Nr. 295 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag. 14. Dezember 1929 Eriche int täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschliisse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: granlfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'sche Univerfitülr Vvch- und ZleindruSerel S. Lange in Sletzen. Zchrlstlettung und Seschastsstelle: Zchulftratze 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mra Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Fister, sämtlich in Gießen. Müllers Ultimatum Dem Kabinett Müller-Hilferding mußte erst das Wasser bis zum Halse stehen, als es sich auf seine Pflicht besann, irgend etwas zu tun, um der drohenden Katastrophe in letzter Stunde Einhalt zu gebieten. Es geschah gewiß nicht aus innerer Neigung zu Schwarzseherei und zermürbendem Pessimismus, wenn im letzten Jahre immer und immer wieder dringend darauf hingewiesen wurde, daß es mit dem Schlendrian in unserer öffentlichen Finanzwirtschast unmöglich so weitergehen könne, daß es unverzeihliches, unverantwortliches Fortwursteln bedeute, wenn dank der hemmungslosen Bewilligungsfreudigkeit der gesetzgebenden Körperschaften und der mangelnden Widerstandsfähigkeit der Regierungen die Staatsausgaben ins Uferlose anschwollen und die Deckungsmöglichkeiten eine nach der andern dahin- schmolzen, wie Butter an der Sonne. Gewiß hat der Reichskanzler recht, wenn er in seiner großen Programmrede vor dem Reichstag auf die üble Erbschaft hinwies, die seinem Kabinett von anderen Regierungen überkommen sei. Aber heute ist es doch durch keine noch so geschickte Dialektik aus der Welt zu schassen, daß sein Finanzminister, Herr Dr. med. Hilferding, sich am Krankenbett der deutschen Staatsfinanzen wiederum als ein schlechter Arzt erwiesen hat, der genau so wenig wie im Sommer des Unheiljahres 1923 sich zu irgendeinem festen Entschluß aufzurasfen vermochte und statt dessen das Schlimmste tat, was ein Mann auf dem verantwortungsvollen Posten, auf den ihn das Vertrauen feiner Partei gestellt hatte, überhaupt nur tun konnte, gegenüber einem täglich bedrohlicher anwachsenden Wlrtschaftspessimismus, gegenüber einer von Ultimo zu Ultimo katastrophaler werdenden Ebbe in der Reichskasse: er bastelte wohl an seinem Schreibtisch an Reformplänen herum, konnte sich aber zu keinem befreienden Schritt in die Oeffentlichkeit entschließen und wich nor jedem Stirnrunzeln seiner Parteigenossen ängstlich zurück, so daß der Eindruck entstehen mußte, als ob der verantwortliche Reichsfinanzminister untätig die Hände in den Schoß lege und die Reichsregierung auf die Führung aus der Finanzkrisis heraus zu einer Sanierung des Staates und der Wirtschaft verzichtet habe. Es ist heute müßig, darüber zu streiten, ob der Schritt des Reichsbankpräsidenten ein Eingriff in die Befugnisse der Reichsregierung war oder nicht, Tatsache ist jedenfalls, daß das Memorandum Dr. Schachts wie eine befreiende Tat gewirkt hat auf alle, auf denen die Indolenz der zur Führung Berufenen wie ein Alpdruck lag. Es läßt sich doch auch kaum leugnen, daß erst die Unmöglichkeit, den zur Ueberwindung der riesengroßen Kassenschwierigkeiten am Jahres- Ultimo dringend benötigten sog. „Überbrückungskredit" zu erlangen, ohne den Nachweis neuer Geldquellen, das Reichskabinett veranlaßte, fünf Minuten vor zwölf mit dem bisher ängstlich gehüteten Finanzprogramm vor den Reichstag zu treten. Daß der Reichskanzler selber diese unbantbare Aufgabe übernahm, kennzeichnet den Ernst der Lage, war aber überdies ein ganz geschickter Schachzug, denn Herrn Dr. Hilferding hätte das „Hohe Haus" wohl kaum so ruhig angehört, wie den Regierungschef. Mehr als anderthalb Milliarden Defizit in der Reichskasse, davon 330 Millionen ungedeckt, das ist das Ergebnis einer jahrelangen Finanzmißwirtschaft, die sich mit den Tributleistungen aus dem Dawesplan allein nicht entschuldigen läßt. Nun endlich soll etwas Entscheidendes zur Behebung des Kassendefizits, zum Ausgleich der öffenllichen Haushalte, zur Lastensenkung der unter der Steuerschraube verblutenden deutschen Wirtschaft geschehen. Aber man hat bei der Rede des Reichskanzlers den Eindruck, als ob die Regierung schon über Nacht Angst vor der eigenen Courage bekommen hat. Hieß es doch vor der Regierungserklärung, daß das Kabinett Müller die Entscheidung „in offener Feldschlacht" suchen werde, daß es mit seinem Finanzprogramm „stehe und falle". Aber einen Tag später spricht man schon in bedeutend sanfteren Tonen. Der Reichskanzler deutet nur an, daß die Haager Konferenz gefährdet sei, wenn die Reichsregierung nicht in den Besitz eines klaren Vertrauensvotums komme oder die Reichsregierung nicht in kürzester Frist umgebildet wäre. Soll damit vielleicht die Möglichkeit ventiliert werden, Herrn Dr. Hilferding auszuschiffen? Eine Mehrheitsregierung auf anderer Grundlage, als der von der Mitte bis links gibt es ja nicht. Aber das ist eine cura posterior. Wichtiger ist, daß das Reichskabinett das angebliche Vertrauensvotum und das Verlangen nach eindeutiger Zustimmung zu dem Reformprogramm alsgeschlofsenesGanzes offenbar verwässert hat zu einem bloßen „Bekenntnis" zu den dargelegten „Grundsätzen" seines Finanzreformprogramms. Das bedeutet in unser ge- lichtes Deutsch übertragen, nichts anderes, als daß es den sozialdemokratischen Kabinettsmitgliedern nicht gelungen ist, den Widerstand ihrer Partei gegen gewisse, auch von ihnen als notwendig anerkannte und von ihnen gebilligte Steuerreformen, die ihr Gesamtprogramm vorsieht, zu brechen, daß also mit anderen Worten die bürgerlichen Parteien, die zur Behebung der augenblicklichen Kalamitäten in der Reichskasse für sofort erforderlich gehaltenen Saften« erhöhungen — also die Beitragserhöhung für die Arbeitslosenversicherung, gegen die sich namentlich die Volkspartei seit dem Frühjahr wehrt, und die Tabaksteuererhöhung — vorweg schlucken sollen, während der sozialdemokratische Koalitionsge- nosse keineswegs gewillt ist, sich auf den Teil des Regierungsprogramms festzulegen, der nach Annahme des Poungplans die dringend gebotenen Lastens e n f u n g e n bringen soll Das ist gewiß eine starke Zumutung und man wird abwarten müssen, ob die Mitte sich geneigt zeigen wird, wiederum wie schon so oft, Vorleistungen zuzustimmen, ohne irgendwelche Sicherung dafür zu haben, daß es nicht bei diesen beträchtlichen Lastenerhöhungen bleibt, son- dern nun auch zur Durchführung der Maßnahmen Der Kamps um das Vertrauensvotum. Oie Stellung der Parteien zum Finanzreformprogramm der Reichsregierung. Deutscher Reichstag. Berlin, 13. Dez. 21m Regicrungstisch: Reichskanzler Müller, Reichsfinanzminister Dr. Hilferding. Präsident Lobe eröffnet die Sitzung. Oluf der Tagesordnung steht die Besprechung der Erklärung der Reichsregierung. Unter großer Heiterkeit erklärt Präsident Loebe, Wortmeldungen seien bisher nicht eingegangen. Schließlich meldet sich der Abg. Dr. Neubauer (Komm.): Die Regierung habe sich mit ihrem Finanzprogramm dem Diktat des Großkapitals gebeugt. Der eigentliche Diktator Deutschlands sei Reichsbankpräsident Schacht, der Repräsentant des raubgierigen rücksichtslosesten Unternehmertums. Die Kommunistische Partei lehne den Voungplan ab, weil er einen Markstein bilde in dem in ter* nationalen kapitalistischen Zusammenschluß gegen Sowjetrußland. Das Finanzprogramm der Regierung enthalte ungeheure Liebesgaben an die besitzenden Klassen. Gleichzeitig macht Severing sein Republikschuh- geseh, damit seine Schupobanden die hungernden Massen zurücktreiben können. (Präsident Löbe rügt das Wort „Schupobanden".) Abg. Strasser (ÄS.) bezeichnet die gestrige Erklärung des Reichskanzlers als die Konkurserklärung des Deutschen Reiches. Der Leiter einer Firma, die so 6anferotf wie das Deutsche Reich ist, würde wegen betrügerischen Bankerolls bestraft werden. Die Staatsmonopole werden von sozialistischen Ministern an das internationale Privatkapital verschleudert. Abg. Or. Brüning (3.) verweist auf die schon wiederholt vorgebrachte Forderung seiner Fraktion, an das Werk der Kassensanierung ohne Rücksicht auf die Möglichkeit der Einnahme des Poungplan^ heranzugehen. Eine großzügige Reform des Steuersystems sei angesichts der augenblicklichen Steuerlasten, die die Wirtschaft, der mittlere und kleinere Gewerbestand und die Landwirtschaft zu tragen hätten, erforderlich. Die Kasfenlage für den Monatsschluß sei überaus ernst und zwinge zu sofortigen Maßnahmen. Es entspräche aber nicht dem Ernst der Lage, wenn man diese Schwierigkeiten allein durch eine Auslandanleihe beheben wollte. Sofortige Maßnahmen zur Senkung des Kaf- fendefizits feien unbedingt erforderlich, und seine Fraktion stimme demMemorandum des Reichsbankpräsidenten zu, soweit es sich auf diese Notwendigkeit beziehe. Für die hinter der Negierung stehenden Parteien wäre es schwer erträglich, wenn man sich auf die Zustimmung zu solchen Sosort-Maßnahmen beschränken würde. Es kann dem deutschen Volke nicht zugemutet werden, ohne sichere Begründung der Hoffnung auf Senkung übersteigerter Steuern zunächst eincErhähung von anderen Abgaben vorzunehmen. Wir haben unsererseits alles getan, um der Aufforderung des Herrn Reichskanzlers an die Regierungsparteien nachzukommen, sich geschlossen auf den Boden des Finanzprogramms der Reichsregierung zu stellen. Eine solche Hallung wäre für alle Parteien um so leichter gewesen, als der Herr Reichskanzler in seiner gestrigen Erklärung daraus hinwies, daß über Einzelheiten des Finanzprogramms spätere Verhandlungen entscheiden müssen. Wir verhehlen dabei nicht, daß auch wir gegenüber Einzelheiten st arke Bedenken haben, von denen wir annehmen, daß sie in den weiteren Verhandlungen zwischen den Parteien beseitigt werden kommt, die die Wirtschaft zu ihrer Erholung vom Steuerdruck braucht. Es handelt sich heute doch nicht mehr allein darum, das Loch in der Reichskasse zu stopfen, die gegenwärtige Regierung über die Schwierigkeiten des Jahresultimos hinwegzuhelfen, um dann wieder mit Gemütsruhe in den alten Schlendrian zurückzufallen. Nein, jetzt geht es um die Sanierung der Reichsfinanzen von Grund auf, um eine gründliche Überprüfung unserer öffentlichen Finanzwirtschaft überhaupt und eine Neuordnung der Lastenvcrteilung, die der Wirtschaft die Möglichkeit gibt, durch ausreichende Kapitalbildung für den größten Teil unseres Arbeitslosenheeres neue Arbeitsplätze im Produktionsprozeß zu schaffen. Und da muß an die Sozialdemokratie die klare und eindeutig zu beantwortende Frage gestellt werden, ob sie an der Durchführung eines solchen Reformpro- gramms Mitarbeiten will, das auch ihre eigenen Vertrauensleute im Reichskabinett zur Ueberwin- burg der Krisis für erforderlich halten, oder nicht. Wir können nicht leugnen, daß auch uns das Re- formprogramm der Reichsregierung, wie es am Donnerstag der Reichskanzler dem Reichstag vortrug, in einer Reihe von Punkten enttäuscht, wir begrüßen es jedoch als einen trotz starker Bedenken immerhin verheißungsvollen Anfang zu e inem grundsätzlichen Kurswechsel in unserer Finanz- und Wirtschaftspolitik. Was wir besonders bedauern, ist, daß die Regierung den gegenwärtigen Stand der Ausgabenseite in den öffentlichen Haushalten als gegeben und unabänderlich htnnimmt. Man könnte vielleicht annehmen, daß eine rigorose Senkung der Einnahmen zwangsläufig zu einer Ausgabenbeschränkung führen müßte, aber es hat leider den Anschein, als ob es sich bei dem Reform- programm Hilferdings lediglich um eine Steuer Verschiebung, nicht aber um eine wirkliche Lastenkönnten. Die Zentrumsfraktion wird die Reichsregierung in ihrem Willen, dieses Programm unter den obengenannten Einschränkungen durchzuführen, tatsächlich unterstützen. Sie erwartet, daß alle Regierungsparteien dasselbe tun. Abg. Dr. Quaah (Oni.) Die jetzige katastrophale Lage beweist die Unzu- länglichkeit des Systems und der leitenden Personen dieser Regierung. Roch vor einem Jahr hat Dr. Hilferding jeden, der von Staatsbankrott spricht, als wirtschaftlichen Landesverräter bezeichnet. Es handelt sich nicht um ein Kassen- desizit, sondern um ein organisches Defizit. Die Ausführungen des Reichskanzlers sind noch zu optimistisch. Die Steuererträge sind im Rückgang. Der Haushalt der Reichsbahn steht nahe vor dem Bankrott. Der Wesensinhalt dieses Parlaments ist nur noch Kulissenschieber e i, das System ist eigentlich längst erledigt. Meine Herren! Sie sind ja schon tot! Sie wissen es nur nicht! (Heiterkeit.) Die Regierung desavouiert ihren eigenen Pariser Sachverständigen Dr. Schacht, der ein europäisches Ansehen genießt, dessen sich viele Reichsminister nicht erfreuen können. Bon Dr. Schacht hängt es ab, ob die Regierung am 1. Januar den Beamten die Gehälter und den Arbeitern die Löhne zahlen kann. Bei den Pariser Verhandlungen hat Reichskanzler Müller an Dr. Schacht geschrieben, es müsse angenommen werden, auch wenn sich daraus Schäd gungen dir deutschen Wirtschaft ergäben. (Hört! Hort! rechts.) Dr. D r e i t s ch e i d ist gleichzeitig Dr. Schacht durch einen Artikel in den Rücken gefallen. Millionen sind von dem früheren Wirtschastsminister, dem jetzigen Außenminister Dr. Curtius, an England und Belgien ausgeliefert worden. Herr Curtius hofft auch, die Freundschaft Polens zu erlangen durch das Abkommen, das sorgfältig geheimgehalten wird. Was Sie, Herr Dr. Curtius, aus Liebe für Polen an dem deutschen Osten gesündigt haben, das werden noch spätere Geschlechter empfinden. (Diese Bemerkung wird von der Dollspartei und den Sozialdemokraten mit lauten Pfuirufen beantwortet. Präsident Löbe erteilt Dr. Quaah einen Ordnungsruf.) Stresernanns Freund, der englische Botschafter d'Abernon, hat von einem System der Haltlosigkeit und Schwäche gesprochen. Unter diesem System haben wir seit Jahren gelitten. (Reichskanzler Müller: „Seit Jahren!" — Heiterkeit.) Wir wollen mit dem "Volksbegehren das deutsche Dolk aufrufen gegen dieses System der Haltlosigkeit und Schwäche. Abg. v. Sybel (Christi, not Bauernpartei) spricht der Regierung bas Mißtrauen seiner Freunde aus. Es sei bas gute Recht bes Reichsbankpräsiben- ten, vom Poungplan abzurücken, wenn bie Voraussetzungen seiner Unterschrift nicht mehr zuträfen. Der Redner kritisiert besonders die polnischen Ver- träg e. Eine Regierung, die solche Verträge abschließe, wäre in jedem anderen Lande schon längst zum Teufel gejagt. Abg. Nr. Hoff (O. Ä.) begrüßt es, daß die Regierung jetzt den Entschluß bekundet, eine durchgreifende Finanzreform durck)- zuführen. Es wird bedauert, daß dies nicht schon früher geschehen ist. Bedauert wird auch das Fehlen einer organischen Reform der Arbeitslosenversicherung und dieFasiung verschiedener anderer Bestimmungen. Die Erklärung schließt mit dem Satz: Wir sind bereit, dem Gebot der Stunde, bas zu sofortigem Handeln zwingt, zu folgen, um bas Programm der Reichsregierung zur Durchführung als ganzes anzunehmen unter ber Voraussetzung, daß die übrigen Regierungsparteien die gleiche Bereitschaft bekunden. Abg. Or. Kemhold (Dem.) gibt gleichfalls eine Erklärung ab, in ber es als not- menbig bezeichnet wird, die für die Wirtschaft auf die Dauer unerträglichen Lasten zu senken. Ein Kernstück der Finanzreform müsse die Vermin« Die Szolnoker Gistnördentmen vor Gericht In Szolnok wurde gegen die erste Gruppe der Giftmischerinnen verhandelt. Aus der Anklagebank sitzen die 44jährige Frau Holyba, die 70jährige Frau Sebestyen, die 60jährige Frau Lipka und bie 50jährige Frau Köteles. Alle vier sind Bauersfrauen. Frau Holyba, bie angeklagt ist, ihren Mann auf Anraten der Frau Sebestyen, ihrer Nachbarin, mit Arsen vergiftet zu haben, leugnet und gibt an, eine Hebamme habe einmal eine Arznei in die Suppe getan. Sie gibt zu, baß es Gift gewesen fei, ba ihr Mann einen Tag b a r au f ft a r b , bleibt aber dabei, dies vorher nicht g c w u ß t zu haben. Frau Sebestyen leugnet, Frau Holyba zum Morde angeftiftet zu haben. Die dritte Angeklagte, Frau Lipka, hat eine ihrer Obhut anverlraute alte Frau, bann ihren Stiefbruder und schließlich ihre Schwägerin mit aus Fliegenpapier gewonnenem Arsen aus ber Welt geschafft. Sie hat alle brei beerbt. 2luch sie leuget alles. Ebenso leugnet bie vierte Anne klagte, Frau Köteles, gewußt zu haben, baß das Mittel, das sie von Frau Lipka gegen bie Trunksucht ihres Mannes erhielt. Gift gewesen sei. Sie bleibt bei ihrem Leugnen, auch als ihr ber Präsident vorhält, baß sie bie Giftflasche in be n Sarg ihres Mannes gelegt habe, um bie Spur ihres Verbrechens zu ver- wischen. Die Gemeindeärzte geben an, während der Behandlung keine Vergiftungssymptome wahrgenommen zu haben. Der eine Arzt gab der Ansicht Ausdruck, daß wahrscheinlich bet ber ersten Gelegenheit nureine gan,; kleine Dosis Gift verabreicht worden sei und daher der zum Opfer gerufene Arzt die Vergiftung nicht feststellen konnte. Nach dem ärztlichen Besuch wurde dann dem Kranken eine große Dosis Gift verabreicht. Dieses Verfahren dürften die Verbrecherinnen gewählt haben, um darauf Hinweisen zu können, daß sie zu dem Kranken einen Arzt gerufen haben. Unter den übrigen Zeugenaussagen sind besonders die Mitteilungen eines Genbarmer iewacht- meisters von Interesse, der erzählt, er habe die Frauen Holyba und Sebeftnen, die anfänglich alles leugneten, in ein gemeinsames Zimmer sperren lassen, in dem er sich vorher unter dem Bett versteckt hatte. Die allein gebliebenen Weiber berieten nun, ob sie ein Geständnis oblegen sollten ober nicht. Darauf war er hervorgekrochen und hatte bie beiben darauf aufmerksam gemacht, daß sie nun nicht mehr leugnen könnten. Frau Sebestyen bestätigte die Angaben bes Gendarmerie Wachtmeisters. senkung handle. Aber eine tatsächliche und dauernde Erleichterungen bringende Finanzreform ist ohne rücksichtslose Drosselung des Staatsaufwands in erster Linie auf verwaltungstechnischem und noch mehr auf wirtschaftspolitischem Gebiet undenkbar. Eine Neu Abgrenzung der Staatsaufgaben muß zur schärfsten Zurückhaltung des Staates und der öffentlichen Hand von wirtschaftlicher Betätigung führen. Sie ist für bie Kapitalneubilbung der Privatwirtschaft mindestens so notwendig, wie direkte Erleichterungen durch Steuersenkungen. In welchem Ausmaße eine umfassende Verfassungs- und Verwaltungsreform Ersparnisse zu bringen vermag, ist umstritten, nicht jedoch, daß eine beträchtliche Aus- gabenoerminberung zu erzielen sein würbe. Das Programm ber Retchsregierung sagt zu diesen Punkten, die mit einer auf Lastensenkung hinzielenden Finanzreform eng verbunden sind, kaum etwas. Man wirb erwarten bürfen, baß Regierung und Parlament unter bem Druck ber öffentlichen Meinung sich auch hier enblich zu Taten aufraffen werben, denn wie schon gesagt, mit einer bloßen Steuerverschiebung kann und darf es keineswegs getan sein, wenn nicht die ganze Hilfsaktion für die Wirtschaft illusorisch bleiben soll. Das Steuerumbau- und -senkungsprogramm Hilferdings wird im einzelnen mancher Kritik begegnen. Ob es z. B. zweckmäßig ist, Konsum ft euern zu erhöhen, denen die Bevölkerung durch Einschränkung bes Verbrauches ausweichen kann, unb statt dessen burch Heraufsetzung bes steuerfreien Einkommens Millionen von Staatsbürgern aus ber Pflicht zu entlassen, zur Deckung des Finanzbedarfs des Staates durch direkte Besteuerung beizutragen, mag dahingestellt bleiben. (Eine solche direkte Steuerpflicht dürfte im allgemeinen das stärkste Hemmnis für eine Ueberfpanmtng ber öffentlichen Ausgabenwirtschaft fein. Daß die Regierung sich nicht zu einer restlosen Beseitigung der Gewerbesteuer entschloß, kommt überraschend. Die Gewerbesteuer ist eine Sonberbefteuerung, die von den Betroffenen mit Recht als ungerechtfertigte Härte empfunden wirb, unb ihre Beseitigung eine Forderung, in der sich alle Sachverständigen, die sich zum Kapitel „Finanzreform" zum Wort gemeldet haben, einig sind, mögen ihre Vorschläge auch sonst noch so weit auseinandergehen. Ein Punkt, der noch besonders der Klärung bedarf, ist der „Einbau eines beweglichen Faktors in das Gemeinde- fteuerf ijftem". Daß ber Reichskanzler hierfür diese verschwommene Definition wählte, ist auf den Widerstand ber sozialdemokratischen Partei zurückzuführen. Aber man wird sich darüber klar werden müffen, daß kommunale Selbstverwaltung zu einer Fiktion wird, wenn Selbstverwaltung nicht auch Selbstverantwortung bedeutet, die nur von einer Verstärkung der kommunalen Finanzautonomie auf bem Gebiet ber biretten Besteuerung zu erwarten ist. Auch hier sinb bie notwenbigen Hemmungen gellen eine etwaige Ucberfpannung ber Ausgabenwirtschaft nur bann zu erwarten, wenn, wie es in ber Regierungserklärung heißt, alle Gemeindebürger unter selbstverständlicher Berücksichtigung sozialer Notwendigkeiten zu den Lasten der Gemeinden herangezogen werden. Der kurze Ueberblick genügt, um zu zeigen, welche Schwierigkeiten im einzelnen die Finanzreform in sich birgt, wie notwendig es aber auch ist, bo.ß die Reichsregierung sich nicht wieder von den Parteien die Führung aus ber Hand winden läßt unb Kompromisse billigt, bie geeignet sinb, bie Absicht ihres Finanzprogramms zu vereiteln. Von ber Entscheibung ber nächsten Stunden wirb Deutschlands Schicksal richtunggebend beeinflußt werben. Ian Hayei e«> .Clermont namofl. *?O» Perun W '^S—Tto rreitaa, £ 3.pe?emt> 19297* aßds, ■fO Paris krankt. de ru na der Ausgaben der öffentlichen f Hand sein. Der Hauehalt für 1930 müsse dechalb dem Grundsatz äußer st er Sparsamkeit Rechnung tragen. Das Programm der Regierung bedeute die Erfüllung der demokratischen Forderung, daß di« Regierung in dieser Schicksalsfrage d i e Führung übernimmt. Die Demokraten feien deshalb trotz vieler Bedenken in Einzelheiten bereit, sich hinter dieses Programm zu stellen und auch das Sofortprogramm durchzuführen. Abg. Or. Breitscheid (Loz.) Die Sozialdemokratische Partei habe zur Regie« rung dasBertrauen, daß sie dieHaagerBerhandlungen unter völliger Wahrung der berechtigten Ansprüche Deutschlands zu Ende führen werde. Dis Finanzreform dürfe neben der Entlastung aller Schichten der Bevölkerung nickt das Ziel außer acht lassen, dem Reiche gesunde Finanzoerhält nisse zu schaffen. Die Sozialdemokratie fei bereit, an einer solchen Finanzreform mitzuwirken. Wenn sie im gegenwärtigen Augenblick zu den Grundzügen der Finanzreform nicht abschließendStellung nehme, so vor allem deswegen, weil die ungünstige Entwicklung der Finanzverhältnisse des Reiches es fraglich erscheinen lasse, ob die B o r a u s s e tz u n- g e n für eine so umfangreiche Steuersenkung, wie die Regierung sie plane, gegeben seien. Abg. Dr. Leicht (Day. V. p.) erklärt, die Bayerische Volkspartei sei bereit, sich für das sog. Sofort-Programm einzusetzen. Das Re- gierungsprogramm enthalte manche Punkte, die es der Bayerischen Volkspartei aus sozialen Rücksich« ten, aus Gründen steuerlicher Gerechtigkeit, aus innerpolitischen und aus Gründen der Zuständigkeit verbieten, das Gesamtprogramm an- zunehmen. Angesichts der schwierigen Finanzlage des Reiches erscheine der Bayerischen Volkspartei das Experiment einer umfangreichen Steuersenkung zu gewagt. Abg. v. Lindeinrr Wildau i (Önt Arb. Gem.) begrüßt das Vorgehen des Reichsbankpräsidenten, das gezeigt habe, wie unter Umständen e i n einzelner, wenn er die Pflicht gegenüber der Nation als oberstes Gesetz betrachte, verdienstvoll handeln könne, auch wenn er fick öffentlich gegen ein ganzes System -stelle. Das Memorandum Schachts könne nur den Sinn haben, die veränderten Grundlagen seit Paris festzustellen und daraus den Anspruch auf Revision des Voung-Plans herzuleiten. «v/f.Für die Deutschnationale Arbeitsgemeinschaft, so fährt der Redner fort, kommt cd nicht zuerst auf Las Parteimitgliedsbuch an, das der Mann auf der Regierungsbank im Rock trägt, sondern darauf, daß er uns Vorschläge macht und daß er die Persönlichkeit ist. seinen Vorschlag zum guten , Ende zu führen. Wir distanzieren uns von der Verantwortung nicht dadurch, daß wir erklären, dieser Staat sei nicht unser Staat. Dieser Staat ist der deutsche Staat, dem wir lebens- und schicksalsverbunden sind. Das ist im tiefsten Sinne i.H - konservative Staatsauffassung. Die Arbeitsgemeinschaft versage der Regierung das Vertrauen, weil sie nicht glaube, daß die heutigen Inhaber der R.egierungsgewalt die notwendigen Forderungen für Staat und Wirtschaft erfüllen. Gtädie und Finanzrefsrm. Berlin, 13. Dez. Der Presse legte der Präsident des Deutschen Städtetages, Dr. M u l e r t, das Verhältnis der Städte zur bevorstehenden Rcichsf.nanz- reform dar. Es müsse als unmöglich bezeichnet wer- dcu, sich gu einer auf Jahre fe ft gelegten Steuersenkung zu entschließen, solange nicht die Frage der A u s g a b e n g e st a l t u n g , an der man leider bisher immer vorbeigegangen wäre, eine cntsckeidende Lösung gefunden hatte. Bei Senkung der Gewerbesteuer dürfe nicht schematisch vorgegangen werden. Völlig unmöglich sei für die Städte, sich damit einverstanden zu erklären, daß die R e a l - steuersätze des Jahres 1 9 2 9 für die nächsten fünf Jahre nach der Durchführung der Senkungsaktion st euerlicheHöch st grenze werden sollen. Von einer Ueberlastung des bebauten Grundbesitzes durch die Grundverm genssteuer könne keine Rede sein. In der Frage der Einkommensteuer steht der Städtetag auf dem Standpunkt, daß die seitherige Beteiligung der Gemeinden an den Auskommen aus Einkommen- und Körperschaftssteuer e r h a l t en bleiben müsse. Dr. Mulert wandte sich sodann der Frage der Schaffung eines sog. b e - we glichen Einnah mefaktors zu, wobei er die Form der Kopfsteuer ablehnte und betonte, daß dieser bewegliche Fa'tor die Gesamtheit der Eemeindebürger erfassen, den sozialen Anforderungen genügen, finanziell ergiebig gestaltet werden und technisch leicht durch- f ü I) r b a r sein müsse. Dr. Mulert schloß seine Ausführungen damit, daß im Interesse einer kommunalen Finanz- und Wirtschaftsgebarung i m R e i ch e endlich mit der fortgesetzten Arbeit der Gesetzgeb ungs maschine Schluß gemacht werden müsse. Die Reichsfinanzreform dürfe aber in der bis jetzt vorgelegten Fassung nicht Gesetz werden. Oie Freien Gewerkschasten zur Lage. •Berlin, 13. Dcz. (WLB.) Der Allgemeine Deutsche G e w e r k f ch a f t s b u n d und der Allgemeine Freie Ange st eilten bund veröffentlichen eine Erklärung, in der sie gegen den Reichsverband der Deutschen Industrie ins Treffen führen, sein Austreten erwecke den Eindruck, als wäre die deutsche Wirtschaft unter der jetzigen Steuer- und Sozialpolitik in eine Katastrophe hineingeführt worden. Dagegen wirb erklärt, der Aufstieg der Wirtschaft im letzten Iahr- fünf beweise, daß Sozialpolitik und Sozialversicherung den wirtschaftlichen Fortschritt nicht gehemmt, sondern gestützt haben Die Gewerkschasten erkennen selbstverständlich die Notwendigkeit ausreichender Kapitalbildung an, bekämpfen aber jene Politik, die einseitig die wirtschaftliche und politische Macht des Unternehmertums stärkt und die Ka- pitalbildung in den Sparkassen sowie bei den öffentlichen Körperschaften hemmt. Ausgangspunkt der Finanzreform muß die schwierige Lage der öffentlichen Finanzen sein. In Zukunft darf der Haushalt nicht am Rande Les Defizits stehen. Er muß die Mittel sicherstellen, die der Gesellschaft durch den technischen Fortschritt auf sozialem und kulturel- lern Gebiete dauernd erwachsen. Die Gewerkschaften sehen sich verpflichtet, darauf hinzuweisen. daß eine unsoziale Llmlagerung der wirtschaftlichen Lasten aus der Einkommensverteilung nicht vor sich gehen kann, ohne eine Aera neuer schwerer sozialer Kämpfe heräus- zubeschwören. Berlin, 14.De,. (211.) Den ganzen Freilag haben Besprechungen zwischen den Führern der Regierungsparteien und dem Reichskabinelt ange- dauert mit dem Ziel, einer Verständigung über das von der Regierung geforderte Vertrauensvotum. Oie letzte Besprechung wurde erst in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages beendet, lieber dos Ergebnis der Besprechung wurde bekannt, daß eine Annäherung unter den Parteien slatlgesunden hat. Man glaubt, daß eine Formel gefunden ist, auf deren Boden die Regierungsparleien gemeinsam treten können. Die Parteiführer haben zugesagt, sich s u r d i e A n - nähme dieser Formel bei ihren Fraktionen elnzusehen. An dem Sofort-Programm wird, wie die TU. hört, unverändert fe st gehalten. Auch auf das Finanzprogramm wird in der Vertrauensformet Bezug genommen. Inhalt und Form der Verlrauensformel selbst sind bisher nicht bekannt. Eine kabinettssihung fand nach der Parteiführerbesprechung nicht mehr statt. Die Fraktionen der Regierungsparteien werden sofort am Samstagvormittag zusammentreten, um zu der neuen Lag? Stellung zu nehmen. Reichsgerichts, des Rechnungshofes, der Reichsbank, der Oberreichsanwalt, der Generaldirektor der Reichsbahn, die stimmführenden Bevollmächtigten der Länder zum ReichZrat, der Ches der Heeresleitung und die Staat ssekretäre des Reichs mit ihren Damen teilnahmen. Der Bezirksausschuß für den Stadtb z'.rk Berlin verhandelte über das Derwaltungsstr.itverfahren, das der Stahlhelm grgen den preußischen Innenminister wegen des Verbots des Stahlhelms im Industriegebiet anhängig gemacht hatte. Nach kurzer Verhandlung erfolgte die Abweisung der Klage. Der Wert des Streitobjektes Wurde auf 10 000 Mark festgestellt. Die Kosten des Verfahrens hat der Stahlhelm zu tragen. Der der Volkspartei angehörende Obermagistratsrat S ch a 11 d a ch ist während der VeMeh- mung beim Oberstaatsanwalt Tapoisü in der Sklarekafsäre einem Herzsch . ag erlegen. Oöerma^istra.srat Schalldac.) ha^en wahrscheinlich die Zangen Vernehmungen derartig in Aufregung geseh.', daß sein ®2funbi.ei.:ß3uftanb darunter litt. Das Diszipli'-rarversahren gegen Schalldach stand bereits.vor der Niederschlagung, da sich herausgestellt halte, daß Schalldach die taufend Mark, die man ihm -anfangs als Bestechungsgelder zur Last legte, auf Beschluß des Aufsichtsraies mit Wissen des Oberbür- germeisters Böß gezahlt worden waren. Der Reichstagsabgeordnete v. Lindeiner- Wildau, der vor kurzem aus der deutschnatio- nalen Fraktion ausgeschicden war, hat nunmehr auch seinen Austritt aus der Deutschnatio- nalen Partei vollzogen, nachdem es ihm nicht gelange nwar, seinen Wahlkreis Hessen-Nassau gelungen war, seinen Wahlkreis Hessen-Nassau zu sich herüberzuziehen. Der scheidende Nuntius P a c e 11 i hat aus Kufstein folgendes Telegramm an den HerrnReichspräsidenten gerichtet: „Bevor ich den Boden des Deutschen Reiches verlasse, ist es mir ein Herzensbedürfnis, Cw. Exzellenz und der Reichsregierung in dankbarer Erinnerung ergeben st e Abschiedsgrüße zu senden und Sie und das deutsche Volk meines dauernden Gedenkens zu versichern, gez.: Pacelli." Lim die Einigungsformel. Aus dem Wege zu einer Verständigung der Parteien Kleine politische Nachrichten. Die In Berlin und an anderen Stellen umlaufenden Gerüchte über eine ernste Erkrankung oder einen Schlaganfall desReichsprä- s identen sind, wie wir von unterrichteter Seite hören, völlig aus der Luft gegriffen. Der Herr Reichspräsident befindet sich bei bester Gesundheit. Finanzprogramm zu übernehmen, weitgehend geklärt. Der Zeitpunkt für entscheidende Entschlüsse sei gekommen. Es tre, fe nicht zu, daß ein Regierungswechsel in diesem Augenblick Nachteile für die wirtschaftliche Lage nach sich bringen würde. EZ treffe nicht zu, daß ein anderes Kabinett bei Kreditverhandlungen und bei der llebertoinbung des Jahresendes größere Schwierigkeiten haben werde. Die Lage könne durch einen Regierungswechsel, der sich schnell vollziehen könnte, in j.eder Beziehung nur verbessert werden. Nur darin läge die Konsequenz eines wahrhgft demokratischen und parlamentarischen Systems. Das Blatt wünscht den Beratungen des Zentralvorstandes einen Erfolg, der der Stimmung und Ueberzeugung der überwältigenden Mehrheit der volksparteilichen Wähler entspreche. Zu dem Gerücht, daß der Rücktritt der Regierung bevorstehe, erklärt der „Vorwärts": Wir stellen fest: Gegen den sinanzreformerischen Gesamtplan haben alle Regierungsparteien Bedenken. Welche mehr oder welche weniger, ist für den Augenblick total gleichgültig. Im Streit darüber, die Regierung auffliegen zu lassen, wäre ein Stück aus dem Tollhaus. Er gibt wahrhaftig Sorgen, die uns näher sind! Das Interesse des deutschen Volkes fordert, daß die gegenwärtige Reichsregierung den heutigen Tag, den Äezember-älltimo und die zweite Haager Konferenz überlebt. Das dazu Notwendige zu tun, ist heute, im engsten Sinne des Wortes, „Forderung des Tages". Das Vertrauensvotum. Berlin, 14.De;. (VDZ.) Die Zenlrums- f r a k l i o n des Reichslages stimmte am Sarnstag- früh dem von den Parteiführern in der heutigen Nacht formulierten verlrauensanlrag für die Regierung ohne Debatte vorbehaltlos zu. Diese Vertrauensformel lautet, wie das Rachrichtenbureau des Vereins Deutscher Zeiiuugsverleger erfährt, folgendermaßen: „Der Reichstag billigt die vorgestrige Erklärung der Reichsregierung und vertraut d a r a u f, daß das Finanzreformprogramm der Regierung vorbehaltlich der endgül- tigenGestattung derGesehe im einzelnen in Wahrung der von der Regierung bekanntgegebenen Grundzüge durchgeführt wird. Der Reichstag spricht der Regierung für ihre Gesamtpolitik- das Vertrauen aus." Auch die anderen Fraktionen der Regierungsparteien beschäftigten sich am Samstagfrüh mit diesem vertrauensantrag. Die Berliner Blätter, die trotz der bedeutungsvollen nächtlichen Besprechung der Reichsregierung mit den Parteiführern zur gewohnten Zeit erschienen sind, nehmen natürlich zu der Annäherung, die in dieser Besprechung zwischen den Parteien stattgefunden hat, noch nicht Stellung. Sie stehen vielmehr noch unter dem Eindruck des kritischen Stadiums, wie es vor der Parteiführerbesprechung bestand und das einen Rücktritt des Kabinetts nicht als unwahrscheinlich erscheinen ließ. Die „D A Z." erinnert daran, daß am heutigen Samstag der Parteivor- stand der DVP. zusammentritt, um den neuen Vorsitzenden zu wählen und sich wahrscheinlich auch mit dem Parteikurs zu beschäftigen. Das Blatt verweist dabei auf die Erklärung des Parteivorstandes im Februar d. I. und sagt: Die Erklärung passe auch heute fast ohne Aen- derung aus die Derhältnisse. Eine Regierungskoalition bestehe nicht. Die Hoffnung auf die Herstellung gleichgearteter Regierungsverhältnisse in Preußen sei zur Zeit unerfüllbar, eine fühlbare Senkung der Belastung des Volkes nicht zu erwarten. Die seit Abschluß der Pariser Tri- butverhandlungcn fällige neue Stellungnahme zur Koalitionsfrage fei nicht mehr zu verschieben. Die Sozialdemokratie als größte Regierungspartei habe di« Situation durch ihre Weigerung, Garantien für ein umfassendes Der Volksentscheid. Berlin, 14. Dez. (Priv.-Tel.) In acht Tagen, am 22, Dezember, findet die entscheidende Abstimmung über den Volksentscheid statt. Da die Bestimmungen über den Vollsentscheid ziemlich kompliziert sind und immer noch Unklarheiten herrschen, ist eine Darlegung des Verfahrens vor dem Termin notwendig. Die Antragsteller des Volksbegehrens und VolkLent- scheios hatten a genommen, daß bas Gesetz nicht für verfassungsändernd erkl'.'.rt werden würde. Unter dieser Vorausiehung wäre zum Gelingen des Volksentscheides erforderlich gewesen, daß sich die Mehrheit der Stimmberechtigten an der Abstimmung beteiligt und die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen für den Gesetzentwurf gelautet hätten. Da mit wenigstens 41 3 0 000 Stimmberechtigten z.i rechnen ist — die Zahl wird am 22. Dezember neu fest- gestellt —, hätten sich wenigstens 23 650 000 beteiligen müssen und von bleien hätte die Mehrheit für das Gesetz stimmen müssen. Nach Artikel 76, Absatz 1, Satz 4 der Reichs^rfassung ist nun für ein Gesetz, das für verfassungsändernd erklärt toorcen ist, die /Zu ft i.n* mung der Mehrheit der Stimmberechtigte. e f ;r erlich, d. h. vo \ den f\ 3 0 0 0 Stimmberech.igten n.üjen wenig,cens 2j 650 OSO gültige Ja-Stimmen abgegeben werden, wenn oer Vollsentscheid Erfolg haben soll. Beim Volksbegehren im Oktober d. I. sind 4 137 164 gültige Unterschriften abgegeben worden, es müßten also außer dicsm Unter-eichncrn sich weiter rund 16,5 Millionen Stimmberechtigte beteiligen und gültige Ja-Stimmen abgeben, wenn der Voltsentscheid Erfolg haben soll, ChriftlichnationaleArbeitsgemeinschast Berlin, 14. Dez. Die »D. A. Z." teilt mit: Die Deutschnationale Arbeitsgemeinschaft wird vorauösichtiich mit den Mitgliedern der Christlich nationalen Bauern- und Landvolkpartei im Reichst, g eine Fraktionsgemeinschaft eingeben, die aber in sehr loser Form geplant ist. Die beiden Gruppen werden ihre volle Selbständigkeit behalten und auch getrennte Beratungen abhaltcn. Sie werden ihre Zusammenarbeit lediglich auf bestimmte große politische Fragen beschränken und sich gleichfalls In der Vertretung in den Ausschüssen ergänzen. Die neue Gemeinschaft wird voraussichtlich den Namen „Christlich-nationale Arbeitsgemeinschaft" erhalten. Aus aller Welt. Ein neuer Vizepräsident des Ev. Oberkirchenrats. Zum weltlichen Vizepräsidenten des Evangelischen Oberkirchenrats der altpreußischen Landeskirche als Nachfolger des verstorbenen D. Duste wurde vom Kirchensenat Geheimer Konsistorialrat Ö. ch u n d t gewählt. Der neue Vizepräsident gehört der Obersten Kirchenbehörde seit dem Jahre 1908 an, seit 1916 als Mitglied, seit 1928 als Dirigent. In seinen Hän« den liegt das Finanzreferat. Selma Lagerlüss Ekeby niedergebrannt. Der Herrenhof der Rottneros.Hütte, das durch die von Selma Lagerlöf geschaffene Gösta Der Reichspräsident gab zu Ehren der Reichsregierung ein Essen, an dem der Reichs- kanzler und die Reichsminister, der Präsident und die Vizepräsidenten des Reichstages, der 1 preußische Ministerpräsident, die Präsidenten des Das Verfahren gegen die schwedische Staatsangehörige Margaretha R a m st a d, die am 24. November In der Peterskirche ein Attentat auf den ehemaligen apostolischen Vikar für Schweden, Monsignore Smith, versucht hatte, ist wegen Schwachsinns der Angreiferin niedergeschlagen worden. Der Gouverneur der Stadt des Vatikans hat Margaretha Ramstad dem schwedischen Konsul übergeben. Sie wird in ihre Heimat zurückbefördert werden. da- man Iran (|W Ein S' ficier lcl Jtte -en war vrrr burWag; Sj Bande" Geschenk- sierung. Sna°! Mir s Karl erb Berwan! Geschenk mit sech: gorm ur „Das tjai roonnen? Augen fei Wirklichke Eheleute, sürchlerlici der Sesch sagte fiat Die 5a Sommert nun doch die Zeit gehörig । gegessen Likör, u Borling-Sage bekannte Ekeby, brannte bi» auf die Grundmauern nieder. Von dem sehr wertvollen Inventar konnte fast nichts gerettet werden. Das Haus, das Mitte des vorigen Jahrhunderts gebaut wurde, war mit 130 000 Kronen versichert, so daß der Schaden gedeckt sein dürfte. Stürmische Ileberfahrt der „Bremen“’ Der Schnelldampfer „Bremen", der in Neuyork mit einer Verspätung von zwei Tagen und zehn Stunden einaetroffen ist, hatte eine außerordentlich schwierige Ueberfahrt. Das Schiff legte am 7. d. M. nur 120 Meilen, am 12. dagegen 678 Meilen zurück. Der Kapitän erklärte, es fei die schwerste Sturmreife gewesen, die er je er- lebt habe. Ein Passagier der „Bremen", der Ma- rinearchitekt Gibbs, sagte, die „Bremen" habe sich bet der schweren See außerordentlich gut gehalten. D'.nleraewitler in Schwarzwald und Riesengebirge. Die Nährmitlelsabrik Zapf in Zell amHar- m e r s b a ch wurde bei einem Gewitter, das über Oberbaden und die Seegegend zog, vom Blitz getroffen und eingeäschert. '-Ein weiterer Blitzschlag traf die Hochspannungsleitung des Kraftwerks Laufenberg. Zahlreiche Städte des badischen Dodenseegebietes, wie Singen, Ra- dolfszell usw. waren infolgedessen ohne Strom. Auch im Riesengebirge gingen gestern Wintergewitter nieder. Zugleich trat im Hochgebirge auch Schneefall ein, der heute vormittag andauerte. Der heftige Wind hat starte Verwehungen hervorgerufen. Von Kommunisten überfallen. Nach einer nationalsozialistischen Versammlung in Wilmersdorf wurden kurz nach Mitternacht verschiedene Teilnehmer auf der Straße von Kommunisten überfallen und angeschossen. Es fielen etwa sechs Schüsse. Der 19jährige Nationalsozialist Wal.er Fischer aus Friedenau wurde mehrfach getroffen und so schwer verletzt, daß er sofort zusammen- brach und auf dem Transport nach dem Krankenhaus starb. Ein anderer Versammlungsteilnehmer, der der Partei nicht angehört, wurde durch einen Prellschuß in den Rücken getroffen. Die Polizei nahm zwei Kommunisten fest, die unter dem dringenden Verdacht stehen, die Schüsse abgegeben zu haben. Mil 40 000 Litern Sprit gestrandet. An der Nordküste Estlands strandete der Motorsegler „Irene". Das Schiff fuhr unter dem Befehl eines estländischen Kapitäns und führte die tschechoslowakische Flagge. Es gehört der großen Reihe der Alkoholschmuggelschiffe an. Die estländischen Behörden stellten auf dem Schiff 40 000 Liter Alkohol und mehrere hundert Kisten Kognak und Wein fest. Da sich das Schiff in Seenot befand, konnte eine Beschlagnahme der großen Vorräte nicht erfolgen. Die Alkoholladung wurde von den Behörden nur verfiegelt. Aus den benachbarten Fischerdörfern trafen bald nach der Strandung eine Reihe von Motorbooten ein, die den Versuch machten, das gestrandete Schmuggelschiff wieder flott zu machen. Schwerer Betriebsunfall. Bei Montagearbeiten an einer neuen Gasleitung beim Bochumer Verein brach als ein 16 Meter langes und etwa 35 Zentner schweres Gußrohr mit zwei Flaschenzügen hochaehoben werden sollte, der Sims, an dem ein Flaschenzua angebracht war, und stürzte auf mehrere dort beschäftigte Arbeiter. Der Arbeiter Biesemann aus Gelsenkirchen wurde tödlich verletzt, zwei weitere Arbeiter wurden so erheblich verletzt, daß sie sofort ins Krankenhaus geschafft werden mußten. Oie Wetterlage. C wofxemoi. o neuer, o naif> oeoeent. 9 woimg, • oedftltl • Regett » Schnee o. tireupem ■ neoei R Gewitler.^winastillt-O' sehr «irnte» O$i nissiger tudsuawesi q stürmischer 'tordwesl oie »leuc fliegen mit gern wm°- L n- am 12 v.^'11 .«WaffP -Ä* Z§M , IM 7' 02s Uber (a3, 00’n 2lik ichert -ffin s. -5 gingen, 3a. ohne Strom €, Singen cc'tcm b^üte vor- e DiÄ hat star:e dersallen. ^SlaUstischx. ^Teilnehmer junillcn über. * Wen etwa seh« Mer .^rsach geholfen ■ Wort zutammcr- "ach dem Ätanftn. clammIungsteilnH. chört, wurde durch ’en getroffen. Sie |l® feft, die unter •en, die Schüsse ab. i( gefronbet l strandete der Mo- •ff fuhr unter dem Titans und führte ir. Es gehört der rholschmuggel« ■n Behörden stellten Akohol und mehrere Dein fest. La sich lefnnb, konnte eine Vorräte nicht «• ourde von den 3t' i den benachdarlen nach der Clranhing n ein, die Sen Der- SchmMchisstvie. »Unfall. 1er neuen Gasleitung nach als ein 1K Meter schweres Euhrohr mit en werden sollte, der uug angebracht war, btfyäfligte Wer. Qelfentiityn würbe ne Arbeiter wurden irt ins ÄranlentMS laßt. S‘ tz J V, star? > ye<» f(n)ärij nach ,ieht tdtiSer 2^ i, gudt>u’er.. hat der a. öl-'chsA.^stond. !S*S’5 ,"Ä «tfSte -««AS «.M ß7 Arob, Ti([e o"1 Klus der Provinzialhauptstadt Gießen, den 14. Dezember 1929. Vom falschen Schenken. Ein Bekannter von mir lud drei Tage nach der Feier feines fünfzigsten Geburtstages noch einmal alle Herren zu einem besonderen Abend ein. Mir war verraten worden, daß an diesem Abend die Geburtstagszigarren geraucht werden sollten. Vorsichtigerweise steckte ich mir deshalb einige aus meinem Kistchen ein. Und ich tat recht daran! denn es war noch in der Zeit, in der die Kistchen nicht mit einer Banderole versehen waren. Dafür hatten aber alle Gcschenkzigarren wunderbare Leibbinden. Zu seinem sechzigsten Geburtstag hat der Gastgeber sicher des- scre Glimmstengel erhalten. Der Leser weiß, warum! Nun kommt wieder eine Zeit, in der geschenkt werden muß. Die Frau stöhnt. Sie hat eben auf einer Liste zusammengestellt, wem sie all Weihnachts- Beschenke schuldig ist. Woher das Geld nehmend Sie at Grund zum Stöhnen: denn der Mann ist in Geldfragen sehr schwerhörig. „Ach was," sagt sie schließlich, „ich mache es wie manche andere auch. Ich sehe meine Vorräte nach. Es gibt noch allerhand, das man entbehren kann. Das muß dieses Jahr dran glauben. Die vielen Vasen, Butterdosen und sonstigen Kleinigkeiten geben ganz hübsche Weihnachtsgeschenke ab." Sie hält also fürchterliche Musterung. Am Abend ist sie sehr befriedigt. Fast die Hälfte aller „Verpflichtungen" ist erledigt. Nun kann Weihnachten kommen. Mir fällt da eine kleine Geschichte ein. Freund Karl erhielt zu seiner Hochzeit von einem entfernten Verwandten, der nicht zum Feste kommen konnte, ein Geschenk zugeschickt. Es war eine große Glaskaraffe mit sechs oder zwölf Likörgläschen, in der äußeren Form und Aufmachung ein ganz abscheuliches Stück. „Das hat er sicher bei einem Wohltätigkeitsball gewonnen?", sagte mein Freund, als er die erstaunten Augen seiner jungen Frau sah. So war es auch in Wirklichkeit. Was tun? Zunächst bedankten sich die Eheleute. Das erforderte die Höflichkeit. Aber das fürchterliche Gefäß selber kam in die hinterste Ecke des Geschirrschrankes. „Kommt Zeit, kommt Rat", jagte Karl. Die Jahre gingen. Bis dann zufällig, durch eine Sommerreise, die damals verhinderten Verwandten nun doch zu einem kurzen Besuch eintrafen. Jetzt ist die Zeit gekommen, dachte mein Freund. Als alles gehörig bewundert worden war, als man zu Nacht gegessen hatte, holte Karl eine große Flasche guten Likör, und seine Frau kam mit dem Service an- oerückt. Allseitiges Erstaunen! „0 je," sagte der Besuch, „so ein Ding haben wir auch einmal gehabt. Wir haben es weggeschenkt." „Das weiß ich," sagte Karl, „schau dir's nur gründlich an! Cs ist nämlich das, das einmal euch gehörte!" Dem Geber wird es schwül, er sieht nach seiner Frau. Es waren wohl keine erhebenden Minuten, die nun folgten. Schließlich half man sich mit einem gequälten Lächeln und dem Versprechen, die Sache wieder gut zu machen. Eins haben die Geschenkgeber aber sicher erfahren: man soll nicht Sachen, die einem selbst ein Greuel sind, weiterschenken! Solche Geschenke machen niemand froh. Der Geber hat ein böses Gewissen, der Empfänger muß sich wohl oder übel bedanken, und innerlich flucht er vielleicht über die Geschmacklosigkeit oder über den Geiz der Geber. Man schenke lieber gar nichts, als sich eine Blöße zu geben. Ein echtes Geschenk ist immer ein Opfer. Wer nichts opfern kann oder will, der sage es ehrlich. Aber wer mit einem ganz billigen Geschenk oder mit einem Ladenhüter prahlt und so tut, als ob er die Welt verschenkt, der handelt unmoralisch. Man will so tun, als ob man Opfer brächte, und dabei handelt es sich doch nur um eine grobe Täuschung. Ehrlichkeit ist da viel eher am Platze und wird eher anerkannt, als solches Theaterspiel. Es ist genau so, als wenn ein Geizhals, der es aber nach außen hin nicht sein will, in den Klingelbeutel der Kirche ein altes, eisernes Zehnpfennigstück oder einen metallenen Hosenknopf wirft, nur damit die Leute nicht sagen, er hätte nichts gegeben. Ich glaube, daß da mancher Pfarrer ein Wörtchen erzählen kann. Es heißt, Geschenke sollten nicht nur erfreuen, sondern auch an den Geber erinnern. Wer möchte aber so unangenehm daran erinnert werden, wie der Besuch bei meinem Freund Karl? Sch. • •• (Sine öffentliche Sitzung des S t a d t r a t s findet, wie wir schon kurz meldeten, am kommenden Dienstag, nachmittags 4 Llhr beginnend, im Sihungssaale im Stadthaus Bergstraße statt. Von den Tagesordnungspunkten seien folgende hervorgehoben: Festsetzung der Hundesteuer für 1930; Neufestsetzung des Schulgeldes für das Lyzeum und die Studienanstalt; Festsetzung der Pacht für den Flugplatz und das Flughasengelände; Zentraluhrenanlage in der Stadt Gießen; Wasserversorgung der Gemeinde Heuchelheim; Beschaffung von elektrischen Heizkörpern für die Straßenbahn; Krediterweiterungen; Winter- und WeihnachtLbeihilfe für 1929/30 an die Fürsorgeempfänger des Wohlfahrtsamtes und andere Bedürftige; Ortssahung über die Erhebung des Marktstandgeldes auf den Vieh- und Krämermärkten in Gießen. *• Berufung an die Llniversität Gießen. Einer Meldung des Amsterdamer „Te- legraaf" zufolge hat die hessische Negierung den Direktor der Klinik für Kleinhaustiere, llniner- sitätsprofessor Dr. H. Satob, die Professur für tartete Tierkranfheiten, Tierheilkunde und Pharmalognozie an der Universität Gießen angeboten. Voraussichtlich wird Professor Jakob, dem bereits im Jahre 1924 eine Professur an der Universität Leipzig angeboten tour', e, die er damals aber ablehnen mußte, diesmal eine Berufung nach Deutschland annehmen. •• Personalien. Ernannt wurden die Kreisärzte Medizinalräte Dr. Th. Höfling In Erbach i. O. ?um Kreisarzt des Krei gesund- heitsamtes Friedberg. Dr. Hermann Orth in Schotten zum Kreisarzt des Kreic'gesundleitsamts Heppenheim unter Belassung ihrer Amtsbezeichnung .Medizinalrat" beide mit Wirkung vom 1. Januar 1930 an. — Aus dem Staatsdienst entlassen wurde der ordentliche Professor für innere Veterinärmedizin an der Landesuniversität in Gießen Dr. med. vet. Johannes Aörr, mit Wirkung vom 1. Januar 1930 an. * Die Museen sind am morgigen Sonntag von 11 bis 13 Uhr zu kleinen Preisen geöffnet. •• Der Sonntag im Gießener Stadt- tbeater. Man schreibt uns: Am Sonntag, 15. Dezember, findet zu ermäßigten Preisen eine Märchenvorstellung „D as tapfere Schneide r l e i n" von Alois Prasch statt. Beginn 15 Llhr. Das Stück, das den Kindern nicht nur ein Theaterstück, sondern ein lebendes Bilderbuch ist. mit Tieren, Kindern, Tanzfiguren und tausend Lleberraschungen, bedeutet für Gießen den größten Märchenerfolg seit vielen Jahren. Es soll vor allem den Kindern der Umgebung mit dieser Vorstellung Gelegenheit geboten werden, sich dieses „Spectacle der Kleinen" anzusehen. Llbrnds wird um 19 Uhr die Tragödie der „Troerinnen" von Werfel (nach Euripides) aufgeführt. Intendant Dr. Prasch hat das Werk selbst inszeniert und es mit Sprechchören zu einer griechischen Kulturtragödie gestaltet. Das Werk hat bei seiner Gießener Premiere einen erschütternden Eindruck hinterlassen. ’• Adventskonzert auf dem Linden- plah. Das zweite Adventskonzert findet am morgigen Sonntag um 15.30 Uhr auf dem Lin- denplah mit nachstehendem Programm statt: 1. Der Heiland kommt, iobsinget ihm (Frankfurt a. M. 1599), v. PH. Nikolai. 2. Hoch tut euch auf, v. Ehr. W. Gluck. 3. Heims Abendfeier, von E. Nutz. 4. Abendchor aus dem Nachtlager von Granada, v. Kreutzer. 5. Der Herr ist mein Hirt, v. B. Riem. 6. Aus „Judas Makkabäus" (Tochter Zion), v. Händel. •• W o stecken die veruntreuten 70 000 Mark der Gießener Kreis- ta) je? Die Beantwortung dieser Frage sucht der Kreisausschuh des Kreises Gießen jetzt durch eine Belohnung zu erzielen. 3m neuesten Amt^vcrlünd gung^blatt veröffentlicht er nämlich die nachstehende Bekanntmachung! „'2x1 der nach dem Tode des früheren Kreis- kassendireltors Adam Kauh erfolgten Uebergabe der Kreiskasse wurde ein Fehlbetrag von etwa 70 000 Marl sestgestcllt, dessen Ausllärung bisher noch nicht möglich war. Der Kreisausschuh hat daher beschlossen, demjenigen, der zweckdienliche Mitteilungen über den Verbleib des Geldes macht, die die zugängliche oder teilweise Wieder- beschasfung des Geldes ermöglichen, eine Belohnung in Höhe von 10 Prozent des beigebrachten Betrages zuzuführen." Ob die 70 000 Mark, oder wenigstens ein Teil davon, nunmehr zum Vorschein kommen werden? *• Meisterprüfungen 1930. Einen Dorbereitungskursus für die Meisterprüfungen im Jahre 1930 veranstaltet der Gewerbeverein Gießen von Mitte Januar n. I. ab. Die Anmeldungen dazu müssen fetzt erfolgen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ♦* Keine Winter • Obstausstellunain Gießen. Der Vorstand des Kreis-Obst- und Gar» tenbauvereins hat in feiner Sitzung am Mittwoch unter Leitung des Vorsitzenden, Reaierungsrats Wolf, einstimmig beschlossen, wegen Mangels an Beteiligung von der Veranstaltung einer Winter- Obstausstellung für diesen Winter abzusehen. wettere Lokalnachrichten im 2. Blatt Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) (Eine Litte an den konzertvereia. Bei der Besprechung des Konzerts am letzten Sonntag ist m. E. eines Umstandes nicht Erwähnung getan worden, der unbedingt zur Sprache gebracht werden muh. Ich meine den Z u st a n d des Podiums. Rein äußerlich betrachtet wirken die schmutzigen Bretter mit den ungehobelten, rohen Holzstücken unter den Deinen dcS Flügels unästhetisch. Daß aber der am Flügel sitzende Begleiter plötzlich in der Versenkung zu verschwinden droht, weil das Brett, auf dem die hinteren Deine seines Stuhles stehen, nachgibt, daß die Künstlerin mit den Spitzen ihre- Kleides an den überall hervorstehenden Spähnen der Podiumblätter hängen bleibt und sie zerreißt und dann, am Klavier stehend, ängstlich an sich heruntersieht — vermutlich, weil unmittelbar vor chr ein etwa 10 Zentimeter langer Holzspahn mit weiterem Unheil droht — das sollte nicht vorkommen. H. S. Wer ist diese Deine! allen feinen Geschäften aushängt, birgt ein HAG Ein Weihnachts-Rätsel Die neue Kaffee Hag - Vakuumdose Ist auf dem Wege Uber Amerika zu uns gekommen. Vier Jahre lang wurde diese luftleer gemachte Packung drüben ausprobiert Es hat sich erwiesen, daß der Kaffee In der Vakuumdose völlig unverändert bleibt; selbst nach vielen Monaten schmeckt der Kaffee Hag genau so. als ob er heute erst geröstet wäre. — Die Vakuumdose wurde in Deutschland erfunden. Als Weihnachts-Überraschung für alle KaffeeHag-Freunde kommt die Vakuum-Geschenk- Packung Jetzt zu uns zurück. Das neue Kaffee Hag-Welhnachtsplak Rätsel in sich. Meister Hellemann hat das In a Frau gezeichnet — ohne Kopf , welche Kaffee Hag als Weihnachtsgabe darbringt. — Wer mag das sein? — Damit die Lösung nicht allzu schwer fällt, wollen wir einen engen Kreis ziehen: Es handelt sich um eine in der ganzen Welt bekannte und beliebte deutsche Filmschauspielerin. In der Reihenfolge des Eingangs erhalten die Einsender der ersten hundert richtigen Lösungen: 1 Kaffee Hag-Service aus feinstem Tettauer Porzellan nach Künstler-Entwurf geschaffen, für zwei Personen. Ole Lösung Ist auf einen welflon Zettel von PoetkartengröOe In Breitformat tu schreiben, und zwar eo, daO der Name der Filmschauspielerin In die obere rechte, die genaue Adresse des Einsenders In die untere linke Ecke kommt Einsendung Schluff für die Einsendungen: 31. Dezbr.1929 Die Einsender der zweiten hundert richtigen Lösungen erhalten: IKaffeeHag-Wappenmarken-Albummitfarbigen Marken Diese hervorragende Sammlung deutscher Städtewappen von dem bekannten Heraldiker Professor Otto Hupp, München, ist ein einzigartiges Kulturdokument von bleibendem Wert. Sämtliche Einsender weiterer richtiger Lösungen erhalten: eine Sammelreihe farbiger Kaffee Hag-Wappenmarken Die Preise werden spätestens bis zum 31. Januar 1930 verteilt. gen mit mehreren Lösungen und weiteren Zusätzen sind ungültig. Der frankierte Umschlag Ist In der oberen linken Koke mit dem Kenn« wort „Vakuum- zu versehen und tu adressieren an die Kaffee-Mandels-Akdengesellschaf« Cremen-Hoixhafen ■tta Rothaut Krawatten In allen Preislagen: I01V3A erfreuen jeden Herrn, denn sie sind elegant in der Farbe und gut in der Qualität Salomon Schulstr.4 6-Zimmer- Wohnung in herrschaftlichem Hause oder Einfamilienvilla per 15. März oder früher zu mieten gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 10224D an den Gießener Anz. erbeten. WWW werden vulkanisiert u. rote neu bergestelli Auch sonst. Schudrevaraturen sehr billig Herren-Soblen RM. 3.60 Damen-Loitten „ 2.80 Herren Adiätze „ 0.90 Damen-Abiätze „ 0.70 Oberliess. SchuhinslandsetzuDgs-Werkslätle Schmulbach. Ariedrichstr. 6, Tel. 2733. Thmam 8H'2UUcmprr.m.Ktip.Fttlig. irRli lücmtf.Fttr.undBekldsr. I Ml llll Mk.26.~ p.Stück, Haustüren, Giasabschlüsse, Fensterladen usw. billigst ö96iD Holzwarenfabrik E.H. Müller, fließen Zu vermieten: 2 große Ställe 1 kleiner Stall nebst Hof Zu erfragen bei Ann.-Exved. 10-67D Germer & Wagner, Neuenweg 50. •eoeeeeeee®¥oeö•oeeeoeeee Für Gienen und rvcuere Umgebung wird tüchnger AertriebssteUen Leiter sofort gesucht. Branchenkenntnisse nicht noiroendm. Sicherheit muß vorhanden lein. Geeigneter Raum als Bureau erforderlich. Schrillt. Anaeb. um. 1O24L' > an d. Gieß. Anz. HHOMM SHte—MMMtH Damenhüte i orsvv Kaufet zum Feste billigst das Beste! Von Mk 3.95, 5.00 und 7.00 an Seltersweg 501. Ul C1U11 Eingang Wolkengalle Zorn Weilmachtseinkauf Schöne Modelle in Kleinmöbeln in Eiche und poliert Ausziehtische und runde Herrenzimmertisdie Lederstühle und Sessel Weihlackierte Möbel Korbsessel- und Tische Teppiche, Brücken und Chaiselongue-Decken Größtes Lager in Speise-, Herren- u. Schlafzimmern, Küdien und lackierten Möbeln zu billigen Preisen Werkstätte für erstklassige Polsterwaren. Matratzen, Sessel Sofas, Chaiselongues u. modernste Garnituren mit losen Kissen gearbeitet; jede Extraanfertigung nach ausgesuchten Stoffen und Modellen Lieferung franko. Zahlungserleichterung Möbelfabrik Carl Stückrath Gienen, Asterweg 47 iooma llr.A Chaiselongues Sonderangebot 08027 empfiehlt preiswert Wir gewähren ab heute folgenden Auf Kleider Snezialgesctiäft lör ff ffoIlKieiBanien-BeHelilnnfi s? binounncn au vertäuten. 1)803 J Fernsprecher 3659. 23030 7Sui i Allheiten, den Weihnachtstisch für fremde Wanderer au decken. Tie Not und Zahl ist grotz, auch solcher, die durch dte Zeltverhältnisse dahinge- bracht worden sind. Gaben an Geld, Wäsche, getr. Kleider. Lebensrnittel re. werden dankbar vom Un erACidmeten eni- gegengenomuteu Aus rel.-Aiirufl7-i werden die Gaben abgeholt. 102Ö0D NamenS deS Poritaudeö Loh. Hausvater. Gut erhaltener HlipeWssm billig au verk. lvj5,D Zu erfragen t. d. Ge- schästsstelle d. G. A. Alte deutsche Versicherungsgesellschaft sucht zur Unterstützung ihres Generalvertreters tüchtigen, in der Lebens-, Unfall- u. Haftpflichtbranche erfahrenen Bezirksinspektor Die Stellung ist mit guten festen Bezügen, Spesen und Provisionen ausgestattet. Moderne, wettbewerbsfähige Tarife! Wertvolle Beziehungen zu Handwerk u Industrie! Direktionsvertrag! Ausführliche Bewerbungen unter 10232 D an den Gießener Anzeiger erbeten. Flotte vkltWilll sucht iofori ob. iväier Mcllnii r. Schr. Angeb. u. 07994 an d. Gietz. Anr. erb. ZU Mk. 1.V0,1.50, 2.00 und höher bei M.G.6RODE Frankfurter Straße 19 I -15-A f ir: ' . Mk. 4.00 „ 2-70 „ 4.60 n 8.75 Billig Ordinal Dürkopp-Nähniasiilimen soweit Vorrat auf Lager ist SchwtiißschHl Mk-165- RondschHf Mk. 195.- Rundschiti mit Zick-Zack Mk.205.-. Bei Kassa-Zahlung 5°/0 Rabatt Original Diirkomi- und Tornedo-Fahrräder (mit Torpedo-Freilauf) (mit Gummi) soweit Vorrat auf Lager 102/30 an v Diederu, auhcnpold' sich v>el° lungert. « »er hat lififation uf renn »uch öhnlichen. iber dm 2 jnt> er But «halte der )te Dedeu! •ein Dori 1 imerita e Bolterb 1 Interesse i Aerichtsho! i sicherlich fl! werden, ur deutscher - einziehen- Der Ä« Sesterre Krieges gefi Wigfeit ö< jhö hat die ich ist diese $8 beginnt । Oesterreichs tinern Dor Parlamentär lepublik üb1 )er Dundei ras Parlan Notverordn )es Lersas inb erhält Zllies das trat bisher den und ! reinen Pari valtung i>e; Mirich Gei selbstverstäw fine Partei nsche Parir die geradez I fung oeranl So ist bi .dank der < i Bundeskan! AuSgang I wieder heri I als Wassei unter alle, iumerkenstr und eine Qi ‘Gtaat in ö 'ich bet srr t der ArtM ' darüber \\ freuen uni tige Ausei daß jeder nichts gegc sesigelegt Lesterreich ^bundeskar itellen Ar Erhört, bi chraucht. S, ^erhandkui von St. Ge o.undsanleik J'crung im ]eglüdt! Landlob-Centrifuae 100 Liter, 5 Jahre Garantie, Mark 95.- auch für andere betriebe geeignet, günstig im Freien gelegen. In schönem Industriestädtchen zu verkaufen evtl, zu verpachten. Bedingungen günstig. Schriftliche Angebote unter 102741) an den Gießener Anzeiger erbeten. St 5 Cni)9U '. "lkes Of, ’ frnS^ltc Gliebe S iss tilalzimmer von Hand gearbeit^ sehr vreiSwert au verkaufen. 07987 Schreineret C. Schmidt Rodheimer Str. 40. 1 schweres eichen Büfett, 180 n, grotz. i vol. Nuhbaum- Büfett, l,5u m groir, sowie einige Schlafzimmer billigst ab- Augeben bei günstigen Zahlungsbe- din,ungen. Schr.Ang. unt.08002 an den Gietz. Anz. Schreibmaschinen von 40.— Ml. an auch mietweiseu. gegen Raten. Bürobedarfsbaus Franz Bogt L Eo^ Giehen. SelterS- weg 44. Ruf 2464 iünüer^'isr- Herd. Schlitten au verkaufen. 107965 Sonniagvormtllag, Moniagnachmittag. Südanlage 191. Gut erhaltener kllMMD mit Puppe zu verk. Zu erfr. in d.Gefchst. d. Gietz. Anz. 0800# Jung^ geb. Mädchen vom Lande, m. Vermög en, wünscht dte Bekanntschaft eines neu. Heirn zm. spät. Heirat Beamter ob. Lehrer devorz. Verschwieg Neuheit Ehrensache. Nur ernstgem. gell, schriftl. Ang. unter W>10 a. d.Gietz. Anz, eeseeesoeeoe Stadttheater Sonntag, 15. Dez., von 11*, bis 13 Hüt’ 2. Tag un Kammer» sptel-ZyklllS (Diorgenseter), Ein Spiei vorn Sdunetieriingstraum. Einführender Bor- trag von Herrn Weir Man Tiny. Aus demEhmesischeir von Ntch. Wilhelm. Sonntag, 15. Dez., von 15 bis 18 Uhr Autzer Abonnement Kindervorstellung Ermatzlgle Preise Bas tapfere SOneiöetleln Zaubermäichen in 5 Biloern von yiIoi^ Brasch, Musik vo« Gustav v. Nötzter. Sonntag, lü.Tez.» Autzer Abonnement: ß-ti mdeu voruellunr von 19 bis 21 Uhr Bie Troerinnen Nach der Tragödie des Eurlvides von >>TQtiA Werfel. TienStag, !7.Tez» von 20 bis 22%Uhr ir.Dienslllg Av.orfl. In neuer t~2iU JniAeuterung'. Bet BeiitWttfiet Luitsviel in 4 Ak-ett von G. v. Mofer. Mittwoch. l^.Tez. von 19'/, bis 22'/, U.: 12.mitlroo[h- bis 11*/, UDf" Llutzer AbonneiiuN! Binder vorstellimü Erinäiugle Preise. uns n-ofete 5d)nelö8tieia Zaubermärcheu in 5 Bildern von 8U01S Pratch, Musik öd Gustav v. Rödler. Sonntag, 22.Tca« von 19 bis 21 Ubt Llntzer Slbpnnemcnl ..remdenvorueUutiZ Zum letzten Male: 5criüü05 5UDDen fino öle üefien Luuspiel in einen Auftakt und 3 Akit« von NnltuS Berni. |Stel!enange iote| Gut euiuer. reellen Vertreter sucht leistungsfähige Wurinabrik iZ-rtsch- und Nauch- wäre, Zulder Preir- kovilAtlrBelieserling des ArnnEluxter Be- Atrfev. Angeb. unter F. B. J. 6013 durch Rndoll Blosse, Frank- Inrt a. M. 101 UV Neu berget. 6-oOJ-3ioimer- Wotmung mit Bad und allem Zubehör sofort ooer später f. 65 od.70Mk. au vermiet, tn Lick, Butzbacher Str. 23. Ba-tnholstr. GO ist daS Erdgeschotz. 5-6 Räume für PrartS oder ge- werbl. Zwecke sofort au vermieten. Näheres 91. Becker, Mepleriirane 9. Televhon 3804. mMO toe Kisleo billig abAugeben. 08012 Neustadt 57. | Kaufgesuche | Gute gebrauchte ßoselbank kaufe fof. gegen bar. Wo? s.'gt die Ge- schäfsst.d.G.A- io»eiD Gut ervaltener VWrmiigeii au kaufen gesucht. Schrtstl. Angebote unter 07996 au den Gietzencr AnAeiger |Verschiedenes| Gründltchen Lauten- und Gitarren- Unlerricht theoretisch und praktisch erteilt [v8üu4 Luise Josten ttaiferaUee 48 I, Schneiderin nimmt noch Knuden an tm Anserttgen von Kleidern vom Einfachstem bis Aum N.'odernstem. 08024 Hammttr. 1. Grau-und K 91k Weiß-Stück Wr» wfl ffl von bester Qualb W M Ha tät und (größter ® dKW WWW Erffiebixkeit zu billitrstemPreia C. Rübsamen, Gießen SltzWes Alls nahe Nordanlage, tn dem einel-Zimmer- wohnung frei wird, billig AN verkaufen. AnAabluug Mk.i00t)0 Tauschwohnung er» wünscht. Schriftliche Angebote unt. l'80.2 a. d. Gietz. Anzeiger. Benz-Lieferwagen 14/40 8t. PS mit neuer.Karosserie, tn tadellos Zustande, geeignet für Backer, Metzger ufro.. billig au verkaufen. 08014 Näh. Holzindustrie Nteder-Obmen. Standard 500 ccm preiswert au verk AuAusehen Montag, den 1U. Tez. 1929. Laug Göns OTVM Schunttgiaben 22. Gute, wenig gebr. Damen- und Herrenlalirräder sowie ein Knaben'abrrad für 4 bis 5 Jahre, billig au verkaufen. Hans Aiimann Neustadt 20. 102781) 8 Ferkel 8 Wochen alt au verkaufen 102710 Kaspar Lächel NeinbardSbain sPoft Grünberg» Foxterrier- Hündin schönes Tier, 3 I. alt, mit gut. Stamm bäum, sehr wachs, u. erstkl. im Schliefen auf Kunst- und Na- turbnit tit preiswert au verkaufen. C. Geitzler, Lollar Hauplslr. 19. (07974 3X5-Zinmiere Ltagenhans mit Balkon, Bad u. grotzem Gurten tn sehr guter Lage,Süd- viertel» unter günst. Bedtngungen billig au verkaufen. Eine Wohnung tu sofort bCAiehbar. Näh. dch. O.Kalx.Lndwlisir.lB Mo npL nu erhalt. Küche preiswert au verk. Wo? faat d. 6)efchst. d. Gietz. 21NA. IQlbQi) 4fl. Gasherd (Junker & Ruhl mit Backofen arotze Badewanne, C1 cu 'Dauerbrenn.i billig A. verk. 07950 Nordanlage 33 I. GelepheM: Radio mit Lautivr. und neuer stabiler Handwagen billig in verkauien 07**60 Wolfttratze 9. Mandoline und Zither Au verkaufen. [08006 Kroldorfer Str. 87 p. Gut gepflegte, mittl. Briefmarkensammlung in tadell. Schanbeck- album (Schranben- deckelivretSw.abAng. Zum Wetiersam- meln sehr geeignet. Heins, Seltersw. 89 L Laden auch für Bureau ge- eignet, fof. A.vm. „-70 Bahnbofsir. 45. Werkstatt oder Lagerraum! Geräumige Werk- . stau ob. Lagerraum im Seliersweg ver 1. Januar 30 oder später au vermieten. Schriftl. Angebote unier 10254tj au den Gietz. AnA. erbeten. | Mietnesuche | Biln. mit Zubeb. f. foiort oder später gesucht- auch gegen Enischä- diguirg. Schriftliche Anneboie mit. OsuOä an den Gte^;. Auz ^ Mt nr Botin, in guter Lage oder passende Nannte f. seines Ma'-aieltcr flei chi. Tauschlvohn. vorhanden. Schrittl. Ange oie unt. 0.-015 an d. Gietz. AnA. erb. 't-2-Zimmer- Wohnung mit Küche au mieten gef. Schr. Angeb. u. (®uOS a. d. Gieg.AnA. KtUderloieS Ehepaar sucht 1-2 Stuben ft.idjc in. Wasserl. und Gas u. ttcllcr iniierhalb der Stadl Au mieten. Schriftl. An ieb. uni. 1024"3i< a. •. (9tetz. Anr. erb. eöeosöüecöea 12te?r?3immet mit Sto.lifleic.ienbeii tevil. Wohnungi von alleinsteh. älterer Dame iiefucbt. 'Jiübe Sette.stör. Schriitl. Angebo.e niti PreiS- n inabe unt. >>7978 an den rHietz. Ain. erb. •8e®©o®©tf®ae 6ii' Primaner suche ab 6. 1. 30 m Gietzcn gut. HitiögEtif® oder auch nslle Henlion w falz- n. aewiirA- ios gelocht imro. Schr. Ang.u. 102620 an den oheit. AnA. |Wohnunestausch| Suche Aum 1. 5. oder 1. 6. 1930 3 31 unter DioUnq. r>der 0—7 Ziinmer- 'IVoümutrt od. zwei tle.n.- Wohiiiiugcn u ’beiichmnber. Biete 5 Zimmer- ßt'übnuno. Schr. Ang. unt. 07986 an den Gietz. Anz. PhötoaDparat 10X15 DopvelauSA. mit Tovvelauaiiig- mat gegen Radio- 'Avvarat Au tauschen gesucht. Schr. Ange boie unter 08021 an den Gietz. Arn, erb. 1 il IL. Pianos Harmoniums Grotzc 3-Zimmer-Woling. mit Heirung, kompl. Badeetnrichiung u. Balkon, für sofort AU vermieten. Näheres b. Kari Haas V., Schubert. strotze 2, 1025.1D sojöne 3 dlmmer Wohnung mit Bad billig zu üeim. Schr. Ang. u. 08019 a. d. Gtetz. Ain. Gul mööi. lvoljll- und Sivlaiztmmec nebst Küche ich L>, zum 1. 1. 30 od. spät, a liebst, au Ehepaar zu öcrmieien 08 20 Am nafiruncisO 301. Zwei möblierte Iimmev lWobn» u. Schlasz ), mit Kochi amu und Keller in schöner, ruhiger Lage a. vrm. Schr.Angeb. n.08018 on den Gietz. AnA. Oq 0 Q Speisezimmer Herrenzimmer Schlafzimmer Langfristige Teilzahlungen! Möbel-LEISLER Bei Barzahlung 10% Rabatt Polstermöbel aus eigener Werkstätte Küchen Neuenweg 23 Gegr. 1886 Fernruf 3573 1 H'MA Kleinmöbel »ebot KI,i>MbeI Eßenden deUe2O°|0 10°|o 10°|„ MertHeihj j eiligen Preise/ L Grau-und g W-Stt BÄ y„on bester QuaJl- ■W und größter •e Ergiebigkeit zn billigstemPteii amen, Gießen iorecher 3639. Mü Nr. 293 Zweites Blatt Außenpollüsche Llmschau. Von Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. Wiederum hat die Woche bedeutungsvolle außenpolitische Ereignisse gebracht, und erstaun- I lich viel außenpolitischen Stoff müssen die Zei- rungen, denen die Innenpolitik fast ganz den Raum wegnehmen will, doch bringen. Zunächst )ie Beitrittserklärung der Bereinigten Staaten zum Internationa- en Haager Gerichtshof, die in dieser » Woche in Genf vollzogen wurde. Präsident H o o- ver hat den Entschluß dazu gefaßt, ohne die Ra- tifikation im Senat abzuwarten, die aber wohl, Uvenn auch unter einigen Kämpfen der „/Unversöhnlichen", durchgehen wird. Wie bekannt, ist über den Beitritt sehr lange verhandelt worden . und er wurde erst nach Annahme wichtiger Bor- : behalte der Bereinigten Staaten möglich. Heber die Bedeutung dieses Ereignisses braucht man kein Wort zu verlieren. Damit vollzieht Rorb- amerita einen Schritt h in nach dem Bölkerbunde, und das kann nur in unserem Interesse sein. Da im nächsten Jahr wieder der Gerichtshof im ganzen neu zu wählen ist, wird 'sicherlich auch ein amerikanischer Richter gewählt werden, und selbstverständlich mit ihm auch ein /deutscher Richter in den Gerichtshof im Haag emziehen. Der Kampf um die Berfassungsreform, der Oesterreich an die Schwelle des Bürgerkrieges geführt hat, ist durch die staatsmännische Fähigkeit des Bundeskanzlers Schober beendet und hat die Spannung gelöst. Politisch wie sachlich ist dieser Ausgang von größter Bedeutung. Es beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte Oesterreichs damit, das, um diese Reform mit einem Wort zu charakterisieren, von der rein ■ parlamentarischen Republik zur Präsidentschafts- rspublik übergeht. Künftig ernennt und entläßt der Bundespräsident die Regierung. Er beruft das Parlament. Er kann es auflösen. Er hat ein 1 Rotverordnungsrecht. Er ernennt die Präsidenten des Berfassungs- und Berwaltungsgerichtshofes und erhält den Oberbefehl über das Bundesheer. ' Alles das — man hält es kaum für möglich — ipat bisher durch das Parlament ausgeübt wor- t\\ W« freuen uns, daß diesem Druderlande eine blu> Gießener Gtavttheater. er Beilchcnfrejser". Es ist, wie man feststellen muß, dieser Erfolg Iedcch, man den und stand damit selbstverständlich unter reinen Parteigesichtspunkten. Ferner ist die Ber- Daltung der Stadt Wien geändert worden, die )er st als Kostümulk imterm Makart' der Petroleumlampe. Als rihrt, :h des irauch Brest- ältsii- beitei ;chcetl billict ksiDit- Hei- tirrb. -eor- Pit- jeit von Dieses Stück, das Entzücken einer älteren Gcne- UlnM kation, zum eisernen Bestände zahlloser ver- W ™™l| chollener Spielzeiten gehörig, erzwang auch heute iadj einen Publikumserfolg von ungetrübter fdiuitl. nntrt kl Ausgang den inneren Frieden noch nicht völlig (WlOo.bJw ÄNy r| toieber hergestellt hat, er von mancher Seite nur ie«en ,0266 L> lenöet Nobel* tiÄ giolkv en iflit?'66 •Ibnbc 5'11* -ute nur noch 'Hielt und bei Idjrii'1; dien >- tn» Ana ;erien kate 8bSV ter .chseln roren- 0S028 ;< und >us ß!» inoer- onitfn Dti> 0eL K lltl Idit'rt esg " gjDonn^. •Ski M Oßfl ' -gjiF Vielmehr: als unverwüstlich erwies sich und :auz ehrliches Gelächter erzielte, man glaubt es tu um, die richtige, gute, alte Militärposse, die hicn endgültig begraben wähnte. Siehe da: der Kasernenhof mit dem Unter« kfsfizier und den exerzierenden Einjährigen — linkes Ohr tiefer!" und „Brust raus!" und Ein- zclyorbeimarsch im langsamen Schritt — und der te sammelte klassische Wortschatz ehrwürdigster .losernenhofblüten und Kommißwihe: ein Mords- trfolg. Der unbestrittene Höhepunkt des Abends. • Aeberhaupt wirkt die ganze Mischung noch immer: dieses Milieu zwischen Dallsaal und Ulxerzierplah, zwischen Schilderhaus und guter ■Elnbe; di« Forderung zum Duell in delikaten ILflären, der Offiziersbursche und das Stuben- ßtädchen; der elegante Husarenleutnant mit der § Vorliebe für Veilchensträutze; die peinlich ver- Dtechselten 'Buketts: der schüchterne Liebhaber: J. er „Krieg im Frieden": und die Doppelver- abung zum Schluß. Cs wirkt, es wirkt, es gefällt ikti Leuten. « ........ J nur zu einem gewissen Tell ironisch gefärbt ge» tzn nkuc^ DL-en. Gewiß: der Garnisonklatsch und die Skan« ^nlin*6flfrik bolaffäre, mit welcher der erste Akt das Ganze WD£llU)‘öl"7r, lab zu wuchtig intoniert (denn wir befinden uns yuiiivi?1 m qw immerbin im Lustspiel), — vermögen uns keine von isTti* gliche Aufregung mehr abzuringen. Was yiittroo®'A mo dazumal fast den - Anstrich einer Gesell- " *al,‘D " Haftskritik oder Satire gewinnen konnte, wirkt I als Waffenstillstand gedeutet wird, so ist er doch c .... , I unter allen Umständen eine Beruhigung, eine btaüttnCäi6l I bemerkenswerte Konsolidation des Staatswesens Zonntas. 15. r unb eine Selbstbesinnung in Bewegungen, die den von ll'i in-: i'HWt' Staat in den Bürgerkrieg treiben konnten. Ob Wb 2. Ian im üa.imwv b ((j) der frühere Bundeskanzler Seipel, der an tu-! ivi«l‘AnUv.v Ft)>r Verschärfung der Lage reichlich Schuld trägt, \ ^.l.ot?t.n'c cr'' 1' darüber freut, lassen wir dahingestellt. Wir ____,, amüsierte sich keineswegs aus- Hießlich über die verschollenen Uniformen, Kläcke, Klappzylinder und Gesellschaftsroben, über Einkleidung und das Milieu; dies alles nur nebenbei. Aad) der TraM, tull, Heiterkeit. - LLM Dlitie von20 voair.WM»^ -hen.l1 'M- b am O.kmdu^nnoltsnn I ,i0e Auseinandersetzung erspart worden ist, und ; [ daß jedenfalls in diesem ganzen Ausgang ftiniiibrenuer YoHn mn Germain und den Garanten der Böller» I!'bWdsanleihe voraus, wozu eben die Konsoli- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 14. Dezember (929 Richt ganz die gleiche Bedeutung hat d i e Regierungsbildung in Prag. Das Kabinett besteht aus 5 tschechischen und 2 deutschen Parteien und stellt eine merkwürdige Koalition dar, die grün-rote Front zwischen Agrariern und Sozialdemokraten, und zwar auf beiden nationalen Seiten, den Deutschen und den Tschechen. Die Koalition verfügt so über 114 bürgerliche und 92 sozialistische Stimmen, und macht den Versuch, in einer Zusammenarbeit zwischen Agrariern und Sozialdemokraten die Kräfte wirklich zu vereinen. Dazu kommt, daß auch die 2 Slowaken in die Regierung eingetreten sind. Fraglich ist ja, ob die bürgerlichen und sozialistischen Parteien beiderseits wirklich so weit sind, daß sie miteinander ersprießlich zusammenarbeiten können. Fraglich ist weiter, ob das nationale Problem dabei überhaupt richtig ungefaßt ist. Die beiden Slowaken sind sog. Zentralisten, d. h. Gegner der sehr einflußreichen autonomistischen klerikalen slowakischen Dolkspartei. Das Verhältnis aber zwischen Tschechen und Deutschen in der neuen Regierung ist zahlenmäßig sehr ungünstig. Sie enthält nur 2 deutsche Minister; die Koalition verfügt über 169 tschechische und slowakische Stimmen und nur über 37 deutsche Stimmen. Ob es auf diese Weise möglich fein wird, für die deutsche Sache etwas durchzusehen, ist doch sehr zu bezweifeln, und uns scheint, daß die Rolle, die die Sudetendeutschen in diesem Kabinett übernommen haben, von vornherein sehr untergeordnet sein mstß. Diesen beiden Abschlüssen steht die Krise in Polen gegenüber. Der Sejm ist, wie bekannt, zusammentreten und hat mit einer überwältigenden Mehrheit ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung angenommen. Diese ist darauf zurückgetreten. Das ist zunächst ganz parlamentarisch. Was aber nun wird, weiß man nicht. Auch ein formeller Kabinettswechsel würde das bisherige System nicht ändern. Der Marschall hat die Macht in der Hand, aber er vollzieht Öen Staatsstreich nicht. Die Krise schwelt weiter und lähmt natürlich alle politische Energie im Lanöe. Sehr eigentümlich haben sich die Verhältnisse im Fernen Osten gestaltet. Moskau und Mulden sind zu einem vorläufigen Abschluß gekommen, indem die chinesische Seite völlig kapituliert und die alle russischen Bedingungen erfüllt hat. Beide wollen weiter über alle Schwierigkeiten verhandeln, die aus den Verträgen von 1924 über die ostchinesische Bahn entstanden oder noch nicht gelöst sind. Die Zentralregierung aber in Ranking hat keine rechte Möglichkeit, ihren Willen dabei zur Geltung zu bringen, weil sie mit den wieder ausgebrochenen inneren Unruhen zu kämpfen hat. Darüber ich Tschang Kai Scheck zurückgetreten, gegen dessen Diktatur sich die anderen Gruppen, die anderen Generäle, aufgebäumt haben. Wieder ist alles, was in der Konsolidation Chinas erreicht war, in Frage gestellt. Wieder ist China ein Kampfplatz des Bürgerkrieges, in dem die einzelnen gegen die Regierung von Ranking und den bisherigen Diktator zu Feld ziehenden Führer auch nicht erkennen lassen, was sie als Programm haben und wie sie künftighin chinesische Politik machen wollen. Cs ist billig, wenn dann wieder gegen Sowjetrußland der Vorwurf der älnterstützung dieser Bürgerkriegsbcwegungen erhoben wird. Ratürlich freut man sich in Moskau über diese Vorgänge, die der russischen Seite wieder Grund zur Hoffnung geben. Aber das eigentliche Hebel sitzt doch viel tiefer, als daß dergleichen Unruhen nur durch Moskauer Geld und Propaganda hervorgerufen werden könnten. China kommt aus den Erschütterungen und Zuckungen nicht heraus, in die es seit Mitte der 90er Jahre gestürzt ist. Der uralte natürliche Zusammenhalt bleibt erhalten, aber den Weg aus der alten zertrümmerten monarchischen Verfassung in eine feste neue Ordnung findet man nicht. Mit dem Schlagwort „gegen die ungleichen Verträge" kann man allein innere Politik nicht machen, eine wirklich vorwartsbringende Sy rthese zwischen den altchinesischen Traditionen und den modernen Vorstellungen der Sun-Vat-Sen-Leute ist noch nicht gefunden. Kein Wunder, daß der Bericht Litwinows über die Außenpolitik vor dem Zentralvollzugskomitee der Sowjet-Hnion mit Genugtuung auf diesen russischen Erfolg hinwies. Grund freilich dafür war nicht die russische Stärke, sondern die chinesische Schwäche, älnd Hilssstellung dafür leistete schließlich eine wenig glückliche Politik der Vereinigten Staaten, die als führende Macht des Kelloggpaktes die an sich sehr notwendige Intervention von dieser Grundlage aus im ungeeignetsten Moment begann. Rämlich gerade, als sich die beiden Streitenden bereits direkt zu verständigen begannen! So zog sich das mächtige Amerika eine scharfe Zurückweisung von feiten des schwachen Rußlands zu, und wiederum, wie schon in der Mitte des vorigen Jahres, ist dann ein solcher amerikanischer Vorstoß sofort versackt. Man hörte danach nichts mehr von ihm — wiederum ein Beweis, wie wenig noch die heutige amerikanische Diplomatie auf ein wirklich überlegtes und Weiterausschauendes Spiel eingestellt und dafür geschult ist. Vorteilhaft für die Welt und ihre Ordnung ist das aber wirklich nicht! Litwinows Bericht war trotzdem nicht übermäßig optimistisch. Er betonte wieder den Inselcharakter des sozialistischen Staates, der immer gefährdet fei, solange noch kapitalistische Staaten bestünden. Bemerkenswert waren die Teile seines Exposes über Deutschland und Polen. Er bezeichnete d i e Beziehungen zu Deutschland, die sich auf breite Grundlagen stützten, als traditionell freundschaftlich. Rach dem Pressegeplänkel der Es ist ein strahlend schöner Herbst, als Annemarie Lesser, Malstudentin aus Genf, in einem Dorf der französischen Vogesen eintrifft. In ihrem Paß mit wunderschönen echten Schweizer Stempeln steht, daß sie sechzehn Jahre zählt, und in der kleinen Fremdenpension ist sie bald der Liebling der Gäste und der Wirtsleute. Tagelang streift sie durch die Berge. Ueberall freundet sie sich schnell an, die Feldjäger helfen dem Kind das Stativ eines Photoappa- rotes aufbauen, die Bahnbeamten erzählen von ihrem angestrengten Dienst, und die Feldhüter plaudern mit dem Mädchen über Wege und Straßen, die verbessert werden und neu enstehen sollen. Als sie eines Abends in ihr Gasthaus zuruckkehrt, platzt sie in einen großen Trubel hinein, es ist (Einquartierung, ein D.ivisionsmanöver wird abgehalten werden, das lieft sie auch in den kleinen Zeitungen der Ortschaften, das steht in den großen Pariser Blättern und auch in den deutschen Zeitungen. An diesem Abend sitzt Annemarie neben einem alten bärbeißigen Kapitän mitten unter vielen jungen Offizieren zusammen mit den übrigen Gästen, es wird getanzt und getrunken, und am nächsten Morgen zieht die Trupve ins Manöver, und hinterher in einer kleinen Gig, gezogen von dem dicken und glatten kleinen Pferde des Gastwirtes, der dafür fürstlich entlohnt wurde, fährt Annemarie Lesser, sechzehn Jahre alt. Sie ist von dem Kapitän eingeladen. „Ein Divisionsmanöver?" Annemarie kennt genau die planmäßigen Stärken der französischen Truppenteile und sie sieht auf Öen ersten Blick, daß hier mehr als ein ganzes Armeekorps zufammengezogen worden ist. Sie hat in Berlin vorher sorgfältig die Berichte über die großen Manöver der französischen Armee gelesen, und sie bemerkt plötzlich zwischen diesen offi« letzten Monate auf beiden Seiten und mancherlei unerfreulichen Reibungen war dieser Satz, an so wichtiger Stelle und offenbar wohl überlegt, nur zu begrüßen. Ihn auszusprechen gerade in jetziger Lage, entspricht durchaus den Interessen Rußlands, und dieser Standpunkt findet ebenso Widerhall auf der deutschen Seite. Wir verstehen dabei ganz den Zusammenhang, in dem Litwinow damit seine Bemerkungen übev Polen brachte. Gegenüber der polnischen Ansicht, die Beziehungen zwischen beiden Staaten seien korrekt, äußerte er. daß die Sowjctregie« rung eine andere Meinung darüber habe, waS korrekt ist. Das wäre nur ein Wortstreit. OEbcc dem fügte Litwinow den Sah hinzu, die Sowjetregierung wünsche, daß eine größere Annäherung zwischen Moskau und Polen stattfindc. Gav keine Frage ist, woran er dabei dachte. Er hat die deutsch-polnischen Verhandlungen über die Liquidationen und einen Handelsvertrag im Auge und sieht als Leiter der russischen Außenpolitik selbstverständlich, daß nach dem Poungplan, der Rheinlandräumung und der Saarfrage das deutsch-polnische Verhältnis in den Vordergrund rücken wird und muß. Litwinow erinnert so daran, daß Rußland dabei auch da ist. Wiederum entspricht das ganz unserer Auffassung. daß das deutsch-polnische Verhältnis und die Behandlung feiner Fragen nur im Zusammenhang mit den deutsch-russischen Beziehungen betrachtet und aufgefaßt werden darf, die, wie verschiedenartig auch die beiden Staaten organisiert sind und leben, ein wichtiger Faktor in der deutschen Politik und auch in der deutschen Wirtschaft sind und bleiben. ziellen Schaustellungen und in der Hebung, der sie jetzt beiwohnt, einen himmelweiten Unterschied. „Mein Kapitän, noch nie habe ich Kanonen gesehen," und der brave Kapitän geht am Abend mit ihr durch die Geschützstellungen. Annemarie ist unermüdlich, sie folgt der Truppe Tag für Tag immer in ihrem kleinen Wagen. Man kennt sie bald, man freut sich über das junge Ding, dem es der bunte Rock angetan hat, und „Monsieur le Capitain" spreizt sich wie ein Pfau, denn Annemarie photographiert ihn in immer neuen Stellungen, und dem Kapitän fiel es niemals auf, daß im Hintergrund immer irgendeine Batteriestellung, immer irgendeine Grabenstellung fein mußte. Wie sollte er auch? Er hatte nur Augen für das reizende Kind, dem er am Abend vor dem Manöoerschluß unter einer durchaus romantischen Linde einen richtigen kleinen Heiratsantrag machte. Annemarie hatte einen Einwand: „Was macht eine Offiziersfrau? Wie ist denn Ihr Dienst, mein Kapitän?" Und der verliebte Kapitän kam vom Hundertsten ins Tausendste. Er war ein richtiger Troupier, ein echter aktiver Soldat der sich aus dem Unteroffiziersstande heraufgearbeitet hatte und der nichts auf der Welt kannte als das Handwerk des Soldaten. Er war schon glücklich, mit einem schönen Mädchen lediglich über diese Dinge sprechen zu können, es war nicht leicht für einen alten Soldaten, sich in all diese Neuerungen zu finden. „Man gräbt jetzt alles ein, man teilt die Richtkreise für die Artillerie in neue Zahlen und das soll man nun alles wissen. Siehst du, mein Kind, früher war das so und jetzt macht man es derart —- Als der Morgenwind aufkam, schwor Annemarie, daß sie sofort nach Hause fahren werde, um mit ihrer Mutter zu sprechen, und Monsieur le Capitain besorgte sofort ein gutes Auto, und eine Ordonnanz und ein Unteroffizier brachten das Mädchen in windender Fahrt mit ihren Koffern, Zeichnungen und Photographien zur Grenze. Eine Zollrevision gab es nicht, der Unteroffizier erklärte dem Zollbeamten, Mademoiselle Docteur, die größte Spionin Deutschlands. Annemarie auf eigene Kaust. - Oer verliebte Kapitän. — „Eine ungeheure Sache" IV. Aus dem neuen Buche: „Spionage!" von H. R. B e r n ö o r f f. Verlag Dieck & Co., Stuttgart. Tannert inszeniert, im Stile der Zeit, vorsichtigerweise; mit allen gehörigen Details unb mit einer behaglichen Ausführlichkeit. Der Erfolg hat ihm recht gegeben, älebrigens war er auch der Veilchenfresser in Person, Casanova bei den blauen Husaren, ein Schwerenöter ohne äleber« treibung, ein netter Kerl. ♦ Auch die übrigen Mitwirkenden fanden sich mit Talent unb Humor in bie leicht angestaubte Konversation: Maria Koch, die vornehme unb distinguierte Witwe im besten Alter; Ingeborg Scherer, Regimentstochter in Terlobungsnöten-, D o m m i s ch, ber bodenlos ungeschickte und von einer Verlegenheit in die andere stürzende Referendar; Ritter, der als Einjähriger Meyer entschieden seinen großen Tag hatte, im dritten Akt den Vogel abschoh und heftige Appläufe entgegennehmen mutzte; Z i n g e l, ein martialisch- leutseliger Oberst aus der guten alten Zeit; Volck, der älnteroffizier, dessen Erfolg von vornherein textlich festgelegt war; Linkmann in der noch immer dankbaren Rolle des Offiziersburschen; Luise Jüngling, eine würdige Tanle, die unbedingt dazu gehört; Ilse Jahn, bas frech berlinernde Stubenmädchen mit dem Henkelkorb am Schilderhaus; Trude Hetz unb Hae - s e r als bie unvermeidlichen Intriganten. ♦ Vom Erfolg wurde gesprochen. Das Publikum ging sichtlich angeregt nach Hause. Dr.Th. Dem Andenken Hofmannsthals. Dem Gedächtn'.s Hugo von Hofmannsthals gewidmet ist das neue, soeben erschienene Weihnach!sheft des „Inselschiffs", ber Der- lagszeitschrift des Insel-Berlages. Es enthält einen Aussatz von Rudolf Alexander Schröder, der dem zu früh dahingeschiedenen Dichter feit 1900 als Gleich strebender unb Freund nahe- gestanden hat; es enthält ferner Beiträge aus dem Rachlatz Hosmanns.hals (Gedichte unb eine Sz?ne aus einem unvollendeten „Chinesischen Trauerspiel'), eine Biographie „Hofmannsihal unb der Insel-Berlag" unb bie schönen Verse, bie Felix Braun für bie Hosmannsthal-Feier bes Wiener Burgtheaters geschrieben hat. Außerdem bietet das Heft Proben aus den jüngsten Werken des Verlages, aus dem Buche „Beethovens Meisterjahre" von Romain Rolland das Kapitel «Beethovens Taubheit', aus der .Kunst Japans" von Tsuneyoshi Tsudzumi den Abschnitt .Japanische Dichtkunst' unb aus dem Roman „Der Eroberer" von Richard Friedenthal den E>ilog. Das Gedicht „Klage" von Albrecht Schaefser beschließt das Heft, dem Bilder aus Hofmannsthals Jünglings- und Man- neszeit beigegeben sind. Herr Han Schih £i wundert sich. Wenn die Söhne des Himmels sich jetzt anch allmählich der abendländischen Kultur mehr zuwenden, so gibt es doch immer noch unendlich Vieles in unserem Leben, das ihnen sonderbar und grotesk erscheint. Ein chinesischer Besucher Londons, Herr Han Schih Li, schildert in einigen Aufsätzen seine Eindrücke und äußert fein besonderes Erstaunen über unsere Kleidung. „Seit ich im Spätsommer ankam, hat sich die Kleidung dieser ehrenwerten Bevölkerung nicht verändert , schreibt er, „unb hoch ist es jetzt Winter. So e;was mutz als höchst sonderbar erscheinen, denn sogar die Tiere wechseln ihre Kleidung mit der Jahreszeit. Die Männer tragen ja schon im Sommer solche harten unb dicken Stoffe, bie jeder bessere Chinese verschmähen würde. Warum haben sie nicht genug Seibe für den Sommer unb nicht genug Pelze für den Winter, um sich anständige unb schöne Trachten nach ber Witterung zulegen zu können? Selbst die Schienbeine, die hoch so sehr ber Wärme bedürfen, werden in dieser unfreundlichen Witterung nicht geschützt. Die Mäntel sind aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt, so daß sie mich an bie Tracht unserer Bettler erinnert. Warum haben die Herren denn nicht genug große und breite Stoffstücke, um sich ihr Kleid aus einem Stück schneiden zu lassen? Unb bann diese schreckliche Enge. Wie kann ein Mensch sich in einem solchen engen Sack bequem auf dem Rücken kratzen? Man rümpfe nicht die Rase, wenn ich die Freuden sich Sichtrahens hervorhebe. Es gibt keine unschuldigere unb angenehmere Beschäftigung. Unö nun bie Hüte ber Herren! Da tragen sie schwarze Töpfe oder schwarze Kästen, die so furchtbar harr sind, bah sie nur ein ausgemachter Dickschädel ertragen kann. Ich verstehe erst jetzt, wie stark und kräftig die Köpfe ber weißen Männer sein müssen, wenn sie solche Hüte aushalten. Aber in diesem Lande ist alles möglich. Warum sind die weichen Hüte so vieler Leute grau? Haben sie alle Trauer? Unb bann, wie kann ein Mensch des Abends, toerm er sich dem Vergnügen hingeben will, ein steifes Brett über feine Brust ziehen? Dazu tragen sie eine Jacke, die hinten zwei Schwänze hat, so daß man glauben möchte, ein Tiger habe ihnen vorn alles abgefressen. Lieber Die Kleidung der Frauen wage ich kaunr zu schreiben. Zuerst wollte ich meinen Augen nicht trauen unb dachte an ein Mißverständnis. Etwa, daß die Damen vergessen hätten, sich richtig anziehen. Aber ich sah in den elegantesten Restaurants Frauen, von denen ich meine Augen in tiefster Scham abteenben mußte. Bei meinen verehrungswürdigen Ahnen, sie hatten fast überhaupt nichts an! Ich beklage die Väter, Gatten unb Brüder, bie mit solchen Frauen an einem Tisch sitzen müssen. Ich wundere mich, daß sie nicht vor Scham in den Boden versinken. Aber es ist nun einmal so: wenn man dem Teufel unb den Frauen einen kleinen Finger gibt, so nehmen sie bie ganze Hand, und es sollte mich nicht wundern, wenn eure Frauen bald gar nichts mehr anhätten!" Hochsckulnackrichten. Der durch den Rücktritt des Pros. W. Schirmer an der Bonner Universität erledigte Lehrstuhl der englischen Sprache und Literatur ist dem ordentlich'.en Professor Dr. Gustav Hübe n c r in Basel angeboten worden. — Zur Wiederbcsetzuug des Lehrstuhls der allgemei en Pathologie und pathologisch:n Anato:nie an bei: Universität Köln (an Stelle von A. Dietrich) ist ein Ruf an Professor Dr. Emst Leupolö« in Greifswald ergangen. — Der Lehrstuhl ber klassischen Philologie an ber Universität Kiel unb bie Rachfolge von Prof. Eduard Fraenkcl ist dem Ordinarius Dr. Richard Harder in Königsberg angeboten worden. — Der Lehrstuhl der physikalischen Chemie an der Universität Kiel ist dem außerordentlichen Professor Dr. Günter Scheibe in Erlangen angeboten worden. — Cs sind ernannt worden: Der o. Professor Dr. Friedrich Ranke von der Universität Königsberg zum Ordinarius für deutsche Philologie in Breslau als Rachfolgcr des Geh. Rats Th. Siebs; ber nichtbeamtete a. o. Professor Dr. Theodor Süß in Göttingen z im o. Professor für bürgerliches Recht in Breslau; der nichtbeamtete a. o. Professor Dr. theol. et Phil. Friedrich Rötscher in Würzburg als Ra!;folger des verstorbenen Professors Johannes Döller zum o. Professor für das Bibelstudium des Alten Bundes in ber ^atholisch-theologischen Fakultät der Universität daß er nicht wünsche, daß die Braut feines Kapitäns im geringsten belästigt werde, und die Photographien, die noch nicht enwickelt waren, blieben in der Kassette, denn Annemarie hatte den Unteroffizier darauf aufmerksam gemacht, daß das besonders wichtig sei, damit sein Kapitän auch seine Bilder erhielte. Annemarie Lesser löste eine Fahrkarte nach der Schweiz. Man muß mit allen Zufälligkeiten rechnen, aber unterwegs fteigt sie um in einen Expreß- zua nach Berlin. 3m Schlafwagen lag sie lange wach, und als sie schließlich einschlief, lächelte sie, und glaubte zu wissen, daß Wynanky mit ihr zufrieden gewesen wäre. Am nächsten Tag geriet 3- Matthesius in seinem Bureau völlig aus der Fassung. „Die französische Artillerie fährt nicht mehr offen auf? Sie verschanzt sich bis an die Mündungen der Rohre und das für den Ernstfall in einer offenen Feldschlacht? Wer hat Ihnen den Bären aufgebunden? Das sind doch Skizzen von Festungsgräben, die Sie da angefertigt haben, und das sollen die Leute jetzt für den Kampf im unbefestigten Gelände stets Herrichten?" „Geben Sie mir einmal eine Zigarette. Ich fange an, mir das Rauchen anzugewöhnen; feien Sie unbesorgt, nur wenn ich allein bin. Es paßt ja nicht zu meinem paßmäßig festgelegten Alter. Also Sie meinen, man hat mir einen Bären aufgebunden? Was sagen Sie dann aber zu diesen Photographien?" 3. Matthesius wurde ganz still. Er pfiff schließlich wieder durch die Zähne. „Das ist eine Sensation", sagte er leise. „Ich will Ihnen gegenüber ehrlich sein. Das ist die wichtigste Entdeckung, die man seit Jahren gemacht hat. Wir wehren uns in Deutschland noch gegen die Schutzschilde an den Geschützen und die da drüben graben sich bis an die Rase ein. Das ist eine ungeheure Sache!" Nach vier Tagen rief Annemarie Lesser den Herrn I. Matthesius an. „Ich halte es nicht aus, ich kann nicht mehr leben ohne das. Wohin fahre ich jetzt?" „Beverloo!" sagte I. Matthesius. Noch ihrem Riesenerfolg in den Dogesen wird Annemarie Lesser eine Agentin, die im festen Solde des Herrn I. Matthesius steht. Sie erhält eine Nummer als Erkennungszeichen anderen Agenten gegenüber und damit sie sich im Notfälle unter diesem Kennzeichen mit ihrem Auftraggeber in Verbindung setzen kann. Eins und 4, G und W, das ist ihre Chiffre. In diesem Winter bleibt sie in Berlin. Sie arbeitet mit Herrn Matthesius das gesamte geheime Nachrichtenmaterial über die militärischen Rüstungen des Auslandes durch, sie ist eine gelehrige Schülerin imb wirft sich Hals über Kopf in ihre Aufgaben, sie lernt einzelne große Agenten persönlich kennen, damit sie später mit ihnen auf gefährlicherem Boden als in Berlin Zusammenarbeiten kann. Im Frühjahr 1914 erst tritt sie ihre immer wieder ausgeschobene Reise nach Belgien an. Es ist das Terrain um das kleine belgische Städtchen St. Sebastian, das Interesse gilt t^m riesigen Truppenübungsplatz Beverloo dicht an der holländischen Grenze. Das Interesse geht aber weiter, es gilt den Zahlen über die Armierung der großen belgischen Festungen und Forts. Wieviel Geschütze stehen ständig in den Armierungswerken der Festung Lüttich? Welches Kaliber haben sie? Wie erfolgt die Wasserregulierung der belgischen Flüsse und Kanäle, was kann man damit im Ernstfälle beginnen? Wie sind die Bahnlinien? (Fortsetzung folgt.) berliner Dorfe. Berlin, 14. Dez. (WTB.-Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr lag geschäftslos, aber nicht unfreundlich. Man hofft, daß es nach der Nachtsitzung der Parteiführer, die eine Verhandlungsbasis gefunden haben, nun doch noch zu einem Kompromiß kommen wird. Man tariert etwas höhere Kurse und hört Siemens zirka 280, I.-G.-Farben 177 bis zirka 177,5. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,93, London gegen Mailand 93,21, London gegen Spanien 35,29, London gegen Amsterdam 12,0940, London gegen Schweiz 25,11, London liegen Kabel 4,8803, London gegen Berlin 20,3825, Kabel gegen Berlin 4,1760 zu 4,1765, Tokio gegen Kabel 49. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 14. Dezember 1929. Gießener Wochcrrmar.Lpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stuck 60 bis 1,40; Butter Pfund 2,10 bis 2,20; Matte 30 bis 35; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 35; Llnter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feldsalat 1,00 bis 1,20; Tomaten 50 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4'/- bis 5; Aepfel 10 bis 15; Dirnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Gänse 1,00 bis 1,30; Tauben Stück 70 bis 90; Kisteneier 17 bis 18; frische Landeier 19 bis 20; Blumenkohl 50 bis 1,00; Endivien 10 bis 40; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 2.: Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln Zentner 3,80 bis 4,00; Wirsing 10,— bis 12,— ; Weißkraut 5,— bis 6,— ; Rotkraut 10,— bis 12,—; Aepfel 10,— bis 12,—; Birnen 8,— bis 10,—. Bornotizen. — Lageskalender für Samstag. Christliche Versammlung Gießen: Dortrag von Paul Schwefel (Berlin): „Die Wiederkunft Christi", 20,15 Tlhr, Lindenplatz 1. — Eisenbahn- Verein Gießen: 30. Stiftungsfest mit Weihnachtsfeier, 20 llljr, Kath. Dereinshaus. — Kavallerieverein Gießen: Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Faschingsprinz" und „Das Geheimnis der Carlton-Bank". — Rstoria-Lichtspiele: „Besondere Kennzeichen" und „Das rote Brandmal". — Lageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11,30 bis 13 Ll.hr (Morgenfeier): „Ein Spiel vom Schmetterlingstraum"; 15,30 bis 18 Llhr: „Das tapfere Schneiderlein"; 19 bis 21 ilfjr: „Die Troerinnen". — Christliche Versammlung Gießen: Vortrag von Paul Schwefel (Berlin): „Der jüngste Lag", 15 ilfjr; „Der etoine Zustand", 20,15 Llhr, Lindenplah 1. — Volkshochschule: Einführung in das Weihnachtskonzert des Konzert-Vereins, 20 Uhr, Singsaal des Realgymnasiums. — Schützenverein Gießen: Weihnachtsfeier, 20 Llhr, im Schützenhaus. — Ausstellung „Die neue Kleinwohnung", Kugelberg 4, 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr. — Sp.-Vg. 1900: Handballspiel gegen „Hessen-Preußen" (Kassel), 15 Llhr. — Deutsche Demokratische Partei: Versammlung, im Aquarium, 10 ilfjr. — Kanarienzucht- und Vogelschutz-Verein Gießen und ilmg.: Kanarienvogel- und Exotenschau, Kath. Vereinshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Faschingsprinz" und „Das Geheimnis der Carlton-Dank". — Astoria-Lichtspiele: „Besondere Kennzeichen" und „Das rote Brand- mal". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Nachdem das Stadttheater nun drei erfolgreiche Premieren von Stücken gehabt hat, die nebeneinander einstudiert worden 1 waren („Ein Spiel vom Schmetterlingstraum". „Das tapfere Schneiderlein", „Der Veilchenfresser"), werden für dieses Jahr nochmals zwei Premieren vorbereitet: für Mittwoch, 25. Dezember, „Tobias Wunderlich" von Ortner, und zu Silvester-Abend die Posse mit Gesang und Musik „Kyritz-Phrih" von H. Wilken und O. Iusti- nus. Der Sprelplan der kommenden Woche seht sich folgendermaßen zusammen: Morgen, Sonntag, 15. Dezember, vormittags 11.30 Llhr: 2. Tag des Kammerspielzyklus „Ein Spiel vom Schmetterlingstraum" nach dem Chinesischen von Richard Wilhelm, einführender Vortrag Wen QJüan Ting; nachmittags 15 Llhr: Märchenvorstellung „Das tapfere Schneioerlein" von Alois Prasch; abends 19 Llhr: „Die Troerinnen", nach Euripides von Franz Werfel. Dienstag, 17. Dez., abends 20 Llhr, erste Wiederholung „Der Veilchenfresser". Mittwoch, 18. Dez., Gastspiel des „Operetten- gastspiels Frankfurt a. M.» „Die lustige Witwe", Beginn 19.30 Llhr. Freitag, 20. Dez., „Die Troerinnen" des Euripides von Werfel — zum letzten Mal —; Spielleitung Intendant Dr. Prasch. Sonntag, 22. Dez., nachmittags 15 Uhr: „Das tapfere Schneiderlein", abends zum letzten Mal „Scribbys Suppen find die besten"; Beginn 19 Llhr. ♦* Rindermarkt in Gießen. Der nächste Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt in Gießen findet am Dienstag, 17. Dezember, statt. ** Die Aliceschule veranstallet wieder einen Koch- und Bügelkurfus, der am 13. Januar beginnen soll. Näheres in der heutigen Anzeige. *• Ein guter Fang. Der Polizeibericht meldet: Gestern vormittag wurde in der Oberrealschule ein nicht gerade Vertrauen erweckender Mann von dem Hausmeister der Schule beobachtet und nach seinem Begehr gefragt. Der Unbekannte gab an, den Direktor sprechen zu wollen. Als er diesem zugeführt werden sollte, verlieh er unter einigen Ausflüchten die Schule und verschwand. Auf Grund der sofort an die Kriminalpolizei telephonisch gegebenen Beschreibung konnte der Llnbekannte in der Schulstrahe festgenommen werden. Als der Festgenommene über den Grund des Ghmnasiumbcsuches befragt wurde, gab er an, er habe den Direktor um ein Oberhemd bitten wollen. Es stellte sich heraus, daß der Verhaftete, der sich als der Kaufmann Johann Hillebrandt aus Essen entpuppte, vom Polizeiamt Worms wegen schweren Diebstahls und Betrugs gesucht wurde. Hillebrandt hatte sicher die Absicht, in der Schule einen Manteldiebstahl auszuführen, wurde aber durch das Erscheinen des Hausmeisters in seinem Vorhaben gestört. •• Vorsicht, Betrüger! Der Polizeibericht meldet: Bei der Inhaberin eines Zigarren- und Zigarettengeschäftes wurden am Donnerstagnachmittag durch einen bekannten Kunden aus Rödgen telephonisch Zigaretten bestellt, die durch einen Boten abgeholt werden sollten. Kurz nach der Bestellung erschien auch ein junger Mann und holte die bestellten Zigaretten im Wert von 72 Mk. ab. Durch spätere Anfrage bei dem Kunden stellte sich die Bestellung als fingiert heraus. Der Täter, der bereits vor einiger Zeit hier, in Friedberg und Schotten aufgetreten war, wird wie folgt beschrieben: Etwa 20—25 Jahre alt, 1,60 Meter groß, schlank, schmales Gesicht. Bekleidet war er mit dunklem Wintermantel und Hut. ** Fe st genommen wurden hier der Gärtner Emil Müller zwecks Strafverbüßung, Arbeiter Paul Stiller wegen Betrugs im Rückfall, Dienst- mädchen Dora Hempel wegen Diebstahls, Reifen- der August Diefing wegen Betrugs. Besucht den - Milttärkonzert in der Heilstätte. Am Donnerstag wurde den Patienten der Hess. Hellstätte für Nervenkranke in Gießen, Licher Straße 106, eine besondere Freude zuteil. Die Gießener Militärkapelle gab um die Mittagszeit ein Konzert. Schneidige Märsche wechselten mit ernsteren und heiteren Musikstücken ab. Den Gesichtern der Kranken konnte man die Freude anmerken, die das schone Konzert ihnen bereitete. Reicher Beifall war der Dank der Zuhörer für das uneigennützige Entgegenkommen der Kapelle. •• Eine Rekordfahrt dreier Kinderluftballons. Wie man uns mitteilt, liehen mehrere Gießener Einwohner am 26. November, morgens gegen 9 Uhr, drei Kinderluftballons, die zufammengebunden waren, mit der angehängten Adresse eines der Absender hier auf« steigen. Die drei kleinen Ballons landeten am nächsten Tage, 27. November, nachmittags 2.30 Llhr, auf dem Lande eines Gutshofes etwa eine Stunde südlich von Stralsund. Die Ballons haben die fast 500 Kilometer lange Strecke in etwa 30 Stunden zurückgelegt. Der Finder, Diplom- landwirt Meyer, in Verchen (Kreis Demin. Vorpommern) hat dem Gießener Absender der Ballons die Ankunft der drei „Luftikusse" durch Postkarte mitgeteilt. Auf der (Spur des Düsseldorfer Mörders? Eger, 13. Dez. (IBB.) 3n einer kleinen Gast, wirtschaft wurde gestern ein Mann unter dem verdacht verhaftet, im Zusammenhang mit den Düsseldorfer Morden zu stehen. Der Der- hastete ist der 31jährige Lhausseur Josef Mayer aus Lehenstein bei Eger, der seit dem Jahre 1927 wegen Desertion gesucht wird und wieder- holt wegen schwerer verbrechen vorbestraft ist. Ausfällig Ist eine bei ihm vorgefundene Aufzeich. n u n g , deren Schriftzüge größte Aehnllchkeit mit einem Schreiben des vielgesuchten Düsseldorfer Mörders aufweisen. Weiter wurde von der Egerer Polizei festgestellt, daß die Beschreibung des mutmaßlichen Düsseldorfer Mörders auf den Mayer außerordentlich gut paßt und er sich zur Zell der Morde in Düfseldorf aufgehalteu hat. Bei Schriftproben ergab sich eine unverkennbare Aehnllchkeit zwischen den Schriftzügen Mayer» und den Briefen des mutmaßlichen Düsseldorfer Massenmörders. Besonders merkwürdig ist der Umstand, daß er den weiblichen Namen Gertrud als „G e r d r u d" schreibt. Der Düsseldorfer Mörder beging den gleichen Fehler. Das schwerste Verdachtsmoment bildet der Umstand, daß bei ihm auch eine Skizze gefunden wurde, die mit der Mordskizze des letzten Düsseldorfer Falles übereinfiimmt. W. Herbert Marktplatz 2 'y.o CS Das dankbarste Festgeschenk I Utefwtur C113 koetenloe M UUMmlil m IM, 16. Wer Schweine» und Krämermarki, Auftrieb von SV, bis SV, llhr »«"v Reichhaltige Weihnachts-Ausstellung in allen Geschäften! Günstigste Gelegenheit zu Weihnachts-Einkäufen! Alle Vorteile kommen meinen Kunden zugute Liehet Bank e. 0. m. b. B.. Lieh Licher Weihnachismarki! Am nächsten Montag, 16. Dez., findet in Lich wie alljährlich der Weihnachtsmarkt statt. Es ist zu hoffen, daß er, wie in den vergangenenZahren, auch dieses Jahr wieder seine bekannte Anziehungskraft ausübt und die Be- völkerung der umliegenden Orte, deren wirtschaftlicher Mittelpunkt die Stadt Lich von alters- her ist, zu recht zahlreichem Besuch veranlaßt. Bietet sich doch auch gleichzeitig günstige Gele- genheit,in denLicherGeschästen den Bedarf an Weihnachtsein, taufen zu decken. Wenn auch die Zeit wirtschaftlich schwer ist und dazu zwingt, alle Ausgaben, die nicht unbedingt notwendig find, zu vermeiden, an Weih- nachten hat doch jeder das Be- dürfnis, etwas zu schenken und seinen Deden eine Freude zu machen. V-Mf IUR Ml WOLl- lenI Meine Preise sind der herrschenden Wirtschaftslage angepaßt Gemeinsamer Einkauf mit über 400 bedeutenden Geschäften bedingt meine Leistungsfähigkeit Wir vergüten für Spareinlagen bis auf weiteres 7^2 Prozent und nehmen Einlagen von 1 RM. an entgegen Kassenständen: täglich von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr Postscheckkonto 67827 Frankfurt a. M. Fernsprecher 232 G*it :leM Tni] «cxuTL-rexRKt. loh. Henn. Schmidt L/Lich Kurz-,Weiß* u. Wollwaren, Strickgarne,Trikotagen, Herrent und Damenwäsche, Strümpfe — 102211 Sprechapparate Elche, dunkel, Ein- u.Doppelfederwerke, 25 cm Plattensamtteller, Tabulator, Selbstabsteiler, zu Mk. ZS — und 44. —, noch bessere Apparate Mk.52. —, 55.—, 60. —, 65. - usw. Schrank- und Kofferapparate Mk.70.— bis 190.— Zu jedem Apparat werden 7 neue 25 cm Electro-Schallplatten, sowie 1000 Nadeln gratis beigegeben. Garantie 3 Jahre, auf Federn 1 Jahr Ferner alle Musik-Instrumente billigst Anfragen erbittet: Carl Heller HL, Lieh Fernruf 227 IU258D BRAUEREI IHRING MELCHIOR GRÖSSTE BRAUEREI OBERHESSENS empfiehlt ihre hervorragenden Qualitätsbiere Spezialität „HeiienqueU“ Für die Weihnaditsfeiertage „St. Hubertus“ Starkbier 'N. ek, 102 J8ü Wieseck, Rödgen, den 13. Dezember 1929. 10244t: gebeten. Studienrat Br. Otto Lenz Die trauernden Hinterbliebenen. Öle6en, Im Dezember 1929. 10219D Gießen, den 13. Dezember 1929. 1O245D Oiefeen, den 14. Dezember 1929. 1 )24SD 1027211 10227D Ewigkeit abzurufen. Auf Wunsch Ratenzahlung. Verlobungsanzeigen W156L Beteiligten offen. 10231D .8713 /079V Vogelsand »Extur«, Eierbrot usw, 10177A Ferner große Auswahl in Käfigen aus Metall u. Holz, Utensilien H ^.Üb‘&r 2ÜQ 0 Beamte'ür)tl ArbeiLfen. aller Art und bester Qualität in Sorten und Mischungen zu Gießen im Alter von 42 Jahren Er gehörte seit 1925 dem Kreisausschuß des Kreises Gießen an und hat während dieser Zeit mit größtem Interesse und Eiter sich dem Dienst der Kreisverwaltung gewidmet Wir werden dem Verstorbenen und seiner stets sachlichen Mitarbeit ein treues Gedenken bewahren. Großen-Linden, Rüddingshausen, den 13. Dezember 1929. Die Beerdigung findet Sonntag, 15. Dezember, nachmittags 2 Uhr statt. Die trauernden Hinterbliebenen: Willi Zabrt und Kinder Familie Philipp Naumann Familie Johannes Zahrt V., Witwe. finden Sie im Spezialgeschäft von Ph.Henkel,Sonnenstraße14 und18 ' Cput Am 12. Dezember 1929 verschied unerwartet das Kreisausschußmitglied Heute verschied plötzlich und unerwartet unsere liebe Nichte, Gote und Kusine Ein- Liste ME ielewerlae A. merkwürdig Ist der 11» hm Hamen Öerfro» ab c Weldorser Ultonte Das fchwerste Michl». ab, daß bei IJu auch eint e, ble mH 6er Ülordsttzv iaües fitemnflimmL Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhotstrafee. Edie Wolkengasse, Telephon 3403. Die Beerdigung findet Sonntag. 15. Dezember, nachm. 2Vi Uhr, vom Sterbehause Wieseck, Rabenauerstr. 18 aus statt. Nur während dieser Zeit können Wendungen gegen den Inhalt der zugelassen werden. Gießen, den 13. Dezember 1929. Der Vorstand die neue elektrische ■ Waschmaschine, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir unseren Innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Marg. Stephany und Sohn. Gießen, den 14. Dezember 1929. UERßl chioR durch M. Srorfmanne ^Zwerg-Mark«-, dlr phqliologilch «lUommnik Nährsalj-Mstchong! • ftete gnodtr» IW;« JnaerfaU • Dahn Bit rrftrmolichra »Itljrkiftinigtw n 3RU4, Fleilch. Feo. (Eitra • Ciertgt Frest«. bt|tt F-oer«». ■Mjung e Sichnftn 6d)ng gtgte Kn-chraknmlhtUnd • «tu echt in Original-Packung - nie los«! Danksagung. Allen die uns bei dem schweren Verluste unserer lieben Entschlafenen herzliche Teilnahme erwiesen haben, danken wir herzlich. <>anz besonders Dank für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Sattler und für die zahlreichen Kranzspenden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Jons IV, nebst allen Angehörigen. Wieseck, den 13. Dezember 1929. Danksagung. Allen, die uns bei dem Tode unseres Heben Entschlafenen In Inniger Teilnahme zur Seite standen, danken wir herzlich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Erdmann. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiii Asbest- Platten 1,2, 3,4 und ") mm, wieder am Lager. 6785 D CarlSchunck iiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiimi Die größte Auswahl in Rohrmöbel, Korbwaren, Wäschetruhen, Nähständer, Blumenkrippen, Liegesessel, Kinderstühle und Tischchen Praktische Weihnachtsgeschenke! der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen. Louis Marcus. Bekanntmachung. Behufs Ergänzungswahl des Vorstandes unserer Gemeinde für Herrn Kaufmann Louis Marcus, dessen Wahlzeit abgelaufen ist, liegt die Liste aller Stimmberechtigten drei Tage lang in dem Bureau des Unterzeichneten, Alicenstraße 2, zur Einsicht der Für die wohltuende Teilnahme beim Heimgang unserer Heben Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Mathilde Emmeiins sagen wir unseren wärmsten Dank. Namens des Kreisanssteses des Kreises Gießen Dr. Heß, Oberregierungsrat Nachruf Durch einen jähen Tod wurde uns gestern unsere Hebe Annie Groß entrissen. Wir verlieren in ihr eine Hebe Kollegin, deren treue Pflichterfüllung und stete Hilfsbereitschaft uns immer ein Vorbild bleiben wird. Gießen, den 14. Dezember 1929. Die Mitarbeiterinnen des Laboratoriums der Universitäts- Frauenklinik mit aparten Papiersorten u. modern. Schriften, in vornehmer Ausführung Druckerei Wilhelm Herr Walltorstr. 77 Fernsprecher 3500 Korbsessel ....von 5 50 M. an bis zur feinsten Ausführung Liegestühle ...von 5.90 M. an in größter Auswahl. LVilh. Kohlerrmann Reufiabl 12 08j23 Kerums 3676. Das dankbarste Festgeschenk I r (IM koftwloi tatauhsW -.4 GIESSEN Bu Marktplatz2 parate ... tul F'dero > I „te bin«" ,tru»,nt' I I ich Femrufn’ . 3” "to «einen M 'b »I« bn, fe mmen*)angni||6( Ment 3o|e| me„t *c l Mr, 1821 wild und nieder echen oorbtsttasii« °rgch"Sekierlvf)tlch. W rlehallchkeii mn W& Düsteldorser M mutbt von bet k Betreibung bei mal Körben aus btn Magti nnb er sich )D( Je|| eldorfaofgehallti Aärsch! 5 xKK rt dreier e °- t"? Daten, ?10allM i 18 mä? 11 ’ and. äi ttl-w Bekanntmachung. Dienstag, den 17. Dezember 1929, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauen- seuche schutzgeimpft. 9946C Auftriebszeit am Markttage von 8% bis 9/ Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 8. Januar 1930 statt. Gießen, den 14. Dezember 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rose n berg.______ Tieftrauernd teilen wir mit, daß am 12. Dezember 1929 unser lieber G5*1 Kamerad Uy Dr.6ttoLenz,S1ndiearat unerwartet verschieden ist. Das letzte Ehrengeleit geben wir ihm am Montag, dem 16. Dezember 1929, um 1,15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Um zahlreiche Beteiligung wird MW 2733 Reisetourcn «TaaeSfabriem mit 8/40 und 10 40-Ovcl - Limousine bei billigster Berechnung übernimmt Karl ^cliiDiiibach, Äuto-Vermietuns Gießen, Friedrichen 6. (10249D O Fräulein Wilbelmine Säwii im 20. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Balthasar Weller II. Wwe. Familie Wilhelm Balser X. Familie Ludwig Schwalb. 55-* Gesundheitsgeschenke ■u Weihnachten? OjOZ- Kräuter-Jung Aufgebot. Der August Weil I. in Neu-Isenburg hat beantragt, den verschollenen Konrad weil, geboren am 27. Juli 1885 zu Lang-Göns, für tot zu erklären. 10229D Der bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf den 21. August 1930, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen ver- mögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen. Gießen, den 6. Dezember 1929. Hessisches Amtsgericht. r"70LipoOOO Ratqeber umlonrt ’ ben**0110 dmVtrtoubftdlc' oda dirtti KJEMp ■ H Brockmann Chcm Fabrik!! ’ ■EuIr i tifch 900» BrielkCSSelten mit und Ohne Aufdruck Besuchs- und Glückwunschkarten Exüoris M—E, Ferner empfehle Ich mich zur Herstellung von deren günstiger Preis es gestattet, in jedem Haushalt elektrisch zu waschen. Stromverbrauch am Waschtag 20-30 Pfg. Jn den einschlägigen Geschäften zu haben. im 92. Lebensjahr. !007 ID Die trauernden Hinterbliebenen: Großen-Buseck, den 13. Dezember 1929. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. Dezember 1929, nachmittags 21/, Uhr statt. 10265D Familie Familie Familie Christian Schmidt II. Christian Schn dt III. Wilhelm Franz. Inh : W GEORG Abt. Optik Seltersweg 30 Fernruf 3369 Am Donnerstag, dem 12. Dezember, abends 10'/, Uhr, entschlief sanft nach kurzem Krankenlager mein lieber Vater und Schwiegervater, unser lieber Großvater und Urgroßvater Herr Konrad Bonarius DI. Hiimm NWK NWK Wolle Schweisswolle jb läuft nicht ein 4 ¥ und filzt nicht 1 MUSIK^t! CH ALLIER == Aul Wunsch Teilzahlungen Musikalien * Musikinstrumente * Sprechapparate * Platten in reicher Auswahl liktoiA oas 6d)i Dutte? üe "efhmr.rh ZumpfHe tonnte r. Mt r Sfr« fr als 1,61 Nh h»‘i fr ns . ta. M - o.erM ßtbc u Lebetta bieten, mellen, der Pla sei nun fannt. orbenili man k oder g° keinem |o, toi' dem C Chara. neuere klare 1 groben öcotls, 3mun3 fest, da pol ettD an ein menlje bildet, i mit Aec nennen, betrögt dratiilon gräflich« seststeht, ring:r2 Fvrfchm noch vo der leck derihal Europa meter 2 Es i 2tata, ligin @ Äontiner Dotwe gevich der Qi Lüdhalb da, müh auöfehen tung, m andere ' mühte d der Lan wesrntli ungeheu dieser ( (Srunb fffynitt m lich, dah Wien av decke tio' Daumin dem E? mit 65C rechnun; dicken ( schnittli, 2250 Q stimmen Ort unj überein. M es Ziffer Äontiner sehr hoh Wk Schichte ^chünema Tuch, de Ne an ruckt ist, notf) N.eiust Abhang!« Arbeit i>< Dstischr' Stotr ytor.9ir ?rundvei r >'ch in b; AUSSTELLUNG Oie Ausstellungsleitung. 11)2280 Die neuzeitliche Kleinwohnung Am Kugelberg 4 ist verlängert bisSonntag, den 15.Dezember, einschl. Besuchszeiten: 10-13 und 15-18 Uhr Kanarienzuchi- u. Bogelschuhverein Gießen ».llmgegend ♦ Gegründet 1899 Am Sonntag, dem 15. Dezember, findet in den Räumen des Katholischen Vereinshauses grotzcdionarierrvogel und Gx»tenf»a« verbunden mit Verlosung und Preisschießen statt. Eintritt 50 Pfennig mit Katalog. Zu zahlreichem Äesuch ladet ein: Hessische Gemeinnützige Aktiengesellschaft für kleine Wohnungen, Darmstadt Nieder-Ramstädter Straße 17 10239U Homocxird-ntctro-Hetien la allen einschlägigen Geschäften za haben. BezugsqueUeanaclrweie durch t Homophon-Company G. zub. Berlin SW 68 Drei Vorträge: Samstag 20,s: Die Wiederkontt Cbrisli Sonntag 150'1: Der jüngste Tag io««]) SoDDtag 20”: Der ewige Zustand LindenpLl, Hotel Einhorn Caf6 -Restaurant 10246D MitteSsnrühle Samstag, bett 14. Dezember SchtachtSett SchneMansporie Fahrten jeglicher Art übernimmt mit l'/, t-Schnellastwagen. [07991 Oiio Pflüger, Eteinstr. 63 Televbon (vurbenne) 3169. MoM-Witn moderne,schöne Muster in reicherAuswahl !tiflele«hMsM.UMiel ' ggl4A Gießen, plocksiraße 14 07917 07930 Gießen (Wilsonstraße 6), den 14. Dezember 1929 17989 Willi Bender Ilna Bender geb. Thormann Vermahlte Trauringe in sedem Goldfeingehalt Wir haben uns verlobt Thea Fischer Richard Schäfer Anny Balßer August Schmidbaril. Verlobte Carl Brück Juwelier, Gießen, Kreuzplah ü I01/1D Ihr Hausarzt Weib schon, warum er als Stärkungsmittel immer wieder „Köstritzer Schwarzbier" verordnet. Es gibt eben nichts Besseres, um Rekonvaleszenten, Wöchnerinnen, Blutarmen usw-, Kraft und Lebensmut wiederzugeben. .Köstritzer Schwarzbier" schmeckt ausgezeichnet und ist nicht teuer. Wem zu herb, sähe mit Zucker nach. Vertretung: Emil Schmall. Gießen München den 15. Dezember 1929 Großen-D'nden Leihgestern Dezember 1929 Sämtliche Lindstrom-Fabrikate in reicher Auswahl bei: ä64dA Buchhandlung Dr. Meyer, Seltersweg 89 Festfreude das ganze Jahr Für Odeon gibt es keine „Stiefkinder66 unter den Tönen CARL LINDSTROM A.-G., BERLIN SO 36 Bei dem früheren Aufnahmeverfahren wurden manche Töne vernachlässigt: Hohe kräftige Töne klangen schrill und verzerrt, die Klangfarbe des Klaviers, der Geige ging nahezu verloren, kurz, es gab viele „Stiefkinder“ unter den Tönen. Lindströms Aufnahmetechnik gibt jeden Ton gleich vollkommen wieder. Die feinsten Schwingungen der Obertöne, die dem Grundton erst Glanz und Fülle geben, werden auf der Platte festgehalten. Rein und unverzerrt, so wie Sie ihn im Konzertsaal hören, erklingt der Ton der ODEON- Platte. ODEON ist die Platte für das musikalische Ohr. Empfehlenswerte Weihnaditsplalten: o. 4931 Richard Tauber Weihnachten in der Fremde Grosses TongcmMde o. 4810 Lotte Lehmann Stille Nacht. .. O du fröhliche. .. 0. 11037 Vera Schwarz Ave Maria (Nlkorowicz) Menschen, die Ihr wart verloren o. 11039 Dajos Bela Künstler-Orchester Fröhliche Weihnachten (Koedel) Musikapparate auch auf Teilzahlung hat die natürlichen Obertöne Odeon - Musikapparate und -Platten werden bereltwllllgst ohne Kauf Verpflichtung in jedem guten Fachgeschäft vorgeführt. 9449V BahnhofS'Gaststätten Sonntag den 15. Dezember <01130 Mittagessen zu Rii. 2.S0 Kraftbrühe Carlton Gespickter Hasenbraten garniert Mandelsülz mit feinem Backwerk zu RM. 3.50 Kraftbrühe Carlton Seezungentiht Cardinal Tournedos Counnet Mandelsülz mit feinem Backwerk Abendessen zu KM. 3.50 Känguruhschwanzsuppe Eier auf Straßburger Art Kalbskotelette Lukullus Orientalischer Eisauflauf Tisdibestellnnßen erbeten-Tel. 2725• Keine Bahnsteigkarte erfordernd! Musik-Instrumente in größter Auswahl Busch's Musikhaus Ecke Kirchen- und Lindenplatz 1 >27?D Bei nf s Koggen t ioi inbekannter Güte empfiehlt Bäckerei Venös Bahnhofstraße 12 / Tel. 4394 Lieferung frei Haus «U68D Bahnhofs fiaststätten Jeden Sonntag ausgesuchte Mittag- und Abendessen Keine Bahnsteigkarte erforderlich! ____ 10113D I düKerünterm Weihnachtsbaum — F. Griese: Sohn seiner Mutter. Geschickte eines Kindes. Ganzleinen 6 Mk. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. (694) — Friedrich Griese, der durch lernen Roman „Win e," in die Reihe unserer bedeutendsten jungen Dichter gerückt ist, gestaltet den primitiven Menschen, der noch eütj ist mit der Ratur und ihren großen tunb einfachen Gesehen, ec zeigt ihn in seiner Abhängigleit von dem Kreislauf der Jahreszeiten, zeigt den tiefen Sinn seiner bäuerlichen Arbeit sein geheimes Wissen und Ahnen um mystische Kräfte und Zusammenhänge des Blutes. Keine komplizierten seelischen Dorgänge und Entwicklungen, sondern die elementaren menschlichen Grundverhältnisse sprechen sich hier aus. Eine dunkle, nebelersüllte, urtümliche Welt offenbart sich in dieser Dichtung. — „Sohn seiner Mutter" zeigt, wie die Verflochtenheit mit der Familie «das Schicksal des Menschen bestimmt. Dater und Mutter, ja die Reihe der Ahnen hinauf bis zur Urmutter des Geschlechts, geben dem Kinde sein bestimmtes seelisches Erbgut, Schlauheit oder Dumpfheit, Schwersinn oder Heiter eit mit. Wer könnte sich dem entziehen? Mit der Geburt entläßt die Mutter den Sohn auf feste, vorbestimmte Bahnen. Nichts anderes ist ihm gegeben, als seinen Weg zu gehen, als zu erfüllen, was ihm ausgetragen wurde: Das ist der Sinn der Dichtung „Sohn seiner Mutter". — D i e Austauschtöchter. Ein heiterer Roman von Margaret Laube. Verlag von Koehler und Amelang, Leipzig. Geb. 4,50 Mk. 560.) — Der Austausch zweier junger Mädchen ist der Gegenstand dieser launigen Erzählung. Das Hamburger Großstadtkind wird für die Dauer eines Jahres in eine Kleinstadt Thüringens verpflanzt, während die dort im kleinstädtischen Milieu ausg wachsens Apothekerstochter in Hamburg die weite Welt kennen lernen soll. Margaret Laube versteht die Gegensätze zwischen Tradition und moderner Lebensführung vortr f ich h ramzuarbt t n, aber auch schön auszugleichen. Köstlich hat die Autorin die Abenteuer der beiden jungen Heldinnen dieses lustigen Romans gestaltet. Das Buch verschafft seinen Lesern frohe Stunden und verdient auch darum, nicht nur wegen seiner hübschen Handlung, warme Empfehlung. — Kilian Krafft. Roman von Alfred Bohnagem" Leipzig. Koehler & Amelang, G. m. b. H. Ganzleinenband 5 Mark. (483) — Nr. 295 Dritter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, Dezember {929 Der Erdteil unter dem Eise. dyrdS Flug zum Südpol. - Die Anarktis, der sechste Kontinent. - Anion Zack oder Sternenbanner? Don Arnold Köttner. 2L Snsj Fdlkland .ESUDr AMERIKA - 591 "floi 50» -STHXEF Südpol EjxnnrerlQ2Q/3o /»Melbourne ISO* ozlanM Expeditionen ^Neu-Sgjand== । n ■ ।-WETOEllx —nQrdham'-lond AJ tiiependency — Cro2rt-Jns\— (franz.}----- Kemp ld.?£j---'— (franz} s Meoewraphi'e Ho 64 = i ic ve3^ o *oo eoc iroc eoc ■ — ATDU/A .....■ । k.ANTÄUKTISGMES W — --«-XxSüdpoi , - 3127 m iUnq.Marie-ld.1 L Zi4,ÄSüd =£1! ILJJV: Die Zeit der großen geographischen Sensationen ist vorüber. Seit die beiden Erdpole erreicht und selbst die dunkelsten Gebiete der exotischen Kontinente wenigstens oberflächlich erforscht sind, hat die Erde uns befondere. ungeahnte Ueberraschungen nicht mehr zu bieten. Trotzdem wäre es vermessen, wollten wir behaupten, der Planet, auf dem wir existieren, sei nun der Menschheit völlig bekannt. Denn von ganz außerordentlich großen Gerieten kennt man bisher nur rohe Umrisse oder geringe Einzelheiten, und von keinem Teil der Erde gilt das so, wie von der Antarktis, dem Südpolargebiet, von dessen Chara.ter man überhaupt erst seit neuester Zeit eine einigermaßen klare Vorstellung hat. Erft seit den großen Expeditionen Shackletons, Scotts, Filchners, Mawsons und Amun-kens steht es unerschütterlich fest, daß das Gebiet um den Südpol etwa vom südlichen Polarkreis an ein gewaltiges zusammenhängendes Fe st land bildet, da- d e Geographen heute mit Recht den sechsten Kontinent nennen. Denn sein Flächeninhalt beträgt rund 14 Millionen Qua- dratlilomelec, eine Ziffer, die üc- greiflicherwcife noch nicht genau feststeht, die aber unbeschadet ge- rii g r Ae iderungen, die öi: fp/.t?- e Forschung daran wird vielleicht noch vornehmen müssen, zeigt, daß der sechste Kontinent um das Anderthalbfache großer als ganz Europa mit seinen 9,7 Millionen Quadratkilometer Flächeninhalt ist. Es ist »eineswsgs ein zufälliges Spiel der Ratur, die rings um den Südpol einen so mächtigen Erdteil ausgetürmt hat. Der antarktische Kontinent ist vielmehr eine physikalische R o t w e n D i g fe i t; er bildet das Gleichgewicht zu den riesigen Landmassen der Rordhalbkugel inmitten der die Eüdhalbkugel bedeckenden Meere. Wäre er nicht da, müßte die Oberfläche der Erde ganz anders aussehen, müßte die Erdachse eine andere Richtung, müßten demgemäß auch die Pole eine andere Lage haben. Aus physikalischen Gründen müßte der sechste Kontinent zur Ausbalancierung der Landmassen auf der Erbober.lächs sogar noch wesentlich größer sein, wenn er nicht von einem ungeheuren Eis wall bedeckt wäre. Die Höhe dieser Eisdecke hat Professor Meinardus auf Grund physikalischer B.rechnungen im Durchschnitt mit 1600 Meter ermittelt. Daraus ergibt sich, daß auf den 14 Millionen Quadratkilometer festen antarktischen Landes insgesamt eine Eisdecke von ungefähr 20 Millionen Kubikülomcter Rauminhalt lastet. Die mittlere Höhe des unter dem Eise liegenden Festlandes hat Meinardus mit 650 Meter angegeben, und unter Hinzurechnung der mehr als anderthalb Kilometer dicken Eisdecke ergibt sich demnach eine durchschnittliche effektive Höhe des Kontinents von 2250 Meter. Diese mathematischen Ergebnisse stimmen mit den Messungen, die die Forscher an Ort und Stelle unternommen haben, sehr genau überein. Man darf natürlich nicht übersehen, daß es sich hierbei um eine Durchschnittsziffer handelt: auch auf dem antarktischen Kontinent gibt es Ebenen und Gebirge, sogar sehr hohe Kettengebirge, deren Gipfel zum Teil 4000 Meter Höhe übersteigen. Ob die vom Flugzeug aus gemachte Wahrnehmung Byrds von einem 7000 Meter hohen Berggipfel auf Richtigkeit oder auf einer optischen Täuschung beruht, muß einstweilen dahingestellt bl.iben: sehr wahrscheinlich klingt diese Meldung nicht. Aber daß das antarktische Gebirge Höhen err.icht, die hinter den Alpengipfeln nicht zurückstehen, das ist schon seit Shackleton bekannt, der im Jahre 1909 auch den gewaltigen, 4050 Meter hohen tätigen Vulkan Erebus auf der Roß-Insel bei Südviktoria- land bestiegen hat. Ein zweiter mächtiger Vulkan, der Mount Terror, ebenso wie der Erebus im Jahre 1841 von James Roß entdeckt, ist zwar 700 Meter niedriger, hat aber damit immer noch die Höhe des Aetna. Im Gegensatz zum Erebus scheint der Mount Terror gegenwärtig nicht mehr tätig zu sein. Byrds Flug über den Südpol mag zunächst nur wie eine überaus kühne sportliche Leistung anmuten. Sobald irgend'in wagemutiger Pio.äer eine derartige Tat vollbringt, pflegen sich alsbald Gelehrte, die über ihre Studierstube niemals hinausgekommen sind, mit der Behauptung zu melden, daß das Unternehmen wenig oder gar keinen exakten Wissenschaft ichen Wert habe. Aber auch hier ist schon jetzt auf solche sicher nicht ausbleibendcn Einwände zu sagen, daß Byrds mutiges Unternehmen unter allen Umständen unseren geographischen Gesichtskreis im buchstäblichen Sinne des Wortes außerordentlich erweitert hat. Denn es versteht sich von selbst, daß die vier Forscher von ihrem Flugzeug aus ein unvergleichlich größeres Stück Land überblickt haben als die Südpolarforscher, die mit ihren Hundeschlitten am Erdboden klebten, und wenn die zahlreichen phetograeh schen Aufnahmen der slicgenden Expedition vorlicgen werden, so wird ■■■—■■Mesmtwwi rmmmuMB*u irw uuaiMimni Auf Grund eigenen Erlebens hat der Verfasser im Lebenswege eines jungen Menschen den tieferen Sinn werktätigen Schaffens darg-legt. Es finden sich in diesem volkstümlich geschriebenen Buche Gedanken und Erkenntnisse, die den vorwärisstreb enden Arbiter und Angestellten nachdenken und selbst den Industriellen, den Mann mit jahrelanger Praxis, aufhorchen lassen. Ein ernstes Lebensbuch, das jungen Lesern Augen und Sinne schärft für die Probleme, die Handel und Industrie beherrschen, und das Verständnis weckt für die Freude am eigenen Schaffen im Dienst des Volk-ganzen. Das Buch handelt von einem Buchhalterssohne, der beim plötzlichen Tode seines Vaters die Schule mit Obers.kunda verlassen und Stellung in der Industrie suchen muß. Hier wird er als Arbeiter in den Gruben, als Former, als Kontorist in einem systematisch gedachten Lehrgänge ein Mensch, der über die Zusammenhänge von Produktion und Verbrauch. Material und Arbeit, geistiger und handwerklicher Tätigkeit nachzudenken versteht und daran zu einem Führer der Industrie heranreist. Der Roman ist ein Lob für Kunst und Fleiß, geradezu eine Verherrlichung werktätiger Arbeit. — Ernst Elias Riebergall: Datte- rich, mit 40 Silhouetten von Hermann Pfeifer. Verlag H. Hohmann G. m. b. Sy, Darmstadt. Preis 3,80. (656) — Der berühmte „Datterich" ist weit über Darmstadts Grenzen hinaus eine Herzensangelegenheit des ganzen Hessenlandes und so wird man diese neue schöne Ausgabe auch dort, wo der Heiner Dialekt nicht mehr zu Hause tft, freudig begrüßen. Die reizenden Schattenrisse Hermann Pfeifers zeigen den gleichen köstlichen Humor, mit dem Riebergall seine Helden unsterblich gemacht hat. Wilhelm Michel sagt von ihnen: „Sie sind prachtvoll studiert, in jeder Linie dem Leben abgegudt, nur ein Kenner Der Darmstädter Gestikulation konnte das machen." Wir wünschen dem „Datterich" im neuen Gewapde auch in Oberhessen den vollen Erfolg, den er verdient. — Mein Werden und mein Wirken. Erinnerungen eines alten Berliner Gelehrten von Geheimrat Professor Dr. A. E r m a n. Leinenband 12 Mk. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig. (551.) — Adolf Erman ist als Begründer der deutschen wissenschaftlichen Acgyptologie ein Gelehrter von Weltruf, dessen hohe Verdienste um diese Wissenschaft in der Verleihung des Pour le merkte sichtbarste Anerkennung gefunden man sicherlich einen ganz anderen Begriff von der Faltung und Gliederung des antarktischen Gebirgszuges bekommen, als er durch noch so zahlreiche Sch'ittcnexpcd t o en gewonnen werden kann. Entdeckt man doch Heute selbst in den großen zentralasiatischen Gebirgszügen immer noch neue Ricsengipfel, von deren Existenz bisher selbst die Eingeborenen nichts wußten, weil sie durch vorgelagerte Massive dem Blick entrückt geblieben sind. Daß der Südpol inmitten einer gewaltigen Hochebene, 3200 Meter über dem Meeresspiegel, liegt, weiß man durch Amundsen. Es ist ein Hochplateau, das seinesgleichen auf der Erde nur in dem tibetanischen Hochland findet. Ernster als theoretische Einwände aus der Gelehrtenstube sind die Zweifel zu werten, die der norwegische Polarforscher Major TryggveGr an, der Begleiter Scotts auf seiner tragisch geendeten Südpolarexpedition, soeben geäußert hat, schon deshalb, weil es sich hier um einen Mann der Praxis und genauer Kenntnis der Verhältnisse in der Antarktis handelt. Aber es fragt sich doch auch hier, ob Gran ausreichende Berichte über Byrds Flug bereits gelesen hatte, als er die Richtigkeit der durch den Funk übermittelten Einzelheiten bezweifelte. Wie es scheint, kannte Gran nur einen unvo lständigen Auszug: denn Byrd hat in seinen bisher vorliegenden Berichten gar nicht das behauptet, was Gran bestreitet: daß nämlich in der Rähe des Südpols hohe Gebirgszüge vorhanden seien. Die große Wahrscheinlichkeit spricht vielmehr da- sür, daß Byrd in seiner Flugschilderung nur von den Kettengebirgen gesprochen hat, die bereits bekannt sind, und die sich nach dem Pol hin zu dem hohen Plateau abdachen. Aber auch seine Angaben über von ihm am Horizont wahrgenommene noch höhere, bisher unbekannte Gipfel können nicht von vornherein als Fabel angesehen werden: es ist sehr wohl möglich, daß er von der Höhe des Flugzeuges aus bis in Gebiete hat blicken können, die weder Amundsen noch Scott haben wahrnehmen können. Gewiß sind auch optische Täuschungen möglich, obwohl bei gutem Wetter — und das hat Byrd nach seiner Schilderung ja gehabt — die Luft namentlich in so großer Höhe ungemein klar durchsichtig ist. Immerhin könnten Wolken am Horizont den Eindruck von Berggipfeln um so eher erweckt haben, als es in dieser Region der Antarktis nur eine einzige Farbe außer der des tiefblauen Himmels gibt: ein einförmiges, unendliches, blendendes Weiß, das unter den Strahlen der Tag und Rächt scheinenden Sorme blitzt und leuchtet. Die größte Schwierigkeit für Byrd wird darin bestehen, für die tatsächliche Ueberfliegung des Südpols den mathematischen Beweis zu erbringen. Denn nirgends ist die Orientierung so schwer wie in unmittelbarer Rähe des Pols, wo alle Himmelsrichtungen ineinander übergehen, eine Schwierigkeit, mit der schon die Polarforscher auf festem Boden zu kämpfen haben, und die seinerzeit auch dazu geführt hat, daß die Erreichung des Rordpols durch P e a r y von den amerikanischen Geographen bestritten wurde. Denn in seinen Aufzeichnungen hatten sie Un- ftirr.m g eiten gefunden, die es zweifelhaft mach cn. ob Peary tatsächlich den Pol genau erregt hatte. Die Wissenschaft hat ihm dann doch die Poltrophäe zugesprochen, weil es praktisch keine Rolle spielt, ob der Forscher tatsächlich genau auf dem Punkt der Erdoberfläche gestanden hat, der den Pol bildet, oder ob er nur in seiner unmittelbaren Rähe gewesen ist. Auch A m u n d- s e n hat, um solchen Bemängelungen zu entgehen, drei Tage lang die sorgfältigsten Messungen an- gestellt und schließlich den errechneten Südpol haben. In seinen Erinnerungen zeigt er sich uns freilich nicht so sehr als der ernste Gelehrte, sondern als der liebenswürdige und humorvolle Plauderer, der Menschen und Dingen ihre interessanteste Seite abzugewinnen weiß. Erman ist hervorgegangen aus einer der Gelehrtenfamilien, die der Berliner Gesellschaft der letzten hundert Jahre ihren charakteristischen Stempel ausgeprägt haben. Sein Leben liest sich wie ein Roman, in dem viele der hervorragendsten Gestalten der Berliner Gesellschaftskreise eine Rolle spielen. Reben dem mosaikartig aufgebauten Bild des ungewöhnlichen Lebensganges Adolf Ermans erhalten wir einen interessanten Einblick in die Acgyptologie, als deren Schöpfer der Verfasser gilt. — Willi Rickmer Rickmers: Alai! Alai! Arbeiten und Erlebnisse der deutsch-russischen Alai-Pamir-Expedition. Mit 90 Abb., 25 Diagrammen, einer Karte des Arbeitsgebietes und zwei Tiefdruck-Panoramen. Geh. 13 Mk., Leinen 15 Mk. F. A. Brockhaus, Leipzig. (710) — Die erste große deutsche Expedition zu Land, nach neuen Grundsätzen der Arbeitsteilung angelegt und durchgeführt, war die Alai-Pamir-Expedition des Jahres 1928. Willi Rickmer Rickmers, bekannt seit über 30 Jahren als Forschungsreisender und bester Kenner Turkestans, als Alpinist und Vorkämpfer des Schneelaufs, war ihr Organisator und Leiter. Drei gütige Seen haben Pate gestanden und sie auf den Weg geschickt: die „Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft", die „Akademie der Wissenschaften der Sowjetunion" und der „Deutsche und Oesterreichische Alpenverein". Deutsche und russische Gelehrte haben in engster Zusammenarbeit das interessanteste Gebirgsland unserer Erde, den Mittel- und Ausstrahlungspunkt der Hochgebirge der Alten Welt, nach allen Richtungen hin durchforscht. Die alten, sagenhaften Pässe, der längste Gletscher der Erde, der höchste Berg Rußlands wurden entdeckt und bestiegen. 15 000 Geoiertkilometer Land wurden vermessen und von rund 1000 Geviertkilometern wurde nach den neuesten photogrammetrischen Methoden eine genaue Karte im Maßstab 1:50 000 aufgenom- men. Der Bau des Gebirges, die Sprache der Einwohner und ihre Wirtschaft wurden untersucht. Bon Tier- und Pflanzenwelt wurden reichhaltige Sammlungen angelegt. Die Sichtung und Verwertung all der mitgebrachten wissenschaftlichen Schätze werden Jahre in Anspruch nehmen. Aber der für die Allgemeinheit bestimmte Bericht von W. R. Rickmers erzählt uns schon heute den Verlauf und die Ergebnisse der deutsch-russischen Alai-Pamir-Expedition. in großem Umfang umkreist, damit ihm nicht der Vorwurf gemacht werden könnte, er sei nicht an dem wirklichen Scheitelpunkt der Erde gewesen. So genaue Messungen sind vom Flugzeug aus begreiflicherweise unmöglich. Aber Byrd wird gewiß die zisfermäßigcn Unterlagen seiner Po- sitionsöecbachtungen zur Rachprüfung m"Ihringen, und es wird sich Dann, wenn auch nur in großen Zügen und mit annähernder Zuverlässigkeit, immerhin ermitteln lassen, ob er Den Teil des antarktischen Hochplateaus, auf dem der Südpol liegt, in Wirklichkeit umflogen und überflogen hat. * Mit Beginn des Winters, Dem auf der südlichen Halbkugel der Sommer entspricht, haben nun im ganzen drei Expeditionen ihre Tätigkeit zur Entschleierung des antarktischen Festlandes ausgenommen. Der Kanadier Wi Irins, der voriges Jahr das Grahamland überflog und seine Jnsellage feststellte, schlug auch dieses Jahr sein SjauDfquartier auf der kleinen Deception- Jnsel (südlich von Südamerika) auf und bereitet sich Dort auf seine Flüge vor. Der Amerikaner Byrd kehrte ebenfalls zu seinem vorjährigen Stützpunkt Little America an der Walfischbucht bei Der RoßeiswanD zurück und führte von Dort aus am 29. Rovember .1929 seinen oben erwähnten erfolgreichen Flug zum Südpol und zurück über das 4000 Meter hohe Königin- Maud-Gebirge Durch. Die Dritte Forschungsexpe- frition toirD von Dem bekannten australischen SüDpolforscher M a w s o n geleitet, Dessen Schiff Die Discovery schon 1901 bis 1904 Durch die erste Südpolexpedition des Kapitäns Scott Weltberühmtheit erlangte. Mawson befiniet sich gegenwärtig auf der Insel Kerguelen und beschäftigt sich mit ozeanographischen Studien. Seine nächsten Ziele sind Die HearD-Jnseln und Die für Die Tiefseeforschung noch völlig unbekannten Gewässer südlich des JnDischen Ozeans und Australiens. Wie Die anderen Expeditionen, benützt auch Maw- son Das Flugzeug als Hilfsmittel Der Forschung. Anläßlich Der Wiederaufnahme Der Expedition ByrDs wird Der Streit zwischen Dem Britischen Reich und den Vereinigten Staaten von Amerika um die Beherrschung der Antarktis wieder aktuell. Voriges Jahr, atä Byrd seine erste Südpolexpedition unternahm, erinnerte eine britische Rote Amerika: (Daran, daß alle bisher entdeckten Gebiete Der Antarktis als britischer Besitz betrachtet werden. Die erst am 15. Rovember 1929 erfolgte Antwort Der Vereinigten Staaten geht jedoch auf diese Forderung gar nicht ein und Die amerikanische Presse erinnert Daran, daß Die Vereinigten Staaten insbesondere auf das Wilkesland seit 1924 auch formell Anspruch erheben. Da Die Antarktis, zwischen Australien, Afrika und Südamerika gelegen, einen wichtigen Flugstützpunkt abgeben kann und außerdem wertvolle Bergschähe bergen soll, kann Der vorläufig nur prinzipielle Streit um seinen Vesitz in der Zukunft größere Verwicklungen nach sich ziehen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 15. Dez., 14.30 bis 17 Uhr: Geschlossene Vorstellung für Erwerbslose. Fra Diavolo. 20 bis gegen 23: Das Land des Lächelns. Montag, 16., 20 bis nach 22.30: Maschinist Hopkins. Dienstag, 17., 19.30 bis 22.15: Der fliegende Holländer. Mittwoch, 18. 19.30 bis 22.45: Die Fledermaus. Donnerstag, 19., 19.30 bis 22.30: Figaros Hoch',eit. Freitag, 20., 20 bis gegen 22.30: Tosca. Samstag, 21., 20 bis 22.45: Das Land des Lächelns. Schauspielhaus. Sonntag, 15. Dez., 16 bis gegen 18.15: Katharina Knie. 20 bis gegen 22.30: Cyankali. Montag. 16., 20 bis nach 22: Brülle China. Dienstag, 17., 20 bis gegen 22.30: Komödie Der Verjüngung. Mittwoch, 18., 20 bis gegen 22.30: Komödie Der Verjüngung. Donnerstag, 19., 20 bis gegen 22.30: Chankali. Freitag, 20., 20 bis gegen 22: Brülle China. Samstag, 21., 16 bis nach 18: Hui, wir sausen um die Welt. 20 bis gegen 22.15: Marius ahoi! Darüber hinaus aber wird das Werk, infolge der eigenartig anschaulichen Darstellung und Der selbständigen Anschauungs- und Denkweise des Verfassers, ein literarisches Ereignis, denn hier ist die Forderung ^Geographie als Kunst" erfüllt. — Muckipuckis wundersame Fahrten und Abenteuer. Don Richard Z o o z - mann. Ein kunterbunter Filmroman für Kinder und Erwachsene. Erweiterte Ausgabe. 392 S. 8°. 107 Text- und 7 Vollbilder. Ganzleinen 7 Mark. Verlag: Franz Dorgmeyer, Hi.deshcim. (713) — Die luftigen Streiche und ernsten Erlebnisse des kleinen Helden sind anschaulich und wirksam geschildert, so daß Der Kinder-Roman immer anregend und vergnüglich zu lesen ist, ohne albern und possenhaft zu werden, daß er bclejrt und unterrichtet, ohne langweilig oder trocken zu fein. Singest reute kleine Märchen und Gedichte können die älteren Geschwister den jüngeren vorlesen, so daß auch Die Kleinsten an Den Erlebnissen Muckipuckis Anteil nehmen können. Einen be- fonDeren Schmuck bilden die zahlreichen Bilder aus Der bewährten Zeichner-Feder von K. Lange. — Minni Grosch: Der wunderbare Jakob. Heiteres und Ernstes aus der Schulmädelzeit. Mit einem farbigen Titelbild, einem mchrfar- bigen Umschlag und 3 ganzseitigen Textzeichnungen von Meta Voigt-Claudius. Leinen 2,50 Mark. Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart. (685) — Aus dem Leben des noch kindlichen Mädchens erzählen die vorliegenden Geschichten, aus jenem Kreis, der so eng begrenzt ist und der doch dem werdenden Menschen das Gepräge gibt für immer. Mägen so die mannigfaltigen Ereignisse und Gestalten dieses Buches dem Erwachsenen vielleicht unbedeutend er- scheinen — dem jungen Mädchen werden sie doch vieles zu sagen haben. — Friedr. Wilh. Mader: Im Weltmeer verirrt. Seltsame Abenteuer in der Südsee. Mit 6 Tondruckbildern und 15 Tertzeichnungen von Hans Anton Aschenborn. Leinen 5,50 Mark. Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart. (684) — Diese neuefte Erzählung des bekannten phantasievollen Jugendschriftstellers schildert die merkwürdigen Erlebnisse zweier deutscher Mädchen, die aus freiem Willen von dem Schiff, das sie aus ihrer südamerikanischen Heimat in das deutsche Vaterland bringen [oll, auf eine einsame Südseeinsel flüchten müssen. Hier führen sie ein abenteuerliches Rabinsonleben. JhreM praktischen Geschick und ihren Kenntnissen gelingt es, die überreich von der Natur gesegnete Insel zu kolonisieren. Die spannend geschriebene Erzählung ist für Knaben und Mädchen gleich gut geeignet »ttoäsw INGER WEIHNACHTEN WW Sil M MBig Hi«*. meinde Qd. । gut bc (Stob aus d schasse t^öre fuuer unft 6 g?brac lSieße taten < g L r.'llendr tstuhn stammt handwe chenschu nadjben Lause i aus du Tommi lid) de wurde wandel auf ein Werl gu Aolkt in/Pekto seine bc der Qto und ßei doch, die ' SM die 6' M Aohre Liefers Kanal! Zeinen Auf s vorde heim. Siche Drem Ange höchst Ange 226 ß und l aus furla und ‘ Ange Goß 3 Hcuch Heide einger 59488 Woche kargest lichst b kam. - deren' monate finden. swach Iriigei -aller dieser 8 raue in bet scheu Anive gewin im La nach । und f kürzlich schildert Lichtbild Aewund Sitten u ca N, bi die * ® Melau F'lheln ^nrnevi Uk.rschieü ^'chnui, »OOG? ?otfe so tUn9c tz'che yit qi Sfl- abe Ütflu jj {pH« fcV ;.U tz Ängsten ?unö( L^ati 2 Nu 5Gb(en, »en ft» v( Besondere Abteilung Berthold Kühne für Wintersport-Artikel Ski und Skistöcke sowie sämtliches Zubehör Größte Auswahl in Damentaschen Portemonnaies Zlgarren-Etuls Schulranzen, Schülermappen Schreibmappen usw. Fachmännische Bedienung! _________________ 2D2D und Reiseartikel aller Art • Feine Lederwaren Seltersweg 26 • Spezial-Geschäft für Koffer Unser weltberühmtes Spezialbicr Shtodior kommt im Laufe des Monats Dezember nach außerhalb Bayern zum Versand und wird ab 24. ‘Dezember in allen außerbayerifefjen Städten ausge/fyenkt. Um sicher zu sein, auch wirklich „Salvator" und nicht etwa eine der vielfachen Nachahmungen desselben zu erhalten, beachte man die nachstehend abgebildete, auf jedem Fasse und jeder Flasche angebrachte Schutzmarke. Generalvertreter: • Carl Gottschalk, Biergrofehandlung, Frankfurt a. Main Bockenheimer Landstraße 74 Fernsprecher: Amt Maingau 72623 10220V Ot» A.G. Paulanerbräu Salvatorbraucrci und Thomasbräu München tdai Wilh. Kilbinger Nacht, Seltersweg 79a Löwen-Drogerie und Photo-Spezialgeschäft 9895A Prima WM Detektiv-Ansknnllei setzt fturitr. 17 v., Bad Raubeim erlebtnt Ihnen alle vertraulichen Ange- legenhettendtskrelu. preiswert. Ermine- lüttflen, Beobachtungen. Gesuche. Be« weiSmittelt.Stras u- Zivllvrozessen, Site, btt- u. HeiralSausk. ausallePlatze d.Welt Ihre Sflnoelnehaltong kann nur gewinnbringend sein, wenn Sie nach der rragul- Zülterullgsmelvoöe füttern. Futterver« brauch 3-31/. Lid. anstatt 4-5 Pso.r>ut- ter für IPfd. Fletscherzeugung; einige MonateMastverkür- zung, gesunde Tiere sowie 50*70 ArbeitS- ersparnts sind die Vorteile. 100780 Erhältlich bet: 6ebr. Harx. Dorlar, Tel. Wetzlar 2837; Sehr. Marx, Katzen- fnrt,',Tel.Katzenf.2r PbU. Klein, Wetzlar, Tel. Wetzlar 2183, flarlbrenDbolz ofenfertig, Anseuer« bolz, eichene Garteuvfoften. 3. Wellhöfer, Mernsvr. 2313,^0 und Salat-Kartoffeln billigst zu haben WilbJankel Wwe. Neuen Baue 7. ?,,D preiswert und in großer Auswahl: Seifen u. Parfümerien in reizenden Geschenkpackungen Photo -Apparate 6.—, 7.50,1O.—, 15.—, 16.—, 20.— usw. Kpl. Kodakausrüstungen 18.90, Stative,Taschen, Alben Weine, Liköre, Weinbrand, bekannte Marken Ferner: Christbaumschmuck, nichttropfende Baumkerzen Auskunft Bahnhofstraße — Ecke Marktstraße 10M1D durch Norddcnnckcr Lloyd Bremen und seine sämtlichen Vertretungen In Gießen: Theodor Loos, Kirchennlalz 13 In Wetzlar: Dornbusch L Binder,Lahnstr.12/14 Wir zeigen Ihnen aus unserer Spezial-Abteilung äußerst reichhaltige Auswahl in Damen- und Kinder-Hüten und machen Sie gleichzeitig aufmerksam auf unsere über Erwarten geschmackvolle Serien In Herren- u.Damen-Wäsche Krawatten, Handschuhen und Strümpfen Preise traditionsgemäß allerbilligst Richard Loewenthal & Co., Gießen Vereine kaufen ihre Nieten u. Gewinnröllchen zu Verlosungen am vorteilhaftesten nur bei 102590 J.WeinertK. 6. Neuenweg 9 JnduftrieSpeise- kartoffcln, Weinkraut, Rotkraut, Wirsing, Karotten, gelbe Eveisckobl« raven, rore Rüben, Zwiebeln, alles wieder frisch emgetroffen. Grobverbraucher Lwr- zugsvretse. 102750 ö. Sa» $ to. Televhon 2274. über Einreisebestim» mungen, Schiffsver- bin düngen und Fahrkarten nach Canada DM Gedecke BB Schürzen SteppdeckenW Kolter M BB Oberhemden —B Kragenschoner Taschentücher j/S Unterzeuge HH Webrahmen ■ Webwollen C.Röhr&Co. 10072A .................................................................II............................ Zu Weihnachten eine Pfaff H. Kraft, Neuenweg46 Nähen, Sticken, Stopfen bequemste Zahlungsbedingungen Gegründet 1879-Fernruf 3297 Bis Weihnachten gebe ich auf Handarbeiten 10 Prozent Rabatt! Auf alle übrigen Waren 07992 5 Prozent Rabatt! Karl Beck, Neuenweg 15 Strickerei / Wollgarn / Handarbeiten. Umtausch von Schafwolle. IßefleflgehenteSahflDigsertfcidtterungeTL tzi .Mäßige -Monatsraten Singer !£0ßen UbercCC Gießen, Marktplatz 22 ,0049A 10242D MMmMMMe gefüttert von Mark 1.75 an Herren-Oberhemden Zephir von Mark 3.95 an Peter Kolling, Giefoen Bismarckstrabe 6 von Mark 1.95 an von Mark 1.70 an Waschsamt Popeline... Unterzeuge, Kragen, Selbstbinder, Handschuhe, T aschentücher, Strümpfe, Tisch- und Bettwäsche, Kolter. sow. Mantelstoffe,Wollstoffe,Waschseide, Crepe de Chine, Veloutine, Moiri, Crepe-Satin, sämtl. Baumwollwaren. sowie andere Gelegenheitskäufe in Bilderbüchern u. Jugendschriften Sonntags geöffnet _____________________I0038A Wäscheabteilung, Trikotagen Damen-Taghemd...vonMark 1.95 an Damenschlüpfer Pfeiffersche Buchhandlung Walltorstr. Nr. 21 * Fernruf Nr. 3342 Weiter empfehlen wir: Karl May'Bände statt Mk.5._ f Mk.3.50 kaufen Sie am vorteilhaftesten in Kollings Etagengeschäft. Ueberzeugen Sie sich durch einen unverbindlichen Besuch von meiner großen Auswahl, den besten Qualitäten und den günstigen Preisen. — Nur einige Beispiele: Stoffabteilung Hauskleiderstoff... von Mark 0.75 an Wieder eingetroffen: Mann, Th., Buddenbrooks Mk. 2.85 Aufjuchtfutter । NAGUT #r$tnt Muherm.lch; .choffrgesurdelitte . wöhrvt Maifglüirk. v SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT Nr. 295 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 14. Dezember i929 —————■»—i»t—■—a-jn——n—■—aer*mm— um —i—■nm—■■nrrrnu■»— - Oberhessen. Landkreis Gießen. d. Heuchelheim. 12.Dez. Die Dorberei- tungsarbeien zur Wasserversorgung und Kanalisation in der Gemeinde Heuchelheim gehen zwar langsam, aber anscheinend doch sicher vorwärts. Dor 14 Lagen hat man die Arbeiten aus dem Submissionswege ausgeschrieben, und zwar in drei Losen. Les 1 umfaßt die Erdarbeiten für Wasserleitung und Kanalisation, sowie die Lieferung und Verlegung der Rohre für die Wasserleitung; Los 2 umfaßt die Lieferung von Ton- und Zementrohre für die Kanalisation; Los 3 die Lieferung von 830 Meter Zementrohre von 120 Zentimeter lichte Weite. Auf Los 1 sind dreizehn Angebote abgegeben worden, und zwar von Firmen aus Gau-Algesheim, Heuchelheim, Metzlar, Herborn, Dillenburg, Gießen, Rieder-Mendig, Kassel, Weilbach. Höhr, Bremen und Münster (Wests.) Das niedrigste Angebot lautet auf 203 732 Mark, während das höchste 301 316 Mark beträgt. Dazwischen liegen Angebote von 211 203, 218 400, 223 775, 224 497, 226 685, 227 425, 234 004, 232 9 3, 236 416, 244 559 und 285 822 Mark. Auf Los 2 haben elf Firmen aus Dillenburg, Hartenrod, Oberkassel, Frankfurt a. M., Issum, Gießen, Heuchelheim, Höhr und Bremen eingereicht. Hier ist das niedrigste Angebot 57 535, das höchste 63 346 Mark. Auf Los 3 haben vierzehn Firmen aus Saarbrücken, Heuchelheim, Biebrich, Oberkassel, Issum, Gießen, Heidelberg, Bremen, Kassel, Höhr und Stuttgart cingereicht. Riedrigstes Angebot 25 030, höchstes 59 488 Mark. Die Zuschlagsfrist war mit fünf Wochen vorgesehen. Hoffentlich läßt sich aber die vorgesehene F.ist wesentlich verkürzen, damit möglichst bald mit den Arbeiten angefangen werden kann. Diele Arbeitslose warten schon lange auf deren Beginn, damit sie in den harten Wintermonaten für einige Zeit lohnende Beschäftigung finden. — Am Sonntagabend hielt der A r b e i - tcrgesangverein in der Turnhalle ein sehr gut besuchtes Konzert ab. Herr Hch. Rikolai (Großen-Dused) hat es als Dirigent verstanden, aus den zum Teil jungen Sängern einen Chor zu schaffen, der sich hören lassen kann. Es wurden ^X)örc von TUhmann, Krause, Curti, Rolden- f-oucr, Meißner, Kratzer, Winkelhagen, Baumann und Strauß in vollendeter Weise zum Dortrag gebracht. Die Kapelle Weller-Einbrod't (Gießen) versah in guter Weise den instrumentalen Teil des Konzertes. □ Lollar. 14. Dez. Am kommenden Montag vollendet unser Mitbürger, Zimmermeister Balthasar Nuhn, sein 75. Lebensjahr. Der Jubilar stammt aus Treis a. d. Lda., erlernte das Zimmer- Handwerk in Ruttershausen, besuchte dann die Zei- chenschule in Gießen und machte sich 1884 selbständig, nachdem er vorher auswärts gearbeitet hatte. Im Laufe der Jahre brachte er dann fein Unternehmen auf die heutige, sehr bedeutsame Höhe. Im letzten Sommer betrug die Belegschaft des Werkes einschließlich der Beamten 110 Personen. Im Jahre 1922 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Herr Nuhn kann mit höher Befriedigung auf ein gesegnetes und weithin geschätztes Lebenswerk zurückblicken. t Treis a. d. Ld a., 13. Dez. Gestern abend svrach auf Einladung unseres Pfarrers in der hefigen Kirche Fräulein Hichler von der Basler Mission über die segensreiche Arbeit dieser Missionsanstalt unter den heidnischen Frauen Chinas. Die Vortragende schilderte u. a. in bewegten Worten die große Rot der chinesischen Frauenwelt und suchte die Herzen der Anwesenden zur hilfreichen Teilnahme dafür zu gewinnen. — Rachdem die drei hiesigen Schäfer im Laufe der letzten Jahre wegen hohen Atters nach und nach ihren Dienst aufgegeben haben und sich keine Rachfolger für sie fanden, ist kürzlich auch die letzte Schafherde aufge- 1 ö st und damit die Schafzucht in unserer Gemeinde vorerst beendet worden. gd. Großen-Buseck, 13. Dez. Einen sehr interessanten Dortrag hielt in der hiesigen Volkshochschule der Universitäts-Garten- inspektor i. R. R e h n e l t aus Gießen. Durch seine beiden Reisen nach der Insel Ceylon hat der Redner so weitgehende Kenntnisse über Land und Leute sich erworben, daß er in der Lage war, seinen Hörern, wenn auch in gedrängter Kürze, einen klaren Lleberblick von diesem Tropengebiet zu geben. Rach kurzen Ausführungen über Lage, Größe, Bodenbeschaffenheit und Klima schilderte unter Darbietung von nahezu hundert Lichtbildern, deren Farbenschönheit oft lebhafte Bewunderung hervorrief, der Vortragende die Sitten und Gebräuche, die religiösen Anschauungen und das Kastenwesen der Bewohner Ceylons. Es folgte sodann die Tierwelt, sowie die Kultur- und wildwachsende Pflanzenwelt. Reicher Beifall dankte dem Vortragenden. Angesichts der kurzen Zeit, die den auswärtigen Rednern bei der Lage der Züge zur Verfügung steht, wurde angeregt, die Vorträge bereits auf 7.30 Tlhr festzusehen. * Großen-Buseck, 13. Dez. Auf der Geflügelausstellung in Homberg a. d. Ohm erhielt Herr Wilhelm M e l i o r von hier auf seine ausgestellten Tiere (je ein Hahn und eine Henne Rhodeländer und Barnevelder) zwei 1. und zwei 2. Preise. Schon auf verschiedenen Ausstellungen ist Herr Melior mit Auszeichnungen und Ehrenpreisen bedacht worden. OO Klein-Linden, 13. Dez. Auch in unserem Dorfe sollen jetzt die Volksbildungsbestrebungen Eingang finden. Nachdem sich vor kurzem sämtliche Vorsitzenden der örtlichen Vereine für die Sache ausgesprochen haben, wird morgen, Samstag, abend, der erste Vortragsabend stattfinden. Frau Dr. Neumann (Gießen) wird über „Die seelische Entwicklung des Kindes und schwer erzieh, bare Kinder" sprechen. Es sind bereits weitere Vorträge in Aussicht genommen und namhafte Redner für die Sache gewonnen worden. LJ Großen-Linden, 12. Dez. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die Hundesteuer für das Jahr 1930 von 4 auf 6 Mark erhöht. Einschließlich der Staatssteuer sind nunmehr für einen Hund 18 Mark zu zahlen. Die Masserleitungsarbeiten wurden für das kommende Jahr dem Installateur Heinrich Weinandt von hier übertragen. Eine bei dein Wasserwerk seit Jahren im Betrieb befindliche Dampfmaschine entspricht nicht mehr den Anforderungen, sie soll verkauft und durch einen Motor erseht werden. Ein Antrag der Erwerbslosen auf Gewährung einer TI t e r st ü h u n g mußte zurudgestellt werden, weil die allgemeinen staatlichen Richtlinien hierüber noch nicht eingegangen sind. — Im Laufe dieses Jahres herrschte hier eine auhcrgc- Tagung des hessischen SeWStlenvneins. WSN. D a r m st a d t, 13. Dez. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Landesoersicherungsanstalt Hessen, Dr. Neumann, sand hier die Mitgliederversammlung des Hessischen Landesverbandes zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstättenverein) statt. Dor Eintritt in die Beratungen gedachte die Versammlung des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Geh. Sanitätsrat Dr. Habicht in ehrender Weise. Der B c - richt über den Stand des Landesverbandes und seiner Heilstätten ist von uns bereits veröffentlicht worden und wurde von der Versammlung gebilligt. Ueber den Stand der Bauarbeiten au der H e i l - stätte Seltersberg (Heilstätte für Tuberkulose der oberen Luftwege) in Gie> ßen erklärte der Vorsitzende, anfangs April könne mit der Betriebseröffnung gerechnet werden. Die neue Heilstätte umfasse über 100 Betten und unterstehe Pros. Dr. B r ii g g e in a n n (Gießen). Aus Reichsmitteln seien 560.000 Mark, von Hessen 210 000 Mark zur Verfügung gestellt, der Rest durch die Landesversicherungsanstalt. Der vorgesehene Betrag von 1 Million solle nicht überschritten werden. Für die Errichtung einer Kinderabteilung an der Lupusheil st ätte in Gießen lägen die Pläne fertig vor, die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 600 000 Mark, die in absehbarer Zeit aufgebracht werden könnten. Der hessische Staat wolle wohl geeignetes Gelände abtreten, dafür aber von der «ladt Gießen Gelände in Tausch nehmen. Hier sei in kurzer Zeit mit einem Abschluß der Verhandlungen zu rechnen. Die Notwendigkeit der Errichtung dieser Kinderheilstätte wurde in der Aussprache anerkannt. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Kassenbestand beträgt 59 383 Mark (Einnahmen 711 296 Mark, Ausgabe« 651.913 Mark). Der Vermögens st and wird als g ü n ft i g bezeichnet. Der Vorstand wurde wiedergewählt und einige ausgeschiedene Mitglieder ergänzt. Zum Schluß entspann sich eine längere Aussprache über die Errichtung eines Mittel st andsanato- riums zur Betreuung nieist älterer Leute, deren Einnahme-grenze monatlich 500 Mk. nicht Übersteige und die für teuere Kuren nicht zahlungskräftig genug sind. Der Plan fand grundsätzliche Z u ft i m m u n g, doch wurde auf die Schwierigkeit der Finanzierung hinbewiesen. Die Generalversammlung wird nach Klärung einiger Fragen später endgültig Stellung nehmen. Der Chefarzt der Heilstätte Winterkasten Dr. Cursch- mann hielt daraus einen Vortrag über Fragen der Tuberkulosebekämpfung. Der Ladenschluß am 24.Oezember. (MTB.) Der Reichstag hat am 10. Dezember bas Gesetz über den Ladenschluß am 2 4. Dezember verabschiedet. Rach dem Artikel 1 Absatz 1 dieses Gesetzes dürfen offene Verkaufs- stellen am 2 4. Dezember nur bis 5 Uhr nachmittags und solche, die ausschließlich oder überwiegend Lebensmittel, Cenußmittel oder Blumen verkaufen, bis 6 Uhr nachmittags für den geschäftlichen Verkehr geöffnet fein. Unter offenen Verkaufsstellen sind alle Läden, Buden und andere Verkaufsgelegenheiten innerhalb und außerhalb von Gebäuden, sofern von einer festen, jedermann zugänglichen Stelle aus Waren abgegeben tocrccn, zu verstehen. Zu den offenen Verkaufsstellen zählen auch die Warenautomaten. Die Verlängerung der Verkaufszeit bis 6 Uhr nachmittags gilt nicht für die Lebens- und Genußmittelabteilungen der Warenhäuser. Ter Absatz 2 des Artikels 1 dehnt die Vorschriften des Absatz 1 auf die Verkaufsstellen der Konsum vereine und ähnlicher Vereine, auf die Verkaufs st eilen auf Eisenbahngelände, und zwar auch auf die innerhalb der Sperre gelegenen und auf den Hausier- und Straßenhandel aus. Die Vorschriften des Gesetzes finden keine Anwendung auf Apotheken, auf den Marktverkehr' und auf den Handel mit Weihnachtsbäumen. Das Gesetz hat insofern für Gast- und Schankwirtschaften Bedeutung, als auch in diesem am Heiligabend von 6 älhr an Waren nur an Gäste zum Genuß auf der Stelle verabreicht werden dürfen. Rach Ladenschluß ist es in Gast- und Schankwirtschaften, wie auch in Friseurgeschäften verboten, Waren an Käufer zum Mi tnehmen abzugeben. Das neue Gesetz regelt nur den Ladenschluß am 24. Dezember, nicht die La den Öffnung an diesem Tage. Diese richtet sich nach den für die einzelnen Arten von Verkaufsstellen geltenden Vorschriften. Der Artikel 2 des Gesetzes bedroht Zuwiderhandlungen mit Geldstrafe. Äe Höchststrafe beträgt nach dem Gesetz über Dermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 10 000 Reichsmark. Auch die fahrlässige Zuwiderhandlung ist strafbar. Das Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraft, gilt also schon für das bevorstehende Weihnachtsfest. Raiffeisen-Tagung in Gießen. O:e oberhessischen und Wetzlarer Genossenschaften gegen den ZranksurterVerband. Es ist bereits durch die Presse bekanntgeworden, daß die genossenschaftliche Einigung in unserem Wirtschaftsgebiet auf dem Frankfurter Verbandstag am 28. Ao- vember d. I. einen vorläufigen Abschluß gefunden hatte. Dort war die einmütige Entschließung gefaßt worden, den seither bei Darm- st a d t gewesenen Wiesbadener Verband mit den Rassauer, Wetzlarer und Oberhessischen Raiffeisen-Genossenschaften zu einem Verband zu vereinigen, der mit dem Darmstädter Verband in systematischer Genossenschaftsarbeit das Ziel eines großer» rhein- mainischen Wirt- schaftsblodes erstreben sollte. Mit dieser Zwischenlösung waren auch die oberhessischen und Wetzlarer Raifseisen-Genossenschaf- ten einverstanden, und man glaubte in diesen Kreisen, daß nun endlich Ruhe herrsche. Ein ganz unbegründetes, in ultimativer Form gegebenes Rundschreiben des Frankfurter Verbandes, das durch Vertreter der Rassauer Genossenschaften veranlaßt war, hat jedoch die mühsam errungene Ruhe wiederum gestört und die Vertreter der Raiffeisen-Genossenschaften in Oberhessen und dem Kreise Wetzlar zu einer großen Versammlung im Kath. Vereinshause in Gießen veranlaßt, die am Mittwoch stattfand. In dieser stark besuchten Versammlung, die von Landwirt Hildebrand, Rieder-Weisel, geleitet war, und in der auch vier Herren der Frankfurter Verbandsleitung zugegen waren, wurde in einmütiger Entrüstung dieses Rundschreiben verurteilt und ebenso einmütig folgende Entschließung gefaßt: 1. Die aus allen Teilen Oberhessens und des Wetzlarer Kreises in Gießen versammelten Vertreter der Raifseisen-Genossenschaften lehnen einmütig das von der Frankfurter Verbandsleitung versandte Rundschreiben ab. Sie erblicken darin ein diktatorisches Handeln, das sowohl gegen die gute Sitte im Genossenschaftswesen, als auch gegen die Satzungen verstößt. Es enthält die Tendenz, die Genossenschaften in Rassau gegen die in Oberhessen und im Kreise Wetzlar auszuspielen, wozu sich leider Rassauer Vertreter hergegeben haben. Wenn dann dies Rundschreiben den Zweck verfolgt, die führenden Köpfe der oberhessischen und Wetzlarer Sonderbewegung verächtlich zu machen und abzusägen, so müssen wir das niedriger hängen. Wir erheben schärfsten Protest gegen den Ausschluß unseres hochgeschätzten Führers, des Herrn Dekan Vogel.Bruchenbrücken, auS dem Generalverbandsrat. 2. Wir wünschen nunmehr die sofortige Einrichtung des großen rhein-mai- nischen Wirtschaftsblockes mit aller- kleinstem Verwaltungsapparat. 3. Wir halten es in dem jetzigen verworrenen Stadium für notwendig, eine Kommission zu ernennen, die in der Lage ist, für eine alsbaldige klare Lösung zu wirken und bitten die Preußenkasse, uns zur endgültigen Regelung eine kommissarische Verwaltung beizugeben. 4. Wir beantragen eine außerordentliche Generalversammlung. • 5. Auf das Rundschreiben vom 7. Dezember werden Erklärungen nicht abgegeben. 6. Wir sind bereit, mitzuarbeiten an einer Regelung, die die bisherigen Mißstände beseitigt. wöhnlich starke Bautätigkeit. Richt weniger als 18 neue, meist Zwei-Familien- Wohnhäuser wurden in dem noch nicht 3000 Einwohner zählenden Orte errichtet. Hinzu kommen noch die Fertigstellung der neuen Schule und die vielen Reparatur- und sonstigen Bauten. Zahlreichen Bauhandwerkern und Arbeitern von hier und aus anderen Orten war hierdurch lohnende Beschäftigung geboten. Die Gemeinde gewährte dem Wohnungsneubau weitgehende Llnterstühung, insbesondere durch üebernafjme von Bürgschaften und durch Abgabe von Baumaterial (Sand) zu ermäßigtem Preis. O Holzheim, 13. Dez. Die Bewohner unseres Dorfes wurden gestern abend durch Sturmläuten der Kirchenglocken in großen Schrecken versetzt. Die Pflichlfeuerwehr war sehr rasch an der Brandstelle, dem Hause des Steigers i. R. Hch. Schneider. Zum Glück war es nur ein Z i m m e r b r a n d, der bereits gelöscht war, ehe die Feuerwehr in Tätigkeit treten konnte. Bei dem herrschenden Sturm hätte der Brand schlimme Folgen haben können. O Holzheim, 13. Dez. Dieser Tage begannen im hiesigen Gemeinde- und im Markwald, die zu der Försterei Gambach gehören, die Holzhauerar b e i t e n. Während voriges Jahr nur eine Rotte von 16 Arbeitern daran teilnahm, sind es heuer Der» hältnismäßig viel, nämlich 27 Mann, darunter vier- zehn seitherige Arbeitslose, deren Zahl zuletzt auf 50 gestiegen war. — Der hiesige Geflügel- und Kaninchenzuchtverein hält am nächsten Sonntag eine Lokal-Geflügelschau ab. T Lich, 13. Dez. Die Stadtverwaltung läßt gegenwärtig in der Hintergasse von ihrer Einmündung in die Bahnhofstraße bis zur Scheunengasse die in früheren Jahren gebaute K a n a I i - 1 a t i o n und Wasserleitung tiefer legen u. o einige neue Schächte zur besseren Reinigung der Kanalanlage einbauen. Infolge der sehr engen, kaum vier bis fünf Meter breiten Straße mutzte die ausgehobene Erde bis gegen die Häuser aufgesetzt werden, so daß die Anwohner ; kaum ihre Häuser verlassen können. Daß auf der Straße kaum vorwärts zu kommen ist, läßt sich begreifen. Die Anwohner der Straße wären der Stadtverwaltung zu großem Danke verpflichtet, * Obbornhofen, 13. Dez. Am Mittwoch ereignete sich hier vor unserem Dorfe ein schwerer Unfall, dem leider ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Als das beladene Fuhrwerk des Gastwirts Philippi unter Führung des Knechts Wilhelm L o w i n, die abschüssige Straße von Wohn- bach kommend, herunterfuhr, fiel der Lenker auf bis jetzt ungeklärte Weise vornüber vom Wagen und wurde ein Stück Wegs mitgeschleif t. Der Bedauernswerte erlitt schwere innere und äußere Verletzungen und verlor das Bewußtsein. Er ft a r b schon während der Nacht, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Er stand im 23. Lebensjahre und hinterläßt eine Witwe mit einem Kinde. Preußen. Kreis Wetzlar. •v Lützellinden, 11. Dez. Hier hat sich vor kurzem ein Schühenverein gebildet. Der Schießplatz ist in dem Gemarkungsstück „An der Holzburg", neben dem stillgelegten Bergwerk der Gewerkschaft Gießener Braunstcinbergwerlc, auf Gemeindegelände gelegen, wobei ein unbenutzt liegender Erddamm des Bergwerks als Äugelfang d'Ltt. Gründer des Vereins ist die hiesige Bruderschaft des Iungdeutschen Ordens. 4- Dornholzhausen, 11. Dez. Der ncuge- wählte Gemeinderat trat jetzt zu seiner erste» Sitzung zusammen. Als Vertreter für den verhinderten Bürgermeister Dr. Reumann nahm Amtsobersekretär Sänger vom Bürgerrneister- amt Groh-Rechtenbach an der Sitzung teil. Rach der Verpflichtung der neugewählten Gemeinde-- ratsmitglieder wurde die Wahl des Gemeindevorstehers und des Gemeindevorsteher-Stellvertreters vorgenommen. Da Widerspruch nicht erhoben wurde, erfolgten beide Wahlen durch Zuruf. Es wurden einstimmig gewählt als Gemeindevorsteher der bisherige Gemeindevorsteher Wilhelm Watz, als Gemeindevorsteher-Sbell- vertreter der • bisherige Gemeindevorsteher-Stellvertreter Konrad Loh. Riederklee n, 11. Dez. Der Gasthaus- besiher Ernst Sommerlad vom Jagdhaus Hubertus bei Butzbach schoß im Distrikt „S.achel- havdt" des hiesigen Gemeindewaldes ein Wildschwein. welches aufgebrochen ein Gewicht von 100 Pfund hatte. Die Wildschweine treten in der letzten Zeit sowohl im hiesigen, als auch in den benachbarten Jagdbezirken wieder in stärkerem Ilm fange auf und richten bei ihrem Austritt auf die mit Wintergetreide bestellten Felder Schaden an. <> Riederkleen, 12. Dez. Der neue Gemeinderat hielt jetzt seine erste Sitzung ab. Als Vertreter des Bürgermeisteramtes in Groß-Rechtenbach nahm Amtsobersekretär Sän- . g c r an der Sitzung teil. Gemeindevorsteher Eisenhardt führte die neugewählten Gemeinderatsmitglieder in ihr Amt ein und verpflichtete sie. Der Gemeindevorsteher, Landwirt Johannes Gisenhardt, und der Gemeindevorsteher-Stellvertreter, Landwirt und Zimmermann Louis Ulm, wurden einstimmig wiedergewählt. Beide Wahlen erfolgten, da kein Widersprach erhoben wurde, durch Zuruf. Dem Gemeindevorsteher wurde noch eine besondere Ehrung dadurch zuteil, daß ihm der hiesige Männergesangverein ein Ständchen brachte and dankbare Ortseinwohner ihm eine Tanne vor das Haus setzten. Maingau. WER. Frankfurt a. M., 13. Dez. In einem Hause der Alten Mainzergasse stürzte heute nachmittag beim Senfterrcinigen ein etwa 50 Jahre alter Mann aus dem Fenster. Er trug so schwere innere Verletzungen und Knochenbrüche davon, daß er kurz nach feiner Einlieferung in das Heiliggeisthospital Der* st ar b. Das Gaarproblem. Lieber dieses Thema sprach am Mittwochabend im „Hindenburg" auf Veranlassung der Studentenschaft der Landesuniversität der Studienrat Dr. Kill, Düsseldorf. In seiner Einleitung wies der Redner darauf hin, daß angesichts der deutschfranzösischen Verhandlungen die Saarfrage augenblicklich im Vordergrund des Interesses stehe. Die Franzosen würden sich nur zögernd zur Rheinlandräumung beciuemen, weil die französische Saarpolitik unzertrennlich von der französischen Rheinpolitik fei. Der Redner schilderte dann in eingehender Weise, wie Frankreich schon seit Jahrhunderten bemüht ist, seine Rheinland- Pläne durchzusehen dadurch, daß es zunächst mit allen Mitteln versucht,. das Saargebiet dauernd an Frankreich anzugliedern. Er wies dann unter Erläuterung der geschichtlichen Vorgänge nach, wie diese Pläne Frankreichs, dank der Haltung der Saarländer, trotz vorübergehender Abtrennung des Saargebietes von Deutschland, immer wieder vereitelt wurden. Auch die Hoffnung Frankreichs, durch den Krieg von 1870 dem Ziele näherzukommen, habe sich als Trugschluß erwiesen. In den von Frankreich mit Rußland abgeschlossenen Geheimabkommen aus den Jahren 1912 bis 1917 gehe klar das Ziel Frankreichs, das Saargebiet zu besitzen, hervor. Frankreich spekuliere dabei auch auf den Kohlenbergbau und die dortige Industrie. Die Anstrengungen Frankreichs, beim Abschluß des Vertrags von Versailles in dieser Hinsicht etwas zu erreichen, seien begreiflich gewesen. Der Redner schilderte Dann die Auswirtungen der „Schaffung des Saargebiets", zeigte die von französischer Seite versuchte politische Beeinflussung und Propaganda und erläuterte die Entrechtung der Saarländer durch die Regierungskommission, die Der Annektion des Saarlandes durch Frankreich die Wege ebnen solle. Auch das eingesetzte Parlament (Landesrat) habe keine Besserung gebracht. Der Redner sprach Dann von Der Einführung Der französischen Währung im Saargebiet, von der Verteuerung Der Lebensmittel bei fast gleichzeitiger Herabsetzung der Löhne, und wies auf die Versuche Frankreichs hin, den deutschen Geist zu unterbinden und frairzösischer Kultur Eingang zu verschaffen, durch Errichtung französischer Schulen und Versuche zur Einführung französischen Sprachunterrichts in Den Volksschulen usw. Auch hier habe die saarländische Bevölkerung stand- gehalten trotz Zuckerbrot und Peitsche. Man habe deshalb das System geändert und dahin gewirkt, daß Frankreich in wirtschaftlicher Hinsicht im Saarland einen größeren Einfluß erhalle. Dies sei in vollem Maße geglückt. Heute sei das Saarland wirtschaftlich in Händen Frankreichs, ebenso mache sich dort starkes Eindringen französischen Kapitals bemerkbar. Von der französischen Wirtschaft werde daher verlangt, daß Frankreichs wirtschaftliche Stellung bei Den bevorstehenden Verhandlungen gebührend berücksichtigt und auch aus Weiterbestehen des Saar- staates unter Aufsicht des Völkerbundes hin- gewirkt werde. Rach Aeußerungen französischer Staatsmänner fei zu befürchten, daß bei den bevorstehenden Verhandlungen nur wirtschaftliche Fragen zur Besprechung kämen, während man Die politischen Fragen wahrscheinlich möglichst lange hinauszuschieben versuche, in der Hoffnung, dem Ziele der Anneltion doch noch näherzukommen. Die Saarländer hätten alle derartige Versuch,: schroff abgewiesen, sie wollten auch, wie ans den seitherigen Kundgebungen zu entnehmen war, lieber bis 1935 warten, wenn die restlose Befreiung in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht durch eine frühere Lösung des Saarproblems gefährdet würde. Die Saarländer hätten das Recht, zu verlangen, daß die beut- schen Vertreter bei den Saarverhandlungen rückhaltlos für bedingungslose Rückgabe des Landes und wirtschaftlichen Eigentums an Deutschland eintreten. 2m Anschluß an die von besonderem Mitgefühl mit unseren Brüdern im Saarland getragenen Ausführungen wurde eine Sammlung zugunsten der Gefallenen-Friedhofe in Langemark veranstaltet. Leransialtungen In Gießen ImZahrelSZO Wie die Stadtverwaltung im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekanntgibt, sollen die für das Jahr 1930 vorgesehenen Veranstaltungen zusammengestcllt werden, um zu vermeiden, daß mehrere wichtige Veranstaltungen, die sich gegenseitig beeinträchtigen könnten, auf einen Tag zusammensallen. Diesem Ersuchen kann man nur zustimmen, da schon öfters die Beobachtung gemacht werden mußte, daß einzelne Veranstaltungen sich gegenseitig durch das zeitliche Zusammentreffen schwer schädigten. Da diese Angaben ferner für Zwecke der Fremdenverkehrswerbung benötigt werden, wäre zu wünschen, daß alle Veranstaltungen sofort dem Städtischen Verkehrsamt mitgeteilt werden. Daten für Sonntag. 15. Dezember. Sonnenaufgang 7.58 Uhr, Sonnenuntergang 15.51 Uhr. — Mondaufgang 14.41 Uhr, Monduntergang 6.47 Uhr. 37 n. Ehr.: Nero, römischer Kaiser, in Antium geboren: — 1784: der Schauspieler Ludwig Devrient in Berlin geboren; — 1832: der französische Ingenieur Alexandre Gustave Eissel in Dijon geboren. Daten für Montag. 16. Dezember. Sonnenaufgang 7.59 Uhr, Sonnenuntergang 15.52 Uhr. — Mondaufgang 15.27 Uhr, Monduntergang 8.16 Uhr. 1770: Ludwig van Beethoven in Bonn geboren. Oiellntugen-endesjungenHundes Von Tierarzt Carl dichter. „2ung gewohnt, ist altgetan!", das gilt auch für den Hund! Man sieht so viele unerzogene Hunde Herumlaufen, in Stadt und Land, daß man ihnen gleich anmerkt: Dieser Hund hat sicher keine gute „Kinderstube" gehabt! Run bringen viele Hunde ihre Fehler und Untugenden ja schon von ihren Vätern her mit zur Welt. Es gibt zahllose schlechte Hundeeigenschaften, die angeboren sind. Diese lassen sich infolgedessen durch die beste Dressur niemals ganz herausbringen. Beim Ankauf eines jungen Hundes wird man daher in erster Lime auf feine Abstammung und auf die Eigenschaften seiner Vorfahren achten müssen. Hier spielt schon die Auswahl der richtigen Rasse eine Rolle. Das „richtig" bezieht sich vor allem auf die Bedürfnisse des Hundehalters. So wird es sich nicht empfehlen, wenn man z. D. wünscht, daß der Hund ein treuer Spielkamerad von Kindern sein soll, dazu einen bissigen Dobermann zu wählen. Ein Schäferhund wird da besser am Platze sein. Umgekehrt wird der Geflügelhalter auf dem Lande zu viele Schwierigkeiten mit dem freilaufenden Schäferhund haben und sich lieber einen ruhigen Kettenhund halten. Auch innerhalb der Rasse muh man darauf achten, welche Fehler die Eltern und die Voreltern des jungen Hundes gehabt haben. Fehler vererben sich beim Hunde sehr leicht, man behauptet sogar, daß erworbene Fehler der Eltern sich auf die jungen Hunde vererben. Man muh also die Eltern des jungen Hundes persönlich kennen oder einen sicheren Gewährsmann für ihren Charakter haben. Hunde z. D.. die ihr Lebenlang stumpfsinnig an der Kette gelegen haben, sind unbrauchbare Eltern für junge Hunde, die man zu allen möglichen tüchtigen Arbeitsleistungen haben will. 2m allgemeinen sind Welpen aus derben Gcbrauchsrassen Untugenden und Fehler von vornherein leichter abzugewöhnen. Da wir nicht alle einzelnen Untugenden und Fehler des jungen Hundes und deren Abgewöhnung behandeln können, wollen wir uns nur mit einigen Beispielen begnügen und vorher die wichtigsten Grundmahnahmen zur richtigen Erziehung des jungen Hundes anführen: 1. Man beginne so früh wie möglich mit der Erziehung des Hundes. Rach dem endgültigen Absehen von der Mutter, also etwa im dritten Lebensmonat, setzt zweckmäßig die Erziehung schon ein. 2. Die beiden großen Erziehungsmittel sind: Strafen und Belohnen. Beide haben der Tat auf dem Fuße zu fplgen und müssen genau jedesmal den zu erreichenden Zielen entsprechen. 3. Stets ist aber das Vertrauen des Hundes zu seinem Herrn die Grundlage der Erziehung: Das Vertrauen in dessen unbegrenztes Wohlwollen einerseits, in seine allmächtige Strafgewalt anderseits. 4. Die entscheidende Voraussetzung zum Gelingen der Erziehung des jungen Hundes ist dessen unbedingter Gehorsam gegenüber seinem Herrn. Diesen Gehorsam herbeizuführen, ist also das erste Kunststück, aus welchem alle anderen folgen. Ein ungehorsamer Hund ist kein Hund, sondern ein unnützer Kö.er. Gehorsam aber ist eine Tugend, die auf einem gesunden Gemisch von restlosem Vertrauen zum Herrn und von heilloser Furcht vor seiner Strafmacht besteht. Beide Gefühle muß der Herr im Hunde bis zur größtmöglichsten Höhe erwecken und steigern und auf dieser Grundlage dann die Hebungen aufbauen, welche den praktischen Gehorsam anerziehen. Die Liebe und das Vertrauen des Hundes gewinnt der Herr durch gute Fütterung undPflege im allgemeinen, und durch Liebkosen und Belohnung im besonderen. Was das erstere anbelangt, so ist es selbstverständlich, daß man einen Hund nur erziehen kann, wenn er nicht krank ist, toerm er nicht hungert und dürstet und — wenn er nicht von Ungeziefer geplagt wird. Das Liebkosen des Hundes soll zwar nicht sparsam erfolgen, aber mit dessen guter Führung im Einklang steh-rn. Man muh viel mit schmackhaften Delohnungshappen arbeiten, die sofort nach einer guten Leistung verabreicht werden. — Man soll den Hund viel spielen lassen, aber stets die Spiele überwachen, indem man z. B. einen Knochen an einen langen Bindfaden befestigt, dessen Ende man zur Hand hat. Man muh den Hund so oft wie möglich mitnehmen, und überhaupt möglichst um sich haben. Die Strafen haben während der Tat oder unmittelbar nach der Tat zu erfolgen. Sie müssen kurz, aber sehr empfindlich sein. Der Hund muß genau wissen, warum er gestraft wird. Ein Beispiel: Ein junger Hund soll stubenrein gemacht werden. Das Wichtigste ist also, daß man ihm bezüglich dieser Bedürfnisse die zweckentsprechende Pflege angedeihen läßt, indem man ihm, wenigstens in seiner 2ugend, alle zwei Stunden Gelegenheit zum „Rässen" und etwa alle acht Stunden zum „Lösen" gibt. 2n der Stadt muß man ihn schon wohl oder übel in diesen Zwischenräumen hinausführen, bzw. die Treppen hinuntertragen. — Um den Hund nun an das zeitweise Zurückhalten seiner Bedürfnisse zu gewöhnen, führt man ihn ein paarmal in Versuchung und straft das Richtbestehen dieser Versuchung sehr empfindlich auf der Stelle durch einen wohlgezielten Hieb mit der Hundepeitsche. Dabei ruft man laut „Pfui!", führt oder trägt ihn hinaus und läßt ihn auf der Straße seine Bedürfnisse in aller Ruhe befriedigen. Hinterher muß der kleine Kerl Lob und Lohn ernten! Das ist die kürzeste und auch schmerzloseste Methode, einen Hund stubenrein zu bekommen. Hm den jungen Rüden das andauernde Stehenbleiben bei anderen Hunden, das Beschnüffeln, ferner das häßliche Benässen der Hausecken ab-- zugewöhnen, soll man sie bis etwa zu ihrem 7. Monate, wo sie geschlechtsreif werden, a n der Leine ausführen. Rur mit Hilfe der Leine und einer Hundepeitsche kann man ihnen die verschiedenen Straßenuntugenden so rechtzeitig abgewöhnen, daß sie gar nicht erst zur Entwicklung kommen. Runosünkprogramm. Sonntag, 15. Dezember. 7 Hhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 9 bis 10: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 10.30: Peter Flamm, Vorlesung aus eigenen Werken. 11: Erziehung und Bildung: ..Moderne Psychologie und moderne Pädagogik, Vortrag von Dr. Artur Kießling, Dozent an der Pädagogischen Akademie. 11.30: Erziehung und Bildung — Elternstunde: „Eine Mutter kommt in die Sprechstunde". Zwiegespräch zwischen Frau Olga Kitze und Rektor Wehrhan über den Rikolaus und Weihnachtsmann. 12: Konzert des Gesangvereins Sängerlust 1870 e. V. Frankfurt a. M.-Schwan- heim. _J3.10: Mikrophonreportage: Gang durch den Fritzlarer Dom mit Dechant Selz er. 13.30: Stunde der 2ugend: Aus dem deutschen Märchenborn: Tannenmärchen. 14.30: Stunde deS LandeS: 1. „Standardisierung zur Verbesserung unseres landwirtschastnchen Absatzes", Vortrag von Dr. Hugo Hornh, Wiesbaden. 2. ..Wie kann ich meinen Eichenschälwald wirtschaftlich aus- nuhen?", Vortrag von Staatsoberförster Stahen, Idstein. 15.30: Aus dem Dom in Fritzlar: Orgelkonzert, Einweihung der neuen Domorgel durch Denediktinerpater Anselm Maria-Laach. 16: Ton Stuttgart: Ködert des Rundfunkorchesters. 17: Aus der Stadthalle Heidelberg: Konzert des Bach-Vereins. 18: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Lagarde klagt, daß der deutschen Jugend der 2dealismuS fehlt", eine Betrachtung zur Gegenwart von Dr. Herbert Kranz, Frankfurt a. M. 18.30: Dücherstunde. 19: Sportnachrichten. 20: „Re^pte für Komödienschreiber". Zwiegespräch zwisHen Walter Benjamin und Wilhelm Spet)er. 20.30: Sechs Marienlieder für eine Singstimme mit Klavier von Max Kowalski, op. 12. 21: Konzert vom Petzlo-Schubert-Qgartett. 22: Lustige Lieder zur Laute, 2osef Gareis. 22.30: Konzert. 2330 bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 16. Dezember. 11 bis 12: Schallplattenkonzert. 12.15: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Ein rheinischer Weberjunge erzählt", 2m- provisation von Dr. Paul Laven. 16: Haus- srauen-Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein: „Was gibt es Gutes an den Feiertagen?" — „Selbstgemachtes Spielzeug", Vortrag von 2rma Dresdner. 16.15: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: „Was kann ich dazu beitragen, daß mein Weihnachts- Postpaket schnell und sicher den Empfänger erreicht?", Vortrag von Postdircktor Storch. 18.15 bis 18.30: „Vom Weihnachtseinkauf", Vortrag von Oswald Schleinitz vom Gewerkschaftsbund der Angestellten. 18.35 bis 19: Wilhelm Speier, Vorlesung aus eigenen Werken. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Aus dem großen Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: 5. Montagskonzert des Frankfurter Orchestervereins. 21.30: Von Stuttgart: Sll-Heil, Besuch der Heilbronner auf der Stuttgarter Hütte. 22.30: Tanzmusik. Dienstag, 17. Dezember. 11 bis 12: Schallplattenkonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Sinfonie-Konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der 2ugend. „Reues aus Sport und Spiel", Vortrag von Dr. Paul Laven. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Festpostpakete-Derkehr. Mit dem Mikrophon auf dem Postamt 9, Frankfurt a. M. 18.35: Von Stuttgart: „Deutsche B.ldungsarbeit in Polen", Vortrag von A. Karget. 19.05: „Das Steuerrcsormprogramm der deutschen Zndustrie- und Handelskammer", Vortrag von Dr. Köbner. 19.30: Don Stuttgart: Die Dergkönigin, Weihnachtsmärchen von Fr. Rodenstock, Musik von 2osel Haus. 20.45: Von Basel: Kammermusik des Budapester Streichquartetts. 21.45 bis 22.45: Von Kassel: Gesangskonzert. 23: Von Kasel: Hnter- haltungskonzert des Rundfunkorchesters. Mittwoch, 18. Dezember. 10.30: Schallplattenkonzert. 11.15: Schulfunk — Auslanddeutschtum: „Deutsche 2ugend in Kongreß-Polen". Vortrag von Ehefredakteur Adolf Karget, Lodz. 11.45 bis 12: Schallplattenkonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert. Unterhaltungskonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Zagend. „Des kleinen Dahnwarts Christabend und andere Geschichten", borg.tragen von Rektor K. Wehrhan (für Kinder vom 10. 2ahre ab). 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Don Mannheim: „Eheprobleme", Dortrag von Dr. Marianne Weber 18.35: Von Stuttgart: „Menschenfreunde Eng:nie Schwarzwald", Vortrag von Martin Lang. 19.05: Von Stuttgart: „Aus der Geschichte der Sklaverei", Vortrag von Dr. Rob. Pfaff-Giesberg. 19.30: Von Freiburg: Fahrendes Volk, Lustspiel von Franz Schmitt. 20.15: Deutscher Abend. Donnerstag, 19. Dezember. 11 bis 12: Schallplattenkonzert. 12.15: Schallplattenkonzert: Für unsere Kleinen. 15.15 bis 15.45: Stunde der 2ugend: „Englische Balladen von Fontane", vorgetragen von Rektor K. Wehrhan (für Kinder vom 12. 2ahre ab). 16 bis 17.45. Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18 bis 18.30. Gabentisch des Rundfunks III. 18.35 bis 19: Französischer Unterricht. 19.05: Funkhochschule: „Der Rervöse im Kreise seiner Familie", Vortrag von Stadtarzt Dr. Gerun. 19.30: Aus dem Opernhaus Frankfurt a. M.: Figaros Hochzeit. Opera buffa in vier Auszügen von W. A. Mozart, Dichtung von Lorenzo da Ponte. 22.30 bis 23.30: Klavierkonzert, Theophil Demetriescu. Jvcitag, 20. Dezember. 11 bis 12: Schallplattenkonzert. 12.15: Schallplattenkonzert: Alte WeihnachtZmusik. 15.15 bis 15.45: Stunde der 2ugend: „Das Lehrmädchen hn Verkauf", Vortrag von Berufsberaterin Steinhäuser, Arbeitsamt Frankfurt (für Kinder vom 12. Zähre ab). 16 bis 17.45: AuS dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert. 18: Briefkasten. 18.10 bis 18.30: Wo uns der Schuh drückt: „Sensalen". 18.35: Don Stuttgart: „Wie mißt man im Weltenraum Entfernungen?", Vortrag von Professor Beutel. 19.05: Don Stuttgart: Volkswirtschaftliche Reihe: „Die Tätigkeit und Bedeutung der Gewerkschasten in der Wirtschaft", Vortrag von H. Reichest. 19.30: Don Mannheim: Liederstunde. 20.15: Don 2Nannheim: Konzert der Bläservereinigung des Mannheimer Rational- theater-Orchesters. 21.15: Don Stuttgart: 2ürgen Eggebrecht liest aus Maurice de Vlaminck: „Gefahr voraus". 21.35: Konzert. 22.45: Unterhaltungskonzert. Samslag, 21. Dezember. 11 bis 12: Schallplattenkonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Aus alten Operetten! 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranze. 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Aus der St. Peters- kirche, Frankfurt a. M.: Konzert der Frankfurter Motette. 18.35: Spanischer Unterricht. 19.30: Don Stuttgart: Fr'h ich: Waningerst nde. Dichterkomponist Edmund Wan'.nger, Bad Därr- Heim, mit eigenen Dichtungen, sowie Liedern zu Klavier und Laute. 20.30: Hüben und drüben. 21.45: Musikalische Unterhaltung. Geschichten aus aller Welt. Die Zensur fördert den Fremdenverkehr. (r) Ain sterdam. Die holländischen Filmverleiher beschlossen vor kurzem, die Provinz Rord-Brabant nicht mehr mit Material zu beliefern, da die dortigen Behörden die Entschließungen der staatlichen Filmprüfstelle boykottieren und eine eigene Zensur eingeführt haben, die unbeschreiblich streng schaltet und durchschnittlich jeden zweiten Großfilm, der in allen anderen Teilen des Landes unangetastet laufen kann, aus nichtigen Gründen verbieten. Diese eigenmächtige Maßregelung der dortigen Kinos fördert den Fremdenverkehr nach Deutschland! Geschickte Unternehmer haben Autobussonderfahrten eingerichtet: bequeme Ausflugswagen befördern die Bevölkerung der in der Rähe der Grenze liegenden Ortschaften turnusweise nach den deutschen Grenzstädtchen, in deren Lichtspieltheatern alle verbotenen Filme für billiges Geld gezeigt werden. Da die holländische Valuta bekanntlich höher als die deutsche ist, kommt ein Kinobesuch in Deutschland dem holländischen Filmfreund selbst inllusive Autobus- fahrt kaum teurer als zu Hause, wo er oft nur langweilige Filme wissenschaftlicher Art sehen kann und kein einziges Liebesdrama mit nervenaufpeitschenden Konflikten. Der Magistrat von Kerkrade beantragte jetzt den sofortigen Abbau der provinzialen Rachzensur, um diesem Unfug ein Ende zu machen. Die deutschen Kinobesitzer nahe der Grenze brauchen aber deshalb vorerst keine Angst zu haben: bis in Holland eine bestehende Einrichtung abgeschafft wird, vergehen lange Zähre... Ku-Klux-Klan im Mondschein. (a) Reuhork. Vier junge Mädchen im Alter von 17 bis 20 Zähren in Princetown hatten irgendein berufliches Examen gut bestanden. So etwas muh bei Männern begossen und von Frauen in soliderer Manier gefeiert werden. Die vier fröhlichen, ob ihres Erfolges im siebenten Himmel schwebenden jungen Damen beschlossen also, mit einem Wagen in den schönen grünen Wald hinauszukutschieren, dort ein Picknick abzuhalten und anschließend daran auch noch eine der mit Recht so beliebten Mondscheinpartien zu machen. Die Fahrt in die schöne Ratur verlief pro- grammäßig und äußerst belustigend, ebenso das Picknick, dem die herrlichsten amerikanischen Konserven Gehalt gaben. Auch die Mondscheinpartie lieh sich köstlich an; bald jedoch wurden die vier Spaziergängerinnen müde, ließen sich in einer kleinen Lichtung nieder und faßten den Entschluß, zur Belebung des etwas mitgenommenen Inneren ein Gläschen Tee zu trinken. Die Spiritusmaschine wurde ausgestellt, und man machte sich auf die Suche nach Wasser, well ohne dieses Element beim besten Willen fein Tee herzustellen ist. Plötzlich standen die Damen im Dickicht einer unheimlichen Szene gegenüber. Dor einem Riesenkessel, aus dem oben ein feiner Rauch aufstieg, hantierten drei vermummte Männer, im Wechsel von Mondschein und Wolkenschatten gespenstisch aussehend. Natürlich stieß eine der Mondscheinwanderinnen einen kleinen Schreckensschrei aus, und sofort waren die Damen von den drei Spukgestalten umringt. „O Gott, der Ku-Klux-Klan!" wimmerte eine von ihnen und warf sich auf die Knie. „Ditte, bitte, nichts tun, wir wollen nichts verraten!" „Gut, es feil“ antwortete eine Männerstimme. „Ihr wißt, der Ku-Klux-Klan tötet die, die ihn ungebeten bei seinen heimlichen Kulthandlungen beobachten. Wir schenken euch das Leben unter der Bedingung, daß ihr uns helft und Wasser aus dem nahen Bache heranschleppt und außerdem versprecht, kein Sterbenswörtchen yon dem zu verraten, was ihr hier seht!" Die Mädels beschworen alles, was man von ihnen verlangte, und schleppten die ganze Rächt schwere Eimer Wasser aus dem Bache heran. Eine von ihnen jedoch muß über das nächtliche Geheimnis „unter dem Siegel der Verschwiegenheit" geplaudert haben, denn die ganze Geschichte kam der Polizei zu Ohren, die in einer der nächsten Rächte in dem Wald eine Razzia veranstaltete. Es gelang ihr auch, die „Ku-Klux-Klan"-Leute auf frischer Tat zu erwischen. Es waren natürlich — heimliche Schnapsbrenner. . Sie gaben ihr Treiben ohne weiteres zu. Zhr Anführer aber fühlte sich bewogen zu erklären, „trotz alledem" seien sie den vier Damen äußerst dankbar, denn dank ihrer unfreiwilligen aus- opfernden Mitarbeit hätten sie in jener Rächt für mindestens 100 Dollar mehr Schnaps Herstellen können. — — Die japanische Dreizehn. (O) Tokio. Die Furcht vor der Unglückszahl ist international, nur wird sie nicht überall durch die in Europa verpönte Dreizehn ausgedrückt. Zn 2a- pan hat sich der Aberglaube der Zahl 42 bemächtigt. Sie ist die TodeSzahl, und ein Japaner, der daS. Alter von 42 Zähren erreicht hat. macht im stillen fein Testament. Denn wie in Europa gibt auch in Asien niemand gern offen feinen Aberglauben zu. Aber im zwellmd- vierzigsten Lebensjahr ist ein Japaner im besonderen Maße drohenden Gefahren ausgesetzt, die bösen Geister gewinnen in diesem Alter eine große Macht über ihn, und vor Krankheiten, Unfällen, Brandschatzungen und sonstigem Unglück muß er sich in diesem Alter besonders vorsehen. Ein Tag, der für einen Japaner mit der Zahl 42 beginnt, sei es, daß er sie gleich am Morgen in seiner Zeitung lieft, daß sie ihm als Straßen- nummer zuerst ins Auge springt oder sich als Quersumme der Rümmer des Autos ergibt, das er morgens zuerst sieht, ein solcher Tag ist ein Unglückstag. Wohnt er in einem Hause Rr. 42. dann sucht er eine andere Wohnung zu bekommen, und ergibt seine Telephonnummer die Quersumme von 42, dann sucht er den Makler auf, um sich eine andere Rümmer zu kaufen. Denn die Japaner find in der Lage, sich ihre Telephonnummern auszusuchen, und eine ganze Gilde von Gewitzten hat sich Dutzende von Reserve-.,Glücks- nummern“ gekauft, die sie an Abergläubische für teures Geld Weiterverkäufen. Unbeliebt sind auch die (Hummern, die an den letzten beiden Stellen die Zahl 9 fuhren. Sie werden gewöhnlich — den Behörden, insbesondere der Polizei — zuge- schanzt._____________________________________ Sprechstunden ver Redaktion. 11.30 dis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.________________________________ Gewinaauszua 3. Moste 34 Pltubifcb-Eöbdevlsche (260. Preuh.) Klasten-Lonerie Ohne Gewähr Nachdruck »erboten Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 13. Dezember 1929 8n der heutigen Dormittagsllebung wurden Gewinne über 120 3)1. gezogen 2 »n 100000 M. 346899 6 »kw'nn« ra 2000 M 83616 138036 166826 4 »ttoinne tu 1000 07772 317580 am Morgen als Giraten- oder sich als vs ergibt, das •t Tag ist ein Hause Ar. 42, izu bekommen, )ie Quersumme r auf, M sich Denn die 3a. hre Teleckn« inze Gilde von eserve-.GlüllZ. *1 dem deut. W des Peters. Frank. 1 Unterricht uungerst nb?" r' Ad Dürr. 2 Adern zu und drüben. i'W'Aj s S 256101 « 289200 3MW «U90 359239 139467 35hi29 TELEFUNKEN 10 RM 41.50 Lautsprecher ARCOPHON 4Z RM 42.- Elektrische Koch- und Heizapparate Staubsauger Fön-Heizkissen Bügeleisen - Tauchsieder Beleuchtungskörper Taschenlampen ■ Kleinbeleuchtung Radioapparate Denn die üt SM offen un ztveiund. ’anct un de- en ausgesetzt, m Alter eine nkheiten, Un. ^Qt!: Ärgen ?muid: £ MS Der beste Fernempfänge., den Telefvnken bovtt TELEFUNKEN 9 Auf dem Weihnachtstisch erhält den Ehrenplatz die Rundfunkanlage von TELEFUNKEN VALVO -ROHREN Für jeden Zweck ein passender Rundfunk- i ApparatvonTELEFUNKEN» Flügel xim I. x i.Tatuäusern 8e: Blei.i, Groinan- Steinwen and andere. Bequemste Zahlung LichtenlteEn Heinrich REGER Nacht, Inhaber: Fr. Heinrich Müller Eisschrank- und Büfett -Fabrik Gegründet 1888 LICH - Oberh. Telephon 32 Dio Stadt- und Land-Empfänger mit Feinregien TELEFUNKEN 30" i end TELEFUNKEN 31® Rundfunkhaus Hans Kögel Seltersweg 50 (Eingang Wolkengasse) moA Tisch- und Divandecken In Plüsch und Gobelin in grober Auswahl zu bekannt billigen PreisenI Chr. Arnold Zu hören bei: Emst Challier Musik- Spezialgeschäft Giefeen Illlllllllllllllllllllllllllllllliu Gelegenheiten j a unserer Spezial-Abteilung :Ui resnielte, euer tadellos erh-itene Planes z. B. Jec s ein, teuer, Gro'r i-'-Ste’rwe etc. ;ud ettbolta put ftW) i t \t den btibtn RADIORÖHRENFABRIK G.M.B.H. HAMBURG > T E LE - EU N! > K E-N Anoden Batterie Zuverlässigem und unverjerrter Empfang © _ r; 1 s- •> BJ 3ederzeit Musik j durch I Radio oder Schallplatten \ 7 . mildem LORENZ' | K0MBINATI0NS- ■ GERÄT 1 vereinigt 3 Röhren-Netzempfänger. 1 Lautsprecheru. Sprechmaschine. Keine Batterien nötig t\ 1 ' /Sl.. Auch Sie ,.4 werden so urfeilen; Bas Fiübjahrsweiter im Dezember zwingt uns Unsere Schaufenster sagen alles! haben uns deshalb entschlossen 175 110116, jOgeOÖl. MÖHlßi 175 fesche, mod. Kleider Modehaus CarlNowachSeilersweg 85 Es sind Mäntel jugendlichen Geschmackes, aus englischartigen Stoffen oder Ottomane mit Pelz, oder Plüsch, ganz auf Futter Es sind Kleider aus Rips, CrSpe Caid, CrSpe Satin, Cröpe de Chine, Veloutine und DamervKleidem schnell zu räumen Hälfte des seitherigen ausgezeichneten Verkaufspreises abzugeben! XMX" BILDER 10054D Herrenzimmer Speisezimmer Schlafzimmer KUNSTHANDLUNG C.L.LEIB 1 Kirchstr. 2 Iw VdtfuHa Melkmaschinen Einfach und preiswert! Fünf Jahre Garantie! Grosse Zahlungserieichferung! RAMESOHI&SCHMIDTA*G OELDELWESTE Linoleum Teppiche/Läufer Vorlagen in großer Auswahl Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Plockstraße 14 9'11-ä I Willkommene Weihnachts-Geschenke Schöne Geschenk-Packungen in größter Auswahl Feine Seifen und Parfüms erster Firmen des In- und Auslandes Kölnisches Wasser 4711 und Gegenüber Süd- und Medizinalweine Liköre und Weinbrände aller führenden Firmen Schaumweine sämtlicher ersten Firmen Qualitätsweine aller Weinbaugebiete aus eigener Weingroßhandlung Medizinal 10169A Bestedce in allen Preislagen Stahlwaren in denkbar größter Auswahl A. Reinig Inhaber: W. Georg / Seltersweg 30 Fernsprecher 3360 Das Haus für Qualitätswaren! __1QT7ID Goldklang Lauten — Guitarren — Mandolinen die Ton - Instrumente Alleinverkauf für Groß Frankfurt Violinen Meisterbosen - feine Lederetuis Künstler-Saiten. Alle Musik-Instrumente Saxophone.Schlagzeuge.Trommein,Trom- peten, Klarinetten. Flöten, Tango Accor- deons. Ziehharmonikas, Notenpulte, sämtliche Taschen und Hüllen, Mundharmonikas in Riesen-Auswahl, Kinder- Instrumente, alle Bestand und Zubehörteile, Sprecbapparate, Schallplatten, Werke für Selbst-Ein bauer finden Sie nur in Frankfurts größtem und ältestem t Mnelkhaii* Albert Vogt Nachf Frankfurt am Hain Fahrgasse 128 — G egr. 1875 - Töngesgasse 4 (an der Constabler Wache) 98 wv Atelier für Neubau und Reparaturen. Moderne Beleuchtung Gefütterte la Seidenschirme: 406 7- 40<810- 45s 11.- 35*7“ l 50• 9.- 50- 13- 55- 15.- 40- L“ Gestelle zu nebenstehenden Formen 35 0...........Hk. 0.75 400...........Hk. 0.80 50 0...........Hk. 1.00 55 0...........Mk. 1.10 Sämtl. Zubehör zur Selbstanfertiguog! Beleuchtungshaus Abmann Bismarckstraße — Ecke Ludwigstraße oauoo Damast für Bettbezüge Kopfkissen, Paradekissen, Handtücher Bettücher,Tischtücher Ist ein behebendes und praktisches Weihnachtsgeschenk Damast 130 cm breit, Streifenmuster.......RM. 2.40,1.90, Damast 130 cm breit, Blumenmuster........RM. 2.95, 2.25, Damast 160 cm breit, la Qualität ......RM. 4.25, 3.25, 2.95, Halbleinen, Haustuch 150 cm breit......................RM. 3.25, 2.75, Hohlsaum-Bettücher la gute Qualität................................ Tischtücher 130/160, gute Qualität.............RM. 5 40, 4.25, 0.98 1.75 1.95 1.95 3.90 3.95 Auf Wunsch wird alles in Kartons geschenkfertig geliefert Etagengeschäft Sonneborn Aticenstraße Nr. 11 > >233D Sr.» schäft tret punkt zur Deutschland stücke diese horte Ford sparsam assentli Dolfsmirffd) Fünften. K eine Lerm 5 Prozen 800 Million gesichls der forderte bet kere her behrlich Irrigen St)1 sung sollten Zuschläc erheben. Ä flung be; desH 5ton Zndus ragE1 Lerli fommlung. ftrie begri auheani'"' Minister t- nreußil^11 6enerfll6'ri. ler, un bei W'n 1 erhob. Neichswl Hauer ga' große und enropallche' 6er kapital' und ihrem sormprogr« Werstam Kritik goto Beftrebunj im einzeln schast besse dielend spreche. der Noiwe der ernste form nicht ganzun Georg J Vortrag „2 daß das hei welche ihm Bellt mun öeutschlt Halle innerp sührung ges 2000 Mark ■ nder rurchfül Pie Jnduft sorge, muff' eine Werte Hetzen zu l die wirlsch fchälen, oh welche die lumme rn. 0r. Paul Referat „6t die Prioaln stische Wirts könne, wen' schast und i Dcrlac 26'Ne&ur Da nut deut A wich Ih, ^/ernd foe A.Kranku, ßdeui vecsuc »löleiben । Herr T S? ru'an fah V* langfata ^nnfL7 Brechen," h wenigstens Er war | k'nem Lod Endigte . Besorgt . estunde ! Ä« aus ? K -rtz 6$ ITä Ssy Pi® mit j' Die K.nzr bchei Dl-fe wen Ivie ^?nierk Ill lllj h “j |7'l I Samstag, 14. Dezember 1929 ihm die ja gar um b aS einmal zu G'sicht krieg, zerquetsch ich ganze Seel." „Du bist ungerecht, Stephan!" „Llngerecht? — So ein Depp geht nimmer um.“ -2s eh noch g'nug, wos eing'schlag'n hat. Wann's der Akab ein bisserl kräftiger macht, mit dem Hand-in-die-Höh'-reißen, nachher geht s in die Luft." „Man muh nie zuviel verlangen, lieber Würz. Ich bin dankbar für das, wie es jetzt ist." „Aber was G'scheits is das nie net, Herr Daran. Die gnädige Frau is heut nacht z' Haus kommen!" „Meine Frau?" Anstetten fühlte eine beklemmende Schwäche, welche ihn in die Kissen zurückdrückte. „3a — und die alte Exzellenz und der Herr Bernd. — Mit dem Flugzeug, hat mir der Friedrich g'sagt." Der Freiherr hielt die Lider geschlossen. „Meinetwegen zurückgekommen, Würz?" Ihm standen die dunklen Augen fragend offen. . sah Würz' stummes Bejahen und fühlte sich unfähig, weiter zu forschen, was diesen veranlaßte, selbst zu berichten: „Ausschau'n soll die Gnädige wie eine Leich'n. Rimmer zum Kennen. Lind der Herr Bernd zum Erbarmen elend, ganz am Zusammenbrechen. Eine volle Stund is die Gnädige vor seiner verriegelten Tür gelegen und hat bitt', daß er ihr verzech'n soll. — Ünb wies aufg'macht hab'n. — (Fortsetzung folgt! wurden, deren Verwirklichung aber nicht möglich gewesen sei. Schließlich sei man zur Gründung der H e k o g a gekommen, an der als Gründer beteiligt seien die Städte Darmstadt, Mainz, Worms und Gießen, die drei hessischen Provinzen und der Bolksstaat Hessen. Priv teS Kapital sei an der Hekoga nicht beteiligt, diese sei also eine reine kommunale Körperschaft, die durch Beschluß des hessischer! Gesamlministeriuw.s die Rechte einer öffentlichen Körperschaft erhalten habe. Die Anteile der Sy« koga verteilen sich wie folgt: die vier StäDte zusammen 49, die drei Provinzen zusammen 49, der Hessische Staat 2, so daß also der Staat stets den Ausschlag gibt. 3n der Frage der Gasfernversorgung sei man in Hessen ziemlich einhelliger Meinung geworden. Wichtig sei, daß den Städten durch die Gründung der Hekoga und ihre Beteiligung freie Hand in der Frage der Gasversorgung gelassen sei. Es flehe also j§der Sladl völlig frei, ob sie ihr Gas durch die hekoga ganz oder leilweise beziehen, oder es welkerhin im eigenen Gaswerk erzeugen wolle. Jede Stadt werde selber zu prüfen haben, wo sie wirtschaftlich besser wcgtomme, ob durch die Hekoga, oder ohne diese. Die ganze Angelegenheit sei für die Hekoga auch nicht etwa eine politische Frage, sondern es handele sich nur darum, wie das große Problem der ausgedehnteren und verbilligten Gasversorgung von Industrie und Haushaltungen zu einer gedeihlichen Lösung geführt werden könne. Der Redner besprach hierauf die Vertragsentwürfe mit der Rühr und der Saar, wobei sich natürlich das Schwergewicht der Besprechung den Hauptpunkten zuneigte. Rach diesen Vertragsentwürfen ist, um alle Möglichkeiten eines eventuellen Bedarfes innerhalb der vorgesehenen dreißigjährigen Dertragsdauer schon jetzt zu berücksichtigen, eine Höchstbezugsmenge von vorläufig 330 Millionen Kubikmeter Gas pro Jahr vorgesehen. Die Hekoga sei aber nach den Verträgen nur verpflichtet zur Abnahme von 50 Millionen Kubikmeter Gas im Jahre, wobei die Erzeugung des Mainzer Gaswerkes mit einbegriffen sei. Eine Verpflichtung hinsichtlich der Art des Gasbezuges bestehe für die Hekoga nicht; sie habe das Recht, von der Ruhr das Gas so zu beziehen, wie es in den Vvr- brauchsorten benötigt werde: wenn z. B. im Winter das Zehnfache oder noch mehr des Sommerkonsums benötigt werde, so muffe die Ruhr dies Quantum eben liefern. Die Hekoga fei dagegen verpflichtet, innerhalb des Hekogagebietes Behälterraum für 60 Prozent des GasbedarfeS ständig zur Verfügung zu stellen. Das fei die einzige Bedingung, die der Hekoga in der Frage der Gasabnahme auferlegt worden fei. Das Gas werde mit dem genügenden Druck von einer! Atmosphäre auch bis an die entferntesten Stellen geliefert werden: unter Umständen würden in die Städte Hochdruckleitungen hineingeführt werden, um den Bedarf besser als bisher befriedigen zu können. Der Redner erörterte hierauf, ohne natürlich jetzt abschließend urteilen zu können, die Frage des Gaspreises. Er ist überzeugt, daß es möglich sein wird, das Gas für die Industrie bei einer Mindestabnahme von 125 000 Kubikmeter im Jahre je Betrieb zu ungefähr 4,5 Pfennig je Kubikmeter liefern ßu können, und für das Heizgas einen Preis von etwa 6 Pfennig je Kubikmeter als Hekogapre'is vorzusehen. Dazu kämen natürlich auch die K o st e n für öie Gasverteilung durch d ie Städte, im Endergebnis aber könne an einer Anstetten biß die Zähne auseinander, ..... _ _ Zucken der Lippen zu verbeißen. „Ich sah Üjn hinter Oertzen stehen, sah, wie seine Augen warnten und sein Körper eine Bewegung nach rechts hinüber machte. Wenn er nicht Oerhens Hand hochgerissen hätte, würde mich dessen Kugel mitten ins Herz getroffen haben." Revolver wegnehmen und dafür 's Gewehr neben Ihnen hinleg'n, daß kein seliger Mensch auf den Einfall kommt, daß es sich um ein Duell gehandelt hat. — Aber daß so saudumm her- geht —“ Anstetten konnte das Lachen nicht unterdrücken. „Saudumm heißt du das?" „Is net vier anders, Herr Baron. — Der Kerr drüb'n is g'stand'n, wie ein Pick'!, nachdem 's bei Ihnen kracht hat ghabt. Und Sie sind umg'fall'n, wie ein Stück! Wild, wie's bei dem andern blitzt hat. Ich hab kein Rührer nimmer tun können. Händ und Füh find mir abg'wes'n. — Ich hab'n rüberspring'n seh'n und Ihnen ins G'ficht schaun und wie Üjn die Angst g schüttelt hat — und nachher seine Flucht talab. Ich hab nix tun können, als Ihnen das Hemd aufreißen und nach der Hütt'n rennen, daß ich ein Verbandszeug hol. — Wann ich den Akab noch Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Die Ferngasversorgung Hessens waren öie Ver gierig den hinströmte. Seite und zur Provinzen, bzw. Kreise, bzw. Städte, die Gasbezug von der Ruhr interessiert sind, prüfen, ob durch die Bernd empfand, daß er todmüde war. Hetzfahrt von Ostende nach Wien und die regung versetzte seinen Körper in eine Art mung, daß er schon nach einer Stunde die kaum mehr vorwärts zu setzen vermochte. an dem mit den sie sich Hekoga verdammte das einen fog ihn Verträgen beschäftigen und für die Ferngasversorgung entscheiden können. Von oben herab zitterte für Sekundendauer ein blaugelber Schein. Erst später folgte ein dumpfes Rollen, das im Geäst verebbte. Rächt ruhte auch über den Häuptern der Waldriesen und lieh kaum mehr einen Ton der Färbung erkennen. Die Auf- Läh- Füße und der Saar Gegenstand einer Pressebesprechung, die — wie am Mittwoch schon kurz berichtet — von dem Vorstand der Hekoga in das Stadthaus zu Darmstadt einberufen war. Eine große Anzahl Pressevertreter, darunter auch ein Mitglied der Redaktion des »Gießener Anz.", hatten sich zu der Sitzung eingefunden. Der H^oga-Vorsihende „Alles beim alten?" Ein Kopfschütteln. „Richt?" „Leider net, Herr Baron!" „Weiß einer?" „Einer? — Die halbe Welt! Das Frauenzimmer mit seinem Geschrei, zurückfallen. Anstettens Brust hob sich und würzigen Geruch ein, der über „Warst du unten im Dorf?" Würz bog das Gesicht etwas bejahte. Herabsetzung oder Beseitigung der Real- ft e u e r n bis auf eine Lohnsummenfteuer in begrenztem Umfange zu entlasten. Eine eigene kommunale Finanzwirtschaft unter ausschließlicher Verantwortung der Kommunen fei notwendig, weil die Beaufsichtigung durch die Länder versagt habe. nur von Angelegenheiten des privaten und des Familienlebens. Man könnte sich also z. B. denken, daß jemand die Tatsache bekannt ist, der Großvater oder irgend ein Verwandter früherer Generationen eines ehrenwerten Mannes habe ein Verbrechen begangen und sei dafür bestraft worden. Rach den bisherigen Bestimmungen würde die Verbreitung dieser Tatsache, wenn sie der Verbreiter als richtig nachzuweisen vermag, nicht strafbar gewesen sein. Künftighin würde, wenn dem Beleidigten der Rachweis gelingt, daß diese private Angelegenheit zum Zwecke seiner Herabsetzung in die Öffentlichkeit gezerrt wurde, als üble Rachrede bestraft werden können. Das bedeutet unstreitig eine wichtige Verschärfung des Ehren- schutzes. Reu ist ferner die Bestimmung, die umgekehrt gegen Beleidigungsklagen schützen soll, in Fällen, wo der vermeintliche Beleidiger aus bester Lieberzeugung und in Erfüllung einer beruflichen oder Rechtspflicht gehandelt hat. Denn während bisher die Wahrnehmung berechtigter Interessen nicht als vorliegend angesehen wurde, soll künftighin der Schuh auch auf Fälle der Wahrnehmung eines berechtigten öffentlichen Interesses in gewissen Fällen ausgedehnt werden. Dadurch wird einem alten Wunsche der Presse Rechnung getragen. Die Bestimmungen sind allerdings sehr detailliert und 'einschränkend gehalten, um auch den Beleidigten nicht zu benachteiligen: so wird z. B. gefordert, daß der Täter, um straffrei zu bleiben, oie Anwendung aller möglichen Sorgfalt nach- toeift, mit der er die unrichtige Behauptung auf ihre vermeintliche Richtigkeit nachgeprüft habe. Man sieht, daß auch auf diesem Gebiet das Streben nach einer Anpassung der gesetzlichen Bestimmungen an neue Rechtsauffassungen des Volkes und an Bedürfnisse des modernen Lebens obwaltet. Bürgermeister Rihert- Darmstadt gab in eingehendem Dortrage und durch Beantwortung von Fragen aus der Versammlung Aufklärung über den gegenwärtigen Stand der Fem- gasverforgungsfrage, insbesondere über die zur Entscheidung stehenden Verträge mit der Ruhr und der Saar. Er stützte sich bei feinen Darlegungen teils auf ein Exposö, das wir am Dienstag in feinen wesentlichsten Punkten bereits veröffentlicht haben, teils auf die Verträge selbst. Er besprach zunächst die Motive, die zur Gründung und zu dem energischen Vorgehen der Hekoga geführt haben. Es handle sich darum, das Gas immer mehr an die Stelle der jetzigen festen Brennstoffe (kohle und koks) zu fetzen, die neuzeitlichsten heiz- methoden anzuwenden und darauf hinzuwirken, daß der Gaspreis auf eine höhe herabgedrückt wird, der das Gas sowohl für die Raumheizung in den Haushaltungen, wie auch als Jnduffrte- heizstoff verwendbar mache. Wenn es gelinge, dieses Ziel neuzeitlicher Gaswirtschaft zu erreichen, werde eine außerordentliche Erleichterung für alle am Gas Beteiligten Faktoren eintreten. Für Hessen und die benachbarten Gebiete fei es ganz besonders wichtig, mit Hilfe des Gases Industrieförde, r u n g zu betreiben, damit die Rachteile, die aus der Lage Hessens fern von der Kohlenbasis erwachsen seien, möglichst gemindert würden. Der Redner besprach dann die früheren verschiedenen Projekte, die zur Lösung der Gasfrage bearbeitet Zudem wiederholte sich jetzt das Aufblihen von Minute zu Minute. Immer rascher folgten die Schläge hinterdrein. Er hörte das Rauschen, das durch die Bäume ging und verspürte die ersten Tropfen, die ihm Qen Scheitel netzten. Erst als er schon ganz durchnäßt war, hing er die Pelerine um. Er orientierte sich und glaubte sich zu erinnern, daß irgendwo in der Rähe eine Hütte war, die nur zur Zeit der Treibjagden benützt wurde. Sie stand sonst das ganze Jahr verschlossen und trug auf dem schindelgedeckten Dache einen Hauch von Moosüberzug. Mit raschen Schritten lief er den nadelbedeckten Steig entlang. Das Brausen und Orgeln der mächtigen Stämme horte sich an wie eine Fanfare zum Jüngsten Gericht. Dicht hinter ihm splitterte es. Ein Brandgeruch ließ ihn zurückschauen und bot ihm das Schauspiel einer vom Blitz getroffenen Fichte, die als leuchtende Fackel in das Schwarz des Himmels loderte. Er mußte sich in der Richtung geirrt haben. Wenigstens hatte er das Empfinden, er wäre zu weit nach rechts abgebogen. Das Wasser rann ihm vom Kopf nach den Schultern, den Rücken hinab zum Beinkleid, und gluckste aus den Schuhen. Schutz unter einem der Baumstämme zu suchen, war widersinnig. Die brennende Fichte stand als glutsprühender Warner vor ihm. Er spähte nach allen Seiten und gewahrte eine Menge übereinanbergetürmter Felsblöcke. Er schlüpfte ins Innere und streifte den Mantel ab. Cs war schwül in diesem Steinverlieh. Bis zur Erschöpfung müde, fiel er auf den Boden und empfand es als eine Wohltat, wenigstens die Füße strecken zu können. Es drang nur noch ein schwacher Hall des Tobens von draußen herein und lieh ihn schon nach Minuten einschlafen. Don den überhängenden Felsplatten tropfte es unaufhörlich herab ins Moos. Knarrend wiegten sich die Fichten im Sturm und streckten sich gegenseitig die Riesen- arme zu, als müßten sie aneinander Halt suchen bei diesem Wüten der Raturkräfte. Rach einer halben Stunde war deren Zorn besänftigt. Behutsam schüttelte der Westwind die Milliarden Tropfen von Wipfeln und Geäst, und fang dem Knaben, der in der Sicherheit des Waldes schlief, ein wundersames Wiegenlied. Rach jahrelangen Dorbereitungen ist die Frage der Ferngasversorgung Hessens und feiner benachbarten Gebiete nunmehr in das entscheidende Stadium getreten. Am Montag hat sich der Aufsichtsrat der Hekoga (Hessische kommunale Gasfernversorgung, mit den Vertragsentwürfen für den Gasbezug von der Ruhr und der Saar beschäftigt, er ist jedoch mit feinen Beratungen nicht zu Ende gekommen, die er am nächsten Montag mit der Beschlußfassung beenden will. Der Beschluß des Aufsichtsrates über die Vertragsentwürfe mit der Ruhrgas-A.-G. und der Ferngasgesellschaft „Saar G. m. b. H." wird am 27. Januar 1930 die Generalversammlung der Hekoga beschäftigen, die — soweit die Hekoga in Betracht kommt — abschließend entscheiden wird. Im Anschluß daran werden sich dann die Provinzialtage, Kreistage und Stadtratsversammlungen bet Am Dienstagnachmittag tragsentwürfe der Hekoga mit der Ruhr Stefan Würz lockerte den kräftigen Riegel des ungestrichenen Holzladens und lehnte üjn weit zurück. Durch das Heine Fenster kam der erfrischende Hauch der Rächt und erfüllte die niedere Stube mit harzigem, ozonreichem Duft. Von dem überspringenden Dach der Hütte sickerten die Tropfen und rannen wie eine gelöste Schnur von Perlen ins Moos. Die Kerze, welche auf dem Tische in der Rähe des Fensters stand, flackerte rötlich auf, und drohte im Windstoß, der hereingestrichen kam, zu erlöschen. Würz nahm sie hoch und hielt schützend die Finger der Linken dagegen. Auf den Zehenspitzen schritt er nach der Türe, welche in den anstoßenden Raum führte. Ein breites Lächeln ging über fein Gesicht, als er nach dem Manne sah, der in den Kissen aufgerichtet, den Blick nach ihm wandte. „Hat's Ihnen aufgeweckt, das Georg'l drauß'n, Herr Baron? — Schön hat's g’furrt! Teuf'! und noch amal. Und zündt hat's auch wo. Ganz in der Rah muß g'toefen sein. Das hat sich ang'schaut, wie eine Prozession. Der ganze Wald ein Schein. Soll ich net den Lad'n jetzt ein biß'l z'rucknehmen, damit das gute Lüfter! hereinkann?" „Glaubst du, daß niemand um die Wege ist?" „Jetzt?--Ra, g'wiß net, Herr Baron! — Bei dem Wetter kraxelt niemand zwischen die Holzbäum umeinander.“ Er setzte das Licht auf den Rachitisch mit der primitiven ungehobelten Platte, stieß das Fenster auf und ließ Öen Laden Oie künftige Ausgestaltung des Ehrenschuhes. Der Strafrechtsausschuh des Reichstages hat sich in den letzten Tagen ausgiebig mit den Fragen des Ehrenschutzes beschäftigt und ist dabei zu einer Auffassung gelangt, die im wesentlichen die bisherigen Bestimmungen über die strafrechtliche Behandlung von Beleidigungen beibehält. Aber es find doch wichtige neue Gedanken in dem Entwurf enthalten, die allgemeine Verbreitung verdienen. Zu den bisher bestehenden drei Formen der Ehrverletzung, nämlich der einfachen Beleidigung, der üblen Rachrede und der verleumderischen Beleidigung, kommt in § 321 eine neue Vorschrift, die den mit Strafe bedroht, der einem anderen in der Absicht, i h n zu schmähen, eine strafbare Handlung vorwirft. Wichtiger aber noch sind die neuen Bestimmungen über die Behandlung privater Angele genhei- t e n. Wer eine solche in beledigender Absicht in die Öffentlichkeit zerrt, wird sich nach Annahme des neuen Strafgesetzes auch dann strafbar machen, wenn der Inhalt seiner ehrenrührigen Behauptung erweisbar ist, sobald die Absicht feststeht, daß die Verbreitung solcher Privatangelegenheiten zum Zwecke der Schmähung erfolgt. Das güt natürlich Toten auf der Lichtung gesehen hat, ist schuld an der ganzen Geschichte." „Stefan, jetzt keine Llmschweife." Anstetten hatte sich wieder hoch aufgerichtet und lieh keinen Blick mehr von ihm. „Llmschweife? Ra, Herr Baron! Ist alles so schön ausgetüftlt g'wes'n. Wann's den Oertzen troff’n hätt', nachher hätt's ja eh nix zu fag’n g'fjabt. Dem hätt' net mehr g'hört, dem Ha- lunf'n. Lind, daß Ihnen treffen könnt, mit dem hab ich gar net g'rechnet g'habt. Aber wann — nachher hätt ich alles fo g'halt'n. wie Sie mir's auftrag’n Ham und wie ich's versproch'n hab, daß sein soll: Ein Iagdunglück vortäufch'n, den Nr. 295 fünftes Blatt Industrie und Finanzreforni. Tagung des Neichsverbandes der deutschen Industrie. Berlin, 12. Dez. (WB.) In der Mitgliederversammlung des Reichsoerbandes der deutschen Industrie begrüßte Geheimrat D u i s b e r g den Reichs- auhenminister Dr. C u r t i u s und Reichswirftchafts- minister Prof. Dr. Moldenhauer, ferner den preußischen Handelsminister Dr. Schreiber, den Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmiil- I c r, und den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, bei dessen Erwähnung sich ein Beifalls st urm erhob. Reichswirtschaftsminister Pros. Dr. Molden- Hauer gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß der große und ungeahnte Aufschwung der deutschen und europäischen Wirtschaft im vergangenen Jahrhundert der kapitalistischen Wirtschaft, der privaten Initiative und ihrem Gewinnstreben zu danken sei. Das Re- formprogramm der Regierung werde auf heftigen Widerstand stoßen; aber es dürfe nicht durch die Kritik getötet werden, so daß die in ihm enthaltenen Bestrebungen restlos ersticken. Das Programm möge im einzelnen Fehler haben; aber es fei für die Wirtschaft besser, wenn in diesem Programm wenigstens die Tendenz enthalten sei, die der Wirtschaft entspreche. Das gelte besonders für die Anerkennung der Notwendigkeit der K a p i t a l b i l d u n g. Es fei der ernste Wille der Reichsregierung, die große Reform nicht nur durch ein Sofort-Prögramm, sondern ganz und gar durchzuführen. Georg Müller- Oeringhausen wies in einem Vortrag „Wirtschaft und Sozialpolitik" darauf hin, daß das deutsche Volk gegenüber den Anforderungen, welche ihm durch die Annahme des Dawesplanes gestellt wurden, versagt habe. Die Entwicklung Deutschlands zum „Versorgungsstaat^ hätte innerpolitisch zu einer leichtsinnigen Geschäftsführung geführt. Bei einem Durchschnittslohn von 2000 Mark seien jährlich 3 Millionen arbei = ' n d e r Menschen lediglich für die Durchführung der Sozialpolitik tätig. Die Industrie bejahe den Gedanken gesunder Fürsorge, müsse es aber ablehnen, diesen Gedanken durch eine Verkehrung, wie sie sich heute zeige, zu Tode Hetzen zu lassen. Die Industrie als solche könne nur die wirtschaftlichen Faktoren möglichst rein heraus- schälen, ohne sich um die politischen Möglichkeiten, welche die klare wirtschaftliche Lösung behindern, zu kümmern. Dr. Paul Silverberg -Köln ging in feinem Referat „Steuer und Finanzpolitik" davon aus, daß die Privatwirtschaft, die individualistische, kapitalistische Wirtschaft nicht mit Erfolg betrieben werden könne, wenn der Staat eine kollektivistische Wirtschaft und insbesondere eine sozialistisch-kol- lcktioistischeSteuer-undFinanzwirt- schäft treibe. Der Poungplan werde der Ausgangspunkt zur Selbsttäuschung über die wirkliche Lage Deutschlands fein, wenn auf ihn gestützt, Etatkunststücke diese Lage verschleierten. Dr. Silverberg forderte Forderung der privaten Kapitalbildung durch sparsam st e Ausgabenwirtschaft der öffentlichen Hand, Steuerumlegung nach volkswirtschaftlichen und finanzpolitischen Gesichtspunkten. Für Reich, Länder, Kommunen usw. sei eine Verminderung der Ausgaben um 5 Prozent zu fordern, die eine Ersparnis von 800 Millionen Reichsmark im Jahre ausmacht. Angesichts der Ueberfpannung der direkten Steuern forderte der Vortragende sodann eine weit stärkere Heranziehung des Konsums entbehrlicher Genußmittel. An Stelle des bisherigen Systems der Einkommensteueranteilüberweisung sollten die Länder und Gemeinden begrenzte Zuschläge zurReichseinkommensteuer erheben. Die Landwirtschaft sei durch Ermäßigung der ©rund ft euer, das Gewerbe durch Das Erbe desHerrnvonAnstetten. Vornan von 3- Schneider-Foersil. Llrheber-Rechtsfchutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 26. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Herr Baron, wenn Sie durchaus noch einmal mit dem Rachforschen beginnen wollen, schließe ich mich Ihnen an.“ Bernd wehrte. „Betrachten Sie es bitte nicht als Kränkuirg. Aber ich wül es zuerst einmal allein versuchen." „Bleiben Sie wenigstens noch heute nacht bei uns, Herr Baron! Das Wetter hält nicht!“ Sie waren zusammen auf die Veranda getreten und Bogner sah besorgt nach dem Wolkenrand, der sich langsam über die Wipfel hochschraubte. „Es kann schon in der nächsten halben Stunde losbrechen," warnte er. „Darf ich Ihnen nicht wenigstens eine Pelerine geben?" Er war schon ins Haus getreten und kam mit einem Lodenkragen zurück, den er Bernd aus- händigte. Besorgt verfolgte er die schlanke Gestalt, bis das Dunkel der Bäume sie verschlang. Eine Viertelstunde später kam vom Schlosse herauf der telephonische Anruf, ob der junge Herr nicht in der Rähe des Forsthauses gesichtet worden sei. Er konnte es bejahen und betrachtete es als eine große Erleichterung, daß Bernd wahrscheinlich aus Vergeßlichkeit ihm nicht das Wort abgenommen hatte, über seinen Besuch zu schweigen. Das Gewölk hatte sich etwas über den Hochwald heraufgeschoben, verharrte aber noch immer ohne wesentliche Bewegung. Vielleicht verzog es sich, ohne überhaupt zum Ausbruch zu kommen. Es gab im ganzen Llmkreise keinen Weg und keine Ziehbahn, die Bernd unbekannt gewesen wäre. Er hätte den Wald auch blind durchqueren können. Der Ausspruch des Forstmeisters, daß der Vater noch gelebt und dessen Herz noch geschlagen habe, ließ ihn annehmen, daß er sich vielleicht doch noch aus eigener Kraft irgendwohin zu schleppen vermocht hatte. Alles andere war müßiges Spiel der Phantasie. Das gesunde Denken seiner siebzehn Jahre sträubte sich, irgendwelche übernatürlichen Dinge mit dareinzuflechten. Die Wipfel standen noch immer in matthellen Schein getaucht, während sich zwischen den Stämmen bereits das Dunkel der hereinbrechenden Rächt bemerkbar machte. Die Farne reckten sich wie Riesenhände und die panzerförmigen Blätter des Huflattichs drängten sich um das schmale Rinnsal, das sich der Quell gegraben hatte. y| 2.40, M. 2&2'25, M.3Ä2'75’ lCh.nkf"18" Munß iestelle zu »stehenden Formen ML 0.75 ...... ...ML 0.80 ...... „.MU* .....Mk.lAO Btl Zubehör jefclMftrUH1 Afimann ^stzaße Bettbezüge Missen,Wade' sen, Ha«*to »her,Tis** ansehnlichen Verbilligung des Gaspreises gegenüber dem heutigen Preisstand nicht gezweifelt werden. 3m Falle von Streiks, Aussperrungen. E i.schrän.un - sverfi'gun- gen hinsi^tlich des Gas- und Kohlenverbrauche^ usw. müsse die Ruhr den kommunalen Ga sbedarf decken, aber nicht den Industrie» bedarf. Die Bestimmung über den Preis, zu dem die Hekoga das Gas abgebe, sei allein ihr Vorbehalten,- fu sei nur verpflichte', darauf hin- zuwirlen. dah der Absatz weitmöglichst gesteigert werde. Aus dieser Verpflichtung leite sich Der Schluß her, den Gaspreis möglich st niedrig zu halten, damit dadurch der Konsum ausgedehnt werde. Der Redner besprach dann die verschiedenen Rebenverträge, die als Teile des gesamten Dertragswerkes Spezialfragen regeln, über die wir hier ohne Beeinträchtigung des sachlichen Referats für heute hinweggehen können. Am Schlüsse seiner Darlegungen besprach der Vortragende noch die sehr bedeutsame Koksfrage. Es fei natürlich, daß bei der eventuellen Stilllegung von Gaswerken in Hessen auch die hier anfallende Koksmenge geringer werde, ja womöglich ganz verschwinde. 3edoch bleibe das Mainzer Gaswerk weiter bestehen, so dah zunächst schon der dort anfallende Koks zur Verfügung stxhe. Cs sei nicht der geringste Anhaltspunkt dafür vorhanden, daß die Bevölkerung, so weit sie das Gas nicht zur Heizung benutze, gezwungen sei, künftig zum Be>ug von Zechenkoks überzugehen. Er behaupte, daß aller menschlichen Voraussicht nach der G a s k o k s in unserem Gebiet auch nach der Schaffung der Ferngasversorgung billiger werde, als er heute sei. Hinsichtlich des Zechenkokses sei das rhein-mainische Wirtschaflsgebiet Heu e chon stark bestritten, hinsichtlich des Gaskokses aber nicht. Das Recht zur Lieferung von Gaskoks stehe heute nach den Bestimmungen des Koksshndikats ausschließlich nur dem Gaswerk zu, das den betreffenden Bezirk mit Gas versorgt. Wenn nun in Zukunft kein selbständiges Werk zur Gaslieferung in dem Bezirk vorhanden sei, so falle auch die Bestimmung hinsichtlich der Gaskokslieferung fort, und dadurch werde die Heranführung von Gaskoks völlig frei. Der Ruhr sei ein alleiniges Recht zur Gaskoks- lleferung in das hekogagebiei nicht zugestanden worden. Die Ruhrgas-A.-G. habe sich aber verpflichtet, durch das Gaswerk in Mainz möglichst viel Gaskoks erzeugen zu lassen. Die Menge des in Mainz anfallenden Gaskokses werde so groß sein, daß allein von dort aus zwei Drittel des Gaskoksbedarfes in Hessen gedeckt würden. Die Ruhrgas- A.-G. bezweifle sehr, ob soviel Gaskoks im hiesigen Bezirk überhaupt abgeseht werden könne, zumat ja doch durch die ausgedehntere Verwendung des Gases zu Heizzwecken der Koks als fester Brennstoff zu einem großen Teil überflüssig werde. Jede Stadt werde künftig berechtigt sein, nach ihrem freien Ermessen Gaskoks auch von anderen Lieferanten zu Oberheffen. Kreis Friedberg. 0 Gambach, 12. Dez. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete am Samstagabend im Saale der Gastwirtschaft „Zum grünen Baum" ein Militärkonzert, das von dem Mu- fikkorps des 1. Batl. 15. 3nf.-Rgts. in Gießen unter Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r ausgeführt wurde. Die Zuhörer, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten, waren von den Leistungen der Kapelle und mehreren Solls in hohem Maße befriedigt und gaben ihrem Danke für die Kapelle immer wieder durch lebhaften Beifall Ausdruck. Der Vorsitzende des Kriegervereins, Beigeordneter Doller, sprach der Kapelle am Schlüsse des Konzerts den herzlichsten Dank des Vereins für den vortrefflichen musikalischen Genuß aus. Der Redner gedachte dabei auch des 80. Geburtstages des Generalfeldmarschalls von Macken- s e n und brachte schließlich ein Hoch auf unser Deutsches Vaterland aus, dem die Besucher bebeziehen und innerhalb ihres Gebietes abzusehen Durch ihr Einverständnis mit dieser Bestimmung habe sich die Ruhr eines Monopols in der Gaskokslieferung begeben. Hierdurch werde also die Versorgung unseres Marktes mit Gaskoks vollständig sei, und bei der Entwickelung auf dem Gaskoksmarkt würden sich die Verhältnisse in Zukunft sicherlich viel günstiger gestalten als heute. Auf Grund seiner Darlegungen kam der Vortragende zu dem Ergebnis, daß es sich bei der Ferngasversorgungsfrage um eine hochbedeutsame Angelegenheit von weittragen- den wirtschaftlichen Auswirkungen handele, die von den Städten, Provinzen und Kreisen bei ihren demnächstigen Entscheidungen mit Großzügigkeit und Weitblick behandelt werden müsse. Gießener Randbemerkungen. Rach dem vom Hekogavorstand verbreiteten Exvose über die Vertragsentwürfe mit der Ruhr und der Saar und nach den in der Pressebesprechung vom Hekogavorsihenden gegebenen Aufklärungen wird die Gasversorgung von der Ruhr bzw. Saar durch die Hekoga eine Reihe von Vorteilen bieten. Es ist aber nicht zu übersehen, daß auf der anderen Seite auch noch mehrere Bedenken fortbestehen, die bisher noch nicht zur Genüge widerlegt wor» Den sind. Für Gießen und Oberhessen wird es bedeutsam sein, daß — nach den Erklärungen des Hekogavorsihenden auf eine Anfrage unseres Redaktionsmitgliedes — die Absicht besteht, Gießen durch unmittelbarenAn- schluß an die Hauptleitung von der Ruhr über Siegen mit Gas zu versorgen und daß ferner mit dem Bau der Rohrleitung fofort nach dem Abschluß der Verträge begonnen werden soll. Auch für die Städte Butzbach, Dad-Rauheim und Friedberg wäre die unmittelbare Versorgung aus derHaupt- Iei hing gegeben, da die Leitung diese Städte berühren und erst unterhalb von Friedberg in Der Richtung nach dem Main herübergeführt werden soll. Für Gießen und die anderen zunächst in Betracht kommenden oberhessischen Städte muß erst noch geprüft werden, ob die Vorteile durch den Gasbezug von der Ruhr so erheblich sind, daß der Verzicht auf die selbständige Gasversorgung das Beste wäre. Träfe das zu, so würden wir in Gießen auf verhältnismäßig gute Weise die Sorgen um die künftige Gasversorgung, d. h. um die Errichtung eines neuen Gaswerkes losgeworden sein. Einstweilen wird man jedoch mit dem Urteil noch zurückhalten müssen, bis der Wortlaut der Verträge vorliegt, da man natürlich nur an Hand aller Einzelheiten dieser Verträge sich ein klares und einigermaßen sicheres Bild von der voraussichtlichen Gestaltung der Dinge machen kann. Der am 1. 3anuar antretende Stadtrat wird sich sicherlich schon bald mit den Verträgen der Hekoga zu befassen haben, ebenso werden die künftigen Kreistage von Gießen und Friedberg diesem Problem sofort ihre Aufmerksamkeit schenken müssen. geistert zustimmten und anschließend das Deutschlandlied langen. Vor dem Konzert veranstaltete der Kriegerverein am Kriegerdenkmal eine Gedenkfeier für die im Weltkriege gefallenen Gambachcr Kameraden. Nachdem die Militärkapelle das Lied „Harre meine Seele" gespielt hatte, legte der Vorsitzende Boller im Auftrage des Kriegervereins einen Kranz am Denkmal nieder. Zum Abschluß der Feier spielte die Kapelle die Weise „Ich halt' einen Kameraden". , Kreis Büdingen. V Hirzenhain, 12. Dez. Sin schwerer U n g l ü ck s f a l l ereignete sich heute nachmittag gegen VzS Uhr in den hiesigen Eisenwerken. Durch den starken Sturm wurde ein großer, eiserner Fensterflügel eines Entlüftungsschachtes losgerissen, der aus acht Meter Höhe hinab st ürzte und dem Arbeiter Friedr. Haas aus Gedern auf den Kopf fiel. Der sofort herbeigeeilte Arzt stellte einen schweren Schädelbruch fest. In bewußtlosem Zustand wurde der Bedauernswerte in die Klinik nach Gießen gebracht. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Haas gilt als braver, fleißiger Arbeiter, hat Frau und zwei kleine Kinder und ist Kriegsbeschädigter. Ein weiterer Arbeiter aus Gelnhaar, namens Vogel, der in der Rähe des Verunglückten stand, kam mit Hautabschürfungen am Rücken davon. Auch er ist Kriegsbeschädigter. -j-Ortenberg,13. Dez. Der hiesige Schützen- verein hielt am Sonntag fein diesjähriges Schlußschießen, verbunden mit Gänseschießen, ab. Es wurden insgesamt 21 Gänse geschossen, wobei folgende Schützen die ersten Preise bzw. die besten Gänse erhielten: 1. Weckesser, Hä)., 2. Zubrod, 3. Hofmann, 4. Stock, 5. Meister, 6. Dillemuth, Wilh. Im Anschluß hieran wurden noch einige gestiftete Ehrenscheiben ausgeschossen, welche erhielten: auf Freihand Lipp, aufgelegt 1. Stock, 2. Weckesser, 3. Naab, Walter. Nach dem Schießen marschierten die Schützen gemeinsam in das Vereinslokal, wo die Preisverteilung vorgenommen wurde. Kreis Schotten. C Lardenbach, 12. Dez. Die elektrische Kirchenheizung wurde am Sonntag hier zum erstenmal voll in Betrieb genommen und hat sich gut bewährt. Es handest sich nicht, wie früher irrtümlich berichtet wurde, um Raumheizung, sondern um Heizung durch lange Heizkörper, die in jeder Bank unter den Fußbrettern angebracht wurden. Da- durch dürfte die Gewähr dafür gegeben sein, daß auch an sehr falten Sonntagen niemand zu frieren braucht. — Dieser Tage fand im hiesigen Schulsaal ein Familienabend statt, der von den S ch ü • lern veranstaltet wurde. Am Anfang des Abends stand ein Vortrag mit Lichtbildern über das deutsche Bauernhaus. Die verschiedenen Stämme des deutschen Volkes haben sich ihren eigenen Typ des Bauernhauses geschaffen. Doch kann man deutlich vier Hauptarten unterscheiden: den niedersächsischen, den friesischen, den alemannisch-fränkischen Und den bayrisch-rätischen Typus. Dazu gesellt sich im äußersten Westen des deutschen Sprachgebietes das lothringisch-französische Haus, im äußersten Osten das ostgermanisch-slawische. Der Vortrag wurde durch gute Lichtbilder erläutert und von der zahlreichen Zuhörerschaft mit großem Interesse verfolgt. Im zweiten Teil des Abends schlossen sich Lieder, Gedichte und Sprechchöre an, die von schön vor- getragenen Liedern des Mundharmonika- Orchesters umrahmt wurden. Alles in allem dürfte der Abend den Eltern einen Einblick gegeben haben in die Art, wie die „Neue Schule" neue Wege sucht, weiterzuarbeiten an unserem teuersten Gut, den Kindern. Kreis Alsfeld. ch Nieder-Gemünden, 12. Dez. Der hiesige Gesangverein beschloß in seiner jüngsten Mitgliederversammlung die Anschaffung einer Vereinsfahne, mit deren Anfertigung eine Thüringer Fahnenfabrik beauftragt wurde. Das Fahnentuch wird auf der einen Seite ein sinnreiches Motiv, den Barden mit der Harfe, zeigen. Als umrahmenden Spruch wurden die Worte gewählt: „Dem Wahren, Guten, Schönen soll unser Lied ertönen!" Die Einladungen zu dem nächstjährigen Sängerfest sind bereits verschickt worden. Der Ohm-Lumdatal-Sängerbund, dem unser Gesangverein angehört, wird sich an der Fahnenweihe zahlreich beteiligen, ebenso werden eine Anzahl weiterer Gastvereine zugegen sein. \ Rieder-Ohmen, 13. Dez. Der Geflügel- und Dogelzu ch t vere in für Rieder-Ohmen u. Umgebung beteiligte sich erstmalig an einer Provinzial-Geflügelfchau, die dieses Jahr in Schotten stattfand. Es erhielten folgende Mitglieder Preise: Kurl Fißler auf Zuchtstamm 1.3 Italiener gelb, sehr gut, ein Ehrenpreis; auf Zucht stamm Zwergwhan- dotten weih, gut, Klassenpreis 2; 1,0 Italiener gelb, gut. Otto Hartmann auf 1,3 desgl., gut, Klassenpreis 2; 1,0 desgl., gut. Adam Maus, Zuchtstamm 1,3 Rheinländer schwarz, sehr gut, Klassen-Ehrenpreis 1; Zuchtstamm 1,4 desgl., gut, Klafsenpr. 2. Otto Reichel Zuchtstamm 1,3 desgl., gut., Klassenpr. 2; 1,0 desgl. gut, Ludwig Kraus 1,0 Italiener schwarz, sehr gut, ein Ehrenpreis; desgl. 0,1 gut. Otto Kreicker desgl. 1,0 gut; 0,1 gut. Heinr. Alexander desgl. 1,0, gut, 0,1, gut. Werner Ziegenhein auf Brieftauben blau, befriedigend. ES mutz lobend anetfamtf werden, dah der junge Verein trotz der starken Konkurrenz so günstige Resultate erzielt hat. Handball im (San Hessen (O T.) Auf die gestrige Vorschau über ein Entscheidungsspiel Großen-Buseck — Wetzlar um die Gruppenmeisterschaft wird uns von der Großen-Busecker Vereinsleitung mitgeteilt, daß dort nichts von dem Austrag des genannten Spiels bekannt ist. Zudem käme solch ein Spiel gar nicht in Frage, da Großen- Buseck nach Verlauf der Runde zwei Punkte hinter Wetzlar steht. Aus dem Amisverkündigungsblali. • Das Amtsverkündigungsblatt R r. 91 vom 13. Dezember enthalt: Die Wahl der Kreistagsmitglieder. — Wahl der Mitglieder des Kreis-Ausschusses. — Fehlbetrag bei der Kreiskasse Gießen. — Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft in dec Gemarlung Op.. en- rod. — Den Verkehr mit Feuerwerkskörpern. — Vergütung für nebenamtlichen Fortbildungä- schulunterricht. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 15. Dezember. 3. Advent. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr; 5: Pfarrer Aecker; Beichte und hl. Abendmahl für die Markusgemeinde. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Lic. Waas; Beichte und hl. Abendmahl für die Petrusgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 5: Pfarrer Aus- feit); Beichte und hl. Abendmahl für die Johannes- gemeinde; 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal; Pfarrer Müller. — Kapelle des Alten Friedyofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche. — Elisabeth- Kleinkinderschule. 11.30: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfarrer Lic. aßaas. — Reue Aula. 11.15t Unioersitätsgottesdienst; Predigt: Professor D. Bornkamm. — Klein-Linden. 11: Kindergottesdienst; 1.30: Hauptgottesdienst. — wieselt. 9.45; 11: Kinderkirche. Alten-Buseck. 10; 6. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 1.30: Saubringen. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; hl. Abendmahl; 1: Garbenteich. — Dahenborn- 5feinberg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 2: Gottesdienst und hl. Abendmahl im Spital. — Rieder-Bessingen. 10: Lehrer Hinkel. Dienstag, den 17. Dezember. Kirchberg. Abends 8.30 Uhr: Bibelstunde in Lollar. Mittwoch, den 18. Dezember. Kapelle des Allen Friedhofs. Abends 8 Uhr: Einweihung der Orgel. katholische Gemeinden. Samstag, den 14. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 15. Dezember. 3. Adventsonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und sakrarnentalische Bruderschaftsandacht. — Grün- berg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Ridda. Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. SonntaaSdie'istv.RerNku. ttvotb-'ken am 15 1 29 Dr. Meyerhofs. Dr. Sietnretck Hirsch-Apoi. Iabnarzt: br. Kockerbeck. 1 ) Ludwigs? Brunnen 4>roß«Karben A A A Bewährt bei Gicht, Dla- si WW betes, Grieß-, Stein-. Nieren- und Blasenleiden, bei Grippe und Katarrhen nebst deren Rr Xlr Qr Folgen, bei Sodbrennen und F f f Magensäure. Niederlage t Jean Weisel, Gießen, Sonnen- Straße 6, Telephon Nr. 3888. iOZJOV hon jetzt kaufen Sie unsere guten Qualitäten Die niedrigen Weihnachtspreise U unserer Pelz-Abteilung || sind Stadtgespräch! 11 Mäntel mit Pelz Mäntel ohne Pelz Seidene Kleider Wollene Kleider zu erstaunlich niedrigen Preisen! Wir kauften von ersten Firmen der Branche Lagerposten weit unter regulärem Preis und haben einen großen Teil unserer Läger diesen niedrigen Preisen ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Erstehungspreis angepaßt. Wir geben Ihnen schon jetzt eine außerordentlich günstige Anschaffungsmöglichkeit guter Mäntel und Kleider ZEIL 109 Sonntag von 2-6 Uhr geöffnet FRANKFURT A. M. Grotte Auswahl Billige Preise 1007 9A Schlafzimmer, Wohn- und Speisezimmer, Herrenzimmer,Küchen,Eisenbetten Siedlungs-Typenmöbel Lindenplatz 1 Sonntag von 2-6 Uhr geöffnet r Passendste Weihnachtsgeschenke Rauchtischen, Clubsessel Teetische etc. Bequemste wöchentliche oder monatliche Teilzahlung Hausrat - k G. m. b. H. jA :v«4- u»,nt rannen illtäten ibtleiamto \ 2) fcvtWj'Hwl. ■ >xbt(L l> en rt bei Gicht Dia« rleß-, Stein-. Nieren- enlelden. bei Griypa arrhen nebst deren )e| Sodbrennen und ,ure. Gießt* M jwnM iie. Wvmstonntag. Refie; Kommunion , 9: hochmt mit L730: (Ebri|tenlehre sondacht - Grün- - Hungen. 8: Hoch- 0: Messe mit Ärc jtebigt. - NMo. i. 11130: fjofynit ^"Ngsblch *Wt h^» *(6.t) um nld)tcnn W ekannt 1 PunkleT 2. owV die ?'Qrter für die *|utta Ms. r-5- Vfuner Sur. !ur die Oojiannes, Qoianneslüfli; ««en Eiisadch. je für bie Petrus- J«« Kula. 11.151 Nefiot V.Lorn. ■rgottesbienlt; 1.30: 5; 11: Kmderlirche, T9- 10: Kirchbergj romleich. 10: hau. -ch> - Daheubom. i; H: Kinderkirche. m; 12.45: Kinder, i hl. Abendmahl im Lehrer Hinkel zember. ibelskunde In Mm; Mber. fbends 8 Uhr: Hin. Praktisch denken, sich Gabardmmäntel" 47.00 57.00 Mk. 37.00 Lodenmäntel Gummimäntel AN/flfiF lür grob und klein in KJ C# ganz enormer Auswahl 36.00 18.00 39.00 14.75 57.00 39.00 96.00 78.00 57.00 42.00 48.00 29.00 46.00 24.00 Lumberjaks, Sporthosen Knickerbocker, Pullover, Lederjacken Meine Hauptpreislagen zeigen den hohen Stand meines Fer- tigtabrlkats. Es sind die Ulster zu Mk. 67.00 77.00 87.00 97.00 Meine billigen Ulster sind sprechende Beweise tür meine grobe Leistungsfähigkeit. Sie kosten Meine „Luxus“-Ulster sind die besten "und schönsten die überhaupt geführt werden. Sie kosten Mk. 107.00 127.00 142.00 Winterpaletots Mk 95 00 78 00 selbst Kleidung schenken ? Wie wär’s ? ? wenn Sie sich diesmal zu Weihnachten statt netten Kleinigkeiten, etwas ordentliches auf den Gabentisch legten? Sie könnten doch einen neuen Mantel gebrauchen, oder fehlt Ihnen der Anzug? Beleuchtungskörper Um Platz zu schaffen, habe ich einen Teil meines Lagers z.T. über praktische Weihnächte- 50 /oherabgesetzt Passende WEIHNACHTS Geschenke Ich bitte um zwanglose Besichtigung Ing. H. Brinkmann GESCHENKE! TEPPICHE Orient-Teppiche G! ESSEN* MAUößURG ICT 1001IA 9718A Klein & Stiefel 58D Verbinder Läuferstoffe Kokoswaren 240 Stück 300 Stück 300 Stück 504 Stück Alle Arten Strick-Bekleidung Damenwäsche Handschuhe Taschentücher Strümpfe Trikot-Unterkleider Trikotschlüpfer Schürzen Felle Decken Vorlagen Maschinenfabrik, Fulda Unsere Maschinen NM. 13.- NM. lb- RM. 18.- NM. 18.- machen Sie leistungsfähig Fragen Sie bei Bedarf bei uns an lose ver Sentuct 16—22 Mk. Italienische Zitronen 300 Stück ca. 80-Biund-Ktste 13-16 Mk. 'Almeria-Weintrauben [10257V Steige ca. 20 Pfund 10.— Mk. Vertreter gesucht! Chauffeur und Lieferanto wird gestellt. Wilhelm Gswbevg Frürbte-Pertrieb Wetzlar Fernsprecher 2**4. Drogerie Wertes Kreuzplatz 10, Sonderabteilung Alice-Gchule. Am 13. Januar 1930 beginnt wieder ein vierteljährlicher Koch-Kursus und Bügel-Kursus♦ 1J237L Anmeldungen werden angenommen: Alice-Schule / Sieinstraße 10 von 12-1 u. 14-15 Uhr außer Samstag A Metall- K3 am Stahl* Z Holz- eenen matratsen [— Kinderbetten J’obter.Sch la fzrmmcr.Chaleelonftuee IM an private, Ratenzabhioß Katalog 225 tret. ÄSV Eieenmöbelfabrik Suhl (Tlilrli|H)t Bahnhofstraße 56 10068A Neuen Bäue 17 MODERNE KISSEN sowie Dekorationsstoffe zur Selbstanfertigung Reste weit unter Preis Teppichhaus Hochstätter Mei« 28er, 27er und 26er Ausschankweine, hervorragend mit Blume, ver Glas 30, 40 und 50 Ps., ulaichenweine über die Straffe 0.90, 1.—, 1.20, 1.40, 1.60 und böber. 101600 Weinstube Aaafs Säuschen Walltorttraffe 34, Telephon 3520. Das Iiln-IMMM Mzeill.li«siÄpliete Frankfurt a. M., Goethestraße 29/1 nimmt noch Schülerinnen an. Kursusbeginn Anfang Januar. Ausbildung erfolgt durch bekannte Spezialistin für moderne Kosmetik. Näheres Prospekt. IU225V ____ ^FMMertailfeM Ein Posten neue 10013A Santen- iiod Backlischäolel zu jedem annehmbar. Preis zu verkaufen L Rasenzweig, Gleiten Selterswec 58, Eingang Ecke Volkabaä. Fvlavieee neue und gebrauchte empfiehlt zu günstigen Zahlungsbedingungen Georg Ebert, Klaviermacher plockstraße 11 >4790 SPffliMe WWes in Kisten von je über 100 Pfund i||iSpeprholz aa m Eiche. Gadoon u. Kiefer 6-Amn» d ° Bretter und Dielen aller Stärken, = schwedische und bayerische Hobel- 2»* e'S breiter. Svalierlaiten, Eichen- u. *S5ea Buchen-Schnittwaren lieletn in ao®Q allen Stärken I^D |i Gagen Bün & Go., GleW 5£oS Televbon 3949. Latten In allen Sllrken prompt 11e!erbar OTTO TÄUBER! GIESSEN Seltersweg 70 Tragen Sie " im Haushalt, bei der \ Wäsche, bei der Küchenarbeit eine Gammistlifine und Sie werden sehr befriedigt sein Billigste und größte X Auswahl Juwelensdimudc Gold- und Silberwaren Tafelbestecke 101710 Carl Brück, tiießen K VatterienMU für Taschenlampen In her- vorragender Qualität MM/ K 45 Pf. HM Unsere Standardmarke: Alleinvertrieb: 9422A Seyd 4-Sohn, Seltersweg 12 schlaggebend 10170A Doppelt billig denn was Ich verkaufe, ist nicht nur türs Auge, sondern auch die Inneren Werte sind aus- BapRaMt Gieren / Marktstrabe 22 ßapRa^ti Eigene feine Mabschneiderei / Stofflager | Etwas Besonderes! Im Einkauf dem größten Warenhaus- Konzern Europas angeschlossen. Wir kauften gemeinsam mit unseren Anschlußkunden gegen sofortige Kasse viele Tausende Mäntel und Kleider för einen Bruchteil des regulären Wertes. Wir verkaufen diese hochwertigen Kleider und Mäntel gegen sofortige Kasse ab Sonntag, den 15. d. M., anläßlich des Weihnachtsfestes unglaublich billig. Wir nennen keine Preise, denn wir bringen keine billige Ware, sondern die beste Ware zu billigsten Preisen. CS Kaufhaus I 8 I M Gießen, Seltersweg 28 Qualitäts-Möbel in großer Auswahl Klein-Möbel für dasWeih nachtsfest Polster-Möbel aus eigener Werkstätte Reelle Bedienung Solide Preise LangfristigeTellzahlung Bei Barzahlung 107. Rabatt Wal Ito r- fTDM GT RAI I Fernruf straße37 L— I \ I M I I V M VJ Nr. 2208 IU240Ü 10150A M.G.Grode St?aßeU19er Zu Weihnachten wieder meine beliebten billigen Strumpftagre Ungeahnte Auswahl Nur Qualitätsware zu reduzierten Preisen Bei Einkauf von 3 PaarStrümpfen oderSocken ”10 /o Extra-Rabatt Meisterprüfungen 1930 Der Gewerbeverein Gi eben hält für die Meisterprüfungen 1930 einen Vorbereitungskursus an Sonntagen und Mittwochabends im Saale Kirchstraße 16 ab. Beginn Sonntag, 12. Ian., 9 Uhr, und Mittwoch, 15. Jan., 6 Uhr abends. Anmeldungen werden in unserem Büro, Kirchstraße 16, werktags von 4—6 Uhr, entgegengenommen, wo auch weitere Auskunft erteilt wird. 10226D \ 'M AUEINV6R.KAUM IJ065A „.und nun noch schnell für Frauchen ein paar schicke SALAMANDER Schuhe Schuhhaus Wolff, Gießen 4 Seltersweg 4 Praktische Weihnachts- Geschenke für unser Auto Buschhorn 4,6 n.l2V., Sucher Scheinwerfer Sioiiniamnen Rithlanos- Anzeiger Signalringe Scheibenwischer BosHanlahhell Armaturen- Bretilampe Zflndherzen Anlolamnen Dalli-Anio- heizong Anlohatlerien Moionai- Batlerien ns», durch den billigen Wei hn a chta ver k auf lohnt sich der Weg z. Spezialgeschäft E.Althoff Walltoreiraße, Eeka Braunasse. Tel. 2634 w Torfsireu Torfmull auch für Großabnehmer bidigite Be- Augsquelle. 102750 H.Sauer&Eo. Telephon 2274. ScMnchinen von 20 RM. an auch in Raten. 9836O AEGSchreibmasihineD Gießen SelterNwcs 89 Rat 4291 Reparatur Werkstatt fflr Schreibmaschinen aller Systeme Wegen Räumung unseres Ladens, Kreuzplatz 1, geben wir auf sämtliche —10 prozent Bar.Rabatt! Hildebrandt " Sä WJ HekSle'" unööMt den Äundl len li-jed. fithe Dede bann die i den Ran; Besetzung bänder Lv lich befai ihre 2er neueren ( vor kurze technischen Tier C kurzen ® zeichnen: Schlveiie frei, sie lung sehr gen. und wohnliches Weg-n i nen größei werden, w< ober beide versuche v Z-Meter-D nur einigen braucht ett über 100 geringen 1 dach aus, Hebel uni Wellen tt bei Well dagegen t fer, Serge wenn sie wie die 2 tritt eine r die Erfors verdiente f hat. Die Tat" Störungen daß die Lu störungen Etrastenbal Echwingun gung fo Schwund« seinen @r nach den l ben gerat), an'djeinenb jedoch noch nung der 5 richteten 1 Energie 1 Heavisidesc auch Schw den, wie und den m Eine bei Dellen ist Meter-Del lionen Sch, len als Tri ordentlich j hinauf zu Steinaum Dellen bei la mit fo । rechnen h< Nr. 295 Sechstes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 14. Dezember 1929 Neues über ultrakurze Wellen. Don Wilhelm Buchmann. Die ultrakurzen Wellen, das heißt solche von etwa sieben bis herab zu einem halben Meter Länge, sind nicht etwa ein Kind unserer Tage. Mit ihnen hat vor über drei Jahrzehnten Heinr. Hertz seine aufsehenerregenden Versuche gemacht und damit die Wellentelegraphie begründet und den Rundfunk vorbereitet. Dis vor kurzem hatten sie jedoch mehr wissenschaftliche und geschichtliche Bedeutung, da ihnen zunächst die langen, dann die mittleren und zuletzt die kurzen Wellen den Rang abgelaufen hatten. Die zunehmende Besetzung der $ur Verfügung stehenden Wellenbänder zwang zedoch dazu, die etwas stiefmütterlich behandelten ultrakurzen Wellen näher auf ihre Verwendbarkeit zu untersuchen, lieber die neueren Ergebnisse dieser Untersuchungen sprach vor kurzem Direktor Hahnemann im Elektrotechnischen Verein in Berlin. Vier Eigenschaften sind es, die die ultrakurzen Wellen vor ihren längeren Brüdern auszeichnen: Ihre Reichweite entspricht nur der Sichtweite, sie sind fast vollkommen störungsfrei, sie eignen sich besonders zur llebermitt- lung sehr schneller ihnen aufaedrückter Modelungen, und endlich lassen sie sich richten wie ge- wohnliches Licht. Weg»n der Krümmung der Erdoberfläche können größere Entfernungen nur dann überbrückt werden, wenn der Sender oder der Empfänger, oder beide erhöht aufgestellt sind. So ergaben Versuche vom Brocken aus, daß man mit der 3-Meter-Welle bei der geringen Leistung von nur einigen Watt — eine gewöhnliche Glühlampe braucht etwa 50 Watt! — mit Sicherheit weit über 100 Kilometer telegraphieren konnte. Bei geringen Erhöhungen, etwa von einem Haus- doch aus. kam man auf 20 bis 30 Kilometer. Rebel und Luft hindern die Ausbreitung dieser Wellen wenig; eine starke Dämpfung tritt erst bei Wellen unter 50 Zentimeter Länge auf; dagegen werfen größere Gegenstände wie Häuser, Berge und Wälder Schatten jedoch nur dann, wenn sie mindestens zwanzigmal so groß sind wie die Wellenlänge. An solchen Gegenständen tritt eine merkbare Spiegelung auf, wie der um die Erforschung der ultrakurzen Wellen sehr verdiente Professor E s a u in Jena festgestellt hat. Die Tatsache, daß diese Wellen kaum unter Störungen zu leiden haben, erklärt sich daraus, daß die Luftstorungen, insbesondere die Gewitterstörungen und die örtlichen Störer, wie die Straßenbahn, Heilgeräte usw. keine so schnellen Schwingungen erzeugen, wie es zur Hervorbringung so kurzer Wellen nötig ist. Daß keine Schwunderscheinungen beobachtet wurden, mag seinen Grund darin haben, daß sich die Wellen nach den bisherigen Beobachtungen nur am Boden geradlinig verbreiten und die Daumwelle anscheinend fehlt; die Feststellungen hierüber sind jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Die Erscheinung der Spiegelung läßt vermuten, daß bei gerichteten Wellen und bei Anwendung größerer Energie Rückstrahlungen von der sogenannten Heavisideschicht auftreten, womit wahrscheinlich auch Schwunderscheinungen verbunden sein werden, wie man sie besonders bei den kurzen und den mittleren Wellen findet. Eine bestechende Eigenschaft der ultrakurzen Wellen ist ihre hohe Schwingungszahl; die 3° Meter-Welle vollführt in der Sekunde 100 Millionen Schwingungen! Benutzt man solche Wellen als Träger wellen, so kann man ihnen außerordentlich schnelle Schwingungen ausdrücken, bis hinauf zu etwa einer Million, ohne daß diese Schwingungen verzerrt würden. Dies weist diese Wellen dem Gebiet des Fernsehens zu, wo man ja mit so vielen Dildpunkten in der Sekunde zu rechnen hat. Das Ausdrücken der zu über- Geschwindigkeiten. „Bom Wildpfad zur Mowrstratze." Es ist der Stolz des modernen Menschen, durch eine entwickelte Technik Raum und Zeit beinahe überwunden zu haben, aber man pflegt kaum daran zu denken, daß es Jahrtausende gedauert hat, bis diese immensen Geschwindigkeiten ermöglicht wurden. Das soeben im Dolks- verband der Bücherfreunde erschienene, sehr interessant geschriebene und aufschlußreiche kulturgeschichtliche Buch Alfred Weises „Vom Wildpfad zur Motor st raß e", das sich mit der überaus anschaulichen Schilderung der internationalen Derkehrsgeschichte beschäftigt,- bringt auch hier und da Zahlen, welche die stetig fortschreitende Steigerung der Geschwindigkeiten vergegenwärtigen. Wir wissen sogar, in welcher Weise ein Wikingerboot seine primitiven Fahrten unternahm, denn aus Anlaß der Chikagoer Weltausstellung von 1893 lieh man ein nachgebautes Gokstadtboot über den Ozean gehen und erreichte damit Geschwindigkeiten bis z^ 10 und 11 Seemeilen. Wenn wir uns auch versagen müssen, die Schnc^gleit, mit der auf den alten chinesischen Seidenstraßen gereist wurde, nackzuprüfen, so wissen wir doch, daß schon im sechsten vorchristlichen Jahrhundert die R e i t p o st e n des persischen Grohkönigs Tagesstrecken von etwa 120 Kilometer bewältigten, während die übliche Maultierreise nicht mehr als 33 bis 36 Kilometer hinter sich brachte. Als Tiberius aus Padua nach Rom eilen mußte, legte er die Strecke von 300 Kilometer in 24 Stunden zurück, eine Leistung, von der die römischen Historiker mit berechtigtem Stolz sprechen können und die nur dadurch möglich wurde, daß Tiberius seine Person rücksichtslos einsetzte, einen erfahrenen Kurier zur Verfügung und sehr viele Pferde zum Wechseln hatte. Der vierrädrige offene Reisekarren aber brachte rS damals nur auf zvanzig deutsche Meilen täglich. Als Eortez mit seinen „weißen Göttern" 1519 in das aztekische Hochtal von Tenuchtitlün vormarschierte, hatte der Az eken- fonig einer wohlorganisierten Stasettenlauf, dessen Posten sich alle acht bis neun Kilometer ablösten; auf diese Weise erreichten die Rachrichten eine Geschwindigkeit von 330 Kilometer, während ein durchschnittlicher Tagesmarsch nur 12 bis 15 Meilen betrug. Aus Natur und Technik. tragenden Schwingungen auf die Txäaerwelle, die sog. Modelung, erfordert einstweilen noch verw.ckeltere Schaltungen als beispielsweise bei den Rundfunksendern, und wird bei Wellen unter einem Meter ziemlich schwierig. Die verzerrungsfreie Modelung, die eine saubere lieber- tragung gewährleistet, wird vielleicht später einmal dazu führen, an Stelle der Pupinkabel für Rundfunkübertragungen die kurzen Wellen zu verwenden. Hierzu wird man auch die Richtfähigkeit dieser Wellen ausnuhen müssen. Bei früheren Versuchen über die Richtfähigkeit wandte man die naheliegenden Gesetze des Lichtes an. Die dabei verwendeten Parabelspiegel, in deren Brennpunkt die Strahlantenne lag. streuten jedoch beträchtlich. Reuerdings hat man entdeckt, daß man die Spiegel ganz erheblich größer machen muh als bisher, wenn man die Streuung und damit die Verluste kleinhalten will; für die 1-Meter-Welle muh der Spiegel beispielsweise mindestens 10 Meter Durchmesser haben. Man hofft auf Streuungen von etwa nur einem Grad zu kommen. Die geschilderten Eigenschaften der ultrakurzen Wellen stempeln sie in erster Linie zu Nah» signalmitteln. So denkt man z. B. daran, an Küsten und Hafeneinfahrten Funkleuchttürme aufzustellen, die die bisherigen Peilfeuer bei Rebel ersehen sollen. Es würden dann drei Strahlspiegel nebeneinander aufgestellt, die drei dicht nebeneinander liegende Strahlenkegel aussenden. Jeder Strahl sendet ständig ein bestimmtes Morsezeichen. Ein Schiff, das den Hasen aufsucht oder verläht, weih dann aus den ausgenommenen Zeichen, ob es sich in der Mitte der Fahrbahn oder rechts oder links davon befindet, genau so, wie es heute den Kurs nach den Licht- und Sichtzeichen peilt. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit für die Strahlwerfer ist die Kennzeichnung der Backbord- und Steuerbordseite der Schiffe. Auch hier würden bestimmte Morse- zeichen dem entgegenkommenden Schiff sagen, nach welcher Seite es im Rebel auszuweichen hat. Für die bereits erwähnte Rundfunkübertragung oder das Fernsehen würde man hohe Türme mit Strahlwerfern aufstellen. Bei einer Turmhohe von etwa 45 Meter reicht man mit Sicherheit rund 50 Kilometer weit. Sind die zu verbindenden Orte beispielsweise 100 Kilometer voneinander entfernt, so muß man in der Mitte dazwischen noch einen Lmbrcchturm aufstellen. Wenn es gelingt, die Streuung auf etwa ein Grad zu begrenzen, so braucht man an dem Zwischenturm jedoch keinen Verstärker, sondern die von einem Spiegel aufgenommenen Wellen können unmittelbar von einem zweiten Spiegel am gleichen Turm weitergestrahlt werden. Heute sind wir allerdings noch nicht ganz so weit. Aber wir können es morgen oder übermorgen sein. Wie groß ist der Fortschritt der Funktechnik seit Heinrich Hertz in drei Jahrzehnten, und wie klein ist diese Zeitspanne gegenüber der Entwicklungsgeschichte der Menschheit! Dampfspeicherung. Don Max Fischer. Kürzlich sprach im Haus der Technik in Berlin Diplom-Ingenieur Stein im D rtra^sfaal der Allgemeinen Elektri.iläts-Gesell'chaft über „Die Bedeutung des Ru hsfpci ^-r für die Clektrizi- tä.swir scha.i'. Cs handelt .ich hier um 'o gendes: Delastungsgebirge. Ein De'astungsgebirge kommt dadurch zustande, daß man die täglichen Stromverbrauchsiurven aus Pappe ausschneidet und mit den Flächen aneinanderreiht. Das Bild zeigt ein Belastungsgebirge über zwei Jahre, auf dem die hohen Dezemberabendspihen lautlich zu sehen sind. Der Ruthsspei.her toir.tfo. daß die höchsten Svitzen für die Damp erzeugung ab^efchnitten und in die Täler gestürzt werden, |o daß also der Damp,verorauch wesentlich gleichmäßiger wird. Die Elektrizitätswerke arbeiten dadurch unwirtschaftlich, daß sie für den Spiyenbedarf im Winter ausreichen müssen, der nur an wenigen Tagen des Jahres an wenigen Stunden eintritt; im Sommer, wenn der Industriebedarf und der Lichtbedars in den Wohnungen nicht mehr zusammenfallen, weil die Industrie beim Eintreten des Lichtbedarfs schon geschlossen hat, sind die Spitzen lange nicht mehr so hoch. Diese Spitzen steigen außerdem ziemlich rasch an, und zwar sowohl jeden Abend und auch zu anderen Tageszeiten, und treten auch unvermutet dann auf, wenn es am Tage plötzlich dunkel wird, z. B. Infolge eines Gewitters. Run ist e3 sehr unangenehm, wenn sich die Dampfer eugung diesen Schwankungen fortwährend anpassen muß, ja es ist in vielen Fällen sogar unmöglich, dem steigenden Strombedarf mit der Dampferzeugung schnell genug zu folgen, wenn der Dampfbedarf, wie es vorkommt, binnen 20 Minuten auf nahezu das Zwanzigsache steigt. Hierin schafft nun der Ruthsspeicher Wandel. Ein Ruthspeicher ist weiter nichts als ein sehr großer seuerloser Dampfkessel mit großem Wasserinhalt, der sehr gut gegen Wärmeverluste geschützt ist und deshalb im Freien aufgestellt werben kann. 2n diesen Kessel wird nun Dampf hineingeleitet, und zwar in den Zeiten, wo zur Stromerzeugung wenig Dampf gebraucht wird. Dieser in den Speichern gespeicherte Dampf wird dann in den Spitzenzeiten, also in den Zeiten mit grossem Strcmbedars, wieder heraus genommen und entweder zur Verstärkung der Leistung durch dieselben Turbinen geleitet, die vom Frischdampf aus den beheizten Kesseln angetrieben werden, oder in besonderen Turbinen zum Antrieb von Zusahstromerzeugern verwendet, die eben dann den über ein gewisses Maß hinausgehenden Strombedarf decken. Anlaß zu dem Vortrag bot die Inbetriebsetzung von 16 aufrecht stehenden Ruthsspeichern von je 312 Raummeter Inhalt im Kraftwerk Eharlottenburg der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke. Das Kraftwerk Eharlottenburg hat eine Leistung von 52 000 Kilowatt, ist also nach heutigen Begriffen nicht sehr groß, denn 52 000 Kilowatt sind weniger, als eine der 70 000 Kilowatt leistenden Turbinen im Großkraftwerk Klin- Auch in Deutschland hat man schon recht früh mit dem Pserdewechsel und der Relais- l e g u n g begonnen. Um 1500 erzielte man so, daß die vielbesuchte Strecke Augsburg—Venedig in einer Woche statt in elf Tagen zurückgelegt werden konnte; ein Reiter des Herzogs Albrecht von Sachsen bewältigte die 510 Kilometer von Nürnberg nach Venedig in nur vier Tagen und 103 \ Stunden und stellte damit einen Rekord auf, von dem die Chronisten rühmend berichten. Erst allmählich bildete sich unter dem Protektorat der Taxis eine Art Postwesen aus, das freilich noch immer alle Merkmale des Zufälligen trug. Ein Bote löste den anderen ab, so daß keine Verzögerung zu entstehen brauchte; aus allen Linien hob sich die von Brüssel über Tirol nach Italien bald als eine besonders geschwinde und direkte heraus, denn diese 103-Meilen-Strecke wurde vertragsgemäß im Sommer in fünfeinhalb und im Winter in sechseinhalb Tagen überwunden. In jener Zeit pries der Franzose Pierre de Frossard die Deutschen: „Es ist wahrhaft zum Verwundern, wie kühn und Unternehmern) ihre Kaufleute sind." Diese Geschwindigkeiten konnten sich auch durch die Einführung der „Kutsche", die später an Stelle des ungefederten Wagens trat, nicht erheblich ändern. Sie blieb auü) noch so, als R a p o l e o n den Erfinder Sutton als einen Rarren abwies, weil er seine Schisse „mit kochendem Wasser nach England treiben" wollte. Dagegen entwickelte sich die optische Telegraphie sehr rasch. Auf der Strecke von Berlin nach Trier wurde ein mäßiger Satz über 50 Stationen von etwa 15 Kilometer Entfernung in nur einer Viertelstunde übermittelt, eine Schnelligkeit, an der gemessen die Postkutsche schon recht überaltert erscheinen muß. Im Jahre 1828 sagte Goethe das weitblickende Wort: „Mir ist nicht bange, daß Deutschland nicht eins werde: unsere guten Chausseen und künftigen Eisenbahnen werden schon das ihrige tun...“ Aber die erste Dampf- eisenbahn, die seit 1825 in England fuhr, hatte doch nur eine Stundengeschwindigkeit von zehn Kilometer. 1829 aber wurde von der Ste- p h e n s o n maschine „Die Ralele" die stürmische Schnelligkeit von 53 Kilometer in der Stunde erreicht. Ein originelles Datum aus der Geschichte der jungen Erfindung: am 11. Juli 1836 erhielt die Nürnberger Brauerei Lederer die Erlaubnis, auf der neuen Eisenbahn zwei Fäßchen Bier an den Wirt „Zur Eisenbahn" in Fürth zu senden — hier haben wir den ersten schüchternen Ansatz zum Frachtverkehr. Die Taxe betrug sechs Kre. zer. Ein Blick auf die Motorstraße der Gegenwart. Der Lastkraftwagen entzog im Jahre 1925 der Eisenbahn bereits über hundert Millionen Mark an Fracht, und der Postbus befuhr 1927 auf 1600 Linien die Strecke von 30 000 Kilometer, d.h. die halbe Länge des gesamten deutschen Eisenbahnnetzes. Das Zeitalter der motorisierten Straßen bricht an... Weihnachten am Sternhimmel. Don Professor Dr. Küstermann. Don jeher hat das Weihnachtsfest den Ka- lendermacyern und den mit ihuampf an die Ruthsspeicher mit 13 Atmosphären ab. Dieser Dampf wird dann In den beiden neuen Turbinen mit 13 Atmosphären beginnend, aus- genuht und entspannt sich allmählich gegen Ende der Spitze auf 0,5 Atmosphären, worauf bann die Speicher wieder neu geladen werden müssen. Die Einrichtung dieser Anlage wirkt sich in vielen Beziehungen günstig aus. Sie ist immerhin so groß, daß sie mehr als den Spitzenbedarf des Kraftwerks Eharlottenburg decken kann, so daß sie auch zur Entlastung der am Rande der Stadt liegenden Großkraftwerke beiträgt. Sollte sie allerdings den ganzen Spitzenbedarf Berlins decken, so mühte sie ungefähr viermal so groß fein, das heißt, man müßte statt 16 Ruthsspeicher aufzustellen, 64 solche Speicher in Gruppen über die Stadt verteilen. Man rechnet zur Zeit, daß die Anlagekosten zur Erzeugung einer Kilowattstunde in einem Kraftwerk ungefähr 300 Mark betragen. 2rn Westkraftwerk wird man allerdings diesen Betrag etwas unterschreiten. Bei der Rulks Peicheranlage kostet aber bie/ Einrichtung zur Erzeugung einer Kilowattstunde nur 135 Mark, so daß sich der Kapitaldienst für die Kilowattstunde Spihenstrom auf weniger als die Hälfte beläuft. Das sind aber nicht die einzigen Ersparnisse. Da die Ruthsspeicher keinerlei kewegliche Teile enthalten, sind sie fast unbegrenzt haltbar und bedürfen daher fast keiner Unterhaltungskosten. Es kommen a er noch viele andere Punkte in Betracht, die diese Anlage besonders vorteilhaft erscheinen lassen: Würde man z. B. den Spihenstrom durch Fernleitungen ober von den außen liegenden Großkraftwerken beziehen, so müßten auch die Kabel für die Spitzenlast bemessen werden. Wird aber der Spihenstrom in der Stadt selbst erzeugt, wie dies beim Kraftwerk Eharlottenburg der Fall ist, so werden ganz erhebliche Beträge für Kabel erspart, die ja doch nur in wenigen Abendstunden im Winter voll ausgenuht werden könnten. Außerdem bilden diese Speicher eine Bereitschaft, die sofort eingesetzt werden kann, wenn beispielsweise ein Stromerzeuger in einem Kraftwerk ausfällt oder etwa der Femstrom ausbleibt. Die großen Vorteile des Dampfspeichers liegen also auf der Hand, und es sind deshalb in den letzten Jahren Ruthsspeicheranlage.r in der ganzen Welt errichtet worden. Weitere sind im Bau und viele sind geplant. Die Ruthsspeicheranlage in Eharlottenburg ist zur Zeit die größte solche Anlage der Welt, und es trifft sich sehr gut, daß die Weltkrafttagung im Jahre 1930 in Berlin stattfindet. Diele ihrer Teilnehmer werden diese Anlage studieren. Es darf frellich nicht verschwiegen werden, daß man zuerst gegen die Aufstellung der Ruthsspeicher in der Stadt schwere Bedenken hatte, weil in ihnen Energien aufgespeichert sind, gegen die ein Dynamitlager fast ein Kinderfpiel ist. Wenn z. B. irgendein Eiferer die plötzliche Entladung dieser Energien durch eine verhältnismäßig geringfügige (Sprengung an einem der Kessel einleite.e, so wären die Folgen für ganze Stadtteile verheerend. Da man sich aber tatsächlich bann doch zur Aufstellung dieser Speicher entschlossen hat, muh man wohl diese Bedenken überwunden haben. ist. Der Nordpol der Erde liegt bann im tiefsten Schatten, und ihre ganze Rordhälfte muß sich mit kurzen Tagen begnügen. Roch nicht 12 Grad erhebt sich in den nördlichsten Teilen Deutschlands die Sonne über den Horizont, im Südostcn geht sie auf, im Südwesten unter, und nicht ganz 71/2 Stunden sendet sie uns ihre Strahlen zu. Würden wir von außen in die Erdbahn hinein- sehen können, so würden wir sehen, wie der Beginn des Winters langsam auf der Erdbahn wandert; aber im Jahr steht er fest, denn er ist stets % Johx nach Frühlingsanfang, und dieser ist ja künstlich durch die Einrichtung des Kalenders auf dem 21. März festgehalten. Rur ganz kleine Aenderungen im Winterb^ginn sind deshalb möglich; in diesem Jahr fällt er auf den 22. Dezember 8 älhr 53 Minuten. Der andere Nachbar des Weihnachtsfestes ist der Augenblick, wo die Erde der Sonne am nächsten kommt, sich im „Perihel" befindet, wie der Fachausdruck lautet. 2m laufenden Jahre war dies am 1. Januar um 9 älhr der Fall; wir sind dann der Sonne um etwa 1,7 vom Hundert näher und ebenso am 1. Juli und 1,7 vom Hundert weiter von ihr entfernt als im Durchschnitt. Dieser Punkt nun, das Perihel, ist nicht künstlich durch Kalenderfestsetzungen festgehalten, und darum wandert er, und zwar sowohl auf der Erdbahn als auch im Jahr; er wird also nicht immer der Nachbar des Weihnachtsfestes bleiben. Nach etwa zehntausend Jahren wird die größte Sonnennähe der Erde in den Sommer und ihre (Sonnenferne in den Winter fallen. Für die Bestrahlung der Erde machen die 1,7 vom Hundert sehr wenig aus, die sie der Sonne näher oder weiter von ihr entfernt sein kann als im Durchschnitt. Aber wenn wir ganz genau sein wollen, müssen wir natürlich sagen, daß augenblicklich für uns wegen der geringen Entfernung der Sonne im Winter und ihrer großen im Sommer eine gewisse Milderung der Jahreszeiten eintritt, während dies für die Südhalbkugel der Erde, deren Winter in die (Sonnenferne und deren Sommer in die Sonnennähe fällt, gerade umgekehrt ist. Aber Gerechtigkeit muß natürlich fein, und deshalb erfolgt im Laufe der nächsten zehntausend Jahre der erwähnte Wechsel. Wem es daher im Sommer zu heiß oder im Winter zu kalt ist, der mag sich freuen, daß er nicht zehntausend Jahre später auf die Welt gekommen ist. Wirtschaft. Wochenbericht vom Zrankfurier Effektenmarkt. Als besonders ungünstig beeinflussendes Mo° ment wurde zu Beginn der neuen Berichtswoche das Memorandum des Rcichsbantpräsidenten Dr. Schacht empfunden. Die Tendenz neigte zur Schwäche, und die Spekulation schritt zu Abgaben. Aach der Erklärung der Reichsregierung änderte sich die Situation bald wieder und eine allgemeine Beruhigung konnte erneut Platz greifen. Das Geschäft blieb aber gering, da Aufträge, als Hauptbestimmungssartor der Börse, immer wieder fehlten. 3m Grundton der Börse war die Tendenz aber freundlich. Doch konnte sich das Geschäft nicht beleben, da in der Hauptsache die immer noch zunehmenden Insolvenzen, die starke Arbeitslosigkeit im Reiche und die zumeist schwächere Reuyorker Börse auf die Tendenzgestaltung nachteilig wirkten. Die Kursabweichungen nahmen nie einen großen Umfang an. Die Börse wurde im Laufe der Woche von einigen Sonderbcwegungen günstig beeinflußt. Bor allem befriedigte es-, daß die Abgaben am Kun st sei de markt aufgehört haben. Cs stellte sich später für diese Werte größeres Interesse ein. Bor allem wirkten hier das Interesse von holländischer Seite und die Festigkeit der Kurse an den internationalen Plätzen vorteilhaft. Aber auch von deutscher Seite bestand insofern eine Anregung, daß sich die D. I).-Banken bereit erklärt haben, die Berhältnisse der einzelnen Kunstseidekonzerne zu prüfen, was gleichzeitig bedeutet, daß jetzt endlich von dieser Seite eine Stühe erfolgt. Aber auch das anhaltende Interesse süc Reichsbankanteile, yhne das ein besonderes Spekulativmoment vorhanden gewesen wäre, machte einen günstigen Eindruck. Es genügte auch hier vollkommen, daß Kaufaufträge von amerikanischer Seite eingetroffen waren. Dieses Papier konnte im Laufe dieser Woche wiederum etwa 22 v. H. gewinnen. Im zweiten Abschnitt der Woche verschlechterte sich tye Lage jedoch wieder erheblich, und die Tendenz war überwiegend unsicher. Die Zuspitzung der innerpolitischen Lage, die durch das neue Finanzprögramm und den Widerstand durch die Parteien geschaffen wurde, verstimmte in Dörsenkreisen. Doch hofft man, daß der neue Finanzplan bei der korrekten Haltung der Regierung doch durchgehen wird. Man sieht deshalb mit großem Interesse der bevorstehenden Finanzde^atte im Reichstags entgegen. Die Stimmung wurde in erster Linie hiervon beeeinflußt, da doch geplant ist, die B ö r s e n u m s a h - steuer zu senken, was gleichbedeutend mit einer Belebung und einem neuen Anreiz für die am Börsengeschäft interessierten Kreise sein dürfte. Denn tritt diese Ermäßigung in Kraft, ermäßigen sich sofort alle Spesen, die mit dem Effektenhandel verbunden sind. Auch erklären sich die Banken bereit, sofort ihr Möglichstes zu unternehmen, um einer Hebung des Geschäftes die Wege zu ebnen. Doch konnte sich zum Wochen- schluß die Börse wieder von diesem Druck befreien. Die übrigen ungünstigen Zeichen traten in den Hintergrund, da einige Sonderbewegungen, die weitere Kreise ziehen konnten, der Börse den Stempel aufdrückten. Kunstseideaktien gewannen insgesamt von 10 bis zu 20 v. H. Auch die internationalen Werte besserten sich. Das Geschäft wurde hiervon ausgehend lebhafter und die Stimmung ausgesprochen freundlich. Besonder«! 2fo?iang fand eine erneute Ermäßigung der Londoner Diskontrate. Farben und Elektroaktien lagen bis zu 4 v. H. fester. Die Rebenmärkte blieben vernachlässigt. Rheinische Braunkohlen verloren 6 v. H. Norddeutsche Lloyd plus 8 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 v. H. stark angeboten, war aber später wieder mit 7 v. H. gesucht. Renten schlossen sich ebenfalls der Besserung an. Am Geldmarkt war die Lage wenig verändert. Die Mark lag fest, der Dollar schwach. Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt. Die neue Woche stand im Zeichen der schwachen Auslandbörsen, so daß auch der hiesige Markt in schwacher Haltung eröffnete, wobei die Umsatz- tätigfeit sehr gering und das Angebot weiter groß war. Hinzu kam noch das große Angebot von Landwirtschafts'eite zur Geldbeschaffung für die Iahresultimoverbindlichkeiten. Weizen verzeichnete sehr kleines Geschäft. Das schwache Mehlgeschäft und die geringe Exportnachfrage liehen kaum Geschäft aufkommen. Auch das Fehlen von einigen rheinischen Mühlen machte sich geschäftshemmend bemerkbar. In Roggen war das Geschäft ebenfalls sehr minimal, da Anregungen fehlten. Hier machte sich die schwache Exportnachfrage besonders stark fühlbar. Auch von Seiten der mit Stützung der Roggenpreise betrauten Firmen zeigte sich keine Kauflust. Hier waren die Abgeber zu Preisentgegenkommen bereit. Das Mehl geschäst hat wieder stark nachgelassen und wirkt besonders geschäftshcmmend auf den ganzen Markt. Rur für Weizenauszugmehle bestand noch einige Rach- fragc. Roggenmehl lag sehr widerstandsfähig, während Weizenmehl im Preise nachgab. Hafer bei weiter sehr großem Angebot ruhig und rückgängig. Gerste sehr still. Futtermittel ebenfalls sehr ruhig bei nachgebenden Preisen. Auch zum Wochenschluß erfuhr das Geschäft keine Belebung, trotz der etwas festeren Aus- landmeldungen. Die Preise gaben ziemlich einheitlich bis zu einer halben Mark nach. Rur für Braugerste bestand etwas Interesse bei leicht gebessertem Preis. Die Umsahtätigkeit war äußerst gering. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche gaben Weizen und Roggen je 0,75 Mark, Mais, Weizenmehle, Roggenmehl und Weizen- kleie je 0,50 Mark, Hafer und Roggenkleie je 0,25 Mark nach, dagegen konnte Gerste um 0,25 Mark anziehen. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 26,25; Roggen 19,25; Gerste 19,50 bis 20; Hafer 18; Mais 18,25; Weizenmehl, süddeutsches, 38.75 bis 39,50; Weizenmehl, niederrheinisches 38,75 bis 39.50; Roggenmehl 28,50 bis 29,50; Weizenkleie 10 bis 10,15; Roggenkleie 10,50 Mark. Speisekartoffeln notierten je 50 Kilo Frachtparität Frankfurt a. M. bei Waggonbezug: Industrie-Kartoffel hiesiger Gegend 3,30 Mark. Tendenz: ruhig. Wochenbericht vom frankfurter Gchlachtviehmarkt. Die Beruhigung und Erholung am Frankfurter Schlachtviehmarkt, die bereits in der vergangenen Woche schon in Erscheinung getreten war, konnte in dieser Woche weitere Fortschritte machen. In fast allen Diehgattungen war das Geschäft ziemlich rege, bei teilweise recht beachtlichen Besserungen. Eine Ausnahme machte der Rindermarkt. Hier war das Geschäft wieder sehr ruhig, so daß etwas größerer Ueberstand verblieb. Die Preise konnten sich nur teilweise -Ltwas bessern. Die E-xportbeteiligung war recht stark. Das angetriebene Bieh war nur mittlerer Qualität. Am Kälbermarkt war das Geschäft trotz des größeren Auftriebs sehr lebhaft bei Besserungen bis zu 5 Mark. Der Markt wurde geräumt. Schafe wurden ebenfalls lebhaft gehandelt, doch gingen hier die Erhöhungen nicht über eine Mark hinaus. Schweine hatten nach den starken Schwankungen der letzten Wochen wieder stetige Marktlage. Man brachte die Schwankungen mit dem deutsch-polnischen Handelsvertrag in Zusammenhang, nach dem Polen eine erhebliche Mehreinfuhr von Schweinen gestattet werden soll, was nach Ansicht in Händlerkreisen eine Verschlechterung des Geschäftes herbeisühren würde, da die deutschen Märkte schon jetzt viel zu stark mit Inland- schweinen beschickt wären. Rach regem Handel und weiteren Preisbesserungen wurde ausverkauft. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1619 Rindern, darunter befanden sich 375 Ochsen, 51 Bullen, 588 Kühe und 431 Färsen, ferner aus 1401 Kälbern, 700 Schafen und 4891 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 45 Rinder und 938 Schweine weniger an- getrieben, während 212 Kälber mehr zum Verkauf standen. Schafe hatten fast unveränderten Austrieb. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 56 bis 58, a2) 52 bis 55, b) 48 bis 51. Bullen a) 54 bis 57, b) 48 bis 53. Kühe a) 46 bis 48, b) 42 bis 45, c) 35 bis 41, d) 27 bis 34. Färsen a) 57 bis 60, b) 52 bis 56, c) 48 bis 51. Kälber b) 83 bis 86, c) 78 bis 82, d) 70 bis 77. Schafe a) 44 bis 47, b) 38 bis 43, c) 32 bis 37. Schweine b) 82 bis 84, c) 83 bis 84, d) 82 bis 84, e) 80 bis 82. 3m Vergleich mit den Preisen der letzten Berichtswoche gewannen Kälber bis 5 Mark, Schweine und Färsen je 2 Mark und Schafe und Dullen je 1 Mark. * Elektrizität s-A.°G. Mitteldeutschland. Auf der Tagesordnung der auf den 17. Dezember einberufenen ersten Generalversammlung der aus dem Mitteldeutschen Elektro- zweckverband hervorgegangenen Elektrizitäts-A.-G. Mitteldeutschland, in der als Aktionäre das Aleberlanötoerf Edertalsperre, die Kreise Hanau, Kirchhain, Marburg, Rotenburg und Fulda, sowie aus Süd-Hannover das Lieberlandwerk Süd- Hannover G. m. b. H., der Kreis Rortheim-Eiu- beck und der als Aktionär durch die Preußische Elektrizitäts-A.-G. eingebrachte Kreis Frankenberg teilnehmen werden, steht als Hauptpunkt der Antrag, das Kapital der Gesellschaft auf 24 Millionen Mark zu erhöhen, an dem der Staat durch die Preag mit 26 Prozent beteiligt ist. Später ist beabsichtigt, das Kapital auf 34 Millionen Mark zu erhöhen und die städtischen Elektrizitätswerke in Kassel, Marburg, Fulda, Göttingen und Hanau aufzunehmen. * Eine Der kauf sgemeinlch af t der deutschen Fahrradindustrie? Die Versammlung der deutschen Fahrradfabriken nahm die von einer Kommission ausgearbeiteten Vorschläge zur Bildung einer Verkaufsgemeinschaft der deutschen Fahrradindustrie auf der Basis des Syndikats entgegen. Rach einer Aussprache stellte sich die Versammlung einmütig auf den Standpunkt, daß auf dem Boden des Syndikats eine Gesundung der Verhältnisse in der Fahrradindustrie herbeigeführt werden könne. Die bestehende Kommission wurde erweitert und beauftragt, die bisher vorliegenden Vorschläge bis ins einzelne auszuarbeiten und einer neuen Versammlung zur weiteren Behandlung zu unterbreiten. 3n der Versammlung kam die Meinung zum Ausdruck, daß der vorgeschlagene Weg größere Aussicht auf Gelingen habe, wenn die Außen- seiter-Fahrradfabriken diese Gedankengänge fördern würden. * Banken-Fusion in Marburg. 3n der Absicht, sich nach dem Tode seiner beiden Brüder Karl und Hugo Strauß nach langjähriger erfolgreicher Tätigkeit vom Geschäftsleben zurückzuziehen, hat der alleinige, aktiv tätige Inhaber des Bankhauses Baruch Strauß in Murburg, Alfred Strauß, mit der Dresdner Bank in Berlin, mit der das Bankhaus seit mehr als 50 3ahren in Geschäftsverbindung stand, Verhandlungen gepflogen, um seine Firma dem Wirtschaftsleben des Stadt- und Landkreises Marburg und der benachbarten Kreise zu erhalten. Die Dresdner Bank Berlin hat nun mit dem gestrigen Tage das Bankhaus Baruch Strauß in Marburg mit allen Aktiven und Passiven übernommen und wird das Bankhaus unter Aufrechterhaltung des alten Firmennamens weiterführen. Alfred Strauß hat sich bereiterklärt, auch der neuen Firma, der Dresdner Bank, Filiale Marburg, vormals Baruch Strauß, seinen Rat und seine Erfahrungen zur Verfügung zu stellen. * Zahlungseinstellung der Kasse- ler Privatbank Gebrüder Zahn. Die alte Privatbankfirma Gebrüder Zahn in Kassel hat infolge des durch die 3nsolvenzen verschiedener Kasseler Bankfirmen hervorgerufenen Runs die Zahlungen einstellen müssen. Wie die Firma mitteilt, ist der Status durchaus aktiv. Zwei Drittel der Depots sind bereits abgeholt. Die Depots sind vollkommen in Ordnung. Die Firma verfügt über einen großen Grundbesitz, der zu einer 100prozentigen Befriedigung der Gläubiger ausreichen dürfte. Cs soll das Vergleichsverfahren beantragt werden. * Keine Dividendenermäßigung i m Linoleumkonzern. Von einer der Verwaltung nahestehenden Seite erfährt WTD.-Han- delsdienst, daß die an der gestrigen Berliner Börse verbreiteten Gerüchte über eine Dividen- denermäßigung im Linoleumkonzern jeglicher Grundlage entbehren. Der Geschäftsgang fei vielmehr durchaus befriedigend. Die Zukunftsaussichten werden günstig beurteilt, da die im laufenden 3ahre vorgenommenen Angliederungen sich vorteilhaft auswirken. Unter diesen ilmftänben wird daran festgehalten, daß zumindest die gleiche Dividende wie im Vorjahr (15 v. H.) zur Verteilung gelangen wird. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 14. Dez. Tendenz: freundlich. Die heutige Wochenschlußbörse eröffnete in freundlicher Haltung, nachdem bereits vorbörslich Anzeichen einer zuversichtlicheren Stimmung vorhanden waren. In Erwartung einer Einigung der Fraktionen hinsichtlich des Finanzprogramms nahm die Spekulation einige Deckungskäufe vor, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse Erholungen bis zu 2 o. H. eintraten. Das Geschäft war jedoch sehr klein, da auf der anderen Seite die gestrige uneinheitliche Neuyorker Börse verstimmte. Nur in Spezialwerten war das Geschäft zeitweise etwas stärker. Etwas lebhafter gefragt waren Deutsche Linoleum, die gegen den schwachen Abendbörsenkurs 6 v. H. anziehen konnten. Auch Reichsbank lagen auf einige kleine Käufe von Auslandseite weiter gefragt und bis 5 v. H. höher. 2(uf den übrigen Märkten war die Uinsatztätigkeit sehr minimal, doch konnten auch hier überwiegend Besserungen eintreten. Etwas lebhafter gehandelt waren am Elektromarkt Schuckert mit plus 3,75 v. H. und Siemens mit plus 2,5 v. H. AEG. konnten 2 v. H. gewinnen. Arn Chemiemarkt lagen I.-G.-Farben mit plus 2 v.H. zur Erstnotiz höher, Scheideanstalt etwa 2 v. H. gebessert. Arn Montan- martt kamen zunächst nur Rheinstahl mit einem leicht erhöhten Kurs zur Notierung. Schiffahrtswerte bis 1 v. H. höher. Bon Kunstseidewerten lagen Aku 1,5 v. H. niedriger. Etwas Interesse bestand noch für Karstadt mit plus 1,25 v. H. Renten still. Neubesitz etwas höher. Auch im Verlaufe war das Geschäft sehr gering.' Nur für Spezialwerte, wie Siemens, Farben und Schuckert, erhielt sich Interesse bei gut behaupteten Kursen. Tagesgeld unverändert mit 6,5 v.H. 21 m Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1755, gegen Pfund 20,88, gegen Paris 123,93, London gegen Kabel 4,8810, gegen Mailand 93,21, gegen Madrid 35,29, gegen Holland 12,0940 (sämtliche Kurse zirka). Berliner Börse. Berlin, 14. Dez. Nachdem die Kurse gestern abend auf ungünstige politische Aussichten heruntergesprochen waren, konnte sich schon heute vormittag und vorbörslich eine f e ft e r e Stimmung durchsetzen. Die Nachricht, daß die Parteiführer in letzter Stunde eine Einigungsformel gefunden hätten und die befürchtete Weihnachtskrise vermieden werden würde, vor allem aber dadurch der Kredit zur Finanzierung des Iahresultimos für das Reich gesichert worden sei, bot der Börse ein anregendes Moment. Die ersten Kurse zeigten dann auf fast allen Märkten Gewinne von 1 bis 2 o. H. Allerdings war das Geschäft trotz der erwähnten günstigen Momente äußerst gering; von einer Publikumsbeteiligung konnte kaum die Rede fein, und die kleinen Umsätze stellten Deckungskäufe der Spekulation dar. lieber den Rahmen von 2 v. H. hinaus gingen die Besserungen bei Reichsbank (plus 2,5 v. H.), Salzdetfurth (plus 5 v. H.), Schuckert und Siemens (je plus 3,25 v. H.), Berlin-Karlsruher Industrie (plus 2,25 v. H.) und Zellstoff Waldhof plus 3 v. H. Die Montanwerte konnten auf günstige Absatzziffern für Ruhrkohle fast durchweg 1 bis 2 v. H. anziehen. Schwächer tendierten dagegen Kanada, die mit Mi- nus-Minus-Zeichen an der Maklertafel erschienen und später mit 42 nach 44,75 v. H. festgesetzt wurden. Ferner Deutsche Atlantische mit minus 2,75 v. H„ Aku mit minus 2,5 v. H., bei denen anscheinend die nichtssagende Erklärung der Verwaltung verstimmte. Deutsche Anleihen geschäftslos. Ausländer still und wenig verändert. Pfandbriefmarkt noch unentwickelt, eher schwächer taxiert. Am Geldmarkt hielt die Me- dioversteifung an. Man nannte Tagesgeld 6,5 bis 8,5 v.H., Monatsgeld 9 bis 10,5 v. H., Warenwechsel 7,4 v. H. und darüber. Im Verlaufe machte sich die auf dem Markte lastende Geschäftslosigkeit wieder stärker bemerkbar. Es traten infolgedessen Kursabbröckelungen bis zu 1 o. H. ein. Bei Siemens und Salzdetfurth gingen die Abschläge bis zu 2 v. H. Lehte Nachrichten. Die vier großen Koalitionsparteien für das Vertrauensvotum. Berlin, 14. Dez. (TU. Drahtmeldung.) Heben dem Zentrum, den Sozialdemokraten und Demokraten hat nun auch die Deutsche volkspartei mit knapper Mehrheit der Berfreuens formet ; ugeftimmt. Dr. Scholz zum Führer der DVP. gewählt. Berlin, 14. Dez. (TU. Drahtmeldung.) 3n der Sitzung des Zentralvorstandes der Deutschen volkspartei am Samstagvormittag erfolgte bei Anwesenheit der durch die politische Lage im Reichstag sestgehaltenen Mitglieder der volksparteilichen Reichstagsfraktion die Wahl des Parteiführers. Mit 153 von 181 abgegebenen Stimmen wurde Dr. Scholz zum Führer der Partei gewählt. 25 Anwesende enthielten sich der Stimme, drei Stimmen waren zekspllttert. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v.H., Lombardzinssuß 8 v.H. Kranksurt a Ri Berlin cdjiub» Kurö i-UDi Kur- Schluß | Kure | Ansang, ft tir-3 Datum 13.12- 14. 12 13 12. 14 12. 6 , Leu Iche NncDsaiucttK on !•-, ....... . - 87,5 — 1% Deutsche NetchSanleihe Don 1029 ......... 99 99 _ Lu Am.-Ablös.-Schuld mit AuL los,-Rechten........ 50,05 50 50,1 50,1 De-o' ohne Vlii«lol..Rechte . . —— 7.8 — 7,8 6% Hess. Bolk^siaat von 1929 (rückzahlb. 102%) .... 89,25 - 89,25 - Oberhcssen Provinz - Anleihe mit Auölos.-Rcchten...... 46 — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 46,05 _ 46,25 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse XIII unküiibbor bis 1934. 96,5 7% Rtanlf. Hnp.-Aank Goldpse. unkündbar bis 1932 ..... 85 *'/i% Rheinische Hyp.-Bank Liqu. Goldpse........ 79,3 _ B% Br. Landek-psandbrtesanstalt Psandbrtcse R. 1?..... 6% Pr. Landespsandbriesanstalt, Komm.-Obt. R. 16..... 98 95 1 1 98 95 1 1 7% Pr. Londeepsandbriesanvali Psandbriese R. 10..... 89 89 cwg. Bormegs-Obltgation. rückzahlbar 1932 ...... - - 4% Oeskerrelchil»e Golvne.. . 4,20% Ceflcrr. Gilberrtn . 4% Oesterreichilche Einheitlich« Rente.......... 4% Ungarische ©olbrte..... 4% Ungarische SlaalSr. v. 1910 4%% DcSfll. oon 1913 .... 4% Ungarische ftronenrte.. . . 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. Serie I.......... 4% desgl. Serie II..... 6% Rumänisch» veretnh. Rente von 1903 ... 4%% Rumänvchk veretnh. Rente von 1913 ......... 4% 9iumanfl<6e verebch. Rente . 24,25 2,75 — - — 1,95 «— _ 21,4 — 21'5 _ — — 19,4 — — —- 20,9 —— 1,65 —— 2 — 7,15 — 7,25 — 7,2 — 7,25 — 7,2 — 7,3 8,75 — 8,7 — 13,9 —— 13,9 _ 7,05 — 7 •— Frankfurt a M Berlin cchiup- Kurs '-Uln ftlltv Schluh Knr-r Aniang» Kure Datum 13- 12 14- 12- 13- 12- 14- 12- Hamburg-Amerika Pale, . . . < Hamb.-Südam. Dampssch. . . > Hansa Dampsschiss ..... 10 Norddeutscher Lloh^. ....>■ Altg. Deutsche Credtmnst. . . 1( Barmer Bankverein .... 1( Berliner HandelSgesellsch. . . 12 Commerz, und Privat-Bank. 11 Darmst. u. Nattonalbank . . 1. Deutsche Bank......U Dteconio-Gesellschast, Slot. . io Dresdner Bank......u Reichsbant........1: A.E.G............t Bergmann..... . . Elektr. LieserungLgelellschast l1 Licht und Kraft......1< kielten L Guilleaume. . . . 7y, Gei. f. Elektr. Untern..... 16 Hamb. Elektr.»Werke .... 1 Rhein. Elektr. ........ Schlei. Geklr ....... io Schuckert & Co. ..... . 11 Siemens & Halske.....16 Tranöradio..... 3 Lahmeyer & Co...... • 10 Buderus..... .... 6 Deutsche Erdöl . ...... 6 Essener Steinkohle ...... ^ Harpcner..........0 Harsch Eilen. ....... 6% N»c Bergbau.......10 Klückn erwecke......... Küm Neuesten ..... 7 Mannesmann -Rühren .... 7 Manescider Bergbau...... Lberichlei. Etienoevars .... Oberichlei. ftokswerke.....7 Phünir Benchau......6H Rhemhche Braunkohlen. . . 10 Rheinsiahl..... 6 Rtebeck Man um......7,2 — — 94 116 116 173 152,75 233 146,75 146 282 156 151,5 114,5 150,25 177 161 91 122,65 219 91 90,5 108,75 100,5 238 811315=1311183 Sl 1 1 1 1 1 1 IRSI 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 181 O) OCO O g 95,4 161,75 142,5 94,75 117 116 175,25 152,75 233 146,75 146,75 146,25 156,25 200,5 158 152,25 114 150,25 128,75 141 147 177,75 280 118 160,5 91,25 125,5 123,25 132 108 219 91,65 106,25 91 108 67,5 93,6 100,4 238,5 104 95,5 94,6 117 117 174,25 152 233,5 147 146,25 287,5 157,5 202 152.25 152 128 140 149 181 283 92 127,5 124,5 133,5 109 92 107.6 92 108,75 66.75 94,5 102,5 105 Frankfurt a M Berlin Lchtutz- i-Uüi Schlug, Ansang. Kurs Kur: Kure Kurs Datum 13-12- 14 12 13. 12 14- 12- Bereinigte Stahtw .... 102 — 102,4 103,4 Otavi Minen.....16'/, — — 53 52,9 Kal werke Aschersleben . . . u 182 — 182,5 — Kai werke Westeregeln ... 10 189 — 190 192 Kaliwer k Salzo.- urth ... 15 312 — 312 317 I. G Farben-Indttstrik... 12 176,13 178,9 177,25 179,25 Dynamit NobÄ.......6 —— — 82,5 —— Echetdeanstalt. ....... 9 140,5 — — — Goldschmidt........5 63,5 — 64,25 64,5 Rülgerüwerke ........ 6 69,5 — 69 69,75 Metätlgeiellschaft. ...... 6 113 — 112,9 — Philipp Holzmann......7 ; 821 116,75 81 81,25 Semen werk Heidelberg ... 10 117 | — — — Eemenlwerk Karlstadt ... 10 ö - —— — Waykt & ,Zre plag .....8 79 1 80,5 79 — Schultheis Patzenhoser ... 15 - - 273,5 274 Ostwerre.........12 — — 21 211,5 Bet. Glanzstofs......18 —— — — 129,5 Bemberg.........14 153 — 152,25 156 Zellslojs Waldhos .... 13% 178 — 178 181 Zellstoss Lljchassenburg ... — 135,75 133,5 134,25 Charlottenburger Wasser ... 8 — — 92,5 93,25 Dessauer Gas........9 —— — 152,25 153,5 Daimler Motoren......V 36,5 — 37 37.5 Deutsche Linoleum..... 226 232 229 231 Maschinenbau A.-G......0 — —— 40 40 Moi<-rwne Äl Q 'C..... " — —— — — r:uow. Loew .... u —— 149,5 151,5 Rat. Automobil.......f — — 18,5 18,5 Orenltein & Koppel.....6 —1 — 67,75 67,4 Leonbard Tieg......10 - —— — 147 3241 — 32fr 323 Frank,. Maschinen......* 40,25 — 40 — Grttzner..........6 46,5 — 46,9 —— Heyltgensiaedt .......o 6,5 — _ jung&anä...... .6 48 49 48.9 — Lechwerke. . « 103 _ — Maintraitwerke Hvchü 0. TL . 8 105,25 — _ Mag.........10 - 119 119,5 Gebr. Roeder.......10 108 Balgt & Haessner 9 222,5 — 222 —— Süd». Sudet ....... 10 161,25 152 161 — Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin, 13. Dezember Geld Brief - Amerikanische Noten..... 4,1655 4,1855 Belgische Noten.....«... 58,26 58,50 Dänische Noten......... 111,73 112,17 Englische Noten .••••••. 20,359 20,439 tzränzüsische Noten ....... Holländische Noten ....... 16,40 168,08 16,46 168,76 Italienische Noten........ 21,79 21,87 Norwegische Noten....... 111,63 112,07 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 58,65 58,89 Rumänische Noten ....... 2,47 2,49 Schwedische Noten ....... 112,35 112,79 Schmelzer Noten ........ 81,16 81,48 Spanische Noten ........ 57,68 57,92 Dlchechoslowakische Noten. .... 12,33 12,39 Ungarische Noten..... . . 72,85 73,15 13 Dezember 14. Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie, Geld Br e Amst.» Noti 168,35 168,69 168,28 168,62 Buen-Aires 1,723 1,727 1,723 1,724 Brss.-Antw 58,385 58,505 58,38 58,50 112,03 Christianta 111,85 "2,07 111,81 Kopenhagen 111,95 112,17 111,96 112,18 Stockholm 112,53 112,75 112.49 112,71 Helftngsors. 10,487 10,507 10,484 10,504 Flauen. . 21,835 21,875 21.83 21,87 London. . . 20,355 20,395 20,356 20,396 Neuyork . . 4,1715 4,1795 4,1705 4,1785 Paris.... 16,425 16,465 16,42 16,46 Schweiz . . 81,085 81,245 81,05 81,52 Spanien. 57,89 58,01 57,68 57,80 Japan . . . mio de Fan 2,043 2,047 2,043 2,047 0,469 0,471 0,466 0,468 Wien in D- Ctfl. abgcst 58,73 58.85 58,72 58,84 Prag . . . 12,381 12,401 12,382 12,402 Belgrad . - 7,403 7,417 7,403 7.417 Budapest. . 73,05 73,19 73,03 73,17 Bulgarien 3,017 3,023 3,018 3,023 Lissabon 18,80 18,84 18,80 18,84 Danzig. . . Konstantin- 81,39 81 55 81,37 81,52 1,980 1.984 1,980 1.984 Athen. . 5,43 5,44 5,435 5,445 Canada . 4,134 4,142 4,135 4,143 Uru uay. 3,960 3,974 3,946 3,954 Latro . . 20,875 20,915 20,875 20,950