s- klaffen erzielt werden, und daß sich das auch innerhalb einer Partei nicht reibungslos vollzieht, versteht sich am Rande. Das Zentrum ist also im Augenblick aus inneren Gründen offenbar noch nicht bereit, für die Durchführung der immerhin recht verantwortlichen und schwierigen Aufgabe einer formellen Koalitions- bilbung. Hinzu kommt, daß die Aufgaben der Regierungen in allernächster Zeit durch den Etat für 1 9 2 9 bestimmt werden. Hier aber sind allerhand Schwierigseiten zu überwinden, die man mit einem parteigebundenen Kabinett noch schwerer lösen kann als mit einem verhältnismäßig unabhängigen. Denn ob man z. B. die Bayerische Volkspartei dazu bereitfinden wird, einer Biersteuererhöhung um 100 •Mionen zuzustimmen, scheint mehr als zweifelhaft. Würde sie aber als Mitglied einer Regierung^ fcalition dagegen stimmen und ihren voraussichtlich auch künftigen Erpvnenten im Kabinett, den Reichs- poftminifter Schatzei dementsprechend instruieren, so wäre eine neugebildete Koalition alsbald wieder gefährdet. .. - Das tft nur eine der vielen Schwierigkeiten, die die finanziellen Anforderungen in die Frage der Koalitionsbilduna hineintragen. Man kann deshalb nur hoffen, daß eine rasche Abwicklung und eine geschickte Disposition in der zeitlichen Aufeinanderfolge der nächsten politischen Maßnahmen die Bereinigung des Koalitionspro. gramms noch rechtzeitig gestatten, um wenigstens für die kommenden R e p a r a t i o n s v e rh a n d- lungen eine breite und geschlossene Mehrheit sicherzustellen. Montag. d'14.Jan.1929,7* ahds. y-Jfl ftaytn iDcrdctn- TEL SD -✓2 6* «apfand 3S A» M *•*«3556 Welt. '»«?&« Staw, RrSifc %o5l«ruii!e 6$- ’rann*e bereitn Ä?,S5 SL,M LWZ MZr Luftüm« JMen her ongren^en« Mtotte unb nahmen die ä ü. IflhOQlItt bet Mt ' 'n die Ranalilotion Wen [mb, Da bie r?enE}"iben noch wenig an Wunder keine Men- R tbcmann. ■ den ®aUen der Diener r. Eaberl, M lvciier- 1 beim Polizelamt meh- herinnen xemelbet »rund einer Lhn« Heiratsannonce em Konzert in der Phil« nehmen wollten. Geber! er Heirat lanbibatinnen die Entschädigung der hrer Leidenrgenossinnen iad deponiert worden, iftd nach wie vor, daß ch ihres Mannes . Während sie zunächst ihrem Manne gedacht die Angelegenheit mil« sei nur aus diese,ver» um ihr ein dolles ) ihre Desorgnisse aus reuen. Die ganze Ange« durch das Versehen ent« j bet Antwortschreiben -gegangen sei, während bei/iegendem Areibi5ett MS. w jS-fetfSSS 7m«« V*** TÜÄfiSP je von J®0' .Ästiger sSrs's Wi's-- ^ieratvrt" Leise i»ir Mrun,er' ö WKk eilad) *5 Vti »•‘Skiffe ; LS- Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15. Januar 1929. Statistisches vom Gießener Postamt. Während der Weihnachtszeit (18. 6iü 24. Dezember 1928) wurden beim hiesigen P o st- am t 12 869 (1927: 12 886) Pakete aufgegeben, in der gleichen Zeit sind hier angekommen 12 721 (12 964) Pakete. Der 2keujahrs - Orts- und Durchgangs b r i e f v e r k e h r ist auf das vier- bis fünffache des gewöhnlichen Verkehrs zu veranschlagen. 3m Kalenderjahr 1928 wurden im Geschäftsbereich des Postamts Gießen im Ortsverkehr im Tagesdurchschnitt erledigt: aufgelie.erte Einschreibebriefe 343 (1927: 327), eingegangene Einschreibebriefe 301 (305), auf- gelieserte Wertbriefe 9 (9), eingegangene Wertbriefe 11 (11), aufgelieferte gewöhnliche Pakete 1321 (1375), eingegangene gewöhnliche Pakete 1161 (1230), aufgelie.erte Wertpakete 8 (8), eingegangene Wertpakete 15 (15), aufgelieferte ge- wohnliche Driefsendungen 48 899 (41 924), eingegangene gewöhnliche Driefsendungen 46 874 (39 820), aufgelieserte Postanweisungen und Zahlkarten 876 im täglichen Betrage von 63 128 Mk. (826 im täglichen Betrage von 53 159 Mk.), eingegangene Postanweisungen und Zählkarten 345 im täglichen Betrage von 26 839 Mk. (329 im täglichen Betrage von 24 179 Mk.), abgesandte Zeitungsnummern 4472 (2945), eingegangene Zeitungnummern 6379 (4801). 3m Durchgangsverkehr wird beim Postamt Gießen hinsichtlich der Driefsendungen etwa das Doppelte und hinsichtlich der Pakete etwa das Fünf- zehnfache bearbeitet. Gietzener Wochenmarktpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140—170,- Matte 30-^35 Pf. das Pfund. Käse 10 Stück 60—140 Pf., Eier das Stück 18 bis 20 Pf. Wirsing 15-20, Weißkraut 10—15, Rotkraut 20—25. Gelbe Düben 15—20, Role Rüben 15—20, Spinat 35—40, Sinter-Kohlrabi 8 bis 10 Grünkohl 25—30, Rosenkohl 40—60, Feldsalat 120—150, Tomaten 80—90, Zwiebeln 15 bis 20, Meerrettich 50—150, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 5, Aepfel 20—40, Birnen 10 bis 30, Dörrobst 35—40, Honig 40—50 Pf. das Pfund. Junge Hähne 100—110, Suppenhühner 100—120, Russe 60—80 Pf. das Pfund. Blumenkohl 60—120, Endivien 25—35, Lauch 10—15, Rettich 10-20, Sellerie 10-50 Pf. das Stück. Kartoffeln per Zentner 3.80—4.50 Mk. Bornotrzen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Das Schwalbennest", 19.15 bis 22,15 KLtyr. —Gießener Hochschulgesellschaft: Dortrag von Prof. Dr. F. Enriques aus Rom „Lieber die Geschichte des wissenschaftlich m Denkens bei den Griechen", 17 bis 18 Uhr, im großen Hörsaal der Universität, Aula, 2. Stock. — Freie Schneiderinnung Gießen: Lichtbildervortrag über das Thema „11.6. (21 9 Jahre im Strudel des amerikanischen Lebens". 8 Uhr, im Saale des Hotels „Hindenburg". — Lichtspielhaus. Babn- yofstvahe: „G schichten aus dem Wiener Wald". —Astoria-Lichtspiele: .Hände hoch!" — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt, theoterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.15 Uhr, Gastspiel des Frankfurter Reuen Operettentheaters ,Das Schwalbennest" v. (Bruno Granich- staedten tn der Frankfurter Premierenbesetzung. - Morgen, Mittwoch, in dem einmaligen Gastspiel von Dr. ßubtoig Wüllner „Rathan der Weise" führt Karl D o l ck die Regie. Es wirken mit die Damen Scherer (Rechn), Jüngling, Koch und die Herren Ebert-Grassow, Haeser, Knur, Linkmann, Schubert, (Bold. — 2lm Freitag, 18. Januar, findet Leonhard Franks Uraufführung „Karl und 2lnna" statt. — Am Sonntag, 20. Januar, geht zum fünftenmal Dayard Deillers „Der Prozeß Mary Dugan" in Szene. Spiele leitung: Dec Intendant. — Für die Fesivorstel- lung zu Lessings 200. Geburtstag am Mittwoch, 16. Januar, gelten die ermäßigten Operetten- preis«. — Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Das zweite, am Donnerstag, 17. Januar, im Stadttheater stattfindende Konzert ist nachklassischer Orchestermusik gewidmet. Unter Dr. Temesvarys Leitung spielt das Frankfurter Symphonieorchester die Hebriden-Ouvertüre von Mendelssohn, ein Gold- marksches Violinkonzert, sowie die herrliche zweite O^Dur-Symphonie von Brahms. Der Komponist Goldmark wurde 1830 geboren und ist durch feine Symphonie „Ländliche Hochzeit" und vor allem seine Oper „Die Königin von Saba" in allen musikalischen Kreisen rühmlich bekannt und geschäht. Er war Ungar, ein Landsmann der rassigen Geigerin, die am Donnerstag sein beliebtes Konzert zusammen mit den Frankfurtern hier vorträgt. Die junge Künstlerin steht schon jetzt auf der schwer erreichbaren Höhe modernen Bir- tuosentums, das sie mit ihrer angeborenen großen Begabung und dem bestrickenden Klang ihres Instrumentes echt musikalisch zu beseelen vermag. M a r t a Linz lieh sich vor nunmehr zwei Iay- ren zum erstenmal im Konzrrtverein hören, und in der Kritik über ihr Konzert hieß es damals: „Gin großes Erlebnis. Sie mag spielen was sie will, stets wird sie alle mit sich reißen und in ihren Dann zwingen." Mittlerweile hat sie sich auch auf großen Konzertreisen im Auslande, so in England, Italien. Spanien. Frankreich, Holland usw. das rühmende Auslandecho verdient. Der auf 7.30 Uhr am Donnerstagabend angesetzte (Beginn des Konzertes dürfte geeignet sein, weitesten Kreisen den rechtzeitissn Desuch zu ermöglichen. — Lichtbilder-Vortrag Dr. Bonne. Der Hamburger Arzt und Schriftsteller Sanitätsrat Dr. Georg Bonne, Generaloberarzt a. D., hält am Mittwoch, dem 16. Januar d. I., abends 8 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität einen Vortrag über „Wege zum geistigen und sittlichen Aufstieg Deutschlands". In Anerkennung seines bisherigen Wirkens auf sozialem, hygienischem und ethischem Gebiete ernannte ihn die Deutsche Akademie der Wissenschaften in Halle zu ihrem Mitglieds. Wir verweisen auf die heutige Anzeige. * " Verkehrssünder. In der Zeit vorn 1. bis 31. Dezember 1928 sind folgende Anzeigen gegen Fahrzeugführer bzw. gegen Kraftoder Radfahrer wegen Zuwiderhandlungen in verkehrspolizcilicher Hinsicht erhoben worden: 6 Anzeigen wegen Fahrens zur Rachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 5 wegen Fahrens auf Dürgersteigen, 2 wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 8 wegen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 6 wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 27 wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. •• Tagung des Hess. Landes-Lehrervereines in Gießen. Die nächste Der- treterdersammlung des Hessischen Landes-Lehrervereins findet am 26. März in Gießen statt. Der Gießener Lehrerver .in plant für den 25. März einen Begrüßungsabend. Da in Gießen über wichtige organisatorische Angelegenheiten (Satzungen usw.) entschieden werden muß, soU in diesem Jahre ein pädagogisches Thema nicht behandelt werden. In den Verhandlungen soll aber der Pädagogische Ausschuß einen kurzen äleberblick über die pädagogischen Gegenwartsfragen tn Hessen geben. ** Personalien. Auf Grund des Alters- arenzegesetzes treten in den Ruhestand: am 1. Februar der Strafanstaltsoberwachtmeister bei der Zellenstrafanstalt Butzbach, Heinrich Dau per t, am 1. März der Oberjustizinspektor beim Amtsgericht Lich, Anton D o p f. ** Der Kriegerverein Gießen feierte am Samstagabend im Cafe Leib sein 55. Stiftungsfest. Die Kapelle Weller erfreute die zahlreich Erschienenen durch ein feingewähltes Programm und dcsfen künstlerische Wiedergabe. Rach einem Dorspruch des Herrn Heinz B e ch - stein begrüßte der 1. Vorsitzende, Landgerichtsrat Trümpert, die Erschienenen, insbesondere die Vertreter der befreundeten Vereine und den 2. Präsidenten der Kriegerkameradfchast „Hassia", Medizinalrat Dr. Vogt aus Butzbach: er wies dann in kurzem Rückblick aus das Wirken des Vereins hin und auf die Bedeutung der Pflege der Tradition. Medizinalrat Dr. Vogt überbrachte in gewohnter temperamentvoller Weise die Glückwünsche der „Hassia", wahrend hiesige Gratulanten dem festgebenden Verein schöne Angebinde (Fahnennägel vom Kavallerie- und Artillerie-Verein, Ringkragen für den Fahnenträger vom Verein ehemaliger 116er) überreichten. Für 40- bzw. 25jährige Mitgliedschaft wurden den Kameraden Graulich, Hehler, Aug. Schwan, Trinkaus und Vollmöller bzw. Lange, Lamp und Lerch Ehrenurkunden und -abzcichsn mit Dankcswortcn übergeben. Großen Beifall fand ein reizender Kindertanz von Hilde Feuser und Bertel Büttner (am Klavier Liselotte ©riet). Einen vorzüglichen Abschluß fand das Festprogramm durch die Vorführung des Lustspiels Heimlichkeiten" oder „Sie Amorsäle". Das von echtem Humor erfüllte Stück wurde von allen Darstellern (Herr und Frau B e ch st e i n, Frl. M. und L. Fenchel, Herr Birken stock und Herr Seih) glänzend durchgeführt, hielt die Zuschauer dauernd in Spannung und löste große Heiterkeit aus. In bester Stimmung und echter Kameradschaft blieben die Besucher noch einige Stunden in schöner Harmonie beisammen. •* Obst- und Gartenbauverein Gießen. Am Sonntag sprach im gutöesetzten Saale des Cafe Leib der Palmengartendi.ektoc Krauß über „Modeblumen für den Garten". Die Dahlie wird nicht zu Unrecht die Rose des Herbstes genannt. Die Kultur dieser, aus den Hochebenen von Mexiko stammenden Pflanze ist bereits recht alt. Als ihr Einführec in die Gartenkultur kann Alexander v. Humboldt gelten. Gottfried Keller preist di:se Blume 1i seinem Roman „Der grüne Heinrich" in begeistert en Worten. Unter der Hand deutscher, englischer und amerikanischer Züchter entstehen immer neue Spielarten, Farben und Formen, so daß es bereits schwer ist, ihre Menge zu überschauen und sie in Gruppen einzuteilen. Alle Färbungen, mit Ausnahme von reinem (Blau, sind in hunderten von Schattierun- gen vertreten. Edel ist die fei nstrahlige Kaktus - dahlie, nicht minder wertvoll die herrliche Form der Seerosendahlie, zu der zur Zeit noch eine ander« Abänderung gekommen ist, die man als Rosettendahlie bezeichnet. Dankbaren Dasen- schmuck liefern die reizvollen, wie zierliche Bälle geformte Pompondahlien. Richt minder wertvoll für den Garten sind die neuen Miniaturdahkien. die zwar die Größe und Schönheit der hoch werdenden Sorten nicht erreichen, die aber ihre bescheideneren Blüten in einer so unerschöpflichen Fülle hervorbringen, daß wir in ihnen eine äußerst wertvolle Bereicherung zur Ausstattung von Gärten aller Art erblicken können, da sie weder gestützt noch gebunden zu werden brauchen. Alle Dahlien blühen um so reicher, je mehr man Blumen an ihnen schneidet. Wer diese nicht als Schmuck des Gartens vermissen will, um mit ihnen die Wvhnräume in Blumengärten zu verwandeln, tut gut, wenigstens die abgeblühten Blumen regelmäßig zu entfernen. Ihr Rähr- boden sei tief gelodert und ohne frischen Dung, ihr Standort sonnig. Die starken Klumpen teile man vor der Pflanzung mit Messer, Handspaten oder Beil, denn starke, umfangreiche Büsche blühen wenig. Wo dieser Fehler begangen ward, entferne man alle Triebe bis auf 3 bis 4 der stärksten. Gladiolen, im April und dann in Zwischenpausen von je 14 Tagen gelegt, geben einen ununterbrochenen Flor von 3uni bis tief in die Herbstmonate hinein. Ihre langen schweren Blütenähren zwischen den schwertförmigen Blättern entfalten ihre Knospen in Wasser gestellt bis zur letzten, wenn man sie schneidet sobald das untere Blütenpaar sich öffnet. Die herrlichsten Züchtungen, welche die gan^e Farbenskala der Ratur umfaßt, sind deutschen Ursprungs. Das Erdreich bereite man ihnen besonders tief gelockert und ohne frischen Dung zu. Der Vortragende ging hierauf noch auf die verschiedenen Begonien oder Schiefblätter, ihre Vermehrung und Pflege, wie auch Verwendung in Zimmer und Garten näher ein um zum Schluß noch den Reiz der duftenden Dellen zu preisen. Eine Errungenschaft der Relkenzucht neuester Zeit sind die Chabaudnelken, welche schon im Januar aus gesät werden sollen, was bedeutet, daß man sich die erstarkten Pflanzen im Mai kauft und in den Garten pflanzt, wo sie Blumen hervorbringen, welche in Größe und Schönheit mit den edelsten Rivieranelken den Vergleich bestehen können. Droht der Winter die unentwickelten Knospen zu vernichten, dann setze man sie in Töpfe und bringe sie am Fensterbrett unter, wo sie ungestört weiter blühen. J Notlandung eines Verkehrsflugzeugs. WSR. Rüsselsheim, 14. Jan. Während der Luftreise Frankfurt—Köln mußte heute gegen 13 Uhr das Flugzeug „Panther" der Deutschen Lufthansa, D. 580, wegen Motordefektes in der Feldgemarkung von Rüsselsheim eine Rotlandung vornehmen. Infolge des Ausstoßes auf den Boden brach die Achse der Landungsräder, ferner wurde ein Teil des Propellers zersplittert. Die Insassen des Flugzeuges, darunter fünf Passagiere, blieben unverletzt. AHOI hilft bei Rheuma, tzschla», yexenschuh. Rerven- unb Erkottungäschmerzen.— ÄarmelUergelft Amol Ist In olle« Apotheken unb Drogerien erhältlich. REGEN,WIND U. SCHNEE x z t sie GEGEN SPRoDE HAUT Die neue Waldorf-Asforia-Zigarette TRUEB NEU STAUFIA und Freitag, 18. Jan verkaufen wir: 39 ;7 Klein'Linden (Wetzlarer Straße 20), den 15. Januar 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, 17. Januar, nachm. ' ,3 Uhr statt 4540 sollen versteigert werden: 463C WkilSAlGW Nachlaß-Verkauf der Fa. S. Sammet, Bahnhofstr. 8 Winter-Wäsche fort am Main. [469 V für Herren, Damen und Kinder 464D 23,4 rm Buchen- und töcke. / 456V gesucht 09322 k Schmücker 09374 durch 18!A * Antritt 465L) tni Ausschnitt PiUNd 45 4 Pfund 40 PortionS-Schellfische.Psd. 50 Pfund 50 Pfund 05 Pfund 20 Schuhhaus L. 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Eckhardt nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden, im Alter von 52 Jahren durch den Tod in die Ewigkeit nach. In tiefer Trauer: Familien Karl Hinterlang Friedrich Eckhardt Familie Wilhelm Jung. Fleute morgen um 10 Uhr entschlief sanft im festen Glauben an seinen Erlöser unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Lud wig Weigel XII Werkmeister a. D. Im Namen der trauernden Angehörigen: Familie L. Weigel jun. Familie G. Schneider Magdalene Weigel. Dutenhofen, Klein-Linden, den 14. Januar 1929. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 17. Jan. 1929 statt Hr J2 jet Ais N" tat neben folge" au bieten A und Mn de attenthalb wieder m bereits,v es Mac deutsche in derD land hat । einige A erforsch WissenW innert'2 < an die El an die de Sibirien, ■ schers Äöt sich auch < Filchners, gen Forsa rüLehrte. eigener i haben de' auch an sMmenkü reichen sonnen i schastlich nensverl der Krel Diesbaöi sichen De Mchtsi haben lvi ganzen 1 Dar es ii Hauptman md Degei die betoun Zeppel« pelin" btn siihtten u die liebet nur noch e technischen schen Kons des Fen ternativna smr Lei! Ervssnunc nos QTux Aundsunl haben cd deutschen lenschisse, finden, al neuen 3a werden, tr Ansehen l biet seien deutschen damer f Deutschlcr eine Km Phäen ö lchliehl d die hossei reich sein M , Sn dies« sich kaum 2!ake die tarismus tü läßt |i Diedererst SurHat unb auf f 3in «in Italtii ^r.ltz i Schwester 5ie tloi , 2er M. 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Kultur, Wissenschaft, Literatur und Technik haben nun zum größten Teil di« Krisen der Nachkriegszeit überwunden, sehen sich allenthalben in der Welt langsam und stetig wieder durch und erobern sich den Platz, den sie bereits vor dem Kriege besetzt hielten. Da ist es zunächst einmal im verflossenen Jahre die deutsche Wissenschaft gewesen, die durch ihre Erfolge auf den verschiedensten Spezialgebieten in der Welt von sich reden gemacht hat. Deutschland hat nach dein Kriege und insbesondere 1926 einige großzügige Expeditionen in unerforschte Gebiete entsandt und damit der Wissenschaft überhaupt neue Wege gewiesen. Erinnert sei an die deutsch-russische Altai-Expedition, an die Expedition Dr. Trinklers durch Turkestan, an die deutsch-russische Syphilis-Expedition nach Sibirien, an die Expedition des deutschen Forschers Nötzner durch die Mandschurei und schließlich auch an die erfolgreichen Arbeiten Professor Filchners, der erst im Herbst von seiner langjährigen Forschungsreise durch Innerasien wieder zurückkehrte. Neben dieser Forschertätigkeit, die eigener deutscher Initiative zuzuschreiben ist, haben deutsche Gelehrte von "Ruf und Ansehen auch an den verschiedensten internationalen Zusammenkünften und Kongressen teilgenommen, ihre reichen Erfahrungen miteinander austauschen können und dadurch die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit befruchtet. Erwähnenswert ist der große internationale Kongreß der Krebsforscher im vergangenen Frühjahr in Wiesbaden, um unter der Fülle der wissenschaftlichen Veranstaltungen nur diese eine zu -nennen. Beachtliche und einzig dastehende Verdienste haben wir uns im verflossenen Jahre in der ganzen Welt um die Luftfahrt erworben. War es im Frühjahr die Ozeanüberquerung des Hauptmann K o e h l, die die Welt in Spannung und Begeisterung versetzte, so war es im Herbst die bewunderungswürdige Leistung der deutschen Z e p p e l^ n m a n n s ch a f t, die den „Graf Zeppelin" von Deutschland nach Amerika und zurück führten und damit den Beweis erbrachten, daß die äleberquerung des Ozeans mit Luftschiffen nur noch eine Frage der Zeit ist. Auf deir anderen technischen Gebieten sind es besonders die deutschen Konstruktionen des Raketen autos und des Fernlenkschrffes gewesen, die uns internationale Bewunderung und Anerkennung unserer Leistungsfähigkeit eingebracht haben. Die Eröffnung des Fernsprechverkehrs Berlin—Buenos Aires und der Dau - verschiedener großer Rundfunksender von internationaler Bedeutung haben ebenfalls die Welt zur Anerkennung der deutschen Leistungen gezwungen. Die beiden Riesenschiffe, die sich gegenwärtig noch im Dau befinden, aber bereits in den ersten Monaten des neuen Jahres auf die Weltmeere hinausfahren werden, werden schließlich auch für das deutsche Ansehen werben. — Auf dem sportlichen Gebiet seien endlich nur noch die hervorragenden deutschen Erfolge aus der diesjährigen Amsterdamer Olympiade erwähnt, mit denen Deutschland an zweiter Stelle stand und gegen eine Konkurrenz der erfolgreichsten Sportkoryphäen der Welt antreten mußte. Das Jahr schließt also mit einer zuversichtlichen Bilanz ab, die hoffentlich auch im areuen Jahre gleich erfolgreich sein wird. Zehn Jahre Parlamentarismus. In diesen Tagen — ein genauer Termin läßt sich kaum festlegen — jährt sich zum zehnten Male die Entstehung des deutschen Parlamentarismus als der staatsbeherrschenden Macht. Sie läßt sich zurückführen auf die Erstehung oder Wiedererstehung der Parteien, die die Wahl zur Nationalversammlung durchsührten und auf dies« Wahl selbst, die am 19. Januar 1919 stattsand. Zimmer 19 schläft nicht. Von Richard Euringer. Nr. 19 lag im letzten Flur als letztes Zimmer. Schwester Hedi sah noch Licht. Sie klopfte leise und huschte hinein. Der Mann im Bett richtete den Kopf auf, faßte sie in einen langen ruhigen Blick. ,/Ich bin die neue Nachtschwester", sagte Schwester Hedi unter seinem Blick. Er schloß die Augen, lächelte, legte sich zurück. „Gute Nacht!" sagte Schwester Hedi. „Gut" Nacht!" Er schob die gefalteten Hände unter den Kopf. Lautlos schloß sie hinter sich die Tür. Er wird schlafen ... r schlief nicht. Gegen Mitternacht lauschte Schwester Hedi durch den Flur. Zimmer 19 hatte Licht. „Immer tu nicht schlafen?" stand sie in der Tür. „Schwester." „Was denn?" Nichts. Nur ein wenig stützte er sich auf, lächelte und legte sich zurück. „Jetzt schön schlafen!" drohte Sc' lester Hedi. Aber er schlief nicht. Sie sah noch einmal nach, gegen Morgen, als die Stunden lang wurden und es sie herumtrieb. „Nicht geschlafen?" Nicht. * Dann stand Zimmer 19 im Rapport: „19 schläft nicht." „Wie kommt das?" fragte der Oberarzt bei der Morgenoisite. Achselzucken. Er schlief sonst nicht schlecht. Abends brachte Schwester Hedi die verordnete Tablette. Weiß und rein lag die in dem Schnabelschälchen. Sie mußte ins Zimmer treten, dicht ans Bett, den Schluck Wasser reichen ... Unverwandt fah der Patient sie an, folgte jeder ihrer Gesten. Schwester Hedi senkte den Blick. „Gute Nacht!" „Güt' Nacht!" Im großen und ganzen waren es die alten Parteien, die sich mit neuem Programm rekonstruierten : in der Deutschnationalen Volkspartei trafen -ie alten Konservativen mit den Mitgliedern der Reichspartei und den Deutschvölkischen, bzw. Antisemiten zusammen, sie veröffentlichte damals einen Wahlaufruf, der zwar die Monarchie und ihre Wiederherstellung nicht als Programmpunkt enthielt, aber dessen Wiederaufnahme in das spätere Parteiprogramm vorbereitete. Die Partei erhielt 42 Abgeordnete von insgesamt 421, die 12 für Elsaß-Lothringen vorgesehenen Mandate entfielen. Die ehemalige Nationalliberale Partei spaltete sich, da zunächst ein Zusammengehen mit den Demokraten in einer neuen großen Mittelpartei vorgesehen war und diese unter der Bezeichnung Deutsche Demokratische Partei bereits am 16.November durch einen Aufruf ins Leben getreten toar. Die Deutsche Volkspartei wurde erst am 15. Dezember gegründet und erhielt infolge der kurzen Wahlvorbereitung nur 19 Mandate. Die Demokratisch« Partei gelangte damals auf die stolze Höhe von 75 Mandaten, die aiber bei allen folgenden Wahlen zurückgingen. Als stärkste bürgerliche Partei erhielt das Zentrum, das vorübergehend seinen Namen in „Christliche Volkspartei" geändert und den gewerkschaftlichen Kreisen einen starken Einfluß gewährt hatte, 91 Mandate. An kleinen bürgerlichen Parteien waren noch der Bayerische Bauernbund, die Schles- wig-Holsteinschen Dauern und Landarbeiter, die Braunschweiger und die Deutsch-Hannoveraner mit einigen Mandaten bedacht. Die verschiedenen Richtungen des Sozialismus hatten sich schon im Laufe des Krieges gettennt: die USPD. erreichte aber bloß 22 Mandate, während die Sozialdemokratisch« Partei «s auf 163 brachte: di« Kommunisten, die sich gegen die Einberufung der Nationalversammlung gewehrt und das Rätesystem als die künftige Staatsform proklamiert hatten, sagten der Nattonalversamm- lung bewaffneten Kampf an und enthielten sich der Wahlbeteiligung. äleberblickt man aus dem Abstand von zehn Iahren die damaligen Verhältnisse des ersten Parlaments, so sieht man, daß sowohl dec Sozialismus, wie seine rechten Nachbarn, die Demokraten, unter dem Eindruck der unmittelbar vor- angegangenen revolutionären Ereignisse und unter der Nachwirkung der Verbitterung, die durch die Not des Krieges und die Fehler der Führung des Reiches entstanden waren, einen sehr starken Zulauf von solchen Elementen gehabt hat, die an sich weltanschaulich nicht zu ihnen gehörten: die Entwicklung dec folgenden Wahlen hat das gezeigt. Denn nur knapp anderthalb Jahre später, bei den Juni-Wahlen von 1920, vermochten die Sozialdemokraten zwar zusammen mit den neuaufgetauchten Kommunisten noch eben ihren Besitzstand zu wahren (freilich bei einer Vergrößerung der Mandatszahl des Reichstages um 23), dagegen gingen die Demokraten auf 39 zurück, das Zentrum mit der abgespaltenen Bayerischen Volkspartei zusammen auf 88, während die Deutsche Volkspartei auf 66,, die Deutsch- nattonalen auf 65 Mandate stiegen und die Döl- ttschen mit 3 neu auftraten. Die seitherigen Schwankungen sind vielfach konjunkturrnäßig bedingt, aber ein Rückblick auf den Beginn zeigte innere Wandlung. Hochsaison in der Dergnügnngsindustrie! Einträgliche Bälle. - Leute, die vom „Vergnügen" leben. — Gute Konjunktur für Leihhäuser. — Aufblühende Tanzschulen. — Oer Etat von 1000 Berliner Bällen. Von Senate Fels. Beängstigend häufen sich in den Wintermonaten die festlichen Veranstaltungen, die von großen Vereinen und Privatunternehmern veranstaltet werden: Persönlichkeiten, die in der Gesellschaft eine Rotte spielen, müssen an einem Abend bisweilen vier oder fünf Veranstaltungen besuchen, um allen Einladungen Folge zu leisten. Die Bälle, scheinbar nur dem Vergnügungsdrang der Menschheit zu verdanken, werden tatsächlich in dieser großen Zahl veranstaltet, weil sie sehr viel Geld einbringen. Es gibt Leute, die davon leben, in jedem Jahr ein oder zwei Bälle veranstaltet zu haben. Man kann sogar von einer richtigen Vergnügungsindustrie sprechen, die zur winterlichen Hochsaison blüht. Wenn man einen prächtig erleuchteten Dallsaal betritt, in dem sich elegant getteidete Menschen nach den Klängen einer Kapelle bewegen und eifrige Kellner den Wein herbeitragen, legt man sich keine Rechenschaft darüber ab, daß diese Veranstaltung, die scheinbar nur dem Luxus und Vergnügen dient, vielen Familien Arbeit und Brot gegeben hat. In fast allen größeren deutschen Städten sind in den letzten Jahren Häuser erbaut worden, die nur Festsäle enthalten: in Berlin wurden Krolls riesig« Säle ausgebaut, und alle Festhäuser sind an den Samstagen und oft mitten in der Woche schon zu Anfang des Winters für die ganze Saison vermietet. Nutznießer der Tanzlust sind auch di« Mitglieder der Tanzkapellen: bekannt« Kapellen sind meist zu Beginn der Saison für den ganzen Winter beseht, bisweilen werden sie von einem Verein schon für einen Tag des nächsten Jahres verpflichtet. Durch Aushelfer, die der Kapellmeister während der Hochsaison einstellt, verstärkt er sein« Stammkapelle und verschafft arbeitslosen Musikern Verdienst. Auch den Kellnern geht es während der Ballsaison besser: hauptsächlich am Wochenende werden von den großen Lokalen Hunderte von Aushilfskellnern angefordert. Gut« Köche werden zu dieser Zeit sehr gesucht und recht hoch bezahlt. Neben diesen unmittelbaren Nutznießern der Dattsaifon gibt es viele Wirtschaftszweige, die nebenbei von der Fülle der Ballveranstaltungen profitieren. Die großen Seidenhäuser stellen Aushilfspersonal ein, denn in den Abteilungen, in denen Stoffe für Ballkleider verkauft werden, herrscht lebhaftes Gedränge. Die Friseure wissen nicht, wie sie die notwendigen Hilfskräfte auftreiben sollen, um alle ungeduldigen Kundinnen zu verschönern. Auch die Schuhgeschäfte merken, daß die Zeit der Bälle wieder angebrochen ist. Für die Maskenbälle und Kostümfeste arbeiten die Fabriken mÜ Nachdruck, die Gesichtsmasken und all die Reinen Dinge Herstellen, die nun einmal zu einem Kostümfest gehören. Papierschlangen, Konfetti und Scherzartikel werden in großen Mengen verbraucht. Die Inhaber der Geschäfte, die sich mit dem Verleih von Maskenkostümen beschäfttgen, reiben sich die Hände — ihr Geschäft blüht! Sind doch nicht mehr viel Leut« in der Lage, sich Maskenkostüme anfertigen zu lassen, die dann ein Jahr unbenutzt im Spind hängen müssen. Auch die Häuser für „Monatsgarderobe", die davon leben. daß sie Anzüge auf einige Zeit verleihen, gehören indirekt zur Vergnügungsindustrie, Einen lebhaften Aufschwung nehmen um diese Zeit auch di« Umsätze der Leihhäuser, auf die so mancher Gegenstand gebracht wird, der im Augenblick entbehrlich erscheint. Es wird sogar behauptet, daß im Rheinland zur Karnevalszeit die Zahl der ins Leihhaus gebrachten Betten unheimlich steigt! Die Dergnügungsindustrie liefert jedem, der über genügend Geld verfügt, für einen gewissen Betrag ein entsprechendes Quantum „Vergnügen". Eine Dallkarte ich nach moderner Auffassung ein Bezugsschein auf Zerstreuung, und wehe dem Dallunternehmer, der für das Eintrittsgeld nicht genug Vergnügen geliefert hat! Gegen Mitternacht. „Immer noch nicht schlafen?" „Schwester!" „Was denn?" Sie ließ die Tür angelehnt. Sie trat nicht ans Bett. Nichts. Er konnte nicht schlafen. „Es geht schon. Nur versuchen!" Es ging nicht. Ehe sich Schwester Hedi schlafen legte, schrieb sie den Rapport: „19 schläft noch immer nicht." Dann kamen abends zwei Tabletten. Nacht für Nacht. 19 schlief nicht. Schwester Hedi sah zweimal, sah dreimal nach. 19 schlief nicht. Sie schüttelte die Kissen auf. Sie brachte Wasser zu trinken. Sie blieb im Dunkeln stehen, zwischen Bett und Tür. „Werden Sie nun schlafen?" Morgens stand er im Rapport. „Geben Sie ihm eine Spritze", sagte der Arzt. Abends gegen neun kam sie mit Watte und Morphium. „Nun bekommen Sie sicher Ruh'." Er sah sie nur an. Gegen vier Uhr morgens schreckte die Klingel. Zimmer 19. „Nicht schlafen?" ... Weit offen ließ sie die Tür, trui flüsternd an sein Bett. „Warum kommen Sie nicht?" „Sie sollen doch schlafen! Ich wecke Sie nur auf." „Schwester!" „Was denn?" Er streichette ihre Hand. „Nicht tun! Was fällt Ihnen ein! Schlafen! Komm, schön schlafen jetzt. Sonst ..." „Sonst?" „Morgen ist meine letzte Nacht", sagte Schwester Hedi. „Kann ja gar nicht ruhig gehen, wenn Sie nicht bald vernünftig sind!" „Bin doch so vernünftig." „Still! Schön heia!" „Kind." ,Zch komme nicht mehr, wenn Sie nicht artig sind." * Sie kam wieder. Und wieder. Endlos währte diese Nacht. Die letzte Nachtwache nach vierzehn Nächten. Viermal sagte sie ihm gute Nacht. Und er klingelte schon wieder. Es war ihm heiß, es war ihm kalt. Sie zählte seinen Puls. Sie zankte und strich ihm das Haar aus der Stirn und legte die Hand ihm auf. „Schwester!" Was denn?" Er sah sie nur an. • Gegen Morgen klingelte er wieder. Schwester Hedi schüttelte den Kopf. Langmütig und gütig. Aber sie kam nicht mehr. Mittags begann ihr Urlaub. Vierzehn Tage Luft. Vierzehn Tage Sonne, Sommer, Spazierengehen. Vierzehn Tage Radeln und Schwimmen, Heu-Ruch und Badebach. Vierzehn Tage Jugend im hellen Mädchenkleid! * Oberschwester Olga übernahm den Dienst. Pünktlich kam sie mit der Spritze. Er lehnte ab. „Danke. Ich werde schlafen." Sie sah ihn groß an. Gähnend drehte er sich nach der Wand und schlief. Vierzehn lange Nächte schlief er wie ein Sack. Ein Meister des englischen Dramas. Mit Henry Arthur Jones, der soeben im Alter von 77 Jahren gestorben ist, ist einer der führenden Männer der englischen Bühne von der Bühne des Lebens abgetreten. Jones hat in einem geistvollen Buch „Die Renaissance des englischen Dramas" eine kritische Liebersicht über die Entwicklung des letzten halben Jahrhunderts abgehalten, und er dürfte sich an dieser Renaissance einen bedeutenden Anteil zuschreiben. Er war eine der beliebtesten Persönlichkeibrr der englischen Theaterwelt. Erst nach langem Irren und Kämpfen war der Sohn eines puritanischen Farmers zu seinem eigentlichen Lebensberuf g> langt. Er begann als Laufbursche, wurde mit 18 Jahren Handlungsreisender und betrat in diesem Jahre seines Lebens zum erstenmal ein Theater, das Londoner Haymarket. Der Eindruck war so überwältigend, daß es in ihm von diesem Augenblick feststand, dieser Wunderwell des Scheins sein Leben zu weihen. Aber es dauerte noch weitere neun Jahre, bis er ein Stück von sich auf die Bühne brachte: im Jahre 1879 erschien er selbst in dem Lustspiel „Ein geistlicher Irrtum" auf der Bühn« und führte sich so als Schauspieler und Dramattker ein. Während Sein Unternehmen wird im nächsten Jahr Bankerott machen, denn für Langeweile haben vergnügungshungrige Leute ein gutes Gedächtnis. Es hat sich daher einen besonderer Beruf in der Vergnügungsindustrie herausgebildet: das Amt des Ballveran st alters. So gibt es in Berlin einen Mann, dem die Organisierung aller großen, repräsentativen Dallveranstaltungen übertragen wird. Er mietet die Festsäle und engagiert die Tanzkapellen und die Künstler, die während des Balles auftreten sotten: er ist dafür verantwortlich, daß die Gäste in jeder Beziehung zufriedengestellt werden. i Welche Summen während der Saison für das Recht auf Vergnügungen ausgegeben werden, läßt sich statistisch nicht genau feststellen. Man nehme aber nur einmal an, daß in Berlin im Verlauf der Ballsaison mindestens tausend öffentliche Bälle veranstaltet werden — eine eher zu niedrige als zu hohe Zahl. Durchschnittlich beteiligen sich an jedem Ball mindestens 500 Menschen, die gewöhnlich einen Eintrittspreis von 10 Mark zahlen. Daraus geht hervor, daß der Vergnügungsindustrie allein aus den Eintrittsgeldern 5 Millionen Mark während der Ballsaison zufließen. Wenn nun jeder dieser Teilnehmer außerdem noch eine Zeche von 10 Mark macht, so haben die Restaurationsbetriebe ebenfalls 5 Millionen eingenommen. Diese geschätzten Zahlen bleiben zweifellos hinter der Wirtlichkeit zurück: beim gewöhnlich kostet der Ballbesuch mehr als 20 Mark, von denen der größte Teil in die Tasche der Dallunternehmer fließt. Dazu kommen aber noch die vielen Nebenausgaben, die der Besucher zu zahlen hat. Wenn in den größeren Städten die Straßenbahn in später Stunde ihren Verkehr eingestellt hat, müssen die müden Tänzer eine Autodroschke benutzen, wodurch zwar den Chaufteuren geholfen, der Geldbeutel aber weiter geschmälert wird. Haben sich doch schon vorher die Ausgaben unheimlich ange- häuft: die Damen haben sich neue Schuhe und Strümpfe anschaffen müssen, während die Herren — selbst wenn sie über einen Frack oder Smoking verfügen — einen neuen Schlips oder ein seidenes Taschentuch brauchten. Noch einen Erwerbszweig gibt es, der davon lebt, daß während der Saison getanzt wird. Das sind die Tanzschulen, die sich jetzt auch — besonders, wenn sie recht hohe Preise von ihren Schülern erheben — zuweilen Akademien der Tanzkunst nennen. Es gewinnt fast den Anschein, daß sich die Tanzlehrer der ganzen Welt verschworen haben, jedes Jahr neue Tänze einzuführen. Wie die Konfektion zu jeder Saison neue Modelle heraus bringt und dadurch die alten Kleider entwertet, weil niemand unmodern angezogen sein will, so tauchen zu Beginn des Winters auch regelmäßig neue Tänze auf, die die Tanzlustigen dazu zwingen, noch einmal einen Kursus mitzumachen, um mit der Mode Schritt zu halten. Im Schweiße ihres Angesichts bemühen sich die mehr oder weniger geschickten Schüler oder Schülerinnen, anmutig die kompliziertesten Bewegungen auszuführen, und voll Verachtung blicken sie auf di« überlebte Generatton, die nur zum Vergnügen tanzt, ohne sich um die Gesetze der Mode zu kümmern. Früher wurden bei manchen Tänzen — beim Cottillon — kleine Geschenk« verteilt, und diese Sitte setzte wieder einen Zweig der Vergnügungsindustrie in Nahrung. Niemand hat heute noch etwas für diesen Tanz übrig, der aus vielen kunstvoll verschlungenen Touren bestand. Die fietnen Andenken, Papierblumen, kleinen Fächer und Papierschirmchen, die dann behutsam zum Andenken aufbewahrt wurden, erscheinen uns heut« lächerlich: bafür florieren die Fabriken, in denen die Teddybären hergestellt werden, die man früher nur den Kleinen als Spielzeug schenkte und die heute bei den Damen in Gunst stehen. Auch die bunten Luftballons, die man bei Kinderfesten feil* bot, sind zum unentbehrlichen Requisit der modernen Bälle geworden. — Es gibt viele neue Argumente für die Philosophen, die die Ansicht vertreten, daß die Welt weder bester noch klüger, sondern nur anders werde. er auf die Schauspielerei bald verzichtet«, wandte er sich um so eifriger der Schriftstettevei zu, und sein erster großer Erfolg war das Drama „Der Silberkönig", das sich bis heut« auf der Bühne erhalten hat und auch in einer Filmbearbeitung großen Erfolg sand. Jones' bedeutendste Werke sind Gesellschaftssattren, in denen er die Technik Ibsens sehr geschickt verwendete: er geißelte in Dramen toi« „Heilige und Sünder", „Judas", „Die Tänzerin", „Die Heuchler", „Mrs. Danes Verteidigung" den Pharisäismus, die Selbstsucht, den Wunderglauben und die Eitelkeit ves englischen Mittelstandes. Groß war seine Fruchtbarkeit: er hat gegen hundert Stücke verfaßt und Jahrzehntelang der englischen Bühn« erfolgreiche Werk« geliefert. Er arbeitete, wie er selbst einmal erzählt«, „ganz handwerksmäßig", formuliert« zuerst den Grundgedanken in einem kurzen Satz, verfaßt« dann dazu ein Szenarium und skizzierte dann die Charaktere. Schließlich wurde das Stück niedergeschrieben und sorgfältig gefeilt: er gestattete dann nachher nicht mehr die geringste Veränderung am Text. Die ausgezeichnete Technik seiner Stücke verleiht ihnen ihren Wert. Nicht nur im Gesellschaftsstück, sondern auch in der Komödie hat er Vorzügliches geleistet, und sein Lustspiel „Die Lügner" gitil neben Sheridans „Lästerschule" als das klassische englische Lustspiel. In seinen letzten Dramen machte sich aber bereits das Altmodische seines Stils bemerkbar, und.die Stücke fanden in den Vereinigten Staaten mehr Anklang als in England. Jones entfaltete eine aus gebreitet»? kritisch« Tätigkeit und besonders nahm er sich Shaw aufs Korn, in dem er seinen „intimsten Feind" erblickte. Sein letzter Aerger mit dies-em großen Gegner war dec Erfolg der „Heiligen Johanna", durch den sein Drama „Die Lüge" sehr schnell von der Bühne des Neuen Theater- verdrängt wurde. Dr. F. S. Hochschulnachrichien. An der Universität Marburg habilitierte sich Dr. phil. Egmont Zechlin für neuere Geschichte. Professor Dr. Heinrich Vogt in Heidelberg hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Astronomie an der Universität Jena als Nachfolger von Prof. O. Knopf angenommen. Handball der O. T. Turnverein 1846 Gießen. Das Spiel der 1. Mannschaft gegen die Stadtmannschaft Weilburg siel aus, bcs Weilburg nicht antrat. Die 2. M ann schäft verlor — nur mit 9 Monn spielend, nach der Pause waren es nur noch 8 — gegen Lv. Wetzlar 2. Mannschaft 2:7. nachdem das Spiel bei Halbzeit noch 2 : 2 stand. Die (Zugendmannschaft trug in Butzbach ein Freundschaftsspiel aus und verlor 5 : 1, Halbzeit 1:1. Butzbach hatte Spieler der A- Klasse eingestellt, die den Ausschlag gaben. Tv. Marburg — Tv. Grohen-Vuseck 2:5 (2:1). Merkwürdigerweise durfte ein Spieler vom Lv. 1846 Gießen, der noch wegen Schiedsrichterbeleidigung in einem Spiel gegen Großen-Buseck gesperrt war, als Schiedsrichter wirken. Trotz 13 Verwarnungen und 27 Strafstößen, die gegen die Dusecker ausgeteilt wurden, wurde obiges Resultat erzielt. Marburg hatte ausnahmsweise seine Mannschaft vollzählig beisammen, und konnte in der ersten Halbzeit stark drücken. 3n der zweiten Halbzeit konnte dann der besser eingespielte Dusecker Sturm seine Schuhkraft beweisen. Techn. Hochschule Karlsruhe — Universität Gießen 9:5 (5:2) 3n der 8. Minute führten die Gießener bereits 2:0. Dann wurden drei Spieler auf ein und dieselbe Art spielunfähig getreten, so daß Karlsruhe dadurch stark im Vorteil war. Da die ^Iniversitätsmeisterschast im Pokalsystem aus- gespielt wird, scheidet Gießen mit diesem Spiel in der Zwischenrunde aus. 3n der Endrunde spielen jetzt Karlsruhe und Frankfurt. D. f. B. Handball. Das in der Freitagsvor-schau angesogte Rückspiel der Handballmannschaft gegen die Meisterelf des Turnvereins Garbenteichs kam infolge Absage der Turner nicht zustande und wurde auf einen späteren Termin verlegt. D. f. B. Die B. f. B. - L i g a errang wieder einen glänzenden Sieg, indem sie ihren Verbandsspielgegner, V. f. R. - B u tz b a ch , mit nicht weniger als 9:0 abfertigte und damit zwei weitere wertvolle Punkte errang. Der Sieg ist um so höher zu bewerten, als gerade Butzbach es war, das dem Wetzlarer Sportverein ein Unentschieden lieferte und damit einen Punkt, und der Gießener Spieloereinigung durch einen 2:1-Sieg sogar beide Punkte abnehmen konnte. V. f. B. hat erneut bewiesen, daß er seine Spitzenstellung im Lahnkreis zu Recht einnimmt und mindestens eine Klasse besser ist, als die meisten seiner Gegner: trotz mancherlei widriger Mißstände, wie gänzlich unzulängliche Platzverhältnisse und anderes mehr, in zehn Spielen zehn Siege und ein Gesamttoroerhältnis von 45:8 hercmszuholen, zeigt von einem beachtenswerten Können und einer starken Ueberlegenheit gegenüber den anderen Vereinen. Trotzdem soll zugegeben werden, daß die Spielweise der Mannschaft noch stark verbesserungsbedürftig ist. Der Sturm war bisher das Schmerzenskind in der Mannschaft, legte ober diesmal bedeutend mehr Durchschlags- und Schußkraft an den Tag, als in den letzten Spielen. Immerhin hätte er noch mehr Tore schießen können, wenn er seine Aktionen noch etwas wuchtiger gestaltet hätte. Die Läuferreihe leistete in punkto Zerstörung, wie immer, Vorzügliches, ließ dagegen in Bezug auf Aufbau des Spiels manches zu wünschen übrig. Ihre Vorlagen an den Sturm gingen meist über diesen hinweg, landeten bei der gegnerischen Verteidigung und waren infolgedessen für die eigene Angriffsreihe nur schwer zu erreichen, oder oft gar wertlos. Die Verteidigung einschließlich Tormann war auf der Höhe. Wenn die Mannschaft sich bemüht, den ihr eigenen flachen Kombinationsstil noch zu vervollkommnen, dürfte ihr die Meisterschaft des Lahnkreises sicher sein. Zum Spielverlauf sei kurz folgendes berichtet: Sofort von Anbeginn zeigt sich V.f. B. überlegen und trägt eine Reihe planvoller Angriffe vor, von denen der gut aufgelegte Sturm bereits in der ersten Viertelstunde drei mit Erfolg obschließt. Butzbach läßt sich nicht entmutigen und Lache Vajiarro! Roman von 3- Schneider-Foersil. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 45. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Hettingen wehrte mit einem schwachen Heben der Rechten. Gr fühlte, wie die Augen des Polizisten mit durchdringender Schärfe auf ihm ruhten, und wendete in maßloser Qual das Gesicht etwas zur Seite. „Die Herren vermögen mir also keinerlei Auskunft zu geben," wandte sich der Beamte an Diebow. „Sie haben keinen Schrei gehört oder Schritte oder sonst irgend etwas, das uns ein Fingerzeig ist, wo wir die Spur aufzunehmen haben I" „Rein!" sagte Diebow ehrlich. „Wir haben die ganze Rächt zusammen hier geschlafen, Baron Hettingen und ich!" Er zeigte nach dem Strohlager, über das die Decke noch unordentlich zu Boden hing. „Wann sind die Herren herausgekommen?" Kurt sann nach. „So gegen ein halb zehn Uhr - Baron Hettingen war schon hier, als ich kam! Gs ist wirklich Zeit, daß du zu liegen kommst," sagte er teilnehmend, und versuchte den Freund auf das Lager zu drücken. Ohne eine weitere Frage gestellt zu haben, entfernte sich der Polizist. Diebow sah ihn draußen eindringlich mit dem anderen sprechen, der ihm scheinbar Untergebener war, denn er verneigte sich mehrmals zustimmend. „3ft das nicht entsetzlich, Achim! — Ein Mädchen mit durchschnittener Kehle! Und so nahe 6ei unserer Hütte! Vielleicht hat dich ein unbestimmtes Ahnen von dem Grauenhaften schon gestern abend so nervös gemacht. Du scheinst für solche Dinae sehr sensibel zu fein. 3ch selber habe ja auch schon seit 3ahren nicht mehr so schlecht geschlafen! Wenn ich dich nicht immer wieder an meiner Seite verspürt hätte, wäre ich glattweg auf und nach Bellinzona hinunter. So unheimlich kam es mir vor." Turnen, Sport und Spiet. versucht unter Aufbietung aller Energie das Resultat zu verbessern. Seinem Sturm, der nicht schlecht ist, und verschiedentlick sogar recht gute Leistungen zeigt, fehlt jedoch die Unterstützung der Läuferreihe. Immerhin vermag der Gegner vis kurz vor der Pause weitere Erfolge der im Feldspiel überlegenen Platzmannschaft zu verhindern, muß dann aber doch noch ein viertes Tor hinnehmen. Rach dem Wechsel kommt V. f. B. mehr und mehr auf und beherrscht allmählich vollkommen das Feld. Der Gegner kommt nur noch in vereinzelten Durchbrüchen vor, die jedoch von der Verteidigung rechtzeitig abgestoppt werden. Der Sturm der Platzmannschaft ist in einer selten guten Form, und vermag trotz verzweifelter Gegenwehr der recht guten Verteidigung und des glänzenden Tormanns, dessen hervorragendes Können seine Mannschaft vor einer höheren Niederlage bewahrte, noch fünfmal einzuschießen und jo das Schlußresultat auf 9:0 zu stellen. Nicht unerwähnt darf die vorzügliche Leistung des Schiedsrichters Z u 11 (Spielvereinigung 1900) bleiben, der mit seiner umsichtigen und korrekten Leitung ein gut Teil Verdienst an dem fairen und ruhigen Ver- lanf des Treffens, wofür auch den beiden Mannschaften volle Anerkennung zu zollen ist, hatte. Das Spiel der vierten Mannschaft gegen die Erste Steinbachs wurde verschoben. Spielvereimgung 1900 Gießen. 1900 Gießen (Liga) — Herborn (Liga) 3:3. (Halbzeit 0:2). ö. Die Gießener spielten am Sonntag wider Erwarten auf eigenem Platz gegen Herborn nur unentschieden. Spiele, die mit solcher Schärfe durchgeführt werden, gehören au fdern Sportplatz an der Liebigshöhe zur Seltenheit. Das Publikum nahm regen Anteil an den Geschehnissen auf dem Spielfeld, besonders der zahlreiche Herborner Anhang. Die 1900er mußten dieses schwere Spiel gegen den derzeitigen Tabellenzweiten ohne ihren bewährten Tormann Brambach und ihren besten Stürmer Heilmann machen, da beide erkrankt sind. Sie nahmen anfangs das Spiel viel zu leicht, so daß Herborn etwas mehr vom Spiel hatte, insbesondere da die körperlich gut disponierte Mannschaft durch großen Eifer immer wieder in den Besitz des BaUes kam. Erst als der Platzverein mit 0:2 Toren im Hintertreffen war, ging er mehr aus sich heraus und erzielte mehrere äußerst günstige Torchancen, so daß der Ausgleich bis zur Pause verdient gewesen wäre. 3n der Pause erhielten die Mannschaften neue Instruktionen, die besonders bei den 1900cm fruchteten. Die Gießener Elf legte in der zweiten Halbzeit mit einer Energie los, der die Herborner doch nicht gewachsen waren. Die Vereinigten erzielten denn auch den Ausgleich. Ein weiteres Tor, bei dem der fair angegangene Herborner Torwart den Ball ins eigene Retz warf, erkannte der Schiri aus unbefanntem Grund nicht an. Dann lieh der Gießener Ersah- Hüter einen Schuß des Linksaußen Herbvrns aus den Händen springen, der Gegner führte wieder nach kurzem Geplänkel 3:2. Aber nochmals erzielte 1900, das zeitweise stark überlegen war, den mehr als verdienten Ausgleich. Alle drei Gießener Treffer erzielte der Halbrechte, Erb. Abgesehen von Durchbrüchen, spielte sich das Spiel in der zweiten Hälfte im Spielfeld Herborns ab. Man weiß nicht, wie es geworden wäre, wenn der Gießener Rechtsaußen nicht eine halbe Stunde vor Schluß so verletzt worden wäre, daß er zunächst ausscheiden und später nur noch als Statist mitwirken konnte. Tas vorher angesehte Spiel 1900 Reser - Den gegen Herborns Res erven gewann 1900 kampflos. Der Gegner hatte vorgezogen, zu Hause zu bleiben, da die Bahnverbindung dem Spielbeginn nicht günstig war. Das am Vormittag zum Austrag gekommene Spiel 1 9 0 0 dritte Mannschaft gegen V. f. B. dritte Mannschaft ging für den Platzverein mit 1:2 Toren verloren. Der Tormann soll nicht ganz schuldlos an den beiden Treffern des Gegners sein. Fußball in Heuchelheim. Die erste Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim wartete am Sonntag vergeblich auf ihren Gegner, F. C. Teutonia, Laubach. Hettingen brachte keinen Ton über die Lippen. Klatschend vor Rässe hing ihm das Hemd um den Leib. Zwischenhinein machte ein Schüttelfrost seinen Körper erzittern, daß et haltlos gegen die Bretter fiel. Diebow stillte nach dem Brunnen, ein Glas Wasser für ihn zu holen, sah zwei Herren, die er als Beamte des Gerichtes in Bellinzona erkannte, auf sich zugehen, die baten, noch einmal eintreten zu dürfen. Er bejahte höflich mit dem Ersuchen, falls sie weitere Fragen zu stellen hätten, diese ausschließlich an ihn zu richten, da sein Freund völlig am Zusammenbrechen sei. Ein scharfer Blick flog zu 3oachim, der reglos auf dem Bette saß und vor sich hinsah. Daß es so leicht war, das Rätsel zu lösen, hatten die Beamten nicht erwartet. Hier fand sich alles, was zur Klärung der Sache nötig wat. Man mußte nur mit etwas Vorsicht zu Werke gehen, daß der Täter nicht zu früh Verdacht schöpfte und womöglich Selbstmord beging. Die Hauptsache blieb, ihn in sicheren Gewahrsam zu bringen, das andere ergab sich dann ganz von selbst. Der Zufall war ungemein günstig, denn draußen hielt eben der Kraftwagen, den 3ankes heraufgeschickt hatte, um den Baron zu holen. Diebow ging neben dem Freunde her nach dem Auto und drückte ihn sorglich in die Lederpolster. „3n fünf Minuten sind wir zu Hause, Achim!" sagte er tröstend und nahm an seiner Seite Platz. Einer der Beamten bat höflich, ob es ihm nicht gestattet wäre, mitzukommen. Es bedeute für ihn eine große Zeitersparnis. Diebow öffnete ohne weiteres den Schlag wieder. den er bereits zugeklappt hatte. „Sie können ruhig mlttommen.“ Zurückblickend, bemerkte er, wie einer der Polizisten dem im Wagen sitzenden ein Zeichen gab. Aber er legte nicht den mindesten Wert daraus, sah nur besorgt nach 3oa- chim, der schweigend in den Polstern sah. „Wenn man nur erst zu Hause war. Dann würde alles rasch wieder gut fein.“ Als der Wagen vor der Villa 3ankes hielt, bat der Beamte, mit hineinkommen zu dürfen, um allenfalls noch einige Fragen an die Herren richten zu können. Diebow gewährte mit einem leichten Ricken. Zu dreien gingen sie den breiten befieften Weg hinauf, der zum Eingang führte. Hettingen vermochte sich kaum mehr auf den Füßen zu halten und schleppte sich nur mehr mit Mühe die Stufen zur Terrasse hinauf. Die Halle war leer! Rur ein Diener rollte die Stühle zur Seite und säuberte mit einem Luxapparat den riesigen Teppich. Als Kurt seinen Arm unter den 3oachims schieben wollte, um ihn nach seinem Zimmer hinaufzubegletten, trat der Beamte dazwischen und legte dem Baron die Hand auf die Schulter. „3m (Hamen des Gesetzes erkläre ich Sie für verhaftet, Baron Hettingen!" Ein momentanes Erstarren des stattlichen Körpers — dann ein Sprung zur Seite! — Mit einem Griff hatte Joachim eines der Gewehre des kunstvoll geschnitzten Ständers herausgerissen, als der Beamte es ihm mit einem kräftigen Schlag aus der Hand stieß. Blitzschnell fuhr eine Gliederkette um seine beiden Gelenke, und die Stimme des Polizisten klang drohend zu ihm auf: „Durch nichts hätten Sie 3hre Täterschaft einwandfreier bestättgen können, als durch diesen Versuch, sich zu entleiben. Verhalten Sie sich vollkommen ruhig, Baron! 3eder Fluchtversuch wäre vollkommen zwecklos. Sie würden mich nur zwingen, Sie über den Haufen zu schießen. Das möchte ich unter allen ilmftäriben vermeiden. Wir brauchen erst noch 3hr unumwundenes Geständnis!" Diebow erwachte allmählich aus seiner Betäubung, die ihn vollkommen wort- und tatlos gemacht hatte. Mit beiden Händen fuhr er nach dem Arme des Beamten. „Das ist ja Wahnsinn." schrie er ihn an. „Sie vergessen, wen Sie vor sich haben! — 3ch bin Zeuge, daß mein Freund die ganze Rächt an meiner Seite gelegen ist und keine Minute von mir wegging! Das muß 3hnen doch genügen!“ „Das genügt mir nicht! Sie kamen erst gegen neun älhr nach der Baracke! Die Tragödie kann Infolgedessen kamen die Heuchelheimer kampflos zu zwei Punkten. $. (5 Teutonia Steinberg. Erste Mannschaft — Lollars Zweite 1:0 (0:0); Eckenverhältnis 5:2. Am Sonntag weilte die 2. Mamrschaft des Sportvereins Lollar in Steinberg zum fälligen Derbandsrückspiel. Lollar kam in verstärkter Aufstellung. Steinberg mußte wegen Krankheitsfälle nur mit 10 Mann spielen. Das Spiel ging mit 0 :0 in die Pause. Slli.iberg war in der zweiten Halbzeit überlegen, konnte aber nur den siegesbringenden Treffer erzielen. Da der angesehte Schift Hofmann, Heuchelheim, nicht zur Stelle war, einigten sich beide Mannschaften auf den Schirianwärter Fr. Müller, Steinberg, ber das Spiel korrekt leitete. Eki-Rennen aufdemHohew-skopf Der Wald von Ski, der am Sonntagabend vom Bahnhof in Gießen einzog, verriet, daß das diesjährige interne Rennen des Ski- Kl u b s Giehen auf dem Hoherods- k o p f gut besucht gewesen war. Aber nicht nur zahlenmäßig, sondern auch sportlich kann der Ski-Klub mit Befriedigung auf das Unternehmen zurückschauen. Zwar war die Schneedecke an den Hängen nach Breungeshain etwas dürftig. 3nfolge des Frostes liefen jedoch die Ski auch über gelegentliche Grasbüschel glatt hinweg. Um so besser waren die Schneeverhältnisse im Oberwald. Die Langläufer jagten im Pulverschnee dahin. Auf der großen Sprungschanze war durch Aufschütten von Schnee nach^eholfen worden. Am Sonntag in der Frühe erwartete man einen sonnigen Tag, wie es der Samstag zuvor gewesen war, an dem die Rennleitung sich Mittags im Freien die 3anuarfonne in die Kaffeetassen scheinen ließ. Aber am Renntag überzog sich im Lauf des Vormittags der Himmel, und zum Sprunglauf am Mittag hatte man wieder einmal den altbekannten Vogelsberger Rebel zu Gast. Samstagabend in den Klubhäusern des VHC.: das übliche Bild. Rennungen, Startnummern, Bekanntgabe der Bedingungen. Dann ein Fackellauf am Hang, der sich leider etwas allzu sehr im Gelände verbarg. Später Gesang, Tanz und Bettruhe für den kommenden Tag. Die L a n g l a u f strecke war sehr geschickt angelegt. Sie führte vom Klubhaus aus am Waldrand entlang durch den Oberwald, um von Rorden her (Flößerschneise) in flottem Gefälle die 3lbeshäuser Landstraße zu erreichen, von wo es an der Lauterbacher Hütte vorbei zum Teil quer durch den Wald zum Hoherodskopf zurückging. Länge: 10 Kilomeier. Höhendifserenz: etwa 200 Meter. Der Damen- und 3ugenölauf bog früher ab und war 4,3 Kilometer lang. Die Langlaufzelten waren gut. l)r. mell. Dobrowolny (Assistent am 3nftitut für Körperkultur) hat als 1. Sieger bewiesen, daß er nicht nur im Amt, sondern auch im weißen Gelände Rachfolger des in den Vorjahren als Sieger bekannten Dr. Heiß (jetzt in Berlin) geworden ist. Beachtenswert ist auch tne Laufzeit Wittings, der im vorigen 3ahr noch in der 3ugendgruppe als 1. Sieger gelaufen war und jetzt in der 1. Klasse (Läufer zwischen 18 und 32 3ahren) den 3. Preis davongetragen hat. Leider hatte der Laufwart des Gießener Ski- Klubs, von Grolman, unterwegs Dindungs- bruch. Durch die Reparatur verlor er wertvolle Minuten und einen Siegerpreis. Trotzdem ging er als Fünfbester mit 50,18 Minuten durchs Ziel. Die Konkurrenz in den beiden H.'rrenlanglauf- klassen war eine recht scharfe, zumal sich die Ski- Mannschaft des Hessischen Polizeisport- vereins beteiligte 3n der Klasse II. bewies der 1. Sieger, Kurt Georgi, daß er nicht nur als Ruderer, sondern auch auf anderen Aggregatzuständen des Wassers etwas zu leisten versteht. Die Läufer der Altersklasse waren zwischen 30 und Mitte 40 3ahre alt. Die beiden Sieger, Daurat Mangold und Direttor Schultze (Rodheim a. d. B), sind als solche nicht unbekannt. Dasselbe gilt von den beiden ersten Siegerinnen im Damenlauf, Frl. 3 a e ge r und Drill, während Frl. C h a 111 e r als 3. Siegerin den Beweis erbracht hat, daß sie Ende vorigen Winters auf dem Arlberg (Tirol) etwas dazugelernt hat. Die männliche 3ugend zeichnet sich von 3ahr zu 3ahr durch brauchbarere Leistungen aus. Wcl er H e u ß e 1, zugleich 1. S eger im Abfahrtslauf, hat das Zeug zu einem tüchtigen Sportsmann. Auch der weiblichen 3ugend fei anerkennend gedacht. Der Abfahrtslauf ging diesmal von der 3ugendherberge durch den Oberwald, am ehemaligen 3aegerfchen Hcrus vorbei. den Westhang hinunter zwischen Fichten- beständen hindurch bis zum Rand des untersten Bestandes. Die Sicherheit der Läufer auf dem infolge des mangelhaften Schnees schwierigen, zum Teil verharschten Gelände bewies, daß man im Vogelsberg die Bretter beherrscht. Hierbei erreichte in der Klasse I der seither im Vogelsberg noch nicht befannte Mölders die beste Zeit. Grünbergs bester Läufer Kappes, der im Langlauf den zweiten Platz gehalten hatte, war im Abfahrtslauf 3. Sieger. Auch in der Altersklasse wurde gut gefahren. Auch hier wieder bekannte Sieger: Direktor Schultze und Staatsanwalt S ch u d t. Die Damen hielten bei den Siegen im Abfahrtslaus genau dieselbe Reihenfolge ein, wie im Langlauf, bei der männlichen 3ugendgruppe wechselten der 2. und 3. Sieger. Reu war in diesem 3ahr die Beteiligung 3ugendlicher am Sprunglauf. Das was man bei den 3ugendlichen Borgmann und P o p p e r t an Sprungleistungen gesehen hat — es wurde auf dem kleinen Sprunghügel mit Tvuren-Ski gesprungen —, berechtigt zu den besten Hoffnungen. Sämtliche Sprünge dos Siegers Borgmann waren gestanden. Wie immer zog der Sprunglauf auf der großen Schanze die meisten Zuschauer an. Die Sprungweiten blieben freilich hinter denen des Vorjahres zurück, erreichten auch nicht die der älebungssprünge des Vortags. Der Rebel hatte den Schnee abgestumpft, so daß die Gleitwirkung schlecht war. Als neue Größen im Sprunglauf waren zu sehen: M ö l d e r s (der 1. Sieger im Abfahrtslauf) und vor allem Bartel, der durch die schnit ize Art, wie er sich dem Absprung näherte, auffiel. Beim letzten Sprung entrißen ihm freilich zwei schlechte Haltungs- noten (Haltung in der Luft und beim Aufsprung) den 1. Preis, den sich auch In diesem 3ahr wieder von Grolman yolte, der — vielleicht vom ersten Aufsprung abgesehen — sich wiederum als der sicherste Springer bewies. Zum ersten Male wurden in diesem 3ahr für den kombinierten Lauf (Langlauf und Sprunglauf) Roten erteilt Alle Si:ger, die n ur am Sprunglauf oder nur am Langlauf teilgenommen hatten, kamen bei dieser Wertung naturgemäß nicht in Frage. 1. Sieger blieb auch bei dieser Wertung von Grolman, dem Kappes-Grün- berg als 2. Sieger folgte. Die Ski-Meisterschafl des Ski-Klubs Gießen fiel auch in diesem 3ahr" von Grolman zu, der sie bereits im vorigen 3ahr errungen hatte. Von auswärtigen Sft^Klubs waren vertreten: Ski-Klub Grünberg. Marburg, Wetzlar und „Ski- Zunft hoher Westerwald Wetzlar", sowie der hessische Polizei-Sportverein, dessen Sportsmannschaft sich zur Zeit unter Führung von Polizeihauptmann Philippi auf der Ski- Hütte bei Rudingshain aufhält Diese Mannschaft konnte zwei Preise davontragen, obgleich sich eine Reihe ihrer besten Läufer zur Zeit im Schwarzwald befindet. Es steht zu hoffen, daß in den kommenden 3ähren diese Slimannschast, die sich in größerer Zahl am Lang- und Abfahrtslauf beteiligt hat, in den kommenden Zähren auch die Konkurrenz auf der großen Sprungschanze verschärfen hilft Leider war infolge einer Verkettung mißlicher ilmftänbe der sonst sich ganz gut schon vorher abgespielt haben! Begreifen Sie, Herr Diebow?" „Rein!" Das Haus hallte wieder von diesem Rein! Dann rann Kurt ein Strom von Eiseskälte über den Leib. Hettingens sonderbares Benehmen, als er kam. Sern offensichtliches Bestreben, ihn weg $u haben! Das sonderbare Geräusch, das er beim ersten Sindösen gehört hatte! Die offene Türe, von der er bestimmt wußte, daß sie kurz zuvor noch geschlossen gewesen war. Er mußte erst alle Kraft des Geistes aufbieten, eh er all dieses Häßliche von sich zu schieben vermochte. Beide Hände legte er auf 3oachims gefesselte. „Sprich doch! — 3ch bitte dich um alles in der Welt, nur ein einziges Wort, das dich entlastet! Du Eannft es ja! Du brauchst ja nur ben Mund aufzutun! 3oachim, hörst du mich denn nicht!" Er schüttelte ihn in zorniger Verzweiflung an den Schultern, sah, wie er schon in der nächsten Minute zusammenbrechen würde, lief nach dem Speisezimmer und kam mit einem Glase Rotwein zurück, das er ihm an die Lippen führte. Aber seine Finger zitterten derart, daß ein Teil des 3nhaltes auf Hettingens Hemdbrust floh. „3ch danke dir, Kurt!" Es war das erste Wort aus 3oachims Mund. Aber seine Stimme war eine ganz andere! „Laß den Dingen ruhig ihren Laus! Das Leben hat für mich ja doch keinen Zweck mehr! Wenn nur schon alles aus und vorüber wäre!" Zankes kam von oben fjerabgelaufen, sah die gefesselten Hände und Hettingens qualdurchfurchtes Gesicht und war in der nächsten Sekunde an seiner Seite. Zorngerötet wandte er sich an den Polizisten: „Mit welchem Recht vergreifen Sie sich an einem Gaste meines Hauses? — Baron, ich möchte Sie bitten, die Schmach, welch« man 3hnen in meinen vier Wänden angetan hat. nicht auf meine Schullern wälzen zu wollen. — Sprechen Sie, bitte!" die Aufforderung war an den Beamten gerichtet. (Fortsetzung folgt.) I 2 a n i 10 Rilomet •pobroiDolnr ©rünberg, Klasse II Schüßln 5 Sporl-Dere 2. 2an g meter): 1. Schultze, 2 3. Lan Mmeter) ■Still 30,1 4. Lan Kilometer Bruchhaus 5. San Jahren, 4.1 2. Hiltrud 6. 2ldsa 1,3 Jtilomrt 451. 2. ®r. pes, Sriink Verner §ch Dol.'Lport' ?. Absa 1,3 Kilomel' 2. Staatsar S. Absa 1,3 Kilometz ■Brill 5,00. 9. Absa 1B 3ahrr, 1 2. Hritz Dor 10, Spr 18 Jahre, Hard Borg lämllich ge 11. Spi Jahre, ari Sprünge): und 13,50 •Bartel: 15, 12. Jfoi Wertung vc Grolman. 13,611. Dietzen: * % olilf ßr. n,e ron qjall -en ynh wy günstigen^ HM varer E v fern A Schnnn? Sli-He" ' Möge . QluftaU^ des Men findet nach! linge"; startet dort icrinnen 3» Die 6t Si'eA Dem Jas m Besch i)anQu erf «"«.die Ent! ^geführt an । «eitere Masterjtm offentlii tt CT"? iX f Jrwn Lüt *X Ur.™")51 dnt Äh51* litt SÄ?" iss feSS W-SkH ^rtslouj 1 den M Äand ^ ^fen- nt kr K'1'1* rn y N Drelter 5?^^’ ÖM 'lasse I J* A L ■ * ®«iö fiftftSöi LZ 35* DlEor Schalke flhrtar®1* ®“"* Akn ftjr“j Ndbe Welten dn 2. und JMr ine Beteiligung Vrunglau s. Dasloa- M Borgmann uni 9Wng® gesehen hat linnen tzvrunMgel mit -■ M?t yi den Euhe Sprünge bti Bit, rot Banden. Die im» irunglmif je die meisten Zuschauer i blieben freilich hinter lrück. erreichten auch nicht : des Bvttags. 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Schmrncke. Es klappte alles. Kein ilnfall war zu verzeichnen. An der Rennleitung oeteiligten sich außer dem Genannten noch die Herren Legler. Ehr. Schmidt, Kühne, Dr. Möckelmann, Schnick- mann und Dr. Wodaege. Die Zuschauer kamen vor allem beim Abfahrtsund Sprunglauf auf ihre Kosten. Infolge der günstigen Autoverbindung Schotten—Breungeshain waren sie zahlreich erschienen. Gegen 14.30 Llhr erfolgte vor den Klubhäusern die Bekanntgabe der Sieger durch Dr. Schminckc, wobei zu ihren Ehren manches „Ski°Heil" erscholl. Möge das Hoherodskopf-Rennen ein guter Auftakt sein für das Rennen des Landesverbandes Ski-Klub Sauerland, dem der Ski-Klub Gießen angehört. Das Landesverbands-Rennen findet nächsten Samstag und Sonntag in Millingen iWaldeck) statt. Der Ski-Klub Gießen startet dort mit insgesamt 10 Läufern und Läuferinnen zu Lang-. Gelände- uno Sprunglauf. Die Ergebnisse des hoherodskopfrennens im einzelnen: 1. Gang lau) (Herren 18 bis 32 Jahre, 10 Kilometer). Klasse 1: 1. Dr. med. Karl Dobrowolny 46,06 Min. 2. Heinrich Kappes, Grünberg. 46,52. 3. Ernst Witting 46,59. — Klasse ll: 1, Kurt Georgi 47,17. 2. Erwin Schühler 51,59. 3. Georg Körner, Hess. Pol.- Sport-Derein, 53,15. 2. Langlauf (Herren über 32 Jahre, 10 Kilometer): 1. Baurat Mangold 53,57. 2. Direktor Schultze, Rodheim, 54,29. 3. Langlauf (Damen über 18 Jahre, 4,5 Kilometer): 1. Margrit Jaeger 28,02. 2. Lotte Brill 30,17. 3. Margarete Challier 33,43. 4. Ganglauf (männliche Iugendgruppe. 4,5 Kilometer): 1. Walter Heußel 27,40. 2. Otto Druchhäuser 29.02. 3. Ludwig Schneider 29,14. 5. Ganglauf (weibliche Jugend bis zu 18 Jahren, 4.5 Kilometer): 1. Genta Handrik 33,56. 2. Hiltrud Scriba 35,06. 3. Ilse Mangold 36,17. 6. Abfahrtslauf (Herren 18 bis 32 Jahre, 1,3 Kilometer). Klasse I: 1. Heinrich Mölders 4,21. 2. Dr. Dobrowolny 4,22. 3. Heinrich Kappes, Grünberg, 4,36. — Klasse ll: 1. Dr. Werner Schopper 4,43. 2. Emil Bernhardt, Hess. Pol.-Sport-Berein, 5,00. 3. Kurt Georgi 5,14. 7. Abfahrtslauf (Herren über 32 Jahre, 1,3 Kilometer): 1. Direktor Schultze, Rodheim, 4,45. 2. Staatsanwall Schudt 4,49. 8. Abfahrtslauf (Damen über 18 Jahre, 1,3 Kilometer): 1. Margrit Jaeger 4,37. 2. Gotte Brill 5,00. 3. Margarete Challier 5,37. 9. Abfahrtslauf (männliche Jugend bis 18 Jahre. 1,3 Kilometer): 1. Walter Heußel 4,39. 2. Fritz Dörfner 4.47. 3. Dieter Poppert 4,51 Min. 10. Sprunglauf für Jugendliche (bis 18 Jahre, kleine Sprungschanze): Sieger Eberhard Borgmann, drei Sprünge von je 9 Meter, sämtlich gestanden. 11. Sprunglauf für Herren (über 18 Jahre, große Sprungschanze, je drei gewertete Sprünge): 1. v. Grolman, Sprünge: 12,50, 13,50 und 13,50 Meter, sämtlich gestanden. 2. Hugo Bartel: 15, 14,50 und 14 Meter, sämtl. geftanbcn. 12. Kombinierter Gaus (gemeinsame Wertung von Ganglauf und Sprunglauf): 1. von Grolman. 2. Heinrich Kappes, Grünberg. 13. Ski-MeisterschaftdesSki-Klubs Gießen: v. Grolman. Wirtschaft. Oie Basattindustrie im Jahre 1928. Dem Jahresbericht der Frankfurter Handelskammer entnehmen wir folgende Angaben über die Lage der Basaltindustrie: Im Bezirk Fulda war die Beschäftigung in der Basaltindustrie im Jahre 1928 großen Schwankungen unterworfen. Die Aufträge für Bahn- und Straßenschottec waren gegen dir vergangenen Jahre erheblich zuruckgegang'en. Der Absatz in Groß- und Kleinpflastersteinen lag völlig darnieder. Die Steine mußten durchweg mit Verlust verkauft wer- den. Die Nachfrage nach Teersplitt für Straßenbau war einigermaßen zufriedenstellend. Ueberangebot und damit gedrückte Preise beeinflußten das ®e- schüftsergebnis ungünstig. Die Beschäftigung der Basaltwerke des Bezirks Hanau erfuhr 1928 einen starken Rückgang, was auf die Entwicklung des neuzeitlichen Straßenbaues zurückgeführt wird, auch die Re chöbahn hat ihre Bezüge an Gleichbettungsstoffen stark eingeschränkt. Ein weiterer Grund für die geringe Nachfrage nach Pflastersteinen wird in den beschränkten Geldmitteln der öffentlichen Körperschaften gesehen. Während im Vorjahr den Gemeinden größere Mittel aus Auslandanleihen zur Verfügung standen, die aum erheblichen Teil dazu benutzt wurden, Straßen mit Kleinpflaster zu versehen, war dies im Berichtsjahr infolge der Einschränkung der Auslandanleihen nicht in diesem Umfange der Fall. Gewünscht wird eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Aufträge auf das ganze Jahr, wodurch die jetzigen starken Schwankungen in der Beschäftigung und Stockungen in der Belieferung vermieden werden könnten. Lebhaft geklagt wird über die zunehmende Konkurrenz durch kommunale Steinbruch- und Schotterbetriebe, die aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Äon den Schlachtviel-märkten. Im allgemeinen wurde an den deutschen Schlachtviehmärkten in der vorigen Woche ein einigermaßen befriedigendes Geschäft getätigt. Zu Beginn der Woche war der Handel durchweg etwas lebhafter, um gegen Schluß etwas nachzulassen. Die Beschickung der Märkte war wieder normal. Es waren aufgetrieben 19 400 Rinder, 19 600 Kälber, 7600 Schafe und 75 000 Schweine. Am Rinder markt brachte der Verkehr verschiedentlich leichte Preisbefestigungen. Ochsen dagegen gaben teilweise unbedeutend nach. Jüngere vollfleischige Bullen waren zumeist bevorzugt. Die K ä l b e r m ä r k t e verzeichneten mittelmäßigen Geschäftsgang. Die Preise zogen zum Teil um Kleinigkeiten an. In Schafen war der Handel gleichfalls mittelmäßig. Die Preisbasis verschob sich im ganzen nur wenig. An besseren Sorten mangelte es nicht selten. Für Schweine war der Geschäftsgang im allgemeinen leicht gebessert, kleine Preisaufschläge von 1—3 Pf. waren überwiegend. Das Interesse für Fellschweine blieb gering, während Fleischschweine reger begehrt waren. Die nachstehenden Preise verstehen sich in Pfennig per Pfund und Lebendgewicht. ♦ Rinder Kälber Schale Schweine Berlin 18-61 50-92 35-70 73-83 Bremen 22-55 45-87 — 50-74 Breslau 15-53 51 — 75 45-60 68-83 Chemnitz 21-56 62-84 — 72-82 Dortmund 25-62 50-90 — 63-80 Dresden 25-61 58-83 42-66 70-83 Düsseldorf 20-63 50-85 — 62-80 Elberfeld 20-62 55-88 — 66-80 Esten 25-64 55-115 20-56 66-80 Frankfurt/M. 25-58 58-76 30-54 70-78 Hamburg 15-56 40-96 — 62-76 Hannover 20-57 40-90 40-55 62-76 Husum — — — — Karlsruhe 23-57 55—77 — 72-81 Kastel 20-60 50-67 — 66-78 Kiel 20-54 32-81 31-60 50-74 Köln 20-57 50-115 45-57 60-78 Leipzig 20-60 50-80 40-62 67-80 Magdeburg 20-55 38-73 25-55 62-78 Mannheim 18-56 50-78 44-46 58-78 München 15-54 50-78 — 58-78 Stettin 15-54 30-85 22-55 65-76 Stuttgart 15-55 49-72 — 52-80 Zwickau 15-54 60-78 45-60 70-83 • D i e preußischen Schatzanweisungen. Kleber die Schahanweisungs-Cmission des Preußischen Staates hört WTB.-Handelsdienst auf Anfrage noch folgende Einzelheiten: Don dem durch die Seehandlung übernommenen Betrage hat dieses Institut gemeinsam mit der Deutschen Girozentrale den Sparkassen 40 Mill. Mk. an- geboten. Die Sparkassen haben die Wahl, 7 Proz. Schahanweisungen mit Fälligkeit am 20. Januar 1931 oder mit Fälligkeit am 20. Januar 1933 zu übernehmen. Die zweijährigen Schahanweisungen werden zu pari, die vierjährigen zu 108 Proz. zurückgezahlt. Der Kaufpreis der ersteren beträgt 97,30 Proz., der letzteren 96.60 Proz. Die Preußische Staatsbank ist bereit, die Schahanweisungen jederzeit mit 75 Proz. ihres Kurswertes zu beleihen. * Rumänische Anleihe in Deutschland. Meldung der Agentur Orient Radio aus Bukarest: Die Regierung hat bei b?r Dresdner Dank und der Firma Kampffmeyer eine Anleihe in Höhe von 560 000 Pfund Sterling abgeschlossen, die dazu bestimmt ist. den infolge der schlechten Getreideernte notleidenden Gebieten älnterftüt- zung zu gewähren. Die Bukarester Blätter bemerken, dies sei nach der Wiederaufnahme der finanziellen Beziehungen die erste wichtige Fr- nanzoperatwn mit Deutschland. Anmerkung des WTD.: Eine Bestätigung dieser Meldung war von deutscher Seite nicht zu erlangen, da die Unterhändler aus Bukarest noch nicht zurück- gekehrt sind. * Fahrzeugfabrik An sbach A.-G. 3n dem Konkursverfahren gegen die Fahrzeugfabrik Ansf ach A.-G. hat die gestrige Gläubigeraus- schußsihung beschlossen, den Betrieb vorläufig noch weiterzuführen, weil noch Aufträge und Materialien vorhanden sind. Die Verkaufsverhandlungen über das ganze Fabrikanwesen haben noch zu keinerlei Ergebnis geführt, doch ist die Möglichkeit einer Veräußerung im ganzen noch nicht ausgeschlossen. ' Errichtung zweier holländischer Kunstseidefabriken? Wie in finanziellen Kreisen verlautet, beabsich.igt der Breda-Konzern die Errichtung zw iei neuer Fabriken, die der Herstellung von Acetatseide und sogenannter Sa- perviseose dienen soll. Der Standort der neuen Fabriken steht zur Zeit noch nicht fest, jedoch verlautet, daß die eine Fabrik in Holländisch» Limburg und die andere entweder in Belgien oder in Westdeutschland errichtet werden soll. iftam.iirtcr Börse Frankfurt a. M., 15. Jan. Tendenz: freundlich. — Obwohl das Geschäft an der heutigen Börse wieder sehr klein blieb, machte sich zu Beginn des offiziellen Marktes eine freundlichere Stimmung bemerkbar. Der feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse, obwohl Tagesgeld ziemlich stark angespannt war, die weitere Senkung des Berliner Privatdiskontsatzes auf 5,75 v. H. und der leichte hiesige Geldmarkt gaben der Börse eine starke Stütze. Auch verhalfen die im nächsten Monat statt- findenden Reparationsverhandlungen zu einer gewissen Widerstandsfähigkeit der Börse. Die Spekulation bekundete jedoch immer noch große Zurückhaltung, da die geringe Beteiligung der Privatkundschaft, sowie des Auslandes am Börsengeschäft hemmend wirkten. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren zumeist Kursbesserungen bis zu 2,5 v. H. zu verzeichnen. Material kam nur in geringem Umfange an den Markt und wurde verhältnismäßig leicht untergebracht. Im Vordergründe des Interesses standen Spezialwerte, die auch zeitweise lebhaftere Umsätze zu verzeichnen hatten. Siemens eröffneten 4 v. H., Schlickert 1,75 und A. E. G. 1,13 v. H. höher. Licht & Kraft waren dagegen angeboten und 1 o. H. niedriger. Auch für J.-G.-Farben bestand nach der letztägigen Vernachlässigung etwas vermehrtes Interesse, da der Bericht dieses Unternehmens, in dem von einer günstigen Entwicklung auf dem Farbengebiet gesprochen wird, anregend wirkte. Scheideanstalt behauptet. Holzverkohlung ebenfalls gefragter; die Gründung einer Tochtergesellschaft war hierfür ausschlaggebend. Montan- lverte still, jedoch überwiegend fester. Bankwerte eröffneten uneinheillich. Discontogesellschaft und Dresdner Bank vernachlässigt. Reichsbank dagegen gesucht und 2,5 v. H. erholt. Autowerte waren bis zu 0,75 v. H. erhöht, die Umsätze blieben ■ jedoch klein. Von Zellstoffwerten waren Waldhof auf den Verkauf von Vorratsaktien nach England zur Beschaffung von Kapital stärker angeboten und 1,5 v. H. schwächer; Aschaffenburger waren dagegen etwas höher. Renten still. Deutsche Anleihen aus den schon bekannten Gründen weiter etwas gesucht und fester. Von Ausländern Anatolier vernachlässigt. Im Verlaufe blieb die Tendenz freundlich, das Geschäft beschränkte sich jedoch auf ein Minimum. Die Kurse blieben gut behauptet. Nur in Einzelfällen waren kleine Rückgänge zu verzeichnen. Am Geldmarkt erfuhr Tagesgeld eine weitere Erleichterung mit 4,5 v. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2075, gegen Pfund 20,41, London gegen Kabel 4,8503, gegen Paris 124,17, gegen Madrid 29,71, gegen Mailand 92,72, gegen Holland 12,0970. B: ter Börse. Berlin, 15. Jan. Wie bereits im Vormittags- verkehr vorauszusehen war, eröffnete die Börse in etwas freundlicherer Haltung. Vor allem regte der unverändert leichte Geldstand an, und es befriedigte, daß trotz der in einigen Tagen fälligen großen Zahlungen doch keine Anspannung sich gezeigt hat. Die Sätze waren auch heute unverändert. Tagesgeld mit 4 bis 6 o. H. angeboten, Monatsgeld 7 bis 8,5 o. H. nominell, Warenwechsel etwa 6,25 v. H. Die zum Schluß feste Neuyorker Börse regte ebenfalls etwas an, auch die Erklärung über Morgans Ernennung zum Reparationssachoerständigen befriedigte die Börse. Die ersten Kurse waren rein börsentechnisch 1 bis 2 v. H. fester, da die Spekulation nach den gestrigen Abgaben wieder zu Deckungen schritt und von außenstehender Seite Angebote kaum vorlagen. Kunstseidenwerte waren schwach, trotz der Erklärungen in der Presse. Montanwerte waren bis auf Ilse Bergbau, die bei kleinem Angebot fast 4 v.H. verloren, durchweg bis 2,5 v. H. fester. Mannesmann waren auf die bevorstehenden großen Aufträge für die Ferngasversorgung angeregt. Am Elektromarkt konnten Siemens stärker anziehen, während die übrigen Werte eine uneinheitliche Kursbildung zeigten. Autowerte waren wieder schwächer. Deutsche Anleihen lagen etwas fester. Ausländer uneinheitlich. Zweite Anatolier schwach. Der Pfandbriefmarkt fast geschäftslos, doch gehalten. Im Verlaufe konnten sich allgemein, obwohl das Geschäft unverändert klein blieb, weitere Kurserholungen von 0,5 bis 2 v.H. durchsetzen, doch waren auch zum Teil kleine Rückgänge zu verzeichnen. Tietz, Bemberg, und Glanzstoff bis 3 v.H. höher. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. Ian. Der Produktenmarkt verkehrte heute bei äußerst geringen Umsätzen in ziemlich behaupteter und stetiger Haltung. Da das Inlandangebot weiter gering ist, kamen wenig Geschäfte zustande. Die Preise waren im allgemeinen behauptet, Mais konnte sogar 0,25 Mk. anziehen. Es wurden notiert: Weizen 23,50. Roggen 23, Sommergerste für Brauzwecke 24,25, Hafer, inländ. 23,25. Mais (gelb) für Futterzwecke 22,75 bis 23,25, Weizenmehl, lüdd. Spezial 0 32,75 bis 33,25, Roggenmehl 29,50 bi5 30,25, Weizenkleie 13,65 bis 13,75, Roggenkleie 14,25 bis 14,50. Tendenz stetig. Kleine Strafkammer Gießen. • Gießen, 11. Ian. Ein Händler aus Oberhessen ist des Betrugs in zwei Fällen beschuldigt. Er hat einem Kaufmann zwei Schecks in Zahlung gegeben und sich dabei darauf berufen, daß er bei der betreffenden Vorschuhkafse eine ausreichende Einlage habe. Das war jedoch nicht der Fall. Da er damals völlig vermögenslos war und der Geschädigte aifld) erklärte, er hätte dem Angeklagten keinesfalls Kredit gewähr!, wurde er vom Amtsgericht wegen Betrugs in 2 Fällen zu einer Gesamtstrafe von 1 Monat Gefängnis verurteilt. Auf seine Berufung wurde gemäß den Ausführungen der Staatsanwaltschaft nur eine fortgesetzte Handlung angenommen und die Strafe auf 40 Mk. evtl. 4 Tage Gefängnis ermäßigt. Ein Student war wegen Deleid gung von zwei Richtern in einer an eine Behörde gerichteten Eingabe zu zusammen 100 Mk. Geldstrafe? verurteilt worden. Seine Berufung gegen dieses Urteil wurde vom Gericht zweiter Instanz kosten- fällig zurückgewiesen. Zwei Landwirte, Vater und Sohn, sind der qualifizierten Körperverletzung der geisteskranken Tochter bzw. Schwester angetlagt. Ersterer hatte sie mit einem derben Knüppel geschlagen, letzterer sie getreten. Das Amtsgericht verurteilte den Vater zu vier und den Sohn zu zwei Monaten Gefängnis, und zwar mit Rücksicht auf die dabei bewiesene außerordentliche Roheit. In der heutigen Berufungsverhandlung stellt sich der Fall doch in milderem Lichte dar. Das Gericht bewilligte beiden Angeklagten mit Rücksicht auf ihre Unbestraftheit und ihre große Erregung mildernde Umstände und erkannte aus Geldstrafe von 200 M k. und 100 M k. evtl. 1 Tag Gefängnis für je 10 Mk. Buntes Allerlei. Die Zahlungsbefehle des falschen Gerichtsvollziehers. Ein Detrugsmanöver, das in seiner Art wohl bisher einzig dastehen mag, führte in Berlin ein junger Buchhalter Georg Hellberg planmäßig durch. Er mietete sich in einem guten Berliner Hause ein, richtete die Räume als Geschäftsräume her und gab sich den Titel Obergerichtsvollzieher, was er auch noch durch große Firmenschilder und Geschästs- papiere unterstrich. Als Obergerichtsvollzieher beschaffte er sich dann große Posten Gerichtsformulare und Rachnahmcumfchläge und übersandte sie mit Ramen und Titel unterzeichnet an verschiedene Berliner Firmen und ersuchte dabei gleichzeitig unter Beifügung eines Postschecksormulars um Übersendung der geschuldeten Betrage. Alle Firmen zahlten auf die Aufforderung prompt die geforderten Summen, d. h. sie zahlten sie alle auf Postscheckkonto ein. Hellberg hatte jedoch nicht damit gerechnet, daß der ZusteNungspostbeamte glaubwürdige Ausweise bei der Auszahlung der Beträge verlangen würde. Da er dies nicht konnte, nahm der Postbeamte - das Geld wieder mit zurück und da ihm Hellberg verdächtig vorkam, erstattete er Anzeige. Hellberg wurde daraufhin von der Kriminalpolizei verhaftet, die auf feinem Schuldkonto noch mehrere andere Gaunereien stehen hat. Daten für Mittwoch. 16. Januar. Sonnenaufgang 7.58 Uhr, Sonnenuntergang 16.22 Uhr. — Mondaufgang 10.43 Uhr, Monduntergang 22.30 Uhr. 1838: der Philosoph Franz Brentano in Marienberg bei Bopp rd geboren (gcftorben 1917); —1901: der Maler Arnold Böcklin in Friesoie gestorben (geboren 1827). Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinskuh 8 Prozent.____________________ cJraiikfurt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Berlin. 14. Januar Welö | Brief ^roniöiiid)e j -Schuir mit Lus Un -8ied)trn Lesgl ohne Slurloi.-Siechte T% Krankt Hyp Bl «oldvt. nn tünDbcn bU 1932 *H% Sihelnstche Hov -Banl Clou ®ulDDf ®.C.® abg Borkrlegs-Odligation cüdiablbar 1932 Schwerz Bunvesd.-Lm. «% Ceftenetdilldir Solvrie. <,20% Oeden Silberne <% Cettenetdi eintjdtl Rtr <% Ungartldjf Solbrie 4% Ungarische SiaalSr d. 1610 ve«g! von 1913 4% Ungartzche Rroncnrte. 4% türl ZvUanleihe v 1911 <% luetische Baavabdahn-Anl.. Serie I 4% veLgl. Serie ,, 4% Rumäne, coiwen Ktr. «umünen eolbanl von 1913 Lllg DeuNche rrilea'xchn . ßornbutfl.-ümerita Safet ... 8 pamb.-6ÜMm Dampftch. . . e Hanla Dampffchlst . . 10 «orbbeutfcher Llovd ... 8 Kflfl Drutfche CrebUaritt. . . io Barmer Bankverein . 10 Brrttner HanvcisgeieUfch. 12 kommerg- unb Prioa>BanI 11 Larmil u Sartonalbonl 12 Leurtche Bank 10 VMonio-GrteMchaN ibd.. . 10 •iWbnet Bank . . 10 ■httelbfuilde 64tBittxud ... 9 ■tmuban! .......6 MM ...... U 87.25 53,9 14.9 9V 82,4 96,75 3,3 2,15 A>,65 23,2 2,15 12 12 12 11,6 20,65 136 M.25 141,. 141 195,5 ;88 172 166 172 135 319 $2- -S - F? »S 1 SL. ■ 1 » 1 M M | 1 1 1 1 1 1 1 1 I l 1 | 1 | | 1 > ' 87,5 54 15 33,25 3,5 26,7 2,3 12,1 12 12 20,9 135,5 169,5 31,4 141,4 144 238,5 • 95,.; 187.25 .72 166,1., 172 213 135,75 322 2-. 1 1 ( | | | 1 « > 12“ 3 1 1 1 lli ‘3-5-W0. • 'O tO m — ■>» SQ — O 1 — -'D 7. 30 • o x - f ?»- m S5 re L.E-Ä ......8 Bergmann . ...... 9 (Äekrr. Lieferungen..... 10 Ltchl unb krasi .....10 gelten 4 Guilleaume.....6 Set. f. iLIekrr Untern.. ... 10 Hamb. Elekn. Werke .... 10 Rhein Elekrr. 9 Lchlej. Elekn. ..... 10 Lchucken ....... 8 Siemen« 4 HalSk« ..... 12 Lransrabio . ..... .8 Lahmever 4 ®»....... 10 äuberue 6 Deuriche Erb«.......6 Etlener Steinkohle......8 Geilenkirchener ... $. K 9- 4 Harpener ....... 6 hoelch Eilen. ........ 8 zise Bergbau ........ 8 Klöcknerrverke ........ 7 Köln-Neuelten. ...... 9 Mannesmann ...... 8 Marisfelder . 7 Cberichlel Eilend Bedarf . . 6 Cberiälfl Kokswerte . . 6 Ddonlx Bergbau 5% Rheinische Braunkohlen 10 tRbeinftalH f. % 3<* Rledeck Monlan ... 7,2 Berelnigre Stahl»..... 6 Olavi Minen .... 8 »h «all Lschersiede» ..... 10 ft art Westeregeln .... 10 ftallwerk SalHdekf«» . . 15 3 ch ^arben.JnttettOi ... 12 Dynamli Nobel . . .... 6 ScheibeanstaN .••••. 9 choldlchmldl .••••*. ft Sistigerswertr ..••••. ft MerallgrleMchM......U 179,5 242 143 260 246,25 40a.5 179 83,75 127 135 226 113,5 -1.75 283 130,5 95,75 68.25 487,5 289 523 257,75 186 94,5 199 ' 1 1 1 1 1 1 S 1 1 1 1 i 1 M • ' 1 I 18 i I 1 8 1 1 1 179,«a 233,5 175 241.75 .43.75 260 152 170,5 226,5 246 406 159.5 179 84.25 136,5 126,5 35.5 122 225,75 106.25 121 128,9 114 111.a 112,65 91,9 282.75 134. 149 95,2a 68,75 48b 288,75 ,20.75 257,65 121 95 102,5 180.23 234.5 175 241 143 260,3 152,5 171,5 247,5 410 158,25 177,5 136,5 128,25 136 121 > 222 106.75 121 130 114,75 111,2a 112,13 93 285,3 135,5 96,5 68,5 286,5 490 522,25 259 95 102 Phiupv voymann......7 Heidelberger Lemerrt .... 10 Teurem Karlstadt ...... 8 iSaub 4 Freitag .....10 adiultbd« Batzenhofa ... 15 Cftroerfe 12 Ler. GlanzstoN......18 Bemberg ....... 14 ZeNstotl Waldbch.....12 Zellstoff Afchaffcnbnrn ... 12 (Sborlortenburget Waffe» ... 7 Destauer Gas 8 Daimler Motoren......0 Demag 0 SIdlerwerle ftlever ...... ft Vuoro. Loewe ..... 10 Nat. Lutomobst . ...... 0 Lrenstein » ftoppd . .... 6 Bamag-Meguiu . ...... 0 .Franks. Mafchme» ...... 6 Gritzner ...... 11 heyliaenstoedl ....... 0 IungbanS . .......4 Lechmerle ........ 8 Mag 10 Nekarfulmer ........ 8 Peter? Union ..... 8 @cbr Roeder ....... 10 «oigi & .vaeffna......8 Lüdd. Zucker 8 Lank 136.5 136 2 62,5 61,25 65 116 81,5 118,75 120 149,75 25,65 103,75 125 211 147.25 Holen. 136.5 133,25 ■284 206 63 62 T 147.5 136 - 133 alO 268 503 458 285 20. 132,75 226.75 62,5 44.5 ,2,25 239 100 289 66.25 115 80,65 149.4 26 103,5 211 148,25 135.5 z 309,5 267.5 500 438 284 20.. 133 13 226.6 6i,25 45 61,25 - 10i> 211 14. Januar 15. Januar Amtliche Nou.runa Geld Briet Amtliche Notierung öield | 43 ne! Amst^Rott Boen.-Atres Brll^Äunv tebrifttemto Ikoven dagen Etockdolw fcelfinafort. Italien - . London. . . Nenvork . . Ports.... Schwei, . . Svaiitcn. . Japan . . . N io dr Fan. Wien in Ceft. abaeft Prag . Belirad «odaveft. Val arten Viffabon Donjig . fionft inttn. «Illen Lanada Um ne* . Ute» ■ . . 168,67 1.7ll9 58.41 112,07 11i,18 112,43 10,574 d,99 2U.v94 1.2055 1 •. 4. 80,88 8,63 1,905 ■4985 59,11 12,445 7,383 73,304 ,037 18,48 51,47 .',04'i »44 4.195 4.29o 20,905 169,01 1,773 59.00 112,29 112,40 112,65 10,594 -2,03 20,434 4,2135 10.47 81,04 08,77 1,909 1.5005 59,23 12,465 7,ati7 73,445 >,u4u 18,5- >1,63 -,050 a,45 4,203 4,304 20,945 168.51 1.770 a8.42 112.04 112.14 112.39 10,57 31.995 30,»83 4,203-5 16.415 80.825 68,60 i,915 0,500 59,06 12,435 7,373 73,29 3,034 18,78 81,45 2,043 5,425 4,192 4,29b 20,906 188.85 1,<74 58.54 112,26 112.36 112,61 10,59 22,035 20,423 4,2115 16.455 0,985 a8,74 1,919 0.502 59,18 12,455 7.392 73,43 ,040 18,82 81.61 2,047 6.438 4,200 4.304 ».‘46 Berlin, 14. Januar iVieto ’-örtei Amerikarniche 3iam ..... Belgische '.Roten ....... Danrlche Noten ....... Suglstche 32meb. ....... 4,185 □8.28 HL88 20,40 1735a 68.52 112.32 20.48 -"V An^nst! richten: AN ’ M gwilfW10 Ser «man L; ift ei' tragenden grundlegend einem zunä werden. Be tischen,6to war die f mindestens oergleßens, tischen Orl hat die Tr culotten und bei bei Weltanschau Hut. Wenn 8c Studium ft Sachverhalt । er es oidkid; jenen, ri/iffti Mesteas noch äußerliche mit der inner der technischen tun hatten. C letzen können, und auch sür Beispiel zege nicht von do das doch qui Borbereitum wandel zu frommen l abgenommei seinen Afgh, einen in bei einem lang Schnurrbart der Bart, Vielleicht noch aus si hcrausgesun malerischen beöeckung i Aber jeder, wird es als Amanullah einem Dolki persischen ur des Bartes > anzusehen gc legten Endes "che König 2 lkage gesck Akste Symbol . -"eformen gern mangels geeia' g» DerstL Kultur und T überhaupt wnerasiatischez Empfunden Kleine Ursa ungen. 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Die beiden Spenden finden allseitige dankbare Anerkennung. — Die Zahl der hiesigen Erwerbslosen hat in letzter Zeit wieder eine erhebliche Steigerung erfahren, so daß zur Zeit etwa 80 Unterstützungsempfänger in Betracht kommen. Leider scheint die Arbeitslosigkeit mit dieser Zahl ihren Höhepunkt noch nicht erreicht zu haben. s. Beuern, 14. Ian. Es ist erfreulich, daß sowohl die öffentliche Hand, als auch private Bauunternehmer in erhöhtem Mähe wieder statt des Kunststeins auf Natursteine zurückgreifen. Dies macht sich in den Aufträgen unserer Basaltlavasteinbrüche bemerkbar, wenn auch der heutige Beschäftigungsgrad bei weitem keinen Vergleich mit der Vorkriegszeit zuläht. Die beiden hiesigen Bruchbesiher, Wilhelm Fuhr und Karl Damm, arbeiten Hand in Hand mit dem größeren Unternehmen Max Schmiedeknecht (Londorf). Letzterer Bruch liefert Steine von größeren Dimensionen, wahrend das hiesige Material besser dem 'Frost trotzt und nie auffriert. Zur Zeit arbeiten alle drei Brüche für das Gießener Marktlaubengebäude, für welches 240 Quadratmeter scharrierte Schichtsteine und 45 Kubikmeter Werksteine in Auftrag gegeben sind. Auch die 55 Einzelgedenksteine für die Bauerner Kriegerehrung sind in Ausführung begriffen. In müßigeren Zeiten werden Futter- bereits fertiggestellte Bild zum Andenken an seine langjährige Wirksamkeit am hiesigen Amtsgericht. Kreis Schotten. 8 Lllrichstein, 14. Ian. Der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhe nklubs hielt dieser Tage im Saal des Gastwirts Groh seine gut besuchte diesjährige Generalversammlung ab. Nachdem der Rechner den Kassenbericht verlesen und die Versammlung ihm Entlastung erteilt hatte, erstattete der Vorsitzende, Tierarzt M e i s k i, den Jahresbericht: die Wandertätigkeit hielt sich im Berichtsjahr auf mittlerer Höhe, es wurde lebhaft gewünscht, daß sie 1929 wieder reger wird. Diel anerkennenswerte Arbeit für das Allgemeinwohl hat der Verein geleistet: z. D. wurden an schönen Aussichtspunkten der Umgebung Bänke ausgestellt, einige davon auf dem Schloßberg. In der Aussprache wurde die Höhe des an den Gesamtverein zu entrichtenden Kopfbeitrags als für die kleinen Vereine kaum tragbar, lebhaft kritisiert. Bei der Wahl des Vorstandes wurden Tierarzt M e i s k i als Vorsitzender und Wilh. Scharmann als Rechner wieder-, Bürgerin unserer Stadt die Seelsorge ausübte, wurde nach Hanau berufen und wird am Der ganzen Familie ein schönes Haar, das macht, nur Helipon gart» wunderbar. Dieses milde Kopfwaschpulver benützen kluge Eltern nicht nur selbst, sondern auch für den kleinsten ihrer Lieblinge. I de reinen, duftigen, seidenweichen Haare finden dann immer freudige Bewunderung. — Beim Einkauf ausdrücklich „Helipon“ verlangen. Preis 30 Pf. d. P., enth. 2 bzw. 3 abgeteilte Waschungen. [444V Dom Vorstand des hiesigen Mietervereins wird uns geschrieben: Die Orts ahung, Gebührenordnung und Polizeiverordnung über Strahenreinigung und Müllabfuhr für die Stadt Gießen wurde am 14. Dezember 1928 von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Sie hat r ürkende Kraft bis zum 1. April 1928. Die ( uhr für Müllabfuhr beträgt 92 Pf. von 100 Mr. Grundmiete. Aus der unterstehenden Tabelle ist zu ersehen, wie hoch der Betrag für Müllabfuhr (ohne- Straßenreinigung) für jede Wohnung p r o 2 a h r ist. Er wird in vier Zielen erhoben. Die Kosten für die Straßenreinigung zu berechnen, ist uns unmöglich, da jedes Haus seine gesonderte Berechnung erfordert. Jedes Quadratmeter der zu reinigenden Straßenfront kostet pro Jahr 32 Pf. Auch dieser Betrag wird in vier Zielen erhoben. Leider stehen die Beträge für Strahenreinigung und Müllabfuhr, die auf die Miete umgelegt werden können, mit noch anderen Beträgen, die nicht umgejegt werden dürfen, auf einem Zettel, so daß ein Irrtum nicht ausgeschlossen ist. Im Interesse des Friedens und zur Beseitigung von Mißtrauen ist den Vermietern sehr zu empfehlen, die Anforderungszettel den Mietern meister Appel als 2. Vorsitzender und Lehrer Kammer als Schriftführer neugewählt. Längeren Raum nahm die Aussprache über die hier zu errichtende Jugendherberge ein, für die in Ulrichstein als Anmarschgebiet zum Hohe- rodskopf ein starkes Bedürfnis besteht. Zur Förderung des Planes wurde ein mehrgliedriger Ausschuß gewählt. Preußen. Kreis Biedenkopf. XX Biedenkopf, 14. Ian. Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Aufnahme folgender Darlehen beschlossen: 1. Bei der Nass. Brandversicherungsanstalt 27 720 Mark gegen 3 Prozent Zinsen jährlich und Rückzahlung bis spätestens zum 31. Dezember 1933 zur Weitergabe als D a r l e h e n z u r Hebung der Feuersicherheit. 2. Bei der Nass. Landesbank 20 000 Mark zu 5i/2 Prozent Zinsen jährlich und zur Rückzahlung innerhalb des zweiten Jahres nach der Aufnahme zur Gewährung von Handwerkerkrediten. Trauerfeier für Verleger Koch. WSN. Kassel, 14. Ian. Heute nachmittag fand in der Friedhofskapelle in der Karolinen- stratze die Trauer feier für den verstorbenen Verleger der „Kasseler Neuesten Nachrichten". Ferdinand Koch, statt, zu 'der sich außer den Angehörigen der „Kasseler Neuesten Nachrichten" Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, der Intendanz des Staatstheaters, der Stadtverordnetenversammlung, der Kasseler Verleger und Schriftleiter der Kasseler Zeitungen, viele Leidtragende eingefunden hatten. Nach einem Chorgesang hielt Pfarrer Stein die Gedächtnisrede. Schriftleiter Heymann brachte hierauf im Namen der Schriftleitung der „Kasseler Neuesten Nachrichten" die letzten Grüße an den Dahingeschiedenen zum Ausdruck. Nachdem ein Vertreter des technischen Personals gesprochen hatte, würdigte Verleger Carl G o t t h e l f t im Namen der Kasseler Verleger sowie der Bezirksgruppe Kurhessen des Vereins Deusscher Zeitungsverleger die Verdienste des Verewigten und brachte das Gelöbnis, in seinem Sinne weiterzuarbeiten, zum Ausdruck. Nachdem noch Schriftleiter Fritz Rau im Namen des Kurhrssischen Presseverbandes gesprochen hatte, schloß d'e Trauerfeier mit Orgelklängen. Anschließend erfolgte die Lleberführung der Leiche nach Gießen, wo die Beisetzung am Mittwoch stattfindet. kommenden Dienstag seine hiesige Wirkungsstätte verlassen. Nur sehr ungern sieht man den beliebten Geistlichen scheiden, der nicht nur ein treuer Seelsorger war, sondern auch ein vorzüglicher Kanzel- rcdner genannt werden darf. In der Gemeinde, mit der er in bestem Einvernehmen stand, hat er auf kirchlichem Gebiete segensreich gewirkt. Ein dreistimmiger Mädchenchor, der Mädchenbund und der Frauenverein verdanken seiner organisatorischen Tätigkeit ihr Ensstehen und die verständnisvolle Leitung. Die drei Vereinigungen veranstalteten daher am Freitagabend im „Darmstädter Hof" zu Ehren ihres scheidenden Führers eine kleine A b - s ch i e d s f e i e r , bei der durch Wort und Tat dem Scheidenden dankbare Anerkennung gezollt wurde. Zur bleibenden Erinnerung wurde Pfarrer G ö ck e l vom Mädchenchor und Mädchenbund je ein hübsches Bild überreicht, während der Frauenverein seinen Dank durch Ueberreichung eines schönen Buches zum Ausdruck brachte. Gestern morgen nahm der beliebte Geistliche im Morgengottesdienst Abschied von der ganzen Gemeinde. Der festlich geschmückte Altar begrüßte zum letzten Male den amtierenden Geistlichen. Der Mädchenchor verschönte die einfache Feier durch zwei Lieder „Preis und Anbetung sei dir" und „Hebe deine Augen auf". Der Grundgedanke der Abschiedspredigt war „das Wandern". Ausgehend von dem Wandern der Weisen aus dem Morgenlande, zeigte der Geistliche, daß nicht nur er, sondern alle ernsten Christen Wanderer seien, für die es eigentlich kein Stillstehen geben dürfte, wenn sie wie die Weisen dem Sterne folgen wollten, der sie zum rechten Ziele, Christus, führen würde. Ergriffen folgte die große Zahl Zuhörer, die die Ä.vche fast bis zum letzten Platz füllten, den Worten des Seelsorgers, dessen Predigt einen tiefen Eindruck hinterließ. Mit dem Gemeindegesang „Unfern Ausgang segne Gott" fand die würdige Abschiedsfeier ihren Abschluß. — Am Samstagnachmittag fand nod) eine weitere Abschiedsfeier hier im „Solmser Hof" statt. Um mit dem von hier nach Gießen versetzten Oberamtsrichter V a l k noch einige Stunden zu verbringen, bevor er unsere Stadt endgültig verläßt, hatten sich die Ortsgerichtsvorsteher, Bürgermeister und Beigeordneten des hiesigen Gerichtsbezirkes zusammengefunden. In verschiedenen Ansprachen kam das gute Einvernehmen zwischen dem Scheidenden und den Erschienenen klar zum Ausdruck/ Auch diesen Beamten, der sich allgemeiner Achtung und Verehrung erfreute, sieht man mit Bedauern von hier scheiden. Die erschienenen Ortsgerichtsoorsteher usw. ließen sich gemeinschaftlich photographieren und überreichten Oberamtsrichter Volk im Laufe der Abschiedsfeier das Friedensmiete Grundmiete Betr. f. Müllabf. Mk. Mk. Mk. 340 272 2.51 350 230 2,59 360 288 2,66 370 296 2,73 380 304 2.60 390 312 2,87 400 320 2,94 410 328 3,02 420 336 3,09 430 344 3,16 440 352 3,24 450 360 3,31 460 368 3,39 470 376 3,46 480 384 3,53 490 392 3,61 500 400 3,68 510 408 3,75 520 416 3,83 530 424 3,90 540 432 3,97 550 440 4.05 560 448 4,12 570 456 4.20 580 464 4,27 590 472 4,34 600 480 4,42 610 488 4.49 620 496 4.56 630 504 4.64 640 512 4,71 650 520 4.78 660 528 4.87 670 536 4,94 680 544 5,01 690 552 5,09 700 560 5,16 Höhere Beträge lassen sich leicht durch Addition errechnen, z. B. bei 920 Mk. Friedensmiete: Bei 600 Mk. FM. beträgt Müllabf. 4.42 Mk. „ 320 ,, n >> „ 2,36 „ Zus. 920 ,, 6,78 ,, und so weiter. vorzuzeigen. Friedensmiete Grundmiete Betr. f. Müllabf. Mk. Mk. Mk. 200 160 1,47 210 168 1,55 220 176 1,62 230 184 1,69 240 192 1,77 250 200 1,84 260 208 1,91 270 216 1,99 280 224 2,06 290 232 2,13 300 240 2,21 310 248 2.28 320 256 2,36 330 264 2,43 Modehaus Carl Nowack ■ Gießen ■ Seltersweg 85 Der Karneval im Modehaus Carl Nowack hat durchweg sehr guten Anklang und überaus großen Beifall gefunden. Zirka 1500 Interessenten haben allein uqsere verschiedenen Vorführungen besucht und weitere Hunderte lassen sich inzwischen an unseren Lägern beraten und bedienen. - Die Reichhaltigkeit und Preiswürdigkeit des Gezeigten haben jeden Besucher von der unbedingten Leistungsfähigkeit unseres Hauses überzeugt. Wir danken an dieser Stelle nochmals für das uns entgegengebrachte große Interesse und bitten auch weiter über unsere Dienste zu verfügen. 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