tftie. m einen ftonbibaten. rumspartei ist ein chren. Einer ihrer Drr> ^n, die 6tabtver = rinzureichen, unb Bezirk keinen Zen- jt die Dahl am 17. m ben Bezirk Charl°I!-n> itabtoerorbneten bet den* Berliner Naihaus Mle. «hier in Charlotienburg wttn. in Frankreich. Itet loird. 9e* Steffi ^of von LaTargeste 9;9en WatÄai M 12^3,15' gegen Korse in Futtermitteln hielt Mais, Weizentleie unb eiU bis 0.50 M. Cs 14,50 bis 24,75; Koggen Srauzweüe 19 bis 19,50; Hate (gelb) für andere süddeutsches Spezia! 0 l 25,50 bis 26,50; Mei» ggenfleie 9,50. Tendenz; 58,25 I1L68 20,34 16,42 168,36 21,835 111,63 58.58 2.475 111,93 k0.8» 58,63 12,335 72,80 TÜT 58,45 112,14 io,m 16,48 169,04 21.915 112-07 58,82 2.4? 112,? 81,18 58,8 12,395 73,10 168-99 1,725 58-57 112 112- 112- 10,52 21,92 20,415 4,1860 16-49 81.1« 58.73 F 0.433 y.ti iS ?O1[ 18.8* 81.69 1-977 5.43? i,«04 4 074 20,935 1,7 58,45 111-91 ”14 112.26 10,50 1,88 20,375 4,1780 16,45 80.965 58.61 2,036 0.49L 58.73 12,37? 7,390 73,01 3,012 18-^ 10 s.l tfi -jn{ inri. 9.02 ,736 8,58 2,15 ,20 2.46 ,523 ,91 1,42 1870 >,49 ,145 >,7Z ,045 ,453 1,86 ,39? ,405 3,17 ,018 |,84 1,63 ,977 ,435 10? ,064 -— --ynt' m. 268 (Elftes Blatt 179. Jahrgang Donnerstag, 14. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfte anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Blain 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen vruS und Verlag: vrühl'lch« UniverfitStr-vuch- und Slelndruckerei H. Ewige in Sietzen. Schriftleitung und Seschästrftelle: SchuMratzer. November 1929 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts IO Neichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 nim Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Thefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich tn Gießen. Die Einberufung der zweiten Haager Konferenz. Pans. 13. Rov. (WTD.) Wie „Journal des Debats" berichtet, hat sich der belgische Premierminister 3 aspar am letzten Samstag an die sechs einladenden Staaten gewandt, die auf der ersten Haager Konferenz vertreten waren, um sie zu bitten, in kürzester Frist zur zweiten Haager Konferenz zufammenzutreten. Bekanntlich wird feit gestern in der Pariser Presse die Frage erörtert, zu welchem Zeitpunkt die zweite Haager Konferenz einberufen werden kann. „Matin" hat berichtet, daß man vom 7. Dezember als dem Beginn der Konferenz gesprochen habe, und auch das „Journal des Debats" berichtet von einem Beginn der Berhandlungen in der ersten Hälfte des Dezember. Cs handelt sich hier um Presse- äuherungen, und der Quai d'Orsay scheint besonderen Wert darauf zu legen, dieses festzustellen, denn er läßt durch Havas heute erklären, daß der Zeitpunkt für den Zusammentritt der Haager Konferenz noch nicht offiziell festgesetzt worden fei. Allgemein vertritt man in hiesigen französischen Kreisen den Standpunkt, daß die Erörterungen über die Einberufung der Konferenz in vollem Gange feien. Der deutsche Botschafter bei Tardieu. Haager Konferenz und Rheinlandräumung. Paris, 14. Nov. (WTB. Funkspruch.) In einer Unterredung, Die Botschafter v. Hoesch gestern mit Ministerpräsident Tardieu hatte, soll dieser, wie der „Matin" erklärt, ebenso wie seinerzeit Briand dem diplomatischen Vertreter Deutschlands die Versicherung gegeben haben, daß die französische Regierung ihr M ö g l i ch st es tun wolle, um in den er st en sechs Monaten des Jahres 193 0 Die vollständige Räumung der dritten Zone durchzuführen. Um diese jedoch zu verwirklichen, so fahrt „Matin" fort, müßten der gute Wille Frankreichs und der gute Wille Deutschlands einander entsprechen. Wenn die Verhandlungen sich wunschgemäß ab- micfeln,tonnten d i e zur Ingangsetzung des Poungplanes geforderten Bedingungen am 1. März erzielt und geregelt fein. Unter diesen Umständen glaubt „Echo de Paris" ankündigen zu können, daß die französische Regierung den Wunsch habe, daß die 2. Haager Konferenz sobald wie möglich zusammentrete, und daß, selbst wenn das Abkommen erst iin Februar unterzeichnet würde, die RäumungdesRheinlandesam3 0. Juni eine vollendete Tatsache sein würde, falls die Inkraftsetzung des Youngplanes ohne Verzögerung erfolge. „Petit Parifien" meint dagegen, es wäre bester, das Ergebnis des Volksentscheids abzuwarten, ehe man sich nach' dem Haag begebe. Unter diesen Umständen errechnet das Blatt als frühestens Termin für den Beginn der Konferenz den 10. Januar. Was wird aus den Saarverhandlungen? Eine Mahnung des Zentrums. Berlin, 13. Rov. (WB.) Unter dieser Überschrift schreibt die „Germania": In Pariser Pressemeldungen wird die Ansicht vertreten, daß die zweite Haager Konferenz bereits anfangs Dezember zu- ammentreten könne, um den Schlußstrich unter die chwebenden Voungverhandlungen zu fetzen. An hie- iger amtlicher Stelle scheint man aus innen- und außenpolitischen Gründen auf eine beschleunigte (Einberufung zu drängen, um die pünktliche Rheinlandräumung nicht zu gefährden, und weil man noch die ungelösten K o m m i s s i o n s p u n k t e in der Zwischenzeit bzw. im Haag selbst zu bereinigen hofft. Angesichts dieser Sachlage möchten wir daran erinnern, daß die Verhandlungen über das Saarge - biet noch gar nicht begonnen haben und jedenfalls erhebliche Zeit benanspruchen werden. Wenn wir uns recht erinnern, so ist die Saarfrage seinerzeit als integrierender Bestand- teil des allgmeinen Liguidierungs wertes bezeichnet worden, und auf der ersten Haager Konferenz hat die deutsche Delegation wenigstens das eine durchgesetzt, daß die «aarverhand- hmgen im Anschluß an d i e Konferenz in einem Zuge zu Ende geführt werden sollten. Der Zusammentritt der Sachverständigen ist durch die langwierigen Pariser Vorbereitungsarbeiten und die französische Regierungskrise um mehr als zwei Monate verzögert worden, unb, wenn alles gut geht, werden die Beauftragten endlich in den nächsten Tagen zu ihrer ersten Sitzung zusammentreten. Wird nicht die d e u t s ch e P o - sition dadurch geschwächt, daß inzwischen die Voungverhandlungen unbekümmert um ihren Ausgang ihren Fortgang nehmen? Zur Gesamtbeurteilung des Haager Ergebnisses wird auch das Urteil über bie Resultate ber Saar- verhanblungen gehören. Es genügt daher nicht, wenn die Saarresultate dem Reichstage bei der allgemeinen Ratifizierung ber Poungverträge vorliegen, denn bie Volksvertretung wirb ja nur bie Möglichkeit haben, bie Verträge en b 1 o c abzulehnen ober anzunehmen. Wir erinnern bei bfefer Gelegenheit an bie Feststelluna der Zentrumsfraktion in ihrer Koblenzer Entschließung, daß das Urteil über das Haager Ergebnis oonden Saarresultaten entscheidend beeinflußt wird. Der 22. Dezember für den Volksentscheid vorgesehen. Ein unmöglicher Termini Bon unserer Berliner Redaktion. Das Reichsinnenministerium scheint sich mit ber Absicht zu tragen, den Volksentscheid auf den 22. Dezember, also zwei Tage vor Weihnachten, anzusetzen. Herr Severing glaubt damit gewiß, den Wünschen der Deutschnationalen, bie mit Recht auf eine Beschleunigung gedrängt haben, sehr weit entgegenzukommen. Aber wir müssen uns sagen, daß ber Golbene Sonntag für Wahlzwecke jo ziemlich der ungeeignet ft e Zeitpunkt ist, »er sich denken läßt. So dicht vor dem Fest denkt der Mensch an andere Dinge, in den Städten sind bie Geschäfte geöffnet, bie Angestellten sind also in der Ausübung ihres Wahlrechts zum mindesten behindert, und es würde einen sehr peinlichen Beige- chmack haben, wenn auch nur der Eindruck ent« tef)en könnte, als ob irgendetwas geschähe, um bie wahre Meinung des Volkes zu retuschieren. Wenn einmal ber Volksentscheid unvermeidlich ist, haben alle bürgerlichen Parteien das gleiche Interesse daran, ihn mit denkbarster Beschleuni- gung über bie Bühne gehen zu lassen, well |ebe Orientierung nach vorn, jeber Versuch eines Ausgleichs solange hoffnungslos bleibt, bis dieser Kampf ausgekämpft ist. Aber auf eine Woche mehr ober weniger kommt es dabei auch nicht an. Um Neujahr herum ruht die Politik doch. Gewiß läßt ich auch gegen ben ersten Sonntag im neuen Jahr mancherlei einwenden. Aber di« Bedenken find doch nicht so stark, wie die Gesichtspunkte, die gerade ge- | gen den Goldenen Sonntag sprechen. Ist es also nicht möglich, ben Zeitpunkt bis zum 15. Dezember nach vorn zu schieben, bann wird schon nichts anderes übrig bleiben, als mindestens noch vierzehn Tage, vielleicht sogar drei Wochen zu warten. Das wird bann auch noch zu überstehen sein. Ob rein technisch der 15. Dezember m Frage kommen kann, ist im Augenblick noch mcht zu übersehen. Das Zählunasgeschäft gestaltet sich sehr viel schwieriger, als angenommen wurde, weil Tausende von Beanstandungen vorliegen, die sorgfältig durchgeprüft werden müssen. Trotzdem, bis zum Lö.Rovember muhte der Reichswahlausschuh fertig werden, wenn dann der Reichstag rasch arbeitet, bleibt die mer- zehntägige Frist zur Auslegung der Listen noch frei, obwohl die Zeit sehr knapp wird. Hinzu kommt allerdings, daß auch noch Ine grundsätzliche Frage geprüft werden muh, ob für eine Annahme des Volksentscheids dte ein- fache Mehrheit genügt, ober ob dm Beteiligung der Hälfte aller Stimmberecht.gten erforderlich ist. Bisher galt die erstere Annahme für unbestritten. Neuerdings machen aber die Deutschnationalen doch Einwendungen geltend, die auf der Auslegung der Verfassung aufbauen. Die Frage muh jedenfalls vorher geklärt werden; wenn auch kaum anzunehmen ist, daß die Stimmenzahl überhaupt eine solche Höhe erreicht, ist doch für die Taktik der Regierungs- ' bar leien die Entscheidung darüber mahgebend. DieGründesmdenN.Dezember Eine amtliche Verlautbarung. Berlin, 13.Rov. (2BB. Amtlich.) Für den vor- aussichtlich burchzuführenben Volksentscheid ist der 2 2. Dezember in Aussicht genommen worden. Gegen die Wahl dieses Datums sind In der Oeffent- lichkeit verschiedentlich Einwendungen erhoben worden, zu denen u. a. folgendes zu bemerken ist. Entsprechend dem Ergebnis der Fraktionsführer- bcsprechung beim Reichskanzler am 6. Rvvcmber sollte der Volksentscheid aus zwingenden aufjenpollt tischen Gründen noch vor Weihnachten stattfinden. Ucberdies hat auch der Vorsitzende der Relchstagsfraktion der Deutschnationalen Volkspartei der Abgeordnete Graf von Westarp den Wunsch geäußert, dah die Volksabstimmung noch vor Weihnachten vorgenommen werde. Run wird das endgültige Ergebnis des Lintra- gungsverfahrens frühe st ens am 23. Rave m b e r festftehcn. In den darauffolgenden Tagen muh sich der Reichstag mit dem Gesetzentwurf beschäftigen. Da auf die Jr 1 ff für die Auslegung der Stimmkarteien gewahrt und über etwaige Ansprüche gegen deren Richtigkeit entschieden werden muh, kann ein früherer Termin als der 22. Dezember für die Volksabstimmung nicht in Frage kommen. Der Reichvminister de» Innern hat sich heute wegen Einleitung der vorbereitenden Maßnahmen zur Durchführung des Volksentscheides am 22. Dezember in einem Rundschreiben an die Landesregierungen gewendet. In diesem Rundschreiben heißt es, daß der Reichsminister des Innern die von dem Einzelhandelsausschuh des Deutschen Industrie- und Handelstages gewünschten Maßnahmen, die eine Offenhaltung der Verkaufs- laden am Abstimmungssonntag und die Freigabe eines weiteren Sonntages als Ersah für einen etwaigen Gcschäslsaussall am Abstimmungssonntag bezwecken, den Landesregierungen zu stimmend zur Kenntnis gebracht hat. Sie KonMmms der Mrimdonalrn 5ant. Oie Verhandlungen in Baden-Baden zum Abschluß gebracht. Baden-Baden, 13. Rov. swB.) Das O r g a - nifationskomitee ber Bank für ben internationalen Zahlungsausgleich hat seine Arbeiten heute abenb gegen 7 Uhr mit der Unterzeichnung der verschiedenen hier in mehrwöchiger Tätigkeit ausgearbeifeten Vertragswerte für die Organisation der Bank für den internationalen Zahlungsausgleich abgeschlossen, nachdem die Verhandlungen über die letzten strittigen Punkte des Treuhändervertrage», die auf Wunsch der französischen Delegation für mehrere Tage unterbrochen worden waren, zu einer Einigung geführt haben. Rach der mehrtägigen Unterbrechung der Arbeiten des Organisationsausschusses kommt heute abend der Abschluß der Arbeiten diese» Komitees überraschend schnell, zumal da man von ziemlich tiefgehenden Differenzen in einigen wichtigen Punkten des Treuhändervertrages feilens der französischen Delegierten gesprochen hatte. Der Treuhändervertrag war in einer letzten Sitzung des Redaktionskomitees nochmals eingehend durchgearbeifet und ergänzt worden. Die Delegierten der beteiligten Rotenbanken, die Deutschland, Amerika, England, Frankreich, Italien und Japan vertreten, unterzeichneten gegen 7 Uhr abends jedes der veriragswerke, Statut, Gründungsurkunde und Treuhändervertrag für sich. Die Unterschriften ber belgischen Delegierten fehlen allerbings, da die beiden hier zurückgebliebenen belgischen Detegationsmitgliebcr erklärten, zur Unterschrift nicht ermächtigt zu fein. Sie wird dem vernehmen nach durch Generalsekretär des Organisationsausschusses, Dr. Lichtenstein, in Brüssel nachträglich eingeholt werden. Bei ber Unterzeichnung wurden von keiner Delegation irgendwelche Vorbehalte gemacht, so dah die Unterfertigung des gesamten Veriragswerke» als einstimmige Annahme bezeichnet werden kann. Damit sind die Arbeiten des seit dem 3. Oktober hier im Hotel Stephanie tagenden Organisationsausschusses der Bank für internationale Zahlungen in ihrem ersten Teil abge- schlosten. Die weitere Entscheidung geht nun an bie zweite Haager Konferenz und an die auf ihr vertretenen Regierungen über. Das Organisationskomitee selbst bleibt als solches bestehen, da ihm nach den Bestimmungen des Poungplanes auch bie für die Ingangsetzung der Bank erforderlichen Arbeiten zufallen. Line der wichtigsten Ausgaben, die das Organlfa- tionskomltee später noch zu erfüllen haben wird, wird die Wahl des Präsidenten des Direktoriums (Berroaltungsrat) der BIZ. fein, über dessen Persönlichkeit nach ausdrücklichen Versicherungen keinerlei Vereinbarungen unter den Delegationen getroffen worden sind. 2teid)s- bankpräsident Dr. Schacht und ein Teil bet deutschen Delegationsmilglieder treten bereits heute abend die Heimreise nach Berlin an. Die Statuten der Reparationsbank. Berlin, 14. Rov. (WTB. Funkspruch. Dor- meldung.) Das gestern In Baden-Baden unterzeichnete Statut der Dank für den Internationalen Zahlungsausgleich wird heute veröffentlicht. Das Statut umfaßt 60 Artikel, die sich in 7 Kap H gliedern. Aufgabe der Dank ist es danach, die Zusammenarbeit der Zentralbanken herbeizuführen, für Erleichterungen bet internet onalen finanziellen Operationen Sorge zu tragen und als Treuhänder ober Beauftragter bei der Abwicklung des internationalen Zahlung ausgleiches zu wirken. Solange der VolMgPlan gilt, soll die Bant die Bestimmungen des Planes in bezug auf die Verwaltung und finanzielle Gebarung in Anwendung bringen. Sie soll ferner ihre Geschäfte mit der Maßgabe führen, die Durchführung des Planes dadurch zu erleichtern, daß sie, solange es zu ihren Aufgaben gehört, die deutschen Reparationsleistungen entgegenzu. ehmen und zu verteilen, die Kommerzialisierung und Mobilisierung bestimmter Teile der deutschen Annuitäten in die Wege leitet. Das Kapital der Dank ist auf 500 Millionen schweizer Franken festgelegt; hiervon sollen aber nur 25 Prozent des Wertes jedes Anteilscheines 'während der Auslegungsfrist eingezahlt werden. Die Anteilscheine sind nicht mit einem Stimmrecht verbunden, dieses steht vielmehr den beteiligten Zentralbanken, oder ihren Bevollmächtigten zu. Es ift der Dank untersagt, selbst Geld zu emissieren, Wechsel anzunehmen und an irgend einem Geschäft ein besonderes Interesse zu nehmen. Die Dank soll bei ihrer Verwaltung berücksichtigen, daß die Liquidität aufrechter^alten bleibt. Der Derwaltungsrat der Dank soll aus je zwei Direktoren der sieben beteiligten Länder Die Reichsfinanzreform. Wann lüftet Hilserding den Lchleier? Berlin, 14.Rov. (Prio.-Tel.) Rach einer Mit- fcilung des Demokratischen Zeitungsdienstes wirb ber Reichssinanzminister in bet nächsten Zeil ben Regierungsparteien feine Vorschläge zur Reichsfinanzreform unterbreitet, damit im Zusammenhang mit dem Poungplan bie Frage ber Finanzreform zwischen ben Regierungsparteien verhandelt werden kann. — Laut „B. T. han- beit es sich dabei um etwa 12 bis 15 Gesetzentwürfe. Ihre hohe Anzahl erklärt sich aus dem 11m- sland, dah eine große Zahl von Steuer- gesehen geändert werden muh, wobei auf der einen Seite Steuererleichterungen und auf der anderen Seite Steuererhöhungen auf den verbrauch vorgesehen sind, der sich durch die Freiwilligkeit als L uxu s oerbr auch qualifiziert. Oer preußische Finanzminister mahnt zur Sparsamkeit. Tie Notwendigkeit der Kapitalbildung. Recklinghausen, 13. Rov. (WD.) 3n einer Versammlung betonte der preußische Fi- nanzminister Dr. Höpker-Aschoff die R o t - Wendigkeit absoluter Sparsamkeit in Staat und Kommunen. Der Deamtenapparat könne kaum und bann auch nur ganz allmählich vermindert werden. Dei der 3 u ft 14 sei bereits eine Reform ins Auge gefaßt, die vor allem die Zuständigkeit der Amtsgerichte erweitere. 3m Mittelpunkt der wirtschaftlichen Rotwendigkeiten stehe die Kapitalbildung; dazu feien erforderlich Abb au der 3ndustrie- und Rentenbanklasten Erleichterungen bei der Einkommensteuer und eine starke Senkung der Real steuern. Zum Ausgleich müsse eine erhebliche Alkoholbesteuerung durchgefüHrt werten, die diejenige Steuer sei, die am leichtesten zu tragen sein dürfte. Die Gesundung der Städte könne nur aus der Selbstverwaltung kommen, indem sich Stadtverwaltung und Stadtverordnete auch ihrer Pflicht zur äußersten Sparsamkeit besännen. Der preußische Staat habe deshalb von der 3nangriffnahme von Reubau ten im 3ahre 1930 vollkommen abgesehen. Finanzsorgen der Reichsbahn. Tariferhöhung. — Befördcrungsstcuer. Derlin, 13. Rov. (Priv.-Tel.) Die Auseinandersetzung zwischen der Reichsbahn und der Reichsregierung über die seinerzeit abgelehnte Tariferhöhung ist einstweilen mit vertagt, aber es ist mit Bestimmtheit zu erwarten, daß in den nächsten Monaten hier Klarheit geschaffen wird und heftige Kämpfe in diesem Zusammenhang entbrennen werden. Wahrend es ursprünglich zunächst nur um die rund 70 Millionen ging, die der Reichsbahn für die letzte Lohnerhöhung als ungedeckte Mehrbelastung erwachsen sind, wird jetzt immer klarer, daß in der kommenden Auseinandersetzung grundsätzlich die finanzielle Lage der Reichsbahn und das Problem der Deför- derungs steuer überhaupt zur Diskussion stehen wird. Alle Versuche, auf dem Anleihe- Wege Geld hereinzubeiommen, sind gescheitert und bleiben für die nächste Zeit auch wenig aussichtsvoll. Die Reichsbahn fühlt aber immer schwerer den Druck, der sie zu der weitgehenden Drosselung der Sachausgaben gezwungen hat. Man rechnet, dah im letzten Jahr rund 400 bis 500 Millionen am Sachprogramm Wegfällen muhten. Allein vom Oberbau sind 7000 Ki ometer überholungsoedürstig. Bei der Erneuerung i es Wagen- und Maschinenparkes wirkt sich zur Zeit die Drosselung noch nicht so sehr aus, da z. B. Lokomotiven in der äleberzahl vorhanden sind, aber mit dem kommenden Jahre werden auch hier wachsende Bedürfnisse auftreten. Demgegenüber spielt die Kürzung der Rückstellungen, die mit 500 Millionen im nächsten 3ahr ihren Sollbestand erreichen werden, nur eine relativ geringe Rolle. Trotz der Tariferhöhung haben bie Einnahmen aus dem Personen- und Gepäckverkehr im ersten Halbjahr 1929 gegenüber dem Vorjahr eine Mindereinnahme von annähernd 12 Millionen Mark zu verzeichnen. Unb obwohl beim Güterverkehr Mehreinnahmen ausgew esen werden, dürfte es sich hier nur um eine Ausnahmeerscheinung unb nicht um eine Grundtendenz handeln, da bei der Wagengestellung ein Rückgang zu beobachten ist. Unter diesen Umständen wird es bei der kommenden Auseinandersetzung zwischen Reich und Reichsbahn wohl nicht mehr allein um die 70 Millionen der Lohnerhöhung, sondern überhaupt um das Problem der Deförderungssteuer gehen. Scholz. Dr. Lutz Weltmann. Der Vorstand wählte zu seine« ersten Vorsitzenden: Dr.Ludwig Fulda und Dr. Heinrich Lilienfein, und zu ihren Stellvertretern: Fritz Engel und Georg Engel. Geschäftsführer der Rotgemeinschaft ist: Dr. Günther Birkenfeld, zur Führung des Lektorats der Abteilung Werrhilfe wurden Dr. Max Lau und Wolfgang von Einsiedel berufen. Laienspiele verboten. Mit Rücksicht auf die in den letzten Jahren stark angewachsene -Zahl der Laienspiele in Pirmasens, die dem Landestheater und der Städte-Spieloper schweren Abbruch getan haben, verweist die Stadtverwaltung erneut auf einen früheren Veschluh, der in den letzten Zähren nicht mehr angewendet worden war. Hiernach werden Anträge auf Schauspiclausfüh- rungen aller Art während der Spielzeit der Städtebund-Oper und des Landestheaters in Pirmasens nicht mehr berücksichtigt, da die Stadtverwaltung der Meinung sei. daß die vorerwähnten Theaterorganisationen dem Kulturbedürfnis der Pirmasenser Bevölkerung in vollem Mähe gerecht werden. Arau Zubkow gestorben. In einem Bonner Spital starb unerwartet an den Folgen einer Lungenentzündung Frau Viktoria Zub- kow. verwitwete Prinzessin zu Schaumburg-Lippe, Schwester des ehemaligen Kaisers. Die Verstorbene war 1866 als Tochter des späteren Kaisers Friedrich geboren. Eine von der Mutter geplante Heirat mit dem Fürsten Alexander von Bulgarien, Drinzen von Battenberg, scheiterte an dem Widerspruch Bismarcks. Die Prinzessin heiratete 18'90 den Prinzen Adolf von Schaumburg-Lippe und bezog nach dessen Tode 1916 das Palais Schaumburg in Bonn. Dort lernte sie 1927 den 23jährigen russischen Flüchtling Alexander Zubkow kennen, den sie trotz des Widerspruchs des früheren Kaisers und des Chefs des Hauses Schaumburg-Lippe heiratete. Zubkow wurde im Frühjahr 1928 aus Deutschland ausgewiesen, nachdem er das Vermögen der Prinzessin zum größten Teil durchgebracht hatte. Zur Befriedigung der zahlreichen Gläubiger mußten die Sammlungen der Prinzessin vor wenigen Wochen versteigert werden. Sturm in Rordfrankreich. Der Sturm, der in der Nacht vom Montag zum Dienstag im Aer in elkanal herrschte, hatte an der französischen Küste beträchtliche Verheerungen angerichtet und sich sogar bis In die Umge- ge nd von Paris ausgewirkt. In Lille stürzte die Mauer eines Neubaues ein und begrub unter sich ein junges Mädchen, das seinen Verletzungen erlegen ist. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt und viele Bäume entwurzelt. In der Gegend von Brest war das Meer in furchtbarem Aufruhr. Sämtliche auf der Reede liegenden Schiffe mußten doppelt Anker werfen. Das französische Aermelkanalgeschwa- d«r mußte in einem Hafen Zuflucht vor dem Unwetter suchen. Zahlreiche Fischerboote werden als vermißt gemeldet. Seemannslos. Fünf Aeberlebente des finnischen Dampfers ^Drakon", der Montag nacht bei der Insel Htö an der schwedischen Küste untergegangen ist, konnten von der kleinen Klippe, auf die sich die elf Mann der Besatzung gerettet hotten, an Land gebracht werden. Die übrigen sechs sind ertrunken. Neuschnee in den Allgäuer Alpen. 3n den Allgäuer Bergen ist die Temperatur stark zurückgegangen, und es ist Reuschnee bis zur Waldgrenze herunter, gefallen. Donnerstag früh schneit es weiter bis zum Tal herab. verwegener Raubüberfall auf die Brooklyner Schiffswerft. Ein außerordentlich verwegener Raubübcrfäll wurde am Tllitttooch aus die Vorratsmagazine der Brooklyner Werft versucht. Etwa 20 schwerbewaffnete Verbrecher fielen plötzlich über daS Wachpersonal her. 13 Wächter tourten gefesselt. Der Versuch, den schweren Geldschrank des Bureaus zu sprengen, schlug jedoch fehl. Den Verbrechern ist dadurch eine Deute von 86 000 Dollar in bar entgangen. Die Kühnheit ter Räuber, die bald darauf wieder das Weite suchten, ohne daß es der Polizei bisher gelang, auch nur einen von ihnen zu fassen, war um so größer, als sich in ter Umgebung mehr als 1 00 bewaffnete Marinesoldaten aufhielten. Verschwörung in Siag-Sing. Wie die Leitung des unweit Reuyorks gelegenen Zuchthauses Sing-Sing mittedt ist man dort einer großen Verschwörung auf die Spur gekommen, bei der es sich um ten Plan einer Massenflucht von etwa 2 00 0 Gefangenen handelte. Die Rädelsführer sind in Einzelhaft untergebracht worden. Seit den Meutereien in den Strafanstalten von Auburn, Dannemora und Canon City tourten in Sing- Sing einige als besonders störrisch bekcrnnte Sträflinge scharf beobachtet. Vor etwa einer Woche erfuhren die Beamten von der Verschwörung, die darauf hinzielte, Waffen und Dietriche in bestimmte Zellen einzuschmuggeln und zur gegebenen Zeit die Lichtanlage durch Kurzschluß außer Betrieb zu setzen. Ein Opfer der Reuhorker Börsenkatastrophe. Der Präsident der Rochester Gas- und Elek- trizitätsgesellschaft, Robert M. Searle, verübte im Badezimmer seiner Wohnung Selb st mord, intern er sich durch Gas vergiftete. Wie verlautet, hatte er in der letzten Zeit Börsen- verluste von Über einer MillionDol- lars erlitten. Geheimnisvolles Drama auf hoher See. Einige Fischer von ter dänischen Znsel Lange l a n d haben etwa zwei Stunden von Bogen- komp entfernt, ein gesunkenes lettisches Schiff gefunden, von dem nur die Masten über dem Wasser emporragten. Der Dampfer einer deutschen Gesellschaft, ter das Wrak untersuchte, fand unter dem Deck die Leichen des Kapitäns und Steuermanns. Der Kopf des Kapitäns toieS ein großes Loch auf und dem Steuermann war die Kehle durchschnitten. Ferner tourte festgestellt, daß sich an Bord des Schiffes eine Frau, einige Kinder und drei oder vier Mann befunden haben müssen, die das Schiff wohl in einem Rettungsboot vor dessen Untergang verlassen haben. Da dieses aber nirgends aufgetaucht ist, muh angenommen werden, daß sie alle um gekommen sind. Der Zustand der Leichen gibt zu der Vermutung Anlaß, daß sich an Bord entweder eine Explosion ereignet hat, oder daß der Kapitän und der Steuermann während einer Schlägerei getötet wurden. Man nimmt an, daß das Schiff während des heftigen Sturmes vor etwa drei Wochen untergegangen ist. Die Unsicherheit in China. Der Franziskanerpater Ulrich Kreutzen, ter amerikanischer Staatsangehöriger ist, wurde bei Weiyenkau, etwa 120 Kilometer südöstlich von Hankau, von Wegelagerern, die sich als Kommunisten bezeichneten, gefangen genom- m e n. Sie fordern ein Lösegeld von 10 000 Do klar für die Freilassung des Missionars. — Der Dampfer „Ktoangtsch i“, Eigentum einer chinesischen Kaufmann^gesellschaft, ter sich mit hundert Fahrgästen und voller Fracht auf der Fahrt von Woentschau nach Schanghai befand, wurde auf der Höhe von Taitschou von Seeräubern gekapert. Der Dampfer ist wieder befreit toorten. Die Seeräuber waren in ter üblichen Meise a l s Fahrgä st e verkleidet an Bord des Schiffes gekommen, hatten unterwegs die Verkleidung plötzlich abgelegt und die Mannschaft überwältigt. Auch die das Schiff befehligenden auswärtigen Offiziere wurden von ihnen übermannt und ihres Geldes und ihrer Kleidungsstücke beraubt. Das Schiff wurde von den Seeräubern ausgeplündert. Prozeß gegen 42 russische Gegenrevolutionäre. Zn Woronesch begann die Gerichtsverhandlung gegen 42 Mitglieder einer gegenrevolutionären Organisa'ion, die ihre Tätigkeit unter dem Deckmantel einer religiösen Sekte ausübte. Die Angeklagten trieben mehrere Zähre hindurch gegenrevoutionäre, monarchistische Agitation und verübten terroristische Akte und Brandstiftungen. Elf Führer der Organisation erschienen vor Gericht in weißen Kitteln mit aufgenähten weißen Kreuzen und riefen auf sämtliche Fragen des Gerichtes: „Christus ist auferstanden!" Ettst nach dem Geständnis ter zweiten Angeklagtengruppe. die die terroristischen Pläne ter elf Führer ausaesührt hatte, begannen diese Aussagen zu machen. Daten für Freitag, 15. November Sonnenaufgang 7.17 Uhr, Sonnenuntergang 16.12 Uhr. — Mondaufgang 15.30 Uhr, Monte Untergang 4.59 Uhr. 1630: ter Astronom Zohannes Kepler in Regensburg gestorben: — 1708: ter englische Staatsnrann Pitt d. Ae in Boconnvck geboren: — 1787: ter Komponist W. Ritter von Gluck in Wien gestorben: 1862: der Dichter Gerhart Hauptmann in Salzbrunn geboren: — 1910: ter Dichter Wilhelm Raabe in Braunschweig gestorben. und neun Direktoren ter anderen Länder bestehen. Hierzu tritt je ein weiterer deutscher und französischer Direktor^ solange Deutschland Reparationen zahlt. Der Vorsitzende de- Derwaltungs- rates ist gleichzeitig Dankpräsident. Der Präsident hat die Verwaltung und Kontrolle ter Bank zu überwachen. Seine Amtszeit läuft drei Zähre. Der Generaldirektor wird vom Verwaltungsrat auf Vorschlag des Präsidenten ernannt und ist dem Präsidenten verantwortlich. WemirdparleisiihrerberDVp.? Dr. Scholz wieder genesen. Berlin, 13. Rov. (Privatinformation.) Wie aus Kreisen der Deutschen Volkspartei verlautet, hat sich das Befinden des Führers der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, soweit gebessert, daß er in einigen Togen die Klinik verlassen kann. Er wird nach einem Erholungsurlaub anfang Januar wieder ganz ins politische Leben zurück- kehren. Znzwischen wird auch die Frage der Parteiführung gelöst werden. Es ist nämlich beabsichtigt, den Z e n t r a l v o r st o n d, der den neuen Führer zu wählen Hot, für Dezember nach Berlin einzuberufen. Zn parlamentarischen Kreisen gilt im Augenblick als wahrscheinlichste Lösung, daß Dr. Scholz zum Parteiführer gewählt werden wird. Reichswirtschastsminister Moldenhauer wird übrigens nicht zu ter zweiten Haager Konferenz fahren, die etwa am 8. Dezember beginnen dürfte, sondern während ter Zentralvorstandssitzung in Berlin sein. Oie Verwertung des diesjährigen Roggenüberschusses. Berlin, 13. Rvv. (WB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Um den diesjährigen Roggenüberschuh einer rationellen Verwertung ?uzuführen, hat der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft neben ter Bereitstellung von Mitteln zur Verbilligung der Versendungskosten für Roggen aus dem O st en nach hem We st en zur Verfütterung bei ter Schweinemast um tunlichst beschleunigte Prüfung der Rotwendigkeit und Zweckmäßigkeit von Maßnahmen ersucht, durch die ter Beimahlungszwang vonRog * gen zu Weizen in Höhe von 10 v. H. angeordnet, fotoie für die Herstellung von Roggenmehl die Mahlausbeute, die gegenwärtig durchschnittlich 70 v. H. beträgt, a u f 6 0 v. H. herabgesetzt wird. Keine Große Koalition in Baden. Karlsruhe, 13. Rov. (TU.) Das Ergebnis der langwierigen Verhandlungen am Mittwoch zwischen Zentrum, Sozialdemokraten, Deutscher Voltspartei und Demokraten brachten das Scheitern der Großen Koalition in Baden. Die D. Dp. und die Demokratische Fraktion halten sich in Verhandlungen am Spätnachmittag geeinigt, das Kultusministerium zu verlangen und es abzulehnen, irgendein anderes Ministerium zu übernehmen. Die D. Dp., die anfänglich sich zur Uebernahme des Justizministeriums bereiterklärt hatte, zog diese Zusage wieder zurück und erklärte, auch nicht in eine Rechtsregierung eintrcten zu können. Run bleibt es ten beiden größten Parteien, Zentrum und Sozialdemokraten, überlassen, die Regierung zu bilden. Sie vereinigen von 88 Sitzen 52 auf ihren Romen. Afghanistan. Das Regierungsprogramm des neuen Herrschers. London, 13. Rov. (WTB.) „Daily Telegraph" veröffentlicht eine Proklamation des Königs Radir von Afghanistan, in der es heißt: Die Regierung wird ihrer Pflicht entsprechend, die Vorschriften des Islam erfüllen. Die Bildung einer Nationalversammlung steht bevor. Cs wird ein Zensur- und ein Rechnungsamt geschaffen werden. Die Beamten werten auf den Koran vereidigt. Sie müssen versprechen, unbestechlich und mit ihrem Gehalt zufrieden zu fein, keiner Regierung Gelter zu unterschlagen. Der Weingenuß wird nach ten religiösen Vorschriften bestraft. Die Beziehungen zu ten auswärtigen Mächten sollen die gleichen fein wie unter Amanullah. Der Telephon- und Telegraphendienst soll ausgebaut und ter Postdienst wieder eingerichtet werden. Afghanistan wird Handelsverträge mit Deutschland, Persien, Italien. Frankreich, Großbritannien, Rußland, den Bereinigten Staaten, Belgien, Japan und anderen Ländern ab* schließen. Ferner wird ter Bau von Eisenbahnen und Bewässerungsanlagen vorgesehen. Steuerermäßigung in den Vereinigten Staaten. Washington, 13. Rov. (WTB. Funkspruch.) Rach längerer geheimer Besprechung zwischen dem Präsidenten Hoover, dem Schatzsekretär, dem stellvertretenden Schatzsekretär und dem Leiter der Bundesreservebehörde, die, wie verlautet, sich mit der Wirkung der starken und anhaltenden Börsenverluste auf die Kaufkraft des Ri i 11 e l st a n d e s beschäftigten, gab der Schah- kanzler bekannt, daß die Regierung im Einverständnis mit den Führern beider Parteien alsbald nach Beginn der ordentlichen Kongreh- session eine Steuerermäßigung von 160 'Millionen Dollar für das nächste Etats- jahr Vorschlägen werde. Aus aller Well. Rolgemeinschajt des Deutschen Schrifttums. Die Rotgemfeinfchaft des Deutschen Schrifttums e. D., die von ter Reichsgemeinschaft ter geldwerbenten Stiftungen und vom Reichsver- band des Deutschen Schrifttum« z u m Zwecke der-Zentralisierungde rW ohlfahrts- arbeit auf dem Gesamtgebiete des deutschen Schrifttums begrüntet tourte, beginnt am 1. Januar 1930 ihre Tätigkeit. Ihrem Borstand gehören an: Dr. Donndorf, Dr. Hanns Martin Elster, Fritz Engel, Georg Engel. 'Dr. Ludwig Fulda. Dr. Wolter Harlan, Dr. Heinrich Lillenfein, Dr. Werner Mahrholz, Alfred Richard Meyer, Walter von Molo, Dr. Wilhelm von Hoovers Vorschläge gegen die Hungerblockade. Ablehnende Kritik der pariser presse. Paris, 13. Rov. (WB.) Die gesamte Presse, soweit sie sich mit den Erklärungen des Präsidenten Hoover über die Freiheit der Meere beschäftigt, geht in Ab weh rstel- lung. — „Journal" erklärt: Was Hoover vorschlägt, ist im Grunde genommen nichts weiter als ter freie Warenverkehr m Kriegszeiten, ein ausgezeichnetesGefchäft für die Vereinigten Staaten, die Grvßerzeuger in Getreide und Zucker sind. Das ist ein dem Schein nach äußerst verführerischer Vorschlag für die Engländer, die stets Angst vor dem Ausgehungerttoerden haben, weil ihre Insel kaum so viel hervorbringt, um die Bevölkerung zwei Monate lang zu ernähren. Fordern die Engländer nicht gerate zur Sicherung ihrer Lebensmittelversorgung eine starke Flotte? Wenn man die Lebensmittelversorgung vertraglich garantiert, dann wird kein Anlaß mehr vorliegen, Kriegsschiffe zu fordern. — „Echo de Paris" er Hart: Wenn Hoover so viel Vertrauen zum Siege ter öffentlichen Meinung hat, dann soll er nicht mehr die Einschränkung, sondern die vollständige Beseitigung ter Kriegsflotten vorschlagen. Von dem Augenblick an aber, wo er die Rütz- lichkeit der Flotten und Armeen zugibt, erkennt er doch zum mindesten die Kriegsmoglich- Zeit an, und angesichts irgendeiner Kriegsmöglichkeit stürzt fein Gebäude wie ein Kartenhaus zusammen. „Oe uvr e" ist ter Ansicht, daß der Vorschlag Hoover am Ziele vorbeischiehe. Richt den Ce- bensmitteltransport müsse man schützen, sondern das Opfer, unö zwar dadurch, daß man feft- lege, woran ein Angreifer zu erkennen fei und welche Kollektivsanktionen ten Verbrecher treffen sollen. Wie könne Hoover übrigens auffortern. ein Kriegsgeseh zu unterzeichnen, nachdem im August 1928 ter Krieg geächtet worden sei? Derselben Auffassung ist die „6 re nou - v e l le". Sie erklärt, man müsse wählen: entweder existiert ter Kellogg-Pakt, oder er existiert nicht. Wenn er existiere, dann sei eS unmöglich festzulegen, was an einem Unternehmen, das das Gesetz ignoriere, legal ist und was nicht. Wenn ter Kellogg-Pakt nicht existiere, dann möge man das rund heraus erklären und nicht verlangen, daß man einen Vertrag abschliehe, bei dem man ter Betörte ist. — Das Gewerk- schaftSblatt „Le Peuple" schließt sich dieser Stellungnahme an und fragt, ob Hdover seine Formel, „Die Zeit ist gekommen, die Aushungerung der Frauen und Kinder als Kriegsinstru- ment zu beseitigen", auf humanitäre und zivilisatorische ©tönte aufbaue. Wer möchte diese Formel nicht unterschreiben? Sie sei jedoch nicht vollkommen befriedigend, denn sie scheine sich ter restlosen Ausrottung des Krieges zu widersetzen. Solange die Gefahr einer KollÄtivtorheit bestehe, müsse man darauf bedacht fein, die Entstehung eines Konflikts zu verhindern. England stoppt Marinebauten im Osten London, 13. Rov. (WD.) Wie der Erste Lord der Admiralität im Unterhaus mitteilte, hak die Regierung beschlossen, daß biszum Abschluß der nächsten Seemächtekonferenz keine neuen Arbeiten im Bereich der Marine st ation Singapore vorgenommen werten dürfen. Die Ausführung der bereits in Auftrag gegebenen Arbeiten soll in langsamerem Tempo erfolgen. Aus der Provinzialhaupiffadt. Gießen, den 14. Rovember 1929. Sängertagung in Gießen. Am Sonntag tagte ter Lahntalsänger- bunb im ^Schipkapaß" zu Gießen. Rach einet VorstandSsitzung am Vormittag fand am Rachmittag der Bundessängertag statt. Vor Beginn der Verhandlungen fang ter Quartettverein Gießen einen Begrüßungschor. Zur Verhandlung stand eine sehr reichhaltige Tagesordnung, die nicht weniger als acht Punkte umfaßte. DeredteS Zeugnis für das rege Jnteresfe, das im Bunte herrscht, war die Tatsache, daß sämtllche 24 Buntesvereine ihre Vertteter entsandt hatten, darunter >um ersten Male auch Gesangverein „Eintracht Steinberg, ter seit Sommer dieses Jahres dem Bund angehört. Der Duntesvorfitzente, FortbildungsschullHrer Gengnagel (Grünberg), erstattete ten Jahresbericht. Daraus war zu erwähnen das in diesem Jahre in Weilburg stattgehabte Buntesfest, womit ter dortige Verein fein lOOjähriges Bestehen feiern konnte, ferner die Beteiligung am Hessischen Sängerbuntesfest in Darmstadt. Fahnenweihe bzw. Sttftungsfest in 1929 begingen noch der Quartettverein Dießen, Gesangverein „Harmonie" Wiefeck und „Sängervereinigung" Lollar. Die Rechnungsablage, welche ter Dundesrech- ner Eise (Gießen) erstattete, zeigte einen günstigen Abschluß. Für das nächste Dundesfest hatte Wänner- gesangverein Wetzlar seine Bewerbung zurückgezogen, so daß das Fest für 1931 einstimmig dem Gesangverein „Frauenlob" Homberg (Ohm) übertragen tourte. Anläßlich des Wegbleibens eines Vereins vom diesjährigen Buntesfeste in Weilburg entspann sich eine längere Aussprache über ten Paragraph 36 ter Duntessahung, nach dem daS Fehlen eines Vereins beim Dundesfeste mit einet Geldstrafe geahndet wird, wovon nur in AuS- nahmefätten, z. D. örtliche Feste, abgewichen werten soll. Fast einftimmig tourte beschlossen, streng an der Durchführung dieses Paragraphen fest- zuhalten. Dem Sängertag wurde durch den Vorsitzende» bekanntgegeben, daß eine Teilung ter Vereine, die unter dem Romen Gau Lahn dem Hessischen Sängerbund angeschlossen sind, erfolgen soll, und zwar derart, daß der Lahntalsängerbund mit seinen 24 Vereinen als besonderer Gau teS Hessischen Sängerbuntes gilt. Dies bedingt, daß die Chormeister des Buntes in einer demnächst stattfintenden Sitzung einen Gauchormeister bestimmen müssen und daß weiterhin ter Duntes- rechner die Einziehung der Beiträge für den Hessischen Sängerbund mit übernehmen muh. Alsdann referierte der Vorsitzende, der an dem Eängertag des Deutschen Sängerbundes in Rürnberg teilgenommen hatte, über die dortigen Verhandlungen, die sich in ter Hauptsache mit den Verfehlungen des Buntesschatzmeisters beschäftigt hatten. Rach einigen kleineren Sachen wurde mit dem „Deutschen Sängergruh" die arbeitsreiche Tagung geschlossen. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35. Käse (10 Stücy 60 bis 140, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 Ms 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Römischkohl 10 bis 12, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 biS 25, Rosenkohl 40 bis 45, Die Wetterlage. Ttiorshayn' Deed« 5 y o \<5 lermont nftrmr. Sonntag: Fremdenvorstellung, Die Frau, die jeder sucht". Lustspiel von Ludwig Hirschfeld. In Vorbereitung: „Scribbys Suppen sind die besten" von Julius Berstl. Dieses Stück .... 1ur Erst. >anz des Maßgebend für die bevorstehenden Wahlen ist das hessische Gesetz über die Wahlen für Gemeinden und Gemeindeverbände (Kreise und Provinzen) vom 7. Oktober 1925. In seinem Allgemeinen Teil bestimmt es die Zahl der Vertreter im Stadtrat in den Städten und im Gemeinderat in den Landgemeinden, ferner die Zahl der Kreistags- und Provinzialtagsmit- glieder, sodann die Wahlart (allgemeine, gleiche, unmittelbare und geheime Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl auf vier Jahre), erläutert die Reuwahlen. Ergänzungswahlen und Rachwahlen, und umgrenzt die Stimmberechtigung und die Wählbarkeit. Der Stadtrat (früher Stadtverordnetenversammlung genannt) in den Städten, und der Gemeinderat in den Landgemeinden bestehen bei einer Einwohnerzahl bis zu 500 aus 7, von 501 bis zu 1000 aus 9. von 1001 bis zu 3000 aus 12, von 3001 bis zu 5000 aus 15, von 5001 bis zu 8000 aus 18, von 8001 bis zu 10 000 aus 21, von 10 001 bis zu 20 000 aus 24, von 20 001 bis zu 30 000 auS 36, von 30 0001 bis zu 60 000 aus 42, von 60 001 bis zu 90 000 aus 48, von 90 001 bis zu 120 000 aus 54, von 120 000 und mehr aus 60 Gemeindevertretern. Sind irgendwo nicht mehr als 7 zum Gemeinderat Wählbare vorhanden, so gehören sie alle dem Gemeinderate an. Auch in diesem Falle findet der Artikel 6, Absatz III des Gesetzes Anwendung, wonach Ge- meindevertretcr miteinander weder in gerader Linie verwandt oder verschwägert, noch im zweiten Grad der Seitenlinie verwandt, noch (miteinander) verehelicht sein dürfen. Aeber den Begriff des Derwandtschafts- und Schwägerschafts- Verhältnisses wird später noch zu reden sein. Der Kreistag besteht bei einer Einwohnerzahl bis zu 50 000 aus 21. 50 001 bis zu 60 000 aus 24, von 60 001 bis zu 70 000 aus 27, von 70 001 und mehr aus 30 Kreistagsmitgliedern. Der Provinzialtag besteht bei einer Eingesessenenzahl bis zu 350 000 aus 35, von 350 001 bis zu 450 000 aus 40. von 450 001 bis zu 550 000 aus 45, von 550 001 und mehr aus 50 Provinztaltagsmitgliedern. In Garnisonen sind die Personen des Soldatenstandes in diese Einwohnerzahl einbegriffen und letztere richtet sich nach der jeweils bei der letzten Volkszählung festgestellten Einwohnerzahl. Die Wahlen werden in Reuwahlen, Ergän- zungSwahlen und Rachwahlen eingeteilt. Äeu- Wahlen haben bei Ablauf der Wahldauer, bei Auflösung einer Vertretung und bei Reu- einführung oder Wiedereinführung der Städteordnung oder Landgemeindeordnung in einer Gemeinde stattzufinden. Ergänzungswahlen sind vor Ablauf der Wahlzeit vorzunehmen, soweit eine Ergänzung nicht nach Artikel 57 des Gesetzes möglich ist, wenn die Zahl der Vertreter durch Abgang unter zwei Drittel des gesetzlichen Bestandes gesunken ist, oder wenn die betreffenden Körperschaften eine Ergänzungswahl für erforderlich erachten. Eine Rachwahl ist vorzu- nehmen, wenn und insoweit eine Wahl rechtskräftig für ungültig erklärt worden ist. Der vorerwähnte wichtige Art. 57 besagt, daß, wdnn ein Gewählter nicht wählbar ist oder die Wahl ablehnt oder ausscheidet, an seine Stelle derjenige Bewerber tritt, der dem gleichen Wahlvorschlag oder einem mit ihm verbundenen an- gehört und hinter den Gewählten in erster Linie berufen ist. Stimmberechtigt ist. wer am Wahltage Reichs angehöriger und 20 Jahre alt ist und außerdem sechs Monate ununterbrochen in der Gemeinde wohnt. Das Gesetz versteht unter „Wohnen" einen auf freier Entschließung beruhenden Aufenthalt, der auf die Absicht dauernden Verweilens schließen läßt. Bewohner selbständiger Gemarkungen sind nur für die Kreis- und Provinzialtagswahlen stimmberechtigt. Die wegen Geisteskrankheit, Geistesschwäche, Trunksucht oder Verschwendung bereits Entmündigten oder gerichtlich unter vorläufige Vormundschaft oder wegen g e i st i g e r Gebrechen unter Pflegschaft Gestellten sind nicht stimmberechtigt. Von der Berechtigung ausgeschlossen sind ferner 1. Personen, die zu Zuchthausstrafe verurteilt worden find, und zwar vom Tage der Rechtskraft des Arteils an bis zur Verbüßung, Erlaß oder Verjährung der Strafe: 2. Personen, gegen die rechtskräftig auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte oder auf die Anfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aew.ter erkannt worden ist, während der Dauer des Verlustes oder der Aberkennung: 3. Personen, gegen die durch rechtskräftiges Erkenntnis auf Verlust der öffentlichen Aemter und P r a f ch.) * D i e Erweiterung des Personen- kreises in der Arbeitslosenversicherung betrifft eine Bekanntmachung des Arbeitsamtes in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Interessenten besonders aufmerksam machen. „ _ •• Berufsberatungs-Vortrag. Der Montagabend brachte im Rahmen der von der Berufsberatungsstelle des Arbeitsamts Gießen veranstalteten berufskundlichen Vortragsreihe wiederum drei sehr interessante Vorträge. Betriebsoberingenieur Haase, Gießen, verstand es in geschickter Weise, ein klares und anschauliches Berufsbild des Formers zu geben, und die Zuhörer folgten mit Interesse den Ausführungen über die Entwicklung auf dem Gebiet des Gie- ßereiwefens, sowie den fachlichen und doch leicht verständlichen Schilderungen über die Herstellung eines Gußstückes, des Schmelzens des Metaltes. der Herstellung der Form und des Ausgiehens des geschmolzenen Metalls in die Form. Begabte Knaben, die Lust und Liebe zu dem 'Beruf haben, können im Formerberuf gute Tortkom- mens- und Verdienstmöglichkeiten finden. Prü- funasmeister Horn. Gießen, wußte durch feine Vorte Verständnis für den Beruf des Malers und Weißbinders zu erwecken. Er machte vor allem die Eltern und Schüler darauf aufmerksam, wie wichtig es sei, daß nur gesunde, begabte und besonders im Zeichnen gewandte Jungen diesen Beruf erwählen, da es sonst nicht möglich sei, darin vorwärtszukommen. Die letzte Gesellenprüfung, bei der von 67 Prüflingen über die Hälfte schlechte Gesellenstücke geliefert hätten, habe bewiesen, wie wichtig diese Forderung und die Auslese eines geeigneten Rachwuchses für den Beruf sei. Auch die Fortbildung der Maler- und Weißbinderlehrlinge sei zu beachten, und wo die Fortbildungsschule mit ihrem zweimal wöchentlichen Anterricht nicht ausreiche, sollten nach Möglichkeit noch Fachkurse und besonders in der stillen Zeit die Gewerbeschule besucht werden. Werkmeister Kraft, Gießen, sprach über den Beruf des Autoschlossers, der, wie fein Raine schon sagt, Schlosser für Herstellung und Repara« tut von Automobilen ist. Lust und Liebe zum Handwerk, nicht nur zum Autofahren seien zu diesem Beruf unbedingt erforderlich. Daneben spielen aber noch gute Gesundheit, gutes Augen- maß. rasche Auffassungsgabe eine große Rotte. In feiner Weise hob der Redner hervor, daß dieser Beruf viel Arbeit und Mühe und auch recht viel Hilfsbereitschaft erfordere. Die Vorträge wurden durch gute Lichtbilder ergänzt. Die Ausführungen aller Redner fanden bei der gut besuchten Versammlung starken Beifall. " Die Gemeindefeier der Markus- gemeinde am Sonntag in der Turnhalle,, war wiederum so stark besucht, daß viele keinen Platz mehr sanden, und mehrfach der Wunsch laut wurde, im nächsten Jahre die Dolkshatte zu nehmen. Ein kurzes Begrühungswort von Kirchen- Preußen. Kreis Wetzlar. CO Lützellinden, 12. Nov. Für die Gemeinderatswahl sind hier zwei Wahlvorschläge ausgestellt worden, und zwar einer von der Ehr ist l. -Rat l. Bauern- und Landvolkpartei und einer von der Sozialdemokratischen Partei. Der Wahlvorschlag der Christlich-Rationalen Bauern- und Landvolkpartei enthält die Ramen folgenbet Kandidaten: Georg Schwer. Landwirt: Fredrich Engel IV., Landwirt. Friedrich Zimmermann, Landwirt; Georg Weber, Landwirt; Ludwig Franz, Landwirt: Friedrich Schäfer, Landwirt und Schreiner; Georg Attendörfer, Landwirt; Friedrich Rorsch, Landwirt und Gemeindevorsteher: Otto Lenz, ßanb'1 M. Wi I W" ;1. G *Ä W 19fi Damen-Kleider Nowack im Modehaus GIESSEN . SELTERSWEG 85 stehende 4 Serien eingeteilt 00 00 9359A" Mk. Mk. Dieselben sind übersichtlich zum Aussuchen auf Ständern im Parterre aufgestellt und in neben- Der allzurasche Modenwechsel zwängt uns, einen Teil unserer Bestände in modernen Kleidern abzustoßen weit unter Preis Serie I und II besteht aus insgesamt M guten Kleidern aus: Wollpopeline Kasha Taft Veloutine im Verkaufswert bis zu 45.00, durchweg 20=00 und Serie III und IV besteht aus insgesamt 7E schönen Kleidern aus: f y Crepe Georgette Crepe de Chine Veloutine __ Wollrips i. Verkaufswert bis « I zu75.00, durchweg 40=00 und VU Ö68D ■ Gießen, den 14. November 1929. Die Beerdigung findet Samstag, den 16. November 1929, vormittags 11 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. Gestern mittag 1 Uhr verschied sanft unsere liebe, herzensgute, treusorgende Tante Frau Luise Staut Wwe. M Wellig im Alter von 85 Jahren. Für die trauernden Hinterbliebenen.- Luise Lindenstruth geb. Weidig Gießen, den 14. November 1929. Die Trauerfeier zur Einäscherung findet am Freitag, dem 15. Nov, 2 Uhr nachm., auf dem Neuen Friedhof statt. ___________________________________________________ ______________ 1)7348 Statt jeder besonderen Anzeige. Heute nacht entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden wohlversehen mit den heiligen Sterbesakramenten mein lieber, guter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes Karl Buschmann Ingenieur im Alter von 53 Jahren. In tiefer Trauer Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Dora Buschmann geb. Deister und Sohn Horst. Mittelstands Vereinigung (Wirtschaftspartei) Oeff entliehe Wähler-Versammlung Donnerstag, den 14. November abends 8 Uhr, im „Cafe Leib“ fTTTTiiiirirrirM—Biii i ■■—■ Friedrich Wilhelm LebeuSversicherungS-Akt.-Gesellsch 9361V] Errichtet 1866. Mouatl. über 20000 Neuversicherle! Wir bauen uns. Auhenorgants. weiter auS u. stellen noch für versch. Gebiete einige fleißige und geschickte, reisegew. WerbeKrSfte per sofort ein. Wir wählen auch Nicht« iachleuten von Anfang an festen Zuschuir. U>erf. Borst, mit Oria.«Zeuan od. sonst. Belegen üb. bisher. Tätigkeit nm Freitag, dem 15. Nov. 19*49, vorm. 19'/,-11/, Ubr.b.H.Oraanis.- Vett. Scheeraaek, Gießen, Botel flebttti BitlMWOnöM durch Uebernahme des Alleinvertriebs meines in Preis und Leistung unüber- trofsenen.obneNev-n.Antennenanschlufr, frei auS der Vuft empfangenden 4-Röhren- Ifadio-Iernempfanger Je nach Bezirksiröße sind bei Abschluß deS Vertrages 1—3000 MkLizen^aebühren au zahlen. Tüchtige orgamsailonSoefähigle Herren mit entsprechendem Kapital erfahren Näheres am Freitagvormittaa zwischen 10—2 oder nachmitt, zwischen 15—20 Udr im Hotel Prinz Carl durch Herrn Wettern. 07338 [Stellenangebote| Junger Bursche s. sofort gesucht. 83,2D Otto Het)der, Nmerqasse 21. Tüchtiges ZioiiiMäilcIien gesucht 07349 Solei vrinz Goel. tV-ür grüß. Schuhgeschäft Lelnäiicta | Mietgesuche | ^uebe für sofort Zimmer; mit zwei Betten. Schr.Ang. unt. 07345 an den Giey. Anz. Hessischer Minister des Innern Wilhelm Leuschner Bedeutung der Kommunalwahlen spricht am Freitag, dem 15. Nov. 1929, abends 8% Uhr im Caf6 Leib über die Wir laden hiermit alle Wähler und Wählerinnen zu dieser wichtigen Versammlung einl 9307D gesucht. Schr.Ang. u. 9357U a. d. Gn. Anz. |$teliengesuche| Kindergartomn II. Klasse sucht Stelle f. tagsüber oder halbtags. Schrtftl. Angeb. unt. 07341 a. d. Gieß. Anz. DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'eche Druckerei Bekanntmachung. Erweilerung des Personenkreises in der Arbeitslosenversicherung. Durch die Novelle zum Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 12. Oktober 1929 (RGBl. I S. 153) ist der arbeitslosenversicherungs- pflichtige Personenkreis auf die leitenden oder höheren Angestellten ausgedehnt worden, soweit sie auf Grund des Angestellten- versicherungsgesetzes pflichtversichert sind (8 69 Nr. 3 des Gesetzes). Es sind nunmehr alle Angestellten arbeitslosenoersiche- rungspslichtig, die k.anken- oder angestelltenversicherungspflichtig sind. Die versiche- rungspflichtige Zahresarbeitsoerdienst- grenze beträgt zur Zeit 8400 RM. Bei der Berechnung dieser Aerdienstgrenze bleiben Zuschläge, die mit Rücksicht auf den Familienstand gezahlt werden (soziale Zulagen) außer Ansatz. 9356V Der monatliche Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung beträgt bei einem Monatsgehalt von über 300 RM. 9 RM. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen hiervon je die Hälfte. Die Beiträge sind an die Krankenkasse zu entrichten, bei der die Angestellten gegen Krankheit versichert sind. Ersatzkassenmitgliedern hat der Arbeitgeber seinen Beitragsteil zur Abführung an die Ersatzkasse auszuhändigen. Ist der Angestellte nicht gegen Krankheit versichert, ober gehört er einer privaten Krankenversicherung (nicht zugelassenen Ersatzkasse) an, (o sind die Beiträge an die Krankenkasse abzuführen, bei der er für den Fall der Krankheit pflichtversichert wäre, wenn fein Jahresarbeitsyerdienst nicht über die krankenversicheruntzspflich- tige Verdienstgrenze hinausginge; für knappschaftlich versicherte Angestellte jedoch an die Reichsknappschaft. Arbeitgeber, die höhere ober leitende Angestellte beschäftigen, sind nach § 85 a. a.O. verpflichtet, diese unverzüglich der hiernach zuständigen Einzuastelle mitzuteilen. Für die An-, Um- und Abmeldungen gelten die Vorschriften der Krankenversicherung. Arbeitgeber, die der Meldepflicht nach § 85 nicht nachkommen, können vom Versicherungsamt mit einer Ordnungsstrafe in Geld belegt werden (§ 261 a. a. O ). Gießen, den 11. November 1929. Der Vorsitzende des Arbeitsamts. 9. V.: vr. Koh l. Der Vorstand der S. P. D. Gießen 2280A t>niP 937IA Handarbeiten Handarbeits-Wolle Handarbeits-Garne in denkbar größter Auswahl M. 6. Grade Frankfurter Straße Nr. 19 Gestimmt und repariert wird Ihr Piano, FW od. Hoooium preiswert u. gut durch (ms,A Pianohaus Schönau Giefaen Seltersweg 91 Tel. 3269 Dillenburg Marktstraße 7 Tel. 367. Hubertus ZerospkeAMlllb 4391 Ist hergestellt. 0WD 15. XI. Mn Stadttheater Sieitao, 15. Nov., 7.Zreikng-Avn.-veck. von 19'/, bis 22 Uhr Der arme öeinrtti) Eine deutsche Sage tu fünf Akien von Gerb. Hauvunann. Bekanntmachung. Betr.: Wahlen zur Industrie- und Handelskammer Gießen. Zur Vornahme der Wahlen wird für den Wahlbezirk Gießen-Stadt Termin bestimmt auf Donnerstag, 21. Novbr. d. I s., vorm. von9bis 12 Uhr, int Sitzungssaal der Kammer zu Gießen, Lonvstraße 7. Es sind zu wählen: a) ein Ersatzmitglied für das verstorbene Kammermitglied Friedr. May, b) ein neues Mitglied. Die Wahlhandlung wird in einem Wahlgange vorgenommen; der mit der geringsten Stimmenzahl Gewählte gilt als Ersatzmitglied, bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Stimmzettel, die mehr als zwei Namen enthalten, sind ungültig. Als Wahlleiter wird Herr Kaufmann Rudolf Nowack in Gießen tätig sein. Gießen, 13. Nov. 1929. [9360D Industrie- und Handelskammer Gießen. Schirmer, Kommerzienrat. MreitasGhiM von 20 RM. an auch in Raten. 9159D AECSchreibniasihinen Gießen Seltersweg 8V Ruf 4291 Reparatur-Werkstatt ffir Schreibmaschinen aller Systeme Abbruch Alte Ziegel,Brennholz, Türen, Fensterrahmen, auß- eiierne Wasser- steine, gebrauchte Bretter usw. zu verknusen 93321) Wioenflofie 12. | Verkäufe ] Fabrikneu verkauft. DKW 200 ccm, 1 Gang Hfl. 485.- 20') ccm, 2 Gängen M. 545.- Sichere Käufer kleine Anzahlung und Wochenraten von ca Mk. 7.-. 19298l) Schilling Gießr n. SAimziuiM nnü fiflöie fast neu, sehr preiswert abzugeb. »»,0 Steinstr. 78 p. 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Lausende deutscher Bauern, die seit Generationen im Süden Rußlands ansässig sind und meist der Sekte der Mennoniten angehören, haben sich zur Auswanderung entschlossen. 3n diesen Lagen sind die ersten Auswanderer auf dem Wege nach Kanada, ihrer künftigen neuen Heimat, in grober wirtschaftlicher Aot an der deut- schen Grenze angekommen. Regierung und Parlament stehen vor der Frage, wie bei der schwierigen finanziellen Lage der eigenen Kassen, den wandernden Volksgenossen geholfen werden könnte. Das Rote Kreuz hat in Verbindung mit den karitativen Verbänden aller drei Konfessionen und der Arbeiterwohlfahrtsorganisationen eine Unterstützungsaktion eingeleitet. Die Massenflucht deutscher Kolonisten in Rußland von den Heimstätten, deren Entstehung 150 bis 250 3ah re zurückreicht, bedeutet unter allen Umständen eine schwere Anklage gegen den bauernfeindlichen Kurs, den die Sowjetregierung unter der Führung Stalins seit zwei 3ahren einhält, llmfonft hatte der sterbende Lenin davor gewarnt, diesen »Koch, der nur scharfe Gerichte kochen kann", die ausschlaggebende Rolle spielen zu lassen. Er vermochte alle Rivalen zu verdrängen und setzte, nachdem eine vorübergehende kompromißlerische Taktik gegenüber der Bauernschaft die gewünschten Erfolge rächt gebracht hatte, alles auf die Karte beschien- nigter 3ndustrialisierung und Sozialisierung der Landwirtschaft. »Wir können nicht wirtschaften", bekannte Anfang 1922 Lenin auf dem Elften Kongreß der Kommunistischen Partei Rußlands, als er die „neue ökonomische Politik" einleitete. „Hätten alle für die Kommunistische Partei Derant- wörtlichen eingesehen, daß wir es nicht können, es erst, von Anfang an, lernen müssen, dann wäre unser Spiel jetzt schon gewonnen. Sie sehen es aber nicht ein, sondern glauben, diese Meinung lebe nur im ungebildeten Volk, das von Kommunismus nichts versteht. Rein, die Zeit der Programme ist vorbei. 3etzt müssen wir zeigen, daß wir dein Dauer und Arbeiter in seiner schwierigen Lage praktisch Helsen und den Wettkampf mit dem Kapitalismus bestehen können.“ Die Stalinisten haben diese Lehre, die Lenin aus der großen Hungerkatastrophe zog, längst wieder in den Wind geschlagen. Sie glauben, auf den Bauern schon nicht mehr viel Rücksicht nehmen zu brauchen, weil sie in wenigen Jahren genügend mechanische Kräfte für die Landwirtschaft einsehen zu können hoffen, um von ihm unabhängig zu sein. Man rechnete mit der Zermürbtheit der russischen Bauernschaft und nahm an, daß sie sich schweigend massenhaft durch die Konkurrenz kommunistisch organisierter Getreidefabriken zugrunde richten lassen würde. Daß jetzt plötzlich gegen Zehntausend deutsche Kolonisten vor den Toren Moskaus auftauchen, um sich den Weg zur Auswanderung zu bahnen, ist ein Faktor, mit dem man nicht gerechnet hatte. Und wenn man auch den größten Teil dieser Schollenflüchtigen wieder dahin abschiebt, woher sie gekommen sind: man wird die einmal in Gang gekommene Bewegung nicht dauernd aufhalten können. Die russische Agrarfrage hat sich zu einem Weltprogramm gewandelt, um das sich vor allem auch das deutsche Volk zu kümmern hat, da es sich in erster Linie um viel zu sehr vernachlässigte Stammesgenos- s e n handelt. Wenn nun auch allein blindwütiger Doktrinarismus das Dauernelend in Rußland im allgemeinen so anwachsen lassen konnte, daß viele Tausende deutschstämmiger Wirte ihr S>ab und Gut verschleuderten, um sich irgendwie ins Ausland durchzuschlagen, so darf man die russischen Machthaber doch nicht alle in für das Schicksal dieser Flüchtlinge verantwortlich machen. Deren Stammväter haben größtenteils einst die deutsche Erde ebenso fluchtartig verlassen, wie sie heute ihre russischen Heimstätten hinter sich lassen. Es waren junge Leute, die bei Rächt und Rebel aus deutschen Kleinstaaten verschwanden, um nicht von ihren Fürsten an fremde Werber als Rekruten verkauft zu werden, oder Angehörige religiöser Sekten, die als „Ketzer" oder als Kriegsdienstverweigerer verfolgt wurden. Die Familienchronik der allermeisten deutschen Kolonisten führt beze.chnenderwe.se in Gegenden zurück, wo Thomas Münzer mit seiner aufrührerischen Auslegung der Bibel am meisten Anklang fand Die deutschen Kolonisten in Rußland setzten eine religiöse Tradition fort, die in ihrer alten Heimat mit Feuer und Schwert unterdrückt worden war, und die Toleranz russischer Machthaber gegenüber fremden Siedlern, mit denen sie die menschenleeren Steppen, die ihnen durch neue Eroberungen zugefallen waren, bevölkern konnten, ging soweit, daß sie die Gründung religiöser kommunistischer Gemeinwesen, wie die Kolonien Ra- ditschew und Ssarepta duldeten, lieber alt entwickelten sich die deutschen Riederlassungen zu blühendem Wohlstand, aber trotzdem die Kolonisten an ihrer Eigenart und angestammten Kultur zäh festhielten, verloren sie bald jeden Zusammenhang mit der alten Heimat. 3hre geistige Kultur verkümmerte in dem Maße, wie sie wirtschaftlich gediehen. 3n ihrem Stammlande aber verlor man über dem Drang nach moderner Grohmachtgeltung mehr und mehr alles 3nteresse an den nach Osten verschlagenen Volksgenossen und vergaß sie schließlich so gut wie vollständig. Die bolschewistische Revolution bedeutete für die deutschen Kolonisten zunächst eine Rettung vor drohender Vernichtung. Die schon vor dem Kriege vorbereiteten „Liquidationsgesetze" waren in Kraft gesetzt worden, die die deutschen Siedlungen mit Stumpf und Stiel ausrotten sollten. 3n Wolhynien machte man den Anfang. Schon waren zehntausend Männer, Frauen und Kinder, von Haus und Hof gejagt und größtenteils auf der Wanderung ins Ungewisse elendiglich zugrunde gegangen, als die bolschewistische Revolution ausbrach und die Liqui- dationsgesehe von selbst aufhob. Damit waren freilich die entfesselten deutschfeindlichen Kräfte im Russentum feineswegs beschworen. Der Geist der Liquidationsgesetze wirkte fort in der Art und Weise, wie ausführende Organe der kommunistischen Regierung mit der Zeit so requirierten, daß die wohlhabenden deutschen Kolonisten auf das Riveau der russischen Dörfer^ herabgedrückt wurden, während diese sich allmählich Darüber erheben konnten. Verhängnisvoll wurde den deutschen Kolonisten nun ihre kulturelleRück- st ä n d i g t e i t. Sie waren mit Recht stolz auf ihre wirtschaftlichen Tugenden, aber es fehlte ihnen an geistiger Regsamkeit und Anpassungs-t fähigkeit, und da es auf kommunistischer Seite meist ebensosehr an Verständnis für die besonderen sozialen Verhältnisse in den Kolonien fehlte, so entwickelten sich um so schärfere Gegensätze, die immer größere Vlutöpfer fofteteten. Was kann nun auherha lb Rußlands für die deutsch-russischen Flüchtlinge geschehen? Man wird sich um die Beantwortung dieser Frage nicht auf die Dauer Herumdrücken können: denn wir werden es bald genug erleben, daß wir erst einen kleinen Vorgeschmack einer neuen Völkerwanderung zu kosten bekamen. Schließlich kann sich Stalin ja darauf berufen, daß er nur amerikanischem Beispiele folge, wenn er die russische Landwirtschaft im schärfsten Tempo zu industrialisieren suche. Ob das mit oder ohne kommunistische Tendenzen geschieht, macht ia in der Praxis für den Dauern keinen großen Unterschied. Er wird auf alle Fälle „gelegt". 3n der nordamerikanischen Union werden heute mit drei Millionen weniger Menschen und ebenfalls drei Mlllionen weniger Zugtieren auf um 13 Millionen acres (1 acre =» ?/5 Hektar) verringerter Anbaufläche mehr landwirtschaftliche Güter erzeugt als 1920. Die Tendenz zur Mechanisierung landwirtschaftlicher Betriebe ist es ja auch, die dem Bauens in Mitteleuropa die Scholle unter den Füßen brennen, und die anderseits noch dünn bevölkerte Länder wie Kanada und Australien gegen weiteren Zuzug sperren läßt. Es ist anzunehmen. daß die kanadische Ein- wanderungsbehörde, die den mennonitischen Organisationen gewisse Zusagen gemacht hatten, nachträglich von einer Angst vor der eigenen Kurage befallen wurde, als sie wahrnahm, welch massenhaften Umfang die Auswanderungsbewegung in den deutschrussischen Kolonien auf Grund ihres Entgegenkommens annahm. Die augenblickliche wirtschaftliche Lage in Kanada ist freilich auch keineswegs ermutigend für die Aufnahme großer Einwanderermassen. Auch im Westen Kanadas geht neuerdings ein beschleunigter 3ndustrialisierungs- und Rationalisierungs- Prozeß vor sich, der schon dazu geführt hat, daß die landwirtschaftliche Erzeugung im letzten 3ahre s i ch verdoppelte, während die landwirtschaftliche Bevölkerung kaum zu- ncchm. Die neue Völkerwanderung, die Vorgänge, die der Massenausbruch deutscher Sowjetbauern aus unerträglich gewordenen örtlichen Verhältnissen ankündigen, erheischt eine großzügige Neuorientierung für die Politik und Wirtschaftsstrategie aller Weltmächte, wenn sic sich nicht zu einer immer größeren Gefahr für die ganze Kulturmenschheit auswachsen soll. Die ganze moderne Kulturmenschheit muß sich dazu aufraffen, sich mit einem Problem zu befassen. dessen Richtlösung ihren Untergang bedeutet. Was soll mit den Menschen geschehen, die in der ganzen Welt fortgesetzt aus dem Wirtschaftsleben hinausrationalisiert werden? Da wollen elliche Tausend tüchtige deutschrussische Landwirte in kapitalistischen Ländern Zuflucht suchen, und niemand will sie eigentlich haben. Ueberall besteht Der Wunsch, mit weniger Menschen und umsomehr mechanischen Kräften zu wirtschaften. Glaubt jemand, daß sich die Menschen, die dadurch aus Brot und Stellung getrieben werden, das auf die Dauer gefallen lassen werden, wenn ihre Zahl unaufhaltsam wächst? 3st die Maschine wichtiger als Der Mensch? Wenn Stalin fortfährt, so zu denken, so wird er sich wundern, wie schnell das Erbe Lenins an Vertrauen bei Den breiten Volksmassen vertan sein wird. Aber schließlich bedeutet Der Stalinismus nur Die russische lieber- I sehung von amerikanischen Begriffen wie Fordis- । mus unD Hooverismus. Das Fernsehen im Rundfunk kommt! Don Max Fischer. Rachdruck verboten! Run ist es so weit: Ende Rovember oder Anfang Dezember wird man sich Fernsehenrpfän- ger laufen können, und im Dezember wird der Rundfunk voraussichtlich mit der Sendung beim Funkgast sichtbarer Bilder beginnen, also mit der Sendung von Bildern, Die Der Sehgast un- Schulze in seinem Fernseher sehen, und der Herr Professor wird wahrscheinlich eine Verbeugung vor seiner ihm unsichtbaren Gemeinde und zum Schluß Winkewinke machen. Hierauf wird Schrift erscheinen: „Bitte schalten Sie wieder auf Hören um!“. Run wird Herr Professor Schulze feinen Vortrag halten, und nach einiger Zeit wird er M Bild 1. Die Löcher in der Lochscheibe haben nicht gleichen Abstand voneinander, sondern sind so angeordnet, wie dies unser Bild 2 zeigt. mittelbar sieht, ohne daß sie wie beim Bildfunk auf Papier ausgenommen werden. Leider muß vorläufig auf denselben Wellen gesandt werden, auf denen der Rundfunk seine Töne aussendet, so daß man nicht gleichzeitig hören und sehen kann, wiewohl es auch hierfür Möglichkeiten gibt. Der Empfang wird sich also so gestalten, daß der Ansager z. B. sagt: „Sie hören jetzt einen Vortrag des Herrn Professor Schulze über das Seelenleben des Maikäfers. Bitte schalten Sie zunächst auf 3hren Fernseher um, damit Sie Herrn Professor Schulze persönlich kennen lernen!“. Dann wird der Sehgast Herrn Professor Bild 2. Die Löcher in der Loch scheibe haben den gleichen Winkelabstand voneinander. 3n Wirklichkeit sind es 30 Löcher. sagen: „3ch zeige 3hnen jetzt den Sitz der Maikäferseele: Da wo der Pfeil auf dem jetzt folgenden Bild hinzeigt, fitzt die Seele. Ditte schalten Sie jetzt auf Sehen um!“. Dann wird er ein stehendes Bild eines Maikäfers zeigen und hierauf wieder durch Schrift zum Ilmschalten auf Hören aulforDern. Vielleicht will er im weiteren Verlauf feines Vortrages auch noch zeigen, wie der Maikäfer auf gewisse seelische Eindrücke anspricht, und dazu wird er einen Film im Fernseher erscheinen lassen. So etwa wird sich Die Erläuterung eines Vortrages durch Dilder ab- spielen. Wie die Zündhölzer entstehen. Täglich werden auf der Erde 4 Milliarden verbraucht. Streichhölzer oder Schwefelhölzer oder Zündhölzer sind, wenn man von den Wachsstreich- hölzem absieht, Holzstäbchen, Deren eines Ende mit einer Masse versehen ist, welche Durch Reibung an bestimmten Flächen zur Entzündung gebracht werben kann. Die ersten Hölzer dieser Art wurden im 3ahre 1833 in den Handel gebracht und hießen Damals Eongrevsche Hölzer, nachdem bereits 17 3ahre vorher Der Franzose Derosne Versuche mit Phosphorhölzern gemacht hatte. Die Congrevschen Hölzer Dagegen besahen einen Kopf aus Schwefel, Kaliumchlorat, Schwefelantimon unD einem Bindemittel. Damit Die Masse an Den Holzstäbchen fleben blieb. Man bekam beim Einkauf zwei Plättchen aus Sand- papier Dazu, die man in Die Hand nahm und zwischen Denen man Die Hölzer rieb, bis sie aufflammten. LeiDer explodierten sie sehr oft, so Daß es nicht immer ein Vergnügen war, die „moderne“ Methode beim Feuermachen anzuwenden, und es viele verbrannte Finger gab. Die Folge war ein Verbot Der gefährlichen Hölzer in fast allen Deutschen unD vielen auslänDischen Staaten. Erst als Preshel im 3ahre 1838 Das Kaliumchlorat Durch Mennige unD Braunstein ersetzte, konnten sich Die Streichhölzer Durchsetzen, aber Der eigentliche Aufschwung datiert Doch erst von Der ErfinDung Der sogenannten Sicherheitshölzer her. Diese wurden konstruiert durch Professor Boettcher in Frankfurt am Main, Der im 3ahre 1848 Die ersten in den Handel bringen ließ. Da Schweden sich die Fabrikation sicherte, hießen sie Schwedenhölzer. Prof. Doett- cher hatte den notwendigen Pyosphor aus den Köpfen der Zündhölzer entfernt und ihn mit Hilfe eines Bindemittels in einer Reibfläche angebracht, welche den Zündholzschachteln angeflebt wurde. Zur gleichen Zeit wurden Die Vulkanhölzer erfunDen, die überhaupt keine Reibfläche brauchen, sondern an Tischen und Fensterscheiben, an Hosenböden oder Schuhsohlen angezündet werden tonnen. Anfangs wurden die Zündhölzer natürlich im Handbetrieb hergestellt, doch gibt es heutzutage Wohl kaum noch eine Fabrik dieser Art. Vielmehr ist Die Herstellung überall durchweg maschinell. Als Material für die Hölzer wird im allgemeinen Espen-, Pappel- oder Fichtenholz genommen, das in Form von Stamm- klöhen in eine Schälmaschine gesteckt wird, die sie zu langen Bändern von der Dicke Der Hölzer auf rollt. 3n Der Abschlagmaschine toerDen Diese BänDer in fertige Hölzer zerschnitten. Eine moderne Abschlagmaschine stellt täglich 30 Millionen Zündhölzer her, die zuerst getrocknet, dann geordnet und schließlich Der Einlegemaschine zugeführt werden. Diese hat Den „Auftrag", Die Hölzer einzuspannen unD in Die Pfannen mit Schwefel zu tunken, dann zu trocknen und der Füllmaschine zuzuleiten. Diese liefert Die fertig gefüllten Schachteln. Die Zündhclzindustrie blüht in erster Linie in Schweden, in 3talien, Deuts^land, Rußland, Oesterreich und Ungarn. Die größten Fabriken liegen in Schweden, wo einige eine Tagesleistung von 60 Mlllionen Hölzern aufzuweisen haben. Dreiviertel der schwedischen Produktion wird ausgeführt. Der Wellverbrauch ist ungeheuer und wird auf vier Milliarden pro Tag angegeben. Das wären 4630 in der Sekunde! und 1469 Milliarden tm 3ahr! Die meisten Streichhölzer verbraucht Deutschland, nämlich pro Kopf Der Bevölkerung zwölf Stück am Tag, das sind also täglich 768 Millionen und im Jahre 280 Milliar- den. 3n England begnügt man sich mit acht, in Frankreich sogar mit sechs pro Tag und Kopf der Einwohnerzahl. Ein neuer Napoleon-Film. Im Berliner Ufa-Theater am Nollendorf-Platz erlebte Der Film „Napoleon auf S t. Helena" die Welturaufführung. Dieser Film, dessen Regie Lupu Pick führt, ist, pychologisch gewertet, eine große Leistung. Es ist das Drama der letzten Tage des gefangenen Kaisers auf St. Helena, das sich unter den Augen seines Kerkermeisters, des englischen Gouverneurs Hudson Lowe abspielt. In diesem Filrn- werk entwickelt Werner Krauß als Napoleon sein großes schauspielerisches Können, wenn sich in dem gefallenen Kaiser der Zorn über die kleinliche Art der Bewachung, über Die Schikane unD täglichen NaDelstiche Des englischen Gouverneurs Luft macht. Aber auch Bassermann als Gouverneur ist ein glänzenDer Spieler, wenn an seiner kalten unerbittlichen Entschlossenheit jeDer Appell, Der Die Lage Des Kaisers verbessern soll, wirkungslos ab- prällt, wenn er um feine große Verantwortung bangt unD in jeDer ^tunDe glaubt, Der Kaiser werDe entfliehen, wenn er erschüttert am Totenbett steht und Den Satz spricht: „Ich habe Doch nur meine Pflicht getan ..." Auch Die anDeren Darsteller geben ihr Bestes. Der Film wird sicherlich ein großer Erfolg nicht nur in Deutschland, sondern auch in Den anDeren ßänDern toerDen. Man sah u. a. Die Herren Der französischen Botschaft im Theater. Oer „Affenthaler". Von Liesbet Dill. 3ch war noch sehr klein, ich hatte gerade Leser und Schreiben gelernt, und machte eine große Reise mit meinen Eltern über den Rhein. Man zeigte mir das Riederwalddenkmal, das „Dinger Loch“, mit den wildschäumenden, gefährlichen Strudeln und den Mäuseturm, vor dem ich mich fürchtete, seit ich das Bild gesehen hatte von jenem grausamen Bischof, der für seine Untaten bestraft wurde, indem Die Mäuse sich an ihm rächten und ihn bis in diesen Turm verfolgten und ihn auffrahen. Ich wohnte in Wiesbaden zum ersten Male in einem großen Hotel. Ich fand das wunderbar. Diese Drei Wochen sind mir heute noch in märchenhafter Erinnerung. An den Wänden befanden sich kleine, weiße Knöpfchen, und wenn man daraus drückte, kam blitzschnell jemand ins Zimmer — ein Kellner oder ein Mädchen —, das mich fragte, was ich wünschte. Ich wünschte eigentlich nichts. Ich wollte nur mal sehen, was das für Knöpfchen seien. Es wurde mir Dann leider verboten, auf diese Knöpfchen zu drücken. Das sei nur für Erwachsene, hieß es... Morgens wurde man durch Musik geweckt: das Kurorchester spielte einen frommen Choral. Um Den Kochbrunnen toanDclten viele Menschen, mit Gläsern in Den HänDen, aus Denen sie etwas tranken, das abscheulich schmeckte, aber gesund sein sollte. Dann stieg man in eine dampfende Unterwelt, um zu baden. Alsdann wurde das Frühstück in einem großen Festsaal serviert: Der Kellner reDete mich mit Sie an. Wünschen Sie Kaffee Tee oder SchokolaDe? Ratürlich wünschte ich SchokolaDe. Dann kam Der Spaziergang durch Die Wälder, oder, was mir bedeutend lieber war. ich durfte in die Stadt gehen, um Die Läden zu betrachten. Einmal ging ich sogar im weihen Kleid, mit einer schottischen Schärpe und aufgelöstem Haar... Es wurde eine Oper gegeben, von der ich nur noch weih, daß ein lebendiges Kamel darin vorkam. Als wir heimfuhren, las ich im Zugabteil Die Rechnung. Sie war so lang, daß man sie dreimal um sich wickeln konnte, und darauf fand ich ein ganz merkwürdiges Wort, das in regelmäßigen Abständen immer wiederkehrte. „Ein Affenthaler ...“ Und ich glaubte lange, daß dieses das Trinkgeld bedeute, das der Wirt in Rechnung gesetzt, weil die Gäste oft versäumen, es zu geben... Hochschulnachnchien. Geheimrat Professor Dr. phil., Dr.-Ing. h. c. Hermann Onden, Der bekannte Vertreter der neueren Geschichte an Der Universität Berlin, begeht am 16..D.M. seinen 60. Geburts- t a g. Der Gelehrte gehört den Akademien der Wissenschaften in München, Berlin und Heidelberg als Mitglied an, ferner ist er Präsident Der Wissenschaftlichen Abteilung Der Deutschen Akademie in München. Onden ist aus Oldenburg gebürtig, widmete sich Dem StuDium der Geschichte in Berlin und Heidelberg, besonders unter Max Lenz und erwarb 1891 Den Doktorgrad. Dann war er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Haus- und Zentralarchiv in Oldenburg. siedelte 1895 nach Berlin über und habilitierte sich zwei Jahre später an Der Berliner Universität. 1905/06 wirkte Onden als Aus- tauschpwfessor an Der Universität Chicago, folgte später einem Rufe als Ordinarius nach Gießen als Rachsolger von Wilhelm Onden und 1907 nach Heidelberg als Rachsolger von E. Mards. Don 1923 bis zu feiner fünf Jahre später erfolgten Berufung nach Bersin wirkte Onden in München. Professor Onden ist Herausgeber der „Allgemeinen Staatengeschichte" und Mitherausgeber (mit Fr. Meinecke) Der „Klassiker Der Politik". Don seinen zahlreichen Werten nennen wir: „Rudolf von Bennigsen“: „Lasalle": „Deutschlands Wellkrieg unD Die Deutschamerikaner"; „Das alte und das neue Mitteleuropa": „Die historische Rheinpolitik Der Franzosen": „lieber den Zusammenhang Der inneren auD äußeren Politik", 1918; „Die Rheinpolitik Rapoleons Ul. von 1863 bis 1870 unD Der I Ursprung des Krieges 1870"; „Großheczog Friedrich von Baden und Die deutsche Politik von 1854 bis 1871“, Damit man nun mit Fernsehempfängern verschiedener Firmen die Sendungen empfangen kann, Hot das Reichspostzentralamt die Fernseher von Mihalh, Daird und Karolus so weit genormt, wie es zum Empfang der ausgesendeten Bilder notwendig ist. Als Format ist das Seitenverhältnis 4:3 festgesetzt worden. Als Bildzahl in der Sekunde hat man sich auf 12,5 Bilder geeinigt. Das ist leider etwas wenig und wird ein gewisses Flimmern der Bilder zur Folge haben. Man kann aber über diese Zahl nicht hinausgehrm. weil man sonst das den Funksendern durch die Wellenverfeilung zugeteilte Wellenband überschritte. Mit 12,5 Bildern in der Sekunde bleibt man unter der beim Film üblichen Zahl von 16 Bildern in der Sekunde. Beim Film hat man diese Zahl gewühlt, weil es sich gezeigt hat, daß bei ihr die Bilder gerade noch ohne Flimmern für das Auge unmerklich ineinander übergehen und Bewegungen, die nicht allzuschnell sind, als solche ohne Sprünge wahrgenommen werden. Reuerdings strebt man jedoch beim Film danach, die Zahl der in einer Sekunde voröeilaufenden Bilder zu erhöhen, damit auch schnelle Bewegungen sprunglos wiedergegeben werden können, und zwar möchte man möglichst auf 25 Bilder in der Sekunde gehen; beim Tonfilm hat man den goldenen Mittelweg «ngeschlagen und sich auf 20 Bilder in der Sekunde geeinigt. Denselben Weg wird man beim Fernsehen auch gehen müssen, man kann dies aber erst dann, wenn dafür breitere Bänder freigegeben werden. Dazu gibt es zwei Wege: Entweder man vermindert die Zahl der Funksender und benutzt die frei werdenden Wellen zur Berbreiterung der Wellenbänder der bestehenbleibenden Sender, oder man stellt breite Bänder im Bereich der kurzen Wellen zum Fernsehen zur Verfügung. Dieser Weg wäre insofern besser, als man dann auch gleichzeitig hören und sehen kann. Telefunken-Karolus scheinen die Freigabe der kurzen Wellen abwarten zu wollen, während Mihalh — Telehor A.-G. — und Baird — Deutsche Fernsehgesellschaft — gleich anzufangen beabsichtigen. Beide verwenden beim Sender und Empfänger die Lochscheibe. Für diese Lochschetbe hat man sich auf 30 Löcher geeinigt die bekanntlich in einer Spirale an- gcord-et sind und so allmählich das ganze Bild in Krc.siöogen überstreichen. Run sind 30 Streifen sehr wenig, da die Bilder dabei ziemlich grob wielergegeben werden. Der Grund, aus dem man mit der Lochzahl nicht höher gehen kann, ist ebensalls der, daß man sonst das zur Verfügung stehende Wellenband überschritte. Trifft man die oben angegebenen Maßnahmen, durch die man in den Besitz breiterer Welleirbänder für das Fernsehen gelangt, so kann man auch die Lochzahl erhöhen und damit feinere Dllder geben. Vorläufig kann man wegen der groben Abtastung in nur 30 Streifen nur einzelne Köpfe oder große Gegenstände im Fernseher zeigen, während die Llebermittlung ganzer Bühnenszenen so lange unmöglich ist, bis man breitere Wellenbänder hat. Die Löcher in der Lochscheibe sollen nicht, wie man annehmen sollte, gleichen Abstand von Loch zu Loch haben (Bild l), sondern die Scheibe soll in gleiche Winkel eingeteilt werden, deren jeder ein Loch enthält (Bild 2). Diese Anordnung werden sich die Bastler merken müssen, die sich selbst Fernsehempfänger bauen wollen; dies liegt bei deren Einfachheit durchaus im Bereich der Möglichkeit, denn ein Fernsehempfänger besteht eigentlich nur aus eiger Glimmlampe, der Lochscheibe und deren Antrieb. Wir dürfen nach dem Gesagten von den ersten Fernsehsendungen noch keine große Vollkommenheit erwarten. Dies liegt zum Teil an der geringen Breite der zur Verfügung stehenden Wellenbänder, zum Teil aber auch daran, dah man erst Erfahrungen sammeln muß. Wenn sich erst Tausende mit bem Fernsehen befassen, werden sich sicher noch allerlei Verbesserungen ergeben. Wir wollen uns also vorläufig freuen, daß man überhaupt fernsehen kann, und uns durch die kleinen Mängel, die dem Fernsehen noch anhaften, die Freude an dieser gewaltigen Errungenschaft menschlichen Geistes nicht trüben lassen. Rom ist auch nicht an einem Tage erbaut worden. unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Gießen. Es handle sich hierbei um sehr brennende Fragen für unsere Stadt. Die Aerzte hätten den besten Einblick in die Wohnungsverhältnisfe vieler Familien und wüßten, wie schlimm es da vielfach autfehe. Die Rednerin nahm dann Stellung gegen di« Mchaup- tung, daß hier keine Wohnungsnot mehr bestehe, und führte zum Beweis für das Vorhandensein einer Wohnungsnot an. daß nach einer Aufstellung des Wohnungsamtes im vorigen Monat noch 1538 Familien als Wohnungsuchende beim Wohnungsamt gemeldet waren. Davon waren als dringend anerkannt 633 Familien oder Ehepaare, di« völlig ohne Wohnung sefen, außerdem kämen noch 852 Familien in Betracht, die heute als Untermieter oder in unzulänglichen Wohnungen untergebracht feien. 50 Familien säßen noch in Wohnungen, die vom Stadtbauamt als baufällig und unbewohnbar bezeichnet wurden, 200 Wohnungen seien als unhygienisch anerkannt worden. Die Rednerin gab dann auf Grund ihrer eigenen Wahrnehmungen eine Anzahl Beispiele für die schlimmen Auswirkungen des mangelhaften Wohnens vieler Familien, schwere Folgen sowohl in gesundheitlicher, wie auch in moralischer und seelischer Hinsicht. Sie erkannte an, daß die Stadt und die Baugenossenschaften in den letzten Jahren durch weitgehende Schaffung von schönen Kleinwohnungen schon manche Besserung herbeigeführt haben, es sei aber notwendig, daß weiter gesunde Kleinwohnungen herge- stellt würden, möglichst mit einem kleinen Garten- anteil und auch mit Plätzen für die Kinder, damit diese sich nicht auf der Straße aufhallen müßten, llötig seien vor allem noch Kleinwohnungen^ von 2 Zimmern oder 1 Zimmer mit Wohnküche. Der Bedarf an größeren Wohnungen müsse durch die private Bautätigkeit gedeckt werden^ Riemand werde sich der Forderung nach weiteren Kleinwohnungsoauten in Gießen entziehen können. Stadtratsmitglied Reallehrer Hebermehl, der mittlerweile den Versammlungsvorsitz übernommen hatte, unterstrich die Darlegungen und Forderungen der Rednerin noch in kurzen Worten. Dann sprach Stadtratsmitglied Liadtschulrat Fischer über die Bedeutung derStadtratswahl, Rückblick und Ausblick. Er betonte einleitend, daß unsere kommunale Arbeit von heut« schwer an den kommunalen Unterlassungen der Vorkriegszeit zu tragen habe. Damals habe man immer nur um jeden Preis die Sätze der Steuerzuschläge niedrig halten wollen, und deswegen habe man Aufgaben zurückgestellt, dje schon längst dringlich waren und denen man sich jetzt nicht mehr entgehen könne. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang vor allem an die Tatsache, daß feit 1896 bis vor kurzem kein S ch u l h a u s mehr erbaut wurde, obwohl die Bevölkerung der Stadt immer mehr zunahm. Unhaltbare Verhältnisse in der Unterbringung der Schulkinder seien die Folge der früheren Unterlassung gewesen. Die Stadt tue jetzt auf diesem Gebiete was sie kann, aber die Last sei heute schwerer als früher. Weiter erinnerte der Redner an die vielfachen Schwierigkeiten, die aus der zersplitterten Unterbringung der Stadtverwaltung täglich erwachsen und die ein rationelles Arbeiten erschweren. Ein Rathausbau in der Vorkriegszeit zur Zusammenfassung aller Verwal- tungsstellen sei leider zurückgestellt worden. Auch die Frage des V i« h h o fe s sei schon vor dem Kriege dringend gewesen, aber nicht gelöst worden, so daß wir uns heute mit dieser Sache noch zu befassen hätten. Dazu komme die Frage der Verlegung kann jetzt keine Rücksicht auf seine Kaste nehmen. Hofsentlich weigert er sich nicht, mitzugehen." „Er hat nichts davon gesagt." „Es wäre mit reichlich unerwünscht gewesen. Wir werden ihn in Dardschiling sehr nötig haben. Wenn du mir das Frühstück bringst, vergiß nicht, einen Teller Milch für den Hund." Er klopfte das weich« Fell des Hundes, der zu einem Knäuel zusammengekuschelt auf der Decke lag und beim Gähnen das tadellos weihe Raubtiergebih bis an die hintersten Eckzähne sehen ließ. „Rixa, nun werden wir's bald schöner kriegen," tröstete er. „Dann sollst du ein Bad haben und Rosenöl auf dein Struppelhaar! Laß das SchmeichelnI" Er löste die beiden Vorderpfoten ab, welche ihm die junge Hündin um die Hüften gelegt hatte. „Ich kann'S nicht leiden, wenn klein« Mädchen so aufdringlich zärtlich sind. „Glaub's ihm nicht, Rixa," sagt« eine Stimme hinter ihm, die ihn sofort eine ganze Wendung auf den Hacken machen ließ. „Guten Morgen, Lieber! Wie fühlst du dich? Passabel? DaS ist erfreulich! Du hast auch präch- tig geschlafen! Und eine Freudennachricht zuvor: Wir haben einen Träger für dich. Du brauchst nicht durch den Dreck zu stapfen. Spätestens um zwei Uhr sind wir in Dardschiling." „Günther, ich werde trotzdem all deine Hoffnungen zuschanden machen," kam es mühsam. Dessen Wangen verloren an Farbe Er versteckte feine Angst hinter einer gutgespielten Heftigkeit: „Du mußt dich nicht immer solchen Depressionen überlassen! Ich leide auch unter bem Wetter, bas läßt sich nun einmal nicht ändern. Das Fieber kriegt hier jeder. Ich hab's auch gehabt und spür« es noch in allen Knochen. Man muß das mitnehmen, wenn man schon einmal in Indien gewesen fein will." Seine Stimme wurde etwas leiser. Die größte Erregung war herausgepoltert und durch den Wortschwall abgeflaut. „Stefan bringt dir jetzt das Frühstück und hilft dir beim Llnkleiden. -- Ich habe noch ein paar Worte mit Mab zu reden. Komm, Rixa!" Auf eine winkende Geste seiner Rechten sprang die Hündin von der Decke und rieb ihren Körper an bem seinen. Der Hindu neigte den Oberkörper, als Anstetten aus dem Zelte trat und seinen „Guten Morgen" erwiderte. „Sahib Peter hat eine gute Rächt gehabt," sagt« er und duldete nicht, daß der dunkle Blick von ihm abwich. „Wenn du Bedenken wegen deiner Kaste hast, du weißt was ich meine, dann nimm das Teil Gepäck, das dich trifft, und geh« voraus. Besorg« iivGalbocka die Billetts und warte bis wir nachkommen." Der Hinkw senkte den Blick und wurde merkwürdig bleich, als Anstetten, ohne auf ihn zu achten, wieder in das Zelt zurücktrat. Die Europäer waren nichts als Materie! Selbst der Sahib Günther, der doch eine indische Frau zur Mutter hatte, verfügte über keine der Kräfte, Die oftmals auch der niedrigsten Kaste der Hindu zu eigen war. Si« sahen nur das Nächstliegende. Darüber hinaus nichts. Das kam, weil ihre Seele ganz von der Plumpheit des ßeibeS gefangen gehalten wurde, während die seiner Rasse sich loszulösen vermochte, wenn sie eine gewisse Stufe der Vollkommenheit erreicht hatte. Während Mab das erwog, war seine Hand ohne Unterbrechung beschäftigt die Sachen zu packen, die in bem kleinen Zelt zerstreut lagen und bann die Leinwand zusammenzufalten, daß nur noch ein paar Pflöcke, welche die Dachung getragen hatten, in keilförmigen Spitzen zum Himmel strebten. Hoch bepackt, lüftete er eine schmale Spalte des großen Zeltes: „Ich bin fertig, Sahib! — Wenn ich noch etwas tragen soll — die Hände sind noch frei.“ Anstetten suchte in den dunklen Augen: „Du wirst mich nicht im Stiche lassen?" fragte er, sich der Sprache des Hindu bedienend. „Rein Sahib." „Ich danke dir, Akab." Die schmalen Hände Günthers lagen für einen Augenblick in der braungebrannten des Hindu. „Äimm Rixa mit," bat er. „ich habe keine Zeit, auf sie zu achten." Aber das Ti«r war nicht zu finden. „Dann geh" befahl er. „Ich hoffe, daß wir bald nachkommen. Aimm für den Paria die letzte Wagenklasse, damit es keine älnannehmlichkeiten gibt." „Du willst ihn mit nach Dardschiling bringen, Sahib?" „Ja, ich kann ihn nicht verhungern lassen. Außerdem kann er sich im Bungalow nützlich machen. Den Garten versehen, die Oefen Heizen und so. — Ich fürchte, daß e» sehr kalt ist oben." Anstetten sah mit einem eigentümlichen Gefühl von Beklemmung und Furcht gemischt, dem Hindu nach, der in der sumpfigen Waldlandschaft verschwand. Er hatte keine Sorge, daß d'^eser nicht Wort hielt und insgeheim verschwand, während er ihn nach der Station gehen glaubt«. Aber dessen Gebaren war schon seit Tagen so gedrückt, wie er «S noch nie an ihm wahrgenommen hatte. Er konnte sich feinen besseren Diener wünschen. Dessen Anhänglichkeit war rührend, was wohl darin begründet fein mochte, daß seine Mutter eines Stammes wie er gewesen war. Es war außerordentlich beruhigend, Akab um sich zu wissen, wenn auch er und Peter nachgerade in Indien feine Fremdlinge mehr waren. Die Hündin sprang von hinten an seinen Schultern hoch, daß es ihn beinahe nach rückwärts warf. „Bist du toll?" grollte er. „Ich werde dir'S auStreiben, mich anzuspringen wie eine Beute." „Arme Rixa!" Hans Peter rief das Tier zu sich und ließ «s geschehen, daß es wie ein gescholtenes Kind den Kopf auf seine Knie bettete. „Bist du schlecht gelaunt, Günther?" Wie er jetzt, das Gesicht von der Anstrengung des Aufstehens und der Toilette, bei welcher Würz ihm behilflich gewesen war. etwas gerötet, zu Hans Günther hinübersah, glaubte man Zwillingsbrüder vor sich zu haben. Di« Aehnlichkeit war so sehr in die Augen springend, dah man nach einem Merkmal suchte, diese beiden gleich großen und scheinbar auch im selben Alter stehenden Europäer, auseinander zu kennen. Die irrtumSlose älnterscheidung der Person mochte selbst einer Mutter schwer fallen. Die Stirne war etwas tief über dem Oval der Wangen gebuchtet und die sichelförmigen Brauen in unerhörter Schöne gezeichnet. Genau dasselbe Augenpaar von tiefem Stahlblau sah aus den beiden mattbronzenen Gesichtern. Für den ersten Augenblick glaubte man, das Kinn wäre bei Günther von Anstetten trotziger gezeichnet und die Linie um Mund und Rase tiefer eingegraben. Aber irgendein Muslelspiel in HanS Peters Gesicht verwischte den feinen Unterschied und gab beiden Männern ganz dasselbe Gepräge. Sogar auf die Hände übertrug sich diese Gleichartigkeit: Sie waren schmal und zeigten in den Lande bet der Gesundheit der Kinder hab« len müssen. Ferner sei an die unheilvollen Auswirkungen der Steuergesetzgebung nach bem Kriege auf d i e Gemeinden zu erinnern. In dieser Hinsicht müßten zur Vermeidung sehr schwerwiegender Nachteile für die Volks- gesamtheil grundlegende Aenderungen vorgenommen werden. Den Gemeinden müsse man das frühere Zuschlagsrecht zu den Hauptsteuern wieder einräu» men. Zu dieser schweren Steuernot komm« jetzt noch die starke wirtschaftliche Depres* s i o n. Schlimmer wie jetzt sei noch keine Lag« nach dem Kriege gewesen. Der Redner wies hier auf den bekannten Sparbeschluß de's 2) e u t« schen Städtetages hin, der jetzt ein Pausenjahr in der Ausnahme von Anleihen durchführen wolle. Es sei aber nicht damit getan, daß man ein Jahr auf der Stelle trete. Der Beschluß des Städtetages werde zwar den Kapitalmarkt entlasten, aber auf der anderen Seite werde er auch den Nachteil zeitigen, daß die Städte in Ermangelung von Mit- fein keine Arbeiten ausführen lassen könnten, wodurch natürlich weite Kreise der Wirtschaft einschließlich der Industrie bis auf weiteres Einnahmequellen verlieren würden. Und da tauch« nun auch noch die Frage auf, wie weit man bei der steuerlichen Inanspruchnahme der Bürger gehen könne. In diesem Zusammenhänge beschäftigte sich der Redner eingehend mit den Vorgängen bei der letzten Etatberatung. Der Voranschlag 1529 mit einem Fehlbetrag von 330 000 Mk. und mit den weitgehenden Steuererhöhungsvorschlägen der Verwaltung zur Deckung dieses Fehlbetrages sei eine peinliche Ueberraschung für alle Stadtratsmit- glieder gewesen. Al le Fraktionen, ohne j«be Ausnahme, seien sich darin einig gewesen, dah diese zum Teil 50prozentigen Steuererhöhungen unannehmbar waren. Sämtliche Fraktionen hätten sich dann mit größtem Eifer daran gemacht, eine bessere Lösung der Kalamität zu finden. Rach gründlicher Prüfung des Voranschlag- Habe die demokratische Fraktion davon abgesehen, Anträge *um Voranschlag zu stellen, weil si« keine stichhaltige Ersparnismöglichkeit darin gefunden habe. Andere Fraktionen hätten mehr oder weniger Anträge gestellt, diese aber bann unter bem Druck bet zwingenben Verhältnisse wieder zurückgezogen, nur eine Fraktion hab« ihre Qln träge bis zu allerletzt aufrechterhalten, obwohl sie undurchführbar waren. Roch wenige Stunden vor der entscheidenden Sitzung zur Verabschiedung des Voranschlags habe feiner Einigung der Fraktionen über die Deckung des Fehlbetrags bestanden, so daß der Oberbürgermeister erklärte, er müsse in Ermangelung eines be- -willigten Voranschlags sofort alle Arbeiten still- legen, sämtliche Aufträge zurückzfehen, di« Auszahlung der Gehälter und Löhne einstellen, da er ohne bewilligte Mittel nicht arbeiten lassen dürfe. Ferner habe die Zwangsetatisierung gedroht. Unter der Wucht dieser Tatsachen, die für unfere heimische Wirtschaft sehr ernste Auswirkungen gehabt hätten, fei schließlich unmittelbar vor der entscheidenden Sitzung ein Kompromiß, über die Steuerausschläge zustande gekommen. Ml« Fraktionen hätten sich unter dem unabänderlichen Zwang der stärkeren Verhältnisse für diese Kompromißlösung erklärt, nur eine Fraktion habe sich davon ausgeschlossen und schließlich gegen den Etat gestimmt, obwohl deren Führer selbst noch am Vormittag de« betreffenden Tages nach den Eröffnungen des Oberbürgermeisters erflärt habe, er sehe jetzt die Sache ganz anders an als vorher und werde auf feine politischen Freunde sofort entsprechend einwirken. Trotzdem habe diese Fraktion am Rachmittag den Etat abgelehnt, und ihr Führer, der am Vormittag die Dache ganz anders angesehen, habe diese Ablehnung noch vertreten. Auf dies« Geschichte des Voranschlags 1929 sollten die Bürger achten. Im nächsten Jahre würden die Verhältnisse sicherlich nicht leichter werden. Er lRedneri könne heute nicht versprechen, daß er für d'ele oder jene Dach« nicht Linien der Singer eine selten gesehene Wölbung, die zur Zeit der Erregung ein leichtes Vibrieren erkennen ließen. „Sahib, der Himmel speit nicht mehr!" Günther lüftete den Spalt der Zeltwand und sah im Hellen Frühlicht den nackten Paria stehen, der sich ohne irgendwelche Verlegenheit nach den WasserpHtzen niederbeugte um sich zu säubern. Etwas von ihm ab saß Würz und schaute dem seltsamen Bade zu. Ms er den Baron gewahrte, machte er die Gebärd« des Anziehens. Auf ein Ricken bracht« er ein Hemd, sowie ein Beinkleid herbei, ebenso einen leichten, gelben Sakko, das er dem Inder vor die Füße fegte. DaS schwarze Gesicht strahlte. Riemand würbe ihn erkennen, wenn er jetzt mit den Europäern nach der Station ging, sind als er von Baron Günther in seiner Muttersprache, die ihm entschieden geläufiger und verständlicher war. als Stephans armseliges Englisch, hörte, daß er mit nach Dardschiling kommen sollte, kannte feine Freude und Dienstberei.tfcha.st keine Grenzen mehr. In den zwei Stunden, die man bis zur Station zu wandeln hatte, brauchte Hans Peter keinen einzigen Schritt auf seinen eigenen Beinen zu gehen. Der Inder schien trotz seines auSge- sogenen Körpers ein Riese an Kraft zu fein, □lur für eine kurze Viertelstunde teilten fich Günther und Stephan Würz mit ihm in die Akab war schon am Platze und hatte für alles gesorgt, hielt die Billets in der Hand und hatte am Büfett zwei Glas Eiswasser bestellt, damit die Sahib nicht zu warten hatten, wenn sie ankamen. Jetzt erst zeigte sich, wie elend Peter von Anstetten durch das wochenlang« Fieber geworden war. Er vermochte kaum zu stehen und lehnte mit geschlossenen Augen gegen die Bank eines Warteraumes gestützt, um auf das Eintriffen des Schnellzuges zu warten, der bereits signalisiert war. MS er dann in einem Abteil erster Klasse auf den mattenbelegten Sitz gebettet war, atmete er auf. Günther sah ihm gegenüber und hielt Rixa zwischen den Knien fest, während seine Hand eine Banane schälte, die er dem Detter hinüberreichte. Draußen flog die unerhört fruchtbare ßanb- schaft Bengalens vorüber. Die Maschine raste über Brücken und Dämme, durch Schluchten und Hohlpässe. an Feldern mit Dattel- und Kokospalmen vorüber, bie mit Blumen- und Teepflanzungen abwechselten. (Fortsetzung folgt.) £ «■1I ffie d»° ’Ä» b'shenge MUNS. auch 'M uA werde. * bill'gu' Wgle elfteren- * Ä Flugh<^ steuer. 8 Saut«» die m Mi Die für eilüerusei sammln schwach t Vereins, S in einer i M Serini Kommunal weis dam fennung d ihre Mitgl würden. D Stabtrat' hält die E vorstehende Unter Hü Dolisrecht Ausbruch Stadt ret Jedes 21 aufgebrod der Entst schuhes i städtischen den Äriii finden 2D Wohnung, letzten 5a grob. M teil behau; Aerlennun der Lädei Durch di würden i ebenso ai steuer. $ gehend n einigung auf Aus! denen W fierte bte Der Zragc Acdner ai vinzialwaf hin. Die' mein, me' den, dorni Hinsicht und die Der Aci der Doh nischrr u Stadtpai die einen 3m A tonten w Stadt, ergänzend Sht d tag die Inter, ment Der] auf Offen! hvhung d toirfe. D, Aentabilil euren Abb Ortschaft Vchnung W K 6 tuto on 7% teutft, ton ttrs ri. an„ aü| «?,er »fMckznhib. । LWlen « ^•■Ned .st UZ Mieterschaft und Gtadtratöwahlen räumt 23.15: Tanzmusik. Vanknoten. 177 178,25 a. 21L Devisenmarkt Berlin-- Frankfurt 86,75 I 86,5 200 64,6 24,75 24,65 24,5 301 45 1,8 8,5 7 8,5 120,5 102,25 155,5 21 19,1 1,85 103,75 104,25 65,25 72.75 195 196 140,25 41.25 245,5 1,85 21 64.5 । 96,75 126,5 .133 209 95,5 97,5 107 12 . 6 ■j , 5 . 6 . 6 66 73 114,5 64,75 I 97 I 128 | 126,5 133,75 I 117,4 I — i 96 114,9 97,75 107,13 71 95,25 103,75 249,5 103,5 10 *3 . 7 ey, i" . 6 7,2 65 114,25 276 214,25 197 195 93.75 164 41 243.9 47 165,75 72 288 6 u 11,5 1 246 . 5 . S .' S . 0 «y: 10 97 126 132,5 117 95,13 114,75 96,5 106,4 95,4 103.75 246 102,25 8,55 9,16 14,8 7,6 Schneider Fivs. Ein lustiges Stück in einem Akt nach 21 v. Kotzebue. Musik von Hans Stabiler. 120 222 i 158,751 178 | 135 65,25 72,5 114,5 । 87 I 120 1 159 83 8,45 8,36 9,1 14,75 7,6 94,5 96,13 277 215,25 130 198.5 196.5 140,5 93,65 165,25 41 245,5 47 167 20.4 73,25 159.5 304 54,9 49 45 3. ® frarbdiOnoufttle Dynamit Nobel . . . Scheid« anstatt...» Goldschmidt .... tRülflertroedz . . Metallgeletlschaft • . Philipp Lot,mann Seinen werk Heidelberg Scmenitoerf 'tarlflaM «Sayv % deSgl, von 1913 .... 4% Ungarildie ftwunrtt.. . . 4% Türk. LoUanleihe t>. 1911 . 4% Türkische Bagvadbahn-Anl. Serie ......... 4% betflL Serie II 6% Rumänisch» veretnh. Rente von 1903 - - - 4H% R ^mantsche verelnh. Rente »on 1913 ....... 4% Rumänisch« veretnh. Rente . Die für Dienstagabend vorn Mieterverein einberufene öffentliche Mieterversammlung im Katholischen Dereinshaus war schwach besucht. Der Vorsitzende des Mieter» Vereins, StadtratZmitglied H e b e r m e h l, brachte in einer kurzen Einleitung sein Bedauern über das geringe Interesse der Mieterschaft an den Kommunalwahlen zum Ausdruck mit dem Hinweis darauf, das; andere Organisationen in Er» Icnnung der Wichtigkeit der Kommunalpolitik ihre Mitglieder restlos zur Wahlurne bringen wurden. Der Referent des Abends, Ltadtratsniktgl. Rechtsanwalt Homberger hält die Erfüllung der Wahlpflicht bei den bevorstehenden Wahlen für dringend notwendig. Unter Hinweis auf die aktive Beteiligung der DolisrechtsPartei bei den Wahlen bracht? er zum Ausdruck, daß die von dieser Partei von der Stadt verlangten Mittel nicht vorhanden seien. Jedes Auswertungsplus müsse durch Steuern aufgebracht werden. Der Redner sprach dann von der Entwicklung bzw. Verwicklung des Mieterschutzes und unterzog die Rechtsprechung des städtischen Mieteinigimgsamtes einer eingehenden Kritik. Der Mieterschutz habe zweifellos starken Abbau erfahren. Der Mangel an kleinen Wohnungen sei trotz der regen Bautätigkeit der letzten Jahre auch heute noch außerordentlich groß. Wenn von Hausbcsitzerseite das Gegenteil behauptet würde, so geschehe dies in völliger Verkennung der wirklichen Sachlage. Bezüglich der Läden sei der Mieterschutz stark gefährdet. Durch die teilweise recht hohen Ladenmfcten würden die Waren außerordentlich verteuert, ebenso auch durch die Einführung der Filialsteuer. Der Redner beschäftigte sich dann eingehend mit der Tätigkeit der Mittelstandsvereinigung im Etadtrat, welche u. a. den Antrag auf Aufhebung des reichsgcsetzlich vorgcschrie- benen Wohnungsamtes gestellt habe. Er kritisierte die Stellung dieser Partei u. a. auch in der Frage der Getränkesteuer. Weiter wies der Redner auf die Bedeutung der Kreis- und Provinzialwahlen in bezug auf die Wohnungsnot hin. Die Provinz müsse, statt Gelder anzufam» meln, mehr Mittel für soziale Zwecke aufwenden, damit der Zuzug nach Gießen (wo in sozialer Hinsicht bessere Verhältnisse seien) vermindert und die Wohnungsnot beseitigt werden könne. Der Redner besprach dann kurz die Ursachen der Wohnungsnot und ihre Auswirkung in hygienischer und sittlicher Hinsicht. Er empfahl für das Stadtparlament nur solche Personen zu wählen, die einen Schuh der Mieterschaft gewährleisten. Im Anschluß an die Ausführungen des Referenten wies Lladtratsmilgl. Reallehrer Hebermehl ergänzend darauf hin, daß wohl das Schwergewicht des Mietrecht Z sich im Reichstag und Landtag auswtrke, daß anderseits aber auch die Interessen der Mieterschaft im Stadtparla- ment verfochten werden müßten. Er verwies auf Offenbach und Darmstadt, wo sich eine Er- Höhung des Wassergeldes in der Miete auswirke. Weiter versuchte er durch Beispiele die Rentabilität des Hausbesihes nachzuweisen. An einen Abbau oder weitere Lockerung der Zwangswirtschaft sei erst zu denken, wenn sich die Wrchnungsverhältnisse gebessert hätten. Er tritt» Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M„ 14.Rov. Austrieb: Rinder 100, Kalber 1015, Schafe 1010, Schweme44) Stück. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 80 bis 83, mittlere Mast- und Saugkälber 75 bis 79, geringe Kälber 66 bis 74; Schafe! Mastlämmer und jüngere Masthämmel. Weidemast 43 bis 45, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 39 bis 42, fleischiges Schaf Vieh 30 bis 38; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 83 bis 86, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 83 bis 87, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 83 bis 86, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 82 bis 84. Marktverlauf: Schweine langsam, Kälber und Schafe mittelmäßig, ge- Stromerzeugung (51 v. H) auf die öffentlichen Elektrizitätswerke. Diese Entwicklung ist zwar teilweise darauf zuruckzuführen, daß ein wichtiger Teil der Eigenanlagen, nämlich die Kraftwerke der Eisenindustrie, im Herbst 1928 ihre Stromerzeugung in- j folge der Aussperrung einschränken mußten, ent- I scheidender ist jedoch zweifellos die wirtschaftlich und I technisch begründete fortschreitende Tendenz zum Strombczug. Die Steigerung der Stromerzeugung, I die bei den Eigenanlagen Rheinland-Westfalens lediglich 6 v. H. betrug, machte auch bei den übrigen Eigenanlagen nur 8 v. H. aus. Demgegenüber erhöhten die öffentlichen Elektrizitätswerke ihre Strom-I erzeugung im Rcichsdurchschnitt um 15 v. H. Unter den Kraftquellen für Gewinnung der elektrischen Energie haben die festen Brennstoffe im Berichtsjahr weiter erhöhte Bedeutung gewonnen. Der Anteil der aus ihnen erzeugten Strommcngen an der Gesamterzeugung betrug 76 o. H. gegen 72 v. H. in den beiden Vorjahren. Die Steigerung entfiel zum großen Teil auf die Braunkohle. Der Anteil des aus Braunkohlen gewonnenen Stroms an der Gesamterzeugung betrug im Berichtsjahr 37 v. 3). gegen 34 v. H. im Vorjahr, derjenige des Steinkohlcnstroms 38 bzw. 36 v. f). Der Anteil des aus Wasserkraft und Gas erzeugten Stroms ging weiter zurück. Der Anteil des aus Wasserkraft eräugten Stroms betrug 12,8 v.H. gegen 15,2 v.H. im Borjahr und 16,1 v. H. im Jahre 1926. Aus | Gas wurden 9,1 v.H. der gesamten elektrischen Energie gewonnen gegen 10,7 v. H. bzw. 11,2 d. Sy in den beiden Vorjahren. Der Rückgang des Wasserkraftstroms ist für das Jahr 1928 zum Teil auf die zeitweise ungünstigen Wasservechältnisse, das Sinken der aus Gas gewonnenen elektrischen Energie hauptsächlich auf die Aussperrung in der Eisenindustrie im Herbst 1928 zurückzuführen. Oiskoniermäßigung in Belgien. Brüssel, 13.Rov. (WTB.) Die Rationalbank hat den D is k on t s a tz von 5 auf 4,5 v. H. ermäßigt. • 2l. C.G. Auf Grund eines Prospektes sind 13 75 Mill. Mk. neue Stammaktien mit Gewinnberechtigung ab 1. Oktober 1929 der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin, zum Handel und zur Rotiz an der Berliner Börse zugelassen wvr- den. Für das am 30. September 1929 abgelau- fenc Geschäftsjahr ist ein befriedigendes Ergebnis zu erwarten (i. B. 8 Prozent Dividende). » Elektrische Licht- und Kraft'anla- gen A. - G., Berlin. Der Aussichtsrat der Elektrischen Licht- und Kraftanlagen A.-G., Berlin, schlägt eine Dividende von wieder 10 Prozent auf das erhöhte dioidendenberechtigte Kapital vor. Die Aussichten des laufenden Geschäftsjahres werden wieder als günstig bezeichnet. Frankfurter Börse. sein werde, denn niemand fönne wissen, ob nicht die Verhältnisse doch stärker seien als der beste Wille. Die Führung der städtischen Geschäfte durch die Verwaltung, insbesondere durch den Oberbürgermeister mit seiner konsequenten und gesunden Finanzpolitik, verdiene die vollste Anerkennung. Man tonne nur wünschen, daß 'd'er Oberbürgermeister auch künftig für seine bisherige Finanzpolitik die erforderliche Unter- stützung im Stadtrat finde, der unter Umständen auch einmal einen Weg mitgeben müsse, der nicht überall in der Bürgerschaft verstanden werde. Der Redner sprach weiter seine Mißbilligung darüber aus, daß unser Gießener Stadttheater vom hessischen Staat, im Vergleich zum LandestHeater, so gut wie gar nichts erhalte; dafür müsse sich der künftige Stadtrat unbedingt stärker als bisher interessieren. Tpeiter verteidigte der Redner die Zustimmung der demokratischen Stadtratsfraktion zum Volkshallebau, zur Errichtung des Flughafens, zur Erhöhung der Bier» steuer, zur Genehmigung des Schulhausbaue S und zur Erwerbung der Hardthöse, die im Interesse einer gedeihlichen Zukunftsent- Frankfurt a. M , 14.Rov. Tendenz: unsicher. — Zu Beginn der heutigen Börse war die I Tendenz sehr unsicher und schwächer. Der erneute Kurseinbruch an der gestrigen Reuyorker Börse wirkte deprimierend und die Aufnahmelust schrumpfte auf ein Minimum zusammen. Orders waren wieder kaum eingetroffen, fo daß das Geschäft nur einen sehr geringen Umfang annahm. Besonders betroffen wurden vor allem öie internationalen Werte, bei denen sich Verluste in sehr beträchtlichem Ausmaße ergaben, obwohl das Angebot an allen Märkten nicht umfangreich zu nennen war. Deutsche Aktien wurden dagegen weniger in Mitleidenschaft gezogen, da auf der anderen Seite die Hoffnung bestand, daß heute in London und Reuhvrk eine eventuelle Diskont- fenfung oorgenommen werde, was der Börse, in jeder Beziehung einen Rückhalt bot. Aber später vermehrte sich in einigen Spezialwerten die Abgabeneigung, es traten auch wesentliche größere Abschläge ein. Die günstigen Geldmarkt- Verhältnisse fanden heute keinen Beifall mehr, denn man war zu sehr mit den Vorgängen an der Reuyorker Börse beschäftigt. Gegenüber der gestrigen Abendbörse büßtey am Elektro markt Chade - Aktien 15,50 Mk. ein; Svenska gaben 16 Mark nach. Trotz der günstigen Geschäftsausführungen durch den AEG.-Konzern gaben diese Papiere 3,5 Prozent nach. Siemens eröffneten 3,5 Prozent schwächer; die übrigen Elektroaktienlagen dagegen nur bis 17,5 Prozent niedriger. Don Kunstfeidenwerten waren Bern- berg mit minus 5 Mk. etwas mehr angeboten, re^tes" sehr^^u^behaupteL^Am ^Chemiemarkt I großen Saal der Festhalte in Karlsruhe: Anton- SjfStaTsXsXrW Prozent schwacher. | Druckner-Feie- 22.15 M« 23: T »stündigen Ausführungen. keine Aussprache. Sämtliche drei Vorträge wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Obwohl Gelegenheit zu freier Aussprache geboten war, begehrte niemand das Wort, so daß Schulrat Fischer alsbald ein kurzes Schlußwort sprechen konnte, in dem er namentlich die große Partei der R i ch t w ä h l e r dringend zur Stimmabgabe aufforderte, da für die bevorstehende Wahl mehr denn je der Stimmentscheid sämtlicher Bürger erforderlich sei. Mit ©tatto® vt fÄ keinen ?le -^Tnen 3“ ?n ebenen n tro& I ,, sein. ,e|€ an sch * * Platze Anhand Sisvasier^' i'.chl A tot * Mteil erste/ 6l£ Le' Land» ° w 12.15: Schallplattenkonzert: Instrumental-Soli. 15.15 bis 15.45: „Berusslaufbahnen im Metallgewerbe". Vortrag von Berufsberater Burkhardt vorn Arbeitsamt Frankfurt a. M. — Für Kinder vom 12. Jahre ab. 16: Rach Stuttgart: Opern- Unterhaltuiigskonzert auf Schallplatten. 17: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.30: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 18.50: Filmwochenschau. 19: Schachstunde. 19.30: Querschnitte durch die europäische Musik seit Wo'art. 2. Abend: 1828 bis 1835. 21: Aus dem 16 19 18 14 iß y, iet . . ?8 .....9 Bemberg...... ßeliflofi Walvhos . . ReUftofj Alchassenbiira Charlottenburger Wass< Dessauer (9as . ■ . Daimler Molaren . . Dculjche Linoleum . Malchlnenbau A.-Ä. . Ä-.i -rro ■€« *1 uuo®. Loew . • Sat Äutomobü . . . Ctenftein 4 koppel . yronfOT» Die» ■ . . lt eidlrhi Ä,wirlschast im Zahre 1928. Laut „Wirtschaft und Statistik" stieg die deutsche Stromerzeugung feit dem Jahre 1925 von 20,3 auf 27,9 Milliarden Kilowattstunden, d. h. um rund 40 v. H. Im Jahre 1929 ist bisher eine weiter« starke Steigerung zu verzeichnen. Nach der amtlichen Monatsstatistik, die 122 Werke mit rund 50 v.H. dec deutschen Gesamtstromerzeugung umfaßt, mar die Stromerzeugung von Januar bis Juli 1929 um 18 o. Sy höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Bei gleicher Fortentwicklung dürfte somit die Erzeugung von elektrischer Energie im Jahre 1929 auf 32 Milliarden Kilowattstunden steigen. Während die in Deutschland insgesamt erzeugte elektrische Energie in früheren Jahren überwiegend (1925 bis 1927 zu 51 v.H.) in den Eigenanlagen der Selbstversorger gewonnen wurde, entfiel im Jahre 1928 zum erstenmal der größere Teil der heute ebenfalls bescheiden. SHrfcn trafen bet* einzelt noch etwas hervor und blieben gut behauptet. Deutsche Anleihen leicht gebrückt. Schutzgebiete etwas gebessert. 3m Verlaufe verstärkten sich die Hossnungen auf eine Diskontsenkung in London und die Tendenz besserte sich allgemein. Es traten Erholungen bis zu 3Proze.it ein. Als aber ein unveränderter Satz gemeldet wurde, hat erneut ein kleiner Rückschlag ein, doch blieben Gewinne bis zu 2,5 Prozent im Verlaufe erhalten. Das Geschäft blieb vereinzelt etwas reger. Am Geldmarkt war TageSgeld mit 6,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4 1825, gegen Pfund 20,393, London gegen Kabel 4,8770, gegen Paris 123,84, gegen Mailand 93,15, gegen Madrid 34,75, gegen Holland 12,08. Berliner Börse Berlin, 14. Noo. Im allgemeinen ist auch heute tcotz der weiteren empfindlichen Kursrückgänge in Reuyork, wo, obwohl die Banken stark intervenierten, neue Tieskurs« erreicht worden sind, eine be- merkenswerte Widerstandsfähigkeit an der Berliner Börse zu beobachten. Bei der anhaltenden Geschäfts- stille und Orderlosigkeit mußten natürlich die Kurse zivangsläusig etwas zurückgehen; die Verluste betrugen aber selbst bei den Hauptspekulationswerten selten mehr als 3 v.H. Schwach lagen nur die so- i genannten internationalen Werte, in denen wieder das Ausland Abgeber war. Svenska verloren 16 Mark, Chadeaktien 12 Mark und Reichsbank 8,5 v. H. Polyphon waren mit einem 4prozentigen Verlust relativ gut behauptet. Die gestem vorgenommene Ermäßigung des belgischen Diskontsatzes auf 4,5 v. H. wird überschattet durch Hoffnungen auf erneute Londoner und Reuyorker Diskontermäßi- gungen. Die Ansichten hierüber sind selbst in Fachkreisen geteilt, man betont aber immer, daß di» Bank von England sich momentan in keiner Zwangslage besände, sondern daß eine Diskontermäßigung lediglich den guten Willen zeigen würde, die inter- nationaten Geldmarktverhältnisse zu erleichtern. Ueberraschend kam der Abschluß der Baden-Badener Verhandlungen über die Internationale Zahlungsbank. In regulären Zeiten hätte die Börse hieraus sicherlich eine Anregung bekommen können. Der Der- I laus war dann in der Tat auch, auf Deckungen, «her freundlicher. Die schwache Veranlagung des Reichs- bankmarktes ließ aber auf die Dauer keine freundlichere Stimmung aufkommen. Deutsche Anleihen nachgebend. Ausländer geteilt, meist aber wenig ver- ändert. Pfandbriefe bei kleinstem Geschäft eher schwächer. Geld blieb auch heute in den Sätzen unverändert, doch trat in sich eine kleine Versteifung ein. Auch im weiteren Verlaufe blieb die Kursbewegung uneinheitlich ziemlich nervös und die Spekulation in Erwartung der Londoner Diskontmeldungen zurückhaltend. fierte die /Tätigkeit einzelner Baugenossenschaften, deren^Mitglieder zum Teil das Vorhanden- ein der Wohnungsnot bestritten, aber doch die Gewährung weitgehender Mittel hierfür von der Stadt verlangten. Der Redner sprach dann weiter von einer in der Presse angebeuteten Erhöhung der Mieten um 20 Proz. und wies auf die ungeheure Auswirkung einer solchen Erhöhung hin. Er bedauerte, daß der Mieterschaft die erforderliche Geschlossenheit fehle und forderte, am Wahltage nur solche Parteien zu wählen, welche dem Mieterschutz günstig gesinnt sind. Die Aussprache. In der eingehenden Aussprache verteidigte Studienrat Dr. Heusei die Stellungnahme der Volksrechtspartei bei den diesjährigen Wahlen. Rentner Reiber ergänzte diese Ausführungen und wies daraus hin, daß besondere Mittel für eine höhere Aufwertung der Stadtanleihen nicht erforderlich seien, es würden zunächst nur die Zinsen verlangt. Bei Zahlung einer höheren Aufwertung durch die Sta^t Gießen wäre das Vertrauen der Rentner nicht so erschüttert worden. Seine Partei habe aber auch Interesse an der Mitarbeit in der Rentnerfürsorge. Herr W o h l m u t h übte Kritik an der Einstellung einzelner Stadtratsmitglieder bei der Vergebung städtischer Arbeiten. Er wendet sich gegen die Be- hauptung, daß der Hausbesih besonders rentabel sei. Weiter steht er auf dem Standpunkt, daß die Stadtratsmitglieder bei der Vergebung städtischer Arbeiten nicht berücksichtigt werden dürsten. Ein dahingehender Antrag sei kürzlich in einer Hausbesiherversammlung gestellt, aber mit großer Entrüstung abgelehnt worden. Jedes Stadtratsmitglied müsse auch den Schein meiden, daß es eigene Interessen vertrete. In seinem Schlußwort ging der Referent auf die Ausführungen der einzelnen Diskussionsredner ein. Er wies weiter daraus hin, daß die Wohnungsnot manchen Kriegsbeschädigten zwinge, seine Rente zu verpfänden; es müsse alles getan werden, um das Wohnungselend zu lindern. Zum Schluß streifte der Redner noch die städtische Finanzpolitik, gegen die nichts eingewendet werden könne, und wies auf die Schwierigkeit der Arbeit im Stadtparlament hin. 1 e (Bel^Sebii * tote, I>|"6 !«SSS tfmqrtt entJS €fabte' ?er auÄober i|e der J2J^nnten, - auf JN ein. °us. wie nanfhr,,* 1 nwn ne. 3n LO .Ättages fei J? «ÄMÖndb rafttonen, ohne i* „ U gewesen, öch » 2* Aktionen tatan gr- tU)n d-wvn abgegeben. äu Men, HWeit darin ge- K«? hatten mehr diese aber dann lugenden VerhäMss« eme Fraltion hab« üeht cmstechterhalten, waren. 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Berlin. 13 jfoBember ■Jlmcrilaniicbe Store» ... Belgische Rote» ....... Tänilche Noten . ...... Englische Noten . ..... Franzöiische Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten........ Norwegische Noten Deutsch.Oesterreich, ä 100 Gdjilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten Schwerer Noten . Eoanlstlie Noten ..... L'chechojlowakische Noten. . . . . Ungarische Noten ^ranlsurt a M Berlin cd|IUB*| Ut): ftute I flut Lchlug i tUiifang. flute | flut.- Datum 13 11- 14 L 13 11. 14- 11 Vereinigt« Stahlw . . . Ot-wi Minen . . 16'/, lia! werke ÄscherSlebea . . . 1 fta, werte üresleregett, . . . iu Ka> io i e SalOi -'iutti) .16 TöT 195.5 201 318 104,5 197,25 105,5 56,5 195.25 201 317,25 105.13 55,6 193,25 316 ^ranksurt a M Berlin Zranlluri a -n; | Betlu cchiuh-i friir» | Uh »ur Schluß «tun Ansang, fiiu: ^chmß.! Kurs | .•11b flut Lchiuv flute | iunsang- fluro Datum 13 H. 14 1 13 n. 14. H Dalum 13. 1 14 1 13 IL 1 14. 11- 6 . eu sche * idi*ümeiu on ........ 7% Deutsche Retchranleihe von 1029...... • • Di. -.'ui.. chlSI. Schuiv mit los.-Äechlen ■•■•••• De-n' nfm-' »l>.--'ch..«echle 8% Hell. BolUlwat von 1S29 (rudjabtb. 102%) • Dbcrbeiicn Provinz-Anleihe mi Aueloi.-Ncchlen . • • ■ Deutsche Komm. Lammelabl. 87,45 99 50 8,75 89,5 47,5 I 1 £ 1 1 1 87,5 99 50.1 8,775 89 1 1 1 1 Hambura-Amenla • Hamb. «üvam. Tampllch- Hansa Damrsschilt..... Norvdeuischer £lot)0 •••■ Slllg TeutschrCrebitanch . • Barmer Bankverein .... Berliner Handrlsgeiellsch. . - Commerz- unb Prival-Banl . Tarmst. u. Rationalbanl . - Teuliche Bank . - - - - ■ Dieconlo-Kesellschast, Ant. . . b ir . f 1< 1( li 11 li 11 11 H 104 s 100,25 ! 117 119 181 '61,5 238 154 154 150,25 261 104,25 100,13 160,5 149 162,5 । 146 101 । 116.5 119 182,5 161,5 237,25 154,4 154,4 150 162'25 146 100,4 iS 160,5 236,25 152,5 152,5 149 46,76 1 255 261,5 253 Anleihe Eerie 1 • • 8% Franks. Hnp.-Bank Soldpse XIII unlünöbat bi« 1934 . 7% Franks. Hnp.-Bauk «olbpfe unkündbar bie 1932 ..... — 47 96,5 85 — — — A.E.G. . . Bergmann . . Elcktr. Liclerungsgejelllchasl li 167,26 164 164J5 168 202,75 165,65 168.65 116,9 167 130.5 149,5 156 164,5 200,5 163,5 166 % Sbelnildie Hnp.-BMlk 80,75 Licht und Sttafi U 1 bö.75 Liqu. Boldpse......- gellen & Guilleaume.... 7 y» 116,5 167 130.13 149,5 156,5 8% Pr. Sandc. auü. L>orlriea>Lbltgatioa rückablbar 1989 — — — — Lcchmeyer L Co.....- - 10 160 159 159 — Gelb Ärief ' 4.16/ 4,187 58,23 58,47 111,63 112,07 20,342 20,422 16.42 16,48 168,31 168.99 21,835 21,915 111,58 112,02 58,58 58,82 2,475 2,495 111,93 112,37 80,94 81,26 58,55 58,79 12,33 12,39 72,81 73,11 13. Novembet 14. November Amtliche ®elc IZorifrunn Bries Amtliche Gelb Kotierung Brie, 'Jlmft.-'Jiott 168,65 168.99 168,65 168,99 Buen.-Aireö 1,721 1.725 1,718 1,722 Brn-'Nnim 53,45 58,57 58,42 58,54 Chrislicuiia 111,91 112.13 111,90 112,12 Qop:nbagcn 111,95 112,17 111.93 112,15 Stockholm 112,26 112,48 112.24 112.46 HcllingforS 10,50 10,52 10.499 10,519 Italien . . 21,88 21,92 21,865 21,905 London. . . 20,375 20.415 20,371 20,411 ■Jieunort . . 4,1780 4,1860 4,1775 4,1855 Paris... 16,45 16,49 16,445 16,485 Schwei; . . 80.965 81,125 30,97 81,13 Spanien . 58,61 58,73 58,41 58,53 Japan . . 2.036 2,040 2,036 2,040 -Hio de Jan 0.491 0.493 0.491 0,493 Wien in D- Ceft- obgefi 58,73 58,85 58,73 58,85 Prag . . • 12.379 12,399 12,375 12,395 Belgrad . 7.390 7,404 7,390 7,404 Vudapest. 73,01 73.15 73,01 73,15 Bulaarien 3,012 3.018 1,017 3,023 Viffabon - 18,80 18,84 18.80 18,84 Tanzig ■ ■ 81,47 81,63 81,43 81,59 Konstantin. 1,973 1.977 1,975 1,979 Athen. . 5,425 5,435 5,425 5,435 Konaba . 4,096 4,104 4,086 4,094 llnuiuat) . 4,066 4,074 4,046 4,054 Latro - . 20,885 20,935 20,89 1 20.93 W der fast- geräuschloser Gang / höchste ^^Saugkraft dessen Ei bezieht i Aeichskom straße too und 10 D und ihre n nungen entschieden zwischen S Die b